# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdad1d76-8bfb-5939-8dfe-0c3c8bd9f6ef
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-26
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 26.07.2019 2019_OG V 18 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2019-OG-V-18-53_2019-07-26.pdf

## Full Text

Baurecht. Art. 19 Abs. 1, Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG. Art. 78 Abs. 2 und Abs. 3 
PBG. Die Baubewilligung setzt voraus, dass das zu bebauende Land 
erschlossen ist. Zur Erschliessung gehört das Vorhandensein der nötigen 
Anlagen für die Wasserversorgung. Zur Wasserversorgung gehören 
ausreichendes und einwandfreies Trinkwasser und, soweit zumutbar, ein 
genügender Löschschutz. Ein Bauvorhaben muss spätestens im Zeitpunkt der 
Realisierung über die für den ordnungsgemässen Betrieb erforderliche 
Erschliessung verfügen, ansonsten die Baubewilligung nicht erteilt werden 
kann. Im konkreten Fall war der zu erwartende Wasserverbrauch der geplanten 
Einfamilienhäuser insgesamt zu klein, um einen signifikanten Einfluss auf die 
Wasserversorgung zu zeitigen. Das beschwerdeweise einzig angeführte 
Argument, die Wasserreserven seien für die projektierten Einfamilienhäuser zu 
knapp, konnte widerlegt werden. Dem Bauprojekt stand unter dem 
Gesichtswinkel der ausreichenden Wassererschliessung nichts entgegen. 
Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 
 
Obergericht, 26. Juli 2019, OG V 18 53 
 
 
Aus dem Sachverhalt: 

 

A. 
 
Haldi b. Schattdorf ist ein Ortsteil der Einwohnergemeinde Schattdorf, welcher sich oberhalb 
des Hauptsiedlungsgebiets auf einer Bergterrasse befindet. Die Wassergenossenschaft 
Haldi, Haldi b. Schattdorf, versorgt ihre Genossenschafter, das heisst im Wesentlichen die 
Liegenschaftseigentümer im Ortsteil Haldi, mit Trinkwasser. Der Trinkwasserbezug erfolgt 
überwiegend aus den zwei Quellen Fätsch (Hauptquellen) und aus drei Quellen im 
Pfaffenwald (Nebenquellen). Dieses Wasser wird ins Reservoir Oberfeld geleitet. Bei 
Wasserknappheit steht zusätzlich die Quelle Wesch zur Verfügung, deren Wasser dann ins 
Reservoir Angelingen gepumpt wird. X, ist Genossenschafterin der Wassergenossenschaft 
Haldi und Eigentümerin der Liegenschaft Nr. XY, welche sich im Ortsteil Haldi befindet. Sie 
beabsichtigt auf ihrer Liegenschaft zwei Einfamilienhäuser zu errichten. Gegen ihr 
Baugesuch vom 25. Februar 2016 erhob die Wassergenossenschaft Haldi Einsprache. Zur 
Begründung führte die Wassergenossenschaft aus, sie würde nicht über genügend 
Wasserreserven verfügen, um die geplanten Einfamilienhäuser mit Wasser versorgen zu 
können. 
 

 
B. 
 
Die Baukommission (BK) Schattdorf wies die Einsprache der Wassergenossenschaft Haldi 
mit Beschluss vom 4. April 2017 ab und erteilte dem Bauvorhaben die Baubewilligung. Eine 
von der Wassergenossenschaft Haldi dagegen gerichtete Verwaltungsbeschwerde an den 
Regierungsrat des Kantons Uri blieb erfolglos (Beschluss des Regierungsrates vom 
23.10.2018). 

 
 
Aus den Erwägungen: 

 
 3. Ausgangspunkt der vorliegenden Auseinandersetzung bildet das Bauvorhaben der 
Beschwerdegegnerin, welche plant, auf ihrer Liegenschaft im Ortsteil Haldi zwei 

Einfamilienhäuser zu errichten. Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, die 
Wasserversorgung für diese zwei Einfamilienhäuser könne nicht gewährleistet werden, weil 
das Trinkwasser in den Wintermonaten Januar bis März jeweils zu knapp sei. Eine Parzelle 
ohne Wasser sei nicht baureif, weshalb die Baubewilligung zu verweigern sei. Erst müssten 
die hydrologischen Gegebenheiten mittels Quellschüttungsmessungen abgeklärt werden. 
 
 4. Gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG setzt die Baubewilligung voraus, dass das zu 
bebauende Land erschlossen ist. Zur Erschliessung gehört unter anderem das 
Vorhandensein der nötigen Anlagen für die Wasserversorgung (Art. 19 Abs. 1 RPG; Art. 78 
Abs. 2 PBG). Zur Wasserversorgung gehören ausreichendes und einwandfreies Trinkwasser 
und, soweit zumutbar, ein genügender Löschschutz (Art. 78 Abs. 3 PBG). Die Anforderungen 
an die Erschliessung sind je nach der beanspruchten Nutzung und nach den massgeblichen 
Umständen im Einzelfall verschieden. Die Erschliessung für eine Industriezone hat andere 
Voraussetzungen zu erfüllen als für eine Wohnzone. Ein Bauvorhaben muss spätestens im 
Zeitpunkt der Realisierung über die für den ordnungsgemässen Betrieb erforderliche 
wassermässige Erschliessung verfügen, ansonsten die Baubewilligung nicht erteilt werden 
kann (BGE 127 I 111 E. 7d per analogiam).  
 
 5. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin wurde im Spätsommer 2018 die Firma 
Geoplan, Altdorf, für Quellschüttungsmessungen und Feststellung der hydrologischen 
Gegebenheiten beigezogen. In seiner von der Beschwerdeführerin eingereichten 
Stellungnahme vom 30. Oktober 2018 führt Jules Seiler von der Firma Geoplan aus, der 
Tagesbedarf an Trinkwasser für die im Versorgungsgebiet befindlichen Personen und Tiere 
liege gesamthaft bei 143 m3/Tag. Das entspreche einer Zulaufmenge von rund 100 
Liter/Minute. Der Beschwerdeführerin stünden eine Reservoirkapazität von 180 m3 
Brauchwasser und von 70 m3 Löschreserve zur Verfügung. Gemäss Schüttungsmessungen 
der Brunnenmeister der Beschwerdeführerin betrage die Minimalschüttung der Quellen 
Fetsch im Winter (Januar - März) 40 Liter/Minute und die Minimalschüttung der Quellen 
Pfaffenwald in dieser Zeit 10 Liter/Minute. Der Wasserbedarf von 100 Liter/Minute könne aus 
diesen Quellen im Winter nicht gedeckt werden. Der Fehlbetrag von 50 Liter/Minute könne 
knapp aus der Wesch gedeckt werden. Für zusätzliche Wasserbezüger könne die 
Versorgung mit Trinkwasser nicht sichergestellt werden. Im Sommerhalbjahr würden die 
Quellen Fetsch zwar genügend Wasser liefern, eine Wasserspeicherung für die Versorgung 
in den kritischen Wintermonaten sei aber kaum zu bewerkstelligen. Es müssten die nötigen 
Reservoirkapazitäten geschaffen werden und es sei zu berücksichtigen, dass das Wasser 
aufgrund der langen Lagerzeit nicht ohne Aufbereitung als Trinkwasser verwendet werden 
könnte. 
 
 6. Die Vorinstanz hat festgestellt, dass durch das Bauvorhaben mit einem zusätzlichen 
Wasserbedarf von maximal 937 Litern pro Tag zu rechnen sei. Sie hat auf statistische 
Zahlen abgestellt und daraus abgeleitet, dass in den Einfamilienhäusern maximal 6.6 
Personen wohnen werden. Pro Person und Tag sei mit einem Verbrauch von 142 Litern 
Wasser zu rechnen (6.6 x 142 ~ 937). Die Beurteilung der Vorinstanz beruht auf der 
Annahme, dass in einer Wohnung durchschnittlich 2.3 Personen leben (vergleiche 
Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnungswesen: Panorama, März 2017, S. 1). Bei je 
einer Wohnung in Haus A und Haus B resultiert so ein Wert von insgesamt 4.6 Personen. 
Wird für die Einliegerwohnung, welche in beiden Häusern geplant ist, je eine Person dazu 
gerechnet, ergibt sich der vorinstanzlich festgestellte Wert von 6.6 Personen. Stellt man 
dagegen auf die Wohnfläche pro Person ab, ergibt sich ein anderes Bild. Gemäss den 
statistischen Grundlagen, worauf die Vorinstanz sich abstützte, beträgt die durchschnittliche 
Wohnfläche pro Person in Haushalten mit mehr als einer Person 43 m2. Gemäss der 
aktuellen Erhebung beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in Haushalten mit 
mehr als einer Person 44 m2 (Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnungswesen: 
Panorama, März 2019, S. 1). Geht man davon aus, dass die Wohnungen in den Häusern A 
und B Wohnungen sein werden, in welchen mehr als eine Person lebt und geht man 
aufgrund der Pläne von einer ungefähren Wohnfläche (exklusive Einliegerwohnung, aber 

inklusive aller Nebenräume, wie Keller, Technik etc.) von je 200 m2 aus, so ergibt sich eine 
Belegung von rund 4.6 Personen je Haus, insgesamt also 9.2 Personen. Wird für die 
Einliegerwohnung je eine Person dazu gerechnet, ergibt sich ein zu erwartender 
Personenbestand von 11.2 Personen. Gestützt auf den von der Vorinstanz herangezogenen 
Wert von 142 Litern Wasserverbrauch pro Tag und Person (siehe Angaben des 
Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches, Haushalt-Verbrauch, www.svgw.ch) 
ergibt sich so ein zusätzlicher Wasserbedarf von rund 1’590 Litern Wasser pro Tag. Aus den 
nachfolgenden Gründen ist die vorinstanzliche Beurteilung, die Wasserreserven seien 
ausreichend, trotzdem zu schützen. 
 
 7. Umgerechnet ist mit einem zusätzlichen täglichen Wasserbedarf zwischen 0.937 m3 
(Vorinstanz) und 1.59 m3 (Gericht) zu rechnen. Gestützt auf die Beurteilung Seiler (E. 5 
hievor) ist somit im Gebiet Haldi im Minimalfall mit einem gesteigerten gesamthaften 
Wasserbedarf von 143.937 m3 pro Tag zu rechnen; im Maximalfall mit einem gesteigerten 
gesamthaften Wasserbedarf von 144.59 m3 pro Tag. Dies entspricht einer notwendigen 
Zulaufmenge von 99.95 Litern/Minute (im Minimalfall) beziehungsweise 100.4 Litern/Minute 
(im Maximalfall). Mit anderen Worten ist sowohl im Minimal- als auch im Maximalfall mit 
einem zusätzlichen Wasserbedarf zu rechnen, welcher eine Zulaufmenge von «rund» 100 
Litern/Minute erfordert. Dies deckt sich mit der Beurteilung Seiler, welche davon ausgeht, 
dass das heutige Wassersystem einen Bedarf von «rund» 100 Litern/Minute abzudecken 
vermag. Hinzu kommt, dass die Berechnung Seiler von den in den kritischen Monaten 
gemessenen Minimalschüttungen der Quellen ausgeht. Aufgrund der vorhandenen 
Reservoirkapazität, welche es erlaubt, gewisse Schwankungen im Monatsverlauf 
aufzufangen, besteht kein Grund, anstelle der Minimalschüttungen nicht auf die 
durchschnittlichen Quellschüttungen abzustellen. Hält man sich vor Augen, dass in früheren 
Jahren die durchschnittlichen Quellschüttungen um bis zu 30 Litern/Minute über den 
gemessenen Minimalschüttungen lagen (vergleiche Aufstellung der Beschwerdeführerin vor-
instanzlich eingereicht am 01.05.2018), so kann davon ausgegangen werden, dass die 
durchschnittlichen Quellschüttungen auch in späteren Jahren jedenfalls höher sein dürften 
als die Minimalschüttungen (siehe dazu auch Schreiben der Beschwerdeführerin von «Mitte 
Oktober 2016» im Einspracheverfahren). Bei einer sehr konservativ geschätzten 
zusätzlichen Menge von beispielsweise 5 Litern/Minute (Quelle Fetsch) und 2 Litern/Minute 
(Quellen Pfaffenwald) ergäbe sich eine durchschnittliche Schüttung von 45 Litern/Minute 
(Quelle Fetsch) und 12 Litern/Minute (Quellen Pfaffenwald). Dies ergäbe zusammen mit der 
Quelle Wesch einen Wert von 107 Litern/Minute, was den durch die Einfamilienhäuser 
verursachten zusätzlichen Wasserbedarf längstens decken würde. Angesichts dieses 
Umstands ist nicht davon auszugehen, dass der zusätzliche Bedarf die Wasserversorgung 
massgeblich beeinträchtigen dürfte. Der zu erwartende Verbrauch der hier 
verfahrensgegenständlichen Einfamilienhäuser ist insgesamt zu klein, um einen signifikanten 
Einfluss auf die Wasserversorgung zu zeitigen.  
 
 8. Das von der Beschwerdeführerin einzig angeführte Argument, die Wasserreserven 
seien für die projektierten Einfamilienhäuser zu knapp, ist aufgrund dieser Erwägungen 
widerlegt. Inwieweit weitere Abklärungen an diesem Ergebnis etwas ändern würden, ist nicht 
ersichtlich. Auf weitere Abklärungen, insbesondere die beantragten 
Quellschüttungsmessungen, ist zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung, statt vieler: 
BGE 134 I 148 E. 5.3). Andere Rügen werden nicht vorgebracht, weshalb sich ergibt, dass 
für die beiden geplanten Einfamilienhäuser eine ausreichende Wasserversorgung vorhanden 
ist. Unter dem Aspekt der ausreichenden Wasserschliessung steht dem Bauprojekt mithin 
nichts entgegen, weshalb die Baubewilligung unter diesem Gesichtswinkel nicht verweigert 
werden kann. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen, soweit auf sie überhaupt 
einzutreten ist. Darüber, dass das Wasserversorgungssystem im Gebiet Haldi grundsätzlich 
verbessert werden sollte, besteht zwischen den Vertretern der Beschwerdeführerin und der 
Einwohnergemeinde Schattdorf zwar offenbar Einigkeit. Das Gericht will auch nicht in 
Abrede stellen, dass es möglicherweise dienlich ist, das Wasserversorgungssystem zu 

http://www.svgw.ch/

überprüfen und Verbesserungen einzuleiten. An der Beurteilung des hier einzig streitigen, 
konkreten Bauprojekts ändern diese Umstände aber nichts.