# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad628e74-d725-5d0d-bae3-585c336bddd8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.03.2017 200 2016 1220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1220_2017-03-30.pdf

## Full Text

200 16 1220 KV publiziert in BVR 2018 S. 29
ACT/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 30. März 2017

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Helsana Versicherungen AG 
Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2016 (70653881)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________, von Beruf … (act. II 4a), war bei der Hel-
sana obligatorisch für Krankenpflege sowie für ein Krankentaggeld nach 
dem Bundesgesetz vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung 
(KVG; SR 832.10) versichert. Wegen ausstehender Prämien und nach er-
folgloser Mahnung verfügte die Helsana am 17. März 2013 eine Leistungs-
sperre ab 18. März 2013 gegenüber dem Versicherten (Akten der Helsana 
[act. II] 2). Die Prämien wurden am 22. März 2013 beglichen (vgl. act. II 8).

Am 6. Januar 2016 ging bei der Helsana eine Krankmeldung für Einzel-
Taggeldversicherte ein, in welcher Dr. med. C.________, Zentrum für ba-
riatrische Chirurgie, eine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten für die Zeit 
vom 18. März 2013 bis 1. September 2015 im Umfang von 50% beschei-
nigte (act. II 4a und b); in einem Begleitschreiben führte die behandelnde 
Ärztin aus, welche Gründe zur Verzögerung bei der Meldung geführt hätten 
(act. II 4). Nach Vornahme weiterer Abklärungen teilte die Helsana mit 
Schreiben vom 19. Februar 2016 mit, dass wegen unbezahlter Prämien in 
der Zeit vom 17. bis 22. März 2013 keine Versicherungsdeckung bestan-
den habe, weshalb für die ab 18. März 2013 attestierte Arbeitsunfähigkeit 
keine Leistungen erbracht werden könnten (act. II 8). 

B.

Auf entsprechende Intervention des Versicherten, vertreten durch Fürspre-
cher B.________, in welcher Taggeldleistungen für die Zeit ab 23. März 
2013 im Umfang von Fr. 13‘500.— geltend gemacht wurden (act. II 17), 
erliess die Helsana am 11. Mai 2016 eine Verfügung, mit der sie an der 
Leistungsverweigerung ab 18. März 2013 festhielt (act. II 19). Die hierge-
gen erhobene Einsprache (act. II 20) wies die Helsana mit Entscheid vom 
5. Oktober 2016 ab (act. II 22).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 3

Auf das in der Folge eingereichte Schlichtungsgesuch vom 13. Oktober 
2016 (act. II 23) trat die angerufene Schlichtungsbehörde Emmental-
Oberaargau mangels sachlicher Zuständigkeit mit Entscheid vom 5. De-
zember 2016 nicht ein (act. II 29).

C.

Mit Eingabe vom 8. Dezember 2016 lässt der Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch Fürsprecher B.________, vor dem Verwaltungsgericht, sozialver-
sicherungsrechtliche Abteilung, beantragen, das bei der Schlichtungs-
behörde Emmental-Oberaargau eingereichte Gesuch sei als Beschwerde 
entgegenzunehmen. Das Gesuch sei innert der laufenden Rechtsmittelfrist 
bei einer unzuständigen Behörde eingereicht worden, sodass die nunmehr 
als Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereichte Eingabe als recht-
zeitig zu gelten habe. Das Rechtsbegehren wurde dahingehend angepasst, 
dass beantragt wird, der Einspracheentscheid der Helsana vom 5. Oktober 
2016 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin gerichtlich zu verurtei-
len, dem Beschwerdeführer aus der Taggeldversicherung D.________ ei-
nen Betrag von Fr. 13‘500.— zu bezahlen. Im Schlichtungsgesuch vom 
13. Oktober 2016 – auf welche hinsichtlich der Begründung verwiesen wird 
– wird geltend gemacht, dass entgegen der Auffassung der Helsana die 
Arbeitsunfähigkeit nicht erst mit deren Attestierung durch die behandelnde 
Ärztin Dr. med. C.________ eingetreten sei, sondern bereits zu einem 
früheren Zeitpunkt; dies gehe sowohl aus dem Schreiben von Dr. med. 
C.________ vom 13. Oktober 2016 (Beschwerdebeilage [act. I] 9) als auch 
den Lohnunterlagen von E.________, welcher schon ab 1. Januar 2013 mit 
einer hohen Stundenzahl vom reduziert arbeitsfähigen Beschwerdeführer 
beschäftigt worden sei (act. I 10, 11), hervor. Der Eintritt der Arbeitsun-
fähigkeit falle dementsprechend nicht in die Zeit der Leistungssperre, womit 
die Krankentaggelder von der Helsana geschuldet seien. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2017 beantragt die Helsana, 
auf die Beschwerde sei wegen verspäteter Einreichung nicht einzutreten; in 
materieller Hinsicht äussert sie sich nicht, obwohl das Verfahren nicht auf 
die Frage der Rechtzeitigkeit beschränkt worden ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG) und die Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) sind einge-
halten.

1.2 Zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde ist Folgendes festzuhalten:

1.2.1 Nach Erlass des Einspracheentscheides vom 5. Oktober 2016 (act. 
II 22) hat sich der Versicherte an die Schlichtungsbehörde Emmental-
Oberaargau gewandt und ein Schlichtungsgesuch gemäss Art. 202 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 
272) gestellt (act. II 23). Auf dieses Gesuch ist die Schlichtungsbehörde mit 
Entscheid vom 5. Dezember 2016 mangels sachlicher Zuständigkeit nicht 
eingetreten (act. II 29). Daraufhin hat der Versicherte am 8. Dezember 
2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die Helsana vertritt 
die Auffassung, dass die Beschwerde verspätet eingereicht wurde. 

1.2.2 Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innerhalb von 30 
Tagen nach Eröffnung des Einspracheentscheides oder der Verfügung, 
gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen. Schriftli-
che Eingaben müssen nach Art. 39 Abs. 1 ATSG spätestens am letzten 
Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen 
der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 5

konsularischen Vertretung übergeben werden. Gelangt die Partei 
rechtzeitig an einen unzuständigen Versicherungsträger, so gilt die Frist als 
gewahrt (Art 39 Abs. 2 ATSG); Art. 39 ATSG ist gemäss Art. 60 Abs. 2 
ATSG sinngemäss auch für Beschwerdefristen anwendbar. 

Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bestimmt sich 
unter Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) nach kantonalem Recht (Art. 61 
Ingress ATSG). Dieses regelt in Art. 42 Abs. 3 VRPG, dass Fristen auch 
gewahrt sind, wenn die Eingabe rechtzeitig bei einer unzuständigen 
bernischen oder eidgenössischen Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde 
eingereicht worden ist. Im Gegenzug sieht Art. 4a des Einführungsgesetzes 
vom 11. Juni 2009 zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und 
zur Jugendstrafprozessordnung (EG ZSJ; BSG 271.1) ein Verfahren vor, 
wie Eingaben, die bei Zivil- und Strafrechtsbehörden eingegangen sind, an 
die Verwaltungsjustiz weiterzuleiten sind.

1.2.3 Der Versicherte hat innerhalb der laufenden Rechtsmittelfrist 
betreffend den Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2016 (act. II 22) ein 
Schlichtungsgesuch eingereicht (act. II 23), dies in der irrtümlichen 
Annahme, bei der zur Diskussion stehenden Taggeldversicherung handle 
es sich um eine zivilrechtliche Materie nach dem 
Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Die angerufene Schlichtungsbehörde 
hat sich in ihrem Entscheid vom 5. Dezember 2016 denn auch – zu Recht 
(vgl. E. 1.1 hiervor) – als nicht zuständig erachtet (act. II 29). Regionale 
Schlichtungsbehörden gelten nach Art. 2 Abs. 4 lit. c GSOG als 
Gerichtsbehörden und sind deshalb auch Gerichtsbehörden im Sinne von 
Art. 42 Abs. 3 VRPG. Die umgehend nach dem Nichteintretensentscheid 
der angerufenen Schlichtungsbehörde beim Verwaltungsgericht 
eingereichte Beschwerde hat deshalb nach Art. 42 Abs. 3 VRPG als 
rechtzeitig zu gelten. 

1.3 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 5. Oktober 
2016 (act. II 22). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer für die 
geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankentaggelder hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 6

1.4 Der Streitwert des Verfahrens – Krankentaggelder im Umfang von 
Fr. 13‘500.— (vgl. Beschwerde, S. 2) – liegt unter der massgeblichen 
Grenze von Fr. 20‘000.—, sodass für den vorliegenden Entscheid einzel-
richterliche Zuständigkeit gegeben ist (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder erwerbstätig ist und das 15., 
aber noch nicht das 65. Altersjahr vollendet hat, kann bei einem Versiche-
rer nach Art. 2 Abs. 1 oder Art. 3 des Bundesgesetzes betreffend die Auf-
sicht über die soziale Krankenversicherung vom 26. September 2014 
(Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG; SR 832.12) eine Taggeld-
versicherung abschliessen (Art. 67 Abs. 1 KVG). 

2.2 Der Versicherer vereinbart mit dem Versicherungsnehmer das ver-
sicherte Taggeld (Art. 72 Abs. 1 Satz 1 KVG). Das Gesetz enthält in Art. 72 
KVG zwingende Bestimmungen insbesondere zum Anspruchsbeginn 
(Abs. 2), zur Dauer des Anspruchs (Abs. 3) sowie zur Kürzung der Leistung 
bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit (Abs. 4) und bei Überentschädigung 
(Abs. 5; BGE 124 V 201 E. 2a S. 203). Nach Abs. 2 Satz 1 dieser 
Bestimmung entsteht der Taggeldanspruch, wenn die versicherte Person 
mindestens zur Hälfte arbeitsunfähig ist. Vertraglich kann jedoch schon bei 
einer Arbeitsunfähigkeit von unter 50% ein Taggeldanspruch statuiert 
werden (GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in ULRICH MEYER 
[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, 
Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 840 N. 1457). Nach Abs. 2 Sätze 2 und 
3 von Art. 72 KVG entsteht der Anspruch am dritten Tag nach der 
Erkrankung, sofern nichts anderes vereinbart ist; der Leistungsbeginn kann 
jedoch gegen eine entsprechende Herabsetzung der Prämie aufgeschoben 
werden. Das Taggeld ist für eine oder mehrere Erkrankungen während 
mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leisten (Art. 72 Abs. 3 
Satz 1 KVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 7

2.3 Gemäss Ziff. 9.1 der Versicherungsbedingungen (VB) für die Helsa-
na D.________ – die freiwillige Taggeldversicherung nach KVG (Ausgabe 
vom 1. Januar 2005 [act. II 1]) besteht Anspruch auf Leistungen bei einer 
nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25%, die einen Er-
werbsausfall zur Folge hat. 

Nach Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle 
oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu-
mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätig-
keit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.

2.4 Die Prämien werden monatlich erhoben, sind im Voraus zahlbar und 
werden am 1. jedes Monats fällig (Ziff. 7.2 VB). Ist die Prämie ausstehend, 
wird die versicherte Person durch Mahnung auf die Folgen der Säumnis 
aufmerksam gemacht und eine Nachfrist zur Bezahlung der rückständigen 
Prämien angesetzt (Ziff. 7.3 VB). Gemäss Ziff. 8.1 VB wird eine Leistungs-
sperre verfügt, wenn innerhalb der Nachfrist gemäss Ziff. 7.3 VB keine Be-
zahlung erfolgt. Die Leistungspflicht lebt wieder auf, sobald die ausstehen-
den Prämien einschliesslich der Verzugszinsen sowie der Mahn- und Be-
treibungskosten vollständig bezahlt sind. Für Krankheiten, Unfälle und de-
ren Folgen, die während der Dauer der Leistungssperre auftreten, kann ein 
Leistungsanspruch nicht geltend gemacht werden. Bei laufenden Schaden-
fällen verkürzt sich die gesamte Bezugsdauer um die Dauer der Leistungs-
sperre (Ziff. 8.2 VB)

3.

3.1 Zu prüfen ist der Anspruch auf 690 Krankentaggelder für die Zeit 
zwischen dem 22. April 2013 und dem 22. März 2015 mit einer Wartefrist 
von 30 Tagen sowie 660 Krankentaggelder zwischen dem 22. Mai 2013 
und dem 22. März 2015 mit einer Wartefrist von 60 Tagen für je eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50% (vgl. Schlichtungsgesuch [act. II 23], S. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 8

Am 17. März 2013 verfügte die Beschwerdegegnerin eine Leistungssperre 
ab 18. März 2013 bis zur vollständigen Bezahlung der ausstehenden Prä-
mien einschliesslich Bearbeitungsgebühren und Betreibungskosten (act. II 
2). Diese Verfügung blieb unangefochten, sodass die Leistungssperre an 
sich nicht zu überprüfen ist. Nachdem der Beschwerdeführer die Ausstände 
am 22. März bezahlt hatte (vgl. act. II 8), endete die Leistungssperre an 
diesem Tag, was denn auch zu Recht unbestritten ist.

Dagegen wird geltend gemacht (act. II 23 S. 4), dass die Attestierung der 
Arbeitsunfähigkeit ab 18. März 2013 nicht mit deren Eintreten identisch sei. 
Die Arbeitsunfähigkeit habe, wie aus dem Schreiben von Dr. med. 
C.________ vom 13. Oktober 2016 hervorgehe, bereits vor dem genannten 
Datum bestanden; ferner sei den Lohnunterlagen des zur Kompensation 
der reduzierten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Aushilfe be-
schäftigten E.________ zu entnehmen, dass dieser in den Monaten Januar 
bis März 2013 hohe Stundenzahlen geleistet habe und dementsprechend 
bereits ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde-
führer von mindestens 50% auszugehen sei. Der Beginn der Arbeitsun-
fähigkeit falle somit nicht in die verfügte Sperrfrist.

3.2 Die vom Beschwerdeführer abgeschlossene Krankentaggeldversi-
cherung versichert das Risiko eines Erwerbsausfalls infolge Arbeitsun-
fähigkeit von mindestens 25% (vgl. Ziff. 9.1 VB). Ziff. 9.2 legt fest, dass die 
Leistungspflicht nach der in der Police vereinbarten Wartefrist beginnt, wel-
che ihrerseits mit dem ersten Tag der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähig-
keit beginnt. 

Am 14. Januar 2016 ging bei der Helsana eine Krankmeldung für Einzel-
Taggeldversicherte ein, mit welcher der Versicherte die Ausrichtung von 
Krankentaggeldern für eine vom 18. März 2013 bis 1. September 2015 be-
stehende Arbeitsunfähigkeit beantragte (act. II 4a). Auf der Taggeldkarte 
trug die behandelnde Dr. med. C.________ eine Arbeitsunfähigkeit von 
50% ab dem 18. März 2013 ein (act. II 4b). Unter diesem Umständen ist 
ohne weiteres davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit resp. deren 
Folgen während der vom 18. bis 22. März 2013 dauernden Leistungssperre 
eingetreten ist resp. sind. Die – etwa dreieinhalb Jahre nach dem hier 
massgebenden Zeitpunkt gemachten – Ausführungen der behandelnden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 9

Ärztin im Bericht vom 13. Oktober 2016, sie hätte den Versicherten, wenn 
er in einem Angestelltenverhältnis gestanden wäre, spätestens ab Januar 
2013 krank geschrieben (act. I 9), vermögen nichts zu ändern, denn dies 
hat sie eben gerade nicht getan. Aus der im selben Bericht angesproche-
nen Unwissenheit um das Bestehen einer Taggeldversicherung ergibt sich 
ebenfalls nichts zu Gunsten des Versicherten, denn es kann niemand aus 
der eigenen Unkenntnis Vorteile für sich ableiten. In diesem Zusammen-
hang ist auf die im Sozialversicherungsrecht geltende Beweismaxime hin-
zuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten 
Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Dar-
stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen 
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 
121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 
1.2); in der Folge ist deshalb auf die ursprünglichen Angaben der Ärztin 
abzustellen. Dasselbe gilt für den am 6. Januar 2016 beim vertrauensärztli-
chen Dienst der Helsana eingegangenen Bericht der Dr. med. C.________ 
(act. II 4). 

Ferner führen auch die als Beweismittel für die beschwerdeführerische Ar-
gumentation eingereichten Lohnabrechnungen für E.________ betreffend 
die Monate Januar bis März 2013 (act. I 11) zu keinem anderen Ergebnis; 
diese belegen einzig, dass der Genannte vom Beschwerdeführer beschäf-
tigt und für die geleitsteten Stunden entlöhnt worden ist, geben indessen 
keinen Aufschluss über den Grund der Beschäftigung. Die Lohnunterlagen 
vermögen zudem das für einen früheren Eintritt der Arbeitsunfähigkeit feh-
lende, gemäss Ziff. 9 VB aber notwendige Attest nicht zu ersetzen. Der 
Lohn für die zweite angestellte Hilfskraft ist im Übrigen erst ab März 2014 – 
also ein Jahr nach der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit – nachgewie-
sen (vgl. act. II 18), sodass sich auch hieraus keine Rückschlüsse zum 
geltend gemachten früheren Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ziehen lassen.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass sich – auch wenn 
der Ablauf der vereinbarten Wartefrist hier ausserhalb der Leistungssperre 
liegt – hinsichtlich der Anspruchsberechtigung nichts ändert, entsteht der 
Taggeldanspruch als solcher doch mit dem Eintritt des versicherten Risi-
kos, während die Wartefrist lediglich einen Leistungsaufschub darstellt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 10

(GEBHARD EUGSTER, Bundesgesetz über die Krankenversicherung, Zürich 
2010, N 16 zu Art. 72). Schliesslich handelt es sich vorliegend nicht um 
einen laufenden Schadenfall gemäss Ziff. 8.3 Satz 3 VB, was allein eine 
Verkürzung der gesamten Bezugsdauer um die Dauer der Leistungssperre 
zur Folge hätte.

3.3 Aufgrund der obigen Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin 
den Anspruch auf die geltend gemachten Krankentaggelder zu Recht abge-
lehnt. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Oktober 
2016 ist dementsprechend abzuweisen.

Der Frage, ob die Meldung rechtzeitig erfolgt ist (vgl. Ziff. 10.1 VB sowie die 
Meldung zum Leistungsbezug in act. II 4a), braucht bei diesem Ergebnis 
nicht weiter nachgegangen zu werden.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.   

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2017, KV/16/1220, Seite 11

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
-  Helsana Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.