# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c711865c-ebe6-5113-8b72-eeae6ffe4d9c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.02.2006 PZ 2006 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2006-6_2006-02-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Februar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 06 6

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Präsident Brunner
Aktuarin ad hoc Zanetti

——————

Im Rekurs

des R., Gesuchsgegner und Rekurrent, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG 
Piergiorgio Giuliani, Ebni 3, Postfach 143, Am Bahnhof, 9053 Teufen AR,

gegen

die Abschreibungsverfügung des Vizekreispräsidenten Poschiavo vom 14. Dezem-
ber 2005, mitgeteilt am 14. Dezember 2005, in Sachen G., Gesuchsteller und Re-
kursgegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Piercarlo Plozza, Studio legale, 
Via Santa Maria, 7742 Poschiavo, gegen den Gesuchsgegner und Rekurrenten, 

betreffend die gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten,

hat sich ergeben:

2

A. Das Ehepaar X. und Y. hatte fünf Nachfahren: R., G., S., P. sowie Q.. 
X. liess am 3. November 2000 beim Kreisnotar Poschiavo eine letztwillige Verfü-
gung öffentlich beurkunden. Er starb drei Tage später. Das Testament, welches am 
16. November 2000 eröffnet wurde, enthält unter anderem folgende Bestimmungen: 

“2. In più dispongo che ai sensi dell’art. 473 cpv. 1 CCS tutta la porzione 
d’eredità che competerebbe ai nostri discendenti resti in usufrutto a mia 
moglie Y.. (…)

7. Eventuali „importi di sostegno“ fatti pervenire anni addietro ai miei figli e 
alla mia figlia non possono venir rivalutati in vista della divisione defini-
tiva.

8. Fino alla ripartizione definitiva dell’eredità nomino mio figlio primogenito 
R. quale esecutore testamentario. In particolare egli è responsabile di 
amministrare la sostanza ereditaria secondo miglior scienza e co-
scienza, di provvedere alla manutenzione della casa e ad una sua rego-
lare amministrazione. Inoltre egli è autorizzato ad adottare tutti i provve-
dimenti necessari per la tutela degli interessi degli eredi. Egli deve infor-
mare regolarmente gli eredi e consultarli, se si tratta di adottare delle 
decisioni di grande importanza, per esempio nell’ambito di questioni ri-
guardanti i vicini.”

B. Der älteste Sohn R. nahm die Aufgabe des Willensvollstreckers an. 
Auf Ende Dezember 2000 schloss er die UBS-Konten Nr. 481.486.J1 Q, 481.486.J2 
Y und 481.486.J3 B und verteilte die Summe von Fr. 172'355.70 auf die Erben (je 
Fr. 34'400.-). Das Konto CA 091.903.900 bei der Graubündner Kantonalbank wurde 
ebenfalls saldiert und der Betrag von Fr. 112'464.30 am 12. Januar 2001 gleich-
mässig unter die Erben verteilt (je Fr. 22'492.85).

C. Mit Brief vom 11. Januar 2001 unterbreitete der Willensvollstrecker R. 
den Miterben das Angebot, das Elternhaus in A. zu übernehmen, um es in der Fa-
milie zu behalten, andernfalls es verkauft werden müsse. Mangels Interesse am 
Objekt seitens der Geschwister entschied man sich für die Veräusserung an Aus-
senstehende. Von da an bis zum 17. Dezember 2002 informierte der Willensvoll-
strecker die Miterben über den Stand der Dinge mittels acht weiteren Rundschrei-
ben. So lange die gesundheitlich angeschlagene Mutter lebte, besprach der Wil-
lensvollstrecker sein Vorgehen mit ihr, insbesondere was den Verkauf des Hauses 
und die Aufteilung der Bankkonten betraf.

D. Y. starb wenige Monate nach ihrem Gatten X., am 26. September 
2001. R. teilte den Miterben am 20. September 2002 mit, dass infolge des Ablebens 
auch der Mutter seine Vollmacht nicht mehr gültig sei, und bat sie um Unterzeich-
nung einer „neuen“ Vollmacht.

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E. Das Elternhaus wurde am 13. Dezember 2002 an Dritte verkauft, wo-
bei der Erlös von Fr. 375'000.- unter die Erben verteilt wurde (je Fr. 75'000.-). Am 
17. Dezember 2002 wurde auch noch das UBS-Konto 481.486.40F mit einem Gut-
haben von Fr. 64'930.55 saldiert und der Saldo auf die Erben aufgeteilt (je Fr. 
13'000.-). Gleichzeitig zeigte R. den Miterben das Ende seiner Tätigkeit als Willens-
vollstrecker an. Für diese Aufgabe hatte er den Miterben mit Brief vom 28. Oktober 
2002 angekündigt, einen Betrag von Fr. 3'000.-- pro Miterbe verrechnen zu wollen.

F. Am 17. Dezember 2002 forderte G., vertreten durch Rechtsanwalt 
Piercarlo Plozza, R. auf, eine detaillierte Buchhaltung bezüglich der Erbmasse und 
eine genaue Honorarnote für die geleistete Arbeit zu erstellen sowie einen Teilungs-
vorschlag auszuarbeiten, der die Vorbezüge der verschiedenen Erben gemäss Zif-
fer 7 des väterlichen Testaments mitberücksichtige. Da die Antwort des Willensvoll-
streckers für G. nicht zufrieden stellend war, erhob dieser am 26. Februar 2003 Auf-
sichtsbeschwerde beim Kreispräsidenten Poschiavo mit folgenden Begehren:

„1. L’esecutore testamentario sia obbligato a presentare una contabilità com-
pleta e unitaria dalla quale risultino specularmente la sostanza e le sin-
gole operazioni in relazione ai beni successori amministrati.

2. L’esecutore testamentario sia obbligato ad allestire un atto di divisione 
secondo i crismi legali che, nel rispetto del testamento pubblico di X. e 
Y. del 3 novembre 2000, tenga conto della cifra 7 dello stesso ai sensi 
della quale gli anticipi ereditari devoluti dal testatario devono essere 
conteggiati senza aggravio di interessi.

3. L’esecutore testamentario sia diffidato formalmente dal disporre della 
somma di 146.595,9 franchi ancora indivisa, giacente sul conto 221-
422953.40B intestato a Y. und X. presso la Banca UBS, Agenzia di A.. 
(…)

4. L’esecutore testamentario sia invitato, per quanto ritenga di pretendere un 
risarcimento per le sue prestazioni, a presentare una dettagliata nota 
d’onorario corredata dalle necessarie pezze giustificative.

5. Il Presidente di Circolo prenda d’ufficio tutti i provvedimenti necessari, im-
postigli dalla sua carica di autorità di vigilanza sugli esecutori testamen-
tari.

6. (Kosten- und Entschädigungsfolge).”

Daraufhin liess der Vizekreispräsident von Poschiavo das Konto 221-
422.953.40B mit Restguthaben von Fr. 146'595.90 der verstorbenen Y. am 4. März 
2003 sperren.

G. In seiner Stellungnahme vom 25. März 2003 wies R. alle Vorwürfe 
zurück und beantragte die Abweisung der Aufsichtsbeschwerde und die sofortige 
Aufhebung der Kontosperre. Er legte eine genaue Aufstellung aller Konten der ver-

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storbenen X. und Y. bei, deren Aufteilung unter die Erben und dokumentierte dies 
mit verschiedenen Bankauszügen. R. weigerte sich, der Auslegung der Ziffer 7 des 
Testaments durch G. zu folgen und die Vorbezüge der Erben zur Ausgleichung zu 
bringen. Des Weiteren veranschaulichte er seinen geleisteten Arbeitsaufwand de-
tailliert, den er auf 566 Stunden bezifferte. Zwischen den Parteien fand am 7. Juli 
2003 eine Vergleichsverhandlung vor dem Vizekreispräsidenten in Poschiavo statt, 
die aber zu keiner gütlichen Einigung führte.

H. G. zog in einer weiteren Stellungnahme vom 15. Juli 2003 die Einwen-
dungen bezüglich der Rechenschaftspflicht des Willensvollstreckers R. zurück. Am 
15. August 2003 wies der Willensvollstrecker nochmals alle übrig gebliebenen Vor-
würfe mit Schreiben an das Kreisamt Poschiavo zurück.

I. Auf Grund des negativen Ausganges der Vergleichsverhandlung und 
der Stellungnahme des G. vom 15. Juli 2003 drohte der Vizekreispräsident Po-
schiavo R. mit eingeschriebenen Brief vom 19. August 2003, ihn aus dem Amt des 
Willensvollstreckers zu entheben sowie L. – Aktuar des Kreisamtes Poschiavo –  an 
seine Stelle einzusetzen, sofern keine Einsprache der Erben erhoben würde. Die 
Einsprache von S., Arno und P. wurde am 30. August 2003 unterschrieben und R. 
reichte sie zusammen mit seiner eigenen Stellungnahme und Einsprache am 6. 
September 2003 ein.

J. Der Vizekreispräsident Poschiavo verfügte am 25. März 2004 in seiner 
Funktion als Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker was folgt:

„1. L., viene incaricato di

a) determinare la sostanza circolante e fissa dei beni interlasciati dai 
coniugi X. Und Y.;

b) aggiornare contabilmente tutte le transazioni finanziarie;

c) verificare, presso il notaio di Circolo, Signor Martino Luminati, l’esatta 
volontà del testatore in merito al punto 7 del testamento;

d) determinare, per quanto possibile, gli anticipi d’eredità ricevuti dai fi-
gli;

e) presentare un atto di divisione in base alle verifiche di quanto emerso 
nella considerazione dei punti a-d.

2. R. presenta tutta la documentazione in suo possesso entro 20 giorni dalla 
presente comunicazione.

3. I costi relativi all’allestimento di quanto esposto sono a carico della massa 
ereditaria.”

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K. Das Kantonsgerichtspräsidium trat mit Verfügung vom 24. Juni 2004 
auf einen dagegen gerichteten Rekurs des R. wegen verspäteter Einreichung nicht 
ein.

L. Mit Vergleich vom 26. Mai resp. 8. Juni 2005 einigte sich die Erbenge-
meinschaft über das Ausscheiden von G. aus der Erbengemeinschaft, wofür er zu-
sätzlich mit Fr. 9'600.- entschädigt wurde. 

M. G. verlangte mit Eingabe vom 15. Juni 2005 an das Kreisamt Po-
schiavo die Abschreibung des Verfahrens infolge Vergleichs. Von der Aufsichts-
behörde wurde auch ein Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen ver-
langt, da sich die Erben in Ziff. 6 des Vergleiches geeinigt hatten, diese Frage dem 
Vizepräsidenten des Kreisamtes vorzulegen. G. beantragte die vollumfängliche 
Überbindung der Kosten an R.. Mit Stellungnahme vom 12. August 2005 schloss R. 
seinerseits, sämtliche Verfahrenskosten G. aufzuerlegen und ihn zu einer ausser-
gerichtlichen Entschädigung zu verpflichten.

N. Mit Abschreibungsbeschluss vom 14. Dezember 2005 verfügte der Vi-
zekreispräsident Poschiavo die Aufhebung der Kontosperre (Konto Nr. 221-
422.953.40B). Die Gerichtskosten von Fr. 650.- wurden vollumfänglich R. auferlegt, 
welcher gleichzeitig zur Bezahlung einer aussergerichtlichen Entschädigung an G. 
verpflichtet wurde. 

O. Dagegen reichte R. am 3. Januar 2006 Rekurs beim Kantonsgerichts-
präsidenten Graubünden ein mit dem Begehren:

„1. Ziff. 2 und 3 des beiliegenden Beschlusses (Beilage 1) des Kreisamtes 
Poschiavo vom 14. Dezember 2005 sei aufzuheben.

2. Die amtlichen Kosten seien G.  aufzuerlegen.

3. G. sei zu verpflichten, R., eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 
3000.- zuzüglich MWSt zu bezahlen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von G. und der Vor-
instanz.“

P. Das Kreisamt Poschiavo verzichtete mit Schreiben vom 24. Januar 
2006 auf das Einreichen einer schriftlichen Stellungnahme. 

G. liess sich am 24. Januar 2006 vernehmen. Er beantragte die Abweisung 
des Rekurses unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kostenfolge.

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Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwä-
gungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im Folgenden einge-
gangen.

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1.a) Gemäss Art. 12 Abs. 1 des EGzZGB können Entscheide des Kreisprä-
sidenten, sofern das Gesetz nichts anderes anordnet, innert zwanzig Tagen durch 
schriftlich begründeten Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium angefochten wer-
den. Nach gefestigter Rechtssprechung des Kantonsgerichts Graubünden sind Ent-
scheide über die Kostenverteilung mit dem gleichen Rechtsmittel anzufechten, das 
gegen das Sach- oder Prozessurteil gegeben ist (vgl. PKG 1996 Nr. 21; PKG 2002 
Nr. 44). Hingegen erfolgt die Anfechtung der Kostenhöhe mittels Beschwerde an 
den Kantonsgerichtsauschuss. Vorliegend entschied der Vizekreispräsident Po-
schiavo in der Abschreibungsverfügung vom 14. Dezember 2005 über die Vertei-
lung der Kosten. Der Rekurs wurde vom Rekurrenten richtigerweise dem Präsiden-
ten des Kantonsgerichtes eingereicht, und nicht wie fälschlicherweise in der Rechts-
mittelbelehrung des Vizekreispräsidenten Poschiavo angegeben an den Ausschuss 
des Kantonsgerichtes. 

b) Gegen den Abschreibungsbeschluss vom 14. Dezember 2005 reichte 
R. am 3. Januar 2006 Rekurs beim Kantonsgericht ein. Die Frist von 20 Tagen 
wurde somit eingehalten. Wie in PKG 2002 Nr. 44, Erw. 1 a) festgehalten wurde, 
stellt das Verfahren betreffend Aufsicht über die Willensvollstrecker im Rahmen der 
freiwilligen Gerichtsbarkeit ein Summarverfahren sui generis dar. Das EGzZGB 
schreibt in Art. 10 für solche Verfahren die Geltung der Vorschriften über das sum-
marische Verfahren gemäss ZPO vor, wobei wiederum aus Art. 62 Abs. 2 Ziff. 4 und 
7 ZPO hervorgeht, dass die Gerichtsferien – in casu die Weihnachtsgerichtsferien 
– im vorliegenden Fall unbeachtlich sind. Der Rekurs wurde am letzten Tag der 
Rekursfrist eingereicht. Demnach ist auf den frist- und formgerecht eingereichten 
Rekurs einzutreten.

2. Für das Rechtsmittelverfahren verweist Art. 12 Abs. 3 EGzZGB auf die 
Vorschriften der Zivilprozessordnung über die Beschwerde wegen Gesetzesverlet-
zung nach Art. 232 ff. ZPO. Aus der ratio legis geht hervor, dass dem Kantonsge-
richtspräsidenten im Rekursverfahren eine umfassende Kognition zusteht, die auch 

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die Möglichkeit zur Ermessenskontrolle beinhaltet (PKG 2002 Nr. 44, Erw. 1b). Er 
ist weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht an den Entscheid der Vorin-
stanz gebunden.

3. Der Rekurrent beanstandet die Verteilung der Prozesskosten und die 
Zusprechung der ausseramtlichen Entschädigung. Im EGzZGB besteht keine be-
sondere Kostenregelungsnorm für das Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit. 
Art. 10 EGzZGB verweist aber auf die Vorschriften der ZPO über das summarische 
Verfahren, in welchem hinsichtlich der Kostenauflage die Regeln des ordentlichen 
Verfahrens gelten (Art. 138 i.V.m. Art. 136 Abs. 2 ZPO). Vorliegend konnte das Ver-
fahren auf Grund des Ausscheidens von G. aus der Erbengemeinschaft abgeschrie-
ben werden. Grundsätzlich wurde das Verfahren somit gegenstandlos, so dass das 
Gericht nach Ermessen über die gerichtliche und aussergerichtliche Kostenfolge 
entscheidet. (Art. 122 Abs. 4 ZPO). Dabei berücksichtigt es etwa, welche Partei das 
abgeschriebene Verfahren veranlasst hat und welche Partei vermutlich obsiegt 
hätte (PKG 1998 Nr. 1; 1987 Nr. 25; vgl. auch ZR 80 Nr. 11).

Der Vizekreispräsident Poschiavo überband die gerichtlichen und ausserge-
richtlichen Kosten vollständig R.. Offensichtlich kam er deshalb zu diesem Schluss, 
weil er die Beschwerde gegen den Willensvollstrecker als begründet erachtete. („Ne 
consegue pertanto che le spese della presente procedura devono essere sopportate dal 
convenuto per una gestione della fattispecie formalmente non conforme.”;angefochtene 
Verfügung S. 4 Ziff. 9).

Für den Entscheid über die Kostenfolgen ist somit die materiellrechtliche 
Seite der Aufsichtsbeschwerde zu prüfen, d.h. insbesondere ob die Anträge im Ge-
such überhaupt statthaft und gegebenenfalls begründet gewesen wären. Vorerst ist 
festzustellen, dass der Vizekreispräsident richtigerweise die Kosten nicht dem 
Nachlass auferlegt hat, da es hier um die Rechte und Pflichten des Willensvollstre-
ckers geht und nicht um eine eigentliche Nachlassstreitigkeit (Bracher, Der Willens-
vollstrecker, Diss. Zürich 1965, S.136).

4. In der Aufsichtsbeschwerde von G. vom 26. Februar 2003 lautete das 
erste Rechtsbegehren:

“1. L’esecutore testamentario sia obbligato a presentare una contabilità com-
pleta e unitaria dalla quale risultino specularmente la sostanza e le sin-
gole operazioni in relazione ai beni successori amministrati.”

Grundsätzlich besteht für den Willensvollstecker die Pflicht zur Aufnahme ei-
nes Inventars zu Beginn seiner Tätigkeit. Das Inventar dient dazu, dass der Willens-

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vollstrecker sich eine Übersicht über den Nachlass verschafft (vgl. Karrer, in: Hon-
sell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, ZGB II, Ba-
sel 2003, N 16 zu Art. 518 ZGB; Druey, in: Druey/Breitschmid, Willensvollstreckung, 
Bern 2001, S. 9; Studer, in: Druey/Breitschmid, Willensvollstreckung, Bern 2001, S. 
79; Künzle, Willensvollstreckung – Aktuelle Rechtsprobleme, Zürich 2004, S. 16). 
Ausserdem ist er verpflichtet, regelmässig einen Rechenschaftsbericht abzulegen. 
Dazu gehört eine aktuelle, belegte Aufstellung über Aktiven und Passiven (Karrer, 
BSK, N 17 zu Art. 518 ZGB).

Der Willensvollstrecker R. hat kein Inventar erstellt und auch nicht periodi-
sche Rechenschaftsberichte an die Erben im Sinne einer Auflistung der Aktiven und 
Passiven zugestellt. Letzteres tat er erst im Verlaufe des Verfahrens vor dem Kreis-
amt Poschiavo. Dazu ist aber zu berücksichtigen, dass gemäss Testament von X. 
der Ehefrau die Nutzniessung am gesamten Nachlass des Ehemanns zustand (Art. 
473 ZGB). Grundsätzlich wäre – zumindest auf dem Papier – eine güterrechtliche 
Auseinandersetzung vorzunehmen gewesen. Mit dem Tod eines Ehegatten wird der 
Güterstand aufgelöst (Art. 204 Abs. 1 ZGB). Danach müssen die Errungenschaft 
und das Eigengut jedes Ehegatten nach ihrem Bestand im Todeszeitpunkt ausge-
schieden werden (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Dem verbleibenden Ehegatten steht aus 
Güterrecht die Hälfte des Vorschlages des anderen zu (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Erst 
dann wäre über den Nachlass des Ehemannes das Inventar aufzunehmen gewe-
sen. Dass dies nicht geschah, ist einerseits aus Pietätsgründen verständlich. Die 
Mutter befand sich in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und man ahnte, 
dass sie nicht mehr lange leben würde (vgl. Brief von R. an die Erben vom 11. Ja-
nuar 2001). Gemäss R. beanspruchte Y. im Übrigen nichts vom Nachlass und ver-
zichtete auf güterrechtliche Ansprüche. Die Geschwister wurden mit Zustellung von 
neun Rundschreiben über die Schliessung der Bankkonten und deren Aufteilung, 
den Saldo der verbliebenen Konten nach dem Tode beider Eltern (vgl. Beilage zum 
Brief von R. vom 26. November 2001), den Verkauf des elterlichen Hauses und die 
Baueinsprache gegen den Nachbarn informiert. Bei Abschluss seiner Tätigkeit 
übermittelte R. mit Schreiben vom 17. Dezember 2002 allen Erben eine umfangrei-
che Sammlung von Bankauszügen, aus denen die als Willensvollstrecker getätigten 
Transaktionen auf den Konten beider Eltern ersichtlich waren. Die Geschwister ha-
ben sich deswegen bis zur Aufsichtsbeschwerde auch nicht beschwert. Sie hätten 
es jedoch jederzeit verlangen können, doch offenbar haben sie es aus den gleichen 
moralischen Gründen wie ihr Bruder R. unterlassen und sich mit den Anzeigen be-
gnügt. Ausserdem hatten alle Erben eigene Kenntnisse über die Mobilien und die 
Liegenschaft. So geht zum Beispiel aus den Akten geht hervor, dass sich die Erben 

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Ende April 2002 in Poschiavo eingefunden hatten, um über das bewegliche Inventar 
des Hauses zu diskutieren. Es liegt eine „Tagesordnung“ vor, aus der ersichtlich ist, 
dass die Erben über den ganzen Hausrat gemeinsam entscheiden wollten. Sie hat-
ten sich darüber geeinigt, dass jeder das nehmen konnte, was er wollte (vgl. auch 
Brief von R. vom 15. Oktober 2002). Aus diesen Schreiben geht hervor, dass sowohl 
der Willensvollstrecker als auch die Miterben genauestens im Bild waren, was an 
Inventar im Haus war. Obwohl grundsätzlich die Pflicht besteht, ein Inventar aufzu-
nehmen und periodisch Rechenschaft abzulegen, ist R. unter den gegebenen Um-
ständen kein grosser Vorwurf zu machen, hatte er doch selbst eine genaue Über-
sicht über den Nachlass. Es ist auch erstellt, dass G. diesen Vorwurf bereits am 15. 
Juli 2003 wieder zurückgenommen hat.

5. Das Rechtsbegehren Nr. 2 wurde wie folgt formuliert:

“2. L’esecutore testamentario sia obbligato ad allestire un atto di divisione 
secondo i crismi legali che, nel rispetto del testamento pubblico di X. del 
3 novembre 2000, tenga conto della cifra 7 dello stesso ai sensi della 
quale gli anticipi ereditari devoluti dal testatario devono essere conteg-
giati senza aggravio di interessi.”

Dieses Begehren um Ausarbeitung eines Teilungsentwurfs unter Berücksich-
tigung der Ausgleichungspflicht war offenbar der Hauptgrund für die Aufsichtsbe-
schwerde. Der Erbe G. teilte die Auslegung der Ziff. 7 des väterlichen Testaments 
der anderen vier Erben nicht. Von Gesetzes wegen hat der Willensvollstrecker wohl 
die Pflicht zur Vorbereitung der Teilung (Breitschmid, in: Druey/Breitschmid, Wil-
lensvollstreckung, Bern 2001, S. 166; Karrer, BSK, N 53 zu Art. 518 ZGB). Der Tei-
lungsvorschlag muss sodann von allen Erben genehmigt werden; lehnt ein Erbe ab, 
kann der Willensvollstrecker den Vorschlag nicht von sich aus als verbindlich er-
klären. Er ist insbesondere nicht befugt, über Streitfragen unter den Erben zu ent-
scheiden (Karrer, BSK, N 62 zu Art. 518 ZGB; Piotet, in SPR IV/1, Erbrecht, Basel 
1978, S. 167). Solche Fragen – wie hier die streitige Testamentsauslegung – fallen 
in die Kompetenz des ordentlichen Zivilrichters im Rahmen z.B. der Erbteilungs-
klage (Karrer, BSK, N 22 zu Art. 595 ZGB). Der Vizekreispräsident konnte dem Wil-
lensvollstrecker somit von vorneherein keine derartige Pflicht auferlegen wie im 
Rechtsbegehren gewünscht. Das zweite Rechtsbegehren war somit unzulässig und 
der Vizekreispräsident hätte darauf gar nicht eintreten dürfen.

6. Unter Ziff. 3 der Aufsichtsbeschwerde verlangte G. die Sperrung des 
mütterlichen Kontos Nr. 221-422.953.40B, auf dem unverteilt noch Fr. 146'595.90 
lagen. Der Vizekreispräsident kam diesem Begehren mit Verfügung vom 4. März 
2003 nach. Das Begehren stand in klarem Zusammenhang mit dem Rechtsbegeh-

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ren in Ziff. 2 des Testaments (s.o.), denn G. wollte nicht, dass das Restvermögen 
ohne Ausgleichung gleichmässig auf die Miterben verteilt würde.

Der Willensvollstrecker hat grundsätzlich weit reichende Verfügungskompe-
tenz (vgl. Karrer, BSK, N 34 ff zu Art. 518 ZGB). Wie bereits oben festgestellt, darf 
der Willensvollstrecker die Teilung nicht nach seinem Gutdünken vornehmen, son-
dern nur, wenn alle Erben mit dem Teilungsvorschlag einverstanden sind. Dieses 
Prinzip gilt auch bei der partiellen Erbteilung. Wie der bisherige Verlauf der Erbtei-
lung zeigt, war sich auch R. dessen bewusst. Er wusste zudem vom Auslegungs-
streit bezüglich der Testamentsziffer 7. In den Akten finden sich keine Anhalts-
punkte dafür, dass er diese Restsumme ohne Einigung unter den Erben verteilt 
hätte. Aus seinem Rundschreiben vom 17. Dezember 2002 geht hervor, dass er 
von diesem Konto erst alle noch anfallenden Erbschaftsgebühren und -steuern be-
zahlen wollte; solange diese Beträge nicht bekannt waren, hätte er die Restsumme 
aller Wahrscheinlichkeit nach unangetastet gelassen. Zu berücksichtigen ist so-
dann, dass im Rahmen einer Aufsichtsbeschwerde vom Willensvollstrecker ein 
Grund zum Einschreiten gesetzt worden sein muss, welcher mindestens in einer 
Pflichtverletzung von gewisser Relevanz besteht (Karrer, BSK, N 22 zu Art. 595 
ZGB). Keine Pflichtverletzung ist hingegen darin zu erblicken, dass der Willensvoll-
strecker eine andere Meinung als G. bezüglich der Ausgleichung vertrat, da darüber 
ohnehin nur der ordentliche Richter hätte befinden können. Unter den gegebenen 
Umständen wäre das Begehren 3 auch abzuweisen gewesen.

7. Was die Entschädigung des Willensvollstreckers angeht, beantragte 
G. in Ziff. 4 des Rechtsbegehrens, dass R. eine detaillierte Honorarabrechnung mit 
Belegen erstelle. Es ist unbestritten, dass der Willensvollstrecker einen Anspruch 
auf Entschädigung hat. Der Anspruch ist zwingender Natur und ergibt sich bereits 
aus Art. 517 Abs. 3 ZGB. Er beinhaltet eine angemessene Vergütung und daneben 
besteht ein auftragsrechtlicher Anspruch auf Ersatz von Spesen (Art. 402 Abs. 1 
OR). Üblich ist, dass der Willensvollstrecker bei Beendigung seiner Tätigkeit eine 
separate, detaillierte Schlussabrechnung über die geleistete Arbeit erstellt (Karrer, 
BSK, N 32 zu Art. 517 ZGB). Dies gilt vor allem dann, wenn es sich um professio-
nelle Willensvollstrecker wie Anwälte, Notare oder Treuhänder handelt. Möglich ist 
aber auch die Vereinbarung einer Honorarpauschale, worauf im vorliegenden Fall 
offenkundig zu schliessen ist (Breitschmid, in: Künzle, a.a.O., S. 16). Im Schreiben 
vom 28. Oktober 2002 von R. an die Erben teilte er diesen mit, für seine Arbeit Fr. 
3000.-- pro Erbe verrechnen zu wollen, die er in den letzten drei Monaten des Jahres 
beziehen wolle. Er fügte hinzu, dass die Erben ihm vor Ende Jahr mitteilen sollten, 
ob sie evtl. bereit wären, ihm mehr zu vergüten. Diese in dieser Form wahrscheinlich 

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nicht ganz ernst gemeinte Äusserung hatte aber immerhin den Sinn, dass die Erben 
in dieser Zeitspanne Einwände erheben sollten, falls sie mit dem Honorar nicht ein-
verstanden gewesen wären, ansonsten R. die vorgeschlagene Honorarpauschale 
eben als genehmigt betrachten würde. Bei den Akten liegt keine Beanstandung be-
züglich des Honorars innert dieser Frist, so dass der Willensvollstrecker in guten 
Treuen davon ausgehen durfte, dass alle Erben mit der Höhe seines Honorars ein-
verstanden sind. Wenn G. das Honorar bzw. die Honorarabrechnung erst im Zu-
sammenhang mit der vorliegenden Aufsichtsbeschwerde beanstandet, so ist sein 
Vorbringen von vorneherein verspätet. Abgesehen davon wäre der Vizekreispräsi-
dent auch gar nicht zur Überprüfung von Honoraransprüchen des Willensvollstre-
ckers zuständig. Honorarstreitigkeiten zwischen Erben und Willensvollstrecker sind 
durch den ordentlichen Richter zu entscheiden (vgl. Karrer, BSK, N 34 zu Art. 517 
ZGB; Bracher, a.a.O., S.150). Dies hat G. denn auch in seiner Eingabe vom 15. Juli 
2003 erkannt und erklärte sich gar mit der Honorarforderung einverstanden. Auf 
Grund des Gesagten ist somit festzuhalten, dass der Vizekreispräsident auch auf 
dieses Begehren nicht hätte eintreten dürfen. 

8. In Ziffer 5 des Rechtsbegehrens der Aufsichtsbeschwerde stellte G. 
folgenden Antrag:

“5. Il Presidente di Circolo prenda d’ufficio tutti i provvedimenti necessari, 
impostigli dalla sua carica di autorità di sorveglianza sugli esecutori te-
stamentari.“

Grundsätzlich ist es möglich, dass der Kreispräsident in seiner Funktion als 
Aufsichtsbehörde von Amtes wegen einschreitet, in der Regel handelt er aber ledig-
lich auf Beschwerde hin. Das Recht, von sich aus tätig zu werden, muss sich viel-
mehr auf krasse Fälle beschränken (Karrer, BSK, N 98 zu Art. 518, N 23 zu Art. 595 
ZGB; Druey, Grundriss des Erbrechts, 5. Aufl., Bern 2002, §14 N 48-49). Da im 
vorliegenden Fall keine ins Gewicht fallenden Pflichtverletzungen des Willensvoll-
streckers vorliegen, drängte sich von vornherein kein Einschreiten der Aufsichts-
behörde von Amtes wegen unter irgendeinem Titel auf. Überdies ist dieses Begeh-
ren zu vage und zu unklar formuliert, um als Beschwerdeantrag das konkrete Han-
deln des Vizekreispräsidenten nach sich ziehen zu können. Es hätte in der Be-
schwerde gesagt werden müssen, welche weiteren Massnahmen die Aufsichts-
behörde noch zu treffen habe und aus welchen Gründen. Deshalb hätte der Vize-
kreispräsident auch darauf nicht eintreten können.

9. Betrachtet man unter den bisherigen Gesichtspunkten die Zwischen-
verfügung vom 25. März 2004, wird deutlich, dass diese einer näheren Überprüfung 

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ebenfalls nicht standhält. Sie kam nämlich einer Absetzung des Willensvollstreckers 
gleich, die nur bei grober Pflichtverletzung verfügt werden darf (Karrer, BSK, N 104 
zu Art. 518). Eine solche liegt – wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht 
– bei weitem nicht vor. Es hätte allenfalls genügt, den Willensvollstrecker zur Auf-
nahme eines eigentlichen Inventars und zur buchhalterischen Auflistung der finan-
ziellen Transaktionen anzuhalten, zumal dieser dazu offensichtlich in der Lage ge-
wesen wäre und sich auch nie geweigert hat, eine solche Arbeit auf sich zu nehmen. 
Die übrigen Punkte der Verfügung (Abklärung des rechtlichen Inhalts von Ziffer 7 
des Testaments, Bestimmung der Erbvorbezüge und Erstellung eines Teilungsvor-
schlages auf dieser Grundlage) waren wie bereits erwähnt unhaltbar. 

An der Unrichtigkeit der Zwischenverfügung ändert auch nichts, dass der 
Kantonsgerichtspräsident auf den Rekurs von R. vom 30. April 2004 wegen Ver-
spätung nicht eintreten konnte. Im Rahmen der Kostenüberprüfung ist sie trotzdem 
zu beurteilen, da entgegen der Verfügung vom 25. März 2004 alle Kosten des Ver-
fahrens R. auferlegt wurden. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, 
dass auch auf Grund der fraglichen Zwischenverfügung kein Grund besteht, R. mit 
Kosten zu belasten.

10. Kein Grund zur Kostenauflage bildet der Umstand, dass die Miterben 
G. im Rahmen der subjektiv-partiellen Erbteilung, mittels welcher er aus der Erben-
gemeinschaft ausgeschieden ist, finanziell entgegengekommen sind. Dies ist kein 
Eingeständnis, dass das Testament im Sinne von G. auszulegen ist, sondern hatte 
zweifellos den Grund darin, die Erbteilung in Frieden beenden zu können. Ebenso 
wenig muss sich R. vorwerfen lassen, er habe sich im Rahmen der Teilung des 
mütterlichen Nachlasses als Willensvollstrecker betätigt, ohne formell eingesetzt 
worden zu sein. Letzteres trifft wohl zu, indessen war ja auch der Nachlass des 
Vaters ungeteilt, welcher mit jenem der Mutter vermengt war. Zudem hatte X. in 
seinem Testament auch gewisse Teilungsanordnungen für die Zeit nach dem Tode 
von Y. X. und Y., also für den Gesamtnachlass, getroffen (Ziff. 5 und 6), mit deren 
Vollstreckung ebenfalls R. betraut wurde. Ob dies rechtlich zulässig war, kann heute 
dahingestellt bleiben. Auf jeden Fall waren offenbar alle damit einverstanden, dass 
R. als „Willensvollstrecker“ für den gesamten Nachlass tätig war. Die Miterben lies-
sen ihn gewähren, nahmen Zahlungen und Informationen entgegen. Dies ist - als 
durch konkludentes Verhalten der Erben genehmigte - gewillkürte Stellvertretung im 
Sinne von Art. 38 Abs. 1 OR anzusehen.

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Zusammenfassend kann dem Willensvollstrecker nur vorgehalten werden, 
dass er kein Eingangsinventar aufgenommen und einen eigentlichen Rechen-
schaftsbericht mit Aufführung der Aktiven und Passiven erst im Rahmen des Ver-
fahrens vor Kreisamt erstellt hat. Dafür hätte eine entsprechende Weisung des Vi-
zekreispräsidenten genügt. Die Beschwerde hätte somit nur zu einem geringen Teil 
gutgeheissen werden können, so dass der Kostenspruch des Vizekreispräsidenten 
entsprechend anzupassen ist. Als angemessen erscheint dabei, die Kosten des 
Kreisamtes Poschiavo zu drei Vierteln G. (Fr. 487.50 von Fr. 650.-) und zu einem 
Viertel R. (Fr. 162.50 von Fr. 650.-) aufzuerlegen. Ausserdem hat G. dem Gesuchs-
gegner für das vorinstanzliche Verfahren eine reduzierte aussergerichtliche Ent-
schädigung auszurichten.

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Rekurs-
verfahrens von Fr. 1'200.- ebenfalls zu drei Vierteln zu Lasten von G. und zu einem 
Viertel zu Lasten von R.. Aussergerichtlich hat G. dem Rekurrenten eine reduzierte 
Entschädigung zu bezahlen.

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 2 und 3 der angefoch-
tenen Verfügung werden aufgehoben.

2. Die Kosten des Kreisamtes Poschiavo von Fr. 650.- gehen zu drei Vierteln 
zu Lasten des G. und zu einem Viertel zu Lasten des R.. G. hat überdies R. 
für das Verfahren vor Kreisamt Poschiavo aussergerichtlich mit Fr. 1500.- 
einschliesslich Mehrwertsteuer zu entschädigen.

3. Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1200.- gehen zu einem Viertel zu 
Lasten des Rekurrenten und zu drei Vierteln zu Lasten des Rekursgegners, 
welcher den Rekurrenten aussergerichtlich mit Fr. 800.- zu entschädigen hat.

4. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: