# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74e5472e-5ef1-5f03-9452-fc1c0dd3218c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** RS250002-O2
**Docket/Reference:** RS250002-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/RS250002-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RS250002-O/Z02

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Präsident, sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Verfügung vom 10. April 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchsgegnerin und Antragstellerin

gegen

B._____, 

Gesuchsteller und Antragsgegner

vertreten durch Rechtsanwältin Rechtsanwältin MLaw X._____, 

betreffend Eheschutz

Antrag betreffend aufschiebende Wirkung eines unbegründeten Urteils des 

Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 

19. Februar 2025 (EE240057-G)

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Erwägungen:

1.1 Mit  unbegründetem  Urteil  vom  19.  Februar  2025  regelte  die  Vorinstanz  die 

Folgen des Getrenntlebens der Parteien. Nebst anderen Anordnungen stellte sie 

den gemeinsamen Sohn C._____, geb. am tt.mm.2013, unter die alleinige Obhut 

des  Gesuchstellers.  Ebenso  teilte  sie  die  eheliche  Wohnung  an  der  D._____-

strasse … in E._____, samt Hausrat und Mobiliar, für die Dauer des Getrenntlebens 

dem  Gesuchsteller  zu.  Der  Gesuchsgegnerin  wurde  eine  Auszugsfrist  bis  zum 

31. März 2025, 12.00 Uhr, angesetzt (Urk. 2 S. 4). 

1.2 Dagegen stellte die Gesuchsgegnerin vor Einreichung der Berufung einen An-

trag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung inkl. superprovisorischer Anordnung 

i.S.v. Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO wie folgt (Urk. 1 S. 2): 

"1. Es sei die Vollstreckbarkeit von Ziffer 5. des Urteils und der Verfügung des 
Bezirksgerichts Meilen vom 19. Februar 2025 aufzuschieben, bis zum Zeit-
punkt der Eintritt der Rechtskraft des Urteils und der Verfügung.

2.

3.

4.

5.

Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin für die Füh-
rung des vorliegenden Verfahrens einstweilen einen angemessenen Prozess-
kostenvorschuss  in  Höhe  von  CHF  2'500.00  zzgl.  MWST  und  Auslagen  zu 
bezahlen.

Eventualiter sei der Gesuchsgegnerin für das vorliegende Verfahren die voll-
umfängliche  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähre  unter  Einsetzung  des 
unterzeichnenden Rechtsanwalts als deren unentgeltlicher Rechtsbeistand.

Antrag  Ziffer  1.  vorstehend  betreffend  die  aufschiebende  Wirkung  der  Voll-
streckbarkeit sei superprovisorisch anzuordnen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulasten des Ge-
suchsgegners."

1.3 Mit Verfügung  vom  31.  März  2025  wurde dem Gesuchsteller  Frist zur Stel-

lungnahme angesetzt (Urk. 9). Diese reichte der Gesuchsteller mit Eingabe vom 

7. April 2025 innert Frist ein (Urk. 10). Die Zustellung der Stellungnahmen an die 

Gesuchsgegnerin  erfolgt  rechtsgenügend  mit  diesem  Entscheid  (vgl.  BGer 

4D_27/2014 vom 26. August 2014 E. 4.2.2). 

2.

Die Berufung gegen einen Eheschutzentscheid hat keine aufschiebende Wir-

kung (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO; BGE 137 III 475 Erw. 4.1). Dies gilt auch für unbe-

gründet eröffnete Entscheide, sofern der Entscheid rechtskräftig ist und das Gericht 

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die Vollstreckbarkeit nicht aufgeschoben hat (Art. 336 Abs. 3 i.V.m. Art. 336 Abs. 1 

lit. a ZPO). Es hat entsprechend keine Auswirkung auf die Vollstreckbarkeit, wenn 

eine Begründung noch verlangt werden könnte oder zwar verlangt, aber noch nicht 

zugestellt wurde (BSK ZPO-Droese, Art. 336 N 28). Die Vollstreckung kann aller-

dings ausnahmsweise aufgeschoben werden (Art. 315 Abs. 5 ZPO). Zuständig für 

diesen Entscheid ist der Kammerpräsident (Art. 124 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 31 der 

Verordnung  über  die  Organisation  des  Obergerichts).  Bei  der  Beurteilung  der 

Frage, ob die Vollstreckung des angefochtenen Entscheids aufgeschoben werden 

soll, ist vorab von der gesetzlichen Wertung auszugehen, wonach die (sofortige) 

Vollstreckbarkeit die Regel und der Aufschub derselben die Ausnahme bildet, wes-

halb für einen Aufschub der Vollstreckung besondere Gründe geltend und glaubhaft 

gemacht werden müssen.

3.1 Die Gesuchsgegnerin macht geltend, ihr drohe unweigerlich ein nicht leicht 

wiedergutzumachender  Nachteil,  wenn  Ziffer  5  des  unbegründeten  Urteils  voll-

streckt  werden  könnte.  Sie  wäre  im  Falle  der  Vollstreckbarkeit  gezwungen,  sich 

umgehend eine neue Wohnung zu suchen und ein neues Mietverhältnis abzusch-

liessen, welches sie mutmasslich aufgrund der Kündigungsbestimmungen längere 

Zeit finanziell binden würde. Dies nur, um später – im Falle einer Gutheissung der 

Berufung – wieder in die eheliche Wohnung einzuziehen, während der Gesuchstel-

ler  bei  Abweisung  der  Berufung  weiterhin  in  der  ehelichen  Wohnung  verbleiben 

könne, ohne dass sich für ihn zusätzlichen Aufwand ergebe. Da sie die eheliche 

Wohnung bis am 31. März 2025, 12.00 Uhr, verlassen müsste, sei die besondere 

Dringlichkeit  des  Vollstreckungsaufschubs  hinsichtlich  der  Wohnungszuweisung 

ausgewiesen. Hinzu komme, dass eine Berufung gegen das Urteil vom 19. Februar 

2025 und die damit verbundene Zuweisung der ehelichen Wohnung an sie nicht 

aussichtslos erscheine, da sie sich – aufgrund der Erwerbstätigkeit des Gesuch-

stellers als Pilot – seit der Geburt des gemeinsamen Sohnes mindestens haupt-

sächlich, wenn nicht alleine, um dessen Erziehung und Pflege gekümmert habe, 

was von den Parteien vor Vorinstanz unbestritten geblieben sei. Angesichts dieses 

Umstandes  sowie  der  Tatsache,  dass  der  12-jährige  Sohn  nicht  aus  seinem  ge-

wohnten  Umfeld  herauszureissen  sei,  müsse  die  Zweckmässigkeit  der  Zuteilung 

der ehelichen Wohnung an sie ernsthaft in Betracht gezogen werden. Schliesslich 

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sei es für den Gesuchsteller um ein Vielfaches einfacher, mit seinem monatlichen 

Einkommen eine eigene Wohnung zu suchen. Im Übrigen ändere sich für den Ge-

suchsteller und den gemeinsamen Sohn aufgrund der zu erteilenden aufschieben-

den Wirkung der Vollstreckbarkeit nichts, sondern es würde die während der Ehe 

bestehende Situation weitergelebt werden (Urk. 1 S. 5).

3.2 Der  Gesuchsteller  hält  dagegen,  es  liege  kein  nicht  leicht  wiedergutzuma-

chender Nachteil vor. Dem vorübergehenden Auszug aus der Familienwohnung für 

die Dauer des Getrenntlebens komme keine endgültige Wirkung zu. Wie die Ge-

suchsgegnerin selbst festhalte, könne sie im Fall der Gutheissung einer allfälligen 

Berufung wieder in die Wohnung zurückkehren. Die Auffassung der Gesuchsgeg-

nerin lasse weiter ausser Acht, dass bei einem Aufschub des Vollzugs die bisherige 

unhaltbare Wohnsituation, nämlich alle unter einem Dach, weiterbestehen würde. 

Eine räumliche Trennung der Ehegatten sei – neben der Zuteilung der Obhut für 

den gemeinsamen Sohn– gerade Hauptgrund und Kernanliegen des Eheschutz-

verfahrens gewesen. Die Situation zwischen den Ehegatten sei sehr angespannt 

und konfliktbehaftet. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass 

die Gesuchsgegnerin unter psychischen Problemen leide, welche das Zusammen-

leben zusätzlich stark belasteten. Während des Zusammenlebens sei es deshalb 

immer wieder zu verbalen und auch tätlichen Angriffen der Gesuchsgegnerin ge-

genüber dem Gesuchsteller gekommen. Zur Beruhigung der Situation hätten am 

26.  März  2025  polizeiliche  Gewaltschutzmassnahmen  ausgesprochen  werden 

müssen, welche noch bis zum 9. April 2025 andauerten. Mit Erteilung der aufschie-

benden Wirkung würde die unhaltbare Situation auf unbestimmte Zeit weiterbeste-

hen, was dem Schutzgedanke des Eheschutzverfahrens diametral entgegenlaufe. 

Es  liege  noch  nicht  einmal  das  begründete  Urteil  der  Vorinstanz  vor.  Bis  dieses 

vorliege, könne es einige Monate dauern und das anschliessende Berufungsver-

fahren dürfte nochmals einige Monate in Anspruch nehmen. So lange mit der Ge-

suchsgegnerin zusammen zu wohnen sei für den Gesuchsteller sowie den Sohn 

nicht zumutbar. Die mit dem Auszug allenfalls anfallenden finanziellen Nachteile für 

die Gesuchsgegnerin wögen demgegenüber  keinesfalls schwerer. Hierbei sei zu 

berücksichtigen, dass er der Gesuchsgegnerin persönliche monatliche Unterhalts-

beiträge im Umfang von Fr. 3'220.– bezahle. Darin seien auch die Mietkosten für 

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eine eigene Wohnung berücksichtigt. Da keine nicht leicht wiedergutzumachende 

Nachteile vorlägen bzw. diese nicht schwerer wögen als die Nachteile für den Ge-

suchsteller und den gemeinsamen Sohn, wenn der Vollzug aufgeschoben würde, 

sei der Antrag um Aufschiebung des Vollzuges abzuweisen (Urk. 10 S. 4 ff.). 

Hinzu komme, dass die Hauptsachenprognose einer allfälligen Berufung eindeutig 

zu Gunsten des Gesuchstellers ausfalle. Es treffe nicht zu, dass die Behauptung, 

die Gesuchsgegnerin habe sich allein um den Sohn gekümmert, unbestritten ge-

blieben sei. Einerseits sei es bestritten worden und andererseits sei er – als er noch 

gearbeitet habe – in einem Pensum von 75% angestellt gewesen, um genügend 

Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Spätestens seit seiner Frühpensio-

nierung vor über drei Jahren und bis heute sei er die Hauptbezugsperson des Soh-

nes. Auch anlässlich der Anhörung des Sohnes durch die KESB am 24. November 

2024 habe dieser den Wunsch geäussert, bei einer Trennung beim Gesuchsteller 

und in der Wohnung bleiben zu wollen. Ferner habe er kundgetan, er könne sich 

nicht vorstellen, während des aufgrund einer Hüftoperation anstehenden Klinikauf-

enthaltes des Gesuchstellers allein mit der Gesuchsgegnerin zu sein. Der gemein-

same Sohn sei mittlerweile 12 Jahre alt und damit rechtsprechungsgemäss in der 

Lage,  einen  solchen  Entscheid  zu  fällen.  Die  Psychologin  habe  sodann  in  ihrem 

Bericht gegenüber der KESB festgehalten, dass sie klar eine Kindswohlgefährdung 

sehe und die aktuelle Situation nur tragbar sei, weil der Gesuchsteller pensioniert 

sei und sich zu Hause aufhalte. Im Entscheid der Vorinstanz sei der Sohn sodann 

unter seine alleinige Obhut gestellt worden. Bei dieser Ausgangslage sei unvorstell-

bar, dass der Entscheid betreffend Obhut im Falle einer Berufung anders ausfallen 

würde. Da sich die Parteien ferner einig seien, dass der gemeinsame Sohn in der 

ehelichen  Wohnung  verbleiben  solle,  sei  damit  einhergehend  auch  die  Berufung 

gegen die Zuteilung der Wohnung chancenlos. Das Gesuch um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung sei daher antragsgemäss abzuweisen (Urk. 10 S. 5 f.).

4.

Die Gesuchsgegnerin ist auf den Grundsatz hinzuweisen, dass mit dem vor-

instanzlichen Urteil ein vollstreckbarer Entscheid vorliegt und der Vollstreckungs-

aufschub die Ausnahme bilden soll. Dass ein Umzug mit Aufwand verbunden ist, 

trifft zwar zu. Ebenso, dass die Gesuchsgegnerin umgehend eine Wohnung suchen 

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und ein Mietverhältnis eingehen müsste, welches sie finanziell (längerfristig) binden 

wird. Dies begründet jedoch noch keinen nicht leicht wiedergutzumachenden Nach-

teil, zumal die Gesuchsgegnerin auch nicht darlegt, dass es ihr in dieser (kurzen) 

Zeit oder aus finanziellen Gründen nicht möglich wäre, eine neue Wohnung zu fin-

den.  Mithin  steht  dem  Aufschub  der  Vollstreckbarkeit  entgegen,  dass  die  vorin-

stanzliche Begründung der Verfügung und des Urteils vom 19. Februar 2025 noch 

aussteht und auch das obergerichtliche Verfahren nochmals einige Monate in An-

spruch nehmen kann. Es ist somit nicht zu erwarten, dass das von der Gesuchs-

gegnerin einzugehende Mietverhältnis bzw. dessen Kündigungsbestimmungen die 

Dauer des laufenden Verfahrens (in erheblichem Umfang) überdauern würden. 

Das  Gesuch  um  Vollstreckungsaufschub  ist  sodann  unter  Berücksichtigung  des 

Umstandes  zu  beurteilen,  dass  die  Parteien  bei  Gutheissung  des  Gesuchs  trotz 

unbestrittenem Trennungswillen noch für die unbestimmte Dauer bis zur Begrün-

dung des vorinstanzlichen Entscheids sowie des Berufungsverfahrens zusammen-

leben müssten. Entgegen der Ansicht der Gesuchsgegnerin wirkt sich dies nach-

teilig zu Lasten des Gesuchstellers (und des Sohnes) aus, wie es der Gesuchsteller 

ausführlich  und  glaubhaft  darlegt  sowie  durch  die  beigelegte  Gewaltschutzverfü-

gung  zusätzlich  untermauert  wird.  Ein  weiteres  Zusammenleben  auf  noch  unbe-

stimmte Dauer ist dem Gesuchsteller (und dem gemeinsamen Sohn) nicht zumut-

bar. Sodann wurde für Ziffer 2 des Urteils der Vorinstanz keine aufschiebende Wir-

kung verlangt, woraus folgt, dass der gemeinsame Sohn per sofort unter der allei-

nigen Obhut des Gesuchstellers steht. Dies entspricht im Übrigen auch dem aus-

drücklichen Wunsch des Sohnes. Bezeichnenderweise konnte er sich nicht einmal 

für die beschränkte Dauer des Klinikaufenthalts des Gesuchstellers vorstellen, al-

leine mit der Gesuchsgegnerin zu wohnen (Urk. 13/3 S. 3). Entsprechend müsste 

der  Gesuchsteller  –  bei  Gutheissung  des  Gesuches  der  Gesuchsgegnerin  –  die 

eheliche Wohnung mit dem gemeinsamen Sohn verlassen, sofern er nicht für die 

unbestimmte Dauer des Berufungsverfahrens weiterhin mit der Gesuchsgegnerin 

zusammenleben möchte. Den gemeinsamen Sohn aus seinem gewohnten Umfeld 

herauszureissen, nur damit die Gesuchsgegnerin alleine in der ehelichen Wohnung 

verbleiben  könnte,  wäre  nicht  mit  dem  Kindswohl  zu  vereinbaren,  worüber  sich 

auch die Parteien einig sind. 

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Nach dem Gesagten ist der Antrag der Gesuchsgegnerin um Aufschub der Voll-

streckbarkeit von Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils abzuweisen. Da die von der 

Vorinstanz festgesetzte Auszugsfrist bereits verstrichen ist, ist der Gesuchsgegne-

rin  neu  Frist  anzusetzen.  Die  Gesuchsgegnerin  hat  seit  dem  21.  Februar  2025 

Kenntnis vom vorinstanzlichen Urteil und muss entsprechend auch seither damit 

rechnen, dass sie eheliche Wohnung zu verlassen hat. Es ist ihr die Auszugsfrist 

daher neu bis am 30. April 2025, 12.00 Uhr, anzusetzen. 

5.1 Die Gesuchsgegnerin verlangt vom Gesuchsteller für das vorliegende Verfah-

ren eine Prozesskostenvorschuss in Höhe von Fr. 2'500.–. Wie aus dem Urteil des 

Bezirksgerichts  Meilen  und  ihren  darin  festgehaltenen  finanziellen  Verhältnissen 

hervorgehe, sei sie bedürftig im Sinne des Gesetzes. Sie verfüge weder über ein 

monatliches  Einkommen  noch  über  massgebende  Vermögensgegenstände.  Im 

Rahmen  der  ehelichen  Beistandspflicht  sei  der  Gesuchsteller  verpflichtet,  ihr  die 

Gerichts- und Prozesskosten des vorliegenden Verfahrens vorzuschiessen, sofern 

seine Vermögensverhältnisse dies zulassen würden. Hierzu sei er ohne Weiteres 

in der Lage. Im Übrigen sei ihr bereits vor Vorinstanz ein Prozesskostenvorschuss 

gewährt worden (Urk. 1 S. 6).

5.2 Der Gesuchsteller macht geltend, mit den von ihm an die Gesuchsgegnerin 

geleisteten persönlichen Unterhaltsbeiträgen müsse es ihr möglich sein, die Kosten 

des  vorliegenden  Verfahrens  von  mutmasslich  Fr.  2'500.–  innerhalb  einer  ange-

messenen Frist selbst zu tragen bzw. abzahlen zu können Sollte ihn das Gericht 

gleichwohl dazu verpflichten, einen Prozesskostenbeitrag zu bezahlen, so werde 

er dieser Pflicht nachkommen. Er behalte sich allerdings ausdrücklich vor, seinen 

Rückforderungsanspruch  im  Rahmen  des  Scheidungsverfahrens  bzw.  der  güter-

rechtlichen Auseinandersetzung geltend zu machen und diesen mit entsprechen-

den Forderungen der Gesuchsgegnerin zu verrechnen (Urk. 10 S. 7). 

5.3 Nach  Art. 117  ZPO  hat  eine  Person  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechts-

pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Darüber hinaus besteht ein Anspruch 

auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte not-

wendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesge-

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richts geht der verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege zu 

Lasten der öffentlichen Hand jedoch dem aus der privatrechtlichen Unterhalts- und 

Beistandspflicht der Ehegatten fliessenden Anspruch auf einen Prozesskostenbei-

trag nach (BGer 5A_455/2010 vom 16. August 2010 E. 2.2). Die Beurteilungskrite-

rien für die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages sind dieselben wie bei der 

unentgeltlichen  Rechtspflege.  Vorausgesetzt  ist  zunächst,  dass  die  ersuchende 

Partei mittellos ist und ihre Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen (BGer 

5D_135/2010 vom 9. Februar 2011 E. 3.1).

Die Gesuchsgegnerin war und ist nicht erwerbstätig, was auch der Gesuchsteller 

bei der KESB Bezirk Meilen so ausführte (Urk. 2 S. 5 sowie Urk. 13/3 S. 2). Ent-

sprechend  erzielt  sie  kein  Einkommen  und  verfügt  auch  über  kein  Vermögen 

(Urk. 5/5). Entgegen der Ansicht des Gesuchstellers ist es der Gesuchsgegnerin 

nicht möglich, die Prozesskosten mit dem ehelichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen. 

Gemäss dem vorinstanzlichen Urteil beträgt ihr familienrechtlicher Bedarf monatlich 

Fr. 3'548.–,  der  vom  Gesuchsteller  zu  leistende  Unterhaltsbeitrag  beträgt  jedoch  

Fr. 3'220.–, sodass der Gesuchsgegnerin ein monatliches Manko von Fr. 328.– ver-

bleibt. Die Gesuchsgegnerin ist somit mittellos im Sinne des Gesetzes. Im Übrigen 

waren  die  Anträge  der  Gesuchsgegnerin  nicht  von  vornherein  aussichtslos.  Die 

Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers steht nicht in Frage, zumal er selbst ausführt, 

dass er den Prozesskostenbeitrag bezahlen werde, wenn ihn das Gericht dazu ver-

pflichte (Urk. 10 S. 7). 

5.4 Die Gesuchsgegnerin verlangt für das vorliegende Verfahren einen Prozess-

kostenbeitrag von Fr. 2'500.– (Urk. 1 S. 6). 

5.5 Die  zweitinstanzliche  Entscheidgebühr  ist  in  Anwendung  von  §  12  Abs.  1 

und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 8 Abs. 1 sowie § 9 GebV OG ZH auf 

Fr. 500.– festzusetzen. Diese ist gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO der unterliegenden 

Gesuchsgegnerin aufzuerlegen. 

5.6 Folglich sind die Anwaltskosten der Gesuchsgegnerin zu bestimmen. In An-

wendung von § 13 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9, § 10 lit. b sowie 

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§ 11 Abs. 1 AnwGebV sind die Anwaltskosten der Gesuchsgegnerin auf Fr. 1'000.– 

zu veranschlagen. 

5.7 Insgesamt  belaufen  sich  die  Prozesskosten  der  Gesuchsgegnerin  auf 

Fr. 1'500.–,  sodass  der  Gesuchsteller  zur  Bezahlung  eines  Prozesskostenbeitra-

ges in derselben Höhe zu verpflichten ist, unter Anrechnung an spätere güterrecht-

liche Ansprüche

6.

Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ist die Gesuchsgegnerin zu verpflich-

ten, dem Gesuchsteller für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädi-

gung  zu  bezahlen  (Art.  106  Abs.  1  ZPO).  In  Anwendung  von  §  13  Abs. 1  und  2 

i.V.m. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9, § 10 lit. b sowie § 11 Abs. 1 AnwGebV ist die volle 

Parteientschädigung auf Fr. 1'000.– (inkl. MwSt.) festzusetzen. Die Gesuchsgeg-

nerin  ist  zu  verpflichten,  dem  Gesuchsteller  eine  Parteientschädigung  von 

Fr. 1'000.– zu bezahlen.

Es wird verfügt:

1.

Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

in  Bezug  auf  Dispositiv-Ziffer  5  des  Urteils  des  Einzelgerichts  im  summari-

schen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 19. Februar 2025 wird abge-

wiesen.

Die Auszugsfrist wird neu auf den 30. April 2025, 12.00 Uhr, festgesetzt

2.

Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin für das vorliegende 

Verfahren einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von CHF 1'500.– zu be-

zahlen.

3.

4.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.

Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchsgegnerin 

auferlegt.

5.

Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  dem  Gesuchsteller  für  das  zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.– zu bezahlen. 

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6.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Zustel-

lung eines Doppels der Stellungnahme samt Beilagenverzeichnis und Beila-

gen (Urk. 10, 12 und 13/2-4), je gegen Empfangsschein.

7.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von 

der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich 

nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Ver-

fassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgeset-

zes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht ver-
mögensrechtliche  Angelegenheit.  Die  Beschwerde  an  das  Bundesgericht  hat  keine 
aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw D. Müller

versandt am:
jo