# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 078a0d61-8f66-5ce8-9b26-210830f57bf6
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 04.07.2023 BS 2023 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-47_2023-07-04.pdf

## Full Text

20230615_175611_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 47

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiber C. Schwegler

Beschluss vom 4. Juli 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin D.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Entschädigung

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Gestützt darauf, dass

 die Staatanwaltschaft des Kantons Zug mit Verfügung vom 19. Mai 2023 die Strafuntersu-
chung gegen A.________ betreffend Widerhandlung gegen das AHVG, Widerhandlung ge-
gen das UVG / Einsprache ohne Befristung sistierte (Verfahren 1A 2022 776, Dispositiv-Ziff. 
1 und 2, Abs. 1); 

 die Staatsanwaltschaft zudem festhielt, dass, falls bis zum Eintritt der Verfolgungsverjährung 
am 31. Dezember 2027 keine Wiederaufnahme des Verfahrens erfolge, die Sistierungsverfü-
gung zur definitiven Einstellungsverfügung werde, wobei das Strafverfahren als definitiv ein-
gestellt gelte und die Ausschreibung zur Aufenthaltsausforschung revoziert werde (Disposi-
tiv-Ziff. 2, Abs. 2); 

 die Staatsanwaltschaft sodann die Verfahrenskosten von CHF 410.50 vorläufig auf die 
Staatskasse nahm und verfügte, dass – wenn die Sistierungsverfügung zur definitiven Ein-
stellungsverfügung werde – die Kosten als definitiv auf die Staatskasse genommen gälten 
und keine Entschädigung und keine Genugtuung ausgerichtet würden (Dispositiv-Ziff. 3); 

 A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Juni 2023 gegen diese 
Verfügung Beschwerde beim Obergericht des Kanton Zug einreichte und folgende Anträge 
stellte: 

1. Ziff. 3 der Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Mai 2023 sei aufzuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, seine Ent-
schädigungsansprüche geltend zu machen und zu beziffern.

3. Eventualiter sei Ziff. 3 der Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Mai 2023, letzter Satz, 
dahingehend abzuändern, dass dem Beschwerdeführer eine Entschädigung von CHF 9‘622.05 
ausgerichtet wird, wenn die Sistierungsverfügung zur definitiven Einstellungsverfügung wird.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Auslagen und MWST zu Lasten des Staates.

 die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2023 beantragte, die Anträge 
Ziff. 1 und 2 der Beschwerde seien gutzuheissen und der Eventualantrag sei abzuweisen, 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse; 

 die Staatsanwaltschaft zur Begründung im Wesentlichen festhielt, dem Beschuldigten sei aus 
Versehen nicht Gelegenheit gegeben worden, seine Entschädigungsansprüche geltend zu 
machen bzw. zu beziffern; 

 gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung ih-
rer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte hat, wenn das 
Verfahren gegen sie eingestellt wird; 

 die Strafbehörde den Anspruch von Amtes wegen prüft und die beschuldigte Person auffor-
dern kann, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen (Art. 429 Abs. 2 StPO); 

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 die Staatsanwaltschaft das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat, indem sie 
diesem keine Gelegenheit gab, seinen Entschädigungsanspruch geltend zu machen bzw. zu 
beziffern; 

 daher Ziff. 3 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Sache an die Staatsanwalt-
schaft zurückzuweisen ist, damit diese dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt; 

 bei diesem Ausgang die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen 
sind und der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren ange-
messen aus der Staatskasse zu entschädigen ist; 

 bei der Festsetzung der Entschädigung von einem Aufwand von 3 Stunden zu einem Ansatz 
von CHF 220.00 (§ 15 Abs. 2 AnwT) auszugehen ist und eine Auslagenpauschale sowie die 
Mehrwertsteuer hinzuzurechnen sind,

wird beschlossen:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziff. 3 der Sistierungs-/Einstellungsverfügung 
der Staatsanwaltschaft vom 19. Mai 2023 aufgehoben, und die Staatsanwaltschaft wird an-
gewiesen, dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, seinen Entschädigungsanspruch 
geltend zu machen bzw. zu beziffern.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 300.00 Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 320.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

3. Der Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren mit CHF 730.00 (inkl. MWST) aus 
der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. 
Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Parteien 
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

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