# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7675627d-a7ea-5275-bfd6-9096d8fcfd3c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 02.04.2025 SBK.2025.38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-38_2025-04-02.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.38  
Art. 98 

 

 

Entscheid vom 2. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiber Stutz 

 

 
   

Gesuchsteller   A._____, […], 

[…]  

 

 
   

Gegenstand  Ausstandsgesuch gegen B._____, Präsident des Bezirksgerichts 

Q._____, C._____, Oberrichterin, D._____, Oberrichter, und E._____, 

Oberrichterin 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Ausstandsbegehren vom 13. Februar 2025 stellte A._____ (fortan: Ge-

suchsteller) bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts 

des Kantons Aargau folgende Anträge: 

 

" 1. 
Gerichtspräsident B._____, Oberrichterin C._____, Oberrichter D._____ 
und Oberrichterin E._____ seien anzuweisen, im Verfahren gegen 
A._____ in den Ausstand zu treten. 
 
2. 
Es sei festzustellen, dass der Gerichtspräsident B._____ und die Oberrich-
ter C._____, D._____ und E._____ das Verfahren ST.2020.111 entgegen 
der Verfügung des Bezirksgerichts R._____ vom 21. Januar 2022 nicht an 
das Bezirksgericht Q._____ umgeteilt und mit Verfahren ST.2021.50/51 
und ST.2023.31/32 vereinigt, also das rechtliche Gehör, insbesondere das 
Recht auf Beurteilung form- und fristgerecht gestellter Anträge i.S. von 
Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK sowie das Beschleunigungsgebot i.S. 
von Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 EMRK verletzt haben, um die 
gesetzlich zulässige Maximalstrafe von 180 Tagessätzen zu überschrei-
ten, und damit vorbefasst sind im Sinne von Art. 56 lit. b StPO. 
 
3. 
Das vorliegende Ausstandsverfahren sei mit dem Ausstandsverfahren 
SBK.2024.344 und SBK.2025.20 zu vereinigen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons Aargau." 

 

2. 

Mit Verfügung vom 18. Februar 2025 forderte die Verfahrensleiterin der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

den Gesuchsteller auf, schriftlich mitzuteilen, in welchen hängigen Ge-

richtsverfahren (Verfahrensnummer und Instanz) der Ausstand von Ge-

richtspräsident B._____, Oberrichterin C._____, Oberrichter D._____ und 

Oberrichterin E._____ beantragt werde. 

 

3. 

Mit Eingabe vom 24. Februar 2025 bezeichnete der Gesuchsteller die Ver-

fahren ST.2020.111, ST.2021.50/51 und ST.2023.31/32. 

 

4. 

Mit Stellungnahme vom 28. Februar 2025 beantragte der Präsident des Be-

zirksgerichts Q._____ die Abweisung des Ausstandsbegehrens, soweit auf 

dieses einzutreten sei. 

 

 - 3 - 

 

 

5. 

Mit Stellungnahme vom 11. März 2025 beantragte der Gesuchsteller die 

Vereinigung der Verfahren SBK.2025.38, SBK.2025.20/21, 

SBK.2024.343/344, SBK.2024.156 und SBK.2023.295/296 und den Beizug 

der Akten der Strafverfahren ST.2020.111, ST.2021.50/51 und 

ST.2023.31/32. Weiter stellte er neu auch ein Ausstandsbegehren gegen 

Oberrichter F._____. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Gesuchsteller beantragt in formeller Hinsicht die Vereinigung des vor-

liegenden Ausstandsverfahrens mit den Verfahren SBK.2025.20/21, 

SBK.2024.343/344, SBK.2024.156 und SBK.2023.295/296. 

 

Die Verfahren SBK.2023.295/296, SBK.2024.156 und SBK.2024.343 sind 

bereits rechtskräftig abgeschlossen, weshalb eine Vereinigung mit diesen 

von vornherein ausser Betracht fällt. 

 

Eine Verfahrensvereinigung mit den Verfahren SBK.2024.344 und 

SBK.2025.20/21 erscheint zudem nicht opportun, da die Verfahren unter-

schiedliche Gerichtspersonen und teilweise unterschiedliche Parteien be-

treffen. Ein Anspruch auf Vereinigung der Ausstandsverfahren besteht im 

Übrigen ohnehin nicht. Von einer Vereinigung der Ausstandsverfahren ist 

daher abzusehen.  

 

2. 

2.1. 

Der Gesuchsteller begründet sein Ausstandsbegehren vom 13. Februar 

2025 im Wesentlichen mit dem Grundsatz der Verfahrenseinheit. Die Straf-

verfahren ST.2020.111, ST.2021.50/51 und ST.2023.31/32 hätten nie ge-

trennt geführt werden dürfen. Die Verletzung dieses Grundsatzes führe zur 

Nichtigkeit diverser Verfahrenshandlungen. Das bewusste Unterlassen der 

Verfahrensvereinigung durch Gerichtspräsident B._____, Oberrichterin 

C._____, Oberrichter D._____ und Oberrichterin E._____ ziele nur darauf 

ab, die gesetzliche Höchststrafe um mehr als das doppelte zu überschrei-

ten. Damit liege eine unzulässige Mehrfachbefassung vor, die den An-

schein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit be-

gründe. 

 

Mit Stellungnahme vom 11. März 2025 ergänzt der Gesuchsteller, die 

Mehrfachbefassung gründe darin, dass in diversen Strafverfahren sowohl 

die Überweisungsentscheide der Justizleitung sowie die späteren Ent-

scheide des Berufungsgerichts teilweise von denselben Oberrichterinnen 

und Oberrichtern gefällt worden seien. Zudem hätten Gerichtspräsident 

 - 4 - 

 

 

B._____, Oberrichterin C._____, Oberrichter D._____ und Oberrichterin 

E._____ diverse Amtspflichtverletzungen begangen. 

 

2.2. 

B._____ als Präsident des Bezirksgerichts Q._____ führt in seiner Stellung-

nahme aus, der Gesuchsteller begründe das Ausstandsgesuch gegen ihn 

damit, dass er das von ihm geführte Strafverfahren nicht mit anderen Straf-

verfahren vereinigt habe. Der Gesuchsteller verkenne dabei, dass er keine 

Kompetenz habe, andere Strafverfahren an sich zu ziehen. Ihm sei das 

Verfahren durch die Justizleitung aufgrund von Befangenheit der Richterin-

nen und Richter des Bezirksgerichts R._____ zugewiesen worden. Zudem 

seien die Urteile in den Verfahren ST.2023.31/32 bereits am 4. Februar 

2025 ergangen. 

 

3. 

3.1. 

Nach Art. 56 StPO hat eine in einer Strafbehörde tätige Person in den Aus-

stand zu treten, wenn ein Ausstandsgrund gemäss lit. a-f vorliegt. Wird ein 

Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht oder wi-

dersetzt sich eine in einer Strafbehörde tätige Person einem Ausstands-

gesuch einer Partei, das sich auf Art. 56 lit. b-e StPO abstützt, so entschei-

det gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO ohne weiteres Beweisverfahren und 

endgültig die Beschwerdeinstanz, wenn die Staatsanwaltschaft oder die 

erstinstanzlichen Gerichte betroffen sind. 

 

3.2. 

Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person 

verlangen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechen-

des Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die 

den Ausstand begründenden Tatsachen sind glaubhaft zu machen (Art. 58 

Abs. 1 StPO). Wird der Ausstandsgrund erst nach Abschluss des Verfah-

rens entdeckt, so gelten die Bestimmungen über die Revision (Art. 60 

Abs.  3 StPO). Diese Regelung folgt dem Grundgedanken, dass ein Gericht 

die Gerichtsbarkeit hinsichtlich eines bestimmten Falls verliert, sobald es 

seinen Entscheid gefällt hat. Im Grundsatz ist lediglich die Revision rechts-

kräftiger Entscheide möglich. Wird ein Ausstandsgrund nach Abschluss 

des Verfahrens – mithin nach Ergehen des Entscheids –, aber vor Ablauf 

der Rechtsmittelfrist entdeckt, kann er im Rahmen des Rechtsmittels gel-

tend gemacht werden. Entsprechend darf in diesen Fällen der Ausstands-

grund im Rahmen der Beschwerde in Strafsachen gerügt werden. Entdeckt 

die beschwerdeführende Person hingegen während des hängigen bundes-

gerichtlichen Verfahrens einen Ausstandsgrund, der ihres Erachtens die 

Revision des vorinstanzlichen Entscheids begründet, hat sie ein Revisions-

gesuch bei der Vorinstanz und einen Sistierungsantrag beim Bundesgericht 

zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1055/2020, 6B_823/2021 vom 

13. Juni 2022 E. 5.3.2; BGE 147 I 173). 

 - 5 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die vom Gesuchsteller im Rahmen des Ausstandsbegehrens bezeichneten 

Verfahren weisen einen unterschiedlichen Verfahrensstand auf. Das Ver-

fahren ST.2020.111 des Bezirksgerichts R._____ ist zwischenzeitlich am 

Bundesgericht hängig (SST.2024.135 bzw. 6B_173/2025). Die Verfahren 

ST.2021.50/51 des Bezirksgerichts Q._____ sind ebenfalls zwischenzeit-

lich am Bundesgericht hängig (SST.2023.21 bzw. 6B_117/2025 sowie 

SST.2023.23 bzw. 6B_116/2025). Die Verfahren ST.2023.31/32 sind dem-

gegenüber noch erstinstanzlich am Bezirksgericht Q._____ hängig. 

 

Die vom Gesuchsteller im Ausstandsbegehren bezeichneten Richterinnen 

und Richter sind zudem an unterschiedlichen Gerichten tätig. Während Ge-

richtspräsident B._____ dem erstinstanzlichen Bezirksgericht Q._____ an-

gehört, handelt es sich bei Oberrichterin C._____, Oberrichter D._____ und 

Oberrichterin E._____ um Mitglieder des Berufungsgerichts. Diese drei Mit-

glieder des Berufungsgerichts entschieden in den zwischenzeitlich am Bun-

desgericht hängigen Verfahren SST.2024.135, SST.2023.21 und 

SST.2023.23. 

 

4.2. 

Insoweit der Gesuchsteller den Ausstand von Oberrichterin C._____, Ober-

richter D._____, Oberrichterin E._____ sowie allenfalls Oberrichter 

F._____ beantragt, ist auf sein Ausstandsbegehren nicht einzutreten. Ei-

nerseits ist die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des 

Kantons Aargau nicht zuständig für den Entscheid über den Ausstand ein-

zelner Mitglieder des Berufungsgerichts (vgl. Art. 59 Abs. 1 lit. c resp. lit. d 

StPO). Andererseits sind die sie betreffenden Verfahren zwischenzeitlich 

am Bundesgericht hängig. Ein während des hängigen bundesgerichtlichen 

Verfahrens entdeckter Ausstandsgrund, der die Revision des vorinstanzli-

chen Entscheids begründen könnte, wäre mit Revisionsgesuch bei der  

Vorinstanz, mithin dem Berufungsgericht, und gleichzeitigem Sistierungs-

antrag beim Bundesgericht geltend zu machen. Die Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau ist damit so oder anders 

nicht für die Behandlung der Ausstandsbegehren gegen die genannten 

Oberrichterinnen und Oberrichter zuständig. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Der Gesuchsteller beantragt weiter den Ausstand von Gerichtspräsident 

B._____. Dieses Ausstandsbegehren betrifft ein erstinstanzliches Gericht, 

womit für dessen Beurteilung gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. § 13 

Abs. 1 EG StPO und § 10 sowie Anhang 1 Ziff. 2 Abs. 5 lit. b der Geschäfts-

ordnung des Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. November 2012 

(GKA 155.200.3.101) grundsätzlich die Beschwerdekammer in Strafsa-

chen des Obergerichts des Kantons Aargau zuständig ist. 

 - 6 - 

 

 

4.3.2. 

Gerichtspräsident B._____ war bzw. ist vorliegend in den Verfahren 

ST.2021.50/51 und ST.2023.31/32 involviert. Während die Verfahren 

ST.2021.50/51 zwischenzeitlich bereits am Bundesgericht hängig sind, wo-

mit die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau nicht (mehr) zuständig ist, ist in den noch am Bezirksgericht 

Q._____ hängigen Verfahren ST.2023.31/32 am 4. Februar 2025 ein Urteil 

ergangen. Gegen das erstinstanzliche Urteil steht die Berufung offen 

(Art. 398 Abs. 1 StPO), wobei der Gesuchsteller vorliegend die Berufung 

anmeldete. Das vorliegende Ausstandsgesuch datiert vom 13. Februar 

2025. Ein erst nach der erstinstanzlichen Urteilsfällung entdeckter Aus-

standsgrund wäre nunmehr im Rechtsmittelverfahren geltend zu machen. 

Für eine Geltendmachung eines Ausstandsgrundes eines Mitglieds des 

erstinstanzlichen Gerichts bei der Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 59 

Abs. 1 lit. b StPO besteht jedoch keinen Raum (mehr). Ein generelles vor-

sorgliches Ausstandsgesuch, welches sich etwa gegen die Beteiligung ei-

nes Richters oder einer Richterin in allen gegenwärtigen oder künftigen 

Verfahren wendet, ist im Übrigen unzulässig (vgl. BOOG, in: Basler Kom-

mentar, Schweizerische Strafprozessordung, 3. Aufl. 2023, N. 2 zu Art. 58 

StPO mit weiteren Hinweisen). Auf das Ausstandsbegehren gegen Ge-

richtspräsident B._____ ist daher ebenfalls nicht einzutreten. 

 

Darüber hinaus wäre das Ausstandsgesuch auch unbegründet. Gerichts-

präsident B._____ ist nicht in der Justizleitung tätig und war als erstinstanz-

licher Gerichtspräsident weder an den zweitinstanzlichen Berufungsverfah-

ren noch am Ausstandsverfahren, in welchem die Befangenheit der Mitglie-

der des Bezirksgerichts R._____ festgestellt wurde, beteiligt. Eine Vorbe-

fassung im Sinne von Art. 56 lit. b StPO ist daher nicht ansatzweise ersicht-

lich und wird vom Gesuchsteller in Bezug auf Gerichtspräsident B._____ 

auch nicht dargelegt. Weiter führt Gerichtspräsident B._____ in seiner Stel-

lungnahme zutreffend aus, dass er ein ihm durch die Justizleitung zugewie-

senes Verfahren nicht mit anderen, an anderen Bezirksgerichten oder an 

anderen Instanzen hängigen Strafverfahren vereinen kann. Die Zuweisung 

eines Strafverfahrens infolge eines Ausstandes an ein anderes als das ört-

lich zuständige Bezirksgericht obliegt einzig der Justizleitung (§ 51 Abs. 2 

Gerichtsorganisationsgesetz [GOG]). Zudem würde die Verweigerung ei-

ner Verfahrensvereinigung ohnehin grundsätzlich nicht einen Ausstands-

grund darstellen, sondern dies wäre mit einem Rechtsmittel geltend zu ma-

chen. Soweit der Gesuchsteller schliesslich (erneut) vorbringt, ein allfälliger 

Ausstand gründe in diversen Verfahrensfehlern, kann auf die diesbezügli-

chen Ausführungen im Entscheid SBK.2024.344 vom heutigen Datum ver-

wiesen werden, worin dieser Einwand ausführlich abgehandelt und ein 

diesbezüglicher Ausstandsgrund verneint wurde. Das Ausstandsbegehren 

des Gesuchstellers gegen Gerichtspräsident B._____ erweist sich dem-

nach auch materiell als unbegründet, weshalb es abzuweisen wäre. 

 

 - 7 - 

 

 

4.4. 

Der Gesuchsteller macht schliesslich im Rahmen des Ausstandsbegehrens 

die Nichtigkeit diverser Verfahrenshandlungen in verschiedenen Strafver-

fahren geltend. Zwar ist grundsätzlich zutreffend, dass die Nichtigkeit je-

derzeit von Amtes wegen zu beachten ist, jedoch lediglich von der rechts-

anwendenden Behörde (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

5A_158/2024 vom 14. Oktober 2024 E. 3.2 und BGE 145 IV 197 E. 1.3.2). 

Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau ist vorliegend keine rechtsanwendende Behörde. Es fehlt an einem 

konkreten Verfahren, in welchem eine allfällige Nichtigkeit der erwähnten 

Urteile von Amtes wegen zu beachten wäre. Da auch kein separates Ver-

fahren auf Feststellung der absoluten Nichtigkeit von Urteilen vorgesehen 

ist (vgl. LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

3. Aufl. 2020, N. 10 zu Art. 379 StPO), ist die Beschwerdekammer in Straf-

sachen des Obergerichts des Kantons Aargau nicht zuständig, die Nichtig-

keit der genannten Urteile festzustellen. Auf die Anträge betreffend die 

Feststellung der Nichtigkeit ist demnach nicht einzutreten. 

 

5. 

Der Gesuchsteller beantragt weiter, es sei festzustellen, dass Gerichtsprä-

sident B._____, Oberrichterin C._____, Oberrichter D._____ und Oberrich-

terin E._____ das Verfahren ST.2020.111 entgegen der Verfügung des Be-

zirksgerichts R._____ vom 21. Januar 2022 nicht an das Bezirksgericht 

Q._____ umgeteilt hätten. 

 

Der Gesuchsteller verkennt, dass es sich beim Schreiben des Bezirksge-

richts R._____ vom 21. Januar 2022 lediglich um einen Antrag an die Jus-

tizleitung um Verfahrensumteilung handelte, der weder Verfügungscharak-

ter aufweist noch eigenständige Rechts- und Bindungswirkung entfaltet. 

Am 2. Februar 2022 überwies die Justizleitung die Eingabe des Bezirksge-

richts R._____ vom 21. Januar 2022 an die Beschwerdekammer in Straf-

sachen des Obergerichts des Kantons Aargau zur Beurteilung. Massge-

blich und bindend ist einzig der durch den Antrag veranlasste Entscheid 

SBK.2022.26 vom 31. März 2022, mit welchem auf die Eingabe nicht ein-

getreten wurde. Bereits deshalb stösst sein Einwand ins Leere.  

 

Die Zuweisung eines Strafverfahrens an ein anderes als das örtlich zustän-

dige Bezirksgericht obliegt einzig der Justizleitung (§ 51 Abs. 2 GOG). Die 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

ist für ein die Verfahrensumteilung betreffendes Feststellungsbegehren 

mithin nicht zuständig, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 

 

6. 

Zusammenfassend ist daher auf die Ausstandsbegehren des Gesuchstel-

lers gegen Gerichtspräsident B._____, Oberrichterin C._____, Oberrichter 

 - 8 - 

 

 

D._____, Oberrichterin E._____ und Oberrichter F._____ sowie die Fest-

stellungsbegehren nicht einzutreten. 

 

7. 

Bei diesem Verfahrensausgang wird der Gesuchsteller kostenpflichtig 

(Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StPO) und es ist ihm keine Entschädigung auszu-

richten. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Auf die Ausstandsgesuche und die Feststellungsbegehren wird nicht ein-

getreten. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 600.00 und den Auslagen von Fr. 50.00, zusammen 

Fr. 650.00, werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 

Ausstandsbegehren kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der vollständi-

gen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweizerische 

Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 92, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 9 - 

 

 

   

Aarau, 2. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Stutz