# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96068af6-8a51-5f77-aaff-fe0dec8bdcd8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.12.2021 200 2021 656
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-656_2021-12-09.pdf

## Full Text

200 21 656 UV
SCP/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
bezog ab anfangs Juli 2011 Arbeitslosentaggelder und war über die 
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva (Suva bzw. Beschwerde-
gegnerin) obligatorisch unfallversichert, als am 21. Februar 2012 beim ... 
ein anderer ... in sie hineinfuhr (Akten der Suva [act. II] 1 f.). Im Spital wur-
de gleichentags eine Armplexusparese nach Schulterluxation rechts mit 
grossem knöchernem Ausriss des Tuberculum majus diagnostiziert und die 
Schulter unter Kurznarkose reponiert (act. II 30). Die Suva anerkannte ihre 
Leistungspflicht und gewährte Heilbehandlung und Taggeld (act. II 6 f.). Sie 
holte diverse Arztberichte ein und veranlasste u.a. eine kreisärztliche Un-
tersuchung (Bericht vom 25. Juli 2014; act. II 188). Gestützt auf letztere 
sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 30. Juli 2014 (act. II 191) 
wegen der verbliebenen Beeinträchtigung am rechten Arm (Plexusparese) 
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zu 
und verfügte weiter, dass das Medikament Dafalgan, Physiotherapie im 
Rahmen von maximal drei Serien zu neun Sitzungen pro Jahr sowie eine 
Serie traditionelle chinesische Medizin (TCM) zu 50 %, aber maximal 
Fr. 55.-- pro Sitzung, weiterhin zu Lasten der Suva gingen. Nach weiteren 
medizinischen Abklärungen, insbesondere einer polydisziplinären Begut-
achtung (Gutachten vom 10. März 2020; act. II 362) sprach die Suva der 
Versicherten mit Verfügung vom 21. Dezember 2020 (act. II 420) ab 1. Au-
gust 2014 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20 % zu und 
erhöhte die bereits zugesprochene Integritätsentschädigung um 15 % auf 
insgesamt 25 %. Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 426, 432) hiess 
die Suva mit Entscheid vom 19. Juli 2021 (act. II 440) insoweit teilweise 
gut, als betreffend die Integritätsentschädigung ein Verzugszins zugespro-
chen wurde; im Übrigen wies sie die Einsprache ab, soweit sie darauf ein-
trat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 14. September 2021 erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, Beschwerde. Sie beantragt 
sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 19. Juli 2021 
und die Ausrichtung einer Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % sowie die Ausrichtung einer zusätzlichen Integritätsent-
schädigung bei einer Integritätseinbusse von 30 %.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Juli 
2021 (act. II 440). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invali-

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denrente sowie auf eine Integritätsentschädigung im Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 21. Februar 2012 und dabei insbesondere deren Höhe.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. 
Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 
getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorliegend – 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus-
gebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG). Diese intertemporalrechtliche Ausgangslage wirkt sich hier indes 
nicht entscheidwesentlich aus.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 
UVG; SR 832.20). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 

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177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Steht auf-
grund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein allfällig bestehender 
natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit nicht rechts-
genüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kausalzusammen-
hang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 
472; SVR 2019 UV Nr. 41 S. 157 E. 7.3).

2.4

2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-

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ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beur-
teilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, 
und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkri-
terien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 
3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleudertraumen 
und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie Schädel-
Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Bei psychischen Beschwerden setzt die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, 
dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann 
zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Wor-
ten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss 
BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzu-
knüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den 
sich dabei entwickelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in 

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leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzu-
nehmen ist. Die erlittenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf 
die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von 
der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung ein-
zubeziehen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft 
(BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 
21 S. 76 E. 4.2, 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes 
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge-
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel 
(vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres verneint werden, 
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug 
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass 
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsscha-
den zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a S. 
139).

Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel 
zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende 
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 
183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

 besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 
des Unfalles;

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 die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, 
insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwick-
lungen auszulösen;

 ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
 körperliche Dauerschmerzen;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-
hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 
102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven 
Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 
359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 
S. 174 E. 4b).

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 

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143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 S. 
96 E. 5.2).

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Dass das Ereignis vom 21. Februar 2012 (act. II 1 f.) die kumulati-
ven Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefiniti-
on (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. Die Beschwerde-
gegnerin anerkannte denn auch ihre Leistungspflicht und erbrachte die 
gesetzlichen Leistungen (act. II 7).

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.2.1 Im Bericht des Spitals C.________, vom 21. Februar 2012 
(act. II 30) wurde eine Armplexusparese nach Schulterluxation rechts mit 
grossem knöchernem Ausriss des Tuberculum majus diagnostiziert. Nach 
Reposition in Kurznarkose zeige sich eine gute Artikulation mit regelrechter 
Reposition des Tuberculum majus. Sensomotorische Defizite bestünden 
weiter, wobei Schmerzempfindungen bereits wahrgenommen würden.

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3.2.2 Im Bericht der D.________ vom 21. November 2012 (act. II 130) 
diagnostizierte Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie und Handchir-
urgie, eine spontan regrediente posttraumatische Plexus-parese rechts 
nach Schulterluxation mit Abriss des Tuberculum majus vom 21. Februar 
2012 mit persistenten sensomotorischen Störungen solitär im Ulnarisver-
sorgungsgebiet (S. 1). Neun Monate nach traumatischer Schulterluxation 
rechts mit initial inkompletter Plexusparese habe sich eine Restitution ein-
gestellt für die N. radialis und medianus noch nicht aber für die distalen 
Plexusanteile, insbesondere den N. ulnaris. Einem Arbeitseinsatz stehe 
nichts mehr im Wege. Repetitive Belastungen, hohe Anforderungen an eine 
intakte Feinmotorik und das Tragen grösserer Gewichte könnten jedoch 
erst nach einem Jahr, wenn rechnerisch die Regeneration abgeschlossen 
sei, abverlangt werden. Empfohlen werde der Behandlungsabschluss nach 
Regeneration des N. ulnaris, was erst Ende 2013 gewährleistet sein werde. 
Mit geringer Rücksicht auf die Limitationen könne aber an einem geeigne-
ten Arbeitsplatz dennoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erlangt werden 
(S. 2). 

3.2.3 Im Bericht des Spitals F.________, vom 30. April 2014 (act. II 180) 
wurde ausgeführt, die motorische Neurographie des N. ulnaris rechts sei 
inklusive F-Wellen-Analyse normal. Die distale motorische Neurographie 
des N. ulnaris sei ebenfalls normal. Die sensibel-antidrome Neurographie 
des N. ulnaris rechts zeige einen Normalbefund. In den sensibel-
orthodromen Neurographien beider Nn. Ulnares zeigten sich symmetrische 
und beidseits normale Befunde. In der Nadelmyographie des M. deltoideus 
rechts liessen sich diskrete Denervationszeichen bei normaler Willkürakti-
vität nachweisen. Die Willison-Analyse sei normal. Die Nadelmyographie 
des M. interosseus dorsalis zeige einen Normalbefund. Somit gebe es elek-
trophysiologisch kein erklärendes Korrelat für die Sensibilitätsstörungen im 
Ulnarisversorgungsbereich rechts. Die diskreten Denervationszeichen im 
M. deltoideus rechts entsprächen einem Residualbefund bei Plexusläsion 
von 2012.

3.2.4 Im Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 25. Juli 2014 
(act. II 188) nannte der Suva-Kreisarzt Dr. med. G.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als 

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Diagnosen einen Status nach HWS-Distorsion vom 31. Mai 1986, eine Dis-
cushernie C6/C7 unfallfremd und einen Status nach ...unfall vom 21. Fe-
bruar 2012 mit/bei Schulterluxation rechts mit Fraktur des Tuberculum ma-
jus und distal betonter, inkompletter Plexusparese rechts in Remission. Seit 
der Untersuchung vom 10. September 2013 (vgl. act. II 167) habe sich kei-
ne relevante Befundänderung ergeben, die Ergotherapie sei beendet und 
die neurologische Verlaufskontrolle habe im Bereich des deltoideus noch 
leichte Denervationszeichen, distal kein objektivierbarer pathologischer 
Befund mehr nach Plexusparese gezeigt. An der somatisch-
objektivierbaren Situation der rechten oberen Extremität in Bezug auf die 
Unfallfolgen habe sich in den letzten fünf Monaten nichts mehr verändert 
und es könne aktuell zweifelsfrei der Fallabschluss erfolgen. Von weiteren 
Behandlungen könne in Bezug auf die Plexusparese keine relevante Ver-
besserung mehr erwartet werden (S. 9). Bezogen auf die Integritätsent-
schädigung gemäss UVG Tabelle 1 (Ulnarislähmung distal, 10 % bei ver-
bliebenen Residuen mit Hypästhesie in der ulnarisabhängigen Hand) sei 
das Residuum grosszügigerweise mit dem halben Wert der Parese, näm-
lich mit 5 %, zu bewerten. In gleicher Weise sei mit dem Schulterbereich zu 
verfahren, hier sei bei Hypästhesie im Deltoideusbereich und elektroneuro-
graphisch noch knapp nachweisbaren Denervationspontentialen die Erheb-
lichkeitsgrenze fraglich, es seien aber trotzdem weitere 5 % hinzuzufügen, 
somit entstehe ein Gesamtintegritätsschaden von 10 % (act. II 189).

3.2.5 Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS H.________, vom 
25. August 2015 (act. II 206 S. 2 ff.) zuhanden der IV-Stelle Bern wurden 
folgen Diagnosen gestellt (S. 32):

Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (angestammte Tätigkeit) 

• Rezidivierende depressive Störung, derzeit Episode mittelschwer bei ängstlich, 
selbstunsicherer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 F33.1) 

• Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41) 

• Status nach traumatischer Armplexus-Schädigung rechts im Februar 2012 mit 
Schwerpunkt des unteren Armplexus (funktional zwischenzeitlich weitgehende 
Restitution, nicht mehr nachweisbare Sensibilitätsstörung, residual nur noch 
Trömnerreflex-Abschwächung rechts)

• Motorische leichte Kraftminderung algophob bei myofaszialem Schmerzsyn-
drom (Musculus infrascapularis rechts, ulnare humera-epikondyläre Reizsym-
ptomatik rechts) 

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• Zervikal-, Dorsal-, Lumbalsyndrom mit deutlicher muskulärer Dysbalance bei 
multiplen degenerativen Veränderungen (Bandscheibenprotrusion, foraminalen 
Einengungen vormals und Myelonkompression) 

• Knöchern konsolidierte Tuberculum majus-Fraktur mit ganz leichter Dislokation 
und weitgehend abgeklungenes Schulter-Hand-Syndrom nach einem ...unfall 
vom 21. Februar 2012 

• St. n. Amotio retinae rechts bei Myopie mit familiärer Vitreoretinopathie

Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit

• Primäre episodische Migräne, teilweise mit Aura 
• Zervikalsyndrom ohne klinisch-neurologische radikuläre Reiz- oder Defizitsym-

ptomatik bei degenerativer HWS-Pathologie HWK 5-7 
• Z. n. Distorsion und Kontusion der HWS 1986, Februar 2013 
• Beginnende Retropatellararthrose bds. nach einer alten Prellfolge bds. 
• Momentan reizfreie Coxa valga bds. 
• Weitgehend abgeklungene Prellfolgen rechtes Ellenbogengelenk mit medialer 

Insertionstendopathie rechts 
• Knick-Spreiz-Fuss 
• Primäres Offenwinkelglaukom bds., rechts bei Status nach Argonlasertrabeku-

loplastik 
• Pseudophakie und Status nach YAG-Kapsulotomie bds. 
• Status nach Argonlaserabriegelung der Netzhautperipherie bds. 
• Status nach Cerclageentfernung rechts 
• Siccasymptomatik, Esophorie und Hyperphorie rechts

Aus psychiatrischer Sicht sei in Zusammenschau der in der Summe und 
zudem sich wechselseitig beeinflussenden somatischen wie auch psychi-
schen Gesundheitsleiden gegenwärtig die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, 
jedoch erscheine beim aktuellen psychiatrischen Bild eine Steigerung 
durchaus möglich, wobei aktuell von einer Leistungsfähigkeit von 60 % 
auszugehen sei. Aus neurologischer Sicht sei davon auszugehen, dass 
sich die Beschwerdeführerin im Februar 2012 bei einem ...unfall eine Arm-
plexusschädigung rechts zugezogen habe, aus welchem sie bis dato noch 
residuelle Beschwerden schildere. Zwischenzeitlich habe sich die Sympto-
matik jedoch deutlich zurückgebildet, die Oberflächensensibilität habe sich 
normalisiert, es bestehe nur noch ein innerliches subjektives Missempfin-
den, welches aber vielmehr einer myofaszialen Symptomatik entspreche. 
Die noch geklagte Schmerzsymptomatik im Schulterbereich mit Ausstrah-
lung in den rechten Arm sei nicht als neuropathischer Schmerz und damit 
nicht der Plexusschädigung zuzuschreiben, sondern vielmehr einer myo-
faszialen Schmerzkettenreaktion. Insbesondere im Areal des Epikondylus 
humeri ulnaris zeige sich aber auch eine deutliche Schwellung und Druck-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 13

empfindlichkeit, welche offensichtlich seit dem Unfallereignis 2012 persis-
tiere. Ansonsten seien neurologisch ein unspezifischer Nackenschmerz 
und eine diffuse myalgische Projektion bis hin zum thorakolumbalen 
Übergang ebenfalls mit dumpf ziehenden Charakter zu erwähnen. Gegen-
wärtig sei nur noch ein leichter, von der Schulter in den rechten Arm 
ausstrahlender Schmerz als myofasziales Syndrom zu konstatieren. Es 
könnten keine neuropathischen aus dem Armplexus degenerierenden 
Schmerzursachen festgestellt werden. Die Armbelastbarkeit rechts sei da-
durch derzeit noch leicht behindert, dabei seien insbesondere Arbeiten im 
Greifraum über Brusthöhe schmerzverstärkend; mechanisch belastende 
Tätigkeiten der rechten Hand seien derzeit noch nicht geeignet, zumal eine 
leichte Faustschlussminderung bestehe, insbesondere aber in Form einer 
Schmerzsymptomatik im humeroepikondylären ulnaren Bereich rechts. Die 
gegenwärtige Arbeitstätigkeit im ... des I.________ sei entsprechend als 
körperlich sehr leichte Tätigkeit durchaus möglich, allenfalls seien durch die 
bei den repetitiven Umwendbewegungen beim Sortieren der ... auftreten-
den Mehrbelastungen auch im Schulterbereich rechts vereinzelte Pausen 
sinnvoll, weshalb die Leistungsfähigkeit maximal um 10 % reduziert er-
scheine, das Tagespensum wäre rein neurologisch betrachtet ohne Ein-
schränkungen zu werten (S. 29). Aus internistischer Sicht liege keine nen-
nenswerte gesundheitliche Störung vor. Aus ophthalmologischer Hinsicht 
bestehe einwandfrei ein Augenleiden mit Zustand nach mehreren operati-
ven Eingriffen rechts mehr als links; das Ausmass der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit sei mit 80 % einzuschätzen. Aus orthopädischer Sicht seien 
Funktionseinschränkungen der HWS und LWS sowie auch endgradig im 
rechten Schultergelenk belegbar. Klinisch könne eine beginnende Retropa-
tellararthrose beidseits nachgewiesen werden. Belastungsabhängig zeigten 
sich Reizzustände im rechten Ellbogengelenk im Sinne einer leichten Ex-
tensionstendopathie. In leichter Disklokation sei die Tuberculum majus 
Fraktur rechts nach einer traumatischen Schulterluxation verheilt (S. 30). 
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, leichte Tätigkeiten mit Heben und 
Tragen von Gegenständen von 5-10 kg und evtl. auch leichte bis mittel-
schwere bis 15 kg in geringem Masse, in rückenschulgerechter Haltung, in 
temperierten Räumen, einem gut orthopädisch angepassten Arbeitsplatz, 
im Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und Gehen, ohne Zeitdruck, mit Erho-
lungspausen zu verrichten. In Zusammenschau der in der Summe und zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 14

dem sich wechselseitig beeinflussenden somatischen wie psychischen Ge-
sundheitsleiden sei gegenwärtig von einer interdisziplinären Gesamtar-
beitsfähigkeit von 60 % auszugehen (S. 31) sowohl als ... im ... (vorrangig 
in Form einer reduzierten Präsenzzeit bei weitgehend erhaltenem Rende-
ment) als auch in einer optimal angepassten Verweistätigkeit (S. 33).

3.2.6 Im Bericht des Spitals F.________, vom 3. November 2017 
(act. II 277) wurden als Diagnosen ein chronisches Reizsyndrom N. ulnaris 
rechts infraklavikulär und Sulcus rechts, eine chronische Zervikozephal-
obrachialgie rechts bei schwerer Segmentdegeneration C5/6 und C6/7, 
moderate Degeneration C4/5 mit foraminaler Stenose C6 und C7 rechts, 
ein Morbus Dupuytren Stadium 0-1 Strahl III und IV Hand links sowie der 
Verdacht auf ein Stickler-Syndrom mit/bei multiplen Beschwerden des Be-
wegungsapparates und chronisch rezidivierende Glaukome mit rezidivie-
renden Augenoperationen genannt (S. 1). Die Teilursache der aktuellen 
Einschränkungen der rechten oberen Extremität sei zu 50 % auf den Unfall 
zurückzuführen. Die rechte Hand, Ellbogen und Schulter seien sicherlich 
seit dem 10. September 2013 nicht wesentlich besser geworden aufgrund 
der multiplen anderen Probleme und dem "Ping-Pong-Effekt". Der 
M. anconeus epitrochlearis im Sulcus habe keinen Zusammenhang mit 
dem Unfall (S. 2).

Im Bericht vom 15. Januar 2019 nannten die Behandler des Spitals 
F.________ als Diagnose ein genetisch nachgewiesenes Stickler-Syndrom. 
Es liege ein genetisches Weichteilsyndrom vor, welches sich zu einem 
massiven Schmerzproblem ausweite, wenn nicht regelmässig Therapie 
durchgeführt werde (act. II 322).

3.2.7 Im Verlaufsbericht des Spitals F.________ vom 7. Februar 2019 
(act. II 321) wurde ausgeführt, die Neurographien des N. ulnaris rechts sei-
en normal. Die distale Neurographie des N. medianus rechts zeige ausser 
einer leicht verminderten F-Wellen Persistenz einen normalen Befund. We-
der klinisch noch elektrophysiologisch liessen sich die Beschwerden einer 
eindeutigen radikulären oder peripheren Nervenläsion zuordnen (S. 4). 
Aufgrund der Schmerzqualität sei eine neuropathische Schmerzkomponen-
te anzunehmen (S. 5.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 15

3.2.8 Im Gutachten der MEDAS J.________ vom 10. März 2020 
(act. II 362) wurden interdisziplinär folgende Diagnosen genannt (S. 11 f.):

Unfallkausale Diagnosen mit (passagerem) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. St. nach ...-Kollisions-Unfall am 21. Februar 2012 mit 
2. Schulterluxation rechts und Ausrissfraktur des Tuberculum majus humeri 

rechts 
- Frozen shoulder rechts 

3. Traumatische Armplexusläsion rechts am 21. Februar 2012 (ICD-10 S14.3) 
- Initialbefunde: komplette Armplexusparese rechts 
- ENMG (initial am 16. März 2012): EMG M. deltoideus rechts mit pathologi-

scher Spontanaktivität, M. biceps brachii mit normaler Aktivität, M. exten-
sor digitorum communis mit pathologischer Spontanaktivität, M. abductor 
pollicis brevis mit pathologischer Spontanaktivität, M. abductor digiti minimi 
mit pathologischer Spontanaktivität entsprechend einer axonalen Schädi-
gung des Armplexus

- ENMG (am 30. April 2014): elektrophysiologisch bis auf diskrete Denerva-
tionszeichen im M. deltoideus rechts unauffällig
- Neurologische Residuen (aktuell): Parästhesien Oberarm rechts so-

wie elektrophysiologisch (April 2014): diskrete Denervationszeichen 
im M. deltoideus rechts; Schulter-positions-/rotationsabhängige Dys-
ästhesien bei V.a. narbiger Irritation 

Unfallfremde Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Langjährige posttraumatische Belastungsstörung im Kontext der Gewalter-
fahrung in der Ehe (ICD-10 F43.1)
- mit Entwicklung dissoziativer Symptome (ICD-10 F44.9 [=sonstige 

näher bezeichnete dissoziative Störungen]) 
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren (ICD-10 F45.41)
2. Abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
3. Rezidivierende depressive Störung, ggw. leichte Episode (ICD-10 F33.0)

- Erstepisode 2007 
- Mittelschwere Symptomatik 2015 (ICD-10 F33.1)
- Suizidversuch mit Alkohol- und möglicher Tablettenintoxikation 2012 

oder 2013 (ICD-10 X65)
4. Chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.82): 

- mit intermittierender zervikobrachialer Schmerzausstrahlung rechts, 
überwiegend pseudoradikulärer Genese

- Diskushernie C6/7 2011 mit St. n. sensiblem radikulärem Reiz- und 
Ausfallsyndrom C7 rechts 

5. Sulcus ulnaris-Reizsyndrom rechts (ICD-10 G56.2) 
6. Stickler-Syndrom 

a. mässig ausgeprägte Coxarthrose bds. 
b. diffuse Schmerzen in beiden Füssen 

7. St. n. Amotio retinae rechts bei Myopie mit familiärer Vitreoretinopathie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 16

Unfallfremde Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Atypische anorexia nervosa (ICD-10 F50.1)
2. Beginnender M. Dupuytren linke Hand

Am 21. Februar 2012 habe die Beschwerdeführerin bei einem Kollisions-
Unfall beim ... eine Schulterluxation rechts mit Abrissfraktur des Tubercu-
lum majus humeri und begleitender Armplexusparese rechts erlitten. Die 
Schulterluxation sei gleichentags in Narkose reponiert und die Tuberculum-
fraktur sei konservativ behandelt worden mit problemloser knöcherner Aus-
heilung. Es persistiere orthopädisch eine deutliche Einschränkung der Be-
weglichkeit i.S. einer Frozen shoulder, die rechte Schulter könne passiv 
nicht mehr als 100° abduziert und nach vorne eleviert werden, aktiv 80°. Ab 
Unfalltag sei eine zunächst komplette Armlähmung rechts dokumentiert mit 
im Verlauf deutlicher und rascher Erholung der sensomotorischen Ausfälle 
bei erhaltener Nervenkontinuität, was für eine Plexuszerrung und nicht für 
eine Zerreissung von Plexusanteilen spreche. In der Folge der Plexusaffek-
tion habe sich relativ früh (ca. März 2012) eine Hyperpathie des gesamten 
rechten Armes als Korrelat eines durch die traumatische Plexusläsion aus-
gelösten neuropathischen Schmerzsyndroms im Frühverlauf ausgebildet. 
Während die sensomotorischen Ausfälle sich kontinuierlich verbessert hät-
ten, habe die Klage über schmerzhafte Dysästhesien im Arm mit Fokussie-
rung auf den Bereich des rechten Ellenbogens im Verlauf zunehmend im 
Vordergrund gestanden (S. 12). Aus aktueller neurologischer Sicht seien 
die Beschwerden im Bereich des rechten Ellbogens mit Ausstrahlung nach 
peripher primär einem Sulcus ulnaris-Syndrom zuzuordnen und nicht einer 
Folge der Plexuszerrung und auch nicht primär einer radikulären Kompres-
sion der C7-er Wurzel bei im MRI der HWS nachgewiesenen foraminalen 
Stenosen mit P.m. C6/C7 und Einengung des prämedullären Raums bei 
foraminaler Stenose C7 rechts. Als Residuum der Plexusschädigung finde 
sich eine Sensibilitätsstörung/Kälteparästhesien über dem M. deltoideus. 
Die anamnestisch berichteten elektrisierenden Dysästhesien bei Aussenro-
tation und Elevation des rechten Armes seien aus neurologischer Sicht 
überwiegend wahrscheinlich auf eine narbige Irritation einzelner Plexusfa-
sern zurückzuführen und damit als unfallkausal anzusehen. Im Weiteren 
dominierten insbesondere Sensibilitätsstörungen im Bereich des rechten 
Arms mit einer Hypästhesie, unterhalb des Sulcus ulnaris über die ulnaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 17

Unterarmseite, die Finger III bis V dorsalseits und die ulnare Handkante 
sowie den ulnaren Teil des Handrückens und die Handinnenfläche rechts 
sich erstreckend. Zusätzlich habe sich eine Hypalgesie dorsalseits der Fin-
ger III und IV auf der rechten Seite gezeigt. Diese Beschwerden sprächen 
primär für eine reine Reizsymptomatik im Bereich Sulcus ulnaris. Die im 
Hand-/Unterarmbereich über das Autonomgebiet des N. ulnaris hinausge-
henden Sensibilitätsstörungen seien als Symptomausweitung im Rahmen 
der chronischen Schmerzstörung zu interpretieren. In orthopädischer Hin-
sicht persistiere eine Frozen shoulder mit einer unfallbedingt anzunehmen-
den 20%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit (bezogen auf ein Voll-
zeitpensum) aufgrund persistierender Schmerzen und der Funktionsein-
schränkung (S. 13). Mit dem rechten Arm könnten keine Überkopfarbeiten 
durchgeführt und lange dauernde uniforme Arbeiten sollten nicht mehr als 
während 30 Minuten am Stück ausgeführt werden. In den schmerzhaften 
Belastungs- und Bewegungseinschränkungen mitberücksichtigt seien die 
aus neurologischer Sicht anzunehmenden elektrisierenden Dysästhesien 
bei Aussenrotation und Elevation des rechten Armes aufgrund narbiger 
Irritation einzelner Plexusfasern, sonstige spezifische neurologisch be-
gründbare unfallkausale Einschränkungen bestünden nicht. Das Cervikal-
syndrom sei vorbestehend. Die Nackenbeschwerden hätten sich nach dem 
Unfall akzentuiert, es könne jedoch bei fehlender struktureller Läsion nicht 
von einer richtungsgebenden, sondern von einer vorübergehenden Ver-
schlimmerung ausgegangen werden. Vorbestehend sei ein Stickler-
Syndrom bekannt. Damit im Zusammenhang stünden die ausgeprägten 
Augenprobleme, ebenso die seit längerer Zeit bestehenden diffusen 
Schmerzen im Bereich beider Hüftgelenke und in den Füssen. Es sei wahr-
scheinlich, dass auch die Fussschmerzen mit dem Stickler-Syndrom im 
Zusammenhang stünden. Die Schmerzen würden stark moduliert durch die 
langjährige und komplexe psychiatrische Vorgeschichte. Eine kurze vorü-
bergehende Verschlechterung im Rahmen des Unfalls sei aus psychiatri-
scher Sicht nicht ausgeschlossen, es könne jedoch nicht von einer rich-
tungsgebenden Verschlimmerung ausgegangen werden. Der geschilderte 
...unfall sei in der Regel nicht geeignet eine schwere psychische Problema-
tik zu verursachen (S. 14). Insgesamt könne somit nur von einer möglichen 
natürlichen Teilkausalität der psychiatrischen Krankheiten (speziell der 
chronischen Schmerzstörung) zum ...unfall ausgegangen werden (S. 15). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 18

Die Integritätsentschädigung betrage insgesamt 25 %, 10 % aufgrund der 
neurologischen Residuen der Armplexusläsion (Kälteparästhesien und neu-
ralgiforme, Schulterpositions-abhängige Dysästhesien) und 15 % aufgrund 
der Frozen shoulder (S. 16).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). Eine von ande-
ren mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung 
vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört 
vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenma-
terial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. 
Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Ver-
waltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweis-
würdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 
(act. II 440) stützt sich in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das poly-
disziplinäre Gutachten der MEDAS J.________ vom 10. März 2020 
(act. II 362), basierend auf einer internistischen, psychiatrischen, orthopä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 19

dischen und neurologischen Untersuchung. Das Gutachten (inkl. Teilgut-
achten) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Be-
weiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 
3.3 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen 
Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nach-
vollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten me-
dizinischen Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen 
anlässlich der interdisziplinären Gesamtbeurteilung. Insoweit kommt dem 
Gutachten (inkl. Teilgutachten) voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353); darauf ist abzustellen. Die anwaltlich vertretene Be-
schwerdeführerin hat im Übrigen nicht einmal ansatzweise dargetan, inwie-
fern die Expertise den Beweisanforderungen nicht genügen soll.

Die Experten der MEDAS J.________ haben überzeugend und nachvoll-
ziehbar dargelegt, dass infolge des ...unfalls vom 21. Februar 2012 – bei 
welchem sich die Beschwerdeführerin eine Schulterluxation rechts mit Ab-
rissfraktur des Tuberculum majus und begleitender Armplexusparese zu-
gezogen hatte (act. II 30) – einerseits eine Einschränkung der Beweglich-
keit der rechten Schulter i.S. einer Frozen shoulder persistiert und anderer-
seits sich die rechtsseitige Armlähmung betreffenden sensomotorischen 
Ausfälle (bei erhaltener Nervenkontinuität) deutlich und rasch erholten bzw. 
die Folgen der Armplexusläsion weitgehend ausheilten und diesbezüglich 
als Residuum eine Sensibilitätsstörung im Bereich des rechten Oberarms 
sowie eine leichte Denervation im M. deltoideus rechts ohne feststellbare 
motorische Defizite (Paresen) verbleibt (act. II 362 S. 12 f, 16). Dies findet 
denn auch Rückhalt in den Akten: Am 19. Juni 2012 hielt der Behandler 
des Spitals F.________ fest, dass die Tuberculum majus Fraktur in leichter 
Dislokation konsolidiert sei. Die Plexusparese sei weiter regredient und nun 
sei auch im Deltoideus eine gewisse Aktivität palpierbar. Die Schulter sei 
nach wie vor steif (act. II 73). Im Bericht des Spitals K.________ vom 
28. August 2012 (act. II 91) wurde weiter festgehalten, dass im Vergleich 
zur Kontrolle vor neun Wochen riesige Fortschritte erzielt worden seien. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 20

glenohumerale Abduktion und Aussenrotation sei zwar noch etwas einge-
schränkt. Der M. deltoideus sei auch deutlich kräftiger geworden. Der be-
handelnde (Hand-)Chirurge Dr. med. E.________ berichtete am 21. No-
vember 2012, dass sich eine Restitution für den N. radialis und den N. me-
dianus eingestellt habe, noch nicht aber für die distalen Plexusanteile, ins-
besondere den N. ulnaris. Es finde sich aber eine fristgerechte Regenerati-
on (act. II 130 S. 2). Gemäss dem Bericht des Spitals F.________ vom 
30. April 2014 entsprachen die diskreten Denervationszeichen im M. deltoi-
deus rechts einem Residualzustand bei Plexusläsion von 2012 (act. II 180).

Weiter wurde im Gutachten einleuchtend und nachvollziehbar begründet, 
dass die im Bereich des Ellbogens beklagten Schmerzen einem unfallfrem-
den Sulcus ulnaris-Syndrom zuzuordnen sind. So führte die neurologische 
Expertin der MEDAS J.________ aus, bereits im April 2012 habe sich eine 
erhebliche Besserung der sensomotorischen Ausfälle im kurzfristigen Ver-
lauf gezeigt, was gut zu einer Armplexusläsion im Sinne einer Plexuszer-
rung passe und bei erhaltener Nervenkontinuität dem anzunehmenden 
natürlichen Verlauf entspreche. Danach sei erstmals von chirurgischer Sei-
te eine zusätzliche, unfallfremde Pathologie im Bereich des rechten Ellbo-
gens in Höhe des Sulcus ulnaris vermutet worden (Juli 2012). Auffällig sei 
in diesem Kontext die veränderte Symptomatik mit nun neu berichteten 
Berührungsdysästhesien lokal am rechten Ellenbogen über dem Sulcus mit 
Ausstrahlung nach peripher in den Kleinfinger und den ulnaren Anteil des 
Ringfingers, die suggestiv für eine primäre Pathologie im Kubitaltunnel und 
nicht im Plexusbereich seien. Die Tatsache, dass sich in den zahlreichen 
Neurographien mit Oberflächenelektroden, die seit September 2012 regel-
mässig durchgeführt worden seien, keine Auffälligkeiten ergeben hätten, 
widerspreche nicht der Annahme, dass sich im Verlauf und unfallunabhän-
gig ein Sulcus ulnaris-Reizsyndrom ohne sensomotorische Ausfälle und 
ohne elektrophysiologisches Korrelat entwickelt habe. Die wiederholt trig-
gerbaren Dysästhesien im Bereich des Sulcus mit entsprechender 
Ausstrahlung der Dysästhesien in das Autonomgebiet des N. ulnaris, das 
positive Tinelzeichen in Sulcushöhe, das armpostionsabhängige Auftreten 
der Dysästhesien und die in der MR-Neurographie vom 28. März 2017 pos-
tulierte Läsion des N. ulnaris in Sulcushöhe sowie die Schilderungen der 
Beschwerdeführerin liessen auch ohne elektroneurographischen Nachweis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 21

eine primär lokale Ursache in Sulcushöhe wahrscheinlicher erscheinen als 
einen Zusammenhang mit der deutlich proximal gelegenen Armplexusläsi-
on, die sich klinisch fast vollständig erholt habe (act. II 362 S. 129). Im 
Rahmen ihrer Beurteilung setzte sich die neurologische Expertin auch mit 
den relevanten anderweitigen Einschätzungen der behandelnden Arztper-
sonen ausführlich auseinander. Insbesondere legte sie einleuchtend dar, 
dass der von chirurgischer Seite her gezogenen Schlussfolgerung, dass die 
Schmerzen bei fehlenden Hinweisen für eine N. ulnaris Kompression in der 
Elektroneurographie zwangläufig auf die Plexusläsion zurückzuführen sei-
en und weniger wahrscheinlich einem Sulcus ulnaris-Syndrom zugeordnet 
werden könnten, aus neurologischer Sicht insofern nicht zugestimmt wer-
den könne, da es durchaus periphere Nervenreizsyndrome geben könne, 
die auch ohne Nachweis einer sensomotorischen Schädigung in der Neu-
rographie einhergingen. Zwar sei es möglich, dass sich neuropathische 
Schmerzsyndrome nach einer Plexusschädigung mit einer Latenz zum Ers-
tereignis entwickelten und passagere neuropathische Schmerzen im Früh-
verlauf nach der Plexusläsion würden gutachterlich auch für möglich gehal-
ten, jedoch erscheine die Verlagerung und Provozierbarkeit der neu aufge-
tretenen Dysästhesien mit Fokus auf den Ellenbogen nicht mit der ur-
sprünglichen Läsion vereinbar (act. II 362 S. 129). Vielmehr und damit 
überwiegend wahrscheinlich sei von einer zusätzlich neu auftretenden in-
terkurrierenden Pathologie im Bereich des rechten Ellenbogens auszuge-
hen i.S. eines unfallfremden Sulcus ulnaris-Reizsyndroms rechts 
(act. II 362 S. 130). Die Reizerscheinung im Ellenbogenbereich und das 
anzunehmende Sulcus ulnaris-Reizsyndrom mit neuralgiform einschies-
senden Missempfindungen könne bei fehlenden Hinweisen für ein direktes 
Trauma des Ellenbogens nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall von 2012 zurückgeführt werden 
(act. II 362 S. 131 f.). 

Sodann ist gestützt auf das Gutachten der MEDAS J.________ erstellt, 
dass der ...unfall vom 21. Februar 2012 mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit zu einer bloss vorübergehenden Verschlimmerung des degenerati-
ven Vorzustandes an der HWS geführt hat. Das Cervikalsyndrom sei vor-
bestehend bei Behandlung bereits vor dem Unfall und Nachweis einer Dis-
kushernie C6/C7. Die Nackenbeschwerden hätten sich nach dem Unfall 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 22

akzentuiert, es könne jedoch bei fehlender struktureller Läsion nicht von 
einer richtungsgebenden Verschlimmerung ausgegangen werden 
(act. II 362 S. 14). Das MRI der HWS vom 2. Oktober 2012 (act. II 113) 
zeigte denn auch keine signifikante Befundänderung im Vergleich zu 
demjenigen vom 29. Dezember 2011 (act. II 114), sondern einzig unfall-
fremde Diskushernien und Stenosen (vgl. auch act. II 167 S. 9, 362 
S. 124).

Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 (act. II 440) zur Recht den natürli-
chen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 21. Februar 2012 
und den rechtsseitigen Ellenbogenbeschwerden i.S. eines Reizsyndroms 
des Sulcus ulnaris bzw. den geklagten HWS-Beschwerden verneint. Eben-
so überzeugend wurde im Gutachten der MEDAS J.________ aus psychia-
trischer Sicht dargelegt, dass eine vorübergehende Verschlechterung der 
vorbestehenden psychischen Erkrankungen (langjährige posttraumatische 
Belastungsstörung, abhängige Persönlichkeitsstörung, rezidivierend de-
pressive Störung, chronische Schmerzstörung) im Rahmen des Unfalls 
zwar nicht ausgeschlossen sei, es könne jedoch nicht von einer richtungs-
gebenden Verschlimmerung ausgegangen werden. Insgesamt könne von 
einer möglichen, aber nicht überwiegend wahrscheinlichen natürlichen 
Teilkausalität der psychischen Krankheiten (speziell der chronischen 
Schmerzstörung) zum ...unfall ausgegangen werden (act. II 362 S. 14 und 
94). Die Frage, ob ein allfälliger psychischer Gesundheitsschaden mit Aus-
wirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bestand bzw. besteht, 
braucht jedoch nicht abschliessend beantwortet zu werden, da ein solcher 
zumindest nicht adäquat kausale Folge des Unfalls vom 21. Februar 2012 
ist (vgl. E. 4 hiernach). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es 
sei nicht eine Gesamtbeurteilung der geklagten Beschwerden vorgenom-
men worden, erweist sich dies nach den Ausführungen hiervor als klar ak-
tenwidrig.

3.5 Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der MEDAS J.________ 
vom 10. März 2020 (act. II 362) ist aus unfallkausaler Sicht – aufgrund der 
unfallbedingten Frozen shoulder mit persistierenden Schmerzen und Funk-
tionseinschränkungen – eine Leistungseinschränkung von 20 % bezogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 23

auf ein Vollpensum in einer leidensangepassten Tätigkeit (ab September 
2012) erstellt. In den schmerzhaften Belastungs- und Bewegungsein-
schränkungen mitberücksichtigt sind die aus neurologischer Sicht anzu-
nehmenden elektrisierenden Dysästhesien bei Aussenrotation und Elevati-
on des rechten Armes aufgrund der narbigen Irritation einzelner Plexusfa-
sern (act. II 362 S. 13 f., 15 f. und 19).

3.6 Schliesslich ist festzuhalten, dass mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl. 
E. 2.5 hiervor) spätestens im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehen-
den Leistungen per 31. Juli 2014 erreicht war. Der Suva-Kreisarzt Dr. med. 
G.________ hielt in seiner Beurteilung vom 25. Juli 2014 (act. II 130) über-
zeugend fest, dass sich seit seiner Beurteilung vom 10. September 2013 
keine relevante Befundänderung ergeben habe. An der somatisch-
objektivierbaren Situation der rechten oberen Extremität in Bezug auf die 
Unfallfolgen habe sich in den letzten fünf Monaten nichts mehr verändert 
und es könne zweifelsfrei der Fallabschluss erfolgen. Von weiteren Be-
handlungen könne in Bezug auf die Plexusparese keine relevante Verbes-
serung mehr erwartet werden. Dies findet auch Rückhalt in den übrigen 
ärztlichen Berichten. So hielt der behandelnde (Hand-)Chirurge Dr. med. 
E.________ bereits am 21. November 2012 fest, dass, nachdem von Sei-
ten der Invalidenversicherung ein Zumutbarkeitsprofil erstellt worden sei, 
einem Arbeitseinsatz nichts mehr im Wege stehe. Mit geringer Rücksicht 
auf die Limitation könne an einem geeigneten Arbeitsplatz dennoch eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit erlangt werden (act. II 130 S. 2). In der neurologi-
schen Verlaufskontrolle mit ENMG vom 30. April 2014 zeigten sich im Be-
reich des M. deltoideus einzig noch diskrete Denervationszeichen, welche 
einem Residualbefund bei Plexusläsion von 2012 entsprächen. Eine nam-
hafte Besserungsfähigkeit war damit prospektiv betrachtet nicht ausgewie-
sen und von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der (unfallbeding-
ten) somatischen Beschwerden keine namhafte Verbesserung mehr zu 
erwarten (vgl. hierzu Entscheid des BGer vom 22. September 2016, 
8C_306/2016, E. 5.3 mit Hinweisen). Die psychischen Beschwerden bewir-
ken keinen Aufschub des Fallabschlusses, da sie für die Beurteilung der 
Adäquanz bei der sog. Psychopraxis (vgl. hierzu E. 4.1 hiernach) un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 24

berücksichtigt zu bleiben haben (statt vieler: Entscheid des BGer vom 12. 
September 2018, 8C_493/2018, E. 3.2).

4.

4.1 Die Prüfung der Adäquanz allfälliger psychischer Gesundheitsschä-
den hat nach der Praxis gemäss BGE 115 V 133 (sog. Psychopraxis; vgl. 
E. 2.4.2 hiervor) zu erfolgen. Die Beschwerdeführerin hat am 21. Februar 
2012 weder ein Schädel-Hirntrauma noch eine HWS-Distorsion erlitten (vgl. 
act. II 1 f., 30).

Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin wurde sie von einem ande-
ren ... überfahren bzw. dieser fuhr in ihre rechte Körperseite. Sie sei umge-
fallen, nochmals aufgestanden und dann wegen den starken Schmerzen 
wieder zu Bogen gegangen. Zu einer Bewusstlosigkeit sei es nicht gekom-
men, aber das Erinnerungsvermögen sei wegen den starken Schmerzen 
teilweise stark getrübt gewesen (act. II 1 f., 60, 362 S. 78 und 99). Ausge-
hend vom beschriebenen Geschehensablauf und den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften ist hier praxisgemäss von einem mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (vgl. Entscheid des 
BGer vom 15. Januar 20.., 8C_.../20.., E. 4.1.1). Es gilt somit, die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung für diesen Bereich entwickelten Kriteri-
en (vgl. E. 2.4.2 hiervor) zu prüfen.

4.1.1 Dem Unfallereignis vom 21. Februar 2012 (act. II 2, 60, 362 S. 78 
und 99) muss bei objektiver Betrachtung eine besondere Eindrücklichkeit 
abgesprochen werden, zumal jedem mindestens mittelschweren Unfall eine 
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2016 
UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2). Besonders dramatische Begleitumstände sind 
nicht auszumachen. Das entsprechende Adäquanzkriterium ist nicht erfüllt, 
geschweige denn in besonders ausgeprägter Weise. Daran vermag der 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit dem Rettungshubschrauber ins 
Spital geflogen wurde, nichts zu ändern. 

4.1.2 Die erlittene Schulterluxation rechts mit Abrissfraktur des Tubercu-
lum majus humeri und begleitender Armplexusparese rechts (act. II 30, 362 
S. 11 f.) stellt keine somatische Verletzung von besonderer Schwere bzw. 
Art dar, die erfahrungsgemäss geeignet wäre, psychische Fehlentwicklun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 25

gen auszulösen. Der psychiatrische Experte der MEDAS J.________ führte 
denn auch aus, dass der geschilderte ...unfall in der Regel nicht geeignet 
sei, eine schwere psychische Problematik zu verursachen. Die psychiatri-
schen Symptome seien möglicherweise, aber nicht überwiegend wahr-
scheinlich für eine kurze Zeit durch den Unfall verschlechtert worden. Es 
sei nicht zu einer richtungsgebenden Verschlechterung gekommen. Für 
den aktuellen psychiatrischen Zustand sei der ...unfall wegdenkbar 
(act. II 362 S. 14 f., und S. 94). Im Übrigen kann dieses Kriterium nicht 
schon deshalb bejaht werden, weil für die unfallbedingt verbliebenen Resi-
duen eine Integritätsentschädigung zugesprochen wurde (vgl. etwa Ent-
scheide des BGer vom 10. Juni 2016, 8C_174/2016, lit. A bzw. E. 4.1, so-
wie vom 5. Juni 2014, 8C_137/2014, lit. A bzw. E. 7.2).

4.1.3 Eine ungewöhnlich lange ärztliche Behandlung fand nicht statt. Die 
Schulterluxation rechts wurde noch am Unfalltag vom 21. Februar 2012 in 
Narkose reponiert und die Tuberculumfraktur rechts wurde konservativ be-
handelt mit problemloser knöcherner Ausheilung. Die ab Unfalltag doku-
mentierte zunächst komplette Armlähmung rechts erholte sich im Verlauf 
deutlich und rasch bzw. die sensomotorischen Ausfälle verbesserten sich 
kontinuierlich (act. II 30, 47, 63 S. 2, 73, 77, 91, 93, 130, 362 S. 12). Auf die 
strukturellen Unfallfolgen an der rechten Extremität gerichtete operative 
oder invasive Behandlungen erfolgten nicht. Vielmehr fanden im Wesentli-
chen ärztliche Verlaufskontrollen bzw. der Abklärung des Gesundheitszu-
stands dienende Untersuchungen statt (act. II 40, 46, 50 f., 63 S. 2, 73, 77, 
83 f., 91, 130, 180, 321), welchen nicht die Qualität einer regelmässigen, 
zielgerichteten Heilmethodik zukommt (vgl. Entscheid des BGer vom 
1. April 2015, 8C_791/2014, E. 4.2.4). Auch die in Anspruch genommene 
Ergo- und Physiotherapie (act. II 28, 49, 53, 75, 80, 85, 97, 128, 136, 173, 
198) gilt nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf 
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete 
ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Entscheid des 
BGer vom 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3 mit Hinweisen). Ausserdem 
dienten etliche der vorgenommenen Behandlungen ausschliesslich der 
Behandlung sowie Abklärung der unfallfremden Beeinträchtigungen sowie 
der organisch nicht fassbaren Beschwerdesymptomatik (act. II 106, 113 f., 
146 f., 155, 181, 183, 195, 197, 259, 261, 263 ff., 277, 287, 294, 311). Vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 26

diesem Hintergrund kann damit nicht von einer ungewöhnlich langen Be-
handlungsdauer der durch den ...unfall bedingten Beschwerden gespro-
chen werden.

4.1.4 Was die körperlichen Dauerschmerzen anbelangt, ist festzuhalten, 
dass bei der Beurteilung dieses Kriteriums die somatisch nicht hinreichend 
erklärbaren Beschwerden auszuklammern sind und zwar namentlich auch 
dann, wenn sie körperlich imponieren (Entscheide des BGer vom 13. No-
vember 2020, 8C_542/2020, E. 6.3, vom 15. Januar 2016, 8C_568/2015, 
E. 3.6, und vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Gemäss der Beurtei-
lung der Experten der MEDAS J.________ sind die Folgen der Armplexus-
läsion weitgehend ausgeheilt, als Residuum besteht lediglich eine Sensibi-
litätsstörung im Bereich des rechten Oberarms sowie eine leichte Denerva-
tion im M. deltoideus rechts. Neuropathische Schmerzen fänden sich in 
diesem Bereich keine, nur nicht-schmerzhafte Kälteparästhesien. Die eige-
nanamnestische Angabe der Beschwerdeführerin, dass bei Aussenrotati-
onsbewegungen des rechten Armes oder bei Elevation elektrisierende Pa-
rästhesien in den rechten Arm provoziert werden könnten, erachteten die 
Experten der MEDAS J.________ als plausibel. Ein körperlicher Dauer-
schmerz ist damit nicht ausgewiesen. Ebenso wenig konnte ein neuropa-
thischer Dauerschmerz am Unterarm, der ulnaren Handkante und der Hand 
verzeichnet werden (act. II 362 S. 15 Ziff. 6). Hingegen persistieren aus 
orthopädischer Sicht Schmerzen aufgrund der unfallbedingten Frozen 
shoulder (act. II 362 S. 13 f.). Diese Schmerzen besserten sich jedoch im 
Verlauf (act. II 362 S. 105) und sind gemäss der Beschwerdeführerin er-
träglich (act. II 362 S. 100 Ziff. 3.2.1). Unter diesen Umständen ist das Kri-
terium der Dauerschmerzen jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter 
Weise gegeben. Die weiteren von Beschwerdeführerin geklagten Schmer-
zen, insbesondere betreffend das Sulcus ulnaris-, das Cervikal- und das 
Stickler-Syndrom sind in diesem Zusammenhang nicht zu berücksichtigen; 
diese sind nicht auf das versicherte Ereignis zurückzuführen (act. II 362 
S. 14 und 17).

4.1.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 
verschlimmert hat, ist nicht aktenkundig.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 27

4.1.6 Für die Annahme eines schwierigen Heilungsverlaufs und/oder er-
heblicher Komplikationen bedarf es besonderer Umstände, welche die Hei-
lung beeinträchtigt haben, während aus der blossen Dauer der ärztlichen 
Behandlung und der geklagten Beschwerden nicht schon auf einen schwie-
rigen Heilungsverlauf geschlossen werden darf (BGE 140 V 356 E. 5.6.3 
S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 85 E. 8.5, 
2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Inwiefern der durchschnittliche Heilungspro-
zess der unfallbedingten Beeinträchtigungen ungünstig beeinflusst worden 
wäre, ist – abgesehen von einem lediglich möglicherweise etwas verzöger-
ten neurologischen Verlauf (act. II 188 S. 9) – nicht ersichtlich. Die Exper-
ten der MEDAS J.________ gingen denn auch ab September 2012 von 
einer weitgehenden Erholung aus (act. II 362 S. 19). Das Nichterreichen 
von Beschwerdefreiheit bzw. das Fortbestehen organisch nicht nachweis-
barer Beschwerden vermag dieses Kriterien nicht zu erfüllen (Entscheid 
des BGer vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.3).

4.1.7 Selbst wenn schliesslich das Kriterium des Grades und der Dauer 
der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben wäre, träfe dies jeden-
falls nicht in besonders ausgeprägter Weise zu. Dieses Kriterium bezieht 
sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (Ent-
scheid des BGer vom 18. September 2018, 8C_123/2018, E. 5.2.2.3 mit 
Hinweisen). Nach Einschätzung der Experten der MEDAS J.________ war 
vom 21. Februar 2012 bis zum 4. September 2012 die Aufhebung der Ar-
beitsfähigkeit begründet, wobei zu diesem Zeitpunkt schon überlappend 
unfallfremde Beschwerden im Bereich des Ellenbogens mit schmerzhaften 
Missempfindungen und Ausstrahlungen nach distal vorgelegen hätten; aus 
gesamtmedizinsicher Sicht sei ab diesem Zeitpunkt (September 2012) an-
gesichts der unfallkausalen Diagnosen von einer weitgehenden Erholung 
auszugehen gewesen und eine berufliche Eingliederung mit einem Ziel-
pensum von 80 % (rein unfallkausal) hätte im weiteren Verlauf möglich sein 
müssen (act. II 362 S. 19). Gemäss dem gutachterlich definierten Zumut-
barkeitsprofil besteht in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht in einer an-
gepassten Tätigkeit eine Leistungseinschränkung von 20 % bezogen auf 
ein Vollpensum bzw. eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (act. II 362 S. 15 und 
106; vgl. E. 3.5 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 28

4.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben 
Adäquanzkriterien keines in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Folglich ist ein 
adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 21. Februar 
2012 und einem allfällig nachfolgend eingetretenen psychischen Gesund-
heitsschaden bzw. der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden zu 
verneinen. Demnach sind allein die Frozen shoulder mit persistierenden 
Schmerzen und Funktionseinschränkungen und als Residuum der Armple-
xusläsion die Sensibilitätsstörung im Bereich des rechten Oberarmes sowie 
die leichte Denervation im M. deltoideus unfallversicherungsrechtlich rele-
vant (vgl. E. 3.4 hiervor). In einem weiteren Schritt sind damit ausgehend 
vom überzeugend begründeten (somatischen) Zumutbarkeitsprofil der ME-
DAS J.________, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine Leistungs-
einschränkung von 20 % bezogen auf ein Vollpensum bzw. eine Arbeits-
fähigkeit von 80 % (act. II 362 S. 15 und 106; vgl. E. 3.5 hiervor) besteht, 
die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.

5.

5.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 29

gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen 
Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Ein-
kommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische Werte wie 
die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturer-
hebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invali-
ditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 
S. 153 E. 6.2.3).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den BFS herausgegebe-
nen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 
IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein-
setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der 
Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem 
Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 
134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli-
chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles 
ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher 
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermes-
sen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 
25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 
327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige 
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 30

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-
nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 
20).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung des erfolgten Fallabschlusses 
per 31. Juli 2014 (Einstellung der vorübergehenden Leistungen; Prüfung 
der Rente) liegt der frühestmögliche Beginn des Rentenanspruchs (vgl. 
dazu Art. 19 Abs. 1 UVG) am 1. August 2014 (act. II 414, 440 S. 2). Auf 
diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.4 Die Beschwerdeführerin absolvierte keine Berufslehre, erwarb ein 
Handelsdiplom und war von Januar 1986 bis Juni 2011 bei der L.________ 
tätig, bei welcher sie ... bearbeitete. Im Zeitpunkt des Unfalls am 21. Fe-
bruar 2012 war sie bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Bern als arbeits-
los angemeldet (vgl. act. II 1, 60, 192 S. 9, 349 S. 422, S. 514, S. 939, 
S. 1388, act. II 392). Auch nach dem Unfallereignis vom 21. Februar 2012 
war die Beschwerdeführerin ab 2014 als ... bzw. ... im I.________ im Be-
reich ... tätig (act. II 286, 312 S. 5 f.), weshalb überwiegend wahrscheinlich 
ist, dass sie auch ohne das besagte Unfallereignis weiterhin an einer dem 
angestammten Arbeitsplatz ähnlichen Stelle im … bzw. in einem verwand-
ten Beruf tätig wäre. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin bei der Ermittlung des Valideneinkommens von den 
statistischen Werten gemäss LSE 2014, Tabelle T17, Pos. 44 (Sonstige 
Bürokräfte und verwandte Berufe), Lebensalter >= 50 Jahre, Frauen, aus-
gegangen ist (act. II 409 S. 3, 414 S. 4). Das Abstellen auf diese Tabelle ist 
auch gerechtfertigt, weil sie eine genauere Festsetzung des Einkommens 
erlaubt und die Beschwerdeführerin über Jahre hinweg im öffentlichen Sek-
tor gearbeitet hat und dieser ihr weiterhin offen steht (vgl. Entscheid des 
BGer vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1). Da die Monatslöhne der 
Tabelle T17 ebenfalls auf 40 Wochenarbeitsstunden basieren, hat eine 
Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit zu erfolgen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 31

Damit resultiert ein Valideneinkommen pro 2014 von Fr. 71'970.-- 
(Fr. 5'753.-- x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.7 Wochenar-
beitsstunden [BFS, betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} 2014, Total]). 

Die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. August 
2014; vgl. E. 3.6 und 5.3 hiervor) die zumutbare medizinisch-theoretische 
Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, so dass das Invalideneinkommen ebenfalls 
anhand statistischer Werte gemäss LSE zu bestimmen ist (vgl. E. 5.2.2 
hiervor). Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der MEDAS J.________ sollte 
die Beschwerdeführerin mit dem rechten Arm keine Überkopfarbeiten 
durchführen und (mit diesem Arm) lange dauernde uniforme Arbeiten nicht 
mehr als während 30 Minuten am Stück ausführen müssen. Dies alles ist 
mit der Tätigkeit einer …angestellten oder einem verwandten Beruf verein-
bar (vgl. Entscheid des BGer vom 26. September 2018, 8C_27/2018, 
E.4.4). Der orthopädische Gutachter der MEDAS J.________ hielt denn 
auch fest, dass die angestammte Tätigkeit optimal angepasst sei; 
grundsätzlich könne die Beschwerdeführerin administrative Tätigkeiten, 
Arbeiten am Computer und manuelle Tätigkeiten mit Tragen resp. Heben 
von Gewichten bis zu 10 kg ausüben, wobei sie Überkopfarbeiten nur mit 
dem linken Arm und nur in Ausnahmefällen ausüben könne (act. II 362 
S. 107). Unter diesen Umständen ist das Invalideneinkommen ebenso auf-
grund der statistischen Löhne der LSE 2014, Tabelle T17, Pos. 44 (Sonsti-
ge Bürokräfte und verwandte Berufe), Lebensalter >= 50 Jahre, Frauen, zu 
ermitteln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben 
Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
(SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). Nach der gutachterlichen Einschät-
zung der MEDAS J.________ besteht eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 20 % (act. II 362 S. 13 f., 15 f.). Ein Abzug vom Tabellenlohn 
rechtfertigt sich unter keinem der möglichen Aspekte (vgl. E. 5.2.2 hiervor). 
Das massgebliche Zumutbarkeits- und Leistungsprofil berücksichtigt die 
unfallkausalen Beeinträchtigungen des funktionellen Leistungsvermögens 
umfassend; zudem bleibt, wie dargelegt, die angestammte Tätigkeit mög-
lich. Da die beiden Vergleichseinkommen anhand statistischer Daten erho-
ben werden, fällt insbesondere auch ein Abzug wegen allfälliger invali-
ditätsfremder Gründe ausser Betracht, wäre doch ein solcher bei beiden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 32

Einkommen zu berücksichtigen und damit von vornherein ohne Einfluss auf 
den Invaliditätsgrad (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5; vgl. E. 5.3 hiervor). Damit resultiert ein Invaliditätsgrad 
von 20 %. Bezüglich des Rentenanspruchs ist der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 19. Juli 2021 (act. II 440) somit nicht zu beanstanden. 
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.

6.

6.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

6.1.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als 
dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes-
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. 
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht absch-
liessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual 
gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte 
Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere 
vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 
E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwick-
lung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabella-
rischer Form (sog. Feinraster; abrufbar unter <www.suva.ch>) erarbeitet. 
Diese Tabellen sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen 

http://www.suva.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 33

die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem 
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

6.1.2 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35).

6.2 In der Beurteilung der MEDAS J.________ vom 10. März 2020 wur-
de der Integritätsschaden auf insgesamt 25 % geschätzt, sich zusammen-
setzend aus einer Einbusse von 10 % aufgrund der neurologischen Resi-
duen der Armplexusläsion (Kälteparästhesien und neuralgiforme, Schulter-
positions-abhängige Dysästhesien) und einer solchen von 15 % aufgrund 
der Frozen shoulder (act. II 362 S. 16). Zur Begründung wurde in neurolo-
gischer Hinsicht ausgeführt, als Residuum der Armplexusläsion bestehe 
lediglich eine Sensibilitätsstörung im Bereich des rechten Oberarms sowie 
eine leichte Denervation im M. deltoideus rechts (ohne feststellebare moto-
rische Defizite, keine neuropathische Schmerzen in diesem Bereich, nur 
nicht-schmerzhafte Kälteparästhesien). Aus neurologischer Sicht könne 
diesbezüglich höchstens 5 % bei grosszügiger Auslegung der Erheblich-
keitsschwelle zugestanden werden. Die eigenanamnestisch bei Aussenro-
tationsbewegungen oder bei Elevation des rechten Arms provozierbaren 
elektrisierenden Parästhesien in denselben seien als Residuum der Ple-
xusverletzung i.S. einer Langzeitfolge (Reizsyndrom) anzusehen und dies-
bezüglich sei ein Integritätsschaden aufgrund der schmerzhaften Missemp-
findungen von zusätzlich 5 % geschuldet. In orthopädischer Hinsicht beste-
he aufgrund der Funktionseinschränkung an der rechten Schulter laut Su-
va-Tabelle "bis zur Horizontalen beweglich" ein Integritätsschaden von 
15 % (act. II 362 S. 16 f.). Diese Beurteilung ist schlüssig und überzeugt. 
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass keine relevante Diskre-
panz zwischen der gutachterlichen und der kreisärztlichen Einschätzung zu 
erkennen ist (Beschwerdeantwort S. 3). Bereits der Kreisarzt kam zum 
Schluss, dass lediglich noch leichte Residuen einer unteren Armplexusläsi-
on bzw. eine inkomplette Plexusparese in Remission gegeben sei 
(act. II 189 S. 1). Im Übrigen hielten auch die Experten der MEDAS 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 34

J.________ fest, dass die Folgen der Armplexusläsion weitgehend abge-
heilt seien (act. II 362 S. 16). Entgegen der Auffassung der Beschwerde-
führerin ist wegen den psychischen Beschwerden (posttraumatische Belas-
tungsstörung, somatoforme Schmerzstörung; vgl. Beschwerde S. 2 in fine) 
keine zusätzliche Integritätsentschädigung geschuldet. Diese Beschwerden 
wie auch allfällig organisch nicht ausgewiesene Beschwerden stehen nicht 
in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 21. Februar 
2012 (vgl. 4.2 hiervor) und haben deshalb auch bei der Bestimmung der 
Höhe der Integritätsentschädigung unberücksichtigt zu bleiben. Ebenso 
unberücksichtigt zu bleiben haben die degenerativen HWS-Beschwerden, 
sind diese doch unfallfremd.

Weil der Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 (act. II 440) auch in dieser 
Hinsicht nicht zu beanstanden ist, erweist sich die dagegen erhobene Be-
schwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss 
aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG); auch die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat als mit der Durchführung der obligatorischen Unfall-
versicherung beauftragte öffentlich-rechtliche Anstalt praxisgemäss keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 4 VR-
PG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2021, UV/21/656, Seite 35

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.