# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad0fb38f-bcaf-54d2-a986-848c5fdaaa22
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-12-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 06.12.2004 ZF 2004 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-43_2004-12-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 06. Dezember 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 43

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Lazzarini, Rehli und Sutter-Ambühl 
Aktuar Engler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suender-
hauf, Gäuggelistrasse 16, Postfach 545, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes P l e s s u r  vom 12. Februar 2004, mitgeteilt am 1. 
Juni 2004, in Sachen des Berufungsklägers gegen Y., Berufungsbeklagte, vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Brunner, Poststrasse 3, Postfach 156, 7130 
Ilanz,

betreffend Ehescheidung
(Kosten- und Entschädigungsfolge),

hat sich ergeben:

2

A. Aus der am 5. Juni 1987 vor Zivilstandsamt X. geschlossenen Ehe 
des Z. und der Y. gingen zwei Kinder hervor, der am 31. August 1989 geborene 
W. und die am 6. August 1993 geborene V..

Im Rahmen eines am 30. August 2000 eingeleiteten Verfahrens auf Erlass 
von Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft erklärten die Parteien 
am 2. November 2000 anlässlich einer gemeinsamen Anhörung vor Bezirksge-
richtspräsidium Plessur, dass sie ihre Verbindung auflösen wollten. In der Folge 
schrieb der Bezirksgerichtspräsident am 28. November 2000 das Eheschutzver-
fahren als erledigt ab und erliess gleichzeitig vorsorgliche Massnahmen im Ehe-
scheidungsverfahren. Überdies wurde Z. und Y. Gelegenheit gegeben, eine um-
fassende Einigung einzureichen oder Anträge zu den offenen Nebenfolgen zu stel-
len und die entsprechenden Beweismittel zu nennen.

B. Am 28. März 2001 liess Y. (die Gesuchsgegnerin im Eheschutzver-
fahren) beim Bezirksgericht Plessur gestützt auf Art. 112 Abs. 3 ZGB in Verbin-
dung mit Art. 3 Ziff. 6 EG zum ZGB die folgenden Begehren stellen:

„1. Die elterliche Sorge hinsichtlich der Kinder W., geb. 31. August 1989, 
und V., geb. 6. August 1993, sei der Gesuchsgegnerin unter Regelung 
des väterlichen Besuchs- und Ferienrechtes zuzuteilen.

 2. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Kinder 
monatlich im voraus je Fr. 750.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezah-
len. Diese Unterhaltsbeiträge seien bis zur Mündigkeit bzw. darüber 
hinaus bis zum ordentlichen Abschluss der Ausbildung der Kinder 
auszurichten und bei einer Erhöhung des Landesindexes der Konsu-
mentenpreise entsprechend anzupassen.

 3. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Ehefrau 
einen monatlich im Voraus zahlbaren, indexgebundenen Unterhalts-
beitrag von Fr. 836.35 zu bezahlen.

 4. Güterrechtliche Auseinandersetzung.

 5. Der Gesuchsgegnerin sei die Hälfte der vom Gesuchsteller für die 
Ehedauer gegenüber seiner Pensionskasse erworbenen Austrittsleis-
tungen zuzusprechen.

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge plus 7,6 % Mehrwertsteuer.“

C. Z. (der Gesuchsteller im Eheschutzverfahren) liess demgegenüber 
mit Eingabe vom 18. Juni 2001 beantragen:

„1. Elterliche Sorge/Besuchs- und Ferienrecht

2

 a) Die elterliche Sorge hinsichtlich der Kinder W., geboren 31. August 
1989, und V., geboren 6. August 1993, sei der Mutter zuzuteilen.

 b) Es sei dem Ehemann das Recht einzuräumen, seine Kinder an je-
dem 1. und 3. Wochenende des Monates von Freitag 18.00 Uhr bis 
Sonntag 19.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen 
während insgesamt drei Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen. 
Eventualiter sei das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters nach 
richterlichem Ermessen festzulegen.

 2. Unterhaltsbeitrag für die beiden Kinder

 a) Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Kinder 
monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von je Fr. 700.00, 
zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsverpflichtung 
sei bis zur Mündigkeit der beiden Kinder zu befristen.

 b) Die Unterhaltsbeiträge an die Kinder seien an den Landesindex der 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik anzupassen, 
erstmals auf den 1. Januar 2003 nach Massgabe des Indexstandes 
per November des vorangegangenen Jahres. Weist der Ehemann 
nach, dass sich sein Einkommen nicht oder nur teilweise der Teu-
erung angepasst hat, seien die Unterhaltsbeiträge an die Kinder 
nicht oder nur in jenem Ausmass der Teuerung anzupassen, als 
auch der Lohn des Ehemannes teuerungsbedingt eine Anpassung 
erfährt.

 3. Unterhaltsbeitrag für die Ehefrau

 a) Der Antrag der Ehefrau auf Ausrichtung einer monatlichen, index-
gebundenen Unterhaltsrente von Fr. 836.35 sei abzuweisen.

 b) Eventualiter sei der Ehemann zu verpflichten, an den Unterhalt sei-
ner Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 400.00, 
befristet bis 31. Juli 2003, zu bezahlen.

 c) Subeventualiter sei die Unterhaltsverpflichtung des Ehemannes 
gegenüber seiner Ehefrau und deren Befristung nach richterlichem 
Ermessen festzulegen.

 4. Güterrecht

Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

 5. Teilung Austrittsleistungen

Das Begehren der Ehefrau sei abzuweisen, soweit sie mehr als die 
Hälfte der Differenz zwischen den von beiden Parteien während der 
Ehe geäufneten Austrittsleistungen fordert.

 6. Kosten- und Entschädigungsfolge

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 7,6 % Mehrwert-
steuer, zulasten der Ehefrau.“

2

D. Am 19. November 2001 liess Y. die Rechtsbegehren gemäss ihrer 
Eingabe vom 28. März 2001 wie folgt teilweise anpassen:

“1. Ziff. 1 und 2. sowie 4. bis 6. unverändert.

 2. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Ehefrau 
einen monatlich im Voraus zahlbaren, indexgebundenen Unterhalts-
beitrag von Fr. 1168.50 zu entrichten.“

E. Anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vor Bezirksgericht 
Plessur vom 12. Februar 2004 liess Z. die folgenden Rechtsbegehren stellen:

„1. Scheidung der Ehe.

 2. Die elterliche Sorge hinsichtlich der Kinder W., geboren 31. August 
1989, und V., geboren 6. August 1993, sei der Mutter zuzuteilen.

 3. Dem Ehemann sei das Recht einzuräumen, seine Kinder an jedem 
ersten und dritten Wochenende des Monates von Freitag 18.00 Uhr 
bis Sonntag 19.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen 
insgesamt drei Wochen Ferien im Jahr zu verbringen.

 4. Unterhaltsbeitrag und Unterhaltsmodalitäten für die beiden Kinder

 a) Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner beiden 
Kinder W. und V. monatlich auf den ersten eines jeden Monats im 
Voraus je Fr. 650.00, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen.

 b) Indexklausel: Unverändert gemäss Antrag vom 18. Juni 2001

 5. Der Antrag der Ehefrau auf Ausrichtung einer monatlich, indexgebun-
denen Unterhaltsrente von Fr. 836.35, beziehungsweise einer höhe-
ren Unterhaltsrente sei abzuweisen, eventualiter sei der Ehemann zu 
monatlichen Unterhaltsleistungen von höchstens Fr. 200.00 befristet 
für eine Dauer von zwei Jahren ab dem Datum der Hauptverhandlung 
zu verpflichten.

 6. Die Ehefrau sei zur Anerkennung und Bezahlung einer güterrechtli-
chen Ausgleichsforderung in Höhe von Fr. 4379.00 dem Ehemann ge-
genüber zu verpflichten.

 7. Die Differenz der von beiden Ehegatten während der Ehe nach dem 
Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 geäufnete Austrittsleis-
tung sei zu teilen, und nach Eintritt der Rechtskraft sei die Streitsache 
gestützt auf Art. 142 Abs. 2 und 3 ZGB an das Verwaltungsgericht des 
Kantons Graubünden zum Entscheid zu überweisen.

 8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % Mehrwert-
steuer zulasten der Ehefrau.“

F. Y. liess demgegenüber an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
beantragen:

2

„1. Scheidung der Ehe der Litiganten.

 2. Zusprechung der elterlichen Gewalt über die Kinder W. (geb. 
31.8.1989) sowie V. (geb. 6.8.1993) an die Mutter.

 3. Einräumung eines Besuchsrechtes von zwei Tagen pro Monat sowie 
einem Ferienrecht von drei Wochen im Jahr an den Vater unter An-
ordnung einer Beistandschaft zur Überwachung des väterlichen Be-
suchs- und Ferienrechtes.

 4. Verpflichtung des Vaters zur Leistung von – indexierten – Unterhalts-
beiträgen in der Höhe von je Fr. 800.00 im Monat zuzüglich Kinderzu-
lagen an seine beiden Kinder bis zur Mündigkeit bzw. darüber hinaus 
bis zum ordentlichen Abschluss ihrer Ausbildung.

 5. Verpflichtung des Klägers, seiner Frau Unterhaltsbeiträge von Fr. 
900.00 im Monat, bis und mit August 2009, zu leisten.

 6. Einholung einer Expertise zur Feststellung der Güterrechtsansprüche 
der Ehefrau.

Eventuell Verpflichtung des Ehemannes zur Bezahlung von Fr. 
41'595.00 an seine Ehefrau aus Güterrecht.

 7. Hälftige Aufteilung der während der Ehe erworbenen Freizügigkeits-
leistungen der Pensionskasse auf beide Ehegatten.

 8. Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Urteil.“

G. Mit Urteil vom 12. Februar 2004, mitgeteilt am 1. Juni 2004, erkannte 
das Bezirksgericht Plessur:

„1. Die Ehe wird geschieden.

 2. Die elterliche Sorge über die beiden Kinder W., geboren am 31. Au-
gust 1989, und V., geboren am 6. August 1993, wird Y. zugeteilt, wel-
cher die Kinder auch zur Pflege und Erziehung zugewiesen werden.

 3. Z. wird berechtigt, seine Kinder W. und V. während zwei Tagen pro 
Monat zu sich auf Besuch zu nehmen sowie insgesamt drei Wochen 
Ferien pro Jahr mit ihnen zu verbringen.

 4. Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Kinder W. und V. ab Eintritt 
der Rechtskraft des Scheidungsurteils monatlich im Voraus zahlbare 
Unterhaltsbeiträge von Fr. 800.00 je Kind zuzüglich gesetzlicher und 
vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen. Diese Unterhaltspflicht dau-
ert bis zur Mündigkeit der Kinder. Vorbehalten bleibt ein Anspruch 
nach Massgabe von Art. 277 Abs. 2 ZGB.

 5. Z. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. ab Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2009 einen monatlich im 
Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 900.00 zu leisten.

Ab September 2009 entfällt die Zahlungsverpflichtung von Z..

2

 6. Die Höhe der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 und 5 basieren auf 
dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Sta-
tistik per Ende Januar 2004 von 102,5 Punkten (Basis Mai 2000 = 100 
Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Februar, erstmals auf den 1. Fe-
bruar 2005, dem Indexstand per Dezember des Vorjahres anzupas-
sen, es sei denn, der Beklagte beweise, dass sein Einkommen nicht 
im gleichen Verhältnis angestiegen ist.

Die Anpassung der Unterhaltsbeiträge (UB) erfolgt grundsätzlich nach 
folgender Formel:

neuer UB = alter UB x neuer Index
alter Index

Bei einer geringeren Lohnerhöhung werden die Unterhaltsbeiträge in 
entsprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem 
Lohn eine Anpassung der Unterhaltsbeiträge entfällt.

 7. Die Vereinbarung der Parteien über die je hälftige Teilung ihrer Pensi-
onskassenguthaben im Sinne von Art. 122 ZGB wird gerichtlich ge-
nehmigt.

Die U., wird angewiesen, Y. zulasten des Vorsorgeguthabens von Z. 
den Betrag von Fr. 62'764.00 auf ihr Freizügigkeitskonto bei der T., zu 
überweisen.

 8. In güterrechtlicher Hinsicht wird Z. verpflichtet, Y. Fr. 17'371.10 zu be-
zahlen.

 9. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 7230.00 (Gerichts-
gebühren Fr. 7000.00, Barauslagen Fr. 230.00) gehen zu drei Vierteln 
zu Lasten von Z. und zu einem Viertel zu Lasten von Y..

Da beide Parteien mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechts-
pflege prozessieren, werden ihre jeweiligen Kosten der Stadt Chur in 
Rechnung gestellt.

10. Z. hat Y. ausseramtlich mit Fr. 11'037.00 (inkl. MwSt) zu entschädigen.

11. Die Parteivertreter haben ihre Honorarnoten direkt der Stadt Chur ein-
zureichen, da diese die Bewilligungen zur unentgeltlichen Rechts-
pflege erteilt hat.

12. Mitteilung an: …“

H. In Gutheissung eines Erläuterungsbegehrens von Y. vom 15. Juni 
2004 wurde das erstinstanzliche Urteilsdispositiv durch Präsidialverfügung vom 
23. Juni 2004 dahin gehend berichtigt (Art. 240 Abs. 3 ZPO), dass die Ziffer 2 um 
den folgenden Absatz ergänzt wurde:

„Die bestehende Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB 
wird weitergeführt.“

2

I. Am 22. Juni 2004 liess Z. gegen das bezirksgerichtliche Urteil Beru-
fung an die Zivilkammer des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Ziff. 9 und 10 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Plessur 
vom 12. Februar 2004, mitgeteilt 1. Juni 2004, seien aufzuheben; die 
Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 7230.00 seien je zur 
Hälfte auf die Parteien aufzuteilen und die ausseramtlichen Aufwen-
dungen der Parteien seien wettzuschlagen.

 2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Be-
rufungsbeklagten.“

Diese Anträge wurden von Z. in seiner schriftlichen Berufungsbegründung 
vom 11. September 2004 ausdrücklich bestätigt.

K. In ihrer Berufungsantwort vom 25. Oktober 2004 liess Y. demge-
genüber das Begehren stellen:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge + 7,6 % Mehrwertsteuer.“

L. Auf die näheren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den 
Eingaben der beiden Parteivertreter wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen.

M. Zu einem entsprechenden Begehren von Y. vom 23. Juni 2004 er-
liess das Kantonsgerichtspräsidium am 9. Juli 2004 die folgende Verfügung, wel-
che am gleichen Tag mitgeteilt wurde:

„1. Das Gesuch wird gutgeheissen und Y. die Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 45 Abs. 1/Art. 46 ZPO im Ver-
fahren ZF 04 43 vor Kantonsgericht ab Datum der Gesuchseinrei-
chung erteilt.

 2. Die Gerichtskosten und die Kosten der Rechtsvertretung werden der 
Stadt Chur in Rechnung gestellt.

 3. Zum Rechtsvertreter wird Rechtsanwalt lic. iur. Josef Brunner, Post-
strasse 3, 7130 Ilanz, ernannt. Fallen die Voraussetzungen für die un-
entgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 42 Abs. 1 ZPO weg, ist das 
Kantonsgerichtspräsidium ohne Verzug darüber zu benachrichtigen 
(Art. 43 Abs. 5 ZPO).

 4. Rechtsanwalt lic. iur. Josef Brunner hat nach Abschluss des Haupt-
verfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzurei-

2

chen. Dabei dürfen 75 % des empfohlenen Normalansatzes gemäss 
geltender Honorarordnung des Bündnerischen Anwaltsverbandes 
nicht überschritten werden. Streitwertzuschläge fallen ausser Be-
tracht.

 5. Wird der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren eine ausseramtliche 
Entschädigung zugesprochen, so hat das kostenbelastete Gemeinwe-
sen die Kosten der Rechtsvertretung nur insoweit zu tragen, als diese 
durch die zugesprochene Entschädigung nicht gedeckt werden oder 
die zugesprochene Entschädigung uneinbringlich ist. Die Uneinbring-
lichkeit ist in der Regel durch Verlustschein nachzuweisen.

 6. Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch das kostenbelas-
tete Gemeinwesen im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO bleibt vorbehal-
ten.

 7. Mitteilung an: …“

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Gegenstand des erstinstanzlichen Urteils vom 12. Februar 2004 war 
eine Scheidung auf gemeinsames Begehren bei Teileinigung im Sinne von Art. 
112 ZGB. Gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. b GestG, dessen Wortlaut zu eng ist (vgl. Karl 
SPÜHLER / Dominik VOCK, Gerichtsstandsgesetz [GestG], Gesetzesausgabe mit An-
merkungen, Zürich 2000, Art. 15 GestG Anm. 5; Georg NAEGELI, Gerichtsstands-
gesetz, Kommentar zum Bundesgesetz über den Gerichtsstand in Zivilsachen 
[Hrsg.: Thomas MÜLLER und Jakob WIRTH], Zürich 2001, Art. 15 GestG N. 19 ff.), sind 
solche Verfahren bei einem Gericht am Wohnsitz einer Partei anzuheben. In 
Graubünden ist dies nach Art. 3 Abs. 1 Ziff. 6 EG zum ZGB das jeweilige Bezirks-
gericht. Da Y. ihren Wohnsitz in Chur hat, einer zum Bezirk Plessur gehörenden 
Ortschaft, ist nicht zu beanstanden, dass die von den Parteien angerufene Vorin-
stanz ihre örtliche und sachliche Zuständigkeit bejaht hat.

Sachurteile, die in Verfahren der geschilderten Art ergangen sind, unterlie-
gen der Berufung an die Zivilkammer des Kantonsgerichtes (Art. 3 Abs. 2 EG zum 
ZGB in Verbindung mit Art. 218 ff. ZPO). Mit dem gleichen Rechtsmittel erfolgt der 
Weiterzug in solchen Fällen auch dann, wenn lediglich der Bestandteil der Haupt-
sache bildende Kostenentscheid angefochten werden soll. Dies gilt freilich nur in-
soweit, als die Verteilung der amtlichen Kosten bzw. die grundsätzliche Verpflich-
tung zur Bezahlung einer Umtriebsentschädigung und deren Höhe beanstandet 
werden wollen. Betreffen Rügen hingegen die Berechnung der abzuwälzenden 

2

amtlichen Kosten, wird also eine Missachtung des Kostentarifs (BR 320.075) gel-
tend gemacht, hat sich die betroffene Partei nach Art. 13 der Verordnung über die 
Verfahrenskosten und Entschädigungen im Zivilverfahren (BR 320.070) mittels 
Beschwerde im Sinne der Art. 232 ff. ZPO beim Kantonsgerichtsausschuss zur 
Wehr zu setzen (vgl. PKG 1996-21-97, 1988-5-36).

Mit seiner Weiterzugserklärung vom 22. Juni 2004 und der schriftlichen Be-
gründung hierzu vom 11. September 2004 will Z. erreichen, dass er abweichend 
von der Regelung im angefochtenen Urteil einen geringeren Anteil an den erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten übernehmen müsse, als das Bezirksgericht Plessur 
für angezeigt erachtet habe (lediglich die Hälfte statt drei Viertel) und dass er von 
der Verpflichtung, der Gegenpartei eine Umtriebsentschädigung zu bezahlen, 
gänzlich entbunden werde. Solche Anträge sind nach dem Gesagten im Beru-
fungsverfahren klarerweise zulässig. Da die auf die Ergreifung des Rechtsmittels 
gerichteten Äusserungen überdies innert Frist erfolgten und da sie ausserdem den 
massgeblichen Formerfordernissen entsprachen, kann auf die Berufung also ein-
getreten werden.

2. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO sind die Kosten des Gerichtsverfahrens 
in der Regel von der unterliegenden Partei zu tragen; obsiegt keine vollständig, 
können sie verhältnismässig verteilt werden. Wie schon der Wortlaut erkennen 
lässt, ist diese Vorschrift nicht starr anzuwenden; sie erlaubt vielmehr Ausnahmen, 
wobei ausdrücklich die beiden Fälle genannt werden, dass sich die unterliegende 
Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst sah oder dass der genaue 
Umfang des geltend gemachten Anspruchs für den Kläger aus objektiven Gründen 
nicht überblickbar war. Dies ist freilich keine abschliessende Aufzählung. Ein Ab-
weichen von der Regel kann sich auch sonst wie aufdrängen, insbesondere bei 
Scheidungsprozessen und anderen familienrechtlichen Verfahren sowie bei Not-
wegrechts- und Erbteilungsstreitigkeiten (vgl. PKG 1988-14-72, 1997-14-69, 
2002-22-169; daneben auch FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcheri-
schen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, § 64 N. 26 ff.). – In Anlehnung 
an die in Abs. 1 enthaltenen Grundsätze betreffend die Überbindung gerichtlicher 
Verfahrenskosten sieht Art. 122 Abs. 2 ZPO schliesslich ausserdem vor, dass die 
unterliegende Partei in der Regel verpflichtet werde, der obsiegenden alle ihr 
durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen; soweit das 
Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei ausfalle, könnten die ausser-

2

gerichtlichen Kosten nach den gleichen Regeln wie die gerichtlichen verteilt wer-
den. – Zu beidem hält dann Abs. 3 von Art. 122 ZPO noch ergänzend fest, dass 
einer Partei ohne Rücksicht auf den Ausgang des Prozesses all jene gerichtlichen 
und aussergerichtlichen Kosten überbunden werden dürften, welche sie unnöti-
gerweise verursacht habe.

Y. und Z. waren sich von Anfang an darüber einig, dass ihre Ehe zu schei-
den sei. Zu keinen Auseinandersetzungen führte überdies die Verpflichtung der 
Parteien zur hälftigen Aufteilung ihrer Pensionskassenguthaben, weder dem 
Grundsatz nach noch in Bezug auf die rechnerische Umsetzung. Ebenso unbe-
stritten war, dass die elterliche Sorge über die beiden Kinder der Mutter zuzuteilen 
sei und dass ihr deren Pflege und Erziehung obliegen solle. Dass Z. bei der Aus-
gestaltung seines Besuchsrechtes eine etwas grosszügigere Lösung bevorzugt 
hätte, als sie schliesslich angeordnet wurde, ist wiederum kein Grund, ihn stärker 
mit Kosten zu belasten als die Gegenpartei, einmal, weil hier das Gericht von sich 
aus eine dem Kindeswohl möglichst gerecht werdende Regelung zu treffen hat, 
aber auch, weil entgegen den Mutmassungen in der Berufungsantwort keine 
genügenden Anhaltspunkte vorliegen, dass Z. in diesem Bereich durch vorwerf-
bares Verhalten einen unverhältnismässig hohen Aufwand verursacht hat. Ähnli-
ches gilt in Zusammenhang mit der Festlegung der an den Kinderunterhalt zu er-
bringenden Geldleistungen. Dass Z. die Entscheidfindung des für eine sachge-
rechte Lösung verantwortlichen Gerichtes über Gebühr erschwert habe, wird gar 
nicht erst behauptet, und ob von Seiten der Parteien etwas höhere oder tiefere 
Kinderunterhaltsbeiträge gefordert bzw. anerkannt wurden, als sie dann im Sach-
urteil als angemessen erachtet wurden, ist für die Verteilung der Gerichtskosten 
nicht weiter von Belang, wobei hier hinzu kommt, dass zwischen den von Y. und 
Z. in ihren ursprünglichen Anträgen genannten Zahlen lediglich eine Differenz von 
50 Franken bestand. An der Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung 
schliesslich hatten beide Parteien ein gleichwertiges Interesse, und es kann dem 
Ehemann wiederum nicht angelastet werden, dass der beträchtliche Aufwand, der 
dem Bezirksgericht Plessur in diesem Punkt erwachsen ist, überwiegend auf 
schuldhaftes Verhalten von seiner Seite zurückzuführen sei. Im angefochtenen 
Urteil werden denn auch keine derartigen Vorwürfe erhoben. Von wesentlichem 
Belang ist zudem, dass sowohl Y. wie Z. mit ihren Anträgen zur güterrechtlichen 
Auseinandersetzung ungefähr in gleichem Umfang nicht durchgedrungen sind. 
Während sie von ihm Fr. 41'595.00 forderte und Fr. 17'371.10 zugesprochen er-
hielt, vertrat er die Meinung, dass er ihr nichts schulde, sondern seinerseits noch 

2

Fr. 4379.00 verlangen könne. Sie unterlagen damit in der Höhe von Fr. 24'223.90 
bzw. Fr. 21'750.10. Das bisher Gesagte würde es also nahe legen, die Kosten des 
vorinstanzlichen Gerichtsverfahrens den beiden Parteien je zur Hälfte zu überbin-
den. Nun gilt es freilich zusätzlich zu berücksichtigen, dass sich Z. noch an der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung dagegen gewehrt hat, an den nachehelichen 
Unterhalt von Y. irgendwelche Beiträge zu bezahlen, und dass er sich in seinem 
Eventualbegehren lediglich zu bescheidenen Zugeständnissen durchringen 
konnte. Auf der anderen Seite erstritt sie sich in Bezug auf die Höhe der ihr zu-
kommenden Unterhaltsbeiträge ungefähr das, was sie ursprünglich gefordert 
hatte, allerdings nicht lebenslänglich, sondern nur für eine verhältnismässig kurze 
Zeitspanne. Bei dieser Sachlage ist der Vorinstanz im Ergebnis insoweit bei-
zupflichten, als es angezeigt erscheint, den Ehemann etwas stärker als die Ehe-
frau mit Gerichtskosten zu belasten. Seinem Unterliegen im zuletzt behandelten 
Punkt wurde nun aber mit einem Verteilschlüssel von einem Vierteil zu drei Vier-
teln zu grosses Gewicht beigemessen. Eine solche Lösung zieht all das etwas gar 
wenig in Betracht, was für eine gleichmässige Belastung der beiden Parteien spre-
chen würde. Gesamthaft gesehen rechtfertigt es sich vielmehr, Z. mit zwei Dritteln 
und Y. mit einem Drittel der beim Bezirksgericht Plessur aufgelaufenen Verfah-
renskosten zu belasten. Gründe, von diesem Ergebnis wiederum abzuweichen, 
sind keine vorhanden.

Ausgehend vom Verteilschlüssel, den es für die Überbindung der Verfah-
renskosten angewandt hatte (ein Viertel zulasten der Ehefrau und drei Viertel zu-
lasten des Ehemannes), erkannte das Bezirksgericht Plessur in Bezug auf die 
aussergerichtlichen Kosten, dass nach Verrechnung der gegenseitigen Entschä-
digungsforderungen Y. noch einen Anspruch besitze, von Z. zwei Viertel des aus-
gewiesenen notwendigen Aufwandes, der ihr im erstinstanzlichen Verfahren er-
wachsen sei, ersetzt zu erhalten. Das Bezirksgericht Plessur kam dabei zum 
Schluss, dass sich das ungekürzte Guthaben auf einen Betrag von Fr. 22'074.00 
(inkl. MwSt.) belaufen würde, und sprach demzufolge Y. die Hälfte hiervon als Um-
triebsentschädigung zu, das sind (inkl. MwSt.) Fr. 11'037.00. – Diese Berech-
nungsweise blieb vor der Zivilkammer unbestritten und kann auch für die Anpas-
sung der Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung an den Umstand verwen-
det werden, dass nach dem Ergebnis des Berufungsverfahrens der Schlüssel für 
die Verteilung der vorinstanzlichen Gerichtskosten geändert werden musste. Sie 
gehen wie oben dargelegt nunmehr zu einem Drittel zulasten von Y. und noch zu 
zwei Dritteln zulasten von Z.. Dies bedeutet, dass Z. neu zu verpflichten ist, zur 

2

teilweisen Abgeltung der Umtriebe von Y. im Verfahren vor Bezirksgericht Plessur 
eine Entschädigung in der Höhe von einem Drittel zu bezahlen; bei der gegebenen 
Ausgangslage von Fr. 22'074.00 entspricht dies also einem Betrag von Fr. 
7358.00, die Mehrwertsteuer wiederum eingeschlossen. Nicht ersichtlich ist, in-
wiefern es aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien billig sein soll, 
Z. zum Nachteil seiner geschiedenen Frau noch weiter entgegenzukommen und 
ihn von der Verpflichtung, ihr eine ohnehin bereits reduzierte Umtriebsentschädi-
gung zu bezahlen, gänzlich zu befreien.

3. Z. focht das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur lediglich in verhält-
nismässig geringem Umfang an. Er drang dabei allerdings mit seinem Begehren 
nur unvollständig durch. Auf der anderen Seite wehrte sich Y. dagegen, dass am 
vorinstanzlichen Erkenntnis irgendwelche Änderungen – und seien sie noch so 
bescheiden – zugunsten von Z. vorgenommen würden. Diese Umstände lassen 
es angezeigt erscheinen, dass die Kosten des Verfahrens vor der Zivilkammer zu 
gleichen Teilen (je zur Hälfte) auf den Berufungskläger und die Berufungsbeklagte 
abgewälzt werden.

Gleichzeitig verbietet es sich bei dieser Sachlage, einer der beiden Parteien 
zulasten der anderen für das Berufungsverfahren eine Umtriebsentschädigung zu-
zusprechen. Die aussergerichtlichen Kosten müssen vielmehr wettgeschlagen 
werden.

Gestützt auf die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 9. Juli 
2004 sind die Y. auferlegten Kostenanteile des Berufungsverfahrens sowie die ihr 
in diesem Verfahrensabschnitt erwachsenen Kosten ihrer Rechtsvertretung unter 
Vorbehalt der Rückforderung der Stadt Chur in Rechnung zu stellen. Die Höhe der 
Rechtsanwalt Josef Brunner auszurichtenden Entschädigung wird dabei im Ver-
fahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO festgelegt.

2

Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und es werden die Ziffer 9 Abs. 1 
sowie die Ziffer 10 des Dispositivs des angefochtenen Urteils aufgehoben.

2. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 7230.00 gehen zu zwei 
Dritteln zu Lasten von Z. und zu einem Drittel zu Lasten von Y..

3. Z. wird verpflichtet, Y. für ihre Umtriebe im erstinstanzlichen Verfahren eine 
aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 7358.00 (inkl. MwSt.) zu bezah-
len.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2725.00.00 (Gerichtsgebühr 
Fr. 2500.00, Schreibgebühr Fr. 225.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten der 
beiden Parteien.

5. Für das Berufungsverfahren werden die ausseramtlichen Entschädigungen 
wettgeschlagen.

6. Die der Berufungsbeklagten im Verfahren vor der Zivilkammer auferlegten 
amtlichen Kosten sowie die ihr in diesem Verfahrensabschnitt entstande-
nen Kosten ihrer Rechtsvertretung werden gestützt auf die Verfügung des 
Kantonsgerichtspräsidiums vom 9. Juli 2004 der Stadt Chur in Rechnung 
gestellt, unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts gemäss Art. 45 Abs. 2 
ZPO.

Der Rechtsvertreter von Y. wird aufgefordert, innert zehn Tagen seit Zu-
gang dieses Urteils seine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzu-
reichen.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar