# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 294b6e83-53da-5295-9ce3-39ff5f33bdc2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2010 E-5284/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5284-2007_2010-09-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5284/2007/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, 
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 19. Juni 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5284/2007

Sachverhalt:

A.
A.a Der aus der Ostprovinz Sri Lankas stammende Beschwerdeführer 
tamilischer Ethnie verliess Sri Lanka nach eigenen Angaben erstmals 
im September 1984 über den Flughafen von Colombo und reiste über 
Deutschland nach Holland, wo er sieben Monate lang geblieben sei. 
Anschliessend habe er während sieben Jahren in  Frankreich gelebt. 
Im Juni 2002 habe er bei der Botschaft in B._______ um Ausstellung 
eines Reisepasses ersucht. Da man ihm die Ausstellung des Passes 
verweigert habe, suchte er am 20. Juni 2002 um Asyl nach. 

Anlässlich der Befragungen vom 24. Juni und 10. Juli 2002 machte der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  psychisch 
angeschlagen  und  wenn  er  Reisepapiere  erhalten  würde,  würde  er 
nach Sri Lanka zurückkehren. 

A.b Nachdem er  am  10.  Juli  2002  sein  Asylgesuch  zurückgezogen 
hatte,  schrieb  das  damalige  BFF  dieses  am  11.  Juli  2002  als 
gegenstandslos  geworden  ab.  Am  23.  September  2002  reiste  er 
kontrolliert nach Colombo aus. 

A.c Der Beschwerdeführer stellte mit an die Schweizerische Botschaft 
in  Colombo  (nachfolgend  als  Botschaft  bezeichnet)  gerichteter, 
englischsprachiger  Eingabe  vom  1.  September  2003  ein  zweites 
Asylgesuch,  in  welchem  er  geltend  machte,  in  einem  Spital  in 
C._______  medizinisch  behandelt  worden  zu  sein.  Die  Behandlung 
habe  ihm  nicht  geholfen,  weshalb  er  nun  in  die  Schweiz  kommen 
wolle, um sich hier gegen seine Leiden behandeln zu lassen. 

A.d Mit  Schreiben  vom  26.  September  2003  wurde  der 
Beschwerdeführer  von  der  Botschaft  aufgefordert,  sein  Gesuch  zu 
substanziieren  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen.  Dieser 
Aufforderung kam er mit Schreiben vom 13. Oktober 2003 nach. 

A.e Mit  Verfügung  vom  24.  Februar  2004  bewilligte  das  BFF  die 
Einreise  in  die  Schweiz  nicht  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Zur 
Begründung  wurde  ausgeführt,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers,  sich  wegen  seines  Leidens  in  der  Schweiz 
behandeln lassen zu wollen, den Anforderungen an die Bewilligung zur 
Einreise gemäss Art. 20 Abs. 2 und 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 

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1998  [AsylG,  SR  142.31]  nicht  standhalten  würden.  Es  gebe  keine 
Anhaltspunkte, dass eine medizinische Behandlung in  seiner Heimat 
nicht  gewährleistet  wäre,  zumal  die  medizinische  Versorgung  in  Sri 
Lanka ein relativ hohes Niveau aufweise. 

A.f Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 16. März 
2004  wurde  mit  Urteil  vom  16.  April  2004  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) abgewiesen. 

B.
Der Beschwerdeführer stellte mit an die D._______ gerichtetem, eng-
lischsprachigem  Schreiben  vom  10. Januar  2007  (Eingang  [...]:  23. 
Februar 2007) ein drittes Asylgesuch (Gesuch um Visum, damit er als 
Flüchtling in die Schweiz kommen könne) und reichte eine Kopie des 
Ausweises für Asylsuchende in der Schweiz gültig bis 5. Januar 2003 
ein.  Am  27. Februar  2007  übermittelte  die  D._______  die 
Gesuchsunterlagen, die sie als zweites Asylgesuch interpretierte, mit 
ihren  Anmerkungen  zuständigkeitshalber  ans  BFM  (Eingang  BFM: 
1. März 2007).

In seiner schriftlichen Eingabe machte der Beschwerdeführer geltend, 
nach seiner Ausreise aus der Schweiz im Jahre 2002 in C._______ als 
Fischer  tätig  gewesen  zu  sein.  Nun  sei  es  für  Fischer  gefährlich 
geworden,  da  sie  auf  offenem  Meer  von  den  Sicherheitskräften 
angegriffen  worden  seien.  Er  sei  einmal  von  der  SL-Army 
festgenommen  und  in  ihr  Camp  gebracht  worden.  Nachdem  seine 
Verwandten  bei  der  lokalen  "Human  Right  Organisation" 
vorgesprochen hätten und diese sich für  ihn eingesetzt  habe, sei  er 
wieder  freigelassen  worden.  Die  Sicherheitskräfte  würden  jedoch 
immer wieder Menschen entführen, und es sei schwierig, in Sri Lanka 
im Frieden zu leben. 

C.
Mit  an die Botschaft  gerichteter  Eingabe vom 5. März 2007 forderte 
das  BFM  den  Beschwerdeführer  auf,  verschiedene  Fragen  zu 
beantworten. 

D.
Mit undatiertem englischsprachigem Schreiben (Eingang BFM: 5. Juni 
2007)  beantwortete der Beschwerdeführer  die ihm gestellten Fragen 
und reichte ein mit "To whom it may concern" bezeichnetes Schreiben 
des  Präsidenten  der  (...)  von  E._______  (C._______)  vom 16.  Mai 

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2007  und  ein  diesbezügliches  Wahrheitsbestätigungsschreiben  vom 
22. Mai 2007 bei der Botschaft ein. Diese übermittelte am 5. Juni 2007 
dem  BFM  (Eingang  BFM:  12. Juni  2007)  die  bei  ihr  eingereichten 
Eingaben.

E.
Das  BFM  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom 
19. Juni  2007  – eröffnet  am  27.  Juni  2007  – die  Einreise  in  die 
Schweiz  und  lehnte  sein  Asylgesuch  ab.  Auf  die  Begründung  wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

F.
Gegen  diese  Verfügung  reichte  der  Beschwerdeführer  beim  BFM 
(Eingang: 10. Juli 2007) eine vom 29. Juni 2007 datierende, englisch 
verfasste Beschwerde ein, in welcher er um Bewilligung der Einreise 
und um Asylgewährung ersuchte. Das BFM übermittelte die Eingabe 
an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Eingang:  7.  August  2007).  Zur 
Stützung seiner Angaben reichte der Beschwerdeführer nochmals das 
bereits  eingereichte  und als  "To whom it  may concern"  bezeichnete 
Schreiben  des  Präsidenten  der  "Fishing  Development  Society"  von 
Kurunagar  (C._______)  vom  16.  Mai  2007  sowie  ein  weiteres 
Schreiben des HCR-Koordinators vom 29. Juni 2007 ein. 

G.
Mit Vernehmlassung des BFM vom 11. September 2007, die dem Be-
schwerdeführer  am 22. Februar  2010  über  die  Botschaft  übermittelt  
wurde, beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. 

H.
Mit  Schreiben  vom  19.  Juli  2010  meldete  die  Botschaft,  dass  vom 
Beschwerdeführer bis anhin keine Replik eingetroffen sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vor-

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instanzen gelten die in  Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu ge-
hören Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls; das Bundes-
verwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 
AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]). Gemäss ständiger Praxis erstreckt sich die 
Zuständigkeit der Beschwerdeinstanz aufgrund des engen sachlichen 
Zusammenhangs auch auf  die  Verweigerung der  Einreisebewilligung 
im  Sinne  von  Art.  20  Abs.  2  AsylG  (vgl.  BVGE  2007/30;  Ent-
scheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2000 Nr. 12).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes 
(Deutsch, Französisch, Italienisch) verfasst (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  vom 18.  April  1999  [BV,  SR  101]).  In 
Konstellationen  wie  der  Vorliegenden  hat  die  ARK  respektive  das 
Bundesverwaltungsgericht  aus  prozessökonomischen  Gründen 
praxisgemäss  auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen 
Beschwerde und Beweismittel  zur  Übersetzung in eine Amtssprache 
verzichtet,  da  die  eingereichten  Eingaben  verständlich  abgefasst 
respektive  ausreichend  begründet.  Das  Urteil  ergeht  in  deutscher 
Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 und 3 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4 Die Verfügung vom 19. Juni  2007 wurde dem Beschwerdeführer 
gemäss  den  Angaben der  Botschaft  am 27. Juni  2007  eröffnet.  Ein 
entsprechender  Rückschein  der  srilankischen  Post  – die  Botschaft 
übermittelte  die  Verfügung  per  Post  – fehlt  in  den  Vorakten. Da  die 
Beschwerdeschrift am 10. Juli 2007 beim BFM eintraf, ist die 30-tägige 
Beschwerdefrist in jedem Fall eingehalten.

1.5 Der  Beschwerdeführer  hat  vor der  Vorinstanz am Verfahren teil -
genommen,  ist  durch  die  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, womit 
er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist. 

1.6 Die Beschwerde ist frist- und (mit Ausnahme der Nichtverwendung 
einer Amtssprache, vgl. Ziff. 1.3) formgerecht eingereicht. Auf die Be-

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schwerde  ist,  somit  einzutreten  (Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG, 
Art. 48 Abs. 1, 50 Abs. 1 und 52 VwVG).

2.
2.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  ein  Asyl-
gesuch im Ausland bei einer schweizerischen Botschaft gestellt  wer-
den kann, welche dieses mit einem Bericht an das Bundesamt über-
weist (Art. 19 und Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die Botschaft  führt  mit  der 
asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 
1  der  Asylverordnung 1 vom 11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchen-
de Person von der Botschaft  aufgefordert,  ihre Asylgründe schriftlich 
festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Gericht  hat  in  Auslegung 
dieser Bestimmungen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmög-
lichkeit  einer Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässi-
gen Gründen bei der jeweiligen Botschaft, aus faktischen Hindernissen 
im betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegen-
den persönlichen Gründen ergeben kann (BVGE a.a.O. E. 5.2 f.). Da 
die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung  und  der  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs dient, ist die asylsuchende Person bei gegebener 
Unmöglichkeit  einer  Anhörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungs-
pflicht  in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter  Fragen 
aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten;  ein  standardi-
siertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel 
nicht  zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4  f.). Allerdings  kann sich  eine 
Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung 
erübrigen,  wenn der  Sachverhalt  bereits  aufgrund des eingereichten 
Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint, sei es, dass die asyl -
suchende  Person  die  Einreisebedingungen  erfüllt,  sei  es,  dass  das 
Asylgesuch  als  aussichtslos  erachtet  wird;  im  letzteren  Fall  ist  der 
asylsuchenden Person im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegen-
heit  zu  geben,  sich  zu einem voraussichtlichen negativen Entscheid 
zumindest schriftlich zu äussern (BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist 
das Bundesamt gehalten zu begründen, weshalb von einer Befragung 
abgesehen wurde (BVGE a.a.O. E. 5.6 f.).

2.2 Im  vorliegenden  Fall  stellte  der  Beschwerdeführer  sein  drittes 
Asylgesuch direkt  beim D._______,  welches in  der  Folge dem BFM 
überwiesen  wurde.  Dieses  stellte  vorab  in  seinem 
Übermittlungsschreiben  vom  5.  März  2007  an  die  schweizerische 
Vertretung  in  Colombo  fest,  dass  bereits  ein  Asylgesuch  vom 

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Beschwerdeführer abgelehnt und eine dagegen erhobene Beschwerde 
durch die ARK mit Entscheid vom 16. April  2004 abgewiesen wurde. 
Im  gleichen  Schreiben  ersuchte  das  Bundesamt  via  Botschaft  den 
Beschwerdeführer  zur  Beantwortung  von  neun  konkreten,  auf  seine 
früheren  Vorbringen  abgestimmten  und  präzisierenden  Fragen,  eine 
persönliche Befragung ordnete es jedoch nicht an. Somit sah sich die  
Botschaft offensichtlich nicht veranlasst, von sich aus eine persönliche 
Befragung durchzuführen. Eigentliche Gründe, welche eine Anhörung 
allenfalls verunmöglicht hätten, brachte sie nicht vor. 

2.3 Nach  dem  vorstehend  angeführten  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts BVGE 2007/30 hätte das BFM bei  dieser Sachlage 
einerseits  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  geben  müssen,  sich 
zum abzusehenden negativen Entscheid zu äussern, und andererseits 
in der Verfügung vom 19. Juni 2007 den Verzicht auf eine Befragung 
begründen müssen. Dies hat es offensichtlich nicht getan. Die Nicht-
beachtung dieser Grundsätze stellt demnach in Beachtung von BVGE 
2007/30 eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. 

2.4 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann im Allgemeinen auf 
Beschwerdeebene nicht geheilt werden. Dies namentlich deshalb, weil  
es nicht Sinn und Zweck des Rekursverfahrens vor dem Bundesver-
waltungsgericht  sein  kann,  von  der  Vorinstanz  unterlassene  Ver-
fahrenshandlungen  nachzuholen.  Gegen  eine  Heilung  von  fest-
gestellten Verfahrensmängeln spricht insbesondere auch der Umstand, 
dass  dem Beschwerdeführer  eine  Instanz  verloren  ginge  (vgl.  dazu 
EMARK 1998 Nr. 34  E. 10d S. 292). Dies wiegt umso schwerer, wenn 
es  wie  vorliegend einerseits  um die  zentrale Frage der  Prüfung des 
Vorliegens  einreiserelevanter  Verfolgung  geht,  und  anderseits  dieser 
Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  durch  ein  ordentliches 
Rechtsmittel  nicht  mehr  angefochten  werden  könnte,  was  für  den 
Beschwerdeführer einen erheblichen Nachteil darstellen würde.

2.5 Das  angeführte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  BVGE 
2007/30 erging am 27. November 2007. Bis zu diesem Zeitpunkt war 
der Verzicht auf eine Anhörung beziehungsweise auf eine schriftliche 
Aufforderung  zur  Konkretisierung  der  Asylgründe  generell  zulässig. 
Ebensowenig musste vor Erlass der Verfügung das rechtliche Gehör 
gewährt  und der Verzicht auf  eine Befragung in der vorinstanzlichen 
Verfügung  begründet  werden. Vor diesen  Hintergrund  erscheint  eine 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  in  jedem  Fall  als 

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zwingend. Vielmehr kann es unter besonderen Umständen angezeigt 
sein,  den  vor  Bekanntwerden  der  neuen  Praxis  begangenen  Ver-
fahrensmangel nur ausnahmsweise zu heilen. Dies namentlich dann, 
wenn  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen  ist,  dass  der  asyl-
suchenden Person in materieller Hinsicht kein Nachteil erwachsen ist. 
Eine solche Konstellation ist  insbesondere dann gegeben, wenn der 
entscheidwesentliche  Sachverhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Be-
gründung  des  Asylgesuches  und  allfälliger  Beweismittel  als  hin-
reichend  erstellt  zu  erachten  ist  und  der  asylsuchenden  Person  zu-
mindest  auf  Beschwerdeebene  die  Möglichkeit  offengestanden  hat, 
sich  nochmals  zu  ihren  Asylgründen  zu  äussern  (vgl.  dazu  EMARK 
1999 Nr. 3 E. 3c S. 20 f.). 

2.6 Die  angefochtene  Verfügung  datiert  vom  19.  Juni  2007  erging 
somit  fünf  Monate  vor  der  durch  den  Entscheid  BVGE  2007/30 
eingeleiteten  Praxisänderung.  Hinzu  kommt,  dass,  nachdem  der 
Beschwerdeführer  die  ihm  vom  Bundesamt  gestellten  konkreten 
Fragen – unter Einreichung zweier Bestätigungen – beantwortet hatte, 
der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt zu erachten war. Überdies 
ist  dem  Beschwerdeführer  aus  dem  vorliegenden  Vorgehen  kein 
materieller Nachteil  entstanden. Im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht 
wäre es ihm jederzeit  möglich und zumutbar gewesen, von sich aus 
erneut  durch  eine  schriftliche  Eingabe  bei  der  Botschaft  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  zu  gelangen.  Zudem  wurde  ihm  auf 
Beschwerdestufe im Februar 2010 die vorinstanzliche Vernehmlassung 
mit Frist  zur Stellungnahme zugestellt  und ihm somit die Möglichkeit 
gegeben, sich dazu zu äussern und allenfalls zur aktuellen Lage in Sri 
Lanka Stellung zu nehmen,  was er  gemäss Mitteilung der  Botschaft 
vom 19. Juli  2010 bis  anhin  und offensichtlich bis  heute nicht  getan 
hat.  Aufgrund  der  besonderen  Konstellation  ist  vorliegend 
ausnahmsweise  von  einer  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung 
abzusehen. 

3.
3.1 Es bleibt  somit  im Folgenden zu prüfen, ob das Bundesamt das 
Asylgesuch  in  materieller  Hinsicht  zu  Recht  abgewiesen  und  dem 
Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz verweigert hat.

3.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. 

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Art. 3, 7 und 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  
das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sach-
verhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz- 
oder Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder in ein anderes Land auszurei -
sen. 

Bei  diesem Entscheid  sind  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein 
weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Be-
ziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweiti -
gen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und 
Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  die 
Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Person,  mithin  die  Prüfung  der 
Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  ge-
macht wird, und, bejahendenfalls, ob aufgrund der ganzen Umstände 
der erforderliche Schutz gerade von der Schweiz gewährt werden soll,  
sowie, bei unvollständiger Sachverhaltserstellung, ob der Verbleib am 
Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet 
werden kann.

4.
4.1 Das BFM ging  in  seiner  Verfügung vom 19. Juni  2007  sowie  in 
seiner  Vernehmlassung  vom  11.  September  2007  im  Wesentlichen 
davon aus, dass die eskalierenden Kampfhandlungen im Norden und 
Osten  des  Landes  zwar  zu  einer  erheblichen  Verschlechterung  der 
Sicherheits-  und  Menschenrechtssituation  geführt  hätten,  der 
Beschwerdeführer  daraus  für  seine  Person  jedoch  keine 
einreiserelevante  Verfolgungssituation  herleiten  könne.  Die 
geschilderten  Nachteile  seien  lokaler  Natur,  und  eine 
Aufenthaltsalternative im Grossraum Colombo wäre dem, offensichtlich 
immer  noch  in  C._______  wohnhaften  Beschwerdeführer, 
grundsätzlich zumutbar. Zudem bestünden angesichts des Umstandes, 
dass er sich bisher nicht  veranlasst gesehen habe, seinen Wohnsitz 
innerhalb  Sri  Lankas  an  einen  anderen  Ort  zu  verlegen,  gewisse 
Zweifel an seiner subjektiven Verfolgungsfurcht. 

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4.2 Nach Prüfung  der  Akten  schliesst  sich  das  Bundesverwaltungs-
gericht der Erkenntnis an, dass der Beschwerdeführer keine konkrete 
und  gezielt  gegen  ihn  gerichteten  nachteiligen  Massnahmen 
staatlicher  Organe ausgesetzt  war. Der  Umstand,  dass  er  und  auch 
andere Fischer nur in bestimmten Zonen fischen durften und von den 
Sicherheitskräften  für  kurze  Zeit  festgehalten  worden  sind,  stellt 
offensichtlich  keine  Gefährdung  dar,  die  für  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung relevant wäre. 

4.2.1 Nachdem  nicht  von  einer  asylrechtlich  relevanten 
Gefährdungssituation  auszugehen  ist,  braucht  auch  auf  die  Frage 
nach der Beziehungsnähe zur Schweiz, wo sich der Beschwerdeführer 
im  Jahre  2002  während  rund  dreier  Monate  als  Asylbewerber 
aufgehalten hat und die Beziehungsnähe somit klar als nicht gegeben 
anzusehen  ist,  oder  anderen  potenziellen  Zufluchtstaaten,  nicht 
eingegangen zu werden. 

4.2.2  Nach dem militärischen Sieg der srilankischen Streitkräfte über 
die LTTE im Mai 2009 und ihrer Vernichtung als Kriegspartei sind zu-
dem viele Konflikte und Bedrohungen durch die eine oder die andere 
Gruppierung dahingefallen. Was der Beschwerdeführer über seine Be-
drohung durch die SL-Armee sagte, kann, selbst wenn diese Angaben 
für  die  damalige  Zeit  im  Kern  zugetroffen  hätten,  in  der  heutigen 
Situation  nicht  mehr  stimmen,  zumal  sich  der  Beschwerdeführer 
politisch offenbar nie exponiert hat. 

4.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer  nicht  auf  den  unmittelbaren  flüchtlingsrechtlichen 
Schutz  der  Schweiz  angewiesen  ist.  Das  Bundesamt  hat  damit  die 
Einreise zu Recht verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist nach 
dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.-- 
an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); 
aus verwaltungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung 
von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

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Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
schweizerische Vertretung in Colombo.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

Versand: 

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