# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c66584d-90f2-5834-85c1-a67ce3032e08
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.03.2022 E-5584/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5584-2021_2022-03-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5584/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen;    

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Sebastiaan van der Werff,  

Schwager Mätzler Schneider Rechtsanwälte,  

(…),  

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Revision;  

Urteil des BVGer vom 9. Dezember 2021 / E-5321/2021. 

 

 

 

E-5584/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.   

A.a Der Gesuchsteller ersuchte am (…). Oktober 2021 um Asyl in der 

Schweiz. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

(EURODAC) ergab, dass er am 26. Juli 2012 in Österreich um Asyl ersucht 

hatte. Das entsprechende Gesuch des SEM um Übernahme des Gesuch-

stellers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) hiessen die österreichischen Be-

hörden am (…) 2021 gut. 

A.b Der Gesuchsteller machte geltend, mehrmals aus Österreich wegge-

wiesen worden zu sein, weshalb er im April 2020 das Land eigenständig 

verlassen habe, um nicht nach Afghanistan deportiert zu werden. Er sei 

dann nach Italien und von dort Richtung Griechenland in die Türkei gereist, 

wo er rund vier Monate geblieben sei. Danach sei er zu seiner Familie in 

den Iran weitergereist, wo er sieben Monate verbracht habe, bevor er nach 

Afghanistan ausgeschafft worden sei. Dort sei er rund einen Monat geblie-

ben und im Juli 2021 erneut ausgereist. Er sei über den Iran und die Türkei 

nach Italien gegangen, wo er im Oktober 2021 angekommen sei und sich 

nach einem einwöchigen Aufenthalt in die Schweiz begeben habe. Belege 

für seinen Aufenthalt ausserhalb Europas könne er – bis auf einen Betrag 

von 5'000 Touman, den er bei sich habe – nicht vorlegen.  

A.c Mit Verfügung vom 1. Dezember 2021 trat das SEM in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Gesuch-

stellers nicht ein und verfügte seine Überstellung nach Österreich. Es er-

achtete die Aussagen des Gesuchstellers über das Verlassen des Dublin-

Raums als wenig wahrscheinlich, da er trotz eingeräumter Frist keine Be-

weismittel für seinen Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raume eingereicht 

habe.    

A.d Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil E-5321/2021 vom 9. Dezember 2021 ab.  

E-5584/2021 

Seite 3 

Der Eingabe hatte der Gesuchsteller ein ausgedrucktes Foto, das ihn zu-

sammen mit seiner Mutter und den Nachbarn im Sommer 2020 in 

B._______ zeige, sowie ein Video, in welchem ihn seine Familienangehö-

rigen umarmen, zu den Akten gereicht. Ausserdem kündigte er die Nach-

reichung eines Flugtickets an.  

Zur Begründung der Abweisung der Beschwerde führte das Bundesverwal-

tungsgericht aus, das Foto sei augenscheinlich ungeeignet, eine Ausreise 

aus dem Dublin-Raum beziehungsweise einen mehrmonatigen Aufenthalt 

im Iran glaubhaft zu machen, zumal es deutliche Anzeichen einer Foto-

montage aufweise. Auch dem Video komme aufgrund der fehlenden Zeit-

angabe kein grosser Beweiswert zu. Zweifel kämen zudem bezüglich des 

Ortes auf, an welchem sich die Szene abgespielt haben solle. Das Ge-

bäude sehe eher dem Imam Khomeini International Airport in Teheran als 

einem Busterminal ähnlich. Merkwürdig erscheine überdies, dass trotz 

Maskenpflicht (im Sommer 2020) niemand eine Schutzmaske trage. 

Schliesslich sei im Video nicht erkennbar, ob die Personen den Gesuch-

steller tatsächlich in Empfang nähmen oder sich von ihm verabschieden 

würden. Insgesamt vermöge er daher aus dem Video nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten. Dem Gesuchsteller sei es demnach vor dem Hinter-

grund des geringen Beweiswertes der eingereichten Belege, deren inhalt-

licher Unstimmigkeiten, deren fehlender Eignung, seine Präsenz an einem 

bestimmten Ort zu belegen sowie der fehlenden Glaubhaftigkeit der be-

haupteten Ausreise nicht gelungen, den geltend gemachten Aufenthalt 

ausserhalb des Dublin-Raums für mehr als drei Monate nachzuweisen.  

Eine Nachfrist zur Nachreichung von Beweismitteln wurde nicht gewährt, 

zumal dem Gesuchsteller bereits im erstinstanzlichen Verfahren ausrei-

chend Gelegenheit gewährt worden sei, Beweismittel einzureichen, welche 

er nicht genutzt habe.  

II. 

 

B.  

Mit Eingabe vom 20. Dezember 2021 ersuchte der Gesuchsteller das SEM 

um Neubeurteilung beziehungsweise Wiedererwägung des Nichteintre-

tensentscheids vom 1. Dezember 2021 sowie um Aussetzung des Vollzugs 

der Wegweisung. Der Rechtsschrift legte er ein Foto eines Flugtickets, da-

tierend vom (…) 2021 (von Herat nach Kabul) bei. Dieses habe er erst we-

nige Tage zuvor erhältlich machen können, da er das Dokument verloren 

E-5584/2021 

Seite 4 

und die Organisation einer Kopie mehrerer, langwieriger Abklärungen be-

durft habe. Damit belege er nun die geltend gemachte Rückkehr nach Af-

ghanistan beziehungsweise den mehrmonatigen Aufenthalt ausserhalb 

des Dublin-Raums, weshalb die Zuständigkeit der Schweizer Behörden für 

die Beurteilung seines Asylgesuchs gegeben sei. Sollte das SEM am 

Wahrheitsgehalt zweifeln, könne es weitere Abklärungen bei der Flugge-

sellschaft treffen. Weitere Beweismittel würden nicht existieren, da er sich 

jeweils illegal über die Landesgrenzen bewegt habe. Familienmitglieder 

und Nachbarn könnten aber bei Bedarf seine Angaben bestätigen.  

C.  

Das SEM überwies die Eingabe mit Schreiben vom 21. Dezember 2021 

(Nachreichung der Originaleingabe am 30. Dezember 2021) zuständig-

keitshalber zur weiteren Behandlung an das Bundesverwaltungsgericht, da 

keine Gründe angeführt worden seien, die erstinstanzlich im Rahmen eines 

Wiedererwägungsverfahrens oder erneuten Asylverfahrens zu beurteilen 

wären. Die Begehren würden vielmehr auf die Neubeurteilung des Sach-

verhalts abzielen, mit welchem sich das Bundesverwaltungsgericht bereits 

befasst habe, weshalb es sich um Revisionsgründe handle. 

D.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 23. Dezember 2021 setzte die 

zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts gestützt 

auf Art. 126 BGG den Vollzug der Wegweisung aus. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2021 entschied die Instrukti-

onsrichterin über die definitive Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung 

für die Dauer des Verfahrens. Sie wies das entsprechende Gesuch mit der 

Begründung ab, dass sich das Revisionsgesuch als aussichtslos erweisen 

dürfte, zumal sich sowohl die Frage nach der Rechtzeitigkeit stellen und in 

materieller Hinsicht die Beweiskraft des neuen Beweismittels kaum geeig-

net sein dürfte, die Rechtskraft des angefochtenen Urteils in Frage zu stel-

len. Dem erheblichen öffentlichen Interesse am Vollzug der in Rechtskraft 

erwachsenen Verfügung des SEM vom 1. Dezember 2021 setze der Ge-

suchsteller kein entscheidendes privates Interesse gegenüber, ein solches 

sei auch nicht erkennbar. Entsprechend hob sie die superprovisorische 

Massnahme vom 23. Dezember 2021 auf und erklärte die Verfügung vom 

1. Dezember 2021 für vollstreckbar. Gleichzeitig forderte sie den Gesuch-

steller dazu auf, bis am 10. Januar 2022 einen Kostenvorschuss über 

Fr. 1'500.– zu bezahlen. 

E-5584/2021 

Seite 5 

F.  

Mit Eingabe vom 10. Januar 2022 liess der Gesuchsteller um unentgeltli-

cher Prozessführung und amtliche Verbeiständung durch den mandatier-

ten Rechtsvertreter ersuchen. Sodann sei der Entscheid betreffend Aus-

setzung des Vollzugs der Wegweisung angesichts des fehlenden dringli-

chen öffentlichen Interesses in Wiedererwägung zu ziehen. Eine umfas-

sende Würdigung des Sachverhalts und der Beweise könne nur mit seinem 

Verbleib in der Schweiz wirksam gewährleistet werden. Er legte dazu er-

neut dar, es lägen mittlerweile genügend Beweise beziehungsweise An-

haltspunkte vor, wonach zumindest glaubhaft sei, dass er sich mehr als 

drei Monate ausserhalb des Dublin-Raums aufgehalten habe. Gegenteilige 

Anhaltspunkte würden keine vorliegen. Das eingereichte Video zeige ihn 

sehr wohl am Busterminal in Teheran "Jünob" und nicht am Imam Khomeni 

International Airport, wovon im Urteil vom 9. Dezember 2021 fälschlicher-

weise ausgegangen werde. Das Flugticket – dessen Nachreichung bereits 

im Beschwerdeverfahren angekündigt worden sei – habe er umgehend 

nach Erhalt eingereicht. Bei Bedarf könne das Gericht weitere Abklärungen 

treffen. Seine Mutter habe nach Bekanntwerden des negativen Entscheids 

des Bundesverwaltungsgerichts nochmals nach Beweismitteln gesucht 

und ein ärztliches Rezept vom 3. August 2020 gefunden, gemäss welchem 

ihm durch Dr. C._______ des staatlichen Universitätsspitals diverse Medi-

kamente verschrieben worden seien.  

Der Eingabe legte der Gesuchsteller diverse Fotoausdrucke des Bustermi-

nals "Jünob" in Teheran sowie eine Kopie des ärztlichen Rezepts vom 

3. August 2020 in fremder Sprache bei.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2022 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und um amtliche Verbei-

ständung mangels Erfolgschancen des Gesuches ab und setzte dem Ge-

suchsteller eine Notfrist von drei Tagen ab Erhalt der Verfügung zur Leis-

tung des Kostenvorschusses. Gleichzeitig wies sie den Antrag um Wieder-

erwägung der Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2021 hinsichtlich der 

Aussetzung des Wegweisungsvollzuges ab und stellte fest, die Verfügung 

vom 1. Dezember 2021 bleibe vollstreckbar.  

H.  

Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt.  

 

E-5584/2021 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG 

(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-

schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1). 

1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-

verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben, wobei die in Art. 121-123 BGG enthaltene Aufzählung der Re-

visionsgründe abschliessend ist. Sodann ist die Rechtzeitigkeit des Revisi-

onsbegehrens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun. Das Gesuch hat auch 

die Begehren für den Fall eines neuen Beschwerdeentscheides zu enthal-

ten (Art. 67 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 47 VGG). 

1.4 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-

such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Urteils 

und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, S. 303 Rz. 5.36). 

2.  

2.1 Der Gesuchsteller ist durch das Beschwerdeurteil E-5321/2021 vom 

9. Dezember 2021 besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Einreichung 

des Revisionsgesuchs legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG analog; vgl.  

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.70). 

2.2 In seiner Eingabe nennt der Gesuchsteller zumindest sinngemäss den 

Revisionsgrund des nachträglichen Auffindens von entscheidenden Be-

weismitteln gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG (Flugticket und ärztliches 

Rezept) und auch die übrigen Formvorschriften sind grundsätzlich erfüllt. 

 

E-5584/2021 

Seite 7 

3.   

3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision eines Urteils in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten verlangt werden, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-

dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-

gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Entscheid entstanden sind. Neue Beweismittel, welche eine be-

reits vorgebrachte, angeblich erhebliche Tatsache betreffen, müssen ge-

eignet sein, die tatbestandliche Grundlage des in Revision zu ziehenden 

Entscheides zu ändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu ei-

nem anderen, für die gesuchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu füh-

ren.  

3.2 Der Revision nicht zugänglich sind Tatsachen und Beweismittel im 

Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG, die von der ersuchenden Partei bei 

genügender Sorgfalt bereits in das frühere Verfahren hätten eingebracht 

werden können (vgl. Art. 46 VGG sowie NIKLAUS OBERHOLZER in: Bundes-

gerichtsgesetz, Handkommentar, 2. Aufl. 2015, Art. 123 BGG N. 8 S. 663). 

Die entschuldbaren Gründe für das verspätete Vorbringen müssen objek-

tiver Natur sein; ein Verschulden schliesst die Geltendmachung des Revi-

sionsgrundes demnach aus. Entschuldbar heisst, dass es für den Gesuch-

steller bei aller Umsicht unmöglich gewesen sein muss, die Tatsache oder 

das Beweismittel rechtzeitig beizubringen (vgl. DOMINIK VOCK in: Bundes-

gerichtsgesetz, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 123 BGG N. 4 

S. 640). 

4.  

4.1 Der Gesuchsteller bringt – wie eingangs dargelegt – neu ein angebli-

ches ärztliches Rezept vom 3. August 2020, Fotos des Busterminals 

"Jünob" in Teheran (ohne Angabe betreffend deren Entstehen) sowie ein 

Foto eines elektronischen Flugtickets datierend vom 10. Juni 2021 und lau-

tend auf seinen Namen von Herat nach Kabul zu den Akten.  

4.2 Dem Gesuchsteller wäre zuzumuten gewesen, bereits im ordentlichen 

Verfahren allfällige Beweismittel hinsichtlich seines angeblich mehr als 

dreimonatigen Aufenthalts ausserhalb des Dublin-Raums erhältlich zu ma-

chen und beizubringen. Dies insbesondere, nachdem bereits das SEM ihn 

im erstinstanzlichen Verfahren auf seine Mitwirkungspflicht nach Art. 8 

AsylG hingewiesen und ihm eine Frist zur Einreichung von Beweismitteln 

gewährt hatte.  Es ist somit – vor allem im Hinblick auf das ärztliche Rezept 

vom 3. August 2020 – davon auszugehen, dass er dieses spätestens im 

E-5584/2021 

Seite 8 

Verlaufe des Beschwerdeverfahrens hätte beibringen können. Der pau-

schale Hinweis, die Mutter des Beschwerdeführers habe nach dem Be-

schwerdeurteil E-5321/2021 (a.a.O.) nochmals nach Beweisen gesucht 

und sei auf das Rezept gestossen, ist offensichtlich keine entschuldbare 

Erklärung für die Verspätung. Dass völkerrechtliche Bestimmungen eine 

materiellrechtliche Beurteilung bedingen würden, ist offensichtlich nicht der 

Fall.  

4.3 Auch in Bezug auf das beigebrachte Flugticket stellt sich – wie bereits 

in den Zwischenverfügungen vom 29. Dezember 2021 und vom 12. Januar 

2022 festgehalten – die Frage der Rechtzeitigkeit. Es trifft zwar zu, dass 

der Gesuchsteller bereits im Beschwerdeverfahren darauf aufmerksam ge-

macht hat, dass er ein Flugticket nachreichen wird. Das Bundesverwal-

tungsgericht wies den Antrag um Gewährung einer entsprechenden Nach-

frist jedoch ab, da der Gesuchsteller bereits im Vorverfahren ausreichend 

Gelegenheit gehabt habe Beweismittel einzureichen (vgl. Urteil  

E-5321/2021, a.a.O., E. 2.3). Immerhin ist festzustellen, dass die Lage in 

Afghanistan nach dem Machtwechsel naheliegenderweise auch Auswir-

kungen auf die inländischen Fluglinien gehabt haben könnte. Die Frage, 

ob das betreffende Beweismittel früher hätte eingebracht werden können, 

braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden, da es sich – wie 

zu sehen sein wird – ohnehin als revisionsrechtlich unerheblich erweist.  

Der Gesuchsteller macht geltend, es sei mit dem neu eingereichten Flugti-

cket nun glaubhaft, dass er sich mehrere Monate ausserhalb des Dublin-

Raums aufgehalten habe. Es ist vorab festzustellen, dass das Beweismittel 

an sich nur eine sehr geringe Beweiskraft aufweist, zumal nur ein Foto ei-

nes elektronischen Flugtickets vorliegt, leicht zu fälschen ist und auch 

keine entsprechende Korrespondenz hinsichtlich des Erhältlichmachens 

beigebracht wird. Ausserdem zeugt das Flugticket allein nicht davon, dass 

der Gesuchsteller diesen Flug auch tatsächlich angetreten, und dass er 

sich mehr als drei Monate ausserhalb des Dublin-Raums aufgehalten hat. 

Da dieses Beweismittel revisionsrechtlich offensichtlich unerheblich ist, er-

übrigen sich weitere Ausführungen, wobei festzuhalten bleibt, dass der Ge-

suchsteller mit seinen Beweisofferten im Übrigen zu verkennen scheint, 

dass er sich in einem ausserordentlichen Rechtsmittelverfahren befindet. 

 

Der Gesuchsteller macht überdies geltend, das Bundesverwaltungsgericht 

gehe im angefochtenen Urteil falsch in der Annahme, dass das bereits im 

ordentlichen Verfahren eingereichte Video seiner Ankunft im Iran am Flug-

E-5584/2021 

Seite 9 

hafen aufgenommen worden sei. Dieses sei, wie bereits im Beschwerde-

verfahren festgehalten, an der Bushaltestelle "Jünob" in Teheran entstan-

den. Dies könne er mit den eingereichten Fotoauszügen belegen. Auch 

diese Fotoauszüge sind offensichtlich unerheblich, womit die Frage, ob sie 

überhaupt der Revision zugänglich sind, offengelassen werden kann. Ab-

gesehen davon, dass der Gesuchsteller auf den Bildern nicht zu sehen ist, 

verkennt er, dass die Argumentation des Gerichts im angefochtenen Urteil 

hinsichtlich der Beweiskraft des Videos nicht allein auf dem Ort des Ge-

schehens beruht (vgl. Urteil E-5321/2021, a.a.O., E. 5.4.1).  

Zusammenfassend sind beide Beweismittel (Fotos der Bushaltestelle und 

Flugticket) offensichtlich nicht dazu geeignet, die Einschätzung des Bun-

desverwaltungsgerichts im Urteil E-5321/2021 (a.a.O.), der Gesuchsteller 

habe einen Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raums von mehr als drei Mo-

naten nicht glaubhaft gemacht, in Frage zu stellen.  

5.  

Insgesamt ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich relevanten 

Gründe dargetan sind. Das Gesuch um Revision des Urteils  

E-5321/2021 des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2021 ist 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1'500.– dem 

Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten 

zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5584/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskos-

ten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Regina Seraina Goll