# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b10306db-17de-5913-b6f9-73c97e303821
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2010 D-4386/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4386-2010_2010-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4386/2010
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A.__________, geboren (...),
Tunesien,
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 7. Juni 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4386/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 7. Juni 2010 – eröffnet am 10. Juni 
2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  vom  14. März  2010  nicht  eintrat,  die  Wegweisung 
nach Italien  verfügte,  den Beschwerdeführer  –  unter  Androhung von 
Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz späte-
stens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton  B.__________  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu 
vollziehen,  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die 
vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,  und dem 
Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17. Juni  2010  gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein-
reichte und beantragte, es sei die Verfügung des BFM aufzuheben und 
auf sein Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei die Vorinstanz anzu-
weisen, ihr Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich für das vor-
liegende Asylgesuch für zuständig zu erachten,

dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei im 
Sinne einer vorsorglichen Massnahme der vorliegenden Beschwerde 
die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen,  und  die  Vollzugsbehörden 
seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Italien abzusehen, bis 
das  Bundesverwaltungsgericht  über  den  Suspensiveffekt  der  einge-
reichten  Beschwerde  entschieden  habe,  es  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2  des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses zu verzichten,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung ge-
stützt auf Art. 56  VwVG mit Verfügung vom 18. Juni 2010 vorsorglich 
aussetzte,

dass der Instruktionsrichter mit  Verfügung vom 23. Juni 2010 auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete,  das  Gesuch um un-
entgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 abwies 

Seite 2

D-4386/2010

und  dem  BFM  Gelegenheit  zur  Einreichung  einer  Vernehmlassung 
gab,

dass das BFM am 2. Juli 2010 eine Stellungnahme einreichte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG  und  Art. 52 
VwVG), 

dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  einzig  zu  prüfen  ist,  ob 
das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  zu  Recht  nicht  eingetreten  ist  und  infolge-
dessen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass aus der angefochtenen Verfügung nicht  ersichtlich wird,  warum 
das  BFM  von  der  Zuständigkeit  Italiens  gestützt  auf  Art.  16  Abs. 1 
Bst. c der  Verordnung  Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 
zur  Festlegung von Kriterien  und Verfahren zur  Bestimmung des Mit-
gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 
in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO) 
und  von  einer  zweiwöchigen  Frist  zur  Beantwortung  des  Wieder-
aufnahmeersuchen gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. b Dublin-II-VO ausging, 

dass das BFM in der Vernehmlassung diesbezüglich ergänzend aus-
führt,  der  Beschwerdeführer  habe  zuvor  bereits  in  Deutschland  ein 
erstes Asylgesuch gestellt  und Italien habe bereits am 4. März 2010 

Seite 3

D-4386/2010

der Übernahme des Beschwerdeführers aus Deutschland zugestimmt, 
weshalb  es  sich  um  ein  Wiederaufnahmeverfahren  im  Sinne  von 
Art. 16  Abs. Abs. 1  Bst. c  Dublin-II-VO  handle  und  es  deshalb  von 
einer zweiwöchigen Frist im Sinne von Art. 20 Abs. 1 Bst. b Dublin-II-
VO für die Antwort aus Italien ausgegangen sei, 

dass  damit  hinreichend  geklärt  ist,  weshalb  das  BFM  von  der  Zu-
ständigkeit  Italiens  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin-II-VO 
ausging, und es somit von einer stillschweigenden Zusage Italiens im 
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung ausgehen durfte,

dass die Beschwerde diesbezüglich keine Rüge enthielt, weshalb auf 
eine Einholung einer Replik verzichtet werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  in  formeller  Hinsicht  jedoch  geltend 
machte, das BFM habe seine Verfügung mangelhaft begründet, weil es 
sich weder zur Frage des Selbsteintrittrechts noch zu derjenigen der 
humanitären Klausel in genügender Form geäussert habe,

dass betreffend den Selbsteintritt  und die humanitäre Klausel  in An-
betracht  der  nachfolgenden  Ausführungen  keine  Verletzung  der  Be-
gründungspflicht und damit des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs 
feststellbar ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 
DAA  (Dublin-Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68)  i.V.m. 
Art. 29a Abs. 1 Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen (AsylV 1) die 
Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur  Behandlung  eines 
Asylgesuches nach den Kriterien der Dublin-II-VO zu erfolgen hat, 

dass  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG im Weiteren  voraussetzt,  dass  der 
staatsvertraglich zuständige Staat  einer Übernahme der  asylsuchen-
den Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asyl-
antrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im 
Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem 

Seite 4

D-4386/2010

einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels 
III Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 
eingeleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat 
gestellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), wobei die Kriterien in der in 
Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5-14 Dublin-
II-VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem 
der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt,  
auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), 

dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer ge-
mäss  seinen  Angaben  und  zweier  Eurodac-Treffer  am  28. Oktober 
2008  nach  Italien  einreiste  und  am  29. Januar  2010  erstmals  in 
Deutschland um Asyl nachsuchte, dann aber untertauchte und in der 
Schweiz am 14. März 2010 ein weiteres Asylgesuch stellte,

dass die deutschen Behörden das Zuständigkeitsverfahren einleiteten 
und  die  italienischen  Behörden  um  Übernahme  des  Beschwerde-
führers gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Dublin-II-VO ersuchten, 

dass  die  italienischen  Behörden  dem  Übernahmeersuchen  von 
Deutschland am 4. März 2010 zustimmten, 

dass  demnach  die  Frage  der  Zuständigkeit  bereits  geklärt  ist  und 
Italien  gestützt  auf  Art. 10  Abs. 1  Dublin-II-VO für  die  Durchführung 
des Asylverfahrens zuständig ist,

dass demnach das BFM, wie in der Vernehmlassung zu Recht festge-
halten, die zuständigen italienischen Behörden am 19. April 2010 ge-
stützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO um Wiederaufnahme des 
Beschwerdeführers ersuchte,

dass die italienischen Behörden die Frist zur Stellungnahme ungenutzt 
verstreichen  liessen,  weshalb  angesichts  der  Verfristung  eine  still -
schweigende Zusage zur Rückübernahme des Beschwerdeführers ge-
mäss Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO vorliegt,

dass  in  der  Beschwerde  nichts  Stichhaltiges  geltend  gemacht  wird, 
was in Bezug auf die Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des 
Asylverfahrens zu einer anderen Beurteilung führen könnte, 

Seite 5

D-4386/2010

dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 
10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist 
und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Italien würde sich nicht 
an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten, 

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen 
hält,

dass  zwar  das  italienische  Fürsorgesystem für  Asylsuchende wie  in 
der  Beschwerde erwähnt  in  der  Kritik  steht,  in  den Aufenthalts-  und 
Verfahrensbedingungen für  Personen, welche sich im Rahmen eines 
Asylverfahrens in Italien aufhalten, indessen kein Vollzugshindernis zu 
erkennen ist,

dass  Dublin-Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt 
werden und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche 
private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  Arciconfraternita  seit  dem 
1. Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino 
(Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechts-
beratung anbietet,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  bereits  anlässlich  der  Be-
fragung  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  Chiasso  am  7. April 
2010  mitteilte,  er  habe  in  Italien  die  Hilfe  von  Caritas  in  Anspruch 
nehmen können (vgl. act. A1/14 S. 9),

dass  unter  diesen  Umständen,  ungeachtet  der  Einwände  des  Be-
schwerdeführers, wonach er in Italien auf die Strasse gestellt worden 
sei  und  er  anschliessend  weder  eine  Unterkunft,  Verpflegung  noch 
eine medizinische Versorgung erhalten habe und auf sich alleine ge-
stellt  gewesen  sei,  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich 
sind, die darauf hindeuten, der Beschwerdeführer würde im Falle einer 
Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten,

Seite 6

D-4386/2010

dass aufgrund der Akten auch sonst keine Gründe zur Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO ersichtlich sind, 
weshalb entgegen der Beschwerdevorbringen somit nicht davon aus-
zugehen ist, das BFM hätte Veranlassung zu einem Selbsteintritt und 
zu  einer  diesbezüglichen  Begründung  gehabt,  weshalb  verzichtet 
werden kann, darauf näher einzugehen,

dass Art. 15  Abs. 1 Dublin-II-VO grundsätzlich  nur  dann zur  Anwen-
dung gelangt, wenn sich ein Asylbewerber in dem für die Prüfung des 
Asylgesuches nach Art. 6-14 Dublin-II-VO zuständigen Staat  aufhält, 
humanitäre  Erwägungen  –  wie  das  Zusammenführen  von  Familien-
mitgliedern  –  jedoch  dafür  sprechen,  das  Asylverfahren  in  einem 
weiteren Staat durchzuführen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER, ANDREA SPRUNG, 
Dublin  II-Verordnung,  Das  Europäische  Asylzuständigkeitssystem, 
3. Aufl., Wien-Graz 2010, Art. 15, K4, S. 120), 

dass sich der Beschwerdeführer indessen in der Schweiz und damit in 
einem  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  nicht  zuständigen 
Staat  aufhält,  weshalb  entgegen der  in  der  Beschwerde vertretenen 
Auffassung die sogenannte humanitäre Klausel von Art. 15 Dublin-II-
VO vorliegend  nicht  zum Tragen kommt  und  demnach  für  das  BFM 
keine Veranlassung bestand,  sich damit  in der Entscheidbegründung 
auseinanderzusetzen,

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang 
mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundes-
amt zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren  in  den für  die  Prüfung des  Asylgesuches  zustän-
digen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

Seite 7

D-4386/2010

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet 
hat,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass aufgrund der Akten von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 
auszugehen ist  und die Beschwerde retrospektiv betrachtet  nicht als 
aussichtlos  bezeichnet  werden  kann,  weshalb  das  Gesuch  um  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs.1 
VwVG gutzuheissen  und auf  die  Erhebung  von Verfahrenskosten  zu 
verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 8

D-4386/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Vernehmlassung des 
BFM vom 2. Juli 2010 zur Kenntnisnahme)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

Seite 9