# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64828a69-355f-5536-b28f-df4a94bdbe6a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.02.2012 IV 2010/128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-128_2012-02-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/128

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2020

Entscheiddatum: 15.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 15.02.2012
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. 
Invaliditätsbemessung gemäss Prozentvergleich (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Februar 2012, IV 
2010/128).

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; a.o. Gerichtsschreiberin Annina Baltisser

Entscheid vom 15. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich am 24. Juli 2008 zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Vom 1. August 2005 

bis zum 31. Juli 2006 war er zu 100% bei der Stiftung B.___, angestellt gewesen (vgl. 

IV-act. 11). Neben der Tätigkeit in diversen Einsatzprogrammen des RAV (IV-act. 5, IV-

act. 8) war er darüber hinaus in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen 

(vgl. IV-act. 8).

A.b   Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, stellte im Arztbericht vom 

9. August 2008 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

Chronisches lumbovertebrales Syndrom sowie chronisches cervikobrachiales Syndrom 

mit Spannungskopfschmerzen und Tendenz zur Generalisierung der 

muskuloskelettalen Beschwerden (Symptomausbreitung). Ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit bestünden ein Diabetes mellitus II, Übergewicht und Hyperlipidämie. 

Der Versicherte sei seit Mai 2006 in Behandlung und sei durch ihn nie 

krankgeschrieben worden. Klinisch finde man keinen Hinweis für radikuläre Symptome 

ausgehend von der Hals- oder Lendenwirbelsäule. Die Arbeitsfähigkeit wäre vor allem 

wegen des chronischen lumbovertebralen Syndroms in Bezug auf Heben, Tragen oder 

längeres Sitzen eingeschränkt. Die Leistungsfähigkeit sei vielleicht etwas 

eingeschränkt, aber wahrscheinlich nicht über 50% (IV-act. 13-1 ff.).

A.c   Mit dem Bericht von Dr. C.___ wurden mehrere Arztberichte eingereicht (vgl. IV-

act. 13-5 ff.). Im Bericht vom 27. Mai 2004 hatte Dr. med. D.___, Klinik für 

Orthopädische Chirurgie, Kantonsspital St. Gallen, eine chronische Lumbalgie bei 

Hemisacralisation L5 und linkskonvexer Lumbalskoliose diagnostiziert und dem 

Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 13-8 f.). Im Schreiben vom 

28. Juni 2006 hatte Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer 

Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung von anderen Gefühlen nach ICD-10 F43.23 

gestellt und das Vorliegen der diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen 

Belastungsstörung verneint. Aufgrund der Besserung des leicht depressiven 

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Zustandsbilds des Versicherten sei die Behandlung in gegenseitigem Einvernehmen 

abgeschlossen worden (IV-act. 13-10 f.). Im eingereichten Bericht vom 29. Juni 2007 

hatte Dr. med. F.___, Fachärztin FMH für Kardiologie und Innere Medizin, folgende 

Diagnosen gestellt: Eine leichte diastolische Funktionsstörung des linken Ventrikels 

ohne Nachweis einer Hypertrophie (keine relevante belastungsinduzierte Ischämie) 

sowie kardiovaskuläre Risikofaktoren. Es zeige sich im Vergleich zu 2004 eine leicht 

bessere Belastbarkeit und es sei somit von extrakardialen Thoraxschmerzen 

auszugehen (IV-act. 13-5 ff.).

A.d   Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), führte in einer 

internen Stellungnahme am 26. August 2008 aus, es sei in einer entsprechend 

leidensangepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20% 

auszugehen, da im Bereich der Wirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit vorliege (IV-

act. 14).

A.e   Am 26. September 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die 

Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung seien erfüllt (IV-act. 15).

A.f    Lic. phil. H.___, Psychologin, und Dr. med. I.___, Facharzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, Klinik J.___, gaben im Arztbericht vom 6. November 2008 an, es 

bestünden aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 20).

A.g   In der Verlaufsbeschreibung der Eingliederungsberatung wurde am 23. Oktober 

2008 angegeben, der Versicherte arbeite seit dem 1. Juli 2008 bei der Stiftung B.___. 

Er benehme sich aber sehr schwierig und arbeite lediglich 50%. Gemäss den 

Ausführungen vom 24. November 2008 arbeitete der Versicherte auch weiter lediglich 

50%, da ihm sein Hausarzt eine maximale 50%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt habe. Der 

Versicherte gehe aktuell einmal im Monat zu Dr. I.___. Am 6. April 2009 führten die 

Eingliederungsberater aus, der Versicherte werde voraussichtlich bis zum 30. Juni 2009 

im B.___ tätig sein (IV-act. 25).

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A.h   Dr. C.___ gab im Bericht vom 8. August 2009 an, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

vom 1. Juli 2008 bis zum 30 Juni 2009 sei von ihm nicht bestätigt worden. Es bestehe 

eine verminderte Leistungsfähigkeit im Umfang von ca. 50% (vgl. IV-act. 36). Im 

Verlaufsbericht vom 20. August 2009 beschrieben lic. phil. H.___ und Dr. I.___ den 

Gesundheitszustand des Versicherten als stationär. Die anhaltend schwierige 

psychosoziale Situation führe dazu, dass sich die Symptome im Rahmen bereits 

gestellter Diagnosen intensiviert hätten. Die Prognose bezüglich Erhaltung der 

bisherigen 50%igen Arbeitsfähigkeit sei als günstig zu beschreiben. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 37).

A.i     Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 6. April 2009 führte die 

zuständige Eingliederungsberaterin aus, der Versicherte klage über diverse 

Beschwerden. Er zeige kein grosses Interesse, eine Arbeit zu suchen, und erledige 

knapp die aufgetragenen Aufgaben. Es sei ein Teilzeitabzug von 8% zu gewähren (IV-

act. 38).

B.     

B.a   Im von der IV-Stelle veranlassten bidisziplinären Gutachten vom 18. Dezember 

2009 stellten die Ärzte des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen (MGSG) im 

Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Leichte 

bis mittelgradige depressive Episode bestehend seit etwa Mai 2007; andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung bestehend seit Jahren; Zustand nach 

Anpassungsstörungen mit Beeinträchtigung von anderen Gefühlen bestehend von etwa 

2004 bis April 2007; lumbospondylogenes Syndrom beidseits, rechtsbetont; 

zervikovertebrales bis zervikocephales und -brachiales Syndrom beidseits; mässig 

ausgeprägte Periarthropathia humero-scapularis tendinotica rechts. Aus 

rheumatologischer Sicht sei der Versicherte in der zuletzt ausgeübten beruflichen 

Tätigkeit im Bereich des Elektronik-Recyclings 100% arbeitsfähig und eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Auch in einer sehr leichten bis 

maximal leichten, wechselbelastenden adaptierten Tätigkeit bestehe eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 44-11). Aus rein psychiatrischer Sicht sei eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Hilfsarbeitertätigkeit als auch in geistig 

einfachen, adaptierten Tätigkeiten ohne Stressbelastung anzunehmen (IV-act. 44-31). 

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Somit sei der Versicherte aus rheumatologisch-psychiatrischer Sicht in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit und in adaptierten Tätigkeiten 70% arbeitsfähig bei vollem 

Stundenpensum. Die 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe seit etwa Mai 2007 und sei 

seither konstant geblieben (IV-act. 44).

B.b   Der RAD-Arzt Dr. G.___ gab in seiner Stellungnahme vom 31. Dezember 2009 an, 

es könne seines Erachtens vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden und die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert auf 70% sei 

nachvollziehbar. Der Beginn des Wartejahres könne auf den Mai 2007 terminiert 

werden (IV-act. 45).

B.c   Mit Vorbescheiden vom 8. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, das Rentenbegehren aufgrund eines nicht rentenbegründenden IV-Grades 

von 30% abzuweisen (IV-act. 50) und die Arbeitsvermittlung abzuschliessen (IV-

act. 49). Dagegen liess der Versicherte am 14. Januar 2010 Einwand erheben (IV-

act. 52) und eine Viertelsrente beantragen (vgl. Präzisierung vom 17. Januar 2010, IV-

act. 58). Zur Begründung wurde angeführt, dem Versicherten sei aufgrund der 

erheblichen Einschränkungen in der adaptierten Tätigkeit, des Alters, der Nationalität, 

der fehlenden Ausbildung und des Teilzeitbeschäftigungsgrades ein Abzug vom 

Tabellenlohn von 25% zu gewähren. Damit resultiere ein IV-Grad von 47%.

B.d   Mit Verfügung vom 19. Februar 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

gemäss Vorbescheid ab. Zum Einwand des Versicherten führte sie an, bei der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit handle es sich um eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der 

Möglichkeit, aufzustehen. Es würden keine rückenergonomisch ungünstigen 

Körperhaltungen oder übermässig belastenden Arbeitspositionen abverlangt. Diese 

Tätigkeit könne als adaptiert betrachtet bzw. ohne zusätzliche Einschränkungen 

ausgeführt werden und ein Leidensabzug sei nicht angezeigt. IV-fremde Gründe 

könnten nicht berücksichtigt werden (IV-act. 60). Gleichentags wurde der Abschluss 

der Arbeitsvermittlung verfügt (IV-act. 59).

C.     

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C.a   Gegen die rentenabweisende Verfügung vom 19. Februar 2010 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde vom 22. März 2010. Der Beschwerdeführer beantragt die Auf­

hebung der Verfügung und die Zusprache einer Viertelsrente rückwirkend ab 1. Mai 

2007. Zur Begründung wird im Wesentlichen angeführt, es sei ein Leidensabzug von 

25% zu gewähren. Das Argument der Beschwerdeführerin, die angestammte Tätigkeit 

könne ohne zusätzliche Einschränkungen ausgeführt werden, sei untauglich, da es sich 

bei der Stiftung B.___ um eine geschützte Werkstatt handle und nicht um eine 

Anstellung in der freien Wirtschaft. Der Beschwerdeführer sei auf eine Stelle im 

geschützten Rahmen angewiesen. Unter Anrechnung des Leidensabzuges von 25% 

ergebe sich ein IV-Grad von 47.7%, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf 

mindestens eine Viertelsrente habe (act. G 1).

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie an, es sei vorliegend beim 

Validen- und beim Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn abzustellen, wobei in 

analoger Rechtsprechung zur Parallelisierung des Einkommens von unterdurch­

schnittlich Verdienenden auch bei Erwerbslosen beim Valideneinkommen ein 5%iger 

Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen sei. Da dem Beschwerdeführer eine 

vollschichtige Tätigkeit zumutbar sei, könne einzig aufgrund der somatischen Ein­

schränkungen ein Leidensabzug von maximal 10% gewährt werden. Es ergebe sich 

damit ein Invaliditätsgrad von 37%, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (act. G 6).

C.c   Mit Replik vom 13. Juli 2010 lässt der Beschwerdeführer eine halbe IV-Rente, 

rückwirkend ab 1. Mai 2007, beantragen. Es wird angeführt, entgegen den 

Ausführungen in der Beschwerde sei der Beschwerdeführer vom 10. Dezember 2009 

(gemäss Arbeitszeugnis act. G 8.1: 12. Oktober 2009) bis zum 31. März 2010 im 

Rahmen eines Einsatzprogrammes im Projekt Sohomet zu 50% als 

Recyclingmitarbeiter tätig gewesen. Im Gegensatz zu den gutachterlichen 

Ausführungen vom 18. Dezember 2009 seien die Verantwortlichen des Sohomet der 

Ansicht, der Beschwerdeführer könne lediglich zu 50% eine leichte Arbeit in der 

Qualitätskontrolle ausführen (vgl. act. G 8.2). Diesem Tätigkeitsbericht sei hinsichtlich 

der Beurteilung der Resterwerbsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit höheres 

Gewicht beizumessen als dem durch die Beschwerdegegnerin eingeholten 

bidisziplinären Gutachten. Sodann gehe auch Dr. C.___ von einer um 50% 

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verminderten Arbeitsfähigkeit aus, was mit der Einschätzung der Sohomet 

korrespondiere. Die Verantwortlichen des Sohomet hätten den Beschwerdeführer 

zudem über Monate beobachten können. Der Beschwerdeführer sei nur noch zu 50% 

im geschützten Rahmen arbeitsfähig und er habe somit Anspruch auf mindestens eine 

halbe IV-Rente (act. G 8.1).

C.d   Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet 

(act. G 10).

Erwägungen:

1.      

Mit angefochtener Verfügung vom 19. Februar 2010 hat die Beschwerdegegnerin einen 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint. Streitig und 

vorliegend zu prüfen ist, ob diese Abweisung des Leistungsbegehrens zu Recht erfolgt 

ist.

2.      

2.1    Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine Rente haben versicherte 

Personen, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).

2.2    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine ganze IV-

Rente, wenn sie mindestens zu 70% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 

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mindestens 60% besteht ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditäts­

grad von mindestens 50% auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

3.      

Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

3.1    Die Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten 

des MGSG vom 18. Dezember 2009 (IV-act. 44) und die darin festgelegte 70%ige 

Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit. 

Der Beschwerdeführer hingegen ist der Ansicht, dass den Aussagen Dr. C.___s, welche 

mit dem Tätigkeitsbericht des Sohomet (act. G 8.2) korrespondieren würden, höheres 

Gewicht zuzumessen sei als dem medizinischen Gutachten. Nach den Einschätzungen 

des Sohomet bestehe eine 50%igen Arbeitsfähigkeit, verwertbar im geschützten 

Rahmen.

3.2    Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes respektive der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

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besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).

3.3    Im Rahmen der Würdigung des MGSG-Gutachtens ist darauf hinzuweisen, dass 

die psychiatrischen Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von 30% bereits seit Mai 2007, 

soweit sie sich auf die depressive Episode bezieht, eher grosszügig erscheint; dies ins­

besondere im Vergleich zu den Berichten der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und 

Psychotherapie vom 28. Juni 2006 und der Klinik J.___ vom 6. November 2008 (IV-act. 

13-10 f., IV-act. 20). Beiden Berichten lassen sich keine eigentlichen, eine 

Arbeitsunfähigkeit begründenden Diagnosen entnehmen. Dieser Umstand ist jedoch für 

sich alleine nicht geeignet, Zweifel am Gutachten zu begründen, zumal darüber hinaus 

konkret keine Gesichtspunkte ersichtlich sind, welche seine Zuverlässigkeit in Frage 

stellen könnten, und die vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen in ihrer 

Gesamtheit nachvollziehbar sind. Das Gutachten erscheint medizinisch fundiert, ist in 

sich schlüssig und weist darüber hinaus keine formellen Mängel auf. Verglichen mit den 

genannten Berichten der behandelnden Psychiater ist es u.a. in der 

Anamneseerhebung und in der Beschreibung des psychischen Status ausführlicher, 

zeigt die Defizite des Beschwerdeführers detailliert auf und enthält eine Einschätzung 

der zumutbaren Willensanstrengung, trotz des subjektiven Leidens zu arbeiten. Was 

die verschiedenen Berichte Dr. C.___s betrifft, so sind die darin enthaltenen Aussagen 

zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als widersprüchlich und insgesamt nicht 

fassbar zu bezeichnen; insbesondere wird keine eindeutige Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben. Im Arztbericht vom 9. August 2008 (IV-act. 13) bezeichnet Dr. C.___ die 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers als "vielleicht etwas eingeschränkt, aber 

wahrscheinlich nicht über 50%". Weiter führte er aus, er habe den Beschwerdeführer 

"offiziell nie krankgeschrieben". In einem Schreiben an das Sozialamt gab er hingegen 

an, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers betrage nach wie vor nur 50% für 

leichtere Arbeit (IV-act. 19). Im Bericht vom 8. August 2009 (IV-act. 36) äusserte sich 

Dr. C.___ wiederum dahingehend, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Zeitraum 1. Juli 

2008 bis 30. Juni 2009 sei von seiner Seite nicht bestätigt worden. Die bisherige 

Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer noch zu ca. 50% zumutbar. Dr. C.___ scheint sich 

bei seinen Äusserungen eher von den tatsächlichen Gegebenheiten (Halbtags-Tätigkeit 

im Business-House) leiten lassen zu haben als eine eigenständige, die zumutbare 

Willensanstrengung zur Arbeitsleistung trotz subjektiv erlebter Schmerzen 

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berücksichtigende Arbeitsfähigkeitsschätzung abgelegt zu haben. Dem Gutachten ist 

darüber hinaus zu entnehmen, dass Dr. C.___ am 3. Dezember 2009 telefonisch 

kontaktiert wurde (IV-act. 44-3). Aus dem Gutachtentext geht nicht hervor, ob sich Dr. 

C.___ im Rahmen dieses Gespräches erneut zur Arbeitsfähigkeit geäussert hat. 

Gemäss den gutachterlichen Ausführungen hat er lediglich angegeben, die 

muskuloskelettalen Beschwerden seien bezüglich Lokalisation seit mehreren Jahren 

unverändert und eine erhöhte humorale Entzündungsaktivität sei nie nachgewiesen 

worden. Zusammenfassend vermögen die ungenauen Aussagen zur Arbeitsfähigkeit 

von Dr. C.___ - der zudem weder über eine rheumatologische noch psychiatrische 

Spezialisierung verfügt - nicht Zweifel an den gutachterlichen Ausführungen zu 

begründen. Betreffend die Ausführungen des Beschwerdeführers, dem 

Tätigkeitsbericht des Sohomet sei mehr Gewicht beizumessen, ist darauf hinzuweisen, 

dass es sich bei diesen Aussagen nicht um medizinisch fundierte 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen handelt. Folglich beinhaltet der Bericht auch keine 

ärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung.

3.4    Insgesamt ist deshalb vor dem Hintergrund, dass das bidisziplinäre Gutachten 

des MGSG auf fachärztlichen Untersuchungen beruht, in Auseinandersetzung mit den 

Vorakten sowie unter Berücksichtigung des vollständigen Beschwerdebildes erfolgte, 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über eine 70%ige Restarbeitsfähigkeit 

verfügt. Die Beschwerdeführerin ist somit zu Recht von einer 30%igen 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen.

4.      

Ausgehend von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit bleiben deren erwerbliche 

Auswirkungen zu prüfen.

4.1    Gemäss Art. 28a IVG ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen 

Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

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erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden. Ferner kann auch eine Gegenüberstellung blosser 

Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V 312, E. 3a).

4.2    Entgegen den Ausführungen in der Replik ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer in der Lage ist, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt zu verwerten. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Begriff des 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot an und der Nachfrage nach Stellen beinhaltet, sondern darüber hinaus einen 

Arbeitsmarkt bezeichnet, welcher sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes verschiedenartige 

Stellen offen hält (vgl. Urteil I 349/01 des des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007 sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003 mit Hinweisen). Die in Frage kommende 

leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende Wechseltätigkeit ohne Stressbelastung 

schränkt den Beschwerdeführer nicht derart ein, dass seine Anstellungschancen auf 

diesem zu unterstellenden Arbeitsmarkt als nicht realistisch eingeschätzt werden 

müssten.

4.3    Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz lediglich 

bei der Stiftung B.___ und in verschiedenen Einsatzprogrammen des RAV tätig 

gewesen ist. Es ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer - hätte er als Gesunder 

eine entsprechende Stelle gefunden - eine Arbeitsstelle als Hilfsarbeiter angenommen 

und einen entsprechenden Lohn erzielt hätte, zumal davon auszugehen ist, dass die 

Tätigkeit als Zimmermann oder Polier nicht leidensadaptiert ist, was auch für die 

Tätigkeit als LKW-Chauffeur (IV-act. 44-4, IV-act, 44-24) gelten dürfte. Da ihm für die 

letztgenannte Tätigkeit offenbar ohnehin der in der Schweiz nötige Führerschein fehlt 

und er seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr als LKW-Chauffeur gearbeitet hat (IV-

act. 44-24), könnte er in diese Tätigkeit kaum zurückkehren, geschweige denn ein über 

dem Tabellenlohn für Hilfsarbeiter liegendes Einkommen erzielen. Da ihm demgemäss 

nach wie vor der gesamte Hilfsarbeitermarkt für körperlich leichte Arbeiten offen steht, 

ist hinsichtlich des Valideneinkommens und des Ausgangswertes des 

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Invalideneinkommens vom selben Betrag auszugehen, womit sich die Bemessung des 

IV-Grades mittels eines Prozentvergleiches anbietet. Diesfalls entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges 

vom Tabellenlohn (Urteil I 697/05 des EVG vom 9. März 2007, E. 5.4 mit Hinweis).

4.4    Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalles ab, die nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% begrenzt 

ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 

E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3, mit Hinweisen). Bei der 

Überprüfung des Abzuges darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht 

ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 E. 

6). Die Beschwerdegegnerin geht von einem maximal 10%igen Abzug aufgrund der 

somatischen Einschränkungen aus. Im vorliegenden Fall gilt es insbesondere zu 

berücksichtigen, dass die Einschränkungen des Beschwerdeführers - max. leichte 

Tätigkeit mit Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ohne erforderliche 

überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit - nicht derart gravierend ausfallen, dass 

ein höherer Abzug gerechtfertigt wäre. Den aus psychiatrischer Sicht erwähnten 

Einschränkungen in Bezug auf die Vermeidung von erhöhtem Zeitdruck bzw. 

überdurchschnittlicher Dauerbelastung kann durch nötigenfalls ganztägige 

Anwesenheit bei reduzierter Leistungsfähigkeit (was von den Gutachtern ohnehin 

favorisiert wurde) Rechnung getragen werden. Ein Abweichen von dem von der 

Beschwerdegegnerin festgelegten Abzug von 10% rechtfertigt sich somit im Rahmen 

einer Gesamtbeurteilung der wesentlichen Gesichtspunkte vorliegend nicht.

4.5    Ausgehend von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit und einem Abzug vom 

Tabellenlohn von 10% resultiert im Rahmen des Prozentvergleichs ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37% (100% - [70% x 0.9]).

4.6    Vor dem Hintergrund eines nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrades kann 

darauf verzichtet werden, zu prüfen, ob der Beschwerdeführer während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 

gewesen ist - mithin die Anspruchsvoraussetzung nach Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG erfüllt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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hat - und im vorliegenden Fall mit dem Arbeitsunfähigkeitsbegriff nicht nur eine rein 

medizinische, funktionale Einschränkung, sondern auch ein erwerblicher Nachteil 

(vgl. Urteil des Versicherungsgerichtes vom 11. Mai 2006, IV 2005/77 E. 3) zu be­

rücksichtigen wäre.

5.      

5.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 22. März 2010 

abzuweisen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer 

sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm daran angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.02.2012
	Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. Invaliditätsbemessung gemäss Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Februar 2012, IV 2010/128).

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