# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88222f50-03c4-5ed8-8554-cff5d5846ebb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.10.2014 IV 2012/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-138_2014-10-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/138

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 30.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 30.10.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Unter Berücksichtigung eines 
Tabellenlohnabzugs von 15% resultiert ein Anspruch auf eine Viertelsrente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. 
Oktober 2014, IV 2012/138).

Entscheid Versicherungsgericht, 30.10.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 30. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ meldete sich via Krankentaggeldversicherung am 2. Dezember 2008 zum 

Bezug von Invalidenversicherungsleistungen an (IV-act. 4-1). Sein Hausarzt Dr. med. 

B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt anlässlich der telefonischen Anfrage 

durch RAD-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, vom 15. Januar 

2009, die Diagnosen eines Oesophagus-Carcinoms (Adeno-Ca) fest. Am 9. April 2008 

habe sich der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen einer Oesophagus-Teilresektion 

und proximaler Magenteilresektion unterzogen. Zurzeit bestehe noch eine allgemein 

reduzierte Belastbarkeit. Dennoch habe der Versicherte ab 23. November 2008 wieder 

ein volles Zeitpensum am angestammten Arbeitsplatz bei D.___ aufgenommen, wobei 

er vermehrt im Bereich der Kassen eingesetzt werde und weniger im körperlich 

belastenderen Lagerbetrieb. Wenn er sich weiterhin stetig erholen werde, könne 

vermutlich wieder mit einer vollen Leistungsfähigkeit im angestammten 

Tätigkeitsbereich gerechnet werden (IV-act. 16-1).

A.b  Vom 29. bis 31. März 2009 war der Versicherte wegen Verdachts auf Urolithiasis 

rechts mit spontanem Steinabgang und einer Prostatahyperplasie im Spital E.___ 

hospitalisiert (IV-act. 59-28).

A.c  Am 18. Mai 2009 (Eingang bei der IV-Stelle) beantragte der Versicherte bei der IV-

Stelle ein Hörgerät (IV-act. 20). Mit Mitteilung vom 18. September 2009 erteilte die IV-

Stelle Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (IV-act. 33).

A.d  Infolge eines Unfalls mit dem Roller am 27. Mai 2009 und einer diagnostizierten 

Maisonneuve-Fraktur mit kleinem Volkmann und Syndesmosensprengung links war 

beim Versicherten am 3. Juni 2009 im Spital E.___ eine Stellschraubenosteosynthese 

durchgeführt worden (IV-act. 30-6f.).

A.e  RAD-Arzt Dr. C.___ hielt in einer Aktennotiz vom 14. August 2009 nach 

telefonischer Rücksprache mit dem Hausarzt des Versicherten fest, es zeige sich nun 

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klar, dass der Versicherte rein krankheitsbedingt (infolge des Speiseröhrenkrebses) 

nicht mehr die körperliche Konstitution bzw. Leistungsfähigkeit erreichen werde wie vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens. In der angestammten Tätigkeit entstehe eine 

Reduktion der Leistungsfähigkeit von sicher gegen 30%. In einer adaptierten (leichten 

bis mittelschweren) Tätigkeit sei eine volle Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act. 40-2f.).

A.f   Mit Datum vom 23. September und 14. Oktober 2009 vereinbarten der Versicherte 

und die IV-Stelle einen Eingliederungsplan mit dem Ziel der Umorientierung mit 

Bewerbungen in eine neue adaptierte Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt (IV-

act. 35). Laut dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen vom 

19. Oktober 2009 sei die aktuelle Stelle für den Versicherten längerfristig nicht mehr 

zumutbar. Er sei bereit, sich mit Unterstützung der IV um eine neue Stelle zu bemühen 

und erhalte dabei Unterstützung von F.___ (IV-act. 37-6). Mit Schreiben vom 21. 

Oktober 2009 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er bei der Stellensuche 

Beratung und Unterstützung durch F.___ erhalte (IV-act. 38).

A.g  Ende Oktober 2009 nahm der Versicherte seine Arbeit wieder zu 50% und ab Mitte 

November 2009 zu 100% auf. Ab März 2010 wurde er jedoch wieder zu 50% 

arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 48-1, 48-3).

A.h  Per 1. August 2010 bot die Arbeitgeberin dem Versicherten einen neuen 

Arbeitsvertrag für ein 50%-Pensum an (IV-act. 51). Gemäss dem Schlussbericht der 

Personalberaterin von F.___ nahm der Versicherte dieses Angebot an, weil ihm die 

Arbeit gefalle und er sie sich zu 50% auch körperlich zutraue. In Zukunft werde er sich 

weiter auf Stellen bewerben, wenn die Ausschreibungen gut auf seine Bedürfnisse 

passen würden. Er werde aber vorerst nicht mehr sehr aktiv nach einer Vollzeitstelle 

suchen; weil seine Ehefrau mehr arbeiten werde, sei auch für die finanzielle Seite 

gesorgt. Er selber wolle vermehrt im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mithelfen 

(IV-act. 50-1). Durch Mitteilung vom 24. August 2010 wies die IV-Stelle einen (weiteren) 

Anspruch auf berufliche Massnahmen ab (IV-act. 53).

A.i   Im Bericht vom 3. September 2010 hielt Hausarzt Dr. B.___ eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% fest (IV-act. 59). RAD-Arzt Dr. C.___ ging demgegenüber in der 

Stellungnahme vom 9. März 2011 davon aus, dass die 50%-Anstellung bei der 

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bisherigen Arbeitgeberin nur einer teiladaptierten Tätigkeit entspreche. Da der 

Gesundheitszustand stabil sei, empfahl er eine polydisziplinäre Begutachtung bei einer 

MEDAS-Stelle (IV-act. 60). Diese fand am 6. Juli 2011 im ABI Basel statt. Im Gutachten 

vom 31. August 2011 diagnostizierten die Experten nach internistischer, 

psychiatrischer und gastroenterologischer Untersuchung mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit ein Barett-Karzinom des distalen Oesophagus pT1, pNO (ICD-10 

C15.9) und rezidivierende Inguinalhernien beidseits (ICD-10 K40.9). Dem Versicherten 

sei zuzumuten, die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um in einer 

körperlich leichten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 70% in die Realität umzusetzen (IV-

act. 70-12f.). RAD-Arzt Dr. C.___ beurteilte das Gutachten mit Stellungnahme vom 5. 

Dezember 2011 als ausführlich, sorgfältig erstellt und in den Schlussfolgerungen 

vollständig nachvollziehbar (IV-act. 71).

A.j   Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Rentenablehnung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 29% in Aussicht (IV-act. 76). 

Entgegen dem am 23. Januar/24. Februar 2012 erhobenen Einwand (IV-act. 77, 80) 

bestätigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom 6. 

März 2012 (IV-act. 82).

B.      

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23. April 

2012 mit dem Rechtsbegehren, dem Beschwerdeführer sei rückwirkend ab 1. Mai 2009 

eine halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 

1. Mai 2009 eine Viertelsrente zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Zur Begründung machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend, der 

Beschwerdeführer sei durch das durch die eingeschränkte Nahrungsaufnahmefähigkeit 

starke Untergewicht und die damit verbundenen Erschöpfungserscheinungen erheblich 

eingeschränkt. Ebenfalls müsse Beachtung finden, dass er immer wieder auf Pausen 

angewiesen sei, um die notwendigen Mengen an Nahrungsmitteln zu sich zu nehmen. 

Die Auswirkungen dieser Beeinträchtigungen seien nur sehr bescheiden dokumentiert. 

Zudem werde im Gutachten nicht weiter auf die abweichende Meinung des Hausarztes 

eingegangen, welcher eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiere. Da dieser den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gut kenne, könne er am besten 

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abschätzen, was jenem zumutbar sei. Werde auf die Arbeitsunfähigkeit von 50% 

abgestellt und ein Leidensabzug von 5% gewährt, resultiere ein Invaliditätsgrad von 

51.6% und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente. Selbst bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30% und einem Leidensabzug von 20% ergebe sich immer 

noch bei einem Invaliditätsgrad von 43% ein Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 1). 

In der Beschwerdeergänzung vom 4. Juli 2012 machte die Rechtsvertreterin weiter 

geltend, es koste den Beschwerdeführer bereits heute ein höchstes Mass an 

Willensanstrengung, die effektiv geleisteten 50% umzusetzen. Hinsichtlich des 

Leidensabzugs sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer mit seiner 

Konstitution erheblich Mühe habe, überhaupt einen Arbeitgeber zu finden, der bereit 

sei, ihn einzustellen. Hinzu komme, dass er keine Ausbildung abgeschlossen habe, was 

das mögliche Berufsfeld im Alter von 50 Jahren weiter einschränke. Daher werde 

darum ersucht, ihm einen Leidensabzug von 20% zu gewähren (act. G 8).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Diesen Antrag begründete sie damit, dass das ABI-

Gutachten mit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar sei. Da der 

Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfsarbeitertätigkeiten ausführen könne, sei 

maximal ein Leidensabzug von 10% vorzunehmen, ein höherer Leidensabzug sei 

demgegenüber nicht gerechtfertigt. Der daraus resultierende Invaliditätsgrad von 37% 

führe nicht zu einem Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 10).

B.c  In der Replik vom 10. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest. Seine Rechtsvertreterin wies darauf hin, dass er gemäss der (neuen) 

Berechnung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort bereits bei einem 

Leidensabzug von 15% Anspruch auf eine Viertelsrente habe (act. G 14).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:

1.       

Streitig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung zusteht.

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1.1   Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat 

die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, 

auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 

mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid 

ist.

1.2   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

2.     

2.1   Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das 

ABI-Gutachten ab und ging in körperlich adaptierten Tätigkeiten von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 30% aus, was einer Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit von 70% entspreche (IV-act. 82-1). Im ABI-Gutachten vom 31. 

August 2011 hielt der Gastroenterologe Dr. med. G.___ gestützt auf seine 

Untersuchung vom 6. Juli 2011 als Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) 

ein Barett-Karzinom des distalen Oesophagus pT1, pNO (ICD-10 C15.9) bei Status 

nach Dilatationen einer postoperativen Striktur, bei persistierender Dysphagie und bei 

persistierender Anorexie sowie rezidivierende Inguinalhernien beidseits (ICD-10 K40.9) 

mit aktuell erneutem Rezidiv in der linken Leiste fest. Das Barett-Karzinom sei früh 

entdeckt und erfolgreich chirurgisch behandelt worden. Als Folge der OP persistiere 

eine Dysphagie. Deswegen und wohl auch als Folge des Eingriffs selbst bleibe der 

Beschwerdeführer untergewichtig, was sich auch in einer allgemeinen Kraftlosigkeit 

nach längerer anstrengender Arbeit äussere. Ebenfalls bestehe eine Dyspnoe, deren 

Ursache nicht klar sei. Es sei denkbar, dass hier eine restriktive Komponente bei Status 

nach thorakalem Eingriff vorliege. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit befand der 

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Gutachter, dass der Beschwerdeführer keine körperlich belastenden Arbeiten 

durchführen und keine Lasten über 10kg heben sollte. Eine leichtere Arbeit ohne 

körperliche Anstrengung sei ihm zumutbar mit einem 70%-Pensum (IV-act. 70-11). 

Sowohl in internistischer/allgemeinmedizinischer als auch in psychiatrischer Hinsicht 

ergaben sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. In der 

Gesamtbeurteilung wurden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Herzpalpitation 

unklarer Ätiologie nach kardiologischer Abklärung 2/11 ohne Befunde (Dr. H.___), eine 

benigne Prostatahyperplasie (ICD-10 M43), eine Presbyakusis (ICD-10 H91.1), ein 

Rezidiv Inguinalhernie beidseits (ICD-10 K40.9) bei aktuell erneutem Rezidiv in der 

linken Leiste sowie ein Status nach Maisonneuve-Fraktur links am 27.5.2009 mit Status 

nach Stellschrauben-Osteosynthese am 3.6.2009, "folgenlos abgeklärt", festgehalten. 

Aus polydisziplinärer Sicht sei dem Beschwerdeführer zuzumuten, die notwendige 

Willensanstrengung aufzubringen, um in einer körperlich leichten Tätigkeit ein 

Arbeitspensum von 70% in die Realität umzusetzen. Das Pensum könne vollschichtig 

umgesetzt werden mit etwas erhöhtem Pausenbedarf von bis (zu) 15 Minuten pro 

Stunde und einem leicht reduzierten Rendement (IV-act. 70-13).

2.2   Demgegenüber hielt der Hausarzt Dr. B.___ im Bericht vom 3. September 2010 

lediglich noch eine Arbeitstätigkeit im Rahmen von 50% für möglich (IV-act. 59-3). Der 

Beschwerdeführer selbst gab anlässlich der Begutachtung an, sich in seiner aktuellen 

Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig zu fühlen (IV-act. 70-13). Die Gutachter begründeten 

diese Diskrepanz zwischen der Einschätzung des Beschwerdeführers und des 

Hausarztes einerseits und der von ihnen geschätzten höheren Arbeitsfähigkeit 

andererseits damit, dass es dem Beschwerdeführer bei Verzicht auf das Heben 

schwerer Lasten durchaus zumutbar sei, ein ganztags verwertbares Arbeitspensum 

von 70% in einer körperlich leichten Tätigkeit in die Realität umzusetzen (IV-act. 70-13). 

Auch RAD-Arzt Dr. C.___ führte hierzu aus, dass die ab 1. August 2010 bei der 

Arbeitgeberin ausgeübte Tätigkeit vergleichend zur Tätigkeit bei der gleichen 

Arbeitgeberin vor diesem Datum gemäss dem Tätigkeitsprofil vom 22. März 2011 (vgl. 

IV-act. 63-6) abgeglichen mit der gutachterlichen Einschätzung eine lediglich 

teiladaptierte Tätigkeit darstelle. Sie umfasse noch Tätigkeiten, die Heben und Tragen 

mittelschwer (10 - 15kg) "manchmal" und Heben und Tragen schwer (>25kg) "selten" 

enthalte. Diese seien dem Beschwerdeführer aus gutachterlicher Sicht nicht mehr 

zumutbar. Wie sich die Arbeitsunfähigkeit in dieser teiladaptierten Tätigkeit nun 

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prozentmässig präsentiere, werde von den Gutachtern (jedoch) nicht explizit 

angegeben (IV-act. 71). Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer 

vollumfänglich adaptierten Tätigkeit erscheint grundsätzlich nachvollziehbar. So 

bestreitet der Beschwerdeführer denn auch nicht, dass die von ihm ausgeübte 

Tätigkeit nicht voll adaptiert ist. Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass er sein 

Pensum bei der bisherigen Arbeitgeberin deshalb auf 50% reduzierte, weil er innert 

angemessener Frist und trotz der Unterstützung durch Profil auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt keine besser adaptierte Tätigkeit fand. Zudem gab er als weiteren 

Beweggrund an, dass ihm sowohl die Arbeit als auch das Arbeitsklima bei seiner 

Arbeitgeberin gefielen, auch wenn nicht immer auf sein Pausenbedürfnis Rücksicht 

genommen werde (vgl. IV-act. 48, 50).

2.3   Fraglich erscheint die nicht weiter begründete Gesamtbeurteilung, wonach der 

Beschwerdeführer ein volles Zeitpensum erfüllen könne, mit um 30% reduzierter 

Leistung wegen erhöhtem Pausenbedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde und einem 

leicht reduzierten Rendement. Es steht unbestrittenermassen fest, dass die 

gastroenterologischen Diagnosen für die Einschränkungen massgebend sind. Dr. 

G.___, der diese Diagnosen für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung stellte, hielt gerade 

keine vollschichtige Tätigkeit für zumutbar. Vielmehr sei eine leichtere Arbeit ohne 

körperliche Anstrengungen in einem 70%-Pensum zumutbar. Weiter hielt der Gutachter 

fest, dass sich das Untergewicht auch in einer allgemeinen Kraftlosigkeit nach längerer 

anstrengender Arbeit äussere (IV-act. 70-11). Der erst in der Gesamtbeurteilung des 

Gutachtens ergänzte Zusatz, dieses Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit 

etwas erhöhtem Pausenbedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde und einem leicht 

reduzierten Rendement, bleibt demgegenüber unbegründet. Weder wird die vom 

Gastroenterologen abweichende Beurteilung näher ausgeführt, noch ist sie 

selbsterklärend oder nachvollziehbar. Vielmehr erscheint plausibel, dass das 

beschriebene Leiden und die mit dem Untergewicht einhergehende Kraftlosigkeit eine 

leichte Tätigkeit auch zeitlich auf ein 70%-Pensum beschränken.

3.       

3.1   Gestützt auf die gutachterlich bestimmte Arbeitsfähigkeit von 70% adaptiert sind 

folglich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 

bestimmen.

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3.2   Die zur Invalidität führenden Beschwerden nahmen ihren Anfang im April 2008 (IV-

act. 70-13, 16). Die Beschwerdegegnerin stellte daher in der Beschwerdeantwort beim 

Valideneinkommen zu Recht auf das Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2007 

ab. Gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IV-act. 7-1) erzielte der 

Beschwerdeführer damals ein Jahreseinkommen von insgesamt Fr. 60'633.-- 

(Fr. 58'500.-- + Fr. 2'133.--). Unter der Annahme, dass sich Validen- und 

Invalideneinkommen in etwa gleich entwickelten, kann von einer nominellen 

Aufwertung bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses abgesehen werden, wenn beim 

Invalideneinkommen ebenfalls auf die Zahlen des Jahres 2007 abgestellt wird (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. November 2010, 

IV 2009/7, E. 4.3 mit Hinweis),

3.3   Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern 

kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und 

nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen 

hat, so ist rechtsprechungsgemäss auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt 

für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen 

(BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend geht der Beschwerdeführer mit 

seinem 50%-Pensum und körperlich teilweise mittelschweren bis schweren Arbeiten 

keiner voll adaptierten Tätigkeit nach. Deshalb sind für das Invalideneinkommen unter 

Berücksichtigung der Einschränkungen die Löhne für Hilfsarbeiter nach LSE 

beizuziehen. Im Jahr 2007 betrug das Jahreseinkommen danach Fr. 60'167.--.

3.4   Wird zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne ab­

gestellt, so kann zusätzlich ein Abzug vom Invalideneinkommen von maximal 25% 

(Leidensabzug oder auch Tabellenabzug genannt) vorgenommen werden (eingehend 

hierzu BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Mit dem Tabellenabzug ist zu berücksichtigen, dass 

gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 

behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

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arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

3.5   Die Beschwerdegegnerin anerkannte im Beschwerdeverfahren einen 10%igen 

Abzug, weil der Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte Hilfstätigkeiten 

ausführen könne (act. G 10, S. 4). Diesem Teilabzug ist sicherlich zu folgen, weil die 

Lohnstrukturerhebungen auch Löhne für körperlich schwere Tätigkeiten beinhalten, die 

in der Regel besser entlöhnt werden und welche der Beschwerdeführer nicht mehr 

ausüben kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, 

E. 6.2).

3.6   Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer - wie obige Ausführungen zeigen (vgl. 

Erwägung 2.3) - lediglich noch ein Teilzeitpensum möglich ist, was einen weiteren 

Abzug rechtfertigt. Mit dem Teilzeitabzug soll dem Umstand Rechnung getragen 

werden, dass teilzeitbeschäftigte Männer statistisch gesehen vergleichsweise weniger 

verdienen als Vollzeitangestellte (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 

9C_796/2013, E. 3.1.2, vgl. auch Urteile vom 4. April 2008, 9C_833/2007, E. 3.5 mit 

Hinweisen, und vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 4.2.2.1). Selbst wenn aber 

auch von einer vollschichtigen Tätigkeit mit einem "erhöhten Pausenbedarf von bis zu 

15 min pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement" ausgegangen würde, 

wäre ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt. So zeigen die mit dem 

grenzwertigen Untergewicht einhergehende Müdigkeit und das eingeschränkte 

Tätigkeitsprofil des Beschwerdeführers deutlich, dass er bei einem Stellenwechsel 

wiederum auf einen besonders rücksichtsvollen Arbeitgeber angewiesen wäre. Dass 

ein solcher nicht so leicht zu finden ist, wurde bereits dadurch deutlich, dass der 

Beschwerdeführer trotz Unterstützung durch die IV und intensiver Suche auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle fand. Unter Berücksichtigung 

dieser konkreten Verhältnisse erscheint daher insgesamt ein Abzug vom Tabellenlohn 

von jedenfalls 15% angemessen.

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3.7   Damit ist das Invalideneinkommen ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit 

und einem Leidensabzug von 15% auf Fr. 35'799.-- (Fr. 60'167.-- x 0.7 x 0.85) 

festzusetzen. Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum 

Valideneinkommen von Fr. 60'633.-- resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 24'834.--. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von 41% ([Fr. 24'834.--/

Fr. 60'633.--] x 100). Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine Viertelsrente 

der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.       

Hinsichtlich des Rentenbeginns ist auf Grund der plausiblen Stellungnahme von RAD-

Arzt Dr. C.___ vom 5. Dezember 2011 davon auszugehen, dass der Beginn der 

langandauernden Krankheit mit ununterbrochenem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf 

den 8. April 2008 anzusetzen ist. Bis Ende 2008 besteht eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit; in einer leidensadaptierten Tätigkeit ist der 

Beschwerdeführer seit Ende 2008 zu 30% arbeitsunfähig (IV-act. 71-2). Das Wartejahr 

wurde somit im April 2008 eröffnet. Da die angestammte Tätigkeit zweifellos zu mehr 

als 40% nicht mehr zumutbar ist, lief das Wartejahr im März 2009 ab. Nachdem die IV-

Anmeldung der IV-Stelle mit Begleitschreiben der I.___ am 2. Dezember 2008 

eingereicht wurde (IV-act. 4-1), entsteht der Rentenanspruch frühestens sechs Monate 

ab Datum der Geltendmachung des Anspruchs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), d.h. ab 1. Juni 

2009.

5.     

5.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. März 2012 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist ab 

1. Juni 2009 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie 

zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis

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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

5.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote 

verzichtet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 6. März 

2012 aufgehoben und dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2009 eine Viertelsrente 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung 

der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.    Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.    Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 30.10.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 15% resultiert ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Oktober 2014, IV 2012/138).

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		2025-07-19T09:33:15+0200
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