# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96d8c507-001c-5624-9084-87cc11f5c451
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2008 C-6438/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6438-2007_2008-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6438/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Philipp Mäder.

J._______ und V._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung eines Visums zu Besuchszwecken für 
G._______ und T._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6438/2007

Sachverhalt:

A.
Die 1982 geborene srilankische Staatsangehörige G._______ (nach-
folgend: Gesuchstellerin) beantragte am 31. Juli 2007 bei der Schwei-
zerischen  Botschaft  in  Colombo für  sich  und  ihren  2004  geborenen 
Sohn T._______ ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt 
bei ihrer Schwester  J._______ und deren Familie (nachfolgend: Gast-
geber bzw. Beschwerdeführer) in Allschwil  (BL). Nach formloser Ver-
weigerung leitete  die  Schweizerische Vertretung  das Gesuch an die 
Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Basel-Land bei den Gastge-
bern weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Ge-
such um Bewilligung der  Einreise mit  Verfügung vom 12. September 
2007 ab. Dies mit  der  Begründung,  es bestehe nicht  genügend Ge-
währ für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach ei-
nem Besuchsaufenthalt. Zudem ergebe sich aus den Gesuchsunterla-
gen, dass eine Mithilfe im Haushalt bzw. bei der Kinderbetreuung be-
absichtigt werde, was in einem besonderen Verfahren durch kantonale 
Behörden bewilligt werden müsste.

C.
Mit Eingaben vom 24. und 26. September 2007 beantragen die Gast-
geber bei der Vorinstanz bzw. beim Bundesverwaltungsgericht, die vor-
instanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Visum  für  einen 
dreimonatigen Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur Begründung rü-
gen sie implizit, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, die 
Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht gewährleis-
tet. Die Gesuchstellerin habe in Sri Lanka keine politischen Probleme. 
Sie sei dort verheiratet und befinde sich in Ausbildung. Nach dem be-
absichtigten Besuch werde sie mit ihrem Sohn selbstverständlich wie-
der zu ihrem Ehemann zurückkehren und ihre Ausbildung weiterfüh-
ren. Die  Interessen am Besuch lägen in  erster  Linie  bei  ihnen (den 
Gastgebern  bzw. Beschwerdeführern).  Die  Beschwerdeführerin  habe 
vor  kurzem ein Kind geboren und der  Besuch ihrer  Schwester  solle 
dazu dienen, sie – wie in ihrem Kulturkreis üblich – vorübergehend im 
Haushalt,  bei  der  Kinderbetreuung und auch moralisch zu unterstüt-
zen. Eine Unterstützung sei auch deshalb notwendig, weil sie (die Be-
schwerdeführerin) seit der Geburt gesundheitlich angeschlagen und er 

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(der Beschwerdeführer) sie aus beruflichen und anderen Gründen nur 
beschränkt unterstützen könne. 

Der Beschwerde lagen diverse Belege, insbesondere die gesundheitli-
chen und beruflich-wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführer 
betreffend, bei. 

D.
Mit  Eingabe vom 2. Oktober 2007 reichten die Beschwerdeführer di-
verse  Belege,  die  persönlichen  und  familiären  Verhältnisse  der  Ge-
suchstellerin betreffend, nach. Des weitern anerboten sie, dass mehre-
re Verwandte „ihre Ausweise“ bei der Separatistenorganisation „Libera-
tion  Tigers  of  Tamil  Eelam“ hinterlegten. Für  den Fall,  dass  die  Ge-
suchstellerin nach dem Besuchsaufenthalt nicht mehr nach Sri Lanka 
zurückkehren würde, könnten sich die Garanten dann nicht mehr „frei 
bewegen“. 

E.
Mit undatierter Eingabe (Datum Poststempel: 22. Oktober 2007) wies 
der Beschwerdeführer darauf hin, dass die gesundheitlichen Probleme 
seiner Frau als Folge der Geburt andauerten. 

F.
Mit  Fax-Eingabe vom 1. November 2007 an das Bundesverwaltungs-
gericht verwendete sich die behandelnde Ärztin der Beschwerdeführe-
rin für deren Anliegen. 

G.
Die  Vorinstanz  schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  1. November 
2007 auf Abweisung der Beschwerde. 

H.
Die Beschwerdeführer halten in ihrer Replik vom 3. Dezember 2007 an 
ihren Anträgen und deren Begründungen fest. Zur Gewährleistung der 
Wiederausreise der Gesuchstellerin und ihres Kindes boten sie nun-
mehr an, eine Summe von 3000 Franken auf ein Sperrkonto einzube-
zahlen,  um allfällig  anfallende  Kosten  sicherzustellen. Beigelegt  war 
neben bereits eingereichten Unterlagen ein undatiertes Schreiben der 
Gesuchstellerin samt Übersetzung, wonach sie garantiere, nach dem 
Besuch mit ihrem Sohn nach Sri Lanka zurückzukehren. 

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I.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit  rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am 1. Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  sowie  die  dazugehörigen  Ausführungsverordnungen  in  Kraft 
(u.a. die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Vi-
sumverfahren  [VEV,  SR  142.204]).  Gemäss  den  Übergangsbestim-
mungen richtet  sich das Verfahren nach dem neuen Recht  (Art. 126 
Abs. 2 AuG), womit nach Art. 112 Abs. 1 AuG die allgemeinen Bestim-
mungen der Bundesrechtspflege anwendbar sind. 

1.2 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der Einreise-
bewilligung unterliegen demnach der Beschwerde an das Bundesver-
waltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]).  Gemäss 
Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz  nichts  anderes bestimmt. Das Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts  ist  endgültig  (Art. 1  Abs. 2  VGG  i.V.m.  Art. 83  Bst. c 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.3 Die  Beschwerdeführer  sind  zur  Beschwerde  legitimiert;  auf  die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 48 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 

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gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E. 1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt 
auf  Gesuche,  die  vor  dem Inkraftreten des  AuG eingereicht  worden 
sind, aber das bisherige (materielle) Recht anwendbar. 

2.2 Da das der Beschwerde zugrunde liegende Gesuch um Einreise 
am 31. Juli 2007 eingereicht wurde, erfolgt die Beurteilung noch nach 
altem  Recht.  Einschlägig  sind  demnach  das  Bundesgesetz  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs  zum AuG) sowie  die  gestützt  darauf  erlassenen  Durchfüh-
rungsvorschriften; insbesondere die Verordnung vom 14. Januar 1998 
über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern 
(VEA, AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 
VEV). 

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist von 
der  Bewilligungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermes-
sens  zu  fällen  (Art. 4  und  Art. 16  Abs. 1  ANAG,  Art. 9  Abs. 1  VEA; 
PETER UEBERSAX,  Einreise  und  Anwesenheit,  in:  Peter  Uebersax/Peter 
Münch/ Thomas Geiser/Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Auslän-
derinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht 
und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143;  URS 
BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt 
a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de 
la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/Genf/ 
München 2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 
bis 5 VEA). Die Gesuchsteller können sich auf keine Ausnahmerege-
lung berufen; sie sind aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit visumspflich-
tig.

3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer 
die in  Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Ge-

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mäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter  anderem Gewähr für 
eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweiger-
te den Gesuchstellern die Erteilung eines solchen Visums mit der Be-
gründung, ihre fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert. Einen zusätzlichen Hinderungsgrund sah die Vorins-
tanz darin, dass der von den Beteiligten verfolgte Zweck (Mithilfe im 
Haushalt  und bei  der Kinderbetreuung) vom Besuchsvisum nicht ge-
deckt  wäre  und  in  einem  abweichenden  Verfahren  bewilligt  werden 
müsste. 

3.4
3.4.1 Wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  das  Kriterium  der  gesicherten 
Wiederausreise  erfüllt  ist,  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt 
werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern 
lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einrei-
segesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen 
mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Ver-
hältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die per-
sönliche  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel 
und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in  Einklang 
steht. 

3.4.2 Die  Wirtschaft  Sri  Lankas  ist  2007  real  um 7,4% gewachsen. 
Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 1350 US-Dollar (USD), das Bruttoin-
landprodukt (BIP) 27 Mrd. USD. Für 2008 wird erneut ein hohes Wirt-
schaftswachstum von über  6% erwartet. Ein Problem für  die weitere 
wirtschaftliche Entwicklung ist  zunehmend die Inflation,  die 2007 mit 
einer Jahresrate von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht 
werden konnte. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist aller-
dings grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist 
die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirt-
schaftsleistung erbringt. Demgegenüber bleiben breite  Bevölkerungs-
schichten vor allem im Norden und Osten des Landes von vergleichs-
weise  schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen 
betroffen. 

Tritt hinzu, dass sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit Anfang 
2006  wieder  verschlechtert  hat,  nachdem  erneut  Kämpfe  zwischen 
dem Militär und der „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ ausgebrochen 
sind. Davon besonders betroffen sind der Osten und Norden Sri Lan-
kas, Anschläge kommen jedoch auch in der Hauptstadt Colombo vor. 

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Seit die Regierung am 3. Januar 2008 das Waffenstillstandsabkommen 
mit  der  LTTE offiziell  per  16. Januar  2008 gekündigt  hat,  haben die 
Gefechte  im  Norden  des  Landes  noch  zugenommen; das  politische 
Klima ist sehr gespannt, die Zahl terroristischer Anschläge hat landes-
weit deutlich zugenommen, auch in Gegenden, die bislang als unprob-
lematisch  galten  (Quellen:  Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der 
Webseite  des  Auswärtigen  Amtes  Deutschlands  <http:// 
www.auswaertiges-amt.de>,  Stand:  Juni  2008,  besucht  am  29. Juli 
2008; Reisehinweise auf der Webseite des Eidgenössischen Departe-
ments für Auswärtige Angelegenheiten [EDA] <http://www.eda.admin. 
ch>,  Stand: 25. Juli  2008,  besucht  am 29. Juli  2008; vgl. auch Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E-2775/2007  vom  14. Februar  2008 
E. 7.2-7.5). 

3.4.3 Die Verhältnisse in Sri Lanka widerspiegeln sich in einer anhal-
tend hohen Emigrationsrate. Die Bereitschaft, das Land auf der Suche 
nach besseren Lebensbedingungen zu verlassen, wird erfahrungsge-
mäss dort  noch begünstigt,  wo bereits  Verwandte oder  Bekannte im 
Ausland leben und entsprechend ein minimales soziales Beziehungs-
netz vorhanden ist. Im Falle der Schweiz führen diese Verhältnisse an-
gesichts der strengen ausländerrechtlichen Zulassungsregelung nicht 
selten  zu  unerwünschten  Umgehungsmechanismen.  So  haben  hier 
beispielsweise im Jahre 2007 618 srilankische Staatsangehörige um 
Asyl ersucht. In der Statistik der Asylgesuche nach Nationen steht Sri 
Lanka knapp hinter der Türkei an fünfter Stelle. Die Problematik liegt 
dabei nicht so sehr in der Tatsache, dass überhaupt Asylgesuche ge-
stellt  werden,  als  vielmehr  darin,  dass  diese  Gesuche  regelmässig 
nicht aus dem Ausland, sondern nach illegaler oder sonstwie erwirkter 
Einreise in der Schweiz eingereicht werden. Umgehungsmechanismen 
sind aber auch insofern gang und gäbe, als nach erfolgter Einreise mit 
einem Visum, trotz gegenteiliger Zusicherung, Verlängerungsgesuche 
gestellt werden oder versucht wird, den Aufenthalt auf eine ganz ande-
re ausländerrechtliche Grundlage abzustützen.

3.4.4 Gemäss den Angaben im Antragsformular hat die Gesuchstelle-
rin ihren ständigen Wohnsitz im politisch und militärisch umkämpften 
Norden Sri Lankas, in der Gemeinde Naddankandal im Bezirk Mullaiti-
vu. Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, dass die Zivilbevölkerung 
dort einer ganz besonderen Bedrohungslage ausgesetzt ist.

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3.4.5 Bei  der  Risikoanalyse  sind  aber  nicht  nur  solche  allgemeinen 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuch-
steller  bzw. einer Gesuchstellerin  im Heimat-  oder ständigen Aufent-
haltsstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche 
oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser  Umstand  durchaus  die 
Prognose für  eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umge-
kehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die keine der 
erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigra-
tion abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risi-
ko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach 
bewilligter  Einreise  zu  einem  Besuchsaufenthalt  hoch  eingeschätzt 
werden.

3.4.6 Bei  der  Gesuchstellerin  handelt  es  sich  um eine  verheiratete, 
26-jährige  Frau,  die  zusammen  mit  ihrem  dreieinhalbjährigen  Sohn 
einreisen möchte. Sie würde ihren Ehemann während der beabsichtig-
ten Reise in Sri Lanka zurücklassen. Auf den ersten Blick könnte aus 
diesem Umstand durchaus auf persönliche Verpflichtungen und daraus 
auf  eine gewisse Verwurzelung geschlossen werden. Allerdings zeigt 
die Erfahrung, dass zurückbleibende Angehörige gerade in Situationen 
angespannter  politischer  bzw. wirtschaftlicher  Verhältnisse  nicht  ver-
lässlich davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu 
fällen. Im Gegenteil, der Entscheid kann dort von der Hoffnung getra-
gen sein, erst einmal einen Teil der Familie in Sicherheit bzw. in eine 
bessere wirtschaftliche Umgebung zu bringen und die zurückbleiben-
den nahen Angehörigen später nachziehen zu können. 

3.4.7 Über  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse,  in  denen  sich  die  Ge-
suchstellerin mit ihrem Ehemann befindet, ist nur sehr wenig bekannt. 
Die  Gesuchstellerin  geht  offenbar  keiner  Erwerbstätigkeit  nach  und 
soll sich in einer Ausbildung zur Lehrerin befinden. Anlässlich der An-
tragsstellung hat  sie  unter  der Formular-Rubrik  „Beruf“  vermerkt,  sie 
sei  „external student“  an der Universität  von Jaffna. Gegenüber dem 
kantonalen Migrationsamt gaben die  Gastgeber  an (schriftliche Aus-
kunft vom 22. August 2007), die Gesuchstellerin sei in Ausbildung zur 
Lehrerin und dies „in der Nähe vom Wohnort“. Belegt wurde allerdings 
weder  das  eine noch das andere. Wie es sich  damit  genau verhält, 
muss deshalb offen bleiben. 

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3.4.8 Zu den beruflichen Verhältnissen des Ehegatten und zur Frage, 
womit die Familie ihre Lebenshaltungskosten bestreitet, ergibt sich aus 
den Akten nichts. Es  ist  deshalb  nicht  auszuschliessen,  dass  schon 
aus wirtschaftlichen Gründen ein Wille vorhanden sein könnte, es der 
Schwester gleichtun und das Land auf Dauer verlassen zu wollen. 

3.4.9 Vor  dem  aufgezeigten  allgemeinen  und  persönlichen  Hinter-
grund ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz darauf schloss, 
es sei  nicht  genügende Gewähr für  die fristgerechte Wiederausreise 
nach  einem Besuchsaufenthalt  gegeben  (Art. 14  Abs. 1  i.V.m. Art. 1 
Abs. 2 Bst. c VEA). Diese Einschätzung ist nicht schon damit in Frage 
zu  stellen,  dass  die  Einreise  erklärtermassen  einem  bestimmten 
Zweck, nämlich der Unterstützung der am 30. August 2007 niederge-
kommenen  Beschwerdeführerin  dienen  soll.  Solche  Umstände  sind 
häufig nur Teil einer vielschichtigen Interessenlage. Im Übrigen hat die 
Schweizerische Vertretung in Sri Lanka, welche mit den Verhältnissen 
vor Ort bestens vertraut ist und sich aufgrund einer persönlichen Be-
gegnung ein Bild von den Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern ma-
chen  kann,  eine  Erteilung  des  Visums in  eigener  Kompetenz  abge-
lehnt. 

3.5 Die Einschätzung des Risikos einer nicht gesicherten Wiederaus-
reise wird auch nicht damit in Frage gestellt, dass die Beschwerdefüh-
rer für die anstandslose und fristgerechte Rückkehr ins Heimatland ga-
rantieren beziehungsweise besondere Sicherheiten stellen wollen. Die 
Integrität  der  Beschwerdeführer  in  ihrer  Eigenschaft  als  Gastgeber 
wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der 
Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht 
so sehr die Einstellung und Absichten eines Gastgebers, sondern in 
erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. 
Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Ein Gastgeber kann zwar 
für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber - mangels 
rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit - für ein bestimmtes Verhal-
ten des Gastes. 

4.
4.1 Bei dieser Sachlage kann offenbleiben, ob die deklarierte Absicht, 
die  Schwester  und  den  Schwager  bei  der  Kinderbetreuung  und  im 
Haushalt  zu  unterstützen,  vom Visumszweck (der  nur  zu  einem Be-
suchsaufenthalt, nicht aber zu einer Tätigkeit berechtigt, die normaler-

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weise auf Erwerb ausgerichtet ist) gedeckt gewesen wäre (vgl. Art. 11 
Abs. 3 VEA, Art. 6  der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Be-
grenzung der Zahl der Ausländer [BVO, AS 1986 1791]; Entscheid des 
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 22. September 
1997, auszugsweise publiziert in: Verwaltungspraxis der Bundesbehör-
den [VPB 63.37]; Urteil des Bundesgerichts 2A.76/2007 vom 12. Juni 
2007 E. 3). 

4.2 Aus den vorangegangenen Erwägungen folgt, dass die angefoch-
tene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sach-
verhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat 
das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

5.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerde-
führer  die  Kosten  zu  tragen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Diese  sind  auf 
Fr. 600.-  festzusetzen  (Art. 1,  2  und  3  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten 2 311 129 retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Philipp Mäder

Versand: 

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