# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64de6865-a98b-5182-935c-8890877e80dc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** DG240024-K2
**Docket/Reference:** DG240024-K2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/DG240024-K2.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Winterthur

Geschäfts-Nr.: DG240024-K/Ubegr/gw

Mitwirkend: Vizepräsidentin lic. iur. C. Schibli Arn als Vorsitzende, Bezirksrichterin 

lic. iur.  A  Schneeberger,  Ersatzrichterin  MLaw  N.  Seebacher  sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw M. Studer

Urteil vom 16. Januar 2025
(begründete Fassung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern

Privatklägerin

B._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,

  
- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Sep-

tember 2024 (act. 14/9) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

Staatsanwalt lic. iur. C._____ für die Anklagebehörde, der Beschuldigte in 

Begleitung seiner amtlichen Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, sowie 

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ namens und in Begleitung der Privatklägerin.

1.

Die Anklagebehörde: (act. 24 S. 1)

Anträge:

" 1. Schuldigsprechung im Sinne der Anklageschrift

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unter An-

rechnung der erstandenen Haft von einem Tag

3. Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter An-

setzung einer Probezeit von 2 Jahren

4. Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 

Abs. 3 StGB

5. Kostenauflage an den Beschuldigten"

2.

Der amtlichen Verteidigung: (act. 27 S. 15)

" 1. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen.

  2.

  3.

  4.

  5.

  6.

 7.

Eventualiter sei von seiner Bestrafung abzusehen.

Subeventualiter – für den Fall der Bestrafung wegen fahrläs-

siger Tatbegehung – sei er milde zu bestrafen, höchstens mit ei-
ner bedingt aufgeschobenen Geldstrafe.

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von 

Art. 67 StGB sei abzusehen.

Die Forderungen der Privatklägerin seien abzuweisen. 
Eventualiter sei die Privatklägern mit ihren Forderungen auf den 
Zivilweg zu verweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

des Staates.

Dem Beschuldigten sei für einen Tag Haft eine Entschädi-
gung von Fr. 500.– zuzusprechen zzgl. Zins ab Datum der Haft.

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  8.

Festsetzung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers 

im Umfang der heute eingereihten Honorarnote auch für Ausla-
gen und Mehrwertsteuer und im Falle des Freispruchs zu einem 
vollen Honorar von Fr. 300.– pro Stunde zuzüglich MwSt.

  9.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien definitiv auf die 

Staatskasse zu nehmen, unabhängig vom Ausgang des Verfah-
rens.

 10. Löschung des DNA-Profils des Angeklagten und der DNA-Asser-

vate."

3.

Des Beschuldigten: (sinngemäss) 

Entscheid gemäss den Anträgen der amtlichen Verteidigung.

4.

Der Privatklägerin: (act. 25 S. 2) 

"1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen 

und angemessen zu bestrafen.

 2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Ge-

nugtuung von Fr. 7'500.– zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5% seit 
27. September 2023."

Erwägungen:

I.

Prozessgeschichte

1.

Mit Anklageschrift vom 3. September 2024 (act. 14/9), hierorts eingegangen 

am  10.  September  2024,  erhob  die  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich 

Anklage gegen  A._____  wegen sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  zum  Nachteil 

von B._____. 

2.

Nach Prüfung der Anklageschrift und der Prozessvoraussetzungen gemäss 

Art. 329 Abs. 1 StPO durch die Verfahrensleitung am 10. September 2024 (Prot. 

S. 2) wurde den Parteien mit Verfügung vom 10. September 2024 Frist angesetzt, 

um Beweisanträge zu stellen und zu begründen. Der Privatklägerin wurde zudem 

Frist angesetzt, um ihre Forderung zu beziffern und zu begründen (act. 15). Innert 

Frist liess die Privatklägerin ihre Zivilforderung mit Eingabe vom 1. Oktober 2024 

durch  Rechtsanwältin  lic. iur.  Y._____  beziffern  und  begründen  (act.  17).  Die 

Eingabe  vom  1. Oktober  2024  wurde  dem  Beschuldigten  sowie  der 

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Staatsanwaltschaft  samt  Beilage  zur  Kenntnisnahme  zugestellt 

(act. 18). 

Beweisanträge wurden von keiner Partei gestellt. 

3.

Die Hauptverhandlung fand sodann am 16. Januar 2025 vor dem hiesigen 

Bezirksgericht  statt  (Prot.  S.  5 ff.).  Zur  Verhandlung  erschienen  Staatsanwalt 

lic. iur.  C._____  für  die  Anklagebehörde,  der  Beschuldigte  in  Begleitung  seines 

amtlichen Verteidigers und die Privatklägerin sowie ihre Rechtsvertretung (Prot. S. 

5).

II.

Sachverhalt

1.

Vorbemerkungen

Aus  dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  BV)  ergibt  sich, 

dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen tatsächlich zu hören, prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichti-

gen hat. Dabei ist es nicht erforderlich, dass es sich mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken 

(BGE  147  IV  409  E.  5.3.4;  BGE  146  IV  297  E.  2.2.7;  BGE  141  IV  249  E.  1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1135/2022 vom 21. Sep-

tember 2023 E. 3.2.3; 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 4.4.2; je mit weiteren 

Hinweisen).

2.

Anklagesachverhalt

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  in  der  Anklageschrift  vom 

3. September 2024 vor, er solle sexuelle Handlungen an der Privatklägerin vorge-

nommen haben. Er soll mit der Privatklägerin Zungenküsse ausgetauscht haben, 

die Privatklägerin am Po angefasst, den Penis am Po der Privatklägerin gerieben 

haben, als beide bekleidet waren sowie als die Privatklägerin in Unterhosen war, 

sowie mit dem Penis ohne Kondom in die Vagina der Privatklägern eingedrungen 

sein und einige Minuten Geschlechtsverkehr vollzogen haben. In subjektiver Hin-

sicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er bei all diesen Handlungen ge-

wusst habe, dass es sich bei der Privatklägerin um ein Kind unter 16 Jahren ge-

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handelt  habe  und  dass  seinen  Handlungen  sexuelle  Bedeutung  zukämen 

(act. 14/9).

3.

Standpunkt des Beschuldigten

3.1. Der Beschuldigte zeigte sich hinsichtlich der ihm in der Anklageschrift vor-

geworfenen sexuellen Handlungen a) bis c) sowohl anlässlich der polizeilichen und 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen als auch anlässlich der Hauptverhandlung 

geständig. Er bestätigte somit, dass es beim Treffen am 27. September 2023 beim 

Schulhaus D._____ zu sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin gekommen sei. 

Es sei konkret zu Zungenküssen, Anfassen des Pos der Privatklägerin über den 

Kleidern  und  reiben  des  Penis  von  hinten  am  Po  der  stehenden  nach  vorne  ge-

bückten Privatklägerin, wobei sie bekleidet war, gekommen (vgl. act. 3/1 F/A 81, 

156 f., 161; act. 3/2 F/A 35, 53 f., 92-94; Prot. S. 9 f.). 

3.2. Vom  Beschuldigten  bestritten  wurde  hingegen,  dass  er  seinen  Penis  ste-

hend von hinten am Po der stehenden nach vorne gebückten Privatklägerin gerie-

ben habe, wobei die Privatklägerin die Hosen bis zu den Knien heruntergelassen 

gehabt  habe  und  unten  nur  noch  Unterhosen  getragen  habe  (act. 3/2  F/A  94; 

Prot. S. 10). Des Weiteren bestritt er das vaginale Eindringen des Penis ohne Kon-

dom  von  hinten  in  die  Vagina  der  nach  vorne  gebückten  Privatklägerin  und  das 

Vollziehen des vaginalen Geschlechtsverkehrs während einigen Minuten (act. 3/1 

F/A 5, 83 ff., 165; act. 3/2 F/A 32, 56, 94; Prot. S. 10, 18). Weiter stellte der Be-

schuldigte in Abrede, gewusst zu haben, dass die Privatklägerin zum Zeitpunkt des 

Treffens  am  27. September  2023  noch  nicht  16 Jahre  alt  und  er  selbst  mehr  als 

drei Jahre älter als sie gewesen sei (act. 3/1 F/A 4, 159, 177 ff.; act. 3/2 F/A 70, 93, 

Prot. S. 18, 19).

3.3. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob dem Beschuldigten der von der Staats-

anwaltschaft vorgeworfene Sachverhalt betreffend die bestrittenen Punkte mit den 

vorhandenen Beweismitteln mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen wer-

den kann oder ob erhebliche oder unüberwindbare Zweifel am tatbestandsmässi-

gen  Verhalten  des  Beschuldigten  verbleiben,  so  dass  er  entsprechend  dem  in 

Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen ist. 

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4.

Allgemeines zur Sachverhaltserstellung

4.1. Das  Gericht  legt  seinem  Urteil  denjenigen  Sachverhalt  zugrunde,  den  es 

nach  seiner  freien,  aus  der  Hauptverhandlung  und  den  Untersuchungsakten  ge-

schöpften  Überzeugung  als  verwirklicht  erachtet  (Art. 10  Abs. 2  StPO).  Gemäss 

dem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet das Gericht, 

ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. Bestehen nach ab-

geschlossener Beweiswürdigung unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tat-

sächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für 

den  Beschuldigten  günstigeren  Sachlage  aus  (Jositsch/Schmid,  in:  PK  StPO, 

4. Aufl., Art. 10 StPO N 10). Der Nachweis einer Tatschuld ist dann erbracht, wenn 

das Gericht gestützt auf eine verstandesgemäss einleuchtende Schlussfolgerung 

zum Ergebnis gelangt, dass keine vernünftigen Zweifel an der Tatschuld mehr vor-

handen sind. Wo der strikte Beweis nicht möglich ist, genügt es auch, wenn meh-

rere Indizien, die einzeln betrachtet immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlich-

keit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, zusammen den vollen Beweis und 

volle Überzeugung bringen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer 

Gesamtheit  zu  würdigen  (Urteil  des  BGer  1P.87/2002  vom  17. Juni  2002  E. 3.4; 

Pra 2004 Nr. 51 E. 1.4).

4.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher  Umstände,  die  sich  aus  den  Akten  ergeben,  zu  untersuchen,  welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen 

(Urteil  des  Bundesgerichts  6B_692/2011  vom  9. Februar  2012  E. 1.4  m.w.H.; 

BGE 133 I 33 E. 4.3 m.w.H.). Es darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die 

allgemeine Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden, relevant ist viel-

mehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen. Es handelt sich hierbei meist um 

Belastungsaussagen der geschädigten Person, denen die Aussagen der beschul-

digten  Person  entgegen  steht.  Die  Aussagen  sind  einer  Analyse  bzw.  kritischen 

Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Reali-

täts- oder Glaubhaftigkeitsmerkmalen und das Fehlen von Fantasiemerkmalen ab-

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zustellen ist. Zu den Realitätskriterien gehören insbesondere Detailreichtum, Origi-

nalität,  innere  Konsistenz  bzw.  Widerspruchslosigkeit,  Nachvollziehbarkeit,  zeitli-

che  und  räumliche  Einordnung  sowie  emotionale  Verknüpfung  bzw.  Einbettung 

(OGer ZH SB230109 vom 5. April 2024 E. iii.4.1.2.17; HÜRLIMANN REGULA/VESELY 

THOMAS, Redaktion des Strafurteils, und weiterer Entscheide in Strafsachen, Zü-

rich/St. Gallen 2023, Rz. 232 ff.).

4.3. Bei der Befragung von Kindern, die Opfer einer Straftat gegen die sexuelle 

Selbstbestimmung geworden sein sollen, ist sodann zu beachten, dass es bei de-

ren Befragung häufig zu Scham kommt, gegenüber Dritten von dem Erlebten zu 

berichten. Hinzu kommt, dass gerade Kinder dem mutmasslichen Täter trotz der 

Tat emotional ambivalent gegenüber stehen. Die Vernehmung solcher – möglicher-

weise  traumatisierter  –  Zeugen  ist  von  Beginn  der  Ermittlungen  in  besonderem 

Masse behutsam und schonend durchzuführen, ohne dabei die Aufgabe der Wahr-

heitsfindung  einzuschränken  (BENDER/HÄCKER/SCHWARZ,  Tatsachenfeststellung 

vor Gericht, 5. Aufl. 2021, N 1594). Zu beachten ist sodann Art. 154 StPO, welche 

Bestimmung  zum  Schutz  von  Kindern  besondere  Massnahmen  vorsieht.  Ist  er-

kennbar, dass die Einvernahme oder die Gegenüberstellung für das Kind zu einer 

schweren psychischen Belastung führen könnte, dürfen Kinder während des gan-

zen Verfahrens in der Regel nicht mehr als zwei Mal einvernommen werden. Selbst 

eine zweite Einvernahme findet nur statt, wenn die Parteien bei der ersten Einver-

nahme ihre Rechte nicht ausüben konnten oder dies im Interesse der Ermittlungen 

oder des Kindes unumgänglich ist (Art. 154 Abs. 4 lit. b u. c StPO).

Vorliegend wurde die Privatklägerin zweimal, am 13. Februar 2024 polizeilich 

und am 15. Mai 2024 parteiöffentlich, befragt, wobei von beiden Einvernahme Nie-

derschriften,  ein  Bericht  der  Spezialistin  über  die  Befragung  sowie  audiovisuelle 

Aufzeichnungen vorliegen (act. 4/1, 4/2, 4/4, 4/5, 4/6, 4/7, 4/8), durch welche sich 

das Gericht ein genügendes Bild über die Aussagen der Privatklägerin und deren 

Aussageverhalten  verschaffen  kann.  Eine  erneute  Befragung  der  Privatklägerin, 

welche gemäss schriftlicher Stellungnahme der sie behandelnden Therapeutin auf-

grund  des  Geschehens  unter  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung  leidet 

(act. 17, Anhang), erscheint im Lichte dieser vorgelegten Beweismittel weder not-

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wendig  noch  liesse  sich  diese  mit  dem  Schutz  der  minderjährigen  Privatklägerin 

vereinbaren. 

5.

Beweismittel

Die Staatsanwaltschaft stützt die Anklage auf die Aussagen des Beschuldig-

ten (act. 3/1-2) sowie der Privatklägerin (act. 4/2; 4/8). Es liegen keine relevanten 

objektiven Beweismittel vor. Anlässlich der Hauptverhandlung wurde erneut eine 

Befragung des Beschuldigten durchgeführt (Prot. S. 8-26). Einer Verwertung dieser 

Beweismittel steht nichts entgegen.

5.1. Glaubwürdigkeit des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat als direkt vom Strafverfahren Betroffener ein – insofern 

legitimes – unmittelbares Interesse am Ausgang des Verfahrens. Weiter untersteht 

er bei seinen Aussagen nicht der Wahrheitspflicht. Dennoch ist ihm grundsätzlich 

Glaubwürdigkeit  zu  attestieren.  Vor  diesem  Hintergrund  sind  seine  Aussagen  je-

doch mit Vorsicht zu würdigen.

5.2. Glaubwürdigkeit der Privatklägerin

Bei  der  Privatklägerin  handelte  es  sich  um  eine  zum  Tatzeitpunkt  rund 

14 Jahre und 11 Monate alte Jugendliche. Zum Zeitpunkt der Einvernahmen war 

sie zwischen 15 und 15.5 Jahre alt. Die Privatklägerin ist im vorliegenden Verfahren 

Geschädigte. Sie tätigte ihre Aussagen als Auskunftsperson unter der Strafandro-

hung  der  falschen  Anschuldigung,  der  Irreführung  der  Rechtspflege  und  der  Be-

günstigung (Art. 303, 304 und 305 StGB; Art. 181 Abs. 2 StPO). Es sind die ihrer 

Verfahrensstellung  immanenten  Interessen  zu  berücksichtigen.  Alleine  daraus 

kann  aber  noch  nicht  auf  eine  allgemein  fehlende  Glaubwürdigkeit  geschlossen 

werden. Insgesamt liegen keine Umstände vor, welche die Glaubwürdigkeit der Pri-

vatklägerin massgeblich herabsetzen würden.

6.

Sachverhaltserstellung

6.1. Reiben von Penis am Po der Privatklägerin als diese in Unterhose war (An-

klagevorwurf Tatvorgehen d)

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6.1.1.  Vorwurf gemäss Anklage

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er stehend seinen 

Penis von hinten am Po der stehenden nach vorne gebückten Privatklägerin gerie-

ben habe, wobei die Privatklägerin die Hosen bis zu den Knien heruntergezogen 

hatte und unten nur noch Unterhosen trug (act. 14/9).

6.1.2.  Aussagen des Beschuldigten

6.1.2.1. Der  Beschuldigte  bestritt  die  ihm  in  der  Anklage  vorgeworfene  sexuelle 

Handlung d). Auf den Vorhalt, er habe versucht, die Privatklägerin zu überreden, 

ob sie das mit der Doggy-Position nochmals machen könnten, aber in Unterhosen, 

dass sie ihre Hose ein wenig nach unten ziehe, führte der Beschuldigte in der poli-

zeilichen Einvernahme am 8. April 2024 aus, dass dies nicht stimme. Es sei im Flow 

geschehen. Sie habe nie gesagt, dass sie es nicht wolle (act. 3/1 F/A 162). Im Rah-

men der Einvernahme vom 21. August 2024 bejahte der Beschuldigte, dass es zu 

Körperkontakt zwischen der Privatklägerin und ihm gekommen sei. Auf die Frage, 

wie,  antwortete  er,  dass  er  dies  schon  erklärt  habe  und  er,  wenn  er  jetzt  etwas 

sagen würde, in "Trouble" wäre. Er wisse nichts mehr und könne sich nicht erinnern 

(act. 3/2 F/A 29-31). 

6.1.2.2. Wie bereits in der polizeilichen Einvernahme vom 8. April 2024 führte der 

Beschuldigte  im  Rahmen  der  untersuchungsrichterlichen  Einvernahme  vom 

21. August 2024 aus, er glaube, sich im Flow am Po der Privatklägerin gerieben zu 

haben, als beide noch Hosen angehabt hätten. Auf Nachfrage, wie es weitergegan-

gen sei, antwortete er, dass sie beide noch Hosen angehabt hätten und er nicht 

wisse, wie es weitergegangen sei (act. 3/2 F/A 35 f.). Auf Vorhalt, dass sie beim 

Versuch des Geschlechtsverkehrs vermutlich keine Hosen mehr angehabt hätten, 

antwortete er, er glaube, dass sie dann keine Hosen mehr angehabt hätten. Als er 

versucht  habe,  von  hinten  mit  der  Privatklägerin  Geschlechtsverkehr  zu  haben, 

seien sie gestanden und seine Hose sei unten gewesen. Die Hose der Privatkläge-

rin sei ebenfalls unten gewesen und sie sei vor ihm gestanden und habe von ihm 

weggeschaut.  Als  er  versucht  habe,  in  sie  einzudringen,  sei  die  Unterhose,  so 

glaube er, unten gewesen. Als er  mit seinem nackten Penis hinter der Privatkläge-

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rin gestanden sei und sie ebenfalls die Hosen und Unterhosen unten gehabt habe, 

hätten sie es versucht. Es sei auf einmal ein komischer Punkt gekommen und dann 

hätten sie aufgehört. Es sei gar nichts passiert (act. 3/2 F/A 37-45). Auf Nachfrage, 

ob er ein erigiertes Glied gehabt habe, antwortete er: "Ich glaube schon, ja.". Sein 

Penis  habe  das  Geschlechtsteil  der  Privatklägerin  ganz  wenig  und  kurz  berührt 

(act. 3/2 F/A 46, 48). An der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme vom 21. Au-

gust  2024  gab  der  Beschuldigte  an,  dass  die  sexuelle  Handlung  d)  nicht  ganz 

stimme, da er seinen Penis nicht am Po der Privatklägerin gerieben habe (act. 3/2 

F/A 94). 

6.1.2.3. Im  Rahmen  der  Hauptverhandlung  wiederholt  der  Beschuldigte,  es  sei 

nicht richtig, dass er seinen Penis am Po der Privatklägerin gerieben habe, als sie 

nur noch in Unterhosen gewesen sei. Sein Penis habe das Geschlechtsteil der Pri-

vatklägerin für eine Sekunde berührt (Prot. S. 10).

6.1.3.  Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin schilderte den Vorfall in beiden Einvernahmen im Wesent-

lichen identisch. Der Beschuldigte habe sie während fünf bis zehn Minuten bzw. 

während fünf bis sieben Minuten mehrfach gefragt, ob sie die Hosen ein bisschen 

herunterziehen könne und sie nochmals dasselbe mit der Doggy-Position in Unter-

hosen machen könnten. Sie habe dem Beschuldigten wiederholt gesagt, dass sie 

dies nicht wolle (act. 4/2 F/A 21, 72; act. 4/8 S. 8, 18). Der Beschuldigte habe sie 

gefragt: "Bitte, bitte, nur kurz." (act. 4/2 F/A 73). Sie habe sich gezwungen gefühlt, 

ja zu sagen. Sie habe schliesslich die Hose bis zur Mitte ihres Oberschenkels her-

untergezogen (act. 4/2 F/A 21, 76, 81 f.; act. 4/8 S. 8.). 

6.1.4.  Beweiswürdigung

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Privatklägerin den 

anlässlich der polizeilichen Einvernahme geschilderten Vorfall im Rahmen der par-

teiöffentlichen Einvernahme rund drei Monate später in freier Erzählung und ohne 

Nachfragen  im  Kern  gleich  wiedergab.  Die  Ausführungen  der  Privatklägerin  zum 

Ablauf des angeklagten Vorfalls wirken lebensnah, sie sind zeitlich eingebettet und 

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detailreich geschildert. Insgesamt wirken die Aussagen des Beschuldigten demge-

genüber ausweichend, was im direkten Vergleich zu den glaubhaften und insbe-

sondere widerspruchsfreien Aussagen der Privatklägerin umso mehr auffällt. Dass 

die Privatklägerin das Vorgefallene sehr ausführlich und detailliert sowie mit klaren 

Orts- und Zeitangaben schildert, kann den audiovisuell aufgezeichneten Befragun-

gen und auch den Berichten zur Videobefragung, ausgefertigt von der anwesenden 

Spezialistin, entnommen werden (act. 4/4; 4/7). Die Bestreitungen des Beschuldig-

ten sind als blosse Schutzbehauptungen einzustufen und vermögen die glaubhaf-

ten Aussagen der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen. Immerhin gesteht der 

Beschuldigte sogar, dass es zu einem Geschlechtsverkehrsversuch gekommen sei 

und sein Penis die Vulva der Privatklägerin berührt habe. Dies würde im von ihm 

genannten Flow sogar noch den nächsten Schritt darstellen. Die in der Anklage-

schrift umschriebene sexuelle Handlung d) ist folglich gestützt auf die glaubhaften 

Aussagen der Privatklägerin erstellt. 

6.2. Vaginales Eindringen des Penis in die Vagina der Privatklägerin (Anklage-

vorwurf Tatvorgehen e)

6.2.1.  Vorwurf gemäss Anklage

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er sei stehend mit sei-

nem Penis ohne Kondom von hinten in die Vagina der nach vorne gebückten Ge-

schädigten  eingedrungen  und  habe  während  einigen  Minuten  vaginalen  Ge-

schlechtsverkehr ohne Kondom mit der nach vorne gebückten Geschädigten voll-

zogen (act. 14/9).

6.2.2.  Aussagen des Beschuldigten

6.2.2.1. Die  sexuelle  Handlung  e)  der  Anklageschrift  wurde  vom  Beschuldigten 

ebenfalls bestritten. In der polizeilichen Einvernahme vom 8. April 2024 schilderte 

der Beschuldigte, dass er und die Privatklägerin nicht darüber gesprochen hätten, 

ob die Privatklägerin Sex wolle, es sei im Flow dazu gekommen, dass sie Sachen 

miteinander  gemacht  hätten.  Sie  hätten  miteinander  rumgemacht  und  sich  dann 

angefasst. Sie hätten versucht, im Stehen Geschlechtsverkehr miteinander zu ha-

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ben,  wobei  seine  Jeans  und  diejenigen  der  Privatklägerin  ein  wenig  nach  unten 

gezogen  gewesen  seien  und  dann  im  letzten  Moment  sei  es  komisch  geworden 

und sie hätten beide gestoppt (act. 3/1 F/A 4, 82, 88). Auf Nachfrage erklärte der 

Beschuldigte,  dass  sein  Penis  gar  nie  in  die  Privatklägerin  eingedrungen  sei 

(act. 3/1 F/A 5, 116). Sein Penis habe das Geschlechtsteil einfach berührt (act. 3/1 

F/A 116). Während der Befragung sagte er wiederholt aus, dass sie sich angefasst 

hätten,  bis  sie  zum  Punkt  gekommen  seien,  als  es  unangenehm  geworden  sei, 

dann hätten sie gestoppt. Es sei lediglich zum Versuch des Geschlechtsverkehrs 

gekommen (act. 3/1 F/A 67, 82 f., 90 ff.). Konfrontiert mit den Aussagen der Privat-

klägern,  äusserte  der  Beschuldigte,  dass  er  das  Wort  "tschiene"  nicht  benutze 

(act. 3/1 F/A 151). Es stimme nicht, dass er die Unterhose der Privatklägerin auf 

die  Seite  geschoben  und  den  Penis  vaginal  in  sie  eingeführt  habe,  während  sie 

geschrien und ihm gesagt habe, er solle aufhören. Es stimme ebenfalls nicht, dass 

er zwei bis drei Minuten mit seinem Penis in ihrer Vagina gewesen sei und Bewe-

gungen gemacht habe (act. 3/1 F/A 161-165). 

6.2.2.2. In  der  untersuchungsrichterlichen  Einvernahme  vom  21. August  2024 

machte  der  Beschuldigte  betreffend  diese  sexuelle  Handlung  deckungsgleiche 

Aussagen (act. 3/2 F/A 32 ff., 45, 56). Auf Nachfrage, weshalb er nicht in die Vagina 

der Privatklägerin eingedrungen sei, meinte er, dass sie draussen gestanden seien 

und  es  währenddessen  unangenehm  geworden  sei.  Man  fühle  sich  so  "grusig" 

draussen. Die Seele werde unrein. Sein Penis habe die Privatklägerin ganz kurz 

berührt. Er wisse nicht, wo genau, aber er habe es kurz gespürt, wie der Blitz, und 

direkt gestoppt (act. 3/2 F/A 47-49). An der Schlusseinvernahme vom 21. August 

2024 teilte der Beschuldigte mit, dass die sexuelle Handlung e) nicht stimme, sie 

hätten keinen Geschlechtsverkehr gehabt (act. 3/2 F/A 94). 

6.2.2.3. Auch an der Hauptverhandlung bestritt der Beschuldigte, dass es zum Ge-

schlechtsverkehr gekommen sei. Es sei im letzten Moment unangenehm geworden 

und  sie  hätten  aufgehört.  Sein  Penis  habe  ihr  Geschlechtsteil  für  eine  Sekunde 

berührt (Prot. S. 10, 16 ff.). Auf Ergänzungsfrage des Verteidigers gab der Beschul-

digte  an,  dass  er  einzig  mit  seiner  jetzigen  Ehefrau  Geschlechtsverkehr  gehabt 

- 13 -

habe  und  dass  er  vor  diesem  Vorfall  noch  nie  Geschlechtsverkehr  gehabt  habe 

(Prot. S. 26).

6.2.3.  Aussagen der Privatklägerin

6.2.3.1. Die Privatklägerin schilderte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

18. Februar 2024, dass der Beschuldigte seinen Penis an ihrem Po gerieben habe 

und sie hierbei in Unterhosen gewesen sei, er irgendwann ihre Unterhose zur Seite 

geschoben und seinen Penis in die Vagina hineingesteckt habe. Sie habe nein ge-

sagt und ihm gesagt, er solle aufhören. Da er dies nicht gemacht habe, habe sie 

geschrien, dass er aufhören solle (act. 4/2 F/A 21, 84 ff.). Auf präzisierende Nach-

frage der polizeilichen Sachbearbeiterin teilte die Privatklägerin mit, dass der Penis 

des Beschuldigten etwa zwei bis drei Minuten in ihrer Vagina gewesen sei. Er habe 

von hinten Bewegungen gemacht und kein Kondom verwendet (act. 4/2 F/A 96 ff.). 

6.2.3.2. Die Privatklägerin schilderte an der parteiöffentlichen Einvernahme eben-

falls, dass der Beschuldigte ihre Unterhosen auf die Seite geschoben habe und mit 

seinem Penis in ihre Vagina eingedrungen sei für zwei, drei Minuten. Sie habe an-

gefangen zu schreien, er solle stoppen, aber er habe nicht gestoppt (act. 4/8 S. 8, 

21, 24). Hierzu führte sie aus: "Ich habe mindestens viermal gesagt äh geschrien, 

er solle aufhören. Das hat er nicht getan. Und dann beim letzten Mal, als ich meine 

Seele rausgeschrien habe, hat er aufgehört." (act. 4/8 S. 8).

6.2.4.  Beweiswürdigung

6.2.4.1. Der Detaillierungsgrad der Aussagen der Privatklägerin fällt bei dieser be-

strittenen sexuellen Handlung stark ab. Während bei den sexuellen Handlungen a) 

bis d) detailreiche und kongruente Aussagen getätigt wurden und man sich die Si-

tuation bildlich vorzustellen vermochte, sind die Aussagen in Bezug auf den Ge-

schlechtsverkehr  weniger  ausführlich.  Die  Schilderungen  der  Privatklägerin  zum 

Kerngeschehen der vorliegenden sexuellen Handlung sind äusserst knapp gehal-

ten und wenig konkret, namentlich was die einzelnen Interaktionen und Handlun-

gen des Beschuldigten an und mit ihr anbelangt. Der Anklagevorwurf liesse mehr 

Details in ihren Schilderungen erwarten, zumal die Privatklägerin zu Protokoll gab, 

- 14 -

dass der vaginale Geschlechtsverkehr 2-3 Minuten andauerte. Zwar vermochte die 

Privatklägerin ihre Vorbringen auf Nachfrage zu ergänzen, doch auch darauf folg-

ten nur wenige individuelle Elemente. Demgegenüber wirken ihre Angaben etwa 

zum gemeinsamen Einkauf im Avec und zum Hinlaufen zum Schulhaus oder als 

sie den Beschuldigten in Winterthur in der Stadt sah, sehr lebensnah und anschau-

lich (act. 4/2 F/A 17; act. 4/8 S. 7 f.). Sie schilderte die einzelnen Interaktionen zu-

sammenhängend. Auch wenn man berücksichtigt, dass die Privatklägerin zum Zeit-

punkt ihrer Aussagen 15-15.5 Jahre alt war und die Schilderungen über das mut-

masslich Erlebte für sie allenfalls schambehaftet waren, wäre zu erwarten gewe-

sen, dass ihre Aussagen zum Kerngeschehen mithin eine höhere Qualität aufwei-

sen würden. 

6.2.4.2. Die Privatklägerin schilderte in ihren Ausführungen des Weiteren, dass der 

besagte Abend ein warmer Sommerabend gewesen sei (act. 4/8 S. 28). Wie dem 

Kartenausschnitt zu entnehmen ist, befindet sich das Schulhaus D._____ in unmit-

telbarer  Nähe  von  anderen  Häusern  (act.  4/6).  Dass  sich  die  Privatklägerin  die 

Seele aus dem Leib geschrien hat und dies aber keinerlei Reaktionen von anderen 

Menschen zur Folge hatte, scheint nicht glaubhaft.

6.2.4.3. Widersprüchlich  ist  zudem,  dass  die  Privatklägerin  in  der  ersten  Einver-

nahme ausführt, sie hätte weglaufen können, um sich der Situation zu entziehen 

(act. 4/2 F/A 77 ff.) bzw. angibt, dass der Beschuldigte sie an der Hüfte festgehalten 

habe, sie sich aber körperlich nicht gewehrt habe (act. 4/2 F/A 88 ff., 116). In der 

parteiöffentlichen  Einvernahme  gab  sie  jedoch  mehrfach  an,  sie  hätte  sich  nicht 

wehren können, da sie in einer Ecke gestanden hätten (act. 4/8 S. 8, 20). 

6.2.4.4. Die Aussagen des Beschuldigten sind in Bezug auf diese sexuelle Hand-

lung konsistent. Er gibt in sämtlichen Befragungen an, dass es zum Versuch des 

Geschlechtsverkehrs gekommen sei, sie hätten jedoch aufgehört, als es komisch 

geworden sei. Diese Schilderung erscheint aufgrund des Umstandes, dass der Be-

- 15 -

schuldigte sexuell unerfahren zu sein schien, als durchaus plausibel und möglich 

(vgl. E. III 6.2.2.).

6.2.4.5. Aufgrund des vagen Aussageverhaltens der Privatklägerin bestehen Zwei-

fel an der Richtigkeit ihrer Aussagen. Vor dem begünstigenden Grundsatz "in dubio 

pro reo" muss dies dazu führen, dass hinsichtlich der in der Anklage wiedergege-

benen sexuellen Handlung e) zugunsten des Beschuldigten von der für ihn günsti-

geren  Variante  auszugehen  ist.  Dies,  da  die  blosse  Wahrscheinlichkeit  einen 

Schuldspruch nicht zu begründen vermag und das Gericht nach Erschöpfung sämt-

licher Erkenntnisquellen weder vom vaginalen Eindringen des Penis ohne Kondom 

in die Vagina der Privatklägerin vollends überzeugt ist noch die Nichtexistenz der 

beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen vermag. Die sexuelle Handlung e) ist 

somit nicht erstellt. Erstellt ist – den Zugeständnissen des Beschuldigten folgend – 

hingegen, dass es zum Versuch des Geschlechtsverkehrs gekommen ist.

6.3. Aussagen der Zeugin E._____

6.3.1. Vor dem Hintergrund, dass die Zeugin E._____ den Vorfall nicht unmittelbar 

wahrgenommen hat und ihre diesbezüglichen Schilderungen einzig auf den Erzäh-

lungen der Privatklägerin beruhen, kann sie nicht zur eigentlichen Erstellung des 

Tatvorwurfes beitragen. Ihre Aussagen sind daher höchstens als Hilfstatsachen zur 

Erhellung des Sachverhalts heranzuziehen. Soweit es sich bei ihren Aussagen um 

eigene  Wahrnehmungen  betreffend  das  Vor-  und  Nachtatgeschehen  handelt, 

kommt ihnen lediglich der Beweiswert von Indizien zu, welche allenfalls geeignet 

sind, die Aussagen der Privatklägerin oder des Beschuldigten zu stützen oder zu 

schwächen.

6.3.2.  Die Aussagen der Zeugin sind in sich widerspruchsfrei, anschaulich und le-

bensnah. Sie sind als glaubhaft einzustufen. Indes vermögen sie nur sehr wenig 

bis nichts zur Erhellung des Sachverhalts beizutragen, zumal es sich bei ihren Aus-

sagen betreffend den eigentlichen Vorfall einzig um Schilderungen vom Hören-Sa-

gen bzw. um Wiedergaben dessen, was die Privatklägerin ihr erzählte, handelt. Als 

- 16 -

relevant anzusehen sind vor allem die Schilderungen zur psychischen Verfassung 

der Privatklägerin im Nachgang des Vorfalls.

6.4.

Fazit

Der objektive Anklagesachverhalt ist – mit Ausnahme der sexuellen Hand-

lung e) "vaginales Eindringen des Penis des stehenden Beschuldigten ohne Kon-

dom von hinten in die Vagina der nach vorne gebückten Geschädigten und vollzie-

hen des vaginalen Geschlechtsverkehrs während einigen Minuten" – anklagege-

mäss erstellt. Dass der Geschlechtsverkehr vollzogen wurde, kann nicht nachge-

wiesen werden, indessen wurde er in besagter Position zumindest versucht. 

III.

Rechtliche Würdigung

Die  Staatsanwaltschaft  würdigt  das  Verhalten  des  Beschuldigten,  gemäss 

den vorstehend erstellten sexuellen Handlungen, in rechtlicher Hinsicht als sexuelle 

Handlungen mit Kindern im Sinne von aArt. 187 Ziff. 1 StGB (act. 21 S. 4).

1.

Zeitlicher Geltungsbereich der Strafbestimmungen 

1.1. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich der Straftatbestand der sexuellen 

Handlungen mit Kindern seit dem Zeitpunkt der Tatausführung am 27. September 

2023 inhaltlich verändert hat. Das neue Sexualstrafrecht ist am 1. Juli 2024 in Kraft 

getreten.

1.2. Nach  dem  in  Art. 2  Abs. 2  StGB  verankerten  Lex-mitior-Grundsatz  kommt 

bei  materiellen  Gesetzesänderungen  zwischen  Tatzeitpunkt  und  Urteilszeitpunkt 

das neue Recht nur dann zur Anwendung, wenn es für den Täter das mildere ist.

1.3.

Im vorliegenden Fall ist der Wortlaut bei Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gleich 

geblieben. Da das neue Recht nicht das mildere ist, ist somit das zum Tatzeitpunkt 

- 17 -

geltende Recht anzuwenden. Der von der Staatsanwaltschaft eingeklagte Straftat-

bestand lautet mithin auf Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB.

2.

Sexuelle Handlungen mit Kindern

Gemäss Art. 187 Ziff. 1 aStGB ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe zu bestrafen, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Hand-

lung  vornimmt,  es  zu  einer  solchen  Handlung  verleitet  oder  es  in  eine  sexuelle 

Handlung einbezieht. 

2.1. Objektiver Tatbestand

2.1.1.  Den objektiven Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB erfüllt, wer mit 

einem  Kind  unter  16 Jahren  eine  sexuelle  Handlung  vornimmt.  Geschütztes 

Rechtsgut ist die sexuelle Entwicklung von Minderjährigen. Täter bzw. Täterinnen 

können Frauen und Männer sein, die mehr als drei Jahre älter sind als das Opfer. 

Art. 187  Ziff. 1  aStGB  ist  als  abstraktes  Gefährdungsdelikt  ausgestaltet,  weshalb 

eine konkrete Schädigung der seelischen Entwicklung als Erfolg nicht nachgewie-

sen werden muss. Als sexuelle Handlungen gelten alle Handlungen, die ihrem äus-

seren Erscheinungsbild nach einen eindeutigen Sexualbezug haben. Erforderlich 

für die Vornahme einer sexuellen Handlung ist ein körperlicher Kontakt zwischen 

dem Täter und dem Opfer (MAIER, in: BSK StGB, Art. 187 N 4 m.w.H.).

2.1.2.  Der  Beschuldigte  wurde  am  tt.mm.2005  und  die  Privatklägerin  am 

tt.mm.2008 geboren. Entsprechend ist der Beschuldigte mehr als drei Jahre älter 

als die Privatklägerin, welche im Tatzeitpunkt 14 Jahre und 11 Monate alt war. Dass 

der Beschuldigte die ihm in der Anklageschrift vorgeworfenen und mit einer Abwei-

chung erstellten sexuellen Handlungen a) bis e), welche eindeutig einen Sexualbe-

zug aufweisen, an der Privatklägerin vornahm, wurde vom Beschuldigten gestan-

den bzw. wurde erstellt. Die vom Beschuldigten an der Privatklägerin vorgenom-

menen Handlungen weisen klar einen Sexualbezug auf. 

2.1.3.  Der objektive Tatbestand betreffend Vornahme sexueller Handlungen ist er-

füllt. 

- 18 -

2.2. Subjektiver Tatbestand

In subjektiver Hinsicht wird in Bezug auf die Vornahme einer sexuellen Hand-

lung Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Täter muss wissen oder 

in Kauf nehmen, dass das Kind unter 16 Jahre alt und mehr als drei Jahre jünger 

ist.  Das  Motiv  des  Täters  ist  hingegen  irrelevant  (MAIER,  in:  BSK  StGB  Art. 187 

N 21; TRECHSEL/BERTOSSA, in: PK StGB-, Art. 187 N 11). 

Die sexuellen Handlungen a) bis e) der Anklage sind gemäss vorstehender 

Erwägung mit wenigen Präzisierungen erstellt. Der Beschuldigte hat dabei an der 

Privatklägerin willentlich sexuelle Handlungen vorgenommen. Zu prüfen ist, ob der 

Beschuldigte – wie von der Staatsanwaltschaft behauptet (act. 14/9) – wusste oder 

ob er es unter den gegebenen Umständen zumindest für möglich gehalten hat bzw. 

für  möglich  halten  musste,  dass  die  Privatklägerin  zum  Tatzeitpunkt  noch  nicht 

16 Jahre alt war bzw. dass der Altersunterschied mehr als drei Jahre betrug.

2.2.1.  Aussagen des Beschuldigten

2.2.1.1. Hinsichtlich des Alters sagte der Beschuldigte bei der polizeilichen Einver-

nahme vom 8. April 2024 aus, dass die Privatklägerin ihm per Snapchat mitgeteilt 

habe, sie sei 16 Jahre alt. Die Privatklägerin wisse, so glaube er, wie alt er sei, denn 

er  habe  ihr  gesagt,  dass  er  18  sei  (act.  3/1  F/A  52  ff.).  Auf  Nachfrage,  was  ihm 

durch den Kopf gegangen sei, als ihm zu Beginn der Einvernahme erklärt worden 

sei, dass die Privatklägern zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt gewesen sei, erwiderte 

er, dass sie 16 sei und es eine Lüge sei. Er sei sich ziemlich sicher, dass sie 16 

sei. Sie sei doch nicht 14. Auf Erfragen, weshalb er sich dessen so sicher sei, ant-

wortete er, dass sie ihm dies gesagt habe und älter aussehe. Er erkundigte sich, 

ob sie 14 gewesen sei und ob man ihn verarschen wolle. Er habe nie einen Ausweis 

verlangt, da es unangenehm gewesen wäre und er auch nie Zweifel daran gehabt 

habe, dass sie 16 sei, da sie wie 18 aussehe (act. 3/1 F/A 177 ff.). 

2.2.1.2. Bei der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 21. August 2024 er-

klärte  der Beschuldigte, dass die Privatklägerin ihm beim Treffen am 27. Septem-

ber 2023 nie im Leben gesagt habe, dass sie 14 und bald 15 Jahre alt sei. Er sei 

fest  davon  überzeugt,  dass  sie  16  Jahre  alt  gewesen  sei  und  heute  17  sei.  Auf 

- 19 -

Nachfrage gab er an, dass das Alter am 27. September 2023 nicht Thema gewesen 

sei (act. 3/2 F/A 70 f.). Wie bereits in der ersten Einvernahme teilte der Beschuldigte 

in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme mit, dass er glaube, dass die Pri-

vatklägerin sein Alter gekannt habe. Sie hätten einander zwar nicht danach gefragt, 

aber man hätte es berechnen können. Sie hätten sich zwei Jahre davor gesehen 

(act. 3/2 F/A 72). Auf Ergänzungsfrage des Verteidigers, ob beim ersten früheren 

Treffen mit der Privatklägerin über das Alter gesprochen worden sei, antwortete der 

Beschuldigte, ja, sie habe ihm dort gesagt, dass sie 14 bald 15 sei (act. 3/2 F/A 79). 

An der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme vom 21. August 2024 äusserte sich 

der Beschuldigte dahingehend, dass er auf jeden Fall nicht gewusst habe, dass die 

Privatklägerin unter 16 sei. Er habe gewusst, sie sei 16 oder 17 Jahre alt gewesen 

(act. 3/2 F/A 93 f.). 

2.2.1.3. Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 16. Januar 2025 bestätigte der Be-

schuldigte auf richterliche Nachfrage, dass er nicht gewusst habe, dass die Privat-

klägerin noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei. Seines Wissens sei sie 16 oder 17 

Jahre  alt  gewesen  (Prot. S.  10).  Dies  hielt  er  wiederholte  Male  fest  (Prot. S.  13, 

18 ff.). Seinen Erinnerungen nach hätten sie sich über Instagram kennengelernt. 

Sie habe ihm dort im Jahr 2021 gesagt, dass sie 14 Jahre alt sei. Er sei damals 16 

Jahre alt gewesen (Prot. S. 11). Wie bereits in der polizeilichen und staatsanwaltli-

chen Einvernahme, bestätigte er auch anlässlich der Hauptverhandlung, dass sie 

beim  Treffen  vom  27. September  2023  nicht  über  das  Alter  gesprochen  hätten 

(Prot. S. 18). 

2.2.1.4. Der Verteidiger hält in seinem ersten Parteivortrag fest, dass zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin das Alter nur einmal thematisiert worden sei. 

Sie habe damals das Alter 14 genannt, sie werde bald 15. Dies sei im Jahr 2021 

gewesen (act. 27 S. 3). 

2.2.2.  Aussagen der Privatklägerin

2.2.2.1. Die Privatklägerin erklärte auf Nachfrage, dass der Beschuldigte und sie 

über das Alter gesprochen hätten. Beim ersten Treffen vor zwei Jahren habe sie 

ihn gefragt, wie alt er sei und auch per Snapchat habe er persönlich gesagt, dass 

- 20 -

er 16 sei. Sie sei dort 13 gewesen. Am 27. September 2023 habe sie ihn nochmals 

gefragt, wie alt er jetzt eigentlich sei. Er habe geantwortet, dass er 18 sei und habe 

ihr Alter erfragt. Sie habe gesagt, dass sie erst 15 sei (act. 4/2 F/A 30). Auf Nach-

fragen teilte die Privatklägern mit, dass der Beschuldigte vor zwei Jahren und auch 

als sie zum Avec-Shop gelaufen seien (am Treffen vom 27. September 2023) er-

fahren habe, wie alt sie sei. Sie hätten dies mündlich besprochen. Die Privatklägerin 

bejahte  die  Frage,  ob  der  Beschuldigte  sie  explizit  gefragt  habe,  wie  alt  sie  sei 

(act. 4/2 F/A 157 ff.). 

2.2.2.2. Bei der parteiöffentlichen Befragung vom 15. Mai 2024 hielt die Privatklä-

gerin fest, dass sie beim ersten Treffen über das Alter geredet hätten. Damals sei 

sie frisch 13 geworden und dies habe er auch gewusst. Beim ersten Treffen habe 

sie ihn gefragt ob er 16 sei, er habe dies bejaht. Beim letzten Treffen habe sie ihn 

nochmals gefragt, wie alt er eigentlich sei. Er habe geantwortet, dass er 18 sei, und 

die Privatklägerin gefragt, wie alt sie sei. Sie habe geantwortet, dass sie 14 sei und 

jetzt gleich 15 werde (act. 4/8 S. 11). Der Beschuldigte habe darauf nicht gross re-

agiert,  er  habe  einfach  okay  gesagt  (act. 4/8  S.  12).  Auf  Nachfrage,  ob  sie  sich 

sicher sei, dass sie dem Beschuldigten gesagt habe, dass sie 14 sei, meinte sie, 

ja, und verneinte die Frage, ob es nicht möglich sein könne, dass sie ihm gesagt 

habe, dass sie 16 sei (act. 4/8 S. 12).

2.2.3.  Würdigung

2.2.3.1. Gemäss dem Beschuldigten und seiner Verteidigung stützt sich die Kennt-

nis des Beschuldigten bezüglich des Alters der Privatklägerin alleine auf Aussagen 

aus  dem  Jahr  2021.  Es  wurden  keinerlei  Beweismittel  eingereicht,  welche  diese 

Argumentation stützen würden. Wie die Staatsanwaltschaft im ersten Parteivortrag 

ergänzte, hat die Privatklägerin gemäss ihren Ausführungen ebendiese Aussage, 

welche  der  Beschuldigte  ins  Jahr  2021  einordnete,  am  27. September  2023  ge-

macht. Der Beschuldigte verschiebe diese Aussage der Privatklägerin nun bewusst 

oder auch unbewusst zwei Jahre zurück (Prot. S. 28). Dass die Privatklägerin 16 

oder 17 Jahre alt war (Prot. S. 10), wusste er nicht mit Sicherheit und er überprüfte 

- 21 -

dies auch nicht in irgendeiner Weise. Dadurch nahm er folglich zumindest in Kauf, 

dass die Privatklägerin jünger als 16 Jahre alt war. 

2.2.3.2. Der  Aussage  des  Beschuldigten,  dass  nur  im  Jahr  2021  über  das  Alter 

gesprochen wurde, steht seine eigene Aussage in der polizeilichen Einvernahme 

vom 8. April 2024 entgegen, dass die Privatklägerin wisse, so glaube er, wie alt er 

sei, denn er habe ihr gesagt, dass er 18 sei (act. 3/1 F 52 ff.). Dies bedeutet nämlich, 

dass sie nicht nur im Jahr 2021 über das Alter gesprochen haben, sondern zusätz-

lich zumindest im Zeitpunkt, als der Beschuldigte das 18. Altersjahr vollendet hat. 

Dieses  widersprüchliche  Aussageverhalten  mindert  die  Glaubhaftigkeit  der  vom 

Beschuldigten getätigten Aussagen in Bezug auf den subjektiven Tatbestand. 

2.2.3.3. Die Privatklägerin machte sowohl in der polizeilichen sowie parteiöffentli-

chen Befragung stringente Aussagen bezüglich des Alters. Wie bereits ausgeführt, 

hat die Privatklägerin bei der parteiöffentlichen Einvernahme vom 15. Mai 2024 mit-

geteilt, dass es nicht sein könne, dass sie dem Beschuldigten mitgeteilt habe, dass 

sie 16 Jahre alt sei (act. 4/8 S. 11). Bei einer Antwort hat die Privatklägerin gesagt, 

dass sie 15, nein 14 sei, dass sie es verwechselt habe. Sie wäre 14 und werde bald 

15. Das Korrigieren dieser Aussage hat keine Auswirkungen auf die Glaubhaftigkeit 

ihrer  Aussagen,  zumal  es  realitätsnah  scheint,  dass  man  sich  einmal  verspricht, 

dies dann sofort realisiert und die Aussage entsprechend korrigiert. 

2.2.3.4. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin spricht des Weite-

ren, dass sie in ihren freien Schilderungen nicht von sich aus das Alter angespro-

chen hatte. Erst als ihr diesbezüglich Fragen gestellt wurden, ist sie auf das Alter 

eingegangen. Zusätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Privatklägerin 

im Zeitpunkt der Einvernahmen davon ausgegangen ist, dass die Ermittlungen we-

gen Vergewaltigung nicht aber wegen sexuellen Handlungen mit Kinder aufgenom-

men wurden. 

2.2.4.  Fazit

Nach den obigen Ausführungen ist davon auszugehen, dass die Privatklä-

gerin den Beschuldigten über ihr Alter von 14 bald 15 Jahren unterrichtet hat, zumal 

- 22 -

die Aussagen sehr glaubhaft und stringent sind. Der Beschuldigte hat bzw. hätte 

es folglich zumindest für möglich gehalten bzw. halten müssen, dass es sich bei 

der Privatklägerin um eine zum Tatzeitpunkt 14 Jahre und 11 Monate alte Jugend-

liche  handelte.  Dies  hat  er  bei  der  Vornahme  der  sexuellen  Handlungen  in  Kauf 

genommen. Der Beschuldigte handelte somit zumindest mit Eventualvorsatz.

2.3. Alternative Würdigung des Sachverhaltes 

2.3.1.  Im Rahmen des ersten Parteivortrages stellte der Verteidiger Erwägungen 

an,  dass  alternativ  oder  ergänzend  die  Anwendbarkeit  von  Art. 187  Ziff.  3  und 

Art. 187 Ziff. 4 aStGB zu prüfen sei. Der Verteidiger hielt in seinem ersten Partei-

vortrag fest, dass der Beschuldigte nach Art. 187 Abs. 4 aStGB nicht in vorwerfba-

rer Weise unsorgfältig gehandelt habe, man ihm dementsprechend keine Sorgfalts-

verletzung vorwerfen könne und er von der fahrlässigen Tatbegehung nach Art.187 

Ziff. 4 aStGB freizusprechen sei (act. 27 S. 10). 

2.3.2.  In Bezug auf die Sanktion hielt der Verteidiger fest, dass der Beschuldigte 

zum  Zeitpunkt  noch  nicht  das  20. Altersjahr  zurückgelegt  habe.  Es  könne  und 

müsse "notfalls" Art. 187 Abs. 3 aStGB angewendet werden. Das Gesetz habe in 

Art. 187 Abs. 3 aStGB eine sinnvolle Ausnahme von der Strafbarkeit und damit die 

Straflosigkeit trotz Feststellung der Tatbegehung als Sanktion vorgesehen. Es er-

kenne  die  Schwierigkeiten  im  Umgang  mit  dem  Problem  junger  Menschen,  die 

erste Erfahrungen mit der Sexualität machen würden (act. 27 S. 10 f.). 

2.3.3.  Die Staatsanwaltschaft hielt im zweiten Parteivortrag fest, dass in Art. 187 

Abs. 3 aStGB mit "besonderen Umständen" Fälle der klassischen Jugendliebe ge-

meint seien. In casu sei man weit davon entfernt. Der Beschuldigte habe einmal 

gesagt, es sei ein Treffen gewesen und dann tschüss. Man sei weit weg von einer 

Jugendliebe  und  es  lägen  keine  besonderen  Umstände  im  Sinne  von  Art. 187 

Abs. 3  aStGB  vor.  Bezüglich  der  fahrlässigen  Tatbegehung  nach  Art. 187  Ziff. 4 

aStGB führte die Staatsanwaltschaft aus, dass auf Vorsatz eventuell Eventualvor-

satz plädiert werde. Fahrlässigkeit sei im Übrigen nicht angeklagt und es sei davon 

auszugehen,  dass  kein  Schuldspruch  erfolgen  könnte.  Die  Anklage  werden  des 

- 23 -

Weiteren  auch  nicht  angepasst,  zumal  die  Staatsanwaltschaft  der  Überzeugung 

sei, dass zumindest eventualvorsätzlich gehandelt worden sei (Prot. S. 33). 

2.3.4.  Die Vertreterin der Privatklägerin schloss sich den Ausführungen der Staats-

anwaltschaft über die rechtlichen Würdigungen bzw. Vorbringen der Verteidigung 

an (Prot. S. 33).

2.3.5.  Im  zweiten  Parteivortrag  äusserte  sich  der  Verteidiger  dahingehend,  dass 

nach den Ausführungen der Staatsanwaltschaft die Variante der fahrlässigen Tat-

begehung auch seines Erachtens tatsächlich nicht möglich sei (Prot. S. 34).

2.3.6.  Vorliegend ist das Gericht zum Schluss gekommen, dass der Täter zumin-

dest  mit  Eventualvorsatz  gehandelt  hat.  Zudem  ist  wie  von  den  Parteien  korrekt 

ausgeführt, die fahrlässige Tatbegehung nicht von der Anklage umfasst. 

Hinsichtlich der Würdigung von Art. 187 Abs. 3 aStGB ist der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft zu folgen. Im vorliegenden Fall handelt sich nicht um eine klas-

sische Jugendliebe, sondern es handelte sich vielmehr um ein einmaliges Gesche-

hen. Die Anwendbarkeit von Art. 187 Abs. 3 aStGB ist damit ausgeschlossen.

2.4. Rechtswidrigkeit/Schuld

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor.

2.5.

Fazit

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  anklagegemäss  wegen  sexueller 

Handlungen  mit  Kindern  im  Sinne  von  Art. 187 Ziff. 1  Abs. 1  aStGB  schuldig  zu 

sprechen.

IV.

Strafzumessung

1.

Abstrakter Strafrahmen

Ausgangspunkt für die Bestimmung einer angemessenen Strafe ist der or-

dentliche Strafrahmen der zu beurteilenden Straftat. Wer sich im Sinne von Art. 187 

Ziff. 1  Abs. 1  aStGB  schuldig  macht,  ist  mit  einer  Geldstrafe  oder  eine  Freiheits-

- 24 -

strafe  bis  zu  fünf  Jahren  zu  bestrafen.  Es  liegen  keine  ausserordentlichen  Um-

stände vor, welche eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens angezeigt er-

scheinen liessen.

2.

Strafzumessungsregeln

2.1.

Innerhalb  des  ermittelten  Strafrahmens  misst  das  Gericht  die  Strafe  nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die per-

sönlichen  Verhältnisse  sowie  die  Wirkung  der  Strafe  auf  das  Leben  des  Täters 

(Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

den  Beweggründen  und  Zielen  des  Täters  sowie  danach  bestimmt,  wie  weit  der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung 

oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe 

ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden.

2.2. Die Tatkomponenten beziehen sich auf die eigentliche Tat und nicht auf den 

Täter. In erster Linie geht es um das strafrechtlich vorwerfbare Verschulden (MA-

THYS,  Strafzumessung,  N  69).  Als  Ausgangspunkt  ist  die  objektive  Schwere  des 

Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs 

sowie aufgrund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das straf-

rechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung 

sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung durch mehrere Täter 

sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind insbe-

sondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung sowie das Mass an Ent-

scheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. auch TRECH-

SEL/SEELMANN,  in:  PK  StGB,  Art. 47  N 18 ff.;  HEIMGARTNER,  in:  OFK  StGB/JStG, 

Art. 47 N 5 ff.).

2.3. Die so ermittelte verschuldensangemessene Strafe kann alsdann aufgrund 

von  Umständen,  die  grundsätzlich  nichts  mit  der  Tat  zu  tun  haben,  erhöht  oder 

herabgesetzt werden. Die sogenannte Täterkomponente umfasst die persönlichen 

Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, eine 

besondere Strafempfindlichkeit, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, 

- 25 -

insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis (Art. 47 

Abs. 1 StGB; vgl. auch HEIMGARTNER, in: OFK StGB/JStG, Art. 47 N 14 ff.).

3.

Sanktionsart

3.1. Kommen als Sanktion sowohl eine Freiheits- als auch eine Geldstrafe in Be-

tracht, so ist methodisch in der Weise vorzugehen, dass zuerst die Strafart festzu-

legen  und  dann  das  Strafmass  festzusetzten  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.3 und E. 1.3.6, m.H. auf BGE 144 IV 

313 E. 1.1.1). Bei der Wahl der Strafart hat das Gericht neben dem Verschulden 

des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, den Auswirkungen auf die Täterschaft 

und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Blickwinkel der Prä-

vention Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 6B_93/2022 vom 24. No-

vember  2022  E. 1.3.4 f.,  m.H.  auf  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_696/2021  vom 

1. November 2021 E. 5.2 und BGE 147 IV 241 E. 3.2). Das Verschulden ist adäquat 

einzuschätzen.

3.2. Nur wenn sowohl eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kom-

men und beide Strafarten in äquivalenter Weise das Verschulden sanktionieren, ist 

generell dem Verhältnismässigkeitsprinzip folgend der Geldstrafe die Priorität ein-

zuräumen  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_93/2022  vom  24. November  2022 

E. 1.3.8).  Systemimmanent  impliziert  das  StGB,  dass  das  Verschulden  die  Wahl 

der  Strafart  beeinflusst,  weil  die  schwersten  Straftaten  prinzipiell  durch  die  Frei-

heitsstrafe und nicht durch die Geldstrafe zu sanktionieren sind (BGE 147 IV 241 

E. 3.2). Zu diesen schwerwiegenden Straftaten zählen grundsätzlich die sexuellen 

Handlungen mündiger Personen mit Kindern im Schutzalter (Art. 187 Ziff. 1 StGB). 

Der  Unrechtsgehalt  dieser  verbotenen  Handlungsweisen  darf  nicht  bagatellisiert 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.8).

3.3. Vorliegend hat sich der Beschuldigte der sexuellen Handlungen mit einem 

Kind strafbar gemacht, was eine schwerwiegende Straftat darstellt. Er hat mit der 

Privatklägerin Zungenküsse ausgetauscht, sie am Po angefasst und seinen Penis 

an ihr gerieben. Hierbei ist sie zuerst bekleidet gewesen und dann in Unterhosen. 

Wie  der  Beschuldigte  selber  wiederholt  festhält,  ist  es  zum  Versuch  des  Ge-

- 26 -

schlechtsverkehrs gekommen (act. 3/1 F/A 67, 82 f., 93). Diese Handlungen kön-

nen nicht als Bagatellen bezeichnet werden, da der Beschuldigte in Bezug auf das 

Alter der Privatklägerin zumindest mit Eventualvorsatz gehandelt hat. Eine eigene 

aktive Rolle erkennt der Beschuldigte kaum. Die Handlungen seien im "Flow" pas-

siert.  Der  Beschuldigte  scheint  sich  der  Schwere  seiner  Taten  nicht  bewusst  zu 

sein. Er erklärte etwa, dass die Privatklägerin nicht wisse, was sie mit der Anzeige 

beim Beschuldigten anrichte und ein Leben zerstören könne. Auf Nachfragen der 

Rechtsvertreterin  der  Privatklägerin,  was  der  Anteil  des  Beschuldigten  daran  sei 

und  ob  er  oder  jemand  anders  die  Verantwortung  dafür  trage,  wenn  sein  Leben 

zerstört  würde,  antwortete  er  jeweils,  dass  er  die  Frage  nicht  verstehe  (act. 4/5 

F/A 77, 87 ff.). 

3.4.

In Anbetracht dieser Umstände scheint einzig die Ausfällung einer Freiheits-

strafe  geeignet,  den  Beschuldigten  von  weiteren  derartigen  Delikten  abzuhalten. 

Ausserdem kann aufgrund des Verschuldens (vgl. nachfolgende Erwägungen) nur 

eine Freiheitsstrafe ausgefällt werden.

4.

Tatkomponente 

4.1. Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern will die Gefährdung 

der sexuellen Entwicklung von Unmündigen verhindern. Es geht darum, die unge-

störte Entwicklung des Kindes zu gewährleisten, bis es die notwendige Reife er-

langt hat, damit es zur verantwortlichen Einwilligung in sexuellen Handlungen in der 

Lage ist. Das Rechtsgut ist beeinträchtigt, wenn Kinder und Jugendliche zu anderen 

als altersspezifischen Formen sexueller Betätigung veranlasst oder in sie einbezo-

gen werden. Auf den Grad der konkreten körperlichen und geistigen Reife und auch 

auf bereits vorhandene sexuelle Erfahrungen kommt es nicht an (MAIER, in: BSK 

StGB, Art. 187 StGB N 1 m.w.H.). Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksich-

tigen, dass im Vergleich zu möglichen Tatvarianten der sexuellen Handlungen mit 

Kindern sowohl schwerwiegendere als auch weniger schwerwiegende Verhaltens-

weisen denkbar sind. 

4.2. Die vom Beschuldigten vorgenommenen Berührungen am Po der Privatklä-

gerin, das Reiben des Penis an der nach vorne gebückten Privatklägerin als sie 

- 27 -

bekleidet war sowie als sie unten nur noch Unterhosen trug, erscheinen im Ver-

gleich  zu  Vaginal-  oder  Oralverkehr  klar  als  weniger  gravierend.  Sie  liegen  aber 

nicht  mehr  im  Bagatellbereich,  auch  wenn  sie  für  die  Privatklägerin  nicht  mit 

Schmerzen verbunden waren. Wie der Beschuldigte selber wiederholt festhält, ist 

es zudem zum Versuch des Geschlechtsverkehrs gekommen (act. 3/1 F/A 67, 82 

f., 93). Im Tatzeitpunkt war die Privatklägerin 14 Jahre und 11 Monate alt. Es han-

delte sich bei ihr nicht mehr um ein Kleinkind. Die Differenz zur Altersgrenze von 

16  Jahren  ist  mit  13  Monaten  eher  gering  und  mithin  Nahe  an  der  Schutzalters-

grenze.  Der  Altersunterschied  des  Beschuldigten  und  der  Privatklägerin  beträgt 

3.5 Jahre und somit knapp mehr als die in Art. 187 Abs. 3 aStGB festgehaltenen 

drei Jahre, bei welchem die Handlung nicht strafbar wäre. Verschuldensmindernd 

zu berücksichtigen ist der Umstand, dass die Privatklägerin angegeben hat, dass 

die erstellten sexuellen Handlungen a) bis c) mit ihrem Einverständnis vorgenom-

men worden seien (act. 4/2 F/A 51, 62;act. 4/8 S. 8, 14, 17) . Die konkreten Aus-

wirkungen der sexuellen Handlungen des Beschuldigten mit der Privatklägerin zu 

bestimmen,  ist  zum  heutigen  Zeitpunkt  schwierig,  wobei  zu  berücksichtigen  ist, 

dass allfällige langfristige psychische Folgen gerade bei Sexualdelikten stets denk-

bar sind (MAIER, in: BSK StGB, Art. 187 N 2 m.w.H.). Die Privatklägerin hatte keine 

körperlichen Schäden zur Folge. Im breiten Spektrum von allen denkbaren sexuel-

len Handlungen mit Kindern ist die objektive Tatschwere als noch leicht einzustu-

fen. Die hypothetische Einsatzstrafe ist im Bereich des unteren Drittels des abs-

trakten Strafrahmens anzusiedeln.

4.3.

In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte  zumindest  mit  Eventualvorsatz  handelte.  Er  musste  es  zumindest  für 

möglich halten, dass die Privatklägerin jünger als 16 Jahre alt war und ein grösserer 

Altersunterschied als 3 Jahre zwischen ihnen beiden bestand. Die sexuellen Hand-

lungen waren gewollt und das Alter der Privatklägerin nahm er dabei zumindest in 

Kauf. Es ging ihm vorwiegend um die Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürf-

nisse. Andere als egoistische Beweggründe sind nicht ersichtlich. Die Entscheid-

freiheit  des  Beschuldigten  war  in  keiner  Weise  eingeschränkt.  Verschuldensmin-

dernde Faktoren liegen nicht vor. Die subjektive Tatschwere bestätigt die objektive 

Tatschwere und wirkt sich nicht erhöhend aus. 

- 28 -

4.4. Unter Berücksichtigung der subjektiven Tatkomponenten ist gesamthaft von 

einem noch leichten Verschulden betreffend sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB auszugehen. Die Strafe ist folglich im oberen 

Bereich des unteren Drittels des ordentlichen Strafrahmens anzusetzen. Die hypo-

thetische Einsatzstrafe ist auf 10 Monate festzusetzen. 

5.

Täterkomponente

5.1. Persönliche Verhältnisse und Vorleben

5.1.1.  Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten präsentieren sich gemäss 

seinen eigenen Aussagen wie folgt (act. 3/1; act. 3/2; Prot. S. 21 ff.):

Der  Beschuldigte  ist  in  Somalia  geboren  worden  und  hat  bis  zu  seinem 

6. Lebensjahr in Somalia gelebt. Anschliessend ist er mit seiner Mutter und seinen 

vier älteren Geschwistern in die Schweiz gekommen. Der Vater ist nachgekommen. 

Der Beschuldigte besuchte die Kunst-/Sportschule. Es war sein Ziel, Profifussballer 

zu werden. Er stand beim FC F._____ unter Vertrag, hat jedoch aufgehört Fussball 

zu spielen. Er spiele nun lediglich noch in der Freizeit mit seinen Freunden Fussball 

und  engagiere  sich  nicht  im  Verein.  Er  habe  eine  EBA-Lehre  als  Hauswart 

absolviert und fange im Sommer 2025 die EFZ-Lehre als Hauswart an. Diese werde 

er im Pflegezentrum G._____ absolvieren. 

5.1.2.  In den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten sind keine besonde-

ren Umstände ersichtlich, welche eine Strafminderung (bzw. Straferhöhung) 

rechtfertigen würden. Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken 

sich somit strafneutral aus. Es ist ausserdem auch keine besondere Strafempfind-

lichkeit ersichtlich. Ebenfalls strafneutral zu werten ist, dass der Beschuldigte 

keine Vorstrafen aufweist (act. 23).

5.2. Geständnis

5.2.2.  Nach der Rechtsprechung kann ein Geständnis der Beurteilung des Nacht-

atverhaltens im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des Täters berücksichtigt 

werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schlies-

sen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen Tatanteil 

- 29 -

hinaus beiträgt (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d). Diese Praxis fusst auf der Überle-

gung, dass Geständnisse zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens und 

zur Wahrheitsfindung beitragen können (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d). 

5.2.3.  Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen sexuellen 

Handlungen a) bis c) sowie den Versuch des Geschlechtsverkehrs eingestanden 

(act. 3/2 F/A 94; Prot. S. 9 f.). Über die erstellte sexuelle Handlung d) sowie die 

Tatsache, dass der Beschuldigte das Alter der Privatklägerin kannte bzw. hätte 

kennen können, hat er kein Geständnis abgelegt. Der Beschuldigte hat somit ein 

Teilgeständnis abgelegt. Das Teilgeständnis rechtfertigt eine Strafreduktion von 

zwei Monaten. 

5.3. Aufrichtige Reue

5.3.2.  Das Gericht mildert die Strafe, wenn der Täter aufrichtige Reue betätigt, 

namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat (Art. 48 lit. d 

StGB). Nach der Rechtsprechung führt nicht jede Wiedergutmachung zur Anwen-

dung des Strafmilderungsgrundes. Verlangt wird eine besondere Anstrengung 

seitens des Fehlbaren, wobei er Einschränkungen auf sich nehmen und alles 

daran setzen muss, das geschehene Unrecht wieder gut zu machen. Aufrichtige 

Reue setzt zudem voraus, dass der Täter die Schwere seiner Verfehlungen ein-

sieht (BGE 107 IV 98 E. 1; Urteile des Bundesgerichts 6B_156/2023 vom 3. April 

2023 E. 1.3.1, nicht publiziert in: BGE 149 IV 161; 6B_1038/2020 vom 15. Fe-

bruar 2021 E. 1.2.1, je m.w.H.).

5.3.3.  Im laufenden Verfahren zeigte der Beschuldigte keine Reue und lediglich 

geringe Einsicht. Im Schlusswort äussert der Beschuldigte, dass er sich entschul-

digen möchte, wenn es der Privatklägerin, wie von der Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin beschrieben, psychisch nicht gut gegangen sei. Es tue ihm leid und er 

sei selber recht geschockt gewesen (Prot. S. 34). Zur beantragen Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 7'500.– äusserte der Beschuldigte, dass er auf jeden Fall kein 

Geld habe und auf sich und seine Frau schauen müsse (Prot. S. 26). Der Be-

schuldigte sieht sich hier vielmehr als Opfer. Auch wenn sich der Beschuldigte 

- 30 -

entschuldigte, liegt keine aufrichtige Reue vor, die eine Reduktion der Strafe zur 

Folge hätte.

6.

Ergebnis

In Würdigung aller für die Strafzumessung relevanten Umstände ist der Be-

schuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten zu bestrafen. Die erstandene 

Haft von einem Tag ist gemäss Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.

IV. Vollzug

1.

Das  Gericht  schiebt  den  Vollzug  einer  Freiheitsstrafe  von  höchstens  zwei 

Jahren gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dieser 

Strafaufschub die Regel, von welcher grundsätzlich nur bei ungünstiger Legalpro-

gnose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2).

2.

In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des beding-

ten Vollzugs der Freiheitsstrafe im vorliegenden Fall erfüllt, da der Beschuldigte zu 

einer  Strafe  zu  verurteilen  ist,  die  sich  innerhalb  des  gesetzlich  zulässigen  Rah-

mens befindet.

3.

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte keine Vorstra-

fen aufweist (act. 23) und somit als Ersttäter gilt. Es ist davon auszugehen, dass 

der Beschuldigte seine Lehren und Konsequenzen aus dem vorliegenden Strafver-

fahren gezogen hat und sich dadurch und durch die auszusprechende Freiheits-

strafe genügend beeindrucken lässt, um sich in Zukunft gesetzeskonform zu ver-

halten. Ausserdem ist zu beachten, dass sich seine Handlungen nicht gegenüber 

einer Vielzahl von beliebigen Opfern richtete, sondern "einzig" gegenüber der Pri-

vatklägerin. Entsprechend kann ihm keine ungünstige Prognose gestellt werden, 

und  eine  bedingte  Strafe  erscheint  ausreichend,  um  den  Beschuldigten  von  der 

Begehung weiterer Straftaten abzuhalten.

- 31 -

4.

Die Freiheitsstrafe ist demnach bedingt auszusprechen, unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von zwei Jahren.

V. Tätigkeitsverbot

1.

Allgemeines 

1.1. Wird  jemand  wegen  sexueller  Handlungen  mit  Kindern  im  Sinne  von 

Art. 187 aStGB verurteilt, hat das Gericht gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB zwin-

gend  ein  lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  auszusprechen,  welches  dem  Täter 

jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit untersagt, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst.

1.2. Die  Anordnung  eines  lebenslänglichen  Tätigkeitsverbots  setzt  gemäss 

Art. 67 Abs. 3 StGB voraus, dass der Täter wegen einer der in den lit. a bis d auf-

gezählten Straftaten zu einer Strafe verurteilt oder deswegen eine Massnahme an-

geordnet wurde. Da bei der Anlasstat keine Mindeststrafe vorgeschrieben ist, ist 

das konkrete Verschulden daher grundsätzlich nicht massgebend. Des Weiteren 

wird keine negative Prognose vorausgesetzt. Es ist schliesslich nicht relevant, ob 

das Delikt in Ausübung der zu verbietenden beruflichen oder organisierten ausser-

beruflichen Tätigkeit begangen wurde. Das Verbot muss vielmehr auch dann zwin-

gend angeordnet werden, wenn die Tat im privaten Rahmen oder in Ausübung ei-

ner anderen als der zu verbietenden Tätigkeiten begangen wurde. Wenn die ge-

nannten Voraussetzungen erfüllt sind, muss das Gericht das lebenslängliche Tä-

tigkeitsverbot  in  jedem  Fall  anordnen  (Botschaft  zur  Änderung  des  Strafgesetz-

buchs und des Militärstrafgesetzes vom 3. Juni 2016, BBl 2016 6115, S. 6158).

1.3. Das Gericht kann gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise in be-

sonders leichten Fällen von der Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsver-

bots absehen. Die Voraussetzungen für das Absehen von einem zwingend lebens-

länglichen Tätigkeitsverbot sind eng ausgestaltet. Es muss sich kumulativ um einen 

besonders leichten Fall handeln, und das Tätigkeitsverbot darf nicht notwendig er-

scheinen, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie 

Anlass für das Verbot sind (Art. 67 Abs. 4bis StGB). Die Wendung "ausnahmsweise" 

- 32 -

verdeutlicht,  dass  das  zwingend  lebenslängliche  Tätigkeitsverbot  die  Regel  sein 

soll. Es können lediglich Fälle in den Anwendungsbereich der Ausnahmebestim-

mung fallen, die sowohl in objektiver wie auch in subjektiver Hinsicht eigentlichen 

Bagatellcharakter  aufweisen.  Hierbei  ist  ein  strenger  Massstab  anzulegen.  Sind 

diese Voraussetzungen erfüllt, so liegt der ausnahmsweise Verzicht auf Anordnung 

eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots im Ermessen des Gerichts (Botschaft, BBI 

2016 6160 ff.; BGE 149 IV 161 E. 2.5 ff.; TRECHSEL/BERTOSSA, in: PK StGB Art. 67 

N 15c).

1.4. Als besonders leichte Fälle kommen gemäss Botschaft Sexualstrafen – in 

objektiver Hinsicht beispielsweise Exhibitionismus oder sexuelle Belästigung – in 

Betracht, welche eine geringe abstrakte Strafandrohung aufweisen, beispielsweise, 

wenn die Strafandrohung in einer Busse besteht. Ein besonders leichter Fall kann 

aber  auch  dann  vorliegen,  wenn  die  Strafandrohung  in  einer  mehrjährigen  Frei-

heitsstrafe oder Geldstrafe besteht, indessen im konkreten Fall nur eine bedingte 

Strafe von wenigen Tagessätzen ausgesprochen wird. Das Gericht muss unter Ge-

samtwürdigung  der  Tat-  und  Täterkomponenten  das  Verschulden  des  Täters  als 

besonders gering einstufen und deshalb eine milde Strafe aussprechen (Botschaft, 

BBI 2016 6161; BGE 149 IV 161 E. 2.5.4). Die Botschaft nennt schliesslich einige 

Konstellationen,  in  denen  das  Gericht  gestützt  auf Art.  67  Abs.  4bis  StGB aus-

nahmsweise von einem Tätigkeitsverbot nach Art. 67 Abs. 3 und 4 StGB absehen 

könnte (BBl 2016 6162 f. Ziff. 2.1): Eine 20-jährige Person hat im Rahmen einer 

Liebesbeziehung  mit  einer  15-jährigen  Person  einvernehmlich  sexuelle  Kontakte 

(z.B. Zungenküsse); eine Kioskverkäuferin verkauft einem Minderjährigen ein "Sex-

heftli";  in  einer  "WhatsApp-Gruppe"  von  mehreren  15-  bis  18-jährigen  Personen 

wird  ein  Kurzvideo  mit  pornografischem  Inhalt,  das  von  anderen,  unter  16  Jahre 

alten Schulkollegen selbst gedreht wurde, geteilt und auf dem Mobiltelefon belas-

sen oder eine Frau lässt zu, dass ihr Ehemann sie vor der minderjährigen Babysit-

terin demonstrativ "begrapscht", bzw. wehrt sich nicht dagegen. Aus diesen mögli-

chen Anwendungsfällen geht hervor, dass häufig Jugendliche bzw. junge Erwach-

sene im Grenzalter betroffen sind und/oder es sich um offensichtliche Bagatellfälle 

handelt, die keinerlei Bezug zu Pädophilie aufweisen. Das Gericht hat sich im Ein-

zelfall bei der Beurteilung, ob die Voraussetzungen von Art. 67 Abs. 4bis StGB erfüllt 

- 33 -

sind und von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots ausnahmsweise abgesehen 

werden  kann,  an  diesen  Beispielfällen  zu  orientieren  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 2.5.5 f.) 

1.5. Das Bundesgericht bestätigte die restriktive Anwendung eines Ausnahme-

falles und führte dazu aus, dass als besonders leichte Fälle von Sexualstraftaten in 

objektiver  Hinsicht  etwa  sexuelle  Belästigungen  oder  Exhibitionismus  in  Frage 

kommen, sofern im konkreten Fall eine bedingte Strafe von wenigen Tagessätzen 

verhängt  werde  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_1027/2021  vom  5. Juni  2023 

E.2.3.3). 

1.6.

Im Urteil vom  7. September 2021 (SB210115-O) qualifizierte  das Oberge-

richt des Kantons Zürich einen Fall als besonders leicht, in welchem ein junger Er-

wachsener  einmalig  eine  Bilddatei  gespeichert  und  weitergeleitet  hatte.  Der  Be-

schuldigte war im Tatzeitpunkt 19 Jahre alt. Es wurde ihm zugutegehalten, dass 

ihm die Tragweite und die Konsequenzen seiner Handlung nicht genügend bewusst 

waren (Urteil des OGer ZH SB210115 vom 7. September 2021 E. IV.3.). 

1.7. Als  nicht  notwendig  erscheint  ein  Tätigkeitsverbot  dann,  wenn  dem  Täter 

eine gute Prognose gestellt werden kann, weil Anhaltspunkte für eine Wiederho-

lungsgefahr  fehlen.  Die  Frage,  ob  ein  Verbot  nicht  notwendig  erscheint,  um  den 

Täter von der Begehung weiterer Sexualstraftaten abzuhalten, muss vom Gericht 

– wie bei der Frage des bedingten Strafvollzugs (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB) – auf-

grund einer Gesamtwürdigung beantwortet werden. In die Beurteilung miteinzube-

ziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle 

weiteren  Tatsachen,  die  gültige  Schlüsse  auf  den  Charakter  des  Täters  und  die 

Aussichten auf Bewährung zulassen (BBl 2016 6161 Ziff. 2.1; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 2.5.5.). 

2.

Würdigung

2.1. Vorliegend ist der Beschuldigte der sexuellen Handlungen mit einem Kind 

im Sinne von Art. 187 aStGB schuldig zu sprechen und hierfür mit einer Freiheits-

strafe 8 Monaten zu bestrafen. Bereits die auszufällende Strafe zeigt, dass das 

- 34 -

Verhalten des Beschuldigten weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht Ba-

gatellcharakter aufweist. Diese Sanktion überschreitet den in der Botschaft zur 

Umsetzung von Art. 123c BV beispielhaft genannten Bereich von "wenigen Ta-

gessätzen" klar. 

2.2. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich im Rahmen des zweiten Parteivortra-

ges zum vom Verteidiger geforderten Absehen eines lebenslänglichen Tätigkeits-

verbotes korrekterweise dahingehend, dass die Rechtsprechung sehr hart sei. 

Der Beschuldigte sei kein "Kinderschänder", dies habe auch nie jemand gesagt, 

ansonsten man auch an einem anderen Ort der Strafe wäre. Es seien indessen 

wirklich nur Bagatellfälle, wie Übertretungen, sexuelle Belästigungen, bei welchen 

von einem Tätigkeitsverbot abgesehen werden könne (Prot. S. 33). 

2.3. Selbst wenn die Zungenküsse, das Anfassen des Pos der Geschädigten 

über den Kleidern, das Reiben des Penis am Po der bekleideten Privatklägerin 

sowie das Reiben des Penis am Po der Privatklägerin, wobei sie die Hosen bis zu 

den Knien heruntergelassen hatte und unten nur noch Unterhosen trug, im unte-

ren Bereich der möglichen Tatschwere einer sexuellen Handlung mit Kindern 

nach Art. 187 StGB angesiedelt wurden, so ist der Bagatellcharakter zu vernei-

nen. Erst recht nicht mehr zu verneinen ist der Bagatellcharakter vor dem Hinter-

grund des erstellten Versuchs des Geschlechtsverkehrs. Dies hat zur Folge, dass 

es sich nicht mehr um einen besonders leichten Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis 

StGB handelt. 

2.4. Es ist daher zwingend ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB anzuordnen. Damit erübrigt sich die Prüfung, ob ein Tä-

tigkeitsverbot notwendig erscheint, um den Beschuldigten von der Begehung wei-

terer einschlägigen Straftaten abzuhalten (BGE 149 IV 161 E. 2.6.1).

VI. Zivilansprüche

1.

Allgemeines

1.1. Die geschädigte Person kann nach Art. 122 Abs. 1 StPO im Strafverfahren 

zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat adhäsionsweise geltend machen. Sie hat 

- 35 -

diese spätestens im Parteivortrag zu beziffern und zu begründen (Art. 123 Abs. 2 

StPO). Das Gericht hat unter anderem über die Ansprüche zu entscheiden, wenn 

der Beschuldigte schuldig gesprochen wird und die Anträge genügend begründet 

sind oder vom Beschuldigten anerkannt werden (Art. 126 StPO). 

1.2. Der Beschuldigte hat sich vorliegend der sexuellen Handlungen mit Kindern 

im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB schuldig gemacht, weswegen über das 

Genugtuungsbegehren der Privatklägerin grundsätzlich zu entscheiden ist. 

2.

Konstituierung Privatklägerschaft

Die Geschädigte B._____ konstituierte sich mit Formular der Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich am 26. März 2024 unmissverständlich als Privatkläge-

rin. Mit gleichem Formular erklärte die Geschädigte einen Genugtuungsanspruch 

im Verfahren geltend zu machen, wobei sie dessen Höhe noch offen liess 

(act. 11/3). Mit Eingabe ihrer Rechtsanwältin vom 1. Oktober 2024 liess die Privat-

klägerin den Antrag stellen, der Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr eine Genug-

tuung von Fr. 7'500.– zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5 % seit 27. September 

2023 (act. 17). 

3.

Genugtuung

3.1. Wer  in  seiner Persönlichkeit  widerrechtlich  verletzt  wird,  hat  Anspruch  auf 

Leistung  einer  Geldsumme  als  Genugtuung,  sofern  dies  durch  die  Schwere  der 

Verletzung als gerechtfertigt erscheint (Art. 49 Abs. 1 OR). Zwischen der Handlung 

des Genugtuungspflichtigen und der Persönlichkeitsverletzung sowie der immate-

riellen Unbill muss ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Der Zweck der 

Genugtuung besteht darin, dass durch eine schadenersatzunabhängige Geldleis-

tung ein gewisser Ausgleich für den erlittenen physischen und seelischen Schmerz 

(immaterielle  Unbill)  geschaffen  wird.  Die  Schwierigkeit  liegt  darin,  dass  in  Geld 

etwas abgegolten werden soll, was ganz allgemein nicht und erst recht nicht mit 

Geld  messbar  ist.  Die  Genugtuung  ist  auch  keine  Ersatzstrafe;  sie  soll  vielmehr 

Mittel zum Ausgleich des Gefühls erlittenen Unrechts sein. Sie orientiert sich weder 

an der Einkommens- noch an der Vermögenssituation des Opfers oder des Täters. 

- 36 -

Massgebende Kriterien für die Bemessung der Höhe sind gemäss Rechtsprechung 

das Verschulden, die Intensität der Verletzung und die Auswirkungen auf das Opfer 

(KESSLER, in: BSK OR I, Art. 49 N 6 ff. m.w.H.). Die Ermittlung einer angemessenen 

Genugtuungsleistung  für  Sexualdelikte  ist  aufgrund  der  schwer  objektivierbaren 

Beeinträchtigung des Opfers komplex. Die Höhe der Genugtuung richtet sich nach 

der immateriellen Unbill der betroffenen Person. Diese hängt massgeblich von der 

Art  und  Dauer  des  sexuellen  Übergriffs  und  der  Beziehung  zwischen  Opfer  und 

Täter  sowie  vom  Geschlecht  und  Alter  des  Opfers  ab.  Besonders  bei  sexuellen 

Übergriffen gegenüber Kindern ist allfälligen psychischen Beeinträchtigungen in der 

Zukunft angemessen Rechnung zu tragen. Genugtuungsmindernd bzw. -erhöhend 

ist zu berücksichtigen, wie das Opfer die Tat verarbeitet (LANDOLT, Genugtuungs-

recht, N 719 f.).

3.2.

Zur  Begründung  führte  die  Vertreterin  der  Privatklägerin  in  ihrer  Eingabe 

vom  1. Oktober  2024  aus,  dass  die  Verletzung  der  psychischen  und  physischen 

Integrität vorliegend schwer sei. Dies belege der Bericht der Therapeutin eindrück-

lich. Die damit verbundenen Einschränkungen seien allgegenwärtig und würden die 

Ressourcen, welche die Privatklägerin für ihre Ausbildung benötigen würde, erheb-

lich einschränken. Die Privatklägerin benötige erhebliche Kräfte für die Stabilisie-

rung des Alltags. Das Praktikum, welches Grundlage für den Antritt der Lehrstelle 

als Fachfrau Betreuung ist, koste sie viel Kraft. Der inkriminierte Vorfall sei ihr dabei 

hinderlich, da die Privatklägerin stets noch unter Flashbacks und Stimmungsein-

brüchen leide. Zudem wiege das Verschulden des Beschuldigten nicht mehr leicht. 

Das Nachtatverhalten des Beschuldigten sei für die Privatklägerin nicht förderlich 

gewesen. Der Beschuldigte habe in der Schlusseinvernahme vom 21. August 2024 

erwähnt, dass sie gar nicht wisse, was sie (die Privatklägerin) mit der Anzeige beim 

Beschuldigten anrichten könne. Sie könne sein Leben zerstören. Diese Aussage 

könne die Privatklägerin nur schwer verkraften. Es finde eine Umkehr der Opfer-

Täter-Rolle statt, was massgeblich zur seelischen Last der Privatklägerin beitrage 

(act. 17 S. 3 f.). 

3.3. Die Privatklägerin hat somit ihr Genugtuungsbegehren sowohl betreffend die 

Voraussetzungen als auch die Höhe der beantragten Genugtuung nachvollziehbar 

- 37 -

begründet. Das Gericht entscheidet dementsprechend über die anhängig gemacht 

Zivilklage (vgl. Art. 126 Abs. 1 und 2 StPO).

3.4. Die Verteidigung des Beschuldigten führte dagegen sinngemäss aus, dass 

der entstandene seelische Schaden in der verlangten Höhe nicht festgestellt wer-

den könne und dürfe. Die Kausalität zwischen dem Erlebten und den dokumentier-

ten Beschwerden erscheine nicht wahrscheinlich genug. Zudem sei der Beschul-

digte mittellos, zumal er derzeit kaum mehr als Fr. 2'000.– netto pro Monat verdiene 

und ab Sommer eine Berufslehre absolviere (act. 27 S. 14).

3.5.

Im  Hinblick  auf  die  Höhe  der  Genugtuung  ist  Folgendes  festzuhalten:  Der 

Beschuldigte hat sich im vorliegenden Verfahren der sexuellen Handlungen mit Kin-

dern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB schuldig gemacht. Die Vorausset-

zungen für die Zusprechung einer Genugtuung sind angesichts des vom Beschul-

digten verübten Eingriffs in die sexuelle Integrität der Privatklägerin zweifellos er-

füllt.  Gemäss  erstelltem  Sachverhalt  hat  der  Beschuldigte  unter  anderem  seinen 

Penis an der nach vorne gebückten Privatklägerin gerieben. Dies als sie noch be-

kleidet war, wie auch als sie nur noch Unterhosen trug. Wie bereits im Rahmen der 

Strafzumessung erwogen, erscheinen diese sexuellen Handlungen im Vergleich zu 

Vaginal- oder Oralverkehr als weniger gravierend. Sie liegen aber klar nicht mehr 

im Bagatellbereich. Dies lässt sich aus den in der Botschaft aufgeführten Beispielen 

und den Bundesgerichtsentscheiden ableiten. Genugtuungsmindernd wirkt sich der 

Umstand aus, dass das Tatgeschehen immerhin nicht lange andauerte, es nicht zu 

mehreren Vorfällen gekommen ist und kein Geschlechtsverkehr stattfand bzw. ein 

solcher nicht erstellt werden konnte. Ausserdem geschahen die meisten erstellten 

vorgenommenen Handlungen einvernehmlich (act. 4/2 F/A 51, 62;act. 4/8 S. 8, 14, 

17). Es sind zudem keine bleibenden körperlichen Schädigungen zu erwarten. In 

Bezug  auf  die  physischen  Auswirkungen  ist  zu  berücksichtigen,  dass  sexuelle 

Übergriffe für ein Kind ernsthafte Risiken bergen, durch das Erlebte in irgendeiner 

Form in seiner persönlichen Entwicklung beeinträchtigt zu werden (MAIER, in: BSK 

StGB, Art. 187 N 2). Dass der Vorfall vom 27. September 2023 die Privatklägerin 

nachhaltig  beschäftigte,  zeigen  zum  einen  die  Ausführungen  der  Stellungnahme 

der  Psychiatrischen  Universitätsklinik  Zürich  vom  26. September  2024  (act. 17, 

- 38 -

Beilage 1). Die Privatklägerin führte zudem in der polizeilichen Einvernahme vom 

18. Februar 2024 aus, sie habe am Anfang versucht, das Geschehene zu verdrän-

gen und Ende Oktober, einen Monat später, sei es ihr nicht mehr so gut gegangen. 

Sie habe Flashbacks von diesem Abend bekommen und es nicht mehr verdrängen 

können. Sie habe Hilfe gesucht (act. 4/2 F/A 152). Auch die Ausführungen der Zeu-

gin E._____ zeigen, dass es der Privatklägerin nach dem Vorfall nicht gut ging. Es 

sei ihr schlecht gegangen, sie sei immer traurig gewesen (act. 5.1 F/A 30). Diese 

Ausführungen zeigen, dass das Geschehene im Nachgang sehr beschäftigte und 

sie psychisches Leiden aufgrund dieses Vorfalls hatte.

3.6.

In  Anbetracht  der  gesamten  Umstände  erscheint  eine  Genugtuung  in  der 

Höhe von Fr. 1'500.– nebst 5 % Zins seit dem 27. September 2023 als der Intensi-

tät der erlittenen Unbill angemessen. Im Mehrbetrag ist die Genugtuungsforderung 

der Privatklägerin abzuweisen.

VII. Kosten und Entschädigung

1.

Verfahrenskosten

1.1. Die  Verfahrenskosten  setzen  sich  zusammen  aus  den  Gebühren  für  das 

Vorverfahren und das gerichtliche Verfahren samt Auslagen, namentlich die Kosten 

der  amtlichen  Verteidigung  und  unentgeltliche  Verbeiständung  der  Privatklägerin 

(Art. 422 StPO).

1.2. Gestützt auf § 2 Abs. 1 lit. b bis d in Verbindung mit § 14 Abs. 1 lit. b Gebüh-

renverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) sowie ange-

sichts  des  Umfangs  und  der  Bedeutung  des  Falls  ist  die  Entscheidgebühr  auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen.

1.3. Die Gebühr für das Vorverfahren beträgt Fr. 2'100.–, die weiteren Auslagen 

sind ausgewiesen (act. 14/10).

- 39 -

2.

Kosten der amtlichen Verteidigung

2.1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers berechnet sich nach der Ver-

ordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Art. 135 Abs. 1 StPO 

in Verbindung mit § 23 AnwGebV). Der Verteidiger ist in Anwendung von § 16 f. 

und  § 3  AnwGebV  sowie  unter  Berücksichtigung  der  Bedeutung  des  Falles,  der 

Verantwortung des Anwalts, des Zeitaufwands und der Schwierigkeit des Falls zu 

entschädigen.

2.2. Mit Verfügung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich vom 9. April 

2024 wurde Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ab dem 8. April 2024 als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten bestellt (act. 9/2). 

2.3.

Für die amtliche Verteidigung macht Rechtsanwalt lic. iur. X._____ in seiner 

Honorarnote (act. 28/1) eine Entschädigung von Fr. 7'286.37 (inkl. Mehrwertsteuer 

von 8.1% und Barauslagen von Fr. 96.40) geltend. Darin sind geschätzte vier Stun-

den  Zeitaufwand  für  die  Hauptverhandlung  enthalten,  welche  schliesslich  sechs 

Stunden dauerte  (Prot.  S. 37).  Unter  zusätzlicher Anrechnung von  zwei  Stunden 

für  die  Hauptverhandlung  inkl.  Urteilseröffnung  sowie  eine  Stunde  Nachbespre-

chung mit dem Beschuldigten à Fr. 220.– pro Stunde (3 x Fr. 220.–), zzgl. der da-

zugehörigen Mehrwertsteuer, ist die Honorarnote um Fr. 713.46 zu erhöhen. Der 

übrige  Zeitaufwand  von  30.20  Stunden  sowie  die  Barauslagen  im  Umfang  von 

Fr. 96.40 sind ausgewiesen und erscheinen mit Blick auf §§ 2, 16 und 17 AnwGebV 

angemessen. Demgemäss ist Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für seine Aufwendun-

gen  als  amtliche  Verteidigung  des  Beschuldigten  mit  Fr. 8'000.–  (inkl.  Mehrwert-

steuer und Barauslagen) zu entschädigen.

3.

Kosten unentgeltliche Vertretung Privatklägerin

3.1. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 

richtet sich gemäss § 23 AnwGebV nach der entsprechenden Verordnung, wobei 

insbesondere §§ 3 und 16 ff. massgeblich sind.

3.2. Mit  Verfügung  der  Oberstaatsanwaltschaft  des  Kantons  Zürich  vom 

9. April 2024 wurde der Privatklägern ab 26. März 2024 die unentgeltliche Rechts-

- 40 -

pflege gewährt und Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbei-

ständin bestellt (act. 10/9).

3.3. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ ist unter Berücksichtigung der Honorarnote 

vom 16. Januar 2025 (act. 26) inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer mit insgesamt 

Fr. 11'412.55 zu entschädigen. 

4.

Kostenauflage

4.1. Die  beschuldigte  Person  hat  grundsätzlich  sämtliche  Verfahrenskosten  zu 

tragen, wenn sie schuldig gesprochen wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Ergeht bei einer 

Mehrzahl von Anklagevorwürfen ein Teilfreispruch, so werden die Kosten des Ver-

fahrens dem Beschuldigten anteilsmässig auferlegt, es sei denn die ihm zur Last 

gelegten Vorwürfe stehen in einem so engen und direkten Zusammenhang, dass 

sämtliche Untersuchungshandlungen hinsichtlich jeden Anklagepunkts notwendig 

waren (DOMEISEN in: BSK StPO, Art. 426 N 6 m. w. H.).

4.2.

Im vorliegenden Verfahren ist der Beschuldigte betreffend dem Vorwurf der 

sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 aStGB schuldig zu 

sprechen.  Ein  Teilfreispruch  erfolgt  nicht,  zumal  der  Tatbestand  der  sexuellen 

Handlungen mit Kindern erfüllt ist. Dem Beschuldigten sind daher sämtliche Kosten 

des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen. Von der Kos-

tentragungspflicht des Beschuldigten ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, welche 

unter Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO einstweilen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 1 und Abs. 4 StPO).

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der sexuellen Handlungen mit Kin-

dern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag 

durch Haft erstanden ist.

- 41 -

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4.

Dem Beschuldigten wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 

lit. b StGB erteilt. Es wird dem Beschuldigten damit verboten, lebenslänglich 

jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit auszuüben, 

die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 1'500.– zu-

züglich 5 % Zins seit 27. September 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

6.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.00   die weiteren Kosten betragen;

2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren;

858.00   Auslagen (Psychologin Kindereinvernahme);

8'000.00   Kosten amtliche Verteidigung 
(inkl. MwSt. und Barauslagen);

11'412.55   Kosten unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 

(inkl. MwSt. und Barauslagen);

25'970.55   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, reduziert sich 

die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

7.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachfor-

derung dieser Kosten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 sowie Art. 138 Abs. 1 

i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung an



die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben);

- 42 -







die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben);

die Vertreterin der Privatklägerin für sich und zuhanden der Privatklä-
gerin (übergeben);

die Bezirksgerichtskasse Winterthur (überbracht);

und nach Eintritt der Rechtskraft an





Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Vollzugs-
dienste, mit Vermerk der Rechtskraft (im Doppel unter Beilage der 
Akten zur Einsicht);

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A, unter Beilage 
des Formulars "Löschung DNA-Profils und Vernichtung ED-Materials" 
(per E-Mail an vostra-pdf@ji.zh.ch).

9. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Winterthur, Lindstrasse 10, 8400 Winterthur, mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

- 43 -

Winterthur, 16. Januar 2025

BEZIRKSGERICHT WINTERTHUR

Die Vizepräsidentin

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. C. Schibli Arn

MLaw M. Studer

versandt am:

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.