# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d6141bc-2e90-56df-85b0-8a75c7eafddb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.10.2017 715 17 219 / 270
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-17-219---270_2017-10-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 18. Oktober 2017 (715 17 219 / 270) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz; ein eindeutiges ärztliches Zeugnis liegt 
nicht vor. 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Alex Ertl, Rechts-
anwalt, FURER & KARRER Rechtsanwälte, Gerbergasse 26, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A. Die 1978 geborene A.____ war ab 1. Oktober 2015 kaufmännische Sachbearbeiterin 
beim Gericht X.____. Am 21. November 2016 kündigte sie das Arbeitsverhältnis per 28. Febru-
ar 2017. Am 6. Februar 2017 meldete sich A.____ beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 
Gelterkinden (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und erhob am 7. Februar 2017 bei der Öffentli-

 

 
 
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chen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-
gung ab 1. März 2017. 
 
B. Mit Verfügung Nr. 741/2017 vom 11. April 2017 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. März 2017 für 31 Tage in der Anspruchs-
berechtigung ein. Daran hielt die Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Ge-
werbe und Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, mit Entscheid vom 
22. Juni 2017 fest. 
 
C. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Alex Ertl, am 13. Juli 2017 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht), wobei sie unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
22. Juni 2017 beantragte. Eventualiter seien ihr aufgrund eines geringen Verschuldens lediglich 
fünf Einstelltage zu verfügen. Subeventualiter sei der Entscheid vom 22. Juni 2017 aufzuheben 
und die Sache sei zur Vervollständigung des Sachverhalts und erneuter Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass ihr der Ver-
bleib an der gekündigten Stelle aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen und ihr 
deshalb kein Verschulden anzulasten sei. 
 
D. Die Arbeitslosenkasse schloss mit Vernehmlassung vom 30. August 2017 auf Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde vom 13. Juli 2017 ist einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von  
Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 
Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 31 
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 191.35 beläuft 
sich der Streitwert auf Fr. 5‘931.85. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, 
kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen 
(Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für 
Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal-
tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip 
beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizeri-

 

 
 
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sches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 
2016, Rz. 828). 
 
2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Selbstver-
schuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht 
objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen 
und den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt 
(ARV 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das 
Arbeitsverhältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war (Art. 44 
Abs. 1 lit. b AVIV). 
 
2.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die 
Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zumutbarkeits-
gedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und 
ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedingungen ent-
spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist 
und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht hat 
in konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit 
des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist (BGE 124 V 238 E. 4; 
ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen;  NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht besondere Um-
stände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am 
Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; GERHARD 
GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, N. 27 zu Art. 16; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). Die Zumutbarkeit zum Verblei-
ben an der bisherigen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt 
einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen). 
 
2.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens 
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförde-
rung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen; für die Schweiz in Kraft seit 
dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige („volontairement“) 
Aufgeben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) sanktioniert. Damit dürfen bei 
einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anfor-
derungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesondere 
sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der versicherten Person zu 
berücksichtigen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu 
nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des Überein-
kommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, 
E. 2.2 mit Hinweisen). 
 
2.5 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt die Kündigung einer Arbeitsstelle, die die 
Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundheitsgefährdende Arbeitsstellen sind 
nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen 

 

 
 
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Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete 
Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherheit darf sich die Arbeitslosenkasse 
nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person begnügen, sondern benötigt vielmehr 
zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte Person im Rahmen der ihr oblie-
genden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat 
(BGE 124 V 234 E. 4b/bb). 
 
2.6 Dagegen vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit 
Vorgesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des 
Arbeitsverhältnisses zu begründen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C128/96). Bei Schwierigkei-
ten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Per-
son grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle 
aufzugeben. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz 
eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allen-
falls beim Verschulden berücksichtigt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG, seit 2007 Schweizerisches Bundesgericht] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 
mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellungen der versicherten Person nicht entsprechendes Be-
triebsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 
 
3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist schliesslich auf folgende Verfahrensgrundsätze hin-
zuweisen: Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwer-
deverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger 
und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass 
in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin-
reichender Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit 
weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Kor-
relat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts 
vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). 
 
3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih-
rem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, 
S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b; 125 V 195; 
121 V 47 E. 2a; 208 E. 6b mit Hinweis). 
 

 

 
 
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4. Es steht unbestritten fest, dass die Beschwerdeführerin das bestehende Arbeitsverhält-
nis auf den 28. Februar 2017 auflöste, ohne dass ihr im Kündigungszeitpunkt von anderer Seite 
verbindlich eine neue Arbeitsstelle zugesichert gewesen wäre. Die Frage der Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung beurteilt sich demgemäss danach, ob ihr ein Verbleiben an der bisheri-
gen Arbeitsstelle bis zum Auffinden einer neuen zumutbar gewesen wäre (vgl. E. 2.3 hiervor). 
 
5. Aufgrund der Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt dar: Die Be-
schwerdeführerin war ab 1. Oktober 2015 beim Gericht X.____ zunächst in einem befristeten, 
ab 1. Oktober 2016 in einem unbefristeten Anstellungsverhältnis angestellt. Am 21. November 
2016 kündigte sie den Arbeitsvertrag per 28. Februar 2017. Im Antrag auf Arbeitslosenentschä-
digung vom 7. Februar 2017 gab die Versicherte an, wegen „Mobbing“ gekündigt zu haben. 
Zudem wies sie darauf hin, vom 20. Dezember 2016 bis 28. Februar 2017 krankheitsbedingt 
arbeitsunfähig gewesen zu sein. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs führte die 
Versicherte am 23. März 2017 (Eingang) aus, dass schwierige Arbeitsverhältnisse im Team 
bestanden hätten. Sie habe das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst. Den 
beigelegten Zeugnissen der behandelnden Ärztin pract. med. B.____, FMH Allgemeine Innere 
Medizin, vom 21. Dezember 2016 und 5. Januar 2017 ist zu entnehmen, dass die Versicherte 
vom 21. Dezember 2016 bis 15. Januar 2017 vollständig arbeitsunfähig gewesen wäre. Weiter 
bescheinigte der behandelnde Arzt Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 
11. und 18. Januar 2017 ab 16. Januar 2017 bis 28. Februar 2017 eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit. Sodann hielt er am 7. Februar 2016 [recte: 2017] fest, dass die Versicherte seit dem 
16. Dezember 2016 wegen einer depressiven Symptomatik in regelmässiger (meist wöchentli-
cher) Behandlung sei. Aus psychiatrischer Sicht erscheine die Kündigung des Arbeitsverhält-
nisses – bei ausgeprägten Konflikten mit Hinzuziehung des Care Managements – sinnvoll. In 
ihrer Einsprache vom 19. April 2017 verwies die Versicherte im Wesentlichen auf den Bericht 
ihrer Hausärztin pract. med. B.____ vom 13. April 2017. Demnach stehe sie in regelmässiger 
hausärztlicher Behandlung. Aus medizinischer Sicht habe im Herbst 2016 ganz klar die Indika-
tion bestanden, die Arbeitsstelle zu kündigen. Da sich die gesundheitliche Situation im Verlauf 
weiter zugespitzt habe, habe sie vom 21. Dezember 2016 bis 15. Januar 2017 eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Hernach habe Dr. C.____ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit be-
scheinigt. Am 5. Juli 2017 diagnostizierte pract. med. B.____ einen Verdacht auf eine mittel-
schwere depressive Episode bei Mobbing am Arbeitsplatz (ICD-10 F32.1). Sie hielt fest, dass 
die Versicherte seit März 2016 in regelmässiger hausärztlicher Behandlung stehe und am Ar-
beitsplatz einer stark belastenden und gesundheitsgefährdenden Mobbingsituation ausgesetzt 
gewesen sei. Bereits zu jener Zeit hätten sich gesundheitliche Auswirkungen gezeigt. Aus me-
dizinischen Gründen sei im Herbst 2016 zur Wahrung der Gesundheit eine Kündigung des Ar-
beitsverhältnisses unumgänglich gewesen. Sie habe grosse Sorgen gehabt, dass die Gesund-
heit der Versicherten, sollte sie am Arbeitsplatz verbleiben, stark gefährdet gewesen wäre. Aus 
diesem Grund habe sie ihr dringend geraten, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Zudem habe 
sie ihr empfohlen, sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Der behandelnde 
Psychiater Dr. C.____ habe bestätigt, dass ein Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle die Ge-
sundheit der Versicherten stark gefährdet hätte. Ein weiterer Verbleib an der bisherigen Stelle 
während der Dauer der Kündigungsfrist sei nicht zu verantworten gewesen. 
 

 

 
 
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6.1 Wie unter Erwägung 2.6 hiervor ausgeführt, vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und 
Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzu-
mutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu begründen. Belegt die versicherte Per-
son allerdings durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete 
Beweismittel), dass ihr die Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist, 
ist grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen auszugehen 
(BGE 124 V 234 E. 4b/bb S. 238; Urteil 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E. 2). Bei der Prüfung 
der Unterlagen fällt zunächst auf, dass kein echtzeitliches Arztzeugnis zu finden ist, dem die 
Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle zu entnehmen wäre. Die Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses erfolgte am 21. November 2016. Zu diesem Zeitpunkt war die Be-
schwerdeführerin weder arbeitsunfähig geschrieben noch hatte sie die Psychotherapie bei 
Dr. C.____ begonnen. Die Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle ist aus-
schliesslich durch die nachträglich erstellten Bescheinigungen und Berichte der behandelnden 
Ärzte pract. med. B.____ vom 21. Dezember 2016, 5. Januar 2017, 13. April 2017 und 5. Juli 
2017 und Dr. C.____ vom 11. und 18. Januar 2017 sowie 7. Februar 2017 bescheinigt worden. 
Diese Berichte sind aber insbesondere in Bezug auf den Verlauf der gesundheitlichen Entwick-
lung und die medizinische Begründung für die Unzumutbarkeit nicht hinreichend schlüssig. 
Zwar wird darin bestätigt, dass die Situation am Arbeitsplatz einen negativen Einfluss auf den 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gehabt habe. Indessen reicht die Aussage von 
Dr. C.____ im Bericht vom 7. Februar 2017, wonach ein Stellenwechsel aus medizinischer Sicht 
„sinnvoll“ gewesen sei – mit Blick auf die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zu jener Zeit 
weder arbeitsunfähig war noch in psychiatrischer Behandlung stand, und unter Berücksichti-
gung der strengen Rechtsprechung (vgl. E. 2.3 hiervor) – nicht aus, um zu belegen, dass es der 
Beschwerdeführerin unzumutbar war, zumindest bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle 
am Arbeitsplatz zu bleiben. Demnach stellen sein Bericht vom 7. Februar 2017 sowie dessen 
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vom 11. und 18. Januar 2017 keine geeigneten Entscheid-
grundlagen dar. Dasselbe gilt für die Berichte der behandelnden Hausärztin pract. med. B.____ 
vom 21. Dezember 2016 und 5. Januar 2017. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
lässt sich aus den erst im Rahmen des Einsprache- bzw. Beschwerdeverfahrens erstellten Be-
richten der behandelnden Hausärztin vom 13. April 2017 und 5. Juli 2017 nichts zu ihren Guns-
ten ableiten. Dies gilt umso mehr, als die behandelnde Ärztin erst im Bericht vom 5. Juli 2017 – 
wohl unter dem Eindruck der drohenden Einstellung in der Anspruchsberechtigung – explizit 
darauf hinweist, der Versicherten dringend geraten zu haben, das Arbeitsverhältnis zu kündi-
gen. Es liegen auch keine anderen geeigneten Beweismittel bei den Akten, die auf eine Unzu-
mutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen schliessen 
lassen. Dass die aufgegebene Stelle – wie von der Versicherten behauptet – aus gesundheitli-
chen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen wäre, ist demnach nicht hinreichend erstellt. Unter 
diesen Umständen kann im Zeitpunkt der Kündigung nicht von einer Unzumutbarkeit des Ver-
bleibens am Arbeitsplatz gesprochen werden. Es fehlt diesbezüglich an einem eindeutigen ärzt-
lichen Zeugnis (vgl. E. 2.5 hiervor). 
 
6.2 Nach dem Ausgeführten steht fest, dass es im Rahmen der Mitwirkungspflicht der Par-
teien (vgl. E. 2.5 hiervor) an der Beschwerdeführerin gelegen wäre, die medizinische Notwen-
digkeit der Aufgabe der Arbeitsstelle glaubhaft zu machen, was ihr nicht gelungen ist. Die Be-

 

 
 
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schwerdeführerin kann nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ein zwingender Grund zur freiwilli-
gen Stellenaufgabe vorgelegen hat. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist demnach 
im Grundsatz nicht zu beanstanden. 
 
7.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt worden ist. Die Dauer 
der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie 
beträgt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 - 30 Tage bei mittel-
schwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Verschulden. Innerhalb dieses Rah-
mens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem Ermessen. Das Gericht greift 
nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehende Ermessen ein. Es setzt nicht 
sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, solange diese von ihrem Ermessen 
pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägigen Gesichtspunkten gebührend 
Rechnung getragen hat. 
 
7.2 Vorliegend hat die Arbeitslosenkasse das Verhalten der Versicherten als schweres Ver-
schulden qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31-60 Tagen zur Folge hat. Innerhalb die-
ses Rahmens hat sie eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 31 Ta-
gen verfügt. Bei der Festlegung der Dauer der Einstellung hat sie zu Recht zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin berücksichtigt, dass Probleme am Arbeitsplatz bestanden haben und die Ver-
sicherte gesundheitliche Beschwerden aufwies. Insgesamt ist eine Einstellung in der An-
spruchsberechtigung im untersten Bereich des schweren Verschuldens von 31 Tagen nicht zu 
beanstanden. Die Arbeitslosenkasse hat ihr Ermessen in Würdigung aller Umstände pflichtge-
mäss ausgeübt. Gegebenheiten, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend 
erscheinen lassen würden, sind jedenfalls nicht ersichtlich. 
 
8. Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Juni 
2017 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin konnte nicht rechtsgenüglich darlegen, 
dass ihr aus gesundheitlichen Gründen ein Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle zumindest 
bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle nicht zumutbar gewesen wäre. Die Beschwerde-
gegnerin hat sodann ihr Ermessen bei der Festlegung der Einstelltage korrekt ausgeübt. Die 
Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen. 
 
9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

 
 
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 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

 
 
 
 
 
 
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