# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2cb407b1-ec21-5e32-a115-c816b4805216
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 18.03.2021 II 2020 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2020-88_2021-03-18.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2020 88

Urteil vom 18. März 2021 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.oec Andreas Risi, Richter
Dr.iur Frank Lampert, Richter
MLaw Tanja Marty, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien 1. A.________,

2. B.________,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________,

gegen

D.________,
Beklagte,

Gegenstand Versicherungsvertrag (Krankenversicherung: VVG-Produkte)

2

Sachverhalt:

A. Am 12. November 2014 unterzeichneten A.________ und B.________ je 
einen "Versicherungsantrag VVG E.________: Zusatzversicherungen" bei der 
D.________ (nachfolgend: D.________) mit Beginn ab 1. Januar 2015 und einer 
Mindestlaufzeit von fünf Jahren (vgl. Beklag-act. 2). Ebenso stellten sie einen 
Versicherungsantrag für ihr werdendes Kind (F.________, geboren am __2015). 

B. Mit Schreiben vom 8. Mai 2017 kündeten A.________ und B.________ "al-
le Grund- sowie Zusatzversicherungen" bei der D.________ per 31. Dezember 
2017. Aufgrund der Mindestlaufzeit der Zusatzversicherungen (in casu bis 
31.12.2019) wurde die D.________ "im Sinne eines Entgegenkommens" darum 
gebeten, die Kündigung der Zusatzversicherungen ebenfalls per 31. Dezember 
2017 zu akzeptieren, auch wenn keine Prämienerhöhung per 1. Januar 2018 
vorgesehen sei (vgl. Kläg-act. 4).

C. Mit Schreiben vom 18. Mai 2017 bestätigte die D.________ die Kündigun-
gen für die Versicherungen nach KVG per 31. Dezember 2017 sowie für die Ver-
sicherungen nach VVG (G.________, H.________ [je alle drei Personen], Spital-
versicherung I.________ [B.________] bzw. J.________ [F.________] bzw. 
K.________ [A.________]) per 31. Dezember 2019 unter Hinweis auf die den 
Schreiben beiliegenden Kündigungsbedingungen (vgl. Kläg-act. 5; Beklag-act. 4).

D. Im Jahr 2018 wurde bei A.________ eine "schubförmig remittierenden Mul-
tiple Sklerose" diagnostiziert (vgl. Kläg-act. 12).

E. Mit Schreiben vom 11. Juni 2018 zog A.________ die Kündigung der Zu-
satzversicherungen (G.________, H.________, Spitalversicherung I.________ 
bzw. J.________ bzw. K.________) vom 8. Mai 2017 zurück (vgl. Beklag-act. 6).

F. Ab dem 1. Januar 2020 verweigerte die D.________, A.________ Leistun-
gen aus der Zusatzversicherung zu erbringen (vgl. Kläg-act. 15).

G. Am 24. September 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) erheben 
A.________ und B.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz 
Klage gegen die D.________ mit folgenden Rechtsbegehren (vgl. VG-act. 1 S. 
2):

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, A.________
1.1. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 28.02.2020;
1.2. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 30.03.2020;
1.3. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 29.06.2020;
1.4. CHF 165.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 29.06.2020;

   zu bezahlen;

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2. Der Rücktritt per 31.12.2019 der Beklagten betreffend die Policen-Nr. 20000178 
(A.________) und 20000179 (B.________) sei für ungültig zu erklären;

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern aus den je sie betreffenden Poli-
cen-Nr. 20000178 (A.________) und 20000179 (B.________), Stand 31.12.2019, 
weiterhin Leistungen zu erbringen, eventualiter zumindest nach VVG;

4. Eventualiter sei festzustellen, dass die Policen-Nr. 20000178 (A.________) und 
20000179 (B.________), Stand per 31.12.2019, weiterhin gültig sind uns als un-
gekündigt gelten, zumindest und eventualiter aber nach VVG wie folgt:

4.1 A.________ (Policen-Nr. 20000178), Stand 31.12.2019 (VVG):
a. G.________ (VVG)
b. H.________ (VVG)
c. Spital K.________ (VVG)
d. eventualiter je die entsprechenden Nachfolgeprodukte der Beklag-

ten;

4.2 B.________ (Policen-Nr. 20000179), Stand 31.12.2019 (VVG):
a. G.________ (VVG)
b. H.________ (VVG)
c. Spital I.________ (VVG)
d. eventualiter je die entsprechenden Nachfolgeprodukte der Beklag-

ten;

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der 
Beklagten.

In der Klagebegründung (S. 5 Ziff. 13) wird festgehalten, dass die Kläger die ob-
ligatorische Krankenpflegeversicherung bei der Beklagten weiterführten; einge-
klagt würden nur die VVG-Produkte. 

H. Mit der Klageantwort vom 16. November 2020 stellt die Beklagte folgende 
Rechtsbegehren (vgl. VG-act. 2 S. 2):

1. Die Klage vom 24. September 2020 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Auf sämtliche Begehren der Kläger, die sich nicht auf die Zusatzversicherungen 

nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) beziehen sei 

nicht einzutreten.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Kläger. 

I. Mit Replik vom 18. Dezember 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) halten 
die Kläger an den Rechtsbegehren der Klage vom 24. September 2020 fest (vgl. 
VG-act. 10 S. 2).

J. Mit Duplik vom 12. Januar 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) hält die 
Beklagte an den Rechtsbegehren und Ausführungen in der Klageantwort vom  
16. November 2020 fest, bestreitet sämtliche Vorbringen der Kläger und nimmt 
auf die Replik vom 18. Dezember 2020 Stellung (vgl. VG-act. 12).

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K. Mit Verweis auf den zweifachen Schriftenwechsel und den Vorbehalt der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs im weiteren Verfahrenslauf teilte das Verwal-
tungsgericht des Kantons Schwyz den Parteien am 13. Januar 2021 mit, ohne 
ausdrücklichen Widerspruch bis spätestens 25. Januar 2021 behalte sich das 
Gericht vor, bei Spruchreife ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhand-
lung in der Sache selbst direkt zu entscheiden. Die Kläger wie die Beklagte er-
klärten mit E-Mail vom 28. Januar 2021 bzw. 26. Januar 2021 ihren Verzicht auf 
eine mündliche Hauptverhandlung. 

L. Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 nehmen die Kläger Stellung zur Duplik 
der Beklagten vom 12. Januar 2021. Die Beklagte erklärt mit E-Mail vom 23. Fe-
bruar 2021 ihren Verzicht auf eine erneute Stellungnahme. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. Sep-
tember 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung 
(KVAG; SR 832.12) dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; 
SR 221.229.1) vom 2. April 1908. Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind 
privatrechtlicher Natur (vgl. BGE 142 V 448 Erw. 4.1; 138 III 2 Erw. 1.1; Urteil 
BGer 4A_110/2017 vom 27.7.2017 Erw. 3).

1.1.2 Gemäss Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Zivilprozessord-
nung, ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 i.V.m. Art. 1 lit. A ZPO können die 
Kantone ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Strei-
tigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem 
Bundesgesetz über die Krankenversicherung zuständig ist. Der kantonale Ge-
setzgeber hat in § 24 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über 
die Krankenversicherung (EGzKVG; SRSZ 361.100) vom 19. September 2007 
das Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht bezeichnet. Es ist 
gemäss § 24 Abs. 2 EGzKVG auch für die Entscheidung von Streitigkeiten aus 
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zuständig, ohne dass 
vorher ein Schlichtungsverfahren durchzuführen ist (vgl. BGE 138 III 558 Erw. 4). 
Das Beibringen einer gültigen Klagebewilligung der Schlichtungsbehörde nach 
Art. 209 ZPO entfällt somit (vgl. BGE 139 III 273 Erw. 2.1).

1.1.3 Die Versicherer müssen ihre Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen 
am schweizerischen Wohnsitz des Versicherten oder des Versicherungsnehmers 
erfüllen. Der Gerichtsstand richtet sich nach der Schweizerischen Zivilprozess-

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ordnung (Art. 46a VVG). Unabhängig davon, ob der vorliegende Zusatzversiche-
rungsvertrag als Konsumentenvertrag (Art. 32 ZPO) gilt oder unter die Grund-
satzregel betreffend die örtliche Zuständigkeit für Klagen aus Vertrag (Art. 31 
ZPO, wonach als Gerichtsstand u.a. der Ort der charakteristischen Leistung in 
Frage kommt) fällt, kann die Klage am Wohnsitz des Klägers erhoben werden. 
Auch Art. 37 Abs. 2 AVB der L.________ (Allgemeine Versicherungsbedingun-
gen [AVB] Kundeninformation gemäss VVG; Ausgabe 2007) der Beklagten sieht 
bei Vertragsstreitigkeiten als Gerichtsstand Luzern oder den Gerichtsstand des 
schweizerischen Wohnsitzes des Versicherungsnehmers oder der versicherten 
Person vor (vgl. Kläg-act. 2 S. 8).

Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz als Wohnsitz-
kanton der Kläger als Versicherungsnehmer zur Beurteilung der vorliegenden 
Klage ist somit gegeben und auch unbestritten. Auch die übrigen Prozessvoraus-
setzungen sind unbestrittenermassen gegeben, weshalb auf die Klage einzutre-
ten ist.

1.2 Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundes-
gesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) vom 18. März 1994 oh-
ne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren. Das Gericht stellt 
den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale 
oder auch eingeschränkte Untersuchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 
vom 6.3.2013 Erw. 4.2). Der Untersuchungsgrundsatz befreit die Parteien indes-
sen nicht davon, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts 
aktiv mitzuwirken. Das Gericht ist im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxi-
me gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO lediglich einer erhöhten Fragepflicht unter-
worfen. Die Parteien tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Ver-
antwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht kommt ihnen nur mit spe-
zifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforderlichen Behauptungen und die ent-
sprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus 
eigenem Antrieb. Ist eine Partei durch einen Anwalt vertreten, kann und muss 
sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime 
zurückhalten (vgl. Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 
S. 7221 ff. S. 7348; BGE 141 III 569 Erw. 2.3; Urteil BGer 4A_702/2016 vom 
23.3.2017 Erw. 3.1). Das Gericht hat sich allerdings über die Vollständigkeit der 
Behauptungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zwei-
fel bestehen (Urteil BGer 4A_360/2015 vom 12.11.2015 Erw. 4.2 mit weiteren 
Hinweisen).

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1.3.1 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) vom 
10. Dezember 1907 hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-
leitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbe-
gründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhe-
benden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei 
liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder 
Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; 130 III 321 Erw. 3.1). Einre-
den sind von der Partei zu beweisen, die sie geltend macht (vgl. BGE 138 III 620 
Erw. 5.1.1). Diese Grundregeln gelten auch im Bereich des Versicherungsvertrags 
(BGE 130 III 321 Erw. 3.1). Nach diesen Grundsätzen ist der Eintritt des Versiche-
rungsfalls vom Anspruchsberechtigten zu beweisen. Den Versicherer trifft die Be-
weislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertragli-
chen Leistung berechtigen (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; 130 III 321 Erw. 3.1; Marcel 
Süsskind, in: Basler Kommentar VVG, Nachführungsband, 2012, ad N 57 zu 
Art. 14 VVG mit Hinweisen). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im 
Streit um vertragliche Leistungen also je ihr eigenes Beweisthema (BGE 130 III 
321 Erw. 3.1; Bundesgerichtsurteil 4A_382/2014 vom 3.3.2014 Erw. 5.3 mit Hin-
weis).

1.3.2 Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichts-
punkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Ge-
wissheit kann dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vor-
liegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls 
verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. 

Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungs-
vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der Versiche-
rungsnehmer insofern eine Beweiserleichterung, als er nur eine überwiegende 
Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsan-
spruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders verhalten, zwar 
nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder eine   
massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (BGE 
141 III 241 Erw. 3.1; BGE 130 III 321 Erw. 3.3; Urteile BGer 4A_516/2014 vom 
11.3.2015 Erw. 4.1; 4A_186/2009 vom 3.3.2010 Erw. 6.2.1).

1.3.3  Die Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt ein 
Gericht dagegen in Würdigung der Beweise zum Schluss, eine Tatsachenbe-
hauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstands-
los. Tatsächliche Vermutungen lassen den Schluss auf das Vorhandensein oder 

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das Fehlen bestimmter Tatsachen zu und bilden Teil der Beweiswürdigung (vgl. 
BGE 141 III 241 Erw. 3.2 m.H.a. BGE 138 III 359 Erw. 6.3; BGE 135 II 161 
Erw. 3; BGE 134 III 235 Erw. 4.3.4).

1.4.1 Die Zusatzversicherungen, welche der vorliegenden Klage zugrunde lie-
gen, richten sich nach VVG. Dieses enthält keine spezifischen Bestimmungen 
hinsichtlich diesen Zusatzversicherungen. Es ist deshalb grundsätzlich auf die 
vertraglichen Vereinbarungen der Parteien abzustellen (BGE 133 III 185 Erw. 2). 

1.4.2 Die inhaltliche Übereinstimmung (Konsens) der Willenserklärungen liegt 
vor, wenn die Parteien ihren Geschäftswillen subjektiv übereinstimmend verstan-
den haben (sog. tatsächlicher, innerer oder natürlicher Konsens), und zwar un-
abhängig davon, ob die gewählte Ausdrucksweise korrekt ist oder nicht (vgl.    
Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR; SR 220] vom      
30. März 1911; BGE 105 II 16 Erw. 3.a). Haben sich die Parteien nicht tatsäch-
lich verstanden, so muss der objektive Sinn ihrer Willenserklärungen so ausge-
legt werden, wie sie jeder Vertragspartner als vernünftiger und korrekter Er-
klärungsempfänger unter den gegebenen Umständen in guten Treuen verstehen 
durfte bzw. musste (Vertrauensprinzip; vgl. statt vieler: BGE 141 V 127 Erw.  .1; 
BGE 138 III 659 Erw. 4.2.1; grundlegend BGE 131 III 606 Erw. 4.1). Steht eine 
tatsächliche Willensübereinstimmung fest, bleibt für eine Auslegung nach dem 
Vertrauensprinzip kein Raum. Diese Regeln sind nicht nur für den Vertragsab-
schluss massgebend, sondern auch für die Frage des Fortbestands eines Ver-
trags (zum Ganzen vgl. Kren Kostkiewicz, in: Kommentar OR, 3. Aufl., Zürich 
2016, Art. 1 N 4 mit zahlreichen Hinweisen). 

In casu verweisen die Versicherungspolicen der Zusatzversicherungen auf die 
AVB und Zusätzliche Versicherungsbedingungen (ZVB). Solche Klauseln sind, 
wenn sie in Verträge übernommen werden, grundsätzlich nach denselben Prinzi-
pien auszulegen wie andere vertragliche Bestimmungen (BGE 142 III 671 Erw. 
3.3 mit Verweisen). 

1.4.3 Die Geltung vorformulierter allgemeiner Geschäftsbedingungen wird durch 
die Ungewöhnlichkeitsregel eingeschränkt. Danach sind von der global erklärten 
Zustimmung zu allgemeinen Vertragsbedingungen alle ungewöhnlichen Klauseln 
ausgenommen, auf deren Vorhandensein die schwächere oder weniger          
geschäftserfahrene Partei nicht gesondert aufmerksam gemacht worden ist. Der 
Verfasser von allgemeinen Geschäftsbedingungen muss nach dem Vertrauens-
grundsatz davon ausgehen, dass ein unerfahrener Vertragspartner ungewöhnli-
chen Klauseln nicht zustimmt. Die Ungewöhnlichkeit beurteilt sich aus der Sicht 

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des Zustimmenden im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Für einen Branchen-
fremden können deshalb auch branchenübliche Klauseln ungewöhnlich sein. Die 
Ungewöhnlichkeitsregel kommt jedoch nur dann zur Anwendung, wenn neben 
der subjektiven Voraussetzung des Fehlens von Branchenerfahrung die betref-
fende Klausel objektiv beurteilt einen geschäftsfremden Inhalt aufweist. Dies ist 
dann zu bejahen, wenn sie zu einer wesentlichen Änderung des Vertragscharak-
ters führt oder in erheblichem Masse aus dem gesetzlichen Rahmen des Ver-
tragstypus fällt. Je stärker eine Klausel die Rechtsstellung des Vertragspartners 
beeinträchtigt, desto eher ist sie als ungewöhnlich zu qualifizieren (BGE 138 III 
411 Erw. 3.1; Urteil BGer 4A_238/2019 vom 2.12.2019 Erw. 3.3). Bei Versiche-
rungsverträgen sind die berechtigten Deckungserwartungen zu berücksichtigen 
(BGE 138 III 411 Erw. 3.1 mit Hinweis). Laut Urteil BGer 4A_499/2018 vom 
10. Dezember 2018 (Erw. 3.3.2) ist die Ungewöhnlichkeitsregel ein Instrument 
der Konsenslehre, welche das Vertrauensprinzip konkretisiert und den Schutz 
von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr bezweckt. 

1.5 Das Kündigungsrecht ist ein Gestaltungsrecht, welches durch ein einseiti-
ges Rechtsgeschäft ausgeübt wird (BGE 133 III 360 Erw. 8.1.1; 128 III 129 Erw. 
2a; 113 II 259 Erw. 2a, je mit weiteren Hinweisen). Es handelt sich um die Be-
fugnis jeder Partei, das Vertragsverhältnis durch eine einseitige Willenserklärung 
aufzulösen, wenn die gesetzlichen Erfordernisse erfüllt sind. Die Erklärung bedarf 
keiner besonderer Form, sie ist aber stets empfangsbedürftig (BGE 113 II 259 
Erw. 2a). Weil mit der Kündigung das Rechtsverhältnis einseitig umgestaltet wird, 
ist sie grundsätzlich bedingungsfeindlich und unwiderruflich. Bedingungen sind 
nur zulässig, soweit deren Eintritt ausschliesslich vom Willen des Gekündigten 
abhängt, so dass sich dieser nicht in einer unsicheren Lage befindet (BGE 128 III 
129 Erw. 2a). Das Kündigungsrecht ist folglich ein (rechts-) aufhebendes Gestal-
tungsrecht, da ein Rechtsverhältnis inhaltlich aufgehoben wird, ohne dass dazu 
die Zustimmung der Gegenpartei erforderlich wäre (Mohasseb/ von der Crone, 
Widerrufbarkeit von Gestaltungsrechten, Bundesgerichtsurteil 4A_306/2018 vom 
29. Januar 2019, in: SZW/ RSDA 2019, S. 429 f.; BGE 128 III 70 Erw. 2). 
Grundsätzlich sind Gestaltungsrechte auch nach Auffassung des Bundesgerichts 
unwiderruflich (BGE 123 III 16 Erw. 4b; 109 II 319 Erw. 4b), da durch mehrfache 
und möglicherweise widersprüchliche Ausübung eines Gestaltungsrechts die 
Rechtslage wiederholt verändert werden könnte. Der Gestaltungsgegner sollte 
sich allerdings auf die Rechtslage verlassen können und es soll Rechtssicherheit      
geschaffen werden. Der Grundsatz soll aber nicht absolut sein. Lehre und Recht-
sprechung habe verschiedene Fallgruppen gebildet, bei denen ein Gestaltungs-
recht ausnahmsweise widerrufen werden kann. Dies gilt u.a., wenn es dem 
Schuldner an einem schützenswerten Interesse an der Unwiderrufbarkeit der 

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Gestaltungserklärung fehlt oder wenn sich der Gläubiger für einen vermeintli-
chen, nicht bestehenden Anspruch entschieden hat. Ob ein Gestaltungsrecht 
ausnahmsweise widerrufen werden kann, dafür muss ein Ausgleich zwischen 
den Interessen des Erklärenden und des Gestaltungsgegners gefunden werden. 
Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Ausübung eines Gestaltungsrechts 
keine Mitwirkung der Gegenpartei erfordert. Diese Möglichkeit, das Rechtsver-
hältnis einseitig zu gestalten zeigt, dass vom Erklärenden bei der Ausübung sei-
nes Gestaltungsrechts eine besondere Sorgfalt erwartet werden darf. Im Zwei-
felsfall gilt eine Zurückhaltung bei der Widerrufbarkeit eines Gestaltungsrechts 
(Mohasseb/ von der Crone, a.a.O., S. 430 ff.). Auch Gestaltungsrechte sind nach 
Art. 18 OR auszulegen (Kren Kostkiewicz, OFK, Schweizerisches Obligationen-
recht, in: Kren Kostkiewicz/ Wolf/ Amstutz/ Fankhauser [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich 
2016, Kommentar zu Art. 18 Rz. 1 ff.; Urteil BGer 4C.328/2005 vom 9.12.2005 
Erw. 2.4; vgl. Erw. vorne 1.4.2)

1.6 Gemäss Art. 4 VVG hat der Antragsteller dem Versicherer an Hand eines 
Fragebogens oder auf sonstiges schriftliches Befragen alle für die Beurteilung 
der Gefahr erheblichen Tatsachen, soweit und so wie sie ihm beim Vertragsab-
schlusse bekannt sind oder bekannt sein müssen, schriftlich mitzuteilen (Abs. 1). 
Erheblich sind diejenigen Gefahrstatsachen, die geeignet sind, auf den Ent-
schluss des Versicherers, den Vertrag überhaupt oder zu den vereinbarten Be-
dingungen abzuschliessen, einen Einfluss auszuüben (Abs. 2). Die Gefahrs-
tatsachen, auf welche die schriftlichen Fragen des Versicherers in bestimmter, 
unzweideutiger Fassung gerichtet sind, werden als erheblich vermutet (Abs. 3). 
Wird der Antrag, einen bestehenden Vertrag zu verlängern oder abzuändern   
oder einen suspendierten Vertrag wieder in Kraft zu setzen, vom Versicherer 
nicht binnen 14 Tagen, vom Empfange an gerechnet, abgelehnt, gilt er gemäss 
Art. 2 Abs. 1 VVG als angenommen.

2.1 Es ist unbestritten, dass die Beklagte den Klägern gestützt auf die Versi-
cherungspolicen 20000178 (A.________), und 20000179 (B.________) bis zum 
31. Dezember 2019 Leistungen aus den vereinbarten Zusatzversicherungen er-
brachte.

Mit Klage vom 24. September 2020 fordern die Kläger darüber hinaus Leistungen 
aus den Zusatzversicherungen der Versicherungspolice 20000178 (A.________) 
und die Verpflichtung der Beklagten, weiterhin gestützt auf diese Zusatzversiche-
rungen Leistungen zu erbringen (Anträge Ziff. 1 und Ziff. 3). In diesen Anträgen 
geht, was den Kläger Ziff. 1 angeht, Antrag Ziff. 2 betreffend Ungültigkeitser-
klärung, bei dem es sich genau betrachtet um ein Feststellungsbegehren han-
delt, wie der Eventualantrag Ziff. 4 als Feststellungsbegehren auf. Angesichts der 

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Subsidiarität von Feststellungsbegehren zu Leistungsbegehren kommt diesen 
beiden Anträgen hinsichtlich den Kläger Ziff. 1 keine selbständige Bedeutung zu 
und ist hierauf grundsätzlich nicht einzutreten. 

Des Weiteren ist noch einmal festzustellen, dass das vorliegende Verfahren nur 
die Zusatzversicherungen nach VVG betrifft (vgl. vorstehend Ingress lit. K). 

2.2 Nachstehend ist zu prüfen, ob die von den Klägern am 8. Mai 2017 ausge-
sprochene Kündigung der Zusatzversicherungen per Ende 2019 gültig ist oder 
wieder rückgängig gemacht wurde oder allenfalls durch neue Verträge abgelöst 
wurde, und die Beklagte daher nicht mehr verpflichtet oder aber weiterhin ver-
pflichtet war/ist, über den 1. Januar 2020 hinaus Versicherungsleistungen zu er-
bringen.

3.1.1 Die Kläger stellen sich klageweise auf den Standpunkt, sie hätten u.a. ge-
stützt auf die Reaktivierung der Vertragsprodukte (vgl. Kläg-act. 7) sowie auf in-
terne Schreiben der Beklagten (womit die Versicherungsanträge für die obligato-
rische Krankenpflegeversicherung [OKP] nach KVG vom 13. November 2017 
gemeint sind: vgl. Kläg-act. 10) über den 31. Dezember 2019 hinaus Anspruch 
auf Leistungen aus den Zusatzversicherungen, da der Rücktritt der Beklagten zu 
Unrecht erfolgt sei (vgl. Klage S. 11 Ziff. 27. f.).

3.1.2  In ihrer Begründung legt die Klägerschaft u.a. dar, dass die Kündigungs-
bestätigung lediglich an Kläger Ziff. 1 erfolgt sei und nicht auch an Klägerin Ziff. 2 
(vgl. Klage S. 7 Ziff. 20.). Zudem seien infolge diverser Telefongespräche im 
Herbst 2017 die Klägerschaft und die Beklagte übereingekommen, dass sämtli-
che Versicherungen weitergeführt würden. Dies könne auch der Kundenberater 
der Beklagten bestätigen, da dieser die treue Kundschaft wieder habe zurückge-
winnen wollen (vgl. Klage S. 7 Ziff. 21.). Auch sei es aufgrund des in den Policen 
mit der Gültigkeit ab 1. Januar 2018 erwähnten Erstellungsgrundes "Vertragspro-
dukt reaktiviert" und aufgrund der gleichbleibenden Policennummern 20000178 
(A.________) und 20000179 (B.________) klar gewesen, dass die bisherigen 
Versicherungen im gleichen Umfang wiederbelebt worden seien. Von der Beklag-
ten sei nicht erwähnt worden, dass die Zusatzversicherungen nach VVG nur bis 
zum 31. Dezember 2019 reaktiviert sein sollen, denn auch bei den nachfolgen-
den Policen sei jeweils lediglich auf die Mindestvertragsdauer hingewiesen und 
keineswegs eine Kündigung per 31. Dezember 2019 aufgeführt worden. Wenn 
eine Befristung bzw. ein Ablauf der Zusatzversicherungen festgestanden hätte, 
dann hätte dies von der Beklagten erwähnt werden müssen (vgl. Klage S. 7 Ziff. 
21.1). Es sei für die Kläger unmissverständlich klar gewesen, dass sämtliche 
Versicherungen wieder aktiv waren, falls die Beklagte dem nicht zustimmen wür-

11

de, sei eventualiter ein allfälliger Beratungsfehler der Beklagten zu prüfen (vgl. 
Klage S. 8 Ziff. 21.2). Hinzu käme, dass interne Akten der Beklagten mit dem 
Vermerk "bleibt bei uns" klarstellten, dass auch die Beklagte davon ausgegangen 
sei, dass die Kläger nach wie vor bei der Beklagten vollumfänglich versichert 
blieben (vgl. Klage S. 8 Ziff. 21.3). Zudem sei auch die M.________ der Ansicht, 
dass es einer zusätzlichen Kündigung bedurft hätte und sich die Beklagte nicht 
ohne Weiteres auf die aus Unmut erfolgte Kündigung des Klägers hätte abstüt-
zen dürfen (vgl. Klage S. 9 Ziff. 22.). Es sei zudem auffällig, dass die Beklagte im 
fraglichen Zeitpunkt keine neuen Gesundheitsfragebogen verlangt habe. Dies 
zeige ebenfalls, dass die Policen insgesamt reaktiviert worden seien (vgl. Klage 
S. 9 Ziff. 23.). Ohnehin seien die Kläger aufgrund der unveränderten Gesund-
heitssituation wieder in die Zusatzversicherungen aufgenommen worden, da sich 
der Gesundheitszustand des Klägers 1 zwischen der Kündigung (18.5.2017) und 
der Reaktivierung (20.11.2017) noch nicht verschlechtert habe. Die Kläger hätten 
zumindest konkludent davon ausgehen dürfen, dass die Beklagte bewusst auf 
das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens verzichtet habe (vgl. Klage S. 9 
Ziff. 24.). Aufgrund der Feststellung der Kläger, dass die Kündigung der Zusatz-
versicherungen zeitlich auseinanderfallen würden, sei es nachvollziehbar, dass 
die Kläger sämtliche Zusatzversicherungen bei einem Versicherer abgeschlos-
sen haben wollten und daher sämtliche Produkte ohne zeitliche Begrenzung re-
aktiviert worden seien (vgl. Klage S. 10 Ziff. 25.). Es sei zudem fraglich, ob das 
Auseinanderfallen von Zusatzversicherungen betreffend Kündbarkeit von Prä-
mienänderungen wie vorliegend überhaupt zulässig sei. Es wäre davon auszu-
gehen, dass die Änderung einer Zusatzversicherung auch die Kündbarkeit der 
übrigen Zusatzversicherungen ermöglichen würde, da ansonsten eine unzulässi-
ge Bindungswirkung entstehen würde (vgl. Klage S. 10 Ziff. 26.). Da die Kläger 
bereits Konkurrenzofferten bezüglich Zusatzversicherungen eingeholt hätten, 
hätten sich die Kläger umgehend weiter versichern können, wenn die Zusatzver-
sicherungen H.________ und Spitalversicherung K.________ wie gewünscht per 
31. Dezember 2017 von der Beklagten aufgehoben worden wären. Allerdings 
habe die Beklagte die Kläger im guten Glauben gelassen, dass sämtliche Versi-
cherungen als ungekündigt und reaktiviert gelten würden und dies über den 31. 
Dezember 2019 hinaus, insbesondere aufgrund der Nichtkommunikation seitens 
der Beklagten und derer massiven Wissensüberhangs sowie Erfahrungsvor-
sprungs (vgl. Klage S. 10 Ziff. 27.).

3.2. Demgegenüber bestreitet die Beklagte in ihrer Klageantwort sämtliche Vor-
bringen der Kläger und hält u.a. fest, dass die Beklagte nicht von den Versiche-
rungsverträgen zurückgetreten sei, denn die Kläger hätten am 8. Mai 2017 die 
Zusatzversicherungen auf den nächstmöglichen Zeitpunkt (in casu per 

12

31.12.2019) gekündet (vgl. Klageantwort S. 3 Ziff. 6.). Aufgrund dessen sei ge-
genüber der Beklagten auch kein einklagbarer Schaden entstanden, da die Be-
klagte ihrer Leistungspflicht bis zum 31. Dezember 2019 nachgekommen sei und 
sie aufgrund der Kündigung der Zusatzversicherungen per 31. Dezember 2019 
darüber hinaus keine weitere Leistungspflicht treffe (vgl. Klageantwort S. 4 Ziff. 
10.). Es sei korrekt, dass im Kündigungszeitpunkt noch keine Prämienanpassung 
per 1. Januar 2018 absehbar gewesen sei; daher handle es sich aufgrund des 
Eventualiter-Ersuchens in der Kündigung vom 8. Mai 2017, die Zusatzversiche-
rungen per 31. Dezember 2017 aufzuheben, um eine bedingte Kündigung. So-
weit der Eintritt der Bedingung nicht vom Willen des Empfängers abhängig sei, 
seien Kündigungen als Gestaltungserklärungen bedingungsfeindlich und unwi-
derruflich. Da Prämienanpassungen von der Finanzmarkaufsicht (FINMA) ge-
nehmigt würden, seien diese nicht vom Willen der Beklagten abhängig; aufgrund 
dessen könne die Kündigung infolge Prämienänderung auf den 31. Dezember 
2017 keine Rechtswirksamkeit erzielen (vgl. Klageantwort S. 5 Ziff. 15.). Vielmehr 
habe das Hauptbegehren der Kläger darin bestanden, die Zusatzversicherungen 
auf den nächstmöglichen Zeitpunkt zu künden. Aufgrund der von den Klägern 
abgeschlossenen Zusatzversicherungen zu E.________-Bedingungen mit einer 
festen Vertragsdauer von fünf Jahren (vorbehältlich des Kündigungsrechts infol-
ge Prämienanpassung) sei dies der 31. Dezember 2019 gewesen (vgl. Kla-
geantwort S. 5 Ziff. 16.). Auch wenn keine Kündigungsbestätigung erfolgt wäre, 
hätte die Kündigung vom 8. Mai 2017 Rechtswirkung erzielt, da es sich bei einer 
Kündigung um eine empfangsbedürftige Mitteilung handle. Entgegen der Be-
hauptung der Kläger sei auch der Klägerin Ziff. 2 eine Kündigungsbestätigung 
zugestellt worden (vgl. Klageantwort S. 6 Ziff. 17.). Die Gespräche um eine Reak-
tivierung drehten sich einzig um die obligatorische Krankenpflegeversicherung, 
was sich auch aus den internen Dokumenten der Beklagten ergebe (Versiche-
rungsanträge für die OKP vom 13.11.2017). Der Mail-Korrespondenz zwischen 
den Klägern und der Beklagten sei lediglich der Unmut der Kläger zu entnehmen, 
dass dem Eventualbegehren der Kündigung vom 17. Mai 2017 um Aufhebung 
der Zusatzversicherungen seitens der Beklagten keine Folge geleistet worden sei 
(vgl. Klageantwort S. 6 Ziff. 19.). Es treffe nicht zu, dass sämtliche Vertragspro-
dukte reaktiviert worden seien, die Reaktivierung habe sich lediglich auf die per 
31. Dezember 2017 gekündete OKP bezogen, da die Zusatzversicherungen nicht 
per Ende 2017 beendet worden seien, sondern per Ende 2019. Da sie nach wie 
vor gelaufen seien, seien sie so oder so in der Police des Jahres 2018 aufgeführt 
worden. Dies belege auch der Verlauf der den Klägern zugestellten Policen: nach 
erfolgter Kündigung hätten die Kläger am 30. September 2017 die Police gültig 
ab 1. Januar 2018 erhalten, der nur noch (aber sämtliche) Zusatzversicherungen 

13

zu entnehmen gewesen seien, da die OKP weggefallen sei (Beklag-act. 5). Infol-
ge der Rückgewinnung für die OKP sei schliesslich am 20. November 2017 die 
Police für das Jahr 2018 mit sämtlichen Zusatzversicherungen (wie bisher) und 
der reaktivierten OKP verschickt worden (Klag-act. 7) (vgl. Klageantwort S. 6 f. 
Ziff. 20. f). Zudem seien in den Policen die jeweilige Mindestvertragsdauer ange-
geben worden. Daraus könnten die Kläger nichts zu ihren Gunsten ableiten, ins-
besondere nicht, dass die Zusatzversicherungen über den 31. Dezember 2019 
hinaus Gültigkeit hätten. Weiter würde keine Verpflichtung bestehen, Kündigun-
gen einzelner Produkte auf den Policen zu vermerken, zumal der Kunde wissen 
könne, welche Versicherungen er auf welchen Zeitpunkt hin gekündigt habe und 
er auch eine Kündigungsbestätigung erhalten habe (vgl. Klageantwort S. 7 Ziff. 
22.). Es könne somit aus den Policen für das Jahr 2018 nicht abgeleitet werden, 
dass die Kündigung per 31. Dezember 2019 nicht rechtswirksam gewesen sei, 
besonders nicht, weil die Kläger nie gegen die Kündigungsbestätigung interve-
niert hätten (vgl. Klageantwort S. 7 Ziff. 23.). Es gebe auch keine Hinweise für ei-
nen Beratungsfehler, zumal die internen Dokumente (Versicherungsanträge für 
die OKP) den eindeutigen Titel für die obligatorische Krankenversicherung nach 
KVG tragen würden (vgl. Klageantwort S. 8 Ziff. 24.). Weiter führt die Beklagte 
aus, dass die M.________ als unabhängige Beratungsstelle fungiere, und die 
Klägerin den Inhalt des Schreibens nicht im Gesamtkontext wiedergegeben ha-
be. Die M.________ erwähne, der Haltung der Beklagten Recht zu geben (vgl. 
Klageantwort S. 8 Ziff. 25. f.). Auch sei das Auseinanderfallen der Kündbarkeit 
der Zusatzversicherungen nicht zu beanstanden, insbesondere da sämtliche Zu-
satzversicherungen per 31. Dezember 2019 kündbar gewesen seien. Zudem sei 
es möglich, verschiedene Zusatzversicherungen bei unterschiedlichen Versiche-
rern zu haben (vgl. Klageantwort S. 9 Ziff. 31 ff.). Auch aus der Mailkorrespon-
denz zwischen den Klägern und der N.________ lasse sich zudem entnehmen, 
dass die Kläger um die Beendigung der Zusatzversicherungen per Ende 2019 
gewusst hätte, halte die N.________ doch fest, "bis dahin sind die Deckungen 
bei der D.________ beendet und der komplette Wechsel beendet" (vgl. Kla-
geantwort S. 10 Ziff. 34.; Klage-act. 14). Aufgrund der Kündigungsbestätigungen 
per 31. Dezember 2019 und in Anbetracht des Mailverkehrs zwischen der Klä-
gerschaft und der N.________ habe sich die Klägerschaft keinesfalls in Treu und 
Glauben über eine Versicherungsdeckung über den 31. Dezember 2019 hinaus 
verlassen dürfen, daran ändere der Kündigungsrückzug vom 11. Juni 2018 
nichts, da eine Kündigung nicht einseitig zurückgenommen werden könne, und 
ebenso wenig der verschlechterte Gesundheitszustands des Klägers 1 (vgl. Kla-
geantwort S. 10 Ziff. 35.).

14

3.3 Replicando halten die Kläger an ihrer Klage fest und bringen u.a. vor, dass 
die Policen für das Jahr 2018 eindeutig belegen würden, dass sämtliche Zusatz-
versicherungen reaktiviert worden seien (vgl. Replik S. 2 Ziff. 4.1.). Es treffe zu, 
dass die Kläger gekündet hätten, allerdings nur bis zum Zeitpunkt der Reaktivie-
rung. Die Wirkung der Kündigung sei nach erfolgter Reaktivierung der Policen 
aufgehoben worden. Da die Beklagte für die Unklarheit über die Reaktivierung 
der Policen verantwortlich sei, habe sie aufgrund der Unklarheitsregel für die Un-
klarheit der Kläger einzustehen und müsse den Vertragsfortbestand akzeptieren 
(vgl. Replik S. 2 Ziff. 4.2. f.). Aufgrund der gleichen Policennummern vor und 
nach der Kündigung bzw. Reaktivierung habe die Beklagte selber dazu beigetra-
gen, dass keine klare Trennung zwischen den Versicherungen nach VVG und 
KVG möglich sei (vgl. Replik S. 3 Ziff. 6.). Da die Beklagte auf ihr Kündigungs-
recht verzichtet habe, stelle ihre Leistungsverweigerung einen Verstoss gegen ih-
re eigenen AVB dar (vgl. Replik S. 4 Ziff. 9.). Weiter relativiere die Beklagte ihre 
eigene Reaktivierung aufgrund des verschlechterten Gesundheitszustandes des 
Klägers Ziff. 1, da die Beklagte erst ab dem Zeitpunkt der Diagnose MS die Dau-
er der Policen einschränken würde (vgl. Replik S. 4 Ziff. 10.). Die Beklagte würde 
sich zudem mit dem Hinweis auf die Bedingungsfeindlichkeit von Kündigungen 
selbst widersprechen, denn wenn die Kündigung vom 8. Mai 2017 infolge Bedin-
gungsfeindlichkeit ungültig gewesen wäre, hätten die Policen unbefristet weiter-
gegolten (vgl. Replik S. 5 Ziff. 16.). Auch würde die Beklagte den weiteren Ver-
bleib der Kläger bei der Beklagten als Rückgewinn bezeichnen, was auf eine Re-
aktivierung sämtlicher Versicherungen hindeute (vgl. Replik S. 7 Ziff. 19.2). Zu-
dem seien die Kläger auch nicht über die 18-monatige Wartefrist orientiert wor-
den, wie es in der Mail vom 20. November 2018 (vgl. Beklag-act. 3 Mail vom 
20.11.2018 16:11 Uhr) dargestellt werde und die Beklage habe auch nicht von 
sich aus innert 18 Monaten vom 31. Dezember 2019 zurückgerechnet VVG-
Anträge an die Kläger versendet, so dass davon hätte ausgegangen werden 
können, es bestehe keine Befristung (vgl. Replik S. 7 Ziff. 19.3.). Weiter hätten 
sie sehr wohl gegen die Kündigungsbestätigung interveniert, indem sie im Herbst 
2017 das Gespräch mit der Beklagten gesucht hätten, was in der Reaktivierung 
der Policen geendet habe (vgl. Replik S. 9 Ziff. 25.). Die Beklagte habe die in den 
Policen von ihr produzierten Unklarheit zu vertreten; der Wille der Kläger über 
den Vertragsfortbestand gehe daher vor (vgl. Replik S. 13 Ziff. 37.).

3.4 Duplicando hält die Beklagte an den Ausführungen in ihrer Klageantwort 
fest und führt u.a. aus, dass insbesondere die Policen vom 30. September 2017 
bzw. 20. November 2017 belegen würden, dass einzig die Versicherung der obli-
gatorischen Krankenpflegeversicherung reaktiviert worden sei (vgl. Duplik S. 2 
Ziff. 2.; S. 6 Ziff. 29.). Eine Reaktivierung der Zusatzversicherungen sei noch gar 

15

nicht möglich gewesen, da diese bis Ende 2019 bestanden hätten (vgl. Duplik S. 
3 Ziff. 6.). Der Antrag des Klägers Ziff. 1 bezüglich des Wiederabschlusses der 
Zusatzversicherungen zeige, dass eine Beendigung der Zusatzversicherungen 
per 31. Dezember 2019 allen klar gewesen sei, denn ohne Beendigung hätte 
kein neuer Antrag gestellt werden müssen (vgl. Duplik S. 5 Ziff. 24.). 

4.1.1 Den ab 1. Januar 2017 gültigen Policen mit dem Erstellungsgrund "neue 
Jahrespolice" sind folgende Versicherungen zu entnehmen (vgl. Kläg-act. 9):

A.________ (Kläger 1), Versicherungspolice 20000178:

Versicherungen nach Krankenversicherungsgesetz (KVG):

- Obligatorische Krankenpflegeversicherung O.________ CHF 187.15

Versicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG):

- G.________ CHF 12.35 (u.a. E.________: Mindestvertragsdauer 5 Jahre, bis 

31.12.2019; gültig sind: AVB 2007, ZVB 2017)

- H.________ CHF 22.00 (u.a. E.________: Mindestvertragsdauer 5 Jahre, bis 

31.12.2019; gültig sind: AVG 2007, ZVB 1997)

- Spitalversicherung K.________ CHF 26.65 (u.a. E.________: Mindestvertrags-

dauer 5 Jahre, bis 31.12.2019; gültig sind AVB 2007, ZVB 2007)

B.________ (Klägerin 2), Versicherungspolice 20000179:

Versicherungen nach Krankenversicherungsgesetz (KVG):

- Obligatorische Krankenpflegeversicherung P.________ CHF 338.95

Versicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG):

- G.________ CHF 12.85 (u.a. E.________: Mindestvertragsdauer 5 Jahre, bis 

31.12.2019; gültig sind: AVB 2007, ZVB 2017)

- H.________ CHF 23.50 (u.a. E.________: Mindestvertragsdauer 5 Jahre, bis 

31.12.2019; gültig sind: AVG 2007, ZVB 1997)

- Spitalversicherung I.________ CHF 6.65 (u.a. E.________: Mindestvertragsdau-

er 5 Jahre, bis 31.12.2019; gültig sind AVB 2007, ZVB 2010)

Ebenso sind für den Sohn F.________ die gleichen Versicherungen vorgesehen 
(mit der Abweichung einer "Spitalversicherung J.________") und der gleichen 
Mindestvertragsdauer. 

4.1.2 Mit Schreiben vom 8. Mai 2017 (von Kläger und Klägerin unterzeichnet) 
kündigten die Kläger die Versicherungen wie folgt (Kläg-act. 4):

Hiermit kündige ich alle Grund- sowie Zusatzversicherungen der oben genannten 
Personen [d.h. Kläger, Klägerin sowie Sohn] per 31.12.2017. Die 
Zusatzversicherungen haben eine Mindestlaufzeit bis 31.12.2019 - sofern keine 
Prämienerhöhung auf den 01.01.2018 vorgesehen ist, bitte ich Sie im Sinne eines 
Entgegenkommens meine Kündigung zu akzeptieren.

16

Gerne erwarte ich Ihre Kündigungsbestätigung in den nächsten Wochen. Die 
Prämien bis Ende Jahr werden wie gewohnt pünktlich bezahlt. 

Ich bedanke mich für die angenehme Zusammenarbeit in den vergangenen 3 
Jahren. 

4.1.3 Die Beklagte bestätigte mit drei an den Kläger Ziff. 1 adressierten, gleich-
lautenden Scheiben vom 18. Mai 2017 die Kündigung der Versicherungen für je-
de versicherte Person einzeln wie folgt (vgl. Kläg-act. 5; Beklag-act. 4):

Aufhebung per

Versicherungen nach Krankenversicherungsgesetz (KVG):

Obligatorische Krankenpflegeversicherung O.________ 31. Dezember 2017

Versicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG):

G.________ 31. Dezember 2019

H.________ 31. Dezember 2019

Spitalversicherung K.________ [bzw. I.________ bzw. 
J.________

31. Dezember 2019

Diesen Kündigungsbestätigungen war jeweils als Beilage ein Blatt "Kündigungs-
bedingungen" angefügt, unterschieden nach "Versicherungen nach Krankenver-
sicherungsgesetz (KVG)" sowie "Versicherungen nach Versicherungsvertragsge-
setz (VVG)". Diese letzteren Bedingungen wurden wie folgt formuliert (vgl. Kläg-
act. 5; Beklag-act. 4):

Zusatzversicherungen können unter Einhaltung einer dreimonatigen 
Kündigungsfrist auf Ende eines Kalenderjahres gekündigt werden. Bei Änderung 
des Prämientarifs per 1. Januar sind Sie berechtigt, die betroffenen Produkte per 
31. Dezember aufzulösen. Bei Kündigungen, die zu spät eingetroffen sind, 
bestätigen wir die Aufhebung der Versicherung auf den nächstmöglichen Termin. 

E.________

Für Zusatzversicherungen nach E.________ gilt ohne Änderung des Prämientarifs 
eine Mindestvertragsdauer von fünf Jahren. 

4.1.4 Mit Schreiben vom 30. September 2017 stellte die D.________ 
A.________, B.________ und F.________ die neuen Versicherungspolicen für 
die Zusatzversicherungen (G.________, H.________, Spitalversicherung 
K.________ bzw. I.________ bzw. J.________) mit Gültigkeit ab 1. Januar 2018 
zu (vgl. Beklag-act. 5; Beklag-act. 3 Mails vom 20.11.2018 16:11 Uhr und 
7.11.2018 10:43 Uhr). 

4.1.5 Entgegen der Auffassung der Klägerschaft (vgl. Klage S. 7 Ziff. 20) wurde 
die Kündigung zum einen nicht nur gegenüber Kläger Ziff. 1 bestätigt, sondern 
auch gegenüber der Klägerin Ziff. 2 (wie auch dem Sohn F.________). Daraus, 
dass alle drei Bestätigungen an den Kläger Ziff. 1 adressiert wurden, können die 

17

Kläger nichts zu ihren Gunsten herleiten. Zwar haben sie das Kündigungsschrei-
ben gemeinsam unterzeichnet, indessen trägt das betreffende Schreiben im 
Briefkopf auch nur die Anschrift des Klägers. Im Weiteren lief die Korrespondenz 
zum überwiegenden Teil, wenn nicht ausschliesslich, über den Kläger Ziff. 1 (z.B.     
E-Mail-Korrespondenz [Kläg-act. 6, Beklag-act. 3]; Korrespondenz mit der 
M.________ [Kläg-act. 11]); Beklag-act. 5; Kündigungsrückzugsschreiben vom 
11.1.2018 [Beklag-act. 6]), ohne dass der Kläger Ziff. 1 hieraus - zu Recht - ablei-
tet, die Zusatzversicherungen/Versicherungsabschlüsse seiner Frau und seines 
Sohnes seien damit nicht mitgemeint gewesen. 

Zum andern ist die Kündigung als einseitige Willenserklärung angesichts der 
blossen Empfangsbedürftigkeit von Kündigungen rechtsgültig geworden. Sie 
wurde auch umgehend von der Beklagten bestätigt - allerdings ohne dem Ersu-
chen der Kläger um eine vorzeitige Vertragsauflösung stattzugeben, sondern 
durch genaue Bezeichnung der Vertragsbeendigung für jede einzelne (Zusatz-) 
Versicherung. Insofern kann auch nicht von einer bedingten Kündigung gespro-
chen werden. Damit musste den Klägern zwangsläufig klar sein, dass ihre Kün-
digung erst und nur per Ende der ordentlichen Vertragsdauer (Ende 2019) Gül-
tigkeit hat. Dafür, dass ihnen dies auch klar war, spricht die Tatsache, dass sie 
auf die Kündigungsbestätigung der Beklagten nicht, jedenfalls nicht innert ange-
messener Frist, reagierten. Wenn die Beklagte den Klägern in der Folge Ende 
September 2017 ordnungsgemäss die Versicherungspolicen für die Zusatzversi-
cherungen mit Gültigkeit ab dem 1. Januar 2018 bzw. für das Folgejahr (nunmehr 
ohne Ausweis der rechtsgültig per Ende 2017 gekündigten OKP, wie dies die 
Beklagte ebenfalls bestätigt hatte) zustellte, konnte und durften die Kläger hier-
aus keine anderen Schlüsse ziehen. Nachdem es sich um die gleichen bis zum 
Vertragsende weiterlaufenden Versicherungsprodukte handelt(e), trugen sie na-
heliegenderweise auch dieselben Versicherungsnummern. Diese zu ändern be-
stand kein Anlass. Gleichzeitig wies die Beklagte in ihrem Bestätigungsschreiben 
darauf hin, dass die Kläger bei Änderung des Prämientarifs per 1. Januar berech-
tigt seien, die betroffenen Produkte per 31. Dezember aufzulösen d.h. zu künden. 
Soweit die Kläger die Auffassung vertreten, unterschiedliche Kündbarkeiten von 
Zusatzversicherungen hätten eine unzulässige Bindungswirkung zur Folge, kann 
ihnen nicht gefolgt werden. Die verschiedenen Zusatzversicherungen können im 
Zeichen der Vertragsfreiheit der Parteien je einzeln abgeschlossen werden und 
bedingen sich nicht gegenseitig. Dies zeigen im konkreten Fall die jeweiligen 
versicherten Produkte (G.________: Beiträge an Brillen etc.; H.________: Alter-
nativmedizin; Spitalversicherung: Spitalleistungen). 

18

4.2.1 Im Herbst 2017 kam es bei verschiedenen Zusatzversicherungen zu einer 
Prämienanpassung. Einem E-Mail des Klägers vom 7. November 2018 an 
Q.________ (Mitarbeiter der Beklagten) ist hierzu (rückblickend) Folgendes zu 
entnehmen (Beklag-act. 3 [Mail vom 7.11.2018 10.43 Uhr]): 

Im Mai 2017 habe ich alle Versicherungsverträge nach VVG für meine ganze 
Familie per 31.12.2017 gekündigt. Dies unter der Bedingung, dass per 01.01.2018 
bei den entsprechenden Versicherungen eine Prämienanpassung erfolgt. Bei 
gleichbleibenden Prämien sollen die Versicherungen spätestens nach 
Vertragsende per 31.12.2019 gekündigt werden. Die Kündigung per 31.12.2019 
wurde mir am 18.05.2018 [recte: 2017] von der D.________ bestätigt. Im Herbst 
2017 wurden dann die Tarife per 01.01.2018 von der D.________ publiziert und 
bei den Versicherungen H.________, Spital K.________ und Spital J.________ 
erfolgte eine Prämienanpassung per 01.01.2018 sodass meine Kündigung vom 
Mai 2017 für diese drei Versicherungen auf Ende Dezember rechtsgültig war.

Ich habe dann im Anschluss telefonisch mit der D.________ Kontakt 
aufgenommen und gefragt ob ausnahmsweise auch die Versicherungen bei 
welcher keine Prämienanpassung per 01.01.2018 erfolgte (G.________ und Spital 
I.________) künden durfte. Dies wurde mir seitens der D.________ verneint. Weil 
ich die Zusatzversicherungen nicht bei zwei verschiedenen Versicherungen halten 
wollte, habe ich dann gewünscht die Versicherungen H.________, Spital 
K.________ und Spital J.________ nochmals zu versichern. Diesen Vorschlag 
wurde telefonisch von der D.________ akzeptiert und die neuen Policen per 
01.01.2018 wurde nebst den Versicherungen mit fester Vertragslaufzeit 
(G.________ und Spital I.________) mit den neuen Versicherungen H.________, 
Spital K.________ und Spital J.________ ausgestellt. Das Einreichen des 
Gesundheitsfragebogens wurde von der D.________ nicht verlangt.

4.2.2 Gemäss diesen Angaben des Klägers erfolgten also Prämienanpassungen 
per 1. Januar 2018 bei den Zusatzversicherungen H.________ (welche die gan-
ze Familie betraf), Spital K.________ (nur Kläger) und J.________ (nur Sohn). 
Betreffend diese drei Zusatzversicherungen waren die Kündigungen vom 8. Mai 
2017 gemäss der Auffassung der Kläger also infolge Eintritts der Bedingung für 
eine vorzeitige Kündigung per Ende 2017 rechtswirksam geworden. Die Beklagte 
ist demgegenüber der Auffassung, dass die Kündigung dennoch erst per Ende 
2019 rechtswirksam blieb mit der Begründung, die Prämienanpassung sei nicht 
von ihrem Willen abhängig, sondern bedürfe der Genehmigung seitens der FIN-
MA (vgl. vorstehend Erw. 3.2; Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die 
Aufsicht über Versicherungsunternehmen [Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG; 
SRSZ 961.01] vom 17. Dezember 2004 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 lit. r VAG). Wie es 
sich hiermit verhält, ist für die Beurteilung nicht entscheidend und daher nicht 
weiter zu prüfen. Gegen die Auffassung der Beklagten spricht der Umstand, dass 
die Genehmigung der Prämien auf Antrag der Privatversicherungen erfolgt und 
erteilt wird, wenn die Annahmen der im Krankenzusatzgeschäft tätigen Kranken-
versicherungen plausibel sind und die Prämien weder missbräuchlich hoch er-

19

scheinen noch die Solvenz des Unternehmens bedrohen (vgl. Faktenblatt der 
FINMA betreffend "Die FINMA und die Krankenzusatzversicherung", Stand 
1.9.2017; Wegleitung der FINMA für Gesuche betreffend die Einreichung von Ta-
rifanpassungsvorlagen in der Krankenzusatzversicherung, Ausgabe vom 
1.5.2020). Die Beklagte kann mithin den Eintritt der Bedingung jedenfalls mitbe-
einflussen. 

4.2.3 Wie aus dem zitierten E-Mail des Klägers unmissverständlich hervorgeht, 
ersuchte der Kläger nach Kenntnisnahme der Prämienanpassungen per 1. Janu-
ar 2018 analog zum Kündigungsschreiben vom 8. Mai 2017 erneut für sämtliche 
Zusatzversicherungen, also auch die von keiner Prämienanpassung betroffenen 
Zusatzversicherungen G.________ (welche die ganze Familie betraf) und Spital 
I.________ (nur Klägerin), wiederum eine vorzeitige bzw. gleichzeitige Vertrags-
auflösung per 31. Dezember 2017 zu erwirken. Dies wurde von der Beklagten in-
des wiederum nicht akzeptiert; sie beharrte auf einer Beendigung im Rahmen der 
ordentlichen Vertragsdauer per Ende 2019 im Sinne ihrer Kündigungsbestäti-
gung vom 18. Mai 2017. 

Indes spricht nichts dafür und lässt sich auch dem zitierten E-Mail des Klägers 
kein Hinweis dafür entnehmen, dass die beiden von der Prämienanpassung nicht 
betroffenen Zusatzversicherungen - und parallel dazu die infolge der Prämienan-
passung nach Auffassung des Beklagten gekündigten - entgegen der Kündi-
gungsbestätigung vom 18. Mai 2017 über die vertragliche Laufzeit hinaus Gel-
tung haben sollten. Einer anderen Interpretation steht auch der Umstand entge-
gen, dass kein neuer Gesundheitsbogen einzureichen war, wie dies im Hinblick 
auf den Neuabschluss einer Zusatzversicherung regelmässig verlangt wird (vgl. 
Art. 4 VVG; Art. 1 und 3 AVB). 

4.3.1 Die Kläger haben einen undatierten "Versicherungsantrag KVG" einge-
reicht, dem die Kläger das Datum des 13. Novembers 2017 zusprechen, was von 
der Beklagten nicht bestritten wird (vgl. Kläg-act. 10; Klage S. 8 Ziff. 21.3; Kla-
geantwort S.8 Ziff. 24; vgl. Beklag-act. 3 [E-Mail vom 20.11.2018 07.20 Uhr]). 
Angesichts dieser Bezeichnung können sich diese Versicherungsanträge nur auf 
die OKP beziehen. Das auf diesen Dokumenten handschriftlich vermerkte "bleibt 
bei uns" kann sich entsprechend nicht auf die Zusatzversicherungen beziehen, 
und durfte von den Klägern auch nicht auf diese bezogen werden. Abgesehen 
davon handelt es sich hierbei, wie die Kläger selber ausführen, um interne Akten 
der Beklagten, welche ihnen erst am 24. Juni 2019 bekannt wurden (vgl. Klage 
S. 8 Ziff. 21.3), und aus denen sie daher schon aus chronologischen Gründen 
nichts zu ihren Gunsten herleiten können. 

20

4.3.2 Die den Klägern am 20. November 2017 zugestellten Versicherungspolicen 
(Kläg-act. 7), welche "alle bisherigen Versionen" ersetzen, weisen als einzigen 
Unterschied zu den den Klägern am 30. September 2017 zugestellten Versiche-
rungspolicen neu einzig die OKP aus. Der Vermerk "Vertragsprodukt reaktiviert" 
konnte und durfte somit einzig mit Bezug auf die OKP verstanden werden. Unbe-
helflich ist die Tatsache, dass sich dieser Vermerk formal direkt unter dem Betreff 
"Versicherungspolice für …" befindet und daher allenfalls auch auf die Versiche-
rungen nach VVG bezogen werden könnte. Dieser formalistischen Betrach-
tungsweise steht nicht nur die erwähnte Tatsache entgegen, dass sich bei den 
Zusatzversicherungen gegenüber den Policen vom 30. September 2017 nichts 
geändert hat, sondern - bei einer ebenfalls formalistischen Betrachtungsweise - 
auch der Singular ("Vertragsprodukt"). Überdies wussten die Kläger angesichts 
der vorangegangenen Korrespondenz (namentlich Kündigung und Kündigungs-
bestätigung; vgl. vorstehend Erw. 4.1 und 4.2), dass jedenfalls für diese Zusatz-
versicherungsprodukte, welche so oder anders bis Ende 2019 liefen, ohnehin 
keine Reaktivierung möglich und nötig war. Ungewöhnlich ist hieran nichts. Die 
Ungewöhnlichkeitsregel (vgl. vorstehend Erw. 1.4.3) wie auch die Unklarheitsre-
gel (hierzu vgl. Urteil BGer 4A_521/2015 vom 7.1.2016 Erw. 2.1 mit zahlreichen 
Hinweisen) betreffen ohnehin grundsätzlich die AVB und deren Auslegung.   Be-
stimmungen der AVB sind vorliegend jedoch nicht strittig. Vielmehr geht es vor-
liegend um die Frage, wie die konkreten Abläufe, das Verhalten und entspre-
chende Dokumente im Rahmen der Zusatzversicherungen von den Vertragspar-
teien in guten Treuen zu verstehen waren. Wenn den Klägern am 8. Oktober 
2018 die Versicherungspolicen (ausweisend OKP und bis Ende 2019 laufende 
Zusatzversicherungen) mit Gültigkeit ab 1. Januar 2019 zugestellt wurden (Kläg-
act. 8), heisst auch dies offenkundig nicht, dass die Kündigung der Zusatzversi-
cherungen per Ende 2019 rückgängig gemacht worden war. 

4.3.3 Im Oktober 2017 hat sich der Kläger offensichtlich für Zusatzversicherun-
gen bei der N.________ interessiert (Kläg-act. 14). Der Kundenberater der 
N.________ weist dabei in einem kurzen E-Mail vom 26. Oktober 2017 zum ei-
nen darauf hin, dass ohne Änderung der Produktpreise "normalerweise kein 
Kündigungsrecht" besteht. Zum andern führt er aus, dass wichtig zu wissen sei, 

dass man die Doppeldeckung in unserer Police aufs 2019 verschieben kann ohne 
eine erneute Gesundheitsprüfung zu machen. Bis dahin sind die Deckungen bei 
der D.________ beendet und der komplette Wechsel beendet. 

Hieraus ergibt sich - jedenfalls im Sinn eines nicht unbedeutenden Indizes -, dass 
der Kläger den Kundenberater der N.________ über die Kündigung der Zusatz-
versicherungen bei der Beklagten per Ende 2019 informiert haben musste, und 
somit Ende Oktober 2017 auch selber hiervon ausging. 

21

4.4 Mit Schreiben vom 11. Juni 2018 (Beklag-act. 6) betreffend "Rückzug Kün-
digung Zusatzversicherungen G.________, H.________, Spitalversicherung 
I.________ (…), K.________ (…) und J.________ (…)" zog der Beschwerdefüh-
rer seine Kündigung der Zusatzversicherungen gemäss seinem Schreiben vom 
8. Mai 2017 wieder zurück. Mithin gingen die Kläger zu diesem Zeitpunkt nach 
wie vor von einer rechtsgültigen Kündigung der Zusatzversicherungen (per Ende 
2019) aus. Was sie replizierend hiergegen vorbringen (S. 11 Ziff. 33 f.), ist als 
Schutzbehauptung zu qualifizieren, zumal dem Schreiben vom 11. Juni 2018 
keine Hinweise im Sinne dieser Vorbringen im vorliegenden Klageverfahren zu 
entnehmen sind. Namentlich deutet nichts darauf hin, dass die Beklagte ihren 
Standpunkt betreffend die Kündigung der Zusatzversicherung seitens der Kläger 
im Wissen um die MS-Erkrankung des Klägers geändert hat, auch wenn es auf 
der Hand liegt, dass sie in diesem Wissen erst recht nicht mehr bereit war, die 
Kündigung als ungeschehen zu erachten. Der Rückzug der Kündigung der Zu-
satzversicherungen seitens der Kläger am 11. Juni 2018 konnte jedenfalls, was 
allein entscheidend ist, nichts an der Rechtswirksamkeit und -gültigkeit der Kün-
digung vom 8. Mai 2017 per 31. Dezember 2019 (vgl. vorstehend Erw. 1.5) än-
dern.

4.5 Der Kläger Ziff. 1 beantragte mit dem "Versicherungsantrag VVG 
E.________: Zusatzversicherungen" vom 28. November 2018 die Zusatzver-
sichrungen G.________, H.________ und Spitalversicherung K.________ mit 
dem Versicherungsbeginn 1. Januar 2020 (vgl. Beklag-act. 7). 

Gemäss Art. 13.1 der für die L.________ massgebenden AVB ist der Vertrag für 
die auf der Police angegebene feste Vertragsdauer abgeschlossen. Er verlängert 
sich danach stillschweigend um ein Jahr, sofern nicht der Versicherungsnehmer 
den Vertrag auf Ende der Vertragsdauer gekündigt hat. 

Wenn also der Kläger für die Zeit ab dem 1. Januar 2020 der Beklagten einen 
Versicherungsantrag für Zusatzversicherungen unterbreitet, kann dies nicht an-
ders verstanden werden, als dass er seinerseits im November 2018 ebenfalls 
nach wie vor von einer rechtsgültigen Kündigung der Zusatzversicherungen per 
31. Dezember 2019 ausgegangen ist. Ob der Kläger Ziff. 1 selbst aktiv wurde 
und den von ihm unterzeichneten Antrag einreichte, kann dahingestellt bleiben 
(vgl. Replik S. 7 Ziff. 19.3). Es ist auch irrelevant, ob die Kläger über eine allfälli-
ge (18-monatige) Wartefrist bei den Anträgen nach VVG informiert worden waren 
oder nicht (vgl. Beklag-act. 3; Klageantwort S. 7 Ziff. 19.3). 

In den dem Gericht vorliegenden Akten befindet sich kein "Versicherungsantrag 
VVG E.________: Zusatzversicherungen" für die Klägerin Ziff. 2 und auch kein 
Ablehnungsschreiben bezüglich des Wiederabschlusses der Zusatzversicherun-

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gen per 1. Januar 2020 (ein solches vom 20.12.2018 liegt betreffend den Sohn 
vor [Kläg-act. 13]). Demnach entzieht sich dem Gericht die Kenntnis, ob für die 
Klägerin Ziff. 2 auch ein Versicherungsantrag für den Wiederabschluss der Zu-
satzversicherungen per 1. Januar 2020 gestellt wurde. Dies ist für die Beurteilung 
jedoch irrelevant. Mit dem von den Klägern mit Schreiben vom 29. Januar 2021 
eingereichten E-Mail des Mitarbeiters der Beklagten vom 29. November 2018, 
wonach für den Sohn mit dem Antrag kein zahnärztliches Attest eingereicht wer-
den musste, kann kein neuer Versicherungsvertrag mit Gültigkeit ab 1. Januar 
2020 belegt werden. 

4.6 Ein Beratungsfehler seitens der Beklagten, aus dem die Kläger im Sinne 
eines Vertrauensschutzes bzw. nach dem Grundsatz von Treu und Glauben im 
Geschäftsverkehr etwas zu ihren Gunsten herleiten könnten, ist nicht ersichtlich. 
Namentlich gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Kläger die Beklagte im 
Vorfeld ihrer Kündigung wie auch nach erfolgter Kündigung um eine allfällige Be-
ratung hinsichtlich des weiteren Vorgehens ersucht hätten. Hierbei ist zu wieder-
holen, dass die Kläger mit ihrem Kündigungsschreiben vom 8. Mai 2017 um vor-
zeitige Kündigung ersuchten, was ihnen nicht gewährt wurde. Nachdem bei ei-
nem Teil der Zusatzversicherungen Prämienanpassungen erfolgten, wären die 
Voraussetzungen für die von den Klägern angestrebte vorzeitige Beendigung der 
betreffenden Zusatzversicherungen grundsätzlich auch eingetreten. Im Zeichen 
einer koordinierten Beendigung der Zusatzversicherungen machten die Kläger, 
welche gemäss ihren Angaben die Zusatzversicherungen bei ein und demselben 
Versicherer führen wollten, hiervon jedoch keinen Gebrauch. Somit blieb es bei 
der Beendigung aller Zusatzversicherungen per Ende 2019. 

4.7.1 Im Sinne des Standpunktes der Beklagten hat sich im Übrigen auch die 
M.________ mit Schreiben vom 5. Oktober 2019 geäussert. Sie hat ausgeführt, 
die Beklagte habe am 18. Mai 2017 die Kündigungen sämtlicher Zusatzversiche-
rungen gemäss Schreiben der Kläger vom 8. Mai 2017 akzeptiert. Da auf den 1. 
Januar 2018 Prämienerhöhungen bei den Versicherungen H.________, Spital-
versicherung K.________ erfolgt seien, womit die Kündigungen dieser Zusatz-
versicherungen auf den 31. Dezember 2017 an und für sich wirksam geworden 
seien, nicht aber bei den Zusatzversicherungen G.________ und Spitalversiche-
rung I.________, habe die Beklagte dem Ersuchen der Klägerschaft, die Zusatz-
versicherungen H.________ sowie die Spitalversicherung K.________ nochmals 
zu versichern, ohne Gesundheitsfragebogen stattgegeben. Somit sei nach Auf-
fassung der M.________ der Kündigungszeitpunkt lediglich nach hinten verscho-
ben und somit die Zusatzversicherungen zeitlich verlängert worden. Die Kündi-
gung sei ein einseitiges und nicht widerrufbares Gestaltungsrecht, somit sei 

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gekündigt also gekündigt. In der Praxis fordere allerdings die M.________ von 
den Kassen, bei vorzeitigen (und noch nicht möglichen) Kündigungen später eine 
neue Kündigung zu verlangen, da sich die Interessenlage der Versicherten im 
Laufe der Zeit ändern könne (z.B. bei Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands) (vgl. Kläg-act. 11).

4.7.2 Bei der M.________ handelt es sich um eine unabhängige Stelle, deren 
Hauptaufgabe es ist, Missverständnisse zwischen Versicherten und ihren Versi-
cherern zu beheben und bei Meinungsverschiedenheiten Lösungen zu vermit-
teln. Diesbezüglich berät die M.________ die Versicherten in Fragen der Kran-
kenversicherung und informiert sie über die geltende Gesetzgebung und Recht-
sprechung. Es handelt sich dabei weder um eine Gutachterstelle noch um eine 
Gerichtsinstanz (vgl. M.________ Jahresbericht ’19 S. 8, <htt-
ps://www.________pdf>, besucht am 21.1.2021; Kläg-act. 11 S. 2). Das Gericht 
ist jedoch nicht an die Feststellungen und Erläuterungen der M.________ ge-
bunden.

4.7.3 Die M.________ teilt zwar offensichtlich die Auffassung der Kläger, dass 
die Kündigungen der von Prämienanpassungen betroffenen Zusatzversicherun-
gen auf den 31. Dezember 2017 wirksam wurden. Sie legt allerdings zutreffend 
dar, dass die Kündigung ein einseitiges und nicht widerrufbares Gestaltungsrecht 
ist. 

Wenn die M.________ in der Praxis von den Kassen bei vorzeitigen (und noch 
nicht möglichen) Kündigungen später eine neue Kündigung verlangt, da sich die 
Interessenslage der Versicherten im Laufe der Zeit ändern könne, bedeutet dies 
jedoch nicht, dass die Beklagte hierzu auch verpflichtet war. Jedenfalls führt auch 
die M.________ keine entsprechende gesetzliche Bestimmung an. Zudem 
spricht vorliegend nichts gegen die Zulässigkeit und Möglichkeit der Kündigung 
der Zusatzversicherungen bereits im Mai 2017 trotz einer Vertragslaufzeit bis 
Ende 2019, und durften und konnten die Beschwerdeführer im konkreten Fall, 
wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, nicht annehmen, dass sich 
die Zusatzversicherungen entgegen ihrer Kündigung und entgegen der Kündi-
gungsbestätigung der Beklagten über den 31. Dezember 2019 hinaus verlänger-
ten. 

4.8 Die schriftlichen Dokumente im Verbund mit den Parteivorbringen erlauben 
eine rechtsgenügliche Beurteilung der Klage (vgl. vorstehend Erw. 1.3.2). Von 
der beantragten Zeugenbefragung kann ohne Verletzung des (eingeschränkten) 
Untersuchungsgrundsatzes (vgl. vorstehend Erw. 1.2) abgesehen werden. Wie 
die Kläger ihrerseits selber anerkennen, ist die Erinnerungsfähigkeit an Ge-

https://www.om-kv.ch/sites/default/files/%20download/2019_D.pdf
https://www.om-kv.ch/sites/default/files/%20download/2019_D.pdf

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spräche und Abläufe, welche vor über einem Jahr und mehr erfolgten (vgl. Replik 
S. 6 Ziff. 18), regelmässig getrübt. Überdies sind Personen, welche den jeweili-
gen Parteien nahestehen, in der Regel geneigt, zu deren Gunsten auszusagen. 

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Kündigung der Zusatzversicherun-
gen per 31. Dezember 2019 rechtsgültig zustande kam. Für die Klägerschaft be-
steht seit dem 1. Januar 2020 bei der Beklagten kein Versicherungsschutz mehr. 
Es fehlt an einer Anspruchsgrundlage für die Kläger; die Beklagte trifft seit dem 
1. Januar 2020 keine Leistungspflicht mehr. 

6. Zu den Prozesskosten gehören die Gerichtskosten und die Parteientschä-
digung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Es werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 114 
lit. e ZPO). Die durch ihren Rechtsdienst vertretene Beklagte hat mangels einer 
berufsmässigen Vertretung (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO) keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (vgl. Urteile BGer 5C.244/2000 vom 9.1.2001 Erw. 5; 
4A_194/2010 vom 17.11.2010 Erw. 2.2.1).

7. Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung 
sind privatrechtlicher Natur, weshalb als Rechtsmittel an das Bundesgericht die 
Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz [BGG]; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 in 
Betracht kommt (BGE 133 III 439 Erw. 2.1; Urteil BGer 4A_695/2011 vom 
18.1.2012 Erw. 1.2). Weil das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Streitig-
keiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenkassenversicherung als 
einzige kantonale Instanz beurteilt, ist die Beschwerde in Zivilsachen zulässig, 
auch wenn der Streitwert von Fr. 30'000.-- nicht erreicht werden sollte (BGE 138 
III 2, Regeste und Erw. 1). 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden 
(Art. 42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 
173.110] vom 17.6.2005).

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Kläger (3/R; unter Beilage des E-Mails der Be-

klagten vom 23.2.2021)
- die Beklagte (R) 
- und die Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, 3003 Bern (A).

Schwyz, 18. März 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 30. März 2021