# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97500588-5302-5fec-bb60-ad7d47e33d07
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2023 F-2899/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2899-2022_2023-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2899/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richter Sebastian Kempe,    

Gerichtsschreiberin Maria Wende. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, B._______,  

Riedackerweg 14, 8107 Buchs ZH,   

vertreten durch RA lic. iur. Stefan Semela, LL.M., 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu geschäftlichen Zwecken. 

 

 

 

F-2899/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

C._______, ein 1964 geborener Syrer (nachfolgend: der Gesuchsteller), 

beantragte am 17. März 2022 bei der Schweizerischen Botschaft in Abu 

Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) ein Schengen-Visum zu geschäftli-

chen Zwecken. A._______ als Gesellschafter und Geschäftsführer der 

B._______ (nachfolgend: der Gastgeber bzw. der Beschwerdeführer) hatte 

bereits am 15. März 2022 ein entsprechendes Einladungsschreiben an das 

Schweizerische Generalkonsulat in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) 

gerichtet, worin er angab, er plane mit dem Gesuchsteller ein firmentech-

nisches Projekt umzusetzen und beantrage zu diesem Zweck ein Visum 

für diesen für ein Jahr (SEM act. 3 S. 54).  

B.  

Mit Formularverfügung vom 25. März 2022 verweigerte die Schweizerische 

Botschaft dem Gesuchsteller das Visum, da Zweifel am Aufenthaltszweck 

bestünden. Im Weiteren könne die Absicht einer fristgerechten Wiederaus-

reise des Gesuchstellers aus dem Schengen-Raum nicht festgestellt wer-

den. Dagegen erhob der Gesuchsteller am 31. März 2022 beim SEM Ein-

sprache. 

C.  

Mit Verfügung vom 31. Mai 2022 wies das SEM die Einsprache ab. Der 

Gesuchsteller stamme aus einer Region, aus welcher als Folge der dort 

herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor stark an-

halte. Im Weiteren seien keine beruflichen, familiären oder gesellschaftli-

chen Verpflichtungen ersichtlich, die besondere Gewähr für die Wiederaus-

reise nach dem Geschäftsaufenthalt bieten könnten. 

D.  

Am 4. Juli 2022 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte, der Einspracheentscheid des SEM sei aufzu-

heben und dem Gesuchsteller das Schengen-Visum zu erteilen. Der Ge-

suchsteller habe ein eigenes Unternehmen in Dubai, welches im Bereich 

des Handels mit Autoersatzteilen tätig sei. In der beantragten Visumsdauer 

von einem Jahr plane er jeweils für kürzere Aufenthalte von maximal 90 

Tagen in die Schweiz zu reisen, um bei seiner Geschäftspartnerin Autoer-

satzteile zu inspizieren und zu kaufen. 

F-2899/2022 

Seite 3 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 15. August 2022 schloss das SEM auf Ab-

weisung der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 

Abs.1 AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren 

richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber durch den angefochtenen Ent-

scheid besonders berührt (sog. Drittbeschwerde pro Adressat). Obwohl der 

ursprünglich angestrebte Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, 

kann auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse der beiden am Ver-

fahren Beteiligten geschlossen werden. Der Beschwerdeführer ist daher 

zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Dem angefochtenen Entscheid liegt das Gesuch eines in den Vereinigten 

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Seite 4 

Arabischen Emiraten lebenden syrischen Staatsangehörigen um Erteilung 

eines Visums zu Geschäftszwecken in der Schweiz zugrunde. Da sich der 

Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen 

berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht über-

schreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachli-

chen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3; 

2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integrationsgesetz und dessen Ausfüh-

rungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schen-

gen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthal-

ten (Art. 2 Abs. 2-5 AIG). 

4.  

4.1 Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht ver-

pflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten und entschei-

det darüber, vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen, autonom (vgl. 

BVGE 2009/27 E. 3). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatli-

chen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Ein-

reise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise 

bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt 

sind. Einen Anspruch auf Einreise vermittelt auch das Schengen-Recht 

nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses gemäss der Verordnung (EU) 2018/1806 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 zur Aufstel-

lung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten 

der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste 

der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind 

(ABl. L 303/39 vom 28.11.2018) erforderlich ist. Im Weiteren müssen Dritt-

staatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Auf-

enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. 

Sie dürfen nicht im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreise-

verweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche 

Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die inter-

nationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum Ganzen: 

Art. 5 Abs. 1 und 2 AIG; Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 

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Seite 5 

über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 

Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 9. März 2016 [kodifizierter Text] über einen Ge-

meinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 

23.03.2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 

810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 

über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfolgend: Visakodex, VK, Abl. 

L 243 vom 15.9.2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für die fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 in fine; 2011/48 E. 4.5). Die Be-

hörden haben daher unter Mitwirkung der drittstaatsangehörigen Person 

zu prüfen, ob diese für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bietet (vgl. 

Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Vi-

sum wird verweigert, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von dem 

Antragsteller vorgelegten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres Inhalts, 

an der Glaubwürdigkeit seiner Aussagen oder der von ihm bekundeten Ab-

sicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der Gül-

tigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK). 

4.4 Sind die erwähnten Voraussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahme-

fällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das 

nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser 

Möglichkeit kann der betreffende Mitgliedstaat unter anderem Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus solchen des nationa-

len Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforder-

lich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 5 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 

6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

5.1 Aufgrund seiner Staatszugehörigkeit unterliegt der Gesuchsteller der 

Visumspflicht. Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 6 

Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. Eine sol-

che erachtete das SEM aufgrund der allgemeinen Situation im Heimatland 

und der persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers als nicht genügend 

gewährleistet. Zudem bestünden starke Zweifel am deklarierten Aufent-

haltszweck für die Schweiz.  

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Seite 6 

5.2 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalls zu wür-

digen. Die Beweisführungslast obliegt dabei den drittstaatsangehörigen 

Personen (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 

5 Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). 

Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wieder-

ausreise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunfts-

land der drittstaatsangehörigen Personen ergeben. Namentlich bei Einrei-

segesuchen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, wirt-

schaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfah-

rungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht.  

5.3 Das Herkunftsland des Gesuchstellers befindet sich politisch und wirt-

schaftlich in einer schwierigen Lage. In weiten Teilen Syriens steht die Zi-

vilbevölkerung aufgrund der notorischen bewaffneten Konflikte, die seit den 

Aufständen des «Arabischen Frühlings» im Jahr 2011 andauern, unter ei-

nem starken Auswanderungsdruck (vgl. Urteile des BVGer F-1986/2022 

vom 10. Januar 2023 E. 6.2 m.H.; F-643/2022 vom 17. März 2022 E. 4.2). 

Viele sind in die Nachbarstaaten geflohen und versuchen, ihre Route ins-

besondere nach Europa fortzusetzen (vgl. Asylstatistik 2022 des SEM vom 

13. Februar 2023, S. 3 und 14 ff., <https://www.sem.ad-

min.ch/dam/sem/de/data/publiservice/statistik/asylstatistik/2022/stat-jahr-

2022-kommentar.pdf.download.pdf/stat-jahr-2022-kommentar-d.pdf>, ab-

gerufen im Juni 2023). 

5.4 Der Beschwerdeführer moniert, das SEM stütze sich in der angefoch-

tenen Verfügung auf die allgemeine Lage in Syrien. Aktenkundig habe der 

Gesuchsteller jedoch Syrien verlassen und lebe nun in den Vereinigten 

Arabischen Emiraten, in Sharjah (Dubai), wo er bei der D._______ arbeite 

(SEM act. S. 43 ff.), weshalb auch auf die Verhältnisse im jetzigen Aufent-

haltsstaat abzustellen sei. 

5.5 Zwar besteht in den Vereinigten Arabischen Emiraten allgemein ein ho-

hes Wohlstandsniveau, doch präsentiert sich die Lage der Millionen aus-

ländischer Arbeitnehmer mehrheitlich anders. In ihrem Jahresbericht von 

2022 hält Human Rights Watch fest, dass Arbeitsmigranten in den Verei-

nigten Arabischen Emiraten – ungeachtet der Schutzklauseln im Arbeits-

gesetz von 1980 sowie nachfolgender Dekrete – weiterhin ausgebeutet 

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und misshandelt werden. Das Sponsorensystem («kafala») mache es Ar-

beitgebern («Sponsoren») leicht, Arbeitsmigranten auszubeuten. Es binde 

die Visa von Arbeitern an ihre Arbeitgeber und hindere sie daran, den Ar-

beitgeber ohne Erlaubnis zu wechseln oder zu verlassen. Diejenigen, die 

ihren Arbeitgeber ohne Erlaubnis verlassen würden, müssten mit Strafen 

wie Geldstrafen, Verhaftung, Inhaftierung und Abschiebung rechnen, ohne 

dass ein ordnungsgemässes Verfahren garantiert würde. Die Covid-19-

Pandemie habe die Art und Weise, in der die Rechte von Wanderarbeit-

nehmern verletzt würden, weiter offengelegt und verstärkt. Zehntausende 

von Wanderarbeitern hätten ihre Arbeit verloren und sässen unter schlim-

men Bedingungen im Land fest. Viele lebten unter strengen Auflagen in 

überfüllten und unhygienischen Unterkünften. Tausende hätten die Verei-

nigten Arabischen Emirate verlassen, nachdem ihnen fristlos gekündigt 

worden sei, doch hätten viele aufgrund von Reisebeschränkungen und teu-

ren Flugtickets Schwierigkeiten, in ihre Heimatländer zurückzukehren, und 

viele hätten weder Miete noch Lebensmittel bezahlen können. Viele Wan-

derarbeitskräfte seien auch mit nicht gezahlten Löhnen für Arbeit konfron-

tiert worden, die sie vor ihrer Entlassung geleistet hatten (vgl. www.hrw.org 

> World Report 2022 > Vereinigte Arabische Emirate > Migrant Workers, 

abgerufen im Juli 2023). 

5.6 Angesichts dieser Umstände ist prima vista nicht zu beanstanden, 

wenn die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise 

auch in Bezug auf dieses Land als grundsätzlich hoch einschätzte. Indes 

wäre es zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische 

Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage sowie der 

bisherigen Erfahrungen auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederaus-

reise zu schliessen. Es gilt vielmehr, über die Situation im betreffenden 

Land hinaus die weiteren Umstände zu würdigen. Namentlich, familiäre, 

gesellschaftliche oder berufliche Verpflichtungen können die Prognose für 

eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. 

6.  

6.1 Weder in seinem Heimatstaat Syrien noch an seinem aktuellen Woh-

nort in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind familiäre oder gesell-

schaftliche Verpflichtungen des Gesuchstellers ersichtlich. Seinen eigenen 

Angaben zufolge sei er zwar verheiratet, lebe in Dubai jedoch bei seinem 

Bruder (SEM act. 3 S. 22). Die von der Vorinstanz in ihrem Visaentscheid 

hervorgehobenen Unklarheiten bezüglich seines Lebensmittelpunkts und 

des familiären Umfelds, insbesondere des Aufenthaltsorts seiner Ehefrau, 

vermag der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit seiner Eingabe 

nicht auszuräumen (SEM act. 6 S. 75). Seine pauschalen Vorbringen, sein 

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Lebensmittelpunkt sei in Dubai, stützen sich ausschliesslich auf die beruf-

liche Tätigkeit (BVGer act. 1 S. 3). 

6.2 Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sind keine ent-

scheiderheblichen beruflichen Verpflichtungen des Gesuchstellers ersicht-

lich. Der Beschwerdeführer bringt vor, der Gesuchsteller müsse jeweils 

nach Dubai zurückkehren, um sich um seine Unternehmung, welche ihm 

sein Einkommen garantiere, zu kümmern. Für welche konkreten Tätigkei-

ten die persönliche Anwesenheit des Gesuchstellers in Dubai tatsächlich 

erforderlich ist, bleibt in der Beschwerdeschrift unerwähnt. Zweifel an den 

Vorbringen des Beschwerdeführers bestehen insbesondere, da der Ge-

suchsteller das Unternehmen lediglich als Teilhaber zusammen mit seinem 

Bruder führt (SEM act. 3 S. 50). Den eingereichten Unternehmenspapieren 

der D._______ zufolge halten sowohl der Gesuchsteller als auch sein Bru-

der je 45% der Unternehmensanteile, wobei der Bruder, E._______, dem 

Unternehmen seinen Namen gibt.  

6.3 Ferner erlauben es die beschwerdeweise eingereichten Unterlagen 

nicht, gesicherte finanzielle Verhältnisse beim Gesuchsteller festzustellen. 

Die eingereichten Bankauszüge lauten auf den Namen seines Bruders und 

lassen somit weder Rückschlüsse auf sein monatliches Einkommen noch 

auf allfällige Vermögenswerte zu (SEM act. 3 S. 34 ff.). Die Zusicherungen 

des Gastgebers, für sämtliche Kosten aufzukommen, könnten dabei zwar 

für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Aufenthalt, 

nicht aber für ein bestimmtes Verhalten des Gesuchstellers garantieren. 

6.4 Die Zweifel des SEM am Lebensmittelpunkt des Gesuchstellers wer-

den durch die Unbeständigkeit seines Aufenthaltsorts bekräftigt. Bei dem 

den Akten beiliegenden Aufenthaltstitel für die Vereinigten Arabischen Emi-

rate (Residence Permission) handelt es sich um eine auf drei Jahre be-

grenzte sowie an das berufliche Anstellungsverhältnis geknüpfte Arbeits-

bewilligung (vgl. <https://visaguide.world/asia/uae-visa/residence-visa/>, 

abgerufen im Juni 2023), welche vom 28. Juli 2021 bis 27. Juli 2024 gültig 

ist. Der befristete und bedingte Aufenthaltstitel erscheint ungeeignet, um 

eine dauerhafte berufliche Verpflichtung in den Vereinigten Arabischen 

Emiraten zu begründen. 

Schliesslich ist auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Gesuch-

steller vier Monate vor seinem in Dubai eingereichten Visumsantrag vom 

März 2022 bereits im November 2021 einen solchen bei der Schweizer 

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Seite 9 

Vertretung in Istanbul einreichte (SEM act. 3 S. 14). Von einem beständi-

gen Lebensmittelpunkt in Dubai kann somit nicht ausgegangen werden. 

6.5 Anhand der Vorbringen des Beschwerdeführers sind weder über das 

übliche Mass hinausgehende familiäre, gesellschaftliche oder berufliche 

Verpflichtungen des Gesuchstellers in seinem Heimat- oder Aufenthalts-

staat noch ein beständiger Lebensmittelpunkt ersichtlich. Auch können auf 

Grund der eingereichten Akten keine Rückschlüsse auf eine gesicherte fi-

nanzielle Situation gezogen werden.  

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer vermag die in der angefochtenen Verfügung 

vorgebrachten Zweifel am Aufenthaltszweck in der Schweiz nicht zu besei-

tigen. Er macht geltend, der Gesuchsteller müsse in die Schweiz einreisen, 

um bei ihm (dem Gastgeber) Autoersatzteile zu kaufen. Da es sich dabei 

nicht um Gattungswaren handle, sondern diese einen sehr unterschiedli-

chen Zustand aufweisen würden, müsse der Gesuchsteller die Waren vor 

dem Kauf persönlich inspizieren. Dieses Vorbringen überzeugt nicht, sind 

doch beim Handel mit Occasion-Autoteilen gewöhnlicherweise Gattungs-

waren gefragt, wobei keine Inspektion im Einzelfall erfolgt. Die Zweifel des 

SEM an der Notwendigkeit der persönlichen Anwesenheit des Gesuchstel-

lers erscheinen auch deshalb gerechtfertigt, da es sich beim Gastgeber um 

einen langjährigen Geschäftspartner handle. Inwiefern zusätzlich zum Ver-

trauensverhältnis zwischen dem Gastgeber und dem Gesuchsteller den-

noch eine persönliche Inspektion notwendig ist, vermag der Beschwerde-

führer in seiner Eingabe nicht zu begründen. 

7.2 Ferner bestehen in den Vorbringen des Beschwerdeführers auch Dis-

krepanzen betreffend die Dauer der geplanten Aufenthalte, welche die 

Zweifel am Aufenthaltszweck bekräftigen. Während der Gesuchsteller im 

November 2021 noch ein Visum für drei Monate beantragte, ersuchte er im 

April 2022 um ein Visum für einen Zeitraum von einem Jahr mit mehrfacher 

Einreise. Letzterem Antrag hat der Gesuchsteller eine Reiseversicherung 

für eine Dauer von 30 Tagen beigelegt (SEM act. 3 S. 59).  

7.3 Letztlich wurde dem Gesuchsteller in der Vergangenheit ein Visum zu 

Besuchszwecken ausgestellt, womit darauf geschlossen werden kann, 

dass er auch soziale Kontakte in der Schweiz hat (SEM act. 3 S. 26). Die 

unterschiedlichen Vorbringen erscheinen unschlüssig und bestätigen die 

ohnehin bereits bestehenden Zweifel an der gesicherten Wiederausreise. 

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Seite 10 

8.  

Das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise nach einem Aufent-

halt in der Schweiz vermag auch der Umstand, dass der Gesuchsteller be-

reits früher in den Schengen-Raum einreiste, nicht herabzusetzen. Die Ent-

scheidung über die Visumserteilung hat aufgrund der aktuellen Situation 

im Herkunftsland und der aktuellen persönlichen Umstände zu erfolgen. 

Früher erteilte Visa können somit nicht als Grundlage für eine neue Ent-

scheidung herangezogen werden.  

9.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen für die Erteilung 

eines einheitlichen Visums für den Schengen-Raum nicht erfüllt sind. 

Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültig-

keit (vgl. dazu E. 4.4) wurden von den Beteiligten nicht geltend gemacht 

und sind auch nicht ersichtlich. 

10.   

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte 

von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den am 21. Juli 2022 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz sowie die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Maria Wende 

 

 

Versand: 

  

F-2899/2022 

Seite 12 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. (…) zurück) 

– das Migrationsamt des Kantons (…)