# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23626b2e-fa7e-5929-918c-4918ed708ab7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.02.2025 725 2024 72 (725 24 72)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2024-72_2025-02-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Februar 2025 (725 24 72) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Kausalität in Form eines Rückfalles oder einer Spätfolge anhand versicherungsinterner 

Beurteilung verneint; Leistungspflicht bei Listenverletzung aufgrund fehlendem anderem 

initialen Ereignis verneint. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber i.V. Philipp Völlmin  
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Elips Life AG, Gewerbeweg 15, LI-9490 Vaduz, Beschwerdegegne-
rin, vertreten durch Reto Bachmann, Rechtsanwalt, LISCHER ZEMP 
& PARTNER, St. Leodegarstrasse 2, 6006 Luzern 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A.  Der 1970 geborene A.____ ist seit dem 1. August 2002 bei der  
B.____ AG als Chef de Service angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Elips Life AG obli-
gatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am  
1. September 2019 erlitt der Versicherte einen Fahrradsturz mit seinem Mountainbike in Italien. 

 

 
 
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Einen Tag später meldete seine Arbeitgeberin den Vorfall telefonisch der Unfallversicherung, 
wobei auf eine Verletzung der Rippen und des Schlüsselbeins hingewiesen wurde. Nach der 
Rückführung in die Schweiz liess sich A.____ im Spital C.____ hospitalisieren und einer Opera-
tion unterziehen. Dem am 10. September 2019 ergangenen Austrittsbericht sind die Diagnosen 
einer dislozierten Claviculaschaftfraktur rechts und einer Rippenserienfraktur mit Hämato-
pneumothorax rechts zu entnehmen. Auch in der schriftlichen Schadenmeldung vom  
12. September 2019 wird eine Schlüsselbein- und Rippenverletzung geltend gemacht. Die Elips 
Life AG anerkannte ihre Leistungspflicht für dieses Unfallereignis respektive für die in den Un-
fallmeldungen bezeichneten Verletzungen. 
 
B.  In der Folge berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals C.____ von einem zufrie-
denstellenden und zeitgerechten Verlauf der Verletzung. Am 2. Juni 2020 untersuchte die Ver-
sicherungsmedizinerin Dr. med. D.____, FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, den 
Versicherten und erklärte den medizinischen Endzustand mit Datum der Untersuchung für er-
reicht, wobei auch keine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Gestützt auf diese Beurtei-
lung verfügte die Elips Life AG am 25. Juni 2020 die Einstellung der Übernahme der Heilungs-
kosten per 2. Juni 2020 und verneinte den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Diese 
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 
 
C. Rund zwei Jahre später meldete sich A.____ erneut in der Sprechstunde im Spital 
C.____ aufgrund persistierender Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Die bildgebenden 
Abklärungen vom 4. August 2022 zeigten einen Hinweis auf eine Supraspinatusläsion. Die da-
rauffolgend durchgeführte MR-Arthrografie ergab eine transmurale Subscapularissehnenruptur 
mit assoziiertem Kapseldefekt und Pulleyläsion. Nachdem sich die Schulterschmerzen zwi-
schenzeitlich wieder verbessert hatten und sich der Versicherte aus beruflichen Gründen vor-
läufig nur konservativ hatte behandeln lassen, berichtete er im Dezember 2022 von einer erneu-
ten Schmerzepisode. Im April 2023 liess sich A.____ einer weiteren Operation unterziehen. Im 
selben Zeitraum meldete er die Schulterverletzung bei der Elips Life AG als einen Rückfall zum 
Unfallereignis vom 1. September 2019 an. Auf entsprechende Anfrage der Unfallversicherung 
führte Dr. D.____ in ihrem Bericht vom 12. April 2023 aus, dass die Rotatorenmanschettenläsi-
on nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei. Die Operation gehe daher zu Lasten der 
obligatorischen Krankenversicherung. Auch nach Eingang neuer medizinischer Akten hielt die 
Versicherungsmedizinerin am 12. Juli 2023 an ihrer Beurteilung fest, dass die diagnostizierten 
Schulterverletzungen des Versicherten nicht in einem zeitlichen Kausalzusammenhang mit dem 
Unfallereignis vom September 2019 stünden. 
 
D. Gestützt auf die Einschätzung von Dr. D.____ verfügte die Elips Life AG am  
4. September 2023 die Leistungsablehnung für die Ruptur der Subscapularissehne Lafosse II-
III. Gegen diese Ablehnungsverfügung liess A.____ am 2. Oktober 2023 Einsprache erheben. 
Mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2024 wurde die Einsprache abgewiesen. 
 
E. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 15. März 2024 Beschwerde beim 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin 
beantragte er, der Entscheid vom 12. Februar 2024 sei aufzuheben und die Beschwerdegegne-

 

 
 
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rin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter seien die erfor-
derlichen Abklärungen vorzunehmen und dann zu entscheiden. 
 
F. Mit Vernehmlassung vom 26. März 2024 schloss die Elips Life AG auf Abweisung der 
Beschwerde und auf Bestätigung ihres Einspracheentscheids. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss  
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
eingereichte Beschwerde vom 15. März 2024 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Versicherungsleistungen für die beklagten Beschwerden an der rechten Schulter zu Recht ab-
gelehnt hat. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu prüfen, ob zwischen den Schulter-
beschwerden und dem Unfall vom 1. September 2019 ein rechtsgenüglicher Kausalzusammen-
hang besteht.  
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss  
Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung 
der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per-
son. Das Taggeld beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. 
Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG).  
 
3.2 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 
1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei ei-
nem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, 

 

 
 
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so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit 
kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer 
Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank-
heitsbild führen können.  
 
4. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben der Versicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 144 V 427 
E. 3.2). Massnahmen zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts müssen vorgenommen 
oder veranlasst werden, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 
Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Rechtserheblich sind dabei alle 
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu 
entscheiden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 2021, 9C_146/2021, E. 3.4 mit Hin-
weis). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren Entscheid, sofern das 
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung 
zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 
(BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz 
schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 
 
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit) ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne 
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei-
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be-
jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versi-
cherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-

 

 
 
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hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu E. 4 hiervor) zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
5.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der 
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krank-
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 
erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu E. 4 hiervor) nach-
gewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast 
– anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 
gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 
mit zahlreichen Hinweisen). 
 
5.3 Bei der Beurteilung der Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für 
Rückfälle und Spätfolgen (Art. 11 UVV) gilt es zu beachten, dass diese begrifflich an ein beste-
hendes Unfallereignis anschliessen. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (dama-
ligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten 
Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein 
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ferner ist dem Umstand Rechnung 
zu tragen, dass der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen/Spätfolgen behaftet wer-
den kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt dem 
Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall 
oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn 
die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leis-
tungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso stren-
gere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem 
Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezem-
ber 2016, 8C_592/2016, E. 2.2 mit Hinweisen). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten 
der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2014, 8C_193/2014, E. 2 
mit Hinweisen). 
 
6. Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Ansprüche ist die rechtsanwendende 
Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen angewiesen (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 132 V 93 E. 4). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversiche-
rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. oh-

 

 
 
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ne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
sind und danach zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechen-
den medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweisma-
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere me-
dizinische These abgestellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Berichten und Gutachten versicherungsinterner 
Fachpersonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An 
die Beweiswürdigung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 135 V 465  
E. 4.4). 
 
7. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende 
Unterlagen vor:  
 
7.1 Dem Austrittsbericht der behandelnden Ärzte des Spitals C.____ vom  
10. September 2019 ist entnehmbar, dass der Versicherte während seines Italienurlaubs einen 
Fahrradsturz erlitt. Nach initialer Hospitalisation in Italien für vier Tage sei die Repatriierung mit-
tels Sanität zur weiteren Behandlung erfolgt. Der Patient habe sich eine dislozierte Clavicula-
Schaftfraktur sowie eine Rippenserienfraktur mit Hämatopneumothorax auf der rechten Seite 
zugezogen. Bei dieser Diagnose sei eine operative Versorgung erfolgt. Der Patient sei postope-
rativ rasch beschwerdearm gewesen. So habe er in gutem Allgemeinzustand nach Hause ent-
lassen werden können, wobei ihm zum Zeitpunkt des Austritts eine Arbeitsunfähigkeit von  
100 % attestiert worden sei. 
 
7.2 Gemäss der darauffolgenden Beurteilung von Prof. Dr. med. E.____,  
FMH Chirurgie und Thoraxchirurgie, vom 12. November 2019 habe sich ein klinisch wie radio-
logisch zufriedenstellender Verlauf beim Patienten gezeigt. In der durchgeführten radiologi-
schen Bildgebung hätten sich keine Hinweise auf eine sekundäre Dislokation der bestehenden 
Rippenserienfraktur ergeben. Der Fall könne abgeschlossen werden. Auch in der Beurteilung 
vom 17. Februar 2020 berichtete der Oberarzt Dr. med. F.____, Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, von einem zeitgerechten Verlauf nach oben genann-
ter Verletzung. Die Arbeitsfähigkeit des Patienten würde ab 1. März 2020 wieder 100 % betra-
gen. 
 

 

 
 
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7.3 Am 2. Juni 2020 untersuchte die Versicherungsmedizinerin Dr. D.____ den Beschwer-
deführer im Auftrag der Beschwerdegegnerin. Im Rahmen dieser Untersuchung habe sich ob-
jektiv ein symmetrisches Schulterrelief und eine unauffällige Wirbelsäulenform gezeigt. An der 
rechten Schulter sei die Narbe nach Osteosynthese der Claviculafraktur reizlos, über der Platte 
bestünde eine diskrete Druckdolenz. Die Schulterfunktion sei intakt mit freier Schulterbeweg-
lichkeit, negativem Cross-Body-Test, negativen Impingement-Tests und seitengleicher voller 
Kraftentwicklung in den resistiven Prüfungen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien die 
angegebenen Beschwerden als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu werten, wobei der 
medizinische Endzustand mit Datum der Untersuchung erreicht sei. Eine Integritätsentschädi-
gung sei nicht geschuldet. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von  
100 %. 
 
7.4 Am 4. August 2022 begab sich der Beschwerdeführer erstmals wieder in medizinische 
Behandlung. Aus dem Sprechstundenbericht des Spitals C.____ vom 22. August 2022 geht 
hervor, dass der Patient seit zwei bis drei Monaten Schmerzen im Bereich der rechten Schulter 
verspüre. Er bringe diese eigentlich nicht in Verbindung mit der inzwischen verheilten Clavicu-
lafraktur rechts. Diesbezüglich sei er weiterhin an sich beschwerdefrei. Er arbeite im Verkauf, 
wobei er regelmässig Orangensaft pressen müsse. Dies mache er mit dem rechten Arm noch 
mit deutlicher Belastung. Ein auslösendes Unfallereignis werde nicht angegeben. Die bildge-
benden Abklärungen hätten sodann auch eine vollständig konsolidierte Fraktur und keine neue 
Fraktur sowie eine erhaltene Artikulation im AC-Gelenk gezeigt. Weitere Aufnahmen würden 
einen Humeruskopfhochstand als möglichen Hinweis auf eine Supraspinatusläsion zeigen. Wei-
ter seien keine höhergradigen ossären degenerativen Veränderungen festgehalten worden. 
 
7.5 Gestützt auf eine MR-Arthrografie der rechten Schulter vom 9. September 2022 erhob 
Dr. med. G.____, stellvertretender Oberarzt der Radiologie am Spital C.____, eine transmurale 
Subscapularissehnenruptur von ca. 50 % des kranialen Sehnen Footprint am Tuberculum mi-
nus mit assoziiertem Kapseldefekt und Pulleyläsion. Aufgrund der ausgeprägten assoziierten 
Ganglien handle es sich am ehesten um einen chronischen Defekt. 
 
7.6 Nach Überweisung an die Schultersprechstunde im Spital H.____ hielt  
Prof. Dr. med. I.____, Stellvertreter Teamleitung Schulter/Ellbogenorthopädie, in seiner Anam-
nese vom 25. Oktober 2022 fest, dass der Patient von einer deutlichen Besserung der Schulter-
schmerzen berichte. Er habe jetzt im Sommer schmerzfrei Tennis spielen können. Er sei auch 
vollständig arbeitsfähig in seinem Beruf. Es könne daher durchaus nachvollzogen werden, dass 
er aktuell keine operative Versorgung der Subscapularisläsion wünsche. In Abweichung zum 
Bericht des Spitals C.____ vom 22. August 2022 hielt Dr. I.____ fest, dass die Beschwerden 
(an der Schulter) im weiteren Verlauf ca. acht bis neun Monate nach dem Unfall (vom 1. Sep-
tember 2019) aufgetreten seien. Im Bericht vom 3. Februar 2023 schilderte er, dass der Patient 
über eine weitgehende Beschwerdepersistenz berichte. Im Dezember sei es zu einer 
Schmerzepisode gekommen. Tennis sei aufgrund der Schulterschmerzen nicht möglich gewe-
sen. Weiterhin klage der Patient über ein teilweise störendes Osteosynthesematerial, das lokal 
im Bereich der rechten Clavicula bei Status nach Osteosynthese im September 2019 auch auf-
trage. Es sei folgendes Vorgehen vereinbart worden: Der Patient werde in den nächsten Wo-

 

 
 
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chen versuchen, seinen Sport wiederaufzunehmen und Tennis zu spielen. Im Falle von wieder-
einsetzenden oder sich verstärkenden Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, werde er 
die geplante Operation durchführen lassen. Der Beschwerdeführer liess sich dann auch am 3. 
April 2023 einer Schulteroperation unterziehen. 
 
7.7 Auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin kam die Versicherungsmedizine-
rin Dr. D.____ in ihrer Stellungnahme vom 12. April 2023 zum Schluss, dass die Rotatorenman-
schettenläsion nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei. Es bestünde kein zeitlicher 
Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom September 2019. Es handle sich um eine Krankheit, 
womit die Operation zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung gehe. 
 
7.8 Gemäss der orthopädischen Einschätzung von Dr. med. J.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 1. Juni 2023 würden die diagnos-
tizierten Verletzungen gut zu den vom Patienten beschriebenen, in den präoperativen Berichten 
festgehaltenen Beschwerden passen. Eine höhergradige Partialruptur der Supraspinatussehne 
sowie die beschriebene Oberrandläsion der Subscapularissehne, hierzu begleitend noch die 
SLAP-Läsion im Bereich des Bizepsankers, seien aus degenerativen Gründen bei einem ver-
gleichsweise jungen Patienten mit aktuell 53 Jahren unwahrscheinlich. Es sei daher mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit von einer unfallbedingten Ursache auszugehen. 
 
7.9 In Kenntnis der neuen medizinischen Akten ergänzte Dr. D.____ ihre Stellungnahme 
am 12. Juli 2023 wie folgt: Es ergäben sich insofern neue Gesichtspunkte, als bei der OP auch 
das Osteosynthesematerial an der Clavicula entfernt worden sei, was zu Lasten UVG gehe. 
Bezüglich der Rotatorenmanschettenläsion und SLAP-Läsion halte sie an ihrer Beurteilung fest, 
dass hier der zeitliche Kausalzusammenhang zum Ereignis (vom September 2019) nicht erstellt 
sei. Es fehle an entsprechenden Initial- und Brückensymptomen. In diesem Zusammenhang 
verwies die Versicherungsmedizinerin auf die Echtzeitdokumentation des Spitals C.___ und ihre 
Untersuchung vom 2. Juni 2020.  
 
8.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom  
12. Februar 2024 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse, zu 
denen die Versicherungsärztin Dr. D.____ in ihren Beurteilungen vom 12. April 2023 und  
12. Juli 2023 gekommen war. Sie ging demzufolge davon aus, dass die geklagten Schulterbe-
schwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang zum 
Unfallereignis vom 1. September 2019 stünden. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, 
dass begründete Zweifel an der Beurteilung der versicherungsinternen Ärztin bestünden und 
daher nicht darauf abgestützt werden könne. 
 
8.2 Betreffend die streitige Kausalitätsfrage ist hervorzuheben, dass die Beschwerdegeg-
nerin den medizinischen Endzustand im Nachgang an den Unfall von 2019 für erreicht erklärte 
und mit unangefochtener Verfügung vom 25. Juni 2020 ihre Versicherungsleistungen einstellte. 
Vor diesem Hintergrund kann es sich, wenn überhaupt, bei der fraglichen Schulterverletzung 
nur um einen Rückfall oder eine Spätfolge im Sinne von Art. 11 UVV handeln, welche(r) an das 
Unfallereignis vom 1. September 2019 anschliesst (vgl. E. 3.2 hiervor). Nachdem die dargelegte 

 

 
 
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Rechtsprechung zu den Rückfällen respektive Spätfolgen anwendbar ist (vgl. E. 5.3 hiervor), 
kann der Beschwerdeführer aus dem von ihm aufgeführten Bundesgerichtsentscheid 
8C_419/2014, wonach der Unfallversicherer das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des 
Unfalls zu einem später auftretenden Gesundheitsschaden nachzuweisen hätte, nichts zu sei-
nen Gunsten ableiten. In solchen Konstellationen obliegt es vielmehr dem Beschwerdeführer 
als Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem als Rückfall/Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Hierbei 
gilt es den Umstand zu berücksichtigen, dass die geklagten Schulterschmerzen erstmals im 
August 2022 aktenkundig Erwähnung finden (vgl. E. 7.4 hiervor). Es besteht also eine zeitliche 
Differenz von nahezu drei Jahren zum Unfallereignis, an welches der Beschwerdeführer anzu-
schliessen behauptet. Durch den relativ grossen zeitlichen Abstand zwischen dem Unfall und 
der erstmaligen Erwähnung der Schulterbeeinträchtigung sind an den Wahrscheinlichkeitsbe-
weis der Unfallkausalität erhöhte Anforderungen zu stellen. 
 
8.3 In ihrer Beurteilung vom 12. Juli 2023 verneinte Dr. D.____ den zeitlichen Kausalzu-
sammenhang zwischen den geklagten Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom  
1. September 2019 massgeblich deshalb, weil es an entsprechenden Initialsymptomen fehle. 
Tatsächlich sind der Echtzeitdokumentation des Spitals C.____ keine Hinweise auf eine Schul-
terverletzung zu entnehmen. Aus den unmittelbar nach dem Unfallereignis ergangenen Akten 
geht zwar hervor, dass sich der Beschwerdeführer am 1. September 2019 bei einem Sturz mit 
dem Mountainbike am rechten Schlüsselbein und an den Rippen verletzte. Hingegen ergeben 
sich zu diesem unfallnahen Zeitpunkt keine Hinweise auf eine Verletzung der rechten Schulter. 
Eine solche lässt sich auch weder aus den Unfallmeldungen vom 2. September respektive  
12. September 2019 entnehmen, noch finden sich im Austrittsbericht des Spitals C.____ vom  
10. September 2019 allfällige Hinweise auf die geklagten Schulterbeschwerden. Auch in den 
weiteren initialen Arztberichten bleibt eine Ruptur der Subscapularissehne unerwähnt. Der Be-
schwerdeführer wendet zwar ein, dass im Jahr 2019 lediglich ein MRI des Thorax gemacht 
worden sei, ein Schulter-MRI hingegen ausgeblieben sei. Die Schädigung der Schulter sei zu 
diesem Zeitpunkt schlicht übersehen worden, weshalb sie auch in der Echtzeitdokumentation 
nicht erwähnt werde. Dieser Einwand verfängt jedoch insofern nicht, als der Beschwerdeführer 
zu diesem unfallnahen Zeitpunkt überhaupt nicht von Schulterschmerzen berichtet hatte. Hätte 
der Beschwerdeführer schon 2019 über solche Schmerzen geklagt, ist davon auszugehen, 
dass eine entsprechende Bildgebung erfolgt wäre. Die Schulterbeweglichkeit war jedoch ge-
mäss den Akten bis zum Jahr 2022 schlichtweg kein Thema. Selbst zum Zeitpunkt der Untersu-
chung bei Dr. D.____ vom 2. Juni 2020 gab der Beschwerdeführer nach wie vor keine Schmer-
zen im Bereich der rechten Schulter an. Bezeichnenderweise focht er dann auch die Einstellung 
der Übernahme der Heilungskosten nicht an, welche die Beschwerdegegnerin gestützt auf die-
se Untersuchung verfügt hatte. 
 
8.4 Dr. D.____ verneinte in ihrer Beurteilung vom 12. Juli 2023 den zeitlichen Kausalzu-
sammenhang der Schulterbeschwerden zum fraglichen Unfallereignis auch aufgrund fehlender 
Brückensymptome. Dies steht insofern mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Ein-
klang, als der Unfallversicherer spätere Gesundheitsstörungen nur dann übernehmen muss, 
wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 

 

 
 
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2010, 8C_113/2010, E. 2.3). Im Sprechstundenbericht vom 22. August 2022 gab der Be-
schwerdeführer an, dass er erst seit zwei bis drei Monaten im Bereich der rechten Schulter 
Schmerzen verspüre, welche er sodann auch nicht in Verbindung mit der inzwischen verheilten 
Claviculafraktur bringe. Durch diese klare zeitliche Angabe des Schmerzbeginns an der Schul-
ter ungefähr Mitte 2022 und dem Unfall von 2019 kann eine rechtsprechungsgemäss notwendi-
ge Brückensymptomatik nicht mehr hergestellt werden. Wäre es beim Fahrradsturz vom  
1. September 2019 tatsächlich zu einer Ruptur der Subscapularissehne gekommen, hätten die 
Schmerzen schon viel früher und allenfalls heftiger eintreten müssen. Daran ändert auch das 
Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, dass in der Anamnese von Dr. I.____ vom  
25. Oktober 2022 festgehalten sei, dass die Schulterbeschwerden bereits acht bis neun Monate 
nach dem Unfallereignis im September 2019 aufgetreten seien. Wenn der Beschwerdeführer 
nämlich selbst eine abweichende Angabe betreffend die eintretenden Schmerzen zu einem 
späteren Zeitpunkt tätigt, kann er im Hinblick auf die im Sozialversicherungsrecht geltende Pra-
xis der "Aussage der ersten Stunde" daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten (BGE 121 V 45 
E. 2a mit Hinweisen). So sind die ersten, intuitiven Angaben der versicherten Person regelmäs-
sig als glaubhafter einzustufen als im Nachgang dazu gemachte, allenfalls gar widersprechende 
Aussagen, welche auch von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt sein können  
(Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 8C_741/2014, E. 4.2). Im vorliegenden Fall ist 
aktenkundig festgehalten, dass die Schulterschmerzen erstmalig zwei bis drei Monate vor dem 
Spätsommer 2022 verspürt worden sind. Zwischen der Beurteilung von Dr. D.____ vom 2. Juni 
2020, worin der medizinische Endzustand festgelegt wurde, und der erstmals wieder dokumen-
tierten Untersuchung am 4. August 2022 lag weder eine Arbeitsunfähigkeit vor noch fand eine 
Behandlung statt. Insoweit kann der Beschwerdeführer den Nachweis eines Kausalzusammen-
hangs zwischen den Schulterbeschwerden und dem Unfall von 2019 nicht mit dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbringen und hat die Folgen der Beweislast zu tragen 
(vgl. E. 5.3 hiervor). 
 
8.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass Dr. D.____ in ihren Beurteilungen 
schlüssig, wenn auch etwas kurz, begründete, weshalb nicht von einem Kausalzusammenhang 
zwischen den geklagten Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 1. September 2019 
auszugehen ist. Mit ihrem Verweis auf die fehlenden Initial- und Brückensymptome ist nachvoll-
ziehbar dargelegt, dass die Rotatorenmanschettenläsion und die SLAP-Läsion nicht überwie-
gend wahrscheinlich unfallkausal bedingt sind. Vor diesem Hintergrund erfüllt die Beurteilung 
von Dr. D.____ die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an einen beweiskräfti-
gen Arztbericht zu stellen sind (vgl. E. 6 hiervor). Der Beschwerdeführer vermag dagegen nichts 
vorzubringen, was an dieser versicherungsinternen Einschätzung auch nur schon geringe Zwei-
fel auslösen und somit deren Beweiskraft in Frage stellen würde. Es ist somit nicht zu bean-
standen, dass sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des medizinischen Sachver-
halts massgeblich auf die Ergebnisse der Beurteilung von Dr. D.____ abstützte.  
 
8.6  Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass kein rechtsgenüglicher Kausalzu-
sammenhang zwischen den als Rückfall oder Spätfolge postulierten Schulterbeschwerden und 
dem Unfallereignis vom 1. September 2019 besteht.  
 

 

 
 
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9.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des Vorliegens einer Listenver-
letzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG leistungspflichtig ist. 
 
9.2 Das Institut der unfallähnlichen Körperschädigung wurde mit der UVG-Revision vom 
25. September 2015 (in Kraft seit 1. Januar 2017) neu auf Gesetzesstufe in Art. 6 Abs. 2 UVG 
verankert. Die Gesetzessystematik legt nahe, dass Abs. 1 (Unfall) und Abs. 2 (Listenverletzung) 
unabhängig voneinander sind und grundsätzlich jeder Tatbestand einzeln zu prüfen ist (BGE 
146 V 51 E. 8.5). Liegt eine Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer nach deren Mel-
dung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis 
im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer nach Art. 6 Abs. 1 UVG 
leistungspflichtig. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG 
erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grund-
sätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vor-
wiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1). 
 
9.3 Mit Art. 6 Abs. 2 UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der 
Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von 
seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 2008, 
BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 
S. 33). Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Dies 
heisst allerdings nicht, dass die Unfallkriterien überhaupt keine Relevanz mehr hätten. So ist 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rahmen des Entlastungsbeweises auch einem 
allfälligen schädigenden Geschehen Rechnung zu tragen (BGE 146 V 51 E. 8.2.1). 
 
9.4 Liegen sowohl ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG als auch eine Listenverlet-
zung vor, ist zu differenzieren. Ist die Listenverletzung auf das Unfallereignis zurückzuführen, ist 
der Unfallversicherer so lange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf 
unfallfremden Ursachen beruht. Steht hingegen – wie im vorliegenden Fall – fest, dass das Un-
fallereignis keine auch nur geringe Teilursache der Listenverletzung bildet, so erübrigt sich eine 
Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG, solange kein anderes initiales Ereignis als 
Verletzungsursache in Frage kommt (BGE 146 V 51 E. 9.2). Grund dafür ist, dass ein initial er-
innerliches und benennbares Ereignis – nicht zuletzt aufgrund der Bedeutung des zeitlichen 
Anknüpfungspunktes – auch nach der UVG-Revision relevant ist. Fehlt es an einem solchen 
Ereignis, besteht keine Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG. 
 
9.5 Durch den am 1. September 2019 erfolgten Fahrradsturz des Beschwerdeführers liegt 
ein anerkanntes Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG vor. Wie vorstehend ausgeführt, ist 
jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass kein Kausalzusammen-
hang zwischen dem Fahrradsturz mit Claviculafraktur und den Mitte 2022 diagnostizierten 
Schulterbeschwerden besteht (vgl. E. 8.3 ff. hiervor). Insofern beruht dieser Gesundheitsscha-
den auf unfallfremden Ursachen, weshalb für die Beschwerdegegnerin betreffend die Schulter-
beschwerden auch keine Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 1 UVG besteht. Bei der fraglichen 

 

 
 
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Subscapularissehnenruptur handelt es sich zwar um eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 
lit. f UVG, wodurch für die Beschwerdegegnerin eine subsidiäre Leistungspflicht entstehen 
könnte. Eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG bestünde jedoch nur, wenn 
noch ein anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage kommt. Aus dem Sprech-
stundenbericht des Spitals C.____ vom 22. August 2022 geht allerdings hervor, dass der Be-
schwerdeführer neben dem erlittenen Fahrradsturz kein (weiteres) unfallähnliches Ereignis be-
nennen konnte (vgl. E. 7.4 hiervor). Für ein solches Ereignis ergeben sich schliesslich auch aus 
den übrigen Akten keinerlei Hinweise, weshalb sich eine weitere Prüfung der Leistungspflicht 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG erübrigt. Die Beschwerdegegnerin ist folglich auch nicht aufgrund des 
Vorliegens einer Listenverletzung für die Subscapularissehnenruptur leistungspflichtig. 
 
10. Zusammenfassend folgt aus dem Ausgeführten, dass die Beschwerdegegnerin im an-
gefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Februar 2024 einen Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Versicherungsleistungen für die beklagten Beschwerden an der rechten Schulter zu 
Recht abgelehnt hat. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, 
weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
11. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren in Sozial-
versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht zu beachtenden Abs. 2bis für die Parteien kos-
tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozess-
ausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.