# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12c28b73-9326-582e-8609-d295f88e04f4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.12.2014 R 2014 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-78_2014-12-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 78

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Verwaltungsrichterin Moser, Aktuarin ad hoc Lazzarini

URTEIL
vom 16. Dezember 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Bauauflage

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1. Am 19. Januar 1965 verkaufte B._____ an C._____ und D._____ den 

südlichen Teil von Parzelle 231. Unter Punkt 2 des Kaufvertrages wurde 

u.a. Folgendes vereinbart: 

"Die Käufer verpflichten sich das Einfamilienhaus mit mindestens 1 m 

Abstand vom Grundstück des Verkäufers zu erstellen. (…)".

Die heutigen Eigentümer der Parzelle 231 (nach Mutation Parzelle 4231) 

sind die Eheleute E._____. A._____ ist der gegenwärtige Eigentümer der 

Nachbarparzelle 427 (nach Mutation Parzelle 4427). Er stellte am 16. Ja-

nuar 2014 bei der Gemeinde X._____ ein Baugesuch um Renovation des 

auf seiner Parzelle befindlichen Hauses Assek-Nr. 2-129 und Erstellung 

eines Erweiterungsbaus mit einem Wohnraum im EG sowie einem unge-

heizten Materialraum im UG.

2. A._____ und die Eheleute E._____ versuchten zunächst im Gespräch 

eine Einigung betreffend den Grenzabstand für die Erstellung des Erwei-

terungsbaus an die Liegenschaft von A._____ zu erzielen. Infolge Unei-

nigkeit reichten die Eheleute E._____ am 7. Februar 2014 ein Schlich-

tungsgesuch beim Vermittleramt Y._____ ein und begehrten um Klärung 

des Sachverhalts bezüglich der auf den Parzellen 4231 und 4427 gelten-

den Grenzabstände. An der Vermittlungsverhandlung vom 27. Februar 

2014 wurde festgestellt, dass sich die Parteien nicht geeinigt hätten, und 

dass der Klägerschaft die Klagebewilligung erteilt werde. In der Folge 

verzichteten die Eheleute E._____ auf die Einreichung der Klage.

3. Am 26. Juni 2014 teilte der Gemeindevorstand X._____ A._____ mit, 

dass der geplante Erweiterungsbau nur einen Abstand von knapp 1 m zu 

Parzelle 4231 aufweise. Gemäss Baugesetz der Gemeinde X._____ 

müsse der Abstand mindestens 2.5 m betragen oder es sei der Gemeinde 

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ein Näherbaurecht vorzulegen. Da mit den Grundeigentümern von Parzel-

le 4231 keine Einigung für ein Näherbaurecht habe erzielt werden kön-

nen, könne sein Baugesuch in der vorliegenden Form nicht bewilligt wer-

den.

4. Am 14. Juli 2014 teilte A._____ der Gemeinde X._____ mit, im Grund-

buch sei ein Näherbaurecht zulasten von Parzelle 4231 und zugunsten 

von Parzelle 4427 eingetragen. Zudem hätten die Eheleute E._____ auf 

einen Weiterzug der zivilrechtlichen Klage verzichtet. Daraus könne die 

stillschweigende Duldung seines Bauvorhabens abgeleitet werden. Sein 

Gesuch sei zu bewilligen oder allenfalls rechtsgenüglich abzulehnen.

5. Daraufhin verfügte der Gemeindevorstand X._____ am 7. August 2014 

die Erteilung der Baubewilligung gemäss Baugesuch vom 16. Januar 

2014, verbunden mit der Auflage, dass A._____ der Gemeinde X._____ 

vor Baubeginn die erforderlichen Belege für den Nachweis eines Näher-

baurechts zu Parzelle 4231 beizubringen habe. Zur Begründung führte 

die Gemeinde X._____ aus, der Abstand des geplanten Erweiterungs-

baus zu Parzelle 4231 unterschreite den kantonal- und kommunalgesetz-

lichen Grenzabstand von 2.5 m. Bezüglich des bestehenden Näherbau-

rechts verweise A._____ im Schreiben vom 14. Juli 2014 auf den Beleg 

1/65 des Grundbuchs und beziehe sich somit auf den Kaufvertrag vom 

19. Januar 1965. Der Gemeindevorstand X._____ sei der Ansicht, Inhalt 

und Umfang des Näherbaurechts ergäben sich eindeutig aus diesem 

Kaufvertrag. Demzufolge beziehe sich das Näherbaurecht nur auf das zu 

erstellende Einfamilienhaus und es sei nicht genereller Natur, weshalb es 

nicht auf weitere, zukünftig zu erstellende Bauten angewendet werden 

könne. Ausserdem führe der geplante Erweiterungsbau auf Parzelle 4427 

zu einer Ausdehnung des Näherbaurechts und damit zu einer Mehrbelas-

tung von Parzelle 4231, was der belastete Grundeigentümer nicht dulden 

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müsse. Eine anderweitige Vereinbarung betreffend Näherbaurecht als 

diejenige im Kaufvertrag vom 19. Januar 1965 habe A._____ nicht vorge-

legt. Das Bauvorhaben könne in dieser Form nicht bewilligt werden. Folg-

lich sei die Anordnung der Auflage gerechtfertigt.

6. Gegen den Entscheid des Gemeindevorstands erhob A._____ (nachfol-

gend Beschwerdeführer) am 25. August 2014 (Poststempel) Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, es 

sei die in Punkt 2 der Baubewilligung angeordnete Auflage betreffend den 

Nachweis des Näherbaurechts zu Parzelle 4231 aufzuheben. Zur Be-

gründung führte er im Wesentlichen aus, nach diversen Verhandlungen 

mit den Eheleuten E._____ sei keine Einigung über das Bauvorhaben er-

zielt worden. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, dass die 

Eheleute E._____ seinem Vorhaben stillschweigend zugestimmt hätten 

und das vorhandene Näherbaurecht akzeptieren würden, weil sie eine 

entsprechende Zivilklage nicht prosequiert hätten. 

7. Am 5. September 2014 beantragte die Gemeinde X._____ (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Nach ihrem 

Dafürhalten beinhalte der Kaufvertrag vom 19. Januar 1965 lediglich ein 

Näherbaurecht für das bestehende Einfamilienhaus. Eine Ausdehnung 

des Näherbaurechts würde zu einer Mehrbelastung des belasteten Grun-

deigentümers führen. Sodann bedeute der Verzicht auf die Zivilklage 

nicht, dass sich die Parteien über das Näherbaurecht geeinigt hätten. Die 

Errichtung einer Grunddienstbarkeit bedürfe  nämlich der öffentlichen Be-

urkundung. Eine stillschweigende Vereinbarung erfülle diese Formvor-

schrift nicht.

8. Die Eheleute E._____ (nachfolgend Beigeladene) wurden am 24. Oktober 

2014 i.S.v. Art. 40 VRG zum Verfahren beigeladen. Am 28. Oktober 2014 

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teilten sie dem Gericht mit, dass sie sich an den Kaufvertrag vom 19. Ja-

nuar 1965 hielten. Das Näherbaurecht gelte nur für das bestehende Ein-

familienhaus. Im Jahr 1965 sei dieses Haus zudem mit lediglich 50-57 cm 

Abstand an die Grenze gebaut worden. Darüber hinaus habe der Be-

schwerdeführer vor ca. zwölf Jahren einen Brennholzschopf ohne Bau-

bewilligung und ohne Näherbaurecht erstellt. Gegen diesen hätten die 

Beigeladenen nicht remonstriert, weil er sie nicht gestört habe.

9. Am 17. November 2014 (Eingang beim Gericht) antwortete der Be-

schwerdeführer auf die Stellungnahme der Beigeladenen, er habe sie 

über den geplanten Erweiterungsbau ausführlich informiert, und die Bei-

geladenen hätten ihm gegenüber erwähnt, sie würden ihm keine Steine in 

den Weg legen. Der erwähnte Holzschopf sei im Übrigen gebaut worden, 

bevor die Beigeladenen Eigentümer von Parzelle 4231 geworden seien. 

Der Beschwerdeführer sei weiterhin der Meinung, das im Grundstück-

kaufvertrag vom 19. Januar 1965 festgelegte Näherbaurecht gelte auch 

für den geplanten Erweiterungsbau. Er sei auch bereit, seinen Nachbarn 

auf der gleichen Fläche das Näherbaurecht einzuräumen, wie er den An-

bau plane, nicht aber auf das ganze Grundstück oder an einem anderen 

Ort auf dem Grundstück. Vorher verzichte er auf den Anbau.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit a. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Be-

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schwerdeverfahrens bildet der Entscheid der Gemeinde X._____ vom 7. 

August 2014, worin dem Beschwerdeführer die Baubewilligung für sein 

Baugesuch vom 16. Januar 2014 u.a. mit der Auflage erteilt wurde, er ha-

be der Gemeinde vor Baubeginn zu belegen, dass er über ein Näherbau-

recht zu Parzelle 4231 verfüge. 

2. Nach Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den ange-

fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an sei-

ner Aufhebung oder Änderung hat. Vom Entscheid besonders berührt ist 

derjenige, der stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen 

und beachtlichen Beziehung zur Streitsache steht. Unbestrittenermassen 

ist der Beschwerdeführer durch den Entscheid der Gemeinde X._____ 

vom 7. August 2014 beschwert, da ihm die darin angeordnete Auflage be-

treffend den Nachweis eines Näherbaurechts faktisch verwehrt, mit sei-

nem geplanten Bauvorhaben zu beginnen.

3. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen 

Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen (Art. 52 Abs. 1 VRG). 

Gegen den Entscheid der Gemeinde X._____ vom 7. August 2014 reichte 

der Beschwerdeführer am 25. August 2014 (Poststempel) Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht ein. Die Beschwerde wurde somit fristgerecht – 

und unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – auch formgerecht 

beigebracht.

4. a) Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die öffentlich-rechtlichen 

Bestimmungen betreffend die Einhaltung der Bauabstände nach Art. 75 

des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 

801.100) eingehalten sind, oder ob aufgrund einer Vereinbarung zwi-

schen den Parteien die Unterschreitung der in den kantonalen und kom-

munalen Gesetzen festgelegten Bauabständen beabsichtigt wurde. Damit 

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geht auch die Prüfung einher, ob die Gemeinde X._____ die Auflage be-

treffend den Nachweis eines Näherbaurechts vor Baubeginn zu Recht 

verfügte. 

b) Art. 75 KRG bestimmt unter dem Titel Bauabstände, dass bei der Erstel-

lung von Gebäuden gegenüber jedem Nachbargrundstück ein Grenzab-

stand von 2.5 m einzuhalten ist, sofern das Baugesetz der Gemeinde 

nicht grössere Abstände vorschreibt. Dieser Minimalabstand ist 

gemäss Art. 107 Abs. 2 KRG unmittelbar anwendbar und geht abwei-

chenden kommunalen Vorschriften vor. Art. 13 des Baugesetzes der Ge-

meinde X._____ vom 13. Dezember 2012 erwähnt für die Grenzabstände, 

dass diese gemäss Zonenschema einzuhalten sind. Nach Art. 9 dieses 

Baugesetzes betragen der grosse und kleine Grenzabstand je nach 

Wohnzone mindestens 2.5 m und höchstens 4.0 m. Der Beschwerdefüh-

rer setzt sich mit den genannten gesetzlichen Regelungen in seinen 

Rechtsschriften nicht auseinander. Die Beschwerdegegnerin hingegen 

verweist im Entscheid vom 7. August 2014 unter Bezugnahme auf die 

kantonalen Grenzabstandsvorschriften  ausdrücklich darauf, dass Bau-

vorhaben und Zweckänderungen erst bewilligt werden, wenn alle Vor-

schriften des kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Rechts ein-

gehalten sind (Art. 89 Abs. 1 KRG). In Anbetracht der gesetzlichen Rege-

lungen und in Würdigung der ihm vorliegenden Beweise kommt das Ge-

richt vorliegend zum Schluss, dass das Bauvorhaben des Beschwerde-

führers den öffentlich-rechtlichen Minimalvorschriften des KRG sowie 

denjenigen des Baugesetzes der Gemeinde X._____ widerspricht. Bei der 

Errichtung des Erweiterungsbaus auf dem Grundstück des Beschwerde-

führers beabsichtigt dieser lediglich einen Grenzabstand von 1 m einzu-

halten, obwohl das Gesetz einen minimalen Grenzabstand von 2.5 m vor-

sieht. Eine Unterschreitung dieser Minimalvorschrift wäre nur rechtens, 

wenn der Beschwerdeführer mit den Beigeladenen eine Vereinbarung 

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über ein entsprechendes Näherbaurecht abgeschlossen hätte (Art. 77 

Abs. 1 KRG). Die Gemeinde X._____ hat folglich korrekt gehandelt, in-

dem sie die Baute nicht bewilligt hatte, weil die Erstellung des Erweite-

rungsbaus auf Parzelle 4427 den kantonalen und kommunalen Vorschrif-

ten über die Grenzabstände widerspricht. 

5. a) Gestützt auf Art. 77 Abs. 1 KRG kann die kommunale Baubehörde Unter-

schreitungen der im KRG und im Baugesetz der Gemeinde festgelegten 

Bauabstände bewilligen, wenn eine Vereinbarung der Betroffenen vorliegt 

und keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (vgl. 

Botschaft KRG-Revision, Heft Nr. 3/2004 – 2005, S. 346). Die kommunale 

Baubehörde verfügt die Anmerkung der Unterschreitung im Grundbuch. 

Das Verwaltungsgericht hat bereits beiläufig entschieden, dass eine Ver-

einbarung nach Art. 77 Abs. 1 KRG keiner Formvorschrift – auch nicht der 

einfachen Schriftlichkeit – unterliegt und daher mündlich geschlossen 

werden kann (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den R 11 58 vom 1. November 2011 E.2b; Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden R 08 77 vom 28. April 2009 E.3a m.w.H.). Ob-

wohl die einfache Schriftlichkeit zur Begründung eines Näherbaurechts 

keine Gültigkeitsvoraussetzung ist, dürfte diese Formvorschrift im  Hin-

blick auf eine Anmerkung im Grundbuch sowie zur Vermeidung von Strei-

tigkeiten im Zusammenhang mit der Rechtsnachfolge für eine Vereinba-

rung über die Unterschreitung der kantonalen bzw. kommunalen Bauab-

stände i.S.v. Art. 77 Abs. 1 KRG naturgemäss und aus Praktikabilitäts- 

sowie Beweisgründen einzuhalten sein. 

b) Der Beschwerdeführer ist der Meinung, die Vereinbarung betreffend das 

Näherbaurecht im Kaufvertrag vom 19. Januar 1965 beziehe sich auch 

auf die im Baugesuch vom 16. Januar 2014 begehrte Erstellung des Er-

weiterungsbaus. Folglich sei die von der Beschwerdegegnerin verfügte 

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Auflage betreffend den Nachweis eines Näherbaurechts vor Baubeginn 

unzulässig. Dem halten die Beschwerdegegnerin sowie die Beigeladenen 

entgegen, dieses Näherbaurecht könne nicht generell auf sämtliche, 

zukünftig zu erstellende Bauten ausgedehnt werden, weil es nur für die 

Erstellung des Einfamilienhauses eingeräumt wurde. Den Ausführungen 

des Beschwerdeführers ist entgegenzuhalten, dass den Akten keine 

schriftliche Vereinbarung über ein entsprechendes Näherbaurecht bei-

liegt. Der Beschwerdeführer hält denn auch fest, dass er mit den Beigela-

denen lediglich fruchtlose Gespräche über das Näherbaurecht auf den 

Parzellen 4231 und 4427 geführt habe, womit er implizit belegt, dass eine 

Vereinbarung über das infrage stehende Näherbaurecht auch mündlich 

nicht zustande gekommen ist. Aus den Akten ergibt sich ferner, dass die 

Beigeladenen dem Beschwerdeführer unter der Bedingung ein Näherbau-

recht eingeräumt hätten, wenn dieser ebenfalls bereit gewesen wäre, ih-

nen ein entsprechendes Recht einzuräumen. Der Beschwerdeführer lehn-

te diesen Lösungsvorschlag jedoch ab, weil er durch einen möglichen 

Bau der Beigeladenen eine Abwertung seines Grundstücks befürchtete. 

Sodann kann der Beschwerdeführer aus der Tatsache, dass seine Nach-

barn auf die Prosequierung der von ihnen eingereichten Zivilklage ver-

zichtet hätten, keine stillschweigende Duldung seines Bauvorhabens bzw. 

die Begründung des Näherbaurechts zugunsten seiner Parzelle ableiten. 

Mit der einlässlichen Begründung der Vorinstanz, weswegen die Auflage 

betreffend den Nachweis des Näherbaurechts zu Recht verfügt wurde, 

setzt sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde kaum auseinan-

der. Auch in der beschwerdeführerischen Antwort auf die Stellungnahme 

der Beigeladenen verweist er lediglich auf die Anwendbarkeit der vertrag-

lichen Regelung im Grundstückkaufvertrag vom 19. Januar 1965 und 

nimmt Stellung zu der das Beschwerdethema nicht tangierenden Angele-

genheit mit dem auf seinem Grundstück befindlichen Holzschopf. Darüber 

hinaus enthielt die Stellungnahme keine rechtswesentlichen Tatsachen, 

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mit welcher der Beschwerdeführer auf die Begründung der Vorinstanz 

Bezug nahm und abweichend davon den Nachweis für das Vorhanden-

sein eines Näherbaurechts zu Parzelle 4427 erbrachte. Bei dieser Aus-

gangslage ist davon auszugehen, dass zwischen den betroffenen Grun-

deigentümern weder eine mündliche noch schriftliche Vereinbarung über 

ein entsprechendes Näherbaurecht zustande gekommen war. 

6. Die Beschwerdegegnerin vertritt ferner die Ansicht, die kommunale Bau-

behörde könne eine Unterschreitung der Grenzabstände erst bewilligen, 

wenn ein öffentlich beurkundeter und im Grundbuch aufgenommener 

Dienstbarkeitsvertrag ein Näherbaurecht zwischen den betroffenen Grun-

deigentümer regle. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach die 

Unterschreitung des im vorliegenden Falles geltenden gesetzlichen 

Grenzabstandes von 2.5 m der öffentlichen Beurkundung bedarf, kann 

nach dem Gesagten nicht gefolgt werden (vgl. E. 5a). Eine Vereinbarung 

gemäss Art. 77 Abs. 1 KRG muss lediglich nachgewiesen werden. Trotz-

dem dürfte Art. 77 Abs. 1 KRG für eine Anmerkung im Grundbuch natur-

gemäss zumindest die (einfache) Schriftlichkeit voraussetzen. Den Akten 

kann im vorliegenden Fall jedoch entnommen werden, dass zwischen den 

Parteien keine Vereinbarung i.S.v. Art. 77 KRG zustande gekommen ist. 

Damit erübrigt sich im konkreten Fall die Beurteilung über eine Eintra-

gungspflicht im Grundbuch.

7. Abschliessend sei erwähnt, dass eine Verwaltungsbehörde oder eine 

kommunale Exekutivbehörde nach kantonsgerichtlicher Rechtsprechung 

nicht autoritativ darüber befinden kann, wenn über das seiner Rechtsnatur 

nach offensichtlich zivilrechtliche Element „Vereinbarung zwischen den 

Betroffenen“ in Art. 77 Abs. 1 KRG der Streit eskaliert. Wird innerhalb ei-

nes öffentlich-rechtlichen Baubewilligungsverfahrens – unter Privatrechts-

subjekten – streitig, ob oder mit welcher Tragweite zwischen ihnen ein 

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Vertrag betreffend Näherbaurecht, sei es mit dinglicher Wirkung im Sinne 

einer Grunddienstbarkeit gemäss Art. 730 ff. des Schweizerischen Zivil-

gesetzbuches (ZGB; SR 210), zustande gekommen ist, sind für die ab-

schliessende Beurteilung der zivilrechtlichen Wirkungen die Zivilgerichte 

mit dem entsprechenden Rechtsmittelweg zuständig (vgl. Urteil des Kan-

tonsgerichts vom 9. Januar 2006 ZF 05 68, S. 9 E.a/aa). Dabei dürften die 

Zivilgerichte für die Ermittlung von Inhalt und Umfang einer Dienstbarkeit 

auf die in Art. 738 ZGB vorgeschriebene Stufenordnung zurückgreifen 

(vgl. BGE 130 III 554 E.3.1 m.w.H.; BGE 128 III 169 E.3a). Im vorliegen-

den Fall werden die Parteien demnach auf den Zivilweg verwiesen, sofern 

über die Auslegung des in Punkt 2 des Grundstückkaufvertrages vom 19. 

Januar 1965 geregelten Näherbaurechts Uneinigkeit besteht. 

8. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer der Rechts-

mittelinstanz nicht rechtsgenüglich dargelegt hat, dass für den Erweite-

rungsbau ein Näherbaurecht zu Parzelle 4427 besteht. Weil das  Näher-

baurecht nach dem Gesagten somit nicht nachgewiesen ist, hat die Be-

schwerdegegnerin die Baubewilligung zu Recht mit der Auflage verbun-

den, dass der Beschwerdeführer vor Baubeginn den Nachweis über ein 

entsprechendes Näherbaurecht zu erbringen habe. 

9. Die Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten werden kann. Die Gerichtskosten bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'500.-- gehen bei diesem Verfahrensausgang nach 

Art. 73 Abs. 1 VRG zu Lasten des Beschwerdeführers. Eine ausserge-

richtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nach Art. 78 Abs. 

2 VRG nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt 

hat.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]