# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 946ed577-471f-59bd-95dc-e4b7b316fbe9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 11.11.2025 WBE.2025.338
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2025-338_2025-11-11.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2025.338 / as / we 
(3-RV.2025.91)  

Art. 70 

 

Urteil vom 11. November 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Michel 

Verwaltungsrichterin Schircks 

Gerichtsschreiberin i.V. Schmucki 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

 

gegen 

  Kantonales Steueramt, Geschäftsbereich Recht, Rechtsdienst,  

Telli-Hochhaus, 5004 Aarau 

 

  Steuerkommission Q._____ 

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2020 

(unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung) 

 

Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern,  

vom 16. Juli 2025 

  

 - 2 - 

 

 

    

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

A.   

Am 17. Juni 2024 veranlagte die Steuerkommission Q._____ A._____ für 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 nach Ermessen zu einem steu-

erbaren Einkommen von Fr. 166'700.00. 

B.   

Am 7. März 2025 hiess die Steuerkommission Q._____ die von A._____ 

dagegen erhobene Einsprache teilweise gut und reduzierte das steuerbare 

Einkommen auf Fr. 151'066.00. 

C.   

1.   

Mit Schreiben vom 27. Mai 2025 erhob A._____ Rekurs gegen den Ein-

spracheentscheid der Steuerkommission Q._____ vom 7. März 2025 be-

treffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2020. Dabei führte er in Rand-

note 1 des Rekurses Folgendes aus: 

Aufgrund der finanziellen Situation ist es dem Rekursführer nicht möglich 
einen Rechtsvertreter zu beauftragen. Er stellt aber den Antrag auf eine 
unentgeltliche Rechtsvertretung für die Weiterführung des Rekurses. 

Das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern, nahm Randnote 1 des Re-

kurses als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und die Bestellung ei-

nes unentgeltlichen Rechtsvertreters entgegen. 

2.   

Mit Verfügung vom 28. Mai 2025 forderte der Präsident des Spezialverwal-

tungsgerichts, Abt. Steuern, A._____ auf, bis zum 20. Juni 2025 das voll-

ständig ausgefüllte und unterzeichnete Formular "Berechnung des Exis-

tenzminimums" mit den zugehörigen Belegen einzureichen (Erw. 2). Es 

wies A._____ sodann darauf hin, dass ein Verzicht auf die unentgeltliche 

Rechtspflege angenommen werde, sofern die verlangten Angaben und Be-

lege nicht innert Frist vollständig eingereicht würden (Erw. 3). 

3.   

Am 19. Juni 2025 (Postaufgabe) reichte A._____ das teilweise ausgefüllte 

Formular "Berechnung des Existenzminimums" mitsamt dem Kompaktaus-

druck der Steuererklärung 2024, einer Lohnabrechnung vom April 2025, 

einem Operationsbericht M._____ vom 7. April 2025, Arbeitsunfähigkeits-

zeugnissen für den Zeitraum vom 7. April 2025 bis zum 30. Juni 2025 sowie 

der auf den 15. April 2025 datierten Kündigung seines Arbeitsverhältnisses 

per 22. April 2025 ein. 

 - 3 - 

 

 

4.   

Mit Zwischenentscheid vom 10. Juli 2025 respektive Berichtigung vom 

16. Juli 2025 entschied der Präsident des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. 

Steuern: 

1.  
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unent-
geltlichen Rechtsvertreters wird abgewiesen. 

2.  
Im Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege werden keine Kosten 
erhoben. 

3.  
Der Rekurrent hat innert 14 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Ent-
scheides einen Kostenvorschuss von CHF 300.00 zu bezahlen. 

Der berichtigte Entscheid vom 16. Juli 2025 ging A._____ am 18. Juli 2025 

zu. 

D.   

1.   

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 15. September 2025 gelangte 

A._____ an das Spezialverwaltungsgericht und stellte sinngemäss den An-

trag, die Verfügung vom 16. Juli 2025 sei aufzuheben und ihm sei im Re-

kursverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ein unent-

geltlicher Rechtsvertreter beizuordnen. Zugleich reichte er eine Kopie der 

Steuererklärung 2024 des Kantons Zürich, Bankbelege über den Saldo und 

die Sollzinsen dreier Konten per 31. Dezember 2024, ein Arbeitsunfähig-

keitszeugnis für den Zeitraum vom 1. bis zum 31. August 2025, zwei ärztli-

che Rezepte, die Anordnung psychologische Psychotherapie sowie die 

Korrespondenz mit seiner Hausärztin in Bezug auf die Ausstellung einer 

Folgeverordnung, das Dispositiv des Eheschutzentscheids vom 15. Feb-

ruar 2022, Nachweise über bezogene Krankentaggelder für den Zeitraum 

vom 23. April bis zum 31. August 2025, den E-Mailverkehr mit dem Quali-

tätsmanagement M._____, den E-Mailverkehr mit der Rechtsschutzversi-

cherung Z._____, Nachweise über vier Kontotransaktionen sowie zwei 

Mahnschreiben seiner Krankenkasse ein. 

2.   

Am 16. September 2025 überwies das Spezialverwaltungsgericht, Abt. 

Steuern, die Beschwerde mitsamt Verfahrensakten an das Verwaltungsge-

richt und verzichtete auf die Erstattung einer Vernehmlassung. 

3.   

Am 23. Oktober 2025 reichte der Beschwerdeführer beim Spezialverwal-

tungsgericht eine Replik ein, die am 27. Oktober 2025 beim Verwaltungs-

gericht eintraf. 

 - 4 - 

 

 

4.   

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 
  

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I.   

1.   

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide des Spe-

zialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern, in Kantons- und Gemeindesteuersa-

chen (§ 198 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Aargau vom 15. De-

zember 1998 [StG; SAR 651.00]; § 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Ver-

waltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspflegege-

setz, VRPG; SAR 271.200]). Ist die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

in der Hauptsache gegeben, so erstreckt sich seine Zuständigkeit auch auf 

alle Nebenpunkte, wie insbesondere die Verlegung der Verfahrenskosten 

und die unentgeltliche Rechtspflege (vgl. Aargauische Gerichts- und Ver-

waltungsentscheide [AGVE] 2000, S. 353 = Der Steuerentscheid [StE] 

2001, B 96.24 Nr. 2). 

2.   

Wird die unentgeltliche Rechtspflege in einem verfahrensleitenden Zwi-

schenentscheid verweigert, so kann dies einen nicht wiedergutzumachen-

den Nachteil bewirken (zu den Voraussetzungen für eine selbstständige 

Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden siehe AGVE 2008, S. 301 f., mit 

Hinweisen). Es liegt damit ein selbstständig anfechtbarer Zwischenent-

scheid vor, für dessen Überprüfung das Verwaltungsgericht zuständig ist. 

Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid im Rah-

men der Beschwerdeanträge auf unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen (§ 199 StG; § 48 Abs. 2 

und § 55 Abs. 1 VRPG). 

II.   

1.   

Zu prüfen ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig, ob die Vor-

instanz das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Vertretung zu Recht abgewiesen hat. 

2.   

2.1   

Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht 

über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechts-

pflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es 

 - 5 - 

 

 

zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf 

unentgeltlichen Rechtsbeistand. Diese Ansprüche gründen überdies in 

§ 34 VRPG. § 34 Abs. 3 VRPG verweist bezüglich unentgeltlicher Rechts-

pflege sodann auf die Bestimmungen des Zivilprozessrechts, d. h. 

Art. 117 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 

2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272). 

2.2   

Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozess-

kosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur 

Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 

128 I 225, Erw. 2.5.1). Bei der Prüfung der Bedürftigkeit ist die gesamte 

finanzielle Lage des Gesuchstellers im Zeitpunkt der Einreichung des Ge-

suchs zu berücksichtigen; dieser muss seine Einkünfte, seine Vermögens-

lage und seine finanziellen Verpflichtungen vollständig angeben und soweit 

möglich belegen (BGE 135 I 221, Erw. 5.1; vgl. zum Ganzen auch Urteil 

des Bundesgerichts 2C_297/2020 vom 8. Mai 2020, Erw. 3.3.1). 

Die Bedürftigkeit ist grundsätzlich zu verneinen, wenn die gesuchstellende 

Partei in der Lage ist, die Prozesskosten innert zwei Jahren, bei weniger 

aufwendigen Prozessen innerhalb von einem Jahr, zu tilgen (BGE 

135 I 221, Erw. 5.1; vgl. ferner BGE 141 III 369, Erw. 4.1). 

2.3   

2.3.1   

Die Rechtsprechung hat bei der Ermittlung der Bedürftigkeit immer wieder 

betont, dass nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche Existenzmi-

nimum abgestellt werden darf, sondern die individuellen Umstände zu be-

rücksichtigen sind (BGE 124 I 1, Erw. 2a; vgl. auch BGE 135 I 221, 

Erw. 5.1). 

Das prozessrechtliche Existenzminimum umfasst, anders als das betrei-

bungsrechtliche, nicht nur die für den Schuldner und seine Familie unbe-

dingt notwendigen Mittel (Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuld-

betreibung und Konkurs vom 11. April 1889 [SchKG; SR 281.1]), sondern 

soll es der antragstellenden Partei ermöglichen, neben der Finanzierung 

der anfallenden Prozesskosten eine bescheidene Lebenshaltung beizube-

halten (DANIEL WUFFLI, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung, 2015, Rz. 242 mit weiteren Nachweisen). 

2.3.2   

Für Nahrung, Kleidung, Wäsche, Körper- und Gesundheitspflege, Privat-

versicherungen, den Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Auslagen für die 

Beleuchtung, den Kochstrom und/oder Gas sowie Kulturelles ist für zwei in 

einer dauernden Hausgemeinschaft lebende Personen ein Grundbetrag 

von Fr. 1'700.00, entsprechend Fr. 850.00 pro Person, einzusetzen (vgl. 

 - 6 - 

 

 

Obergericht des Kantons Aargau, Schuldbetreibungs- und Konkursmission 

als obere betreibungsrechtliche Aufsichtsbehörde, Richtlinien für die Be-

rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach 

Art. 93 SchKG [Fassung vom 21. Oktober 2009], Ziff. I.3). Praxisgemäss ist 

ein Zuschlag von 25 %, entsprechend Fr. 425.00 beziehungsweise 

Fr. 212.50 pro Person, hinzuzurechnen (vgl. AGVE 2002, S. 65; zum Gan-

zen auch Urteil des Bundesgerichts 2C_472/2024 vom 18. Juli 2025, 

Erw. 4.1.3). Der Grundbetrag für den Beschwerdeführer beläuft sich damit 

auf Fr. 1'062.50. 

2.3.3   

Dem Grundbetrag hinzuzurechnen sind die Wohnkosten, bestehend aus 

dem effektiven Mietzins und den durchschnittlichen Heiz- und Nebenkosten 

(ohne die im Grundbetrag enthaltenen Auslagen für die Beleuchtung, den 

Kochstrom und/oder Gas), wobei bei einer Wohngemeinschaft die Wohn-

kosten anteilmässig zu berücksichtigten sind (vgl. Obergericht des Kantons 

Aargau, a. a. O., Ziff. II.1 und 2). 

Zu berücksichtigen sind auch die Prämien für die obligatorische Kranken-

versicherung (Obergericht des Kantons Aargau, a. a. O., Ziff. II.3). Nicht ins 

prozessrechtliche Existenzminimum einberechnet werden die Prämien für 

freiwillige Zusatzversicherungen nach dem Bundesgesetz über den Versi-

cherungsvertrag vom 2. April 1908 (Versicherungsvertragsgesetz, VVG; 

SR 221.229.1; BGE 134 III 323, Erw. 3). 

Ebenfalls zu berücksichtigten wären die Aufwendungen für den Arbeitsweg 

und allfällige Mehrauslagen für auswertige Verpflegung sowie Schuld- und 

Steuerverpflichtungen – sofern ihre regelmässige Tilgung nachgewiesen ist 

(vgl. Obergericht des Kantons Aargau, a. a. O., Ziff. II.4; BGE 135 I 221, 

Erw. 5.2.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_810/2011 vom 7. Februar 2012, 

Erw. 2.3). Vorliegend sind diese Positionen aber nicht zu berücksichtigen, 

da der Beschwerdeführer angibt, arbeitslos zu sein und keine Schuldzins-

zahlungen oder Amortisationsverpflichtungen geltend macht. 

Auf eine detaillierte Berechnung des prozessualen Bedarfs kann vorliegend 

verzichtet werden, da die Beschwerde aus anderen Gründen abzuweisen 

ist. 

2.4   

Die Leistungen der unentgeltlichen Rechtspflege sind grundsätzlich sub-

sidiär zu anderen Ansprüchen, die einer mittellosen Person zur Prozess-

finanzierung zur Verfügung stehen. Praktisch bedeutsam sind die familien-

rechtlichen Beistands- und Unterhaltspflichten der Eltern gegenüber ihren 

minderjährigen Kindern und der Ehegatten untereinander (vgl. ALFRED 

BÜHLER, Berner Kommentar, 2012, N. 49 ff. der Vorbemerkungen zu 

Art. 117–123 ZPO). Für die Prüfung eines Gesuchs um unentgeltliche 

 - 7 - 

 

 

Rechtspflege einer verheirateten Person, welche getrennt von ihrer Ehe-

gattin respektive ihrem Ehegatten lebt, ist eine allfällige Prozesskostenvor-

schusspflicht aufgrund einer Einzelrechnung für jeden Ehegatten zu ermit-

teln. Dabei ist das massgebliche Einkommen jedes Ehegatten dem nach 

den allgemeinen Regeln berechneten individuellen Bedarf inkl. Zuschlag 

gegenüberzustellen (vgl. BÜHLER, a. a. O., N. 40 zu Art. 117 ZPO). 

3.   

3.1   

Das Spezialverwaltungsgericht lehnte das Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters ab, 

da es zum Ergebnis kam, der Beschwerdeführer habe seine aktuelle Ein-

kommens-, Vermögens- und Bedarfssituation nur ungenügend dokumen-

tiert und sei damit seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Vor die-

sem Hintergrund verzichtete es sodann auf die Prüfung der Aussichtslosig-

keit des Begehrens in der Sache. 

3.2   

Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, er habe nach 

bestem Wissen und Gewissen mitgewirkt, indem er das Formular "Berech-

nung des Existenzminimums" trotz Arbeitsunfähigkeit ausgefüllt und vor-

handene Belege eingereicht habe. Aufgrund seiner gesundheitlichen und 

psychischen Situation mit stark eingeschränktem Sehvermögen sei es ihm 

im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung jedoch nicht möglich gewesen, seine 

aktuelle finanzielle Situation im Detail darzustellen. 

3.3   

3.3.1   

Eine Partei, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache 

sowie über ihre Beweismittel zu äussern (§ 34 Abs. 3 VRPG i. V. m. Art. 119 

Abs. 2 ZPO). 

Die gesuchstellende Partei trifft eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_163/2024, 2C_260/2024 vom 5. Juni 2024, 

Erw. 5.1 m. w. H.). Grundsätzlich obliegt es der gesuchstellenden Partei, 

ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen 

und, soweit möglich, auch zu belegen. An die klare und gründliche Darstel-

lung der finanziellen Situation durch die gesuchstellende Partei dürfen 

umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse 

sind (BGE 120 Ia 179, Erw. 3a). Von komplexen finanziellen Verhältnissen 

ist etwa bei selbstständig erwerbstätigen Personen auszugehen (WUFFLI / 

FUHRER, Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozess, 2019, 

Rz. 809). Kommt die gesuchstellende Partei ihren Mitwirkungsobliegenhei-

ten nicht (genügend) nach, kann ihr Gesuch mangels Bedürftigkeitsnach-

weis abgelehnt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_163/2024, 

 - 8 - 

 

 

2C_260/2024 vom 5. Juni 2024, Erw. 5.1; 2C_393/2021 vom 25. Oktober 

2021, Erw. 6.2.2). Eine gesuchstellende Partei ist unter Beachtung dieser 

Pflichten somit gehalten, bereits im Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege die entsprechenden Tatsachen und Beweismittel beizubringen (Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_909/2014 vom 6. Mai 2015, Erw. 3.3; 

5A_580/2014 vom 16. Dezember 2014, Erw. 3.2). 

Eine unbeholfene Partei hat das Gericht jedoch zumindest einmalig auf die 

zur Beurteilung des Gesuchs erforderlichen Angaben und Unterlagen hin-

zuweisen und ihr eine Nachfrist zur Einreichung der fehlenden Angaben 

und Unterlagen anzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 2C_297/2020 vom 

8. Mai 2020, Erw. 3.3.3; WUFFLI / FUHRER, a. a. O., Rz. 814). Nicht als un-

beholfen gilt allerdings die anwaltlich vertretene oder die prozesserfahrene 

Partei, weshalb sie in der Regel keinen Anspruch auf Ausübung der richter-

lichen Fragepflicht hat (Urteil des Bundesgerichts 5A_536/2016 vom 

19. Dezember 2016, Erw. 4.1.2 m. w. H.; vgl. ferner WUFFLI / FUHRER, 

a. a. O., Rz. 810). 

3.3.2   

Der Beschwerdeführer beantragte am 27. Mai 2025 bei der Vorinstanz 

sinngemäss die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Ein-

setzung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters. 

Die Vorinstanz forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. Mai 

2025 auf, das beigefügte Formular "Berechnung des Existenzminimums" 

auszufüllen und mit den zugehörigen Belegen bis zum 20. Juni 2025 ein-

zureichen. Zugleich machte sie den Beschwerdeführer auf die Säumnisfol-

gen aufmerksam (siehe vorne lit. C/2). Damit forderte die Vorinstanz den 

Beschwerdeführer auf, die zur Beurteilung des Gesuchs notwendigen An-

gaben und Unterlagen einzureichen. 

Der Beschwerdeführer reichte am 19. Juni 2025 (Postaufgabe) das teil-

weise ausgefüllte Formular "Berechnung des Existenzminimums" ein. Er 

gab etwa beim Einkommen einen Betrag von "0.–" mit dem Hinweis auf die 

Kündigung per 23. April 2025 [richtig: 22. April 2025] an, ohne sich zu ei-

nem allfälligen Ersatzeinkommen zu äussern. Sodann sind einige seiner 

Angaben unklar: So ist etwa nicht verständlich, ob die Gesamtmiete für 

seine Wohnung Fr. 3'300.00 beträgt oder ob es sich dabei um den von je-

dem Partner zu bezahlenden Anteil handelt. Schliesslich ist unklar, ob sich 

die in der Zeile "vorhandenes Vermögen / Schulden" eingetragenen 

"30'00.–" auf Vermögen oder Schulden beziehen und ob der Beschwerde-

führer ein Vermögen respektive Schulden von Fr. 3'000.00 oder von 

Fr. 30'000.00 hat. Überdies reichen die eingereichten Belege, namentlich 

der Kompaktausdruck der Steuererklärung 2024, die Lohnabrechnung vom 

April 2025, der Operationsbericht M._____ vom 7. April 2025, die Arbeits-

unfähigkeitszeugnisse für den Zeitraum vom 7. April 2025 bis zum 30. Juni 

 - 9 - 

 

 

2025 sowie die auf den 15. April 2025 datierte Kündigung seines Arbeits-

verhältnisses per 22. April 2025, nicht aus, um die finanzielle Situation des 

Beschwerdeführers zu beurteilen. Er hat es insbesondere unterlassen, Be-

lege über sein aktuelles Ersatzeinkommen (Krankentaggelder) und sein 

Vermögen sowie über seine Lebenshaltungskosten (Mietvertrag, Kranken-

kassenpolice) einzureichen. 

Nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer bereits mit Verfügung vom 

28. Mai 2025 ein erstes Mal aufgefordert hatte, über seine finanzielle Situ-

ation Auskunft zu geben und Belege einzureichen, war sie nicht verpflichtet, 

den Beschwerdeführer nach Eingang des nur teilweise und missverständ-

lich ausgefüllten Formulars "Berechnung des Existenzminimums" und der 

unvollständigen Belege ein zweites Mal aufzufordern, die notwendigen Un-

terlagen nachzureichen. Die gerichtliche Fragepflicht dient nicht dazu, pro-

zessuale Nachlässigkeiten auszugleichen (Urteil des Bundesgerichts 

5D_111/2019 vom 7. Februar 2020, Erw. 2.3.1). 

Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht bei 

der Feststellung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse bzw. sei-

ner Lebenshaltungskosten nicht genügend nachgekommen, weshalb seine 

finanzielle Bedürftigkeit durch das Spezialverwaltungsgericht nicht beurteilt 

werden konnte. 

Selbst wenn die erst am 15. September 2025, d. h. im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht eingereichten Belege berück-

sichtigt würden, wäre die prozessuale Bedürftigkeit nicht erstellt. Einerseits 

hat der Beschwerdeführer keine aktuellen Kontoauszüge eingereicht. An-

dererseits behauptet er in seiner Beschwerdeschrift zwar, diverse Darlehen 

aufgenommen zu haben, belegt dies jedoch nicht. Den eingereichten Bele-

gen lässt sich lediglich entnehmen, dass der Beschwerdeführer von ver-

schiedenen Personen Geld überwiesen erhalten hat; der Rechtsgrund für 

diese Zahlungseingänge bleibt jedoch unklar. Es ist damit nicht erstellt, 

dass der Beschwerdeführer zur Deckung seines Lebensunterhalts Schul-

den aufnehmen musste. Damit bleibt die aktuelle Vermögenssituation des 

Beschwerdeführers unbekannt. 

Nichts daran zu ändern vermögen die Ausführungen des Beschwerdefüh-

rers in der Replik vom 23. Oktober 2025. Auch darin beschränkt sich der 

Beschwerdeführer auf blosse Behauptungen, ohne Belege in Bezug auf 

seine finanzielle Situation einzureichen. 

3.3.3   

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Beschwerde-

führer zumindest Miteigentümer einer Liegenschaft ist. Da er in der Steuer-

erklärung 2024 weder Schuldzinsen abzog noch Hypothekarschulden gel-

tend machte, ist davon auszugehen, dass die Liegenschaft nicht belehnt 

 - 10 - 

 

 

ist. Sodann ist der Beschwerdeführer gemäss Replik vom 23. Oktober 2025 

an einer Liegenschaft in einer Erbengemeinschaft beteiligt. Neben Barver-

mögen und Guthaben auf Bank- und Postkonten stellen auch Grundstücke 

Vermögenswerte dar, sofern deren Belehnung, Vermietung oder Verkauf 

realistisch und der Erlös voraussichtlich für die Bestreitung der Prozess-

kosten ausreichend ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_671/2014 vom 

18. Dezember 2014, Erw. 4.2; WUFFLI, a. a. O, Rz. 186, 198 f.). Dabei ist 

gerichtsnotorisch, dass eine Liegenschaft grundsätzlich zu 80 % ihres Ver-

kehrswerts belehnt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 2C_91/2011 

vom 5. Juli 2011, Erw. 2.4). Es ist demnach davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer eine seiner Liegenschaften belehnen könnte, um die 

Verfahrenskosten zu bezahlen. Freilich hätte es ihm offen gestanden, das 

Gegenteil glaubhaft zu machen (WUFFLI, a. a. O., Rz. 199). 

Schliesslich finden sich in den Akten keinerlei Hinweise darauf, dass der 

Beschwerdeführer sich mittlerweile hat scheiden lassen. Es läge daher an 

ihm, entweder einen Prozesskostenvorschuss gegenüber seiner Ehefrau 

durchzusetzen oder darzulegen, dass seine Ehefrau nicht über die Res-

sourcen verfügt, um ihn im Steuerrekursverfahren finanziell zu unterstüt-

zen. 

3.3.4   

Zusammenfassend hat die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers 

um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Recht abgelehnt. Die 

dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

4.   

Der Beschwerdeführer hat – entgegen seinen Ausführungen in der Replik 

vom 23. Oktober 2025 – für das vorliegende Beschwerdeverfahren kein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung gestellt. Selbst 

wenn er um unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung ersucht hätte, wäre 

sein Gesuch aufgrund des fehlenden Nachweises der Bedürftigkeit abzu-

lehnen (siehe vorne Erw. II/3.3.2 ff.). 

III.   

Die Regelung, wonach im Verfahren um die unentgeltliche Rechtspflege – 

ausser bei Bös- oder Mutwilligkeit – keine Gerichtskosten erhoben werden 

(§ 34 Abs. 3 VRPG i. V. m. Art. 119 Abs. 6 ZPO), gilt nur für das Verfahren 

betreffend die unentgeltliche Rechtspflege selbst, nicht jedoch für das Be-

schwerdeverfahren gegen einen die unentgeltliche Rechtspflege ablehnen-

den oder entziehenden Entscheid der Vorinstanz (vgl. RÜEGG / RÜEGG, in: 

Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2025, 

N 10 f. zu Art. 119 ZPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind 

die Verfahrenskosten deshalb dem Beschwerdeführer als unterliegende 

Partei aufzuerlegen (§ 189 Abs. 1 StG; § 31 Abs. 2 VRPG). Parteikosten-

ersatz fällt ausser Betracht (§ 189 Abs. 2 StG; § 32 Abs. 2 VRPG). 

 - 11 - 

 

 

 

 
 

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 600.00, sind vom Beschwerdeführer zu bezahlen. 

3.   

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

4.   

Zustellung der Beschwerde vom 15. September 2025, der Vernehmlas-

sung des Spezialverwaltungsgerichts vom 16. September 2025 und der 

Replik vom 23. Oktober 2025 an die Steuerkommission Q._____ und das 

Kantonale Steueramt. 

 
  

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer 

das Kantonale Steueramt (samt Beschwerde vom 15. September 2025, der 

Vernehmlassung des Spezialverwaltungsgerichts vom 16. September 

2025 und der Replik vom 23. Oktober 2025) 

die Steuerkommission Q._____ (samt Beschwerde vom 15. September 

2025, der Vernehmlassung des Spezialverwaltungsgerichts vom 16. Sep-

tember 2025 und der Replik vom 23. Oktober 2025) 

die Eidgenössische Steuerverwaltung 

Mitteilung an: 

das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern 

 
  

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

 - 12 - 

 

 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bundes-

gesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsge-

setz, BGG; SR 173.110]). 

 
  

Aarau, 11. November 2025 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

J. Huber Schmucki