# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 453a9ed0-b6ba-531b-9319-2838ad6d7041
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 07.05.2013 ZK2 2013 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2013-17_2013-05-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 07. Mai 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 13 17          16. September 2013

Entscheid
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
Richter Michael Dürst und Pritzi
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beklagter, Gesuchsteller und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Ernesto Ferro, Bahnhofstrasse 35, 8022 Zürich, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 11. März 2013, mitge-
teilt am 13. März 2013, in Sachen des Beklagten, Gesuchstellers und Beschwer-
deführers,

betreffend unentgeltliche Rechtspflege,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 24. Februar 2010 machte A._____ beim Vermittleramt des Bezirks Inn 
gegen X._____ eine Forderungsklage über einen Betrag von insgesamt Fr. 
222‘900.75 nebst Zinsen anhängig. Nachdem der Beklagte zur auf den 28. Okto-
ber 2011 angesetzten Vermittlungsverhandlung nicht erschienen war, wurde in 
Anwendung von Art. 76 Abs. 2 und 4 ZPO-GR auf die Durchführung einer zweiten 
Verhandlung verzichtet und am 9. Dezember 2011 der Leitschein ausgestellt. Mit 
Prozesseingabe vom 16. Januar 2012 liess A._____ die entsprechende Klage mit 
unverändertem Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Inn prosequieren. Mit Pro-
zessantwort vom 16. April 2012 beantragte X._____, auf die Klage sei nicht einzu-
treten, eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen.

B. Am 29. Mai 2012 ersuchte A._____ das Bezirksgericht Inn unter anderem 
darum, X._____ zur Deckung der mutmasslichen aussergerichtlichen Kosten eine 
Sicherheitsleistung von Fr. 20‘000.--, eventuell nach richterlichem Ermessen, auf-
zuerlegen. Mit Stellungnahme vom 14. Juni 2012 stellte X._____ den Antrag, auf 
das Gesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei es vollumfänglich abzuweisen. 
Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Januar 2013 verpflichtete der Bezirksge-
richtspräsident Inn X._____ gestützt auf Art. 40 ZPO-GR bis spätestens am 8. Fe-
bruar 2013 eine Sicherheit für die Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 
15‘000.-- zu leisten. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Nachdem X._____ die Sicherheitsleistung innert Frist nicht erbracht hatte, setzte 
ihm der Bezirksgerichtspräsident Inn mit Schreiben vom 13. Februar 2013 eine 
letzte Nachfrist bis am 25. Februar 2013 an, innert welcher er die Sicherheit von 
Fr. 15‘000.-- durch Garantie einer in der Schweiz niedergelassenen Bank oder 
eines zum Geschäftsbetrieb in der Schweiz zugelassenen Versicherungsunter-
nehmens nachzuweisen oder auf das Konto des Bezirksgerichts Inn zu überwei-
sen habe. Gleichzeitig machte er ihn ausdrücklich auf die Säumnisfolgen von Art. 
41 in Verbindung mit Art. 39 Abs. 2 ZPO-GR aufmerksam, wonach er von der wei-
teren Beteiligung am Verfahren ausgeschlossen sei, solange die Sicherheitsleis-
tung nicht erbracht sei, und der Gerichtspräsident nach freiem Ermessen ent-
scheide, inwiefern den Beweisanträgen des Beklagten stattgegeben werde. Die 
Zahlung wurde bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erbracht.

C. Mit einer am 31. Januar 2013 datierten – und gemäss Sendeaufdruck am 
23. Februar 2013 per Fax an das Bezirksgericht Inn übermittelten – Eingabe er-
suchte X._____ um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie die 

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Befreiung von Sicherheitsleistungen für aussergerichtliche Kosten bis zum Ent-
scheid über das Hauptbegehren. Dabei berief er sich in der Begründung auf die 
Bestimmungen von Art. 42 ff. ZPO-GR, legte aber im Widerspruch dazu ein aus-
gefülltes Gesuchsformular nach Art. 119 der Schweizerischen ZPO bei. Dieselbe, 
ebenfalls auf den 31. Januar 2013 datierte Eingabe sandte er zusätzlich separat 
mittels Postsendung an das Bezirksgericht Inn (Poststempel US-Post: 23. Februar 
2013; Eingang Schweizerische Post unbekannt), wo sie am 11. März 2013 ein-
ging. Gleichentags ging beim Bezirksgericht Inn zudem ein vom 8. März 2013 da-
tiertes Schreiben von Rechtsanwalt lic. iur. Ernesto Ferro ein, mit welchem dieser 
die Mandatierung durch X._____ anzeigte und in Kopie ein Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege, datiert vom 23. März 2013 (recte gemäss Angaben von 
Rechtsanwalt lic. iur. Ernesto Ferro: 6. März 2013), beilegte. Inhaltlich entsprach 
dieses Gesuch jenem vom 31. Januar/23. Februar 2013.

D. Mit Entscheid vom 11. März 2013, mitgeteilt am 13. März 2013, wies der 
Bezirksgerichtspräsident Inn das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege ab. Dabei führte er ohne weitere Begründung – wohl aufgrund der 
Datierung der Eingabe – aus, dass das Gesuch am 31. Januar 2013 rechtshängig 
gemacht worden sei. Auf die Anhörung der Gegenpartei wurde verzichtet. Bei sei-
nem Entscheid stützte sich der Bezirksgerichtspräsident – mit Ausnahme einer 
Passage in den Erwägungen, wo er ohne Begründung Bezug auf Art. 43 ZPO-GR 
nimmt (S. 2) – auf die Schweizerische ZPO. Zusammenfassend begründete er 
den abschlägigen Entscheid damit, dass eine Gegenüberstellung der verfügbaren 
Mittel und des Existenzminimums einen Überschuss von Fr. 4‘786.25 ergebe, wo-
durch eine Tilgung der geschätzten Prozesskosten von ca. Fr. 25‘000.-- binnen 
zweier Jahre ohne Weiteres möglich sei. Eine Bedürftigkeit des Gesuchstellers, 
welche die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erlauben würde, bestehe 
angesichts der konkreten Einkommenssituation somit nicht.

E. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 22. März 2013 Be-
schwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei er das folgende 
Rechtsbegehren stellte:

„Rechtsbegehren

Es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei dem Beschwer-
deführer für das Verfahren 115-2012-2 am Bezirksgericht Inn die unentgelt-
liche Prozessführung zu gewähren.

Prozessuale Anträge

Es sei dem Beschwerdeführer für dieses Beschwerdeverfahren die unent-
geltliche Prozessführung zu gewähren;

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Es sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei das 
Bezirksgericht Inn anzuweisen, den Beschwerdeführer bis zum Entscheid 
über diese Beschwerde von der Leistung von Prozesskostensicherheiten 
zu befreien;

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

In der Beschwerdebegründung macht X._____ unter anderem eine offensichtlich 
unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend und rügt unter diesem Titel Fehler bei 
der Berechnung des Nettoeinkommens sowie des monatlichen Überschusses. So 
resultiere bei richtiger Berechnung nämlich lediglich ein monatlicher Überschuss 
über dem Existenzminimum von umgerechnet Fr. 1‘075.18 statt wie vom Vorder-
richter festgestellt ein solcher von Fr. 4‘786.25. Unter Berücksichtigung weiterer 
Ausgaben, welche der Vorderrichter, ohne die gesetzlich vorgesehenen weiteren 
Erhebungen zu machen und dem bisher nicht anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führer Gelegenheit zu geben, die erforderlichen Unterlagen nachzureichen, zu Un-
recht nicht berücksichtigt habe, verringere sich der monatliche Überschuss über 
dem Existenzminimum gar auf Fr. 800.--. Weiter rügt der Beschwerdeführer eine 
unrichtige Rechtsanwendung. In diesem Zusammenhang wirft er dem Vorderrich-
ter zum einen eine fehlerhafte Ermittlung der Prozesskosten vor. Bei richtiger Be-
rechnung beliefen sich diese auf mindestens Fr. 35‘000.-- anstatt wie vom Vorder-
richter geschätzt auf bloss Fr. 25‘000.--. Folglich sei eine Tilgung mit einem Über-
schuss von Fr. 1‘075.18 bzw. Fr. 800.-- innert zwei Jahren nicht möglich. Zum an-
deren habe der Bezirksgerichtspräsident Inn entgegen Art. 11b IPRG, wonach die 
Schweizerische ZPO anwendbar sei, kantonales Recht angewandt. 

F. Mit Verfügung vom 26. März 2013 erteilte der Vorsitzende der II. Zivilkam-
mer der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und befreite X._____ bis zum 
Entscheid über die Beschwerde von der Leistung von Prozesskostensicherheiten.

Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in der 
Beschwerdeschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1. Mit seinem Rechtsbegehren verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung 
des Entscheids des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 11. März 2013 be-
treffend Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren 115-2012-
2 vor Bezirksgericht Inn. Anfechtungsobjekt ist somit der Entscheid des Einzelrich-

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ters am Bezirksgericht Inn vom 11. März 2013 betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege. Gleichzeitig verlangt der Beschwerdeführer aufschiebende Wirkung in dem 
Sinne, dass er bis zum Entscheid über die Beschwerde von der Leistung von Pro-
zesskostensicherheiten zu befreien sei und geht insoweit davon aus, dass der 
Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege rückwirkend Auswirkungen auf die 
Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 14. Januar 2013 betref-
fend Sicherheitsleistung (Hauptakten Vorinstanz, act. 30) hat. Der Beschwerdefüh-
rer nimmt denn auch in seiner Beschwerdebegründung Bezug auf die entspre-
chende Verfügung betreffend Sicherheitsleistung (Beschwerdeschrift, act. A.1, S. 
7). Er rügt darin eine falsche Rechtsanwendung bei der Auferlegung der Prozess-
kaution und versucht somit offenbar auf diesem Umweg – allerdings ohne ein Wort 
der Begründung – nachträglich auf diese Verfügung zurückzukommen und diese 
überprüfen zu lassen.

Aufgrund dieser Ausgangslage ist vorweg festzuhalten, dass die Verfügung des 
Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 14. Januar 2013 betreffend Sicherheits-
leistung unangefochten geblieben ist und folglich in (beschränkte) Rechtskraft er-
wachsen ist. Sie ist mithin nicht Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerde-
verfahren. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet einzig der Entscheid 
betreffend unentgeltliche Rechtspflege vom 11. März 2013. Da allerdings bei Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege die Auferlegung von Sicherheitsleistun-
gen grundsätzlich ausgeschlossen ist (Art. 40 Abs. 1 und Art. 45 ZPO-GR; Art. 
118 Abs. 1 lit. a ZPO), wird bei einer allfälligen Gutheissung des Gesuchs um un-
entgeltliche Rechtspflege zu prüfen sein, ob diese allenfalls mittelbar von einem 
solchen Entscheid betroffen wäre und welche Auswirkungen eine allfällige 
nachträgliche Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf die bereits verfüg-
te Sicherheitsleistung hätte.

2. Der Beschwerdeführer rügt eine falsche Rechtsanwendung durch den Vor-
derrichter. Dabei bezieht er sich in seiner Begründung auf das Verfahren betref-
fend Sicherheitsleistung, womit er dieses wiederum ohne nähere Begründung mit 
jenem betreffend unentgeltliche Rechtspflege vermischt. Die Frage, ob und inwie-
weit dieses vom vorliegenden Verfahren tangiert wird, nachdem das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege erst nach dem rechtskräftigen Entscheid betreffend 
Sicherheitsleistung gestellt wurde, wird – wie bereits ausgeführt – allenfalls bei 
Bejahung der Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege näher zu prüfen sein. Für die Beurteilung der Frage des anwendbaren 
Rechts kann dies zunächst jedoch offengelassen werden.

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a. Die Vorinstanz hat bei der Beurteilung des Gesuchs um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (angefochtener Entscheid, E. 2), bei der Beurteilung des Gesuchs 
um Sicherheitsleistung hingegen jene der Zivilprozessordnung des Kantons 
Graubünden (Hauptakten Vorinstanz, act. 30, E. 2) angewandt. Der Beschwerde-
führer selbst vertrat noch im Verfahren um Sicherheitsleistung ausdrücklich die 
Auffassung, dass die Schweizerische ZPO vorliegend irrelevant und einzig die 
kantonale ZPO anwendbar sei (Hauptakten Vorinstanz, act. 27, Ziff. 11 S. 4). Die-
selbe Ansicht vertrat er auch in seinem Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege vor Vorinstanz (act. 1; 2/1). Im Beschwerdeverfahren vertritt er 
nunmehr unter Berufung auf Art. 11b in Verbindung mit Art. 198 des Bundesge-
setzes über das Internationale Privatrecht (IPRG; SR 291) erstmals und in Wider-
spruch zu seiner bisherigen Haltung die Ansicht, für die Frage der Kautionspflicht 
hätte die Schweizerische Zivilprozessordnung zur Anwendung gelangen müssen 
(Beschwerdeschrift, act. A.1, S. 7). Ebenso lässt er die Anwendung der Schweize-
rischen ZPO im Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege vor dem Bezirksge-
richtspräsidenten Inn ungerügt, womit er nun offenbar neu, d.h. anders noch als im 
Zeitpunkt der Gesuchstellung davon ausgeht, dass auch in diesem Verfahren die 
Schweizerische ZPO anwendbar sei. Da die Frage nach dem anwendbaren Recht 
von Amtes wegen zu prüfen ist, gereicht ihm sein widersprüchliches Verhalten 
allerdings insoweit nicht zum Nachteil.

b. Das Hauptverfahren vor Vorinstanz wurde noch vor Inkrafttreten der 
Schweizerischen ZPO am 1. Januar 2011 anhängig gemacht, infolgedessen sich 
dieses sowie die damit zusammenhängenden Nebenverfahren und die in deren 
Rahmen ergehenden prozessleitenden Entscheide nach kantonalem Recht rich-
ten, zumal diese eng miteinander verbunden sind und das Verfahren nicht zum 
Abschluss bringen (Urteil des Bundesgerichts 4A_594/2011 vom 20. November 
2011, E. 3.2; Andreas Frei/Daniel Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 
Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 12 zu 
Art. 404 ZPO; a.A. Thomas Sutter-Somm/Benedikt Seiler, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO]. 2. Aufl., Zürich 2013, N 10a zu Art. 404 ZPO, wobei diese Ansicht wohl auf 
einem falschen Verständnis des Urteils des Bundesgerichts 5A_842/2011 vom 24. 
Februar 2012, E. 2.1, beruht). Bei den beiden in Frage stehenden Verfahren be-
treffend Sicherheitsleistung und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
handelt es sich um Nebenverfahren zu einem nach kantonalem Recht zu führen-
den Hauptverfahren, die in Form von prozessleitenden Verfügungen entschieden 

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wurden. Massgebend ist somit sowohl für die Beurteilung des Gesuchs um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege als auch für die Beurteilung der Kauti-
onspflicht – soweit letztere Frage im vorliegenden Verfahren überhaupt von Rele-
vanz ist – die ZPO-GR. Die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang 
angerufene Bestimmung von Art. 11b IPRG betrifft demgegenüber die Sicherheit 
für Parteientschädigungen in Verfahren der internationalen Rechtshilfe und ist vor-
liegendenfalls irrelevant (Dorothee Schramm/Axel Buhr, in: Furrer/Girsberger/Mül-
ler-Chen [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Internationales Pri-
vatrecht, 2. Aufl., Zürich 2012, N 1 f. zu Art. 11b IPRG). An dieser Rechtslage 
vermag auch das Schreiben des Vorsitzenden der II. Zivilkammer vom 5. April 
2013 an das Bezirksgericht Inn (act. C.3) nichts zu ändern, in welchem auf die 
Bestimmungen der Schweizerischen ZPO Bezug genommen wird. Dieses Schrei-
ben erfolgte im Rahmen der Verfahrensinstruktion vor Zustellung der Hauptakten, 
wurde doch gerade mit eben diesem Schreiben die Vorinstanz zweitmals darum 
ersucht, die Akten des Hauptverfahrens der Beschwerdeinstanz zuzustellen. Auf-
grund der Ausführungen in der Beschwerde sowie im angefochtenen Entscheid 
war zum damaligen Zeitpunkt davon auszugehen, es handle sich um ein neurecht-
liches Verfahren. Eine entsprechende Überprüfung konnte erst nach der Zustel-
lung der Hauptakten erfolgen.

c. Nach dem Gesagten war somit sowohl das Verfahren betreffend Sicher-
heitsleistung als auch dasjenige betreffend Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege nach der ZPO-GR zu beurteilen. Folglich hat der Vorderrichter im 
Rahmen seiner Beurteilung, ob unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sei, zu 
Unrecht die Bestimmungen der Schweizerischen ZPO angewandt. Das vorliegen-
de Beschwerdeverfahren richtet sich demgegenüber nach der Schweizerischen 
ZPO (Art. 405 Abs. 1 ZPO).

3. Gegen Entscheide des Einzelrichters am Bezirksgericht betreffend die Ab-
lehnung oder den Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege kann gemäss Art. 121 
in Verbindung mit Art. 319 lit. b ZPO und Art. 7 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) Beschwerde an das 
Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden. Die Beschwerde ist, da es sich 
gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO um ein summarisches Verfahren handelt, innert 10 
Tagen seit der Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet ein-
zureichen, wobei der angefochtene Entscheid beizulegen ist (Art. 321 Abs. 2 und 
3 ZPO). Der angefochtene Entscheid datiert vom 11. März 2013 und wurde 
X._____ am 13. März 2013 mitgeteilt. Die vorliegende Beschwerde vom 22. März 

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2013 erfolgte somit fristgerecht und entspricht auch den übrigen Formerfordernis-
sen, weshalb darauf einzutreten ist.

4.a. Gemäss Art. 42 ZPO-GR werden für die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege in materieller Hinsicht einerseits die Bedürftigkeit der grundsätzlich 
zur Stellung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege berechtigten Partei 
und andererseits die fehlende offensichtliche Mutwilligkeit und Aussichtslosigkeit 
des Hauptverfahrens verlangt. Ob diese beiden kumulativ zu erfüllenden materiell-
rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, prüft der Richter summarisch auf-
grund der Aktenlage zum Zeitpunkt der Gesuchstellung. Bedürftig ist ein Gesuch-
steller, der die Leistung der erforderlichen Prozess- und Parteikosten nur erbrin-
gen kann, wenn er die Mittel angreift, deren er zur Deckung des Grundbedarfs für 
sich und seine Familie bedarf (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4 S. 164). Als aussichtslos 
gelten Prozessbegehren, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahr und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kön-
nen. Dagegen hat ein Begehren nicht als aussichtslos zu gelten, wenn sich die 
Gewinnaussichten und die Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur 
wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine solvente Partei bei ver-
nünftiger Überlegung auch als Selbstzahler den Prozess führen oder vielmehr da-
von Abstand nehmen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene 
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, 
weil er sie nichts kostet. Subjektive Überlegungen des Gesuchstellers sind in die-
sem Zusammenhang irrelevant. Die „mutwillige“ Prozessführung kann in dem Sin-
ne als qualifizierte Form der „aussichtslosen“ Prozessführung bezeichnet werden, 
als dass sich der mutwillige Kläger der Aussichtslosigkeit seines Unterfangens 
bewusst ist (vgl. Norbert Brunner, Die unentgeltliche Rechtspflege nach bündneri-
scher Zivilprozessordnung – unter besonderer Berücksichtigung der neueren Pra-
xis des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden, ZGRG 04/03, S. 172).

b. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, bei richtiger Berechnung 
des Nettoeinkommens ergebe sich ein monatlicher Überschuss über dem Exis-
tenzminimum von Fr. 1‘075.18 anstatt wie vom Vorderrichter festgestellt ein sol-
cher von Fr. 4‘786.25. So gehe der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn zunächst 
irrtümlicherweise von einem Nettoeinkommen von $ 8‘333.34 (Fr. 7‘921.25) aus. 
Indessen handle es sich dabei um den Bruttolohn. Nach Abzug der Einkommens-
steuer sowie aller in den O.1_____ obligatorischen sonstigen Steuern, welche an 
der Quelle abgezogen würden, ergebe sich ein Nettoeinkommen von monatlich 
noch Fr. $ 5‘448.70 (Fr. 5‘173.96). Ferner seien im angefochtenen Entscheid trotz 
Geltendmachung fälschlicherweise lediglich $ 10.00 statt $ 57.50 (Fr. 54.76) an 

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monatlichen Krankenkassenprämien berücksichtigt worden. Gänzlich übergangen 
worden seien die in dem earnings statement vom 31. Januar 2013 aufgeführten 
Abzüge in Höhe von monatlich $ 916.68 (Fr. 873.03), bei welchen es sich um ei-
nen „retirement plan“ handle, der mit einer Pensions- und Fürsorgekasse ver-
gleichbar sei und somit als Sozialabgabe bei der Berechnung des Existenzmini-
mums zu berücksichtigen sei. Zwar sei diese Ausgabe in den O.1_____ nicht obli-
gatorisch, allerdings müsse bei einer Beurteilung berücksichtigt werden, dass es 
sich um ein ganz anderes Sozialsystem handle. So sei die Einzahlung in eine sol-
che Kasse nötig, um für den Lebensunterhalt im Alter vorzusorgen, weshalb eine 
Gleichbehandlung mit Pensionskassenbeiträgen auf der Hand liege. Aufgrund die-
ser Berichtigungen ergebe sich letztendlich ein monatliches Nettoeinkommen von 
$ 4‘474.52 bzw. Fr. 4‘246.18. Nach Abzug des im angefochtenen Entscheid zu-
grunde gelegten Existenzminimums ergebe sich ein monatlicher Überschuss von 
Fr. 1‘075.18. Unter Berücksichtigung weiterer Ausgaben, die der Vorderrichter in 
Verletzung der Untersuchungsmaxime ausser Acht gelassen habe, verbleibe gar 
nur ein Überschuss von Fr. 800.--.

c. Vorliegend ergibt sich aufgrund der Akten, dass der Vorderrichter im Rah-
men der Überschussberechnung in der Tat wesentliche Punkte ausser Acht ge-
lassen hat. Dabei handelt es sich einerseits um ausgewiesene Lohnabzüge (vgl. 
Akten VI, URP-Verfahren, act. 2a) und andererseits um geltend gemachte Ausga-
ben, für welche zwar die erforderlichen Belege fehlen, die der Vorderrichter indes-
sen gestützt auf Art. 43 Abs. 2 ZPO-GR vom Gesuchsteller hätte einfordern müs-
sen, bevor er sie mangels Nachweises unberücksichtigt belassen durfte. Dem 
Wesen der freiwilligen Gerichtsbarkeit entsprechend gilt im Verfahren betreffend 
unentgeltliche Rechtspflege nämlich die Untersuchungsmaxime. So hat der Rich-
ter im Rahmen seiner Prüfungspflicht selber die rechtserheblichen Tatsachen fest-
zustellen, wobei dem Gesuchsteller allerdings eine erhebliche Mitwirkungspflicht 
zukommt (vgl. Brunner, a.a.O., S. 159). Vorliegend verbleibt nunmehr bereits bei 
Berücksichtigung der aktenkundig ausgewiesenen Lohnabzüge ein wesentlich 
geringerer Überschuss, als vom Bezirksgerichtspräsidenten Inn ermittelt wurde. 
Konkret ergibt sich dabei ein massgebliches Nettoeinkommen von $ 4‘474.52 an-
stelle eines solchen von $ 8‘333.34 (vgl. angefochtener Entscheid, S. 3). Zwar 
verhält es sich grundsätzlich in der Tat so, dass bei der Berechnung des Notbe-
darfs die anfallenden Steuern nicht zu berücksichtigen sind. Indessen ist bei aus-
ländischen Arbeitnehmern, die der Quellensteuer unterliegen, von demjenigen 
Einkommen auszugehen, welches diesen tatsächlich ausbezahlt wird (vgl. Be-
schluss der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts von 

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Graubünden betreffend Änderung der Richtlinien für die Berechnung des betrei-
bungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG vom 18. August 2009 
[KSK 09 39]). Als Lohn des Gesuchstellers ist mithin der Betrag massgebend, den 
er wirklich ausbezahlt erhält (vgl. BGE 90 III 33), nach dem Gesagten somit derje-
nige von $ 4‘474.52. Ob und inwieweit die übrigen geltend gemachten Abzüge – 
Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Arbeitsweg, ungedeckte Arztkosten sowie 
sonstige Auslagen – zu berücksichtigen sind, kann vorliegend mangels vom Vor-
derrichter nachgeforderter Belege nicht abschliessend beurteilt werden. Um den 
massgeblichen Überschuss definitiv ermitteln zu können, sind vom Gesuchsteller 
die ausstehenden Belege nachzuverlangen, verbunden mit der Androhung, dass 
die geltend gemachten Abzüge im Unterlassungsfall nicht berücksichtigt würden. 
Im Übrigen wird im Rahmen dieser neu vorzunehmenden Bedarfsermittlung auch 
zu klären sein, ob im vorliegenden Fall aufgrund der durchschnittlich niedrigeren 
Lebenshaltungskosten in den O.1_____ einfach ohne weiteres der für die Schweiz 
gültige Grundbetrag für eine alleinstehende Person von Fr. 1‘200.-- anzuwenden 
ist, wie dies der Vorderrichter getan hat. Bejahendenfalls wären die geltend ge-
machten Kosten für die Hausratsversicherung bei der Bedarfsberechnung dann 
aber ausser Acht zu lassen (vgl. hierzu die Studie der UBS AG „Preise und Löhne 
– Ein Kaufkraftvergleich rund um die Welt“, Stand September 2012, abrufbar unter 
http://www.ubs.com).

5.a. Der Beschwerdeführer wirft dem Einzelrichter am Bezirksgericht Inn weiter 
eine fehlerhafte Einschätzung der Prozesskosten vor. So habe dieser die Pro-
zesskosten im angefochtenen Entscheid auf rund Fr. 25‘000.-- geschätzt, dem 
Beschwerdeführer in seiner prozessleitenden Verfügung vom 14. Januar 2013 
aber eine Sicherheit für die Parteientschädigung in Höhe von Fr. 15‘000.-- aufer-
legt. Da Anwaltskosten bei beiden Parteien anfielen, gehe der Vorderrichter mit 
seiner Schätzung von Fr. 25‘000.-- für Gerichts- und Anwaltskosten jedoch von zu 
tiefen Prozesskosten aus. Gehe man nämlich von Parteikosten von jeweils Fr. 
15‘000.-- und einer Gerichtsgebühr von mindestens Fr. 5‘000.-- aus, sei mit vor-
aussichtlichen Prozesskosten von mindestens Fr. 35‘000.-- zu rechnen. Selbst 
ohne Berücksichtigung der Gerichtsgebühren sei es für ihn somit nicht möglich, 
die anfallenden Prozesskosten aus dem ihm verbleibenden Überschuss über dem 
Existenzminimum von umgerechnet Fr. 1‘075.15 bzw. Fr. 800.-- innert einer Frist 
von zwei Jahren zu decken. Dieser Einwand ist nicht von der Hand zu weisen, 
zumal der Vorderrichter seine Schätzung nicht näher begründet hat (vgl. ange-
fochtener Entscheid, S. 4). Immerhin ist den Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers aber entgegenzuhalten, dass dieser erstmals im Verlaufe des Verfahrens um 

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Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege anwaltlich vertreten ist. Bislang liess 
er sich von seinem Vater, der zwar zugelassener Rechtsanwalt in den O.1_____, 
nicht aber im Anwaltsregister eingetragen ist und keine Freizügigkeit nach dem 
Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 
935.61) geniesst, vertreten. Dieser verlangt eigener Aussage zufolge von seinem 
Sohn kein Entgelt für dessen bisherige Vertretung (vgl. Akten VI, Hauptverfahren, 
act. 27, Ziff. 20). Der erste Rechtsschriftenwechsel im Hauptverfahren wurde be-
reits abgeschlossen, was bedeutet, dass – selbst wenn der nunmehr im URP-
Verfahren beigezogene Rechtsanwalt zukünftig auch die Verteidigung im Haupt-
verfahren übernehmen sollte – ein grosser Teil des Aufwands bereits angefallen 
ist. Die Anwaltskosten des Beklagten dürften aus diesem Grund denn auch gerin-
ger ausfallen, als jene der Klägerin. In diesem Zusammenhang ist auch darauf 
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer selbst ausführt, der Prozessstoff liege 
klar vor, nachdem sich gestützt auf denselben Sachverhalt identische Fragen wie 
im bereits gegen seinen Vater durchgeführten Verfahren, in welchem die Klägerin 
vollumfänglich unterlegen sei, stellen würden (vgl. Akten VI, Hauptverfahren, act. 
27, Ziff. 18). Der Begründung des angefochtenen Entscheids ist nicht zu entneh-
men, ob und inwiefern der Vorderrichter diese Umstände einer entsprechenden 
Würdigung unterzogen hat. Angesichts der Schätzung der Parteikosten der kläge-
rischen Partei im Verfahren betreffend Sicherheitsleistung ist diesbezüglich eine 
Klärung, allenfalls eine Überprüfung der im angefochtenen Entscheid vorgenom-
menen Schätzung erforderlich.

b. Ferner hat der Vorderrichter im Rahmen seiner Erwägungen über mögliche 
Ratenzahlungen unerwähnt gelassen, dass der Beschwerdeführer gemäss Verfü-
gung betreffend Sicherheitsleistung innert – mittlerweile abgelaufener – Frist eine 
Summe von Fr. 15‘000.-- zu bezahlen hat. Dem angefochtenen Entscheid ist nicht 
zu entnehmen, aus welchen Gründen er nicht weiter darauf eingegangen ist. Mög-
licherweise hat er diese Frage nicht für relevant erachtet, weil er von einem ermit-
telten Überschuss von mehr als Fr. 4‘000.-- ausgegangen ist, und deshalb still-
schweigend angenommen hat, ein solcher würde in jedem Fall eine Begleichung 
der Sicherheitsleistung innert angesetzter Frist erlauben. Da sich nach den voran-
gegangenen Ausführungen nun wohl ein wesentlich geringerer Überschuss erge-
ben dürfte, wird der Beschwerdeführer indessen kaum in der Lage sein, die bereits 
angeordnete Sicherheitsleistung innert Frist zu erbringen. Somit müssen die sich 
daraus ergebenden Fragen im Zusammenhang mit der bereits verfügten Sicher-
heitsleistung beantwortet werden, zumal der Beschwerdeführer die Prozesskauti-

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on in seinem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ausdrück-
lich thematisiert hat.

c. In der Literatur wird teilweise die Meinung vertreten, ein Gesuch um Bewilli-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege sei grundsätzlich ausgeschlossen, wenn 
die Sicherheitsleistung bereits angeordnet wurde, es sei denn, die wirtschaftlichen 
Verhältnisse hätten sich verändert (Frank Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ 
Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
2. Aufl., Zürich 2013, N 13 zu Art. 119 ZPO; Thomas Geiser, in: Niggli/Uebersax/ 
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Ba-
sel 2011, N 26 zu Art. 64 BGG). Gegen diese Ansicht dürfte der Umstand spre-
chen, dass ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auch 
während eines hängigen Verfahrens jederzeit möglich ist. Allerdings ist grundsätz-
lich erst Wirkung ab dem Zeitpunkt der Gesuchstellung anzunehmen (Brunner, 
a.a.O., S 160). Dabei ist für die Anhängigmachung des entsprechenden Gesuchs 
entgegen der Annahme im angefochtenen Entscheid nicht das auf der Eingabe 
angegebene Datum (31. Januar 2013), sondern dasjenige der Übergabe der 
Rechtsschrift an die Schweizerische Post massgebend. Entfaltet eine allfällige 
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege aber erst mit Wirkung ab dem Zeit-
punkt der Gesuchstellung Wirkung, wäre weiter zu prüfen, ob die bereits angeord-
nete Sicherheitsleistung allenfalls trotzdem zumindest teilweise hinfällig würde, 
zumal damit auch noch nicht entstandene Parteikosten sichergestellt wurden. Wä-
re die Rückwirkung einer allenfalls zu bewilligenden unentgeltlichen Rechtspflege 
zu verneinen, wäre aufgrund der Gesuchsbegründung, in welcher auf die Sicher-
heitsleistung Bezug genommen wird und zumindest mittelbar deren Aufhebung 
gefordert wird, eine Wiedererwägung der auferlegten Sicherheitsleistung zu prü-
fen, zumal es sich dabei um eine prozessleitende Verfügung handelt, auf die je-
derzeit zurückgekommen werden kann (Peter Guyan, Beweisverfahren im ordent-
lichen Verfahren vor Bezirksgerichtsausschuss und Bezirksgericht, Diss. Zürich 
2000, S. 177; gemäss Art. 100 Abs. 2 ZPO ist dies sogar ausdrücklich vorgese-
hen). Jedoch dürfte eine nachträgliche Aufhebung im Vergleich zum Zeitpunkt der 
Auferlegung der Sicherheitsleistung veränderte Verhältnisse voraussetzen. Zu 
prüfen wäre bei einem entsprechenden Überschuss auf Seiten des Beschwerde-
führers auch die Gewährung von Ratenzahlungen für die betreffende Sicherheits-
leistung. Soweit bei allfälliger Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege eine Aufhebung oder ratenweise Begleichung der Si-
cherheitsleistung in Betracht fällt, wird zwingend auch die Gegenpartei anzuhören 
sein, da dadurch auch deren Rechte tangiert werden. Dieser Anspruch auf An-

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hörung entspricht demjenigen auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV, 
zumal die Befreiung der gesuchstellenenden Person von der möglichen Verpflich-
tung zur Sicherstellung der Parteikosten die Gegenpartei belasten würde (Urteil 
des Bundesgerichts 4A_681/2010 vom 7. April 2011, E. 1.6 mit weiteren Hinwei-
sen).

6. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der angefochtene 
Entscheid auf einer fehlerhaften Überschussberechnung basiert, die teils auf fal-
scher Würdigung der Akten, teils auf einem nicht bereinigten Beweisverfahren be-
ruht. Ebenso ist die vom Vorderrichter vorgenommene Schätzung der mutmassli-
chen Prozesskosten zu überprüfen. Im Weiteren lässt der angefochtene Entscheid 
die sich stellenden Fragen im Zusammenhang mit der bereits angeordneten Si-
cherheitsleistung ausser Acht. Soweit sich aufgrund der bereinigten Überschuss-
berechnung ergeben sollte, dass dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege stattzugeben ist oder bei einer Ablehnung zumindest eine ratenwei-
se Begleichung der Kosten zu gewähren ist, wären diese Fragen ebenfalls einer 
Prüfung zu unterziehen, wobei diesfalls – wie bereits erwähnt – zwingend auch 
der Gegenpartei das rechtliche Gehör zu gewähren wäre. All dies führt zur Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids. Da der Fall aufgrund der noch einzuholen-
den Belege sowie der fehlenden Anhörung der Gegenpartei nicht spruchreif ist 
und ausserdem wesentliche Fragen gänzlich unbehandelt blieben, ist die Sache 
an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 ZPO).

7. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens – bestehend aus den 
Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO) – werden in 
Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Kanton Graubünden auferlegt, welcher 
den Beschwerdeführer hierfür überdies aussergerichtlich zu entschädigen hat. In 
Ermangelung einer eingereichten Honorarnote wird die Parteientschädigung nach 
richterlichem Ermessen festgesetzt, wobei die II. Zivilkammer eine aussergerichtli-
che Entschädigung in Höhe von Fr. 2‘000.-- (inkl. Spesen und MWSt) als dem 
hierfür erforderlichen Aufwand angemessen erachtet. 

8. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege für das vorliegende Beschwerdeverfahren ist abzuweisen. Die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens halten sich in derart geringem Rahmen, dass sie 
jedenfalls durch den vom Beschwerdeführer anerkannten monatlichen Überschuss 
von Fr. 1‘075.18 bzw. Fr. 800.-- (zumindest ratenweise) beglichen werden können. 
Dies gilt umso mehr als ihm, dem Ausgang des Verfahrens entsprechend, keine 

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Kosten auferlegt wurden und eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2‘000.-- 
zugesprochen wurde.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2. Der angefochtene Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 
11. März 2013 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2‘000.-- gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden, welcher B._____ hierfür überdies mit Fr. 2‘000.-- 
(inkl. Spesen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen hat.

4. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Be-
schwerdeverfahren wird abgewiesen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: