# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 392a2211-7804-5caa-aa7a-35ae998d8aa9
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-02
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 02.05.2024 VG.2024.00010 (VG.2024.1350)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00010_2024-05-02.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 2. Mai 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Samuel Bisig,
  Verwaltungsrichter Fritz Jnglin und Gerichtsschreiberin i.V. MLaw Noëlle
  Ulrich

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00010

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Prof.
    Dr. Hardy Landolt, Rechtsanwalt,

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______ arbeitete seit dem
  1. August 2018 in einem Vollzeitpensum bei der B.______AG und war
  dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
  versichert. Am 18. April 2019 erlitt er einen Unfall, bei welchem ihm ein
  Bagger über den Fuss fuhr.

  
	
   

  
	
  1.2 Noch am Unfalltag begab sich A.______ erstmals in
  ärztliche Behandlung, anlässlich welcher er vollständig arbeitsunfähig
  geschrieben wurde. Die Suva teilte ihm am 25. April 2019 mit, dass sie die
  Versicherungsleistungen für die Folgen des Berufsunfalls vom 18. April 2019
  übernehme. In der Folge kam sie für die Heilbehandlung auf und leistete
  Taggeldzahlungen.

  
	
   

  
	
  1.3 Nachdem die Suva die Übernahme der
  Heilbehandlungskosten und der Taggeldleistungen eingestellt hatte, teilte sie
  A.______ am 16. Mai 2023 mit, dass die psychischerseits erbrachten
  Versicherungsleistungen ebenfalls eingestellt würden. Eine dagegen erhobene
  Einsprache wies sie am 3. Januar 2024 ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 1. Februar 2024
  gelangte A.______ mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantrage die
  Aufhebung des Einspracheentscheids der Suva vom 3. Januar 2024. Es sei
  festzustellen, dass Letztere über den 16. Mai 2023 hinaus für die psychischen
  Beschwerden leistungspflichtig sei. Eventualiter sei die Angelegenheit an die
  Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten
  der Suva. Die Suva schloss am 5. März 2024 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m.
  Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrecht vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3.
  Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da
  auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  grundsätzlich einzutreten (vgl. aber nachstehende E. II/1.2).

  
	
   

  
	
  1.2 Nicht einzutreten ist indessen auf das Begehren des
  Beschwerdeführers, wonach festzustellen sei, dass die Beschwerdegegnerin über
  den 16. Mai 2023 hinaus weiterhin für die psychischen Beschwerden
  leistungspflichtig sei. Das Verwaltungsgericht kann die Beschwerdegegnerin
  nämlich direkt dazu verpflichten, die Leistungen zu vergüten. Wenn die
  Beschwerde führende Partei – wie vorliegend – ein Gestaltungsurteil erwirken
  kann, besteht kein Feststellungsinteresse. In diesem Sinne ist der
  Feststellungsanspruch subsidiär (VGer-Urteil VG.2019.00033 vom 23. Mai
  2019 E. II/1.2, VG.2018.00124 vom 25. April 2019 E. II/1.3,
  VG.2018.00065 vom 13. September 2018 E. II/1.2).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, die
  Beschwerdegegnerin sei auch nach dem 16. Mai 2023 für die psychischen
  Beschwerden leistungspflichtig. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dies
  nach diesem Zeitpunkt nicht mehr der Fall sein solle, zumal die
  Beschwerdegegnerin für die psychischen Beschwerden bis dahin vorbehaltlos
  Leistungen erbracht habe. Sodann stelle die Beschwerdegegnerin nicht die
  Existenz der psychischen Beschwerden, sondern bloss deren Zurechnung zum
  Unfallereignis in Frage, weshalb sie die Psychopraxis des Bundesgerichts
  (BGE 115 V 133) angewendet habe. Diese komme jedoch lediglich
  in Fällen zur Anwendung, in welchen ausschliesslich oder hauptsächlich
  psychische Beschwerden vorhanden seien. Vorliegend bestehe aber ein
  wechselseitiges Verhältnis zwischen physischen und psychischen Beschwerden,
  weshalb die Kausalität anhand der allgemeinen Adäquanzformel zu beurteilen
  sei. Ferner sei selbst nach Auffassung der behandelnden Psychologin
  nachvollziehbar, dass unfallbedingt dauerhaft erhebliche Schmerzen zur
  psychischen Dekompensation führen könnten. Schliesslich sei nicht plausibel,
  weshalb die erhebliche Beinverletzung als maximal mittelschwer zu
  qualifizieren sei und lediglich ein erschwerender Umstand vorliegen solle.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
  Standpunkt, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei bei Erreichen des
  medizinischen Endzustands die Adäquanzprüfung durchzuführen. Da sie, die
  Beschwerdegegnerin, bis zu diesem Zeitpunkt leistungspflichtig sei, entfalle
  bis dahin eine Unterscheidung zwischen physischen und psychischen
  Beschwerden. Die Frage nach der generellen Eignung eines Unfallereignisses,
  eine psychisch bedingte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zu bewirken, sei
  unter Würdigung der Gesamtheit der Umstände vor und nach dem Unfall zu
  beurteilen. Das Bundesgericht habe hierfür Adäquanzkriterien erarbeitet,
  welche nach wie vor anwendbar seien. Sodann sei die von der behandelnden
  Psychologin vorgenommene Adäquanzprüfung nicht weiter beachtlich, da der
  adäquate Kausalzusammenhang eine Rechtsfrage sei, deren Beantwortung dem
  Gericht obliege. Des Weiteren sei die Frage, ob die Begleitumstände besonders
  dramatisch gewesen seien oder eine besondere Eindrücklichkeit des Ereignisses
  vorliege, aus objektiver Sicht und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens
  der versicherten Person zu würdigen. Vorliegend seien sowohl die besonders
  dramatischen Begleitumstände als auch eine besondere Eindrücklichkeit des
  Unfalls zu verneinen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1

  
	
  3.1.1 Soweit das UVG nichts anderes bestimmt, werden die
  Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
  Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Als Unfall gilt
  gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
  Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper,
  die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
  Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

  
	
   

  
	
  3.1.2 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge
  des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er
  gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch
  auf ein Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit
  der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente
  oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis
  und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
  Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
  ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
  nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten
  gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung
  des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die
  alleinige und unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störung ist; es genügt,
  dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
  körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt
  hat, der Unfall mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass
  auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem
  schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
  Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im
  Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach
  dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
  Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a).
  Es ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht leichthin den
  von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen,
  sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung
  zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten
  Unfallereignis steht (BGE 119 V 335 E. 2b f.).
  Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen
  Berichte, wobei das Gericht bei der Beurteilung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der
  medizinischen Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Die Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt im
  Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung ein
  adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Ereignis hat dann als adäquate
  Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
  und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
  von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs
  also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint
  (BGE 142 III 433 E. 4.5,
  129 V 177 E. 3.2, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt
  im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine
  Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität
  deckt (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
  Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG, 4. A., Zürich/Basel/Genf
  2012, S. 58 f.). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse,
  die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des
  Patienten unabhängig sind. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts
  kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen
  werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
  bestätigt werden (vgl. etwa BGE 138 V 248 E. 5.1).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Liegen organisch nicht objektiv ausgewiesene
  Beschwerden vor, wird die Adäquanz nach der Psychopraxis (BGE 115 V 133)
  geprüft, sofern nicht die Rechtsprechung zum Schleudertrauma (BGE 134 V 109)
  Anwendung findet (Irene Hofer, in Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne
  Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Basler
  Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N. 82). Ein adäquater Kausalzusammenhang ist demgemäss dann
  zu bejahen, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
  Beschwerden zukommt. In objektiver Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
  ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken,
  eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle
  andererseits sowie in dazwischen liegende mittelschwere Unfälle
  (BGE 115 V 133 E. 6). Letztere werden darüber hinaus
  weiter unterteilt in mittelschwer im Bereich zu leicht, mittelschwer im
  engeren Sinne sowie mittelschwer im Bereich zu schwer
  (vgl. BGE 140 V 356 E. 5.1). Bei banalen Unfällen
  und bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
  Unfall und psychischer Gesundheitsstörung in der Regel ohne Weiteres verneint
  werden. Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
  einem Unfall und der psychischen Beeinträchtigung in der Regel zu bejahen
  (BGE 115 V 133 E. 6a). Die mittelschweren Unfälle
  umfassen jene Ereignisse, welche weder den banalen noch den schweren Unfällen
  zugeordnet werden können.

  
	
   

  
	
  3.2.4 Die Frage, ob zwischen einem Unfall und der
  psychischen Beeinträchtigung ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, lässt
  sich nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher
  weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
  Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon
  erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche Umstände können als
  Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf
  der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung
  mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Beeinträchtigung zu führen oder
  diese zu verstärken. Als wichtigste Kriterien sind besonders dramatische
  Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere
  oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
  erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; fortgesetzt
  spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; eine
  ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
  ein schwieriger Heilungsverlauf; sowie erhebliche Komplikationen und
  erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung zu nennen (BGE
  115 V 133 E. 6c/aa, 134 V 109 E. 10.2 ff.). Die
  Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 werde nur aufgrund der
  organischen Unfallfolgen, unter Ausschluss psychischer Aspekte oder als
  körperlich imponierend, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbarer
  Beschwerden geprüft (Hofer, Art. 6
  N. 90). Soweit ein mittelschwerer Unfall im Bereich zu einem leichten
  vorliegt, müssen entweder mindestens vier der vorstehend erwähnten Kriterien
  erfüllt sein oder es muss eines der Kriterien in besonders ausgeprägter Form
  vorliegen, um die Adäquanz zwischen dem Unfall und der psychischen Erkrankung
  zu bejahen. Bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinne müssen entweder drei
  der massgeblichen Kriterien oder es muss eines der Kriterien ausgeprägt
  erfüllt sein (BGer-Urteil 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E. 5.1, mit
  Hinweisen). Bei mittelschweren im Bereich zu den schweren Unfällen liegt ein
  adäquater Kausalzusammenhang dann vor, wenn ein einzelnes Kriterium erfüllt
  ist (BGE 115 V 133 E. 6c/bb). Massgebend für die
  Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den
  sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch die Folgen des Unfalls oder
  Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden
  können (BGE 148 V 301 E. 4.3.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der
  rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben
  ärztlicher Experten angewiesen. Die Aufgabe dieser Experten ist es, sämtliche
  Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand
  des Versicherten zu beurteilen und zu umschreiben, welche Tätigkeiten ihm
  noch zumutbar sind und inwiefern er in seiner körperlichen und geistigen
  Integrität beeinträchtigt ist. Diese Angaben bilden die ausschlaggebenden
  Beweismittel. Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
  umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
  dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
  stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere
  medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts
  ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend
  ist, auf allseitige Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
  berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
  der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der Situation des
  Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerunen begründet sind. Ausschlaggebend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
  noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
  Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 143 V 124
  E. 2.2.2, 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher
  Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist,
  kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
  begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
  Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache alleine, dass die befragten Ärzte in
  einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger stehen, lässt nicht schon
  auf eine mangelnde Objektivität oder Befangenheit schliessen. Es bedarf
  vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit
  der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
  erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
  zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin ein
  strenger Massstab anzulegen (BGE 122 V 157 E. 1c, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Fraglich ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre
  Leistungen zu Recht per 16. Mai 2023 eingestellt hat. Dabei ist sowohl
  der massgebende Sachverhalt als auch der Umstand, wonach keine namhafte
  Besserung der noch vorhandenen somatischen Beschwerden mehr zu erwarten ist,
  unbestritten. Folglich ist darauf nicht weiter einzugehen. Zu prüfen bleibt
  indessen, ob die über den 16. Mai 2023 hinaus bestehenden psychischen
  Beschwerden adäquat kausal zum Unfallereignis vom 18. April 2019 sind.
  Dies ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nach der Psychopraxis,
  mithin unter Ausklammerung der psychischen Beschwerdekomponenten des
  Gesundheitsschadens, zu beurteilen (statt vieler: BGer-Urteil 8C_372/2013 vom
  28. Oktober 2013 E. 4; vgl. auch obenstehende
  E. II/3.2.3).

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Gemäss der Schadensmeldung vom 23. April 2019 sowie
  dem Erstgespräch mit der Beschwerdegegnerin am 3. Juli 2019 sei der
  Baggerfahrer ohne Ankündigung in das Fahrzeug gestiegen, um Kies aufzufüllen.
  Er habe die Baggerkabine gedreht und den hinter dem Fahrzeug stehenden
  Beschwerdeführer beim Rückwärtsfahren übersehen. In der Folge sei er über
  dessen rechten Unterschenkel gefahren, woraufhin er verletzt liegengeblieben
  sei.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Das Bundesgericht hat Unfälle mit Überrolltraumata
  regelmässig als mittelschwere Unfälle im engeren Sinne qualifiziert
  (vgl. etwa BGer-Urteil 8C_445/2008 vom 1. Dezember 2008
  E. 4.1, mit Hinweisen). Zur selben Einschätzung kam das
  Sozialversicherungsgericht Zürich bei einem Überrolltrauma, bei dem der
  rechte Fuss unter eine Raupe einer Baumaschine geriet und daraufhin zwei
  Zehen amputiert werden mussten (Urteil des Sozialversicherungsgerichts des
  Kantons Zürich UV.2019.00298 vom 12. Oktober 2020 E. 5.1). Das
  Versicherungsgericht St. Gallen kategorisierte ein Ereignis, bei dem ein
  Personenwagen den Fuss des Versicherten überrollte, sodann gar als mittelschweren
  Unfall im Bereich zu den leichten Unfällen (Urteil des Versicherungsgerichts
  des Kantons St. Gallen UV 2009/30 vom 21. April 2010
  E. 3.2).

  
	
   

  
	
  4.2.3 Die Beschwerdegegnerin ordnete den
  streitbetroffenen Unfall den mittelschweren Unfällen im engeren Sinne zu.
  Diese Einteilung ist mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf sowie
  die oben zitierte Rechtsprechung nicht zu beanstanden. So ist insbesondere
  nicht ersichtlich, weshalb das streitbetroffene Ereignis als schwerwiegender
  eingestuft werden müsste, als ein solches, bei dem im Anschluss an den Unfall
  einzelne Gliedmassen amputiert wurden. Dementsprechend kann der Einstufung
  der Beschwerdegegnerin ohne Weiteres gefolgt werden, weshalb nachfolgend die
  sieben Adäquanzkriterien auf ihr Vorliegen hin zu prüfen sind.

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Soweit der Beschwerdeführer auf sein jugendliches
  Alter hindeutet, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Frage, ob ein
  Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
  Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung
  herbeizuführen, nicht auf den psychisch gesunden Versicherten beschränkt ist.
  Vielmehr ist auf eine weite Bandbreite der Versicherten abzustellen. Hierzu
  gehören auch jene Personen, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische
  Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften
  als Gesunde. Die Gründe dafür, dass einzelne Gruppen von Versicherten einen
  Unfall langsamer oder schlechter verarbeiten als andere, können
  beispielsweise in einer ungünstigen konstitutionellen Prädisposition oder
  allgemein in einem angeschlagenen Gesundheitszustand, in einer psychisch
  belastenden sozialen, familiären oder beruflichen Situation oder in der
  einfach strukturierten Persönlichkeit des Verunfallten liegen. Somit bilden
  im Rahmen der erwähnten, weit gefassten Bandbreite auch solche Versicherte
  Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche im Hinblick auf die
  erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalls zu einer Gruppe mit erhöhtem
  Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall
  nicht optimal reagieren (BGE 129 V 177 E. 3.3, mit
  Hinweisen). Eine allfällige Vulnerabilität des Beschwerdeführers wäre
  folglich im Rahmen der Adäquanzprüfung nicht gesondert zu berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Dem Kriterium der besonders dramatischen
  Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt sodann der
  Gedanke zugrunde, dass gewisse Umstände geeignet sind, bei der betroffenen
  Person während des Unfallgeschehens oder danach psychische Abläufe in Bewegung
  zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen
  mitbeteiligt sein können. Dabei sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht
  was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vor sich geht, soll
  entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei
  Betroffenen psychische Vorgänge der genannten Art auszulösen. Somit kommt es
  entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht darauf an, dass er die
  Begleitumstände des Unfalls selbst als besonders eindrücklich oder dramatisch
  empfunden hat. Zu beachten ist überdies, dass jedem mindestens mittelschweren
  Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (BGE 148 V 301
  E. 4.4.3, mit Hinweisen), was jedoch noch nicht zur Bejahung des
  Kriteriums führt. Es wurde aber etwa dann bejaht, als das Ereignis objektiv
  einen dramatischen und unmittelbar lebensbedrohenden Charakter hatte
  (BGer-Urteil 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3). Dies ist
  vorliegend nicht der Fall und es sind weder besondere Umstände ersichtlich,
  welche über die den mittelschweren Unfällen inhärenten Eindrücklichkeit
  hinausgehen noch werden solche vom Beschwerdeführer substantiiert dargetan.
  Ebenso wenig sind aus einer objektiven Betrachtungsweise dramatische
  Begleitumstände auszumachen.

  
	
   

  
	
  4.3.3 Die Beschwerdegegnerin verneinte, dass das Kriterium
  der besonderen Art oder Schwere der erlittenen Verletzungen, insbesondere
  ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen,
  erfüllt sei. Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, der von ihr
  vorbehaltlos hingenommene Verlauf der psychischen Beschwerden zeige gerade,
  dass das Unfallereignis den noch jungen Beschwerdeführer traumatisiert und zu
  einer mehrjährigen psychischen Fehlentwicklung beigetragen habe. Eine
  Zusammenfassung der aktuellen Kasuistik zum Kriterium der Schwere oder
  besonderen Art der erlittenen Verletzung findet sich in
  BGE 140 V 356 E. 5.5.1. Bejaht wird es etwa bei
  Augenläsionen mit Visusverlust, bei Lenden- und Wirbelkörperfrakturen oder
  bei einem Kehlkopftrauma mit partiellem Abriss der Luftröhre und
  Erstickungsgefahr. Verneint wurde es demgegenüber bei einer offenen
  Gesichtsschädelfraktur. Bei einem Überrolltrauma ist unter Berücksichtigung
  der hiervor erwähnten Rechtsprechung nicht ersichtlich, weshalb von einer
  Verletzung auszugehen wäre, welche erfahrungsgemäss geeignet ist, psychische
  Fehlentwicklungen auszulösen. Der Umstand, dass es zu psychischen
  Fehlentwicklungen gekommen ist, vermag das Vorliegen des Kriteriums noch
  nicht zu begründen. Das Kriterium hat (aus objektiver Sicht) als nicht
  erfüllt zu gelten.

  
	
   

  
	
  4.3.4 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der
  physisch bedingten ärztlichen Behandlung ist nicht allein nach einem
  zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind auch Art und Intensität
  der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des
  Gesundheitszustands zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine
  kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
  Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer
  Dauer vorliegen. Massnahmen zur Erhaltung des Zustands und eine medikamentöse
  Schmerzbekämpfung allein genügen hierfür nicht. Auch kommt einzig der
  Abklärung des Beschwerdebilds dienenden Vorkehren nicht die Qualität einer
  Heilmethodik in diesem Sinne zu (BGer-Urteil 8C_137/2014
  vom 5. Juni 2014 E. 7.3). Aus den Akten ergeben sich keine
  Anhaltspunkte für eine besonders lang andauernde, kontinuierliche Behandlung.
  Insbesondere erfüllt die während eines längeren Zeitraums durchgeführte
  Physiotherapie das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer nicht
  (vgl. BGer-Urteil 8C_647/2018 vom 16. Januar 2019 E. 5.3).
  Darüber hinaus kann sich der Beschwerdeführer nicht auf eine kontinuierliche
  Behandlung berufen. Dies nicht zuletzt, weil er offenbar immer wieder Termine
  verschoben hat, obschon eine kontinuierliche Physiotherapie massgebend für
  einen möglichst raschen Genesungsprozess sein kann. Dies geht denn auch aus
  den Behandlungsberichten hervor.

  
	
   

  
	
  4.3.5 Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist
  erfüllt, wenn solche bis zum Fallabschluss im Sinne von über den gesamten
  Zeitraum andauernden Beschwerden vorlagen (BGer-Urteil 8C_137/2014
  vom 5. Juni 2014 E. 7.4). Bei den körperlichen Dauerschmerzen
  sind psychische Beschwerden hingegen auch dann nicht in die Beurteilung
  einzubeziehen, wenn sie körperlich imponieren (vgl. BGer-Urteil
  8C_117/2019 vom 21. Mai 2019 E. 7.2, 8C_236/2016 vom
  11. August 2016 E. 6.2.4). Dem Bericht der Klinik C.______ vom
  1. Dezember 2020 kann entnommen werden, dass die geklagten Schmerzen
  wohl auf ein posteriores Impingement hindeuten würden, was mittels
  Infiltration allerdings deutlich verbessert werden könne. Sodann würden sich
  die Schmerzen aufgrund der deutlich verkürzten Wadenmuskulatur erklären
  lassen, was mittels Physiotherapie sowie Dehnungsübungen behandelt werden
  könne. Daraus folgt, dass sich die Beschwerden bis zu einem gewissen Grad
  klinisch begründen lassen. Der Beschwerdegegnerin ist jedoch insofern
  beizupflichten, als dass das widerholte (unentschuldigte) Fernbleiben von den
  Physiotherapiesitzungen dagegen spricht, dass der Beschwerdeführer dauerhaft
  und ununterbrochen an körperlichen Schmerzen leidet. Das Kriterium ist daher,
  soweit es überhaupt vorliegen sollte, zumindest nicht besonders ausgeprägt erfüllt.

  
	
   

  
	
  4.3.6 Für das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung
  reicht es ferner nicht aus, dass sich eine medizinische Massnahme
  nachträglich als nutzlos erweist. Vielmehr muss ein gewisser Konsens über die
  Schädlichkeit einer bestimmten Therapiemethode bestehen
  (vgl. BGer-Urteil 8C_362/2014 vom 25. Juni 2014 E. 4.2.5,
  8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.6.1). Vorliegend bestehen keine
  Hinweise auf eine derartige ärztliche Fehlbehandlung. Dies wird denn auch vom
  Beschwerdeführer nicht vorgebracht.

  
	
   

  
	
  4.3.7 Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche
  Komplikationen darf des Weiteren nicht schon aus der blossen Dauer der
  ärztlichen Behandlung und aufgrund der geklagten Beschwerden geschlossen
  werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum
  Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben (BGer-Urteil 8C_627/2019
  vom 10. März 2020 E. 5.4.3, mit Hinweisen). Besondere Umstände
  bilden etwa weitere, den Heilungsverlauf wesentlich beeinträchtigende
  (unfallfremde) Krankheiten (vgl. BGer-Urteil 8C_542/2020 vom
  13. November 2020 E. 6.2, 8C_424/2020 vom 24. September 2020
  E. 5.3, je mit Hinweisen). Der Umstand, dass trotz verschiedener
  Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, genügt alleine
  nicht (BGer-Urteil 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E. 12.4, mit
  Hinweisen). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergeben sich keine
  Anhaltspunkte dafür, dass die Genesung beeinträchtigt oder verzögert worden
  ist. Insbesondere kommt es nicht auf den Umstand an, dass der Beschwerdeführer
  sich zahlreichen Operationen hat unterziehen müssen, oder dass nicht von
  Anfang an absehbar war, ob es gelingen wird, das verletzte Bein zu erhalten
  bzw. dieses wieder in einen einigermassen funktionstüchtigen Zustand zu
  bringen.

  
	
   

  
	
  4.3.8 Der Beschwerdeführer ist schliesslich seit dem
  18. April 2019 voll arbeitsunfähig. Im Austrittsbericht vom 28. April
  2020 erachteten die Ärzte der Klinik D.______ eine leidensangepasste
  berufliche Tätigkeit für zumutbar. Zum selben Ergebnis gelangte auch Dr. med. E.______,
  Facharzt FMH für Chirurgie, in seiner Beurteilung vom 5. Januar 2023.
  Vorgenannte Arztberichte beruhen dabei auf allseitigen Untersuchungen,
  berücksichtigen sämtliche vom Beschwerdeführer geklagte Beschwerden, beziehen
  die Anamnesen mit ein und erscheinen schlüssig und in sich stimmig. Es gibt
  keine Gründe, weshalb davon abzuweichen ist. Soweit der Beschwerdeführer
  vorbringt, dass eine berufliche Eingliederung, welche ihm die
  Invalidenversicherung gewährt, eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 20 %
  erfordert und daher eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit beim Beschwerdeführer
  anerkannt werden müsse, ist ihm nicht zu folgen. Denn die
  Invalidenversicherung übernimmt die Mehrkosten bei der erstmaligen
  beruflichen Ausbildung. Anders als bei der Umschulung, wird bei der
  erstmaligen beruflichen Ausbildung hingegen keine Erwerbseinbusse von
  20 % vorausgesetzt (vgl. Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der
  Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 309 ff. und 342). Daher kann
  aus dem Umstand, dass die Invalidenversicherung die Mehrkosten der
  erstmaligen beruflichen Ausbildung übernimmt, nicht alleine auf eine
  erhebliche Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Dies nicht zuletzt auch,
  weil gemäss Schlussbericht über die berufliche Abklärung vom 13. Februar
  2020 aus somatischer Sicht ebenfalls nichts gegen eine Arbeitsfähigkeit in
  angepasster Tätigkeit spricht. Vor diesem Hintergrund ist somit davon
  auszugehen, dass nach einer rund einjährigen Arbeitsunfähigkeit eine
  Arbeitsfähigkeit in einer angepassten beruflichen Tätigkeit bestanden hat.
  Dies genügt nicht, um das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
  ausgewiesener Anstrengung als erfüllt zu betrachten (vgl. BGer-Urteil
  8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E. 5.3, U 56/00 vom
  30. August 2001 E. 3d).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Zusammenfassend nahm die
  Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung richtigerweise anhand der
  bundesgerichtlichen Psychopraxis (BGE 115 V 133) vor. In der
  Folge ging sie beim streitbetroffenen Unfall zu Recht von einem
  mittelschweren Ereignis im engeren Sinne aus. Sodann liegen selbst bei
  Bejahung des Kriteriums der Dauerschmerzen weder drei der sieben
  Adäquanzkriterien noch eines davon in besonders ausgeprägter Weise vor. Es
  besteht dementsprechend kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
  psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis, womit die Frage des
  natürlichen Kausalzusammenhangs, selbst wenn dieser aufgrund zusätzlicher
  Abklärungen zu bejahen wäre, offenbleiben kann (BGer-Urteil 8C_53/2021 vom
  9. April 2021 E. 5.7, 8C_236/2016 vom 11. August 2016
  E. 4.2, je mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

  
	
   

   

  
	
  III.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m Art. 61 lit. a ATSG). Da der Beschwerdeführer unterliegt,
  steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
    eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]