# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46f1c7d0-63c1-5462-bf0b-5b7f5fc734ef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.09.2017 SK 2017 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-35_2017-09-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 35

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. September 2017 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter J. Bähler
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________,

Gesuchstellerin

D.________
v.d. Fürsprecher E.________, 

F.________
v.d. Rechtsanwalt G.________

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

H.________
v.d. Fürsprecherin I.________

alles andere Beteiligte 

Gegenstand Gesuch um Ausdehnung eines gutheissenden Rechtsmittelent-
scheids

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 7. April 
2016 (SK 14 120)

Die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern erkannte mit Urteil vom 
7. April 2016 Folgendes:

A.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 22.1.2014 insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als

1. D.________ freigesprochen wurde 

1.1 von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, 
angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

1.2 von der Anschuldigung der Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und Kontrollschildern 
trotz behördlicher Aufforderung, angeblich begangen am 2.5.2013 in Grindelwald;

unter Ausrichtung einer Entschädigung an D.________ von CHF 7‘551.84 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte;

unter Auferlegung der auf die Freisprüche entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘620.00 und die Auslagen von CHF 132.00, insge-
samt bestimmt auf CHF 1‘752.00, an den Kanton Bern (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs).

2. F.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzten aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘991.52 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden der Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. A.1. der Ur-
teilsergänzung).

3. A.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzten aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. C.I. des erstinstanzlichen Urteilsdipositivs);

3

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘234.98 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. B.1. der Urteils-
berichtigung).

4. betreffend Zivilklage erkannt wurde, dass die Klage der Straf- und Zivilklägerin H.________ ge-
genüber dem Beschuldigten D.________ abgewiesen werde (Ziff. D.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

5. verfügt wurde, dass die Zivilklage soweit weitergehend abgewiesen werde (d.h. den der Straf- 
und Zivilklägerin erstinstanzlich zugesprochenen Schadenersatz übersteigend; Ziff. D.4. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

B.
I.

D.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit F.________ und A.________ am 22.6.2012 in Bern, 
z.N. von H.________;

II.

D.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 1‘080.00 und Auslagen von CHF 88.00, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 1‘168.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
F.________ und A.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit F.________ und A.________.

4

C.

I.

F.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit D.________ und A.________ am 22.6.2012 in Bern, z.N. 
von H.________;

II.

F.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 920.00 und Auslagen von CHF 68.00 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 988.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
D.________ und A.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit F.________ und A.________.

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsanwalt G.________, 
wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.60 200.00 CHF 2‘52[0].00
Auslagen MWST-pflichtig CHF 57.68
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2‘577.68 CHF 206.20
Auslagen ohne MWST
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2‘783.88

volles Honorar CHF 3‘150.00
Auslagen MWSt-pflichtig CHF 57.68
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3‘207.68 CHF 256.60
Auslagen ohne MWSt CHF 0.00
Total CHF 3‘464.28

nachforderbarer Betrag CHF 680.40

5

F.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung 
von insgesamt CHF 2‘783.88 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt G.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 680.40 zu erstatten, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

D.

I.

A.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit D.________ und F.________ am 22.6.2012 in Bern, z.N. 
von H.________;

II.

A.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 920.00 und Auslagen von CHF 68.00 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 988.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
D.________ und F.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit D.________ und F.________.

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Fürsprecher C.________, 
wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

6

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.30 200.00 CHF 2‘460.00
Auslagen MWST-pflichtig CHF 38.32
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2‘498.32 CHF 199.85
Auslagen ohne MWST
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2‘698.17

volles Honorar CHF 3‘075.00
Auslagen MWSt-pflichtig CHF 38.32
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3‘207.68 CHF 249.05
Auslagen ohne MWSt CHF 0.00
Total CHF 3‘362.37

nachforderbarer Betrag CHF 664.20

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung 
von insgesamt CHF 2‘698.17 zurückzuzahlen und Fürsprecher C.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 664.20 zu erstatten, sobald 
es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

E.

1. Die Beschuldigten F.________ und A.________ werden verurteilt zur Bezahlung von 
CHF 1‘074.22 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit dem 22.6.2012 an die Straf- und Zivilkläge-
rin H.________, unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 41 OR).

2. Die Beschuldigten F.________ und A.________ werden verurteilt zur Bezahlung von 
CHF 1‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 22.6.2012 an die Straf- und Zivilklägerin 
H.________, unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 47 OR).

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

4. Die dem Beschuldigten erstinstanzlich zugesprochene Entschädigung von CHF 7‘551.84 (Lit. A 
Ziff. 1.2 hievor) wird mit den ihm erst- und oberinstanzlich auferlegten Verfahrenskosten (1. In-
stanz CHF 1‘168.00, 2. Instanz CHF 600.00) verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO).

2. Urteil des Bundesgerichts 6B_527/2016 und 6B_535/2016 vom 23. Dezember 
2016

Das Bundesgericht hiess die gegen das eben wiedergegebene Urteil der 2. Straf-
kammer des Obergerichts gerichtete Beschwerde von F.________ und 
D.________ gut, soweit es darauf eintrat. Es hob das angefochtene Urteil auf und 
wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück (pag. 876 ff.).

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3. Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 
2017 (SK 17 22)

Die 2. Strafkammer führte gestützt auf das soeben genannte Urteil des Bundesge-
richts ein Neubeurteilungsverfahren durch und erkannte am 31. Mai 2017 ihrerseits 
was folgt:

A.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 22.1.2014 insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. D.________ freigesprochen wurde 

1.1 von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, 
angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

1.2 von der Anschuldigung der Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und Kontrollschildern trotz 
behördlicher Aufforderung, angeblich begangen am 2.5.2013 in Grindelwald;

unter Ausrichtung einer Entschädigung an D.________ von CHF 7‘551.84 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte;

unter Auferlegung der auf die Freisprüche entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘620.00 und die Auslagen von CHF 132.00, insge-
samt bestimmt auf CHF 1‘752.00, an den Kanton Bern (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs).

2. F.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘991.52 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden der Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. A.1. der Ur-
teilsergänzung). 

3. A.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. C.I. des erstinstanzlichen Urteilsdipositivs);

8

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘234.98 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. B.1. der Urteils-
berichtigung).

4. betreffend Zivilklage erkannt wurde, dass die Klage der Straf- und Zivilklägerin H.________ ge-
genüber dem Beschuldigten D.________ abgewiesen werde (Ziff. D.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

5. verfügt wurde, dass die Zivilklage soweit weitergehend abgewiesen werde (d.h. den der Straf- 
und Zivilklägerin erstinstanzlich zugesprochenen Schadenersatz übersteigend; Ziff. D.4. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

B.

1. Das Strafverfahren gegen D.________ und F.________ wird eingestellt.

2. Die noch nicht rechtskräftig ausgeschiedenen Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Strafver-
fahrens PEN 13 599 des Regionalgerichts Bern-Mittelland, bestimmt auf CHF  3‘144.00, trägt 
der Kanton Bern.

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten für die Strafverfahren SK 14 120-122 sowie SK 17 
22+23, bestimmt auf CHF 2‘400.00, trägt der Kanton Bern.

4. Dem Berufungsführer wird als Entschädigung ausgerichtet:
a) für das erstinstanzliche Strafverfahren CHF 5‘034.55 (inkl. Auslagen und MWST);
b) für die oberinstanzlichen Strafverfahren CHF 9‘416.20 (inkl. Auslagen und MWST).

5. Der Berufungsführerin wird als Entschädigung ausgerichtet:
a) für das erstinstanzliche Strafverfahren CHF 2‘910.30 (inkl. Auslagen und MWST);
b) für die oberinstanzlichen Strafverfahren CHF 9‘530.70 (inkl. Auslagen und MWST). 

C.

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

Hinsichtlich A.________ (nachfolgend: Gesuchstellerin) hielt die 2. Strafkammer im 
Urteil ausserdem Folgendes fest: Mit Verweis auf die verbindlichen Erwägungen des Bundes-
gerichts ist festzuhalten, dass das Verfahren gegen die beiden Berufungsführer einzustellen ist. Das-
selbe gilt zudem hinsichtlich der ebenfalls verurteilten A.________, welche das Urteil der 2. Straf-
kammer des Obergerichts des Kantons Bern SK 14 120-122 vom 7. April 2016 nicht weitergezogen 
hatte und hier somit nicht Partei ist, mittlerweile aber selber ein Gesuch um Ausdehnung eines gut-
heissenden Rechtsmittelentscheides gestellt hat (vgl. hängiges Verfahren der 2. Strafkammer des 
Obergerichts des Kantons Bern SK 17 35; siehe dazu auch ZIEGLER/KELLER, in: Basler Kommentar 

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StPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 392 StPO). (pag. 943 im Verfahren SK 17 22). Gegen das 
Urteil im Neubeurteilungsverfahren wurde kein Rechtsmittel ergriffen.

4. Prozessgeschichte im Verfahren SK 17 35 und Anträge der Parteien

Am 20. Januar 2017 reichte Rechtsanwalt Dr. B.________ namens der Gesuch-
stellerin das vorliegende «Gesuch um Ausdehnung eines gutheissenden Rechts-
mittelentscheides, eventualiter Revisionsgesuch» ein und stellte folgende Anträge: 
1. Das obergerichtliche Urteil SK 14 120-122 vom 7. April 2016 sei unter Berücksichtigung der Urtei-

le BGer 6B_527/2016 und 6B_535/2016 vom 23. Dezember 2016 gegenüber A.________ aufzu-
heben und in der Sache sei neu – unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Erwägungen – 
wie folgt zu entscheiden: 

a. Das Verfahren gegen A.________ betr. Vorwurf der Tätlichkeiten, angeblich gemeinsam be-
gangen mit D.________ und F.________ am 22. Juni 2012 in Bern z.N. von H.________, sei 
einzustellen; 

b. Die Verfahrenskosten für das erst- und oberinstanzliche Verfahren seien vom Kanton Bern zu 
übernehmen; 

c. Die Zivilklage von H.________ sei vollumfänglich auf den Zivilweg zu verweisen; 

d. Die gemäss Lit. D./II./1. des Urteilsdispositivs durch A.________ bezahlte Übertretungsbusse 
von CHF 400.00 sei ihr vom Kanton Bern zzgl. Zins von 5% seit dem 8. Juni 2016 zurückzuer-
statten; 

e. Die gemäss Lit. D./II./2. des Urteilsdispositivs durch A.________ bezahlten anteilmässigen 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 988.00 seien ihr vom Kanton Bern zzgl. Zins von 
5% seit dem 8. Juni 2016 zurückzuerstatten; 

f. Die gemäss Lit. D./II./3. des Urteilsdispositivs durch A.________ bezahlten anteilmässigen 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00 seien ihr vom Kanton Bern zzgl. Zins von 
5% seit dem 8. Juni 2016 zurückzuerstatten; 

g. Es sei in Abänderung von Lit. D./II./4. des Urteilsdispositivs festzustellen, dass A.________ der 
Straf- und Zivilklägerin H.________ für das erstinstanzliche Verfahren keine Parteientschädi-
gung zu bezahlen hat; 

h. Es sei in Abänderung von Lit. D./II./5. des Urteilsdispositivs festzustellen, dass A.________ der 
Straf- und Zivilklägerin H.________ für das oberinstanzliche Verfahren keine Parteientschädi-
gung zu bezahlen hat;

i. In Abänderung von Lit. D./III. des Urteilsdispositivs sei A.________ von der Rückzahlungs-
pflicht gegenüber dem Kanton Bern und gegenüber ihrem während des erstinstanzlichen Ver-
fahrens bestellten amtlichen Verteidiger zu befreien. 

2. Die Verfahrenskosten für das vorliegende Verfahren seien gemäss Art. 423 StPO vom Kanton 
Bern zu tragen. 

3. A.________ sei vom Kanton Bern für das vorliegende Verfahren eine Entschädigung i.S.v. Art. 
429 Abs. 1 lit. a StPO gemäss der auf erste Aufforderung hin einzureichende Honorarnote des Un-
terzeichnenden zu bezahlen.

Nach einer mit Rücksicht auf das damals noch hängige Neubeurteilungsverfahren 
SK 17 22 verfügten Sistierung des Verfahrens ab dem 25. Januar 2017 setzte die 
Verfahrensleitung den anderen Beteiligten am 2. August 2017 Frist zur Einreichung 

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einer schriftlichen Stellungnahme zur gesuchstellerischen Eingabe. Am 4. August 
2017 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie auf die Teilnahme am (obe-
rinstanzlichen) Verfahren verzichte. Mit Schreiben vom 7. August 2017 bezie-
hungsweise 9. August 2017 verzichteten Rechtsanwalt E.________ im Namen von 
D.________ und Rechtsanwalt G.________ namens von F.________ auf eine Stel-
lungnahme zum Gesuch. Am 23. August 2017 teilte Rechtsanwältin I.________ im 
Namen von H.________ mit, dass grundsätzlich auf eine Stellungnahme verzichtet 
werde; es werde aber darum ersucht, H.________ bei diesem – für sie schwer 
nachvollziehbaren – Verlauf des gesamten Verfahrens zumindest keine Kosten 
aufzuerlegen. Am 29. August 2017 reichte Rechtsanwalt Dr. B.________ seine 
Kostennote ein.

II. Ausdehnung des Rechtsmittelentscheids

5. Allgemeines

Grundsätzlich entfalten Entscheide von Strafbehörden Wirkung allein gegenüber 
den am Verfahren beteiligten Personen. Eine Ausnahme gilt nach Art. 392 Abs. 1 
StPO dort, wo von mehreren im gleichen Verfahren beschuldigten oder verurteilten 
Personen (Mittäter, Gehilfen oder Anstifter) nur einzelne, aber nicht alle ein 
Rechtsmittel ergriffen haben und dieses gutgeheissen wird. Unter bestimmten Vor-
aussetzungen wird in diesem Fall der angefochtene Entscheid auch zugunsten je-
ner Personen aufgehoben oder abgeändert, die kein Rechtsmittel ergriffen haben 
(Ausdehnung; beneficium cohaesionis). Damit wird vermieden, dass die übrigen 
beschuldigten Personen auf den Weg der Revision nach Art. 410 Abs. 1 Bst. b 
StPO verwiesen werden müssen. Über den Wortlaut hinaus findet Abs. 1 auch An-
wendung, wenn das Rechtsmittel von der Staatsanwaltschaft oder der Privatklä-
gerschaft zum Nachteil einer einzelnen beschuldigten Person ergriffen wurde und 
im Ergebnis bewirkt, dass das Urteil zu deren Gunsten abgeändert wird. Nicht er-
fasst werden aber Fragen, die ausschliesslich den Zivilpunkt betreffen. Vorausset-
zung für die ausdehnende Wirkung ist zunächst nach dem klaren Wortlaut, dass 
die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt anders beurteilt. Eine von der ersten In-
stanz abweichende rechtliche Auffassung (namentlich in Form einer Praxisände-
rung) genügt (in Analogie zu den Voraussetzungen einer Revision) nicht. Zulässig 
ist die Ausdehnung auch als Folge eines im Rechtsmittelverfahren festgestellten 
Verfahrensfehlers, der sich seinerseits auf die Feststellung des Sachverhaltes 
auswirkt, so etwa die nicht rechtskonforme Befragung von Zeugen und Ähnliches. 

Die Abänderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheides muss sodann 
auch diejenigen beschuldigten oder verurteilten Personen betreffen, die kein 
Rechtsmittel ergriffen haben; es muss sich m.a.W. um ein tatspezifisches Element 
handeln, vorab im Bereich des objektiven Tatbestandes. Handelt es sich hingegen 
um einen bloss täterspezifischen Sachverhalt (z.B. Gewichtung des persönlichen 
Verschuldens), findet keine Ausdehnung statt. Die Voraussetzung des gleichen 
Verfahrens ist zu bejahen, wenn es sich um Beteiligte derselben Straftat handelt, 
die im gleichen Zeitraum beim selben Gericht (wenn auch nicht unbedingt formell in 
derselben Anklageschrift) zur Anklage gebracht wurden. Wurden die beschuldigten 

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Drittpersonen erstinstanzlich nicht im gleichen Verfahren abgeurteilt, entfällt ein 
Vorgehen nach dieser Bestimmung. In diesem Fall werden jedoch die Vorausset-
zungen für eine Revision (Art. 410 Abs. 1 Bst. b StPO) erfüllt sein (vgl. zum Gan-
zen LIEBER, in: Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 ff. zu Art. 392 StPO).

6. Vorbringen der Gesuchstellerin

6.1 Ad Ausdehnung im Sinne von Art. 392 Schweizerische Strafprozessordnung 
(StPO; SR 312)

Im Rahmen des Verfahrens vor Bundesgericht der Mitbeschuldigten D.________ 
und F.________ sei festgestellt worden, dass der Tatvorwurf der Tätlichkeiten mit 
einem Prozesshindernis behaftet sei. Dieses Prozesshindernis führe gemäss den 
bundesgerichtlichen Erwägungen zur Einstellung des Strafverfahrens. Diese Erwä-
gungen seien mutatis mutandis auf das Verfahren gegen die Gesuchstellerin zu 
übertragen. Die Gesuchstellerin habe gegen den obergerichtlichen Entscheid kein 
Rechtsmittel ergriffen und sei am bundesgerichtlichen Verfahren selber nicht betei-
ligt gewesen. Da aber das von D.________ und F.________ ergriffene Rechtsmit-
tel vom Bundesgericht gutgeheissen worden sei, sei der obergerichtliche Entscheid 
im Sinne von Art. 392 StPO auch zugunsten der Gesuchstellerin aufzuheben be-
ziehungsweise abzuändern. Auch die durch eine Rechtsmittelinstanz bejahten Pro-
zesshindernisse stellten Ausdehnungsgründe im Sinne von Art. 392 StPO dar und 
führten zu einer Urteilsabänderung (d.h. zu einer Verfahrenseinstellung) zugunsten 
der Mitbeteiligten (SCHMID, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 
2. Aufl. 2013, N. 1492; ZIEGLER/KELLER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 
N. 2 Fn. 13 zu Art. 392 StPO). Daher sei das obergerichtliche Urteil SK 14 120-122 
vom 7. April 2016 gegenüber der Gesuchstellerin aufzuheben und das Verfahren 
gegen sie einzustellen.

6.2 Ad Revisionsbegehren (Eventualbegehren)

Die Lehre betrachte die Urteilsabänderung zugunsten von Mitbeteiligten im Sinne 
von Art. 392 StPO als eine «Revision sui generis», welche den allgemeinen Revisi-
onsbestimmungen von Art. 410 ff. StPO vorgehe (ZIEGLER/KELLER, a.a.O., N. 1 zu 
Art. 392 StPO). Sollte das angerufene Gericht wider Erwarten davon ausgehen, 
dass die Voraussetzungen für eine Neubeurteilung gemäss Art. 392 StPO nicht 
vorlägen, werde eventualiter ein Revisionsgesuch gestellt. Die Beschwer der Ge-
suchstellerin ergebe sich aus dem Umstand, dass sie vom Obergericht des Kan-
tons Bern trotz Vorliegens eines Prozesshindernisses (zu Unrecht) wegen Tät-
lichkeiten verurteilt worden sei. Als Revisionsgrund werde Art. 410 Abs. 1 Bst. b 
StPO angerufen. Dieser absolute Revisionsgrund komme zur Anwendung, weil das 
obergerichtliche Urteil in einem unerträglichen Widerspruch zum einschlägigen 
Bundesgerichtsurteil stehe. Die Aufrechterhaltung des Obergerichtsurteils gegenü-
ber der Gesuchstellerin würde insbesondere deshalb zu einem stossenden Ergeb-
nis führen, weil das Verfahren gegen die Mitbeschuldigten D.________ und 
F.________ gestützt auf das kassatorische Urteil des Bundesgerichts habe einge-
stellt werden müssen. Eine Ungleichbehandlung der Mitbeschuldigten würde den 
Grundsatz der materiellen Wahrheit und des Gebots einer gleichen und gerechten 
Behandlung im Verfahren (Art. 3 Abs. 2 Bst. a StPO) krass verletzen. Dadurch 

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würde das allgemeine Rechtsgefühl der Rechtsunterworfenen empfindlich gestört. 
Mithin sei es angezeigt, dass die höchstrichterlichen Erwägungen auch auf die Ge-
suchstellerin angewendet würden und der ausgefällte Schuldspruch wegen Tätlich-
keiten dergestalt revidiert werde, dass das Verfahren gegen sie eingestellt werde.

Im Übrigen könne auf die Erwägungen des einschlägigen Bundesgerichtsurteils 
verwiesen werden. Danach wirke sich das Gesuch von H.________ um Einstellung 
des Strafverfahrens gegen D.________ wegen Tätlichkeiten, die im Anschluss dar-
an erfolgte Verfahrenssistierung und das Verstreichenlassen der Frist gemäss 
Art. 55a Abs. 2 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; SR 311) angesichts der 
Unteilbarkeit der Strafverfolgung bei Antragsdelikten auch auf Dritte (Anstifter, Ge-
hilfe oder Mittäter) aus. Bei der Beurteilung von Handlungen von D.________, an 
welchen sich Dritte als Anstifter, Gehilfe oder Mittäter beteiligt haben sollen, sei an-
gesichts dieses Grundsatzes folglich auch das Strafverfahren gegen diese Beteilig-
ten einzustellen. Diesbezüglich sei der Gesuchstellerin vorgeworfen worden, sie 
habe sich an den Tätlichkeiten von D.________ zum Nachteil von H.________ 
(«kitzeln und Mund zuhalten») aufgrund eines gemeinsamen Tatplans als Mittäterin 
beteiligt. Folglich sei das Verfahren gegen die Gesuchstellerin als angebliche Mit-
täterin von D.________ einzustellen. Damit sei das eventualiter erhobene Revisi-
onsgesuch ausreichend begründet und belegt (Art. 411 Abs. 1 StPO).

6.3 Ad Rechtsbegehren 1./b-i

Bei der anbegehrten Verfahrenseinstellung seien die Verfahrenskosten für das 
erst- und oberinstanzliche Verfahren gemäss Art. 423 StPO vom Kanton Bern zu 
übernehmen und bereits durch die Gesuchstellerin (zu Unrecht) bezahlte Verfah-
renskosten seien ihr zuzüglich Zins von 5% zurückzuerstatten. Dasselbe gelte für 
die von ihr zu Unrecht bezahlte Busse über CHF 400.00. Aus den mit heutigem Da-
tum eingereichten Zahlungsbelegen erhelle, dass die Gesuchstellerin die Verfah-
renskosten und die Busse am 8. Juni 2016 beglichen habe (Rechtsbegehren 1./b., 
d., e. und f.). Eine Kostenauferlegung zu Lasten der Gesuchstellerin gestützt auf 
Art. 426 Abs. 2 StPO rechtfertige sich deshalb nicht, weil das Prozesshindernis so-
wohl dem Regional- wie auch dem Obergericht bekannt gewesen sei und hätte be-
achtet werden müssen. Das Prozesshindernis bestehe gemäss Feststellung des 
Bundesgerichts spätestens seit dem 24. Oktober 2013 (Datum der Einstellungsver-
fügung), mithin bereits seit mehreren Monaten vor der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung. Die durch eine falsche Rechtsanwendung der Strafverfolgungsbehörden 
angefallenen Verfahrenskosten könnten damit nicht auf die Gesuchstellerin über-
wälzt werden. Dies gelte zumindest für die seit dem 24. Oktober 2013 angefallenen 
Verfahrenskosten. Gemäss den bundesgerichtlichen Erwägungen sei der erst- und 
oberinstanzliche Schuldspruch wegen Tätlichkeiten infolge Vorliegens eines Pro-
zesshindernisses ab initio falsch. Wäre das Prozesshindernis von der Vorinstanz 
beachtet worden, so hätten die Zivilforderungen der Straf- und Zivilklägerin zwin-
gend auf den Zivilweg verwiesen werden müssen. Tatsächlich sei im Falle einer 
Verfahrenseinstellung das Strafgericht nicht kompetent, materiell über die Zivilklage 
zu urteilen (Art. 126 Abs. 2 Bst. a StPO). Eine andere Auslegung sei angesichts 
des klaren Wortlauts von Art. 126 Abs. 2 Bst. a StPO nicht möglich (DOLGE, in: 
Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 34 f. zu Art. 126 StPO). Damit seien die 

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Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen und das Urteilsdispositiv entspre-
chend anzupassen (Rechtsbegehren 1./c.).

Bei einer Verfahrenseinstellung wäre die Gesuchstellerin nicht zur Bezahlung einer 
Parteientschädigung zu Gunsten von H.________ verurteilt worden (Art. 433 Abs. 
1 StPO). Mithin sei in Abänderung von Lit. D./II./4. und Lit. D./II./5. des Urteilsdis-
positivs festzustellen, dass die Gesuchstellerin für das erst- und oberinstanzliche 
Verfahren keine Parteientschädigung zu bezahlen habe (Rechtsbegehren 1./g. und 
h.). Sofern die Gesuchstellerin für das erst- und oberinstanzliche Verfahren nicht 
zur Bezahlung der Verfahrenskosten verurteilt werde, bestehe ihr gegenüber zu-
dem kein Rückforderungsrecht des Kantons hinsichtlich der dem amtlichen Vertei-
diger C.________ für das erstinstanzliche Verfahren bezahlten Entschädigung (Art. 
135 Abs. 4 Bst. a StPO e contrario). Dasselbe gelte für den Anspruch des amtli-
chen Verteidigers C.________ gegen die Gesuchstellerin für die Differenz zwi-
schen amtlicher Entschädigung und vollem Honorar (Art. 135 Abs. 4 Bst. b StPO e 
contrario). Das Urteilsdispositiv sei entsprechend anzupassen (Rechtsbegehren 
1./i.).

7. Folgerungen

7.1 Einstellung des Verfahrens 

Die Kammer hat die Strafverfahren gegen D.________ und F.________ mit Urteil 
vom 31. Mai 2017 rechtskräftig eingestellt (SK 17 22). Eine Einstellung des Straf-
verfahrens auch gegen die Gesuchstellerin liegt auf der Hand und bedarf keiner 
vertieften Ausführungen. Es kann zur Begründung auf die Darlegungen der Ge-
suchstellerin verwiesen werden (vorne E. 6.1). 

7.2 Zivilklage

Entsprechend dem Ausgang im Strafpunkt ist die Zivilklage von H.________ auf 
den Zivilweg zu verweisen (vgl. dazu vorne E. 6.3, erster Absatz). 

7.3 Rückerstattung Übertretungsbusse

Die Gesuchstellerin belegt, dass sie die Übertretungsbusse von CHF 400.00 am 
8. Juni 2016 an den Kanton Bern überwiesen hat (Beilage 4). Diese schuldet sie 
mit Blick auf das Voranstehende nicht mehr, sodass ihr der Geldbetrag zurückzu-
erstatten ist. Zur Zinsforderung bleibt anzumerken, dass der Kanton Bern – mit 
Blick auf das Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2016 – seit dem 8. Juni 
2016 ungerechtfertigt bereichert ist. Demnach ist es angebracht, der Gesuchsteller-
in zusätzlich zu den CHF 400.00 einen im Sinne des Obligationenrechts (vgl. 
Art 104 Abs. 1 Obligationenrecht, SR 220) üblichen Zins von 5 % seit dem 8. Juni 
2016 auszurichten.

7.4 Kosten- und Entschädigungsfolgen

Im Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts SK 17 22 vom 31. Mai 2017 wurde 
festgelegt, dass der Kanton Bern die noch nicht rechtskräftig ausgeschiedenen 
Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Strafverfahrens PEN 13 599 des Regional-
gerichts Bern-Mittelland, bestimmt auf CHF 3‘144.00, trägt. Darin sind die ur-

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sprünglich der Gesuchstellerin auferlegten anteilsmässigen Verfahrenskosten von 
CHF 988.00 enthalten (CHF 1‘168.00+988.00+988.00 = CHF 3‘144.00). Im zitierten 
Urteil wurde zudem festgehalten, dass die oberinstanzlichen Verfahrenskosten für 
die Strafverfahren SK 14 120-122 sowie SK 17 22+23, bestimmt auf CHF 2‘400.00, 
der Kanton Bern zu tragen hat. Darin sind die ursprünglich der Gesuchstellerin auf-
erlegten Verfahrenskosten von CHF 600.00 integriert 
(CHF 600.00+600.00+600.00+600.00 [SK 17 22] = CHF 2‘400.00). Nun ist es 
nachgewiesenermassen so (Beilage 4), dass die Gesuchstellerin ihre Anteile an 
den Verfahrenskosten bereits dem Kanton Bern überwiesen hat. Diese sind ihr ent-
sprechend zurückzuerstatten. In Bezug auf die Zinsforderung kann auf das bereits 
Ausgeführte verwiesen werden (vorne E. 7.3). Folglich hat der Kanton Bern der 
Gesuchstellerin weitere CHF 1‘588.00 (CHF 988.00+600.00) zuzüglich Zins von 
5 % seit 8. Juni 2016 zurückzubezahlen.

Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 23. Dezember 2016 den «Entscheid des 
Obergerichts des Kantons Bern vom 7. April 2016 […] aufgehoben und die Sache 
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.». Damit existiert Letzte-
rer nicht mehr und entfaltet keinerlei Wirkungen. Es braucht deshalb nicht eigens 
festgestellt zu werden, dass die Gesuchstellerin weder für das Verfahren PEN 13 
599 noch für das Verfahren SK 14 120 an H.________ eine Parteientschädigung 
zu bezahlen hat, auch wenn dies freilich so ist. Weder behauptet noch ersichtlich 
ist jedenfalls, dass die Gesuchstellerin die ihr ursprünglich zur Bezahlung auferleg-
ten Parteientschädigungen bereits an H.________ überwiesen hätte.

In Bezug auf die Rück- bzw. Nachzahlungspflicht der – bereits in der Höhe von 
CHF 2‘698.17  an den damaligen amtlichen Verteidiger (Fürsprecher C.________, 
pag. 761) ausgerichteten – Entschädigungen gegenüber dem Kanton Bern und ge-
genüber Fürsprecher C.________ gilt schliesslich das eben Gesagte analog. Die 
Rückzahlungspflichten sind mit der Urteilsaufhebung durch das Bundesgericht da-
hingefallen, sodass die Gesuchstellein davon befreit ist.

III. Kosten und Entschädigung im Verfahren SK 17 35

8. Vorbringen der Gesuchstellerin

Ad Rechtsbegehren 2 und 3: Beim anbegehrten Verfahrensausgang seien die Ver-
fahrenskosten für das vorliegende Ausdehnungs- beziehungsweise Revisionsver-
fahren vom Kanton Bern zu übernehmen (Art. 423 StPO) und der Gesuchstellerin 
eine Entschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte zu be-
zahlen (Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). Diese Entschädigung sei entsprechend der 
eingereichten Honorarnote festzulegen.

9. Folgerungen

Die Kosten des vorliegenden Verfahrens trägt nach Massgabe von Art. 423 StPO 
der Kanton Bern. Sie werden auf CHF 600.00 festgesetzt. H.________ sind die 
Kosten nicht aufzuerlegen, da sie nicht durch sie verursacht worden sind. 

15

Der Gesuchstellerin wird für das vorliegende Verfahren eine Entschädigung 
gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO in der Höhe von CHF 3‘375.00 (inkl. Auslagen 
und MWST) ausgerichtet. Die Kostennote von Rechtsanwalt Dr. B.________ gibt 
zu keinen Bemerkungen Anlass. 

Weitere entschädigungswürdige Nachteile sind nicht entstanden.  

16

IV. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

1. Das Verfahren gegen A.________ wird eingestellt.

2. A.________ wird die ihr im Verfahren SK 14 120 auferlegte und durch sie bereits be-
zahlte Übertretungsbusse von CHF 400.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 8. Juni 2016 
zurückerstattet.

3. A.________ werden die ihr im Verfahren PEN 13 599 auferlegten und durch sie be-
reits bezahlten anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 988.00 zuzüglich Zins zu 
5 % seit 8. Juni 2016 zurückerstattet.

4. A.________ werden die ihr im Verfahren SK 14 120 auferlegten und durch sie bereits 
bezahlten Verfahrenskosten von CHF 600.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 8. Juni 2016 
zurückerstattet.

5. Die Kosten für dieses Verfahren, bestimmt auf CHF 600.00, trägt der Kanton Bern.

6. A.________ wird für dieses Verfahren eine Entschädigung von CHF 3‘375.00 ausge-
richtet.

II.

Zu eröffnen:
- der Gesuchstellerin v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft  

Mitzuteilen:
- D.________, v.d. Fürsprecher E.________
- F.________, v.d. Rechtsanwalt G.________
- H.________, v.d. Fürsprecherin I.________
- der Vorinstanz
- Fürsprecher C.________ (betr. Rück- und Nachzahlungsforderung)

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Bern, 25. September 2017
(Ausfertigung: 26. September 2017)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Aebi

Der Gerichtsschreiber:

Müller  

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.