# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85244a69-2502-5c96-a793-1c249fe441ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 C-3339/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3339-2009_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3339/2009/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Jean-
Daniel Dubey, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Adrian Brand.

A._______,
vertreten durch lic. iur. Anita Hug, Rechtsanwältin, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3339/2009

Sachverhalt:

A.
B._______ (geboren  [...]  1954,  nachfolgend:  Gesuchstellerin  bzw. 
Eingeladene), thailändische Staatsangehörige, beantragte im Februar 
2009  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Bangkok  ein  Visum  für 
einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt  bei  A._______ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer). Nach  formloser  Verweigerung  übermittelte  die 
schweizerische  Vertretung  das  Gesuch  zur  Prüfung  und  zum  Ent-
scheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem  das  Migrationsamt  Kanton  Aargau  beim  Gastgeber  Ab-
klärungen zum beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung vom 23. April 
2009 ab.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom 
22.  Mai  2009  sowie  Beschwerdeergänzung  vom  14.  Juli  2009  be-
antragt der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung sowie die Gutheissung des Gesuchs um Bewilligung der Ein-
reise.

D.
Die  Vorinstanz  beantragt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  11.  August 
2009 die Abweisung der Beschwerde.

E.
Mit Verfügung vom 14. August 2009 erhielt der Beschwerdeführer unter 
Fristansetzung die Gelegenheit, zur vorinstanzlichen Vernehmlassung 
allfällige Bemerkungen und entsprechende Beweismittel einzureichen.

F.
Der Beschwerdeführer reichte am 24. September 2009 eine Stellung-
nahme zu den Akten und hielt an den gestellten Rechtsbegehren fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

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C-3339/2009

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 

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Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten  auch  –  grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung  [EG]  Nr.  562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des 
Rates  vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG, BVGE 2007/27 E. 4). Namentlich müssen Ausländerinnen 
und Ausländer für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bieten, wenn 
nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, 
vgl.  dazu Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-1509/2008  vom 
13. Februar  2009  E. 5.2  und  E. 5.3  sowie  C-3013/2008  vom 
14. Februar  2009  E. 5.2  und  E. 5.3).  Hinsichtlich  der  infrage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreise-
erfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

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5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin als thailändische Staatsangehörige der Visumspflicht. 

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
das Verhalten des Gesuchstellers oder der Gesuchstellerin im Falle ei-
ner Einreise in die Schweiz beurteilt  werden. Da es sich um ein zu-
künftiges Verhalten handelt,  lassen sich dazu in der Regel keine ge-
sicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Voraussagen  machen. 
Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Gesuch-
stellerin oder des Gesuchstellers ergeben. Einreisegesuche von Bür-
gerinnen und Bürgern  aus Staaten bzw. Regionen mit  politisch oder 
wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können dar-
auf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen 
nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreise-
bewilligung in Einklang steht.

6.3 Die internationale Finanzkrise hat  seit  dem letzten Quartal  2008 
auch  auf  die  Wirtschaft  Thailands  deutlich  spürbare  Auswirkungen. 
Hauptursache  ist  deren  Exportabhängigkeit  und  das  Wegbrechen 
wichtiger Absatzmärkte (USA, Japan, EU und China). Überlagert wur-
de der Ende 2008 Jahres einsetzende Abwärtstrend durch die politi-
sche  Konfrontation  zwischen  damaliger  Regierung  und  regierungs-
kritischen Demonstranten, die Ende November 2008 in der Besetzung 
der  internationalen  Flughäfen  Bangkoks  gipfelte  und  zu  einem 
massiven Einbruch im Tourismus führte. Die Regierung Abhisit hat auf 
den wirtschaftlichen Rückgang relativ  rasch reagiert  und bereits  am 
13. Januar  2009  die  erste  Staffel  eines  umfangreichen  Konjunktur-
programms mit einem Volumen von rund 1,5 Mrd. Euro verabschiedet. 
Ergänzt wurde dieses Sofortprogramm durch ein vom Kabinett am 20. 
Januar  2009 verabschiedetes Massnahmenpaket  mit  einem Volumen 
von rund 890 Mio. Euro. Weitere Massnahmen zur Unterstützung von 
mehrjährigen  Infrastrukturprojekten  (42,2  Mrd.  Euro)  sollten  in  der 
zweiten Jahreshälfte  2009 wirksam werden. Dennoch ist  unüberseh-
bar, dass der wirtschaftliche Abwärtstrend bis auf Weiteres anhalten 
wird.  Das  Wachstum  des  Bruttoinlandsprodukts  belief  sich  im  Jahr 

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2008 –  trotz  der  Einbrüche im letzten  Quartal  –  immerhin  noch auf 
2,3%. Angesichts der schwer einschätzbaren internationalen Risiken, 
insbesondere der Entwicklung der thailändischen Exportmärkte,  sind 
die Prognosen für das Jahr 2009 aber vorsichtig und gehen von einem 
Wachstum des  Bruttoinlandsprodukts  zwischen  0  und  2% aus. Eine 
Rezession wird nicht  ausgeschlossen. Der Einbruch im Exportsektor 
dürfte  2009  zu  einem  Anstieg  der  Arbeitslosenquote  (sie  lag  Ende 
2008  nach  offiziellen  Angaben  bei  1,4%)  auf  3,4  bis  4%  führen 
(Quelle: http://www. auswaertiges-amt.de,  Länder-  und Reiseinforma-
tionen>Thailand>Wirtschaft, Stand: Oktober 2009, besucht im Februar 
2010). Vor diesem Hintergrund besteht ein vielfacher Wunsch zur Aus-
wanderung, der sich vor allem bei denjenigen manifestiert, die bereits 
über ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland verfügen. Im 
Falle der Schweiz führt  dies angesichts  der  restriktiven fremdenpoli-
zeilichen Zulassungsregelung nicht  selten zur  Umgehung ausländer-
rechtlicher Bestimmungen. Dabei geht es nicht etwa allein um die Ein-
reichung von Asylgesuchen nach erfolgter  Einreise, sondern  es wird 
oftmals versucht, den Aufenthalt zu verlängern oder – beispielsweise 
durch Ausbildung oder Heirat – auf eine andere migrationsrechtliche 
Grundlage zu stellen.

6.4 Die  geschilderten  Umstände  im  Heimatland  der  Gesuchstellerin 
deuten zwar auf das latente Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise hin; sie entbinden die Vorinstanz aber nicht von einer einzel-
fallbezogenen  Beurteilung.  Namentlich  können  berufliche,  ge-
sellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose für eine an-
standslose Wiederausreise begünstigen. 

6.5
6.5.1 Bei  der  Gesuchstellerin  handelt  es  sich  um eine  geschiedene 
Frau, welche gemäss ihren Angaben im Visumsantrag ihren Lebens-
unterhalt  als  Verkäuferin  bestreitet.  Gegenüber  dem  Migrationsamt 
Kanton  Aargau  erklärte  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 
16.  Februar  2009,  die  Gesuchstellerin  führe  zusammen  mit  ihrer 
Schwester  ein  kleines  Restaurant  mit  Partyservice.  Die  Vorinstanz 
führt  in  der  angefochtenen  Verfügung  im  Wesentlichen  aus,  die  ge-
schiedene Gesuchstellerin verfüge in Thailand nicht über zwingende, 
verbindliche familiäre Verpflichtungen, sei doch ihre Tochter bereits 28 
Jahre  alt  und  somit  selbständig.  Genügend  zwingende,  verbindliche 
berufliche Verpflichtungen lägen offensichtlich auch nicht vor, da sich 
ein  dreimonatiger  Auslandsaufenthalt  nicht  mit  solchen  zwingenden 

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Verpflichtungen vereinbaren lasse. Der Beschwerdeführer hält diesen 
Erwägungen in  seiner  Rechtsmitteleingabe vom 22. Mai  2009 sowie 
der  Beschwerdeergänzung  vom 14. Juli  2009  nichts  Substanziiertes 
entgegen,  sondern  führt  im  Wesentlichen  aus,  die  Gesuchstellerin 
habe in früheren Jahren bereits mehrmals ein Visum für die Schweiz 
erhalten, und es habe sich seither weder an der Herkunftsregion noch 
an der familiären und beruflichen Situation etwas geändert. Die Vor-
instanz verweist in der Vernehmlassung vom 11. August 2009 erneut 
auf  die wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse in  Thailand 
und  den  damit  zusammenhängenden  starken  Migrationsdruck  für 
breite  Bevölkerungsschichten  Thailands.  Weiter  führt  die  Vorinstanz 
aus, die Gesuchstellerin gehöre einer sozialen Schicht an, bei welcher 
ein besonders starker Migrationsdruck bestehe. Das Risiko einer nicht 
gesicherten Wiederausreise sei in jedem Fall grundsätzlich hoch ein-
zuschätzen. An dieser Einschätzung vermöge auch der Umstand, dass 
die  Gesuchstellerin  schon  mehrfach  in  der  Schweiz  gewesen  sei, 
nichts  zu  ändern,  hätten  diese  Reisen  doch,  wie  den  nachvollzieh-
baren  Ausführungen  der  schweizerischen  Auslandsvertretung  ent-
nommen  werden  müsse,  der  Heiratsvorbereitung  gedient.  Der  Be-
schwerdeführer  macht  in  seiner  Replik  vom 24. September  2009 im 
Wesentlichen geltend, es werde der Gesuchstellerin unterstellt,  dass 
sie in erster Linie in die Schweiz einreisen wolle,  um einen Lebens-
partner  oder  Ehemann  zu  finden.  Die  Tatsache,  dass  die  Gesuch-
stellerin bereits mehrmals in die Schweiz eingereist und auch wieder 
problemlos  ausgereist  sei,  genüge  der  Vorinstanz  nicht  für  die  An-
nahme,  die  Wiederausreise  sei  gesichert.  Zudem  habe  er  ein 
Garantieversprechen  bezüglich  der  rechtzeitigen  Wiederausreise  ab-
gegeben, dieses werde aber offensichtlich nicht ernst genommen. Es 
entspreche nicht  der  Wahrheit,  wenn behauptet  werde,  die  früheren 
Reisen hätten der Heiratsvorbereitung gedient. Es sei den Akten nicht 
zu entnehmen, woher die Botschaft das Recht nehme, zu behaupten, 
die  Gesuchstellerin  habe  ihren  "Boyfriend  C._______"  und  an-
schliessend  ihren  "new Boyfriend  D._______"  besucht.  Es  sei  nicht 
nachvollziehbar,  wie  der  Aufenthaltszweck  genügend  belegt  werden 
könne, schliesslich sei bei der Beantragung eines Visums lediglich ein 
Standardformular  auszufüllen,  was  die  Gesuchstellerin  auch  getan 
habe. 

6.5.2 Aufgrund  der  Ausführungen  der  Gesuchstellerin  und  des  Be-
schwerdeführers  zur  beruflichen  Situation,  kann  nicht  davon  aus-
gegangen werden, die Gesuchstellerin lebe in wirtschaftlich günstigen 

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Verhältnissen, welche sie verlässlich von einer Emigration abzuhalten 
vermöchten. Der geplante Ferienaufenthalt der Gesuchstellerin in der 
Schweiz von 90 Tagen und die damit verbundene lange Abwesenheit 
lassen  nicht  auf  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Ver-
pflichtungen  schliessen,  welche  die  Gesuchstellerin  ernsthaft  von 
einer  Emigration  abhalten  könnten.  Solche  Verpflichtungen  werden 
denn  vom  Beschwerdeführer  auch  nicht  geltend  gemacht,  vielmehr 
wird aus dem Umstand, dass die Gesuchstellerin schon mehrmals in 
der  Schweiz  war  und  jeweils  fristgerecht  wieder  ausgereist  ist,  ab-
geleitet, die fristgerechte Ausreise sei auch dieses Mal als gesichert 
zu erachten. 
Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass die bisherigen Aufent-
halte der Gesuchstellerin in der Schweiz auffällig häufig auf Einladung 
von  Männern  erfolgten.  Auch  erscheint  die  Begründung  des  zu  be-
urteilenden Gesuchs um Erteilung eines Schengen Visums nicht ein-
deutig.  So  führt  der  Beschwerdeführer  im  Auskunftsbogen  an  das 
Migrationsamt Kanton Aargau vom 16. Februar 2009 als Grund für die 
geplante Einreise der Gesuchstellerin an, es gefalle ihr in der Schweiz 
sehr  gut  und  ausserdem möchte  seine  Frau  wieder  einmal  Zeit  mit 
einer Landsfrau (Sprache, Essen) verbringen. Es erstaunt  allerdings, 
dass die Frau des Beschwerdeführers,  welche bereits seit  mehreren 
Jahren in der Schweiz lebt, ausgerechnet die Gesuchstellerin einladen 
und mit dieser Zeit verbringen möchte, hat die Frau des Beschwerde-
führers doch 8 Geschwister im Heimatland, welche sie noch nie ein-
geladen  hat.  In  seinem  E-Mail  vom  5.  Dezember  2008  an  die 
schweizerische  Vertretung  in  Bangkok  führt  der  Beschwerdeführer 
aus, er sei ein Bekannter von D._______, dem letzten Gastgeber der 
Gesuchstellerin.  Dieser  arbeite  zurzeit  auswärts  und  sei  nicht  zu-
hause,  weshalb  dieser  verhindert  sei,  die  Gesuchstellerin  aufzu-
nehmen.  Diese  Ausführungen  hegen  gewisse  Zweifel  am  an-
gegebenen  Grund  für  die  geplante  Einreise  der  Gesuchstellerin. 
Verstärkt  werden diese noch durch den Umstand,  dass die Gesuch-
stellerin bereits fünfmal in der Schweiz war, gemäss Ausführungen der 
Botschaft  vom 26. Januar 2009 sich aber an keine Orte,  welche sie 
besucht habe, erinnern könne.
7.
Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen durfte  die  Vorinstanz  zu 
Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchstellerin sei im 
Sinne der  massgeblichen  Bestimmungen  nicht  gesichert.  Diese Ein-
schätzung  lässt  sich  auch  mit  den  Beteuerungen  des  Beschwerde-
führers  und  seiner  Bereitschaft  zur  Unterzeichnung  einer  Ver-

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pflichtungserklärung nicht  grundlegend  infrage  stellen. Denn  bei  der 
Abwägung  des  Risikos  einer  nicht  fristgerechten  Wiederausreise  ist 
naturgemäss nicht  so  sehr  die  Haltung  des Gastgebers,  sondern  in 
erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. 
Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für seine Rückkehr-
bereitschaft  zu  bieten.  Der  Gastgeber  kann  zwar  für  gewisse 
finanziellen  Risiken  im  Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt, 
mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit nicht aber für ein 
bestimmtes Verhalten seines Gastes garantieren (vgl. BVGE 2009/27 
E.  9).  Die  Integrität  des  Gastgebers  –  welche  im  Falle  des  Be-
schwerdeführers nicht anzuzweifeln ist – kann daher nicht ausschlag-
gebend sein.

8.
Aus den genannten Gründen ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-
instanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden 
Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchstellerin die 
Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit im Ergeb-
nis rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist  demnach abzu-
weisen.

9.
Entsprechend  dem Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem Beschwerde-
führer die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 2. Juli 2009 geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; zurück)
- das Migrationsamt Kanton Aargau [...]

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Adrian Brand

Versand: 

Seite 10