# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28bdfec5-5ee9-5e0b-a2a0-905399bf46d6
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-21
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 21.06.2013 S1 12 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-12-201_2013-06-21.pdf

## Full Text

S1 12 201 

 

 

URTEIL VOM 21. JUNI 2013 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Lionel Seeberger, Präsident; Eve-Marie Dayer-Schmid und Thomas 

Brunner, Kantonsrichter/in; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X_________, Beschwerdeführerin, vertreten durch A_________ 

 

gegen 

 

DIENSTSTELLE FÜR INDUSTRIE, HANDEL UND ARBEIT, Beschwerdegegnerin 

 

 

 

 

(Einstellung in der Anspruchsberechtigung; zumutbare Arbeit abgelehnt; Art. 30 Abs. 1 

lit. d AVIG) 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 19. September 2012 

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Verfahren / Sachverhalt 

 

A.  Die am xxx 1970 geborene X_________ durchlief die obligatorische Schulzeit und 

arbeitete danach als Zimmerfrau und Küchengehilfin, ohne jedoch eine Ausbildung 

abgeschlossen zu haben. Am 30. März 2010 und 29. Juni 2010 meldete sie sich beim 

Gemeindearbeitsamt B_________ arbeitslos. Am 15. Februar 2011 fand in der OPRA 

ein Dreiergespräch mit der Versicherten statt. Anlässlich dieses Gespräches legte 

diese dar, über ein Auto zu verfügen, mit welchem sie regelmässig nach Sitten zu 

ihrem Sohn fahre. Am 27. Juni 2011 bestätigte sie ausserdem mit ihrer Unterschrift auf 

dem Formular „Definition der persönlichen Arbeitsbemühungen“, dass sie über ein 

Fahrzeug und einen Führerausweis verfüge. 

B.  Am 30. Juni 2011 wurde die Versicherte vom Regionalen Arbeitsvermittlungs-

zentrum E_________ (RAV) angewiesen, sich unverzüglich beim Bergrestaurant 

D_________ in E_________ zu bewerben. Gesucht werde ab sofort bis Ende 

September 2011 eine Küchenhilfe/Allrounderin zu 80%. Am 2. Juli 2011 meldete der 

Arbeitgeber, die Versicherte sei nicht bis ins Bergrestaurant gekommen, da sie 

einerseits Angst gehabt habe, mit der Sesselbahn zu fahren, und andererseits kein 

Auto besitze. Mit Mail vom 4. Juli 2011 legte ein Sachbearbeiter der OPRA gegenüber 

dem RAV dar, die Versicherte habe ihn angerufen und mitgeteilt, sie habe mit dem 

Auto auf’s D_________ fahren wollen. Da die Strasse schmal geworden sei, habe sie 

Angst bekommen, weiterzufahren. Man habe ihr gesagt, die Strasse sei nicht 

unbedingt für den Autoverkehr gedacht. Es bestehe aber die Möglichkeit, die 

Sesselbahn zu benutzen. Sie habe gegenüber dem Arbeitgeber erklärt, dass sie unter 

einer Höhenphobie leide und die Bahn nicht benützen könne. Daraufhin habe ihr dieser 

gesagt, dass man sie demzufolge nicht als Arbeitskraft einsetzen könne. Am 5. Juli 

2011 meldete die Versicherte mit Rückmeldeformular, sie habe Angst gehabt, mit der 

Sesselbahn in die Höhe zu fahren. Mit dem Auto habe man nicht zum Restaurant 

fahren können. Dieses sei nur mit der Sesselbahn zu erreichen. Am 19. Juli 2011 

wurde die Versicherte aufgefordert, sich über die Rückmeldung des Arbeitgebers sowie 

über den Besitz eines Autos zu äussern. Gestützt darauf teilte die Versicherte mit, das 

Bergrestaurant könne weder mit Bus noch mit Auto erreicht werden. Die Fahrt mit der 

Sesselbahn sei aufgrund der Höhenangst ausgeschlossen. 

C.  Am 4. August 2011 verfügte das RAV eine Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung von 31 Tagen. In ihrer Begründung führte es aus, die Versicherte habe eine 

ihr zugewiesene zumutbare Arbeit abgelehnt. Es liege kein Arztzeugnis vor, welches 

die Höhenphobie bestätige. Am 11. August 2011 legte die Gemeindeverwaltung von 

E_________ dar, ab dem 1. Juli 2011 bestehe für die Strasse ob dem Dorf Richtung 

D_________ ein generelles Fahr- und Parkverbot. Mit einer Bewilligung der Gemeinde 

könne man aber trotzdem auf das D_________ fahren. Eine Fahr- und Parkbewilligung 

könne bei der Parkuhr oder auf der Gemeindkanzlei bezogen werden. Mit einem 

Hinweisschild in deutscher Sprache werde der Autofahrer auf diese Möglichkeit 

hingewiesen. Die Parkuhren seien erst am 19. Juli 2011 aufgestellt worden. Vom 1. bis 

zum 19. Juli seien alle Fahrverbotstafeln abgedeckt gewesen. Gegen die Verfügung 

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vom 4. August 2011 erhob X_________ am 24. August 2011 Einsprache. Sie 

beantragte die Aufhebung der Einstellung. Die Stelle sei aus gesundheitlichen Gründen 

abgelehnt worden, was mit beiliegendem Arztzeugnis bestätigt werde. Dr. F_________ 

hielt mit Schreiben vom 17. August 2011 fest, die Patientin habe Tendenzen zu 

Phobien u.a. zu einer Höhenphobie. Die Anfahrt auf’s D_________ mit dem Sessellift 

sei daher unzumutbar.  

D.  Nachdem die Akten an die Dienststelle für Industrie, Handel und Arbeit (DIHA) 

übermittelt worden waren, bestätigte diese mit Einspracheentscheid vom 19. 

September 2012 die Verfügung vom 4. August 2011. Sie führte aus, dass die 

Versicherte wahrheitswidrig den Besitz eines Autos verneint habe und die Strasse ins 

D_________ gemäss Auskunft der Gemeinde sehr wohl befahren werden konnte. 

Somit habe man von ihr erwarten dürfen, dass sie für den etwa 35 minütigen 

Arbeitsweg ein privates Fahrzeug benutze. Die Versicherte habe sich auch nicht um 

eine Mitfahrgelegenheit bemüht. Unter diesen Umständen sei erstellt, dass die 

Versicherte zumindest das Scheitern der Verhandlungen mit dem Arbeitgeber in Kauf 

genommen habe. Ihr Verhalten müsse mitursächlich für die Nichteinstellung gewertet 

werden. Hierin liege ihr Verschulden an der Fortdauer der Arbeitslosigkeit. Es liege ein 

schweres Verschulden vor, da die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine 

zumutbare Arbeit abgelehnt habe. 

E.  Dagegen reichte X_________ am 12. Oktober 2012 (Poststempel) bei der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Wallis Beschwerde ein. 

Sie beantragte die Überprüfung der angeordneten Sanktion, die sie als unangemessen 

betrachtete. Zur Begründung führte sie aus, es sei in der Realität völlig abwegig, dass 

bei einer Strasse mit einem Fahrverbot, bei der Gemeinde eine Bewilligung eingeholt 

werde. Ausserdem halte sie daran fest, dass sie zum Zeitpunkt der Stellenzuweisung 

über kein Fahrzeug verfügt habe. Es könne von ihr auch nicht verlangt werden, ein 

Auto anzuschaffen, um den Arbeitsweg zu bewältigen. Ausserdem hätte auch ein 

Gespräch mit dem Arbeitgeber über allfällige Mitfahrgelegenheiten nichts genützt. Im 

E_________ gebe es genügend Arbeitsplätze, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln 

(ohne Seilbahnen) erreicht werden könnten. Es sei daher nicht nachvollziehbar, 

weshalb man sie ausgerechnet an eine Arbeitsstelle verwiesen habe, die aufgrund 

ihrer mobilen Situation nur suboptimal sei. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2012 hielt die DIHA an ihrem 

Einspracheentscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Auf einen 

weiteren Schriftenwechsel verzichtete die Beschwerdeführerin. Weitere 

Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen sowie Begründungen sind, soweit 

rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen aufgeführt. 

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Erwägungen 

 

1.1  Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 

(Arbeitslosengesetz, AVIG) sind die Bestimmungen des Bundesgesetztes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) auf das 

AVIG anwendbar, soweit dieses nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt. 

1.2  Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide innert einer Frist 

von 30 Tagen nach deren Eröffnung Beschwerde bei einem vom Kanton bestellten 

Versicherungsgericht eingereicht werden (Art. 57 ATSG und Art. 60 ATSG). 

Beschwerde kann auch erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem 

Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen Einspracheentscheid 

erlässt (Art. 56 Abs. 2 ATSG). Die am 12. Oktober 2012 eingereichte Beschwerde 

erfolgte fristgerecht. 

1.3  Die versicherte Person hat ihren Wohnsitz in G_________, mithin im Kanton 

Wallis. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit der angerufenen 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts ist somit gegeben 

(Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der 

Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV]; Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes über 

die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG], Art. 1 Abs. 2 des 

Verfahrensreglements des kantonalen Versicherungsgerichts vom 2. Oktober 2001 

[RVG] und Art. 81bis Abs. 1 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die 

Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 [VVRG]). Die Beschwerdeführerin ist 

von der Verfügung bzw. dem Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin berührt 

(Art. 59 ATSG) und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung. Sie ist somit zur Beschwerde legitimiert. Auf die den formalen 

Anforderungen entsprechende Beschwerde kann eingetreten werden. 

2.  Es ist im Folgenden zu prüfen, ob und gegebenenfalls für welche Dauer die 

Beschwerdeführerin in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist, weil sie im Juni 

2011 gegen die Annahme einer konkreten Stelle u.a. einen unzumutbaren Arbeitsweg 

vorbrachte. Diesbezüglich ist im gegenwärtigen Stadium unbestritten, dass die 

Versicherte den Weg aus gesundheitlichen Gründen nicht per Seilbahn zurücklegen 

kann. Bleibt zu prüfen, ob ihr zuzumuten war, die Strecke mit dem Auto zu absolvieren.  

3.1  Das AVIG regelt in Art. 17 die Pflichten der Versicherten. Gemäss Art. 17 Abs. 1 

AVIG muss ein Versicherter, der Versicherungsleistungen der 

Arbeitslosenversicherung beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen 

Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 

verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 

ausserhalb seines bisherigen Berufes. Er muss seine Bemühungen nachweisen 

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können. Der Versicherte muss zur Schadensminderung grundsätzlich jede ihm 

vermittelte zumutbare Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 17 Abs. 3 i.V.m. Art. 16 Abs. 

1 AVIG). Befolgt er die Weisungen des Arbeitsamtes nicht, namentlich indem er eine 

ihm vermittelte zumutbare Arbeit nicht annimmt und verursacht er durch dieses 

Verhalten schuldhaft einen Schaden im Sinne des Eintrittes oder der Verlängerung der 

Arbeitslosigkeit, so ist er nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung 

einzustellen (Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. 

Zürich 1998, S. 34 f.). Gemäss Rechtsprechung gelangt diese Bestimmung nicht nur 

dann zur Anwendung, wenn die versicherte Person eine Arbeit ausdrücklich ablehnt, 

sondern auch dann, wenn sie es durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle 

anderweitig besetzt wird (Chopard, a.a.O., S. 148; BGE 122 V 138). Die versicherte 

Person hat bei den Verhandlungen mit der potentiellen Arbeitgeberin klar und eindeutig 

die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden und sich so zu verhalten, dass 

sie die Chance, eine Stelle zu erhalten und damit ihre Arbeitslosigkeit zu beenden, 

nicht von vornherein verspielt (ARV 1984 Nr. 14 und 1982 Nr. 5). Zur Erfüllung des 

Tatbestandes wird jedoch vorausgesetzt, dass das ablehnende Verhalten des 

Versicherten für das Nichtzustandekommen des Arbeitsverhältnisses kausal war 

(Chopard, a.a.O., S. 148). Zwecks Schadensminderung muss eine versicherte Person 

grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 AVIG). Eine 

Ausnahme besteht, wenn eine Arbeit aus den in Art. 16 Abs. 2 AVIG abschliessend 

aufgeführten Gründen unzumutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen 

ist. 

3.2  Zweck der Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist eine angemessene 

Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie der 

Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich und adäquat kausal 

verursacht hat. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem Einstellungstatbestand 

zu Grunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (Urteil des 

Bundesgerichts C 76/05 vom 13. Juli 2006 E.1). Die Dauer der Einstellung richtet sich 

nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei 

leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 

Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). 

4.1  In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass das RAV E_________ die Versicherte 

angewiesen hatte, sich beim Bergrestaurant D_________ zu melden, die Versicherte 

den Weg am 30. Juni 2011 oder anfangs Juli 2011 mit dem Auto angetreten hatte und 

es in der Folge zu einem Gespräch zwischen dem Arbeitgeber und der Versicherten 

gekommen war. Erstellt ist weiter, dass die Versicherte, um den Arbeitsweg zu 

bestreiten, gemäss Arztzeugnis nicht die Sesselbahn benutzen konnte. Eine Anfrage 

bei der Gemeinde hat ausserdem ergeben, dass bis zum 19. Juli 2011 die 

Fahrverbotstafeln zugedeckt waren und danach eine Hinweistafel aufgestellt worden 

war, die darauf hin wies, dass eine Fahrbewilligung eingeholt werden könne. Zu prüfen 

bleibt, ob die Beschwerdeführerin bei den Verhandlungen mit der möglichen 

Arbeitgeberin klar und eindeutig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss bekundete. 

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4.2  Aus der schriftlichen Rückmeldung der potentiellen Arbeitgeberin vom 2. Juli 2011 

ergibt sich, dass die Versicherte neben ihrer Phobie vorbrachte, kein Auto zu besitzen. 

Dies erweist sich in Anbracht der Akten als nicht glaubwürdig, zumal sich die 

Versicherte am besagten Tag mit einem Fahrzeug auf den Weg gemacht sowie, zwei 

Tage vor der Stellenzuweisung schriftlich zu Protokoll gegeben hatte, über einen 

Führerausweis und ein Fahrzeug zu verfügen, und vorgängig selber ausgesagt hatte, 

regelmässig mit dem Auto ihren Sohn zu besuchen. Es besteht für das Gericht kein 

Anlass, an den protokollierten Feststellungen zu zweifeln. 

Ungehört bleibt ebenfalls der Einwand der Beschwerdeführerin, die Strasse sei nicht 

befahrbar gewesen, handelt es sich doch um eine asphaltierte Strasse, die bei 

bestimmten Anlässen sogar mit dem Reisecar befahren wird. Die Fahrverbots- und die 

Hinweistafel wiesen im Übrigen darauf hin, dass die Benutzung der Strasse 

gebührenpflichtig war. Mithin bestand nicht generell ein Fahrverbot, sondern ist das 

Befahren der Strasse gegen Entrichtung einer Gebühr zulässig.  

Die Beschwerdeführerin lehnte die ihr vermittelte Stelle zwar nicht direkt ab. Allerdings 

veranlasste ihre klare Aussage die potentielle Arbeitgeberin dazu, ihre Bewerbung 

nicht weiter in Betracht zu ziehen. Die Beschwerdeführerin unterliess es u.a. anlässlich 

des Gesprächs, die potentielle Arbeitgeberin davon zu überzeugen, dass für die 

Bewältigung des Arbeitweges ohne Sesselbahn Mittel zur Verfügung standen und ihr 

daran gelegen war, sofort eine Stelle anzutreten. Mit anderen Worten hatte sie von 

vornherein ihre Chance verspielt, eine Stelle zu erhalten und die Arbeitslosigkeit zu 

beenden. Es ist verständlich, dass sich die potentielle Arbeitgeberin aufgrund des 

Verhaltens der Beschwerdeführerin dafür entschied, sie nicht anzustellen. 

Nach dem Ausgeführten bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin durch ihr 

Verhalten in Kauf genommen hat, dass die ihr vermittelte Stelle anderweitig besetzt 

wird, was einer (selbstverschuldeten) Nichtannahme einer unter Vorbehalt 

nachstehender E. 4.3 zumutbaren Arbeit gleichkommt. Dies ist gestützt auf Art. 30 Abs. 

1 lit. d AVIG grundsätzlich mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu 

ahnden. 

4.3  Es stellt sich weiter die Frage, ob die Beschwerdeführerin berechtigt gewesen war, 

die Stelle aufgrund besonderer Umstände abzulehnen respektive ob sie für ihr 

Verhalten Rechtfertigungsgründe geltend machen kann. 

4.3.1  Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, sie habe die Arbeit zu 

Recht nicht angenommen, denn schliesslich seien im E_________ zahlreiche Stellen 

im Service offen, die besser erreicht werden könnten. Dem kann angesichts der 

Tatsache, dass die Versicherte bereit seit Juni 2010 arbeitslos und ein Jahr erfolglos 

auf Stellensuche gewesen war, nicht zugestimmt werden.  

4.3.2  Betreffend den Einwand, eine Lösung für den Arbeitsweg wäre auch nicht mittels 

eines vertiefteren Gespräches mit dem potentiellen Arbeitgeber gefunden worden, 

kann gesagt werden, dass aus Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG klar hervor, dass ein mit 

öffentlichen Verkehrsmittel unmöglicher Arbeitweg eine Stelle nur dann unzumutbar 

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macht, wenn am Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden ist, bzw. wenn 

es keine Alternativen zum öffentlichen Verkehr gibt (Urteil des Verwaltungsgerichts 

Graubünden S 09 104 vom 2. Dezember 2009 E. 4a). In unmittelbarer Nähe des 

Bergrestaurant D_________ stehen eine Ferienlage mit 22 Schlafplätzen und 

Ferienwohnungen (siehe www.xxx), wobei der Versicherten zuzumuten gewesen wäre, 

als Übergangslösung einen solchen Schlafplatz zu nutzen oder einen Abholdienst zu 

organisieren. Nicht auszuschliessen ist schliesslich, dass das Bergrestaurant über eine 

„Dienstwohnung“ verfügt, was bei vielen Bergrestaurants der Fall ist, die die 

Versicherte vorübergehend hätte nutzen können. Die Beschwerdeführerin bestreitet zu 

Recht nicht, dass diese Möglichkeiten beständen hätten. Dies wäre auch finanziell 

tragbar gewesen, denn aufgrund der sozialversicherungsrechtlichen Schadens-

minderungspflicht wird von den Versicherten verlangt, dass sie vorübergehend eine 

Unterkunft am Arbeitsort bezieht oder ein Auto mietet, auch wenn dadurch Kosten 

entstehen, die ihr Existenzminimum tangieren (Urteil des Verwaltungsgerichts 

Graubünden S 09 104 vom 2. Dezember 2009 E. 5a). 

4.3.3  Zusammenfassend ist daher erstellt, dass das Verhalten der Versicherten 

anlässlich der Stellenbewerbung kausal für das Nichtzustandekommen des 

Vertragsabschlusses gewesen war und keine Rechtfertigungsgründe vorlagen. Die 

verfügte Einstelldauer wurde als solche nicht gerügt und entspricht der gefestigten 

Praxis. 

4.4  Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als nicht begründet und ist 

abzuweisen. 

5.  Abgesehen von Ausnahmen, die hier nicht interessieren, sind im Bereich der 

Arbeitslosenversicherung keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Es 

werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet (BGE 123 V 309 E. 10, 118 V 169 

E. 7, 112 V 361 E. 6). 

 

Demnach wird erkannt 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

Sitten, 21. Juni 2013