# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 509c8da0-e6ea-58d3-a751-7a5d56dd11cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2022 D-4633/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4633-2022_2022-10-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4633/2022 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Damian Schweighauser, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 5. Oktober 2022 / N (…). 

 

 

D-4633/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 1. August 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 5. Oktober 2022 – eröffnet am 6. Okto-

ber 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ös-

terreich anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

13. Oktober 2022 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben und dabei beantragen liess, der Entscheid des SEM 

sei aufzuheben und dieses anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten 

und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen, eventua-

liter sei der Entscheid des SEM aufzuheben und (die Sache) zur rechts-

genüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen, 

dass er ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es sei im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme der vorliegenden Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde sei unverzüg-

lich anzuweisen, von seiner Überstellung nach Österreich abzusehen, bis 

das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung entschieden habe, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen und es seien die vorinstanzli-

chen Akten sowie diejenigen des separaten Verfahrens (seines Cousins), 

B._______ (N […]), beizuziehen, 

dass der Beschwerde die Vollmacht seines Rechtsvertreters, die angefoch-

tene Verfügung und der Verlaufsbericht der UPKKJ (Universitäre psychiat-

rische Klinik für Kinder und Jugendliche; Anmerkung Bundesverwaltungs-

gericht) C._______ vom September 2022 (Beschwerdebeilage 3) je in Ko-

pie beilagen, 

 

D-4633/2022 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 

eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

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Seite 4 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.) 

dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-

dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am (…) in Öster-

reich ein Asylgesuch eingereicht hat, 

dass das SEM am 5. September 2022 die österreichischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dub-

lin-III-VO ersuchten, 

dass die österreichischen Behörden mit Verweis auf das angebliche min-

derjährige Alter des Beschwerdeführers und damit die Registration als un-

begleiteter Minderjähriger das Ersuchen des SEM am 12. September 2022 

ablehnten, 

dass das SEM am 21. September 2022 den österreichischen Behörden ein 

Remonstrationsersuchen übermittelten und darlegten, dass sowohl die 

schweizerischen wie auch die österreichischen Asylbehörden gleichermas-

sen auf die Volljährigkeit des Beschwerdeführers schliessen würden, 

dass die österreichischen Behörden dem Remonstrationsersuchen um 

Übernahme am 22. September 2022 zustimmten, 

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dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Österreich ein Asylgesuch 

eingereicht zu haben und auch nicht behauptet, dieser Mitgliedstaat sei für 

die Behandlung seines Gesuches grundsätzlich nicht zuständig, 

dass somit die Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens gegeben ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon 

ausgeht, das österreichische Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen für Asylsuchende würden keine systemischen Mängel aufweisen, die 

die Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im 

Sinne des Artikels 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union 

(2012/C 326/02: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. etwa 

die Urteile des BVGer F-3872/2022 vom 11. Oktober 2022 E. 6 und  

D-2096/2022 vom 20. Mai 2022 E. 10), 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und die Vorinstanz das Asylgesuch gemäss dieser Be-

stimmung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn 

dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass in der Beschwerde unter Verweis auf die Ausführungen des Be-

schwerdeführers anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 1. September 

2022 geltend gemacht wird, sein Zielland sei stets die Schweiz gewesen, 

da sich hier bereits ein Cousin, D._______, aufhalte und er (der Beschwer-

deführer) seinen minderjährigen Cousin, B._______, welcher sich eben-

falls hier in der Schweiz im Asylverfahren befinde, nicht alleine lassen 

wolle, 

dass – wie schon das SEM zutreffend festgehalten hat – der Wunsch des 

Beschwerdeführers auf Verbleib in der Schweiz an der Zuständigkeit Ös-

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terreichs für die Prüfung eines Asylgesuchs nichts zu ändern vermag, zu-

mal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ih-

ren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3), 

dass den Akten keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Öster-

reich werde dem Beschwerdeführer gegenüber den Grundsatz des Non-

Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem 

sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer weiter kein konkretes und ernsthaftes Risiko 

dargetan hat, das darauf hindeutet, die österreichischen Behörden würden 

sich weigern, ihn aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen 

Schutz unter Einhaltung der Regeln der Richtlinie des Europäischen Par-

laments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) zu prüfen, 

dass sodann eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-

heitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen kann, insbesondere wenn die betroffene Person 

sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und be-

reits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod 

rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte 

(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 m.H. auf die damalige Praxis des EGMR), oder 

wenn eine schwer kranke Person durch die Abschiebung – mangels ange-

messener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko 

konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen erheb-

lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

4173810, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass dies vorliegend – ohne die aktenkundige gesundheitliche Situation 

des Beschwerdeführers zu bagatellisieren – für seine Situation offensicht-

lich nicht zutrifft und diesbezüglich auf die zu bestätigenden Erwägungen 

in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, zumal in der Beschwerde 

nicht weiter auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers ein-

gegangen wird, 

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dass auch keine Hinweise vorliegen, wonach Österreich dem Beschwer-

deführer eine adäquate medizinische Behandlung verweigern würde und 

die Mitgliedstaaten den Antragstellern gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die in-

ternationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) die erforderli-

che medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die 

unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psy-

chischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen, und den Antrag-

stellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder 

sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer geeigneten psycho-

logischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtli-

nie), 

dass sich der Beschwerdeführer somit an die zuständigen Behörden vor 

Ort wenden und die ihm zustehenden Dienstleistungen notfalls auf dem 

Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass im Übrigen in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden Erwägun-

gen des SEM in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, 

dass in der Beschwerde unter Hinweis auf einen Verlaufsbericht der UP-

KKJ (N […]) vom September 2022 den Cousin (B._______) des Beschwer-

deführers betreffend geltend gemacht wird, eben dieser minderjährige 

Cousin befinde sich seit seiner Ankunft in der Schweiz in psychologischer 

Behandlung, er leide an einer starken psychischer respektive psychoti-

scher Erkrankung (bisher ohne Diagnose), unter akuter Suizidalität, star-

ken Erregungszuständen und Ängsten, und sei bisher mit Neuroleptika be-

handelt worden, 

dass weiter ausgeführt wird, durch den Tod seiner Mutter, von welchem 

der Cousin während seiner Reise erfahren habe, sowie die traumatisieren-

den Fluchterlebnisse in E._______, habe sich sein Zustand noch ver-

schlimmert; er wende sich bei auftretenden Suizidgedanken an den Be-

schwerdeführer, was mit der Gesprächsperson auch so als sogenannter 

Sicherheits-Plan vereinbart worden sei, 

dass dem Verlaufsbericht zu entnehmen sei, dass der Beschwerdeführer 

für den Cousin eine grosse Stütze sei, er habe angegeben, er suche diesen 

regelmässig auf, wenn es ihm emotional schlecht gehe, und er habe ihn 

schon mehrfach bei akuten Suizidgedanken auffangen können; der Cousin 

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habe zudem Angst vor einer allfälligen Trennung vom Beschwerdeführer; 

seit dem (…) befinde sich der Cousin aufgrund seines Zustands stationär 

im Universitätskinderspital C._______, 

dass aus den Angaben des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Ver-

fahren ein über die normale affektive verwandtschaftliche Verbundenheit 

hinausgehende Beziehung zwischen ihm und seinem Cousin nicht ersicht-

lich wird, 

dass dem SEM insofern weder eine unvollständige Sachverhaltsfeststel-

lung noch eine Verletzung der Begründungspflicht vorgeworfen werden 

kann, 

dass – wie von der Vorinstanz zu Recht erwogen – festzuhalten ist, dass 

ein Cousin nicht als Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-

III-VO gilt und auch nicht zum in Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO bezeichneten 

Personenkreis gehört, weshalb die Anwendung letzterer Bestimmung von 

vornherein nicht in Betracht fällt, woran auch das in der Beschwerde zi-

tierte, sich auf Geschwister beziehende Urteil des Bundesverwaltungsge-

richt F-280/2021 vom 22. Juni 2021 nichts ändert, 

dass sodann auch aus den Ausführungen in der Beschwerde und dem ein-

gereichten Verlaufsbericht vom September 2022 nicht hervorgeht, inwie-

fern aufgrund der psychischen Probleme des Cousins ein aus medizini-

scher Sicht besonderes Abhängigkeitsverhältnis zum Beschwerdeführer 

bestehen soll, welches dessen physische Anwesenheit in der Schweiz mit 

Blick auf das Wohlergehen des im (…) volljährig werdenden Cousins un-

ausweichlich erforderlich machen würde, 

dass ungeachtet dessen die Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen 

den beiden und eine allfällige weitere Unterstützung des Cousins auch 

dann möglich bleibt, wenn sich der Beschwerdeführer in Österreich aufhält, 

dass vor diesem Hintergrund auch eine Verletzung von Art. 8 EMRK oder 

Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes (KRK, SR 0.107) im Falle der Überstellung des Beschwerdeführers 

nach Österreich im Rahmen des vorliegenden Dublin-Verfahrens ausge-

schlossen werden kann, 

dass unter diesen Umständen auf den Beizug der Akten des minderjähri-

gen Cousins zu verzichten und der entsprechende Verfahrensantrag abzu-

weisen ist, da in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2) 

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davon auszugehen ist, auch der Beizug der vollständigen Akten des min-

derjährigen Cousins würde keine Erkenntnisse zu Tage fördern, die eine 

Zuständigkeit der Schweiz für die Prüfung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens des Beschwerdeführers begründen könnten, 

dass sich die formellen Rügen (unvollständige Sachverhaltsfeststellung; 

Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht) mithin als unbe-

gründet erweisen, weshalb keine Veranlassung besteht, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

und der diesbezügliche Antrag abzuweisen ist, 

dass die Schweiz somit völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, von ihrem 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu 

machen und sich für die Behandlung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens des Beschwerdeführers für zuständig zu erklären, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt (vgl. BVGE 

2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Er-

messensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz 

zu entnehmen sind, 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und 

das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen, 

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes abzuweisen sind, da die 

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Seite 10 

Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 

Abs. 1 und 2 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

Versand: