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**Case Identifier:** f1f23586-5b9c-5f12-b698-5256feb41d83
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.01.2015 200 2014 608
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-608_2015-01-20.pdf

## Full Text

200 14 608 IV und
200 14 609 IV (2)
KOJ/SHE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Januar 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 20. Mai und 21. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 20. August 2009 mit Hinweis auf eine Krebser-
krankung erstmals bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 
1). Diese führte daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen 
durch. Insbesondere gestützt auf den Abklärungsbericht Haushalt (AB 12) 
sowie den Bericht von Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 13), bei-
de vom 14. Januar 2010, stellte die IVB mit Vorbescheid vom 20. Januar 
2010 (AB 14) bei einem in Anwendung der gemischten Methode (50% Er-
werb, 50% Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad von 16% die Abweisung 
des Leistungsbegehrens in Aussicht. Mit Verfügung vom 9. März 2010 (AB 
15) entschied die IVB wie im Vorbescheid angekündigt. Die Verfügung 
blieb unangefochten.

B.

Am 1. September 2011 meldete sich die Versicherte wegen eines im Juli 
2011 erlittenen Rückfalls zum bekannten Krebsleiden wiederum bei der IVB 
zum Leistungsbezug an (AB 16). Diese tätigte erneut erwerbliche und me-
dizinische Abklärungen. Insbesondere gestützt auf den Bericht von 
Dr. med. D.________ vom 9. Mai 2012 (AB 33), den Abklärungsbericht 
Haushalt vom 11. Mai 2012 (AB 34) sowie den Abklärungsbericht Hilflo-
senentschädigung für volljährige Versicherte in der IV vom 18. Mai 2012 
(AB 35) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 21. Mai 2012 (AB 36) bei ei-
nem in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerb, 30% Haushalt) 
ermittelten Invaliditätsgrad von 17% die Abweisung des Rentenbegehrens 
in Aussicht; mit Vorbescheid vom 22. Mai 2012 (AB 37) kündigte sie weiter 
an, den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung zu verneinen. Nach Er-
hebung von Einwänden seitens der Versicherten (AB 43 und 45) sowie 
dem Einholen eines weiteren Berichts bei Dr. med. D.________ vom 11. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 3

Juli 2012 (AB 46) verfügte die IVB am 16. (AB 47) und 17. Juli 2012 (AB 
48) wie in den Vorbescheiden angekündigt. Die dagegen am 14. Septem-
ber 2012 erhobene Beschwerde (AB 49/4 ff.) hiess das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern mit Urteil vom 11. Februar 2013 (VGE IV/2012/861 und 
862) in dem Sinne gut, als es die angefochtenen Verfügungen aufhob und 
die Sache an die IVB zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuen Ver-
fügung zurückwies. In der Folge liess diese die Versicherte bei der 
E.________ (MEDAS) polydisziplinär untersuchen; deren Gutachten datiert 
vom 18. Juli 2013 (AB 70.1). Nach Einholung eines weiteren Abklärungsbe-
richts Haushalt (AB 71) und eines Abklärungsberichts Hilflosenentschädi-
gung für volljährige Versicherte der IV, beide vom 23. September 2013 
(AB 72), stellte die IVB mit Vorbescheid vom 26. September 2013 (AB 73) 
bei einem in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerb, 30% 
Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad von 31% per 2012 bzw. 30% per 2013 
erneut die Ablehnung des Leistungsbegehrens auf eine Invalidenrente in 
Aussicht, mit Vorbescheid vom 27. September 2013 (AB 74) desjenigen auf 
eine Hilflosenentschädigung. Nach Erhebung von Einwänden seitens der 
Versicherten (AB 77 und 80) sowie Einholung eines weiteren Berichts bei 
Dr. med. D.________ vom 19. März 2014 (AB 85) sowie des Abklärungs-
dienstes der IVB (nachfolgend Abklärungsdienst) vom 5. (AB 88) und 13. 
Mai 2014 (AB 89) verfügte die IVB am 20. (AB 90) und 21. Mai 2014 (AB 
91) wie in den Vorbescheiden angekündigt.

C.

Mit Eingabe vom 20. Juni 2014 liess die Versicherte hiergegen Beschwerde 
erheben mit folgenden Rechtsbegehren:

„ 1. Die beiden Verfügungen vom 20.5.2014 bzw. 21.5.2014 seien aufzuheben und es 
sei der Beschwerdeführerin eine ganze Rente sowie eine Hilflosenentschädigung 
leichten Grades zuzusprechen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu ver-
pflichten, den Sachverhalt neu abzuklären.

2. Der Beschwerdeführerin sei das Recht zur unentgeltlichen Prozessführung zu 
gewähren.

- unter Entschädigungsfolge -“

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 4

Die Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 23. Juni 2014 das Rechts-
begehren Nr. 1 dahingehend ändern, als neu als Hauptbegehren neben 
dem Ausrichten einer ganzen Rente der IVB eine Hilflosenentschädigung 
mittleren Grades beantragt werde. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 7. August 2014 auf Ab-
weisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. August 2014 hiess der Instrukti-
onsrichter das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechts-
pflege (betreffend Verfahrenskosten) gut.

Die Beschwerdeführerin liess dem angerufenen Gericht am 1. September 
2014 den Bericht der Klinik F.________ vom 26. August 2014 (Akten der 
Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 11) zukommen. Auf die ihr 
gewährte Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen, verzichtete die Be-
schwerdegegnerin am 19. September 2014 explizit.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bilden die Verfügungen vom 20. (AB 90) 
und 21. Mai 2014 (AB 91). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Rente und eine Hilflosenentschädigung und in 
diesem Zusammenhang insbesondere die Vollständigkeit der Sachver-
haltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 6

und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). 
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

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gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Be-
sonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er-
werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheits-
fall mit Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig 
oder im Haushalt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen 
sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichti-
gen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin-
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 
125 V 146 E. 2c S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). Dabei sind die konkrete 
Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der 
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 
und 4 IVV). Dies gilt auch für Revisionsgesuche im Sinne von Art. 17 
Abs. 1 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie analog, wenn die 

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versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung er-
neut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; 
ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Auf die Neuanmeldung vom 1. September 2011 (AB 16) ist die Be-
schwerdegegnerin am 15. November 2011 eingetreten (AB 24). Die dies-
bezüglichen Voraussetzungen (aArt. 87 Abs. 3 und 4 IVV in der bis am 31. 
Dezember 2011 gültigen Form) sind daher nicht zu prüfen. Zu prüfen ist 
dagegen, ob seit der rentenabweisenden Verfügung vom 9. März 2010 
(AB 15) eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts-

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grad erheblichen (erwerblichen und/oder medizinischen) Tatsachen einge-
treten ist, und gegebenenfalls, ob der Invaliditätsgrad ein rentenbegrün-
dendes Ausmass erreicht hat (vgl. E. 2.5 hiervor). Diesbezüglich hat das 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern im VGE IV/2012/861 und 862, E. 3.2 
Folgendes festgehalten: 

„Der ursprünglichen Rentenabweisung vom 9. März 2010 (AB 15) lag die Annahme 
zugrunde, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu je 50% im Erwerb 
und im Aufgabenbereich tätig wäre (Abklärungsbericht Haushalt vom 14. Januar 
2010; AB 12, S. 3 f. Ziff. 3.5 und 4). Nach erneuter Abklärung vor Ort vom 2. Mai 
2012 ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass die Beschwerdefüh-
rerin ihr Erwerbspensum erhöht hätte, dies weil die jüngste Tochter demnächst die 
obligatorische Schulzeit abschliessen werde und nun selbständig sei (Abklärungs-
bericht Haushalt vom 2. Mai 2012; AB 34, S. 4 f. Ziff. 3.5 und 4). Der Umstand, 
dass sich der Status, d.h. das im (hypothetischen) Gesundheitsfall geltende zah-
lenmässige Verhältnis zwischen Aufgaben- und Erwerbsbereich, seit Erlass der 
rentenabweisenden Verfügung vom 9. März 2010 (AB 15) verändert hat, stellt ei-
nen Neuanmeldungsgrund dar (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 sowie ULRICH 
MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl. 2010, S. 376). 
Folglich ist der Rentenanspruch - wie bei der Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG - frei und umfassend zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200).“

Somit ist erstellt, dass ein Neuanmeldungsgrund zufolge Statusänderung 
gegeben und daher der Rentenanspruch auch vorliegend frei zu prüfen ist.

3.2 Was die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin bis zum 
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Februar 2013 
(VGE IV/2012/861 und 862) betrifft, so führte dieses aus, aufgrund der sich 
widersprechenden Berichte der RAD-Ärztin Dr. med. D.________ und der 
Ärztin der involvierten Klinik F.________, Dr. med. G.________, könne die 
Frage nach der zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht zuverläs-
sig beantwortet und die Invaliditätsbemessung damit nicht durchgeführt 
werden (E. 3.4.2). Mangels schlüssig begründeter medizinischer Angaben 
zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen sei auch nicht auf den 
Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 18. Mai 2012 (AB 35) abzu-
stellen (E. 3.5). Das Gericht wies die Sache zurück an die Beschwerde-
gegnerin, damit sie weitere Abklärungen veranlasse und hernach neu ver-
füge (E. 3.6).

3.3 Hinsichtlich der medizinischen Situation der Beschwerdeführerin 
nach dem erwähnten kantonalen Gerichtsurteil kann den Akten Folgendes 
entnommen werden:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 10

3.3.1 Am 27. und 29. Mai 2013 wurde die Beschwerdeführerin durch Gut-
achter der MEDAS polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch, 
endokrinologisch und onkologisch) untersucht. Im gestützt hierauf verfass-
ten Gutachten vom 18. Juli 2013 (AB 70.1) kamen die Gutachter im We-
sentlichen zu folgenden Schlussfolgerungen:

Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein papilläres 
Schilddrüsenkarzinom rechts (S. 16 Ziff. 5.1). Die Beschwerdeführerin gebe 
verschiedene Beschwerden bei verschiedenen Organsystemen an; sie 
fühle sich vor allem zu müde und zu schwach für irgendetwas. Objektiv im 
Vordergrund stehe das papilläre Schilddrüsenkarzinom. Diese Situation sei 
aus endokrinologischer und auch aus onkologischer Sicht evaluiert worden. 
Aus den ausführlichen Beurteilungen der Teilgutachten gehe hervor, dass 
residuelles Tumorgewebe vorhanden sei, welches wahrscheinlich bis zum 
jetzigen Zeitpunkt hochdifferenziert sei, dementsprechend gut auf die Un-
terdrückung des TSH (Wachstumsfaktor) reagiere und bislang offensicht-
lich noch nicht entdifferenziert sei. Gleichwohl könne von einem grundsätz-
lich fortgeschrittenen Tumorleiden gesprochen werden, welches jederzeit in 
eine weiter aktive Wachstumsphase mit dann infaustem Verlauf wechseln 
könne. Bei der fortgeschrittenen Tumorerkrankung könne aus endokrinolo-
gischer und onkologischer Sicht eine klare Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit bestätigt werden; für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe eine 
50%-ige Arbeitsfähigkeit. Körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten 
seien nicht mehr zumutbar. Aus allgemeininternistischer Sicht bestünden 
keine weiteren Befunde und Diagnosen, die aus anderweitiger somatischer 
Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe ebenfalls keine relevante, aktive Diagnose. 
Möglicherweise seien gewisse subjektive Beschwerden im Sinne einer 
Symptomausweitung zu deuten und im Sinne einer Verdachtsdiagnose auf 
eine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostisch zu erwähnen. Zusammen-
fassend resultiere aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit für 
schwere und auch mittelschwere Tätigkeiten. Für körperlich leichte Tätig-
keit bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% (S. 16 f. Ziff. 
6.2). Diese Einschränkung bestehe aufgrund der anamnestischen Anga-
ben, der Untersuchungsbefunde, der Akten sowie der früher attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten wahrscheinlich seit Jahren. Eine genaue Zurückdatie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 11

rung sei schwierig. Mit Sicherheit sei die Einschätzung ab Untersuchungs-
zeitpunkt vom Mai 2013 zu bestätigen. Mit Wahrscheinlichkeit habe die 
Arbeitsunfähigkeitseinschätzung auch schon bei der Wiederanmeldung im 
Mai [recte: September] 2011 bestanden (S. 17 Ziff. 6.3). Im Haushalt sei 
von einer Einschränkung von 40% auszugehen, ausgenommen die Voror-
tabklärung könne eine höhere Arbeitsfähigkeit nachweisen, ohne Einbezug 
von allfälligen selbstlimitierenden Faktoren (Ziff. 6.4). Die Beschwerdefüh-
rerin halte sich für vollständig arbeitsunfähig, was aufgrund der vorliegen-
den Befunde nur teilweise nachvollzogen werden könne. Sowohl somatisch 
wie insbesondere auch psychiatrisch sei ihr die Willensanstrengung zumut-
bar, einer Erwerbstätigkeit von 50% nachzugehen (Ziff. 6.5).

3.3.2 Gemäss dem Bericht der Klink F.________ betreffend die Untersu-
chung vom 19. August 2013 (AB 84/3 f.) habe die Beschwerdeführerin über 
starke Kopfschmerzen und eine Spannung im Nackenbereich berichtet. 
Neu würden ihr seit ca. einem Monat die Beine einschlafen. Im Vergleich 
zum letzten Mal bestehe eine vermehrte Müdigkeit, jedoch keine Nervo-
sität. Bezüglich Schlaf bestünden Ein- und Durchschlafstörungen sowie ein 
erhöhter Nachtschweiss (ebenfalls neu seit ca. zwei bis drei Monaten), 
tagsüber schwitze sie ebenfalls vermehrt (S. 1). 

3.3.3 Wie dem Bericht der Klinik F.________ vom 18. März 2014 (AB 86) 
zu entnehmen ist, habe die Beschwerdeführerin anlässlich der Konsultation 
vom 11. Februar 2014 ausser über die aktuellen Zahnschmerzen über kei-
ne neuen Beschwerden berichtet. Gelegentlich fühle sie sich weiterhin mü-
de und schläfrig (S. 1). Klinisch, sonographisch und laborchemisch ergebe 
sich auch weiterhin ein stabiler Krankheitsverlauf bei relativ konstantem 
Nachweis des Tumormarkers Thyreoglobulin (S. 2). 

3.3.4 Gemäss dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 19. März 2014 
(AB 85) sei der 2003 festgestellte und dann bis 2004 behandelte Schilddrü-
senkrebs seit 2004 stabil, wie die Befunde der Untersuchungen von Bild-
gebung und Labor zeigen würden. Die Beschwerdeführerin sei adipös und 
habe nun seit 2011 auch einen Diabetes Typ 2 entwickelt. In der Einspra-
che würden Knieschmerzen erwähnt. Solche seien 2009 und 2010 von der 
Beschwerdeführerin thematisiert worden, jetzt aber nicht mehr. Sie habe 
sich wegen dieser angegebenen Schmerzen auch nicht in Behandlung be-

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geben. Von einer beginnenden Kniegelenksarthrose sei bei dieser adipö-
sen Beschwerdeführerin auszugehen. Eine leichte bis maximal mittel-
schwere Arbeit sei dennoch zumutbar, mit Vorteil eine Tätigkeit in Wech-
selbelastung. Einschränkungen ergäben sich für eine solche angepasste 
Tätigkeit aus körperlicher Sicht nicht, entgegen der Schlussfolgerungen im 
MEDAS-Gutachten, in welchem auf Grund des onkologischen und des en-
dokrinologischen Teilgutachtens eine 50%-ige Einschränkung für leichte 
Arbeit postuliert worden sei. Bei endokrinologisch mit Schilddrüsenhormon 
auf Normalwerte (oder leicht darüber) substituiertem Hormon und bei Stabi-
lität des Tumors seit 2004 sei dies für beide Teilgutachten nicht nachvoll-
ziehbar. Dagegen kämen sowohl das allgemeininternistische wie auch das 
psychiatrische Teilgutachten zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit nicht 
eingeschränkt sei, da keine diesbezüglichen gesundheitlichen Einschrän-
kungen vorlägen (S. 10).

3.3.5 Dem Bericht der Klinik F.________ vom 26. August 2014 (BB 11) ist 
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einem metastasierten 
Schilddrüsenkarzinom mit vorhandenen Tumorablegern in den Knochen 
(Brustwirbelsäule, Kreuzbein, linksseitiges Becken u. ISG) sowie in der 
Lunge leide (S. 1). Erfreulicherweise würden die Metastasen seit der letz-
ten Therapie einen stabilen Verlauf zeigen. Im Falle des hier vorliegenden 
differenzierten Schilddrüsenkarzinoms bedeute dies, dass noch ein gewis-
ser Grundstoffwechsel vorhanden sei, was durch den messbaren Tumor-
marker dokumentiert sei, die Metastasen aber keine Wachstumstendenz 
zeigen würden. Tatsache sei bei langjährig stabilen Verläufen wie bei der 
Beschwerdeführerin aber, dass die Patienten mit noch vorhandenem Tu-
morgewebe leben würden und dieses, auch wenn es nur einen begrenzten 
Grundstoffwechsel habe, das Allgemeinbefinden beeinflusse und eine Fa-
tigue auslösen könne. Dieses habe sich bei der Beschwerdeführerin zu 
einer chronischen Fatigue entwickelt, so dass es aktuell als von der Krebs-
erkrankung unabhängiges Krankheitsbild zu verstehen sei. Die chronische 
Fatigue werde in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt. Bei der Be-
schwerdeführerin sei von einer schweren Form auszugehen, da gemäss 
Angehörigengespräch bereits Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit in 
Mitleidenschaft gezogen seien und der häusliche Bereich aus eigenem 
Antrieb nicht mehr verlassen werde. Dr. med. G.________ führte aus, aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 13

Gesprächen mit den Angehörigen wisse sie, dass die Beschwerdeführerin 
aktuell nicht in der Lage sei, den eigenen Haushalt alleine zu bewältigen, 
d.h. selbständig einzukaufen, Essen zuzubereiten, regelmässige Reinigun-
gen vorzunehmen. Eine zusätzliche Putztätigkeit sei, auch wenn sie nur 
reduziert ausgeführt werde, in dieser Situation nicht denkbar (S. 2). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.5 Das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 18. Juli 2013 (AB 
70.1) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen und 
erbringt vollen Beweis (vgl. E. 3.4 hiervor). Die Fachärzte haben sich in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 14

ihren Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen 
auseinandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen 
gestützt auf ihre Untersuchungen sowie die Akten in schlüssiger und nach-
vollziehbarer Weise dargelegt. Die Ausführungen in den Beurteilungen der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begründet. In 
der Folge ist darauf abzustellen. Die hiergegen von der Beschwerdeführe-
rin und Beschwerdegegnerin vorgebrachten Einwände ändern daran, wie 
nachfolgend gezeigt wird, nichts.

Nicht gefolgt werden kann den Ausführungen der Beschwerdeführerin be-
treffend eine Cancer related Fatigue bzw. einem Chronic Fatigue Syndrom. 
Die Klinik F.________ stellte in ihren Berichten betreffend die Untersu-
chungen von Dezember 2011 bis Februar 2014 zwar ein tumorbedingtes 
Fatigue Syndrom (AB 84/15) bzw. ein Fatigue Syndrom (AB 84/13, 84/10, 
84/7, 84/5, 84/3, 86/2) fest, dies jedoch lediglich unter den Nebendiagno-
sen, womit davon auszugehen ist, dass diese Erkrankung keine wesentli-
che Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit hat. Gegenteiliges 
lässt sich den Berichten jedenfalls nicht entnehmen. Was die im Bericht 
vom 26. August 2014 (BB 11) erstmals gestellte Nebendiagnose eines 
„ausgeprägten chronischen Fatigue Syndroms“ betrifft, können deren allfäl-
ligen Auswirkungen offen bleiben, da die im besagten Bericht geschilderten 
„aktuellen“ Gegebenheiten den Sachverhalt nach Erlass der hier angefoch-
tenen Verfügungen vom Mai 2014 (AB 90 f.) betreffen und vorliegend un-
berücksichtigt zu bleiben haben, da sich der zeitliche Überprüfungshorizont 
des angerufenen Gerichts grundsätzlich nur bis zu den angefochtenen Ver-
fügungen erstreckt (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 2008 IV Nr. 8 
S. 25 E. 3.4). Im Übrigen ist der Kritik der Beschwerdeführerin entgegenzu-
halten, dass die Gutachter der MEDAS sehr wohl die geklagte Müdigkeit im 
Gutachten (AB 70.1) berücksichtigten. So stellten sowohl bei der allgemei-
ninternistischen Untersuchung Dr. med. H.________, Fachärztin für Allge-
meine Innere Medizin FMH, als auch bei der psychiatrischen Untersuchung 
Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
fest, die Beschwerdeführerin habe sich über Schläfrigkeit beklagt (S. 6 Ziff. 
3.1.1 und S. 8 Ziff. 4.1.1.2). Auch führte der endokrinologische Gutachter, 
PD Dr. med. J.________, Facharzt für Endokrinologie/Diabetologie und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 15

Allgemeine Innere Medizin FMH, aus, die Beschwerdeführerin berichte 
über multiple Beschwerden, darunter namentlich rasche Erschöpfbarkeit, 
Müdigkeit und Leistungsverminderung (S. 11 Ziff. 4.2.1). Diese Symptoma-
tik sei im Sinne einer B-Symptomatik auf die Tumorerkrankung sowie die 
suppressive Schilddrüsenhormontherapie zurückzuführen (S. 12 Ziff. 
4.2.4); insgesamt bestehe eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 30-50% 
(Ziff. 4.2.5). Der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kann sodann ent-
nommen werden, dass sich die Beschwerdeführerin „zu müde und zu 
schwach für irgendetwas“ fühle (S. 16 Ziff. 6.2). Somit ist erstellt, dass die 
Müdigkeit offensichtlich bei der Bemessung der Leistungsfähigkeit mitein-
bezogen wurde. Ob dies nun im Rahmen der endokrinologischen Diagnose 
eines Schilddrüsenkarzinoms oder im Rahmen einer separat diagnostizier-
ten Fatigue erfolgt, ist sekundär; praxisgemäss ist für die Frage einer allfäl-
ligen Invalidisierung einer Erkrankung nicht die Diagnose entscheidend, 
sondern die Auswirkung eines Gesundheitsschadens auf die Leistungs-
fähigkeit. Diese wurde hier von den Gutachtern im Rahmen ihres Auftrages 
bestimmt, was nicht zu beanstanden ist. Soweit die Beschwerdeführerin 
geltend macht, es sei ein allfälliges Chronic Fatigue Syndrom nicht abge-
klärt worden und die Schmerzen seien zu Unrecht nicht als Symptom der 
Cancer related Fatigue anerkannt worden, betrifft dies medizinische Frage-
stellungen, welche in den Kompetenzbereich der Gutachter fallen. Soweit 
entsprechende Diagnosen aus gutachterlicher Sicht nicht in Frage kom-
men, erübrigt sich auch eine Auseinandersetzung damit. Dies gilt vorlie-
gend umso mehr, als die von der Beschwerdeführerin erwähnten Diagno-
sen von anderer medizinischer Seite gar nicht gestellt worden sind.

Gleiches gilt, soweit die Beschwerdeführerin das Vorliegen einer Schmerz-
verarbeitungsstörung sowie fehlende Abklärungen hinsichtlich einer larvier-
ten depressiven Störung mit somatischem Syndrom geltend macht. Wenn 
die Gutachter keine entsprechende Diagnose stellen, ist dies weder mit 
Blick auf die Natur und die Erfüllung des gutachterlichen Auftrags noch in 
Anbetracht der übrigen Akten, aus welchen sich keine hinreichenden An-
zeichen für einen entsprechenden Gesundheitsschaden ergeben, zu bean-
standen. Ein Mangel des Gutachtens kann auch nicht darin erblickt werden, 
dass lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt wird. Ob eine Diagnose ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 16

stellt werden kann oder nicht, ist Sache des medizinischen Sachverständi-
gen. 

Was die Rüge betrifft, es seien die Foerster-Kriterien nicht abgehandelt und 
insbesondere ein primärer Krankheitsgewinn nicht abgeklärt worden, ist 
festzuhalten, dass eine somatoforme Schmerzstörung oder eine andere 
Erkrankung, welche die Anwendung der Schmerzrechtsprechung nach sich 
ziehen würde, im vorliegenden Fall nicht diagnostiziert worden ist. Wie die 
Beschwerdeführerin zu Recht angibt, würde die von ihr geltend gemachte 
Cancer related Fatigue ohnehin nicht unter die unklaren syndromalen Be-
schwerdebilder fallen (BGE 139 V 346 E. 3.4 S. 348), so dass sich die 
Auseinandersetzung mit den Foerster-Kriterien auch unter diesem Aspekt 
erübrigt. 

Beizupflichten ist der Beschwerdeführerin insoweit, als der Onkologe be-
treffend Kniebeschwerden weitere Abklärungen angeregt hat. Dies betrifft 
indessen nicht die Frage der Arbeitsfähigkeit, sondern vielmehr jene der 
Ursache der Kniebeschwerden, äussert sich der Gutachter doch in der 
fraglichen Passage des Gutachtens (S. 15 Ziff. 4.3.5 Abs. 1) zur Frage, 
welche Auswirkungen die Tumormanifestationen haben, wozu die Schmer-
zen im rechten Knie nicht gehören. Hinweise auf eine durch die Kniebe-
schwerden verursachte Arbeitsunfähigkeit lassen sich weder den gutach-
terlichen Ausführungen noch den übrigen medizinischen Unterlagen ent-
nehmen. Auch mit Blick auf das abschliessend definierte Zumutbarkeitspro-
fil (hälftige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten; S. 16 f. Ziff. 6.2) beste-
hen keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine zusätzliche Arbeitsun-
fähigkeit wegen den angegebenen Knieschmerzen rechts. Was die ergän-
zend angeregten Blutuntersuchungen betrifft, gilt ebenfalls, dass der Gut-
achter von deren Ergebnis keine Folgen in Bezug auf das Zumutbar-
keitsprofil ableitet. 

Soweit schliesslich eine unsorgfältige Anamnese im psychiatrischen Teil-
gutachten behauptet wird, kann der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht 
gefolgt werden. Angesichts der unauffälligen psychischen Vorgeschichte 
ohne jegliche fachärztlichen Kontaktaufnahmen und Behandlungen sowie 
der objektiven Befunde des Gutachters sind dessen Erhebungen hinrei-
chend und die gezogenen Schlüsse plausibel. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 17

Ebenfalls ändern die Ausführungen der RAD-Ärztin Dr. med. D.________ 
vom 19. März 2014 (AB 85) hinsichtlich der endokrinologischen und onko-
logischen Teilgutachten nichts an deren Schlüssigkeit. Die anderslautende 
Feststellung der RAD-Ärztin, wonach für leichte Tätigkeiten keine Ein-
schränkungen bestehen (S. 10), ist nicht nachvollziehbar und überzeugt 
nicht. Sie vermag die Schlüssigkeit der interdisziplinären Schlussfolgerun-
gen, insbesondere der Feststellung, dass bei einer angepassten Tätigkeit 
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit besteht, nicht zu entkräften, zumal Dr. med. 
D.________ nach wie vor an ihrer früheren Auffassung festhält, wonach die 
Beschwerdeführerin im Rahmen des Anforderungs- und Belastungsprofils 
vollumfänglich arbeitsfähig sei. Das Verwaltungsgericht hat indessen be-
reits in seinem Urteil vom 11. Februar 2013 (VGE IV/2012/861 und 862) 
verbindlich festgehalten, dass diese Einschätzung nicht zu überzeugen 
vermag (S. 12 E. 3.4.2). Dass Dr. med. D.________ Kritik an den endokri-
nologischen und onkologischen Teilgutachten übt, überzeugt ebenfalls 
nicht, zumal sie in diesen Fachdisziplinen über keine hinreichende fachli-
che Qualifikation verfügt, um hierüber eine abschliessende Beurteilung 
abzugeben (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Mai 2014, 
8C_906/2013, E. 4.1). Ihren fehlenden spezialärztlichen Titel für die hier 
sich stellenden Fragen hat das angerufene Gericht bereits in VGE 
IV/2012/861 bemängelt (E. 3.4.2).

Demnach ist gestützt auf das Gutachten vom 18. Juli 2013 (AB 70.1) er-
stellt, dass bei der Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht eine 
klare Einschränkung der Leistungsfähigkeit besteht und ihr lediglich eine 
50%-ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten attestiert werden 
kann; körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten sind nicht mehr 
zumutbar.

4.

Weiter ist der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, in welchem 
sie als Gesunde erwerbstätig wäre, zu prüfen.

Nicht streitig und durch die Akten belegt ist, dass im vorliegenden Fall die 
gemischte Methode zur Anwendung kommt (E. 2.3 hiervor). Bei der ur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 18

sprünglichen Rentenablehnung im Jahre 2010 (AB 15) ging die Beschwer-
degegnerin aufgrund der Erhebung vor Ort vom 28. Dezember 2009 
(AB 12) von einem Status 50% Erwerb, 50% Haushalt aus. Diese Annahme 
erscheint unter Berücksichtigung der damaligen Familienverhältnisse zu-
treffend, da die jüngste Tochter zu diesem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt war. 
In der Verfügung vom 20. Mai 2014 (AB 90) ging die Beschwerdegegnerin 
nun von einem Status 70% Erwerb und 30% Haushalt aus; die Beschwer-
deführerin ist demgegenüber der Meinung, ein Status 90% Erwerb, 10% 
Haushalt sei korrekt. 

Die Beschwerdeführerin hat bereits anlässlich der Haushaltsabklärung im 
Mai 2012 (AB 34) gegenüber dem Abklärungsdienst erklärt, sie würde bei 
guter Gesundheit seit mindestens Juli 2011 zu 80% bis 100% arbeiten (S. 3 
Ziff. 3.5). Dies scheint plausibel, zumal die jüngste Tochter im Sommer 
2011 fast 15 Jahre alt war, ihr gegenüber fast keine Betreuungsaufgaben 
mehr anfielen und man zudem von ihr ebenfalls erwarten konnte, dass sie 
im Haushalt mithilft. Hinzu kommt, dass der Ehemann der Beschwerdefüh-
rerin im Dezember 2011 wieder arbeitslos wurde (Ziff. 3.6) und somit ange-
nommen werden kann, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum wegen 
der prekären finanziellen Lage erhöht hätte, zumal die älteste Tochter die 
Eltern finanziell unterstützte, wenn es „eng“ wurde (Ziff. 3.6). Dagegen 
überzeugen die nicht näher begründeten Ausführungen der Beschwerde-
gegnerin, wonach „nach allgemeiner Lebenserfahrung“ die Beschwerdefüh-
rerin bei guter Gesundheit das Arbeitspensum auf 60-80% erhöht hätte 
(Ziff. 3.5), nicht. Was die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Verfügung vom 
20. Mai 2014 (AB 90) betrifft, ergibt sich nichts, was die Annahme aussch-
liessen würde, die Beschwerdeführerin würde zu 80-100% arbeiten. Die 
Tochter war zu diesem Zeitpunkt fast 18 Jahre alt und bedurfte somit keiner 
massgeblichen Betreuung mehr. Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat 
zwar im Mai 2013 wieder eine Arbeit gefunden (AB 71 S. 2 Ziff. 2.1), auf-
grund seiner arbeitsrelevanten Vorgeschichte (er war im Dezember 2009 
arbeitslos, fand danach eine Stelle, welche er im Dezember 2011 aber be-
reits wieder verloren hat [AB 34 S. 3 Ziff. 3.5]) ist diesbezüglich eine Lang-
zeitprognose jedoch unklar, zumal er sich ebenfalls bei der IV zum Leis-
tungsbezug angemeldet hat. Auch wird die Familie seitens der älteren 
Töchter, welche nun ausgezogen sind, finanziell nicht mehr unterstützt (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 19

71 S. 4 Ziff. 3.6) und ist stattdessen auf Leistungen der Sozialhilfe ange-
wiesen. Aufgrund sämtlicher Umstände ist mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheits-
fall in einem Pensum von 80-100% erwerbstätig wäre. Es ist daher für die 
Bestimmung des Status im Erwerbsfall vom Mittelwert, d.h. 90% auszuge-
hen; im Haushalt ist dementsprechend ein Anteil von 10% festzulegen.

5.

5.1 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3.1 hiervor).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 20

strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 
S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

5.4 Aufgrund der Ausführungen im Gutachten vom 18. Juli 2013 (AB 
70.1) ist von einer Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit seit der 
Wiederanmeldung im September 2011 auszugehen (S. 17 Ziff. 6.3). Unter 
zusätzlicher Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG ist der Einkommens-
vergleich sechs Monate nach der Wiederanmeldung, d.h. per 1. März 2012 
vorzunehmen.

5.5 Was das Valideneinkommen betrifft, hat die Beschwerdegegnerin 
zu dessen Berechnung auf die LSE-Tabellen abgestellt, was nicht zu bean-
standen ist. Die Beschwerdegegnerin hat auf die LSE 2010 abgestellt und 
hier gestützt auf den Totalwert beim Anforderungsprofil 4 (einfache und 
repetitive Tätigkeiten) bei Frauen ein monatliches Einkommen von 
Fr. 4‘225.-- ermittelt. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft, Heft 11, 2014, S. 88, Ta-
belle B 9.2, Totalwert) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwick-
lung von je 1% für die Jahre 2011 und 2012 (Tabelle T39 des BfS: Entwick-
lung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-
2013) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 53‘917.-- (Fr. 4‘225.-- x 12 
Monate / 40 Stunden x 41.7 Stunden x 101% x 101%). Für das Gericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 21

besteht kein Anlass, die aktuellen Werte der LSE 2012 beizuziehen, zumal, 
wie nachfolgend gezeigt wird, ohnehin für das Validen- und Invalidenein-
kommen der gleiche Tabellenlohn herangezogen wird. Entgegen der Be-
rechnung der Beschwerdegegnerin ist jedoch nicht von einer mutmassli-
chen erwerblichen Tätigkeit von 70%, sondern von 90% auszugehen (vgl. 
E. 4 hiervor). Das massgebende Valideneinkommen beträgt somit 
Fr. 48‘525.30 (Fr. 53‘917.-- x 90%).

5.6 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht umsetzt, 
ist für die Bemessung des Invalideneinkommens ebenfalls auf die statisti-
schen Zahlen der LSE abzustellen (vgl. E. 5.3 hiervor). In einer leidensan-
gepassten Tätigkeit besteht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50%. 
Gestützt auf die Zahlen der LSE 2010 (vgl. E. 5.5 hiervor) hätte die Be-
schwerdeführerin im Jahr 2010 bei einem Pensum von 50% ein Einkom-
men von Fr. 26‘958.50 (Fr. 53‘917.-- x 50%) erzielt.

Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom Tabellenlohn im 
Umfang von 10% erscheint aufgrund der Gesamtsituation, namentlich unter 
Berücksichtigung der leidensbedingten Einschränkung, sachgerecht. Die 
anderen zu berücksichtigenden Kriterien lassen keinen weiteren Abzug 
vom Tabellenlohn zu, zumal diese invaliditätsfremden Gesichtspunkte (Al-
ter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) auch bei der Festset-
zung des ebenfalls statistisch erhobenen Valideneinkommens zu berück-
sichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, 
E. 5). Damit reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 24‘262.65 
(Fr. 26‘958.80 x 0.9).

5.7 Bei einer invaliditätsbedingten Einbusse von Fr. 24‘262.65 
(Fr. 48‘525.30 - Fr. 24‘262.65) resultiert ein Invaliditätsgrad im Erwerb von 
gewichtet 45% (Fr. 24‘262.65 / Fr. 48‘525.30 x 100% x 90%).

6.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen und der 
IV-Grad in diesem Bereich zu ermitteln (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Der Ab-
klärungsdienst führte nach 2009 (AB 12) und 2012 (AB 34) am 20. August 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 22

2013 eine weitere Abklärung vor Ort betreffend Einschränkung im Haushalt 
durch (AB 71). Er ermittelte eine Arbeitsunfähigkeit von 8% im Haushalt 
(S. 9 ff.). Am 5. Mai 2014 verfasste der Abklärungsdienst eine weitere Stel-
lungnahme (AB 88).

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2). Im Falle einer Beeinträchtigung der 
geistigen Gesundheit stellt der Abklärungsbericht im Haushalt ein geeigne-
tes Beweismittel für die Bemessung der Invalidität der betroffenen Perso-
nen dar. Stimmen jedoch die Ergebnisse der Haushaltabklärung nicht mit 
den ärztlichen Feststellungen der Behinderungen im gewohnten Tätigkeits-
bereich überein, so haben Letztere in der Regel mehr Gewicht als die im 
Haushalt durchgeführte Abklärung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1 S. 468).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 23. September 2013 (AB 71) 
sowie die Ausführungen auf Seite 3 der Stellungnahme des Abklärungs-
dienstes vom 5. Mai 2014 (AB 88) erfüllen die Anforderung der Rechtspre-
chung gemäss E. 6.1 hiervor. Die Feststellungen der fachkundigen Ab-
klärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Be-
schwerdeführerin sowie deren Tochter durchgeführten Erhebungen und 
berücksichtigen die von den Gutachtern festgestellten gesundheitsbeding-
ten Einschränkungen resp. das Zumutbarkeitsprofil (AB 70.1 S. 16 ff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 23

Ziff. 6). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der 
Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert, und den Einschränkungen sowie 
den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung ge-
tragen; Fehleinschätzungen weist er keine auf. In der Folge ist auf diesen 
abzustellen und die Angabe im MEDAS-Gutachten vom 18. Juli 2013 (AB 
70.1 S. 17 Ziff. 6.4), wonach im Haushalt eine 40%-ige Einschränkung be-
steht, ist nicht massgebend. 

Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringen lässt, überzeugt nicht. 
Die MEDAS-Gutachter haben explizit ausgeführt, ihre Einschätzung einer 
Einschränkung von 40% gelte nur, wenn eine Vorortabklärung nicht klar 
eine höhere Arbeitsfähigkeit nachweisen könnte. Eine solche konnte in 
diesem Fall aber gerade ermittelt werden. Entgegen der in der Beschwerde 
vertretenen Auffassung ändert Rz 3083.1 des Kreisschreibens über Invali-
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) daran nichts, zu-
mal im vorliegenden Fall das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin 
weder wegen psychischen noch kognitiven Aspekten, sondern aufgrund 
eines organischen Gesundheitsschadens vermindert ist. 

6.3 Zusammenfassend ist an der errechneten gewichteten Arbeitsun-
fähigkeit im Haushalt von 0.8% (AB 71 S. 11) nichts auszusetzen und es 
besteht kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen. 

6.4 Insgesamt ergibt sich somit ein massgebender Invaliditätsgrad 
(Haushalt und Erwerb) von 46%. Ob zusätzlich Wechselwirkungen gemäss 
BGE 134 V 9 zu berücksichtigen sind, kann offen bleiben, da selbst unter 
Anrechnung einer maximal zulässigen Einschränkung von 15% im ge-
wichtsmässig weniger bedeutsamen Aufgabenbereich Haushalt ein gewich-
teter Invaliditätsgrad von zusätzlich 1.5% (15% x 0.1) und damit ein Ge-
samt-Invaliditätsgrad von weniger als 50% resultiert. Die Beschwerdeführe-
rin hat demnach ab 1. März 2012 Anspruch auf eine Viertelsrente.

7.

Weiter ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschä-
digung zu prüfen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 24

7.1

7.1.1 Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Ge-
sundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder 
der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Die Hilflosigkeit wird 
nach den Kriterien von Art. 37 IVV in schwer, mittelschwer und leicht abge-
stuft. Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt ebenfalls 
eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der 
Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist 
nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme 
einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben 
sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische Begleitung 
angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 Abs. 3 
IVG).

7.1.2 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person 
vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Le-
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 
angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen 
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV).

Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in er-
heblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies 
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder

c. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf le-
benspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist 
(Art. 37 Abs. 2 IVV).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 25

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen vor-
ausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe 
von Hilfsmitteln 

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-

wändigen Pflege bedarf;
d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren kör-

perlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher 
Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV 
angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

7.1.3 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

- Ankleiden, Auskleiden; 

- Aufstehen, Absitzen, Abliegen; 

- Essen; 

- Körperpflege; 

- Verrichtung der Notdurft; 

- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 26

7.1.4 Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer 
Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige ver-
sicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung 
der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig woh-
nen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung 
auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft ge-
fährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c).

Ziel der lebenspraktischen Begleitung ist es, den Eintritt einer versicherten 
Person in ein Heim nach Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern. 
Das Wohnen einer versicherten Person bei den Eltern schliesst den An-
spruch auf lebenspraktische Begleitung nicht aus. Massgebend ist einzig, 
dass sich die versicherte Person nicht in einem Heim aufhält (BGE 133 V 
450 E. 5 S. 461; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.2.1). Ob die lebensprakti-
sche Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht, ist für den Anspruch auf Hilflo-
senentschädigung nicht bedeutsam (BGE 133 V 472 E. 5.3.2 S. 476). Der 
Anspruch auf lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit Be-
einträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. 
Auch andere Behinderte können einen Bedarf an lebenspraktischer Beglei-
tung geltend machen. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Men-
schen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3 S. 455; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 50 E. 2.2.2 
und Nr. 26 S. 81 E. 4.3).

Im Rahmen der lebenspraktischen Begleitung gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a 
IVV ist die direkte und indirekte Dritthilfe zu berücksichtigen. Demnach 
kann die Begleitperson die notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten auch 
selber ausführen, wenn die versicherte Person dazu gesundheitsbedingt 
trotz Anleitung oder Überwachung bzw. Kontrolle nicht in der Lage ist (BGE 
133 V 450 E. 10.2 S. 467; SVR 2008 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.2.1).

Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte noch die indi-
rekte) „Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen“ noch die 
„Pflege“ noch die „Überwachung“. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und 
eigenständiges Institut der Hilfe dar. Ist die benötigte Hilfe bereits unter 
dem Gesichtspunkt der Hilfsbedürftigkeit bei den sechs alltäglichen Le-
bensverrichtungen, der Pflege oder der Überwachung berücksichtigt wor-
den, so kann sie daher nicht zusätzlich einen Anspruch auf lebensprakti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 27

sche Begleitung begründen (BGE 133 V 450 E. 9 S. 466; SVR 2009 IV 
Nr. 23 S. 66 E. 2.3; vgl. auch Entscheid des BGer vom 29. Oktober 2007, 
I 46/07, E. 4.2).

7.2 Die Beschwerdegegnerin liess betreffend Hilflosigkeit am 20. Au-
gust 2013 eine Erhebung vor Ort durchführen und verneinte gestützt auf 
den Abklärungsbericht vom 23. September 2013 (AB 72) und die Stellung-
nahme vom 13. Mai 2014 (AB 89) mit Verfügung vom 21. Mai 2014 den 
Hilflosenentschädigungsanspruch der Beschwerdeführerin (AB 91); diese 
fordert eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades (vgl. Eingabe vom 23. 
Juni 2014). Diesbezüglich kann den Akten Folgendes entnommen werden:

7.2.1 Gemäss dem Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für volljäh-
rige Versicherte in der IV vom 23. September 2013 (AB 72) bedürfe die 
Beschwerdeführerin seit Juli 2011 einer dauernden Pflege in Form von Be-
reitstellung und Abgabe von Medikation durch Angehörige (S. 2 Ziff. 3); 
dauernde persönliche Überwachung brauche sie nicht. Betreffend An- und 
Auskleiden könne die Hilfe der Beschwerdeführerin nicht als regelmässig 
und erheblich beurteilt werden. Es seien angepasste Kleider zugelegt wor-
den, was jedoch aufgrund der Schadenminderungspflicht „nachzukommen“ 
(recte wohl: geboten) sei (S. 3 Ziff. 6.1). Bezüglich Aufstehen, Absitzen und 
Abliegen sei sie selbstständig und könne sich ohne Dritthilfe aus dem Bett 
erheben und wieder abliegen; auch um auf den Stuhl zu sitzen und wieder 
daraus aufzustehen benötige sie keine Hilfe (Ziff. 6.2). Was das Essen an-
belangt, habe sie keine Kraft mehr in den Händen und auch Probleme mit 
den Zähnen, weshalb ihr härtere Speisen zerschnitten würden. Die Mahl-
zeiten könne sie ohne Hilfe Dritter zu sich nehmen. Die Dritthilfe in dieser 
Lebensverrichtung sei nicht erheblich im Sinne des Gesetzes und die Be-
schwerdeführerin sei hier mehrheitlich selbstständig (Ziff. 6.3). Betreffend 
Körperpflege und Verrichtung der Notdurft kam der Abklärungsdienst zum 
Schluss, dass die Hilfe in diesen Bereichen nicht als regelmässig und er-
heblich beurteilt werde (S. 4 Ziff. 6.4 f.). Bezüglich Fortbewegung und Pfle-
ge gesellschaftlicher Kontakte könne mit Einsatz von Hilfsmitteln die be-
schriebene Hilflosigkeit vermindert werden. Bereits bei der letzten Ab-
klärung vor Ort sei auf entsprechende Hilfsmittel (Rollator) hingewiesen 
worden (Ziff. 6.6). Zusammenfassend könne gesagt werden, dass die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 28

schwerdeführerin punktuell Hilfe benötige, sie jedoch in den alltäglichen 
Lebensverrichtungen mehrheitlich selbstständig sei. Es sei medizinisch 
zumutbar, dass die Beschwerdeführerin die alltäglichen Lebensverrichtun-
gen selbstständig übernehmen könne, was sie auch tue. Leider nutze sie 
keine Hilfsmittel; diese würden ihr allenfalls im Alltag helfen. Die Abklärung 
ergebe, dass die Beschwerdeführerin in keiner Lebensverrichtung auf er-
hebliche Dritthilfe im Sinne des Gesetzes angewiesen sei. Die Vorausset-
zungen zur Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung seien gemäss Art. 37 
IVV nicht erfüllt (S. 5 Ziff. 7).

7.2.2 Gemäss der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 13. Mai 
2014 (AB 89) sei das Gesuch um Hilflosenentschädigung bereits im Bericht 
vom 18. Mai 2012 (AB 35) erstmals abgewiesen worden, da die von der 
Beschwerdeführerin erwähnten (subjektiven) Einschränkungen bereits da-
mals nicht nachvollziehbar gewesen seien. Aufgrund des Gerichtsurteils 
vom 11. Februar 2013 (VGE IV/2012/861 und 862) sei schliesslich am 
20. August 2013 erneut eine Abklärung der Hilflosigkeit vor Ort erfolgt. Die 
Beschwerdeführerin zeige zum Teil Mühe beim Beschreiben, wieso sie 
gewisse Aufgaben nicht selber ausführen könne. Einerseits seien körperli-
che Beschwerden vorhanden gewesen, andererseits aber habe es vom 
Antrieb her gefehlt (Mühe beim Ankleiden/Körperpflege, weil sie die Arme 
nicht heben/strecken könne, andererseits mache sie den ganzen Tag 
nichts, sie liege mehrheitlich im Bett). Gemäss dem Gutachten vom 18. Juli 
2013 (AB 70.1) sei die psychiatrische Vorgeschichte der Beschwerdeführe-
rin unauffällig. Es liege keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit vor. Dass die Beschwerdeführerin selber ihre Einschrän-
kungen im Alltag bei den alltäglichen Lebensverrichtungen mit keinem Wort 
gegenüber dem Gutachter erwähne, sei zudem erstaunlich. Vom Inhalt her 
zeige die aktuelle Abklärung keine Abweichung zum ehemaligen Bericht 
vom 18. Mai 2012 (AB 35). Bezüglich der medizinischen Situation werde 
wegen Rz 1006 i.V.m Rz 1004 des KSIH auf den Bericht von Dr. med. 
D.________ vom 19. März 2014 (AB 85) verwiesen (S. 2). Aufgrund der 
medizinischen Beurteilung seien die Angaben der Beschwerdeführerin 
nach wie vor nicht nachvollziehbar. Es werde ihr aus medizinischer Sicht 
weiterhin zugemutet, einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen. Dies 
würde nicht nur die Arbeit als solches beinhalten; hinzu kämen hier auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 29

das Bewältigen des Arbeitsweges, das Organisieren des Tages, die Erbrin-
gung des Pensums inkl. Leistung beim Arbeitgeber. Da ihr eine ausser-
häusliche Erwerbstätigkeit zugemutet werde, sollte es ihr auch möglich 
sein, sich selber um die alltäglichen Lebensverrichtungen zu kümmern. 

7.3 Auch betreffend Hilflosigkeit ist wie bei der Invalidität im Haushalt 
grundsätzlich auf den entsprechenden Abklärungsbericht abzustellen und 
nicht auf die ärztlichen Angaben (E. 6.1 hiervor; BGE 130 V 61 E. 6.2 
S. 62 f.). Was die Einschätzung des Inselspitals vom 26. August 2014 be-
trifft, wonach die Beschwerdeführerin ihren Haushalt nicht mehr alleine 
bewältigen könne (BB 11), ist auf diese auch deshalb nicht abzustellen, 
weil sie den Sachverhalt nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
21. Mai 2014 (AB 91) betrifft (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 2008 
IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). 

Was die von der Beschwerdegegnerin für die Beurteilung des Hilflosenent-
schädigungsanspruchs herangezogenen Berichte anbelangt, ist Folgendes 
festzuhalten: Der Abklärungsbericht vom 23. September 2013 (AB 72) ist 
unvollständig. Zwar werden darin die sechs massgeblichen Lebensverrich-
tungen thematisiert (E. 7.1.2 hiervor); die Frage, ob die Beschwerdeführerin 
auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen ist, bleibt jedoch gänzlich 
ungeprüft. Hierzu hat die Verwaltung auch weder im Einwand- noch im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren Stellung genommen, obwohl das Verwal-
tungsgericht im Urteil vom 11. Februar 2013 (VGE IV/12/861 und 862) ex-
plizit darauf hingewiesen hat, dass zum damaligen Zeitpunkt unklar war, ob 
und gegebenenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin u.a. auf 
lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (S. 13 E. 3.5 Abs. 2). Das Ge-
richt führte aus, dass die Beschwerdegegnerin nach Vorliegen neuer medi-
zinischer Erkenntnisse auch diesbezüglich weitere Abklärungen in Betracht 
ziehen müsse. Trotzdem blieb diese Frage in der Folge ungeprüft. Wenn 
der Abklärungsdienst in der Stellungnahme vom 15. Mai 2014 (AB 89) auf 
die Angaben von Dr. med. D.________ vom 19. März 2014 (AB 85) ver-
weist, kann die Beschwerdegegnerin hiervon nichts zu ihren Gunsten ablei-
ten, da der besagte RAD-Bericht weder nachvollziehbar ist noch überzeugt 
(E. 3.5 hiervor). Zu kurz greift auch die Feststellung des Abklärungsdiens-
tes, es scheine bei der Beschwerdeführerin am Antrieb zu fehlen und es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 30

liege keine invalidisierende psychiatrische Diagnose vor (AB 89 S. 2). 
Vielmehr ist der fehlende Antrieb nicht auf ein psychisches Leiden zurück-
zuführen, sondern der invalidisierende, zu einer Leistungseinschränkung 
führende Gesundheitsschaden ist durch das Tumorleiden und damit orga-
nisch bedingt. Unter diesen Umständen durfte die Beschwerdegegnerin 
nicht von den erwähnten zusätzlichen Abklärungen absehen.

7.4 Nach dem Gesagten ist die Sache betreffend Hilflosenentschädi-
gung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Abklärung 
erneut durchführt. Namentlich ist dabei auch die Frage der Notwendigkeit 
einer lebenspraktischen Begleitung zu prüfen. In medizinischer Hinsicht ist 
sodann von einer durch die Tumorerkrankung und die Schilddrüsenhor-
montherapie verursachten raschen Erschöpfbarkeit, Müdigkeit und Leis-
tungsverminderung der Beschwerdeführerin auszugehen.

8.

Zusammenfassend ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Mai 
2014 (Rente; AB 90) dahingehend gutzuheissen, als der Beschwerdeführe-
rin ab dem 1. März 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen ist; jene gegen 
die Verfügung vom 21. Mai 2014 (Hilflosenentschädigung; AB 91) ist da-
hingehend gutzuheissen, als die Verfügung aufzuheben und die Sache 
zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen ist.

9.

9.1

9.1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 31

9.1.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdegegnerin die Verfahrenskosten zu tragen. Da im vorliegenden Fall 
zwei separate Verfügungen angefochten worden sind, werden die Verfah-
renskosten gesamthaft auf Fr. 1‘000.-- festgelegt. 

9.2

9.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

9.2.2 Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin 
C.________ vom 1. September 2014 wird die Parteientschädigung auf Fr. 
1‘519.55 (Aufwand von Fr. 1‘365.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 42.-- und 
Mehrwertsteuer von Fr. 112.55) festgesetzt. Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

9.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Kostenverle-
gung im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, als 

a) die Verfügung vom 20. Mai 2014 aufgehoben und der Beschwerde-
führerin ab 1. März 2012 eine Viertelsrente zugesprochen wird und

b) die Verfügung vom 21. Mai 2014 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Jan. 2015, IV/14/608, Seite 32

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdegegne-
rin zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘519.55 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.