# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c25343e1-59c7-5976-aec1-ef171b778c22
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 30.05.2017 B 2015/298
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2015-298_2017-05-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2015/298

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 30.05.2017

Entscheiddatum: 30.05.2017

Entscheid Verwaltungsgericht, 30.05.2017
Ausländerrecht, Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Art. 44 und 
62 lit. d AuG (SR 142.20). Art. 77 VZAE, SR 142.201.Die eheliche 
Gemeinschaft zwischen einem türkischen Staatsangehörigen und einer aus 
Mazedonien stammenden Frau dauerte weniger als drei Jahre. Aus dem 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz beruflich integriert ist 
und eine Erwerbstätigkeit ausübt, lässt sich rechtsprechungsgemäss kein 
Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten 
(Verwaltungsgericht, B 2015/298).Auf eine gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Juli 2017 nicht ein 
(Verfahren 2C_638/2017).

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder, Zindel; 

Gerichtsschreiber Schmid

 

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

Gegenstand

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

a. X.Y., Jg. 1991, mazedonische Staatsangehörige, und A.Y., Jg. 1980, türkischer 

Staatsangehöriger, heirateten am 11. Oktober 2013 in St. Gallen. Am 25. November 

2013 stellte der in der Schweiz aufenthaltsberechtigte Ehemann ein Gesuch um 

Familiennachzug für seine Ehefrau. Das Gesuch wurde am 28. Februar 2014 unter der 

Bedingung gutgeheissen, dass die Ehegatten sämtlichen finanziellen Verpflichtungen 

nachkommen, keine Leistungen des Sozialamtes beziehen, der angegebenen 

Erwerbstätigkeit nachgehen, sich allgemein wohlverhalten und die Ehefrau eine 

Integrationsvereinbarung unterzeichnet. In der Folge wurde X.Y. eine 

Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann mit Gültigkeit bis 26. März 2015 

ausgestellt und als Einreisedatum der 27. März 2014 vermerkt (act. G 11/8 I/5 und 12). 

Auf dem in der Folge von der Ehefrau am 29. Januar 2015 eingereichten Gesuch um 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung war vermerkt, dass sie seit 20. November 

2014 von ihrem Ehemann getrennt lebe (act. G 11/8 I/21). Auf Anfrage des 

Migrationsamtes erklärte X.Y. mit Schreiben vom 25. Februar 2015, sie habe sich vom 

Ehemann getrennt, weil er sie ständig kontrolliert und ihr verboten habe, soziale 

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Kontakte zu pflegen. Er habe ihr kaum Geld gegeben, sie regelmässig beschimpft und 

gedroht, ihr etwas anzutun. Im Verlauf des Novembers 2014 habe sie sich gezwungen 

gesehen, zuerst bei einer Verwandten Zuflucht zu nehmen und dann ins Frauenhaus 

einzutreten. Sie habe ihren Ehemann nicht freiwillig, sondern aufgrund der schwierigen 

Situation verlassen. Nachdem es auch bei der gemeinsamen Arbeit bei der Q. AG, zu 

Streitereien gekommen sei, sei schliesslich beiden gekündigt worden (act. G 11/8 I/25 

f.).

b. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Migrationsamt am 17. Juni 

2015 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von X.Y. mit der Begründung, 

dass die Ehe nur zehn Monate gedauert habe und damit die dreijährige gesetzliche 

Frist nicht eingehalten sei. Ein wichtiger persönlicher Grund für eine 

Bewilligungsverlängerung liege nicht vor, da keine häusliche Gewalt in der Intensität 

vorliege, welche die Annahme eines Härtefalls rechtfertigen würde. Auch sei ihr eine 

Rückkehr ins Heimatland nach nur einjährigem Aufenthalt in der Schweiz ohne weiteres 

zumutbar (act. G 11/1.1). Den gegen diesen Entscheid von Rechtsanwältin lic. iur. 

Bettina Surber, St. Gallen, für die Betroffene erhobenen Rekurs (act. G 11/1) wies das 

Sicherheits- und Justizdepartement (SJD) mit Entscheid vom 30. Oktober 2015 ab (act. 

G 2).

B.

a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwältin Surber für die Betroffene mit Eingabe 

vom 17. November 2015 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei 

aufzuheben und es sei die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu 

verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). In der 

Beschwerdeergänzung vom 15. Januar 2016 bestätigte und begründete die 

Rechtsvertreterin die gestellten Rechtsbegehren und beantragte zusätzlich die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 7).  

b. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 22. Januar 2016 Abweisung 

der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids (act. G 10).

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c. Am 25. Januar 2016 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts die 

unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung für das vorliegende Verfahren (act. G 

12).

d. Mit Schreiben vom 19. April 2016 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie zwei 

Arbeitsstellen gefunden habe. Sie reichte die entsprechenden Arbeitsverträge ein (act. 

G 13 f.). Mit Schreiben vom 23. Juni 2016 gab sie bekannt, dass sie nun eine 

Festanstellung gefunden habe (act. G 16 f.). 

e. Auf die Vorbringen in den Eingaben dieses Verfahrens wird, soweit für den Entscheid 

relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…).

2.

2.1. Ausländischen Ehegatten von Personen mit Aufenthaltsbewilligung kann eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 44 

lit. a AuG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft kann die im 

Rahmen des Familiennachzugs gemäss Art. 44 AuG erteilte Aufenthaltsbewiligung des 

Ehegatten verlängert werden, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre 

bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht oder wichtige persönliche 

Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 77 der 

Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

[VZAE; SR 142.201]). Der Begriff der "Ehegemeinschaft" setzt voraus, dass die eheliche 

Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht. Dabei ist im 

Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen 

Wohngemeinschaft abzustellen (vgl. BGer 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 

2.2). Aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall ist zu bestimmen, ab welchem 

Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (zum Ganzen 

BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012 E. 2.2.1). Bei der Berechnung der absolut 

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geltenden Dreijahresfrist kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf 

die in der Schweiz gemeinsam verbrachte Zeit an (BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 

E. 2.1; 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.1 und 4.1.1; BGE 136 II 113 E. 3.3). 

Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen 

Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113 

E. 3.2).

2.2. Aufgrund der Akten hat vorliegend als dargetan zu gelten, dass die eheliche 

Gemeinschaft der Beschwerdeführerin mit A.Y. in der Zeit vom 27. März 2014 (Einreise 

in die Schweiz) und 20. November 2014 (Trennung; act. G 11/8 I/25) bestand. In der 

Folgezeit wurde die Gemeinschaft nicht mehr gelebt. Damit fehlt es an der 

Voraussetzung der Dreijahresfrist gemäss Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE, und eine Prüfung 

der Integration - die Beschwerdeführerin absolvierte einen Deutschkurs Level A2 mit 

Erfolg, bezog nach Aufgabe einer Arbeitsstelle zeitweise Sozialhilfe und arbeitet aktuell 

im Rahmen einer Festanstellung (vgl. act. G 16 f.) - erübrigt sich von daher. Zu klären 

bleibt jedoch, ob die Aufenthaltsbewilligung aufgrund von Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE 

verlängert werden kann. Nach dieser Norm besteht der Anspruch des Ehegatten auf 

Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehe oder 

der Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Wichtige persönliche Gründe können 

namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt 

wurde und die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint 

(Art. 77 Abs. 2 VZAE).

2.3. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, auch wenn 

Streitereien zwischen dem Ehepaar stattgefunden hätten, so habe beim Vorfall vom 1. 

November 2014 keine häusliche Gewalt in einer Intensität vorgelegen, welche für sich 

allein die Annahme eines Härtefalls rechtfertigen würde. Die Behauptung des 

Vorliegens von häuslicher Gewalt sei auch aufgrund der von der Beschwerdeführerin 

eingereichten weiteren Berichte (act. G 11/6.1 f.) beweislos geblieben. Hinzu komme, 

dass die Beschwerdeführerin teilweise widersprüchliche Angaben gemacht habe, was 

zusätzlich zu Zweifeln über das geltend gemachte Geschehen betreffend häusliche 

Gewalt führe. Es erscheine wahrscheinlicher, dass die chronische Depression durch die 

schwierige Kindheit und Jugend der Beschwerdeführerin ausgelöst worden sei. Es 

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bestehe ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem Aufenthalt 

in der Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Erteilung der 

Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen. Dies gelte auch im 

vorliegenden Fall. Die Wiedereingliederung im Herkunftsland erscheine nicht als stark 

gefährdet und sei ohne weiteres zumutbar (act. G 2).

3.

3.1. Die beiden Elemente der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt und der sozialen 

Wiedereingliederung (Art. 77 Abs. 2 VZAE) sind nicht kumulativ zu verstehen (vgl. BGE 

138 II 229 E. 3.2.2). Bei der Aufzählung in Art. 77 Abs. 2 VZAE handelt es sich nicht um 

eine abschliessende Liste (vgl. M. Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr Hrsg., 

Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Kommentar, Bern 2010 Rz. 23 

zu Art. 50 AuG). Eheliche Gewalt liegt insbesondere dann vor, wenn Personen 

innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten ehelichen Beziehung psychische, 

physische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (vgl. Caroni, a.a.O., Rz. 32 zu 

Art. 50 AuG). Das Bundesgericht hat hierzu ausgeführt, dass häusliche Gewalt eine 

systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, bedeute. 

Eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines 

eskalierenden Streits reiche dagegen nicht aus. Vielmehr müsse die physische oder 

psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz 

bzw. Intensität geprägt sein (BGE 138 II 229, E. 3.2.1 f.; vgl. auch BGE 136 II 1, E. 5.3; 

Caroni, a.a.O., Rz. 34 zu Art. 50 AuG).

3.2.

3.2.1. Die Beschwerdeführerin hält vorliegend daran fest, Opfer ehelicher Gewalt 

geworden zu sein. Die Polizei habe intervenieren müssen. Verbale Drohungen und 

psychischer Druck seien naturgemäss nicht zu beweisen, da sie keine Spuren 

hinterlassen würden. Dies dürfe nicht dazu führen, dass die Drohungen und die 

ständige Kontrolle nicht in Würdigung der Gesamtumstände als glaubhaft erscheinen 

könnten. Die Glaubwürdigkeit ihrer Angaben ergebe sich sowohl aus dem Bericht des 

Frauenhauses als auch aus dem ärztlichen Bericht der behandelnden Psychologin. 

Aufgrund des ärztlichen Berichts sei davon auszugehen, dass die psychische Gewalt 

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derart war, dass die psychische Integrität der Beschwerdeführerin im Fall der 

Aufrechterhaltung der Ehe schwer beeinträchtigt worden wäre. Die Aussagen der 

Beschwerdeführerin würden mit den erhobenen Befunden übereinstimmen (act. G 7 S. 

6 f.).

3.2.2. Den Akten ist zu entnehmen, dass am 1. November 2014 bei den Ehepartnern 

eine polizeiliche Intervention wegen gegenseitiger Tätlichkeiten und Beschimpfungen 

erfolgt war. Offenbar hatte der Ehemann (was von ihm bestritten wird) der 

Beschwerdeführerin zweimal mit der Hand an das Schienbein geschlagen, worauf 

diese eine gefüllte Kaffeetasse gegen ihn warf. Die Beschwerdeführerin stellte 

Strafantrag gegen den Ehemann wegen Tätlichkeiten und Beschimpfung. Der Ehemann 

verzichtete auf einen Strafantrag gegen die Beschwerdeführerin (act. G 11/8 II/123). 

Das Strafverfahren endete mit einer Nichtanhandnahmeverfügung (act. G 11/8 I/9, II/

124). Infolge der Auseinandersetzung vom 1. November 2014 flüchtete die 

Beschwerdeführerin zunächst zu ihrer Stiefschwester und danach ins Frauenhaus St. 

Gallen, wo sie sich vom 22. November bis 31. Dezember 2014 aufhielt (Bericht 

Frauenhaus vom 10. April 2014, act. G 11/6.2). Im Weiteren suchte sie die 

Beratungsstelle Opferhilfe SG-AR-AI auf, wo sie offenbar mehrmals Beratungen in 

Anspruch nahm. S.W., Psychotherapeutin FSP, und T.K., FA Psychiatrie, 

Psychotherapie und Neurologie, St. Gallen, diagnostizierten bei der 

Beschwerdeführerin am 20. August 2015 eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie als Differentialdiagnose eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung. Sie sei im Ursprungsland als Kind mit 

täglichen Gewalterfahrungen, Vernachlässigung und Nichterfüllung der 

Grundbedürfnisse konfrontiert gewesen. Für ihre Versorgung mit dem Nötigsten sei sie 

alleine zuständig gewesen. Eine Rückkehr zur Familie im Ursprungsland sei unmöglich. 

Weitere Kontakte im Heimatland beständen nicht. Gründe für die Trennung von ihrem 

jetzigen Ehemann seien gewesen: Angst vor psychischer und physischer Verletzung, 

Drohungen, Tätlichkeiten, Beschimpfungen, ständige Kontrolle, Erschwerung der 

sozialen Integration, kein Geld zur Verfügung. Das Anstellungsverhältnis in einem 

Restaurant bestehe nicht mehr. Sie sei jedoch sicher, rasch wieder eine Anstellung 

finden zu können. Es gehe ihr sehr schlecht. Sie leide an Reizbarkeit, Schlafstörungen, 

innerer Leere und deutlichem Gewichtsverlust. Gefühle der Ausweg- und 

Hoffnungslosigkeit zögen zunehmend Suizidgedanken nach sich. Es werde eine 

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langfristige regelmässige psychiatrisch-psychologische Behandlung empfohlen. Weder 

das Zusammenleben in der ehelichen Gemeinschaft noch die Rückkehr ins Heimatland 

würden als zumutbar erachtet. Bei einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

bestehe Gefahr für Leib und Leben der Beschwerdeführerin (act. G 11/6.1).

3.2.3. Das Ereignis vom 1. November 2014 genügt angesichts der geschilderten 

Umstände offensichtlich nicht, um einen Härtefall durch eheliche Gewalt bejahen zu 

können. Weitere Gegebenheiten, welche geeignet wären, eheliche Gewalt in der von 

der Rechtsprechung verlangten Intensität und Konstanz (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.) zu 

belegen, sind nicht nachgewiesen. Die im medizinischen Bericht vom 20. August 2015 

(act. G 11/6.1) festgehaltenen anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin 

betreffend das Verhalten ihres Ehemannes blieben ohne nähere Dokumentation und 

Beleg. Diesem Bericht ist das Bestehen von psychischen Problemen der 

Beschwerdeführerin zu entnehmen, welche ursächlich vor allem auch auf die 

Verhältnisse in ihrer Kindheit und Jugend zurückgeführt werden. Auch diese 

Feststellungen im Bericht und die Diagnosestellung basieren jedoch im Wesentlichen 

auf Eigenangaben der Beschwerdeführerin bzw. wurden differentialdiagnostisch als 

Erklärung für die von der Beschwerdeführerin angegebenen Symptome in Betracht 

gezogen. Das Bestehen einer Depression stellt im Weiteren noch keinen Beleg dafür 

dar, dass bzw. inwiefern häusliche Gewalt von Seiten des Ehemannes ausgeübt 

worden war. Im psychiatrischen Bericht wird sodann zwar behauptet, aber nicht 

begründet, warum für die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Mazedonien 

eine Gefahr für Leib und Leben resultieren sollte. Letzteres erscheint umso weniger 

plausibel, als die Beschwerdeführerin bis 2014 dort gelebt hatte. Der Hinweis auf 

schwierige Umstände in der Kindheit sowie die aktuellen wirtschaftlichen und 

gesundheitlichen Verhältnisse allein reichen hierfür nicht aus. Auch der Bericht des 

Frauenhauses (act. G 11/6.1) gibt im Wesentlichen die Angaben der 

Beschwerdeführerin betreffend das Verhalten des Ehemannes (Drohungen, ständige 

Kontrolle, Schlechtmachen der Beschwerdeführerin in ihrem Bekanntenkreis) wieder, 

ohne diese durch geeignete Belege zu untermauern. Der Bericht erscheint somit 

ebenfalls für sich allein nicht geeignet, massive häusliche Gewalt zu beweisen. Im 

Weiteren lässt sich die Feststellung im Therapiebericht vom 20. August 2015, wonach 

ein Zusammenleben in der ehelichen Gemeinschaft als nicht zumutbar zu erachten sei 

(act. G 11/6.1) nicht ohne weiteres mit dem Vorbringen der Beschwerdeführerin im 

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Schreiben vom 25. Februar 2015 in Einklang bringen, wonach sie sich vorstellen könne, 

wieder mit ihrem Ehemann zusammenzuleben (act. G 11/8 I/25 f.). In diesem 

Zusammenhang wies die Vorinstanz sodann zu Recht darauf hin, dass die 

Beschwerdeführerin bereits kurz nach ihrer Einreise eine Erwerbstätigkeit bei der Q. AG 

aufgenommen hatte (act. G 2 S. 10) und ihr von daher auch eigene Geldmittel für den 

Lebensunterhalt zur Verfügung gestanden haben dürften. Hieran vermag das 

Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass ihr Ehemann auch am Arbeitsort die 

Kontrolle über sie gehabt habe (act. G 7 S. 7), nichts zu ändern, zumal sich daraus eine 

erhebliche (psychische) Gewaltausübung noch nicht ableiten lässt. Im Rahmen des 

Besuchs des Deutschkurses dürften ebenfalls Sozialkontakte möglich gewesen sein. 

Unter diesen Umständen hat eine Ausübung von ehelicher Gewalt im erwähnten Sinn 

als nicht bewiesen zu gelten.

3.3.

3.3.1. Da die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland für 

sich allein (d.h. auch ohne Gefahr für Leib und Leben) einen wichtigen persönlichen 

Grund im Sinne von Art. 77 Abs. 2 VZAE darstellt, ist zu prüfen, ob aufgrund dessen die 

Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern ist. Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, ihre soziale Wiedereingliederung sei stark gefährdet. Sie sei unter sehr 

schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen. Die Mutter habe die Familie 

verlassen. Der Vater habe sie geschlagen und sich nicht um sie gekümmert. Sie habe 

Geld für das Nötigste selbst verdient. Im Alter von ca. 15 Jahren sei sie dann von einer 

Familie aufgenommen worden, welche in bescheidenen Verhältnissen gelebt habe. Für 

sie wäre es unmöglich, zu dieser Familie zurückzukehren. Über weitere Kontakte 

verfüge sie nicht. Sie wäre bei einer Rückkehr in die Heimat völlig auf sich gestellt; dies 

bei einer ärztlich bestätigten behandlungsbedürftigen psychischen Beeinträchtigung. 

Sie wäre aufgrund der erheblichen psychischen Beeinträchtigung darauf angewiesen, 

dass sie bei einer Rückkehr unterstützt würde, was aber nicht zu erwarten sei. Den 

grossen Schwierigkeiten bei einer Rückkehr nach Mazedonien stehe ihre grosse 

Integrationsleistung gegenüber. Sie könne sich problemlos in deutscher Sprache 

unterhalten und auch komplexe Sachverhalte schildern (act. G 7 S. 8 f.). Sie sei sodann 

in einer Festanstellung tätig (act. G 16 f.).   

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3.3.2. Bei der sozialen Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche, 

berufliche und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei 

einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein 

Leben in der Schweiz einfacher wäre und vorgezogen würde (BGer 2C_17/2012 vom 

24. Januar 2012, E. 2.3.1; BGE 137 II 345, E. 3.2.3). Ein persönlicher nachehelicher 

Härtefall setzt aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der 

Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation 

nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 44 AuG abgeleiteten 

Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (vgl. BGer 2C_17/2012 vom 

24. Januar 2012, E. 2.3.1).

Die Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid, dass nach wie vor familiäre 

Beziehungen der Beschwerdeführerin zu ihrer Heimat bestehen (act. G 2 S. 12), wo sie 

die ersten 22 Jahre ihres Lebens verbrachte, blieb vorliegend unbestritten. Aus dem 

Umstand, dass sie dort keine berufliche Ausbildung absolviert hatte und ihre Familie 

oder weitere nahestehende Personen in Mazedonien ihr keine wirtschaftliche Hilfe 

leisten können, lässt sich keine starke Gefährdung ableiten, die gegen eine 

Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat sprechen würde. Der 

Umstand, dass sich der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz für die 

Beschwerdeführerin in Mazedonien schwieriger gestaltet als in der Schweiz, hat keine 

Unzumutbarkeit der Rückkehr zur Folge. Wurden keine engen Beziehungen zur 

Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt im Land nur von kurzer Dauer, besteht 

praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib, auch wenn die betroffene 

ausländische Person hier nicht straffällig geworden ist, gearbeitet hat und inzwischen 

auch Deutsch spricht (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012, E. 2.3.1; VerwGE B 

2013/234 vom 11. November 2014, E. 2.6). Aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin, welche zwischenzeitlich Sozialhilfe bezogen hatte (act. G 8), in der 

Schweiz beruflich integriert ist und eine Erwerbstätigkeit ausübt (act. G 16 f.), lässt sich 

entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Anspruch auf einen 

weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten. Es sind auch keine anderen wichtigen 

persönlichen Gründe ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz 

erfordern würden. Die im medizinischen Bericht vom 20. August 2015 empfohlene 

langfristige regelmässige Therapie (act. G 11/6.1) ist unbestritten auch in Mazedonien 

durchführbar. Der Beschwerdeführerin war die Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des 

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Familiennachzugs ihres Ehemannes erteilt worden. Nachdem die Ehegemeinschaft 

nicht mehr besteht, bestätigte die Vorinstanz zu Recht die Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung.

4. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- trägt der Staat 

zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege.

3. Der Staat entschädigt die Rechtsbeiständin der Beschwerdeführerin mit Fr. 1‘600.--, 

zuzüglich Barauslagen von Fr. 80.-- und Mehrwertsteuer.

 

Der Präsident                                     Der Gerichtsschreiber                                       

Eugster                                              Schmid 

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