# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9eb0d255-2825-5d89-bd3e-21a54cf8fa73
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.10.2015 SB150227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150227_2015-10-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150227-O/U/eh 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz als Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. C. Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 

 

Urteil vom 5. Oktober 2015 

 
in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Frank, 

 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) 

 
sowie 

 
A._____,  

Privatklägerin und II. Berufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 

 
gegen 

 
B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

 

betreffend 

sexuelle Handlungen mit Kindern etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 
3. März 2015 (DG140325) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

16. Oktober 2014 (Urk.. 21) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 43 S. 42 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist der eingeklagten Delikte nicht schuldig und wird freige-

sprochen. 

2. Die Zivilklage der Privatklägerschaft (Schadenersatz und Genugtuung) wird 

auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive derjeni-

gen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.  

4. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten wird für seine Bemühungen und 

Barauslagen mit Fr. 7'940.40 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft wird für ihre Bemühungen 

und Barauslagen mit Fr. 7'501.25 (inkl. MwST) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

6. (Mitteilung) 

7. (Rechtsmittel)" 

 

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Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 66 S. 1): 

1. Die Berufung sei abzuweisen, unter entsprechenden Kosten- und  

Entschädigungsfolgen gemäss Art. 428 StPO. 

2. Das DNA-Profil des Beschuldigten bei der Polizei sei definitiv löschen  

zu lassen, es sei der entsprechende Auftrag zu erteilen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

 Es liegen keine Anträge vor.  

c) Der Privatklägerschaft (Urk. 63 S. 2): 

1. Der Berufungsbeklagte sei der mehrfachen sexuellen Handlungen mit  

Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der sexuellen 

 Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen; 

2. der Berufungsbeklagte sei angemessen zu bestrafen; 

3. der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin  

eine Genugtuung von CHF 7'000 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 

11. Dezember 2012 zu bezahlen; 

4. es sei festzustellen, dass der Berufungsbeklagte dem Grundsatze nach  

gegenüber der Berufungsklägerin für den Schaden aus dem eingeklagten 

Ereignis vollumfänglich haftet; 

5. Sämtliche Prozess- und Verfahrenskosten seien dem Berufungsbeklagten 

aufzuerlegen. 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Mit Urteil der 10. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 3. März 2015 wurde 

der Beschuldigte vollumfänglich freigesprochen von den Vorwürfen der mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), der  

sexuellen Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB), der einfachen Körperverletzung  

(Art. 123 Ziff. 1 StGB) sowie des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB). Die Zivil-

klage der Privatklägerschaft betreffend Schadenersatz und Genugtuung wurde 

auf den Zivilweg verwiesen. Die Entscheidgebühr fiel ausser Ansatz und die übri-

gen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerschaft, wurden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die amtliche Verteidigung wurde mit Fr. 7'940.40 (inkl. MwSt.) und die 

unentgeltliche Rechtsvertretung mit Fr. 7'501.25 (inkl. MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt (Urk. 36). 

Gegen dieses Urteil meldeten die Privatklägerin A._____ mit Schreiben vom 

3. März 2015 und die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich mit Schreiben 

vom 4. März 2015 fristgerecht die Berufung an (Urk. 37 f.). Das begründete Urteil 

wurde allen Parteien am 11. Mai 2015 zugestellt (Urk. 41/1-3). 

Mit Schreiben vom 19. Mai 2015 teilte die Staatsanwaltschaft mit, auf eine Beru-

fungserklärung verzichten zu wollen bzw. die Berufung zurückzuziehen (Urk. 44). 

Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft ist daher Vormerk zu nehmen. 

Die Privatklägerin liess mit Schreiben vom 26. Mai 2015 ihre Berufungserklärung 

fristgerecht folgen (Urk. 47). Anschlussberufung wurde nicht erhoben und es  

wurden keine Beweisergänzungen beantragt. 

Zur heutigen Berufungsverhandlung sind der unentgeltliche Vertreter der Privat-

klägerin Rechtsanwalt lic. iur. X._____ sowie der amtliche Verteidiger Rechtsan-

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walt Dr. iur. Y._____ erschienen. Der Beschuldigte ist unentschuldigt nicht er-

schienen (Prot. II S. 4). 

II. Prozessuales 

Nach Art. 399 Abs. 4 StPO kann die Berufung auf einzelne Urteilspunkte einge-

schränkt werden. Eine isolierte Anfechtung des Schuldpunktes ist indes nicht 

möglich: Bei einem Antrag auf Schuldspruch gelten für den Fall der Gutheissung 

automatisch auch die mit der Tat untrennbar zusammenhängenden Folgepunkte 

des Urteils (z.B. Kostenfolgen) als angefochten, also alle Punkte nach Art. 399 

Abs. 4 lit. b - g StPO. Bestätigt das Berufungsgericht die Freisprüche, sind die 

weiteren Urteilspunkte – soweit nicht explizit angefochten – nicht zu überprüfen. 

Die Privatklägerin beschränkt die Berufung nicht, weshalb keine Dispositivziffer 

des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen ist. Indes ist sie von den 

Freisprüchen des Beschuldigten hinsichtlich der Anklageziffern II. und III. (ein-

fache Körperverletzung zum Nachteil von C._____ und Hausfriedensbruch zum 

Nachteil des Club D._____) nicht beschwert. Folgerichtig beantragt sie einzig eine 

Verurteilung des Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer I (sexuelle Handlungen 

mit Kindern und sexuelle Nötigung). Ebenfalls nicht beschwert ist die Privatkläge-

rin durch Dispositiv Ziffern 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils, in  

welchen die Festsetzung der Honorare der amtlichen Verteidigung bzw. der  

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft geregelt wird.  

Unter diesen Umständen ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass die Frei-

sprüche der Vorinstanz betreffend ND 1 und 2 (einfache Körperverletzung i.S.v. 

Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie Hausfriedensbruch i.S.v. Art. 186 StGB) sowie die 

Festsetzung der Entschädigungen an die Parteivertreter (Dispositiv Ziffern 4 und 

5) in Rechtskraft erwachsen sind. 

An dieser Stelle ist schliesslich die Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme 

der Privatklägerin vom 19. Februar 2013 (Urk. 9/1 und Urk. 9/3) zu thematisieren. 

Diese Einvernahme ist nicht im Rahmen einer Beweiserhebung durch die Staats-

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anwaltschaft nach Art. 147 StPO erfolgt, sondern war noch Bestandteil der  

Ermittlungen (vgl. Urk. 9/1; Urk. 9/3). Anlässlich der Einvernahmen war weder ein 

Teilnahmerecht im Sinne von Art. 159 StPO zu beachten noch lag ein Fall von 

Art. 312 StPO vor, zumal die Einvernahme durch die Polizei erfolgt ist, noch bevor 

die zuständige Staatsanwaltschaft eine Delegation zuhanden der Polizei vornahm 

(Urk. 5; vgl. Art. 312 Abs. 2 StPO). Nachdem der Beschuldigte im späteren Ver-

lauf der Untersuchung Gelegenheit hatte, die Aussagen der Privatklägerin zu  

hinterfragen und Ergänzungsfragen zu stellen, steht der Verwertbarkeit der  

polizeilichen Einvernahme mit Blick auf die ständige bundesgerichtliche Recht-

sprechung nichts entgegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_369/2013 vom 

31. Oktober 2013 E. 2.3 sowie 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.2). 

III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf und Standpunkte der Beteiligten 

Dem Beschuldigten wurde in der Anklage betreffend HD im Wesentlichen vorge-

worfen, mit der im Tatzeitpunkt 15-jährigen Privatklägerin A._____ zwischen dem 

8. September 2012 und dem 10. Dezember 2012 insgesamt mindestens sechs 

Mal einvernehmlichen vaginalen Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben. Dabei 

habe der im Tatzeitpunkt 24-Jährige gewusst, dass die Privatklägerin das sech-

zehnte Altersjahr noch nicht zurückgelegt hatte. 

Weiter habe der Beschuldigte im gleichen Zeitraum von der Privatklägerin ver-

langt, dass sie ihn oral befriedige. Als sie dies verweigert habe, habe er sich auf 

ihren Brustkorb gesetzt, mit seinen Knien ihre Oberarme fixiert und ihr sein Glied 

in den Mund gesteckt, wo er sich selbst bis zum Samenerguss befriedigt habe 

und der Privatklägerin in den Mund ejakuliert habe. Während der Beschuldigte auf 

ihr gesessen sei, habe die Privatklägerin versucht, ihn wegzustossen, was ihr  

jedoch nicht gelungen sei. 

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Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, nach Würdigung der Aussagen bestünden 

erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel darüber, dass sich die dem  

Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalte tatsächlich so zugetragen hätten. Sie 

sprach den Beschuldigten in der Folge gemäss dem Grundsatz in dubio pro reo 

von den Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern i.S.v. Art. 187 

Ziff. 1 StGB und der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB frei. 

Die Privatklägerin macht mit der Berufung im Wesentlichen geltend, der Sachver-

halt sei gestützt auf ihre Aussagen erstellt. Sie sei von einem Liebesverhältnis 

ausgegangen. Als sie realisiert habe, dass der Beschuldigte aus rein egoistischen 

Motiven gehandelt habe, sei sie in eine Art Schockzustand geraten. Anfänglich sei 

die Privatklägerin von grosser Scham besetzt und in ihren Ausführungen sehr zu-

rückhaltend gewesen. Sie habe sich nicht getraut, von Anfang an alles auf den 

Tisch zu legen, was sie mit dem Beschuldigten erlebt hatte. Mit der Zeit habe sie 

jedoch Vertrauen gefasst und gespürt, dass es angebracht sei, die ganze Wahr-

heit ans Tageslicht zu bringen. Es sei in Fachberichten immer wieder nachzu-

lesen, dass sich vor allem jugendliche Opfer anfänglich extrem schwer tun  

würden, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Es wäre daher vielmehr auffällig  

gewesen, wenn die Privatklägerin von Anfang an nur so mit Aussagen heraus-

gesprudelt wäre. Sie habe sich in der Strafuntersuchung stets sehr authentisch 

verhalten. Die anfänglich zögerlichen Ausführungen und später vollständigen Aus-

führungen seien nachvollziehbar und mit grosser Glaubhaftigkeit vorgetragen 

worden, so dass es keine echten Zweifel an deren Wahrheitsgehalt gebe. Die  

Privatklägerin habe klar schildern können, wo sich die Sexualkontakte örtlich ab-

gespielt hätten. Zur verlorenen Jungfräulichkeit sei zu erwähnen, dass die Vor-

kommnisse zeitlich nahe beieinander liegen würden, so dass es tatsächlich mög-

lich sei, dass die Privatklägerin gewisse chronologische Abläufe nicht mehr genau 

in Erinnerung oder verwechselt habe. Die Privatklägerin sei zudem in den Befra-

gungen immer wieder in Konfusion versetzt worden, indem die beiden Namen 

B1._____ und F._____ häufig im selben Zusammenhang genannt worden seien. 

Die Privatklägerin mache schliesslich sehr genaue Angaben zum Ausgang nach  

Winterthur und zur beabsichtigten Übernachtung bei der Freundin der Mutter. 

Diese Angaben seien alle von Zeugen bestätigt worden. Eindrücklich sei auch die 

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Schilderung der Privatklägerin betreffend ihr Alter bzw. wie sie mit dem Beschul-

digten über ihr Alter gesprochen habe. Insgesamt falle auf, dass die Privatklägerin 

keinerlei Lügensignale deponiert habe, sondern offensichtlich bemüht gewesen 

sei, keine Übertreibungen und keine unnötig belastenden Aussagen zu machen. 

Demgegenüber hätten die Argumente und Erklärungen des Beschuldigten weder 

Hand noch Fuss und seien widersprüchlich. Seine Strategie sei stets gewesen, 

andere zu beschuldigen, zu verdächtigen und für das Strafverfahren verantwort-

lich zu machen. Die Aussagen des Beschuldigten würden offensichtliche Lügen-

merkmale aufweisen, er habe ausweichend geantwortet und versucht, den Fokus 

auf andere Personen zu lenken (vgl. Urk. 34; Urk. 63). 

Der Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren demgegenüber wie schon vor Vor-

instanz geltend machen, zu keiner Zeit mit der Privatklägerin Geschlechtsverkehr 

gehabt zu haben. Die Aussagen der Privatklägerin würden nicht zu unterdrücken-

de Zweifel an deren Glaubhaftigkeit hinterlassen. Es beginne schon damit, dass 

die Anzeige von der Mutter der Privatklägerin erstattet worden sei. Da sich der 

Beschuldigte im Zeitpunkt der Anzeigeerstattung in Haft befunden habe, sei für 

die Mutter zum vornherein klar gewesen, dass es sich beim Beschuldigten um  

einen Straftäter handeln musste. Die Privatklägerin sei durch die sexuellen  

Kontakt, die in einer Schwangerschaft gemündet hätten, sicherlich belastet ge-

wesen, zudem sei sie auch noch von F._____ enttäuscht und verlassen worden. 

Dazu seien noch die Vorwürfe der Mutter gekommen. Die Widersprüche in den 

Aussagen der Privatklägerin seien erheblich, insbesondere bezüglich ihrer verlo-

renen Jungfräulichkeit. In der ersten zeitnahen Einvernahme habe die Privatklä-

gerin eher vage ausgesagt. In der zweiten Befragung würden die erheblichen Ag-

gravationen auffallen. Die Privatklägerin habe sexuelle Erlebnisse, die sie mit 

F._____ gehabt habe, dem Beschuldigten zugeordnet. Die Privatklägerin sei der 

Wut ihrer Mutter gefolgt, sie habe sie nicht enttäuschen dürfen (Urk. 66).  

2. Rechtliches 

Vorab ist auf die grundsätzlich zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den 

allgemeinen Beweiswürdigungsregeln sowie ihre zutreffende Analyse der Glaub-

würdigkeit der Beteiligten und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu verweisen 

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(vgl. Urk. 39 S. 10 ff. S. 17 ff., S. 24 ff.). Erneut ist festzuhalten, dass das Gericht 

die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Über-

zeugung würdigt (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der 

Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der eingeklagten Tat, so geht das 

Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 

Abs. 3 StPO).  

Vorliegend stützt sich der Anklagevorwurf einzig auf die Aussagen der Privat-

klägerin. Es bestehen keine objektiven Beweismittel wie DNA-Spuren, welche auf 

einen sexuellen Kontakt zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin hin-

deuten. Weder bestehen Zeugen für die fraglichen Taten noch solche, die Hin-

weise auf das Vorhandensein einer sexuellen Beziehung geben könnten. Auch 

wenn ein Einzelzeugnis durchaus als rechtsgenügender Beweis angesehen  

werden kann, muss eine Aussage solchenfalls in jeder Hinsicht zuverlässig und 

unbefangen erscheinen und – allenfalls durch Indizien besonders unterstützt – 

letztlich klar glaubhafter als jene des bestreitenden Beschuldigten sein. Als Kenn-

zeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und 

Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und an-

schauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Arntzen/Michaelis-

Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkma-

le, 3. Auflage, München 1993). 

Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere 

auf das Vorhandensein von inhaltlichen Realitätskriterien zu überprüfen. Ergän-

zend sind die Aussagen unter strukturellen Aspekten sowie auf Konstanz und Er-

weiterungen hin zu überprüfen (Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellung vor 

Gericht, 4. Aufl. 2014, S. 101 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen 

sind zu werten: 

- spontane, detailreiche Schilderungen (auch ausserhalb des zentralen  

Beweisthemas) 

- individuell geprägte, originelle oder aussergewöhnliche Geschehnisse ent-

haltende Aussagen 

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- Verflechtung der Aussage mit bewiesenen, zur Tatzeit vorhandenen äusse-

ren Umständen 

- strukturelle Gleichheit der Aussage, gleiche Erinnerung an Be- und Ent-

lastendes  

- Ineinanderpassen der Aussagen, wenn von verschiedenen Ansatzpunkten 

gefragt wurde 

- inhaltliche Konstanz des für den Befragten subjektiv Wichtigen 

Die Lehre spricht von acht Realitätskriterien, welche in drei Gruppen eingeteilt 

werden: Inhaltsbezogene Realitätskriterien (Detailkriterium, Individualitäts-

kriterium, Prüfkriterium), strukturelle Realitätskriterien (Strukturgleichheits-

kriterium, Nichtsteuerungskriterium, Homogenitätskriterium) und Wiederholungs-

kriterien (Konstanzkriterium, Erweiterungskriterium) (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., 

S. 91 ff.). Als Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen gelten dem-

gegenüber: 

- Zurückhalten von Aussagen nur in den für den Aussagenden wesentlichen 

Punkten, Abschweifen auf Nebensächliches 

- unangemessene Wortwahl (Freud'sches Signal) 

- Übertreibungen in der Sache und in der Bestimmtheit 

- stereotype Aussagen auch in Einzelheiten 

- Dreistigkeit, Entrüstung des Aussagenden 

- Anfügen von Begründungen statt Fakten 

- abstrakte, kurze Aussagen ohne Details in Nebenpunkten 

- Strukturbrüche in den Schilderungen 

Nach solchen Phantasiesignalen ist zu suchen, wenn das Fehlen von Realitäts-

kriterien den Verdacht eines Phantasieproduktes begründet. Wie die Realitäts-

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kriterien werden auch die Phantasiesignale in drei Gruppen eingeteilt: Ver-

legenheitssignale (Zurückhaltungssignal, Freud'sches Signal, Unterwürfigkeits-

signal), Übertreibungssignale (Bestimmtheitssignal, Dreistigkeitssignal, Begrün-

dungssignal) und Signale mangelnder Kompetenz (Kargheitssignal, Struktur-

bruchsignal). Fehlen Realitätskriterien und finden sich Lügen- bzw. Fantasie-

signale, gilt dies als Indiz für eine Falschaussage. 

3. Aussagen der Privatklägerin 

Die Privatklägerin schilderte bei der ersten Befragung vom 19. Februar 2013, wie 

sie ihren damaligen Freund F._____ [F._____] Anfang Sommer 2012 kennen  

gelernt habe, bevor sie mit dem Beschuldigten zusammen gewesen sei. Sie habe 

mit F._____ einmal pro Woche oder einmal in zwei Wochen geschlafen. Sie beide 

hätten das gewollt. Es sei ausschliesslich zu vaginalem Verkehr gekommen. Das 

erste Mal habe sie irgendwann im August oder September (2012) mit ihm  

geschlafen und das habe bis im Dezember (2012) gedauert. Auf die Frage, wie es 

gewesen sei, als es zum ersten Mal passiert sei, antwortete die Privatklägerin, sie 

wisse es nicht. Sie hätten beide gewollt. Sie habe lange nicht mit ihm schlafen 

wollen, "aber dann er hat immer wieder versucht, äh, und dann, es ist einfach 

passiert." (sic!) Die sexuellen Kontakte seien im gegenseitigen Einverständnis  

erfolgt. Dies sei in seiner Wohnung oberhalb der Bar am ...platz (teilweise als Piz-

zeria bezeichnet) geschehen. Sie hätten mit Kondomen verhütet, aber nicht jedes 

Mal. Er habe sie angelogen, dass er sie liebe, aber habe eine Freundin gehabt. Er 

habe seit 3 Jahren eine Freundin, aber ihr (der Privatklägerin) immer gesagt, dass 

es schon vorbei sei. Sie habe herausgefunden, dass das nicht stimme. Er habe 

ihrer Mutter erzählt, dass er eine Freundin habe. Sie liebe ihn heute immer noch.  

Auf Befragen erklärte sie weiter, einmal sei sie mit F._____ auseinander gewe-

sen. In dieser Zeit, Oktober oder November (2012), habe sie einen Freund ge-

habt, der "B1._____" (gemeint: der Beschuldigte) heisse. Mit diesem sei sie ein, 

zwei Monate zusammen gewesen. Es sei mit B1._____ "ein einziges Mal" zu ei-

nem sexuellen Kontakt gekommen. Dies sei im gleichen Haus, wo F._____ ge-

wohnt habe, geschehen, nur in einer anderen Wohnung (über der Pizzeria). Sie 

habe ihn gemocht, aber das sei keine Freundschaft gewesen. Es sei nicht alles in 

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ihrem Einverständnis passiert. Sie habe ihn oral befriedigen müssen, was sie 

nicht gewollt habe. Das habe sie ihm gesagt. Er habe "ein ganz wenig aggressi-

ver" reagiert, "aber nicht so sehr." Sie habe keine Angst gehabt. Der vaginale Sex 

sei okay für sie gewesen. Der orale Geschlechtsverkehr habe "1, 2, 3 Minuten" 

gedauert. Er sei zum Samenerguss gekommen und habe in ihren Mund ejakuliert. 

Zuerst hätten sie normal Sex gehabt, also vaginal, dann habe sie ihn oral befrie-

digen müssen. Sie hätten mit Kondomen verhütet. Es sei das erste Mal für sie 

gewesen, einen Mann oral zu befriedigen. Es sei mit dem Beschuldigten nur ein-

mal zu einem sexuellen Kontakt gekommen.  

Weiter führte Sie auf Befragen aus, F._____ sei ihr erster Mann im Bereich der  

Sexualität gewesen und habe sie entjungfert. Sie sei von ihm schwanger gewor-

den und es habe eine Abtreibung gegeben. Sie habe es F._____ nicht gesagt. 

Über die Abtreibung wolle sie nicht reden (Urk. 9/1 S. 3 ff.). 

Über ein Jahr später, anlässlich der zweiten Einvernahme bei der Polizei vom 

12. März 2014, identifizierte die Privatklägerin den Beschuldigten auf einem Bild 

und bezeichnete ihn mit seinem korrekten Namen "B._____". Sie führte aus, dies 

sei sein offizieller Name. Sie habe schon vorher beide Namen ("B1._____" und 

B._____) gekannt. Es sei damals zu einem sexuellen Kontakt zwischen ihr und 

dem Beschuldigten gekommen. Wie viele Male das passiert sei, wisse sie nicht. 

Es sei an seinem Wohnort geschehen, in der Pizzeria, wo ihre Mutter gearbeitet 

habe. Die Wohnung sei im ersten Stock, die letzte Türe. Im Zimmer habe es ein 

Bett in der Ecke, einen Fernsehapparat und einen Schrank. Es habe keine Küche 

gehabt und das Bad sei draussen gewesen und von allen anderen zusammen 

benützt worden.  

Auf Befragen führte Sie mit jeweils kurzen Antworten aus, zum sexuellen Kontakt 

sei es am Abend gekommen. Es sei warm gewesen. "Ich denke, es war Frühling 

oder Sommer. Und es war ca. vor einem Jahr. Ich weiss es nicht genau." Es sei 

sechs, sieben Mal zum sexuellen Kontakt gekommen. Auf die Frage nach der 

Häufigkeit der sexuellen Kontakte antwortete die Privatklägerin: "Vielleicht zwei 

Mal die Woche. Ich weiss es nicht." Sie habe keinen Oralverkehr gewollt. Sie  

habe den Oralverkehr zwei Mal machen müssen. Dies sei bei ihm in der  

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Wohnung geschehen. Es sei Abend gewesen, Genaueres könne sie nicht sagen. 

Sie habe dem Beschuldigten nicht gesagt, dass sie das nicht wolle. Er habe es 

begonnen und sie habe nicht gewusst, was sagen. Sie habe keine Angst gehabt, 

aber sie habe sich nicht wohl gefühlt. Auf die suggestive Frage, ob sie es dem 

Beschuldigten auch nicht gesagt habe, antwortete die Privatklägerin, sie habe ihm 

gesagt, er solle aufhören. Er habe nichts darauf gesagt und weiter gemacht. Sie 

wisse nicht, weshalb sie ihn einfach nicht mehr oral befriedigt habe. Auf die  

Frage, ob sie versucht habe, sich zu wehren, antwortete die Privatklägerin ja, "ich 

habe versucht, ihn ein wenig von mir wegzustossen." Auf Frage bestätigte die  

Privatklägerin, sie hätten auch vaginalen Geschlechtsverkehr miteinander gehabt, 

und erklärte in der Folge spontan, der Beschuldigte habe ihr ihre Jungfräulichkeit 

genommen. Sie habe etwas getrunken. Er habe sie auf einen Drink eingeladen. 

Sie wisse nicht, ob sie das gewollt habe, oder nicht. "Aber eben, ich war eigentlich 

betrunken." In der Folge brach sie in Tränen aus und erklärte, sie habe ihre Jung-

fräulichkeit nicht so verlieren wollen. "Er hat mich ja gar nicht geliebt. Ich wollte es 

anders."  

In der gleichen Einvernahme führte sie auf Befragen weiter aus, sie habe ihre 

Jungfräulichkeit in einem Park irgendwo in der Stadt Zürich neben dem Haus ihrer 

Freundin verloren. Sie habe den Beschuldigten "ca. ein bis zwei Mal" oral befrie-

digt. Sie habe ihn ohne Gummi befriedigt. Er habe in ihren Mund ejakuliert. Sie 

habe es ausgespuckt. Auf die Frage, wie oft das vorgekommen sei, antwortete 

sie: "Das ist nur einmal vorgekommen." Auf die Frage, wie es beim anderen Mal 

gewesen sei, antwortete die Privatklägerin, es habe zwei Minuten lang gedauert 

und er habe nicht in ihren Mund ejakuliert. Das zweite Mal, wo sie Oralsex gehabt 

hätten, hätten sie nachher vaginalen Geschlechtsverkehr gehabt. Dann habe er 

sein Glied herausgezogen, bevor er ejakuliert habe. Beim ersten Mal hätten sie 

(vaginalen) Geschlechtsverkehr haben wollen. Sie habe die Mens gekriegt und 

dann habe er "sich selbst befriedigt." Sie sei im Bett gelegen. Er sei zu ihr ge-

kommen. Es sei so gewesen, wie wenn sie eine Puppe gewesen wäre. Er sei auf 

ihren Mund gesessen. Dann habe er in ihren Mund ejakuliert. Er habe sich mit ihr 

selbst befriedigt. Das heisst, sie habe ja nichts gemacht. Sie habe ihm nicht eins 

blasen wollen. Er sei auf ihrem Kopf gesessen und habe ihren Mund wie ein Loch 

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benützt. Sie habe das sechs Minuten machen müssen. Sie habe versucht, ihm zu 

erklären, dass sie das nicht wolle. Er habe das mitbekommen. Sie habe versucht, 

ihn wegzustossen. Er habe nicht reagiert, sondern es weiter gemacht. Das sei 

das letzte Mal gewesen. Sie habe es ausgespuckt und ihm gesagt, es sei ekel-

haft. Sie habe sich angezogen und sei nach Hause gegangen. Seit dem Vorfall 

hätten sie nicht mehr miteinander gesprochen. Es sei im gleichen Monat gewe-

sen, wie der andere Oralverkehr. Beim anderen Oralverkehr habe sie ihm nicht 

gesagt, dass sie dies nicht wolle, sondern habe von sich aus nicht weiter  

gemacht. Er habe nicht bemerkt, dass sie das nicht gerne mache, sondern sie 

habe einfach aufgehört. "Beim ersten Mal lief alles normal. Danach haben wir 

auch Fernsehen geschaut." In der Beziehung zum Beschuldigten habe sie sich 

wohl gefühlt. Sie seien in Bars gegangen und hätten auch Billard gespielt. Nach 

einem Blick auf ihr Mobiltelefon erklärte sie, der erste sexuelle Kontakt "sei  

243 Tage vor dem 8. Mai 2013" gewesen (Urk. 9/4). 

Im Rahmen derselben Einvernahme wurde die Privatklägerin gefragt, ob sie noch 

etwas ergänzen möchte. Sie berichtete in der Folge spontan von einer Busfahrt 

nach Winterthur. Im Gegensatz zu ihren früheren Antworten, welche meist ein-

silbig oder karg blieben, erzählte sie ausführlich und meist von sich aus, dass  

anlässlich dieser Busfahrt die Kontrolleure gekommen seien. Wahrscheinlich  

habe sie ihr Billett verloren. Die Kontrolleure hätten sie gefragt, wie alt sie sei. Sie 

hätte ihnen gesagt, dass sie fünfzehn sei. Und danach sei er (gemeint: der  

Beschuldigte) wütend gewesen, also dass sie ihr Billett verloren habe, und er  

habe gesagt, sie solle nicht sagen, dass sie mit ihm zusammen sei. Sie solle nicht 

sagen, dass sie mit ihm zum Beispiel in eine Bar gehe. Dort hätten sie ja noch 

nicht miteinander geschlafen (Urk. 9/4 S. 19f.). Sie hätten in eine Bar in  

Winterthur gewollt. Es sei eine … Bar. Der Name sei "G._____". Diese Bar befin-

de sich zwei Minuten vom Bahnhof entfernt (Urk. 9/4 S. 24 f.). 

Auf den Hinweis, bei der ersten Befragung habe sie ausgesagt, dass F._____ sie 

entjungfert habe, antwortete die Privatklägerin: "Ich weiss es nicht, ob ich das  

gesagt habe. Aber er (gemeint: der Beschuldigte) hat mich entjungfert." (Urk. 9/4 

S. 25). 

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Auf den weitern Hinweis, bei der ersten Einvernahme habe sie von einem  

einzigen sexuellen Kontakt mit dem Beschuldigten berichtet, erklärte die Privat-

klägerin: "Was ich jetzt sage, ist vollkommen wahr." Sie habe keine Ahnung,  

warum sie bei der letzten Einvernahme von einem Jahr etwas anderes erzählt 

habe (Urk. 9/4 S. 26). F._____ habe in der ersten Phase keinen sexuellen Kontakt 

mit ihr gehabt. Er habe sie gefragt, ob sie Jungfrau sei. "Ich sagte ja und deshalb 

hat er es auch nicht versucht." (Urk. 9/4 S. 30). Es sei ziemlich lange her. Es sei 

ihr unangenehm. Sie möchte sich nicht daran erinnern. Sie sei sich hundert-

prozentig sicher, dass der Beschuldigte ihre Jungfräulichkeit genommen habe 

(Urk. 9/4 S. 31). Sie wisse nicht, wann sie schwanger gewesen sei (Urk. 9/4 

S. 32). 

Auf die Frage, weshalb sie damals Kondome erwähnt habe und heute aussage, 

es sei ungeschützter Geschlechtsverkehr gewesen, erklärte die Privatklägerin: 

"Ich erinnere mich nicht mehr so genau. Vielleicht haben wir einmal Kondome  

benützt. Ich weiss es nicht mehr." Sie habe versucht, das Ganze zu vergessen, 

vielleicht sei das der Grund, warum sie sich nicht an alles erinnern könne 

(Urk. 9/4 S. 27). 

Im Rahmen derselben Einvernahme führte sie weiter aus, der Beschuldigte habe 

beim Oralverkehr nicht versucht, sie zu fixieren, als er auf ihr gesessen sei. Sie 

wisse nicht, wo ihre Arme gewesen seien. Sie glaube unten. Sie habe ihre Hände 

oder Arme nicht hervorziehen können, weil er auf ihren Händen gesessen sei. Sie 

habe versucht, in wegzustossen, habe es aber nicht geschafft. Sie sei in dieser 

Situation ganz nackt gewesen und er auch (Urk. 9/4 S. 28). 

Das Berufungsgericht konnte sich gestützt auf die Videoaufnahmen bei der  

Polizei einen persönlichen Eindruck der Privatklägerin verschaffen. Ihre Aus-

sagen, ihre Mimik und ihr Aussageverhalten sind in den Videoaufnahmen ebenso 

deutlich erkennbar wie die Art und Weise des Zustandekommens der Schilderun-

gen (vgl. Urk. 9/3, 9/6, 9/7). Unter diesen Umständen erschien es nicht notwendig, 

die Privatklägerin erneut im Berufungsverfahren persönlich zu Befragen. Im  

Übrigen lagen keine konkreten und gewichtigen Umstände vor, dass das Aus-

sageverhalten an sich einen entscheidenden Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der 

- 16 - 

Privatklägerin bzw. die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hatte (vgl. Urteil des  

Bundesgerichts 6B_430/2015 vom 12. Juni 2015, E. 2.3.2). Ganz allgemein  

stehen ohnehin Realitätskriterien sowie das Fehlen von Fantasiesignalen im  

Mittelpunkt der Aussageanalyse.  

4. Weitere Aussagen 

Die Aussagen während der Untersuchung der Zeugin H._____ und des  

Zeugen F._____ sowie die Aussagen des Beschuldigten wurden von der Vo-

rinstanz zutreffend wiedergegeben (Urk. 39 S. 17 ff.), weshalb zur Vermeidung 

von Wiederholungen primär darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Zusammengefasst lassen sich den Schilderungen keine Hinweise auf die Verwirk-

lichung des Sachverhalts oder eines Teils davon entnehmen, zumal sie teilweise 

vom Hörensagen stammen. 

Nachfolgend ist daher einzig zu prüfen, ob die Aussagen der Privatklägerin der-

gestalt klar und glaubhaft sind, dass sie für die Erstellung des Anklagesach-

verhalts bzw. für eine Verurteilung genügen. 

5. Würdigung 

Die Vorinstanz hat eine sorgfältige, fundierte und plausible Beweiswürdigung vor-

genommen. Ihr Fazit ist schlüssig, wonach erhebliche, nicht zu unterdrückende 

Zweifel darüber bestehen, dass sich die dem Beschuldigten vorgeworfenen Sach-

verhalte tatsächlich so zugetragen hätten. Entsprechend könnten die Anklage-

sachverhalte nicht rechtsgenügend erstellt werden, weshalb der Beschuldigte in 

dubio pro reo von der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB und der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB frei-

zusprechen sei (Urk. 39 S. 24 ff.). In Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO kann 

auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden und sind nachfolgend nur 

noch einzelne Punkte hervorzuheben resp. zu präzisieren. 

Bei der Analyse der Aussagen der Privatklägerin unter Einbezug ihres Verhaltens 

in den Videoaufnahmen fällt in erster Linie auf, dass es ihr in den beiden Einver-

nahmen vom 19. Februar 2013 und 12. März 2014 schwer fiel, Aussagen zur  

- 17 - 

Sache zu machen. Sie erzählte den Vorfall nicht von sich aus, sondern beantwor-

tete die meisten Fragen kurz und einsilbig. Auch wenn dies nach einem unange-

nehmen Erlebnis ohne Weiteres nachvollziehbar erscheint, fällt doch auf, dass 

 ihre Antworten auffallend detailarm und meist ohne Erwähnung von weiteren 

Umständen wie inneren Vorgängen (Gefühlslage, Gedankengänge, Erinnerun-

gen) oder nebensächlichen äusserlichen Vorgängen ausfielen. Während sie im 

Wesentlichen zu sämtlichen Aspekten einzeln befragt wurde und jeweils nur kurze 

Antworten gab, zeigte sich die Privatklägerin in einem Nebenpunkt durchaus red-

selig und schilderte im Gegensatz zu ihren früheren Aussagen spontan und frei, 

wie sie mit dem Beschuldigten im Bus nach Winterthur gefahren sei und wie die 

Fahrscheinkontrolle stattgefunden habe, wie der Beschuldigte wütend geworden 

sei und wo sich die Bar in Winterthur befunden habe (Urk. 9/4 S. 19, S. 24). Unter 

diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der persönliche Auskunftsstil und 

auch die Nervosität als wichtige Ursachen für die karge und mit wenigen Reali-

tätsmerkmalen aufwartende Aussage ausgeschlossen werden können. 

Die Privatklägerin blieb indes nicht nur in Bezug auf die sexuellen Kontakte ober-

flächlich, sondern auch hinsichtlich des erzwungenen Oralverkehrs auffallend 

wortkarg. So fehlen in ihren Schilderungen zahlreiche Hinweise auf tatsächlich Er-

lebtes, wie es von anderen Opfern eines Sexualdelikts regelmässig und spontan 

geschildert wird. Dabei ist primär an die eigene Gefühlslage wie Schock, Hilflosig-

keit oder Angst etc. zu denken, aber auch an weitere Umstände, die vor, während 

und nach dem Vorfall herrschten. Vielen Opfern bleiben Nebensächlichkeiten im 

Tatzeitpunkt genau wie das Hauptereignis noch lange Zeit in Erinnerung, welche 

als Realitätskriterien die Schilderung sehr glaubhaft machen. Demgegenüber  

erscheinen die Aussagen der Privatklägerin mangels solcher Realitätskriterien 

wenig glaubhaft. 

Insbesondere erscheint ihre Schilderung des erzwungenen Oralverkehrs schwer 

nachvollziehbar. Nach eigenen Aussagen hatte sie einen früheren Oralverkehr 

dadurch beendet, dass sie schlicht nicht mehr mitmachte. Es bleibt indessen  

unklar, wie der zweite Oralverkehr genau ablief und weshalb sich die Privatkläge-

rin dazu – im Gegensatz zum ersten – genötigt sah. Weder machte sie Angst vor 

- 18 - 

dem Beschuldigten geltend noch führte sie aus, wie sie körperlich gezwungen 

worden sei. Sie schilderte nicht, wo sich die Hände des Beschuldigten befanden 

und weshalb sie den Oralverkehr nicht wie anlässlich eines früheren Oralverkehrs 

selbst beenden konnte, indem sie beispielsweise ihren Kopf zur Seite drehte. 

Wenn die Privatklägerin statt dessen ausführt, sie habe versucht, den Beschuldig-

ten wegzustossen, erscheint dies unglaubhaft, weil sie gemäss späteren Angaben 

ihre Arme nicht unter dem Beschuldigten hervorziehen konnte bzw. er während 

des Oralverkehrs auf ihren Händen sass. In dieser Position konnte sie nicht ver-

sucht haben, den Beschuldigten während des Oralverkehrs wegzustossen. 

Mit der Vorinstanz müssen die Diskrepanzen in den Schilderungen, insbesondere 

in Bezug auf die Kernpunkte, als auffällig bezeichnet werden. So verwies die Vor-

instanz zu Recht auf den Umstand, es sei schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass 

die Privatklägerin widersprüchliche Angaben betreffend die Person ihres ersten 

Sexualpartners, des Zeitpunkts, der Umstände und der Anzahl der Sexual-

kontakte mache (Urk. 29 S. 28, S. 30).  

Konfrontiert mit Widersprüchen, beharrte die Privatklägerin auf ihrer zuletzt  

genannten Version. Beispielsweise pochte sie darauf, mit dem Beschuldigten 

sechs bis sieben Mal Sex gehabt zu haben, obwohl sie in der ersten Einvernahme 

mehrfach betont hatte, es sei lediglich ein einziges Mal zu Geschlechtsverkehr 

gekommen. Ihre Begründung in der zweiten Einvernahme "Was ich jetzt sage ist 

vollkommen wahr." bildet für diesen Widerspruch genauso wenig eine Erklärung 

wie der Hinweis auf den Zeitablauf und einen damit einhergehenden Erinnerungs-

verlust.  

Wenn die Privatklägerin zudem ausführt, sie sei zwar von F._____ schwanger  

geworden, wisse aber nicht, wann dies gewesen sei (Urk. 9/4 S. 32) bzw. die  

Abtreibung vorgenommen habe, wirkt dies angesichts einer solch einschneiden-

den Erfahrung im Leben einer jungen Frau ebenso wenig glaubhaft. 

Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die widersprüchlichen 

Aussagen der Privatklägerin kein Bild von real Erlebtem ergeben bzw. dass sich 

nicht zweifelsfrei ein Zusammenhang zwischen ihren Schilderungen und der  

- 19 - 

Person des Beschuldigten herstellen lässt. Ihre Aussagen weisen in massgebli-

chen Fragen Widersprüche auf, welche weder durch die Privatklägerin selbst 

noch durch die weiteren Beweismittel oder Zeugenaussagen erklärt werden kön-

nen. Mangels weiterer belastender Beweismittel lassen sich die Anklagesach-

verhalte nicht rechtsgenügend erstellen. Der Beschuldigte ist daher von den Vor-

würfen der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 

StGB und der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

IV. Zivilansprüche 

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen, wenn die beschuldigte Person 

freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif ist (Art. 126 Abs. 2 

StPO). Spruchreif ist eine Klage, wenn über den Zivilanspruch ohne Weiterungen 

aufgrund der im bisherigen Verfahren gesammelten Beweise entschieden werden 

kann. Das ist nicht der Fall, wenn ein Beweisverfahren durchgeführt werden 

müsste (vgl. BSK StPO-Dolge, Art. 126 N 41 f.). 

Vorliegend wird der Beschuldigte freigesprochen, weil der Sachverhalt nicht  

erstellt und damit für ein Zivilurteil auch nicht spruchreif ist. Mithin ist die Privat-

klägerin sowohl mit ihrer Genugtuungsforderung sowie mit ihrem Antrag auf Fest-

stellung auf Schadenersatz dem Grundsatz nach auf den Weg des Zivilprozesses 

zu verweisen. 

V. Löschung DNA-Profil 

Der Beschuldigte liess den Antrag stellen, sein DNA-Profil sei definitiv löschen zu 

lassen (Urk. 66 S. 1). Abklärungen beim Amt für Justizvollzug, Bewährungs- und 

Vollzugsdienste, Koordinationsstelle VOSTRA / DNA, haben ergeben, dass im 

vorliegenden Verfahren vom Beschuldigten kein DNA-Profil erstellt wurde, mithin 

auch keine Löschung angeordnet werden kann (vgl. Urk. 68).   

- 20 - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss ist die Kosten- und Entschädigungsregelung des vorinstanzli-

chen Urteils (Dispositiv Ziff. 3) zu bestätigen. 

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend hat einzig die 

Privatklägerin Berufung erhoben. Da sie vollständig unterliegt, hat sie die Kosten 

des Berufungsverfahrens, inklusive jene der amtlichen Verteidigung und der un-

entgeltlichen Rechtsvertretung zu tragen (vgl. BGE 139 IV 45, E. 1.2.). 

Forderungen aus Verfahrenskosten können von der Strafbehörde unter Berück-

sichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen Person erlassen 

werden (Art. 425 StPO). Um auf die prekäre finanzielle Lage von Parteien Rück-

sicht zu nehmen, kann, insbesondere wenn die Verfahrenskosten uneinbringlich 

sind, auf die Kostenauflage verzichtet werden (Schmid, StPO Praxiskommentar, 

2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 425 N 4).  

Angesichts des Alters der heute 18-jährigen Privatklägerin rechtfertigt es sich vor-

liegend ausnahmsweise, ihr die Verfahrenskosten, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, zu erlassen. 

Das Gericht beschliesst: 

1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 4. März 2015 wird Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abtei-

lung, vom 3. März 2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. (in Bezug auf die Freisprüche vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung i.S.v.  

Art. 123 Ziff. 1 StGB und vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB). 

- 21 - 

2.-3. (…) 

4. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten wird für seine Bemühungen und Bar-

auslagen mit Fr. 7'940.40 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft wird für ihre Bemühungen und 

Barauslagen mit Fr. 7'501.25 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

6.-7. (…)" 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

4. Gegen Ziff. 1 dieses Entscheids kann bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.  

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist weiter nicht schuldig der sexuellen Handlun-

gen mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nöti-

gung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB und wird von diesen Vorwürfen vollumfäng-

lich freigesprochen. 

2. Die Privatklägerin wird mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Disp. Ziff. 3) 

wird bestätigt. 

- 22 - 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'923.50   amtliche Verteidigung  (RA Dr. Y._____) 

Fr. 5'282.30   unentgelt. Vertreter  der Privatklägerin  (RA X._____) 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, werden der 

Privatklägerin auferlegt, aber erlassen. 

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten; 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich; 

− an den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel  
für sich und zuhanden der Privatklägerin;  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten; 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich; 
− den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel  

für sich und zuhanden der Privatklägerin 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben ge-

mäss § 54a PolG 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 46. 

7.  Der Beschuldigte kann innert 10 Tagen seit Erhalt des Entscheids beim 

Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich oder mündlich 

eine neue Beurteilung des in seiner Abwesenheit ergangenen Urteils ver-

langen. Im Gesuch hat der Beschuldigte kurz zu begründen, weshalb er an 

- 23 - 

der Berufungsverhandlung nicht teilnehmen konnte. Das Gericht lehnt das 

Gesuch ab, wenn der Beschuldigte ordnungsgemäss vorgeladen worden, 

aber der Berufungsverhandlung unentschuldigt ferngeblieben ist (Art. 368 

Abs. 2 und 3 StPO, Art. 379 StPO). 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 5. Oktober 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 
 

 

	Urteil vom 5. Oktober 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 43 S. 42 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist der eingeklagten Delikte nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die Zivilklage der Privatklägerschaft (Schadenersatz und Genugtuung) wird auf den Zivilweg verwiesen.
	3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten wird für seine Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 7'940.40 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft wird für ihre Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 7'501.25 (inkl. MwST) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6. (Mitteilung)
	7. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
	1. Die Berufung sei abzuweisen, unter entsprechenden Kosten- und  Entschädigungsfolgen gemäss Art. 428 StPO.
	2. Das DNA-Profil des Beschuldigten bei der Polizei sei definitiv löschen  zu lassen, es sei der entsprechende Auftrag zu erteilen.
	1. Der Berufungsbeklagte sei der mehrfachen sexuellen Handlungen mit  Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der sexuellen  Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen;
	2. der Berufungsbeklagte sei angemessen zu bestrafen;
	3. der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin  eine Genugtuung von CHF 7'000 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 11. Dezember 2012 zu bezahlen;
	4. es sei festzustellen, dass der Berufungsbeklagte dem Grundsatze nach  gegenüber der Berufungsklägerin für den Schaden aus dem eingeklagten Ereignis vollumfänglich haftet;
	5. Sämtliche Prozess- und Verfahrenskosten seien dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte
	II. Prozessuales
	III. Sachverhalt
	1. Anklagevorwurf und Standpunkte der Beteiligten
	2. Rechtliches
	3. Aussagen der Privatklägerin
	4. Weitere Aussagen
	5. Würdigung
	IV. Zivilansprüche
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. März 2015 wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 3. März 2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. (in Bezug auf die Freisprüche vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung i.S.v.  Art. 123 Ziff. 1 StGB und vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB).
	2.-3. (…)
	4. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten wird für seine Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 7'940.40 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft wird für ihre Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 7'501.25 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6.-7. (…)"
	3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	4. Gegen Ziff. 1 dieses Entscheids kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist weiter nicht schuldig der sexuellen Handlungen mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB und wird von diesen Vorwürfen vollumfänglich freigesprochen.
	2. Die Privatklägerin wird mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Disp. Ziff. 3) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, werden der Privatklägerin auferlegt, aber erlassen.
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten;
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich;
	 an den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel  für sich und zuhanden der Privatklägerin;
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten;
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich;
	 den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel  für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Vorinstanz
	 die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben gemäss § 54a PolG
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 46.

	7.  Der Beschuldigte kann innert 10 Tagen seit Erhalt des Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich oder mündlich eine neue Beurteilung des in seiner Abwesenheit ergangenen Urteils verlangen. Im Gesuch hat der Beschul...
	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.