# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca60e9e2-fd67-5736-a838-2833a5cadacb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 25.06.2014 ZK1 2014 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-48_2014-06-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 25. Juni 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 48 03. Juli 2014

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schlenker
Aktuar ad hoc Decurtins

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des Dr. med. X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 
19. März 2014, mitgeteilt am 27. März 2014, in Sachen des Beschwerdeführers,

betreffend Beistandschaft,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 30. Juli 2013 erstattete A._____ von der B._____ der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden eine Gefährdungsmeldung mit 
Bezug auf X._____ (vgl. KESB act. 3). Bei einem Sturz am 23. Juli 2013 habe die-
ser eine Hirnblutung mit Schädigung des Sprachzentrums erlitten. Seine zuneh-
mende Desorientierung, gepaart mit der seit längerer Zeit bestehenden Hörbehin-
derung, erfordere die Prüfung von erwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen. 
Mit Schreiben vom 31. Juli 2013 teilte die KESB Nordbünden X._____ mit, dass 
sie gestützt auf diese Gefährdungsmeldung ein Abklärungsverfahren über ihn 
eröffne (vgl. KESB act. 5).

B. Dr. med. C._____, Oberärztin der Psychiatrischen Dienste Graubünden, 
untersuchte X._____ am 7. August 2013 im Kantonsspital Graubünden. Als Folge 
des mittelschweren Schädelhirntraumas vom 23. Juli 2013 attestierte sie ihm eine 
beeinträchtigende Sprach- und Schluckstörung sowie Aufmerksamkeitsstörungen 
und Verwirrtheit, welche auf ein Delir oder auf eine Demenz zurückzuführen seien. 
Da die Urteilsfähigkeit zum Untersuchungszeitpunkt deutlich eingeschränkt gewe-
sen war, ordnete sie eine Verlaufskontrolle an (vgl. KESB act. 8).

C. Am 11. September 2013 wurde X._____ ins Altersheim D._____ in 
O.1_____ verlegt, wo er am 2. Oktober 2013 von E._____ von der KESB zur ge-
planten Erwachsenenschutzmassnahme angehört wurde. Dabei zeigte sich, dass 
X._____ kein Gespräch führen konnte und insbesondere nicht in der Lage war, 
einfache sprachliche Inhalte, geschweige denn grössere Gesprächszusammen-
hänge zu erfassen (vgl. KESB act. 15).

D. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 beauftragte die KESB med. prakt. 
F._____, Heimarzt der D._____, mit der Erstellung eines aktuellen Arztzeugnisses 
über X._____ (vgl. KESB act. 13). Aus dem entsprechenden Zeugnis vom 9. Ja-
nuar 2014 geht hervor, dass aufgrund der Einschränkungen nach dem Schäde-
lhirntrauma anlässlich der Visiten kein vernünftiges Gespräch möglich gewesen 
sei. Die im Kantonsspital Graubünden festgestellten Defizite hätten sich bisher 
nicht gebessert und seine Urteils- und Handlungsfähigkeit sei weiterhin stark ein-
geschränkt, was sich aufgrund des Ausmasses der Hirnblutungen und des bishe-
rigen Verlaufs wohl nicht mehr ändern werde. Angesichts des grossen Pflegeauf-
wands scheint eine Rückkehr nach Hause seiner Ansicht nach nicht mehr möglich 
zu sein. Dennoch erachtet med. prakt. F._____ eine Anhörung von X._____ hin-

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sichtlich der geplanten Beistandschaft als verhältnismässig. Es könne jedoch sein, 
dass X._____ sehr aufbrausend reagieren werde (vgl. KESB act. 22).

E. Aus diversen Korrespondenzen zwischen der KESB und G._____, einem 
von zwei Neffen von X._____, ergibt sich, dass G._____ seit ungefähr einem Jahr 
die Administration und − in Zusammenarbeit mit H._____ von der Bank._____ − 
die Finanzen für seinen Onkel erledigt, ohne jedoch über eine schriftliche Voll-
macht zu verfügen. Laut Aussagen von G._____ besitze X._____ ein beträchtli-
ches Vermögen und mehrere Liegenschaften, welche im Rahmen einer Stiftung 
von einer Treuhänderin verwaltet würden. Zur Vermeidung von familieninternen 
Spannungen wollte G._____ als vermutlich testamentarisch bedachte Person das 
Amt des Vermögensbeistandes nicht übernehmen. Er erklärte sich jedoch bereit, 
die Beistandschaft hinsichtlich der Personensorge zu übernehmen. Zur Übernah-
me der Beistandschaft hinsichtlich der Vermögenssorge erklärte sich H._____, ein 
Treuhänder aus O.2_____, bereit (vgl. KESB act. 26). Weil X._____ zeitweise 
sehr grosszügig sei, regte G._____ an, den Entzug der Handlungsfähigkeit zu prü-
fen (vgl. KESB act. 27).

F. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 19. März 2014 errichtete die KESB 
Nordbünden für X._____ eine Beistandschaft, ohne dass dieser vorgängig an-
gehört wurde. In den Bereichen Vermögensverwaltung, öffentliche Verwaltung und 
Versicherungen wurde H._____ und in den Bereichen Wohnen, Medizin und Ge-
sundheit wurde G._____ als Beistand eingesetzt. Letzterer erhielt zudem die Be-
fugnis, die Wohnräume von X._____ zu betreten und − wie auch H._____ − soweit 
erforderlich dessen Post zu öffnen (vgl. zur detaillierten Ausgestaltung das Dispo-
sitiv des angefochtenen Entscheids sowie auch die Ernennungsurkunden in KESB 
act. 32 und 33). Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 1'630.-- wurden vorläufig 
bei der Prozedur belassen.

G. Am 29. März 2014 kam G._____ seiner Verpflichtung gemäss Dispositiv-
Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids nach und informierte X._____ über den 
Entscheid der KESB (vgl. KESB act. 36).

H. Mit Eingabe vom 21. April 2014 erhob X._____ (nachfolgend Beschwerde-
führer) unter Mithilfe von I._____, seinem anderen Neffen, gegen den Entscheid 
der KESB vom 19. März 2014 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. 
Er sei im Zusammenhang mit dieser Zwangsmassnahme weder vorinformiert noch 
angehört worden und sei nicht einverstanden, dass er von einer fremden Drittper-
son verwaltet werden solle.

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I. In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2014 beantragte die KESB Nord-
bünden die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 
werden könne. Unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid und die Akten 
verzichtete sie auf weitere Ausführungen.

J. Am 5. Juni 2014 nahm I._____ Einsicht in die Akten der KESB und reichte 
dem Kantonsgericht von Graubünden am 8. Juni 2014 eine Stellungnahme ein. 

K. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach 
Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 
210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Be-
schwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB 
die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der An-
ordnung der KESB direkt betroffene Person (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser, 
Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; 
Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 
zu Art. 450 ZGB). Der Beschwerdeführer ist somit als unmittelbar Betroffener des 
Entscheids klar zu dessen Anfechtung legitimiert.

b) Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheides der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht 
schriftlich und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen 
Anforderungen gestellt werden dürfen (Botschaft zur Änderung des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] 
vom 28. Juni 2006, BBl 7001, S. 7085; Steck, Basler Kommentar, N 42 zu Art. 450 
ZGB). Der angefochtene Entscheid der KESB vom 19. März 2014 wurde am 
27. März 2014 eröffnet und dem Beschwerdeführer durch G._____ am 29. März 
2014 mitgeteilt (vgl. KESB act. 36). Die Beschwerde vom 21. April 2014 erfolgte 
demnach innert Frist, weshalb auf sie einzutreten.

2.a) Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 

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Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO 
aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 
entscheiden.

b) Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (Steck, Basler Kommentar, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für 
die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialma-
xime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsät-
ze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch 
auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Au-
er/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachse-
nenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Schmid, 
a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, Fam-
Kommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). Da die Behör-
de nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes wegen 
anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurteilung des Betroffenen über 
die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeutung für den Ent-
scheid der KESB bzw. der Beschwerdeinstanz (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 40 zu 
Art. 446 ZGB).

c) Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 
Die Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche 
Urteil in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann 
(Botschaft, a.a.O., S. 7085; Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

3.a) Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde ist der Entscheid der 
KESB Nordbünden vom 19. März 2014 betreffend die in Sachen des Beschwerde-
führers zu errichtende Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 ZGB mit umfas-
sender Vermögensverwaltung nach Art. 395 ZGB. Der Beschwerdeführer wehrt 

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sich gegen diese Anordnung einer Beistandschaft gegen seinen Willen und rügt 
insbesondere, dass er diesbezüglich weder vorinformiert noch angehört worden 
sei.

b) Die allgemeinen Voraussetzungen der Beistandschaft werden in Art. 390 
ZGB definiert. Danach wird eine Beistandschaft bei einer volljährigen Person dann 
errichtet, wenn bei ihr ein dauerhafter oder vorübergehender Schwächezustand 
vorliegt und aus diesem Zustand das Unvermögen resultiert, die eigenen Angele-
genheiten hinreichend zu besorgen bzw. entsprechende Vollmachten zu erteilen 
(Ziff. 1 und Ziff. 2). Wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt, erübrigt 
sich im vorliegenden Verfahren die Überprüfung der Notwendigkeit und Angemes-
senheit der angeordneten Beistandschaft. In Bezug auf das Vorbringen des Be-
schwerdeführers, er sei mit der Anordnung der Beistandschaft nicht einverstanden 
und werde den angefochtenen Entscheid deshalb nicht akzeptieren, ist jedoch zu 
erwähnen, dass zur Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft die Zustimmung 
der betroffenen Person nicht erforderlich ist; eine solche kann auch gegen ihren 
Willen angeordnet werden (vgl. Helmut Henkel, in: Geiser/Reusser [Hrsg.]), Basler 
Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 10 zu Art. 394 ZGB). Sein 
Argument, er sei hinsichtlich dieser Zwangsmassnahme nicht vorinformiert wor-
den, verfängt ebenfalls nicht. Am 31. Juli 2013 wurde er seitens der KESB Nord-
bünden schriftlich darüber informiert, dass gestützt auf die eingegangene Gefähr-
dungsmeldung ein Abklärungsverfahren über ihn eröffnet werde, und in der Folge 
wurde er in diesem Zusammenhang sowohl von Dr. med. C._____ und med. 
prakt. F._____ als auch von E._____ von der KESB besucht. Es mag zwar sein, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht immer in 
der Lage war, diese Besuche richtig einzuordnen und im Gesamtkontext zu erfas-
sen. In dieser Hinsicht sind der KESB jedoch keine Verfahrensfehler vorzuwerfen.

c) Einer eingehenden Prüfung bedarf jedoch das Vorbringen des Beschwerde-
führers, er sei hinsichtlich der angeordneten Beistandschaft nicht angehört wor-
den. Art. 447 Abs. 1 ZGB schreibt nämlich vor, dass die von einer erwachsenen-
schutzrechtlichen Massnahme betroffene Person von der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde zwingend anzuhören ist. Dieses Recht auf persönliche An-
hörung ist Teil des umfassenderen verfassungsrechtlich garantierten Anspruchs 
auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) sowie 
des allgemeinen Grundsatzes auf ein faires Verfahren im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 
SR 0.101).

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c/aa) Die persönliche Anhörung verfolgt zweierlei Ziele: Zum einen stellt sie ein 
Mitwirkungsrecht dar und wahrt damit die Persönlichkeitsrechte der betroffenen 
Person. Im Rahmen der persönlichen Anhörung ist die betroffene Person nicht nur 
in allgemeiner Form von der in Aussicht genommenen Massnahme zu informieren, 
sondern es ist ihr über sämtliche Einzeltatsachen Kenntnis zu geben, auf die sich 
die KESB bei ihrem Entscheid stützen will. Auch zu den wesentlichen Modalitäten 
einer geplanten Massnahme − wie etwa zur Person eines allfälligen Beistands − 
ist die betroffene Person anzuhören (vgl. dazu Auer/Marti, a.a.O., N 5 ff. zu 
Art. 447 ZGB). Zum anderen bildet die persönliche Anhörung − als Konsequenz 
des uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes − ein Mittel zur Sachverhalts-
abklärung: Sie soll der KESB einen aktuellen, eigenen und unverfälschten Ein-
druck von der betroffenen Person verschaffen. So ist eine persönliche Anhörung 
bei der Anordnung von Massnahmen aufgrund der stark persönlichkeitsbezoge-
nen Natur des Verfahrensgegenstandes regelmässig unentbehrlich. Dies gilt ins-
besondere dann, wenn mit der beabsichtigten Anordnung eine Beschränkung der 
Handlungsfähigkeit der betroffenen Person einhergeht. Soweit bei der Anhörung 
die Sachverhaltsabklärung im Vordergrund steht, spielt es keine Rolle, ob die be-
troffene Person urteilsfähig ist oder nicht; auch urteilsunfähige Personen sind an-
zuhören, auch wenn die Anhörung von Personen, die sich überhaupt nicht (mehr) 
äussern können, eher einen Augenschein denn eine förmliche Einvernahme dar-
stellt. Auf eine der Sachverhaltsfeststellung dienenden Anhörung kann selbst dann 
nicht verzichtet werden, wenn sich die betroffenen Person dieser widersetzen soll-
te (vgl. zum Ganzen Auer/Marti, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 447 ZGB sowie 
Steck, FamKommentar, N 9 zu Art. 447 ZGB und zum Verzicht nachfolgende Er-
wägung 3.c/cc). Das Verhältnismässigkeitsprinzip gebietet es, dass die Anhörung 
möglichst schonend durchgeführt wird. Dies bedeutet unter anderem, dass die 
Befragung ausnahmsweise am Aufenthaltsort der betroffenen Person stattfinden 
kann, sofern eine Anhörung in den Räumlichkeiten der KESB aufgrund des Ge-
sundheitszustandes des Betroffenen nicht zumutbar ist. Über die Anhörung ist ein 
Protokoll zu erstellen, selbst wenn eine Befragung zufolge Urteilsunfähigkeit der 
betroffenen Person nicht möglich ist (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 447 
ZGB sowie Steck, FamKommentar, N 12 ff. zu Art. 447 ZGB).

c/bb) Auch wenn die Anhörung theoretisch an eine aussenstehende Fachperson 
delegiert werden kann, folgt aus dem Unmittelbarkeitsprinzip, dass sich die für den 
Entscheid verantwortliche Behörde im Regelfall − insbesondere dann, wenn die 
persönliche Anhörung auch der Sachverhaltsabklärung dient − selbst ein Bild über 
die persönlichen Umstände der betroffenen Person zu verschaffen hat. Die Unter-

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suchung durch med. prakt. F._____, welche im Rahmen der Erstellung des ange-
forderten ärztlichen Zeugnisses erfolgte, ist folglich nicht als delegierte Anhörung 
im Sinne von Art. 447 ZGB zu qualifizieren. Es reicht aus, wenn die betroffene 
Person von einem Einzelmitglied der Behörde angehört wird − eine Anhörung 
durch das Kollegium ist nicht vorgeschrieben (vgl. Art. 58a Abs. 1 EGzZGB sowie 
Steck, FamKommentar, N 10 f. zu Art. 447 ZGB und Auer/Marti, a.a.O., N 16 ff. zu 
Art. 447 ZGB).

c/cc) Gemäss Art. 447 Abs. 1 ZGB sind Ausnahmen von der Pflicht zur persönli-
chen Anhörung nur zulässig, wenn diese nach den gesamten Umständen als un-
verhältnismässig erscheint. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn ergänzende 
Anordnungen zu treffen sind oder eine bestehende Massnahme erweitert werden 
muss, sich die betroffene Person aber nicht mehr äussern kann, weil sie bei-
spielsweise im Koma liegt (vgl. dazu Botschaft, a.a.O., S. 7079). Von einer per-
sönlichen Anhörung kann zudem abgesehen werden, wenn es auf den persönli-
chen Eindruck des Betroffenen nicht (mehr) ankommt, weil beispielsweise eine 
Massnahme aufgehoben wird oder wenn ergänzende Anordnungen getroffen wer-
den müssen. Der Umstand allein, dass die physische oder psychische Gesundheit 
der betroffenen Person die Durchführung erschwert, lässt eine persönliche An-
hörung jedoch nicht von vornherein als unnötig erscheinen (vgl. Botschaft, a.a.O., 
S. 7079). Wie bereits erwähnt, hat eine Anhörung auch dann stattzufinden, wenn 
ein Gespräch infolge des psychischen oder physischen Zustandes nicht mehr 
möglich ist (vgl. vorstehend Erwägung 3.c/aa). Soweit sich die persönliche An-
hörung nicht im Mitwirkungsrecht erschöpft, sondern auch der Sachverhaltsfest-
stellung dient, hat sie auch bei einer allfälligen Weigerung des Betroffenen stattzu-
finden (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 11 und 28 zu Art. 447 ZGB; a.A. offenbar Steck, 
FamKommentar, N 17 zu Art. 447 ZGB mit Verweis auf Botschaft, a.a.O., 
S. 7079).

d) Vor dem Erlass des angefochtenen Entscheids der KESB hat keine An-
hörung des Beschwerdeführers stattgefunden. Die KESB begründete dies in ihrem 
Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Arztbericht aufgrund 
der Sprach- und Auffassungsprobleme nicht in der Lage sei, Gegenstand und 
Tragweite einer erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme zu verstehen bzw. 
eine dazu gebildete eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen (vgl. angefochtener 
Entscheid S. 4). Diese ungenügende Begründung der Vorinstanz widerspricht 
nicht nur der vorstehend ausgeführten Rechtslage, sondern berücksichtigt auch 
die Aktenlage nur unzureichend. Zwar hatte E._____, Behördenmitglied der KESB 
und in der vorliegenden Angelegenheit Verfahrensleiter, den Beschwerdeführer im 

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Altersheim D._____ besucht und sehr starke Kommunikationsprobleme sowie eine 
Sprachstörung festgestellt (vgl. KESB act. 15). Dieser Besuch fand jedoch am 
2. Oktober 2013 und damit rund ein halbes Jahr vor dem Erlass des angefochte-
nen Entscheids statt. Zu diesem Zeitpunkt wurden noch keine erwachsenen-
schutzrechtlichen Massnahmen angesprochen. Trotz der festgestellten Defizite 
war der Beschwerdeführer anlässlich dieses Besuchs aber in der Lage, Aus-
führungen über seine Gesundheit zu machen. So klagte er über Störungen seines 
Hörgerätes, über Schluckstörungen, Unsicherheit beim Laufen, hohe Müdigkeit 
sowie eine Gewichtsabnahme. Unbehelflich ist sodann der von der KESB in ihrem 
Entscheid gemachte Hinweis auf den Arztbericht von med. prakt. F._____, Fach-
arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 9. Januar 2014. Nicht wiedergegeben wur-
de nämlich diejenige Passage im Arztbericht, wonach es gerade nicht unverhält-
nismässig sei, den Patienten anzuhören (vgl. KESB act. 22). Dem Arztbericht zu-
folge könne es jedoch sein, dass Herr X._____ sehr aufbrausend reagiere. Unter 
diesen Umständen bestand kein hinreichender Grund, von einer Anhörung des 
Beschwerdeführers abzusehen; weder ging aus den Äusserungen des Beschwer-
deführer eine ablehnende Haltung hervor noch rechtfertigen es die gesundheitli-
chen Probleme oder die gemäss Arztbericht zu erwartende Reaktion, von einer 
persönlichen Anhörung abzusehen (vgl. dazu vorstehend Erwägung 3.c/cc). Folg-
lich hätte der Beschwerdeführer vor der Anordnung der Beistandschaft zwingend 
durch ein Mitglied der KESB angehört werden müssen.

4. Aufgrund dieser Verletzung des rechtlichen Gehörs ist die vorliegende Be-
schwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Die Ange-
legenheit wird an die KESB Nordbünden zurückgewiesen, welche die gesetzlich 
vorgeschriebene Anhörung durchzuführen und einen neuen Entscheid zu fällen 
hat. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens in Höhe von CHF 1'500.-- zu Lasten des Kantons Graubünden. Man-
gels eines entsprechenden Antrags wird dem Beschwerdeführer keine ausserge-
richtliche Entschädigung zugesprochen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid der 
KESB Nordbünden vom 19. März 2014 wird aufgehoben.

2. Die KESB Nordbünden wird angewiesen, die gesetzlich vorgeschriebene 
Anhörung des Beschwerdeführers durchzuführen und anschliessend einen 
neuen Entscheid zu fällen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.-- verblei-
ben beim Kanton Graubünden.

4. Mitteilung an: