# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46735ec4-eeca-5eb2-a536-3bcb21fafabb
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.07.2020 BB.2020.50
**Docket/Reference:** BB.2020.50
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2020-50_2020-07-06

## Full Text

Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO). Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer.;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO). Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer.;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO). Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer.;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO). Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer.

Beschluss vom 6. Juli 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Till Gontersweiler,  

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

1. B., Bundesanwalt, Bundesanwaltschaft,  

2. C., Staatsanwalt des Bundes, Bundesanwaltschaft, 

3. D., a.i. Staatsanwältin des Bundes, Bundesanwalt-
schaft,  

4. E., Staatsanwalt des Bundes, Bundesanwaltschaft, 

5. F., Präsident der Berufungskammer, Bundesstraf-
gericht,  

Gesuchsgegner 1-5 
 

Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 
lit. b i.V.m. Art. 56 StPO); Gegenstandslosigkeit 
des Verfahrens;  
 
Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.50 
 

 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Am 6. November 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersu-
chung mit der Verfahrensnummer SV.15.1462 gegen unbekannte Täter-
schaft wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der 
Geldwäscherei (Verfahrensakten SV.15.1462 pag. 01.100-0001 f.). Am 
5. Juli 2016 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafverfolgung auf G., H., 
I., J. und A. wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäfts-
besorgung sowie der Veruntreuung (Verfahrensakten SV.15.1462 pag. 
01.100-0003 f.) aus. Der Strafuntersuchung lag zusammengefasst folgender 
Sachverhalt zugrunde: 

 
Am 20. August 2002 sei von einem Konto von K. bei der Bank L., Genf, eine 
Zahlung von CHF 10 Mio. auf ein Konto des Advokatur- und Notariatsbüros 
M. bei der Bank N. geleistet worden. Bei dieser Zahlung soll es sich um einen 
Kredit von K. an I. gehandelt haben.  
 
Die Kreditschuld sei am 27. April 2005 beglichen worden und zwar durch 
eine Zahlung von EUR 6.7 Mio. des Deutschen Fussballbundes (nachfol-
gend „DFB“) oder des vom DFB rechtlich unselbständigen Organisationsko-
mitees der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (nachfolgend „OK WM 2006“) 
über ein Konto der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) 
(nachfolgend „FIFA“) auf ein Konto von K. bei der Bank L. in Zürich. Diese 
Zahlung sei allerdings vom Präsidium des OK WM 2006 (nachfolgend „OK-
Präsidium“) als „Mitfinanzierung der Galaveranstaltung“ getarnt worden. Das 
OK-Präsidium habe zum damaligen Zeitpunkt aus den Mitgliedern I., G., J. 
und H. bestanden. Diese hätten gewusst, dass die Zahlung von EUR 6.7 
Mio. nicht der Mitfinanzierung der Galaveranstaltung, sondern der Tilgung 
der Darlehensschuld von CHF 10 Mio. habe dienen sollen. Dabei soll insbe-
sondere der damalige FIFA-Generalsekretär, A., vorgeschlagen haben, die 
Rückzahlung des Darlehens über die FIFA abzuwickeln und als Kostenbei-
trag für die Galaveranstaltung zu tarnen. 
 

 
B. Im Laufe des Verfahrens hatten sich die FIFA und der DFB als Privatkläger 

konstituiert.  
 
 
C. Mit Verfügung vom 23. Juli 2019 stellte die Bundesanwaltschaft das wegen 

Geldwäscherei geführte Strafverfahren gegen A. und die übrigen Beschul-
digten ein (Verfahrensakten SV.15.1462 pag. 3.000-0005 ff.). Zudem ver-
fügte die Bundesanwaltschaft am 24. Juli 2019 die Abtrennung der gegen I. 

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geführten Strafuntersuchung wegen des Verdachts des Betrugs, der unge-
treuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung vom Verfahren 
SV.15.1462 und die Weiterführung der Strafuntersuchung gegen ihn unter 
einer neu zu eröffnenden Verfahrensnummer (Verfahrensakten SV.15.1462 
pag. 3.000-0050 ff.).  

 
 
D. Am 5. August 2019 erhob die Bundesanwaltschaft gegen G., H., J. und A. 

im Verfahren SV.15.1462 Anklage bei der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts (nachfolgend «Strafkammer») wegen Betrugs, eventualiter Gehilfen-
schaft zu Betrug (hinsichtlich der Beschuldigten A. und J.). 

 
 
E. Die von A. gegen die Abtrennung der Strafuntersuchung gegen I. vom Ver-

fahren SV.15.1462 (vgl. supra lit. C) erhobene Beschwerde wies die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend «Beschwerdekam-
mer») mit Beschluss BB.2019.166 vom 26. September 2019 ab. 

 
 
F. Mit Schreiben vom 21. Januar 2020 wurde die Bundesanwaltschaft von der 

Strafkammer zur Ergänzung der Anklage vom 5. August 2019 eingeladen 
(Verfahrensakten SV.15.1462 pag. A-01.000-0196). 

 
 
G. Mit Vorladungen I und II vom 22. Januar 2020 forderte die Strafkammer unter 

anderem A. auf, als beschuldigte Person zur Hauptverhandlung SK.2019.45 
vom 9. bzw. 11. März 2020 in der Strafsache Bundesanwaltschaft und als 
Privatklägerschaft DFB und FIFA wegen Betrugs (Art. 146 Abs. 1 StGB) bzw. 
Gehilfenschaft (Art. 25 StGB) persönlich zu erscheinen (Verfahrensakten 
SV.15.1462 pag. A-05.000-0001 ff.). 

 
 
H. Mit Schreiben vom 27. Januar 2020 liess die Bundesanwaltschaft der Straf-

kammer eine angepasste Fassung der Anklageschrift (mit Ergänzung in 
Kapitel 1.2.1.2) zukommen (Verfahrensakten SV.15.1462 pag. A-01.000-
0207 ff.).  

 
 
I. Mit Verfügung vom 2. März 2020 ordnete die Aufsichtsbehörde über die Bun-

desanwaltschaft (nachfolgend «AB-BA») im Disziplinarverfahren gegen Bun-
desanwalt B. eine Disziplinarsanktion in Form der Lohnkürzung von 8% für 
die Dauer eines Jahres an. In ihrer Medienmitteilung vom 4. März 2020 hielt 

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die AB-BA fest, die Untersuchung habe gezeigt, dass B. im Zusammenhang 
mit dem FIFA-Verfahrenskomplex seine Verantwortlichkeitspflichten ver-
schiedentlich und teilweise erheblich verletzt habe (act. 4.2). 

 
 
J. Am 5. März 2020 liess die Strafkammer der Beschwerdekammer ein bei ihr 

mit Datum vom gleichen Tag vorab per Fax eingegangenes Ausstands- und 
Sistierungsgesuch von A. zur weiteren Behandlung zukommen (act. 1).  

 
 A. beantragt darin Folgendes: 
 
 «1.  Es sei festzustellen, dass der Bundesanwalt sowie alle bei der Bundesanwalt-

schaft und im Verfahren SV.15.1462 resp. SK.2019.45 involvierten Personen, 
insb. Staatsanwalt des Bundes C. und Staatsanwältin a.i. des Bundes D., von 
Anfang an befangen sind und ihre Verfahrenshandlungen demzufolge nichtig, 
unverwertbar sind; 

 
  2. es sei das Verfahren SK.2019.45 bis zum Entscheid über das Vorliegen von 

Ausstandsgründen zu sistieren. 
 
  Die Verhandlung vom 09.03.2020 sei abzunehmen; 
 
  3.1 es sei die ungeschwärzte Version der Verfügung der AB-BA vom 02.03.2020 

beizuziehen und den Parteien Einsicht zu gewähren; 
 
  3.2 es seien sämtliche Akten des gegen den Bundesanwalt geführten Disziplinar-

verfahrens inkl. vollständiges Aktenverzeichnis beizuziehen und den Parteien 
Einsicht zu gewähren; 

 
  3.3 es seien sämtliche Akten beizuziehen, deren Herausgabe die Bundesanwalt-

schaft an die AB-BA im Zusammenhang mit dem Disziplinarverfahren verwei-
gerte (Rz. 166 f. der Verfügung vom 02.03.2020); 

 
  3.4 es seien sämtliche Akten im Zusammenhang der Gespräche zwischen dem 

US-Justizministerium und der Bundesanwaltschaft zum FIFA-Verfahrenskom-
plex (act. 36 der Verfahrensakten des AB-BA Disziplinarverfahrens) beizuzie-
hen;  

 
  4.1 eventualiter sei das Ausstandsgesuch an die zuständige Instanz weiterzulei-

ten, sofern sich die Strafkammer als nicht zuständig erachtet, um über die 
Ausstandsgründe zu befinden; 

 

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  4.2 falls die Zuständigkeit bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
liegen sollte, haben die Bundesstrafrichter Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud 
und Stephan Blättler in den Ausstand zu treten; 

 
  5. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7% Mwst. zu Lasten des 

Staates.» 
 
 
K. Mit Fax-Eingabe vom 6. März 2020 gelangte A. an die Beschwerdekammer 

und beantragte im Wesentlichen, es sei die Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts mittels superprovisorischer Verfügung anzuweisen, das Verfahren 
SK.2019.45 zu sistieren und die Verhandlung vom 9. bzw. 11. März 2020 
abzunehmen, bis über das Ausstands- und Sistierungsgesuch vom 5. März 
2020 rechtskräftig entschieden sei. Zudem wiederholte er das bereits mit 
Eingabe vom 5. März 2020 gestellte Ausstandsbegehren gegen die Bun-
desstrafrichter Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler (vgl. 
supra lit. J; act. 5). 

 
 
L. Der Präsident der Beschwerdekammer leitete am 6. März 2020 die Fax-Ein-

gabe von A. vom gleichen Tag zuständigkeitshalber an die Strafkammer wei-
ter (act. 6). 

 
 
M. Mit Eingabe vom 10. März 2020 gelangte A. mit folgenden ergänzenden An-

trägen an die Beschwerdekammer (act. 10): 
 
 «1.1  Es seien – wie bereits mit Ausstandsgesuch vom 05.03.2020 beantragt – 

die Bundesstrafrichter Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blätt-
ler für befangen zu erklären; sie haben unverzüglich in Ausstand zu treten; 

 
  1.2  es sei festzustellen, dass die im Auftrag des Präsidenten der Beschwerde-

kammer, Roy Garré, erlassene Verfügung vom 05.03.2020 nichtig ist; 
 
  2.1  es sei davon abzusehen, den Personen, betreffend welche Ausstands-

gründe vorliegen, Frist zur Stellungnahme i.S.v. Art. 58 Abs. 2 StPO anzu-
setzen; eventualiter sei den betroffenen Personen eine nicht erstreckbare 
Frist von maximal 3 Tagen zur Stellungnahme einzuräumen;  

 
  2.2  es sei die Befangenheit des Bundesanwaltes, von StA C., StAin a.i. D., 

StA E., und (ehemals) StA F. unverzüglich, ohne weitere Veranlassung fest-
zustellen; 

 

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  3.1  es sei davon Vormerk zu nehmen, dass mit Ausstands- und Sistierungsge-
such vom 05.03.2020 auch der Ausstand von F. und E. beantragt wurde; 

 
  3.2  eventualiter sei die vorliegende Eingabe als neues Ausstandsgesuch betref-

fend F. und E. entgegenzunehmen; die Verfahren wären sodann zu verei-
nen;  

 
  4.1  es sei die Strafkammer anzuweisen, das Verfahren SK.2019.45 unverzüg-

lich zu sistieren; 
 
  4.2  es sei die Strafkammer des Bundesstrafgerichts unverzüglich anzuweisen, 

die auf Mittwoch, 11.03.2020, angesetzte Hauptverhandlung abzunehmen; 
 
  4.3  es sei diesem ergänzenden Gesuch die aufschiebende Wirkung zu erteilen; 
 
  5.  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7 % Mwst. zu Lasten 

des Staates.» 
 
 
N. Der Präsident der Beschwerdekammer leitete am 10. März 2020 die Eingabe 

von A. vom gleichen Tag (vgl. supra lit. M) hinsichtlich der Anträge Ziff. 4.1 
und 4.2 zuständigkeitshalber an die Strafkammer weiter (act. 11).  

 
 
O. Am 12. März 2020 liess die Strafkammer der Beschwerdekammer eine Fax-

eingabe von A. vom gleichen Tag zukommen, mit welcher dieser «[g]estützt 
auf die bereits jetzt schon gewonnenen Erkenntnisse (aus der nur noch teil-
weise geschwärzten Verfügung der AB-BA) […] den Antrag auf sofortigen 
Ausschluss der beiden fallführenden Staatsanwälte StA C. und StAin a.i. D.» 
stellte (act. 13 und 14).  

 
 Ebenso liess die Strafkammer der Beschwerdekammer eine weitere Eingabe 

von A. vom 12. März 2020 zukommen, mit welchem er den «Antrag auf Bei-
zug der total ungeschwärzten Verfügung der AB-BA vom 02.03.2020» sowie 
den «Antrag auf sofortigen Ausschluss der beiden fallführenden Staatsan-
wälte StA C. und StAin a.i. D.» stellte (act. 15 und 15.0).  

 
 
P. Mit Eingabe vom 18. März 2020 gelangte A. an die Beschwerdekammer und 

übermittelte dieser unter anderem den Beschluss der Strafkammer vom 
17. März 2020, mit welchem diese das Verfahren SK.2019.45 aufgrund der 
Coronavirus-Pandemie bis mindestens zum 20. April 2020 sistierte (act. 23, 
23.1-2).  

 

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Q. F., C., E., D. und B. nahmen je mit Schreiben vom 18. bzw. 19. März 2020 
zum Ausstandsgesuch und dessen Ergänzungen Stellung. F. beantragte 
sinngemäss, auf das Gesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei es abzu-
weisen (act. 17). C. und D. beantragten die Abweisung des Ausstandsge-
suchs bzw. der Anträge von A., sofern darauf einzutreten sei (act. 19 und 
22). E. stellte den Antrag auf Abweisung des Ausstandsgesuchs (act. 21) 
und B. beantragte die Abweisung der in diesem Zusammenhang gestellten 
Rechtsbegehren, soweit darauf einzutreten sei (act. 24).  

 
 
R. Mit Schreiben vom 19. März 2020 teilte A. der Beschwerdekammer mit, dass 

ihm tags zuvor von der Vorsitzenden der Strafkammer die ungeschwärzte 
Version der Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020 zugestellt worden sei 
und machte vor diesem Hintergrund ergänzende Ausführungen zu seinem 
Ausstandsgesuch vom 6. März 2020 (act. 25).  

 
 
S. Am 20. März 2020 erklärte A. sein Ausstandsgesuch vom 17. April 2019 ge-

gen B. und die involvierten Staatsanwälte des Bundes zum integrierenden 
Bestandteil des vorliegenden Ausstandsgesuchs (act. 26).  

 
 
T. Mit Schreiben vom 23. März 2020 liess A. der Beschwerdekammer die un-

geschwärzte Version der Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020 zukom-
men (act. 27 und 27.1).  

 
 
U. Am 1. April 2020 ersuchte A. um Erstreckung der mit Verfügung der Be-

schwerdekammer vom 26. März 2020 bis zum 6. April 2020 angesetzten 
Frist zur Einreichung einer Gesuchsreplik bis zum 27. April 2020 (act. 28 und 
30). Dem Fristerstreckungsgesuch wurde letztmals bis 14. April 2020 ent-
sprochen (act. 31). 

 
  
V. F., C. und B. nahmen mit Schreiben vom 2., 3. und 6. April 2020 Stellung zu 

den Eingaben von A. vom 18., 19., 20. und 23. März 2020 (act. 32, 33 und 
34; siehe supra lit. P, R, S und T).  

 
 
W. Am 14. April 2020 erstattete A. seine Gesuchsreplik im Umfang von 93 Sei-

ten. Darin hielt er sinngemäss an seinen im Gesuch vom 5. März 2020 und 
in seiner Eingabe vom 10. März 2020 gestellten Anträgen fest (act. 36). Er 

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beantragte ferner, dass sein Ausstandsgesuch eventualiter als Revision zum 
Ausstandsgesuch vom 17. April 2019 respektive zum Beschluss des Bun-
desstrafgerichts BB.2019.85 vom 12. September 2019 zu behandeln sei 
(act. 36 S. 2).  

 
 
X. Mit einer als «Ausstandsgesuch» betitelten Eingabe vom 20. April 2020 ge-

langte A. erneut an die Beschwerdekammer und beantragte, es sei festzu-
stellen, dass die beiden fallführenden Staatsanwälte des Bundes, C., und 
Staatsanwältin a.i. des Bundes, D., im Verfahren SV.15.1462 resp. 
SK.2019.45 von Anfang an befangen waren und ihre Verfahrenshandlungen 
demzufolge nichtig, unverwertbar seien (act. 40).  

 
 
Y. Mit Schreiben vom 20. April 2020 an die Beschwerdekammer nahm C. zur 

aktuellen Medienberichtserstattung Stellung und führte aus, dass er an kei-
nem Treffen zwischen Bundesanwalt B. und FIFA-Präsident O. und insbe-
sondere auch nicht am fraglichen Treffen vom 16. Juni 2017 teilgenommen 
habe. Er habe am 16. Juni 2017 freigenommen, um an der Verfassung eines 
wissenschaftlichen Beitrages zu arbeiten (act. 41 und 41.1). Die Eingabe von 
C. wurde A. am 21. April 2020 zur Kenntnis zugestellt (act. 42). 

 
 
Z. Am 24. April 2020 nahm A. zu den Eingaben von D., F. und B. vom 2., 3. und 

6. April 2020 (vgl. supra lit. V) Stellung (act. 43 und 43.1.). 
 
 
AA. Mit einer weiteren als «Ausstandsgesuch» betitelten Eingabe vom 27. April 

2020 beantragte A. nunmehr Folgendes (act. 44):  
 
 «1. Es sei festzustellen, dass die beiden fallführenden Staatsanwälte des Bundes, 

C. und Staatsanwältin a.i. des Bundes D., sowie B., E. und F. im Verfahren 
SV.16.1462 resp. SK.2019.45 von Anfang an befangen waren und ihre Ver-
fahrenshandlungen demzufolge nichtig, unverwertbar sind; 

 
  2. es sei das vorliegende Ausstandsgesuch mit dem Verfahren BB.2020.50, dem 

Ausstandsgesuch des Unterzeichnenden vom 20.04.2020 sowie allen ande-
ren Ausstandsverfahren, die von Beschuldigten des Verfahrens SV.15.1462 
iniziiert wurden, zu vereinen; 

 
  3. es seien die Detailrechnungen der Anwaltskanzlei P. bezüglich ihrer Arbeit für 

die FIFA seit 2015 beizuziehen; 
 

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  4. es seien die in den Medien erwähnten Dokumente der «Football Leaks» bei-
zuziehen; 

 
  5. es sei der Beschluss der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 

12.09.2019, BB.2019.85, i.S. einer Revision nach Art. 410 StPO aufzuheben 
und das Ausstandsgesuch des Unterzeichnenden vom 17.04.2019 resp. vom 
09.11.2018 gutzuheissen; 

 
  6. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7 % Mwst. zu Lasten 

des Staates.» 
 
 
BB. Mit Medienmitteilung vom 28. April 2020 teilte die Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts mit, dass am Montag, den 27. April 2020, im Strafver-
fahren SK.2019.45 die gesetzliche Verjährungsfrist für die eingeklagten 
Straftaten betreffend Zahlungen im Vorfeld der Fussball-WM 2006 in 
Deutschland abgelaufen sei (https://www.bstger.ch/de/media/comunicati-
stampa/2020.html).  

 
 
CC. Mit Ausstandsgesuch vom 4. Mai 2020 gelangte A. erneut an die Beschwer-

dekammer und beantragte, es sei die Befangenheit von B. sowie der ihm 
unterstellten Staatsanwälte des Bundes, allen voran C., D., F., E., Q. etc. ab 
initio des Verfahrens SV.15.1462 festzuhalten (separates Verfahren 
BB.2020.78 act. 1).  

 
 
DD. Gestützt auf die Medienmitteilung der Strafkammer (vgl. supra lit. BB) teilte 

die Beschwerdekammer den Parteien im vorliegenden Ausstandsverfahren 
mit Schreiben vom 5. Mai 2020 mit, dass sie beabsichtige, dieses – soweit 
es sich gegen Bundesanwalt B. sowie die aktuellen bzw. ehemaligen Staats-
anwälte (bzw. Assistenz-Staatsanwälte) des Bundes, namentlich C., D., E. 
und F., richtete – als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Sie forderte 
die Parteien auf, sich bis zum 18. Mai 2020 zur Gegenstandslosigkeit und 
den Kosten- und Entschädigungsfolgen zu äussern. A. wurde zudem aufge-
fordert, dem Gericht innert der gleichen Frist mitzuteilen, ob er an dem in der 
Replik vom 14. April 2020 eventualiter gestellten Revisionsbegehren fest-
halte. Dem Bundesanwalt und den im vorliegenden Ausstandsverfahren in-
volvierten aktuellen bzw. ehemaligen Staatsanwälten des Bundes wurden 
ferner die Eingaben von A. vom 20., 24. und 27. April 2020 (vgl. supra lit. X, 
Z und AA) zur Kenntnis zugestellt (act. 45).  

 
 

https://www.bstger.ch/de/media/comunicati-stampa/2020.html
https://www.bstger.ch/de/media/comunicati-stampa/2020.html

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EE. Mit Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2020.78 vom 7. Mai 2020 trat die 
Beschwerdekammer auf das Ausstandsgesuch von A. vom 4. Mai 2020 (vgl. 
supra lit. CC) infolge eingetretener gesetzlicher Verfolgungsverjährung im 
Strafverfahren SK.2019.45 nicht ein. 

 
 
FF. Am 12. Mai 2020 ersuchte A. um Erstreckung der Frist zur Einreichung einer 

Stellungnahme bis 28. Mai 2020 (act. 46). Diesem Ersuchen wurde mit 
Schreiben vom 13. Mai 2020 entsprochen (act. 47).  

 
 
GG. Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 erklärte F., auf eine erneute Stellungnahme 

zu verzichten und ausdrücklich an den bisherigen Stellungnahmen, auch be-
züglich der Kostenfolge, festzuhalten (act. 48).  

 
 
HH. B. und C. beantragen mit Eingaben je vom 18. Mai 2020, das Ausstandsver-

fahren BB.2020.50 wegen Gegenstandslosigkeit, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zulasten des Gesuchstellers abzuschreiben (act. 49 und 
50).  

 
 
II. Die Eingaben von F., B. und C., je vom 18. Mai 2020 (vgl. supra lit. GG. und 

HH.) wurden A. am 25. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht (act. 51). 
 
 
JJ. In seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2020 verwehrt sich A. gegen die Erle-

digung des vorliegenden Ausstandsverfahrens infolge Gegenstandslosig-
keit. Er macht im Wesentlichen eine Kompetenzüberschreitung der Be-
schwerdekammer geltend. Es stehe allein der Strafkammer zu, zu beurtei-
len, ob ein Verfahrenshindernis nach Art. 339 Abs. 1 lit. c StPO vorliege. A. 
teilte der Beschwerdekammer zudem mit, dass er am gestellten Revisions-
gesuch festhalte (act. 52). 

 
 
KK. Die Eingabe von A. vom 28. Mai 2020 ist den Gesuchsgegnern am 3. Juni 

2020 zur Kenntnis zugestellt worden (act. 53). 
 
 
LL. Die Beschwerdekammer übermittelte mit Schreiben vom 4. Juni 2020 der 

Berufungskammer des Bundesstrafgerichts zuständigkeitshalber die Einga-
ben von A. vom 14. April und 28. Mai 2020 (vgl. supra lit. W und JJ), gemäss 

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welchen er sein Ausstandsgesuch vom 5. März 2020 als Revision zu seinem 
Ausstandsgesuch vom 17. April 2019 respektive zum Beschluss der Be-
schwerdekammer BB.2019.85 vom 12. September 2019 verstanden haben 
wollte (act. 54). 

 
 Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  
 
 
 
 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 
1. Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person ver-

langen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes 
Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den 
Ausstand begründenden Tatsachen sind dabei glaubhaft zu machen. Die be-
troffene Person nimmt zum Gesuch Stellung (Art. 58 StPO). Wird ein Aus-
standsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht oder widersetzt 
sich eine in einer Strafbehörde tätige Person einem Ausstandsgesuch einer 
Partei, das sich auf Art. 56 lit. b – e StPO abstützt, so entscheidet ohne wei-
teres Beweisverfahren und endgültig die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts, wenn die Bundesanwaltschaft betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 
lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG) und die Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts, wenn die Beschwerdeinstanz (einzelne Mitglieder der Be-
schwerdekammer sowie die gesamte Beschwerdekammer des Bundesstraf-
gerichts) betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 StBOG). 
Der Entscheid ergeht schriftlich und ist zu begründen (Art. 59 Abs. 2 StPO). 
Bis zum Entscheid übt die betroffene Person ihr Amt weiter aus (Art. 59 
Abs. 3 StPO). 

 
 
2.  
2.1 Der Gesuchsteller lehnt zunächst die Mitglieder der Beschwerdekammer 

Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler ab. Während sich der 
Gesuchsteller in seinem Ausstandsgesuch vom 5. März 2020 nicht dazu äus-
sert, weshalb die genannten Richter seiner Ansicht nach befangen seien, 
führt er diesbezüglich in den Ergänzungen zum Ausstandsgesuch vom 
10. und 12. März 2020 Folgendes aus: Die Verfügung der AB-BA vom 
2. März 2020 habe die offensichtlich unredlichen Machenschaften des Bun-
desanwalts entlarvt. Deshalb sei der Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2019.85 vom 12. September 2019 unhaltbar, mit welchem das Aus-

- 12 - 

 

 

standsgesuch des Gesuchstellers vom 17. April 2019 gegen B. und die Mit-
glieder der Taskforce FIFA der Bundesanwaltschaft abgewiesen worden sei. 
Nach Ansicht des Gesuchstellers wäre es Pflicht und Aufgabe der Beschwer-
dekammer gewesen, damals in der Zusammensetzung von Roy Garré, Pat-
rick Robert-Nicoud und Stephan Blättler, die notwendigen Sachverhaltsab-
klärungen so zu treffen, wie sie die AB-BA vorgenommen habe. Es offenbare 
sich damit die Befangenheit des damaligen Spruchkörpers der Beschwerde-
kammer (act. 10 und 14).  

 
2.2 Wie bereits supra unter E. 1 ausgeführt, ist für die Beurteilung von Aus-

standsgesuchen gegen einzelne Mitglieder der Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts zustän-
dig (Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 StBOG). Offensichtlich 
unbegründete Gesuche können jedoch nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung von der betroffenen Instanz selbst abgewiesen werden, sofern 
auf sie überhaupt eingetreten werden muss (BOOG, Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 59 StPO, 
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).  

 
2.3  Zunächst ist festzuhalten, dass im vorliegenden Ausstandsgesuch nunmehr 

Bundesstrafrichterin Cornelia Cova anstelle von Bundesstrafrichter Stephan 
Blättler fungiert, weshalb auf das Ausstandsersuchen hinsichtlich Bun-
desstrafrichter Stephan Blättler von vornherein nicht einzutreten ist.  

 
2.4 Der Gesuchsteller stützt sodann sein Ausstandsgesuch gegen die Bun-

desstrafrichter Roy Garré und Patrick Robert-Nicoud sinngemäss auf Art. 56 
lit. f StPO. Demnach hat in den Ausstand zu treten, wer aus anderen Grün-
den (als diejenigen in Art. 56 lit. a - e StPO), insbesondere wegen Freund-
schaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, befan-
gen sein könnte.  

 
 Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung 

angenommen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung ge-
eignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Staatsanwaltes bzw. des 
Richters und den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit zu 
erwecken. Bei der Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das subjektive 
Empfinden einer Partei abzustellen. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, 
dass der Richter bzw. der Staatsanwalt tatsächlich befangen ist (BGE 138 
IV 425 E. 4.2.1; 138 I 1 E. 2.2; 137 I 227 E. 2.1; 136 I 207 E. 3.1; Urteil des 
Bundesgerichts 1B_34/2011 vom 16. Februar 2011 E. 2.3.1; TPF 2012 37 
E. 2.2). Gemäss Rechtsprechung vermögen allgemeine Verfahrensmass-

- 13 - 

 

 

nahmen, seien sie nun richtig oder falsch, als solche keine Voreingenom-
menheit der verfahrensleitenden Justizperson zu begründen. Ein Ausstands-
grund liegt auch nicht darin, wenn der Richter einen für die Partei ungünsti-
gen Entscheid erlässt, in rechtlicher Hinsicht eine dieser nicht genehme An-
sicht vertritt, in seinem Aufgabenbereich Verfahrens- oder Ermessensfehler 
begeht, ja selbst willkürliche Prozesshandlungen trifft. Für die Annahme von 
Voreingenommenheit muss es sich vielmehr um besonders schwere oder 
wiederholte Fehlleistungen bzw. Irrtümer gegen die gleiche Partei handeln, 
die als schwere Verletzung der Richterpflichten gelten müssen (KELLER, in: 
Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 56 StPO). Ein Ausstand muss auf 
besonders krasse und wiederholte Irrtümer bzw. schwere Verletzung der be-
ruflichen Pflichten als Mitglied der Strafbehörde beschränkt werden (BGE 
138 IV 142 E. 2.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_858/2013 vom 22. Okto-
ber 2013 E. 2; 1B_297/2013 vom 11. Oktober 2013 E. 2.2/2.4; 1B_204/2013 
vom 12. September 2013 E. 2.3; 1B_69/2013 vom 27. Juni 2013 E. 4.2). 
Schliesslich vermag auch alleine der Umstand, dass Richter wiederholt über 
Ausstandsgesuche des gleichen Gesuchstellers im Rahmen des gleichen 
Strafverfahrens zu befinden haben, keine Vorbefassung zu bewirken, da die 
Entscheidgrundlage grundsätzlich auf einer neuen Sachlage basiert (Keller, 
a.a.O., N. 32 zu Art. 56 StPO). 

 
2.5 Der Gesuchsteller vermag keine besonders krasse und wiederholte schwere 

Begehung von Verfahrensfehlern durch die genannten Richter der Be-
schwerdekammer im Sinne der oben zitierten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung glaubhaft darzulegen. Der Vorwurf, die Richter hätten im Zusam-
menhang mit dem Ausstandsgesuch des Gesuchstellers vom 17. April 2019 
den Sachverhalt abklären müssen, wie es die AB-BA im Rahmen des Dis-
ziplinarverfahrens gegen B. getan habe, ist nicht zu hören. Es ist nicht Auf-
gabe des Ausstandsrichters, die Verfahrensführung in der Art einer Auf-
sichtsbehörde zu überprüfen (KELLER, a.a.O.). Im Ausstandsverfahren ist zu-
dem gestützt auf Art. 59 Abs. 1 StPO ein Beweisverfahren grundsätzlich 
ohnehin ausgeschlossen (vgl. supra E. 1). Dies gilt auch, wenn ein Aus-
standsgrund nach Art. 56 lit. f StPO geltend gemacht wird (Urteil des Bun-
desgerichts 1B_27/2018 vom 29. März 2018 E. 1.5). Im Übrigen genügen 
die bloss stichwortartig aufgeführten Ausstandsgründe («Einseitige Bevor-
zugung der Untersuchungsbehörde wie auch der Privatklägerin FIFA, Ver-
weigerung einer notwendigen Sachverhaltsabklärung, Verweigerung einer 
Würdigung des Ablehnungsgesuches des Unterzeichnenden vom 
09.11.2018, Negierung der Thematik, dass die Betroffenen gemäss Art. 56 
StPO von Amtes wegen in den Ausstand zu treten haben»; vgl. act. 10 S. 4) 

- 14 - 

 

 

den Anforderungen an die Substantiierung eines Ausstandsgesuches bei 
Weitem nicht.  

 
Der Gesuchsteller hat somit offensichtlich keinen Ausstandsgrund im Sinne 
von Art. 56 StPO geltend gemacht, weshalb auf sein Ausstandsgesuch ge-
gen die Bundesstrafrichter Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud und Stephan 
Blättler nicht einzutreten ist und sich eine Weiterleitung an die Berufungs-
kammer des Bundesstrafgerichts erübrigt.  

 
 
3.  
3.1 Das Ausstandsgesuch vom 5. März 2020 richtet sich sodann namentlich ge-

gen Bundesanwalt B. sowie gegen die aktuellen bzw. ehemaligen Staatsan-
wälte des Bundes, C., D. und E. (act. 3.1 und act. 8, je S. 1 f.). Weiter richtet 
es sich gegen «alle bei der Bundesanwaltschaft angestellten und im Verfah-
ren SV.15.1462 resp. SK.2019.45 involvierten Personen». Im Rahmen sei-
ner Eingabe vom 10. März 2020 weitete der Gesuchsteller sein Gesuch auf 
den ehemaligen Staatsanwalt des Bundes F. aus (act. 10 S. 2).  

 
3.2  
3.2.1 Mit Medienmitteilung vom 28. April 2020 teilte das Bundesstrafgericht mit, 

dass am Montag, den 27. April 2020, im Strafverfahren SK.2019.45 die ge-
setzliche Verjährungsfrist für die eingeklagten Straftaten betreffend Zahlun-
gen im Vorfeld der Fussball-WM 2006 in Deutschland abgelaufen sei (vgl. 
supra lit. BB).  

 
3.2.2 Die Strafverfolgung verjährt in 15 Jahren, wenn die für die Tat angedrohte 

Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist (Art. 97 Abs. 1 
lit. b StGB). Ist vor Ablauf der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil er-
gangen, so tritt die Verjährung nicht ein (Art. 97 Abs. 3 StGB). Die Verjährung 
beginnt mit dem Tag, an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt. Wenn 
der Täter die strafbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten ausführt, mit dem 
Tag, an dem er die letzte Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. a und b StGB). Die 
Verjährung ist in jedem Verfahrensstadium von Amtes wegen zu berücksich-
tigen (BGE 116 IV 80 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_927/2015 vom 
2. Mai 2016 E. 1).  

 
3.2.3 In der dem Strafverfahren SK.2019.45 zugrunde liegenden Anklage der Bun-

desanwaltschaft vom 5. August 2019 bzw. 27. Januar 2020 wird dem Ge-
suchsteller Betrug (in Mittäterschaft) im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, 
eventualiter Gehilfenschaft dazu, vorgeworfen. Betrug im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis oder 

- 15 - 

 

 

Geldstrafe bestraft. Die Verfolgungsverjährungsfrist beträgt mithin 15 Jahre 
(Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB).  

 
 Der Anklageschrift kann entnommen werden, dass die letzte entscheidende 

Weiche im Rahmen der arbeitsteiligen Organisation des OK WM 2006 durch 
H. und G. gestellt worden sei, indem diese mit handschriftlich unterzeichne-
tem Zahlungsauftrag vom 26. April 2005, ausgeführt am 27. April 2005, die 
Auszahlung von EUR 6.7 Mio. zu Lasten des auf den DFB lautenden, durch 
das OK WM 2006 verwendeten Bankkontos Nr. 1 bei der Bank R. bewirkt 
hätten (Verfahrensakten SV.15.1462 pag. A-01.000-0259). Ausgehend von 
der letzten Tathandlung hat die Verfolgungsverjährung somit am 27. Ap-
ril 2005 zu laufen begonnen und ist – da kein erstinstanzliches Urteil ergan-
gen ist – am 27. April 2020 abgelaufen. Dies wird weder vom Gesuchsteller 
noch von den Gesuchsgegnern im vorliegenden Verfahren bestritten. Die 
Verjährung ergibt sich damit ohne Weiteres aus den Akten und ist – wie er-
wähnt – von Amtes wegen zu beachten.  

 
3.3 Wird die Verletzung von Ausstandsvorschriften festgestellt, sind Amtshand-

lungen aufzuheben, an denen eine zum Ausstand verpflichtete Person mit-
gewirkt hat, wenn dies eine Partei innert 5 Tagen verlangt, nachdem sie vom 
Entscheid über den Ausstand Kenntnis erhalten hat (Art. 60 Abs. 1 StPO). 
Infolge der eingetretenen gesetzlichen Verfolgungsverjährung im Verfahren 
SK.2019.45 bzw. SV.15.1462 wäre im Falle einer Gutheissung des Aus-
standsgesuchs gegen den Bundesanwalt B., die aktuellen bzw. ehemaligen 
Staatsanwälte des Bundes C., D., E. und F. die Aufhebung von Amtshand-
lungen und deren Wiederholung ausgeschlossen. Dies, weil nach Eintritt der 
Verfolgungsverjährung keine Verfahrenshandlungen im nämlichen Strafver-
fahren mehr vorgenommen werden können und auch die Bundesanwalt-
schaft die Verjährung von Amtes wegen zu beachten hat. Das aktuelle prak-
tische Interesse an der Feststellung eines allfälligen Ausstandsgrundes ist 
somit mit Eintritt der Verjährung im Verfahren SK.2019.45 bzw. SV.15.1462 
weggefallen. Die durch den Gesuchsteller geltende gemachte hypothetische 
Wiederherstellung seiner Reputation im Falle einer Gutheissung des Aus-
standsgesuches gegen Bundesanwalt B. und die weiteren im Verfahren 
SV.15.1462 involvierten Staatsanwälte des Bundes (vgl. act. 52 S. 8 ff.) ver-
mag jedenfalls kein rechtlich geschütztes Interesse an der Behandlung des 
Ausstandsgesuchs zu begründen, zumal nach Schweizer Rechtsauffassung 
ein Freispruch bzw. eine Einstellung wegen Verjährung kein Freispruch 
«zweiter Klasse» ist (im Allgemeinen zur Diskussion über die Rechtsnatur 
der Verjährung vgl. ZURBRÜGG, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 51-61 
zu Vor Art. 97-101 StGB; SCHUBARTH, Erlöschen der Strafgewalt zufolge 

- 16 - 

 

 

Verjährung – Konsequenzen für die Rechtsnatur der Verjährung und für Fra-
gen der Auslieferung, ZStrR 129/2011, S. 66 ff.).  

 
 Ist somit das Rechtsschutzinteresse an der Entscheidung im vorliegenden 

Ausstandsverfahren weggefallen, ist dieses als gegenstandslos geworden 
abzuschreiben.  

 
3.4 Gemäss Art. 59 Abs. 4 StPO gehen die Verfahrenskosten zu Lasten des 

Bundes bzw. des Kantons, wenn das Ausstandsgesuch gutgeheissen wird. 
Wird es abgewiesen oder war es offensichtlich verspätet oder mutwillig, so 
gehen die Kosten zu Lasten der gesuchstellenden Person. Für die Entschä-
digung der obsiegenden Partei sind die Art. 429 f. StPO mangels ausdrück-
licher Regelung in Art. 59 Abs. 4 StPO analog anzuwenden (KELLER, a.a.O., 
N. 12 zu Art. 59 StPO). Bei Gegenstandslosigkeit einer Streitsache wird in 
erster Linie kostenpflichtig, wer diese verursacht hat (vgl. TPF 2011 31). 
Wenn sich dies nicht feststellen lässt, ist mit summarischer Begründung auf 
den mutmasslichen Prozessausgang abzustellen und zwar aufgrund der 
Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrunds (Entscheid des Bundesstrafge-
richts BB.2013.9 vom 25. Februar 2013). Dabei geht es nicht darum, auf alle 
Rügen einzeln und detailliert einzugehen (BGE 118 Ia 488 E. 4a). Vielmehr 
kann es bei einer knappen, d.h. Prima-Facie-Beurteilung der Aktenlage sein 
Bewenden haben (DOMEISEN, Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 428 StPO). 

 
 Vorliegend ist die Gegenstandslosigkeit des Ausstandsverfahrens gegen die 

Gesuchsgegner 1-5 wegen der Verjährung des Strafverfahrens SV.15.1462 
bzw. SK.2019.45 eingetreten. Es ist daher für die Frage der Kosten- und 
Entschädigungsfolge im Rahmen einer summarischen Überprüfung auf den 
mutmasslichen Prozessausgang aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Er-
ledigungsgrunds abzustellen. 

 
 
4. 
4.1 Wie bereits erwähnt, sind Ausstandsgesuche einer Partei gegen eine in einer 

Strafbehörde tätigen Person «ohne Verzug» zu stellen (vgl. supra E. 1). 
Nach der Rechtsprechung muss der Gesuchsteller den Ausstand in den 
nächsten Tagen nach Kenntnis des Ausstandsgrunds verlangen. Andernfalls 
verwirkt er den Anspruch (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69 m.w.H.). Ein sechs bis 
sieben Tage nach Kenntnis des Ausstandsgrunds gestelltes Ausstandsge-
such ist rechtzeitig. Wartet der Gesuchsteller damit zwei Wochen zu, ist es 
dagegen verspätet (Urteil des Bundesgerichts 1B_47/2019 vom 20. Februar 
2019 E. 3.3 mit Hinweis).  

- 17 - 

 

 

 
 Sodann sind grundsätzlich pauschale Ausstandsgesuche gegen eine Be-

hörde als Ganzes nicht zulässig. Rekusationsersuchen haben sich auf ein-
zelne Mitglieder der Behörde zu beziehen, und der Gesuchsteller hat eine 
persönliche Befangenheit der betreffenden Personen aufgrund von Tatsa-
chen konkret glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Ein formal gegen 
eine Gesamtbehörde gerichtetes Ersuchen kann daher in aller Regel nur ent-
gegengenommen werden, wenn im Ausstandsbegehren Befangenheits-
gründe gegen alle Einzelmitglieder ausreichend substanziiert werden. 
Blosse Vermutungen oder pauschale, vage Andeutungen genügen im Übri-
gen nicht (BOOG, a.a.O., N. 4 zu Art. 55; KELLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 58). 
Glaubhaft machen bedeutet, dass der Gesuchsteller es auch nicht bei einer 
blossen behaupteten Darstellung belassen kann, sondern die Wahrschein-
lichkeit dieser Gründe mittels Indizien oder Beweismitteln substanziieren 
muss. Aufgrund der Notwendigkeit eines raschen Ablaufs und des Aus-
schlusses eines Beweisverfahrens (vgl. supra E. 1.1) ist das Glaubhaftma-
chen auf Schriftstücke und eine in sich selbst glaubhafte Darstellung be-
schränkt (KELLER, a.a.O.).  

 
 Die Parteien können den Ausstand «einer in einer Strafbehörde tätigen Per-

son» verlangen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Das betrifft in erster Linie diejenigen 
Personen, welche einen direkten Einfluss auf das konkrete Verfahren aus-
üben. Ein Ausstandsgesuch kann daher grundsätzlich nur gegen die am 
Strafverfahren mitwirkenden Personen gestellt werden, in erster Linie somit 
gegen den Verfahrensleiter oder die Verfahrensleiterin und gegen die unter 
deren Verantwortung stehenden Personen. Letztgenannte fallen jedoch 
dann ausser Betracht, wenn sich deren Mitwirkung am Verfahren nur als 
marginal erweist (vgl. hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2018.195 vom 3. April 2019 E. 1.5 mit Hinweis). Massgebliche Kriterien 
für die Anwendbarkeit der Ausstandsbestimmungen auf Hilfspersonen müs-
sen deren Nähe zum Verfahren sein sowie die Möglichkeit, einen eigenen in 
der Sache sich auswirkenden Beitrag zu leisten. Es geht darum, ob die Per-
son auch nur indirekten Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens hat (KEL-
LER, a.a.O., Art. 56 StPO N. 7 m.w.H.; siehe auch MOREILLON/PAREIN-REY-
MOND, Petit Commentaire, 2. Aufl. 2016, Art. 56 StPO N. 2).  

 
Analoge Überlegungen müssen auch gelten für die dem Verfahrensleiter 
bzw. der Verfahrensleiterin hierarchisch übergeordneten Personen wie vor-
liegend für den Bundesanwalt. Sie können nur dann Adressaten eines Aus-
standsgesuchs einer Partei sein, wenn sie im konkreten, diese Partei betref-
fenden Strafverfahren tatsächlich mitgewirkt haben bzw. auf dieses Einfluss 

- 18 - 

 

 

genommen haben, sei dies beispielsweise durch Erlass konkreter Weisun-
gen an die verfahrensleitende Person oder aber indem sie einzelne Verfah-
renshandlungen selber vornehmen. Allein die allgemein geltende, im kon-
kreten Fall aber nicht ausgeübte Weisungsbefugnis gegenüber einer verfah-
rensleitenden Person schafft demnach keine Möglichkeit, gegen den Bun-
desanwalt ein Ausstandsbegehren zu stellen. Eine allfällige Befangenheit 
der Führungsverantwortlichen wirkt sich demnach nicht zwingend auch auf 
die in den einzelnen Verfahren ermittelnden Staatsanwälte sowie auf die die-
sen unterstellten Personen aus (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2019.197 vom 17. Juni 2019 E. 3.4). 

 
4.2 Der Gesuchsteller bezeichnete in seinem Ersuchen den konkreten Aus-

standsgrund gegen B. und die übrigen Gesuchsgegner nicht, er schien sich 
jedoch sinngemäss auf Art. 56 lit. f StPO zu berufen.  

 
4.3 Mit Bezug auf die vom Gesuchsteller im vorliegenden Ausstandsverfahren 

zahlreich erhobenen Eingaben ist zunächst festzuhalten, dass auf dessen 
Eingabe vom 27. April 2020 (act. 44), soweit er damit neue Ausstandsgründe 
gegen die Gesuchsgegner geltend machen will, infolge bereits eingetretener 
Verjährung des Verfahrens SK.2019.45 und SV.15.1462 (vgl. supra E. 3.2) 
nicht einzugehen ist. Auch mit seiner Kritik am Beschluss des Bundesstraf-
gerichts BB.2019.85 vom 12. September 2019, der seiner Auffassung nach 
vor dem Hintergrund der nunmehr vorliegenden Verfügung der AB-BA vom 
2. März 2020 unhaltbar sei (act. 10 S. 5), ist der Gesuchsteller im vorliegen-
den Ausstandsverfahren nicht zu hören. In der Eingabe vom 19. März 2020 
(act. 25), mit welcher der Gesuchsteller verschiedene Medienberichte zitiert 
bzw. diese wortwörtlich wiedergibt, um darzutun, «wie die intellektuelle Öf-
fentlichkeit zu dieser causa steht», werden keine konkreten Tatsachen, die 
die persönliche Befangenheit der Gesuchsgegner glaubhaft gemacht, wes-
halb darauf nicht weiter einzugehen ist. Unbeachtlich ist ferner die Eingabe 
des Gesuchstellers vom 20. März 2020 (act. 26), bei der es sich um eine 
wortwörtliche Wiedergabe des Ausstandsgesuchs vom 17. April 2020 han-
delt. Dieses war bereits Gegenstand des rechtskräftig abgeschlossenen 
Ausstandsverfahrens BB.2019.85. Abgesehen davon vermag der pauschale 
Verweis auf ein früheres Ausstandsgesuch der Begründungspflicht im vor-
liegenden Ausstandsverfahren ohnehin nicht zu genügen.  

 
 Soweit in den übrigen Eingaben des Gesuchstellers gegen die einzelnen Ge-

suchsgegner konkrete Einwände gegen deren Unbefangenheit erhoben wer-
den, ist darauf nachfolgend einzugehen. 

 

- 19 - 

 

 

4.4 
4.4.1 Der Gesuchsteller begründete sein Begehren B. gegenüber unter anderem 

damit, dass die Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020, welche die ver-
schiedenen Gespräche bzw. Kontakte der Bundesanwaltschaft mit der FIFA 
sowie das Verhalten des Bundesanwaltes bzw. der Bundesanwaltschaft im 
FIFA-Verfahrenskomplex zum Gegenstand gehabt habe, zahlreiche völlig 
neue, bisher nicht bekannte Tatsachen ans Licht gebracht hätte. Gemäss 
Ausführungen der AB-BA sei nun davon auszugehen, dass es beim Treffen 
vom 8. Juli 2015 zwischen B., R. und S. bereits um den FIFA-Komplex ge-
gangen sei. Auch bestehe der Verdacht, dass die FIFA nur dank den Ge-
heimtreffen vom 22. April 2016 und 16. Juni 2017 zwischen dem am 26. Feb-
ruar 2016 gewählten Präsidenten der FIFA, O., und B. als Privatklägerin im 
Verfahren SV.15.1462 zugelassen worden sei. In diesem Zusammenhang 
sei der Umstand, dass eine Aktennotiz von B. zuhanden der parlamentari-
schen Oberaufsicht bestehe, welche sich auf die Treffen vom 22. März und 
22. April 2016 beziehe, für den Gesuchsteller neu (act. 4). In seiner Replik 
vom 14. April 2020 wiederholte der Gesuchsteller im Wesentlichen seine im 
Ausstandsgesuch vom 5. März 2020 gemachten Ausführungen (act. 36).  

 
4.4.2 B. führte in seiner Stellungnahme vom 19. März 2020 zunächst aus, er sei 

im Verfahren SV.15.1462 weder Verfahrensleiter gewesen noch habe er ge-
stützt auf seine gesetzlichen Weisungsbefugnisse Einfluss auf das Verfah-
ren genommen. Ebenso wenig sei er Leiter der Taskforce FIFA gewesen 
(act. 24 S. 1 f.). Ob B. im Verfahren SV.15.1462 mitwirkende Person im 
Sinne von Art. 56 Abs. 1 StPO und somit Adressat im vorliegenden Aus-
standsverfahren war, braucht – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – in An-
betracht des (hypothetischen) Verfahrensausganges keiner weiteren Über-
prüfung unterzogen zu werden und kann somit offen bleiben.  

 
4.4.3 Zur Begründung des Begehrens betreffend B. ist zunächst festzuhalten, 

dass dem Gesuchsteller die in der Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020 
thematisierten verschiedenen Treffen insbesondere zwischen B. und O. 
längst bekannt gewesen sind, nämlich seit November 2018 (vgl. Beschluss 
des Bundesstrafgerichts BB.2019.85 vom 12. September 2019 E. 3.2.2). Der 
Gesuchsteller war jedoch der Ansicht, dass gestützt auf die Verfügung der 
AB-BA vom 2. März 2020 neu klar ersichtlich werde, dass die langjährige 
Verflechtung zwischen der FIFA und der Bundesanwaltschaft noch viel stär-
ker gewesen sei als bisher bekannt (act. 4 S. 12). Zunächst ist fraglich, ob 
die Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020, die (noch nicht) rechtskräftig ist 
und im Rahmen eines Disziplinarverfahrens – bei welchem andere Beweis-
anforderungen als im Strafverfahren gelten – erlassen wurde, überhaupt ge-
eignet ist, die geltend gemachten Ausstandsgründe zu belegen. Selbst wenn 

- 20 - 

 

 

dies zu bejahen wäre, wäre auf das Ausstandsbegehren ohnehin nicht ein-
zutreten, sodass die Frage letztlich offen gelassen werden kann. Was der 
Gesuchsteller zur Begründung der neuen Tatsachen ausführte, ist nämlich 
unbehelflich. Die in der Verfügung der AB-BA erwähnte Aktennotiz von B. 
zuhanden der parlamentarischen Oberaufsicht, in welcher dieser festgehal-
ten habe, das einstündige Treffen am 22. März 2016 habe der allgemeinen 
Einordnung des Verfahrenskomplexes Weltfussball durch den Bundesan-
walt sowie der Erörterung der FIFA als Anzeigeerstatterin und Privatklägerin 
gedient (act. 27.1 Rz. 148), vermag keine neue Tatsache hervorbringen. 
Dem Gesuchsteller war nämlich bereits seit Mai 2019 bekannt, dass anläss-
lich der Geheimtreffen auch die Rolle der FIFA als Privatklägerin zur Sprache 
gekommen war. Dies geht aus dem II. Addendum vom 16. Mai 2019 des 
Gesuchstellers im Verfahren BB.2019.85 hervor (Verfahrensakten 
SV.15.1462 pag. 21.108-0185 ff). Ob es ferner beim Treffen vom 8. Juli 
2015 zwischen B., R. und S. bereits um den FIFA-Komplex gegangen war, 
wie der Gesuchsteller neu vermutete, wäre für die Beurteilung des Aus-
standsgrundes unerheblich. Die Beschwerdekammer hatte in ihrem Be-
schluss BB.2019.85 vom 12. September 2019 bereits festgehalten, dass es 
nicht weiter relevant sei, ob es zwischen den Beteiligten zu zwei oder meh-
reren Treffen gekommen sei, da die vom Gesuchsteller kritisierten Umstände 
dieser Treffen mehr oder weniger immer identisch gewesen seien. Entgegen 
der Ansicht des Gesuchstellers spielt für die Beurteilung des Ausstandsgrun-
des das Verhalten von B. im Rahmen der Disziplinaruntersuchung zudem 
keinerlei Rolle. Auf seine diesbezüglichen Ausführungen ist nicht weiter ein-
zugehen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Gesuchsteller keine 
Ausstandsgründe geltend gemacht hat, die er nicht bereits in seinem Ersu-
chen vom 17. April 2019 vorgebracht hat. Die Beschwerdekammer hat dies-
bezüglich in ihrem Beschluss BB.2019.85 vom 12. September 2019 bereits 
festgehalten, dass diese Vorbringen verspätet sind. Darauf kann ohne Wei-
teres verwiesen werden. Auf das Ausstandsgesuch gegen B. wäre somit 
nicht einzutreten gewesen.  

 
4.5  
4.5.1 Im Rahmen seiner Eingabe vom 10. März 2020 weitete der Gesuchsteller 

sein Gesuch vom 5. März 2020 auf den ehemaligen Staatsanwalt des Bun-
des F. aus, ohne in dieser Eingabe jedoch konkrete Ausstandsgründe gegen 
ihn anzuführen. Er bezog sich darin auf das dritte, bereits im November 2018 
in den Medien bekannt gewordene Treffen vom 16. Juni 2017 zwischen B. 
und O. und legte im Wesentlichen pauschal dar, dass sich der Beschluss der 
Beschwerdekammer BB.2019.85 vor dem Hintergrund der Verfügung der 
AB-BA vom 2. März 2020 als unrichtig erwiesen habe (act. 10). In seiner 
Eingabe vom 19. März 2020 hielt der Gesuchsteller sodann fest, gestützt auf 

- 21 - 

 

 

die von der Strafkammer ungeschwärzte Version der Verfügung der AB-BA 
vom 2. März 2020 sei nunmehr ersichtlich, dass F. am Treffen vom 16. Juni 
2017 dabei gewesen sei. Dies ergebe sich aus der Outlook-Agenda des Bun-
desanwalts (act. 25).  

 
4.5.2 F. führte in seiner Stellungnahme vom 3. April 2020 aus, er habe nicht am 

Treffen vom 16. Juni 2017 teilgenommen. Er sei vom 15. bis 18. Juni 2017 
auslandabwesend gewesen, was die beiliegenden Boardingkarten belegen 
würden (act. 32 und 32.1.). Wenn der Gesuchsteller argumentiert, die Boar-
dingkarten würden nicht beweisen, dass F. nicht am Treffen vom 16. Juni 
2017 teilgenommen habe, verkennt er, dass offenbar selbst die AB-BA in 
ihrer Verfügung vom 2. März 2020 davon ausgeht, F. habe nicht am besag-
ten Treffen teilgenommen (vgl. act. 27.1 Rz. 89: «Zusammenfassend ist für 
diese Untersuchung aufgrund der vorstehend genannten Sachverhaltsele-
mente und Indizien erstellt, dass am 16. Juni 2017 im Hotel AA. in Bern ein 
Treffen stattgefunden hat, an welchem der Bundesanwalt, O., R. und S. teil-
genommen haben»). Soweit der Gesuchsteller sodann im Wesentlichen auf 
sein Ausstandsgesuch vom 17. April 2019 verweist bzw. dieses wortwörtlich 
wiedergibt, ist darauf nicht weiter einzugehen, da – wie bereits ausgeführt – 
dieses mit Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2019.45 vom 12. Septem-
ber 2019 rechtskräftig behandelt worden ist.  

 
4.6 
4.6.1 Insofern der Gesuchsteller sodann das Gesuch E. gegenüber damit begrün-

dete, dass die Abweisung des Ausstandsgesuch vom 17. April 2019 betref-
fend E. im Verfahren BB.2019.85 gesetzeswidrig gewesen sei (act. 36 
S. 26), wurde schon festgehalten, dass Einwendungen gegen das rechts-
kräftig abgeschlossene Verfahren BB.2019.85 im vorliegenden Verfahren 
nicht zu hören sind (vgl. supra E. 4.3). Die Beschwerdekammer ist in ihrem 
Beschluss BB.2019.85 vom 12. September 2019 auf das Ausstandsgesuch 
gegen E. nicht eingetreten, da dieser zu keinem Zeitpunkt in die Führung des 
Strafverfahrens SV.15.1462 eingebunden gewesen sei. Seine konkrete Mit-
wirkung am Verfahren habe sich auf die Stellvertretung von C. und des vor-
maligen Verfahrensleiters beschränkt, wenn diese büroabwesend oder an-
derweitig verhindert gewesen seien (E. 3.3.3). An diesen Ausführungen ist 
vollumfänglich festzuhalten. Andere als bereits im Ausstandsverfahren 
BB.2019.85 gegen E. erhobene Ausstandsgründe bringt der Gesuchsteller 
im vorliegenden Verfahren nicht vor. Auf das Gesuch wäre in diesem Punkt 
somit nicht einzutreten gewesen.  

 
4.6.2 C. gegenüber begründete der Gesuchsteller sein Gesuch zunächst damit, er 

habe bereits im Ausstandsverfahren BB.2019.85 dargelegt, dass C. das 

- 22 - 

 

 

Verfahren SV.15.1462 in der Task-Force jeweils zweifelsfrei besprochen 
habe. C. habe dabei das Verfahren SV.15.1462 in Partnerschaft mit E. ge-
führt. Die Befangenheit von E. sei mit Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2019.190 vom 17. Juni 2019 festgestellt worden (act. 4 S. 13). Der Ge-
suchsteller verkennt, dass die gerichtlich festgestellte Befangenheit von E. 
nicht das Strafverfahren SV.15.1462 betroffen hatte. Im Übrigen hatte E. im 
vorliegenden Strafverfahren nur eine marginale Rolle inne. Auf diese Um-
stände wurde bereits Verfahren BB.2019.85 hingewiesen. Auch das in der 
Replik vom 14. April 2020 angeführte Argument, C. sei offensichtlich von 
seinen Vorgesetzten B., F. und E. abhängig gewesen, führt ins Leere (act. 36 
S. 18 ff.). Abgesehen davon, dass eine Befangenheit von B., F. und E. nicht 
glaubhaft dargetan worden ist, würde eine solche der Führungsverantwortli-
chen nicht automatisch zur Annahme einer solchen auf Seiten der in den 
einzelnen Verfahren ermittelnden Staatsanwälte sowie den diesen unterstel-
len Personen führen (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2019.85 
vom 12. September 2019 E. 3.3.1 m.w.H.). Wenn schliesslich der Gesuch-
steller ausführt, der fünfte Mann am Treffen vom 16. Juni 2017 hätte C. sein 
können, handelt es sich hierbei um blosse Mutmassungen und Spekulatio-
nen, zumal auch die Verfügung der AB-BA vom 2. März 2020 C. nirgends 
nennt. Hinreichende Ausstandsgründe gegenüber C. vermochte der Ge-
suchsteller keine glaubhaft darzulegen. Auch in diesem Punkt wäre auf das 
Gesuch nicht einzutreten gewesen.  

 
4.6.3  Soweit sich das Gesuch schliesslich gegen D. richtet, äusserte sich der Ge-

suchsteller einzig in der Replik zu deren angeblichen Befangenheit. Er 
machte geltend, es sei nicht glaubhaft, das D. von ihren Vorgesetzten nicht 
geführt, kontrolliert und angeleitet worden sein soll, zumal sie über weniger 
Erfahrung als C. verfügt hätte. Das Verfahren sei ineffizient geführt worden, 
und der einzig rechtsstaatlich logische Schluss wäre gewesen, das Verfah-
ren einzustellen (act. 36 S. 27 f.). Diese pauschal gehaltenen Ausführungen, 
die vorwiegend auf Mutmassungen beruhen, vermögen in keiner Weise eine 
mögliche Befangenheit der Gesuchsgegnerin glaubhaft darzulegen. Auf das 
Gesuch wäre in diesem Punkt mangels Substantiierung nicht einzutreten ge-
wesen. 

 
4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das Ausstandsgesuch gegen 

die Gesuchsgegner 1-5 nicht einzutreten gewesen wäre.  
 
 
5. Gestützt auf den mutmasslichen Prozessausgang wäre der Gesuchsteller 

mit seinem Ausstandsgesuch gegen die Gesuchsgegner 1-5 im vorliegen-
den Verfahren unterlegen. Ebenso unterliegt der Gesuchsteller mit Bezug 

- 23 - 

 

 

auf das gegen die Bundesstrafrichter Garré, Robert-Nicoud und Blättler ge-
stellte Ausstandsgesuch (vgl. supra E. 2.4).  

 
 
6. Damit hat der Gesuchsteller gestützt auf Art. 59 Abs. 4 StPO die Kosten des 

vorliegenden Verfahrens zu tragen. Die entsprechende Gerichtsgebühr ist 
auf Fr. 5'000.-- festzusetzen (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 BStKR; 
SR 173.713.162).  

 
 

  

- 24 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Auf das Ausstandsgesuch gegen die Bundesstrafrichter Roy Garré, Patrick 

Robert-Nicoud und Stephan Blättler wird nicht eingetreten. 
 
2. Das Ausstandverfahren gegen den Bundesanwalt B. und die aktuellen bzw. 

ehemaligen Staatsanwälte des Bundes, C., D., E. und F. wird als gegen-
standslos geworden abgeschrieben.  
 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt.  
 
 

Bellinzona, 6. Juli 2020 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Till Gontersweiler 
- B. 
- C. 
- D. 
- E. 
- F. 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.