# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b0b0805-269b-5232-9186-fa4f829543c0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 22.11.2006 BK 2006 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2006-38_2006-11-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 22. November 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 06 38

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Kantonsrichter Rehli und Hubert
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X., Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Müller 
und/oder Rechtsanwalt Dr. iur. Roger Zuber, Homburger Rechtsanwälte, Wein-
bergstrasse 56/58, Zürich, sowie Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, Vincenz & 
Partner, Vazerolgasse 2, Chur,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. August 
2006, mitgeteilt am 16. August 2006, in Sachen gegen Z., Beschwerdegegner, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Jann, Baumgartner Mächler Rechts-
anwälte, Sihlporte 3 / Talstrasse, Zürich,

betreffend Betrug usw.,

hat sich ergeben:

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A. 1. Im Jahre 1995 kaufte X. über die ihr gehörende A. Holdings Ltd. die 
Liegenschaften B. und C. in D.. Sie liess in den dem Kauf folgenden Jahren ver-
schiedene Umbauarbeiten ausführen, die aber offenbar nicht zu ihrer Zufrieden-
heit ausfielen. Ihr Lebenspartner E. erzählte seinem Freund F. von den vor allem 
mit Bezug auf die Sicherheit und die technischen Einrichtungen aufgetretenen 
Schwierigkeiten, worauf F. vorschlug, sich mit seiner Firma G. Immobilien AG (im 
folgenden G.) der Probleme anzunehmen. Im August 2002 besichtigte Z., der 
Geschäftsführer dieser Unternehmung, die Liegenschaften in D.. In seinem Rap-
port vom 6. September 2002 über eine Besprechung vom 29. August 2002 in 
Wien zwischen ihm und F. einerseits und dem Sekretariat X. andererseits, in wel-
chem es um die Liegenschaften X.s in Wien und D. ging, hielt Z. zusammenfas-
send fest, man erachte es als sehr wichtig, von den Architekten nochmals eine 
Analyse der Aufgaben und der Auftragssituation zu verlangen, da diesbezüglich 
die kapitalen Fehlentscheide getroffen worden seien. Mit Bezug auf die zur Dis-
kussion stehenden Objekte sei eine optimale Bauherrenberatung (eine der 
Hauptaufgaben der G. Immobilien AG), welche mit fachlichen Grundkenntnissen 
der Baukunst vertraut sei, von grösster Bedeutung; eine solche sei zur Zeit nur 
teilweise vorhanden. Offenbar wurde die G. AG im Anschluss an diese Bespre-
chung mündlich mit der technischen und baulichen Betreuung der Liegenschaf-
ten X.s beauftragt. Nach der allerdings erst am 4. März 2004 abgeschlossenen 
schriftlichen Vereinbarung umfasste der Auftrag sämtlichen Grundbesitz der Auf-
traggeberin in H., Wien, Bahamas, D. (nach Abschluss der Bauarbeiten), Antibes, 
New York und St. Moritz.

2. Am 3. Januar 2003 unterzeichneten X. und Z. einen Totalunterneh-
mervertrag, in welchem die G. mit der Komplettsanierung der zwei Liegenschaf-
ten in D. beauftragt wurde. Bestandteile des Vertrages bildeten der Leistungsbe-
schrieb mit Kostenangabe, das Bauprogramm und der Kostenplan des Totalun-
ternehmers, die Zustandsanalyse „Quo Vadis“, die Vertragspläne und der Kos-
tenvoranschlag, wobei die beiden letztgenannten Dokumente bei Vertragsab-
schluss noch nicht vorlagen. Es wurden die SIA-Norm 118 sowie die Bestimmun-
gen des schweizerischen Obligationenrechts für anwendbar erklärt. Der Werk-
preis nach der Zustandsanalyse „Quo Vadis“ wurde ohne VAT und MWSt auf 10 
bis 14 Millionen Franken geschätzt. Nach Vorliegen des Bauprojekts mit Kosten-
voranschlag sollte zwischen den Parteien auf dieser Basis ein Globalpreis fest-
gelegt werden. Ein Kostenvoranschlag wurde von der G. am 20. Juni 2003 er-
stellt; er sah gesamte Baukosten von rund 24,5 Millionen Franken vor. Dieser der 
Beschwerdeführerin nach ihrer Darstellung nur mündlich vorgelegte Kostenvor-

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anschlag wurde offenbar als zu hoch abgelehnt und schliesslich auf 19 Millionen 
Franken gekürzt.

3. Gestützt auf den Totalunternehmervertrag nahm die G. die Umbau-
arbeiten an die Hand. Der für die Totalsanierung der beiden Liegenschaften vor-
gesehene Termin von Ende August 2004 konnte offenbar nicht eingehalten wer-
den, und im Herbst 2004 sollen Mitarbeiter des Sekretariats X. festgestellt haben, 
dass nicht alles wunschgemäss ablief. So wollen sie insbesondere erfahren ha-
ben, dass die G. die Rechnungen von Subunternehmern mit der Ausrede nicht 
bezahlt hätten, X. habe keine Zahlungen mehr geleistet; es waren sodann offen-
bar auch Baumängel aufgetreten. Anlässlich einer Besprechung vom 25. Novem-
ber 2004 in Zürich, an welcher für die Bauherrin die Sekretärin I. und Rechtsan-
walt J. und seitens der Totalunternehmerin Z. und der örtliche Bauleiter K. teil-
nahmen, wurde über die Behebung der Baumängel diskutiert. Dabei soll Z. an-
gedeutet haben, dass die tatsächlichen Kosten weit über dem Kostenvoran-
schlag liegen würden. Über deren tatsächliche Höhe konnte oder wollte er sich 
aber offenbar nicht äussern, hingegen soll er versucht haben, die möglichst ra-
sche Überweisung zusätzlicher Mittel zu erreichen. J. will jedoch darauf hinge-
wiesen haben, dass dies ohne Rechnungen und Kostennachweis nicht möglich 
sei und weitere a-conto-Leistungen nur unter dem Vorbehalt der Prüfung und 
Feststellung der Richtigkeit geleistet werden könnten. – Eine weitere Bespre-
chung fand am 13. Dezember 2004 in St. Moritz statt; es nahmen daran neben 
den schon genannten Personen auch E. und F. teil. Z. soll anlässlich dieser Be-
gegnung von Gesamtkosten in der Höhe von 30 bis 32 Millionen Franken gespro-
chen haben. Tags darauf übermittelte Z. Schlussrechnungen über insgesamt 35 
Millionen Franken, die auf Intervention von J. am 20. Dezember 2004 leicht mo-
difiziert wurden. Nach der Darstellung des Rechtsvertreters von X. verlangte die 
G. mit Nachdruck die sofortige Begleichung dieser Rechnungen unter der Andro-
hung, dass anderenfalls die Arbeiten nicht fertig gestellt und die Mängel nicht 
behoben würden. Unter diesem Druck sei widerwillig und vor Überprüfung der 
Rechnungen eine weitere Akontozahlung von neun Millionen Franken unter dem 
ausdrücklichen Vorbehalt der Detailprüfung geleistet worden. -  Am 26. April 2005 
präsentierte die G. nochmals eine Schlussabrechnung, welche sich nun sogar 
auf über 39 Millionen Franken belief. 

B. Am 18. April 2005 liess X. bei der Staatsanwaltschaft Graubünden 
eine Strafanzeige gegen Z. und Unbekannt einreichen. Sie beantragte, es sei 
eine Strafuntersuchung wegen Betrugs zu eröffnen und es seien die erforderli-
chen Zwangsmassnahmen durchzuführen. So seien insbesondere Hausdurch-

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suchungen an den Wohnsitzen der Angeschuldigten und in den Geschäftsräum-
lichkeiten der G. Immobilien AG durchzuführen, Buchhaltungs- sowie Projekt- 
und Planungsunterlagen zu beschlagnahmen und Massnahmen zur Vermeidung 
von Absprachen zwischen den Angeschuldigten zu treffen. Es wurde ausgeführt, 
da die Rechnungen vom 13. Dezember 2004 für das Sekretariat X. nicht nach-
vollziehbar gewesen seien, sei bei der G. am 7. und 8. Februar 2005 durch den 
Buchhalter des Sekretariats, L., eine Buchprüfung durchgeführt worden. Schon 
am ersten Tag, als der Buchprüfer von der G. im Gegensatz zum Folgetag noch 
Informationen erhalten habe, seien zahlreiche Unregelmässigkeiten zum Nach-
teil von Frau X. festgestellt worden. Viele der Rechnungen vom 13. Dezember 
2004 hätten sich nicht mit den Belegen gedeckt. Dies scheine auch Z. anerkannt 
zu haben, wenn er sich gegenüber L. plötzlich dahin geäussert habe, es handle 
sich bei den vorgelegten Rechnungen bloss um Pauschalannahmen über vor-
aussichtliche Kosten. Von J. anlässlich einer Besprechung vom 11. Februar 2005 
auf diese Unregelmässigkeiten angesprochen, habe F. lediglich angemerkt, 
diese würden überprüft; das Ergebnis dieser Prüfung sei Frau X. aber nie mitge-
teilt worden. Nebst den Vorwürfen bezüglich der Rechnung vom 13. Dezember 
2004 wurden in der Strafanzeige verschiedene weitere Unregelmässigkeiten 
gerügt. So seien unberechtigte und überhöhte Mietkosten für ein Aussenlager 
und überhöhte Rechnungen für S. verrechnet und unberechtigte private Kosten 
von M. in Rechnung gestellt und ein Range Rover für £ 45'000 angeschafft und 
Frau X. belastet worden. Ferner habe man Privatflüge mit der N. AG, welcher F. 
als Präsident und Z. als Geschäftsführer vorstehe, und anderen Fluggesellschaf-
ten durchgeführt und dafür Frau X. Flugkosten von Fr. 690'910.-- belastet. 
Schliesslich seien die gesamten Kosten der G. AG UK Limited von der G. bezahlt 
und vollständig dem Konto von Frau X. belastet und Nebenkosten bei Zusatzauf-
trägen mit einer Pauschale von 15 % der Baukosten X. in Rechnung gestellt wor-
den. Indem die G. im Bewusstsein des bestehenden Vertrauensverhältnisses 
und des Umstandes, dass Frau X. angesichts der zeitlichen Dringlichkeit eine 
Vermögensdisposition vornehmen würde, ohne die Schlussrechnungen vorgän-
gig zu überprüfen, falsche Rechnungen ausgestellt habe, hätten die Beschuldig-
ten X. arglistig getäuscht und offensichtlich versucht, sich auf deren Kosten zu 
bereichern. Im Irrtum über den Umfang ihrer Zahlungspflicht habe Frau X. der G. 
Ende Dezember 2004 neun Millionen Franken überwiesen und sich damit an ih-
rem Vermögen geschädigt. Damit sei der Tatbestand des Betruges gemäss Art. 
146 StGB erfüllt, woran die Tatsache, dass die Zahlung unter dem Vorbehalt der 
Prüfung und der Genehmigung der Rechnungen erfolgt sei, nichts ändere.

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C. 1. Am 25. Mai 2005 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ge-
gen Z. eine Strafuntersuchung wegen Betrugs usw. Die Kantonspolizei Graubün-
den führte darauf am 2. Juni 2005 am Geschäftssitz der G. in St. Moritz eine 
Hausdurchsuchung durch und stellte zahlreiche Buchhaltungs-, Projekt- und Pla-
nungsunterlagen des Projekts „Komplettsanierung B. und C., D. GB“ sowie den 
auf dem Laptop des Angeschuldigten enthaltenen E-Mail-Verkehr sicher. Der An-
geschuldigte sowie der von der G. eingesetzte Bauleiter K. wurden polizeilich und 
Z. zusätzlich untersuchungsrichterlich befragt. Die Kantonspolizei liess sodann 
im Rahmen einer Analyse überprüfen, ob die Schlusskosten ausgewiesen und 
die erfolgten Überweisungen zweckgebunden verwendet wurden und die noch 
offene Forderung der G. ausschliesslich im Zusammenhang mit dem Sanierungs-
projekt B. steht.

2. Mit Klage vom 11. Juli 2005 machte die Anzeigeerstatterin beim Be-
zirksgericht Maloja eine Forderung über neun Millionen Franken nebst 5 % Zins 
geltend. Die G. ihrerseits antwortete mit einer Widerklage, welche unter Berück-
sichtigung der bereits geleisteten Zahlungen von über 28 Millionen Franken auf 
eine Restforderung von rund elf Millionen Franken lautete.

D. 1.  In einer Eingabe an die Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. 
September 2005 ergänzte X. ihre Strafanzeige. Darin wurde darauf hingewiesen, 
dass die G. am 25. April 2005 eine weitere Schlussabrechung gestellt habe, wel-
che auf unglaubliche Fr. 39'545'466.55 gelautet habe, was angesichts des ver-
einbarten Globalpreises von 19 Millionen Franken völlig unverständlich und zu-
dem unberechtigt sei. Angesichts der stetig wachsenden Mängelliste sei ein un-
abhängiger Experte mit einer Begutachtung der Liegenschaften am B. beauftragt 
worden. Dessen Befund sei erschütternd gewesen, habe sich doch herausge-
stellt, dass die verlangten hohen Anforderungen trotz des Einsatzes reichlicher 
Geldmittel nicht erfüllt worden seien. Die Liegenschaft biete weder im baulichen 
noch im sicherheitstechnischen Bereich die notwendige Sicherheit für die Bewoh-
ner und die Wertgegenstände. Ein anderer Gutachter habe festgestellt, die Über-
wachung und mechanische Sicherung entspreche nicht ansatzweise der zuge-
sagten Ausführung. Die Voraussetzungen zur Sicherung und Versicherung der 
grossen Anzahl zum Teil unwiederbringlichen Werte und Kulturgüter seien nicht 
gegeben. Angesichts dieser Sicherheitsmängel seien die Voraussetzungen für 
die Gewährleistung von Versicherungsschutz nicht erfüllt gewesen und Frau X. 
habe auf Empfehlung der Versicherung das Haus räumen und die Kunstwerke in 
ein Hochsicherungslager bringen müssen.

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2. Am 14. März 2006 reichte X. eine weitere Ergänzung zur Strafan-
zeige ein. Darin wurde festgehalten, der Zweck der Eingabe sei es, gewisse Be-
hauptungen zu widerlegen, welche Z. und K. in den Untersuchungen gemacht 
hätten. Der Polizeirapport vom 28. September 2005 enthalte sodann Feststellun-
gen, welche nicht der Realität entsprächen. Zudem habe die G. im Zivilverfahren 
der Geschädigten eine grosse Anzahl neuer Akten zugänglich gemacht, welche 
vorher zurückbehalten worden seien. Diese für die Klägerin neuen Dokumente 
enthielten weitere Hinweise auf Unregelmässigkeiten, auf welche man die Straf-
verfolgungsbehörde aufmerksam machen wolle. Wenn die G. in der Prozessant-
wort und Widerklage geltend mache, es sei im Gegensatz zum ursprünglichen 
Totalunternehmervertrag am 13. Dezember 2004 eine offene Abrechnung ver-
einbart worden, so stelle sie diese Behauptung wohl deshalb auf, weil sie nicht in 
der Lage sei, Zusatzaufträge von 20 Millionen Franken nachzuweisen. Aus den 
neu eingereichten Unterlagen ergebe sich sodann, dass die G. trotz der von ihr 
behaupteten offenen Abrechnung die von den Unternehmern gewährten Rabatte 
und Skonti nicht der Geschädigten weitergegeben habe. Die Anzeigeerstatterin 
wies sodann in ihrer Eingabe auf eine grössere Anzahl von Ungereimtheiten in 
der Schlussrechnung der G. hin, welche nach ihrer Auffassung von strafrechtli-
cher Relevanz sind.

Am 16. März 2006 stellte Rechtsanwalt Dr. Thomas Müller namens der 
Anzeigeerstatterin beim Untersuchungsrichteramt Chur den Antrag, es seien der 
Buchhalter des Sekretariats X., Magister L., sowie der Rechtsberater, Rechtsan-
walt J., als Zeugen zu befragen. 

E. Mit Verfügung vom 15. August 2006 stellte der Untersuchungsrich-
ter das Strafverfahren wieder ein. Er führte aus, in strafrechtlicher Hinsicht sei 
von Bedeutung, dass zahlreiche Projektpräsentationen stattgefunden hätten, an 
denen die Anzeigeerstatterin teilgenommen habe und von Z. oder anderen Ver-
tretern der G. über den Verlauf der Sanierungsarbeiten orientiert worden sei. Sie 
habe also während der ganzen Sanierungsdauer gewusst, wie die G. ihren Ver-
pflichtungen aus dem Totalunternehmervertrag nachgekommen sei, weshalb im 
Verhalten des Angeschuldigten keine Täuschung gesehen werden könne. Es 
könne diesem auch nicht nachgewiesen werden, im Voraus einen bestimmten 
Preis für die Sanierungsarbeiten angegeben zu haben, welcher sich in der Folge 
als unzutreffend erwiesen hätte; Z. habe folglich die Anzeigeerstatterin nicht über 
den Wert der erbrachten Leistungen getäuscht. Die Überprüfung der Schlussab-
rechnung vom 26. April 2005 durch die Kantonspolizei Graubünden habe erge-
ben, dass einzig die in Rechnung gestellten Kosten der O. AG, der Einzelfirma 

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P. sowie der Einzelfirma Q. nicht mit den Rechnungen der Subunternehmer über-
einstimmten. Die Anzeigeerstatterin habe zwar in ihrer Eingabe vom 14. März 
2006 mehr als 20 weitere Unregelmässigkeiten erwähnt, doch habe im Rahmen 
der polizeilichen Ermittlungen der Nachweis nicht erbracht werden können, dass 
die Gesamtkosten von rund 39,5 Millionen Franken nicht zweckgebunden ver-
wendet worden wären. Mit Bezug auf die Forderungen der Firmen Q. und P. sei 
zwar eine Täuschung zu bejahen, doch liege keine Arglist vor, so dass der ob-
jektive Tatbestand des Betruges nicht erfüllt sei. Auch der Tatbestand der unge-
treuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB sei nicht gegeben. Abs. 1 
dieser Norm komme nicht zur Anwendung, weil eine Vermögensverwaltung we-
der Haupt- noch Nebeninhalt des Vertrages gewesen sei und der Angeschuldigte 
nicht eigenständig über wesentliche Vermögensbestandteile der Bauherrin habe 
verfügen können. Der Missbrauchstatbestand von Abs. 2 entfalle, weil nicht 
nachgewiesen werden könne, dass die G. oder eine der für sie handelnden natür-
lichen Personen gegen Verpflichtungen des Totalunternehmervertrages verstos-
sen hätten. Mit Bezug auf den Vorwurf, Rabatte und Skonti nicht weitergegeben 
zu haben, sei festzustellen, dass sich sowohl Z. wie auch K. nicht im Klaren darü-
ber gewesen seien, ob sie die Rabatte und Skonti hätten weiterleiten müssen, 
weshalb sie sich an zwei Rechtsanwälte gewandt hätten. Wenn sie sich auf deren 
Auskünfte verlassen hätten, so hätten sie die pflichtgemässe Vorsicht walten las-
sen; sie könnten sich daher auf Rechtsirrtum berufen und müssten folglich straf-
frei blieben. Zusammenfassend ergebe sich damit, dass weder dem Angeschul-
digten noch einer anderen Person ein strafbares Verhalten vorgeworfen werden 
könne, weshalb das Verfahren einzustellen sei und die Kosten auf die Staats-
kasse zu nehmen seien.

F. Gegen diese Einstellungsverfügung beschwerte sich X. am 6. Sep-
tember 2006 bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
mit dem Antrag, die angefochtene Einstellungsverfügung vom 15. August 2006 
sei aufzuheben und der Untersuchungsrichter anzuweisen, der Beschwerdefüh-
rerin Einsicht in sämtliche Akten, insbesondere auch in die Polizeiakten, zu ge-
währen; zur Klärung des Sachverhaltes seien zudem zusätzliche Untersuchungs-
handlungen durchzuführen. Vorsorglicherweise werde zudem der Verfahrensan-
trag gestellt, es sei nach Zustellung der gesamten Verfahrensakten, insbeson-
dere auch der Polizeiakten, eine Frist von mindestens 20 Tagen zur allfälligen 
Ergänzung der Beschwerde anzusetzen. Der Erste Staatsanwalt lic.iur. Renato 
Fontana beantragte in seiner Stellungnahme vom 25. September 2006, die Be-
schwerde sei, soweit darauf einzutreten sei, kostenfällig abzuweisen. Der 

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Rechtsvertreter von Z. beantragte in seiner Vernehmlassungen vom 2. Oktober 
2006 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. – Auf die Ausführungen in den 
Rechtsschriften zur Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

I. 1. Die Beschwerdeführerin rügt vorerst, es sei ihr das rechtliche Gehör 
verweigert worden, indem die Untersuchung eingestellt worden sei, bevor über 
die von ihr am 16. März 2006 beim Untersuchungsrichter beantragte Befragung 
von J. und Magister L.  entschieden worden sei. Nur wenn Beweisanträge aber 
in einer beschwerdefähigen Verfügung abgewiesen würden, könnten die Par-
teien diesen Entscheid durch zwei Instanzen, nämlich den Staatsanwalt und die 
Beschwerdekammer, prüfen lassen. Die angefochtene Verfügung sei daher 
schon aus diesem Grunde aufzuheben und der Untersuchungsrichter anzuwei-
sen, eine beschwerdefähige Verfügung zu erlassen.

Der Staatsanwalt widersetzt sich diesem Ansinnen zu Recht. In der Tat 
geht die von der Beschwerdeführerin vertretene Auffassung von einem falschen 
Verständnis der Bündner Strafprozessordnung aus. Wenn in der Beschwerde da-
von die Rede ist, nur wenn eine beschwerdefähige Verfügung erlassen werde, 
könnten die Parteien einen Entscheid des Untersuchungsrichters durch zwei In-
stanzen überprüfen lassen, wird vorausgesetzt, dass X. als Anzeigeerstatterin 
und Geschädigte bereits im Untersuchungsverfahren als Partei auftreten konnte. 
Dies ist nach den zutreffenden Ausführungen in der Vernehmlassung der Staats-
anwaltschaft nicht der Fall. Eine Schlussverfügung gemäss Art. 97 StPO ergeht 
nur dann, wenn die Untersuchungsbehörde auf Grund ihrer Erhebungen nicht 
schon zu einem früheren Zeitpunkt zum Schluss gelangt ist, dass das Vorliegen 
eines Straftatbestandes nicht genügend dargetan, die Verfolgungsverjährung 
eingetreten oder der Angeschuldigte gestorben ist (Art. 82 StPO), also nur dann, 
wenn nach erfolgter Untersuchung im ordentlichen Verfahren die Staatsanwalt-
schaft über die Anklageerhebung oder Einstellung entscheidet (Art. 98 StPO). 
Die Schlussverfügung wird in diesem Fall dem Angeschuldigten, dem Verteidiger 
und dem Geschädigten zugestellt und es wird ihnen eine Frist von zehn Tagen 
angesetzt, innert der sie Anträge auf Ergänzung der Untersuchung stellen kön-
nen. Wird die Untersuchung hingegen bereits vom Untersuchungsrichter mit Ge-
nehmigung des Staatsanwaltes gestützt auf Art. 82 StPO eingestellt, so können 
Geschädigte ihre Rechte allein im Rahmen der Beschwerde gemäss Art. 138 f. 
StPO wahren. Diese sich aus der Systematik der Strafprozessordnung eindeutig 

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ergebende Regelung stellt gefestigte Rechtsprechung der Beschwerdekammer 
des Kantonsgerichts dar (vgl. PKG 2001 Nr. 27, 1997 Nr. 36, 1994 Nr. 43; 
Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-
lage, Chur 1996, S. 163). Sie stellt klar, dass dem Geschädigten im Untersu-
chungsverfahren keine Parteistellung zukommt und er sich folglich auch nicht auf 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs berufen kann, wenn über einen von ihm 
eingebrachten Beweisantrag nicht entschieden wird. Diese Praxis steht im Ein-
klang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtes. Dieses hat klar festgehal-
ten, dass der Strafanspruch, um den es in einem Strafverfahren gehe, aussch-
liesslich dem Staat zustehe, und zwar unabhängig davon, ob der Geschädigte 
als Privatstrafkläger auftrete oder die eingeklagte Handlung auf seinen Antrag 
hin verfolgt werde. Dessen ungeachtet sei der Geschädigte aber befugt, mit 
staatsrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Verfahrensrechten geltend zu 
machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstelle. Das er-
forderliche rechtlich geschützte Interesse ergebe sich dabei aus der Berechti-
gung, am Verfahren teilzunehmen. Sei der Geschädigte in diesem Sinne nach 
kantonalem Recht Partei, könne er die Verletzung jener Parteirechte rügen, die 
ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar aufgrund der Bun-
desverfassung zustünden (BGE 128 I 220). Dass sich die Rechtsstellung von 
Geschädigten, die nicht als Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes zu betrachten 
sind, allein nach kantonalem Recht beurteilt, entspricht auch der Lehrmeinung 
(Bommer, Offensive Verletztenrechte im Strafprozess, Bern 2006, S. 14). - Steht 
nach dem oben Gesagten fest, dass der Geschädigte nach der bündnerischen 
Strafprozessordnung im Untersuchungsverfahren nicht Partei ist, sofern ihm 
nicht als Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes Parteistellung zukommt (was hier 
nicht der Fall ist), sondern dass er erst im Beschwerdeverfahren Parteirechte 
wahrnehmen kann, so erweist sich die Rüge der Beschwerdeführerin bezüglich 
der Nichtbehandlung ihrer Beweisanträge durch den Untersuchungsrichter als 
unbegründet. Dabei kann man sich durchaus fragen, ob die von der Strafpro-
zessordnung vorgegebene Regelung die zweckmässigste Lösung darstellt, oder 
ob es in prozessökonomischer Hinsicht nicht vernünftiger wäre, dem Geschädig-
ten schon im Untersuchungsverfahren Parteistellung zuzugestehen, anstatt erst 
im Beschwerdeverfahren über die Berechtigung von Beweisanträgen zu ent-
scheiden und damit das Verfahren praktisch wieder ins Anfangsstadium zurück-
setzen zu müssen, wenn sich ein Beweisergänzungsbegehren als berechtigt er-
weisen sollte. Das sind allerdings Überlegungen, die man de lege ferenda anstel-
len mag, die jedoch im vorliegenden Verfahren angesichts der klaren Rechtslage 
nicht berücksichtigt werden können.

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2. Obwohl im Rechtsbegehren der Beschwerde nicht ausdrücklich die 
Befragung der im Untersuchungsverfahren aufgerufenen Zeugen J. und L. bean-
tragt wird, lässt sich der Begründung der Beschwerde doch sinngemäss entneh-
men, dass die Anzeigeerstatterin nach wie vor an der Einvernahme dieser beiden 
Personen festhält. Die Beschwerdekammer teilt indessen die in der Einstellungs-
verfügung zum Ausdruck gebrachte Auffassung, wonach angesichts des umfang-
reichen Aktenmaterials auf die Befragung dieser Zeugen verzichtet werden kann. 
Nach den Ausführungen in der Beschwerde sollte insbesondere J. vor allem zur 
Frage sachdienliche Aussagen machen können, ob auf Grund der gesamten Um-
stände vor der Vermögensdisposition vom 28. Dezember 2004 eine Prüfung der 
Schlussrechnung möglich beziehungsweise zu erwarten war. Gerade zu den Er-
eignissen im Vorfeld der Rechnungsstellung vom Dezember 2004 hat sich die 
Beschwerdeführerin in ihrer Strafanzeige und der Ergänzung zu dieser ausgiebig 
geäussert und J. als Zeugen zur Bestätigung ihrer Ausführungen genannt. Die 
zum Zeugnis aufgerufene Person hat in einem Aktenvermerk zu einer Bespre-
chung vom 25. November 2004  ihre Sicht der Dinge ausführlich dargelegt, dabei 
aber auch erwähnt, dass er sich erst seit Oktober 2004 mit dem Projekt befasst 
habe und sich bezüglich dessen Entwicklung auf die Darstellung von Z. und K. 
stützen müsse. Damit konnte der beantragte Zeuge also über das bis zu diesem 
Zeitpunkt Geschehene keine eigenen Wahrnehmungen wiedergeben und er 
wäre dazu auch in einer Zeugenbefragung nicht in der Lage. Über seine Fest-
stellungen seit Oktober 2004 hat J. den oben erwähnten sowie einen Aktenver-
merk vom 15. Dezember 2004 verfasst, und nach der Buchprüfung durch L. er-
stellte er eine weitere Aktennotiz. In den verschiedenen Eingaben des Rechts-
vertreters der Anzeigeerstatterin finden sich zahlreiche Verweise auf diese Ak-
tenvermerke und es werden viele Feststellungen gemacht, welche durch J. 
bestätigt werden sollten. Es ist daher unschwer vorstellbar, welche Aussagen 
dieser im Falle einer Zeugenbefragung machen würde, so dass mit Fug darauf 
verzichtet werden kann, eine förmliche Einvernahme durchzuführen. Gleich ver-
hält es sich auch mit Bezug auf den zum Zeugnis aufgerufenen Magister L.. Die-
ser hat das Ergebnis seiner Bucheinschau in seinem schriftlichen Bericht vom 
10. Februar 2005 festgehalten, so dass nicht ersichtlich ist, welche zusätzlichen 
Erkenntnisse von einer Befragung zu erwarten wären. Der Entscheid der Staats-
anwaltschaft, auf die Einvernahme der beiden Zeugen zu verzichten, ist daher 
nicht zu beanstanden.

3. Die Beschwerdeführerin rügt, es sei ihr zwar auf schriftliches und 
mündliches Ersuchen hin vollständige Einsicht in die Untersuchungsakten ge-

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währt worden, hingegen habe sie selbst nach Eröffnung der Einstellungsverfü-
gung die Polizeiakten nicht erhalten. Es wird ausgeführt, es sei zwar richtig, dass 
sich die angefochtene Verfügung ausschliesslich auf die untersuchungsrichterli-
chen Akten und insbesondere auf den Polizeirapport stütze. Grundlage dieses 
Rapportes bildeten jedoch die Polizeiakten, weshalb man zur Bestreitung der 
Schlussfolgerung des Polizeiberichts, es lägen lediglich vier Ungereimtheiten vor, 
auf die Einsicht in die Polizeiakten angewiesen sei. Der verfassungsrechtliche 
Anspruch auf rechtliches Gehör hätte es geboten, die Akten bereits vor Erlass 
der Einstellungsverfügung vollumfänglich für alle Parteien zu öffnen. Der Rechts-
vertreter der Beschwerdeführerin übersieht zwar nicht, dass der Geschädigte 
nach der Praxis der Beschwerdekammer vor dem Erlass der Einstellungsverfü-
gung keinen Anspruch auf rechtliches Gehör hatte, hält diese Rechtsprechung 
allerdings als fragwürdig. Zu dieser Problematik kann auf das bereits oben über 
die Parteistellung des Geschädigten Gesagte verwiesen werden. Im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren stehen der Anzeigeerstatterin nun allerdings Partei-
rechte zu, so dass auf die Rüge einzugehen ist.

Der Staatsanwalt führt in seiner Vernehmlassung aus, der Beschwerde-
führerin sei im Untersuchungsverfahren umfassend Einsicht in die Untersu-
chungsakten gewährt worden. Neben diesen gebe es keine weiteren Akten, 
welche Grundlage des Polizeirapportes bildeten, was der damalige polizeiliche 
Sachbearbeiter R. telefonisch bestätigt habe. Dass die Beschwerdeführerin 
keine Einsicht in die vollständigen Akten erhalten habe, sei daher eine Unter-
stellung. Diese Feststellung ist in dieser absoluten Form nicht richtig. Nach der 
vom Untersuchungsrichter über das mit R. geführte Telefonat angefertigten Ak-
tennotiz wurden zwar sämtliche Akten, die bei der Erstellung des Polizeirappor-
tes Verwendung fanden, an den Untersuchungsrichter weitergegeben. Der Un-
tersuchungsrichter zitierte jedoch weiter, die übrigen, sich noch bei der Polizei 
befindlichen Akten, welche bei der G. AG sichergestellt worden seien, seien für 
die Erstellung des Polizeirapportes nicht relevant gewesen. Nach dieser Tele-
fonnotiz trifft es also nicht zu, dass die Beschwerdeführerin in die vollständigen 
Akten Einsicht erhalten hat, es liegen bei der Polizei vielmehr noch Akten vor, 
welche nicht an den Untersuchungsrichter weitergeleitet wurden und in die folg-
lich auch nicht Einsicht genommen werden konnte. Es ist allerdings verfehlt, 
diese Akten als Polizeiakten zu bezeichnen und sie als solche den Untersu-
chungsakten gegenüberzustellen. Die Polizei ist ein Hilfsorgan der Untersu-
chungsbehörden, sie hat keinen selbständigen, von der übrigen Strafverfolgung 
unabhängigen Wirkungskreis. Die Ermittlungstätigkeit der Polizei stellt kein be-

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sonderes Prozessstadium dar, sie ist vielmehr in die eingliederige Untersu-
chungsphase integriert (Padrutt, a.a.O., S. 91). Daraus folgt, dass es keine 
Zweiteilung in untersuchungsrichterliche Akten einerseits und polizeiliche Akten 
andererseits gibt; die letzteren sind vielmehr Bestandteil der untersuchungsrich-
terlichen Akten, und was letztlich Eingang in die offiziellen Verfahrensakten fin-
det gilt als durch Entscheid des Untersuchungsrichters zur Prozedur genomme-
nes Aktenmaterial. Dabei liegt es in der Kompetenz des Untersuchungsrichters 
und es ist auch dessen Pflicht, gerade in sehr umfangreichen Verfahren eine 
Auswahl zu treffen und von vornherein als unwesentlich erkennbare Akten aus-
zuscheiden. Im vorliegenden Fall hat der Untersuchungsrichter einen entspre-
chenden Entscheid gefällt und jene Akten als sogenannte offizielle Verfahrens-
akten aufgenommen, welche im Erhebungsbericht verarbeitet wurden und auch 
Grundlage der angefochtenen Verfügung bildeten. Entgegen der in der Be-
schwerde der Geschädigten zum Ausdruck kommenden Auffassung besteht 
nun kein generelles, sich auf sämtliche Akten beziehendes Einsichtsrecht. Dies 
gilt für Angeschuldigte und muss umso mehr auch für Geschädigte Geltung ha-
ben. Wie Padrutt festhält (a.a.O. S. 134), stehen der Einsicht nur die zur Proze-
dur gehörenden, als Urteilsgrundlage in Betracht fallenden offiziellen Verfah-
rensakten offen. Entsprechendes hat auch das Bundesgericht im Urteil 103 Ia 
492 entschieden und dabei auf einen Entscheid des Regierungsrates des Kan-
tons Zürich vom 21. April 1955 verwiesen (ZBl 1956 S. 23 ff.), wo – allerdings in 
einem zweistufigen (Verwaltungs- und Gerichtsverfahren) Übertretungsstrafver-
fahren – ebenfalls das Akteneinsichtsrecht streitig war und von einem Rekur-
renten verlangt wurde, dass nicht bloss eine Auswahl, sondern sämtliche erho-
benen Akten zu überweisen und dementsprechend zur Einsicht zu öffnen seien. 
Der Regierungsrat stellte dazu fest, das Prozessthema verschiebe sich damit 
letztlich dahin, ob die Verwaltungsbehörde die Aktenstücke, welche sie dem 
Gericht zur Beurteilung überweise, frei auswählen könne oder ob sie verpflichtet 
sei, alle in der Angelegenheit ergangenen Akten zu überweisen und führte so-
dann aus, der Gebüsste, der die gerichtliche Beurteilung eines in einem Verwal-
tungsverfahren getroffenen Entscheides verlange, habe die Gewähr, dass der 
Richter über die ihm vorgeworfene Übertretung in voller Unabhängigkeit  aus-
schliesslich gestützt auf das von der Verwaltungsbehörde unterbreitete, dem 
Gebüssten bekannte Belastungsmaterial und in Wahrung aller Parteirechte ur-
teile. Bei dieser Sachlage müsse es aber der Verwaltungsbehörde grundsätz-
lich freistehen, von welchen Akten sie in ihrer Rolle als Anklägerin Gebrauch 
machen und auf welche Unterlagen sie dabei aus irgendwelchen Gründen ver-
zichten wolle. Dem Gebüssten erwüchsen aus einem solchen Verzicht keine 

13

Nachteile, bürge das Gericht doch dafür, dass ihn in diesem Falle die zurückbe-
haltenen Akten nicht belasteten, sondern dass er nur aufgrund der überwiese-
nen Akten beurteilt würde. Darüber hinaus stehe es ihm frei, seinerseits entlas-
tende Beweismittel zu nennen und dem Richter deren Abnahme zu beantragen. 
- Ist die diesem Entscheid zugrunde liegende Sachlage auch insofern eine an-
dere als im zu beurteilenden Fall, als ein zweiteiliges Verfahren vorlag, während 
wir es heute mit einem als Einheit zu betrachtenden Untersuchungsverfahren 
zu tun haben, so ist doch die grundsätzliche Aussage von Interesse, wonach 
das Akteneinsichtsrecht nur in die als Grundlage eines Urteils (die vorliegend 
zur Diskussion stehende Einstellungsverfügung ist in dieser Beziehung einem 
solchen gleichzusetzen) in Betracht fallenden, also die offiziellen Verfahrensak-
ten zu gewähren ist. Gilt diese Einschränkung für einen Angeklagten, so muss 
sie erst recht für einen Geschädigten gelten, da dessen Mitwirkungs- und Ein-
sichtsrecht nicht weiter gehen kann als dasjenige eines Angeklagten. Hat nun 
aber ein Geschädigter nur in die offiziellen Verfahrensakten Einsicht, so hat er 
in der Beschwerde darzutun, inwiefern allein gestützt auf diese Akten  für die 
Beurteilung betreffend Einstellung oder Anklage noch kein entscheidungsreifes 
Beweisergebnis vorliegt beziehungsweise was für Beweise hierfür noch zu er-
heben sind. Er kann seine Begründungspflicht nicht dadurch umgehen, dass er 
allgemein geltend macht, es könnten bei den ihm nicht zur Einsicht offen geleg-
ten Akten oder sonst irgendwo noch Dokumente vorhanden sein, welche seinen 
Standpunkt zusätzlich zu stützen vermöchten. Nur wenn ein Beschwerdeführer 
noch konkret zu erhebende Beweise nennt, diese von der Beschwerdekammer 
als erheblich erklärt werden und sich bei der Ergänzung der Untersuchung 
durch die Untersuchungsbehörde herausstellt, dass diese Beweise im polizeili-
chen Ermittlungsverfahren bereits erhoben, jedoch nicht zu den Verfahrensak-
ten genommen wurden, sind diese zusätzlichen Beweismittel zu den offiziellen 
Verfahrensakten beziehungsweise zur Prozedur zu nehmen, und es hat der Ge-
schädigte als Folge davon das Recht, auch in diese Akten Einsicht zu nehmen.

II. Unter dem Titel unzulässige beziehungsweise verfrühte Einstellung 
des Verfahrens macht die Beschwerdeführerin geltend, der strafrechtlich rele-
vante Sachverhalt sei nicht hinreichend abgeklärt worden. Eine Einstellungsver-
fügung müsse auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis beruhen und alle 
erkennbaren Beweismittel, welche das Resultat beeinflussen könnten, seien vor-
gängig abzunehmen; unzulässig seien insbesondere Einstellungen einzig ge-
stützt auf die Polizeiakten. Wenn die Beschwerdeführerin zur Stützung der letz-
ten Bemerkung auf Padrutt verweist (a.a.O. S. 164 f.), so tut sie dies mit Bezug 

14

auf die zuletzt erwähnte Bemerkung unvollständig. Der Autor schreibt an der in 
der Beschwerde erwähnten Stelle, der Untersuchungsrichter dürfe in der Regel 
nicht bloss auf Grund der Polizeiakten einstellen, ohne selbst tätig geworden zu 
sein. Um allfälligen Einwänden bezüglich des in diesem Verfahren von der Polizei 
erstellten Erhebungsberichts zuvorzukommen, ist vorweg klarzustellen, dass die 
Polizei ihre Erhebungen als Hilfsorgan des Untersuchungsrichters vorgenommen 
hat, und damit alle im Zusammenhang mit diesem Bericht produzierten Akten 
nicht als Polizeiakten, sondern als offizielle Untersuchungsakten zu betrachten 
sind.

1. a) Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Ermittlungen sich aussch-
liesslich auf die Prüfung der Schlussrechnung vom 26. April 2005 gerichtet hät-
ten, obwohl sie unter anderem einen Betrug verzeigt habe, der spätestens mit 
ihrer Vermögensdisposition vom 28. Dezember 2004, welche sie aufgrund der 
durch die unrichtige Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 erfolgten arglisti-
gen Täuschung vorgenommen habe, vollendet gewesen sei. Sie habe in ihren 
Eingaben anhand verschiedener konkreter Beispiele dargelegt, dass diese 
Schlussrechnung Leistungen enthalten habe, die nicht erbracht worden seien be-
ziehungsweise in keinem Zusammenhang mit dem Projekt B. stünden. Die im 
Jahre 2005 erstellten Rechnungen könnten – auch wenn sie in anderer Hinsicht 
strafrechtliche Bedenken weckten - auf ein allfälliges bereits im Jahre 2004 voll-
endetes Delikt keinen Einfluss haben. Eine Täuschung habe vor der Vermögens-
disposition nur durch die Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 erfolgen 
können; ob die Schlussrechnung vom 26. April 2005 beziehungsweise die im Po-
lizeirapport erwähnte Kostenzusammenstellung korrekt gewesen sei, sei bezüg-
lich des erhobenen Betrugsvorwurfs nicht relevant. Die beispielhaft aufgeführten 
Ungereimtheiten in der Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 seien im Straf-
verfahren bislang nicht geprüft worden. Dass diese nicht haltlos seien, belege 
etwa die unberechtigte Rechnungsstellung von S. oder das Beispiel des für 
45'000 £ gekauften Range Rovers, für dessen Verkauf ihr nur 20'000 £ gutge-
schrieben worden seien. Auch die exorbitanten Reisespesen von Herrn und Frau 
M. liessen sich nicht mit dem Projekt C. erklären. Die fragliche Schlussrechnung 
sei in der überarbeiteten Fassung erst am 20. Dezember 2004 versandt worden 
und bis am 30. Dezember 2004 zahlbar gewesen, wobei für den Fall der Nicht-
zahlung ein Baustopp gedroht habe, was unbedingt habe verhindert werden müs-
sen. Eine seriöse Prüfung sei aber innert der wenigen Tage nicht möglich gewe-
sen. Entsprechend seien in der Einstellungsverfügung auch die Ausführungen 

15

zum subjektiven Tatbestand unter einem falschen Blickwinkel, nämlich bezogen 
auf die Schlussrechnung vom 26. April 2005, erfolgt.

b) Es trifft zu, dass sich die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen 
Einstellungsverfügung lediglich mit der Schlussabrechnung vom 26. April 2005 
befasste und dabei in Anlehnung an die Ermittlungen der Kantonspolizei 
Graubünden zum Schluss kam, dass die in Rechnung gestellten Kosten einzig in 
den Fällen von drei Subunternehmern Fragen aufwerfen würden. Der Untersu-
chungsrichter gelangte dabei zum Schluss, dass nur in den zwei unbedeutenden 
Fällen der Subunternehmer Q. und P. das Vorliegen einer Täuschung zu bejahen 
sei und sich damit die Frage stelle, ob der Tatbestand des Betruges erfüllt sei. 
Diese Feststellung ist in der Tat insofern nicht ausreichend, als X. bereits auf-
grund der Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 eine Vermögensdisposition 
vornahm, durch welche sie sich nach ihrer Auffassung geschädigt hat. Der Ver-
treter der Beschwerdeführerin rügt daher grundsätzlich zu Recht, die beispielhaft 
aufgeführten Ungereimtheiten in der Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 
seien im Strafverfahren bislang nicht geprüft worden und die entsprechenden 
Vorwürfe stünden nach wie vor im Raum. Dass diese nicht haltlos seien, belege 
etwa die unberechtigte Rechnungstellung von S. oder der Vorwurf im Zusam-
menhang mit dem Kauf und dem Wiederverkauf eines Range Rovers. Durch das 
letztgenannte Geschäft sei M. bereichert worden und es bestehe der Verdacht, 
dass man das Ehepaar M. auch durch verschiedene weitere Gefälligkeiten be-
günstigt und die entsprechenden Kosten der Beschwerdeführerin belastet habe.

Im Zusammenhang mit dieser Rüge ist die grundsätzliche Klarstellung zu 
machen, dass sich ein Beschwerdeführer nicht darauf beschränken kann, eine 
beanstandete Verfügung mit allgemeinen Bemerkungen zu rügen, er hat viel-
mehr im Einzelnen zu sagen, welche Punkte angefochten werden und worin die 
Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit erblickt wird. Bloss pauschale Hin-
weise genügen nicht, und es kann auf solche Rügen mangels Substantiierung 
nicht eingetreten werden. Es ist nach gefestigter Praxis nicht Aufgabe der Be-
schwerdekammer, in den Akten zu forschen, ob konkrete Anhaltspunkte für eine 
willkürliche Beweiswürdigung durch die Staatsanwaltschaft vorliegen (PKG 2004 
Nr. 19). Im vorliegenden Fall brauchte und konnte sich der Untersuchungsrichter 
angesichts der Fülle der Einzelfälle nicht mit jedem einzelnen Sachverhalt aus-
einandersetzen, er durfte sich vielmehr – wie dies in der Einstellungsverfügung 
unter VI mit Bezug auf die Schlussrechnungen vom 26. April 2005 geschehen ist 
- damit begnügen, zusammenfassend zum Ausdruck zu bringen, weshalb es 
nach seiner Auffassung bei einzelnen Sachverhaltsgruppen an der Tatbestands-

16

mässigkeit fehle. Es war dann Sache der Anzeigeerstatterin, in ihrer Beschwerde 
konkret darzulegen, in welchen Fällen sie sich von ihren Partnern getäuscht be-
trachtet und durch welche zusätzlichen Beweiserhebungen sich der entspre-
chende Verdacht erhärten lasse. Die Beschwerdeführerin musste somit mit Be-
zug auf alle Rechnungspositionen, durch welche sie sich getäuscht fühlt, detail-
liert darlegen, inwiefern diese Unkorrektheiten enthalten, die strafrechtlich rele-
vant sein und welchen Straftatbestand sie erfüllen könnten. Sie müsste sodann 
substantiiert rügen, welche der so umschriebenen Vorkommnisse durch die Ein-
stellungsverfügung nicht hinreichend abgehandelt worden sind. Diesen Anforde-
rungen genügt die Beschwerde mit den oben erwähnten allgemeinen Ausführun-
gen nicht, und zwar auch nicht mit Bezug auf die beiden beispielhaft angeführten 
Rechnungspositionen. Wenn etwa der Fall der S. angeführt und auf die Aussage 
von K. verwiesen wird, wonach die entsprechende Rechnung zugegebenermas-
sen inhaltlich falsch sei, so wird nicht gesagt, worin der strafrechtliche Gehalt 
dieser in der Rechnung vom 13. Dezember 2004 offenbar falsch ausgewiesenen 
(in der Abrechnung vom 26. April 2005 aber korrigierten) Position liegen soll. 
Auch mit den Ausführungen zum Verkauf des Range Rovers genügt die Be-
schwerdeführerin ihrer Substantiierungspflicht nicht. Nach der Schilderung in der 
Strafanzeige müsste man annehmen, schon der Kauf dieses Fahrzeugs in No-
vember 2003 für 45'000 £ werde als strafrechtlich relevant betrachtet, weil die 
Anschaffung eines so teuren Autos im Zusammenhang mit dem Bauprojekt in D. 
nicht gerechtfertigt gewesen sei, wobei allerdings kein Hinweis darauf gemacht 
wird, worin das strafbare Verhalten bestanden haben soll und welcher Straftat-
bestand in Frage kommen könnte. In der Ergänzung zur Strafanzeige wird hin-
gegen vor allem beanstandet, dass dieses Fahrzeug im Dezember 2004 für den 
offensichtlichen Freundschaftspreis von nur 20'000 £ verkauft worden sei. Auch 
in der Beschwerde wird im Zusammenhang mit der Prüfung der Rechnung vom 
13. Dezember 2004 der Verkauf des Range Rover zu dem erwähnten, angeblich 
zu tiefen Preis (der Zeitwert habe beim Verkauf mindestens 26'456 £ betragen) 
an M. angeprangert. Nun wurde der Personenwagen nach den Angaben von Ma-
rion M. aber erst Ende 2004 verkauft, so dass die angeblich zu billige Veräusse-
rung des Autos in der Schlussrechnung per 13. Dezember 2004 noch gar nicht 
zum Ausdruck gekommen sein konnte. Da aber diese Rechnung nach der Dar-
stellung der Anzeigeerstatterin Grund für die angeblich vermögensschädigende 
Akontozahlung von neun Millionen Franken gewesen war, konnte der Verkauf 
des Autos, so erstaunlich dieses Geschäft auch erscheinen mag, für einen allfäl-
ligen Schaden nicht kausal gewesen sein. Im konkreten Fall sind nun allerdings 
die von der Beschwerdeführerin mit Bezug auf diese beiden, aber auch bezüglich 

17

anderer von ihr erwähnter Beispiele angestellten Überlegungen von untergeord-
neter Bedeutung, weil es nach Auffassung der Beschwerdekammer am Tatbe-
standsmerkmal der Arglist gebricht und ein Schuldspruch wegen Betrugs aus die-
sem Grunde im Falle einer Anklageerhebung nicht zu erwarten wäre.

c) Der Untersuchungsrichter setzte sich in der Einstellungsverfügung 
eingehend mit dem Tatbestandselement der Arglist auseinander. Seine 
grundsätzlichen Ausführungen zu dieser Frage gelten selbstverständlich sowohl 
für die Rechnung vom April 2005 als auch für jene vom Dezember 2004 und auch 
einige seiner auf den vorliegenden Fall bezogenen Überlegungen haben durch-
aus auch mit Bezug auf die Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 ihre Gül-
tigkeit. Der Untersuchungsrichter geht davon aus, dass dem Angeschuldigten 
nicht vorgeworfen werden könne, ein Lügengebäude errichtet oder täuschende 
Machenschaften angewendet zu haben; so etwas behaupte übrigens auch die 
Anzeigeerstatterin nicht. Diese sei hingegen der Auffassung, das Vorgehen der 
G. sei als arglistige Täuschung anzusehen, weil ihre Vertreter aufgrund des Ver-
trauensverhältnisses und der zeitlichen Dringlichkeit gewusst hätten, dass die 
Bauherrin eine Vermögensdisposition vornehmen würde, ohne die Schlussab-
rechnungen zu prüfen. Tatsächlich liess X. in ihrer Strafanzeige ausführen, sie 
habe vollständiges Vertrauen in F. und Z. gehabt, weil sie gut befreundet gewe-
sen seien. Auch I. sei als ehemalige Sekretärin von F. mit diesem befreundet 
gewesen und habe daher völliges Vertrauen in diesen und die G. gehabt. Auf 
Grund dieser Situation sei die G. offensichtlich davon ausgegangen, die Schluss-
rechnungen würden ohne vorgängige Prüfung beglichen.

Es ist in Lehre und Rechtsprechung unbestritten, dass auch eine einfache 
Lüge als arglistig anzusehen ist, wenn der Täter das Opfer von der Überprüfung 
seiner unwahren Angaben abhält oder wenn er aufgrund der Umstände voraus-
sieht, dass dieses wegen eines besonderen Vertrauensverhältnisses seine An-
gaben nicht überprüfen würde. Auf der anderen Seite entfällt die Arglist, wenn 
das Opfer sich mit einem Minimum an Aufmerksamkeit hätte schützen oder mit 
einem Minimum an Vorsicht, die von ihm erwartet werden durfte, den Irrtum hätte 
vermeiden können (BGE 122 IV 248). Der Untersuchungsrichter führte aus, nicht 
jede Bekanntschaft begründe ein Vertrauensverhältnis, das im Falle einer einfa-
chen Lüge die Arglist als gegeben erscheinen lasse. Er stellte sich sodann auf 
den Standpunkt, die in geschäftlichen Dingen sicher nicht ganz unerfahrene Bau-
herrin habe sich auf einen eigenen Rechtsberater und ein eigenes Sekretariat mit 
fest angestellten, qualifizierten Mitarbeitern stützen können. Dieser Umstand sei 
der G. bekannt gewesen, so dass nicht ernsthaft behauptet werden könne, ein 

18

allfälliger Täter hätte die Nichtvornahme einer Überprüfung voraussehen können. 
In der Beschwerde wird dazu lediglich eingewendet, auch bei der Prüfung der 
Arglist  habe die Staatsanwaltschaft die Schlussrechnung vom 26. April 2005 im 
Auge, während richtigerweise einzig das Verhalten der G. vor der Vermögens-
disposition vom 28. Dezember 2004 massgebend sein könne. Das ist an sich 
richtig, hingegen haben die allgemeinen Ausführungen zur Frage der Arglist 
selbstverständlich auch mit Bezug auf die Situation Ende Dezember 2004 ihre 
Gültigkeit, und auch die spezifischen Überlegungen zur Frage des Vertrauens-
verhältnisses können durchaus auf die Umstände zur Zeit der ersten Rechnungs-
stellung übertragen werden; jedenfalls wird in der Beschwerde nicht begründet, 
weshalb bezüglich der Frage der Arglist Ende 2004 andere Kriterien hätten gelten 
sollen als Ende April 2005. Über die persönlichen Beziehungen zwischen den 
Akteuren des vorliegenden Falles geben die Angaben in der Strafanzeige Aus-
kunft. Danach war F., der Präsident des Verwaltungsrates und Inhaber der G. 
Immobilien AG, mit E., dem Lebenspartner von X. und über diesen auch mit der 
Anzeigeerstatterin selbst befreundet. F. war es auch, der Frau X. seine frühere 
Angestellte I., die schon anfangs der Neunziger Jahre für die V. Stiftung in Lu-
gano tätig gewesen war, als neue Mitarbeiterin für das nach Wien transferierte 
Sekretariat X. vorgeschlagen hatte. Rechtsanwalt J. aus Klagenfurt ist der 
Rechtsberater von X., Magister L. Mitarbeiter in deren Sekretariat. Z. ist Ge-
schäftsführer bei der G. und K., ein ehemaliger Mitarbeiter von F., war örtlicher 
Bauleiter in D.. Ein eigentliches Freundschaftsverhältnis bestand nach der Dar-
stellung in der Strafanzeige also nur zwischen E. und X. auf der einen und F. auf 
der anderen Seite, während es sich bei Z. und K. um Personen handelt, welche 
aufgrund des Projekts B. in D. mit der Bauherrin in Beziehung standen, und al-
lenfalls deshalb ein gegenüber gewöhnlichen Mitarbeitern etwas erhöhtes Ver-
trauen genossen, weil sie wegen ihrer Beziehungen zu F. mit Frau X. in Kontakt 
gekommen waren. Gegenüber diesen Personen mochte ein gewisses Wohlwol-
len bei der Beurteilung ihrer Arbeit angebracht gewesen sein, hingegen müsste 
es als geradezu blauäugig angesehen werden, wenn angesichts der ungewöhn-
lichen Bedeutung des Bauprojekts Abrechnungen solcher Personen unbesehen 
und ohne seriöse Kontrolle akzeptiert worden wären und zur Auszahlung von 
mehreren Millionen Franken geführt hätten. Ein solches leichtsinniges Verhalten 
würde Arglist von vornherein ausschliessen. Die freundschaftliche Verbundenheit 
mit F. mochte ein erhöhtes Vertrauen in die G. rechtfertigen. Das bedeutete aber 
nicht, dass X. alles, was die G. projektierte, kritiklos akzeptiert hätte, wurden von 
ihr doch Projekterweiterungen, welche zu massiven Mehrkosten geführt hätten, 
im März und Juli 2003 als zu teuer zurückgewiesen. Sie bewies durch diese In-

19

terventionen, dass sie bei allem Vertrauen zu ihren Vertragspartnern doch selbst 
über die vorzunehmenden Investitionen zu entscheiden gewillt und in der Lage 
war. Den mit der Strafanzeige und der Ergänzung zu dieser eingereichten Plä-
nen, Zeichnungen und Besprechungsnotizen ist auch zu entnehmen, dass Frau 
X. über den Gang der Arbeiten direkt oder durch die Mitarbeiter in ihrem Sekre-
tariat stets auf dem Laufenden gehalten wurde und so in der Lage war, Entschei-
dungen darüber zu treffen, welche Arbeiten ausgeführt werden sollten. Bei die-
sen Projektbesprechungen mussten auch die zu erwartenden Kosten ein Thema 
gewesen sein, andernfalls die Bauherrin nicht gewisse Arbeiten als zu teuer hätte 
ablehnen können. Es kann also nicht gesagt werden, dass die Anzeigeerstatterin 
ganz generell über das Ausmass der Arbeiten und die dabei zu erwartenden Kos-
ten getäuscht worden wäre. 

Dass die Bauherrin ungeachtet der bis anhin guten Beziehungen zu F. im 
Oktober ihren Rechtsberater J. damit beauftragte, sich mit den Bauarbeiten in D. 
zu befassen, ist ebenfalls ein klares Indiz dafür, dass ihr Vertrauen in die G. nicht 
grenzenlos war. Zwar nahm sie nicht persönlich an den Besprechungen vom 25. 
November 2004 mit Z. und K. in Zürich und vom 13. Dezember 2004 mit Z. und 
F. in St. Moritz teil, sondern liess sich durch J. und I. und beim letzteren Treffen 
zusätzlich auch von E. vertreten. Nach seinen Aufzeichnungen hat J. bei diesen 
Zusammenkünften eine klare Sprache gesprochen und Z. zu verstehen gegeben, 
dass weitere Zahlungen ohne Rechnungen und Kostennachweis nicht möglich 
seien und allfällige Akontozahlungen nur unter dem Vorbehalt der Prüfung und 
der Richtigkeit geleistet würden. Bei der zweiten Besprechung beschwerte sich 
E. offenbar vehement über die Nichteinhaltung von Fristen, Mängel im TV- und 
Telefonbereich sowie die miserable Betreuung und Kommunikation. Angesichts 
dieser recht heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Vertrauten von Frau 
X. einerseits und den Vertretern der G. andererseits kann festgestellt werden, 
dass seitens der Bauherrschaft trotz des (noch) bestehenden Freundschaftsver-
hältnisses im geschäftlichen Bereich durchaus professionell und ohne dass man 
sich aus Rücksicht auf diese persönlichen Beziehungen mit Kritik zurückgehalten 
hätte, verhandelt wurde. Auch wenn man also noch nicht an dem Punkt angelangt 
war, der eine weitere Zusammenarbeit als nicht mehr möglich erscheinen liess – 
und tatsächlich sah man, allerdings unter klaren vertraglichen Bedingungen, 
auch in Zukunft gewisse Serviceleistungen der G. für Frau X. vor -, so mussten 
sich doch der Angeschuldigte und auch F. darüber im Klaren sein, dass seitens 
der Auftraggeberin nicht alles, was sie an Projekten und Rechnungen lieferten, 
kommentarlos akzeptiert wurde, sondern ihre Klientin ungeachtet des freund-

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schaftlichen Verhältnisses die Arbeiten durch ihre Berater überprüfen liess. Z. 
durfte mit anderen Worten entgegen der von der Beschwerdeführerin im Straf-
verfahren vorgebrachten Argumentation nicht damit rechnen, dass die Rechnun-
gen der G. ohne Prüfung bezahlt würden. Wenn heute geltend gemacht wird, 
Frau X. habe nur wegen der kurzen Zahlungsfrist und der Druckausübung der 
Subunternehmer Hand zur Leistung einer weiteren Akontozahlung von neun Mil-
lionen Franken geboten, vermag dies nicht zu überzeugen. Nachdem die Bau-
herrin nach den Feststellungen von E. die bisherigen Rechnungen stets bezahlt 
hatte und J. aus diesem Grunde auch den Angeschuldigten schon in der Bespre-
chung vom 25. November 2004 dringend darauf hinwies, dass es nicht geduldet 
werde, dass die Nichtbezahlung von Handwerkern mit ausbleibenden Zahlungen 
der Bauherrschaft begründet werde, ist es auch nicht überzeugend, wenn geltend 
gemacht wird, die Subunternehmer hätten mit dem Abbruch der Arbeiten ge-
droht, falls bis Ende Jahr keine weiteren Zahlungen eingehen sollten. Einerseits 
war der grosse Auftrag für die massgeblichen Unternehmer zweifellos so inter-
essant, dass sie bei geschickter Verhandlungsführung bestimmt bereit gewesen 
wären, für die kurze Zeit, welche die Fachleute der Bauherrin zur seriösen Über-
prüfung der Schlussrechnung gebraucht hätten, zuzuwarten, und andererseits 
wäre es der Auftraggeberin im Interesse einer gründlichen Kontrolle der Rech-
nungen zuzumuten gewesen, eine gewisse Verzögerung in der Beendigung der 
Bauarbeiten in Kauf zu nehmen. Es liegen keine konkreten Hinweise dafür vor – 
und auch J. hat in seinen Aktenvermerken nichts Derartiges festgehalten -, dass 
die Unternehmer zu einer derartigen Lösung nicht Hand geboten hätten. Wenn 
aber Frau X., um ja keine Zeit zu verlieren, selbst auf das Risiko hin, die Schluss-
rechnung nicht seriös überprüfen lassen zu können, weitere Zahlungen leistete 
und es ihren Vertragspartners damit ermöglichte, teilweise ungerechtfertigte 
Rechnungen zu stellen, so liegt darin eine mangelnde Vorsicht, welche Arglist 
auf Seiten des Angeschuldigten ausschliesst.

d) Die Anzeigeerstatterin machte in ihrer Strafanzeige und der Ergän-
zung zu dieser geltend, sie sei durch die unrichtige Schlussrechnung vom  13. 
Dezember 2004 arglistig getäuscht und aufgrund ihres Irrtums zur Zahlung eines 
Betrages von über neun Millionen Franken veranlasst worden, wodurch sie sich 
am Vermögen geschädigt habe. In der Beschwerde, in welcher wie oben darge-
stellt gerügt wurde, dieser Vorwurf sei im bisherigen Strafverfahren nicht geprüft 
worden, wird ausgeführt, der vom Angeschuldigten gegenüber X. verübte Betrug 
sei damit im Jahre 2004 vollendet worden. Die im Jahre 2005 erstellte Rechnung 
könne - auch wenn sie in anderer Hinsicht strafrechtliche Bedenken wecke – auf 

21

dieses Delikt keinen Einfluss mehr haben. Die Beschwerdeführerin habe vor der 
Vermögensdisposition nur von der Schlussrechnung vom 13. Dezember 2004 
getäuscht werden können; ob die Schlussrechnung vom 26. April 2005 bezie-
hungsweise die im Polizeirapport erwähnte Kostenzusammenstellung korrekt ge-
wesen sei, sei bezüglich des erhobenen Betrugsvorwurfes nicht relevant. Diese 
Auffassung ist zutreffend und führt dazu, dass die in der Ergänzung der Strafan-
zeige als weitere Anhaltspunkte auf strafbare Handlungen erwähnten Vorkomm-
nisse insofern nicht von Bedeutung sein können, als sie zur Untermauerung des 
Vorwurfs des Betruges gedacht sein sollten. Abgesehen davon, dass die 
Schlussrechnung vom April 2005 ja keine Vermögensdisposition auslöste und 
schon von daher nicht Element eines Betruges bilden konnte, liesse sich der Vor-
wurf arglistiger Täuschung, der  bereits im Zusammenhang mit der Schlussrech-
nung vom Dezember 2004 verneint wurde, erst recht nicht mit Bezug auf die 
Schlussrechnung vom April 2005 begründen, nachdem nun mehrere Monate zur 
Überprüfung der im Dezember 2004 in Rechnung gestellten Aufwendungen zur 
Verfügung gestanden hatten und Buchprüfungen durch Magister L. ja im Februar 
2005 auch vorgenommen worden waren. Zusammenfassend ist damit mit Bezug 
auf den Tatbestand des Betruges festzustellen, dass wegen Fehlens des Tatbe-
standsmerkmals der Arglist im Falle einer Anklageerhebung sich ein Schuld-
spruch nicht begründen liesse und damit in diesem Punkt ein Freispruch zu er-
warten wäre. Die diesbezügliche Einstellung des Strafverfahrens war damit ge-
rechtfertigt, und es bleibt zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin geschil-
derten Vorkommnisse in anderer Hinsicht von strafrechtlicher Relevanz sein kön-
nen.

2. Der Untersuchungsrichter und der Vertreter der Beschwerdeführe-
rin sind sich darüber einig, dass im vorliegenden Fall der Tatbestand der unge-
treuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB in der Form des sogenannten 
Missbrauchstatbestandes gemäss Abs. 2 der genannten Norm in Frage steht. 
Nach dieser Bestimmung macht sich strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen 
anderen unrechtmässig zu bereichern, die ihm durch das Gesetz, einen behörd-
lichen Auftrag oder ein Rechtsgeschäft eingeräumte Ermächtigung, jemanden zu 
vertreten, missbraucht und dadurch den Vertretenen am Vermögen schädigt. In 
der Einstellungsverfügung wird festgehalten, das tatbestandsmässige Verhalten 
bestehe im Missbrauch einer Ermächtigung durch den Täter, indem dieser gegen 
die von ihm vertraglich übernommenen Pflichten verstosse. Die Untersuchungs-
akten gäben nur darüber Aufschluss, dass zwischen der Anzeigeerstatterin und 
der G. der Totalunternehmervertrag vom 2. Januar 2003 abgeschlossen worden 

22

sei, hingegen herrsche über dessen Inhalt und allfällige weitere Vereinbarungen 
keine Klarheit, weshalb denn in dieser Sache auch ein Zivilverfahren hängig sei. 
In der Strafuntersuchung habe nicht nachgewiesen werden können, dass die G. 
oder eine der für sie handelnden natürlichen Personen gegen die sich aus dem 
Vertrag ergebenden Pflichten verstossen habe. - In der Beschwerde wird der 
Standpunkt vertreten, ohne weitere Abklärungen lasse sich nicht sagen, der 
Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Abs. 2 
StGB finde mit Sicherheit keine Anwendung. Verschiedene Dokumente zeigten, 
dass die G. als Bauherrenvertreterin eingesetzt und als solche zur Vertretung der 
Beschwerdeführerin ermächtigt gewesen sei. Der Hinweis in der angefochtenen 
Einstellungsverfügung, erst das hängige Zivilverfahren vor dem Bezirksgericht 
Maloja werde Klarheit über den Inhalt der vertraglichen Verpflichtungen schaffen, 
greife jedoch zu kurz. Allein die Tatsache, dass sich ein Zivilgericht möglicher-
weise mit ähnlichen Fragestellungen befasse, entbinde die Strafverfolgungs-
behörde nicht davon, selbständig Untersuchungen zur Klärung des Sachverhalts 
zu tätigen; solche seien jedoch gänzlich unterblieben.

Die Parteien des Totalunternehmervertrages streiten sich darüber, ob zwi-
schen ihnen ein Globalpreis oder eine offene Abrechnung vereinbart worden ist. 
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, das erstere sei der Fall 
und sie folgert daraus zutreffend, dass – wenn dies zutrifft – der objektive Tatbe-
stand von Art. 158 Abs. 2 StGB nicht erfüllt sein könnte. Sollte die G. das Bau-
projekt in D. gegen Entrichtung eines Globalpreises übernommen haben, könnte 
es für die Bestellerin somit gleichgültig sein, zu welchen Bedingungen die Unter-
nehmerin mit den engagierten Subunternehmern Verträge abgeschlossen hat; es 
könnte sich der Missbrauchstatbestand also gar nicht vollenden, sondern es 
müsste gezwungenermassen bei einem untauglichen Versuch geblieben sein. 
Der zur Diskussion stehende Straftatbestand könnte also nur in Frage kommen, 
wenn entsprechend der Auffassung der G. eine offene Abrechnung, bei welcher 
der effektive Aufwand in Rechnung gestellt wird, vereinbart worden sein sollte. 
Der Vorwurf übertriebener Subunternehmervergebungen, aber auch der mehr-
fach erwähnte Kauf und Wiederverkauf eines Range Rovers, könnte bei dieser 
Vertragsvariante ein typischer Anwendungsfall einer ungetreuen Geschäftsbe-
sorgung im Sinne von Art. 158 Abs. 2 StGB sein. In der Beschwerde wird nun bei 
der Behandlung dieses Tatbestandes nicht konkret dargelegt, womit dieses De-
likt erfüllt worden sein könnte. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin 
damit ihrer Begründungspflicht nicht genügt, hält die durch die Staatsanwalt-
schaft verfügte Einstellung des Verfahrens auch in diesem Punkt selbst bei An-

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nahme einer offenen Rechnung im Ergebnis einer Überprüfung stand. An die Be-
gründung der angefochtenen Verfügung durch die Vorinstanz ist die Beschwer-
dekammer nicht gebunden, wenn sich deren Auffassung im Resultat als vertret-
bar erweist. Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Die G. schloss die Subunterneh-
merverträge zwar für Rechnung der Anzeigeerstatterin, aber in eigenem Namen 
ab, sie trat also selbst als Bestellerin auf und handelte somit als indirekte Stell-
vertreterin. Auf die indirekte Stellvertretung findet nun aber nach der in der mass-
gebenden Literatur vertretenen Auffassung Art. 158 Abs. 2 StGB keine Anwen-
dung (Basler Kommentar, N. 128 zu Art. 158 StGB). Damit bleibt aber für einen 
allfälligen Schuldspruch wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung kein Raum, so 
dass die Einstellung des Verfahrens mit Bezug auf diesen Tatbestand zu Recht 
erfolgt ist.

3. a) Die Staatsanwaltschaft hat festgestellt, die polizeilichen Ermittlun-
gen hätten ergeben, dass die G. die von zwölf Subunternehmern erhaltenen 
Skonti und Rabatte nicht der Anzeigeerstatterin habe zugute kommen lassen. 
Die Beschwerdeführerin hatte in der Ergänzung zur Strafanzeige auf diesen Um-
stand aufmerksam gemacht und der G. vorgeworfen, sie habe sich solche Preis-
nachlässe in der Höhe von rund einer Million Franken in die eigene Tasche ge-
steckt, obwohl sie behaupte, es sei eine offene Abrechnung vereinbart worden. 
Wenn dies aber der Fall gewesen sein sollte, wäre dadurch der Tatbestand der 
Veruntreuung erfüllt.

Dass in zahlreichen Fällen von Subunternehmern namhafte Rabatte und 
Skonti gewährt worden waren, ist ausgewiesen. War die G. nach dem Totalun-
ternehmervertrag verpflichtet, die Renovationsarbeiten an den Gebäuden in D. 
zu einem Globalpreis auszuführen, so konnte sie diese Preisnachlässe für sich 
beanspruchen. Die G. behauptet nun aber, es sei eine offene Abrechnung ver-
einbart worden. Verhält es sich also so, wie sie es selbst darstellt, war sie ver-
pflichtet, die von den Subunternehmern gewährten Rabatte und Skonti der Be-
stellerin weiterzugeben; sie durfte X. mit anderen Worten nur das in Rechnung 
stellen, was sie nach Abzug aller Vergünstigungen zu bezahlen hatte. Dies ge-
schah erwiesener- und zugegebenermassen in zahlreichen Fällen nicht, vielmehr 
liess die G. Skonti und Rabatte von insgesamt fast einer Million Franken in die 
eigene Tasche fliessen. Sie tat dies, nachdem sie sich angeblich bei ihren An-
wälten über die Rechmässigkeit dieses Vorgehens erkundigt hatte.

b) Der Untersuchungsrichter ging auf Grund dieser Sachlage der 
Frage nach, ob der Schuldausschliessungsgrund des Rechtsirrtums gemäss Art. 

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20 StGB gegeben sein könnte und kam zum Schluss, dass dies der Fall sei. Er 
führte aus, weder der Angeschuldigte noch K. seien sich darüber im Klaren ge-
wesen, ob sie die von den Subunternehmern gewährten Skonti und Rabatte der 
Bestellerin hätten weitergeben müssen, weshalb sie sich an Rechtsanwalt T. ge-
wandt hätten. Dieser und sein Bürokollege Rechtsanwalt U. hätten bestätigt, 
dass sie in dieser Sache angefragt worden seien und eine entsprechende Aus-
kunft (es wird nicht ausgeführt, wie diese lautete) erteilt hätten. Ein im Anwalts-
register eingetragener Rechtsanwalt müsse nun aber als kompetente Stelle im 
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung angesehen werden (Urteil des 
Bundesgerichts vom 29. September 1972, BGE 98 IV 303), befasse er sich doch 
mit der Beratung von Personen in derartigen Lebenslagen. Nachdem sich der 
Angeschuldigte an einen patentierten Anwalt gewandt und nach dessen Rat ge-
handelt habe, habe er bei der Bildung seines Unrechtsbewusstseins die vorge-
schriebene pflichtgemässe Sorgfalt angewendet. Der Rechtsirrtum sei damit un-
vermeidbar gewesen, so dass der Angeschuldigte straffrei bleibe und sich eine 
Überprüfung der Tatbestandsmässigkeit seines Vorgehens erübrige.

Die Argumentation der Staatsanwaltschaft vermag nicht zu überzeugen. 
Das Bundesgericht führte im zitierten Urteil aus, auf Rechtsirrtum könne sich nur 
berufen, wer zureichende Gründe zur Annahme gehabt habe, er tue überhaupt 
nichts Unrechtes. Dies sei nur der Fall, wenn dem Täter aus dem Rechtsirrtum 
kein Vorwurf gemacht werden könne, weil er auf Tatsachen beruhe, durch die 
sich auch ein gewissenhafter Mensch hätte in die Irre führen lassen. So müsste 
einem rechtsunkundigen Täter der Rechtfertigungsgrund ausnahmsweise zuge-
billigt werden, wenn eine Rechtsfrage zu lösen gewesen sei, welche er wegen 
ihrer besonderen Natur und erhöhter Kompliziertheit nicht habe erkennen können 
und deshalb auf die Auskünfte eines eigens dafür beigezogenen Rechtsberaters 
abgestellt habe. Voraussetzung sei aber, dass dem Rechtsberater der Sachver-
halt zur Prüfung vorgelegt worden sei, der vom Täter nachher verwirklicht und 
der im Gutachten unter allen rechtlichen Gesichtspunkten geprüft worden sei. 
Eine solche Konstellation liegt im vorliegenden Fall offensichtlich nicht vor. Ein-
mal weist der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass 
es sich bei Z. und K. um ausgebildete und erfahrene Berufsleute in leitender Stel-
lung handle, bei denen die Erstellung von Schlussrechnungen zum beruflichen 
Alltag gehöre und die beide hätte wissen müssen, dass bei der von ihnen be-
haupteten offenen Abrechnung die Zurückbehaltung von Rabatten in der zur Dis-
kussion stehenden Grössenordnung mindestens an der Grenze des Zulässigen 
liege. Gerade weil sie dies offenbar selbst erkannt hatten, wandten sie sich denn 

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wohl auch an einen Juristen. Der auf diese Sache angesprochene Rechtsanwalt 
Dr. T. erinnert sich nun zwar, dass er von einem Vertreter der G., vermutlich K., 
in der ersten Hälfte April 2005 angerufen und unter anderem gefragt worden war, 
ob die G. bei der Erstellung der Schlussabrechnung Skonto- und Rabattabzüge 
berücksichtigen müsse. Er habe darauf geantwortet, dass die Gesellschaft nach 
Gesetz und Werkvertrag nicht verpflichtet sei, irgendwelche Preisnachlässe zu 
gewähren. Die Beantwortung der Frage sei allerdings spontan und  „abstrakt“ in 
Unkenntnis der vollständigen Akten erfolgt. Die Tragweite der Frage sei vielleicht 
etwas unterschätzt worden, jedenfalls habe er keine Aktennotiz über das Ge-
spräch erstellt. Aus dieser Erklärung erhellt, dass von einer gründlichen Begut-
achtung der sich stellenden Problematik durch Dr. T. keine Rede sein kann. Die 
Frage der Behandlung der Preisnachlässe wurde offensichtlich neben anderen 
Dingen im Rahmen eines gewöhnlichen Telefongesprächs aufgeworfen und von 
Rechtsanwalt T. ohne Studium der einschlägigen Akten beantwortet. Es ist nicht 
einmal bekannt, ob der Anwalt bei der Beantwortung der Frage von der Verein-
barung eines Globalpreises ausging – in diesem Falle wäre seine Antwort zutref-
fend gewesen -, oder ob ihm der Vertreter der G. erklärt hatte, es werde nach 
Aufwand abgerechnet. Fest steht in jedem Fall,  dass eine telefonische Auskunft, 
welche ohne Kenntnis der genauen Umstände erteilt wird, niemals den Anforde-
rungen zu genügen vermag, welche das Bundesgericht im erwähnten Entscheid 
an die Zubilligung eines Rechtsirrtums gestellt hat. Von der Situation, wie sie dem 
Urteil des Bundesgerichtes zugrunde lag, wo durch ein eigentliches Gutachten 
über eine schwierige Rechtsfrage Auskunft verlangt worden war, und wo das 
Bundesgericht dem Fragesteller trotzdem keinen Rechtsirrtum zubilligte, weil er 
nicht genau den Sachverhalt verwirklichte, den er dem Gutachter vorgelegt hatte, 
ist der vorliegende Fall, wo die Erkundigung in einem gewöhnlichen Telefonge-
spräch bestand, weit entfernt. Von einer Sitzung, an welcher nach der Behaup-
tung von K. über diese Angelegenheit diskutiert worden sein soll, ist weder Z. 
etwas bekannt noch weiss man davon bei der Anwaltskanzlei W., Y., T. etwas, 
man gab dem Untersuchungsrichter lediglich bekannt, man habe eine mündliche 
Auskunft erteilt. Am 23. November 2005 bestätigte dieses Anwaltsbüro dem 
Rechtsvertreter des Angeschuldigten das eingangs erwähnte Telefongespräch; 
von einer gründlichen Prüfung der Angelegenheit ist nirgends die Rede. Aufgrund 
einer so oberflächlichen Abklärung einer für die Rechnungstellung wesentlichen 
Frage kann den für die G. verantwortlichen, fachkundigen Personen nun aber 
unmöglich ein Rechtsirrtum zugestanden werden. Die gegenteilige Betrachtungs-
weise der Staatsanwaltschaft ist unhaltbar, und es ist der Beschwerdeführerin 
zuzustimmen, dass weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht ein klarer 

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Fall eines Rechtsirrtums vorliegt, welcher die Einstellung des Verfahrens zu 
rechtfertigen vermöchte.

c) Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren aufgrund der unzutref-
fenden Annahme eines Rechtsirrtums eingestellt, ohne die Erfüllung des ohne 
weitere Begründung unterstellten Tatbestandes der Veruntreuung im Einzelnen 
zu prüfen. Nachdem sich die Einstellung des Strafverfahrens mit Bezug auf die 
von der G. nicht an die Bestellerin weitergegebenen Skonti und Rabatte als un-
gerechtfertigt erwiesen hat, wird sich die Staatsanwaltschaft mit der Frage zu be-
fassen haben, ob sich Anhaltspunkte für das Vorliegen eines deliktischen Verhal-
tens finden lassen und welcher Straftatbestand mit Bezug auf diese Vorkomm-
nisse allenfalls in Frage kommen könnte. Falls etwa X. dem Angeschuldigten 
Geld zur Zahlung von Rechnungen übergeben haben sollte und aus diesen Mit-
teln nur ein Teil zur Bezahlung von Forderungen von Subunternehmern verwen-
det, der Rest aber behalten worden sein sollte, wäre ein strafbares Verhalten im 
Sinne der vom Untersuchungsrichter offenbar ins Auge gefassten Veruntreuung 
oder allenfalls eines anderen Deliktes denkbar. Der Sachverhalt liegt allerdings 
anders als in dem in den Rechtsschriften erwähnten Bundesgerichtsentscheid 
106 IV 257, wo es um das Zurückbehalten von Rückvergütungen ging; dieses 
Urteil kann also im vorliegenden Fall kaum herangezogen werden. Ob durch das 
Einbehalten von Skonti und Rabatten in der angedeuteten oder allenfalls in an-
derer Weise die Anzeigeerstatterin in rechtswidriger Weise an ihrem Vermögen 
geschädigt wurde, wird die Staatsanwaltschaft zu überprüfen haben. Es ist nicht 
Sache der Beschwerdekammer, in den Akten nach Anhaltspunkten für delikti-
sches Verhalten zu suchen; die Sache ist vielmehr zur Vornahme dieser Ab-
klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

III. Ist die Beschwerde, soweit darauf eingetreten kann, teilweise gut-
zuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben, soweit das Verfahren 
auch mit Bezug auf die Skonti und Rabatte eingestellt wurde, sind die Kosten der 
Beschwerdekammer dem Ausgang des Verfahrens entsprechend auf die Be-
schwerdeführerin und den Kanton Graubünden zu verteilen. Da X. mit ihrer Be-
schwerde nur in einem untergeordneten Punkt durchgedrungen ist, erscheint es 
angebracht, ihr fünf Sechstel und dem Kanton Graubünden einen Sechstel der 
Kosten aufzuerlegen. Dem Begehren der Beschwerdeführerin um Zusprechung 
einer Entschädigung kann – abgesehen davon, dass die Anzeigeerstatterin nur 
in einem untergeordneten Punkt erfolgreich war - mangels gesetzlicher Grund-
lage praxisgemäss nicht entsprochen werden. Die Strafprozessordnung sieht in 
Art. 161 Abs. 1 vor, dass einem Angeschuldigten bei Freispruch oder Einstellung 

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des Verfahrens auf sein Begehren hin eine Entschädigung für erlittene Nachteile 
zuzusprechen ist, und für das Rechtsmittelverfahren sieht Art. 160 Abs. 4 StPO 
vor, dass dem Verteidiger eine aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen 
werden kann. Eine Entschädigung steht also unter diesen Voraussetzungen nach 
der gesetzlichen Regelung nur dem Verteidiger beziehungsweise dem Ange-
schuldigten oder Angeklagten zu; von einer Entschädigung an einen Geschädig-
ten oder dessen Rechtsvertreter ist hingegen im Gesetz nirgends die Rede.

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, teilweise gutgeheis-
sen und die angefochtene Einstellungsverfügung insoweit aufgehoben, 
als das Strafverfahren auch im Zusammenhang mit Skonti und Rabatten 
eingestellt wurde.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 3'000 Franken gehen zu fünf 
Sechsteln, das heisst 2'500 Franken, zu Lasten der Beschwerdeführerin 
und zu einem Sechstel, das heisst 500 Franken, zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: