# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** def2faaf-8fae-5bc1-b950-6654a024b2f0
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 17.05.2022 BS 2021 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2021-83_2022-05-17.pdf

## Full Text

20220411_151150_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2021 83

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Gerichtsschreiberin MLaw J. Berweger

Beschluss vom 17. Mai 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch RA lic.iur. B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, III. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwalt E.________
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Einstellung

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Sachverhalt

1. F.________ (nachfolgend: Beschuldigte) fuhr am tt.mm.2021 um ca. ________ Uhr auf der 
Steinhauserstrasse in Zug mit ihrem Personenwagen in Richtung Steinhausen. Dabei prallte 
sie auf der Höhe der Liegenschaften Nr. 25/27 in den Fussgänger C.________ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer), welcher von rechts kommend neben dem Fussgängerstreifen die 
Fahrbahn überquerte. Der Beschwerdeführer wurde beim Aufprall schwer verletzt. 

2. Die Zuger Polizei befragte am tt.mm.2021 zum Vorfall H.________, I.________ und 
J.________, welche zum Unfallzeitpunkt im Fahrzeug hinter demjenigen der Beschuldigten 
sassen (Vi act. 1/17-19). Am tt.mm.2021 befragte die Zuger Polizei die Beschuldigte (Vi 
act. 1/2) sowie – auf dessen eigenen Wunsch – K.________, einen Nachbarn des 
Beschwerdeführers (Vi act. 1/20). Die Befragung des Beschwerdeführers fand am 
tt.mm.2021 statt (Vi act. 1/10). 

3. Am tt.mm.2021 stellte der Beschwerdeführer Strafantrag gegen die Beschuldigte und 
konstituierte sich als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt (Vi act. 1/11).

4. Mit Verfügung vom 23. September 2021 stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren 
gegen die Beschuldigte wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung ein. Sie verwies die 
Zivilklage des Beschwerdeführers auf den Zivilweg und richtete der beschuldigten Person 
keine Entschädigung und keine Genugtuung aus. Die Verfahrenskosten wurden auf die 
Staatskasse genommen (act. 1/2).

5. Am 7. Oktober 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen die Einstellungsverfügung 
Beschwerde und stellte folgende Anträge (act. 1):

Es sei die Einstellungsverfügung aufzuheben und die Sache zwecks weiterer Untersuchungen, 
neuer Entscheidung oder Anklageerhebung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

6. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2021 die 
Abweisung der Beschwerde (act. 4).

7. Die Beschuldigte stellte in der Vernehmlassung vom 27. Oktober 2021 folgende Anträge 
(act. 5):

1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen und die Einstellungsverfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 23. September 2021 zu bestätigen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers.

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Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft begründete die Verfahrenseinstellung betreffend fahrlässige schwere 
Körperverletzung damit, dass der Beschuldigten keine Widerhandlung gegen das 
Strassenverkehrsgesetz bzw. ein pflichtwidriges Verhalten nachgewiesen werden könne. 

1.1 Der Beschuldigten könne nicht vorgeworfen werden, ungenügend aufmerksam gewesen zu 
sein, da sie den Bremsvorgang rechtzeitig eingeleitet habe.

Aufgrund der von der Beschuldigten und den Auskunftspersonen gemachten 
Geschwindigkeitsangaben im Bereich von 30 km/h bis 50 km/h werde bei den Berechnungen 
von einer mittleren Geschwindigkeit von 40 km/h ausgegangen. Bei dieser Geschwindigkeit 
betrage der Anhalteweg eines Personenwagens auf nasser Asphalt-Fahrbahn ca. 
21,4 Meter. Die Distanz zwischen dem Kollisionspunkt und dem Punkt, an welchem das 
Anhaltemanöver gestartet worden sei, betrage sodann 14,9 Meter (Anhalteweg = 21,4 m; 
Kollisionsstelle = 0.8 m nördlich des Fussgängerstreifens; Endstellung des Fahrzeugs = 7,3 
m nördlich des Fussgängerstreifens; vgl. Vi act. 1/35). Bei einer Geschwindigkeit von 40 
km/h dauere es rund 1,4 Sekunden, bis es zu einem Aufprall mit einem 14,9 Meter entfernten 
Hindernis komme. Da der Beschwerdeführer gemäss Aussagen der Auskunftspersonen ein 
grosser Mann sei und ohne anzuhalten sowie mit zügigem Schritt die Fahrbahn betreten 
habe, sei davon auszugehen, dass er die Strecke vom Gehsteigrand bis zum Kollisionspunkt 
in ca. 1,2 Sekunden zurückgelegt habe (Geschwindigkeit = 1,8 m/s; Strecke = 2,15 Meter). 

Die Beschuldigte habe, als der Beschwerdeführer von der Nebenstrasse her den Gehsteig 
betreten habe, darauf vertrauen dürfen, dass dieser den Fussgängerstreifen benutzen würde, 
sollte er die Fahrbahn überqueren wollen. Da der Beschwerdeführer vom Gehsteigrand bis 
zur Kollisionsstelle ca. 1,2 Sekunden benötigt, die Beschuldigte den Bremsvorgang jedoch 
bereits 1,4 Sekunden vor der Kollision gestartet habe, habe die Beschuldigte reagiert und 
den Bremsvorgang eingeleitet, als der Beschwerdeführer noch 0,35 Meter vom 
Fahrbahnrand entfernt gewesen sei. Das Fahrzeug der Beschuldigten habe sich zu diesem 
Zeitpunkt unmittelbar nach dem letzten Querstrich der Bushaltestelle befunden (15 Meter von 
der Kollisionsstelle entfernt). Dies stimme mit der Aussage von J.________ überein, wonach 
sich der Personenwagen etwa beim letzten gelben Querstrich der Bushaltestelle bzw. 
15 Meter vom Kollisionspunkt entfernt befunden habe, als der Fussgänger die Strasse 
betreten habe. 

1.2 Die Beschuldigte hätte die Kollision ausserdem auch bei erhöhter Aufmerksamkeit nicht 
vermeiden können. Bei einer Anhaltezeit von ca. 2,85 Sekunden (vgl. Vi act. 1/34) hätte die 
Beschuldigte, um die Kollision zu vermeiden, bereits reagieren müssen, als der 
Beschwerdeführer noch rund 5,13 Meter von der Strasse entfernt gewesen sei. Der 
Beschwerdeführer habe sich dabei noch auf der Nebenstrasse befunden und sei für die 
Beschuldigte hinter der Bepflanzung nicht erkennbar gewesen. Entgegen der Schilderung 
der Auskunftsperson J.________ habe die Beschuldigte die Bremsung zudem nicht erst bei 
der Kollision eingeleitet, da sie ansonsten erst ca. 21,4 Meter nach der Kollisionsstelle zum 
Stillstand gekommen wäre. Auf den Polizeifotos sei jedoch klar ersichtlich, dass dies nicht 
der Fall gewesen sei.

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1.3 Die Beschuldigte habe somit reagiert und die Bremsung eingeleitet, als sich der 
Beschwerdeführer noch auf dem Trottoir befunden habe. Ihr könne somit nicht vorgeworfen 
werden, ungenügend aufmerksam gewesen zu sein. Die Beschuldigt habe auch nicht damit 
rechnen müssen, dass eine erwachsene Person aus einer unübersichtlichen Nebenstrasse 
auftauche und schnellen Schrittes sowie ohne anzuhalten über den Gehsteig auf die Strasse 
eile, obwohl sich wenige Meter daneben ein Fussgängerstreifen befinde. Als die 
Beschuldigte realisiert habe, dass sich der Fussgänger nicht regelkonform verhalten werde, 
habe sie sofort die Bremsung eingeleitet.

1.4 Der Beschuldigten könne somit keine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
bzw. kein pflichtwidriges Verhalten nachgewiesen werden, welches ursächlich für die Kolli-
sion gewesen sei. Entsprechend fehle es an einer Sorgfaltspflichtverletzung, welche für eine 
fahrlässige Körperverletzung vorausgesetzt werde.

2. Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, 
wenn kein Straftatbestand erfüllt oder kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO). Der Entscheid über die Einstellung eines 
Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Die 
Untersuchungsbehörden dürfen nicht leichthin eine Verfahrenseinstellung vornehmen; im 
Zweifel, d.h. wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch, ist 
grundsätzlich Anklage zu erheben. Gelangt die Staatsanwaltschaft jedoch in pflichtgemässer 
Ausübung ihres Ermessens zum Ergebnis, es liege keine zweifelhafte Beweislage vor, spielt 
auch der Grundsatz in dubio pro duriore nicht, welcher die Staatsanwaltschaft anweist, im 
Zweifelsfalle zu überweisen. Der Staatsanwaltschaft steht in diesem Zusammenhang ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu. Halten sich die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung 
durch den Strafrichter und diejenige eines Freispruchs etwa die Waage, muss umso eher 
angeklagt werden, je schwerer das Delikt wiegt (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; BGE 138 IV 186 
E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_122/2012 vom 12. April 2012 E. 5 m.H.; 
Grädel/Heiniger, Basler Kommentar, 2. A. 2014, Art. 319 StPO N 8 m.H.).

Gemäss Art. 125 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder 
an der Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge 
seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 
Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht 
beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 
verpflichtet ist (Art. 12 StGB). Gesetzliche Grundlage der vom Fahrzeuglenker im 
Strassenverkehr zu beachtenden Sorgfalt bilden die im Strassenverkehrsgesetz und in den 
dazu gehörenden Verordnungen statuierten Verkehrsregeln. Der Fahrzeuglenker ist 
gegenüber dem Fussgänger, der die Strasse ausserhalb eines Fussgängerstreifens zu 
überqueren beabsichtigt, grundsätzlich vortrittsberechtigt, auch wenn er ihm gemäss Art. 33 
Abs. 1 SVG das Überqueren der Strasse in angemessener Weise zu ermöglichen hat. 
Dieses Vortrittsrecht gilt jedoch nicht unbedingt, sondern nur unter dem Vorbehalt von Art. 26 
Abs. 2 SVG. Das Mass der Sorgfalt, die vom Fahrzeuglenker verlangt wird, richtet sich nach 
den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der 
Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen (vgl. BGE 129 IV 282 E. 2.2.1 
m.H.). Nach dem aus Art. 26 SVG abgeleiteten Vertrauensprinzip darf jeder 
Strassenbenützer darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls 

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ordnungsgemäss verhalten, sofern nicht andere Umstände dagegensprechen. Besondere 
Vorsicht ist jedoch geboten gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten, ebenso 
wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird 
(Art. 26 Abs. 2 SVG). 

3. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, es könne nicht davon 
ausgegangen werden, dass überhaupt keine Anzeichen für ein fehlbares Verhalten der 
Beschuldigten vorlägen. Ein Zusammenstoss sei nicht unvermeidbar gewesen und bereits 
ein kleines Ausweichmanöver wäre tauglich gewesen, den Unfall zu vermeiden. Die 
Beschuldigte vertritt dagegen den Standpunkt, aufgrund der bestehenden Beweislage könne 
der Beschuldigten zweifellos kein fehlerhaftes Verhalten vorgeworfen werden.

3.1 Der Beschwerdeführer bringt vorweg vor, es gebe im vorliegenden Fall viele Ungereimtheiten 
und Widersprüche. 

3.1.1 So habe die Staatsanwaltschaft nicht berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer mit seinem 
Kopf an die äusserste linke Seite der Windschutzscheibe geprallt sei. Dies spreche gegen 
die Behauptung, die Beschuldigte habe keine Möglichkeit gehabt, auf den Fussgänger zu 
reagieren, da dieser neben der Fahrbahn auch fast die gesamte Fahrzeugbreite habe 
zurücklegen müssen. Auch sei unklar, weshalb die Beschuldigte nicht nach rechts gesteuert 
habe, denn bereits eine geringe Lenkungskorrektur hätte zur Vermeidung des Aufpralls 
ausgereicht. Dies umso mehr, als aufgrund der unmittelbar eingeleiteten Bremsung die 
Geschwindigkeit bereits tiefer hätte liegen müssen. Ohnehin sei aufgrund der 
Zeugenaussagen jedoch fraglich, ob eine Vollbremsung erfolgt sei.

3.1.2 Den Kollisionspunkt errechnete die Staatsanwaltschaft anhand der technischen Daten und 
der Endstellung des Unfallfahrzeugs (vgl. Berechnungsblatt Vi act. 1/33). Dabei kam sie zum 
überzeugenden Ergebnis, dass die Schleifspuren auf der Motorhaube (Vi act. 1/32) bei der 
Kollision mit dem Beschwerdeführer entstanden sind. Demnach ist unwahrscheinlich, dass 
der erste Aufprall mit dem Kopf auf der Windschutzscheibe erfolgte, da die Motorhaube als 
vorderster Punkt des Fahrzeugs zuerst auf den Beschwerdeführer treffen musste, soweit der 
Beschwerdeführer nicht einen hohen Sprung vollführt hat, wofür es keinerlei Anhaltspunkte 
gibt. Da für die rechtliche Beurteilung der Ort der ersten Kollision entscheidend ist, musste 
die Staatsanwaltschaft den Ort des Aufpralls des Kopfes des Beschwerdeführers nicht weiter 
erörtern. 

3.1.3 Die Staatsanwaltschaft legte in der Einstellungsverfügung aufgrund des berechneten 
Anhaltewegs (Vi act. 1/34 und 1/35) nachvollziehbar dar, dass die Beschuldigte eine 
Vollbremsung vollzogen haben musste. Andernfalls wäre das Unfallfahrzeug wesentlich 
später zum Stillstand gekommen. Die Beschuldigte war sodann weder von ihrem Mobiltelefon 
abgelenkt (Vi act. 1/1 S. 7) noch suchte sie – entgegen dem Eindruck der Auskunftspersonen 
– etwas (Vi act. 1/2 Frage 13). Ihrer eigenen Aussage zufolge war sie auch nicht von 
anderen Umständen abgelenkt (Vi act. 1/2 Frage 4). Zwar erklärten diverse 
Auskunftspersonen, sie hätten den Eindruck gehabt, die Beschuldigte habe erst auf den 
Fussgänger reagiert, als es zur Kollision gekommen sei. Aus den betreffenden Aussagen 
ergibt sich jedoch, dass die Auskunftspersonen die Reaktion am Aufleuchten der 
Bremslichter massen. Für den Anhalteweg muss jedoch auch der Bremsreaktionsweg 

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berücksichtigt werden, also die Wegstrecke, die das Fahrzeug während der Reaktionszeit 
des Fahrers ungebremst zurücklegt. Die sogenannte Bremsreaktionszeit beträgt 
Untersuchungen zufolge selbst bei einer erhöhten Bremsbereitschaft mindestens eine 
Sekunde, wobei nur ein sehr kleiner Teil der Testpersonen in der Lage war, diesen Wert 
einzuhalten (Urteile des Bundesgerichts 6B_441/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.3.1 und 
6B_1030/2010 vom 22. März 2011 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Die Beobachtung der 
Auskunftspersonen, dass die Bremslichter erst kurz vor bzw. bei der Kollision aufleuchteten, 
ist somit vielmehr ein Hinweis dafür, dass die Beschuldigte den Anhaltevorgang sofort 
einleitete, aufgrund der Bremsreaktionszeit die Bremse jedoch erst ca. 1 Sekunde nach 
Wahrnehmung des Fehlverhaltens des Beschwerdeführers betätigte. Auch die Aussagen der 
Auskunftspersonen stehen der Feststellung der Staatsanwaltschaft, dass die Beschuldigte 
eine Vollbremsung eingeleitet hatte, somit nicht entgegen.

3.1.4 Ob eine Lenkungskorrektur überhaupt noch möglich gewesen wäre oder – wie von der 
Beschuldigten geltend gemacht – aufgrund der Vollbremsung ausgeschlossen war, ist 
beweismässig nicht geklärt. Aus der Skizze der Staatsanwaltschaft ergibt sich, dass die erste 
Kollision 1,15 Meter von der rechten bzw. rund 0,7 Meter von der linken Fahrzeugseite 
entfernt stattfand (Vi act. 1/33). Zur Vermeidung einer Kollision wäre somit mehr als eine 
leichte Lenkungskorrektur notwendig gewesen. Berücksichtigt man die Reaktionszeit und 
den dabei zurückgelegten Weg von ca. 11,10 Metern (Vi act. 1/34), wären der Beschuldigten 
nur noch rund 3,8 Meter bzw. 0,38 Sekunden zur Lenkungskorrektur geblieben, um die 
Kollision zu vermeiden (vgl. Vi act. 1/34 und 1/35). Zugleich hätte die Beschuldigte 
sicherstellen müssen, durch das Ausweichmanöver nicht auf die andere Fahrbahn zu 
geraten und dadurch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Erschwerend kommt hinzu, 
dass sich der Beschwerdeführer selbst bewegte und die Beschuldigte dessen eigene 
Reaktion nicht abschätzen konnte (z.B. plötzliches Abbremsen, Sprung nach hinten oder 
vorne). Unter diesen Umständen ist die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung der 
Beschuldigten wegen eines unterlassenen Ausweichmanövers gering.

3.2 Der Beschwerdeführer rügt sodann die Annahmen der Staatsanwaltschaft bei der Schätzung 
der Geschwindigkeiten. 

3.2.1 So sei die Beschuldigte unter Umständen auch langsamer als die von der Staatsanwaltschaft 
angenommenen 40 km/h unterwegs gewesen. Die Auskunftsperson I.________ habe etwa 
auf eine Geschwindigkeit von 30 km/h getippt, was auch zur Aussage von H.________ 
passe, die Lenkerin habe den Eindruck erweckt, etwas zu suchen.

Ohnehin sei die Gehgeschwindigkeit, mit welcher der Beschwerdeführer unterwegs gewesen 
sein solle, zu hinterfragen. Die angenommene Gehgeschwindigkeit von 1,8 m/s entspreche 
6,48 km/h, was bereits im Bereich das langsamen Joggens liege. Die Aussagen des 
Nachbarn K.________ seien für die Eruierung der Gehgeschwindigkeit nicht verwertbar, da 
dieser das konkrete Ereignis nicht beobachtet habe und sich frühere Feststellungen der 
Auskunftsperson nicht einfach auf den konkreten Fall übertragen liessen. Die Endlage des 
Fahrzeuges und diejenige des Verunfallten wären zudem ganz anders gewesen, hätte der 
Beschwerdeführer – wie von der Auskunftsperson K.________ behauptet – tatsächlich 
ca. 8 Meter hinter dem Fussgängerstreifen die Strasse überquert. 

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3.2.2 Die Staatsanwaltschaft merkte zur gefahrenen Geschwindigkeit an, dass sie auf die Aus-
sagen von J.________ abgestellt habe, welcher nach vorne geschaut und den Unfall 
beobachtet habe. Die Schätzung von 30 km/h stamme hingegen von I.________, welcher 
zum Zeitpunkt des Unfalls nach hinten zu J.________ geschaut habe und deshalb nur einen 
Tipp zur gefahrenen Geschwindigkeit habe abgeben können.

3.2.3 Im Rahmen der Ermittlungen konnte die von der Beschuldigten gefahrene Geschwindigkeit 
nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft nahm für ihre Berechnungen 
an, dass die Beschuldigte mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h gefahren war. Diese 
Annahme stützt sich auf die Aussagen der Beschuldigten (Vi act. 1/2 Frage 11) und von 
J.________ (Vi act. 1/19 Frage 2). Der dadurch berechnete Bremsweg ist mit den übrigen 
Beweismitteln zudem vereinbar (Endposition des Fahrzeugs, Ort des Beginns des 
Bremsmanövers). Die vom Beschwerdeführer postulierte tiefere Geschwindigkeit von 
30 km/h ergibt sich einzig aus der Aussage von I.________. Dieser blickte zum relevanten 
Zeitpunkt jedoch nach hinten zu J.________ (act. 1/18 Frage 1), weshalb seine Schätzung 
als unzuverlässig zu werten ist. Es ist unwahrscheinlich, dass in einem Gerichtsverfahren auf 
diese unzuverlässige Schätzung abgestellt würde.

3.2.4 Auch die Gehgeschwindigkeit des Beschwerdeführers kann nicht mehr exakt eruiert werden. 
Die Staatsanwaltschaft stützt sich deshalb auf statistische Werte (Vi act. 1/29-30) sowie die 
Aussagen von H.________ und J.________. Diese sagten übereinstimmend aus, der 
Beschwerdeführer sei zügigen Schrittes gegangen und habe die Strasse ohne anzuhalten 
und ohne in ihre Richtung zu schauen betreten. Sie stellte zudem fest, dass der 
Beschwerdeführer eher gross gewachsen sei. Die Staatsanwaltschaft schätzte daraufhin die 
Gehgeschwindigkeit des Beschwerdeführers basierend auf statistischen Werten auf 1,8 m/s. 
Dabei ist durchaus möglich, dass das Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung von einer 
anderen Gehgeschwindigkeit ausgeht. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch das Gericht 
sich an den statistischen Werten von 1,5 m/s bis 2,05 m/s orientieren würde. Da die 
Beschuldigte gemäss den Berechnungen der Staatsanwaltschaft 1,4 Sekunden vor der 
Kollision den Bremsvorgang einleitete, könnte ihr eine verspätete Bremsreaktion jedoch nur 
dann als Pflichtverletzung vorgeworfen werden, wenn der Beschwerdeführer vom Verlassen 
des Gehsteigs bis zur Kollision mehr als 1,4 Sekunden gebraucht hätte. Für diese Distanz 
von 2,15 Meter (Vi act. 1/35) hätte der Beschwerdeführer jedoch auch mit einer 
Gehgeschwindigkeit von 1,5 m/s – also dem tiefsten statistischen Wert – noch 1,4 Sekunden 
benötigt. Es ist somit unwahrscheinlich, dass bei einer gerichtlichen Beurteilung eine andere 
Annahme der Gehgeschwindigkeit des Beschwerdeführers zu einem Schuldspruch der 
Beschuldigten führen würde.

3.3 Der Beschwerdeführer rügt sodann verschiedene Feststellungen der Vorinstanz, welche 
Grundlage der Berechnung des Bremswegs darstellten.

3.3.1 So sei unstimmig, dass die Fahrbahn nass gewesen sein solle, obwohl gemäss 
Polizeirapport der Strassenzustand trocken gewesen sei. Bei trockener Fahrbahn verringere 
sich der Bremsweg, womit die Berechnungen angepasst werden müssten. Ausserdem sei 
das Unfallfahrzeug gemäss Aussagen von J.________ nach dem Unfall noch 30 bis 
40 Zentimeter nach hinten bewegt worden.

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3.3.2 Auf den Bildern der Fotodokumentation der Zuger Polizei ist die Fahrbahn weder komplett 
trocken noch durchwegs nass (Vi act. 1/24 S. 3); offenbar hatte es, wie von der 
Beschuldigten plausibel vorgebracht, an diesem Tag zuvor geregnet (act. 5/1). Die 
Feststellung ist jedoch nicht entscheidend, da sich die Dauer vom Beginn des 
Bremsvorgangs bis zur Kollision aufgrund der Reaktionszeit von einer Sekunde bei einer 
nassen und komplett trockenen Fahrbahn praktisch nicht unterscheidet (1,39 Sekunden 
anstatt 1,38 Sekunden). Der etwas kürzere Bremsweg von ca. 2 Metern bei einer vollständig 
trockenen Fahrbahn wäre, wenn überhaupt, nur nach der Kollision zum Tragen gekommen. 
Die Staatsanwaltschaft berechnete zudem den Punkt des Stillstands des Fahrzeugs nach 
dem Bremsmanöver unter Einbezug der nachträglichen Positionsänderung (vgl. Vi act. 1/33). 
Die Vorbringen des Beschwerdeführers wecken deshalb keine Zweifel an den Berechnungen 
der Staatsanwaltschaft.

3.4 Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, er sei für die Beschuldigte schon früher als von 
der Staatsanwaltschaft angenommen sichtbar gewesen.

3.4.1 Es treffe nämlich nicht zu, dass der Beschwerdeführer sich – für die Beschuldigte nicht 
sichtbar – auf der Nebenstrasse befunden habe, als die Beschuldigte für einen rechtzeitigen 
Halt das Bremsmanöver hätte einleiten müssen. Gemäss eigener, auf GoogleMaps 
vorgenommener Nachmessungen habe sich der Beschwerdeführer bereits gut sichtbar 
mitten auf dem Trottoir befunden, als er die von der Staatsanwaltschaft angeführten 
5,1 Meter von der Kollisionsstelle entfernt gewesen sei. Zudem sei die Behauptung, die 
Bepflanzung habe die Sicht versperrt, unzutreffend, da die Büsche und Bäume im ________ 
keine Blätter tragen würden. Dies sei auch auf den Polizeibildern ersichtlich.

3.4.2 Der Beschwerdeführer legt nicht dar, was der von ihm anders dargestellte Sachverhalt an der 
rechtlichen Beurteilung der Staatsanwaltschaft ändern sollte. Diese hatte ausgeführt, die 
Beschuldigte habe das Bremsmanöver erst einleiten müssen, als sie festgestellt habe, dass 
sich der Beschwerdeführer nicht korrekt verhalten würde. Tatsächlich durfte die Beschuldigte 
grundsätzlich darauf vertrauen, dass der Beschwerdeführer als erwachsene Person sich 
korrekt verhalten und die Strasse nur auf dem Fussgängerstreifen überqueren würde. Wäre 
der Beschwerdeführer korrekterweise zum Fussgängerstreifen gegangen, bevor er die 
Strasse betrat, hätte die Beschuldigte diesen bereits passiert gehabt. Es war von der 
Beschuldigten somit nicht pflichtwidrig, nicht sofort ein Bremsmanöver einzuleiten, als der 
Beschwerdeführer sichtbar war. Vielmehr musste die Beschuldigte erst reagieren, als der 
Beschwerdeführer die Strasse betrat, ohne den Fussgängerstreifen zu benützen. 
Demzufolge ist es für die Beurteilung einer Pflichtverletzung der Beschuldigten nicht 
entscheidend, ob sich der Beschwerdeführer 2,85 Sekunden vor der Kollision auf dem 
Gehsteig oder noch auf der Nebenstrasse befand und ob die Beschuldigte den 
Beschwerdeführer (mit oder ohne Blätter der Büsche und Bäume) schon sehen konnte. Die 
Berechnungen der Staatsanwaltschaft zeigen sodann, dass die Beschuldigte nur eine 
Reaktionszeit von ca. 1 Sekunde benötigte, welche einzig eine aufmerksame Person 
erreichen kann (vgl. vorne E. 3.1.3). Es ist somit auch unwahrscheinlich, dass der 
Beschuldigten der Vorwurf gemacht werden könnte, sie hätte aufgrund der Nähe eines 
Fussgängers beim Fussgängerstreifen eine höhere Aufmerksamkeit haben müssen, als dies 
der Fall war. Die Rügen des Beschwerdeführers ändern somit nichts an der Beurteilung der 
Staatsanwaltschaft.

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3.5 Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, gestützt auf die Aussagen der 
Auskunftspersonen und der Beschuldigten selbst könne davon ausgegangen werden, dass 
die Beschuldigte rechtzeitig hätte anhalten können. Die Staatsanwaltschaft habe diese 
belastenden Aussagen jedoch übergangen. 

3.5.1 So habe H.________ ausgesagt, er habe sich noch gefragt, ob das Fahrzeug vor ihm nicht 
anhalten wolle, und er habe den Eindruck gehabt, als hätte die Beschuldigte "etwas 
rumgeträumt". Zudem habe H.________ den Fussgänger bereits ein paar Sekunden vor der 
Kollision wahrgenommen. Er habe weiter nicht den Eindruck gehabt, dass das Fahrzeug vor 
ihm eine Vollbremsung gemacht habe. Der Fussgänger sei nicht total unvermittelt vor das 
Fahrzeug gesprungen und normalerweise hätte man aufgrund der Distanz problemlos 
anhalten können. Auch habe I.________ gesagt, J.________ habe "oh, sieht der vordere 
Fahrer diesen nicht?" gerufen, woraufhin sich I.________ umgedreht und den 
Beschwerdeführer durch die Luft habe fliegen sehen. Auch die Beschuldigte selbst habe 
ausgesagt, sie habe den Fussgänger erst direkt auf dem Fussgängerstreifen wahrgenommen 
und auch erst dann gebremst.

3.5.2 Die Staatsanwaltschaft führte hierzu aus, die zitierten Aussagen der Auskunftsperson 
H.________ basierten auf einer rein subjektiven Wahrnehmung. Gleichzeitig habe 
H.________ aber auch ausgesagt, alles sei blitzschnell gegangen. Die Staatsanwaltschaft 
habe deshalb auf die Aussage von J.________ abgestellt, welcher unmissverständlich zu 
Protokoll gegeben habe, dass sich das Fahrzeug der Beschuldigten etwa beim letzten gelben 
Querstrich der Bushaltestelle ca. 15 Meter vom Kollisionspunkt entfernt befunden habe, als 
der Fussgänger die Strasse betreten habe. Diese konkrete Angabe würde sich auch mit der 
von der Staatsanwaltschaft gemachten Berechnungen decken. Hätte die Beschuldigte den 
Fussgänger zudem erst auf dem Fussgängerstreifen wahrgenommen und dann die 
Bremsung eingeleitet, wäre sie mit ihrem Fahrzeug viel weiter nördlich des 
Fussgängerstreifens zum Stillstand gekommen.

3.5.3 Tatsächlich befinden sich bei den Akten Aussagen der Auskunftspersonen, welche nur 
teilweise zu den Feststellungen der Staatsanwaltschaft passen. Die Staatsanwaltschaft stützt 
sich bei ihrer Beurteilung, ob die Beschuldigte noch rechtzeitig hätte anhalten können, auf 
objektiv nachvollziehbare Angaben der Auskunftspersonen (Position des Fahrzeugs der 
Beschuldigten, Ort des Betretens der Fahrbahn durch den Beschwerdeführer, 
Kollisionspunkt), um danach physikalisch zu berechnen, ob die Beschuldigte rechtzeitig hätte 
anhalten können. Dabei zeigte sich, dass die subjektive Wahrnehmung der 
Auskunftspersonen, wonach die Beschuldigte noch hätte anhalten können, unzutreffend war. 
Diese Fehleinschätzung wurde wohl auch dadurch verstärkt, dass die Beobachter des 
Unfalls den irrigen Eindruck hatten, die Beschuldigte habe erst reagiert, als sie die Bremsen 
betätigte, d.h. die Bremsleuchten aufleuchteten (vgl. vorne E. 3.1.3). Die subjektive 
Wahrnehmung von Zeit ist zudem stark abhängig von den Umständen. Insbesondere in 
schnellen und gefährlichen Situationen wie einem Autounfall wird die Zeit wie in Zeitlupe 
erlebt (Eagleman et. al., Time and the Brain: How Subjective Time Relates to Neural Time, 
Journal of Neuroscience 9 November 2005 25 (45), S. 10369-10371, 10369). Das subjektive 
Zeitempfinden der Auskunftspersonen ist deshalb eine unzuverlässige Grundlage zur 
Rekonstruktion der tatsächlichen zeitlichen Dauer von Hundertstelsekunden bis 

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wenigen Sekunden. Damit die Beschuldigte – wie von den Auskunftspersonen vermutet – 
rechtzeitig hätte anhalten können, hätte sich das Fahrzeug an einer ganz anderen Position 
als bei den letzten Querstreifen der Bushaltestelle befinden müssen. Hierfür gibt es jedoch 
keine Anhaltspunkte. 

Die vom Beschwerdeführer angeführten Aussagen haben somit eine deutlich geringere 
Beweiskraft als die objektiv verfügbaren Beweismittel. Beim Entscheid über eine Einstellung 
darf die Staatsanwaltschaft dabei auch bei widersprechenden Aussagen einstellen, wenn die 
Aussagen absehbar eine geringe Beweiskraft haben (vgl. BGE 143 IV 24 E. 2.2.2).

3.5.4 Anlässlich der polizeilichen Befragung legte die Beschuldigte glaubhaft dar, dass sie 
aufgrund des nahen Fussgängerstreifens Bremsbereitschaft erstellt hatte (Vi act. 1/2 
Frage 27). Anhand des errechneten Bremsweges ist sodann wahrscheinlich, dass die 
Beschuldigte tatsächlich umgehend reagierte, als der Beschwerdeführer die Strasse betrat, 
ihre erhöhte Bremsbereitschaft somit eine schnelle Reaktion ermöglichte. Wie die 
Staatsanwaltschaft darlegt, wäre die Beschuldigte mit ihrem Fahrzeug zudem viel weiter 
nördlich des Fussgängerstreifens zum Stillstand gekommen, hätte sie den Fussgänger 
tatsächlich erst auf (bzw. hinter) dem Fussgängerstreifen wahrgenommen und erst dann die 
Bremsung eingeleitet. Die Beschuldigte musste das Bremsmanöver zudem erst einleiten, als 
das pflichtwidrige Verhalten des Beschwerdeführers für sie ersichtlich war. Da sie bei dessen 
Betreten der Fahrbahn wahrscheinlich umgehend die Bremsung einleitete, würde sich an der 
rechtlichen Beurteilung nichts ändern, wenn die Beschuldigte den Beschwerdeführer davor 
pflichtwidrig nicht gesehen hätte. Selbst wenn ihr somit ein pflichtwidriges Verhalten 
vorgeworfen werden könnte, wäre dieses für die Körperverletzung nicht kausal. 

3.6 Der Beschwerdeführer weist sodann auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_1172/2017 vom 
14. Februar 2018 hin, wonach es nicht ungewöhnlich ist, dass Fussgänger überraschend und 
pflichtwidrig den Fussgängerstreifen betreten. 

3.6.1 Er macht geltend, er habe die Strasse nur ca. 80 Zentimeter neben dem Fussgängerstreifen 
betreten, was keine erhebliche Pflichtwidrigkeit darstelle. Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung müsse ein Fahrzeuglenker gewappnet sein, dass ein Fussgänger auch 
überraschend und pflichtwidrig den Fussgängerstreifen betrete.

3.6.2 Die vom Beschwerdeführer angeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung bezieht sich auf 
die Situation, in welcher ein Fussgänger einen Fussgängerstreifen oder "knapp neben dem 
Fussgängerstreifen" (Urteil des Bundesgerichts 6B_262/2016 vom 6. Januar 2017 E. 3.2.2) 
oder "im Bereich des Fussgängerstreifens" die Fahrbahn betritt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1172/2017 vom 14. Februar 2018 E. 2.3).

Die Auskunftspersonen sagten übereinstimmend aus, der Beschwerdeführer habe die 
Fahrbahn hinter dem Fussgängerstreifen betreten und sei quer in Richtung des 
Fussgängerstreifens gegangen. Da er aus der Nebenstrasse kam, ist wahrscheinlich, dass 
der Beschwerdeführer die Strasse ca. 2 Meter nördlich des Fussgängerstreifens betrat (vgl. 
Vi act. 1/35). Der Beschwerdeführer geht in seiner Beschwerdeschrift in der "Nachmessung" 
auf GoogleMaps (act. 1 S. 4) selbst von einer schrägen Überquerung der Strasse in Richtung 
des Fussgängerstreifens aus. Der Beschwerdeführer betrat die Fahrbahn somit, wie die 

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Beschuldigte ausführt, nicht nur 80 Zentimeter, sondern ca. 2 Meter neben dem 
Fussgängerstreifen. Es ist zweifelhaft, ob bei einer solchen Distanz die zitierte 
bundesgerichtliche Rechtsprechung noch Anwendung findet.

3.6.3 Vorliegend ist jedoch ohnehin wenig wahrscheinlich, dass der Beschuldigten eine Pflicht-
verletzung selbst unter Anwendung der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
angelastet werden könnte. Im vom Beschwerdeführer zitierten Urteil des Bundesgerichts 
6B_1172/2017 vom 14. Februar 2018 wurde dem dortigen Beschuldigten vorgeworfen, er sei 
unaufmerksam gewesen und habe nicht auf den auf den Fussgängerstreifen einmündenden 
Fussweg geschaut, weshalb er nicht rechtzeitig auf einen Fussgänger reagiert habe, welcher 
überraschend den Fussgängerstreifen betreten habe. Vorliegend gibt es jedoch keine 
Anhaltspunkte dafür, dass die Kollision Folge der Unaufmerksamkeit der Beschuldigten oder 
einer den Umständen nicht angepassten Geschwindigkeit war. Da die Bremsreaktionszeit 
Untersuchungen zufolge selbst bei einer erhöhten Bremsbereitschaft mindestens eine 
Sekunde beträgt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_441/2015 Urteil vom 3. Februar 2016 
E. 2.3.1), kann aufgrund des Bremsweges geschlossen werden, dass die Beschuldigte 
tatsächlich in der Nähe des Fussgängerstreifens die erhöhte Bremsbereitschaft herstellte. 
Aufgrund des berechneten Bremsweges ist anzunehmen, dass die Beschuldigte den 
Bremsvorgang umgehend einleitete, als das Fehlverhalten des Beschwerdeführers für sie 
erkennbar wurde, und sie die Kollision dennoch nicht verhindern konnte (vorne E. 3.1.3 
und 3.5.3). Diese Umstände lassen darauf schliessen, dass die Beschuldigte die erhöhte 
Aufmerksamkeit in der Nähe von Fussgängerstreifen auch tatsächlich walten liess und keine 
verspätete Bremsreaktion zeigte. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass 
ein Gericht selbst unter Anwendung der vom Beschwerdeführer zitierten bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung zum Schluss käme, dass sich die Beschuldigte pflichtwidrig verhalten hatte.

4. Nach dem Gesagten hat die Staatsanwaltschaft zu Recht festgehalten, es fehle an einem 
sorgfaltswidrigen Verhalten der Beschuldigten, weshalb eine Verurteilung wegen fahrlässiger 
schwerer Körperverletzung nicht erfolgen könnte. Der Beschwerdeführer legt zwar dar, dass 
auch eine andere Sachverhaltsfeststellung und -würdigung denkbar wäre. Dies genügt 
jedoch nicht; vielmehr müsste diese andere Auffassung mit genügend Beweismitteln 
untermauert werden können, damit auf deren Grundlage eine Verurteilung erfolgen könnte. 
Wie ausgeführt trifft dies aber nicht zu, weshalb eine Verurteilung weniger wahrscheinlich ist 
als ein Freispruch.

Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen die 
Beschuldigte eingestellt hat. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist 
abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Die Beschuldigte, die eine Stellungnahme einreichen und die Abweisung der Beschwerde 
beantragen liess, hat vorliegend Anspruch auf eine Entschädigung ihrer Aufwendungen für 
die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. 
Art. 436 Abs. 1 StPO). Gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird im 
Beschwerdeverfahren die unterliegende Privatklägerschaft der beschuldigten Person 

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entschädigungspflichtig, wenn es um ein Antragsdelikt geht (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 
Abs. 2 StPO), betreffend Offizialdelikte wird hingegen der Staat entschädigungspflichtig 
(BGE 147 IV 47 E. 4.2.4 - 4.2.6). Das Verfahren gegen die Beschuldigte wurde gemäss 
Einstellungsverfügung vom 23. September 2021 betreffend fahrlässige schwere 
Körperverletzung geführt. Die fahrlässige schwere Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 
StGB ist ein Offizialdelikt, weshalb die Aufwendungen der Beschuldigten vorliegend vom 
Staat zu entschädigen sind.

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 765.00 Gebühren
CHF   35.00 Auslagen
CHF 800.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss verrechnet.

3. Die Beschuldigte F.________ wird für das Beschwerdeverfahren mit CHF 1'800.00 (inkl. 
MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- RA G.________, ________ (z.H. der Beschuldigten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer MLaw J. Berweger
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am:

20220411_151150_ANOM.docx