# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4660ba6-2361-527a-a17f-36dd157ed32a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1992-05-13
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 13.05.1992 JAAC 57.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_008_JAAC-57-36--_1992-05-13.pdf

## Full Text

JAAC 57.36

Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 13.
Mai 1992

Procédure de plainte à l’autorité de surveillance (dénonciation).

Même s’il a été porté à la connaissance du dénonciateur, l’acte par
lequel une autorité ne donne pas suite à une dénonciation ne constitue
pas une décision et ne peut faire l’objet ni d’un recours, ni d’une
demande de nouvel examen, mais tout au plus d’une nouvelle plainte
à une autorité de surveillance supérieure.

Aufsichtsbeschwerdeverfahren.

Selbst wenn der Entscheid einer Behörde, einer Aufsichtsbeschwerde
keine Folge zu geben, dem Anzeiger zur Kenntnis gebracht wurde, stellt
dieser Entscheid keine Verfügung dar, gegen welche eine Beschwerde
oder ein Wiedererwägungsgesuch zulässig sind. Möglich ist höchstens
wieder eine Anzeige bei einer übergeordneten Aufsichtsbehörde.

Procedura di ricorso all’autorità di vigilanza (denunzia).

Anche se la risoluzione di un’autorità, secondo cui non va dato
seguito alla denunzia, è stata portata a conoscenza del denunziante,
detta risoluzione non costituisce una decisione contro la quale sia
ammissibile un ricorso o una richiesta di riesame. Al massimo è
possibile una nuova denunzia a un’autorità superiore di vigilanza.

1

Der Bundesrat hatte beschlossen, einer Aufsichtsbeschwerde gegen das
EJPD im Asylbereich keine Folge zu geben. Der Anzeiger beantragte die
Wiedererwägung des Entscheids aufgrund eines Gutachtens. Der Bundesrat
trat auf das Gesuch nicht ein.

Aus den Erwägungen:

1. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass gegen den Entscheid einer Behörde,
einer Aufsichtsbeschwerde keine Folge zu geben, kein ordentliches oder
ausserordentliches Rechtsmittel zur Verfügung steht (VPB 43.82, VPB 50.48).
Ein solcher Entscheid unterliegt höchstens wieder der Anzeige bei einer
übergeordneten Aufsichtsbehörde (Gygi Fritz, Bundesverwaltungsrechtspflege,
Bern 1983, S. 223 f.).

Mit der Wiedererwägung wird eine Behörde ersucht, auf ihre frühere
Verfügung zurückzukommen, sie abzuändern oder aufzuheben (Gygi, a. a. O.,
S. 220).

Der Beschluss einer Behörde, einer Aufsichtsbeschwerde keine
Folge zu geben, hat nicht Verfügungscharakter, auch wenn sie dem
Aufsichtsbeschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde. Dieser Beschluss
stellt somit keinen Akt dar, durch den ein Rechtsverhältnis für die Verwaltung
und den Betroffenen, der auch der Anzeiger sein kann, verbindlich geregelt
wird. Somit entsteht kein ausreichendes Interesse für eine Anfechtung (BGE
102 Ib 85, BGE 103 Ib 158; VPB 50.48).

2. Wie dargelegt, handelt es sich beim Entscheid des Bundesrates, der
Aufsichtsbeschwerde keine Folge zu geben, um keine Verfügung, die
Gegenstand eines Wiedererwägungsverfahrens sein könnte. Mangels
Anfechtungsgegenstandes ist daher auf das Wiedererwägungsgesuch nicht
einzutreten.

2

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_102_Ib_85&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_102_Ib_85&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_103_Ib_158&resolve=1

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 57.36 - Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 13. Mai 1992

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1993
Année

Anno

Band 57
Volume

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Ref. No 150 001 772

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 13. Mai 1992