# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef39f35a-8ecb-573f-8579-27f237e124e9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.08.2025 B 2025/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2025-18_2025-08-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2025/18

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 04.11.2025

Entscheiddatum: 19.08.2025

Entscheid Verwaltungsgericht, 19.08.2025
Ausländerrecht, Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, Art. 7 lit. d 
FZA i.V.m. Art. 3 Anhang I FZA, Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG, Art. 30 Abs. 1 lit. b 
AIG. Erlischt die Niederlassungsbewilligung des originär 
aufenthaltsberechtigten Ehegatten aufgrund einer rechtskräftigen 
Landesverweisung von Gesetzes wegen, so entfällt auch das daraus 
abgeleitete Aufenthaltsrecht seiner Ehegattin. Die persönliche Situation der 
Beschwerdeführerin ist insgesamt nicht durch ein ausserordentlich enges 
Verhältnis zur Schweiz oder durch eine sonstige besondere Ausgangslage 
gekennzeichnet, welche die Verweigerung des weiteren Aufenthalts als 
besondere Härte erscheinen liesse. Die Tätigkeit im Bereich der Hotellerie 
begründet trotz des Fachkräftemangels für sich allein kein wichtiges 
öffentliches Interesse an Ihrem Verbleib in der Schweiz. (Verwaltungsgericht, 
B 2025/18)

Entscheid siehe pdf.

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Verwaltungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 19. August 2025 

Besetzung  Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungs-

richter Zogg; a.o. Gerichtsschreiberin Fleisch  

   

Geschäftsnr.   B 2025/18 

 

   

Verfahrens- 

beteiligte 

 

 A.__,  

 

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld,  

HütteLAW Imfeld AG, Neugasse 43, 9000 St. Gallen,  

 

 

  gegen 

  Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,  

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

 

 

  

Gegenstand  Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA 

 

 

 

 

 

B 2025/18 

 

2/11 

Das Verwaltungsgericht stellt fest: 

A.  

a. 

A.__, geb. 21. September 1977, ist Staatsangehörige der Dominikanischen Republik. Am 

22. Juli 2019 reiste sie in die Schweiz ein und heiratete gleichentags in Z.__ SG den italie-

nischen Staatsangehörigen B.__, geb. 29. März 1953 (act. MA 6 A.__). Dieser verfügte seit 

30. Mai 2017 über die Niederlassungsbewilligung (act. MA 68 B.__). Am 20. Dezember 

2019 erhielt A.__ im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib bei ihrem Ehemann die 

Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, gültig bis 19. Dezember 2024 (act. MA 16 A.__).  

b. 

B.__ wurde mit Entscheid des Kreisgericht C.__ vom 19. November 2020 unter anderem 

wegen Betäubungsmitteldelikten verurteilt und für die Dauer von fünf Jahren des Landes 

verwiesen. Die dagegen erhobene Berufung wurde mit Entscheid des Kantonsgerichts vom 

21. Februar 2023 abgewiesen und der Entscheid des Kreisgericht C.__ vom 19. November 

2020 bestätigt (act. MA 125 B.__). Mit der Rechtskraft dieses Entscheids erlosch die Nie-

derlassungsbewilligung von B.__ von Gesetzes wegen. B.__ verliess die Schweiz Ende 

September 2023 und kehrte nach Italien zurück (act. MA 143 B.__). 

c. 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbe-

willigung EU/EFTA von A.__s mit Verfügung vom 4. Juni 2024 und wies sie aus der Schweiz 

weg. Begründet wurde der Widerruf im Wesentlichen mit dem Erlöschen der Niederlas-

sungsbewilligung ihres Ehemannes, von der ihr Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung 

EU/EFTA abgeleitet worden sei (act. MA 34 A.__). 

B.  

Gegen die Verfügung des Migrationsamts vom 4. Juni 2024 erhob A.__ mit Eingabe vom 

19. Juni 2024 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Sie beantragte, die Verfü-

gung des Migrationsamts vom 4. Juni 2024 sei aufzuheben, eventualiter sei ihr eine min-

destens sechsmonatige Frist zur Ausreise einzuräumen; subeventualiter sei Ausreise- bzw. 

Wiedereingliederungshilfe zu leisten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Be-

gründung führte A.__ zusammengefasst aus, dass die Frist zur Ausreise aus der Schweiz 

zu knapp bemessen sei. Zwar sei ihr klar, dass sie die Schweiz verlassen müsse, jedoch 

stelle sich die Wohnungs- und Arbeitssuche in Italien als sehr schwierig heraus. Bei Anmie-

tung einer Wohnung werde jeweils eine Kaution fällig. Da die Eheleute über keine flüssigen 

Mittel verfügen würden, seien sie für einige Monate auf das Einkommen der Ehefrau in der 

 

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Schweiz dringend angewiesen; sie könnten so finanzielle Rücklagen bilden. Werde die Aus-

reisefrist verlängert, so habe sie Zeit, ihre Italienischkenntnisse zu verbessern, die erforder-

lichen finanziellen Rücklagen zu bilden und eine Anstellung in Italien zu finden, womit die 

beantragte Ausreise- und Wiedereingliederungshilfe nicht nötig wäre (act. 12/1). Mit Re-

kursergänzung vom 25. Juli 2024 machte A.__ zudem geltend, dass es sich bei der von ihr 

ausgeübten Tätigkeit im Pflegeheim – Reinigung und Lingerie – um einen systemrelevanten 

Beruf handle und ihr Arbeitgeber auf Arbeitskräfte wie sie, die in einem 100%-Pensum ar-

beiten würden, angewiesen sei. Es bestehe deshalb ein öffentliches Interesse daran, dass 

sie in der Schweiz bleiben und ihre Arbeit im D.__ fortsetzen könne (act. 12/3).  

 

Das Migrationsamt verzichtete mit Eingabe vom 27. August 2024 auf eine Vernehmlassung 

und verwies auf die angefochtene Verfügung vom 4. Juni 2024 (act. 12/5). Mit Entscheid 

vom 6. Januar 2025 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von A.__ ab 

(act. 2).  

C.  

a. 

Gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 

6. Januar 2025 erhob A.__ (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 21. Januar 2025 Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht. Sie ersuchte um Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids (unter Kosten- und Entschädigungsfolge; act. 1). 

b. 

Mit Eingabe vom 13. Februar 2025 teilte die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht 

mit, dass ihr Arbeitgeber zwischenzeitlich ein Gesuch um Erteilung einer Ausländerbewilli-

gung (Formular A1 inkl. Rückseite) eingereicht habe. Gleichzeitigt ersuchte sie um Sistie-

rung des Beschwerdeverfahrens bis zum Vorliegen des Entscheids des Amts für Wirtschaft 

und Arbeit (act. 7). Mit Schreiben vom 14. Februar 2025 (act. 8) lehnte der verfahrenslei-

tende Abteilungspräsident das Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerin formlos ab, weil 

die Entscheidung über ein Gesuch um erstmalige Erteilung einer (arbeitsmarktbezogenen) 

Aufenthaltsbewilligung im Regelfall im Ausland abzuwarten sei, sofern die Zulassungsvo-

raussetzungen nicht offensichtlich erfüllt seien (Art. 17 Abs. 1 und 2 AIG analog).  

c. 

Mit Eingabe vom 14. März 2025 beantragte die Beschwerdeführerin unentgeltliche Rechts-

pflege (einschliesslich Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands) und reichte Unterla-

gen zu ihrer finanziellen Situation ein (act. 9).  

 

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4/11 

d. 

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 27. März 2025 die Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen Ent-

scheids vom 6. Januar 2025 (act. 11).  

e. 

Mit Schreiben vom 27. März 2025 (act. 13) übermittelte das Migrationsamt dem Verwal-

tungsgericht verschiedene Akten zur Kenntnisnahme, darunter ein Rapport der Stadtpolizei 

E.__ vom 12. Januar 2025 (act. 13.5) und zwei Mutationsmeldungen betreffend Zuzug der 

Stadt F.__ und Umzug innerhalb der Gemeinde vom 25. März 2025 (act. 13.6 und 13.7). 

f. 

Der verfahrensleitende Abteilungspräsident lud mit Schreiben vom 31. März 2025 das Amt 

für Wirtschaft und Arbeit ein, dem Verwaltungsgericht seine Einschätzung mitzuteilen, ob 

die Zulassungsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 und 2 AIG im vorliegenden 

Fall offensichtlich gegeben seien (act. 14). Das Amt für Wirtschaft und Arbeit führte mit 

Schreiben vom 4. April 2025 zusammengefasst aus, die Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

als Mitarbeiterin Hotellerie setze keine Hochschuldausbildung voraus, weshalb diese nicht 

als hochqualifizierte Tätigkeit oder als Spezialisten-Funktion im Sinne von Art. 23 ff. AIG 

eingestuft werden könne. Aus den eingereichten Unterlagen würden keine Diplome, Zeug-

nisse oder ein Lebenslauf hervorgehen, die die Qualifikation der Beschwerdeführerin bele-

gen würden. Die Zulassung von unqualifizierten Arbeitnehmenden liege nicht im gesamt-

wirtschaftlichen Interesse der Schweiz und erfülle die Anforderungen an die persönlichen 

Voraussetzungen gestützt auf Art. 23 ff. AIG nicht. Entsprechend erachte das Amt für Wirt-

schaft und Arbeit die Zulassungsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 AIG bereits auf-

grund der fehlenden Qualifikation der Beschwerdeführerin nicht als offensichtlich erfüllt 

(act. 15). 

g. 

Mit Schreiben vom 10. April 2025 brachte der verfahrensleitende Abteilungspräsident den 

Parteien das Schreiben des Amts für Wirtschaft und Arbeit vom 4. April 2025 zur Kenntis 

und setzte eine Frist zur Stellungnahme an (act. 16). Nach einem einmaligen Gesuch um 

Fristverlängerung (act. 18) nahm die Beschwerdeführerin zur summarischen Einschätzung 

des Amts für Wirtschaft und Arbeit Stellung (act. 20). Die Vorinstanz verzichtete stillschwei-

gend auf eine Stellungnahme. 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung: 

 

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5/11 

1.  

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin, 

die sich im Rekursverfahren erfolglos gegen den Widerruf ihrer Aufenthaltsbewilligung zur 

Wehr gesetzt hat, ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 

Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den Rekursentscheid der Vorinstanz vom 6. Januar 

2025 wurde mit Eingabe vom 21. Januar 2025 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller 

und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 

Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Darauf ist somit einzutreten. 

2.  

Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung geltend machen kann. 

2.1.  

Ehegatten von in der Schweiz aufenthalts- bzw. niederlassungsberechtigten EU/EFTA-Bür-

gern haben ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit gestützt auf das Freizügigkeitsrecht 

grundsätzlich Anspruch auf die Erteilung und Verlängerung einer Bewilligung, um das ge-

meinsame Familienleben zu ermöglichen (Art. 7 lit. d des Abkommens zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und 

ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit, SR 0.142.112.681, FZA, in Ver-

bindung mit Art. 3 Anhang I FZA). Dabei handelt es sich um ein abgeleitetes Aufenthalts-

recht des Ehegattens, dass nur so lange dauert, als das originäre Aufenthaltsrecht des EU-

Angehörigen besteht (BGer 2C_756/2019 vom 14. Mai 2020 E. 5.1). In diesem Fall kann 

die abgeleitete Bewilligung des Drittstaatsangehörigen mangels Fortdauerns der Bewilli-

gungsvoraussetzungen gestützt auf Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über den freien Perso-

nenverkehr zwischen der Schweiz und der Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten, 

zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sowie unter den Mitgliedstaaten der 

Europäischen Freihandelsassoziation (SR 142.203, VFP) in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 

lit. d AIG wegen Nichteinhaltens einer mit der Verfügung verbundenen Bedingung widerru-

fen oder nicht (mehr) verlängert werden, da das Freizügigkeitsabkommen diesbezüglich 

keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthält (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1; 139 II 393 

E. 2.1; BGer 2C_924/2021 vom 16. März 2022 E. 4.2).  

 

Der Beschwerdeführerin wurde die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gestützt auf die Ehe 

mit dem EU-Bürger B.__ erteilt. Mit der rechtskräftigen Landesverweisung ist die Nieder-

lassungsbewilligung des originär aufenthaltsberechtigten Ehemannes von Gesetzes wegen 

erloschen, womit auch der abgeleitete Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin entfiel. 

Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die befristete Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der 

 

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Beschwerdeführerin am 19. Dezember 2024 abgelaufen ist. Damit steht mittlerweile nicht 

mehr die Zulässigkeit des am 4. Juni 2024 verfügten Widerrufs der Bewilligung, sondern 

deren Verlängerung in Frage (vgl. dazu BGer 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 1.1 

zu VerwGE B 2011/23 vom 21. Juni 2011). An der materiellen Beurteilung ändert dies in-

dessen nichts. 

2.2.  

Die heute 47-jährige Beschwerdeführerin reiste im Juli 2019 im Alter von 41 Jahren in die 

Schweiz ein. Sie hält sich hier insgesamt seit rund sechs Jahren auf, wovon mehr als ein 

Jahr auf das vorliegende Verfahren entfällt. Ein Anspruch aus dem Recht auf Privatleben 

gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) ist bei einer solchen Dauer in aller Regel nicht ge-

geben und wird zu Recht auch nicht geltend gemacht. 

3.  

3.1.  

Fehlt es an einem Anspruch auf (Wieder-)Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthalts-

bewilligung (vgl. E. 2.1 und 2.2 hiervor), kann die kantonale Behörde unter Zustimmung des 

Staatssekretariats für Migration (SEM) gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG von den Zulassungs-

voraussetzungen (Art. 18-29 AIG) abweichen, um schwerwiegenden persönlichen Härtefäl-

len oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Im Beschwerdeverfahren 

wird unter diesem Titel neu vorgebracht, der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung stelle für 

die Beschwerdeführerin eine unzumutbare Härte dar und es bestehe ein grosses öffentli-

ches Interesse an ihrem Verbleib in der Schweiz, um ihre aktuell ausgeübte Arbeit fortzu-

führen. In Kenntnis dieser Vorbringen (vgl. act. 10) hat die Vorinstanz, die dem Migrations-

amt hierarchisch übergeordnet ist (Art. 21 des Staatsverwaltungsgesetzes [sGS 140.1, 

StVG], Art. 26 Abs. 1 lit. ebis des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei 

[sGS 141.3, GeschR]), im vorliegenden Verfahren die Abweisung der Beschwerde bean-

tragt (vgl. act. 11). Sie hat damit zum Ausdruck gegeben, am Widerruf bzw. Nichtverlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin festhalten zu wollen.  

3.2.  

Die Bewilligungserteilung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG liegt im Ermessen der zu-

ständigen kantonalen Behörde. Sie hat bei der Ausübung ihres Ermessens gemäss Art. 96 

Abs. 1 AIG die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie die Integration 

der ausländischen Person zu berücksichtigen (vgl. BOSSHARD, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], 

Ausländer- und Integrationsgesetz, 2. Aufl. 2024, N 2 f. und 9 f. zu Art. 30 AIG). Mit der 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht können nur Rechtsverletzungen und ein unrichtig 

 

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oder unvollständig festgestellter Sachverhalt geltend gemacht werden (Art. 61 Abs. 1 und 

2 VRP). Soweit Angemessenheitsfragen zur Debatte stehen, ist das Verwaltungsgericht auf 

die Prüfung der Frage beschränkt, ob die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- 

beziehungsweise unterschritten oder missbraucht hat. Das Verwaltungsgericht darf mithin 

nur Entscheide aufheben, die an einem qualifizierten Ermessensfehler leiden (vgl. VerwGE 

B 2014/91 vom 22. Januar 2016 E. 2.1; LOOSER/LOOSER-HERZOG, in: Rizvi/Schindler/Ca-

velti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 2020, N 5 zu 

Art. 61 VRP).  

3.3.  

Ein Ermessensfehler im vorstehend (E. 3.3) dargelegten Sinn ist vorliegend nicht auszu-

machen: 

3.3.1.  

Zu prüfen ist zunächst, ob die Vorinstanz gehalten gewesen wäre, vorliegend von den Zu-

lassungsvoraussetzungen (Art. 18-29 AIG) abzuweichen, um einem schwerwiegenden per-

sönlichen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG Rechnung zu tragen. 

3.3.1.1.  

Bei der Beurteilung, ob eine Aufenthaltsbewilligung wegen eines schwerwiegenden persön-

lichen Härtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG zu erteilen ist, sind nach Art. 31 Abs. 1 

VZAE namentlich die Integration der gesuchstellenden Person, die Familienverhältnisse, 

die finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheits-

zustand und die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu berück-

sichtigen. Bei Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG handelt es sich um eine Ausnahmebestimmung. Die 

Voraussetzungen zur Anerkennung eines Härtefalls sind restriktiv zu handhaben.  

3.3.1.2.  

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, es lägen wichtige persönliche 

Gründe vor, die ihren Aufenthalt in der Schweiz rechtfertigten. Sie sei sowohl persönlich als 

auch beruflich sehr gut integriert, habe die deutsche Sprache erlernt und vermöge ihren 

Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Auf die Unterstützung durch die öffentliche Hand sei 

und war sie nie angewiesen gewesen. Seit August 2023 arbeite sie in einem unbefristeten 

Vollzeitpensum im D.__. Sie werde von ihrem Arbeitgeber sehr geschätzt. Es bestehe ein 

grosses öffentliches Interesse an der Fortführung ihrer Tätigkeit. In Pflegeeinrichtungen 

seien verlässliche Arbeitnehmende, die in einem 100%-Pensum arbeiteten, sehr gesucht 

und das Schweizer Gesundheitssystem sei auf Zuzug aus dem Ausland existentiell ange-

wiesen. Darüber hinaus habe sie sich in der Schweiz ein soziales Umfeld aufgebaut und 

verfüge über einen einwandfreien Leumund. Sie sei eine fleissige Frau mit viel Potential, 

 

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deren Zukunftschancen sich durch den Widerruf ihrer Aufenthaltsbewilligung drastisch ver-

schlechtern würden. Mit der Rückkehr in ihr Heimatland stünde sie vor dem sozialen und 

wirtschaftlichen Nichts. Der Widerruf bzw. die Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilli-

gung würde zu einer unzumutbaren persönlichen Härte führen. 

3.3.1.3.  

Mit diesen Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin keinen qualifizierten Ermessens-

fehler der Vorinstanz aufzuzeigen. Die Beschwerdeführerin hat den grössten Teil ihres Le-

bens im Ausland verbracht. Soweit aus den Akten ersichtlich, ist keine besonders ausge-

prägte Integration erkennbar. So erschöpften sich die geltend gemachten Deutschkennt-

nisse wie auch der Aufbau eines sozialen Umfelds in deren Behauptung, da die Beschwer-

deführerin entsprechende Beweise nicht offeriert und sich diesbezüglich auch den Akten 

nichts entnehmen lässt. Der blosse Umstand, dass der Aufbau einer sozialen und wirt-

schaftlichen Existenz in der Dominikanischen Republik für die Beschwerdeführerin mit 

Schwierigkeiten verbunden wäre, genügt nicht, um einen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 

1 lit. b AIG darzutun. Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit und die ausgebliebene Straffäl-

ligkeit – wobei die Beschwerdeführerin im Januar 2025 polizeilich in Erscheinung getreten 

ist (vgl. act. 13.5) – erfüllen lediglich die üblichen Grunderwartungen an das Verhalten einer 

um Integration bemühten Ausländerin während ihres Aufenthalts in der Schweiz. Es kann 

vorliegend nicht von einer tiefgreifenden Verwurzelung in der Schweiz gesprochen werden. 

Die Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihre Heimat erweist sich als ohne Weiteres zumut-

bar. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die Sprache und die kulturellen 

Verhältnisse in der Dominikanischen Republik hinreichend bekannt sind. Im Übrigen be-

steht auch die Möglichkeit, dass die Beschwerdeführerin – wie ursprünglich vorgesehen – 

im Heimatland ihres Ehemannes Italien Wohnsitz nimmt. 

3.3.2.  

Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz gehalten gewesen wäre, vorliegend von den Zulas-

sungsvoraussetzungen (Art. 18-29 AIG) abzuweichen, um wichtigen öffentlichen Interessen 

im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG Rechnung zu tragen.  

3.3.2.1.  

Art. 32 Abs. 1 VZAE konkretisiert den Begriff der öffentlichen Interessen gemäss Art. 30 

Abs. 1 lit. b AIG. Bei der Beurteilung sind demnach insbesondere bedeutende kulturelle 

Anliegen, staatspolitische Gründe, erhebliche kantonale fiskalische Interessen und die Not-

wendigkeit der Anwesenheit einer Ausländerin oder eines Ausländers im Rahmen des 

Strafverfahrens zu berücksichtigen.  

 

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3.3.2.2.  

Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, es bestehe ein grosses öffentliches Inte-

resse an ihrem Verbleib in der Schweiz und an der Fortführung ihrer Tätigkeit im Pflege- 

und Betagtenheim. Auch wenn ihr Aufgabengebiet im Wesentlichen Tätigkeiten in den Be-

reichen Reinigung und Lingerie umfasse, handle es sich bei ihr nicht um eine einfache An-

gestellte in der Hotellerie. Vielmehr übe sie im D.__ fast schon eine pflegeähnliche Tätigkeit 

aus, da sie Umgang mit den dementen Bewohnern habe. Sowohl im Gesundheitswesen 

als auch im Bereich der Gastronomie/Hotellerie herrsche ein enormer Fachkräftemangel 

und die Schweiz sei auf Zuzug aus dem Ausland existentiell angewiesen.  

3.3.2.3.  

Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin fallen nicht unter die in Art. 32 VZAE explizit 

normierten Fallkonstellationen. Die Aufzählung ist jedoch nicht abschliessend. Das öffentli-

che Interesse an einer personell ausreichenden Versorgung im Gesundheitswesen sowie 

im Gastgewerbe ist damit nicht zum Vornherein ohne Bedeutung, zumal in der Schweiz 

insbesondere im Bereich des Gesundheitswesens tatsächlich ein Fachkräftemangel be-

steht, welcher das öffentliche Interesse an der Sicherstellung einer funktionierenden Ge-

sundheitsversorgung tangiert. Im Lichte der Rechtsprechung erscheint die Bejahung eines 

wichtigen öffentlichen Interesses in Bezug auf die Gewährleistung der Gesundheitsversor-

gung etwa in Fällen von hochausgebildetem medizinischen Fachpersonal denkbar. An der 

Zulassung unqualifizierter Arbeitskräfte hingegen besteht in der Schweiz kein gesamtwirt-

schaftliches Interesse (vgl. dazu eingehend VerwGE B 2024/168 vom 29. April 2025 

E. 6.4.2).  

3.3.2.4.  

Aus den Akten ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin über Diplome, Zeugnisse 

oder Berufserfahrung verfügt, welche auf eine medizinische Fachausbildung hinweisen 

könnten. Die Beschwerdeführerin ist auch nicht im Pflegebereich erwerbstätig. Dem Ar-

beitsvertrag zwischen der D.__ und der Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, dass sie als 

Mitarbeiterin Hotellerie angestellt ist und ihr Aufgabengebiet im Wesentlichen die Reinigung 

und die Lingerie umfasst. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, besteht zwar 

auch in der Gastronomie bzw. Hotellerie ein Mangel an Fachkräften. Dies allein vermag 

aber noch kein wichtiges öffentliches Interesse zu begründen. Als Mitarbeiterin Hotellerie 

übt die Beschwerdeführerin auch keine hochqualifizierte Tätigkeit aus, an deren Fortfüh-

rung ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht.  

3.4.  

Die Beschwerdeführerin vermag damit nicht darzutun, dass die Vorinstanz bei der 

 

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Anwendung von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 32 VZAE Ermessensfehler 

unterlaufen wären, die eine Rechtsverletzung begründen.  

4.  

Insgesamt sind der von der Vorinstanz bestätigte Widerruf bzw. Nichtverlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung EU/EFTA der Beschwerdeführerin sowie die damit verbundene Weg-

weisungsanordnung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit als unbe-

gründet und ist abzuweisen.  

5.  

Zu befinden bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

5.1.  

Vor Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Rechts-

verbeiständung in sachgemässer Anwendung der Vorschriften der Schweizerischen Zivil-

prozessordnung (Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO) über die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt (Art. 99 Abs. 1 und 2 VRP; zum verfassungsrechtlichen Anspruch vgl. Art. 29 

Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Eine 

Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderli-

chen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. Art. 117 ZPO). 

Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst nicht nur die Befreiung von den Verfahrenskosten, 

sondern auch die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, wenn dies zur Wahrung 

der Rechte notwendig ist (vgl. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Die Beschwerdeführerin lebt in 

bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen und verfügt auch über kein namhaftes Vermö-

gen. Sie ist prozessual als bedürftig anzusehen. Mit Blick auf die verschiedenen Rechts-

grundlagen, welche für die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA in Frage 

standen, erscheint die Angelegenheit nicht als aussichtslos, so dass die Beschwerdeführe-

rin von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien ist. Zudem erwies sich der Beizug 

eines berufsmässigen Vertreters als gerechtfertigt. Rechtsanwalt Max Imfeld, St. Gallen, ist 

zum unentgeltlichen Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren zu 

bestellen. 

5.2.  

Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die amtlichen Kosten des Beschwerdever-

fahrens an sich von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Ent-

scheidgebühr von CHF 1'500 erschiene angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskosten-

verordnung; sGS 941.12). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.1 

hiervor) gehen die Kosten vorderhand zulasten des Staats.  

 

 

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Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, der keine Kostennote eingereicht hat, ist zu-

folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ermessensweise pauschal mit 

CHF 2'000 (Art. 19, Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung, sGS 963.75, HonO; Art. 31 

Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG) zuzüglich pauschaler Barauslagen von 

CHF 100 (vier Prozent des ungekürzten Honorars von CHF 2'500; Art. 28bis HonO) und 

Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) zu entschädigen. Der Rechtsvertreter ist darauf hinzuwei-

sen, dass er von seiner Mandantin kein zusätzliches Honorar fordern darf (Art. 11bis HonO).

  

Die Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung der Kosten aus unentgeltlicher Rechtspflege 

und Rechtsverbeiständung an den Staat verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 99 

Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

und -verbeiständung gewährt und Rechtsanwalt Max Imfeld zu ihrem Rechtsbeistand be-

stellt. 

3.  

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500 werden der Beschwerde-

führerin auferlegt und gehen zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten 

des Staates. 

4.  

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung mit CHF 2’100 zuzüglich Mehrwertsteuer. 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 19.08.2025
	Ausländerrecht, Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, Art. 7 lit. d FZA i.V.m. Art. 3 Anhang I FZA, Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG, Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG. Erlischt die Niederlassungsbewilligung des originär aufenthaltsberechtigten Ehegatten aufgrund einer rechtskräftigen Landesverweisung von Gesetzes wegen, so entfällt auch das daraus abgeleitete Aufenthaltsrecht seiner Ehegattin. Die persönliche Situation der Beschwerdeführerin ist insgesamt nicht durch ein ausserordentlich enges Verhältnis zur Schweiz oder durch eine sonstige besondere Ausgangslage gekennzeichnet, welche die Verweigerung des weiteren Aufenthalts als besondere Härte erscheinen liesse. Die Tätigkeit im Bereich der Hotellerie begründet trotz des Fachkräftemangels für sich allein kein wichtiges öffentliches Interesse an Ihrem Verbleib in der Schweiz. (Verwaltungsgericht, B 2025/18)

		2026-01-28T04:13:46+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen