# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c9d43a5-36f0-5d02-b7e0-f09182158057
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.02.2012 SB110597
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110597_2012-02-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110597-O/U/eh 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. M. Langmeier, 

die Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Bertschi sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Schwarzwälder 

 

Urteil vom 29. Februar 2012 

 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Gossner,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 
 

gegen 
 

B._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger (Rückzug) sowie Anschlussberufungskläger  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

betreffend  

versuchter Mord etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  
11. Mai 2011 (DG110013) 

 
Anklage: 
(Urk. 51) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. Oktober 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

-   2   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB 

− der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 812 Tage 

durch Polizeiverhaft, Untersuchungshaft, Sicherheitshaft und vorzeitigen 

Strafantritt bis und mit heute erstanden sind. 

3. Es wird eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB während des 

Vollzuges der Freiheitsstrafe angeordnet. 

4. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 20. Februar 2009 sichergestellte 

Kinderdecke (blau, vermutlich mit Blutspuren) wird eingezogen und der  

Kantonspolizei zur Vernichtung überlassen. 

5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren der 

Privatklägerin anerkannt hat. Demgemäss wird festgestellt, dass der  

Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus den eingeklagten Ereignis-

sen gemäss Anklageschrift vom 26. Oktober 2010 dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

6. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Genugtuungsbegehren der 

Privatklägerin anerkannt hat. Demgemäss wird der Beschuldigte verpflichtet, 

der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 30'000.– nebst  

5 % Zins ab 15. Februar 2009 zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

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Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 764.40   Kosten KAPO 

Fr. 112.50   Betr.amt B._____, Hausdurchsuchung, 1/2 

Fr. 180.65   IRM … C._____, 1/2 

Fr. 548.50   IRM … B._____/A._____, 1/2  

Fr. 39.70   IRM … C._____, 1/2 

Fr. 6.–   Uvek, rg. …/Mahnung 

Fr. 16'060.50   Psych. Uniklinik, Gutachten iS A._____ 

Fr. 1'080.50   IRM … C._____ 

Fr. 20'173.50   Psych. Uniklinik, Gutachen iS A._____ 

Fr. 3'785.25   Kosten unentgeltliche Rechtsbeiständin RAin Dr. iur. D._____ 

Fr. 30'000.–   Teilzahlungen amtl. Verteidigungskosten 

Fr.     Restliche amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

Fr.        
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin 

und die Kosten des ersten psychiatrischen Gutachtens von Fr. 16'060.50; 

die Kosten dieses Gutachtens werden definitiv auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbei-

ständin der Privatklägerin werden auf die Staatskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe 

der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung ent-

schieden. 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 129) 

1. Dispositiv Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 11. Mai 2011 

sei aufzuheben und der Beschuldigte sei mit 16 Jahren Freiheitsstrafe zu 

belegen, wobei die erstandenen Haftzeiten auf die ausgefällte Freiheitsstrafe 

anzurechnen seien. 

2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 11. Mai 2011 zu 

bestätigen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

b) Des Verteidigers des Beschuldigten: 

(schriftlich, Urk. 130) 

1. Es seien Ziff. 1 und 2 des Urteilsdispositivs des BG Bülach vom 11. Mai 

2011 aufzuheben und es sei der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu  

sprechen. 

2. Eventualiter sei der Beschuldigte des versuchten Totschlags im Sinne von 

Art. 113 i.V. mit Art. 22 StGB sowie der mehrfachen qualifizierten Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen; 

3. Subeventualiter sei der Beschuldigte der versuchten Tötung im Sinne von 

Art. 111 i.V. mit Art. 22 StGB sowie der mehrfachen qualifizierten einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu 

sprechen; 

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4. Es sei der Beschuldigte milde, mit einer 4 Jahre nicht übersteigenden Frei-

heitsstrafe zu bestrafen. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessverlauf und Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 11. Mai 2011 wurde der 

Beschuldigte des versuchten Mordes und der mehrfachen qualifizierten einfachen 

Körperverletzung schuldig gesprochen und bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe 

unter Anrechung von 812 Tagen Haft und vorzeitigem Strafvollzug. Es wurde eine 

ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB während des Vollzuges der Freiheits-

strafe angeordnet. Bezüglich der Zivilansprüche wurde vorgemerkt, dass der  

Beschuldigte das Schadenersatzbegehren und das Genugtuungsbegehren der 

Privatklägerin anerkannt hat, demgemäss wurde er verpflichtet, ihr eine Genugtu-

ung von Fr. 30'000.-- nebst 5 % Zins seit 15. Februar 2009 zu bezahlen, unter 

Vorbehalt der Nachklage, und es wurde festgestellt, dass der Beschuldigte der 

Privatklägerin aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schaden-

ersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-

anspruches wurde die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen 

(Urk. 93). 

Gegen das Urteil hat die Staatsanwaltschaft Berufung angemeldet (Urk. 73). In  

ihrer Berufungserklärung vom 6. September 2011 beantragt sie eine Erhöhung 

des Strafmasses auf 16 Jahre Freiheitsstrafe (Urk. 95). 

Der Beschuldigte hat mit Eingabe vom 20. Mai 2011 Berufung angemeldet 

(Urk. 74), diese aber mit Eingabe vom 13. September 2011 wieder zurückge-

zogen (Urk. 96). Innert der mit Präsidialverfügung vom 4. Oktober 2011 (Urk. 100) 

angesetzten Frist hat er mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 Anschlussberufung 

erhoben (Urk. 104). Er beantragt Schuldspruch betreffend mehrfache qualifizierte 

einfache Körperverletzung, eventualiter zusätzlich zum Schuldspruch betreffend 

mehrfache qualifizierte Körperverletzung Schuldspruch des versuchten Tot-

schlags im Sinne von Art. 113 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB, subeventuali-

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ter zusätzlich der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 in Verbindung mit 

Art. 22 StGB sowie Bestrafung mit höchstens vier Jahren Freiheitsstrafe 

(Urk 104). 

Den Anträgen und der Begründung in der Anschlussberufung ist zu entnehmen, 

und dies wurde auch an der Berufungsverhandlung bestätigt (Prot. II S. 6 f.), dass 

die Anordnung einer ambulanten Massnahme während des Vollzuges (Dispositiv-

Ziffer 3), die Einziehung der sichergestellten Kinderdecke (Dispositiv-Ziffer 4), die 

Regelung betreffend die Zivilforderungen der Privatklägerin (Dispositiv-Ziffern 5 

und 6) und die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv-

Ziffern 7 bis 9) nicht angefochten werden und demgemäss in Rechtskraft erwach-

sen sind (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO). Das ist vorab 

vorzumerken. 

Gleichzeitig mit der Anschlussberufungserklärung stellte der Beschuldigte einen 

Beweisantrag auf Erstellung eines medizinischen Gutachtens über die Frage, ob 

die Verletzungen im Mundbereich der Geschädigten ausschliesslich thermischer 

Natur sind oder ob diese auch durch das gewaltsame Einführen eines "Nuschis" 

in den Mund verursacht worden sein könnten (Urk. 104 S. 2). Über diesen  

Beweisantrag, welcher mit Präsidialverfügung vom 21. November 2011 abge-

wiesen wurde (Urk. 114), ist im Zusammenhang mit der materiellen Prüfung zu 

befinden. 

Mit Eingabe vom 22. Februar 2012 stellte der Beschuldigte sodann den Beweis-

antrag, es sei die Mutter der Privatklägerin, E._____, an der Berufungsverhand-

lung als Zeugin zu befragen (Urk. 118). Diesen Beweisantrag zog er jedoch wie-

der zurück, nachdem E._____, welche an der Berufungsverhandlung teilnahm, in 

diesem Rahmen die Gelegenheit erhielt, sich zu äussern (Prot. II S. 7 und S. 17). 

Nachdem der mit Eingabe vom 24. Februar 2012 gestellte Antrag des Verteidi-

gers, die heutige Berufungsverhandlung zu verschieben, abgewiesen wurde 

(Urk. 120 und 122), wurde nach heute durchgeführter Berufungsverhandlung 

nachfolgendes Urteil gefällt. 

II. Sachverhalt 

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1. Vorbemerkungen 

Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht in Abrede stellt, der Privat-

klägerin die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen (Rippenbrüche der 

Rippen 6 und 9 rechts und der Rippen 7 bis 9 links; Brüche der Oberarmknochen 

beidseits sowie Bluterguss zwischen den harten und weichen Hirnhäuten und 

Hirnprellung) zugefügt zu haben. Entsprechend beantragt er seinerseits Schuld-

spruch betreffend mehrfache qualifizierte Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziffer 2 Abs. 3 StGB (Urk. 104 und Urk. 130). Der 

Schuldspruch betreffend mehrfache qualifizierte einfache Körperverletzung ist 

somit grundsätzlich unangefochten, wobei der Beschuldigte alle Handlungen, 

welche zu einer Verletzung führten, unter diesen Tatbestand subsumiert, da er 

den Tötungsvorsatz bestreitet. Die Vorinstanz auf der anderen Seite nimmt an, 

das Körperverletzungsdelikt werde betreffend Rippenbrüche, Bluterguss zwischen 

den Hirnhäuten und Hirnprellung durch den Mordversuch konsumiert (Urk. 93  

S. 44). 

Festzuhalten ist ferner, dass die Vorinstanz den Beschuldigten der mehrfachen 

qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen hat, 
dies entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, welche 

Schuldspruch im Sinne des Qualifikationsgrundes gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 
StGB beantragen. Den Erwägungen der Vorinstanz ist jedoch zu entnehmen, 

dass es sich bei der Anwendung des zweiten Absatzes statt des dritten Absatzes 

von Art. 123 Ziff. 2 StGB um ein Versehen handelt. Einsatz von Gift, einer Waffe 

oder eines gefährlichen Gegenstandes im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

steht ausser Diskussion. Auch die Vorinstanz prüfte das Verhalten unter dem  

Aspekt der Tatbegehung an einem Wehrlosen oder an einer Person, die unter der 

Obhut des Täters steht oder für die er zu sorgen hat, namentlich an einem Kind, 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB. Mit zutreffender Begründung, auf  

welche verwiesen werden kann (Urk. 93 S. 40; Art. 82 Abs. 4 StPO), kam die  

Vorinstanz zum Schluss, dass bezüglich der Spiralbrüche, der Oberarmknochen 

und der Verletzungen im Mundbereich der Privatklägerin, einem zum Tatzeitpunkt 

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unter der Obhut des Beschuldigten stehenden Säugling, die Voraussetzungen 

gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB erfüllt sind. 

2. Beweisantrag 

Der Beschuldigte liess die Einholung eines medizinischen Gutachtens beantragen 

über die Frage, ob die Verletzungen im Mundbereich der Geschädigten  

ausschliesslich thermischer Natur sind oder ob diese auch durch das gewaltsame 

Einführen eines "Nuschis" in den Mund verursacht worden sein könnten (Urk. 104 

S. 2). Zur Begründung des Beweisantrages brachte er vor, die Vorinstanz sei  

davon ausgegangen, bei den Verletzungen im Mundbereich der Geschädigten 

habe es sich um thermische Verletzungen durch Verabreichen eines zu heissen 

Schoppens gehandelt. Er dagegen mache geltend, dass die Verletzungen durch 

das Hineinstopfen eines "Nuschis" in den Mund der Geschädigten entstanden 

seien.  

Das Ergänzungsgutachten des Institutes für Rechtsmedizin vom 5. Juli 2010 führt 

die Verletzungen am Mund der Geschädigten auf thermische Gewalteinwirkung 

zurück, ausdrücklich nicht auf mechanische (Urk. 18/26 S. 4). Der Gutachter  

begründet dies insbesondere mit der symmetrischen Ausbildung der Verletzungen 

und mit dem Umstand, dass in der Mundhöhle im Bereich des Gaumens und der 

Zunge weisse Schleimhautveränderungen mit rotem Randsaum festgestellt wur-

den, wie sie sich typischerweise nach Hitzeeinwirkung präsentieren (Urk. 18/26 

S. 4; so schon das erste Gutachten Urk. 18/16 S. 9). Die gutachterliche Fest-

stellung ist schlüssig und auch für den Laien ohne weiteres nachvollziehbar, sind 

doch weisse Schleimhautveränderungen, welche in der Mundhöhle nach der Ein-

nahme zu heisser Flüssigkeit oder Nahrung auftreten können ("Blasen"), allge-

mein bekannt. Es besteht vor dem Hintergrund der klaren und nachvollziehbaren 

Äusserung des Gutachters keine Veranlassung zur Einholung eines medizini-

schen Gutachtens zur Frage, ob die Verletzungen im Mundbereich der Privatklä-

gerin durch das gewaltsame Einführen eines "Nuschis", somit durch mechanische 

Gewalteinwirkung, verursacht wurden.  

Ausserdem sei hier daran erinnert, dass der Beschuldigte selber betreffend diese 

Verletzungen zuerst aussagte, er habe gehört, dass es Verbrühungen sein könn-

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ten, es wäre schon möglich, dass er C._____ den Schoppen zu heiss verabreicht 

habe (Urk. 9/3 S. 15). Die Sache mit den Verbrühungen habe er erst durch den 

Untersuchungsrichter erfahren, aber er würde sagen, dass er es höchstwahr-

scheinlich gewesen sei, denn er sei in einem komischen Zustand gewesen, zu 

dieser Zeit habe er die Welt nicht mehr so bewusst wahrgenommen wie normal 

und die Prüfung der Temperatur des Schoppens vernachlässigt (Urk. 9/9 S. 8). Er 

könne sich nicht erinnern, dass der Schoppen zu heiss gewesen sei, aber er den-

ke schon, dass C._____ so verbrüht worden sei, er sei kein psychopathischer 

Quäler und habe das nicht extra gemacht (Urk. 9/9 S. 10). Selbst in der Einver-

nahme vom 14. April 2010 nachdem er sein ursprüngliches Geständnis wider-

rufen hatte und einen neuen Tatablauf schilderte (ein einziger Vorfall und Handeln 

in tierischer Raserei), schilderte er bezüglich der Verletzungen im Mundbereich 

keinen konkreten Ablauf, sagte lediglich aus, es könne sein, dass der Schoppen 

mal zu heiss gewesen sei, ein Teil der Verletzungen könne auch von da herrüh-

ren, dass sie mit dem Gesicht auf dem Sofa gelegen sei, allenfalls sei auch noch 

die Decke dort gewesen (Urk. 9/11 S. 16). In keiner Einvernahme sagte er aus, er 

habe C._____ das "Nuschi" in den Mund gestopft. In der Befragung vor Vo-

rinstanz verneinte er gar, dem Kind das "Nuschi" in den Mund gesteckt zu haben 

(Urk. 66 S. 21). Die Variante betreffend "Nuschi" in den Mund des Kindes stopfen 

brachte er einzig gegenüber dem Gutachter in der psychiatrischen Begutachtung 

vor (Urk. 23/23 S. 32 und S. 34). An der Berufungsverhandlung erklärte der Be-

schuldigte zwar, dass er wisse, dass er in der Tatnacht die Lippen der Geschädig-

ten mit einem "Nuschi" verletzt habe. Wenn es eine thermische Verletzung gewe-

sen sei, dann nehme er das aber auf sich, auch wenn er nicht wisse, wann das 

passiert sei (Urk. 128 S. 10). 

Da es sich nach den nachvollziehbaren Feststellungen des Gutachtens IRM nicht 

um mechanisch verursachte Verletzungen, vielmehr um solche thermischen Ur-

sprungs handelt, ist die Entstehung durch thermische Einwirkung erstellt und nicht 

auf die Variante abzustellen, welche der Beschuldigte einzig dem psychiatrischen 

Gutachter gegenüber abgab und später selber wieder zurücknahm. 

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Aus all diesen Gründen ist auf die Einholung eines zusätzlichen medizinischen 

Gutachtens betreffend die Verletzungen im Mundbereich der Privatklägerin zu 

verzichten.  

3. Standpunkt des Beschuldigten 

3.1. Anklageziffer 3 

Vor Vorinstanz erklärte der Beschuldigte betreffend Anklageziffer 3 (Verbrühung 

im äusseren und inneren Mundbereich aufgrund von Abgabe zu heisser Milch am 

12./13. Februar 2009), er nehme diesen Vorwurf auf sich, er gebe zu, dass er es 

gewesen sei, er habe aber nicht gewusst, dass die Milch zu heiss gewesen sei 

(Urk. 66 S. 13 und S. 14). Er bestritt den Sachverhalt insoweit als ihm vorge-

worfen wird, er habe festgestellt, dass die Milch zu heiss war, es sei ihm gleich-

gültig gewesen, C._____ zu heisse Milch zu geben, und er habe Verbrühungen 

mit starken Schmerzen billigend in Kauf genommen. Wie bereits ausgeführt, be-

stätigte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung der Geschädigten 

die Verbrühungen zugefügt zu haben (Urk. 128 S. 10).  

3.2. Anklageziffer 4 

3.2.1. Brechen der Rippen  

Betreffend den ersten Teil des Anklagevorwurfes Ziffer 4 (Zudrücken des Ober-

körpers und daraus resultierende Rippenbrüche) hat der Beschuldige in der  

Befragung vor Vorinstanz ausgeführt, es treffe nicht zu, dass er mit den Händen  

zugedrückt habe (Urk. 66 S. 16 und S. 17), vielmehr sei es eine Raserei, ein  

Drücken, ein Draufsein auf dem Kind gewesen, ein riesiges Gewühl (Urk. 66 S. 16 

f.). Er sei mit dem Körper auf dem Kind gewesen, wie, wo, was genau, wisse er 

nicht, er könne nicht sagen, mit welchem Körperteil es gewesen sei, er sei sicher 

mit den Knien auch drauf gewesen (Urk. 66 S. 18 f.). An der Berufungsverhand-

lung legte der Beschuldigte dar, dass die Rippenbrüche nach dem Brechen der 

Arme passiert seien. Er habe sein gesamtes Körpergewicht auf die Geschädigte 

eingesetzt und er könne sich an ein "Chrosen" erinnern, als die Rippen brachen 

(Urk. 128 S. 10). 

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3.2.2. Drosselungsvorgang 

Mit Bezug auf den Vorwurf im zweiten Teil von Anklageziffer 4 (Drosselung) sagte 

der Beschuldigte auf Befragen vor Vorinstanz aus, er habe es nicht mehr konkret 

in Erinnerung, wie das Würgen abgelaufen sei, es sei kein Schlagen, sondern ein 

Vergreifen gewesen, irgendeine Hand - er wisse nicht, welche - habe sicher das 

Kleid gehalten, es sei ein Krallen gewesen, er habe gezogen und gedrückt. Es 

habe ein Heben und Ziehen sein müssen, alles von ihm sei auf ihr drauf gewesen 

(Urk. 66 S. 20 f.). Er habe nichts gedacht, das Hirn sei ausgeschaltet gewesen, es 

habe nur der Körper und Unbeherrschtheit existiert (Urk. 66 S. 23). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, dass er das Kleidchen der 

Geschädigten hinten zusammengeknüllt habe, so lange, bis diese aufgehört habe 

zu schreien. Als es still geworden sei, sei er erschrocken. Als er das Kleidchen 

zusammengezogen habe, sei er gesessen und habe das Fernsehbild vor Augen 

gehabt (Urk. 128 S. 13 ff.).  

3.3. Anklageziffer 5  

In diesem Anklagepunkt wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe C._____ 

vor dem Waschen brutal aus dem Kleidchen gezerrt, sie an einem Arm festgehal-

ten und mit der andern Hand grob benetzt, anschliessend habe er sie wieder grob 

angezogen. Dabei habe er vor allem beim Ausziehen derart viel Kraft ausgeübt, 

dass C._____ beide Oberarmknochen gebrochen habe. Der Beschuldigte machte 

geltend, auch diese Verletzungen seien während der Raserei entstanden, nicht 

beim Ausziehen für das Baden. Die Oberarmbrüche seien durch Drücken und 

Ziehen entstanden (Urk. 66 S. 25). Daran hielt er auch im Rahmen des  

Berufungsverfahren fest: Vor den Rippenbrüchen und dem Drosselungsvorgang 

habe er C._____ aus dem Bettchen genommen und habe sie mit seiner linken 

Hand an ihrem Arm festgehalten und zum Sofa getragen. Ihr Arm sei hinter dem  

Rücken gewesen, dann habe er gehört, wie es gekracht habe (Urk. 128 S. 12).  

3.4. Anklageziffer 6  

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe durch Zerren, Schlagen, Stossen 

Schütteln und Drücken bei C._____ einen Bluterguss zwischen der harten und 

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den weichen Hirnhäuten und eine Hirnprellung verursacht. Der Beschuldigte sag-

te bezüglich dieses Anklagepunktes aus, er könne lediglich bestätigen, dass ein 

Drücken und Ziehen stattgefunden habe. Auf die Frage, ob er das Kind oder  

dessen Kopf geschüttelt habe, antwortete er diffus mit "Umänand-ranggä"  

(Urk. 66 S. 27). An der Berufungsverhandlung anerkannte der Beschuldigte  

diesen Anklagevorwurf (Urk. 128 S. 20).  

3.5. Zusammenfassung 

Betreffend die Verbrühungen im äusseren und inneren Mundbereich des Kindes 

akzeptierte der Beschuldigte den Anklagevorwurf weitgehend, insbesondere be-

stritt er auch nicht, dass diese Verletzungen unabhängig von den weiteren Verlet-

zungen entstanden sind. Die Abgabe zu heisser Schoppenmilch ist denn auch 

nicht im Zusammenhang mit einer von ihm behaupteten Raserei, einem Drücken, 

Ziehen, Draufliegen etc. zu sehen. Betreffend diesen Anklagepunkt bestritt er vor 

Vorinstanz einzig, die Verbrühungen in Kauf genommen zu haben. Im Berufungs-

verfahren bestätigte der Beschuldigte dann aber seine in der Untersuchung  

getätigten Aussagen, wonach er die Temperatur des Schoppens nicht überprüft 

habe (Urk. 128 S. 10).  

Der Beschuldigte wusste gemäss eigenen Aussagen, dass die Wärme der  

Milch nach dem Erwärmen getestet werden musste und sagte aus, er habe die  

Temperatur über die Lippen gemessen (Urk. 9/2 S. 9). Er habe etwas Milch aus 

dem Schoppen genommen, auf den Finger gestrichen und mit dem Finger an die 

Lippen gestrichen (Urk. 9/3 S. 10 und S. 15). Daraus geht hervor, dass der  

Beschuldigte sich der Gefahr von Verbrühungen bewusst war. Indem er die  

Temperatur des Schoppens nicht überprüfte, hat er die Verbrühungen und damit 

einhergehende starke Schmerzen billigend in Kauf genommen. Eventualvorsatz 

ist damit zu bejahen (vgl. dazu auch die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 93 

S. 27; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Da der Schuldspruch bezüglich dieses Anklagepunktes nicht angefochten wurde, 

ist im Berufungsverfahren nicht mehr weiter darauf einzugehen.  

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Bezüglich aller übrigen Anklagepunkte bestritt der Beschuldigte die Verursachung 

der Verletzungen durch ihn nicht, machte aber geltend, die entsprechenden  

Verletzungen seien entgegen dem Anklagesachverhalt nicht durch zeitlich  

voneinander getrennte Vorfälle verursacht worden, vielmehr seien sämtliche  

Verletzungen (Rippenbrüche, Brüche der Oberarme, Bluterguss im Gehirn und 

Hirnprellung) anlässlich eines Vorfalles entstanden, bei welchem er sich in einem 

Ausnahmezustand der Raserei befunden habe und sich an die einzelnen Hand-

lungen nicht mehr erinnern könne. Bezüglich der Anklagevorwürfe 4. bis 6. wird 

der äussere Sachverhalt vom Beschuldigten mindestens teilweise bestritten und 

betreffend den inneren Sachverhalt (billigende Inkaufnahme lebensgefährlicher 

Verletzungen bzw. betreffend die Verletzungen an den Armen billigende Inkauf-

nahme von Knochenbrüchen) vollumfänglich bestritten. Diesbezüglich ist zu  

prüfen, ob sich der Sachverhalt erstellen lässt. 

 

4. Beweismittel für die Sachverhaltserstellung 

4.1. Aussagen des Beschuldigten 

Vorab kann auf die zutreffende Darlegung der Aussagen des Beschuldigten im 

vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 93 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte anfänglich in der  

Untersuchung bestritt, die Verletzungen bei C._____ verursacht zu haben. 

Schliesslich schilderte er in der Einvernahme vom 16. März 2009, er habe an drei 

Tagen C._____ Gewalt angetan (Urk. 9/6 S. 2). Der Vorfall mit den Rippen habe 

sich in der zweiten Woche ereignet, er habe fest an den Rippen mit den Händen 

zugedrückt (Urk. 9/6 S. 5), dann habe er sich auf das Sofa gesetzt, C._____ hin-

ten am Kleidchen gepackt und zugezogen, bis sie nicht mehr geschrien habe 

(Urk. 9/6 S. 6). Bei einem späteren Vorfall habe er C._____ die Arme gebrochen, 

indem er ihre Arme beim Ausziehen durch das Kleidchen gezwängt habe (Urk. 

9/6 S. 10 f.). Der Beschuldigte schilderte in dieser Einvernahme, bei welcher die 

Verletzungen im Mundbereich des Kindes nicht thematisiert wurden, von sich aus 

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zwei Vorfälle, welche sich an zwei verschiedenen Tagen ereigneten: Am einen 

Tag das Zusammendrücken der Rippen und den Würgevorgang und später an ei-

nem anderen Tag das Brechen der Arme. Auch in der ersten Schlusseinvernah-

me vom 26. November 2009 schilderte er die Vorfälle betreffend Rippenbrüche 

und Würgen einerseits und das Brechen der Arme andererseits so, dass diese 

sich an zwei verschiedenen Tagen ereigneten (Urk. 9/9 S. 7 und S. 9). In der Kon-

frontationseinvernahme mit E._____ bestätigte er, das Drücken der Rippen müs-

se von Freitag auf Samstag gewesen sein, das Brechen der Arme als die Kinds-

mutter in F._____ gewesen sei (Urk. 10/4 S. 17 und S. 20). 

Nach der ersten Anklageerhebung vom 12. Januar 2010 (Urk. 30) an die  

Anklagekammer des Obergerichtes reichte der Verteidiger eine Eingabe vom  

4. Februar 2010 ein, in welcher eine neue Tatvariante des Beschuldigten  

geschildert wurde. In der der Eingabe des Verteidigers beigelegten Erklärung vom 

28. Januar 2010 (Urk. 42) machte der Beschuldigte erstmals geltend, er habe 

dem Kind die Verletzungen nicht über mehrere Tage hinweg beigebracht,  

vielmehr in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar oder vom 14. auf den  

15. Februar. Den in der Anklageschrift wiedergegebenen Sachverhalt habe er nur 

deshalb zu Protokoll gegeben, um gegenüber der Vormundschaftsbehörde nicht 

als unkontrollierter brutaler Mensch zu gelten und um seine Tochter sobald als 

möglich wieder sehen zu können. Gestützt auf diese neue Erklärung des  

Beschuldigten beantragte die Verteidigung die Rückweisung der Anklage, da sich 

aufgrund der neuen Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten die Frage nach 

einer Affekttat und der teilweisen oder vollständigen Schuldunfähigkeit stelle  

(Urk. 46 S. 2). Daraufhin wurde die Anklage von der Untersuchungsbehörde zu-

rückgezogen und die Untersuchung fortgeführt. 

In den Einvernahmen nach Rückzug der ersten Anklage sagte der Beschuldigte 

aus, alles sei in einer Nacht geschehen, das Datum oder den Wochentag könne 

er nicht angeben (Urk. 9/11 S. 2). Er sagte aus, er habe das Kleidchen des  

Kindes in den Mund genommen, zugebissen und rumgeschüttelt. Er wisse noch, 

dass er mit dem ganzen Körper auf ihr drauf gewesen sei, auch mit den Knien 

(Urk. 9/11 S. 2). Er sei einfach in einer Raserei gewesen, habe gezogen und  

geschüttelt, wie wenn ein Hund etwas zerrupfe (Urk. 9/11 S. 3). Es sei ein  

-   15   - 

Drücken und Schlagen überall gewesen, mehr ein Drücken und Ziehen (Urk. 9/11 

S. 3 f.). Es sei nicht ein klarer Ablauf gewesen. Das Kind habe auf dem Bauch auf 

dem Sofa gelegen, seine Knie seien auf den Beinen des Kindes gewesen  

(Urk. 9/11 S. 4). Er habe überall gezogen, eher wild durcheinander, es sei auch 

extrem viel Kraft und Gewalt dahinter gewesen (Urk. 9/11 S. 5). Er nehme an, die 

Arme seien gebrochen mit diesem ganzen Ziehen, seine Hände seien überall  

gewesen, es sei nicht wirklich ein Schlagen gewesen, es sei übergegangen in 

Drücken und Ziehen (Urk. 9/11 S. 6). Er habe extrem gebissen und habe seine 

Hände überall gehabt, er wisse noch, dass er eine Hand auf dem Kind an dessen 

Hinterkopf gehabt habe und gleichzeitig mit dem Mund am Kleid gerupft habe, so 

erkläre er sich die Würgemale am Hals von C._____ (Urk. 9/11 S. 8). Er wisse 

nicht, wie es zu diesem Zustand der Raserei gekommen sei. Es sei eine Explosi-

on, ein Kurzschluss, gewesen, der plötzlich da gewesen sei, es habe keine Stei-

gerung gegeben (Urk. 9/11 S. 17). In der Befragung vor Vorinstanz sprach er wei-

terhin von einem einzigen Vorfall und sagte aus, er sei auf dem Kind gewesen, es 

sei eine Drückerei mit den Beinen gewesen, eine Raserei, ein Drücken und 

Draufsein, ein riesiges Gewühl (Urk. 66 S. 16 f. und S. 25). In dieser Einvernahme 

sagte er aus, er habe das Kleidchen beim Würgevorgang nicht in den Mund ge-

nommen (Urk. 66 S. 21 f.). In der Befragung im Rahmen der Berufungsverhand-

lung revidierte der Beschuldigte seine Aussagen erneut: Er habe C._____ am 

Arm  

gepackt und aus ihrem Bettchen ins Wohnzimmer getragen, dabei habe er gehört, 

wie ihr Arm gebrochen sei. Sodann sei C._____ auf der Sofakante gelegen und er 

habe sein Gesamtgewicht auf sie eingesetzt. Da habe er das "Chrosen" der  

Rippen gehört. Dann habe er ein Kissen auf sie gelegt, damit man sie nicht 

Schreien hörte. Schliesslich habe er ihr Kleidchen zusammengezogen und in den 

schwarzen Fernseher gestarrt. Dann sei es plötzlich still gewesen (Urk. 128  

S. 5 ff.). Es sei ein tierischer Zustand gewesen, eine Raserei (Urk. 128 S. 18).  

4.2. Aussagen von E._____ 

Die Kindsmutter hat die Übergriffe des Beschuldigten unbestrittenermassen nicht 

wahrgenommen, weil sie entweder ausser Hause und nicht zugegen war oder in 

einem anderen Raum bei geschlossener Tür schlief. Sie konnte deshalb keine 

-   16   - 

Angaben über den Tatablauf und den genauen Tatzeitpunkt machen. Ihre  

Aussagen sind jedoch von Bedeutung im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der 

Feststellung von Verletzungen bzw. Auffälligkeiten bei C._____. Sie sagte aus, 

am Freitag sei bei C._____ noch alles in Ordnung gewesen. Am Samstagmorgen 

habe sie, als sie das Kind aus dem Bettchen genommen habe, ein Knacken im  

Lungenbereich gehört (Urk. 10/1 S. 8; Urk. 10/2 S. 5 f.; Urk. 10/4 S. 14). Die  

kleinen roten Flecken wie Blutergüsse in den Augen habe sie am Samstag gese-

hen (Urk. 10/2 S. 6). Sie wisse nicht mehr, wann sie den schlaffen Arm festgestellt 

habe, die Veränderungen seien immer über Nacht gekommen, jeden Morgen  

habe sie etwas anderes am Kind gesehen (Urk. 10/1 S. 9). Die Veränderung am 

Arm habe sie erst am Montag festgestellt (Urk. 10/2 S. 8; Urk. 10/4 S. 18), der 

Beschuldigte habe sie darauf aufmerksam gemacht, sie habe das Kind in der Zeit 

von Freitag bis Montag nicht viel auf dem Arm gehabt (Urk. 10/1 S. 12). Sie denke 

aber, es wäre ihr schon aufgefallen, wenn der Arm schon vor Montag herunterge-

fallen wäre (Urk. 10/1 S. 12). Bezüglich der Verletzungen an den Lippen sagte sie 

aus, die von der Ärztin vorgängig diagnostizierte Pilzinfektion sei mit Wundgel  

behandelt worden. Anlässlich der Kontrolle bei der Ärztin am Donnerstag,  

12. Februar 2009, hätten die Lippen wieder recht gut ausgesehen, und die Ärztin  

habe gesagt, der Pilz sei weg. Am Freitag Morgen seien die Lippen wieder röter 

gewesen (Urk. 10/2 S. 5). Es habe ein Auf und Ab gegeben. Wenn C._____ ge-

weint habe, seien die Lippen wieder aufgesprungen und es habe geblutet (Urk. 

10/3 S. 11).  

 

4.3. Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin  

4.3.1. Gutachten vom 19. Mai 2009 

Gemäss Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin vom 19. Mai 2009 

(Urk. 18/16) können die bei C._____ festgestellten Verletzungen in Einklang  

gebracht werden mit der Schilderung der Gewaltanwendung durch den  

Beschuldigten (Urk. 18/16 S. 6), wobei dieses erste Gutachten auf der ersten 

Schilderung des Beschuldigten beruhte, wonach er die Rippen zusammen-

gedrückt, das Kind durch Zusammenziehen des Kleidchens gedrosselt, ihm das 

-   17   - 

Kleidchen grob ausgezogen, die Arme des Kindes grob aus dem Kleidchen  

gezogen und es grob im Wasser geschwenkt habe sowie auf seinem Zugeständ-

nis, dass er möglicherweise C._____ den Schoppen zu heiss gegeben habe  

(Urk. 18/16 S. 4 und S. 7 ff.). 

4.3.2. Gutachten vom 5. Juli 2010 

Nachdem der Beschuldigte seine Darstellung betreffend Gewaltanwendung  

geändert hatte und die erste Anklage zurückgezogen worden war, wurde ein  

ergänzendes Gutachten beim Institut für Rechtsmedizin eingeholt. Dem Gutachter 

wurde die Frage unterbreitet, ob die festgestellten Verletzungen von C._____ mit 

den neuen Aussagen des Beschuldigten (ein einziges Ereignis in Raserei, nicht 

verschiedene Ereignisse) erklärbar seien (Urk. 18/24). Im ergänzenden Gutachten 

vom 5. Juli 2010 kam der Gutachter des Institutes für Rechtsmedizin, Dr. med.  

G._____, zum Schluss, die bei C._____ festgestellten Verletzungen seien als 

frisch und als zeitnah zueinander entstanden zu interpretieren, wobei nicht diffe-

renziert werden könne, ob diese Verletzungen innerhalb einiger weniger Tage o-

der zeitgleich im Rahmen eines solitären Ereignisses entstanden seien (Urk. 

18/26 S. 2). Ferner hält der Gutachter fest, dass die Rippenbrüche durch ein 

Knien auf den Oberkörper und die Knochenbrüche durch das geschilderte Drü-

cken, Zerren, Reissen entstanden sein können. Die Folgen einer Drosselung 

(Hautläsionen seitlich am Hals und Einblutungen in die Augenlederhäute) sind 

nach gutachterlicher Beurteilung vereinbar mit dem geschilderten Verbeissen in 

das rückseitige Bekleidungsoberteil und Zerren daran mit gleichzeitigem Drücken 

der Hand gegen den Hinterkopf (Urk. 18/26 S. 3 f.). 

5. Beweiswürdigung 

5.1. Medizinische Gutachten 

Gemäss den beiden Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin sind die bei  

C._____ festgestellten Verletzungen sowohl mit der ursprünglichen Darstellung 

der Geschehensabläufe durch den Beschuldigten als auch mit seiner späteren  

Darstellung vereinbar. Insbesondere kann nicht festgestellt werden, ob die  

Verletzungen als Folge eines einzelnen Ereignisses oder mehrfacher Gewaltein-

wirkung innerhalb kurzer Zeitabstände entstanden sind.  

-   18   - 

Aufgrund der medizinischen Gutachten sind beide Darstellungen des Beschuldig-

ten (äusserer Ablauf wie im Anklagesachverhalt umschrieben oder einmaliger 

Vorfall in Raserei mit Draufliegen, Drücken, Ziehen am Körper des Kindes und an 

dessen Kleidung) mit den bei C._____ festgestellten Verletzungen vereinbar.  

5.2. Aussagen von E._____ 

Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, hat E._____ konstant, de-

tailliert und widerspruchsfrei ausgesagt und den Beschuldigten in keiner Weise 

belastet. Ihre Aussagen betreffend die zeitlichen Abläufe und die unterschiedli-

chen Zeitpunkte, in welchen sie neue Verletzungen bei C._____ festgestellt hat, 

sind glaubhaft. Es kann daher darauf abgestellt werden, dass sie die Flecken in 

den Augen des Kindes und das Knacken in der Brust am gleichen Morgen (Sams-

tag) entdeckt hat, das schlaffe Herabhängen des Armes erst am Montagmorgen. 

Ihre Aussagen stimmen mit den ersten Schilderungen des Beschuldigten  

betreffend Gewaltanwendung überein, wonach die Armbrüche am Sonntag durch 

grobes Ziehen an den Armen des Kindes beim Ausziehen der Kleider und 

Schwenken des Kindes durch Festhalten an einem Arm entstanden seien als er 

das Kind wusch während die Kindsmutter ausser Hause war und er sich vorstell-

te, sie halte sich bei ihrem Freund H._____ auf.  

Die Aussagen von E._____ stützen somit die erste Darstellung, die der Beschul-

digte betreffend die Gewaltanwendung gegenüber C._____ abgab. 

Betreffend die Verletzungen im Mundbereich hat E._____ konstant ausgesagt, am 

Donnerstag habe die Ärztin festgestellt, dass die Pilzinfektion weg gewesen sei, 

demgemäss müssen auch die Verletzungen im Mundbereich des Kindes nach 

dem Donnerstag entstanden sein. Genauere Angaben über den Zeitpunkt der 

Entstehung der Verbrühungen sind den Aussagen von E._____ nicht zu entneh-

men. Zugunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass diese Verletzun-

gen beim gleichen Vorfall wie die Rippenbrüche und der Würgevorfall erfolgten. 

5.3. Aussagen des Beschuldigten 

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten umfassend und detailliert 

gewürdigt. Ihren zutreffenden Erwägungen kann beigepflichtet werden und es 

-   19   - 

kann darauf verwiesen werden (Urk. 93 S. 18 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Vorweg ist 

nochmals festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten über den äusseren 

Ablauf der Gewaltanwendung in den Einvernahmen, welche vor der ersten  

Anklageerhebung erfolgten, nachvollziehbar und detailliert sind. Ganz im Gegen-

satz dazu stehen seine Aussagen nach seiner Erklärung vom 28. Januar 2010 

und nach dem erfolgten Rückzug der ersten Anklage. Letztere sind allgemein ge-

halten, sind diffus und schildern kein nachvollziehbares Geschehen. Die  

Schilderungen sind detailarm und wirken abstrakt, wobei sich der Beschuldigte 

darauf beruft, dass er sich nicht mehr erinnern könne. Dies wiederum ist nicht 

nachvollziehbar nachdem er sich in einer ersten Phase der Untersuchung vor der 

ersten Anklageerhebung im Detail erinnern konnte und eine plausible Schilderung 

der Geschehnisse abgegeben hat. Dass diese Erinnerung plötzlich verschwunden 

sein soll, ist sehr ungewöhnlich und erscheint als nicht glaubhaft. Daran ändern 

auch die Ausführungen der Verteidigung nichts, dass die Aussagen des Beschul-

digten detailreich seien: Er könne sich beispielsweise daran erinnern, wie genau 

C._____ auf dem Sofa gelegen sei. Zudem wisse der Beschuldigte noch, dass es 

auf dem Sofa diverse Kissen sowie eine fasrige Wolldecke mit viel weiss und grün 

gehabt habe (Urk. 130 S. 4). Weder die Kissen noch die Wolldecke haben aber 

einen Bezug zur Tat und auch wenn der Beschuldigte beschreibt, in welcher  

Position sich C._____ befunden hat, kann er trotzdem nicht detailliert darlegen, 

wie er genau auf sie eingewirkt hat und es zu den (Rippen-)Brüchen gekommen 

ist. Es fällt auf, dass sich die Aussagen in dieser zweiten Phase in Allgemeinplät-

zen erschöpfen und nicht von real Erlebtem zeugen. Ausserdem sind seine Aus-

sagen in dieser zweiten Phase widersprüchlich in zentralen Punkten. So führte er 

einerseits aus, mit dem Mund in das Kleid des Kindes gebissen und daran wie ein 

Hund gerupft zu haben, im Widerspruch dazu sagte er in einer späteren Einver-

nahme aus, er könne sich nicht an den Mund erinnern, nur an die Arme und  

Beine, und er habe mit der Hand am Kleid beim Rücken gezogen. Auffällig sind 

auch seine widersprüchlichen Aussagen betreffend Zweifel an seiner Vaterschaft. 

Keine Erklärung geben konnte der Beschuldigte, wie er in den Zustand der von 

ihm angeführten Raserei geraten ist. Dass ihn dieser Zustand aus dem Nichts mit 

einem Schlag explosionsartig befallen haben soll, ist nicht nachvollziehbar. Seine 

Darstellung der Abläufe, welche er nach dem 28. Januar 2010 abgab, erscheint 

-   20   - 

insgesamt als unglaubhaft. Zwar hält der Beschuldigte auch heute daran fest, 

dass es ein explosionsartiger Zustand gewesen sei, erstmals gesteht er jedoch 

ein, dass er während längerer Zeit immer wieder Wutanfälle gehabt habe und 

zwar tagsüber, wenn er alleine gewesen sei (Urk. 128 S. 8). Bei diesen Wutan-

fällen sei es um eine allfällige Beziehung zwischen E._____ und H._____ gegan-

gen und den Umstand, dass er nicht der Vater sein könnte. Er habe Wutanfälle 

gehabt, bei denen er seinen Körper nicht mehr habe beherrschen können (Urk. 

128 S. 8 und 17). Wie es zur konkreten Raserei gekommen sei, wisse er jedoch 

nicht mehr. Weiter machte er gegenüber dem Gutachter im Rahmen der Untersu-

chung für die Erstellung des zweiten Gutachtens nochmals von den Aussagen 

gegenüber dem Untersuchungsrichter abweichende Angaben und widerrief bei 

früheren Begutachtungsterminen abgegebene Angaben zu biografischen Ereig-

nissen. Beim letzten Untersuchungstermin räumte er ein, er habe die Ereignisse 

frei erfunden, einzig zum Zweck, sich als krank und behandlungsbedürftig darzu-

stellen und einer langen Haftstrafe zu entgehen, da er vor dem hohen Strafantrag 

des Staatsanwaltes Angst bekommen habe (Urk. 23/23 S. 18 f.). Dieses wech-

selnde Aussageverhalten erschwerte die Begutachtung denn auch massiv 

(Urk. 23/23 S. 49) und liess den Gutachter feststellen, der Beschuldigte zeige ein 

sehr lockeres Verhältnis zum Umgang mit der Wahrheit (Urk. 23/23 S. 51). Dieser 

Einschätzung des Gutachters ist seitens des Gerichtes beizupflichten. Ein Motiv 

für die wahrheitswidrige Schilderung der Geschehnisse nach der ersten Anklage-

erhebung ist darin zu erkennen, dass der Beschuldigte über den hohen Strafan-

trag erschrocken ist, was ihn dazu veranlasst haben könnte, nicht nur bezüglich 

biographischer Ereignisse etwas zu erfinden, sondern auch den Ablauf der Ge-

schehnisse in einem für ihn günstigeren Licht zu schildern. Dem ersten Gutach-

ten, welches aufgrund seiner ersten Tatschilderungen erstellt wurde, hatte er ent-

nehmen können, dass den inkriminierten Taten Seriencharakter zukomme, bei 

dem auch eine Zunahme der Brutalität erkannt werden könne. Damit fehle den in-

kriminierten Taten ein ganz wesentliches Merkmal der Affekttaten, nämlich die 

Impulsivität eines Tatgeschehens, die sich in der Regel in einer elementaren Tat-

handlung und nicht in mehreren aufeinanderfolgenden Tathandlungen manifestie-

re (Urk. 23/9 S. 64). Die Fortführung weiterer Delikte spreche gegen eine Affekttat 

(Urk. 23/9 S. 67). Mit diesen Ausführungen des Gutachters in Einklang steht denn 

-   21   - 

die vom Beschuldigten vorgenommene Kehrtwendung zur Schilderung eines ein-

zelnen einheitlichen Tatvorganges. Abschliessend ist zu bemerken, dass der Be-

schuldigte diesen Zustand der Raserei im Rahmen des Berufungsverfahrens rela-

tivierte und bei seinen Aussagen teilweise wieder zur ersten Tatversion zurück-

kehrte: So beispielsweise indem er darlegte, dass er C._____s Kleidchen hinten 

zusammengeknüllt und dabei in den ausgeschalteten Fernseher gestarrt habe 

(Urk. 128 S. 14 f.). Auch wenn der Beschuldigte daran festhält, dass alles in einer 

Nacht passiert sei und sich sogar daran zu erinnern glaubt, dass es in der Nacht 

von Freitag auf Samstag gewesen sei (Prot. II S. 10), vermögen diese Aussagen 

an den obigen Ausführungen nichts zu ändern. An der Berufungsverhandlung 

zeigte sich vielmehr erneut, dass die Aussagen des Beschuldigten einstudiert wir-

ken. Er sagte selber, dass er beispielsweise mit seinen Mithäftlingen darüber ge-

sprochen habe, wie man sich verhalten solle, und er gibt zu, dass er den Gutach-

ter habe manipulieren wollen. Er habe Zeit gehabt, sich vorzubereiten (Urk. 128 

S. 8). Ebenfalls wurde deutlich, dass der Beschuldigte kaum in der Lage ist, die 

Ereignisse aus seiner Sicht zu schildern. Vermehrt erzählt er, was ihm sein 

Therapeut gesagt oder was er in Berichten gelesen hat (Urk. 128 S. 9, S. 12, S. 

16 und S. 19). Es fällt auch auf, dass je länger das Verfahren dauert, seine Aus-

sagen immer weniger spontan werden und damit insgesamt auch weniger glaub-

haft wirken als seine Aussagen im ersten Teil der Untersuchung. Augenfällig ist 

sodann, dass der Beschuldigte bei sämtlichen Fragen zunächst überlegte und 

erst dann antwortete, den Fragen auswich und es zumeist vermied, klare und 

konkrete Antworten zu geben. Dies passt alles zum vom Gutachter festgestellten 

manipulativen Verhaltensmuster des Beschuldigten. Er vermochte schliesslich 

auch nicht überzeugend darzulegen, weshalb er zunächst einen falschen Tatab-

lauf geschildert hat und erst viel später die Wahrheit gesagt haben soll und auch 

nicht, weshalb die zweite Tatversion gegenüber der ersten Version die Schlimme-

re sein solle - was überdies auch keinen Sinn macht (Urk. 128 S. 6 ff.).  

5.4. Fazit 

Es ist demzufolge auf die glaubhaften Aussagen des Beschuldigten in der ersten 

Phase der Untersuchung abzustellen, welche gestützt werden durch die Aus-

sagen von E._____ und gemäss Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin mit 

-   22   - 

dem Verletzungsbild bei C._____ vereinbar sind. Demgemäss ist der äussere 

Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt, wobei - wie bereits vorstehend er-

wähnt - zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen ist, dass die Verletzun-

gen im Mundbereich beim gleichen Vorfall wie die Rippenbrüche und das Würgen 

erfolgten.  

In subjektiver Hinsicht ist ausgehend vom erstellten äusseren Sachverhalt  

gemäss Anklagevorwurf auf den inneren Sachverhalt zu schliessen.  

Betreffend die Verbrühungen mit der zu heissen Schoppenmilch ist auf die obigen 

Erwägungen und auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen 

(Urk. 93 S. 27; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der 

Beschuldigte darum wusste, dass die Schoppenmilch nach dem Erwärmen vor 

der Verabreichung geprüft werden musste. Die Verbrühungsgefahr war ihm  

bewusst und er räumte ein, die Temperatur beim angeklagten Vorfall nicht  

kontrolliert zu haben (Urk. 66 S. 33). Damit hat er Verbrühungen mindestens in 

Kauf genommen. 

Dass das starke Zusammendrücken der Oberköpers eines Säuglings mit beiden 

Händen während 5 bis 10 Sekunden zu Rippenbrüchen führen kann, entspricht 

allgemeiner Lebenserfahrung und ist aufgrund der erheblichen Gewaltanwendung 

derart naheliegend, dass zu schliessen ist, der Beschuldigte habe in Kauf  

genommen, dass C._____ Rippenbrüche erleidet. Aus denselben Gründen ist 

auch Inkaufnahme der Oberarmbrüche durch brutales Zerren an den Armen des  

Kindes beim Ausziehen des Kleides unter erheblicher Gewaltanwendung ohne 

weiteres zu bejahen. Gemäss dem Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin 

sind die meisten Verletzungen Ausdruck von erheblicher stumpfer Gewaltein-

wirkung, was nachvollziehbar ist. Ausgehend von erheblicher Gewaltanwendung 

ist bezüglich der Rippen- und Oberarmfrakturen vorsätzliche Tatbegehung erstellt. 

Dies wird letztlich auch vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt, zumal er 

Schuldspruch betreffend mehrfache qualifizierte einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 

StGB beantragen lässt.  

-   23   - 

Zu prüfen bleibt der Sachverhalt betreffend Tötungsvorsatz und betreffend Vor-

satz mit Bezug auf lebensgefährliche Verletzungen. Dem Beschuldigten wird  

gemäss Anklagesachverhalt vorgeworfen, betreffend Rippenbrüche sei es ihm 

egal gewesen, ob er C._____ lebensgefährliche Verletzungen zufüge, und er ha-

be solche billigend in Kauf genommen. Bezüglich dieses Vorganges wird ihm  

Eventualvorsatz vorgeworfen. Bezüglich des Erdrosselungsvorganges wird im 

Anklagesachverhalt festgehalten, der Beschuldigte habe die Existenz von 

C._____ vernichten wollen. Damit wird dem Beschuldigten direkter Tötungsvor-

satz vorgeworfen. Mit Bezug auf den durch Schütteln, Zerren, Schlagen Stossen 

und Drücken verursachten Bluterguss im Hirn und die Hinprellung wird ihm even-

tualvorsätzliche Tatbegehung mit Bezug auf lebensgefährliche Verletzungen vor-

geworfen. Auf die subjektive Komponente des Sachverhaltes betreffend Verur-

sachung lebensgefährlicher Verletzungen und Tötungsvorsatz ist im Zusammen-

hang mit der rechtlichen Würdigung bei der Prüfung des subjektiven Tatbe-

standes einzugehen. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Brüche der Oberarme und Verbrühungen im Mundbereich 

Betreffend diese Verletzungen ist der Tatbestand der qualifizierten einfachen  

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit  

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB erfüllt. Zur Begründung kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 40 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Diesbezüglich wird die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz denn 

auch seitens der Verteidigung anerkannt. 

Der Beschuldigte ist daher der mehrfachen qualifizierten einfachen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Rippenbrüche 

Die durch das Zusammendrücken des Oberkörpers der Geschädigten verursach-

ten Rippenbrüche stellen zweifellos einfache Körperverletzungen dar. Wie bereits 

erwähnt, ist auch für den medizinischen Laien eindeutig erkennbar, dass durch 

-   24   - 

starkes Zusammendrücken des Oberkörpers eines zwei/drei Wochen alten  

Säuglings Rippenbrüche verursacht werden können. Mindestens eventualvorsätz-

liche Tatbegehung ist bezüglich einfacher Körperverletzung zu bejahen, zumal 

erhebliche Gewalteinwirkung im Spiel war. 

Aufgrund des medizinischen Gutachtens ist erstellt, dass diese Verletzungen  

lebensgefährlich sein können, da bei Rippenbrüchen die Gefahr besteht, dass 

durch die Bruchfragmente das Rippenfell durchspiesst, die Lunge durch ein  

Anspiessen verletzt wird und derartige Verletzungen zu einem erheblichen, innert 

kurzer Zeit lebensbedrohlichen Blutverlust und zu einer ebenfalls lebensbedrohli-

chen, zunehmenden Luftansammlung im Brustraum führen können (Gutachten 

IRM vom 19. Mai 2009 Urk. 18/16 S. 7 f.). Die Vorinstanz geht davon aus, dass 

die möglichen lebensbedrohenden Folgen von Rippenbrüchen für den Beschul-

digten als medizinischen Laien nicht erkennbar waren (Urk. 93 S. 33 und S. 39). 

Diese Auffassung scheint indes wohlwollend und es stellt sich die Frage, ob der 

Beschuldigte solche lebensgefährliche Verletzungen nicht in Kauf genommen und 

damit den Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

erfüllt hat. Angesichts nachfolgender Erwägungen kann diese Frage jedoch offen 

bleiben.  

Jedenfalls ist auch in diesem Punkt - zumindest - der Tatbestand der qualifizierten 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB erfüllt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz  

(Urk. 93 S. 33) können das Zusammendrücken des Brustkorbes der Geschädig-

ten und der anschliessende Erdrosselungsvorgang nicht als einheitliches  

zusammengehörendes Geschehen im Sinne einer natürlichen Handlungseinheit 

betrachtet werden. Die beiden Handlungen folgten zwar zeitlich unmittelbar  

aufeinander. Es handelt sich aber um voneinander unabhängige Handlungen und 

ganz unterschiedliche Einwirkungen auf den Körper der Geschädigten. Die  

Rippenbrüche stellen nicht Verletzungen dar, welche im Zusammenhang mit dem 

Würgevorgang entstanden. Sie können nicht als Durchgangsstadium auf dem 

Weg zur Tötung angesehen werden, wie dies etwa bei Stichverletzungen zu-

treffen würde, die einem Opfer bei Messerstichen mit Tötungsabsicht zugefügt 

wurden (vgl. Bundesgerichtsentscheid 6B_925/2010). Es kann auch nicht gesagt 

-   25   - 

werden, dass die Rippenbrüche eine blosse Begleiterscheinung im Zusammen-

hang mit einem anderen Delikt darstellen und keine eigenständige Bedeutung  

haben. Die Körperverletzung wird betreffend den Vorgang des Zusammen-

drückens des Oberköpers nach der Auffassung der Berufungsinstanz nicht durch 

das Tötungsdelikt konsumiert. Da jedoch die Anklagebehörde das vorinstanzliche 

Urteil betreffend den Schuldpunkt nicht angefochten hat und sich aus den  

Erwägungen der Vorinstanz ergibt, dass sie betreffend Rippenbrüche keinen 

Schuldspruch im Sinne von Art. 123 StGB ausgefällt hat, ist zugunsten des  

Beschuldigten von einem separaten Schuldspruch auch im Berufungsverfahren 

abzusehen. 

3. Würgevorgang bzw. Erdrosselungsversuch 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte das Kleid des Kindes am Hals so zusam-

menknüllte, dass dem Kind die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wurde. Es handel-

te sich keineswegs um einen kurzen Griff an den Hals, sondern um einen länger-

dauernden Vorgang, bei welchem der Beschuldigte das Opfer nicht anschaute 

und erst von ihm abliess als es nicht mehr schrie und bereits blau angelaufen war. 

Dass ein solcher Würgevorgang durch längeres Zudrücken/Zuschnüren am Hals 

eines Menschen die nahe Gefahr des Todeseintrittes bewirkt, ist Allgemein-

wissen. Es war ohne jeden Zweifel auch dem Beschuldigten bekannt, dass das 

Unterbrechen der Sauerstoffzufuhr für längere Zeit zum Tod eines Menschen 

führt. Entsprechend bestätigte er dies an der Berufungsverhandlung (Urk. 128  

S. 16). Vorsätzliches Handeln im Sinne eventualvorsätzlicher Tatbegehung ist be-

treffend ein Tötungsdelikt mit Bezug auf den Würgevorgang ohne weiteres zu be-

jahen. Zu Recht weist die Vorinstanz darauf hin, dass es Zufall war, dass C._____ 

überlebte und dass, wer einem Säugling derart die Luft abschnürt, bis er aufhört 

zu schreien, dessen Tod in Kauf nimmt (Urk. 93 S. 28; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist auf Einverständnis mit der Tatbe-

standsverwirklichung zu schliessen, wenn sich dem Täter der Erfolg seines Han-

delns als so wahrscheinlich aufdrängt, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur 

als Inkaufnahme dieses Erfolges ausgelegt werden kann (BGE 109 IV 140) und 

kann ein besonders grosses Risiko der Tatbestandsverwirklichung als Indiz für die 

Inkaufnahme des Verletzungserfolges gewertet werden (BGE 135 IV 18). 

-   26   - 

Die Argumentation des Verteidigers greift zu kurz, wenn er geltend macht, der 

Beschuldigte habe nicht mit Tötungsvorsatz handeln können, da er konstant aus-

gesagt habe, er könne sich selber nicht erklären, wie es zum Geschehenen habe 

kommen können und er sich beim Vorgehen nichts überlegt habe (Urk. 70 S. 4 ff. 

und Urk. 130 S. 9 f.). Entscheidend ist, dass die Gefahr des Todeseintrittes bei 

längerem Würgen einer Person derart naheliegend und allgemein bekannt ist, 

dass der Beschuldigte durch den Würgevorgang gemäss Anklage den Todes-

eintritt in Kauf genommen haben muss. Die Frage, warum der Beschuldigte diese 

Handlungen vornahm, beschlägt nicht den Vorsatz, sondern das Motiv für die Tat. 

Ebenfalls verläuft die Argumentation der Verteidigung ins Leere, dass schon  

deswegen kein Eventualvorsatz vorliege, da nicht bekannt sei, wie lange der  

Beschuldigte C._____ gewürgt habe (Urk. 130 S. 10). Gemäss Gutachten des  

Institutes für Rechtsmedizin sprechen die ausgeprägten Hautläsionen beidseits 

am Hals und das Vorhandensein von Unterblutungen der Augenlederhäute für  

eine unmittelbare Lebensgefahr (Urk. 18/16 S. 6). Damit ist bestätigt, dass eine 

Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr erfolgte und es sich nicht um ein kurzes  

Zuschnüren handelte, sondern dass eine gewisse Mindestdauer der Drosselung 

gegeben war. Wie lange der Drosselungsvorgang tatsächlich gedauert hat, kann 

angesichts der effektiv herbeigeführten Lebensgefahr offen bleiben. 

Aus den vorgenannten Gründen ist Eventualvorsatz zu bejahen. Direkter Vorsatz, 

wie die Staatsanwaltschaft geltend macht (Urk. 67 S. 8, Urk. 95 und Urk. 129 

S. 2), lässt sich demgegenüber nicht erstellen: Als der Beschuldigte auf die Frage 

des Staatsanwaltes, ob er das fremde Kinde habe vernichten wollen, mit "in  

diesem tierischen Zustand, ja" antwortete (Urk. 9/9 S. 6), war dies das einzige 

Mal, dass er sich klar dahingehend äusserte, dass er C._____ habe töten wollen. 

Dieses "ja" - auf welches sich die Anklagebehörde für die Bejahung des direkten 

Vorsatzes im Wesentlichen stützt - war die Antwort auf eine geschlossene Frage 

des Staatsanwaltes. Nie hat der Beschuldigte von sich aus gesagt, dass er 

C._____ habe umbringen wollen. Vor Vorinstanz antwortete der Beschuldigte auf 

die Frage, ob es zutreffend sei, dass er das Kind habe vernichten wollen, "das soll 

ich gesagt haben? Nein, das ist nicht richtig" (Urk. 66 S. 22). Auch in der Beru-

fungsverhandlung hat der Beschuldigte klar ausgesagt, dass er nie bewusst je-

mandem etwas zu Leide habe tun wollen und er hat versucht, Gründe für die obi-

-   27   - 

ge Aussage ("in diesem tierischen Zustand, ja") zu nennen: Es sei damals die ein-

fachste Erklärung gewesen, er habe nicht darüber nachgedacht, was passieren 

könne. Er habe einen Grund gesucht (Urk. 128 S. 5 und S. 18). Schon vor Vo-

rinstanz erklärte der Beschuldigte, dass dies ein laienhafter Versuch für sich sel-

ber gewesen sei, zu erklären, warum so etwas hat passieren können (Urk. 66 S. 

30). Heute äusserte sich der Beschuldigte auf wiederholte Frage nach seiner 

Meinung zu dieser Aussage nur zum tierischen Zustand und nicht zu seiner allfäl-

ligen  

Tötungsabsicht. Dies deutet darauf hin, dass diese Aussage des Beschuldigten in 

der Untersuchung vielmehr unbedarft als beabsichtigt erfolgte, es ging ihm mehr 

darum, seinen "tierischen" Zustand zu erklären, denn eine Tötungsabsicht zu  

bestätigen. Auch die Aussage "etwas in ihm sei gegen die Existenz des Kindes 

vorgegangen" (Urk. 9/9 S. 6), heisst nicht, dass er das Kind hat umbringen wollen. 

Mehrfach sagte der Beschuldigte aus, dass er gegen "den Umstand" habe vorge-

hen wollen (u.a. Urk. 9/6 S. 9, Urk. 9/9 S. 9 und Urk.128 S. 5). Daraus wird deut-

lich, dass das Kind die Objekt gewordene Erscheinung der Fremdbeziehung war, 

gegen welche der Beschuldigte hat vorgehen wollen. Dass er seine Tochter  

direktvorsätzlich hat töten wollen, kann dem Beschuldigten jedoch nicht nachge-

wiesen werden. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass oben festgehalten 

 wurde, dass die Aussagen des Beschuldigten einstudiert und überlegt wirkten. 

Nicht so jedoch die Antwort des Beschuldigten auf die Frage, ob er seine Tochter 

habe umbringen wollen: Das klare Nein kam ohne Zögern und wirkte spontan 

(Urk. 128 S. 19).  

Da Eventualvorsatz zu bejahen ist, sind die Voraussetzungen für ein versuchtes 

Tötungsdelikt erfüllt. Auf die rechtliche Qualifikation innerhalb der Tötungsdelikte 

ist nachfolgend im Einzelnen einzugehen.  

4. Hirnprellung und Hämatom zwischen den Hirnhäuten 

Zu welchem konkreten Zeitpunkt die Hirnprellung und der Bluterguss im Gehirn 

des Kindes verursacht wurde, steht nicht fest und wird auch im Anklagesachver-

halt nicht genau festgelegt. Dieser lautet dahingehend, dass der Beschuldigte in 

den Tagen vom 13. bis 15. Februar 2009 im Rahmen der oben geschilderten 

Handlungen derartige körperliche Gewalt durch Zerren, Schlagen, Stossen, 

-   28   - 

Schütteln, Drücken ausübte, dass das Kind die erwähnten Hirnverletzungen erlitt. 

Zugunsten des Beschuldigten ist anzunehmen, dass diese Verletzungen im  

Rahmen eines Vorfalles zusammen mit dem Verursachen der Rippenbrüche und 

dem Würgen zugefügt wurden. Bei diesen durch Zerren, Schlagen, Stossen, 

Schütteln und Drücken verursachten Verletzungen verhält es sich ähnlich wie bei 

den Rippenbrüchen. Es handelt sich um ein eigenständiges Vorgehen gegen den 

Körper der Geschädigten, welches nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit 

dem Würgen steht. Objektiv betrachtet kann das Schütteln des Kopfes eines 

Säugling zu unmittelbar lebensgefährlichen Verletzungen führen, wie dies  

im Gutachten IRM festgehalten wird (Urk. 18/16 S. 6 und S. 9). Die bei C._____ 

festgestellten Hirnverletzungen dürften gemäss gutachterlichen Feststellungen 

Folgen eines Schütteltraumas sein (Urk. 18/16 S. 6). Bei C._____ entstand auf-

grund des Schütteltraumas glücklicherweise keine unmittelbare Lebensgefahr  

(Urk. 18/16 S. 9). 

Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten im Zusammenhang mit den  

Verletzungen im Gehirn der Geschädigten als versuchte schwere Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Urk. 67 S. 8). Sie führte jedoch vor Vorinstanz aus, wenn das Gericht zum 

Schluss kommen sollte, diese Verletzungen seien im Zusammenhang mit dem 

Mordversuch zu sehen, so würde der Mordtatbestand auch diese schwere  

Körperverletzung konsumieren (Urk. 67 S. 9). Der letzteren Argumentation ist die 

Vorinstanz gefolgt und hielt fest, bezüglich der Verletzungen im Schädelinneren 

sei nach dem Grundsatz in dubio pro reo davon auszugehen, dass sie mit dem 

Erdrosselungsvorgang einher gingen und das vorsätzliche Körperverletzungs-

delikt durch den Mordversuch konsumiert werde (Urk. 93 S. 44). Da die Staats-

anwaltschaft den Schuldpunkt im Berufungsverfahren nicht anficht, fällt ein zu-

sätzlicher Schuldspruch betreffend versuchte schwere Körperverletzung ausser 

Betracht. Es ist demzufolge auch im Berufungsverfahren zugunsten des Beschul-

digten davon auszugehen, dass das Körperverletzungsdelikt durch das Tötungs-

delikt konsumiert wird.  

5. Zwischenfazit 

-   29   - 

Betreffend die Verletzungen im Mundbereich der Geschädigten und die Oberarm-

brüche ist der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

Mit Bezug auf die Rippenbrüche (Anklageziffer 4) und die Hirnverletzungen  

(Anklageziffer 6) hat kein separater Schuldspruch zu erfolgen, da diese Delikte 

gemäss den Feststellungen der Vorinstanz, von denen nicht zuungunsten des 

Beschuldigten abgewichen werden darf, durch das Tötungsdelikt konsumiert  

werden. 

Betreffend den Drosselungsvorgang sind die Voraussetzungen für ein versuchtes 

Tötungsdelikt gegeben. Nachfolgend ist zu prüfen, unter welchen Tatbestand der 

Artikel 111, 112 oder 113 StGB das Verhalten zu subsumieren ist. 

6. Totschlag, vorsätzliche Tötung oder Mord  

6.1. Wahrung des Anklageprinzipes betreffend Vorwurf des Mordversuchs  

Die Verteidigung rügt, in der Anklageschrift werde nicht rechtsgenügend ausge-

führt, worin die besondere Skrupellosigkeit für die Annahme eines Mordversuches 

besteht (Urk. 70 S. 15). Damit rügt er eine Verletzung des Anklageprinzipes. 

Im Anklagesachverhalt wird festgehalten, der Beschuldigte habe, als er C._____  

derart gedrosselt habe, an den Umstand gedacht, dass C._____ nicht von ihm,  

sondern von H._____ sei und habe diesen Umstand und die Existenz von 

C._____ vernichten wollen (Anklageschrift S. 3 dritter Absatz).  

Unter diesen Umständen ist das Anklageprinzip auch betreffend den Vorwurf des 

versuchten Mordes gewahrt. Für den Beschuldigten ist klar, dass ihm vorge-

worfen wird, er habe die Existenz eines knapp drei Wochen alten völlig wehrlosen 

Säuglings vernichten wollen, weil er daran dachte, dass das Kind nicht von ihm, 

sondern von einem anderen Mann sein könnte. 

6.2. Standpunkte 

-   30   - 

Während die Vorinstanz und die Untersuchungsbehörde die Auffassung vertreten, 

dass das Verhalten als versuchter Mord zu qualifizieren ist, macht die Ver-

teidigung für den Eventualfall eines Schuldspruches wegen eines Tötungsdeliktes 

geltend, das Verhalten sei als versuchter Totschlag zu würdigen.  

Die Staatsanwaltschaft führte betreffend den Vorwurf des Mordversuches vor Vo-

rinstanz aus, der Beschuldigte habe keinen Grund gehabt, seine Wut an C._____ 

auszuleben, sie habe keinen Anlass für das Verhalten gegeben. Es habe keine 

Überforderung des Beschuldigten in der Pflege des Kindes bestanden. Anstelle  

sich mit der Mutter des Kindes auseinanderzusetzen, habe er seine Wut an einem  

wehrlosen Geschöpf ausgelebt. Er habe nicht einmal die Gewissheit gehabt, dass 

es nicht sein Kind sei und ob sich die Kindsmutter mit H._____ treffe. Der Be-

schuldigte habe die Existenz von C._____ auslöschen wollen, es sei eine grau-

same Rache gegenüber der Mutter, ein Abreagieren seiner Wut an einem un-

schuldigen Baby gewesen. Seine Tat sei derart krass egoistisch und skrupellos, 

die Tat als solche derart brutal begangen an einem absolut wehrlosen Opfer, dass 

sie als Mord zu qualifizieren sei (Urk. 67 S. 8).  

Die Verteidigung machte für der Eventualfall der Bejahung eines Tötungsvor-

satzes geltend, der Beschuldigte habe sich bei der Tat in einem affektiven  

Ausnahmezustand befunden. Seine Fähigkeit zu einer realitätsgerechten Wahr-

nehmung der Umwelt und seine Fähigkeiten zu selbstkritischer Reflexion seien 

eingeschränkt gewesen. Es habe Handeln unter einer heftigen Gemütsbewegung 

im Sinne von Art. 113 StGB stattgefunden (Urk. 70 S. 15). Ausserdem habe sich 

der Beschuldigte seit vielen Jahren in einer psychischen Drucksituation befunden, 

wobei sich dieser Druck mit der Beziehung zu E._____ und der Geburt von 

C._____ in kurzer Zeit stark akzentuiert habe. Es habe auch grosse seelische Be-

lastung im Sinne von Art. 113 StGB vorgelegen (Urk. 70 S. 16). Der Beschuldigte 

habe nicht alleine und zumindest nicht überwiegend die Schuld an seinem emoti-

onalen Ausnahmezustand getragen (Urk. 70 S. 16). 

6.3. versuchter Mord 

6.3.1. Allgemeines 

-   31   - 

Wie bereits erwähnt, sind die Voraussetzungen für eine versuchte Tötung im  

Sinne von Art. 111 StGB in objektiver und in subjektiver Hinsicht erfüllt. Zu prüfen 

ist nachfolgend, ob der qualifizierte Tatbestand des versuchten Mordes im Sinne 

von Art. 112 StGB zur Anwendung gelangt. 

Betreffend die allgemeinen Ausführungen zum Tatbestand des Mordes kann auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 34 ff., 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller äusseren und  

inneren Umstände ist demgemäss zu prüfen, ob dem Beschuldigten besonders 

skrupelloses Handeln vorzuwerfen ist. Als Beurteilungskriterien fallen die Beweg-

gründe, der Zweck der Tat und die Art der Tatausführung ins Gewicht. Im Vorder- 

grund stehen die unmittelbar mit der Tatausführung verbundenen Umstände,  

wobei Verhaltensweisen vor und nach der Tat zur Rekonstruktion des Beweg-

grundes beigezogen werden können (Ch. Schwarzenegger, a.a.O., N 6 zu  

Art. 112). Vorleben und Verhalten nach der Tat sind nur heranzuziehen, soweit 

sie tatbezogen sind und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben (BGE 127 IV 10). 

6.3.2. Im Einzelnen 

Vorauszuschicken ist, dass gemäss obigen Ausführungen der direkte Tötungs-

vorsatz verneint wurde. Es kann dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, 

dass er C._____ vernichten wollte, vielmehr ist davon auszugehen, dass er  

seine Tochter nicht hat töten wollen, er hat den Todeseintritt "lediglich" in Kauf 

genommen. Da damit "bloss" Eventualvorsatz vorliegt, erübrigen sich von vornhe-

rein Ausführungen zu den Beweggründen des Beschuldigten und dem Zweck der 

Tat. Auch wenn das "Abreagieren" seiner Wut auf die Beziehung von E._____ 

und H._____ an C._____ keineswegs nachvollziehbar und egoistisch erscheint, 

ist dies aus Sicht des Beschuldigten nicht mit dem Ziel geschehen, C._____ zu  

töten. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte klar, 

dass er nicht seine Wut am Kind ausgelassen habe, weil er seine Freundin habe 

bestrafen wollen (Urk. 128 S. 17). Im Tatmotiv und dem Zweck der Tat ist daher 

keine besondere Skrupellosigkeit ersichtlich, es wird darauf aber im Rahmen der 

Strafzumessung zurückzukommen sein.  

-   32   - 

Bei der Tatausführung hat der Beschuldigte massiv Gewalt angewendet, indem er 

den Brustkorb des Kindes stark zusammendrückte, was zu mehrfachen Rippen-

frakturen führte und zu grosser Schmerzzufügung. Anschliessend hat er den 

Säugling gewürgt bis er aufhörte zu schreien und blau wurde am Kopf. Im  

Zusammenhang mit dem ganzen Tatvorgehen schüttelte er den knapp  

drei Wochen alten Säugling. Diese Art der Tatausführung erscheint zwar als  

abscheulich, aber noch nicht als besonders verwerflich im Sinne von Art. 112 

StGB. Es darf die Skrupellosigkeit nicht damit begründet werden, dass das Opfer 

ein knapp drei Wochen altes Baby war. Als solches war es dem Beschuldigten 

zwangsläufig wehr- und hilflos ausgeliefert, es hätte sich ja gar nicht wehren  

können. Allein deswegen liegt aber noch keine besondere Skrupellosigkeit vor. 

Ebenfalls kann diese nicht allein im Umstand gesehen werden, dass der  

Beschuldigte C._____ nach dem Drosselungsvorgang wieder in ihr Bettchen legte 

und er sich an den Computer setzte, um weiter zu spielen, wie wenn nichts  

passiert wäre (Urk. 128 S. 15). Ein solches Nachtatverhalten, welches zwar eine 

Gefühlskälte gegenüber der eigenen Tochter und dem menschlichen Leben  

indiziert, ist zwar verwerflich, reicht aber für sich allein nicht aus, um einen Mord 

zu begründen. Auch hierauf wird aber im Rahmen der Strafzumessung zurück-

zukommen sein.  

6.3.3. Fazit 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Staatsanwaltschaft ist das Handeln 

des Beschuldigten nicht als versuchter Mord im Sinne von Art. 112 StGB zu  

qualifizieren. Zweifellos ist das Vorgehen des Beschuldigten unverständlich und 

zeugt von Gefühlskälte - eine besondere Skrupellosigkeit ist darin aber noch nicht 

zu erblicken. Da der Beschuldigte zudem "lediglich" mit Eventualvorsatz handelte 

und seine Tochter nicht töten wollte, kann die Skrupellosigkeit auch nicht im  

Tatmotiv oder im Zweck der Tat erblickt werden. 

6.4. versuchter Totschlag 

6.4.1. Allgemeines 

-   33   - 

Zu prüfen ist sodann, ob die Tat des Beschuldigten im Affekt geschah. Auch hier 

kann bezüglich der allgemeinen Ausführungen zum Tatbestand des Totschlags im 

Sinne von Art. 113 StGB auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 93 S. 37; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

6.4.2. Im Einzelnen 

Es ist darauf hinzuweisen, dass der Gutachter abstellend auf die Variante mehre-

rer Vorfälle mit Gewaltanwendung mit nachvollziehbarer Begründung das Vor-

liegen einer Affekttat verneinte. Das Gutachten hielt dazu fest, die inkriminierten 

Taten hätten Seriencharakter, bei dem auch eine Zunahme der Brutalität erkannt 

werden könne. Damit fehle die Impulsivität, ein wesentliches Merkmal der Affekt-

taten, welche sich in der Regel nicht in mehreren aufeinanderfolgenden Tathand-

lungen manifestiere (Urk. 23/9 S. 64). Auch das Tatnachverhalten sei nicht ge-

kennzeichnet von den für Affekttaten typischen Verhaltensweisen wie Weinen, 

schwerer Erschütterung, fassungslosem Erstaunen oder seelischem Zusammen-

bruch, vielmehr habe der Beschuldigte sein Tun verleugnet, verdrängt und weitere 

Delikte fortgeführt (Urk. 23/9 S. 67). So legte er C._____ einfach in ihr Bettchen 

zurück und setzte sich an den Computer, um weiter zu "gamen", ohne sich um 

seine Tochter zu kümmern (Urk. 128 S. 15). Selbst wenn entgegen den schlüssi-

gen Ausführungen des Gutachters eine Affekttat angenommen würde, ist zu be-

tonen, dass sich ein allfälliger Affekt bestehend in Wut und Aggression nicht ge-

gen eine Person richtete, welche mit dieser Gemütsbewegung in irgendeinem Zu-

sammenhang stand, vielmehr gegen eine völlig unschuldige unbeteiligte Drittper-

son. Die Annahme eines Totschlages fällt bei einer solchen Konstellation ausser 

Betracht, da das Opfer in keinem Zusammenhang mit der Verursachung der hef-

tigen Gemütsbewegung steht. Dieselben Überlegungen gelten analog auch be-

züglich der grossen seelischen Belastung. Es bestand schlicht kein Bezug von 

C._____ zur Belastungssituation des Beschuldigten, eine Tötung des Kindes hät-

te denn auch an dieser Belastungssituation nichts geändert. Die Tathandlungen 

waren in jeder Hinsicht sinn- und zwecklos.  

Selbst wenn man von einem Affekt ausgehen würde, wäre die Gemütsbewegung 

des Beschuldigten auf jeden Fall nicht entschuldbar. Ein anständig Gesinnter  

-   34   - 

wäre in der gleichen Situation nie in eine derartige Gemütsbewegung geraten, 

welche die versuchte Tötung in einem milderen Lichte erscheinen liesse. 

6.4.3. Fazit 

Das Handeln des Beschuldigten ist nicht als Affekttat und damit nicht als  

Totschlag im Sinne von Art. 113 StGB zu qualifizieren. Selbst wenn man von  

einem Affekt ausgehen würde, welcher aber aufgrund obiger Erwägungen klar zu 

verneinen ist, wäre die heftige Gemütsbewegung des Beschuldigten jedenfalls 

nicht entschuldbar. 

7. Schuldpunkt 

Der Beschuldigte ist daher der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB  in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der mehrfachen qualifi-

zierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Allgemeines 

Betreffend die allgemeinen Grundsätze für die Strafzumessung, das methodische 

Vorgehen bei Deliktsmehrheit, die Festlegung des Strafrahmens und die Strafzu-

messungskriterien innerhalb des Strafrahmens kann auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 44 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2. Einsatzstrafe für Tötungsversuch 

2.1. Strafrahmen 

Auszugehen ist von einem Strafrahmen von 5 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe  

(Art. 111 in Verbindung mit Art. 40 StGB). 

2.2. Tatkomponenten 

2.2.1. objektive Tatschwere 

-   35   - 

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass C._____ sich beim Würgevor-

gang in akuter Lebensgefahr befand. Auch das Brechen der Rippen und das 

Schütteln des Kopfes des Säuglings brachten die Gefahr lebensgefährlicher Ver-

letzungen mit sich, wobei sich die Lebensgefahr bei diesen Vorgängen nicht aktu-

alisierte.  

Der Beschuldigte hat auf unterschiedliche Art (Zusammendrücken des Brust-

korbes, Würgen und Schütteln) erhebliche Gewalt gegen das Kind angewendet 

und diesem aufgrund der Rippenverletzungen zudem starke Schmerzen zugefügt. 

Beim Opfer handelte es sich um ein gut zwei Wochen altes Baby, welches dem 

Beschuldigten völlig hilf- und wehrlos ausgeliefert war. Insgesamt handelte er  

ohne jedes Gefühl für das Kind als menschliches Wesen. Nach dem  

Drosselungsvorgang legte er C._____, die nur noch wimmerte, einfach wieder  

zurück ins Bett und schloss die Türe, ohne irgendwelche emotionale Beteiligung 

und Reue betreffend die dem Kind zugefügten Verletzungen und Schmerzen  

zu zeigen und verdrängte das Geschehene (Urk. 9/6 S. 7, Urk. 128 S. 15). Er 

nahm das Kind gar nicht als Menschen wahr, was sich in seiner Aussage  

manifestiert, C._____ sei ihm nicht präsent gewesen, es sei einfach um ihn  

gegangen, dass er nicht im Stande gewesen sei, klar zu denken (Urk. 9/6 S. 8), 

seine Handlungen hätten sich gegen niemanden gerichtet, sondern gegen den 

Umstand (Urk. 9/6 S. 9). Der Beschuldigte zeigte damit äusserste Gering-

schätzung gegenüber dem Leben des Kindes.  

Ob die durch den Würgevorgang verursachte Hirndurchblutungsstörung länger-

fristige Beeinträchtigungen in der Entwicklung oder mental/psychische Schäden 

bei dem noch kleinen Kind hinterlassen wird, kann heute noch nicht beurteilt  

werden (Urk. 69). Abgesehen von den Rippenbrüchen, welche laut Aussagen des 

Beschuldigten noch nicht vollends verheilt sind (Urk. 128 S. 22), haben die  

weiteren Verletzungen keine bleibenden physischen oder psychischen Schäden 

hinterlassen. 

In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden insgesamt erheblich.  

2.2.2. subjektive Tatschwere 

-   36   - 

In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz zugunsten des Beschuldigten von 

eventualvorsätzlicher Tatbegehung auszugehen, entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft (Urk. 95 S. 1) lässt sich direkter Tötungsvorsatz nicht erstel-

len.  

Betreffend das Tatmotiv ist auf die Aussagen des Beschuldigten in der ersten 

Phase der Untersuchung vor der ersten Anklageerhebung abzustellen. Seine 

diesbezüglichen Aussagen sind glaubhaft und plausibel, dies trifft nicht nur auf die 

Geschehensabläufe, sondern auch bezüglich der von ihm angegebenen Motive 

zu. In der polizeilichen Befragung vom 9. März 2009 sagte er auf die Frage nach 

dem Motiv seiner Tat aus, dieses liege im Unverständnis gegenüber der Kinds-

mutter, dass sie solche sexuellen Verhältnisse anfange mit H._____ und dass sie 

ihm (dem Beschuldigten) dies verschwiegen habe und nachträglich immer noch 

Kontakt zu H._____ pflege (Urk. 9/3 S. 16). Die Verletzungen an den Armen seien 

entstanden, weil er "ausgetickt" sei wegen einem Streit mit der Kindsmutter und 

weil er gedacht habe, dass sie zu ihrem Liebhaber gehe und ihn dies wütend  

gemacht habe (Urk. 9/3 S. 14). Auch in der Einvernahme vom 16. März 2009  

bestätigte er, er sei nicht damit klargekommen, dass E._____ ihn hintergangen 

habe, und er habe Wahnvorstellungen bekommen, dass er E._____ immer mit 

H._____ zusammen gesehen habe und das Gefühl gehabt habe, C._____ sei 

nicht sein Kind (Urk. 9/6 S. 7). Beim Vorfall als er dem Kind die Oberarme gebro-

chen habe, habe er gedacht, E._____ gehe zu H._____, er habe nicht mehr ge-

wusst, ob er ihr trauen könne, habe sich allein und hilflos gefühlt, weil er immer 

das Ziel gehabt habe, diese Familie aufzubauen. Er habe nur noch an E._____ 

gedacht, wo sie sein könnte und dann sei der Gedanke gekommen, dass C._____ 

nicht von ihm sei (Urk. 9/6 S. 11). Noch in der ersten Schlusseinvernahme vom 

26. November 2009 sagte er aus, er werde C._____ später erzählen, warum er 

das gemacht habe und werde ihr sagen müssen, dass er sie zu diesem Zeitpunkt 

nicht als seine Tochter gesehen habe, sondern als fremdes Kind (Urk. 9/9 S. 5). 

Beim Vorfall am Sonntag sei das Kind nicht mehr so präsent gewesen, er habe  

gedacht, dass E._____ zu H._____ gehe und er quasi auf deren beider Kind auf-

passen müsse (Urk. 9/9 S. 7). Selbst nach der Änderung seines Aussage-

verhaltens nach der ersten Anklageerhebung sagte er aus, er wisse nicht, ob er 

herausfinde, weshalb es passiert sei, der Hauptfaktor sei sicher gewesen, dass es 

-   37   - 

nicht sein Kind sei (Urk. 9/11 S. 16). Im Rahmen des Berufungsverfahrens legte 

der Beschuldigte dar, dass er über längere Zeit hinweg Wutanfälle gehabt habe, 

welche darin gegründet hätten, dass er das Gefühl gehabt habe, dass andere 

Männer E._____ nah sein könnten. Schlussendlich sei es nur um die Beziehung 

zwischen E._____ und H._____ gegangen (Urk. 128 S. 8 f.).  

Gestützt auf diese Aussagen des Beschuldigten ist das Motiv für seine Taten  

darin zu erkennen, dass er nicht damit umgehen konnte, dass E._____ Kontakt zu 

H._____ unterhielt und er Zweifel daran hegte, ob C._____ sein Kind oder das 

Kind von H._____ sei. Bei der Gewaltanwendung gegenüber C._____ am Sonn-

tag machte sich der Beschuldigte Gedanken, dass E._____ zu H._____ gegan-

gen sein könnte. Die vom Beschuldigten geschilderten Zweifel an seiner Vater-

schaft, die Eifersucht und sein Unvermögen mit der Situation einer von ihm ver-

muteten Fremdbeziehung der Kindsmutter mit H._____ umzugehen, vermögen 

keine nachvollziehbare Erklärung dafür zu geben, dass er massive Gewalt ge-

genüber dem wehrlosen knapp drei Wochen alten Säugling ausübte. Der Be-

schuldigte war nicht überfordert durch die Betreuung des Kindes, C._____ schrie 

auch nicht übermässig. Eine Belastung durch deren Geschrei wurde vom Be-

schuldigten nie geltend gemacht. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar und auch 

nicht einfühlbar, weshalb der Beschuldigte Gewalt gegen das völlig unschuldige 

Kind und nicht gegen E._____ oder H._____ anwandte. Der Schlussfolgerung des 

Gutachters, wonach C._____ zum Zeitpunkt der Tatbegehung für den Beschuldig-

ten ein Objekt darstellte, das er stellvertretend für die Zuneigung von E._____ und 

H._____ ansah, ablehnte und entsprechend behandelte, kann ohne weiteres ge-

folgt werden (Urk. 23/9 S. 64). Dasselbe gilt für die Beurteilung des Gutachters, 

wonach die Tathandlungen als Ausdruck einer Kanalisation von Wut, Frustration 

und Aggressivität eines mit seinen Lebensumständen überforderten, rigiden und 

sehr unreifen jungen Mannes erscheinen, dem durchaus die Möglichkeit anderen 

Verhaltens unter vergleichbaren Umständen zur Verfügung gestanden hätte  

(Urk. 23/9 S. 67). Im zweiten Gutachten wird dargelegt, dass der Beschuldigte 

schilderte, er habe noch keine Beziehung zum Kind gehabt, er habe weder  

negative noch positive Gefühle gegenüber dem Kind gehabt (Urk. 23/23 S. 28). 

Eine Beziehungsbildung habe nicht stattgefunden, er sei mehr mit E._____  

beschäftigt gewesen und der Meinung gewesen, dass die Frau das Wichtigste sei 

-   38   - 

und dann komme das Kind (Urk. 23/23 S. 27). Als er gemerkt habe, dass E._____ 

entgegen der mit ihr getroffenen Abmachung den Kontakt zu H._____ nicht abge-

brochen habe, sei er hässig geworden. Seine Hässigkeit habe sich nicht  

gegen E._____ gerichtet, das habe er nicht fertig gebracht, denn sie sei für ihn  

eine Prinzessin gewesen (Urk. 23/23 S. 27). Schlüssig hält das zweite Gutachten 

fest, das Tatverhalten sei durch eine ganz erhebliche Aggressivität gekenn-

zeichnet, die Zorn erkennen lasse und das Kind als Ersatzobjekt seiner Wut auf 

die Partnerin erscheinen lasse (Urk. 23/23 S. 55).  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Tatmotiv des durch das Verhalten 

der Kindsmutter gekränkten Beschuldigten letztendlich in Aggression und Wut 

über die Kindsmutter und deren Beziehung zu einem anderen Mann zu erblicken 

ist, wobei der Beschuldigte diese Wut, Aggression und Frustration an C._____  

auslebte, obwohl diese ihm dazu nicht den geringsten Anlass gegeben hatte. Er 

behandelte das Kind wie einen Gegenstand. Die Tat erscheint als sinnlos, als 

gänzlich unverständlich, und es ist nicht erkennbar, was der Beschuldigte damit 

bezweckte. 

Zugunsten des Beschuldigten fällt ins Gewicht, dass er in einer für ihn belasten-

den Situation handelte. Er vermutete, dass seine Partnerin eine Fremdbeziehung 

zu einem anderen Mann unterhalte und dass C._____ nicht seine leibliche Toch-

ter sei. Sein grosser Wunsch nach einer intakten Familie schien für ihn gefährdet. 

Der unreife junge Beschuldigte war mit seinen Lebensumständen überfordert.  

Eine "verstehbare" Motivation für die Tathandlungen liegt gemäss Gutachten da-

rin, dass der leicht kränkbare Beschuldigte damit konfrontiert gewesen sei, dass 

E._____ die Beziehung zu H._____ nicht beendet habe, er an seiner Vaterschaft 

gezweifelt habe und habe erkennen müssen, dass er nicht genügend Einfluss auf 

E._____ hatte, um diese zur Beendigung der Beziehung zu H._____ zu bewegen 

und dass letzterer eine bessere Berufsausbildung und mehr finanzielle Mittel zur 

Verfügung hatte, weshalb er befürchten musste, E._____ an H._____ zu verlieren 

(Urk. 23/23 S. 55). Nach den schlüssigen Ausführungen des Gutachters liegen 

beim Beschuldigten unreife Persönlichkeitszüge vor. Die Delikte standen offen-

sichtlich damit in Zusammenhang. Das Verschulden wird in subjektiver Hinsicht 

dadurch zwar reduziert, ist insgesamt aber ebenfalls als  erheblich zu beurteilen.  

-   39   - 

Das Gutachten erweist sich betreffend die Frage der Schuldfähigkeit als schlüssig 

und klar. Den Schlussfolgerungen des Gutachters, wonach die unreifen Persön-

lichkeitszüge, welche verbunden sind mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewälti-

gung, nicht die Voraussetzungen für eine Persönlichkeitsstörung erfüllen, und 

wonach keine Verminderung der Schuldfähigkeit vorliegt (Urk. 23/9 S. 74 f.), kann 

gefolgt werden. Eine weitere Relativierung des Verschuldens aufgrund verminder-

ter Schuldfähigkeit fällt daher ausser Betracht. 

2.2.3. Zwischenfazit betreffend Tatschwere 

Dem insgesamt erheblichen Verschulden angemessen erscheint eine Freiheits-

strafe im Bereich von 13 bis 14 Jahren für das vollendete Delikt. 

2.2.4. Versuch 

a) Standpunkte 

Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschuldigte habe die Tat aus eigenem Antrieb 

nicht zu Ende geführt, weshalb der Erfolg nicht eingetreten sei. Der Rücktritt vom 

unvollendeten Versuch wurde von ihr erheblich verschuldensmindernd gewichtet. 

Sie hielt dafür, dass der Rücktritt vom unvollendeten Versuch ein Unterschreiten 

des ordentlichen Strafrahmens rechtfertige (Urk. 93 S. 48 f.). 

Die Staatsanwaltschaft macht dagegen geltend, der Beschuldigte habe bereits  

alles getan, um den Erfolg herbeizuführen, wobei es dem völligen Zufall zu  

verdanken sei, dass die Geschädigte dennoch überlebt habe. Als der Beschuldig-

te die Drosselung gelockert habe, hätte der Tod auch durchaus bereits  

eingetreten sein können. Damit könne kein Rücktritt vom Versuch vorliegen  

(Urk. 95 und Urk. 129 S. 2 f.). 

b) Würdigung 

Bei der Prüfung der Frage nach dem Vorliegen eines Rücktrittes vom Versuch ist 

vom erstellten Anklagesachverhalt auszugehen. Der Beschuldigte würgte das 

Kind bis es aufhörte zu schreien und schaute das Kind dabei nicht an, vielmehr 

schaute er zum Fernseher. Der Beschuldigte beobachtete somit die Reaktion des 

Kindes nicht. Als er die Drosselung lockerte, war das Kind blau am Kopf. Ausser-

-   40   - 

dem traten Unterblutungen in den Augenlederhäuten bei C._____ auf. Gemäss 

den gutachterlichen Feststellungen sprechen diese Unterblutungen der Augenle-

derhäute für eine relevante Beeinträchtigung der Gehirndurchblutung und Sauer-

stoffunterversorgung des Gehirns und eine damit verbundene unmittelbare  

Lebensgefahr, wobei letztere abgewendet wurde durch Einstellung des Drossel-

vorganges (Urk. 18/16 S. 6 und Urk. 18/20).  

Der Beschuldigte sagte dazu aus, er habe C._____ während dem Würgen nicht  

angeschaut, er habe auf den schwarzen Fernseher geschaut. Er habe solange 

zugedrückt bis sie nicht mehr schrie, dann habe er sofort aufgehört. Als er sie 

dann angeschaut habe, sei sie blau am Kopf gewesen und habe wieder ang-

efangen zu schreien (Urk. 9/6 S. 6). Auf die Frage, weshalb C._____ überlebt ha-

be, sagte der Beschuldigte aus, als sie nicht mehr geschrien habe, sei er wie  

aufgewacht und habe plötzlich eine sehr grosse Angst vor sich selber gehabt, er 

habe in diesem Moment mit sich sehr stark kämpfen müssen, dass er es nicht 

weiterversucht habe (Urk. 9/9 S. 7 und Urk. 128 S. 14 f.). 

Gemäss den Aussagen des Beschuldigten stellte er das Würgen ein, als das Kind 

aufgehört hatte zu schreien. Er schaute das Kind beim Würgen nicht an, erst als 

er damit aufgehört hatte. Der Beschuldigte hatte das Kind bereits so lange  

gewürgt, dass die Gehirndurchblutung und die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn  

beeinträchtigt worden waren und der Kopf des Kindes blau angelaufen war. Es 

waren sämtliche Handlungen ausgeführt, welche zum Todeseintritt hätten führen 

können. Dass der Tod nicht eintrat, ist einem glücklichen Zufall zuzuschreiben, 

die tatbestandsmässige Handlung war bereits vollständig ausgeführt. Mit der 

Staatsanwaltschaft ist festzuhalten, dass der Tod bereits vor dem Lockern der 

Drosselung hätte eingetreten sein können (Urk. 95). Demzufolge liegt ein  

vollendeter Tötungsversuch vor.  

Da Rücktritt vom Versuch im Sinne von Art. 23 Abs. 1 StGB nur bei einem unvoll-

endeten Versuch möglich ist (Art. 23 Abs. 1 1. Satzteil; Trechsel, a.a.O., N 1 zu 

Art. 23), scheidet vorliegend die Annahme eines Rücktrittes vom Versuch aus. 

Anzufügen bleibt, dass bei einem eventualvorsätzlich verübten Delikt nur wenige 

Konstellationen denkbar sind, bei welchen ein unvollendeter Versuch und ein 

-   41   - 

Rücktritt überhaupt vorliegen können (vgl. z.B. Urteil des Bundesstrafgerichts vom 

17. Dezember 2010 SK.2010.17, E. 2.2, wo es um ein Anschlag mit Sprengstoff 

ging, bei welchem sich der Täter nach erfolgter Vorbereitung entschied, den 

Sprengstoff nicht zu zünden). Grundsätzlich kann der Täter, welcher den Erfolg 

seines Handels nicht gezielt anstrebt, sondern "bloss" in Kauf nimmt, nicht von 

der Tatbegehung zurücktreten, da er den Eintritt des Erfolges nicht in den Händen 

hat. Mit anderen Worten kann der Täter von der Erfolgsverwirklichung nur  

beschränkt Abstand nehmen, da er diese nicht wissentlich und willentlich  

anstrebt, sondern als Folge seines Handelns in Kauf nimmt.  

c) Schlussfolgerung betreffend Versuch 

Es liegt ein vollendeter Versuch vor, das Nichteintreten des tatbestandsmässigen 

Erfolges ist allein auf glückliche Umstände zurückzuführen. Dass ein Versuch vor-

liegt, ist daher nur in sehr leichtem Masse strafreduzierend zu veranschlagen.  

2.3. Täterkomponente 

Betreffend die Darlegung der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 51 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz berücksichtigt leicht strafmindernd, dass der  

Beschuldigte sich häufigen Wohnsitz- und Schulwechseln in der Kindheit und  

Jugend unterziehen musste, was seine Integration erschwerte, und dass seine 

Mutter an Alkoholproblemen litt, was er nicht bemerkt habe, sie den Beschuldig-

ten jedoch häufig schlug. Die Beurteilung der Vorinstanz erscheint zwar als wohl-

wollend, denn von einer schwierigen Jugend kann nicht eigentlich gesprochen 

werden, sie kann aber übernommen werden. Dagegen ist die Jugendlichkeit des 

Beschuldigten entgegen der Beurteilung durch die Vorinstanz (Urk. 93 S. 52) nicht 

strafreduzierend zu berücksichtigen, zumal der Umstand seiner unreifen Persön-

lichkeitszüge und seiner belasten Lebenssituation bereits bei der Verschuldens-

bewertung zu seinen Gunsten Berücksichtigung fand. Abgesehen davon sprach 

der die Jugendlichkeit berücksichtigende - mittlerweile gestrichene - Strafmilde-

rungsgrund von Art. 64 Abs. 10 (nicht 7 wie es die Vorinstanz anführte) aStGB 

von einer Altersspanne von 18 bis 20 Jahren; der Beschuldigte war im Tatzeit-

punkt jedoch bereits gut 24 Jahre alt (Urk. 93 S. 52). 

-   42   - 

Der Beschuldigte erklärte sich weitgehend geständig. Angesichts seines äusserst 

wechselhaften Aussageverhaltens, welches auch eine zweimalige psychiatrische 

Begutachtung erforderlich machte, kann keinesfalls davon gesprochen werden, 

dass sein Geständnis zu einer Verkürzung des Verfahrens oder zur Wahrheits-

findung hätte beitragen können. Ganz im Gegenteil führten die von ihm präsen-

tierten Tatvarianten zu einer Verlängerung und Erschwerung der Untersuchung. 

Der Vorinstanz ist sodann darin beizupflichten, dass nicht von grosser Einsicht 

und Reue gesprochen werden kann, zumal er sein Handeln auf einen Affekt,  

einen gleichsam tierischen Ausnahmezustand, abzuschieben versuchte (Urk. 93 

S. 54). Sein (Teil-) Geständnis ist daher lediglich leicht strafmindernd zu berück-

sichtigen und nicht - wie es die Vorinstanz tat - grosszügig mit einer Reduktion 

von zwei Jahren (Urk. 93 S. 55). 

Unter Berücksichtigung einer insgesamt leichten Strafreduktion für den Versuch, 

für das Geständnis und die belastete Jugend erscheint eine Einsatzstrafe für den 

Tötungsversuch von 10 Jahren Freiheitsstrafe angemessen. 

3. Asperation für Körperverletzungsdelikte 

Neben der Verurteilung betreffend versuchte Tötung erfolgt ein Schuldspruch  

wegen mehrfacher qualifizierter einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB. Der Schuldspruch 

betrifft die Verbrühungen durch die Verabreichung zu heisser Schoppenmilch und 

die Oberarmbrüche. 

Für dieses Delikt ist der Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-

strafe. 

Das Tatverschulden wiegt betreffend beide Tatvorwürfe in objektiver Hinsicht  

erheblich. Sowohl durch die Verbrühungen im äusseren und inneren Mundbereich 

wie auch die Knochenbrüche wurden dem Kind erhebliche Schmerzen beigefügt. 

Die Verbrühungen führten dazu, dass das Kind temporär über eine Magensonde 

ernährt werden musste. Beide Verletzungen sind abgeheilt ohne bleibende  

Beeinträchtigungen zu hinterlassen. Bezüglich des Körperverletzungsdeliktes fällt 

verschuldenserhöhend ins Gewicht, dass es sich um einen völlig wehrlosen 

-   43   - 

knapp zwei Wochen alten Säugling handelte und dass die Armbrüche auf massi-

ve Gewalteinwirkung zurückzuführen sind. 

In subjektiver Hinsicht ist bezüglich beider Vorwürfe von eventualvorsätzlicher 

Tatbegehung auszugehen. Verschuldensrelativierend zu berücksichtigen sind 

auch hier die unreifen Persönlichkeitszüge des Beschuldigten und die Über-

forderung mit seiner Lebenssituation.  

Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. Die Straf-

minderungsgründe des Geständnisses und der belasteten Jugend schlagen leicht 

strafmindernd zu Buche.  

Insgesamt erscheint unter Berücksichtigung des Asperationsprinzipes eine  

Erhöhung der Einsatzstrafe für den Tötungsversuch auf 11 Jahre angemessen. 

4. Sanktion 

Der Beschuldigte ist mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren zu bestrafen. An die 

Strafe anzurechnen sind 1106 Tage bis heute erstandene Haft und vorzeitigen 

Strafvollzug. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Wie bereits erwähnt, wurde die vorinstanzliche Regelung der Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen nicht angefochten und ist in Rechtskraft erwachsen. 

Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte im Hauptpunkt betreffend 

Schuldspruch der versuchten Tötung. Auch betreffend das Strafmass unterliegt er 

zu einem weit grösseren Teil als die Staatsanwaltschaft. Ausgangsgemäss wären 

die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten zu vier Fünfteln aufzu-

erlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Unter Berücksichtigung seiner schlechten wirt-

schaftlichen Verhältnisse, welche sich aufgrund der zu verbüssenden langjährigen 

Freiheitsstrafe auch längerfristig nicht verbessern dürften, sind die Kosten jedoch 

vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 425 StPO). Die Kosten für 

die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin sind angesichts der knappen 

finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten auf die Staatskasse zu nehmen 

(Art. 426 Abs. 4 StPO). Dasselbe gilt für die Kosten der amtlichen Verteidigung, 

-   44   - 

wobei unter Berücksichtigung der obigen Ausführungen auf die Rückzahlungs-

pflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von vier Fünfteln zu verzichten 

ist.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach,  

II. Abteilung, vom 11. Mai 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. … 

2. … 

3. Es wird eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB während des Vollzuges 
der Freiheitsstrafe angeordnet. 

4. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 20. Februar 2009 sichergestellte Kinder-
decke (blau, vermutlich mit Blutspuren) wird eingezogen und der Kantonspolizei zur 
Vernichtung überlassen. 

5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren der Privat-
klägerin anerkannt hat. Demgemäss wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegen-
über der Privatklägerin aus den eingeklagten Ereignissen gemäss Anklageschrift vom 
26. Oktober 2010 dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 
Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf 
den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Genugtuungsbegehren der Privat-
klägerin anerkannt hat. Demgemäss wird der Beschuldigte verpflichtet, der Privat-
klägerin eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 30'000.– nebst 5 % Zins ab  
15. Februar 2009 zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

-   45   - 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 
Fr. 764.40   Kosten KAPO 
Fr. 112.50   Betr.amt B._____, Hausdurchsuchung, ½ 
Fr. 180.65   IRM … C._____, ½ 
Fr. 548.50   IRM … C._____/A._____, 1/2  
Fr. 39.70   IRM … C._____, ½ 
Fr. 6.–   Uvek, rg. …/Mahnung 
Fr. 16'060.50   Psych. Uniklinik, Gutachten iS A._____ 
Fr. 1'080.50   IRM … C._____ 
Fr. 20'173.50   Psych. Uniklinik, Gutachen iS A._____ 
Fr. 3'785.25   Kosten unentgeltliche Rechtsbeiständin RAin Dr. iur. D._____ 
Fr. 30'000.–   Teilzahlungen amtl. Verteidigungskosten 
Fr.     Restliche amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  
Beschuldigten auferlegt. Davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Vertei-
digung, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin und die Kosten des 
ersten psychiatrischen Gutachtens von Fr. 16'060.50; die Kosten dieses Gutachtens 
werden definitiv auf die Staatskasse genommen. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbeiständin 
der Privatklägerin werden auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 
Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtli-
chen Verteidigung wird mit separater Verfügung entschieden. 

10. Mitteilungen 

11. Rechtsmittel 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne  

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2  

Abs. 3 StGB. 

-   46   - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Jahren Freiheitsstrafe, wovon  

1106 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'000.--. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft und der amtlichen Vertei-

digung, werden auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt) 
− die Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel für sich und zuhanden 

der Privatklägerschaft (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− die Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel für sich und zuhanden 

der Privatklägerschaft  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten (Urk. 24/6) 

− die Vorinstanz 

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-   47   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 29. Februar 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Schwarzwälder 
 

 

	Urteil vom 29. Februar 2012
	Anklage: (Urk. 51)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
	 der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 812 Tage durch Polizeiverhaft, Untersuchungshaft, Sicherheitshaft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden sind.
	3. Es wird eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB während des Vollzuges der Freiheitsstrafe angeordnet.
	4. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 20. Februar 2009 sichergestellte Kinderdecke (blau, vermutlich mit Blutspuren) wird eingezogen und der  Kantonspolizei zur Vernichtung überlassen.
	5. Es wird vorgemer