# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 909f9849-406c-5cb7-a003-a45f3c90b9a1
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-18
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 18.11.2022 605 2022 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2022-53_2022-11-18.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2022 53

Urteil vom 18. November 2022

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Yann Hofmann, Marc Sugnaux 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführer, 

gegen

SUVA, Vorinstanz

Gegenstand Unfallversicherung – Hilfslosenentschädigung

Beschwerde vom 22. März 2022 gegen den Einspracheentscheid vom 
21. Februar 2022

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1962, wohnhaft in B.________, arbeitete seit dem 26. Juli 1983 als 
Hilfsarbeiter bei der inzwischen im Handelsregister gelöschten C.________, mit Sitz in D.________. 
Er war im Rahmen dieser Anstellung bei der Suva, Luzern, gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 
sowie Berufskrankheiten versichert.

Am 26. Juli 1983 sowie am 14. April 1985 stürzte er jeweils mit dem Motorrad, wobei er sich beim 
zweiten Ereignis ein schwerstes Polytrauma zuzog. Die Suva übernahm die gesetzlichen Leistun-
gen.

Für die verbleibenden Folgen des Unfalls von 1985 (Armverlust rechts, leichte bis mittelschwere 
Hirnfunktionsstörung sowie mässige Gonarthrose rechts) sprach ihm die Suva, nachdem ihm bereits 
ab dem 1. Mai 1987 eine Rente von 75% und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätsein-
busse von 65% zugesprochen worden war, mit Verfügung vom 19. November 1999 eine volle Invali-
denrente sowie eine Integritätsentschädigung von 100% zu. Demgegenüber wurde der Anspruch 
auf eine Hilflosenentschädigung verneint.

B. Im Rahmen eines anerkannten Rückfalls (zunehmende linksbetonte Gangstörung) stellte er 
am 30. Juli 2019 erneut einen Antrag auf Hilflosentschädigung.

Mit Verfügung vom 26. Oktober 2021, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 21. Februar 2022, 
wies die Suva den Antrag wiederum ab. Er sei lediglich beim Zerkleinern von Speisen auf die Hilfe 
Dritter angewiesen.

C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A.________ am 22. März 2022 Beschwerde an 
das Kantonsgericht Freiburg und stellt den Antrag, der Einspracheentscheid vom 21. Februar 2022 
sei aufzuheben und ihm sei eine Hilflosenentschädigung zuzusprechen. Zur Begründung bringt er 
vor, entgegen der Ansicht der Suva sei er in fast allen alltäglichen Lebensverrichtungen auf Dritthilfe 
angewiesen.

Die Suva bestätigt in ihren Bemerkungen vom 5. Mai 2022 ihre Ausführungen im Einspracheent-
scheid und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen. 

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 22. März 2022 gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 21. Februar 
2022 ist fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. 
Der Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversi-
cherungsgerichtshof, prüft, ob er Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.

2.1. Nach Art. 6 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen 
und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier nach Art. 1 Abs. 1 UVG zur Anwendung kommt, 
gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äus-
seren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in einem 
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht. Das Vorliegen 
eines natürlichen Kausalzusammenhanges ist eine Tatfrage und muss daher mit dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden 
(Urteil BGer 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.1 f. mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit 
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 
E. 3.1 mit Hinweisen).

2.3. Art. 26 UVG sieht vor, dass der Versicherte bei Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung hat.

Als hilflos gilt nach Art. 9 ATSG eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für 
alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung be-
darf.

Gemäss Art. 37 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) entsteht der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung am ersten Tag des Monats, in 
dem die Voraussetzungen erfüllt sind, jedoch frühestens beim Beginn eines allfälligen Rentenan-
spruchs. Er erlischt am Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen dahinfallen oder 
der Berechtigte stirbt.

Die Höhe der Hilflosenentschädigung wird durch Art. 38 UVV festgesetzt. Die monatliche Hilflosen-
entschädigung beträgt bei Hilflosigkeit schweren Grades das Sechsfache, bei Hilflosigkeit mittleren 
Grades das Vierfache und bei Hilflosigkeit leichten Grades das Doppelte des Höchstbetrages des 
versicherten Tagesverdienstes (Abs. 1). Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn der Versicherte voll-
ständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn er in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der 
persönlichen Überwachung bedarf (Abs. 2). Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn der Versi-
cherte trotz der Abgabe von Hilfsmitteln, a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regel-
mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder b. in mindestens zwei alltägli-
chen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und 
überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Abs. 3). Die Hilflosigkeit gilt als leicht, 
wenn der Versicherte trotz der Abgabe von Hilfsmitteln, a. in mindestens zwei alltäglichen Lebens-
verrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder b. einer 
dauernden persönlichen Überwachung bedarf oder c. einer durch das Gebrechen bedingten ständi-
gen und besonders aufwendigen Pflege bedarf oder d. wegen einer schweren Sinnesschädigung 
oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Abs. 4).

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Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGE 121 V 88 E. 3a) sind für die Hilflosigkeit die fol-
genden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend: 

- Ankleiden, Auskleiden;
- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
- Essen;
- Körperpflege;
- Verrichtung der Notdurft;
- Fortbewegung (im oder ausser) Haus, Kontaktaufnahme.

Die Bemessung der Hilflosigkeit im Unfallversicherungsrecht richtet sich nach den gleichen Kriterien 
wie in der Alters- und Hinterlassenen- sowie in der Invalidenversicherung, weshalb auch die in 
diesen Sozialversicherungszweigen ergangene Rechtsprechung herangezogen werden kann (Urteil 
BGer 8C_681/2014 vom 19. März 2015 E. 2 mit Hinweisen).

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nicht verlangt, dass der Ver-
sicherte bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, 
dass er bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte 
Dritthilfe angewiesen ist. In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erheblich beim Essen, 
wenn der Versicherte zwar selber essen, die Speisen aber nicht zerkleinern kann, oder wenn er die 
Speisen nur mit den Fingern zum Mund führen kann; bei der Körperpflege, wenn der Versicherte 
sich nicht selber waschen oder kämmen oder rasieren oder nicht selber baden bzw. duschen kann; 
bei Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn der Versicherte im oder ausser Hause sich nicht 
selber fortbewegen kann oder wenn er bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benötigt (BGE 121 V 88 
E. 3c mit Hinweisen). Ist die Erledigung der Lebensvorrichtung nur erschwert oder verlangsamt, gilt 
sie grundsätzlich nicht als erheblich und begründet keine Hilflosigkeit (Urteil BGer 9C_633/2012 vom 
8. Januar 2013 E. 4).

Aus ärztlich bescheinigten körperlichen oder psychischen Leiden können in der Regel keine unmit-
telbaren Schlüsse hinsichtlich des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung gezogen werden. 
Dieser richtet sich nicht direkt nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sondern misst sich 
an deren konkreten Auswirkungen auf die alltäglichen Lebensverrichtungen. Um Letztere festzustel-
len ist praxisgemäss eine Abklärung an Ort und Stelle die geeignete Vorkehr. Sofern die Sachver-
haltserhebung mit hinreichender Zuverlässigkeit erfolgt ist, wird dem Abklärungsbericht denn auch 
volle Beweiskraft zuerkannt und das Gericht greift in das Ermessen der mit der Abklärung betrauten 
Person nur ein, wenn klar erkennbare Fehleinschätzungen vorliegen oder Anhaltspunkte für fehler-
hafte oder gar unrichtige Abklärungsresultate bestehen (Urteil EVG U 442/04 vom 25. April 2005 
E. 2.3 mit Hinweisen).

Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergän-
zende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Die Ärztin hat anzugeben, inwie-
fern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden einge-
schränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei 
Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltäg-
liche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, 
sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1 mit Hinweis).

Bei der Beurteilung der Hilflosigkeit ist auf einen voll beweiskräftigen Abklärungsbericht zu erkennen, 
wenn der Bericht folgenden Anforderungen genügt: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Per-

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son, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Me-
diziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Wei-
ter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und 
detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen 
Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege gemäss sein. Schliesslich 
hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht 
greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne 
darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehl-
einschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente 
Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht 
(BGE 131 V 61 E. 6.2).

3.

Es ist streitig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat. 

3.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe beim Abklärungsgespräch vom 22. September 
2021 seine Situation dargestellt. Während der 20–25-minütigen Befragung habe er die Suva darüber 
informiert, dass er in fast allen alltäglichen Lebensverrichtungen auf Dritthilfe angewiesen sei. Seine 
Schilderungen seien jedoch kaum zur Kenntnis genommen und in den meisten Lebensverrichtungen 
sei nur eine bedingte Unterstützung festgehalten worden. Es stelle sich die Frage, ob innert 25 Mi-
nuten überhaupt eine angemessene Beurteilung der Hilflosigkeit möglich sei. So werde im Erhe-
bungsblatt seine Hilflosigkeit nur in Stichworten festgehalten ohne detaillierte Begründung oder Her-
leitung. Die Angaben würden weder mit seinen Schilderungen noch in den Angaben in dem von ihm 
selber ausgefüllten Erhebungsblatt übereinstimmen. Auch seien seine gesundheitlichen Einschrän-
kungen nicht berücksichtigt worden. Neben der einseitigen Armamputation (rechts) leide er zusätz-
lich an einem schweren Polytrauma und durch die Lähmung der linken Seite sei seine Beweglichkeit 
sowie Kraft sehr eingeschränkt. Schliesslich habe die Abklärung in der Agentur der Suva in Bern 
stattgefunden. Er sei der Ansicht, eine solche hätte bei ihm zu Hause stattfinden müssen, um eine 
umfassende und angemessene Beurteilung seiner Hilflosigkeit zu ermöglichen.

3.2. In medizinischer Hinsicht ergibt sich gemäss dem Bericht der E.________ vom 7. Mai 2021 
(Suva-Akten Nr. 242), aktuell bestehe eine Progredienz der Beinparese links mit konsekutiver Gang-
störung seit 2014/2015. Der Beschwerdeführer zeige ein leicht hinkendes, aber ansonsten flüssiges, 
rasches Gangbild mit überstrecktem linken Knie, Oberkörperneigung nach rechts. Therapeutisch 
trage er bereits orthopädische Spezialschuhe, unter denen sich das Gangbild stabilisiert habe. Unter 
dem Punkt "Durch die Spastik beeinträchtigte Lebensbereiche" wurde notiert, seit 2020 sei es zu 
drei Stürzen gekommen. Störend sei die Fussheberparese links. Er gehe insgesamt sehr viel (mind. 
10'00 Schritte/Tag). Vermehrte Gangunsicherheit bei Ermüdung/nachlassender Konzentration 
sowie Bergabgehen. Er lebe alleine und sei selbständig im Alltag.

In seiner neurologischen Beurteilung vom 14. Juni 2021 (Suva-Akten Nr. 245) bestätigte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Neurologie der Suva, eine Verschlechterung bei zentralbedingter Parese 
links mit distaler Betonung einer Fussheberparese. Zur Hilfslosigkeit äusserte er sich nicht, da zu 
diesem Zeitpunkt der Antrag auf eine solche noch nicht gestellt worden war.

Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, hielt am 3. Januar 2022 (Suva-Akten Nr. 285) fest, 
der Beschwerdeführer sei sehr aktiv (> 10'000 Schritte/Tag), vollständig autonom und lebe alleine.

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Am 30. Juli 2021 (Suva-Akten Nr. 251) stellte der Beschwerdeführer einen Antrag auf Hilflosenent-
schädigung und machte geltend, er sei in den folgenden alltäglichen Lebensverrichtungen gesund-
heitlich beeinträchtigt und auf Hilfe angewiesen: Ankleiden/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen, Essen, 
Körperpflege, Verrichten der Notdurft, Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte, Lebens-
praktische Begleitung, Verschiedenes.

Im Dossier findet sich zudem eine Zusammenstellung des Beschwerdeführers, was aus seiner Sicht 
nicht mehr möglich ist (Suva-Akten Nr. 254). Beispielsweise sei die Lebensverrichtung Anklei-
den/Auskleiden mit einem grossen Aufwand verbunden und müsse z. T. auf unübliche Art (Hilfe mit 
dem Mund) erledigt werden. Auch bei der Körperpflege bestehe ein grosser Zeitaufwand und müsse 
z. T. auf unübliche Art erledigt werden. So könne er sich den Rücken, die rechte Körperseite, die 
Füsse sowie die Haare auf der rechten Seite nicht richtig waschen, Finger- und Zehennägel könne 
er nicht selber schneiden.

Gemäss dem Erhebungsblatt für die Hilflosenentschädigung, ausgefüllt am 22. September 2021 
(Suva-Akten Nr. 255), besteht nur bei der Lebensverrichtung "Essen" für das Zerkleinern der Spei-
sen eine Hilflosigkeit. Verneint wurde die Hilflosigkeit im Bereich "Fortbewegung". Demgegenüber 
wurde in den übrigen Lebensverrichtungen zumindest für Teilbereiche die Hilflosigkeit zwar nicht 
bejaht, jedoch eine bedingte Hilflosigkeit vermerkt. So wurde für "An- und Ausziehen" notiert, er 
könne sich mehr oder weniger selbständig an- und ausziehen, wobei dies mit sehr viel Aufwand 
verbunden sei. Hinsichtlich des Bereichs "Körperpflege" wurde angeben, ein "richtiges waschen" sei 
aufgrund der unfallbedingten Einschränkungen nicht möglich, die linke Hand/Arm sei betreffend Be-
wegungsfreiheit eingeschränkt. Ferner sei das Rasieren mit der linken Hand auf der unteren rechten 
Halsseite nicht möglich. Richtig duschen oder den Rücken waschen sei ebenfalls nicht möglich. Was 
das "Verrichten der Notdurft" betrifft, wurde vermerkt, er habe sich eine Wasserdusche angeschafft 
für die Körperreinigung. Jedoch sei bei der Verrichtung der Notdurft im Stehen das Wiederanziehen 
problematisch, weshalb eine bedingte Hilflosigkeit bestehe.

In der Verfügung vom 26. Oktober 2021 (Suva-Akten Nr. 265) gab die Suva an, anhand der beste-
henden Diagnosen lasse sich die geltend gemachte Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen 
und die persönliche Überwachung nicht nachvollziehen bzw. begründen. Ein erhöhter Zeitaufwand 
verursache nicht die Bejahung der Notwendigkeit von Hilfe Dritter, sondern sei zumutbar. Mit den 
abgegebenen Stabilisierungsschuhen für den Lähmungsfuss habe eine Verbesserung des Gangbil-
des erzielt werden können. Er sei der Unfallfolgen wegen nicht bei mindestens zwei alltäglichen 
Lebensverrichtungen regelmässig, dauernd und erheblich auf die Hilfe Dritter angewiesen und be-
dürfe auch keiner dauernden persönlichen Überwachung. Gemäss der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts erfülle eine vollständige Lähmung eines Armes oder eine einseitige Armamputation, die 
Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung leichten Grades nicht, wobei je-
doch keine Urteilsreferenz angegeben wurde.

In seiner Einsprache vom 23. November 2021 (Suva-Akten Nr. 270) wies der Beschwerdeführer 
darauf hin, dass nicht nur sein rechter Arm auf Schulterhöhe amputiert wurde, sondern zudem sein 
linker Arm durch Lähmung in der Beweglichkeit und Kraft eingeschränkt sei. Deshalb sei auch der 
Hilfsmittelkatalog wenig hilfreich, da fast alle Hilfsmittel für zweiarmige Personen ausgelegt seien. 
Beigelegt war eine detaillierte Begründung zum Erhebungsblatt für die Hilflosenentschädigung 
(Suva-Akten Nr. 271), auf welchem der Beschwerdeführer im Detail angab, inwiefern er Einschrän-
kungen in den alltäglichen Lebensverrichtungen hat.

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Im hier streitigen Einspracheentscheid erklärte die Suva, es bestehe kein Anlass vom Erhebungs-
blatt vom 22. September 2021 abzuweichen. Auch wenn ein erhöhter Zeitaufwand bei den alltägli-
chen Lebensverrichtungen aufgrund der Unfallfolgen nachvollziehbar sei, genüge dies nicht für die 
Annahme einer Hilflosigkeit leichten Grades. Ferner könne vom Beschwerdeführer im Rahmen 
seiner Schadenminderungspflicht verlangt werden, geeignete Hilfsmittel zu gebrauchen, um seine 
Selbständigkeit zu erhalten. Im Übrigen könne dem Bericht von Dr. med. G.________ entnommen 
werden, dass der Beschwerdeführer allein lebe, sehr aktiv (>10'000 Schritte pro Tag) und vollständig 
autonom sei. Vor diesem Hintergrund sei er weder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrich-
tungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen, noch bedürfe er einer 
dauernden persönlichen Überwachung, weshalb keine Hilflosigkeit leichten Grades i. S. v. Art. 38 
Abs. 4 UVV vorliege.

3.3. Der Sichtweise der Suva kann nicht ohne weiteres gefolgt werden. Zunächst fällt auf, dass 
das Erhebungsblatt Hilflosenentschädigung auf der Agentur der Suva durch den zuständigen Case 
Manager ausgefüllt wurde, der sich dabei auf die Angaben des Beschwerdeführers stützte. Jedoch 
nahm die Suva keine Abklärung vor Ort vor, wie es eigentlich üblich ist.

Es ist daran zu erinnern, dass gemäss der Rechtsprechung von einem beweiskräftigen Abklärungs-
bericht auszugehen ist, wenn der Bericht folgenden Anforderungen genügt: Als Berichterstatter wirkt 
eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus 
den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbe-
dürftigkeiten hat. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei 
divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausi-
bel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den 
tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege ge-
mäss sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben 
zu stehen.

Davon ist hier nicht auszugehen. Es stellt sich bereits die Frage, ob ein Case Manager als eine 
qualifizierte Person für die Abklärung der Hilflosigkeit angesehen werden kann. Zudem hatte dieser 
keine Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse. Es fehlt ferner an medizinischen Aus-
sagen betreffend die Hilflosigkeit. So kann allein aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer 
sehr aktiv ist und über 10'000 Schritte pro Tag macht nicht automatisch geschlossen werden, es 
liege keine Hilflosigkeit vor. Konkret zur Frage der Hilflosigkeit hat sich kein Mediziner geäussert. 
Weiter wurden im Erhebungsblatt vom September 2021 die divergierende Meinung des Beschwer-
deführers, welche sich schon aus der Suva-Akte Nr. 254 ergibt, nicht festgehalten. Auch ist der Be-
richt eher knapp begründet und geht z. B. beim Punkt An- und Ausziehen nicht auf Details ein. Von 
Relevanz ist überdies, dass im Erhebungsblatt zwar nur für das Verkleinern der Speisen eine Hilflo-
sigkeit angenommen wurde, jedoch bei diversen anderen Bereichen eine bedingte Hilflosigkeit ver-
merkt wurde. Bereits deshalb, wäre es an der Suva gewesen, die Problematik vertiefter zu prüfen. 
Schliesslich erhält der Beschwerdeführer offenbar regelmässig Hilfe von seiner Schwester, wie es 
der Beilage zur Einsprache zu entnehmen ist, weshalb auch diese bei der Abklärung der Hilflosigkeit 
hätte anwesend sein müssen.

Die vorhandenen Unterlagen genügen somit nicht, um über die Frage der Hilflosigkeit zu ent-
scheiden, weshalb die Angelegenheit für weitere Abklärungen, namentlich eine Abklärung vor Ort, 
an die Suva zurückzuweisen ist.

4.

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Zusammenfassend ist die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Suva zurückzuweisen. Der 
Einspracheentscheid vom 21. Februar 2022 wird aufgehoben und die Beschwerde gutgeheissen.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben, da hier das Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens 
gestützt auf Art. 61 Bst. fbis ATSG weiter zur Anwendung kommt.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid vom 21. Februar 2022 wird aufgehoben und die Angelegenheit für 
weitere Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Suva zurückgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 18. November 2022/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: