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**Case Identifier:** 07660f24-8259-5689-9f2b-56cf7d227dc9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.03.2012 UV 2011/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-30_2012-03-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/30

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 15.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2012
Art. 6 UVG: Dahinfallen der natürlichen Kausalität nach Auffahrunfall nach 
LWS-Kontusion. Adäquate Kausalität der psychischen Komponente zum 
Unfall verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 15. März 2012, UV 2011/30).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 15. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Federico A. Pedrazzini, Vadianstrasse 35, 

Postfach 115, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war über die Arbeitslosenversicherung bei der Suva gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er am 9. Oktober 2009 in Polen einen Auffahrunfall erlitt und 

hierauf im Bereich des Rückens bzw. der Wirbelsäule, der rechten Schulter und linken 

Hand sowie der linken Rippen Schmerzen verspürte. Die medizinische Erstbehandlung 

fand im Gebietsspital statt, wo sich der Versicherte vom 9. bis 19. Oktober 2009 

stationär aufhielt (UV-act. 1, 2, 10). Nach der Auslandrückholung in die Schweiz (UV-

act. 10) konsultierte der Versicherte am 9. November 2009 Dr. med. B.___, Arzt für 

Allgemeine Medizin, der im ärztlichen Zwischenbericht vom 17. November 2009 eine 

Rückenkontusion diagnostizierte. Die vom Spital mitgebrachten Röntgenaufnahmen 

zeigten keine frischen ossären Veränderungen, wohl aber stark ausgeprägte 

degenerative Veränderungen. Dr. B.___ attestierte dem Versicherten ab 9. Oktober 

2009 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 7). Die lumbo-

vertebrale kernspintomographische Untersuchung (= Magnetresonanztomographie; 

MRI) vom 12. November 2009 im C.___ Radiologie Zentrum zeigte Veränderungen des 

BWK11 sowie an der Deckplatte des BWK12, welche mit subchondralen 

Impressionsfrakturen vereinbar seien, eine fortgeschrittene Osteochondrose Th11/

Th12, weniger ausgeprägt L3/L4 und L4/L5, eine Spondylose der übrigen lumbalen 

Bewegungssegmente, eine fortgeschrittene hypertrophe und deformierende 

Spondylarthose L4/S1 sowie eine links foraminal betonte Diskushernie L3/L4 mit 

mässiger Einengung des Neuroforamens der Wurzel L3 links. Im Übrigen zeigte sich 

das lumbo-vertebrale Kernspintomogramm als regelrecht (UV-act. 8). Am 3. Dezember 

2009 gab der Beschwerdeführer der Suva zu Protokoll, dass ihn aktuell vor allem 

Schmerzen im lumbalen Rückenbereich mit Ausstrahlungen in den linken Oberschenkel 

plagen würden (UV-act. 10). Am 4. Dezember 2009 wurde im C.___ Radiologie Zentrum 

eine periradiculäre Infiltration der Nervenwurzel L3 links durchgeführt (UV-act. 12). Vom 

13. Januar bis 11. März 2010 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik D.___, 

in dessen Rahmen eine Facetteninfiltration L3/4 und L4/5 beidseits verabreicht wurde. 

Sodann wurden ein psychosomatisches, ein schmerztherapeutisches und ein 

neurologisches Konsilium sowie eine nochmalige MRI-Untersuchung der LWS 

durchgeführt. Im Austrittsbericht vom 17. März 2010 wurden als Diagnosen gestellt: 

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HWS-Kontusion, LWS-Kontusion; Lumbospondylogenes Syndrom; 

Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reaktion und Angst gemischt 

(ICD-10:F43.22); Adipositas, BMI 39.2 sowie Arterielle Hypertonie (UV-act. 20). Am 29. 

April 2010 erfolgte in der Schmerzsprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen eine 

elektrische Verödungstherapie der schmerzhaften Nervenenden rechts im unteren 

Rückenbereich (UV-act. 31 ff.) Die Suva erbrachte für den Unfall vom 9. Oktober 2009 

die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).

A.b Nach einem weiteren stationären Aufenthalt mit beruflicher Abklärung in der 

Rehaklinik D.___ vom 16. Juni bis 27. Juli 2010 (UV-act. 49, 52) und nach Einholung 

einer kreisärztlichen Stellungnahme von Prof. Dr. med. E.___, FMH für Orthopädische 

Chirurgie (UV-act. 60), eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 23. 

November 2010, dass die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, 

sondern vorbestehend seien. Soweit psychische Gründe die Beschwerden mit 

verursachen sollten, würden diese in keinem rechtserheblichen Zusammenhang zum 

Unfall vom 9. Oktober 2009 stehen. Die Versicherungsleistungen würden daher per 

31. Dezember 2010 eingestellt. Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe 

auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder 

Integritätsentschädigung (UV-act. 63).

B. 

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 67) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 30. März 2011 (UV-act. 76) ab.

C.   

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Federico A. 

Pedrazzini, St. Gallen, für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 16. Mai 2011. 

Der Rechtsvertreter beantragt, die Verfügung vom 23. November 2010 sowie der 

Einspracheentscheid vom 30. März 2011 seien aufzuheben. Weiter sei auf Kosten der 

Beschwerdegegnerin ein neutrales Gutachten zu erstellen, welches darüber Auskunft 

gebe, welcher Art die Schmerzen des Beschwerdeführers ausserhalb der 

vorbestehenden degenerativen Wirbelsäulenveränderungen seien und inwieweit diese 

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als unfallkausal bezeichnet werden könnten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin 

gestützt hierauf zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, 

Heilbehandlungskosten) an den Beschwerdeführer weiterhin auszurichten bzw. zu 

übernehmen. Es sei auf Kosten der Beschwerdegegnerin ein ganzheitliches Gutachten 

unter Einbezug des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu 

erstellen und abzuklären, wie hoch der Integritätsschaden im Bereich der HWS sei und 

wie hoch die aus diesen Verletzungen unter Berücksichtigung der physischen, 

psychischen und psychosomatischen Folgen resultierende Erwerbsunfähigkeit sei. 

Eventualiter sei gestützt hierauf eine Integritätsentschädigung in der gutachterlich 

festgestellten Höhe auszurichten. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche 

Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde legte der 

Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 

21. April 2011 vor (act. G 1.2).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 6).

C.c Am 23. Juni 2011 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 9).

C.d Mit Replik vom 11. Juli 2011 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

den gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 10).

C.e Mit Schreiben vom 8. August 2011 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

einlässliche Duplik, hielt jedoch an ihrem Antrag ebenfalls fest (act. G 12).

C.f  Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt 

der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.

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Streitig und zu prüfen ist, ob die beim Beschwerdeführer über den 31. Dezember 2010 

hinaus fortbestehenden Schmerzen im Bereich der LWS und die psychische 

Problematik eine natürliche und adäquate Folge des Unfalls vom 9. Oktober 2009 

bilden und demnach eine weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zur Folge 

haben. Unbestritten ist, dass sich die unfallbedingten körperlichen Symptome an der 

rechten Schulter, der linken Hand und den linksseitigen Rippen mittlerweile verflüchtigt 

haben und als abgeheilt zu betrachten sind.

2.

Mit der im angefochtenen Einspracheentscheid (UV-act. 76) bestätigten Verfügung vom 

23. November 2010 (UV-act. 63) stellte die Beschwerdegegnerin insbesondere fest, 

dass aufgrund der Abklärungen die noch geklagten Beschwerden organisch als Folge 

des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar, sondern vielmehr auf vorbestehende de­

generative Veränderungen zurückzuführen seien. Für psychische Faktoren, welche die 

Beschwerden mit verursachten, verneinte sie sodann nach sinngemässer Prüfung der 

massgebenden Kriterien nach BGE 115 V 133 bzw. 117 V 359 die Adäquanz und stellte 

daher die Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2010 ein. Eingestellt wurden die 

bisher erbrachten Versicherungsleistungen, wobei es sich um Heilkosten- und 

Taggeldleistungen handelte. Die Einstellung bezog sich mithin konkret auf diese 

Leistungsarten. Die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthielt aber auch eine 

Ablehnung eines Gesuchs um eine allfällige Berentung und Integritätsentschädigung. 

So verfügte die Beschwerdegegnerin im Weiteren, dass kein Anspruch auf weitere 

Geldleistungen der Beschwerdegegnerin in Form einer Invalidenrente und/oder 

Integritätsentschädigung bestehe. Begründet wurde dies mit der Verneinung der 

adäquaten Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis 

vom 9. Oktober 2009, welche es nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte 

nun aber im Beschwerdeverfahren die Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler 

Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre die Sache diesfalls zur Prüfung und 

Festsetzung der Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In 

diesem Sinne ist auf die Beschwerde vollumfänglich einzutreten.

3.  

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3.1  Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Der Unfallversicherer ist demnach nur für Gesundheitsschäden 

leistungspflichtig, die natürlich- und adäquatkausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 42 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder 

des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem 

Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 

1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Besondere 

Regeln hat die Rechtsprechung für die Beurteilung der Adäquanz psychischer 

Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellt (BGE 115 V 133).

3.2  Wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss auch der 

Wegfall eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den 

bestehenden Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 

2003, S. 451 f.) nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim 

Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 

206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dabei muss jedoch nicht etwa der 

Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor 

geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder 

degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 

326 E. 3b). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn 

entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen 

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Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 

Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen; siehe ebenso BGE 117 V 264 E. 3b). Im 

Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers 

genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen 

Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung 

immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden die Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilflosentschädigungen nicht gekürzt, 

wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese 

Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen 

ein Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils 

unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4).

3.3  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Ausschlaggebend 

für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen 

Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

den Berichten versicherungsinterner

Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

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widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 

V 467ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Eine ärztliche 

Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Prof. Dr. E.___ am 21. Oktober 

2010 (UV-act. 60) erstellt wurde, ist gleichfalls nicht an sich unzuverlässig. Für die 

Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen 

Untersuchungen vorliegen (in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366 publ. E. 5b von BGE 114 V 

109; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar 2010, 8C_792/2009, E. 5, und 26. 

Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die 

rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Beizug eines Gerichtsgutachtes - abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit 

Hinweisen).

4.  

4.1  Der Beschwerdeführer klagt seit dem Autounfall vom 9. Oktober 2009 über 

persistierende Schmerzen im Bereich der LWS. Für die Annahme unfallkausaler 

somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht 

verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Gemäss ärztlichem 

Zwischenbericht von Dr. B.___ vom 17. November 2009 erlitt der Beschwerdeführer 

beim fraglichen Ereignis eine Rückenkontusion. Im Austrittsbericht des Gebietsspitals 

Gorzow sei kein gravierender Befund erhoben worden. Die mitgebrachten 

Röntgenaufnahmen hätten seines Erachtens keine frischen ossären Veränderungen, 

wohl aber stark ausgeprägte degenerative Veränderungen gezeigt. Klinisch hatte Dr. 

B.___ am 9. November 2009 eine blockierte LWS, einen beidseits stark positiven 

Lasègue (wahrscheinlich Pseudo-Lasègue), eine symmetrische Kraft, ein 

symmetrisches Reflexbild sowie eine Hyposensibilität am linken Oberschenkel vorne 

festgestellt (UV-act. 7). Die im Rahmen des Aufenthalts in der Rehaklinik D.___ 

durchgeführte neurologische Konsiliar-Untersuchung vom 8. Februar 2010 – die eine 

klinische sowie eine EMG-Untersuchung umfasst - ergab keinen Nachweis einer 

lumbalen Radikulopathie. Im Neurostatus liess sich auch keine objektivierbare 

organische Beeinträchtigung feststellen (UV-act. 20). Eine lumbo-vertebrale 

kernspintomographische-Untersuchung der LWS im C.___ Radiologie Zentrum vom 12. 

November 2009 bestätigte sodann das Fehlen ossärer Läsionen. Hingegen waren eine 

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Osteochondrose L3/L4 sowie L4/L5, eine Spondylose der übrigen lumbalen 

Bewegungssegmente, eine fortgeschrittene hypertrophe und deformierende 

Spondylarthrose L4/S1 sowie eine breitbasige links foraminal betonte Diskushernie L3/

L4 mit mässiger Einengung des Neuroforamens der Wurzel L3 links sichtbar (UV-act. 

8). Anlässlich der MRI-Untersuchung der LWS in der Klinik Hirslanden vom 3. Februar 

2010 konnte derselbe Befund gestellt werden (UV-act. 20).

4.2  Bei den genannten Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um klare 

organische Substrate, die grundsätzlich als Ursache der geklagten Schmerzen im 

Bereich der LWS in Erwägung zu ziehen sind (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, 

Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 848 ff., 879 ff.). Zu prüfen 

ist demnach im Folgenden, inwieweit sie durch den Unfall bzw. die Kontusion vom 9. 

Oktober 2009 verursacht wurden oder inwieweit der Unfall bzw. die Kontusion auf sie 

eingewirkt hat. In Frage kommen eine durch den Unfall verursachte organische 

Gesundheitsschädigung, eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustands oder ein durch den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder 

vorübergehend verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als 

Auslösefaktor interessiert im Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch 

andauert bzw. bis zu welchem Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 

378 S. 190 und Nr. U 379 S. 192).

4.3  Aktenmässig erstellt (UV-act. 7, 8) und von beschwerdeführender Seite 

unbestritten geblieben ist, dass die fraglichen organischen Gesundheitsschäden im 

Bereich der LWS bereits vor dem Unfall vom 9. Oktober 2009 vorlagen und er damit 

eine umfassende degenerative Problematik aufwies. In Bezug auf diese degenerativen 

Vorzustände ist mithin eine durch den Autounfall verursachte neue, bleibende 

Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung auszuschliessen. Wie 

das EVG in seiner Rechtsprechung festhielt, entspricht es denn auch einer 

medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass 

Diskushernien in aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein 

Bandscheibenvorfall kann nur dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung 

entstanden betrachtet werden, wenn die dabei wirkende Kraft ausserordentlich hoch, 

der Unfall mithin geeignet war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige 

Bandscheibe zu zerreissen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, 193 E. 2a mit Hinweisen; 

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Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und 18. Februar 2002, U 

459/00, E. 3b; Medizinische Mitteilungen der Suva, Nr. 68, S. 17). Diese 

Voraussetzungen sind vorliegend weder hinsichtlich des Unfallereignisses - die LWS 

wurde durch die Sitzlehne gut abgestützt - noch bezüglich des Gesundheitszustands 

vor dem Unfall erfüllt. Bei der Osteochondrose, Spondylose und Spondylarthrose 

handelt es sich sodann um häufige degenerative, nicht traumatisch bedingte, 

Veränderungen an der Wirbelsäule, die Folge- oder Begleiterscheinungen einer 

Diskushernie bilden können (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 852 ff.; 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 1401, 1810, 1812).

4.4  Angesichts der obigen Ausführungen kommen damit in Bezug auf die Vorzustände 

nur noch eine durch die Traumatisierung bewirkte vorübergehende oder dauernde 

Verschlimmerung derselben in Betracht. In beiden Fällen käme dem Unfall damit eine 

Teilursächlichkeit zu. Eine richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte 

Verschlimmerung der degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der LWS ist 

insofern auszuschliessen, als es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, 

dass eine solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die 

Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die 

Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Baur/

Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Die medizinischen 

Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der Zustand der LWS im Zeitpunkt 

des Unfalls vom 9. Oktober 2009 massiv verändert hätte. Das Vorliegen einer 

richtunggebenden Verschlimmerung einer degenerativen Erkrankung wird nirgends 

diskutiert. Nun kann eine Kontusion der Wirbelsäule zwar ohne Weiteres eine bisher 

stumme, vorbestehende Diskusprotrusion, Spondylarthrose oder andere 

Wirbelsäulenerkrankungen symptomatisch machen. Dabei handelt es sich aber 

meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/Ramseier, Die 

Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 5). Hinweise dafür, dass vorliegend 

von einem anderen Verlauf auszugehen wäre, finden sich in den Akten keine und sind 

auch in der Diagnose eines lumbospondylogenen Syndroms (UV-act. 20) nicht zu 

sehen. Laut Roche-Lexikon Medizin (2. Aufl., S. 1659) handelt es sich bei einem 

Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer 

Symptomatik mit weitgehend identischem "Symptommuster" manifestierendes 

Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen - eben auch 

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degenerativer Ursachen - bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Gerade 

ein Lumbovertebralsyndrom ist typisch für die im Regelfall degenerativ bedingte 

Diskushernie bzw. die beim Beschwerdeführer erhobenen Degenerationen (vgl. dazu 

Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 860).

4.5  Nach dem Gesagten steht fest und ist letztlich auch unbestritten, dass beim 

Beschwerdeführer in Bezug auf die in Erwägung 4.1 festgehaltenen, radiologisch 

erhobenen Gesundheitsschäden mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit weder eine durch den fraglichen Unfall klar ausgewiesene neue, 

bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung noch eine 

richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands anzunehmen ist.

4.6  Es lassen sich sodann auch keine - wie von Dr. F.___ im Bericht vom 21. April 

2011 vertreten (act. G 1.2/3) - zusätzlichen Unfallrestfolgen ausserhalb der 

vorbestehenden degenerativen Wirbelsäulenveränderungen ausmachen. Laut Dr. F.___ 

äussern sich Beschwerden auf Grund degenerativer Wirbelsäulenveränderungen 

deutlich anders. Dies lasse sich dadurch erklären, dass degenerative 

Wirbelsäulenveränderungen Schmerzen von der Wirbelsäule, also von den 

Knochenstrukturen, Gelenken und Bandscheiben aus verursachen würden. Die 

posttraumatisch verletzten Strukturen beim Beschwerdeführer seien aber nicht nur die 

Wirbelsäule selbst, sondern vor allem auch die Weichteile des gesamten Rückens. 

Darin seien zusätzliche, schmerzverursachende Organe wie Muskulatur, Sehnen, 

Faszien, Nervenstränge, Gefässe sowie Haut- und Unterhautgewebe enthalten. Diese 

Organe seien sowohl von der Beschwerdegegnerin als auch den konsultierten 

Spezialisten völlig ausgeklammert worden. Die vom Beschwerdeführer geäusserten 

Beschwerden seien typisch für Unfallfolgen in diesen zusätzlichen Organbereichen. Sie 

seien angesichts des Auffahrunfalls mit hoher Geschwindigkeit und des sehr grossen, 

sich über dem ganzen lumbalen Bereich ausdehnenden Blutergusses auch 

nachvollziehbar (act. G 1.2/3). - Beim Beschwerdeführer wurde am 12. November 2009 

im C.___ Radiologie Zentrum eine lumbo-vertebrale Kernspintomographie durchgeführt 

(UV-act. 8). Am 3. Februar 2010 erfolgte abermals eine MRI-Untersuchung der LWS 

(UV-act. 20). Mit der Kernspintomographie lassen sich grundsätzlich einzelne Gewebe - 

gesunde und kranke - voneinander unterscheiden, besonders gut in Weichteilen und 

Knochenmark. Zur Darstellung der Weichteile ist das MRT allen anderen Verfahren 

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überlegen. Dargestellt werden auch die Knochen, das straffe fibröse Bindegewebe 

(Sehnen, Bänder, Faszien) sowie fibröser Knorpel. Klar erkennbar sind schliesslich die 

einzelnen Muskelpakete. Dank seiner guten Gewebsdifferenzierung steht das MRT 

insbesondere für die Indikationsgebiete des zentralen Nervensystems, der 

Traumatologie und Gelenke an erster Stelle (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 225 ff.). 

Der Beschwerdeführer wurde sodann am 8. Februar 2010 durch Dr. Z.___ neurologisch 

untersucht (UV-act. 20). Läsionen, wie sie von Dr. F.___ geltend gemacht werden, 

hätten im Rahmen der beiden kernspintomographischen Untersuchungen sowie der 

neurologischen Untersuchung erhoben werden können bzw. müssen. Solche Läsionen 

wurden jedoch nicht diagnostiziert. Dr. F.___ erklärt, er habe die Anamnese bzw. die 

medizinischen Akten ausführlich studiert. Konkrete Läsionen werden jedoch auch von 

ihm keine genannt. Im Rahmen der Traumatologie können mit dem MRT insbesondere 

auch Hämatome erhoben bzw. untersucht werden (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 

234). Weder der radiologische Bericht des C.___ Radiologie Zentrums vom 13. 

November 2009 noch der ärztliche Zwischenbericht von Dr. B.___ vom 17. November 

2009 enthalten jedoch einen diesbezüglichen Befund (UV-act. 8). Die Beurteilung von 

Dr. F.___ entspricht damit letztlich nur einer Vermutung. Eine solche vermag jedoch 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Unfallrestfolge 

nachzuweisen (vgl. Th. Locher, a.a.O., S. 451 f.). Seine Ausführungen betreffend 

(Facettengelenks-)Infiltrationen vermögen ebenfalls keinen überwiegend 

wahrscheinlichen Beweis zusätzlicher Unfall-folgen ausserhalb der vorbestehenden 

degenerativen Wirbelsäulenveränderungen zu erbringen. Während im Regelfall 

ausgeschlossen werden kann, dass bestehende Läsionen anhand 

kernspintomographischer Untersuchungen unerkannt bleiben und die apparative 

Diagnostik insofern objektiv ist, stellen Infiltrationen lediglich eine Therapieform dar, 

deren Heilungserfolg nicht immer gewährleistet ist. Der Grund dafür kann darin liegen, 

dass vor allem bei Rückenschmerzen andere Komponenten - beispielsweise 

psychischer Art - eine Rolle spielen. In diesem Sinne ist zu wiederholen, dass selbst 

Dr. F.___ anhand der radiologischen Untersuchungsergebnisse keine traumatischen 

Läsionen zu benennen vermochte. Dass in Bezug auf die im konkreten Fall 

vorliegenden Kernspintomogramme eine Fehlbeurteilung erfolgt wäre, wird auch von 

ihm nicht geltend gemacht (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 215).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

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4.7  Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst oder 

vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall hat die Unfallversicherung jedoch 

lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu übernehmen 

(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Die Bejahung der Unfallkausalität 

bestimmter gesundheitlicher Störungen für einen bestimmten Zeitpunkt zeitigt sodann 

grundsätzlich für einen späteren Zeitpunkt keine Wirkung. Wenn also ein Arzt im 

Untersuchungszeitpunkt das Vorliegen von Unfallrestfolgen verneint, bestätigt er damit 

nicht gleichzeitig, dass von Anfang an oder bereits zu einem früheren Zeitpunkt keine 

Unfall(rest)folgen (mehr) bestanden hätten. Im Unfallversicherungsrecht gibt es 

durchaus Fälle, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer 

Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie wirklich 

sichtbar gemacht werden konnten. Dennoch wird nach einem geeigneten bzw. 

adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Unfalls 

auf den Körper ausgegangen, die nach dem Unfall aufgetretenen bzw. ausgelösten 

Beschwerden werden jedoch nach einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen 

Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall 

angelastet. Beispiele dafür sind die durch einen Unfall ausgelöste Diskushernie sowie 

die Beschwerden nach erfolgtem Schleuder- oder Halswirbelsäulen (HWS)-Trauma (vgl. 

dazu Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch Kopfanprall oder 

Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS 

1996, 467; Medizinische Mitteilungen der SUVA, Nr. 68, 17). Eine solche medizinische 

Erfahrungstatsache ist, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der 

Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit - in der Regel 

innerhalb von sechs Monaten, spätestens innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr 

(bei degenerativen Veränderungen) - folgenlos abheilen und die damit verbundenen 

Beschwerden sich gänzlich zurückbilden. Insofern zeichnet sich eine vorübergehende 

Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch 

stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, 

Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der 

Suva Nr. 67, S. 45). Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. 

auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine 

Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich 

eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen 

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Ausnahmefall vor. Beim Beschwerdeführer könnte sich zwar durch die Kontusion eine 

vorübergehende Verschlimmerung seiner Vorzustände im Bereich der LWS entwickelt 

haben. Für die über die Erfahrungsdauer hinaus fortbestehenden Beschwerden bilden 

jedoch lediglich unfallfremde Befunde, beispielsweise degenerativer Art, eine 

nachvollziehbare Erklärung. Die Leistungseinstellung des Unfallversicherers setzt keine 

Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit voraus. Entscheidend ist allein, ob der 

durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat 

(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Damit sprechen vorliegend die Tatsachen 

massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität. Soweit Dr. F.___ und der 

Beschwerdeführer geltend machen, letzterer sei bis zum besagten Ereignis 

beschwerdefrei gewesen und am Arbeitsplatz sogar für Arbeiten herangezogen 

worden, bei denen schwere Teile hätten bewegt werden müssen, ist auf die Formel 

"post hoc ergo propter hoc" hinzuweisen, wonach eine gesundheitliche Schädigung 

nicht schon deshalb als durch einen Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem 

aufgetreten ist (BGE 119 V 341 E. 2b/bb). In diesem Sinn ist auch irrelevant, dass die 

degenerativen Wirbelsäulenveränderungen in Folge der Abklärungen der 

Unfallbeschwerden als Zufallsbefund festgestellt wurden. Die Aussage von Dr. F.___, 

dass die im konkreten Fall erhobenen bildgebenden Befunde ebenso häufig keine 

Beschwerden machen würden, wie sie Beschwerden erklären könnten, ist 

grundsätzlich nicht in Abrede zu stellen. Entscheidend ist jedoch letztlich, dass die 

Degeneration einer Wirbelsäule ein über Jahre dauernder, sich im Verlauf vielfältig 

gestaltender Prozess darstellt und eben irgendwann kompliziert werden kann. Eine 

Korrelation zwischen Rückenschmerzen und degenerativen Veränderungen ist 

keineswegs immer gegeben (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., 848 ff.).

5.  

5.1  Prof. Dr. E.___ nimmt in seiner - wenn auch zweifelsohne kurzen - Beurteilung vom 

21. Oktober 2010 (UV-act. 60) die in den Erwägungen 4.3 - 4.6 dargelegten - für die 

Beurteilung der Unfallkausalität massgebenden - Gegebenheiten auf und kommt 

überzeugend zum Schluss, dass im Bereich der LWS des Beschwerdeführers per 

31. Dezember 2010 nicht mehr vom Vorliegen von Unfallrestfolgen auszugehen ist. So 

weist er auf die erheblichen degenerativen Wirbelsäulenveränderungen hin und hält 

fest, dass anlässlich des Unfalls keine strukturellen Läsionen (Frakturen, Luxationen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Bandscheibenhernien etc.) gesetzt worden seien. Im Weiteren hält er den Status quo 

sine - sogar erst - 14 Monate nach dem Unfall bzw. Ende 2010 als erreicht und wird 

diesbezüglich in der Erfahrungsmedizin gestützt. Der Umstand, dass Prof. Dr. E.___ 

seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und den 

Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner 

Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 

371). Es bestehen keine Hinweise dafür, dass sie nicht in Kenntnis der Vorakten bzw. 

der Anamnese abgegeben worden wäre, auch wenn er diese nicht ausführlich festhält. 

Mit Blick auf die Rechtsprechung (vgl. Erwägung 3.4) ist der Fokus hinsichtlich 

Beweiswert einer reinen Aktenbeurteilung darauf zu legen, dass für die ärztliche 

Beurteilung genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen. 

Überzeugen müssen die in der Aktenbeurteilung gestützt darauf gezogenen 

Schlussfolgerungen. Im konkreten Fall wurde der Beschwerdeführer insbesondere 

kernspintomographisch sowie neurologisch untersucht. Die bildgebende Diagnostik 

stellt bei Rückenverletzungen die beweiskräftige Grundlage dar. Bei Prof. Dr. E.___ 

handelt es sich zudem um einen Facharzt der Orthopädischen Chirurgie und damit um 

einen Arzt mit für den konkreten Fall massgebender Fachkompetenz. Aufgrund des 

Gesagten ist festzustellen, dass die vorhandenen medizinischen Akten den Sachverhalt 

hinreichend und insgesamt miteinander harmonierend darstellen. Im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung, d.h. rund 14 Monate nach dem Unfall vom 9. Oktober 2009, ist 

nach Massgabe der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Wegfall der 

Kontusionsfolgen als Ursache der noch geklagten lumbalen Beschwerden auszugehen. 

Eine Leistungspflicht wegen somatischen Unfallrestfolgen über den 31. Dezember 2010 

hinaus lässt sich demzufolge nicht begründen. Die aktuell noch geklagten lumbalen 

Beschwerden sind somatisch nicht mehr oder bestenfalls mit den nicht unfallbedingten 

Befunden degenerativer Art oder der psychischen Problematik (vgl. dazu Erwägung 6; 

psychosomatische Mechanismen sind im Bereich des Rückens bzw. der Wirbelsäule 

besonders häufig [Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 564]) erklärbar.

5.2  Dem Begehren, es seien weitere medizinischen Abklärungen vorzunehmen, ist 

nach dem Gesagten nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere 

medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten natürlichen 

Kausalzusammenhangs neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden 

(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 157 E. 3 und Urteil des Bundesgerichts 

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vom 9. März 2010, 8C_956/2009, E. 4.2). Obgleich im Austrittsbericht der Rehaklinik 

D.___ vom 17. März 2010 eine HWS-Kontusion vermerkt ist, drängen sich auch 

diesbezüglich keine weiteren Abklärungen auf. Der Beschwerdeführer machte zu 

keinem Zeitpunkt cervicale Beschwerden geltend (vgl. dazu auch Bericht von Dr. Z.___ 

vom 9. Februar 2010 [UV-act. 20], die radiologischen Untersuchungen beschränkten 

sich entsprechend auf die LWS und ebenso werden allfällige diesbezügliche 

Unfallrestfolgen von Seiten des Rechtsvertreters nicht weiter konkretisiert.

6.  

6.1  Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2011 darlegt, 

vermögen auch psychische Beeinträchtigungen nach den Grundsätzen der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegend keinen Anspruch auf Heilbehandlung 

und Geldleistungen zu begründen (vgl. BGE 115 V 133 ff.).

6.2   

6.2.1 Der Beschwerdeführer wurde am 18. Januar 2010 im Rahmen des stationären 

Aufenthalts in der Rehaklinik D.___ vom 13. Januar bis 11. März 2010 umfassend 

psychosomatisch untersucht. Die Untersuchungsergebnisse wurden im 

psychosomatischen Konsilium vom 3. Februar 2010 ausführlich dargelegt. In 

Anbetracht der vorbestehenden, belastenden psychosozialen Faktoren 

(Arbeitslosigkeit, getrenntes Familienleben, psychische Angeschlagenheit infolge 

Mobbing und Kündigung am Arbeitsplatz, Schulden) habe sich die psychische 

Situation des Beschwerdeführers nach dem Unfall verschlechtert. Infolge 

kontinuierlicher Schmerzproblematik habe sich auch die Schlafqualität des Patienten 

durch Schlafstörungen mit Wachphasen mit Grübeln und Ängstlichkeit um die Existenz, 

Gesundheit, Arbeitsplatz, Familie, Zukunft verschlechtert. Die vielen offenen Fragen im 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis und den Versicherungen würden seine 

Gedanken belasten. Er fühle sich allein und einsam, ungeduldig, nervös, traurig und 

deprimiert sowie auch frustriert, dass es zu diesem Ereignis gekommen sei. Mit der 

jetzigen Situation finde er sich nicht zurecht, komme nicht vorwärts, fühle sich blockiert 

und gegenwärtig ohne die Chance, kreativ zu handeln. Dieser Lebensknick beschäftige 

seine Gedanken. Der Patient habe Angst, in eine tiefere depressive Phase zu fallen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Zum jetzigen Zeitpunkt könne über eine Anpassungsstörung mit leichter depressiver 

Reaktion und Angst gesprochen werden (ICD-10:F23.22). Bis Ende des 

Klinikaufenthalts hätten recht gute, sowohl psychische als auch somatische 

Therapieerfolge erzielt werden können. In seiner psychischen Verfassung zeige sich der 

Patient nun zuversichtlich und optimistisch. Eine Wiederaufnahme der beruflichen 

Tätigkeit wäre hilfreich und stabilisierend vor allem in psychischer Hinsicht, stützend in 

der Entwicklung einer existenziellen Sicherheit und positiven beruflichen Perspektive. 

Aus psychiatrischer Sicht liege jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine arbeitsrelevante 

Leistungsminderung vor (UV-act. 20).

6.2.2 In den obigen Untersuchungsergebnissen sind einerseits gewisse Vorzustände 

bzw. unfallfremde Faktoren benannt, andererseits spricht jedoch die Verschlechterung 

der vorbestandenen psychischen Situation durch den Unfall für eine natürliche 

Teilkausalität desselben. Die Diagnose einer Anpassungsstörung belegt diese 

Kausalität. Letztlich braucht jedoch keine abschliessende Beurteilung der natürlichen 

Kausalität zu erfolgen, weshalb auch der unter Hinweis auf den Bericht von Dr. F.___ 

vom 21. April 2011 replicando vorgebrachte Einwand des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers, die psychischen Probleme seien unzureichend abgeklärt und 

eingeordnet, keiner näheren Prüfung bedarf. Weitere medizinische Abklärungen wären 

lediglich geeignet, den natürlichen Kausalzusammenhang weiter auszuleuchten. Selbst 

die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität vermag jedoch keine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen, da es, wie nachfolgend 

(Erwägung 6.2.3 ff.) zu zeigen ist, am kumulativ vorausgesetzten adäquaten 

Kausalzusammenhang fehlt.

6.2.3 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem 

Unfall und der anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit 

Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 

115 V 138 ff. E. 6 bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom 

Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen den Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter 

Betrachtungsweise werden die Unfälle nachihrer erfahrungsgemässen Eignung, 

psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen dazwischen liegenden mittleren 

Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei leichten Unfällen kann der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den nachfolgenden 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall 

nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei 

schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu 

bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei 

denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die 

Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person 

aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt 

sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig 

beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar 

mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon 

erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien gelten 

dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 f. E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). 

Keineswegs müssen alle Umstände gegeben sein, um die adäquate Kausalität bejahen 

zu können. Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Fall eines 

Unfalls im mittleren Bereich handelt. Bei Unfällen im mittleren Bereich genügt ein 

Kriterium, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Falls keinem Kriterium 

besonderes Gewicht zukommt, müssen mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht 

werden können. Je leichter der Unfall ist, desto mehr Kriterien müssen erfüllt sein. 

Diese Würdigung führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs. Es braucht nicht mehr nach weiteren Ursachen geforscht zu 

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werden, die eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten 

(SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010 (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 

100, 8C_897/2009, E. 4.5) präzisiert das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl 

der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen: bei mittelschweren 

Unfällen im engeren Sinn genügen drei Adäquanzkriterien, auch wenn sie nicht in 

besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im mittleren 

Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier Adäquanzkriterien zu 

erfüllen (vgl. auch Urteil vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis). 

Allgemein ist sodann vorwegzunehmen, dass die einzelnen Zusatzkriterien 

rechtsprechungsgemäss nur im Zusammenhang mit den somatischen 

Gesundheitsschäden zu beurteilen sind. Die psychischen Beschwerden können gerade 

hier, wo es um die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall 

und psychisch bedingter Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit geht, keine Berücksichtigung 

finden. Sollten also somatische Beschwerden aufgrund psychischer Probleme 

intensiver empfunden werden, so können im vorliegenden Fall dennoch nur die 

objektivierten Beschwerden im Bereich der LWS berücksichtigt werden (BGE 134 V 

116 E. 6.1, 123 V 99 E. 2a).

6.2.4 Beim streitigen Unfall vom 9. Oktober 2009 handelte es sich um eine 

Auffahrkollision, bei welcher der Beschwerdeführer wegen eines vorausfahrenden, 

immer langsamer werdenden Personenwagenlenkers seine Geschwindigkeit anpassen 

musste, worauf der Lenker des nachfolgenden Personenwagens mit angeblich hoher 

Geschwindigkeit auf das Heck des Beschwerdeführers auffuhr. Dieser Unfall ist 

aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs sowie mit Blick auf die entsprechende 

Kasuistik (vgl. A. Rumo-Jungo, a.a.O., S. 55 ff.; vgl. insbesondere RKUV 2005 Nr. U 

549 S. 236) - auch angesichts der beschriebenen hohen Geschwindigkeit des 

auffahrenden Personenwagens - den mittelschweren Unfällen zuzuordnen. Die Frage 

der genaueren Zuteilung innerhalb der mittelschweren Unfälle braucht vorliegend nicht 

beantwortet zu werden, weil die nachfolgende Beurteilung zeigt, dass keines der dabei 

zu erfüllenden Zusatzkriterien in wesentlichem Ausmass erfüllt ist. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers äussert sich in seinen Rechtsschriften in keiner Weise zu den 

Zusatzkriterien.

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6.2.5 Der Unfall vom 9. Oktober 2009 hat sich weder unter besonders dramatischen 

Begleitumständen ereignet noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Insbesondere 

war der Unfallablauf offenbar ein kurzes Ereignis, der Beschwerdeführer war 

angegurtet und erlitt weder gravierende sichtbare Verletzungen noch eine eigentliche 

Bewusstlosigkeit (vgl. Kasuistik zu diesem Kriterium in A. Rumo-Jungo, a.a.O., S. 

58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.3, und 2. März 

2005, U 309/03, E. 5.1). Schwere Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art, 

welche geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, lagen nicht vor. 

Den Akten sind des Weiteren keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung und 

schon gar nicht auf eine solche, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, 

zu entnehmen. Im Zusammenhang mit der Frage der Dauer der Behandlung von 

somatischen Unfallfolgen und der Dauer der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist 

zu beachten, dass die nach dem Unfall vom 9. Oktober 2009 aufgetretenen 

Beschwerden an der linken Hand, der rechten Schulter sowie an den linken Rippen 

problemlos heilten und im ärztlichen Zwischenbericht von Dr. B.___ vom 17. November 

2009 bereits nicht mehr vermerkt waren (vgl. UV-act. 7, 10). Der Beschwerdeführer 

erlitt anlässlich des Unfalls keine strukturellen Schädigungen der Wirbelsäule, hingegen 

lagen massgebende degenerative Vorzustände vor, in Bezug auf welche nach 

spätestens 14 Monaten eine vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung als 

abgeschlossen zu betrachten war. Bereits anlässlich des stationären Aufenthalts in der 

Rehaklinik D.___ vom 13. Januar bis 11. März 2010 wurde eine Anpassungsstörung mit 

leichter depressiver Reaktion und Angst gemischt diagnostiziert. Eine lange Dauer der 

Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit lässt sich daher bezogen auf die somatischen 

Unfallfolgen nicht bejahen. Körperlich bedingte Dauerschmerzen sind 

dementsprechend ebenfalls zu verneinen. Mangels bleibender physischer 

Unfallverletzungen erübrigen sich auch die Fragen nach der Schwierigkeit des 

Heilungsverlaufs und nach der Erheblichkeit von diesbezüglichen Komplikationen. Die 

ursprünglich unfallbedingten Beschwerden wurden in der Folge durch vorbestehende 

und/oder psychische Beschwerden abgelöst. Ein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 9. Oktober 2009 und den beim Beschwerdeführer 

bestehenden psychischen Beschwerden ist daher zu verneinen. Im Weiteren ist in 

Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin zu erwähnen, dass aus psychiatrischer 

Sicht ohnehin keine arbeitsrelevanten Einschränkungen bestehen (vgl. UV-act. 20, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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47-49). Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung war auch keine psychiatrische 

Behandlung mehr im Gange (UV-act. 47). Es besteht somit ohnehin kein Anlass für eine 

weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die psychische 

Problematik.

6.3  Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid, mit welchem 

eine weitere Leistungspflicht ab 1. Januar 2011 mangels eines nachweisbaren 

unfallkausalen somatischen oder unfalladäquaten psychischen Gesundheitsschadens 

abgelehnt wurde, nicht beanstanden.

7.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2012
	Art. 6 UVG: Dahinfallen der natürlichen Kausalität nach Auffahrunfall nach LWS-Kontusion. Adäquate Kausalität der psychischen Komponente zum Unfall verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2012, UV 2011/30).

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