# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec9812d3-a24a-5361-b0f6-4daf41c2fd70
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.11.2022 725 22 115 / 256
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-22-115---256_2022-11-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 

vom 3. November 2022 (725 22 115 / 256) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Beurteilung 

zumindest in Bezug auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung. Rückweisung an den 

Unfallversicherer zur weiteren Abklärung. 
 
 

Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 
Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin i.V. 
Beatrix Scheuplein 
 
 

Parteien A.____ Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Martin Bürkle, 
Rechtsanwalt LL.M., Thouvenin Rechtsanwälte KLG, Klausstrasse 
33, 8024 Zürich 
 

  
  

Betreff Leistungen  

 

 

 

A. Der 1961 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Juni 2003 als Sozialarbeiter bei der 

B.____ und ist über seine Arbeitgeberin bei der SOLIDA Versicherungen AG obligatorisch gegen 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 19. Feb-

ruar 2019 stürzte er am 7. Februar 2019 beim Skifahren ohne Fremdeinwirkung. Er überschlug 

sich mehrmals, blieb circa 30 Sekunden bewusstlos liegen und rappelte sich anschliessend selbst 

wieder auf. Dabei erlitt er gemäss erstbehandelnden Ärzten eine Commotio cerebri und eine 

Schulterkontusion rechts, differenzialdiagnostisch eine Rotatorenmanschettenläsion. Der zustän-

dige Unfallversicherer anerkannte mit Schreiben vom 20. Februar 2019 seine Leistungspflicht. 

Mit formlosen Schreiben vom 7. August 2019 stellte der Unfallversicherer fest, dass gestützt auf 

die versicherungstechnische Stellungnahme von Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Me-

dizin, vom 31. Juli 2019 der Status quo sine betreffend die geltend gemachten Schulterbeschwer-

den und Konzentrations- und Merkfähigkeitsprobleme am 2. Juli 2019 erreicht worden sei. Der 

Anspruch auf sämtliche Versicherungsleistungen werde daher ab dem 7. August 2019 abgelehnt. 

Mit Schreiben vom 3. September 2019 teilte der Versicherte dem Unfallversicherer mit, dass er 

mit dem Entscheid vom 7. August 2019 nicht einverstanden sei. Der Unfallversicherer holte in der 

Folge bei ihrem Vertrauensarzt Dr. med. D.____, FMH Neurologie, ein neurologisches Gutachten 

ein. Mit Verfügung vom 2. April 2020 stellte sie die Leistungen rückwirkend ab 7. August 2019 

betreffend die Schulterbeschwerden und ab 7. Februar 2020 betreffend die neurologischen Be-

schwerden ein. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 

10. März 2022 abgewiesen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass es an der 

rechten Schulter zu einer vorübergehenden Verschlimmerung, nicht aber zu einem Dauerscha-

den gekommen sei. 

 

B. Hiergegen erhob A.____ vertreten durch Rechtsanwalt Nikolaus Tamm, am 25. Ap-

ril 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 

(Kantonsgericht). Er beantragte, die Beschwerdegegnerin sei in Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen betreffend Schulterbeschwerden über 

den 6. August 2019 hinaus zu erbringen, eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen; al-

les unter o/e-Kostenfolge. Begründungsweise wurde vorgebracht, dass in Bezug auf die Schul-

terproblematik auf die versicherungsinterne Einschätzung von Dr. C.____ nicht abgestellt werden 

könne. Vielmehr sei mit dem behandelnden Arzt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie, von einer traumatischen Rotatorenmanschettenverletzung auszugehen. 

 

C. Die Beschwerdegegnerin schloss, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Martin Bürkle, 

in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juni 2022 auf Abweisung der Beschwerde.  

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 

Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-

entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-

schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-

gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-

gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-

tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-

rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-

scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand-

lung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde vom 25. April 2022 ist demnach einzutreten. 

 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen für 

das Unfallereignis vom 7. Februar 2019 betreffend die Schulterbeschwerden zu Recht per 6. Au-

gust 2019 eingestellt und über diesen Zeitpunkt hinausgehende Leistungen verneint hat. Die 

Leistungseinstellung per 7. Februar 2020 hinsichtlich der neurologischen Beschwerden, welche 

keine Alltags- oder Berufsrelevanz mehr haben, wird im Verfahren vor dem Kantonsgericht durch 

die Parteien – zu Recht – nicht weiter bestritten. Die auf die nachvollziehbare Einschätzung von 

Dr. D.____ vom 24. Februar 2020 gestützte Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin auf 

den 7. Februar 2020 ist nicht zu beanstanden. 

 

3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-

rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-

len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-

lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 

gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 

 

3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 

dass zwischen dem versicherten Ereignis (Unfall, unfallähnliche Körperschädigung oder Berufs-

krankheit) und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritäts-

schädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 

nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan-

wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegen-

den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-

nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versi-

cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an 

sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 456 E. 5a mit 

Hinweisen). 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 

manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-

wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 

noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 

der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 

quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 

erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem 

im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr 

gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob 

ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versi-

cherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Weg-

falls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen er-

bracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 

verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei 

voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha-

dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 

 

4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-

tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-

ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-

chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 

8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 

auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-

tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-

den werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 

 

4.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-

cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-

versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – 

wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-

send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-

geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 

der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-

tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 

134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 

 

4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-

menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 

BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 

ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 

die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine mit Hin-

weis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 

 

5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen die nachfolgen-

den Unterlagen vor: 

 

5.1 Aus dem Austrittsbericht des F.____ vom 11. Februar 2019 ging ein stationärer Aufent-

halt vom 7. bis 8. Februar 2022 unter den Diagnosen Commotio cerebri und Schulterkontusion 

rechts beziehungsweise als Differenzialdiagnose eine Rotatorenmanschettenläsion hervor. Die 

Schulterbewegungen rechts, die Innen- und Aussenrotation rechts und das Heben des rechten 

Arms seien schmerzhaft. Es wurde mit ärztlicher Bestätigung vom 8. Februar 2019 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 7. bis 14. Februar 2019 attestiert. 

 

5.2 In seinem Bericht vom 28. Juni 2019 stellte Dr. E.____ eine traumatische Supraspinatus-

sehnenruptur, differenzialdiagnostisch eine Teilruptur nach Skiunfall vom 7. Februar 2019 mit Ge-

hirnerschütterung fest. Eine Fraktur an der rechten Schulter könne ausgeschlossen werden und 

es liege keine relevante Arthrose vor. Er habe zum Ausschluss einer traumatischen Verletzung 

der Supraspinatussehne eine Arthro-MRI-Untersuchung der Schulter angeordnet. 

 

5.3 Am 15. Juli 2019 hielt Dr. C.____ in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung fest, 

dass die Diagnosestellung Commotio cerebri korrekt sei und die Abklärungen zeigten, dass we-

der im Schulterbereich noch im Neurokranium objektivierbare strukturelle traumatische Läsionen 

vorhanden seien. Ohne Nachweis objektivierbarer struktureller traumatischer Läsionen könne 

kein Dauerschaden oder eine richtungsgebende Verschlechterung geltend gemacht werden. Die 

persistierende Merkfähigkeits- und Konzentrationsprobleme könnten nicht weiter als unfallkausal 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

anerkannt werden. Spätestens mit neurologischer Untersuchung vom 2. Juli 2019 sei der Status 

quo sine eingetreten. 

 

5.4 Dr. E.____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 22. Juli 2019 nach erfolgter Arthro-

MRI-Untersuchung der rechten Schulter eine traumatische Supraspinatussehnenruptur Grad II 

nach Patte mit Subluxation der langen Bicepssehne sowie artikulärseitige Partialruptur der Sub-

scapularissehne mindestens Grad I nach Lafosse Schulter rechts nach Skiunfall vom 7. Feb-

ruar 2019. Die vitalen Anteile der Infraspinatussehne seien mitbetroffen. Es lägen keine Knorpel-

schäden und keine relevante AC-Gelenksarthrose vor. Aufgrund des Ausmasses der Läsion so-

wie der traumatischen Genese empfehle er dem Beschwerdeführer die Durchführung einer 

Schulterarthroskopie rechts mit Rotatorenmanschettennaht, Acromioplastik und Bizepstenodese. 

 

5.5 In seiner versicherungsmedizinischen Einschätzung vom 31. Juli 2019 hielt Dr. C.____ 

fest, dass gemäss medizinischer Literatur bei der Verletzung der Rotatorenmanschette zwischen 

direkten und indirekten Mechanismen zu unterscheiden sei. Für die Vielzahl der Folgen direkter 

Krafteinwirkung eines direkten Mechanismus sei die Beantwortung der Unfallkausalität einfach. 

Die in der Tiefe unter dem Deltamuskel und unter dem knöchernen bindegewebigen Schulterdach 

gelegene Rotatorenmanschette werde durch eine direkte Kraft isoliert nicht tangiert. Verletzungen 

der Rotatorenmanschette durch eine direkte Krafteinwirkung verlangten zwingend Verletzungs-

zeichen auch im Bereich der vorgelagerten und benachbarten Strukturen. Fehlten die für eine 

direkte Krafteinwirkung unverzichtbaren deutlichen Verletzungszeichen im Bereich der vorgela-

gerten und benachbarten Strukturen, würden aufgrund eines natürlichen Kausalitätsbedürfnisses 

entweder die Beschwerden irrig mit einem Unfall in Verbindung gebracht oder es manifestierten 

sich infolge instruktiver Ruhighaltung oder Konzentration auf die betroffene Gliedmasse in einem 

lockeren zeitlichen Zusammenhang nach einer Schulterprellung Beschwerden, für die die Prel-

lung keine Ursache gewesen sei. Beim vorliegenden Fall handle es sich beim Beschwerdeführer 

aufgrund des Ereignisbeschriebs um keinen geeigneten Unfallmechanismus. Fremdanamnes-

tisch sowie aufgrund der Untersuchungen der rechten Schulter im Spital Schiers liege ein direkter 

Mechanismus im Sinne einer Schulterkontusion vor. Ohne Beweis von objektivierbaren struktu-

rellen traumatischen Läsionen an vorgelagerten Strukturen könne eine kontusionsbedingte Ro-

tatorenmanschettenruptur nicht bewiesen werden. Dr. C.____ verwies auf die medizinische 

Lehre, nach welcher eine Rotatorenmanschettenruptur diskutiert werden könne, wenn unter Ein-

satz der Rotatorenmanschette diese vor Krafteinwirkung muskulär fixiert worden war und eine 

plötzliche passive Bewegung hinzukomme, die überfallartig einer Zugbelastung entspreche und 

die Sehnen die Rotatorenmanschette bewege. Kein geeignetes Ereignis sei ein Sturz auf den 

ausgestreckten Arm, weder bei Anspreizung des Arms noch bei Stauchung des Oberarmkopfs. 

Auch gegen eine Unfallkausalität spreche der Verlauf, denn der Beschwerdeführer habe keinen 

sofortigen Funktionsverlust erlitten. Es lägen zunehmende Beschwerden vor, was gegen Unfall-

kausalität spreche. Weiter sei der Beschwerdeführer Volleyballtrainer, was eine zusätzliche Be-

lastung durch Sport bedeute. Demnach stellte sich Dr. C.____ auf den Standpunkt, dass es sich 

bei den nachgewiesenen Schäden der rechten Schulter um ausschliesslich degenerative Verän-

derungen handle. Es könnte lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung geltend gemacht 

werden. Da ein degenerativer Schaden therapiert werde, sei der operative Eingriff als unfallfremd 

zu klassifizieren. Der Status quo sine sei spätestens am 2. Juli 2019 erreicht. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

5.6 Dr. E.____ stellte am 28. Oktober 2019 die Diagnose einer arthroskopischen Supraspi-

natus- oder Infraspinatussehnennaht, Bicepstenodese am 3. September 2019 wegen traumati-

scher Supraspinatussehnenruptur Grad II nach Patte sowie vertikale Anteile der Infraspinatus-

sehne, Subluxation der langen Bicepssehne und artikulärseitige Partialruptur der Subscapula-

rissehne mindestens Grad I nach Lafosse Schulter rechts nach Skiunfall vom 7. Februar 2019. 

Die Arthro-MRI-Untersuchung vom 17. Juli 2019 habe keine Arthrose oder Verfettung der Rota-

torenmanschette nachweisen können. Der Beschwerdeführer sei sportlich sehr aktiv und vor dem 

Unfall schmerzfrei gewesen. Daher hätte er eine solch grosse Verletzung schon vor dem Unfall 

gespürt. Aus diesen Gründen interpretiere er die Verletzung als frische traumatische Rotatoren-

manschettenverletzung. 

 

5.7 Mit Schreiben vom 21. November 2019 nahm Dr. C.____ erneut Stellung zu den stritti-

gen medizinischen Fragen und wies darauf hin, dass Schultergelenkbeschwerden in der allge-

meinen Bevölkerung weit verbreitet seien und die Häufigkeit mit dem Alter zunehme. Weil die 

Degenerationen zuerst vom Weichteilmantel ausgehen würden, seien erst später Zeichen der 

Arthrose vorhanden. Das Fehlen einer Arthrose beweise also eine traumatische Ursache nicht, 

sondern sei sogar typisch für degenerative Veränderungen. Auch dass der Beschwerdeführer vor 

dem Ereignis schmerzfrei gewesen sei, beweise eine traumatische Ursache nicht. Einrisse der 

Rotatorenmanschette könnten nämlich durch andere Muskeln zum Teil kompensiert werden. 

Durch allmählichen Verschleiss komme es zu Kompensationsmechanismen, so dass degenera-

tive Rotatorenmanschettenrisse asymptomatisch seien. Beurteilungen nach dem Prinzip post hoc 

ergo propter hoc würden als Beweis für eine Unfallkausalität nicht genügen. Im Falle des Be-

schwerdeführers liege kein geeignetes Ereignis für eine traumatische Rotatorenmanschetten-

ruptur vor. So werde in der medizinischen Literatur beschrieben, dass traumatische Rotatoren-

manschettenrupturen einerseits im Rahmen einer Schulterluxation, andererseits durch eine ex-

zentrische Belastung der Rotatorenmanschette entstehen. Dagegen rissen Rotatorenmanschet-

ten weder bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm noch bei einer Anspreizung des Arms 

oder bei einer Stauchung des Oberarmkopfs, bei der dieser an die Unterfläche des Schulterdachs 

gedrückt wurde. Andere ungeeignete Unfallmechanismen seien direkte Anpralltraumen und die 

alleinige aktive Kraftanstrengung. Es gebe also kein geeignetes Ereignis, um die Rotatorenman-

schette zu schädigen. Auch der Verlauf sei atypisch, weil das typisch klinische Bild der frischen 

traumatischen Rotatorenmanschettenruptur durch einen vollständigen oder weitgehenden Funk-

tionsverlust der Schulter gekennzeichnet sei. Es handle sich um eine Pseudoparalyse. Es würden 

ausgeprägte äussere Zeichen einer Schädigung wie Hämatome oder Prellmarken fehlen und 

auch eine Fraktur sei nicht nachgewiesen. Gemäss Unterlagen seien zunehmende Schulterbe-

schwerden, aber kein sofortiger Funktionsverlust aufgetreten. Demgemäss bleibe es dabei, dass 

die Rotatorenmanschettenruptur im vorliegenden Fall als degenerativ zu klassifizieren sei. Der 

Eingriff vom 3. September 2019 an der Schulter sei auf unfallfremde Ursachen zurückzuführen. 

 

6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

10. März 2022 bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage betreffend Schulter vollumfäng-

lich auf die Aktenbeurteilungen des Vertrauensarztes Dr. C.____ vom 31. Juli 2019 und 21. No-

vember 2019. Demzufolge ging sie davon aus, dass es sich bei den nachgewiesenen Schäden 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der rechten Schulter um ausschliesslich degenerative Veränderungen handle und dass sich der 

Status quo sine am 2. Juli 2019 eingestellt habe. 

 

6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor aufgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-

rungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall – wie hier – ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-

gen vorzunehmen. Solche Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des Vertrauensarztes er-

geben sich vorliegend einerseits aus der widersprechenden Einschätzung durch den behandeln-

den Facharzt Dr. E.____. So setzt sich Dr. C.____ bloss ungenügend damit auseinander, dass 

sich gemäss dem operierenden Orthopäden keine Anzeichen von degenerativen Veränderungen 

gezeigt hätten. Die vom Vertrauensarzt zur Herleitung einer degenerativen Rotatorenmanschet-

tenruptur angeführten Argumente sind beinahe ausschliesslich aus der medizinischen Theorie 

hergeleitet und nehmen kaum Bezug auf den konkreten Einzelfall. Dr. C.____ verneint von vorn-

herein ein geeignetes Ereignis, obwohl der genaue Unfallhergang nicht bekannt ist und auch nicht 

mehr rekonstruiert werden kann. Bei der Würdigung der Berichte des beratenden Arztes zeigen 

sich ausserdem gewisse Zweifel in dem Sinne, dass das Bundesgericht in seinen aktuellen Ur-

teilen darauf aufmerksam macht, dass in der neueren medizinischen Literatur kontrovers disku-

tiert wird, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet sind, Rotatorenmanschettenläsionen auszu-

lösen oder zu verursachen. Die Frage, ob auch ein Sturz mit direktem Schulterprall geeignet ist, 

eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen, ist keineswegs unumstritten (Urteil des Bun-

desgerichts vom 7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4, Urteil vom 15. April 2021, 8C_672/2020, 

E. 4.5). Darum wird zur Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanismus 

keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen (SVR 2021 Nr. 34 S. 154; Urteil des Bun-

desgerichts vom 16. Dezember 2021, 8C_167/2021, E. 4.1 f., Urteil vom 14. April 2020, 

8C_59/2020, E. 5.3 f.). Zudem können die von Dr. C.____ aufgeführten statistischen Angaben 

zur Verbreitung von Rotatorenmanschettenrupturen in der Bevölkerung und das Alter des Be-

schwerdeführers im konkreten Einzelfall nichts zur Klärung der Unfallkausalität beitragen. Auch 

in Bezug auf den Beschwerdeverlauf vermögen die Ausführungen des Vertrauensarztes nicht 

vollends zu überzeugen. Die Schweizerische Expertengruppe der Schulter- und Ellbogenchirur-

gie weist nämlich darauf hin, dass die Betroffenen nach einer Verletzung der Rotatorenman-

schette initial einen sehr heftigen Schmerz verspüren würden, der nach drei Tagen tolerabel 

werde. Deshalb würden sie oftmals nicht direkt einen Arzt konsultieren (vgl. ALEXANDER 

LÄDERMANN et. al., Degenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette, Swiss 

Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, S. 260-267). Tatsächlich wurde auch der Beschwerdefüh-

rer erst verzögert bei seinem Hausarzt vorstellig, wohl auch, weil anfänglich die Behandlung der 

Commotio cerebri im Vordergrund stand. Indessen kann daraus nach dem Ausgeführten – ent-

gegen der Auffassung von Dr. C.____ – nicht geschlossen werden, dass sich die Rotatorenman-

schettenläsion nicht anlässlich des Unfalls ereignete. Insbesondere jedoch setzt sich Dr. C.____ 

nicht mit der relevanten Frage nach einer Teilkausalität des Unfallereignisses auseinander. Wie 

bereits in Erwägung 3.2 hiervor ausgeführt, gehören rechtsprechungsgemäss zu den leistungs-

begründenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beein-

trächtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Ein-

wirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich 

des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich nur, wenn 

der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen 

Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des 

Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bun-

desgerichts vom 25. März 2020, 8C_669/2019, E. 4; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94; ANDREAS TRAUB, 

Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung bei konkurrie-

render pathogener Einwirkung: Abgrenzung der wesentlichen Teilursache von einer anspruchs-

hindernden Gelegenheits- oder Zufallsursache, in: SZS 2009 S. 479 ff.). Damit bestehen an der 

Einschätzung von Dr. C.____ doch nicht bloss geringe Zweifel. Folglich kann vorliegend für die 

abschliessende Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage nicht auf ihn abgestellt werden. Die 

Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, im Rahmen der ihr obliegenden Untersuchungspflicht 

(Art. 43 ATSG) ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Der angefochtene Einspracheentscheid 

stützt sich auf eine ungenügend geklärte Sachlage und ist folglich aufzuheben. Weitere Abklä-

rungen zur Frage der Unfallkausalität sind vorzunehmen. 

 

7. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann das Sozialversicherungsgericht 

nicht frei entscheiden, ob es eine Streitsache an die Verwaltung zurückweist. Die Beschwer-

deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie einen 

im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklä-

rungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht 

beweiskräftig ist (BGE 137 V 263 E. 4.4.1 ff.). Da die Beschwerdegegnerin den medizinischen 

Sachverhalt im vorliegenden Fall aber unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des 

kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht ei-

ner Rückweisung an die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten Rechtspre-

chung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge hat sie die Angelegenheit durch Einho-

lung eines externen orthopädischen Gutachtens unter Berücksichtigung der Verfahrensvorschrif-

ten von Art. 44 ATSG abzuklären. Dabei hat sich die versicherungsexterne Fachärztin bzw. der 

Facharzt insbesondere mit der Unfallkausalität für die Zeit nach dem 6. August 2019, also auch 

im Zusammenhang mit der Schulteroperation vom 3. September 2019 inklusive nachfolgender 

Rekonvaleszenz, auseinanderzusetzen. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird 

die Beschwerdegegnerin in der Folge über den Leistungsanspruch des Versicherten neu zu be-

finden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 

 

8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 

Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 

erheben. 

 

8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerdeführer 

deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 6. Juli 2022 für das vor-

liegende Verfahren einen Zeitaufwand von 13 Stunden 40 Minuten sowie Auslagen von Fr. 11.30 

geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungspro-

zessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz 

von Fr. 250.-- zu entschädigen. Demnach ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

in der geltend gemachten Höhe von Fr. 3'691.90 (13 Stunden 40 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich 

Auslagen von Fr. 11.30.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu-

sprechen. 

 

9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 

ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-

gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 

– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 

(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 

wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 

oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 

einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 

würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 

bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-

schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-

scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 

dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren 

materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 

 

9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-

entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-

setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 

Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 

  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 10. März 2022 aufgehoben und die Angele-

genheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum 

Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-

wiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 3'691.90 (inklusive Auslagen und 7,7 % 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 

 

 

 

 

 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht