# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e91c9d70-dd19-5066-9001-fb9064089e15
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.06.2008 D-7711/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7711-2007_2008-06-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7711/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, 
Richter Blaise Pagan, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren
_______, Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller, Freiplatzaktion Basel, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
12. Oktober 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7711/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein srilankischer Staatsangehöriger tamilischer 
Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess seinen Heimatstaat 
eigenen  Angaben  zufolge  am  30.  Juli  2007  mit  dem  Flugzeug  und 
reiste am 31. Juli 2007 illegal in die Schweiz ein. Am 14. August 2007 
stellte  er  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  C._______  ein 
Asylgesuch und wurde dort am 17. August 2007 summarisch befragt. 
Am  18. September  2007  hörte  das  Bundesamt  den  unbegleiteten, 
minderjährigen Beschwerdeführer im Beisein des damaligen Substituts 
seiner Rechtsvertreterin ausführlich zu seinen Asylgründen an. 

Anlässlich  der  Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, sein Vater, Inhaber eines Juweliergeschäfts in 
B._______,  sei  von  den  Organisationen  PLOTE,  EPDP  und  LTTE 
erpresst worden. Diese Organisationen hätten mehrmals Geld verlangt 
und  gedroht,  wenn  sein  Vater  nicht  bezahle,  würden  seine  Kinder 
entführt  oder  umgebracht  werden.  Sein  Vater  sei  den  Forderungen 
eine Zeitlang nachgekommen,  habe dann aber  nicht  mehr  bezahlen 
wollen.  Im  Jahr  2006  sei  einmal  eine  Handgranate  gegen  ihr  Haus 
geworfen  worden.  Dabei  sei  jedoch  ein  anderes  Haus  getroffen 
worden. Vermutlich sei dies geschehen, weil sein Vater vorübergehend 
nicht mehr bezahlt habe. Eines Tages sei er auf dem Nachhauseweg 
von einem weissen Fahrzeug angehalten worden. Die Insassen hätten 
ihn gedrängt, der Bewegung beizutreten. Sie hätten gedroht, wenn er 
nicht  beitrete,  würden  sie  ihn  verschleppen  oder  seinen  Vater 
umbringen.  Aus  diesem  Grund  habe  sein  Vater  ihn  nach  Colombo 
gebracht, wo er bei Bekannten seines Vaters zur Miete gelebt und die 
Schule besucht habe. In der Folge habe sein Vater erneut Anrufe von 
der  Organisation  erhalten.  Die  Anrufer  hätten  gesagt,  sie  wüssten, 
dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  Colombo  aufhalte.  Sie  hätten 
seinen  Vater  erneut  erpresst.  Da  sein  Vater  gewusst  habe,  dass  es 
auch  in  Colombo  zu  Entführungen  gekommen  sei,  habe  er 
entschieden, den Beschwerdeführer in die Schweiz zu schicken. Auch 
nach seiner Ausreise sei sein Vater telefonisch bedroht worden. Er sei 
deswegen  zweimal  ohnmächtig  geworden  und  habe  in  einem 
Krankenhaus in Colombo behandelt werden müssen. 

B.
Das BFM stellte  mit  Verfügung vom 12. Oktober 2007 -  eröffnet  am 

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16. Oktober 2007 - fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien 
nicht  glaubhaft,  weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle. 
Demzufolge  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  ab,  verfügte  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.

C.
Gegen diesen Entscheid liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
15.  November  2007  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht 
erheben. Dabei  liess er  beantragen,  die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben,  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren,  eventuell  sei  er  infolge 
Unzulässigkeit  oder  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht.  Ausserdem  wurde 
beantragt,  es  seien vorsorgliche Massnahmen zur  Verhinderung von 
Vollzugsmassnahmen zu ergreifen.

Der  Beschwerde  lagen  folgende  Beweismittel  bei:  ein 
Bestätigungsschreiben  von  N. S. A.  vom 25.  September  2007  (inkl. 
Übersetzung),  ein  Bestätigungsschreiben  von  A.  P.  P.  vom 
28. September 2007 (inkl. Übersetzung), ein Schreiben des Vaters des 
Beschwerdeführers  vom  28.  September  2007  (Kopie,  inkl. 
Übersetzung), ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) 
vom  1.  Februar  2007,  ein  Internetausdruck  von 
jugendweb.asyl.admin.ch  betreffend  unbegleitete  minderjährige 
Asylsuchende  sowie  ein  Schreiben  des  Europäischen  Gerichtshofes 
für Menschenrechte vom 23. Oktober 2007.

D.
Mit  Verfügung  vom  20.  November  2007  verzichtete  der  zuständige 
Instruktionsrichter  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses und teilte dem Beschwerdeführer gleichzeitig mit, 
über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
werde  im  Endentscheid  befunden.  Der  Beschwerdeführer  wurde 
aufgefordert,  umgehend  eine  Bestätigung  der  geltend  gemachten 
Bedürftigkeit nachzureichen. Auf das Begehren, es seien vorsorgliche 
Massnahmen  zu  ergreifen,  wurde  mangels  Rechtsschutzinteresses 
nicht eingetreten. 

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E.
Mit Eingabe vom 20. November 2007 liess der Beschwerdeführer die 
angeforderte  Bestätigung seiner  Fürsorgeabhängigkeit  zu  den Akten 
reichen. 

F.
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Dezember  2007 
vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde.

G.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bestätigte in der Replik 
vom 4. Januar 2008 sinngemäss die eingangs gestellten Anträge und 
ersuchte erneut um Gutheissung der Beschwerde. 

Der  Replik  lagen  folgende  weitere  Beweismittel  bei:  Ausweis  der 
Human  Rights  Commission  (HRC)  of  Sri  Lanka,  B._______,  SLMM 
Weekly Monitoring Report vom 26. November bis 2. Dezember 2007, 
Pressemitteilung des UNHCR vom 29. Oktober 2007.

H.
Nachdem  das  BFM  im  Februar  2008  seine  Wegweisungspraxis  für 
abgewiesene  Asylbewerber  aus  Sri  Lanka  überprüft  und  angepasst 
hatte, leitete der Instruktionsrichter mit  Verfügung vom 6. März 2008 
ein  zweites  Vernehmlassungsverfahren  ein.  Das  BFM  hielt  in  der 
zweiten  Vernehmlassung  vom  7.  April  2008  weiterhin  an  seiner 
Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese 
Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 9. April  2008 zur 
Kenntnis gebracht. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM, 
welche in  Anwendung  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) ergangen sind; das Bundesverwaltungsgericht entscheidet 

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in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer  ist  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1, 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  ihrer 
politischen  Anschauungen  wegen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheids  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  seien  widersprüchlich,  realitätsfremd  und 
unplausibel ausgefallen. Er habe geltend gemacht, sein Vater habe der 
Bewegung  Geld  zahlen  müssen.  Er  sei  jedoch  nicht  in  der  Lage 

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gewesen  anzugeben,  wann  diese  Forderungen  eingegangen  seien 
und wann  jeweils  die  Bezahlung  erfolgt  sei.  Die  Frage,  wie  oft  sein 
Vater  erpresst  worden  sei,  habe  er  widersprüchlich  beantwortet. 
Ausserdem habe er in der Erstbefragung nur von einer Organisation 
gesprochen,  während  er  bei  der  direkten  Bundesanhörung  erklärt 
habe,  sein  Vater  sei  von  der  PLOTE,  EPDP  und  der  LTTE  zu 
Geldzahlungen  aufgefordert  worden.  Selbst  unter  Berücksichtigung 
seines  jugendlichen  Alters  wären  vom  Beschwerdeführer  präzisere 
Angaben zu erwarten gewesen, zumal er mit seinem Vater unter einem 
Dach gelebt  habe. Der Beschwerdeführer habe sich im Weiteren bei 
der  Schilderung  des  Vorfalls  mit  dem  weissen  Fahrzeug  erheblich 
widersprochen,  so  beispielsweise  in  Bezug  auf  die  Frage,  welcher 
Organisation  die  Leute,  welche  ihn  damals  angehalten  hätten, 
angehörten. Seine Darstellung des Vorfalls sei überdies detailarm und 
ohne  persönlichen  Bezug  ausgefallen.  Es  sei  zudem  nicht 
nachvollziehbar,  wie  der  Beschwerdeführer  diesen  Personen 
unbehelligt  habe  entkommen  können,  nachdem  diese  seinen 
sofortigen Beitritt  bei ihrer Bewegung verlangt hätten. Angesichts der 
erwähnten Unstimmigkeiten  erscheine es auch nicht  glaubhaft,  dass 
die von ihm genannte Bewegung ihn auch in Colombo habe entführen 
wollen. Im Übrigen seien seinen Aussagen keine konkreten Hinweise 
für  eine  Verfolgung  in  Colombo  zu  entnehmen.  Vielmehr  habe  er 
mehrmals erklärt, dass er in Colombo keinen Kontakt zur LTTE gehabt 
habe  respektive  dass  ihm  dort  nichts  geschehen  sei.  Anzufügen 
bleibe,  dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorlägen,  dass 
zwischen der  in  der Nähe des Elternhauses des Beschwerdeführers 
explodierten  Granate  und  der  geltend  gemachten  Verfolgung  ein 
direkter  Zusammenhang  bestehe.  Nach  dem  Gesagten  hielten  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht stand. 

4.2 In  der  Beschwerde  wird  zunächst  argumentiert,  das  jugendliche 
Alter  des  Beschwerdeführers  müsse  bei  der  Würdigung  des 
Sachverhalts  gebührend  berücksichtigt  werden.  Auch  wenn  der 
Beschwerdeführer  die  Drohungen  und  Forderungen  der  tamilischen 
Konfliktparteien,  die  Umstände  der  Rekrutierungsversuche  einer 
tamilischen  Organisation  sowie  die  weiteren  Geschehnisse  in 
B._______  und  Colombo  nicht  umfassend  habe  darlegen  können, 
könne nicht ohne weiteres von der Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen 
ausgegangen  werden.  Es  sei  lebensfremd  anzunehmen,  dass  der 
Beschwerdeführer  vollständige  Kenntnisse  über  die  seinem  Vater 

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widerfahrenen  Ereignisse  und  den  allgemeinen 
Bürgerkriegsverhältnisse  in  Sri  Lanka  besitze.  Ein  Kind  werde  von 
seinen  Eltern  nicht  in  alles  eingeweiht.  Die  Auffassung  des  BFM, 
wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers ingesamt unglaubhaft 
seien,  sei  daher  verfehlt.  Ein  minderjähriges  Kind  werde  von  seien 
Eltern nicht grundlos aus Sri Lanka in einen Drittstaat geschickt, zumal 
gerade in der tamilischen Kultur familiäre Werte hochgehalten würden. 
Daraus  folge,  dass  im  vorliegenden  Fall  eine  konkrete  und  akute 
Gefährdungssituation  bestanden habe. Dies  ergebe sich  im Übrigen 
auch aus den mit der Beschwerde eingereichten Beweismitteln. Es sei 
allgemein  bekannt,  dass  die  tamilischen  Konfliktparteien  zur 
Beschaffung  von  Finanzmitteln  mit  Drohungen  verschiedenster  Art 
operierten.  Der  Beschwerdeführer  sei  einer  ernsthaften  Gefahr 
ausgesetzt  gewesen  und  müsste  bei  einer  Rückschaffung  nach  Sri 
Lanka  damit  rechnen,  als  Geisel  genommen,  als  Kindersoldat 
rekrutiert  oder  gar  umgebracht  zu  werden.  In  den  eingereichten 
Beweismitteln  werde  auch  bestätigt,  dass  das  Elternhaus  des 
Beschwerdeführers  mit  einer  Handgranate  beschossen  worden  sei, 
weil sich der Vater des Beschwerdeführers geweigert habe, weiterhin 
Schutzgeld  zu  zahlen.  Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  im 
Zusammenhang mit dem Rekrutierungsversuch könnten entgegen der 
Auffassung  des BFM nicht  ohne  weiteres  bezweifelt  werden,  da  die 
Reaktion  des  Beschwerdeführers  auf  den  Rekrutierungsversuch 
durchaus  nachvollziehbar  sei.  Aufgrund  des  Sachverhalts  sei 
verständlich,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  diesen habe  in 
Sicherheit bringen wollen. Die Sicherheitslage des Beschwerdeführers 
habe sich bei dessen Aufenthalt in Colombo jedoch nicht verbessert, 
da  die  Drohungen  und  Erpressungen  angedauert  hätten.  Dem 
eingereichten  Schreiben  vom  25.  September  2007  (Schreiben  von 
N. S.  A.)  sei  zu  entnehmen,  dass  die  tamilischen  Konfliktparteien 
gedroht  hätten,  den  Beschwerdeführer  in  Colombo  aufzuspüren. 
Colombo  sei  somit  keine  ausreichende  innerstaatliche 
Fluchtalternative gewesen, weshalb der Beschwerdeführer aus seinem 
Heimatland habe flüchten müssen. Die Familie des Beschwerdeführers 
sei  relativ  vermögend. Dieser  Umstand  bewirke,  dass  er  und  seine 
Familie  in  besonderem  Masse  der  Willkür  der  Konfliktparteien 
ausgesetzt seien. Aufgrund der Gefährdung in der Heimatregion habe 
der  Vater  des  Beschwerdeführers  diesen  und  dessen  Bruder  nach 
Colombo geschickt. Da der Beschwerdeführer auch in Colombo nicht 
in  Sicherheit  gewesen  sei,  habe  sein  Vater  ihn  schliesslich  in  die 
Schweiz  bringen  lassen.  Die  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer 

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nicht  umgehend  in  die  Schweiz  gebracht  worden  sei,  zeige,  wie 
schwer der Familie der Entscheid zur dauerhaften Trennung gefallen 
sei. 

4.3 Das BFM äussert sich in seiner Vernehmlassung primär zur Frage 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs respektive zu dem in der 
Beschwerde  erhobenen  Vorwurf,  es  habe  diesbezüglich  keine 
genügenden Abklärungen durchgeführt (vgl. dazu nachfolgend E. 7.2). 
Ausserdem  wurde  in  Bezug  auf  die  eingereichten  Beweismittel 
ausgeführt,  es  sei  davon  auszugehen,  dass  es  sich  dabei  um 
Gefälligkeitsschreiben von geringem Beweiswert handle, welche in Sri 
Lanka erfahrungsgemäss ohnehin leicht käuflich zu erwerben seien. 

4.4 Hinsichtlich des Asylpunktes wird in der Replik ausgeführt, die von 
der  Vorinstanz  monierten  Widersprüche  und  ihre  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers seien bereits in 
der Beschwerdeschrift widerlegt und entkräftet worden. Der beigelegte 
originale, blaue Nachweis der HRC Sri Lanka belege ebenfalls, dass 
diese  Organisation  von  der  in  früher  eingereichen  Beweismitteln 
erwähnten  Anzeige  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  Kenntnis 
genommen und diese registriert habe. 

5.
Nach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungs-
gericht  gestützt  auf  die  nachfolgenden  Ausführungen  in 
Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  zum  Schluss,  dass  der 
Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.

5.1 Die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  sind  in 
wesentlichen  Punkten  widersprüchlich,  unsubstanziiert  und  realitäts-
fremd ausgefallen. Hinsichtlich  der  geltend  gemachten,  wiederholten 
Erpressung  seines  Vaters  sprach  der  Beschwerdeführer 
beispielsweise zunächst lediglich von einer nicht näher spezifizierten 
Organisation (vgl. A1, S. 4). Erst in der Direktanhörung brachte er vor, 
es  habe  sich  dabei  um die  PLOTE,  die  EPDP sowie  die  Leute  von 
Prabakaran (d.h. die LTTE) gehandelt (vgl. A11, S. 9). Allerdings war 
der  Beschwerdeführer  nicht  in  der  Lage,  einigermassen  präzise 
Angaben darüber zu machen, wer wann und wie oft Geld von seinem 
Vater  verlangte  respektive  wann  und  wie  oft  Zahlungen  geleistet 
wurden  (vgl.  A11,  S. 9  bis  11).  Der  in  der  Beschwerde  vertretenen 
Auffassung, wonach es lebensfremd sei zu erwarten, dass der Vater 
des jugendlichen Beschwerdeführers diesem alle Einzelheiten erzählt 

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hätte, kann nicht gefolgt werden. Immerhin war der Beschwerdeführer 
im  damaligen  Zeitpunkt  bereits  14  Jahre  alt  und  der  älteste  noch 
zuhause lebende Sohn der Familie. Überdies war er mit Blick auf die 
angeblichen Entführungsdrohungen persönlich von den Behelligungen 
durch  die  genannten  Gruppierungen  betroffen.  Unter  diesen 
Umständen  wäre  zu  erwarten,  dass  der  Beschwerdeführer 
umfassendere Kenntnisse über die angeblichen Erpressungsversuche 
erhalten  oder  sich  diese  zumindest  aus  eigener  Initiative  beschafft 
hätte. Im Weiteren ist festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer in 
Bezug  auf  den  Zeitpunkt  des  Vorfalls  mit  dem  weissen  Fahrzeug 
widersprach: Während er  in der Erstbefragung vom 17. August 2007 
aussagte,  er  sei  vor  ungefähr  6  bis  7  Monaten  (d.h.  ungefähr  im 
Februar  2007)  von  den  Insassen  eines  weissen  Fahrzeuges 
angehalten worden (vgl. A1, S. 5), erklärte er in der Direktanhörung, 
dieser Vorfall habe sich im Dezember 2006 ereignet (vgl. A11, S. 13). 
Ausserdem machte er auch in Bezug auf die Uhrzeit unterschiedliche 
Angaben  (vgl.  A1,  S. 5  und  A11,  S. 8  und  13),  welche  er  erst  auf 
entsprechenden  Vorhalt  hin  korrigierte  (vgl.  A11,  S. 13).  Hinsichtlich 
der Insassen des weissen Fahrzeuges brachte der Beschwerdeführer 
in  der  Erstbefragung  vor,  diese  seien  von  der  Organisation  von 
Prabakaran  und  Karuna  gewesen  (vgl.  A1,  S.  5).  Anlässlich  der 
Direktanhörung  gab  er  dagegen  zu  Protokoll,  er  wisse  nicht,  von 
welcher  Bewegung  diese  Personen  gewesen  seien.  Sie  hätten  ihm 
nicht gesagt, welcher Bewegung er beitreten müsse (vgl. A11, S. 12). 
Abgesehen  davon,  dass  diese  Aussage  im  Widerspruch  steht  zu 
derjenigen  in  der  Erstbefragung,  ist  festzustellen,  dass  es 
realitätsfremd  erscheint,  dass  der  Beschwerdeführer  zum  Beitritt  zu 
einer  Organisation  aufgefordert  wird,  ohne  dass  ihm mitgeteilt  wird, 
um  welche  Organisation  es  sich  denn  handelt.  Schliesslich  ist 
festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Begegnung  mit  dem 
weissen Fahrzeug in den beiden Befragungen in wesentlichen Punkten 
unterschiedlich  schilderte.  Im  Gegensatz  zu  seiner  Darstellung  des 
Sachverhalts in der Erstbefragung erwähnte er in der Direktanhörung 
nicht, dass die Fahrzeuginsassen Gewehre gehabt, Geld verlangt und 
gedroht hätten, seinen Vater zu töten (vgl. A1, S. 4 und A11, S. 14). 
Der Beschwerdeführer brachte vor, neben seinem Elternhaus sei eine 
Granate explodiert. Er  habe vermutet,  dies sei  geschehen, weil  sein 
Vater  die  Geldforderungen  vorübergehend  nicht  mehr  erfüllt  habe. 
Dieser Auffassung kann indessen nicht gefolgt werden, da den Akten 
keine  konkreten  Hinweise  darauf  zu  entnehmen,  dass  die  Granate 
tatsächlich  einen  Zusammenhang  mit  den  angeblichen 

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Geldforderungen  aufweist  und  nicht  vielmehr  dem  allgemeinen 
Bürgerkriegsgeschehen  zuzuordnen  ist.  Angesichts  des  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Sachverhalts  ist  im  Übrigen 
nicht  nachvollziehbar, weshalb sein Vater,  welcher angeblich ständig 
erpresst und bedroht wurde respektive nach wie vor wird, weiterhin in 
B._______ wohnhaft  ist,  anstatt  selber beispielsweise nach Colombo 
zu ziehen. Die Tatsache, dass die Eltern des Beschwerdeführers sowie 
seine jüngeren Geschwister den Akten zufolge trotz der angeblichen 
Erpressungen  und  Bedrohungen  nach  wie  vor  in  B._______  leben, 
weist  darauf  hin,  dass  die  geltend  gemachte  Verfolgung  nicht  den 
Tatsachen entspricht. Gestützt  auf  die  vorstehenden Erwägungen ist 
insgesamt  festzustellen,  dass  die  Verfolgungsvorbringen  des 
Beschwerdeführers als unglaubhaft bezeichnet werden müssen. 

5.2 An  dieser  Einschätzung  vermögen  auch  die  eingereichten 
Beweismittel nichts zu ändern. Das Bestätigungsschreiben von N. S. A. 
vom  25.  September  2007  basiert  offensichtlich  auf  reinem 
Hörensagen, nicht  auf  eigener Wahrnehmung, und ist  äusserst  vage 
und  ohne  Angabe  von  Daten  abgefasst  worden.  Während  der 
Beschwerdeführer  -  zumindest  in  der  Direktanhörung  -  von PLOTE, 
EPDP und den  Organisationen von Karuna und Prabakaran spricht, 
macht  der  Verfasser  des  fraglichen  Schreibens  in  unverbindlicher 
Weise  geltend,  die  Familie  des  Beschwerdeführers  sei  von 
unbekannten  Personen  oder  Gruppierungen  behelligt  worden.  Er 
schreibt  unter  anderem, unbekannte Personen hätten die Eltern  des 
Beschwerdeführers  aufgefordert,  ihnen  den  Beschwerdeführer 
auszuliefern.  Dies  ist  schon  deshalb  unplausibel,  weil  die  Eltern  ja 
wissen müssten, an wen genau sie ihren Sohn übergeben sollen. Das 
erwähnte Schreiben ist aus diesen Gründen als Gefälligkeitsschreiben 
ohne  Beweiswert  zu  erachten.  Für  das  Schreiben  von  A.  P. P. vom 
28. September  2007  gilt  Ähnliches:  Auch  dieses  Schreiben  basiert 
offensichtlich auf reinem Hörensagen und ist äusserst vage verfasst. 
Es muss daher ebenfalls als Gefälligkeitsschreiben qualifiziert werden. 
Das Schreiben des Vaters des Beschwerdeführers vom 28. September 
2007  ist  auffallend  kurz  und  detailarm,  insbesondere  wenn  man 
berücksichtigt,  dass  dieser  den  Angaben  des  Beschwerdeführers 
zufolge  angeblich  über  längere  Zeit  von  verschiedenen  tamilischen 
Organisationen  erpresst  und  bedroht  wurde.  Falls  das  -  lediglich  in 
Kopie  vorliegende   -  Schreiben  überhaupt  wirklich  vom  Vater  des 
Beschwerdeführers  stammt,  ist  daher  ebenfalls  von  einem 
Gefälligkeitsschreiben  auszugehen.  Der  Beschwerdeführer  reichte 

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zusammen  mit  der  Replik  ausserdem  einen  Ausweis  der  HRC  Sri 
Lanka,  B._______,  ein.  Entgegen  dem  Vorbringen  in  der  Replik 
vermag  dieser  Ausweis  jedoch  die  geltend  gemachten 
Verfolgungsvorbringen  nicht  zu  belegen,  da  darauf  -  neben  den 
allgemeinen  Angaben  zur  HRC-Zweigstelle  B._______  -  nur  eine 
Referenznummer sowie die Unterschrift einer unbekannten Person zu 
erkennen sind. Im Übrigen geht aus den Akten nicht hervor, dass sich 
der  Vater  des  Beschwerdeführers  je  bei  der  HRC  in  B._______ 
gemeldet  hätte.  Die  übrigen,  auf  Beschwerdeebene  eingereichten 
Beweismittel  weisen  keinen  direkten  Bezug  zur  Person  des 
Beschwerdeführers  auf  und  sind  daher  ebenfalls  nicht  geeignet,  die 
geltend gemachten Verfolgungsvorbringen glaubhaft zu machen. 

5.3 Anzufügen  bleibt,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  selbst  bei  unterstellter  Glaubhaftigkeit  seiner 
Verfolgungsvorbringen  verneint  werden  müsste,  da  aufgrund  der 
Aktenlage davon auszugehen ist, dass ihm in Colombo entgegen der 
in der Beschwerde vertretenen Auffassung eine die Flüchtlingseigen-
schaft  ausschliessende,  innerstaatliche  Fluchtalternative  zur 
Verfügung  stand  respektive  steht.  Den  Angaben  des 
Beschwerdeführers zufolge war er in Colombo offiziell angemeldet und 
ging dort - ebenso wie sein Bruder - unbehelligt zur Schule (vgl. A11, 
S.  5).  Seitens  seiner  angeblichen  Verfolger  ist  ihm  während  seines 
Aufenthaltes in  Colombo nichts zugestossen (vgl. A1,  S. 5 und A11, 
S. 15). Daran ändert auch das Vorbringen, wonach sein Vater weiterhin 
behelligt worden sei, nichts. Den Akten sind keine konkreten Hinweise 
dafür  zu  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Colombo  in 
absehbarer Zukunft  in asylrelevanter Weise verfolgt worden wäre. Es 
ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in Colombo 
nicht  in  asylrelevanter  Weise  verfolgt  wurde  und  auch  keine 
begründete  Furcht  vor  Verfolgung  im  Falle  einer  Rückkehr  nach 
Colombo besteht. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die 
Frage  der  Zumutbarkeit  des  Verbleibs  am  Zufluchtsort  nicht  im 
Rahmen  des  Asylpunktes,  sondern  allein  unter  dem  Aspekt  der 
Wegweisungsvollzugshindernisse (Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG,  SR  142.20])  zu  prüfen  ist  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1996 Nr. 1 mit weiteren Hinweisen). 

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5.4 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Verfolgungsvorbringen 
des Beschwerdeführers einerseits  unglaubhaft  sind und andererseits 
angesichts  der  zu  bejahenden  innerstaatlichen  Fluchtalternative  in 
Colombo  ohnehin  nicht  asylrelevant  wären.  Somit  ist  die 
Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers zu verneinen, und die 
Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  auch  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerde  und  der  Replik  sowie  die  bisher  nicht  ausdrücklich 
gewürdigten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb darauf an dieser 
Stelle nicht näher einzugehen ist.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Da die Beschwerde gestützt auf die vorstehenden Ausführungen 
im Asylpunkt  abzuweisen ist  und  der  Beschwerdeführer  weder  über 
eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen 
Anspruch auf Erteilung einer solchen verfügt, wurde die Wegweisung 
zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

7.1 Diese  drei  Voraussetzungen  für  einen  (vorläufigen)  Verzicht  auf 
den Vollzug der Wegweisung sind alternativer Natur: Sobald eine von 
ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu 
erachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der  Schweiz  nach  den 
Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 
2001 Nr. 1 E. 6a S. 2).

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist  -  unter Vorbehalt  von 

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Art.  83  Abs.  7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818).  Bei  minderjährigen 
Beschwerdeführern  muss  das  Kindeswohl  im  Rahmen  der 
Zumutbarkeitsprüfung als gewichtiger Aspekt mitberücksichtigt werden 
(vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e S. 98, mit weiteren Hinweisen).

7.2.1

7.2.1.1 Zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  führt 
die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  ihrer 
Vernehmlassung vom 10. Dezember 2007 aus, die seit Sommer 2006 
wieder  eskalierenden  Kampfhandlungen  im  Norden  und  Osten  Sri 
Lankas hätten zu einer erheblichen Verschlechterung der Sicherheits- 
und  Menschenrechtssituation  geführt.  Vor  diesem  Hintergrund  sei 
einer Rückkehr des Beschwerdeführers in den Norden und Osten Sri 
Lankas nicht  zumutbar. Die Situation  habe sich  auch im Süden und 
Westen  des  Landes  verschärft.  Im  Grossraum  Colombo  habe  die 
Regierung  daher  strenge  Sicherheitsbestimmungen  erlassen. 
Insbesondere  Tamilen  seien  häufig  von  Personenkontrollen, 
Einschränkungen  der  Bewegungsfreiheit  oder  Hausdurchsuchungen 
betroffen. Allerdings  herrsche im Süden und Westen keine Situation 
allgemeiner  Gewalt,  weshalb  die  Rückkehr  in  diese  Gebiete  nicht 
generell  unzumutbar  sei.  Dem  Beschwerdeführer  sei  es  daher 
grundsätzlich  zuzumuten,  beispielsweise  im  Grossraum  Colombo 
Wohnsitz zu nehmen. Die Zumutbarkeit einer Rückkehr nach Colombo 
sei im vorliegenden Fall auch in individueller Hinsicht zu bejahen. Der 
Beschwerdeführer  habe eigenen Angaben  zufolge bereits  vor  seiner 
Ausreise  aus  dem  Heimatland  in  Colombo  gelebt.  Er  habe  sechs 
Monate  lang  bei  Bekannten  gewohnt,  wofür  sein  Vater  in  Form von 
monatlichen  Unterstützungszahlungen  aufgekommen  sei.  Er  sei  in 
Colombo  offiziell  angemeldet  gewesen  und  habe  eine  staatliche 
Schule besucht. Auch sein älterer Bruder lebe bei diesen Bekannten. 
Der  Vater  des  Beschwerdeführers  habe  wahrscheinlich  dem 
Kindeswohl  Rechnung  getragen,  als  er  den  Beschwerdeführer  und 
dessen  Bruder  zu  diesen  Bekannten  geschickt  habe.  Der  ebenfalls 
noch  minderjährige  Bruder  des  Beschwerdeführers  lebe  vermutlich 
nach wie vor bei diesen Bekannten, was ein weiteres Indiz dafür sei, 
dass  die  Unterbringung  kindergerecht  sei.  Den  Angaben  des 
Beschwerdeführers zufolge sei seine Familie vermögend. Es sei daher 
davon  auszugehen,  dass  seine  Eltern  in  der  Lage  wären,  die 

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Unterbringung  bei  der  Pflegefamilie  weiterhin  zu  finanzieren.  Die 
Adresse  dieser  Bekannten  sei  im  Übrigen  aktenkundig  und  damit 
genügend abgeklärt. Infolgedessen sei insgesamt davon auszugehen, 
dass der minderjährige Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr auf die 
Hilfe und Unterstützung seiner Familie und Bekannten zählen könne. 
Im  Übrigen  würden  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  geeignete 
Vollzugsmassnahmen  getroffen  werden,  um  die  Wegweisung  des 
minderjährigen Beschwerdeführers rechtskonform zu vollziehen. 

7.2.1.2 Seitens  des  Beschwerdeführers  wird  gerügt,  das  BFM habe 
die Zumutbarkeit der Rückschaffung des Beschwerdeführers nach Sri 
Lanka  nicht  genügend  abgeklärt.  Die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  nach  Colombo  müsse  als  unzumutbar  erachtet 
werden, da der Beschwerdeführer minderjährig und mittellos sei und in 
Colombo  keine  Betreuungs-  und  Vertrauenspersonen  vorhanden 
seien. Er sei bei den Bekannten in Colombo nicht als Familienmitglied 
aufgenommen und seinen Bedürfnissen entsprechend betreut worden, 
sondern  habe  dort  Miete  bezahlen  und  sich  auswärts  verpflegen 
müssen.  Er  sei  dort  lediglich  vorübergehend  geduldet  worden  und 
mehr oder weniger auf sich alleine gestellt gewesen. Mit Blick auf das 
zu  berücksichtigende  Kindeswohl  sei  festzustellen,  dass  eine 
Unterbringung des Beschwerdeführers bei  seinen Verwandten in  der 
Schweiz  seinen  Bedürfnissen  am  ehesten  gerecht  würde.  Die 
Unterkunftsmöglichkeit  in  Colombo sei  weder  sicher  noch dauerhaft. 
Übrigens  habe  der  Bruder  des  Beschwerdeführers,  welcher 
vorübergehend  bei  derselben  Gastfamilie  gewohnt  habe,  Sri  Lanka 
inzwischen ebenfalls verlassen. Es sei ausserdem zweifelhaft, ob die 
Eltern des Beschwerdeführers tatsächlich in der Lage wären, aktuell 
und langfristig  dessen Unterkunft  in  Colombo zu finanzieren. Es  sei 
auch fragwürdig, ob der Beschwerdeführer angesichts der Lage in Sri 
Lanka überhaupt eine Gastfamilie finden würde, die bereit wäre, den 
jugendlichen  Tamilen  aufzunehmen  und  zu  betreuen.  Die 
angefochtene Verfügung verstosse gegen die in EMARK 1998 Nr. 13 
gemachten  Ausführungen  zum  Umfang  der  von  der  Vorinstanz  zu 
tätigenden  Abklärungen  im  Zusammenhang  mit  der  Prüfung  der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  bei  abgewiesenen, 
unbegleiteten  minderjährigen  Asylbewerbern.  Im  Übrigen  sei  die 
allgemeine  Sicherheitslage  auch  in  Colombo  prekär.  Willkürliche 
Menschenrechtsverletzungen seien auch im Grossraum Colombo an 
der  Tagesordnung.  So  seien  beispielsweise  Ende  2007  zahlreiche 
Tamilen  in  Colombo  verhaftet  und  in  ein  berüchtigtes  Foltercamp 

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verbracht  worden.  Von  einer  kindergerechten  Unterbringung  in 
Colombo könne unter diesen Voraussetzungen keine Rede sein. 

7.2.2 Die  allgemeine  Lage  in  Sri  Lanka  ist  Gegenstand  ständiger 
Beobachtung des Bundesverwaltungsgerichts. Gestützt auf die jüngste 
Lageanalyse (vgl. BVGE E-2775/2007,  Urteil  vom 14. Februar  2008, 
zur  Publikation  vorgesehen)  wendet  das  Bundesverwaltungsgericht 
hinsichtlich  der  Frage  der  generellen  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  die  nachfolgend  dargelegte  Praxis  an: 
Angesichts der in der erwähnten Lageanalyse erläuterten politischen, 
wirtschaftlichen  und  gesellschaftlichen  Begebenheiten  und  der 
festgestellten  Tendenz  zur  Eskalation  und  Verschlechterung  der 
allgemeinen  Situation  wird  die  bisherige,  von  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  begründeten  Wegweisungspraxis  in 
Bezug  auf  den  Norden  Sri  Lankas  beibehalten.  Demzufolge  ist  die 
Rückschaffung abgewiesener Asylgesuchstellenden aus Sri  Lanka in 
die  Nordprovinz  (Distrikte  Killinochchi,  Mannar,  Vavuniya,  Mullaitivu 
und  Jaffna)  nach  wie  vor  als  unzumutbar  zu  qualifizieren. Auch die 
Rückschaffung in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und 
Ampara) muss angesichts der dort herrschenden Lage als unzumutbar 
erachtet  werden.  Bei  abgewiesenen  tamilischen  Asylsuchenden, 
welche aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, muss daher geprüft 
werden,  ob  sie  im  Süden  des  Landes,  namentlich  im  Grossraum 
Colombo,  über  eine  zumutbare  Aufenthaltsalternative  verfügen. 
Gemäss der erwähnten Lageanalyse des Bundesverwaltungsgerichts 
hat sich die Lage im Grossraum Colombo insbesondere seit dem Jahr 
2006  erheblich  verändert  respektive  verschlechtert;  ein  Ende  dieser 
negativen  Entwicklung  ist  nicht  absehbar.  Insbesondere  für 
rückkehrende  Tamilen,  welche  aus  der  Nord-  oder  Ostprovinz 
stammen,  kann  nicht  mehr  von  der  generellen  Zumutbarkeit  der 
Innanspruchnahme  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im 
Süden  des  Landes,  insbesondere  im  Grossraum  Colombo, 
ausgegangen werden. Vielmehr bedarf es speziell begünstigender, das 
heisst  positiver  individueller  Umstände,  damit  die  Rückkehr  dieser 
Personen in den Süden als zumutbar qualifiziert werden kann. Bei der 
Beurteilung  dieser  begünstigender  Umstände  erachtet  das 
Bundesverwaltungsgericht namentlich das Vorliegen eines tragfähigen 
Familien-  oder  sonstigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten 
Möglichkeiten  der  Sicherung  des  Existenzminimums  sowie  der 
Wohnsituation  als  massgebend.  Können  die  Existenz  eines 
tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten  Möglichkeiten  der 

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Existenzsicherung  und  der  Wohnsituation  nicht  als  gesichert 
angenommen  werden,  ist  der  Wegweisungsvollzug  von  aus  dem 
Norden oder Osten stammenden Tamilen in den Süden des Landes als 
unzumutbar zu qualifizieren.

7.2.3 Wie vorstehend (vgl. E. 7.2) bereits erwähnt wurde, ist  bei  der 
Beurteilung  des  Vollzugs  der  Wegweisung  von  Minderjährigen  nicht 
nur  eine  allfällige  Gefährdung  aufgrund  einer  Situation  allgemeiner 
Gewalt  zu  prüfen,  sondern  auch  abzuklären,  ob  bei  einem 
Wegweisungsvollzug das Kindeswohl gefährdet wäre. Dabei sind nicht 
nur  das  Alter  und  die  persönliche  Reife  des  Minderjährigen  als 
massgebliche Kriterien zu berücksichtigen, sondern vor allem auch die 
effektive  Tragfähigkeit  eines  allenfalls  noch  vorhandenen 
Beziehungsnetzes im Heimatland, die Ausbildung des Minderjährigen 
und  seine  Perspektiven  im  Heimatland  sowie  -  bei  einem  längeren 
Aufenthalt  in  der  Schweiz-  der  Grad  der  Integration.  Für  die 
Asylbehörden ergibt sich daraus die Verpflichtung, von Amtes wegen 
abzuklären,  welche  Situation  sich  für  den  unbegleiteten 
Minderjährigen  im  Falle  der  Rückkehr  realistischerweise  ergeben 
könnte.  Insbesondere  ist  abzuklären,  ob  das  Kind  im  Falle  der 
Rückkehr zu seinen Eltern  oder  anderen Angehörigen zurückgeführt 
werden  kann  und  ob  diese  in  der  Lage  sind,  seine  Bedürfnisse 
abzudecken.  Ist  eine  Rückkehr  zu  Angehörigen  -  aus  welchen 
Gründen auch immer - nicht möglich oder mit Blick auf das Kindeswohl 
nicht zumutbar, ist weiter in konkreter Weise abzuklären, ob das Kind 
in  der  Heimat  allenfalls  in  einer  geeigneten  Anstalt  oder  bei  einer 
Drittperson untergebracht werden kann. Das Bundesamt hat daher im 
Hinblick auf  die Anordnung des Vollzugs der  Wegweisung vorgängig 
geeignete  Massnahmen  zu  treffen,  damit  der  unbegleitete 
Minderjährige  bei  seiner  Rückkehr  von  seinen  Eltern,  Angehörigen, 
allfälligen Drittpersonen oder von einer Behörde oder Institution, die in 
der Lage ist, dem Kind bei seiner Ankunft weiterzuhelfen, in Empfang 
genommen wird, wo dies in Anbetracht des Alters des Betroffenen und 
damit  im  Interesse  des  Kindes  erforderlich  erscheint  (vgl.  dazu  die 
nach wie vor zutreffenden und gültigen Ausführungen in EMARK 1998 
Nr. 13 E. 5e S. 99 f.,  mit  weiteren Hinweisen). Hingegen können die 
Rückreisemodalitäten  wie  beispielsweise  die  Begleitung  des 
Minderjährigen sowie Zeitpunkt und Ort  der Übergabe durchaus erst 
im  unmittelbaren  Vorfeld  der  Rückkehr  geregelt  werden  und  -  als 
blosse  Vollzugsmodalitäten  -  vom  Bundesamt  an  den  zuständigen 
Kanton delegiert werden. 

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7.3 Gestützt  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  ist  für  den 
vorliegenden  Fall  Folgendes  festzustellen:  Der  unbestrittenermassen 
minderjährige  Beschwerdeführer  stammt  den  Akten  zufolge  aus 
B._______. Seine Angehörigen leben nach wie vor dort. Wie erwähnt 
ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  von  abgewiesenen  tamilischen 
Asylsuchenden  in  die  Nordprovinz  praxisgemäss  als  unzumutbar  zu 
qualifizieren.  Es  muss  daher  geprüft  werden,  ob  dem 
Beschwerdeführer  eine  dem  Kindeswohl  entsprechende, 
innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  im  Süden  des  Landes, 
namentlich  im  Grossraum  Colombo  zu  Verfügung  steht.  Den  Akten 
zufolge lebte der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise sechs Monate 
lang  bei  Bekannten  seiner  Eltern  in  Colombo,  war  dort  offiziell 
angemeldet  und  besuchte  die  Schule.  Sein  Vater  musste  der 
Pflegefamilie für die Unterbringung des Beschwerdeführers monatliche 
Zahlungen leisten. Ohne weitere Abklärungen zu tätigen, schloss das 
BFM aus dieser Sachlage, es sei für den Beschwerdeführer zumutbar, 
nach  Colombo  zurückzukehren,  da  er  dort  auf  die  Unterstützung 
seiner Familie beziehungsweise Pflegefamilie zählen könne. Es könne 
davon ausgegangen werden, der Vater des Beschwerdeführers werde 
auch  weiterhin  in  der  Lage  sein,  dessen  Unterbringung  bei  den 
Bekannten  zu  finanzieren.  Dieses  Vorgehen  der  Vorinstanz  ist 
indessen sowohl mit  Blick auf die vorstehenden Erwägungen zu den 
allgemeinen  Voraussetzungen,  unter  denen  der  Vollzug  der 
Wegweisung als zumutbar erachtet werden kann (vgl. oben E. 7.2.2), 
als  auch  mit  Blick  auf  die  Ausführungen  betreffend  die  besonderen 
Zumutbarkeitsvoraussetzungen  im  Zusammenhang  mit  dem  Vollzug 
der Wegweisung von Minderjährigen (vgl. E. 7.2.3) zu beanstanden. Es 
muss  festgestellt  werden,  dass  das  BFM  die  vorstehend  zitierte 
Rechtsprechung  ungenügend  umgesetzt  hat.  Es  trifft  zwar  zu,  dass 
aufgrund  der  Aktenlage  Hinweise  dafür  bestehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Falle  seiner  Rückkehr  ins  Heimatland  in 
Colombo  eine  dem  Kindeswohl  entsprechende  Unterkunft  mit 
entsprechender Betreuung finden würde. Für diese Annahme besteht 
jedoch  keine  im  Sinne  der  zitierten  Rechtsprechung  hinreichende 
Sicherheit. Um die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
im  vorliegenden  Fall  hinreichend  beurteilen  zu  können,  hätte  die 
Vorinstanz  gestützt  auf  die  Erwägungen  unter  E.  7.2.2  und  7.2.3 
insbesondere konkret  und vorzugsweise mit  Hilfe vor Ort  ansässiger 
Institutionen  (beispielsweise  der  Schweizerischen  Vertretung  in 
Colombo)  abklären  müssen,  ob  der  Beschwerdeführer  in  Colombo 
tatsächlich über ein tragfähiges Beziehungsnetz und eine gesicherte 

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Wohnsituation  verfügt.  Angesichts  der  Minderjährigkeit  des 
Beschwerdeführers  hätte  die  Vorinstanz  gestützt  auf  die  Aktenlage 
namentlich  konkret  abklären  müssen,  ob  die  vom Beschwerdeführer 
erwähnte Pflegefamilie nach wie vor bereit wäre, ihn aufzunehmen, ob 
gegebenenfalls die längerfristige Finanzierung seines Aufenthaltes bei 
dieser  Pflegefamilie  durch  seine  Eltern  oder  allenfalls  durch  andere 
Personen  gesichert  wäre,  ob  er  dort  eine  dem  Kindeswohl 
entsprechende, altersgerechte Betreuung erhalten würde und ob seine 
weitere Ausbildung gewährleistet wäre.

7.4 Nach dem Gesagten steht  fest,  dass die Vorinstanz den Vollzug 
der  Wegweisung  des  minderjährigen  Beschwerdeführers  in  der 
angefochtenen  Verfügung  für  zumutbar  erklärt  hat,  ohne  konkret 
abzuklären,  ob  im  vorliegenden  Fall  im  heutigen  Zeitpunkt  ein 
tragfähiges  Beziehungsnetz  und  eine  gesicherte  Wohnsituation  in 
Colombo besteht, und ohne dem Kindeswohl gebührend Rechnung zu 
tragen. Die Vorinstanz hat es insbesondere versäumt, die gestützt auf 
die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  gebotenen  konkreten 
Abklärungen  vor  Ort  hinsichtlich  der  Unterbringung  des 
Beschwerdeführers,  der  vorhandenen  Betreuungs-  und  Ausbildungs-
möglichkeiten und der Frage der Finanzierung seines Aufenthaltes in 
Colombo  vorzunehmen.  Die  Verfügung  des  BFM  basiert  somit  in 
Bezug  auf  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  auf  einem 
unvollständig  festgestellten  Sachverhalt.  Damit  hat  die  Vorinstanz 
Bundesrecht verletzt (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG; Art. 49 Abs. 1 Bst. b 
VwVG).  Bei  dieser  Sachlage  rechtfertigt  es  sich,  die  angefochtene 
Verfügung im Wegweisungsvollzugspunkt  aufzuheben und die Sache 
zur Neubeurteilung der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  An  dieser  Stelle  ist 
festzuhalten,  dass  es  nicht  Aufgabe  des  Bundesverwaltungsgerichts 
sein  kann,  Untersuchungshandlungen,  welche  einen  wesentlichen 
Bestandteil  des erstinstanzlichen Verfahrens bilden, auf Beschwerde-
ebene  nachzuholen,  zumal  dem  Beschwerdeführer  dadurch  eine 
Instanz verloren ginge.

8.
Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die angefochtene 
Verfügung  in  Bezug  auf  den  angeordneten  Wegweisungsvollzug 
(Ziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 12. Oktober 2007) 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  vollständigen  Feststellung  des 
Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  des  Wegweisungsvollzugs  im 

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Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Soweit 
weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

9.

9.1 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  (hälftiges  Obsiegen  des 
Beschwerdeführers) wären die reduzierten Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Nachdem 
jedoch  weiterhin  von  seiner  Bedürftigkeit  auszugehen  ist  (vgl.  die 
Sozialhilfebestätigung des Wohnheims Atlas vom 29. November 2007) 
und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte, 
ist  in  Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  von  einer  Kostenauflage  abzusehen  (Art.  65  Abs.  1 
VwVG). 

9.2 Dem teilweise obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist 
zulasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung  für  die  ihm 
erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten 
zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7  des Reglements 
vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor 
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Entsprechend 
dem Grad des Durchdringens ist  diese Entschädigung um die Hälfte 
zu reduzieren. Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht. Der 
notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich  indes  aufgrund  der 
Aktenlage  zuverlässig  abschätzen,  weshalb  auf  die  Einholung  einer 
solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In 
Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung 
der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) ist  die 
von  der  Vorinstanz  auszurichtende,  reduzierte  Parteientschädigung 
demnach von Amtes wegen auf pauschal Fr. 600.-- festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 
12.  Oktober  2007  werden  aufgehoben,  und  die  Akten  werden  zur 
vollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung 
des  Wegweisungsvollzugspunktes im Sinne der  Erwägungen an das 
BFM  zurückgewiesen.  Weitergehend  wird  die  Beschwerde 
abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von 
Fr. 600.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- das _______ (in Kopie)
-

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller

Versand: 

Seite 20