# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfa4948d-b79c-5255-b062-0bcb719f2286
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.12.2016 200 2015 728
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-728_2016-12-08.pdf

## Full Text

200 15 728 IV
SCJ/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Dezember 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Dezember 2013 unter Hinweis auf einen im 
Sommer 2011 erlittenen "Nervenzusammenbruch" bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der Invaliden-
versicherung, Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in erwerblicher und medizi-
nischer Hinsicht vor. Gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten vom 
19. November 2014 (AB 37.1) und einen Abklärungsbericht Haushalt vom 
25. März 2015 (AB 40) stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 
27. März 2015 (AB 41) die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Inva-
liditätsgrad von 13 % in Aussicht, wobei sie die Versicherte als zu 100 % im 
Haushalt tätig einschätzte. Nach dagegen vorgebrachten Einwänden 
(AB 47) und einer diesbezüglichen Stellungnahme des Abklärungsdienstes 
(AB 50) verfügte die IVB am 18. Juni 2015 (AB 51) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Fürsprecher 
C.________, mit Eingabe vom 20. August 2015 Beschwerde. Sie beantragt 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer In-
validenrente. Im Weiteren ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher 
Anwalt. Sie rügt im Wesentlichen die Invaliditätsbemessung und macht 
geltend, sie wäre bei guter Gesundheit in einem Vollzeitpensum oder zu-
mindest in einem hochprozentigen Teilzeitpensum erwerbstätig. 

Mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2015 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde und macht geltend, die gesam-
ten Umstände sprächen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass 
die Beschwerdeführerin heute auch bei guter Gesundheit zu 100 % im 
Haushalt tätig wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Oktober 2015 hiess der Instrukti-
onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung 
von Fürsprecher C.________ als amtlicher Anwalt gut.

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 22. Oktober 2015 Stellung 
zur Beschwerdeantwort. 

In der Folge ordnete der Instruktionsrichter unter Berücksichtigung der Mit-
wirkungsrechte der Parteien ein psychiatrisches Gerichtsgutachten an (vgl. 
Verfügung vom 18. Dezember 2015; Stellungnahme der Beschwerdegeg-
nerin vom 31. Dezember 2015; Verfügung vom 28. Januar 2016).

Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Eingabe vom 3. August 2016 auf 
eine Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 29. Juli 2016 (in den Ge-
richtsakten) und verwies gleichzeitig bezüglich der Invaliditätsbemes-
sungsmethode auf den Entscheid der zweiten Kammer des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen 
Di Trizio gegen die Schweiz (Nr. 7186/09). 

Mit Eingabe vom 15. September 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin 
die Unterbreitung einer unter Berücksichtigung eines aktuellen Berichts des 
behandelnden Psychiaters zu beantwortenden Ergänzungsfrage an den 
Gutachter.

Nach Beantwortung der Ergänzungsfrage durch den Gutachter mit Schrei-
ben vom 20. Oktober 2016 verzichteten die Parteien mit Eingaben vom 
7. bzw. 14. November 2016 auf abschliessende Stellungnahmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 4

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Juni 2015 
(AB 51). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 5

reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Bei Nichterwerbstätigen wird der 
Erwerbsunfähigkeit die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich 
zu betätigen, gleichgestellt (Art. 5 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 Satz 1 
ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 6

kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.3.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs-
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 334 E. 3.2 S. 338, 
125 V 146 E. 2c S. 150).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 7

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen 
Experten ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachver-
haltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346) oder wenn ein vom 
Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann zudem 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-
fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; SVR 2014 UV 
Nr. 32 S. 107 E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 8

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste D.________ vom 
21. März 2012 (AB 21) bezüglich eines vom 2. Februar bis 21. März 2012 
dauernden stationären Aufenthaltes wurde ein Verdacht auf eine paranoide 
Schizophrenie (ICD-10: F20.0) diagnostiziert. Die Patientin sei Anfang 2011 
mit paranoid-psychotischen Anteilen dekompensiert, nachdem sie sich aus 
ihrer rein ... Rolle herausentwickelt und in einem Fitnessstudio angemeldet 
habe. Seither befinde sie sich in ambulanter psychiatrischer Behandlung.

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 21. Dezember 2013 (AB 6) eine 
rezidivierende depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10: 
F33.3) seit Anfang 2011, einen Verdacht auf einen Diabetes mellitus Typ 2 
sowie einen Status nach Prolaktinämie. Bei der Patientin lägen die folgen-
den Befunde vor: Auditive Halluzinationen, paranoide Wahnideen, innere 
Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Lust- und Inter-
esseverlust und soziale Isolation. Besonders die psychotische Symptomatik 
sei sehr wiederholend (resistent). Es finde eine wöchentliche Betreuung 
statt. Bei einer erneuten Dekompensation würde er die Patientin hospitali-
sieren. Eine Prognose sei nicht einschätzbar.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 9

3.1.3 Dem Bericht von Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 28. Januar 2014 (AB 12) sind die folgenden 
Diagnosen zu entnehmen: Depressive Dekompensation mit/bei latenter 
Suizidalität 2011, protrahierter Ehekrise seit 2000, zeitweilig paranoid-
halluzinatorischer Dekompensation Sommer 2011 und dependenten Per-
sönlichkeitszügen; Verdacht auf eine schizoaffektive Störung. Die Patientin 
sei bei ihr von Juli 2011 bis Ende April 2012 in Behandlung gewesen. 
Während dieser Zeit sei sie immer teilarbeitsfähig (50 % +) gewesen, es 
habe aber immer nur der Arbeitsplatz "Familienfrau" zur Verfügung gestan-
den. Die Prognose sei aufgrund der psychosozialen Situation ungünstig.

3.1.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, diagnostizierte im Gutachten vom 19. November 2014 (AB 37.1) 
eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.04) bzw. nannte als Differenti-
aldiagnose eine sogenannte Involutionspsychose; Involutionsdepression 
mit psychotischen Elementen (ICD-10: F32.3). Der Gutachter führte aus, 
die Versicherte fühle sich seit gut drei Jahren verfolgt, meine, man überwa-
che und beobachte sie. Sie lebe sehr zurückgezogen, bewältige einiger-
massen ihren Alltag mit Haushalt und Kochen. Laut Angaben aus den Ak-
ten helfe ihr dabei der Ehemann. Schon immer sei sie eher zurückgezogen 
gewesen, aber seit dem Sommer 2011 lebe sie fast nur noch daheim. Sie 
gehe regelmässig zum Psychiater, nehme verschiedene Medikamente und 
habe vermutlich deswegen bis 20 kg zugenommen (S. 7). Bezüglich der 
Untersuchungsbefunde bzw. des Psychostatus hielt Dr. med. G.________ 
u.a. fest, die Versicherte könne wenig aufmerksam und vermindert konzen-
triert am Gespräch teilnehmen. Das Denken sei formal einfach gehalten, 
inhaltlich mit Fehlwahrnehmungen (zumindest anamnestisch); es bestün-
den wahnhafte Ideen, jedoch keine Zwänge. Die Versicherte fühle sich oft 
als nicht eigenständig, werde fremd beeinflusst. Psychomotorisch sei sie 
etwas steif (S. 11 f.). Hinsichtlich der Diagnostik bestehe eine gewisse Un-
sicherheit, klar sei jedoch, dass es sich um eine schwere psychiatrische 
Erkrankung handle, die sich trotz korrekter Behandlung mit Neuroleptika 
und Antidepressiva bis heute nicht gebessert habe. Es seien weder Inkon-
sistenzen noch Widersprüche in den Aussagen der Versicherten zu erken-
nen, die Medikamente würden korrekt eingenommen. Die Vorakten stimm-
ten mit den Untersuchungsergebnissen überein (S. 14 f.). Derzeit bestehe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 10

keine ausserhäusliche Erwerbsfähigkeit, im Haushalt sei die Versicherte 
leicht eingeschränkt. Die wahnhaften Ideen und die Halluzinationen verur-
sachten Ängste, weshalb sich die Versicherte zu Hause zurückziehe (S. 
15).

3.1.5 Dem von Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, erstellten Gerichtsgutachten vom 29. Juli 2016 (in den 
Gerichtsakten) ist als Diagnose eine wenig remittierte schizoaffektive 
Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10: F25.1), bei schwieriger psycho-
sozialer Situation mit insbesondere Schwierigkeiten mit den Söhnen und 
Problemen in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10: Z63.0) zu entneh-
men (S. 31). Bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei zusam-
menfassend von Folgendem auszugehen: Insbesondere die kognitiven 
Defizite, die Denkverlangsamung, die inhaltlichen Denkstörungen mit 
Denkverzerrungen im Kontext des Wahnerlebens, welche angst- und 
wahnbedingt die Versicherte sozial isolieren und faktisch zu Hause ein-
schliessen würden sowie die Antriebsproblematik mit Erschöpfung, Müdig-
keit und einem erhöhten Schlafbedürfnis seien mit einer ausserhäuslichen 
Tätigkeit, auch in adaptierter Form, nicht vereinbar (S. 32). Aufgrund der 
doch eindrücklichen Befunde sei davon auszugehen, dass die Einschrän-
kungen im Haushalt höher als die im Rahmen der Haushaltsabklärung 
festgehaltenen 12.6 % sein dürften. Im Sinne einer Annäherung könne ge-
sagt werden, dass die Versicherte höchstens zu 50 % im Haushalt einsetz-
bar sein dürfte, das Leistungsvermögen dann – je nach Tätigkeit unter-
schiedlich – zwischen 20 und 40 % eingeschränkt sein dürfte (S. 33).

In Beantwortung einer gerichtlich vorgelegten Ergänzungsfrage der Be-
schwerdegegnerin hielt der Gutachter im Schreiben vom 20. Oktober 2016 
(in den Gerichtsakten) fest, im Kontext des vorliegenden Arztberichtes von 
Dr. med. E.________ vom 1. Oktober 2016 könne von einer adäquaten 
Behandlung ausgegangen werden, welche die Versicherte in Anspruch 
nehme bzw. genommen habe.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 11

3.2

3.2.1 Die Beschwerdegegnerin zog als medizinische Entscheidgrundla-
ge für die angefochtene Verfügung vom 18. Juni 2015 (AB 51) das psychia-
trische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 19. November 2014 
(AB 37.1) heran. Auf dessen gutachterliche Einschätzung kann jedoch nicht 
abgestellt werden, fehlt es dieser doch an einer fundierten Diskussion des 
Gesundheitsschadens vor dem Hintergrund diagnostischer Leitlinien. Der 
Gutachter hat es unterlassen, die zwei insgesamt weit auseinanderliegen-
den Diagnosen (ICD-10: F20.04 bzw. F32.2) hinreichend medizinisch zu 
würdigen. Es ist zweifellos geboten, wo notwendig, Differentialdiagnosen 
zu stellen. Ein solches Vorgehen bedarf jedoch einer einlässlichen Würdi-
gung sowohl hinsichtlich der Hauptdiagnose wie auch der Differentialdia-
gnose, was vorliegend nicht geschehen ist. Sowohl bezüglich Befundlage 
als auch hinsichtlich der Auswirkungen (Aktivitätsniveau; Behandlungsmög-
lichkeiten) unterscheiden sich die beiden Diagnosen wesentlich. Eine ein-
lässliche Auseinandersetzung mit den erhobenen Befunden und deren Zu-
ordnung fehlt. Der Gutachter hält im Ergebnis allein fest, es sei unwesent-
lich, welcher Diagnose die Störung zugeordnet werde, auf jeden Fall sei 
von einer schweren Störung auszugehen (AB 37.1 S. 14 Ziff. 7.2). Dies 
überzeugt weder vom Vorgehen her noch inhaltlich.

Bei dieser Ausgangslage stellt das Gutachten von Dr. med. G.________ 
vom 19. November 2014 (AB 37.1) keine genügende Grundlage für den 
Rentenentscheid dar. Weil sich überdies der Mangel dieser Expertise nicht 
ohne weiteres durch eine Erläuterung bzw. Ergänzung im Rahmen des 
Beschwerdeverfahrens hätte beseitigen lassen, rechtfertigte sich die An-
ordnung eines Gerichtsgutachtens.

3.3.2 Das unter Wahrung der Partizipationsrechte der Parteien eingehol-
te Gerichtsgutachten vom 29. Juli 2016 (in den Gerichtsakten) erfüllt die 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 2.5 hiervor) und erbringt 
damit vollen Beweis, was auch seitens der Parteien grundsätzlich nicht 
bestritten wird. Dr. med. H.________ stützte sich insbesondere auf die Er-
kenntnisse der klinischen Untersuchungsgespräche sowie auf die vollstän-
dige Anamnese. Er setzte sich eingehend mit den Einschätzungen des 
Vorgutachters und der behandelnden Ärzte auseinander. Bei der Diagno-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 12

sestellung orientierte er sich an den diagnostischen Leitlinien und kam 
nachvollziehbar und überzeugend zum Schluss, dass die Beschwerdefüh-
rerin aufgrund des psychischen Leidens in jeglicher ausserhäuslichen 
Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist.

4.

4.1 Streitig ist zwischen den Parteien die Statusfrage. Während die 
Beschwerdegegnerin davon ausgeht, die Beschwerdeführerin würde ohne 
Gesundheitsschaden keiner ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen, 
vertritt Letztere die Auffassung, sie würde als Gesunde heute zu 100 % 
oder zumindest in einem hochprozentigen Teilpensum arbeiten. Die IV-
Anmeldung stammt vom Dezember 2013 (AB 1). Ein allfälliger Rentenan-
spruch konnte damit frühestens im Juni 2014 entstehen (Art. 29 Abs. 1 
IVG), so dass für die Beurteilung der Statusfrage die Verhältnisse zu die-
sem Zeitpunkt massgebend sind.

4.2 Anlässlich des sogenannten Erstgesprächs vom 30. Januar 2014 
gab die Beschwerdeführerin an, bei guter Gesundheit würde sie zu rund 
50 % einem Erwerb nachgehen (AB 13). Dies hat als Aussage der ersten 
Stunde zu gelten (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; 
RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2). Zu prüfen ist, ob auf diese Aussage ab-
gestellt werden kann.

4.2.1 Die Beschwerdeführerin hat drei Söhne, geboren 1993, 1996 und 
2003. Nachdem die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihres zweiten 
Sohnes zunächst nicht mehr ausserhäuslich erwerbstätig war, nahm sie im 
Jahr 2001 wiederum eine Erwerbstätigkeit auf (AB 7 S. 3). Die entspre-
chende Stelle im Umfang von 30 % sei ihr gemäss eigener Aussage noch 
vor der Geburt ihres dritten Sohnes gekündigt worden, weil es zu wenig 
Arbeit gegeben habe (Gerichtsgutachten S. 14). In der Folge hat sie nicht 
mehr ausserhäuslich gearbeitet.

Die beiden älteren Söhne sind erwachsen, leben aber wie auch der jüngste 
Sohn noch bei ihren Eltern. Der älteste Sohn habe vor Kurzem eine Lehre 
als ... abgeschlossen und arbeite nun zu 50 %. Der mittlere Sohn hingegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 13

habe keine Lehre abgeschlossen, arbeite nichts, sei viel zu Hause und ha-
be zudem ein neunmonatiges Kind, das oft bei ihnen sei. Er sei nicht ver-
heiratet und lebe vom Sozialdienst (Gerichtsgutachten S. 15). Der jüngste 
Sohn war im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im Jahre 2014 
zwölf Jahre alt. Im Zeitpunkt der Begutachtung hatte er eben die fünfte 
Primarklasse abgeschlossen (Gerichtsgutachten S. 15). Er wird als "relativ 
selbständig" beschrieben (AB 40 S. 8). Er geht mittlerweile in eine Tages-
schule (AB 40 S. 8).

4.2.2 Die konkreten Umstände (vgl. E. 4.2.1 hiervor) stehen einer aus-
serhäuslichen Tätigkeit, wie sie im Rahmen der Aussage der ersten Stunde 
geltend gemacht wurde (50 %) nicht entgegen. Dabei spielt es keine Rolle, 
aus welchen Gründen der Besuch der Tagesschule erfolgt und ob der 
jüngste Sohn auch bei guter Gesundheit der Beschwerdeführerin in einer 
Tagesschule wäre.

Der Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin ist seit Anfang des Jah-
res 2011 ausgewiesen, als es zu einer Dekompensation mit paranoid-
psychotischen Anteilen gekommen ist (AB 6 S. 6). Seither haben die ge-
sundheitlichen Probleme ohne Unterbruch angehalten. Somit war die Be-
schwerdeführerin seit 2011 aus gesundheitlichen Gründen daran gehindert, 
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Unbestritten ist, dass sie in der Zeit 
davor ebenfalls keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist, obwohl dies we-
gen ihres Gesundheitszustandes nicht ausgeschlossen gewesen wäre. 
Daran ändert die Bestätigung des Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 27. April 2015, wonach die Be-
schwerdeführerin seit 2001 mit Intervallen in seiner Behandlung stehe und 
bereits damals an einer depressiven Störung gelitten habe, nichts (AB 47 
S. 3). Im Bericht vom 21. Dezember 2013 (AB 6) diagnostizierte Dr. med. 
E.________ ein depressives Geschehen erstmals per Anfang 2011.

Die Beschwerdeführerin selbst macht inzwischen – abweichend von ihrer 
ersten Aussage (50 % Erwerb) – geltend, sie wäre als Gesunde zu 100 % 
erwerbstätig (Beschwerde S. 4 Ziff. 3). Dem kann jedoch nicht gefolgt wer-
den: Die Beschwerdeführerin hat nach der Geburt ihrer ersten beiden Söh-
ne die Erwerbstätigkeit vollständig aufgegeben, im Jahr 2001 (als der zwei-
te Sohn 5 Jahre alt war) in geringem Mass wieder aufgenommen und war 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 14

nach der Geburt des jüngsten Sohnes im Jahre 2003 wiederum nicht mehr 
erwerbstätig, um sich ab diesem Zeitpunkt der Betreuung ihrer Kinder zu 
widmen (AB 40 S. 4). Sie tätigte keine Bemühungen zur Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit mehr. Als die Beschwerdeführerin 2011 psychisch dekom-
pensierte, war der jüngste Sohn acht Jahre alt. Sie ist damit den Tatbeweis 
schuldig geblieben, dass sie nach der Geburt des jüngsten Sohnes, ähnlich 
wie noch wenige Jahre vor dessen Geburt, wieder (in hohem Mass) er-
werbstätig werden wollte. Nichts daran ändert, dass die beiden älteren 
Söhne betreffend gesundheitliche Einschränkungen in Form eines ADHS 
(AB 40 S. 8) geltend gemacht werden und gleichzeitig von einem langjähri-
gen, schweren Paarkonflikt auszugehen ist (vgl. z.B. Gerichtsgutachten 
S. 24).

Diese psychosozialen Umstände haben gemäss Gerichtsgutachter ihren 
Ausdruck unter anderem darin gefunden, dass der Ehemann "eigentlich gar 
nie zu Hause gewesen sei" (Gerichtsgutachten S. 15). Insofern ist die Aus-
sage des Gutachters, wonach die Beschwerdeführerin im Kontext der 
schwierigen und belastenden familiären Situation "arg gefordert, manchmal 
auch überfordert gewesen sein dürfte" (Gerichtsgutachten S. 26) nachvoll-
ziehbar. Diese psychosozialen Umstände lagen jedoch bereits lange vor 
Eintritt des Gesundheitsschadens und auch bereits vor der Geburt des 
jüngsten Sohnes vor. Auch dies spricht gegen den von der Beschwerdefüh-
rerin für den Gesundheitsfall geltend gemachten reinen Erwerbsstatus.

4.2.3 Der Ehemann der Beschwerdeführerin geht neben seinem vollzeit-
lichen Haupterwerb zusätzlich einem Nebenerwerb mit einem Beschäfti-
gungsgrad von 17 % nach (Beschwerdebeilage [BB] 10 und 11). Unter die-
sen Umständen sind die finanziellen Verhältnisse weder dergestalt, dass 
die Beschwerdeführerin auf einen eigenen Erwerb ohne weiteres verzich-
ten würde, noch ein solcher zwingend erforderlich wäre. Dabei ist jedoch 
nicht entscheidend, dass die Familie ihren Lebensunterhalt bislang alleine 
mit den beiden Einkommen des Ehemannes bestreiten konnte (AB 50 
S. 2), ist es doch nicht ungewöhnlich, eine Verbesserung der wirtschaftli-
chen Situation anzustreben, auch wenn dies nicht zwingend notwendig 
wäre. Hinzu kommt, dass für den Entscheid, einer Erwerbstätigkeit nach-
zugehen, nicht ausschliesslich finanzielle Überlegungen ausschlaggebend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 15

sind. Im Protokoll des Erstgesprächs vom 30. Januar 2014 (AB 13) wurde 
denn auch festgehalten, trotz ihrer Schwermut zeige sich Freude im Ge-
sicht der Versicherten, wenn sie davon spreche, wieder zu arbeiten. Indes-
sen würde sich aus finanzieller Sicht für die Beschwerdeführerin auch keine 
vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufdrängen. Unter diesen Umständen ist, ent-
sprechend der Aussage der ersten Stunde von einem Status von 50 % Er-
werbstätigkeit und 50 % Aufgabenbereich Haushalt auszugehen. 

5.

Ausgehend von einem Status von je 50 % Erwerbstätigkeit und Aufgaben-
bereich Haushalt ist nachfolgend der Invaliditätsgrad anhand der gemisch-
ten Methode zu ermitteln. 

5.1 Im Erwerbsbereich besteht aufgrund der vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit in einer ausserhäuslichen Tätigkeit (vgl. E. 3.3.2 hiervor) ein Inva-
liditätsgrad von 100 % bzw. von gewichtet 50 %.

5.2 Im Weiteren ist die Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt 
zu bestimmen.

5.2.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 16

5.2.2 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 25. März 2015 (AB 40) wurde 
mittels Betätigungsvergleichs eine Einschränkung im Aufgabenbereich 
Haushalt von 12.6 % ermittelt. Der Bericht wurde vom spezialisierten Ab-
klärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort 
am 6. März 2015 verfasst. Das Ergebnis stützt sich auf die Angaben der 
Beschwerdeführerin zu den gesundheitlichen, sozialen und erwerblichen 
Verhältnissen sowie zum Haushalt (Ziff. 1-6). Die im Abklärungsbericht 
enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben 
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversi-
cherung des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) in der ab 1. Janu-
ar 2014 gültigen Fassung (KSIH, Version 12, Rz. 3086). Die Gewichtung 
der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort ange-
gebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht 
zu beanstanden. Was die Gewichtung der einzelnen Einschränkungen an-
belangt, ist der Betätigungsvergleich nachvollziehbar begründet und hinrei-
chend detailliert. Auf den überzeugenden Abklärungsbericht ist mithin ab-
zustellen. Damit ergibt sich für den Aufgabenbereich Haushalt ein gewich-
teter Invaliditätsgrad von 6.3 %.

Hieran ändert die Einschätzung des Gutachters, wonach die Beschwerde-
führerin höchstens zu 50 % im Haushalt einsetzbar und das Leistungsver-
mögen – je nach Tätigkeit unterschiedlich – zwischen 20 und 40 % einge-
schränkt sein dürfte (Gerichtsgutachten S. 33), nichts. Mit dieser rein medi-
zinischen Betrachtungsweise wird zum einen die den Familienangehörigen 
im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; 
SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5) zumutbare Mithilfe ausgeblendet, zum 
anderen der von der Beschwerdeführerin erbrachte Tatbeweis ihrer Leis-
tungsfähigkeit im Haushalt unberücksichtigt gelassen. Die Beschwerde-
gegnerin hat die Aspekte der Schadenminderungspflicht der Familienan-
gehörigen, die Pflicht der noch im Haushalt lebenden erwachsenen Söhne, 
ihre Angelegenheiten selbst zu erledigen, wie auch das tatsächlich gezeig-
te häusliche Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin in der Einschätzung 
der behinderungsbedingten Einschränkungen in nicht zu beanstandender 
Weise berücksichtigt. Diese Einschätzung widerspricht denn auch nicht der 
rein medizinischen Beurteilung des Gesundheitsschadens durch den Ge-
richtsgutachter. Vielmehr wirken sich die Einschränkungen der erhobenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 17

Gesundheitsstörung im beschützten und beschützenden häuslichen Umfeld 
im vorliegenden Fall offensichtlich weit weniger aus, als sie dies im Bereich 
der Leistung und Verfügbarkeit fordernden freien Wirtschaft tun (würden). 
Nachdem sich die tatsächliche häusliche Situation nach der Begutachtung 
nicht anders darstellt als anlässlich der Erhebung durch den Abklärungs-
dienst und die faktischen gesundheitlichen Einschränkungen bereits da-
mals bekannt waren sowie berücksichtigt wurden, ist, was die Einschrän-
kung im Tätigkeitsbereich betrifft, auf den Abklärungsbericht abzustellen.

5.3 Bei einer gewichteten Einschränkung von 50 % im Erwerbsbereich 
und 6.3 % im Aufgabenbereich Haushalt resultiert ein IV-Grad von gerun-
det 56 %, womit Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. E. 2.2 hiervor) 
ab 1. Juni 2014 (vgl. E. 4.1 hiervor) besteht.

5.4

5.4.1 An diesem Ergebnis ändert das Urteil des EGMR vom 2. Februar 
2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (Nr. 7186/09) nichts. Gemäss 
diesem Urteil verletzte die Anwendung der gemischten 
Invaliditätsbemessungsmethode in der Invalidenversicherung bei einer 
Versicherten, welche ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der 
Geburt ihrer Kinder nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und 
deshalb im Rentenrevisionsverfahren ihren Anspruch auf eine 
Invalidenrente verlor, Art. 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101 [Diskriminierungsverbot]) in Verbindung mit Art. 8 EMRK 
(Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens).

5.4.2 Vorliegend handelt es sich nicht um eine "Di Trizio" ähnliche Aus-
gangslage (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 12. Februar 2016, 
8C_633/2015, E. 4.3). Weder handelt es sich um eine Rentenzusprache 
mit gleichzeitiger Abstufung oder Befristung der Rente noch liegt ein Fall 
einer familiär bedingten Reduktion der Arbeitszeit vor. Vielmehr würde die 
Beschwerdeführerin nunmehr bei guter Gesundheit mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit wiederum eine ausserhäusliche Tätigkeit im Rahmen 
von 50 % aufnehmen, nachdem sie ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt 
des jüngsten Sohnes im Jahre 2003 als Gesunde freiwillig mit dem Ziel, 
sich voll dem Haushalt und der Familie zu widmen, aufgegeben hatte (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 18

E. 4.2.3 hiervor). Damit bleibt es vorliegend bei der Anwendung der ge-
mischten Methode.

5.5 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen, die an-
gefochtene Verfügung vom 18. Juni 2015 (AB 51) aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin ab dem 1. Juni 2014 eine halbe Invalidenrente zuzuspre-
chen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'000.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(vgl. BVR 2009 S. 187 E. 4).

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne von 
BGE 135 I 1 sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Be-
rufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisierten Stunden-
ansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Auf-
wand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifi-
kation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung 
diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplo-
mierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt (vgl. Rundschrei-
ben vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne von BGE 135 I 1 wird der Stundenansatz bei einer – wie hier – fach-
lich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 19

Mit Kostennote vom 22. Oktober 2015 macht Fürsprecher C.________ von 
B.________ ein Honorar von Fr. 1'163.50 (8.95 Std. à Fr. 130.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 105.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 101.50 geltend, was 
einem Betrag von insgesamt Fr. 1'370.20 entspricht. Dies ist nicht zu bean-
standen, zu entschädigen ist jedoch auch der nach Einreichung der Kos-
tennote entstandene Aufwand. Mit Blick auf die Eingaben vom 3. August 
2016 und vom 14. November 2016 rechtfertigt es sich, die Parteientschädi-
gung auf pauschal Fr. 1'700.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzu-
setzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe-
rin zu ersetzen. 

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich die mit prozess-
leitender Verfügung vom 7. Oktober 2015 gewährte unentgeltliche Rechts-
pflege als hinfällig.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 18. Juni 2015 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin ab 1. Juni 2014 eine halbe Invalidenrente zugespro-
chen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdegegne-
rin zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'700.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu-
er), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2016, IV/15/728, Seite 20

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Eingabe der Be-

schwerdegegnerin vom 7. November 2016)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 14. No-

vember 2016)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.