# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e0963b6-a241-5162-b6c8-451bead892b9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-01-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.01.2005 A 2004 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_A-2004-79_2005-01-07.pdf

## Full Text

A 04 79

3. Kammer 

URTEIL
vom 7. Januar 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Wasser-, Abwasser- und Kehrichtgebühren

1. … sind Eigentümer der Parzelle 510/Plan 7 des Grundbuches … mit darauf 

befindlichem Wohnhaus … mit drei Schlafzimmern, einem Wohn-Esszimmer, 

Küche, Bad und Dusche. Der Neuwert der Liegenschaft beträgt gemäss der 

letzten amtlichen Schätzung vom 18. März 1998 Fr. 649'000.--. … wohnen in 

... Die … nutzen sie, ihre Söhne und die engsten Freunde während etwa 12 

bis 14 Wochen im Jahr als Zweitwohnung.

2. Am 7. Juli 2004 stellte die Gemeinde … für die Grundgebühren Wasser Fr. 

201.25, Abwasser Fr. 360.90 und Kehricht Fr. 360.90 in Rechnung. Dies 

ergab ein Total von Fr. 923.05. Gegen diese Rechnung erhoben … 

Einsprache. Sie beantragten die Reduktion der Grundgebühren entsprechend 

dem Bundesgerichtsentscheid 2P.266/2003. Dieser Fall beziehe sich auf eine 

Liegenschaft in …, wo die Grundgebühren nach demselben Modus berechnet 

würden wie in ... Die Einsprecher legten eine Tabelle bei, in der sie die dem 

erwähnten Fall zugrunde liegenden Zahlen den ihrigen gegenüberstellten:

A
2002

A
2002

B
2002

B
2002

B
2003

B
2003

Wasser Grundgebühr Fr.    824.65 88.1 % Fr. 201.25 87.9 % Fr. 201.25 88.7 %

Wasser Mengengebühr Fr.    111.80 11.9 % Fr  . 27.75 12.1 % Fr.   25.55 11.3 %

Abwasser Grundgebühr Fr. 4'043.78 96.5 % Fr. 360.90 80.0 % Fr. 360.90 81.3 %

Abwasser Mengengebühr Fr.    146.87 3.5 % Fr.   90.00 20.0 % Fr.   82.80 18.7 %

Kehricht Grundgebühr Fr. 1'733.05 86.1 % Fr. 360.90 87.6 % Fr. 360.90 88.5 %

Kehricht Mengengebühr Fr.    279.05 13.9 % Fr.   51.00 12.4 % Fr.   46.90 11.5 %

Total Grundgebühr Fr. 6'601.48 92.5 % Fr. 923.05 84.5 % Fr. 923.05 85.6 %

Total Mengengebühr Fr.    537.72 7.5 % Fr. 168.75 15.5 % Fr. 155.25 14.4 %

Gestützt auf diese Tabelle machten die Einsprecher geltend, das 

Äquivalezprinzip sei verletzt. Die Gebühr stehe in einem offensichtlichen 

Missverhältnis zum objektiven Wert der bezogenen Leistung. Das 

Bundesgericht habe ausgeführt, dass bei der Kehrichtentsorgung die 

Grundgebühr etwa einen Drittel der gesamten Entsorgungskosten 

ausmachen sollte, und dass bei Wasser und Abwasser die Grundgebühren 

tiefer sein sollten als die Mengengebühren.

3. Mit Entscheid vom 18. August 2004 wies die Gemeinde … die Einsprache ab. 

Der von den Einsprechern angestellte Vergleich mit … werde dem Modell … 

wenig gerecht. Zudem seien in … in den letzten Jahren generell zu tiefe 

Verbrauchsgebühren erhoben worden. Schliesslich seien die 

Infrastrukturkosten für die Abwasserentsorgung, die Wasserversorgung und 

die Kehrichtentsorgung auf eine Spitzenauslastung auszulegen, und die 

Fixkosten dieser Anlagen betrügen weit mehr als 50 %; diesem Umstand 

werde mit einem höheren Grundgebührenanteil Rechnung getragen.

4. Gegen diesen Entscheid erhoben … am 3. September 2004 rechtzeitig 

Rekurs ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragten 

die Reduktion der Gebühren entsprechend dem Bundesgerichtsentscheid 

2P.266/2003. Zur Begründung verwiesen sie auf die Argumente in der 

Einsprache. Zudem machten sie geltend, die Verbrauchsgebühr für den 

Kehricht werde aufgrund des Wasserverbrauchs erhoben, was 

bundesrechtswidrig sei (BGE 129 I 290 = 2P.31/2003). Die Gemeinde hätte 

in ihrem Fall aufgrund des Missverhältnisses zwischen Grund- und 

Verbrauchsgebühr eine Sonderregelung gestützt auf Art. 27 Ziff. 3 des 

kommunalen Reglements über die Abfallbewirtschaftung (AbR) vornehmen 

können. Dass die Verbrauchsgebühren generell zu tief angesetzt worden 

seien, sei unerheblich. Einerseits sei es Sache der Gemeinde die Gebühren 

korrekt anzusetzen, und anderseits läge selbst bei Verdoppelung der 

Verbrauchsgebühr 2002 und 2003 in ihrem Falle ein rechtswidriges 

Missverhältnis zwischen Grund- und Verbrauchsgebühr vor. Es treffe 

schliesslich auch nicht zu, dass die Auslegung der Infrastruktur auf 

Spitzenbelastungen einen höheren Anteil der Grundgebühr rechtfertige, 

werde dies doch bereits durch die einmaligen Anschlussgebühren der 

Grundeigentümer erfasst.

5. Die Gemeinde … beantragte die Abweisung des Rekurses. Die 

Grundgebühren stünden in einem durchaus zulässigen Verhältnis zu den 

Mengengebühren. Verursacher- und Äquivalenzprinzip sowie 

Gleichbehandlungsgebot würden nicht verletzt.

6. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien im Wesentlichen an 

ihren Positionen fest. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Rekursgegenstand ist die Frage, ob die von der Gemeinde … in Rechnung 

gestellten Grundgebühren rechtmässig sind. In den Erw. 2 und 3 wird die 

Situation in Bezug auf Wasser und Abwasser, in Erw. 4 in Bezug auf den 

Kehricht überprüft.

2. Gemäss Art. 82 des Gemeindebaugesetzes (BG) erhebt die Gemeinde … zur 

Deckung der Kosten für den Betrieb, den Unterhalt und die Erneuerung der 

öffentlichen Anlagen der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung 

jährlich wiederkehrende Benützungsgebühren. Diese setzen sich zusammen 

aus einer Grundgebühr und einer nach dem tatsächlichen Verbrauch 

berechneten Mengengebühr (Art. 86 Ziff. 2 BG). Bemessungsgrundlage für 

die Grundgebühr bildet der indexierte Neuwert des Gebäudes gemäss 

jährlicher Rechnungsstellung der kantonalen Gebäudeversicherung (Art. 26 

des Reglements über die Wasserversorgung (WvR) bzw. über die 

Abwasserbehandlung (AwR)). Bemessungsgrundlage für die 

Mengengebühren für Wasser und Abwasser bildet der 

Frischwasserverbrauch gemäss Wasserzähler (Art. 27 WvR, Art. 27 AwR). 

3. a) Die Rekurrenten sind der Ansicht, in ihrem Falle seien die Grundgebühren im 

Verhältnis zu den Mengengebühren zu hoch; damit würde das Verursacher- 

und das Äquivalenzprinzip verletzt. 

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung markiert das 

Äquivalenzprinzip als gebührenrechtliche Ausgestaltung des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes die äusserste Grenze der willkürfreien und 

rechtsgleichen Belastung mit Abgaben: Eine Gebühr, welche in einem 

offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der staatlichen Leistung 

steht und sich nicht in vernünftigen Grenzen hält, verletzt das 

Äquivalenzprinzip und mithin Art. 8 bzw. Art. 9 der Bundesverfassung (BV; 

BGE 2P.130/2002; 126 I 180). 

Das in Art. 74 Abs. 2 BV verankerte Verursacherprinzip besagt, dass 

derjenige, der schädliche Einwirkungen auf die Umwelt verursacht, die Kosten 

für die Beseitigung zu tragen hat. Für den Abwasserbereich sieht Art. 60a des 

Gewässerschutzgesetzes (GSchG) die Ueberbindung der Kosten für Bau, 

Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz der Abwasseranlagen an die 

Verursacher vor; bei der Festsetzung der Gebühren sind insbesondere die Art 

und die Menge des erzeugten Abwassers zu berücksichtigen. Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts verlangt Art. 60a GSchG nicht, dass die 

Abwassergebühren ausschliesslich proportional zur effektiv produzierten 

Menge des Abwassers erhoben werden, doch muss zwischen den 

Benützungsgebühren und dem Ausmass der Beanspruchung der 

Entsorgungseinrichtung ein gewisser Zusammenhang bestehen; die 

Abgabenhöhe muss eine Abhängigkeit zur Abwassermenge aufweisen, was 

eine Schematisierung dieses Faktors aber nicht ausschliesst (BGE 129 I 290). 

Da die Infrastruktur für die Abwasserentsorgung unabhängig von der 

tatsächlichen Inanspruchnahme durch die einzelnen Liegenschaften 

aufrechterhalten werden muss, darf ein Teil der damit verbundenen 

Aufwendungen den Benützern durch eine mengenunabhängige Grundgebühr 

überbunden werden (BGE 2P.266/2003). Für die Festsetzung dieser 

Grundgebühr ist der Gebäudeversicherungswert solange ein vertretbares 

Kriterium, als er die Grösse der Liegenschaft und damit das Ausmass von 

deren möglicher Nutzung zum Ausdruck bringt, von der auch die 

wahrscheinliche oder maximal zu erwartende Inanspruchnahme der 

öffentlichen Entsorgungseinrichtungen abhängt. Untauglich für die 

Bemessung der Grundgebühr ist der Gebäudeversicherungswert hingegen, 

wenn seine Höhe durch Besonderheiten der Baute bedingt ist und nicht das 

mögliche Ausmass der entsorgungsrelevanten Nutzung zum Ausdruck bringt. 

Letzteres kann bei sehr luxuriösen Liegenschaften mit ungewöhnlich grossem 

Raumangebot der Fall sein (BGE 2P.266/2003). Diese primär für den Bereich 

Abwasser entwickelte Rechtsprechung kann sinngemäss auf den Bereich 

Wasser übertragen werden.

c) Die Gemeinde … erhebt für Wasser und Abwasser eine nach dem 

Gebäudeversicherungswert bemessene Grundgebühr und eine nach dem 

Frischwasserverbrauch bemessene Mengengebühr. Dieses System 

entspricht grundsätzlich den bundesrechtlichen Vorgaben und der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Erw. 3.b). Entgegen der Ansicht 

der Rekurrenten ist in ihrem Fall ein Abweichen von diesem System nicht 

angezeigt. Die … verfügt über drei Schlafzimmer, ein Wohn-Esszimmer, 

Küche, Bad und Dusche. Angesichts des Gebäudeversicherungswerts von Fr. 

649'000 kann von einer "normalen" Liegenschaft ausgegangen werden, für 

eine luxuriöse Liegenschaft mit ungewöhnlich grossem Raumangebot gibt es 

keinerlei Anzeichen. Die Rekurrenten können somit im Hinblick auf die 

Bemessungsgrundlage aus BGE 2P.266/2003 nichts zu ihren Gunsten 

ableiten; in ihrem Falle bringt der Gebäudeversicherungswert nämlich anders 

als in BGE 2P.266/2003 die Grösse der Liegenschaft zum Ausdruck, von der 

die wahrscheinliche oder maximal zu erwartende Inanspruchnahme der 

öffentlichen Einrichtungen abhängt.

d) Zum Verhältnis zwischen Grundgebühren und mengenabhängigen Gebühren 

äussert sich das Bundesgericht nicht konkret, es führt aber aus, dass die 

Grundgebühren in der Regel einen niedrigeren Kostenanteil als die 

mengenabhängigen Gebühren deckten (BGE 2P.266/2003). Die Praxis des 

Verwaltungsgerichts stützt sich in dieser Frage auf die von der Bündner 

Vereinigung für Raumplanung herausgegebenen Musterregelemente über die 

Abwasserbehandlung bzw. die Wasserversorgung in den Bündner 

Gemeinden. Hierin wird vorgeschlagen, dass ein Anteil von 50 - 75 % auf die 

Grundgebühren und ein solcher von 50 - 25 % auf die Mengengebühren 

entfallen solle. Diese von Fachleuten erarbeiteten Ansätze werden der 

Kostenstruktur für die Anlagen der Wasserversorgung und 

Abwasserentsorgung gerecht. Wohl entfällt bei diesen Anlagen ein grosser 

Teil der Kosten auf die Erstellung, welche durch Beiträge und einmalige 

Anschlussgebühren abgegolten werden. Aber auch die Betriebskosten dieser 

Anlagen sind weitgehend unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch, müssen 

doch dabei die Kosten für Abschreibungen, Zinsen, Unterhalt, Sanierungen, 

Ersatz, Anpassungen und Rückstellungen berücksichtigt werden (VGU A 04 

65). Auch im vorliegenden Fall kann auf diese Praxis des Verwaltungsgerichts 

abgestellt werden, da sie gegenüber derjenigen des Bundesgerichts für einen 

Tourismuskanton mit einem relativ hohen Anteil an Zweitwohnungen 

passender erscheint. Diese Praxis findet auch Rückhalt in der Lehre, vertritt 

doch Peter Carlen in "Die Erhebung der Abwassergebühren aus rechtlicher 

Sicht" (URP 1999, S.566) die Ansicht, dass in Gebieten mit hohem 

Ferienwohnungsanteil ein höherer Teil der Gesamtkosten durch Grund- und 

ein entsprechend kleinerer durch Mengengebühren zu decken ist.

Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt das Verhältnis 50 - 75 % 

Grundgebühr zu 50 - 25 % Mengengebühr für eine normale, ganzjährige und 

der Grösse der Liegenschaft entsprechende Nutzung. Wird eine Liegenschaft 

unternutzt, so ist es mit dem Verursacher- und dem Aequivalenzprinzip auch 

vereinbar, wenn der Anteil der Grundgebühr höher liegt als 75 % (VGU A 04 

65). Auch das Bundesgericht ist der Ansicht, dass Verursacher- und 

Aequivalenzprinzip nicht verletzt sind, wenn eine Liegenschaft nur wenige 

Tage im Jahr bewohnt wird und die variablen Kosten wegen eines weit 

unterdurchschnittlichen Wasserverbrauchs gegenüber der Grundgebühr 

ausserordentlich niedrig ausfallen (BGE 2P.266/2003).

e) Im vorliegenden Fall stehen sich beim Wasser Fr. 201.25 Grundgebühr und 

Fr. 26.-- Mengengebühr gegenüber. Dies entspricht einem Verhältnis von 88.6 

% zu 11.4%. Beim Abwasser beträgt die Grundgebühr Fr. 360.90, die 

Mengengebühr Fr. 85.--, was einem Verhältnis von 81 % zu 19 % entspricht 

(da die effektive Mengengebühr für 2004 nicht aktenkundig ist, wird der 

Mittelwert der Jahre 2002 und 2003 verwendet). Nach Angaben der 

Rekurrenten wird die … während 12 bis 14 Wochen genutzt, die übrige Zeit 

steht sie leer. Damit liegt eine Unternutzung vor. Wäre die … das ganze Jahr 

über genutzt, so läge der Wasserverbrauch rund 4 Mal höher, was eine 

Mengengebühr von Fr. 104.-- ergeben würde. Zu dieser stünde die 

Grundgebühr von Fr. 201.25 in einem Verhältnis von 66 % zu 34 %, was im 

Rahmen der Praxis des Verwaltungsgerichts liegen würde. Beim Abwasser 

ergäbe sich bei ganzjähriger Nutzung eine Mengengebühr von Fr. 340.--. Zu 

dieser stünde die Grundgebühr von Fr. 360.90 in einem Verhältnis von 52 % 

zu 48 %, was ebenfalls problemlos im Rahmen liegen würde.

f) Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Gemeinde veranlagten 

Grundgebühren für Wasser und Abwasser rechtmässig sind, da der Grund für 

den relativ hohen Anteil der Grundgebühr gegenüber der Mengengebühr in 

der Unternutzung der Liegenschaft und nicht wie in BGE 2P.266/2003 in 

einem unverhältnismäßig hohen Gebäudeversicherungswert liegt.

4. a) Das Äquivalenzprinzip verlangt auch beim Kehricht, dass die Gebühr nicht in 

einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der von der 

Gemeinde erbrachten Entsorgungsleistung steht. Das Verursacherprinzip gilt 

für den Kehricht selbstverständlich ebenfalls (Art. 74 Abs. 2 BV, Art. 32a des 

Umweltschutzgesetzes, USG). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist die 

Aufteilung der Gebühr in verbrauchsunabhängige Grundgebühr (etwa zur 

Abgeltung der Bereitstellung der Sammel- und Transportinfrastruktur) und 

verbrauchsabhängige Mengengebühr zulässig, wobei eine gewisse 

Schematisierung erfolgen darf (BGE 129 I 290). Das Verhältnis zwischen 

Grundgebühr und Mengengebühr soll dabei ungefähr der Relation zwischen 

fixen und mengenproportionalen Kosten entsprechen; die Grundgebühr soll 

demnach 30 bis 60 %, die Mengengebühr 40 bis 70 % der Gesamtkosten 

decken (BGE 2P.266/2003). 

b) Die Gemeinde … erhebt zur Finanzierung der Abfallbewirtschaftung jährlich 

wiederkehrende Abfallgebühren, bestehend aus einer teils auf dem 

Liegenschaftsneuwert und teils auf dem Wasserverbrauch bemessenen 

Grundgebühr (Art. 27 AbR), sowie aus einer in Form von Gebinde- und 

Containergebühren erhobenen Mengengebühr (Art. 29 AbR). 

Ungeschickterweise erhob die Gemeinde den auf dem Wasserverbrauch 

bemessenen Anteil der Grundgebühr 2002 und 2003 aus praktischen 

Gründen unter dem Titel "Verbrauchsgebühr" zusammen mit den 

Mengengebühren für Wasser und Abwasser. Sie hat damit den Anschein 

erweckt, es handle sich bei dieser "Verbrauchsgebühr Kehricht" um eine 

Mengengebühr, analog derjenigen von Wasser und Abwasser. Dem ist aber 

nicht so, vielmehr stellt diese "Verbrauchsgebühr Kehricht" den 

verbrauchsabhängigen Anteil der Grundgebühr gemäss Art. 27 AbR dar. Trotz 

dieser unkorrekten Bemerkung bei der Rechnungstellung wird auch das 

Gebührensystem Kehricht den bundesrechtlichen Anforderungen gerecht. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könnte für die Bemessung der 

Grundgebühr alleine auf den Gebäudeversicherungswert abgestellt werden 

(BGE 120 I 290). Durch das teilweise Abstellen auf den Wasserverbrauch 

bezieht die Gemeinde bei der Bemessung der Grundgebühr ein Element mit 

ein, welches in Zusammenhang mit dem konkreten Anfall von Kehricht steht, 

da Liegenschaften mit hohem Wasserverbrauch tendenziell auch viel Kehricht 

produzieren (BGE 120 I 290). Zentral ist aber, dass diese Grundgebühr 

ergänzt wird durch eine in Form von Gebinde- und Containergebühren 

erhobene Mengengebühr, welche nach allgemein anerkannter Auffassung 

dem Verursacherprinzip in jeder Hinsicht Rechnung trägt. Im Fall BGE 120 I 

290, auf den sich die Rekurrenten ohne Erfolg berufen, lag demgegenüber ein 

Gebührensystem vor, bei welchem die Mengengebühr nach dem 

Wasserverbrauch bemessen wurde, was vom Bundesgericht als nicht mit 

dem Verursacherprinzip vereinbar taxiert wurde.

c) Entgegen der Ansicht der Rekurrenten ist ein Abweichen von dem in … 

vorgesehenen Gebührensystem auch beim Kehricht nicht angezeigt. Wir 

haben gesehen, dass die … eine normale und nicht eine luxuriöse 

Liegenschaft darstellt, so dass bei der Bemessung der Grundgebühr der 

Gebäudeversicherungswert ohne Reduktion berücksichtigt werden darf. Das 

Verhältnis Grund- und Mengengebühr stellt sich anders dar, als die 

Rekurrenten meinen. An Grundgebühr im Sinne von Art. 27 AbR wurden 

ihnen Fr. 360.90 (genannt "Grundgebühr") plus rund Fr. 50.-- (Mittelwert der 

Jahre 2002 und 2003; irreführenderweise "Verbrauchsgebühr" genannt) in 

Rechnung gestellt, was ein Total von Fr. 410.90 ergibt. Dieser kombinierten 

Grundgebühr steht die Mengengebühr in Form von Gebinde- und 

Containergebühren gegenüber. Eine konkrete Ueberprüfung des 

Verhältnisses Grundgebühr-/Mengengebühr ist vorliegend nicht möglich, sind 

doch die Aufwendungen der Rekurrenten für die Mengengebühr nicht 

bekannt. Es liegen aber keinerlei Anzeichen dafür vor, dass diesbezüglich ein 

rechtswidriges Missverhältnis besteht. Rechnet man z.B. Fr. 4.-- an 

Abfallsackmarken pro Woche, so kommt man für eine ganzjährige Nutzung 

auf Fr. 208.--. Zu diesem fiktiven Wert steht die Grundgebühr von insgesamt 

Fr. 410.90 im Verhältnis 66 % zu 34 %, was dem vom Bundesgericht 

vorgegebenen Rahmen sehr nahe kommt. Die Abweichung von wenigen 

Prozenten erscheint angesichts des touristischen Charakters der Gemeinde 

… gerechtfertigt (vgl. Erw. 3.d). Die von der Gemeinde veranlagte 

Grundgebühr für Kehricht erweist sich somit als rechtmässig. 

5. Die Gebührenbelastung der Rekurrenten hält auch vor dem 

Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV) stand. Die bloß zeitweilige Anwesenheit 

der Rekurrenten in ihrem Ferienhaus stellt keinen sachlichen Grund dar, um 

die beanstandeten Grundgebühren herabzusetzen, zumal sich ja die geringe 

Belegung des Ferienhauses in niedrigen Mengengebühren niederschlägt. 

Schliesslich liegt auch kein maßgebliches Missverhältnis zwischen dem 

Gebührenertrag und den durch die Liegenschaft der Rekurrenten 

verursachten Entsorgungskosten vor. Eine Sonderregelung nach Art. 27 Abs. 

3 AbR kommt deshalb nicht in Frage.

6. Der angefochtene Entscheid und die diesem zugrunde liegende 

Gebührenrechnung erweisen sich somit als rechtmässig und der dagegen 

erhobene Rekurs ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die 

Gerichtskosten zu Lasten der unterliegenden Rekurrenten. Diese haben 

zudem die anwaltlich vertretene Rekursgegnerin aussergerichtlich zu 

entschädigen (Art. 75 VGG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 221.--

zusammen Fr. 1'721.--

gehen unter solidarischer Haftung je  zur Hälfe zulasten von … und sind innert 

30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. … entschädigen je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung die Gemeinde 

… aussergerichtlich mit je Fr. 600.--(insgesamt Fr. 1'200.--).