# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cebdc5e-b64a-56d6-81dc-e0218fbdf020
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.05.2016 E-2771/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2771-2016_2016-05-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2771/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richterin Sylvie Cossy,   

Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

zz. im Transit Flughafen, 8058 Zürich,   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 27. April 2016 / N (…). 

 

 

 

E-2771/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

Der Beschwerdeführer stellte am 9. April 2016 im Flughafen Zürich ein 

Asylgesuch. Gleichentags wurde ihm die Einreise in die Schweiz vorläufig 

verweigert und der Transitbereich des Flughafens für die Dauer von maxi-

mal 60 Tagen als Aufenthaltsort zugewiesen. Am 12. April 2016 befragte 

ihn die Flughafenpolizei zur Person. Die Vorinstanz hörte ihn am 21. April 

2016 zu den Asylgründen an.  

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer, ein Tamile aus 

B._______, Nordprovinz, geltend, er sei 1995 mit den Eltern ins Vanni-Ge-

biet geflüchtet, wo sein Vater, ein Geschäftsmann, für den Geheimdienst 

der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tätig gewesen sei. 1998 sei der 

Vater in Colombo festgenommen worden, weshalb er (Beschwerdeführer) 

die Schule abgebrochen und verschiedene Tätigkeiten bei der Hilfsorgani-

sation C._______, welche der LTTE nahestehe, übernommen habe. Im Juli 

1999 sei der Vater freigelassen worden. 2003 sei die Familie nach Jaffna 

zurückgekehrt und er habe die Stelle bei der C._______ aufgegeben. Er 

habe fortan als (…verschiedene Berufe…) gearbeitet. Ende 2006 sei in der 

Nähe des Grundstücks seines Vaters eine Landmine explodiert. Sein Vater 

sei deswegen festgenommen, befragt und gleichentags wieder freigelas-

sen worden. Zwei Tage später sei in der Umgebung eine Razzia erfolgt; in 

deren Verlauf seien er (Beschwerdeführer) und viele weitere junge Perso-

nen angehalten und befragt worden. Er sei gleichentags wieder freigelas-

sen worden. Im Rahmen einer weiteren Razzia (Jahr 2007) sei ihm das-

selbe passiert. Im Juni 2007 sei sein Arbeitgeber erschossen worden. Aus 

den Medien habe er erfahren, dass sein Arbeitgeber Mitglied der LTTE ge-

wesen sei. Später sei ein Arbeitskollege von ihm verhaftet worden und 

gelte seither als vermisst. Er habe sich deshalb noch im gleichen Monat 

nach Colombo begeben. Dort habe er erfahren, dass einer anderer ehe-

maliger Arbeitskollegen erschossen worden sei. Ende 2008 sei er mit Hilfe 

eines Schleppers legal nach D._______ ausgereist, wo er die nächsten 

drei Jahre gearbeitet habe. Ende 2011 sei er wegen des kranken Vaters 

nach Sri Lanka zurückgekehrt. Mit den Ersparnissen habe er einen (…) 

eröffnet. Am (…) 2012 sei sein Vater gestorben. Zehn Tage später hätten 

Beamte des CID sich bei ihm erkundigt, ob ehemalige LTTE-Kollegen des 

Vaters anlässlich der Trauerzeremonie erschienen seien, was er verneint 

habe. Am (…) 2012 seien zwei mutmassliche Agenten des CID bei ihm zu 

Hause erschienen und hätten ihm die Reisepapiere abgenommen. Er 

wisse nicht warum. Aus Angst vor Schwierigkeiten mit den heimatlichen 

Behörden habe er am folgenden Tag Sri Lanka mit einem Fischerboot in 

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Seite 3 

Richtung E._______ verlassen, wo er am 11. August 2012 angekommen 

sei. Im Oktober 2015 sei bei ihm (…) diagnostiziert worden. Anfangs No-

vember 2015 sei er mit gefälschten Papieren nach Colombo zurückge-

kehrt, wo er sich bis Februar 2016 aufgehalten habe. Anschliessend sei er 

– erneut mit gefälschten Papieren – nach F._______ ausgereist und von 

dort zwei Monate später nach Zürich geflogen. Er sei in keiner Weise für 

die LTTE tätig oder anderweitig politisch aktiv gewesen. Er sei nie zur 

Fahndung ausgeschrieben und auch nie verhaftet worden. Er sei aus Sri 

Lanka ausgereist, weil er sich dort nicht frei bewegen könne, weil ihm seine 

Identitätspapiere abgenommen worden seien.  

Der Beschwerdeführer reichte einen Geburtsschein, einen Todesschein 

und eine Registrierungskarte des Internationalen Komitees vom Roten 

Kreuz (IKRK) betreffend seinen Vater zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 27. April 2016 – eröffnet am folgenden Tag – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab, ordnete die Wegweisung aus dem Tran-

sitbereich an und hielt fest, der Beschwerdeführer habe diesen am Tag 

nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten er in 

Haft genommen und unter Zwang in den Heimatstaat zurückgeführt wer-

den könne. Sodann wurde der zuständige Kanton mit dem Vollzug der 

Wegweisung beauftragt und wurden dem Beschwerdeführer die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt. 

C.  

Mit teilweise fremdsprachiger Eingabe vom 6. Mai 2016 reichte der Be-

schwerdeführer über die Flughafenpolizei beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde ein und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei 

ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flüchtlingseigenschaft festzustel-

len. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls Unzumutbarkeit des Voll-

zugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen. Die Begründung der Beschwerdeschrift sei von Amtes wegen in eine 

Amtssprache zu übersetzen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sei zu verzichten und es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen. 

Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde folgende Kopien ein: 

eine Geburtsurkunde, eine Todesanzeige und -urkunde des Vaters, eine 

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Einladung zur 31. Todestagesfeier des Vaters sowie Gedichte, die er unter 

einem Pseudonym verfasst habe.  

D.  

Die Akten der Vorinstanz und die von der zuständigen Instruktionsrichterin 

veranlasste Übersetzung der fremdsprachigen Teile der Beschwerde trafen 

am 9. Mai 2016 beim Bundesverwaltungsgericht ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 48 VwVG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Einreichung einer Beschwerde legiti-

miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit ein-

zutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet. 

4.   

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

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Seite 5 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Den geltend 

gemachten zwei eintägigen Festnahmen und Befragungen sowie dem Vor-

sprechen des CID zu Hause komme aufgrund mangelnder Intensität kein 

Verfolgungscharakter zu, weshalb von keiner akuten Gefährdung bezie-

hungsweise von keiner asylrechtlich relevanten Verfolgung des Beschwer-

deführers auszugehen sei. Wäre er tatsächlich gefährdet gewesen, so 

hätte er nicht wiederholt unbehelligt nach Sri Lanka ein- und ausreisen kön-

nen (Auslandaufenthalte 2008 bis 2011 und 2012 bis 2015). Die geltend 

gemachten Vorkommnisse stünden in Zusammenhang mit der allgemeinen 

Bekämpfung des Terrorismus der LTTE durch die sri-lankischen Behörden. 

Selbst unter Beachtung der tamilischen Ethnie, der längeren Landesabwe-

senheiten, der Herkunft aus der Nordprovinz, des Alters und der angeblich 

illegalen Ausreisen sei bei einer Rückkehr nicht auf eine Furcht vor Verfol-

gungen zu schliessen. Auch wenn die geltend gemachten Inhaftierungen 

und Misshandlungen seines Vaters bedauerlich seien, sei festzustellen, 

dass weder der Vater noch der Beschwerdeführer nach 1999 gravierenden 

Nachteilen ausgesetzt gewesen seien. Ausserdem habe der Beschwerde-

führer bei der C._______ keine wichtige Funktion bekleidet. Weiter fehle 

ein hinreichend begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rück-

kehr Massnahmen zu befürchten habe, die über einen sogenannten “Back-

ground check“ (Befragungen, Überprüfung von Auslandaufenthalten und 

Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen würden. Schliesslich 

könne er aus den eingereichten Beweismitteln nichts zu seinen Gunsten 

ableiten.  

5.2 Der Beschwerdeführer rügt in der Rechtsmitteleingabe sinngemäss, 

die Vorinstanz habe ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt und damit 

Bundesrecht verletzt.  

Der vorinstanzliche Schluss ist indes nicht zu beanstanden. In der ange-

fochtenen Verfügung wird einlässlich dargelegt, aus welchen Gründen, 

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nämlich fehlender Intensität der geltend gemachten Verfolgung sowie man-

gelnder Furcht vor künftiger Verfolgung, der Beschwerdeführer die Voraus-

setzungen zur Anerkennung als Flüchtling nicht erfüllt. Mit dem blossen 

Wiederholen des aktenkundigen Sachverhalts legt der Beschwerdeführer 

nicht dar, inwiefern die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft zu Unrecht 

verneint hat. 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind in Sri 

Lanka unter anderem Personen einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausge-

setzt, die verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung gestanden und 

sie unterstützt zu haben, die nach der Flucht behördlich gesucht wurden 

oder Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE un-

terstellt werden (BVGE 2011/24 E. 8). Solches macht der Beschwerdefüh-

rer nicht geltend. Er beruft sich indes sinngemäss darauf, während Jahren 

landesabwesend gewesen und deshalb bei Rückkehr als ethnischer Tamile 

und wegen seiner Herkunft und dem Stellen eines Asylgesuchs einer er-

höhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt zu sein. Dazu ist festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben Sri Lanka im Jahre 2008 

verliess und Ende 2011 legal sowie ohne Probleme bei der Einreise ins 

Heimatland zurückkehrte (Akten Vorinstanz A7 S. 9, A10 S. 16). In der 

Folge eröffnete er einen (…) und hielt sich bis zum Tod seines Vaters un-

behelligt an seinem Herkunftsort auf. Vor diesem Hintergrund lässt allein 

die geltend gemachte angebliche Abnahme seiner Ausreisepapiere noch 

nicht auf eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung schliessen. Dies 

umso mehr als der Beschwerdeführer seit der erneuten Ausreise seitens 

der heimatlichen Behörden nicht gesucht wurde und auch seine Verwand-

ten ohne Behelligungen in Jaffna leben können (Akten Vorinstanz A10 S. 

18). Sodann reiste der Beschwerdeführer Ende 2015 ohne zwingenden 

Grund von Indien aus über Sri Lanka nach F._______ und von dort in die 

Schweiz. Dabei hielt er sich rund drei Monate in Colombo auf. Für diese 

Routenwahl und den Aufenthalt in Colombo gibt es offensichtlich keinen 

zwingenden Grund und es ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer bei einer ernsthaften Furcht vor Verfolgung von einer Einreise ins 

Heimatland, auch mit gefälschten Reisepapieren, abgesehen hätte. Der 

Beschwerdeführer vermag demnach aufgrund seiner ethnischen Zugehö-

rigkeit und Herkunft aus der Nordprovinz, der mehrjährigen Landesabwe-

senheit und dem Umstand, dass er ein Asylgesuch in der Schweiz einge-

reicht hat, keine Verfolgungsgefahr abzuleiten (BVGE 2011/24 E. 9.4). Was 

allfällige Massnahmen, die über einen sogenannten "Background check" 

hinausgehen oder Personenkontrollen betrifft, denen ein Grossteil der ta-

milischen Bevölkerung im ganzen Land ausgesetzt sind, kommt solchen 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/24

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aufgrund mangelnder Intensität Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 

AsylG zu (Urteil des BVGer E-5097/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 5). 

Soweit der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe geltend macht, 

er schreibe Gedichte über die LTTE, verfasst er diese gemäss eigenen An-

gaben unter einem Pseudonym und macht nicht geltend, wegen seiner li-

terarischen Tätigkeit von den heimatlichen Behörden in irgend einer Form 

behelligt worden zu sein.  

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat. An die-

sem Schluss vermögen auch die mit der Rechtsmitteleingabe eingereich-

ten Beweismittel nichts zu ändern. 

6.   

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2013/37 E. 4.4). Die Wegwei-

sung ist nicht zu beanstanden. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von 

Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

7.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 

Ausländerin in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK).  

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Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-

sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (BVGE 2011/24 E. 10.4). 

Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wie-

derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh-

renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Es 

müsse jedoch im Einzelfall eine Risikoeinschätzung vorgenommen werden 

(Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 

Nr. 10466/11, Ziff. 37).  

Aus den Aussagen des Beschwerdeführers und den Akten ergeben sich 

keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaf-

fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

7.3 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut-

bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat- oder Her-

kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner 

Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. 

In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. 

Der Beschwerdeführer stammt aus B._______, Jaffna, Nordprovinz, mithin 

nicht aus dem Vanni Gebiet (BVGE 2011/24 E. 12–13). In B._______ lebte 

er von 1982 bis 1995 sowie von 2003 2008 und von Ende 2011 bis 2012. 

Gemäss seinen Angaben lebt seine Mutter nach wie vor dort und leben 

weitere Verwandte in Jaffna, namentlich Geschwister, Onkel und Tanten 

sowie Cousins. Insoweit verfügt der Beschwerdeführer in seiner Herkunfts-

region über ein familiäres und soziales Beziehungsnetz, auf welches er bei 

einer Rückkehr zurückgreifen kann. Sodann hat er elf Jahre die Schule be-

sucht und vielfältige Berufserfahrungen als (…mehrere Berufe…), weshalb 

ihm zuzumuten ist, bei einer Rückkehr eine neue Existenz aufzubauen. 

Diesbezüglich kann er allenfalls auch auf die Hilfe seines Bruders und ei-

nes Cousins zurückgreifen. Gemäss eigenen Angaben arbeitete der Be-

schwerdeführer während seines dreijährigen Aufenthalts in Indien nicht. 

Sein Lebensunterhalt wurde von seinem in G._______ lebenden Bruder 

sowie einem Cousin aus Sri Lanka finanziert (Akten Vorinstanz A10 S. 3). 

Was die geltend gemachte (…) anbelangt, so hat bereits die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung festgehalten, dass dieses auch in Sri Lanka 

behandelbar und das erforderliche Medikament (…) dort erhältlich ist. 

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass eine 

Cousine beziehungsweise Schwägerin von ihm hier in der Schweiz lebt 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/24
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/24

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Seite 9 

und eingebürgert ist, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Insgesamt er-

weist sich der Vollzug der Wegweisung somit als zumutbar. 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AuG 

als möglich zu bezeichnen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei 

der zuständigen Vertretung die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku-

mente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung zu-

treffend als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, womit die Anord-

nung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.   

9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten 

haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 

1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

Der Antrag auf Verzicht eines Kostenvorschusses ist damit gegenstandslos 

geworden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Thomas Hardegger 

 

 

Versand: