# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45130dfc-2773-5ff0-8a5a-427b9c7c1a0f
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-29
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 29.05.2020 2020_OG V 19 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2020-OG-V-19-50_2020-05-29.pdf

## Full Text

Berufliche Vorsorge. Art. 23 lit. a BVG. Anspruch auf eine Invalidenrente der 
Berufsvorsorgeversicherung. Enger sachlicher Zusammenhang zwischen relevanter 
Arbeitsunfähigkeit und nachfolgender Invalidität. Dieser ist zu verneinen, wenn das 
erste Leiden durch ein zweites, anderes überlagert oder abgelöst wird, wobei das 
letzte für die Invalidisierung den Ausschlag gibt. Der sachliche Zusammenhang kann 
auch gegeben sein, wenn die bei noch bestehender Versicherungsdeckung 
eingetretene Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine Rente der 
Invalidenversicherung begründende, allenfalls auch berufsvorsorgerechtliche 
Leistungen auslösende Invalidität jedoch psychisch bedingt ist. Notwendige, aber 
nicht hinreichende Bedingung hierfür ist, dass das psychische Leiden sich schon 
während des Vorsorgeverhältnisses manifestierte und das Krankheitsgeschehen 
erkennbar mitprägte. An den entsprechenden Nachweis dürfen keine zu geringen 
Anforderungen gestellt werden. Verlangt sind grundsätzlich echtzeitliche Belege, aus 
denen sich allenfalls im Verbund mit späteren fachärztlichen Berichten gewichtige 
Anhaltspunkte ergeben, wonach bei noch bestehender Versicherungsdeckung 
psychische Beeinträchtigungen mit Auswirkungen auf das Krankheitsgeschehen 
bestanden. Im konkreten Fall war das gesundheitliche Geschehen der Klägerin 
geprägt von einem anfänglich somatischen Beschwerdebild, welches in der Folge 
psychisch überlagert beziehungsweise durch ein psychisches Leiden abgelöst 
wurde, wobei das psychische Leiden für die Invalidisierung den Ausschlag gab. In 
den Akten fanden sich keine echtzeitlichen Belege für ein sich während des 
Vorsorgeverhältnisses manifestierendes und das Krankheitsgeschehen erkennbar 
mitprägendes psychisches Leiden. Dieses trat erst nach dem Ende des 
Vorsorgeverhältnisses zutage, was den engen sachlichen Zusammenhang und damit 
eine Leistungsflicht der beklagten Vorsorgeeinrichtung ausschloss. Abweisung der 
verwaltungsrechtlichen Klage.  
 
Obergericht, 29. Mai 2020, OG V 19 50