# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7aeaaa45-9218-587b-a31a-c3984ec389d7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LA250016-O2
**Docket/Reference:** LA250016-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LA250016-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer 

Geschäfts-Nr.: LA250016-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Oberrichterin lic. iur. R. Hürlimann 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 1. Dezember 2025

A._____, 

Kläger und Berufungskläger

in Sachen

gegen

B._____ AG, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Winterthur 

vom 19. Mai 2025 (AH240015-K)

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Rechtsbegehren:
(Urk. 1 S. 1 f.; Prot. I S. 9 ff; sinngemäss)

 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger das reduzierte Versi-

cherungsgeld aus der Kurzarbeit auszugleichen.

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger das Suva Protokoll 

und die anderen notwendigen Sicherheitsdokumente zur Feststel-
lung herauszugeben, ob das Hebegeschäft keine Gefährdung 
oder eine geringe Gefährdung für die Anwender zulässt.

 3. Die Beklagte sei zu verpflichten, über den Sonderfall Gebraucht-
warenmarkt und darüber Auskunft zu geben, unter was für Merk-
malen und Eigenschaften er seine Betriebsmittel zum Tragen von 
Lasten weitergegeben hat.

 4. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger eine 100 % Schuld- 
und Schadenübernahme für das Hebegeschäft mit seinen Arbeits-
bedingungen in schriftlicher Form auszustellen. Sie soll durch die 
Deliktsabklärung des Sachverhalts erfolgen, weil die Revisions-
stelle bekannt gibt, durch Suva Abklärungen sei ein rechtlich zu-
lässiges und technisch sichereres Hebegeschäft vorhanden.

 5. Die Beklagte als Auftraggeber von pflichtigen Ausbildungssicher-

heitszertifikaten soll die mindere Qualität durch das beanstandete 
Hebegeschäft ausgleichen. Insbesondere soll die Beklagte das 
Partizipieren unter Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt mit den Be-
dingungen Auftraggeber, Aussteller und Eigentümer beenden. Sie 
soll Auskunft geben, ob ihre Betriebshaftpflicht Folgeschäden 
durch den nicht richtigen Umgang mit den Ausbildungsrichtlinien 
Suva, VDI und DIN 685 annimmt oder abweist.

 6. Die Beklagte soll verpflichtet werden, die Bedingungen für die An-

nahme oder die Abweisung der Ansprüche aus seiner Betriebs-
haftpflicht offenzulegen.

 7. Die Feststellung auf Pflichtverletzungen durch den hauptverant-

wortlichen Akteur Arbeitgeber soll im Sinne der Arbeitssicherheit 
beurteilt werden. 

 8. Alle massgeblich beteiligten Verträge mit Sicherheitsangaben wie 

Betriebsordnung, Hausordnung, Code of Conduct, GAV, Regle-
mente, die beteiligten Normen usw., die den richtigen Umgang mit 
der Arbeitssicherheit Vorgeben und durch meine Meldung der si-
cherheitswidrigen Umstände bei den bekannten Stellen als akti-
viert gelten, verletzen den integrierten Bestandteil des Arbeitsver-
trages als Entschädigungsfolge.

 9. Das Weisungsrecht als persönlichkeitsverletzende Fachanwei-

sung für meine Mitwirkungsrechte. Aus dem bekannten Gefahren-
satz von der Beilage 14, die durch den Arbeitgeber verweigert 

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wurde, muss der Sicherheitsbeauftragte die Anzeige bei der Suva 
machen. Das Delikt von meiner Unkenntnis vom Suvabesuch 
durch die Weisung, Nichtbesetzung der Arbeitsstelle während des 
Erstellens des Betriebsbesuchprotokolls führt mit allen anderen 
unzulässigen Weisungen zur Entschädigungsfolge.

 10. Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.– wegen den Sicherheits-

bedingungen am wirtschaftlichen Fortkommen.

 11. Einforderung Abklärungen mittels notwendigem Freizeitaufwand.

 12. Die Erschwerniszulagen von 15 % für die unzulässigen Ist – Zu-
stände sind als Rahmenbezifferung des Schadens der Zusatzbe-
anspruchung geltend zu machen.

 13. Ein Nachklagerecht sowie Schadenersatz bleiben ausdrücklich 

vorbehalten.

 14. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-

klagten.

Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Winterthur vom 19. Mai 2025:
(Urk. 23 S. 13 = Urk. 30 S. 13 = Urk. 33 S. 13)

Die Klage wird abgewiesen.

Es werden keine Kosten erhoben.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

[Schriftliche Mitteilung]

[Rechtsmittelbelehrung]

[Rechtsmittelbelehrung]

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Berufungsanträge:
(Urk. 32 S. 2 ff., Urk. 35 S. 1 ff. und Urk. 36 S. 2),

"Das Urteil und Verf[ü]gung vom19.Mai 2025 ist so aufzuheben das ein 
Beweisverfahren eine neue Beurteilung zulässt."

"Die zusammengefasste Klageabweisung der Ziffern 2,3,4,5,6,8 und 9 
ist aufzuheben."

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betreffend Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klage:

"Die Abweisung der Klage hinsichtlich des Rechtsbegehrens Ziffer 1 
ist aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen."
"Das der Kläger keine Umstände nennt für einen unrechtmässigen Be-
zug von Kurzarbeitentschädigung ist aufzuheben. Zu den beschriebe-
nen und vorgetragenen Umstände die sich aus der Voranmeldung er-
geben, als mein zu prüfendes Einverständnis zur Kurzarbeit 2017,soll 
das Gericht den Arbeitgeber oder die genannten Verantwortlichen zur 
Stellungnahme auffordern.
Der Arbeitgeber als Beklagte soll beweisen das mit seinen Anspruchs-
berechtigungen durch die neue Spartenbildung beim Zusammenlegen 
von ausgesteurten Personenkreis mit meinem anspruchsberechtigten 
Personenkreis mein Einverständnis zur Kurzarbeit 2017 zutrifft oder 
nicht zutrifft."
"Es soll eine Arbeitsvertrag zugehörige Arbeitgeberkontrolle durchge-
führt werden."
"Auf die geforderte Rechenschaftsablegung mit dem Einverständnis 
zur Kurzarbeit 2017 muss eingetreten werden. Die Einsprache der 
Verjährung ist für die rechtskonformen Abläufe, dazu aufzuheben."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klage:

"Festhalten an der Herausgabe der Sicherheitsunterlagen die durch 
meine Anzeige zu den Verstössen gegen das UVG erstellt wurden in-
klusive allen Aufnahmen über das Arbeitssystem die der Suva Fach-
mann C._____ anlässlich mit dem Betriebsbesuchprotokoll nach der 
EKAS Richtlinie erfasst hat. Der Bericht über die auferlegten Mass-
nahmen für den Verhaltenstörer Maschinenfabrik B'._____ , die Sank-
tionen von den auferlegten Massnahmen wie Verwarnung , Busse, 
Prämienerhöhung , die Unterlagen mit den Zuständigkeiten der Plan-
genehmigungen nach EKAS Richtlinie Arbeitssicherheit und alle in der 
Beilage 26 gelisteten zugehörigen Unterlagen. Der Wartungsnach-
weis nach dem Unfall für 2015/16/17.
Die Abweisung von Rechtsbegehren Ziffer 2. Ist aufzuheben."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 4 der Klage:

"Der zusammengefasste Entscheid der Vorinstanz mit Ziffer 4. muss 
aufgehoben werden. Die Vorinstanz sei zu Unterweisen die Haftung 
mit einer besseren Intensität und Wirksamkeit für alle Verstösse ge-
gen die Verhaltenvorschriften und materiellen Rechte des beteiligten 
Zustands auszuführen."
"Die Differenz der wichtigen Unterlassung im Urteil Verfügung vom 
19. Mai 2025 im Rechtsbegehren Ziffer 4. soll an die Klage mit dem 
Rechtsbegehren Ziffer 4. angepasst werden.
Die Schuld an der verweigerten Mitwirkung für vermeidbare Gefahren 
und die Schuld des verweigerten rechtlichen Gehörs mit nicht auszu-
schliessenden internationalem Charakter auf dem Gebrauchtwaren-
markt, entstanden aus den nationalen Beziehungen der Faktenlage 
und muss gemäss Rechtsbegehren Ziffer 4. weitergeführt werden"

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betreffend Rechtsbegehren Ziffer 5 der Klage:

"Die Verletzung der Ausbildungspflicht gestützt auf das UVG Art 112 
1d., Art. 112 2b. mit Bezug auf die Kranverordnung Art. 1, Art. 13 c.d. 
e., Art 5 c, Art. 6 muss infolge der bestrittenen Stellungnahme des Ar-
beitgebers mit seiner Beweislast zur widerrechtlichen Unterlassung 
mit dem richtigen Umgang von Sicherheitsdokumenten die auch einer 
Überwachungspflicht unterstehen ,der geforderten Leistung nachkom-
men. Hierzu muss die Aufhebung der zusammenfassenden Klageab-
weisung mit dem Rechtsbegehren Ziffer 5. Durch Ihre Überprüfung 
des begründeten Antrags angenommen werden."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 6 der Klage:

"Der Erstinstanzliche Entscheid vom Rechtsbegehren Ziffer 6 kann 
unter Vorbehalt nach Ablauf der Notfrist Rechtskräftig werden.
Das Auskunftsbegehren zu einer Suva unabhängigen Haftpflichtversi-
cherung wird zurückgezogen."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 9 der Klage:

"Die zusammenfassende Ziffer 9 in der Klage als Rechtsbegehren ist 
aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 11 der Klage:

"Die Beilage 36 gilt als detaillierte Transparente Kostenaufstellung
Im Zusammenhang mit vermuteten Verstössen der Arbeitssicherheit 
sind falsche Angaben.
Die beurteilte Abweisung ist Aufzuheben.:"
"Der Kettenriss ist ein hundertprozentiger Verstoss gegen das UVG 
und somit gegen die Arbeitssicherheit. act. 6 . Der zusammenhän-
gende Unfall wurde noch dem Sicherheitsdienst gemeldet und nicht 
protokolliert. Art. 45 UVG. Die Reperatur ist Mangelhaft. Beilage12 
und 13."

betreffend Rechtsbegehren Ziffer 12 der Klage:

"Die Berufungsbeklagte anerkennt das, dass untere und mittlere Ka-
der die Sicherheitsgrundsätze durch die eingereichten alle oben ste-
henden Verbesserungsvorschläge und Dokumentation in der Arbeits-
icherheit der angegebenen Fachbereiche widerrechtlich verletzt hat
Zudem ist auf den Antrag 12 vom 26. April 2025 1Seite gemäss dem 
bewiesenen Sachverhalt , Antrag und Begründung einzutreten."

betreffend Sistierung:

"Die angeforderte begründete Sistierung soll im Urteil eingetragen 
werden mit dem Dokument unter der Geschäftsnummer:AH240015-
K/Z03 als begründet angeforderter qualifizierter Sistierentscheid vom 
Berufungskläger verlangt."

- 6 -

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Der  Kläger  war  vom  1. August  1996  bis  30. September  2020  Arbeitnehmer 

der Beklagten (Urk. 1 Rz 10 und Urk. 3/9-10). Er stützt seine Klage im Wesentli-

chen auf sein Nichteinverständnis mit der Kurzarbeit im Jahr 2017 und Beanstan-

dungen hinsichtlich der Arbeitssicherheit. Auslöser für Letzteres war ein Kettenriss 

an der Krananlage … im Oktober 2014, bei dem es ausschliesslich zu Sachscha-

den kam (Urk. 1, Urk. 1a, Urk. 6 S. 2, Urk. 10/13, Urk. 20/2-3 und Prot. I S. 10 ff.).

2. Mit Eingabe vom 14. Mai 2024 (überbracht am 16. Mai 2024) machte der Klä-

ger unter Einreichung der Klagebewilligung des Friedensrichteramts D._____ vom 

18. März 2024 das vorliegende Verfahren bei der Vorinstanz hängig (Urk. 1, Urk. 

1a  und  Urk. 2).  Hinsichtlich  der  Prozessgeschichte  vor  Vorinstanz  kann  auf  das 

angefochtene  Urteil  verwiesen  werden  (Urk. 30  E. I.).  Dieses  erging  am  19. Mai 

2025 (Urk. 30).

3.

Dagegen erhob der Kläger innert Frist (vgl. Urk. 24; Art. 311 Abs. 1 ZPO) mit 

mehreren  Eingaben  Berufung  mit  den  eingangs  wiedergegebenen  Anträgen 

(Urk. 32, Urk. 34 und Urk. 36). Sein sinngemässes Fristwiederherstellungsgesuch 

(Urk. 29) ist deshalb als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 242 ZPO; 

OGer ZH NG250007 vom 5. September 2025 E. 2.1 m.w.H.).

4.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-28). Da sich die Beru-

fung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – sogleich als offensichtlich unzulässig bzw. 

unbegründet  erweist,  kann  auf  weitere  Prozesshandlungen  verzichtet  werden 

(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuale Vorbemerkungen

1.

Rügeobliegenheit

Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Verfahrens 

dar,  sondern  ist  nach  der  gesetzlichen  Konzeption  als  eigenständiges  Verfahren 

ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.H. auf die Botschaft zur Schweizerischen 

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ZPO, BBl 2006, S. 7374; statt vieler OGer ZH LA230009 vom 22. Mai 2024 E. II.3). 

Die  Berufung  hat  Berufungsanträge  zu  enthalten.  Der  Berufungskläger  darf  sich 

nicht darauf beschränken, lediglich die Aufhebung des angefochtenen erstinstanz-

lichen Entscheids zu beantragen, sondern er muss einen Antrag in der Sache stel-

len.  Fehlen  genügende  Berufungsanträge,  ist  auf  die  Berufung  nicht  einzutreten 

(OGer  ZH  NP240029  vom  7. November  2024  E. 2.a  m.w.H.).  In  der  schriftlichen 

Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist zudem hinreichend genau aufzuzeigen, 

inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-

haft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt voraus, 

dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er an-

ficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser 

Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklä-

rungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstel-

len sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Ver-

weisung  auf  frühere  Vorbringen  oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht 

(vgl. BGE 141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Ok-

tober 2013 E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1; 4A_274/2020 vom 

1. September 2020 E. 4; 4A_206/2024 vom 25. Juni 2025 E. 3.1.2). Stützt sich der 

angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der 

Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinanderset-

zen.  Das  Gleiche  gilt  im  Falle  einer  Haupt-  und  Eventualbegründung  (OGer  ZH 

LB140047 vom 5. Februar 2015 E. III.1.a; ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). 

Diese formellen Anforderungen an eine Berufungsbegründung gelten grundsätzlich 

auch bei Laieneingaben (vgl. BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 2.4; BGer 

5A_82/2013  vom  18.  März  2013  E.  3.3.3).  Erfüllt  die  Berufung  grundlegende  In-

haltsanforderungen  nicht,  fehlt  es  an  einer  Eintretensvoraussetzung  und  die 

Rechtsmittelinstanz hat darauf nicht einzutreten (BGer 5D_215/2015 vom 16. März 

2016 E. 3.1 m.w.H.).

2.

Klageänderung und Noven

Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn die Vor-

aussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind und sie auf neuen Tatsa-

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chen und Beweismitteln beruht (Art. 317 Abs. 2 ZPO), die nach Art. 317 Abs. 1 und 

Abs. 1bis ZPO im Berufungsverfahren vorgebracht bzw. eingereicht werden können. 

Die Klageänderung muss zudem durch die Noven veranlasst worden sein (ZK ZPO-

Hilber/Reetz, Art. 317 N 86). Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungs-

verfahren nur noch zulässig respektive zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – 

ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 

lit. b ZPO). Die Berufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfas-

send überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und 

beurteilen. Alles, was relevant ist, muss grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanz-

liche Verfahren eingebracht werden (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10). Die Par-

tei, die neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten und 

zu  beweisen,  dass  dies  ohne  Verzug  geschieht.  Will  eine  Partei  unechte  Noven 

geltend  machen,  so  trägt  sie  die  Beweislast  für  deren  Zulässigkeit  (BGer 

5A_330/2013 vom 24. September 2013 E. 3.5.1, OGer ZH LA230029 vom 7. März 

2024 E. II.1.2).

III. Beurteilung der Berufung

1.

Berufung betreffend Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klage

1.1. Die Vorinstanz erwog, mit Ablauf von fünf Jahren würden die Forderungen 

von Arbeitnehmern aus dem Arbeitsverhältnis verjähren (Art. 128 Ziff. 3 OR). Da 

die vom Kläger geltend gemachte Lohnforderung auf das Jahr 2017 zurückgehe, 

sei die Verjährung bei Klageeinreichung im Jahr 2024 bereits eingetreten, wie die 

Beklagte eingewendet habe (Urk. 6). Die begründete Verjährungseinrede führe zur 

Abweisung des Leistungsbegehrens, weshalb die Klage hinsichtlich des Rechtsbe-

gehrens Ziffer 1 abzuweisen sei (Urk. 30 E. 2.b). Sodann führte die Vorinstanz aus, 

aus welchen Gründen das Rechtsbegehren Ziffer 1 im Übrigen (mithin ohne Ver-

jährungseinrede) abzuweisen gewesen wäre (Urk. 30 E. 2.c).

1.2. Hinsichtlich der Verjährung verweist der Kläger einzig auf seine Ausführun-

gen  vor  Vorinstanz  (Urk. 32  S. 3  mit  Verweis  auf  Urk. 20/3),  womit  er  seine  Rü-

geobliegenheit verletzt (vgl. E.II.1). Die durch den Kläger beantragte Aufhebung der 

- 9 -

Verjährungseinrede für rechtskonforme Abläufe (Urk. 32 S. 4) fällt ausser Betracht, 

da die Verjährungsregeln gerade die Schaffung von Rechtssicherheit und Rechts-

frieden bezwecken  (CHK  OR-Killias/Wiget,  Art. 127  N 2  m.w.H.).  Eine  Auseinan-

dersetzung mit den klägerischen Berufungsbegehren und Beanstandungen in Be-

zug auf die vorinstanzliche Zweitbegründung zu Rechtsbegehren Ziffer 1 (Urk. 30 

E. 2.c) erübrigt sich, zumal der Kläger auf die vorinstanzliche Erstbegründung (Ver-

jährung) bloss ungenügend eingeht (vgl. E. II.1). Im Übrigen enthält das Berufungs-

begehren diesbezüglich auch unzulässige neue Anträge (vgl. E. II.2). Der Kläger 

schweigt sich darüber aus, auf welche im Berufungsverfahren zulässigen Noven er 

seine Anträge stützt. Zudem ist grundsätzlich nur das Dispositiv eines Entscheids 

anfechtbar,  nicht  jedoch  die  diesem  zugrunde  liegende  Begründung  als  solche 

(BGE  106  II  117  E. 1,  BGer  5A_886/2021  vom  14.  April  2022  E.  2.3,  OGer  ZH 

PQ230042 vom 27. Juli 2023 E. III.2.3.4). Auf das Berufungsbegehren betreffend 

das Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klage ist nicht einzutreten.

2.

Berufung betreffend Rechtsbegehren Ziffer 2, 4, 5, 6, 8 und 9 der Klage

2.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Kläger zusammengefasst vorbringe, die Be-

klagte  habe  die  aus  Art. 328  OR  fliessenden  Pflichten  zur  Rücksichtnahme  auf 

seine Gesundheit als Arbeitnehmer verletzt. So habe sie es unterlassen, Wartungs-

vorschriften  für  eine  elektrische  Kettenzugkrananlage  einzuhalten.  Im  Oktober 

2014 sei daher eine Last infolge eines Kettenrisses abgestürzt. Es sei zwar nur zu 

Sachschaden an der Last und dem darunter liegenden Maschinenteil gekommen; 

indes hätte es durchaus zu einem grösseren Personenschaden kommen können, 

da man zum Manövrieren der Last in deren Nähe sein müsse. Da die Krananlage 

danach nicht fachgerecht repariert worden sei, habe er mit der ständigen Furcht 

vor einem neuerlichen Vorfall seine Arbeit verrichten müssen. Seine Interventionen 

beim  Sicherheitsbeauftragten  und  der  Arbeitnehmervertretung  hätten  nichts  be-

wirkt; erst im Jahr 2018 sei die erforderliche Wartungsvignette an der Krananlage 

angebracht worden. Er habe daher Anspruch auf Herausgabe verschiedener Un-

terlagen wie diese in Rechtsbegehren Ziffer 2, 3, 4, 5, 6, 8 und 9 bezeichnet würden 

(Urk. 30 E. III.3.a). Der Kläger beschränke sich bei der Begründung seiner Begeh-

ren im Wesentlichen darauf, allgemeine Ausführungen zu Normen, Richtlinien und 

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gesetzlichen  Grundlagen  zu  machen  und  unterlasse  es,  konkrete  Sachverhalte 

samt Beteiligten zu schildern bzw. diese mit entsprechenden Urkunden zu belegen. 

Sofern die Rechtsbegehren und die diesbezüglichen Ausführungen des Klägers er-

fasst werden könnten, würden sie nicht schlüssig erscheinen und unsubstantiiert 

bleiben. Auch anlässlich der Hauptverhandlung sei es dem Kläger trotz Unterstüt-

zung durch richterliche Fragen nicht gelungen, seine Begehren logisch und nach-

vollziehbar vorzutragen bzw. diese zu begründen. Die Klage sei diesbezüglich ab-

zuweisen (Urk. 30 E. III.3.b).

2.2. Der Kläger geht in seinen Berufungsschriften – soweit ersichtlich – mit kei-

nem Wort darauf ein, dass die Vorinstanz insbesondere auch seine angefochtenen 

Rechtsbegehren Ziffer 2, 4, 5, 6, 8 und 9 sowie seine diesbezüglichen Ausführun-

gen  als  unschlüssig  bzw.  nicht  nachvollziehbar  und  unsubstantiiert  qualifizierte. 

Vielmehr reiht er erneut verschiedene Vorschriften aneinander und können seine 

teils  stichwortartigen  Ausführungen  grösstenteils  nicht  nachvollzogen  werden 

(Urk. 32 S. 6 f., Urk. 34 und Urk. 5). Zudem trägt er Noven vor, ohne darzulegen, 

weshalb  diese  im  Berufungsverfahren  noch  zulässig  sein  sollten  (insb.  Urk. 36), 

womit sie für das Berufungsverfahren unbeachtlich bleiben (vgl. E. II.2). In Bezug 

auf das Rechtsbegehren Ziffer 6 bleibt bereits unklar, ob der Kläger das vorinstanz-

liche Urteil anfechten wollte oder nicht. Dies kann offenbleiben, da auf die Berufung 

nicht nur in Bezug auf die Rechtsbegehren Ziffer 2, 4, 5, 8 und 9 der Klage, sondern 

auch hinsichtlich des Rechtsbegehrens Ziffer 6 der Klage mangels hinreichender 

Rügen nicht einzutreten wäre. Für die Berufungsbegehren betreffend die Rechts-

begehren Ziffer 8 und 9 der Klage fehlt es neben genügender Rügen auch an einem 

Antrag in der Sache (vgl. E. II.1), zumal der Kläger diesbezüglich bloss die Aufhe-

bung der Klageabweisung verlangt (Urk. 35 S. 4).

3.

Berufung betreffend Rechtsbegehren Ziffer 11 der Klage

3.1. Die Vorinstanz erwog, der Kläger bringe zusammengefasst vor, er habe ei-

nerseits einen Freizeitaufwand gehabt, um Ermittlungen hinsichtlich der Arbeitssi-

cherheit  zu  tätigen.  Dieser  Aufwand  sei  zu  entschädigen,  wobei  als  Entschädi-

gungsgrösse sein Stundenlohn in der Höhe von Fr. 34.70 heranzuziehen sei. Ins-

gesamt habe er 74.5 Stunden für die privaten Ermittlungen aufgewendet, weshalb 

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ein Anspruch auf Ersatz von Fr. 2'585.15 bestehe. Andererseits bringe der Kläger 

vor, die Beklagte habe ihre Ausbildungspflicht im Zusammenhang mit dem Hebe-

geschäft verletzt, da das von ihr ausgestellte Ausbildungszertifikat nicht werthaltig 

sei.  Er  habe  vergeblich  ungefähr  100  Bewerbungen  für  Stellen  im  Hebegeschäft 

geschrieben, wobei der Zeitaufwand für eine Bewerbung bei 20 Minuten liege, was 

bei einem Stundenlohn von Fr. 34.70 wiederum Fr. 11.60 pro Bewerbung ausma-

che. Er verlange Ersatz für den entstandenen Aufwand (Urk. 30 E. III.5.a). Vor dem 

Hintergrund, dass der Kläger keine nachvollziehbare detaillierte Aufstellung der von 

ihm getätigten Aufwände für Abklärungen präsentiere, könne offenbleiben, ob eine 

Anspruchsgrundlage für Ersatz von Aufwendungen des Arbeitnehmers im Zusam-

menhang mit vermuteten Verstössen gegen die Arbeitssicherheit bestehe. In den 

Ausführungen des Klägers werde nicht deutlich, welche Ansprüche er gestützt auf 

welche Grundlagen einklage. Die gestellten Rechtsbegehren seien mit den Ausfüh-

rungen kaum in Einklang zu bringen und würden denn auch in keiner Weise sub-

stantiiert. Die Klage sei daher auch in diesem Punkt abzuweisen (Urk 30 E. III.5.b).

3.2. Der Kläger bringt zu Recht vor, dass er die Vorinstanz durchaus mit einer 

Aufstellung seines Aufwands bediente (Urk. 32 S. 7 i.V.m. Urk. 39/36, wobei Letz-

tere in Urk. 1a enthalten ist). Für einen Schadenersatzanspruch mangelt es indes 

an einem Schaden. Als Schaden gilt die ungewollte Verminderung des Reinvermö-

gens, entsprechend der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand 

und dem (hypothetischen) Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereig-

nis hätte. Der Schaden kann in einer Vermehrung der Passiven, einer Verminde-

rung der Aktiven oder in entgangenem Gewinn bestehen (statt vieler: BGE 148 III 

11 E.  3.2.3).  Der  Kläger  behauptet  nicht,  dass  er  wegen  seines  Abklärungsauf-

wands eine finanzielle Einbusse erlitt, sondern macht geltend, dass er seine Freizeit 

dafür aufwendete. Für einen Anspruch aus echter berechtigter Geschäftsführung 

ohne Auftrag nach Art. 422 Abs. 1 OR fehlt es an der Gebotenheit der Handlungen 

des Klägers. Nicht jede Geschäftsbesorgung, die nützlich ist, ist auch im Sinne der 

Bestimmung im Interesse des Geschäftsherrn geboten. Sie ist es namentlich dann 

nicht, wenn der Geschäftsherr – wie in casu (vgl. Urk. 6 S. 2) – selber Anordnungen 

getroffen  und  damit  kundgegeben  hat,  wie  er  die  Geschäfte  in  seinem  Interesse 

abgewickelt wissen will (Krauskopf, in: Gauch/Stöckli (Hrsg.), Präjudizienbuch OR, 

- 12 -

Die Rechtsprechung des Bundesgerichts (1875-2023), Art. 422 OR N 2). Der durch 

den Kläger betriebene Freizeitaufwand ist folglich nicht entschädigungspflichtig und 

die Berufung ist in diesem Umfang abzuweisen. Zu den vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen hinsichtlich des Bewerbungsaufwands äussert sich der Kläger nicht, wes-

halb sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen (vgl. E. II.1). 

4.

Berufung betreffend Rechtsbegehren Ziffer 12 der Klage

4.1. Die Vorinstanz führte aus, der Kläger mache bezugnehmend auf den Ket-

tenriss im Oktober 2014 für die mangelnde Rücksichtnahme auf seine Gesundheit 

eine Genugtuung in Höhe von Fr. 20'000.– geltend (Rechtsbegehren Ziffer 10). Es 

sei aufgrund der Ausführungen des Klägers in seinen Eingaben sowie anlässlich 

der Hauptverhandlung anzunehmen, dass mit der im Rechtsbegehren Ziffer 12 ein-

geforderten  Erschwerniszulage  ebenfalls  ein  Genugtuungsanspruch  geltend  ge-

macht werde (Urk. 30 E. III. 5.a). Der Kläger lege nicht dar, inwiefern aus dem Un-

fallereignis  im  Jahr  2014  in  objektiver  und  subjektiver  Hinsicht  eine  immaterielle 

Unbill resultiert sei. Es sei unbestritten, dass aus dem Unfall ein Sach-, jedoch kein 

Personenschaden entstanden sei. Physiologisch habe der Kläger aus dem Unfall 

im Oktober 2014 keine Verletzungen erlitten und habe keinen Arzt aufsuchen müs-

sen. Er habe zwar geltend gemacht, es sei eine unerträgliche Situation gewesen, 

durch den Wartungsmangel wieder ein Kettenrissereignis in Kauf nehmen zu müs-

sen.  Er  habe  damit  rechnen  müssen,  dass  sich  ein  Kettenriss  erneut  ereignen 

würde. Es fehle indes an gehörig behaupteten und substantiierten Tatsachenvor-

bringen zu diesem Genugtuungsanspruch. Die Vorbringen des Klägers seien dies-

bezüglich nur pauschal geblieben. Es möge sein, dass der Kläger nach dem Vorfall 

im Jahr 2014 einen erneuten Kettenrissvorfall befürchtet habe und sich Sorgen um 

seine Gesundheit gemacht habe. Selbst wenn diese Sorgen aus objektiver Sicht 

gerechtfertigt gewesen wären, sei nicht dargetan, dass sie eine Intensität erreicht 

hätten,  welche  die  von  Art. 328  OR  geschützten  Rechtsgüter  verletzt  hätte.  Es 

bleibe unklar, inwiefern der Kläger tatsächlich und falls ja, für wie lange, er durch 

den  streitgegenständlichen  Vorfall  beeinträchtigt  gewesen  sei  und  worin  konkret 

dessen Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden zu sehen sei. Es sei zudem 

auch in subjektiver Hinsicht unklar und nicht substantiiert, inwiefern der Kläger psy-

- 13 -

chisch unter den Unfallfolgen leide (Urk. 30 E. III.5.b). Zusammenfassend vermöge 

der Kläger weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht darzutun, worin seine 

Genugtuungsforderung bestehe. Die Klage sei diesbezüglich abzuweisen (Urk. 30 

E. III.5.c).

4.2. Einerseits  setzt  sich  der  Kläger  anhand  der  blossen  Auflistung  seiner  der 

Vorinstanz  präsentierten  Faktenlage  nicht  mit  den  vorinstanzlichen  Erwägungen 

auseinander (Urk. 35 S. 1). Andererseits fordert er, dass auf sein Rechtsbegehren 

Ziffer 12 der Klage eingetreten wird, was die Vorinstanz gemacht hat, indem sie die 

Klage mit ihrer Abweisung materiell (und nicht bloss formell) beurteilte (vgl. Urk. 30 

E. III.5). Dem Berufungsbegehren ist damit kein Erfolg beschieden.

5.

Berufung betreffend Sistierung

Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe in der Prozessgeschichte nicht darauf hin-

gewiesen,  dass  er  eine  Begründung  ihres  Sistierungsentscheids  verlangt  habe 

(Urk. 32 S. 5). Es erhellt nicht, was der Kläger aus dieser Präzisierung bzw. Rich-

tigstellung ableiten will. Es bleibt (erneut) darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich 

nur  das  Dispositiv  eines  Entscheids  anfechtbar  ist,  nicht  jedoch  die  diesem  zu-

grunde liegende Begründung als solche (BGE 106 II 117 E. 1, BGer 5A_886/2021 

vom 14. April 2022 E. 2.3, OGer ZH PQ230042 vom 27. Juli 2023 E. III.2.3.4).

6.

Fazit

Nach dem Erwogenen ist die Berufung abzuweisen, soweit auf diese einzutreten 

ist. Die Voraussetzungen für eine Rückweisung an die Vorinstanz sind nicht erfüllt 

(Art. 318 Abs. 3 ZPO).

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Die  Kosten-  und  Entschädigungsregelung  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  wird 

weder selbstständig angefochten noch konkret bemängelt (vgl. Urk. 37). Sie sind 

deshalb nicht zu überprüfen (vgl. E. II.1). Über die Prozesskosten des erstinstanz-

lichen Verfahrens braucht auch nicht entschieden zu werden, weil kein neuer Ent-

- 14 -

scheid gefällt wird (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die erstinstanzlichen Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen sind folglich zu bestätigen.

2.

Zweitinstanzliches Verfahren

2.1.

Im  Entscheidverfahren  werden  bei  Streitigkeiten  aus  dem  Arbeitsverhältnis 

keine  Gerichtskosten  erhoben,  wenn  der  Streitwert  Fr.  30'000.–  nicht  übersteigt 

(Art. 114 lit. c ZPO). Vorbehalten bleibt die Kostentragungspflicht bei bös- oder mut-

williger Prozessführung (Art. 115 Abs. 1 ZPO). Die Kostenlosigkeit gilt auch für das 

kantonale Rechtsmittelverfahren (BGer 4A_332/2015 vom 10. Februar 2016 E. 6.2 

m.w.H.). Da den Parteien keine bös- oder mutwillige Prozessführung vorzuwerfen 

ist und der Streitwert Fr. Fr. 27'460.– (Fr. 20'000.– + Fr. 6'270 + 100 x Fr. 11.60; 

Prot. I S. 13 und S. 18 f. i.V.m. Urk. 32 S. 2 ff., Urk. 35 S. 1 ff. und Urk. 36 S. 2) 

beträgt, sind für das Berufungsverfahren keine Gerichtskosten geschuldet.

2.2. Die Kostenfreiheit gemäss Art. 114 ZPO bezieht sich nur auf die Gerichtskos-

ten. Die Zusprechung von Parteientschädigungen erfolgt nach den allgemeinen Re-

geln (Art. 105 ff. ZPO; BK ZPO I-Sterchi, Art. 113-114 N 5; DIKE-Komm ZPO-Ur-

wyler/Grütter, Art. 114 N 2). Parteientschädigungen sind für das Beschwerdever-

fahren  keine  zuzusprechen:  dem  Kläger  infolge  seines  Unterliegens  (Art.  106 

Abs. 1 ZPO), der Beklagten mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen:

1.

2.

Das Gesuch um Fristwiederherstellung des Klägers wird abgeschrieben.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung erfolgt mit nachfolgendem 

Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Das Urteil 

des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Winterthur vom 19. Mai 2025 wird be-

stätigt.

- 15 -

2.

3.

Es werden für das zweitinstanzliche Verfahren keine Kosten erhoben. 

Es werden für das zweitinstanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen 

zugesprochen. 

4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage der 

Doppel bzw. Kopien von Urk. 29, 31, 32, 34-38, 39/2, 39/10-14, 39/16-20, 

39/26, 39/29-30, 39/34, 39/36, 39/39, 40 und 41, sowie an die Vorinstanz, je 

gegen Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine arbeitsrechtliche Angelegenheit. 

Der Streitwert beträgt Fr. 27'460.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 1. Dezember 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw I. Aeberhard

versandt am:
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