# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51f2c007-7371-5e08-bfa6-5df6227905c6
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 02.11.2021 S 2020 133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-133_2021-11-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 2. November 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA lic. iur., LL.M. B.________

gegen

Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, Rechtsdienst, Industriestrasse 24, 
Postfach 857, 6300 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Arbeitslosenversicherung

S 2020 133

2

Urteil S 2020 133

A. Die Versicherte, A.________, Jahrgang 1960, bezieht Leistungen der 
Arbeitslosenversicherung. Mit Verfügung vom 23. März 2020 teilte die Arbeitslosenkasse 
des Kantons Zug ihr mit, ab dem 1. Januar 2020 habe sie nur noch Anspruch auf ein 
Taggeld in Höhe von 70 % des versicherten Verdienstes, da sich ihre Tochter, 
C.________, geb. ____ 2000, seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr in einer Aus- oder 
Weiterbildung befinde (ALK-act. 35). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache 
vom 7. Mai 2020 (ALK-act. 31) wies die Arbeitslosenkasse mit Entscheid vom 
22. September 2020 ab (ALK-act. 11). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 29. September 2020 (Datum des 
Poststempels 1. Oktober 2020) beantragte A.________ die Aufhebung der Verfügung vom 
23. März 2020 und des Einspracheentscheids vom 22. September 2020 sowie die 
Auszahlung von Fr. 6'220.50 und der Ausbildungszulagen rückwirkend seit August 2019 in 
der Höhe von Fr. 4'550.– zuzüglich Zinsen von jeweils 5 %. Begründet wurde dies mit der 
Unterhaltspflicht gemäss Art. 277 ZGB bis zum Abschluss der Erstausbildung ihrer 
Tochter (act. 1). 

C. Mit Eingabe vom 14. Oktober 2020 verzichtete die Arbeitslosenkasse auf eine 
Vernehmlassung und beantragte unter Hinweis auf den angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 22. September 2020 die Abweisung der Beschwerde (act. 3).

D.  Mit Eingabe vom 2. Februar 2021 erweiterte die Beschwerdeführerin mit Hinweis 
auf ein Schreiben vom 21. November 2020 ihre Beschwerde gegen die Verfügungen der 
Arbeitslosenkasse vom 12. Juni 2019 betreffend Höhe des versicherten Verdienstes und 
vom 22. Oktober 2020 betreffend die Ablehnung der Anspruchsberechtigung ab 22. Sep-
tember 2020 (act. 9). 

E. Am 9. März 2021 teilte die Arbeitslosenkasse mit, dass die mit Schreiben vom 
21. November 2020 gegen die Verfügungen vom 12. Juni 2019 bzw. 22. Oktober 2020 
erhobenen Einsprachen in den Einspracheverfahren E 287 20 (Verfügung vom 12. Juni 
2019; Festsetzung versicherter Verdienst) bzw. E 288 20 (Verfügung vom 22. Oktober 
2020; Ablehnung Anspruch ab 22. September 2020) behandelt werden würden (act. 12). 

F. Mit Schreiben vom 22. März 2021 zeigte RA lic. iur. B.________ an, dass die 
Beschwerdeführerin sie mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt habe. Gleichzeitig 

3

Urteil S 2020 133

ersuchte sie um Akteneinsicht mit Nachfrist zur ergänzenden Beschwerdebegründung 
(act. 14). 

G. Am 23. März 2021 stellte das Gericht der neu mandatierten Rechtsanwältin die 
gewünschten Akten zur Einsichtnahme zu und setzte ihr eine Frist zur Stellungnahme bis 
zum 10. Mai 2021 an (act. 15). 

H. Mit als "Beschwerdeergänzung" bezeichneter Eingabe vom 30. April 2021 liess die 
Beschwerdeführerin beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Sep-
tember 2020 sowie die Verfügung vom 23. März 2020 seien aufzuheben und es seien ihr 
ab 1. Januar 2020 Arbeitslosentaggelder in der Höhe von 80 % des versicherten 
Verdienstes sowie die monatlichen Ausbildungszulagen zuzüglich 5 % Verzugszins auf die 
Nachzahlungen ab 1. Januar 2020 zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. 16). 

I. Mit Eingabe vom 18. Mai 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 
weitere Stellungnahme (act. 18). 

J. Am 21. September 2021 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 
unaufgefordert eine Kostennote ein (act. 20).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheids (in casu: 
22. September 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 

4

Urteil S 2020 133

Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 1. Oktober 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide oder 
Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben 
werden, wobei in der Regel das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in 
dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 
Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Kassenverfügungen 
betreffend Arbeitslosenentschädigung ist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG das 
Versicherungsgericht an dem Ort zuständig, wo die versicherte Person die Kontrollpflicht 
erfüllt (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. 
Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Das 
Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus dem Gebiet 
der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kantonale 
Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; 
BGS 162.1]). Die Beschwerdeführerin erfüllte ihre Kontrollpflicht im Kanton Zug. Demnach 
ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 
22. September 2020 wurde am 1. Oktober 2020 der Post übergeben und gilt somit im 
Sinne von Art. 60 Abs. 1 ATSG – 30-tägige Frist – als rechtzeitig eingereicht. Die 
Beschwerdeführerin ist durch den Einspracheentscheid direkt betroffen und folglich zur 
Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift entspricht schliesslich den formellen 
Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg 
gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin verlangt die Aufhebung sowohl des angefochtenen 
Einspracheentscheids vom 22. September 2020 als auch der diesem zugrunde liegenden 
Verfügung vom 23. März 2020. Bezüglich dieses Antrags gilt es festzuhalten, dass der 
Einspracheentscheid gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts an die Stelle 
der Verfügung tritt und damit alleiniger Anfechtungsgegenstand des 

5

Urteil S 2020 133

Beschwerdeverfahrens bildet. Die Verfügung, soweit angefochten, hat mit dem Erlass des 
Einspracheentscheids jegliche Bedeutung verloren (vgl. BGer 8C_592/2012 vom 
23. November 2012 E. 3.2). Daher ist, soweit die Aufhebung der Verfügung vom 23. März 
2020 beantragt wird, auf diesen Antrag nicht einzutreten.

3.2 Des Weiteren ist festzuhalten, dass im verwaltungsgerichtlichen 
Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu 
beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in 
Form einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheides – Stellung genommen hat. 
Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid den beschwerdeweise 
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit 
keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a mit Hinweisen). 

Streitgegenstand ist vorliegend einzig die Festsetzung der Höhe des Taggeldes auf 70 % 
des versicherten Verdienstes ab 1. Januar 2020. Wenn und soweit die 
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift bzw. der Eingabe vom 2. Februar 2021 
auch Ausführungen zur Höhe des versicherten Verdienstes und zur Ablehnung der 
Anspruchsberechtigung ab 22. September 2020 macht, ist darauf mangels Vorliegens 
eines Einspracheentscheis ebenfalls nicht einzutreten. Die Beschwerdeführerin ist darauf 
hinzuweisen, dass diesbezüglich zwei Einspracheverfahren (E 287 20 [Verfügung vom 
12. Juni 2019; Festsetzung versicherter Verdienst] und E 288 20 [Verfügung vom 
22. Oktober 2020; Ablehnung der Anspruchsberechtigung ab 22. September 2020]) 
pendent sind und vom Rechtsdienst der Arbeitslosenkasse behandelt werden. 

4. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf ein volles 
Taggeld in der Höhe von 80% des versicherten Verdienstes hat.

5.
5.1 Arbeitslose Personen erhalten gemäss Art. 22 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 (aufgrund 
eines Umkehrschlusses) AVIG ein Taggeld von 80 % des versicherten Verdienstes, wenn 
sie eine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern unter 25 Jahren haben; oder wenn ihr 
Taggeld Fr. 140.– nicht übersteigt; oder wenn sie eine IV-Rente beziehen, die einem IV-
Grad von mindestens 40 % entspricht. Alle anderen versicherten Personen haben 
Anspruch auf ein Taggeld in der Höhe von 70 % des versicherten Verdienstes. 

6

Urteil S 2020 133

5.2 Eine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern unter 25 Jahren nach Art. 22 Abs. 2 lit. a 
AVIG besteht, wenn die versicherte Person nach Art. 277 ZGB unterhaltspflichtig ist 
(Art. 33 Abs. 1 AVIV). Gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB dauert die Unterhaltspflicht der Eltern 
bis zur Volljährigkeit des Kindes. Hat es dann noch keine angemessene Ausbildung, so 
haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, 
für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise 
abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB), jedoch längstens bis zum 25. Alters-
jahr des Kindes. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder 
Zusatzausbildung handelt (AVIG-Praxis ALE C70). Eine Unterhaltspflicht besteht auch 
gegenüber Kindern im Ausland (AVIG-Praxis ALE C73). Befindet sich ein Kind nach dem 
18. Altersjahr noch in Ausbildung, verlangt die Arbeitslosenkasse eine Bestätigung der 
entsprechenden Ausbildungsstätte (AVIG-Praxis ALE C74).

5.3 Die Versicherten erhalten sodann einen Zuschlag (zum Arbeitslosengeld), der den 
auf den Tag umgerechneten gesetzlichen Kinder- und Ausbildungszulagen entspricht, auf 
welche die Versicherten Anspruch hätten, wenn sie in einem Arbeitsverhältnis ständen 
(Art. 22 Abs. 1 Satz 2 AVIG). Beim Zuschlag gemäss Art. 22 AVIG handelt es sich um ein 
vom Taggeldanspruch abhängiges Nebenrecht. Der Anspruch auf Zuschlag besteht nur, 
solange der Anspruch auf ein (auch reduziertes) Taggeld gegeben ist (AVIG-Praxis ALE 
C82). Präzisierend bestimmt Art. 34 Abs. 1 AVIV, dass sich der Zuschlag für die Kinder- 
und Ausbildungszulagen nach dem Familienzulagengesetz desjenigen Kantons richtet, in 
dem die versicherte Person wohnt. Im Kanton Zug betragen die monatlichen 
Ausbildungszulagen ab dem erfüllten 18. Altersjahr Fr. 350.– (§ 4 des 
Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Familienzulagen [§ FamZG; BGS 
844.4]). Die Ausbildungszulage wird bis zum Abschluss der Ausbildung des Kindes 
gewährt, längstens jedoch bis zum Ende des Monats, in dem es das 25. Altersjahr 
vollendet (Art. 3 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Familienzulagen und 
Finanzhilfen an Familienorganisationen [Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2]). 
Nach Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Familienzulagen (Familienzulagenverordnung, 
FamZV; SR 836.21) besteht für Kinder, die eine Ausbildung im Sinne der Art. 49bis und 
Art. 49ter der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 
831.101) absolvieren, Anspruch auf eine Ausbildungszulage. 

5.4 Gemäss Art. 49bis AHVV ist ein Kind in Ausbildung, wenn es sich auf der 
Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten 
Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf einen 

7

Urteil S 2020 133

Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung erwirbt, die Grundlage 
bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (Abs. 1). Als in Ausbildung gilt ein Kind auch, 
wenn es Brückenangebote wahrnimmt wie Motivationssemester und Vorlehren sowie Au-
pair- und Sprachaufenthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht enthalten (Abs. 2). 
Nicht in Ausbildung ist ein Kind, wenn es ein durchschnittliches monatliches 
Erwerbseinkommen erzielt, das höher ist als die maximale volle Altersrente der AHV 
(Abs. 3).

Mit einem Berufs- oder Schulabschluss ist die Ausbildung beendet (Art. 49ter Abs. 1 
AHVV). Die Ausbildung gilt auch als beendet, wenn sie abgebrochen oder unterbrochen 
wird oder wenn ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht (Art. 49ter Abs. 2 AHVV). 
Nicht als Unterbrechung gelten unter anderem die üblichen unterrichtsfreien Zeiten und 
Ferien von längstens vier Monaten, sofern die Ausbildung unmittelbar danach fortgesetzt 
wird (Art. 49ter Abs. 3 lit. a AHVV). 

5.5 Die Ausbildung muss mindestens vier Wochen dauern und systematisch auf ein 
Bildungsziel ausgerichtet sein. Das angestrebte Bildungsziel führt entweder zu einem 
bestimmten Berufsabschluss oder ermöglicht eine berufliche Tätigkeit ohne speziellen 
Berufsabschluss, oder, falls die Ausbildung nicht zum vornherein auf einen bestimmten 
Beruf ausgerichtet ist, muss sie eine allgemeine Grundlage für eine Mehrzahl von Berufen 
bilden bzw. eine Allgemeinausbildung beinhalten. Die Ausbildung muss auf einem 
strukturierten Bildungsgang beruhen, der rechtlich oder zumindest faktisch anerkannt ist. 
Keine Rolle spielt es, ob es eine erstmalige Ausbildung, eine Zusatz- oder 
Zweitausbildung ist (Wegleitung über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, 
Hinterlassenen- und lnvalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2003, Stand 1. Januar 
2021 [RWL], Rz. 3358). Die systematische Vorbereitung erfordert, dass das Kind die 
Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist 
abschliessen zu können. Während der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich 
überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der 
gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schulunterricht, Vorlesungen, Kurse, 
Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung, Selbststudium, Verfassen einer 
Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindestens 20 Stunden pro Woche ausmacht (RWL 
Rz. 3359).

Übliche Ferien und unterrichtsfreie Zeiten von längstens vier Monaten gelten nur dann als 
Ausbildungszeit, wenn sie zwischen zwei Ausbildungsphasen liegen, das heisst, die 

8

Urteil S 2020 133

Ausbildung muss unmittelbar daran fortgesetzt werden. Die unterrichtsfreie Zeit nach der 
gymnasialen Matura gilt nur dann als Ausbildungszeit, wenn die Ausbildung spätestens 
vier Monate nach der Matura fortgesetzt wird. Ist dies nicht der Fall, bedeutet die Matura 
das (vorläufige) Ende der Ausbildung. Zu den üblichen Ferien gehören auch die 
Semesterferien an den Universitäten, nicht hingegen Semester, während denen 
Studierende beurlaubt sind (RWL Rz. 3370). 

5.6 Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das 
Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber 
berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende 
Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht 
also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine 
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem 
Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche 
Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 257 E. 3.2 mit 
weiteren Hinweisen).

5.7 Ist die Leistungspflicht einer versicherten Person ausstehend, so sind für fällige 
Beitragsforderungen Verzugszinsen zu leisten (Art. 26 Abs. 1 ATSG). Sofern die 
versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, werden die 
Sozialversicherungen für ihre Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der 
Entstehung des Anspruchs, frühestens aber zwölf Monate nach dessen Geltendmachung 
verzugszinspflichtig (Art. 26 Abs. 2 ATSG). Insoweit kommt der Zeitspanne von 24 
Monaten die Bedeutung zu, dass der Versicherungsträger einen gewissen Zeitraum erhält, 
während dem er noch keine Verzugszinsen zu bezahlen hat (BGE 133 V 9 E. 3.6). Der 
Anspruch ist dann geltend gemacht worden, wenn die Anmeldung (Art. 29 ATSG) erfolgt 
ist. Ab diesem Zeitpunkt sollen der Sozialversicherung jedenfalls zwölf Monate zur 
Verfügung stehen, um über das Bestehen des Anspruchs zu entscheiden (Ueli Kieser, 
ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 26 N 55).

6.
6.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Tochter der Beschwerdeführerin bis am 
26. Juli 2019 in D.________ das Gymnasium besuchte und dieses mit dem Abitur 
abschloss (ALK-act. 118). Daraufhin absolvierte sie vom 1. August bis 31. Dezember 2019 
bei E.________ in D.________ ein unentgeltliches Praktikum (ALK-act. 74), bevor sie sich 
entschied, Mode-Design zu studieren. In den Monaten Januar und Februar 2020 bereitete 

9

Urteil S 2020 133

sie sich auf die Aufnahmeprüfungen an der Universität F.________ vor und zog 
dementsprechend am 23. Februar 2020 auch nach F.________ (ALK-act. 7). Die erste 
und zweite Prüfung bestand sie, wurde aber trotzdem nicht aufgenommen. Nach der 
Absage verfolgte sie ihren Ausbildungsplan, Design/Mode oder Grafik zu studieren, 
weiterhin und bereitete sich auf die Prüfungen an weiteren Universitäten vor (vgl. zum 
Ganzen act. 16 III Ziff. 5). So bewarb sie sich im Juni 2020 auch für den Studiengang 
Grafik-Design und Fotografie, wo sie für die erste Teilprüfung von der Universität 
G.________ zugelassen wurde (ALK-act. 8). Schliesslich erfolgte am 1. September 2020 
die vorläufige Zulassung für die Kunstschule F.________ (ALK-act. 6). Der fixe Platz mit 
Studienstart am 19. Oktober 2020 wurde ihr daraufhin am 23. September 2020 
zugesichert (ALK-act. 10).  

6.2 In Würdigung des soeben Dargelegten ergibt sich, dass die zum damaligen 
Zeitpunkt 19-jährige Tochter der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bis zum 
31. Dezember 2019 ein unentgeltliches Praktikum in D.________ absolvierte und der 
Beschwerdeführerin für diese Monate ein Taggeld in der Höhe von 80 % des versicherten 
Verdienstes ausgerichtet wurde. Streitig ist hingegen die Zeit danach (ab 1. Januar 2020) 
bis zur Aufnahme des Studiums am 19. Oktober 2020. Wie die Beschwerdeführerin selbst 
zutreffend darauf hingewiesen hat, gilt die unterrichtsfreie Zeit nach der gymnasialen 
Matura grundsätzlich nur dann als Ausbildungszeit, wenn die Ausbildung spätestens vier 
Monate nach der Matura fortgesetzt wird. Dies ist vorliegend unzweifelhaft nicht der Fall, 
beträgt die Zeitspanne zwischen der Beendigung des Praktikums und dem Start des 
Studiums doch 9 1/2 Monate. Die zulässige Höchstdauer nach Art. 49ter Abs. 3 lit. a AHVV 
wurde somit überschritten, sodass ab 1. Januar 2020 bis zum Beginn des Studiums an der 
Kunstschule F.________ grundsätzlich von einem Unterbruch der ordentlichen Ausbildung 
ausgegangen werden müsste, der zur Folge hätte, dass sich das Taggeld der 
Beschwerdeführerin auf 70 % des versicherten Verdienstes reduzieren würde. Allerdings 
darf vorliegend nicht unberücksichtigt bleiben, dass infolge der Covid-19 Pandemie im 
Frühjahr 2020 auch die Universitäten in H.________ den Präsenzunterricht einstellten und 
die Zulassungsprüfungen verschoben wurden, mithin das Zulassungsverfahren zeitlich 
ausgesetzt werden musste. Angesichts dessen verzögerte sich auch der Studienstart der 
Tochter der Beschwerdeführerin unverschuldet um mehrere Monate. Dass sie ihr Studium 
nicht wie geplant im Frühjahr 2020 und somit innerhalb einer Zeitspanne von vier Monaten 
nach Beendigung des Praktikums aufnehmen konnte, kann ihr dementsprechend nicht 
zum Vorwurf gemacht werden. Wesentlich ist, dass die Tochter der Beschwerdeführerin 
nach Beendigung des Praktikums Ende Dezember 2019 den offensichtlichen Willen hatte, 

10

Urteil S 2020 133

ein Studium zu beginnen und dies auch im frühestmöglichen Zeitpunkt aufzunehmen 
gedachte. Die Tochter der Beschwerdeführerin bemühte sich ab 1. Januar 2020 jedenfalls 
zielgerichtet um eine entsprechende Zulassung. Angesichts dessen, dass nach Mitteilung 
der Eidgenössischen Ausgleichskasse EAK vom 23. März 2020 Kinder mit 
Ausbildungszulagen, die ihre Ausbildung infolge Covid-19 unterbrechen mussten, 
weiterhin als in Ausbildung gelten (vgl. ALK-act. 4), ist der Beschwerdeführerin 
zuzustimmen, dass das Gleiche auch in Bezug auf Kinder gelten muss, die einen 
systematischen Ausbildungsplan haben, die Ausbildung infolge Covid-19 jedoch nicht 
spätestens vier Monate nach der Matura fortsetzen konnten. Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdegegnerin befand sich die Tochter der Beschwerdeführerin somit auch nach 
dem 1. Januar 2020 in Ausbildung. Bis zum ordentlichen Abschluss des Studiums an der 
Kunstschule F.________, jedoch längstens bis zum Erreichen des 25. Altersjahr, kommt 
der Beschwerdeführerin somit im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Unterhaltspflicht i.S.v. 
Art. 276 ff. ZGB zu. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, wie viele Stunden die Tochter 
der Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2020 tatsächlich der Ausbildung widmete. 
Immerhin ist in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass der zeitliche Aufwand in der 
Zeit vor Beginn der Vorlesungen – gerade bei Aufnahme eines neuen Studiums – in aller 
Regel nicht das geforderte Ausmass von mindestens 20 Wochenstunden (vgl. RWL 
Rz. 3359) erreicht (vgl. BGE 141 V 473 E. 7).  

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 
zivilrechtlichen Unterhaltpflicht gegenüber ihrer Tochter ein Taggeldanspruch von 80 % 
des versicherten Verdienstes auch ab dem 1. Januar 2020 zusteht. Die Beschwerde 
erweist sich demnach als begründet, weshalb der Einspracheentscheid vom 
22. September 2020 aufzuheben ist. Angesichts dessen, dass die Tochter der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2020 weiterhin als in Ausbildung zu gelten hat, hat 
die Beschwerdegegnerin zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin ab dem genannten 
Zeitpunkt auch der Zuschlag gemäss Art. 22 Abs. 1 Satz 2 AVIG zusteht, was jedoch nicht 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. 

8. Soweit sich die Beschwerdeführerin des Weiteren auf den Standpunkt stellt, es sei 
ihr ein Verzugszins für die Nachzahlungen ab dem 1. Januar 2020 zu gewähren, kann ihr 
indes nicht gefolgt werden, da noch keine 24 Monate seit der Entstehung des Anspruchs 
bis zur Auszahlung vergangen sind (vgl. E. 5.7 vorstehend). 

11

Urteil S 2020 133

9. Das Verfahren ist gemäss Art. 61 lit. a ATSG kostenlos, weshalb keine 
Gerichtskosten erhoben werden. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht der Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g 
ATSG zulasten der Beschwerdegegnerin ein Anspruch auf eine Parteientschädigung zu, 
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird. Am 21. September 2021 reichte 
die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin unaufgefordert eine Kostennote in der Höhe 
von total Fr. 2'389.34 ein (vgl. act. 20). Dabei macht sie neben Auslagen von Fr. 31.– und 
Fr. 150.– für ein Erstgespräch bzw. die Instruktion einen Zeitaufwand von insgesamt acht 
Stunden und 50 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 250.– geltend. Vorliegend ist es 
im Rahmen des Gerichtsverfahrens bei einem doppelten Schriftenwechsel ohne weitere 
Beweismassnahmen oder sonstige Vorkehren geblieben und die Beschwerdeführerin war 
erst anlässlich des zweiten Schriftenwechsels anwaltlich vertreten. Besonders schwierige 
rechtliche Fragen haben sich sodann nicht gestellt und die für den vorliegenden Fall 
relevanten Akten waren überschaubar. Für das Verfassen der 8-seitigen 
"Beschwerdeergänzung" rechtfertigt sich praxisgemäss ein Aufwand von drei Stunden, für 
Aktenstudium und Instruktion sind weitere vier Stunden hinzuzurechnen. In 
Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 7,7 % und Barauslagen von Fr. 31.– erweist 
sich bei einem praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 250.– eine pauschale 
Parteientschädigung von Fr. 2'000.– für die notwendigen Aufwendungen im 
Verwaltungsgerichtsverfahren als angemessen. In diesem Umfang steht der 
vollumfänglich obsiegenden Beschwerdeführerin zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung zu.

12

Urteil S 2020 133

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der Einspracheentscheid der 
Arbeitslosenkasse des Kantons Zug vom 22. September 2020 aufgehoben und 
festgestellt wird, dass der Beschwerdeführerin auch nach dem 1. Januar 2020 ein 
Anspruch auf ein Taggeld in Höhe von 80 % des versicherten Verdienstes zusteht. 
Im Übrigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 2'000.– (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Arbeitslosenkasse des Kantons Zug sowie an das Staatssekretariat für Wirtschaft 
(SECO), Bern.

Zug, 2. November 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am