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**Case Identifier:** 5ce8291d-e6d8-5344-878a-8fbe7a736b06
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.11.2022 IV 2022/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-36_2022-11-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/36

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.02.2023

Entscheiddatum: 23.11.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 23.11.2022
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG Prüfung eines polydisziplinären 
Gutachtens. Gemäss beweiskräftigem Gutachten ist der Beschwerdeführer 
in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig; adaptiert besteht 
eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Restarbeitsfähigkeit aufgrund des 
vorgerückten Alters (im massgebenden Zeitpunkt bereits 62 Jahre und 4 
Monate alt) und der gesundheitlichen Einschränkungen (medizinisches 
Zumutbarkeitsprofil) nicht mehr verwertbar. Gutheissung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. November 2022, IV 
2022/36).

Entscheid vom 23. November 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim 

Huber und Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Julia 

Dillier

Geschäftsnr.

IV 2022/36

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, rechtsanwälte.og 42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich erstmals im November 2005 wegen 

eines Impingement-Syndroms der linken Schulter zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Zuletzt war er bei B.___ als Z.___ tätig gewesen 

(IV-act. 12). Nach Durchsicht der eingereichten Arztberichte der Behandler hielt der 

Regionale Ärztliche Dienst (RAD) fest, der Versicherte weise eine Ruptur der 

Supraspinatussehne an der linken Schulter auf. Daneben bestünden noch diverse 

internistische Krankheitsbilder, so etwa eine behandlungsbedürftige hypertensive 

Kardiopathie, eine leichte Niereninsuffizienz bei Verdacht auf hypertensive 

Nephropathie sowie ein latenter Diabetes mellitus bei Adipositas. In der angestammten 

Tätigkeit als Z.___ mit der Notwendigkeit von Überkopfarbeiten sowie von Heben und 

Tragen von Lasten über 10 kg sei die Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt. Die 

Arbeitsunfähigkeit als Z.___ betrage mindestens 50 %, tendenziell sogar mehr. Von 

einer mindestens 20%-igen Einschränkung könne mit Sicherheit ausgegangen werden. 

In einer adaptierten Tätigkeit (ohne Überkopfarbeiten sowie ohne Heben und Tragen 

von Lasten über 10 kg) könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden 

(IV-act. 14).

A.a. 

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B.  

C.  

Nach beruflicher Abklärung und Arbeitstraining bei C.___ erteilte die IV-Stelle mit 

Mitteilung vom 23. Oktober 2006 Kostengutsprache für einen Anfänger-Pizzaiolo-Kurs 

an der Y.___ GmbH (IV-act. 43). Dem Schlussbericht vom 4. Dezember 2006 ist zu 

entnehmen, dass der Versicherte den Kurs zum Pizzaiolo erfolgreich mit Diplom 

abgeschlossen habe. Einen Praktikumsplatz habe er allerdings trotz Unterstützung der 

Schule nicht finden können (IV-act. 47).

A.b. 

Am 14. Juni 2007 unterzeichnete der Versicherte bei der D.___ GmbH einen 

Arbeitsvertrag als X.___-mitarbeiter (IV-act. 70-2). Daraufhin teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten am 3. August 2007 mit, dass die Arbeitsvermittlung erfolgreich habe 

abgeschlossen werden können. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2007 wies die IV-Stelle 

das Leistungsbegehren um Rentenleistungen bei einem Invaliditätsgrad von 25 % ab 

(IV-act. 82).

A.c. 

Im August 2008 wurde der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 83 ff.). Im Bericht vom 18. August 2008 

führte Dr. med. E.___, Facharzt für Rheumatologie, aus, der arbeitswillige Versicherte 

habe nach fast 2-jähriger Arbeitslosigkeit eine neue Anstellung in einer X.___ gefunden. 

Dabei habe er eine Lohneinbusse von ca. Fr 2'500.-- monatlich hinzunehmen. Klinisch 

hätten sich indes gegenüber den früheren Untersuchungen keine wesentlichen neuen 

Gesichtspunkte von Relevanz ergeben (IV-act. 83).

B.a. 

Nach getätigten Abklärungen schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung am 

26. März 2010 ab. Sie hielt fest, in der Tätigkeit als X.___-mitarbeiter könne der 

Versicherte eine volle Arbeitsleistung erbringen. Eine Anpassung des Arbeitsplatzes sei 

nicht möglich (IV-act. 139). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wurde der 

Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 21. Juni 2010 abgelehnt 

(Vorbescheid vom 6. Mai 2010, IV-act. 145; Verfügung vom 21. Juni 2010, IV-act. 146).

B.b. 

Im Dezember 2016 meldete sich der Versicherte abermals zum Leistungsbezug 

bei der IV-Stelle an (IV-act. 147). Der RAD-Arzt Dr. med. F.___ hielt in einer internen 

Stellungnahme vom 15. Dezember 2016 fest, mit den mit der Wiederanmeldung 

C.a. 

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eingereichten medizinischen Unterlagen lasse sich eine Veränderung des 

Gesundheitszustandes mit Relevanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

hinreichend plausibel nachvollziehen (IV-act. 154).

Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2017 wurde die Ablehnung des 

Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (IV-act. 160). Dagegen liess der Versicherte am 

26. Januar 2017 bzw. am 3. März 2017 mündlich Einwand erheben (IV-act. 161). Dazu 

reichte er unter anderem eine Kurzbeurteilung von Dr. med. G.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zuhanden der SWICA vom 20. Januar 

2017 ein. Zudem informierte er, dass er die Kündigung per 30. April 2017 erhalten 

habe. Von August 2016 bis Februar 2017 habe er aufgrund einer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung lediglich zu 50 % als W.___-schleifer arbeiten können. Im Jahr 2013 

habe er einen Rollerunfall mit Verletzungen an der Schulter und am Knie erlitten. Im 

November 2013 sei eine Meniskusoperation erfolgt (IV-act. 164).

C.b. 

Nach Einholung weiterer medizinischer Unterlagen führte die RAD-Ärztin Dr. med. 

H.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, in der Stellungnahme 

vom 2. Juni 2017 aus, im Vergleich zur medizinischen Referenzsachlage habe sich der 

Gesundheitszustand verschlechtert. Zur bekannten Schulterdiagnose sei eine Arthrose 

am linken Kniegelenk und eine koronare Herzerkrankung hinzugekommen (IV-act. 172).

C.c. 

Am 3. November 2017 wurde beim Versicherten eine Knieteilprothese eingesetzt 

(Operationsbericht vom 3. November 2017, IV-act. 193-2 f.).

C.d. 

In der von der SWICA in Auftrag gegebenen Schnelluntersuchung vom 27. März 

2018 attestierte Dr. med. I.___, Medbase J.___, dem Versicherten eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit, wobei es sich dabei bereits um 

eine Art Schonarbeitsplatz gehandelt habe. Eingeschränkt sei er vor allem beim Heben 

von Lasten über Hüfthöhe und bei schnellerem Gehen. Für einen optimal adaptierten 

Arbeitsplatz (leichte Tätigkeiten, wechselbelastend unter Vermeidung von Arbeiten über 

Hüfthöhe) könnte auch eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit postuliert werden. Dies wäre 

auch mit den kardialen Einschränkungen des Versicherten vereinbar. Realistisch sei 

dies jedoch nicht. Er sehe eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsparkt für eine Tätigkeit, wie er sie zuletzt ausgeübt habe (Fremdakten-act. 4).

C.e. 

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Am 6. April 2018 berichtete Dr. med. K.___, Orthopädie, aus orthopädischer Sicht 

sei von einem sehr guten Verlauf fünf Monate nach der Implantation einer medialen 

Teilprothese am linken Knie auszugehen. Er attestierte dem Versicherten in seiner 

angestammten Tätigkeit als W.___-mitarbeiter eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. Dass 

bei einem optimal adaptierten Arbeitsplatz eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit erreicht 

werden könne, sei theoretisch (IV-act. 205).

C.f. 

Mit Mitteilung vom 20. Juli 2018 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für 

Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 211).

C.g. 

Dr. med. L.___, Radiologie M.___, berichtete am 5. November 2018 von einer 

anfänglichen Lumbalgie (mittlere-obere); derzeit von einem L4-Defizitsyndrom links 

(Quadrizepsschwäche und Hypästhesie; IV-act. 228-17). Am 8. November 2018 wurde 

eine CT-gesteuerte Infiltrationsanästhesie LWK 4/5 durchgeführt (IV-act. 228-19).

C.h. 

Dr. med. N.___, Allgemeinmedizin, berichtete am 18. März 2019 von keiner 

wesentlichen Besserung des L4 Defizitsyndroms links nach CT-gesteuerten 

Infiltrationsanästhesie vom 8. November 2018. Der Verlauf sei jedoch mässig. Der 

Versicherte klage nach wie vor über LWS-Schmerzen bis zum linken Fuss (IV-act. 233).

C.i. 

In der internen Stellungnahme vom 23. April 2019 führte die RAD-Ärztin Dr. H.___ 

aus, der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum Gutachten von Dr. I.___ vom 

27. März 2018 nicht wesentlich verändert. Es könne auf eine Arbeitsfähigkeit 

angestammt und adaptiert von 50 % ausgegangen werden (IV-act. 239).

C.j. 

Am 24. April 2019 wurde das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen 

abgewiesen (IV-act. 242).

C.k. 

In einem internen Feststellungsblatt notierte der zuständige Sachbearbeiter der IV-

Stelle, aus rechtlicher Sicht sei in Beachtung des Berichts von Dr. I.___ nicht 

nachvollziehbar, weshalb der RAD in einer optimal adaptierten Tätigkeit von einer 50%-

igen Arbeitsfähigkeit ausgehe, obwohl Dr. I.___ eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert habe. Unter Berücksichtigung einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit ermittelte er ein IV-Grad von 18 % (IV-act. 244). Gestützt darauf teilte die IV-

Stelle dem Versicherten am 23. September 2019 mit, dass kein Anspruch auf eine 

C.l. 

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Invalidenrente bestehe (Vorbescheid, IV-act. 246). Dagegen liess der Versicherte 

Einwand erheben (IV-act. 252). Am 3. Dezember 2019 verfügte die IV-Stelle die 

Abweisung des Rentenanspruchs des Versicherten (IV-act. 253).

Mit Beschwerde vom 20. Januar 2020 liess der Versicherte die Aufhebung der 

Verfügung vom 3. Dezember 2019 beantragen. Zur Begründung liess er unter anderem 

einen Arztbericht von Dr. N.___ vom 17. Januar 2020 einreichen. Diesem war zu 

entnehmen, dass die schlechte Lungenfunktion sowie die psychische Erkrankung, ein 

reaktives depressives Leiden, nicht berücksichtigt worden seien (IV-act. 256).

C.m. 

Am 4. Februar 2020 reichte Dr. med. O.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, einen psychiatrischen Bericht zuhanden der IV-Stelle ein. Darin wurde 

festgehalten, dass sich der Versicherte seit dem 24. August 2018 in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung befinde. Er leide unter einer mittelgradigen 

depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICS-10: F33.11). Das psychische 

Leiden sei bislang gegenüber einer fachgerechten Behandlung resistent geblieben. Es 

habe Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 258).

C.n. 

Daraufhin widerrief die IV-Stelle am 14. Februar 2020 die Verfügung vom 

3. Dezember 2019 (Verfügung vom 14. Februar 2020, IV-act. 260; interne 

Stellungnahme vom 14. Februar 2020, IV-act. 261) und das Versicherungsgericht 

schrieb das Verfahren am 30. März 2020 ab (IV-act. 267).

C.o. 

Nach Einholung weiterer Arztberichte teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 

3. August 2020 mit, zur Klärung der Leistungsansprüche erachte sie eine medizinische 

Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie) als notwendig 

(IV-act. 280). Am 12. und 30. Oktober sowie am 4. November 2020 wurde der 

Versicherte im Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG (ZIMB) 

begutachtet. Die Sachverständigen erhoben folgende Diagnosen, denen sie eine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen: ein chronisches lumbovertebrales bzw. 

lumbosakrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.10), eine Belastungsbeschränkung des 

rechten und linken Schultergelenks (ICD-10: M19.1), eine Belastungs- und 

Bewegungseinschränkung des rechten und linken Hüftgelenks mit einer 

Aussenrotationseinschränkung von 2/3 bei Coxa magna und einer Coxarthrose Grad 

C.p. 

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Kellgren II-III (ICD-10: M16.0), eine Belastungseinschränkung des rechten Kniegelenks 

bei medial betonter Gonarthrose mit einer Chondropathie Grad Kellgren II-III (ICD-10: 

M17.0), eine Belastungs- und Bewegungseinschränkung des linken Kniegelenks 

(ICD-10: M17.0) sowie ein Anstrengungsdyspnoe multifaktorieller Ätiolgie. Als Leiden 

ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie ein metabolisches 

Syndrom, ein mittelgradiges Schlafapnoesyndrom (Erstdiagnose im Dezember 2018), 

eine leichte Niereninsuffizienz (KDIGO Stadium 3a) sowie eine depressive 

Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als W.___ 

bestehe aus internistischer und orthopädischer Sicht seit der am 3. November 2017 

erfolgten Implantation einer medialen Schlittenprothese auf Dauer keine 

Arbeitsfähigkeit mehr. Bezogen auf leidensadaptierte Tätigkeiten attestierten ihm die 

Sachverständigen in der Konsensbeurteilung eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit mit 

diversen qualitativen Schonkriterien (IV-act. 293-17 ff.).

Am 21. April 2021 notierte die RAD-Ärztin Dr. H.___, das polydisziplinäre 

Gutachten sei ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt 

werden könne (IV-act. 294).

C.q. 

Mit Vorbescheid vom 18. Juni 2021 bzw. mit Korrektur vom 22. Juni 2021 stellte 

die IV-Stelle dem Versicherten die Zusprache eine ganze IV-Rente ab 1. November 

2017 und einer halben Rente ab 1. Mai bis 31. Mai 2018 in Aussicht. Die getätigten 

Abklärungen hätten ergeben, dass aus versicherungsrechtlicher Sicht in einer 

körperlich schweren Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. In einer adaptierten 

körperlich leichten Tätigkeit habe vom 3. November bis 31. Dezember 2017 eine volle, 

vom 1. bis 31. Januar 2018 eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit, vom 1. bis 27. Februar 

2018 eine 50%-ige und vom 1. bis 31. März 2018 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit 

bestanden. Ab dem 1. April 2018 sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der 

Versicherte habe somit ab 1. November 2017 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 

1. Mai 2018 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 54 % Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente, welche per 31. Mai 2018 eingestellt werde (IV-act. 296 und 298). 

Dagegen liess der Versicherte am 30. Juni bzw. 22. August 2021 Einwand erheben und 

weitere Arztberichte einreichen (IV-act. 299 ff. und 313 f.). Unter anderem nahm 

Dr. O.___ am 17. August 2021 Stellung zum psychiatrischen Gutachten. Die Diagnose 

einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

C.r. 

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D.  

(ICD-10: F45.41) sei bereits im August 2018 gestellt worden. Dies sei im Gutachten 

ausser Acht gelassen worden. Der psychiatrische Gutachter stelle die Diagnose einer 

depressiven Anpassungsstörung, was an sich mit der Diagnose einer längeren 

depressiven Reaktion auf Belastungs- und Anpassungsstörung einhergehe. Der 

Gutachter habe aber nicht berücksichtigt, dass laut ICD-10 die Diagnose F43.21 die 

depressive Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation zwei Jahre nicht 

überschreite. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte seit dem 24. August 2018 

anhaltend zu 50 % arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch in adaptierter 

Tätigkeit (IV-act. 316).

Die RAD-Ärztin Dr. H.___ erkannte aus den eingereichten Arztberichten und der 

Stellungnahme von Dr. O.___ keine Gründe, die das Gutachten in Zweifel ziehen 

würden (IV-act. 322). Mit Verfügung vom 8. Februar 2022 hiess die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren teilweise gut und sprach dem Versicherten ab 1. November 2017 

bis 30. April 2018 eine ganze IV-Rente zu (IV-act. 332). Gleichentags verfügte die IV-

Stelle die Zusprache einer halben IV-Rente ab 1. bis 31. Mai 2018 (IV-act. 334).

C.s. 

Gegen die Verfügungen vom 8. Februar 2022 erhebt der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Marco Bivetti, am 11. März 2022 

(Postaufgabe) Beschwerde. Er beantragt, die angefochtenen Verfügungen seien 

aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Rente der 

Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme 

weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.). Er bemängelt zunächst den Beginn des 

Rentenanspruchs. Gestützt auf das Gutachten erblicke die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) spätestens seit dem 3. November 2017 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 %. Über den Grad der Einschränkung der Erwerbstätigkeit vor der Operation 

schweige sich das Gutachten aus. Im Rahmen des Untersuchungsverfahrens habe er 

anhand von zahlreichen Arztzeugnissen aufzeigen können, dass sich sein 

Gesundheitszustand seit der letzten Anmeldung verschlechtert habe. Spätestens ab 

Frühjahr 2017 sei sein Gesundheitszustand sowohl von der Schulterproblematik, der 

aufgetretenen Knieproblematik, aber auch von akuten Herzproblemen beherrscht 

D.a. 

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gewesen. Im Weiteren sei ihm gemäss der angefochtenen Verfügung lediglich bis zum 

30. April 2018 eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden. Über diesen Zeitpunkt 

hinaus habe die Beschwerdegegnerin soweit nachvollziehbar nicht verfügt. Im 

Vorbescheid sei ihm noch mitgeteilt worden, zumindest bis zum 31. Mai 2018 

Anspruch auf eine halbe Rente zu haben. Die angefochtene Verfügung schweige sich 

sodann auch darüber aus, weshalb ihm zuerst die ganze Rente auf eine halbe Rente 

gekürzt werde und diese dann ganz wegfalle. Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit 

fusse auf den Feststellungen des orthopädischen Teilgutachtens. Den Ausführungen 

des Gutachters lasse sich indes nicht entnehmen, weshalb sich der 

Arbeitsunfähigkeitsgrad im Verlauf des 1. Halbjahres 2018 in regelmässigen Abständen 

von 100 % auf 0 % reduziert habe. Das Gutachten sei damit im Kern seiner Aussagen 

nicht nachvollziehbar. Aus dem orthopädischen Teilgutachten ergebe sich sodann 

nicht, inwieweit die HWS-Problematik in die Beurteilung aufgenommen worden sei. 

Weiter übersehe die Beschwerdegegnerin, dass die behandelnden bzw. die 

begutachtenden Ärzte die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit durchaus als 

kritisch erachten würden. Entgegen den entsprechenden Ausführungen habe Dr. I.___ 

keine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert. Vielmehr gehe aus 

dessen Bericht hervor, dass etwas Derartiges unrealistisch sei. Auch das 

psychiatrische Teilgutachten sei mangelhaft. Es weiche in seiner Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit (und der Diagnosen) insbesondere deshalb vom Bericht des 

behandelnden Psychiaters ab, weil gemäss Aussage des Gutachters der Versicherte 

selbst seine Schmerzen nicht in den Vordergrund gestellt habe. Dabei übersehe der 

psychiatrische Gutachter, dass die Gedanken des Beschwerdeführers hauptsächlich 

um die Verschlimmerung seines Asthmas kreisen würden und die damit verbundene 

Angst, unter der Belastung keine Luft mehr zu bekommen. Vor diesem Hintergrund sei 

rätselhaft, weshalb kein pneumologisches Teilgutachten eingeholt worden sei. 

Geradezu aktenwidrig sei die Äusserung des RAD, wonach keine konsequente 

Psychotherapie und keine konsequente antidepressive Therapie stattfände. 

Schliesslich sei aus der angefochtenen Verfügung nicht ersichtlich, auf welches 

Valideneinkommen die Beschwerdegegnerin zurückgreife. Ausgehend von seinem 

Lohn als V.___ bei der P.___ AG und unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung sei das Valideneinkommen auf Fr. 87'439.-- festzusetzen. Es 

sei sodann auch von einem wesentlich tieferen Invalideneinkommen auszugehen. Es 

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sei illusorisch anzunehmen, er sei in der Lage, ein Einkommen von Fr. 73'575.-- zu 

erzielen. Sollte das angerufene Gericht wider Erwarten zur Ansicht gelangen, seine 

Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar, wäre von einem entsprechenden 

Vergleichseinkommen schliesslich ein maximaler Leidensabzug von 25 % 

vorzunehmen (act. G1).

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2022 

die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, als Beginn des 

Rentenanspruchs sei der 3. November 2017 festgelegt worden. Bis zu diesem 

Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig gewesen. 

Das Arbeitsverhältnis als W.___ sei zwar per 31. Mai 2017 aufgelöst worden, weil er in 

seinem angestammten Tätigkeitsbereich nur noch 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Das 

heisse aber nur, dass er zu diesem Zeitpunkt in seiner angestammten schweren 

Tätigkeit als W.___ arbeitsunfähig gewesen sei, nicht aber in einer leichten Tätigkeit. 

Der Beschwerdeführer bemängle sodann das Gutachten. Bei diesem handle es sich 

aber um eine detailliert begründete und umfassende Expertise, welche die 

versicherungsmedizinischen Anforderungen erfülle. In Bezug auf die Ermittlung des 

Valideneinkommens sei zu erwähnen, dass entscheidend sei, was der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung überwiegend wahrscheinlich 

als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass 

dieser ohne Gesundheitsschaden weiterhin als Z.___ arbeiten würde. Das 

Valideneinkommen müsse daher auf der Grundlage seines Einkommens als Z.___ 

festgelegt werden. Massgebend sei damit sein zuletzt erzieltes Erwerbseinkommen bei 

B.___. Das Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 73'575. -- sei entsprechend korrekt 

ermittelt worden. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sei auf die LSE 

abgestellt worden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers seien ihm mit dem 

festgelegten Belastungsprofil etwa leichte Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- 

und Prüfarbeiten zumutbar. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kenne durchaus Stellen, 

welche dieses Anforderungsprofil erfüllten. Zudem bestehe kein Grund für einen 

leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn, zumal dieser im Kompetenzniveau 1 bereits 

eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasse (act. G6).

D.b. 

In der Replik vom 4. Juli 2022 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G8).

D.c. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie den 

Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.  

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G10).D.d. 

Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, 

indem ihm formell nur bis 30. April 2018 eine ganze Rente zugesprochen worden sei 

(act. G1 Rz. 21 f.).

1.1. 

Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV, SR 101] und Art. 42 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits 

stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids 

dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift (BGE 116 V 182, E. 1.a; Urteil 

des Bundesgerichts vom 23. Januar 2019, 8C_305/2018, E. 2). Ebenfalls aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör folgt, dass Verfügungen zu begründen sind, wenn sie 

den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die 

Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn 

gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch 

die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen 

können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid 

stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis; BGE 118 V 56 E. 5b).

1.2. 

Aktenkundig sind zwei Verfügungen, welche beide vom 8. Februar 2022 datieren. 

Mit der einen, dem Beschwerdeführer nachweislich zugestellten Verfügung, wurde ihm 

eine ganze IV-Rente für den Zeitraum vom 1. November 2017 bis 30. April 2018 

zugesprochen. Mit der anderen Verfügung wurde ihm für den Monat Mai 2018 eine 

halbe IV-Rente zugesprochen. Auch wenn die Beschwerdegegnerin nicht in der Lage 

sein würde, den direkten Nachweis der ordnungsgemässen Zustellung dieser 

1.3. 

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2.  

letztgenannten Verfügung zu erbringen, hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

spätestens am 8. März 2022 um die Existenz beider Verfügungen vom 8. Februar 2022 

gewusst und hat über die elektronische Akteneinsicht den Inhalt und die vollständige 

Begründung der Verfügungen erfahren können (vgl. Akteneinsichtsgesuch vom 7. März 

2022 [IV-act. 335]; Zustellung Akten in elektronischer Form [IV-act. 336]). Es ist somit 

nicht ersichtlich, inwiefern sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sein sollte. Es 

war dem Beschwerdeführer ohne Weiteres möglich, die Verfügung sachgerecht 

anzufechten, zumal er bereits im Vorbescheidsverfahren über die rechtserheblichen 

Standpunkte der Beschwerdegegnerin informiert worden war und dagegen 

sachgerecht Einwand erhoben hatte.

Soweit der Beschwerdeführer rügt, der Verfügungsteil 2 sei bereits im Dezember 

2021 ergangen, und sich damit etwas zu seinen Gunsten ableiten will (vgl. act. G3), ist 

darauf hinzuweisen, dass dieses Vorgehen üblich und im Übrigen nicht zu beanstanden 

ist (vgl. Art. 60 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20] bezgl. Aufgabenteilung IV-Stelle/Ausgleichskasse; BGE 134 V 97 E. 2.3 ff.). 

Ein formeller Mangel kann darin jedenfalls nicht erblickt werden.

1.4. 

Zu prüfen bleibt somit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.2.1. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des IVG und der dazugehörigen 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Die 

vorliegend angefochtene Verfügung datiert vom 8. Februar 2022 hat jedoch einen noch 

unter Geltung des vormaligen Rechts entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand. 

Daher sind die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 

massgebend (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1; Kreisschreiben über Invalidität und Rente in 

der Invalidenversicherung [KSIR], Rz. 9101).

2.2. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, 

solange die Möglichkeit zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1  und 1 nicht 

ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1  IVG). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

2.3. 

bis ter 

bis

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Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2021 

gültigen Fassung; vgl. E. 2.2) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

2.5. 

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3.  

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). 

Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht 

werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet 

sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (vgl. statt vieler: Urteile des 

Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2 und vom 15. Oktober 

2020, 8C_370/2020., E. 7.2).

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der 

medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin 

stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das polydisziplinäre ZIMB-Gutachten, 

welchem gemäss dem Beschwerdeführer verschiedene Mängel anhaften. Am 

orthopädisch-chirurgischen Teilgutachten moniert er, es lasse sich den Ausführungen 

des Gutachters nicht entnehmen, weshalb sich sein Arbeitsunfähigkeitsgrad im Verlauf 

des 1. Halbjahres 2018 in regelmässigen Abständen von 100 % auf 0 % reduziert 

habe. Es ergebe sich im Weiteren nicht, inwieweit die HWS-Problematik in die 

Beurteilung aufgenommen und das chronische lumbovertebrale bzw. lumbosakrale 

Schmerzsyndrom berücksichtigt worden sei. Überdies habe auch Dr. I.___ keine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert.

3.1. 

Der orthopädisch-chirurgische Sachverständige hat den Beschwerdeführer 

persönlich untersucht und nahm seine subjektiven Klagen auf. Er hat den 

Gesundheitszustand umfassend und mit breitem Fokus abgeklärt sowie eine 

sorgfältige klinische Untersuchung des gesamten Bewegungsapparates (insbesondere 

der Halswirbelsäule) vorgenommen. Nach rund vierseitigen Ausführungen zur 

Halswirbelsäule hielt der Sachverständige schliesslich fest, klinisch funktionell ergäben 

sich keine Hinweise auf eine segmentale dysfunktionale Störung im Bereich der 

Halswirbelsäule oder eine zervikale Nervenwurzelreizung (IV-act. 293-91 f.). Anlässlich 

der Begutachtung gab der Beschwerdeführer im Hinblick auf die HWS-Problematik im 

Übrigen an, beschwerdefrei zu sein (IV-act. 293-105). Auch das chronische 

lumbovertebrale bzw. lumbosakrale Schmerzsyndrom wurde entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers berücksichtigt, zumal der Sachverständige dieses 

Schmerzsyndrom als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anerkannt hat 

(IV-act. 293-103). Ein Hinweis darauf, dass der orthopädisch-chirurgische ZIMB-

Sachverständige diesbezüglich etwas vergessen/übersehen hätte, ist nicht ersichtlich 

3.1.1. 

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und wird vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht substantiiert vorgebracht. Ein 

Mangel ist somit nicht zu erkennen.

Im Einwandverfahren reichte der Beschwerdeführer sodann einen Arztbericht von 

Dr. N.___ ein. Dabei führte der Hausarzt des Beschwerdeführers aus, er sei mit dem 

Gutachten in keiner Weise einverstanden. Die orthopädische Beurteilung erachte er als 

falsch, da dem Beschwerdeführer eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in sitzender Stellung 

attestiert werde. Die beigelegten Berichte des KSSG (Diagnose: Persistierende 

Schmerzen bei lumbalen Diskushernien links L3/4, L4/5, L5/S1) und der Radiologie 

M.___ (Klinische Angaben: Lumboradikuläres Schmerzsyndrom links und 

Fragestellung: DD Discushernie links) würden dieser Beurteilung widersprechen. Mit 

den aktuellen Beschwerden könne er keine ganztags sitzende Tätigkeit ausführen (IV-

act. 315-1). Dabei gilt es anzumerken, dass ein den Beweisanforderungen 

grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten nicht stets in Frage gestellt 

werden und Anlass zu weiteren Abklärungen bieten kann, wenn und sobald die 

behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen 

Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen 

festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn – was vorliegend nicht zutrifft – objektiv 

feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu 

führen (vgl. vorstehend E. 2.5). Dr. L.___ diagnostizierte bereits am 5. November 2018 

eine mässig bis mittelgradige lumbale Spondylarthrose L4-S1 beidseits sowie eine 

mehrsegmenträre Chondrose und eine stellenweise fortgeschnittene, partiell 

überbrückende Spondylosis deformans TH10-L5 und eine fortgeschnittene 

Osteochondrose mit Höhenminderung des Intervertebralraums L5/S1, ebenfalls 

begleitet von einer leichten ventralen Spondylose (IV-act. 228-18). Am 8. November 

2018 wurde eine CT-gesteuerte Infiltrationsanästhesie durchgeführt (IV-act. 228-19). 

Die entsprechenden Berichte waren dem Sachverständigen bekannt (vgl. IV-act. 

293-47). Dieser untersuchte den gesamten Bewegungsapparat des Beschwerdeführers 

auch mit Blick auf die geschilderte Problematik und gelangte zum Schluss, dass eine 

überwiegend sitzende Tätigkeit dem Beschwerdeführer zugemutet werden könne. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erwähnte der Gutachter in seiner 

Beurteilung nicht, dass er ausschliesslich eine sitzende Tätigkeit ausführen könne, 

vielmehr empfahl er eine wechselbelastende Tätigkeit (vgl. IV-act. 293-116). Dass der 

Gutachter angesichts der erhobenen Befunde und Diagnosen von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit und von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit 

in leidensadaptierter Tätigkeit ausging, ist nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.

3.1.2. 

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Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer mit seiner Rüge am 

orthopädisch-chirurgischen Teilgutachten, wonach nicht nachvollziehbar sei, weshalb 

sich die Arbeitsfähigkeit im Verlauf des 1. Halbjahres 2018 in regelmässigen Abständen 

verbessert habe. Am 3. November 2017 wurde beim Beschwerdeführer eine 

Knieteilprothese eingesetzt. Dass sich die Arbeitsfähigkeit nach einer solchen 

Operation etappenweise verbessert, leuchtet ein und deckt sich im Übrigen mit den 

Arztberichten von Dr. K.___, gemäss welchen sich ein regelrechter Heilungsverlauf 

gezeigt habe (vgl. etwa IV-act. 202 und 205).

3.1.3. 

Unzutreffend ist schliesslich die Auffassung des Beschwerdeführers, Dr. I.___ sei 

von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen. In seinem Bericht vom 

22. März 2018 führte Dr. I.___ aus, für einen optimal adaptierten Arbeitsplatz (leichte 

Tätigkeiten, wechselbelastend unter Vermeidung von Arbeiten über Hüfthöhe) könnte 

auch eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit postuliert werden. Dies wäre auch mit den 

kardialen Einschränkungen des Versicherten vereinbar (Fremdenakten-act. 4). Dass Dr. 

I.___ schliesslich die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt als nicht realistisch erachtete, ist für die Frage der massgeblichen 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht von Bedeutung und hat vorliegend 

unberücksichtigt zu bleiben.

3.1.4. 

Gegen das psychiatrische ZIMB-Teilgutachten wendet der Beschwerdeführer ein, 

es sei nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage der Sachverständige zum Schluss 

habe kommen können, der Beschwerdeführer würde seine Schmerzen bzw. 

Beschwerden nicht in den Vordergrund stellen. Überdies werde im Gutachten der 

Aspekt unberücksichtigt gelassen, dass nach ICD-10 die depressive Reaktion einer 

länger anhaltenden Belastungssituation zwei Jahren nicht überschreite. Bei annähernd 

vier Jahren sei von einer depressiven Episode auszugehen. Dabei beruft er sich auf die 

Stellungnahme von Dr. O.___ vom 17. August 2021 (IV-act. 316).

3.2. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Die 

(psychiatrische) Diagnose ist für die Belange der Invalidenversicherung grundsätzlich 

nicht ausschlaggebend (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 

9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4 m.w.H.). Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; vgl. schon BGE 102 V 165). Sämtliche 

psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten 

3.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/27

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Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.). Die 

funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen 

und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen 

Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in 

zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des 

funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

Dr. O.___ notierte am 19. Mai 2020 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: eine Verschlechterung des psychopathologischen Zustands mit 

Übergang von einer längeren depressiven Reaktion auf eine Belastungs- und 

Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21) in eine depressive Episode mittelgradig bis 

schwerer Ausprägung (ICD-10: F32.1/F32.2) und eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Er schilderte, der 

Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar, allseits orientiert, abgearbeitet und zum Teil 

vernachlässigt aussehend. Es falle ihm jeweils schwer, zur psychiatrischen 

Konsultation zu kommen. Das formale Denken sei auf depressive und somatische 

Beschwerden eingeengt. Er lasse sich kaum davon ablenken. Die 

Konzentrationsfähigkeit und die Merkfähigkeit seien erheblich beeinträchtigt. 

Mittelgradig beeinträchtigt sei das Gedächtnis und zum Teil die Auffassung. Das 

inhaltliche Denken sei frei von Wahn oder Halluzinationen, jedoch geprägt von diffusen 

Ängsten. Im Affekt sei er niedergeschlagen, klagsam-jämmerlich, die 

Modulationsfähigkeit sei stark eingeschränkt. Er wirke hoffnungslos, verzweifelt, 

innerlich gequält. Der affektive Rapport sei mässig aufnehmbar. Mimik und Gestik seien 

verarmt. Der Antrieb sei herabgesetzt. Beim Gefühl von Lebensüberdruss würden 

immer wieder Selbstmordgedanken auftreten (IV-act. 274-4).

3.2.2. 

In seinem Teilgutachten vom 30. Oktober 2020 verzeichnete Dr. med. Q.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen bewusstseinsklaren und wachen 

sowie zu allen Qualitäten voll orientierten Beschwerdeführer. Im formalen 

Gedankengang sei er geordnet ohne Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, 

Wahnwahrnehmungen oder Halluzinationen. Der Beschwerdeführer habe während der 

gesamten Untersuchung psychomotorisch adäquat gewirkt und es seien keine 

Hinweise auf eine Unruhe, auch im Sinne einer psychischen Äquivalenz erkennbar 

gewesen. Der Affekt sei während der Untersuchung euthym gewesen. Er sei insgesamt 

besorgt, teilweise aufgrund seiner finanziellen Lage und den Konflikten mit seiner 

Ehefrau verzweifelt. Es bestehe ein relativer sozialer Rückzug, sein Selbstvertrauen und 

sein Selbstwertgefühl seien vermindert. Der Sachverständige stellte in der Folge die 

Diagnose einer depressiven Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21), welche keine 

3.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/27

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Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. In den Unterlagen gebe es einen Befund des 

behandelnden Psychiaters Dr. O.___, den es zu würdigen gelte. Im Gegensatz zu dem 

dort erhobenen psychopathologischen Befund sei der Beschwerdeführer hier 

gedanklich nicht eingeengt, auch nicht auf depressive Beschwerden konzentriert 

gewesen. Konzentrationsschwierigkeiten und Merkfähigkeit seien während der 

Untersuchung völlig unauffällig gewesen, der Affekt sei besorgt, aber nicht 

niedergeschlagen. Er sei klagsam, die Modulationsschwierigkeit sei jedoch nicht 

reduziert. Es habe während der Untersuchung keinen Hinweis auf einen reduzierten 

Antrieb bestanden. Diagnostisch bestehe eine Übereinstimmung mit der zunächst 

gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung bzw. einer längeren depressiven 

Reaktion. Schwer falle jedoch die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren nachzuvollziehen, vor allem weil der 

Beschwerdeführer selbst seine Schmerzen nicht in den Vordergrund gestellt habe. 

Auch die gegebene antidepressive Medikation mit 50 mg Trittico entspreche nicht der 

Behandlung einer mittelschweren Depression, sondern, wenn überhaupt, einer eher 

leichten depressiven Symptomatik. Der Beschwerdeführer besitze ausreichend 

Ressourcen im sozial-kommunikativen Bereich und auch im Bereich der körperlichen 

Leistungsfähigkeit. Seine Funktionsfähigkeiten seien aus psychiatrischer Sicht 

qualitativ leicht eingeschränkt im Sinne des ICF-APP, im Bereich der Flexibilität, der 

Umstellungsfähigkeit und auch der Stresstoleranz. Aus psychiatrischer Sicht liessen 

sich quantitativ keine Einschränkungen identifizieren (IV-act. 293-134).

Wie bereits das internistische und das orthopädische Teilgutachten erfüllt auch 

das psychiatrische Fachgutachten zweifelsohne die rechtsprechungsgemäss 

erforderlichen Kriterien an ein beweiskräftiges verwaltungsexternes Gutachten. Zwar ist 

mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass eine Anpassungsstörung mit einer 

längeren depressiven Reaktion (ICD: F43.21) einen leichten depressiven Zustand als 

Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation darstellt, der aber nicht länger 

als zwei Jahre dauert (Horst Dilling/Werner Mombour/Martin H. Schmidt (Hrsg.), 

Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-

diagnostische Leitlinie, 10. Auflage, Bern 2015). Die Ausführungen von Dr. O.___ stehen 

jedoch – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht in dem Masse diametral 

zur Einschätzung des Gutachters, als dass sie geeignet wären, konkrete Zweifel an der 

Validität des Gutachtens zu wecken, zumal die Diagnose an sich nicht 

ausschlaggebend ist (vgl. hierzu vorstehend E. 3.2.1). Dies bestätigte Dr. O.___ in der 

Stellungnahme vom 17. August 2021 schliesslich selber, indem er ausführte, der 

psychiatrische Gutachter stelle die Diagnose einer depressiven Anpassungsstörung, 

3.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/27

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was an sich mit der Diagnose einer längeren depressiven Reaktion auf eine 

Belastungs- und Anpassungsstörung einhergehe (IV-act. 316-2). Das psychiatrische 

Fachgutachten beruht sodann ebenfalls auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt 

– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – sämtliche geklagten Beschwerden 

und ist verglichen mit den Einschätzungen seines behandelnden Arztes insbesondere 

in Kenntnis der gesamten medizinischen Aktenlage abgegeben worden. Es äussert sich 

zudem detailliert zu den dem Beschwerdeführer noch verbleibenden Ressourcen und 

kommt namentlich auf der Basis einer umfassenden und evidenzbasierten Analyse 

auch psychosozialer Belastungsfaktoren zum Schluss, dass zwar seine 

Funktionsfähigkeiten leicht eingeschränkt sind, dies sich aber nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirkt. Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar und nicht zu 

beanstanden. Im Übrigen ist bei der Würdigung des Beweiswerts der Berichte 

behandelnder Ärzte der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 

Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten 

ihrer Patienten auszusagen pflegen und zudem dazu neigen, die pessimistischen 

Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu akzeptieren (vgl. 

etwa BGE 125 V 351 E. 3b.cc).

Abschliessend ist zu erwähnen, dass die Kritik von Dr. O.___ am psychiatrischen 

Teilgutachten, wonach die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) aktenwidrig ausser Acht 

gelassen worden sei, nicht vollends nachvollziehbar erscheint. Eine Schmerzstörung 

nach ICD-10: F45.4 charakterisiert sich dadurch, dass der andauernde, schwere und 

quälende Schmerz durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung 

nicht vollständig erklärt werden kann (vgl. Horst Dilling/Werner Mombour/Martin H. 

Schmidt (Hrsg.), a.a.O., S. 233). Die körperlichen Beschwerden des Beschwerdeführers 

sind jedoch aktenkundig und vollständig physiologisch erklärbar.

3.2.5. 

Der Beschwerdeführer moniert schliesslich, es sei unverständlich, weshalb er nicht 

auch pneumologisch begutachtet worden sei, zumal seine Gedanken hauptsächlich um 

die Verschlimmerung seines Asthmas gekreist hätten (vgl. act. G1). Am 3. Januar 2019 

wurde beim Beschwerdeführer erstmals ein Asthma bronchiale diagnostiziert (IV-

act. 225). Bereits Ende Januar zeigte sich eine erste Besserung nach einer 

Inhalationsbehandlung (IV-act. 228-11 ff.). Am 4. April 2019 berichtete das Zentrum für 

Schlafmedizin des KSSG, beim Beschwerdeführer bestehe ein Asthma bronchiale, 

welches eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Frage, welche 

Funktionseinschränkungen bestünden, konnten die behandelnden Ärzte nicht 

beantworten (IV-act. 235). Im Arztbericht vom 5. Dezember 2019 hielten sie eine 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/27

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4.  

altersentsprechend eingeschränkte Leistungsfähigkeit bezüglich der geleisteten Arbeit, 

als auch bezüglich der maximalen Sauerstoffaufnahme fest. Spiroergometrisch 

bestünde neben einem Trainingsmangel, einem hypertensiven Kreislaufverhalten sowie 

einer allergisch exogenen kardialen Limitierung (Herzfrequenz noch erhalten unter 

Betablockade) auch elektrische Hinweise auf eine Ischämie. Die Symptomatik des 

Beschwerdeführers sei etwas schwer fassbar, eine kardiale Genese, wie 2017 von Dr. 

R.___ postuliert, sei aber möglich. Trotzdem bestünde ein Ansprechen auf die 

inhalative Therapie. Als wichtigste Massnahme sowohl pulmonal als auch kardial sei 

der unbedingte Tabakrauchstopp (IV-act. 278-5 ff.). Die Gutachter, insbesondere der 

Internist, erachteten auch nach umfassender Untersuchung der Atmungsorgane (vgl. 

IV-act. 293-63) ein pneumologisches Teilgutachten nicht als notwendig, andernfalls 

dieses vorgeschlagen worden wäre. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass der 

Beschwerdeführer nicht noch von einem Pneumologen untersucht worden ist, zumal 

die Pneumologie ein Teilgebiet der Inneren Medizin ist und der internistische 

Teilgutachter und Facharzt für Innere Medizin eine detaillierte Untersuchung 

(insbesondere der Atmungsorgane [IV-act. 293-63 und 293-74 f.]) vorgenommen hat. 

Anzeichen dafür, dass sich die Beschwerden des Beschwerdeführers seit den 

vorgenannten Arztberichten weiter verschlechtert hätten, bestanden nicht (vgl. etwa IV-

act. 293-57).

Nach dem Gesagten ist auf das polydisziplinäre ZIMB-Gutachten, insbesondere 

auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit abzustellen. Somit ist der Beschwerdeführer in 

seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig und in einer adaptierten 

Tätigkeit als zu 100 % arbeitsfähig zu betrachten.

3.3.1. 

Zu prüfen bleibt die Rechtsfrage, ob der Beschwerdeführer seine medizinisch-

theoretische Restarbeitsfähigkeit von 100 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

überhaupt noch verwerten kann.

4.1. 

Bei der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit handelt es sich um eine 

rechtliche Frage, welche von den medizinischen Sachverständigen nicht alleine 

beantwortet werden kann. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

ist der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der 

Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, 

welcher die konkrete Arbeitsmarktfrage nicht berücksichtigt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1), 

und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein 

4.2. 

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bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach 

Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen 

Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür 

verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des 

körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, 

und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 

110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-

Praxis 6/1998 S. 291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer 

Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare 

Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe 

zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2019, 8C_710/2018, E. 7.1 

und vom 25. September 2018, 8C_290/2018, E. 5.4, je mit Hinweisen).

Die Rechtsprechung anerkennt, dass das (vorgerückte) Alter zusammen mit 

weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer 

versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Massgebend sind die 

Umstände des konkreten Falles, etwa die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, 

vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 

Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Massgeblicher 

Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem die 

medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies ist der Fall, 

sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige 

Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; 138 V 457 E. 3.3).

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/27

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Das Verlaufsgutachten wurde am 16. April 2021 erstattet. Die letzte für das 

Gutachten massgebende Untersuchung fand jedoch bereits am 4. November 2020 

statt. Weiterführende Abklärungen mussten keine getätigt werden. Als massgebender 

Zeitpunkt für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit ist somit der 4. November 2020 

(Untersuchungsbefunde von Dr. S.___) anzunehmen. In diesem Zeitpunkt war der 

Beschwerdeführer knapp 62 Jahre alt. Im polydisziplinären Gutachten gingen die 

Sachverständigen in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit davon aus, dass dem 

Beschwerdeführer sehr leichte bis leichte wechselbelastende, überwiegend sitzende 

Tätigkeiten zu 100 % zumutbar seien (IV-act. 292 ff.). Aus orthopädischer Sicht 

bestehe eine limitierte Arbeitsfähigkeit für überwiegend im Stehen und Gehen 

ausgeübte Tätigkeiten sowie für Tätigkeiten, die in kniender Körperposition oder im 

Hocksitz durchzuführen seien. Tätigkeit mit einem beidhändigen, körperfernen Heben 

von mehr als 5 kg bis Brustniveau und einem beidhändigen, körpernahen Heben von 

mehr als 8 kg bis Brustniveau seien zu vermeiden. Auch das mehr als gelegentliche 

Treppensteigen sowie Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten oder schrägen Ebenen 

sowie Tätigkeiten mit einer Gehdauer von mehr als 20 Minuten ohne Pause seien nicht 

zumutbar. Im Hinblick auf die Beschwerdesymptomatik im Bereich der Schultergelenke 

seien jedwede Tätigkeiten über Schulterniveau zu meiden, auch mit einer Limitierung 

hinsichtlich repetitiver, kraftvoller Drehbewegungen der beiden Arme. Dabei fielen 

Tätigkeiten, welche ein mehr als gelegentliches, kraftvolles Stossen, Zug- und 

Drehbewegungen, axiales Abstützen, Schläge sowie repetitives, kräftiges Zupacken 

verlangten, ausser Betracht. Dies würden auch repetitive Drehbewegungen der 

Schultergelenke unter gleichzeitigem Anheben von Gegenständen über 1 kg 

(Kassentätigkeit an einem Förderband) ausschliessen. Überdies seien Tätigkeiten im 

Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und 

eisglatten Untergrund sowie Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeiten zu 

vermeiden (IV-act. 293-115 f.). Aus allgemein-internistischer Sicht sei überdies darauf 

zu achten, dass keine Tätigkeit mit Staub-, Dampf-, oder Rauchexposition oder 

Expositionen mit inhalativen Allergenen ausgeführt würden (IV-act. 293-77). Aus 

psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit ohne Nachtschicht, ohne hohen Zeitdruck und 

ohne hohes Stressniveau empfohlen (IV-act. 293-134).

4.4. 

Das Bundesgericht verneinte unter anderem die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit einer 62 1/2-jährigen Beschwerdeführerin ohne erlernten Beruf, die 

zuletzt während 7 Jahren als Montagemitarbeiterin tätig war und diese Arbeit nicht 

mehr ausüben konnte. Ihr waren körperlich leichte bis teilweise mittelschwere 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zeitdruck und Hektik vollumfänglich zumutbar 

(Urteil des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2016, 9C_416/2016, E. 3 und 5.1). Gleich 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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entschied es in Bezug auf eine ebenfalls 62 1/2-jährige Beschwerdeführerin, die 

während rund 20 Jahren ein eigenes Reinigungsinstitut geführt hatte und der sämtliche 

bisher ausgeübten Tätigkeiten nicht mehr zumutbar waren (Urteil des Bundesgerichts 

vom 7. Oktober 2019, 9C_642/2018, E. 3.6 f.). Ebenfalls verneinte es die Verwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit eines 61-jährigen ehemaligen Kunststoffbeschichters, der 

aufgrund einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit nur noch vor allem 

feinmotorische Tätigkeiten hätte ausführen können, in denen er nie Vorkenntnisse 

erwerben konnte (Urteil des Eidgenössichen Versicherungsgerichts [EVG] vom 

23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.2 f.). Hingegen bejahte es die Verwertbarkeit bei einem 

im massgeblichen Zeitpunkt 63 1/2-jährigen Beschwerdeführer, der in angepassten 

Tätigkeiten – Gewichtslimite von 10 kg und eher sitzend – zu 100 % arbeitsfähig war. 

Im Unterschied zum vorliegenden verfügte der Beschwerdeführer in jenem Fall über 

Deutschkenntnisse und war ausgebildeter Servicetechniker mit Berufserfahrung auch 

als Hauswart. Das Bundesgericht erwog, dass ihm angesichts des erworbenen 

Handelsdiploms nebst Sortier- und Überwachungsaufgaben auch einfache 

Bürotätigkeiten offen stünden (Urteil vom 30. Dezember 2015, 9C_847/2015, E. 4.2 f.). 

Zur selben Erkenntnis kam es im Fall eines 61-jährigen Beschwerdeführers, der – im 

Unterschied zum hier zu beurteilenden Fall – für feinmotorische Tätigkeiten geeignet 

war (Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 2015, 8C_330/2015, E. 3.2).

Dem Beschwerdeführer verbleiben mit seinen beinahe 62 Jahren lediglich noch gut 

drei Jahre bis zur ordentlichen Pensionierung. Zudem ist das beschriebene 

medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht nur hinsichtlich der in Frage kommenden 

Tätigkeiten (sehr leichte bis leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne Heben von 

schweren Lasten [5 bzw. 8 kg], ohne Heben über Brustniveau, etc.), sondern auch in 

Bezug auf die zu beachtenden Rahmenbedingungen (u.a. kein Zeitdruck, keine 

Akkordarbeiten, ein stressfreies Klima, keine Nachtschicht, keine Staub-, Dampf-, oder 

Rauchexpositionen) sehr einschränkend (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 

2022, 9C__21/2022, E. 3.2.3). Zwar bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt durchaus 

auch Nischenarbeitsplätze an, bei welchen beeinträchtigte Personen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Erschwerend 

kommt jedoch vorliegend hinzu, dass der Beschwerdeführer zwar über eine vor vielen 

Jahren in Italien absolvierte Berufsausbildung als Radiotechniker verfügt (vgl. IV-

act. 19), er aber gemäss Schlussbericht der C.___ über kaum mechanisches 

Grundwissen verfügt und ihm feinmotorische Arbeiten grosse Mühe bereiten (vgl. IV-

act. 29-2) und entsprechend für ihn nicht geeignet sind. Da ihm nur noch sehr leichte 

bis leichte Tätigkeiten zugemutet werden können, kann er seine bisher gewonnene 

Berufserfahrung als Z.___ und W.___-schleifer in keiner Weise mehr nutzen. Trotz der 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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5.  

medizinisch-theoretisch hohen Arbeitsfähigkeit wäre der zu erbringende Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand somit auch in einer Hilfsarbeitertätigkeit beträchtlich.

Die Beschwerdegegnerin geht zwar davon aus, dass der Beschwerdeführer 

leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten ausführen könne 

(act. G6). Dabei übersieht sie, dass die beispielhaft aufgezählten Tätigkeiten gestützt 

auf das besagte medizinische Profil dem Beschwerdeführer nicht zumutbar sind: So 

wird er als Hilfsarbeiter in Produktionsbetrieben entweder in einer staub-, dampf- oder 

rauchbelasteten Umgebung und/oder unter Zeitdruck oder im Akkord arbeiten müssen. 

Auch repetitive Drehbewegungen liessen sich nicht vermeiden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.2). Hinzu kommt, dass 

für diese Tätigkeiten oftmals feinmotorische Fähigkeiten notwendig sind, für die der 

Beschwerdeführer jedoch aktenkundig nicht mehr geeignet ist (vgl. HPV Schlussbericht 

[act. 29-2]).

4.7. 

Aus der Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage vorliegend 

massgebenden objektiven und subjektiven Umstände resultiert, dass die dem 

Beschwerdeführer verbliebene Einsatzfähigkeit mit einer Vielzahl von Einschränkungen 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter nicht 

mehr nachgefragt worden wäre. Deren Verwertung war ihm somit auch gestützt auf 

seine Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zuzumuten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.2). Da es nach dem Gesagten an einer 

wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt fehlt, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, weshalb ein Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente besteht.

4.8. 

Betreffend Rentenbeginn ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer am 

13. Dezember 2016 (erneut) zum Leistungsbezug angemeldet hat. Nachdem eine 

relevante Arbeitsunfähigkeit frühestens ab 3. August 2016 (vgl. Fremdenakten-act. 1-6) 

bestanden hat, würde der Rentenbeginn in Beachtung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

(Wartejahr) und Art. 29 Abs. 1 IVG (Karenzfrist) frühestens auf August 2017 fallen, 

zumal zwischen August 2016 und August 2017 eine mind. 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 

in der früheren Tätigkeit ausgewiesen ist.

5.1. 

Soweit sich der Beschwerdeführer bezüglich Rentenbeginn auf Art. 88a i.V.m. 

Art. 29  IVV beruft, ist anzumerken, dass es sich beim chronischen lumbovertebralen 

Schmerzsyndrom, bei den Belastungs- und Bewegungseinschränkungen der 

Hüftgelenke, der Belastungseinschränkungen der Kniegelenke sowie bei der 

5.2. 
bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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Anstrengungsdyspnoe multifaktorieller Äthologie um neue Beschwerden handelt. 

Überdies liegt die letzte Anmeldung zum Leistungsbezug über acht Jahre zurück. 

Art. 88a i.V.m. Art. 29  IVV ist somit nicht anwendbar. Es bleibt die Arbeitsfähigkeit ab 

August 2017 zu prüfen.

bis

Die Gutachter kamen in einer retrospektiven Arbeitsfähigkeitsschätzung zum 

Schluss, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als W.___ sowie 

einer als vergleichbar einzustufenden körperlich schweren Tätigkeit mit Belastung der 

Lendenwirbelsäule sowie der Schulter-, Knie- und Hüftgelenke spätestens seit der am 

3. November 2017 erfolgten Implantation einer medialen Schlittenprothese auf Dauer 

nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 293-19). In der Kurzbeurteilung zuhanden der SWICA 

vom 20. Januar 2017 attestierte Dr. G.___ dem Beschwerdeführer eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten (IV-act. 165). Bis Mitte März 2017 war der 

Beschwerdeführer noch bei der V.___ AG als Anlagebediener tätig (IV-act. 176). 

Dr. K.___ berichtete am 16. August 2017 von einer deutlichen Beschwerdebesserung 

und führte aus, es sei unklar, ob die Schuheinlagen dafür verantwortlich seien. 

Jedenfalls habe der Leidensdruck erheblich abgenommen (IV-act. 184). Am 

24. Oktober 2017 notierte Dr. K.___, die Knieteilprothese werde am 3. November 2017 

auf Wunsch des Beschwerdeführers implantiert (IV-act. 191). Gestützt auf die 

aktenkundigen Arztberichte ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der 

Beschwerdeführer vor dem 3. November 2017 in einer adaptierten Tätigkeit 

arbeitsunfähig war.

5.3. 

Nicht zu beanstanden ist im Weiteren die retrospektive Beurteilung der Gutachter 

ab dem 3. November 2017. So ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer seine 

Arbeitsfähigkeit nach der Implantation der Knieteilprothese etappenweise wieder 

steigern konnte (vgl. E. 3.1.3). Dr. I.___ ging in seinem Bericht vom 27. März 2018 

zuhanden der SWICA ebenfalls von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in angestammter 

und von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit aus (Fremdenakten-

act. 4). Vom 1. Mai bis 20. Juli 2018 konnte der Beschwerdeführer sodann an einem 

Einsatzprogramm teilnehmen. Dabei konnte die Arbeitsleistung von anfänglich 70 % 

auf 90 % gesteigert werden, wobei sich der Beschwerdeführer (subjektiv) nicht mehr 

als 50 % zugetraut habe (IV-act. 213). Erst am 24. August 2018 stellte der Behandler 

beim Beschwerdeführer die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Das L4-Defizitsyndrom wurde schliesslich am 

5. November 2018 (IV-act. 228-17 f.) und ein Asthma bronchiale am 3. Januar 2019 (IV-

act. 225) diagnostiziert. Da das Spektrum möglicher Tätigkeiten damit nach 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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6.  

Durchführung des Einsatzprogramms noch enger geworden ist, war unter 

Berücksichtigung der noch verbleibenden Ressourcen und des Alters des 

Beschwerdeführers die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit erst im Zeitpunkt der 

Begutachtung nicht mehr gegeben. Ein Mangel an der retrospektiven medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter kann somit nicht erblickt 

werden.

Nach dem Dargelegten steht fest, dass die befristete IV-Rente vom 1. November 

2017 bis 31. Mai 2018 (anfänglich volle IV-Rente, ab 1. bis 31. Mai 2018 halbe IV-

Rente) gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten korrekt ist. Da wie unter E. 4 

dargelegt, die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des vorgerückten 

Alters ab 4. November 2020 (massgebender Zeitpunkt für die Beurteilung der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit) nicht mehr verwertbar war, liegt seit diesem 

Zeitpunkt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 10. 

Mai 2013, 9C_954/2012, E. 4.2). In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die 

angefochtene Verfügung vom 8. Februar 2022 betreffend Einstellung der IV-Rente bzw. 

Abweisung des Leistungsgesuchs ab 1. Juni 2018 insoweit aufzuheben, als dass dem 

Beschwerdeführer ab dem 1. November 2020 eine ganze (unbefristete) Invalidenrente 

zuzusprechen ist. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.5. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Gemessen 

an den gestellten Anträgen hat der Beschwerdeführer nur teilweise obsiegt. Ihm sind 

daher ermessensweise die Hälfte der Kosten, d.h. Fr. 300.--, aufzuerlegen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm im Umfang von Fr. 300.-- daran 

anzurechnen und im Umfang von Fr. 300.-- zurückzuerstatten. Den Restbetrag von 

Fr. 300.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen.

6.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

8. Februar 2022 im Sinne der Erwägungen aufgehoben und ab dem 1. November 2020 

eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Leistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen der Beschwerdeführer und die 

Beschwerdegegnerin je zur Hälfte. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird 

dem Beschwerdeführer daran angerechnet und im Umfang von Fr. 300.-- 

zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Da der Beschwerdeführer nur teilweise obsiegt, hat 

er entsprechend dem Ausmass des Obsiegens einen reduzierten Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Vorliegend erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- 

als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer somit mit 

Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.11.2022
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG Prüfung eines polydisziplinären Gutachtens. Gemäss beweiskräftigem Gutachten ist der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig; adaptiert besteht eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Restarbeitsfähigkeit aufgrund des vorgerückten Alters (im massgebenden Zeitpunkt bereits 62 Jahre und 4 Monate alt) und der gesundheitlichen Einschränkungen (medizinisches Zumutbarkeitsprofil) nicht mehr verwertbar. Gutheissung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. November 2022, IV 2022/36).

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