# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d5b5cff-f48b-522e-8e88-7cfd09127258
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.06.2021 SK 2020 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-9_2021-06-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 9

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Juni 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), Oberrichter Aebi, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

Veterinärdienst des Kantons Bern, Münsterplatz 3a, Postfach, 
3000 Bern 8

Behörde mit Parteirechten

Gegenstand Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, falsches ärztliches 
Zeugnis

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 25.07.2019 (PEN 19 122)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 25. Juli 2019 erklärte das Regionalgericht Oberland (nachfolgend 
Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldigter) des falschen ärztlichen 
Zeugnisses und der Tierquälerei schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten 
Geldstrafe von 48 Tagessätzen zu CHF 380.00, einer Verbindungsbusse von 
CHF 4'560.00 sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 2'396.00 (pag. 227 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, am 8. August 2019 fristgerecht Berufung an (pag. 235). Nachdem den 
Parteien mit Datum vom 6. Januar 2020 die schriftliche Urteilsbegründung zuge-
stellt worden war (pag. 263), reichte er ebenfalls form- und fristgerecht die auf den 
27. Januar 2020 datierte Berufungserklärung ein (pag. 269). Darin erklärte der Be-
schuldigte, das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich anzufechten.

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 4. Februar 2020 auf 
die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 279). Der Veterinärdienst der 
Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern (nachfolgend Vete-
rinärdienst) teilte am 18. Februar 2020 mit, weder Anschlussberufung zu erklären 
noch ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (pag. 284).

3. Schriftliches Verfahren

Mit Einverständnis der Parteien ordnete die Kammer mit Beschluss vom 
2. April 2020 die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens an und forderte den 
Beschuldigten auf, innert Frist eine schriftliche Begründung der Berufung einzurei-
chen (pag. 288 und pag. 290). Nach zweimalig erstreckter Frist reichte der Be-
schuldigte die Berufungsbegründung vom 26. Juni 2020 ein (pag. 319). Die Stel-
lungnahme des Veterinärdienstes datiert vom 28. September 2020 und ging eben-
falls innert der zweimalig erstreckten Frist beim Obergericht ein (pag. 365). Der Be-
schuldigte reichte am 7. Dezember 2020 eine Replik ein (pag. 389), die Duplik des 
Veterinärdienstes datiert vom 27. Januar 2021 (pag. 419).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Rahmen der Berufungserklärung vom 27. Januar 2020 stellte der Beschuldigte 
den Antrag, es sei ein gerichtlich zu bestimmender neutraler und ausserkantonaler 
Sachverständiger mit der Klärung verschiedener Fragen zu beauftragen (pag. 271). 
Diese Beweisanträge wurden mit Beschluss vom 2. April 2020 und unter Verweis 
auf die Stellungnahme des Veterinärdienstes vom 18. Februar 2020 abgewiesen 
(pag. 284 und pag. 290).

3

Von Amtes wegen wurden ein aktueller Strafregisterauszug sowie ein Leumunds-
bericht inkl. Erhebung der wirtschaftlichen Verhältnisse über den Beschuldigten 
eingeholt (pag. 295 und pag. 296).

Weiter wurden die vom Beschuldigten auf Aufforderung hin eingereichten Steuer-
unterlagen aus dem Jahr 2018 zu den Akten genommen (pag. 345).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge des Beschuldigten

Der Beschuldigte stellte im Rahmen seiner schriftlichen Berufungsbegründung vom 
26. Juni 2020 sowie der Replik vom 7. Dezember 2020 folgende Anträge (pag. 320 
und pag. 390):

1. Es sei Ziffer I. (Schuldspruch Ziffer 1 und 2, Verurteilung Ziffer 3, 4 und 5) des Dispositivs des 
Urteils PEN 19 122 vom 25. Juli 2019 vollumfänglich aufzuheben.

2. A.________, sei vom Vorwurf des falschen ärztlichen Zeugnisses, angeblich begangen am 
2. Juni 2018 in C.________, vollumfänglich freizusprechen.

3. A.________, sei vom Vorwurf der Tierquälerei, angeblich begangen am 2. Juni 2018 in 
C.________, vollumfänglich freizusprechen.

4. Die Verfahrenskosten beider Instanzen seien vollumfänglich dem Kanton Bern zur Bezahlung 
aufzuerlegen.

5. Das Begehren von A.________ auf Zusprechung einer Parteientschädigung sei gutzuheissen.

-- unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

5.2 Anträge des Veterinärdienstes

Der Veterinärdienst stellte in seiner Stellungnahme vom 28. September 2020 die 
folgenden Anträge, an denen er in der Duplik vom 27. Januar 2021 festhielt 
(pag. 376 und pag. 419):

1. A.________ sei schuldig zu erklären der Tierquälerei, festgestellt am 2. Juni 2018.

2. A.________ sei schuldig zu erklären des falschen ärztlichen Zeugnisses, festgestellt am 2. Juni 
2018.

3. A.________ sei zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen.

4. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien A.________ aufzuerlegen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten. Die 
Kammer hat das Urteil der Vorinstanz somit gesamthaft neu zu beurteilen. Sie ver-
fügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO; SR 312.0]). Da die Berufung ausschliesslich durch den Beschuldig-
ten erhoben wurde, darf die Kammer das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil 
des Beschuldigten abändern, sie ist an das Verschlechterungsverbot gemäss 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

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II. Verletzung des Anklagegrundsatzes

7. Vorbringen des Beschuldigten

Der Beschuldigte macht geltend, der Strafbefehl als Anklageschrift umschreibe den 
Sachverhalt in örtlicher und zeitlicher Hinsicht unzureichend, da als Tatzeitpunkt 
der 2. Juni 2018, ca. 14:00 Uhr und als Begehungsort «C.________» aufgeführt 
seien, obwohl der Beschuldigte das fragliche Transportfähigkeitszeugnis am frühen 
Morgen in D.________ erstellt habe und das Rind E.________ um 14:00 Uhr be-
reits geschlachtet gewesen sei. Die Vorinstanz habe selber eine unzureichende 
zeitliche und örtliche Umschreibung des angeklagten Sachverhalts eingestanden 
und habe dann trotzdem und unzutreffenderweise behauptet, der Strafbefehl sei 
genügend detailliert.

8. Beurteilung durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz hat im Zusammenhang mit der Verletzung des Anklagegrundsatzes 
Folgendes festgehalten (pag. 242 f., S. 3 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Der Strafbefehl enthält gemäss Art. 353 Abs. 1 lit. c StPO den Sachverhalt, welcher der beschuldigten 
Person zur Last gelegt wird. Wird gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben und entschliesst sich die 
Staatsanwaltschaft, am Strafbefehl festzuhalten, gilt dieser als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO). 
Die Umschreibung des Sachverhalts im Strafbefehl muss den Anforderungen an eine Anklage genü-
gen. Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der be-
schuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass 
die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind (BGE 140 IV 188 
E. 1.3). Kleinere Ungenauigkeiten in den Orts- und Zeitangaben führen nicht zur Unbeachtlichkeit der 
Anklage. Allgemein gilt, je gravierender die Vorwürfe, desto höhere Anforderungen sind an den An-
klagegrundsatz zu stellen. Ob die zeitliche und örtliche Umschreibung ausreicht, ist nicht abstrakt, 
sondern zusammen mit dem übrigen Inhalt der Anklage zu beurteilen. Zugleich bezweckt der Ankla-
gegrundsatz den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Unter diesem Gesichtspunkt muss die beschuldigte Per-
son aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Dies bedingt eine zureichende Um-
schreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlun-
gen er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidi-
gung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen 
Anschuldigungen konfrontiert zu werden. Solange klar ist, welcher Sachverhalt der beschuldigten 
Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass 
es zu keinem Schuldspruch kommen darf (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 19 2 + 3 vom 
12. September 2019 E. II./5.; BGE 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1; 140 IV 188 E. 1.3; Urteil 
6B_144/2018 vom 21. März 2019 E. 1.2; je mit Hinweisen, Urteil 6B_620/2018 vom 9. Oktober 2018 
E. 2.1 resp. Urteil 6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.2.). 

Aus dem Strafbefehl vom 11.12.2018 geht klar hervor, dass die geschilderten Umstände am 02.06.18 
in C.________ festgestellt wurden. Es wird dem Beschuldigten nicht vorgeworfen, die ihm zur Last 
gelegten Taten in C.________ begangen zu haben. Es ist unzweideutig, welche Vorfälle Gegenstand 
der Anklage bilden und welches Verhalten ihm angelastet wird (vgl. Ziff. 2.1 hiernach). Die Vorwürfe 

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sind in sachlicher sowie zeitlicher Hinsicht genügend präzise und der Beschuldigte weiss genau, um 
was für einen Sachverhalt es sich handelt und was ihm vorgeworfen wird. Entsprechend hat er sich 
auch verteidigen können und sein Anwalt hat bspw. einen Zeugen zu seiner Verteidigung aufgerufen. 
Ebenfalls ist der Inhalt des vorliegenden Strafverfahrens genügend umgrenzt. Es wäre überspitzt for-
malistisch, im vorliegenden Fall eine Verletzung des Anklagegrundsatzes aufgrund unzureichender 
zeitlicher und örtlicher Umschreibung anzunehmen. Der Strafbefehl ist genügend detailliert. Aufgrund 
der konkreten Vorwürfe sind im vorliegenden Fall keine höheren Anforderungen an den Anklage-
grundsatz zu stellen. Der Strafbefehl genügt dem Anklagegrundsatz folglich sowohl unter dem Ge-
sichtspunkt der Umgrenzungs- als auch der Informationsfunktion.

9. Erwägungen der Kammer

Vorab verweist die Kammer vollumfänglich auf die soeben zitierten theoretischen 
Ausführungen der Vorinstanz zum Anklagegrundsatz (siehe Ziff. 8 oben).

Auch den weiteren Erwägungen der Vorinstanz schliesst sich die Kammer an. Ins-
besondere erkennt sie entgegen der Argumentation der Verteidigung in den Aus-
führungen der Vorinstanz kein Eingeständnis einer unzureichenden zeitlichen und 
örtlichen Umschreibung. Die Vorinstanz hielt vielmehr deutlich fest, dass die Vor-
würfe ihrer Ansicht nach in sachlicher sowie zeitlicher Hinsicht genügend präzise 
umschrieben worden seien.

Im Strafbefehl vom 11. Dezember 2018 wird festgehalten, die dem Beschuldigten 
vorgeworfenen Handlungen seien am 2. Juni 2018, ca. 14:00 Uhr, in C.________ 
festgestellt worden (pag. 104). Bereits aus diesem Wortlaut ist ersichtlich, dass sich 
diese Angaben von Ort und Zeit auf die Feststellung der angeklagten Handlungen 
und nicht auf die Tathandlung beziehen. Aus der nachfolgenden Umschreibung des 
Sachverhalts lässt sich danach entnehmen, dass der Vorwurf auf der Bescheini-
gung der Transportfähigkeit des betroffenen Tiers am 2. Juni 2018 basiert, welche 
der Beschuldigte dem Eigentümer des Tiers vor der Durchführung des fraglichen 
Transports zukommen liess. Aus dem Strafbefehl geht somit ohne Weiteres hervor, 
welche konkreten Handlungen dem Beschuldigten zur Last gelegt werden und es 
war dem Beschuldigten gestützt auf diese Informationen möglich, sich angemessen 
gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Aufgrund des Vermerks auf dem Strafbefehl, 
wonach es sich bei der eingangs notierten Orts- und Zeitangabe um Ort und Zeit-
punkt der Feststellung der Handlungen handelte, ist zudem ausgeschlossen, dass 
der Beschuldigte deswegen irrtümlicherweise davon ausging, ihm werde eine an-
dere – am 2. Juni 2018 um 14:00 Uhr in C.________ begangene – Handlung zur 
Last gelegt. Die Sachverhaltsumschreibung im Strafbefehl vom 11. Dezember 2018 
genügt somit den Anforderungen von Art. 9 Abs. 1 StPO und verletzt den Anklage-
grundsatz nicht.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

10. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 244, S. 5 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

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11. Angeklagter Sachverhalt

Der Beschuldigte wurde gestützt auf den Strafbefehl vom 11. Dezember 2018 in 
zwei verschiedenen Punkten angeklagt, welche beide mit der Schlachtung des 
Rinds E.________ von F.________ mit der Identität CH .________ am 2. Juni 
2018 in Zusammenhang stehen.

Dem Beschuldigten wird zunächst vorgeworfen, er habe das verletzte Rind zur 
Notschlachtung in ein Schlachthaus befördern lassen, obwohl dieses aufgrund ei-
ner Wirbelsäulenfraktur nicht transportfähig gewesen sei und somit an Ort und Stel-
le hätte getötet werden müssen. Dadurch habe er in Kauf genommen, dass dem 
Rind unnötig starke Schmerzen und Leiden zugefügt wurden. Der Vorwurf lautet 
weiter, er habe die «Tierärztliche Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle» 
ausgefüllt, einen guten Gesundheitszustand und die Transportfähigkeit des Rindes 
.________ am 2. Juni 2018 attestiert und diese an F.________ versendet, obwohl 
er das verletzte Tier nie selber gesehen, geschweige denn untersucht habe 
(pag. 104).

12. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

12.1 Unbestrittener Rahmensachverhalt

Es ist unbestritten, dass das Rind E.________ mit der Identität CH .________ am 
1. Juni 2018 auf einer Wiese liegend aufgefunden und daraufhin ein Tierarzt ver-
ständigt wurde. Ein Mitarbeiter des Beschuldigten, G.________, untersuchte das 
Tier vor dem Mittag desselben Tages an Ort und Stelle und verabreichte ihm das 
Schmerzmittel Rifen mit einer Absetzfrist von 24 Stunden. Das Rind wurde darauf-
hin in Absprache mit dem Tierarzt durch den Tierhalter auf der gepolsterten Schau-
fel eines Metracs und in einem ebenfalls gepolsterten Viehanhänger zum Bauern-
hof in H.________ transportiert. In diesem Anhänger verblieb E.________ über 
Nacht (pag. 46 Z. 13 ff.). Am Samstagmorgen, 2. Juni 2018, entschieden sich die 
Tierhalter, das Rind zu schlachten und nahmen telefonisch Kontakt mit 
G.________ auf. Daraufhin stellte der Beschuldigte um ca. 07:00/07:30 Uhr die 
tierärztliche Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle aus und gab darin als 
Grund für die Schlachtung «Achillessehnenriss» an (pag. 22, pag. 195 Z. 31). Die 
Felder «Allgemeinbefinden», «Nährzustand», «Sinneswahrnehmung» und «Spezi-
elle Bemerkungen» markierte er mit einem Gutzeichen, die Frage nach der Tempe-
ratur beantwortete er mit 38.4 Grad, die nach der vorhandenen Transportfähigkeit 
mit «Ja». Das Feld «Behandlungen der letzten 10 Tage» mit der Frage nach «Me-
dikament und Applikationsart» sowie «Absetzfristen» strich er durch. Nach Erhalt 
dieser Bescheinigung transportierte I.________ das immer noch im selben Viehan-
hänger liegende Rind um 13:00 Uhr von H.________ nach C.________, wo um 
14:00 Uhr der Schlachttermin vereinbart worden war (pag. 47 Z. 63 und pag. 18). 
Der Transport dauerte 15-20 Minuten (pag. 201 Z. 19). Vor Ort wurde das Tier 
durch den anwesenden Amtstierarzt J.________ untersucht und letztendlich um 
14:15 Uhr geschlachtet (pag. 18 f.).

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die Bescheinigung über die Transportfähigkeit 
des Rinds E.________ am 2. Juni 2018 erstellt zu haben, ohne das Tier selber un-
tersucht zu haben (pag. 50 Z. 22, pag. 122 Z. 84 ff. und pag. 195 f. Z. 26 ff.).

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12.2 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet, mit seinem Vorgehen gegen gesetzliche Vorschriften 
verstossen zu haben. Er gibt an, das Rind E.________ sei am 2. Juni 2018 trans-
portfähig gewesen und er habe die strittige Bescheinigung gestützt auf die Unter-
suchung seines Mitarbeiters G.________ vom Vortag, eine telefonische Bespre-
chung mit letzterem sowie die telefonische Rücksprache mit den Tierhaltern durch 
G.________ am 2. Juni 2018 ausstellen dürfen. Insbesondere habe E.________ an 
keiner Wirbelsäulenverletzung gelitten. Eine erneute Untersuchung am 2. Ju-
ni 2018 sei nicht nötig gewesen. Damit bestreitet der Beschuldigte implizit eben-
falls, in Kauf genommen zu haben, dass dem Rind E.________ unnötig starke 
Schmerzen zugefügt wurden.

Die umstrittenen Sachverhaltselemente sind für beide Anklagepunkte gleichsam re-
levant, weshalb die nachfolgende Beweiswürdigung für beide Anklagepunkte ge-
meinsam vorgenommen wird.

13. Beweismittel

Auf die Aufzählung der vorhandenen Beweismittel der Vorinstanz wird grundsätz-
lich verwiesen (pag. 245, S. 6 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Hervorzu-
heben und zu ergänzen ist die Aufzählung um die bereits erwähnte tierärztliche 
Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle vom 2. Juni 2018 (pag. 22), die 
handschriftlichen Notizen auf deren Rückseite (pag. 23) sowie die Berichte von 
J.________ und G.________ (pag. 18 und pag. 53). Die diversen Unterlagen mit 
Fachinformationen zur Durchführung von Notschlachtungen sowie die damit ein-
hergehenden Pflichten dienen der Präzisierung von gesetzlichen Pflichten und 
werden deshalb im Rahmen der rechtlichen Würdigung beizuziehen sein (pag. 8, 
pag. 173 und pag. 219).

Im Folgenden werden die einzelnen Berichte und Aussagen zunächst einer Wahr-
heits- und Glaubhaftigkeitsanalyse unterzogen, bevor der Sachverhalt auf Basis 
dieser Analysen gesamthaft gewürdigt wird.

14. Beweiswürdigung

14.1 Bericht und Aussagen von J.________

14.1.1 Bericht «Fleischkontrolleur J.________, amtlicher Tierarzt K.________»

Ausgangpunkt für das vorliegende Strafverfahren bildet der Bericht «Fleischkontrol-
leur J.________, amtlicher Tierarzt K.________» (pag. 18 ff.). In diesem undatier-
ten Bericht rapportierte der Amtstierarzt J.________ seine Beobachtungen und Un-
tersuchungen anlässlich der Notschlachtung des Rinds CH .________ am 2. Juni 
2018. Anlässlich seiner um 14:00 Uhr durchgeführten klinischen Untersuchung des 
lebenden Tiers stellte er Folgendes fest: Das Rind sei in Seitenlage im Anhänger 
gelegen, mit nach hinten gestrecktem Kopf, bei einer Körpertemperatur von 
39.2 Grad. Das Rind sei sehr «gestresst» gewesen und feucht vom Schwitzen. Die 
Kreislaufverfassung sei eher instabil gewesen, bei beginnendem Kreislauf-
schock/Kollaps. Das Rind sei nicht in der Lage gewesen, seine Position zu ändern, 
geschweige denn in Brustlage zu kommen oder aufzustehen. Auf dem Rü-

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cken/Wirbelsäule habe er im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Unregelmässig-
keit und einen Druckschmerz festgestellt. Die Motorik und Sensibilität der beiden 
Hintergliedmassen und des Schwanzes seien vorhanden, jedoch leicht reduziert 
gewesen (pag. 18). J.________ beschrieb weiter, er habe weder am lebenden 
noch am toten Tier pathologische Veränderungen an den beiden Hintergliedmas-
sen, speziell an den Achillessehnen, feststellen können. Die beiden Achillessehnen 
seien vollständig intakt gewesen. Aufgrund der Fehldiagnose und entsprechender 
überflüssiger Behandlung mit einem Schmerzmittel/Entzündungshemmer mit 24-
stündiger Absetzfrist habe das Tier mit einer Fraktur der Wirbelsäule unter starken 
Schmerzen noch 24 Stunden überleben und ausharren müssen. Selbst bei einem 
Achillessehnenriss sei es aus veterinärmedizinischer Sicht fragwürdig, dass man 
ein solches Tier noch mit Schmerzmittel behandle und es nicht erlöse. Das Tier 
habe während des Transports bei vollem Bewusstsein und - wegen der Absetzfrist 
von 24 Stunden - nunmehr ohne Schmerzmittel unter starken Schmerzen gelitten. 
Das Rind sei am 2. Juni 2018 nicht transportfähig gewesen. Für ihn als berufliche 
Fachperson (praktizierender amtlicher Tierarzt und Fleischkontrolleur) sei nicht 
nachvollziehbar, warum man das Tier am 2. Juni 2018 nicht an Ort und Stelle mit 
einem Kopf-Bolzenschuss und anschliessender Ausblutung getötet habe 
(pag. 19 f.).

Er selber habe die Verdachtsdiagnose eines Wirbelsäulen-/Rückenmarkproblems 
auf Höhe der Lendenwirbelsäule gestellt. Bei der Untersuchung des Schlacht-
tierkörpers um 18:00 Uhr habe er eine Fraktur des Lendenwirbels IV-V mit Vorfall 
des Nucleus Pulposus der Bandscheibe auf der Innenseite (ventral) der Wirbelsäu-
le festgestellt. Er diagnostiziere deshalb eine partielle Frakturierung der Lendenwir-
belsäule im Bereich des L4-L5 Lendenwirbels mit Discus Hernie (Bandscheibenvor-
fall). Dadurch, dass die Bandscheibe nach ventral vorgefallen sei, sei das Rücken-
mark nicht stark in Mitleidenschaft gezogen worden, was die klinischen Symptome 
– fehlende Paraplegie oder Lähmungserscheinungen der Hinterbeine – erkläre. 
Durch diese Frakturierung der Lendenwirbelkörper und den Bandscheibenvorfall 
habe das Rind sicherlich sehr starke Rückenschmerzen gehabt, weshalb es auch 
nicht mehr aufgestanden sei oder seine Lageposition nicht mehr habe ändern kön-
nen (pag. 20). Die Laboranalyse der Fleischproben hätten einen erhöhten pH-Wert 
des Fleisches aufgezeigt, was bedeute, dass das Tier in den letzten Stunden vor 
der Schlachtung massiv unter Stress (Schmerzen) gestanden sei (pag. 20; mikro-
biologische Fleischuntersuchung: pag. 24).

14.1.2 Fotodokumentation J.________

Diese Ausführungen unterlegte J.________ mit diversen Fotos, auf denen das Rind 
wie im Bericht beschrieben seitwärts in einem mit Stroh und Schaumstoff ausgeleg-
ten Anhänger liegt, den Kopf abgedreht an der Vorderwand des Anhängers 
(pag. 18 und pag. 30 f.). Weitere Fotos zeigen Teile eines geschlachteten Tiers, auf 
denen an der Wirbelsäule ein Riss/Bruch zu sehen ist. Auf den Fotos ist dabei er-
kennbar, dass das Fleisch im Bereich des Risses und insbesondere unterhalb des-
selben im Vergleich zum restlichen Fleisch dunkel verfärbt ist und statt einer hellro-
ten eine violette Farbe angenommen hat (pag. 36 ff.).

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14.1.3 Aussagen vom 25. Juli 2019

J.________ wurde anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung am 25. Juli 2019 
befragt (pag. 207 ff.). Dabei gab er an, den undatierten Bericht «Fleischkontrolleur 
J.________» selber verfasst zu haben und bestätigte dessen Inhalt als richtig. Er 
habe den Bericht am Wochenende und an den folgenden Tagen verfasst. Den 
Fleischkontrollbefund habe er am 4. Juni 2018 erhalten und den Bericht im Nach-
gang zum Befund verfasst (pag. 207 Z. 28 ff.). Das Dokument zu Handen der 
Fleischkontrolle sei sehr wichtig und es müsse ehrlich ausgefüllt sein, da es nicht 
immer möglich sei, dass ein amtlicher Tierarzt bei der Notschlachtung anwesend 
sei. Wenn er das Tier nicht mehr lebend sehe, sehe er nur die Tierhälften im Kühl-
raum und müsse sich auf die Angaben des Tierarztes, welcher das Tier zum letzten 
Mal lebend gesehen habe, verlassen können (pag. 208 Z. 12). Auf Frage gab er 
an, bei einem kranken Tier und bei einer Notschlachtung müsse ein Tierarzt das 
Tier persönlich untersucht haben, bevor er die Transportfähigkeit bescheine 
(pag. 207 Z. 39 ff.). Die Tierärztin oder der Tierarzt entscheide, ob das Tier trans-
portfähig sei oder ob es vor Ort getötet werden müsse (pag. 208 Z. 4). Auf Frage, 
ob ein unter Stress oder Schmerzen stehendes Tier wiederkäue, gab er an, auf 
diese Frage als praktizierender Tierarzt Auskunft zu geben. Ein krankes Tier käue 
nicht wieder. Ein Tier, das am Boden festliege, sei schon stark beeinträchtigt 
(pag. 208 Z. 32).

14.1.4 Würdigung der Kammer

In Betrachtung dieser Einschätzungen und Aussagen kann vorweg festgehalten 
werden, dass die Kammer keine Hinweise darauf sieht, wonach J.________ diese 
nicht nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hätte. Es sind auch keine Um-
stände ersichtlich, welche ihn dazu bewegt haben könnten, den Beschuldigten mit 
seinem Bericht und seinen Aussagen in ungerechtfertigter Weise zu belasten. Sol-
che Umstände wurden von der Verteidigung auch nicht dargelegt. Aus diesen 
Gründen geht die Kammer gestützt auf die Aussagen von J.________ am 25. Juli 
2019 davon aus, dass er den undatierten Bericht in den Tagen nach der Untersu-
chung erstellt und wahrheitsgetreu verfasst hat, zumal seine Beobachtungen über 
den Zustand von E.________ mit den Laborergebnissen übereinstimmen 
(pag. 18 ff. und pag. 24). Entgegen den Vorbringen der Verteidigung hat die Kam-
mer auch keine Zweifel daran, dass auf den beigelegten Bildern eines geschlachte-
ten Tiers – wie von J.________ angegeben – das vorliegend strittige Rind 
E.________ abgebildet ist. Es sind in den Akten keine Hinweise ersichtlich, wes-
halb diese Bilder nicht in einer Reihe mit den Fotos erstellt worden sein sollen, auf 
denen das Tier dank der Ohrenmarke gut identifizierbar ist. Die Verteidigung bringt 
denn auch keine Elemente vor, die den Verdacht einer Verwechslung des Tierkör-
pers in Anwesenheit eines Amtstierarztes sowie zweier Metzger in irgendeiner 
Weise belegen könnten (vgl. «Anwesende» auf pag. 18). Zusammengefasst zwei-
felt die Kammer weder an der Wahrheit der von J.________ eingereichten Unterla-
gen noch an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.

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14.2 Aussagen von F.________

14.2.1 Aussagen vom 26. Juni 2018

Der Tierhalter des Rindes E.________, F.________, wurde am 26. Juni 2018 als 
Auskunftsperson befragt (pag. 45 ff.). F.________ schilderte, in der Nacht von 
Dienstag auf Mittwoch sei bei ihnen auf der Weide etwas vorgefallen; es seien Käl-
ber ausgebrochen. Sie hätten das betroffene Rind am Nachmittag in einem Dor-
nengebüsch gefunden, untersucht und mit einem Traktor und einem Viehanhänger 
wieder auf die Weide gebracht, da keine Biss- oder anderen Verletzungen festge-
stellt worden seien. Am nächsten Tag (Donnerstag) sei auf der Weide alles in Ord-
nung gewesen. Am Freitagmorgen habe seine Frau die Weide wieder kontrolliert, 
da sei das betroffene Tier am Boden gelegen. Noch vor dem Mittag sei der Tierarzt 
gekommen. In der Zwischenzeit hätten sie das Tier gesichert und jemand sei bei 
ihm geblieben, damit ihm nichts weiter passiere. Bei der Untersuchung sei er selber 
auch dabei gewesen. Zuerst sei der «Verdacht auf Kreuzband gewesen». Sie hät-
ten das Tier – es habe nicht nur eine Nummer, es heisse E.________ – nicht gleich 
schlachten wollen und der Tierarzt habe ihm ein Schmerzmittel gegeben. Danach 
sei es dem Tier sofort besser gegangen. Der Tierarzt habe dann weiter untersucht 
und festgestellt, dass am Bein des Tiers mehr kaputt sei und sei zum Schluss ge-
kommen, dass «evtl. die Achillessehne gerissen» sei (pag. 45 Z. 13 ff.). Ca. fünf 
Minuten nach Erhalt des Schmerzmittels habe das Tier aufstehen wollen. Dabei 
habe es mit dem Bein hinten eine Bewegung gemacht, bei welcher der Tierarzt ge-
sagt habe «Ui, jetzt ist mehr kaputt». Dem Tier sei es nicht möglich gewesen, ganz 
aufzustehen. Als sie gesehen hätten, dass es mit dem Bein etwas habe, hätten sie 
es auch nicht mehr aufstehen lassen, so dass es sich habe schonen können 
(pag. 47 Z. 70 ff.). Nach der Untersuchung hätten sie dem Tier Wasser gegeben 
und es mit einer gepolsterten Schaufel am Metrac aus dem steilen Gelände gebor-
gen. Der Tierarzt habe ihnen versichert, das Tier habe keine Schmerzen. Sie hät-
ten dann einen Viehanhänger eingestreut und mit Schaumstoff gepolstert und das 
Tier nach Hause genommen (pag. 46 Z. 47 ff.). Soweit er das beurteilen könne, 
habe G.________ das Rind sehr kompetent untersucht. Er werde ihn sicher weiter-
hin engagieren (pag. 47 Z. 84). Das verletzte Rind habe den Tiertransporter nicht 
selbständig betreten können. Sie hätten es bereits am Freitag in den Transporter 
verladen. Sie hätten ein dickes Strohbett gemacht und das Tier sei durch die Hang-
lage schonend in den Transporter gerutscht. Er habe zu keiner Zeit den Eindruck 
gehabt, dass das Tier gelitten habe (pag. 47 Z. 102).

14.2.2 Würdigung der Kammer

F.________ hat anlässlich der Einvernahme rund dreieinhalb Wochen nach den 
fraglichen Ereignissen bereitwillig ausführliche und in sich stimmige Aussagen ge-
macht. Gegenüber F.________ oder anderen Mitgliedern der Tierhalterfamilie wur-
den im Zusammenhang mit dem Transport und der Behandlung von E.________ 
keinerlei Vorwürfe gemacht. Im Gegenteil wurde im Bericht von J.________ betont, 
diese hätten «nach bestem Wissen und Gewissen» versucht, die Situation für das 
Tier möglichst komfortabel zu halten. Insofern sind keine Gründe ersichtlich, die 
F.________ zu einem beschönigenden Aussageverhalten hätten bewegen sollen. 
Umgekehrt ist in seinen Aussagen auch nicht der Versuch zu erkennen, den Be-

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schuldigten oder G.________ mit seinen Aussagen unbegründet zu belasten, zu-
mal er letzteren als sehr kompetent bezeichnet und angegeben hat, er werde die-
sen künftig wieder engagieren. Auf die Aussagen von F.________ ist demnach ab-
zustellen.

14.3 Aussagen und Fotodokumentation von I.________

14.3.1 Aussagen vom 2. Juni 2018

I.________ hat gegenüber J.________, zwei Metzgern sowie einem anwesenden 
Landwirt im Schlachthaus in C.________ am 2. Juni 2018 mündliche Angaben ge-
macht, welche von J.________ notiert und am 8. Juni 2018 von I.________ unter-
zeichnet wurden (pag. 29). Nach diesen Angaben wurde das betroffene Rind in der 
Nacht auf den Mittwoch, 30. Mai 2018, versprengt und am Mittwochnachmittag 
verängstigt, aber unverletzt gefunden. Bis und mit Donnerstagabend sei der Fami-
lie F.________ nichts aufgefallen. Beim Kontrollgang am Freitagmorgen, 1. Juni 
2018, habe das Rind nicht mehr aufstehen können. Noch am Vormittag sei 
G.________ vorbeigekommen, habe einen Achillessehnenriss diagnostiziert und 
dem Rind ein Medikament mit 24 Stunden Absetzfrist verabreicht. Trotz intensiver 
Pflege habe das Rind nicht mehr aufstehen können.

14.3.2 Aussagen vom 25. Juli 2019

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 25. Juli 2019 wurde I.________ als Zeuge 
einvernommen (pag. 201 ff.). Dabei bestätigte er, das Rind E.________ zum 
Schlachthof gefahren zu haben. Der Transport habe etwa 15-20 Minuten gedauert, 
die Distanz betrage 19 Kilometer (pag. 201 Z. 15 ff.). Das Tier sei am Freitagnach-
mittag nach der tierärztlichen Untersuchung geborgen und um ca. 15:00 Uhr in die 
Transport-Viehbänne verladen worden (pag. 201 Z. 27). Das Tier sei am Freitag 
gegen Mittag, ca. 11:30 Uhr, von G.________ untersucht worden. Dieser habe 
nach der Untersuchung Rücksprache genommen mit seinem Chef, A.________ 
(pag. 201 Z. 41). Weder G.________ noch er (der Beschuldigte) hätten das Tier 
am Tag des Transportes gesehen. Es sei aber möglich bzw. sehr wahrscheinlich, 
dass sie als Tierhalterfamilie mit A.________ oder G.________ in telefonischem 
Kontakt gestanden seien (pag. 202 Z. 1 ff.). Auf Frage, ob das Tier am Freitag noch 
habe stehen können, antwortete er: «Am Freitag, nachdem man die Schmerzmittel 
gespritzt hatte, ist das Tier nochmal aufgestanden. Es ist dann wieder abgelegen 
und dann hat man es geborgen» (pag. 202 Z. 12). Auf die Frage, ob das Tier in der 
«Viehbänne» nochmal aufgestanden oder ob es festgelegen sei, sagte er: «Es ist 
festgelegen und die Jungen haben es gefüttert und getränkt. Es hat am Freitag-
abend gefressen und getrunken, wie am Samstagmorgen auch noch» (pag. 202 
Z. 22). Es habe auch bis am Samstagmorgen noch wiedergekäut (pag. 202 Z. 26). 
Auf Vorlage seiner am 8. Juni 2018 unterzeichneten Aussagen las I.________ aus 
diesen Aussagen vor und ergänzte die vorgelesenen Ausführungen um weitere, 
vorliegend nicht relevante Schilderungen zum Vorfall in der Nacht von Dienstag auf 
Mittwoch sowie den nachfolgenden Ereignissen, korrigierte die unterzeichneten 
Aussagen vom 2. Juni 2018 aber nur in unwesentlichen Punkten (pag. 202 f. 
Z. 29 ff.). Zuletzt gab er auf Frage von Fürsprecher B.________ nach dem zeitli-
chen Ablauf bei der Schlachtung an, Dr. J.________ sei etwas später gekommen 

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und sei noch mal nach Hause zurück, um den Fotoapparat zu holen. Er habe ge-
sagt, das Tier sei nicht mehr transportfähig. Das Tier sei dann um 14:00 Uhr in der 
«Bänne» drin erschossen worden (pag. 203 Z. 17).

14.3.3 Fotodokumentation

Ebenfalls an der Hauptverhandlung vom 25. Juli 2019 reichte I.________ zwei Fo-
tos ein. Das eine zeigt die Bergung des Rinds E.________ mit der Schaufel des 
Metracs am 1. Juni 2018, wobei erkennbar ist, dass das Tier rundum auf Schaum-
stoffkissen gebettet und auf der linken Seite liegend mit zwei Riemen fixiert worden 
war (pag. 217). Das zweite Foto zeigt E.________ auf Stroh und Schaumstoffkis-
sen im Viehanhänger liegend, wobei unklar ist, wann das Foto aufgenommen wur-
de (pag. 218). Sichtbar ist jedoch, dass das Tier auf der rechten Seite liegt, in ähn-
licher Position wie auf den Fotos, welche J.________ vor der Schlachtung in 
C.________ erstellt hat (pag. 30 ff.).

14.3.4 Würdigung der Kammer

Wie bereits bei den Aussagen von F.________ können auch bei I.________ keine 
Bemühungen erkannt werden, das Geschehene zu verharmlosen oder zu dramati-
sieren und insbesondere den Beschuldigten unbegründet zu belasten. Seine An-
gaben stimmen mit jenen von F.________ überein. Auf die Angaben von 
I.________ ist somit ebenfalls abzustellen.

14.4 Untersuchungsbericht und Aussagen von G.________

14.4.1 Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2018

G.________ hat das Rind E.________ am 1. Juni 2018 untersucht und am 30. Ju-
li 2018 zu dieser Untersuchung den Bericht «Befunde der klinischen Untersuchung 
des Rindes mit der Ohrmarke CH .________» verfasst (pag. 53). In diesem Bericht 
beschrieb er unter dem Titel «Vorbericht» zunächst, das Jungrind sei trotz einem 
Absturz zwei Wochen zuvor bis zum Untersuchungsdatum lahmfrei gelaufen. An 
diesem Tag sei das Tier lahm gelaufen, sei jedoch in der Lage gewesen, den stei-
len Hang hinauf und herunter zu laufen. Unter dem Titel «Allgemeine Untersu-
chung» hielt G.________ sodann fest, das Rind habe alle vier Gliedmassen belas-
tet, hinten links mit mittelgradiger Lahmheit. Die Bauchdecke sei weich gewesen, 
die Temperatur habe 38.4 Grad betragen. Fresslust und Wasseraufnahme seien 
vorhanden gewesen. Bei der Untersuchung des Bewegungsapparates habe er 
festgestellt, dass das Tier steh- und gehfähig gewesen sei. Nach ein paar Schritten 
habe sich das Tier hingelegt, so dass die Untersuchung weiter am liegenden Tier 
habe stattfinden müssen (Erschöpfung). Ausser hinten links habe das Tier die an-
deren Gliedmassen sehr gut belasten können. Hüfthöcker, Sitzbeinhöcker und Tro-
chanter major seien symmetrisch und die Abstände zwischen Sitzbeinhöcker und 
Trochanter major gleichmässig gewesen. Alle Gliedmassen und der Rückenbereich 
entlang der Wirbelsäule mit allen Strukturen seien von unten nach oben bzw. von 
vorne nach hinten adspektorisch und palpatorisch sorgfältig untersucht worden, 
dabei habe das Tier keine Schmerzen gezeigt. Alle Gliedmassen und der Tho-
rax/Rückenbereich entlang des Wirbelsäule seien auf Krepitation, Achsenabwei-
chung und Symmetrien geprüft worden. Eine Fraktur habe ausgeschlossen werden 
können. Während der Untersuchung hätten keine Anzeichen auf Schmerzen be-

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standen. Das Tier habe während der Untersuchung wiedergekäut. Das Tier habe 
alle vier Gliedmassen belastet. Im Stehen habe festgestellt werden können, dass 
das linke Tarsusgelenk tiefer gewesen sei als das rechte. Bei der Palpation der lin-
ken Achillessehne habe die Spannung gefehlt, die während der Belastungsphase 
hätte vorhanden sein müssen. Somit sei ein Achillessehnenriss seine Verdachts-
diagnose gewesen. Differentialdiagnostisch sei eine Tibialislähmung in Frage ge-
kommen. Bei beiden Fällen sei die Schmerzhaftigkeit nach dem Trauma-Ereignis 
nicht mehr gegeben. Hirnnervenfunktionen, Pannikulusreflex, Oberflächen- und 
Tiefensensibilität sowie Schwanztonus seien vorhanden gewesen. Ebenso Kot- 
und Harnabsatz. Die Stell-Korrektur-Reflexe seien schwer prüfbar gewesen.

Weiter führte G.________ aus, die Entscheidung sei für die Schlachtung des Tieres 
ausgefallen. Der Besitzer habe zugesichert, dass er das Tier mit mehreren Leuten 
sorgfältig mit viel Einstreu transportieren werde. Ebenfalls sei er darüber informiert 
worden, dass der nächste Schlachthof mit der kleinsten Entfernung aufgesucht 
werden müsse. Das Tier sei am Tag der Untersuchung transportfähig gewesen. 
Sehnenrisse seien – wie aus der Literatur bekannt – nur ganz kurz und nur beim 
Entstehen schmerzhaft. Die gründliche Untersuchung des Tiers habe bestätigt, 
dass das Leiden zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht schmerzhaft gewesen sei. 
Eine Verschlechterung des Leidens durch Transport sei ausgeschlossen gewesen. 
Es habe sich um eine reine Funktionsstörung gehandelt und das Tier sei somit un-
eingeschränkt transportfähig gewesen.

14.4.2 Aussagen vom 25. Juli 2019

G.________ wurde an der Hauptverhandlung vom 25. Juli 2019 einvernommen 
(pag. 205 ff.). Er gab an, er habe das Tier an einem Freitag Ende Juni vor dem Mit-
tag untersucht. Er sei nur einmal dort gewesen, habe aber am Samstagmorgen 
früh nochmal mit Frau F.________ telefoniert (pag. 205 Z. 19 ff.). Ein Tierarzt müs-
se das Tier vor Bescheinigung der Transportfähigkeit untersuchen. Auf dem Zeug-
nis stehe, dass es 24 Stunden gültig sei. Er habe mit der Besitzerin telefoniert. Das 
Tier habe gefressen, getrunken und sei munter gewesen. Von daher habe es «kei-
ne Notwendigkeit gegeben». Bei seiner Diagnose sei er sich sicher gewesen 
(pag. 205 Z. 40 ff.). Den Bericht vom 30.  Juli 2018 habe er selber verfasst und er 
bestätige den Inhalt als richtig. Den Bericht habe er einen Tag vor dem Polizeiter-
min geschrieben. Sobald er gewusst habe, dass er von der Polizei eingeladen wer-
de, habe er den Bericht geschrieben. Der Zweck des Berichtes sei zu Handen der 
Polizei gewesen (pag. 206 Z. 6 ff.). G.________ gab weiter an, ein Wirbelsäulen-
bruch mit Rückenmarkschaden wäre ihm bei seiner Untersuchung des Bewe-
gungsapparates und des Nervensystems aufgefallen. Bei einem Rückenmarkscha-
den sei ein Ausfall der Funktionen nie einseitig. Er habe zusammen mit dem Besit-
zer die Achillessehne angefasst und festgestellt, dass die Sehne links weniger an-
gespannt sei. Dieses Bild sehe man nur bei einer Tibialislähmung oder einer Ver-
letzung der Achillessehne. Er habe die Reflexe und die oberflächliche Hauptsensi-
tivität geprüft und das sei alles gegeben gewesen. Er habe das Tier eingehend un-
tersucht und sei sich bei seiner Diagnose sicher gewesen (pag. 206 Z. 24).

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14.4.3 Würdigung der Kammer

Bei der Analyse der Aussagen und Einschätzungen von G.________ ist zu beach-
ten, dass er seinen Bericht erst am 30. Juli 2018 und somit fast zwei Monate nach 
der Untersuchung und Schlachtung des Rindes E.________ sowie motiviert durch 
das eröffnete Strafverfahren verfasst hat. In der Hauptverhandlung gab er zudem 
fälschlicherweise an, die Untersuchung von E.________ habe Ende Juni [Anmer-
kung: statt Anfang Juni] stattgefunden. Weiter fällt mit Blick auf die unbestrittenen 
Sachverhaltselemente auf, dass aus dem Bericht vom 30. Juli 2018 nicht hervor-
geht, dass der Schlachtentscheid erst am Tag nach der Untersuchung gefällt, und 
der Transport zum Schlachthof dementsprechend auch erst am nächsten Tag 
durchgeführt wurde. Vielmehr wurde im Bericht festgehalten, das Tier sei «am Tag 
der Untersuchung transportfähig» gewesen. Auffällig ist sodann, dass G.________ 
die unbestrittenermassen erfolgte Abgabe von Schmerzmitteln im Bericht nicht er-
wähnte, sondern im Gegenteil betonte, die von ihm gestellte Diagnose sei für das 
Tier nicht schmerzhaft und bei der Untersuchung hätten sich keine Anzeichen auf 
Schmerzen gezeigt. Die im Bericht vom 30. Juli 2018 enthaltenen Angaben und die 
Aussagen von G.________ werden deshalb im Rahmen der Gesamtwürdigung auf 
ihre Vereinbarkeit mit den weiteren Beweismitteln zu überprüfen sein.

14.5 Aussagen des Beschuldigten

14.5.1 Aussagen vom 30. Juli 2018

Am 30. Juli 2018 gab der Beschuldigte an, sein Assistent G.________ habe das 
abgestürzte Rind in seinem Auftrag und in Vertretung von Tierarzt L.________ un-
tersucht und nach der Untersuchung mit ihm selber Kontakt aufgenommen und den 
Befund geschildert. G.________ habe einen Achillessehnenriss an der hinteren Ex-
tremität diagnostiziert. Sie hätten den Fall am Telefon ausführlich besprochen. Der 
Landwirt habe das wertvolle Zuchttier behalten wollen. Sie hätten sich jedoch ent-
schieden, dass es besser sei, das Tier aufgrund der Verletzung der Schlachtung 
zuzuführen. Wegen der Transportfähigkeit werde viel diskutiert (pag. 50 Z. 22 ff.). 
Das Tier habe keine Knochenbrüche, keine offenen Wunden im Bauch oder Brust-
bereich, keine Schädelverletzungen und auch keinen Darm- oder Gebärmuttervor-
fall gehabt, welche einen Transport ausgeschlossen hätten. Das Tier sei nicht im 
klassischen Sinn festgelegen. Es habe aufstehen können und mit dem diagnosti-
zierten Achillessehnenriss sei das Tier nach ihrer Ansicht transportfähig gewesen 
(pag. 50 Z. 33 ff.). Er habe die Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle er-
stellt, da G.________ den ganzen Tag unterwegs gewesen sei (pag. 50 Z. 43). Er 
stelle sicher vier Formulare im Monat aus. Er selber nehme auch Fleischkontrollen 
im Auftrag des Veterinärdienstes vor. Anweisungen dazu habe er vom Veterinär-
dienst auf dem Schriftweg erhalten (pag. 51 Z. 63 ff.).

14.5.2 Aussagen vom 2. April 2019

Anlässlich der Einvernahme vom 2. April 2019 bei der Staatsanwaltschaft führte 
der Beschuldigte aus, G.________ habe das Tier auf dem Hof gründlich unter-
sucht. Dieser sei ein ausgewiesener Fachtierarzt für Rinder und habe viel Fachwis-
sen, er selber habe vollstes Vertrauen in dessen diagnostischen Fähigkeiten 
(pag. 121 Z. 30 ff.). Konfrontiert mit den von J.________ eingereichten Fotos 

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bestätigte der Beschuldigte, dass der Lendenwirbel auf den Bildern beschädigt sei, 
auch wenn er nicht sagen könne, von welchem Tier diese Aufnahmen stammten 
(pag. 121 Z. 49 ff.). Eine Behinderung im Achillessehnenbereich sei schwer heilbar, 
aber die Aussichten seien nicht ganz null. Es sei nicht eine schmerzhafte Verlet-
zung. G.________ habe ihm die diagnostischen Gegebenheiten geschildert. Sie 
seien zum Schluss gekommen, dass das Tier nicht gehfähig sei, aber mit einer tief 
eingestreuten Viehbänne transportiert werden könne. Das sei von der Weide zum 
Heimbetrieb gewesen, weil es dort besser habe beaufsichtigt und gepflegt werden 
können. Es sei abgemacht worden, dass das Tier innert der 12 Stunden, in denen 
das Schmerzmittel wirke, bedeutend besser auf das Bein auftreten können müsse. 
Er habe das Zeugnis ausgefüllt, nachdem es das Bein nicht besser habe benutzen 
können. Er habe sich mit G.________ unterhalten, der das Tier untersucht habe. 
Am Samstagmorgen habe er das Zeugnis an Herrn F.________ weitergeleitet. Be-
sprochen habe er es am Freitag mit Herrn G.________ (pag. 121 f. Z. 54 ff.). Herr 
G.________ habe am Freitagabend und am Samstagmorgen bei Herrn 
F.________ nachgefragt, wie es dem Tier gehe. Es habe gut gefressen, aber am 
Bein habe es keine Verbesserung gegeben. Es sei über Nacht dort im Transporter 
gelegen, habe sich also nicht neu verletzen können (pag. 123 f. Z. 129 ff.). Das Tier 
sei am Samstagmorgen nicht nochmals untersucht worden, weil es vom Vortag 
schon im Transporter gewesen sei und es keine Veränderung gegeben habe und 
die Untersuchung innerhalb dieses Tages stattgefunden habe, in dem das Zeugnis 
gültig sei (pag. 127 Z. 246). Auf Vorhalt, wonach das Rind gemäss Aussagen von 
I.________ seit dem Freitagmorgen nicht mehr aufgestanden und in Seitenlage 
festgelegen sei, gab der Beschuldigte an, dies stimme nicht, es sei aufgestanden 
bei der Untersuchung und sei in der Brust- und nicht in der Seitenlage angetroffen 
worden, da es sonst nicht hätte trinken und wiederkäuen können (pag. 125 
Z. 197 ff.). Auf Vorhalt des Befunds, wonach beim lebenden und toten Tier festge-
stellt wurde, dass beide Achillessehnen intakt gewesen seien, erwiderte der Be-
schuldigte: «Wie gesagt, am liegenden Tier ist es schwierig einen Achillessehnen-
riss festzustellen». Danach führte er aus, dass diese durch mehrere Muskeln ver-
packt und deshalb von aussen schwer feststellbar sei (pag. 126 Z. 209 ff.).

Die Fachinformation des BLV «Wann ist ein Nutztier transportfähig?» sei ihm und 
seinem Mitarbeiter bekannt (pag. 122 f. Z. 92 ff.). Seines Erachtens sei das Tier 
nicht im Sinne von Ziff. 5 dieser Fachinformation «festliegend» gewesen. Das Tier 
habe auf drei Beinen aufstehen können bei der Untersuchung vor dem Verladen 
auf den Heimbetrieb am Freitag vorher. Es habe das Gleichgewicht nicht halten 
können, weil es das linke Hinterbein nicht habe nutzen können (pag. 123 
Z. 121 ff.).

14.5.3 Aussagen vom 25. Juli 2019

Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Beschuldigte zunächst seine bishe-
rigen Angaben und gab danach an, die Notizen auf der Rückseite der tierärztlichen 
Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle stammten nicht von ihm, das sei 
nicht seine Schrift (pag. 195 Z. 34). Auf Frage, weshalb er auf dieser Bescheini-
gung «Behandlung der letzten 10 Tage» durchgestrichen habe, antwortete er: 
«Weil zu diesem Zeitpunkt die Absetzfrist durch war» (pag. 195 Z. 38). Das Tier sei 

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am Vortag von Herrn G.________ behandelt worden und habe das Schmerzmittel 
Rifen erhalten (pag. 195 Z. 41 f.). Im Weiteren wiederholte der Beschuldigte weit-
gehend seine früheren Aussagen und betonte erneut, dass Herr G.________ das 
Tier eingehend untersucht habe und sie danach längere Zeit am Telefon über den 
Fall beraten hätten (pag. 196 Z. 13 ff.). Sie hätten zuerst während der Untersu-
chung, um ca. 10:30 Uhr, Kontakt gehabt. Er habe noch mehrere Male Kontakt ge-
habt mit Herrn G.________. Sie hätten den Fall am Abend nochmal aufgenommen, 
nachdem sich Herr G.________ bei Frau F.________ nach dem Befinden des Tie-
res erkundigt habe. Deren Auskunft sei gewesen, dass das Tier im Anhänger sei 
und gefressen und getrunken habe. Es sei in Brustlage gelegen und habe wieder-
gekäut. Es habe auch Kot und Harnabsatz gezeigt und sei munter gewesen. Am 
Samstagmorgen habe sich Herr G.________ erneut erkundigt, die Verfassung des 
Tieres sei gleichgeblieben. Er habe den guten Allgemeinzustand notiert gestützt 
auf die Schilderungen von Herrn G.________, der telefonisch Rücksprache mit 
F.________s genommen habe. Die F.________s hätten eine sehr gute Beziehung 
zu ihren Tieren. Sie hätten sich da voll auf ihre Auskunft verlassen dürfen (pag. 197 
Z. 2 ff.). Er habe das Transportfähigkeitszeugnis zum ersten Mal am Freitag 
während der Untersuchung mit Herrn G.________ besprochen, wo es darum ge-
gangen sei, ob man das Tier auf den Heimbetrieb fahren könne oder nicht 
(pag. 198 Z. 28 ff.). Auf Nachfrage von Fürsprecher B.________ ergänzte er, am 
2. Juni am Morgen habe er es nach der Nachfrage von Herrn G.________ bei der 
Familie F.________ noch ein zweites Mal detailliert mit ihm besprochen, bevor er 
das Transportfähigkeitszeugnis geschrieben und geschickt habe (pag. 199 Z. 1 ff.).

14.5.4 Würdigung der Kammer

Die Aussagen des Beschuldigten blieben im Laufe des Verfahrens im Wesentlichen 
deckungsgleich. In Bezug auf den beweismässig zu prüfenden Zustand des Rinds 
E.________ ist der Beweiswert seiner Aussagen jedoch gering, da der Beschuldig-
te dieses unbestrittenermassen selber nicht untersucht hat und er lediglich wieder-
gab, was ihm G.________ geschildert hatte, wobei sich dieser teilweise wiederum 
auf die Auskünfte der Tierhalter und nicht auf eine eigene Untersuchung stützte – 
so etwa am Samstagmorgen, an dem G.________ mit der Tierhalterfamilie telefo-
niert und das dort Besprochene ebenfalls telefonisch an den Beschuldigten weiter-
geleitet hat. Die Aussagen des Beschuldigten sind deshalb in erster Linie in Bezug 
auf die subjektiven Vorgänge relevant. Hierzu kann auf seine Aussagen grundsätz-
lich abgestellt werden, hat er doch etwa ohne Weiteres zugegeben, die Anweisun-
gen des Veterinärdienstes zum Ausstellen der tierärztlichen Bescheinigung erhal-
ten zu haben.

14.6 Weitere Beweismittel

14.6.1 Aussagen von Dr. med. vet. L.________

Der auf Antrag des Beschuldigten durchgeführten Einvernahme mit 
Dr. med. vet. L.________ kann für die vorliegend strittigen Vorgänge wenig ent-
nommen werden, da dieser erklärtermassen in die Geschichte nicht involviert war 
und diese nur vom «Hörensagen und Beschreiben» kennt (pag. 211 Z. 22 ff.). Mit 
dem Beschuldigten habe er nie über «das Zeug» gesprochen. Er habe Fotos gese-

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hen, die ihm Frau F.________ gezeigt habe von dem gepolsterten Wagen etc. 
(pag. 211 Z. 31). Mit Blick auf die vom Beschuldigten ins Spiel gebrachten Er-
klärung, wonach die Verletzungen des Rinds auch während des Transports ent-
standen sein könnten, ist einzig die Einschätzung von L.________ hervorzuheben, 
wonach er nach den Schilderungen der Familie F.________ gedacht habe, er habe 
noch nie so einen guten Transport gesehen. Die Familie F.________ habe alles 
perfekt gemacht (pag. 212 Z. 3). Die Familie F.________ habe sich sehr um die 
Gesundheit ihrer Tiere gekümmert. Er habe nie ein vernachlässigtes Tier dort ge-
sehen (pag. 212 Z. 24).

14.6.2 Notizen auf dem Dokument «Tierärztliche Bescheinigung zu Handen der Fleisch-
kontrolle»

Auf der Rückseite der tierärztlichen Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle 
wurde handschriftlich Folgendes festgehalten: «Ca. 11:30 Uhr Rifen verabreicht 
1.6.», «Heute Tier nicht mehr gesehen», «Di-Do irgendwann Unfall M.________», 
«Mi NA gefunden, gelaufen sogar Bergauf», «Do Abend alles gut», «Fr Morgen 
Tier nicht mehr auf ‹Beine› gekommen Fr Vormittag Spritze gegen Schmerzen 24 
Std. Absetzfrist» (pag. 23).

Die Urheberschaft dieser Notizen ist nicht bekannt, sie stimmen inhaltlich jedoch 
mit den Angaben von F.________ und I.________ überein und deuten somit zu-
sätzlich auf deren Glaubhaftigkeit hin.

14.6.3 E-Mail des Veterinärdienstes vom 30. Mai 2017

Der E-Mail des Veterinärdienstes vom 30. Mai 2017 kann entnommen werden, 
dass dem Beschuldigten die Erläuterung zur tierärztlichen Bescheinigung zu Han-
den der Fleischkontrolle zugestellt wurde, in der unter anderem Anweisungen zur 
Beurteilung der Transportfähigkeit enthalten sind (pag. 171 ff.).

14.7 Gesamtwürdigung

14.7.1 Zustand von E.________ bei der Ankunft im Schlachthof

Die aktenkundigen Angaben zum Zustand des Rinds E.________ bei der Ankunft 
im Schlachthof von J.________ wurden im Rahmen der Aussagenwürdigung als 
zuverlässig beurteilt. Die Beobachtung, wonach das Tier gestresst war, wird zu-
sätzlich unterlegt durch das Ergebnis der mikrobiologischen Fleischuntersuchung 
(pag. 20 und pag. 24). Aus diesen Gründen kann auf die Beobachtungen von 
J.________ abgestellt werden, selbst wenn aufgrund der Qualität der beigelegten 
Fotos nicht verifiziert werden kann, ob das Tier geschwitzt hatte. Es ist demnach in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass E.________ bei ih-
rer Ankunft im Schlachthof stark gestresst und feucht geschwitzt war, kurz vor ei-
nem Kreislaufschock/Kollaps stand und es ihr nicht mehr möglich war, ihre Position 
zu ändern – kurz, dass sie sich in einer derart schlechten gesundheitlichen Verfas-
sung befand, dass sie durch den Transport erheblich gelitten hat. Dieser durch 
J.________ dokumentierte Zustand bei der Ankunft im Schlachthof wird im Übrigen 
durch den Beschuldigten nicht in Frage gestellt (vgl. schriftliche Berufungsbegrün-
dung: pag. 327 Ziff. 22 und pag. 329 Ziff. 25).

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14.7.2 Veterinärmedizinische Diagnose von J.________

Hinsichtlich der Verletzung, an der E.________ gelitten hat, wird Folgendes voran-
gestellt: Entgegen der Vorinstanz erachtet die Kammer die von J.________ erstell-
te Diagnose der Wirbelsäulenverletzung mit Blick auf den angeklagten Sachverhalt 
nicht als unerheblich für die Beurteilung der Vorwürfe gegen den Beschuldigten. 
Der Bericht von J.________, die eingereichten Fotos, die Laboranalyse der 
Fleischprobe sowie die Aussagen von J.________ sind allesamt geeignete Be-
weismittel im Sinne von Art. 139 Abs. 2 StPO. Wie bereits dargelegt, hat die Kam-
mer keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der von J.________ geschilderten Beob-
achtungen sowie der Wahrheit der eingereichten Urkunden (siehe Ziff. 14.1.4 
oben). Insofern liegt nicht, wie von der Verteidigung vorgebracht, mangels externer 
Untersuchung des geschlachteten Tiers eine Situation der Beweislosigkeit vor, de-
ren Folgen nicht der Beschuldigte zu tragen hätte.

J.________ hat bei der Untersuchung des lebenden Tiers im Bereich der Lenden-
wirbelsäule eine Unregelmässigkeit und einen Druckschmerz beobachtet (pag. 18). 
Bei der Untersuchung des Schlachttierkörpers hat er sodann eine Fraktur des Len-
denwirbels IV-V mit Vorfall des Nucleus Pulposus der Bandscheibe auf der Innen-
seite (ventral) der Wirbelsäule festgestellt. Diese Beobachtungen am Schlachtkör-
per wurden fotografisch dokumentiert (pag. 36 ff.). Der Beschuldigte selber 
bestätigte anlässlich seiner Einvernahme vom 2. April 2019, dass auf diesen Fotos 
eine Beschädigung des Lendenwirbels sichtbar sei (pag. 121 Z. 49). Er bestreitet 
jedoch, dass es sich beim abgebildeten Tier um E.________ handelt und bringt 
vor, es müsse eine Verwechslung der Schlachtkörper stattgefunden haben. Wie 
bereits ausgeführt, hat die Kammer mangels entgegenstehender Hinweise keine 
Zweifel daran, dass auf den fraglichen Bildern das Rind E.________ abgebildet ist 
und sieht auch keine Veranlassung, an der Wahrheit der diesbezüglichen Beobach-
tungen von J.________ zu zweifeln. Die Kammer erachtet es deshalb als erstellt, 
dass das Rind E.________ die von J.________ beschriebene Lendenwirbelverlet-
zung aufwies. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Bericht und die 
Aussagen von J.________ auch geeignet sind, Aussagen über den Zustand der 
Achillessehne von E.________ zu treffen. Die Kammer zweifelt aus den bereits ge-
nannten Gründen nicht an den Angaben von J.________, wonach er weder am le-
benden noch am toten Tier pathologische Veränderungen an den beiden Hinter-
gliedmassen, speziell an den Achillessehnen, habe feststellen können und die bei-
den Achillessehnen vollständig intakt gewesen seien (pag. 19 f.).

Diese Diagnose basiert nicht, wie von der Verteidigung vorgebracht, lediglich auf 
einer Ferndiagnose des Veterinärdienstes, sondern wurde vielmehr aufgrund der 
tierärztlichen Untersuchung durch J.________ am lebenden und am geschlachte-
ten Tier erstellt.

Der Beschuldigte bringt in diesem Zusammenhang weiter vor, die Lendenwirbelver-
letzung müsse während der Fahrt nach C.________ oder eher bei der Schlachtung 
passiert sein, ansonsten diese Verletzung anlässlich der Untersuchung vom 1. Juni 
2018 bemerkt worden wäre und das Tier ausserdem beidseitige Lähmungserschei-
nungen in den hinteren Gliedmassen und weitere für eine solche Verletzung typi-
sche Symptome gezeigt hätte. Der von J.________ beschriebene Erschöpfungs- 

19

bzw. Stresszustand sei darauf zurück zu führen, dass E.________ nach ihrer An-
kunft im Schlachthof ca. 45 Minuten lang in der prallen Sonne bei min. 25 Grad 
Celsius auf den Amtstierarzt habe warten müssen. Auf diese Vorbringen wird im 
Folgenden eingegangen.

14.7.3 Entstehung der Verletzung während der Schlachtung oder beim Transport?

Der Theorie des Beschuldigten, wonach die Verletzung während der Schlachtung 
entstanden sei, steht zunächst die Beobachtung von J.________ entgegen, der be-
reits bei der Untersuchung des lebenden Tiers unmittelbar vor der Schlachtung im 
Bereich der Lendenwirbelsäule eine Unregelmässigkeit und einen Druckschmerz 
beobachtet hat (pag. 18). Die Feststellungen am Schlachtkörper waren insofern ei-
ne Bestätigung dessen, was bereits vor der Schlachtung beobachtet worden war. 
Weiter bringt der Veterinärdienst zu Recht vor, dass ausser der Wirbelsäulenverlet-
zung bei E.________ keine Verletzungen oder Krankheiten, insbesondere keine 
Verletzung der Achillessehne, haben festgestellt werden können, ihr Gesundheits-
zustand aber unbestrittenermassen seit dem Vortag schlecht war. Die festgestellte 
Wirbelsäulenverletzung ist somit die einzige aktenkundige Erklärung dafür, dass 
E.________ abgesehen vom Aufstehversuch während der Untersuchung seit Frei-
tagmorgen nicht mehr aufgestanden ist (siehe Ziff. 14.7.4 unten). Weiter wird auf 
die Ausführungen des Veterinärdienstes verwiesen, wonach die auf den Fotos ab-
gebildete dunkel verfärbte Einblutung um das verletzte Gewebe herum aufzeige, 
dass diese intra vitam und nicht post mortem entstanden sei (pag. 167 Ziff. 7 und 
pag. 375 Ziff. 19). Die Verteidigung bestätigte, dass eine vor der Schlachtung ent-
standene Verletzung zu einer dunkelrot bis fast schwarzen Blutfarbe führen würde. 
Sie stellte sich jedoch auf den Standpunkt, der Körper habe auf den Fotografien ei-
ne hellrote bis rote Blutfarbe (pag. 396 Ziff. 28). Entgegen der Verteidigung ist je-
doch auf den Bildern des Schlachtkörpers rund um die verletzte Stelle tatsächlich 
eine dunkle Verfärbung des Gewebes erkennbar (pag. 37 bei Zentimeter 5, pag. 38 
in Nahaufnahme). Dies ist somit ein weiterer Hinweis auf die Entstehung der Ver-
letzung vor der Schlachtung. Aufgrund dieser Überlegungen erachtet es die Kam-
mer als erstellt, dass die Verletzung der Lendenwirbelsäule nicht im Rahmen der 
Schlachtung entstanden ist, sondern bereits im Zeitpunkt der Untersuchung durch 
J.________ vor der Schlachtung bestand.

In Bezug auf das Argument der Verteidigung, wonach sich E.________ die Verlet-
zung an der Lendenwirbelsäule während der Fahrt nach C.________ habe zuzie-
hen können, gilt es, sich noch einmal vor Augen zu halten, dass es E.________ be-
reits vor dem Transport in den Schlachthof gesundheitlich nicht gut ging – genau 
aus diesem Grund wurde der Entscheid gefällt, sie zu schlachten. Nachdem die 
erste Diagnose der Achillessehnenverletzung weder vor noch nach der Schlach-
tung bestätigt werden konnte, sondern sich vielmehr herausstellte, dass die Achil-
lessehnen unversehrt waren, sind ausser der nach dem Transport festgestellten 
Lendenwirbelverletzung keine Verletzungen oder Krankheiten bekannt, welche den 
Gesundheitszustand von E.________ ab dem 1. Juni 2018 hätten beeinträchtigen 
können. Wäre diese Verletzung erst während des Transports zum Schlachthof ent-
standen, hätte keine Veranlassung bestanden, das Tier zu schlachten und besag-
ten Transport überhaupt erst anzutreten. Im Übrigen erstaunt es, dass die Verteidi-

20

gung I.________ fehlende Sensibilität und Behutsamkeit des Transports nach 
C.________ unterstellt; hat der Beschuldigte doch zuvor unisono mit sämtlichen 
anderen Beteiligten vom Veterinärdienst bis hin zum ansonsten völlig unbeteiligten 
L.________ das tadellose Verhalten der Tierhalterfamilie im Umgang mit 
E.________ und ihren Tieren im Allgemeinen hervorgehoben (exemplarisch: 
pag. 197 Z. 37). Aus der Fotodokumentation sowie den Aussagen der Beteiligten 
ergibt sich denn auch, dass E.________ im Viehanhänger auf eine dicke Schicht 
Stroh und auf Schaumstoffkissen gebetet worden war und sie dadurch im Anhän-
ger zwar verrutschen konnte, ein heftiger Aufprall, der einen Bruch der Wirbelsäule 
verursachen könnte, ohne Unfallereignis jedoch kaum zu erwarten war.

Im Sinne eines Zwischenergebnisses kann somit festgehalten werden, dass die 
von J.________ im Schlachthof festgestellte Verletzung der Lendenwirbelsäule be-
reits vor dem Transport in den Schlachthof bestanden haben muss.

14.7.4 Untersuchung von E.________ durch G.________

Der Beschuldigte wendet weiter ein, eine solche Verletzung könne nicht bestanden 
haben, weil G.________ als ausgewiesener Fachspezialist eine solche bei seiner 
Untersuchung am 1. Juni 2018 festgestellt hätte.

Dem ist zunächst Folgendes entgegenzuhalten: Auch wenn in den Akten keine 
Hinweise enthalten sind, dass G.________ das Tier am 1. Juni 2018 nicht nach al-
len Regeln der Kunst untersucht hat, so ändert dies nichts daran, dass am Tag 
darauf sowohl am lebenden wie am geschlachteten Tier eine Wirbelsäulenverlet-
zung festgestellt wurde. Die Tatsache, dass er eine solche Verletzung bei seiner 
Untersuchung am Vortag nicht hat feststellen können, vermag die am 2. Juni 2018 
aufgrund einer tierärztlichen Untersuchung am lebenden und geschlachteten Tier 
gestellte Diagnose nicht per se in Frage zu stellen. Sie ist zudem auch nicht ein 
Garant dafür, dass diese Verletzung im Zeitpunkt der Untersuchung am 1. Ju-
ni 2018 noch nicht bestanden hat. Wie der Veterinärdienst in seiner Stellungnahme 
zutreffend ausgeführt hat, schliessen weder eine Fachspezialisierung noch eine 
gründliche Untersuchung die Möglichkeit einer unvollständigen oder unzutreffenden 
Diagnose mit Sicherheit aus, zumal die Untersuchung am 1. Juni 2018 unter er-
schwerten Bedingungen (liegendes Tier, Hanglage) und ohne Einbezug von bild-
gebenden Verfahren durchgeführt wurde.

Weiter finden sich bei einer Gegenüberstellung des Untersuchungsberichts von 
G.________ vom 30. Juli 2018 mit den als glaubhaft beurteilten Aussagen der 
Tierhalter diverse Hinweise darauf, dass dieser Bericht vom 30. Juli 2018 nicht 
vollständig abgefasst wurde: Während die beiden Tierhalter angaben, E.________ 
sei am Freitagmorgen liegend aufgefunden worden und nur nach Verabreichung 
des Schmerzmittels kurz aufgestanden, wobei ihr dies gemäss F.________ nicht 
ganz gelang, geht aus dem Bericht von G.________ nicht hervor, dass das Tier be-
reits liegend angetroffen wurde. Er berichtete vielmehr, das Tier sei am Untersu-
chungstag lahm gelaufen, sei jedoch in der Lage gewesen, den steilen Hang hinauf 
und hinunter zu laufen und er habe bei der Untersuchung des Bewegungsappara-
tes festgestellt, dass das Tier steh- und gehfähig gewesen sei und alle vier Glied-
massen gleich belastet habe. Diese Angaben stehen in einem starken Kontrast zu 

21

den Schilderungen von F.________ und zusätzlich auch zur Aussage des Be-
schuldigten selber, der angab, er und G.________ seien zum Schluss gekommen, 
dass das Tier nicht gehfähig sei (pag. 122 Z. 59). Im Bericht von G.________ wur-
de somit entgegen den als glaubhaft erachteten Angaben der Tierhalter und den 
Angaben des Beschuldigten fälschlicherweise angegeben, E.________ sei am 
1. Juni 2018 gehfähig gewesen und es wurde nicht erwähnt, dass das Tier abge-
sehen von einem Aufstehversuch während der Untersuchung nicht aufgestanden 
ist. In diesem Zusammenhang ist zudem erwähnenswert, dass G.________ zwar 
festhielt, das Tier sei steh- und gehfähig gewesen, zugleich aber schilderte, dieses 
habe sich nach wenigen Schritten vor Erschöpfung hingelegt. Das von der Vertei-
digung im Rahmen der Replik erstmals vorgebrachte Argument, E.________ sei 
nicht erschöpft gewesen, sondern ihr sei die untenliegende Gliedmasse einge-
schlafen, widerspricht dem klaren Wortlaut des Berichts von G.________. Entge-
gen der Behauptung der Verteidigung ist davon auszugehen, dass G.________ 
das Abliegen von E.________ als innerhalb der Untersuchung relevant und erwäh-
nenswert erachtete und Gründe dafür hatte, dieses als Erschöpfung zu deuten. 
Auffällig ist weiter, dass G.________ berichtete, während der Untersuchung hätten 
bei E.________ keine Anzeichen auf Schmerzen bestanden. Diese Schilderungen 
widersprechen der unbestrittenen und im Bericht vom 30. Juli 2018 mit keinem 
Wort erwähnten Tatsache, dass sich G.________ während der Untersuchung ver-
anlasst sah, E.________ das Schmerzmittel Rifen zu spritzen, was gemäss Schil-
derung von F.________ dazu geführt hat, dass es dem Rind sofort besser ging und 
es versucht hat aufzustehen. Diese Beobachtungen von F.________ sind ein deut-
licher Hinweis darauf, dass das Tier vor Abgabe des Schmerzmittels Schmerzen 
verspürte, welche dazu geführt haben, dass es nicht mehr aufstand. Sodann be-
merkt die Kammer wie bereits erwähnt, dass G.________ in seinem Bericht vom 
30. Juli 2018 festhielt, das Tier sei am Tag der Untersuchung transportfähig gewe-
sen, aus dem Bericht jedoch nicht hervorgeht, dass der definitive Schlachtent-
scheid erst am Tag nach der Untersuchung gefällt und der Transport zum 
Schlachthof somit erst am Tag danach durchgeführt wurde. Zuletzt ist erwähnens-
wert, dass G.________ in seinem Bericht einerseits festhielt, das Tier habe keine 
Schmerzen verspürt und sei transportfähig gewesen, andererseits aber auch er-
wähnte, er habe die Tierhalter darüber informiert, dass der nächste Schlachthof mit 
der kleinsten Entfernung aufgesucht werden müsse. Dieser Hinweis an die Tierhal-
ter wird von der Kammer als weiterer Hinweis dafür gewertet, dass der Transport 
von E.________ entgegen der übrigen Darstellung von G.________ doch nicht so 
unproblematisch erschien, ansonsten es nicht notwendig gewesen wäre, auf die 
Wahl eines besonders kurzen Transportweges hinzuweisen.

Beim Abgleich mit den Angaben der Tierhalter sowie denjenigen des Beschuldigten 
entsteht insgesamt der Eindruck, G.________ habe in seinem Bericht vom 30. Juli 
2018 wesentliche Informationen unerwähnt gelassen und den Zustand des Rinds 
E.________ am 1. Juni 2018 in Bezug auf seine Gehfähigkeit und die Schmerzhaf-
tigkeit der erlittenen Verletzung besser dargestellt, als er in Realität war. Da sich 
G.________ am 1. Juni 2018 zur Abgabe eines Schmerzmittels veranlasst sah und 
seine Angaben zur Gehfähigkeit im Bericht seinen eigenen Beobachtungen über 
die Erschöpfung des Tiers nach wenigen Schritten sowie den Angaben des Be-

22

schuldigten widersprechen, liegt nahe, dass diese fehlenden oder ungenauen An-
gaben im Bericht nicht seinem tatsächlichen Untersuchungsbefund am 1. Juni 2018 
entsprachen, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet sind, dass der Bericht 
zwei Monate nach der Untersuchung und vor dem Hintergrund des vorliegenden 
Verfahrens verfasst wurde.

Zuletzt ist hinsichtlich der Untersuchung von G.________ am 1. Juni 2018 festzu-
halten, dass dieser entgegen den Vorbringen des Beschuldigten gemäss eigenen 
Worten lediglich die Verdachtsdiagnose eines Achillessehnenrisses, differentialdia-
gnostisch einer Tibialislähmung, gestellt hat. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 
25. Juli 2019 gab G.________ zwar an, er sei sich bei seiner Diagnose sicher ge-
wesen (pag. 205 Z. 44 und pag. 206 Z. 35). Dies ändert jedoch nichts daran, dass 
er diese noch am 30. Juli 2018 selber als «Verdachtsdiagnose» bezeichnet hat und 
dementsprechend davon auszugehen ist, dass es sich bei seinen Feststellungen 
zum Achillessehnenriss nicht um eine gesicherte Diagnose handelte. Dafür spre-
chen auch die unbestrittene Tatsache, dass sich G.________ und der Beschuldigte 
veranlasst sahen, mehrfach und ausführlich über den Fall zu diskutieren (pag. 50 
Z. 22) und der Umstand, dass der Beschuldigte auf Vorhalt des Befunds, wonach 
beim toten Tier keine Achillessehnenverletzung festgestellt worden sei, angab, es 
sei wie gesagt schwierig, am liegenden Tier einen Achillessehnenriss festzustellen 
(pag. 126 Z. 209). Zuletzt wird diese Folgerung auch durch die Aussage von 
F.________ untermauert, wonach zunächst der «Verdacht auf Kreuzband» be-
standen habe und G.________ danach zum Schluss gekommen sei, dass evtl. die 
Achillessehne gerissen sei (pag. 46 Z. 42 ff.)

Im Sinne eines zweiten Zwischenfazits ist somit festzuhalten, dass E.________ 
entgegen dem Untersuchungsbericht von G.________ bereits am 1. Juni 2018 
nicht mehr gehfähig war und unter Schmerzen litt. Nach Verabreichung eines 
Schmerzmittels versuchte das Rind einmal aufzustehen, was ihm jedoch nicht ganz 
gelang und legte sich danach wieder hin, ohne erneut aufzustehen. G.________ 
untersuchte das Tier mit Ausnahme des geschilderten kurzen Aufstehversuches 
am Hang liegend und stellte nach ausführlicher Rücksprache mit dem Beschuldig-
ten die Verdachtsdiagnose «Achillessehnenriss». Aufgrund dieser Umstände kann 
trotz der erfolgten Untersuchung durch G.________ nicht ausgeschlossen werden, 
dass die am 2. Juni 2018 diagnostizierte Lendenwirbelverletzung bereits am 1. Juni 
2018 bestanden hat.

Der Veterinärdienst bringt in diesem Zusammenhang zudem zu Recht vor, dass in 
der Zeit zwischen der Untersuchung bis zur Ankunft im Schlachthof zahlreiche Ge-
legenheiten bestanden haben, in denen sich eine bereits bestehende Verletzung 
der Lendenwirbelsäule durch Lagewechsel oder andere Bewegungen verschlim-
mern konnte. Dazu gehören insbesondere die Bergung/der Transport von der Wei-
de auf den Bauernhof, während der E.________ unter dem Einfluss von Schmerz-
mitteln stand und bei der ihre Position mehrfach verändert wurde (Brustlage, linke 
und rechte Seitenlage), sowie die Zeit, welche E.________ unbeaufsichtigt und 
nicht fixiert – für die entgegenstehende Behauptung der Verteidigung findet sich in 
den Akten kein Beleg – sowie teilweise weiterhin unter dem Einfluss von 
Schmerzmitteln im Viehanhänger aufhielt. 

23

Am Rande ist zu erwähnen, dass daran auch das Vorbringen des Beschuldigten 
nichts ändert, wonach eine Verschleierung der Symptome durch die Abgabe der 
Schmerzmittel nicht möglich gewesen sei, da die für Nutztiere zugelassenen Mittel 
die Schmerzen bei einer Wirbelsäulenfraktur nicht lindern würden, da diese immer 
mit Nervenlähmungen assoziiert seien und mit Schmerzen nichts zu tun hätten. 
Zum einen wäre eine Verschlimmerung einer bestehenden Verletzung durch die 
verschiedenen Lagewechsel beim Transport auch nicht ausgeschlossen, wenn das 
verabreichte Medikament die entstandenen Schmerzen nicht gedämpft hätte, was 
gemäss Beobachtung von F.________ jedoch der Fall war. Weiter stützte die Ver-
teidigung diese veterinärmedizinischen Ausführungen auf keinerlei Belege oder Li-
teraturangaben, im Gegensatz zum Veterinärdienst, der im Rahmen der Duplik 
überzeugend und unter Verweis auf einschlägige Fachliteratur begründet, weshalb 
das Fehlen einer Nervenlähmung eine Zusammenhangstrennung an der Wir-
belsäule nicht ausschliesse und dass ein Schmerzmittel dadurch verursachte 
Schmerzen verschleiern könne.

Auch aufgrund dieser Umstände kann aus der Tatsache, dass G.________ am 
1. Juni 2018 keine Lendenwirbelverletzung festgestellt hat, nicht abgeleitet werden, 
eine solche Verletzung habe nicht bestehen können.

14.7.5 Widerspruch der beobachteten Symptomatik zur Diagnose

Auch die Einwendung des Beschuldigten, wonach eine Lendenwirbelsäulenverlet-
zung nicht möglich sei, da eine solche bei E.________ eine beidseitige Lähmung 
der Hinterbeine hervorgerufen hätte bzw. E.________ in diesem Fall in der soge-
nannten «Froschposition» sitzen würde, vermögen diese Diagnose nicht in Zweifel 
zu ziehen. J.________ hat in seinem Bericht einlässlich ausgeführt, dass sich diese 
fehlende Paraplegie resp. die fehlenden Lähmungserscheinungen in den Hinter-
gliedmassen damit erklären liessen, dass die Bandscheibe nach ventral vorgefallen 
und das Rückenmark deshalb nicht stark in Mitleidenschaft gezogen worden sei 
(pag. 20). Der Veterinärdienst hat diese Ausführungen von J.________ unter Ver-
weis auf die einschlägige Fachliteratur bestätigt und eingehend dargelegt, weshalb 
das Fehlen von Lähmungserscheinungen in den Hinterbeinen sowie der von der 
Verteidigung beschriebenen Froschposition eine Verletzung der Lendenwirbelsäule 
nicht ausschliesst (pag. 421 ff.).

Letztendlich ist zu berücksichtigen, dass E.________ bis und mit Samstagmorgen 
gefressen, getrunken und wiedergekäut hat, was von F.________ glaubhaft zu Pro-
tokoll gegeben wurde und unbestritten ist (pag. 202 Z. 22 ff.). Der Beschuldigte 
bringt dazu vor, eine Wirbelsäulenverletzung resp. Verschlechterung des Zustands 
von E.________ vor dem Transport zum Schlachthof sei aus diesem Grund ausge-
schlossen. Auch J.________ gab auf Frage an, ein krankes Tier käue nicht wieder. 
Er hielt aber auch klar fest, ein Tier, das am Boden festliege, sei schon stark beein-
trächtigt (pag. 208 Z. 32). Auch hier hat der Veterinärdienst unter Verweis auf die 
veterinärmedizinische Fachliteratur differenziert dargelegt, dass dieses Verhalten 
eine Verletzung der Wirbelsäule nicht per se ausschliesst (pag. 373 Ziff. 14 und 
pag. 420). Zusätzlich hat J.________ trotz dieser Umstände klar und deutlich an-
gegeben, dass das Rind aufgrund seines Zustands nicht hätte transportiert werden 

24

dürfen. Aus diesen Gründen vermag das Fressverhalten von E.________ die fest-
gestellte Verletzung der Wirbelsäule nicht in Frage zu stellen.

14.7.6 Zwischenfazit

Im Gegensatz zur Vorinstanz hat die Kammer in der Gesamtschau keine erhebli-
chen Zweifel daran, dass das Rind E.________ am 2. Juni 2018 und insbesondere 
bereits vor dem Transport in den Schlachthof an einer Verletzung der Lendenwirbel 
(und nicht der Achillessehne) gelitten hat, was dazu führte, dass der Transport zum 
Schlachthof bei ihm starke Schmerzen und Stress verursachte. Es besteht somit 
kein Raum für die Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo.

Eine externe sachverständige Begutachtung des geschlachteten Rinds war bei die-
ser Beweislage nicht angezeigt, ebenso wenig die vom Beschuldigten am 7. De-
zember 2020 erneut beantragte Begutachtung (pag. 391).

14.7.7 Umstände der Ausstellung des Transportfähigkeitszeugnisses

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 2. Juni 2018 die Transportfähigkeit 
von E.________ bescheinigt hat, ohne sie an diesem Tag oder am Tag zuvor un-
tersucht und somit selber gesehen zu haben. Aus seinen Aussagen geht hervor, 
dass er diese Bescheinigung erstellt hat, da G.________ den ganzen Tag im Raum 
C.________ unterwegs war (pag. 50 Z. 43).

Der Beschuldigte stand am 1. und 2. Juni 2018 mehrfach telefonisch in Kontakt mit 
G.________ und stützte sich bei der Bescheinigung der Transportfähigkeit einer-
seits auf dessen Angaben zur Untersuchung vom 1. Juni 2018. Aus den Aussagen 
des Beschuldigten geht hervor, dass ihm dabei auch die im Untersuchungsbericht 
nicht erwähnte Abgabe von Schmerzmitteln zu Kenntnis gebracht worden war und 
er der Ansicht war, E.________ sei nicht mehr gehfähig. Ihm war weiter bekannt, 
dass G.________ der Ansicht war, E.________ leide an einer Achillessehnenver-
letzung. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschuldigte diese Diagnose ausführlich 
mit G.________ besprechen musste und er konfrontiert mit den anderslautenden 
Ergebnissen der Untersuchung am geschlachteten Tier angab, es sei schwierig, 
am liegenden Tier einen Achillessehnenriss festzustellen, ist davon auszugehen, 
dass dem Beschuldigten bewusst war, dass diese Diagnose mit einer gewissen 
Unsicherheit behaftet war.

Zusätzlich stützte sich der Beschuldigte auf die telefonischen Angaben der Tierhal-
ter von Samstagmorgen früh, welche ihm von G.________ ausgerichtet worden 
waren (pag. 197 Z. 34). Dem Beschuldigten war insofern bekannt, dass das Tier 
nach der Untersuchung ohne erneut aufzustehen auf den Bauernhof transportiert 
worden war und am nächsten Morgen immer noch im Viehanhänger lag, jedoch bis 
zu diesem Zeitpunkt gefressen, getrunken und wiedergekäut hatte. Der Entscheid, 
E.________ zu schlachten, wurde nach Angaben des Beschuldigten gefällt, weil 
das Tier innert der 12 Stunden, in denen das Schmerzmittel wirkte, nicht bedeutend 
besser auf das Bein habe auftreten können (pag. 122 Z. 64).

Im Weiteren waren dem Beschuldigten sowohl die Fachinformation Tierschutz 
«Nutztiere: Wann ist ein Nutztier transportfähig?» des Bundesamts für Lebensmit-
telsicherheit und Veterinärwesen (nachfolgend BLV; pag. 8 und pag. 122 f. 

25

Z. 92 ff.), als auch die Erläuterungen des Veterinärdienstes zur tierärztlichen Be-
scheinigung zu Handen der Fleischkontrolle bekannt (pag. 51 Z. 71 und 
pag. 171 ff.)

14.8 Fazit und massgeblicher Sachverhalt

Für die Kammer gilt demnach folgender Sachverhalt als erstellt und massgeblich:

Ein Mitarbeiter des Beschuldigten, G.________, untersuchte das auf der Weide lie-
gend aufgefundene Rind E.________ vor dem Mittag des 1. Juni 2018 an Ort und 
Stelle und verabreichte ihm das Schmerzmittel Rifen mit einer Absetzfrist von 
24 Stunden. Nach Erhalt des Schmerzmittels versuchte E.________ aufzustehen, 
was ihr jedoch nicht ganz gelang. Nach diesem Aufstehversuch blieb das Tier lie-
gen und war nicht mehr in der Lage zu gehen. G.________ stellte daraufhin die 
Verdachtsdiagnose «Achillessehnenriss». Das Rind wurde in der Folge in Abspra-
che mit dem Tierarzt durch den Tierhalter auf der gepolsterten Schaufel eines Me-
tracs und in einem eingestreuten und ebenfalls gepolsterten Viehanhänger zum 
Bauernhof transportiert. In diesem Anhänger verblieb E.________ über Nacht. Am 
Samstagmorgen, 2. Juni 2018, frass und trank das Rind zwar und käute wieder, lag 
aber immer noch im Viehanhänger. Zu diesem Zeitpunkt entschieden sich die Tier-
halter, das Rind zu schlachten und nahmen telefonisch Kontakt mit G.________ 
auf. Daraufhin stellte der Beschuldigte – ohne das Tier selber untersucht zu haben 
– um ca. 07:00/07:30 Uhr die tierärztliche Bescheinigung zu Handen der Fleisch-
kontrolle aus und gab darin als Grund für die Schlachtung «Achillessehnenriss» an. 
Die Felder «Allgemeinbefinden», «Nährzustand», «Sinneswahrnehmung» und 
«Spezielle Bemerkungen» markierte er mit einem Gutzeichen, die Frage nach der 
Temperatur beantwortete er mit 38.4 Grad, die nach der vorhandenen Transport-
fähigkeit mit «Ja». Das Feld «Behandlungen der letzten 10 Tage» mit der Frage 
nach «Medikament und Applikationsart» sowie «Absetzfristen» strich er durch. 
Nach Erhalt dieser Bescheinigung transportierte I.________ das immer noch im 
selben Viehanhänger liegende Rind um 13:00 Uhr von H.________ nach 
C.________, wo um 14:00 Uhr der Schlachttermin vereinbart worden war. Der 
Transport dauerte 15-20 Minuten (pag. 201 Z. 19). Vor der Schlachtung wurde das 
Tier durch den anwesenden Amtstierarzt J.________ untersucht, der feststellte, 
dass das Rind während des Transports stark gelitten hatte und sehr gestresst war. 
Bei der Untersuchung vor der Schlachtung beobachtete J.________ im Bereich der 
Lendenwirbelsäule eine Unregelmässigkeit und einen Druckschmerz. Nachdem 
das Tier um 14:15 Uhr geschlachtet worden war, stellte J.________ bei der Unter-
suchung des Schlachtkörpers eine Fraktur des Lendenwirbels IV-V mit Vorfall des 
Nucleus Pulposus der Bandscheibe auf der Innenseite (ventral) der Wirbelsäule 
fest, welche beim Tier starke Rückenschmerzen ausgelöst hatte. Andere Verlet-
zungen, insbesondere der Achillessehne, wurden hingegen nicht festgestellt. Eine 
Entstehung dieser Wirbelsäulenverletzung während der Schlachtung oder während 
des Transports kann ausgeschlossen werden. Vielmehr hat diese Verletzung be-
reits vorher bestanden und dazu geführt, dass der Transport zum Schlachthof bei 
E.________ unnötig Schmerzen, Stress und Leid verursachte. 

Ob diese Verletzung beim Rind E.________ eine Transportunfähigkeit im rechtli-
chen Sinne verursacht hat, wird im Folgenden geprüft (siehe Ziff. IV.15 unten).

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IV. Rechtliche Würdigung

15. Vorwurf der Tierquälerei

15.1 Tatbestandsmerkmale

Die Vorinstanz hat die im Strafbefehl vom 11. Dezember 2018 aufgeführten Vor-
schriften gemäss Tierschutzgesetz (TSchG; SR 455) und Tierschutzverordnung 
(TSchV; SR 455.1) korrekt wie folgt wiedergegeben (pag. 253 f., S. 14 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a Tierschutzgesetz (TSchG) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt 
oder dessen Würde in anderer Weise missachtet. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung 
der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

Nach Art. 3 TSchG bedeutet Würde den Eigenwert des Tieres, der im Umgang mit ihm geachtet wer-
den muss. Die Würde des Tieres wird missachtet, wenn eine Belastung des Tieres nicht durch über-
wiegende Interessen gerechtfertigt werden kann. Eine Belastung liegt vor, wenn dem Tier insbeson-
dere Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden, es in Angst versetzt oder erniedrigt wird, 
wenn tief greifend in sein Erscheinungsbild oder seine Fähigkeiten eingegriffen oder es übermässig 
instrumentalisiert wird. Das Wohlergehen der Tiere ist namentlich gegeben, wenn die Haltung und 
Ernährung so sind, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört sind und sie in ihrer 
Anpassungsfähigkeit nicht überfordert sind, das artgemässe Verhalten innerhalb der biologischen An-
passungsfähigkeit gewährleistet ist, sie klinisch gesund sind und Schmerzen, Leiden, Schäden und 
Angst vermieden werden. Wer mit Tieren umgeht, hat nach Art. 4 Abs. 1 TSchG ihren Bedürfnissen in 
bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen; und soweit es der Verwendungszweck zulässt, für ihr 
Wohlergehen zu sorgen. Nach Art. 15 TSchG sind Tiertransporte schonend und ohne unnötige Ver-
zögerung durchzuführen. Die Fahrzeit ab Verladeplatz beträgt höchstens sechs Stunden. Nach 
Art. 16 Abs. 1 TSchV ist das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren 
verboten. Nach Art. 155 Abs. 1 TschV dürfen Tiere nur transportiert werden, wenn zu erwarten ist, 
dass sie den Transport ohne Schaden überstehen.

Darüber hinausgehende rechtliche Ausführungen werden punktuell im Rahmen der 
Subsumtion vorgenommen.

15.2 Verletzung der Würde und des Wohlergehens von E.________

Das Rind E.________ wurde am 2. Juni 2018 trotz einer bestehenden Verletzung 
an der Lendenwirbelsäule in einem Viehanhänger vom Bauernhof in H.________ 
nach C.________ in den Schlachthof transportiert. Während dieser Fahrt von 15-20 
Minuten hat das Tier an Schmerzen und Stress gelitten, was dazu führte, dass es 
in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung nahe am Kreislaufschock/Kollaps 
beim Schlachthof ankam. E.________ hat während des Transports an übermässi-
gen Schmerzen gelitten und wurde damit im Sinne von Art. 3 TSchG in seiner 
Würde und seinem Wohlergehen verletzt. Der Transport kann trotz der sichtlichen 
Bemühungen der Tierhalter nicht als schonend in Sinne von Art. 15 TSchG be-
zeichnet werden. Das Tier hätte in Anwendung von Art. 155 Abs. 1 TschV am 
2. Juni 2018 nicht transportiert werden dürfen. Durch den Transport von 
E.________ wurden somit verschiedene Vorschriften des Tierschutzgesetzes ver-

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letzt. Insbesondere liegt mit der Verletzung der Würde und des Wohlergehens von 
E.________ ein Taterfolg der Misshandlung gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG vor.

15.3 Tatbestandsmässige Handlung des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat E.________ nicht selber zum Schlachthof transportiert. Seine 
Handlung bestand darin, dass er die tierärztliche Bescheinigung zu Handen der 
Fleischkontrolle am 2. Juni 2018 ausgefüllt und das Tier darin als transportfähig 
bezeichnet hat, obwohl es aufgrund seiner Verletzung nicht transportfähig war. 
Diese Bescheinigung hat er ausgestellt, ohne das Tier selber untersucht zu haben 
und stützte sich dabei auf die Angaben von G.________ zu dessen Untersuchung 
am Vortag und den telefonischen Auskünften der Tierhalter am Tag selber, welche 
ihm von G.________ ausgerichtet worden waren. Zu klären ist in diesem Zusam-
menhang, ob der Beschuldigte diese Bescheinigung unter den gegebenen Um-
ständen ausstellen durfte.

15.3.1 Vorbringen des Beschuldigten

Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, er habe im Zeitpunkt der Unter-
zeichnung über eine hinreichende und aktuelle Untersuchungsgrundlage verfügt, 
welche er für die Erstellung des interessierenden Zeugnisses habe verwenden dür-
fen. Diese Beurteilung sei bei Transportbeginn weiterhin aktuell gewesen, da das 
Rind E.________ bereits bei der Untersuchung durch G.________ in einen Vieh-
transportanhänger verladen worden sei und bis zur Entladung im Schlachthof dort 
verblieben sei. Sie habe sich darin nicht neu verletzen können und es gebe keinen 
Anhaltspunkt dafür, dass es sich beim Verladen oder nach dem Verladen zusätz-
lich verletzt hätte. Es habe keine Veranlassung bestanden, am Samstag, 2. Ju-
ni 2018, eine erneute vollständige Untersuchung durchzuführen. G.________ habe 
sich auf die Auskünfte des beobachtenden Landwirtes, F.________, verlassen dür-
fen. Ebenso dürfe ihm kein Vorwurf gemacht werden, dass er das Tier nicht selber 
untersucht habe, sondern die Untersuchung durch einen von ihm angestellten Tier-
arzt habe vornehmen lassen. Ein solches Vorgehen müsse zulässig sein.

Der Beschuldigte argumentiert weiter, es sei nicht geklärt, wann genau der nicht 
transportfähige Gesundheitszustand beim Rind eingetreten sein solle. Zwei bis drei 
Stunden vor dem Transport hätten die ersten 24 Stunden nach der ersten Untersu-
chung vom 1. Juni 2018 geendet. Es sei unwahrscheinlich und dürfe nicht zu Las-
ten des Beschuldigten davon ausgegangen werden, dass sich erst in diesen zwei 
bis drei Stunden der Zustand des Rinds so verschlechtert habe, dass das Rind 
plötzlich nicht mehr transportfähig gewesen sein solle. Wenn das Rind bereits da-
vor in einem nicht transportfähigen Zustand gewesen sei, sei das Verhalten des 
Beschwerdeführers nicht kausal für die Leiden und Schmerzen, welche das Rind 
während des Transports erlitten habe. Diese Schmerzen hätte das Rind auch bei 
rechtzeitiger Ausstellung des Transportfähigkeitszeugnisses am 1. Juni 2018 erlit-
ten.

15.3.2 Vorbringen des Veterinärdienstes

Der Veterinärdienst argumentiert auf der anderen Seite, G.________ habe die Ver-
dachtsdiagnose eines Achillessehnenrisses diagnostiziert, was sich hinterher 
nachweislich als falsch erwiesen habe. Da es sich dabei nicht um eine gesicherte 

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Diagnose, sondern nur um eine Verdachtsdiagnose gehandelt habe, hätte nicht der 
voreilige Schluss gezogen werden dürfen, dass eine Verschlechterung des Zu-
stands durch den Transport ausgeschlossen sei. Zumal er differentialdiagnostisch 
auch eine Tibialislähmung in Betracht gezogen habe, bei der mit der Möglichkeit 
eines Schadens im Bereich des Beckens gerechnet werden müsse. Es habe des-
halb eine Verschlechterung nicht ausgeschlossen werden dürfen und eine erneute 
Untersuchung unmittelbar vor dem Transport habe sich aufgedrängt. Im Verzicht 
darauf liege der strafrechtlich relevante Vorwurf an den Beschuldigten. Als erfahre-
ner Tierarzt habe der Beschuldigte gewusst, dass sich der Zustand eines verletzten 
Tiers rasch verschlechtern könne. Eine erneute Untersuchung sei auch angezeigt 
gewesen, da diverse «Warnsignale» dafür bestanden hätten, dass die Verdachts-
diagnose des Achillessehnenrisses nicht korrekt gewesen sei, etwa, dass mit den 
Tierhaltern abgemacht geworden sei, dass das Rind innert der 12-stündigen Wir-
kungszeit des Schmerzmittels bedeutend besser auf das Bein treten können müs-
se, das Rind dann aber andauernd festgelegen sei. Auch die Feststellung von 
G.________, wonach das Rind nach ein paar Schritten aus Erschöpfung wieder 
abgelegen sei, passe nicht zum restlichen von ihm beschriebenen Verhalten und 
den klinischen Parametern, weshalb aufgrund dieses Abliegens der Verdacht auf 
gravierendere Schäden hätte geschöpft müssen. Zuletzt habe auch die Tatsache, 
dass das Rind am Freitag mittels einer Schaufel habe verladen werden müssen, 
gezeigt, dass es nicht mehr transportfähig gewesen sei. Die Auskünfte durch den 
Tierhalter seien als Grundlage für das Ausfüllen des Transportfähigkeitszeugnisses 
nicht zulässig gewesen und hätten eine Untersuchung am Samstagmorgen nicht 
ersetzt. Der Veterinärdienst stellt im Übrigen nicht in Frage, dass der Beschuldigte 
die Bescheinigung der Transportfähigkeit gestützt auf die von einem Mitarbeiter 
durchgeführten Untersuchung unterschreiben durfte. Er weist jedoch darauf hin, 
dass der Beschuldigte dadurch die Verantwortung für das Unterschriebene trage.

15.3.3 Erwägungen der Kammer

Präzisierende Erläuterungen zur Beurteilung der Transportfähigkeit von Tieren fin-
den sich einerseits in der in der Fachinformation Tierschutz «Nutztiere: Wann ist 
ein Nutztier transportfähig?» des BLV vom 4. September 2015. Gemäss Ziff. 5 die-
ser Fachinformation sind Tiere mit leichter Einschränkung am Bewegungsapparat, 
welche beim Gehen zum Beispiel nicht alle vier Beine gleichmässig belasten, mit 
Einschränkungen für den Transporteur transportierbar. Tiere, welche nicht gehfähig 
sind, sind mit Einschränkung in einem speziell dazu eingerichteten Fahrzeug trans-
portfähig, wenn sie durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin versorgt wurden. Unter 
gleichen Voraussetzungen können Tiere, die festgelegen waren, transportiert wer-
den, sofern sie selber in das Fahrzeug gehen können. Demgegenüber sind Tiere 
unter anderem dann transportunfähig, wenn sie festliegen und nicht mehr gehen 
können (pag. 9 f.). Es stellt sich deshalb zunächst die Frage, ob die Transport-
fähigkeit bereits aufgrund der Tatsache, dass E.________ nicht in der Lage war, 
den Viehanhänger selbständig zu betreten, hätte verneint werden müssen.

Weitere Konkretisierungen sind in den Erläuterungen zur tierärztlichen Bescheini-
gung zu Handen der Fleischkontrolle des Veterinärdienstes aufgeführt. Darin wird 
festgehalten, die Transportfähigkeit eines Tiers könne nur beurteilt werden, wenn 

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das Tier zeitnah vor der Schlachtung durch die Bestandestierärztin oder den Be-
standestierarzt untersucht worden sei. Zeugnisse aufgrund von Angaben des Tier-
halters seien nicht zulässig. Die tierärztliche Untersuchung müsse so zeitnah 
durchgeführt worden sein, dass davon auszugehen sei, der festgestellte Zustand 
entspreche dem Zustand beim Transport / der Schlachtung. Ein Tier, das den 
Transporter nicht selbständig und auf allen vier Gliedmassen besteigen und bei 
dem nicht davon ausgegangen werden könne, dass es den Transport ohne weitere 
Schäden überstehe, sei nicht mehr transportfähig. Insbesondere Frakturen oder 
Gelenksverletzungen, aber auch bei Wunden oder Lungenproblemen könnten un-
erwartete Bewegungen des Transportfahrzeuges bzw. der Transportstress zu wei-
teren Schäden und einer Verschlechterung des Zustandes führen (pag. 173). 

Über den Zustand von E.________ war am Samstagmorgen, 2. Juni 2018, Folgen-
des bekannt: G.________ hatte das Tier tags zuvor in Hanglage und in liegendem 
Zustand untersucht und die Verdachtsdiagnose «Achillessehnenriss» gestellt. Das 
Rind versuchte während der Untersuchung nach Abgabe eines Schmerzmittels 
einmal aufzustehen, was ihm nicht ganz gelang, legte sich danach wieder hin und 
stand nicht wieder auf. Das Abliegen wurde von G.________ als Erschöpfung ge-
deutet. E.________ war weiter nicht in der Lage, selber in einen Viehanhänger zu 
laufen, sondern musste mit einer Schaufel aus dem Gelände geborgen werden und 
in den Viehanhänger «rutschen». Der Beschuldigte und G.________ kamen 
gemäss Aussagen des Beschuldigten deshalb überein, das Tier sei nicht mehr 
«gehfähig» gewesen. Sowohl am Tag der Untersuchung, wie auch am Morgen des 
2. Juni 2018, frass und trank E.________ und käute wieder. Das verabreichte 
Schmerzmittel sollte während ca. 12 Stunden wirken und hatte eine Absetzfrist von 
24 Stunden.

Fraglich ist somit in einem ersten Schritt, ob das Rind E.________ in Anwendung 
der Fachinformation des BLV bereits deshalb als transportunfähig zu gelten hatte, 
weil es nicht mehr gehfähig war und abgesehen vom kurzen Aufstehversuch 
während der Untersuchung festlag. In einem zweiten Schritt ist mit Blick auf die Er-
läuterung des Veterinärdienstes zu klären, ob mit der Untersuchung durch 
G.________ am Vortag in Kombination mit der telefonischen Auskunft der Tierhal-
terfamilie am 2. Juni 2018 sichergestellt wurde, dass der auf diese Weise festge-
stellte Zustand dem Zustand von E.________ beim Transport entsprach und dass 
E.________ den Transport ohne weitere Schäden überstehen würde.

In Bezug auf die erste Frage bringt die Verteidigung vor, E.________ sei in ihrer 
Beweglichkeit nur leicht eingeschränkt gewesen und in Anwendung der Fachinfor-
mation des BLV somit eindeutig transportfähig gewesen (pag. 399 Ziff. 47). Damit 
widerspricht sie jedoch der Aussage des Beschuldigten selber, der das Rind als 
nicht mehr gehfähig bezeichnet hatte (pag. 122 Z. 59). Es kann aufgrund des Be-
weisergebnisses ausgeschlossen werden, dass E.________ zu den Tieren mit 
leichter Einschränkung am Bewegungsapparat gehörte, die mit Einschränkungen 
für den Transporteur ohne Weiteres transportierbar sind. Nicht auf den ersten Blick 
klar scheint der Kammer jedoch, ob E.________ – wie vom Beschuldigten an ande-
rer Stelle vorgebracht (pag. 198 Z. 36) – in die vom BLV umschriebene Kategorie 
jener Tiere fiel, welche nicht gehfähig sind, jedoch durch einen Tierarzt oder eine 

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Tierärztin versorgt wurden und deshalb unter Einschränkung in einem speziell dazu 
eingerichteten Fahrzeug transportfähig sind, oder ob sie vielmehr in die Kategorie 
der Tiere fiel, die festliegen und nicht mehr gehen können und deshalb transportun-
fähig sind. Zwar wurde E.________ am 1. Juni 2018 von einem Tierarzt ein 
Schmerzmittel verabreicht und sie wurde insofern an diesem Tag von einem Tier-
arzt behandelt. Danach lag sie jedoch bis zum Transport an nächsten Tag fest und 
wurde als nicht gehfähig bezeichnet. Im Zeitpunkt des Transports wirkte das 
Schmerzmittel unbestrittenermassen nicht mehr, die Behandlung durch den Tier-
arzt war zu dem Zeitpunkt somit nicht mehr wirksam. Es führte denn auch kein 
Tierarzt am 2. Juni 2018 eine erneute Untersuchung oder Behandlung vor Ort 
durch. Mangels aktueller tierärztlicher Behandlung konnte E.________ somit nicht 
in die Kategorie jener Tiere eingeordnet werden, welche nicht gehfähig sind, jedoch 
wegen tierärztlicher Versorgung unter Einschränkung in einem speziell dazu einge-
richteten Fahrzeug transportiert werden können. Bereits aus der korrekten Anwen-
dung dieser Fachinformation ergibt sich somit die fehlende Transportfähigkeit von 
E.________.

Zusätzlich ergibt sich die fehlende Transportfähigkeit von E.________ auch aus 
folgenden Umständen: Vorliegend musste aufgrund der Umstände der Untersu-
chung vom 1. Juni 2018 davon ausgegangen werden, dass es sich beim «festge-
stellten» Achillessehnenriss nicht um eine gesicherte Diagnose handelte. Zudem 
war E.________ seit der Untersuchung auf der Weide auf den Bauernhof transpor-
tiert worden und trotz der verabreichten Schmerzmittel nicht wieder aufgestanden. 
Aufgrund dieser Unsicherheiten und Gegebenheiten konnte lediglich auf Basis der 
Auskunft der Tierhalterfamilie am Samstagmorgen nicht mit Sicherheit davon aus-
gegangen werden, dass das Tier den Transport ohne weitere Schäden überstehen 
würde. Die Kammer erachtet es deshalb als ungenügend, dass E.________ am 
2. Juni 2018 im Hinblick auf den Transport zum Schlachthof nicht erneut tierärztlich 
untersucht wurde. Im Ergebnis hat der Beschuldigte das Rind E.________ somit 
als transportfähig erklärt, obwohl er aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden In-
formationen nicht davon ausgehen konnte, dass es den Transport zum Schlachthof 
ohne weitere Schäden überstehen würde, es mithin nicht transportfähig war.

Nichts für sich ableiten kann der Beschuldigte aus der Vorgabe des Veterinärdiens-
tes, wonach die Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle 24 Stunden gültig 
sei. Aus den Erläuterungen des Veterinärdienstes geht klar hervor, dass das Zeug-
nis 24 Stunden lang gültig ist, die tierärztliche Untersuchung hingegen so zeitnah 
erfolgen muss, dass davon auszugehen ist, der festgestellte Zustand entspreche 
dem Zustand beim Transport (pag. 173). Eine zeitlich definierte Frist besteht somit 
nur ab Ausstellung der Bescheinigung. Was unter «zeitnaher tierärztlicher Untersu-
chung» zu verstehen ist, hängt davon ab, bis wann davon ausgegangen werden 
darf, dass sich der bei der Untersuchung festgestellte Zustand nicht verändert. Wie 
soeben ausführlich begründet, bestanden im vorliegenden Fall zu viele Unsicher-
heiten, als dass der Beschuldigte die Bescheinigung gestützt auf eine Untersu-
chung vom Vortag ausfüllen durfte.

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15.4 Zurechnung des Taterfolgs

Die Beurteilung des Beschuldigten, das Rind E.________ könne am 2. Juni 2018 
im mit Stroh und Schaumstoff gepolsterten Viehanhänger in den Schlachthof trans-
portiert werden, hat dazu geführt, dass I.________ diesen Transport vorgenommen 
hat. Dieser Zusammenhang war für den Beschuldigten ohne weiteres vorherseh-
bar, war doch die zeitnahe Durchführung dieses Transports gerade der Anlass für 
die Äusserungen des Beschuldigten zur Transportfähigkeit. Im von der Vorinstanz 
auf diese Konstellation angewandten Konstrukt der mittelbaren Täterschaft miss-
braucht der mittelbare Täter den Tatmittler als «willenloses» oder jedenfalls nicht 
vorsätzlich handelndes Instrument der Tatausführung. Der mittelbare Täter nützt 
entweder intellektuelle/psychische Defizite des Tatmittlers aus (z.B. Sachverhalt-
sirrtum, Mängel der Zurechnungsfähigkeit, Hypnose/Trance, Drogen-
/Alkoholeinfluss, schuldausschliessende Interessenkonflikte usw.) oder er nötigt 
den Tatmittler zur Tatausführung (Forster, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Auf-
lage, Basel 2019 [nachfolgend BSK StGB-Bearbeiter], N 28 zu vor Art. 24). Die 
Kammer erachtet die Anwendung der mittelbaren Täterschaft vorliegend als kor-
rekt: Die Beurteilung der Transportfähigkeit lag aufgrund seines Fachwissens und 
seiner Funktion als Bestandestierarzt in der alleinigen Kompetenz des Beschuldig-
ten und nicht in derjenigen der Tierhalterfamilie. I.________ musste und durfte sich 
in dieser Frage vollständig auf die Einschätzung des Tierarzts verlassen und han-
delte selber in Bezug auf diese Frage ohne Wissen und ohne Vorsatz. Der Trans-
port von E.________ ist somit dem Beschuldigten zuzurechnen.

15.5 (Eventual-)Vorsatz

Dem Beschuldigten war die Diagnose der Lendenwirbelsäulenverletzung im Zeit-
punkt der Ausstellung des Transportfähigkeitszeugnisses unbestrittenermassen 
nicht bekannt und es entsprach nicht seinem Willen, dass E.________ während 
des Transports in den Schlachthof leiden würde. Ein direkter Vorsatz kann somit 
ausgeschlossen werden. Fraglich ist jedoch, ob er mit dem Ausstellen dieses 
Zeugnisses ohne vorgängige Untersuchung des Tiers im Sinne von Art. 12 Abs. 2 
StGB in Kauf genommen hat, dass sich der Zustand von E.________ während des 
Transports derart verschlechtert, dass sie unnötig leidet.

Der Beschuldigte argumentiert hierzu, er habe nicht voraussehen können, dass das 
Rind nach vollständiger Fixierung im Viehtransportanhänger plötzlich an einer Wir-
belsäulenfraktur leiden könnte. Es hätten keine Anhaltspunkte dafür bestanden, 
dass sich der Zustand des Rindes E.________ von Freitag auf Samstag ver-
schlechtert habe. Er habe somit nicht vorsätzlich gehandelt.

Dem Beschuldigten waren sämtliche der oben genannten Parameter bekannt, auf-
grund derer er nicht davon ausgehen durfte, dass E.________ den Transport zum 
Schlachthof ohne weitere Schäden überstehen würde. Ihm war aufgrund der Um-
stände der Untersuchung insb