# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1942ec82-48a2-5dae-a7c1-6c2bc7e50ef2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.10.2016 SK.2015.55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2015-55_2016-10-28.pdf

## Full Text

Urteil vom 28. Oktober 2016 
Strafkammer  

Besetzung 

 

Bundesstrafrichter Peter Popp, Vorsitz, 

Walter Wüthrich und Sylvia Frei,  

Gerichtsschreiber Joël Bonfranchi  

 

Parteien 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Staatsanwalt des Bundes Daniel Gutzwiller,  

und 

Privatklägerschaft (gemäss Verteiler) 

gegen 

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Marcel 

Buttliger,  

und 

beschwerte Dritte (gemäss Verteiler)  

 

 

  

Gegenstand 

 

Gewerbsmässiger Betrug, alternativ qualifizierte 

Veruntreuung, eventualiter ungetreue Geschäfts-

besorgung, qualifizierte Geldwäscherei, mehrfache 

Misswirtschaft 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2015.55 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft (TPF pag. 280 925 136 f.; TPF pag. 280 920 011 f.): 

1. Der Beschuldigte A. sei schuldig zu sprechen: 

 des gewerbsmässigen Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB 

 der qualifizierten Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB und 

 der mehrfachen Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. a StGB. 

2.  Der Beschuldigte A. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 3 Mo-

naten, unter Anrechnung der erstanden[en] Haft, sowie einer Geldstrafe von 90 Ta-

gessätzen zu je Fr. 10.--, wobei der Vollzug der Geldstrafe bei einer Probezeit von 

2 Jahren aufzuschieben sei. 

 

3. Alternativ sei der Beschuldigte A. schuldig zu sprechen: 

 der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 

Ziff. 2 StGB und Art. 29 lit. a StGB sowie 

 der mehrfachen Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. a StGB 

und zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten unter Anrech-

nung der erstandenen Haft. 

 

4. Es sei der Kanton Zürich gestützt auf Art. 74 StBOG als Vollzugskanton zu bestimmen. 

 

5. Die in den Ziffern 5.2.1, 5.2.2, 5.2.3 und 5.2.4 der Anklageschrift aufgeführten be-

schlagnahmten Vermögenswerte seien einzuziehen und, soweit die Voraussetzungen 

gemäss Art. 73 Abs. 1 und 2 StGB gegeben sind, anteilmässig zugunsten der Privat-

kläger zu verwenden. 

 

6. Die in Ziffer 5.1.1 der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände seien gestützt auf 

Art. 70 Abs. 1 StGB einzuziehen. 

 

7. Die in Ziffer 5.1.2 der Anklageschrift aufgeführten beschlagnahmten Akten seien nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteils an die Berechtigten herauszugeben. 

 

8. Die in Ziffer 5.3 der Anklageschrift aufgeführten durch die Bundeskriminalpolizei vor-

genommenen forensischen Datensicherungen seien nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils durch diese Behörde zu löschen. 

 

9. Die in Ziffer 4.2 der Anklageschrift aufgeführten Ersatzmassnahmen seien nach Ein-

tritt der Rechtskraft des Urteils aufzuheben. 

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10. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

 

11. Auch die Kosten der amtlichen Verteidigung seien der beschuldigten Person aufzuer-

legen. 

 

Anträge der an der Hauptverhandlung anwesenden Privatklägerschaft 

(TPF pag. 280 920 012): 

Rechtsanwalt Bitriol für B.: 

 

1. Der Beschuldigte sei zugunsten des Privatklägers B. zur Bezahlung von Schaden-

ersatz in der Höhe von € 7‘878.86 zzgl. Zins seit wann geschuldet zu verurteilen – 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge; 

 

2. Dem Geschädigten sei der Ersatz direkt aus den beschlagnahmten Vermögenswerten 

zu leisten. 

 

Anträge der an der Hauptverhandlung nicht anwesenden Privatklägerschaft: 

Anträge der nicht an der Hauptverhandlung anwesenden Privatkläger ergeben sich aus 

den zuhanden der Bundesanwaltschaft eingereichten Formularen A und C (vgl. E. 9.1). 

 

Anträge der Verteidigung (TPF pag. 280 925 141 f.): 

1. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 

 

2. Es sei der Beschuldigte für die Untersuchungshaft vom Mittwoch, 8. April 2008, um 

06:00 Uhr, bis Dienstag, 15. April 2008, 20:20 Uhr, (8 Tage) mit je CHF 200.– pro Tag 

nebst Zins zu 5 % seit 16. April 2008 zu entschädigen. 

 

3. Die mit Verfügung der Bundesanwaltschaft Zürich vom 25. September 2009 und 

23. November 2015 beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte seien dem 

Berechtigten zurückzugeben. 

 

4. Es seien die Ersatzmassnahmen gemäss Ziff. 4.2.1 (Schriftensperre) und 4.2.2 (Mel-

depflicht) der Anklageschrift unverzüglich aufzuheben. 

 

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5. Es sei auf allfällige Zivilklagen nicht einzutreten respektive diese abzuweisen respek-

tive auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse insbesondere 

Übernahme der Kosten der amtlichen Verteidigung durch die Staatskasse. 

 

 

 

  

- 5 - 

Prozessgeschichte: 

A. Mit Meldung vom 22. März 2007 informierte die Meldestelle für Geldwäscherei 

(nachfolgend: MROS) die Bundesanwaltschaft über einen geldwäschereiver-

dächtigen Vorgang i.S. von Art. 23 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Bekämp-

fung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung vom 10. Oktober 1997 

(Geldwäschereigesetz, GwG; SR 955). Am 15. Juni 2007 ging eine weitere 

MROS-Meldung, A. (nachfolgend: der Beschuldigte) und namentlich die 

C. GmbH betreffend, bei der Bundesanwaltschaft ein (BA pag. 04-002-00-00-00-

000002 ff.). Schliesslich reichte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA 

(nachfolgend: FINMA) am 23. August 2011 Strafanzeige namentlich gegen den 

Beschuldigten, sowie gegen die Verantwortlichen der D. Payment Services S.A. 

(später umfirmiert zu D. Finanz S.A.; nachfolgend beide: D. SA), der E. Ekono-

misk Förening, Zweigstelle Z. (nachfolgend: E. EF), und der C. GmbH (nachfol-

gend alle auch: die Anlagegesellschaften), sämtliche in Liquidation, ein (BA 

pag. 04-003-00-00-00-000002 ff.). 

B. Mit Verfügung vom 26. März 2007 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Straf-

untersuchung gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der Geldwäsche-

rei (BA pag. 01-000-00-00-00-000002). Am 7. November 2008 wurde die Unter-

suchung auf die Tatbestände des Betrugs, der Veruntreuung, der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung und der qualifizierten Geldwäscherei ausgedehnt (BA 

pag. 01-000-00-00-00-000004). Am 18. März 2011 erfolgte die Ausdehnung der 

Untersuchung auf den Straftatbestand der Misswirtschaft (BA pag. 01-000-00-

00-00-000007). 

C. Am 8. April 2008 liess die Bundesanwaltschaft gleichzeitig Hausdurchsuchungen 

am Wohnort des Beschuldigten und seiner Ehefrau in Y., am Wohnort seines 

Schwiegervaters F. in X. und am Sitz der Gesellschaften C. GmbH, G. GmbH, 

H. GmbH und A.-Consultancy in Z. durchführen (BA pag. 08-001-02-00-00-

000009 ff.; 08-003-00-00-00-000006 ff.; 08-004-00-00-00-000009). 

D. Gleichentags wurde der Beschuldigte an seinem Wohnort in Y. durch die Bun-

deskriminalpolizei angehalten (BA pag. 06-001-00-00-00-000006 f.). Mit Verfü-

gung vom 9. April 2008 ordnete der Haftrichter des Bezirks Zürich die Untersu-

chungshaft bis zum 23. April 2008 an (BA pag. 06-001-00-00-00-000036 ff.). Am 

15. April 2008 verfügte die Bundesanwaltschaft die Haftentlassung und erlegte 

dem Beschuldigten im Sinne einer Ersatzmassnahme eine periodische 14-tägige 

Meldepflicht auf (BA pag. 06-001-00-00-00-000061 f.). Weiter ordnete sie eine 

Schriftensperre und die Beschlagnahme der Ausweisdokumente des Beschul-

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digten an (BA pag. 06-001-00-00-00-000069 ff.). Die Meldepflicht des Beschul-

digten wurde mit Entscheid des Eidgenössischen Untersuchungsrichters vom 

12. November 2009 auf einmal monatlich gelockert (BA pag. 06-001-00-00-00-

000148 ff.). Mit Verfügung vom 5. Januar 2011 wurde die Herausgabe einer Iden-

titätskarte angeordnet (BA pag. 06-001-00-00-00-000218). 

E. Mit Verfügungen vom 25. September 2009 (BA pag. 08-005-00-00-00-

000059 ff.) und vom 23. Juli 2010 (BA pag. 08-005-00-00-00-000064 ff.) ordnete 

die Bundesanwaltschaft die Beschlagnahme zahlreicher Gegenstände und Do-

kumente an, die anlässlich der Hausdurchsuchungen vom 8. April 2008 sicher-

gestellt worden waren. Weiter liess sie bei diversen Finanzinstituten geführte 

Konten, die mit dem angeklagten Sachverhalt im Zusammenhang stehen, sper-

ren. Mit Verfügungen vom 23. November 2015 wurden die bei zahlreichen Ban-

ken und Unternehmen ursprünglich mittels Editionsverfügungen erhobenen Do-

kumente beschlagnahmt (vgl. Anklageziffer 5.1.3). 

F. Mit Schreiben vom 25. März 2011 ordnete die Bundesanwaltschaft die Observa-

tion des Beschuldigten für eine Dauer von drei Monaten an (BA pag. 09-001-00-

00-00-000002 ff.). Mit Schreiben vom 27. Juni 2014 wurde der Beschuldigte über 

die im Zeitraum vom 5. April 2011 bis zum 7. Juni 2011 durchgeführten Obser-

vationen orientiert (BA pag. 09-001-00-00-00-000032 ff.). 

G. Am 4. April 2011 ordnete die Bundesanwaltschaft eine Echtzeit-Überwachung 

und eine rückwirkende Überwachung bezüglich der auf den Namen des Beschul-

digten lautenden Mobiltelefonnummer an (BA pag. 09-002-00-00-00-00111 f.). 

Mit erwähntem Schreiben vom 27. Juni 2014 wurde der Beschuldigte hierüber 

orientiert (BA pag. 09-002-00-00-00-00282 ff.). 

H. Am 14. Dezember 2015 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts Anklage gegen den Beschuldigten wegen gewerbsmässi-

gen Betruges, eventualiter qualifizierter Veruntreuung, subeventualiter unge-

treuer Geschäftsbesorgung sowie wegen qualifizierter Geldwäscherei und mehr-

facher Misswirtschaft (TPF pag. 280 100 001 ff.). Mit Schreiben vom 8. März 

2016 wies die Verfahrensleitung die Bundesanwaltschaft auf die Möglichkeit hin, 

die Anklage im Hauptpunkt als Alternativ- statt als Eventualanklage zu formulie-

ren (TPF pag. 280 300 010 f.). Hierauf gab die Bundesanwaltschaft am 28. April 

2016 eine Ergänzung zur Anklageschrift vom 14. Dezember 2015 zu den Akten 

(TPF pag. 280 100 398 ff.).  

I. Mit Schreiben vom 27. April 2016 (TPF pag. 280 810 002 f.) informierte die Straf-

kammer sämtliche Parteien über den Termin der geplanten Hauptverhandlung 

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vom 22. August 2016. Die Privatkläger wurden über ihre prozessualen Rechte, 

namentlich Art. 73 StGB, orientiert und es wurde ihnen weiter mitgeteilt, dass 

ihnen die persönliche Teilnahme – unter voller Wahrung der Parteirechte – frei-

gestellt sei. Ebenso wurden die Privatkläger aufgefordert, ihre Zivilforderung 

– soweit noch nicht geschehen – bis zum Abschluss des Parteivortrages zu be-

ziffern. 

J. Von Amtes wegen holte die Strafkammer folgende Beweismittel ein: Die Steuer-

unterlagen des Beschuldigten betreffend die Jahre 2006–2008 und 2013–2015, 

beim Steueramt des Kantons Zürich (TPF pag. 280 261 002 ff.), die Konkursak-

ten betreffend die D. SA, die E. EF und die C. GmbH, bei der FINMA 

(TPF pag. 280 668 001 ff.), einen Auszug aus dem Betreibungsregister, beim Be-

treibungsamt W. (TPF pag. 280 261 077 f.) sowie einen Auszug aus dem Schwei-

zerischen Strafregister (TPF pag. 280 221 002). 

Weiter holte die Strafkammer bei Dr. med. I. Erkundigungen zum Gesundheits-

zustand des Beschuldigten ein (TPF pag. 280 369 001 f.). Dieser antwortete mit 

Eingabe vom 8. Juni 2016 (TPF pag. 280 669 001), worauf die Strafkammer dem 

Verteidiger am 14. Juni 2016 mitteilte, dass von einer Begutachtung abgesehen 

werde (TPF pag. 280 300 022). 

K. Am 22. August 2016 begann am Sitz des Bundesstrafgerichts in Anwesenheit 

der Bundesanwaltschaft, des Vertreters eines Privatklägers und des Verteidigers 

des Beschuldigten die Hauptverhandlung (TPF pag. 280 920 001). Der Beschul-

digte selbst blieb der Hauptverhandlung unentschuldigt fern. Die Strafkammer 

beschloss daraufhin die Durchführung der auf den Termin anberaumten Einver-

nahmen mit den Zeugen und Auskunftspersonen. Der Beschuldigte wurde 

peremptorisch auf einen neuen Termin vorgeladen (TPF pag. 280 831 007 ff.). 

L. Die Fortsetzung der Hauptverhandlung fand am 4. und 5. Oktober 2016 in Anwe-

senheit der Bundesanwaltschaft, des Vertreters eines Privatklägers und des Ver-

teidigers des Beschuldigten statt (TPF pag. 280 920 009). Der Beschuldigte 

selbst blieb erneut unentschuldigt fern, worauf die Strafkammer beschloss, die 

Hauptverhandlung nach den Regeln über das Abwesenheitsverfahren fortzufüh-

ren. 

M. Am 28. Oktober 2016 eröffnete die Strafkammer das Urteil in Gegenwart der 

Bundesanwaltschaft und des Verteidigers des Beschuldigten, aber in Abwesen-

heit des Beschuldigten und sämtlicher Privatkläger, mündlich und begründete es 

kurz (TPF pag. 280 920 016). 

  

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Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Anwendbares Prozessrecht 

Am 1. Januar 2011 trat die Schweizerische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 

2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312) in Kraft. Bis dahin wurde das Vor-

verfahren nach altem Prozessrecht (Bundesgesetz vom 15. Juni 1934 über die 

Bundesstrafrechtspflege, BStP) geführt. Gemäss den geltenden Übergangsbe-

stimmungen werden Verfahren, die am 1. Januar 2011 hängig sind, grundsätz-

lich nach dem neuen Recht fortgeführt, wobei Verfahrenshandlungen, die bereits 

angeordnet oder durchgeführt worden sind, ihre Gültigkeit behalten (Art. 448 

StPO). Im vorliegenden Fall gelangt ohne Weiteres die StPO zur Anwendung. 

 

1.2 Anwendbarer Allgemeiner Teil des Strafgesetzbuches 

Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten wurden teils vor dem 1. Januar 

2007, mithin vor Inkrafttreten des revidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetz-

buches, begangen. Die rückwirkende Anwendung der Gesetzesänderung ist un-

zulässig, wenn sie sich zu Lasten des Täters auswirken würde (Art. 2 Abs. 1 

StGB). Daraus leitet sich ab, dass grundsätzlich jenes Gesetz anwendbar ist, das 

im Zeitpunkt der verübten Tat galt, es sei denn, dass das neue Gesetz das mil-

dere ist (lex mitior). Die Bestimmung des milderen Rechts richtet sich nach der 

konkret zu ermittelnden Sanktion.  

Entsprechend dem bei der Strafzumessung Dargelegten (E. 5.7) ist für den Be-

schuldigten weder eine mit der Revision des Allgemeinen Teil eingeführten Geld-

strafe, noch eine bedingte Vollzugsform möglich. Eine anderweitige Milderung, 

die sich aus dem neuen Recht ergibt, ist nicht ersichtlich. Die Beurteilung des 

angeklagten Sachverhaltes mündet in der Ausfällung eines unbedingt zu vollzie-

henden Freiheitsentzuges von 4 Jahren und 2 Monaten Dauer, wobei im Lichte 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohne Belang ist, ob dieser altrechtlich 

als Zuchthaus- oder neurechtlich als Freiheitsstrafe bezeichnet wird. Materiell hat 

die auf den vorliegenden Fall anwendbare Rechtsfolge somit keine Änderung er-

fahren. Der Beschuldigte hat sowohl unter Geltung der alten, als auch der revi-

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dierten Fassung des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches delinquiert. We-

gen übereinstimmendem Wortlaut des gesetzlichen Tatbestandes wird zur Er-

leichterung der Lesbarkeit nur unter das aktuelle Gesetz subsumiert.  

 

1.3 Zuständigkeit 

Nach Art. 22 StPO obliegt die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Handlungen 

grundsätzlich den Kantonen, soweit sie nicht der Bundesgerichtsbarkeit unter-

stehen. Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen namentlich die Verfolgung und 

Beurteilung von Straftaten des zweiten und des elften Titels sowie von Art. 305bis 

des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; 

SR 311), wenn sie zu einem wesentlichen Teil im Ausland begangen worden sind 

(Art. 24 Abs. 1 lit. a StPO). Ist in einer Strafsache sowohl Bundes- als auch kan-

tonale Zuständigkeit gegeben, kann der Staatsanwalt des Bundes die Vereini-

gung der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Be-

hörden anordnen (Art. 26 Abs. 2 StPO).  

Im vorliegenden Fall ist die Bundesgerichtsbarkeit unbestritten. Die zu beurtei-

lenden Straftaten des Betrugs (Art. 146 StGB), der Veruntreuung (Art. 138 StGB) 

und der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) erfolgten zu einem wesentlichen Teil 

im Ausland. Demnach unterstehen diese Straftatbestände gestützt auf Art. 24 

Abs. 1 lit. a StPO bzw. Art. 24 Abs. 2 lit. a StPO und Art. 24 Abs. 3 StPO der 

Bundesgerichtsbarkeit. In Bezug auf den Straftatbestand der Misswirtschaft 

(Art. 165 StGB) bestünde grundsätzlich kantonale Zuständigkeit.  

Die vorliegende Strafsache untersteht somit teils der Bundesgerichtsbarkeit und 

teils der kantonalen Gerichtsbarkeit. Aus diesem Grunde ordnete die Bundesan-

waltschaft mit Verfügung vom 20. Februar 2013 gestützt auf Art. 26  Abs. 2 StPO 

die Vereinigung der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden an (BA pag. 02-

000-000-000-000007 ff.). 

Die sachliche Zuständigkeit der Strafkammer ist somit gegeben (Art. 35 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehör-

den des Bundes, Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71). 

 

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1.4 Anklageschrift 

Mit Schreiben vom 8. März 2016 setzte der Vorsitzende die Bundesanwaltschaft 

darüber in Kenntnis, dass es angezeigt sein könnte, die Anklage im Hauptpunkt 

statt als Eventualanklage als Alternativanklage zu formulieren (TPF pag. 280 300 

010). Am 28. April 2016 reichte die Bundesanwaltschaft eine Ergänzung zur An-

klageschrift ein, die den Sachverhalt unverändert beliess, eine Subsumption des 

Hauptvorwurfes jedoch alternativ unter die Tatbestände des gewerbsmässigen 

Betruges und der qualifizierten Veruntreuung ermöglichte (TPF pag. 280 100 

398 ff.). Im Plädoyer formulierte die Bundesanwaltschaft einen Alternativantrag, 

nicht nur für Betrug, sondern bezog darin auch die Misswirtschaft ein, nicht aber 

die Geldwäscherei. Darin liegt ein offensichtliches Versehen. Das Gericht prüft 

den Vorwurf der Geldwäscherei daher in jedem Fall. 

 

1.5 Säumnis des Beschuldigten an der Hauptverhandlung und vorgezogene 

Beweisabnahme 

1.5.1 Bleibt eine ordnungsgemäss vorgeladene beschuldigte Person der erstinstanzli-

chen Hauptverhandlung fern, so setzt das Gericht eine neue Verhandlung an und 

lädt die Person dazu wiederum vor oder lässt sie vorführen. Es erhebt die Be-

weise, die keinen Aufschub ertragen (Art. 366 Abs. 1 StPO).  

Abwesend ist die beschuldigte Person, wenn sie zum ordnungsgemäss vorgela-

denen Verhandlungstermin nicht erscheint und ihr die persönliche Teilnahme 

nicht erlassen wurde (CHRISTEN, Anwesenheitsrecht im schweizerischen Straf-

prozessrecht mit einem Exkurs zur Vorladung, Diss. Zürich 2010, S. 225). In die-

sem Fall kann eine vorgezogene Beweisabnahme Platz greifen, wenn Zeugen 

vorgeladen sind, die zu einem späteren Zeitpunkt wegen Auslandaufenthaltes 

oder aus Altersgründen nicht mehr einvernommen werden können (MAURER, 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 

2014, Art. 366 StPO N 3). Gewährt bleiben müssen freilich die Teilnahmerechte 

des Beschuldigten. Das konventionsmässige Fragerecht der beschuldigten Per-

son ist persönlicher Natur und besteht unabhängig davon, ob sich diese vor den 

Schranken vertreten lässt oder nicht. Indes kann sie gültig auf ihr Fragerecht ver-

zichten. Sind allerdings die Teilnahmerechte nicht bereits im Vorverfahren ge-

währleistet worden, so darf das Nichterscheinen der beschuldigten Person an 

der Hauptverhandlung nicht ohne weiteres als Verzicht auf den persönlichen An-

spruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. a der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten, abgeschlossen in Rom am 4. November 1950 

- 11 - 

(EMRK; SR 0.101), interpretiert werden. Vielmehr hat sich ein solcher Verzicht 

– soweit keine ausdrückliche Verzichtserklärung des Beschuldigten vorliegt – 

konkludent aus den übrigen Umständen zu ergeben (MAURER, a.a.O., Art. 366 

StPO N 3; WOHLERS, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweize-

rischen Strafprozessordnung (StPO), 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, 

Art. 147 StPO N 8). 

1.5.2 Der Beschuldigte wurde mit Gerichtsurkunde für die am 22. August 2016 begin-

nende und bis zum 26. August 2016 angesetzte Hauptverhandlung vorgeladen 

(TPF pag. 280 831 001-003). Mit Schreiben vom 6. Juni 2016 bestätigte er un-

terschriftlich den Empfang der Vorladung (TPF pag. 280 831 006). Anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 22. August 2016 teilte der Verteidiger mit, sein Klient be-

finde sich in Spanien, wo er sich mehrheitlich aufhalte. Kenntnis von einer Ad-

resse oder einer Telefonnummer des Beschuldigten in Spanien habe er nicht, er 

kommuniziere mit diesem ausschliesslich per E-Mail. In die Schweiz begebe sich 

der Beschuldigte jeweils mit dem einzigen Zweck, seiner Meldepflicht auf dem 

Polizeiposten in W. nachzukommen und um seine Post abzuholen. Im Hinblick 

auf die Hauptverhandlung habe der Beschuldigte zunächst zwei Termine zur Pro-

zessvorbereitung mit seinem Anwalt versäumt. In der Nacht vor der Hauptver-

handlung habe der Beschuldigte seinen Verteidiger wissen lassen, er fühle sich 

gesundheitlich schlecht. Auf die Aufforderung seines Anwaltes, ein ärztliches 

Zeugnis zu beschaffen, habe er den Kontakt abgebrochen (TPF pag. 280 920 

002).  

Zur Fortsetzung der Verhandlung befragt, beantragten sowohl die Bundesanwalt-

schaft als auch der Verteidiger und der anwesende Vertreter der Privatkläger-

schaft, die anberaumten Einvernahmen mit den anwesenden Zeugen und Aus-

kunftspersonen durchzuführen (TPF pag. 280 920 003). 

1.5.3 Der gehörig geladene Beschuldigte hat kein Dispensationsgesuch für die am 

22. August 2016 beginnende Verhandlung gestellt. Wie nachfolgend dargestellt, 

ergeben sich entschuldbare Gründe für seine Abwesenheit auch nicht aus den 

Umständen. Damit ist vorab festzustellen, dass der Beschuldigte der Hauptver-

handlung unentschuldigt ferngeblieben ist.  

1.5.4 Anhand der Akten ist erstellt, dass der Beschuldigte im Vorverfahren in zahlrei-

chen Geschädigtenbefragungen keine eigenen Fragen formuliert hat. Zwar wäre 

es ihm durchaus zuzubilligen, an der Hauptverhandlung erstmals von seinem 

persönlichen Fragerecht Gebrauch zu machen. Gegen einen solchen Entschluss 

sprechen jedoch die Umstände seines Fernbleibens von der Hauptverhandlung. 

- 12 - 

Die Identität der zur Hauptverhandlung vorgeladenen Zeugen und Auskunftsper-

sonen war dem Beschuldigten nach Angaben seines Verteidigers bekannt. Die-

sem gegenüber hatte sich der Beschuldigte dahingehend geäussert, dass ihm 

die Namen dieser Personen nichts sagten (TPF pag. 280 920 003). Der Beschul-

digte hat zwei Termine bei seinem Anwalt, die kurze Zeit vor der Verhandlung 

hätten stattfinden sollen, nicht wahrgenommen und ist ohne weitere Nachricht 

auch zur Hauptverhandlung nicht erschienen. Dass der Beschuldigte aufgrund 

äusserer Umstände verhindert worden sei, ist ebenso unbelegt, wie gesundheit-

liche Einschränkungen, die seiner Reise- und/-oder Verhandlungsfähigkeit im 

Wege stehen sollen. Viel eher liegt der Schluss nahe, dass der Beschuldigte es 

willkürlich unterlassen hat, zur Hauptverhandlung zu erscheinen. Eine plausible 

Begründung für seine Abwesenheit ist aus den Umständen nicht ersichtlich. Aus 

dem Gesagten schliesst das Gericht, dass der Beschuldigte in Kenntnis der vor-

geladenen Zeugen und Auskunftspersonen auf die persönliche Ausübung seines 

Fragerechtes verzichten wollte.  

1.5.5 Für die am 22. August 2016 beginnende Hauptverhandlung waren neben jener 

des Beschuldigten zehn Einvernahmen von Zeugen und Auskunftspersonen vor-

gesehen. Insgesamt Acht der vorgeladenen Personen haben Wohnsitz in 

Deutschland. Mehrere Personen waren mit dem Flugzeug zum Termin angereist, 

andere wiederum hatten weite Strecken mit dem Auto zurückgelegt. Der Vertre-

ter eines Privatklägers hatte sich aus Österreich in die Schweiz begeben. Unab-

hängig von der Dauer ihrer Einvernahme hatten etliche angereiste Personen zwei 

Reisetage und eine Übernachtung einzuplanen.  

In Würdigung dieser Umstände ertrug die Durchführung der für den 22. und 

23. August 2016 anberaumten Einvernahmen keinen Aufschub. Sie wurden als 

vorgezogene Beweisabnahme i.S.v. Art. 366 Abs. 1 i.f. StPO durchgeführt (TPF 

pag. 280 920 005 ff.).  

 

1.6 Abwesenheitsverfahren 

1.6.1 Erscheint die beschuldigte Person zur neu angesetzten Hauptverhandlung nicht 

oder kann sie nicht vorgeführt werden, so kann die Hauptverhandlung in ihrer 

Abwesenheit durchgeführt werden (Art. 366 Abs. 2 StPO).  

Die formellen Voraussetzungen für die Durchführung eines Abwesenheitsverfah-

rens sind gemäss Art. 366 Abs. 2 StPO erfüllt, wenn die beschuldigte Person 

trotz zweimaliger ordnungsgemässer Vorladung nicht zur Verhandlung erscheint. 

- 13 - 

Ein zweites Mal vorgeladen, ist der Grund für das Ausbleiben der beschuldigten 

Person nach dem Wortlaut von Art. 366 Abs. 2 StPO nicht mehr relevant, sei er 

entschuldbar oder unentschuldbar (CHRISTEN, a.a.O., S. 227). Die materiellen 

Voraussetzungen für die Durchführung eines Abwesenheitsverfahrens lauten da-

hingehend, dass die beschuldigte Person im bisherigen Verfahren ausreichend 

Gelegenheit gehabt haben muss, sich zu den vorgeworfenen Straftaten zu äus-

sern und die Beweislage ein Urteil ohne ihre Anwesenheit zulässt. Wenn die be-

schuldigte Person im Vorverfahren einlässlich und zu allen angeklagten Tatbe-

ständen einvernommen worden ist, kann angenommen werden, dass sie ausrei-

chende Gelegenheit zur Äusserung gehabt habe. Die Beweislage lässt ein Urteil 

zu, wenn Schuld und Unschuld durch bereits vorhandene Personen- und Sach-

beweise eindeutig zu beurteilen sind (MAURER, a.a.O., Art. 366 StPO N 16).  

1.6.2 Der Beschuldigte wurde mit als Gerichtsurkunde versandter Vorladung vom 

26. August 2016 gleichzeitig für die am 4. Oktober 2016 beginnende und bis 

längstens 6. Oktober 2016 angesetzte Fortsetzung der Hauptverhandlung und 

zur Urteilseröffnung vom 28. Oktober 2016 vorgeladen (TPF pag. 280 831 007-

009). Mit Schreiben vom 5. September 2016 bestätigte der Beschuldigte unter-

schriftlich den persönlichen Empfang der Vorladung (TPF pag. 280 831 012). Be-

reits im Vorfeld der Fortsetzungsverhandlung teilte der Rechtsvertreter des Be-

schuldigten dem Gericht mit, der Beschuldigte habe einen Besprechungstermin 

verpasst, er habe auch keine Mitteilung, ob sein Klient zur Verhandlung erschei-

nen werde (TPF pag. 280 521 011). Unmittelbar nach Wiederaufnahme der 

Hauptverhandlung gab Rechtsanwalt Buttliger an, sein Klient habe ihm mitgeteilt 

„aus finanziellen Gründen“ nicht anwesend sein zu können (TPF pag. 280 920 

009).  

Die Bundesanwaltschaft beantragte die Durchführung eines Abwesenheitsver-

fahrens nach Art. 366 f. StPO. Der anwesende Vertreter der Privatklägerschaft 

und der Verteidiger des Beschuldigten enthielten sich der Stellungnahme zum 

weiteren Vorgehen (TPF pag. 280 920 010). 

1.6.3 Anhand der Akten ist erstellt, dass der Beschuldigte auch zur Fortsetzung der 

Hauptverhandlung i.S.v. Art. 201 ff. StPO gehörig geladen worden war. Damit ist 

die formelle Voraussetzung des Abwesenheitsverfahrens erfüllt.  

Zu den materiellen Voraussetzungen gilt das folgende: Der Beschuldigte ist im 

Vorverfahren insgesamt acht Mal durch die Bundesanwaltschaft und elf Mal 

durch die Bundeskriminalpolizei (nachfolgend: BKP) einvernommen worden. Da-

bei wurde er einlässlich zu sämtlichen, ihm vorgeworfenen Sachverhalten befragt 

und es wurde ihm Gelegenheit gegeben, sich ausführlich dazu zu äussern. Von 

- 14 - 

diesem Recht machte der Beschuldigte zunächst jeweils regen Gebrauch, bis er 

ab der Einvernahme vom 4. Oktober 2013 die Aussage beinahe vollständig zu 

verweigern begann (BA pag. 13-000-00-00-00-001349 ff). Der Beschuldigte (so-

wie sein Vertreter) konnte weiter an sämtlichen mit Geschädigten, Vermittlern 

und ehemaligen Geschäftspartnern durchgeführten Einvernahmen teilnehmen, 

unabhängig davon, ob diese in der Schweiz stattfanden oder rechtshilfeweise 

durchgeführt wurden. Am 21. November 2014 wurde dem Beschuldigten 

schliesslich ein umfangreicher schriftlicher Schlussvorhalt zugestellt (BA pag. 13-

000-00-00-00-001680 ff.). Bei diesem handelt es sich um eine nach der Struktur 

der späteren Anklageschrift gegliederte Zusammenstellung sämtlicher Tatvor-

würfe inkl. Verweis auf die Aktenstelle, die der Untermauerung des jeweiligen 

Vorwurfes dienen soll. Mit Schreiben vom 23. Januar 2015 liess der Beschuldigte 

über seinen Verteidiger mitteilen, dass er auf eine Stellungnahme zum Schluss-

vorhalt verzichte und auf seine bisherigen Aussagen verweise (BA pag. 16-001-

00-00-00-000843). Was die an der Hauptverhandlung vom 22./23. August 2016 

durchgeführten Einvernahmen betrifft, hat der Beschuldigte in Kenntnis der ein-

zuvernehmenden Personen aus freien Stücken auf die persönliche Teilnahme 

verzichtet (E. 1.5.4). Der Beschuldigte erhielt nach alldem ausreichend Gehör.  

Hinsichtlich der Beweislage ist festzuhalten, dass im Rahmen des Vorverfahrens 

umfangreiche Sachbeweise erhoben worden sind. Sämtliche mit den Geschädig-

ten abgeschlossene Anlageverträge wurden ediert und eine schier unüberblick-

bare Anzahl von Transaktionsdetails sichergestellt und in Berichten ausgewertet. 

Das erlaubt es, die Geschäftstätigkeit des Beschuldigten in jedem einzelnen Fall 

nachzuzeichnen. Überdies wurde eine ergiebige Menge an Korrespondenz des 

Beschuldigten mit seinen diversen Geschäfts- und Vertriebspartnern sicherge-

stellt, aus welcher sich sein Wirken ebenfalls ablesen lässt. Es wurden 42 Ein-

vernahmen mit Geschädigten und Vermittlern durchgeführt. Die ehemaligen Ge-

schäftspartner J. und K. wurden befragt. Damit liegen von sämtlichen Beteiligten, 

denen eine wichtige Rolle im angeklagten Sachverhalt zukommt, Aussagen vor. 

Einzig der flüchtige L., welcher sowohl von den schweizerischen als auch von 

den österreichischen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben ist (TPF pag. 280 

662 001), konnte nicht befragt werden. 

Der Beschuldigte selbst hat stets in Abrede gestellt, sich strafbar gemacht zu 

haben. Zwar hat er die sachverhaltlichen Feststellungen, auf die sich die Vor-

würfe stützen, in ihren Grundzügen nicht bestritten, wohl aber deren rechtliche 

Subsumption durch die Anklagebehörde. Unbestritten blieben somit die Rolle des 

Beschuldigten im Konstrukt der drei Anlagegesellschaften und die für diese aus-

geübten Tätigkeiten, namentlich die Verwaltung der Kundengelder und deren Ab-

disposition. Einzig im Veruntreuungskontext wandte der Verteidiger ein, es sei in 

- 15 - 

dubio pro reo davon auszugehen, dass der Beschuldigte eine spezifische Zah-

lung von der M. S.A. nach eigenem Ermessen habe verwenden dürfen (TPF 

pag. 280 925 166). Auch hier handelt es sich nach Auffassung der Strafkammer 

indes um eine Rechts- und nicht um eine Tatfrage.  

Wie nachfolgend im Einzelnen jeweils als Beweisergebnis dargestellt, steht der 

mit der Anklage unterbreitete Handlungsablauf in den entscheidenden Punkten 

ausser Zweifel. Soweit sich an einzelnen Stellen Abweichungen ergeben, steht 

dies der Urteilsfindung nicht im Wege. Die Anwesenheit des Beschuldigten im 

Beweisverfahren ist daher entbehrlich.  

1.6.4 Eine Sistierung ist nicht angezeigt, namentlich nicht um eine Neubeurteilung 

nach Art. 368 StPO zu vermeiden, fehlt es doch an Entschuldigungsgründen für 

die Abwesenheit des Beschuldigten.  

 

2. Gewerbsmässiger Betrug und qualifizierte Veruntreuung 

Mit Anklageergänzung vom 28. April 2016 klagte die Bundesanwaltschaft den 

vom Beschuldigten initiierten Betrieb dreier Anlagegesellschaften zum Zwecke 

der Erlangung grosser Summen an Kundengeldern alternativ unter den Titeln 

des gewerbsmässigen Betruges und der qualifizierten Veruntreuung an. Aus 

Gründen der Übersichtlichkeit bietet es sich an, die rechtlichen Voraussetzungen 

gemeinsam zu behandeln und anschliessend jede der drei Phasen der delikti-

schen Betätigung ihrer rechtlichen Würdigung zuzuführen.  

 

2.1 Rechtliches 

2.1.1 Zum Betrug 

2.1.1.1 Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, wer in der Absicht, 

sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspie-

gelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden 

zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am 

Vermögen schädigt.  

- 16 - 

2.1.1.2 Täuschung ist jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem anderen eine 

von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen, sei es durch die 

Mittel der mündlichen oder schriftlichen Sprache oder durch konkludentes Ver-

halten. Die Täuschung muss sich auf Tatsachen der Vergangenheit oder der Ge-

genwart beziehen. Äusserungen oder Prognosen über künftige Vorgänge kön-

nen zu einer Täuschung führen, wenn sie – in Bezug auf die vom Täter zugrunde 

gelegten gegenwärtigen Verhältnisse (Prognosegrundlage) –Tatsaschen wieder-

geben.  

2.1.1.3 Arglist ist gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich 

besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Darüber hinaus wird Arglist 

auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder 

nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, wenn der Täter das 

Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraus-

sieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Ver-

trauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 135 IV 76 E. 5.2 m.w.H.). 

Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an 

Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Bei der Berücksichtigung der Opfer-

mitverantwortung richtet sich das Mass der zu erwarteten Aufmerksamkeit nach 

einem individuellen Massstab. Entscheidend ist die Lage und Schutzbedürftigkeit 

des Betroffenen im Einzelfall. So sind namentlich besondere Fachkenntnis und 

Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie etwa im Rahmen 

von Kreditvergaben Banken beigemessen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt 

der Opfermitverantwortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das Täu-

schungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vor-

kehren trifft. Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn die grundlegendsten Vor-

sichtsmassnahmen nicht beachtet wurden. Entsprechend entfällt der strafrechtli-

che Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei 

Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hinter-

grund treten lässt (BGE 135 IV 76 E. 5.2 m.w.H.). Die alleinige Vortäuschung des 

Erfüllungswillens ist arglistig, wenn die Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit un-

zumutbar oder unmöglich ist und daher auch keine Schlüsse auf den Erfüllungs-

willen des Täters gezogen werden können (BGE 125 IV 124 E. 3a).  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung spricht bei Serienbetrügen, bei 

welchen die Fälle in tatsächlicher Hinsicht gleich gelagert sind und sich bezüglich 

Opfergesichtspunkten nicht wesentlich unterscheiden, nichts dagegen, in allge-

meiner Weise für alle Einzelhandlungen gemeinsam zu prüfen, ob das Tatbe-

standsmerkmal der Arglist erfüllt ist. Auf die Einzelfälle muss nur ausführlich ein-

gegangen werden, soweit sie in deutlicher Weise vom üblichen Handlungsmuster 

- 17 - 

abweichen (BGE 119 IV 284 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts 6B_740/2011 

vom 3. April 2012 E. 2.5.1 sowie 6B_406/2008 vom 12. Dezember 2008 

E. 2.4.3.3). 

2.1.1.4 Ein Vermögensschaden liegt bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise schliesslich 

vor, wenn das Vermögen des Täuschungsopfers nach Vornahme der irrtumsbe-

dingten Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert tatsächlich geschmälert ist. 

Dies trifft zu, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in 

seinem wirtschaftlichen Wert dezimiert ist, d.h. wenn der Gefährdung im Rahmen 

einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rech-

nung getragen werden muss (BGE 129 IV 124 E. 3.1).  

2.1.2 Zur Veruntreuung 

2.1.2.1 Gemäss Art. 138 Ziff. 1 al. 2 und 3 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in 

seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Die Rechtsprechung hat als un-

geschriebenes, aber implizit vom Tatbestand im Element "unrechtmässig" not-

wendig vorausgesetztes zusätzliches Tatbestandsmerkmal den Eintritt eines 

Vermögensschadens angenommen (vgl. z.B. NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, 

Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 138 StGB N 103 ff. m.w.H.). Der Ver-

mögensschaden liegt nach genereller strafrechtlicher Begrifflichkeit vor, wenn 

der obligatorische Anspruch des Treugebers auf Werterhaltung und/oder Rück-

erstattung der anvertrauten Vermögenswerte vereitelt ist. Die erhebliche Gefähr-

dung eines Anspruchs kann als Schmälerung seines Werts für die Annahme ei-

nes Vermögensschadens genügen.  

Gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB beträgt die Strafdrohung Freiheitsstrafe bis zehn 

Jahre oder Geldstrafe für denjenigen, der die Tat als Mitglied einer Behörde, als 

Beamter, als Vormund, Beistand, berufsmässiger Vermögensverwalter oder bei 

der Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäfts, zu dem er durch 

eine Behörde ermächtigt ist, begeht.  

2.1.2.2 Bei der Gutsveruntreuung besteht das Handlungsobjekt in einem Wert, welcher 

in das Eigentum einer anderen Person übergegangen ist, namentlich in Geld. 

Anstelle des fremden Eigentums, welches die Sachveruntreuung gemäss 

Art. 138 Ziff. 1 al. 1 StGB voraussetzt, tritt hier das wirtschaftliche Eigentum. Die-

ses ist nach der überkommenen Formel immer dann anzunehmen, wenn jemand 

ein Gut „mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse 

eines anderen zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder 

- 18 - 

abzuliefern“ (BGE 120 IV 117 E. 2b; 105 IV 29 E. 2). Dies kann auf eine aus-

drückliche oder stillschweigende Abmachung zurückgehen. Strittig ist, ob eine 

rechtsgeschäftliche Natur zu verlangen sei (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, 

Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, § 13.49 f.; 

NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 StGB N 88) oder ein rein faktisches Treueverhält-

nis genüge (BGE 92 IV 176; REHBERG, ZStrR 1981 351, 357 f.). Inhaltlich geht 

diese Verpflichtung nicht so weit, wie es die erwähnte Umschreibung annehmen 

liesse. Die Beziehung zwischen dem ursprünglichen und dem neuen Eigentümer 

des Gutes muss nämlich keine ausschliesslich fremdnützige, sondern kann auch 

eine bezüglich des neuen Eigentümers eigennützige sein, selbst wenn sie ihm 

keine freie Verfügung erlaubt. Das Bundesgericht spricht daher neuerdings von 

einer „besonderen Werterhaltungspflicht“, welche auf die Rück- oder Weiterga-

bepflicht – entsprechend der Umschreibung der strafbaren Handlung – abstellt. 

So fokussiert sie Werte, die „bestimmt [sind], wieder an den Berechtigten zurück-

zufliessen“ (BGE 133 IV 21 E. 6.2). Besondere Werterhaltungspflicht meint in 

diesem Zusammenhang also nicht eine erhöhte Pflicht, sondern eine auf die 

Handlungsumschreibung fokussierte. Das für die Veruntreuung charakteristische 

Treueverhältnis ist in diesem Sinne beschränkt. Daran fehlt es etwa, wenn der 

Mieter den Mietzins des Untermieters nicht zur Bezahlung des Zinses an den 

Vermieter verwendet oder wenn die Anzahlung eines Bestellers dem Unterneh-

mer ermöglichen soll, das für das Werk benötigte Material anzuschaffen (DO-

NATSCH, Strafrecht III, 10. Auflage, Zürich 2013, S. 143 f.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Gut schon dann anver-

traut, wenn die andere Person ohne Mitwirkung des Treugebers darüber verfü-

gen kann, selbst wenn solches auch diesem (weiterhin) möglich bleibt (BGE 119 

IV 127 E. 2). 

2.1.2.3 Subjektiv verlangt die Tatvariante nach Art. 138 Ziff. 1 al. 2 StGB Vorsatz. Der 

Vorsatz muss sich auf die wirtschaftliche Fremdheit der Vermögenswerte sowie 

auf die Unrechtmässigkeit der Verwendung des Empfangenen beziehen. Der Tä-

ter muss wissen, dass der Vermögenswert anvertraut ist und dass die Verwen-

dung des Vermögenswertes unrechtmässig ist.  

Weiter ist notwendig die Absicht unrechtmässiger Bereicherung. Nach der Recht-

sprechung bereichert sich bei der Veruntreuung von Vermögenswerten unrecht-

mässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfü-

gung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, 

sie jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 118 IV 27 E. 3a, BGE 118 IV 32 E. 2a). Die 

Bereicherungsabsicht kann fehlen, wenn der Täter sog. Ersatzbereitschaft auf-

weist, d.h. Ersatzwillen und Ersatzfähigkeit (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 StGB 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2015&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IV-27%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page27
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2015&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IV-32%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page32

- 19 - 

N 116). Was den Zeitpunkt bzw. die Dauer der Ersatzbereitschaft betrifft, so hän-

gen diese von den getroffenen Vereinbarungen ab. Wenn der wirtschaftlich Be-

rechtigte jederzeit Rück- oder Weitergabe verlangen kann, muss diese Bereit-

schaft beständig aufrecht erhalten sein und zwar nicht nur den Absichten, son-

dern auch den Fähigkeiten gemäss (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2). Wird diese Pflicht 

erst später wirksam, so stellt sich die Frage der Ersatzbereitschaft auf diesen 

Zeitpunkt. Das Bestehen des Ersatzwillens kann nicht angenommen werden, 

wenn objektiv betrachtet dieser Wille angesichts der Finanzlage des Täters nicht 

habe bestehen können sowie bei blossen Aussichten auf die Zukunft (NIG-

GLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 StGB N  120 ff. m.w.H.).  

2.1.2.4 Was Darlehen im Speziellen angeht, so besteht keine Werterhaltungspflicht, 

wenn ein solches zu keinem bestimmten Zweck gewährt wird; der Borger kann 

mit den ihm übertragenen Mitteln nach seinem Belieben verfahren (BGE 124 IV 

9 E. 1a). Wird demgegenüber der Zweck definiert und das Darlehen in einem 

davon abweichenden Sinne verwendet, so liegt nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung eine Veruntreuung vor. So wurde für ein Darlehen entschieden, wel-

ches für den Kauf eines historischen Musikinstruments ausgerichtet, vom Emp-

fänger aber eingesetzt wurde, um Vorschüsse eines im Internet angepriesenen 

Lockvogelgeschäfts zu finanzieren (Urteil des Bundesgerichts 6B_93/2010 vom 

12. April 2010 E. 2.4) und ebenso für einen Baukredit, welcher nach seinen Be-

dingungen nur zur Bezahlung von Material und Arbeit, deren es zur Vollendung 

des Werkes bedurfte, eingesetzt werden durfte, aber zur Zahlung objektfremder 

Schulden und Alimentierung anderer Firmen der Gruppe verwendet wurde 

(BGE 124 IV 9 E. 1e). Allerdings reicht nicht jede Beschränkung des Verwen-

dungszwecks aus, um die deliktstypische Werterhaltungspflicht zu bejahen. Viel-

mehr ist erforderlich, dass der Zweck beschränkt wird, um das Risiko des Darle-

hensgebers zu beschränken (BGE 124 IV 257 E. 2.3; TRECHSEL/CRAMERI, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gal-

len 2013, Art. 138 StGB N 14); in einem solchen Fall kommt es zu einem Scha-

den (im Sinne des Begriffs beim Tatbestand des Betrugs; in diese Richtung NIG-

GLI/RIEDO, a.a.O., Art. 138 StGB N 74). Das wurde vom Bundesgericht so ange-

nommen für die Verwendung von Anlagegeldern für Aktien- sowie Devisenge-

schäfte, statt für die Investition in erstklassige, festverzinsliche Anlagen, wie es 

vereinbart worden war (Urteil des Bundesgerichts 6B_199/2011 vom 10. April 

2012 E. 5.3.4). 

- 20 - 

2.1.3 Abgrenzung des Betrugs von der Veruntreuung 

Ein Investor kann seine Mittel entweder direkt anlegen, sei es durch Beteiligung 

an einem grösseren Kredit, sei es durch Erwerb standardisierter, derivativer An-

lagevehikel, oder er kann dies indirekt tun, durch Auftrag an einen Vermittler res-

pektive durch Darlehen an einen Finanzintermediär, der die Mittel im gewünsch-

ten Umfeld anlegt. Werden bei einer indirekten Investition die Erwartungen des 

Anlegers verletzt, so kommen im Lichte der jeweiligen, vorstehend dargestellten 

Tatbestandselemente einerseits Betrug, andererseits Veruntreuung in Betracht. 

Im ersten Fall liegt der Fokus auf dem Moment der Hingabe von Mitteln und der 

Frage eines Schadens, der mit der Notwendigkeit von Rückstellungen antizipiert 

wird; auf der subjektiven Seite ist eine gegenwärtige Fehlvorstellung gegeben. 

Im zweiten Fall liegt der Fokus näher bei der Manifestation von Verlust; auf der 

subjektiven Seite hat man es mit einer fehlgeleiteten Absicht zu tun. So kommt 

es bei äusserlich ähnlich ablaufenden Geschehnissen zu unterschiedlichen 

höchstrichterlichen Entscheiden: 

Im Urteil 6B_393/2007 vom 2. November 2007 erwägt das Bundesgericht: 

E. 3.5: „In sachverhaltlicher Hinsicht ist erstellt, dass sich der Beschwerdefüh-

rer verpflichtet hat, die Vorauszahlungen vollumfänglich zurückzuerstatten, 

sollten die Trading-Geschäfte nicht zustande kommen. Für den Fall der Ab-

wicklung der Geschäfte sicherte er neben der Rückzahlung der Investition die 

Ausrichtung eines Gewinns zu […]. 

 

Die Gelder waren demnach dazu bestimmt, später wieder – allenfalls mit einer 

bestimmten Rendite – an die Anleger zurückzufliessen. Dieser Werterhal-

tungspflicht ist der Beschwerdeführer jedoch nicht nachgekommen, indem er 

die ihm übertragenen Vermögenswerte nicht vereinbarungsgemäss anlegte, 

sondern sie vorsätzlich zu eigenen Zwecken verwendete. Der Veruntreu-

ungstatbestand ist damit sowohl objektiv als auch subjektiv erfüllt. 

 

E. 3.6: „An dieser rechtlichen Beurteilung ändert nichts, dass der Beschwer-

deführer diese Beträge durch Täuschung der Treugeber erlangt hat. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelten Vermögenswerte auch als anver-

traut, wenn zur Erlangung der Verfügungsmacht eine Täuschung über den 

Rückerstattungswillen notwendig war und sich diese Täuschung gerade da-

rauf bezog, dass der Getäuschte dem Täter die Vermögenswerte anvertraut 

[…]. Im Unterschied zum Betrugstatbestand fehlt bei Art. 138 StGB ein Tatbe-

standsmerkmal, über welches sich eine Geschädigtenmitverantwortung be-

rücksichtigen liesse […]. Wegen Veruntreuung zu bestrafen ist deshalb auch 

- 21 - 

derjenige, der sich das Vertrauen erschlichen hat und der sich über seine wah-

ren Absichten hinsichtlich der Verwendung des Vermögenswerts bereits bei 

der Übergabe im Klaren gewesen ist. Dies ist durchaus sachgerecht, denn 

anders zu entscheiden hiesse, es dem Täter zu ermöglichen, sich durch eine 

(zivilrechtlich rechtswidrige) Täuschung seiner Werterhaltungspflicht zu entle-

digen […].“ 

Im Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2007 vom 8. Juli 2007 heisst es: 

E. 6.2 : „Lorsque l'auteur a trompé astucieusement le lésé pour le déterminer 

à lui confier la valeur patrimoniale qu'il a ensuite détournée, son comportement 

entre non seulement dans les prévisions de l'art. 138 ch. 1 al. 2 CP, mais 

encore dans celles de l'art. 146 CP, qui réprime l'escroquerie. Dans un tel cas 

de figure, certains auteurs, qui se fondent notamment sur des décisions can-

tonales […], sont d'avis que seule la qualification d'escroquerie doit être rete-

nue […]. La cour de céans ne s'est pas encore prononcée sur cette question. 

Mais il ne paraît pas nécessaire de le faire en l'espèce.  

 

En effet, lorsque l'auteur a usé de manœuvres frauduleuses pour se faire con-

fier une valeur patrimoniale et la détourner ensuite à son profit, les faits sont 

cumulativement constitutifs d'escroquerie et d'abus de confiance. Si l'on sui-

vait les auteurs précités, l'abandon de la qualification d'abus de confiance au 

profit de celle d'escroquerie ne pourrait se faire que par absorption […]. Il ré-

pondrait simplement au souci d'éviter que la peine encourue ne soit injuste-

ment aggravée par l'admission d'un concours d'infractions alors que l'élément 

propre à l'infraction absorbée – la violation par l'auteur de ses engagements 

relatifs à l'utilisation des valeurs confiées – n'augmente pas le caractère blâ-

mable du comportement constitutif de l'infraction absorbante d'escroquerie, 

parce que cet élément représente l'une des variantes si typiques de cette der-

nière infraction que le législateur l'a nécessairement déjà pris en considération 

pour fixer la peine encourue à raison de celle-ci. C'est pourquoi, dans les cas 

où la qualification d'escroquerie ne peut pas être retenue pour des raisons 

liées au principe d'immutabilité, celle d'abus de confiance peut alors l'être 

même si l'on suit l'avis des auteurs précités, puisque les faits sont (aussi) 

constitutifs d'abus de confiance et qu'une déclaration de culpabilité sur ce der-

nier chef n'aboutit exceptionnellement pas, dans cette situation, à un cumul 

inéquitable de qualifications pénales. La cour de céans est déjà arrivée à la 

même conclusion à l'ATF 117 IV 429 consid. 2 p. 433.“  

- 22 - 

Beide Entscheidungen stützen sich auf das Urteil BGE 133 IV 21. Ihre unter-

schiedliche Subsumtion auf bundesgerichtlicher Ebene ist auf die durch das kan-

tonale Urteil determinierte Beschwerdethematik zurückzuführen und auf vor-

instanzlicher Ebene wohl auf die durch die Anklage vorgegebenen Limiten. Letzt-

lich bestimmen weniger die rechtlichen Elemente der beiden in Frage kommen-

den Tatbestände das Sachurteil, als der jeweilige strafrechtliche Fokus, unter 

welchem die Untersuchung geführt und deren Ergebnis in der Anklageschrift dar-

gestellt wird. Ausserdem liegt nahe, sich dort „pro duriore“ auf denjenigen Tatbe-

stand auszurichten, dessen Qualifikationsmerkmale im konkreten Fall als erfüllt 

erscheinen. 

 

2.2 D. Payment Services SA bzw. D. Finanz SA 

2.2.1 Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft legt dem Beschuldigten mit Ergänzung zur Anklage-

schrift vom 28. April 2016 als Veruntreuung Folgendes zur Last:  

Im Zeitraum von Februar 2006 bis November 2007 soll der Beschuldigte als Ge-

schäftsführer der D. SA Vermögenswerte in der Höhe von € 8‘519‘653.00 ohne 

durchdachte und praktisch erprobte Anlagestrategie entgegengenommen und 

diese vereinbarungswidrig im eigenen oder fremden Nutzen verwendet haben, 

anstatt sie in ihrer Substanz zu erhalten und vereinbarungsgemäss in gewinn-

bringende Anlagen investiert zu haben. Dies habe dazu geführt, dass die Kunden 

der D. SA eine hundertprozentige Vermögenseinbusse erlitten haben (Anklage-

ziffer 1.4.1.1).  

Im Einzelnen werden dem Beschuldigten folgende Tatvorwürfe gemacht: 

2.2.1.1 Im vorerwähnten Zeitraum soll der Beschuldigte als Geschäftsführer einer Sitz-

gesellschaft nach panamaischem Recht zunächst von seinem Wohnsitz in V. und 

ab Oktober 2006 vom Sitz der G. GmbH in Z. durch Vermittler und über das In-

ternet in Deutschland, Österreich und der Schweiz hochrentable Investitionsmög-

lichkeiten vertrieben haben. Konzept und Inhalt dieser Vermögensanlage sollen 

darin bestanden haben, dass sich die D. SA als Verwalterin verpflichtete, das von 

den als Investoren bezeichnete Kapital in ein „Private Placement Program“ zu 

platzieren. Im Rahmen dieses Programms sollte das einbezahlte Kapital des In-

vestors stets auf einem individualisierten Konto verbleiben bzw. blockiert sein. 

Als Gegenleistung für die Kapitalüberlassung verpflichtete sich die D. SA, dem 

- 23 - 

Investor während 10 bis maximal 60 Monaten monatliche Profitauszahlungen 

von 4.5% bis 6.5% des investierten Kapitals auszurichten sowie nach Ablauf der 

Laufzeit des Anlageprogramms das investierte Kapital zurückzuerstatten. Mit der 

Einzahlung des Kapitals auf Konten der D. SA seien die zu investierenden Ver-

mögenswerte in die Verfügungsmacht des Beschuldigten übergegangen, wäh-

renddessen die Geschädigten über keinerlei Verfügungsberechtigung mehr ver-

fügt haben sollen (Anklageziffer 1.4.1.1.2 f.). 

2.2.1.2 Das akquirierte Kapital habe der Beschuldigte sodann willentlich und unrecht-

mässig verwendet, indem er die eingegangenen Kapitalanlagen nie auf individu-

alisierte Konten transferiert und auch nie im Sinne der getroffenen Vereinbarun-

gen werterhaltend angelegt und Renditen erwirtschaftet haben soll. Vielmehr 

habe der Beschuldigte die Kapitalanlagen ohne Wissen der Geschädigten auf 

den Sammelkonten der D. SA belassen und anschliessend vereinbarungs- und 

zweckwidrig zu seinem und zum Nutzen von Dritten verwendet (Anklageziffer 

1.4.1.2 ff.). 

a.) Provisions- und fiktive Renditezahlungen: Von insgesamt fünf auf die D. SA 

lautenden Konten bei der Bank N. in Palma de Mallorca und der Bank O. in Ori-

huela, Spanien soll der Beschuldigte im Zeitraum zwischen dem 16. Februar 

2006 und dem 17. Mai 2007 insgesamt 849 Zahlungen im Betrag von gesamthaft 

€ 2‘721‘825.11 veranlasst haben. Damit habe er Verbindlichkeiten der D. SA be-

glichen, namentlich fiktive Renditen an Anleger bezahlt und Provisionen an mit 

dem Vertrieb betraute Personen geleistet. 

b.) Zahlungen an P., Q. und R.: Zwischen dem 5. Februar 2007 und dem 16. April 

2007 soll der Beschuldigte von einem Konto der D. SA bei der Bank O. mittels 

insgesamt 20 Zahlungen gesamthaft den Betrag von € 157‘319.03 auf die Kon-

ten von P., Q. und R. verschoben haben. Damit habe der Beschuldigte die Ge-

nannten für ihre Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vertriebsbetreuung 

der D. SA und teilweise der E. EF entschädigt.  

c.) Zahlung an S.: Weiter soll der Beschuldigte € 100‘000.00 unrechtmässig zum 

Nutzen von S. verwendet haben, indem er diesem per 24. März 2006 eine Zah-

lung im genannten Betrag auf dessen private Bankverbindung überwies.  

d.) Zahlung an die M. S.A.: Mit Datum 6. Dezember 2006 soll der Beschuldigte 

zu Lasten eines Kontos der D. SA bei der Bank N. drei Schecks über gesamthaft 

€ 4‘000‘000.00 zu Gunsten der M. S.A. unterzeichnet haben. Diese Schecks 

seien in der Folge eingelöst und die entsprechende Summe der D. SA belastet 

- 24 - 

worden. Am 26. Januar 2007 seien € 800‘000.00 zurücküberwiesen worden, wo-

mit sich die mutmasslich veruntreute Summe in diesem Zusammenhang auf 

€ 3‘200‘000.00 belaufe. Grundlage der Vermögensverschiebung sei ein Schein-

vertrag mit dem Titel „Projektmanagement- und Treuhandvertrag“ vom 3. De-

zember 2006 gewesen. Entgegen dieser Vereinbarung sei die verschobene 

Summe von der M. S.A. indes nicht gewinnbringend investiert, sondern zur Be-

gleichung von Verbindlichkeiten der D. SA verwendet oder an Drittfirmen trans-

feriert und anschliessend mittels Barabhebungen und Schecks abdisponiert wor-

den. 

e.) Zahlung an die T. Incorporation Services S.A.: Per 26. Februar 2007 soll der 

Beschuldigte von einem auf die D. SA lautenden Konto bei der Bank O. eine 

Zahlung über € 100‘000.00 zu Gunsten der T. Incorporation Services S.A. auf 

deren Konto veranlasst haben, um damit die Kosten für die Gründung der E. EF 

zu begleichen. 

f.) Zahlung an die AA. S.L.: Sodann soll der Beschuldigte ebenfalls per 26. Feb-

ruar 2007 von einem auf die D. SA lautenden Konto bei der Bank O. den Betrag 

von € 13‘573.00 auf ein Konto der AA. S.L. überwiesen haben. 

g.) Zahlungen an A.-Consultancy bzw. an deren Kunden: Sodann soll der Be-

schuldigte von insgesamt fünf auf die D. SA lautenden Konten bei den Banken 

N. und O. im Zeitraum zwischen dem 16. Februar 2006 und dem 13. Mai 2007 

insgesamt 31 Zahlungen im Betrag von gesamthaft € 268‘728.50 veranlasst ha-

ben. Dieses Geld soll auf Konten der Einzelfirma A.-Consultancy geflossen und 

anschliessend vom Beschuldigten für private Zwecke verbraucht worden sein 

oder es sollen damit Verbindlichkeiten, welche die A.-Consultancy bei ihren Kun-

den hatte, gedeckt worden sein. 

h.) Zahlungen an die G. GmbH: Weiter soll der Beschuldigte von insgesamt drei 

auf die D. SA lautenden Konten bei den Banken N. und O. im Zeitraum zwischen 

dem 1. August 2006 und dem 26. Februar 2007 insgesamt 13 Zahlungen im Be-

trag von gesamthaft € 243‘216.00 veranlasst haben. Mit diesem Geld sollten ad-

ministrative Dienstleistungen, welche die G. GmbH für die D. SA erbracht haben 

soll, abgegolten werden. 

i.) Zahlungen an die H. GmbH: Zudem soll der Beschuldigte € 50‘262.00 unrecht-

mässig verwendet haben, indem er diese von einem auf die D. SA lautenden 

Konto bei der Bank O. an die H. GmbH überwies, um dem Kosmetikstudio H. 

einen Betriebskredit zu gewähren. 

- 25 - 

j.) Privatbezüge: Von insgesamt sechs auf die D. SA lautenden Konten bei den 

Banken N., O. und BB. soll der Beschuldigte im Zeitraum zwischen dem 16. Feb-

ruar 2006 und dem 19. April 2007 insgesamt 33 Zahlungen im Betrag von ge-

samthaft € 454‘615.76 veranlasst haben. Das Geld sei auf seine privaten Konten 

geflossen und schliesslich von ihm für private Zwecke verbraucht worden. 

k.) Zahlungen an CC.: Von zwei Konten der D. SA bei der Bank N. soll der Be-

schuldigte im Zeitraum zwischen dem 24. Mai 2006 und dem 4. Dezember 2006 

insgesamt 8 Zahlungen im Gesamtbetrag von € 39‘588.96 auf private Konten 

von CC. veranlasst haben. 

l.) Zahlung an DD.: Per 26. Februar 2007 soll der Beschuldigte eine Zahlung von 

€ 12‘574.50 an DD. geleistet haben, um damit private Schulden zu begleichen. 

m.) Zahlungen an nicht näher bekannte Personen: Schliesslich habe der Be-

schuldigte im Zeitraum zwischen dem 5. Februar 2007 und dem 13. März 2007 

insgesamt € 68‘078.98 zu Lasten eines Kontos der D. SA bei der Bank O. für 

Zahlungen an fünf nicht näher bekannte Empfänger verwendet. 

2.2.1.3 Bei den erwähnten Bezügen, soll der Beschuldigte nach dem Vorwurf der Bun-

desanwaltschaft in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht gehandelt und den 

Geschädigten dadurch wissentlich und willentlich einen Vermögensschaden zu-

gefügt haben. Dies weil die D. SA über keine eigenen finanziellen Mittel verfügt 

habe, um die Forderungen der Anleger aus ihren Vertragsverhältnissen fristge-

recht zu begleichen, sie aber auch nie gewillt gewesen sei, dies zu tun. Damit 

habe der Beschuldigte den obligatorischen Rückübertragungsanspruch der An-

leger vereitelt, bzw. erheblich gefährdet, was er gewusst habe. Hinsichtlich der 

abdisponierten Gelder sei er zusammenfassend auch nicht ersatzbereit gewe-

sen. 

2.2.1.4 Schliesslich soll der Beschuldigte nach Auffassung der Bundesanwaltschaft als 

berufsmässiger Vermögensverwalter gehandelt haben. Dies ergebe sich daraus, 

dass er als allein verantwortlicher Geschäftsführer der D. SA alleine für die ver-

tragsgemässe Verwaltung bzw. Vermögensanlage der durch die Kunden zu An-

lagezwecken einbezahlten Vermögenswerte verantwortlich zeichnete. Einer an-

deren Erwerbstätigkeit sei der Beschuldigte im Deliktszeitraum nicht nachgegan-

gen und er habe für die vorgeworfenen Handlungen den Hauptteil seiner Er-

werbstätigkeit als Geschäftsführer der D. SA aufgewendet.  

- 26 - 

2.2.2 Personalbeweis 

Aus dem Vorverfahren liegen zum Sachverhaltskomplex betreffend die D. SA 

zusammenfassend die folgenden Aussagen vor:  

2.2.2.1 Aussagen des Beschuldigten 

Im Vorverfahren gab der Beschuldigte an, er habe die D. SA von L. gekauft, wel-

cher sodann aufgrund eines Treuhandvertrages im Namen der D. SA für den 

Beschuldigten tätig gewesen sei. Der Beschuldigte selbst habe über eine Voll-

macht verfügt und sei alleine für die Geschäftstätigkeit verantwortlich gewesen 

(BA pag. 13-000-00-00-00-000006). Der Beschuldigte gab weiter an, R. habe die 

für die Kunden bestimmten Vermögensverwaltungsverträge aufgesetzt und un-

terzeichnet. Immerhin habe er die Verträge durchgelesen und „gewisse Ergän-

zungen, Korrekturen und Abstriche angebracht“. Selbst kreiert habe er hingegen 

die Vollmacht, welche die Kunden der D. SA erteilten und die Platzierungsbestä-

tigung der Einlage (BA pag. 13-000-00-00-00-000008).  

Einen gescheiterten Investitionsversuch über die Summe € 100‘000.00 mit einer 

von S. kontrollierten Gesellschaft namens EE. Ltd bestätigte der Beschuldigte. 

Zur A.-Consultancy befragt, gab der Beschuldigte an, es handle sich dabei nicht 

um eine aktive Gesellschaft, man könne sagen, er habe auf die Konten der A.-

Consultancy überwiesenes Geld als Privatperson erhalten und auch für private 

Zwecke verbraucht (BA pag. 13-000-00-00-00-000012). Weiter habe die D. SA 

rund CHF 56‘000.00, die als Gründungskapital namentlich für die G. GmbH ge-

dacht waren, auf das Konto von CC. überwiesen (BA pag. 13-000-00-00-00-

000013). Auf das Konto der G. GmbH seien sodann weitere mehrere hundert-

tausend Franken unter dem Titel administrativer Aufwendungen, Löhne und So-

zialversicherungsbeiträge geflossen. Diesbezügliche Vertragsdokumente seien 

jedoch gar nie erstellt worden (BA pag. 13-000-00-00-00-000014). Zu den Zah-

lungen an die H. GmbH führte der Beschuldigte aus, es handle sich um Betriebs-

kredite im Rahmen von CHF 200‘000.00 für ein von seiner Frau betriebenes Kos-

metikstudio (BA pag. 13-000-00-00-00-000014 f.). Seine Frau, CC., habe in kei-

ner Weise an den Geschäften der D. SA mitgewirkt (BA pag. 13-000-00-00-00-

000013 Z. 20 ff.). 

Der Beschuldigte räumte ausserdem ein, Kunden über das Onlinebanking-Portal 

versprochene Zinsen ausbezahlt und die gewünschten Abdispositionen vorge-

nommen zu haben, obschon die D. SA keine Gewinne realisiert habe. Das Geld 

hierfür habe aus dem Pool gestammt, in welchen alle Anleger einbezahlt hätten. 

Auf Vorhalt, dass die Tätigkeit der D. SA den Verdacht errege, nach einem 

- 27 - 

Schneeballsystem zu funktionieren, führte der Beschuldigte aus, er habe nie die 

Absicht gehabt, ein Schneeballsystem aufzubauen. Er habe vielmehr den Anle-

gern die Möglichkeit geben wollen, höhere Renditen zu erzielen (BA pag. 13-000-

00-00-00-000101). Ausserdem führte der Beschuldigte aus, das Anwerben neuer 

Kunden sei jeweils über R. erfolgt. Als dieser ihm vorgeschlagen habe, für die D. 

SA Kunden zu werben, habe er [der Beschuldigte] noch gar nicht gewusst, was 

er mit den eingegangenen Geldern machen wolle (BA pag. 13-000-00-00-00-

000104). 

Was die Kreditvergabe an die H. GmbH betrifft, ergänzte der Beschuldigte, diese 

habe keine Sicherheiten für die Kredite hinterlegt. Den Anstoss für die Gewäh-

rung der Darlehen habe der Beschuldigte selbst gegeben, dies obschon er ge-

wusst habe, dass seine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst im Be-

trieb arbeiten könne (BA pag. 13-000-00-00-000122 ff.). 

Der Beschuldigte gab weiter an, für alle im Kontext D. SA beteiligten Gesellschaf-

ten selbst die Zahlungsaufträge erteilt zu haben, meist über Online-Banking. Es 

sei auch vorgekommen, dass L. angefragt habe, ob eine bestimmte Geldsumme 

für ein Investment verwendet werden könne. Er habe dann sein Einverständnis 

erteilt. Falls CC. auch Zahlungsanweisungen erteilt habe, dann sei dies auf seine 

Anweisung hin geschehen (BA pag. 13-000-00-00-00-000202 Z. 16 ff.; …-

000207 Z. 14 ff.).  

Zudem sagte der Beschuldigte über das Geschäftsmodell der D. SA (wie auch 

der E. EF) aus, diese habe nie ein solches an Kunden verkauft, sondern lediglich 

als Schnittstelle zwischen dem Geld der Anleger und einem Trading-System ge-

dient. Der Vorteil eines solchen gegenüber einer Bank habe darin gelegen, dass 

eine hohe Rendite bei null Risiko bestanden habe. Dies weil das Geld blockiert 

sei; eines konkreten Anlegerschutzes habe es entsprechend nicht bedurft. Zur 

Blockierung sei es im Falle der D. SA jedoch nicht gekommen, weil Friktionen mit 

der österreichischen Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: FMA) dem im Wege ge-

standen hätten. Konkret habe die FMA am 10. Mai 2007 bekannt gemacht, dass 

die D. SA nicht zur Erbringung konzessionspflichtiger Finanzdienstleistungen be-

rechtigt sei. Nicht gestattet seien ihr insbesondere die Verwaltung von Kunden-

portefeuilles mit Vollmacht und die Vermittlung von Geschäftsgelegenheiten zum 

Erwerb von bestimmten Finanzinstrumenten (BA pag. 13-000-00-00-00-000080). 

Zur Abbuchung der Kundengelder sagte der Beschuldigte aus, der Kunde habe 

jeweils seine individuelle Referenznummer angeben müssen. Das Geld sei dann 

dem virtuellen D. SA-Konto abgebucht und effektiv ausgezahlt worden. Weiter 

gab der Beschuldigte an, die Anleger hätten ihre Einzahlungen ohne ausdrückli-

che Zweckbestimmung vorgenommen. Was effektiv mit den gepoolten Geldern 

- 28 - 

geschehen sei, liesse sich nicht mehr dem einzelnen Anleger zuordnen (BA pag. 

13-000-00-00-00-000278 ff.). Er habe gewusst, dass die D. SA nicht über die 

notwendigen Lizenzen verfügt habe (BA pag. 13-000-00-00-00-000282 f.). 

Am 10. Dezember 2008 bestritt der Beschuldigte entgegen früherer Aussagen, 

er habe Gelder entgegengenommen, ohne zu wissen, wo er sie investieren 

werde. Er habe sich stets in Verhandlungen mit einem Trader befunden (BA pag. 

13-000-00-00-00-000308 f.). 

Zur M. S.A. befragt, gab der Beschuldigte an, letztere sei unter der Kontrolle von 

L. gestanden und habe als Dachgesellschaft für weitere Projektfirmen gedient. 

Es sei ein Rahmenvertrag zwischen der D. SA und der M. S.A. abgeschlossen 

worden, die anschliessende Verwendung der Gelder durch die M. S.A. sei dem 

Beschuldigten jedoch nur in ihren Grundzügen bekannt gewesen. Weiter räumte 

er ein, Kenntnis davon zu haben, dass mittels Schecks ein Betrag von 

€ 4‘000‘000.00 zur M. S.A. geflossen sei. Er habe die Verfügungsmacht über das 

belastete Konto gehabt. Hingegen bestritt er, die Schecks selbst ausgestellt zu 

haben (BA pag. 13-000-00-00-00-000468 ff.). Zu einem späteren Zeitpunkt kam 

er auf diese Aussage indes wieder zurück (BA pag. 13-000-00-00-00-000557). 

Ob L. jemals in ein Projekt erneuerbarer Energien investiert habe, wisse er nicht. 

Dass ein Teil der Summe anschliessend an die D. SA zurückfloss, erklärte sich 

der Beschuldigte als „Return on Investment“ (BA pag. 13-000-00-00-00-000478). 

Er bestritt zunächst, Zugriff auf das Empfängerkonto seiner Vertragspartnerin, 

der M. S.A. gehabt zu haben. Auf Vorlage der bei ihm sichergestellten TAN-

Karte, räumte er ein, dass er immerhin die Kontobewegungen habe nachverfol-

gen können. Dass er Abdispositionen vom Konto der M. S.A. vorgenommen 

habe, bestritt er (BA pag. 13-000-00-00-00-000485 f.). Die Verbindlichkeiten der 

M. S.A. der D. SA gegenüber seien von einer dritten Gesellschaft namens T. Ma-

nagement S.L. aufgrund einer Übernahmevereinbarung gesichert gewesen (BA 

pag. 13-000-00-00-00-000490). Zu einem späteren Zeitpunkt ergänzte der Be-

schuldigte, er wisse nicht, ob diese tatsächlich so in Kraft getreten sei (BA pag. 

13-000-00-00-00-001198). Mit der Aussage von J. konfrontiert, wonach sich die 

T. Management S.L. niemals dazu bereit erklärt habe, fremde Verpflichtungen zu 

übernehmen, machte der Beschuldigte keine Aussage (BA pag. 13-000-00-00-

00-001393 f.). Schliesslich präzisierte der Beschuldigte, dass die Kundengelder 

nicht im eigentlichen Sinne blockiert gewesen seien, sondern dass lediglich die 

via Onlinebanking von den Kunden einsehbaren Konten blockiert waren (BA pag. 

13-000-00-00-00-000475).  

- 29 - 

Der Beschuldigte gab im Vorverfahren ausserdem an, er sei von L. auf die Idee 

gebracht worden, in Projekte mit erneuerbaren Energien zu investieren. Aus-

schlaggebend für die Investition sei die Besichtigung der Anlagen vor Ort, in der 

Nähe von Alicante/Spanien, gewesen. Er habe dort die Grundstücke und Teile 

von Vorarbeiten gesehen, dabei sei er unter anderem von J. begleitet worden 

(BA pag. 13-000-00-00-000553 ff.).  

Im Weiteren verweigerte der Beschuldigte die Aussage weitestgehend. 

Anlässlich der Hauptverhandlung führte der Verteidiger zum Vorwurf der qualifi-

zierten Veruntreuung folgendes aus: Der Beschuldigte sei der Ansicht, dass er 

zu den von ihm getätigten Ausgaben im Hinblick auf die zu erwartenden Renditen 

berechtigt gewesen sei, namentlich was die Verwendung der Gutschrift über 

€ 800‘000.00 von der M. S.A. betreffe. Die Ersatzbereitschaft sei ihm nicht abzu-

sprechen: Die vorgeworfenen Abdispositionen von Kapital hätten aufgrund der 

zu erwartenden Renditen jederzeit zurückbezahlt werden können. Auch sei der 

Beschuldigte dazu berechtigt gewesen, seinen eigenen Aufwand in Anbetracht 

der zu erwartenden Renditen vorab zu decken. Der Beschuldigte seinerseits sei 

von seinem Geschäftspartner L. betrogen worden, indem ihm dieser Investitions-

projekte bewusst falsch vorgestellt und den Fortschritt und die Planung sowie 

den Einsatz der Mittel bei Besichtigungen vor Ort unzutreffend erläutert habe 

(TPF pag. 280 925 166 f.). 

2.2.2.2 Aussagen von R. 

R. sagte am 14. Juli 2009 aus, er habe von April 2006 bis November 2006 Anle-

ger für die D. SA geworben, nachdem der Beschuldigte ihn diesbezüglich ange-

gangen sei. Weiter bestritt er, jemals Geschäftsführer der D. SA gewesen zu 

sein. Die ihn betreffende Handlungsvollmacht habe sich lediglich auf das Unter-

zeichnen von Verträgen bezogen. Auch habe er selbst zwar keinen einzigen Kun-

den angeworben; er bestätigte indes, dass seine Vermittler insgesamt Anleger-

kapital in Höhe von rund € 2‘000‘000.00 zusammengetragen hätten, wofür er 

Provisionen erhalten habe (BA pag. 12-006-00-00-00-000023 f.). Was die Akqui-

sition der Kunden betraf, so bestritt R., den für die Kunden der D. SA bestimmten 

Anlagevertrag entworfen zu haben. Er habe diesen vom Beschuldigten erhalten. 

Die Vertragsanbahnung sei sodann durch die freien Vermittler erfolgt, Genaueres 

könne er nicht sagen; allerdings sei er es gewesen, der sie auf Geheiss des Be-

schuldigten geschult habe. Er habe die Anlageverträge unterzeichnet. Teilweise 

sei eine gescannte Standardunterschrift verwendet worden. Anschliessend habe 

er sämtliche relevanten Daten digital und in Papierform an den Beschuldigten 

weitergeleitet (BA pag. 12-006-00-00-00-000025 f.). R. habe sodann bloss die 

- 30 - 

Vertragsdokumente gestaltet, da er sich mit Computern auskenne. Dass die mit 

der D. SA geplanten Investitionen gescheitert seien, will R. nicht gewusst haben, 

ebenso wenig, wie der Beschuldigte die Vermittler hierüber informiert haben soll 

(BA pag. 12-006-00-00-00-000223 ff.). Er habe seine Zusammenarbeit mit dem 

Beschuldigten beendet, da die Tätigkeit nicht mehr seriös gewirkt habe (BA 

pag. 12-006-00-00-00-000232).  

2.2.2.3 Aussagen von J. 

J. sagte im Vorverfahren aus, bei der M. S.A. handle es sich um eine Gesellschaft 

von L.. Was das Vorhandensein von Energieprojekten betraf, so hätten sich de-

ren zwei in der Projektphase befunden, nichts davon sei indes vom Beschuldig-

ten oder von seinen Firmen bezahlt worden. Was Anschlusspunkte oder Trafo-

stationen betreffe, so seien die ihm vorgehaltenen Aussagen des Beschuldigten 

zu dessen Besuchen in Spanien Humbug (BA pag. 12-022-00-00-00-000022). 

Zu dem ihm vorgehaltenen, bereits erwähnten Projektmanagement- und Treu-

handvertrag konnte er keine Angaben machen (BA pag. 12-022-00-00-00-

000025 f). Davon, dass die T. Management S.L., für deren Geschäftsbetrieb J. 

sich verantwortlich zeichnete, Verbindlichkeiten der M. S.A. übernommen haben 

soll, distanzierte er sich vehement (BA pag. 12-022-00-00-000027 ff.).  

2.2.3 Sachbeweis 

Dem Anklagevorwurf der qualifiziert begangenen Veruntreuung liegen die folgen-

den sachlichen Beweismittel zugrunde:  

2.2.3.1 Zur D. SA im Allgemeinen 

Die D. SA wurde am 19. November 2004 mit einem Gesellschaftskapital von 

USD 10‘000.00 gegründet (BA pag. B-05-001-000-03-00079 ff.). L. erhielt am 

28. Februar 2005 eine Generalvollmacht (BA pag. B-05-001-000-03-00101). So-

dann ist belegt, dass der Beschuldigte das gesamte ausgegebene Aktienkapital 

der D. SA gemäss „Agreement of Sale“ vom 15. Mai 2005 offenbar einer von L. 

vertretenen Gesellschaft namens FF. S.L., Palma de Mallorca, für den Betrag 

von insgesamt € 25‘700.00 abkaufte (BA pag. B-05-001-000-03-00095 f.). Eben-

falls vom 15. Mai 2015 liegt eine „Treuhandvereinbarung Geschäftsführer“ zwi-

schen „A. und/oder Firma D. Payment Services S.A., Panama“ als Treugeber und 

L., GG. und HH. als Treunehmer vor (BA pag. 13-000-00-00-00-000029 ff.). Da-

raus geht hervor, dass die Treunehmer als eingetragene Geschäftsführer der 

D. SA eingesetzt werden sollten. Als Eigentümer der Gesellschaft sah der Be-

- 31 - 

schuldigte wohl sich selbst. Nichtsdestotrotz verlieh L. am 16. Mai 2005 eine Voll-

macht für sämtliche Belange der D. SA an den Beschuldigten (BA pag. B05-001-

000-03-00104 ff.). Am 8. November 2006 wurden schliesslich die „Directors“ der 

Gesellschaft ausgewechselt: Neu wurden L. als Präsident, GG. als „Treasurer“ 

und HH. als „Secretary“ eingesetzt. Die Gesellschaft wurde am gleichen Datum 

auf „D. S.A.“ umfirmiert (BA pag. B05-001-000-03-00110 f.).  

2.2.3.2 Verwaltungsverträge 

Betreffend sämtliche Geschädigten liegen die die Vertragsbeziehung des jewei-

ligen Anlegers zur D. SA ausgestaltenden Dokumente im Recht. Sie weisen 

– exemplarisch am Geschädigten II. (Geschädigten-Nr.: 15.003) dargestellt – die 

folgenden Inhalte auf (BA pag. B-15-000-000-01-00120 ff.):  

 Dass der Investor zum Zweck der Vermögensanlage das konkret bezif-

ferte Verwaltungsgut innert 10 Tagen nach Vertragsschluss auf sein vom 

Verwalter eröffnetes Konto bei der spanischen Bank N. zur Verwaltung 

durch den beauftragten Verwalter überweise (Vertragsziffer 1.1);  

 dass der Investor den Verwalter bevollmächtige, die auf seinem Konto 

verbuchten Vermögenswerte in ein „Private Placement Program“ mit ei-

ner individuellen Mindestlaufzeit von in der Regel 10 bzw. 60 Monaten zu 

platzieren und die dafür notwendigen Schritte zur Sicherung der Vermö-

genswerte im Namen des Investors auszuführen (Vertragsziffer 1.2); 

 dass der Verwalter das Verwaltungsgut nach den Weisungen des Inves-

tors in ein „Private Placement Program“ mit monatlichen Profitauszahlun-

gen platziere (Vertragsziffer 2); 

 dass sämtliche auf dem unter Vertragsziffer 1.1 erwähnten Konto ver-

buchten Vermögenswerte sowie deren monatliche Erträge vollumfänglich 

Eigentum des Investors darstellten und diesem, mit Ausnahme der auf 

eine bestimmte Laufzeit angelegten Vermögenswerte, jederzeit auf erste 

Aufforderung hin zu unbeschwerter Verfügung herausgegeben würden 

(Vertragsziffer 3); 

 dass ferner der Investor sämtliche Auslagen und Verwendungen des Ver-

walters zu ersetzen habe, die im Zusammenhang mit der Ausübung des 

Verwaltungsmandates anfallen. 

- 32 - 

Unterschrieben wurden die Verwaltungsverträge durch R., angeblich in einer in 

Wien domizilierten Repräsentanz („administration branch“). 

Neben der Zustimmung zum Verwaltungsvertrag erteilten die Geschädigten der 

D. SA auf einem vorgedruckten Formular die „Vollmacht, das nachfolgend auf-

geführte Konto meines Verwaltungsgutes […] für die Platzierung im Private 

Placement Program mit MT760 per Swift zugunsten der Transaktionsbank für 

13 Monate zu blockieren“. Sodann bestätigte der Beschuldigte den Geschädig-

ten in einem weiteren Dokument („Bestätigung: Platzierung im Private Placement 

Program“) persönlich und namens der D. SA, dass das bezifferte „Verwaltungs-

gut mittels MT760 im Programm platziert“ sei. Die Bestätigung gab Aufschluss 

über die individuelle Blockierungsdauer von beispielsweise 10 Monaten und über 

eine (vermeintlich individuelle) Konto-Nr., unter welcher das Kapital blockiert 

liege. Weitere Vertragsklauseln beschlugen die Verlängerung des Programms 

bei Verzicht auf Widerruf bis einen Monat vor Ende der Laufzeit und die Pflicht 

der D. SA zur Rückführung der Gelder nach Ablauf der Blockierung. Ausserdem 

erhielt jeder Kunde eine Benutzernummer samt Passwort und einen „security 

key“ schriftlich mitgeteilt, wodurch er einen Zugang zum angeblichen individuali-

sierten Konto mittels Onlinebanking erhielt, dem „D.Net“. Das betreffende Schrei-

ben ist mit „Neues E-Banking der D. Finance“ bezeichnet. Der Zugang erfolgte 

nicht über die Bank N., sondern über bzw. auf eine von der D. SA betriebene 

Internetseite (BA pag. B-15-000-000-01-00124; …-00128; …-00130 f.). 

2.2.3.3 Leistung der Einlage und Rückzahlungen 

Die Einlagen jener Geschädigten, welche im Kontext der D. SA investierten, flos-

sen grossmehrheitlich auf vier verschiedene Konten bei der spanischen Bank N. 

und zu einem geringen Teil auf ein Konto der D. SA bei der Bank BB.. Was die 

Zuordnung der Konten zur D. SA und die Verfügungsmacht des Beschuldigten 

hierüber betrifft, sind vorab folgende objektiven Beweismittel zu erwähnen: Von 

der Bank N. erstellt, befindet sich ein mit „Consulta de Contratos de una persona“ 

betiteltes Dokument in den Akten, welches sämtliche auf die Firma „D. Payment 

Services SA“ lautenden Konten auflistet. Daraus geht hervor, dass der Beschul-

digte für sämtliche Konten, welche die D. SA bei der Bank N. eröffnet hatte, ent-

weder bevollmächtigt („apoderado“) oder einzelzeichnungsberechtigt („firma 

reconocida“) war (BA pag. B-05-001-000-03-00130 ff.). Hinsichtlich des Kontos 

der D. SA bei der Bank BB. liegen die Eröffnungsunterlagen vom 18. April 2006 

vor (BA pag. 07-019-02-01-00-000002). Daraus geht hervor, dass allein der Be-

schuldigte als Vertreter der D. SA handelte. 

- 33 - 

Betreffend die Leistung der Einlagen durch die Investoren liegen die folgenden 

Belege im Recht: Abgelegt unter Rubrik 7 der Untersuchungsakten finden sich 

sämtliche im Vorverfahren, bei insgesamt 23 Finanzinstituten, erhobenen Bank-

belege. Mit dieser aus tausenden Transaktionsdetails bestehenden Masse von 

Informationen korrespondieren drei von der Bundesanwaltschaft und der BKP 

erstellte Zuordnungssysteme: In Anhang I zur Anklageschrift vom 14. Dezember 

2015 findet sich eine individuelle Aufstellung jedes Anlegers, enthaltend die In-

formationen an welchem Datum welcher Betrag auf ein Konto der D. SA (oder 

zusätzlich auch auf ein Konto der E. EF) einbezahlt worden ist (TPF pag. 280 

100 153 ff.). In den Fussnoten werden die Belege angeführt, welche zum Nach-

weis für die jeweilige Transaktion dienen. Anhand dieser Zusammenstellung las-

sen sich grundsätzlich sämtliche Einzahlungen bereits individuell zuordnen. Als 

Grundlage hierfür mag eine in den Untersuchungsakten vorhandene tabellari-

sche Übersicht gedient haben. Auch sie erlaubt eine individuelle Zuordnung der 

geleisteten Einlagen mit Verweise auf die entsprechenden Belegstellen (pag. 14-

004-00-00-00-000002 ff.). Zusätzlich ist in den einzelnen Geschädigtendossiers 

in Rubrik 15 der Beilageakten des Vorverfahrens für jeden Anleger eine durch 

die BKP erstellte tabellarische Auswertung der Transaktionen von und zu ihm 

beigegeben. Daraus lassen sich neben den Einzahlungen auch die Rückzahlun-

gen entnehmen, welche die D. SA unter dem Titel fiktiver Rückzahlungen geleis-

tet hat (beispielhaft: BA pag. B-15-000-000-01-233). Hierzu ist anzumerken, dass 

die in den Anhang I zur Anklageschrift überführten Informationen in wenigen Ein-

zelfällen nicht zur bundeskriminalpolizeilichen Auswertung kongruent sind. 

Die bei den Banken edierten Einzahlungsbelege sind gestützt auf die individuelle 

Zuordnung durchwegs lesbar und verständlich. Gewisse Unterlagen der Bank N. 

weisen eine Struktur auf, welche aus reinen Zahlenreihen besteht, deren Sinn 

sich dem Betrachter zunächst entzieht (vgl. BA pag. 07-010-02-02-01-

000004 ff.). Auch diese Transaktionen lassen sich jedoch gemäss der von der 

Bundeskriminalpolizei ermittelten Anleitung inkl. Muster problemlos den betref-

fenden Geschädigten zuordnen (BA pag. 05-001-00-00-00-00832; BA pag. B-05-

001-000-03-00294).  

2.2.3.4 Verwendung der eingelegten Mittel 

Zum Schicksal der auf den Konten der D. SA eingegangenen Vermögenswerte 

liegen die folgenden Beweismittel vor:  

- 34 - 

a.) Konto Nr. 1 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank N.: 

Gemäss polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 sind auf dem erwähnten 

Konto Nr. 1 insgesamt € 5‘033‘292.00 eingegangen, welche von bekannten An-

legern stammen; weitere € 561‘284.00 konnten bestimmten Einzahlern nicht zu-

geordnet werden, bilden aber höchstwahrscheinlich auch Leistungen von Inves-

toren (BA pag. 05-001-00-00-00-00833 f.). 

Diesen Eingängen stehen zahlreiche Vermögensausgänge gegenüber:  

aa.) Der grösste Betrag, ausmachend € 4‘000‘000.00, betrifft die Vermögensver-

schiebung von der D. SA an die M. S.A. mittels dreier Schecks, auf welche sich 

der Beschuldigte bereits in seinen Aussagen bezog. Diese wurden nach den vor-

liegenden Unterlagen am 7. und am 15. Dezember 2006 eingelöst. Dem Vermö-

genstransfer ist ein „Projektmanagement- und Treuhandvertrag“ zugeordnet, den 

der Beschuldigte für die D. SA und L. für die M. S.A. am 3. Dezember 2006 ab-

geschlossen haben. Vertragsgegenstand ist die Bevollmächtigung des Treuneh-

mers, in eigenem Namen aber fremder Rechnung Beteiligungen an Gesellschaf-

ten zu erwerben, welche die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen 

bezwecken. Im Gegenzug verpflichtet sich der Treugeber das hierfür notwendige 

Kapital zur Verfügung zu stellen. Konkret benannt werden drei in Spanien situ-

ierte Solar- und Windparks (Vertragsziff. 1 und 4; BA pag. 05-001-00-00-00-

001956 ff.). Der Vertrag beschränkt das Treuhandkapital summenmässig nicht, 

sondern verweist auf entsprechende Vertragsanhänge, die jedoch nicht aufge-

funden worden sind (Vertragsziff. 2). Ebenso wenig gibt der Vertrag Aufschluss 

über allfällige Sicherheiten für das transferierte Kapital. In der E-Mail-Kommuni-

kation zwischen L. und dem Beschuldigten, welcher der „Projektmanagement- 

und Treuhandvertrag“ noch ohne Unterschriften als Attachment beigefügt ist, 

wird dieser von Ersterem als „Proforma-Vertrag für die Bank“ bezeichnet. Weiter 

verlangte L. eine Zahlung mittels Schecks (BA pag. 13-000-00-00-00-000630). 

Im Gegenzug erkundigte sich der Beschuldigte nach dem Verbleib der TAN-Karte 

für das Onlinebanking des Kontos der M. S.A., mithin seiner Vertragspartnerin 

(BA pag. 13-000-00-00-00-000559; …-000638), welche er im Anschluss – eben-

falls per E-Mail – erhielt (BA pag. 13-000-00-00-00-000531). 

Der „Projektmanagement- und Treuhandvertrag“ liegt in drei verschiedenen Fas-

sungen vor: Neben der bereits erwähnten Version (ohne Unterschriften), liegt er 

in einer am 3. Dezember 2006 unterzeichneten Fassung vor. Bei diesen Exemp-

laren wird auf der ersten Seite die M. S.A. als Vertragspartnerin der D. SA ge-

nannt. Auf der letzten Seite findet sich unterhalb der Unterschrift von L. hingegen 

die Firmenbezeichnung „JJ. S.A.“ (BA pag. 05-001-00-00-00-000060). Eine am 

- 35 - 

4. Februar 2007 unterzeichnete Fassung weist im Vertragsrubrum erneut die D. 

SA und die M. S.A. als Vertragsparteien aus (BA pag. 05-001-00-00-00-000061). 

Auf der letzten Seite findet sich jedoch unter der Unterschrift von L. nun eine 

korrigierte, mit dem Vertragsrubrum übereinstimmende Firmenbezeichnung (BA 

pag. 05-001-00-00-00-000065). Ansonsten sind die beiden Verträge von identi-

schem Wortlaut. Auffallend ist zudem, dass der zweite „Projektmanagement- und 

Treuhandvertrag“ am 4. Februar 2007 und damit erst nach der Einlösung der 

Schecks unterzeichnet worden ist. Dass die D. SA bereits eine bedeutende ver-

tragliche Leistung erbracht haben soll, geht aus dem Wortlaut des Vertrages je-

doch nicht hervor (BA pag. 05-001-00-00-00-001961 ff.)  

Im Zusammenhang mit der M. S.A. liegt eine „Übernahmeverpflichtung“ vom 

12. Februar 2008 im Recht, gemäss welcher sich eine Gesellschaft namens 

T. Management S.L. verpflichtet hat, unter gewissen Bedingungen rückwirkend 

alle Verpflichtungen der M. S.A. gegenüber der D. SA und der E. EF zu überneh-

men und zu erfüllen (BA pag. 05-001-00-00-00-23181). 

Betreffend das Schicksal der übertragenen Summe von € 4‘000‘000.00 ist er-

stellt, dass rund € 1‘650‘000.00 für Verbindlichkeiten der D. SA, wie namentlich 

die Ausrichtung von fiktiven Renditen an Kunden sowie Provisionen an mit dem 

Vertrieb betraute Personen verbraucht worden sind (BA pag. 07-008-03-02-02-

000013 ff.). Weitere € 650‘000.00 flossen auf ein Konto der LLL. S.L. bei der 

Bank O. (BA pag. 07-008-05-01-00-000002 f.) und € 550‘000.00 schliesslich auf 

ein Konto der AA. S.L., ebenfalls bei der Bank O. (BA pag. 07-008-04-01-00-

000002 f.). Weder das der LLL. S.L. noch das der AA. S.L. überlassene Kapital 

wurde anschliessend in Projekte der erneuerbaren Energien investiert, vielmehr 

wurde es mittels Barabhebungen und Schecks abdisponiert (BA pag. 05-001-00-

00-00-02370 f.; …-02420 ff.). Weiter liegen Belege der Bank O. im Recht, aus 

welchen sich ergibt, dass ein Teilbetrag von € 800‘000.00 am 26. Januar 2007 

von der M. S.A. zurück an die D. SA, bzw. auf deren neueröffnetes Konto Nr. 2 

bei der Bank O. transferiert worden ist (BA pag. 07-008-08-02-01-000008; BA 

pag. 07-008-08-02-02-000270). 

ab.) Ebenfalls belegt sind betreffend das vorerwähnte Konto Nr. 1 insgesamt 

342 Zahlungen, ausmachend € 1‘145‘576.93, bei welchen es sich gemäss den 

Aussagen des Beschuldigten um fiktive Renditen bzw. Provisionszahlungen an 

Vermittler handelte (BA pag. 05-001-00-00-00-00835; BA pag. B-05-001-000-03-

00245 ff.). 

ac.) Mittels elf Überweisungen sind insgesamt € 175‘370.00 auf das Konto Nr. 3, 

lautend auf den Beschuldigten, bei der Bank KK. in Z. verschoben worden (BA 

- 36 - 

pag. B-05-001-000-03-00246; …-00248 ff.; …-00256; …-00260, …-00266, …-

00272, …-00367). 

Gemäss weiteren Belegen, ist das eingangs erwähnte Konto zu Gunsten des auf 

den Namen der Einzelfirma A.-Consultancy geführten Kontos Nr. 4 bei der Bank 

LL., Zürich, in elf Überweisungen mit € 143‘138.00 belastet worden (BA pag. B-

05-001-000-03-00252; …-00256; …-00260; …-00262; …-00266; …-00271; …-

00278; …-00285; …-00291; …-00293; …-00366). Die Zahlungen tragen jeweils 

einen Vermerk, der auf die Erbringung administrativer Dienstleistungen hindeu-

tet. 

Gemäss weiteren Belegen flossen vom eingangs erwähnten Konto € 96‘867.00 

in sieben Transaktionen auf das Konto Nr. 5 bzw. das Konto Nr. 6, beide lautend 

auf G. GmbH bei der Bank LL., Zürich (BA pag. B-05-001-000-03-00252 ff.; …-

00260; …-00271; …-00283; …-00291; …-00363). Die Gutschriftsanzeigen der 

Bank LL. betreffend die genannten Konten, lautend auf die G. GmbH, belegen 

die Zahlungseingänge mit Absender „D. Payment Services S.A.“. Als Zahlungs-

grund weisen die einzelnen Zahlungen im Betreff „Büromöbel Topdeq/ Kaffee-

maschine Lyreco“ „Elektroinstall. grande“, „Möbel CC. / Möbel A.“, „administrative 

Dienstleistung 10.2006“, „administrative Dienstleistungen 11.2006“ und „RG 12-

2006“ aus. 

Schliesslich liegen Belege vor, gemäss welchen das oben genannte Konto der 

D. SA zu Gunsten des Kontos Nr. 7, lautend auf CC., bei der Bank LL., Zürich, in 

drei Transaktionen mit insgesamt € 17‘000.00 belastet worden ist (BA pag. B-05-

001-000-03-00252; …-00276; …-00363). 

b.) Konto Nr. 8 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank N.: 

Gemäss polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 sind auf dem erwähnten 

Konto Nr. 8 insgesamt € 361‘493.00 eingegangen, welche im Umfang von 

€ 250‘015.00 von Anlegern stammten, €11‘454.00 von anderen Konten der D. 

SA und ein Betrag von rund € 100‘000.00 konnte nicht zugeordnet werden (BA 

pag. 05-001-00-00-00-00828 f.). 

ba.) Hinsichtlich der Vermögensausgänge belegt sind betreffend das Konto Nr. 8 

insgesamt 61 Zahlungen, ausmachend € 186‘260.35, bei welchen es sich ge-

mäss den Aussagen des Beschuldigten um fiktive Renditen bzw. Provisionszah-

lungen an Vermittler handelte (BA pag. 05-001-00-00-00-00829; BA pag. B-05-

001-000-03-00245 ff.). 

- 37 - 

bb.) Sodann finden sich Belege, dass mittels vier Überweisungen insgesamt 

€ 61‘200.00 auf das Konto Nr. 3, lautend auf den Beschuldigten, bei der Bank 

KK. in Z. verschoben worden sind (BA pag. B-05-001-000-03-00242; BA pag. 07-

010-02-04-01-000046 f; BA pag. 07-001-02-04-01-000002; …-000004 ff.).  

Das oben genannte Konto der D. SA wurde zu Gunsten des Kontos Nr. 7, lautend 

auf CC., bei der Bank LL., Zürich, in fünf Transaktionen mit insgesamt 

€ 22‘588.96 belastet (BA pag. B-05-001-000-03-00241; BA pag. 07-010-02-04-

01-000046 ff; BA pag. 07-002-07-02-01-000058; …-000060; …-000063; …-

000072). Als Zahlungsbetreff sind eine Lohnzahlung angegeben sowie die Ent-

schädigung ihr entstandener Auslagen, bspw. für Kreditkartenzahlungen. 

Schliesslich finden sich in den Akten Belege, gemäss welchen das eingangs er-

wähnte Konto zu Gunsten der auf den Namen der Einzelfirma A.-Consultancy 

geführten Konten Nr. 4 und Nr. 9 bei der Bank LL., Zürich, mit € 22‘000.00 belas-

tet worden ist, die in zwei Überweisungen übertragen worden sind (BA pag. B-

05-001-000-03-00241; BA pag. 07-010-02-04-01-000046 f.; BA pag. 07-002-03-

03-01-000004; BA pag. 07-002-03-03-02-000013). Die Zahlungen tragen jeweils 

einen Vermerk, der auf die Ausrichtung einer Provision hindeutet.  

c.) Konto Nr. 10 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank N.: 

Gemäss polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 sind dem erwähnten Konto 

Nr. 3 insgesamt € 690‘077.13 zugeflossen, welche im Umfang von € 381‘995.00 

von Anlegern stammten und € 301‘045.00 von einem Konto der D. SA bei der 

Bank BB., welches mutmasslich ebenfalls mit Kundengeldern gespiesen worden 

ist (BA pag. 05-001-00-00-00-00823 ff.). 

ca.) Hinsichtlich der Vermögensausgänge belegt sind betreffend das Konto 

Nr. 10 insgesamt 138 Zahlungen, ausmachend € 461‘397.28, bei welchen es 

sich gemäss den Aussagen des Beschuldigten um fiktive Renditen bzw. Provisi-

onszahlungen an Vermittler handelte (BA pag. 05-001-00-00-00-00825; BA 

pag. B-05-001-000-03-00245 ff.). 

cb.) Sodann finden sich Belege, dass mittels fünf Überweisungen insgesamt 

€ 105‘900.00 auf das Konto Nr. 10, lautend auf den Beschuldigten, bei der Bank 

KK. in Z. verschoben worden sind (BA pag. B-05-001-000-03-00219; BA pag. 07-

010-02-04-01-000032 ff; BA pag. 07-001-02-04-01-000003 f.). 

Das eingangs erwähnte Konto wurde zu Gunsten des auf den Namen der Ein-

zelfirma A.-Consultancy geführten Kontos Nr. 4 bei der Bank LL., Zürich, mit 

- 38 - 

€ 33‘000.00 belastet, die in zwei Überweisungen übertragen worden sind (BA 

pag. B-05-001-000-03-00219; BA pag. 07-010-02-04-01-000034 ff.; BA pag. 07-

002-03-02-01-000048; …-000053). Die Zahlungen tragen jeweils einen Vermerk, 

der auf die Ausrichtung einer Provision hindeutet.  

Gemäss weiteren Belegen flossen schliesslich vom eingangs erwähnten Konto 

€ 81‘000.00 in sieben Transaktionen auf das Konto Nr. 5, lautend auf G. GmbH 

bei der Bank LL., Zürich (BA pag. B-05-001-000-03-00218, BA pag. 07-010-02-

04-01-000033 ff.; BA pag. 07-002-05-02-02-000002; …-000010; …-000016; …-

000021). Der Zahlungsgrund lautet „Entschädigungen für administrative Dienst-

leistungen“ sowie „Aufwendungen der G. GmbH für eine Mietkaution“. 

d.) Konto Nr. 11 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank N.: 

Gemäss polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 sind dem erwähnten Konto 

Nr. 11 insgesamt € 346‘029.00 zugeflossen, welche im Umfang von 

€ 326‘029.00 von Anlegern stammten. Bei den übrigen Zuflüssen handelt es sich 

um Saldo-Übertragungen von anderen Konten (BA pag. 05-001-00-00-00-

00816 ff.). 

da.) Hinsichtlich der Vermögensausgänge belegt sind betreffend das Konto 

Nr. 11 insgesamt 52 Zahlungen, ausmachend € 122‘777.28, bei welchen es sich 

gemäss den Aussagen des Beschuldigten um fiktive Renditen bzw. Provisions-

zahlungen an Vermittler handelte (BA pag. 05-001-00-00-00-00819; BA pag. B-

05-001-000-03-00245 ff.).  

db.) Weitere € 100‘000.00 flossen auf ein Konto Nr. 12 bei der Bank MM., Zürich, 

lautend auf S.. Die Überweisung steht in Zusammenhang mit einem Business 

and Profit Participation Agreement (BA pag. 13-000-00-00-00-000109 f.). S. hat 

nach polizeilichen Erkenntnissen diese und weitere Gelder für den Kauf eines 

Diamanten gesammelt, der jedoch nicht zu Stande gekommen sein soll (BA 

pag. 05-001-00-00-00-000819 f.; BA pag. 07-010-02-04-01-000023).  

dc.) Sodann sind mittels neun Überweisungen insgesamt € 71‘400.00 auf das 

Konto Nr. 3, lautend auf den Beschuldigten, bei der Bank KK. in Z. verschoben 

worden (BA pag. B-05-001-000-03-00193; BA pag. 07-010-02-04-01-000022 f; 

BA pag. 07-001-02-04-01-000006 f.).  

Schliesslich ist belegt, dass das erwähnte Konto zu Gunsten des auf den Namen 

der Einzelfirma A.-Consultancy geführten Kontos Nr. 4 bei der Bank LL., Zürich, 

- 39 - 

mit € 20‘500.00 belastet worden ist, die in vier Überweisungen übertragen wor-

den sind (BA pag. B-05-001-000-03-00192; BA pag. 07-010-02-04-01-000022 f.; 

BA pag. 07-002-03-02-01-000034; …-000036; …-000039). Die Zahlungen tra-

gen jeweils einen Vermerk, der auf die Ausrichtung einer Provision hindeutet.  

e.) Konto Nr. 13 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank BB. 

Die bei der Bank erhobenen Unterlagen zum Konto Nr. 13 liessen sich gemäss 

polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 nicht ohne Mühe analysieren. Immer-

hin konnte festgestellt werden, dass insgesamt € 794‘656.53 zuflossen, welche 

im Umfang von € 314‘579.75 von Anlegern stammten. Bei den übrigen Zuflüssen 

handelt es sich mutmasslich um den Storno für eine Zahlung auf ein Konto der 

D. SA bei der Bank N. und der Ausschüttung aus einer Terminanlage (BA 

pag. 05-001-00-00-00-00838 ff.). 

ea.) Die Abgänge bestanden in Transfers von € 592‘221.53 auf andere Konten 

der D. SA und der Einlage von € 170‘000.00 in das Termingeschäft. Ausserdem 

kam es zu zwei Überweisungen von total € 17'129.08 auf das Konto Nr. 3, lau-

tend auf den Beschuldigten, bei der Bank KK. in Z. und dasjenige Nr. 14 bei der-

selben Bank, lautend auf die Einzelfirma A.-Consultancy. Spiegelbildlich hierzu 

liegen die entsprechenden Eingangsanzeigen der Bank KK. vor (BA pag. B-05-

001-000-03-00394; …-00401; BA pag. 07-001-02-04-01-000005).  

f.) Konto Nr. 2 lautend auf D. Payment Services SA bei der Bank O.: 

Der Beschuldigte besass eine Verfügungsvollmacht zum Konto Nr. 2 der D. SA 

bei der Bank O. (BA pag. B-05-001-000-03-00455). 

Gemäss polizeilichem Bericht vom 14. Januar 2011 sind dem erwähnten Konto 

Nr.  2 insgesamt € 1‘475‘993.86 zugeflossen, welche im Umfang von 

€ 151‘518.86 von Anlegern stammten. Bei den übrigen Zuflüssen handelt es sich 

um die bereits erwähnte Gutschrift von der M. S.A. im Betrag von € 800‘000.00, 

sowie um eine Überweisung auftrags der E. EF. Es dürfte sich – gemäss erwähn-

tem Bericht – um Kundengelder der E. EF gehandelt haben (BA pag. 05-001-00-

00-00-00846 f.).  

fa.) Hinsichtlich der Vermögensausgänge belegt sind insgesamt 193 Zahlungen, 

ausmachend € 559‘620.99, bei welchen es sich gemäss den Aussagen des Be-

schuldigten um fiktive Renditen bzw. Provisionszahlungen an Vermittler handelte 

(BA pag. 05-001-00-00-00-00847 f.; BA pag. B-05-001-000-03-00245 ff.). 

- 40 - 

P. wurde in acht Zahlungen aus dem erwähnten Konto mit € 16‘139.71 für seine 

Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vetriebsbetreuung entschädigt (BA 

pag. 07-008-08-02-01-000009; …-000011 ff.; BA pag. 07-008-08-02-02-

000091 ff.; …-000200; …-000202; …-000215; …-000228; …-000282). 

Die D. SA machte Q. für seine Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Ver-

triebsbetreuung mit insgesamt € 24‘024.52 bezahlt (BA pag. 07-008-08-02-01-

000008 ff; BA pag. 07-008-08-02-02-000029 ff.; …-000067, …-000201; …-

000260 f.; …-000281; …-000283 f.).  

Weiter liegen Belege vor, nach welchen die D. SA R. für seine Dienstleistungen 

und Aufwendung im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vertriebsbetreuer 

für die D. SA mit insgesamt € 117‘154.80 bezahlt machte (BA pag. 07-008-08-

02-01-000008 ff; BA pag. 07-008-08-02-02-000032; …-000043; …-000124; …-

000138; …-000206; …-000239; …-000271; …-000282). 

Daneben lassen sich 64 weitere Zahlungen an Vermittler belegen, mit denen ein 

Betrag € 178‘892.28 transferiert worden ist (BA pag. 07-008-08-02-01-

000008 ff.; BA pag. 07-008-08-02-02-000002 ff.; …-000270 ff.; …-000281 ff.). 

fb.) Belegt ist sodann eine Zahlung vom 4. Februar 2007 genannten Konto zu 

Gunsten der T. Incorporation Services S.A. im Betrag von € 100‘000.00 auf deren 

Konto Nr. 15 bei der gleichen Bank (BA pag. 07-008-08-02-01-000011; BA 

pag. 07-008-06-02-01-000002). 

Zudem liegt in den Akten der Beleg, wonach vom eingangs erwähnten Konto ein 

Betrag von € 13‘573.00 auf das Konto Nr. 16 bei der Bank O., lautend auf AA. 

S.L., überwiesen worden ist (BA pag. 07-008-08-02-01-000011; BA pag. 07-008-

04-02-01-000002, BA pag. 07-008-04-02-02-000012). 

fc.)Weiter finden sich zum erwähnten Konto Belege, gemäss welchen dieses zu 

Gunsten von zwölf Kunden der Einzelfirma A.-Consultancy mit insgesamt 

€ 52‘090.50 belastet worden ist (BA pag. 07-008-08-02-01-000008 ff.; BA 

pag. 07-008-08-02-02-000131 ff.; …-000270 ff.; …-000284 ff.). Weiter belegt ist 

eine Zahlung zu Lasten der erwähnten Kontoverbindung und mit welcher 

€ 18‘604.50 direkt auf das Konto Nr. 4 bei der Bank LL., Zürich, lautend auf die 

A.-Consultancy überwiesen worden sind (BA pag. 07-008-08-02-01-000010; BA 

pag. 07-008-08-02-02-000098; BA pag. 07-002-03-02-02-000111). 

Gemäss weiteren Belegen flossen vom eingangs erwähnten Konto € 65‘349.00 

in zwei Transaktionen auf das Konto Nr. 6, lautend auf G. GmbH bei der Bank 

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LL., Zürich. Spiegelbildlich hierzu liegen die entsprechenden Eingangsanzeigen 

der Bank LL. für das Konto lautend auf die G. GmbH vor (BA pag. B-05-001-000-

03-00482, BA pag. 07-008-08-02-02-000004; …-000137; BA pag. 07-002-05-04-

01-000018; …-000020; BA pag. 08-004-00-00-00-000206 ff.). Als Zahlungs-

grund weisen die Zahlungen im Betreff Entschädigungen für administrative 

Dienstleistungen aus. 

Weiter lässt sich den Akten entnehmen, dass zu Lasten des eingangs erwähnten 

Kontos € 50‘262.00 auf das Konto Nr. 18 bei der Bank LL., Zürich, lautend auf 

die H. GmbH übertragen worden sind (BA pag. 07-008-08-02-01-000010; BA 

pag. 07-008-08-02-02-000119; BA pag. 07-002-06-02-01-000007). 

Schliesslich ist belegt, dass sich der Beschuldigte vom erwähnten Konto der 

D. SA auf das auf seinen Namen lautende Konto Nr. 19 bei der Bank NN. in Riga, 

Lettland, den Betrag von € 5‘012.26 überwies (BA pag. 07-008-08-02-01-

000013; BA pag. 07-008-08-02-02-000265; BA pag. 07-023-02-03-01-00002 f.). 

Eine weitere Zahlung, im Betrag von € 12‘574.50 erfolgte auf das Konto Nr. 20 

bei der Bank OO., Appenzell, lautend auf DD. (BA pag. 07-008-08-02-01-

000011; BA pag. 07-008-08-02-02-000136). 

fd.) Sodann ist anhand der Akten erstellt, dass vom genannten Konto der D. SA 

insgesamt € 68‘078.98 für Zahlungen an nicht näher bekannte Personen aufge-

wendet worden sind. Insbesondere lässt sich aus den Zahlungsempfängern und 

den Zahlungsvermerken kein Zusammenhang mit einer Investition im Sinne der 

vermögensverwaltungsvertraglichen Pflichten herleiten (BA pag. 07-008-08-02-

01-000008 ff; BA pag. 07-008-08-02-02-000030;…-000096; …-000121; …-

000223).  

2.2.4 Zusammenfassung 

Herkunft und Umfang der Einlagen sind im Anhang I zur Anklageschrift im Ein-

zelnen angegeben, der sich auf eine von der BKP erstellte Geschädigtenl