# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5137b94b-cf07-5e37-bb56-b3d91f388564
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.05.2024 SB230209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230209_2024-05-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230209-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Willi

Urteil vom 28. Mai 2024

in Sachen

1. A._____, 
2. B._____, 
3. C._____, 
Beschuldigte und Berufungskläger

1 amtlich verteidigt durch Fürsprecher X._____, 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

1. D._____, 
2. E._____, 
3. F._____, 
4. G._____, 

- 2 -

Privatkläger

1, 2, 3, 4 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. XX._____, 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
6. März 2023 (DG210174)

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Anklagen:

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 23. Sep-

tember 2021 (Urk. 49/1 bzw. 49/7) sind diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie

 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 2 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 

StGB und Art. 285 Ziff. 1 StGB.

2. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig

 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie

 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 2 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 

StGB und Art. 285 Ziff. 1 StGB.

3. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig

 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie

 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 2 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 

StGB und Art. 285 Ziff. 1 StGB.

4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe.

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang 

von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (18 Monate), abzüglich 44 Tage, die durch Untersuchungshaft er-

standen sind, wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

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6. Die Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe.

7. Der Vollzug der Freiheitsstrafe der Beschuldigten B._____ wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

8. Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Mona-

ten (als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt 

SB.2017.15 vom 23. März 2018 ausgefällten Strafe), wovon 41 Tage durch 

Haft erstanden sind.

9. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._____ wird vollzogen.

10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer 

K170718-011 / 70301938 lagernden Asservate werden der Lagerbehörde 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernichtung überlassen:

 Flasche bzw. Flaschenhals, Marke "Pastis", grün (Asservate-Nr. 

A10'600'938) sowie

 Vorhängeschloss, Marke "Burg Wächter Boccia", gold-silber (Asser-

vate-Nr. A010'600'949).

11. Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 

(D._____) im Zusammenhang mit der versuchten schweren Körperverlet-

zung eine Genugtuung von CHF 2'000 zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juli 2017 

zu bezahlen.

12. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden – unter solidari-

scher Haftung – verpflichtet, dem Privatkläger 1 (D._____) im Zusammen-

hang mit dem Raufhandel und der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte eine Genugtuung von CHF 2'000 zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juli 

2017 zu bezahlen.

13. Der Antrag des Privatklägers 1 (D._____) auf Feststellung der Schadener-

satzpflicht des Beschuldigten A._____ im Grundsatz wird abgewiesen.

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14. Der Antrag des Privatklägers 2 (E._____) auf Zusprechung einer Genugtu-

ung von CHF 1'500, zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juli 2017, wird abgewiesen.

15. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden – unter solidari-

scher Haftung – verpflichtet, dem Privatkläger 3 (F._____) eine Genugtuung 

von CHF 750 zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juli 2017 zu bezahlen.

Im Mehrumfang wird der Antrag des Privatklägers 3 auf Zusprechung einer 

Genugtuung abgewiesen.

16. Der Antrag des Privatklägers 4 (G._____) auf Zusprechung einer Genugtu-

ung von CHF 500, zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juli 2017, wird abgewiesen.

17. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren A.____;
CHF 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren B._____;
CHF 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren C._____;
CHF 516.00   Auslagen Untersuchung;
CHF 1'700.00   Gerichtsgebühr Beschwerdeverfahren UB180046-O;

CHF 20'816.15   Entschädigung amtliche Verteidigung A._____;

CHF 11'158.50   Entschädigung amtliche Verteidigung B._____ 
  ;

CHF 3'926.65   Entschädigung ehemalige amtliche Verteidigung 
C._____ 
  .CHF 14'704.55   Entschädigung amtliche Verteidigung C._____.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

18. Fürsprecher X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtli-

cher Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit insgesamt CHF 20'816.15 

(inkl. MwSt. und Akontozahlung von CHF 12'600) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

19. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger der Beschuldigten B._____ mit insgesamt 

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CHF 11'158.50 (inkl. MwSt. und Akontozahlung von CHF 6'900) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

20. Rechtsanwalt MLaw Z._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten C._____ mit insgesamt 

CHF 14'704.55 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

21. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten 

A._____, B._____ und C._____ je zu einem Drittel auferlegt.

22. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren vor dem Obergericht des 

Kantons Zürich, III. Strafkammer, Geschäfts-Nr. UB180046-O, in der Höhe 

von CHF 1'700 wird dem Beschuldigten C._____ auferlegt.

23. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

24. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden – unter solidari-

scher Haftung – verpflichtet, dem Privatkläger 1 (D._____) eine Prozessent-

schädigung von CHF 4'837.70 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

25. Der Antrag des Privatklägers 2 (E._____) auf Zusprechung einer Prozes-

sentschädigung wird abgewiesen.

26. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden – unter solidari-

scher Haftung – verpflichtet, dem Privatkläger 3 (F._____) eine Prozessent-

schädigung von CHF 1'612.60 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

Im Mehrumfang wird der Antrag auf Zusprechung einer Prozessentschädi-

gung abgewiesen.

27. Der Antrag des Privatklägers 4 (G._____) auf Zusprechung einer Prozes-

sentschädigung wird abgewiesen. 

Berufungsanträge:

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a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 1:

(Urk. 132 S. 1 f)

1. Das angefochtene Urteil sei wegen Befangenheit der Vorinstanz aufzu-

heben, und die Sache sei an eine andere Abteilung des Bezirksgerichts 

Zürich zu neuer Entscheidung zurückzuweisen.

2. Eventualiter:

a) Das angefochtene Urteil sei in den Dispositiv-Ziffern 1, 4, 5, 11, 12, 15, 

21, 23, 24 und 26 aufzuheben.

b) Stattdessen sei der Berufungskläger von Schuld und Strafe freizuspre-

chen.

c) Die Zivilforderungen der Privatkläger 1 und 3 (der Berufungsbeklag-

ten 2 und 4) seien abzuweisen, eventualiter seien sie auf den Zivilweg 

zu verweisen.

d) Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

3. Subeventualiter:

a) Der Berufungskläger sei der einfachen Körperverletzung mit einem ge-

fährlichen Gegenstand gem. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, des Raufhan-

dels gem. Art. 133 StGB sowie der Gewalt und Drohung gegen Behör-

den und Beamten gem. Art. 285 Ziff. 1 StGB, alles begangen in Not-

wehrhilfeexzess gem. Art. 15 i.V.m. Art. 16 Abs. 1 StGB, schuldig zu 

sprechen. 

b) Er sei zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.– ab-

züglich der erstandenen Haft von 44Tagen als Zusatzstrafe zum Straf-

befehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 28. No-

vember 2017 (Aktenzeichen BM 17 43 452) zu verurteilen.

c) Die Probezeit sei auf 2 Jahre festzusetzen.

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d) Die Zivilforderungen seien auf den Zivilweg zu verweisen

e) Unter Kostenfolge.

b) Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten 2:

(Urk. 133 S. 1 f.)

1. Das angefochtene Urteil sei wegen Befangenheit der Vorinstanz aufzu-

heben, und die Sache sei an eine andere Abteilung des Bezirksgerichts 

Zürich zu neuer Entscheidung zurückzuweisen.

2. Eventualiter

2.1. Das angefochtene Urteil sei – soweit es die Berufungsklägerin betrifft – 

in allen Punkten zu Schuld, Strafe, Zivilforderungen, Kostenauflage und 

Prozessentschädigungen aufzuheben:

• Schuldspruch (Dispositiv-Ziffer 1.)

• Strafe (Dispositiv-Ziffern 6. und 7.)

• Zivilforderungen (Dispositiv-Ziffern 12. und 15.)

• Kostenauflage (Dispositiv-Ziffern 21. und 23.)

• Prozessentschädigungen (Dispositiv-Ziffern 24. und 26.).

2.2. Die Berufungsklägerin sei kostenlos von Schuld und Strafe freizuspre-

chen.

2.3. Sämtliche Zivilforderungen seien abzuweisen.

2.4. Die Kosten des Vorverfahrens und der beiden Gerichtsinstanzen (inkl. 

jene für die amtliche Verteidigung) seien gänzlich und definitiv auf die 

Staatskasse zu nehmen.

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c) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 134)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

d) Des Vertreters der Privatkläger 1-4:

(Prot. II S. 15)

1. Die Berufung der Berufungskläger 1 und 2 sei in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich abzuweisen.

2. Eventualiter sei die Anklageschrift in Anwendung von Art. 329 Abs. 2 

StPO zur Sachverhaltsergänzung zurückzuweisen, falls das Gericht zur 

Ansicht gelangen sollte, dass dem Anklageprinzip hinsichtlich einer 

rechtlichen Qualifikation nicht genügend Rechnung getragen sein 

sollte. 

3. Subeventualtier seien die Berufungskläger 1 und 2 in Abweichung des 

erstinstanzlichen Urteils wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte im 

Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu bestrafen. Im Übrigen sei das 

erstinstanzliche Urteil zu bestätigen, sowohl hinsichtlich der Schuld-

sprüche als auch hinsichtlich sämtlicher Nebenpunkte.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Berufungsklägern 1 

und 2 aufzuerlegen und es seien diese zu verpflichten, dem Privatklä-

ger 1 eine angemessen Prozessentschädigung nach Massagabe der 

heute eingereichten Honorarnote, zuzüglich dem Aufwand für die heu-

tige Berufungsverhandlung und einer Stunde Nachbearbeitung, zu be-

zahlen.

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_____________________________________

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, entschied mit Urteil vom 6. März 2023 

in den Verfahren DG220174, DG220175 und DG220176. Gegen diesen Entscheid 

wurde seitens der drei Beschuldigten jeweils fristgerecht Berufung angemeldet 

(Urk. 100-102) und seitens der Beschuldigten 1 und 2 auch erklärt (Urk. 114 und 

115), demgegenüber sie der Beschuldigte 3 wieder zurückzog (Urk. 113). Mit Prä-

sidialverfügung vom 25. April 2023 (Urk. 116) wurde der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (nachfolgend Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) und den 

Privatklägern unter Hinweis auf die Berufungserklärungen der Beschuldigten 1 und 

2 Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten 

angesetzt. Mit Eingabe vom 8. Mai 2023 liess die Staatsanwaltschaft ihren Verzicht 

auf Anschlussberufung erklären (Urk. 118). Mit Eingabe vom 16. Mai 2023 

(Urk. 119) folgte auch von Seiten der Privatkläger ein Verzicht auf Erhebung einer 

Anschlussberufung. Mit Beschluss vom 31. Mai 2023 (Urk. 121) wurde festgestellt, 

dass die ausschliesslich den Beschuldigten 3 betreffenden Dispositivziffern 3, 8 

und 9 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. Am 16. Oktober 

2023 ergingen die Vorladungen an die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

28. Mai 2024 (Urk. 123). 

2. An der Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte 1 in Begleitung 

seines amtlichen Verteidigers Fürsprecher X._____, der amtliche Verteidiger 

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ in Vertretung der unentschuldigt nicht erschienen 

Beschuldigten 2, Staatsanwältin lic. iur. H._____ für die Anklagebehörde sowie der 

Vertreter der Privatkläger 1-4, Rechtsanwalt lic. iur. XX._____.

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II. Prozessuales

1.1. Seitens der Verteidigungen der Beschuldigten 1 und 2 wurde vorgebracht, 

dass es sich beim Thema der "Zusammenrottung" um ein neues Element handle, 

das erst durch die Vorinstanz eingebracht worden sei. Die Anklageschrift spreche 

demgegenüber weder im konkreten Anklagevorwurf noch im Ingress von einer Zu-

sammenrottung oder einem zusammengerotteten Haufen, wie dies zum gesetzli-

chen Tatbestand von Art. 285 Ziff. 2 StGB gehöre, welche Bestimmung erst bei der 

rechtlichen Würdigung ihren Niederschlag finde. Auch seien die für eine Zusam-

menrottung typischen Elemente in der Anklageschrift ungenügend umschrieben. 

Dadurch habe die Vorinstanz das Anklageprinzip verletzt (Urk. 132 S. 6 ff.; Urk. 133 

S. 11; Prot. II S. 22 f.). 

1.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 

Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Gericht 

ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitäts-

prinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde 

(vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last geleg-

ten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in 

objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Das Akkusations-

prinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten 

Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 

141 IV 132 E. 3.4.1; BGE 140 IV 188 E. 1.3; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; BGE 126 I 

19 E. 2a; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss unter dem Gesichts-

punkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen sie ange-

klagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, 

dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt 

und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung 

richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhand-

lung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (vgl. BGE 103 Ia 6 E. 1b; 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022; 6B_492/2015 

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vom 2. Dezember 2015 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 437 ; 6B_1073/2014 vom 

7. Mai 2015 E. 1.2; 6B_344/2011 vom 16. September 2011 E. 3; je mit Hinweisen).

1.3. Die Einwände der Verteidigungen der Beschuldigten 1 und 2 erweisen sich 

als begründet. Weder wird die Qualifikation der Zusammenrottung im Ingress der 

Anklageschrift erwähnt, noch wird sie hernach genügend umschrieben (vgl. 

Urk. 49/1 und 49/7). Der Vorhalt von Ziffer 2 von Art. 285 StGB im Rahmen der von 

der Staatsanwaltschaft vorgenommenen rechtlichen Würdigung erweist sich als 

nicht ausreichend, um den Beschuldigten jeweils eine gehörige Verteidigung gegen 

die Anklagevorwürfe zu ermöglichen bzw. mussten sie aufgrund der erwähnten 

Mängel in der Anklageschrift auch nicht ernsthaft mit entsprechenden Verurteilun-

gen durch die Vorinstanz rechnen. Daran vermag – entgegen der Ansicht der An-

klagebehörde (Prot. II S. 14) und der Privatklägerschaft (Prot. II S. 16) – auch der 

Umstand nichts zu ändern, dass der Begriff der "Gruppierung" in den beiden An-

klageschriften Erwähnung findet (vgl. Seite 3 von Urk. 49/1 u. Urk. 49/7), bleibt die-

ser mit Hinblick auf die gesetzlichen Anforderungen an eine Zusammenrottung 

doch zu unpräzise. Eine sich auf Ziffer 2 von Art. 285 StGB stützende Strafbarkeit 

kommt deshalb vorliegend bereits angesichts der jeweils mangelhaften Anklage-

schriften nicht in Frage. 

2.1. Seitens der beiden Berufungskläger wird ferner geltend gemacht (Urk. 114 

S. 3 ff.; Urk. 115 S. 2 ff.; Urk. 132 S. 2 ff.; Urk. 133 S. 2 ff.; Prot. II S. 23), das 

angefochtene Urteil sei wegen Befangenheit der Vorinstanz aufzuheben und die 

Sache zur neuen Entscheidung an eine andere Abteilung der Vorinstanz zurückzu-

weisen. Begründet wird dieses Begehren insbesondere damit, dass die Vorinstanz 

in den schriftlichen Urteilserwägungen erkennen lasse, bei der Beurteilung der Sa-

che voreingenommen gewesen zu sein, indem sie zum Verfahrensgang unter dem 

Titel "A. Polizeiliche Ermittlungen und Untersuchungsverfahren" Folgendes fest-

hielt: "1. Am 16. Juli 20217 [recte: 2017] um ca. 03:50 Uhr kam es am Limmatplatz 

in Zürich zu einem Vorfall, bei welchem acht Kundenberater der I._____ sowie vier 

Mitarbeitende des Sicherheitsdienstes J._____ von rund einem Dutzend koordiniert 

agierender Personen verbal und tätlich angegangen und zum Teil verletzt wurden." 

Statt den Verfahrensgang objektiv zu schildern und dabei, soweit nötig, die jeweili-

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gen Parteistandpunkte wiederzugeben, setze die Vor-instanz laut den Verteidigun-

gen schon im ersten Satz voraus, was nachvollziehbar zu beweisen wäre. Für sie 

habe das Resultat deshalb schon vor der eigentlichen Prüfung der Beweislage fest-

gestanden, was sie als befangen im Sinne von Art. 56 lit. f StPO erscheinen lasse. 

Diese Tatsache oder mindestens der Anschein derselben würden laut den Vertei-

digungen auch durch spätere Erwägungen nicht relativiert. Im Gegenteil würden 

seitens der Vorinstanz unter E. IV.E.6 (S. 65 f.) Ausführungen zum angeblich "ko-

ordiniert wirkenden Vorgehen" der "Täter" gemacht, wobei diese von Anfang an als 

eine Einheit, ein "Kollektiv" aufgefasst worden seien. Eine differenzierte Betrach-

tung über die Berufungskläger und ihre Rollen seien nicht oder höchstens akten-

widrig erfolgt, indem etwa behauptet worden sei, dass der Beschuldigte 1 sich wie 

andere "in Gruppen zum Tatort" begeben habe. Demgegenüber sei auf den sicher-

gestellten Videosequenzen beispielsweise der Kameras 2 und 16 zu sehen, wie 

der Berufungskläger aus der Langstrasse kommend den Limmatplatz auf der linken 

Seite Richtung Migros/Kornhausbrücke überquert und dabei in ein Zwiegespräch 

mit einer Begleitperson vertieft sei, bevor er durch die beginnende tätliche Ausein-

andersetzung der I._____- und J._____-Mitarbeiter abgelenkt worden sei und sich 

diesem Ereignis zugewendet habe. Er habe sich also nicht in einer Gruppe aufge-

halten, sondern lediglich in Begleitung einer Person. Daran zeige sich, dass es der 

Vorinstanz nur noch darum gegangen sei, das gefasste Vorurteil zu bestätigen. 

Demzufolge habe die Vorinstanz die ganze Urteilsfindung, -beratung und -begrün-

dung unter dem Gesichtswinkel und mit der Annahme begonnen, dass die Beschul-

digten mit anderen Personen koordiniert agiert hätten. Damit würden objektive Um-

stände vorliegen, die objektiv geeignet seien, Misstrauen in die Unparteilichkeit 

bzw. den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit die-

ser Gerichtspersonen zu begründen.

2.2. Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person, deren Sache 

in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt werden muss, Anspruch darauf, dass ihre 

Streitsache von einem unbefangenen, unvoreingenommenen und unparteiischen 

Richter beurteilt wird. Es soll garantiert werden, dass keine sachfremden Um-

stände, die ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zugunsten 

oder zulasten einer Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. Art. 30 Abs. 1 BV 

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soll zu der für einen korrekten und fairen Prozess erforderlichen Offenheit des Ver-

fahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Urteil ermöglichen (BGE 

144 I 159 E. 4.3 S. 162; 142 III 732 E. 4.2.2 S. 736; 140 III 221 E. 4.1 S. 221 f.; 139 

III 120 E. 3.2.1 S. 124, 433 E. 2.1.2 S. 435 f.). Die Garantie des verfassungsmäs-

sigen Richters wird verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vor-

liegen, die den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommen-

heit zu begründen vermögen. Voreingenommenheit und Befangenheit in diesem 

Sinne werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn im Einzelfall anhand 

aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände Gegebenheiten aufschei-

nen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. 

Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Miss-

trauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet 

erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung 

den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit hervorrufen. Für die Ab-

lehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 144 I 

159 E. 4.3 S. 162; 142 III 521 E. 3.1.1 S. 536; 140 III 221 E. 4.1 S. 222; 139 III 433 

E. 2.1.2 S. 436; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 

StPO gilt jede Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Nach 

Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, bis zum gesetz-

lichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerich-

tes 6B_472/2021 vom 27. April 2023 E. 3.1). 

2.3. Die beiden Berufungskläger machen geltend, der vorinstanzliche Entscheid 

verstosse in seiner Begründung gegen die Unschuldsvermutung. Abweichend vom 

Grundsatz, wonach nur das Dispositiv, nicht aber die Begründung eines Entschei-

des anfechtbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 2C_451/2013 vom 7. Januar 

2014 E. 3.2; BGE 120 V 233 E. 1a), sind sie hierzu legitimiert (vgl. Urteile des Bun-

desgerichtes 6B_472/2021 vom 27. April 2023 E. 3; 6B_853/2021 vom 16. Novem-

ber 2022 E. 3.2 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte, insbesondere auf das Urteil 48144/09 Cleve gegen Deutschland 

vom 15. Januar 2015).  

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2.4. Seitens der Verteidigungen wird vorliegend grundsätzlich nicht in Frage ge-

stellt, dass die Beschuldigten zum anklagegegenständlichen Zeitpunkt am ankla-

gegegenständlichen Ort waren und andere Personen – allenthalben in Notwehrhilfe 

– tätlich angingen (Urk. 93 S. 3 u. 5 ff.; Urk. 94 S. 4 ff.), was sich allerdings spontan 

ergeben habe (Urk. 93 S. 3 f., 13 u. 15; Urk. 94 S. 2). Demgegenüber wird insbe-

sondere moniert, dass die Vorinstanz unzutreffend und ohne dafür nötige Beweis-

würdigung davon ausgegangen sei, dass sie koordiniert mit den anderen Personen 

agiert hätten. 

2.5. Im von den Berufungsklägern rezitierten Abschnitt unter "I. Verfahrensgang" 

ist nicht ersichtlich, dass die beiden Beschuldigten Erwähnung finden. Vielmehr ist 

zunächst von koordiniert agierenden "Personen" die Rede (Urk. 109 E. A.1. S. 11). 

Während seitens der Vorinstanz (erst) später erstellt wurde, um wen es sich bei 

den genannten Personen gehandelt haben soll (betreffend den Beschuldigten 1: 

Urk. 109 E. III.D.2.1.-2.3. S. 34 ff.; betreffend die Beschuldigte 2: Urk. 109 

E. III.D.4.1.-4.2. S. 40 ff.), ging sie von Beginn davon aus, dass diese Personen 

koordiniert agiert hätten, worin die seitens der beiden Verteidigungen angebrachte 

Kritik im Kern der Vorbefassung des vorinstanzlichen Spruchkörpers denn auch 

besteht.

2.6. Vorliegend ist darauf einzugehen, ob die Vorinstanz im Rahmen der Beweis-

würdigung prüfte und daraufhin allenfalls erstellte, ob diese "Personen" koordiniert 

agierten oder ob diese Prüfung unterblieb, letzterenfalls von einer Vorbefassung 

der vorinstanzlichen Gerichtsbesetzung auszugehen wäre, andernfalls aber auch 

ein redaktionelles Versehen im Rahmen der schriftlichen Urteilsbegründung vorlie-

gend könnte.

2.7. Seitens der Vorinstanz wurde im Rahmen der Sachverhaltserstellung hin-

sichtlich des Tatbeitrages des Beschuldigten 1 gestützt auf insbesondere durch die 

Videoaufnahmen festgehaltene Umstände erwogen, dass er zweifellos gewusst 

habe, dass neben ihm noch weitere Personen tätlich gegen die I._____- bzw. 

J._____-Mitarbeitenden vorgegangen seien bzw. vorgehen würden, wobei für ihn 

unschwer zu erkennen gewesen sei, dass sich die Aggressionen gegen die – auf-

grund ihrer auffälligen Leuchtwesten sichtbar als Gruppe bzw. Staatsbedienstete 

- 16 -

gekennzeichneten – I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden gerichtet hätten (Urk. 

109 E. III.D.3.5. S. 39 f.).

2.8. Bezüglich der Beschuldigten 2 hielt die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung 

ihres Tatbeitrages im Rahmen ihrer Sachverhaltserstellung insbesondere gestützt 

darauf, dass sie sich erst ins Geschehen eingemischt habe, als die Auseinander-

setzung auf der gegenüberliegenden Traminsel bereits in vollem Gang gewesen 

sei, fest, dass sie spätestens ab jenem Moment, als sie sich neben den unbekann-

ten, schwarz gekleideten Mann gestellt habe, welcher den Privatkläger 1 unmittel-

bar zuvor heftig gestossen hatte und welcher dies in ihrem Beisein sogleich erneut 

tat, wahrgenommen habe, dass nicht nur sie, sondern auch eine Vielzahl von Per-

sonen tätlich gegen die I._____- bzw. J._____-Angestellten agiert hätten (Urk. 109 

E. III.D.5.5.-5.7.).

2.9. Damit wurde von der Vorinstanz im Rahmen der Sachverhaltserstellung nicht 

der Frage nachgegangen, ob u.a. die Beschuldigten 1 und 2 koordiniert agiert hät-

ten. Dagegen kam sie im Rahmen ihrer nachherig im Rahmen der rechtlichen Wür-

digung vorgenommenen Überlegungen zum Schluss, dass in Anbetracht der räum-

lichen und zeitlichen Nähe der einzelnen Übergriffe von einem nicht bloss zufälli-

gen, sondern von einem bewussten und (jedenfalls spontan) koordinierten Zusam-

menwirken der Aggressoren auszugehen sei, sodass die Eingangsvoraussetzung 

für einen Angriff respektive Raufhandel – ein gemeinsames körperliches Attackie-

ren durch mindestens zwei Personen zum Nachteil von mindestens einer weiteren 

Person – ohne Weiteres erfüllt sei (Urk. 109 E. IV.E.1. S. 63 resp. F.1. S. 69).

2.10.  Demgemäss hat die Vorinstanz schlüssig aufgezeigt, weshalb sie folgerte, 

dass u.a. die beiden Berufungskläger koordiniert agiert hätten, was aber eine vor-

malige Sachverhaltserstellung und rechtliche Würdigung bedingt. Der Umstand, 

dass die Vorinstanz im begründeten Urteil einlässlich darlegte, weshalb sie zur Er-

kenntnis kam, dass u.a. die beiden Berufungskläger koordiniert agiert hätten, lässt 

darauf schliessen, dass sie die erforderlichen Überlegungen vornahm und nicht be-

reits zu Beginn unzulässigerweise davon ausging. Auch wenn einleitend Umstände 

erwähnt wurden, welche zuerst noch zu erstellen bzw. rechtlich zu würdigen waren, 

lassen diese vor diesem Hintergrund vielmehr ein redaktionelles Versehen bei der 

- 17 -

Urteilsredaktion als naheliegend erscheinen. Übereinstimmend mit dieser Einschät-

zung wurde seitens der Vorinstanz hernach unter der Erwägung III. Sachverhalt A. 

Anklagevorwurf (Urk. 109 S. 17 f.) denn auch festgehalten, was den Beschuldigten 

zusammengefasst vorgeworfen wird, ohne dass sich daraus ein bereits feststehen-

den koordiniertes Vorgehen ergibt. Schliesslich erweist sich die Auffassung der Pri-

vatklägerschaft (vgl. Prot. II S. 17) als zutreffend, wonach das schriftliche Urteil das 

Ergebnis oder die Zusammenfassung der vorgängigen Urteilsberatung nicht etwa 

eine Transkript der mündlichen Urteilsberatung darstellt. Eine Befangenheit wäre 

erst dann gegeben, wenn es den Verteidigungen gelungen wäre, darzulegen, dass 

vor der Urteilsberatung resp. -fällung eine Befangenheit resp. eine vorgefasste Mei-

nung vorgelegen hat, wofür indes keine Anhaltspunkte bestehen bzw. seitens der 

Verteidigungen keine solchen vorgebracht wurden.

2.11.  An dieser Einschätzung, wonach nicht von einer unzulässigen Vorbefassung 

auszugehen ist, vermag auch der seitens der Verteidigung des Beschuldigten 1 

vorgebrachte Einwand, die Annahme der Vorinstanz, dass der Beschuldigte 1 sich 

wie andere "in Gruppen zum Tatort" begeben habe (Urk. 114 S. 5 unter Bezug-

nahme auf Urk. 109 E. IV.E. 6 S. 66), sei aktenwidrig, nichts zu ändern, zumal auch 

seitens der Verteidigung anerkannt wird, dass er mit einer Begleitperson unterwegs 

war, und dies durchaus als Gruppe beschrieben werden kann (vgl. Bedeutung einer 

Gruppe gemäss Duden: Die kleinere Anzahl von [zufällig] zusammengekommenen, 

dicht beieinanderstehenden oder nebeneinandergehenden Personen [die als eine 

geordnete Einheit erscheinen]; vgl. https://www.duden.de/rechtschrei-

bung/Gruppe_Team zuletzt aufgerufen am 22. Juli 2024). 

2.12.  Auch das weitere Vorbringen der Verteidigung, wonach andere Formulierun-

gen der Vorinstanz den Anschein der Vorbefasstheit bestätigen würden, womit sie 

das angeblich koordiniert wirkende Vorgehen "der "Täter", wobei diese von Anfang 

an als eine Einheit, ein "Kollektiv" aufgefasst worden seien (Urk. 114 S. 5 unter 

Bezugnahme auf Urk. 109 E. IV.E. 7 S. 67), anspricht, überzeugt nicht. So hat die 

Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdigung hervorgehoben, dass es genügt, 

wenn sich eine oder mehrere Personen einem bereits gestarteten Angriff ansch-

liesst bzw. anschliessen (Urk. 109 E. IV.B.2.), was sie vorliegend durch das be-

- 18 -

wusste und (jedenfalls spontan) koordinierte Zusammenwirken der Aggressoren 

als erfüllt erachtete (Urk. 109 E. IV.E.1. S. 63), welche Beteiligungsform sie hernach 

als Kollektiv bezeichnete (Urk. 109 E. IV.E. 7 S. 67). Auch diesbezüglich legt die 

Vorinstanz ihre Überlegungen nachvollziehbar dar.

2.13.  Entgegen der Auffassung der Verteidigungen der Berufungskläger werden 

die von der Vorinstanz eingangs gemachten Angaben durch die späteren Erwägun-

gen massgeblich relativiert, indem sie – wie aufgezeigt – im Rahmen der Sachver-

haltserstellung und der rechtlichen Würdigung die getroffene Annahme eines koor-

dinierten Agierens einlässlich erstellt bzw. würdigt, was nicht erforderlich gewesen 

wäre, wenn dieser Umstand bereits von Beginn an festgestanden hätte. Deshalb 

vermögen die von den Verteidigungen der Beschuldigten 1 und 2 vorgebrachten 

Einwände keinen Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenom-

menheit des vorinstanzlichen Spruchkörpers zu begründen bzw. ein Misstrauen in 

die Unparteilichkeit der beteiligten Richterinnen und Richter zu erwecken. Auch 

wenn die vorinstanzliche Urteilsbegründung aus Sicht der Verteidigungen unzutref-

fend sein sollte, begründet dies ferner noch keine Befangenheit seitens des Ge-

richts. Der von den beiden Berufungsklägern gestellte Antrag betreffend Rückwei-

sung des Verfahrens an eine andere Abteilung der ersten Instanz ist deshalb ab-

zuweisen. 

3.1. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiser-

hebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen 

Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen des Artikels erhoben worden sind, 

nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war. Das Bundes-

gericht hat sich im Grundsatzentscheid 139 IV 25 umfassend mit der Tragweite 

sowie allfälligen Beschränkungen des in Art. 147 StPO garantierten Teilnahme-

rechts bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte aus-

einandergesetzt. Im Hinblick auf allfällige Einschränkungen der ab dem Zeitpunkt 

der Durchführung der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich 

umfassend gewährten Parteirechte hat das Bundesgericht klargestellt, dass der 

Gesetzgeber gegenüber der früheren Rechtslage das Teilnahme- und Fragerecht 

- 19 -

der Parteien, namentlich der beschuldigten Person, bei Beweiserhebungen als 

Ausgleich zu der in der schweizerischen StPO geschaffenen dominanten Stellung 

der Staatsanwaltschaft als Herrin des Vorverfahrens und der eingeschränkten Ab-

nahme von (im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobenen) Beweisen durch die er-

kennenden Gerichte bewusst gestärkt und ausgeweitet hat. Einschränkungen der 

Parteirechte (insbesondere des in Art. 147 Abs. 1 StPO konkretisierten Anspruchs 

auf rechtliches Gehör) bedürfen einer ausreichend klaren gesetzlichen Grundlage 

und müssen verhältnismässig sein, weshalb sie nur unter den gesetzlichen Voraus-

setzungen der Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO vorläufig 

eingeschränkt werden können. Ausnahmen von der Parteiöffentlichkeit und damit 

einhergehende Beschränkungen der Teilnahmerechte sind zurückhaltend und un-

ter Beachtung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes anzuwenden (vgl. BBl 2006 

1164 Ziff. 2.4.1.4; BGE 139 IV 25 E. 5.3). 

3.2. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO). 

Dazu zählt das Recht, Belastungszeugen zu befragen (Art. 147 Abs. 1 StPO; Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK). Dieser Anspruch ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein 

faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Eine belastende Zeugenaussage ist 

grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal 

während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das 

Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. Da-

mit der Anspruch auf Konfrontation gewahrt ist, muss die beschuldigte Person na-

mentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Be-

weiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage stellen zu können. 

Die Ausübung des Fragerechts setzt voraus, dass sich die befragte Person an der 

Konfrontationseinvernahme inhaltlich nochmals zur Sache äussert (BGE 140 IV 

172 E. 1.3 und E. 1.5; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichtes 

6B_517/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 2.1.1; 6B_315/2020 vom 18. Mai 2022 

E. 3.3; 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 3.3; je mit Hinweisen). 

3.3. Seitens der Vorinstanz wurde zutreffend dargelegt, dass nicht die tatsächli-

che, formelle Eröffnung einer Strafuntersuchung, sondern der Zeitpunkt, wann eine 

solche hätte eröffnet werden müssen, hinsichtlich der Teilnahmerechte bei Bewei-

- 20 -

serhebungen entscheidend ist, wofür sie zutreffenderweise das Vorliegen eines für 

die Untersuchungseröffnung hinreichenden Tatverdachts voraussetzt (Urk. 109 

E. III.B.5.). Auch erweist sich ihre Einschätzung als zutreffend (Urk. 109 E. III.B.5.), 

wonach ein für die Untersuchungseröffnung hinreichender Tatverdacht gegen die 

beiden Beschuldigten spätestens bei Bekanntwerden der sie betreffenden DNA-

Treffern am Fahrrad bzw. am Flaschenhals, mithin am 10. Oktober 2017, vorgele-

gen sei (vgl. den polizeilichen Nachtragsrapport des besagten Datums, Urk. 1/18 

S. 1 und S. 13), und die ab diesem Zeitpunkt in Abwesenheit der beiden Beschul-

digten respektive ihrer Verteidiger deponierten Aussagen der betroffenen I._____- 

bzw. J._____-Mitarbeitenden bzw. die davor deponierten Aussagen, mit welchen 

sie nicht konfrontiert wurden, nicht zu ihren Ungunsten verwertet werden dürfen. 

3.4. Demnach können die staatsanwaltlichen Einvernahmen des Privatklägers 1 

vom 2. Mai 2018 (Urk. 6/2) und diejenigen des Geschädigten K._____ vom 2. Mai 

2018 (Urk. 7/2) sowie der Auskunftsperson L._____ (Urk. 14/1) infolge Verletzung 

der Teilnahmerechte nicht zu Ungunsten des Beschuldigten 1 verwertet werden. 

Einhergehend mit der zutreffenden Ausführung der Verteidigung des Beschuldigten 

1 (Urk. 132 S. 11) spricht jedoch nichts gegen eine Verwertung zu Gunsten des 

Beschuldigten. 

3.5. Ebenso können die staatsanwaltlichen Einvernahmen des Privatklägers 1 

vom 2. Mai 2018 (Urk. 6/2) und 3. Juli 2018 (Urk. 6/4) und des Geschädigten 

K._____ vom 2. Mai 2018 (Urk. 7/2) und 3. Juli 2018 (Urk. 7/3) sowie der Auskunfts-

person L._____ (Urk. 14/1) infolge Verletzung ihrer Teilnahmerechte und die poli-

zeilichen Einvernahmen des Privatklägers 1 vom 2. Mai 2018, 24. Juli 2017 (Urk. 

6/1) und des Geschädigten K._____ vom 26. Juli 2017 (Urk. 7/1) mangels ihr da-

nach gewährter Konfrontationsrechte nicht zu Ungunsten der Beschuldigten 2 ver-

wertet werden. 

4.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Beru-

fungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein ins-

- 21 -

gesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 

E. 5.3.1.; BSK StPO II-BÄHLER, Art. 402 StPO N 1 f.).

4.2. Seitens des Beschuldigten 1 wurde die Berufung auf die (ihn betreffenden) 

Schuldsprüche (Dispositivziffer 1), die Strafzumessung (Dispositivziffer 4), den 

Strafvollzug (Dispositivziffer 5), die den Privatklägern 1 und 3 zu entrichtenden Ge-

nugtuungszahlungen (Dispositivziffern 11, 12 und 15), die Kostenauflage (Disposi-

tivziffern 21 und 23) sowie die den Privatklägern 1 und 3 zu entrichtenden Entschä-

digungszahlungen (Dispositivziffern 24 und 26) beschränkt (vgl. Urk. 114 S. 3; 

Urk. 132 S. 1). Seitens der Beschuldigten 2 wurde die Berufung auf die (sie betref-

fenden) Schuldsprüche (Dispositivziffer 2), die Strafzumessung (Dispositivziffer 6), 

den Strafvollzug (Dispositivziffer 7), die den Privatklägern 1 und 3 zu entrichtenden 

Genugtuungszahlungen (Dispositivziffern 12 und 15), die Kostenauflage (Disposi-

tivziffern 21 und 23) sowie die den Privatklägern 1 und 3 zu entrichtenden Entschä-

digungszahlungen (Dispositivziffern 24 und 26) beschränkt (vgl. Urk. 115 S. 2; 

Urk. 133 S. 1 f.). Wie bereits erwähnt (obenstehend unter E. I.1.) wurde bereits mit 

Beschluss vom 31. Mai 2023 (Urk. 121) festgestellt, dass die ausschliesslich den 

Beschuldigten 3 betreffenden Dispositivziffern 3, 8 und 9 des vorinstanzlichen Ur-

teils in Rechtskraft erwachsen sind. Abgesehen davon ist der vorinstanzliche Ent-

scheid daher ferner hinsichtlich der Dispositivziffern 10 (Einziehungen), 13 (Abwei-

sung Feststellung Schadenersatzpflicht gegenüber Privatkläger 1), 14 (Abweisung 

Genugtuungsbegehren Privatkläger 2), 16 (Abweisung Schadenersatzbegehren 

Privatkläger 4), 17 (Kostenfestsetzung), 18-20 (Entschädigungen amtliche Vertei-

digungen), 22 (Kostenauflage Gerichtsgebühr Beschwerdeverfahren UB180046), 

25 (Abweisung Entschädigungsbegehren Privatkläger 2) sowie 27 (Abweisung Ent-

schädigungsbegehren Privatkläger 4) in Rechtskraft erwachsen, was mittels Be-

schlusses festzustellen ist. 

III. Materielles

A. Tatvorwürfe

- 22 -

Hinsichtlich der Tatvorwürfe ist auf die jeweiligen Anklageschriften zu verweisen 

(Urk. 49/1 und 49/7).

B. Beweisgrundsätze

Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweisführung umfassend und zutreffend 

dargelegt (Urk. 109 E. III.C.1.-2.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. 

Ergänzend ist anzumerken, dass im Rahmen der nachstehenden Erwägungen auf 

die Argumente der Parteien einzugehen ist. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 

Abs. 2 BV verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in 

seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrü-

cklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2; 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_25/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 3.1; 

6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2; 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 

E. 1.1; je mit weiteren Hinweisen).

C. Versuchte schwere Körperverletzung, Angriff und Gewalt und Drohung ge-

gen Behörden und Beamte durch den Beschuldigten 1

1. Seitens des Beschuldigten 1 und seiner Verteidigung werden die ihm gemach-

ten Anklagevorwürfe im Wesentlichen unverändert bestritten (Urk. 93 S. 1 ff.; 

Urk. 114 S. 1 ff.; Urk. 132 insb. S. 10 ff.). Nicht in Abrede gestellt wird seitens der 

Verteidigung demgegenüber, dass sich der Beschuldigte 1 damals am anklagege-

genständlichen Ort befand, dass er von der Anklagebehörde bzw. der Vorinstanz 

zutreffend identifiziert wurde und dass er in eine tätliche Auseinandersetzung invol-

viert war, was allerdings aus Notwehrhilfe geschehen sei (Urk. 93 S. 3 ff. insb. 

S. 12 f.; 114 S. 4; Urk. 132 S. 10 ff.). Ergänzend kann auf die sich als allesamt 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur Identifikation des Beschuldigten 1 

verwiesen werden (Urk. 109 E. III. D.2.1.-2.3.).

- 23 -

2. Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwertbare 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

des Beschuldigten 1 (Urk. 4/2-4; Urk. 85; Prot. II S. 12), diejenigen der Beschuldig-

ten 2 (Urk. 5/1-2) und des Beschuldigten 3 (Urk. 2/1-5; Urk. 89), die Einvernahmen 

von M._____ (Urk. 3/1-2), diejenigen der Privatkläger 1 (Urk. 6/1 u. 6/4), 2 

(Urk. 13/1-2), 3 (Urk. 9/1-2) und 4 (Urk. 12/1-2), die Aussagen der Geschädigten 

K._____ (Urk. 7/1 u. 7/3), N._____ (Urk. 8/1-2), O._____ (Urk. 10/1-2), P._____ 

(Urk.11/1-2), diverse Polizeirapporte mit Nachträgen sowie Beilagen (Urk. 1/1-2; 

1/18; 1/22; 1/25), eine Fotodokumentation des Tatorts (Urk. 1/3) sowie diverse 

DVDs mit Videoaufnahmen (Urk. 1/5-15), Spurenauswertungen des Forensischen 

Instituts der Universität Zürich (FOR) (Urk.16/1-4), Medizinische Akten betreffend 

den Privatkläger 1 (Urk. 17/1-4), betreffend den Privatkläger 3 (Urk. 20/1-4), betref-

fend den Geschädigten K._____ (Urk. 18/1-4) sowie betreffend den Geschädigten 

N._____ (Urk. 19/1-6) sowie Durchsuchungsakten betreffend die Beschuldigten 1 

und 3 (Urk. 21/1-4 bzw. 22/1-4).

3.1. Wesentliche Beweismittel zur Prüfung der anklagegegenständlichen Vorfälle 

stellen die sich in den Akten befindlichen Videoaufnahmen dar: Seitens der Vor-

instanz wurde der Inhalt der massgeblichen Aufnahmen – der Videosequenzen 

Seq04-cam02 (Urk. 1/5 CD 1: 03:53:40 Uhr-03:54:54 Uhr; entsprechend Urk. 1/8), 

Seq08-cam03 (Urk. 1/5 CD 1), Cam13 und Cam 13_1 (Urk. 1/5 CD 2) sowie 

Seq16_cam12 (Urk. 1/5 CD 1) – einschliesslich der darauf identifizierten Personen 

und dem daraus ersichtlichen Handlungsgeschehen umfassend und zutreffend 

wiedergegeben (Urk. 109 E. III.D.1.1.-1.13.), weshalb vorab vollumfänglich auf ihre 

Feststellungen verwiesen werden kann. 

3.2. Seitens der Vorinstanz wurde hinsichtlich des Beschuldigten 1 – der damals 

über eine vornehmlich dunkle Bekleidung (schwarze Oberbekleidung; dunkelgraue 

oder schwarze Hosen; dunkle Kappe) mit einem stark kontrastierenden pinkfarbe-

nen Streifen über Ärmel und Brust sowie einen pinkfarbenen Kragenbereich ver-

fügte (s. auch Urk. 1/3 S. 9 f.) – besonders interessierenden Videoaufnahmen auch 

zutreffend dargelegt (Sequenz Seq04_cam02: Urk. 1/5 CD 1), wie er sich – eine 

Flasche in der linken Hand haltend – vom WC-Häuschen her der Szenerie an der 

- 24 -

Tramhaltestelle Limmatplatz näherte, um 03:54:38 Uhr im Laufschritt auf bzw. über 

die Haltestellenbank hinwegstieg, wobei er die Flasche in die andere Hand wech-

selte und sich einen weiteren Schritt in Richtung des – in diesem Augenblick von 

zwei J._____-Mitarbeitenden sowie M._____ verdeckten und somit zwischenzeit-

lich nicht sichtbaren – Privatklägers 1 näherte, mit der Flasche in der Hand aus-

holte, bis sich diese ungefähr auf Schulterhöhe befand (03:54:39 Uhr), danach mit 

seinem Körper nach vorne in Richtung des Privatklägers 1 schnellte und für einen 

Moment hinter M._____ aus dem Sichtfeld der Kamera verschwand. Ebenso hat 

die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass eine eigentliche Schlagbewegung auf 

den Überwachungsvideos – auch aus dem gegenüberliegenden Blickwinkel (vgl. 

Seq08_cam03) – nicht zu sehen ist. Korrekt erwog die Vorinstanz ausserdem, dass 

der Beschuldigte um 03:54:40 Uhr in der Sequenz Seq04_cam02 wieder zum Vor-

schein kam, sich umdrehte und davon rannte, wobei er noch kurz von M._____ am 

Arm festgehalten wurde, wobei sich der Privatkläger 1 gleichzeitig mit der linken 

Hand an den Hinterkopf fasste und hernach auf seine Handinnenfläche schaute. 

3.3. Damit ist gestützt auf das Videomaterial – einhergehend mit der zutreffenden 

Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.2.) – erstellt, dass sich der Beschul-

digte 1 dem Privatkläger 1 mit einer Glasflasche näherte. Auch wenn die ange-

klagte Schlagbewegung auf den Hinterkopf des Privatklägers 1 auf den Aufnahmen 

nicht direkt zu sehen ist, lässt sie sich angesichts der Ausholbewegung und der 

veränderten Körperposition nach dem mutmasslichen Schlag indes erahnen. 

3.4. Diese Schlussfolgerung wird durch das übrige Beweisergebnis bestätigt. So 

gaben mehrere Personen übereinstimmend zu Protokoll, dass ein Schlag mit einer 

Flasche erfolgte, welcher sich aufgrund des von ihnen jeweils weiter beschriebenen 

Handlungsgeschehens mühelos mit dem aus den Videoaufnahmen ersichtlichen 

Vorgehen des Beschuldigten 1 in Übereinstimmung bringen lässt (N._____: Urk. 

82 S. 5 F/A 24 ff.; Privatkläger 3: Urk. 9/2 S. 4 F/A 15 f.; Privatkläger 4: Urk. 12/2 

S. 4 F/A 14 ff.). Ferner wurde seitens der Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen 

(Urk. 109 E. III.D.3.2.), dass auch die Reaktion des Privatklägers 1, welcher sich 

unmittelbar danach an den Hinterkopf fasst und dann sofort in seine Handfläche 

schaut, zeigt, dass er in den entscheidenden Sekunden durch einen unbekannten 

- 25 -

Gegenstand am Hinterkopf getroffen worden sein muss. Auch ist der Einschätzung 

der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.2.) beizupflichten, dass die Vermutung, dass den 

Privatkläger 1 die Flasche am Hinterkopf – und nicht an einer anderen Stelle am 

Kopf – getroffen hat, insofern naheliegend ist, als der Privatkläger 1 gerade im Be-

griff war, zwei Personen am Boden zu fixieren, und folglich den Blick zum Boden 

gesenkt haben dürfte, während der Beschuldigte 1 aus dem Laufschritt heraus mit 

der bis auf Schulterhöhe erhobenen Flasche von oben herab zugeschlagen hat.

3.5. Nicht zu folgen ist der Vorinstanz in ihrer Einschätzung, dass in Anbetracht 

der Umstände davon auszugehen sei, dass die Flasche vor dem Schlag noch min-

destens teilweise mit Flüssigkeit gefüllt war, zumal eine andere Kameraeinstellung 

zeige (Urk. 1/5 CD 1 Seq07_cam11, um 03:54:13 Uhr), wie der Beschuldigte 1 un-

mittelbar im Vorfeld der Auseinandersetzung auf die Traminsel schlendere und 

noch einen Schluck daraus nehme (vgl. Urk. 109 E. III.D.3.2. S. 37). So kann auch 

gestützt auf diese Argumentation nicht rechtsgenügend ausgeschlossen werden, 

dass die Flasche nach diesem Schluck geleert war. Der Privatkläger 1 sagte bei 

der Staatsanwaltschaft aus, dass die Flasche "nicht voll" gewesen sei, ansonsten 

sein Schädel sicher gebrochen gewesen sei (Urk. 6/4 S. 7 F/A 30). Ferner gab der 

J._____-Mitarbeitende N._____ vor Polizei zu Protokoll, dass die Flasche im Zeit-

punkt des Schlages leer gewesen sei (Urk. 8/1 S. 5 F/A 33). Angesichts dieser Um-

stände ist zu Gunsten des Beschuldigten 1 deshalb von einem Schlag mit einer 

leeren Flasche auszugehen, obschon auch die Verteidigung des Beschuldigten 1 

von einer erst fast leeren Flasche ausgeht (Urk. 93 S. 12; Urk. 132 S. 13, 21 u. 25). 

Dass diese beim Schlag auf den Kopf des Privatklägers 1 zerbrochen ist, kann ge-

stützt auf den Befund des ihn im Nachgang zum Vorfall gleichentags untersuchen-

den Oberarztes des Stadtspitals Waid – einhergehend mit der zutreffenden Auffas-

sung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.2.) – als erstellt gelten, zumal auf dem 

Haupt des Privatklägers 1 neben einer oberflächlichen Schürfung auch Glassplitter 

gefunden wurden (Urk. 17/4 S. 1). Ferner sagte auch der Privatkläger 3 glaubhaft 

und konsistent aus, dass die Flasche auf dem Kopf des Privatklägers 1 zerborsten 

sei bzw. dabei zu Bruch gegangen sei (Urk. 9/1 S. 4 F/A 34; Urk. 9/2 S. 4 F/A 15), 

weshalb der Anklagesachverhalt diesbezüglich erstellt ist.

- 26 -

3.6. Bereits der Umstand, dass beim Privatkläger 1 eine "Commotio cerebri", also 

eine Hirnerschütterung bzw. eine leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas dia-

gnostiziert wurde, welche immerhin bis am Abend des 16. Juli 2017 stationär be-

obachtet werden musste (vgl. Austrittsbericht Chirurgie des Stadtspitals Waid vom 

16. Juli 2017: Urk. 17/3), sowie die Tatsache, dass aus den Videoaufnahmen eine 

ausladende Ausholbewegung des Beschuldigten 1 ersichtlich ist (vgl. Urk. 1/5: Se-

quenz Seq04_cam02 03:54:39 Uhr), implizieren – einhergehend mit der zutreffen-

den Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.2. S. 37) – auch eine gewisse 

Heftigkeit des Schlages, was auch durch die glaubhafte Aussage des Privatklä-

gers 1 vor Staatsanwaltschaft, dass die Intensität des Schlages "stark" gewesen 

sei (Urk. 6/4 S. 7 F/A 32), bestätigt wird. 

3.7. Mit Ausnahme des Umstands, dass nicht rechtsgenügend nachgewiesen ist, 

dass die Glasflasche zumindest teilweise gefüllt bzw. halbvoll war, ist der Anklage-

sachverhalt hinsichtlich der versuchten schweren Körperverletzung demgemäss in 

diesem Umfang in objektiver Hinsicht erstellt.

3.8. Aufgrund des vom Beschuldigten 1 an den Tag gelegten Vorgehens ist ohne 

Weiteres davon auszugehen, dass er sich der möglichen Folgen seines mit einer 

gewissen Heftigkeit ausgeführten Schlags mit der Flasche gegen den Privatkläger 

1, mit welchen er jenen in Lebensgefahr bringen hätte können bzw. ihn schwer 

verletzen hätte können, bewusst war und diese zumindest in Kauf nahm, auch 

wenn er im Laufe des Verfahrens – auch dazu – keinerlei Aussagen traf. Deshalb 

ist auch der subjektive Anklagesachverhalt hinsichtlich der versuchten schweren 

Körperverletzung erstellt.

3.9. Auch ist aufgrund der gemachten Erwägungen angesichts der Videoaufnah-

men (vgl. insb. vorstehend unter E. 3.1. unter Verweis auf Urk. 109 E. III.D.1.1.-

1.13.) und gestützt auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 4 und des Ge-

schädigten N._____ insbesondere zu den vorgängigen Provokationen seitens der 

Beschuldigten 2 (Urk. 12/1 S. 2 F/A 10 ff.; Urk. 12/2 S. 3 F/A 10) bzw. denjenigen 

von M._____ und weiterer Personen (Urk. 8/1 S. 2 F/A 8 ff.; Urk. 8/2 S. 3 F/A 10), 

welche auch im Übrigen Beweisergebnis ihren Niederschlag finden (vgl. dazu die 

zutreffende Würdigung der Vorinstanz der massgeblichen Aussagen weiterer Be-

- 27 -

teiligter zu den vorgängigen Provokationen gegenüber den I._____- und J._____-

Mitarbeitern: Urk. 109 E. III.D.8.1.), in Bezug auf die objektiven Umstände des an-

geklagten Angriffs erstellt, dass der Beschuldigte 1 sich zusammen mit den Be-

schuldigten 2 und 3 und ca. 10 anderen, nicht näher bekannten Personen zur an-

klagegegenständlichen Zeit an der Tramhaltestelle Limmatplatz aufhielt, dass sich 

dort aufgrund einer vorzunehmenden Grosskontrolle eines Nachtbusses ca. 8 Mit-

arbeiter der I._____ und 4 für deren Sicherheit verantwortliche Personen der 

J._____ aufhielten, dass es zuerst durch die Beschuldigten und die weiteren unbe-

kannten Personen zu verbalen Provokationen gegenüber den I._____- bzw. 

J._____-Angestellten, indem sie diese als u.a. als «Arschlöcher» und «Opfer der 

Stadt Zürich» betitelten, dass in der Folge einer der Angreifer dem Privatkläger 3 

ein Kontrollgerät aus der Hand schlug, so dass dieses auf den Boden fiel und ka-

puttging sowie dass ein nicht näher bekannter Mann auf den Privatkläger 1 in der 

Absicht zuging, diesen zu schlagen, es dem Privatkläger 1 aber gelang, diesen 

Mann auf dem Boden zu fixieren, als der Privatkläger 1 von mehreren nicht näher 

bekannten Personen und auch der Beschuldigten 2 tätlich angegangen wurde, wel-

che er dann auf dem Boden fixierte. Bezüglich der ferner angeklagten weiteren Ver-

letzungen von N._____ und des Privatklägers 3 kann vollumfänglich auf die sich 

als zutreffend erweisenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.8.2.) 

verwiesen werden. 

3.10. In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten 1 hinsichtlich Angriffs zusam-

mengefasst vorgeworfen, gewusst zu haben, dass sein tätliches Vorgehen gegen-

über den geschädigten I._____-Kontrolleuren und J._____-Mitarbeitenden in ein 

entsprechendes tätliches Handeln der Beschuldigten 2 und 3 sowie ca. weiteren 8 

unbekannten Mittätern gegenüber dieser Gruppe eingebettet war und angegriffen 

habe, was er auch gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen habe (vgl. 

Urk. 49/1 insb. S. 4). 

3.11.Diesbezüglich wird seitens der Verteidigung eingewandt, die Auseinanderset-

zung sei vielmehr aufgrund des Verhaltens der I._____-Kontrolleure und J._____-

Mitarbeitenden eskaliert (Urk. 93 S. 2) bzw. seien diese die Angreifenden und die 

übrigen involvierten Personen die Angegriffenen gewesen (Urk. 93 S. 15; Urk. 132 

- 28 -

S. 16 ff.). Der Beschuldigte 1 habe bei seinem Eintreffen an der Tramhaltestelle 

Limmatplatz laut der Verteidigung die Situation vorgefunden, dass eine Überzahl 

von kampfbereiten und uniformierten I._____- und J._____-Angestellten auf einige 

Zivilpersonen losgegangen sei, wobei er sich dadurch zum Einschreiten veranlasst 

gesehen habe, dass ein über einen Zentner schwerer Thaiboxer zwei Menschen 

brutal zu Boden geworfen habe (Urk. 93 S. 13). Sein Handeln sei deshalb als Not-

wehrhilfe zu würdigen (Urk. 93 S. 13 ff.). Einhergehend mit der überwiegend zutref-

fenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.3.) geht diese Sachdarstel-

lung indes in mehrerer Hinsicht fehl: So geht aus der Visionierung der Kameras 2 

und 9 unzweifelhaft eine Angriffsbewegung von mindestens einer der zwei schwarz 

gekleideten Personen in Richtung des Privatklägers 1 hervor (Urk. 1/5 

Seq04_cam02; Urk. 1/5 Seq03_cam09; jeweils um 03:54:27 Uhr). Es trifft deshalb 

nicht zu, dass die körperlichen Aggressionen in erster Linie von den beteiligten 

I._____- oder J._____-Angestellten bzw. insbesondere vom Privatkläger 1 ausge-

gangen wären, auch wenn der Verteidigung des Beschuldigten 1 darin beizupflich-

ten ist (vgl. Urk. 132 S. 15 ff.; Prot. II S. 24 f.), dass heftige Schlag- und Stossbe-

wegungen seitens der zwei schwarz gekleideten Personen gestützt auf die erwähn-

ten Visionierungen nicht erstellt sind. Der Vorinstanz ist allerdings darin beizupflich-

ten (Urk. 109 E. III.D.3.3.) bzw. scheint es zumindest naheliegend, dass der Be-

schuldigte 1 – entgegen der Ansicht seiner Verteidigung (Urk. 132 S. 20) – nicht 

sah, dass der Privatkläger 1 den schwarz gekleideten Unbekannten zu Boden 

führte, weil er im entscheidenden Augenblick noch damit beschäftigt war, mit dem 

vor ihm stehenden I._____-Angestellten zu diskutieren (Urk. 1/5 Seq08_cam03, um 

03:54:29 Uhr). Schliesslich ist der Vorinstanz auch darin zu folgen, dass das Video-

material – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Prot. I S. 32) – nicht den An-

schein erwecke, der Privatkläger 1 würde auf die unter ihm am Boden liegenden 

Personen einschlagen bzw. dass auch nicht zu Gunsten des Beschuldigten 1 da-

von auszugehen sei, weil die entscheidenden Videosequenzen (Urk. 1/5 

Seq04_cam02, ab 03:54:35 Uhr) im Gegenteil darauf hindeuten, dass der Privat-

kläger 1 lediglich bemüht war, die am Boden arretierten Personen zu fixieren. Zen-

tral ist letztlich die durch die Videoaufnahmen erstellte und auch von der Vorinstanz 

(Urk. 109 E. III.D.3.5.) berücksichtigte Tatsache, dass der Beschuldigte 1 das be-

- 29 -

ginnende Gerangel zwischen Haltestellenbank und WC-Häuschen unmittelbar mit-

bekam und dieses offensichtlich sogar zum Anlass nahm, sich dem Getümmel zu 

nähern und einen I._____-Mitarbeiter zur Rede zu stellen, indem er diesen mit der 

Hand vor die Brust stiess und wild gestikulierend ausrief (Urk. 1/5 Seq08_cam03, 

ab 03:54:20 Uhr) und hernach auf die körperliche Auseinandersetzung zwischen 

dem Privatkläger 1 und den beiden schwarz gekleideten Personen aufmerksam 

wurde (03:54:30 Uhr), woraufhin er zielgerichtet über die Haltestellenbank hinweg 

zu diesen Personen hinging und den Schlag mit der Glasflasche ausführte. Einher-

gehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.3.5. S. 

40) musste ihm somit im Moment seines Eingreifens nicht nur der tätliche bzw. 

gewaltsame Charakter der Auseinandersetzung bewusst gewesen sein, sondern 

es war ihm auch gewahr, dass neben ihm noch weitere Personen tätlich gegen die 

I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden vorgingen bzw. vorgehen würden, wobei für 

den Beschuldigten 1 unschwer zu erkennen war, dass sich die Aggressionen gegen 

die – aufgrund ihrer auffälligen Leuchtwesten sichtbar als Gruppe bzw. Staatsbe-

dienstete gekennzeichneten – I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden richteten, wel-

che sich erkennbar offensichtlich in Ausübung ihres Berufs an der Tramhaltestelle 

Limmatplatz aufhielten. Demnach ist auch der subjektive Anklagesachverhalt er-

stellt.

D. Angriff und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte durch die Be-

schuldigte 2

1. Seitens der Beschuldigten 2 und ihrer Verteidigung werden die ihr gemachten 

Anklagevorwürfe im Wesentlichen unverändert bestritten (Urk. 94 S. 1 ff.; Urk. 115 

S. 1 ff.; Urk. 133 insb. S. 6 ff.). Nicht in Abrede gestellt wird seitens der Verteidigung 

demgegenüber, dass sich die Beschuldigte 2 damals am anklagegegenständlichen 

Ort befand, dass sie von der Anklagebehörde bzw. der Vorinstanz zutreffend iden-

tifiziert wurde und dass sie in eine tätliche Auseinandersetzung involviert war, wobei 

sie allerdings lediglich helfen habe wollen und in Notwehrhilfe gehandelt habe (Urk. 

94 S. 4 ff.; 115 S. 5; Urk. 133 S. 6 ff.). Ergänzend kann auf die sich als allesamt 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur Identifikation der Beschuldigten 2 ver-

wiesen werden, wonach in einer Gesamtwürdigung der Beweise, vor allem aber in 

- 30 -

Anbetracht der Ergebnisse der Spurenauswertung (DNA-Spuren insbesondere an 

den Bedienungselementen [Bremsen und Schloss] am sichergestellten hellblauen 

Fahrrad; Urk. 16/4 S. 2) sowie der einschlägigen Videosequenzen, aus welchen 

hervorgeht, dass die Beschuldigte 2 ein hellblaues Fahrrad schiebt (insb. Urk. 1/5 

CD 2 Cam13_1 um 04:01:49 Uhr), keine vernünftigen Zweifel daran bestehen wür-

den, dass es sich bei der kurzhaarigen, schwarz gekleideten Frau auf den Videos 

um die Beschuldigte 2 handle (Urk. 109 E. III. D.2.1.-2.3.).

2. Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwertbare 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

des Beschuldigten 1 (Urk. 4/2-4; Urk. 85; Prot. II S. 12), diejenigen der Beschuldig-

ten 2 (Urk. 5/1-2) und des Beschuldigten 3 (Urk. 2/1-5; Urk. 89), die Einvernahmen 

von M._____ (Urk. 3/1-2), diejenigen der Privatkläger 2 (Urk. 13/1-2), 3 (Urk. 9/1-

2) und 4 (Urk. 12/1-2), die Aussagen der Geschädigten N._____ (Urk. 8/1-2), 

O._____ (Urk. 10/1-2) und P._____ (Urk.11/1-2), lediglich zu Gunsten der Beschul-

digten 2 die Einvernahmen des Privatklägers 1 (Urk. 6/1; 6/2; 6/4) und des Geschä-

digten K._____ (Urk. 7/1; 7/2; 7/3), ferner diverse Polizeirapporte mit Nachträgen 

sowie Beilagen (Urk. 1/1-2; 1/18; 1/22; 1/25), eine Fotodokumentation des Tatorts 

(Urk. 1/3) sowie diverse DVDs mit Videoaufnahmen (Urk. 1/5-15), Spurenauswer-

tungen des Forensischen Instituts der Universität Zürich (FOR) (Urk.16/1-4), Medi-

zinische Akten betreffend den Privatkläger 1 (Urk. 17/1-4), betreffend den Privat-

kläger 3 (Urk. 20/1-4), betreffend den Geschädigten K._____ (Urk. 18/1-4) sowie 

betreffend den Geschädigten N._____ (Urk. 19/1-6) sowie Durchsuchungsakten 

betreffend die Beschuldigten 1 und 3 (Urk. 21/1-4 bzw. 22/1-4). 

3.1. Wie bereits hinsichtlich des dem Beschuldigten 1 vorgeworfenen Anklage-

sachverhalts (obenstehend unter E. C.3.1.), stellen die sich in den Akten befindli-

chen Videoaufnahmen auch ein wesentliches Beweismittel bezüglich des der Be-

schuldigten 2 zur Last gelegten Anklagesachverhalts dar: Seitens der Vorinstanz 

wurde der Inhalt der massgeblichen Aufnahmen – der Videosequenzen Seq04-

cam02 (Urk. 1/5 CD 1: 03:53:40 Uhr-03:54:54 Uhr, entsprechend Urk. 1/8), Seq08-

cam03 (Urk. 1/5 CD 1), Cam13 und Cam 13_1 (Urk. 1/5 CD 2) sowie Seq16_cam12 

(Urk. 1/5 CD 1) – einschliesslich der darauf identifizierten Personen und dem dar-

- 31 -

aus ersichtlichen Handlungsgeschehen umfassend und zutreffend wiedergegeben 

(Urk. 109 E. III.D.1.1.-1.13.), weshalb vorab erneut vollumfänglich auf ihre Feststel-

lungen verwiesen werden kann. Auch legte die Vorinstanz zutreffend dar, wie die 

Beschuldigte 2 im Rahmen der aktenkundigen Videoaufnahmen in Erscheinung trat 

(vgl. Urk. 109 E. III.D.1.4. bzw. 1.12.): Um 03:54:22 Uhr ist auf der Videoaufnahme 

Seq04_cam02 ersichtlich, wie die Beschuldigte 2 von links über die Gleise in Rich-

tung des Getümmels lief, wobei sie einen Rucksack in der rechten Hand hielt und 

einem komplett in schwarz gekleideten Unbekannten zu Hilfe eilt, welcher sich im 

Disput mit dem Privatkläger 1 befand. Auf einer anderen Aufnahme, welche den 

Limmatplatz von der gegenüberliegenden Traminsel zeigt (Cam13 bzw. Cam13_1; 

Urk. 1/5 CD 2), ist die Beschuldigte 2 ersichtlich, wie sie in der rechten unteren 

Ecke des Bildes mit einem Rucksack – neben sich ein helles Fahrrad herschiebend, 

welches sie schliesslich an die Wand des dortigen Haltestellenhäuschens lehnt – 

auftauchte. Die Aufnahme zeigt auch, dass die Beschuldigte 2 von einem Mann mit 

einem oliv-grünen T-Shirt begleitet wurde, welcher dann über die Gleise zur gegen-

überliegenden Traminsel ging. Ihm folgte daraufhin ein komplett in schwarz geklei-

deter Mann, welcher zunächst noch ein paar Worte mit der Beschuldigten 2 wech-

selte. Die Aufnahme zeigt, wie die Beschuldigte 2 vorerst auf der diesseitigen Tram-

insel zurück blieb, wo sie unmittelbar neben dem an der Wand gelehnten Fahrrad 

einen Papierfetzen zu Boden warf (03:53:51 Uhr), kurz darauf den Privatkläger 4 in 

ein Gespräch verwickelte (03:54:08 Uhr), um 03:54:18 Uhr auf die sich plötzlich 

zuspitzenden Geschehnisse auf der gegenüberliegenden Traminsel aufmerksam 

wurde und ebenfalls dorthin rannte. 

3.2. Die angeklagten Schläge gegen den Rücken des Privatklägers 1 lassen sich 

den Videoaufnahmen nicht entnehmen, auch wenn seitens ihrer Verteidigung vor 

Vorinstanz noch zumindest ein Klopfen der Beschuldigten 2 auf den Rücken des 

Privatklägers 1 eingeräumt wurde (Urk. 94 S. 5 u. 8), und finden – einhergehend 

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.5.2.) – im Weite-

ren durch die übrigen verwertbaren Beweismittel keine Bestätigung. Insoweit ist der 

Anklagesachverhalt nicht erstellt. Zu sehen ist in den Videoaufnahmen indes, wie 

die Beschuldigte 2 den Privatkläger 1 von hinten festhält und diesen vom schwarz 

gekleideten Mann am Boden wegzuziehen versucht (Urk. 1/5 Seq04_cam02 

- 32 -

03:54:26-03:54:28). Insoweit ist der Anklagesachverhalt deshalb erstellt. Zu Guns-

ten der Beschuldigten 2 ist insbesondere gestützt auf die konsistenten Aussagen 

des Privatklägers 1 ebenfalls als erstellt zu erachten, dass sie von ihm daraufhin 

nach unten auf den Boden gezogen und von ihm fixiert wird, wobei er – was seine 

Aussagen glaubhaft erscheinen lässt – in seinen tatnäheren Einvernahmen noch 

detailliertere Aussagen insbesondere auch zur Identität der davon betroffenen Per-

son traf (Urk. 6/1 S. 2. f F/A 16 f.; Urk. 6/2 S. 4 F/A 12 u. S. 7 F/A 28 f.; Urk. 6/4 S. 4 

F/A 12 u. S. 6 F/A 24 f.). 

3.3. Hinsichtlich des angeklagten, der Beschuldigten 2 zur Last gelegten Angriffs 

kann in objektiver Hinsicht vollumfänglich auf die bereits gemachten Erwägungen 

und die damit erstellten Umstände in Bezug auf eine entsprechende Beteiligung 

seitens des Beschuldigten 1 verwiesen werden (s. vorstehend unter E. C.3.1.). Be-

züglich der ferner angeklagten weiteren Verletzungen von N._____ und des Privat-

klägers 3 kann zudem vollumfänglich auf die sich als zutreffend erweisenden Aus-

führungen der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.8.2.) verwiesen werden.

3.4. In subjektiver Hinsicht wird der Beschuldigten 2 hinsichtlich des Angriffs zu-

sammengefasst vorgeworfen, gesehen zu haben, dass – nicht nur sie – sondern 

auch die Beschuldigten 1 und 3 und die weiteren ca. 8 unbekannten Mittäter auf 

die geschädigten I._____-Kontrolleuren und J._____-Mitarbeitenden einschlugen, 

womit sie um den Angriff durch erstere auf letztere Gruppe gewusst habe, welchen 

sie auch gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen habe (vgl. Urk. 49/7 

insb. S. 3). 

3.5. Wie bereits erwähnt (obenstehend unter E. 3.2.) sind die angeklagten Schläge 

der Beschuldigten 2 nicht erstellt. Nachfolgend ist zu prüfen, um welches tätliche 

Vorgehen welcher weiterer Personen sie wusste.

3.6. Seitens der Verteidigung der Beschuldigten 2 wird eingewandt, dass es unzu-

treffend sei, dass die Beschuldigte 2 die anklagegegenständlichen Schläge mitbe-

kommen habe. So sei sie noch auf der anderen Seite der Traminsel gewesen, als 

der Raufhandel bereits im Gange gewesen sei. Später habe sie der Privatkläger 1 

angeschrien und sie sei vergeblich damit beschäftigt gewesen, die vom Privatklä-

- 33 -

ger 1 am Boden fixierte Person "zu bergen", woraufhin sie selbst unter dem Privat-

kläger 1 zu liegen gekommen sei, weshalb sie in diesem Zeitraum nichts sehen 

habe können (Urk. 94 S. 6 f.). 

3.7. Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 109 

E. III.D.5.6.) und der Ansicht der Verteidigung (Urk. 94 S. 6 f.), ist erwiesen, dass 

die Beschuldigte 2 nicht mitbekam, wie dem Privatkläger 3 das Kontrollgerät aus 

der Hand, später mit der geöffneten Fahrradkette gegen den Geschädigten 

K._____ geschlagen wurde und dem Privatkläger 1 durch den Beschuldigten 1 mit 

der Flasche einen Schlag auf den Kopf versetzt wurde, da sie entweder noch in ein 

Gespräch mit dem Privatkläger 4 verwickelt war (Urk. 15/1 CD 2 Cam13 03:54:13 

Uhr) oder sich inmitten einer Menschenansammlung am Boden befand und dort 

fixiert wurde. Demgegenüber ist – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vor-instanz (Urk. 109 E. III.D.5.7) – erstellt, dass die Beschuldigte 2 wusste, 

dass sie nicht allein, sondern gemeinsam mit weiteren Personen tätlich gegen die 

I._____- und J._____-Mitarbeitenden agierte. So mischte sie sich erst ins Gesche-

hen ein, als die – für sie erkennbar nicht rein verbal geführte – Auseinandersetzung 

auf der gegenüberliegenden Traminsel bereits in vollem Gange war und für sie un-

schwer zu erkennen war, dass sich die Aggressionen gegen die aufgrund ihrer 

Leuchtwesten eindeutig identifizier- und unterscheidbaren I._____- bzw. J._____-

Mitarbeitenden richteten. Schliesslich ist massgeblich, dass sie diese Aggressionen 

bereits zuvor teilte, indem sie den Privatkläger 4 – gemäss dessen im Wesentlichen 

gleichbleibenden und als glaubhaft zu erachtenden Aussagen (Urk. 12/1 S. 2 F/A 

10 ff.; Urk. 12/2 S. 3 F/A 10) – zuvor verbal attackiert hatte, indem sie ihm vorwarf, 

ob sie sich eigentlich nicht schämen würden, was sie hier machen bzw. dass sie 

sich verpissen sollten, bzw. sagte, sie seien Opfer dieser Stadt. Bei diesem Bewei-

sergebnis ist – entgegen der Ansicht ihrer Verteidigung (Urk. 133 S. 10 f.; Prot. II 

S. 14) – erstellt, dass die Beschuldigte 2 wahrnahm, dass gegen die I._____- bzw. 

J._____-Mitarbeitenden Tätlichkeiten im Gang waren, an denen sie sich offensicht-

lich auch selbst beteiligen wollte. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vorinstanz (Urk. 109 E. III.D.5.7.) war der Beschuldigten 2 spätestens ab jenem 

Moment, als sie sich neben den unbekannten, schwarz gekleideten Mann stellte, 

welcher den Privatkläger 1 davor (vgl. Urk. 1/5 CD 1 Seq04_cam02, um 03:54:22 

- 34 -

Uhr) und auch in ihrem Beisein erneut körperlich anging (vgl. Urk. 1/5 CD 1 

Seq04_cam02, um 03:54:26 Uhr), klar, dass neben ihr noch weitere Personen aktiv 

respektive tätlich gegen die I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden vorgingen bzw. 

vorgehen würden. Insoweit ist der Anklagevorwurf hinsichtlich des Angriffs in sub-

jektiver Hinsicht erstellt.

IV. Rechtliche Würdigung

A. Geltung des Verschlechterungsverbotes

1. Die Rechtsmittelinstanz darf Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten 

oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten 

ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Massgeblich für die Frage, ob 

eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, ist das Dispositiv (BGE 146 IV 172 

E. 3.3.3; 139 IV 282 E. 2.6; Urteil des Bundesgerichtes 6B_391/2020 vom 12. Au-

gust 2020 E. 3.2.3).  Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht von einer weiten 

Auslegung des in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerten Verschlechterungsverbots aus. 

Danach ist Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO nicht nur bei einer Verschärfung der Sank-

tion, sondern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat verletzt. Das 

Verschlechterungsverbot gilt indes nicht absolut. Vorbehalten bleibt eine strengere 

Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht be-

kannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Solche Tatsachen können bei-

spielsweise die wirtschaftlichen Verhältnisse zur Bemessung der Höhe des Tages-

satzes nach Art. 34 Abs. 2 Satz 3 StGB betreffen (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_1309/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.3. u. 1.3.2.; BGE 146 IV 172 E. 3.3.3).  

2. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass lediglich die Beschuldigten 1 und 2 Beru-

fung erhoben und seitens der Anklagebehörde oder Privatklägerschaft jeweils keine 

Haupt- oder Anschlussberufung erging (Urk. 118 u. 119). Da die Vorinstanz hin-

sichtlich beider berufungsführenden Beschuldigten auf Raufhandel gemäss Art. 133 

Abs. 1 StGB und nicht auf den von der Staatsanwaltschaft angeklagten Angriff im 

Sinne von Art. 134 StGB erkannte, wurde jeweils auf eine mildere rechtliche Einord-

nung des Verhaltens der Beschuldigten 1 und 2 mit geringerem ordentlichen Straf-

- 35 -

rahmen erkannt. Vor dem Hintergrund der weiten bundesgerichtlichen Auslegung 

des Verschlechterungsverbotes ist eine Bestrafung wegen Angriffs vor Berufungs-

instanz demnach ausgeschlossen. Deshalb ist ein allfälliges Vorliegen dieses Straf-

tatbestands im Rahmen der rechtlichen Würdigung nicht mehr zu prüfen.

B. Raufhandel

1.1. Gemäss Art. 133 StGB wird bestraft, wer sich an einem Raufhandel beteiligt, 

der den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat (Abs. 1). 

Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich abwehrt oder die Streitenden scheidet 

(Abs. 2). Ein Raufhandel ist nach der Rechtsprechung eine wechselseitige tätliche 

Auseinandersetzung von mindestens drei Personen (BGE 139 IV 168 E. 1.1.1; 137 

IV 1 E. 4.2.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_454/2022 vom 29. Juni 2022 E. 3.2; 

6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 4.3.1; je mit weiteren Hinweisen). Strafbar 

ist, wer sich beteiligt, d.h. wer aktiv am Raufhandel teilnimmt in einer Weise, die 

geeignet ist, die Auseinandersetzung zu fördern bzw. deren Intensität zu steigern. 

So ist auch derjenige Beteiligter, der vor der Erfüllung der objektiven Strafbarkeits-

bedingung – den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen – vom Raufhan-

del ausscheidet, da seine bisherige Mitwirkung die Streitfreudigkeit der Beteiligten 

gesteigert hat, so dass die dadurch erhöhte Gefährlichkeit der Schlägerei regel-

mässig auch über die Dauer der Beteiligung einzelner Personen hinaus fortwirkt. 

Darüber hinaus gilt auch der Abwehrende als Beteiligter. Er ist gemäss Art. 133 

Abs. 2 StGB nicht strafbar. Aber nur wer sich völlig passiv verhält, ist von der Be-

stimmung nicht erfasst (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2; 131 IV 150 E. 2.1; BGE 106 IV 246 

E. 3b, d und e; je mit Hinweisen). Tätliche Auseinandersetzungen zwischen mehr 

als zwei Personen sind oft derart unübersichtlich, dass sich nicht nachweisen lässt, 

wer die Körperverletzung oder den Tod einer Person verursacht hat. Sinn und 

Zweck von Art. 133 StGB ist, in solchen Situationen zu verhindern, dass die Ver-

antwortlichen straflos bleiben. Aufgrund der Beweisschwierigkeiten ist bereits die 

Beteiligung am Raufhandel unter Strafe gestellt. Es handelt sich beim Raufhandel 

mithin um ein abstraktes Gefährdungsdelikt, obschon ein Erfolg eintreten muss. 

Dieser Verletzungserfolg im Mindestumfang von Art. 123 StGB ist objektive Straf-

barkeitsbedingung (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2 m.w.H.).

- 36 -

1.2. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand des Raufhandels Vorsatz, wo-

bei Eventualvorsatz genügt. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungs-

weise die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil 

er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag 

er ihm auch unerwünscht sein. Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den 

Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrschein-

lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftiger-

weise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 133 IV 222 

E. 5.3 mit Hinweisen). Der Vorsatz betreffend Raufhandel muss sich nur auf die 

objektiven Tatbestandsmerkmale beziehen, nicht aber auf die Todes- oder Körper-

verletzungsfolge, da es sich hierbei um eine objektive Strafbarkeitsbedingung han-

delt (BGE 118 IV 227 E. 5b mit Hinweisen). Es genügt, wenn der Täter damit rech-

net, dass sich mehr als zwei Personen an der tätlichen Auseinandersetzung betei-

ligen (BGE 106 IV 246 E. 3b). Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, 

betrifft sog. innere Tatsachen und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob 

gestützt auf die festgestellten Tatsachen Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder di-

rekter Vorsatz gegeben ist (vgl. BGE 133 IV 9 E. 4.1; 137 IV 1 E. 4.2.3).

1.3.1. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff be-

droht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den 

Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB; "rechtfertigende 

Notwehr"). Art. 16 StGB regelt die "entschuldbare Notwehr": Überschreitet der Ab-

wehrende die Grenzen der Notwehr nach Art. 15 StGB, so mildert das Gericht die 

Strafe (Abs. 1). Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in ent-

schuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht 

schuldhaft (Abs. 2).  Notwehr setzt nach Art. 15 StGB unter anderem voraus, dass 

jemand angegriffen wird oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht ist. Diese Vor-

aussetzung ist erfüllt, wenn ein Angriff unmittelbar bevorsteht oder schon begonnen 

hat, fehlt dagegen, wenn er bereits vorbei oder noch nicht zu erwarten ist. Der An-

gegriffene braucht freilich nicht zu warten, bis es zu spät ist, um sich zu wehren; 

doch verlangt die Unmittelbarkeit der Bedrohung, dass jedenfalls Anzeichen einer 

Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahelegen, mit andern Worten, dass 

- 37 -

objektiv eine Notwehrlage besteht. Solche Anzeichen liegen z.B. dann vor, wenn 

der Angreifer eine drohende Haltung einnimmt, sich zum Kampf vorbereitet oder 

Bewegungen macht, die in diesem Sinne gedeutet werden können. Erforderlich ist 

zudem, dass die Tat zum Zweck der Verteidigung erfolgt; Handlungen, die nicht zur 

Abwehr eines Angriffes unternommen werden, sondern blosser Rache oder Ver-

geltung entspringen, fallen nicht unter den Begriff der Notwehr (BGE 104 IV 1 E. a). 

Das Gleiche gilt für Handlungen, die darauf gerichtet sind, einem zwar möglichen 

aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen, einem Gegner also nach dem Grund-

satz, dass der Angriff die beste Verteidigung ist, zuvorzukommen und ihn vorsorg-

lich kampfunfähig zu machen (zum Ganzen: BGE 93 IV 81; Urteile des Bundesge-

richtes 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 3.3.1; 6B_402/2022 vom 24. April 2023 

E. 2.2; 6B_310/2022 vom 8. Dezember 2022 E. 5.3; 6B_182/2021 vom 12. Mai 

2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Rechtmässiges Handeln setzt also voraus, dass der 

Täter sich der Notwehrlage bewusst ist und dass er mit dem Willen zur Verteidigung 

handelt (BGE 104 IV 1 E. a mit Hinweisen). Ein Fall von Putativnotwehr liegt vor, 

wenn der Täter einem Sachverhaltsirrtum unterliegt, indem er irrtümlich annimmt, 

es sei ein rechtswidriger Angriff im Sinne von Art. 15 StGB gegenwärtig oder un-

mittelbar bevorstehend (BGE 129 IV 6 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichtes 

7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 3.3.2; 6B_310/2022 vom 8. Dezember 2022 

E. 5.3; 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 2.3; 6B_182/2021 vom 12. Mai 2021 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den 

Sachverhalt, so beurteilt das Gericht die Tat zugunsten des Täters nach dem Sach-

verhalt, den sich dieser vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). Die blosse Vorstellung 

von der Möglichkeit eines Angriffs oder einer unmittelbaren Bedrohung genügt nicht 

für die Annahme einer Putativnotwehrlage (BGE 147 IV 193 E. 1.4.5; 93 IV 81 E. b; 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_310/2022 vom 8. Dezember 2022 E. 5.3; 

6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 2.3; 6B_569/2018 vom 20. März 2019 E. 3.5.4; 

je mit Hinweisen). Der vermeintlich Angegriffene oder Bedrohte muss vielmehr Um-

stände glaubhaft machen, die bei ihm den Glauben erwecken konnten, er befinde 

sich in einer Notwehrlage; demgegenüber ist in einer Putativnotwehrlage kein ei-

gentlicher Nachweis solcher Umstände durch den vermeintlich Angegriffenen zu 

verlangen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 2.3 mit 

- 38 -

Hinweisen). Die Abwehr in einer Notwehrlage muss schliesslich nach der Gesamt-

heit der Umstände verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen insbesondere 

die Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechts-

güter, die Art des Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Die Ange-

messenheit der Abwehr ist anhand jener Situation zu beurteilen, in der sich der 

rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Es dürfen nicht nachträg-

lich allzu subtile Überlegungen darüber angestellt werden, ob der Angegriffene sich 

nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen hätte be-

gnügen können (BGE 136 IV 49 E. 3.1 und 3.2; Urteile des Bundesgerichtes 

7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 3.3.1; 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 

E. 3.3.1; je mit Hinweisen).

1.3.2. Art. 16 StGB regelt die "entschuldbare Notwehr". Überschreitet der Abweh-

rende die Grenzen der Notwehr nach Art. 15 StGB, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 16 Abs. 1 StGB). Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in 

entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht 

schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB). Ein Notwehrexzess ist gemäss Art. 16 Abs. 2 

StGB entschuldbar, wenn die Aufregung oder die Bestürzung des Täters allein oder 

zumindest vorwiegend auf den rechtswidrigen Angriff zurückzuführen ist. Die Ent-

schuldbarkeit bezieht sich auf die emotionale Situation, in der sich der Angegriffene 

befindet, und nicht auf die Abwehrhandlung. Art und Umstände des Angriffs müs-

sen derart sein, dass sie die Aufregung oder die Bestürzung entschuldbar erschei-

nen lassen. Nicht jede geringfügige Erregung oder Bestürzung führt zu Straflosig-

keit (BGE 109 IV 5 E. 3). Das Gericht hat einen umso strengeren Massstab anzu-

legen, je mehr die Reaktion des Täters den Angreifer verletzt oder gefährdet (BGE 

102 IV 1 E. 3b; Urteile des Bundesgerichtes 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 

E. 3.5.2; 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.2; 6B_1211/2015 vom 10. Novem-

ber 2016 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Erforderlich ist, dass es dem Täter aufgrund 

der Aufregung oder Bestürzung über den Angriff nicht möglich war, besonnen und 

verantwortlich zu reagieren (vgl. Urteile 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.2 

mit Hinweisen; 6S.734/1999 vom 10. April 2001 E. 4 zum Einsatz von Schusswaf-

fen). Wird das Notwehrrecht erheblich überschritten, muss die Aufregung oder Be-

stürzung des Täters über den Angriff schwerwiegend gewesen sein, um annehmen 

- 39 -

zu können, eine besonnene und verantwortliche Reaktion, namentlich mit milderen 

Mitteln, wäre diesem nicht möglich gewesen (vgl. BGE 109 IV 5 E. 3; 102 IV 1 E. 3b; 

Urteile des Bundesgerichtes 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 3.5.2; 

6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.2; 6B_1211/2015 vom 10. November 2016 

E. 1.4.2; je mit Hinweisen). 

2.1. Aufgrund des erstellten Sachverhaltes sind sowohl die Beteiligung von min-

destens drei Personen an der Auseinandersetzung als auch die daraus resultieren-

den Körperverletzungen gegeben, wobei diejenige von N._____ – einhergehend 

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. IV.E.3.) – nicht mehr 

dem hier zu beurteilenden anklagegegenständlichen Vorfall zuzuordnen ist. Wie 

bereits dargelegt (vorstehend unter E. III.C.3.6.) wurde beim Privatkläger 1 – nebst 

Schürfverletzungen (Urk. 17/4) – eine "Commotio cerebri", also eine Hirnerschütte-

rung bzw. eine leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas diagnostiziert, welche ei-

nen Tag stationär beobachtet werden musste (vgl. Austrittsbericht Chirurgie des 

Stadtspitals Waid vom 16. Juli 2017: Urk. 17/3). Ferner erlitt der Geschädigte 

K._____ durch den Schlag mit der Fahrradkette eine Rissquetschwunde von ca. 2 

cm Länge am Übergang von der Ohrmuschel zur Wange rechts, welche genäht 

werden musste (Ärztliche Befunde seitens des Stadtspitals Waid vom 16. Juli 2017 

bzw. 2. Mai 2019: Urk. 18/4 u. 18/3). Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vorinstanz (Urk. 109 E. IV.E.4.) liegen damit jeweils einfache Körperverletzun-

gen im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB vor, womit auch die für die Erfüllung des 

Straftatbestandes erforderliche objektive Strafbarkeitsbedingung gegeben ist, wo-

bei bei dieser Sachlage offen bleiben kann, ob auch die vom Privatkläger 3 erlittene 

Prellung an der rechten Hand ebenfalls die geforderten Voraussetzungen erfüllt. 

Seitens der Vorinstanz wurde ferner korrekt dargelegt, worin die Ursache der Aus-

einandersetzung lag und wie sie daraufhin ihren Lauf nahm. Auf ihre entsprechen-

den zutreffenden Erwägungen (Urk. 109 E. IV.E.1.-2.) kann vollumfänglich verwie-

sen werden. Vor diesem Hintergrund ist eine wechselseitige Auseinandersetzung 

zwischen den I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden einerseits und den Beschul-

digten 1-3 sowie deren Mitstreitern – welche sich zumindest spontan miteinander 

solidarisierten und als Gruppe formierten – andererseits ohne Weiteres gegeben, 

wobei sich erstere Gruppe nicht lediglich auf eine bloss passive Rolle zurückzog, 

- 40 -

sondern sich auch aktiv und tätlich an der Auseinandersetzung beteiligte. Indem 

der Beschuldigte 1 mit einer Flasche auf den Privatkläger 1 einschlug und die Be-

schuldigte 2 davor versuchte, den Privatkläger 1 von hinten festzuhalten und ihn 

vom schwarz gekleideten Mann am Boden wegzuziehen, haben sich beide Be-

schuldigten tatbestandsmässig an der sich im Gange befindlichen Auseinanderset-

zung beteiligt, ohne sich auf eine blosse Abwehr oder ein blosses Trennen von 

Streitenden im Sinne eines seitens der Verteidigung der Beschuldigten 2 (Urk. 94 

S. 8; Urk. 133 S. 6 ff.) vorgebrachten blossen Helfens (entsprechend die zutref-

fende Auffassung der Vorinstanz bezüglich die Beteiligung der Beschuldigten 2: 

Urk. 109 E. IV.F.2. bzw. nachstehende Erwägungen unter E. 2.3.2.) zu beschrän-

ken. Damit sind sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale eines Raufhandels er-

füllt.

2.2. In subjektiver Hinsicht ist ohne Weiteres erstellt, dass beide Beschuldigten im 

Wissen handelten, dass sich mehr als zwei Personen an der tätlichen Auseinan-

dersetzung beteiligen, weil im Zeitpunkt ihres Tätigwerdens, womit sie auch ihren 

Teilnahmewillen manifestierten, bereits eine Vielzahl von Personen daran beteiligt 

waren. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 

E. IV.E.5. bzw. F.3.) ist damit sowohl beim Beschuldigten 1 wie auch bei der Be-

schuldigten 2 von einer direktvorsätzlichen Tatbegehung auszugehen.

2.3.1. Entgegen der Ansicht der Verteidigung des Beschuldigten 1 (Urk. 93 S. 13 

ff.; Urk. 132 S. 23) lässt sich das Vorgehen des Beschuldigten 1 auch nicht durch 

den Bestand einer Notwehrhilfe rechtfertigen oder sich die Beurteilung seiner Tat-

beteiligung im Sinne eines Notwehrexzesses mildern. Eine Notwehrhilfe im Sinne 

von Art. 15 StGB ist vorliegend bereits aufgrund der Unverhältnismässigkeit des 

Handelns des Beschuldigten 1 durch das Ausführen des Schlags mit einer Flasche 

von Hinten auf den Kopf des Privatklägers 1 zu verneinen. Zudem hat sich der 

Beschuldigte 1 im Wissen um die sich im Gang befindlichen verbalen aber auch 

bereits tätlichen Provokationen zwischen den zwei Gruppen in die Auseinanderset-

zung eingemischt, wobei er bereits vor seinem tätlichen Vorgehen mit seinem ges-

tikulierenden Verhalten klar Stellung bezog, auf welcher Seite der beteiligten Grup-

pierungen er sich zumindest spontan solidarisierte und somit zuzuordnen ist. Vor 

- 41 -

diesem Hintergrund lässt sich ein rechtmässiges Handeln des Beschuldigten 1, 

welches ein Bewusstsein um eine Notwehrlage und ein Handeln mit dem Willen zur 

Verteidigung voraussetzen würde, nicht feststellen. Art und Umstände der sich im 

Gange befindlichen wechselseitigen Auseinandersetzung gestalteten sich des Wei-

teren nicht derart, dass das Handeln des Beschuldigten 1 durch eine allfällige Auf-

regung oder die Bestürzung seinerseits in irgendeiner Art als entschuldbar im Sinne 

von Art. 16 StGB aufgefasst werden könnten. Vielmehr offenbarte der Beschuldigte 

1 durch seinen auf den Videoaufnahmen gut ersichtlichen von hinten auf den Pri-

vatkläger 1 erfolgenden Flaschenschlag ein heimtückisches wie brachiales Vorge-

hen, das weder rechtfertigbar noch entschuldbar erscheint. Mangels Vorliegens 

von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen ist der Beschuldigte 1 dem-

nach des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB schuldig zu sprechen.

2.3.2. Auch in Bezug auf die Beschuldigte 2 ist – entgegen der Ansicht ihrer Ver-

teidigung (Urk. 94 S. 8; Urk. 133 S. 9; Prot. II S. 14) – keine rechtfertigende Not-

wehrhilfe oder das Vorliegen eines ihre Tatbeteiligung in einem milderen Licht er-

scheinen lassenden Notwehrexzesses festzustellen. Wie der Beschuldigte 1 hat 

sich auch die Beschuldigte 2 im Vorfeld ihres tätlichen Eingreifens in die Auseinan-

dersetzung aufgrund ihrer gegenüber dem Privatkläger 4 geäusserten verbalen At-

tacken zumindest spontan mit der Gruppe solidarisiert, deren Provokationen und 

Aggressionen – an welcher sie sich vorerst verbal beteiligte – sich gegen die andere 

Gruppe der I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden richtete bzw. mit welcher es 

schliesslich zu einer wechselseitigen Auseinandersetzung kam. Ihr tätliches Ein-

greifen ist nicht als rechtmässiges Handeln zu beurteilen, weil durch das erstellte 

Beweisergebnis aufgezeigt wird (s. vorstehend unter E. III.D.3.7.), dass die Be-

schuldigte 2 wahrnahm, dass gegen die I._____- bzw. J._____-Mitarbeitenden Tät-

lichkeiten im Gang waren, an denen sie sich offensichtlich auch selbst tätlich betei-

ligen wollte, was ihr spätestens ab jenem Moment, als sie sich neben den unbe-

kannten, schwarz gekleideten Mann stellte, welcher den Privatkläger 1 unmittelbar 

zuvor körperlich angegangen hatte und welcher dies in ihrem Beisein erneut tat, 

bewusst war, dass neben ihr noch weitere Personen aktiv gegen die I._____- bzw. 

J._____-Mitarbeitenden vorgingen bzw. vorgehen würden. Gestützt auf dieses von 

ihr an den Tag gelegte Verhalten kann ihrer Handlungsweise kein allfälliges Be-

- 42 -

wusstsein um eine Notwehrlage oder ein Willen zur blossen Verteidigung entnom-

men werden. Mangels Vorliegens von Rechtfertigungs- oder Schuldausschluss-

gründen ist demnach auch die Beschuldigte 2 des Raufhandels im Sinne von Art. 

133 StGB schuldig zu sprechen.

C. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

1.1. Nach Art. 285 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer 

Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, die 

innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung nötigt oder 

während einer Amtshandlung tätlich angreift. Die Bestimmung stellt die folgenden 

Tatvarianten unter Strafe: Die Hinderung einer Amtshandlung mittels Gewalt oder 

Drohung, die Nötigung zu einer Amtshandlung mittels Gewalt oder Drohung und 

schliesslich der tätliche Angriff während einer Amtshandlung. Eine Amtshandlung 

hindert, wer den Amtsträger in der Weise behindert, dass die Amtshandlung unter-

bleibt oder ihre Durchführung in nicht unerheblicher Weise verzögert oder er-

schwert wird (Urteil des Bundesgerichtes 6B_361/2017 vom 2. November 2017 

E. 2.3.1 mit Hinweisen). Das Tatmittel der Gewalt besteht in der physischen Einwir-

kung auf den Amtsträger, wobei diese eine gewisse Schwere aufweisen muss (Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_659/2013 vom 4. November 2013 E. 1.1 mit Hinwei-

sen). Der tätliche Angriff besteht in einer körperlichen Aggression im Sinne von 

Art. 126 StGB (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1262/2021 vom 23. März 2022 

E. 2; 6B_551/2020 vom 24. September 2020 E. 3.3.2; 6B_798/2016 vom 6. März 

2017 E. 4.2; je mit Hinweisen). 

1.2. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt.  

2.1. Seitens der Vorinstanz (Urk. 109 E. IV.C.2.) wurde der amtliche Charakter des 

Aufenthalts der I._____- und J._____-Mitarbeitenden mit zutreffender Begründung 

bejaht, weil sie durch Leuchtwesten gut sichtbar als Kontrolleure bzw. Sicherheits-

bedienstete ausgewiesen waren und sich im Hinblick auf die Durchführung einer 

Billettkontrolle an der Tramhaltestelle Limmatplatz aufhielten. Ferner wurde erstellt, 

dass die I._____- und J._____-Mitarbeitenden u.a. seitens der Beschuldigten 1 und 

2 auch mit körperlichen Aggressionen angegangen wurden, welche mindestens die 

- 43 -

Intensität von Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB erreichten, womit sie auch 

diesbezüglich tatbestandsmässig handelten. Die beiden Beschuldigten wussten um 

diese masssgebenden objektiven Tatbestandsmerkmale und wollten ungeachtet 

dessen entsprechend handeln, weshalb ein jeweils direktvorsätzliches Vorgehen 

gegeben ist.

2.2. Eine Notwehrhilfe, wie sie seitens der Verteidigung des Beschuldigten 1 ge-

nerell geltend gemacht wird (Urk. 132 S. 23), bestand angesichts seines erstellten 

und rechtlich gewürdigten Verhaltens offensichtlich auch hier nicht (s. dazu auch 

vorstehend unter E. B.2.3.1.). Mangels ersichtlicher Rechtfertigungs- oder Schuld-

ausschlussgründe machte sich der Beschuldigte 1 folglich ferner des Verstosses 

gegen Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig.

2.3. Eine Notwehrhilfe, wie sie seitens der Verteidigung der Beschuldigten 2 auch 

bezüglich dieses Straftatbestandes geltend gemacht wird (Urk. 133 S. 10), bestand 

angesichts ihres erstellten und rechtlich gewürdigten Verhaltens offensichtlich auch 

hier nicht (s. auch vorstehend unter E. B.2.3.2.). Mangels Vorliegens von Rechtfer-

tigungs- oder Schuldausschlussgründen machte die Beschuldigte 2 sich durch die-

ses Verhalten der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig.

D. Versuchte schwere Körperverletzung

1.1. Gemäss Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, 

wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich 

den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 

wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeits-

unfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht oder das Gesicht eines Menschen 

arg und bleibend entstellt (Abs. 2) oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schä-

digung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Men-

schen verursacht (Abs. 3).  

1.2. Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines 

Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende 

- 44 -

führt oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser 

nicht eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Beim Versuch erfüllt der Täter sämtliche 

subjektiven Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine Tatentschlossenheit, 

ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (Urteil des Bun-

desgerichtes 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 2.3.2; BGE 140 IV 150 E. 3.4; 

137 IV 113 E. 1.4.2; je mit Hinweisen).  

1.3. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 

Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für mög-

lich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach der Rechtsprechung ist 

Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbe-

standsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für 

den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 

unerwünscht sein (BGE 147 IV 349 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 222 E. 5.3; 

je mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist, dass er den Erfolg "billigt" (BGE 147 IV 439 

E. 7.3.1; 133 IV 9 E. 4.1; je mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirkli-

chung im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat, muss das Gericht 

bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehö-

ren die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, 

die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die 

Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirkli-

chung ist, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf 

den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahr-

scheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünfti-

gerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 147 IV 

439 E. 7.3.1 mit Hinweisen). Besondere Umstände liegen vor, wenn der Täter das 

ihm bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Ab-

wehrchancen hat (Urteil des Bundesgerichtes 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 

E. 2.3.3; BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.5; 131 IV 1 E. 2.2; je mit Hinweisen). 

2.1. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen wurde (Urk. 109 E. IV.E.9.) 

vollzog der Beschuldigte 1 bei seinem in Frage stehenden Schlag mit der Glasfla-

- 45 -

sche eine ausladende Ausholbewegung bis auf Schulterhöhe, wobei der Schlag 

den vor ihm knienden Privatkläger 1 völlig unvermittelt auf den ungeschützten Hin-

terkopf traf und dort auch zerbarst, weshalb von einer gewissen Heftigkeit des 

Schlages auszugehen wird. Es ist aktenkundig, dass zu keinem Zeitpunkt eine un-

mittelbare Lebensgefahr für den Privatkläger 1 bestand. Dieser hat auch keine der 

anderen schweren Schädigungen im Sinne von Art. 122 StGB erlitten. Allerdings 

handelt es sich beim Kopf eines Menschen um einen sehr sensiblen Körperteil, was 

allgemein bekannt und gerichtsnotorisch ist. Indem der Beschuldigte vorliegend mit 

einer Glasflasche mit einer gewissen Heftigkeit (entsprechend auch die Ansicht der 

Verteidigung des Beschuldigten 1; vgl. Urk. 132 S. 22) ungebremst gegen den Kopf 

einer Person eingewirkte, hat er offensichtlich den entscheidenden Schritt zu einer 

möglichen schweren Körperverletzung vollzogen und auch alles dafür getan, den 

verpönten Erfolg eintreten zu lassen. Zutreffend hat die Vorinstanz erwogen 

(Urk. 109 E. IV.E.E.9.), dass der Hinterkopf zwar durch starke Schädelknochen ge-

schützt und nicht so leicht zu verletzen sei wie etwa die Schläfengegend oder das 

Gesicht, aber zu beachten sei, dass es sich um ein dynamisches Geschehen han-

delte und der Privatkläger 1 sich jederzeit hätte bewegen können, womit weitaus 

sensiblere Körperstellen als der Hinterkopf – beispielsweise die Schläfen oder die 

Augen, womöglich auch die Halsschlagader – vom Flaschenschlag betroffen sein 

hätten können. Auch musste der Beschuldigte 1 angesichts der erstellten Heftigkeit 

des Schlages – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz 

(Urk. 109 E. IV.E.9.) – ernsthaft mit einer Schädelfraktur und gegebenenfalls mit 

erheblichen Verletzungen der hirnorganischen Strukturen rechnen, zumal die scha-

rfen Kanten des abgebrochenen Glases ohne Weiteres geeignet sind, schwere 

(insbesondere Schnitt-)Verletzungen hervorzurufen, vor allem, wenn die Schlagbe-

wegung – wie hier – trotz zerbrechender Flasche noch zu Ende geführt wird. Daran 

vermögen auch die Einwände der Verteidigung, dass die verwendete 1-Liter-Fla-

sche rund und nicht etwa eckig und überdies nicht besonders solide gewesen sei 

(Urk. 93 S. 8), nichts zu ändern. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der 

Vorinstanz (Urk. 109 E. IV.E.9.) liegt vielmehr der Schluss nahe, dass sich dem 

Beschuldigten 1 – angesichts der erstellten Heftigkeit seines Schlages – die Gefahr 

eines Zerbrechens der Flasche als äusserst wahrscheinlich aufdrängen musste. 

- 46 -

Die Wahrscheinlichkeit von schweren Verletzungen war demnach derart gross und 

das Ausmass der Pflichtverletzung derart eklatant, dass seine Verhaltensweise 

nicht anders interpretiert werden kann, als er zumindest in Kauf genommen hat, 

den Beschuldigten 1 lebensgefährliche oder anderweitige schwere Verletzungen 

im Sinne von Art. 122 StGB zuzufügen. Auch die im Übrigen erstellte Art und Weise 

der Tatbegehung lässt keine anderen Schlüsse zu. Aufgrund des erstellten Tather-

gangs wird nämlich klar, dass der Beschuldigte 1 genügend Zeit hatte und darauf 

verwendete, den Flaschenschlag auf den Privatkläger 1 gezielt auszuführen, zumal 

er zunächst einige Meter bis zur Haltestellenbank lief, diese hernach überquerte 

und dabei noch die Flasche von der linken in die rechte Hand wechselte. Einherge-

hend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 109 E. IV.E.9.) kann 

sein Verhalten vernünftigerweise nur so gedeutet werden, dass er lebensgefährli-

che oder andere schwere Verletzungen des Getroffenen billigend in Kauf nahm, 

wobei er alles unternommen hat, was zur Vollendung des Delikts erforderlich ge-

wesen wäre. 

2.2.