# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2360cd11-6899-56c4-be10-44e95374942f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-07-04
**Language:** de
**Title:** Gemischte Methode, Erhöhung hypothetisches Erwerbspensum von 50 % auf 70 % überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, keine Rentenherabsetzung; Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2014.01185
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01185.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01185
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
4. Juli 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto
Zanotelli
Anwaltskanzlei Reto
Zanotelli
Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1964, leidet seit zirka 1995 an einer paranoiden Schizophrenie (
Urk.
7/132
Ziff.
1.1) und meldete sich im Mai 199
6
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (vgl.
Urk.
7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Y.___
, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 17. November 1997 eine ganze Rente ab April 1996 (
Urk.
7/12) und sodann mit Verfügung vom 25. Juli 2000 eine halbe Rente ab September 2000
zu
(
Urk.
7/8/2-6).
Im
November 2004 brachte die Versicherte einen Sohn zur Welt (
Urk.
7/71/3). Am 27. Januar 2006 teilte ihr die IV-Stelle mit, sie habe weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente (
Urk.
7/70).
Nach einer im Januar 2007 erfolgten Haushaltabklärung (
Urk.
7/87) sprach die mittlerweile zuständige IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich der Versicherte
n
mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2007
bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 71 %
eine ganze Rente ab August 2006 zu (
Urk.
7/107).
Am
20. Oktober 2010 teilte sie der Versicherten mit, bei unverändertem Invaliditätsgrad habe
diese
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
7/123).
1.2
Nach Eingang des am 10. Dezember 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/129) veranlasste die IV-Stelle unter anderem eine Haushaltabklärung, über die am 3. April 2014 berichtet wurde
(
Urk.
7/142)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/145,
Urk.
7/148) setzte die IV-Stelle die Rente mit
Verfügung vom 8. Oktober 2014
bei einem
Invaliditäts
grad
von 65 % auf eine
Dreiviertelsrente
ab Dezember 2014 herab (
Urk.
7/153 =
Urk.
2
/1
).
2.
Die Versicherte erhob am 7. November 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2014 (
Urk.
2
/1
) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht holte eine ergänzende Auskunft ein, die am 18. Dezember 2014 erstattet wurde (
Urk.
13), und zu der die Beschwerdeführerin am 26. Januar 2015 Stellung nahm (
Urk.
17), was der Beschwerdegegnerin
am 29. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
Die Beschwerdegegnerin selbst verzich
tet auf Stellungnahme (
Urk.
16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit  und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des Art. 28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
,
KSIH) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der ge
sundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
1.7
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung zur angefochtenen Verfügung (
Urk.
2/2) davon aus, die Beschwerdeführerin sei weiterhin als je zu 50 % er
werbstätig und im Haushalt tätig zu qualifizieren und die Einschränkung im Haushalt betrage 29.25 % (S. 1 unten). Die Einschränkung im Erwerbsbereich betrage 100 %, womit ein Teilinvaliditätsgrad von 50 % (100 % x 0.5) im
Er
werbsbereich
und von 14.63 % im Haushalt (29.25 % x 0.5) resultiere, was ge
rundet einen Invaliditätsgrad von 65 % ergebe (S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), im Gesundheitsfall wäre sie wohl in einem Teilzeitpensum von bis zu zirka 70
% erwerbstätig, da sie auf das entsprechende Einkommen angewiesen sei und ihr Sohn mittlerweile in der Mittelstufe zur Schule gehe, womit der
Betreuungs
bedarf
kleiner geworden sei (S. 4).
Im Zeitpunkt der Haushaltabklärungen von 2005 und 2007 habe sie Alimente von monatlich
Fr.
4‘125.-- erhalten, die Schulden hätten
Fr.
20‘000.-- (zuzüg
lich Möbelkauf) betragen, die Wohnkosten
Fr.
1‘500.-- beziehungsweise
Fr.
1‘800.-- und die Krankenkassenkosten rund
Fr.
900.-- (S. 5 oben). Aktuell seien die Wohn- und Krankenkassenkosten gestiegen, hingegen hätten sich die Alimente auf
Fr.
3‘900.-- reduziert und die Schulden auf rund
Fr.
60‘000.-- er
höht. Dazu kämen hohe Therapiekosten für den Sohn von bis zu
Fr.
1‘000.-- monatlich (S. 5
Mitte).
Im Haushaltbereich sei keine massgebliche Veränderung eingetreten. 2014
habe lediglich eine andere Aussendienstmitarbeiterin als 2005/2007 eine andere Ein
schätzung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Ausmasses der tatsächlichen Einschränkung vorgenommen (S. 6 Mitte).
Die Einschränkungen in den einzel
nen Bereichen seien, aus näher dargelegten Gründen, gleich festzulegen wie 2007 (S. 7 f.)
, so dass diese gesamthaft weiterhin rund 42 % betrügen (S. 8 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen sind mithin die Qualifikation und das Ausmass der Ein
schränkung im Haushalt.
Revisionsrechtliche
r
Referenzpunkt (vorstehend E. 1.7) ist der Sachverhalt, wel
cher der
Rentenzusprache
2007 zugrunde lag.
3.
3.1
Im Haushaltsabklärungsbericht vom 19. Juli 2005 (
Urk.
7/60) wurde unter ande
rem festgehalten, die
Beschwerdeführerin
wohne mit ihrem
im
November 2004 geborenen Sohn alleine in einer 2½-Zimmerwohnung (S. 1 unten). Sie habe nach der Trennung von ihrem Mann und einem Klinikaufenthalt im Juni 2005 eine neue Wohnung einrichten müssen
; z
udem müsse sie Anwaltskosten von
Fr.
20‘000.-- zurückbezahlen. Aus diesen Gründen müsste sie - im
Gesund
heitsfall
- bereits jetzt einer Teilzeittätigkeit von zirka 50 % nachgehen (S. 3
Ziff.
2.5).
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin daraufhin ab 1. Juli 2005 als zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig (S. 3
Ziff.
2.5).
3.2
Im Haushaltsabklärungsbericht vom 15. Januar 2007 (
Urk.
7/87)
wurde unter anderem mit Verweis auf den Bericht von 2005 ausgeführt, bezüglich Qualifi
kation seien die Verhältnisse bis heute unverändert. Aufgrund der Mutter
pflichten und der Unterhaltszahlungen (des geschiedenen Mannes von
Fr.
4‘125.-- pro Monat) sei die Qualifikation zurzeit bei 50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Haushalt zu belassen (S. 2
Ziff.
2.5).
Die Einschränkung im Haushalt wurde mit 42.3 % beziffert (S. 5 Mitte).
3.3
Im Bericht vom 3. April 2014 (
Urk.
7/142) über die am Vortag erfolgte
Haushalts
abklärung
wurde unter anderem ausgeführt, diese habe in Anwesen
heit von Frau
Z.___
vom
A.___
stattgefunden (S. 1 Mitte).
Zur finanziellen Situation wurde unter anderem festgehalten, die
Beschwer
-
defüh
rerin
erhalte Alimente
von
Fr.
3‘000.-- für sich und
Fr.
900.-- für den Sohn, mit
hin t
otal
Fr.
3‘900.-- (S. 2 unten), habe zusätzliche Auslagen von monatlich
Fr.
1‘000.-- (Therapien für den Sohn) und Schulden (Anwaltskosten) von
Fr.
50‘000.-- (S. 3 oben).
Die Frage betreffend Erwerbstätigkeit bei guter Gesundheit sei ausführlich und mit Hinweis auf die Wichtigkeit dieser hypothetischen Frage besprochen wor
den. Die Beschwerdeführerin beschreibe, dass sie, solange ihr Sohn
in der Un
terstufe sei, auch bei guter Gesundheit wohl nicht mehr als 50 % ausserhäuslich tätig sein würde. Der Sohn nehme das Mittagessen zu Hause ein. Zusammen mit
den Alimenten würde ein Einkommen
von 50 %
ausreichen, um für sich und ihren Sohn den Lebensunterhalt zu bestreiten (S. 3
Ziff.
2.5).
Die Abklärungsperson legte die Beschwerdeführerin daraufhin die Qualifikation (weiterhin) auf 50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Haushalt fest (S. 3
Ziff.
2.6).
Die Einschränkung im Haushalt bezifferte sie mit 29.25 % (S. 7
Ziff.
6.8).
3.4
Am
9.
Dezember 2014 ersuchte das Gericht die im Abklärungsbericht erwähnte
Z.___
,
A.___
,
um Auskunft darüber, von welchem im Gesundheitsfall ausgeübten (hypothetischen) Erwerbs-Pensum an
lässlich des Abklärungsgesprächs die Rede gewesen sei (
Urk.
8 S. 2 f. E. 3.2).
Am 1
8.
Dezember 2014 beantwortete
Z.___
,
dipl.
Pflegefachfrau Psychiatrie, die Frage wie folgt (
Urk.
13):
Auf die Frage, zu wie vielen Prozenten sie ausserhäuslich erwerbstätig sein würde, wäre sie nicht psychisch krank geworden, überlegte die Patientin lange, sagte dann sinngemäss, dass sie vermutlich zu 50 bis 70 % arbeiten würde und dass es für sie jedoch sehr schwer zu beurteilen sei, da sie schon seit vielen Jahren krank sei.
4.
4.1
Verschiedene Anhaltspunkte sprechen dafür, dass die von
Z.___
gege
bene Auskunft zuverlässig ist. So formulierte sie die nach ihrer Erinnerung im Gespräch gestellte Frage („
zu wie vielen Prozenten sie ausserhäuslich er
werbstätig sein würde, wäre sie nicht psychisch krank geworden
“) deutlich an
ders als
das
Gericht
in seiner
Anfrage
, wo
vom „
im Gesundheitsfall ausgeübten (hypothetischen) Erwerbs-Pensum
“ die Rede gewesen war. Dass der Wortlaut der Frage im Gespräch so war, wie von ihr berichtet, erscheint überwiegend wahrscheinlich, ist die entsprechende Formulierung doch deutlich alltagsnäher als die vom Gericht gewählte.
Sodann berichtete sie, dass der Beschwerdeführerin die Frage als schwierig zu beantworten erschien, sie dies auch zum Ausdruck brachte und ihr die Antwort Mühe bereitet
e
. Auch dieses Element spricht für die Realitätsnähe der Schilde
rung, trifft es doch tatsächlich zu, dass es nach einer langen Krankheitsdauer schwierig ist, sich in die (leider rein hypothetische) Variante eines Lebens ohne die Krankheit hineinzudenken.
Schliesslich spricht auch die Angabe einer Bandbreite sowohl für die Plausibili
tät der von der Beschwerdeführerin geäusserten Unsicherheit als auch für die Authentizität der Berichterstattung.
4.2
Somit ist der Sachverhalt in diesem Punkt als dahingehend erstellt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin beim Abklärungsgespräch angegeben hat, wenn sie nicht krank (geworden) wäre, würde sie vermutlich zu 50 bis 70 % arbeiten.
Ob gestützt auf diese Primäraussage das hypothetische Erwerbspensum mit
70 % beziffert werden kann, wie dies beschwerdeweise geltend gemacht wurde, hängt von der Würdigung aller relevanten Umstände ab (vorstehend E. 1.
4).
Dass die Beschwerdeführerin eine Bandbreite von 50-70 % angegeben hat, spricht jedenfalls nicht dagegen. Vielmehr ist dies als indirekter Einbezug der Arbeitsmarktperspektiven zu verstehen, dies in dem Sinne, dass damit ein Pen
sum von jedenfalls 50 % und bis  - vorausgesetzt, entsprechende Stellen liessen sich finden -
70 %
umschrieben ist.
4.3
Es kann
sodann
- gerade unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten - nicht unbeachtet bleiben, wie die Beschwerdeführerin bis anhin von der
Beschwerde
gegnerin
qualifiziert wurde. Da diesbezüglich im massgebenden
Vergleichszeit
punkt
(2007) auf die als unverändert
eingestufte
Einschätzung im Jahr 2005
zurückverwiesen wurde, ist vorerst diese heranzuziehen.
Laut Abklärungsbericht wurde damals das Erwerbspensum ab
1.
Juli 2005 mit 50 % beziffert (vorstehend E. 3.1). In diesem Zeitpunkt war der Sohn der Be
schwerdeführerin 7 Monate alt. Im Zeitpunkt der zweiten Abklärung (Januar 2007) war er sodann gut 2 Jahre alt.
Im aktuellen Abklärungszeitpunkt (April 2014) war der Sohn 9 Jahre und 4 Mo
nate alt, und im Verfügungszeitpunkt (Oktober 2014) knapp 10 Jahre.
Punkto Betreuungsbedarf besteht mit Sicherheit ein erheblicher Unterschied zwischen einem 1-2 jährigen und einem 9-10 jährigen
Kind
. Dieser Aspekt spricht mithin deutlich für eine zwischenzeitliche Erhöhung des
Erwerbspen
sums
, dies im konkreten Fall von 50 % auf 70 %.
4.4
Die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin sind aktuell weitaus beeng
ter als
im Vergleichszeitpunkt
. So erhält sie
aktuell weniger Alimente von ihrem geschiedenen Mann als noch 200
7.
Zusätzlich fallen Kosten von
Fr.
1‘000.-- pro Monat für Therapien des Sohnes an, was auch im Vergleich zu durchschnittlichen Verhältnissen eine ausserordentliche und
betraglich
bedeu
tende Zusatzbelastung bedeutet. Schliesslich sind die Schulden der Beschwer
deführerin von
Fr.
20‘000.-- auf
Fr.
50‘000.-- (laut Abklärungsbericht) oder
Fr.
60‘000.--
(laut Beschwerde)
angestiegen.
Eine Ausweitung des Erwerbspensums von 50 % auf 70 % ist somit auch unter finanziellen Aspekten naheliegend
und so nachvollziehbar, dass es als - im Gesundheitsfall - überwiegend wahrscheinlich gelten kann.
4.5
Zusammenfassen
d
ist aus den dargelegten Gründen davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der hier strittigen Verfügung das Erwerbspensum nicht mehr wie 2005 und 2007 mit 50 %, sondern
mit 70 % zu veranschlagen ist, somit das Pensum im Haushalt nunmehr 30 % beträgt.
Daraus folgt ein Teilinvaliditätsgrad von 70 % im Erwerbsbereich (100 % x 0.7) und von 8.78 % im Haushaltbereich (29.25 % x 0.3), was gesamthaft einen
In
validitätsgrad
von rund 79 % ergibt (70 % + 8.78 % = 78.78 %).
Damit besteht weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente.
Mit dieser Feststellung ist, in Gutheissung der Beschwerde, die angefochtene Verfügung aufzuheben.
Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die Einschränkung im Haushalt
,
wie von der Beschwerdegegnerin angenommen und hier eingesetzt
,
29.25 % beträgt oder, wie von der Beschwerdeführerin vertreten, höher zu veranschlagen wäre.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Die obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die beim bis Ende 2014 massgebenden
praxisge
mässen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ermessens
weise
auf
Fr.
2‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
8.
Oktober 2014 mit der Feststellung aufgehoben, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
2'200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Reto
Zanotelli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
-
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher