# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5088c721-7731-52ef-b4c6-45944742caa4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.09.2018 3-RV.2018.13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2018-13_2018-09-20.pdf

## Full Text

2018 Steuern 385 

I. Steuern 

A. Kantonale Steuern 

48 Buchwertfortführung; Aufwertung; Bilanzberichtigung (§ 27 Abs. 2 StG) 

- Eine über dem Kaufpreis liegende Einbilanzierung von Aktiven ist 

handelsrechtswidrig und es ist grundsätzlich eine Bilanzberichtigung 

vorzunehmen. Es ist nicht eine steuerwirksame Aufwertung 

abzurechnen. 

- Bei einer Hofübergabe zum Ertragswert ist eine Buchwertfortfüh-

rung zulässig. Der Übernehmer ist aber nicht an die ursprünglich 

eingereichte Buchhaltung mit den Fortführungswerten gebunden, 

wenn die Übergeber einen Verlust abrechnen. Beim Übernehmer ist 

keine Aufwertung zwischen Kaufpreis und Buchwert des Übergebers 

abzurechnen.  

Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern, 

vom 20. September 2018 in Sachen L. + B.V. (3-RV.2018.13). 

Aus dem Entscheid 

2. 
2.1. 
Der Vater des Rekurrenten führte einen Landwirtschaftsbetrieb 

in L. Der Buchwert der Liegenschaften per 31. Dezember 2012 be-
trug (…) unbestritten CHF 700'505.55.  

2.2. 
Der Rekurrent übernahm den Landwirtschaftsbetrieb seines 

Vaters per 1. Januar 2013. Unter anderem erwarb er die Grundstücke 
des Landwirtschaftsbetriebs für CHF 390'500.00 (…). Der Vater des 
Rekurrenten verstarb kurz nach der Hofübergabe.  

2.3. 
Mit der Steuererklärung reichte der Rekurrent den Jahresab-

schluss 2013 des Landwirtschaftsbetriebes (Fassung 2014) ein. In der 

386 Spezialverwaltungsgericht 2018 

Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2013 waren die immobilen Sachanla-
gen in Fortführung der Buchwerte des Vaters mit CHF 700'505.55 er-
fasst.  

Im Jahr 2013 wurden Abschreibungen auf den Buchwerten der 
immobilen Sachanlagen per 1. Januar 2013 von CHF 29'008.00 ver-
bucht (zudem wurden im Jahr 2013 Kosten aktiviert und Abschrei-
bungen darauf verbucht). Der Buchwert der immobilen Sachanlagen 
per 31. Dezember 2013 (Fassung 2014) betrug CHF 673'594.25.  

2.4. 
Mit Schreiben vom 19. Januar 2017 reichten die Rekurrenten 

einen neuen Jahresabschluss 2013 des Landwirtschaftsbetriebs 
(Fassung 2017) ein. In der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2013 wa-
ren die immobilen Sachanlagen neu mit dem Kaufpreis von 
CHF 390'500.00 erfasst. Daraus folgten tiefere Abschreibungen (auf 
dem Einbuchungswert) von CHF 17'834.65 und ein Buchwert per 
31. Dezember 2013 von CHF 374'762.05.  

Dazu führten die Rekurrenten aus, mit der Hofübergabe habe 
der Rekurrent den Treuhänder gewechselt. Der neue Treuhänder habe 
die Eingangsbilanz gestützt auf die Buchwerte des Vaters erstellt, ob-
wohl zwischen dem Rekurrenten und seinen Eltern vereinbart gewe-
sen sei, dass der Kaufpreis einbilanziert werde. Der Irrtum sei vom 
Rekurrenten erst erkannt worden, als die Mutter des Rekurrenten ge-
gen die Veranlagung der Liquidationsgewinnsteuer, die auf einer 
Fortführung der Buchwerte beruht habe, Einsprache geführt habe.   

2.5.  
Mit Entscheid vom 3. Mai 2017 wurde die Einsprache der 

Mutter des Rekurrenten von der Steuerkommission L. gutgeheissen 
und der Verlust auf dem Verkauf der landwirtschaftlichen Grund-
stücke von CHF 310'005.00 (Verkaufspreis von CHF 390'500.00 ./. 
Buchwert von CHF 700'505.00) zum Abzug zugelassen.  

2.6. 
Die Steuerkommission L. erfasste in der Steuerveranlagung 

2013 der Rekurrenten einen Gewinn aus Aufwertung von 
CHF 280'115.00, den sie wie folgt berechnete: 

Buchwert Anfangsbilanz 01.01.2013 Fr. 700'705.00 

Kaufpreis Fr. 390'500.00 

2018 Steuern 387 

Aufwertung Fr. 310'205.00 

AHV Fr.  -30'090.00 9.70% 

Aufrechnung Ziffer 2.1 Fr. 280'115.00  

(Zu dieser Berechnung ist festzuhalten, dass der Buchwert per 
1. Januar 2013 CHF 700'505.00 betrug und nicht CHF 700'705.00.)  

Sie führt aus, da der Verkäufer zum Kaufpreis abgerechnet 
habe, sei beim Rekurrenten, der die Fortführungswerte eingebucht 
habe, eine Aufwertung zu erfassen. Die Rekurrenten seien auf ihre 
korrekt geführte Buchhaltung und damit auf die Einbuchungswerte 
zu behaften. Es sei kein Grund erkennbar, weshalb Handelsrecht ver-
letzt worden sei, da bei einer Hofübergabe die Fortführung der Buch-
werte gemäss Praxis zulässig sei. Es liege daher keine Bilanzberichti-
gung vor, sondern eine nicht mehr zulässige Bilanzänderung, die ein-
zig dazu diene, eine sich abzeichnende Aufrechnung abzuwenden. 

2.7. 
Die Rekurrenten führen aus, dass die über dem Kaufpreis er-

folgte Einbilanzierung der Liegenschaften offensichtlich gegen das 
Handelsrecht verstosse. Somit liege eine zulässige Bilanzberichti-
gung vor, die von Amtes wegen hätte vorgenommen werden müssen. 
Aufgrund der Praxis und Rechtsprechung sei klar, dass der steuer-
liche Übergabewert dem Übernahmewert beim Erwerber entsprechen 
müsse. Da vorliegend bei der Mutter des Rekurrenten die Abrech-
nung mit dem Kaufpreis erst auf Einsprache hin anerkannt worden 
sei, sei es folgerichtig, beim Rekurrenten ebenfalls auf den Kaufpreis 
abzustellen. Im Übrigen sei die Berichtigung nicht zum Ausgleich 
einer sich abzeichnenden Aufrechnung vorgenommen worden. Tat-
sächlich sei die korrigierte Bilanz vor der Eröffnung der Veranlagung 
und damit vor Kenntnis der Aufrechnung eingereicht worden. Selbst 
wenn eine unzulässige Bilanzänderung vorliegen sollte, wäre der Re-
kurrent aufgrund von Treu und Glauben nicht an seine Deklaration 
gebunden, da er von einer zwingenden Kongruenz zwischen seiner 
Veranlagung und jener seiner Mutter ausgegangen sei. 

 
 
 
 

388 Spezialverwaltungsgericht 2018 

(…) 
3. 
3.1. 
Zu beurteilen ist, ob der Rekurrent mit der Anpassung der Ein-

buchungswerte eine Bilanzänderung oder eine Bilanzberichtigung 
vorgenommen hat.  

3.2. 
(Zitat des BGE 141 II 83, Erw. 3.2 ff.) 
3.3. 
Die Bestimmungen für die Bewertung von Aktiven und 

Verbindlichkeiten finden sich in Art. 960 ff. OR. Gemäss Art. 960a 
Abs. 1 OR müssen Aktiven bei ihrer Erstbewertung höchstens zu den 
Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet werden. Auch in 
den Folgebewertungen dürfen Aktiven nicht höher bewertet werden 
(Art. 960a Abs. 2 OR). Dies gilt unabhängig von der Rechtsform des 
Unternehmens (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, 
Muri-Bern 2015, § 27 StG N 82). 

3.5. 
Es ist offensichtlich, dass die Einbuchungen der Liegenschaften 

durch den Rekurrenten zu den über dem Kaufpreis liegenden, vom 
Vater geführten Buchwerten gemäss Art. 960a Abs. 1 OR handels-
rechtswidrig sind. Ebenso verstösst die von der Steuerkommission L. 
vorgenommene Aufwertung über die Anschaffungskosten hinaus ge-
gen Art. 960a Abs. 2 OR und damit gegen das Handelsrecht.  

Bei einer Einbringung von Geschäftsaktiven zu einem übersetz-
ten Wert und ebenso bei einer Einbuchung zu einem zu hohen Wert 
ist mit einer Bilanzberichtigung der Buchwert zu korrigieren und 
nicht eine steuerbare Aufwertung vorzunehmen (AGVE 2009 
S. 301).  

3.5. 
Einzugehen ist auf folgende Ausführungen im VGE vom 

21. Oktober 2009 (WBE.2008.192) zur Einbuchung der Aktiven 
beim Übernehmer bei einer Hofübergabe (Kursivschrift nicht im Ori-
ginal): 

 

 

2018 Steuern 389 

"2.6.2. 

Wenn der Übernehmer unmittelbar zu einem höheren als dem 

Erwerbspreis einbucht (wie vom Sohn des Beschwerdeführers in dessen  

Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2003 im Jahresabschluss 2003 vom 17. Juni 

2004 geschehen), nimmt er bereits mit der erstmaligen Einbuchung eine 

Aufwertung über die Anschaffungskosten hinaus vor, die – sofern sie 

obligationenrechtlich überhaupt als zulässig betrachtet wird (vgl. Art. 960 

Abs. 2 OR) – gemäss § 27 Abs. 2 StG als Einkommen aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit der Besteuerung unterliegt. Dies ist auch dann der Fall, 

wenn der von ihm gewählte Einbuchungswert den Buchwert des betreffen-

den Aktivums beim Veräusserer nicht übersteigt. Die Annahme einer steuer-

neutralen Buchwertübernahme fällt – als Gegenstück zur Anerkennung des 

vom Veräusserer anlässlich der Übergabe erzielten Verlusts – ausser Be-

tracht."  

Bei diesen Erwägungen ist zu beachten, dass das Rechnungsle-
gungsrecht per 1. Januar 2013 revidiert wurde.  

Gemäss der bis Ende 2012 Jahr geltenden Fassung von Art. 960 
Abs. 2 OR waren Aktiven höchstens nach dem Wert anzusetzen, der 
ihnen im Zeitpunkt, auf welchen die Bilanz errichtet wurde, für das 
Geschäft zukam. Demnach war eine Aufwertung unter gewissen 
Voraussetzungen zulässig. Der (erfolgsneutralen) Einbuchung von 
Aktiven zu einem über dem Kaufpreis, aber unter dem Geschäftswert 
liegenden Wert war (steuerrechtlich) durch eine Aufwertung Rech-
nung zu tragen (RGE vom 22. März 2012 [3-RV.2011.175] be-
treffend die Einbuchung von geschenkten Aktiven).  

Gemäss dem ab 1. Januar 2013 neu geltenden Rechnungsle-
gungsrecht und insbesondere Art. 960a OR ist – wie gesehen – die 
Einbuchung von Aktiven zu einem überhöhten Wert immer 
handelsrechtswidrig und damit unzulässig im Sinne des VGE vom 
21. Oktober 2009 (WBE.2008.192). Daher ist steuerrechtlich einer 
derartigen Einbuchung nicht mehr durch eine Aufwertung, sondern 
durch eine Bilanzberichtigung Rechnung zu tragen (vgl. AGVE 2009 
S. 301 betreffend die Einbringung von Aktiven zu einem über dem 
Geschäftswert liegenden Wert, die schon unter dem aOR nicht 
zulässig war).   

 

390 Spezialverwaltungsgericht 2018 

3.6. 
Zusätzlich zu beachten ist vorliegend, dass die Einbuchung der 

Aktiven zum über dem Kaufpreis liegenden, vom Vater geführten 
Buchwert gestützt auf eine steuerrechtliche Korrekturnorm bzw. Pra-
xis erfolgte. Der Rekurrent hat in der Annahme, dass die Mutter 
ebenfalls eine Buchwertfortführung deklariert und entsprechend kei-
nen Verlust geltend macht, die Aktiven gestützt auf diese Praxis be-
wusst zu hoch eingebucht. Es stellt sich die Frage, ob der Rekurrent 
auf eine zwar handelsrechtswidrige, aber steuerlich anerkannte Bu-
chung zu behaften ist.  

Die Möglichkeit der steuerneutralen Buchwertfortführung ver-
folgt den Zweck, eine Hofübergabe zum Ertragswert innerhalb der 
Familie nicht durch Steuerfolgen zu erschweren oder zu verunmög-
lichen (VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2008.291]). Dieser 
Zweck wird ad absurdum geführt, wenn der Rekurrent vorliegend auf 
seine ursprüngliche Deklaration behaftet und eine steuerbare 
Aufwertung vorgenommen wird. 

Nach Ansicht des Spezialverwaltungsgerichtes kann der Re-
kurrent deshalb vorliegend nicht auf die ursprüngliche Buchhaltung 
(Fassung 2014) behaftet werden. Zu welchem Zeitpunkt ihm bewusst 
wurde, dass seine Mutter keine Buchwertfortführung deklarierte, 
kann dabei offen gelassen werden. Ein rechtsmissbräuchliches 
Vorgehen des Rekurrenten ist nicht zu erkennen.  

3.7. 
Im Ergebnis ist der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen. Für 

die Berechnung der steuerbaren Einkünfte aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit des Rekurrenten ist auf die berichtigte Buchhaltung 
2013 (Fassung 2017) abzustellen. 

 

49 Vermögensertrag aus Secondhandpolicen (§ 29 Abs. 1 StG) 

- Berechnung des Vermögensertrages aus Secondhandpolicen. 

- Die Beteiligung an einem Pool von Secondhandpolicen stellt eine 

Beteiligung an einer kollektiven Kapitalanlage dar.