# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 382c77a0-bffe-5baf-9588-c20336a665c7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2015 D-7095/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7095-2014_2015-05-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7095/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Robert Galliker (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richter Yanick Felley, 

Gerichtsschreiberin Sandra Bienek. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

B._______, geboren (…), 

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…), 

E._______, geboren (…), 

Sri Lanka,  

(…), 

Beschwerdeführende, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 17. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

 

D-7095/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte mit Schreiben vom 2. April 2011 bei der 

Schweizer Vertretung in Colombo (nachstehend: Vertretung) für sich, die 

Beschwerdeführerin und die beiden gemeinsamen Kinder sinngemäss um 

Asyl nach. Am 18. April 2011 forderte ihn die Vertretung zur schriftlichen 

Beantwortung von Fragen auf. Mit Schreiben vom 2. Mai 2011 reichte er 

seine Antwort ein. Am 4. Juli 2011 wurde er auf der Vertretung zu seinen 

Asylgründen befragt. Danach wurde das Dossier mit Begleitschreiben an 

das BFM überwiesen (Eingangsstempel: 14. Juli 2011). 

Mit Schreiben vom 12. Juli 2011 informierte der Beschwerdeführer unter 

anderem über einen Vorfall, der sich am 10. Juli 2011 ereignet habe. Am 

(…) kam das jüngste Kind der Beschwerdeführenden zur Welt. Mit Einga-

ben vom 17. September 2011, 5. März 2012, 2. August 2012, 6. Oktober 

2012, 17. April 2014 und 2. Mai 2014 machte er geltend, er habe noch kei-

nen Entscheid erhalten, wies auf die Aktualität der Gefährdungslage seiner 

Familie hin und berichtete von Vorfällen, die sich in der Zwischenzeit ereig-

net hätten. Mit Schreiben vom 23. Juni 2014 wurde er (auf Anweisung des 

BFM) von der Vertretung zu einer ergänzenden Befragung am 10. Juli 2014 

eingeladen, worauf er am genannten Datum zu seinen Asylgründen befragt 

wurde. Am 2. Oktober 2014 wurden die Beschwerdeführerin und der Sohn 

C._______ ebenfalls befragt. Die Protokolle der Befragungen gingen zu-

sammen mit den Begleitschreiben am 17. Juli 2014 beziehungsweise am 

9. Oktober 2014 bei der Vorinstanz ein. 

Die Beschwerdeführenden reichten mehrere Dokumente und Beweismittel 

ein, darunter auch eine Fotografie, die eine dem Beschwerdeführer zuge-

fügte Verletzung dokumentieren soll. 

B.  

Im Wesentlichen begründeten die Beschwerdeführenden das Asylgesuch 

wie folgt: 

Sie hätten im November 1998 in der "Vanni"-Region geheiratet. Als sie zu-

sammen mit der Mutter der Beschwerdeführerin nach Nelliaddy bezie-

hungsweise Karaveddy, Jaffna, hätten umziehen wollen, seien sie in Point 

Pedro an einem Armee-Checkpoint gestoppt worden. Sie hätten keine na-

tionalen Identitätskarten auf sich gehabt, weshalb sie ihre postalischen 

Identitätskarten ausgehändigt hätten. Die Armee habe ihnen aufgetragen, 

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den "Grama Seveka" aufzusuchen, um sich einen Pass ausstellen zu las-

sen. Der "Grama Seveka" habe ihnen jedoch die Ausstellung des Passes 

mit der Begründung verweigert, er könne nicht wissen, was sie in Vanni 

gemacht hätten. Eine Woche später, am (…) 1998, seien sie vom Sicher-

heitsdienst zuhause verhaftet und der Navy beim "Point Pedro Navy Camp" 

übergeben beziehungsweise von der Armee in das Camp gebracht wor-

den. Er (der Beschwerdeführer) sei befragt, getreten, mit Zigarettenstum-

meln gebrannt und mit Kricketstöcken (unter anderem auch auf die Fuss-

sohlen) geschlagen worden. Sie (die Beschwerdeführerin), die bereits da-

mals an Krebs erkrankt sei, sei ebenfalls geschlagen worden. Die Mutter 

der Beschwerdeführerin habe sich an das IKRK gewandt, welches sie (die 

Beschwerdeführenden) daraufhin besucht habe. Nach acht beziehungs-

weise zehn Tagen seien sie beide auf die Polizeistation Kankesanthurai 

gebracht worden, wo sie zwei beziehungsweise zehn Tage festgehalten 

und befragt worden seien. Danach seien sie nach Palaly und anschlies-

send wieder nach Kankesanthurai zurückgebracht worden. Am (…) 1998 

seien sie beide in Rehabilitationshaft genommen worden. Sie (die Be-

schwerdeführerin) sei nach Gangodawila, Nugegoda, beziehungsweise 

nach Boralesgamuwa, Colombo, gebracht worden. Er (der Beschwerde-

führer) sei nach Bandarawela und nach sechs Monaten nach Tellipallai 

transferiert worden. Beide seien sie im (…) 1999 frei gelassen worden.  

Während der Zeit des Waffenstillstands seien die LTTE (Liberation Tigers 

of Tamil Eelam) in Kaithady präsent gewesen. Sie hätten, wie andere Leute 

auch, diesen zu Essen gegeben und sie zuhause aufgenommen. Im Jahr 

2006, nachdem die Strasse A9 gesperrt worden sei, hätten sie wieder 

Probleme mit der Armee bekommen. Die Armee habe ihre Nachbarn über 

sie befragt und geschlagen, worauf diese behauptet hätten, dass sie (die 

Beschwerdeführenden) wissen würden, wo die LTTE Waffen versteckt hiel-

ten. Daraufhin habe die Armee sie zuhause aufgesucht, ihn (den Be-

schwerdeführer) geschlagen, vor dem Haus mit Handschellen an einen 

Baum gebunden, ins Gesicht und auf den Rücken geschlagen, die Haus-

türe zerschlagen und die Toilette nach Verstecktem durchsucht. Er sei auf-

gefordert worden, ihnen bekannt zu geben, wo die LTTE Waffen versteckt 

hätten. Er habe ihnen geantwortet, dass er den LTTE nur Essen gegeben 

habe und nichts über die Waffen wisse. Danach seien sie beide aufgefor-

dert worden, eine Erklärung auf Singhalesisch zu unterzeichnen, dass die 

Armee ihr Haus nicht beschädigt und sie nicht verletzt habe, und ihnen 

befohlen, am nächsten Tag in das Camp zu kommen. Dabei seien ihre 

Identitätskarten mitgenommen worden. Am nächsten Tag, den 26. Mai 

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2007, seien sie zur HRC (Human Rights Commission) gegangen und hät-

ten den Vorfall gemeldet. Daraufhin habe er von dieser eine "Bestätigungs-

karte" erhalten. Am Abend seien sie zur Armee gegangen. Dort sei ihm ge-

sagt worden, dass sie (die Beschwerdeführenden) wissen würden, wo die 

Waffen versteckt seien, und er ihnen Informationen darüber liefern solle. 

Anschliessend habe man ihn beziehungsweise sie gehen lassen. Fortan 

habe er jeden Samstag seine Unterschrift beim Camp hinterlassen müs-

sen. Nach einer gewissen Zeit hätten sie ihre Identitätskarten wieder erhal-

ten. Die Armee habe sie weiterhin zuhause aufgesucht und belästigt. Da-

nach sei er zu seiner Mutter, die einen Kilometer weiter weg gewohnt habe, 

umgezogen. Mitglieder der Armee hätten ihn auch dort aufgesucht und be-

fragt, weshalb er zur HRC gegangen sei.  

Schliesslich hätten sie einen Passierschein nach Colombo und dort ein 

dreimonatiges Visum für Indien erhalten. In Indien hätten sie von Juli be-

ziehungsweise August 2007 bis September 2009 beziehungsweise Okto-

ber 2010 gelebt. Trotz ihres Status als Flüchtlinge hätten sie keine Hilfe 

erhalten. Sie hätten Schmiergeld bezahlen müssen, damit ihre Kinder zur 

Schule hätten gehen können. Wegen finanzieller Probleme und weil sie 

Schwierigkeiten gehabt hätten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, seien 

sie nach Sri Lanka zurückgekehrt. 

Zurück in Sri Lanka sei sie (die Beschwerdeführerin) nach einer Woche mit 

den Kindern zuerst nach Jaffna (Kaithady East) zurückgekehrt, um auszu-

kundschaften, wie die Lage sei. Er (der Beschwerdeführer) sei zunächst 

für zwei Monate in Colombo geblieben. Temporär sei er zwecks Arbeit in 

Vavuniya gewesen. Im Januar 2011 habe er sich für sieben bis acht Tage 

in Kaithady East aufgehalten. Am achten Tag hätten zwei Männer in ziviler 

Kleidung auf Motorrädern sein Haus aufgesucht. Der Sohn seiner Schwes-

ter habe sie kommen sehen, worauf er (der Beschwerdeführer) zur Hinter-

tür hinaus zum Haus seiner Schwester habe flüchten können, wo er für 

zwei Tage geblieben sei. Diesen Vorfall habe er der HRC gemeldet, die ihm 

gesagt habe, er müsse, damit sie tätig werden könne, den Vorfall schriftlich 

festhalten. Über ein Gericht könne dann die Armee zu einem Gespräch 

vorgeladen werden. Da er sich vor der Armee gefürchtet habe, sei er je-

doch nach Colombo zurückgekehrt.  

Seit März 2011 sei sie (die Beschwerdeführerin) regelmässig von verschie-

denen Männern aufgesucht worden, die nach dem Ehemann gefragt hät-

ten. Am 23. Mai 2011 hätten Männer vom Geheimdienst der Armee nach 

ihm gesucht. Diese hätten von ihr verlangt, ihn zum "Kaithady Civil Office" 

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zu bringen, und ihr gedroht, ihn umzubringen, wenn sie ihn auf andere 

Weise fänden. Zudem hätten sie von ihr verlangt, eine Photographie von 

ihm auszuhändigen. Als sie gesagt habe, dass sie keine solche habe, hät-

ten sie eine Photographie von ihr und den Kindern mitgenommen und eine 

Akte eröffnet.  

Am 25. März 2014 sei die Mutter des Beschwerdeführers gestorben. Für 

ihr Begräbnis sei er nach Kaithady East zurückgekehrt. Am 28. März 2014 

hätten ihn unbekannte, tamilisch sprechende Männer beziehungsweise Si-

cherheitskräfte auf Motorrädern vor seinen Verwandten von zuhause mit-

genommen und ihn mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort ent-

führt. Dort hätten sie ihn misshandelt und seinen Körper an vielen Stellen 

mit roten heissen Stangen verbrannt. Er sei gefragt worden, ob er immer 

noch in Beziehung mit der "Bewegung" stehe. Man habe ihm unterstellt, 

die LTTE zu unterstützen und sich mit ihnen im Dschungel aufzuhalten. 

Man habe ihm befohlen, zuhause zu bleiben; man werde ihn überwachen. 

Auch dürfe er keinen Arzt aufsuchen, um die ihm zugetragenen Verletzun-

gen versorgen zu lassen. Nach etwa sechs Stunden sei er in der Nähe 

seines Hauses frei gelassen worden. Nach Angabe des Beschwerdefüh-

rers hätten Angehörige seine Wunden mit heissen Kompressen behandelt. 

Er habe keinen Arzt aufgesucht und Medizin von einer Apotheke bezogen. 

Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe sie "Cologne" auf seine Wun-

den aufgetragen und ihn danach zu einem Arzt beziehungsweise Spital ge-

bracht. Seit diesem Vorfall habe er sich nicht mehr im Haus aufgehalten 

und sei nach Kopay gegangen. Kopay sei etwa zwei Kilometer von Kait-

hady East entfernt. Die Beschwerdeführerin bringe ihm seine Post und, 

wenn er den Lohn erhalte, hole sie das Geld ab. Dabei werde sie vom be-

freundeten Nachbarn J. begleitet. 

Am 25. April 2014 habe er versucht, für eine Arbeit ins Ausland zu reisen, 

sei jedoch am Flughafen zurückgehalten worden. Eine Anhörung werde am 

27. Juli 2014 stattfinden. Auch in diesem Zusammenhang hätten Perso-

nen, die mit der Armee zusammenarbeiten würden, sie (die Beschwerde-

führerin) zuhause aufgesucht. Sie hätten den "Grama Seveka" über den 

Vorfall informiert. Dieser sei in Kenntnis, dass er (der Beschwerdeführer) 

geschlagen worden sei. Der "Grama Seveka" habe ihm aber keine Bestä-

tigung ausstellen wollen, da er selber befürchte, Probleme zu bekommen. 

Er (der Beschwerdeführer) könne nicht bei Verwandten wohnen, da diese 

ihn aus Angst nicht aufnähmen. Aus diesem Grund lebe er in Colombo be-

ziehungsweise in Kopay, wo er aber nicht registriert sei. In Kopay, wo er 

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teilweise bei einem Freund wohne, könne er nicht bleiben. Ihr (der Be-

schwerdeführerin) habe der "Grama Seveka" geraten umzuziehen. Sie 

könne aber mit den Kindern nicht an einen anderen Ort ziehen, da sie nur 

zuhause ihren Lebensunterhalt verdienen könne, wo sie Rinder, Ziegen 

und Hühner halte. Auch sei sie dort bei ihren Geschwistern, die sie unter-

stützen würden. Ihr ginge es aufgrund ihrer Krebserkrankung sehr 

schlecht. Der Ehemann verdiene nicht genug, um für die Familie sorgen zu 

können. 

Bezüglich weiterer Vorbringen wird auf die vorinstanzlichen Akten verwie-

sen. 

C.  

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 lehnte das BFM das Asylgesuch ab 

und bewilligte die Einreise in die Schweiz nicht. Der Entscheid wurde in der 

Hauptsache wie folgt begründet: Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass 

die Beschwerdeführenden aufgrund ihres Aufenthalts im Gefängnis und 

Rehabilitationscamp in absehbarer Zukunft erneut staatlichen Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein könnten. Lediglich aus dem Umstand eines 

Aufenthalts in einem Rehabilitationscamp könne nicht abgeleitet werden, 

dass sie zum heutigen Zeitpunkt von einer asylrelevanten Verfolgung be-

troffen seien. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass sie auch nach ihrer 

Freilassung weiterhin unter Beobachtung der sri-lankischen Behörden 

stünden und in diesem Rahmen wiederholt aufgesucht und verhört worden 

seien. Derartigen Massnahmen, die im Zusammenhang mit der allgemei-

nen Bekämpfung des Terrorismus der LTTE durch die sri-lankischen Be-

hörden zu sehen seien, komme indessen aufgrund mangelnder Intensität 

kein Verfolgungscharakter zu. Wären die sri-lankischen Behörden nach wie 

vor überzeugt, dass sie in irgendeiner Weise eine Gefahr für die Sicherheit 

des sri-lankischen Staates darstellten, wären sie zweifellos auch nach ihrer 

Freilassung im September 1999 erneut inhaftiert worden, was jedoch nicht 

der Fall gewesen sei. Ihren Angaben zufolge seien sie überdies selber we-

der Mitglieder der LTTE gewesen, noch würden sie beide in diesem Zu-

sammenhang sonstwie über ein exponiertes Profil verfügen. Es sei nicht 

davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden immer noch ein Ver-

folgungsinteresse an ihrer Person hätten. 

Unabhängig davon würde es sich bei den von ihnen geltend gemachten 

Problemen mit der Armee und den unbekannten Personen um Nachteile 

handeln, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsmass-

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nahmen ableiten liessen. Aus ihren Angaben gehe hervor, dass der Be-

schwerdeführer ausschliesslich an seinem früheren Aufenthaltsort in Kait-

hady East gesucht werde. Die Armee sowie auch die unbekannten Perso-

nen hätten sich stets bei der Beschwerdeführerin in Kaithady East nach 

dem Ehegatten erkundigt. Seit längerer Zeit lebe der Beschwerdeführer in 

Kopay, wo er als Maurer arbeite. Aus den Akten gehe nicht hervor, dass es 

in Kopay zu einem weiteren Vorfall gekommen sei. Es sei demnach davon 

auszugehen, dass er sich durch seinen Wegzug nach Kopay erfolgreich 

weiteren Verfolgungsmassnahmen seitens der unbekannten Personen so-

wie der Armee habe entziehen können. Die Beschwerdeführerin werde ih-

ren Angaben nach bis heute von Armeeangehörigen aufgesucht und be-

züglich ihres Ehegatten befragt. Dabei komme es zu unangenehmen Be-

rührungen an Schulter und Händen. Es sei verständlich, dass diese Beläs-

tigungen unangenehm für sie seien. Allerdings handle es sich dabei um 

Vorfälle, welchen aufgrund mangelnder Intensität kein Verfolgungscharak-

ter zukomme. Trotz anhaltender Befragungen sei es vorliegend zu keiner 

asylrelevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG (SR 142.31) gekom-

men. Es fehlten daher konkrete Indizien, die darauf schliessen liessen, 

dass ihr mit erheblicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft "ein-

reiserelevante Nachteile" drohten. Überdies verfüge auch sie (wie ihr Ehe-

gatte) grundsätzlich über eine innerstaatliche Fluchtalternative. Sollte sie 

weiterhin aufgesucht und befragt werden, stehe es ihr und den Kindern 

offen, durch einen Umzug nach Kopay weiteren Befragungen und Belästi-

gungen zu entgehen. Aus diesen Gründen seien sie nicht auf den Schutz 

der Schweiz angewiesen. 

Es werde nicht in Abrede gestellt, dass die von ihnen geltend gemachten 

Kontrollen und Befragungen für sie unangenehm seien. Auch sei bedauer-

lich, dass sie getrennt voneinander leben müssten. Eine schwierige Le-

benssituation und insoweit humanitäre Überlegungen würden indes keinen 

Grund für eine Bewilligung zur Einreise in die Schweiz darstellen. Eine sol-

che könne nur erteilt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

von einer akuten Gefährdung der gesuchstellenden Person bei einem Ver-

bleib in Sri Lanka ausgegangen werden müsse. Dies treffe bei ihnen nicht 

zu, so dass die von ihnen geltend gemachten Nachteile nicht zur Erteilung 

einer Einreisebewilligung führen würden. 

Am Rande sei auf Folgendes hinzuweisen: Die Flüchtlingseigenschaft sei 

glaubhaft gemacht, wenn sie aufgrund des dargelegten Sachverhalts   oder 

allfälliger Beweismittel als überwiegend wahrscheinlich erscheine. Die 

Schilderungen eines Sachverhalts würden den Anforderungen an die 

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Glaubhaftmachung jedoch nicht genügen, wenn sie in wesentlichen Punk-

ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich seien. Anlässlich ihrer 

jeweiligen Befragung auf der Vertretung hätten sich bezüglich ihrer Aussa-

gen Widersprüche ergeben. In Bezug auf die Entführung nach dem Be-

gräbnis seiner Mutter habe sie (die Beschwerdeführerin) angegeben, dass 

es sich bei den Entführern um Sicherheitskräfte gehandelt habe. Er habe 

indessen geltend gemacht, von unbekannten, tamilisch sprechenden Per-

sonen entführt worden zu sein. Mit Eingabe vom 2. Mai 2014 habe er ein 

Foto eingereicht, welches die erlittene Verletzung bei der Entführung auf-

zeigen solle. Auf diesem Foto könne allerdings nicht festgestellt werden, 

wer darauf abgebildet sei. Die jeweiligen Vorbringen in Bezug auf die Ent-

führung hielten demnach den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-

mäss Art. 7 AsylG nicht stand. 

Die eingereichten Dokumente vermöchten an diesen Erwägungen nichts 

zu ändern, da sie lediglich diejenigen Vorbringen stützen würden, die vor-

liegend nicht in Frage gestellt würden. 

In Anbetracht dieser Ausführungen sowie aufgrund des Umstandes, dass 

sie kein Gefährdungsprofil aufwiesen, das im heutigen Zeitpunkt mit erheb-

licher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung seitens des sri-lankischen 

Staates schliessen lassen würde, seien die geltend gemachten Vorbringen 

nicht einreiserelevant. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass sie nicht 

im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3 AsylG) schutzbedürftig seien. Daher sei 

das Asylgesuch abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu be-

willigen. 

D.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 21. November 2014 – sinn-

gemäss für sich und seine Familienangehörigen – Beschwerde (Eingangs-

stempel Vertretung: 24. November 2014 und 27. November 2014). In Er-

gänzung zu seinen Gesuchsgründen machte er das Folgende geltend: Mit 

dem Entscheid der Regierung, Wahlen über eine neue Präsidentschaft ab-

zuhalten, seien auf der nördlichen Halbinsel Jaffna Jugendliche verfolgt 

worden. Täglich würden weitere Personen durch die Armee und die Polizei 

weggebracht. Die lokalen Zeitungen würden über diese Ereignisse berich-

ten. Nun würden sie auch ihn verfolgen. Sie würden sein Elternhaus regel-

mässig aufsuchen, um ihn ausfindig zu machen. Unter diesen Umständen 

würde der weitere Verbleib (im Heimatland) mit Sicherheit sein Leben kos-

ten. 

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E.  

Mit der Eingabe vom 5. Dezember 2014 machte der Beschwerdeführer fer-

ner geltend, bis heute könnten er und seine Familie nicht ohne Angst leben. 

In der Zeitung sei darüber berichtet worden, dass jemand vermisst, jemand 

von einer unbekannten Person ermordet und jemand inhaftiert worden sei. 

Unter diesen Gegebenheiten sei eine unbekannte Person in sein Dorf ge-

kommen, habe bei Bekannten sowie Mitbewohnern Erkundungen ange-

stellt und sein Haus durchsucht. Seine Familie leide darunter, dass sie we-

der über gutes Essen noch über Geld verfüge. Ihre psychische Verfassung 

sei nicht gut und ihre Verwandten seien arm. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM (neu: SEM) 

gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus-

nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei 

Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be-

schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det. 

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert (vgl. Art. 105 AsylG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Das genaue Eröffnungsdatum der angefochtenen Verfügung ist nicht 

bekannt. Zu Gunsten der Beschwerdeführenden ist davon auszugehen, 

dass die am 24. November 2014 bei der Vertretung eingegangene Be-

schwerde innerhalb der dreissigtägigen Beschwerdefrist eingereicht wor-

den ist. Vorliegend handelt es sich um eine sogenannte Laienbeschwerde, 

an die keine hohen formellen Anforderungen zu stellen sind, weshalb auf 

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die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; zur Kognition des Bundesverwaltungsge-

richts im Auslandsverfahren siehe Urteil BVGer D-103/2014 vom 21. Ja-

nuar 2015). 

3.  

Das vorliegende Urteil ergeht gestützt auf die Übergangsbestimmung zur 

Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 

29. September 2012; AS 2012 5359), wonach für Asylgesuche, die im Aus-

land vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt 

worden sind, die Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG in der bisheri-

gen Fassung Geltung haben. Nachfolgend wird deshalb auf die genannten 

Normen des AsylG und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen in 

dieser bisherigen Fassung verwiesen.  

4.  

Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden. Die Vertretung führt mit der 

asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (aArt. 10 Abs. 1 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

[AsylV 1, SR 142.311]). 

5.  

Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe o-

der wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die 

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Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. 

Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind ins-

besondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet 

oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder 

massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-

den (Art. 7 AsylG). 

6.  

Nach aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden 

Person die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn 

ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 

bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Bei diesem Entscheid recht-

fertigt es sich, die Voraussetzungen restriktive zu umschreiben, wobei den 

Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderli-

chen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Bezie-

hungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch ei-

nen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die prakti-

sche und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die 

voraussichtlichen Eingliederungsmöglichkeiten in der Schweiz in Betracht 

zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist 

dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung 

der Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft ge-

macht wurde und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sach-

verhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 

m.w.H.). 

7.  

7.1 Das Gericht kommt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass die vo-

rinstanzlichen Erwägungen zu bestätigen sind. Zur Vermeidung von Wie-

derholungen kann auf diese verwiesen werden (vgl. Bst. C hiervor). Ergän-

zend bestätigt das Gericht ebenfalls die vorinstanzliche Erwägung betref-

fend die geltend gemachte Entführung des Beschwerdeführers im März 

2014. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, halten die damit zu-

sammenhängenden Aussagen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

im Sinne von Art. 7 AsylG nicht stand. Es liegen insbesondere wesentliche 

Widersprüche vor, auch bezüglich der medizinischen Versorgung des Be-

schwerdeführers nach der Entführung (vgl. Bst. B hiervor). 

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7.2 Die nicht in Abrede gestellten Benachteiligungen sowie Kontrollen und 

Befragungen begründen – auch schon mangels Intensität – keine Schutz-

bedürftigkeit im Sinne der massgeblichen Bestimmungen, selbst wenn auf-

grund des Erlebten eine subjektive Furcht nachvollziehbar ist. Sodann hat 

die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, die geltend gemachte Verfol-

gung (sowohl von staatlichen Behörden als auch von Privaten) sei regional 

beschränkt, so dass ihnen eine innerstaatliche Fluchtalternative (recte: 

Schutzalternative) zur Verfügung stehe. Sie könnten sich demnach den Be-

lästigungen entziehen und an einem anderen Ort in Sri Lanka Schutz fin-

den. Zwar brachten sie anlässlich der Befragungen vor, ein Umzug nach 

Kopay, nach Colombo oder an einen anderen Ort in Sri Lanka sei ihnen 

nicht zuzumuten, da die Beschwerdeführerin wegen ihrer Krankheit und 

aus ökonomischen Gründen auf die Hilfe der Familie in Kaithady East an-

gewiesen sei. Doch darf davon ausgegangen werden, dass die Familie und 

weitere Verwandte die Beschwerdeführenden auch nach einem Wegzug 

unterstützen werden. Zumindest scheint die Distanz zu Kopay – das sich 

ihren Angaben zufolge nur zwei Kilometer von Kaithady East entfernt be-

findet – überbrückbar. 

7.3 Die Vorbringen in den Eingaben auf Beschwerdestufe sind nicht geeig-

net, eine Änderung der angefochtenen Verfügung zu bewirken, zumal eine 

Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen unterbleibt. Die 

Beschwerdeführenden tragen zwar vor, von aktuellen Ereignissen betrof-

fen zu sein. Mit den pauschalen und unsubstanziierten Ausführungen wird 

jedoch keine individuelle Betroffenheit im Sinne des Asylgesetzes darge-

tan. Vielmehr ist festzuhalten, dass nähere beziehungsweise konkrete Hin-

weise oder Aufschlüsse für eine aktuelle (asyl-)relevante Gefährdungssitu-

ation fehlen. Die nicht bestrittenen schwierigen Lebensumstände der Be-

schwerdeführenden, wie etwa das Ringen um eine wirtschaftliche Exis-

tenzgrundlange, führen nicht zu einem anderen Ergebnis.   

7.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden 

nicht des Schutzes der Schweiz bedürfen. Es erübrigt sich daher, auf die 

weiteren Vorbringen und eingereichten Beweismittel einzugehen, da sie 

am vorliegenden Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die Bewilligung zur 

Einreise in die Schweiz und das Asylgesuch wurden von der Vorinstanz zu 

Recht abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

D-7095/2014 

Seite 13 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und Abs. 5 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 Bst. b 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Er-

hebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7095/2014 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die schwei-

zerische Vertretung in Colombo. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Robert Galliker Sandra Bienek 

 

 

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