# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba03f704-03bb-5b2e-8141-7f6951c66277
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.02.2025 RH.2025.2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RH-2025-2_2025-02-14.pdf

## Full Text

Entscheid vom 14. Februar 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A., zurzeit in Auslieferungshaft, 

vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Zollinger, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung, 

 

Beschwerdegegner 

 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Italien 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2025.2 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Schreiben vom 9. Dezember 2024 ersuchte das italienische Justizminis-

terium die Schweiz gestützt auf den Haftbefehl des Tribunale Ordinario di 

Milano vom 3. Mai 2024 um Verhaftung und Auslieferung des türkischen 

Staatsangehörigen A. (act. 4.1, 4.1a–e). 

 

 

B. Gestützt auf das italienische Rechtshilfeersuchen erliess das Bundesamt für 

Justiz (nachfolgend «BJ») am 13. Dezember 2024 einen Auslieferungshaft-

befehl gegen A., worauf dieser am 14. Januar 2025 festgenommen und in 

Auslieferungshaft versetzt wurde (act. 4, 4.3, 4.4 und 4.5). 

 

 

C. Anlässlich seiner Einvernahme vom 15. Januar 2025 brachte A. vor, er sei 

am 21. Mai 2024 für die gleiche Angelegenheit in Bosnien und Herzegowina 

verhaftet und am 22. November 2024 wieder entlassen worden. So viel er 

wisse, weil Italien damals auf eine Auslieferung verzichtet habe. Es sei ihm 

ein Rätsel, warum er jetzt doch nach Italien ausgeliefert werden solle. Einen 

Verzicht auf die Durchführung des Auslieferungsverfahrens gab er nicht zu 

Protokoll (act. 4.5). 

 

 

D. Mit Schreiben vom 15. Januar 2025 informierte das BJ das italienische Jus-

tizministerium über die Verhaftung von A. und bat dieses um Stellungnahme 

zu dessen Vorbringen im Rahmen der Einvernahme vom 15. Januar 2025 

(act. 4.6). 

 

 

E. Gleichentags übermittelte das BJ dem Rechtsbeistand von A. Verfahrensak-

ten (act. 4.8). 

 

 

F. Mit Schreiben vom 16. Januar 2025 nahm das italienische Justizministerium 

zum Vorbringen von A. Stellung (act. 4.9). 

 

 

G. Am 24. Januar 2025 übermittelte das BJ dem Rechtsbeistand von A. das 

Schreiben des BJ vom 15. Januar 2025 an das italienische Justizministerium 

und dessen Antwort vom 16. Januar 2025 (act. 4.10). 

 

- 3 - 

 

 

 

 

H. Mit Beschwerde vom 24. Januar 2025 gelangt A., vertreten durch Rechtsan-

walt Bernhard Zollinger, an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

und beantragt (act. 1): 

 

1. Der Auslieferungshaftbefehl sei aufzuheben. 

 

2. Es sei von einer Auslieferung nach Italien abzusehen. 

 

3. Mein Mandant sei aus der Haft zu entlassen. 

 

4. Unter ausgangsgemässer Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 

I. Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2025 beantragt das BJ, die Be-

schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act. 4). 

 

 

J. A. replizierte am 10. Februar 2025. Er hält an den gestellten Anträgen fest 

(act. 5). Die Beschwerdereplik wird dem BJ mit vorliegendem Beschluss zur 

Kenntnis gebracht. 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Italien sind primär 

das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 

(EAUe; SR 0.353.1) sowie die hierzu ergangenen Zusatzprotokolle vom 

17. März 1978 (ZPII EAUe; SR 0.353.12), vom 10. November 2010 (ZPIII 

EAUe; SR 0.353.13) und vom 20. September 2012 (ZPIV EAUe; SR 

0.353.14) massgebend. Überdies anwendbar sind das Übereinkommen vom 

19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 

14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen [SDÜ]; CELEX-

Nr. 42000A0922(02); ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62; Text 

nicht publiziert in der SR, jedoch abrufbar auf der Website der 

- 4 - 

 

 

 

Schweizerischen Eidgenossenschaft unter «Rechtssammlung zu den sekto-

riellen Abkommen EU», 8.1 Anhang A; https://www.fedlex.admin.ch/de/sec-

tor-specific-agreements/EU-acts-register/8) i.V.m. der Verordnung (EU) 

2018/1862 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. November 

2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener 

Informationssystems (SIS) im Bereich der polizeilichen Zusammenarbeit und 

der justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen, zur Änderung und Aufhe-

bung des Beschlusses 2007/533/JI des Rates und zur Aufhebung der Ver-

ordnung (EG) Nr. 1986/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates 

und des Beschlusses 2010/261/EU der Kommission, namentlich Art. 26–31 

(CELEX-Nr. 32018R1862; ABl. L 312 vom 7. Dezember 2018, S. 56–106; 

abrufbar unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen Abkommen EU», 

8.4 Weiterentwicklungen des Schengen-Besitzstands), sowie diejenigen 

Bestimmungen des Übereinkommens vom 27. September 1996 über die 

Auslieferung zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-

Auslieferungsübereinkommen; CELEX-Nr. 41996A1023(02); ABl. C 313 

vom 23. Oktober 1996, S. 12–23), welche gemäss dem Beschluss 

2003/169/JI des Rates vom 27. Februar 2003 (CELEX-Nr. 32003D0169; 

ABl. L 67 vom 12. März 2003, S. 25 f.; abrufbar unter «Rechtssammlung zu 

den sektoriellen Abkommen EU», 8.2 Anhang B) eine Weiterentwicklung des 

Schengen-Besitzstands darstellen. Die zwischen den Vertragsparteien 

geltenden weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler oder multila-

teraler Abkommen bleiben unberührt (Art. 59 Abs. 2 SDÜ; Art. 1 Abs. 2 EU-

Auslieferungsübereinkommen). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) 

Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. a IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 149 IV 376 E. 2.1; 148 IV 314 

E. 2.1; 147 II 432 E. 3.1; 145 IV 294 E. 2.1; jeweils m.w.H.). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 

E. 7c; TPF 2020 64 E. 1.1). 

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

- 5 - 

 

 

 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert zehn 

Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts führen. Für das Beschwerdeverfahren gelten 

die Art. 379–397 StPO sinngemäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG). 

 

2.2 Die Beschwerdekammer ist zur Behandlung der Beschwerde gegen den 

Auslieferungshaftbefehl des Beschwerdegegners vom 13. Dezember 2024 

zuständig. Der Beschwerdeführer erhielt den Auslieferungshaftbefehl am 

14. Januar 2025 (die Unterschrift der Empfangsbescheinigung wurde ge-

mäss Notiz der Kantonpolizei Zürich verweigert; act. 4.4). Die am 24. Januar 

2025 erhobene Beschwerde erweist sich als fristgerecht. Der Beschwerde-

führer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung beschwerdelegitimiert. 

Auf die Beschwerde ist mit Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung einzutre-

ten. 

 

2.3 Die Beschwerde ist nur im Rahmen des Streitgegenstands zulässig. Dieser 

wird durch das Anfechtungsobjekt, d.h. den angefochtenen Entscheid, und 

die Parteibegehren bestimmt, wobei der angefochtene Entscheid den mögli-

chen Streitgegenstand begrenzt (BGE 142 I 155 E. 4.4.2 mit Hinweisen). 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann somit nur die Frage der Ver-

fügung der Auslieferungshaft gegen den Beschwerdeführer bilden. Auf alle 

Rechtsbegehren und Rügen, die darüber hinausgehen, ist daher nicht ein-

zutreten. Dies betrifft namentlich für den Antrag, es sei von einer Ausliefe-

rung nach Italien abzusehen. 

 

 

3.  

3.1  

3.1.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör, weil im Rahmen des Auslieferungsverfahrens seinem Rechts-

beistand zwar Akten bezüglich des aktuellen Auslieferungsverfahrens 

zugestellt worden seien, ihm jedoch nicht mitgeteilt worden sei, dass die 

Auslieferung an Italien aufgrund des gleichen Haftbefehls durch Bosnien und 

Herzegowina gescheitert sei. Replicando macht er geltend, dass jene Aus-

lieferung durch Bosnien und Herzegowina gescheitert sei, sei ihm per E-Mail 

einen Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist mitgeteilt worden. Bei den dabei 

- 6 - 

 

 

 

übermittelten Unterlagen handle es sich um zwei dürre Verteidigungsschrei-

ben der italienischen Justizbehörden, in denen lediglich behauptet und in 

keiner Weise belegt werde, die Auslieferung sei an sprachlichen Problemen 

gescheitert. Abgesehen davon sei ihm bis heute noch keinerlei Einsicht in 

die bosnischen Akten gewährt worden, insbesondere nicht in den Schriftver-

kehr des gescheiterten Auslieferungsverfahrens. 

 

3.1.2 Auch im Auslieferungsverfahren gilt der Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 2 BV). Dieser Grundsatz wird namentlich in Art. 52 IRSG und 

Art. 17 IRSV konkretisiert. Subsidiär gelten die allgemeinen Verfahrensga-

rantien des VwVG. Gemäss Art. 52 Abs. 1 IRSG werden dem Verfolgten und 

seinem Rechtsbeistand das Ersuchen und die dazugehörigen Unterlagen 

vorgelegt. Bei der Eröffnung des Auslieferungshaftbefehls stellt die kanto-

nale Behörde fest, ob der Verfolgte mit der im Ersuchen bezeichneten Per-

son identisch ist. Sie erklärt ihm die Voraussetzungen der Auslieferung sowie 

der vereinfachten Auslieferung und weist ihn auf sein Recht hin, Beschwerde 

zu erheben, einen Beistand seiner Wahl zu bestellen oder sich amtlich ver-

beiständen zu lassen. Gemäss Art. 52 Abs. 2 IRSG wird der Verfolgte kurz 

über seine persönlichen Verhältnisse, insbesondere seine Staatsangehörig-

keit und seine Beziehungen zum ersuchenden Staat, einvernommen und 

befragt, ob und aus welchen Gründen er Einwendungen gegen den Haftbe-

fehl oder gegen seine Auslieferung erhebe. Sein Rechtsbeistand kann dabei 

mitwirken. 

 

3.1.3 Restriktionen des rechtlichen Gehörs sind insbesondere zulässig, wenn die 

Gefahr besteht, dass der Zweck einer im öffentlichen Interesse liegenden 

Massnahme durch eine vorgängige Anhörung vereitelt würde. In solchen 

Fällen genügt es allenfalls, wenn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt 

wird (WALDMANN/BICKEL, in: Waldmann/Krauskopf, Praxiskommentar Ver-

waltungsverfahrensgesetz, 3. Aufl. 2023, Art. 29 VwVG N. 60; vgl. auch 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, 

N. 1008 f., die als Beispiel die Festnahme einer Person anführen). 

 

Eine vorgängige Gewährung des rechtlichen Gehörs zur bevorstehenden 

Inhaftierung ist im Gesetz nicht vorgesehen und würde dem Zweck der Ver-

haftung zuwiderlaufen (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2024.8 

vom 18. Juni 2024 E. 4.3). Die nachträgliche Gewährung des rechtlichen 

Gehörs richtet sich nach Art. 52 IRSG und Art. 17 IRSV. 

 

3.1.4 Gemäss Protokoll der Einvernahme vom 15. Januar 2025 wurden dem 

Beschwerdeführer eine Kopie des Ersuchens inkl. Beilagen sowie die 

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Darlegung des Auslieferungsverfahrens vorgelegt. Der Beschwerdeführer 

konnte sich zum Haftbefehl äussern (act. 4.5). Eine Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör ist nicht auszumachen. 

 

Die Korrespondenz zwischen dem Beschwerdegegner und dem italieni-

schen Justizministerium vom 15. und 16. Januar 2025 liegt dem vorliegend 

angefochtenen Auslieferungshaftbefehl nicht zugrunde. Sie erfolgte erst 

nach dessen Erlass und wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen des 

Auslieferungsverfahrens zwischenzeitlich übermittelt (act. 4.10). Sie wurde 

vom Beschwerdegegner auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren ins 

Recht gelegt (act. 4.6 und 4.9). Der Beschwerdeführer konnte sich dazu 

äussern. 

 

3.2 Soweit der Beschwerdeführer ausserdem eine Verletzung seines Anspruchs 

auf rechtliches Gehör rügt, weil das für die Haftanordnung nötige Bestehen 

einer Fluchtgefahr in der Haftanordnung mit keinem Wort begründet worden 

sei, gilt es festzuhalten, dass das IRSG im Gegensatz zur StPO keine 

besonderen Haftgründe vorsieht. Liegen keine Gründe i.S.v. Art. 47 IRSG 

vor, welche für ein Absehen von Auslieferungshaft sprechen, reicht der 

(rechtzeitige) Eingang eines Auslieferungsersuchens zur Anordnung der 

Auslieferungshaft grundsätzlich aus (vgl. u.a. Entscheid des Bundesstrafge-

richts RH.2017.14 vom 17. August 2017 E. 3.2 mit Hinweis). Im Übrigen 

gehen Gründe, weshalb der Beschwerdegegner eine Inhaftierung des 

Beschwerdeführers verfügt hat, aus dem angefochtenen Auslieferungshaft-

befehl ausreichend hervor (act. 1.2). Eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör ist nicht ersichtlich. 

 

3.3 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

4. Die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfah-

rens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.2). Die Aufhe-

bung des Auslieferungshaftbefehls und die Haftentlassung rechtfertigen sich 

nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen, wenn der Ver-

folgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafunter-

suchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den sogenann-

ten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur 

Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht 

hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger 

einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn 

sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 

- 8 - 

 

 

 

IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 

IV 359 E. 2a; vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. den Entscheide des Bundesstraf-

gerichts RH.2024.16 vom 10. Dezember 2024 E. 2.3.1 f.; RH.2024.14 vom 

30. Oktober 2024 E. 2.1; RH.2024.12 vom 14. August 2024 E. 3). 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, es bestehe keine Flucht-

gefahr. Es sei nicht ersichtlich, wohin er sich absetzen könnte. Replicando 

bringt er vor, er verfüge hierorts über eine Niederlassungsbewilligung C und 

habe kein Interesse, sich in sein Heimatland, die Türkei abzusetzen. Im 

Gegenteil, habe doch das Eidgenössische Departement für auswärtige An-

gelegenheiten (EDA) intervenieren müssen, dass er nicht durch Bosnien und 

Herzegowina in die Türkei ausgeliefert worden sei. 

 

5.2 Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung 

rechtfertigen sich ausnahmsweise unter anderem dann, wenn der Verfolgte 

sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafuntersu-

chung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG). Die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Verneinung von Fluchtgefahr bei Auslieferungsverfah-

ren ist überaus restriktiv und misst der Erfüllung der staatsvertraglichen 

Auslieferungspflichten im Vergleich zu den Interessen des Verfolgten aus-

serordentlich grosses Gewicht bei. Das Bundesgericht bejaht die Fluchtge-

fahr bei drohenden hohen Freiheitsstrafen in der Regel sogar dann, wenn 

der Betroffene über eine Niederlassungsbewilligung und familiäre Bindungen 

in der Schweiz verfügt (BGE 136 IV 20 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 

8G.45/2001 vom 15. August 2001 E. 3a). Um als «Absehens»- oder Haftent-

lassungsgrund in Frage zu kommen, muss das Fehlen von Flucht und Kollu-

sionsgefahr kumulativ erfüllt sein (BGE 136 IV 20 E. 3.6; 130 II 306 E. 2.3.1; 

111 IV 108 E. 3b; 109 Ib 58 E. 2; Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RH.2024.14 vom 30. Oktober 2024 E. 4.1; RH.2024.6 vom 20. Juni 2024 

E. 4.1; FORSTER, Basler Kommentar, 2015, Art. 47 IRSG N. 5; LUDWICZAK 

GLASSEY, Petit commentaire, 2024, Art. 47 IRSG N. 17). 

 

5.3 Dem Auslieferungsersuchen kann entnommen werden, dass der Beschwer-

deführer verdächtigt wird, als Leibwächter von B. in eine Organisation invol-

viert zu sein, die sich der Begehung einer unbestimmten Serie von Straftaten 

verschrieben habe, namentlich dem rechtswidrigen Besitz und internationa-

len Handel von Waffen, der Förderung der rechtswidrigen Einreise, der 

Tötungen, dem Betäubungsmittelhandel, der Geldwäscherei, der Urkunden-

fälschung und der Hehlerei. Der Beschwerdeführer soll die Organisation 

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namentlich mit Autos, Waffen, Geld und Mobiltelefonen versorgt haben. Aus-

serdem soll er logistische Unterstützung namentlich beim Personentransport 

zwischen der Schweiz und Bosnien und Herzegowina geleistet haben. Die 

dem Beschwerdeführer prima facie zur Last gelegten Straftaten werden mit 

Höchststrafen von mindestens 10 Jahren bedroht (act. 4.1c und act. 4.1d 

S.2 ff. und S. 5 f.). Bei drohenden hohen Freiheitsstrafen – wie vorliegend – 

ist eine Fluchtgefahr gemäss Rechtsprechung in der Regel trotz Niederlas-

sungsbewilligung und familiären Bindungen in der Schweiz zu bejahen. Der 

Beschwerdeführer ist mit 45 Jahren nicht in einem fortgeschrittenen Alter, 

das eine Flucht als weniger wahrscheinlich erscheinen lassen könnte. Die 

Behauptungen des Beschwerdeführers, er habe kein Interesse, sich in die 

Türkei abzusetzen, und das EDA habe interveniert, damit er nicht in die Tür-

kei ausgeliefert werde, vermögen eine Haftentlassung nicht zu rechtfertigen. 

Es ist kein Grund ersichtlich, die Fluchtgefahr ausnahmsweise zu verneinen. 

 

5.4 Bei Bejahung der Fluchtgefahr braucht das Fehlen bzw. Vorliegen von Kol-

lusionsgefahr, auf die sich der angefochtene Auslieferungshaftbefehl eben-

falls stützt, nicht geprüft zu werden. 

 

5.5 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer bringt replicando vor, ihm werde vorgeworfen, Leib-

wächter von B. gewesen zu sein, was offensichtlich nicht zutreffen könne, da 

er seinen Wohnsitz in Z./ZH habe und sich nur gelegentlich als Tourist in 

Italien aufgehalten habe. Er sei nicht einmal des Italienischen mächtig. Damit 

sei der Alibibeweis offensichtlich erbracht. 

 

6.2 Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung 

rechtfertigen sich ausnahmsweise unter anderem dann, wenn der Verfolgte 

den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, 

dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG). Nach 

der Rechtsprechung ist es nicht Sache der schweizerischen Behörden, 

diesbezüglich Nachforschungen zu machen oder machen zu lassen. Wenn 

Zweifel nicht ausgeschlossen werden können, ist das Alibi nicht ohne Verzug 

im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG nachgewiesen. Art. 53 IRSG kommt 

erst zur Anwendung, wenn es um den Auslieferungsentscheid selbst geht 

(Urteil des Bundesgerichts 1C_301/2012 vom 14. Juni 2012 E. 1.2 mit 

Hinweisen; vgl. LUDWICZAK GLASSEY, a.a.O., Art. 47 IRSG N. 24 ff.; ZIMMER-

MANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 6. Aufl. 

- 10 - 

 

 

 

2024, N. 836 f.). Ein bloss partieller Alibibeweis, also ein solcher, der sich 

nur auf einen Teil des Auslieferungsersuchens bezieht, ist unerheblich 

(BGE 123 II 279 E. 2b; vgl. FORSTER, a.a.O., Art. 47 IRSG N. 6 Fn. 28; 

HEIMGARTNER, Auslieferungsrecht, 2002, S. 150). 

 

6.3 Der dem Beschwerdeführer im Auslieferungsersuchen gemachte Vorwurf 

beschränkt sich nicht darauf, er sei Leibwächter von B. gewesen (vgl. vorn 

E. 5.3). Abgesehen davon schliesst ein Wohnsitz in der Schweiz nicht aus, 

dass der Beschwerdeführer als Leibwächter von B. namentlich in Italien 

und/oder der Schweiz tätig gewesen ist. Das Vorbringen des Beschwerde-

führers genügt klar nicht, um den Alibibeweis zu erbringen. 

 

6.4 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, eine Auslieferung komme nicht in Frage. 

Er sei bereits aufgrund eines internationalen Haftbefehls am 29. Mai 2024 in 

Sarajevo verhaftet worden. Jene Auslieferung sei während der Sechsmona-

tefrist nicht nur gescheitert. Das EDA habe sich dafür einsetzen müssen, 

dass er nicht an die Türkei wegen anderer, politischer Delikte ausgeliefert 

worden sei. Sei eine Auslieferung innert der Sechsmonatefrist mangels der 

nötigen Voraussetzungen gescheitert, könne dieselbe Person nicht noch-

mals aufgrund des nämlichen (abgelehnten) Grundes in einem anderen 

Land nochmals in Haft genommen werden. Replicando macht der Beschwer-

deführer geltend, entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners bestehe für 

die Schweiz sehr wohl eine Bindung an Nichtauslieferungsentscheide von 

Drittstaaten, sofern sie im dazu nötigen ordentlichen Verfahren getroffen 

worden seien. Die diesbezüglich angeführte angeblich feststehende Recht-

sprechung sei weder dokumentiert noch existent. 

 

7.2 Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung 

rechtfertigen sich ausnahmsweise unter anderem dann, wenn sich die 

Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG). 

Offensichtlich unzulässig kann ein Auslieferungsersuchen sein, wenn ohne 

jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt 

(BGE 111 IV 108 E. 3a). 

 

7.3 Auch wenn es der Beschwerdeführer anders sieht, sind nach der Rechtspre-

chung des Bundesstrafgerichts Auslieferungsersuchen von den schweizeri-

schen Behörden gestützt auf schweizerisches Recht und gestützt auf eigene 

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Sachverhaltsfeststellungen zu beurteilen (vgl. TPF 2015 68 E. 8.1; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2016.300 vom 28. Dezember 2016 E. 6.2). Im 

Rahmen der hier vorzunehmenden Überprüfung des angefochtenen Auslie-

ferungshaftbefehls lässt ein allfälliger Entscheid der Behörden von Bosnien 

und Herzegowina, den Beschwerdeführer nicht nach Italien auszuliefern, die 

Auslieferung jedenfalls nicht als offensichtlich unzulässig im Sinne von 

Art. 51 Abs. 1 IRSG erscheinen (vgl. auch Entscheide des Bundesstrafge-

richts RH.2022.5 vom 18. Mai 2022; RH.2016.11 vom 26. September 2016 

E. 4.3). 

 

7.4 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

8. Andere Gründe, welche zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen 

vermöchten, werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. 

Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr 

ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

- 12 - 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtgebühr von Fr. 2'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 14. Februar 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Bernhard Zollinger 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 

Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die 
betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, 
soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 

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bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am 
letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 
Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden 
(Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der 
Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte 
abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 
BGG).