# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aeb69071-372c-505b-9a36-4ccb1c2e3c0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2010 C-3814/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3814-2008_2010-10-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3814/2008/mes/str
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Keiser, 
Pestalozzistrasse 2, Postfach 1126, 8201 Schaffhausen,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügungen vom 9. Mai 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3814/2008

Sachverhalt:

A.
Der am 4. November 1941 geborene und in seiner Heimat Deutsch-
land  wohnhafte  X._______  (im  Folgenden: Versicherter  oder 
Beschwerdeführer)  arbeitete im Jahre 1961 in der Schweiz und ent-
richtete  dabei  während  12  Monaten  Beiträge  an  die  obligatorische 
Alters-,  Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; Vorakten 
[im Folgenden: act.]  der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [IVSTA, 
im Folgenden auch: Vorinstanz]  1 und 27). Nachdem er sich am 14. 
September  2006  beim  deutschen  Sozialversicherungsträger  zum 
Bezug einer schweizerischen Altersrente angemeldet hatte (act. 8 und 
9),  wurde  ihm  mit  Verfügung  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse 
(SAK) vom 4. Dezember 2006 eine solche mit Wirkung ab 1. Dezember 
2006 gewährt (act. 11; vgl. auch act. 52); seit demselben Zeitpunkt ist  
er auch Bezüger einer deutschen Altersrente (act. 10).

B.
Der Versicherte bezog seit dem 1. September 1996 eine deutsche Er-
werbsunfähigkeitsrente (act. 32). Bereits am 27. September 1996 hatte 
er  sich  auch  zum  Bezug  von  Leistungen  der  schweizerischen  In-
validenversicherung  (IV)  angemeldet;  das  vom deutschen  Sozialver-
sicherungsträger weitergeleitete Leistungsgesuch ging zusammen mit 
weiteren Dokumenten aber erst am 29. Juni 2006 bei der SAK ein (act. 
2  bis  6  und  46).  Nach  Durchführung  der  für  die  Beurteilung  des 
Leistungsanspruchs  massgeblichen  Abklärungen  in  beruflich-erwerb-
licher und medizinischer Hinsicht (act. 12 bis 28) stellte die IVSTA dem 
Beschwerdeführer  mit  Vorbescheid  vom  12.  Oktober  2007  die  Aus-
richtung einer  Dreiviertelsrente  (Invaliditätsgrad [im Folgenden auch: 
IV-Grad]: 66 %; act. 30) ab 1. April 2004 in Aussicht (act. 31).

C.
Hiergegen brachte der Versicherte – unter Beilage von Auszügen aus 
einem Gutachten von Prof. Dr. med. A._______ vom 30. Oktober 1996 
– am 12. November 2007 seine Einwendungen vor (act. 32). Daraufhin 
holte die IVSTA am 22. November 2007 bei der deutschen Rentenver-
sicherung deren ärztliche  Unterlagen ein  (act.  33  bis  38).  Nachdem 
Dr. med. B._______,  Facharzt  für  Allgemeinmedizin,  am 25. Februar 
2008 eine weitere Stellungnahme abgegeben hatte  (act. 40),  erliess 
die IVSTA am 6. März 2008 einen zweiten Vorbescheid, mit welchem 
sie denjenigen vom 12. Oktober 2007 ersetzte und den Versicherten 

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darüber orientierte, dass ab 1. Oktober 1997 Anspruch auf eine Drei -
viertelsrente  bestehe,  welche  zufolge verspäteter  Anmeldung jedoch 
frühestens ab 1. April 2005 ausgerichtet werden könne (act. 41).

D.
Gegen  diesen  Vorbescheid  opponierte  der  Versicherte  am  2.  April 
2008 (act. 42 und 43) erneut. Nachdem sie von einer weiteren Eingabe 
des Versicherten vom 23. April 2008 und insbesondere vom korrekten 
Datum der Einreichung des Rentengesuchs (27. September 1996; act. 
46  und 47)  Kenntnis  genommen hatte,  erliess die  IVSTA am 6. Mai 
2005 einen neuen Beschluss und teilte dem Versicherten mit, dass die 
Gesuchstellung  nicht  verspätet  erfolgt  sei  und  somit  der  Renten-
anspruch ab 1. Oktober 1997 bestehe (act. 48). In der Folge erliess die  
IVSTA am 9. Mai  2008 drei  Verfügungen,  mit  welchen sie  dem Ver-
sicherten bei einem IV-Grad von 66 % vom 1. Oktober 1997 bis zum 
31.  Dezember  2003  eine  halbe  und  vom  1.  Januar  2004  bis  zum 
30. November 2006 eine Dreiviertelsrente zusprach (act. 50).

E.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Keiser,  mit  Eingaben  vom  4.  bzw.  9.  Juni  2008  beim  Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm mit 
Wirkung ab dem 1. Oktober 1997 bis zum 30. November 2006 durch-
gehend  eine  ganze  IV-Rente  zuzusprechen  –  unter  Gewährung  der 
unentgeltlichem Prozessführung und Vertretung. Zudem stellte er die 
Verfahrensanträge,  es  seien  seinem  Rechtsanwalt  die  vollständigen 
Verfahrensakten  zuzustellen  und  es  sei  eine  Frist  zur  ergänzenden 
Beschwerdebegründung  anzusetzen  (Akten  im  Beschwerdeverfahren 
[im Folgenden: B-act.] 1).

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  aus gesundheit-
lichen Gründen habe der Beschwerdeführer bereits im Jahre 1990 be-
triebsintern für einfachere Tätigkeiten eingesetzt werden müssen. Das 
Gutachten  von  Prof.  Dr.  med.  A._______  vom  30.  Oktober  1996 
attestiere ihm mit differenzierter Begründung eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit. Die Arbeitsbiographie zeige, dass er eine adaptierte Tätig-
keit zwischen 1990 und 1996 wohl ausgeübt, in der Folge aber auch 
diese Restarbeitsfähigkeit vollständig eingebüsst habe.

F.
Mit  prozessleitender  Verfügung  vom  11.  Juni  2008  wurde  der  Be-
schwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, das 

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Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" ausgefüllt und mit 
den nötigen Beweismitteln versehen einzureichen (B-act. 2); die ent-
sprechenden  Unterlagen  gingen  am 12. August  2008  beim Bundes-
verwaltungsgericht ein (B-act. 3).

G.
In ihrer Vernehmlassung vom 16. Dezember 2008 beantragte die Vor-
instanz insofern eine teilweise Gutheissung der Beschwerde, als dass 
der Anspruchsbeginn für die halbe IV-Rente auf den 1. Mai 1997 fest -
zulegen sei; im Übrigen erweise sich die Beschwerde als unbegründet 
und sei abzuweisen (B-act. 8).

Zur  Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht,  der  Psychiater 
ihres ärztlichen Dienstes bestätige in seinem Bericht vom 1. Dezember 
2008 (act. 56) die Beurteilung des Grades der Arbeitsunfähigkeit durch 
den  erstbeurteilenden  Arzt.  Bezüglich  des  Beginns  der 
Arbeitsunfähigkeit  habe  man  bisher  auf  das  Datum des  Gutachtens 
von  Prof.  Dr. A._______  abgestellt.  Vom zweitbeurteilenden  Arzt  sei 
nun  der  24. Juli  1996  (Datum  des  Austrittsberichts  der  Privatklinik 
C._______;  act.  35)  als  Beginn  genannt  worden.  Da  der  Be-
schwerdeführer  vom  5. Mai  bis  30.  Juni  1996  in  stationärer  Be-
handlung  gewesen  sei,  entspreche  das  Datum  des  Klinikeintritts 
demjenigen des massgeblichen Beginns der Arbeitsunfähigkeit.

H.
Mit  prozessleitender  Verfügung  vom 19.  Dezember  2008  wurde  das 
Gesuch des Beschwerdeführers  um Akteneinsicht  gutgeheissen  und 
dieser aufgefordert, zu Fragen im Zusammenhang mit seinem Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege Stellung zu nehmen (B-act. 9); dieser 
Aufforderung kam der Beschwerdeführer in der Folge nach (B-act. 10).

I.
In seiner Replik vom 23. Januar 2009 liess der Beschwerdeführer an 
der  beantragten  Ausrichtung  einer  ganzen  Rente  ab  Mai  1997  fest-
halten und weitere Ausführungen machen (B-act. 10).

J.
Nachdem die Vorinstanz in der Duplik vom 30. Januar 2009 an ihrem 
Rechtsbegehren  festgehalten  hatte  (B-act.  12),  schloss  der  Instruk-
tionsrichter mit Verfügung vom 6. Februar 2009 den Schriftenwechsel.

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K.
Auf den weiteren Inhalt der Akten und der Rechtsschriften der Parteien 
ist  –  soweit  erforderlich  – in  den nachfolgenden Erwägungen einzu-
gehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungs-
gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes 
bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in 
sozialversicherungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Be-
stimmungen  des  Bundesgesetzes  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts  vom  6.  Oktober  2000  (ATSG,  SR  830.1) 
vorbehalten.  Gemäss  Art.  2  ATSG  sind  die  Bestimmungen  dieses 
Gesetzes  auf  die  bundesgesetzlich  geregelten  Sozialversicherungen 
anwendbar,  wenn  und  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungs-
gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959  über  die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  sind  die  Be-
stimmungen  des  ATSG  auf  die  Invalidenversicherung  anwendbar 
(Art. 1a bis  70  IVG),  soweit  das  IVG  nicht  ausdrücklich  eine  Ab-
weichung  vom  ATSG  vorsieht.  Dabei  finden  nach  den  allgemeinen 
intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels 
anderslautender  Übergangsbestimmungen  grundsätzlich  diejenigen 
Verfahrensregeln  Anwendung,  welche im Zeitpunkt  der  Beschwerde-
beurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG. Zu  den  anfecht-
baren Verfügungen gehören jene der IVSTA, die eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts  darstellt  (Art.  33  Bst.  d  VGG;  vgl.  auch 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet an-
geht, ist vorliegend nicht gegeben (Art. 32 VGG).

1.3 Als Adressat der angefochtenen Verfügungen ist der Beschwerde-
führer  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Auf-
hebung  oder  Änderung  (vgl. Art.  59  ATSG).  Die  Beschwerde  wurde 
frist-  und  formgerecht  eingereicht  (vgl. Art.  38  ff.  und  Art.  60  ATSG 

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sowie Art. 52 VwVG). Zusammenfassend ergibt  sich,  dass sämtliche 
Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, weshalb auf die Beschwerde ein-
zutreten ist.

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die Verletzung von Bundes-
recht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).

1.5 Anfechtungsobjekte  bilden  die  Verfügungen  der  Vorinstanz  vom 
9. Mai  2008,  mit  welchen dem Beschwerdeführer  bei  einem IV-Grad 
von 66 % vom 1. Oktober 1997 bis 31. Dezember 2003 eine halbe und 
vom 1. Januar 2004 bis 30. November 2006 eine Dreiviertelsrente zu-
gesprochen wurde (act. 50). Streitig und zu prüfen ist die Höhe des IV-
Grades  und  in  diesem  Zusammenhang  insbesondere,  ob  die  Vor-
instanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt resp. gewürdigt hat.

Nicht streitig ist die Befristung der Rente sowie deren Beginn: In ihrer  
Vernehmlassung vom 16. Dezember 2008 beantragte die Vorinstanz – 
mit  Blick  auf  das  Eintrittsdatum  in  die  C._______ Privatklinik  (im 
Folgenden: Privatklinik)  –  insoweit  eine  teilweise  Gutheissung  der 
Beschwerde,  als  der  Beginn  der  Arbeits-  und  Leistungsfähigkeit  auf 
den 5. Mai 1996 festzusetzen sei (B-act. 8). Aufgrund des in der Replik 
vom 23. Januar  2009 gestellten Antrags (B-act. 10)  ist  erstellt,  dass 
sich der Beschwerdeführer mit  dieser Vorgehensweise einverstanden 
erklären konnte. Insofern  liegt  bezüglich  des Rentenbeginns ein  ge-
meinsamer Antrag der Parteien vor, dem in Anbetracht der Sach- und 
Rechtslage zu entsprechen ist.

2.
Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren 
Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.

2.1 In  formellrechtlicher  Hinsicht  finden nach den allgemeinen inter-
temporalrechtlichen Regeln grundsätzlich diejenigen Rechtssätze An-
wendung,  welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung  Geltung 
haben  (BGE  130  V  1  E. 3.2),  unter  Vorbehalt  spezialgesetzlicher 
Übergangsbestimmungen. In  materiellrechtlicher Hinsicht  sind grund-
sätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des 
zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 
220 E. 3.1.1,  131 V 11 E. 1,  130 V 329). Ein allfälliger Leistungsan-
spruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechtswechsel  aufgrund  der  bis-

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herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen 
(pro rata temporis; BGE 130 V 445). 

Im  vorliegenden  Verfahren  finden  demnach  grundsätzlich  jene  Vor-
schriften Anwendung, die bei Eintritt des Versicherungsfalles, spätes-
tens jedoch – zufolge des Anspruchs auf eine schweizerische Alters-
rente  ab  1. Dezember  2006 (act.  11  und 52)  –  bis  Ende November 
2006  in  Kraft  standen; weiter  aber  auch  solche  Vorschriften,  die  zu 
jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die 
Beurteilung eines allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von 
Belang  sind  (das  IVG ab  dem 1.  Januar  1992  in  der  Fassung  vom 
22. März 1991 [AS 1991 2377; 3. IV-Revision], ab dem 1. Januar 2003 
in der Fassung vom 6. Oktober 2000 [AS 2002 3371 und 3453] und ab 
dem  1. Januar  2004  in  der  Fassung  vom  21. März  2003  [AS  2003 
3837; 4. IV-Revision]; die IVV in den entsprechenden Fassungen der 
3. und 4. IV-Revision [AS 1991 2377 und 2003 3859).

Für die Prüfung des Rentenanspruchs ab 1. Januar 2003 ist  sodann 
das auf diesen Zeitpunkt in Kraft getretene ATSG anwendbar. Da die 
darin enthaltenen Formulierungen der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbs-
unfähigkeit, der Invalidität und der Einkommensvergleichsmethode den 
bisherigen von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen in der 
Invalidenversicherung  entsprechen  und  die  von  der  Rechtsprechung 
dazu  herausgebildeten  Grundsätze  unter  der  Herrschaft  des  ATSG 
weiterhin Geltung haben (BGE 130 V 343), wird im Folgenden auf die 
dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen. 

Die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen des IVG vom 6. 
Oktober 2006 (AS 2007 5129) und der IVV vom 28. September 2007 
(5. IV-Revision; AS 2007 5155) sind – aufgrund des Erlöschens der IV-
Rente per Ende November 2006 zufolge Erlangens des Anspruchs auf 
eine  AHV-Altersrente  ab  1.  Dezember  2006  –  im  vorliegenden  Fall 
nicht anwendbar.

2.2 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohn-
sitz  in Deutschland,  so dass vorliegend – bis zum Zeitpunkt  des In -
krafttretens  des  Abkommens  zwischen  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft 
andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 am 1. Juni 2002 
(Freizügigkeitsabkommen, im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681; vgl. 
auch Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes 
vom  14.  Dezember  2001  betreffend  die  Bestimmungen  über  die 

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Personenfreizügigkeit  im  Abkommen  zur  Änderung  des  Überein-
kommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft  seit  1. Juni 2002) – das 
Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 
Bundesrepublik Deutschland über Soziale Sicherheit vom 25. Februar 
1964 (im Folgenden: Abkommen; SR 0.831.109.136.1) anwendbar ist. 
Nach Art. 3 und 4 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen 
der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 2 
des Abkommens genannten Rechtsvorschriften, zu denen die schwei-
zerische  Bundesgesetzgebung  über  die  IV  gehört,  einander  gleich, 
soweit  im  Abkommen  nichts  anderes  bestimmt  ist.  Vorschriften,  die 
hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf Leistungen der IV 
von  diesem  Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen,  finden  sich 
weder  im  Abkommen  selbst  noch  in  den  seither  abgeschlossenen 
schweizerisch-deutschen Vereinbarungen. 

Aus dem Umstand, dass der Versicherte ab 1. September 1996 eine 
deutsche Erwerbsunfähigkeitsrente bezog (act. 32), kann er nichts zu 
seinen  Gunsten  ableiten.  Nach  der  Rechtsprechung  haben  die  Ver-
waltung und im Beschwerdefall  der  Richter  mangels diesbezüglicher 
staatsvertraglicher  Regelungen  bei  der  Bemessung  der  Invalidität 
ausschliesslich  die  schweizerischen  Rechtsvorschriften  anzuwenden 
(ZAK 1989  S. 320  Erw. 2)  und  sind  an  die  Feststellungen  des  aus-
ländischen Versicherungsträgers nicht gebunden.

Daran ändert auch die Anwendbarkeit des FZA ab dem 1. Juni 2002 
nichts. Dieses setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen 
Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und 
Mitgliedstaaten  der  Europäischen Union insoweit  aus,  als  darin  der-
selbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a 
FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um ins-
besondere die Gleichbehandlung aller  Mitglieder der Vertragsstaaten 
zu  gewährleisten.  Nach  Art.  3  Abs.  1  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 
1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831. 109.268.1) haben 
die  Personen,  die  im  Gebiet  eines  Mitgliedstaates  wohnen,  für  die 
diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 
Rechtsvorschriften  eines  Mitgliedstaates  wie  die  Staatsangehörigen 
dieses  Staates  selbst,  soweit  besondere  Bestimmungen  dieser  Ver-
ordnung nichts anderes vorsehen. Dabei ist im Rahmen des FZA und 
der  Verordnung  auch  die  Schweiz  als  "Mitgliedstaat"  zu  betrachten 
(Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Demnach richten sich die Be-
stimmung  der  Invalidität  und  die  Berechnung  der  Rentenhöhe  auch 

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nach  Inkrafttreten  des  FZA  weiterhin  nach  schweizerischem  Recht 
(BGE 130 V 253 E. 2.4).

2.3 Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit 
dauernde  ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  (Art.  8  Abs.  1 
ATSG). Diese Formulierung lehnt sich direkt an die bisherige Gesetz-
gebung an (Art. 4 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2002 gültig ge-
wesenen  Fassung).  Die  bislang  zum  Invaliditätsbegriff  entwickelte 
Rechtsprechung bezüglich erwerbstätiger Personen behält somit auch 
weiterhin Gültigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.3.1 und 3.3.2; RKUV 2004 U 
529 S. 574 f. E. 1.3.3. und 1.4).

Erwerbsunfähigkeit nach der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechts-
lage  ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen oder 
psychischen  Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  aus-
geglichenen Arbeitsmarkt  (Art. 7  ATSG). Bei  dieser  Bestimmung hat 
sich der Gesetzgeber von der bisherigen Regelung der IV (aArt. 4 IVG) 
leiten lassen, sodass begrifflich keine grundsätzliche Änderung eintritt. 
Massgebend ist  –  im Unterschied  zur  Arbeitsunfähigkeit  –  nicht  die 
Arbeitsmöglichkeit  im bisherigen Tätigkeitsbereich,  sondern die nach 
Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende  Erwerbsmöglichkeit  in 
irgendeinem  für  die  betroffene  Person  auf  dem  ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust  einer solchen Erwerbsmöglichkeit  gilt  als Erwerbsunfähigkeit.  
Die  zum Begriff  der  Erwerbsunfähigkeit  entwickelte  Rechtsprechung 
kann somit übernommen und weitergeführt werden (BGE 130 V 343 E. 
3.2.1  mit  Hinweisen,  vgl.  auch  Entscheid  des  Eidgenössischen  Ver-
sicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht {BGer}] 
U 192/03 vom 22. Juni 2004, E. 1.4).

2.4 Nach der bis Ende 2003 gültig gewesenen Rechtslage gehören zu 
den geistigen Gesundheitsschäden, welche in gleicher Weise wie die 
körperlichen  eine  Invalidität  im  Sinne  von  Art.  8  ATSG zu  bewirken 
vermögen, neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische 
Abwegigkeiten  mit  Krankheitswert.  Gemäss  der  ab  2004  geltenden 
Rechtslage (4. IV-Revision) können neben den geistigen und körper-
lichen  Gesundheitsschäden  auch  psychische  Gesundheitsschäden 
eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG).  Nicht als Folgen 
eines  psychischen  Gesundheitsschadens  und  damit  invalidenver-

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sicherungsrechtlich  nicht  als  relevant  gelten  Einschränkungen  der 
Erwerbsfähigkeit,  welche die versicherte Person bei Aufbietung allen 
guten  Willens,  die  verbleibende  Leistungsfähigkeit  zu  verwerten, 
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend 
objektiv  bestimmt  (BGE 131  V  49  E. 1.2  mit  Hinweisen,  130  V  352 
E. 2.2.1; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und 
inwiefern  es  der  versicherten  Person trotz  ihres  Leidens sozialprak-
tisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fä-
higkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 
und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weit-
gehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 127 V 294 E. 4c  in 
fine, BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b).

Grundlage für  die Bemessung der Invalidität  bildet  die trotz gesund-
heitlicher  Beeinträchtigung  noch  bestehende  Arbeitsfähigkeit  im ver-
sicherten Tätigkeitsbereich. Die Annahme eines psychischen Gesund-
heitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und 
Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich eine lege artis auf die 
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psy-
chiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Dia-
gnose  ist  eine  rechtlich  notwendige,  aber  nicht  hinreichende  Be-
dingung für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden (BGE 132 V 
65 E. 3.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer  Behandlung,  von  der  versicherte  Person  willens-
mässig erwartet werden kann, trotz des Leidens zu arbeiten (BGE 127 
V  294  E.  5a).  Diese  Frage  beurteilt  sich  nach  einem  weitgehend 
objektivierten Massstab (BGE 127 V 294 E. 4b/cc).

2.5 Laut Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 1988 bis Ende 2003 gültig ge -
wesenen Fassung [AS 1987 447]) besteht der Anspruch auf eine Vier-
telsrente, wenn der Versicherte mindestens 40 %, auf eine halbe Ren-
te, wenn er mindestens 50 % und auf eine ganze Rente, wenn er min-
destens zu zwei Dritteln invalid ist. Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der  
von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der An-
spruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

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Laut Art. 28 Abs. 1ter IVG (in der von 1988 bis Ende 2003 bzw. in der 
von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) werden Renten, 
die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch 
nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen 
Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völker-
rechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine 
solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für die Staatsangehörigen 
eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern sie in einem Mit-
gliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1).  
Nach der Rechtsprechung des EVG stellt  diese Regelung nicht  eine 
blosse  Auszahlungsvorschrift,  sondern  eine  besondere  Anspruchs-
voraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c).

Gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG (in der ab Januar 1988 bis 
Ende Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) entsteht  der Ren-
tenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte min-
destens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist oder während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Nach den Vorschriften der 
4. IV-Revision  entsteht  der  Rentenanspruch  frühestens  in  dem Zeit-
punkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend er -
werbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder während eines Jahres 
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b 
IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung).

2.6 Nach Art. 48 IVG (mit Wirkung ab dem 1. Januar 2008 aufgehoben 
[5. IV-Revision; AS 2007 5129]) erlischt der Anspruch auf Nachzahlung 
mit dem Ablauf von fünf Jahren seit Ende des Monats, für welchen die 
Leistung geschuldet war (Abs. 1). Meldet sich jedoch ein Versicherter 
mehr  als  zwölf  Monate  nach  Entstehen  des  Anspruchs  zum  Leis-
tungsbezug, so werden die Leistungen lediglich für die zwölf der An-
meldung vorangehenden Monate ausgerichtet – abgesehen von einer 
Ausnahme, die vorliegend ohne Belang ist.

Es  ist  demnach  zu  prüfen,  ob  und  in  welchem  Umfang  der  Be-
schwerdeführer seit dem 27. September 1995, d.h. zwölf Monate vor 
der Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Bst. B. und D. hiervor), An-
spruch  auf  Leistungen  der  IV  hatte  oder  ob  ein  solcher  Anspruch 
danach bis und mit 30. November 1996 entstanden ist  und wenn ja, 
bei welchem IV-Grad.

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2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti -
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen  beruht,  die  geklagten  Beschwerden  berücksichtigt,  in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 
somit grundsätzlich weder die Herkunft  eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert  zu,  sofern  sie  als  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 
ihre Zuverlässigkeit  bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte 
Arzt  in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht, 
lässt  nicht  schon  auf  mangelnde  Objektivität  und  auf  Befangenheit 
schliessen.  Es  bedarf  vielmehr  besonderer  Umstände,  welche  das 
Misstrauen  in  die  Unparteilichkeit  der  Beurteilung  objektiv  als  be-
gründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen).

Auf Stellungnahmen der RAD oder der ärztlichen Dienste kann für den 
Fall, dass ihnen materiell  Gutachtensqualität zukommen soll,  nur ab-
gestellt  werden,  wenn  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  An-
forderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen  (Urteil  des  EVG 
I 694/05  vom  15.  Dezember  2006  E.  2).  Die  RAD-Ärzte  müssen 
sodann über  die  im Einzelfall  gefragten persönlichen und fachlichen 
Qualifikationen verfügen (Urteile des BGer I 142/07 vom 20. November 
2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1), spielt doch die 
fachliche  Qualifikation  des  Experten  für  die  richterliche  Würdigung 

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einer  Expertise  eine  erhebliche  Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen 
Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte 
auf  die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb  ist 
für  die  Eignung  eines  Arztes  als  Gutachter  in  einer  bestimmten 
medizinischen Disziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des 
berichtenden  oder  zumindest  des  den  Bericht  visierenden  Arztes 
vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a).

Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht 
wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt  der RAD für  die Beurteilung der 
medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Be-
darf"  selber  ärztliche  Untersuchungen  durch.  In  den  übrigen  Fällen 
stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen 
ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich 
ein  Grund,  um einen RAD-Bericht  in  Frage zu stellen. Dies  gilt  ins-
besondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest -
stehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche 
Befassung  mit  der  versicherten  Person  in  den  Hintergrund  rückt 
(vgl. Urteile des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 sowie 
I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1, beide mit Hinweisen).

3.
Bei  Erlass  der  angefochtenen Verfügungen vom 9. Mai  2008 stützte 
die Vorinstanz ihre Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des 
Beschwerdeführers  insbesondere  auf  die  Stellungnahmen  der 
Dres. med.  B._______,  Facharzt  für  Allgemeinmedizin,  und 
D._______,  Facharzt  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  vom  25. 
Februar  2008  (act. 40)  und  1.  Dezember  2008  (act.  56).  Für  den 
Beschwerdeführer  hingegen  bildet  insbesondere  das  Gutachten  von 
Prof.  Dr.  med.  A._______  vom  30.  Oktober  1996  (act.  36)  die 
wesentliche  Entscheidgrundlage.  Diese  medizinischen  Dokumente 
sind nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben und zu würdigen.

3.1 Prof. Dr. med. A._______ stellte die Diagnose einer chronifizierten 
und  weitgehend  therapieresistenten  neurotisch-depressiven  Ent-
wicklung bei infantil-dependiver Persönlichkeitsstruktur (ICD-9: 300.4, 
309.1; ICD-10: F34.1, F60.6 und 60.7; S. 21). Weiter führte er aus, der 
Versicherte sei seit der Entlassung aus der Privatklinik C._______ am 
30.  Juni  1996  in  seinem  bisherigen  Beruf  auf  absehbare  Zeit  mit 
grosser Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht mehr arbeits- und erwerbs-
fähig. Ebenfalls unmöglich sei die Ausübung einer anderen Erwerbs-

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tätigkeit.  Die  Forderung  einer  minimalen  Willensanpassung  zur  Er-
ledigung  zum Beispiel  stundenweiser  Tätigkeit  in  einer  anderen  Er-
werbstätigkeit würde zu einer rapiden Verschlechterung führen, da ihm 
auch die hiezu erforderliche minimale Willensanstrengung nicht mehr 
möglich sei (act. 36 S. 24).

Dr. med. B._______ führte in seiner Stellungnahme vom 25. Februar 
2008  aus,  aufgrund  dieses  Gutachtens  könne  eine  70%ige 
Arbeitsunfähigkeit  als  Ingenieur  ab  1996  akzeptiert  werden.  Nicht 
einverstanden sei er aber damit, dass der Versicherte seit 1996 auch 
für  die  vorgeschlagenen  Verweisungstätigkeiten  (interner  Kurier, 
Telefonbedienung; act. 28) arbeitsunfähig sein soll.

3.2 In  seiner  Stellungnahme vom 1. Dezember  2008  diagnostizierte 
Dr. med. D._______ zur Hauptsache eine Dysthymie (ICD-10: F34.1) 
und – ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung  (ICD-10:  F61.0).  Weiter  führte  er  aus,  in  der 
Expertise  von  Prof.  Dr.  med.  A._______  werde  das  Bild  des 
Versicherten  gut  beschrieben.  Es  fehle  aber  eine  rechtsgenügliche 
Begründung,  weshalb  die  Leiden  des  Versicherten  zur 
Arbeitsunfähigkeit  führen  sollten.  Er  schliesse  sich  den 
Schlussfolgerungen  von  Dr.  med.  B._______  an.  Nach  der  in  der 
Schweiz  geltenden  aktuellen  Terminologie  leide  der  Versicherte  an 
einer  dekompensierten Persönlichkeitsstörung. Die  schwere Neurose 
sei während des ganzen Lebens vorhanden gewesen, habe sich aber 
mit  dem Alter  und  durch  gewisse  Situationen in  seinem Privatleben 
verstärkt.  Durch  die  Umstände,  dass  er  keine  wichtige  und 
verantwortungsvolle  Position  mehr  bekleiden  könne  und  sich  seine 
Gedanken  oft  um  private  Probleme  drehten,  könne  er  sich  nicht 
konzentrieren. Eine leichte Tätigkeit  bleibe zumutbar; in der Tätigkeit 
als Ingenieur liege aber eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 70 % 
seit dem 24. Juli 1996 vor.

3.3 Das Gutachten  von Prof. Dr. med. A._______  erfüllt  die  an  den 
vollen  Beweiswert  eines  ärztlichen  Gutachtens  gestellten  Kriterien. 
Insbesondere ist es für die streitigen Belange umfassend, beruht auf 
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden 
und wurde in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben. Es ist 
zudem in der  Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und in den 
Schlussfolgerungen  begründet,  so  dass  darauf  abgestellt  werden 

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kann.  Demnach  lässt  sich  der  gesundheitliche  Zustand  des  Be-
schwerdeführers – zumindest  im Jahre 1996 – im vorliegenden Ver-
fahren  schlüssig  und  zuverlässig  beurteilen  (vgl. BGE  125  V  353 
Erw. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch E. 2.7 hiervor).

3.3.1 Dr. med. D._______ stellte in seinem Bericht vom 1. Dezember 
2008 insbesondere die Diagnose einer Dysthymie. Er verwendete dazu 
–  in  Übereinstimmung  mit  Prof.  Dr.  med.  A._______  –  gemäss  ge-
bräuchlichem Klassifikationssystem den  Code ICD-10: F34.1. In  Ab-
weichung vom Experten vertritt  er  jedoch die Ansicht,  dass der  Be-
schwerdeführer  in  der  bisherigen  Tätigkeit  noch  eine  Restarbeits-
fähigkeit von 30 % aufweise und eine leidensangepasste Verweisungs-
tätigkeit vollschichtig möglich wäre. Diese retrospektive, vom Gutach-
ten  von  Prof.  Dr. med.  A._______  abweichende  Beurteilung  genügt 
den dafür notwendigen erhöhten Ansprüchen nicht, darf doch von ei-
nem Gutachten, welches alle Anforderungen hinsichtlich der Beurtei-
lungsgrundlagen  und  der  Begründung  erfüllt  und  das  deshalb  als 
schlüssig  und  somit  beweiswertig  einzustufen  ist,  nur  dann  abgewi-
chen werden, wenn besondere Gründe dies rechtfertigen – was vor-
liegend nicht der Fall ist.

Es trifft  zwar zu,  dass eine psychische Störung nicht  ohne Weiteres 
eine (invalidisierende) Arbeitsunfähigkeit bewirken muss. Dies gilt ins-
besondere  dann,  wenn  einzig  eine  definitionsgemäss  leichtgradige 
Beeinträchtigung  diagnostiziert  wird.  Nach  der  im  gebräuchlichen 
Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung ist Dysthymie 
eine  chronische  depressive  Verstimmung,  die  weder  schwerwiegend 
noch hinsichtlich einzelner depressiver Episoden anhaltend genug ist, 
um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder auch nur leichten 
rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen (Ziff. F34.1). Das EVG 
hat  denn  auch  verschiedentlich  angenommen,  eine  Dysthymie  sei 
grundsätzlich  –  je  nach  den  konkreten  Umständen  –  nicht  in-
validisierend (Urteile I 938/05 des BGer vom 24. August 2006, E. 4.1 
und E. 5; I 834/04 vom 19. April 2006, E. 4.1; I 488/04 vom 31. Januar 
2006,  E.  3.3).  Diese  Schlussfolgerung,  die  sich  auf  medizinische 
Empirie abstützt (vgl. die Hinweise in den zitierten Urteilen), ist freilich 
nicht  absolut  zu  setzen:  Eine  dysthyme  Störung  kann  die  Arbeits -
fähigkeit  im  Einzelfall  durchaus  erheblich  beeinträchtigen,  wenn  sie 
zusammen mit  anderen Befunden – wie  etwa einer  ernsthaften Per-
sönlichkeitsstörung – auftritt  (vgl. das Urteil  des BGer I  653/04 vom 
19. April 2006, E. 3).

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Da sich vorliegend gemäss der  Beurteilung des Psychostatus  durch 
Prof. Dr. med. A._______ nicht nur eine Dysthymie, sondern auch eine 
ängstlich (vermeidende) und abhängige (asthenische) Persönlichkeits-
störung  (Ziff.  60.6  und  60.7)  von  einer  namhaften  Intensität  findet,  
kann  nicht  bloss  von  einer  Einbusse  an  Leistungsfähigkeit  aus-
gegangen  werden.  Vielmehr  sind  die  gesundheitlichen  Beeinträchti-
gungen des Beschwerdeführers als Gesundheitsschaden im Sinne des 
Gesetzes  zu  werten.  Aus  dieser  Sicht  ist  auch  die  Beurteilung  der 
Restarbeits- und -leistungsfähigkeit durch Prof. Dr. med. A._______ zu 
sehen,  die  Dr. med. D._______  retrospektiv  und  ohne  ausreichende 
medizinische  Argumentation  zu  Unrecht  als  nicht  ausreichend  be-
gründet taxiert hat.

Hinzu kommt, dass Dr. med. D._______ keine wesentlichen,  objektiv 
feststellbaren Gesichtspunkte vorgebracht hat, welche im Rahmen der 
psychiatrischen  Begutachtung  durch  Prof.  Dr.  med.  A._______ 
unerkannt  geblieben und die  ihrerseits  geeignet  gewesen wären,  zu 
einer abweichenden Beurteilung aus rein medizinischen Gründen zu 
führen  (vgl. hierzu  etwa Urteil  8C_809/2007  des  BGer  vom 16. Mai 
2008 E. 4.1 mit Hinweis). Den Beschwerden des Versicherten kommt 
Krankheitswert zu, da sie aus eigener Kraft nicht überwunden werden 
können und die  dazu nötige  Willensanstrengung  unmöglich  und un-
zumutbar ist, da der Beschwerdeführer nicht über die entsprechenden 
Ressourcen verfügt. 

Nach dem Dargelegten steht fest, dass die Beurteilung des Gesund-
heitszustandes  des  Beschwerdeführers  und  der  damit  verbundenen 
Arbeits- und Leistungsunfähigkeit  durch Prof. Dr. med. A._______ im 
Lichte der Akten nicht  zu beanstanden ist. Dies  ergibt  sich überdies 
auch aus  übereinstimmenden Angaben der  damaligen Arbeitgeberin 
sowie  des  Berichts  der  Sozialberatung  E._______  vom  19.  Januar 
2009 (act. 47 resp. 54; B-act. 10 [Beilage 14]).

3.4 Auf den Bericht  von Dr. med. B._______ vom 25. Februar  2008 
(act. 40) kann ebenfalls nicht abgestellt  werden, genügt er doch den 
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Be-
richt nicht vollständig (vgl. E. 2.7 hiervor). Mit Blick auf die beim Be-
schwerdeführer  vorliegenden  Gesundheitsbeeinträchtigungen  –  ins-
besondere im psychisch-psychiatrischen Bereich – kann der Stellung-
nahme eines Facharztes für Allgemeine Medizin nur beschränkte Be-
weiskraft zukommen, verfügen doch nur Fachärzte und Fachärztinnen 

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für Psychiatrie und Psychotherapie über das erforderliche Fachwissen, 
um die  vorwiegend psychischen Leiden des Beschwerdeführers  und 
insbesondere deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit ausreichend und rechtsgenüglich beurteilen zu können.

3.5 Für die Beurteilung der Entwicklung der gesundheitlichen Situation 
des Beschwerdeführers von 1996 bis 2006 (Beginn des Anspruchs auf 
eine  Altersrente  der  AHV)  finden  sich  in  den  Akten  kaum Anhalts-
punkte. Fest steht einzig, dass er im Mai 2003 während dreier Wochen 
aus psychiatrischen Gründen  hospitalisiert  war  und laut  Bericht  von 
Prof. Dr. med. I._______, Dr. med. J._______ und Dr. med. K._______ 
vom  23.  Mai  2003  (act.  25)  insbesondere  unter  einer  schweren 
depressiven  Episode  ohne  psychotische  Symptome,  einer 
Persönlichkeitsstörung  und  Alkoholproblemen  (ICD 10:  F33.2,  F60.8 
und F10.2) litt,  die sich in einer schweren depressiven Symptomatik, 
traurig-verzweifelter  Grundstimmung,  Leistungsminderung  und 
sozialem  Rückzug  äusserte.  Prognostisch  wurde  festgehalten,  der 
Beschwerdeführer  verfüge  zwar  "über  einige  Ressourcen",  seine 
erhöhte  Kränkbarkeit  mit  der  Unfähigkeit  gedanklich  abzuschalten 
scheine  aber  einer  Veränderung  im  Wege  zu  stehen.  In  seiner 
Stellungnahme vom 1. Dezember  2008  würdigt  Dr. med. D._______ 
diesen Bericht und kommt zum Schluss, der Beschwerdeführer habe 
im  Jahre  2003  noch  immer,  wie  schon  im  Jahre  1996,  unter  einer 
Dysthymie (névrose dépressive de gravité certaine)  gelitten, die sich 
wohl  völlig  chronifiziert  habe,  wobei  unregelmässig  auch 
Verschlechterungen einträten. In seiner Gesamtbeurteilung betont Dr. 
med.  D._______,  dass  die  psychischen  Probleme  des 
Beschwerdeführers  während  seines  gesamten  Lebens  präsent 
(gewesen) seien, sich aber mit zunehmendem Alter und in gewissen 
Situationen  verschlimmert  hätten.  Dabei  stünden  die  (erst  später 
diagnostizierten) Alkoholprobleme klar im Hintergrund.

Aus den ärztlichen Beurteilungen vom 23. Mai 2003 und 1. Dezember 
2008  kann geschlossen  werden,  dass  sich  der  psychische Gesund-
heitszustand  des  Beschwerdeführers  seit  dem  Jahre  1996  nicht  in 
rentenrelevanter Weise verändert  hat  – was die Vorinstanz zu Recht 
auch  nicht  annimmt.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Arbeitsun-
fähigkeit sowohl im angestammten Beruf als Ingenieur als auch in Ver-
weisungstätigkeiten seither  gleich geblieben ist. Von einer  Verbesse-
rung der gesundheitlichen Situation kann jedenfalls nicht ausgegangen 
werden.

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3.6 Es ist allerdings nicht zu verkennen, dass die Entwicklung der psy-
chischen Probleme des Beschwerdeführers medizinisch nur wenig be-
legt ist, und dass – wie Dr. med. D._______ zu Recht festhält – im Gut-
achten  von  Prof.  Dr. med. A._______  den  normativen  Leit linien  zur 
Beurteilung  der  Auswirkungen  psychischer  Erkrankungen  auf  die 
Arbeits-  und  Leistungsfähigkeit  gemäss  der  neueren,  erst  im  Jahre 
2004  eingeleiteten  Rechtsprechung  (BGE  130  V  352)  noch  keine 
Rechnung  getragen  worden  ist.  Mit  Blick  auf  die  einleuchtende  Be-
urteilung durch Prof. Dr. med. A._______, in der auch die Frage der 
willensmässigen Überwindbarkeit thematisiert worden ist, und der re-
lativ  weit  zurückliegenden  Beurteilungszeiten  sind  weitere  medizini-
sche Abklärungen jedoch nicht angezeigt. Insbesondere besteht kein 
Anlass dafür, mit  Prof. Dr. med. A._______ Rücksprache zu nehmen 
und  seine  gutachterlichen  Ausführungen  unter  Berücksichtigung  der 
erwähnten  Rechtsprechung  ergänzen  zu  lassen.  Es  ist  nicht  anzu-
nehmen, dass nach nunmehr 14 Jahren eine ergänzende Beurteilung 
möglich wäre oder zu ausreichend sicheren Resultaten führen würde. 
Selbst eine nachträgliche, retrospektive medizinischen Beurteilung der 
Entwicklung  der  psychischen  Erkrankungen  in  den  Jahren  bis  2006 
dürfte keine zusätzlichen Erkenntnisse bringen. 

Aufgrund der  Akten ergibt  sich  ein  stimmiges  und  ausreichend  voll-
ständiges Bild des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und 
dessen  Auswirkungen  auf  die  Arbeits-  und  Leistungsfähigkeit  in  der 
gesamten zu beurteilenden Periode. Im Rahmen der freien und pflicht-
gemässen  Würdigung  der  Beweise  kommt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  zu  Schluss,  dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  ausrei-
chend abgeklärt  ist  und die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des Be-
schwerdeführers  nach  dem  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahr-
scheinlichkeit festgelegt werden kann. Im Sinne einer antizipierten Be-
weiswürdigung  ist  daher  auf  weitere  Beweismassnahmen  zu  ver-
zichten (vgl. hierzu SVR 2001 IV Nr. 10 Erw. 4b mit Hinweisen).

Ergänzend sei festgehalten, dass es mit dem Grundsatz von Treu und 
Glauben  (Art.  9  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  vom 18.  April  1999  [BV,  SR 101])  kaum zu  verein-
baren  wäre,  wenn  infolge  einer  vieljährigen  Verfahrensverzögerung, 
die  auf  einen  Fehler  der  zuständigen  Behörde  zurückzuführen  ist 
(vgl. act. 46  S. 2),  über  das Leistungsbegehren  vom 27. September 
1996 unter  Berücksichtigung einer  erst  im Jahre 2004 eingeleiteten, 
strengeren Rechtsprechung befunden würde.

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3.7 Zusammenfassend ergibt  sich,  dass der  Beschwerdeführer  nach 
Ablauf  der  einjährigen  gesetzlichen  Wartezeit  (Mai  1997)  bis  zum 
Beginn des Anspruchs auf eine Altersrente der AHV (Dezember 2006) 
sowohl in der früher ausgeübten, hoch qualifizierten Tätigkeit als auch 
in  einer  Verweisungstätigkeit  zu 100 % arbeits-  und leistungsunfähig 
gewesen ist. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, zur Bemessung 
des Invaliditätsgrads einen bezifferten Einkommensvergleich durchzu-
führen. Allein schon aufgrund eines Prozentvergleichs ist  von einem 
Invaliditätsgrad  von  100 %  auszugehen  (vgl.  dazu  BGE  114  V  310 
E. 3a), der Anspruch auf eine ganze ordentliche Rente der Invaliden-
versicherung vermittelt.

4.
Damit  steht  fest,  dass  die  angefochtenen  Verfügungen  vom  9.  Mai 
2008 rechtsfehlerhaft sind. Der Beschwerdeführer hat für die Zeit vom 
1. Mai  1997  bis  zum 30. November  2006  Anspruch  auf  eine  ganze 
Rente  der  Invalidenversicherung.  Demnach  sind  die  angefochtenen 
Verfügungen in Gutheissung der Beschwerde vom 4. bzw. 9. Juni 2008 
insofern abzuändern, als festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer 
für die Zeit vom 1. Mai 1997 bis zum 30. November 2006 Anspruch auf 
eine ganze IV-Rente hat. Die Akten sind der Vorinstanz zur Renten-
berechnung und zur Feststellung des Nachzahlungsbetrags zu über-
weisen. Es wird deren Sache sein, darüber zu entscheiden, ob auf den 
Rentenbetreffnissen ein Verzugszins zu leisten ist (vgl. Art. 26 ATSG).

5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

5.1 Der obsiegende Beschwerdeführer hat keine Verfahrenskosten zu 
tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auch der unterliegenden Vorinstanz sind 
keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).

5.2 Der Beschwerdeführer  hat  gemäss Art. 64  Abs. 1 VwVG in Ver-
bindung  mit  Art.  7  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Las-
ten  der  Verwaltung.  Da  keine  Kostennote  eingereicht  wurde,  ist  die 
Entschädigung auf Grund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 
2 VGKE). Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen 
Aufwandes  erscheint  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  2'000.-  an-
gemessen.

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C-3814/2008

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Erteilung 
des  Rechts  auf  unentgeltliche  Rechtspflege  als  gegenstandslos  ge-
worden abzuschreiben.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
In Gutheissung der Beschwerde vom 4. bzw. 9. Juni 2008 werden die 
angefochtenen Verfügungen vom 9. Mai 2008 insofern abgeändert, als 
festgestellt  wird,  dass der  Beschwerdeführer für  die Zeit  vom 1. Mai 
1997 bis  zum 30. November  2006 Anspruch auf  eine ganze ordent-
liche Rente der Invalidenversicherung hat.

2.
Die  Akten  gehen  an  die  Vorinstanz,  damit  diese  den  Renten-  und 
Nachzahlungsbetrag (allenfalls inklusive Verzugszinsen) festlege.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'000.- zugesprochen.

5.
Das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Erteilung  des  Rechts  auf 
unentgeltliche Prozessführung wird als gegenstandslos geworden ab-
geschrieben.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ______________)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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C-3814/2008

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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