# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a38c122-bb3e-5624-970d-6ed9250ec388
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.01.2015 200 2013 1026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1026_2015-01-16.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 19. Januar 2016 abgewiesen (9C_146/2015).

200 13 1026 IV
ACT/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Januar 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Jakob

GastroSocial Pensionskasse
Bahnhofstrasse 86, Postfach, 5001 Aarau
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

A.________
vertreten durch B.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 6. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beigeladene) 
meldete sich am 15. Mai 2009 unter Hinweis auf eine Depression bei der 
IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Diese gewährte Integrations-
massnahmen (AB 21, 33, 46) und sprach ihr nach erwerblichen sowie me-
dizinischen Abklärungen mit Verfügung vom 22. Juni 2011 (AB 87) bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. November 2009 eine ganze Invali-
denrente zu. Auf Beschwerde der GastroSocial Pensionskasse (fortan Vor-
sorgeeinrichtung bzw. Beschwerdeführerin) hin (AB 79) hob das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern die Verfügung mit Urteil vom 1. Mai 2012, 
IV/2011/621 (AB 88), auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an die 
Verwaltung zurück.

In der Folge ermittelte die IVB gestützt auf eine psychiatrische Expertise 
vom 4. Dezember 2012 (AB 98.1) einen Invaliditätsgrad von 70 % und stell-
te der Versicherten mit Vorbescheid vom 4. Januar 2013 (AB 99) die Aus-
richtung einer ganzen Rente in Aussicht. Hiermit zeigte sich die Vorsorge-
einrichtung unter Verweis auf ein von ihr eingeholtes Gutachten vom 8. Fe-
bruar 2013 (AB 105/2-15) nicht einverstanden (AB 105/1), worauf die IVB 
eine Ergänzung des Administrativgutachtens (AB 98.1) veranlasste 
(AB 111) und die Vorsorgeeinrichtung dazu Stellung nehmen liess 
(AB 115). Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
AB 116) gewährte sie der Versicherten mit Verfügung vom 6. November 
2013 (AB 120) entsprechend dem Vorbescheid wiederum ab 1. November 
2009 eine ganze Invalidenrente.

B.

Mit Eingabe vom 19. November 2013 erhob die Vorsorgeeinrichtung Be-
schwerde und beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei 
kostenfällig aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Be-

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schwerdegegnerin zurückzuweisen; eventualiter sei der Versicherten 
höchstens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2014 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Nachdem die Versicherte mit prozessleitender Verfügung vom 14. Februar 
2014 zum Verfahren beigeladen worden war und mit Zuschrift vom 8. März 
2014 auf eine Stellungnahme verzichtet hatte, ordnete der Instruktionsrich-
ter unter Berücksichtigung der Mitwirkungsrechte der Parteien ein psychia-
trisches Gerichtsgutachten an (vgl. Verfügungen vom 15. Mai und 12. Juni 
2014; Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin vom 28. Mai 2014 bzw. 
Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 4. Juni 2014).

Zum Gerichtsgutachten vom 8. November 2014 (in den Gerichtsakten) 
nahm die Beschwerdeführerin am 10. Dezember 2014 Stellung und bean-
tragte in Abänderung ihrer Rechtsbegehren sinngemäss, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig und ersatzlos aufzuheben.

Während sich die Beigeladene nicht mehr vernehmen liess, hielt die Be-
schwerdegegnerin mit Eingabe vom 16. Dezember 2014 fest, dass die Be-
schwerde mindestens teilweise gutzuheissen sein werde, jedoch weitere 
Angaben zum Verlauf der depressiven Symptomatik benötigt würden, um 
diesbezüglich abschliessend Stellung nehmen zu können.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist als Vorsorgeeinrichtung im vorinstanzli-
chen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch die ange-
fochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 i.V.m. Art. 49 
Abs. 4 ATSG; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. März 2014, 
9C_620/2013, E. 2). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 
lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. November 2013 
(AB 120). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

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ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen Rechts-
grundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausscheidung der 
invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu ausdrück-
lich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 V 215 
E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV 
Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicher-
ten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeits-
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. 
Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 
136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der ursprünglichen Renten-
verfügung vom 22. Juni 2011 (AB 87) auf die Einschätzung des 
RAD-Arztes Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH. Dieser diagnostizierte in seiner Aktenbeurteilung vom 9. No-
vember 2010 (AB 57) eine bipolare affektive Störung Typ II, mittelgradige 
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F31.31), und ver-
wies auf die behandelnde Psychiaterin, welche die bisherige Tätigkeit für 
unzumutbar erachtete und eine konsequente Leistungsentlastung mit vorü-
bergehender Berentung empfahl (AB 55). An dieser Einschätzung hielt Dr. 
med. C.________ am 16. Juni 2011 fest (AB 77), nachdem Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in einem 
durch die Beschwerdeführerin veranlassten Gutachten vom 17. März 2011 
(AB 75/2-17) die bipolare Störung als gegenwärtig remittiert (ICD-10: 
F31.7) und die bisherige Tätigkeit nach einer Rekonditionierung für unein-
geschränkt zumutbar beurteilt hatte.

3.1.2 Im Nachgang zum VGE IV/11/621 (AB 88) wurde die Beigeladene in 
der Klinik E.________ psychiatrisch exploriert. Im Administrativgutachten 
vom 4. Dezember 2012 (AB 98.1) vermerkte der damalige Chefarzt Dr. 
med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive 
Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F31.31), rezidi-
vierend seit zumindest 2008, sowie akzentuierte abhängige Persönlich-
keitszüge (ICD-10: Z73.1). Er attestierte eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit und erachtete eine leidensadaptierte 
Hilfstätigkeit während durchschnittlich zirka vier Stunden täglich für zumut-
bar.

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3.1.3 Im von der Beschwerdeführerin daraufhin aufgelegten Gutachten 
vom 8. Februar 2013 (AB 105/2-15) konnte Dr. med. G.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, keine biopolare affektive Störung 
nachweisen; er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, seit 
Herbst 2012 leicht- bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0 bzw. F33.1), 
sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: 73.1) und attestierte eine 
60%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit.

3.1.4 Auf Empfehlung des RAD-Arztes (AB 108) holte die Beschwerde-
gegnerin bei Dr. med. F.________ eine ergänzende Stellungnahme 
(AB 111) ein, in welcher dieser am 15. April 2013 erklärte, es liege in dia-
gnostischer Sicht eine bipolare affektive Störung Typ II mit rezidivierend 
hypomanischen und manifest depressiven Episoden vor, die im Administra-
tivgutachten fälschlicherweise unter F31.3 statt F31.8 (sonstige biopolare 
affektive Störung) der ICD-10 kodiert worden sei. Die Leistungsfähigkeit 
unterliege starken Schwankungen, mehrere Integrationsfachleute seien (im 
Rahmen der Integrationsmassnahmen) – unabhängig voneinander – zum 
Schluss gelangt, dass im Längsschnitt maximal eine 50%ige Arbeitsfähig-
keit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe und der angestammte 
Beruf unzumutbar sei.

3.1.5 Dr. med. G.________ hielt am 31. Mai 2013 an seiner Beurteilung 
fest (AB 115) und Dr. med. C.________ sah am 18. Juni 2013 aus versi-
cherungsmedizinischer Sicht keine Gründe, weshalb die Verwaltung nicht 
auf die Einschätzung von Dr. med. F.________ abstellen sollte (AB 116).

3.1.6 Am 8. November 2014 erstattete Dr. med. H.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das Gerichtsgutachten (in den 
Gerichtsakten). Darin vermerkte sie die folgende Diagnose mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 36 lit. A Ziff. 4.1):

«double depression» im Sinne einer Dysthymie bei neurotischer 
Fehlentwicklung und bei Status nach situationsbezogenen mittelgra-
digen depressiven Episoden, im Sinne einer rezidivierenden depres-
siven Störung verbunden mit starken regressiven Tendenzen (ICD-
10: F34.1), aktuell ICD-10: F33.4, bei akzentuierten Persönlichkeits-
zügen (abhängig; ICD-10: Z73.1). 

Sie hielt fest, dass aufgrund der Dysthymie als Grundstörung nicht mehr als 
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 45 lit. B) und die Belastbarkeit 

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bereits ab Eintritt ins Berufsleben in diesem Ausmass vermindert gewesen 
sei (S. 47 lit. C Ziff. 3). Für die bisherige Tätigkeit im … attestierte sie eine 
wöchentliche Arbeitsfähigkeit von 21 Stunden und für jene als … eine sol-
che von 50 %. Die Variationsbreite der dabei bestehenden Leistungsein-
schränkung sei hoch, die Verminderungen würden durch die regressiven 
Tendenzen verstärkt (S. 47 f. lit. C Ziff. 4 f.). In einer leidensadaptierten 
Tätigkeit (mit teilweiser Entlastung von strukturierenden administrativen 
Aufgaben) bescheinigte sie eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 
von 4.2 Stunden täglich ohne Leistungseinschränkung (S. 49 lit. C Ziff. 13 
f.).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen 
Experten ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachver-
haltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346) oder wenn ein vom 
Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann zudem 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-
fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 

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Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; Entscheid des 
BGer vom 18. Juli 2014, 8C_834/2013, E. 3.2).

3.2.2 Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im 
Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die 
Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit 
erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und 
Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige 
Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls 
sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des 
erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der 
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195).

3.3 Die Beschwerdegegnerin zog als medizinische Entscheidgrundlage 
für die angefochtene Verfügung vom 6. November 2013 (AB 120) das 
psychiatrische Administrativgutachten der Klinik E.________ vom 4. De-
zember 2012 (AB 98.1) sowie die ergänzende Stellungnahme von Dr. med. 
F.________ vom 15. April 2013 (AB 111) heran. 

3.3.1 Auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. med. F.________ kann 
nicht abgestellt werden. Seine Einschätzung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit basiert auf den Erkenntnissen der Integrationsmassnahmen (Be-
lastbarkeits- und Aufbautraining in der Abklärungsstelle I.________ [AB 34, 
48, 52]) sowie der betreuten Wohneinrichtungen (vgl. AB 98.1/34 lit. F, 
111/3) und beruht damit allein auf der subjektiven Arbeitsleistung bzw. dem 
Verhalten der Beigeladenen. Zwar darf den Ergebnissen leistungsorientier-
ter beruflicher Abklärungen nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 10

der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden, es obliegt aber in der 
Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, den Gesundheitsschaden zu beurtei-
len und zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen 
(vgl. Entscheid des BGer vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Indem 
sich der Gutachter bloss am faktisch präsentierten Leistungsvermögen der 
Explorandin orientierte und nicht näher darlegte, auf welchen medizini-
schen Überlegungen seine diesbezüglichen Schlussfolgerungen gründen, 
erweist sich seine Einschätzung als nicht schlüssig. Hinzu kommt, dass 
auch in diagnostischer Hinsicht zwischen den Dres. med. F.________ und 
G.________ divergierende Auffassungen bestanden, die mit den ergän-
zenden Stellungnahmen (AB 111, 115) nicht abschliessend geklärt werden 
konnten.

Bei dieser Ausgangslage stellt weder das Gutachten von Dr. med. 
F.________ vom 4. Dezember 2012 (AB 98.1, 111) noch die Expertise von 
Dr. med. G.________ vom 8. Februar 2013 (AB 105/2-15) eine genügende 
Grundlage für den Rentenentscheid dar. Weil sich überdies der Mangel der 
ersteren Expertise nicht ohne weiteres durch eine Erläuterung bzw. Ergän-
zung im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hätte beseitigen lassen (vgl. 
Schreiben von Dr. med. F.________ vom 28. April 2014 [in den Gerichtsak-
ten] bzw. prozessleitende Verfügung vom 1. Mai 2014), war ein Gerichts-
gutachten anzuordnen.

3.3.2 Das unter Wahrung der Partizipationsrechte der Parteien eingeholte 
Gerichtsgutachten vom 8. November 2014 (in den Gerichtsakten) erfüllt die 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hievor) und erbringt 
damit vollen Beweis, was auch seitens der Parteien grundsätzlich nicht 
bestritten wird. Dr. med. H.________ stützte sich insbesondere auf die Er-
kenntnisse der klinischen Untersuchungsgespräche sowie auf die vollstän-
dige Anamnese. Nebst den subjektiven Angaben der Explorandin zog sie 
auch klinische Fremdbeurteilungs-Instrumente (Mini-ICF, Hamilton-Skala 
für Depressionen) bei und orientierte sich an den diagnostischen Leitlinien. 
Sie setzte sich eingehend mit den divergierenden Einschätzungen der Vor-
gutachter auseinander und zeigte dabei nachvollziehbar und überzeugend 
auf, dass diagnostisch weder eine bipolare Störung noch eine Persönlich-
keitsstörung, hingegen eine Dysthymie sowie eine rezidivierende depressi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 11

ve Störung (im Sinne einer «double depression» nach DSM-IV [vgl. NEDO-
PIL/MÜLLER, Forensische Psychiatrie, 4. Aufl. 2012, S. 195 Ziff. 12.6.1.4; 
SCHAUENBURG/HOFMANN {Hrsg.}, Psychotherapie der Depression, 2. Aufl. 
2007, S. 5 und 66]) vorliegen (S. 39 ff. lit. B Ziff. 1 ff.). 

Demnach ist in tatsächlicher Hinsicht nach dem massgebenden Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 
S. 221) zwar erstellt, dass die Beigeladene an einer «double depression» 
leidet, indes ist es – auch bei Depressionen – keineswegs allein Sache des 
mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztes, selber absch-
liessend und verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte 
Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit 
(bestimmter Höhe und Ausprägung) führt, zumal zwischen ärztlich gestell-
ter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit keine Korrelation besteht und die me-
dizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist 
sowie unausweichlich Ermessenzüge trägt (vgl. E. 3.2.2 hievor; BGE 140 V 
193 E. 3.1 S. 194 f.). Es ist deshalb nachfolgend im Rahmen einer rechtli-
chen Würdigung zu beurteilen, welche Arbeitsleistungen der Beigeladenen 
noch zugemutet werden können.

4.

4.1 Im Rahmen der juristischen Beurteilung der noch zumutbaren Ar-
beitsleistung ist zu beachten, dass es zur Annahme einer Invalidität in je-
dem Fall ein medizinisches Substrat braucht, das (fach)ärztlicherseits 
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale oder 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das 
bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchti-
gungen, welche von den belastenden soziokulturellen und psychosozialen 
Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter-
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven 
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 

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fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen 
Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Be-
lastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte 
psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen 
werden kann. Wo der Gutachter dagegen im Wesentlichen nur Befunde 
erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre 
hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invali-
disierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Ist dagegen eine 
psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage 
zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter thera-
peutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten (eventuell in einem ge-
schützten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen (SVR 2012 IV Nr. 52 
S. 189 E. 3.2, Nr. 22 S. 96 E. 2.5.1).

4.2 Eine Dysthymie ist nach der im gebräuchlichen 
Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische 
depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner 
Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, 
mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu 
erfüllen (vgl. auch: 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 
9. Aufl. 2014, S. 183). Findet sich im Psychostatus nur eine Dysthymie, so 
kann dies rechtsprechungsgemäss wohl eine Einbusse an 
Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet 
nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese 
Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit 
eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine 
dysthyme Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich 
beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa 
einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung – auftritt (SVR 2011 IV Nr. 17 
S. 45 E. 2.2.2; Entscheid des BGer vom 11. März 2014, 8C_623/2013, 
E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 13

Vorliegend diagnostizierte Dr. med. H.________ im Gerichtsgutachten (in 
den Gerichtsakten, S. 36 lit. A Ziff. 4.1) eine «double depression» und 
qualifizierte die rezidivierende depressive Störung aktuell als remittiert 
(ICD-10: F33.4), womit dieser Zustand die Kriterien für eine depressive 
Episode jeglichen Schweregrades nicht erfüllte (vgl. DIL-
LING/MAMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 180). Dieser Gesundheitsschaden ist 
dementsprechend nicht invalidisierend und die attestierte Arbeitsunfähigkeit 
folglich unbeachtlich. Im zeitlichen Verlauf traten im Rahmen der rezidivie-
renden depressiven Störung jedoch teilweise depressive Episoden auf, die 
über das Ausmass einer Dysthymie – aber nie über einen mittleren Schwe-
regrad – hinausgingen (S. 44 lit. B, S. 47 lit. C Ziff. 1). Es ist deshalb der 
Frage nachzugehen, ob diesen leicht- bis mittelgradigen depressiven Epi-
soden eine invalidisierende Wirkung zukam.

4.3 Eine leichte depressive Episode allein ist rechtsprechungsgemäss 
grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 
Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen 
Gesundheitsschaden in der Regel davon auszugehen ist, dass die versi-
cherte Person die daraus resultierenden Einschränkungen der Erwerbs-
fähigkeit bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungs-
fähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (vgl. Entscheid des BGer vom 
25. Januar 2010, 9C_260/2009, E. 2.3). Zudem liegt selbst bei einer de-
pressiven Episode mittleren Grades definitionsgemäss ein vorübergehen-
des Leiden vor, womit es an der zur Begründung eines invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens nötigen Dauerhaftigkeit 
mangelt (vgl. Entscheid des BGer vom 26. Januar 2007, I 510/06, E. 6.3). 

Eine depressive Störung unterscheidet sich von einer depressiven Episode 
hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere 
der Erkrankung (vgl. Entscheid des BGer vom 14. August 2013, 
9C_917/2012, E. 3.2). Dass eine depressive Episode vor dem Hintergrund 
einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert wurde, ändert 
aber nichts daran, dass diesbezüglich rechtsprechungsgemäss ebenso 
wenig ein von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare 
andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheits-

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schadens vorliegt (vgl. Entscheid des BGer vom 26. Juni 2014, 
8C_104/2014, E. 3.3.4). 

Nach dem Gesagten erreichte die rezidivierende depressive Störung hier 
mitunter ein mittelgradiges Ausmass. Abgesehen davon, dass die Beigela-
dene das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in diesen vorüberge-
henden Phasen kaum erfüllt haben dürfte, zeigte die Gerichtssachverstän-
dige klar auf, dass es sich um reaktive Störungen handelte (Gerichtsgut-
achten [in den Gerichtsakten] S. 41 und 44 lit. B). Ein reaktives Geschehen 
ist praxisgemäss nicht invalidisierend (BGE 127 V 294). Im Vordergrund 
stehende psychosoziale Belastungsfaktoren sind hier denn auch aktenkun-
dig (unerfüllter Lebenstraum und Kinderwunsch, Konflikt zwischen eigenen 
Bedürfnissen und den Erwartungen der Herkunftsfamilie [S. 39, 41 und 44 
lit. B]) und die Beigeladene wies in ihrer E-Mail vom 29. August 2014 an die 
Gutachterin (in den Gerichtsakten) selbst auf belastende Lebensumstände 
(Wohnen, Arbeitssituation, Beziehungen, Finanzen) hin, denen sie im Übri-
gen selber auch eine massgebende Bedeutung beimass. Da somit die de-
pressiven Episoden ebenfalls keine invalidisierende Wirkung zeitigten, erü-
brigen sich die von der Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 
16. Dezember 2014 (S. 3) sinngemäss beantragten weiteren Sachver-
haltserhebungen (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162), zumal auch die zusätzlich erwähnte Diagnose der akzentuierten 
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1; Gerichtsgutachten [in den Gerichtsak-
ten] S. 36 lit. A Ziff. 4.1) keine rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung darstellt (vgl. Entscheid des BGer vom 6. November 2012, 
9C_437/2012, E. 3.3).

4.4 Zusammenfassend kann unter Berücksichtigung der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung (vgl. E. 4.1 hievor) aus rechtlicher Sicht nicht auf die 
gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. med. H.________ ab-
gestellt werden, wenngleich diese aus rein medizinischer Sicht durchaus 
zutreffen mag und sich faktisch auch im Rahmen der Integrationsmass-
nahmen eine Leistungseinschränkung zeigte (AB 34, 48, 52). Die medizi-
nisch unter eine «double depression» subsumierte Beeinträchtigung stellt 
hier keinen verselbständigten Gesundheitsschaden dar. Ob allenfalls an-
ders zu entscheiden wäre, wenn eine (hier unbestrittenermassen nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 15

ausgewiesene) chronifizierte mittelgradigen Depression mit wiederholten 
schweren Episoden vorläge (vgl. Entscheid des BGer vom 27. Mai 2014, 
8C_242/2014, E. 5.3), kann hier offen bleiben. 

Weil den vorliegenden psychischen Beschwerden die invalidisierende Wir-
kung abzusprechen ist, besteht mangels eines rechtserheblichen Gesund-
heitsschadens kein Anspruch auf eine Invalidenrente und ist die angefoch-
tene Verfügung vom 6. November 2013 (AB 120) ersatzlos aufzuheben. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Die Beigeladene hat keine 
eigenen Anträge gestellt, womit ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 
sind (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 14 N. 7). Der geleiste-
te Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird der Beschwerdeführerin nach Ein-
tritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. 

Vorliegend stellte die Beschwerdegegnerin auf die Expertise von Dr. med. 
F.________ (AB 98.1, 111) ab, welche die Anforderungen an eine medizi-
nische Beurteilungsgrundlage offensichtlich nicht erfüllte (vgl. E. 3.3.1 hie-
vor). Damit besteht ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungs-
mangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexper-
tise anzuordnen, weshalb die Kosten des Gerichtsgutachtens von 
Fr. 7‘216.70 (Fr. 6‘333.10 [Rechnung Dr. med. H.________ vom 18. No-
vember 2014] + Fr. 883.60 [Rechnung Labor vom 21. November 2014]) auf 
die Verwaltung zu überwälzen sind (BGE 139 V 496 E. 4.4 S. 502). Insge-
samt betragen die von der Beschwerdegegnerin zu tragenden Kosten somit 
Fr. 7‘916.70 (Fr. 700.-- + Fr. 7‘216.70).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2015, IV/13/1026, Seite 16

5.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 
grundsätzlich aus. Der Wendung «obsiegende Beschwerde führende Per-
son» liegt die gesetzgeberische Absicht zu Grunde, den Sozialversicherern 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung einzuräumen. Eine Ausnahme 
von diesem allgemeinen Prozessgrundsatz für sämtliche Sozialversiche-
rungszweige ist für Fälle vorzusehen, in denen das Verhalten der Gegen-
partei leichtsinnig oder mutwillig ist (BGE 128 V 124 E. 5b S. 133). Der ob-
siegenden Beschwerdeführerin kommt somit kein Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten zu.

5.3 Die unterliegende Beigeladene hat keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG; vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 2. Aufl. 2009, Art. 61 
N. 115).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 6. November 2013 aufgehoben.

2. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 7‘916.70 werden der Be-
schwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechts-
kraft des Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- GastroSocial Pensionskasse 
- IV-Stelle Bern 
- B.________ z.H. der Beigeladenen
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.