# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90226d74-c36d-5faf-a6aa-4fdcff60ca32
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 28.08.2019 IV 2017/303
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2017-303_2019-08-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/303

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.03.2020

Entscheiddatum: 28.08.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2019
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 21 Abs. 4 ATSG: Nach einer 
operativ versorgten Wirbelfraktur und Implantation einer Hüftprothese leidet 
der Beschwerdeführer unter chronischen Schmerzen. Einige Monate vor der 
Begutachtung setzte er insbesondere die Medikation mit Opiaten 
selbständig ab. Gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten ist zunächst von 
einer 50 %igen, dann von einer 70 %igen und nach Absetzen des Opiats 
wieder von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Um von der unter 
adäquater Therapie (u.a. mit Opiaten) voraussichtlich wieder erreichbaren 
Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgehen zu können, müsste die 
Beschwerdegegnerin zuerst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
durchführen. Einer allfälligen Verbesserung des Gesundheitszustandes unter 
der inzwischen wieder aufgenommenen Therapie kann durch ein 
Revisionsverfahren Rechnung getragen werden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2019, IV 
2017/303).

Entscheid vom 28. August 2019

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2017/303

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriele Sturm, Signalstrasse 17, Postfach 529, 

9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 25. Juni 2013 bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der Versicherte war zuletzt bei der B.___ AG als 

Verkäufer von Unterhaltungselektronik tätig gewesen und hatte die Stelle Ende 2002 

verloren, da die Filialen verkauft worden waren (Protokoll Assessmentgespräch 

Eingliederung vom 6. September 2013, IV-act. 24). Am 24. April 2003 hatte er einen 

unklaren Bewusstseinsverlust erlitten und war auf der Treppe gestürzt. Dabei hatte er 

sich Frakturen in den Wirbeln Th11/12 (Keilkompressions- bzw. Sinterungsfraktur) und 

LWK 1 (Deckenplattenimpression-/Sinterungsfraktur) zugezogen (Bericht Klinik für 

Orthopädische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 8. Mai 2003, 

Fremdakten, act. 1-164). Nach erfolglosen nichtoperativen Therapien und einem 

Rehaaufenthalt vom 14. Januar bis 18. Februar 2004 (Austrittsbericht Rehaklinik 

Bellikon vom 16. Februar 2004, Fremdakten, act. 1-118 ff.) war am 28. Januar 2005 

eine mehrteilige chirurgische Operation zur Behandlung der thorako-lumbalen 

Schmerzen infolge einer posttraumatischen Kyphose vorgenommen worden (Dorsale 

A.a. 

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Instrumentation Th11-L1, Spongiosaentnahme rechter dorsaler Beckenkamm, 

ventrales Release sowie anteriore interkorporelle Fusion Th11/12 und Th12/L1 mit 

Harmscages, dorsale Spondylodese Th11-L1; Klinik für Orthopädische Chirurgie, 

Austrittsbericht vom 7. Februar 2005, Fremdakten, act. 1-53 f.; Operationsberichte 

Fremdakten, act. 1-59 ff.). Ein erneuter Aufenthalt vom 9. November bis 1. Dezember 

2005 in der Rehaklinik Bellikon war administrativ abgeschlossen worden, nachdem der 

Versicherte nicht in die Klinik zurückgekehrt war (Austrittsbericht vom 7. Dezember 

2005, Fremdakten, act. 1-26 ff.). Am 15. Dezember 2009 war der Versicherte erneut auf 

einer Treppe gestolpert und hatte eine Hüftluxation links und Acetabulum-Fraktur 

Hinterwand links erlitten (Arztbericht Klinik für Orthopädie KSSG vom 29. Dezember 

2009, IV-act. 4-1 f.). Diese war am 5. Juli 2012 durch eine Hüftprothese versorgt 

worden (Bericht Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates KSSG vom 30. Januar 2013, IV-act. 11-8 f.).

Dr. med. C.___, Fachärztin FMH Innere Medizin, hielt als Diagnosen ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom vertebral und linke Hüfte sowie einen Status nach 

Implantation einer Hüft-Totalprothese links am 5. Juli 2012 bei posttraumatischer 

Coxarthrose nach Acetabulum-Fraktur links am 15. Dezember 2009 und nach dorsaler 

Spondylodese Th11-L1 und ventrales Release sowie anteriore interkorporelle Fusion 

Th11/12 mit Harmscage am 28. Januar 2005 bei posttraumatischer Kyphose infolge 

einer konservativ behandelten Th12/L1-Fraktur 2003 fest. Der Versicherte leide unter 

Schmerzen bei grösseren Belastungen und ertrage körperliche Belastung kaum. Es 

beständen eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule und des linken Beins sowie 

chronische Schmerzen und Schmerzen in der linken Hüfte; der Versicherte gehe an 

zwei Unterarmgehstützen. Er sei seit 27. Februar 2012 arbeitsunfähig. Körperlich 

leichte Tätigkeiten im Sitzen seien zunächst während vier Stunden täglich zumutbar. 

Eine Steigerung müsste ausprobiert werden ([nicht gegengezeichnetes] FI-

Gesprächsprotokoll RAD vom 20. August 2013, IV-act. 10; vgl. auch Bericht zuhanden 

der Suva vom 12. August 2013, Fremdakten, act. 1-5).

A.b. 

Der Versicherte wurde seit April 2013 kontinuierlich am Schmerzzentrum des 

KSSG behandelt (Bericht vom 27. Februar 2015, Fremdakten, act. 9-9 f.). Es wurde ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom vertebral und der Hüfte links mit nozizeptivem 

Schmerzcharakter, Chronifizierungsgrad III nach Gerbershagen, mit yellow flags 

A.c. 

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Arbeitsplatzverlust und Unzufriedenheit mit der bisherigen Behandlung, diagnostiziert 

(Bericht vom 25. April 2013, IV-act. 11-3 ff.). In der Folge wurde der Versicherte 

teilweise erfolgreich mit verschiedenen Opiaten (u.a. Buprenorphin Transtec 35 mcg/h) 

behandelt und nahm an einem interdisziplinären Schmerzprogramm teil (vgl. Berichte 

Schmerzzentrum KSSG vom 10. Januar 2014, vom 9. Juli 2014, vom 14. August 2014, 

vom 16. Dezember 2014, vom 27. Februar 2015, vom 1. April 2015, vom 29. Mai 2015, 

vom 9. Juli 2015 und vom 24. September 2015, Fremdakten, act. 5-26 ff., act. 7-6 f., 

act. 9-9 f., IV-act. 57, 71).

Die Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 6. Mai 2014 wegen 

subjektiver Arbeitsunfähigkeit ab (IV-act. 42-2) und die IV-Stelle beschied dem 

Versicherten, zurzeit seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

(Mitteilung vom 3. Juni 2014, IV-act. 47).

A.d. 

Im Bericht des Schmerzzentrums KSSG vom 30. Juni 2016 (IV-act. 72) wurde 

ausgeführt, der Versicherte habe sich nach letzter Konsultation im Juni 2015 neu 

vorgestellt. Im Oktober 2015 habe er die Opiattherapie ausgeschlichen und nehme 

seither keine regelmässige Medikation ein. Nach eigenständigem Absetzen der 

Opiattherapie sei es zu einer Zunahme der Beschwerden gekommen. Von den im 

Rahmen des multimodalen Konzepts angebotenen Therapien (u.a. interdisziplinäres 

Schmerzprogramm, psychosomatisches Assessment) habe der Versicherte nicht 

profitieren können. Es fehle das Verständnis für eine erfolgreiche Therapie gemäss dem 

bio-psycho-sozialen Modell. Da keine klaren Strategien für eine ganzheitliche 

Behandlung vorhanden seien, könne eine weitere Therapie mit langwirksamen Opiaten 

(wieder Transtec-Pflaster) empfohlen werden. Der Versicherte zeige sich nun 

aufgeschlossen und sehr motiviert, weitere Strategien im Umgang mit dem Schmerz zu 

erlernen.

A.e. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die medexperts AG 

begutachtet (Gutachten vom 29. November 2016; Orthopädie: Dr. med. D.___; 

Neurologie: Dr. med. E.___, Dr. med. F.___; Psychiatrie: Dr. med. G.___; Allgemeine 

Innere Medizin: Dr. med. H.___; Untersuchungen 17. und 19. Oktober 2016). Die 

Gutachter diagnostizierten als gesundheitliche Beeinträchtigungen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit chronische lumbovertebragene Schmerzen bei/mit Status nach 

A.f. 

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dorsaler Spondylodese BWK11-LWK1 mit ventralem Release und intercorporeller 

Fusion Th11-L1 (Operation 28. Januar 2005 wegen posttraumatischer Kyphose nach 

Unfall vom 24. April 2003), einer Keilkompressionsfraktur BWK 12, einer 

Deckenplattenimpressionsfraktur LWK 1 und diskreten Sinterungsfraktur BWK 11, einer 

Diskopathie L4/5 mit Osteochondrose mit Kompromittierung der Wurzel L5 und S1 

links im MRI der LWS vom 24. April 2003, chronischen Hüftschmerzen links bei 

Insertionstendopathie und muskulärer Dysbalance, Status nach Hüft-TP-Implantation 

links wegen posttraumatischer Coxarthrose (5. Juli 2012) sowie einer osteosynthetisch 

versorgten Acetabulumfraktur links bei Unfall mit Acetabulumfraktur und Hüftluxation 

links nach Sturz am 15. Dezember 2009 (IV-act. 89-59). Weiter erhoben die Gutachter 

unter anderem ein chronisch nozizeptives Schmerzsyndrom im Bereich des Rückens 

sowie einen erheblichen Verdacht auf eine komplexe periphere arterielle 

Verschlusskrankheit (rechter Arm und Beine beidseits, differenzialdiagnostisch 

Gefässanomalie der rechten oberen Ausflussbahn) sowie akzentuierte 

Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), denen sie keine wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit zumassen (IV-act. 89-59). Polydisziplinär stünden die orthopädischen 

Gesundheitsstörungen im Vordergrund (IV-act. 89-63). In einer voll adaptierten Tätigkeit 

werde aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50 % angenommen. Eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit auf 70 % werde unter der Schmerztherapie und gegebenenfalls 

Ergotherapie in drei bis sechs Monaten erwartet (IV-act. 89-64 f.). Der RAD (Dr. med. 

I.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und Dr. med. J.___, 

Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen) nahm am 12. Dezember 2016 

Stellung, auf das Gutachten könne abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit adaptiert 

betrage 70 % ganztags. Diese könne durch eine wieder einzuleitende Schmerztherapie 

erreicht werden (IV-act. 91).

Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-

act. 94). Mit Einwand vom 14. Februar 2017 liess der Versicherte vorbringen, er hätte 

durch einen Facharzt für Neurochirurgie begutachtet werden müssen. Das 

orthopädische Teilgutachten setze sich nicht mit den erhobenen Befunden 

auseinander. Psychiatrisch wäre eine weitere Evaluation depressiver Symptome 

(testpsychologisch) vorzunehmen gewesen. Trotz der möglicherweise relevanten 

A.g. 

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Lungenerkrankung sowie der sehr wahrscheinlichen Erkrankung der Gefässe mit 

jeweils entsprechender Funktionseinschränkung und Leistungseinbusse würden von 

internistischer Seite keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mitgeteilt. 

Dennoch seien weitere Abklärungen empfohlen worden. In der Stellungnahme des RAD 

vom 12. Dezember 2016 werde die aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 70 % bzw. adaptiert 

50 % nicht übernommen. Vielmehr werde von einer bereits erreichten und deutlich 

gebesserten Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-act. 101).

Die IV-Stelle holte weitere Stellungnahmen des RAD und des Rechtsdienstes ein. 

RAD-Ärztin Dr. I.___ hielt im Wesentlichen fest, der Gesundheitszustand sei 

fachkompetent beurteilt worden; im Übrigen liege es in der Kompetenz der MEDAS, die 

erforderlichen Fachdisziplinen festzulegen. Es liege in der Kompetenz des 

psychiatrischen Gutachters, festzulegen, welche Abklärungsinstrumente er benötige. 

Internistisch sei lediglich die Verdachtsdiagnose einer peripheren arteriellen 

Verschlusskrankheit gestellt worden. Der Verdacht auf eine relevante Lungenkrankheit 

sei nicht geäussert worden. Sollte eine periphere arterielle Verschlusskrankheit oder 

leichte COPD vorliegen, hätte dies keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten, da der Versicherte ohnehin nur körperlich leichte Tätigkeiten, 

überwiegend sitzend, ausführen dürfe. Die vorhandenen somatischen Befunde bzw. 

Verdachtsdiagnosen seien in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezogen worden. Mit 

dem Einwand würden keine neuen medizinischen Fakten aufgeführt, die Anlass dazu 

geben würden, vom Gutachten abzuweichen (IV-act. 104). Seitens des Rechtsdienstes 

wurde ausgeführt, laut Gutachten habe der Versicherte ein halbes Jahr vor der 

Begutachtung ohne triftigen Grund die verschriebenen Schmerzmedikamente 

abgesetzt, was wesentlich zur Verschlechterung des Schmerzsyndroms beigetragen 

habe. Dadurch habe er seine Schadenminderungspflicht verletzt. Für die Ermittlung des 

Invaliditätsgrades sei von der Fiktion einer implementierten Schmerztherapie und 

demzufolge einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 70 % für adaptierte Tätigkeiten 

auszugehen (Stellungnahme vom 23. Juni 2017, IV-act. 105).

A.h. 

Mit Verfügung vom 26. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

Ausrichtung einer Rente ab. Unter Hinweis auf die Stellungnahmen des RAD vom 

21. Juni 2017 und des Rechtsdienstes vom 23. Juni 2017 sei von der Fiktion einer 

implementierten Schmerztherapie und demzufolge einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

A.i. 

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B.  

von 70% auszugehen. Da der Versicherte seit längerem keiner Erwerbstätigkeit mehr 

nachgegangen sei, könne sowohl für die Bemessung des Validen- als auch des 

Invalideneinkommens vom selben Tabellenlohn ausgegangen werden. Aufgrund des 

Einkommensvergleichs erleide er eine Erwerbseinbusse bzw. bestehe ein 

Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 106).

Gegen die Verfügung vom 26. Juni 2017 lässt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwältin lic. iur. G. Sturm, am 30. August 2017 Beschwerde erheben. Er 

beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

aufzuheben. Es sei ihm eine ganze Rente, jedoch mindestens eine Dreiviertelsrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei ein neues Gutachten unter Berücksichtigung aller 

gesundheitlichen Beschwerden in Auftrag zu geben. Zur Begründung führt er im 

Wesentlichen aus, das Gutachten sei bezüglich der attestierten Arbeitsfähigkeit und 

Prognose in sich widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtige 

gesundheitliche Einschränkungen im Bereich der Lunge und der Gefässe nicht. 

Psychiatrisch hätte eine testpsychologische Evaluation der geltend gemachten 

depressiven Symptome erfolgen müssen. Die Verletzung der 

Schadenminderungspflicht werde bestritten, zumal er eine Medikation in Form von 

Pflastern (Transtec 35 Mikrogramm/h) anwende (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2017 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten enthalte sowohl 

in den einzelnen Teilgutachten als auch im interdisziplinären Konsens ausführliche 

Beurteilungen mit begründeten Schlussfolgerungen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit. 

Den Gutachtern komme betreffend die Wahl der Untersuchungsmethoden und der 

vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen ein weiter Ermessensspielraum zu. Die 

beigezogene orthopädische Gutachterin sei kompetent für die Beurteilung des Rücken- 

bzw. Wirbelsäulenleidens. Im psychiatrischen Kontext bilde die klinische Untersuchung 

mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung die 

wichtigste Grundlage gutachterlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen. Es 

obliege dem psychiatrischen Gutachter zu entscheiden, ob er zur Befunderhebung 

testpsychologische Befunde beiziehen wolle. Es seien keine Mängel in der 

B.b. 

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psychiatrischen Begutachtung erkennbar. Ausserdem müssten nicht sämtliche 

einzelnen Gesundheitsbeeinträchtigungen spezifiziert Eingang in die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung finden. Vielmehr liege die gesamthafte Würdigung der 

vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen und die Stellungnahme zu deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im fachärztlichen Beurteilungsspielraum. Die 

Vorbringen in der Beschwerde vermöchten die Schlüssigkeit des Gutachtens also nicht 

in Frage zu stellen. Selbst wenn der Beschwerdeführer unterdessen Schmerzpflaster 

verwende, habe er die in der Vergangenheit wirksame Opiattherapie ohne ärztliche 

Empfehlung abgebrochen, wodurch es zu einer deutlichen Verschlechterung der 

Schmerzsituation gekommen sei. Der Schluss der Gutachter, dass sich die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit im Falle einer (optimal) implementierten 

Schmerztherapie auf 70 % steigern lasse, erscheine plausibel. Aus rechtlicher Sicht 

habe der Beschwerdeführer seine Schadenminderungspflicht verletzt. Als Ausdruck der 

allgemeinen Schadenminderungspflicht sei die Selbsteingliederungspflicht nicht erst 

nach der gutachterlichen Festlegung der Arbeitsfähigkeit gegeben. Der 

Beschwerdeführer sei seit Ende 2002 keiner geregelten Erwerbstätigkeit mehr 

nachgegangen. Da keine repräsentativen Angaben zur hypothetischen Validenkarriere 

bestünden, seien die beiden Vergleichseinkommen auf der Grundlage derselben 

statistischen Durchschnittslöhne zu ermitteln. Aufgrund des medizinisch-theoretischen 

Zumutbarkeitsprofils sei beim Beschwerdeführer immer noch von einem genügend 

breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, weshalb unter dem 

Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden 

könnten, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu 

bezeichnen seien. Solche seien nicht ersichtlich und würden nicht geltend gemacht. 

Ohne Gewährung eines Abzugs betrage der Invaliditätsgrad 30 %, entsprechend dem 

Grad seiner Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten (act. G 4).

Mit der Replik vom 8. Januar 2018 reicht der Beschwerdeführer den Bericht über 

eine neuropsychologische Untersuchung vom 7. November 2017 (Klinik für Neurologie 

KSSG, vom 9. November 2017, act. G 8.1) und einen Untersuchungsbericht der Klinik 

für Angiologie KSSG vom 20. November 2017 (act. G 8.2) ein. Zweifelsfrei handle es 

sich um eine deutlich fortgeschrittene Arteriosklerose und periphere arterielle 

Verschlusskrankheit. Zudem erhärte sich der Verdacht auf eine chronische obstruktive 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Lungenkrankheit, so dass eine entsprechende pulmologische und weiterhin 

schlafmedizinische Untersuchung erforderlich erscheine, um das Ausmass der 

körperlichen Funktionseinbussen beurteilen zu können. Es zeige sich eine komplizierte 

gesundheitliche Beschwerdeproblematik, die zwingend in einem erneuten Gutachten 

unter Einbezug sämtlicher beteiligter Fachgebiete abgeklärt werden müsse. Eine 

umfassende, gesamtbetrachtende Beurteilung sei bisher nicht veranlasst worden 

(act. G 8).

Mit Duplik vom 12. Januar 2018 macht die Beschwerdegegnerin geltend, die neu 

eingereichten Berichte setzten sich weder mit den gutachterlichen Schlussfolgerungen 

auseinander, noch äusserten sie sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Sie 

würden auch sonst keine wichtigen Aspekte, die bei der Begutachtung unerkannt oder 

ungewürdigt geblieben seien, benennen. Demnach vermöchten sie keine Zweifel an der 

Schlüssigkeit des beweiskräftigen polydisziplinären Gutachtens vom 29. November 

2016 zu erwecken (act. G10).

B.d. 

Der Beschwerdeführer reicht mit Eingaben vom 6. Februar 2018 (act. G 12; 

act. G 12.1) und 19. Februar 2018 (act. G 14; act. G 14.1) das Aufgebot und den 

Untersuchungsbericht der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin vom 16. Februar 

2018 betreffend die Untersuchung vom gleichen Tag zu den Akten.

B.e. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

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Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

1.4. 

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2.

Umstritten und zu beurteilen ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der medexperts 

AG vom 29. November 2016.

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

 Der Beschwerdeführer gab an, aktuell leide er an Beschwerden an der 

Hüftaussenseite sowie an der Oberschenkelinnenseite. Die zuletzt durchgeführte 

physikalische Therapie habe keine Besserung gebracht (IV-act. 89-33). Er habe 

permanent vorhandene Schmerzen, die sowohl im LWS- Bereich und im unteren BWS-

Bereich lokalisiert seien als auch in der Hüfte links. Jede Art von Rumpfbewegung 

verursache eine Schmerzzunahme. Sitzen könne er nur gut leicht nach vorn gebeugt 

und während eineinhalb Stunden. Im Stehen habe er vor allem Probleme mit dem 

Aufheben von schweren Gegenständen. Die Schmerzintensität sei variabel, zwischen 4 

und 8/10 VAS. Das Gehen sei weniger durch den Rücken als viel mehr durch die 

Hüftproblematik limitiert (IV-act. 89-45, 62). Er versuche, spazieren zu gehen und seit 

rund einem halben Jahr bzw. ca. acht Monaten ohne Schmerzmedikamente 

auszukommen (IV-act. 89-33, 40). Aktuell nehme er keine Dauermedikation und bei 

Bedarf 20 Tropfen Tramal ein. Diese verursachten Übelkeit und Schwindel und seien 

ohne wirklichen Effekt. Transtec sei pausiert (IV-act. 89-33, 45). Die Schmerzstärke 

liege aktuell ohne Medikamente bei 4 - 8 VAS. Er sei (erneut) angemeldet in der 

Schmerzklinik, da er wieder Tanstec nehmen wolle (IV-act. 89-54). Wenn er nach 

draussen gehe, müsse er immer einen Gehstock benutzen (IV-act. 89-33). Bis vor 

eineinhalb Jahren habe er beidseits Krücken benutzt (IV-act. 89-46, 62). Für körperlich 

schwere Arbeiten habe er eine Haushaltshilfe, leichte Hausarbeiten und das Kochen 

erledige er selbst (IV-act. 89-46). Vormittags trinke er auswärts Kaffee und treffe dabei 

zufällig Bekannte. Nachmittags gehe er einkaufen und spazieren, wenn er genügend 

Energie habe. Dabei müsse er sich nach zehn Minuten setzen. Abends koche er eine 

komplette Mahlzeit. Dann lese er (Krimis, Sachbücher) oder beschäftige sich mit 

Computerspielen (Schach), dem Internet oder mit Musik. Er pflege zahlreiche Skype-

Bekanntschaften, auszugehen sei zu teuer (IV-act. 89-52).

2.1. 

Die orthopädische Hauptgutachterin führte aus, der Beschwerdeführer zeige ein 

flüssiges Gangbild mit einem Gehstock und einem leichten Schulterüberhang nach 

2.2. 

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rechts. Die Halswirbelsäule sei frei beweglich. Die Kyphose im 

Brustwirbelsäulenabschnitt sei nicht verstärkt. Der Entfaltungsbogen sei 

schmerzbedingt eingeschränkt. Die paravertebrale Druckdolenz im Bereich BWK 11 

und LWK 5 sei beidseits im Rückenstreckerverlauf lokalisiert. Die Beweglichkeit der 

Lendenwirbelsäule sei endgradig in Rotation und Seitenneige eingeschränkt, wobei ein 

Seitneigeschmerz nach links angegeben werde. Die Rotation sei schmerzfrei. 

Radiologisch zeigten sich eine moderate Degeneration des kaudalen 

Anschlusssegmentes LWK 1 sowie osteochondrotische Veränderungen im Bereich der 

übrigen LWS/LWK 3-5, mit Höhenminderung des Zwischenraumes, eine Retrolisthesis 

L4/5, ein Baastrup Phänomen entlang LWK 1-5, sowie leichte Spondylarthrosen LWK 4 

bis SWK 1. Die Schädigung und Störung von Seiten der Brust- und Lendenwirbelsäule 

seien objektivierbar. Durch die Spondylodese bestehe eine eingeschränkte Funktion 

vor allem im thorakolumbalen Übergang für Vorneigehaltung. Aufgrund der 

osteochondrotischen Veränderungen im unteren Lumbalabschnitt sei der 

Beschwerdeführer zusätzlich für Zwangshaltungen handicapiert; schweres Heben und 

Tragen von Lasten über 5 kg sei nicht möglich (IV-act. 89-62 f.). Die Druckdolenz über 

dem Trochanter major deute auf eine Insertionstendopathie hin. Die 

Adduktorenmuskulatur sei im Ansatz und Verlauf druckdolent und hyperton. Die 

Hüftfunktion sei endgradig eingeschränkt, sowohl in Flexion als auch in Rotation, Ab- 

und Adduktion. Aufgrund der eingeschränkten Hüftfunktion sei der Beschwerdeführer 

für Treppen-/Leitersteigen und Gehen auf unebenem Gelände eingeschränkt (IV-

act. 89-62). Aufgrund der chronischen Schmerzen werde von einer Verlangsamung und 

einem vermehrten Arbeitspausenbedarf ausgegangen (IV-act. 89-63). In leichter, 

wechselbelastender, überwiegend sitzender Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Position 

zu wechseln, ohne Klettern, Gerüste-/Treppensteigen, ohne Heben und Tragen von 

Lasten bis (richtig wohl: über) 5 kg, ohne einseitige Zwangshaltung der Wirbelsäule 

werde aus rein orthopädischer Sicht aktuell eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % 

angenommen (IV-act. 89-63), begründet durch die Gesundheitsstörung und Handicaps 

bei der erhobenen Untersuchung (IV-act. 89-65). Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

auf 70 % werde unter Schmerztherapie und gegebenenfalls Ergotherapie in drei bis 

sechs Monaten erwartet (IV-act. 89-65). Vom neurologischen Gutachter wurde ein 

chronisches nozizeptives Schmerzsyndrom im Bereich des Rückens diagnostiziert. Er 

führte im Wesentlichen aus, aufgrund einer früheren Nervenwurzelkompression S1 

fehle der ASR links. Aktuell bestehe kein Anhaltspunkt für eine radikuläre 

Schmerzausstrahlung oder klinisch relevante Radikulopathie. Klinisch-neurologisch 

liege weder eine Parese noch eine Sensibilitätsstörung im Dermatom S1 vor. Der 

Befund habe somit keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 89-49).

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Das orthopädische Zumutbarkeitsprofil ist durch die Rückenosteosynthese und die 

Hüftprothese sowie die lumbalen Degenerationen objektiv begründet. Nachvollziehbar 

ist die neurologische Ausführung, wonach die Schmerzen, soweit sie neurologisch 

nozizeptiv bzw. durch die ehemalige S1-Wurzelkomprimittierung begründet sind, 

aktuell keine objektivierbaren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben. Die 

orthopädische Gutachterin diagnostiziert aus dem Blickwinkel ihres Fachgebiets 

ebenfalls Schmerzen. Aufgrund derer geht sie von einer Verlangsamung und von einem 

Pausenbedarf aus (IV-act. 89-63). Somit erachtet sie diese Schmerzkomponente als 

objektivierbar. Aufgrund der diagnostizierten Diskopathie L4/5 mit Osteochondrose und 

der Insertionstendopathie und muskulärer Dysbalance erscheint nachvollziehbar, dass 

der Beschwerdeführer nicht nur in den noch möglichen Bewegungen und in der 

Belastbarkeit, sondern auch durch insoweit objektivierte Schmerzen eingeschränkt ist. 

Zudem kann angenommen werden, dass sich die durch die Rückenversteifung und die 

Hüftprothese, aber auch durch die Schmerzen eingeschränkte Beweglichkeit nicht nur 

auf das qualitative Zumutbarkeitsprofil, sondern auch auf die Arbeitsgeschwindigkeit 

und damit auf die quantitative Leistungsfähigkeit auswirkt.

2.3. 

Der internistische Gutachter prüfte die Lungenfunktion mit normalem Ergebnis, 

vermerkte allerdings, dass formal kein akzeptabler Versuch vorliege (IV-act. 89-56). 

Zudem erhob er einen erheblichen Verdacht auf eine komplexe arterielle 

Verschlusskrankheit (rechter Arm und Beine beidseits), differenzialdiagnostisch 

Gefässanomalie der rechten oberen Ausflussbahn (IV-act. 89-57). Er attestierte keine 

Arbeitsunfähigkeit und empfahl die Kontrolle gewisser Laborparameter (Leukozyten, 

Differentialblutbild, Hämatokrit, alkalische Phosphatase bzw. Leber- und 

Knochenparameter; IV-act. 89-56 ff.). In der Klinik für Angiologie KSSG wurde am 

17. November 2017 eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, Stadium I nach 

Fontaine, links und eine Verschlusskrankheit der oberen Extremitäten diagnostiziert. Es 

wurde festgehalten, bezüglich einer Armclaudicatio sei der Beschwerdeführer völlig 

asymptomatisch. Da er eine Oberschenkel- und Wadenclaudicatio verneine, werde an 

der Beurteilung vom September festgehalten und ein asymptomatisches Stadium der 

peripheren arteriellen Verschlusserkrankung der unteren Extremitäten diagnostiziert 

(Bericht vom 20. November 2017, act. G 8.2). In Anbetracht der fehlenden 

Symptomatik ist ohne weiteres plausibel, dass sich die Verschlusskrankheit weder in 

Bezug auf den rechten Arm noch auf die Beine auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Eine 

pneumologische Abklärung an der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des KSSG 

führte zur Diagnose eines Lungenemphysems; differenzialdiagnostisch lägen die 

eigentlichen Kriterien für eine Respiratory bronchiolitis interstitial lung disease (RB-ILD) 

nicht vor. Die Lungenfunktionsprüfung ergab normale statische und dynamische 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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Lungenvolumina und eine knapp mittelschwer eingeschränkte Diffusionskapazität 

(act. G 14.1). Der pneumologische Bericht vom 16. Februar 2018 äussert sich nicht zur 

Arbeitsfähigkeit. RAD-Ärztin Dr. I.___ führte in der Stellungnahme vom 21. Juni 2017 

unter anderem aus, eine leichte COPD hätte keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten, da der Beschwerdeführer ohnehin nur körperlich leichte 

Tätigkeiten, überwiegend sitzend, ausführen könne (IV-act. 109-8). Die beim 

Beschwerdeführer erhobenen Lungenfunktionswerte FEV1 (Einsekundenkapazität) von 

90 % und der Quotient FEV1/VK (inspiratorische Vitalkapazität, VCMAX) von 75 % 

liegen über jenen, welche bei einer leichten COPD auftreten (FEV1 gleich oder über 

80 %, FEV1/VK unter 70 %; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin 

2017, S. 355). Auch wurde (ausser der Beibehaltung des Rauchstopps) keine 

medikamentöse Therapie verordnet (vgl. act. G. 14.1). Die nachträglichen 

Untersuchungen ergänzen das internistische Gutachten in dem Sinne, dass keine 

weiteren Erkrankungen vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit über das orthopädisch 

begründete Ausmass hinaus einschränken. Die Ergebnisse stellen das internistische 

Teilgutachten nicht in Frage.

Der psychiatrische Gutachter beschrieb im Wesentlichen einen unauffälligen 

Psychostatus. Das formale Denken sei geordnet, kohärent und nicht verlangsamt. 

Objektiv hätten sich keine Anhaltspunkte für Konzentrationsstörungen oder eine 

reduzierte Konzentrationsleistung gezeigt. Affektiv habe der Beschwerdeführer euthym, 

gut schwingungsfähig und auslenkbar imponiert. Hinsichtlich seiner sozialen Situation 

habe er sich gefasst und die Situation akzeptierend, jedoch nicht resigniert geäussert. 

Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig gewesen (IV-act. 89-39). Im Rahmen der 

Schmerztherapie habe der Beschwerdeführer drei psychiatrische bzw. psychologische 

Konsultationen gehabt. Die beschriebene, teils depressiv anmutende Symptomatik ab 

2006, für knapp zwei Jahre bestehend, sei retrospektiv diagnostisch als 

Anpassungsstörung klassifizierbar (IV-act. 89-40). Hinsichtlich der Persönlichkeit 

zeigten sich beim Versicherten gewisse narzisstisch anmutende Aspekte. Diese seien 

für die Diagnose einer eigenständigen (narzisstischen) Persönlichkeitsstörung nicht 

ausreichend. Allenfalls könne jedoch eine Diagnose von akzentuierten 

Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) gestellt werden. Die geschilderten 

Schmerzsymptome seien nur teilweise für die Diagnose einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) passend, da sich einerseits keine 

ausgeprägten emotionalen Konflikte zeigten und andererseits doch eine körperliche 

Ätiologie gegeben scheine, so dass von einer Diagnosestellung auch unter Einbezug 

der polydisziplinären Sicht Abstand genommen werde (IV-act. 89-41). Aus 

psychiatrischer Sicht sei der Versicherte in seiner bisherigen, aber auch in einer 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Diese Einschätzung erfolge nicht nur diagnose- 

oder symptombasiert, sondern anhand der erhaltenen Funktionen sowie Ressourcen 

bzw. auch anhand vorhandener Handicaps auch unter Berücksichtigung des Mini-ICF's 

(IV-act. 89-42).

Der Beschwerdeführer rügt, dass keine testpsychologische Evaluation erfolgt sei. 

Grundsätzlich ist es der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der 

aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden 

(Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2, mit Verweisen). 

Beim Beschwerdeführer wurde - ausser der zeitweisen Einnahme von Antidepressiva 

zur Schmerzlinderung (vgl. IV-act. IV-act. 89-42; act. G 8.1) - bisher nie eine 

psychische Gesundheitsstörung diagnostiziert oder behandelt. Der Psychostatus bei 

der Begutachtung war unauffällig. Insoweit ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische 

Gutachter keine testpsychologischen Untersuchungen vornahm. Diesen kommt 

beweismässig im Verhältnis zur klinischen Untersuchung lediglich ergänzende 

Beweisfunktion zu (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2013, 9C_953/2012, 

E. 3.2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. August 2006, I 

391/06 E. 3.2.2). Die neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 

7. November 2017 zeigte gesamthaft diskrete kognitive Funktionsstörungen in einem 

Teilbereich der Exekutivfunktionen (leicht reduzierte figurale Flüssigkeit) sowie eine 

leicht reduzierte psycho-physische Belastbarkeit, die sich auch in einer leichten 

Verlangsamung im zeitlichen Verlauf (Reiz-Reaktions-Aufgaben) manifestiert habe. Alle 

anderen Leistungen lägen im Normbereich. Die vom Beschwerdeführer empfundenen 

deutlichen Konzentrationsstörungen konnten nicht objektiviert werden. Affektiv habe 

der Beschwerdeführer stabil gewirkt; Antrieb, Affektmodulation und 

Schwingungsfähigkeit seien jedoch leicht reduziert (Bericht Klinik für Neurologie KSSG 

vom 9. November 2017, act. G 8.1). Im Wesentlichen bestätigt die 

neuropsychologische Beurteilung somit diejenige des psychiatrischen Gutachters. Im 

Gutachten wird weiter dargelegt, aufgrund der finanziellen Enge unternehme der 

Beschwerdeführer nur noch wenig mit Freunden oder Kollegen, jedoch zeige sich ein 

aktives Sozialleben via Internet. Den gewissen sozialen Rückzug erkläre er sich alleine 

mit seiner finanziellen Enge. Insgesamt imponiere er als mit einer grundsätzlich guten 

lebenspraktischen und kommunikativen Kompetenz ausgestattet (IV-act. 89-41). Die 

sozialen Faktoren seien aus psychiatrischer Sicht aktuell psychopathologisch nicht so 

ausgeprägt, dass daraus eine schwere Störung resultiere (IV-act. 89-42). Die 

Tagesstruktur entspreche derjenigen eines Menschen mit chronischen Schmerzen und 

Langzeitarbeitslosigkeit bei noch relativ gut erhaltenem sozialem Netzwerk (IV-

act. 89-47). Der Beschwerdeführer sei in der Lage, nach seinen Möglichkeiten für seine 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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3.  

Interessen einzustehen und diese auch durchzusetzen. Realitätsprüfung, Urteilsbildung 

sowie die Kontaktgestaltung seien gegeben bzw. ressourcenmässig verfügbar (IV-

act. 89-42). Es bestünden leicht ausgeprägte Beeinträchtigungen hinsichtlich der 

Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Fähigkeit zu engen dyadischen 

Beziehungen (IV-act. 89-43). Aufgrund des langjährigen Verlaufs der 

Schmerzchronifizierung seien die Ressourcen gering (IV-act. 89-63). Im 

Explorationsgespräch zeige sich kein Anhalt für eine Simulation oder eine Dissimulation 

bzw. für eine ausgeprägte Aggravationstendenz. Die Schmerzsymptome seien nicht 

verdeutlicht dargestellt worden. Es bestünden (jedoch) Diskrepanzen in den Aussagen 

des Beschwerdeführers, er könne sich an viele Dinge nicht richtig erinnern (IV-

act. 89-40, 42, 63).

Das Gutachten der medexperts AG vom 29. November 2016 berücksichtigt die 

beklagten Beschwerden und vorhandenen medizinischen Akten vollständig. Die im 

Verfahren eingereichten angiologischen, pneumologischen und neuropsychologischen 

Berichte enthalten keine objektiven medizinischen Befunde, welche die gutachterliche 

Beurteilung zu entkräften vermögen, sondern ergänzen und bestätigen diese vielmehr. 

Der psychiatrische Gutachter hat sich auch zu den Ressourcen und zur Konsistenz 

geäussert. Hier ist beizufügen, dass den Gutachtern die zeitweise mangelnde 

Compliance des Beschwerdeführers, insbesondere die Tatsache, dass er seit längerem 

keine Medikamente mehr eingenommen hatte, bekannt war und somit in die 

Beurteilung mit eingeflossen ist. Auf das Gutachten als medizinische Grundlage kann 

deshalb abgestellt werden.

2.7. 

Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wird im Gutachten 

ausgeführt, nach der Hüft-TP-Implantation am 5. Juli 2012 sei der Beschwerdeführer 

bis einschliesslich 7. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab Januar 

2013 bis zum aktuellen Zeitpunkt werde die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit auf 70 % eingeschätzt (IV-act. 89-65). Bei Anmeldung zum Leistungsbezug 

am 25. Juni 2013 besteht ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Dezember 

2013 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Da der Beschwerdeführer in seiner angestammten 

Tätigkeit ab Juli 2012 zu 100 % und ab Januar 2013 zu 70 % arbeitsunfähig war, war 

am 1. Dezember 2013 auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abgelaufen, 

womit gegebenenfalls der Rentenbeginn auf dieses Datum fällt.

3.1. 

Die Gutachter nehmen das Vorliegen der 50 %igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten ab November 2016 (Zeitpunkt des Gutachtens) an (IV-act. 69-65). Eine 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2013 kann dem Gutachten 

nicht entnommen werden.

Die Therapie am Schmerzzentrum des KSSG begann im April 2013 (Bericht vom 

27. Februar 2015, Fremdakten, act. 9-9 f.). RAD-Arzt Dr. med. J.___, Facharzt für 

Prävention und Gesundheitswesen, schätzte die Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Tätigkeiten am 20. August 2013 auf 50 %, wobei eine Steigerung im Verlauf 

ausprobiert werden müsste (IV-act. 29-3). Noch am 9. Juli 2014 berichtete das 

Schmerzzentrum, die aktuelle Medikation mit Novalgin und Tramal sei wirkungslos. Mit 

Methadon wurde subjektiv eine deutliche Besserung verspürt, der Beschwerdeführer 

benötigte nur noch einen Gehstock (Berichte Schmerzzentrum KSSG vom 14. August 

2014, Fremdakten, act. 5-26, und vom 16. Dezember 2014, Fremdakten, act. 7-6 f.). 

Auch auf die medikamentöse Umstellung auf Buprenorphin Transtec TTS 35 mcg/h 

(Pflaster) sprach der Beschwerdeführer gut an, so dass er ohne Hilfsmittel gehen 

konnte (Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 24. September 2015, IV-act. 71). Nach 

eigenen Angaben sistierte der Beschwerdeführer die Therapie sechs bis acht Monate 

vor der Begutachtung Ende Oktober 2016 (IV-act. 89-33, 38), somit also etwa im März 

2016. Aus den Berichten des Schmerzzentrums vom 24. und 30. Juni 2016 (IV-act. 72, 

74-6 ff.) geht allerdings hervor, dass die letzte Konsultation im Juni 2015 stattgefunden 

habe und der Beschwerdeführer die Opiattherapie im Oktober 2015 ausgeschlichen 

habe.

3.3. 

Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten von 

50 % bezieht sich auf einen Zeitraum, in welchem der Beschwerdeführer nach eigenen 

Angaben keine dauerhafte Schmerzmedikation einnahm. Die Annahme, dass sich unter 

adäquater medikamentöser Therapie (ergänzt durch Physio-, Ergo- sowie 

Wassertherapie, IV-act. 89-66) eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

erreichen lasse, erscheint plausibel, zumal auch RAD-Arzt Dr. J.___ eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % annahm, bevor die Therapie mit Opiaten zu einer deutlichen 

Verbesserung der Beschwerden führte. Für die retrospektive Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit bedeutet dies, dass der Beschwerdeführer überwiegend 

wahrscheinlich bis zum Eintritt der am 16. Dezember 2014 berichteten deutlichen 

Verbesserung (Fremdakten, act. 7-6 f.) in adaptierten Tätigkeiten zu 50 % und 

anschliessend bis zur Sistierung der Medikamente im Oktober 2015 zu 70 % 

arbeitsfähig war.

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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4.  

Indem die Beschwerdegegnerin nicht von der gemäss Gutachten attestierten 

aktuellen Arbeitsfähigkeit von 50 %, sondern von der erreichbaren Arbeitsfähigkeit von 

70 % ausgeht, nimmt sie eine teilweise Leistungsverweigerung vor. Diese begründet 

sie mit einer Verletzung der Schadenminderungspflicht (act. G 4, Ziff. 10).

4.1. 

Gemäss Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie 

aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Die versicherte Person muss an allen 

zumutbaren Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, 

insbesondere auch an medizinischen Behandlungen, aktiv teilnehmen (Art. 7 Abs. 2 

lit. d IVG). Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren 

Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung 

der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, so können ihr die 

Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss 

vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine 

angemessene Bedenkfrist einzuräumen. Behandlungs- oder 

Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind 

nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG).

4.2. 

Die Beschwerdegegnerin hatte bislang kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 

durchgeführt. Sie durfte deshalb nicht von der nach Abschluss einer drei- bis 

sechsmonatigen Therapie prognostizierten Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgehen, zumal 

noch offen ist, welche Medikamente tatsächlich geeignet sein werden, nachdem das 

Schmerzzentrum (mit Ausnahme von Transtec Pflastern) am 30. Juni 2016 keine 

weitere Opiattherapie empfahl (vgl. IV-act. 72-2). Es ist daher von der gutachterlich 

aktuell attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Der Beschwerdegegnerin 

bleibt es unbenommen, ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren einzuleiten bzw. - zumal 

der Beschwerdeführer die Therapie inzwischen offenbar wieder durchführt (vgl. 

Berichte der Klinik für Angiologie KSSG vom 20. November 2017, act. G 8.2, S. 2, und 

der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin KSSG vom 16. Februar 2018, 

act. G 14.1) - den medizinischen Sachverhalt zu aktualisieren und die Rente danach 

gegebenenfalls anzupassen.

4.3. 

Somit ist für den Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 16. Dezember 2014 von 

einer 50 %igen, danach bis Oktober 2015 von einer 70 %igen und ab diesem Zeitpunkt 

wiederum von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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5.  

6.  

Der Beschwerdeführer absolvierte eine Ausbildung im Verkauf und war im Verkauf 

von Unterhaltungselektronik tätig (IV-act. 89-38; Fremdakten, act. 1-141 f.). Stabile 

Einkommensverhältnisse sind aus dem IK-Auszug nicht ersichtlich, es wurden immer 

wieder Beiträge als Nichterwerbstätiger oder über die Arbeitslosenversicherung 

abgerechnet (IV-act. 67). Die letzte Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt war 

diejenige als Verkäufer bei der B.___ von Januar 2000 bis Dezember 2002. Ein 

zumutbares Invalideneinkommen erzielt der Beschwerdeführer nicht. Somit ist ein 

Prozentvergleich vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 

9C_804/2016, E.  2.2).

5.1. 

Die Verlangsamung bzw. der vermehrte Pausenbedarf aufgrund der 

Bewegungseinschränkungen und der Schmerzen sind in der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Die Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils mit einer 

Beschränkung auf im Wesentlichen sitzende Tätigkeiten und einer Gewichtslimite von 5 

kg begründen einen Tabellenlohnabzug von 10 %. Somit resultiert bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invaliditätsgrad von 55 % und bei einer Arbeitsfähigkeit 

von 70 % von 37 %.

5.2. 

Unter Berücksichtigung von Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat der Beschwerdeführer somit vom 

1. Dezember 2013 bis 31. März 2015 und ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine halbe 

Rente.

5.3. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 2017 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführer hat 

vom 1. Dezember 2013 bis 31. März 2015 und ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine 

halbe Rente. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der 

Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in 

sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen im vorliegenden Fall von einem im 

6.2. 

bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 26. Juni 

2017 aufgehoben und der Beschwerdeführer hat vom 1. Dezember 2013 bis 31. März 

2015 und ab 1. Februar 2016 Anspruch auf eine halbe Rente. Die Sache wird zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Wesentlichen vollständigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen ist (Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Dass dem 

Beschwerdeführer für die Dauer von zehn Monaten keine Rente zugesprochen wird, 

rechtfertigt es nicht, bezüglich Kostenauferlegung von einem vollständigen Obsiegen 

abzuweichen. Die Beschwerdegegnerin hat daher die gesamten Gerichtskosten von 

Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die beschwerdeführende Partei sodann Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund 

der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zuzusprechen.

6.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2019
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 21 Abs. 4 ATSG: Nach einer operativ versorgten Wirbelfraktur und Implantation einer Hüftprothese leidet der Beschwerdeführer unter chronischen Schmerzen. Einige Monate vor der Begutachtung setzte er insbesondere die Medikation mit Opiaten selbständig ab. Gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten ist zunächst von einer 50 %igen, dann von einer 70 %igen und nach Absetzen des Opiats wieder von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Um von der unter adäquater Therapie (u.a. mit Opiaten) voraussichtlich wieder erreichbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgehen zu können, müsste die Beschwerdegegnerin zuerst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchführen. Einer allfälligen Verbesserung des Gesundheitszustandes unter der inzwischen wieder aufgenommenen Therapie kann durch ein Revisionsverfahren Rechnung getragen werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2019, IV 2017/303).

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		2024-05-27T01:00:10+0200
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