# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c5f103d-48bf-5f57-976a-48438c65aee5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.07.2023 SBK.2023.188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-188_2023-07-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2023.188 
(HA.2023.243, STA.2022.1851)  

Art. 221 

 

 

Entscheid vom 13. Juli 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Schär, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Massari  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin Meister 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Renate Senn 

[…] 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm,  

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

7. Juni 2023 betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm führt gegen A. (fortan: Beschwerde-

führer) eine Strafuntersuchung wegen schwerer Verkehrsregelverletzung, 

Körperverletzung, mehrfacher Drohung, mehrfacher Nötigung, Vergehen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher Tätlichkeiten. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

29. März 2022 (HA.2022.150) wurde der Beschwerdeführer für drei Mo-

nate, bis zum 26. Juni 2022, in Untersuchungshaft versetzt, nachdem seine 

zweite Ehefrau C. am 25. März 2022 gegen ihn Strafanzeige wegen häus-

licher Gewalt erstattet hatte und er am 26. März 2022 polizeilich angehalten 

und festgenommen werden konnte.  

 

2.1.2. 

Nach Stellen eines Haftentlassungsgesuchs wurde der Beschwerdeführer 

mit Verfügung der Vorinstanz vom 20. Mai 2022 (HA.2022.236) unter An-

ordnung von Ersatzmassnahmen (Kontakt- und Rayonverbot sowie einer 

ambulanten Therapie) aus der Haft entlassen.  

 

2.1.3. 

Am 14. Juni 2022 ersuchte der Beschwerdeführer um Aufhebung der Er-

satzmassnahmen. Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 5. Juli 2022 das 

Gesuch um Aufhebung der Ersatzmassnahmen ab (HA.2022.307). Die Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

trat am 26. August 2022 auf die dagegen gerichtete Beschwerde nicht ein 

(SBK.2022.248).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Am 2. März 2023 wurde der Beschwerdeführer erneut durch die Kantons-

polizei Aargau angehalten und inhaftiert, nachdem am 23. Februar 2023 

eine Meldung wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner neuen Freundin 

D. eingegangen war. 

 

2.2.2. 

Die Vorinstanz verfügte am 6. März 2023 (HA.2023.106) die Versetzung 

des Beschwerdeführers in Untersuchungshaft bis einstweilen am 2. Juni 

2023. 

 

 - 3 - 

 

 

2.2.3. 

Mit Haftverlängerungsgesuch der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 

26. Mai 2023 (Posteingang am 30. Mai 2023) wurde beantragt, die Unter-

suchungshaft um die vorläufige Dauer von drei Monaten zu verlängern. 

 

2.2.4. 

Mit Verfügung der Vorinstanz vom 7. Juni 2023 (HA.2023.243) wurde die 

Untersuchungshaft einstweilen um drei Monate, bis längstens am 2. Sep-

tember 2023, verlängert. 

 

3. 

3.1. 

Mit persönlicher Eingabe vom 15. Juni 2023 (Postaufgabe am 19. Juni 

2023) erhob der Beschwerdeführer bei der Beschwerdekammer in Strafsa-

chen des Obergerichts des Kantons Aargau gegen den ihm am 14. Juni 

2023 zugestellten Haftverlängerungsentscheid Beschwerde und bean-

tragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Entlassung 

aus der Untersuchungshaft, eventualiter unter Anordnung von geeigneten 

Ersatzmassnahmen. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 22. Juni 2023 unter Hinweis 

auf die Begründung des angefochtenen Entscheids auf eine Vernehmlas-

sung. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 26. Juni 2023 reichte die amtliche Verteidigerin des Be-

schwerdeführers eine Beschwerdeergänzung ein und beantragte die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung und die Entlassung aus der Haft, al-

lenfalls unter Anordnung geeigneter Ersatzmassnahmen. 

 

3.4. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm beantragte mit Beschwerdeantwort 

vom 27. Juni 2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen. 

 

3.5. 

Mit Eingabe vom 30. Juni 2023 reichte die Staatsanwaltschaft Zofingen-

Kulm eine Stellungnahme zur Beschwerdeergänzung vom 26. Juni 2023 

ein. 

 

3.6. 

Mit Eingabe vom 10. Juli 2023 reichte die amtliche Verteidigerin des Be-

schwerdeführers eine Stellungnahme ein. 

 

 

 

 - 4 - 

 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Nach Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO kann die verhaftete Person 

Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der 

Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfech-

ten. Mit Verfügung vom 7. Juni 2023 ordnete die Vorinstanz die Verlänge-

rung der Untersuchungshaft über den Beschwerdeführer bis längstens am 

2. September 2023 an. Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 

StPO liegen nicht vor. Sowohl die vom Beschwerdeführer persönlich ein-

gereichte Beschwerde vom 15. Juni 2023 als auch die Beschwerdeergän-

zung vom 26. Juni 2023 erfolgten innerhalb der 10-tägigen Beschwerde-

frist. Auf die frist- und formgerecht (vgl. Art. 396 Abs. 1 und Art. 385 Abs. 1 

StPO) erhobene Beschwerde ist einzutreten. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Gemäss Art. 221 

Abs. 1 StPO ist Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die 

beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend ver-

dächtig ist (Tatverdacht) und ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch 

Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht 

(Fluchtgefahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, 

um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), 

oder durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer er-

heblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt 

hat (Fortsetzungs- oder Wiederholungsgefahr; lit. c). Haft ist ferner zuläs-

sig, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein 

schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Ausführungsgefahr; 

Art. 221 Abs. 2 StPO). Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 

Abs. 1 StPO an Stelle der Untersuchungs- oder der Sicherheitshaft eine 

oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn diese den gleichen Zweck 

wie die Haft erfüllen. 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz bejaht in der angefochtenen Verfügung mit Verweis auf ihre 

Verfügung vom 6. März 2023 (HA.2023.106) das Bestehen eines dringen-

den Tatverdachts (vgl. angefochtene Verfügung, E. 3.3). In der Haftanord-

nung vom 6. März 2023 wurde ausgeführt, dass C. nicht unglaubhaft aus-

gesagt habe, dass der Beschwerdeführer ihr ein Messer an den Hals ge-

halten und ihr mit dem Tod gedroht habe. Zudem habe er ihr mehrfach ins 

Gesicht geschlagen. Gegenüber den pauschalen Bestreitungen des Be-

schwerdeführers wirkten die Aussagen von C. glaubhafter, zumal die erlit-

tenen Verletzungen in einem Arztbericht festgehalten worden seien. Die 

 - 5 - 

 

 

späteren Behauptungen von C., dass alles nur erfunden gewesen sei, er-

schienen nicht glaubhaft, diese seien nach der erfolgten Trennung auch 

wieder zurückgenommen worden. Auch die Aussage von D., wonach der 

Beschwerdeführer sie im Auto angespuckt, am Nacken gepackt und gegen 

das Fahrzeuginterieur geschlagen habe, wirkten nicht unglaubhaft. Es zeig-

ten sich eine Vielzahl an Parallelen zwischen den Ausführungen von C. und 

D. bezüglich des einschüchternden, impulsiven, gewalttätigen und drohen-

den Verhaltens des Beschwerdeführers, obwohl sich die beiden Frauen 

nach Aussagen des Beschwerdeführers nicht kennen würden. Hinsichtlich 

des Vorfalls mit E., welcher auch das impulsive und gewalttätige Verhalten 

des Beschwerdeführers zeige, würden sowohl Videoaufnahmen wie auch 

Zeugen existieren (vgl. Verfügung vom 6. März 2023, E. 3.2.2 

[HA.2023.106]). 

 

3.2. 

Mit Beschwerde vom 15. Juni 2023 bestreitet der Beschwerdeführer den 

Tatverdacht zumindest teilweise. Er führt aus, dass C. den Behörden meh-

rere Videobotschaften habe zukommen lassen, in welchen sie ihre falschen 

Anschuldigungen widerrufen habe. Jeder Laie hätte nicht nur massivste 

Zweifel an den Vorwürfen, sondern würde ihn auch umgehend aus der Haft 

entlassen. Nur weil er einschlägig vorbestraft sei, sehe es "seitens Behörde 

anders aus". Er sei gegenüber keiner "dieser Damen" gewalttätig gewesen 

und werde es auch in Zukunft nicht sein. Er bereue alle Taten zutiefst, die 

er begangen haben soll, und sei geständig. Selbstverständlich könne er 

hinsichtlich Anschuldigungen, die nicht zutreffend seien, nicht einsichtig 

sein; er könne diese höchstens zur Kenntnis nehmen und vehement be-

streiten. Mit Beschwerdeergänzung vom 26. Juni 2023 führt der Beschwer-

deführer aus, dass C. nicht nur widersprüchliche Aussagen mache, son-

dern vielmehr nicht mehr Partei im Verfahren sei. Die Vorinstanz übergehe 

diese Tatsache.  

 

3.3. 

Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts eines Verbrechens oder 

Vergehens (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO) ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender 

und entlastender Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob 

aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete 

Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdefüh-

rers an dieser Tat vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Be-

stehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen 

durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt der Nachweis von konkreten 

Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte. 

Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen Raum für ausge-

dehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat 

das Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, 

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noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen. Vorbehalten bleibt 

allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (BGE 137 IV 122 E. 3.2 

mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1B_235/2018 vom 30. Mai 2018 

E. 4.1). Der dringende Tatverdacht muss sich im Verlauf des 

Strafverfahrens grundsätzlich verdichten (bzw. ausreichend hoch bleiben). 

Zu Beginn der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den 

dringenden Tatverdacht geringer als in späteren Prozessstadien. Im Laufe 

des Strafverfahrens ist in der Regel ein zunehmend strengerer Massstab 

an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu legen. Nach 

Durchführung der gebotenen Untersuchungshandlungen muss eine 

Verurteilung als wahrscheinlich erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 

1B_235/2018 vom 30. Mai 2018 E. 4.1). 

 

3.4. 

3.4.1. 

Das Bestehen eines dringenden Tatverdachts ist mit der Vorinstanz zu be-

jahen.  

 

3.4.2. 

Dem Beschwerdeführer wird eine Körperverletzung sowie eine Sachbe-

schädigung zum Nachteil von E. vorgeworfen. So soll der Beschwerdefüh-

rer diesem am 13. Januar 2022 unvermittelt in einem […] in R. ins Gesicht 

geschlagen haben, wobei auch dessen Brille beschädigt worden sei. Der 

Beschwerdeführer hat die Tat eingestanden (vgl. Delegierte Einvernahme 

beschuldigte Person vom 5. April 2023, Fragen 14, 22, 42; Protokoll zur 

Haftverhandlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 8). Diesbezüglich 

liegen auch Videoaufnahmen vor und es existieren Zeugenaussagen, wo-

mit sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen. 

 

3.4.3. 

C. wirft dem Beschwerdeführer vor, dass er bereits […] nach ihrer Hochzeit, 

in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2022, handgreiflich geworden sei. 

Er habe ihr ins Gesicht geschlagen, ein Sushi-Messer aus der Küche ge-

holt, es ihr an den Hals gedrückt und ihr gedroht, dass er sie umbringen 

werde, falls sie ihn anlüge. Er habe mit der Faust auf ihr Bein geschlagen. 

Aufgrund ihrer Verletzungen habe sie sich im Kantonsspital F. behandeln 

lassen. Einige Wochen später habe er ihr erneut mit dem Tod wie auch mit 

Schlägen gedroht. Sie habe immer in Angst gelebt, er habe alles kontrol-

liert. Im Februar 2022 habe sie deswegen einen Suizidversuch unternom-

men (vgl. Rapport der Polizei […] vom 28. März 2022; Einvernahmeproto-

koll von C. vom 25. März 2022, Fragen 2, 3, 6; vgl. auch Delegierte Einver-

nahme Auskunftsperson vom 21. März 2023, Fragen 24, 34, 38, 42 f., 45). 

Zutreffend ist, dass C. ihre erstmalig geäusserten Vorwürfe vom März 2022 

zurücknahm wie sie auch ihre Strafanzeige mit Eingabe vom 6. Juni 2022 

zurückzog, nachdem sie die Beziehung mit dem Beschwerdeführer nach 

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seiner Haftentlassung wiederaufgenommen hatte. Nach der erneuten Tren-

nung im September 2022 bestätigte sie jedoch die ursprünglichen Aussa-

gen und führte aus, dass der Beschwerdeführer sie zur Rücknahme der 

Aussagen gedrängt habe (Delegierte Einvernahme Auskunftsperson vom 

21. März 2023, Fragen 99 f.). Entgegen den Ausführungen des Beschwer-

deführers ist ein derart ambivalentes Verhalten für Opfer von häuslicher 

Gewalt nicht abwegig, sondern zeigt vielmehr die typischen Strukturen im 

Bereich der häuslichen Gewalt auf. Die umfassenden Aussagen von C. 

sind im Sinne einer vorläufigen Beurteilung als glaubhaft einzustufen. Ihre 

Verletzungen sind im Austrittsbericht des Kantonsspitals F. vom 21. Januar 

2022 dokumentiert (vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 3). Hin-

sichtlich ihres Suizidversuchs existiert ebenfalls ein ärztlicher Bericht 

(vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 3 [Austrittsbericht des Uni-

versitätsspitals G. vom 26. Februar 2022]). Es sind keine Gründe ersicht-

lich, weshalb sie den Beschwerdeführer zu Unrecht belasten sollte. Der 

Rückzug der Strafanzeige von C. ist indessen in dem Sinne unbeachtlich, 

weil es sich bei den zu untersuchenden Straftaten um Offizialdelikte han-

delt, welche von Amtes wegen zu verfolgen sind (vgl. Art. 126 Abs. 2 und 

Art. 180 Abs. 2 StGB). Somit geht das Argument des Beschwerdeführers, 

C. sei nicht mehr Partei des Strafverfahrens, fehl:  Ihre Aussagen können 

trotzdem im Strafverfahren gewürdigt werden. 

 

C. und der Beschwerdeführer scheinen sich im September 2022 offiziell 

getrennt zu haben und seither nicht mehr in Kontakt zu stehen (vgl. Dele-

gierte Einvernahme Auskunftsperson vom 21. März 2023, Fragen 123; De-

legierte Einvernahme beschuldigte Person vom 5. April 2023, Frage 79). In 

der Folge ging der Beschwerdeführer ab Januar 2023 eine Beziehung zu 

D. ein. Auch D. wirft dem Beschwerdeführer häusliche Gewalt vor und schil-

dert die Vorwürfe detailliert und umfangreich. So habe er während einer 

Autofahrt am 22. Februar 2023 aufgrund von Eifersucht gesagt, dass er das 

Auto kaputtfahren und angeben werde, dass sie es gewesen sei und sie 

aufgrund des Versicherungsbetrugs ein Leben lang zahlen müsse. Er 

würde sie am liebsten zusammenschlagen und ihr die Zähne in den Hals 

stecken. Er habe sie am Hals gepackt und kurz zugedrückt, zudem habe 

er sie angespuckt. Dann habe er angehalten, sie am Nacken gepackt, hin-

untergezogen und wieder angespuckt. Sie habe grosse Angst gehabt. Spä-

ter habe er sie gefragt, ob sie ihren Exfreund umbringen würde, wenn er ihr 

eine "Knarre" gebe. Aus Angst habe sie dies bejaht (Delegierte Einver-

nahme Privatklägerschaft vom 13. April 2023, Fragen 19, 31−34). Er habe 

sie immer wieder bedroht, beschimpft und erniedrigt. Sie sei dauernd kon-

trolliert worden. Einmal habe er sie ins Gesicht geschlagen, ein anderes 

Mal habe er ihr einen Fernseher angeworfen (vgl. Delegierte Einvernahme 

Privatklägerschaft vom 13. April 2023, Fragen 19, 27, 53, 55, 79 ff., 89, 

211 ff.). Er habe sie mehrfach mit dem Tod bedroht, so habe er u.a. geäus-

sert, dass er sie umbringen würde, wenn sie mit einem (anderen) Mann 

schreiben oder (ihn) betrügen würde. Die Kinder (einer Kollegin von D.) 

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würden ohne ihre Mutter aufwachsen, wenn sie (D.) ihrem Mann begegne 

(vgl. Delegierte Einvernahme Privatklägerschaft vom 13. April 2023, Frage 

96). Jeder sexuelle Kontakt mit dem Beschwerdeführer sei eine Qual ge-

wesen, er habe kein Verständnis gehabt, wenn es wehgetan habe oder zu 

viel gewesen sei, sobald er erregt gewesen sei, habe sie ihre Beine sprei-

zen müssen (Delegierte Einvernahme Privatklägerschaft vom 13. April 

2023, Fragen 69, 107, 112). Zum Schluss habe sie keinen Ausweg mehr 

gesehen und habe sich das Leben nehmen wollen (Delegierte Einver-

nahme Privatklägerschaft vom 13. April 2023, Fragen 19, 44 f., 65). Nach 

Kontaktabbruch habe er sie auf jede Art zu kontaktieren versucht: Mit di-

versen wechselnden Telefonnummern, per E-Mail, über Tiktok, auch seine 

Kollegen hätten sie kontaktiert (vgl. Delegierte Einvernahme Privatkläger-

schaft vom 13. April 2023, Frage 114). 

 

Die Aussagen von C. und D. weisen viele Parallelen auf, obwohl sich die 

beiden nicht gekannt haben (vgl. Delegierte Einvernahme Privatkläger-

schaft vom 13. April 2023, Fragen 120, 204−206; Protokoll zur Haftver-

handlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 5). Beide berichteten über 

eine extreme Kontrolle, die der Beschwerdeführer über sie ausübte, insbe-

sondere kontrollierte er ihre Mobiltelefone und ihre Kontakte, die sie pfleg-

ten bzw. pflegen durften. Sogar die Unterwäsche sei kontrolliert worden 

oder es habe eine Kontrolle erfolgt, wenn man zu lange auf der Toilette 

gewesen sei (vgl. Delegierte Einvernahme Auskunftsperson vom 21. März 

2023, Fragen 24, 46; Delegierte Einvernahme Privatklägerschaft vom 

13. April 2023, Fragen 19, 44, 58 f.; Einvernahmeprotokoll von C. vom 

25. März 2022, Frage 18). Beide seien aufgefordert worden, sich ein Tattoo 

mit […] stechen zu lassen (vgl. Delegierte Einvernahme Auskunftsperson 

vom 21. März 2023, Fragen 47 und 49; Delegierte Einvernahme Privatklä-

gerschaft vom 13. April 2023, Frage 74). Die durch die beiden Frauen gel-

tend gemachten Vorwürfe sind – ohne dem Sachgericht vorgreifen zu wol-

len – aufgrund ihrer detaillierten und grösstenteils auch übereinstimmenden 

Aussagen als glaubhaft einzustufen. Der Vorfall im […] zeigt denn auch auf, 

dass die Impulsivität und Gewaltneigung des Beschwerdeführers belegt ist, 

was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der beiden Frauen und 

eine übertriebene Eifersucht des Beschwerdeführers spricht. 

 

3.4.4. 

Dem Beschwerdeführer wird weiter eine mehrfache schwere Verletzung 

der Verkehrsregeln vorgeworfen, begangen am 16. Juli 2021 in S. Dieser 

Vorwurf wird durch den Beschwerdeführer anerkannt (vgl. Protokoll zur 

Haftverhandlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 8). 

 

3.4.5. 

Weiter reichte die Polizei […] am 29. Juni 2022 (Posteingang) bei der 

Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm eine Strafanzeige gegen den Beschwer-

deführer wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, da er 

 - 9 - 

 

 

eine illegale Hanfindooranlage betrieben, getrocknetes Marihuana gelagert 

und Anstalten getroffen habe, dieses zu verkaufen. Dies wird durch den 

Beschwerdeführer nicht bestritten (Einvernahme als beschuldigte Person 

durch die Polizei […] vom 22. Juli 2021, Fragen 1, 18 f., 65). 

 

3.4.6. 

Damit ist ein dringender Tatverdacht hinsichtlich einer Körperverletzung, 

der Drohungen, Tätlichkeiten und Nötigungen gegeben. Der Tatverdacht in 

Bezug auf die Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Stras-

senverkehrsdelikte ist indes nur im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprü-

fung (E. 5.3 hiernach) zu berücksichtigen. 

 

4. 

4.1. 

Was die besonderen Haftgründe anbelangt, bejaht die Vorinstanz mit Ver-

weis auf ihre Verfügung vom 6. März 2023 (HA.2023.106) das Bestehen 

von Wiederholungsgefahr (vgl. angefochtene Verfügung, E. 3.5). Dort 

wurde in E. 3.4.2 festgehalten, dass der Beschwerdeführer mit Urteil des 

Obergerichts des Kantons […] vom 1. Oktober 2018 aufgrund mehrfacher 

Tätlichkeiten und Freiheitsberaubung zum Nachteil seiner damaligen Ehe-

frau rechtskräftig verurteilt worden sei. Eine Vortat im Sinne eines schwe-

ren Vergehens sei somit zu bejahen. Seit dieser Verurteilung werde der 

Beschwerdeführer sowohl der Begehung einer Körperverletzung gegen-

über E., als auch der Tätlichkeiten, Drohungen und Nötigungen gegenüber 

seiner zweiten Ehefrau C. sowie gegenüber seiner neuen Freundin D. be-

schuldigt. Die Aggressivität und die fehlende Impulskontrolle des Be-

schwerdeführers legten nahe, dass dieser auch in Zukunft weitere solche 

– oder sogar schlimmere – Delikte begehen werde. Gemäss Gefährlich-

keitsgutachten vom 2. Mai 2022 habe der Beschwerdeführer eine geringe 

Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives Verhalten 

und es bestehe eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit bezüglich häuslicher 

Gewalt. Damit stelle der Beschwerdeführer sowohl für seine bisherigen Op-

fer als auch für zukünftige Partnerinnen eine Gefahr dar. Dem Beschwer-

deführer fehle zudem die notwendige Einsicht, welche ihn von der Bege-

hung weiterer Taten abhalten würde: Statt sich mit dem Übel seiner Taten 

auseinanderzusetzen, versetze er sich in die Opferrolle und suche die 

Schuld bei anderen. So erwähne er regelmässig, dass das Urteil des Ober-

gerichts des Kantons […] revidiert worden und er dafür entschädigt worden 

sei. Hierbei habe es sich jedoch nur um einen Freispruch hinsichtlich einem 

der ihm vorgeworfenen Delikte gehandelt. Auch eine angeordnete ambu-

lante Therapie, welche im Gefährlichkeitsgutachten empfohlen worden sei, 

habe er nicht umgesetzt, genau so wenig wie die übrigen angeordneten 

Ersatz-massnahmen. Es bestehe ein fehlendes Unrechtsbewusstsein. Er-

gänzend führt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung aus, dass 

der Beschwerdeführer in den weiteren Einvernahmen keine Einsicht ge-

zeigt habe (vgl. angefochtene Verfügung, E. 3.5). Es sei jedoch erstaunlich, 

 - 10 - 

 

 

dass die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm noch keine Aktualisierung der 

psychiatrischen Begutachtung in Auftrag gegeben habe, welche die Wie-

derholungs- bzw. Rückfallgefahr unter Berücksichtigung der jüngsten Er-

eignisse untersuche (vgl. angefochtene Verfügung, E. 4.2). 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer macht mit Beschwerde vom 15. Juni 2023 geltend, 

dass er sich immer höflich und kooperativ verhalten habe. Es treffe nicht 

zu, dass er nicht einsichtig sei. Er sei keine Gefahr für die Allgemeinheit, 

auch nicht für unbestimmte (neue) Partnerinnen. Mit Beschwerdeergän-

zung vom 26. Juni 2023 wird ausgeführt, dass die Vorinstanz reine Präven-

tivhaft angeordnet habe, was unzulässig sei. Ausserdem habe die Staats-

anwaltschaft Zofingen-Kulm kein weiteres Gutachten in die Wege geleitet, 

so dass sich folgern lasse, dass eine Aktualisierung nicht notwendig er-

scheine. 

 

4.3. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm verweist mit Beschwerdeantwort 

vom 27. Juni 2023 auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Mit 

Stellungnahme vom 30. Juni 2023 führt sie zudem aus, dass eine Begut-

achtung des Beschwerdeführers geplant sei, sobald die vollständigen Ak-

ten vorlägen. Die Kantonspolizei Aargau werde die Rapportierung bis Ende 

Juni / Anfang Juli abschliessen, so dass die Begutachtung im Anschluss in 

Auftrag gegeben werden könne. Entgegen den Ausführungen des Be-

schwerdeführers könne eine Inhaftierung auch der Prävention dienen. Ge-

rade bei Fortsetzungsgefahr solle ein ungestörter Verfahrensabschluss si-

chergestellt werden. Gleichzeitig sollen auch künftige Straftaten verhindert 

werden, wobei diese nicht zwingend gegen die im Verfahren involvierten 

Parteien gerichtet sein müssten. 

 

4.4. 

Mit Stellungnahme vom 10. Juli 2023 führt der Beschwerdeführer aus, dass 

die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm nun erst mit Datum vom 5. Juli 2023 

eine neue Begutachtung in Auftrag gegeben habe. Die zeitliche Abfolge 

erstaune. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm habe lange damit zuge-

wartet, weshalb sich der Rückschluss ziehen lassen, dass sie die Begut-

achtung nur auf Aufforderung der Vorinstanz hin in Auftrag gegeben habe. 

 

4.5. 

Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO liegt vor, 

wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person durch 

schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich ge-

fährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat.  

 

 - 11 - 

 

 

Die Aufrechterhaltung von Haft wegen Wiederholungsgefahr ist zulässig, 

wenn einerseits die Rückfallprognose ungünstig und anderseits die zu be-

fürchtenden Delikte von schwerer Natur sind (BGE 143 IV 9 E. 2.2 mit Hin-

weisen und Urteil des Bundesgerichts 1B_60/2022 vom 25. Februar 2022 

E. 3.2). Die Annahme des Haftgrunds der Wiederholungsgefahr verlangt 

unter Vorbehalt besonderer Fälle (BGE 137 IV 13 E. 4), dass die beschul-

digte Person bereits früher gleichartige Vortaten verübt hat. Auch bei den 

Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen glei-

che oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben (BGE 146 IV 136 E. 2.2 

mit Hinweis). "Leichte" Vergehen werden vom Haftgrund der Wiederho-

lungsgefahr nicht erfasst. Ausgangspunkt bildet die abstrakte Strafdrohung 

gemäss Gesetz. Voraussetzung für die Einstufung als schweres Vergehen 

ist, dass eine Freiheitsstrafe (bis zu drei Jahren) droht (BGE 143 IV 9 

E. 2.6). Bei der Beurteilung der Schwere der Tat sind neben der abstrakten 

Strafdrohung gemäss Gesetz insbesondere auch das betroffene Rechtsgut 

und der Kontext einzubeziehen. Je höherwertig ein geschütztes Rechtsgut 

ist, desto eher werden Eingriffe in dieses als schwer zu qualifizieren sein. 

Dem Kontext, insbesondere der konkret von der beschuldigten Person aus-

gehenden Gefährlichkeit bzw. dem bei ihr vorhandenen Gewaltpotenzial, 

das aus den Umständen der Tatbegehung hervorgehen kann, ist ebenfalls 

angemessen Rechnung zu tragen. Diese Gefährlichkeit lässt sich aufgrund 

der früheren Straftaten, aber auch anhand der ihr neu vorgeworfenen 

Handlungen beurteilen, sofern mit genügender Wahrscheinlichkeit erstellt 

ist, dass sie diese begangen hat (vgl. BGE 143 IV 9 E. 2.6). Die früher 

begangenen Straftaten können sich aus rechtskräftig abgeschlossenen 

Strafverfahren ergeben. Sie können jedoch auch Gegenstand eines noch 

hängigen Strafverfahrens bilden, in dem sich die Frage der Untersuchungs- 

und Sicherheitshaft stellt. Das Gesetz spricht von verübten Straftaten und 

nicht bloss einem Verdacht, so dass dieser Haftgrund nur bejaht werden 

kann, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, 

dass die beschuldigte Person solche Straftaten begangen hat. Neben einer 

rechtskräftigen Verurteilung gilt der Nachweis auch bei einem glaubhaften 

Geständnis oder einer erdrückenden Beweislage als erbracht 

(BGE 143 IV 9 E. 2.3.1 und Urteil des Bundesgerichts 1B_60/2022 vom 

25. Februar 2022 E. 3.2).  

 

Ob eine erneute Delinquenz ernsthaft zu befürchten ist, ist anhand einer 

Legal- bzw. Rückfallprognose zu beurteilen. Massgebliche Kriterien bei der 

Beurteilung der Rückfallgefahr sind nach der Rechtsprechung insbeson-

dere die Häufigkeit und Intensität der untersuchten Delikte sowie die ein-

schlägigen Vorstrafen. Bei dieser Bewertung sind allfällige Aggravations-

tendenzen, wie eine zunehmende Eskalation respektive Gewaltintensität 

oder eine raschere Kadenz der Taten, zu berücksichtigen. Die Einholung 

eines psychiatrischen Gutachtens ist zur Beurteilung der Rückfallgefahr 

nicht in jedem Fall notwendig. Erscheint ein solches im konkreten Fall er-

forderlich oder wurde es bereits in Auftrag gegeben, rechtfertigt sich die 

 - 12 - 

 

 

Aufrechterhaltung der Haft bei gemäss Aktenlage ungünstiger Prognose 

jedenfalls so lange, bis die Wiederholungsgefahr gutachterlich abgeklärt ist. 

Notwendig, aber auch ausreichend ist grundsätzlich eine ungünstige Rück-

fallprognose (Urteil des Bundesgerichts 1B_376/2018 vom 28. August 2018 

E. 5.4 mit Hinweis auf BGE 143 IV 9 E. 8 f.). 

 

4.6. 

4.6.1. 

Der Beschwerdeführer ist bereits wegen häuslicher Gewalt zum Nachteil 

seiner ersten Ehefrau vorbestraft. Er wurde mit zweitinstanzlichem Urteil 

des Obergerichts des Kantons […] vom 1. Oktober 2018 der mehrfachen 

Tätlichkeiten, der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Nötigung und der 

mehrfachen Freiheitsberaubung zum Nachteil von H. (und einer mehrfa-

chen schweren und einfachen Verkehrsregelverletzung) schuldig gespro-

chen und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 17 Monaten, einer 

Busse von Fr. 3'300.00 und einer ambulanten Behandlung im Sinne von 

Art. 63 StGB verurteilt (vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 18). 

Die Vorstrafe ist einschlägig. Gemäss aktuellem Strafregisterauszug ist der 

Beschwerdeführer zusätzlich wegen anderen Delikten vorbestraft. Im aktu-

ellen Verfahren muss die Beweislage zudem als erdrückend bezeichnet 

werden, soweit der Beschwerdeführer die vorgeworfenen Delikte nicht an-

erkennt (wie beispielsweise die Körperverletzung zu Lasten von E.; 

vgl. E. 3.4 hiervor). Somit ist das Vortatenerfordernis erfüllt.  

 

4.6.2. 

Zu prüfen ist nachfolgend die Legal- bzw. die Rückfallprognose des Be-

schwerdeführers und die damit verbundene allfällig drohende erhebliche 

Gefährdung der Sicherheit anderer. Dr. med. I., Facharzt für […], hatte im 

Rahmen der vorliegenden Strafuntersuchung im Frühjahr 2022 ein psychi-

atrisches Gutachten zu erstellen. Im psychiatrischen Gutachten vom 2. Mai 

2022 wurde festgehalten, dass sich beim Beschwerdeführer eine akzentu-

ierte Persönlichkeitsstruktur mit Anteilen narzisstischer Strukturen vorfinde. 

Bei ihm finde sich nur eingeschränkt Empathie für das Gegenüber. In seiner 

gesamten Interaktion zeigten sich immer wieder Arroganz und teils über-

heblich wirkende Verhaltensweisen. Zusätzlich zeigten sich auch Anteile 

des Sozialverhaltens mit einer ausgeprägten Impulsivität und dem Versa-

gen, vorausschauend zu planen und einer erheblichen Reizbarkeit, die sich 

in körperlichen Übergriffen wie zum Beispiel demjenigen innerhalb des […] 

in R. auswirkten. Eine eigene Veränderung bezüglich Impulskontrolle oder 

Ansichten sei nicht zu dokumentieren. Der Beschwerdeführer müsse seiner 

Partnerin in einer schwierigen Situation zeigen, dass er bereit sei, Gewalt 

anzuwenden. Es zeige sich eine geringgradige Frustrationstoleranz und 

eine niedrige Schwelle für aggressives Verhalten. Die Schuld liege aber 

nach Ansicht des Beschwerdeführers immer bei den anderen. Gemäss 

ODARA-Beurteilung (Ontario Domestic Assault Risk Assessment, Progno-

seinstrument zur Vorhersage des Risikos häuslicher Gewaltrückfälligkeiten 

 - 13 - 

 

 

bei männlichen Tätern) sei in der Gesamtwertung von einer sehr hohen 

Rückfallwahrscheinlichkeit bezüglich häuslicher Gewalt auszugehen. Ge-

mäss VRAG-Beurteilung (Violence Risk Appraisal Guide-Revised, Progno-

seinstrument zur Vorhersage des Risikos von gewalttätigem Rückfallver-

halten bei Sexual-, Gewaltstraftätern und anderen straffällig gewordenen 

Personen) sei von einer mittelgradigen Wahrscheinlichkeit für eine erneute 

Delinquenz bezüglich Gewaltdelikten, einschliesslich Sexualdelikten, aus-

zugehen (vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 5 [Gutachten vom 

2. Mai 2022, Ziff. 7]).  

 

Das vorliegende psychiatrische Gutachten stammt vom 2. Mai 2022. Ent-

gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers scheint das Gutachten 

– in Anbetracht der seither aktenkundigen Vorfälle – nach wie vor aktuell 

zu sein und ist für die Beurteilung der Legal- bzw. Rückfallprognose im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren als ausreichend zu betrachten (vgl. im Üb-

rigen auch das Urteil des Obergerichts des Kantons […] vom 1. Oktober 

2018, E. 3., wonach bereits damals psychiatrische Gutachten auf eine hohe 

Rückfallgefahr hinsichtlich Gewaltdelikten und eine sehr hohe Rückfallge-

fahr bezüglich Drohungen hinwiesen). Auf die Frage, inwiefern sich hin-

sichtlich des Verfahrens vor Sachgericht ein neues Gutachten aufdrängt, 

ist nicht weiter einzugehen. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 

2. Mai 2022 ist eine erneute Delinquenz des Beschwerdeführers in Bezug 

auf häusliche Gewalt wie auch Gewalt gegen Dritte im Ausmass des bis-

herigen Musters ernsthaft zu befürchten. Der Beschwerdeführer hat offen-

bar grosse Probleme damit, seine Impulse kontrollieren zu können (was er 

selbst nicht bestreitet), und neigt zu unberechenbarem Verhalten, welches 

hinsichtlich seiner Partnerinnen durch eine exzessive Eifersucht geprägt zu 

sein scheint. Beide Opfer gaben an, grosse Angst vor dem Beschwerde-

führer gehabt zu haben, sowohl um sich selbst wie auch um Familie und 

Bekannte. Bei beiden war die Verzweiflung zeitweise so gross, dass sie die 

Absicht hegten, sich zu suizidieren (Delegierte Einvernahme Auskunftsper-

son vom 21. März 2023, Frage 24; Delegierte Einvernahme Privatkläger-

schaft vom 13. April 2023, Fragen 44 f.). Zwar gibt der Beschwerdeführer 

zu, dass er eine Therapie für notwendig erachte, weil er seine Impulse 

schlecht kontrollieren könne und die Situation sehr instabil sei (Protokoll 

zur Haftverhandlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 5 f.), bemühte 

sich aber in der Vergangenheit nicht um eine Veränderung; vielmehr ist 

keinerlei Einsicht oder Reue erkennbar, so sucht er die Schuld jeweils bei 

anderen (vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 5 [Gutachten vom 

2. Mai 2022, Ziff. 7, S. 17]). Auch die durch D. geltend gemachten Vorwürfe 

bestätigen das hohe Risiko von Rückfällen und insofern das Vorliegen einer 

ungünstigen Legalprognose beim Beschwerdeführer. Aufgrund der aktuel-

len Akten- und Beweislage muss davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer auch in Zukunft wieder gewalttätig werden würde, 

hauptsächlich gegenüber einer seiner ehemaligen oder neuen Partnerin-

nen, aber – wie der Vorfall im Januar 2022 im […] zeigte − auch gegenüber 

 - 14 - 

 

 

Personen aus dem weiteren Umfeld. Nachdem der Beschwerdeführer be-

reits im letzten Jahr in Bezug auf C. beteuert hatte, dass er sich scheiden 

lassen wolle und jede Form von Massnahmen (wie ein Kontakt- oder ein 

Rayonverbot) akzeptieren werde, da er seine Impulse nicht gut kontrollie-

ren könne und in einer Psychotherapie daran arbeiten wolle (elektronische 

Akten HA.2023.106, Beilage 5 [Gutachten vom 2. Mai 2022, Ziff. 2.6]), aber 

in der Folge trotzdem wieder den Kontakt zu C. suchte und sie gemäss 

ihren Aussagen dazu drängte, ihre Strafanzeige bzw. den Strafantrag zu-

rückzuziehen, ist damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Haftentlassung trotz denselben Versprechungen (vgl. Protokoll zur Haftver-

handlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 10) auch D. wieder behelli-

gen und unter Androhung oder Anwendung von Gewalt auf sie einwirken 

würde, damit sie ihre Aussagen zurücknimmt. Der Beschwerdeführer habe 

D. denn auch erzählt, was er jeweils mache, wenn jemand ihn anzeige 

(vgl. Delegierte Einvernahme Privatklägerschaft vom 13. April 2023, 

Frage 27). Ein anderes denkbares Szenario wäre aber auch, dass sich der 

Beschwerdeführer nach einer Haftentlassung sogleich eine neue Partnerin 

suchen und wiederum dasselbe Verhalten an den Tag legen würde. So 

oder anders sind Verhaltensweisen im bisherigen Muster oder auch in ei-

nem schwereren Umfang ernsthaft zu befürchten. Der besondere Haft-

grund der Wiederholungsgefahr ist vorliegend gegeben.  

 

4.7. 

Die Vorinstanz verneinte in E. 3.4 der angefochtenen Verfügung das Vor-

liegen des besonderen Haftgrunds der Kollusionsgefahr (Art. 221 Abs. 1 

lit. b StPO). Zwar ist zutreffend, dass sowohl C. als auch D. unter der Wah-

rung des Teilnahmerechts befragt wurden und ausführliche Aussagen vor-

liegen, allerdings hat der Beschwerdeführer bereits aufgezeigt, dass er auf 

Personen einzuwirken versucht, damit diese ihre Aussagen zurückneh-

men. Den Aussagen der Geschädigten kommt vorliegend massgebliche 

Bedeutung zu, der Beschwerdeführer bestreitet die ihm seitens der Ge-

schädigten vorgeworfenen Taten. Demgemäss ist in Beachtung von 

Art. 343 Abs. 3 StPO mit der nochmaligen Einvernahme der Geschädigten 

durch das Bezirksgericht konkret zu rechnen (vgl. hierzu etwa Urteil des 

Bundesgerichts 1B_575/2021 vom 8. November 2021 E. 3.4.1 mit Verweis 

auf BGE 140 IV 196 E. 4.4.2, wonach eine unmittelbare gerichtliche Ab-

nahme eines Beweismittels im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO notwendig 

ist, wenn sie – wie hier – den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann, 

mithin wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Ein-

druck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht bzw. davon, wie etwas 

gesagt wird). Insofern besteht ein öffentliches Interesse daran, dass auch 

noch zu einem späteren Zeitpunkt im Verfahren kollusionsfrei ausgesagt 

wird. Somit ist auch der Haftgrund der Kollusionsgefahr zu bejahen. 

 

 - 15 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt mit Beschwerde vom 15. Juni 2023 vor, dass 

an Stelle der Untersuchungshaft geeignete Ersatzmassnahmen anzuord-

nen seien, so beispielsweise ein Kontaktverbot mit Meldepflichten und 

Electronic Monitoring. Auch mit Beschwerdeergänzung vom 26. Juni 2023 

wird angebracht, dass Ersatzmassnahmen wie ein Kontaktverbot oder eine 

ambulante Therapie durchaus Sinn ergeben würden. Der Beschwerdefüh-

rer wäre hierzu auch bereit. Er habe laufende Ausgaben, die von seinem 

Vermögen beglichen würden. Er müsse wieder ein Einkommen erzielen, er 

könne nach der Haft sofort wieder zu arbeiten beginnen. 

 

5.2. 

Untersuchungshaft muss verhältnismässig sein (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d 

StPO) und darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe 

(Art. 212 Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO ordnet das zustän-

dige Gericht an Stelle der Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere 

Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. 

 

Der Wiederholungsgefahr kann insbesondere mit der Auflage, sich nur oder 

sich nicht an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Haus aufzu-

halten (Art. 237 Abs. 2 lit. c StPO) entgegengewirkt werden. Zur Überwa-

chung der Ein- oder Ausgrenzung kann nach Art. 237 Abs. 3 StPO der Ein-

satz technischer Geräte und deren feste Verbindung mit der zu überwa-

chenden Person (sog. "Electronic Monitoring") angeordnet werden (HÄRRI, 

in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, 

N. 11 f. zu Art. 237 StPO). Zur Herabsetzung der Wiederholungsgefahr 

kommt insbesondere bei einer Suchtproblematik auch die Auflage, sich ei-

ner ärztlichen Behandlung oder einer Kontrolle zu unterziehen (Art. 237 

Abs. 2 lit. f StPO), in Frage (HÄRRI, a.a.O., N. 24 zu Art. 237 StPO).  

 

5.3. 

Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 2. März 2023 in Haft. In zeit-

licher Hinsicht ist die von der Vorinstanz angeordnete einstweilige Verlän-

gerung der bislang drei Monate andauernden Untersuchungshaft um wei-

tere drei Monate, selbst in Berücksichtigung der im letzten Jahr mit Verfü-

gung der Vorinstanz vom 29. März 2022 angeordneten Untersuchungshaft 

von eineinhalb Monaten, angesichts der im Falle einer Verurteilung zu er-

wartenden Strafe nicht unverhältnismässig, da der Strafrahmen bei der ein-

fachen Körperverletzung, der Drohung und Nötigung jeweils bei bis zu drei 

Jahren Freiheitsstrafe liegt (vgl. Art. 123 Ziff. 1, Art. 180 Abs. 1, 

Art. 181 StGB, im Falle einer schweren Körperverletzung droht gemäss 

Art. 122 StGB eine Freiheitsstrafe ab sechs Monaten) und der Beschwer-

deführer einschlägig vorbestraft ist und bereits eine unbedingte Freiheits-

strafe von 17 Monaten zu vollziehen hatte. Zu berücksichtigen ist zusätzlich 

eine allfällige Verurteilung des Beschwerdeführers aufgrund der durch ihn 

 - 16 - 

 

 

eingestandenen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der 

mehrfachen schweren Verkehrsregelverletzung (vgl. E. 3.4.4 und 3.4.5 

hiervor). 

 

Eine Entlassung aus der Haft unter der Anordnung von Ersatzmassnahmen 

kommt vorliegend nicht (mehr) in Betracht. Der Beschwerdeführer hat mut-

masslich bereits nach der letztjährigen Entlassung aus der Untersuchungs-

haft am 20. Mai 2022 gegen das ihm auferlegte Kontakt- und Rayonverbot 

hinsichtlich C. verstossen (vgl. elektronische Akten HA.2023.106, Beilage 

9a [Bericht Auswertung Mobiltelefon der Kantonspolizei Aargau vom 

24. Juni 2022]). Der Beschwerdeführer stellt sich hingegen auf den Stand-

punkt, dass er sich immer an das Kontakt- und Rayonverbot gehalten habe, 

da alle Kontakte zu C. im Ausland stattgefunden hätten (Protokoll zur Haft-

verhandlung der Vorinstanz vom 6. März 2023, S. 4). Sein Argument, dass 

Schweizer Gesetze gemäss seinen Auskünften im Ausland nicht gelten 

würden, zeigt eine gewisse Durchtriebenheit auf und seine Absicht, Anord-

nungen bewusst zu umgehen.  Auch die ihm mit Verfügung vom 20. Mai 

2022 verordnete ambulante Therapie führte er nicht durch. Gemäss Mittei-

lung der Therapeutin vom 14. Juli 2022 (vgl. elektronische Akten 

HA.2023.106, Beilage 11) sei er ab Ende Juni 2022 zu keinem einzigen 

Behandlungstermin erschienen. Der Beschwerdeführer macht diesbezüg-

lich geltend, dass er sechsmal in die Therapie gegangen, bevor er dann 

aber in die Ferien gefahren sei (Protokoll zur Haftverhandlung der Vo-

rinstanz vom 6. März 2023, S. 4). Seine Einwände sind unbehelflich, da der 

Beschwerdeführer offensichtlich keine Intentionen hegt, gerichtlichen An-

ordnungen zu folgen bzw. versucht, sich diesen zu entziehen, und sich 

auch keines Fehlverhaltens bewusst zu sein scheint. Auch allfällige Melde-

pflichten kommen nicht in Frage, nachdem der Beschwerdeführer nach sei-

ner Haftentlassung am 20. Mai 2022 bis im November 2022 trotz mehreren 

Vorsprachen an seinem sowie dem Wohnort von C. nicht aufzufinden war 

(vgl. Haftantrag vom 4. März 2022, S. 3). Eine Meldepflicht scheint damit 

gänzlich ungeeignet, der bestehenden Wiederholungs- und Kollusionsge-

fahr entgegenzuwirken. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er Ein-

kommen erzielen müsse. Dieser Einwand lässt die Haft aber nicht als un-

verhältnismässig erscheinen. 

 

6. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

folglich abzuweisen.  

 

7. 

Der Beschwerdeführer ist ausgangsgemäss kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 

StPO). Die seiner amtlichen Verteidigerin für das Beschwerdeverfahren 

auszurichtende Entschädigung ist am Ende des Strafverfahrens von der 

zuständigen Instanz festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO).  

 

 - 17 - 

 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 70.00, zusammen 

Fr. 1'070.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
   

Aarau, 13. Juli 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Die Vizepräsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

Schär Meister