# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9e5a32b-12a9-5ba4-807b-1d289db20735
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.07.2009 C-8128/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8128-2007_2009-07-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-8128/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, 
Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung eines Visums zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8128/2007

Sachverhalt:

A.
Die  1984  geborene  mazedonische  Staatsangehörige  I._______  (im 
Folgenden: Gesuchstellerin)  beantragte  am 1. Oktober  2007 bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Skopje ein Visum für einen dreimonati-
gen Besuchsaufenthalt  bei ihren Eltern B._______ und L._______ in 
N._______ (SG). Die Schweizer Vertretung lehnte es ab, ein Visum in 
eigener  Kompetenz  zu  erteilen  und  leitete  das  Gesuch  zur  Prüfung 
und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Antrag begrüsst, holte das Ausländeramt des Kantons St. Gallen 
bei  B._______  (im  Folgenden:  Gastgeber  bzw.  Beschwerdeführer) 
ergänzende  Auskünfte  ein  und  leitete  sie  an  die  Vorinstanz  weiter. 
Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 13. November 2007 ab, das 
beantragte  Besuchsvisum zu  erteilen. Dies  im Wesentlichen  mit  der 
Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach 
einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert betrachtet werden. 
Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der dort 
herrschenden  wirtschaftlichen  und  soziokulturellen  Verhältnisse  ein 
anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Die  Ge-
suchstellerin  selbst  sei  jung,  ledig,  kinderlos  und ohne feste Anstel-
lung. Demnach seien bei ihr weder zwingende berufliche noch gesell-
schaftliche Verpflichtungen, aber auch keine familiären Verantwortlich-
keiten erkennbar, die trotz der erwähnten allgemeinen Verhältnisse be-
sondere Gewähr für eine Wiederausreise bieten könnten.

C.
Mit  Beschwerde  vom  29.  November  2007  beantragt  der  Gastgeber 
beim Bundesverwaltungsgericht implizit, die vorinstanzliche Verfügung 
sei aufzuheben und das Visum für einen Besuchsaufenthalt sei zu er-
teilen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die Vorinstanz 
gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise der Gesuchstel-
lerin, seiner Tochter, nicht gesichert wäre. Es gehe wirklich nur darum, 
dass sie ihrem Vater und der jüngeren Schwester in der Schweiz einen 
Besuch abstatten könne. Die Gesuchstellerin habe insofern Verpflich-
tungen vor Ort, als ihre Mithilfe im familieneigenen Landwirtschaftsbe-
trieb benötigt werde. Ihre Mutter und ihre Grossmutter bräuchten diese 
Unterstützung.  Er,  der  Beschwerdeführer,  garantiere  zusammen  mit 

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weiteren hier lebenden Familienmitgliedern (Onkel und Tante der Ge-
suchstellerin) für eine fristgerechte Wiederausreise. 

D.
Die Vorinstanz schliesst  in ihrer  Vernehmlassung vom 31. Dezember 
2007 auf Abweisung der Beschwerde. 

E.
In einer Replik vom 17. Januar 2008 hält der Beschwerdeführer implizit 
an seinem Rechtsbegehren und an dessen Begründung fest. 

F.
Auf weitere Vorbringen sowie auf  die vom Bundesverwaltungsgericht 
beigezogenen Akten des Ausländeramtes des Kantons St. Gallen wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Ausstellung eines Ein-
reisevisums verweigert wird. In dieser rechtlichen Materie entscheidet 
das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

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Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die 
dazu gehörigen  Ausführungsverordnungen  (u.a. die  Verordnung  vom 
24.  Oktober  2007  über  das  Einreise-  und  Visumverfahren  [VEV, AS 
2007  5537])  in  Kraft  getreten.  In  der  Volksabstimmung  vom  5. Juni 
2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die 
Genehmigung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen  zwi-
schen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen 
und  an  Dublin  (SR  362)  zugestimmt.  Die  entsprechenden  Assoziie-
rungsabkommen (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Uni-
on und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses 
Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schen-
gen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz 
am 12. Dezember  2008  definitiv  in  Kraft  getreten.  Seitdem  ist  die 
Schweiz verpflichtet, den übernommenen Schengen-Besitzstand anzu-
wenden und umzusetzen,  wie u.a. die Bestimmungen zur gemeinsa-
men Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwiesen 

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wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im 
AuG entsprechende  Anpassungen  notwendig  (vgl.  u.a.  Art. 2  Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht  fortgeführt  werden.  Das bedeutet, 
dass die  Schweiz  ungeachtet  der  übergangsrechtlichen Bestimmung 
von Art. 126 Abs. 1 AuG völkerrechtlich verpflichtet ist, auf Verfahren, 
die am 12. Dezember 2008 hängig sind, das neue Recht anzuwenden 
(zum Vorrang des internationalen Rechts: vgl. BGE 131 II 352 E. 1.3.1 
[mit Hinweis auf Rechtsprechung und zitierte Doktrin], 119 V 171 E. 4; 
RAINER J. SCHWEIZER,  Zur Einleitung: Das Bundesverwaltungsgericht  im 
System der öffentlich-rechtlichen Rechtspflege des Bundes, in: Bern-
hard Ehrenzeller/Rainer J. Schweizer (Hrsg.), Das Bundesverwaltungs-
gericht: Stellung und Aufgaben, St. Gallen 2008, S. 24).

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 

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erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-

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gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als mazedonische Staatsangehörige unterliegt die Gesuch-
stellerin damit der Visumspflicht. 

7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

7.3 Die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in Mazedo-
nien  gestalten  sich  für  breite  Bevölkerungsschichten  nach  wie  vor 
schwierig. Obschon seit  dem Krisenjahr 2001 das Wirtschaftswachs-
tum kontinuierlich gesteigert werden konnte, lag die Arbeitslosenquote 
im Jahre 2007 im europäischen Vergleich mit rund 35% weiterhin über-
durchschnittlich  hoch. Das Durchschnittsnettogehalt  eines Berufstäti-
gen  betrug  im  Dezember  2007  bloss  umgerechnet  EUR  250.  Der 
sprunghafte  Anstieg  der  Energie-  und  Lebensmittelpreise  im  Jahre 
2008 führte auch in Mazedonien zu einem erheblichen Anstieg der In-
flationsrate von durchschnittlich ca. 10% in den ersten sechs Montaten 
(Quelle:  Deutsches  Auswärtiges  Amt,  <www.auswaertiges-amt.de>, 
Länder, Reisen und Sicherheit > Mazedonien > Wirtschaft, Stand: Sep-
tember 2008,  besucht  am 6. Juli  2009). Gemäss Word Bank Report 
lebt  ein  Fünftel  der  mazedonischen  Bevölkerung  in  absoluter  Armut 
(<www.worldbank.org  >,  Countries  >  FYR  of  Macedonia  >  Country 
Brief,  Stand April  2009,  besucht  am 6. Juli  2009). Auf entsprechend 
hohem Niveau bewegt  sich der  Anteil  derer,  die  sich zur Emigration 
entschliessen. Der Wille zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss in 
jenen Fällen noch begünstigt, in denen sich Verwandte, Bekannte oder 
Freunde dauerhaft im Ausland aufhalten bzw. sich dort etabliert haben.

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http://www.worldbank.org/

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7.4 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausrei-
se  begünstigen. Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in  ihrer  Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

8.
Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 24-jährige, ledige und 
kinderlose Frau. Ihr Vater (der Beschwerdeführer) hält sich seit vielen 
Jahren in der Schweiz auf und verfügt inzwischen über eine Niederlas-
sungsbewilligung.  Die  Mutter  und  die  jüngste  Schwester  wurden  im 
Jahre 2006 im Familiennachzug geregelt. Vier weitere Geschwister le-
ben offenbar in Mazedonien und sind dort verheiratet. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Gesuchstellerin habe in ih-
rer angestammten Umgebung durchaus familiäre Verantwortlichkeiten 
wahrzunehmen, die sie zu einer Rückkehr nach dem Besuchsaufent-
halt verpflichteten. Sie lebe zusammen mit ihrer Grossmutter (und zeit-
weise auch mit der Mutter) auf dem familieneigenen Bauernhof in der 
Region von Krusevo und verrichte dort Arbeiten im Haushalt. Über die 
konkreten Verhältnisse ist allerdings weiter nichts aktenkundig. In völli-
ger  Unkenntnis  über  die  Grösse  und  Organisation  des  Landwirt-
schaftsbetriebes  kann  nicht  als  erstellt  betrachtet  werden,  dass  die 
Gesuchstellerin an ihrem angestammten Ort  unentbehrlich ist. Dage-
gen spricht  schon die Tatsache,  dass sie sich in ihrem persönlichen 
Antragsformular als „unemployed“ bezeichnete und die Arbeit auf dem 
Bauernhof nicht erwähnte, aber auch der Umstand, dass sie ohne er-
sichtlichen Grund für volle drei Monate in die Schweiz reisen will. 

Kommt hinzu, dass auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse, in de-
nen sich die auf dem Hof lebenden Familienangehörigen befinden, und 
über  die  kurz-  und  mittelfristige  Lebensplanung  bzw.  über  die  Zu-
kunftsperspektiven der Gesuchstellerin nichts bekannt ist.

9.
Die Vorinstanz  durfte  vor dem allgemeinen und persönlichen Hinter-
grund demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für 

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eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  der  Gesuch-
stellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung 
vermögen  die  Zusicherungen  des  Beschwerdeführers  und  weiterer 
Verwandter  nichts  zu  ändern.  Derartige  Absichtserklärungen  sind 
rechtlich  nicht  verbindlich  und  faktisch  auch  nicht  durchsetzbar. 
Gastgeber oder Dritte können zwar für gewisse finanzielle Risiken im 
Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  aus  nahe  liegenden 
Gründen  aber  nicht  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des  Gastes 
garantieren (anstelle vieler vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
C-204/2008 vom 5. März 2009 E. 8.4 und C-3243/2007 vom 10. Juni 
2008 E. 5.5).

10.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

11.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. 2 322 071 retour)
- das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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