# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de0843aa-65e0-5d34-a504-9dcd89a749ba
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.01.2022 725 21 220/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-220-12_2022-01-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  13. Januar 2022 (725 21 220 / 12) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Unfallversicherung 
 
 
Beschwerdeabweisung: Kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfall und den geklagten HWS-Beschwerden; Beweistauglichkeit der versi-
cherungsinternen medizinischen Beurteilung; Bemessung des Invalideneinkommens: 
Einstufung in ein Kompetenzniveau und leidensbedingter Abzug; Anspruch auf Integri-
tätsentschädigung mangels Erheblichkeit verneint 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Die 1971 geborene A.____ war vom 18. Mai 2016 bis 31. Januar 2019 bei der B.____ 
AG als Geschäftsführerin angestellt und war in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch 
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 7. Mai 2018 erlitt A.____ 

 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bei der Arbeit einen Unfall, als sie eine ca. 200 kg schwere Kühltruhe anzuheben versuchte und 
dabei einen Knall im Bereich des dominanten linken Ellbogens verspürte. Dabei erlitt sie eine 
subtotale distale Bizepssehnenruptur links, die am 1. Juni 2018 operativ behandelt wurde. Im 
weiteren Verlauf wurde der Verdacht auf eine foveale Verletzung des triangulären fibrocartilagi-
nären Komplexes (TFCC) des linken Handgelenks geäussert. Diese Verdachtsdiagnose wurde 
anlässlich einer Arthroskopie am 8. Januar 2019 bestätigt und behandelt. Die Suva erbrachte die 
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Am 14. und 15. Oktober 2020 wurde im Auf-
trag des Unfallversicherers in der Rehaklinik Bellikon eine Evaluation der funktionellen Leistungs-
fähigkeit (EFL) durchgeführt. Am 19. November 2020 lehnte die Suva eine Leistungspflicht für die 
geltend gemachten Beschwerden an der Halswirbelsäule (HWS) ab. Mit Schreiben vom 2. De-
zember 2020 stellte sie die vorübergehenden Leistungen per 28. Februar 2021 ein, da von einer 
weiteren Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet wer-
den könne. Mit Verfügung vom 21. Januar 2021 lehnte die Suva schliesslich den Anspruch der 
Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung ab. Daran hielt sie auf 
Einsprache der Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 8. Juni 2021 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel 
Altermatt, am 12. Juli 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die Beschwerdegegnerin sei in Aufhebung des angefoch-
tenen Entscheids zu verpflichten, den medizinischen Sachverhalt neu abzuklären und der Be-
schwerdeführerin die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. 
Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ausführen, dass die Beschwer-
degegnerin bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens nicht sämtliche 
unfallbedingten Beschwerden, namentlich die Aktivierung der bisher asymptomatischen HWS-
Degenerationen, berücksichtigt habe. Das von der Beschwerdegegnerin festgelegte Zumutbar-
keitsprofil erweise sich jedoch auch bezüglich der Beschwerden an der linken Hand und des lin-
ken Arms als unhaltbar, da es den unbestrittenen Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht 
Rechnung trage. Ferner werde die Bemessung des Invalideneinkommens bestritten und der An-
spruch auf eine Integritätsentschädigung postuliert. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2021 auf Abwei-
sung der Beschwerde. Die geklagten HWS-Beschwerden stünden in keinem überwiegend wahr-
scheinlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis. Auf die Einschätzung der Arbeitsfä-
higkeit durch ihren Kreisarzt, welcher sich auf die Ergebnisse der EFL abstütze, sei abzustellen. 
Auch die Bemessung des Invalideneinkommens sei korrekt erfolgt. Eine Integritätsentschädigung 
sei mangels Erheblichkeit der Einschränkungen nicht geschuldet.  
 
D. Mit Verfügung vom 3. August 2021 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Beurtei-
lung überwiesen.  
 
 
  

 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in C.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerden zuständig.  
 
1.2 In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2021 bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass sie 
bereits mit formloser Mitteilung vom 19. November 2019 einen Kausalzusammenhang zwischen 
den von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden an der HWS und dem Unfallereignis 
vom 7. Mai 2018 abgelehnt habe. Die Beschwerdeführerin habe gegen diese Mitteilung nicht in-
terveniert, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen und entgegen den Vorbringen der Beschwerde-
führerin im vorliegenden Verfahren nicht zu beurteilen sei.  
 
1.2.1 Gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, Forderun-
gen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstan-
den ist, eine schriftliche Verfügung zu erlassen. Die Verfügungen werden mit einer Rechtsmittel-
belehrung versehen und sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll ent-
sprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 
49 Abs. 1 ATSG fallen, können in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 ATSG in einem formlosen Ver-
fahren behandelt werden. Die betroffene Person kann nach Art. 51 Abs. 2 ATSG den Erlass einer 
Verfügung verlangen. Zwar bezieht sich Art. 51 ATSG ausdrücklich nur auf das zulässige form-
lose Verfahren, doch erachtet es die Rechtsprechung – in Analogie zu Art. 51 Abs. 2 
ATSG – auch dann als angezeigt, dass die versicherte Person einen Entscheid in Form einer 
Verfügung verlangen kann, wenn der Versicherungsträger zu Unrecht formlos und nicht mittels 
Verfügung entschieden hat (BGE 134 V 145 E. 5.1). Die Frist für eine Intervention der betroffenen 
Person gegen den unzulässigerweise formlos mitgeteilten Entscheid beträgt im Regelfall ein Jahr 
seit der Mitteilung. Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Per-
son – insbesondere wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist – 
in guten Treuen annehmen durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid 
fällen wollen und sei mit weiteren Abklärungen befasst (BGE 134 V 145 E. 5.3). Ohne fristge-
rechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im 
Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145 E. 5.4; Urteil des Bundesge-
richts vom 5. März 2018, 8C_536/2017, E. 3.4).  
 

 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

1.2.2 Zu prüfen ist somit, ob die formlose Ablehnung eines natürlichen Kausalzusammen-
hangs der Beschwerden an der HWS mangels rechtzeitiger Intervention der Beschwerdeführerin 
in Rechtskraft erwachsen ist. Dabei ist zu beachten, dass die Versicherte zum Zeitpunkt der form-
losen Mitteilung vom 19. November 2019 noch nicht anwaltlich vertreten war. In den Akten findet 
sich ferner ein Schreiben des Rechtsschutzversicherers der Beschwerdeführerin, womit mitgeteilt 
wird, dass zurzeit keine anfechtbare Verfügung betreffend die formlose Ablehnung verlangt 
werde. Es werde jedoch ausdrücklich vorbehalten, dies zu einem späteren Zeitpunkt zu tun. Es 
stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin nach diesem Schreiben ihres Rechtsschutzver-
sicherers in guten Treuen davon ausgehen durfte, dass ein abschliessender Entscheid erst mit 
einer anfechtbaren Verfügung ergehen werde. Unklar ist aufgrund der vorhandenen Akten auch, 
inwiefern die Beschwerdegegnerin nach der formlosen Ablehnung der Unfallkausalität die einge-
reichten Verordnungen zur Physiotherapie (worin ausdrücklich detonisierende Massnahmen der 
Muskulatur im Zusammenhang mit der Hals- und Brustwirbelsäule aufgeführt werden) behandelte 
und allenfalls dafür Kostengutsprache erteilte. Aufgrund dieser Umstände ist der Eintritt der 
Rechtskraft der formlosen Mitteilung vom 19. November 2019 zumindest fraglich. Die Frage kann 
letztlich offengelassen werden, da der Kausalzusammenhang  
– wie nachfolgend in Erwägung 6.2 auszuführen sein wird – in materieller Hinsicht ohnehin zu 
verneinen ist.  
 
1.3 Die Beschwerdegegnerin macht im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juni 
2021 ausserdem geltend, dass die mit Verfügung vom 21. Januar 2021 abgelehnte Integritäts-
entschädigung mit der Einsprache nicht angefochten worden und deshalb in Rechtskraft erwach-
sen sei. In der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde wird indessen im Rahmen des Antrags 
auf Zusprache der gesetzlichen Leistungen auch die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung 
begründet. Zu beurteilen ist deshalb, ob die Integritätsentschädigung Gegenstand des vorliegen-
den Verfahrens bildet. Im Einspracheverfahren hat die Versicherte beantragt, es seien ihr die 
gesetzlichen Leistungen auszurichten. Diese gesetzlichen Leistungen umfassen auch eine allfäl-
lig geschuldete Integritätsentschädigung, weshalb diese durchaus Gegenstand des Einsprache-
verfahrens bildete. Dass die Versicherte den Antrag in Bezug auf die Integritätsentschädigung in 
der Einsprache nicht näher begründete, ändert daran nichts, ist doch die Einspracheinstanz 
grundsätzlich verpflichtet, das Recht von Amtes wegen anzuwenden, und folglich nicht an die 
Begründung des Einsprechers gebunden (MARCO WEISS, Das Einspracheverfahren nach Art. 52 
ATSG, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht (JaSo) 2020, S. 241). 
 
1.4 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 12. Juli 2021 ist nach dem 
Ausgeführten einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente 
und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob der medizinische Sachverhalt genügend abge-
klärt worden ist. Ferner ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung umstritten. Grundsätz-
lich nicht umstritten ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses.  
 

 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 
Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen 
Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 
Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge 
des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort-
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der ver-
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der In-
validenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung 
und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den 
Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integ-
rität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädi-
gung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei 
der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer grundsätzlich nur unter der Voraus-
setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Scha-
den (Unfall, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung, Behandlungsbedürftigkeit) ein 
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 
nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande-
ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 
hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge-
tretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei erstreckt 
sich die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte 
Unfallfolgen (vgl. Urteils des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 8C_620/2015, E. 3.1). Ob zwi-
schen einem schädigenden Ereignis und einer (andauernden) gesundheitlichen Störung ein na-
türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Be-
hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis-
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Es ist vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahr-
scheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen). 
 

3.3 Bei der Beurteilung eines unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs ist jeweils als 
erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. 

 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2).  
 
3.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands, bei der Beurteilung der natürlichen Kau-
salität und bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die medizinische Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wes-
halb es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
3.6 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Dagegen sind bei Entscheiden gestützt auf 
versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem 

 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, an die Beweiswürdigung strenge Anfor-
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 
Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dau-
ert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen 
hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, 
E. 3.2). Bleiben erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 
Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmass-
nahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.3 und vom 19. November 2007, 8C_364/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen zahlreiche medizinische Unter-
lagen vor, welche vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Nachfolgend werden jedoch nur 
die für den vorliegenden Fall entscheidrelevanten Berichte aufgeführt. 
 
5.1 Nachdem der erstbehandelnde Arzt zunächst bloss eine Verdrehung bzw. Verstauchung 
des linken Oberarms diagnostiziert hatte (vgl. Schadensmeldung vom 23. Mai 2018), wurde bei 
der Beschwerdeführerin anlässlich einer Operation am 1. Juni 2018 die Diagnose einer sympto-
matischen, subtotalen distalen Bizepssehnenruptur (80%) rechts bestätigt und mittels Reinsertion 
behandelt. In der Folge wurde von der Ärzteschaft des Spitals D.____ ein regelrechter postope-
rativer Heilungsverlauf dokumentiert.  
 
5.2 Aufgrund beklagter persistierender Beschwerden am linken Ellbogen und Handgelenk 
wurde bei Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates sowie Handchirurgie, eine Zweitmeinung eingeholt. Mit Bericht vom 19. Oktober 2018 
diagnostizierte dieser Restbeschwerden bei Status nach distaler Bizepssehnen-Reinsertion am 
Ellbogen links nach subtotalem distalem Bizepssehnenabriss sowie Status nach Karpaltun-
nelspaltung beidseits vor rund 15 Jahren. Der Heilungsverlauf sei soweit suffizient und es sei kein 
Hinweis auf einen erneuten Abriss erkennbar. Bezüglich der Kraftentwicklung sei der Verlauf nicht 
ungewöhnlich, mit weiteren physiotherapeutischen Massnahmen würde eine weitgehende Nor-
malisierung erreicht werden können. Die Patientin sei ermuntert worden, die Belastung nun rasch 
zu steigern. Die Schmerzproblematik des Handgelenks stehe nicht im Vordergrund. Da die Arbeit 
der Patientin regelmässig das auch repetitive Hantieren mit Lasten von über 25 kg umfasse und 
eine Reduktion auf leichte Arbeiten nicht möglich sei, sei weiterhin von einer 100%igen Arbeits-
unfähigkeit auszugehen.  
 
5.3 Anlässlich einer MR-Arthrographie des linken Handgelenks am 19. November 2018 
wurde eine ausgeprägte Synovialitis distal radioulnar sowie ein dorsaler Kapselschaden ohne 

 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

subheath-Verletzung oder Dislokation der ECU-Sehne bei intratendinösen Signalalterationen wie 
von Degeneration oder Mikrorissen und radiusnah ein dehiszenter und ausgefranster Riss des 
Diskus articularis sowie benachbart eine Knorpeldefizienz und Zysten am Os lunatum wie bei 
ulnokarpaler Impaktion festgestellt.  
 
5.4 Am 8. Januar 2019 wurde eine Arthroskopie des linken Handgelenks durchgeführt. Mit 
Operationsbericht vom selben Tag wurde von den behandelnden Chirurgen ein Sturz am 7. Mai 
2018 mit fovealer TFCC-Verletzung am linken Handgelenk und Status nach Reinsertion der Bi-
zepssehne nach Ruptur, sowie eine ulnolunäre Impaktion mit zentraler TFCC-Läsion, eine Ma-
delung-ähnlichen Deformität des linken Handgelenks und eine SL-Band-Läsion Stadium III C di-
agnostiziert. Anlässlich der Operation wurde ein arthroskopisches Débridement der zentralen 
TFCC-Läsion, eine Ulnaverkürzungsosteotomie sowie eine offene foveale TFCC-Reinsertion vor-
genommen.  
 
5.5 In seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 23. Januar 2019 bejahte der 
Kreisarzt Dr. med. F.____, FHM Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parates, eine Teilkausalität der Handgelenksbeschwerden. Der Abriss des TFCC sei auf den Un-
fall zurückzuführen. Die zentrale TFCC-Läsion sei eher degenerativ.  
 
5.6 Am 14. August 2019 fand eine kreisärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin 
statt. Dr. F.____ kommt im dazugehörenden Bericht vom selben Tag zum Schluss, dass aktuell 
noch nicht von einem medizinischen Endzustand ausgegangen werden könne. Trotzdem seien 
der Versicherten mit dem linken Arm alle Tätigkeiten erlaubt, die keine oder wenige Beschwerden 
verursachten. Die Versicherte habe angegeben, im Alltag die linke Hand und den linken Arm 
normal einzusetzen, ein Hantieren mit Lasten über 8 kg sei jedoch nicht möglich. Dementspre-
chend sei auch die Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit zu definieren: Arbeiten mit Lasten bis 8 kg 
seien ganztags möglich, sofern die schwereren Arbeiten nicht dauerhaft über die ganze Arbeits-
schicht erfolgten. Bei Überkopfarbeiten mit zum Beispiel Abstützen von Gegenständen nach oben 
seien mit dem linken Arm und der linken Hand nur leichte Arbeiten möglich. Diese Zumutbarkeits-
beurteilung stelle eine Momentaufnahme dar, es sei allerdings nach dem bisherigen Verlauf mit 
dauerhaften Einschränkungen zu rechnen.  
 
5.7 Mit Sprechstundenbericht von Dr. med. G.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, vom 
12. November 2019 wurde – neben den bekannten Diagnosen – neu an der linken Hand eine 
unklare Sensibilitätsstörung Dig. V sowie eine leichte Kraftminderung intrinsisch und eine leichte 
Sensibilitätsstörung im Bereich des Nervus cutaneus antebrachii medialis unklarer Ätiologie di-
agnostiziert. Ein MRT der Halswirbelsäule (HWS) am 22. Oktober 2019 habe eine segmentale 
Degeneration auf Höhe der Halswirbelkörper (HWK) 5/6 mit akuter Osteochondrosis interverteb-
ralis und Retrospondylose, eine osteodiskogen bedingte, leichte Einengung des Spinalkanals auf 
Höhe HWK 5/6 ohne Kompression des Myelons und ohne Myelopathie, eine mässiggradige Ein-
engung der Nervenwurzel C 6 rechts und eine hochgradige Einengung der foraminalen Nerven-
wurzel C 6 links ergeben. Zudem würden sich Zeichen einer aktivierten Facettengelenksarthrose 
HMK 3/4 links zeigen. Die Sonographie der linken Hand vom 22. Oktober 2019 habe keine sus-

 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

pekte Flüssigkeitskollektion, eine narbig verklumpte und etwas heterogene, aber intakte Rekon-
struktion und Reinsertion der Bizepssehne, keinen Gelenkserguss, keine strukturelle Muskel-
schädigung oder Weichteilläsion subkutan ergeben.  
 
5.8 Der Kreisarzt Dr. F.____ nahm am 19. November 2019 zu den neuen Diagnosen aus 
versicherungsmedizinischer Sicht Stellung. Die Versicherte habe sich beim Unfall vom 7. Mai 
2018 am linken Unterarm verletzt. Die Monate später aufgetretenen Beschwerden an der Hals-
wirbelsäule bei in der Bildgebung erkennbaren erheblichen degenerativen Veränderungen seien 
nicht unfallkausal. Bezüglich des Handgelenks sei der Endzustand noch nicht erreicht. Eine Be-
urteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit und des unfallbedingten Integritätsschadens sei nach 
dem Stand des Dossiers nicht möglich.  
 
5.9 Dr. med. H.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, diagnostizierte mit Be-
richt vom 8. Januar 2020 (1) ein Unfallereignis vom 7. Mai 2018 mit Sturz mit fovealer TFCC-
Verletzung palmar, einer ulnolunären Impaktation mit zentraler TFCC-Läsion palmar, einer Ma-
delung-ähnlichen Deformität des Handgelenks linksseitig, einer SL-Bandläsion, einem Status 
nach Arthroskopie des linken Handgelenks mit Débridement der zentralen TFCC-Läsion, Ulnar-
verkürzungsosteotomie und offener fovealer TFCC-Reinsertion sowie einer unklaren Sensibili-
tätsstörung Dig. V sowie einer leichten intrinsischen Kraftminderung, Sensibilitätsminderung im 
Bereich des N. cutaneus antebrachii medialis unklarer Ätiologie; (2) eine radikuläre Reizsympto-
matik Wurzel C 6 linksseitig mit zurzeit keinen lokal-nuchalen Beschwerden, gemäss MRT einer 
segmentalen Degeneration auf Höhe der HWK 5/6 mit akuter Osteochondrosis intervertebralis 
und Retrospondylose, eine osteodiskogen bedingte, leichte Einengung des Spinalkanals auf 
Höhe HWK 5/6 ohne Kompression des Myelons und ohne Myelopathie, eine mässiggradige Ein-
engung der Nervenwurzel C 6 rechts und eine hochgradige Einengung der foraminalen Nerven-
wurzel C 6 links, im Übrigen unauffälligen Nervenwurzeln insbesondere C 7 und C 8 mit Anzei-
chen einer aktivierten Facettengelenksarthrose HWK 3/4 links sowie eine deutliche muskuläre 
Dysbalance zervikothorakal linksbetont bei Linkshändigkeit mit multiplen Triggerpunkten im Be-
reich der Trapeziusmuskulatur, der Rhomboidei-Muskulatur, des Muskulus sternocleidomasto-
ideus, der Scaleni-Muskulatur und der Pektoralismuskulatur linksbetont; (3) am Ellbogen links ein 
Status nach Bizepssehnenreinsertion nach symptomatischer subtotaler Bizepssehnenruptur 
(80%) nach Trauma am 7. Mai 2018. Neben einer Fortsetzung der Physiotherapie würde die Pa-
tientin aktuell auf weitere Abklärungs- und Behandlungsmassnahmen verzichten wollen. In Bezug 
auf die Arbeitsfähigkeit seien sicherlich körperlich leichte Tätigkeiten möglich, wobei Arbeiten am 
PC mit längerer Benützung des linken Handgelenks und der linken Finger auf längere Zeit nicht 
ganztägig möglich seien. Betreffend die HWS-Symptomatik sei eine Teilarbeitsfähigkeit mit der 
Möglichkeit von wechselnden Positionen wie Sitzen, Stehen und Gehen möglich unter Vermei-
dung von Überkopfarbeiten, Tragen von Lasten höher als 5 kg, längeren PC-Arbeiten und repe-
titiven Tätigkeiten in gebückten rotierten Stellungen. Günstig wären beispielsweise Kontroll- und 
Überwachungsarbeiten.  
 
5.10 In ihrem Bericht vom 3. März 2020 äusserte sich Dr. H.____ unter anderem auf Anfrage 
des Unfallversicherers zur Unfallkausalität der HWS-Beschwerden. Sie führte aus, dass die be-

 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

kannten Diagnosen betreffend HWS mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Unfall-
ereignis vom 7. Mai 2018 zurückzuführen seien. Zwar habe durch die Verletzung der linken Hand 
eine gewisse Überbelastung des zervikothorakalen Übergangs und der gesamten linken Arm-
muskulatur stattgefunden. Die Patientin habe sicherlich auch die linke Extremität über längere 
Zeit asymmetrisch belastet, was sich in der Muskelkette auch auf die HWS-Muskulatur ausgewirkt 
habe. Obwohl das Unfallereignis längere Zeit zurückliege, bestehe die muskuläre Dysbalance 
weiterhin. Hinzu kämen die degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule. Die Schmerzex-
azerbation stünde in einem gewissen, aber nicht überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusam-
menhang mit dem Unfall.  
 
5.11 Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 13. Mai 2020 hielt Dr. F.____ fest, 
dass weiterhin nicht von einem medizinischen Endzustand auszugehen sei und empfahl eine 
stationäre Rehabilitation in der Klinik Bellikon. Die Versicherte entschied sich in der Folge gegen 
einen stationären Rehabilitationsaufenthalt und für eine Weiterführung der ambulanten Physio-
therapie.  
 
5.12 Im Auftrag des Unfallversicherers wurde am 14. und 15. Oktober 2020 in der Rehaklinik 
Bellikon eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) der Versicherten durchgeführt. 
Mit Bericht vom 10. November 2020 wurden bei der Versicherten folgende Diagnosen gestellt: 
(1) ein Unfall am 7. Mai 2018 mit Teilruptur der linken Bizepssehne und Status nach Reinsertion 
am 1. Juni 2018 sowie mit fovealer TFCC-Verletzung und SL-Bandläsion bei Status nach Arthro-
skopie am 8. Januar 2019; (2) ein zervikoradikuläres Reizsyndrom C 6 links mit segmentaler De-
generation und leichter Einengung des Spinalkanals auf Höhe HWK 5/6, mässiggradiger Einen-
gung der foraminalen Nervenwurzel C 6 linksseitig mit muskulärer Dysbalance zervikothorakal 
linksbetont sowie rezidivierenden Kribbelparästhesien Dig. I bis III Hand links.  
 
Gemäss Angaben der Explorandin stünden derzeit variierende, teilweise belastungsabhängige, 
teilweise spontan auftretende, teils stechende Schmerzen im Vordergrund, welche ausgehend 
vom Handgelenk links und ulnar nach proximal in den Vorderarm bis zur Ellenbeuge und über die 
Oberarminnenseite bis in die linke Schulter ausstrahlten. Bei wiederholten Kraftanstrengungen 
würde es zu einem raschen Kraft- und Ausdauerabfall im Bereich der linken Hand und des linken 
Vorderarms kommen. Bei wiederholtem Krafteinsatz würden sich die Beschwerden im Tagesver-
lauf aufschaukeln. Da es sich um die dominante Seite handle, fühle sich die Explorandin in vielen 
Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt. Hinzu kämen die Gefühlsstörungen in der linken Hand mit 
intermittierenden Kribbelparästhesien sowie Taubheitsgefühlen im Zeige- und in geringerem Aus-
mass im Mittelfinger links. Ferner beklage die Explorandin starke Schmerzen und bisweilen ein 
Schwellungsgefühl im Bereich der oberen Brustwirbelsäule und in der unteren Nackenpartie beid-
seits. Sie verspüre auch intermittierend Schmerzausstrahlungen bis in den Schultergürtel beid-
seits. Je nach Schmerzintensität komme es zu hinterhauptsbetonten, haubenförmig in den gan-
zen Kopf ausstrahlenden Kopfschmerzen. Die Explorandin zeige insgesamt ein hohes Ausmass 
an ungünstigen Überzeugungen und Rehabilitationshindernissen.  
Anlässlich des Unfallereignisses sei es zu den beschriebenen Verletzungen der Bizepssehne und 
des Handgelenks gekommen. Unabhängig vom Unfallereignis bestehe zusätzlich ein zervikora-
dikuläres Reizsyndrom. Aufgrund der Diagnosen und mit Blick auf die Testergebnisse der EFL 

 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sei der Explorandin die Aufnahme ihrer bisherigen, körperlich mittelschweren Tätigkeit als Ge-
schäftsführerin nicht mehr möglich. Ganztags zumutbar sei der Explorandin eine leichte Arbeit 
ohne wiederholtem Krafteinsatz der linken Hand sowie ohne wiederholte Exposition des linken 
Arms gegenüber Schlägen, Erschütterungen und Vibrationen. Betreffend die HWS sei keine Tä-
tigkeit mit länger dauernder Arbeit über Brusthöhe möglich.  
 
5.13 Mit ärztlicher Beurteilung vom 19. November 2020 nahm der Kreisarzt Dr. F.____ erneut 
zum Fall Stellung. Er führte aus, dass die sich in Abklärung befindenden Beschwerden im Zu-
sammenhang mit der Verdachtsdiagnose eines Thoracic-Outlet-Syndroms nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. Mai 2018 stünden. Weder die 
nachgewiesenen unfallkausalen strukturellen Läsionen an der distalen Bizepssehne noch der 
zeitliche Verlauf (Erstauftritt der Symptomatik im November 2019) würden einen Kausalzusam-
menhang mit dem vermuteten Thoracic-Outlet-Syndrom begründen. Mit an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit sei das Thoracic-Outlet-Syndrom keine Unfallfolge. Nach zweieinhalbjäh-
riger Behandlung und in den letzten Monaten bezüglich der strukturellen Unfallfolgen praktisch 
unveränderter Befundlage sei von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen keine Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten. In Bezug auf die verbleibende Arbeitsfähig-
keit könne vollumfänglich auf die Beurteilung der Rehaklinik Bellikon verwiesen werden, wobei 
zu beachten sei, dass die festgehaltenen Einschränkungen bezüglich der HWS krankheitsbedingt 
und nicht unfallkausal seien. Das Verweisprofil sei folglich ohne die Einschränkung «längerdau-
ernde Überkopfarbeiten» zu übernehmen. Bei der Beurteilung eines Integritätsschadens sei eine 
gewisse Einschränkung der Funktion im Seitenvergleich zu berücksichtigen. Im Abgleich mit den 
Tabellen der Suva sei jedoch die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht, womit keine Integritätsent-
schädigung geschuldet sei.  
 
5.14 Im Rahmen des Einspracheverfahrens und Beschwerdeverfahrens reichte die Be-
schwerdeführerin einen weiteren Bericht von Dr. H.____ vom 28. Mai 2021 ein. Darin führt diese 
aus, dass die Patientin bis zum Unfallereignis vom 7. Mai 2018 keinerlei Beschwerden im Bereich 
des Nackens, Schultergürtels und der linken oberen Extremität gehabt habe. Die bildgebend 
sichtbaren Segmentdegenerationen seien bis dahin vollständig asymptomatisch gewesen. Durch 
das Unfallereignis, die längere Schienenbehandlung im Bereich der linken oberen Extremität und 
der somit auch entwickelten antalgischen Haltung mit Verspannung der Nacken- und Schulter-
gürtelmuskulatur sei die Segmentdegeneration vor allem auf Höhe HWK 6/7 aktiviert und symp-
tomatisch geworden. Zudem seien die Einengungen für die Nervenwurzeln C 6 beidseits und C 7 
symptomatisch. Teilweise ungünstig auf die Beschwerdesymptomatik habe sich dann auch die 
zunehmende Verspannung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur linksbetont mit multiplen 
Triggerpunkten ausgewirkt. Die angestammte Tätigkeit als Kioskangestellte sei nicht mehr zu-
mutbar. Für eine leichte körperlich Tätigkeit, leidensadaptiert unter Vermeiden von gebückten 
rotierten Rumpfstellungen und unter Vermeiden von Überkopfarbeiten, sei eine Arbeitsfähigkeit 
von 50% gegeben. Vermieden werden solle das Heben von Gewichten über 5 kg. Im weiteren 
Verlauf könne die Arbeitsfähigkeit je nach Beschwerdezustand weiterhin, jeweils um 10% gestei-
gert werden.  
 

 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Verfügung vom 21. Januar 2021 und den ange-
fochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juni 2021 in Bezug auf die medizinischen Fragen auf die 
Ausführungen ihres Kreisarztes Dr. F.____ und die Ergebnisse der EFL der Rehaklinik Bellikon 
vom 10. November 2020. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, dass der medizini-
sche Sachverhalt ungenügend abgeklärt sei und die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens nicht sämtliche unfallbedingten Beschwerden be-
rücksichtigt habe. Letztlich ist unter den Parteien in erster Linie umstritten, ob die von der Be-
schwerdeführerin beklagten HWS-Beschwerden unfallkausal sind. 
 
6.2 Wie in Erwägung 3.5 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Un-
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Rechtspre-
chungsgemäss sind an versicherungsinterne Beurteilungen, wie die vorliegenden Berichte von 
Dr. F.____ sowie die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durch die Rehaklinik Belli-
kon, strenge Anforderungen zu stellen und bereits bei geringen Zweifeln an deren Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 3.6 hiervor). Solche Zweifel 
liegen indessen nicht vor. Zur Frage der Unfallkausalität der HWS-Beschwerden führte 
Dr. F.____ bereits mit versicherungsmedizinischer Stellungnahme vom 19. November 
2019 – und damit kurz nach deren Auftreten – sowie in der kreisärztlichen Beurteilung vom 
19. November 2020 aus, dass sich die Beschwerdeführerin am linken Unterarm und an der linken 
Hand verletzt habe. Eine Unfallkausalität der eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis aufgetre-
tenen Beschwerden an der HWS sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ge-
geben. Die HWS-Beschwerden seien durch die beim Unfall erlittenen Verletzungen nicht zu er-
klären, zumal degenerative Veränderungen bildgebend nachgewiesen seien. Diese Einschät-
zung ist nachvollziehbar und leuchtet auch mit Blick auf die übrigen medizinischen Akten ein. 
Auch in der Beurteilung der Rehaklinik Bellikon vom 10. November 2020 werden die HWS-
Beschwerden als «vom Unfall unabhängig» bezeichnet. Demgegenüber sieht die behandelnde 
Ärztin Dr. H.____ einen möglichen mittelbaren Zusammenhang zwischen dem Unfall und den 
HWS-Beschwerden aufgrund der nach dem Unfall eingenommenen Schonhaltung und Fehlbe-
lastung. Hierbei ist indessen zu differenzieren: Diskutiert wird ein solcher Zusammenhang von 
Dr. H.____ erstmals im Bericht vom 3. März 2020, wobei sie abschliessend feststellt, dass die 
Schmerzexazerbation an der HWS in einem gewissen, nicht aber überwiegend wahrscheinlichen 
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7. Mai 2018 stehe. Mit Bericht vom 28. Mai 2021  
– der nach Erlass der angefochtenen Verfügung verfasst wurde – konstatiert Dr. H.____ entge-
gen ihrer frühen Einschätzung nunmehr einen Kausalzusammenhang im Wesentlichen mit der 
Begründung, die Beschwerdeführerin sei vor dem Unfallereignis in Bezug auf die degenerativen 
Veränderungen der HWS symptomfrei gewesen. Diese neue Einschätzung beruht jedoch im Er-
gebnis auf der unzulässigen Beweisformel "post hoc, ergo propter hoc", nach deren Bedeutung 
eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie 
nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Einschätzung ist beweis-
rechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 8C_355/2018, E. 3.2). 
Die divergierende Einschätzung der behandelnden Ärztin ist damit nicht geeignet, auch bloss 
geringe Zweifel an der Beurteilung der versicherungsinternen medizinischen Fachpersonen zu 
wecken. Vielmehr ist aufgrund der degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule der Be-

 

 
 
Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schwerdeführerin und des doch deutlichen zeitlichen Abstandes zum Unfall nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die entsprechenden Beschwerden nicht auch ohne das Un-
fallereignis zu dieser Zeit eingetreten wären. Ein natürlicher Kausalzusammenhang ist damit zu 
verneinen (vgl. E. 3.2 hiervor).  
 
6.3 Nach dem soeben Ausgeführten sind die HWS-Beschwerden folglich auch nicht bei der 
Beschreibung eines zumutbaren Verweisprofils zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin 
bringt indessen weiter vor, dass das Zumutbarkeitsprofil auch in Bezug auf die unbestrittener-
massen unfallkausalen Einschränkungen nicht zu überzeugen vermöge. Das von Dr. F.____ be-
schriebene Zumutbarkeitsprofil entspricht im Wesentlichen demjenigen der Rehaklinik Bellikon. 
Danach ist der Beschwerdeführerin aufgrund der Taubheitsgefühle im Mittel- und Zeigefinger so-
wie im Kleinfinger links, der fehlenden Kraftausdauer bei Arbeiten mit der dominanten linken 
Hand, den intermittierenden Schmerzen in der Hand und im Unterarm, teilweise ausstrahlend in 
die linke Schulter und in den Schultergürtel beidseits sowie der intermittierenden Nackenschmer-
zen eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar ohne Arbeiten mit wiederholtem Krafteinsatz der 
linken Hand sowie ohne wiederholte Exposition des linken Armes gegenüber Schlägen, Erschüt-
terungen und Vibrationen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erweist sich diese 
Einschätzung als schlüssig und nachvollziehbar. Sofern die Beschwerdeführerin vorbringt, das 
Zumutbarkeitsprofil berücksichtige die Taubheitsgefühle in den Fingern der linken Hand nicht, so 
ist ihr entgegenzuhalten, dass die EFL beidseitig eine Handkoordination im Normbereich ergeben 
hat. Die fehlende Kraftausdauer wird im Rahmen des Verweisprofils mit der Einschränkung, es 
seien Arbeiten mit wiederholtem Krafteinsatz der linken Hand zu vermeiden, genügend berück-
sichtigt. Ferner ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin aufgrund der intermittieren-
den Schmerzen nicht in der Lage sein sollte, ganztags in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 
arbeiten. Die medizinischen Unterlagen erweisen sich folglich auch in Bezug auf das Verweispro-
fil einer zumutbaren Tätigkeit als beweistauglich. Daran vermag auch die anderslautende Ein-
schätzung von Dr. H.____ nichts zu ändern, zumal diese zum grossen Teil die HWS-
Beschwerden mitberücksichtigt und bloss ungenügend begründet ist.  
 
6.4 Nach dem Ausgeführten kann bei der Beurteilung der medizinischen Fragen im vorlie-
genden Fall vollumfänglich auf die Einschätzungen des Kreisarztes Dr. F.____ sowie den Ergeb-
nissen der EFL der Rehaklinik Bellikon abgestellt werden. Lassen die vorhandenen medizini-
schen Unterlagen – wie hier – eine zuverlässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustan-
des der Versicherten und den Einschränkungen im Erwerbsbereich zu, so kann auf die von ihr 
beantragte Anordnung eines Gerichtsgutachtens bzw. Rückweisung an die Vorinstanz zur Vor-
nahme weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdi-
gung; vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 
E. 3c in fine mit Hinweisen). 
 
7. Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen. 
Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmög-
lichen Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174), welcher vorliegend unstreitig 
auf den 1. März 2021 zu liegen kommt. 
 

 

 
 
Seite 14  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad 
bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). 
 
7.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person 
im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände 
als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bishe-
rige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist grundsätzlich vom letzten vor 
Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielten, der Teuerung sowie der realen Einkom-
mensentwicklung angepassten Verdienst auszugehen. Ausnahmen müssen mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweis). Im angefochtenen Ein-
spracheentscheid und der zugrundeliegenden Verfügung vom 21. Januar 2021 ermittelte die Be-
schwerdegegnerin das Valideneinkommen anhand der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin 
und ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2021 ein Einkommen von Fr. 55'905.-
- (aufgerechnet auf ein 100%-Pensum) erzielt hätte, wäre sie nicht invalid geworden. Die Ermitt-
lung des Valideneinkommens wird von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht beanstandet.  
 
7.3 Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 
Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die Ta-
bellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 2.2).  
 
7.3.1 Die Parteien stimmen grundsätzlich darin überein, dass das Invalideneinkommen der 
Beschwerdeführerin anhand der LSE-Tabellen zu bestimmen ist. Zur Anwendung gelangt unbe-
strittenermassen der statistische Tabellenlohn gemäss der Tabelle TA1 (monatlicher Bruttolohn 
[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor) der 
LSE 2018.  
 
7.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt jedoch vor, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht 
vom Kompetenzniveau 2 ausgegangen sei. Es sei unzulässig, sie aufgrund ihrer früheren Tätig-
keit als Betriebsassistentin bei der Post in dieses Kompetenzniveau einzustufen, zumal dies nicht 
die letzte Tätigkeit dargestellt habe. Vielmehr sei eine zumutbare Verweistätigkeit im Kompetenz-
niveau 1 einzuordnen. Gemäss Beschreibung in der LSE Tabelle TA1 umfasst das Kompetenz-
niveau 1 einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art. Das Kompetenzniveau 2 be-

 

 
 
Seite 15  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

inhaltet praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung sowie Administration, Be-
dienen von Maschinen und elektronischen Geräten sowie Sicherheits- und Fahrdienste. Entge-
gen der Argumentation der Beschwerdeführerin begründet die Beschwerdegegnerin die Einstu-
fung in das Kompetenzniveau 2 bereits im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juni 2021 
mit der gesamten Arbeitsbiografie der Beschwerdeführerin sowie der von ihr erworbenen Kennt-
nisse und Fähigkeiten, namentlich auch mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Geschäftsführe-
rin. Sie ist demzufolge zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführerin verschiedene 
praktische Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 und nicht bloss Hilfsarbeiten möglich sind.  
 
7.3.3 Basis der Berechnung bildet demnach der Referenzwert von Fr. 4'849.-- pro Monat. Mul-
tipliziert mit zwölf Monaten, umgerechnet auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Wirt-
schaftszweige im Jahr 2020 von 41.7 Stunden (Tabelle T03.02.03.01.04.01 des BFS zur betriebs-
üblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total) und angepasst 
an die bis 2021 eingetretene Nominallohnentwicklung führt dies zu einem Invalideneinkommen 
von Fr. 62’190.--. 
 
7.3.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, ist der entspre-
chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal 
separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalidenein-
kommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-kategorie 
und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen. (BGE 135 V 297 E. 5.2, 
134 V 322 E. 5.2). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im 
Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer 
der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemei-
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der ge-
samthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht 
darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen 
der Vorinstanz setzt (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).  
 
7.3.4.1 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in ihrer Berechnung des Invalideneinkommens 
einen Abzug von 10% vom Tabellenlohn vorgenommen. Die Beschwerdeführerin moniert, dass 
dieser Abzug zu gering ausgefallen sei und den gesundheitlichen Einschränkungen zu wenig 
Rechnung trage.  
 
7.3.4.2 Die Beschwerdegegnerin hat bereits im angefochtenen Einspracheentscheid zu dieser 
Rüge der Beschwerdeführerin zutreffend ausgeführt, dass die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung davon ausgehe, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst für funktionell Einar-
mige genügend realistische Einsatzmöglichkeiten bestünden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
8. Juli 2016, 8C_37/2016, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Anzumerken ist, dass der Beschwerdeführerin 
gemäss des beweistauglich beschriebenen Verweisprofils grundsätzlich sämtliche körperlich 
leichten Tätigkeiten mit relativ geringen Einschränkungen betreffend wiederholtem Kraftaufwand 
und wiederholter Exposition des linken Armes ganztags zumutbar sind. Wie das Bundesgericht 
schon mehrfach betont hat, ist der Umstand, dass nur noch leichte Arbeiten zumutbar sind, kein 

 

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzni-
veau 1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
6. Oktober 2017, 8C_ 439/2017, E. 5.5 mit Hinweisen). Dies gilt umso mehr für das Kompetenz-
niveau 2, welches gemäss der Beschreibung in den LSE tendenziell mehr körperlich leichte Tä-
tigkeiten umfasst. Die qualitativen Einschränkungen im Verweisprofil der Beschwerdeführerin 
werden mit dem leidensbedingten Abzug von 10% genügend berücksichtigt. Weitere Faktoren, 
die einen höheren Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, werden von der Beschwerde-
führerin nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. 
 
7.4 Nach dem Gesagten ist somit von einem Valideneinkommen von Fr. 55'905.-- und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 55'971.-- (Fr. 62'190.-- abzüglich 10%) auszugehen. Stellt man 
diese Zahlen im Einkommensvergleich einander gegenüber, so resultiert keine Einkommensein-
busse. Die Beschwerdegegnerin hat folglich einen Rentenanspruch der Versicherten mangels 
Invalidität zu Recht verneint.  
 
8. Es bleibt zu prüfen, ob die Suva zu Recht einen Anspruch auf eine Integritätsentschädi-
gung ablehnte.  
 
8.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 
über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau-
ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be-
steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Die Beurtei-
lung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt den ärztlichen Sachverständigen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 6. März 2012, 8C_659/2012, E. 3.3 mit Hinweisen). 
 
8.2 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 19. November 2020 hielt Dr. F.____ fest, dass 
sich aus den anlässlich seiner Untersuchung vom 13. Mai 2020 und in Rahmen der EFL durch 
die Rehaklinik Bellikon erhobenen Befunde zwar eine gewisse Einschränkung der Funktion des 
linken Armes und der linken Hand im Seitenvergleich ableiten lasse, die Erheblichkeitsgrenze 
gemäss den Tabellen der Suva (vgl. Suva, Integritätsentschädigung gemäss UVG, Tabelle 1, 
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen der oberen Extremitäten) jedoch nicht erreicht werde. 
Diese Beurteilung ist einleuchtend und es liegen auch keine anderslautenden ärztlichen Beurtei-
lungen vor, die einen abweichenden Schluss nahelegen würden. Damit ist die Ablehnung des 
Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung durch die Beschwerdegegnerin rechtmässig. 
 

9. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 8. Juni 2021 nicht zu beanstanden ist, was zur Abweisung der dagegen erhobenen 
Beschwerde führt. 
 

 

 
 
Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Dem Prozessausgang entsprechend ist der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung 
zuzusprechen.  
  

 

 
 
Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 http://www.bl.ch/kantonsgericht