# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23c16285-dd52-53bb-8407-101ca6b23129
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2010 D-6484/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6484-2007_2010-12-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6484/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Bosnien und Herzegowina,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiederer-
wägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 27. Au-
gust 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6484/2007

Sachverhalt:

A.  
A.a Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Bosniake  mit letztem 
Wohnsitz in B._______, stellte am 7. Februar 2006 ein Asylgesuch in 
der  Schweiz.  Zu  dessen  Begründung  machte  er  im  Wesentlichen 
geltend,  er  sei  als  (...)  und  (...)  dafür  zuständig  gewesen,  Einsätze 
seiner  muslimischen  Einheit  zu  fotografieren  und  auf  Video  aufzu-
nehmen. Dabei  habe er  auch von seiner  Einheit  an  serbischen Sol -
daten und Zivilisten begangene Massaker festgehalten. Die Videokas-
setten seien nach dem Krieg in Armeebesitz geblieben. Nach der Aus-
strahlung eines Videos über  ein Massaker  in  einer  politischen Fern-
sehsendung von (...) oder (...) sei es zu mehreren Übergriffen gegen 
ihn  gekommen. Verschiedene  Personen  hätten  ihn  belästigt  und  die 
Herausgabe von Videokassetten verlangt.

Mit Verfügung vom 2. März 2006 lehnte das BFM das Gesuch gestützt 
auf Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ab 
und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz 
sowie  den  Vollzug  an. Die  damalige  Schweizerische  Asylrekurskom-
mission  (ARK)  wies  die  am  31. März  2006  dagegen  erhobene  Be-
schwerde mit Urteil vom 19. Juni 2006 ab.

A.b Am 31. August 2006 reichte der Beschwerdeführer beim BFM ei-
ne als "Wiedererwägungsgesuch" betitelte Eingabe ein, die in der Fol -
ge an die ARK überwiesen und von dieser als Revisionsgesuch entge-
gengenommen und geprüft wurde. Mit Urteil vom 3. Oktober 2006 wur-
de das Revisionsgesuch abgewiesen.

A.c Am 19. Januar 2007 reichte der Beschwerdeführer beim BFM ein 
weiteres Wiedererwägungsgesuch betreffend den Wegweisungsvollzug 
ein, das er am 1. Februar 2007 wieder zurückzog. Mit Beschluss des 
BFM vom 15. Februar 2007 wurde dieses Wiedererwägungsgesuch als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

A.d Mit Eingabe vom 22. Februar 2007 (Poststempel) suchte er beim 
Bundesverwaltungsgericht  um  Revision  des  Urteils  der  ARK  vom 
19. Juni 2006 nach. Mit Urteil vom 15. Mai 2007 wies das Bundesver-
waltungsgericht das Revisionsgesuch ab und überwies die Akten so-
wie  das  im  Revisionsverfahren  eingereichte  ärztliche  Zeugnis  vom 
Y._______, laut welchem der Beschwerdeführer sich seit  dem (...) in 

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(...)  Therapie  in  der  Klinik  C._______,  befinde,  an  das  BFM  zur 
allfälligen  Anhandnahme  als  Wiedererwägungsgesuch  be-
ziehungsweise zur Ansetzung einer grosszügigen Ausreisefrist.

A.e Mit Schreiben vom 6. Juni 2007 teilte das BFM dem Beschwerde-
führer mit, es bestehe keine Veranlassung, aufgrund des Arztberichtes 
vom Y._______ ein Wiedererwägungsverfahren einzuleiten  oder  eine 
neue Ausreisefrist  anzusetzen. Es stehe ihm frei,  bei einer wesent li-
chen Veränderung der Sachlage formell ein Wiedererwägungsgesuch 
mit konkretem Antrag und entsprechender Begründung einzureichen. 

A.f Am 23. Juli 2007 ersuchte der Beschwerdeführer das BFM erneut 
um Wiedererwägung der Verfügung vom 2. März 2006 bezüglich des 
Wegweisungsvollzugs und beantragte unter anderem die Gewährung 
der vorläufigen Aufnahme infolge Unzumutbarkeit  des Wegweisungs-
vollzugs.

A.g Das BFM setzte mit Zwischenverfügung vom 7. August 2007 den 
Wegweisungsvollzug nicht aus und verlangte die Bezahlung eines Ge-
bührenvorschusses, der rechtzeitig einbezahlt wurde.

B.
Mit Verfügung vom 27. August 2007 wies das BFM das Wiedererwä-
gungsgesuch ab,  stellte  fest,  dass  die  Verfügung  vom 2. März  2006 
rechtskräftig  und  vollstreckbar  sei  und  einer  allfälligen  Beschwerde 
keine  aufschiebende  Wirkung  zukomme,  und  auferlegte  dem  Be-
schwerdeführer die Bezahlung einer Gebühr, welche mit dem geleiste-
ten Gebührenvorschuss verrechnet wurde. 

C.
Der  Beschwerdeführer  erhob  mit  Eingabe  vom 26. September  2007 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde und beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung, die Gewährung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz 
infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, die Sistierung aller 
Vollzugsmassnahmen und die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Auf 
die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.

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D.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 18. Oktober 2007 
wurden die Anträge auf Aussetzung des Vollzuges sowie auf Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG 
abgewiesen.  Gleichzeitig  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert, 
innert  zehn  Tagen  ab  Verlassen  der  Schweiz  seine  Ausland-  bezie-
hungsweise  seine  Zustelladresse  mitzuteilen,  andernfalls  werde  bei 
unbenutztem  Fristablauf  das  Verfahren  wegen  Dahinfallens  des 
Rechtsschutzinteresses  abgeschrieben. Weiter  wurde der  Beschwer-
deführer  aufgefordert,  bis  zum  2. November  2007  einen  Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 1'200.-- zu zahlen, unter Androhung des 
Nichteintretens im Unterlassungsfall.

Am 2. November 2007 wurde der Kostenvorschuss geleistet.

E.
Am 22. November  2007 reichte  der  Beschwerdeführer  eine als  "Be-
schwerdeergänzung"  betitelte  Eingabe  –  unter  Beilage  (Auflistung 
Beweismittel) – zu den Akten und teilte diesbezüglich mit, dass er sich 
derzeit wieder stationär in der C._______ aufhalte.

F.
Mit  Zwischenverfügung  vom 27. November  2007  wurde  Ziffer  1  des 
Dispositivs  der  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts 
vom 18. Oktober  2007  wiedererwägungsweise  aufgehoben,  der  Voll-
zug der Wegweisung ausgesetzt und dem Beschwerdeführer gestattet, 
den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten.

G.
Mit  Eingabe  vom 28. Februar  2008  legte  der  Beschwerdeführer  ein 
weiteres Beweismittel (Nennung Beweismittel) ins Recht.

H.
Mit  Schreiben  vom 11.  September  2008  ergänzte  der  Beschwerde-
führer  seine  Rechtsmitteleingabe  mit  zwei  weiteren  Beweismitteln 
(Auflistung Beweismittel).

I.
Mit Eingabe vom 3. Dezember 2008 reichte der Beschwerdeführer eine 
Bestätigung  des  Internationalen  Komitees  vom Roten  Kreuz  (IKRK) 
vom (...) betreffend seine Kriegsgefangenschaft inklusive Übersetzung 

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zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG; SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Aus-
nahme nach  Art.  32  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33 
VGG genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des BFM ge-
stützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31); das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls end-
gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss bisheriger Praxis 
letztinstanzlich auch Beschwerden gegen Verfügungen, in denen das 
Bundesamt  es  ablehnt,  einen früheren Entscheid  auf  Gesuch hin  in 
Wiedererwägung zu ziehen,  zumal  die diesbezügliche Rechtslage in 
der vorliegenden und massgeblichen Konstellation keine Änderung er-
fahren hat. 

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art. 48 
Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.5 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. 
Art. 21 Abs. 1 VGG).

1.6 Gemäss Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet.

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2.
Ein Anspruch auf Wiedererwägung besteht unter anderem dann, wenn 
sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Ent-
scheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufe-
nen  Rechtsmittelinstanz  (vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr. 21  E. 1c 
S. 204)  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  die  ursprüngliche 
(fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen 
der Sachlage anzupassen ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.). 

3.
3.1 Das  Bundesamt  trat  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Be-
schwerdeführers ein und lehnte es ab. Zur Begründung wurde im We-
sentlichen angeführt, sowohl das BFM als auch die ARK hätten im or -
dentlichen Asylverfahren und auch in den ausserordentlichen Verfah-
ren  die  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach 
Bosnien und Herzegowina als zumutbar erachtet. Dem Arztbericht vom 
(...)  sei  nun  zu  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  chronisch 
krank sei, bei einer Wohnungs- und Arbeitssuche überfordert wäre und 
eine (...) Behandlung nicht bezahlen könnte, das Rückfallrisiko und die 
Suizidgefahr gross  seien. Damit  würden jedoch keine neuen,  grund-
legend  verschiedenen  Aspekte  des  Gesundheitszustandes  geltend 
gemacht,  die  eine  andere  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  eines  Weg-
weisungsvollzugs  zulassen  würden.  Insbesondere  sei  bisher  unter 
dem Aspekt der individuellen Wegweisungshindernisse jeweils darauf 
hingewiesen worden, dass der Beschwerdeführer seine (...) Probleme 
auch im Heimatstaat behandeln lassen könne. Zum einen habe er es 
nach den traumatischen Kriegserlebnissen geschafft, ein Studium zu 
absolvieren und danach in verschiedenen Bereichen zu arbeiten. Zum 
anderen  habe  er  sich  bereits  vor  seiner  Ausreise  in  die  Schweiz  in 
Bosnien und Herzegowina im Jahre 2003 (...)  behandeln lassen,  die 
Therapie  aber  abgebrochen,  weil  sie  nicht  kostenlos  gewesen  sei. 
Ausserdem verfüge er über ein tragfähiges Beziehungsnetz. Sodann 
sei es dem Beschwerdeführer unbenommen, im Hinblick auf eine ärzt-
liche  Behandlung  eine  medizinische  Rückkehrhilfe  zu  beantragen. 
Zusammenfassend  würden  keine  Gründe  vorliegen,  welche  die 
Rechtskraft der Verfügung vom 2. März 2006 beseitigen könnten.

3.2 Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in seinem Wieder-
erwägungsgesuch und in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen 
vor, er habe in der Schweiz mehrere Male wegen seiner (...) Si tuation 

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(Nennung  Diagnose)  hospitalisiert  werden  müssen.  Gemäss  dem 
beigelegten  ärztlichen  Bericht  der  (...)  vom  (...)  leide  er  unter 
(Nennung Diagnose) und sei seit (...) zwei Mal für je (...) stationär in 
einer (...) Klinik gewesen. Dank verschiedener Therapien sei es gelun-
gen, seinen Zustand etwas zu stabilisieren. Er sei jedoch nach wie vor 
nicht arbeitsfähig. Entscheidend sei nun, dass er die begonnene The-
rapie  in  der  Schweiz  fortsetzen  könne. Bei  einer  Rückkehr  in  seine 
Heimat wäre diese Entwicklung gefährdet und es sei auch ein markan-
ter Rückfall bis hin zur Suizidalität zu befürchten. Entgegen der Auf fas-
sung des BFM könne die  Therapie  in  der  Schweiz  nicht  durch eine 
Therapie in seiner Heimat ersetzt werden, seien doch die Therapiebe-
dingungen  nicht  vergleichbar.  Es  sei  ungleich  schwieriger,  die 
(Nennung Diagnose) in demjenigen Umfeld zu behandeln, in welchem 
die (...) Probleme entstanden seien. Ausserdem könne er eine solche 
Therapie  auf  Dauer  nicht  finanzieren.  Auch  die  auf  sechs  Monate 
beschränkte  medizinische  Rückkehrhilfe  sei  keine  längerfristige 
Lösung,  da  eine  (Nennung  Diagnose)  nicht  innerhalb  von  sechs 
Monaten therapiert werden könne. Er brauche eine längere Phase der 
Stabilität, um seine (...) Probleme zu lösen. Er sei aufgrund seines (...)  
Zustandes nicht arbeitsfähig und wäre nicht in der Lage, die für eine 
Weiterbehandlung  nötigen  Mittel  zu  beschaffen.  Auch  das  von  der 
Vorinstanz erwähnte Beziehungsnetz könne ihm eine Fortführung der 
Therapie  in  finanzieller  Hinsicht  nicht  ermöglichen.  Es  sei  für  ihn 
deshalb  unter  diesen  Umständen  nicht  zumutbar,  nach  Bosnien 
zurückzukehren.

3.3 Unter diesen Voraussetzungen hat das Bundesverwaltungsgericht 
zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gesuch zu Recht abgelehnt hat.

3.4 Als  Wiedererwägungsgrund  werden im Wesentlichen  sowohl  der 
schlechte und labile (...) Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
als  auch  die  ungleich  schlechteren  Therapiebedingungen  in  dessen 
Heimat  und die Unmöglichkeit  der  Finanzierung einer  längerfristigen 
(...) Behandlung geltend gemacht. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob 
infolge der vorgebrachten gesundheitlichen Probleme der Vollzug der 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  sein  Heimatland  als  un-
zulässig respektive als unzumutbar zu betrachten ist.

3.5 Ob die vorgebrachte Veränderung des Gesundheitszustandes des 
Beschwerdeführers rechtswesentlich ist – das heisst, eine veränderte 
Sachlage darstellt,  die eine von den bisherigen Beurteilungen abwei-

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chende Würdigung der Frage der Zulässigkeit  und Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs zulässt – hat allein das Bundesverwaltungsge-
richt zu beantworten, da einem behandelnden Arzt oder einem ärztli -
chen Gutachter diesbezüglich keine Kompetenz zukommt und er die 
rechtliche Würdigung dem Gericht weder abnehmen kann noch darf.

4.  
4.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli -
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in  den Heimat-,  Herkunfts-  oder in  einen Dritt-
staat  entgegenstehen (Art.  83  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 
142.20]).

4.1.1 So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-
den (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3  der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

4.1.2 Da dem Beschwerdeführer mit in Rechtskraft erwachsener Ver-
fügung des BFM vom 2. März  2006 die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
zuerkannt  und  folgerichtig  das  Asylgesuch  abgelehnt  wurde  (vgl. 
Bst. A.a  hiervor),  kommt  das in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
nicht  zum Tragen. Eine Rückkehr  des Beschwerdeführers nach Bos-
nien und Herzegowina  erweist  sich  demnach unter  dem Aspekt  von 
Art. 5 AsylG als rechtmässig.

4.1.3 Sodann ergeben sich weder aus seinen Vorbringen in den abge-
schlossenen  Asyl-  und  Revisionsverfahren  noch  aus  den  Akten  des 

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vorliegenden  Wiedererwägungsverfahrens  Anhaltspunkte  dafür,  dass 
der  Beschwerdeführer  für  den Fall  einer  Rückschiebung in  den Hei-
matstaat daselbst mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 
EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 
wäre. Gemäss konstanter Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit weiteren Hinweisen; 
EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 
2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127, mit weiteren Hinwei-
sen). Diese Voraussetzungen sind jedoch in  casu als nicht  erfüllt  zu 
erachten. Auch die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers 
steht  einem Wegweisungsvollzug unter  dem Teilaspekt  der Zulässig-
keit besehen nicht entgegen. Zwar kann gemäss der Praxis des EGMR 
der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsuchenden mit 
gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 
EMRK  darstellen;  hierfür  sind  jedoch  ganz  aussergewöhnliche  Um-
stände vorausgesetzt (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit ei-
ner  Zusammenfassung  der  Rechtsprechung  des  EGMR).  Vorliegend 
sind  solche  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  („very  exceptional 
circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 
i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte,  wo neben einer kurzen Le-
benserwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden er-
schwerend  die  Gefahr  eines  Todes  unter  extremen  physischen  und 
psychischen  Leiden  hinzukam,  auszuschliessen  (vgl.  BVGE  2009/2 
E. 9.1.3; EMARK 2004 Nr. 6 E. 7b S. 41). Im Übrigen verpflichtet Art. 3 
EMRK einen Konventionsstaat grundsätzlich nicht dazu, bei einer Kon-
frontation mit Suiziddrohungen von einer zu vollziehenden Weg- oder 
Ausweisung Abstand zu nehmen. Im konkreten Fall  besteht  Gewähr 
dafür,  dass  nötigenfalls  geeignete  Massnahmen  ergriffen  werden 
könnten  mit  dem Ziel,  allfällige  suizidale  Tendenzen  im  Zusammen-
hang  mit  der  Ausschaffung  zu verhindern  (vgl. EMARK 2005  Nr. 23 
E. 5.1. S. 212, mit einem Hinweis auf den Entscheid des EGMR vom 
7. Oktober  2004  i.S.  Dragan  u.a.  gegen  Deutschland  [Entscheid 
Nr. 33743/03]). Alleine aus der  allgemeinen Menschenrechtssituation 
in Bosnien und Herzegowina schliesslich lässt sich kein reales Risiko 
von Folter  oder unmenschlicher  oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung  herleiten. Selbst  das  Vorliegen  einer  allgemein  schlechten 
Menschenrechtslage genügt nämlich noch nicht für die Annahme einer 
drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a 

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S. 122, mit zahlreichen Hinweisen).

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

4.2 Art. 83 Abs. 4 AuG stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis 
zur konkreten Gefährdung nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(aANAG, BS 1 121)  dar  (vgl.  PETER BOLZLI in  MARC SPESCHA/HANSPETER 
THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI,  Kommentar  Migrationsrecht,  Zürich 
2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit Hinweisen). Dieser Praxis zufolge wird 
aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten 
der  Schweiz,  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  verzichtet,  wenn  die 
Rückkehr in den Heimatstaat für die betroffene Person eine konkrete 
Gefährdung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im 
Heimatland herrschenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch 
Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kenn-
zeichnet, oder aufgrund anderer Gefahrenmomente, wie beispielswei-
se einer  notwendigen,  aber  dort  nicht  durchführbaren medizinischen 
Behandlung,  angenommen werden.  Die  beurteilende Behörde hat  in 
jedem  Einzelfall  eine  Gewichtung  vorzunehmen  zwischen  den  sich 
nach einer allfälligen Rückkehr des weggewiesenen Asylbewerbers in 
sein  Heimatland  ergebenden  humanitären  Aspekten  einerseits  und 
dem  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug  der  rechtskräftig  verfügten 
Wegweisung andererseits.

Der Begriff der "konkreten Gefährdung" gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist 
eng auszulegen und bezieht  sich  vorab auf  einen schwerwiegenden 
Eingriff in die körperliche Integrität des Ausländers. Art. 83 Abs. 4 AuG 
findet  insbesondere Anwendung auf  Personen,  die nach ihrer  Rück-
kehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver 
Sicht  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahr-
scheinlichkeit  unwiederbringlich  in  völlige  Armut  gestossen  würden, 
dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes, der Invalidität oder gar dem Tod ausgeliefert wä-
ren (vgl. die weiterhin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 
2006 Nr. 10 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen).

4.3  
4.3.1 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen 
belegten  Beeinträchtigung  des  (...)  Gesundheitszustandes  des  Be-

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schwerdeführers  ist  Folgendes  zu  erwägen:  Gründe  ausschliesslich 
medizinischer Natur lassen den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen 
nicht  als  unzumutbar  erscheinen,  es  sei  denn,  die  erforderliche Be-
handlung  sei  wesentlich  und  im  Heimatland  nicht  erhält lich  (vgl. 
EMARK  2003  Nr.  24  E.  5b  S.  157  f.).  Entsprechen  ferner  die  Be-
handlungsmöglichkeiten  im  Herkunftsland  nicht  dem  medizinischen 
Standard  in  der  Schweiz,  so  bewirkt  dies  allein  noch  nicht  die  Un-
zumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst 
dann  auszugehen,  wenn  die  ungenügende  Möglichkeit  der  Weiter-
behandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 
S. 21; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b 
S. 157 f.). Vorliegend sind, entgegen der auf Beschwerdeebene vorge-
brachten Ansicht, unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine 
stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizinischen Not-
lage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. 

4.3.2 Der Beschwerdeführer hält in seiner Rechtsmitteleingabe im We-
sentlichen  an  den  bereits  im  Wiedererwägungsgesuch  gemachten 
Sachverhaltselementen (Vorliegen einer [Nennung Diagnose]; seit [...] 
für [...] stationär in einer [...] Klinik hospitalisiert; erneute Suizidgefahr 
im Falle eines Wegweisungsvollzugs; Überforderung durch Wohnungs- 
und  Arbeitssuche;  Arbeitsunfähigkeit;  keine  finanziellen  Ressourcen 
für  eine Behandlung in  Bosnien und Herzegowina)  fest,  ohne näher 
auf  die  vorinstanzliche  Argumentation,  so  insbesondere  hinsichtlich 
der  bereits  wiederholt  beurteilten  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungs-
vollzugs  nach  Bosnien  und  Herzegowina,  der  Möglichkeit,  die  (...) 
Probleme auch in der Heimat weiterbehandeln zu lassen,  sowie des 
Vorhandenseins  eines  tragfähiges  Beziehungsnetzes  in  der  Heimat, 
einzugehen.  Die  Vorinstanz  stellte  im  angefochtenen  Entscheid  in 
überzeugender  Weise  die  Möglichkeiten  des  Beschwerdeführers  zur 
Behandlung seines Leidens in Bosnien und Herzegowina dar und zog 
dementsprechende Schlüsse auf  seine persönliche Situation. Diesen 
Ausführungen und Schlussfolgerungen schliesst sich das Bundesver-
waltungsgericht vorliegend vollumfänglich an, zumal der Beschwerde-
führer in seiner Beschwerdeschrift den vorinstanzlichen Ausführungen 
nichts Substanzielles entgegenzuhalten vermag. Ihm wurde denn auch 
in  der  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  18. Oktober 
2007 dargelegt, dass seine Beschwerdebegehren als aussichtslos er-
scheinen würden. In diesem Zusammenhang wurde ausgeführt, dass 
seine (...) Erkrankung in der ursprünglichen Verfügung des BFM vom 

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2. März 2006 wie auch im ARK-Urteil  vom 19.  Juni 2006 gewürdigt 

worden  sei  und  das  Vorbringen,  entscheidend  für  eine  weitere 
Verbesserung sei die Möglichkeit der Fortführung der in der Schweiz 
begonnenen  Therapie,  nicht  als  massgeblich  zu  erachten  sei,  da 
allfällige  schlechtere  Therapiebedingungen  im  Heimatland  des 
Beschwerdeführers  nicht  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges sprechen  würden  (vgl. EMARK 2003  Nr. 24). 
Ferner sei ein Therapieerfolg auch in der Schweiz nicht garantiert, wie 
der  Beschwerdeführer  unter  Verweis  darauf,  dass  er  bisher  keine 
grosse  Stabilisierung  gefunden  habe,  obwohl  er  hier  seit  mehr  als 
sechs Monaten in Behandlung sei (gemäss Eingabe vom 17. Mai 2006 
im Revisionsverfahren sei er seit  [...]  in [...]  Behandlung), selbst ein-
geräumt habe. Sodann werde der Einwand, das in seinem Heimatland 
bestehende Beziehungsnetz könnte eine Fortführung der Therapie in 
finanzieller  Hinsicht  nicht  ermöglichen,  nicht  weiter  substanziiert, 
weshalb  keine wesentliche Änderung des rechtserheblichen Sachver-
haltes gegenüber dem ursprünglichen Entscheid vorliege.

An dieser Einschätzung ist  auch im Urteilszeitpunkt weiterhin festzu-
halten. Der Beschwerdeführer reichte zwar auf Beschwerdeebene ärzt-
liche  Zeugnisse  (Auflistung  Zeugnisse)  zu  den  Akten,  die  seine 
weiteren beziehungsweise erneuten stationären Behandlungen in den 
erwähnten  (...)  ausweisen,  die  jedoch  an  der  obigen  Einschätzung, 
wonach er sein Leiden auch in seiner Heimat weiterbehandeln lassen 
kann, nichts zu ändern vermögen. Daher können weitere Abklärungen 
zum (...)  Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in  casu unter-
bleiben. Überdies bleibt sein Einwand, dass das in Bosnien und Her-
zegowina bestehende familiäre Beziehungsnetz eine Fortführung sei-
ner Therapie in finanzieller Hinsicht nicht ermöglichen könne, weiterhin 
unsubstanziiert. Zudem ist erneut darauf hinzuweisen, dass die in der 
Schweiz  durchgeführte  (...)  Behandlung  des  Beschwerdeführers 
offenbar  keinen  Therapieerfolg  zu  garantieren  vermag,  zumal  er  in 
seiner  Eingabe vom 3. Dezember  2008 festhält,  er  sei  während des 
Krieges zweieinhalb Monate im Lager gewesen (gemäss der zu den 
Akten  gereichten  Bestätigung  des  IKRK  vom  [...]  bis  [...]),  seine 
schlechte  (...)  Verfassung  sei  zu  einem  grossen  Teil  auf  diesen 
Lageraufenthalt zurückzuführen und er habe bis jetzt – mithin 16 Jahre 
später  –  nicht  mit  seiner  (...)  darüber  sprechen  können.  Die 
nachgereichte  Vorladung  auf  den  Z._______  als  Zeuge  in  einem in 
B._______  durchgeführten  Verfahren  gegen  einen  mutmasslichen 
Kriegsverbrecher, in der bei Nichterscheinen eine Strafverfolgung und 

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eine zwangsweise Vorführung angedroht werden, ist für das vorliegen-
de Wiedererwägungsverfahren nicht relevant, da der Beschwerdefüh-
rer, der sich zum damaligen Zeitpunkt in der Schweiz aufhielt, ohnehin 
nicht  zwangsweise  hätte  vorgeführt  werden  können,  und  er  nicht 
geltend macht,  in  der  Zwischenzeit  sei  gegen ihn ein  Strafverfahren 
wegen  Nichterscheinens  als  Zeuge  eingeleitet  worden.  Der  mit 
Eingabe vom 28. Februar 2008 eingereichte D._______, wonach der 
Bruder  des  Beschwerdeführers  am  (...)  von  zwei  bewaffneten, 
unbekannten  Männern  verprügelt  worden  sei,  die  nach  dem 
Beschwerdeführer  und  nach  Videokassetten  gefragt  hätten,  ist  in 
wiedererwägungsrechtlicher Hinsicht ebenfalls nicht massgeblich. Der 
Beschwerdeführer gab bereits im ordentlichen Verfahren an, er sei von 
verschiedenen  Personen  zur  Herausgabe  von  Videokassetten 
aufgefordert  worden. Zudem ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  im  Jahre 
(...)  noch  ein  bedeutendes  Interesse  an  diesen  Kassetten  bestehen 
soll,  da  deren Inhalt  spätestens durch die  Fernsehsendung von (...)  
beziehungsweise  (...)  bekannt  sein  sollte.  Überdies  bedeutet  die 
Aufnahme  eines  entsprechenden  Rapportes  durch  die  Polizei  nicht, 
dass  dessen  Inhalt  den  Tatsachen  entspricht,  weshalb  das 
diesbezügliche Dokument zum Beweis einer Gefährdung nicht tauglich 
ist.

4.3.3 Hinsichtlich  des  Hinweises,  bei  einer  Rückkehr  sei  eine  Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustandes bis hin zur Suizidalität zu 
befürchten,  ist  Folgendes  festzuhalten:  Dass  ein  unausweichlich  be-
vorstehender  Wegweisungsvollzug  bei  den  damit  konfrontierten  aus-
ländischen Personen zu einer nicht unerheblichen psychischen Belas-
tung führt, ist nachvollziehbar. Dieser Belastung kommt aber im asyl- 
und ausländerrechtlichen Kontext  grundsätzlich  keine Bedeutung zu, 
weil  eine geltend gemachte Gefährdung konkrete Formen aufweisen 
muss, um zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Art. 83 
Abs. 4 AuG führen zu können. Indessen kann im Einzelfall eine reaktiv 
auf einen bevorstehenden Wegweisungsvollzug auftretende und ernst-
haft gesundheitsgefährdende psychische Störung lebensbedrohlichen 
Ausmasses für  die Frage der  Zumutbarkeit  relevant  sein. Vorliegend 
könnte für die Zeit vor und während der Rückreise in den Heimatsstaat 
einer allfälligen – und gemäss den in den Akten liegenden medizini-
schen  Unterlagen  wohl  zu  erwartenden  –  zeitweiligen  Verschlechte-
rung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers medikamen-
tös und mit einer persönlichen Betreuung begegnet werden. Ohne die 
damit verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, 

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kann somit von den beim Beschwerdeführer vorliegenden gesundheit-
lichen Beschwerden insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in 
Form einer medizinischen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 
Abs. 4 AuG geschlossen werden. In diesem Zusammenhang kann er-
neut darauf hingewiesen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner 
Heimat auf ein stabiles familiäres Umfeld zählen kann, das ihn bei der 
Reintegration unterstützen dürfte. Hinsichtlich der Finanzierung einer 
allfälligen (Weiter-)Behandlung des Beschwerdeführers ist darauf hin-
zuweisen,  dass  in  Würdigung  sämtlicher  Umstände  –  so  auch  auf-
grund seiner jahrelangen diversen Erwerbstätigkeiten nach Kriegsende 
in Bosnien und Herzegowina – davon ausgegangen werden kann, er 
könne bei  einer  Rückkehr  auch in  Berücksichtigung der  schwierigen 
wirtschaftlichen  und sozialen Situation  eine  Erwerbstätigkeit  aufneh-
men und in Verbindung mit der Möglichkeit des Erhalts einer an fängli-
chen medizinischen Rückkehrhilfe aus der Schweiz die Kosten für sei -
ne Behandlung übernehmen.

4.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Vorinstanz 
zu Recht das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers abge-
wiesen hat.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
vom  27.  August  2007  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheb-
lichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist 
(vgl. Art. 106 AsylG). Die Verfügung des Bundesamtes ist demzufolge 
zu  bestätigen  und  die  Beschwerde  vom 26. September  2007  abzu-
weisen.

6.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind die  Kosten von insgesamt 
Fr. 1'200.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 
VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) und mit dem am 2. November 2007 in gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.--  werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 

(per Kurier; in Kopie)
- E._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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