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**Case Identifier:** 079ab0cf-8183-54b5-94c2-bbf615a9358e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.07.2020 200 2019 221
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-221_2020-07-21.pdf

## Full Text

200 19 221 IV
LOU/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Juli 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Februar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), …, 
meldete sich erstmals 2002 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1.9). Mit Verfügung vom 
20. Februar 2003 verneinte die IV einen Anspruch auf eine Invalidenrente 
(AB 1.3). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Im Juni 2010 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei 
der IV an (AB 5). Es erfolgte eine Begutachtung bei der C.________ 
(MEDAS; Expertise vom 26. März 2012 [AB 27.1]). Mit Verfügung vom 
17. August 2012 (AB 30) wurde ein Rentenanspruch verneint. Diese 
Verfügung blieb unangefochten.

B.

Der Versicherte meldete sich im Mai 2013 erneut zum Leistungsbezug an 
(AB 33). Die IVB tätigte in der Folge medizinische Abklärungen. Mit 
Vorbescheid vom 18. Juni 2014 (AB 62) stellte sie in Aussicht, vom 
1. Dezember 2013 bis zum 31. Mai 2014 befristet eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 67) 
veranlasste die IVB eine psychiatrisch-orthopädische Begutachtung bei der 
Begutachtungsstelle D.________ (Expertise vom 14. Oktober 2015 
[AB 116.1]). Gestützt darauf forderte sie den Versicherten im Rahmen 
seiner Schadenminderungspflicht auf, sich einer teilstationären Behandlung 
in einer Tagesklinik mit Neueinstellung der antidepressiven Medikation zu 
unterziehen (AB 119). Nach weiteren medizinischen Abklärungen erfolgte 
eine erneute Begutachtung durch die MEDAS (Expertise vom 16. Januar 
2018 [AB 172.1]). Mit weiterem Vorbescheid vom 5. April 2018 (AB 174) 
stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 75 % eine vom 1. Dezember 
2014 bis zum 30. September 2017 befristete ganze Rente in Aussicht. 

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Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 177, 179 f.). verfügte die IVB am 
15. Februar 2019 (AB 186) dem Vorbescheid entsprechend.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 18. März 2019 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. Februar 2019 ist 
insoweit aufzuheben, als sie per 1. Oktober 2017 den Invaliditätsgrad 
auf weniger als 40 % festsetzt.

2. Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers ist ab 1. Oktober 2017 auf 
mindestens 50 % anzusetzen.

3. Eventualiter: Es sind weitere medizinische Abklärungen bezüglich 
Zumutbarkeit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess zu treffen.

4. Dem Beschwerdeführer ist für das Beschwerdeverfahren das Recht 
zur unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung eines amtlichen 
Anwaltes, zu erteilen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 23. April 
2019 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingaben vom 25. April und 7. Juni 2019 ergänzte der 
Beschwerdeführer die Beschwerde samt Beilagen.

Die Beschwerdegegnerin ergänzte ihre Beschwerdeantwort mit Eingabe 
vom 11. Juli 2019.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. März 2020 wies der 
Instruktionsrichter den Beschwerdeführer auf die Möglichkeit einer 
Schlechterstellung hin. 

Der Beschwerdeführer hielt mit Stellungnahme vom 14. Mai 2020 an den 
gestellten Anträgen fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Februar 2019 
(AB 186). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die 
unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig 
und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine IV-Rente unter 
Einschluss der vom 1. Dezember 2014 bis zum 30. September 2017 
zugesprochenen ganzen Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im 
Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im 
bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und 
Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die 
betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage 
kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen 
Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 
346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden 
können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 
i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 
Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die 
medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann 
immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Es ist dem klaren Willen des 
Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im 
Zuge einer objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen 
„Validität“ der versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 
S. 295).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

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Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht 
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wird ein Gesuch um Revision 
eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der 
Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten 
Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit 
oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen 
Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, 
vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 
33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich 
die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden 
Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

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2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den 
Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im 
Neuanmeldungsverfahren - analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG - durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine 
anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass 
dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend 
eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der 
Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der 
Dreimonatsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der 

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Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

2.6 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 
88a Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche 
Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist 
im Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der 
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 
voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Mai 2013 
(AB 33) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 

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Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu 
beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich 
des Sachverhalts im Zeitpunkt der rentenverneinenden Verfügung vom 
17. August 2012 (AB 30), als letztmals eine allseitige Überprüfung der 
Leistungsvoraussetzungen erfolgte, mit demjenigen bei Erlass der hier 
angefochtenen Verfügung vom 15. Februar 2019 (AB 186) zu prüfen, ob in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung in 
medizinischer bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die geeignet ist, 
den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.4.2 f. hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der 
Leistungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu 
prüfen (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 17. August 2012 (AB 30) basierte im 
Wesentlichen auf dem MEDAS-Gutachten vom 26. März 2012 (AB 27.1), in 
welchem die Dres. med.  E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, und G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
folgende Diagnosen festhielten (S. 19 Ziff. 5.1):

• chronische Hüftschmerzen beidseits unter rechtsseitiger Betonung (ICD-
10 M79.65);
o anamnestisch fragliche Besserung nach arthroskopischer 

anterolateraler Labrumresektion, Pfannenrandtrimmung und 
anterosuperiorer Taillierung des Kopf-Hals-Überganges links am 
26. Februar 2010 (Klinik X.________);

o sehr inkonstant geäusserte Leistenschmerzen beidseits.

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden Diagnosen 
auf (S. 19 Ziff. 5.2):

• anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4);
• Status nach Kokain-Abhängigkeit (ICD-10 F14.2);
• chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

Symptomatik (ICD-10 M54.80);
o radiologisch beginnende Spondylarthrose LWK4 bis SWK1 (Röntgen 

vom 27. Januar 2012);
• chronische Polyarthralgie im Fingerbereich beidseits (ICD-10 M25.54);
• gastroösophageale Refluxkrankheit bei Hiatushernie (ICD-10 K21.9);
• leichte mikrozytäre, hypochrome Anämie (ICD-10 D50.9);

o DD bei Eisenmangel, kontrollbedürftig;
• Hypogonadismus gemäss Unterlagen (ICD-10 E29.1);

o unter Testosteron-Substitution;
• chronischer Nikotinabusus, ca. 35 py (ICD-10 F17.1);

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• Status nach Operation bei Epicondylitis humeri radialis rechts September 
2010, Bern (ICD-10 Z98.8).

Aus orthopädischer Sicht beeinflussten die chronischen Hüftschmerzen 
beidseits die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 6.2). Die vom Beschwerdeführer 
geklagten Beschwerden liessen sich allerdings durch die klinischen und 
radiologischen Befunde kaum erklären. Die erheblichen Inkonsistenzen 
sowie das völlig fehlende Ansprechen auf langdauernde körperliche 
Schonung könnten als klare Hinweise für eine massive nicht-organische 
Beschwerdekomponente angesehen werden (S. 17 Ziff. 4.2.4). Für die 
angestammte Tätigkeit als … bestehe aufgrund der objektivierbaren 
Befunde ebenso wie für andere körperlich schwere Tätigkeiten eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeiten unter Wechselbelastung liege dagegen aus orthopädischer 
Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
vor. Das Heben und Tragen von Lasten über 15 Kilogramm sollte dabei 
vermieden werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit. Ausser der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung und dem Status nach Kokainabhängigkeit könne keine 
weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Dem Beschwerdeführer 
könne zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige 
Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer seinen körperlichen 
Einschränkungen angepassten Tätigkeiten nachzugehen (S. 20 Ziff. 6.2). 
Insgesamt könne interdisziplinär eine Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit und in jeder anderen körperlich schwer 
belastenden Tätigkeit festgestellt werden. Für körperlich leicht bis 
mittelschwer adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine 
uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Medizinische 
Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könnten keine 
vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen könnten aufgrund zu 
geringer Erfolgsaussichten (S. 22 Ziff. 6.8) infolge der ausgeprägten 
subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung (welche jedoch 
keinen Krankheitswert habe und sich durch eine psychiatrische 
Behandlung kaum wesentlich beeinflussen lassen würde [S. 21 Ziff. 6.6]) 
nicht empfohlen werden (S. 21 Ziff. 6.7).

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3.3 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der Neuanmeldung vom Mai 
2013 (AB 33) betrifft, ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen das 
Folgende:

3.3.1 Dem Operationsbericht von Prof. Dr. med.  H.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 16. Oktober 2013 (AB 56) ist zu entnehmen, dass am 4. Oktober 2013 
eine chirurgische Hüftluxation mit Labrumrevision, Zurücktrimmen des 
anterosuperioren Pfannenrandes, Labrumrefixation sowie Schaffung einer 
korrekten Taille am Femurkopf-Schenkelhalsübergang an der rechten Hüfte 
vorgenommen wurde.

3.3.2 Dr. med.  I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Tropenmedizin, vom 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), hielt in der Stellungnahme vom 
20. August 2014 (AB 74) fest, aufgrund des postoperativen Verlaufs 
betrage die Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten 
schätzungsweise bis Oktober 2014 weiterhin 100 %.

3.3.3 Im bidisziplinären Gutachten der Begutachtungsstelle D.________ 
vom 14. Oktober 2015 (AB 116.1; vgl. auch Stellungnahme vom 27. April 
2016 [AB 130.1]) führten die Dres. med.  J.________, Facharzt für 
Chirurgie, und K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen auf (S. 31 Ziff. 6):

• rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 
Episode mit zusätzlichen Panikattacken und agoraphobischem 
Meideverhalten (ICD-10 F33.1);

• dringender Verdacht auf histrionische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.4);

• anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei zugrundeliegender action-
pain-proneness-Struktur (ICD-10 F45.0);

• Somatisierungsstörung bei zugrunde liegender action-pain-proneness-
Struktur (ICD-10 F45.0);

• chronische Hüftschmerzen beidseits, rechtsbetont mit/bei (...).

Als Diagnosen mit unklarem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie 
die Folgenden fest (S. 31 Ziff. 6):

• Abhängigkeitssyndrom von Opioiden, gegenwärtig Teilnahme an ärztlich 
überwachtem Ersatzdrogenprogramm bzw. Verschreibung zur 

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Schmerztherapie (Methadon), fraglich zusätzlicher Substanzgebrauch 
(ICD-10 F11.22);

• Abhängigkeitssyndrom von Cannabis, gegenwärtiger Substanzgebrauch 
(aktive Abhängigkeit; ICD-10 F12.24).

Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie einen 
Status nach Störungen durch multiplen Substanzgebrauch (Kokain, 
LSD, Morphin, Cannabis), anamnestisch bis zum 30. Lebensjahr, fest 
(ICD-10 F19; S. 31 Ziff. 6).

Bei der chirurgisch-traumatologischen Untersuchungung hätten die 
invalidisierend angegebenen Beschwerden nicht ansatzweise erklärt 
werden können. Zudem hätten sich in Bezug auf die Untersuchung des 
rechten Hüftgelenks, welches gemäss Beschwerdeführer das 
Hauptproblem darstelle, erhebliche Inkonsistenzen ergeben. So habe 
dieser keine passiv geführten Bewegungen zugelassen, so dass weder 
die Flexion noch die Aussen- und Innenrotation oder die Abduktion habe 
überprüft werden können. Hingegen habe dieser aber problemlos seine 
Schuhe und Strümpfe an- und ausziehen können, indem er jeweils das 
rechte Bein in voller Aussenrotation auf den gegenüberliegenden 
Oberschenkel legte (rechts wie links). Damit habe eine Aussenrotation 
vorgelegen, die absolut im Gegensatz zur selektiv geprüften 
Beweglichkeit stehe (S. 23 Ziff. 5.1). Die multiplen Beschwerden 
könnten nicht auf einen eindeutigen organisch-strukturellen Hintergrund 
zurückgeführt werden. Es liege eine massive Selbstlimitierung vor, die 
spontan allerdings aufgehoben werde. Die aktuelle Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit decke sich mit der 
orthopädischen Beurteilung seitens der MEDAS aus dem Jahr 2012. 
Von einer wesentlichen Verschlechterung könne betreffend den 
Bewegungsapparat nicht ausgegangen werden, womit auf chirurgisch-
traumatologischem Gebiet weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit bestehe (S. 24 f. Ziff. 5.1). 

Psychiatrischerseits zeigten sich psychopathologische Auffälligkeiten in 
verschiedenen Bereichen, die bei der psychiatrischen Vorbegutachtung 
in der MEDAS 2012 noch nicht beschrieben worden waren. Aus dem 
Gesamteindruck während der Untersuchung sei deutlich der Eindruck 
einer substanzbedingten Vigilanzminderung entstanden, wofür aufgrund 
der Akten am ehesten der Konsum von illegalen Drogen oder eine 

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Nebenwirkung der ärztlich verschriebenen Opioide in Frage komme. Der 
Beschwerdeführer habe denn auch angegeben, am Vorabend der 
Untersuchung zuletzt Cannabis konsumiert zu haben (S. 26 Ziff. 5.1). 
Unter Berücksichtigung der aktuellen psychopathologischen Befunde 
und der anamnestischen Angaben lasse sich unter Berücksichtigung 
des klinischen Eindrucks ein mittelgradig ausgeprägtes depressives 
Syndrom im Rahmen einer depressiven Episode erheben. Allerdings 
werde die diesbezügliche Beurteilung durch die deutliche 
Vigilanzminderung und Sedation des Versicherten erschwert (S. 26 
Ziff. 5.1). Es werde der dringende Verdacht auf eine 
Persönlichkeitsstörung mit vor allem histrionischen Anteilen 
(Dramatisierung, aufmerksamkeitsheischendes, demonstratives 
Verhalten, oberflächliche Affektivität) erhoben (ICD-10 F60.4; S. 28 
Ziff. 5.1). Der Persönlichkeitsproblematik komme sodann eine 
wesentliche Bedeutung in der Krankheits- und Schmerzverarbeitung zu, 
dies verstärkt seit der rechtsseitigen Hüftoperation im Oktober 2013 mit 
anschliessend kompliziertem Verlauf. Dieser habe gezeigt, dass die 
ausgeprägte Krankheitsüberzeugung nicht nur weiter zementiert worden 
sei, sondern dass sich der psychische Zustand seither insgesamt 
verschlechtert habe. Aufgrund der neu diagnostizierten mittelgradigen 
depressiven Störung, die 2012 noch nicht bestanden habe, seien die 
psychischen Ressourcen deutlich eingeschränkt (S. 29 Ziff. 5.1). Derzeit 
bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. 
Die Restleistungsfähigkeit betrage < 30 %. Es würde sich eine 
teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik und Neueinstellung der 
antidepressiven Medikation empfehlen, welche auch dazu genutzt 
werden könne, den Verdacht auf eine gegenwärtig aktive 
Suchtproblematik weiter zu klären und die Selbstorganisation des 
Versicherten zu verbessern (S. 30 Ziff. 5.1). Der Erfolg der 
vorgeschlagenen Therapie könne in ca. einem Jahr beurteilt werden 
(S. 33 Ziff. 7 Ziff. 9).

Zusammenfassend bestehe aus integrativer versicherungsmedizinischer 
Sicht in der bisherigen Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer 
angepassten Tätigkeit bestehe aufgrund der psychiatrischen 
Beeinträchtigung eine Arbeitsunfähigkeit von > 70 % wahrscheinlich seit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 14

Ende 2013, spätestens aber seit dem Zeitpunkt der Begutachtung (S. 33 
Ziff. 7 Ziff. 7).

3.3.4 Im MEDAS-Gutachten vom 16. Januar 2018 (AB 172.1) führten die 
Dres. med.  L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, N.________, 
Facharzt für Rheumatologie, und O.________, Facharzt für Neurologie, mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen auf (S. 35 Ziff. 5.1):

1. Chronische bilateral rechtsbetonte Hüftschmerzen (ICD-10 M75.65);
- Status nach arhtroskopischer anterolateraler Labrumresektion mit 

Pfannenrandtrimmung und anterosuperiorer Taillierung des Kopf-
Halsüberganges links am 26. Februar 2010;

- Status nach offener chirurgischer Hüftluxation mit Labrumrevision, 
Zurücktrimmen des anterosuperioren Pfannendrandes, 
Labrumrefixation sowie Schaffung einer korrekten Taille am Femurkopf-
Schenkel-halsübergang Hüfte rechts am 16. Oktober 2013 bei 
femoroazetabulärem Impingement Hüfte rechts mit ausgedehnter 
Labrumläsion;

- Status nach Trochanterschraubenentfernung über Stichinzision 
Trochanter rechts am 11. August 2014;

- aktuell: konventionell-radiologisch keine Hinweise für eindeutig 
beginnende koxarthrotische Veränderungen, Darstellungen von 
insgesamt drei azetabulären Ankern und residuellen postoperativen 
Veränderungen am Trochanter major rechts;

- klinisch erhebliche Inkonsistenzen in Bezug auf die Bewegungsfähigkeit 
der Hüftgelenke in verschiedenen Untersuchungspositionen;

- Verdacht auf erhebliche psychosoziale Überlagerung und 
Selbstlimitierung.

2. Schmerzhafte distal-symmetrische sensomotorische axonale 
Polyneuropathie an den Beinen unklarer Ursache (ICD-10 G62.9);
- Schmerzfehlverarbeitung/funktionelle Überlagerung.

3. Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.9).
4. Angst und Depression gemischt (ICD-10 F41.2).

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden 
Diagnosen auf (S. 35 Ziff. 5.2): 

1. Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0).
2. Hypogonadismus (ICD-10 E29.1);

- unter Testosteron-Substitution kompensiert.
3. Gerinnungsstörung bei AT3-Mangel;

- Status nach Lungenembolie 2013;
- unter Dauerantikoagulation.

4. Adipositas (BMI 30kg/m2).
5. Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 40 py; ICD-10 

F17.1).
6. Verdacht auf histrionisch-narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung 

(ICD-10 Z73.1).
7. Psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, 

Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 15

8. Status nach psychischer und Verhaltensstörung durch multiplen 
Substanzgebrauch (ICD-10 F19.20).

Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 15 ff. Ziff. 4.1) führte 
Dr. med. M.________ aus, der Beschwerdeführer weise eine schwierige, 
wenig anpassungsfähige Persönlichkeitsstruktur auf. Bisher hätten 
deswegen offenbar keine psychiatrischen Behandlungen stattgefunden. Er 
definiere sich subjektiv auch nicht als psychisch krank und sei einer 
psychiatrischen Behandlung kaum zugänglich (S. 18 Ziff. 4.1.3). Er 
kommuniziere aktiv, die Stimmung sei nur leicht bedrückt gewesen und es 
herrschten keine Suizidimpulse vor, weshalb keine mittel- oder 
schwergradige depressive Störung festgestellt worden sei. Leichtere 
depressive Züge mit Trägheit und Antriebsminderung schienen hingegen 
vorzuliegen, seien aber auf die Lebensführung zurückzuführen, so fehle ein 
eigentlicher Lebensinhalt (S. 19 Ziff. 4.1.7). Der Beschwerdeführer wirke 
zurzeit dekonditioniert und es bestehe eine regressive Tendenz mit 
sekundärem Krankheitsgewinn und geringer Therapiebereitschaft. Das 
Abhängigkeitssyndrom habe zu keiner feststellbar irreversiblen 
Gesundheitsstörung geführt. Aktuell präsentiere er sich mit starker 
Klagsamkeit und hoher subjektiver Krankheitsüberzeugung (S. 20 
Ziff. 4.1.10.1). In der bisherigen Tätigkeit bestehe aufgrund der 
somatoformen Störung im Zusammenhang mit der Angst- und depressiven 
Störung gemischt eine Einschränkung von 20 %. Ebenso bestehe für eine 
angepasste Tätigkeit eine Einschränkung von 20 % (S. 18 Ziff. 4.1.5, vgl. 
S. 36 Ziff. 6.2). 

Dr. med. N.________ führte im rheumatologischen Teilgutachten (S. 22 ff. 
Ziff. 4.2) aus, die halbstündige Anamneseerhebung habe problemlos ohne 
jegliche spontane Schmerzartikulation durchgeführt werden können. Das 
An- und Abziehen der Kleidungsstücke sowohl der oberen aber 
insbesondere auch der unteren Extremitäten habe flüssig und ohne 
spontane Schmerzen durchgeführt werden können (S. 27 Ziff. 4.2.4). 
Aufgrund der erheblichen Inkonsistenzen bei der Beobachtung und der 
klinischen Untersuchung erscheine es sehr unwahrscheinlich, dass eine 
objektivierbare relevante pathoanatomische Struktur im Bereich der 
Hüftgelenke vorliegen würde, welche diese chronifizierten Schmerzen 
somatisch adäquat erklären könnte (S. 28 Ziff. 4.2.4). In der früheren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 16

Tätigkeit als … sowie für körperlich regelmässig mittel- bis 
schwerbelastende Tätigkeiten könne bereits seit dem letzten Gutachten 
von 2012 respektive 2015 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit angenommen 
werden (S. 28 Ziff. 4.2.6). Für körperlich leichte bis intermittierend 
mittelschwere wechselbelastende berufliche Tätigkeit liege eine normale 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor. Idealerweise werde die Arbeitsposition 
dabei regelmässig gewechselt, zudem sei bei einer sitzenden Tätigkeit auf 
eine optimale Arbeitsplatzergonomie zu achten. Das gelegentliche 
Zurücklegen von kurzen Gehstrecken für gewisse Kontrollfunktionen sei in 
diesem Sinne möglich, jedoch nicht längere Kontroll- und Botengänge. Das 
Heben und Tragen von Lasten bis zur Taille dürfe maximal zehn bis 
fünfzehn Kilogramm und über Taille maximal fünf bis zehn Kilogramm 
betragen. In weitgehender Schulterneutralstellung bestünden keinerlei 
Einschränkungen für fein- bis grobmanuelle Verarbeitertätigkeiten mit 
beiden Händen, so dass insgesamt aus rheumatologisch-theoretischer 
Sicht eine in der freien Wirtschaft verwertbare Restarbeitsfähigkeit vorliege 
(vgl. S. 36 Ziff. 6.2).

Anlässlich der neurologischen Untersuchung (S. 29 ff. Ziff. 4.3) hielt 
Dr. med. O.________ fest, es bestünden keine Zweifel am Vorliegen einer 
distal-symmetrischen sensomotorischen Polyneuropathie an den Beinen. 
Eine Schmerzkomponente sei denkbar resp. an sich plausibel (S. 34 
Ziff. 4.3.4). Die Schmerzen in den Beinen seien dadurch erklärbar, wobei 
das Ausmass der Einschränkung stark subjektiv geprägt sei (S. 36 
Ziff. 6.2). Die Schmerzen in den gesamten Beinen respektive das formal 
vorliegende „Ganzkörperschmerzsyndrom“ könne aber nicht mit einer 
Polyneuropathie erklärt werden. Es sei von einer funktionellen 
Überlagerung auszugehen, wobei diese nicht nur die Schmerzen betreffe, 
sondern auch die Funktion, gemeint seien Stand und Gang (S. 34 
Ziff. 4.3.4). Betreffend die Funktion bei einer Polyneuropathie seien in der 
Regel Tätigkeiten mit höheren Anforderungen ans Gleichgewichtssystem 
wie zum Beispiel auf Leitern, auf unebenem Boden, im Dunkeln, mit dem 
Tragen von Lasten, welche die Sicht auf den Boden verhinderten, nicht 
möglich. Auch sei plausibel, dass körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr 
ausgeübt werden können. Aus neurologischer Sicht sei eine Rendement-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 17

Reduktion von 20 % in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten 
(S. 36 Ziff. 6.2) attestierbar (Ziff. 4.3.5).

Zusammengefasst ergebe sich seit 2012 eine leichte Verschlechterung mit 
einer nun attestierbaren Leistungseinbusse von 20 % in leichten bis 
intermittierend mittelschweren, adaptierten Tätigkeiten (S. 37 Ziff. 6.3), 
mithin bestehe für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, 
wechselbelastende Tätigkeiten eine 80 %ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen. 
Die früher ausgeübte Tätigkeit als … sowie auch andere körperlich 
schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr 
zumutbar (S. 36 Ziff. 6.2). Bei den Untersuchungen seien diverse 
Inkonsistenzen festgestellt worden, so könnten die Beeinträchtigungen 
objektiv nicht im vom Exploranden angegebenen Ausmass erklärt werden. 
Möglichkeiten für die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit seien aus 
medizinischer Sicht vorhanden (S. 37 Ziff. 6.4). Als medizinische 
Massnahme sei die medikamentöse Behandlung zur Erhaltung des 
Gesundheitszustandes fortzusetzen (S. 38 Ziff. 6.6). Berufliche 
Massnahmen könnten nicht empfohlen werden. Die Prognose sei aufgrund 
der subjektiven Krankheitsüberzeugung (und Behinderungsüberzeugung 
mit klarer sekundärer Selbstlimitierung [S. 29 Ziff. 4.2.8]) des Exploranden 
ungünstig (Ziff. 6.9).

3.3.5 Die Psychologin P.________ hielt im Anhang zum Bericht der Klinik 
Q.________ vom 13. März 2019 (Akten des Beschwerdeführers, 
Beschwerdebeilage [BB] 3) als Diagnosen eine THC-Abhängigkeit (ICD-10 
F12.24) bei einem Status nach Kokain- (ICD-10 F14.20) und 
Opiatabhängigkeit bei Schmerzproblematik (ICD-10 F11.20) fest. Im 
Bericht führte sie aus, das Hauptziel sei eine Veränderung hin zu einem 
weniger schädlichen Konsumverhalten von Suchtmitteln (THC). Der 
Beschwerdeführer sei als veränderungsmotiviert erlebt worden, jedoch 
erscheine sein Konsumverhalten als stark überlagert bzw. mitbeeinflusst 
von seiner Schmerzproblematik, mangelnder Emotionsregulationsfähigkeit 
und Selbstmedikationsversuchen der psychiatrischen Symptomatik. 
Hinsichtlich der Schmerzproblematik sei der Beschwerdeführer als spürbar 
belastet erlebt worden. Die Art, wie er seine Symptome schildere, sei vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 18

histrionischen Interaktionsstil gefärbt. Dadurch könnten seine 
Schilderungen teilweise übertrieben bis dramatisch wirken.

3.3.6 Im Bericht vom 1. April 2019 (BB 6) diagnostizierte Dr. med. 
R.________, Facharzt für Neurologie, Neurozentrum Bern, eine distal-
betonte, sensomotorische Neuropathie der unteren Extremitäten mit 
neuropathischem Schmerzsyndrom unklarer Ursache. Im Neurostatus 
zeigten sich an den unteren Extremitäten Neuropathiestigmata mit 
sensomotorischem Ausfallsyndrom bei aber erhaltenen 
Muskeleigenreflexen. Die geschilderten Schmerzen hätten 
neuropathischen Charakter. Das neuropathische Schmerzsyndrom sei aus 
neurologischer Sicht plausibel. Die Ursache der Neuropathie sei unklar 
geblieben, die symptomatische Behandlung habe nicht wesentlich 
geholfen. Neben den ständigen neuropathischen Schmerzen sei das 
Laufen durch die Neuropathie eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei 
deshalb nur partiell arbeitsfähig (ca. 50 %-Pensum für eine angepasste 
Tätigkeit ohne langes Stehen und Laufen; S. 2).

3.3.7 Im Bericht des Spitals S.________ vom 22. Mai 2019 (BB 7) hielten 
die Dres. med.  T.________, Oberarzt, und U.________, Assistenzarzt, 
fest, es zeige sich weiterhin eine schwere vorwiegend axonale 
Polyneuropathie, welche elektrophysiologisch stabil, anamnestisch und 
klinisch jedoch zunehmend sei. Die brennenden Schmerzen der Füsse 
seien ein typisches Symptom der Polyneuropathie und darauf 
zurückzuführen. Dazu passend seien die distal betonte Atrophie der 
Fussmuskulatur sowie trophische Störungen. Aus soziomedizinischer Sicht 
sei im aktuellen Gesundheitszustand bereits aufgrund der Polyneuropathie 
die 80 %ige Arbeitsfähigkeit sicherlich anzuzweifeln. Die führenden Gründe 
der Einschränkung seien die glaubhaft und typisch geschilderten, 
polyneuropathischen Schmerzen. Im Verlauf könnten alltags- bzw. 
berufsrelevante motorische Defizite potentiell hinzutreten. Eine 
Symptomausweitung im Rahmen der psychiatrischen Komorbidität 
erscheine ebenso denkbar. Eine exaktere Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit müsste im Rahmen eines Gutachtens erfolgen (S. 3).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 19

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5

3.5.1 Zunächst ist festzuhalten, dass nach Einholung verschiedener 
Stellungnahmen (vgl. AB 130.1, 142) erneut eine polydisziplinäre 
Begutachtung bei der MEDAS erfolgte (vgl. AB 148), was nicht zu 
beanstanden ist: So enthielt die psychiatrische Begutachtung durch die 
Begutachtungsstelle D.________ (AB 116.1) Unklarheiten und teils 
Widersprüche und blieb vage. Es wurde etwa offengelassen, ob das 
Abhängigkeitssyndrom von Opioiden bzw. Cannabis einen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit hat (vgl. S. 31 Ziff. 6). Weiter regten die Experten eine 
therapeutische Weiterbehandlung an, deren Erfolg nach ca. einem Jahr 
beurteilt werden könne (S. 33 Ziff. 8 f.). Dr. med. K.________ hielt den 
Beschwerdeführer immerhin für therapeutisch klar insuffizient behandelt 
und schloss eine Therapieresistenz aus, da die bisherigen ambulanten 
Behandlungen durch diesen jeweils nach kurzer Zeit abgebrochen worden 
seien (S. 30 Ziff. 5.1). Im Übrigen entzog sich dieser gemäss Aussage der 
psychiatrischen Gutachterin einer Urinprobe und im Zeitpunkt der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 20

Begutachtung sei der Eindruck einer substanzbedingten Vigilanzminderung 
vorhanden gewesen (S. 26 Ziff. 5.1; vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 8).

3.5.2 Das in der Folge eingeholte MEDAS-Gutachten vom 16. Januar 
2018 (AB 172.1) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 3.4 hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen 
auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
getroffen worden. Die Expertise setzt sich mit den divergierenden 
Einschätzungen insbesondere auch der Psychosomatik und der 
Neuropathie auseinander und nimmt Bezug auf die beiden früheren 
Gutachten vom 26. März 2012 (AB 27.1) und 14. Oktober 2015 (AB 116.1). 
Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
sind für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Die fachärztliche Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit ist schlüssig und widerspruchsfrei. Dem Gutachten 
kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf 
abzustellen. 

3.5.3 Die der Beschwerde beigelegten Berichte (BB 3, 6, 7) vermögen 
keine Zweifel an der Einschätzung der Experten zu wecken, belegen sie 
doch wie die Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 11. Juli 2019 
zutreffend ausführt, weder eine wesentliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes noch lassen sich objektive Befunde entnehmen, die 
das Gutachten in Frage stellen könnten. Dr. med. R.________ postulierte 
in seinem Bericht (BB 6) lediglich eine vom MEDAS-Gutachten (AB 172.1) 
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (ungefähr 50%ige 
Arbeitsfähigkeit [BB 6]) und die Dres. med. T.________ und U.________ 
zweifelten die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80 % an, ohne 
sich dabei jedoch mit den Feststellungen der Gutachter auseinander zu 
setzen. Folglich liegen gestützt auf die beschwerdeweise aufgelegten 
medizinischen Berichte keine konkreten Indizien vor, die gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprächen.

3.5.4 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorhaltung der 
Therapieverweigerung im Gutachten (vgl. AB 172.1 S. 18) sei nicht haltbar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 21

(Beschwerde S. 4 Ziff. 2). Hierzu ist festzuhalten, dass, soweit von einer 
möglichen Unfähigkeit zur Therapieadhärenz gesprochen wird (vgl. 
AB 172.1 S. 21, 38 Ziff. 6.9), es bei einer blossen Vermutung bleibt, 
weshalb im Umkehrschluss eine solche nicht überwiegend wahrscheinlich 
vorliegt. Zwar wurde der Beschwerdeführer seit 2016 durch die Psychiatrie-
Spitex unterstützt (vgl. AB 180 S. 25 ff.; Stellungnahme vom 16. August 
2019 S. 3 Ziff. 3), nichtsdestotrotz bestehen erhebliche Zweifel am 
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen 
Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304). Der Beschwerdeführer 
nahm seit Jahren und auch im Zeitpunkt der Begutachtung keine 
längerdauernde psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlung in 
Anspruch resp. brach er Behandlungen immer wieder ab. Wie die 
Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7; 
vgl. Stellungnahme vom 14. Mai 2020), befand er sich weder im Zeitpunkt 
der Begutachtung durch die Begutachtungsstelle D.________ 2015 noch 
im Zeitpunkt der Begutachtung durch die MEDAS 2018 in 
fachpsychiatrischer Behandlung. Die im Gutachten der Begutachtungsstelle 
D.________ empfohlene teilstationäre (vgl. AB 116.1 S. 30 Ziff. 5.1) und 
daraufhin im Spital V.________ am 4. Februar 2016 begonnene 
Behandlung wurde gemäss Bericht von Dr. med.  W.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Februar 2016 (AB 130.2 S. 3 
f.) aufgrund grosser Differenzen zwischen Erwartungen seitens des 
Beschwerdeführers an die Abklärung/Behandlung und den zur Verfügung 
stehenden Möglichkeiten sowie der geringen Integration am 27. Februar 
2016 abgebrochen. Ebenso sei bei Austritt eine notwendige 
Nachbetreuung durch die Psychiatrie-Spitex abgelehnt worden (vgl. 
Beschwerde S. 2 Ziff. 2; Stellungnahme vom 16. August 2019 S. 3 Ziff. 3; 
Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7). Erst nach Erlass des Vorbescheides vom 
5. April 2018 (AB 174; vgl. Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7), mithin 
offenkundig durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), begann der Beschwerdeführer am 
9. Januar 2019 eine Behandlung bei der Psychologin P.________ (BB 3).

3.5.5 Was die vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Mai 2020 
zumindest sinngemäss vorgetragene Anwendung der neuen Suchtpraxis 
(BGE 145 V 215) zu seinen Gunsten betrifft, so kann ihm ebenso nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 22

gefolgt werden. Zunächst wurde zwar kein Abhängigkeitssyndrom mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert, aber dennoch ein 
Abhängigkeitssyndrom durch Cannabinoide festgehalten (vgl. AB 116.1 
S. 31 Ziff. 6), was insofern als unklar erscheint. Allerdings ändert dies 
nichts, besteht doch gemäss Experten durch das Abhängigkeitssyndrom 
durch Cannabinoide keine Beeinträchtigung und liegt auch in dieser 
Hinsicht keine Gesundheitsstörung vor (vgl. AB 172.1 S. 35 Ziff. 5.2). 
Demnach ist i.S.v. BGE 145 V 215 E. 6 S. 227 ff. auf eine 
Indikatorenprüfung in diesem Zusammenhang zu verzichten. 

3.5.6 Hinsichtlich der geltend gemachten Befangenheit der MEDAS-
Gutachter (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 3) ist festzuhalten, dass dem 
Beschwerdeführer mit Schreiben (AB 161) vom 13. Juni 2017 durch die 
Beschwerdegegnerin mitgeteilt wurde, die polydisziplinäre Begutachtung 
werde durch die MEDAS erfolgen, wobei auch die Gutachter namentlich 
erwähnt wurden. Mit Schreiben vom 22. Juni 2017 (AB 162) bat dieser 
darum, die Dres. med. F.________ und G.________ durch andere Ärzte 
ersetzen zu lassen, mit der Begründung diese könnten befangen sein, da 
sie ihn bereits einmal begutachtet hätten. Am 17. Juli 2017 (AB 165) teilte 
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, dass 
Dr. med. G.________ durch Dr. med. M.________ ersetzt wurde und 
anstelle einer orthopädisch-chirurgischen Teilbegutachtung eine 
rheumatologische erfolgen werde. Hiergegen machte dieser keine 
Einwände gelten (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 6). Wenn er nun 
erstmals vorbringt, die MEDAS sei vorbelastet gewesen (Beschwerde 
S. 4 f. Ziff. 3), verstösst dies gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, 
hätte er doch allfällige Ausstands- und Befangenheitsgründe umgehend 
vorbringen müssen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. August 
2011, 9C_837/2011, E. 3.4; vgl. Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 6), d.h. 
unverzüglich nach der Mitteilung vom 11. Juli 2017 (AB 165). 

3.5.7 Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-
Gutachten vom 16. Januar 2018 (AB 172.1) der rechtserhebliche 
medizinische Sachverhalt entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 
hinreichend erstellt (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 2), weshalb weitere 
Abklärungen nicht angezeigt sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 

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V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Folglich sind seit dem Referenzzeitpunkt 2012 (vgl. MEDAS-Gutachten 
vom 17. August 2012 [AB 27.1 S. 19 Ziff. 5.1]) einerseits Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hinzugekommen (vgl. MEDAS-Gutachten 
vom 16. Januar 2018 [AB 172.1 S. 35 Ziff. 5.1]). Andererseits ist neben der 
unverändert vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit (vgl. MEDAS-Gutachten vom 17. August 2012 [AB 27.1 S. 22 
Ziff. 6.8]) eine leichte Verschlechterung mit einer nun attestierbaren 
Leistungseinbusse von 20 % in leichten bis intermittierend mittelschweren, 
angepassten Tätigkeiten (vgl. MEDAS-Gutachten vom 16. Januar 2018 
[AB 172.1 S. 37 Ziff. 6.3]; zum Ganzen E. 3.3.2 hiervor) eingetreten. Mithin 
liegt eine im Revisionskontext relevante Änderung vor, weshalb eine 
allseitige Prüfung des Leistungsanspruchs zu erfolgen hat (vgl. E. 2.4.4 
hiervor).

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepass-ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 24

Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müssen 
praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 
Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres 
Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten 
Person nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch 
konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung 
von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Diese Grundsätze gelten auch 
für junge Versicherte. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen 
Entwicklung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen 
Qualifi-zierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische 
Entwicklung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des 
Gesundheitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine 
solche Annahme unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte 
Tätigkeit weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen 
Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres 
abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine 
vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht 
(SVR 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2, 2017 BVG Nr. 9 S. 38 E. 2.2.2, IV Nr. 4 
S. 9 E. 4.4.3, 2010 UV Nr. 13 S. 52 E. 4.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht 
hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt für Statistik (BfS) 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 25

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 
2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 
5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfäl-
lige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-
nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 
E. 2.2).

4.1.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

4.2 Unter Berücksichtigung der Neuanmeldung im Mai 2013 (AB 33) 
und der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ist der 
frühestmögliche Rentenbeginn im November 2013 (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Dem Beschwerdeführer wurde im MEDAS-Gutachten vom 26. März 2012 
(AB 27.1) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 26

Tätigkeit attestiert (S. 22 Ziff. 6.8), womit die Voraussetzung des 
Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 
erfüllt ist.

4.3 Gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 20. August 2014 (AB 74) war 
der Beschwerdeführer nach der Operation vom 4. Oktober 2013 (vgl. 
AB 56) aufgrund des postoperativen Verlaufs (vgl. AB 61, 64.2, 73) bis 
Oktober 2014 vollständig arbeitsunfähig, weshalb es ihm nicht möglich war, 
ein Invalideneinkommen zu erzielen. Damit beträgt der Invaliditätsgrad 
100 %, womit ihm ab November 2013 eine ganze Rente zuzusprechen ist 
(vgl. E. 2.3 hiervor). 

4.4 Die aufgrund der Operation (AB 56) resultierende vollständige 
Arbeitsunfähigkeit dauerte bis Oktober 2014 an (vgl. AB 74 S. 2). Seit 
November 2014 beträgt die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
80 % (vgl. AB 172.1 S. 38 Ziff. 6.9; E. 3.5.7 hiervor). Unter 
Berücksichtigung der dreimonatigen Frist von Art. 88a Abs. 1 IVV ist der 
Invaliditätsgrad für den Zeitraum ab 1. Februar 2015 neu zu bestimmen. 

4.4.1 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Festsetzung des 
Valideneinkommens auf die LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Total, Männer, Kompetenzniveau 1, ab. Der Beschwerdeführer bringt 
hiergegen vor, er habe vor seinen gesundheitlichen Problemen als … 
gearbeitet und daher trotz nicht abgeschlossener Lehre ein sehr gutes 
Einkommen erzielen können. Das von der Beschwerdegegnerin 
angenommene Valideneinkommen liege tiefer als die in den Jahren 2007 
und 2008 erzielten effektiven Einkommen (Beschwerde S. 5 Ziff. 4).

Nach absolvierter, jedoch nicht abgeschlossener Lehre zum … (vgl. AB 1.9 
S. 4 Ziff. 6.2) arbeitete der Beschwerdeführer über Jahre und bereits vor 
Eintritt des Gesundheitsschadens unregelmässig mit unterschiedlichsten 
Einkommen und überwiegend bei Personalvermittlungsunternehmen (vgl. 
IK-Auszug [AB 63 S. 3]). Folglich lässt sich nicht ermitteln, was er mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich hätte 
verdienen können (vgl. E. 4.1.1 hiervor), zumal auch nicht bloss auf die 
beiden höchsten erzielten Jahresverdienste 2007 und 2008 abgestellt 
werden kann. Vielmehr sind unter diesen Umständen für die Ermittlung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 27

Valideneinkommens statistische Werte heranzuziehen (vgl. E. 4.1.1 
hiervor). Zudem kann mangels Lehrabschluss weder von einer 
qualifizierten Ausbildung ausgegangen werden noch liegen mit Blick auf die 
unregelmässige Erwerbstätigkeit konkrete Anhaltspunkte für eine gute 
berufliche Weiterentwicklung vor (vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 9; 
E. 4.1.1 hiervor). Da der Beschwerdeführer immerhin die Lehrzeit 
absolvierte (zwar ohne Abschluss) und in der Folge, soweit aus dem IK-
Auszug (AB 63) ersichtlich, häufig im Bereich … arbeitete und damit ein 
gewisser Erfahrungswert besteht, ist jedoch auch nicht auf einen 
Hilfsarbeiterlohn abzustellen. Vielmehr ist auf die LSE 2014, Tabelle TA1_
tirage_skill_level, Ziff. 41-43 (Baugewerbe), Männer, Kompetenzniveau 2, 
abzustellen. Daraus resultiert angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit 
(vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS, Sektor II, lit. F., 
Ziff. 43 [sonstiges Ausbaugewerbe; vgl. NOGA 2008, Allgemeine 
Systematik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen, Code 432203 f., 
S. 123 f.]) und indexiert auf das Jahr 2015 (gemäss Tabelle T1.1.10, 
Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, lit. F, Ziff. 41-43 [Baugewerbe/Bau; 
2014: 102.8, 2015: 102.5]) ein Valideneinkommen von Fr. 72‘702.35 
(Fr. 5‘885.-- x 12 / 40 x 41.3 / 102.8 x 102.5).

4.4.2 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische Werte 
abzustellen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Auszugehen ist dabei von der LSE 2014, 
Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Männer, Kompetenzniveau 1. Daraus 
resultiert angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle 
„Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in 
Stunden pro Woche“ des BfS, Total), indexiert auf das Jahr 2015 (gemäss 
Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Total; 2014: 
103.2, 2015: 103.5]) und angepasst an die Arbeitsfähigkeit von 80 % ein 
Invalideneinkommen von Fr. 53‘317.05 (Fr. 5‘312.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 
x 103.5 x 0.8).

Die Beschwerdegegnerin gewährte einen leidensbedingten Abzug von 
15 %, welcher allerdings nicht gerechtfertigt erscheint. Zunächst sind 
vorliegend sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen anhand 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 28

statistischer Tabellenlöhne zu ermitteln, so dass invaliditätsfremde 
Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) 
ohnehin ausser Betracht fallen, da sie bei beiden Vergleichseinkommen zu 
berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_558, 
E. 5.3.2). Ebenso wirkt sich auch das Zumutbarkeitsprofil mit körperlich 
leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten 
und vermehrten Pausen nicht lohnmindernd aus. Den gutachterlich 
ausgewiesenen behinderungsbedingten Einschränkungen wurde bereits 
mit der Verminderung der Leistungsfähigkeit von 20 % hinreichend 
Rechnung getragen, weshalb diese nicht nochmals in Form eines Abzuges 
vom Tabellenlohn zu berücksichtigen sind. Praxisgemäss führt auch die 
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu 
verrichten, nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des 
hypothetischen Invalideneinkommens (vgl. hierzu etwa Entscheid des BGer 
vom 7. August 2017, 8C_381/2017, E. 4.2.2). 

4.4.3 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 72‘702.35 und 
einem Invalideneinkommen von Fr. 53‘317.05 resultiert ab 1. Februar 2015 
ein Invaliditätsgrad von gerundet 27 % ([Fr. 72‘702.35 – Fr. 53‘317.05] x 
100 / Fr. 72‘702.35), womit der Beschwerdeführer ab dem 1. Februar 2015 
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. E. 2.3 hiervor).

Selbst wenn beim Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 
15 % gewährt würde, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 45‘319.50 
und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet 38 % ([Fr. 72‘702.35 – 
Fr. 45‘319.50] x 100 / Fr. 72‘702.35), womit auch so kein Rentenanspruch 
bestände (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.5 Das Versicherungsgericht kann eine Verfügung oder einen 
Einspracheentscheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person 
ändern oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den 
Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der 
Beschwerde zu geben ist (Art. 61 lit. d ATSG; BGE 144 V 153 E. 4.1.1 f. S. 
155; SVR 2007 AHV Nr. 15 S. 42 E. 3.1). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. März 2020 wurde dem 
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör in Bezug auf die Möglichkeit einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 29

(allfälligen) Schlechterstellung gewährt, womit die Voraussetzungen einer 
reformatio in peius erfüllt sind. Folglich ist die angefochtene Verfügung 
(AB 186), in welcher betreffend den Zeitraum vom 1. Februar 2015 bis 
30. September 2017 der Anspruch auf eine ganze Rente bejaht wurde, 
aufzuheben. 

5.

Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen, die angefochtene 
Verfügung vom 15. Februar 2019 (AB 186) - entsprechend der 
angedrohten Schlechterstellung in der prozessleitenden Verfügung vom 
27. März 2020 - aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine für die Zeit 
vom 1. November 2013 bis zum 31. Januar 2015 befristete ganze Rente 
zuzusprechen

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr 
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen 
Voraussetzungen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt 
beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse 
es rechtfertigen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; 
SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist angesichts der 
sozialhilferechtlichen Unterstützung ausgewiesen (vgl. BB 5). Das 
Verfahren war nicht als von vornherein aussichtlos zu bezeichnen und eine 
anwaltliche Verbeiständung war geboten, so dass ihm die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren ist unter Beiordnung von Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Anwältin.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 30

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende 
Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--
, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege ist der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von 
der Zahlungspflicht zu befreien.

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Festzusetzen bleibt indes das amtliche 
Honorar von Rechtsanwältin B.________.

6.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten 
Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar 
gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der 
Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der 
Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. 
Auslagen und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die 
Aufwendungen für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege sind nach den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). 
Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 
2010 über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte 
(EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

In der Kostennote vom 14. Mai 2020 macht Rechtsanwältin B.________ 
einen Aufwand von 17.83 Stunden à Fr. 250.-- (ausmachend Fr. 4‘457.50), 
zuzüglich Auslagen von Fr. 433.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 376.60 (7.7 
% von Fr. 4‘890.70), total ausmachend Fr. 5‘267.30, geltend. Der Aufwand 
erscheint unter Würdigung der gesamten Umstände, der Bedeutung der 
Streitsache, des durchgeführten doppelten Schriftenwechsels und unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 31

Einschluss der Aufwendungen für das Gesuch um unentgeltliche 
Prozessführung sowie im Vergleich zu gleichgelagerten Fällen als 
angemessen und gibt keinen Anlass für eine Korrektur. Das amtliche 
Honorar ist auf Fr. 4‘206.35 (17.83 Stunden à 200.--, zuzüglich Auslagen 
von Fr. 339.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 300.75 [7.7 % von 
Fr. 3‘905.60]) festzusetzen. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern 
diese Kosten nach den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO - d.h. sobald er 
innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der 
Lage ist - nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 15. Februar 2019 wird 
aufgehoben und dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. November 
2013 bis zum 31. Januar 2015 eine ganze Invalidenrente 
zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der 
Zahlungspflicht befreit.

5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6. Der amtlichen Anwältin B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 4‘206.35 (inkl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Juli 2020, IV/19/221, Seite 32

Auslagen und MWSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.