# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a44f73b-01da-5227-bcdf-3a1dff80478f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-05
**Language:** de
**Title:** Stadt Zürich. Ladenprojekt beim Schauspielhaus (zweiter Rekurs).
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0123/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0123-2016_vom_5._august_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2015.05152 
0123/2016 

Entscheid vom 5. August 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Bruno Grossmann, Baurichter Ulrich Weiss, Baurichter 
Walter Baumann, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrentin 

Bindella Terra Vite Vita SA, Hönggerstrasse 115, 8037 Zürich  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2.  SPAR Handels AG, Schlachthofstrasse 1, 9015 St. Gallen  

betreffend 

Bausektionsbeschluss  Nr.  1735/15  vom  10.  November  2015;  Baubewilli-
gung  für  Mieterausbau  Ladengeschäft  im  Erdgeschoss,  Kat.-Nr.  HO110, 
Rämistrasse 36, Zürich 7 - Hottingen 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  10.  November  2015  erteilte  die  Bausektion  der  Stadt 

Zürich der SPAR Handels AG, Gossau (SG), die baurechtliche Bewilligung 

für  den  Mieterausbau 

für  ein  Ladengeschäft  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. HO110 an der Rämistrasse 36 in Zürich. 

B. 

Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  Bindella  Terra  Vite  Vita  SA  mit  Einga-

ben  vom  11.  Dezember  2015  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht 

des Kantons Zürich. Sie beantragte, der Rückkühler an der Hofwand sei in 

teilweiser  Aufhebung  des  Entscheides  nicht  zu  bewilligen,  unter  Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zulasten der Bauherrschaft. 

C. 

Mit  Verfügung  vom  16.  Dezember  2015  wurde  der  Rekurseingang  vorge-

merkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 

Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 beantragte die Vorinstanz die Abweisung 

des Rekurses.  

E. 

Mit Stempelverfügung vom 26. Februar 2016 wurde das Verfahren auf Er-

suchen der privaten Rekursgegnerin sistiert. 

Mit Rekursantwort vom 12. April 2016 verlangte die private Rekursgegnerin 

die Fortsetzung des Verfahrens und beantragte die Abweisung des Rekur-

ses  unter  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädigung.  Mit  Verfügung  vom 

13. April 2016 wurde das Rekursverfahren fortgesetzt. 

F. 

Am 3. Mai 2016 führte eine Delegation der 1. Abteilung des Baurekursge-
richtes im Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

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G. 

Mit  Eingabe  vom  12.  Mai  2016  beantragte  die  Rekurrentin  die  Sistierung 

des  Verfahrens  bis  8.  Juni  2016.  Nach  Vernehmlassung  der  privaten  Re-

kursgegnerin  wurde  der  Antrag  mit  Verfügung  vom  3.  Juni 2016  abgewie-

sen. 

H. 

Die Replik der Rekurrentin datiert vom 17. Mai 2016, die Duplik der privaten 

Rekursgegnerin  vom  1.  Juni  2016,  diejenige  der  Vorinstanz  vom  7.  Juni 

2016.  

I. 

Mit Eingabe vom 1. Juli 2016 beantragte die Rekurrentin erneut die Sistie-
rung des Verfahrens, diesmal bis 15. August 2016. Nach Rücksprache mit 

der  privaten  Rekursgegnerin  wurde  der  Antrag  telefonisch  abgewiesen 

(s. Protokoll S. 16). 

J. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Mit Eingabe vom 1. Juli 2016 beantragte die Rekurrentin die Sistierung des 

Verfahrens  bis  15.  August  2016,  dies  mit  der  Begründung,  die 

Liegenschaftenverwaltung  der  Stadt  Zürich  halte  eine  alternative  Platzie-

rung des streitbetroffenen Rückkühlers für möglich. Nach Rücksprache mit 

der privaten Rekursgegnerin wurde der Antrag am 13. Juli 2016 telefonisch 

abgewiesen  (s.  Protokoll  S.  16).  Mit  Eingabe  vom  18.  Juli  2016  verlangte 

die Rekurrentin einen formellen schriftlichen Entscheid betreffend ihres Sis-
tierungsgesuchs. Da hiermit bereits der Endentscheid ergeht, erübrigt sich 

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eine  separate  Zwischenverfügung  und  erfolgt  die  schriftliche  Begründung 

der Abweisung des Sistierungsantrags an dieser Stelle. 

Die Sistierung eines Gerichtsverfahrens steht grundsätzlich im Widerspruch 

zum Beschleunigungsgebot gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung. 

Nach § 339a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes entscheiden die kan-

tonalen Behörden über ein Rechtsmittel innert sechs Monaten nach dessen 

Eingang. Die Sistierung eines baurechtlichen Rekursverfahrens rechtfertigt 

sich deshalb nur aus besonderen Gründen. Eine Sistierung kann sich etwa 

dann  aufdrängen,  wenn  der  Ausgang  des  Rekursverfahrens  von  der  Ent-

scheidung  in  einem  anderen  Rechtsstreit  beeinflusst  werden  kann.  Beim 

Entscheid  über  eine  mögliche  Sistierung  sind  die 

Interessen  der 

Rekursparteien abzuschätzen und mit zu berücksichtigen.  

Vorliegend war die private Rekursgegnerin mit dem Sistierungsantrag nicht 
einverstanden und sie wünschte einen raschen Endentscheid. Unter diesen 

Umständen bestand kein Grund, das Verfahren gegen den Willen der Bau-

herrin zu sistieren, auch wenn sich für die Platzierung des Rückkühlers eine 

Lösung abzuzeichnen scheint, mit der die Rekurrentin einverstanden wäre. 

Die  Bauherrin  hat Anspruch  darauf,  dass das  Baurekursgericht  den  bewil-

ligten,  aber  von  der  Rekurrentin  beanstandeten  Standort  zeitnah  beurteilt. 

Einer alternativen Platzierung steht dies nicht entgegen. 

2. 

Die  Rekurrentin  betreibt  im  Gebäude  des  Schauspielhauses,  welches  un-

mittelbar an das Gebäude mit dem geplanten Ladengeschäft angebaut ist, 

ein Restaurant. Der von ihr v.a. aus Gründen des Lärms und des Erschei-

nungsbildes beanstandete Rückkühler im Hof befindet sich neben der dort 

befindlichen  bewirteten  Terrasse.  Aufgrund  der  engen  räumlichen  Bezie-

hung  und  der  vorgebrachten  Rügen  ist  sie  zur  Rekurserhebung  im  Sinne 

von § 338a PBG legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen eben-

falls erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

3. 

Das  Baugrundstück  Kat.-Nr.  HO110  liegt  in  der  Kernzone  Hirschengraben 

(ES  III)  gemäss  Bau-  und  Zonenordnung  der  Stadt  Zürich  (BZO).  Beim 
streitbetroffenen Projekt handelt es sich um den Mieterausbau des Laden-

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geschäfts im Erdgeschoss, Ecke Rämistrasse/Hottingerstrasse. Ein Umbau 

und  die  Nutzungsänderung  Laden  statt  Büro  wurden  bereits  mit  Bauent-

scheid Nr. 1778/14 vom 26. November 2014 bewilligt. Geplant ist ein Laden 

"SPAR express" (Take-Away-Angebote und Artikel des täglichen Bedarfs). 

4.1. 

Die Rekurrentin wendet sich mit ihrem Rekurs einzig gegen den an der hof-

seitigen  Aussenfassade  vorgesehenen  Rückkühler  (Umluftkühlgerät).  Die-

ser beeinträchtige in ästhetischer Hinsicht das fein ausgewogene Verhältnis 

zwischen  Hoffassade  und  Fensterflächen  mit  ihren  sich  hervorhebenden 

Sandsteinumrandungen sowie die Farbgebung der Fassaden der einzelnen 

Häuser.  Die  anspruchsvollen  Gäste  wünschten  in  ihrer  gewohnt  ästheti-

schen  Umgebung  und  nicht  neben  brummenden  Kühlmaschinen  zu  spei-

sen. Sodann führe der in kurzer Distanz zur Terrasse montierte Rückkühler 

zur  Lärmbelästigung  der  Gäste,  welche  ohne  Geräusche  von  technischen 

Apparaten  speisen  und  ihrem  bereits  hochtechnisierten  Alltag  entfliehen 

wollten. Schliesslich gebe der Rückkühler auch Wärme ab, und zwar genau 

dann, wenn sich die Hitze wegen sommerlicher Aussentemperaturen ohne-

hin im Hof staue. Es herrsche dort während mehrerer Wochen eine Tempe-

ratur von bis zu 40 Grad. 

4.2. 

Die private Rekursgegnerin und die Vorinstanz verweisen auf das Lärmgut-

achten (act. 12.2 und 15.2). Die Beurteilung sei anhand eines 24-Stunden-

Betriebs  unter  Volllast  erfolgt,  mithin  der  lärmtechnisch  schlechteste  Be-

triebszustand. An den massgebenden Beurteilungspunkten in unmittelbarer 

Nähe  des  Rückkühlers  im  1.  Obergeschoss  (betriebliche  Nutzung)  und  im 

Dachgeschoss  (Wohnnutzung)  der  Liegenschaft  Rämistrasse  36  würden 

die  Planungswerte  gemäss  Anhang  6  der  Lärmschutzverordnung  (LSV) 

eingehalten.  Gemäss Praxis der Stadt  Zürich  dürfe der unkorrigierte  ener-
gie-äquivalente Dauerschallpegel Leq(A) in der Empfindlichkeitsstufe III den 
Wert von maximal 35 dB(A) in der Nacht am massgebenden Beurteilungs-

punkt nicht überschreiten. Auch diese Anforderung werde erfüllt  und damit 

dem Vorsorgeprinzip ausreichend Rechnung getragen. Die Platzierung des 

Rückkühlers auf dem Dach sei wegen der Wohnnutzung im Dachgeschoss 

problematisch  und  die  Montage  an  der  Fassade  der  Rämistrasse  sei  aus 
technischen und ästhetischen Gründen ausgeschlossen. Die Terrasse des 

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Restaurants sei kein lärmempfindlicher Ort gemäss Lärmschutzverordnung. 

Die Lärmemissionen durch die Gäste des Aussenrestaurants seien erheb-

lich höher als diejenigen des Rückkühlers bei Maximallast. 

4.3.1. 

Beim streitbetroffenen Rückkühler handelt es sich um eine ortsfeste Anlage 

im Sinn von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und von Art. 2 

Abs. 1 LSV. Das streitige Projekt stellt eine neue Anlage dar. Die Emissio-

nen einer neuen Anlage sind einerseits im Rahmen der Vorsorge so weit zu 

begrenzen,  wie  dies  technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirtschaftlich 

tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Andererseits ist da-

für zu sorgen, dass die durch die Anlage verursachten Immissionen in de-

ren Umgebung zu keiner Überschreitung der Planungswerte (Art. 25 Abs. 1 

USG; Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV) bzw. zusammen mit dem Lärm anderer Anla-
gen zu keiner Überschreitung der Immissionsgrenzwerte führen (Art. 8 und 

13 ff. USG; Art. 40 Abs. 2 LSV). 

Gemäss  Art.  2  Abs.  2  in  Verbindung  mit  Art.  40  Abs.  1  LSV  und  Ziff. 1 

Abs. 1 lit. e Anhang 6 LSV gelten für haustechnische Anlagen (Heizungs-, 
Lüftungs- und Klimaanlagen) – und damit auch für den Rückkühler – die in 
Ziff. 2 Anhang 6 LSV festgelegten Belastungsgrenzwerte. Der vorliegend in 

der  Empfindlichkeitsstufe  III  massgebliche  Planungswert  beträgt  am  Tag 

60 dB(A) und während der Nachtzeit 50 dB(A). 

4.3.2. 

Gemäss  Dispositivziffer  I.1.b.  und  Erwägung  lit.  C.g.  des  angefochtenen 

Entscheids ist aus gestalterischen Gründen zu prüfen, ob eine bessere Po-

sitionierung möglich ist. Die lärmrechtliche Beurteilung des Lärmgutachtens 

erfolgte auf Basis des geplanten Standortes an der Hofwand zwischen Erd-

geschoss  und  1.  Obergeschoss.  Darauf  ist  vorliegend  abzustellen.  Sollte 

ein  in  gestalterischer Hinsicht  vorteilhafterer  Standort  in  Betracht  gezogen 

werden,  wird  die  Baubehörde  auch  in  lärmrechtlichter  Hinsicht  eine  neue 

Beurteilung vorzunehmen haben. 

Mit  dem  angefochtenen  Entscheid  wurde  kein  konkretes  Gerät  bewilligt. 

Dementsprechend  untersuchte  die  Gutachterin,  welche  Lärmemissionen 
ein  Rückkühler maximal  aufweisen  darf.  Sie  zeigt  auf,  dass  am  fraglichen 
Ort  ganz  allgemein  ein  Rückkühler  in  Übereinstimmung  mit  den  Lärm-

schutzvorschriften  betrieben  werden  kann.  Dieses  Vorgehen  ist  nicht  zu 

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beanstanden und das Lärmgutachten wird im Ergebnis von der Rekurrentin 

nicht bestritten. Moniert werden hingegen übermässige Immissionen im Be-

reich der Terrasse des Restaurants.  

Der nächstgelegene, möblierte Bereich der besagten Terrasse befindet sich 

ca.  5  m  vom  Rückkühler entfernt. Wie  die  private  Rekursgegnerin und die 

Vorinstanz  zutreffend  festhalten,  ist  die  Terrasse  kein  lärmempfindlicher 

Raum im Sinne von Art. 2 Abs. 6 und Art. 39 Abs. 1 LSV. Im Aussenbereich 

besteht keine gesetzliche Pflicht für Lärmschutzmassnahmen, weil die Be-

lastungsgrenzwerte  nur  in  Räumen  von  Gebäuden  massgebend  sind 

(Art. 39  Abs. 1  und  Art.  41  Abs. 1  LSV).  Der  Schutz  von  Aussenräumen 

wird indirekt gewährleistet: Muss der Planungs- bzw. der Immissionsgrenz-

wert  am  offenen  Fenster  eingehalten  werden,  bedeutet  dies,  dass  der 

Lärmpegel auch in der Umgebung (Balkone, Vorgärten etc.) nur unwesent-

lich  darüber  liegt  (s.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5466/2008 

vom  3.  Juni  2009,  E.  9.6.,  sowie  BGr  1C_331/2011  vom  30.  November 

2011, E. 7.3.2.).  

Das  Lärmgutachten  zeigt  auf,  dass  bei den  nächstgelegenen  massgeben-

den Empfangspunkten (Art. 39 Abs. 1 LSV) die Planungswerte eingehalten 

werden können. Somit ist dies auch bei weiter entfernten lärmempfindlichen 

Räumen mit in den Hof gehenden Fenstern der Fall, insbesondere bei den 

Räume  des  rekurrentischen  Restaurants.  Dort  gelten  im  Übrigen  um 

5 dB(A) höhere Planungswerte, unter dem Vorbehalt, dass die Räume auch 

bei geschlossenen Fenstern ausreichend belüftet werden können (s. Art. 42 

LSV). Somit ist auch im Bereich der Terrasse ein hinreichender Lärmschutz 

sichergestellt. 

5.1. 

Zum beanstandeten Erscheinungsbild des Rückkühlers führt die Vorinstanz 

aus, gemäss Erwägung lit. C.g. des angefochtenen Bauentscheids sei der 

Rückkühler ungünstig an der Hofwand zwischen Erdgeschoss und 1. Ober-

geschoss platziert. Er sei zu minimieren und es sei zu prüfen, ob sich eine 

bessere Position finde (s. Nebenbestimmung in Dispositivziffer I.1.b.). 

Die  private  Rekursgegnerin  ergänzt,  das  Rückkühlgerät  befinde  sich  in  ei-

nem nicht öffentlich zugänglichen Innenhof und könne wegen der Bepflan-
zung  beim  Terrassengeländer  kaum  eingesehen  werden.  Schutzwürdig 

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seien v.a. die Strassenfassaden und nicht die Hoffassade. Die Hoffassade 

der Rekurrentin sei mit einem breiten Abluftkanal aus Blech abgedeckt. 

5.2.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-

gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese  Vorschrift  enthält  eine  Grundanforderung  an  Bauten,  Anlagen  und 

Umschwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in 

sich  als  auch  der  Einordnung  in  die  bauliche  und  landschaftliche  Umge-

bung.  Die  Frage,  ob  eine  befriedigende  Gesamtwirkung  erreicht  wird,  ist 

gestützt  auf  objektive,  nachvollziehbare  Kriterien  zu  beantworten.  Blosses 

Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  der  Nachbarschaft  von  Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende  Gesamtwirkung  zu  verlangen.  Was  als  Objekt  des  Natur-  und  Hei-

matschutzes  zu  betrachten  ist,  ergibt  sich  aus  der  Aufzählung  in  § 203 

Abs. 1  PBG.  Eine  förmliche  Unterschutzstellung  wird  für  die  Anwendung 

von § 238 Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich 

die  Schutzwürdigkeit  aus  der  Aufnahme  des  Objektes  in  ein  Inventar  im 

Sinne von § 203 Abs. 2 PBG ergibt. 

5.2.2. 

Ein Rückkühler ist für den geplanten Ladenbetrieb notwendig. Das Gerät ist 

als technische Anlage zu betrachten, deren Erscheinungsbild in erster Linie 

durch die Funktion gegeben ist. Dies ist bei der Beurteilung der Gestaltung 

des Gerätes selbst und der von der Installation betroffenen Fassade zu be-

rücksichtigen.  Dementsprechend  richten  sich  die  gestalterischen  Anforde-

rungen  mitunter  nach  den 

funktionellen  Notwendigkeiten 

(BRGE I 

Nr. 0041/2015  vom  24.  April  2015,  E.  8.3, 

in  BEZ  2015  Nr.  38; 

www.baurekursgericht-zh.ch).  Für  die  Gestaltung  besteht,  abgesehen  von 
der Grösse des Geräts und Details wie der Farbgebung, wenig Spielraum. 
Ebenso  sind  im  vorliegenden  Fall  die  Platzierungsmöglichkeiten  sehr  be-

schränkt. 

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Das noch nicht konkret festgelegte Gerät wird zwei Ventilatoren enthalten, 

ca.  2,3  lang  sein  und  ca.  1  m  in  den  Hof  hineinragen  (s. Skizze  im  Lärm-

gutachten, act. 15.2). Wie sich anlässlich des Lokaltermins gezeigt hat, soll 

der  Rückkühler  an  der  hofseitigen  Fassade,  ungefähr  auf  Höhe  des 

1. Obergeschossbodens und mittig in der Achse der Fenster montiert wer-

den,  so  dass  er  nur  wenig  über  die  Ebene  der  Terrasse  des  Restaurants 

hinaus ragt, die im Innenhof auf dem Flachdach des eingeschossigen Ge-

bäudeteil  des  Schauspielhauses  angelegt  ist.  Hinter  den  Pflanztrögen  an 

der Brüstung wird er von der Terrasse aus kaum sichtbar sein (s. Protokoll 

S. 10, Bilder 4 und 5). Die Stahltreppe, die von der Terrasse hinab auf das 

Niveau  des  Erdgeschosses  führt  (Fluchtweg  aus  dem  Schauspielhaus), 

verstellt  teilweise  die  Fassade  im  Erdgeschoss.  In  diesem  nur  ca.  3,5 m 

breiten  Bereich  befinden  sich  unter  der  Treppe  Abfallcontainer  und  die 

Fenster in den ersten drei Geschossen sind mit schmucklosen, rein funkti-

onalen  Stahlgittern  versehen.  Eine  gewisse  Beeinträchtigung  des  Erschei-

nungsbilds  der  Fassade  ist  insofern  bereits  vorhanden.  Die  Sicht  auf  die 

Fassade  vom  Standort  in  der  ca.  3,5  m  breiten  "Schlucht"  zwischen  den 

Hofrandgebäuden  (Parzellen  Kat.-Nrn.  HO110  und  HO111)  und  dem  ein-

geschossigen  Gebäudeteil  des  Schauspielhauses  mit  Terrasse  (Parzelle 

Kat.-Nr.  HO4361;  s.  Protokoll  S.  13,  Bild  10),  mithin  von  schräg  unten,  ist 

für  die  gestalterische  Beurteilung  nicht  massgebend.  Für  die  Situation  im 

Hof mitprägend ist die fragliche Fassade hingegen insoweit, als sie ab dem 

1. Obergeschoss in Erscheinung tritt. Am geplanten Ort kann der Rückküh-

ler  unauffällig  und  nicht  störend  platziert  werden.  Die  Platzierung  auf  dem 

Dach  scheidet  aus  stichhaltigen  Gründen  aus.  Die  Lärmimmissionen  auf 

die  Dachwohnung  würden  erhöht,  der  jederzeit  erforderliche  Zugang  zur 

sofortigen  Behebung  von  Störungen  zum  Schutz  der verderblichen Waren 

wäre nicht gewährleistet und durch die erforderlichen Leitungen würde die 

Gestaltung der Fassade ebenfalls beeinträchtigt. Für eine in gestalterischer 

Hinsicht  wohl  optimale  Montage  auf  dem  Nachbargrundstück  an  der  dem 

Erdgeschoss  gegenüber  liegenden  Fassade  des  eingeschossigen  Gebäu-

deteils  des  Schauspielhauses  (s.  Protokoll  S.  13,  Bild  10,  linker  Bildrand) 

fehlt  bislang  das  Einverständnis  der  Stadt  Zürich  als  Eigentümerin.  Somit 

ist festzuhalten, dass ein Rückkühler der vorgesehenen Grösse am geplan-

ten Ort den (erhöhten) gestalterischen Anforderungen zu genügen vermag.  

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Seite 9 

 
 
6. 

Die Rekurrentin beanstandet im Weiteren die Wärmeabgabe des Rückküh-

lers. Abwärme ist eine Veränderung des natürlichen Zustandes der Luft und 

gilt  damit  im  umweltrechtlichen  Sinn  als  Luftverunreinigung  (Art.  7  Abs. 3 

USG). Sie zählt damit zu den Einwirkungen, die unabhängig von der beste-

henden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge bei der Quelle so weit 

zu  begrenzen  sind,  als  dies  technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirt-

schaftlich tragbar ist  (Art.  11  Abs.  2  USG). Die  vorliegend  zu  erwartenden 

Immissionen erscheinen indessen von vornherein als vernachlässigbar, da 

die  Ventilatoren  des  Rückkühlers  nicht  gegen  die  Terrasse  gerichtet  sind 

und die erwärmte Luft in einer Distanz von 5 m und mehr kaum wahrnehm-

bar  sein  wird,  vor  allem  dann,  wenn  sommerliche  Aussentemperaturen 

herrschen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts besteht gestützt 

auf  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  bei  Bagatellemissionen  grundsätzlich 
–  so  auch  vorliegend  –  kein  Anlass  zu  besonderen  Anordnungen  im  Sinn 
der Vorsorge. 

7. 

Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen. 

[….] 

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