# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a21b3778-f400-52e5-860a-eeb8c13cda43
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.11.2011 SB110338
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110338_2011-11-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110338-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken  

und lic. iur. M. Langmeier sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. C. Grieder 

 

Urteil vom 2. November 2011 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. X._____ 

 
sowie 

 
Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Anklägerin 

 
gegen 

 
B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend  

fahrlässige Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht, vom  
27. April 2011 (GG100058) 

 

-   2   - 

Strafbefehl: 

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 26. August 2010 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Dispositivziffer 6 des Strafbefehls vom 26. August 2010 wird wie folgt  

geändert: 

 "6.  Dem Geschädigten wird keine Genugtuung zugesprochen. Im Übrigen 

wird die Schadenersatzforderung des Geschädigten auf den Zivilweg 

verwiesen." 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt.  

3. Dem Einsprachegegner 2 wird eine Prozessentschädigung von Fr. 600.– 

zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zugesprochen.  

4. Mitteilung 

5. Rechtsmittel 

 
Berufungsanträge: 

 
a) des Vertreters des Privatklägers: 

(schriftlich; Urk. 45 S. 2) 

 

 "In Aufhebung der Ziffern 1, 2 und 3 des Urteils vom 27. April 2011 des Ein-

zelrichters in Strafsachen des Bezirksgerichts Uster mit der Geschäfts-

nummer GG100058 

1. sei der Berufungsbeklagte 2 zu verpflichten, dem Berufungskläger eine 

Genugtuung von Fr. 1'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 23. Juli 2009 

zu bezahlen, 

-   3   - 

2. sei der Berufungsbeklagte 2 zu verpflichten, dem Berufungskläger eine 

Prozessentschädigung und einen Umtriebsschaden von insgesamt 

Fr. 3'929.30 (inklusive Mehrwertsteuern) für das Strafverfahren vor der 

Staatsanwaltschaft sowie eine Prozessentschädigung von Fr. 600.00 

zuzüglich 8% Mehrwertsteuer für das Verfahren vor dem Einzelrichter 

zu bezahlen, 

3. darüber hinaus sei die Zivilforderung betreffend Schaden des Beru-

fungsklägers auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen; 

4. eventualiter sei das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Sache 

zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines 

neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen,  

5. die Berufungsbeklagte 1 und der Berufungsbeklagte 2 seien zu sämtli-

chen Verfahrenskosten aller Instanzen und zu einer angemessenen 

Prozessentschädigung (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) für das Verfah-

ren vor Obergericht, solidarisch haftend, zu verurteilen." 

b) des Verteidigers des Beschuldigten: 
 (schriftlich; Urk. 57 S. 2) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht, vom 27. April 

2011 (GG100058) (nachfolgend "vorinstanzliches Urteil") zu bestäti-

gen, und es sei dementsprechend die Berufung, soweit darauf einzu-

treten ist, vollumfänglich abzuweisen.  

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% Mwst.) zu-

lasten des Berufungsklägers. 

c) der Staatsanwaltschaft See/Oberland: 

 keine Anträge gestellt 

 

 

-   4   - 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Am 23. Juli 2010 hatte der Privatkläger zusammen mit einem Mitarbeiter in 

der Wohnung des Beschuldigten Gipserarbeiten auszuführen und wurde in deren 

Verlaufe vom Hund des Beschuldigten ins Bein gebissen. Mit Strafbefehl vom 

26. August 2010 wurde der Beschuldigte deshalb von der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 150.– sowie einer Busse von Fr. 400.– bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe 

wurde bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufgeschoben. Für den Fall der 

schuldhaften Nichtbezahlung der – sofort zu bezahlenden – Busse wurde eine Er-

satzfreiheitsstrafe von 3 Tagen angesetzt. Die Kosten wurden dem Beschuldigten 

auferlegt und die Zivilforderung des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen 

(Urk. 22). 

1.2. Gegen diesen Strafbefehl liess der Privatkläger am 10. September 2010 

Einsprache erheben, mit den Anträgen, es sei ihm zulasten des Beschuldigten  

eine Genugtuung von Fr. 1'000.– nebst Zins von 5 % seit dem 23. Juli 2009 sowie 

eine Entschädigung im Umfang der Anwaltskosten von 3'929.30 zuzusprechen; 

darüber hinaus habe es beim Verweis der Zivilforderung betreffend den Schaden 

auf den Zivilweg zu bleiben (Urk. 25). In der Folge hielt die Staatsanwaltschaft am 

Strafbefehl fest und überwies die Akten der Vorinstanz zur Beurteilung (Urk. 26). 

Der Vorderrichter führte das Verfahren schriftlich durch und erliess am 27. April 

2011 das vorstehend wiedergegebene Urteil. Damit änderte er Dispositivziffer 6 

des Strafbefehls dahingehend ab, als dem Privatkläger keine Genugtuung zuge-

sprochen und die Zivilforderung im übrigen auf den Zivilweg verwiesen werde 

(Urk. 43 S. 12). 

1.3. Mit Eingabe vom 11. Mai 2011 liess der Privatkläger gegen dieses Urteil 

fristgerecht Berufung erheben und am 23. Mai 2011 – ebenfalls fristgerecht – dem 

Obergericht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 45). Auf entsprechende 

Fristansetzung durch den Kammerpräsidenten am 30. Mai 2011 (Urk. 47) erklärte 

-   5   - 

der Vertreter des Privatklägers am 18. Juni 2011, seine Berufung mit der ausführ-

lichen Berufungserklärung vom 23. Mai 2011 bereits abschliessend begründet zu 

haben (Urk. 49). In der Folge wurde im allseitigen Einverständnis das Verfahren 

schriftlich durchgeführt (Urk. 53), verzichtete die Staatsanwaltschaft am 7. Juli 

2011 auf Vernehmlassung (Urk. 55) und liess der Beschuldigte am 27. Juli 2011 

die Berufungsantwort erstatten (Urk. 57). Dieselbe wurde am 8. August 2011 dem 

Privatkläger und der Staatsanwaltschaft zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 59). 

2. Anwendbares Recht 

2.1. Nachdem am 1. Januar 2011 die eidgenössische Strafprozessordnung 

(StPO) in Kraft getreten ist, liegt ein intertemporaler Verfahrenssachverhalt vor 

und ist zunächst das anwendbare Recht zu bestimmen. 

2.2. Da der Strafbefehl vom 26. August 2010 datiert (Urk. 22), steht ausser Fra-

ge, dass das Verfahren bis dorthin nach den früheren kantonalen Prozess-

gesetzen (StPO/ZH und GVG/ZH) durchzuführen war. 

2.3. Die Einsprache erfolgte sodann am 10. September 2010 (Urk. 25), und am 

21. September 2010 setzte der Vorderrichter den Einsprachegegnern Frist zur 

Beantwortung an. Dabei ging er gemäss § 323 Abs. 1 und 2 StPO/ZH vor,  

wonach in einem Fall wie dem Vorliegenden anstelle der Anordnung einer münd-

lichen Hauptverhandlung das Verfahren schriftlich durchgeführt werden kann. Der 

Schriftenwechsel zog sich bis in den Januar 2011 hin (Noveneingabe des Privat-

klägers vom 16. Januar 2011; Urk. 36). Am 27. April 2011 erging das Urteil 

(Urk. 43). Dabei wandte die Vorinstanz zutreffenderweise das alte Recht an, was 

sich aus Art. 455 StPO in Verbindung mit Art. 453 Abs. 1 StPO sowie in der ge-

gebenen Konstellation überdies auch aus Art. 450 StPO ergibt. 

2.4. Gegen das Urteil vom 27. April 2011 erhob der Privatkläger hernach Beru-

fung. Damit kommt Art. 454 StPO zur Anwendung, wonach für Rechtsmittel gegen 

erstinstanzliche Entscheide, die nach Inkrafttreten der neuen StPO gefällt werden, 

neues Recht gilt. Das vorliegende Berufungsverfahren richtet sich damit nach der 

-   6   - 

(eidgenössischen) StPO. In diesem Sinne erliess der Kammerpräsident denn 

auch seine verfahrensleitenden Verfügungen (Urk. 47; Urk. 53; Urk. 59). 

3. Prozessuales/Umfang der Berufung 

3.1. In Anbetracht der Anwendbarkeit des neuen Rechts ist zunächst der Ein-

wand des Beschuldigten unbehelflich, es sei gemäss § 323a StPO/ZH kein 

Rechtsmittel gegeben, weil sich die Einsprache gegen den Strafbefehl nur auf die 

Kosten und Entschädigungen beziehe (Urk. 57 S. 3). Diese Bestimmung steht 

nicht mehr in Kraft. Die eidgenössische StPO enthält keine entsprechende Vor-

schrift mehr. 

3.2. Seit Anbeginn des Verfahrens wollte der Privatkläger erreichen, dass der 

Beschuldigte (neben dem Schuldspruch) verpflichtet werde, ihm – dem Privat-

kläger – eine Genugtuung von Fr. 1'000.– nebst Zins sowie eine Prozess-

entschädigung in der Höhe der Anwaltskosten und eine Umtriebsentschädigung 

zu bezahlen. Weitergehende Schadenersatzansprüche könnten noch nicht  

substanziert werden und seien auf den Zivilweg zu verweisen (Urk. 1 S. 2, 10 ff.; 

Urk. 25 S. 2, 7 ff., 13; Urk. 34 S. 2, 4 ff.; Urk. 36). 

3.2.1. Die Vorinstanz hat darüber – wie eingangs erwähnt – folgendermassen 

entschieden: Abweisung des Genugtuungsbegehrens, Verweisung der (weiteren) 

Schadenersatzforderung auf den Zivilweg und Abweisung des Antrags um Zu-

sprechung einer Prozess- und Umtriebsentschädigung. Letzteres fand zwar kei-

nen Niederschlag im Dispositiv (Urk. 43 S. 12/13), wurde indessen in den Erwä-

gungen einlässlich abgehandelt (Urk. 43 S. 7-10, wonach die dem Privatkläger 

entstandenen Anwaltskosten keine ersatzpflichtige Kosten im Sinne von § 188 

Abs. 1 StPO/ZH seien). Auch der Antrag um Zusprechung einer Entschädigung 

hat damit als abgewiesen zu gelten. 

3.2.2. Der Privatkläger beantragt berufungsweise, es sei in Aufhebung der Ziffern 

1, 2 und 3 des angefochtenen Urteils Folgendes zu entscheiden (Urk. 45 S. 2): 

"1. Der Berufungsbeklagte 2 sei zu verpflichten, dem Berufungskläger eine Ge-
nugtuung von Fr. 1'000.– nebst Zins von 5 % seit dem 23. Juli 2009 zu be-
zahlen, 

-   7   - 

  2. der Berufungsbeklagte 2 sei zu verpflichten, dem Berufungskläger eine Pro-
zessentschädigung und einen Umtriebsschaden von insgesamt Fr. 3'929.30 
(inklusive Mehrwertsteuern) für das Strafverfahren vor der Staatsanwalt-
schaft sowie eine Prozessentschädigung von Fr. 600.– zuzüglich 8 % Mehr-
wertsteuer für das Verfahren vor dem Einzelrichter zu bezahlen, 

  3. darüber hinaus sei die Zivilforderung betreffend Schaden des Berufungs-
klägers auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen, 

  4. eventualiter sei das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Sache zur 
Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen 
Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen, 

  5. die Berufungsbeklagte 1 und der Berufungsbeklagte 2 seien zu sämtlichen 
Verfahrenskosten aller Instanzen und zu einer angemessenen Prozess-
entschädigung (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) für das Verfahren vor dem 
Obergericht, solidarisch haftend, zu verurteilen." 

Soweit die Vorinstanz die (weitergehende) Schadenersatzforderung des Privat-

klägers auf den Zivilweg verwiesen hat, ficht der Privatkläger das Urteil also nicht 

an (vgl. dazu Dispositivziffer 1.6, 2. Satz des vorinstanzlichen Urteils; Urk. 45 S. 2 

Antrag Ziff. 3). Insoweit ist dasselbe deshalb in Rechtskraft erwachsen, was vorab 

vorzumerken ist.  

3.2.3. Zum Berufungsgegenstand machen möchte der Privatkläger dagegen  

einerseits die Frage der Genugtuung und andererseits das Thema der Prozess- 

und Umtriebsentschädigung. 

3.2.3.1. Soweit es um die Prozess- und Umtriebsentschädigung geht, bieten sich 

keine prozessualen Probleme. Die Berufung ist ohne Einschränkung zulässig 

(Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO; vgl. auch Art. 406 Abs. 1 lit. d StPO). Namentlich geht 

es hier nicht um einen Zivilpunkt im Sinne von Art. 398 Abs. 5 StPO, der  

gegebenenfalls lediglich einer nach zivilprozessualen Grundsätzen limitierten 

Überprüfung unterliegen würde. Die Forderung nach Zusprechung einer Prozess- 

und Umtriebsentschädigung könnte denn auch zufolge des Grundsatzes der  

Exklusivwirkung der entsprechenden strafprozessualen Bestimmungen nicht  

auf den Zivilweg verwiesen werden (Schmid, StPO Praxiskommentar, N. 3 ff.  

vor Art. 416-436 und N. 10/11 zu Art. 433; BSK StPO-Domeisen, N. 8 ff. vor  

Art. 416-436; ZHK StPO-Griesser, N. 5 zu Art. 433 mit Hw. auf Botsch. 1331). 

-   8   - 

3.2.3.2. Auf den ersten Blick könnte man sodann zur Annahme verleitet sein, 

auch die vom Privatkläger geforderte Genugtuung sei gleich zu behandeln, nennt 

doch Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO Genugtuungsfolgen in einem Atemzug mit den 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Mit den in diesem Zusammenhang genann-

ten Genugtuungen sind jedoch nur solche gemeint, die gemäss Art. 416 StPO 

unmittelbar durch strafprozessuales Handeln des Staates entstehen können  

(typischerweise zugunsten des Beschuldigten bei ganzen oder teilweisen Ein-

stellungen oder Freisprüchen) und als Solche ebenfalls dem bereits vorstehend 

erwähnten Grundsatz der Exklusivwirkung unterliegen (vgl. Schmid, StPO  

Praxiskommentar, N. 3 ff. vor Art. 416-436; BSK StPO-Domeisen, N. 8 ff. vor  

Art. 416-436 und bezüglich Dritten deutlich Art. 434 Abs. 1 StPO sowie BSK 

StPO-Wehrenberg/Bernhard, N. 3 ff. zu Art. 434). Genugtuungsforderungen eines  

Privatklägers gegenüber dem Beschuldigten sind hingegen als eine Art Schaden-

ersatz gewöhnliche Zivilforderungen und fallen mithin unter Art. 399 Abs. 4 lit. d 

StPO. Art. 433 Abs. 1 StPO spricht denn auch im Kapitel "Entschädigung und 

Genugtuung" explizit nur davon, dass die Privatklägerschaft gegenüber der  

beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung habe und lässt 

die Genugtuung unerwähnt. 

3.2.3.3. In Bezug auf die vom Privatkläger geforderte Genugtuung ist deshalb 

Art. 398 Abs. 5 StPO zu beachten, wonach eine Berufung, die sich auf den Zivil-

punkt beschränkt, nur so weit überprüft wird, als es das am Gerichtsstand an-

wendbare Zivilprozessrecht vorsehen würde. Ratio legis dieser Bestimmung ist, 

dass die im Strafverfahren adhäsionsweise geltend gemachten Zivilansprüche 

bezüglich der Rechtsmittel gegenüber dem Zivilprozess nicht besser gestellt sein 

sollen (Botsch. S. 1314). Nachdem auch die schweizerische Zivilprozessordnung 

(ZPO) am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, ist demnach Art. 308 Abs. 2 ZPO 

massgebend: Demnach ist eine Berufung in vermögensrechtlichen Angelegen-

heiten nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe-

gehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt. Liegt in einem Zivilprozess der Streitwert 

unter dieser Grenze, ist die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. a ZPO zu ergreifen. 

-   9   - 

Im Strafprozess besteht diese Möglichkeit der Ergreifung einer Beschwerde nicht: 

Art. 393 Abs. 1 StPO sieht unter keinem Titel vor, dass gegen ein Urteil (oder Tei-

le davon) Beschwerde erhoben werden könnte. Auch eine auf den Zivilpunkt be-

schränkte Berufung mit einem Streitwert von weniger als Fr. 10'000.– ist deshalb 

grundsätzlich zulässig und als solche zu behandeln. Infolge des Verweises auf die 

zivilprozessualen Normen gelten dabei jedoch die einschränkenden Voraus-

setzungen der (im Zivilprozess bei einem solchen Streitwert einzig zulässigen) 

Beschwerde gemäss ZPO: Namentlich beschränkt sich die Kognition im Sinne 

von Art. 320 ZPO darauf, dass neben einer unrichtigen Rechtsanwendung ledig-

lich offensichtlich unrichtige Feststellungen des Sachverhalts gerügt werden kön-

nen und sind gemäss Art. 326 ZPO neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen 

und neue Beweismittel ausgeschlossen. 

3.2.3.4. Zu prüfen ist schliesslich, ob der Umstand, dass vorliegend neben der 

Genugtuung auch die Verweigerung einer Prozess- und Umtriebsentschädigung 

angefochten ist, gegen die Anwendbarkeit von Art. 398 Abs. 5 StPO spricht. Aus 

dem Wortlaut der Bestimmung ist nämlich zu schliessen, dass sie einzig dann 

greifen soll, wenn die Berufung ausschliesslich den Zivilpunkt zum Gegenstand 

hat. So gesehen, würden die Einschränkungen gemäss Art. 398 Abs. 5 StPO hin-

fällig, sobald neben dem Zivilpunkt noch irgend ein anderer Punkt des erstinstanz-

lichen Urteils angefochten wird. 

Die Botschaft sagt nun allerdings, dass die Beschränkungen gemäss Art. 398 

Abs. 5 StPO nur dann nicht gälten, wenn das Urteil auch im Schuld- oder Straf-

punkt angefochten wird (Botsch. S. 1314). Schmid übernimmt dies in seinem Pra-

xiskommentar (a.a.O., N. 15 zu Art. 398) ohne weitere Bemerkungen, bezeichnet 

es dann aber in seinem Lehrbuch (Handbuch des schweizerischen Strafprozess-

rechts, Zürich/St. Gallen 2009, Rz 1539 und Fn. 258) als zu eng und will genügen 

lassen, dass sich das Berufungsgericht neben der Adhäsionsklage noch mit an-

dern Punkten des vorinstanzlichen Urteils zu befassen habe (wobei Schmid dafür 

eine Einziehung als Beispiel nennt). Eugster (BSK StPO, N. 4 zu Art. 398) leitet 

aus einem Umkehrschluss aus Art. 398 Abs. 5 StPO dann aber wieder ab, dass 

für die Nichtanwendung dieser Bestimmung die Mitanfechtung des Urteils im 

-   10   - 

Schuld- oder Strafpunkt erforderlich sei. Goldberg/Maurer/Sollberger (kommen-

tierte Textausgabe zur schweizerischen Strafprozessordnung, Bern 2008, S. 392) 

sind der gleichen Auffassung. Hug (ZHK StPO, N. 28 zu Art. 398) belässt es bei 

einer Wiederholung des Wortlauts der fraglichen Gesetzesbestimmung ohne  

eigene Interpretation. Die Rechtsprechung hat sich – soweit ersichtlich – mit der 

Frage noch nicht befassen müssen. 

Vor diesem Hintergrund und angesichts der ratio legis von Art. 398 Abs. 5 StPO 

ist als Voraussetzung dafür, dass diese Bestimmung nicht zur Anwendung 

kommt, jedenfalls zu fordern, dass neben dem Zivilpunkt noch mindestens ein 

weiterer materieller Punkt des Urteils angefochten worden sein muss. Nur so lässt 

sich rechtfertigen, dass der Privatkläger im Strafprozess gegenüber demjenigen 

Geschädigten privilegiert wird, der seine Forderungen im ordentlichen Zivilpro-

zess durchsetzen will. Sehr häufig wird die Situation nämlich so sein, dass – je-

denfalls bei einer gleichzeitigen Anfechtung des Urteils im Schuld- und/oder 

Strafpunkt – die straf- und zivilrechtlichen Fragestellungen ohnehin derart eng 

miteinander verbunden sind, dass sie sinnvollerweise vom gleichen Gericht be-

antwortet werden (z.B.: Schuldpunkt – Grundlage der zivilrechtlichen Haftung; 

Strafzumessung – zivilrechtliches Selbstverschulden etc.). Umgekehrt kann aber 

für den Wegfall der Beschränkung gemäss Art. 398 Abs. 5 StPO nicht genügen, 

dass – wie vorliegend – neben dem Zivilpunkt einzig noch ein Entscheid über pro-

zessuale Nebenfolgen mit angefochten wird. Hier den Privatkläger zu privilegieren 

wäre nicht gerechtfertigt, weil Fragen zu prozessualen Nebenfolgen in keiner 

Weise mit den Problemstellungen zusammenhängen, die für die Beurteilung des 

Zivilpunktes entscheidend sind. Hinzu kommt, dass die Kosten- und Entschädi-

gungsregelungen oftmals – bzw. gar typischerweise – als Folge der Anfechtung 

des Zivilpunktes ohnehin mit angefochten sein werden, weil eine Abänderung des 

vorinstanzlichen Urteils im Zivilpunkt durch die Berufungsinstanz durchaus Aus-

wirkungen auf die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen haben kann 

(vgl. dazu v.a. Art. 427 StPO). Dass bei einer solchen Konstellation Art. 398 

Abs. 5 StPO nicht gelten würde, kann nicht Sinn des Gesetzes sein. Vorliegend 

hat es deshalb hinsichtlich der Genugtuungsforderung des Privatklägers bei der 

Anwendbarkeit der genannten Bestimmung zu bleiben. 

-   11   - 

3.2.4. Zusammenfassend ist deshalb auf die Berufung des Privatklägers einzutre-

ten. Soweit es um die von ihm geforderte Genugtuung geht, ist wegen Art. 398 

Abs. 5 StPO die eingeschränkte Kognition gemäss Art. 230 ZPO sowie das  

Novenverbot gemäss Art. 326 ZPO zu beachten; die Berufung hinsichtlich der  

vorinstanzlich verweigerten Prozess- und Umtriebsentschädigung unterliegt da-

gegen keinen Einschränkungen. 

4. Genugtuung 

4.1. Die Vorinstanz hat die Genugtuungsforderung des Privatklägers zusam-

mengefasst mit der Begründung abgewiesen, der Hundebiss und dessen Folgen 

sowie die dadurch vom Privatkläger erlittene seelische Beeinträchtigung erreich-

ten nicht die gemäss Art. 47 OR für die Zusprechung einer Genugtuung erforderli-

che Intensität (Urk. 43 S. 10-12). Der Privatkläger beanstandet diesen Schluss 

berufungsweise mit verschiedenen schon im erstinstanzlichen Verfahren vorge-

brachten Argumenten (Urk. 45 S. 16-19). 

4.2. Im Wesentlichen lässt der Privatkläger über die urkundlich belegten Um-

stände hinaus (Fotografie des Hundebisses, Urk. 2/2; Unfallschein und Arztzeug-

nis, Urk. 2/3 und 2/4; Arztbericht vom 14. Februar 2010, Urk. 7/5; Schreiben … 

[Versicherung] vom 5. Januar 2011, Urk. 37/1) geltend machen, die Heilung des 

Hundebisses habe "einige Monate" in Anspruch genommen (Urk. 45 S. 17) bzw. 

sei noch gar nicht abgeschlossen, weil er "nochmals operiert" werden müsse 

(Urk. 45 S. 5, 18). Sodann sei infolge der erhöhten Hautempfindlichkeit und der 

dauerhaft dunklen Verfärbung der Haut sein Wohlbefinden beeinträchtigt und 

könne er nicht mehr unbedeckt an die Sonne gehen (Urk. 45 S. 18). Entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz seien schliesslich die ästhetischen Auswirkungen zu 

beachten (Urk. 45 S. 18) und habe er seit dem Unfall grosse Angst vor allen Hun-

den und müsse mit den erlittenen, prägenden Eindrücken weiterleben (Urk. 45 S. 

17). 

4.2.1. Nahezu alles von dem ist indessen – wie bereits schon die Vorinstanz fest-

gestellt hat (Urk. 43 S. 11; Art. 82 Abs. 4 StPO) – in keiner Weise belegt; insbe-

sondere dass die Heilung "einige Monate" in Anspruch genommen habe bzw. 

-   12   - 

noch immer im Gang sei und eine "weitere" (schon dass der Privatkläger über-

haupt einmal operiert worden wäre, ist nicht ersichtlich) Operation erforderlich sei, 

sind blosse Behauptungen. Es hätte aber dem Privatkläger oblegen, entspre-

chende Beweise oder wenigstens Beweisofferten zu benennen. Das hat er nicht 

getan; insbesondere reicht auch nicht aus, dass er sich in seiner Einsprache-

schrift mehrfach die Nennung weiterer Beweismittel ausdrücklich vorbehalten hat 

(Urk. 25 passim). Vielmehr müssen Beweise oder Beweisanträge im Hauptverfah-

ren vorgelegt oder gestellt werden. Hernach unbewiesen gebliebene Klagen oder 

Klagepunkte sind in diesem Umfang abzuweisen (BSK StPO-Dolge, N. 38 zu 

Art. 126). 

4.2.2. Sachverhaltlich ist damit ausschliesslich von den belegten Folgen des zur 

Diskussion stehenden Hundebisses auszugehen. Im Sinne des ärztlichen Be-

richts von Dr. med. C._____ vom 14. Februar 2010 – an welchem keine Zweifel 

anzubringen sind – hat der Privatkläger in der rechten Wade eine 7x5 cm grosse, 

1 cm tiefe Bisswunde erlitten. Neben den damit notorischerweise verbundenen 

Schmerzen zog dies eine lokale Entzündung nach sich, was eine Antibiose und 

eine intensive lokale offene Wundbehandlung notwendig machte. Der Privatkläger 

hatte sich deshalb innert des dem Biss nachfolgenden Monats siebenmal zum 

Arzt zu begeben und war während der ersten beiden Wochen zu 100 % arbeits-

unfähig. Auf die Frage nach dem Vorliegen allfälliger bleibender Schäden stellte 

Dr. C._____ schliesslich fest, dass im Bereich der Verletzung eine erhöhte Emp-

findlichkeit und eine dauerhafte dunklere Verfärbung der Haut bestehe (Urk. 7/5). 

Darüber hinausgehende, kausal mit dem Vorfall vom 23. Juli 2009 verbundene 

Beeinträchtigungen – physischer oder psychischer Art – sind dagegen nicht er-

stellt. 

4.3. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei einer Körperverletzung dem Ver-

letzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine angemessene Geld-

summe als Genugtuung zusprechen. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich für 

erlittene Unbill, indem das Wohlbefinden anderweitig gesteigert oder die Beein-

trächtigung erträglicher gemacht wird. Bemessungskriterien sind vor allem die Art 

und Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die 

-   13   - 

Persönlichkeit des Betroffenen, der Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen 

sowie ein allfälliges Selbstverschulden des Geschädigten (BGE 132 II 117 

E. 2.2.2; 127 IV 215 E. 2a; je mit Hinweisen). Die Festsetzung der Höhe der Ge-

nugtuung ist eine Entscheidung nach Billigkeit. Schematische Massstäbe sind  

insoweit abzulehnen. Die Genugtuung darf nicht nach festen Tarifen bemessen, 

sondern muss dem Einzelfall angepasst werden (BGE 132 II 117 E. 2.2.3; 128 II 

49 E. 4.3; je mit Hinweisen). 

Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die erhöhte Hautempfindlichkeit, die dauer-

haft dunklere Verfärbung der Haut im Bissbereich sowie das "hässliche Aus-

sehen" der Wunde keine derart schwerwiegende Beeinträchtigungen darstellen, 

die eine Genugtuungszahlung rechtfertigen würden (Urk. 43 S. 11). Weiter ist den  

vorinstanzlichen Erwägungen insofern zu folgen, als sieben Arztkonsultationen 

innert eines Monats und eine zweiwöchige Arbeitsunfähigkeit als Folge des  

Hundebisses an der Grenze dessen liegt, was einen Genugtuungsanspruch zu 

begründen vermag (Urk. 43 S. 11/12). Wenn die Vorinstanz dann aber diese Be-

einträchtigungen des Privatklägers als nicht ausreichend schwer einstuft (a.a.O.), 

lässt sie den gewichtigen Umstand ausser Betracht, dass sich das Ganze in der 

Wohnung des Beschuldigten abgespielt hat. Hier war der Privatkläger, der im Auf-

trag des Beschuldigten Gipserarbeiten auszuführen hatte, in erhöhtem Masse und 

quasi unausweichlich der Präsenz der Hunde des Beschuldigten ausgesetzt und 

war dieser deshalb auch in erhöhtem Masse verpflichtet, dafür zu sorgen, dass 

seine Tiere die Handwerker nicht gefährden oder gar verletzen. Dabei hatte er 

nicht nur zu berücksichtigen, dass mit dem Privatkläger und seinem Arbeitskolle-

gen sich für die Hunde fremde Personen in der Wohnung bewegten, sondern zu-

sätzlich auch, dass diese "Eindringlinge" ungewohnte, lärmige – und in den  

Augen der Tiere zweifelsohne "zerstörerische" (Gipsdecke "herunternehmen", 

Urk. 10 S. 3; Urk. 11 S. 2) – Tätigkeiten vorzunehmen hatten. Dies fällt unter Ver-

schuldensaspekten – was denn auch immerhin zu einer Bestrafung mit 15 Ta-

gessätzen Geldstrafe sowie einer Busse von Fr. 400.– geführt hat – derart ins  

Gewicht, dass es in einer Gesamtbetrachtung die Zusprechung einer Genugtuung 

an den Privatkläger als gerechtfertigt erscheinen lässt. 

-   14   - 

4.4. In Würdigung aller – belegten – Umstände erweist sich eine Genugtuung 

von Fr. 500.– zuzüglich Zins von 5 % seit dem 23. Juli 2009 als angemessen. Die 

weitergehende Genugtuungsforderung des Privatklägers ist dagegen abzuweisen. 

4.5. Soweit der Vertreter des Privatklägers geltend macht, nach der vollumfängli-

chen Verweisung der Genugtuungsforderung auf den Zivilweg durch den Staats-

anwalt im Strafbefehl habe die Vorinstanz infolge des Verbots der reformatio in 

peius die Genugtuungsforderung nicht abweisen dürfen (Urk. 45 S. 5), ist darauf 

hinzuweisen, dass – sowohl nach altem als auch nach neuem Recht – im Falle 

einer Einsprache der Strafbefehl die Anklage ersetzt und deshalb hernach im ge-

richtlichen Verfahren das Verbot der reformatio in peius nicht gilt (Schmid,  

Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, Rz 988; ders., Handbuch, a.a.O., 

Rz 1491). Rein prozessual gesehen, durfte die Vorinstanz das Begehren des  

Privatklägers um Zusprechung einer Genugtuung daher abweisen. Es ist deshalb 

selbstverständlich auch zulässig, die Forderung vorliegend teilweise abzuweisen. 

5. Entschädigung 

5.1. Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der 

beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige 

Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Dabei gilt als obsiegend der 

Strafkläger, wenn der Beschuldigte verurteilt wird, und der Zivilkläger, soweit er im 

Zivilpunkt obsiegt (Schmid, StPO Praxiskommentar, N. 6 zu Art. 433). Vom Gehalt 

her entspricht diese Regelung der früheren – und vom Vorderrichter ange- 

wandten – Bestimmung von § 188 Abs. 1 StPO/ZH, wonach der verurteilte Ange-

klagte den Geschädigten für diesem aus dem Verfahren erwachsene Kosten und 

Umtriebe zu entschädigen hatte. 

5.2. Zwar spricht der Vertreter des Privatklägers immerzu von "Prozess- und Um-

triebsentschädigung". Er fordert unter diesem Titel aber einzig den Ersatz der 

dem Privatkläger erwachsenen Anwaltskosten. Was diesem darüber hinaus an  

finanziell zu entschädigenden weiteren Umtrieben entstanden sein soll, wird we-

der ausgeführt noch wären eine solche Entschädigung begründende Umstände 

-   15   - 

ersichtlich. Auf das Thema einer allfälligen Umtriebsentschädigung ist deshalb 

nicht weiter einzugehen. 

5.3. Unter die Entschädigung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO fallen in erster Linie 

die einem Privatkläger entstandenen Anwaltskosten, sofern diese durch die Betei-

ligung am Strafverfahren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Inte-

ressen der Privatklägerschaft notwendig waren (Schmid, StPO Praxiskommentar, 

N. 3 zu Art. 433). Die Vorinstanz hat diese Notwendigkeit verneint und entspre-

chend dem Privatkläger keine Entschädigung zugesprochen (Urk. 43 S. 7-10). 

5.3.1. Vorliegend hat sich der Privatkläger als Strafantragsteller sowohl im Straf- 

als auch im Zivilpunkt konstituiert (vgl. Art. 118 Abs. 2 StPO), und er hat – in  

letzterer Hinsicht durch das heutige Urteil teilweise – obsiegt. Grundsätzlich ist er 

deshalb entschädigungsberechtigt. 

5.3.2. Es ist deshalb zu prüfen, ob das vom Privatkläger geltend gemachte An-

waltshonorar unter die "notwendigen Aufwendungen" im Sinne von Art. 433 

Abs. 1 StPO fällt und – gegebenenfalls – angemessen ist. 

5.3.2.1. Zunächst geht es um die Frage, ob der Beizug des anwaltlichen Vertre-

ters erforderlich war. Die Lehre gibt dazu nicht viel her. Wehrenberg/Berhard 

(BSK StPO, N. 10 zu Art. 433) halten mit Verweis auf Hauser/Schweri/Hartmann 

(Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 109) fest, dass in 

Bagatellfällen eine anwaltliche Vertretung unnötig sei und eine Entschädigung 

entsprechend verweigert werden könne. Als notwendige Aufwendungen im Ver-

fahren müssten sodann Anwaltskosten gelten, wenn der Privatkläger durch seine 

Erhebungen wesentlich zur Abklärung einer Strafsache und Verurteilung eines 

Täters beigetragen habe, da in diesem Falle die staatlichen Kosten entsprechend 

geringer ausfallen müssten. Sodann sei bei komplexen, nicht leicht überschauba-

ren Straffällen, an deren gründlicher Untersuchung und gerichtlicher Beurteilung 

der Kläger ein erhebliches Interesse habe, oder wenn der Beizug eines Anwalts 

im Hinblick auf die sich stellenden, nicht einfachen rechtlichen Fragen gerechtfer-

tigt erscheine, von notwendigen Auslagen auszugehen (a.a.O., N. 11 zu Art. 433). 

-   16   - 

Die Rechtsprechung hält sich an ähnliche Grundsätze. So wurde vom Obergericht 

des Kantons Zürich schon früh erwogen, dass der Beizug eines (damals: Ge-

schädigten-) Vertreters gerechtfertigt war in einem Verfahren wegen einfacher 

Körperverletzung (welches zu einer Busse von Fr. 100.– führte), wo der (damals) 

Angeklagte seine Schuld bestritten hatte und der Ausgang des Strafprozesses 

nach der Aktenlage nicht von vornherein feststand, aber die Zivilansprüche des 

Geschädigten durch den Ausgang des Strafverfahrens erheblich präjudiziert wur-

den (ZR 55 Nr. 50). Ohne grosse Erwägungen zur Frage der Notwendigkeit er-

achtete sodann das Kassationsgericht des Kantons Zürich den Beizug eines Ge-

schädigtenvertreters 1988 bei einem Tötungsdelikt als angebracht, und es ver-

wies darauf, dass dem Geschädigten, neben seinen Rechten als Zivilpartei, auch 

sogenannte Kontrollrechte im Strafprozess zukommen, wie Akteneinsichtsrecht, 

Recht auf Anwesenheit bei gewissen Untersuchungshandlungen und in der 

Hauptverhandlung (SJZ 85/1989 S. 231/232). Seither hat sich die kantonale  

Praxis – soweit ersichtlich – an diese Grundsätze gehalten. 

Das Bundesgericht hatte sich jeweils – da dieser Anspruch direkt aus der Bun-

desverfassung abzuleiten ist – mit der Frage der Notwendigkeit des Beizugs eines 

Rechtsanwalts als unentgeltlicher Geschädigtenvertreter zu befassen. Im Hinblick 

auf die Notwendigkeit der Rechtsverbeiständung hielt es fest, dass das Straf-

untersuchungsverfahren in der Regel eher bescheidene juristische Anforderungen 

an die Wahrung der Mitwirkungsrechte von Geschädigten stelle, da es im  

Wesentlichen darum gehe, allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche 

(relativ formlos) anzumelden sowie an Verhören von Angeschuldigten und allfälli-

gen Zeugen teilzunehmen und eventuell Ergänzungsfragen zu stellen. Ein durch-

schnittlicher Bürger sollte deshalb in der Lage sein, seine Interessen als Geschä-

digter in einer Strafuntersuchung selbst wahrzunehmen. Gründe für die Notwen-

digkeit einer Vertretung könnten etwa sein das Alter, die soziale Situation, die 

Sprachkenntnisse oder die gesundheitliche und geistig-psychische Verfassung 

des Geschädigten sowie die Schwere und Komplexität des Falles. Es gelte insge-

samt ein sachgerechter Ausgleich zwischen den schutzwürdigen Rechtsverfol-

gungsinteressen des Geschädigten und den (teilweise gegenläufigen) Interessen 

der Allgemeinheit an einem raschen und nicht übermässig teuren Funktionieren 

-   17   - 

der Strafjustiz zu suchen (BGE 123 I 145 E. 2.b.bb, mit Hinweisen). Diese Recht-

sprechung wurde in der Folge bestätigt (vgl. Entscheide 1C_339/2008 vom 

24. September 2008 und 1B_119/2009 vom 27. August 2009). Sie kann für die 

vorliegend zu entscheidende Frage der Entschädigungspflicht des Beschuldigten 

für die Aufwendungen einer erbetenen Vertretung der Privatklägerschaft teilweise 

herangezogen werden. So hat zumindest der geständige Beschuldigte bei einem 

objektiv nicht schwerwiegenden und nicht komplexen Delikt durchaus ein legiti-

mes Interesse daran, dass das Strafverfahren einzig die notwendig damit verbun-

denen staatlichen Untersuchungskosten und nicht noch solche einer – objektiv 

nicht erforderlichen – anwaltlichen Vertretung des Geschädigten bzw. Privatklä-

gers nach sich zieht. 

Die Vorinstanz hat sich an der Rechtsprechung über die Bestellung eines unent-

geltlichen Geschädigtenvertreters orientiert (Urk. 43 S. 8) und in Anwendung die-

ser Grundsätze den Beizug des Rechtsvertreters des Privatklägers insgesamt als 

nicht notwendig bezeichnet. Dieses Urteil ist zu pauschal und teilweise zu  

korrigieren: 

a) Der Beizug eines Rechtsanwaltes zur Durchsetzung seines Zivilanspruchs 

stand dem Privatkläger frei. Hier stehen keine Interessen der Allgemeinheit am 

kostengünstigen Funktionieren der Strafjustiz zur Diskussion, wie dies bei der Be-

stellung einer unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft zulasten 

ebendieser Allgemeinheit (vorbehältlich Art. 426 Abs. 4 StPO) zu beachten ist. 

Vielmehr handelt es sich um einen – wenn auch adhäsionsweise im Strafverfah-

ren geführten – Zivilprozess, in welchem es jeder Partei offen steht, entgeltlichen 

anwaltschaftlichen Beistand in Anspruch zu nehmen. Die Partei tut dies – zu-

nächst – auf eigene Kosten und eigenes Risiko; erst im Falle eines allfälligen Ob-

siegens wird sie zulasten der Gegenpartei eine – angemessene, in Anwendung 

der AnwGebV berechnete (vgl. dazu Art. 96 ZPO) – Prozessentschädigung zuge-

sprochen erhalten. In diesem Zusammenhang ist deshalb nicht zulässig, dem  

Privatkläger eine Prozessentschädigung mit der Begründung zu verweigern, es 

sei der Beizug seines Rechtsvertreters nicht notwendig gewesen. 

-   18   - 

b) In Bezug auf den Strafpunkt ist dagegen die vorstehend skizzierte Rechtspre-

chung zu berücksichtigen. Hier fällt – mit der Vorinstanz (Urk. 43 S. 8/9) – ins 

Gewicht, dass das vorliegende Strafverfahren effektiv weder in rechtlicher noch 

tatsächlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten bot. Der Sachverhalt war ein-

fach, klar und leicht überschaubar: Es stand fest, wer der fehlbare Hundehalter 

war, und der Arbeitskollege des Privatklägers hatte den Vorfall mitverfolgt. Wollte 

der Privatkläger mithin gegen den Beschuldigten eine Strafanzeige erstatten bzw. 

Strafantrag stellen, hätte demnach völlig genügt, dies kurz und möglicherweise 

auch nur mündlich persönlich der Polizei oder der Staatsanwaltschaft so zur 

Kenntnis zu bringen. Dann hätte das Verfahren von Amtes wegen seinen Lauf 

genommen (Offizialmaxime). Auf keinen Fall war erforderlich, dass der Privatklä-

ger hiefür einen Rechtsanwalt eine über 10-seitige Anzeigeschrift verfassen liess 

(Urk. 1). Nach deren Eingang wurden denn auch die staatlichen Ermittlungen an-

hand genommen und erhielt die Kantonspolizei den Auftrag, ein polizeiliches Er-

mittlungsverfahren einzuleiten und den zur Anzeige gebrachten Sachverhalt ab-

zuklären (Urk. 3). Daraufhin erfolgten die polizeiliche Befragung aller Beteiligten 

und Erhebungen beim kantonalen Veterinäramt (Urk. 4-6). Anschliessend – nach 

Rücküberweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft – wurde die formelle Er-

öffnung der Strafuntersuchung verfügt und der ärztliche Befund beim den Privat-

kläger behandelnden Arzt eingeholt (Urk. 7/4, Urk. 7/5, Urk. 8). Sodann verfasste 

der Staatsanwalt bereits den Entwurf eines Strafbefehls, woraufhin der Verteidiger 

des Beschuldigten aber den Antrag stellte, den Privatkläger noch förmlich einzu-

vernehmen (Urk. 9). Diese Einvernahme fand am 21. Juli 2010 statt, in Anwesen-

heit des Beschuldigten, dessen Verteidigers und des Vertreters des Privatklägers. 

Letzterer stellte keine Ergänzungsfragen (Urk. 10 S. 1, 5). Gerade anschliessend 

wurde D._____, der Arbeitskollege des Privatklägers, als Zeuge sowie der Be-

schuldigte einvernommen. Anwesend waren hier jeweils wiederum neben dem 

Beschuldigten dessen Verteidiger sowie der Vertreter des Privatklägers; der Ein-

vernahme D._____s wohnte zudem auch der Privatkläger persönlich bei (Urk. 11, 

12). Hier stellte der Vertreter des Privatklägers Ergänzungsfragen; an D._____ 

deren vier und an den Beschuldigten eine (Urk. 11 S. 3; Urk. 12 S. 3). In der Fol-

ge fanden zwischen den Rechtsvertretern Vergleichsgespräche statt – offensicht-

-   19   - 

lich ging es dabei um die Frage des Quantitativs des vom Beschuldigten dem Pri-

vatkläger unter dem Titel Schadenersatz/Genugtuung/Prozessentschädigung  

zu bezahlenden Betrages. Diese Gespräche scheiterten jedoch, was der Vertreter 

des Privatklägers mit Schreiben vom 19. August 2010 dem Staatsanwalt unter 

Wiederholung seiner Positionen im Zivil- und Entschädigungspunkt mitteilte (Urk. 

17). Hierauf sah sich der Verteidiger am Folgetag zu einer Replik veranlasst (Urk. 

18) und erging am 26. August 2010 der Strafbefehl (Urk. 22). Dieser blieb im 

Strafpunkt unangefochten. 

Aus dem Abriss dieses Verfahrensgangs ergibt sich, dass hinsichtlich des Straf-

punkts seitens des Privatklägers nicht nur der Beizug eines Rechtsanwalts zur 

Strafanzeige unnötig war, sondern auch dessen weitere Beteiligung. Das Wenige, 

das der Vertreter des Privatklägers zur Strafuntersuchung beitrug, hätte vom  

Privatkläger ohne Probleme selbst erbracht werden können (Einreichung Arzt-

zeugnis, Fotografie und Unfallschein ... [Versicherung]; Stellen von nicht an-

spruchsvollen Ergänzungsfragen zum Ablauf des Geschehens). Hinzu kommt, 

dass der Privatkläger – jedenfalls wäre nichts anderes ersichtlich – der deutschen 

Sprache mächtig ist, sich gesundheitlich und geistig-psychisch guter Verfassung 

erfreut sowie sich in gefestigter sozialer Stellung befindet. 

Es war dem Privatkläger daher unbenommen, auf eigene Kosten zur Wahrneh-

mung seiner Rechte im Strafverfahren einen Rechtsanwalt zu mandatieren (vgl. 

Urk. 45 S. 8). In dem Sinne erforderlich, als der Privatkläger berechtigt wäre, vom 

Beschuldigten den Ersatz dieser Kosten zu verlangen, war die Bestellung des 

Vertreters aber nicht. Es bestand kein schutzwürdiges Interesse des Privatklägers 

daran, auf Kosten des Beschuldigten in diesem einfachen und objektiv nicht 

schwer wiegenden Strafverfahren mit unbestrittener Sachlage einen Rechtsanwalt 

beizuziehen. Wie gesehen, hätte eine kurze (mündliche) Beanzeigung des Vor-

falls genügt, damit das Untersuchungsverfahren im Sinne der Offizialmaxime ge-

nau denjenigen Lauf genommen hätte, wie es dies auch nach der anwaltlich ver-

fassten Anzeige getan hat. Wenn der Vertreter des Privatklägers dazu behauptet, 

ohne Rechtsvertretung "wäre das Strafverfahren vermutlich gar nie an die Hand 

genommen oder später sogar eingestellt worden" (Urk. 25 S. 13; Urk. 45 S. 13), 

-   20   - 

sind dies polemische Mutmassungen, die angesichts des Geständnisses des Be-

schuldigten bereits im polizeilichen Ermittlungsverfahren (Urk. 6 S. 2) auch jegli-

cher plausibler Begründung entbehren. Inwieweit der Vertreter des Privatklägers 

sodann für "das Nachforschen des Sachverhaltes" Zeit habe aufwenden müssen, 

bleibt er eine Erklärung schuldig und ist angesichts des – wie bereits wiederholt 

ausgeführt – sachverhaltlich und rechtlich einfachen sowie leicht überschaubaren 

Falles auch nicht ersichtlich. 

Im Strafpunkt hat der Privatkläger demnach keinen Anspruch darauf, dass ihm 

der Beschuldigte gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO die damit zusammenhängenden 

Aufwendungen der anwaltlichen Vertretung ersetzt. 

5.3.3. Im Folgenden ist daher zu ermitteln, welche Entschädigung der Beschuldig-

te dem Privatkläger für die Aufwendungen dessen Vertreters im Zivilpunkt zu be-

zahlen hat. Wie gesehen, geht es hierbei letztlich um einen im Rahmen des Straf-

verfahrens geführten Zivilprozess, bei welchem – so jedenfalls die Idee der StPO 

in anderem Zusammenhang (s. E. 3.2.3.3 vorstehend) – der Kläger nicht besser 

gestellt werden soll, wie wenn er seinen Anspruch auf dem ordentlichen Zivilweg 

einfordern würde. 

5.3.3.1. Auch im Zivilprozess richtet sich die Bemessung der Parteientschädigung 

nach kantonalem Recht (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO, Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO, Art. 96 

ZPO). Es ist deshalb die AnwGebV massgebend. Diese sieht in § 4 Abs. 1 bei ei-

nem Streitwert von Fr. 1'000.– (der vorliegenden Genugtuungsforderung entspre-

chend) eine Anwalts-Grundgebühr von Fr. 250.– vor, welche gemäss § 4 Abs. 2 

AnwGebV um einen Drittel erhöht oder ermässigt werden kann. Alleine auf den 

Betrag der Genugtuungsforderung abzustellen würde jedoch der Interessenlage 

des Privatklägers im Zivilpunkt nicht gerecht, hat er doch überdies auch Scha-

denersatzansprüche angemeldet, diese jedoch noch nicht beziffert (bzw. beziffern 

können) und deshalb deren Verweis auf den Zivilweg beantragt (Urk. 25 S. 2 und 

13). Die Schadenersatzklage war damit aber immerhin rechtshängig (Art. 122 

Abs. 3 StPO), welcher Zustand nach Belieben des Klägers durch Einreichung der 

Zivilklage innert eines Monats nach der Verweisung des Adhäsionsanspruchs auf 

den Zivilweg auch beibehalten werden kann (Art. 63 Abs. 1 ZPO; ZHK StPO-

-   21   - 

Lieber, N. 11 zu Art. 126; BSK StPO-Dolge, N. 30 zu Art. 126, je mit Hinweis auf 

Schmid, Handbuch, a.a.O., Rz 712). Hinzu kommt, dass angesichts des Schuld-

spruchs und der bereits vorgängigen Übernahme der Verantwortung durch den 

Beschuldigten jedenfalls klar ist, dass dieser dem Privatkläger grundsätzlich be-

stimmten Schadenersatz schuldet. Nach neuem Recht (Art. 126 Abs. 3 StPO)  

wäre denn auch ohne Zweifel festgestellt worden, dass der Beschuldigte dem  

Privatkläger gegenüber aus dem angeklagten Ereignis im Grundsatz schaden-

ersatzpflichtig ist. 

Über den Umfang der dereinstigen Schadenersatzforderung kann indessen wenig 

gesagt werden. Immerhin mag als Anhaltspunkt im jetzigen Zeitpunkt die Mittei-

lung der ... [Versicherung] vom 1. November 2010 dienen, wonach ihr bis dorthin 

gut Fr. 3'300.– Aufwand entstanden seien (Urk. 35/1). Aus der – sachlich nicht zu 

beanstandenden – Aufstellung der Vertreters des Privatklägers über die von ihm 

erbrachten Leistungen (Urk. 25 S. 11/12) geht sodann hervor, dass sicher der 

grösste Teil davon im Zusammenhang mit der Zivilforderung stand; bekanntlich 

fanden ja auch Vergleichsgespräche mit dem Verteidiger statt. Dieser Zeitauf-

wand hat ebenfalls in die Überlegungen zur Bemessung der Anwaltsgebühr (§ 2 

Abs. 1 lit. d AnwGebV) bzw. der Prozessentschädigung mit einzufliessen. Gleich 

verhält es sich mit den Barauslagen, welche der Vertreter des Privatklägers mit 

Fr. 354.30 beziffert (Urk. 25 S. 10) und welche im (i.c. im Zivilpunkt) notwendigen 

Umfang zu vergüten sind (§ 1 Abs. 2 AnwGebV). 

5.3.3.2. Es erscheint deshalb als angemessen, in Anwendung von § 1 Abs. 2 so-

wie § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV die Vergütung für die vom Vertreter des Privat-

klägers adhäsionsweise geführte Zivilklage auf Fr. 1'800.– (Anwaltsgebühr und 

notwendige Auslagen) festzusetzen. 

5.3.3.3. Hinsichtlich der Genugtuung obsiegt der Privatkläger zur Hälfte. Die 

Schadenersatzklage war nicht bzw. nur ganz rudimentär beziffert und wurde im 

Sinne des Antrags des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen. Entsprechend 

war diesbezüglich im vorliegenden Verfahren kaum Aufwand zu treiben. Im 

Grundsatz war die Schadenersatzklage aber sicher berechtigt. Es rechtfertigt sich 

deshalb, den Beschuldigten zu verpflichten, dem Privatkläger für das Untersu-

-   22   - 

chungs- und das erstinstanzliche Verfahren eine (reduzierte) Prozessentschädi-

gung von Fr. 900.– zu bezahlen. 

6. Weitere Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren 

6.1. Ohne Weiteres zu bestätigen ist die vorinstanzliche Festsetzung der Ge-

richtsgebühr auf Fr. 600.–. Der Privatkläger ficht die entsprechende Dispositiv-

ziffer 2 zwar an (Urk. 45 S. 2), äussert sich aber anschliessend in keiner Form  

dazu. 

6.2. Über die Auferlegung der Gerichtsgebühr hat die Vorinstanz nicht entschie-

den. Aus den Erwägungen ergibt sich jedoch, dass die Gerichtsgebühr in  

analoger Anwendung der zivilprozessualen Normen dem (unterliegenden) Privat-

kläger auferlegt werden sollte (Urk. 43 S. 12). 

6.3. Ebenso lückenhaft ist die vorinstanzliche Entschädigungsregelung, wonach 

dem Einsprachegegner 2 (d.h. dem Beschuldigten) eine Prozessentschädigung 

von Fr. 600.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zugesprochen werde – hier hat die 

Vorinstanz vergessen zu bestimmen, von wem diese Prozessentschädigung zu 

entrichten sei (Urk. 43 S. 13). Auch diesbezüglich ist jedoch den Erwägungen zu 

entnehmen, dass zufolge der analogen Anwendung der zivilprozessualen Rege-

lungen wohl der Privatkläger verpflichtet werden sollte, die Prozessentschädigung 

zu bezahlen (Urk. 43 S. 12 – jedenfalls wäre dies folgerichtig). 

6.4. Angesichts des nunmehrigen Ausgangs des Verfahren sind die vorinstanzli-

che Kosten- und Entschädigungsfolgen jedoch ohnehin neu zu regeln: Während 

es sich rechtfertigt, die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Privatkläger 

und dem Beschuldigten zu je einem Drittel aufzuerlegen sowie zu einem Drittel 

(für die Staatsanwaltschaft, welche die Bestätigung des Strafbefehls beantragt 

hatte) auf die Gerichtskasse zu nehmen, verbleibt angesichts der abschliessen-

den Beantwortung der Entschädigungsfrage (Erw. 5 vorstehend) für weitergehen-

de diesbezügliche Anordnungen kein Raum. 

-   23   - 

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren 

Rein zahlenmässig unterliegt der Privatkläger im Berufungsverfahren zwar in ei-

nem etwas grösseren Masse, als dass er obsiegt (vgl. dazu Art 428 Abs. 1 StPO). 

Von der Gewichtung der gegenläufigen Anträge der Parteien her gesehen (der 

Beschuldigte identifizierte sich vollumfänglich mit dem vorinstanzlichen Urteil und 

wandte sich demnach schon grundsätzlich gegen die Bezahlung von Genugtuung 

und Entschädigung), rechtfertigt es sich jedoch, die Kosten des Berufungsverfah-

rens je zur Hälfte dem Privatkläger und dem Beschuldigten aufzuerlegen. Ent-

sprechend entfällt auch die Zusprechung von Prozessentschädigungen für diese 

Verfahrensstufe. Nachdem sich die Staatsanwaltschaft am Berufungsverfahren 

nicht beteiligt hat, fällt sie bei der Regelung der zweitinstanzlichen Kosten- und 

Entschädigungsfolgen ausser Betracht. 

Bei der Festsetzung der zweitinstanzlichen Gerichtsgebühr ist § 16 Abs. 2 GebV 

zu beachten. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelrichter 

in Strafsachen, vom 27. April 2011, insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, 

als die Schadenersatzforderung (ausgenommen Genugtuung) des Geschä-

digten/des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen wird. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 23. Juli 2009 zu bezahlen. 

2. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung des Privatklägers abgewie-

sen. 

-   24   - 

3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für die Untersuchung 

und das erstinstanzliche Verfahren eine (reduzierte) Prozessentschädigung 

von Fr. 900.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

4. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 2) wird bestätigt. 

5. Die erstinstanzlichen Kosten werden zu je einem Drittel dem Beschuldigten 

und dem Privatkläger auferlegt sowie zu einem Drittel auf die Gerichtskasse 

genommen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden je zur Hälfte dem Beschuldig-

ten und dem Privatkläger auferlegt. 

8. Für das Berufungsverfahren werden keine Prozessentschädigungen zuge-

sprochen. 

9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− den Vertreter im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers  

A._____  
 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Zivilsachen 

im Sinne von Art. 72 ff. BGG bzw. subsidiäre Verfassungsbeschwerde im 

Sinne von Art. 113 ff. BGG erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, beim Schweizerischen Bundesgericht 

(1000 Lausanne 14) einzureichen. 

-   25   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. November 2011 
 

 
Der Präsident: 

 
 
 

Dr. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Grieder 
 

	Urteil vom 2. November 2011
	1. Dispositivziffer 6 des Strafbefehls vom 26. August 2010 wird wie folgt  geändert:
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt.
	3. Dem Einsprachegegner 2 wird eine Prozessentschädigung von Fr. 600.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zugesprochen.
	4. Mitteilung
	5. Rechtsmittel
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Am 23. Juli 2010 hatte der Privatkläger zusammen mit einem Mitarbeiter in der Wohnung des Beschuldigten Gipserarbeiten auszuführen und wurde in deren Verlaufe vom Hund des Beschuldigten ins Bein gebissen. Mit Strafbefehl vom 26. August 2010 wurde...
	1.2. Gegen diesen Strafbefehl liess der Privatkläger am 10. September 2010 Einsprache erheben, mit den Anträgen, es sei ihm zulasten des Beschuldigten  eine Genugtuung von Fr. 1'000.– nebst Zins von 5 % seit dem 23. Juli 2009 sowie eine Entschädigung ...
	1.3. Mit Eingabe vom 11. Mai 2011 liess der Privatkläger gegen dieses Urteil fristgerecht Berufung erheben und am 23. Mai 2011 – ebenfalls fristgerecht – dem Obergericht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 45). Auf entsprechende Fristansetzung dur...

	2. Anwendbares Recht
	2.1. Nachdem am 1. Januar 2011 die eidgenössische Strafprozessordnung (StPO) in Kraft getreten ist, liegt ein intertemporaler Verfahrenssachverhalt vor und ist zunächst das anwendbare Recht zu bestimmen.
	2.2. Da der Strafbefehl vom 26. August 2010 datiert (Urk. 22), steht ausser Frage, dass das Verfahren bis dorthin nach den früheren kantonalen Prozessgesetzen (StPO/ZH und GVG/ZH) durchzuführen war.
	2.3. Die Einsprache erfolgte sodann am 10. September 2010 (Urk. 25), und am 21. September 2010 setzte der Vorderrichter den Einsprachegegnern Frist zur Beantwortung an. Dabei ging er gemäss § 323 Abs. 1 und 2 StPO/ZH vor,  wonach in einem Fall wie dem...
	2.4. Gegen das Urteil vom 27. April 2011 erhob der Privatkläger hernach Berufung. Damit kommt Art. 454 StPO zur Anwendung, wonach für Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Entscheide, die nach Inkrafttreten der neuen StPO gefällt werden, neues Recht gil...

	3. Prozessuales/Umfang der Berufung
	3.1. In Anbetracht der Anwendbarkeit des neuen Rechts ist zunächst der Einwand des Beschuldigten unbehelflich, es sei gemäss § 323a StPO/ZH kein Rechtsmittel gegeben, weil sich die Einsprache gegen den Strafbefehl nur auf die Kosten und Entschädigunge...
	3.2. Seit Anbeginn des Verfahrens wollte der Privatkläger erreichen, dass der Beschuldigte (neben dem Schuldspruch) verpflichtet werde, ihm – dem Privatkläger – eine Genugtuung von Fr. 1'000.– nebst Zins sowie eine Prozessentschädigung in der Höhe d...
	3.2.1. Die Vorinstanz hat darüber – wie eingangs erwähnt – folgendermassen entschieden: Abweisung des Genugtuungsbegehrens, Verweisung der (weiteren) Schadenersatzforderung auf den Zivilweg und Abweisung des Antrags um Zusprechung einer Prozess- und U...
	3.2.2. Der Privatkläger beantragt berufungsweise, es sei in Aufhebung der Ziffern 1, 2 und 3 des angefochtenen Urteils Folgendes zu entscheiden (Urk. 45 S. 2):
	3.2.3. Zum Berufungsgegenstand machen möchte der Privatkläger dagegen  einerseits die Frage der Genugtuung und andererseits das Thema der Prozess- und Umtriebsentschädigung.
	3.2.3.1. Soweit es um die Prozess- und Umtriebsentschädigung geht, bieten sich keine prozessualen Probleme. Die Berufung ist ohne Einschränkung zulässig (Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO; vgl. auch Art. 406 Abs. 1 lit. d StPO). Namentlich geht es hier nich...
	3.2.3.2. Auf den ersten Blick könnte man sodann zur Annahme verleitet sein, auch die vom Privatkläger geforderte Genugtuung sei gleich zu behandeln, nennt doch Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO Genugtuungsfolgen in einem Atemzug mit den Kosten- und Entschäd...
	3.2.3.3. In Bezug auf die vom Privatkläger geforderte Genugtuung ist deshalb Art. 398 Abs. 5 StPO zu beachten, wonach eine Berufung, die sich auf den Zivilpunkt beschränkt, nur so weit überprüft wird, als es das am Gerichtsstand anwendbare Zivilprozes...
	3.2.3.4. Zu prüfen ist schliesslich, ob der Umstand, dass vorliegend neben der Genugtuung auch die Verweigerung einer Prozess- und Umtriebsentschädigung angefochten ist, gegen die Anwendbarkeit von Art. 398 Abs. 5 StPO spricht. Aus dem Wortlaut der Be...
	3.2.4. Zusammenfassend ist deshalb auf die Berufung des Privatklägers einzutreten. Soweit es um die von ihm geforderte Genugtuung geht, ist wegen Art. 398 Abs. 5 StPO die eingeschränkte Kognition gemäss Art. 230 ZPO sowie das  Novenverbot gemäss Art. ...

	4. Genugtuung
	4.1. Die Vorinstanz hat die Genugtuungsforderung des Privatklägers zusammengefasst mit der Begründung abgewiesen, der Hundebiss und dessen Folgen sowie die dadurch vom Privatkläger erlittene seelische Beeinträchtigung erreichten nicht die gemäss Art. ...
	4.2. Im Wesentlichen lässt der Privatkläger über die urkundlich belegten Umstände hinaus (Fotografie des Hundebisses, Urk. 2/2; Unfallschein und Arztzeugnis, Urk. 2/3 und 2/4; Arztbericht vom 14. Februar 2010, Urk. 7/5; Schreiben … [Versicherung] vom ...
	4.2.1. Nahezu alles von dem ist indessen – wie bereits schon die Vorinstanz festgestellt hat (Urk. 43 S. 11; Art. 82 Abs. 4 StPO) – in keiner Weise belegt; insbesondere dass die Heilung "einige Monate" in Anspruch genommen habe bzw. noch immer im Gang...
	4.2.2. Sachverhaltlich ist damit ausschliesslich von den belegten Folgen des zur Diskussion stehenden Hundebisses auszugehen. Im Sinne des ärztlichen Berichts von Dr. med. C._____ vom 14. Februar 2010 – an welchem keine Zweifel anzubringen sind – hat ...
	4.3. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei einer Körperverletzung dem Verletzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich für erlittene Unbill, indem das Wohlb...
	4.4. In Würdigung aller – belegten – Umstände erweist sich eine Genugtuung von Fr. 500.– zuzüglich Zins von 5 % seit dem 23. Juli 2009 als angemessen. Die weitergehende Genugtuungsforderung des Privatklägers ist dagegen abzuweisen.
	4.5. Soweit der Vertreter des Privatklägers geltend macht, nach der vollumfänglichen Verweisung der Genugtuungsforderung auf den Zivilweg durch den Staatsanwalt im Strafbefehl habe die Vorinstanz infolge des Verbots der reformatio in peius die Genugtu...

	5. Entschädigung
	5.1. Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Dabei gilt als obsiegend der Strafkläger, wenn der...
	5.2. Zwar spricht der Vertreter des Privatklägers immerzu von "Prozess- und Umtriebsentschädigung". Er fordert unter diesem Titel aber einzig den Ersatz der dem Privatkläger erwachsenen Anwaltskosten. Was diesem darüber hinaus an  finanziell zu entsch...
	5.3. Unter die Entschädigung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO fallen in erster Linie die einem Privatkläger entstandenen Anwaltskosten, sofern diese durch die Beteiligung am Strafverfahren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der Pri...
	5.3.1. Vorliegend hat sich der Privatkläger als Strafantragsteller sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt konstituiert (vgl. Art. 118 Abs. 2 StPO), und er hat – in  letzterer Hinsicht durch das heutige Urteil teilweise – obsiegt. Grundsätzlich ist er...
	5.3.2. Es ist deshalb zu prüfen, ob das vom Privatkläger geltend gemachte Anwaltshonorar unter die "notwendigen Aufwendungen" im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO fällt und – gegebenenfalls – angemessen ist.
	5.3.2.1. Zunächst geht es um die Frage, ob der Beizug des anwaltlichen Vertreters erforderlich war. Die Lehre gibt dazu nicht viel her. Wehrenberg/Berhard (BSK StPO, N. 10 zu Art. 433) halten mit Verweis auf Hauser/Schweri/Hartmann (Schweizerisches St...
	5.3.3. Im Folgenden ist daher zu ermitteln, welche Entschädigung der Beschuldigte dem Privatkläger für die Aufwendungen dessen Vertreters im Zivilpunkt zu bezahlen hat. Wie gesehen, geht es hierbei letztlich um einen im Rahmen des Strafverfahrens gefü...
	5.3.3.1. Auch im Zivilprozess richtet sich die Bemessung der Parteientschädigung nach kantonalem Recht (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO, Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO, Art. 96 ZPO). Es ist deshalb die AnwGebV massgebend. Diese sieht in § 4 Abs. 1 bei einem Stre...
	5.3.3.2. Es erscheint deshalb als angemessen, in Anwendung von § 1 Abs. 2 sowie § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV die Vergütung für die vom Vertreter des Privatklägers adhäsionsweise geführte Zivilklage auf Fr. 1'800.– (Anwaltsgebühr und notwendige Auslagen) ...
	5.3.3.3. Hinsichtlich der Genugtuung obsiegt der Privatkläger zur Hälfte. Die Schadenersatzklage war nicht bzw. nur ganz rudimentär beziffert und wurde im Sinne des Antrags des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen. Entsprechend war diesbezüglich i...

	6. Weitere Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren
	6.1. Ohne Weiteres zu bestätigen ist die vorinstanzliche Festsetzung der Gerichtsgebühr auf Fr. 600.–. Der Privatkläger ficht die entsprechende Dispositivziffer 2 zwar an (Urk. 45 S. 2), äussert sich aber anschliessend in keiner Form  dazu.
	6.2. Über die Auferlegung der Gerichtsgebühr hat die Vorinstanz nicht entschieden. Aus den Erwägungen ergibt sich jedoch, dass die Gerichtsgebühr in  analoger Anwendung der zivilprozessualen Normen dem (unterliegenden) Privatkläger auferlegt werden so...
	6.3. Ebenso lückenhaft ist die vorinstanzliche Entschädigungsregelung, wonach dem Einsprachegegner 2 (d.h. dem Beschuldigten) eine Prozessentschädigung von Fr. 600.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zugesprochen werde – hier hat die Vorinstanz vergessen z...
	6.4. Angesichts des nunmehrigen Ausgangs des Verfahren sind die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen jedoch ohnehin neu zu regeln: Während es sich rechtfertigt, die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Privatkläger und dem Beschuldi...

	7. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelrichter in Strafsachen, vom 27. April 2011, insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als die Schadenersatzforderung (ausgenommen Genugtuung) des Geschädigten/des Privatklägers auf...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 23. Juli 2009 zu bezahlen.
	2. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung des Privatklägers abgewiesen.
	3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine (reduzierte) Prozessentschädigung von Fr. 900.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	4. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 2) wird bestätigt.
	5. Die erstinstanzlichen Kosten werden zu je einem Drittel dem Beschuldigten und dem Privatkläger auferlegt sowie zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden je zur Hälfte dem Beschuldigten und dem Privatkläger auferlegt.
	8. Für das Berufungsverfahren werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 den Vertreter im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers  A._____
	 die Vorinstanz

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Zivilsachen im Sinne von Art. 72 ff. BGG bzw. subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG erhoben werden.