# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b2374be-1e99-5342-90dd-4d1e2a6c094e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.10.2006 B 2006/100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2006-100_2006-10-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2006/100

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 19.10.2006

Entscheiddatum: 19.10.2006

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 19. Oktober 2006
Steuerrecht, interkantonale Steuerausscheidung, Art. 14 Abs. 1 StG (sGS 
811.1). Bei einem frei praktizierenden Arzt mit Wohnsitz im Kanton Appenzell 
Ausserrhoden und Praxis in St. Gallen begründet die Tatsache, dass die 
Ehefrau am Wohnort die Praxisadministration führt, keine anteilmässige 
Besteuerung des Geschäftseinkommens am Wohnort (Verwaltungsgericht, B 
2006/100).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

 

In Sachen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

vertreten durch den Amtsleiter-Stellvertreter,

lic. iur. Hubert Hofmann,

 

gegen

 

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Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,

Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

und

 

X.,

Beschwerdegegner,

vertreten durch P.

 

betreffend

 

Einkommens- und Vermögenssteuern 2001

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Dr. med. X. ist Facharzt FMH für . . .. Er betreibt in der Stadt St. Gallen eine 

Arztpraxis und ist daneben als Redaktor einer Fachzeitschrift tätig. Seine Ehefrau 

arbeitet im Angestelltenverhältnis in der Praxis ihres Ehemannes und übt daneben eine 

Teilzeittätigkeit bei der Stadt St. Gallen aus. Die Eheleute X. wohnen in einem 

Einfamilienhaus in T./Appenzell Ausserrhoden.

Für 2001 deklarierten die Eheleute X. im Kanton Appenzell-Ausserrhoden ein 

steuerbares Einkommen von Fr. . . . . und ein steuerbares Vermögen von Fr. . . . . . In 

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der Buchhaltung wurde ein Aufwand von Fr. 18'000.-- für die Benutzung von 

Büroräumlichkeiten im Eigenheim ausgewiesen. Die Veranlagungsbehörde des Kantons 

St. Gallen rechnete für die Ermittlung der Einkünfte aus selbständiger 

Haupterwerbstätigkeit einen Anteil von Fr. 12'000.-- an diesem Mietaufwand dem 

steuerbaren Einkommen zu. Ausserdem nahm sie verschiedene Korrekturen bei den 

Abzügen vor. Die Vermögensdeklaration wurde unverändert übernommen. X. wurde im 

Kanton St. Gallen für 2001 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. . . . . zum Satz 

von Fr. . . . . und einem steuerbaren Vermögen von Fr. . . . zum Satz von Fr. . . . . 

veranlagt. Eine von X. am 14. Oktober 2003 erhobene Einsprache wurde vom 

Kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 8. Juni 2005 abgewiesen.

B./ Mit Eingabe seiner Vertreter vom 8. Juli 2005 erhob X. Rekurs mit dem Antrag, die 

Veranlagung 2001 für die Staats- und Gemeindesteuern sei dahingehend zu 

korrigieren, dass eine interkantonale Betriebsstättenausscheidung zwischen St. Gallen 

und Appenzell-Ausserrhoden vorzunehmen und der Mietaufwand für das Büro am 

Wohnort gemäss Deklaration auf Fr. 18'000.-- festzusetzen sei.

Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 4. Mai 2006 

teilweise gut und hob den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramtes vom 8. 

Juni 2005 auf. Sie veranlagte X. für 2001 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. . . . 

zum Satz von Fr. . . . . und einem steuerbaren Vermögen von Fr. . . . . zum Satz von 

Fr. . . . . Sie erwog, es seien zwei Zimmer des Einfamilienhauses der beruflichen 

Tätigkeit zuzuordnen, woraus sich ein berufsmässig begründeter Mietaufwand von Fr. 

12'300.-- ergebe. Sodann sei hinsichtlich der administrativen Tätigkeit der Ehefrau und 

der wissenschaftlichen und redaktionellen Tätigkeit des Steuerpflichtigen ein 

Nebensteuerdomizil (zufolge Betriebsstätte bzw. Geschäftsbetriebes) anzunehmen. 

Dagegen würde der Umstand, dass ein Arzt Patienten auch von seinem Wohnort aus 

telefonisch betreue und berate und auch zu Hause berufliche Tätigkeiten ausübe, zu 

einer unerträglichen Zersplitterung der Steuerpflicht führen, weshalb es gerechtfertigt 

sei, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Betreuung von Patienten stehende 

Tätigkeit, die der Rekurrent an seinem Wohnort ausübe, bei der Steuerausscheidung 

zwischen Praxisort und Wohnort nicht zu berücksichtigen.

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C./ Mit Eingaben vom 19. Mai und 19. Juni 2006 erhob das Kantonale Steueramt 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 4. 

Mai 2006 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2005 sei zu 

bestätigen, unter Kostenfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, für 

die teilweise Ausübung der selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdegegners sei 

ein einzelnes Büro im Eigenheim in T. ausreichend, weshalb der im 

Einspracheentscheid zugelassene Mietaufwand von Fr. 6'000.-- bzw. die 

entsprechende Aufrechnung von Fr. 12'000.-- beim Einkommen aus selbständigem 

Erwerb gerechtfertigt sei. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Backoffice-Tätigkeit der angestellten Ehefrau, sofern sie überhaupt am Wohnort 

ausgeführt werde, was aufgrund der geltend gemachten Fahrkosten bestritten werde, 

für sich alleine eine Betriebsstätte am Wohnort begründen solle. Daher sei auf die 

Ausscheidung einer Betriebsstätte zu verzichten und lediglich der Lohn der 

unselbständig tätigen Ehefrau am Hauptsteuerdomizil in T. zu besteuern.

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. Juli 2006 unter Hinweis auf die 

Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe seiner Vertreter vom 28. August 2006 

vernehmen, ohne einen förmlichen Antrag zu stellen. Er hält fest, er sei weiterhin der 

Auffassung, dass die Veranlagung gemäss dem Antrag der Rekursschrift angemessen 

sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in 

den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das kantonale Steueramt ist zur 

Beschwerdeführung legitimiert, und seine Eingaben entsprechen zeitlich, formal und 

inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 161 

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StG sowie Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.

Der Beschwerdegegner hat in seiner Beschwerdevernehmlassung keinen förmlichen 

Antrag gestellt. Er führt lediglich aus, er halte daran fest, dass der gesamte 

Mietaufwand Fr. 18'000.-- betrage und verweise auf die Ausführungen in der 

Rekursschrift. Ausserdem werde daran festgehalten, dass von einer Betriebsstätte am 

Wohnort ausgegangen werden müsse. Abschliessend vermerkt er, er sei weiterhin der 

Auffassung, dass die Veranlagung gemäss Rekursschrift angemessen sei.

Die Verwaltungsrekurskommission hat den Rekurs nur teilweise gutgeheissen. Dem 

Begehren des Beschwerdegegners, es seien Fr. 18'000.-- als geschäftsmässig 

begründeter Mietaufwand aufgrund der Nutzung von Räumen im eigenen Haus 

anzuerkennen, wurde nur teilweise entsprochen. Ausserdem wurde das Bestehen einer 

Betriebsstätte am Wohnort bejaht, allerdings nur aufgrund der dort von der Ehefrau 

ausgeübten Tätigkeit sowie der Tätigkeit des Beschwerdegegners als 

wissenschaftlicher Redaktor. Die vom Beschwerdegegner vom Wohnort aus getätigten 

Patientenkontakte wurden nicht als Wesensmerkmal der Betriebsstätte anerkannt.

Der Beschwerdegegner hat den Rekursentscheid nicht angefochten. In der 

Beschwerdevernehmlassung verweist er auf seine Ausführungen in der Rekursschrift 

und hält fest, dass eine Veranlagung gemäss der Rekursschrift angemessen sei. Soweit 

in diesen Ausführungen ein Antrag zu verstehen ist, geht dieser weiter als ein Begehren 

um Abweisung der Beschwerde. Im Beschwerdeverfahren betr. Steuern ist allerdings 

das Verwaltungsgericht an die Anträge der Beteiligten nicht gebunden (Art. 196 Abs. 2 

StG). Aus dieser Bestimmung wird nach der Praxis das Recht des Kantonalen 

Steueramtes abgeleitet, in einer Beschwerdevernehmlassung Anträge auf Vornahme 

einer reformatio in peius zu stellen, soweit sich diese im Rahmen des 

Streitgegenstands bewegen (vgl. GVP 1982 Nr. 23; VerwGE vom 17. September 2002 

i.S. C. und R.B.). Dementsprechend ist auch dem Beschwerdegegner das Recht 

zuzuerkennen, in der Vernehmlassung zu einer Beschwerde des kantonalen 

Steueramtes einen Antrag zu stellen, der eine Aenderung des angefochtenen 

Entscheides zu seinen Gunsten verlangt, soweit sich das Begehren im Rahmen des 

Streitgegenstands bewegt. Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall gegeben; die 

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Höhe der Aufwendungen für die Arbeitsräume im eigenen Haus wurde vom kantonalen 

Steueramt angefochten. Bei der Frage der Betriebsstätte beziehen sich die 

Ausführungen des Beschwerdegegners im wesentlichen auf die Begründung des 

angefochtenen Entscheids. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegner hinsichtlich der 

Aufwendungen für die Arbeitsräume auf einen genau bezeichneten Abschnitt in der 

Rekursschrift verweist, was im Beschwerdeverfahren als ausreichend qualifiziert wird, 

um ein Begehren zu begründen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im 

Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921).

2./ a) Streitig ist der Geschäftsaufwand, welcher in der Buchhaltung mit Fr. 18'000.-- 

für die Benützung von Raum im Eigenheim des Beschwerdegegners ausgewiesen 

wurde. Beschwerdegegner und Vorinstanz gingen davon aus, dass im Eigenheim zwei 

von sieben Zimmern vorwiegend geschäftlich genutzt werden. Davon ausgehend setzte 

die Vorinstanz den geschäftlich begründeten Mietaufwand auf Fr. 12'300.-- fest 

(Mietwert Fr. 55'272.-- : 9 [Zimmerzahl +2] x 2). Damit sei auch die teilweise 

geschäftsbedingte Nutzung eines Garagenplatzes abgegolten, wobei umgekehrt davon 

auszugehen sei, dass die beiden Büroräume nicht ausschliesslich geschäftlich genutzt 

würden.

Dagegen wendet das kantonale Steueramt ein, die Ehefrau des Pflichtigen sei für ihre 

Tätigkeit nicht auf ein Arbeitszimmer zu Hause angewiesen. Ihr stehe in der Praxis in 

St. Gallen ein Arbeitsplatz zur Verfügung, an welchem sie die administrativen Arbeiten 

erledigen könne.

b) Nach Art. 40 Abs. 1 StG können bei selbständiger Erwerbstätigkeit die geschäfts- 

oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen werden. Der Mietaufwand, der in 

der Buchhaltung eines Selbständigerwerbenden für die Benützung von Räumen in der 

Privatliegenschaft ausgewiesen wird, gilt als geschäftsmässig begründeter Aufwand im 

Sinne von Art. 40 Abs. 1 StG. Für diesen trägt der Steuerpflichtige die Beweislast 

(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuergesetz, 6. 

Aufl., Muri-Bern 1999, S. 379 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, 

dass es bei der Beurteilung des geschäftsmässig begründeten Unternehmensaufwands 

nicht darauf ankommt, ob eine Ausgabe grundsätzlich oder der Höhe nach objektiv 

vermeidbar oder unvermeidbar, sinnvoll oder unzweckmässig ist (Weidmann/

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Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 71). Bei der geschäftlichen Benützung von Räumen des 

eigenen Hauses besteht indes keine Geschäftsbeziehung mit einem aussenstehenden 

Dritten. Zudem werden keine Zahlungen getätigt; der Mietaufwand wird lediglich als 

fiktive Aufwendung ausgewiesen, welche letztlich den steuerbaren Eigenmietwert der 

Liegenschaft des Pflichtigen mindert. Daher kann nicht ohne weiteres auf die 

Deklaration des Mietaufwands in der Buchhaltung abgestellt werden. Die Verbuchung 

von entsprechendem Aufwand vermag nicht in jedem Fall eine geschäftsmässig 

begründete Aufwendung zu belegen.

Vorliegend geht aus der amtlichen Mitteilung über die Liegenschaftsschätzung nicht 

hervor, inwiefern ein Zimmer oder mehrere Zimmer des Hauses geschäftlich genutzt 

werden. Büroräume werden im Beschrieb des Hauses nicht aufgeführt. Auch aus der 

Aktennotiz über die Besprechung des Beschwerdegegners und dessen Ehefrau mit 

dem Steuerkommissär vom 12. Mai 2005 ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass zwei 

Zimmer geschäftlich genutzt werden. Die Ehefrau wird mit der Erklärung zitiert, "das 

Büro zu Hause sei mit der Praxis in St. Gallen verknüpft". Es wurde bei der 

Besprechung nicht auf eine Mehrzahl von geschäftlich genutzten Räumen hingewiesen. 

Sodann wurde sowohl in der Einsprache als auch im Rekurs beantragt, der 

Mietaufwand für "das Büro am Wohnort" sei auf Fr. 18'000.-- festzusetzen. All dies 

weist darauf hin, dass es sich um einen einzelnen Raum handelt. Auch den 

eingereichten Rechnungen über die Ausstattung und die baulichen Massnahmen lässt 

sich nicht entnehmen, dass zwei Räume überwiegend oder gar ausschliesslich als 

Büros eingerichtet wurden. Dagegen wurde sowohl in der Rekursschrift als auch in der 

Beschwerdevernehmlassung ausgeführt, es stünden den Eheleuten zwei Zimmer für 

praxisrelevante Arbeiten zur Verfügung.

Der Anteil des geschäftsmässig begründeten Aufwands kann nicht ziffernmässig genau 

bestimmt werden; er ist ermessensweise festzusetzen. Unbestritten blieb die 

Feststellung der Vorinstanz, dass die beruflich genutzten Räumlichkeiten teilweise auch 

für private Zwecke genutzt werden. Dies entspricht im übrigen auch der allgemeinen 

Lebenserfahrung. Im weiteren wurden in der Steuererklärung 115 jährliche Fahrten der 

Ehefrau nach St. Gallen als Berufsauslagen zum Abzug gebracht, was auf einen 

zumindest hälfigen Arbeitsanteil der Ehefrau in der Praxis hinweist. Unter diesen 

Umständen ist der Nachweis nicht erbracht, dass Aufwendungen für mehr als einen 

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Büroraum im Eigenheim geschäftsmässig begründet sind. Da die Methode zur 

Ermittlung bzw. Schätzung des auf einen Büroraum entfallenden Abzugs im 

Beschwerdeverfahren unangefochten blieb und sich der vom kantonalen Steueramt 

festgesetzte Abzug von Fr. 6'000.-- im Rahmen des Ermessens bewegt, ist die 

Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen und der Einsprache-Entscheid zu 

bestätigen.

3./ Zu prüfen ist im weiteren, ob die Vorinstanz zu Recht eine Betriebsstätte in Teufen 

angenommen hat bzw. die Besteuerung des Einkommens am Geschäftsort 

eingeschränkt hat.

a) Nach Art. 14 Abs. 1 StG sind natürliche Personen ohne steuerrechtlichen Aufenthalt 

im Kanton aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie im Kanton 

Geschäftsbetriebe oder Betriebsstätten unterhalten.

a) Der Beschwerdegegner wohnt in T./Appenzell Ausserrhoden und ist Inhaber einer 

Arztpraxis in St. Gallen. Somit besteht in St. Gallen ein Nebensteuerdomizil des 

Geschäftsbetriebs (vgl. das Beispiel in Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 23). 

Dies bedeutet, dass der Beschwerdegegner (auch) im Kanton St. Gallen steuerpflichtig 

ist. Diese Steuerpflicht besteht kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit (Randtitel zu Art. 14 

StG). Beim Nebensteuerdomizil St. Gallen handelt es sich um ein Spezialsteuerdomizil 

des Geschäftsortes (vgl. Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern/ 

Stuttgart/Wien 2000, § 9 Rz. 8). Bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit ist nach Art. 15 Abs. 

2 StG die Steuerpflicht auf die Teile des Einkommens und Vermögens beschränkt, für 

die nach Art. 14 StG eine Steuerpflicht im Kanton besteht.

b) Die Vorinstanz prüfte, ob eine Betriebsstätte (der Arztpraxis) in T. besteht. Als 

Betriebsstätte gilt nach Art. 13 Abs. 3 StG eine feste Geschäftseinrichtung, in der die 

Geschäftstätigkeit eines Unternehmens oder ein freier Beruf ganz oder teilweise 

ausgeübt wird. Nach Art. 7 der Steuerverordnung (sGS 811.11) sind Betriebsstätten 

insbesondere Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen, 

ständige Vertretungen, Bergwerke und andere Stätten der Ausbeutung von 

Bodenschätzen sowie Bau- und Montagestellen von mindestens 12 Monaten Dauer. 

Nach Lehre und Rechtsprechung ist eine Betriebsstätte eine ständige körperliche 

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Anlage oder Einrichtung, mittels derer sich daselbst ein qualitativ oder quantitativ 

wesentlicher Teil des technischen oder kommerziellen Betriebs vollzieht (vgl. Höhn/

Mäusli, a.a.O., § 10 Rz. 1).

c) Die Arztpraxis des Beschwerdegegners wird als Einzelfirma betrieben. Einzelfirmen 

sind nicht selbständig steuerpflichtig. Sie haben daher als solche kein 

Hauptsteuerdomizil. Steuerpflichtig ist der Inhaber. Dieser hat am Sitz bzw. am Ort der 

Leitung des Geschäfts ein Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes und nicht eine 

Betriebsstätte (Höhn/Mäusli, a.a.O., § 10 Rz. 15). Aufgrund der Praxis in St. Gallen ist 

ein solches Spezialsteuerdomizil gegeben. Falls der Beschwerdegegner einen 

wesentlichen Teil seiner Praxistätigkeit in einem Drittkanton betreiben würde, bestünde 

dort ein sekundäres Steuerdomizil einer Betriebsstätte (Höhn/Mäusli, a.a.O., § 9 Rz. 8). 

Da im vorliegenden Fall streitig ist, ob ein wesentlicher Teil der Praxistätigkeit am 

Wohnort und damit am Hauptsteuerdomizil ausgeübt wird, stellt sich die Frage einer 

Betriebsstätte in T. nicht bzw. nur indirekt. Es fragt sich vielmehr, ob das Einkommen 

und Vermögen im Zusammenhang mit der Praxis gesamthaft am Spezialsteuerdomizil 

St. Gallen zu besteuern oder ob ein Teil davon dem Hauptsteuerdomizil Appenzell-

Ausserrhoden zuzuordnen ist. Aufgrund dieser Fragestellung ist es nicht entscheidend, 

inwiefern die vom Beschwerdegegner und seiner Ehefrau in Teufen ausgeübten 

Tätigkeiten die Merkmale einer Betriebsstätte begründen. An seinem 

Hauptsteuerdomizil kann der Beschwerdegegner nämlich gar kein Nebensteuerdomizil 

haben. Die Tätigkeiten sind danach zu beurteilen, ob sie üblicherweise am 

Hauptsteuerdomizil ausgeübt werden, ohne dass deswegen die ausschliessliche 

Besteuerung des Geschäftseinkommens am Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes 

in Frage gestellt wird. Unter diesem Aspekt ist es nicht entscheidend, dass die Ehefrau 

einen wesentlichen Teil der Praxisadministration in Teufen ausübt. Die Ehefrau ist beim 

Beschwerdegegner angestellt und bezieht für ihre Tätigkeit ein Salär, das am Wohnort 

besteuert wird. Es handelt sich in diesem Fall nicht um einen Sachverhalt, der mit der 

überwiegenden kaufmännischen Leitung einer Unternehmung ausserhalb des 

Geschäftsortes gleichgesetzt werden kann. Vielmehr liegt ein Fall vor, bei dem eine 

Angestellte einen Teil ihrer Tätigkeit am Geschäftsort in einem Büro der 

Einzelunternehmung ausübt und daneben einen Teil ihrer Arbeit bei sich zu Hause 

erledigt. In quantitativer Hinsicht verhält es sich zudem so, dass aufgrund des geltend 

gemachten Abzugs für 115 berufsbedingte Fahrten der Ehefrau zum Praxisort St. 

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Gallen nicht von einer überwiegenden Tätigkeit in T. ausgegangen werden kann. Wenn 

eine Angestellte eines freiberuflich Tätigen einen erheblichen Teil ihrer Tätigkeit bei sich 

zu Hause ausübt, vermag dies an ihrem Wohnort keine Praxistätigkeit zu begründen, 

welche einen einer Betriebsstätte gleichkommenden qualitativ wesentlichen Anteil 

darstellt. Grundsätzlich steht der Ehefrau bzw. der Angestellten für ihre Tätigkeit in der 

Praxis ein Büro in St. Gallen zur Verfügung. Wenn es ihr unter diesen Umständen 

gestattet wird, einen Teil ihrer Tätigkeit bei sich zu Hause auszuüben, vermag dies 

keine anteilmässige Besteuerung des Geschäftseinkommens am Hauptsteuerdomizil 

zu begründen. Von einem wesentlichen Teil der Geschäftstätigkeit des 

Beschwerdegegners am Hauptsteuerdomizil, welcher einer Betriebsstätte der 

Arztpraxis am Wohnort gleichkommt, kann unter diesen Umständen nicht gesprochen 

werden.

d) Die ärztliche Tätigkeit des Beschwerdegegners wurde von der Vorinstanz nicht als 

Merkmal einer Betriebsstätte qualifiziert und dementsprechend auch nicht als Grund 

für die Zuweisung eines Teils des Praxiseinkommens an den Wohnort anerkannt. Dies 

ist aufgrund der vorliegenden Umstände gerechtfertigt. Erfahrungsgemäss pflegen 

zahlreiche Aerzte auch von der Privatwohnung aus Kontakte zu Patienten. Der 

Beschwerdegegner gibt T. klar als Privatdomizil und nicht als Praxisstandort zu 

erkennen. Der Umfang der Kontakte mit Patienten vom Wohnort aus ist nicht genau 

bestimmbar. Aus den vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen geht jedenfalls 

nicht hervor, dass in T. eine eigentliche Praxistätigkeit ausgeübt wird. Es gehört zum 

üblichen Umfang der beruflichen Tätigkeit, dass ein Arzt auch zu Hause telefonische 

Auskünfte erteilt, Fachliteratur studiert, administrative Arbeiten im Zusammenhang mit 

der Praxis erledigt oder wissenschaftliche Arbeiten ausführt. Dieser Anteil mag 

aufgrund besonderer Umstände bei einzelnen Aerzten höher sein als bei anderen. Wie 

die Vorinstanz zutreffend festhält, würde es aber zu einer unerträglichen Zersplitterung 

der Steuerpflicht führen, wenn solche Tätigkeiten, wie sie auch bei anderen freiberuflich 

Tätigen zu Hause ausgeübt werden, ein gesondertes Steuerdomizil begründen bzw. 

eine Steuerausscheidung für das Einkommen und Vermögen aus dem Geschäftsort 

erforderlich machen würden. Zu den praxisrelevanten Tätigkeiten gehört im übrigen 

auch das Verfassen von wissenschaftlichen Artikeln oder fachlichen Abhandlungen in 

einschlägigen Medien. Dem vom Beschwerdegegner erzielten Honorar von Fr. . . . . 

kommt zudem quantitativ bzw. im Verhältnis zu den übrigen Einkünften eine derart 

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geringfügige Bedeutung zu, dass sich eine Ausscheidung auch unter diesem Aspekt 

nicht rechtfertigt. Im vorliegenden Fall ist somit weder aufgrund der Tätigkeit der 

angestellten Ehefrau noch aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdegegners am Wohnort 

ein Teil des Geschäftseinkommens und -vermögens am Wohnort zu besteuern.

4./ Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die 

Beschwerde gutzuheissen und der Rekursentscheid vom 4. Mai 2006 aufzuheben ist. 

Der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2005 ist zu bestätigen.

5./ Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdegegners (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12).

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdegegner ist 

unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdeführer hat als verfügende Behörde 

keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (vgl. R. Hirt, Die Regelung der 

Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 

176).

Aufgrund des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die amtlichen Kosten des 

Rekursverfahrens von Fr. 1'600.-- dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 

VRP).

Ausseramtliche Kosten sind für das Rekursverfahren nicht zu entschädigen (Art. 98bis 

VRP; Hirt, a.a.O., S. 176).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2./ Der Rekursentscheid vom 4. Mai 2006 wird aufgehoben und der

Einspracheentscheid vom 8. Juni 2005 bestätigt.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 3'000.-- werden dem

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Beschwerdegegner auferlegt.

4./ Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'600.-- werden dem

Beschwerdegegner auferlegt.

5./ Für das Beschwerde- und das Rekursverfahren werden keine ausseramtlichen

Kosten entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann gestützt auf Art. 73 Abs. 1 StHG innert dreissig Tagen 

seit der Eröffnung Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, eingereicht werden.

den Beschwerdeführer–

die Vorinstanz–

den Beschwerdegegner (durch P. AG)–

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