# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 700d2317-ad79-5c65-97f4-6633cec76733
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.02.2021 SK 2020 310
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-310_2021-02-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 310
SK 20 311

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Februar 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), Oberrichter 
Schmid, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Wider-
rufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 29.04.2020 (PEN 20 25+38)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (nachfolgend: Vorinstanz) erkannte am 
29. April 2020 was folgt (pag. 887, Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, angeblich begangen in der Zeit von 03.12.2016 bis 29.04.2017 in D.________ durch 
Erwerb, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge Kokain wird infolge Verjährung eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung des Einführens, Erwerbens, Lagern falschen Geldes, angeblich began-
gen ca. Mitte Oktober 2018 in D.________

2. von der Anschuldigung der Geldwäscherei, angeblich begangen am 1.11.2018 in D.________

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetzes, mengenmässig qualifiziert begangen 
in D.________ und ev. anderswo

1.1. in der Zeit von Juni 2018 bis Ende Oktober 2018 durch Erwerb, Besitz und Verkauf von 
179.47 Gramm reinem Kokain an E.________, F.________, G.________, H.________ und 
I.________;

1.2. am 1.11.2018 durch Anstalten Treffen zum Kauf von 80.2 Gramm reinem Kokain von 
J.________;

Total 259.67 Gramm reines Kokain

2. der Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen vom 30.04.2017 
bis zum 1.11.2018 in D.________ durch Erwerb, Besitz und Konsum einer unbestimmten Menge 
Kokain.

IV.

Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20.11.2015 für den Strafrest ei-
ner Freiheitsstrafe von 24 Monaten gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. 

3

V.

A.________ wird

in Anwendung der Artikel
40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 lit. o, 106 StGB
19 Abs. 1 lit. c, d und g sowie Abs. 2 lit. a, 19 Abs. 3 lit. a, 19a Ziff. 1 BetmG
426 StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 546 Tagen werden im Umfang von 546 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 17‘300.00 (Gebühr 
Gericht CHF 4‘000.00 zuzüglich Kosten von CHF 400.00 für Entscheid Sicherheitshaft vom 
11.02.2020, Gebühr Voruntersuchung von CHF 12‘900.00) und Auslagen Voruntersuchung von 
CHF 12‘088.00 sowie Kosten der Staatsanwaltschaft von CHF 1‘000.00, insgesamt bestimmt auf 
CHF 30‘388.00.

VI.

[Bestimmung amtliche Entschädigung]

VII.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vorerst 
3 Monate bewilligt bis am 29.07.2020 (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

[Begründung Sicherheitshaft]

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- Plasticsäcklein mit 4 Kügelchen Kokain (Ass. 05 HD Restaurant, beim IRM)
- 1 Kügelchen Kokain (Ass. 06 HD Restaurant, beim IRM)
- Plastic mit 2 Noten Falschgeld (Ass. 603 HD Restaurant)

3. Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückgegeben:

- Apple iPad mit grauem Cover (Ass. 103 HD Restaurant)
- Münz-Etui blau-weiss (Ass. 104 HD Restaurant)
- Mobiltelefon Samsung blau (Ass. 602 HD Restaurant)
- Externe Festplatte Cutie inkl. Ladekabel (Ass. 01 HD K.________)
- iPad weiss inkl. Ladekabel (Ass. 001 HD K.________)
- Notebook HP schwarz inkl. Ladekabel (Ass. 002 HD K.________)

4

4. Vom beschlagnahmten Bargeldbetrag von CHF 9’173.95 werden CHF 8‘490.00 an L.________ 
als Inhaberin des Restaurant M.________, D.________, herausgegeben. 

5. Vom beschlagnahmten Bargeldbetrag von EUR 2‘930.00 werden EUR 755.00 an L.________ als 
Inhaberin des Restaurant M.________, D.________, herausgegeben. 

6. Die Restbeträge von CHF 683.95 und EUR 2‘175.00 werden zur Deckung der Verfahrenskosten 
eingezogen.

7. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) ist nach Ablauf der 
Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

8. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

9. Es wir[d] die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte/Berufungsführer (nachfolgend: Be-
schuldigter), amtlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________, mit Eingabe 
vom 1. Mai 2020 fristgerecht die Berufung an (pag. 897). Die Berufungserklärung 
datiert vom 31. Juli 2020 und ging ebenfalls innert Frist beim Obergericht des Kan-
tons Bern ein (pag. 968). Die Berufung wurde beschränkt auf den Schuldspruch 
wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, die sich daraus ergeben-
de Straffolge einschliesslich Landesverweisung, den Widerruf sowie die Verfügung 
betreffend Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-
tem.

Mit Schreiben vom 6. August 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, weder 
Anschlussberufung zu erklären noch ein Nichteintreten auf die Berufung des Be-
schuldigten zu beantragen (pag. 998).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit der Berufungserklärung vom 31. Juli 2020 beantragte der Beschuldigte, die 
wirtschaftlichen Verhältnisse von E.________ sowie F.________ betreffend den 
Zeitraum von Juni 2018 bis Mitte/Ende Oktober 2018 seien abzuklären. Zudem 
seien die diversen beigelegten Briefe der Lebenspartnerin des Beschuldigten, 
C.________, und den gemeinsamen Kindern zu den Akten zu erkennen und 
C.________ als Zeugin zu befragen.

Die mit der Berufungserklärung eingereichten Briefe wurden mit Beschluss vom 
17. August 2020 zu den Akten erkannt. Zugleich wurde die Vorladung von 
C.________ als Zeugin anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung angekündigt. 
Die weiteren Beweisanträge wurden abgewiesen. Zudem wurde die auf Seite 4 bis 
und mit Seite 9 verfasste Kurzbegründung zu den Hauptanträgen (Ziff. IV.1.-10.) 
aus den Akten gewiesen.

5

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung vom 18. Februar 2021 wurden 
von Amtes wegen zusätzlich folgende Unterlagen zu den Akten genommen:

- Führungsbericht Justizvollzugsanstalt N.________ vom 29. Januar 2021 
(pag. 1181);

- Strafregisterauszug vom 2. Februar 2021 (pag. 1185);
- Bericht Amt Bevölkerungsdienste des Kantons Bern, Migrationsdienst, vom 

28. Januar 2021 (pag. 1165);
- Bericht Staatssekretariat für Migration vom 20. Januar 2021 samt Auszug der 

Asylakten des Beschuldigten (pag. 1066);
- E-Mail O.________ vom 4. Januar 2021 samt Beilage (pag. 1053).

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 18. Februar 2021 wurden der Beschul-
digte sowie als Zeugin C.________ einvernommen (pag. 1195 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge des Beschuldigten

An der Berufungsverhandlung vom 18. Februar 2021 stellte der Beschuldigte fol-
gende Anträge (pag. 1234, Hervorhebungen im Original):

I. Feststellung Rechtskraft

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland, Strafabteilung, Gerichtspräsi-
dent P.________, vom 29. April 2020 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. das Strafverfahren gegen A.________, z.Zt. in der JVA N.________, Q.________, eingestellt 
wurde wegen Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. 1.4 der 
Anklageschrift (teilweise), (Dispositiv Ziff. I.); 

2. A.________, vgt., freigesprochen wurde von den Anschuldigungen

2.1 des Einführens, Erwerbens, Lagerns falschen Geldes gemäss Ziff. 1.2 der Anklageschrift 
(Dispositiv Ziff. II.1); und 

2.2 der Geldwäscherei gemäss Ziff. 1.3 der Anklageschrift (Dispositiv Ziff. II.2); 

3. A.________ schuldig erklärt wurde der Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz gemäss Ziff. 1.4 der Anklageschrift (teilweise), (Dispositiv Ziff. III.2).

II. Schuldsprüche

In Abänderung des vorinstanzlichen Urteils sei A.________, vgt., schuldig zu sprechen des Verbre-
chens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert begangen in D.________ und 
ev. anderswo 

1. in der Zeit von Juni 2018 bis Ende Oktober 2018 durch Erwerb, Besitz und Verkauf von höchs-
tens 39.73 Gramm reinen Kokains (statt 179.47 Gramm gemäss Dispositiv Ziff. III.1./1.1; vgl. 
Anklageschrift Ziff. I.1/a-e) an E.________, F.________, G.________, H.________ und 
I.________.; und 

2. am 01.11.2018 durch Anstaltentreffen zum Kauf von 1.53 Gramm reinen Kokains (statt 
80.2 Gramm gemäss Dispositiv Ziff. III.1./1.2; vgl. Anklageschrift Ziff. I.1/f) von J.________;

Total 41.26 Gramm reines Kokain

6

III. Widerruf

Unter Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. IV) sei auf den Widerruf der mit Urteil 
des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20.11.2015 ausgesprochenen bedingten Freiheitsstrafe von 
24 Monaten zu verzichten.

IV. Sanktion

1. Unter Abänderung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. V.1 und V.4) sei gestützt auf die 
in Rechtskraft erwachsenen Punkte gemäss Ziff. I hiervor sowie die beantragten Schuldsprüche 
gemäss Ziff. Il hiervor A.________, vgt., zu verurteilen

1.1 zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungs-/Sicherheitshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs von 840 Tagen (Stand: 
18.02.2021) im Umfang von 365 Tagen; 

1.2 zu den auf die Schuldsprüche entfallenden Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens.

2. Unter Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. V.3) sei auf eine Landesverwei-
sung zu verzichten, und es sei folglich auch auf die Ausschreibung der Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem zu verzichten (Dispositiv Ziff. VII.9); eventualiter sei die Dauer 
der Landesverweisung nach gerichtlichem Ermessen zu reduzieren.

V. Weitere Verfügungen

1. Es seien die oberinstanzlichen Verfahrenskosten dem Kanton Bern aufzuerlegen, und es seien 
das Honorar des amtlichen Verteidigers und der Nachforderungsbetrag nach Art. 42 f. KAG ge-
stützt auf die eingereichte Kostennote gerichtlich zu bestimmen. 

2. Es sei A.________ für die ausgestandene ungerechtfertigte Untersuchungs-/Sicherheitshaft 
bzw. den vorzeitigen Strafvollzug eine Genugtuung von Fr. 100.- pro Tag auszurichten, bis 
18.02.2021 total ausmachend Fr. 47500.- (475 Tage; Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO).

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte an der Berufungsverhandlung folgende An-
träge (pag. 1231, Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht 
in Dreierbesetzung) vom 29.04.2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens wegen Konsumwiderhandlungen gegen das Be-
täubungsmittelgesetz, angeblich begangen in der Zeit von 03.12.2016 bis 29.04.2017, ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung; 

2. des Freispruchs von der Anschuldigung des Einführens, Erwerbs, Lagern falschen Geldes, 
angeblich begangen ca. Mitte Oktober 2018 und von der Anschuldigung der Geldwäscherei, 
angeblich begangen am 01.11.20178 [recte: 2018], ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten 
und ohne Ausrichtung einer Entschädigung;

3. des Schuldspruchs wegen Konsumwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz;

4. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 und zur Bezahlung der erst-
instanzlichen Verfahrenskosten; 

7

5. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehungen und Herausgaben gemäss Ziff. VIII.2.-6. 
des erstinstanzlichen Urteils.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert begangen in 
D.________ und evtl. anderswo, 

1. in der Zeit von Juni 2018 bis Ende Oktober 2018 durch Erwerb, Besitz und Verkauf von 
179,47 Gramm reinem Kokain an E.________, F.________, G.________, H.________ und 
I.________ 

2. am 01.11.2018 durch Anstalten Treffen zum Kauf von 80,2 Gramm reinem Kokain von 
J.________;

III.

Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20.11.2015 für den Strafrest ei-
ner Freiheitsstrafe von 24 Monaten gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen.

IV.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 lit. o StGB, Art. 19 Abs. 1 lit. 
c, d und g sowie Abs. 2 lit. a, 19 Abs. 3 lit. a BetmG, Art. 426 ff. StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft von 629 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 22.07.2020; 

2. zu einer Landesverweisung von 10 Jahren; 

3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

V.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken.

2. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem anzuordnen. 

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

4. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) nach Ablauf der Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 
1 DNA-ProfilG). 

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 
zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten). 

8

6. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei (Art. 28 Abs. 3 BetmG) und der Meldestelle für Geld-
wäscherei (Art. 29a Abs. 1 GwG) mitzuteilen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufung beschränkt sich auf den Schuldspruch wegen Verbrechens gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (mengenmässig qualifiziert), die sich daraus ergeben-
de Straffolge einschliesslich Landesverweisung, den Widerruf sowie die Verfügung 
betreffend Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-
tem (SIS). Daraus ergibt sich, dass die Einstellung (Ziff. I. des erstinstanzlichen 
Dispositivs), die Freisprüche (Ziff. II. des erstinstanzlichen Dispositivs), der Schuld-
spruch wegen Konsumwiderhandlungen (Ziff. III.2. des erstinstanzlichen Disposi-
tivs), die Verurteilung zu einer Busse von CHF 200.00 (Ziff. V.2. des erstinstanzli-
chen Dispositivs) sowie die Verfügungen gemäss Ziff. VII.2-6 des erstinstanzlichen 
Dispositivs in Rechtskraft erwachsen sind. Die Verfügung betreffend Sicherheits-
haft gemäss Ziff. VII.1 des erstinstanzlichen Dispositivs, welche nicht mit der Beru-
fung, sondern mit einer Beschwerde anzufechten gewesen wäre, ist bereits nach 
Ablauf der Beschwerdefrist rechtskräftig geworden. Die Rechtskraft der Ziffern 
VII.4. und VII.5 des erstinstanzlichen Dispositivs wurde mit Beschluss vom 28. Sep-
tember 2020 und unter Herausgabe der entsprechenden Bargeldbeträge an die Be-
rechtigte bereits festgestellt (pag. 1014).

Demgegenüber sind die Verfügungen über das erstellte DNA-Profil sowie die erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten der Rechtskraft nicht zugäng-
lich. Neben den angefochtenen Punkten hat die Kammer darüber sowie über die 
Kosten- und Entschädigungsfolgen neu zu befinden.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung dieser Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Da 
die Berufung ausschliesslich durch den Beschuldigten erhoben wurde, darf die 
Kammer das erstinstanzliche Urteil nicht zu seinem Nachteil abändern. Sie ist an 
das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 917, S. 4 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung).

7. Gegenstand der Beweiswürdigung

Im Berufungsverfahren zu prüfen sind die Vorwürfe gemäss Ziff. I.1. der Anklage-
schrift, welche als «Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz», sprich unter 
dem Tatbestand der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121), angeklagt wurden.

Die übrigen Vorwürfe, welche vor der Vorinstanz teilweise zu einer Einstellung bzw. 
zu Freisprüchen sowie zu einem Schuldspruch wegen Konsumwiderhandlungen 

9

gegen das BetmG geführt haben, blieben unangefochten. Es wird diesbezüglich 
vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 928 ff., 
S. 15 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfenen Betäubungsmittelgeschäfte 
nicht grundsätzlich. Bestritten ist der angeklagte resp. der von der Vorinstanz fest-
gestellte Umfang dieser Geschäfte in Bezug auf die umgesetzte Menge und den 
Reinheitsgrad des gehandelten Kokains. Diese Punkte sind Gegenstand der nach-
folgenden Beweiswürdigung.

8. Vorbemerkungen zum Reinheitsgrad

In Bezug auf die Bestimmung des Reinheitsgrads können folgende Ausführungen 
vorangestellt werden, welche grundsätzlich für sämtliche vom Beschuldigten vor-
genommenen Kokainverkäufe sowie für das Anstaltentreffen zum Kauf Geltung ha-
ben. Auf die vereinzelten Ausnahmen wird in den jeweiligen Erwägungen hinge-
wiesen.

8.1 Abstellen auf den Kokainbasewert

Was den Reinheitsgrad betrifft, hat die Vorinstanz für dessen Bestimmung im Ein-
klang mit der Anklageschrift auf den Kokainbasewert abgestellt. Im Gegensatz zum 
Heroin, wo zur Bestimmung des Reinheitsgrades bzw. der Berechnung der Menge 
des reinen Wirkstoffes vom Heroinhydrochlorid ausgegangen wird (BGE 109 IV 
143), hat das Bundesgericht keine Leitlinien aufgestellt, von welcher chemischen 
Form beim Kokain für die Bestimmung des Reinheitsgrades auszugehen ist. Es 
beurteilte in seiner Rechtsprechung verschiedentlich Fälle, in denen die kantonalen 
Vorinstanzen auf Kokainhydrochlorid (Urteile des Bundesgerichts 6S.465/2004 vom 
12. Mai 2005, 1P.536/2006 vom 7. Dezember 2006, 6B_13/2012 vom 19. 
April 2012, 6B_76/2012 vom 7. Mai 2012, 6B_846/2013 vom 16. Juni 2014, 
6B_280/2014 vom 1. September 2014, 6B_421/2014 vom 1. September 2014) oder 
Kokainbase (Urteile des Bundesgerichts 6P.92/2006 vom 2. November 2006 und 
6B_1040/2017 vom 14. Februar 2018) abgestellt hatten. Beides erachtete das 
Bundesgericht als nicht willkürlich. Zur Frage, ob auf die Base oder das Hydrochlo-
rid abzustellen ist, hat sich das Bundesgericht jedoch nie geäussert. Die Berech-
nung des Reinheitsgrads anhand des tieferen Kokainbasewerts ist für den Be-
schuldigten günstiger und demnach nicht zu beanstanden. Es ist jedoch anzumer-
ken, dass es vorliegend möglich und mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
vereinbar gewesen wäre, bei der Berechnung auf den Kokainhydrochloridwert ab-
zustellen. Dies hätte jedoch bereits im Rahmen der Anklage erfolgen müssen – die 
Vorinstanz war diesbezüglich an die Anklageschrift gebunden, in der die Menge be-
reits aufgrund des Kokainbasewerts berechnet worden war.

8.2 Bestimmung des Reinheitsgrads

8.2.1 Abstellen auf den Mittelwert gemäss SGRM-Statistik

Weiter hat die Vorinstanz die Menge reinen Kokains anhand des Mittelwerts 
gemäss Statistik der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM), 
Cocain-Base 2018, berechnet (pag. 855).

10

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf davon ausgegangen werden, 
dass Drogen von mittlerer Qualität sind, solange keine Analyse vorliegt und es kei-
ne Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte Substanz gibt (BGE 138 IV 
100 E. 3.5). Zur Beurteilung der mittleren Qualität wird praxisgemäss auf die 
SGRM-Statistik abgestellt (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Kommentar zum BetmG, 
3. Auflage, Zürich 2016, N 188 zu Art. 19 BetmG). Vorliegend gibt es diverse Hin-
weise darauf, dass das vom Beschuldigten vertriebene Kokain in der Regel von gu-
ter Qualität war: Zunächst wies das beim Beschuldigten am 1. November 2018 si-
chergestellte Kokain einen Kokainbasewert von 84% auf (pag. 313 f.). Auch das bei 
E.________ am 11. Oktober 2018 sichergestellte Kokain hatte gemäss Laborana-
lyse einen Kokainbasewert von 84% bzw. 85% (pag. 318 f.). Weiter haben 
E.________, F.________ und G.________ den beim Beschuldigten gekauften 
«Stoff» alle glaubhaft als «gut bis sehr gut», «sehr gut» bzw. «gut» bezeichnet 
(siehe Ziff. 9.5.4, Ziff. 10.5.1 und Ziff. 11.5.1 unten). Die Übereinstimmung dieser 
Angaben, in denen die gute Qualität des Kokains hervorgehoben wurde, ist bemer-
kenswert. Mit diesen Laborergebnissen und Aussagen liegen zumindest in Bezug 
auf die Verkäufe an E.________, F.________ und G.________ Hinweise auf eine 
besonders reine Substanz vor. Es wäre deshalb mit der zitierten bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung vereinbar gewesen, in diesen Fällen von einem höheren 
Wert als der mittleren Qualität auszugehen. Die Kammer ist diesbezüglich jedoch 
an das Verbot der reformatio in peius gebunden, weshalb von einem Reinheitsgrad 
von 63% gemäss SGRM-Statistik ausgegangen wird.

Die Verteidigung argumentierte, wo keine Laboranalyse vorliege, müsse von einem 
Reinheitsgrad von 25% ausgegangen werden, da mit den Aussagen von 
R.________ und I.________ in den Akten diverse Hinweise auf eine schlechte 
Qualität des verkauften Kokains vorliegen würden und deshalb generell nicht auf 
den Mittelwert gemäss SGRM-Statistik abgestellt werden könne. Wie nachfolgend 
begründet, überzeugt diese Argumentation nicht.

8.2.2 Hinweise auf den Reinheitsgrad aufgrund der Lieferungen von R.________

Die Verteidigung brachte zunächst vor, das vom Beschuldigten verkaufte Kokain 
stamme aus den qualitativ schlechten Lieferungen von R.________ und es sei ent-
sprechend von einem tiefen Reinheitsgrad von 25% auszugehen.

Es sind diesbezüglich einerseits die Aussagen von R.________ zur Lieferung an 
den Beschuldigten (pag. 157 Z. 273 ff. und pag. 282 Z. 54 ff.), andererseits die 
Aufzeichnung eines Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und 
R.________ vom 6. Oktober 2018 (pag. 186) zu würdigen:

Anlässlich ihrer Einvernahme vom 25. September 2019 sagte R.________ auf Fra-
ge, ob sie den Betreiber der M.________ (Restaurant/Bar) in D.________ kenne 
und wenn ja, unter welchem Namen: «Ja, ich kenne diesen unter dem Namen 
S.________» (pag. 281 Z. 28). Auf Frage, wann und wo sie dem Beschuldigten das 
letzte Mal Kokain übergeben habe, sagte sie: «Ich denke[,] es war im Oktober 
2018. Ich brachte ihm den Stoff in die M.________(Restaurant/Bar). Wieviel es 
war, kann ich nicht mehr sagen. Einmal brachte ich 40 Gramm Kokain. Das war je-
doch die höchste Menge Kokain. Normalerweise waren es 20 Gramm» (pag. 282 

11

Z. 54). Sie führte aus, sie habe im Sommer 2018 wieder Kontakt zu ihm gehabt und 
sie denke, dass es im Jahr 2018 zu insgesamt vier Treffen gekommen sei 
(pag. 282 Z. 61). Der Beschuldigte habe sich immer wieder bezüglich der schlech-
ten Qualität des Stoffes beschwert. Sie denke, dass dies so zugetroffen habe. Ihr 
Ex-Freund habe das Kokain jeweils gestreckt und deshalb sei die Qualität so 
schlecht gewesen. Er habe zum Beispiel aus 10 Gramm ca. 30-40 Gramm Kokain-
gemisch gemacht. Einmal im Jahr 2018 sei sie den schlechten Stoff wieder abho-
len gegangen (pag. 282 Z. 66). Auf Vorhalt, ob es somit zutreffe, dass sie in der 
Zeitspanne von 2015 bis 2018 an A.________ alias «S.________» maximal 120 
bis 160 Gramm Kokain verkauft habe, sagte sie: «160 Gramm wohl nicht. Ich den-
ke, es waren ca. 80g bis 120g. Genau kann ich es nicht sagen, da ich ja auch Ko-
kain zurückgenommen habe» (pag. 282 Z. 92).

Den Aussagen von R.________ kann entnommen werden, dass sie den Beschul-
digten im Jahr 2018 vier Mal mit Kokain beliefert hat, wobei sich die Lieferungen 
normalerweise auf 20 Gramm, einmal auf 40 Gramm, beliefen. Insgesamt habe sie 
ihm ca. 80-120 Gramm verkauft und davon eine Lieferung wieder zurückgenom-
men. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschuldigte weniger als 80-
120 Gramm Kokaingemisch aus der Lieferung von R.________ weiterverkaufen 
konnte. Weiter geht aus den Aussagen hervor, dass das von R.________ gelieferte 
Kokaingemisch keine gute Qualität aufwies und der Beschuldigte damit nicht zu-
frieden war. Dies geht auch aus dem Telefongespräch vom 6. Oktober 2018 zwi-
schen dem Beschuldigten und R.________ hervor, in dem er ihr folgenden Vorwurf 
macht: «Ja hallo, hast du gewusst, dass ich Probleme bekomme wegen das? ‹Un-
verständlich›, ich akzeptiere nicht. Du kannst es holen, andere bringen. Wenn nicht 
bringst, ich brauche nicht. Weisst du… man kann nicht Hälfte Hälfte ‹unverständ-
lich› mischen. Das ist total daneben» (pag. 186).

Zusammengefasst standen dem Beschuldigten demnach nicht die gesamten von 
R.________ gelieferten 80-120 Gramm Kokaingemisch zum Weiterverkauf zur Ver-
fügung. Ein Vergleich dieser Menge mit den an die einzelnen Bezügerinnen und 
Bezüger verkauften Mengen zeigt, dass die von R.________ gelieferte Menge nicht 
gereicht hätte, um alle Verkäufe zu tätigen, welche gemäss Verteidigung aus dieser 
Lieferung stammen sollen (siehe Ziff. 9.6, Ziff. 10.6 und Ziff. 11.6). Hinzu kommt, 
dass diese Argumentation den als glaubhaft beurteilten Aussagen von E.________, 
F.________ und G.________ widersprechen, wonach die Qualität des Kokains gut 
bis sehr gut gewesen sei. Aus diesen Gründen geht die Kammer nicht davon aus, 
dass der Beschuldigte in den hier angeklagten Fällen in bedeutendem Umfang Ko-
kain aus den Lieferungen von R.________ weiterverkauft hat.

8.2.3 Hinweise auf den Reinheitsgrad aufgrund der Aussage von I.________

Weiter argumentiert die Verteidigung mit einer Aussage von I.________, der den 
Stoff des Beschuldigten als «Abfall» und «nicht der Hit» bezeichnet hat (pag. 278 
Z. 63). Aus dieser Aussage kann jedoch nichts für die Verkäufe an die anderen Be-
zügerinnen und Bezüger abgeleitet werden. Einerseits widersprechen sie den kla-
ren und glaubhaften Aussagen von E.________, F.________ und G.________, 
wonach die Qualität des Kokains gut bis sehr gut gewesen sei. Andererseits hat 
I.________ beim Beschuldigten insgesamt 5 Gramm Kokaingemisch bezogen und 

12

zwar im Zeitraum September/Oktober 2018 (siehe Ziff. 13.6). E.________, 
F.________ und G.________ haben demgegenüber über den ganzen Sommer 
2018 hinweg Kokaingemisch beim Beschuldigten bezogen, wobei bei E.________ 
und F.________ die Menge ein Vielfaches der von I.________ bezogenen Menge 
beträgt (siehe Ziff. 9.6, Ziff. 10.6 und Ziff. 11.6 unten). Der «Gesamtbewertung» der 
Qualität dieser drei Bezügerinnen ist deshalb ein höherer Stellenwert einzuräumen 
als jener von I.________, der nur vereinzelt und während zweier Monate Stoff vom 
Beschuldigten bezogen hat.

8.2.4 Fazit

Aus diesen Gründen schliesst sich die Kammer in Bezug auf die Bestimmung des 
Reinheitsgrads dem Vorgehen der Vorinstanz an und stellt einerseits auf den Ko-
kainbasewert, andererseits – vorbehältlich anderslautender Erwägungen im Nach-
folgenden – überall dort, wo kein forensisch-chemischer Bericht des IRM vorliegt, 
auf einen Reinheitsgrad von 63% gemäss SGRM-Statistik ab. Wie dargelegt, liegen 
dieser Bestimmung des Reinheitsgrads klare und glaubhafte Aussagen sowie An-
nahmen zu Gunsten des Beschuldigten zugrunde, weshalb der Grundsatz «in du-
bio pro reo» damit entgegen der Verteidigung nicht verletzt wird.

9. Verkauf an E.________ gemäss Ziff. I.1.a der Anklageschrift

9.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird der Erwerb, Besitz und Verkauf von mind. 80 Gramm Ko-
kaingemisch (Reinheitsgrad mind. 84%, total ausmachend mind. 67.2 Gramm rei-
nes Kokain) an E.________ in der Zeit von Juni 2018 bis Ende Oktober 2018 vor-
geworfen.

9.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte vollständig auf die als glaubhaft und mit den Wahrnehmun-
gen und Abklärungen der Polizei als übereinstimmend beurteilten Angaben von 
E.________ ab. Zu Gunsten des Beschuldigten ging sie dabei von der von 
E.________ geschilderten Mindestmenge von 80 Gramm aus. Eine (zusätzliche) 
generelle Reduktion um 33%, wie vom Beschuldigten verlangt, hielt die Vorinstanz 
nicht für angebracht. Betreffend Reinheitsgrad stellte sie auf den Mittelwert von 
63% gemäss SGRM-Statistik ab. Dies ergab die Menge von 50.4 Gramm reinen 
Kokains.

9.3 Vorbringen der Verteidigung

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung vor, die Vorinstanz 
habe bezüglich der bezogenen Menge, der Häufigkeit und dem Zeitraum auf die 
Aussagen von E.________ abgestellt. Diese seien jedoch sehr vage und ungenau. 
Zudem sei in der Einvernahme im Schlussfazit eine Gesamtmenge von 75.2-
112.8 Gramm bestätigt worden und nicht eine solche von 80-120 Gramm. Es sei 
hier auf den tieferen Wert abzustellen. Wegen dem damit verbundenen Unsicher-
heitsfaktor sei bei der Menge ein Abschlag von 33% geboten. Die Gesamtmenge 
belaufe sich nach dieser Rechnung auf 53.6 Gramm Kokaingemisch. Dies lasse 
sich gerade noch vereinbaren mit der schwierigen finanziellen Situation von 

13

E.________ und mit dem Grundsatz von in dubio pro reo. Zum Reinheitsgrad 
brachte der Beschuldigte vor, dass bei den sichergestellten 2.3 Gramm Kokainge-
misch durch das IRM ein Reinheitsgrad vom 84-85% ermittelt worden sei, dabei je-
doch die angegebene Messungenauigkeit von 5.5% berücksichtigt werden müsse. 
Wenn auf diese Analyse abgestellt werde, dürfe der Reinheitsgrad somit nur 
79.38% betragen. Für die restliche Kokainmenge sei das Abstellen auf den Mittel-
wert von 63% gemäss der SGRM-Statistik viel zu hoch. An E.________ seien 
2.3 Gramm mit einem Reinheitsgrad von 79.38% verkauft worden, was 
1.83 Gramm reines Kokain ergebe. Aus der Restmenge ergebe sich 12.83 Gramm 
reines Kokain. Gesamthaft resultiere dies in einer Menge von 14.66 Gramm reinem 
Kokain, welche von der Verteidigung akzeptiert werde.

9.4 Beweismittel

Massgebliche Beweismittel sind vorliegend die Einvernahme von E.________ 
(pag. 261 ff.), der Anzeigerapport vom 29. September 2019 (pag. 138), die Auf-
zeichnung eines Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und E.________ 
vom 16. Oktober 2018 (pag. 205), der Wahrnehmungsbericht vom 12. Okto-
ber 2018 (pag. 294) sowie der forensisch-chemische Abschlussbericht vom 
10. Dezember 2018 (pag. 318).

Der Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, 
es ergeben sich aus seinen Einvernahmen somit keine zu würdigenden Aussagen.

9.5 Beweiswürdigung

9.5.1 Polizeirapporte

Im Wahrnehmungsbericht vom 12. Oktober 2018 hält die Kantonspolizei fest, auf-
grund der abgehörten Telefongespräche sei E.________, welche der Polizei als 
Drogenkonsumentin, aber auch als Drogenverkäuferin bestens bekannt sei, als re-
gelmässige Abnehmerin des Beschuldigten identifiziert worden. Anhand der Tele-
fongespräche könne bestätigt werden, dass E.________ vom 9.-12. Oktober 2018 
täglich zwei Mal beim Beschuldigten Kokain bezogen habe. Sie habe die Bestel-
lungen als Kebab/Pizza-Bestellung codiert. Daraufhin habe eine physische Überg-
abe stattgefunden. Vier solcher Übergaben wurden durch die Polizei überwacht, 
am 11. Oktober 2018 wurde E.________ im Anschluss an die Übergabe von der 
Polizei angehalten. Dabei wurden ca. 2 Gramm Kokain- und ca. 1 Gramm Heroin-
gemisch sichergestellt (pag. 294).

In den Schlussbemerkungen des Anzeigerapports vom 29. September 2019 wird 
zudem festgehalten, dass E.________ oftmals mehrmals täglich Kokainkügelchen 
gekauft und diese in der örtlichen Drogenszene weiterverkauft habe (pag. 147).

9.5.2 Forensisch-chemischer Abschlussbericht des IRM

Das am 11. Oktober 2018 bei E.________ sichergestellte Kokaingemisch (drei Mi-
nigrip à 0.73, 0.75 und 0.82 Gramm) wurde vom Institut für Rechtsmedizin (IRM) 
ausgewertet und wies gemäss forensisch-chemischem Abschlussbericht vom 
10. Dezember 2018 einen Reinheitsgrad von 84% bzw. 85% (+/-5.5%) Cocain Ba-
se resp. 94-95% Cocain Hydrochlorid auf (pag. 318).

14

9.5.3 Aufzeichnung Telefongespräch

Im aufgezeichneten Telefongespräch mit dem Beschuldigten vom 16. Okto-
ber 2018 sagte E.________ zum Beschuldigten (pag. 205): «Ach du bist ein 
Schatz. Dann kann ich bedienen morgen». Vorgängig wies sie im Gespräch darauf 
hin, dass eine Frau fast von T.________ komme und dass es nicht gut sei, dass 
der Beschuldigte ihr «keines mehr geben» könne. Diese Aussage kann nicht an-
ders verstanden werden, als dass E.________ vom Beschuldigten Kokain für den 
Weiterverkauf an die Frau aus T.________ beziehen wollte.

Der restliche Inhalt des Gesprächs lässt denn auch keinen Zweifel daran, dass der 
Beschuldigte und E.________ nicht das erste Mal miteinander zu tun haben, führt 
der Beschuldigte betreffend Geldübergabe doch aus «Ja das ist … bring mir oder 
nid [damit ist die von E.________ als Sicherheit angebotene ID gemeint], also ma-
chen wir morgen eine Ausnahme».

9.5.4 Aussagen von E.________

E.________ wurde am 12. Februar 2019 als Auskunftsperson befragt. In dieser Be-
fragung wird Bezug genommen auf Aussagen, welche E.________ in ihrem eige-
nen Strafverfahren gemacht hat. Das Protokoll dieser zeitlich vorgelagerten Einver-
nahme liegt den Akten nicht bei.

In der Einvernahme vom 12. Februar 2019 identifizierte E.________ den Beschul-
digten auf Vorlage eines Fotoblatts als «S.________» (pag. 262 Z. 41). Sie gab an, 
nicht mehr genau zu wissen, wann sie das erste Mal vom Beschuldigten Kokain 
gekauft habe. Dies müsse jedoch anfangs Sommer 2018 gewesen sein (pag. 263 
Z. 77). Auf Vorhalt ihrer früheren, nicht aktenkundigen Aussagen, dass dies ca. im 
Juni 2018 gewesen sein dürfte, gab sie an: «Ja, dies dürfte so stimmen» (pag. 263 
Z. 80). Das letzte Mal habe sie Mitte/Ende Oktober 2018 von «S.________» Kokain 
gekauft (pag. 263 Z. 88). Sie sei jeweils entweder persönlich beim Beschuldigten 
vorbeigegangen oder habe ihn telefonisch kontaktiert. Sie habe bei ihm Pizzas 
oder Kebab bestellt. Sie habe immer so «100er Pöueli» gekauft. Darin habe sich 
jeweils 0.7 Gramm Kokaingemisch befunden (pag. 262 Z. 46 ff. und pag. 263 
Z. 59). Sie habe unregelmässig beim Beschuldigten Kokain geholt. Es sei vorge-
kommen, dass sie ein bis zwei Mal pro Tag zu ihm gegangen sei. Es sei jedoch 
nicht täglich der Fall gewesen, manchmal nur sporadisch (pag. 263 Z. 93). Auf Fra-
ge, wie viel Kokain sie in der Zeitspanne insgesamt gekauft habe, sagte sie: «So 
wie wir ja bei der letzten Einvernahme zusammen ausgerechnet haben, muss dies 
schon so zwischen 80g bis 120g gewesen sein» (pag. 263 Z. 100). Zur Qualität 
gab E.________ an, diese sei nicht immer gleich gewesen. Das Kokain sei jedoch 
meistens gut bis sehr gut gewesen (pag. 263 Z. 72). Auf Vorhalt, wonach sie ge-
stützt auf die Analyse des am 11. Oktober 2018 sichergestellten Stoffes eine Ge-
samtmenge von ca. 75.2 bis 112.8 Gramm Kokain von «S.________» gekauft ha-
be, sagte sie: «Ja, das wird so gewesen sein» (pag. 264 Z. 117) bzw. «Ja, das 
stimmt» (pag. 265 Z. 160).

E.________ fällt in der aktenkundigen Einvernahme durch eine grosse Kooperati-
onsbereitschaft auf. Sie hat sämtliche Fragen der Polizei zu den durch sie getätig-
ten Kokainkäufen beim Beschuldigten ohne Weiteres und sachlich beantwortet. 

15

Durch diese Angaben hat sie nicht nur den Beschuldigten, sondern auch sich sel-
ber belastet. Dies spricht für ihre Glaubwürdigkeit, zumal nicht zu erwarten ist, dass 
sie als Konsumentin eine höhere Menge angab, als sie tatsächlich bezog. Es fällt 
zwar auf, dass sie die vorgehaltenen Berechnungen der Polizei zu Menge und 
Reinheitsgrad konsequent bestätigt hat, selbst wenn sie diese als Laiin in der vor-
gehaltenen Genauigkeit wohl selber nicht hätte angeben können. Aufgrund ihrer 
Formulierungen muss davon ausgegangen werden, dass sie hier vielmehr die Be-
rechnungen der Polizei akzeptiert hat (exemplarisch pag. 264 Z. 117: «Ja, das wird 
so gewesen sein»). Die Berechnungen der Polizei basieren jedoch wiederum auf 
Angaben von E.________ und wurden gemeinsam mit dieser vorgenommen 
(pag. 263 Z. 100). Auf die Angaben von E.________ ist demnach abzustellen.

9.5.5 Gesamtwürdigung

E.________ gab an, ab Sommer 2018 bzw. Juni 2018 beim Beschuldigten Kokain 
bezogen zu haben (pag. 263 Z. 77 ff.). Das letzte Mal habe sie Mitte/Ende Oktober 
2018 von «S.________» Kokain gekauft (pag. 263 Z. 88). Dies scheint unter ande-
rem mit Blick auf die Observation vom 9.-12. Oktober 2018 sowie auf die Festnah-
me des Beschuldigten am 1. November 2018 plausibel (pag. 8). Dasselbe gilt be-
treffend die Aussagen von E.________, wonach sie unregelmässig, manchmal 1-2 
Mal am Tag, aber nicht täglich, manchmal nur sporadisch beim Beschuldigten Ko-
kain bezogen habe (pag. 263 Z. 93). Sie habe jeweils «so 100er Pöueli» gekauft. 
Darin habe sich jeweils 0.7 Gramm Kokaingemisch befunden (pag. 263 Z. 59). Auf 
Basis dieser Angaben hat die Polizei eine Gesamtmenge von 80-120 Gramm be-
zogenem Kokain ausgerechnet. Die Generalstaatsanwaltschaft hat in diesem Zu-
sammenhang korrekt angemerkt, dass sich das von der Verteidigung angeführte 
Gesamtfazit von 75.2-112.8 Gramm Kokain in der Einvernahme vom 12. Febru-
ar 2019 (pag. 264 Z. 117 und pag. 265 Z. 157) auf die mit einem Reinheitsgrad von 
94% Kokainhydrochlorid berechneten Menge reinen Kokains bezog und deshalb 
für die Bestimmung der Gesamtmenge des bezogenen Kokaingemischs nicht rele-
vant ist.

Die Vorinstanz hat bei der Bestimmung der verkauften Menge Kokaingemisch zu 
Gunsten des Beschuldigten auf 80 Gramm und somit auf den tiefsten Wert inner-
halb der möglichen Spannbreite abgestellt. Wie sogleich aufgezeigt wird, wurden 
zudem bereits bei der Berechnung dieser Spannbreite von 80-120 Gramm mehrere 
Annahmen zu Gunsten des Beschuldigten getroffen, weshalb entgegen den Aus-
führungen der Verteidigung kein weiterer Unsicherheitsabzug vorzunehmen ist: Die 
Zeitspanne von Anfang Juni bis Ende Oktober 2018 umfasst 153 Tage. Die von der 
Polizei angenommene Bezugsmenge von 80-120 Gramm über die gesamte Zeit-
spanne würde einem Bezug von durchschnittlich 0.523-0.78 Gramm pro Tag ent-
sprechen. Die Berechnung der Polizei basiert demnach auf der Annahme, dass 
E.________ pro Woche rund 5-7 Portionen à 0.7 Gramm beim Beschuldigten be-
zogen hat. Diese Ausgangslage weicht in mehreren Punkten zu Gunsten des Be-
schuldigten von aktenkundigen Beobachtungen ab: Zunächst fällt auf, dass 
E.________ gemäss Wahrnehmungsbericht vom 12. Oktober 2018 zumindest in 
der Zeitspanne vom 9.-12. Oktober 2018 täglich zwei Mal Kokain beim Beschuldig-
ten kaufte. Diese Beobachtungen decken zwar nur vier Tage der angeklagten Zeit-

16

spanne ab, sind jedoch als Hinweis darauf zu werten, dass E.________ ihre Anga-
ben zur Häufigkeit des Bezugs beschönigt hat und in der Tendenz häufiger als 5-7 
Mal pro Woche beim Beschuldigten Kokain bezog. In diesem Zusammenhang ist 
ebenfalls zu erwähnen, dass E.________ am 11. Oktober 2018 vier Portionen (re-
sp. vier «Pizzas») bestellt hat und bei ihrer Anhaltung deren drei auf sich trug, 
nachdem sie sich zwischen dem Treffen mit dem Beschuldigten und der Anhaltung 
mit einem unbekannten Mann bei der WC-Anlage beim Bahnhof getroffen hatte. 
Diese Umstände sind zumindest ein Hinweis darauf, dass E.________ pro Bezug 
gelegentlich auch mehr als lediglich eine Portion à 0.7 Gramm gekauft hat. Zuletzt 
ist festzuhalten, dass die Kokainsteine, welche am 11. Oktober 2018 bei 
E.________ sichergestellt wurden, nicht nur 0.7 Gramm, sondern 0.73, 0.75 und 
0.82 Gramm wogen. Es ist demnach davon auszugehen, dass die verkauften Por-
tionen in der Tendenz etwas grösser waren als die 0.7 Gramm, mit denen die Poli-
zei gerechnet hatte.

Aufgrund der beobachteten Frequenz und Bezugsmenge von E.________ sowie 
ihrer eigenen Angaben (1-2 Mal täglich, aber nicht jeden Tag), wird festgestellt, 
dass die Polizei bei der Berechnung dieser 80-120 Gramm Kokaingemisch jeweils 
von den für den Beschuldigten und E.________ tiefsten resp. günstigsten Parame-
tern ausgegangen ist und somit bereits bei der Berechnung dieser Gesamtmenge 
diverse Annahmen zu Gunsten des Beschuldigten getroffen wurden. Nachdem die 
Vorinstanz innerhalb der Spannbreite von 80-120 Gramm zusätzlich erneut auf den 
tiefsten Wert abstellte, rechtfertigt sich der von der Verteidigung geforderte «Unsi-
cherheitsfaktor» von 33% nicht. Die Vorinstanz hat den Grundsatz von in dubio pro 
reo mit dem Abstellen auf eine Gesamtmenge von 80 Gramm nicht verletzt.

Auch geht das Argument der Verteidigung fehl, wonach E.________ nicht über die 
finanziellen Mittel für einen Kokainbezug von 80 Gramm verfügt habe: Aus dem 
Anzeigerapport vom 29. September 2019 (pag. 138 ff.) sowie aus der Aufzeich-
nung des Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und E.________ vom 
16. Oktober 2018 (pag. 205) geht hervor, dass E.________ die beim Beschuldigten 
bezogenen Drogen teilweise weiterverkaufte und den Bezug beim Beschuldigten 
auf diese Weise finanzierte. Im Einklang mit der Argumentation der Generalstaats-
anwaltschaft (pag. 999) ist zudem anzufügen, dass selbst bescheidene Mittel nicht 
per se gegen den Kauf von Kokain im festgestellten Umfang sprechen würden. Es 
ist evident, dass etwa ausgefüllte Steuererklärungen und/oder Lohnabrechnungen 
nicht rechtsgenüglich belegen könnten, dass E.________ die dem Beschuldigten 
vorgeworfene Menge gar nicht gekauft haben könne. Geldmittel können auch an-
ders als durch belegbares Einkommen besorgt werden. Hierzu wird auf den Um-
stand hingewiesen, dass es zuweilen selbst Sozialhilfeempfängern möglich ist, 
Drogen irgendwie zu beschaffen und bekannt ist, dass gerade im Zusammenhang 
mit einer Suchtproblematik auf alle Arten und Weisen versucht wird, den Konsum 
zu finanzieren. Eine allfällige schwierige finanzielle Situation von E.________ wäre 
demnach eher als weiterer Hinweis darauf zu deuten, dass sie ihre Drogenkäufe 
zumindest teilweise durch den Weiterverkauf finanzierte.

Betreffend Reinheitsgrad stellt die Kammer wie bereits ausgeführt auf einen Ko-
kainbasewert von 63% gemäss SGMR-Statistik ab, obwohl aufgrund der Aussagen 

17

von E.________ auch mit einem höheren Reinheitsgrad hätte gerechnet werden 
können (siehe Ziff. 8 oben). Dies ergibt bei einer Menge von 80 Gramm Kokainge-
misch 50.4 Gramm reinen Kokains. Im Übrigen schliesst sich die Kammer der Be-
urteilung der Vorinstanz an, wonach aufgrund der Aussagen von E.________ da-
von auszugehen ist, dass die Qualität nicht über die gesamte Zeitspanne hinweg 
immer so gut war wie am 11. Oktober 2018 und deshalb nicht für die gesamte 
Menge auf die Laborergebnisse gemäss forensisch-chemischem Abschlussbericht 
vom 10. Dezember 2018 abgestützt werden kann, nach denen der Kokainbasewert 
84% bzw. 85% (+/-5.5%) betrug (pag. 318). Zuletzt ist das Vorgehen der Vor-
instanz nicht zu beanstanden, wenn sie für die gesamte Menge mit dem Mittelwert 
von 63% rechnete und darauf verzichtete, für die am 11. Oktober 2018 sicherge-
stellte und analysierte Kokainmenge eine separate Rechnung anzustellen, zumal 
sich dieses Vorgehen zu Gunsten des Beschuldigten auswirkt.

9.6 Fazit

Gestützt auf diese Ausführungen stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte von 
Juni 2018 bis Ende Oktober 2018 in D.________ 80 Gramm Kokaingemisch (Rein-
heitsgrad 63%: 50.4 Gramm reines Kokain) an E.________ verkauft und dieses 
vorgängig erworben und besessen hat.

10. Verkauf an F.________ gemäss Ziff. I.1.b der Anklageschrift

10.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird Erwerb, Besitz und Verkauf von ca. 63.7 Gramm Kokain-
gemisch (Reinheitsgrad mind. 80%, total ausmachend ca. 50.96 Gramm reines Ko-
kain) an F.________ in der Zeit von ca. Juni/Juli 2018 bis ca. 25. Oktober 2018 
vorgeworfen.

10.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte vollständig auf die als glaubhaft beurteilten Angaben von 
F.________ ab (pag. 920 f., S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auch 
hier hat die Vorinstanz die von der Verteidigung geforderte generelle Reduktion der 
Gesamtmenge um 33% unter dem Titel «Unsicherheitsfaktor» nicht als angebracht 
angesehen (pag. 921, S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Vorin-
stanz stellte betreffend Reinheitsgrad auf den Mittelwert von 63% gemäss SGRM-
Statistik ab. Dies ergab eine Menge von ca. 63.7 Gramm Kokaingemisch, ausma-
chend 40.131 Gramm reines Kokain.

10.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung zusammengefasst 
vor, die Vorinstanz habe sich in einem Trugschluss befunden, wenn sie argumen-
tiert habe, die Aussagen von F.________ seien glaubhaft, weil sie sich selber be-
lastet habe. Dieser Umstand ändere nichts daran, dass ihre Angaben mit grossen 
Unsicherheiten behaftet seien. Sie selber habe von «ca.-Angaben» gesprochen. 
Dies sei von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden. Weiter sei auch nicht 
berücksichtigt worden, dass die Verkäufe nicht täglich stattgefunden hätten. Bei 
Berücksichtigung dieser Unsicherheiten mit einem Abschlag von 33% ergebe sich 

18

eine Gesamtmenge von 42.68 Gramm. F.________ sei in dieser Zeit wirtschaftlich 
klamm gewesen, die geringere Gesamtmenge stimme also auch hier. Es sei von 
einem Reinheitsgrad von 25%, statt 63%, auszugehen. Er verweise dazu auf die 
Begründung bezüglich E.________. Insgesamt ergebe sich damit eine Gesamt-
menge von 10.67 Gramm reinem Kokain.

10.4 Beweismittel

Zu würdigen ist vorliegend in erster Linie die Einvernahme von F.________ vom 
7. März 2019 (pag. 268). Der Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungs-
recht Gebrauch gemacht, es ergeben sich aus seinen Einvernahmen somit keine 
zu würdigenden Aussagen. Weitere direkte Beweismittel liegen nicht vor.

10.5 Beweiswürdigung

10.5.1 Aussagen von F.________

In den Akten befindet sich das Protokoll einer Einvernahme von F.________ als 
Auskunftsperson vom 7. März 2019 (pag. 268). Aus dem Protokoll lässt sich ent-
nehmen, dass F.________ in ihrem eigenen Verfahren ebenfalls befragt worden 
war. Diese Befragungen befinden sich nicht in den Akten, es wurde jedoch in der 
aktenkundigen Einvernahme auf Aussagen dieser zeitlich vorgelagerten Einver-
nahmen Bezug genommen.

F.________ gab in der Einvernahme als Auskunftsperson vom 7. März 2019 an, 
sie habe den Beschuldigten im Juni/Juli 2018 kennengelernt und vom ersten Tag 
an Kokain bei ihm gekauft (pag. 269 Z. 29 ff.). Sie habe bei ihm jeweils ca. 0.7 
Gramm Kokain für CHF 100.00 gekauft (pag. 269 Z. 41). Zuletzt habe sie eine Wo-
che vor der Polizei Razzia [gemeint ist vermutlich die Anhaltung des Beschuldigten 
am 1. November 2018] um Mitternacht bei ihm Kokain gekauft (pag. 269 Z. 43). Sie 
habe täglich bei ihm Kokain gekauft (pag. 270 Z. 59). Es könne sein, dass sie mal 
an einem Tag nichts, dafür an einem anderen Tag zwei Portionen gekauft habe 
(pag. 270 Z. 64). Sie bestätigte zudem den Vorhalt, wonach sie gemäss ihren nicht 
aktenkundigen Aussagen vom 18. Februar 2019 in der Zeitspanne von Mitte Juli 
bis und mit der dritten Woche im Oktober 2018, also während 13 Wochen, insge-
samt ca. 63.7 Gramm Kokain beim Beschuldigten gekauft habe (pag. 270 Z. 67). 
Die Qualität des Kokains sei sehr gut gewesen. Dies, weil das Kokain nicht ge-
streckt gewesen sei. Vielleicht während einer Woche lang sei die Qualität nicht so 
gut wie sonst immer gewesen. Da habe es Reklamationen gegeben (pag. 270 
Z. 81). Der Beschuldigte habe praktisch immer liefern können. Es sei selten vorge-
kommen, dass sie bis am Abend habe warten müssen. Aber eigentlich habe er 
immer Kokain gehabt (pag. 270 Z. 100).

F.________ verhielt sich in ihrer Aussage kooperativ. Ihre Aussagen wirken glaub-
haft, zumal sie sich durch ihre Angaben auch selber belastet hat. Es ist nicht zu 
erwarten, dass sie als Konsumentin eine höhere Menge angab, als sie tatsächlich 
bezog. Ihre Angaben sind teils sehr genau (exemplarisch: Verpackung des Kokains 
in «Chräschuseckli», das in WC-Papier eingewickelt war [pag. 270 Z. 74]). Ihre An-
gaben zur Menge wirken darüber hinaus präzise. Anders als von der Verteidigung 
behauptet, hat F.________ nicht gesagt, ihre Aussage zur Gesamtmenge von 
63.7 Gramm Kokaingemisch stimme «plus minus». Sie hat zwar auf einen nicht im 

19

Wortlaut protokollierten Vorhalt der Polizei mit den Worten «Diese Aussage stimmt 
plus minus» geantwortet (pag. 270 Z. 64). Sie hat anschliessend jedoch erklärt, es 
könne sein, dass sie mal an einem Tag nichts, dafür an einem anderen Tag zwei 
Portionen gekauft habe. Auf den Vorhalt, wonach sie demnach insgesamt 63.7 
Gramm Kokain beim Beschuldigten gekauft habe, antwortete sie klar und bestimmt: 
«Ja. Dies ist so richtig. Ich bestätige meine Aussagen» (pag. 270 Z. 71). Auf die 
Aussagen von F.________ wird demnach abgestellt.

10.5.2 Gesamtwürdigung

Es ist grundsätzlich auf die glaubhaften Aussagen von F.________ abzustellen, 
was zur Folge hat, dass im Durchschnitt von einem täglichen Verkauf von 
0.7 Gramm Kokain auszugehen ist. Die Polizei ging offenbar davon aus, dass der 
erste Kauf Mitte Juli 2018 stattfand. Ein Blick auf die Aussagen von F.________ 
sowie H.________ zeigt jedoch, dass durchaus auch mit einem früheren Startzeit-
punkt hätte gerechnet werden können: So gab F.________ an, sie habe den Be-
schuldigten im Juni/Juli 2018 kennengelernt und vom ersten Tag an Kokain bei ihm 
gekauft. H.________ hat angegeben, er habe den Beschuldigten im Juni oder Juli 
2018 durch eine südamerikanische Frau namens F.________ (Vorname) kennen 
gelernt. F.________ stammt aus U.________ – es ist deshalb mit grosser Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass sie die Bekanntschaft zwischen 
H.________ und dem Beschuldigten geschlossen hat. Im Gegensatz zu 
F.________ wurde bei H.________ jedoch eine Bezugszeit ab Anfang Juli 2018 
angenommen, womit sein Bezug zwei Wochen vor dem für F.________ angenom-
menen ersten Bezug liegt. Dies widerspricht den Angaben von F.________, wo-
nach sie ab der ersten Begegnung mit dem Beschuldigten bei ihm Kokain bezogen 
habe und der Annahme, dass sie es war, die H.________ dem Beschuldigten vor-
gestellt hat. Vor diesem Hintergrund stellt der Startpunkt Mitte Juli 2018 eine An-
nahme zu Gunsten des Beschuldigten dar, an welche die Kammer aufgrund des 
Verbots der reformatio in peius gebunden ist.

Zur Menge ist somit festzuhalten, dass die von der Vorinstanz angenommene 
Menge von 63.7 Gramm (Mitte Juli bis 3. Woche Oktober: abgerundet 13 Wochen; 
0.7x7x13) plausibel ist. Sie basiert auf präzisen, glaubhaften Angaben von 
F.________. Die von der Verteidigung geltend gemachte Vagheit in den Aussagen 
von F.________ konnte von der Kammer nicht festgestellt werden. In der Folge ist 
auch hier der von der Verteidigung geforderte Abzug eines zusätzlichen Unsicher-
heitsabzugs nicht angezeigt, zumal der Start der Bezugsdauer zu Gunsten des Be-
schuldigten erst Mitte Juli 2018 angenommen wird. Es wird in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz von einer gesamthaft bezogenen Menge von 63.7 Gramm Kokain-
gemisch ausgegangen.

Das Argument der Verteidigung betreffend fehlende finanzielle Mittel überzeugt 
auch hier nicht: Zwar ist über die Einkommenssituation von F.________ nicht viel 
bekannt. Es ist aber kein Grund ersichtlich, weshalb sie über die von ihr bezogene 
Menge lügen sollte und es sind durchaus Möglichkeiten denkbar, mit denen sie ih-
ren Drogenkonsum finanzieren konnte, zumal sie als Beruf V.________ angegeben 
hat (pag. 268). Im Übrigen kann im Einklang mit dem bereits Gesagten festgehal-

20

ten werden, dass eine prekäre finanzielle Situation nicht per se gegen den Kauf der 
festgestellten Drogenmenge sprechen würde (siehe Ziff. 9.5.5 oben).

In Bezug auf den Reinheitsgrad wird auf das bereits Gesagte verwiesen und auf 
den Mittelwert von 63% Kokainbase gemäss SGRM-Statistik abgestellt (Ziff. 8 
oben). Es wird zudem betont, dass F.________ die Qualität des Kokains als «sehr 
gut» beschrieben hat, nur während einer Woche sei die Qualität nicht so gut wie 
sonst immer gewesen (pag. 270 Z. 81). Es wäre demnach durchaus möglich gewe-
sen, von einem höheren Reinheitsgrad auszugehen. Unter Beachtung des Verbots 
der reformatio in peius wird von einer mittleren Qualität von 63% gemäss SGRM-
Statistik ausgegangen. Dies ergibt eine Menge von 40.131 Gramm reinem Kokain.

10.6 Fazit

Gestützt auf diese Ausführungen stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte von 
Mitte Juli 2018 bis ca. 25. Oktober 2018 in D.________ 63.7 Gramm Kokainge-
misch (Reinheitsgrad 63%: 40.131 Gramm reines Kokain) an F.________ verkauft 
und dieses vorgängig erworben und besessen hat.

11. Verkauf an G.________ gemäss Ziff. I.1.c der Anklageschrift

11.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird Erwerb, Besitz und Verkauf von mind. 11.2 Gramm Ko-
kaingemisch (Reinheitsgrad mind. 80%, total ausmachend mind. 8.96 Gramm rei-
nes Kokain) an G.________ in der Zeit von ca. Juni 2018 bis ca. Ende September 
2018 vorgeworfen.

11.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte vollständig auf die als glaubhaft beurteilten Angaben von 
G.________ ab (pag. 921 f., S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ge-
stützt auf ihre Angaben nahm die Vorinstanz im Zeitraum Juni bis Ende September 
2018 an, G.________ habe 1-2 Mal pro Woche 0.7 Gramm Kokain gekauft, was 
die von G.________ anerkannte minimale Gesamtmenge von 11.2 Gramm ergab. 
Auch bei G.________ hielt die Vorinstanz den durch die Verteidigung geltend ge-
machten Unsicherheitsabzug von 33% nicht für angemessen, obwohl G.________ 
die Portionen nicht nachgewogen hat. Betreffend Reinheitsgrad stellte die Vorin-
stanz auf den Mittelwert von 63% gemäss SGRM-Statistik, ab. Dies ergab somit 
11.2 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 63%, mithin 7.056 
Gramm reines Kokain.

11.3 Vorbringen der Verteidigung

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung vor, die Vorinstanz 
habe bei der Feststellung der Mengen die Widersprüche in den Aussagen von 
G.________ zu wenig berücksichtigt. In der Einvernahme habe diese angegeben, 
sie habe allerhöchstens ca. 12-14 Mal Kokain bezogen. Vielleicht ein Mal pro Wo-
che, vielleicht alle zwei Wochen habe sie eins gekauft. Im günstigsten Fall ergebe 
dies eine bezogene Menge von 5.6 Gramm Kokaingemisch, nämlich 0.7 Gramm 
pro Woche während zwei Monaten. Weiter habe G.________ in der Einvernahme 
Aussagen bestätigt, die im vorliegenden Verfahren nicht aktenkundig seien und 

21

nach denen es zutreffend sei, dass sie während vier Monaten eine Gesamtmenge 
von 11.2-22.4 Gramm Kokain bezogen habe. Es sei nicht nachvollziehbar, dass 
diese Aussage mehr Gewicht haben solle, als die Aussagen, welche G.________ 
in der Einvernahme in diesem Verfahren gemacht habe. Man müsse hier vom tiefe-
ren Wert ausgehen, also maximal 5.6 Gramm Kokaingemisch. Gehe man von 
8.4 Gramm aus und nehme einen Abzug aufgrund des Unsicherheitsfaktors vor, 
lande man ebenfalls bei ungefähr dieser Menge. Der Reinheitsgrad betrage auch 
hier 25%, was eine Menge von 1.4 Gramm reinem Kokain ergebe.

11.4 Beweismittel

Als massgebliche Beweismittel liegen die Aussagen von G.________ anlässlich 
der Einvernahme vom 12. April 2019 (pag. 272) sowie die Aufzeichnung eines Te-
lefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und G.________ vom 16. Oktober 
2018 (pag. 203) vor. Der Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch gemacht, weshalb sich aus seinen Einvernahmen keine zu würdigenden 
Aussagen ergeben.

11.5 Beweiswürdigung

11.5.1 Aussagen von G.________

G.________ gab an der Einvernahme vom 12. April 2019 an, sie habe den Be-
schuldigten vor ca. einem Jahr kennengelernt [somit ca. April 2018]. 
F.________(Vorname) oder «der W.________ (Herkunftsland)» habe ihn ihr vor-
gestellt (pag. 273 Z. 30). Auf Frage nach dem ersten Kokainbezug gab sie an, sich 
an den genauen Zeitpunkt nicht erinnern zu können, dies dürfte aber vor ca. einem 
Jahr gewesen sein. Auf Vorhalt ihrer – nicht protokollierten – Aussage vom 19. Fe-
bruar 2019 gab sie an: «Das wird ca. im Juni 2018 gewesen sein. So wie ich es in 
den mir vorgehaltenen Aussagen angegeben habe» (pag. 273 Z. 42). Sie habe al-
lerhöchstens ca. 12-14 Mal beim Beschuldigten Kokain gekauft. Vielleicht ein Mal 
pro Woche. So ca. alle zwei Wochen habe sie «eines» gekauft. «Eins» seien ca. 
0.7 Gramm Kokain gewesen für den Preis von ca. CHF 100.00 (pag. 273 f. 
Z. 50 ff.). Sie könne nicht mehr genau sagen, wann sie das letzte Mal beim Be-
schuldigten Kokain gekauft habe. Vielleicht im Oktober oder November 2018. Viel-
leicht Ende September 2018 (pag. 274 Z. 60). Sie habe jeweils für CHF 100.00 ge-
kauft. Dafür habe sie die Portion von ca. 0.7 Gramm Kokain erhalten. Sie habe das 
Kokain nie nachgewogen. Sie habe von anderen Personen erfahren, dass sie für 
CHF 100.00 0.7 Gramm Kokain erhalte (pag. 274 Z. 71). Weiter bestätigte sie den 
Vorhalt, wonach sie während der Zeitspanne von Juni 2018 bis Ende September 
2018 pro Woche ein bis zwei Mal je 0.7 Gramm Kokain mit einer Gesamtmenge 
von 11.2 bis 22.4 Gramm Kokain gekauft habe, mit den Worten: «Ja, das dürfte so 
stimmen» (pag. 274 Z. 75). Auf Frage nach der Qualität des Kokains sagte sie: 
«Keine Ahnung. Ich habe dieses einfach konsumiert. Es war schon gut. Ich bekam 
davon eine Psychose. Ich kann keine näheren Angaben zur Qualität machen» 
(pag. 274 Z. 82).

Auch G.________ hat mit ihren Angaben nicht nur den Beschuldigten, sondern 
auch sich selber belastet, weshalb grundsätzlich von der Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen ausgegangen werden kann. Auf ihre Aussagen ist demnach grundsätzlich 

22

abzustellen. Es fällt jedoch auf, dass sie oft angab, sich nicht mehr genau erinnern 
zu können und dass sie unterschiedliche Angaben zur Häufigkeit der gekauften 
Menge machte. Zudem wurden diverse Vorhalte aus ihrer früheren, nicht akten-
kundigen Einvernahme aus ihrem eigenen Verfahren nicht im Protokoll aufgeführt, 
so dass nicht nachvollzogen werden kann, was sie genau bestätigte. Diese Unsi-
cherheiten widerlegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen nicht, sie werden jedoch in 
der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen sein.

11.5.2 Aufzeichnung Telefongespräch

Im Telefongespräch vom 16. Oktober 2018 bestellt die Person B beim Beschuldig-
ten drei Kebab und vier Bier und hat zuvor zu ihrer Begleitperson bemerkt, «er 
müsse ja nichts zum Essen bringen» (pag. 203). Aufgrund der bekannten Codie-
rung ist davon auszugehen, dass die Person B am 16. Oktober 2018 drei Portionen 
Kokain bestellt hat. Gestützt auf den Vorhalt der Polizei im Rahmen der Einver-
nahme des Beschuldigten vom 17. Dezember 2018 geht die Kammer davon aus, 
dass es sich bei der Person B um G.________ handelte (pag. 192 Z. 170 ff.: 
«Gemäss dem Hintergrundgespräch von Frau G.________ müssen Sie ja nichts zu 
Essen bringen. […]»).

11.5.3 Gesamtwürdigung

Hauptbeweismittel sind die Aussagen von G.________. Sie hat betreffend Bezugs-
zeitraum den Anfangszeitpunkt zu Beginn Juni 2018 bestätigt. Das Ende der Be-
zugszeit ist in ihren Äusserungen unklar (September bis November 2018), es geht 
jedoch aus dem aufgezeichneten Telefongespräch zwischen G.________ und dem 
Beschuldigten hervor, dass sie am 16. Oktober 2018 eine Bestellung aufgegeben 
hat. Die Vorinstanz ging dennoch gemäss den Berechnungen der Polizei von der 
Zeitspanne Juni bis Ende September 2018 aus. Darauf ist zu Gunsten des Be-
schuldigten abzustellen, zumal dies auch dem in der Anklageschrift umschriebenen 
Endzeitpunkt entspricht. Was die Häufigkeit der Bezüge anbelangt, kann der Vor-
instanz hingegen nicht gefolgt werden: Die Vorinstanz ging von einer Gesamtmen-
ge von 11.2-22.4 Gramm aus und hat auf die von G.________ auf Vorhalt aner-
kannten Mindestmenge von 11.2 Gramm abgestellt (pag. 274 Z. 79: «Ja, das dürfte 
so stimmen»). Die Annahme einer Gesamtmenge von 11.2 Gramm basiert auf der 
Berechnung von 1-2 Bezügen pro Woche von Juni 2018 bis Ende September 2018 
und auf Angaben, welche G.________ mutmasslich in ihrem eigenen Verfahren an-
lässlich einer Einvernahme vom 19. Februar 2019 als beschuldigte Person ge-
macht hat. Dies geht jedoch aus dem aktenkundigen Protokoll nicht hervor, wes-
halb diese Rechnung nicht nachvollzogen werden kann. Diese Nachvollziehbarkeit 
wäre jedoch notwendig, nachdem G.________ in der aktenkundigen Einvernahme 
vom 12. April 2019 angab, vielleicht einmal pro Woche, ca. alle zwei Wochen, al-
lerhöchstens 12-14 Mal, eine Portion à 0.7 Gramm gekauft zu haben und somit 
deutlich tiefere Angaben zur bezogenen Menge gemacht hat (pag. 274 Z. 75 und 
pag. 273 Z. 50). Die Vorinstanz hat diese Diskrepanz zwar festgestellt, sich aber 
darauf beschränkt zu bemerken, die Aussagen würden als glaubhaft erachtet. Nach 
Auffassung der Kammer reicht dies nicht aus, um die Diskrepanz in den Mengen-
angaben schlüssig zu beseitigen. Anhand der aktenkundigen Aussagen ist es der 
Kammer vielmehr nicht möglich, die Berechnung einer Gesamtmenge von 

23

11.2 Gramm nachzuvollziehen. Es ist daher zu Gunsten des Beschuldigten auf die 
Angaben abzustellen, die im vorliegenden Verfahren protokolliert wurden. Es wird 
somit gestützt auf die Aussagen von G.________ von insgesamt 12 Bezügen 
während 17 Wochen (Juni bis September 2018) ausgegangen. Die Kontrollrech-
nung mit einem Bezug alle 1.5 Wochen während 17 Wochen («Vielleicht einmal pro 
Woche, ca. alle zwei Wochen») ergäbe 11.3 Bezüge, was ungefähr mit der Schät-
zung von G.________ übereinstimmt, wonach sie insgesamt 12-14 Mal beim Be-
schuldigten Kokain gekauft habe. In Bezug auf die Portionengrösse wird ebenfalls 
auf die Angabe von G.________ abgestellt, wonach diese 0.7 Gramm betragen 
habe. Zwar gab G.________ an, sie habe diese Portionen nicht nachgewogen. Ihre 
Angabe stimmt jedoch mit den Aussagen der anderen Bezügerinnen und Bezüger 
sowie der Grösse der bei E.________ sichergestellten Portionen überein, aus de-
nen sich ergibt, dass der Beschuldigte Kokain üblicherweise in Portionen von 0.7-
0.8 Gramm verkaufte. Es kann somit ohne Weiteres mit einer Portionengrösse von 
0.7 Gramm gerechnet werden. Bei dieser Ausgangslage ergibt sich eine Gesamt-
menge von 8.4 Gramm Kokaingemisch. Nach diesen Erwägungen und Berechnun-
gen gestützt auf die Angaben von G.________ ist kein weiterer Abzug aufgrund ei-
nes Unsicherheitsfaktors angezeigt.

Betreffend Reinheitsgrad wird in Übereinstimmung mit dem bereits Gesagten von 
einem Reinheitsgrad von 63% gemäss SGRM-Statistik ausgegangen (siehe Ziff. 8 
oben). Daraus resultiert eine Menge von 5.292 Gramm reinem Kokain.

11.6 Fazit

Gestützt auf diese Ausführungen stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte von 
Juni 2018 bis Ende September 2018 in D.________ 8.4 Gramm Kokaingemisch 
(Reinheitsgrad 63%: 5.292 Gramm reines Kokain) an G.________ verkauft und 
dieses vorgängig erworben und besessen hat.

12. Verkauf an H.________ gemäss Ziff. I.1.d der Anklageschrift

12.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird Erwerb, Besitz und Verkauf von ca. 128 Gramm Kokain-
gemisch (Reinheitsgrad mind. 80%, total ausmachend ca. 102.4 Gramm reines Ko-
kain) an H.________ in der Zeit von Juli 2018 bis Oktober 2018 vorgeworfen.

12.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete die Angaben von H.________ als glaubhaft, auch wenn 
dieser ausgeführt habe, dass das Resultat eventuell nicht genau stimmen würde. 
Dazu hat die Vorinstanz festgehalten, dass einmal auch vier Gramm Kokain ge-
kauft worden seien, manchmal sei zwei bis drei Mal am Tag gekauft worden und er 
habe auch zwei Mal je 9 Gramm Kokain für eine Drittperson bestellt und dann ge-
meinsam mit dieser konsumiert. Es sei jedoch klar, dass es sich bei den Berech-
nungen um keine exakte Wissenschaft handle. Gestützt auf die durch H.________ 
ausdrücklich bestätigten 128 Gramm Kokaingemisch ging die Vorinstanz von die-
ser Menge aus. Berechnet wurde diese Menge aufgrund der Angaben von 
H.________ (Juni bis Oktober 2018, im Schnitt 10 Mal pro Woche 0.8 Gramm 
während 16 Wochen). Auch hier hat die Vorinstanz die von der Verteidigung gefor-

24

derte generelle Reduktion um 25% unter dem Titel Unsicherheitsfaktor nicht als 
angebracht erachtet. Zum Argument der Verteidigung, nur die Hälfte der bezoge-
nen Menge entfalle auf H.________, da dieser das Kokaingemisch zusammen mit 
einer Drittperson gekauft habe, führte die Vorinstanz aus, es zähle der Gesamtbe-
zug. Die Vorinstanz stellte betreffend Reinheitsgrad auf den Mittelwert von 63% 
gemäss SGRM-Statistik ab und zwar wegen fehlender Sicherstellungen und man-
gels Anhaltspunkte für schlechte Qualität sowie mit Blick auf die mehrheitlich gute 
bis sehr gute Qualität gemäss Aussagen der anderen Abnehmer. Dies ergab nach 
Rechnung der Vorinstanz 128 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 
63%, ausmachend 80.64 Gramm reines Kokain (pag. 922 ff., S. 9 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

12.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung argumentierte anlässlich der Berufungsverhandlung wie folgt: 
H.________ habe selber auf die Unsicherheiten seiner Gedächnisleistung hinge-
wiesen. Wegen dieser Unschärfe müsse ein Abschlag von mindestens 25% erfol-
gen. Die Vorinstanz habe selber zu bedenken gegeben, dass klar sei, dass die Be-
stimmung der Mengen keine exakte Wissenschaft sei. Trotzdem habe sie auf die 
128 Gramm abgestellt. Der Abschlag dieses Unsicherheitsfaktors rechtfertige sich 
auch, weil H.________ berufstätig gewesen sei und gar nicht so oft zum Beschul-
digten habe gehen können. Es sei demnach von lediglich 7.5 wöchentlichen Käu-
fen auszugehen, was 6 Gramm pro Woche und insgesamt 96 Gramm entspreche. 
Hinzu komme, dass H.________ diese Menge nicht allein bezogen habe, sondern 
zusammen mit einem Kollegen. Angeklagt seien jedoch nur die Verkäufe an 
H.________, nicht jene an seinen Kollegen. Die Vorinstanz sei nicht korrekt vorge-
gangen. Zu beurteilen seien nur die Verkäufe an H.________. Es habe keine rein 
interne Aufteilung des Stoffes stattgefunden, sondern eine separate Bezahlung, ein 
separater Bezug. H.________ habe also nur die Hälfte, sprich 48 Gramm, bezo-
gen. Dies stimme auch besser überein mit den finanziellen Verhältnissen von 
H.________, der über einen monatlichen Überschuss von CHF 1'500.00 verfügt 
habe. Nach Rechnung der Vorinstanz hätte er aber pro Monat CHF 4'000.00 für 
seinen Konsum gebraucht. Der Bezug von drei Gramm pro Woche stimme hinge-
gen bezeichnenderweise genau mit dem Überschuss von CHF 1'500.00 überein. 
Es dränge sich auf, dass nicht 128 Gramm Kokaingemisch, sondern 96 Gramm an 
beide, sprich 48 Gramm an H.________ verkauft worden seien. Der Reinheitsgrad 
habe auch hier 25% betragen. Daraus ergebe sich eine verkaufte Menge von 
12 Gramm reinen Kokains.

12.4 Beweismittel

Zu würdigen sind die Aussagen von H.________ anlässlich der Einvernahme vom 
31. Januar 2019 (pag. 247 ff.) und die Aufzeichnung mehrerer Telefongespräche 
zwischen dem Beschuldigten und H.________ aus der Zeit vom 17.-25. Oktober 
2018 (pag. 195 ff.). Da der Beschuldigte von seinem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch gemacht hat, sind von ihm keine Aussagen zu würdigen.

25

12.5 Beweiswürdigung

12.5.1 Aussagen von H.________

H.________ hat den Beschuldigten anlässlich der Einvernahme vom 31. Januar 
2019 auf einer Fotozusammenstellung erkannt (pag. 249 Z. 80 ff.). Er habe diesen 
durch eine F.________(Vorname) aus Südamerika kennengelernt, ungefähr im Ju-
ni oder Juli 2018 (pag. 250 Z. 98). Er habe beim Beschuldigten bis eventuell im Ok-
tober 2018 Kokain gekauft (pag. 250 Z. 117). Nachdem er mit dieser Frau gespro-
chen habe, habe er das erste Mal beim Beschuldigten Kokain gekauft. Das genaue 
Datum könne er nicht sagen (pag. 250 Z. 123). Beim ersten Mal habe er 
0.8 Gramm für CHF 100.00 gekauft. Auf Vorhalt seiner früheren Aussage, wonach 
er im Juli 2018 erstmals ein Säcklein Kokain beim Beschuldigten und jeweils für 
CHF 100.00 0.8 Gramm Kokain gekauft habe, bestätigte er diese Angaben 
(pag. 250 f. Z. 130 ff.). Er habe «jeweils 2-3 Mal am Tag zusammen mit 
X.________» gekauft. Es habe jedoch auch Tage gegeben, an denen sie nichts 
gekauft hätten (pag. 251 Z. 153). Pro Mal hätten sie 0.8 Gramm Kokain gekauft 
(pag. 251 Z. 164). Ein Pack sei 0.8 Gramm gewesen und sie hätten drei Mal pro 
Tag jeweils diese Menge gekauft, das ergebe insgesamt 2.4 Gramm (pag. 251 
Z. 175). Er selber habe jedes Mal eine Portion à 0.8 Gramm Kokain gekauft 
(pag. 251 Z. 188). Die grösste Menge, die er beim Beschuldigten gekauft habe, sei 
einmal zusammen mit X.________ vier Gramm Kokain gewesen (pag. 251 Z. 192 
und pag. 253 Z. 250). Sie seien nicht jeden Tag hingegangen, «statistisch gese-
hen» jedoch 10 Mal in der Woche (pag. 252 Z. 203 ff.). Es treffe demnach zu, dass 
er pro Woche 8 Gramm Kokain beim Beschuldigten gekauft habe (pag. 252 
Z. 216). Auf Vorhalt, wonach er demnach während 16 Wochen 8 Gramm pro Wo-
che, ausmachend insgesamt 128 Gramm Kokain, beim Beschuldigten bezogen ha-
be, sagte er: «Ich kann nicht sagen, ob dieses Resultat stimmt. Es kam auch oft 
vor, dass ich nichts holen ging. Es kam auch vor, dass es Monate oder einen Mo-
nat gab, wo ich vielleicht 10 Mal gegangen bin und dann nicht mehr. Deshalb kann 
das Resultat eventuell nicht genau stimmen» (pag. 252 Z. 225). Sodann wurde 
H.________ folgende frühere Aussage vorgehalten: «Ich schätze, dass ich pro 
Woche durchschnittlich 10 Stück à 0,8 g bei S.________ bezogen habe. Somit 
dürfte ich von Juli bis Oktober, also während 16 Wochen, ca. 128g Kokain bezogen 
haben. Ja, das passt diese Menge stimmt. Dieses Kokain habe ich alles selber 
konsumiert. Ich bin bzw. war ein Konsument und kein Dealer». Auf diesen Vorhalt 
hin ergänzte er zunächst, er habe das Kokain zusammen mit X.________ konsu-
miert (pag. 252 Z. 230 ff.). Auf Frage, ob diese anlässlich der ersten Einvernahme 
gemachten und soeben vorgelesenen Aussagen stimmen würden, sagte er 
schlicht: «Ja» (pag. 252 Z. 242 ff.).

Weiter gab H.________ an, X.________ sei auch zum Beschuldigten Kokain kau-
fen gegangen (pag. 253 Z. 256 ff.). Auf Vorhalt bestätigte er seine frühere Aussa-
ge, wonach er zweimal für X.________ 9 Gramm Kokain bestellt habe und diesen 
beide Male zum Restaurant chauffiert habe. X.________ sei dann hineingegangen, 
habe bezahlt und das Kokain erhalten. Sie seien dann zu seiner Wohnung gefah-
ren und hätten beide von diesem Kokain konsumiert (pag. 253 Z. 169).

26

Das Geld für den beschriebenen Drogenkonsum habe er von seinem Lohn gehabt. 
Aufgeteilt mit seinem Kollegen. Es sei eine Aufteilung zwischen seinem «Bitz» und 
demjenigen von X.________ gewesen. Er verdiene monatlich CHF 5'500.00 netto 
und habe monatliche Fixkosten von ungefähr CHF 3’000.00 (pag. 257 Z. 462 ff.).

H.________ erwies sich in der Einvernahme als kooperativ. Er hat Angaben ge-
macht, mit denen er sich selber belastete. Somit sind seine Aussagen weitgehend 
glaubhaft. In Bezug auf die Mengenangabe widersprach sich H.________ jedoch 
teilweise. Zunächst berechnete er selber, dass er während 16 Wochen im Schnitt 
10 Mal pro Woche 0.8 Gramm Kokain beim Beschuldigten bezogen habe, was 
8 Gramm pro Woche ergebe. Diese Zahlen benannte er präzise und bestätigte sie 
mehrfach. Dies spricht für die Zuverlässigkeit dieser Angaben. Auf Vorhalt der so 
errechneten Gesamtmenge von 128 Gramm sagte er jedoch, das Resultat stimme 
eventuell nicht genau, da es auch Monate oder einen Monat gegeben habe, bei 
dem er evtl. 10 Mal gegangen sei. Damit widersprach er den eigenen vorangegan-
genen und in sich glaubhaften Angaben zu den einzelnen Berechnungsparametern 
und offenbar auch seiner früheren Aussage, wonach das Resultat von 128 Gramm 
als Gesamtmenge stimme. Nach Ansicht der Kammer ist diese plötzliche Relativie-
rung als «Rückzieher» angesichts der Höhe der gesamthaft bezogenen Menge zu 
werten und vermag die ansonsten glaubhaften, präzisen, konstanten und mit frühe-
ren Aussagen übereinstimmenden Angaben nicht in Zweifel zu ziehen. Es wird so-
mit auf die Aussage abgestellt, wonach H.________ während 16 Wochen 10 Mal 
pro Woche jeweils 0.8 Gramm Kokain beim Beschuldigten bezog.

12.5.2 Aufzeichnung Telefongespräche

Aus den aufgezeichneten Telefongesprächen geht zunächst hervor, dass 
H.________ dem Beschuldigten am 17. Oktober 2018, ca. 12:30 Uhr, ankündigte, 
er fahre jetzt schnell zu ihm, da er um 12:45 Uhr wieder beim Bahnhof arbeiten 
müsse. Der Beschuldigte entgegnete: «Nein. Ich habe kein keine, ich habe keine. 
Ich habe Problem hier. Du ich habe keine. Ich habe wolle nümme witermachen. 
Weisst du ich habe keine.». H.________ erkundigte sich daraufhin nach anderen 
Kontakten, welche der Beschuldigte ihm nicht geben wollte, die Polizei sei da ge-
wesen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs versuchte H.________ für den Nach-
mittag nach der Arbeit einen Termin mit dem Beschuldigten abzumachen, was die-
ser ablehnte, er wolle momentan Ruhe, es sei «nid grad gut» (pag. 199).

Am 25. Oktober 2018 wurden zwei Gespräche zwischen den beiden aufgezeichnet. 
Um 10:30 Uhr vereinbarten die beiden einen Treffpunkt für eine Geldübergabe um 
11:00 Uhr, da jemand ohne Geld nicht «bringen» würde. Um ca. 12:30 Uhr dessel-
ben Tages informierte der Beschuldigte H.________, er solle um «Viertel vor ein 
Uhr» bei der «Ecke» sein, in zehn Minuten sei «er» [unbekannte Drittperson] da 
(pag. 196).

Aus diesen Gesprächen geht hervor, dass H.________ und der Beschuldigte an 
beiden erwähnten Daten Treffen vereinbarten oder zu vereinbaren versuchten und 
es dabei offenbar darum ging, dass H.________ vom Beschuldigten etwas wollte, 
wofür dieser Geld erhielt. Weiter geht daraus hervor, dass es H.________ trotz 

27

seiner Arbeit möglich war, sowohl um 11:00 Uhr, wie auch am Mittag und am 
Nachmittag nach der Arbeit Treffen anzubieten resp. zu vereinbaren.

12.5.3 Gesamtwürdigung

In Bezug auf die Zeitspanne wird auf die auch von der Verteidigung nicht bestritte-
nen 16 Wochen abgestellt, welche sich auf die Angaben von H.________ stützen. 
Somit wird von einer Zeitspanne Juli bis Oktober 2018 ausgegangen. Zusätzlich 
gestützt wird dies auf das Telefongespräch vom 25. Oktober 2018, welches das 
Bezugsende von Ende Oktober 2018 mehr als plausibel erscheinen lässt. Betref-
fend Menge ist vorab unbestritten, dass eine Portion 0.8 Gramm wog. Dies ist et-
was mehr, als E.________, G.________ und F.________ angegeben haben, passt 
jedoch mit den bei E.________ sichergestellten drei Portionen (pag. 318: 0.73-0.82 
Gramm) überein. Zur Häufigkeit der Bezüge wird entsprechend dem Ergebnis der 
Aussagenwürdigung von durchschnittlich 10 Bezügen à 0.8 Gramm pro Woche 
ausgegangen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass selbst 
H.________ sagte, sie seien nicht jeden Tag hingegangen, statistisch gesehen je-
doch 10 Mal in der Woche. Weiter gab er teilweise auch an, bis zu drei Mal täglich 
Kokain und auch grössere Mengen als nur 0.8 Gramm bezogen zu haben. Das Ab-
stellen auf lediglich 10 Mal 0.8 Gramm pro Woche stellt mit Blick auf diese Aussa-
gen eine Annahme zu Gunsten des Beschuldigten dar. Wenn der Verteidiger ar-
gumentiert, H.________ habe sich einen Kokainbezug in diesem Umfang gar nicht 
leisten können, ist erneut darauf hinzuweisen, dass durchaus Möglichkeiten denk-
bar sind, mit denen der Drogenkonsum finanziert werden konnte (z.B. Nichtzahlen 
oder zu spätes Zahlen diverser Fixkosten, Darlehen, Nichtzahlen der Steuern, Wei-
terverkauf eines Teils der Drogen etc.). Dieses Argument widerlegt die als glaub-
haft beurteilten Aussagen von H.________ demnach nicht. Ebenso trifft das Argu-
ment der Verteidigung nicht zu, wonach es H.________ aufgrund seiner Arbeits-
tätigkeit nicht möglich war, sich mehrmals täglich mit dem Beschuldigten zu treffen, 
wo doch aus den aufgezeichneten Telefongesprächen hervorgeht, dass er sowohl 
um 11:00 Uhr, wie auch am Mittag und am Nachmittag nach der Arbeit Treffen an-
bieten resp. vereinbaren konnte (pag. 196 ff.).

Die Verteidigung macht weiter geltend, die gekaufte Menge müsse halbiert werden, 
da H.________ das Kokain jeweils zusammen mit einem Kollegen bezogen habe 
und die Bezüge seines Kollegen nicht in der Anklageschrift aufgeführt worden sei-
en. Aus den Aussagen von H.________ geht hervor, dass er und sein Kollege 
X.________ beide beim Beschuldigten Kokain bezogen und dieses zumindest teil-
weise zusammen konsumiert haben. H.________ gab zudem an, er sei jeweils mit 
X.________ 2-3 Mal am Tag beim Beschuldigten gewesen, sie hätten pro Mal 
0.8 Gramm Kokain gekauft (pag. 251 Z. 153). Das Geld für den beschriebenen 
Drogenkonsum habe er von seinem Lohn gehabt, aufgeteilt mit seinem Kollegen. 
Es habe eine Aufteilung stattgefunden zwischen seinem «Bitz» und dem von 
X.________ (pag. 257 Z. 462). Auf der anderen Seite hat H.________ ausgesagt, 
er selber habe jedes Mal eine Portion à 0.8 Gramm gekauft (pag. 251 Z. 188 und 
pag. 252 Z. 219) und beschreibt X.________ mehrfach als eigenständigen Kunden 
des Beschuldigten (pag. 253 Z. 256 ff. und Z. 169). Aufgrund dieser Aussagen ist 

28

davon auszugehen, dass sich die Berechnung von 10 Mal 0.8 Gramm während 
16 Wochen auf die von H.________ gekaufte Menge bezog.

Der Vollständigkeit halber ist jedoch anzufügen, dass der Beschuldigte selbst dann 
wegen der gesamten bezogenen Menge hätte verurteilt werden dürfen, wenn be-
weiswürdigend davon auszugehen wäre, H.________ habe das Kokain immer zu-
sammen mit X.________ gekauft, bezahlt und konsumiert. In diesem Fall hätten 
die beiden mittäterschaftlich gehandelt, womit den Beteiligten im Ergebnis die ge-
samte bezogene Menge angerechnet worden wäre (vgl. Finger-
huth/Schlegel/Jucker, a.a.O., N 137 ff. zu Art. 19; Hug-Beeli, BetmG Kommentar, 
Basel 2016, N 859 ff. zu Art. 19). Der Umstand, dass der gemeinsame Kauf durch 
H.________ und X.________ in der Anklageschrift nicht aufgeführt wurde, hätte 
denn auch nicht – wie sinngemäss vorgebracht – das Anklageprinzip verletzt: Der 
Beschuldigte konnte auch ohne Erwähnung von X.________ aus der Anklage-
schrift erkennen, welche Kokainverkäufe und insbesondere welche Mengen ihm 
vorgeworfen wurden und es war ihm mit diesen Informationen ohne Weiteres mög-
lich, sich adäquat zu verteidigen.

In Bezug auf den Reinheitsgrad ist festzuhalten, dass H.________ im Gegensatz 
zu den anderen Bezügerinnen und Bezügern keine Angaben zur Qualität des Ko-
kains machte und im Zusammenhang mit seinen Bezügen keine Laboranalysen 
vorliegen. Hinweise auf die Qualität des vom Beschuldigten gehandelten Kokains 
finden sich jedoch wie erwähnt in den Aussagen der anderen Bezügerinnen und 
Bezügern, von denen die Mehrheit die Qualität als gut bis sehr gut bezeichnete und 
in den Laborergebnissen des bei E.________ und beim Beschuldigten sicherge-
stellten Kokains mit einem Kokainbasewert von 84-85% (pag. 313 und pag. 318). 
Demgegenüber stehen die bereits ausführlich diskutierten Angaben von 
R.________ und I.________, wonach die Qualität des Kokains nicht gut gewesen 
sei. Wie bereits begründet, kommt diesen Angaben aufgrund der Differenz zwi-
schen dem Umfang der Lieferung von R.________ und der vom Beschuldigten 
umgesetzten Menge sowie dem nur sporadischen Bezug von I.________ keine 
über die eigenen Geschäfte hinausgehende Aussagekraft zu (siehe Ziff. 8 oben). 
Hingegen sind die übereinstimmenden Aussagen der drei Bezügerinnen und die 
erwähnten Laboranalysen durchaus als Hinweis darauf zu gewichten, dass der Be-
schuldigte im angeklagten Zeitraum in der Regel qualitativ hochwertiges Kokain-
gemisch verkaufte. Vor diesem Hintergrund war es ohne weiteres zulässig, auf den 
Mittelwert von 63% gemäss SGRM-Statistik abzustellen. Die Kammer schliesst sich 
diesen vorinstanzlichen Überlegungen an.

12.6 Fazit

Gestützt auf diese Ausführungen stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte von 
Juli 2018 bis Oktober 2018 in D.________ 128 Gramm Kokaingemisch (Reinheits-
grad 63%: 80.64 Gramm reines Kokain) an H.________ verkauft und dieses vor-
gängig erworben und besessen hat.

29

13. Verkauf an I.________ gemäss Ziff. I.1.e der Anklageschrift

13.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird Erwerb, Besitz und Verkauf von ca. 5 Gramm Kokainge-
misch (Reinheitsgrad mind. 63%, total ausmachend ca. 3.15 Gramm reines Kokain) 
an I.________ in der Zeit von September bis ca. Mitte Oktober 2018 vorgeworfen.

13.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte vollständig auf die als glaubhaft beurteilten Angaben von 
I.________ ab (pag. 924 f., S. 11 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
Vorinstanz ging dabei von einer Gesamtmenge von 5 Gramm aus. Dies sei ein 
stimmiger Durchschnittswert. I.________ habe ausgeführt, es könne auch ein 
Gramm mehr oder weniger sein. Einmal habe er vielleicht sogar 2 Gramm gekauft. 
Die Vorinstanz ging infolge fehlender Sicherstellung und der Aussage von 
I.________, die Qualität sei «Abfall», nicht gerade «der Hit» gewesen, von einem 
Reinheitsgrad von 25% aus, was 1.25 Gramm reinem Kokain entsprach.

13.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte in Bezug auf den Verkauf an I.________ vor, dieser habe 
selber angegeben, er habe ein Gramm mehr oder weniger vom Beschuldigten be-
zogen. Zu Gunsten des Beschuldigten sei in dubio pro reo deshalb von 4 Gramm 
auszugehen. Hier sei die Vorinstanz zu Recht von einem Reinheitsgrad von 25% 
ausgegangen. Dies ergebe gesamthaft 1 Gramm reines Kokain.

13.4 Beweismittel

Zu würdigen sind vorliegend die Aussagen von I.________ anlässlich der Einver-
nahme vom 17. Juli 2019 (pag. 276 ff.). Der Beschuldigte machte auch hier von 
seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

13.5 Beweiswürdigung

13.5.1 Aussagen von I.________

I.________ gab in der Einvernahme von 17. Juli 2019 an, er habe ein paar Mal von 
«S.________» Kokain gekauft. Insgesamt ca. 5 Gramm (pag. 277 Z. 28). Er habe 
zwischen September und Oktober 2018 erstmalig beim Beschuldigten Kokain ge-
kauft, wohl eher Oktober (pag. 277 Z. 34). Er habe jeweils ein Gramm Kokain ge-
kauft. Es sei in einem Plastik zu einer Kugel geformt und verschweisst gewesen 
(pag. 277 Z. 38). Der letzte Kauf sei zwei oder drei Wochen vor der Anhaltung des 
Beschuldigten durch die Polizei gewesen (pag. 277 Z. 42). Er habe sehr selten 
beim Beschuldigten Kokain gekauft. Meistens am Freitag vor dem Wochenende, 
unter der Woche eher nicht (pag. 278 Z. 50). Insgesamt habe er etwa 5 Gramm bei 
ihm gekauft. Es könne auch ein Gramm mehr oder weniger gewesen sein. Er habe 
jeweils ein Gramm gekauft. Einmal vielleicht sogar zwei Gramm (pag. 278 Z. 55). 
Die Qualität des Kokains sei eher Abfall gewesen. Für ihn sei es nicht gerade ein 
Hit gewesen (pag. 278 Z. 63).

I.________ erwies sich als kooperativ und hat Angaben gemacht, mit denen er sich 
selber belastet. Es spricht nichts gegen die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen.

30

13.5.2 Gesamtwürdigung

Es ist vorliegend auf die glaubhaften Aussagen von I.________ abzustellen. Ent-
gegen der Argumentation der Verteidigung ist nicht von einer Gesamtmenge von 
4 Gramm auszugehen. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus den Aussagen von 
I.________, führte er doch aus, er habe eventuell auch mal 2 Gramm pro Mal ge-
kauft. Somit geht die Kammer mit der Vorinstanz einig, wonach die 5 Gramm ein 
«stimmiger Durchschnittswert» sind. In Bezug auf den Reinheitsgrad ergibt sich 
durch die Aussage von I.________ («Abfall, nicht der Hit») ein konkreter Hinweis 
für besonders schlechte Qualität. Somit ist der mittlere Wert gemäss SGRM-
Statistik von 63% zu hoch, der von der Vorinstanz und der Verteidigung angenom-
mene Reinheitsgrad von 25% erscheint angemessen.

13.6 Fazit

Gestützt auf diese Ausführungen stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte von 
September 2018 bis Mitte Oktober 2018 in D.________ 5 Gramm Kokaingemisch 
(Reinheitsgrad 25%: 1.25 Gramm reines Kokain) an I.________ verkauft und die-
ses vorgängig erworben und besessen hat.

14. Anstaltentreffen zum Kauf von J.________ gemäss Ziff. I.1.f der Anklage-
schrift

14.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 1. November 2018 Anstalten zum Kauf 
von 99 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 81%, total ausmachend 
80.2 Gramm reines Kokain) von J.________ getroffen zu haben.

14.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte auf ein abgehörtes Telefongespräch, die als glaubhaft erach-
teten Aussagen von J.________ sowie die Umstände der Anhaltung am 1. Novem-
ber 2018 ab. J.________ gab an, er habe dem Beschuldigten zunächst einmal 1 
Gramm Kokain geliefert und daraufhin habe dieser weitere 100 Gramm bestellt. In 
Kombination mit dem Umstand, dass J.________ bei der Anhaltung 99 Gramm Ko-
kaingemisch bei sich hatte und der Beschuldigte mehrere tausend Franken auf sich 
trug, hatte die Vorinstanz keine Zweifel, dass der Beschuldigte dieses Kokain habe 
kaufen wollen. Das Argument, wonach das Geld für das Restaurant bestimmt ge-
wesen sei, liess die Vorinstanz nicht gelten. Zwar führte sie im Zusammenhang mit 
dem Vorwurf der Geldwäscherei aus, sie sei nicht restlos überzeugt, dass das 
Geld, das der Beschuldigte bei der Anhaltung auf sich getragen habe, aus dem 
Drogenhandel stammte. Es werde deshalb davon ausgegangen, dass dieses vom 
Restaurant M.________ stamme. Die Vorinstanz hielt aber zugleich fest, dass die 
Herkunft des Geldes aus dem Restaurant der Verwendung zum Bezahlen der Dro-
genlieferung von J.________ nicht entgegenstehe. Allenfalls wäre es wieder 
zurückgelegt worden, wenn man Einnahmen aus den Drogenverkäufen gehabt hät-
te. Gestützt auf die Laboranalyse wurde von einem Kokainbasewert von 81% aus-
gegangen, was eine Menge von 80.2 Gramm reinem Kokain ergab (pag. 925 ff., 
S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

31

14.3 Vorbringen der Verteidigung

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung Folgendes vor: Der 
Sachverhalt habe sich hier entscheidend anders abgespielt, als von der Vorinstanz 
dargestellt. Es sei unbestritten, dass der Beschuldigte im Sommer 2018 ein Beutel-
chen à 1 Gramm Kokain von J.________ erhalten habe. Es sei ebenfalls unbestrit-
ten, dass J.________ am 1. November 2018 mit zwei Beutelchen von insgesamt 
99 Gramm Kokaingemisch erwischt worden sei, welche er anscheinend dem Be-
schuldigten habe übergeben wollen. Im aufgezeichneten Telefongespräch habe der 
Beschuldigte gesagt, er wolle «wie bim letschte mau zwöi chlini Büteli». Das habe 
sich offenkundig auf die Lieferung von 1 Gramm im Sommer 2018 bezogen. Bei 
den beiden Beuteln, die J.________ am 1. November 2018 dabei gehabt habe, 
könne nicht von «chline Büteli» gesprochen werden. Der Beschuldigte habe bei 
seiner Bestellung zwei Gramm gemeint. Es habe hier in der Bestellkette ein Miss-
verständnis gegeben. Angesichts der schweren Vorwürfe sei es verheerend und 
falsch, wenn die Bedeutung des Wortlauts «wie bim letschte Mau zwöi chlini Büte-
li» offengelassen werde. Auch der Umstand, dass der Beschuldigte bei der Anhal-
tung so viel Bargeld bei sich gehabt habe, sei nur prima vista passend. Hier gebe 
es jedoch einen inneren Widerspruch in der Begründung der Vorinstanz: Diese ha-
be festgestellt, dass es sich beim Bargeld um Mittel des Restaurants gehandelt ha-
be, das der Beschuldigte vorher gewechselt habe, um Löhne und Rechnungen des 
Restaurants zu bezahlen. Dies hätte konsequenterweise aber zu einem Freispruch 
vom Vorwurf des Anstaltentreffens zum Kauf führen müssen. Denn es sei nicht 
klar, wie der Beschuldigte die Lieferung von 100 Gramm Kokain hätte zahlen sol-
len, wenn das Geld dem Restaurant gehört habe. Zum Reinheitsgrad sei zu sagen, 
dass das IRM einen Reinheitsgrad von 81% bei einer Messungenauigkeit von 5% 
festgestellt habe. Es müsse somit von einem Reinheitsgrad von 76.55% ausge-
gangen werden. Die Vorinstanz habe diesen Abzug zu Unrecht abgelehnt. Beim 
Anklagepunkt des Anstaltentreffens sei somit von einer Menge von zwei Gramm 
und einem Reinheitsgrad von 76.55% auszugehen. Dies ergebe 1.53 Gramm rei-
nes Kokain.

14.4 Beweismittel

Zu würdigen sind nachfolgend die Aussagen des Beschuldigten und J.________. 
Als weitere Beweismittel liegen der Berichtsrapport vom 1. November 2018 
(pag. 296), der forensisch-chemische Abschlussbericht vom 28. November 2018 
(pag. 315) sowie die Aufzeichnung des Telefongespräches zwischen dem Be-
schuldigten und J.________ vom 1. November 2018 (pag. 201) vor.

14.5 Beweiswürdigung

14.5.1 Berichtsrapport vom 1. November 2018

Am 1. November 2018 um 16:15 Uhr wurde der Beschuldigte gemäss Berichtsrap-
port der Kantonspolizei im Restaurant M.________ hinter der Theke angehalten. Er 
hatte in der hinteren rechten Hosentasche einen Briefumschlag der 
Y.________(Bank) mit Inhalt CHF 8'490.00 und lose weitere CHF 150.00. In der 
linken hinteren Hosentasche hatte er CHF 200.00. In der linken Beintasche befan-
den sich CHF 6.30 sowie vier weisse Kügelchen, in der rechten Beintasche ein 

32

weisses Kügelchen. Zur gleichen Zeit wurde J.________ in seinem Fahrzeug an-
gehalten. Er hatte zwei Packungen mit weissem Pulver in der linken Jackentasche, 
die in Toilettenpapier eingewickelt waren. In seinem Portemonnaie hatte er 
CHF 1'580.00 in bar (pag. 297).

14.5.2 Forensisch-chemischer Abschlussbericht vom 28. November 2018

Gemäss dem forensisch-chemisches Abschlussbericht vom 28. November 2018 
handelte es sich bei den beiden Packungen, welche bei J.________ sichergestellt 
wurden, um 99 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 81% Cocain 
Base (+/- 5.5%) bzw. 91% Cocain Hydrochlorid (pag. 315).

14.5.3 Aufzeichnungen Telefongespräch vom 1. November 2018

Aus der Aufzeichnung des Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und 
J.________ vom 1. November 2018, 14:12 Uhr geht hervor, dass der Beschuldigte 
J.________ anrief und fragte, ob dieser ihm noch vom letzten «Schnaps» habe. 
J.________ antwortete, er habe welchen nach einem «anderen Rezept», aber mit 
genau gleich viel «Volumen». Daraufhin sagte der Beschuldigte: «de chasch du 
mier wie bim letschte Mal zwei chlini Büteli gä…». J.________ kündigte an, er sei 
gegen «5/halb 6» desselben Nachmittags beim Beschuldigten. Dieser stellte 
J.________ daraufhin in Aussicht, dass er dann gratis Shisha rauchen dürfe 
(pag. 201).

14.5.4 Schreiben von L.________

L.________ teilte in einem undatierten Schreiben (Eingang Staatsanwaltschaft: 
22. November 2018) mit, das Geld, welches die Polizei mitgenommen habe, gehö-
re dem Restaurant und nicht dem Beschuldigten. Er habe so viel Bargeld dabeige-
habt, weil er wie gewohnt die Rechnungen am Ende des Monats habe bezahlen 
wollen. Am Morgen habe er bei der Bank noch das Kleingeld gegen grosse Noten 
gewechselt. Gemäss Kassaabrechnung bezüglich Einnahmen von CHF 13'718.32 
und abzüglich Auslagen Growa von CHF 4'346.00 etc. müssten es ca. 
CHF 9'372.32 sein (pag. 348 ff.).

14.5.5 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat sich zum vorliegenden Vorwurf nur im Zusammenhang mit 
dem bei ihm am 1. November 2018 sichergestellten Bargeld geäussert. Dieses 
Geld sei für die Rechnungen des Restaurants und die Löhne der Mitarbeiter be-
stimmt gewesen. Er habe Kleingeld in die Y.________ (Bank) in D.________ ge-
bracht und in grosse Noten umtauschen lassen. Von dem sichergestellten Bargeld 
würden nur ca. CHF 150.00 ihm gehören. Der Rest gehöre dem Restaurant 
(pag. 161 Z. 72, pag. 212 Z. 102 ff. und pag. 933 Z. 28 ff.). Das Geld stamme nicht 
aus Drogengeschäften (pag. 212 Z. 113 ff.).

Wie sogleich aufgezeigt wird, ist es nach Ansicht der Kammer für die Beurteilung 
des Vorwurfs an den Beschuldigten nicht relevant, woher das Geld stammte, wel-
ches beim Beschuldigten sichergestellt wurde. Massgeblich ist lediglich, wozu er es 
verwenden wollte. Dabei geht die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte das 
Geld für den Kauf der 99 Gramm Kokaingemisch gebrauchen wollte (siehe 

33

Ziff. 14.5.7 unten). Daher sind die diesbezüglichen Aussagen als Schutzbehaup-
tungen zu werten.

14.5.6 Aussagen von J.________

Anlässlich der Einvernahme vom 1. November 2018 gab J.________ an, er habe 
heute «etwas» vorbeibringen sollen. Er habe 100 Gramm liefern und dafür 
CHF 6'000.00 erhalten sollen. Die bei der Anhaltung sichergestellten zwei Pack mit 
je ca. 50 Gramm Kokain habe er in das M.________ bringen sollen, wo jemand es 
abgeholt hätte (pag. 222 Z. 32 ff.).

Am 10. Januar 2019 führte er aus, er habe ca. 1-1.5 Monate vor der Anhaltung 
erstmals Kontakt gehabt mit der Person, welche ihm das Kokain für den Transport 
nach D.________ gegeben habe (pag. 227 Z. 33 f.). Er habe die Anweisung be-
kommen, das erhaltene Kokain auf zwei Mal 50 Gramm aufzuteilen, was er zu 
Hause gemacht habe (pag. 227 Z. 54). Er wisse nicht, ob er mit dem Betreiber der 
M.________ vorgängig telefonischen Kontakt gehabt habe. Er sei vorher schon mal 
dort einen Kebab essen gegangen. Sonst wüsste er nicht (pag. 227 f. Z. 71 ff.). Er 
habe mit dem Empfänger der Lieferung vorgängig keinen Kontakt gehabt (pag. 228 
Z. 84). Auf Vorhalt der Telefonüberwachung vom 1. November 2018 gab er an, es 
klinge nach ihm, der andere wisse er nicht. Danach verweigerte er zwischenzeitlich 
die Aussagen z.B. auf die Frage, um was es beim Gespräch gegangen sei 
(pag. 228 Z. 114 ff.). Nach Besprechung mit seinem Anwalt sagte J.________, als 
er den Typen in Z.________ getroffen habe, habe dieser ihm ein Handy und 
30 Gramm Kokain gegeben. Davon habe er ca. 1 Gramm herausgenommen und 
nach D.________ in die M.________ zu «S.________» gebracht. Mit diesem habe 
er auch im vorgespielten Telefongespräch gesprochen. Die restlichen 29 Gramm 
seien bei ihm an der Hausdurchsuchung sichergestellt worden (pag. 230 Z. 188). 
Die anlässlich der Anhaltung sichergestellten 100 Gramm seien auch für 
«S.________» bestimmt gewesen. Als Bezahlung seien CHF 6'000.00 abgemacht 
gewesen (pag. 230 Z. 197 ff.). Für das Gramm, welches er das erste Mal geliefert 
habe, habe der Beschuldigte nichts bezahlt (pag. 230 Z. 205). Auf Vorhalt der Be-
stellung gemäss Telefongespräch von «wie bim letschte Mal zwei chlini Büteli» 
sagte J.________: «Ich habe ein Säcklein à 1 Gramm gebracht» (pag. 231 Z. 228). 
Das Gramm Kokain sei ca. eine Woche nach dem Treffen in Z.________ geliefert 
worden, ca. 1 oder 1.5 Monate vor der Anhaltung (pag. 231 Z. 239 ff.). Auf Frage, 
warum er 100 Gramm Kokain in Z.________ erhalten habe, wenn er noch 29 
Gramm zu Hause hatte, führte J.________ aus: «Als ich das Gramm geliefert ha-
be, sagte S.________, er müsse davon noch 100 Gramm haben. Als mir der ande-
re aus Z.________ geschrieben hat, fragte er mich, ob alles gut sei. Ich habe ihm 
dann geschrieben, dass er, also S.________, gefragt habe, ob 100 Gramm gelie-
fert werden könnten. Der Typ aus Z.________ sagte mir, er werde sich melden» 
(pag. 231 Z. 254). Mit S.________ habe er keine weiteren Kontakte gehabt, nur 
das Gespräch, das sie gehört hätten (pag. 231 Z. 261). Auf Frage, wieviel Kokain 
er insgesamt zu S.________ geliefert habe oder versucht habe zu liefern, sagte 
J.________: «101 Gramm» (pag. 231 Z. 263).

Auf Vorlage eines Fotobogens am 24. Januar 2019 gab J.________ an, auf Anhieb 
niemanden zu erkennen, er sei sich einfach nicht sicher. Die Person Nr. 5 [der Be-

34

schuldigte] könnte sein. Er sei sich nicht sicher, ob er die Person Nr. 5 kenne 
(pag. 234 Z. 32 ff.). Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger gab er an, Nr. 3 oder 
5 auf dem Fotobogen könnte «der von D.________ sein» (pag. 238 Z. 225 ff.).

Die Aussagen von J.________ sind differenziert zu betrachten. So fällt auf, dass er 
sehr viele Vorhalte abstritt oder die Aussage verweigerte und dann mehrfach nach 
Rücksprache mit seinem Anwalt eine Aussage korrigierte oder doch eine Aussage 
machte. Es scheint, als habe J.________ vor allem Aussagen gemacht zu Vorgän-
gen, von welchen er wusste, dass sie der Polizei bekannt waren und zwar erst, als 
ihm dies vorgehalten wurde (Kokainlieferung an den Beschuldigten, vorgängiges 
Telefongespräch, Identifikation des Beschuldigten). Es ist deshalb davon auszuge-
hen, dass er der Polizei nur Bruchstücke dessen erzählte, was er wusste und was 
geschehen war, dies sicher auch, um sich selber zu schützen. In den Aussagen 
können denn auch Ungereimtheiten festgestellt werden, die durch die Vorinstanz 
nicht thematisiert wurden. Etwa, weshalb im Telefongespräch von «wie bim letsch-
te Mal zwei chlini Büteli» gesprochen wurde, wenn er dem Beschuldigten nach ei-
genen Angaben bisher erst einmal ein Säcklein à 1 Gramm geliefert habe. Auch 
deshalb muss davon ausgegangen werden, dass J.________ der Polizei einiges 
verschwiegen, oder das Erlebte in seinen Aussagen so abgeändert hat, dass mög-
lichst keine weiteren Geschäfte mit dem Beschuldigten erwähnt werden mussten.

Abzustellen ist jedoch auf die Aussagen, wonach die Lieferung am 1. November 
2018 für den Beschuldigten bestimmt war und er dafür CHF 6'000.00 hätte erhalten 
sollen. Dies hat J.________ von Anfang an und von sich aus so angegeben und 
steht im Einklang mit weiteren Beweismitteln.

14.5.7 Gesamtwürdigung

Die Kammer schliesst sich vorbehältlich der nachfolgenden Ergänzungen und Prä-
zisierungen der Erwägungen der Vorinstanz an.

Es ist erstellt und auch nicht bestritten, dass J.________ und der Beschuldigte am 
1. November 2018 kurz vor der Übergabe von Kokain festgehalten wurden. Erstellt 
ist weiter, dass der Beschuldigte am 1. November 2018, ca. 14:00 Uhr bei 
J.________ «wie bim letschte Mal zwei chlini Büteli» bestellt hat. Damit war Kokain 
gemeint. Die Übergabe wurde für den selben Nachmittag vereinbart. Im Gegensatz 
zur Verteidigung hat die Kammer keine Zweifel daran, dass es sich beim Ge-
sprächspartner von J.________ in diesem Telefongespräch um den Beschuldigten 
gehandelt hat, meldete sich dieser doch als «A.________ (Nachname)» ans Tele-
fon und finden sich in den Akten auch keinerlei Hinweise darauf, dass die Polizei 
den Gesprächsteilnehmer A bei der Aufzeichnung fälschlicherweise als den Be-
schuldigten identifiziert hat. Weiter gab auch J.________ an, er habe mit dem Be-
schuldigten telefoniert (pag. 231 Z. 261) und der Beschuldigte hat in Bezug auf ein 
Telefonat mit H.________ über die Nummer ________ zugegeben, dass darauf 
seine Stimme zu hören sei (pag. 190 Z. 80). Das Telefongespräch mit J.________ 
wurde über dieselbe Nummer geführt. Diese wurde gemäss Anzei