# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67fd5c47-89ea-55b1-9b8e-c31b798762b9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-30
**Language:** de
**Title:** Kein Rentenanspruch bei 100%iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (DAP-Löhne). Mangels Erheblichkeit der dauerhaften Schädigungen keine Integritätsentschädigung.
**Docket/Reference:** UV.2015.00055
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00055.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00055
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Widmer
Urteil
vom
30. Juni 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Stefan
Mattmann
Egli
Mattmann
Hehli
, Rechtsanwälte Notare
Murbacherstrasse
3, 6003 Luzern
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 19
87
, war bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet und
dadurch
bei der
Schweizerischen
Unfall
versicherungsanstalt
(Suva)
gegen die
Fol
gen von Unfällen versi
chert, als sie am
9.
April 2012 in der
Y.___
Bar in
Z.___
, wo sie eine
r
Zwischenverdienst
tätigkeit nachging
, stolperte, rückwärts auf den Boden fiel und sich mit der rechten Hand auf Altglas
abstützte
. Dabei zog sie sich einen Schnitt an der Mittelhand rechts zu (
Schaden
meldungen
vom 1
6.
und 2
3.
April 2014,
Urk.
7/1 und
Urk.
7/7
). In der Folge erbrachte die
Suva die gesetzlichen Versicherungs
leistungen (Urk. 2 S.
2
). Mit Verfügung vom
2
4.
September 2014
verneinte
sie
den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente sowie auf eine
Integritätsentschädigung
(Urk. 7/
187)
. Die von der
Versicherten gegen diese Verfügung der Suva erhobene Einsprache (Urk
. 7/194
)
wurde mit
Einspracheentscheid
vom
1
6.
Februar 2015
abgewiesen (Urk.
7/206
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva
vom
1
6.
Februar 2015
erhob die Versi
cherte am 1
6.
März 2015 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihr weiterhin UVG-Leistungen zuzusprechen (Urk. 1 S. 2
). Die Beschwerdegegnerin
schloss
i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 1
. Mai
2015 auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
6
).
Die Beschwerdeantwort wurde der Versi
cherten am
5.
Mai 2015 zugestellt (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
;
ATSG)
, so hat sie gemäss Art. 18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art
. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121)
.
1.
2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
ange
-
mes
sene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
scha
dens
abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.
3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Suva stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt,
a
ufgrund der ärztlichen Berichte sei durch eine Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung zu erwarten, sondern der Endzustand sei im Zeitpunkt des
Fallab
schlusses
erreicht gewesen (Urk. 2 S. 3).
Die angestammte Tätigkeit als
Service
angestellt
e
sei der Beschwerdeführerin zwar aufgrund der Folgen des Unfalls vom
9.
April 2012 im Bereich der rechten Hand nicht mehr vollumfänglich zumutbar, jedoch seien ihr leichte Tätigkeiten ohne längere Haltearbeiten für die rechte Hand sowie ohne festes Zupacken mit der rechten Hand vollzeitig
zumutbar
(Urk. 2 S. 5). Gestützt auf
das zuletzt erzielte Einkommen sowie
die Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP)
ermittelte die Suva einen nicht
ren
tenbegründenden
Invaliditätsgrad von 3,9
%
(Urk. 2 S. 5-6).
Ferner führte sie aus, d
ie Integrität sei nicht erheblich geschädigt, weswegen die Beschwerde
führerin auch keinen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung habe (Urk. 2 S. 2 und S.
6-7
).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein,
angesichts des Ausmasses der ver
bliebenen Beschwerden an der rechten Hand seien ihr manuelle Tätigkeiten - und andere kämen mangels entsprechender Ausbildung nicht in Frage -
nicht vollschichtig oder zumindest nur mit zusätzlichen Pausen zumutbar (Urk. 1 S. 4-5). Aufgrund des gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
9.
August 2014 zumutbaren Profils sei sie für eine manuelle Arbeit zudem nicht voll leis
tungsfähig, sondern um mindestens 25
%
eingeschränkt. Die beigezogenen DAP-Arbeitsplätze entsprächen nicht dem Zumutbarkeitsprofil (Urk. 1 S. 5).
Ferner sei sie nicht wie von der Suva angenommen Linkshänderin, sondern beidhändig, weshalb die von der Suva vorgenommene Beurteilung bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit falsch sei (Urk. 1 S. 5-6).
Werde dennoch von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen, so sei wegen der aufgrund des einge
schränkten Zumutbarkeitsprofi
ls erheblich
eingeschränkten Leistungsfähigkeit ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen (Urk. 1 S. 6). Betreffend
Integritäts
entschädigung
brachte die Beschwerdeführerin sodann vor, deren Prüfung unter dem Aspekt der massiven Vernarbung der Schnittverletzu
ng beziehungsweise nach Tabelle 18
sei zu Unrecht unterblieben.
3.
3.1
Beim Sturz vom
9.
April 2012
auf
Scherben zog sich die Beschwerdeführerin eine zwei Zentimeter lange oberflächliche Rissquetschwunde über
dem
Thenar
der rechten Hand zu. Die Wundversorgung erfolgte
gleichentags
im
A.___
(
Bericht des
A.___
vom 2
7.
April 2012,
Urk. 7/
15).
Am
1.
Oktober 2012
führte
Dr.
med.
B.___
,
Fach
ärztin
für Chirurgie,
eine Ex
z
ision von Glasfremdkörpern sowie eine
Narben
revision
durch
(Urk. 7/
24, Urk. 7/31, Urk. 7/49, Urk. 7/55).
Anlässlich der
kreis
ärztlichen
Untersuchung vom 2
3.
April 2013 gelangte
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Chirurgie, zum Schluss, es bestehe zurzeit noch keine Arbeitsfähig
keit (Urk. 7/83 S. 5).
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Neurologie, hielt die Arbeitsunfähigkeit gestützt auf seine Untersuchung vom 2
2.
Mai 2013
aktuell
für nachvollziehbar
, da die rechte, nicht dominante Hand nicht adäquat zum Einsatz kommen könne. Weiter führte er aus, selbst wenn in einer angepassten Tätigkeit eine Teilarbeitsfähigkeit mit verminderter
Arbeitsgeschwindigkeit erreicht werden könne, gelte das Arbeitsfeld als Hotelfachassistentin nicht als angepasste Tätigkeit, da dabei viele Tätigkeiten den Einsatz beider Hände erfor
dern würde
n
. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einem anderen
Betäti
gungsbereich
sei denkbar, allerdings seien zum aktuellen Zeitpunkt aus neuro
logischer Sicht die therapeutischen Optionen nicht ausgeschöpft, sodass das Potential einer Beschwerdelinderung mit Steigerung der Arbeitsfähigkeit mit
tels
einer adäquaten symptomatischen Therapie zu nutzen sei (Bericht vom 24.
Mai 2013,
Urk. 7/90
S. 1 und S. 3
)
.
3.2
Am 1
3.
März 2014 erfolgte
-
entsprechend dem Vorschlag der
orthopädischen Abteilung
der
E.___
vom 2
1.
November 2013 (vgl. Urk. 7/139)
-
wegen
eines Karpaltunnelsyndroms rechts eine
endoskopische
Karpaltun
nel
spaltung
(Urk. 7/147).
Gestützt auf die Verlaufskontrolle sechs Wochen post
operativ hielt
Dr.
med.
F.___
, Oberarzt Handchirurgie,
E.___
, am
6.
Mai 2014 fest,
objektiv liege für ihn keine wirklich verbesserte Situation vor. Subjektiv gebe die Beschwerdeführerin jedoch an, vom Eingriff profitiert zu haben (
Urk. 7/154
S. 2
)
.
Am
8.
Juli 2014 gab die Beschwerdefüh
rerin an, während rund vier bis sechs Wochen nach der Operation sei es ihr besser gegangen. Leider seien aber seither wieder die vorhergehenden stark stechend
en und
pochenden Schmerzen vorhanden, wie vor der Operation. Die Schmerzen verspüre sie von der rechten Han
d
ausgehend über den Unter- sowie Oberarm bis in die rechte Schulte
r
, den rechten Brustbereich über
d
en Ober
kör
per bis in den linken Lendenbereich ausstrahlend (
Urk. 7/166)
.
3.3
Am
1.
Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin durch
Dr.
D.___
untersucht, welcher ein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom links und ein chronisches Schmerzsyndrom an der rechten Hand nach Glassplitterverletzung am
Thenar
rechts diagnosti
zierte sowie das Vorliegen eines Grenzbefunds eines möglichen
Karpaltunnel
syndroms
(CTS) festhielt.
Die Beschwerdeführerin klagte hinsichtlich der
Glas
splitterverletzung
der rechten Hand mit
Nervus
medianus
-Neuropathie weiterhin über eine Kraftminderung der rechten Hand. Häufig würden ihr Gegenstände aus der Hand fallen
(Urk. 7/170
S. 1
)
.
Dem Bericht von
Dr.
D.___
vom
9.
Juli 2014 über das neurologische Konsilium vom Vortag ist zu entnehmen, beide Nervi
medianus
am
K
arpaltunnel hätten sich
neurosonologisch
ohne Nachweis eines CTS dargestellt (Urk. 7/170 S. 5).
3.4
Am 1
9.
August 2014 wurde die Beschwerdeführerin durch Dr.
C.___
kreisärzt
lich
untersucht
(Urk. 7/178). Dr.
C.___
führte aus,
es seien mehrere Narben ersichtlich an der rechten Hand. Im Bereich des
Thenars
sei ein
Druckschmerz
auslösbar
gewesen
und im Bereich des
Hypothenars
ein sehr geringer Schmerz. Ein deutlicher
Druckschmerz sei im Bereich des Karpaldachs auslösbar gewesen.
Der Faustschluss sei seitengleich komplett erfolgt
. Einkrallen sei ebenfalls
sei
tengleich
problemlos möglich gewesen. Auch sei bei der Streckung der Finger keine Behinderung zu erkennen gewesen. Die grobe Kraft habe rechts 14 kp und links 22 kp ergeben. Die Motorik sei seitengleich ohne Befund. Beim Bestreichen des gesamten rechten Unterarms habe die Beschwerdeführerin eine
Hyposen
sibilität
angegeben, hingegen eine normale Sensibilität seitengleich beim Bestreichen des Handrückens. Eine Hypersensibilität habe sie volar an der gesamten Hand rechts, einschliesslich der Finger, angegeben (Urk. 7/178 S. 5).
Dr.
C.___
gelangte zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei ab dem Unter
-
su
chungstag
vom 1
9.
August 2014 wieder zu 100
%
arbeitsfähig für leichte Tätig
keiten ohne längere Haltearbeiten für die rechte Hand sowie ohne festes Zu
packen mit der rechten Hand. Ferner hielt er fest, die jetzt noch vorhandenen Beschwerden im Bereich der rechten Hand seien unfallkausal, die
Rückenbe
schwerden
hingegen nicht (Urk. 7/178 S. 6).
Es sei ein Endzustand erreicht und weitere Behandlungen an der rechten Hand seien weder notwendig noch
ziel
führend
. Er habe der Beschwerdeführerin dringend geraten, die Narben zu desensibilisieren (Urk. 7/178 S. 7).
Am 2
7.
August 2014 merkte
Dr.
C.___
ergänzend an, die Erheblichkeit einer Integritätsentschädigung sei nicht erreicht
(Urk. 7/184)
.
Am 1
3.
Februar 2015 führte er zudem aus, die Desensibilisierung der Narben müsse von der Beschwerdeführerin selbst vorgenommen werde
n
. Sie sei einge
hend dahingehend instruiert worden, zuerst mit einem weichen Tuch und dann steigernd bis zu einer Bürste die Narben zu behandeln,
um
eine Desensibili
sie
rung zu erreichen
(Urk. 7/204).
4.
4.1
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014
,
E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014
,
E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des
Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014
,
E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014
,
E.
3).
Dafür, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin zu erwarten gewesen wäre,
ins
besondere
eine
Steigerung oder
weitergehende
Wiederherstellung der
unfallbe
dingt
beeinträchtigt
en
Arbeitsfähigkeit,
liegen keinerlei Anhaltspunkte vor.
Dies wird auch nicht geltend gemacht.
Laut
Dr.
C.___
war
am 1
9.
August 2014 ein Endzustand erreicht (Urk. 7/178 S.
7).
Demnach erfolgte der Fallabschluss nicht verfrüht, sondern war zulässig.
4.2
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit
im
Zeitpunkt
des Fallabschlusses
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf
die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
C.___
vom
19. August 2014
(Urk.
7/178
).
Dr.
C.___
berücksichtigte für seine Schlussfol
gerungen die
Vorakten
(S.
1
-
4
), die geklagten Beschwerden (S.
4) sowie
die Befunde (S.
5-6
)
und er erhob die Anamnese (S. 4-5)
.
Die Beschwerdeführerin stellte ebenfalls auf die von
Dr.
C.___
gezogenen Schlussfolgerungen ab (Urk. 1 S. 5).
Diese sind unbestritten und angesichts der erhobenen Befunde, welche abgesehen von Sensibilitätsstörungen, Druckschmerzhaftigkeit und einer Verminderung der groben Kraft unauffällig sind (vgl. Urk. 7/178 S. 5-6), nach
vollziehbar.
Ferner sind keine abweichenden ärztlichen Beurteilungen vorhan
den.
Mithin steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin für leichte Tätigkeiten ohne längere Haltearbeiten für die rechte Hand sowie ohne festes Zupacken mit der rechten Hand zu 100
%
arbeitsfähig ist (Urk. 7/178 S. 6).
5.
5.1
Die für den Einkommensvergleich massgebenden rechtlichen Grundlagen
sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2
S.
3
f. E.
3
.a
)
. Darauf wird verwiesen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Anga
ben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
, wobei sie fest
hielt, das Arbeitsverhältnis sei einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt und der Lohn somit nicht unterdurchschnittlich
gewesen
(Urk. 2 S. 6
Ziff.
3
lit
. d;
Urk. 7/182 S. 2, Urk. 7/188 S. 2)
.
Das auf diese Weise ermittelte
Validenein
kommen
von Fr. 53‘404
.--
im Jahr 2014 wurde zu Recht nicht in Frage gestellt.
5.3
5.3.1
Ebenso ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin, welche keine Erwerbs
-
tä
tigkeit
mehr ausübt, zur Ermittlung des hypothetischen
Invalidenein
kommens
die Zahlen der
DAP
der Suva herangezogen werden können
(vgl. Urk. 2 S. 5 Ziff. 3
lit
. c)
. Dieses Vorgehen steht im Einklang
mit der Recht
sprechung (
BGE
139 V 592
E.
2.3
mit Hinweis
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_
400
/20
15
vom
8.
Januar 2016
,
E.
3
.
2
).
5.3.2
Den Akten sind fünf
DAP-Arbeitsstellen zu entnehmen
(Urk. 7/
189).
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein, angesichts des Ausmasses der verblie
benen Beschwerden an der rechten Hand seien ihr manuelle Tätigkeiten - und andere kämen mangels entsprechender Ausbildung nicht in Frage - nicht
voll
schichtig
oder zumindest nur mit zusätzlichen Pausen zumutbar (Urk. 1 S. 4-5). Aufgrund des gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
9.
August 2014 zumutbaren Profils sei sie für eine manuelle Arbeit zudem nicht voll leistungs
fähig, sondern um mindestens 25
%
eingeschränkt. Die beigezogenen DAP-Arbeitsplätze entsprächen nicht dem Zumutbarkeitsprofil (Urk. 1 S. 5). Ferner sei sie nicht wie von der Suva angenommen Linkshänderin, sondern beidhän
dig, weshalb die von der Suva vorgenommene Beurteilung bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit falsch sei (Urk. 1 S. 5-6).
5.3.
3
Sowohl dem Bericht des
Dr.
D.___
vom 2
4.
Mai 2013, als auch
jenem von Dr.
C.___
vom 1
9.
August 2014 ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei
Linkshänderin (Urk. 7/90 S. 2, Urk. 7/178 S. 5)
. Erst am 1
4.
Oktober 2014 liess sie sich von
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin, bestätigen, dass sie zwar mit der linken Hand schreibe, jedoch beidhändig und nicht linksdominant sei (Urk. 7/195 S. 3).
Da die von der Suva ausgewählten DAP-Tätigkeiten nur
bedingt eine
Beidhändigkeit
erfordern
(
Urk. 7/
189 S. 5, S. 9, S. 13, S. 17 und S. 21
)
und die Beschwerdeführerin dieser Anforderung genügen kann
,
ist gegen die ausgewählten Profile nichts einzuwenden
. Tatsache ist, dass ihr
leichte Tätigkeiten
zu 100
%
zumutbar sind, sofern sie mit der rechten Hand weder
längere Haltearbeiten
verrichten noch fest zupacken muss
(E. 4.2 vorstehend).
Die Beschwerdeführerin wandte im Einzelnen ein, die aus
gewählten Tätigkeiten, namentlich
das Verpacken eines Mixers mit Einzelteilen in Kartonschachteln sowie das Bestücken von Elektronikbauteilen auf
Print
platten
,
würden zwingend Haltearbeiten der rechten Hand voraussetzen
(Urk.
1
S. 5). Haltearbeiten mit der rechten Hand sind tatsächlich notwendig. Jedoch setzen
die ausgewählten Tätigkeiten maximal das Heben und Tragen von sehr leichten Lasten voraus
und
es ist
höchstens
leichtes
respektive
feinmotorisches und eine Handrotation erforderndes Hantieren mit Gegensätzen erforderlich
(Urk. 7/
189 S. 5, S.
9
, S. 13, S. 17 und S. 21
). Dass längere Haltearbeiten erfor
derlich wären, ergibt sich nicht aus den beschriebenen körperlichen Anforde
rungen.
Vielmehr
sind beim Verpacken des Mixers einzelne Teile in eine Schachtel zu packen
(Urk. 7/
189 S. 11), sodass mehrmaliges, aber nicht andau
erndes Halten notwendig ist.
Kürzere Haltearbeiten sind der Beschwerdeführerin zumutbar.
Beim Bestücken von Elektronikbauteilen auf Printplatten mit Werk
zeugen ist einerseits
vor allem
viel feinmotorisches Hantieren notwendig
(Urk. 7/
189 S. 17) und andererseits beschränkt sich ein Teil der Arbeit auch auf das Kontrollieren von Lötstellen und Bauteilen
(Urk. 7/
189 S. 19).
Auch bei dieser Tätigkeit ist nicht ersichtlich, inwiefern sie nicht dem Anforderungsprofil entsprechen sollte.
Nach dem Gesagten
erweisen sich die Tätigkeiten als mit dem von
Dr.
C.___
festgelegten Anforderungsprofil übereinstimmend.
5.3.
4
Eine zeitlich oder leistungsmässig reduzierte Arbeitsfähigkeit ergibt sich nicht aus der beweiskräftigen
medizinischen
Beurteilung durch
Dr.
C.___
, sondern er hielt eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit fest für dem Profil entsprechende Tätigkeiten.
Die Beschwerdeführerin brachte vor, wenn von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, so sei wegen der aufgrund des einge
schränkten
Zumutbarkeitsprofils erheblich
eingeschränkten Leistungs
fähigkeit ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen (Urk. 1 S. 6).
Basiert das
Invaliden
einkommen
auf den Lohndaten der ausgewählten DAP-Tätigkeiten, ist kein Abzug analog dem sogenannten Leidensabzug beim Abstel
len auf Tabellenlöhn zulässig (
BGE 139 V 592 E. 7.3
). Diesbezüglich kann de
r
Beschwerdeführer
in
deshalb nicht gefolgt werden.
5.4
Somit erweisen sich sämtliche
Einwände
der Beschwerdeführerin
gegen die
Bestim
mung des Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin als nicht stichhaltig.
A
uch die übrigen formellen Anforderun
gen
betreffend die Verwen
dung der DAP
(
BGE 139 V 592 E. 6
)
sind erfüllt.
Da
d
as von der
Beschwerde
gegnerin
eingesetzte
Validenein
kommen
ebenfalls
nicht zu beanstanden ist (vorstehend
e
E.
5.2),
ist
die Invalidi
tätsbemessung insgesamt zutre
ffend, das heisst es resultiert kein Rentenanspruch.
6
.
6
.1
Bezüglich
einer allfälligen
Integritätsentschädigung
führte
d
ie
Beschwerde
gegne
rin
im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus, entsprechend der schlüssi
gen Beurteilung von
Dr.
C.___
vom 2
7.
August 2014 liege keine erhebliche Integritätseinbusse vor, weshalb kein Anspruch auf eine
Integritätsentschädi
gung
gegeben sei (Urk. 2 S. 7).
D
ie Beschwerdefüh
rerin brachte diesbezüglich
vor,
die
Prüfung
eines Anspruchs auf Integritätsentschädigung
unter dem Aspekt der massiven Ve
rnarbung der Schnittverletzung beziehungsweise nach
Tabelle
18
sei zu Unrecht unterblieben (Urk. 1 S. 6).
Die Beschwerdegegnerin wies in der Beschwerdeantwort darauf hin, dass der Kreisarzt die Narben beschri
e
ben und deren Ausmass somit gekannt,
aber
nichtsdestotrotz die Erheblichkeit für die Zusprechung einer
Integritäts
entschä
digung
verneint habe (Urk. 6 S. 4).
6.2
In der Tat hatte
Dr.
C.___
in seiner Beurteilung vom
19. August 2014 je eine zwei, eine vier sowie eine drei Zentimeter lange Narbe
beschrieben (Urk. 7/178 S. 5). I
n seiner
daraufhin erfolgten
Beurteilung vom 2
7.
August 2014
gab er
an, es liege keine erhebliche Integritätseinbusse vor (Urk. 7/
184
).
F
ür die Zu
spre
chung einer Integritätsentschädigung
wird indes
eine Erheblichkeit
der Schädi
gung
vorausgesetzt (
Art.
24
Abs.
1 UVG,
Ziff.
1
Abs.
3 und
Ziff.
2 des Anhangs 3 zur
Verordnung über die Unfallversicherung; UVV
).
Die untere Grenze eines zu entschädigenden Hautschadens müsste im Schweregrad dem Verlust eines Fingers oder einer Grosszehe entsprechen
(
lit
. a der
Suva-
Tabelle 18).
Dass in den drei Narben kein solcher Schweregrad erblickt wurde, ist ohne Weiteres nachvollziehbar und bedarf keiner weiteren Abklärungen.
Demzufolge ist
der angefochtene Entscheid, mit welchem die
Beschwerdegegne
rin
einen Rentenanspruch und einen solchen auf Integritätsentschädigung auf
grund der
am
9.
April 2012
erlittenen
V
erletzung
an der rechten Hand
verneint hat, zu bestätigen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Rechtsanwalt
Dr.
Stefan
Mattmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigWidmer