# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea7c987b-3628-573a-89ad-4d78f6058f53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2007 C-2786/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2786-2006_2007-04-23.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-2786/2006
{T 0/2}

Urteil vom 23. April 2007

Mitwirkung: Richter Frölicher; Richter Mesmer; Richter Parrino ; 
Gerichtsschreiberin Fankhauser.

X._______, (Frankreich)
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat und Notar Dr. Thomas M. Petitjean, 
Rheinsprung 1, Postfach 1911, 4001 Basel,

gegen

Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) IV-Stelle für Versicherte im 
Ausland, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz,

betreffend
Invalidität (Einspracheentscheid vom 8.5.2006).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. X._______,  geboren  am 23. März  1948,  wohnhaft  in  Y._______  (Frank-
reich),  arbeitete  seit  1979  als  Plattenleger  bei  der  A._______  AG  in 
C._______  in  der  Schweiz  (IV-Akt.  7)  und  war  obligatorisch  bei  der 
schweizerischen  AHV/IV  versichert.  Am  16. Juni  2004  meldete  er  sich 
unter  Hinweis  auf  eine  seit  Dezember  2002  bestehende  "Cardiopathie 
tonique"  und  "Myopahie"  bei  der  Eidgenössischen  Invalidenversicherung 
zum Leistungsbezug an (IV-Akt. 2).

B. Die IV-Stelle  Basel  holte  den Formularbericht  des behandelnden Arztes, 
Dr. med. B._______ (IV-Akt. 5), einen Auszug aus dem individuellen Konto 
(IV-Akt.  6)  und  den  Bericht  des  Arbeitgebers  (IV-Akt.  7)  ein.  Sie 
beauftragte  Dr.  med.  D._______,  FMH  für  Allgemeinmedizin  mit  einer 
medizinischen Begutachtung (wie aus der Vorbemerkung zum Gutachten 
[IV-Akt. 9, S. 2] hervorgeht). Das daraufhin erstellte Gutachten (IV-Akt. 9; 
Arztbericht  für  Grenzgänger,  datiert  vom  13. Januar  2005,  Eingangs-
stempel  IV-Stelle  Basel-Stadt  vom  12. Januar  2005)  enthält  folgende 
Teilgutachten:  Rheumatologisches  Gutachten  von  Dr.  med.  E._______, 
FMH  für  Physikalische  Medizin  und  Rehabilitation,  speziell  Rheuma-
erkrankungen,  vom  19. Dezember  2004  (IV-Akt.  9,  S. 19 ff.);  Kardiolo-
gisches  Gutachten  von  Dr.  med.  F._______,  FMH  für  innere  Medizin, 
speziell Herzkrankheiten, vom 2. November 2004 (IV-Akt. 9, S. 26 ff.); Dr. 
med.  G._______,  FMH  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  vom 
3. Dezember 2004 (IV-Akt. 8). Gestützt auf diese Akten ermittelte die IV-
Stelle  Basel-Stadt  für  die Periode  vom 1. Januar  2003 bis  11. Mai  2004 
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit  im bisherigen Beruf von 50 %. 
Danach  sei  eine  Verschlechterung  der  Arbeitsfähigkeit  eingetreten, 
weshalb die Ausübung der Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr zumutbar 
sei.  In  einer  wechselbelastenden  leichten  Tätigkeit  mit  Vermeiden  von 
Heben  über  10  Kilogramm  sei  ein  Arbeitspensum  von  60 %  zumutbar. 
Aufgrund des Einkommensvergleichs ermittelte  sie ab dem 12. Mai 2004 
einen Invaliditätsgrad von 58 % (IV-Akt. 12 und 13, S. 7).

C. Mit zwei Verfügungen vom 9. März 2005 (die eine betreffend die Periode 
vom 1.1.2004 – 31.7.2004, die zweite für die Zeit ab 1.8.2004) sprach die 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland dem Versicherten ab dem 1. Januar 
2004 eine halbe IV-Rente zu (IV-Akt. 13).

D. Der  Versicherte  erhob  am  17. März  2005  bei  der  IV-Stelle  Basel-Stadt 
mündlich Einsprache und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente 
(IV-Akt. 14). Am 20. Juni 2005 liess er – nunmehr vertreten durch Advokat 
Dr. Thomas M. Petitjean – drei zusätzliche medizinische Stellungnahmen 
(Attest  von  Dr.  B._______  vom  7. Juni  2005;  Arztzeugnis  von  Dr. 
H._______  vom  8. Juni  2005;  Bestätigung  von  Dr.  I._______  [gemäss 
Vermerk  von Dr.  B._______  vom 19. Mai  2005])  einreichen  und weitere 
medizinische Abklärungen beantragen (IV-Akt. 20).

E. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland wies die Einsprache mit Entscheid 
vom 8. Mai 2006 ab.

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F. Mit  Beschwerde vom 30. Mai  2006 an die damals  zuständige Eidgenös-
sische AHV/IV-Rekurskommission für Personen im Ausland (nachfolgend: 
Rekurskommission IV) liess X._______, weiterhin vertreten durch Rechts-
anwalt  Thomas  M.  Petitjean,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge 
beantragen,  den  Einspracheentscheid  aufzuheben  und  eine  neue 
umfassende  ärztliche  Begutachtung  anzuordnen.  Alsdann  sei  über  den 
Rentenanspruch neu zu entscheiden. 

G. Die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland  reichte  ihre  Vernehmlassung  – 
nach  gewährter  Fristerstreckung  –  am 24. Juli  2006  ein  und  beantragte 
unter Hinweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle Basel-Stadt vom 19. Juli 
2006 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung ihres Abweisungs-
antrages bezog sich die IV-Stelle Basel-Stadt auf die Stellungnahme des 
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) und führte im Wesentlichen aus, der 
Sachverhalt  sei  aus  medizinischer  Sicht  ausreichend  und  professionell 
abgeklärt und die nachgereichten medizinischen Berichte enthielten keine 
neuen,  im  Einspracheentscheid  nicht  bereits  berücksichtigten,  Ein-
schätzungen. Im Übrigen verwies sie auf den Einspracheentscheid.

H. Mit  Replik  vom 18. August  2006  liess X._______ an seiner  Beschwerde 
festhalten.  Zudem  machte  er  eine  weitere  Verschlechterung  des 
Gesundheitszustandes  geltend  und  legte  eine  neue  medizinische 
Stellungnahme von Dr. B._______ vom 16. August 2006 ins Recht. 

I. Die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  hielt  in  ihrer  Duplik  vom 
15. September  2006  an  ihrem  Antrag,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen, 
fest  und  verwies  zur  Begründung  auf  die  Stellungnahme  der  IV-Stelle 
Basel-Stadt.  Diese  wiederum  nahm  Bezug  auf  die  Stellungnahme  des 
RAD, wonach mit dem Schreiben des Dr. B._______ keine neuen sachlich-
medizinischen  Aspekte  eingebracht  würden  und  eine  Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes medizinisch nicht ausgewiesen sei. Eine neue 
Abklärung werde hierdurch nicht notwendig.

J. Mit  Schreiben  vom  20. September  2006  übermittelte  die  Rekurskom-
mission IV dem Rechtsvertreter des Versicherten die Kopie der Duplik und 
teilte den Abschluss des Schriftenwechsels mit.

K. Am  1. Januar  2007  ging  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  auf  das 
Bundesverwaltungsgericht  über,  welches  den  Parteien  am  12. Februar 
2007  die  Zusammensetzung  des  Spruchkörpers  mitteilte.  Es  ging  kein 
Ausstandsbegehren ein.

L. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig  ist,  die 
Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder 
Schiedskommissionen  oder  bei  den  Beschwerdediensten  der  Departe-
mente  hängigen  Rechtsmittel.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar 
(vgl.  Art.  53 Abs.  2 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
[VGG; SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art.  31 VGG beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG;  SR  172.021),  sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in 
Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden.  Die  IV-Stelle  des Bundes für 
Versicherte  im  Ausland  ist  eine  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art. 33  Bst. d 
VGG.  Die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung 
von  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  im  Bereich  der  Invaliden-
versicherung ist zudem in Art. 69 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959  über  die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  ausdrücklich 
vorgesehen.

1.3 Angefochten ist der Einspracheentscheid der IV-Stelle für  Versicherte im 
Ausland vom 8. Mai 2006, der Beschwerdeführer wohnt in Frankreich. Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung  der  Beschwerde 
zuständig.

2. Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (wie  schon  vor  der 
Rekurskommission  IV)  richtet  sich  nach  dem  Verwaltungsverfahrens-
gesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt 
(Art. 37  VGG;  aArt.  69  Abs.  2  IVG  in  Verbindung  mit  aArt.  85bis  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1946  über  die  Alters-  und  Hinter-
lassenenversicherung  [AHVG,  SR 831.10]).  Vorbehalten  bleiben gemäss 
Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes 
über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 
830.1).

2.1 Die Beschwerde wurde frist-  und formgerecht  eingereicht  (vgl.  Art. 38 ff. 
und Art. 60 ATSG, Art. 52 VwVG).

2.2 Als  Adressat  des  seine  Einsprache  abweisenden  Entscheides  ist  der 
Beschwerdeführer  durch die angefochtene Verfügung berührt  und er  hat 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 
ATSG). 

2.3 Der  Beschwerdeführer  kann  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  die 
Verletzung von Bundesrecht  unter  Einschluss  des Missbrauchs oder der 
Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Fest-
stellung  des  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  des  Entscheids 
rügen (Art. 49 VwVG).

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3. Nach  der  Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei  der 
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 
Erlasses des streitigen Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt 
ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit  Hinweis).  Tatsachen,  die jenen Sachverhalt 
seither  verändert  haben,  sollen  im  Normalfall  Gegenstand  einer  neuen 
Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362  E. 1b mit Hinweisen). Mass-
gebend ist im vorliegenden Fall somit der Sachverhalt, wie er sich bis zum 
Erlass des Einspracheentscheides vom 8. Mai 2005 verwirklicht hat. 

4. Zunächst  sind  die  zur  Beurteilung  der  Streitsache  massgebenden 
gesetzlichen Grundlagen darzulegen.

4.1 Der  Beschwerdeführer  ist  Staatsangehöriger  eines  Mitgliedsstaates  der 
Europäischen Gemeinschaft,  so dass vorliegend das am 1. Juni  2002 in 
Kraft  getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweize-
rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft 
und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Abkommen 
über die Personenfreizügigkeit;  APF; SR 0.142.112.681) anzuwenden ist, 
welches  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen  Abkommen 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  einzelnen 
Mitgliedsstaaten  der  Europäischen  Gemeinschaft  insoweit  absetzt,  als 
darin  derselbe  Sachbereich  geregelt  wird,  (Art.  20  APF).  Soweit  das 
Abkommen,  insbesondere  dessen  Anhang  II,  der  die  Koordinierung  der 
Systeme der sozialen Sicherheit regelt (Art. 8 APF), keine abweichenden 
Bestimmungen  vorsieht,  ist  mangels  einer  einschlägigen  gemeinschafts-
rechtlichen bzw. abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des 
Verfahrens  sowie  die  Prüfung  der  Anspruchsvoraussetzungen  einer 
schweizerischen  Invalidenrente  grundsätzlich  Sache  der  innerstaatlichen 
Rechtsordnung  (BGE  130  V  253  E. 2.4).  Der  Leistungsanspruch  des 
Beschwerdeführers  ist  demnach  gemäss  Art.  3  Abs.  1  der  Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71 grundsätzlich nach den für schweizerische Staatsan-
gehörige geltenden Regeln zu beurteilen.

4.2 In  zeitlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massge-
bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung hatten (BGE 130 V 329). Deshalb ist hier das per 1. Januar 2003 
in  Kraft  getretene  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozial-
versicherungsrechts  anwendbar.  Die  im  ATSG  enthaltenen  Formulierun-
gen der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität und der 
Einkommensvergleichsmethode  entsprechen  den  bisherigen  von  der 
Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung. 
Demzufolge  haben  die  von  der  Rechtsprechung  dazu  herausgebildeten 
Grundsätze unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Geltung (BGE 130 V 
343). 
Soweit  ein  Rentenanspruch  ab  dem  1. Januar  2004  zu  prüfen  ist,  sind 
weiter die mit der 4. IV-Revision zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen 
Gesetzesänderungen zu beachten.

4.3 Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  (Art.  8  Abs.  1  ATSG).  Die 

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Invalidität  kann Folge von Geburtsgebrechen,  Krankheit  oder  Unfall  sein 
(Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 
körperlichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit  verursachte  und 
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

4.4 Bei  erwerbstätigen  Versicherten  ist  der  Invaliditätsgrad  gemäss  Art. 16 
ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Einkommens-
vergleichs  zu  bestimmen.  Dazu  wird  das  Erwerbseinkommen,  das  die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen  Behandlung  und  allfälliger  Eingliederungsmassnahmen 
durch  eine  ihr  zumutbare  Tätigkeit  bei  ausgeglichener  Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen,  das sie erzielen könnte,  wenn sie nicht  invalid 
geworden  wäre  (sogenanntes  Valideneinkommen).  Der  Einkommensver-
gleich hat in der Regel  in der Weise zu erfolgen,  dass die beiden hypo-
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 
einander  gegenübergestellt  werden,  worauf  sich  aus  der  Einkommens-
differenz  der  Invaliditätsgrad  bestimmen  lässt  (allgemeine  Methode  des 
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, BGE 128 V 29 E. 1).

4.5 Gemäss  Art.  28  Abs.  1  IVG (in  der  seit  dem 1. Januar  2004  geltenden 
Fassung) hat  ein Versicherter  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  50 Prozent  Anspruch  auf  eine halbe Rente,  bei  einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
und bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens  70 Prozent  Anspruch  auf 
eine ganze Rente.

4.6 Der  Rentenanspruch  entsteht  gemäss  Art.  29  Abs. 1  IVG  frühestens  in 
dem Zeitpunkt,  in dem die versicherte Person mindestens zu 40 Prozent 
bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (Bst. a) oder während 
eines  Jahres  ohne  wesentlichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens 
zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Bst. b). Art. 29 
Abs. 1  Bst. a  IVG  gelangt  nur  dort  zur  Anwendung,  wo  ein  weitgehend 
stabilisierter,  im  Wesentlichen  irreversibler  Gesundheitsschaden  vorliegt 
(vgl. BGE 119 V 99 E. 4a mit Hinweisen) und sich der Gesundheitszustand 
der  versicherten  Person  künftig  weder  verbessern  noch  verschlechtern 
wird (Art. 29 Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung  [IVV,  SR 831.201]).  In  den anderen  Fällen  entsteht  der  Rentenan-
spruch erst nach Ablauf der Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG. 

4.7 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG die 
rentenberechtigten  Versicherten,  die  bei  Eintritt  der  Invalidität  während 
mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schweizerische Sozialver-
sicherung geleistet haben.

4.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 
gegebenenfalls  auch  andere  Fachleute  zur  Verfügung  zu stellen  haben. 

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Aufgabe  des  Arztes  oder  der  Ärztin  ist  es,  den  Gesundheitszustand  zu 
beurteilen  und  dazu  Stellung  zu  nehmen,  in  welchem  Umfang  und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 
Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte  eine  wichtige  Grundlage  für  die 
Beurteilung der Frage,  welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet  werden können (BGE 125 V 256 E.  4,  BGE 115 V 133 
E. 2; AHI 2002 S. 62 E. 4b.cc).

4.9 Die  Verwaltung  und  im Beschwerdefall  das  Gericht  haben die  medizini-
schen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie 
alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweis-
regeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet für 
das  Gericht,  dass  es  alle  Beweismittel,  unabhängig,  von  wem  sie 
stammen,  objektiv  zu  prüfen  und  danach  zu  entscheiden  hat,  ob  die 
verfügbaren  Unterlagen  eine  zuverlässige  Beurteilung  des  streitigen 
Rechtsanspruches  gestatten.  Insbesondere  darf  es  bei  einander  wider-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht  erledigen,  ohne 
das  gesamte  Beweismaterial  zu  würdigen  und  die  Gründe  anzugeben, 
warum  es  auf  die  eine  und  nicht  auf  die  andere  medizinische  These 
abstellt.  Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entschei-
dend,  ob  der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf 
allseitigen  Untersuchungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden 
berücksichtigt,  in  Kenntnis  der Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden 
ist,  in  der  Darlegung  der  medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der 
Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und ob die  Schluss-
folgerungen  der  Expertin  oder  des  Experten  begründet  sind.  Ausschlag-
gebend  für  den  Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft 
eines  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 
351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c). 

5. Nicht  bestritten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Mindestbeitragszeit 
gemäss  Art. 36  Abs. 1  IVG erfüllt  und  ein  allfälliger  Rentenanspruch  ab 
dem 1. Januar 2004 besteht.  Streitig und im Folgenden zu prüfen ist,  ob 
der  massgebende  Sachverhalt  ausreichend  abgeklärt  worden  ist,  die 
Invaliditätsbemessung mithin auf einer genügenden medizinischen Grund-
lage  beruht,  welche  es  ermöglicht,  die  dem  Beschwerdeführer  noch 
verbliebende Erwerbsfähigkeit zu beurteilen. 

5.1 Nach Ansicht des Beschwerdeführers hätte die IV-Stelle im Rahmen des 
Einspracheverfahrens eine neue medizinische Begutachtung veranlassen 
müssen, weil sich sein Gesundheitszustand seit der Ende 2004 durchge-
führten Abklärung weiter verschlechtert habe. Die Weigerung der Verwal-
tung, die ärztlich empfohlene erneute Überprüfung anzuordnen, stelle eine 
formelle  Rechtsverweigerung  und  eine  Verletzung  des  Untersuchungs-
grundsatzes dar (Beschwerdeschrift S. 2 f.). Bereits in seinem Bericht vom 
8. Juni 2005 habe Dr. H._______ erklärt,  dass eine erneute Überprüfung 
des  Gesundheitszustandes  angezeigt  sei.  Aus  dem  neuen  Bericht  von 
Dr. B._______ vom 16. August 2006 ergäbe sich eine weitere Verschlech-
terung  insbesondere  an Gelenken  und Muskulatur.  Im Übrigen  bestreite 

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der Beschwerdeführer nicht die Ergebnisse des vor Erlass der Verfügung 
eingeholten  Gutachtens,  wie  die  IV-Stelle  in  ihrer  Vernehmlassung 
vorbringe (Replik S. 1).

5.2 Demgegenüber  vertritt  die IV-Stelle,  die vom Beschwerdeführer während 
des  Einspracheverfahrens  neu  eingereichten  medizinischen  Berichte 
wiesen  nicht  auf  eine  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  hin. 
Die Berichte der französischen Ärzte bestätigten lediglich die Beurteilung 
der Gutachter,  wonach der Beschwerdeführer  in seiner bisherigen Tätig-
keit  vollständig  arbeitsunfähig  sei.  Zur  Arbeitsfähigkeit  in  einer  leidens-
angepassten Tätigkeit machten sie jedoch keine Angaben. Eine Grundlage 
für  die  geforderte  neue  umfassende  Abklärung  sei  nicht  gegeben  (Ein-
spracheentscheid,  S.  2 f.).  Auch der  mit  der  Replik  eingereichte  Bericht 
von  Dr.  B._______  bringe  keine  neuen  sachlich-medizinischen  Aspekte 
ein. Die Verschlechterung sei nicht ausgewiesen und eine neue Abklärung 
werde dadurch nicht begründet (Duplik).

6.

6.1 Das  polydisziplinäre  Administrativgutachten  vom  13. Januar  2005  führt 
folgende (Haupt)Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: 
1. Chronisches  Lumbovertebralsyndrom  und  lumboradikuläres  Syndrom 
rechts,  anamnestisch;  2. Chronisches  zervikospondylogenes  Reflexsyn-
drom; 3. Aethylische Kardiomyopathie. 
Unter  Diagnosen  ohne  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit  werden 
aufgeführt: 1. Geringer Nikotinkonsum; 2. Status nach erheblichem Aethyl-
konsum bis Dezember 2002; 3. Status nach Bursektomie an beiden Knie-
gelenken.

In ihrem gemeinsamen Schlussbericht halten die Gutachter fest, dass bei 
dem  Versicherten  eine  komplexe  Situation  vorliege  und  die  Arbeits-
unfähigkeit  überwiegend  aufgrund  der  Rückenproblematik  bestehe.  Aus 
rheumatologischer Sicht sei ihrer Meinung nach die schwere angestammte 
Arbeit  als  Maler  nicht  mehr  zumutbar.  Hingegen  bestehe  in  einer 
adaptierten  Tätigkeit  (insbesondere  mit  Wechselbelastung  Sitzen/Ste-
hen/Gehen, nicht mehr als zehn Kilogramm heben, mehr Pausen) seit der 
Stabilisierung  des  Gesundheitszustandes  im  Juni  2003  (unklar,  ob  hier 
nicht  eher  Juni  2004  gemeint  ist) eine  mindestens  sechzig  prozentige 
Arbeitsfähigkeit.  Eine  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  aufgrund 
psychischer  Faktoren  liege  nicht  vor.  Aus  kardiologischer  Sicht  sei  der 
Versicherte für leichte bis mittelschwere Arbeiten voll einsatzfähig (IV-Akt. 
9, S. 10).

6.1.1 Das rheumatologische Teilgutachten von Dr. med. E._______ datiert vom 
19. Dezember 2004 (und bezieht sich auf die Zuweisung vom 29.1.2004 – 
der  Gutachtensauftrag  war  aber  laut  Schlussbericht  erst  im  April  2004 
vergeben  worden).  Die  Zuweisung  sei  insbesondere  zur  Beurteilung  der 
Arbeitsfähigkeit  aus rheumatologischer Sicht  erfolgt,  weil  der Versicherte 
in der Anamnese erwähnt habe, er würde an einer Fibromyalgie leiden (IV-
Akt. 9,  S.  19).  Neben  dem  Zuweisungsschreiben  werden  folgende  zur 
Verfügung  stehende  Akten  genannt:  Bericht  des  Kardiologen  Dr.  med. 

9

F._______; Bericht des Centre L._______ betreffend Hospitalisation vom 
16.1.  bis  18.1.2003  zwecks  Koronarographie;  Röntgenberichtskopie  der 
Aufnahmen der LWS und des Beckens vom 2.1.2003 (Centre M._______). 

In seiner Beurteilung weist  der Gutachter  zunächst  darauf  hin, dass ihm 
leider "die Akten von der Spitalbehandlung in Altkirch im Januar 2003, der 
neuroradiologischen  Diagnostik  der  Lendenwirbelsäule,  der  angeblich 
durchgeführten neurologischen Abklärung und Arztberichte über die Krank-
heitsentwicklung"  fehlten (IV-Akt.  9,  S.  24).  Auslösender  Faktor,  welcher 
zur langfristigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe, sei eine Lumboischialgie 
rechts bei Diskushernie, anamnestisch. In der aktuellen klinischen Unter-
suchung  habe  er  ein  Cervikosyondylogenes  Syndrom  mit  ausgedehnten 
Tendomyosen  und  eingeschränkter  Beweglichkeit  der  Halswirbelsäule 
sowie  ein  mässig  ausgeprägtes  Lumbovertebralsysyndrom  gefunden. 
Hinweise  auf  eine  nicht  organische  Genese  habe  er  nicht  gefunden 
(Waddell-Zeichen negativ).  Radiologisch fänden sich sowohl  cervikal  wie 
lumbal  degenerative  Veränderungen,  in  den  Akten  werde  eine  Diskus-
hernie  lumbal  erwähnt.  Obwohl  keine  Zweifel  an  einem  degenerativen 
cervicospondylogenen  Syndrom  und  degenerativen  Lumbovertebral-
syndrom bestehe, seien die massiven Schmerzen cervical und die ausge-
prägte Müdigkeit nicht oder nur teilweise erklärbar (IV-Akt. 9, S. 24).

Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit  aus rheumatologischer Sicht führt  er 
Folgendes aus:  Wegen den ausgeprägten degenerativen Veränderungen 
der  Wirbelsäule  sei  dem Versicherten  die bisherige  Tätigkeit  sowohl  als 
Maler  und Tapezierer,  als  auch die  in  den letzten 20 Jahren ausgeübte 
Tätigkeit  als  Bodenleger  nicht  mehr  zumutbar.  Eine  für  die  Wirbelsäule 
adaptierte  Tätigkeit  mit  Wechselbelastung  Sitzen/Gehen/Stehen,  wo  er 
nicht  mehr  als  10  kg heben müsse,  sei  dem Versicherten  zu 75%,  d.h. 
sechs  Stunden  pro  Tag  (2  mal  3  Stunden  pro  Tag)  zumutbar.  Wegen 
seiner chronischen Schmerzen könne ihm aber nur noch ein langsameres 
Arbeitstempo zugemutet werden und er benötige mehr Pausen. "Deshalb 
dürfte  die  Leistungsfähigkeit  deutlich,  d.h.  um  zirka  20%  eingeschränkt 
sein." Er komme deshalb auf eine Restarbeitsfähigkeit von 60% (IV-Akt. 9, 
S. 25). Der Gutachter empfiehlt als medizinische Massnahmen solche zur 
Schmerzbewältigung und eine adaptierte langfristige aktive Physiotherapie 
/ Trainingstherapie. Zur Prognose führt er aus: "In Anbetracht der Chroni-
fizierung ist die Prognose mit Vorsicht zu stellen." (IV-Akt. 9, S. 25).

6.1.2 Der  Kardiologe  Dr.  med.  F._______  führt  in  seinem  Bericht  vom 
2. November 2004 aus, es bestehe eine aethylische Kardiomyopathie, die 
jedoch  bis  zur  Diagnosestellung zu keiner  relevanten  Funktionseinbusse 
geführt  habe.  Im  kardiologischen  Status  habe  sich  ein  kardial 
kompensierter Patient gezeigt, relevante Befunde seien nicht zu erheben. 
Ob  die  leicht  eingeschränkte  Belastbarkeit  durch  einen  Trainingsmangel 
oder tatsächlich durch die Kardiomyopathie bedingt  sei,  sei  schwierig zu 
beurteilen,  wahrscheinlich  dürfte  beides  zur  Symptomatik  beitragen. 
Schwere körperliche Arbeiten dürften dem Patienten zur Zeit (noch) nicht 
zugemutet  werden.  Für  leichte  und  mittelschwere  körperliche  Arbeiten 
erachte er ihn aber als voll arbeitsfähig.

10

Zur  Vorgeschichte  wird  ausgeführt,  die  medizinische  Geschichte  des 
Patienten beginne im Januar 2003, als er wegen einer lumbalen Diskus-
hernie habe hospitalisiert werden müssen. Damals sei die Diagnose einer 
toxischen Kardiomyopathie  gestellt  worden.  Seither  gehe er  regelmässig 
alle sechs Monate zu einem französischen Kardiologen,  ein Bericht  läge 
ihm allerdings nicht vor.  Welche dieser Informationen vom Patient selber 
erhoben  und  welche  den  Akten  entnommen  wurden  bzw.  ob  und 
gegebenenfalls welche Akten dem Experten zur Verfügung standen, geht 
aus dem Bericht nicht hervor (IV-Akt. 9, S. 26).

6.1.3 Im  psychiatrischen  Teilgutachten  von  Dr.  med.  G._______  vom  3. De-
zember 2004 werden zunächst  die dem Gutachter  vorliegenden Aktenin-
formationen,  anschliessend  die  durch  die  Exploration  erhobenen 
Informationen ausführlich wiedergegeben.  In seiner Beurteilung führt  der 
Experte unter  anderem aus, das Schmerzsyndrom im zervikalen Bereich 
und  die  allgemeine  Müdigkeit  seien  gleichzeitig  im  Mai/Juni  2003 
aufgetreten. Da zu den zervikalen Rückenschmerzen keine Akten aus der 
somatischen Medizin vorlägen, könne psychiatrischerseits nicht schlüssig 
Stellung  bezogen  werden.  Es  seien  aber  weder  im  Zeitpunkt  des 
Auftretens  dieser  Beschwerden,  noch  in  demjenigen  der  akuten 
lumbosakralen  Rückenschmerzen  psychosoziale  Probleme  oder 
emotionale  Konflikte  zu  ermitteln,  welche  schwerwiegend  genug  wären, 
um in einem ursächlichen  Zusammenhang  mit  der  Schmerzsymptomatik 
zu stehen.  Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung könne ausge-
schlossen  werden.  Ebenso  könne  die  Diagnose  einer  Neurasthenie 
ausgeschlossen werden,  weil  abgesehen von der  allgemeinen  Müdigkeit 
und der mittlerweile  etwas gebesserten Kraft-  und Energielosigkeit  keine 
weiteren  Symptome  vorlägen,  welche  zur  Diagnosestellung  notwendig 
wären.  Festzustellen  sei  ein  Alkoholabhängigkeitssyndrom welches  aber 
weder  Ursache  noch  Folge  einer  krankheitswertigen  Gesundheits-
beeinträchtigung sei, zudem bestehe eine Abstinenz seit drei Jahren. Aus 
psychiatrischer  Sicht  liege  deshalb  keine  Beeinträchtigung  der  Arbeits-
fähigkeit vor (IV-Akt. 8).

6.2 Der  Hausarzt  Dr.  B._______  hatte  in  seinem  ersten,  von  der  IV-Stelle 
eingeholten,  Bericht  vom  29. Juni  2004  folgende  Angaben  zur  Arbeits-
unfähigkeit gemacht: 100 % vom 7. Januar 2003 bis 4. Januar 2004; 50 % 
vom 5. Januar 2004 bis 10. Mai 2004; 100 % ab dem 11. Mai 2004. Eine 
sitzende Tätigkeit  erachtete er aber als uneingeschränkt  möglich,  jedoch 
keinerlei physisch belastende (auch nicht leichte) Tätigkeiten (IV-Akt. 5).
Im Attest vom 7. Juni 2005 bestätigte Dr. B._______ auf Wunsch des Ver-
sicherten,  dass  dessen  verschiedene  Leiden  einer  Wiederaufnahme  der 
Arbeit  –  auch  nur  halbtags  –  entgegenstünden  (IV-Akt.  20,  S.  3).  Zu 
diesem Attest scheint auch ein Schreiben von Dr. I._______ (ohne weitere 
Angaben) zu gehören, der eine Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit als 
kaum möglich erachtet (IV-Akt. 20, S. 5).
In  seinem  Bericht  vom  16. August  2006  bestätigt  Dr.  B._______  eine 
erhebliche Verschlechterung im Bereich Gelenke und Muskulatur, so dass 
der  Patient  auch  bei  alltäglichen  Verrichtungen  eingeschränkt  sei.  Zu 

11

denken  sei  an  die  Diagnose  Fibromyalgie,  begleitet  von  der  Myokar-
diopathie.  Es  sollte  deshalb  eine  Neubeurteilung  durch  die  von  der 
Versicherung beauftragten Ärzte erfolgen (Beilage zur Replik).

6.3 Dr. H._______, Facharzt für Rehabilitation, erklärt in seinem Bericht vom 
8. Juni 2005, der Versicherte werde regelmässig von ihm wegen Lumbal-
gien behandelt. Trotz verschiedener Behandlungen bestehe nach wie vor 
eine  funktionelle  Einschränkung.  Der  Patient  könne  keine  körperlich 
schweren Arbeiten mehr verrichten (IV-Akt. 20, S. 4).

6.4 Vom  regionalen  ärztlichen  Dienst  liegen  zwei  Stellungnahmen  zu  den 
jeweils im Verfahren neu eingereichten medizinischen Attesten vor:
Zu den drei im Einspracheverfahren eingereichten Berichten vom Mai/Juni 
2005  (von  Dr.  B._______,  Dr.  H._______  und  Dr.  I._______)  nahm Dr. 
med.  K._______  im Beschwerdeverfahren  am 18. Juli  2006  auf  Anfrage 
der IV-Stelle wie folgt Stellung: Der Bericht von Dr. I._______ (gemeint ist 
wohl der Bericht von Dr. B._______) sei völlig unspezifisch und begründe 
nicht,  weshalb  eine  Wiederaufnahme  der  Arbeit  nicht  möglich  sei.  Dr. 
H._______  erachte  nur  schwere  Arbeit  als  nicht  mehr  möglich.  Dr. 
B._______  erachte  nur  die  bisherige  Tätigkeit  als  nicht  mehr  möglich 
(gemeint ist wohl der Bericht von Dr. I._______). Zu den Veweistätigkeiten 
werde  in  den  Berichten  nicht  Stellung  genommen.  Bei  der  kardialen 
Situation  sei  sogar  eine  Verbesserung  dokumentiert,  während  sich  die 
Situation im rheumatologischen Bereich nicht verändert habe (IV-Akt. 25, 
S. 2).
Zum  Attest  von  Dr.  B._______  vom  16. August  2006  hält  Dr.  med 
K._______,  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  in  seinem Kommentar  vom 
6. September  2006  fest,  weder  die  Verschlechterung  noch  die  Fibro-
myalgie  werde  durch  eine  Beschreibung  der  Symptome  bzw.  neue 
Befunde  untermauert.  Die  Verdachtsdiagnose  einer  Fibromyalgie  in 
Verbindung  mit  der  vorbestehenden  Cardiomyopathie  erscheine  zudem 
reichlich  konstruiert.  Eine Verschlechterung sei  medizinisch nicht  ausge-
wiesen und weitere Abklärungen nicht erforderlich (Beilage zur Duplik).

7. Die  Rechtsprechung  erachtet  es  mit  dem  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung  als  vereinbar,  in  Bezug  auf  bestimmte  Formen medizinischer 
Berichte und Gutachten, Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 
So ist den im Rahmen des im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutach-
ten  externer  Spezialärztinnen  und  -ärzte,  welche  aufgrund  eingehender 
Beobachtungen  und  Untersuchungen  sowie  nach  Einsicht  in  die  Akten 
Bericht  erstatten  und  bei  der  Erörterung  der  Befunde  zu  schlüssigen 
Ergebnissen gelangen,  bei  der Beweiswürdigung volle Beweiskraft  zuzu-
erkennen,  solange  nicht  konkrete  Indizien  gegen die Zuverlässigkeit  der 
Expertise  sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b,  mit  weiteren Hinweisen).  Zu 
prüfen  ist  deshalb  zunächst,  ob  das  Administrativgutachten  die  Anfor-
derungen der Rechtsprechung (siehe oben  E. 4.9) erfüllt und die Verwal-
tung zu Recht darauf abgestellt hat.

7.1 Der  Beweiswert  eines  medizinischen  Gutachtens  hängt  zunächst  davon 
ab,  ob  dieses  in  Kenntnis  der  Vorakten  –  und  gegebenenfalls  auch  in 

12

Auseinandersetzung  damit  (vgl.  ULRICH MEYER-BLASER,  Das  medizinische 
Gutachten  aus  sozialversicherungsrechtlicher  Sicht,  in:  Adrian  M.  Sie-
gel/Daniel  Fischer [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Zürich 2004, 
S. 97)  –  erstellt  worden  ist.  Diese  Anforderung  erfüllt  das  Administrativ-
gutachten vom 13. Januar 2005 offensichtlich nicht.  In dem von den vier 
beteiligten  Gutachtern  unterzeichneten  Bericht  wird  erwähnt,  dass  von 
Seite der IV-Stelle der ärztliche Bericht vom 29. Juni 2004 zur Verfügung 
stand, der Versicherte habe diverse Berichte in die Sprechstunde mitge-
bracht. Welches diese Berichte sind, wird nicht aufgeführt, sondern auf die 
Beilagen zu Handen des medizinischen Dienstes verwiesen (IV-Akt. 9, S. 2 
f.). In allen drei Teilgutachten wird jeweils darauf hingewiesen, dass leider 
gewisse  –  wesentlich  erscheinende  –  medizinische  Berichte  nicht  vor-
lagen. 

7.1.1 Dem Rheumatologen  lagen ausser  einem Röntgenbericht  offenbar  über-
haupt  keine  Unterlagen  zur  Rückenproblematik  (im  cervikalen  oder 
lumbalen Bereich) vor. Er stellte denn auch in seiner Beurteilung einleitend 
fest,  dass  ihm leider  "die  Akten von der  Spitalbehandlung  in  Altkirch  im 
Januar 2003,  der neuroradiologischen Diagnostik der Lendenwirbelsäule, 
der angeblich durchgeführten neurologischen Abklärung und Arztberichte 
über die Krankheitsentwicklung" fehlten (IV-Akt. 9, S. 24).

7.1.2 Aus dem kardiologischen Gutachten geht weder hervor, welche Unterlagen 
dem Gutachter zur Verfügung standen, noch welche Informationen er vom 
Patienten  selber  und  welche  aus  allfälligen  Akten  erhoben  hat.  Hinge-
wiesen wird lediglich auf den nicht vorliegenden Bericht des behandelnden 
Kardiologen  (IV-Akt. 9,  S. 26).  Die  klare  Differenzierung  zwischen  den 
Angaben des Versicherten einerseits und den aus den Akten erhobenen 
Informationen andererseits gehört jedoch zu den wesentlichen Anforderun-
gen  an  ein  Gutachten  (vgl.  MASSIMO PERGOLIS,  Medizinische  Privat-  und 
Gerichtsgutachten, in: Walter Fellmann/Stephan Weber [Hrsg.], Der Haft-
pflichtprozess, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 130).

7.1.3 Stehen die bisherigen medizinischen Unterlagen nicht zur Verfügung, kann 
sich der Experte nicht darauf beschränken, auf deren Fehlen hinzuweisen. 
Soweit für die Beurteilung erforderlich, hat er mit dem behandelnden Arzt 
Rücksprache zu nehmen (vgl. Urteil  des Eidgenössischen Versicherungs-
gerichts I 756/05 vom 24. Januar 2006 E. 2.3) oder die fehlenden Berichte 
über die Verwaltung oder direkt  bei  den zuständigen Ärzten anzufordern 
(vgl.  HANS RUDOLF STÖCKLI,  Der  Gutachter  im Spannungsfeld  der  Parteien 
und der Wissenschaft, in: Siegel/Fischer, a.a.O, S. 130 ff.). 

7.2 Für die Beweiskraft eines medizinischen Gutachtens ist weiter von Bedeu-
tung, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände, Entwicklungen 
und  Zusammenhänge  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  des 
Experten so begründet sind, dass der Rechtsanwender sie kritisch prüfend 
nachvollziehen kann (ULRICH MEYER-BLASER, a.a.O., S. 97). Die Begründung 
der von einem Gutachter aus den verwerteten Vorakten und den von ihm 
selbst erhobenen Befunden gezogenen Schlussfolgerungen - regelmässig 
als  "Beurteilung"  betitelt  -  ist  der essentielle  Teil  jedes Gutachtens.  Hier 

13

hat der Gutachter die Gedankengänge im Einzelnen darzulegen, aufgrund 
derer er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt. Die anschliessende Beant-
wortung  der  einzelnen  Expertenfragen  muss  anhand  der  begründeten 
Schlussfolgerungen nachvollzogen werden können (Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts I 99/05 vom 10. Juni 2005 E. 2.3 mit Hinwei-
sen auf die Literatur, vgl. auch Urteil U 135/05 vom 7. Juli 2005 E. 4.2).

Gemäss  dem  rheumatologischen  Teilgutachten  erfolgte  die  Zuweisung 
"insbesondere zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer 
Sicht, weil der Versicherte in der Anamnese erwähnt hat, das[s] er an einer 
Fibromyalgie leiden würde" (IV-Akt. 9, S. 19). Zu dieser Verdachtsdiagno-
se äussert sich das Gutachten jedoch nicht. Unklar bleibt – jedenfalls für 
medizinische Laien –, ob  mit der Aussage des Gutachters, er habe keine 
Hinweise  auf  eine  nicht  organische  Genese  gefunden  (Waddell-Zeichen 
negativ),  die  Diagnose  einer  Fibromyalgie  ausgeschlossen  wurde.  Die 
soeben  zitierte  Aussage  erscheint  auch  im  Zusammenhang  mit  den  im 
übernächsten  Absatz  folgenden  Ausführungen  nicht  ohne  weiteres 
verständlich:  "Wenn auch keine Zweifel  an einem degenerativen cervico-
spondylogenen  Syndrom  und  degenerativen  Lumbovertebralsyndrom 
besteht,  so  kann ich mir  aus rein rheumatologischer  Sicht  die massiven 
Schmerzen cervical, die den Patienten zur Inaktivität und häufigem Liegen 
zwingen. Auch die ausgeprägte Müdigkeit ist aus rheumatologischer Sicht 
nur teilweise im Rahmen der Schmerzchronifizierung erklärbar." (IV-Akt. 9, 
S. 24). Eine Folgerung aus diesen beiden Feststellungen wird nicht gezo-
gen. Die Beurteilung lässt somit Fragen offen,  ohne jedoch die allenfalls 
nicht auszuräumenden Unsicherheiten oder Unklarheiten so zu benennen, 
dass für die rechtsanwendenden Behörden nachvollziehbar wird, weshalb 
sich gewisse Begründungslücken nicht vermeiden liessen. 

7.3 Gewisse Zweifel  an der  Richtigkeit  beziehungsweise Zuverlässigkeit  des 
Gutachtens  entstehen  im  Übrigen  auch  aufgrund  der  relativ  häufig 
falschen Datenangaben, die nur zum Teil korrigiert werden.

7.4 Das  Gutachten  erfüllt  somit  die  Anforderungen  der  Rechtsprechung  an 
eine beweiskräftige  Expertise  nicht,  dies um so mehr,  als  die Gutachter 
selbst  von  einem  komplexen  gesundheitlichen  Problem  sprechen.  Die 
Verwaltung hat dem Gutachten zu Unrecht volle Beweiskraft zugemessen 
und darauf abgestellt. Da auch die übrigen medizinischen Stellungnahmen 
den  Anforderungen  zweifellos  nicht  genügen,  ist  eine  rechtskonforme 
Beurteilung des Rentenanspruchs nicht möglich. 

8. Nach  Art.  61  VwVG  kann  die  Beschwerdeinstanz  die  zu  beurteilende 
Sache,  statt  selbst  zu  entscheiden,  mit  verbindlichen  Weisungen  an die 
Vorinstanz zurückweisen. Ein solcher Ausnahmefall  ist hier wegen der in 
entscheidenden  Punkten  unvollständigen  Akten  gegeben,  weshalb  die 
Sache an die IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland zurückgewiesen wird, 
damit  sie  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  vollständig  abkläre.  Die 
Verwaltung wird angewiesen, eine (ergänzende) Begutachtung einzuholen, 
welche eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 
ermöglicht. Gestützt auf diese Abklärungen hat die Verwaltung sodann den 

14

Rentenanspruch neu zu beurteilen.

9. Da es im vorliegenden Verfahren um die Anerkennung bzw. Verweigerung 
von Versicherungsleistungen geht, sind gemäss den bis zum 30. Juni 2006 
geltenden  Bestimmungen  grundsätzlich  keine  Verfahrenskosten  zu 
erheben (Art. 69 IVG in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 3 AHVG und Art. 63 
Abs. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 4b der Verordnung über Kosten und 
Entschädigungen  im  Verwaltungsverfahren  vom  10.  September  1969 
[Kostenverordnung;  SR  172.041.0]  sowie  in  Verbindung  mit  den  Über-
gangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 [AS 
2006 2004]). Der durch einen Rechtsanwalt vertretene Beschwerdeführer 
hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit  Art.  7 ff.  des Regle-
ments  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht vom 11. Dezember 2006 (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch 
auf  eine  Parteientschädigung  zu Lasten  der  Verwaltung.  Diese  wird  auf 
Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) festgesetzt.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  der  angefochtene  Einsprache-
entscheid vom 8. Mai 2006 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle für 
Versicherte  im  Ausland  zurückgewiesen,  damit  diese,  nach  erfolgter 
Abklärung  im  Sinne  der  Erwägungen,  über  den  Rentenanspruch  des 
Beschwerdeführers neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland wird verpflichtet, dem Beschwer-
deführer  innert  30  Tagen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden 
Urteils eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.-- auszurichten.

4. Dieses Urteil wird eröffnet (Gerichtsurkunde): 

- dem Beschwerdeführer

- der Vorinstanz 

- dem Bundesamt für Sozialversicherung

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung
Dieses Urteil kann innert 30 Tagen ab Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, angefochten werden (vgl. Art. 42, Art. 48 und Art. 100 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, 
BGG], SR 173.110).

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