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**Case Identifier:** 2916ab58-805c-5080-a81c-8d6ccb76d02b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.11.2015 100 2015 177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-177_2015-11-05.pdf

## Full Text

100.2015.177U   publiziert in BVR 2016 S. 97
DAM/HLO/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. November 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiberin Hostettler

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern
Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3001 Bern

betreffend Nichtbestehen des schriftlichen Teils der Anwaltsprüfung 
(Notenblatt der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern vom 5. Mai 
2015; APK 14 306)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.11.2015, Nr. 100.2015.177U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nach einem Misserfolg legte A.________ im März 2015 die Anwaltsprüfung 
zum zweiten Mal ab. Er erzielte in den schriftlichen Prüfungen die Noten 4 
(Staats-, Verwaltungs- oder Steuerrecht), 4 (Strafrecht) und 3,5 (Nationales 
und internationales Privatrecht mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und 
Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit), was einen 
Notendurchschnitt von 3,83 ergibt. Aufgrund dieses Ergebnisses hatte 
A.________ den schriftlichen Teil der Anwaltsprüfungen nicht bestanden, 
weshalb er nicht zum mündlichen Teil der Prüfung zugelassen wurde 
(Notenblatt der Anwaltsprüfungskommission vom 5.5.2015).

B.

Dagegen hat A.________ am 8. Juni 2015 beim Verwaltungsgericht 
Beschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren:

«1. Die Verfügung der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern 
vom 6. Mai 2015 [Eröffnung des Notenblatts] sei aufzuheben bzw. 
abzuändern.

2. Dem Beschwerdeführer sei im Prüfungsfach Nationales und interna-
tionales Privatrecht (mit Einschluss des Schuldbetreibungs- und 
Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit) insgesamt 3 ½ 
mehr Punkte zu vergeben, sodass er gemäss Korrektur von Exper-
ten B.________ insgesamt 34 ½ anstelle von 31 Punkten erzielt.

3. Die Note des Beschwerdeführers im Prüfungsfach Nationales und 
internationales Privatrecht (mit Einschluss des Schuldbetreibungs- 
und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit) sei von 3,5 
auf 4,0 anzuheben.

4. Die Durchschnittsnote des Beschwerdeführers bei der Anwaltsprü-
fung I/2015 sei von 3,83 auf 4,0 anzuheben, sodass der schriftliche 
Teil dieser Prüfung als bestanden gilt.

5. Der Beschwerdeführer sei zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung 
I/2015 zuzulassen.

6. Eventualiter sei die Arbeit des Beschwerdeführers im Prüfungsfach 
Nationales und internationales Privatrecht (mit Einschluss des 
Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichts-
barkeit) durch einen unbefangenen Drittexperten zu korrigieren und 
zu bewerten.

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7. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen.

8. Die Kosten des Verfahrens sei[en] dem Kanton Bern aufzuerlegen.»

Die Anwaltsprüfungskommission beantragt mit Vernehmlassung vom 7. Juli 
2015 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege enthält sie sich eines förmlichen 
Antrags. A.________ hat am 31. Juli 2015 dazu Stellung genommen und 
insbesondere sein Rechtsbegehren 5 näher erläutert. Mit Eingabe vom 
24. August 2015 hält die Anwaltsprüfungskommission an ihrem Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest. Am 9. September 2015 hat sich 
A.________ nochmals zur Sache geäussert und die gestellten 
Rechtsbegehren bestätigt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsge-
setzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Der Beschwerdeführer hat 
am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene 
Verfügung besonders berührt und hat grundsätzlich ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter Vorbehalt von 
E. 1.2 hiernach einzutreten, wobei dem Rechtsbegehren 2 keine selbstän-
dige Bedeutung zukommt; die erzielte Punktzahl ist lediglich ein Begrün-
dungselement für die Benotung der Prüfung (vorne Bst. B).

1.2 Der Beschwerdeführer beantragt mit Rechtsbegehren 5 die Zulas-
sung zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung I/2015 (vorne Bst. B). Er hat 
sein Begehren dahin konkretisiert, dass er die Feststellung der Rechtsfeh-

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lerhaftigkeit der Nichtzulassung zum mündlichen Teil der Prüfung beantragt 
(act. 6 S. 2). Feststellungsbegehren bedürfen eines ausgewiesenen Fest-
stellungsinteresses und sind gegenüber rechtsgestaltenden Begehren sub-
sidiär und damit nur zulässig, wenn das schutzwürdige Interesse der das 
Feststellungsbegehren stellenden Partei mit einem Leistungs- oder Gestal-
tungsbegehren nicht gewahrt werden kann (BVR 2014 S. 33 E. 1.4, 2011 
S. 564 E. 3.3). Vorausgesetzt wird, dass ein aktuelles und hinreichend 
schutzwürdiges Interesse an der Feststellung einer konkreten Rechtslage 
besteht (BVR 2008 S. 569 E. 3.1, 2004 S. 164 E. 2.6; zum Ganzen auch 
BVR 2010 S. 337 E. 3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum ber-
nischen VRPG, 1997, Art. 49 N. 19 ff.). – Gemäss Art. 10 Abs. 1 der Ver-
ordnung vom 25. Oktober 2006 über die Anwaltsprüfung (APV; 
BSG 168.221.1) werden Kandidatinnen und Kandidaten, die den schriftli-
chen Teil der Anwaltsprüfung bestanden haben, zum mündlichen Teil zuge-
lassen. Mit seinen Anträgen auf Anhebung der Note im Prüfungsfach «Nati-
onales und internationales Privatrecht mit Einschluss des Schuldbetrei-
bungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit» sowie Anhe-
bung der Durchschnittsnote, sodass der schriftliche Teil als bestanden gilt 
(Rechtsbegehren 1, 3 und 4; vorne Bst. B), stellt der Beschwerdeführer 
rechtsgestaltende Begehren, deren Gutheissung die Zulassung zum münd-
lichen Teil der Anwaltsprüfung als gesetzliche Folge miteinschliessen 
würde. Ein Rechtsschutzinteresse an der gesonderten förmlichen Feststel-
lung der Rechtsfehlerhaftigkeit der Nichtzulassung zum mündlichen Teil der 
Anwaltsprüfung I/2015 besteht folglich nicht, zumal diese Prüfungen im 
Juni 2015 durchgeführt worden sind. Auf die Beschwerde ist daher hinsicht-
lich des Rechtsbegehrens 5 nicht einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 6 Abs. 2 
KAG). Soweit es um die Beurteilung von Prüfungsleistungen geht, auferlegt 
es sich im Rahmen der Rechtskontrolle praxisgemäss eine gewisse Zu-
rückhaltung, weil es wesentliche Sachumstände nicht genügend namhaft 
machen kann, um sie gleich kompetent zu würdigen wie die verfügende 
Instanz. Es beschränkt sich darauf zu untersuchen, ob die Prüfungsauf-
gabe dem vorgeschriebenen Prüfungsgegenstand entspricht, die Transpa-
renz (Nachvollziehbarkeit) des konkreten Bewertungsvorgangs gewährleis-

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tet ist und ob sich die Prüfungsbehörde bei der Begründung der Leistungs-
bewertung von sachlichen Überlegungen hat leiten lassen. Diese Zurück-
haltung auferlegt sich das Verwaltungsgericht auch dann, wenn es – wie 
etwa bei juristischen Prüfungen – aufgrund seiner Fachkenntnisse zu einer 
weitergehenden Überprüfung befähigt wäre. Steht nicht die konkrete Be-
wertung einer Prüfungsleistung in Frage, sondern ist die Auslegung und 
Anwendung von Rechtssätzen strittig oder werden Verfahrensmängel ge-
rügt, prüft das Verwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen im Rah-
men seiner gesetzlichen Kognition (Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. 
BVR 2012 S. 152 E. 1.2, 2011 S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 3, Art. 66 N. 4).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und die Zulassung zum mündlichen Teil der Anwaltsprüfung. Er 
begründet seinen Antrag hauptsächlich mit der Bewertung seiner Leistung 
in der schriftlichen Prüfung «Nationales und internationales Privatrecht mit 
Einschluss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schieds-
gerichtsbarkeit», in der er die ungenügende Note 3,5 erzielt hat; die Note 
sei auf 4,0 anzuheben.

2.2 Die bernische Anwaltsprüfung besteht aus einem schriftlichen und 
einem mündlichen Teil; Kandidatinnen und Kandidaten, die den schriftli-
chen Teil bestanden haben, werden zum mündlichen Teil zugelassen 
(Art. 10 Abs. 1 APV). Sie wird von einer Prüfungskommission durchgeführt, 
die auch über das Bestehen der Prüfung entscheidet (Art. 3 Abs. 1 KAG). 
Die Prüfungsleistungen werden nach einer Notenskala von 1-6 mit einer 
Abstufung nach halben Noten bewertet, wobei für genügende Prüfungsleis-
tungen Noten von 4 bis 6 vergeben werden (6 = ausgezeichnet; 5,5 = sehr 
gut; 5 = gut; 4,5 = befriedigend; 4 = ausreichend), während ungenügende 
Leistungen mit Noten zwischen 1 und 3,5 zu bewerten sind (Art. 16 Abs. 1 
und 2 APV). Nach Abschluss des schriftlichen bzw. mündlichen Teils stellt 
das Sekretariat der Anwaltsprüfungskommission die Noten der einzelnen 
Fächer zusammen. Die Noten werden auf Vorschlag der prüfenden Exper-

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tinnen und Experten durch die Anwaltsprüfungskommission festgesetzt 
(Art. 17 APV). Der schriftliche Teil ist bestanden, wenn der Notendurch-
schnitt mindestens 4,0 beträgt und nicht mehr als eine ungenügende Note 
vorliegt (Art. 16 Abs. 3 APV). Bei Nichtbestehen des schriftlichen oder des 
mündlichen Teils ist der jeweilige Teil als Ganzes zu wiederholen. Es be-
steht jeweils nur eine Wiederholungsmöglichkeit (Art. 20 Abs. 1 APV). Der 
Beschwerdeführer hat einen Durchschnitt von 3,83 erreicht und damit den 
ersten Teil der Anwaltsprüfung auch im zweiten (und letzten) Versuch nicht 
bestanden (vorne Bst. A).

3.

Die Verfahrensparteien sind sich uneinig bezüglich der Punktevergabe in 
einzelnen Bewertungspositionen der schriftlichen Privatrechtsprüfung.

3.1 Der Beschwerdeführer hat in seiner Prüfungsarbeit 31 von 
51 möglichen Punkten (ohne Zusatzpunkte) erzielt. Grob lässt sich das 
Bewertungsschema in zwei Hauptbereiche unterteilen. Zum einen sind dies 
die Formalien und formellen Erwägungen, zu denen nebst einem korrekten 
Rubrum inkl. Prozessgeschichte und Sachverhalt auch der Punkt 
«Argumentation/Systematik/Aufbau» zählen. Der zweite Bereich stellt den 
Teil «Materielles» einschliesslich Kostenliquidation und Dispositiv dar, 
welcher den Schwerpunkt der Prüfung ausmachte (vgl. Prüfungsunterlagen 
act. 1.3.3). Die Anwaltsprüfungskommission hat mit Eingaben vom 7. Juli 
und 24. August 2015 zur Punktevergabe eingehend Stellung genommen. 
Dagegen hat der Beschwerdeführer keine neue Argumente vorgebracht, 
sondern im Wesentlichen seine Ausführungen in der Beschwerde 
wiederholt bzw. bestätigt.

3.2 Zunächst ist der Beschwerdeführer mit der Bewertung seiner Aus-
führungen zu Art. 41 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; 
SR 220) nicht einverstanden und macht diesbezüglich einen Ermessens-
missbrauch geltend. Insbesondere rügt er, er habe sämtliche Tatbestands-
merkmale von Art. 41 OR genannt, dafür aber nur 1 von 2 Punkten erhalten 
(Beschwerde S. 5 f.). Nach dem Bewertungsschema sei nicht verlangt 

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gewesen, die einzelnen Tatbestandselemente zu definieren (act. 10 S. 3). 
Zudem macht der Beschwerdeführer geltend, er habe die 
Tatbestandsmerkmale ausreichend diskutiert, weshalb ihm die Anwaltsprü-
fungskommission in diesem Zusammenhang zu Unrecht nur 2 von 5 mögli-
chen Punkten zugesprochen habe (Beschwerde S. 6 f.). Die Anwaltsprü-
fungskommission begründet die Punktevergabe einerseits mit einem un-
systematischen Aufbau und andererseits mit verschiedenen inhaltlichen 
Mängeln. So habe der Beschwerdeführer vertragliche und ausservertragli-
che Elemente vermischt, keine Differenzierung der Anspruchsgrundlagen 
vorgenommen, die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 41 OR nur ober-
flächlich abgehandelt und einen groben Fehler begangen, indem er 
Art. 271 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung 
und Konkurs (SchKG; SR 281.1) als Schutznorm anführte, um die Wider-
rechtlichkeit nach Art. 41 Abs. 1 OR zu begründen. Überdies sei die reine 
Auflistung der Tatbestandselemente bereits separat bepunktet worden, 
weshalb sie bei der anschliessenden inhaltlichen Diskussion nicht noch-
mals berücksichtigt werden könne, insbesondere weil die Prüfung von 
Art. 41 OR die Hauptproblematik des Prüfungsfalls ausmachte, die Erörte-
rung des Beschwerdeführers dazu aber mit nur zwei Seiten überaus kurz 
ausgefallen sei (Beschwerdevernehmlassung S. 3 f.). – Entgegen der An-
sicht des Beschwerdeführers leuchten die Ausführungen der Anwaltsprü-
fungskommission ein und sind nachvollziehbar. Von einem Anwaltsprü-
fungskandidaten darf erwartet werden, dass er das juristische Handwerk 
beherrscht und seine Falllösung dementsprechend strukturiert aufbaut. So 
genügt es an einer Anwaltsprüfung nicht, bloss die Tatbestandsmerkmale 
zu nennen, um dann einzig lapidar zu sagen, sie seien erfüllt oder eben 
nicht erfüllt. Vielmehr hat eine gründliche Darlegung der Anspruchsgrundla-
gen (rechtliche Bestimmungen, Tatbestandselemente, Definitionen usw.) 
zu erfolgen, bevor eine saubere Subsumption in der gebotenen Ausführ-
lichkeit und mit einer falladäquaten Begründung erfolgt. Die Vergabe der 
Punkte für die Diskussion des Beschwerdeführers zu Art. 41 OR erweist 
sich deshalb als nachvollziehbar und sachlich haltbar.

3.3 Weiter beanstandet der Beschwerdeführer die Bewertung betreffend 
Klageeinreichung und -bewilligung. Er habe sich ausführlich mit Art. 209 
und Art.145 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 

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2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) auseinandergesetzt. Es sei nicht 
ersichtlich, weshalb ihm nur 1 von 2 möglichen Punkten erteilt worden sei 
(Beschwerde S. 7). Begründet wird diese Bewertung von der Anwaltsprü-
fungskommission mit einer unsystematischen Erörterung des Beschwer-
deführers zur Fristwahrung, dem falschen Hinweis auf Art. 46 ZPO sowie 
fehlenden Ausführungen betreffend Einhaltung der zweimonatigen Frist im 
Sinn einer Eventualbegründung (Beschwerdevernehmlassung S. 4 f.). Die 
Argumentation der Anwaltsprüfungskommission ist ohne weiteres nachvoll-
ziehbar, weshalb die Vergabe von nur 1 Punkt nicht unsachlich ist.

3.4 Der Bewertungsvorgang der schriftlichen Privatrechtsprüfung ist 
durch eine Lösungsskizze und ein Bewertungsschema transparent ge-
macht worden. Die Prüfung wurde sodann vorschriftsgemäss von zwei Ex-
perten korrigiert, wobei der Zweitkorrektor noch weniger Punkte vergeben 
hat als der Experte B.________. Soweit der Beschwerdeführer nun geltend 
macht, es könne nicht auf die «strengere Bewertung» abgestellt werden 
(act. 10 S. 3), ist sein Einwand unbehelflich, da ohnehin die Punktezahl des 
Erstkorrektors für die Benotung massgeblich war (Prüfungsunterlagen 
act. 1.3.3). Die Anwaltsprüfungskommission bzw. der Experte B.________ 
haben somit die konkrete Leistungsbewertung nachvollziehbar und sachlich 
vertretbar begründet. Der Beschwerdeführer bringt insgesamt nichts vor, 
was auf eine unhaltbare und damit rechtsfehlerhafte Korrektur seiner Prü-
fungsarbeit hindeutet. Ob in der einen oder anderen Frage die Bewertung 
anders hätte ausfallen können, ist nicht Gegenstand der gerichtlichen Prü-
fung (Rechtskontrolle mit reduzierter Prüfungsdichte, keine Prüfung der 
Angemessenheit; vorne E. 1.3). Die Bewertung der schriftlichen Privat-
rechtsprüfung mit Note 3,5 gibt daher zu keinen Beanstandungen Anlass.

4.

Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, das Vorgehen des Experten 
B.________ sei willkürlich und stelle eine Verletzung von Treu und 
Glauben dar.

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4.1 Der verfassungsmässige Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 
der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des 
Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) verleiht in der Form des Vertrauensschut-
zes einen Anspruch auf Schutz berechtigten Vertrauens in behördliche Zu-
sicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Ver-
halten, sofern sich dieses auf eine konkrete, die betreffende Bürgerin oder 
den betreffenden Bürger berührende Angelegenheit bezieht 
(BGE 132 II 240 E. 3.2.2; BVR 2014 S. 130 E. 3.2). Neben dem behördli-
chen Verhalten als Vertrauensgrundlage setzt der Anspruch auch eine Ver-
trauensbetätigung voraus. In der Regel kann Vertrauensschutz nur geltend 
machen, wer gestützt auf sein Vertrauen eine Disposition getätigt hat, die 
ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Zwischen 
Vertrauen und Disposition muss zudem ein Kausalzusammenhang gege-
ben sein. Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, bleibt eine Inte-
ressenabwägung im Einzelfall vorbehalten (zum Ganzen BVR 2015 S. 15 
E. 4.1; BGE 137 II 182 E. 3.6.2).

4.2 Der Beschwerdeführer stützt sich für den geltend gemachten An-
spruch hauptsächlich auf die Aussage des Experten B.________ an der 
Prüfungsbesprechung vom 2. Juni 2015. In diesem Gespräch habe der Ex-
perte ihm versprochen, er werde die Arbeit nochmals in Ruhe anschauen. 
Ausserdem habe er gesagt, es hätten hie und da mehr Punkte vergeben 
werden können. Der Beschwerdeführer bringt überdies vor, durch dieses 
Versprechen habe er eine ernsthafte Überprüfung seiner Arbeit sowie eine 
Auseinandersetzung mit der Punkteverteilung erwartet. Indem der Experte 
ihm jedoch in der Folge unter Hinweis auf das Minimum von 33 Punkten für 
die Note 4 einzig mitteilte, sich falsch an die Notenskala erinnert zu haben, 
sei dieses Versprechen nicht gehalten worden; dem Experten sei dabei 
bewusst gewesen, dass es sich um den zweiten Prüfungsversuch handelte 
(Beschwerde S. 8 f.; act. 6 S. 4). Die Anwaltsprüfungskommission führt 
dagegen aus, der Experte B.________ sei einzig damit einverstanden 
gewesen, die Prüfung des Beschwerdeführers dahin durchzusehen, ob 
«etwas vergessen gegangen» sei oder ein Additionsfehler vorliege. 
Hingegen habe das nochmalige Durchsehen keinen Anlass gegeben, die 
Bewertung zu hinterfragen. Zwar habe der Beschwerdeführer sich mehr 
oder weniger zu allen Fragen geäussert, aber viele Punkte sehr 

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oberflächlich behandelt (Beschwerdevernehmlassung S. 5). – Entgegen 
der Ansicht des Beschwerdeführers liegt kein Verstoss gegen Treu und 
Glauben vor, da es bereits an einer entsprechenden Vertrauensgrundlage 
mangelt. Zwar hat der Experte B.________ gesagt – ohne zu präzisieren 
wie vertieft –, er schaue sich die Prüfungsarbeit nochmals an; wie der 
Beschwerdeführer indes selbst einräumt, hat der Experte zugleich darauf 
hingewiesen, er könne eine nachträgliche Anhebung der Note 3,5 auf 4 
nicht versprechen. Ebenso kann die blosse Zusage, eine Prüfung nochmals 
durchzusehen, kein schutzwürdiges Vertrauen auf eine höhere Bewertung 
begründen. Inwiefern unter diesen Umständen eine Vertrauensgrundlage 
vorliegen soll, ist nicht erkennbar. Des Weiteren fehlt es an einer vom 
Beschwerdeführer gestützt auf die Aussage des Experten getätigten 
Disposition. Der mit Beschwerde eingereichte Arbeitsvertrag datiert vom 
30. Juni 2014 und wurde demgemäss lange vor der schriftlichen 
Anwaltsprüfung unterzeichnet; er ist deshalb nicht geeignet, eine 
nachteilige Disposition zu belegen. Nach dem Gesagten ist ein Verstoss 
gegen Treu und Glauben zu verneinen.

4.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Benotung sei willkürlich, 
weil eine Überprüfung seiner Arbeit und deren Bewertung verweigert wurde 
und ihm gemäss Korrektur des Experten B.________ lediglich 1 Punkt 
fehlte, um eine genügende Note zu erreichen (Beschwerde S. 9), kann ihm 
ebenfalls nicht gefolgt werden. – Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, 
wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der 
tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder in stossender 
Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft, wobei ein Entscheid nur 
aufzuheben ist, wenn nicht bloss dessen Begründung, sondern auch das 
Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar 
oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BVR 2013 S. 521 E. 3.2.2, 
2009 S. 493 E. 5.1; BGE 140 III 16 E. 2.1, 138 I 49 E. 7.1 [Pra 101/2012 
Nr. 72], 134 I 140 E. 5.4). Im vorliegenden Fall wurde einerseits die 
Prüfungsarbeit des Beschwerdeführers durch den Experten nochmals 
durchgesehen, wobei er keinen Anlass sah, die Bewertung zu hinterfragen. 
Andererseits wurde die Bewertung durch die Anwaltsprüfungskommission 
nachvollziehbar dargelegt (vgl. vorne E. 3). Sodann fehlen dem 
Beschwerdeführer 2 Punkte für eine genügende Note (31 statt 33 Punkte; 

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vgl. Prüfungsunterlagen act. 1.3.3 und 1.3.4). Keine Auswirkung auf die 
Bewertung hat im Übrigen, dass der Experte an der Besprechung die 
genaue Skala nicht mehr im Kopf und dem Beschwerdeführer irrtümlich 
eine falsche Mindestpunktzahl für eine genügende Note genannt hatte. 
Demnach ist weder die Begründung noch das Ergebnis unhaltbar, weshalb 
die Bewertung der Arbeit des Beschwerdeführers durch die 
Anwaltsprüfungskommission nicht willkürlich ist.

5.

Streitpunkt ist schliesslich die Handhabung der Grenz- bzw. Härtefallpraxis 
der Anwaltsprüfungskommission.

5.1 Die Gesetzgebung über die Anwaltsprüfung sieht keine Grenzfall-
regelung vor. Nach Praxis der Anwaltsprüfungskommission wird eine Prü-
fungsnote aus Billigkeitsgründen nur in Grenzfällen und auch dann nur in 
Härtefällen heraufgesetzt. Ein Grenzfall liegt vor, wenn die Prüfung durch 
Anhebung einer Note um maximal einen halben Punkt bestanden würde 
(Beschwerdevernehmlassung S. 1). Neben dem rein rechnerischen Erfor-
dernis des Grenzfalls müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit 
ein Härtefall vorliegt und eine Erhöhung aus Billigkeitsgründen möglich ist. 
Der Entscheid, ob in der Notenkonferenz der Prüfungskommission ein An-
trag auf Erhöhung der Note gestellt wird, liegt im Ermessen der zuständi-
gen Expertinnen und Experten (act. 8 S. 1).

5.2 Nach Ansicht der Anwaltsprüfungskommission erfüllt der Beschwer-
deführer die Voraussetzungen des Grenzfalls, weshalb sein Ergebnis an 
der Notenkonferenz vom 5. Mai 2015 erörtert und durch die Expertinnen 
und Experten der drei schriftlichen Prüfungsfächer überprüft worden sei. 
Diese seien jedoch zum Schluss gelangt, die Leistungen des Beschwerde-
führers rechtfertigten in keinem der geprüften Fächer eine nachträgliche 
Anhebung der Note, weshalb der Anwaltsprüfungskommission kein Antrag 
auf Erhöhung einer Note gestellt worden sei (Beschwerdevernehmlassung 
S. 1; act. 8 S. 1). Der Beschwerdeführer rügt demgegenüber, Expertinnen 
und Experten begingen einen Ermessensmissbrauch oder eine Ermes-

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sensunterschreitung, wenn trotz Vorliegens eines Grenzfalls kein Antrag 
auf Erhöhung der Note gestellt werde (act. 6 S. 2). Insbesondere habe es 
die Anwaltsprüfungskommission unterlassen, die weiteren Voraussetzun-
gen eines Härtefalls darzulegen, zumal bei ihm ein Härtefall vorliege, da er 
die Prüfung zum letzten Mal abgelegt habe und keine weitere Wiederho-
lungsmöglichkeit bestehe. Zwar verleihe diese Tatsache allein noch keinen 
Anspruch auf Anhebung des Prüfungsergebnisses, aber angesichts der ge-
samten Umstände (äusserst knappes Ergebnis, Fremdsprachigkeit, letzte 
Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen) sei die Nichtanwendung des Bil-
ligkeitsgrundsatzes in Grenz- und Härtefällen durch die Anwaltsprüfungs-
kommission willkürlich (act. 10 S. 1 f.).

5.3 Es liegt in der Natur von Prüfungen, dass zwischen genügenden 
und ungenügenden Leistungen eine starre Grenze zu ziehen ist (BVGer A-
2496/2009 vom 11.1.2010, in ZBl 2011 S. 570 E. 6.2, A-2226/2013 vom 
12.6.2013, E. 5.4). Folglich ist mit jedem Schwellenwert und jeder Prüfung 
unweigerlich eine gewisse Härte verbunden, indem auch Kandidatinnen 
oder Kandidaten nicht bestehen, welche die erforderliche Notenzahl nur 
knapp nicht erreichen (BGer 2P.177/2002 vom 7.11.2002, in GVP SG 2002 
Nr. 116 E. 4, 2P.81/2001 vom 12.6.2001, E. 3c/bb; Patricia Egli, Gerichtli-
cher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in ZBl 2011 
S. 538 ff., 555). Hingegen stellt ein knapper Misserfolg für sich allein noch 
keine Härte dar; denn würde einzig aufgrund eines knappen Resultats eine 
Notenanhebung erfolgen, müsste dies aus Gleichbehandlungsgründen bei 
allen Kandidatinnen und Kandidaten, welche die Prüfung nur knapp nicht 
bestanden haben, gleich gehandhabt werden. Dies würde jedoch lediglich 
eine Verschiebung des Prüfungsmassstabs bewirken und zu neuen Härten 
führen (BVGer A-2496/2009 vom 11.1.2010, in ZBl 2011 S. 570 E. 6.2, A-
2226/2013 vom 12.6.2013, E. 5.4; vgl. auch zum deutschen Recht 
Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 6. Aufl. 2014, Rz. 584). Es 
besteht denn auch kein Rechtsanspruch darauf, dass in knappen Fällen 
nachträglich die Noten aufgerundet werden (BGer 2P.177/2002 vom 
7.11.2002, in GVP SG 2002 Nr. 116 E. 4).

5.4 Die Anwaltsprüfungskommission hat eine Praxis entwickelt, wie sie 
mit sogenannten Grenzfällen umgeht (vgl. zur Definition vorne E. 5.1). 

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Demnach werden solche Fälle der Prüfungskommission angezeigt, an der 
Notenkonferenz erörtert und überprüft. Es liegt jedoch im Ermessen der 
zuständigen Expertinnen und Experten, ob aufgrund der erbrachten Leis-
tung der Prüfungskandidatin bzw. des Prüfungskandidaten eine Anhebung 
der Note in Betracht fällt. Über einen allfälligen Antrag entscheidet die Prü-
fungskommission. Diese Vorgehensweise ist zweckmässig und legitim. 
Wenn die Expertinnen und Experten bei nochmaliger Prüfung ihrer Leis-
tungsbewertung über einen gewissen Spielraum verfügen, ist dies nicht 
unsachgemäss, kann doch eine juristische Prüfung nicht nach einer natur-
wissenschaftlichen Methode mit exaktem Ergebnis bewertet werden. Inso-
fern ist mit der Korrektur schriftlicher Prüfungsarbeiten regelmässig ein ge-
wisser Beurteilungs- und Bewertungsspielraum verbunden; wird er pflicht-
gemäss, d.h. nach sachlichen Kriterien ausgeübt, liegt darin keine Rechts-
verletzung (vgl. BGer 2P.81/2001 vom 12.6.2001, E. 3c/bb; zum deutschen 
Recht Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 586). Einen Anspruch auf 
eine nachträgliche Korrektur der Note verleiht die Praxis der Anwaltsprü-
fungskommission aber nicht (vgl. auch E. 5.3 hiervor). Vielmehr kann dar-
aus nur abgeleitet werden, dass knappe Prüfungsresultate nochmals über-
prüft werden. Wie vertieft eine solche Überprüfung auszufallen hat, liegt im 
pflichtgemässen Ermessen der verantwortlichen Expertinnen und Experten 
bzw. der Anwaltsprüfungskommission. Sachgerecht und vertretbar ist es, 
wenn Prüfungsarbeiten, bei denen mehrere Punkte – wie beim Be-
schwerdeführer – zum Erreichen der nächst höheren (genügenden) Note 
fehlen, nur dahingehend überprüft werden, ob die vergebenen Punkte rich-
tig zusammengezählt und alle relevanten Ausführungen bewertet wurden.

5.5 Wenn die Anwaltsprüfungskommission in einem Grenzfall an die 
zusätzliche Voraussetzung des sogenannten Härtefalls anknüpfen will, läuft 
dies hingegen auf eine Gesamtwürdigung bei knappen Prüfungsresultaten 
hinaus, welche in der APV nicht vorgesehen ist. Insoweit verfügen die Mit-
glieder der Prüfungskommission von Gesetzes wegen über keinen zusätzli-
chen Ermessensspielraum. Ob für eine Korrektur des Prüfungsergebnisses 
daher mit dieser Begründung ein Spielraum bleibt, ist fraglich (vgl. 
BVR 2011 S. 324 E. 4.4.2). Jedenfalls dürfte die Prüfungskommission nur 
auf Kriterien abstellen, welche die rechtsgleiche Behandlung aller Prü-
fungskandidatinnen und -kandidaten nicht unterlaufen. Die vom Be-

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schwerdeführer vorgebrachten Umstände (Fremdsprachigkeit, keine wei-
tere Wiederholungsmöglichkeit) sind indes persönliche Eigenschaften, die 
bei einer objektiven und rechtsgleichen Bewertung nicht herangezogen 
werden dürfen (vgl. auch Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 584 und 
651). So gesehen erscheint es zumindest missverständlich, im Zusammen-
hang mit der Grenzfallpraxis von einem «Härtefall» zu sprechen, beurteilen 
sich Härtefälle doch typischerweise (auch) nach persönlichen Gründen 
(z.B. im Ausländerrecht gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b und Art. 50 Abs. 1 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer [AuG; SR 142.20] i.V.m. Art. 31 Abs. 1 der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
[VZAE; SR 142.201]). Wie die Anwaltsprüfungskommission im Übrigen zu 
Recht ausführt, wird die Beherrschung einer Amtssprache bei Absolvierung 
der Anwaltsprüfung im Kanton Bern vorausgesetzt (Beschwerdevernehm-
lassung S. 5). Denn gerade in juristischen Prüfungen sollen die Kandidatin-
nen und Kandidaten nicht nur zeigen, dass sie das Recht mit Verständnis 
erfassen und anwenden können; zur Rechtsanwendung gehört zentral die 
Fähigkeit, sich bei Falllösungen in den Rechtsausführungen grammatika-
lisch korrekt, in verständlicher Sprache und in einem sachangemessenen 
Stil auszudrücken (Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., Rz. 626). Demge-
mäss kann und muss die Fremdsprachigkeit des Beschwerdeführers bei 
der Benotung nicht zu dessen Gunsten berücksichtigt werden.

5.6 Soweit sich der Beschwerdeführer hinsichtlich des Fehlens einer 
weiteren Wiederholungsmöglichkeit (vgl. Art. 20 Abs. 1 APV) auf die sub-
sidiäre Grenzfallregelung der Rekurskommission des Eidgenössischen 
Volksdepartements (EVD; heute Eidgenössisches Departement für Wirt-
schaft, Bildung und Forschung [WBF]) beruft, hilft ihm dies nicht. Diese 
Regelung wurde bereits im Jahr 2010 abgeschafft (vgl. BVGE 2010/10 
E. 6.2.4; zustimmend Patricia Egli, a.a.O., S. 553 und 555). Weitere Um-
stände, die zur Anhebung einer Note des Beschwerdeführers führen könn-
ten, sind weder geltend gemacht noch ersichtlich.

5.7 Nach dem Erwogenen ist die Handhabung der Grenzfallpraxis durch 
die Anwaltsprüfungskommission im Ergebnis nicht zu beanstanden. Diese 
hat ihr Ermessen weder unterschritten noch missbraucht. Die angefochtene 

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Verfügung hält damit der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist 
sich in allen Teilen als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerde-
führer an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Anwaltsprüfungs-
kommission hat indes substanzielle Ausführungen – namentlich zu ihrer 
Grenzfallpraxis – erst mit Beschwerdevernehmlassung vorgebracht. Hierin 
sind besondere Umstände zu sehen, die es rechtfertigen, keine Verfah-
renskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Da zudem seitens des 
Beschwerdeführers keine Parteikosten angefallen sind (Art. 104 Abs. 1 und 
2 VRPG), ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstands-
los geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 
VRPG). Weitere entschädigungspflichtige Parteikosten sind keine angefal-
len (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gespro-
chen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

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4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.