# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15dc1956-6ae8-5c19-bc8a-273e0755f25e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.02.2023 720 2022 88 / 52 (720 22 88 / 52)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-88---52_2023-02-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Februar 2023 (720 22 88 / 52) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem selbstständig erwerbstätigen Versi-

cherten, der kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter steht; Frage der Notwendigkeit ei-

ner Umschulung zur Verwertbarkeit des attestierten Leistungsprofils.  

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien Gewerbepensionskasse, Hauptstrasse 105, 4147 Aesch, Be-
schwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 
 

Beigeladener A.____, vertreten durch Tzikas Melina und Wagner Patrick, Rechts-
anwälte, schadenanwälte AG, Postfach 2039, 4001 Basel 
 

  
 
 

Betreff IV-Rente  
 
A.a Der 1957 geborene A.____ ist Inhaber der B.____ GmbH. Am 19. Februar 2019 erlitt 
er einen Unfall, als er in seinem Büro stolperte und stürzte. Die Allianz Suisse Versicherungs-
Gesellschaft AG (Allianz), bei welcher A.____ obligatorisch gegen Unfälle versichert war, er-

 

 
 
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brachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 3. März 2021 stellte die Allianz die 
vorübergehenden Leistungen rückwirkend per 3. Juli 2020 ein. Auf die dagegen erhobene Ein-
sprache trat die Allianz mit Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2021 nicht ein, im Wesentli-
chen mit der Begründung, der Versicherte habe nicht fristgerecht Einsprache erhoben. Die da-
gegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialver-
sicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Entscheid vom 28. Juli 2022 (Verfahren-Nr. 725 21 382 / 
176) ab. 
 
A.b Bereits am 12. Februar 2020 (Eingang) meldete sich A.____ unter Hinweis auf einen 
durch den Unfall vom 19. Februar 2019 erlittenen Meniskusriss sowie Arthrose bei der Eidge-
nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesund-
heitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
mit Verfügung vom 17. Februar 2022 rückwirkend für die Zeit vom 1. August 2020 bis 
31. Januar 2022 (Erreichen des ordentlichen Rentenalters) eine befristete ganze Rente zu. 
 
B. Am 17. März 2022 reichte die Gewerbepensionskasse (Pensionskasse) eine als Be-
schwerde bezeichnete Eingabe beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht (Kantonsgericht), ein. Da diese Eingabe den gesetzlichen Anforderungen an 
eine Beschwerdeschrift nicht genügte, räumte das Kantonsgericht der Pensionskasse eine un-
erstreckbare Nachfrist zur Beschwerdeverbesserung ein. In der Folge reichte sie am 5. April 
2022 fristgerecht eine verbesserte Beschwerde ein. Darin beantragte sie, in Gutheissung der 
Beschwerde sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin aufzuheben und der Rentenanspruch 
des Versicherten abzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentli-
chen an, die IV-Stelle gehe in ihrer Verfügung insofern von falschen Tatsachen aus, als sie von 
einer angestammten Tätigkeit als Dachdecker ausgehe. Bei der B.____ GmbH handle es sich 
um eine Beratungsgesellschaft. Der Versicherte, welcher Inhaber und Geschäftsführer dersel-
ben sei, habe dort eine reine Büroarbeit verrichtet. Diese Tätigkeit sei ihm daher auch nach Ein-
tritt des Gesundheitsschadens im bisherigen Umfang zumutbar.  
 
C. Mit Verfügung vom 12. April 2022 wurde der Versicherte, vertreten durch Advokatin 
Melina Tzikas, zum vorliegenden Beschwerdeverfahren beigeladen.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 16. Juni 2022 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Mit Eingabe vom 8. August 2022 liess A.____ die Abweisung der Beschwerde bean-
tragen. Er machte im Wesentlichen geltend, dass die IV-Stelle zu Recht von einer angestamm-
ten Tätigkeit als Dachdecker ausgegangen sei.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 
1.2 Mit Schreiben vom 24. März 2022 stellte das Kantonsgericht fest, dass die als Be-
schwerde bezeichnete Eingabe der Pensionskasse gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 
17. Februar 2022 als rechtzeitig erfolgte Beschwerdeerhebung qualifiziert werden könne. So-
dann hat die Pensionskasse am 5. April 2022 innert der angesetzten Nachfrist eine verbesserte 
Beschwerde eingereicht, die − im Gegensatz zur ursprünglichen Eingabe − ein klares Rechts-
begehren und eine ausführliche und sachbezogene Begründung enthält. Somit kann auf die 
Beschwerde der Pensionskasse gegen die Verfügung der IV-Stelle eingetreten werden.  
 
1.3 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiter-
entwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 
1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grund-
sätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der Fassung gültig ab dem 1. Januar 2022 Anwendung. Er-
folgt die Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, welche – 
wie hier – einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 begründet, sind aber die Bestimmun-
gen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 massgebend 
(Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Ja-
nuar 2022, Rz. 9101; Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line-
aren Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Die Bestimmungen 
werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-

 

 
 
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gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu 
mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 
Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art.  44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-

 

 
 
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sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). 
 
5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit sind im Wesentlichen die folgen-
den Unterlagen von Relevanz: 
 
5.2 Nach Eingang der Anmeldung vom 12. Februar 2020 zog die IV-Stelle u.a. die Akten 
des Unfallversicherers bei. Daraus lässt sich im Wesentlichen entnehmen, dass der Versicherte 
am 19. Februar 2019 bei einem Sturz im Büro ein Kniegelenksdistorsionstrauma am linken Knie 
sowie eine Commotio cerebri (leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas) mit Bewusstlosigkeit 
erlitt. In der Folge wurden ein medialer Meniskusriss und Knorpelschaden an der Patella diag-
nostiziert (vgl. Bericht der Klinik C.____ vom 18. Juli 2019, Allianz-Dok. 22). Die konservative 
Therapie blieb ohne Erfolg, weshalb für September 2019 ein operativer Eingriff in Erwägung 
gezogen wurde (vgl. Berichte von Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 
2. Juli 2019, und der Klinik C.____ vom 18. Juli 2019, Allianz-Dok. 21 und 25). 
 
5.3 Mit Bericht vom 21. Februar 2020 diagnostizierte Prof. Dr. med. E.____, FMH Ortho-
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein chronifiziertes Schmerz-
problem mit Oxynorm-Gebrauch. Es sei ursprünglich ein Eingriff für September 2019 geplant 
gewesen. Es sei zwischenzeitlich unklar gewesen, ob dieser Eingriff von der Unfallversicherung 
übernommen werde. Tatsache sei, dass der Versicherte seit dem Unfall als Dachdeckermeister 
in seinem eigenen Geschäft arbeitsunfähig sei. Sein Sohn sei nicht in der Lage, alle Arbeiten 
selbstständig und ohne Unterstützung des Vaters auszuführen. In der Zwischenzeit sei eine 
Chronifizierung des Problems eingetreten, mit zunehmenden Rückenschmerzen und ausstrah-
lenden Beschwerden vom Knie gegen die Hüfte. Die bereits letzten Sommer geplante Operati-
on werde nun definitiv vorgesehen.  
 
5.4 In einem Bericht vom 17. März 2020 führte Dr. med. F.____, FMH Anästhesiologie, 
aus, dass die Prognose zur Arbeitsfähigkeit schlecht sei, da der Patient nicht mehr als Dachde-
cker auf Leitern und Gerüsten arbeiten könne.  
 
5.5 Am 2. Juli 2020 stellte Prof. Dr. E.____ die Diagnose eines Satus nach Arthroskopie, 
Teilmeniskektomie medial, Resektion einer ganglionartigen Struktur im ventralen Kompartiment 
und offen Verlängerung des lateralen Retinakulums am linken Knie am 18. Mai 2020. Es sei 
davon auszugehen, dass in den nächsten Wochen kein mechanischer Hinderungsgrund mehr 
bestehe. Eine volle Streckung sollte Schritt für Schritt erreicht werden können. Derzeit bestehe 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich bis Ende Juli 2020. Ab 1. August 2020 kön-
ne von einer Arbeitsfähigkeit von 50% evtl. sogar 100% ausgegangen werden. 
 
5.6 Mit Verlaufsbericht vom 25. September 2020 diagnostizierte Prof. Dr. E.____ u.a. ein 
persistierendes Schmerzproblem. Intraoperativ hätten sich keinerlei mechanische Hindernisse 

 

 
 
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gefunden, die einer vollen Extension noch immer im Weg stehen könnten. Als Auslöser für die 
Schmerzsituation könne die lappenartige Meniskusverletzung am medialen Meniskus gesehen 
werden. Der Meniskus sei operativ angegangen worden. Die konsekutiven Knorpelschäden am 
medialen Femurkondylus hätten geglättet und ganglionartige, wahrscheinlich einklemmende 
sekundäre Narbenstrukturen anterolateral eliminiert und débridiert werden können. Chirurgisch 
sehe er aktuell keine Behandlungsoption. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit habe sich die optimisti-
sche Prognose vom Juni 2020 leider nicht bestätigt.  
 
5.7 Am 9. Februar 2021 führte Dr. D.____ aus, dass der Patient chronisch krank sei und 
deshalb in absehbarer Zeit (bis zur Pensionierung am 1. Februar 2022) seine Arbeitsfähigkeit 
nicht erlangen werde. Im letzten halben Jahr habe es keine wesentliche Verbesserung der Be-
schwerden gegeben. Er werde weiterhin auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen 
sein, die das Leiden nur lindern, aber nicht heilen können. Er sehe in der nächsten Zeit auch 
keine medizinische Möglichkeit, die Arbeitsfähigkeit in seinem Beruf zu verbessern. Eine Um-
schulung bis zur Pensionierung sei zeitlich unmöglich und für selbstständig Erwerbende beste-
he kein Anrecht auf Berufsberatung. Am 30. März 2021 bekräftigte der Behandler unter Hinweis 
auf einen stationären Gesundheitszustand, dass der Patient bis zu seinem 65. Altersjahr die 
Arbeitsfähigkeit nicht mehr erreichen werde.  
 
5.8 Am 7. Oktober 2021 legte die Beschwerdegegnerin das Dossier Dr. med. G.____, FMH 
Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vor. Dieser gelangte zusam-
menfassend zur Auffassung, dass beim Versicherten eine Kniegelenkverletzung bestanden 
habe, die aufgrund der Versicherungssituation erst stark verzögert habe operiert werden kön-
nen. Es bestünden noch Restbeschwerden sowie ein leichtes Streckdefizit. Es leuchte aus ver-
sicherungsmedizinischer Sicht ein, dass der Versicherte in dieser Situation nicht mehr auf dem 
Dach sowie auf Leitern und Gerüsten arbeiten dürfe. In der angestammten Tätigkeit bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Spätestens ab der postoperativen Untersuchung am 30. Juni 
2021 (recte: 2020) mit zufriedenstellendem Verlauf sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit rein 
medizinisch-theoretisch vollschichtig zumutbar. Zu berücksichtigen sei hierbei, dass der Versi-
cherte demnächst AHV-pensioniert werde. 
 
6.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 
Verfügung vom 17. Februar 2022 bei der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in erster 
Linie auf die vorstehend zitierte RAD-Beurteilung vom 7. Oktober 2021. Sie ging demzufolge 
davon aus, dass dem Beigeladenen ab Juli 2020 theoretisch noch ein Pensum von 100% (rein 
sitzend) zumutbar wäre. Da der Versicherte indessen 33 Jahre in seinem Betrieb als Dachde-
cker gearbeitet habe und kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter stehe, sei die erwähnte 
Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar. 
 
6.2 Die RAD-Beurteilung von Dr. G.____ stellt in grundsätzlicher Hinsicht und soweit es 
um die Frage nach der medizinisch theoretischen Arbeitsunfähigkeit in einer angestammten 
Tätigkeit als Dachdecker bzw. in einer angepassten Verweistätigkeit im vorstehend zitierten 
Sinne geht eine beweistaugliche Beurteilungsgrundlage dar (vgl. E. 4.3 hiervor). Sie ist umfas-
send, sie berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

 

 
 
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worden und sie leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurtei-
lung der medizinischen Situation ein. Die ausschlaggebende Beweiskraft der RAD-Beurteilung 
wird denn auch von den Parteien – zu Recht – nicht in Frage gestellt. 
 
7.1 Streitig und zu prüfen ist hingegen die Verwertbarkeit der attestierten Restarbeitsfähig-
keit bzw. in diesem Kontext die Frage, von welcher angestammten Tätigkeit vorliegend auszu-
gehen ist. Die Beschwerdegegnerin erwog in ihrer Verfügung, dass der Versicherte 33 Jahre in 
seinem Betrieb als Dachdecker gearbeitet habe und kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter 
stehe, womit die attestierte Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. Die Beschwerdefüh-
rerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass es sich beim Betrieb des Versicherten 
um eine Beratungsgesellschaft handle. Der Versicherte, welcher Inhaber und Geschäftsführer 
der B.____ GmbH sei, habe dort eine reine Büroarbeit verrichtet, weshalb ihm diese Tätigkeit 
auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens im bisherigen Umfang zumutbar sei. Alsdann sei 
der Beigeladene bzw. die B.____ GmbH der Beschwerdeführerin seit vielen Jahren persönlich 
bekannt. Zudem habe der Beigeladene telefonisch bestätigt, dass er ausschliesslich im Büro 
gearbeitet habe.  
 
7.2 Der Beigeladene äusserte sich am 8. August 2022 im Wesentlichen dahingehend, dass 
er Eidgenössisch diplomierter Dachdeckermeister sei und in seiner Funktion als solcher sehr 
wohl auf den Baustellen vor Ort anwesend gewesen sei, zur Instruktion der Mitarbeiter, für die 
Schlussabnahme etc. Als Beispiel zu nennen seien die Arbeiten an X.____, die nur durch sein 
Spezialwissen vor Ort hätten erstellt werden können. Alsdann werde bestritten, dass er oder 
seine Sekretärin anlässlich eines Telefonats gesagt haben sollen, er würde keine Dachdecker-
arbeiten ausüben. Seine Sekretärin habe die Frage wohl missverstanden. Zudem sei nicht be-
kannt, weshalb dieselbe überhaupt befragt worden sei.  
 
7.3.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ist 
die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit und der 
Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähigkeit mit dem gegebenen Leistungspro-
fil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (Art. 7 Abs. 1 IVG in Verbindung 
mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weite-
ren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten 
Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti-
scherweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög-
lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umstän-
den ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind. Zu 
beachten sind dabei beispielsweise die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und 
seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch die Persönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, 
Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-
stammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1).  

 

 
 
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7.3.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für 
eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung 
steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungs-
pflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen; 
Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2011, 9C_916/2010, E. 2.2) gebieten grundsätzlich, die 
Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Das 
Bundesgericht hat in seinem Leitentscheid BGE 138 V 457 entschieden, dass dabei auf das 
Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit abzustellen ist. Als ausge-
wiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizini-
schen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben 
(BGE 138 V 57, E. 3.4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, 
E. 3.1). Dieser Zeitpunkt fällt vorliegend auf das Datum der RAD-Beurteilung vom 7. Oktober 
2021 bzw. auf den darin formulierten Zeitpunkt der Zumutbarkeit einer leidensadaptierten Tätig-
keit (Juni / Juli 2020). Zu diesem Zeitpunkt war der Beigeladene 63,5 Jahre alt, womit die ver-
bleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter noch rund 1,5 Jahre betrug.  
 
7.3.3 Die hierzu ergangene Rechtsprechung ist vielfältig (vgl. MARCO WEISS, Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit aufgrund vorgerückten Alters – Rechtsprechungstendenzen, SZS 2018 
S. 630 ff.). Ab einem Alter von 61 Jahren anerkennt die Rechtsprechung, dass die betroffene 
Person zwar nicht mehr leicht vermittelbar ist, gleichwohl wird die Verwertbarkeit oft bejaht. 
Namentlich in Bezug auf Hilfsarbeiten geht die Rechtsprechung davon aus, dass solche auf 
dem massgeblichen hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachge-
fragt werden (vgl. PHILIPP EGLI/MARTINA FILIPPO/ THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Grund-
probleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung, Winterthur/Zürich 2021, 
Rz. 89 mit zahlreichen Hinweisen). Verneint wird die Verwertbarkeit, wenn die Restarbeitsfähig-
keit sehr eingeschränkt ist, allenfalls bereits eine IV-Teilrente bezogen wird, eine längere Ar-
beitsmarktabsenz vorliegt, eine eigene Firma aufgegeben werden muss, ein grosser Umschu-
lungsaufwand nötig würde, mit einer geringen Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der neuen 
Branche /Tätigkeit zu rechnen ist oder keine/kaum feinmotorische Fähigkeiten sowie Kompe-
tenzen und Erfahrungen in den Verweistätigkeiten vorhanden sind (vgl. 
EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER, a.a.O., Rz. 110). 
 

7.4 Aktenkundig und unbestritten ist, dass der Beigeladene sowohl Inhaber der 
H.____  AG als auch der B.____ GmbH ist. Die B.____ GmbH bezweckt die organisatorische, 
administrative und logistische Beratung für Firmen und Private. Die H.____ AG hat namentlich 
zum Zweck, ein Dachdeckergeschäft zu betreiben sowie Spengler-, Isolations-, Fassaden-, und 
Zimmerarbeiten aller Art auszuführen (vgl. Abklärungsbericht vom 23. Juli 2021, IV-Dok. 55; vgl. 
ferner https://www.zefix.ch/XXX). Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) erzielte der 
Beigeladene seine Einkünfte seit 1999 sodann überwiegend von der B.____ GmbH, wohinge-
gen er bis 1998 vorwiegend Einkommen von Seiten der H.____ AG bezog. Im Zeitraum von 
1999 bis 2004 sind noch jährliche Einkommen von rund Fr. 5000.-- aus dem Arbeitsverhältnis 
mit der H.____ AG verzeichnet. Im Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 23. Juli 
2021 findet sich hierzu die Bemerkung, dass der Versicherte seinen Aussagen zufolge durch 

 

 
 
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die B.____ GmbH an die H.____ AG ausgeliehen werde und seinen Lohn von der B.____ 
GmbH beziehe. Ferner seien die AHV-Abrechnungen durch die H.____ AG nicht korrekt erfolgt.  
 
7.5 Ferner liegen den Akten IK-Auszüge vom 19. Februar 2020 und 11. Juni 2021, ein 
Lohnausweis von 2020 sowie Veranlagungsverfügungen der direkten Bundessteuer (Jahre 
2017-2019) bei.  
 
7.6.1 Soweit die Beschwerdegegnerin allein auf dieser Grundlage die Verwertbarkeit der 
attestierten Restarbeitsfähigkeit verneint, kann ihr nicht gefolgt werden. Der Beschwerdegegne-
rin ist zwar insoweit beizupflichten, als bei den gegebenen Umständen, namentlich einem Alter 
des Beigeladenen von 63,5 Jahren im massgebenden Zeitpunkt (vgl. E. 7.3.2 hiervor), der zeit-
liche Horizont für eine Anstellung zu kurz wäre. Die Aufgabe einer Einzelfirma ist nicht von ei-
nem Tag auf den anderen zu bewerkstelligen. Mit Blick auf eine mögliche Umschulung von der 
selbstständigen zur unselbstständigen Erwerbstätigkeit ist es als unwahrscheinlich zu beurtei-
len, dass der Beigeladene nach so langer Selbstständigkeit kurz vor Eintritt ins AHV-Alter noch 
eine Anstellung finden würde, zumal er gesundheitliche Einschränkungen aufweist. Die sich bei 
der Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vorliegend als zentral erweisende 
Frage, ob eine Umschulung mit Blick auf das attestierte Zumutbarkeitsprofil tatsächlich erforder-
lich wäre, kann aufgrund der vorliegenden Unterlagen indessen nicht beantwortet werden. Die 
Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich keine hinreichenden Abklärungen durch. So bleibt 
unklar, was unter der bisherigen Tätigkeit des Beigeladenen zu verstehen ist. Als solche gilt 
diejenige, die vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ausgeübt wurde. Hierbei geht es weniger um die 
Bezugnahme auf eine Berufsumschreibung. Vielmehr ist auf die im Wirtschaftsleben tatsächlich 
ausgeübte Tätigkeit abzustellen (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zü-
rich/Basel/Genf 2020, Art. 6 Rz. 82). Die seitens der Beschwerdegegnerin veranlasste Abklä-
rung bzw. der Bericht vom 23. Juli 2021 beschränkt sich im Wesentlichen auf die Darlegung der 
Diagnosen, der Betriebsverhältnisse sowie der Einkommensverhältnisse des Beigeladenen vor 
und nach Eintritt des Gesundheitsschadens. Hierzu wurde u.a. auch vermerkt, dass dieser Be-
richt lediglich für Rückfragen zu Verfügung stehen soll. Eine ausführliche Abklärung im Betrieb 
des Beigeladenen – wie dies das übliche Vorgehen bei Selbstständigerwerbenden darstellt – 
hat die Beschwerdegegnerin indessen unterlassen. In den Akten der Krankentaggeldversiche-
rung findet sich ein Besuchsrapport vom 10. Februar 2020 (vgl. IV-Dok. 14, S. 51 ff.). Daraus 
geht in Bezug auf die betrieblichen Verhältnisse im Wesentlichen hervor, dass bei der B.____ 
GmbH fünf Personen angestellt sind, wovon zwei im Büro und zwei als Projektleiter/Dachdecker 
tätig seien. Ferner lässt sich daraus entnehmen, dass der Beigeladene aufgrund der Schmer-
zen am linken Bein und der Belastungslimitierung daran gehindert werde, Baustellenrundgänge 
durchzuführen, auf Dächer zu steigen oder unter dem Dach (oftmals in Nischen oder verwinkelt) 
Begehungen durchzuführen. Zwar stellt dieser Bericht ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass der 
Beigeladene bei der B.____ GmbH (auch) Dachdeckerarbeiten verrichtet hat und nicht aus-
schliesslich einer Bürotätigkeit nachgegangen ist, wie dies seitens der Beschwerdeführerin be-
hauptet wird. Dafür sprechen auch die Ausführungen des Beigeladenen selbst in seinem 
Schreiben vom 8. August 2022 (vgl. E. 7.2 hiervor sowie ferner die E-Mail des Beigeladenen 
vom 5. August 2022). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin lassen diese Unterla-
gen aber auch nicht den überwiegend wahrscheinlichen Schluss zu, dass der Beigeladene aus-

 

 
 
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schliesslich die Funktion eines Dachdeckers ausübte. Die Beschwerdegegnerin bekräftigte ih-
ren Standpunkt namentlich unter Hinweis auf die medizinischen Unterlagen, wonach die betei-
ligten Fachpersonen auch von einer angestammten Tätigkeit als Dachdecker ausgegangen 
seien. Hierbei verkennt sie jedoch, dass seitens der involvierten Fachpersonen die angestamm-
te Tätigkeit nicht detailliert nachgefragt oder erfasst worden ist. Was die Qualifikation der ange-
stammten Tätigkeit anbelangt, so stützten die Fachärzte sich vorwiegend auf die Angaben des 
Beigeladenen. Unbestritten ist, dass eine (ausschliessliche) Tätigkeit als Dachdecker nicht 
mehr zumutbar ist (vgl. E. 6.2 hiervor). Die Frage, ob und in welchem Umfang der Beigeladene 
neben seiner Tätigkeit als Dachdecker auch Büroarbeiten verrichtet hat bzw. wie sich eine mög-
liche Aufgabenteilung präsentierte, bleibt indessen unbeantwortet. Hierzu wären weitere Abklä-
rungen im Betrieb des Beigeladenen erforderlich gewesen. Daraus hätten Rückschlüsse auf 
das Erfordernis einer Umschulung oder einer allfälligen Umstrukturierung des Betriebs gezogen 
werden können. Indem die Beschwerdegegnerin in der leistungszusprechenden Verfügung in-
dessen allein aufgrund der verbleibenden Aktivitätsdauer von einer Unverwertbarkeit der Rest-
arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, ist sie ihrer – aus dem Untersuchungsgrundsatz resultieren-
den – Pflicht zur richtigen und vollständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts nur 
unzureichend nachgekommen. 
 
7.6.2 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist aber auch mit Blick auf die übrigen Akten in 
Frage zu stellen. Die Gegenüberstellung der Betriebsergebnisse der B.____ GmbH vor und 
nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Abklärung vom 23. Juli 2021 zeigt, 
dass das Einkommen des Beigeladenen im Jahr 2019 nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
nicht wesentlich tiefer ausfällt als noch in den Jahren zuvor. Es gilt zwar zu berücksichtigen, 
dass bei Selbstständigerwerbenden, welche allein oder zusammen mit Familienangehörigen 
oder Mitgesellschaftern einen Betrieb bewirtschaften, eine Gegenüberstellung der vor und nach 
Eintritt eines invalidenversicherungsrechtlichen Versicherungsfalles realisierten Geschäftser-
gebnisse nach Massgabe der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zuverlässige 
Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse nur dort zulässt, wo mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch invalidi-
tätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines 
Gewerbebetriebes sind häufig zahlreiche invaliditätsfremde Komponenten wie die Konjunkturla-
ge, die Konkurrenzsituation, der kompensatorische Einsatz von Unternehmensbeteiligten oder 
Mitarbeitern von massgeblicher wirtschaftlicher Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
17. April 2007, I 70/06, E. 4.3 mit Hinweis). Gleichwohl stellt dieser Umstand ein Indiz dafür dar, 
dass der Beigeladene auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin in irgendeiner 
Form für die B.____ GmbH tätig gewesen ist. Hierfür spricht auch die Tatsache, dass der sich in 
den Akten befindliche Lohnausweis für das Jahr 2020 ein Bruttoeinkommen von Fr. 107'198.-- 
verzeichnet, wovon auch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen wurden. Zu beachten gilt es 
hierbei, dass Kranken- und Unfalltaggelder nicht der AHV-Beitragspflicht unterstehen. Im IK-
Auszug ist für das Jahr 2019 ein Einkommen von Fr. 59'652.-- veranschlagt, welches sich im 
Wesentlichen, wenngleich auch nicht in ziffernmässiger Höhe, mit den Ergebnissen der Ge-
schäftsabschlüsse 2019 (Fr. 55'138.--) deckt. Für das Jahr 2020 ist im IK-Auszug hingegen ein 
Einkommen von Fr. 8'521.-- ausgewiesen, welches erheblich vom Einkommen gemäss Lohn-
ausweis 2020 abweicht. Dabei ist in keiner Weise ersichtlich, auf welcher Grundlage dieser Be-

 

 
 
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trag basiert. Hinzu kommt, dass gemäss Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Basel-
Landschaft der Sohn des Beigeladenen die Geschäftsführung der H.____ AG erst per 11. Ja-
nuar 2022 (Eintritt des ordentlichen Pensionsalters des Beigeladenen) übernommen hat (vgl. 
https://www.zefix.ch/XXX). Insgesamt bleibt unklar, wie diese Aspekte im vorliegenden Kontext 
und mit Blick auf die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu gewichten sind. Auch 
vor diesem Hintergrund mangelt es daher an der vollständigen Abklärung des rechtserheblichen 
Sachverhalts. 
 
8. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass dem Beigeladenen seit Juli 2020 nur noch 
überwiegend sitzende Tätigkeiten vollschichtig zumutbar sind. Die Frage, ob im vorliegenden 
Fall eine Umschulung nötig wäre, um das attestierte Leistungsprofil zu verwerten, lässt sich 
anhand der vorliegenden Aktenlage nicht beurteilen. Es bleibt ungeklärt, was unter der ange-
stammten Tätigkeit des Beigeladenen zu verstehen ist. Damit kann auch nicht über die Frage 
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit entschieden werden. Der relevante Sachverhalt be-
darf deshalb weiterer Abklärung. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung vom 17. Februar 2022 zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen. Diese hat die erwerblichen Verhältnisse des Beigeladenen neu abklären zu 
lassen. Gestützt auf die Ergebnisse ihrer zusätzlichen Abklärungen wird die IV-Stelle anschlies-
send über den Rentenanspruch des Beigeladenen neu zu befinden haben. Die vorliegende Be-
schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1‘000.-festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden 
gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Par-
tei auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten 
in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen sind. Die Beschwerdeführerin erhält ihren bereits ge-
leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Der Wortlaut der genannten Bestimmung schränkt den Anspruch somit 
auf die Beschwerde führende Person ein. Es stellt sich deshalb die Frage, ob damit einzig die 
Beschwerde führende versicherte Person gemeint ist oder ob auch ein obsiegender Beschwer-
de führender Sozialversicherer eine Parteientschädigung zu Lasten des unterliegenden Versi-
cherungsträgers beanspruchen kann. Nach Lehre und Rechtsprechung ist Art. 61 lit. g ATSG in 
Übereinstimmung mit Art. 68 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 
17. Juni 2005 auszulegen (UELI KIESER, a.a.O., Art. 61 Rz. 218 f.; Sozialversicherungsrecht - 
Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [SVR] 2009 IV Nr. 33). Die letztgenannte Bestimmung 
sieht vor, dass Bund, Kantonen und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben be-
trauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wird, wenn sie in 

 

 
 
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ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Sozialversicherer gehören zu den im Sinne von Art. 
68 Abs. 3 BGG mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen (UELI KIESER, 
a.a.O., Art. 61 Rz. 219). Daraus folgt, dass vorliegend die obsiegende Pensionskasse als Be-
schwerdeführerin, in ihrem amtlichen Wirkungskreis tätiger Vorsorgeversicherer keine Partei-
entschädigung zu Lasten der unterliegenden Invalidenversicherung beanspruchen kann. 
 
9.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend steht dem Beigeladenen kein Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. zu einem entsprechenden Anspruch UELI KIESER, a.a.O., 
Art. 61 Rz. 220 mit Hinweis). 
 
10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 
17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-
richt zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwi-
schenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und 
über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) –  nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kön-
nen (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen En-
dentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein 
weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versiche-
rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endent-
scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch 
für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren 
materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun-
gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
 
 
 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 17. Februar 2022 auf-
gehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle 
Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Gewerbepensionskasse wird der geleistete Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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