# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fbeeba4-eb51-5549-b7dd-83c555497e57
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2010 D-7874/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7874-2010_2010-11-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7874/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, Richter Daniel Schmid,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren 20. April 1968,
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 2. November 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7874/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 15. Oktober 
2010 auf  dem Luftweg aus dem Heimatstaat  ausreiste und auf  dem 
Luftweg  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  20. Oktober 2010  im 
Flughafen M._______ um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 20. Oktober 2010 im Flug-
hafen M._______ sowie der direkten Anhörung vom 25. Oktober 2010 
durch das BFM zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen 
geltend machte, er sei  nigerianischer Staatsangehöriger und habe in 
N._______ gelebt, wo er als Fotograph tätig gewesen sei,

dass er mit einer jungen Frau namens B._______ liiert  gewesen sei, 
doch habe ein  reicher  und mächtiger  Transportunternehmer namens 
C._______ dieselbe Frau als Freundin für sich haben oder ehelichen 
wollen,

dass  dies  insofern  zu  Problemen  geführt  habe,  als  er  (der  Be-
schwerdeführer) am 2. Juni 2010 von drei  Unbekannten entführt  und 
während  drei  Wochen  in  einem  Bauernhaus  im  Busch  festgehalten 
worden sei, wobei die Entführer zunächst Lösegeld von ihm verlangt, 
sich  jedoch  alsbald  als  Vertraute  des  mächtigen  Geschäftsmannes 
entpuppt hätten,

dass  sie  ihn  misshandelt  und  von  ihm  verlangt  hätten,  auf  seine 
Freundin zu verzichten,

dass  sie  ihn  nach  drei  Wochen  unter  der  Bedingung  freigelassen 
hätten, den Kontakt zu seiner Freundin zu meiden, doch sei diese sehr 
in ihn verliebt gewesen und habe ihn immer wieder aufgesucht,

dass er ihr  nicht  direkt  gesagt habe, er  wolle sie nicht  mehr treffen, 
weil er sie nicht habe enttäuschen wollen,

dass die wiederholten Treffen zu weiteren Drohungen seitens der vor-
erwähnten Entführer geführt hätten,

dass er ausserdem in der Bewegung "Movement for the Amalgation of 
Aniocha People" politisch aktiv gewesen sei,

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dass  er  sich  aus  Angst  vor  weiteren  Behelligungen  dazu  durch-
gerungen habe, seinen Heimatstaat zu verlassen,

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. Oktober 
2010 die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und ihm für die 
Dauer  von  maximal  60  Tagen  den  Transitbereich  des  Flughafens 
M._______ als Aufenthaltsort zuwies,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Heimatstaat 
nie  einen Identitätsausweis  besessen  habe,  zumal  solche in  Nigeria 
nicht benötigt würden,

dass  er  stattdessen  den  auf  der  Reise  benutzten  portugiesischen 
Reisepass  zu  den  Akten  reichte,  der  sich  bei  einer  Ausweisprüfung 
durch  den  Fachdienst  Grenzkontrolle  als  gefälschtes  Dokument  er-
wies,

dass der Beschwerdeführer Herzschmerzen geltend machte, und der 
Arzt  anlässlich  der  radiologischen  Untersuchung  am Flughafen  eine 
Skoliose feststellte,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 2. November 2010 – eröffnet am 3. November 2010 – ablehnte 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer sei nicht in der Lage gewesen, sich zu seiner angeb-
lichen Beziehung substanziiert zu äussern, so habe er beispielsweise 
nicht erklären können, wann genau oder unter welchen Umständen er 
seine Freundin kennengelernt habe,

dass  seine  Vorbringen  zur  angeblichen  Entführung  gleichermassen 
unsubstanziiert  ausgefallen  seien,  zumal  er  beispielsweise  das 
Bauernhaus, in dem er festgehalten worden sein will,  nicht habe be-
schreiben können, sondern auf Nachfrage hin erklärt habe, man könne 
aus Dokumentarfilmen entnehmen, wie ein solches Bauernhaus aus-
sehe,

dass ferner nicht nachvollziehbar sei, aus welchem Grund die drei von 
seinem  Rivalen  beauftragten  Männer  ihn  nach  drei  Wochen  hätten 
freilassen sollen, sehe man einmal von seinem Versprechen ab, seine 
Freundin nicht mehr zu treffen,

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dass das darauffolgende Verhalten des Beschwerdeführers umso er-
staunlicher erscheine, als er über mehrere Treffen mit seiner Freundin 
berichtet habe,

dass der Beschwerdeführer dazu erklärt habe, er habe seiner Freundin 
mit Diplomatie mitteilen wollen, sie nicht mehr sehen zu wollen, doch 
sei  ihre  Verärgerung  gross  gewesen,  weshalb  er  sich  nicht  getraut 
habe, die Beziehung zu beenden, 

dass  der  Beschwerdeführer  ferner  keinerlei  Einzelheiten  zu  seinen 
politischen Aktivitäten offenbart und sich stattdessen mit der Aussage 
begnügt  habe,  er  habe  sich  auf  legale  Weise  gegen  die  schlechte 
Regierung  eingesetzt  und  aufgrund  seiner  politischen  Aktivitäten 
keinerlei Probleme gehabt,

dass sich der Beschwerdeführer mit konkreten Aussagen grundsätzlich 
schwer getan habe und seine Vorbringen oft schwammig und stereotyp 
ausgefallen seien,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) nicht standhielten,

dass an dieser Betrachtungsweise auch die Narben des Beschwerde-
führers nichts zu ändern vermöchten, weil er die entsprechenden Ver-
letzungen in einem anderen als dem geltend gemachten Kontext  er-
litten haben dürfte,

dass sein Asylgesuch demnach abzulehnen sei,

dass weder  die im Heimatstaat  des Beschwerdeführers herrschende 
politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der 
Rückführung in den Heimatstaat sprächen,

dass  nämlich  der  Beschwerdeführer  eigenen  Vorbringen  zufolge  zu 
einer  vornehmen adeligen Familie  gehöre,  mehrere  Sprachen,  unter 
anderem  fliessend  Englisch  spreche,  und  erfolgreich  als  Fotograph 
gearbeitet habe,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. November 2010 gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 
und  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  die 

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Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen,  Asyl  zu  gewähren,  die  Un-
zulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungs-
vollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei die unent-
geltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von Art. 65  Abs. 1  und  Abs. 2  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  eventuell  die  aufschiebende 
Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen,

dass  die  zuständige  Behörde  ferner  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme anzuweisen  sei,  die  Kontaktaufnahme mit  dem Heimat-
staat  sowie  jegliche  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu  unter-
lassen und den Beschwerdeführer bei einer eventuell bereits erfolgten 
Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerde  zwar  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes 
abgefasst  ist,  doch  wird  vorliegend  aus  prozessökonomischen 
Gründen  auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen 
Rechtsmitteleingabe zur Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet, 
da  die  Rechtsbegehren  verständlich  sind  und  das 
Bundesverwaltungsgericht  praxisgemäss  Beschwerden  wie  die 
vorliegende  im  Sinne  einer  Ausnahme  entgegennimmt,  ohne  eine 
Übersetzung zu verlangen, 

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dass  der  Entscheid  des  Gerichts  indessen  in  deutscher  Sprache 
ergeht (vgl. Art. 33 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass den vorliegenden Akten keine Hinweise zu entnehmen sind, wel -
che den Schluss zuliessen, die Vorinstanz habe den Beschwerdeführer 
betreffende Daten bereits an den Heimatstaat weitergegeben, weshalb 
auf das Begehren, es seien im Falle einer vorgängigen Weitergabe von 
Daten allfällige Aktenstücke dem Beschwerdeführer vorzulegen, man-
gels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist,

dass  die  Vorinstanz  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende 
Wirkung  nicht  entzogen  hat,  weshalb  auf  das  Gesuch  um  Wieder-
herstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  gleichfalls  wegen 
mangelnden Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen der geltend gemachte 
Sachverhalt  wiederholt  und mit weiteren Aspekten angereichert  wird, 
beispielsweise  mit  Elementen,  deren  Fehlen  in  der  angefochtenen 
Verfügung zur Verdeutlichung der fehlenden Substantiierung angeführt 
wurde,

dass die Vorbringen in der Beschwerdeschrift indessen nicht zu einer 
veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers insgesamt wirklichkeits-
fremd erscheinen, machte er doch beispielsweise geltend, er habe die 
Ursache  seines  Problems  im  Heimatstaat,  Frau  (...),  vor  etwa  zwei 
Jahren  kennen  gelernt,  und  sie  sei  seine  Freundin  gewesen  (A13 
F20 – F23 S. 6),

dass er indessen auf entsprechende Frage nicht in der Lage war, den 
Nachnamen seiner Freundin zu nennen (A13 F22 S. 6),

dass  er  seinen  zweiten  Vornamen  in  verschiedenen  Schreibweisen 
niederschrieb und auf Nachfrage hin geltend machte: "Ja. Wissen Sie, 
wenn Sie fliehen müssen, vergessen Sie gewisse Dinge ..." (A10 S. 2),

dass er auf  die Frage,  ob er den Vorfall  –  die Entführung – bei  der 
Polizei angezeigt habe, lachen musste und lapidar geltend machte: "In 
Nigeria geht niemand zur Polizei" (A10 Ziff. 15 S. 12),

dass bei dieser Sachlage zur Vermeidung von Wiederholungen auf die 
grundsätzlich  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung verwiesen werden kann,

dass es sich bei Nigeria im Übrigen um einen Flächenstaat und das 
bevölkerungsreichste  Land  Afrikas  handelt,  weshalb  sich  der  Be-
schwerdeführer,  wäre  ihm  die  Wiederaufnahme  des  Kontakts  durch 

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eine  halbwegs  namenlose  Freundin  unangenehm  gewesen,  diesem 
Kontakt durch Verlegung seines Wohnsitzes auf unauffindbare Weise 
hätte entziehen können,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  2001 Nr. 21),  wes-
halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Be-
stimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  (Schweizerische  Asylrekurskommission) 
der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das 
heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 
2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

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Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Heimatstaat  insbesondere  auf  ein 
soziales Netz zurückgreifen kann (A10 Ziff. 12 S. 7), bezüglich der von 
ihm  beklagten  Herzbeschwerden  kein  organischer  Befund  erhoben 
werden konnte,  und die diagnostizierte  Skoliose (nach seitwärts  ge-
richtete  dauerhafte  Verkrümmung  der  Wirbelsäule)  auch  in  Nigeria 
behandelt werden kann,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 

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rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  in  casu gestützt  auf  Art. 6  Abs. 1  Bst  b  des Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  auf  die  Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten ist, weshalb das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG gegenstandslos wird,

dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils auch das Gesuch um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird,

dass das vorliegende Verfahren weder in tatsächlicher noch in recht-
licher Hinsicht besonders komplex erscheint, weshalb das Gesuch um 
unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 2 
VwVG abzuweisen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Kosten gesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  der  Flughafenpolizei, 
Grenzpolizeiliche Massnahmen Asyl (Einschreiben)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  (per  Telefax  zu  den  Akten 
Ref.-Nr. N )

- die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl  (per 
Telefax, mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den Beschwerde-
führer und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an 
das Bundesverwaltungsgericht)

- (die zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: 

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