# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22f8bfbb-82db-58db-8e44-522eb9d83577
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.11.2023 SB220456
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220456_2023-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220456-O/U/jv

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. S. Nabholz und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler 

sowie die Gerichtsschreiberin MLaw A. Jacomet

Urteil vom 3. November 2023

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Zanolla, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon 
vom 17. November 2021 (DG210003)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 11. Januar 

2021 ist diesem Urteil beigeheftet (DG210003-M Urk. 29/46). 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 63 S. 169 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG;

 der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 3, teilweise in Verbindung mit Abs. 4 SVG, sowie in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1, 

Art. 34 Abs. 4, Art. 35 Abs. 2 und Art. 44 Abs. 1 SVG;

 der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Ver-

bindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG;

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AIG (bis 31.12.2018: AuG);

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB.

2. Vom Vorwurf der Einfuhren von Kokain am 13. November 2018, 19. November 2018, 

30. November 2018, 5. Dezember 2018 und 14. Dezember 2018 wird der Beschuldigte frei-

gesprochen.

3. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. Januar 2017 

(A-6/2017/10000764) für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 gewährte 

bedingte Strafvollzug wird widerrufen; die Strafe wird vollzogen.

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Jahren und 2 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 1006 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug (inkl. 2 Tage Haft aus 

A-6/2017/10000764) erstanden sind, sowie unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss 

Dispositivziffer 3 mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 30.00 als Gesamtstrafe.

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5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für 10 Jahre des Landes ver-

wiesen.

7. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

19. November 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservate-Triage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf 

erstes Verlangen zuhanden seiner Effekten herausgegeben:

 1 Flugticket A._____ British Airways (A012'344'182);

 1 intern. Führerschein Do. Rep. Nr. 1 lt. auf A._____ (A012'367'850);

 1 Kreditkarte Maestro Betaalpas / ING Nr. 2, lt. auf A._____ (A012'368'024);

 1 Flugticket A._____ EasyJet (A012'344'091);

 2 Flugtickets A._____ von EasyJet (A012'344'002);

 1 Flugticket A._____ lberia (A012'344'024);

 1 Führerausweis Dom. Rep. Nr. 3, lt. auf A._____ (A012'368'104);

 1 ID Dom. Rep. Nr. 3, lt. auf A._____ (A012'368'104);

 1 ID NL Nr. 4, lt. auf A._____ (A012'368'104);

 1 Ausweiskopie A._____ (A012'343'689);

 2 Überweisungsbelege A._____ (A012'344'160).

Sofern der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen.

8. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

19. November 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservate-Triage, werden B._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Ver-

langen herausgegeben:

 div. neue (ungebraucht) Herrenkleider und Schuhe mit Preisschildern versehen 
(A012'343'645);

 1 Kaufquittung Sunrise für iPhone X, IMEI 5 (A012'343'703);

 div. Kaufquittung (A012'343'747);

 1 Mobiltelefon Marke Apple iPhone schwarz (A012'343'907);

 1 Kaufquittung über TOTAL CHF 894.00 (A012'343'918);

 div. polizeiliche Bussen aus Frankreich und Holland (A012'343'929);

 SIM-Karten-Blister SWISSCOM (A012'343'985);

 1 Banküberweisung "C._____" (A012'343'996);

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 1 Schlüsselbund mit Anhänger, 1 KABA 20 Schlüssel, 2 Bartschlüssel und 
Adressetikette (D._____-strasse 6) (A012'344'046);

 1 Visitenkarte Tatoo-Studio in E._____ (A012'344'068);

 1 SIM-Karten-Blister LycaMobilie (A012'344'159);

 div. Briefpapiere, Bussen, Kopien Flugtickets etc. (A012'344'171); 

 9 neue Marken Caps teilweise mit Etikette (A012'344'206);

 4 neue Marken T-Shirts mit Preisetiketten (A012'344'217);

 1 Mobiltelefon Marke Apple iPhone weiss (A012'344'251);

 1 SurfTab TrekStor (A012'344'284);

 1 Mobiltelefon Marke Samsung Galaxy S8+ schwarz (A012'350'275);

 1 Louis-Vuitton Tasche schwarz/grau (A012'366'379);

 1 SIM-Kartenhalter (ohne SIM-Karte) Sunrise 7 (A012'366'540);

 1 Klettportemonnaie Marke Castpack schwarz (A012'367'816);

 div. Quittungen, Zettel, Fotos aus Asservat A012'367'816 (A012'367'838);

 versch. Quittungen, Zettel, Visitenkarten, 3 Lebara SIM-Karten (ungebraucht) 
(A012'367'861);

 1 UBS-Mäppchen (Etui) mit vers. Quittungen, Bussen, Fotos (A012'367'963);

 1 Kreditkarte Maestro Betaalpas / ING Nr. 8, lt. auf F._____ (A012'368'046).

Sofern die Berechtigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen.

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 19. November 

2020 beschlagnahmten Barschaften (eingebucht bei der Bezirksgerichtskasse Dietikon) wer-

den durch die Bezirksgerichtskasse Dietikon nach Rechtskraft dieses Urteils zuhanden von 

B._____ herausgegeben:

 Bargeld CHF 60.00 (A012'344'193);

 Bargeld CHF 1'190.00 (A012'344'308);

 Bargeld EUR 60.00 (= CHF 66.90; A012'344'320);

 Bargeld EUR 500.00 (= CHF 557.50; A012'350'253);

 Bargeld EUR 665.00 (= CHF 741.50; A012'366'460);

 Bargeld CHF 100.00 (A012'368'126);

 Bargeld USD 2.00 (= CHF 1.95; A012'368'148).

10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 19. November 2020 

beschlagnahmte Mobiltelefon Marke Apple iPhone X (A012'344'126), lagernd bei der Kan-

tonspolizei Zürich, Asservate Triage, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

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11. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin des 

Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 39'865.00 (Honorar, Barauslagen und Mehrwert-

steuern, inkl. Kosten der anwaltlichen Vertretung anlässlich der Urteilseröffnung) entschädigt.

12. Es wird davon Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ für seine Aufwen-

dungen als vormaliger amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bereits im Vorverfahren mit 

Fr. 18'373.10 und Rechtsanwalt lic. iur. X4._____ für seine Aufwendungen als vormaliger 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten ebenfalls bereits im Vorverfahren mit Fr. 16'697.90 

(inkl. Akontozahlung von Fr. 10'000.00) entschädigt wurden.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'500.00   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 3'062.10   Gutachten/Expertisen

Fr. 100.00   Zeugenentschädigung

Fr. 25'739.00   Auslagen Untersuchung

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

16. (Mitteilung)

17. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 12 f.)

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 121 S. 1 f.)

1. Es sei A._____ vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und g 

BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG freizusprechen.

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2. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. Januar 2017 

(A-6/2017/10000764) für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 

CHF 30.00 gewährte bedingte Strafvollzug sei zu widerrufen und die Strafe 

sei zu vollziehen.

3. A._____ sei für die mehrfachen Widerhandlungen gegen das Stras-

senverkehrsgesetz, die mehrfache Widerhandlung gegen das Ausländer-

gesetz sowie die Hinderung einer Amtshandlung zu bestrafen mit 26 Monaten 

Freiheitsstrafe, sowie, unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss 

Antrag-Ziffer 2, mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu CHF 30.00 als 

Gesamtstrafe. 

4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe seien zu vollziehen.

5. Es sei auf einen Landesverweis im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB zu 

verzichten.

6. Es sei A._____ eine angemessene Entschädigung mit einem Tagessatz von 

CHF 200.00 für erstandene Überhaft zuzusprechen.

7. Es sei das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

19. November 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Apple iPhone X 

(A012'344'126) nach Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen an 

A._____ herauszugeben.

8. Die bis zum erstinstanzlichen Urteil aufgelaufenen Verfahrenskosten seien zu 

2/3 auf die Staatskasse zu nehmen und A._____ zu 1/3 aufzuerlegen.

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inkl. Kosten der amtlichen Verteidi-

gung) seien auf die Staatskasse zu nehmen.

10. Der amtliche Verteidiger sei für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren 

angemessen zu entschädigen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(schriftlich; Urk. 70)

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Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 S. 5 f.). Das erstinstanzliche Ver-

fahren gegen den Beschuldigten A._____ wurde unter der Geschäftsnummer 

DG210003-M und die Verfahren gegen die Beschuldigten G._____ und H._____ je 

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz unter den Geschäftsnummern DG210006-M und DG210005-M geführt. Ge-

stützt auf Art. 29 Abs. 1 StPO wurden alle Verfahren von der Vorinstanz gemein-

sam beurteilt (Urk. 63 S. 6). 

2. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 17. November 2021 wurde glei-

chentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 120 ff.). Der Beschuldigte A._____ meldete 

mit Eingabe vom 23. November 2021 innert Frist Berufung an (Urk. 53). 

3.1 Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 62/1) reichte die amtliche Ver-

teidigerin am 31. August 2022 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 64). Mit 

Präsidialverfügung vom 9. September 2022 wurde die Berufungserklärung in An-

wendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Staatsanwaltschaft 

zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 68). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf 

Anschlussberufung (Urk. 70). 

3.2 Mit Schreiben vom 11. November 2022 beantragte der Beschuldigte A._____ 

einen Verteidigerwechsel (Urk. 73), welches Gesuch nach Einholung einer 

Stellungnahme der bestehenden amtlichen Verteidigerin hierzu (Urk. 76, Urk. 82) 

mit Präsidialverfügung vom 12. Dezember 2022 zunächst abgewiesen wurde 

(Urk. 84). Nach erneut gestelltem Gesuch des Beschuldigten A._____ vom 3. April 

2023 (Urk. 91) und erneut hierzu eingeholter Stellungnahme der amtlichen Vertei-

digerin (Urk. 92, Urk. 96) wurde selbige mit Präsidialverfügung vom 27. April 2023 

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per Datum der Verfügung aus ihrem Mandat entlassen und ihr Frist zur Einreichung 

ihrer Honorarnote angesetzt. Dem Beschuldigten wurde Frist angesetzt, sich zur 

Person der neu zu bestellenden amtlichen Verteidigung zu äussern (Urk. 99). Die 

Honorarnote der vormaligen amtlichen Verteidigerin wurde mit Eingabe vom 5. Mai 

2023 eingereicht, die Auszahlung erfolgte per 28. Juni 2023 (Urk. 101, Urk. 101A). 

Mit Eingabe vom 8. Mai 2023 beantragte der Beschuldigte A._____, es sei ihm 

Rechtsanwalt Dr. X1._____ als amtlicher Verteidiger zu bestellen, welchem Antrag 

mit Präsidialverfügung vom 11. Mai 2023 entsprochen wurde (Urk. 105).

3.3 Mit Eingabe vom 16. November 2022 war ferner der leitende Oberstaats-

anwalt in Düsseldorf (D) mit einem Rechtshilfeersuchen betreffend Zustellung des 

Strafregisterauszugs und einer beglaubigten Urteilsabschrift an das Bundesamt für 

Justiz (BJ) gelangt. Nach entsprechender Prüfung wurde das Gesuch an das 

hiesige Gericht weitergeleitet (Urk. 87/1-3). Mit Präsidialverfügung vom 17. Januar 

2023 wurde der amtlichen Verteidigung Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(Urk. 89). Mit Schreiben vom 26. April 2023 wurde das Urteil der Vorinstanz sowie 

der Strafregisterauszug sodann zur Weiterleitung an das Bundesamt für Justiz (BJ) 

gesandt (Urk. 97)

3.4 Am 28. Juni 2023 wurde auf den 2. November und 3. November 2023 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 110). 

3.5 Zur Berufungsverhandlung vom 2. und 3. November 2023 erschienen der 

Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt 

Dr. iur. X1._____, der Beschuldigte G._____ in Begleitung seines amtlichen Vertei-

digers Fürsprecher Y._____ (im Verfahren SB220454-O) sowie der Beschuldigte 

H._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

(im Verfahren SB220455-O). In der Sache stellten die Parteien die eingangs wie-

dergegebenen Anträge (Prot. II S. 12 f.). 

3.6 Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

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1.1 Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Beschuldigte 

A._____ beantragte mit seiner Berufungserklärung vom 31. August 2022, er sei von 

Schuld und Strafe freizusprechen (Dispositivziffern 1 und 4; Urk. 64). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 2. November 2023 liess der Beschuldigte seine Beru-

fung insofern einschränken, als er die Schuldsprüche wegen mehrfacher qualifiziert 

grober sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfacher Widerhandlung 

gegen das Ausländergesetz sowie Hinderung einer Amtshandlung anerkannte und 

den Widerruf der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Strafbefehl vom 

9. Januar 2017 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe beantragte (Prot. II S. 15 f.; 

Urk. 117/3 S. 25; Urk. 121 S. 1 und S. 22 f.). Weiterhin angefochten sind somit der 

Schuldspruch betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz (Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 1), die Sanktion, deren Vollzug, 

die Landesverweisung (Dispositivziffern 4 bis 6) sowie die Einziehung des Mobilte-

lefons (Dispositivziffer 10) und die Kostenauflage (Dispositivziffer 14).  

Der angefochtene Entscheid steht in diesem Umfang unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

1.2 Unangefochten blieben damit die vorinstanzlichen Schuldsprüche betreffend 

mehrfacher qualifiziert grober sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln, mehr-

facher Widerhandlung gegen das Ausländergesetz sowie Hinderung einer Amts-

handlung (Dispositivziffer 1, Spiegelstriche 2 bis 5), der vorinstanzliche Freispruch 

betreffend Einfuhren von Kokain am 13., 19. und 30. November 2018 sowie am 

5. und 14. Dezember 2018 (Dispositivziffer 2), der Widerruf der mit Strafbefehl vom 

9. Januar 2017 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat bedingt ausgesprochenen 

Geldstrafe (Dispositivziffer 3), die Beschlagnahmungen (Dispositivziffern 7, 8 

und 9) und die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 13) sowie die 

Auflage der Kosten der amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 15).

In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

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2. Formelles

2.1 Soweit nachfolgend auf die Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. 

dazu BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H.), auch ohne 

dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.

2.2 Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit 

Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.

3. Anklagegrundsatz 

3.1 Die ehemalige Verteidigung des Beschuldigten A._____ monierte im erst-

instanzlichen Verfahren eine Verletzung des Anklageprinzips. So seien die Vor-

würfe gemäss Ziffer I und II der Anklageschrift vom 11. Januar 2021 zu unbestimmt 

und pauschal. Die Informationsfunktion sei mithin ungenügend erfüllt. Weiter gehe 

es nicht an, die Anklageschrift mit Anhängen zu versehen (vgl. Urk. 63 S. 8). An 

der Berufungsverhandlung wiederholte die neue amtliche Verteidigung die Rüge 

der Verletzung des Anklageprinzips, wobei sie auf die Ausführungen vor Vorinstanz 

verwies (Urk. 121 S. 3). Auch die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

H._____ sowie die amtliche Verteidigung des Beschuldigten G._____ rügen eine 

Verletzung des Anklageprinzips, da die Anklageschrift nicht aus sich selbst lesbar 

sei und auf diverse Anhänge zur Anklage verweise. Die Verbindung der Anklage-

schrift mit dem quasi beweisführenden Anhang stelle den Versuch einer un-

zulässigen Beeinflussung des Gerichts dar. Weder für das Gericht noch für den 

Beschuldigten sei erkennbar, was ihm vorgeworfen werde und sei die Anklage in 

diverser Hinsicht widersprüchlich. Sodann umgrenze die Anklage die Tatvorhalte 

und insbesondere die Betäubungsmittelmengen nicht genügend (Urk. 119 S. 6 ff.; 

Urk. 120 S. 3 ff.). 

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3.2 Die Vorinstanz machte zunächst allgemeine Ausführungen zum Anklage-

prinzip nach Art. 9 StPO und zu den inhaltlichen Anforderungen an eine Anklage 

gemäss Art. 325 StPO. Auf diese korrekten rechtlichen Ausführungen kann vor-

liegend verwiesen werden (Urk. 63 S. 11 ff.). 

3.3 Die Verteidigung verortet eine Verletzung des Anklageprinzips zunächst in der 

(zu) pauschalen Umschreibung der Drogeneinfuhren bzw. des Anstaltentreffens 

hierzu sowie insbesondere in der zu wenig konkretisierten Mengen- und Reinheits-

gehaltsangabe der Drogen (Urk. 121 S. 3 mit Verweis auf Urk. 47 S. 4 ff.). Zwar 

kann der Verteidigung insofern zugestimmt werden, als dass die Anklageschrift teil-

weise etwas unglücklich formuliert ist. Doch bereits die Vorinstanz führte korrekt 

aus, dass die Anklage genau umschreibe, an welchem Datum, um welche Uhrzeit 

und an welchem Ort die vorgeworfenen Einfuhren erfolgt sein sollen. Zudem werfe 

die Anklage allen Beschuldigten vor, dass die Einfuhren immer nach dem gleichen 

modus operandi erfolgt seien. Aus diesem Grund ist es auch nicht notwendig, die 

standardisierte Rolle jedes einzelnen Beschuldigten jeweils von neuem auszu-

führen. Aus der Kombination von konkretem Tatvorhalt (unter Angabe von Ort, Zeit 

und Datum) sowie dem detailliert umschriebenen Musterablauf sei gemäss Vor-

instanz sowohl den Beschuldigten als auch dem Gericht klar ersichtlich, was vor-

geworfen werde, auch ohne einen Rückgriff auf den Anhang I. Darüber hinaus lasse 

sich dem Anklagesachverhalt mit Blick auf den Tatvorhalt und den Musterablauf 

(modus operandi) entnehmen, welche Menge die Beschuldigten bei welcher Ein-

fuhr importiert haben sollen (Urk. 63 S. 16 f.). Auch wenn die Formulierung in der 

Anklageschrift "unbestimmte, aber grosse Menge" für sich alleine zu unbestimmt 

wäre, enthält die Anklage auch Angaben zur Gesamtmenge der importierten Dro-

gen: So wird dem Beschuldigten A._____ die Einfuhr einer Gesamtmenge von 

50 Kilogramm Kokaingemisch guter Qualität vorgeworfen (Urk. 29/46 S. 8). Damit 

wird die eingeführte Kokainmenge insgesamt genügend konkret und ausreichend 

umschrieben. Zu Recht weist die Vorinstanz zum Schluss darauf hin, dass die 

Frage, ob sich die Vorwürfe auch erstellen liessen, im Rahmen der Beweiswürdi-

gung zu beantworten sei. Auf diese zutreffenden Erwägungen kann vollumfänglich 

verwiesen werden.  

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3.4 Soweit die Verteidigung das Versehen der Anklage mit Anhängen als unzu-

lässig erachtet (Urk. 121 S. 3; Urk. 47 S. 4 ff.), ist zunächst festzustellen, dass dem 

Anhang I diverse Hinweise auf Beweismittel und Mutmassungen zu entnehmen 

sind, die zwar an sich nicht unzulässig sind, jedoch im Rahmen des Plädoyers der 

Staatsanwaltschaft hätten vorgebracht werden müssen und gemäss Art. 325 StPO 

nicht Teil einer Anklage sein dürfen. Folglich dürfen sie – mit der Vorinstanz – auch 

nicht berücksichtigt werden. Die Vorinstanz kam mit Hinweis auf die bundesgericht-

liche Rechtsprechung in ausführlicher Erörterung der Sachlage darüber hinaus 

jedoch zu Recht zum Schluss, dass das Gericht letztlich trotz dieses unzulässigen 

Anhangs I eine eigene, selbständige Beweiswürdigung vornehmen könne und der 

Blick auf den Vorwurf nicht getrübt werde (vgl. Urk. 63 S. 15). Damit ist dem Gericht 

nach Studium der Anklage auch ohne Anhang I bewusst, wie der jeweilige Ankla-

gevorwurf lautet. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz ist vor-

liegend zu verweisen (Urk. 63 S. 15). Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt mit 

der Vorinstanz nicht vor. 

4. Verwertbarkeit der Aussagen 

4.1 Es ist vollständigkeitshalber darauf hinzuweisen, dass mit der Vorinstanz 

sowohl die Aussagen des Beschuldigten A._____ als auch der weiteren Mitbe-

schuldigten, mit Ausnahme der Aussagen des Beschuldigten H._____ an der Ein-

vernahme vom 5. Juni 2019, anlässlich welcher er indessen ohnehin keine Aussa-

gen mehr machen wollte, verwertbar sind (Urk. 63 S. 20 ff.). Hinsichtlich der er-

wähnten Einvernahme vom 5. Juni 2019 ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

H._____ mit Durchführung der letzten delegierten polizeilichen Einvernahme vom 

31. Mai 2019 (Urk. 4/7) zu sämtlichen Vorfällen und Beweismitteln befragt worden 

war, wobei die darauf folgende staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 

5. Juni 2019 keine Weiterungen beinhaltete und damit unter Gewährung der unein-

geschränkten Verfahrensrechte der Mitbeschuldigten durchzuführen gewesen 

wäre. Anlässlich der ersten Konfrontationseinvernahme vom 25. November 2019 

(Urk. 4/10) machte der Beschuldigte H._____ sodann keine Aussagen, weshalb – 

entgegen den Ausführungen der Vorinstanz – dadurch das Konfrontationsrecht 

nicht gewahrt werden konnte (vgl. BGer 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021). Indessen 

- 13 -

wurde er anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im Beisein sämtlicher 

Mitbeschuldigter eingehend zu den Vorhalten befragt, wobei er Aussagen machte. 

Vor diesem Hintergrund erweisen sich seine Einvernahmen mit Ausnahme der Be-

fragung vom 5. Juni 2019, als verwertbar. Die Teilnahmerechte wurden somit in 

casu nicht verletzt.

4.2 Zutreffend hat die Vorinstanz allerdings darauf hingewiesen, dass die Aus-

sagen von I._____ (Urk. 8/1), J._____(Urk. 8/2), B._____ (Urk. 8/2 und Urk. 8/3), 

K._____ (Urk. 8/7) und L._____ (Urk. 8/8) ausschliesslich zu Gunsten der 

Beschuldigten verwertet werden dürfen, da lediglich polizeiliche Befragungen er-

folgten (Urk. 63 S. 28).

4.3 Sämtliche weiteren im vorliegenden Verfahren aktenkundigen Aussagen, na-

mentlich diejenigen von M._____, N._____ und O._____ (Urk. 6/1-8) sowie dieje-

nigen der als Zeugen einvernommenen Polizisten, welche an den Wahrnehmungs-

berichten beteiligt waren (Urk. 8/9-12), sind vollumfänglich verwertbar. Es kann 

diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (vgl. Urk. 63 S. 28). 

5. Verwertbarkeit Überwachungsmassnahmen / Zufallsfunde

5.1 Hinsichtlich Chronologie, Verlauf und Umfang der im vorliegenden Verfahren 

angeordneten Überwachungsmassnahmen, sowohl gegenüber dem Beschuldigten 

A._____, als auch gegenüber den in separaten Verfahren angeklagten Be-

schuldigten H._____, G._____ und P._____ (letzterer bereits rechtskräftig verur-

teilt), kann vollumfänglich auf die lückenlose und korrekte Darstellung der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 S. 29 ff.).  

5.2 Die Verteidigung des Beschuldigten A._____ stellt sich, wie bereits vor Vor-

instanz, auf den Standpunkt, dass die Überwachung des VW Polo des Beschuldig-

ten A._____ in Frankreich, Luxemburg und Belgien nie genehmigt worden sei, 

ebenso fehle eine Genehmigung für Holland vom 6. bis zum 21. Dezember 2018. 

Damit seien die aus diesen Überwachungen generierten Daten, welche Grundlage 

- 14 -

für die Verhaftung gewesen seien, unverwertbar und hätten ausgesondert sowie 

vernichtet werden müssen (Urk. 47 S. 9; Urk. 121 S. 4).

5.3 Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass die Verwendung der GPS 

Daten des VW Golf GTI vor dem 21. Dezember 2018 aus Holland und den Transit-

ländern Frankreich, Luxemburg und Belgien nicht genehmigt wurde, weshalb diese 

Daten grundsätzlich nicht verwertbar sind (vgl. auch Urk. 63 S. 39). Allerdings äus-

serte sich die Vorinstanz in diesem Zusammenhang sehr umfassend und zutreffend 

und legte überzeugend dar, dass hinsichtlich der erhobenen Daten aus Holland am 

14. Dezember 2018 unverzüglich und damit keinesfalls verspätet (Urk. 33/5/1) um 

Genehmigung der (zukünftigen) Überwachung ersucht wurde, welche denn auch 

mit Entscheiden vom 31. Januar 2019 bzw. vom 12. Februar 2019 für den Zeitraum 

vom 21. Dezember 2018 bis 8. Mai 2019 erteilt wurde (Urk. 33/5/21 f.). Damit 

waren die GPS Daten aus Holland ab dem 21. Dezember 2018 ohne Weiteres 

verwertbar, was ebenso für die in der Schweiz erhobenen GPS Daten aus der 

Schweiz seit Beginn der Untersuchung zu gelten hat. 

Darüber hinaus ist der Vorinstanz dahingehend zu folgen, dass sich aus den 

Erkenntnissen der polizeilichen Observationen aus den Vorgängen vom 6., 11., und 

14. Dezember 2018 (Urk. HD 1/3) weit- und zureichende Erkenntnisse zu den 

örtlichen und zeitlichen Modalitäten der Grenzüberfahrten gewinnen liessen, womit 

eine Datenverwertung aus den Transitstaaten nicht notwendig war: Gestützt auf die 

Erkenntnisse aus Holland konnte ein ungefährer Zeitpunkt der Einreise in die 

Schweiz auch ohne Daten aus den Transitländern errechnet werden. Die genaue 

Route durch die Transitländer stellt ferner in casu keinen relevanten Aspekt der 

Anklage dar. Innerhalb der Schweiz war ferner die Datenverwertung ohnehin un-

problematisch. Damit waren in der Tat die Daten aus den Transitländern – welche 

zwangsläufig mit aufgezeichnet wurden – unerheblich für die Untersuchung und 

vorliegend auch für die Beweisführung obsolet. Entgegen den Vorbringen der Ver-

teidigung des Beschuldigten A._____ war die Untersuchungsbehörde auch nicht 

darauf angewiesen, Daten aus Frankreich zu analysieren, um hinreichende Hin-

weise für den Zugriff vom 18. Februar 2019 zu erhalten. Diese ergaben sich bereits 

aufgrund der rechtmässig erhobenen Daten aus Holland und der Schweiz. Es kann 

- 15 -

im Übrigen vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz hierzu ver-

wiesen werden (Urk. 63 S. 39 f.). 

III. Sachverhalt

1. Anklageziffer I

1.1 Verbleibend zu prüfender Anklagevorwurf

1.1.1Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer I vorgeworfen, unter arbeitsteiliger 

Zusammenarbeit mit den Beschuldigten H._____ und G._____ sowie dem bereits 

rechtkräftig verurteilten ehemaligen Beschuldigten P._____ und einem unbekann-

ten Bunkerhalter im Zeitraum vom 13. November 2018 bis am 18. Februar 2019 an 

insgesamt 9 Einfuhren von Kokain in die Schweiz beteiligt gewesen zu sein, wobei 

selbige stets in gleicher Art und Weise vonstattengegangen seien. Namentlich habe 

dem Beschuldigten A._____ hierbei die Organisation des Kokains in Holland, des 

Drogenbunkers in der Schweiz, des Zusammenwirkens sämtlicher Beteiligter sowie 

die Durchführung und Begleitung des Kokaintransports von Holland in die Schweiz 

bzw. von der Schweizer Grenze in Q._____ zum jeweiligen Drogenbunker nach 

R._____ oder S._____ obgelegen (vgl. Urk. 29/46 S. 2 ff.).

1.1.2Betreffend die zusätzlich vorgeworfenen Betäubungsmitteleinfuhren vom 13., 

19. und 30. November 2018 sowie vom 5. und 14. Dezember 2018 ergingen vor-

instanzlich mangels erstellten Sachverhaltes Freisprüche, welche in Rechtskraft 

erwachsen sind (Dispositiv-Ziffer 2). Der verbleibend zu überprüfende Sachverhalt 

umfasst daher die vorgeworfenen Kokaineinfuhren vom 21. und 28. Dezember 

2018 sowie vom 21. Januar und 18. Februar 2019.

1.1.3Darüber hinaus erachtete die Vorinstanz den von der Anklagebehörde vorge-

worfenen Ankauf in Holland als zu wenig genau umschrieben und darüber hinaus 

nicht erstellt. Formell wurde dieser Schluss indes nicht im Dispositiv festgehalten. 

Ferner erfolgte auch keine Verurteilung wegen Weiterveräusserung. In Nach-

achtung des Verbotes der reformatio in peius und vor dem Hintergrund, dass die 

Staatsanwaltschaft den Schuldspruch, welcher ausschliesslich die Einfuhr von 

Kokain umfasst, nicht angefochten hat, sind die zugrundeliegenden Erörterungen 

- 16 -

der Vorinstanz als verbindlich zu übernehmen. Auch eine Überprüfung des Sach-

verhaltes betreffend Erwerb und Weiterveräusserung entfällt damit.

1.2 Stellungnahme Beschuldigter A._____

Nachdem der Beschuldigte zunächst durchwegs die Aussage verweigert hatte, 

erklärte er schliesslich am Ende der Untersuchung, mit dem Beschuldigten 

G._____ im Februar 2019 nach Holland gefahren zu sein, wobei selbiger dort drei 

Kilogramm Kokain abgeholt habe. Wem die weiteren rund drei Kilogramm Kokain, 

welche anlässlich der Verhaftung im Auto sichergestellt worden seien, gehörten, 

wisse er nicht. Er selbst habe mit der Kokaineinfuhr nichts zu tun, er sei nach 

Holland gefahren, um seinen Pass daselbst abzuholen bzw. einen Gerichtstermin 

wahrzunehmen. Bei der Rückkehr seien sie verhaftet worden. Er sei lediglich die 

Kontaktperson zwischen P._____, welchen er schon länger kenne, und G._____ 

gewesen (Urk. 2/16 S. 11 ff., S. 13, Urk. 2/17 S. 6 ff., Prot. I S. 31).

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 2023 wiederholte der Be-

schuldigte A._____ diese Aussagen im Wesentlichen, wobei er darauf hinwies, 

dass er nur deshalb zusammen mit dem Beschuldigten G._____ im Februar 2019 

zurück in die Schweiz gefahren sei, da letzterer diesbezüglich Druck auf ihn aus-

geübt und ihn gedrängt habe. Er habe dem Beschuldigten G._____ jedoch gesagt, 

dass er mit dem Ganzen nichts zu tun haben möchte. In Bezug auf seine Kontami-

nation mit Kokain erklärte der Beschuldigte A._____, dass dies darauf zurückzu-

führen sei, dass er gelegentlich Kokain an Partys konsumiert habe bzw. mit konta-

minierten Gegenständen, wie beispielsweise einer Geldnote, in Kontakt gekommen 

sein könne (Urk. 117/3 S. 11 f., S. 15 ff. und S. 20).  

Nachdem der Beschuldigte A._____ damit gänzlich in Abrede stellt, zusammen mit 

den weiteren Beschuldigten H._____ und G._____ sowie dem rechtskräftig verur-

teilten ehemaligen Beschuldigten P._____ dem Drogenhandel im Sinne der An-

klage nachgegangen zu sein, ist im Folgenden zu prüfen, ob der verbleibende An-

klagesachverhalt rechtsgenügend erstellt werden kann.

1.3 Allgemeine Grundsätze

- 17 -

1.3.1Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwind-

bare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten 

Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage aus 

(Art. 10 Abs. 3 StPO).

Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, ist zu unterschei-

den zwischen der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Aussageperson und der Glaub-

haftigkeit der konkreten Aussagen. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person 

kommt allerdings eher untergeordnete Bedeutung zu. In erster Linie ist nicht auf die 

prozessuale Stellung der Beteiligten abzustellen, sondern auf den materiellen Ge-

halt ihrer Aussagen. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Aussagen hat 

sich die sogenannte Aussageanalyse durchgesetzt. Nach deren empirischem Aus-

gangspunkt erfordern wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geistige 

Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die aussagende 

Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit 

und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund 

machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass 

eine Aussage durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, soge-

nannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte sowie des 

Aussageverhaltens auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der 

aussagenden Person analysiert werden. Bei der Glaubhaftigkeitsbewertung ist im-

mer davon auszugehen, dass die Aussage auch nicht realitätsbegründet sein kann. 

Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobe-

nen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. Es 

gilt dann die Alternativhypothese, dass die Aussage wahr sei (BGE 133 I 33 E. 4.3; 

129 I 49 E. 5.; je mit Hinweisen). Zu achten ist inhaltlich auf Strukturbrüche inner-

halb einer Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor 

allem aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien 

und das Fehlen von Lügensignalen (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellun-

gen vor Gericht, 3. Aufl., 2007, S. 68 ff. und S. 72 ff.).

- 18 -

1.3.2Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 10 Abs. 1 StPO verankerten 

Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Beschuldigten) ist bis zum gesetz-

lichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass die wegen einer strafbaren Hand-

lung beschuldigte Person unschuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3; BGE 127 I 38 

E. 2a; Urteil des Bundesgerichts Nr. 6B_617/2013 vom 4. April 2014, E. 1.2; PRA 

2002 Nr. 2 S. 4 f.). Ein Schuldspruch darf mit anderen Worten nie auf blosser Wahr-

scheinlichkeit beruhen, sondern darf nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschul-

digten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vor-

liegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm 

zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. 

1.4 Beweismittel

Vorliegend basiert der verbleibend vorgeworfene Sachverhalt schwerpunktmässig 

auf den Erkenntnissen aus den angeordneten Observationen bzw. den entspre-

chenden Wahrnehmungsberichten und Überwachungsmassnahmen, namentlich 

den GPS Daten aus Holland und der Schweiz sowie den rückwirkend erhobenen 

Randdaten und teilweise den Auswertungen der Mobiltelefone der Beschuldigten, 

insbesondere auch den aufgezeichneten Antennenstandorten. Ferner liegen die 

Aussagen des Beschuldigten A._____, des Beschuldigten H._____ (mit Einschrän-

kung der Depositionen anlässlich der Einvernahme vom 5. Juni 2019, Urk. 4/8), 

des Beschuldigten G._____ und des bereits rechtskräftig verurteilten ehemaligen 

Beschuldigten P._____ vor. Aktenkundig sind darüber hinaus Haaranalysen der 

Beschuldigten (Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Zürich 

(Urk. 9/6 - 9, Urk. 9/27 - 30). 

Sowohl die Aktenbeweise als auch die Aussagen sind – wie bereits vorstehend 

unter Ziff. II. 4 dargetan – mit Ausnahme der Depositionen des Beschuldigten 

H._____ anlässlich der Einvernahme vom 5. Juni 2019 (Urk. 4/8), welche indessen 

ohnehin keine relevanten Angaben beinhalteten – uneingeschränkt verwertbar.

1.5 Generelle Würdigung der massgeblichen Aussagen und Observations-

berichte

- 19 -

1.5.1Vorweg gilt festzuhalten, dass sich die Vorinstanz differenziert, genau und ein-

gehend mit den Depositionen des Beschuldigten A._____, seiner Mitbeschuldigten 

H._____, G._____ und P._____ sowie den weiteren Beweismitteln, insbesondere 

den Erkenntnissen aus den Observationen und Überwachungsmassnahmen, aus-

einandergesetzt hat. Sie gab die Aussagen des Beschuldigten A._____ und der 

Mitbeschuldigten – soweit solche erfolgt waren – korrekt wieder und würdigte die 

Glaubwürdigkeit der genannten Parteien unter Verweis auf deren untergeordnete 

Rolle zutreffend. Darauf kann vorab grundsätzlich verwiesen werden (Urk. 63 

S. 48 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Weiteren unterzog sie die Aussagen der Beschul-

digten A._____, H._____, G._____ und P._____ einer sorgfältigen Glaubhaftig-

keitsanalyse, welche mit Ausnahme der folgenden Korrekturen bzw. Präzisierun-

gen als zutreffend übernommen werden kann:

1.5.2 Bei der Prüfung der (wenigen) Aussagen des Beschuldigten A._____ kam die 

Vorinstanz zum Schluss, dass die partiell erfolgten Belastungen, da eruptiv, unstra-

tegisch und spontan erst am Schluss der Untersuchung erfolgt, als glaubhaft zu 

erachten seien (Urk. 63 S. 76 ff.). Dem kann nicht gefolgt werden. Korrekt ist die 

Feststellung, dass der Beschuldigte A._____ zunächst durchwegs die Aussage ver-

weigerte und schliesslich – durchaus spontan – erst anlässlich der Schluss-

einvernahme belastende Aussagen betreffend den Beschuldigten G._____ und in 

diesem Zusammenhang letztlich auch gegen den Beschuldigten P._____ zu Pro-

tokoll gab, namentlich erklärte, dass G._____ zum Zwecke des Kokainkaufs am 

16. Februar 2019 mit ihm nach Holland sowie am 18. Februar 2019 wieder zurück 

in die Schweiz gefahren sei und 3 Kilo der sichergestellten Drogen ihm (dem Be-

schuldigten G._____) gehören würden, wobei er (der Beschuldigte A._____) einzig 

und vor allem unwissentlich hinsichtlich des Drogentransports den Kontakt zwi-

schen dem Beschuldigten G._____ und P._____ hergestellt habe (vgl. Urk. 2/16 S. 

11 ff.).

Diese Belastungen erfolgten im Rahmen einer gänzlich konstruiert und realitäts-

fremd wirkenden Schilderung der Rahmenabläufe. So erklärte der Beschuldigte 

A._____, von den Betäubungsmitteln nichts gewusst zu haben und erst auf Nach-

frage bei der Rückreise erfahren zu haben, dass der Beschuldigte G._____ Kokain 

- 20 -

dabei habe (Urk. 2/17 S. 10). Ebenso soll ihm dieser gesagt haben, dass der Be-

schuldigte P._____ diese Drogen transportieren würde (Urk. 2/17 S. 12). Er (der 

Beschuldigte A._____) sei ausschliesslich wegen einer Gerichtsangelegenheit 

nach Holland gefahren, namentlich habe er am 18. Februar 2019 einen Ge-

richtstermin wegen seines Passes in E._____ gehabt (Urk. 2/17 S. 8). Diese 

Aussagen wiederholte der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 117/3 S. 15 ff.). Das Vorbringen betreffend den Gerichtstermin in E._____ 

wird jedoch bereits angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte am 18. Februar 

2019 in den frühen Morgenstunden wieder in die Schweiz einreiste, als offensicht-

liche Schutzbehauptung entlarvt. Ebenso räumte der Beschuldigte A._____ zwar 

ein, er sei bereits früher, im Dezember 2018, mit dem Beschuldigten G._____ nach 

Holland gereist (Urk. 2/17 S. 17), ohne jedoch eine Erklärung hierfür angeben zu 

können. Dass der Beschuldigte A._____ sodann – wie von ihm geltend gemacht 

(Urk. 2/16 S. 12) – nicht gewollt habe, dass der Beschuldigte G._____ mit den Dro-

gen in sein Auto einsteige, weshalb das Kokain separat vom Beschuldigten 

P._____ transportiert worden sei, kann sodann nur als absurd erachtet werden, 

hätte der Beschuldigte A._____ doch naheliegenderweise dem Beschuldigten 

G._____ die Mitfahrt verweigern können, wenn er denn effektiv nichts mit dem Dro-

gentransport zu tun hätte haben wollen. Dass er den Beschuldigten G._____ so-

dann aber nicht nur mitfahren liess, sondern darüber hinaus auch noch wegen ihm 

früher zurückgereist sein will, und zwar so viel früher, dass der von ihm angegebene 

Grund der Reise, der Gerichtstermin in E._____, gar nicht wahrgenommen werden 

konnte, ist als Vorbringen geradezu abstrus. So kann auch nicht ernsthaft gesagt 

werden, der Beschuldigte G._____ habe betreffend die Rückfahrt in die Schweiz 

derart Druck auf den Beschuldigten A._____ ausgeübt. So habe der Beschuldigte 

G._____ diesem (dem Beschuldigten A._____) doch lediglich mehrfach gesagt, sie 

sollen gehen und er (der Beschuldigte G._____) müsse gehen (Urk. 117/3 

S. 15 ff.). Auf entsprechende Nachfrage anlässlich der Berufungsverhandlung, 

weshalb der Beschuldigte A._____ dem Beschuldigten G._____ nicht einfach ge-

sagt habe, dieser könne nicht mitfahren, entgegnete Ersterer lediglich, er wisse es 

nicht und es sei nicht die beste Entscheidung gewesen (Urk. 117/3 S. 30). Auch 

eine plausible Erklärung für die zusätzlichen rund 3.5 Kilogramm Kokaingemisch 

- 21 -

blieb der Beschuldigte A._____ – auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 117/3 S. 18) – schuldig.

Damit sind aber die Belastungsaussagen gegenüber den Beschuldigten G._____ 

und P._____ derart untrennbar mit ganz grundsätzlich unsinnigen, unplausiblen 

und widersprüchlichen Erklärungen verbunden, dass sie insgesamt als unglaubhaft 

erachtet werden müssen. Vielmehr geht aus dem inkonsistenten Aussageverhalten 

des Beschuldigten A._____ hervor, dass er einzig zu seinem Schutz stets neue 

Versionen zu den Tatvorwürfen vorbringt. Auf die Aussagen des Beschuldigten 

A._____ kann damit nicht abgestellt werden, auch nicht im Umfang der Belastun-

gen.

1.5.3Betreffend die Depositionen des Beschuldigten H._____, welcher als einziger 

von Anfang an Aussagen tätigte, ist mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 71 ff.) festzu-

stellen, dass sie – soweit die äusseren Handlungsabläufe thematisiert wurden – 

detailliert, präzise, nachvollziehbar, ohne inhärente Widersprüche und entspre-

chend als glaubhaft taxiert werden können, womit auf sie abzustellen ist. Ferner 

lassen sie sich auch mit den übrigen Beweisergebnissen, namentlich den Obser-

vationen, in Einklang bringen. Indessen ist aber augenscheinlich, dass auch der 

Beschuldigte H._____ ausweichende, pauschale und merklich abschwächende 

Aussagen tätigte, sobald seine eigene Rolle thematisiert wurde oder auch nur am 

Rande zur Sprache kam. Dies ist als Bemühen, selbst möglichst unbeschadet aus 

der Angelegenheit zu kommen, durchaus nachvollziehbar, aber letztlich auch als 

solches deutlich erkennbar. So verschanzte sich der Beschuldigte H._____ durch-

wegs und pauschal hinter den Aussagen, er habe als Taxifahrer nichts nachgefragt 

und sich auch nichts überlegt (u.a. Prot. I S. 11, 17 und 19), was angesichts der 

noch näher zu beleuchtenden Umstände realitätsfremd erscheint. So gab es für 

den Beschuldigten H._____ aus legalen, professionellen Gründen keinerlei Anlass, 

die Fahrten unter den vorliegenden, offensichtlich obskuren Umständen (Warten 

an der Grenze um 5 Uhr morgens auf Abruf, Insassenwechsel, Konvoifahrten 

u.w.m.) auszuführen. Eine nachvollziehbare Erklärung für sein offenkundiges Mit-

wirken bei den äusserst verdächtigen und konspirativen Zusammentreffen an der 

Grenze konnte und wollte der Beschuldigte H._____ nicht vorbringen. Solches lässt 

- 22 -

sich jedoch nur dadurch erklären, dass der Beschuldigte H._____ selbst eine Rolle 

innerhalb der Gruppierung der Beschuldigten innehatte. Es wird darauf noch im 

Einzelnen zurückzukommen sein. An dieser Stelle bereits festzuhalten ist, dass 

betreffend die eigene Rolle bzw. Tatbeteiligung offenkundig Schutzbehauptungen 

des Beschuldigten H._____ vorliegen, auf welche nicht abgestellt werden kann.

1.5.4Darüber hinaus ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen des 

Beschuldigten G._____ und des Beschuldigten P._____, soweit solche überhaupt 

erfolgten, wenig aussagekräftig, ausweichend und nicht plausibel erscheinen. Es 

kann hierzu vollumfänglich auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid ver-

wiesen werden (vgl. Urk. 63 S. 63, S. 74 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

räumte der Beschuldigte G._____ zwar erstmals ein, bei der Fahrt vom 28. Dezem-

ber 2018 dabei gewesen sowie mit dem Beschuldigten A._____ von Holland ge-

kommen zu sein, wobei er bereits dann den Verdacht gehabt habe, der Beschul-

digte A._____ könne mit Drogen zu tun haben. Ferner gestand er ein, bei der Fahrt 

vom 19. Februar 2019 Kenntnis gehabt zu haben, dass Drogen importiert würden 

(Urk. 117/1 S. 14, S. 20 ff.). Diese Aussagen decken sich mit den weiteren Bewei-

sergebnissen, unter anderem den Randdatenüberwachungen der Mobiltelefone 

(vgl. auch nachfolgend Ziff. 1.6), weshalb darauf abgestellt werden kann. Wenn der 

Beschuldigte G._____ auf der anderen Seite neu geltend macht, dass es der Be-

schuldigte A._____ gewesen sei, der mit P._____ zusammen die Drogen in die 

Schweiz importiert habe (vgl. Urk. 117/1 S. 14, S. 17, S. 21 f.), überzeugt dies al-

lerdings nicht. Die plötzlichen Gegenbelastungen seitens des Beschuldigten 

G._____ und sein damit geändertes Aussageverhalten sind – auch wenn sie durch-

aus zur Überraschung seiner amtlichen Verteidigung erfolgten – alles andere als 

glaubhaft: Der Beschuldigte G._____ wirft dem Beschuldigten A._____ spiegelbild-

lich einfach genau das Gleiche vor, was dieser zuvor ihm unterstellt hatte. Auf diese 

Aussagen kann nicht abgestellt werden. 

1.5.5Demgegenüber ist festzustellen, dass die Observationsberichte der Stadt-

polizei Zürich vom 6. März 2019, 21. Februar 2019 und 7. März 2019 (Urk. 1/3-7) 

sowie die hernach erfolgten Zeugenaussagen (Urk. 8/9-12) inhaltlich überzeugen. 

Die observierenden Polizeifunktionäre wurden im Beisein der Beschuldigten und 

- 23 -

unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB einvernommen (Urk. 8/9-12). 

Die Wahrnehmungsberichte sowie die gestützt darauf erfolgten Zeugenaussagen 

sind detailliert, realitätsnah und nachvollziehbar und beinhalten auch Angaben 

hinsichtlich nicht wahrgenommener Umstände – so beispielsweise, wenn kein Be-

hältnis ersichtlich war oder Unsicherheiten hinsichtlich der Vorgänge im Fahrzeug 

oder weiterer Umstände bestanden (vgl. u.a. Urk. 1/3 S. 2, 23:15 Uhr, Urk. 1/4 S. 3, 

6:34 Uhr, Urk. 8/9 S. 13 f., Urk. 8/10 S. 15 f.). Ebenso wurde von den einvernom-

menen Polizisten sehr genau unterschieden, ob Schilderungen aufgrund eigener 

Beobachtungen erfolgten oder ob es sich um mitgeteilte Wahrnehmungen handelte 

(u.a. Urk. 8/11 S. 15). Ein Motiv für bewusste Falschangaben ist ferner nicht er-

sichtlich. Die in den Observierungsberichten und Zeugeneinvernahmen geschilder-

ten polizeilichen Wahrnehmungen erscheinen damit durchwegs glaubhaft und es 

kann entsprechend auf sie abgestellt werden. 

1.6 Erstellung Sachverhalt in concreto

1.6.1Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass die Kokaineinfuhr vom 

18. Februar 2019 im Grenzbereich Frankreich/Q._____ durch die Stadtpolizei Zü-

rich observiert worden war (Urk. 1/7). Aus dem diesbezüglichen Observierungsbe-

richt und den Zeugenaussagen der involvierten Polizeibeamten, auf welche, wie 

vorstehend unter Ziff. 1.5.5 ausgeführt, als glaubhaft abgestellt werden kann, ergibt 

sich, dass das Fahrzeug VW Polo GTI, AG 9, zusammen mit dem Fahrzeug 

Opel Astra mit holländischem Kennzeichen 10, kurz nach 5 Uhr morgens die 

Grenze von Frankreich nach Q._____ passierte, wobei die Fahrzeuge danach 

im  Bereich T._____-strasse/U._____-strasse in Q._____ hintereinander parkierten 

(Urk. 1/7 S. 2). In der Folge verliess der Lenker des Opel Astra selbigen mit einem 

Plastiksack und stieg in den VW Polo um, wobei er auf der Beifahrerseite Platz 

nahm (Urk. 8/10 S. 12/9). Das Fahrzeug VW Polo fuhr danach los und hielt kurze 

Zeit später im Verzweigungsbereich V._____-strasse/W._____-strasse an. An die-

sen Ort fuhr sodann auch das Taxi Toyota Prius, Kennzeichen ZH 11 mit nur einem 

Insassen. Die Fahrzeuge fuhren um 5.12 Uhr über die AA._____-strasse in Rich-

tung AB._____ und schliesslich via Autobahn Richtung Zürich, wobei ab diesem 

Zeitpunkt zwei Personen im Taxi sassen (Urk. 1/7 S. 2, Urk. 1/10 S. 2). Um 

- 24 -

5.40 Uhr erfolgte der Zugriff, bei welchem die Beschuldigten H._____ und P._____ 

aus dem Taxi verhaftet wurden (Urk. 18/1 und Urk. 17/1). Die Beschuldigten 

A._____ und G._____ konnten nach einer über 8 Kilometer langen Fluchtfahrt 

schliesslich um 5.47 Uhr aus dem VW Polo verhaftet werden (Urk. 1/1 S. 3, Urk. 

16/2, Urk. 19/1). 

1.6.2Anlässlich der Verhaftung konnte aus dem Taxi des Beschuldigten H._____ 

beifahrerseits zwischen den Beinen des Beschuldigten P._____ ein Sack, be-

inhaltend diverse Blöcke Kokain mit einem Bruttogewicht von 6.3 Kilogramm 

(6,29 Kilogramm), sichergestellt werden (Urk. 17/1 S. 2, Urk. 15/3). Gemäss Er-

gebnis der labortechnischen Analyse des Forensischen Instituts Zürich vom 28. Fe-

bruar 2018 wiesen die Blöcke Reinheitsgrade zwischen 42% und 91% auf, wobei 

eine Reinmenge Kokain von 4,485 Kilo eruiert wurde (Urk. 9/32). 

1.6.3Durch die observierenden Polizisten waren nahezu identische Vorfälle bereits 

am 21. Dezember 2018 und am 21. Januar 2019 beobachtet worden (Urk. 1/4, 

Urk. 1/5), wobei hinsichtlich der genauen Abläufe auf die korrekten Zusammen-

fassungen der entsprechenden Observationsergebnisse durch die Vorinstanz ver-

wiesen werden kann (vgl. Urk. 63 S. 80). Anlässlich beider Vorfälle wechselte der 

Lenker des Opel Astra, wobei es sich bekanntlich um den Beschuldigten P._____ 

handelte, mit einem Sack kurz nach der Grenze in den VW Polo und wiederum 

kurze Zeit später in das bereits wartende Taxi. Da zu diesen Zeitpunkten (noch) 

keine Zugriffe erfolgten, konnte in der Folge die gesamte Fahrstrecke mitverfolgt 

werden, wobei zu Tage trat, dass bei beiden Vorfällen das Taxi und der VW Polo 

im Konvoi nach R._____ fuhren (Urk. 1/4 S. 1 ff., Urk. 1/5 S. 1 ff.). Während sich 

die beiden Fahrzeuge am 21. Dezember 2018 in R._____ nach einem kurzen 

persönlichen Kontakt der Insassen trennten, wobei der VW Polo Richtung 

AC._____-strasse in R._____ fuhr (Urk. 1/4 S. 1 ff.), lenkten beim Vorfall vom 

21. Januar 2019 die Fahrer beide Autos nach einem gemeinsamen Stopp auf 

einem Parkplatz vor dem Bahnhof R._____ in gleicher Richtung im Konvoi weiter 

an die AD._____-strasse 12 in S._____, wobei der Beifahrer oder Lenker des Taxis 

einem aus der Liegenschaft tretenden Mann wortlos einen Sack übergab und dieser 

in der Folge mit dem Sack in die Liegenschaft zurückkehrte (Urk. 1/5 S. 1 ff.).

- 25 -

1.6.4Die vorstehend dargestellten Observationen der Vorgänge vom 21. Dezem-

ber 2018, 21. Januar 2019 und 18. Februar 2019 werden durch die rechthilfeweise 

edierten Mietunterlagen betreffend den Opel Astra durch den Beschuldigten 

P._____ ergänzt. Diese weisen nicht nur aus, dass der Beschuldigte P._____ just 

in den genannten Zeitspannen Mieter des entsprechenden Fahrzeugs war (vgl. 

Urk. 28/7/17, Urk. 28/7/40), sondern darüber hinaus auch, dass dieses Auto an den 

massgeblichen Daten an den entsprechenden Orten erfasst wurde (Urk. 28/7/20, 

Urk. 28/7/45).

1.6.5Der Beschuldigte H._____ erklärte zum Vorfall vom 18. Februar 2019 detail-

liert, nachvollziehbar und, wie bereits erörtert, entsprechend glaubhaft, dass ihn der 

Beschuldigte A._____ damals um 3.30 Uhr morgens angerufen und ihn gefragt 

habe, ob er den "Jungen", welcher auch verhaftet worden sei (P._____), in Q._____ 

abholen könne, weshalb er in der Folge mit dem Taxi an den ihm bekannten Treff-

punkt in Q._____ gefahren sei (Urk. 4/1 S. 4). Der "Junge" habe einen dunkelfarbi-

gen Rucksack sowie in den Händen einen dunklen Sack, welcher wie ein Abfallsack 

ausgesehen habe, bzw. eine dunkle Tasche getragen (Urk. 4/1 S. 4; Urk. 4/2 S. 3). 

Der "Junge" sei dann bei ihm eingestiegen, wobei er aus dem VW Polo, welcher 

schon dagestanden sei, ausgestiegen und bei ihm wieder eingestiegen sei 

(Urk. 4/2 S. 3). Er sei in der Folge dem VW Polo, welcher vom Beschuldigten 

A._____ gelenkt worden sei, nachgefahren (Urk. 4/2 S. 4). Es sei jeweils so gewe-

sen, dass er informiert worden sei, wohin man fahre. Den ersten Auftrag habe er 

im Oktober 2018 erhalten, es sei genau gleich gelaufen. "A._____" (der Beschul-

digte A._____) habe ihm jeweils gesagt, wo der Gast warte, es sei aber immer die 

gleiche Adresse und auch immer die gleiche Person gewesen, der "Junge", wel-

chen er habe abholen müssen und dieser habe stets einen schwarzen Rucksack 

und eine Tasche bei sich gehabt, wobei er den Rucksack immer auf dem Schoss 

und die Tasche jeweils zwischen seinen Beinen oder am Boden beim Beifahrersitz 

neben sich gestellt habe (Urk. 4/2 S. 7, Urk. 4/3 S. 12 ff.). Diese glaubhaften Aus-

sagen bestätigen einerseits die bereits observierten drei Vorfälle und präzisieren 

darüber hinaus plastisch das Muster des Ablaufs. 

- 26 -

1.6.6Für den eingeklagten Vorgang vom 28. Dezember 2018 liegen zwar keine Ob-

servationen vor. Aus den Überwachungsdaten ergibt sich indessen, dass das Mo-

biltelefon des Beschuldigten G._____ am 28. Dezember 2018 um 5.39 Uhr in der 

Nähe des in den vorgenannten drei Vorgängen frequentierten Grenzübertritts er-

fasst wurde, wobei auch die Mobiltelefone des Beschuldigten A._____ und des Be-

schuldigten H._____ in unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Nähe eruiert werden 

konnten (Urk. 5/4 Beilage 1, Urk. 1/14 Beilage 1). Aus den Untersuchungsakten er-

gibt sich weiter, dass der Beschuldigte H._____ am 28. Dezember 2018 um 

5.58 Uhr sowie um 5.59 Uhr von der Mobiltelefonnummer 13 angerufen wurde 

(Urk. 4/3 Beilage 6), wobei diese Nummer ohne Weiteres dem Beschuldigten 

G._____ zugeordnet werden konnte, räumte dieser doch selbst ein, dass es sich 

um seine Telefonnummer handle (Urk. 5/1 S. 3). Auf Befragen erklärte der Beschul-

digte H._____ zu diesem Zusammentreffen, dass er da wohl den "Jungen", mithin 

wiederum den Beschuldigten P._____, abgeholt habe, dass der Beschuldigte 

G._____ dabei gewesen sei, er ihn aber nicht gesehen habe. Dies stimmt im Übri-

gen mit den erstmals an der Berufungsverhandlung gemachten Aussagen des Be-

schuldigten G._____ überein, dass er am 28. Dezember 2018 ebenfalls anwesend 

gewesen sei (vgl. Urk. 117/1 S. 16 f.). Der Beschuldigte H._____ sagte weiter aus, 

es sei wie immer abgelaufen, der Junge sei zu ihm ins Auto gekommen, nachdem 

er das Auto des Beschuldigten A._____ verlassen habe, danach seien sie Richtung 

Zürich gefahren. Ob er ihn in der Nähe des Bahnhofs R._____ abgeladen habe, 

wisse er nicht mehr, das sei jeweils auch ein Ziel gewesen (Urk. 4/3 S. 17 ff.).

Gestützt auf die genannten Überwachungsdaten sowie die glaubhaften Aussagen 

des Beschuldigten H._____ und die Zugeständnisse des Beschuldigten G._____ 

anlässlich der Berufungsverhandlung im Zusammenhang mit seiner Anwesenheit 

ist der Vorgang vom 28. Dezember 2018 erstellt.

1.6.7 Angesichts der sich mehrfach wiederholenden, ausserordentlich ungewöhn-

lichen und aufeinander abgestimmten Aktionen in den noch nächtlichen Morgen-

stunden, namentlich den stets gleichen Grenzübertritten, Konvoifahrten und Fahr-

zeugwechseln in Verwendung der gleichen Transportbehältnisse, wobei daraus bei 

der Verhaftung der Beschuldigten über 6 Kilogramm Kokaingemisch sichergestellt 

- 27 -

werden konnte, bleibt kein Zweifel, dass die Fahrten stets und ausschliesslich dem 

Zweck der Betäubungsmitteleinfuhr dienten. Keiner der Beschuldigten vermochte 

denn eine auch nur annähernd plausible (andere) Erklärung für diese gemeinsa-

men Fahrten zu geben. Darüber hinaus macht auch einzig vor diesem Hintergrund 

der Fluchtversuch des Beschuldigten A._____ mit dem Beschuldigten G._____ auf 

dem Beifahrersitz anlässlich des Zugriffs der Polizei am 18. Februar 2019 Sinn (vgl. 

HD 19/1 S. 2). 

Dass es sich vernünftigerweise um keine anderen illegalen Substanzen oder Ge-

genstände als Kokain handeln konnte, hat bereits die Vorinstanz stringent dargetan 

(vgl. Urk. 63 S. 83). Zwar brachte die Verteidigung des Beschuldigten A._____ bzw. 

die Verteidigung des Beschuldigten H._____ im Rahmen der Berufungsverhand-

lung vor, es sei nicht ersichtlich, dass nicht auch etwas anderes als Kokain in die 

Schweiz hätte eingeführt werden können bzw. es hätten andere illegale Substan-

zen oder Gegenstände, wie Waffen oder andere Drogen, transportiert werden kön-

nen (Urk. 120 S. 7 f.; Urk. 121 S. 10). Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. So 

hätten mit der Vorinstanz Cannabis oder Waffen eines grösseren Behältnisses be-

durft und ist darüber hinaus nicht ein einziger konkreter Anhaltspunkt gegeben, 

dass etwas anderes als Kokain transportiert worden wäre, währenddem bei der-

massen spezialisiertem Vorgehen mit Fug von stets gleicher Fracht ausgegangen 

werden darf. Wenn die Verteidigung des Beschuldigten H._____ in diesem Zu-

sammenhang vorbringt, es könne nicht aufgrund von fehlenden bzw. verweigerten 

Aussagen der Beschuldigten faktisch auf eine Umkehr der Beweislast erkannt wer-

den (Urk. 120 S. 8), ist ihr zu entgegnen, dass, sofern keinerlei Anhaltspunkte vor-

liegen, dass etwas anderes als Kokain transportiert wurde, es an den Beschuldigten 

liegt, ihre Behauptungen nachzuweisen. Im Übrigen verneinten jedoch sowohl der 

Beschuldigte A._____ als auch der Beschuldigte G._____ ausdrücklich, andere 

verbotene Gegenstände, wie Waffen oder Sprengstoff, in die Schweiz importiert zu 

haben (Urk. 117/1 S. 14; Urk. 117/3 S. 11). Zudem ist darauf zu verweisen, dass 

die Haaranalysen der Beschuldigten G._____ und A._____ eine Kontamination mit 

Kokain ergaben, das Resultat hinsichtlich sämtlicher anderen gängigen Betäu-

bungsmittelsubstanzen hingegen negativ ausfiel (Urk. 9/27 S. 2, Urk. 9/30 S. 2). 

Dies ist als gewichtiges zusätzliches Indiz hinsichtlich der spezialisierten Betäti-

- 28 -

gung im Kokainhandel zu werten, insbesondere, da die festgestellte Kokainkonzen-

tration gemäss Gutachten auf die Kontamination durch Berührung und nicht (allein) 

durch Konsum hindeutet (Urk. 9/27 S. 3; Urk. 9/30 S. 3). Auch unter den Fingernä-

geln der Beschuldigten A._____ und G._____ wurden ferner Kokainspuren gefun-

den (Urk. 9/34, Urk. 9/37). Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, 

dass nicht etwa Kopf-, sondern Beinhaare der Beschuldigten A._____ und G._____ 

für die Analyse der Kontamination verwendet wurden (Urk. 9/27 S. 1; Urk. 9/30 

S. 1), weshalb von vornherein ihre Erklärungsversuche, dass man sich an Partys 

nach dem Konsumieren mit der Hand durch das Gesicht gestrichen oder eine kon-

taminierte Geldnote einer anderen Person berührt haben könnte, nicht überzeugen 

und vielmehr als Schutzbehauptungen zu qualifizieren sind (vgl. Urk. 117/1 S. 15; 

Urk. 117/3 S. 20). Die Vorinstanz schloss vor diesem Hintergrund treffend, dass die 

bloss theoretische Möglichkeit, es könne in den ersten Fahrten auch andere Fracht 

geführt worden sein, angesichts der Gesamtumstände als unrealistisch zu erachten 

sei und angesichts der Indizien- und Beweisdichte nicht genüge, um relevanten 

Zweifel aufkommen zu lassen (Urk. 63 S. 83).  

1.6.8Anlässlich der Fahrten vom 21. und 28. Dezember 2018, 21. Januar 2019 und 

18. Februar 2019 waren die Beschuldigten A._____, H._____ und P._____ stets in 

gleicher Manier involviert.

Soweit die Beteiligung des Beschuldigten G._____ in Frage steht, ist wie gesehen 

und in Übereinstimmung mit seinen eigenen Aussagen (vgl. vorstehend Ziff. 1.5.4), 

zumindest dessen Anwesenheit bei den beiden Vorgängen vom 28. Dezember 

2018 und 18. Februar 2019 erstellt, wobei aufgrund des Ablaufs eine sich wieder-

holende Zufälligkeit auszuschliessen ist, zumal er eine Erklärung für einen legalen 

Hintergrund der Reisen schuldig blieb. Namentlich seine Aussagen, er sei im Auto 

des Beschuldigten A._____ nach Holland mitgefahren, um Kleider einzukaufen 

(Urk. 5/3 S. 3 f., Urk. 5/9 S. 14), ist im erstellten Kontext als lebensfremd und ab-

surd abzutun. Zudem ist an dieser Stelle nochmals darauf hinzuweisen, dass die 

Haare des Beschuldigten G._____ eine Kontamination mit Kokain aufwiesen 

(Urk. 9/30 S. 3). Damit verbleiben insgesamt keine unüberwindbaren Zweifel an ei-

- 29 -

ner Beteiligung auch des Beschuldigten G._____, soweit dies die Kokaineinfuhren 

vom 28. Dezember 2018 und 18. Februar 2019 betrifft. 

1.6.9 Zusammengefasst ist das Mitwirken der Beschuldigten H._____, A._____ 

und  P._____ für die vier Vorgänge vom 21. und 28. Dezember 2018 sowie vom 

21. Januar 2019 und 18. Februar 2019, dasjenige des Beschuldigten G._____ für 

die Vorgänge vom 28. Dezember 2018 und 18. Februar 2019 erstellt. 

1.6.10 Die Vorinstanz erörterte im Weiteren die spezifische Rollenverteilung inner-

halb der Gruppe der Beschuldigten (Urk. 63 S. 85 ff.). Sie stellte fest, dass der Be-

schuldigte A._____ in sämtlichen vier Vorgängen sowie der Beschuldigte G._____ 

in zwei erstellten Vorgängen sowohl vor, während und nach der Einfuhr präsent 

gewesen seien, wobei anhand der Haaranalysen der Beschuldigten erstellt sei, 

dass sowohl der Beschuldigte A._____ als auch der Beschuldigte G._____ im Ge-

gensatz zu den Beschuldigten H._____ und P._____ direkt mit unverpacktem Ko-

kain in Kontakt gekommen seien. Diese Gesamtumstände sprächen deutlich dafür, 

dass der Beschuldigte A._____ – welcher überdies auch telefonisch kommunizierte 

und den Beschuldigten H._____ jeweils informierte und anwies –, und der Beschul-

digte G._____ mit der Rolle der Organisatoren der Kokaineinfuhren bzw. im Hinter-

grund mit der Koordination derselben betraut gewesen seien. Auch der Umstand, 

dass der Beschuldigte G._____ und der Beschuldigte A._____ trotz direktem Kon-

takt mit dem Kokain selbiges sodann nicht selbst transportierten, den Transport 

indessen begleitet hätten, würde dies untermauern (Urk. 63 S. 87 f.). Diesen Fol-

gerungen der Vorinstanz kann in Bezug auf den Beschuldigten A._____ vollum-

fänglich und in Bezug auf den Beschuldigten G._____ teilweise gefolgt werden: Wie 

bereits mehrfach erwogen, war der Beschuldigte G._____ bei den Einfuhren vom 

28. Dezember 2018 und 18. Februar 2019 bei der Hin- und Rückfahrt von der 

Schweiz nach Holland und zurück dabei und eingeweiht gewesen. Ferner konnte 

bei ihm ebenfalls eine Kontamination mit Kokain nachgewiesen werden. Überdies 

fuhr der Beschuldigte G._____ an den erwähnten Daten im gleichen Auto zusam-

men mit dem Beschuldigten A._____, welcher als Haupttäter betrachtet werden 

kann, und transportierte das Kokain entsprechend nicht selbst. Dies lässt den na-

heliegenden Schluss zu, dass er ein Vertrauensverhältnis zum Beschuldigten 

- 30 -

A._____ hatte und die Transporte zumindest begleitete. Ferner lässt sich damit 

auch ausschliessen, dass er lediglich auf Stufe Kurier mit den Beschuldigten 

H._____ und dem bereits rechtskräftig verurteilten P._____ agierte. Nach dem Ge-

sagten sprechen zwar diese Indizien für eine Tatbeteiligung des Beschuldigten 

G._____ im Sinne einer Mittäterschaft. Dass er hingegen als eigentlicher Organi-

sator auf Stufe des Beschuldigten A._____ stand und qualitativ die gleichen Bei-

träge geleistet hat, lässt sich entgegen der Anklage und in Berücksichtigung des 

Grundsatzes in dubio pro reo nicht hinreichend beweisen. 

Hinsichtlich der Rollen der Beschuldigten P._____ und H._____ schloss die Vor-

instanz, diese hätten im Grundsatz Kurierdienste in den erstellten vier Vorfällen 

umfasst (Urk. 63 S. 88 f.), was aufgrund der aufgezeichneten Fahrten über die 

Grenze nach Zürich jedenfalls zutreffend ist. Die dem Beschuldigten H._____ 

darüber hinaus vorgeworfene Rolle des "Spähers" an der Grenze wurde von 

diesem stets bestritten und findet darüber hinaus keine Stütze in der Aktenlage. 

Entsprechend ist hinsichtlich des Beschuldigten H._____ in Bestätigung der vor-

instanzlichen Erwägungen (Urk. 63 S. 99) nicht erstellt, dass er jeweils für die Über-

wachung der Grenze zuständig gewesen sei.

1.6.11 Was die vorgeworfene Menge der eingeführten Betäubungsmittel anbelangt, 

monierte der Verteidiger des Beschuldigten A._____, wie auch die Verteidiger der 

Mitbeschuldigten H._____ und G._____, dass nur anlässlich der letzten Fahrt Dro-

gen sichergestellt werden konnten und ein Rückschluss, bei den anderen Fahrten 

sei ebenfalls Kokain transportiert worden, insbesondere in derselben Menge, nicht 

angängig sei (Urk. 121 S. 11 f.; Urk. 120 S. 8 f.; Urk. 119 S. 8 und Prot. II S. 20). 

Dem kann in dieser Konsequenz nur teilweise gefolgt werden. Zwar ist den Vertei-

digungen insofern beizupflichten, als bei den Fahrten vor dem 18. Februar 2019 

effektiv weder Kokain sichergestellt noch observiert werden konnte, weshalb das 

"corpus delicti" fehlt. Bereits dargelegt wurde aber, dass aufgrund des gleichen Vor-

gehensmusters und der beim Zugriff am 18. Februar 2019 sichergestellten grossen 

Menge an Kokain rückgeschlossen werden kann, dass auch die weiteren erstellten 

Fahrten zur Einfuhr von Kokain dienten (vgl. hierzu auch die Erwägungen gemäss 

Ziff. 1.6.7 vorstehend). Im Weiteren hat die Vorinstanz die Möglichkeit von Leer-

- 31 -

fahrten zu Recht verworfen (Urk. 63 S. 94 f.), wäre doch diesbezüglich einerseits 

vernünftigerweise ein kleinerer Aufwand betrieben worden und ergibt sich anderer-

seits aus den glaubhaften Aussagen des Beschuldigten H._____, dass wohl unge-

fähr ab Oktober 2018 Grenzübertritte im aufgezeigten Rahmen erfolgt waren 

(Urk. 4/2 S. 6). Damit wären Leerfahrten – wenn denn überhaupt Probeläufe in die-

ser Form stattgefunden haben sollten – ganz zu Beginn nicht auszuschliessen, sehr 

wohl aber ab Dezember 2018, nachdem der Ablauf bereits etabliert und nach ein-

geschliffenem Muster durchgespielt wurde. Es bestehen damit keinerlei vernünfti-

gen Zweifel, dass bei den erstellten Vorgängen jeweils Kokain mitgeführt wurde. 

Die Vorinstanz erwog ausgehend von der anlässlich der letzten Einfuhr vom 18. Fe-

bruar 2019 sichergestellten Kokainmenge von über 6 Kilogramm, dass jedes Mal 

Kokain im ungefähr gleichen Mengenbereich transportiert worden sei. Gestützt auf 

die Belastungen des Beschuldigten A._____, wonach von der sichergestellten Be-

täubungsmittelmenge 3 Kilogramm dem Beschuldigten G._____ gehört hätten, lei-

tete sie sodann ab, bei Fahrten im Beisein des Beschuldigten G._____ sei von ca. 

6 Kilogramm Kokain brutto, bei den Einfuhren ohne dessen Beisein von ca. 3 Kilo-

gramm auszugehen. Dieser Formel folgend errechnete sie letztlich eine Gesamt-

menge von rund 18 Kilogramm, wobei sie aufgrund der unterschiedlichen Rein-

heitsgrade der sichergestellten Kokainblöcke von einem mittleren Reinheitsgehalt 

von ca. 70% (Mittelwert des sichergestellten Kokains) ausging (Urk. 63 S. 95 f.).

Diese Argumentation erscheint, wenn auch in sich schlüssig, so doch letztlich – im 

Ergebnis mit der Verteidigung (vgl. Urk. 121 S. 12) – als zu spekulativ. Einerseits 

erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten A._____, wie gezeigt, insgesamt 

und damit auch hinsichtlich der Belastungen zur Eigentümerschaft des sicher-

gestellten Kokains als unglaubhaft, weshalb eine Mengenerrechnung basierend auf 

der Beteiligung des Beschuldigten G._____ zu verwerfen ist. 

Darüber hinaus ist aber einzig gestützt auf den stets gleichen modus operandi 

sowie den Umstand, dass jeweils eine gleichartige Tasche bzw. ein gleichartiger 

Sack mitgeführt wurde, nicht rechtsgenügend herzuleiten, dass stets die gleiche 

Menge wie bei der letzten Fahrt transportiert wurde. So fehlen insbesondere kon-

krete Hinweise darauf, dass die mitgeführten Taschen bzw. Säcke gleich gefüllt 

- 32 -

waren. Entgegen dem von der Vorinstanz zitierten Entscheid des Bundesgerichts 

6B_361/2008 vom 9. Oktober 2008, bei welchem im Sachverhalt erstellt war, dass 

im gleichen Behältnis stets auch ein Paket identischer Ausmasse mitgeführt 

worden war, liegen in casu keinerlei vergleichbare Indizien, so zum Beispiel Beob-

achtungen, dass eine gleiche Anzahl Blöcke oder gleich prall gefüllte Taschen mit-

geführt wurden, vor. Damit lassen sich auch keine genauen mengenmässigen 

Rückschlüsse ziehen.

Indessen lässt sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, namentlich dem betrie-

benen grossen personellen, finanziellen und logistischen Aufwand und der damit 

einhergehenden professionellen Abwicklung der Einfuhren, ebenso unter Berück-

sichtigung, dass stets gleichartige Behältnisse mitgeführt wurden, zumindest mit 

Sicherheit ausschliessen, dass es sich um Kleinmengen Kokain bzw. um Kokain-

transporte, welche mengenmässig unter einem schweren Fall im Sinne der Recht-

sprechung liegen, handelte. Darüber hinaus ist vernünftigerweise ausgeschlossen, 

dass eine Menge unter 1 Block Kokain transportiert wurde, da ansonsten (für eine 

Menge unter 1 Block Kokain) gar keine Taschen für den Transport nötig gewesen 

wären. 1 Block Kokain entspricht +/- 1 Kilogramm Kokaingemisch, was als noto-

risch gelten darf und sich auch aufgrund der sichergestellten Kokainblöcke anläss-

lich der Fahrt vom 18. Februar 2019 herleiten lässt (vgl. Urk. 9/33). Im Sinne einer 

Untergrenze und einer konservativen Schätzung ist nach dem Gesagten ein Min-

destquantitativ im Bereich von je 1 Kilogramm Kokaingemisch bei den Transporten 

vom 21. und 28. Dezember 2018 sowie vom 21. Januar 2019 als erstellt zu er-

achten. 

Hinsichtlich des Reinheitsgrades kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, wenn 

sie argumentiert, es müsse ausgehend von der schlechtesten Qualität der am 

18. Februar 2019 eingeführten Kokainblöcke von einem Reinheitsgrad von 42% 

ausgegangen werden (Urk. 121 S. 13). So ist vielmehr der Durchschnittswert der 

konfiszierten Drogen als Ausgangspunkt zu nehmen. Stützte man sich sodann auf 

die statistischen Erhebungen der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, 

welche für den Fall, dass man keine Drogen findet, gemäss Bundesgericht heran-

gezogen werden dürfen, käme man sogar auf einen viel höheren Reinheitsgrad für 

- 33 -

das Jahr 2019. Nach dem Gesagten kann mit der Vorinstanz und ausgehend von 

den sichergestellten und analysierten Betäubungsmitteln der letzten Fahrt eine 

mittlere Qualität von jeweils ca. 70% abgeleitet werden.

1.6.12 Gestützt darauf ist der äussere Sachverhalt im Umfang von rund 6,585 Kilo-

gramm reinem Kokain (4485 Gramm reines Kokain anlässlich der Einfuhr vom 

18. Februar 2019 sowie je 700 Gramm reines Kokain anlässlich der drei Einfuhren 

vom 21. Dezember 2018, 28. Dezember 2018 und 21. Januar 2019) in rechtsgenü-

gendem Umfang erstellt.

1.6.13 Ausführungen zum inneren Sachverhalt erfolgen ferner im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung. 

2. Anklageziffer II

2.1 Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer II der Verkauf von rund 1,4 Kilogramm Ko-

kaingemisch bzw. 950.13 Gramm reinem Kokain an M._____ anlässlich von fünf 

Übergaben im Zeitraum zwischen 29. September 2018 und 24. Januar 2019, vor-

geworfen, wobei der Beschuldigte A._____ in einem Fall das Kokain persönlich 

übergeben und in den weiteren vier Fällen einen "Läufer" für die Übergabe entsandt 

habe (vgl. Urk. 29/46 S. 9 f.).

2.2 Stellungnahme Beschuldigter A._____

Der Beschuldigte stellte diesen Sachverhalt vollumfänglich in Abrede (Prot. I S. 31; 

Urk. 117/3 S. 21). Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob der Anklagesachverhalt 

rechtsgenügend erstellt werden kann.

2.3 Allgemeine Grundsätze

Hinsichtlich der allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung kann auf die Er-

wägungen unter Ziff. III 1.3 vorstehend verwiesen werden.

2.4 Beweismittel

- 34 -

Der vorgeworfene Sachverhalt basiert auf den Aussagen von M._____ (Urk. 6/1-

8), welche aus dem separaten Verfahren gegen AE._____ beigezogen und deren 

Verwendung durch das Zwangsmassnahmegericht genehmigt worden war 

(Urk. 33/9/1 S. 4, Urk. 33/9/5 S. 5). Darüber hinaus sind diverse Chatnachrichten, 

Observationsberichte sowie ein Spurensicherungsbericht und ein  Forensischer 

Untersuchungsbericht zum Reinheitsgrad von sichergestelltem Kokain als An-

hänge zu den Einvernahmen von M._____ aktenkundig.

2.5 Würdigung / Erstellung Sachverhalt

2.5.1Vorab kann auf die detaillierte und überzeugende Auseinandersetzung der 

Vorinstanz mit den vorliegenden Beweismitteln verwiesen werden (Urk. 63 

S. 104 ff.). Die Aussagen der in eigenem Verfahren als Beschuldigte sowie in vor-

liegendem Verfahren als Auskunftsperson einvernommenen M._____ wurden kor-

rekt wiedergegeben und die Glaubwürdigkeit der genannten Parteien unter Verweis 

auf deren untergeordnete Rolle zutreffend gewürdigt. Darauf kann vorab grundsätz-

lich verwiesen werden (Urk. 63 S. 104 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Weiteren unter-

zog die Vorinstanz sämtliche Aussagen einer sorgfältigen und zutreffenden Glaub-

haftigkeitsanalyse.

2.5.2 In Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz ist zunächst generell 

festzuhalten, dass M._____ konstant, im Wesentlichen widerspruchsfrei und detail-

liert aussagte. Weder sind Tendenzen zu übermässiger Belastung auszumachen, 

noch erscheint ihr Aussageverhalten taktisch motiviert.

M._____ machte – nachdem sie zunächst die Aussagen verweigert hatte – selbst-

belastende Aussagen hinsichtlich ihrer Rolle innerhalb des Be-

täubungsmittelhandels, wobei sie zugab, mit Kokain gehandelt zu haben (Urk. 6/3 

S. 1 ff.). Auf die Frage nach ihren Quellen für die Kokainbeschaffung verwies sie 

spontan darauf, es gebe viele Dominikaner, sie wolle indessen aus Angst keine 

Namen nennen (Urk. 6/3 S. 3, Urk. 6/4 S. 2). Sie präzisierte sodann später immer-

hin, dass es sich bei ihrem Lieferanten um einen Dominikaner aus Holland handle, 

welcher jeweils jemand anderes zur Übergabe geschickt habe (Urk. 6/3 S. 6 f., 

Urk. 6/5 S. 2), wobei sie den Lieferanten selbst aus dem "AF._____" kenne 

- 35 -

(Urk. 6/3 S. 9, Urk. 6/4 S. 1, Urk. 6/5 S. 2). Erst nachdem sie offenbar aufgrund 

ihres vormaligen Verteidigers von dessen Verhaftung unterrichtet worden war (vgl. 

Urk. 6/5 S. 1), erklärte sie, der Lieferant heisse A._____ und beschrieb ihn auf Be-

fragen äusserst konkret, detailliert und auf die Person des Beschuldigten A._____ 

zutreffend (Urk. 6/5 S. 2), in der Folge konnte sie ihn anhand des Fotobogens als 

den Beschuldigten A._____ identifizieren (Urk. 6/5 S. 3, Anhang 2 zu Urk. 6/5). Die 

Entwicklung dieser Aussagen ist ausgesprochen organisch, nachvollziehbar, ins-

besondere aufgrund der aussergewöhnlichen Geschichte, dass M._____ über ih-

ren amtlichen Verteidiger erfahren habe, dass dieser auch den Beschuldigten 

A._____ verteidige, worauf sie um einen Verteidigerwechsel ersuchte. Ein solches 

Verhalten würde bei einer Falschbelastung ausgeprägtes Kalkül bedingen, was 

aufgrund der Entstehungschronologie der Aussagen nicht auszumachen ist. Ferner 

brachte sich M._____ damit in eine nachteilige Position, musste sie doch den Ver-

teidiger wechseln. Auch dies würde wenig Sinn machen, wenn es sich hierbei um 

eine falsche Belastung handeln würde. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung 

kann diesbezüglich somit gerade kein strategisches Aussageverhalten hinsichtlich 

falscher Belastungen ausgemacht werden. Ferner ist auch die im Zusammenhang 

mit dem vor der Vorinstanz beantragten Beweisantrag vorgebrachte Argumentation 

– welche anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholt wurde (Urk. 121 S. 14) 

–, M._____ habe gelogen bzw. habe den Beschuldigten A._____ zu Unrecht be-

lastet, um AG._____ zu decken (Urk. 47 S. 19), von der Vorinstanz zu Recht unter 

Verweis, dass weder eine "plötzliche" Belastung des Beschuldigten A._____ er-

folgte noch anderweitige Indizien hierfür ersichtlich seien, als unbehelflich verwor-

fen worden. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz hierzu ist zu ver-

weisen (Urk. 63 S. 105 ff.). Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschuldigte 

A._____ ferner aus dem Umstand ableiten, dass ab dem sichergestellten Kokain-

block aus der letzten Übergabe seine DNA Spuren nicht festgestellt werden konn-

ten (vgl. auch Urk. 117/3 S. 23 und Urk. 121 S. 16). Bereits die Vorinstanz wies zu 

Recht darauf hin, dass dies aufgrund seiner Stellung bzw. seines Aufgabenbe-

reichs auch nicht erstaunt und sich dieser Umstand zudem mit den Aussagen von 

M._____, wonach – mit Ausnahme der ersten Übergabe – Läufer eingesetzt wor-

den seien, vereinbar ist (Urk. 63 S. 107). Des Weiteren vermag die Ausführung des 

- 36 -

Beschuldigten A._____, M._____ habe ihn deshalb zu Unrecht belastet, da sie sich 

zu seiner Partnerin angezogen gefühlt und einen Dreier gewollt habe, was Ersterer 

jedoch abgelehnt habe (Urk. 117/3 S. 21 ff.; Urk. 121 S. 15), nicht zu überzeugen 

und mutet als Erklärung äusserst abenteuerlich an.

Schliesslich hielt M._____ auch im Beisein des Beschuldigten A._____ als 

Auskunftsperson befragt an ihren Belastungen fest und wiederholte selbige 

gleichbleibend (Urk. 6/7 S. 2 ff.). Präzisierend gab sie jeweils sehr individuelle, 

persönlich gefärbte Schilderungen hinsichtlich der Art und Weise, wie sie mit dem 

Beschuldigten A._____ Kontakt geknüpft habe, zu Protokoll (Urk. 6/7 S. 5 f.), 

welche authentisch erscheinen. Schliesslich differenzierte sie sehr genau hin-

sichtlich der Modalitäten der Abläufe, räumte aber auch ein, wenn sie Personen 

nicht identifizieren konnte oder Abläufe nicht mehr genau in Erinnerung hatte, 

ebenso wenn sie schlicht nichts aussagen wollte. Die Erklärung von M._____, 

wonach es sich bei ihrem Kokainlieferanten um den Beschuldigten A._____ 

gehandelt habe, ist vor diesem Hintergrund als glaubhaft zu erachten und es kann 

entgegen der Verteidigung darauf abgestellt werden. 

Im Weiteren vermochte M._____ konkret die einzelnen Kokainübergaben zu 

schildern, verknüpfte die entsprechenden Ereignisse mit weiteren Kunden und 

genauen Örtlichkeiten und hatte darüber hinaus auch spezielle Details in Erinne-

rung, so dass beim ersten Mal eine Menge von 200 Gramm Kokain vereinbart 

worden sei, A._____ indessen sodann nur ca. 180 Gramm dabeigehabt habe, oder, 

dass eigentlich 7 Lieferungen vereinbart gewesen seien, indessen nur 5 erfolgt 

seien (Urk. 6/7 S. 6). Die entsprechenden Depositionen sind damit ebenfalls als 

glaubhaft zu erachten, dasselbe hat für die in diesem Zusammenhang erfolgten 

Präzisierungen von M._____, sie habe den Beschuldigten A._____ beim ersten Mal 

persönlich zur Übergabe getroffen, danach sei dreimal eine andere Person sowie 

danach nochmals eine andere gekommen, dies seien Läufer des Beschuldigten 

A._____ gewesen, zu gelten (Urk. 6/7 S. 6, S. 8, S. 11). Darüber hinaus vermochte 

M._____ anlässlich der Befragung zu jeder einzelnen Übergabe die jeweiligen 

Mengen anhand des Preises oder aus der Erinnerung hinsichtlich der 

Bestellabläufe zu quantifizieren sowie die jeweilig übergebenen Kaufpreise zu 

- 37 -

nennen (Urk. 6/7 S. 16 ff.). Gestützt auf die als glaubhaft zu qualifizierenden 

Schilderungen von M._____ sind die in der Anklage beschriebenen 5 Übergaben / 

Verkäufe an den genannten Daten rechtsgenügend erstellt. Zu korrigieren ist mit 

der Vorinstanz, dass, ausgehend von der letzten Kokainlieferung in Höhe von 

499,85 Gramm, welche sichergestellt und analysiert werden konnte und welche 

gemäss Untersuchungsbericht der Kantonspolizei St. Gallen, Kompetenzzentrum 

Forensik, vom 25. Februar 2019 einen Reinheitsgrad von 53% aufwies (Urk. 6/1 

Beilage 40.1 f.), entgegen der Anklage bei sämtlichen der eingeklagten 

Kokainverkäufe von einem entsprechenden Reinheitsgrad und nicht wie von der 

Anklage vorgeworfen von 72% auszugehen ist (Urk. 63 S. 197 f.). Entsprechend ist 

eine Gesamtmenge an Kokain im Umfang von rund 765 Gramm reiner Menge 

(764.7 Gramm) erstellt (Urk. 6/1 Beilage 40.1 f.).

3. Anklageziffer III

3.1 Anklagevorwurf

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer III vorgeworfen, nach Erhalt von 

EUR 30'000.– von N._____ und O._____ mit dem erhaltenen Geld nach Holland 

gefahren zu sein, wobei im Fahrzeug insgesamt EUR 200'000.– zur Finanzierung 

einer Sammel-Kokaineinfuhr versteckt gewesen seien. In der Folge sei das Fahr-

zeug nach einer Fluchtfahrt mit Unfallfolge in AH._____/NL von der Polizei sicher-

gestellt und schliesslich im Auftrag des Beschuldigten A._____ am 17. Dezem-

ber 2018 mitsamt dem darin versteckten Bargeld durch die Halterin K._____ aus-

gelöst worden (Urk. 29/46 S. 11 f.).

3.2 Stellungnahme Beschuldigter A._____

Der Beschuldigte räumte zwar ein, der beste Kollege von K._____ zu sein sowie 

regelmässig den VW Passat bzw. danach den VW Polo, beide eingelöst auf 

K._____, gefahren zu haben. Auch sei es möglich, dass er sich mit O._____ am 

31. Oktober 2018 getroffen habe und dieser den VW Polo gelenkt bzw. N._____ 

auf dem Beifahrersitz gesessen habe (Urk. 2/14 S. 5 f.). Weiter erklärte er sich da-

hingehend geständig, als er mit dem in Frage stehenden VW Passat nach Holland 

- 38 -

gefahren sei, er vor einer Polizeikontrolle geflüchtet und es zu einem Unfall gekom-

men sei (Prot. I S. 32; Urk. 117/3 S. 24 f.) und der Wagen dort von der Polizei be-

schlagnahmt worden sei (Urk. 2/14 S. 8). Im Übrigen erfolgten keine weiteren Ein-

geständnisse zum Sachverhalt, weshalb dessen Erstellung anhand der weiteren 

Beweismittel zu prüfen ist.

3.3 Allgemeine Grundsätze

Hinsichtlich der allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung kann auf die Er-

wägungen unter Ziff. 1.3 vorstehend verwiesen werden.

3.4 Beweismittel

Der vorgeworfene Sachverhalt basiert auf den als Zufallsfunde beigezogenen Aus-

sagen von N._____ und O._____ (Urk. 7/1-8) und insbesondere auf den Protokol-

len der zwischen diesen aufgezeichneten Telefongesprächen (Anhänge zu 

Urk. 2/14.). Darüber hinaus liegen ein polizeilicher Wahrnehmungsbericht, datie-

rend vom 8. November 2018 (Anhang zu Urk. 2/15, Urk. 7/1) sowie Aussagen des 

observierenden Polizisten AI._____ vor (Urk. 8/12). Ferner ist ein E-Mailverkehr mit 

der nationalen Landespolizei Hollands betreffend die Vorfälle rund um die Verfol-

gungsjagd des vom Beschuldigten A._____ gefahrenen Fahrzeugs VW Passat ak-

tenkundig (Urk. 7/7).

3.5 Würdigung / Erstellung Sachverhalt

3.5.1Auf die von der Vorinstanz vorgenommene, umfassende Wiedergabe und 

zutreffende Würdigung der diversen Aussagen sowie der Chatprotokolle, welche 

anhand der überwachten Gespräche zwischen O._____ und N._____ erstellt wur-

den, kann vorab verwiesen werden (Urk. 63 S. 108 ff.). 

3.5.2Die in separatem Verfahren beschuldigte N._____ räumte einzig ein, den Be-

schuldigten A._____ am 31. Oktober 2018 in AJ._____ kurz getroffen zu haben, 

wobei sie nicht mehr wisse, um was es da gegangen sei (Urk. 7/3 S. 8 f., Urk. 7/4 

S. 2 ff.). Sie stellte in Abrede, mit dem Beschuldigten A._____ im Kokainhandel 

tätig gewesen zu sein (Urk. 7/4 S. 2, S. 10). Der ebenfalls in separatem Verfahren 

- 39 -

beschuldigte O._____ erklärte, sich diesbezüglich nicht mehr erinnern zu können 

(Urk. 7/3 S. 8). Er verneinte, mit dem Beschuldigten A._____ Geschäfte gemacht 
zu haben (Urk. 7/3 S. 9 f.).

3.5.3Das massgebliche Treffen wurde durch den Polizisten AI._____ beobachtet, 

wobei die Erkenntnisse der Observation im polizeilichen Wahrnehmungsbericht 

vom 31. Oktober 2018 festgehalten wurden (Urk. 7/1). Aus diesem ergibt sich, dass 

der Beschuldigte A._____ beim fraglichen Treffen zu dem wartenden grauen 

VW Polo, Kennzeichen ZH 14, getreten sei, sich mit dem Lenker, einem bärtigen 

Mann, unterhalten habe und sodann von der Frau auf der Beifahrerseite ein 

weisses Säckchen entgegengenommen und rasch gegen den Bauch geführt bzw. 

verstaut habe (Urk. 7/1 S. 3). 

Der Polizeibeamte AI._____ bestätigte als Zeuge im Beisein des Beschuldigten 

A._____ die Richtigkeit des Wahrnehmungsberichts, wobei er sehr genaue, 

detaillierte und anschauliche Angaben zu den Vorgängen und seinen 

Beobachtungen machen konnte. Er vermochte sie mit eigenen Emotionen zu 

verknüpfen, so etwa, dass es ihm unangenehm gewesen sei, dass er wegen des 

Fahrzeugs zugestellt gewesen sei und nicht habe wegfahren können, was er 

eigentlich beabsichtigt habe (Urk. 8/12 S. 7). Auch das übergebene Behältnis 

konnte der Zeuge als weisse "Knistertüte", "wie die Säcke bei der Migros, welche 

man an der Kasse vorfinden konnte", "etwas kleiner als ein normales Briefkuvert" 

(Urk. 8/12 S. 9) ausgesprochen konkret und spezifisch bezeichnen. Ebenso räumte 

er aber auch ein, wenn er etwas nicht genau in Erinnerung hatte oder keine eigenen 

Wahrnehmungen wiedergeben konnte, so beispielsweise hinsichtlich der Beobach-

tung, dass der Beschuldigte A._____ seinen Wagen auf einem Besucherplatz 

abgestellt und sodann seinen Wohnort aufgesucht habe (Urk. 7/12 S. 9) oder 

hinsichtlich einer Identifikation der Wageninsassen (Urk. 7/12 S. 10). Die Aussagen 

erscheinen vor diesem Hintergrund mit der Vorinstanz als glaubhaft. Ferner ist 

kein  Grund ersichtlich, weshalb der Zeuge den Beschuldigten A._____ bzw. die 

weiteren Beteiligten zu Unrecht belasten sollte. Es kann mithin auf die geschilderten 

Beobachtungen abgestellt werden.

- 40 -

Vor dem Hintergrund, dass der Zeuge nicht beobachten konnte, was in dem 

Knistersäckchen verpackt war, lässt sich letztlich zu Recht mit der Verteidigung 

(Urk. 121 S. 17 f.) und entgegen der Vorinstanz nicht erstellen, dass darin verpackt 

EUR 30'000.– übergeben worden waren. Immerhin evident ist vor dem erstellten 

Vorgang aber, dass die genannten Personen kurz vor der Abfahrt des Beschuldig-

ten A._____ nach Holland miteinander im Rahmen eines konspirativen Treffens in 

Kontakt waren. 

3.5.4Was die darauf folgende Fahrt des Beschuldigten A._____ am 1. November 

2018 nach Holland und die nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei erfolgte Be-

schlagnahmung seines Autos anbelangt, ist dies durch den Beschuldigten A._____ 

selbst eingeräumt worden (Urk. 2/14 S. 8; vgl. auch Urk. 117/3 S. 24 und Urk. 121 

S. 17) und erhellt im Übrigen auch aus dem E-Mailverkehr mit der nationalen Polizei 

Hollands vom 20. Dezember 2018 (Urk. 7/7).

3.5.5Mit der Vorinstanz ist darüber hinaus den Gesprächsprotokollen, beinhaltend 

diverse aufgezeichnete Telefonate von O._____, zu entnehmen, dass im Auto des 

Beschuldigten A._____ zum Zeitpunkt von dessen Fahrt nach Holland bzw. der 

Beschlagnahmung des Wagens in Holland Geld verstaut war. Namentlich erklärte 

O._____ im Gespräch mit einem Unbekannten am 25. November 2018, 

21.03.57 Uhr (Beilage zu Urk. 2/14): "In Holland, als ich das Geld dorthin 

schickte…und mein Kollege ist vor der Polizei geflüchtet als er in Holland ankam 

(…)", im Weiteren: "Ein Mann mit fast 200 Papieren auf sich, von drei Personen" 

und "Glück ist, dass sie das Auto gefasst haben…aber nichts gefunden haben".

Während die Anklagebehörde hinsichtlich des Ausdrucks "200 Papiere" ableitet, es 

habe sich um die Summe von EUR 200'000.– gehandelt ("200 Papiere"), sah die 

Vorinstanz Unklarheiten hinsichtlich der Grössenordnung und insbesondere auch 

hinsichtlich der Währung (Urk. 63 S. 119 f.), welcher Schluss – mangels weiterer 

Hinweise in anderen Gesprächen – zutreffend erscheint. Die Vorinstanz ihrerseits 

sah den Anklagesachverhalt im Umfang von rund EUR 30'000.– als erwiesen an, 

wobei sie sich insbesondere auf das Gesprächsprotokoll vom 4. Dezember 2018, 

17.30.21 Uhr (Beilage zu Urk. 2/14) stützte (Urk. 63 S. 115 ff.). In diesem Gespräch 

eröffnete O._____ zwei unbekannten Gesprächsteilnehmerinnen Folgendes: 

- 41 -

"Nein, hab ich nicht einen Monat mit Geld in Holland eingefroren… fast 30'000 Eu-

ros. Im Weiteren erklärte er: "Der Grande ist nicht vor einer Polizeikontrolle geflüch-

tet, als er dort ankam" bzw.: "…dort gibt es Geld von ihm…von AK_____…von 

mir… und die Polizei hat das Auto". Auf Nachfrage, ob das Geld nicht gefunden 

worden sei (F2), antwortet O._____ sodann: "Nein! Es wurde nicht gefunden."

Unter Bestätigung der vorinstanzlichen Erwägungen ist anhand dieses Gesprächs, 

bei welchem die jeweilig zugefügten, im Kontext unpassenden Verneinungen 

("nicht einige Monat Geld eingefroren", "nicht vor einer Polizeikontrolle geflüchtet") 

die einzige Codierung darstellen, evident, dass der "Grande", mithin der Beschul-

digte A._____, nach einer Verfolgungsjagd mit dem Auto verhaftet wurde und sich 

hierbei rund EUR 30'000.– von O._____ sowie von einem unbekannten AK._____ 

und dem Beschuldigten A._____ im beschlagnahmten Auto befanden, wobei es 

von der Polizei nicht gefunden wurde.

Im Weiteren führte die Vorinstanz das Gesprächsprotokoll zwischen dem Be-

schuldigten A._____ und O._____ vom 20. November 2018, 15.22.38 Uhr (Beilage 

zu Urk. 2/14) an und erachtete den Inhalt als Indiz, dass das im Auto befindliche 

Geld für den Ankauf von Kokain angedacht gewesen sei. Dies unter Verweis auf 

dessen codierten, kryptischen Inhalt, welcher auf einen illegalen Hintergrund weise 

sowie dem uncodiert verwendeten Ausdruck "Streckmittel", welcher im Verlauf des 

Gesprächs verwendet werde ("Das, was ich als Streckmittel gebracht habe, werde 

ich zuerst zur Seite nehmen"). Als weiteres Indiz verwies die Vorinstanz auf das 

Gespräch vom 7. Dezember 2018, 17.30.25 Uhr (Beilage zu Urk. 2/14) zwischen 

O._____ und N._____, wobei ersterer zunächst erklärt: "Ich habe es satt hier…man 

kann nicht komplett legal (unverständlich). Man muss kämpfen, um Drogen zu 

verkaufen!" und auf die Frage, wo denn das Problem sei, antwortet:"…ich habe 

nicht das Geld… sobald ich es habe (unverständlich)". 

Es ist der Vorinstanz dahingehend zu folgen, dass die Gesprächsprotokolle und die 

streckenweise eindeutige Terminologie vernünftigerweise keinen anderen Schluss 

zulassen, als dass der Beschuldigte A._____ mit einer Summe von jedenfalls rund 

EUR 30'000.– nach Holland reiste, um damit Drogen zu kaufen. Ebenso darf unter 

Verweis auf die bereits erstellten Kokaineinfuhren gemäss Anklageziffer I sowie die 

- 42 -

Drogenvermittlungen gemäss Anklageziffer II zweifelsohne davon ausgegangen 

werden, dass es sich hierbei – erneut – um den Ankauf von Kokain handelte. Aus-

gehend von den marktüblichen Ankaufspreisen quantifizierte die Vorinstanz das zu 

erwerbende Kokain auf ca. 1 Kilogramm (Urk. 63 S. 123), welchem Schluss gefolgt 

werden kann. 

Schliesslich erhellt aus dem E-Mailverkehr mit der holländischen Polizei sowie den 

Screenshots des auf K._____ ausgestellten Flugtickets für einen Flug der AL._____ 

nach AM._____ [Stadt in den Niederlanden] und zurück am 17. Dezember 2018, 

dass der beschlagnahmte, vom Beschuldigten A._____ gefahrene VW Passat am 

17. Dezember 2018 von K._____ ausgelöst wurde (Urk. 7/7, Urk. 7/4 Beilage 2).

Vor diesem Hintergrund ist der zur Anklage gebrachte Vorwurf gemäss Anklage-

ziffer III mit der bereits von der Vorinstanz vorgenommenen Korrektur, dass in dubio 

pro reo nicht von EUR 200'000.–, sondern von rund EUR 30'000.– (bzw. gemäss 

Gesprächsaufzeichnungen von "fast" EUR 30'000.–) auszugehen ist, wobei damit 

rund 1 Kilogramm Kokain hätte gekauft werden sollen, in relevantem Umfang (ob 

die EUR 30'000.– anlässlich der Treffens am 31. Oktober 2018 oder anderweitig 

übergeben worden waren, erweist sich dabei als nicht relevant) rechtsgenügend 

erstellt.

4. Anklageziffern IV und V

Wie eingangs ausgeführt, anerkannte der Beschuldigte A._____ die Schuldsprüche 

wegen mehrfacher qualifiziert grober sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln, 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Ausländergesetz sowie Hinderung einer 

Amtshandlung (Prot. II S. 15 f.; Urk. 117/3 S. 25). Diese Schuldsprüche sind damit 

rechtskräftig und nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens, weshalb sich 

Ausführungen zur Erstellung des Sachverhalts erübrigen. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Anklageziffer I: Kokaineinfuhr

Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG

- 43 -

1.1 Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten A._____ unter An-

klageziffer I als mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG gemäss 

Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, beinhal-

tend die mehrfache Einfuhr grosser Mengen an Kokain (Urk. 63 S. 132 ff.). Als nicht 

gegeben erachtete sie – wie bereits dargelegt – einerseits die Weiterveräusserung 

sowie den Erwerb bzw. Besitz und die Aufbewahrung der Betäubungsmittel ge-

mäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG, andererseits verneinte sie aus rechtlichen 

Erwägungen das Vorliegen von Bandenmässigkeit gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b 

BetmG. 

1.2 Die – entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft – nicht erfolgte vorinstanz-

liche Verurteilung wegen Veräusserung (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) und Besitz 

bzw. Erwerb (Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG) ist aufgrund der Verbotes der reformatio 

in peius ohne Weiteres für das Berufungsgericht bindend.

Gleiches hat für die Verneinung der Bandenmässigkeit gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b 

BetmG zu gelten. 

1.3 Erstellt wurden in Anklageziffer I insgesamt 4 Kokaintransporte in die 

Schweiz, wobei bei jeder Fahrt, wie dargetan, von einer Bruttomenge im Kilobereich 

auszugehen ist, bei der letzten Fahrt sogar im Mehrkilobereich, woraus hieraus bei 

den ersten drei Einfuhren je rund 700 Gramm Reinsubstanz (1 Kilogramm brutto) 

resultierten, beim letzten Vorgang eine Menge von rund 4485 Gramm reinem 

Kokain. Die Schwelle zum schweren Fall, welcher gemäss konstanter Recht-

sprechung bei 18 Gramm reinem Kokain erreicht ist (vgl. BGE 109 IV 143, E. 3.b, 

BGE 109 IV 145), wurde damit sowohl insgesamt als auch bei jeder Einfuhr einzeln 

um ein Vielfaches übertroffen. Der Qualifikationsgrund des schweren Falls gemäss 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG ist entsprechend zweifellos erfüllt. 

1.4 Ebenfalls ausser Frage steht angesichts der Vorgehensweise, dass der Be-

schuldigte willentlich und im Wissen um die Illegalität seines Handelns vorging, mit-

hin Vorsatz gegeben ist. Auch ist mit der Vorinstanz zu Recht von einer mehrfachen 

Begehung auszugehen (Urk. 63 S. 135), zumal nicht unwesentliche Unterbrüche 

- 44 -

und Zeitabstände zwischen den einzelnen Einfuhren vorliegen und im Endeffekt 

nicht von einem Gesamtvorsatz zur Einfuhr von Kokain ausgegangen werden kann.

1.5 Nach dem Gesagten sind die im Rahmen von Anklagesachverhalt Ziffer I 

erstellten Taten als mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinn von Art. 19 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG zu würdigen.

1.6 Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe wurden weder vorgebracht 

noch sind solche ersichtlich.

2. Anklageziffer II: Verkauf von Kokain

Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG

Die Vorinstanz würdigte den gemäss Anklageziffer II erstellten Sachverhalt letztlich 

als qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Diese Wür-

digung erweist sich als zutreffend, verkaufte der Beschuldigte A._____ doch in vier 

Fällen – in drei davon durch Kuriere, in einem persönlich – jeweils Kokainpakete im 

Mengenbereich mehrerer hundert Gramm brutto, womit das Qualifikationsmerkmal 

des schweren Falls fraglos zu bejahen ist (vgl. BGE 109 IV 143, E. 3.b, BGE 109 

IV 145). Der Beschuldigte verkaufte das Kokain willentlich, im Wissen, dass es sich 

hierbei um illegale Betäubungsmittel handelte. Der subjektive Tatbestand ist damit 

selbstredend ebenfalls erfüllt. 

Entsprechend ist der Beschuldigte betreffend Anklageziffer II des Verbrechens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht gegeben.

3. Anklageziffer III: Geldtransport nach Holland

Anstalten Treffen zu Widerhandlungen im Sinne des BetmG

3.1 Unter Bestätigung der rechtlichen Qualifikation der Staatsanwaltschaft wür-

digte die Vorinstanz die erstellte Fahrt des Beschuldigten nach Holland zwecks 

- 45 -

Kaufs von Kokain im Wert von rund EUR 30'000.– als Anstalten Treffen hinsichtlich 

des Ankaufs einer qualifizierten Menge Kokain. 

3.2 Diese Würdigung ist sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht zu-

treffend. Es kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, vollumfänglich auf 

die ausführliche und korrekte Begründung der Vorinstanz hierzu verwiesen werden 

(Urk. 63 S. 136 f.). Es ist darauf zu verweisen, dass das Bundesgericht das Gesetz 

dahingehend auslegt, dass eine mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz auch in der Form des Anstaltentreffens nach aArt. 19 

Ziff. 1 Abs. 6 BetmG (entspricht dem neuen Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG) begangen 

werden kann (BGE 138 IV 100). Nachdem eine Kaufabsicht hinsichtlich einer 

Menge von rund 1 Kilogramm Kokain brutto erstellt wurde, ist dieses Kriterium er-

füllt. Folglich ist der Beschuldigte A._____ des Anstaltentreffens zu einer Wider-

handlung im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. g in 

Verbindung mit Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu befinden.

3.3 Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind ferner nicht gegeben.

4. Anklageziffern IV und V

Angesichts der Anerkennung der vorinstanzlichen Schuldsprüche betreffend mehr-

fache Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, mehrfache qualifiziert grobe 

sowie grobe Verkehrsregelverletzung sowie Hinderung einer Amtshandlung durch 

den Beschuldigten A._____ sind diese in Rechtskraft erwachsen. Nach dem Ge-

sagten erübrigen sich Erörterungen zur rechtlichen Qualifikation der Vorinstanz, 

welche sich jedoch ohnehin als korrekt erweist (vgl. Urk. 63 S. 140, S. 142, S. 143). 

V. Strafzumessung und Widerruf

1. Allgemeine Grundsätze 

1.1 Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid betreffend die allgemeinen Straf-

zumessungsregeln sowie hinsichtlich der vorliegend massgeblichen Sanktions-

arten zutreffend geäussert. Darauf ist vorab zu verweisen (Urk. 63 S. 143 ff.). 

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1.2.1Schwerstes Delikt ist vorliegend die qualifizierte Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG. Demgemäss ist von einem 

Strafrahmen von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe für das schwerste Delikt, 

das Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. b und lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, auszugehen, wobei 

allfällige Strafschärfungsgründe aufgrund der Ausschöpfung der gesetzlichen 

Höchststrafe durch den ordentlichen Strafrahmen innerhalb desselben zu berück-

sichtigen sind. Strafmilderungsgründe sind ferner nicht ersichtlich.

1.2.2 Ferner ist bereits hier darauf hinzuweisen, dass angesichts der zahlreichen 

und teilweise einschlägigen Verurteilungen des Beschuldigten A._____ und in Ge-

samtbetrachtung sämtlicher Verstösse gegen das Ausländergesetz eine Freiheits-

strafe auszufällen sein wird (vgl. hierzu Ziff. V.2.1). 

2. Gesamtstrafenbildung

2.1 Hinsichtlich des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz erschiene mit 

Blick auf die Verflechtung der Tat mit der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung 

des Strassenverkehrsgesetzes anlässlich der Fluchtfahrt eine Ge