# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 878a9634-73a3-5c1e-aab9-99a1eca9a404
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.07.2023 SB220133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220133_2023-07-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220133-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Langmeier, Präsident, Oberrichterin  

lic. iur. Bertschi und Ersatzoberrichter lic. iur. Kessler sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw Boese 

 

Urteil vom 18. Juli 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

ab 8. März 2022 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfacher betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungs-
anlage 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht 
Strafsachen, vom 29. Oktober 2021 (GG210033) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 18. August 

2021 (Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von 

Fr. 62'154.79 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 13. September 2019 zu bezah-

len. Im übrigen Umfang wird die Forderung auf den Zivilweg verwiesen. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:  

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'900.00   Total 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für Anwaltskosten eine 

Prozessentschädigung von Fr. 4'115.75 (inkl. Mehrwertsteuer in Höhe von 

Fr. 294.25 und Barauslagen in Höhe von Fr. 229.–) zu bezahlen. 

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Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 39 S. 1 f.; Urk. 57 S. 1) 

1. Die Dispositivziffern 1, 2 und 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Diels-

dorf, Einzelgericht Strafsachen, vom 29. Oktober 2021 seien aufzuhe-

ben und das Strafverfahren gegen den Beschuldigten sei einzustellen; 

eventualiter sei er von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und die 

Zivilforderung der Privatklägerin sei abzuweisen; eventualiter sei diese 

auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen. 

3. Die Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und es 

seien die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Die Dispositivziffer 7 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und es 

sei der Antrag der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte zu ver-

pflichten sei, ihr eine Prozessentschädigung zu leisten, abzuweisen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. 43, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerschaft: 

(Urk. 59 S. 2) 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist, und das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, 

Einzelgericht Strafsachen, vom 29. Oktober 2021 sei zu bestätigen. 

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6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen; eventualiter seien diese auf die Staatskasse zu nehmen. Der 

Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Prozessent-

schädigung von Fr. 2'690.80 für ihre anwaltliche Vertretung im Beru-

fungsverfahren zu bezahlen. 

 

_____________________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Verfahrensverlauf / Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Urteil 

des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht Strafsachen, vom 29. Oktober 2021 

liess der Beschuldigte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 27; Prot. I S. 13; 

Urk. 29) und mit Eingabe vom 8. März 2022 fristgerecht die Berufungserklärung 

einreichen (Urk. 34/1; Urk. 37; Urk. 39).  

2. Mit Präsidialverfügung vom 18. März 2022 wurde die Berufungserklärung 

der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft zugestellt sowie Frist angesetzt, um 

zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben oder ein Nichteintreten auf die Beru-

fung des Beschuldigten beantragt werde (Urk. 41). Mit Eingabe vom 21. März 

2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils und verzichtete damit sinngemäss auf die Erhebung einer Anschlussberufung 

(Urk. 43). Die Privatklägerin liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

3. Auf entsprechendes Gesuch wurde mit Präsidialverfügung vom 15. Juni 

2022 der bisher erbetene Verteidiger des Beschuldigten mit Wirkung ab 8. März 

2022 als amtliche Verteidigung bestellt (Urk. 51). 

4. Nachdem der ursprüngliche Verhandlungstermin vom 13. Dezember 2022 

verschoben werden musste, fand am 16. Mai 2023 die Berufungsverhandlung 

statt (Urk. 53; Urk. 54; Prot. II S. 4 ff.). Anlässlich derselben hielt der Beschuldigte 

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an den eingangs wiedergegebenen Anträgen gemäss seiner schriftlichen Beru-

fungserklärung vom 8. März 2022 fest (Urk. 57 S. 1). Er wendet sich mit seiner 

Berufung gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen mehrfachen betrügeri-

schen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 

StGB und beantragt, er sei von diesem Vorwurf freizusprechen (Dispositivziffer 1). 

Als Folge davon verlangt er die Aufhebung der Dispositivziffern 2 und 3 (Strafe 

und Vollzug). Der Beschuldigte ficht sodann die Dispositivziffer 4 an und bean-

tragt, die Zivilforderung der Privatklägerin sei abzuweisen, eventualiter sei diese 

auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. Die Berufung des Beschuldigten 

richtet sich sodann gegen die vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 6) 

und die Zusprechung einer Prozessentschädigung an die Privatklägerin (Disposi-

tivziffer 7; Urk. 39 S. 1). In diesem Umfang steht das vorinstanzliche Urteil unter 

Vorbehalt des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) zur Disposition. 

Unangefochten blieb einzig die Dispositivziffer 5 betreffend Festsetzung der Ver-

fahrenskosten.  

Die Privatklägerin liess anlässlich der Berufungsverhandlung die Abweisung der 

Berufung des Beschuldigten und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils be-

antragen (Urk. 59 S. 2).  

5. Nach Abschluss der Parteiverhandlungen verzichteten die anwesenden Par-

teivertreter auf eine mündliche Urteilseröffnung bzw. erklärten sich mit der schrift-

lichen Eröffnung des Berufungsentscheids einverstanden (Prot. II S. 24). 

II. Prozessuales 

1. Verletzung des Anklageprinzips 

1.1. Die Verteidigung rügte anlässlich der Berufungsverhandlung eine Verlet-

zung des Anklageprinzips und beantragte, das Verfahren gegen den Beschuldig-

ten sei einzustellen. Eventualiter sei dieser freizusprechen. Zur Begründung ihres 

Antrags führte die Verteidigung aus, der angeklagte Sachverhalt genüge den An-

forderungen von Art. 9 und Art. 325 StPO nicht, da bei mehrfacher Tatbegehung 

gegen dasselbe Rechtsgut die einzelnen Handlungen zu spezifizieren bzw. die 

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jeweiligen Taten, Tatorte und Tatzeiten einzeln aufzulisten seien. Eine Ausnahme 

lasse das Bundesgericht nur bei gewerbsmässiger Tatbegehung zu. Eine solche 

sei vorliegend jedoch nicht angeklagt. Sodann liege kein Fall vor, in dem ein hö-

herer Detaillierungsgrad aus praktischen Gründen nicht möglich oder unzumutbar 

sei. Vielmehr wäre die Staatsanwaltschaft durchaus in der Lage gewesen, die 

einzelnen Taten, die dem Beschuldigten vorgeworfen werden, in die Anklage-

schrift aufzunehmen. Schliesslich lasse sich nicht sagen, dass dem Beschuldigten 

trotz verschiedener Ungenauigkeiten im Anklagevorwurf hätte klar sein müssen, 

was ihm im Einzelnen vorgeworfen werde und wie er sich dagegen verteidigen 

könne. Eine andere Auffassung würde "in grober Verkennung der Unschuldsver-

mutung" dazu führen, dass der Beschuldigte darzulegen hätte, inwiefern etwa der 

ihm vorgeworfene Deliktsbetrag unmöglich stimmen könne, Dritttäterschaft in 

Frage komme bzw. aktenkundige Dritttäterschaft dem Beschuldigten vorgeworfe-

ne Taten begangen habe (Urk. 57 Rz. 1 ff.). 

1.2. Die Anklageschrift bezeichnet gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO möglichst 

kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Be-

schreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Nach dem 

Anklageprinzip bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfah-

rens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO, Art. 29 Abs. 2 und 

Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK). Zugleich bezweckt es 

den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert 

den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 144 I 234 

E. 5.6.1; BGE 143 IV 63 E. 2.2; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; Urteile des Bundesge-

richts 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.3; 6B_918/2020 vom 19. Januar 

2021 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss aus der Anklage 

ersehen können, wessen sie angeklagt ist, damit sie sich in ihrer Verteidigung 

richtig vorbereiten kann. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat 

(BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen).  

1.3. Bei mehrfacher Tatbegehung handelt es sich um selbständige Taten, die 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung einzeln in der Anklageschrift aufge-

führt werden müssen (BGE 120 IV 348 E. 3.f mit Hinweis). Gleichartige strafbare 

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Handlungen gegen dasselbe Rechtsgut, die nicht in einem Kollektivdelikt aufge-

hen, sind folglich zu spezifizieren, d.h. es sind die jeweiligen Tatorte, Tatzeiten 

und geschädigten Personen zu bezeichnen (HEIMGARTNER/NIGGLI, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 20 zu Art. 325 StPO). Ungenauigkeiten hin-

sichtlich Zeit-, Orts- oder Personenangaben oder hinsichtlich des Deliktsbetrags 

verletzen das Anklageprinzip allerdings nicht zwingend, weshalb eine mangelhafte 

Anklage unter Umständen gleichwohl zu einer Verurteilung führen kann. Massge-

bend ist, ob die Funktionen des Anklagegrundsatzes zur Umgrenzung und Infor-

mation gleichwohl erfüllt werden. Bei formellen und materiellen Mängeln ist des-

halb jeweils konkret zu prüfen, ob diesen Anforderungen an die Anklageschrift 

Genüge getan wird. Ergibt eine Gesamtbetrachtung, dass ein Sachverhalt Gegen-

stand der Anklage bildet und der Beschuldigte genau weiss, was ihm vorgeworfen 

wird, liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in einer darauf basieren-

den Verurteilung keine Verletzung des Anklagegrundsatzes (HEIMGARTNER/NIGGLI, 

a.a.O., N 46 zur Art. 9 StPO sowie N 7, N 20 und N 37 zu Art. 325 StPO).  

1.4. Der Verteidigung ist zuzustimmen, dass die Staatsanwaltschaft zwar eine 

mehrfache Tatbegehung anklagt, jedoch nicht im Einzelnen spezifiziert, an wel-

chen Tagen und zu welchen Uhrzeiten innerhalb des Deliktszeitraums der Be-

schuldigte welche Einzelhandlungen begangen haben soll und welches der dar-

aus jeweils resultierende Deliktsbetrag ist. Der Anklageschrift lässt sich einzig 

entnehmen, der Beschuldigte habe im Zeitraum zwischen dem 1. April 2019 und 

dem 12. September 2019 "diverse" B._____-Belege am entsprechenden Automa-

ten der Privatklägerin generiert, die jeweiligen Spieleinsätze aber nicht über die 

Kasse eingebucht und damit nicht für seine Teilnahme am Tippspiel bezahlt. Die 

Spieleinsätze seien in der Folge der Geschädigten belastet worden, wodurch die-

ser ein Differenzbetrag von insgesamt Fr. 68'984.71 entstanden sei (Urk. 17 S. 2). 

Der Staatsanwaltschaft wäre gestützt auf die polizeilichen Auswertungen und Er-

mittlungen durchaus möglich gewesen, in der Anklageschrift diejenigen Einzelta-

ten samt der massgebenden Zeitangaben und Angaben zum Deliktsbetrag aufzu-

listen, welche dem Beschuldigten zur Last gelegt werden. Nachfolgend ist zu prü-

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fen, ob die Anklage trotz dieses Mangels den Funktionen des Anklagegrundsat-

zes genügt. 

1.5. Dabei ist relevant, dass das zur Anklage gebrachte Vorgehen des Be-

schuldigten in die Nähe einer gewerbsmässigen Tatbegehung im Sinne von 

Art. 147 Abs. 2 StGB rückt. Darauf wird nachfolgend weiter einzugehen sein 

(E. IV.2.10.). Bereits an dieser Stelle ist vorwegzunehmen, dass der Beschuldigte 

stets nach demselben Handlungsmuster vorging, welches in der Anklageschrift 

näher beschrieben wird. Die einzelnen Tathandlungen führte er jeweils an seinem 

früheren Arbeitsort, der C._____ GmbH an der D._____-strasse ... in E._____, 

aus. Neben dem identischen Tatort standen die Handlungen auch in einem zeitli-

chen Zusammenhang. So folgt aus dem Beweisergebnis (vgl. E. III.4.4.6.), dass 

der Beschuldigte ab dem 1. Juni 2019 an beinahe sämtlichen Tagen, als er im 

Tankstellenshop der Privatklägerin arbeitete, B._____-Belege generierte, die 

Spieleinsätze von Fr. 250.– oder mehr betrafen. Teilweise liess er sich sogar am 

selben Arbeitstag mehrere Bestätigungsquittungen für seine Teilnahme an ver-

schiedenen Spielangeboten der B._____ ausgeben (Urk. 7/5+6; Urk. 7/9). Auf 

diese Weise entstand innert des eher kurzen Deliktszeitraums ein beträchtlicher 

Deliktsbetrag, dessen genaue Höhe nachfolgend zu erstellen sein wird. In subjek-

tiver Hinsicht waren sämtliche Einzelhandlungen von einem einheitlichen Vorsatz 

getragen. Vor diesem Hintergrund kommt den genauen Zeitangaben zu den ein-

zelnen Tathandlungen keine entscheidende Bedeutung mehr zu, um den Ankla-

gevorwurf zu umgrenzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_5/2010 vom 30. 

Juni 2010 E. 2.5; 6B_528/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 2.15; 6B_254/2007 

vom 10. August 2007 E. 3.2; je mit Hinweisen).  

1.6. Als Deliktsbetrag liegt der Anklageschrift ein Maximalbetrag zugrunde. Dies 

ist nicht zu beanstanden und führt entgegen der amtlichen Verteidigung (vgl. 

Urk. 57 Rz. 5 f.) nicht zu einem Widerspruch zum Grundsatz, dass es Sache der 

Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser 

seine Unschuld nachzuweisen hat (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 

Ziff. 2 EMRK). Im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung wird gestützt auf 

die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Beweise zu prüfen sein, ob sich der in 

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der Anklageschrift genannte Deliktsbetrag in dieser Höhe erstellen lässt. Das Ge-

richt hat m.a.W. unter Anwendung der massgebenden Grundsätze der Beweis-

würdigung zu entscheiden, in welchem Umfang der Deliktsbetrag nachgewiese-

nermassen durch den Beschuldigten verursacht wurde bzw. diesem zuzurechnen 

ist. Dabei sind auch die Vorbringen der Verteidigung miteinzubeziehen und zu 

prüfen, ob sich daraus erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel daran er-

geben, dass sich der Sachverhalt so wie angeklagt verwirklicht hat (vgl. Art. 10 

Abs. 3 StPO). Damit hat es jedoch sein Bewenden. Dem Beschuldigten kommt 

nicht die Beweislast zu, die Höhe des in der Anklageschrift genannten Deliktsbe-

trags zu widerlegen. Im Ergebnis ist der Umgrenzungsfunktion ausreichend Ge-

nüge getan. 

1.7. Zur Informationsfunktion ist festzuhalten, dass der Beschuldigte stets 

wusste, was ihm vorgeworfen wird, auch wenn in der Anklageschrift nicht jede 

einzelne Tathandlung mit genauer Zeitangabe und Angabe des jeweiligen De-

liktsbetrags aufgeführt ist. Die massgebenden Sachbeweismittel wurden dem Be-

schuldigten anlässlich seiner Einvernahmen vorgehalten, er konnte an den Befra-

gungen der ihn belastenden Zeuginnen teilnehmen und diesen ergänzende Fra-

gen stellen (Urk. 4/1 F/A 15; Urk. 4/2 F/A 50, 68; Urk. 4/3 F/A 31 ff.; Urk. 4/5 

F/A 13 ff., 33 ff.; Urk. 5/2; Urk. 14/14). Er konnte sich denn auch ausreichend zur 

Wehr setzen, was nicht nur seine persönlichen Vorbringen gegenüber der Staats-

anwaltschaft und vor Vorinstanz nahelegen, sondern auch der ausführliche und 

detaillierte Parteivortrag seiner Verteidigung anlässlich der Berufungsverhand-

lung. Inwiefern eine wirksame Verteidigung erschwert oder gar verunmöglicht 

worden sein soll, ist nicht nachvollziehbar und auch nicht ersichtlich. Eine Ge-

samtbetrachtung der Anklageschrift ergibt demnach, dass die Funktionen des An-

klagegrundsatzes gewahrt sind. 

2. Verwertbarkeit von Beweismitteln 

2.1. Die amtliche Verteidigung stellt die Verwertbarkeit verschiedener Beweis-

mittel in Abrede, konkret der schriftlichen Schuldanerkennung des Beschuldigten 

vom 13. September 2019 (Urk. 6/2) und der protokollierten Aussagen der drei 

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Zeuginnen, aus denen sich ergibt, dass der Beschuldigte im Rahmen des Kon-

frontationsgesprächs vom 13. September 2019 ein Geständnis abgelegt habe 

(vgl. Urk. 5/1+2; Urk. 5/4+5). Zur Begründung führt sie aus, dass die Zeugin 

F._____, welche während des Deliktszeitraums die Geschäftsführerin der Privat-

klägerin gewesen sei, am Vortag die Polizei kontaktiert habe betreffend die im 

Raum stehenden Verdächtigungen gegenüber dem Beschuldigten und G._____. 

Die Polizei habe ihr geraten, zu versuchen, bei den zwei Verdächtigen ein Ge-

ständnis einzuholen bzw. diese gewissermassen privat zu befragen. Sobald Pri-

vate auf Veranlassung von Strafbehörden handeln oder nur schon durch diese 

beeinflusst würden, seien die Art. 140 f. StPO unmittelbar anwendbar. Die Straf-

behörden dürften Private generell nicht dazu anhalten, Beweise zu erheben, die 

sie selbst nur unter Einhaltung von engen strafprozessualen Vorgaben erheben 

könnten. Aufgrund des unterbliebenen Hinweises auf das Recht, sich nicht selbst 

zu belasten, seien die Schuldanerkennung und die indirekt in dieses Verfahren 

eingebrachten, angeblich mündlichen Zugeständnisse des Beschuldigten gestützt 

auf Art. 141 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 158 StPO und Art. 141 Abs. 4 

StPO absolut unverwertbar. Zum selben Ergebnis kommt die amtliche Verteidi-

gung mit der folgenden Begründung: Beim Konfrontationsgespräch vom 13. Sep-

tember 2019 handle es sich de facto um eine sog. interne Untersuchung, da die 

Privatklägerin in diesem Rahmen eigenständig Abklärungen zu Gesetzesverstös-

sen durch zwei ihrer Mitarbeiter habe vornehmen lassen. Die im Rahmen einer in-

ternen Untersuchung erhobenen Beweise dürften im Strafverfahren nicht oder 

nicht unbesehen verwertet werden. Eine strafprozessuale Verwertbarkeit setze 

voraus, dass in der internen Untersuchung dem Strafrecht vergleichbare Verfah-

rensgarantien gewährt worden seien, etwa der Hinweis auf das Aussageverwei-

gerungsrecht oder das Recht, sich nicht selber belasten zu müssen. Da diese 

Hinweise wie gezeigt nicht erfolgt seien, dürften die Ergebnisse der internen Un-

tersuchung, mithin die protokollierten Aussagen der drei Zeuginnen betreffend 

das mündliche Geständnis des Beschuldigten und die von ihm unterzeichnete 

Schuldanerkennung, in diesem Strafverfahren nicht verwertet werden (Urk. 57 Rz. 

8 ff.). 

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2.2. Aus dem Polizeirapport vom 24. Dezember 2019 geht hervor, dass die Ge-

schäftsführerin der Privatklägerin am 12. September 2019 telefonisch Anzeige ge-

gen den Beschuldigten und G._____ erstattet habe. Nach der Schilderung des 

Falls sei ihr bereits am Telefon geraten worden, niemandem von ihren Feststel-

lungen zu berichten, damit die beiden Verdächtigen wenn möglich in flagranti er-

wischt werden könnten. Noch am selben Tag sei die polizeiliche Sachbearbeiterin 

ausgerückt für eine Tatbestandsaufnahme am mutmasslichen Tatort. Mit der Ge-

schäftsführerin der Privatklägerin sei sodann ein Termin zur schriftlichen Einver-

nahme für den folgenden Tag vereinbart worden. Dabei sei diese erneut dazu an-

gehalten worden, die beiden Verdächtigen noch nicht mit dem Tatvorwurf zu kon-

frontieren. Am 13. September 2019 habe die Geschäftsführerin entgegen dem 

ausdrücklichen Rat bzw. Ersuchen die beiden Lehrlinge zur Rede gestellt, in wel-

chem Gespräch sich diese geständig gezeigt hätten. Zum vereinbarten Einver-

nahmetermin sei die Geschäftsführerin daraufhin nicht erschienen (Urk. 1 S. 6). 

2.3. Die Zeugin F._____ sagte anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 13. April 2021 aus, die Polizei sei bereits am 12. September 2019 im 

Tankstellenshop der Privatklägerin vorbeigekommen, um sie fachlich über das 

weitere Vorgehen zu beraten. Ihr sei gesagt worden, dass in solchen Konstellati-

onen versucht werden sollte, die Verdächtigen in flagranti zu erwischen. Die Poli-

zei habe Kenntnis über die Höhe des Deliktsbetrags gehabt und ihr erklärt, dass 

sie den Fall ohnehin weitergeben müsse und sie (die Zeugin) deshalb einerseits 

versuchen könne, die Angelegenheit direkt mit den Verdächtigen zu klären und al-

lenfalls ein Geständnis einzuholen oder es andererseits ans Gericht gehe, wenn 

kein Geständnis vorliege (Urk. 5/2 F/A 26).  

2.4. Die wiedergegebenen Aussagen der Zeugin F._____ sind zwar etwas 

missverständlich. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass sie eine juristische 

Laiin ist, die Auskünfte der Polizei allenfalls nicht richtig verstanden hat und sich 

auch nicht darüber im Klaren war, wie ihre Aussagen möglicherweise von der 

amtlichen Verteidigung verstanden werden könnten. Zudem war es gerade nicht 

so, dass die Polizei die rechtsunkundige Geschäftsführerin der Privatklägerin mit 

der Durchführung einer ersten Einvernahme mit den zwei Verdächtigen bestimmt 

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hätte. Vielmehr wollte die polizeiliche Sachbearbeiterin gerade verhindern, dass 

sich seitens der Privatklägerin weiterhin jemand mit der Aufklärung des Verdachts 

hinsichtlich strafbarer Handlungen des Beschuldigten und von G._____ befasste, 

um den Erfolg der bevorstehenden polizeilichen Ermittlungen nicht zu gefährden. 

Da die Tatbegehung aus den gesicherten Aufnahmen der Überwachungskamera 

nicht ersichtlich ist, sollten die beiden Verdächtigen wenn möglich in flagranti er-

tappt werden. Entgegen den Empfehlungen der Polizei wartete die Geschäftsfüh-

rerin der Privatklägerin jedoch nicht ab, sondern konfrontierte die zwei Lehrlinge 

bereits am nächsten Tag mit dem Verdacht. Der amtlichen Verteidigung ist dem-

nach nicht zu folgen, wenn sie vorbringt, F._____ habe auf Veranlassung der Po-

lizei eine Befragung des Beschuldigten und von G._____ durchgeführt, die straf-

prozessualen Vorgaben hätte genügen müssen. Die blosse Kontaktaufnahme mit 

der Polizei am 12. September 2019 vermag keine derartige (Fern-)Wirkung zu 

entfalten.  

2.5. Ebenso ist die Auffassung der Verteidigung abzulehnen, dass es sich beim 

Konfrontationsgespräch vom 13. September 2019 um eine sog. interne Untersu-

chung gehandelt habe. Dieses Gespräch wurde im Rahmen des üblichen Ablaufs 

bei Verdacht auf Regel- oder Gesetzesverstösse durch Mitarbeiter durchgeführt. 

Besteht ein Verdacht auf strafbares Verhalten durch einen Arbeitnehmer, muss 

die Arbeitgeberin gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 337 Abs. 1 

OR genügende Anstrengungen unternehmen, um die Richtigkeit der Verdachts-

momente in ernsthafter Weise zu prüfen. Sodann muss der verdächtigte Arbeit-

nehmer über den Verdacht informiert werden und Gelegenheit erhalten, sich zu 

den Vorwürfen zu äussern (Urteile des Bundesgerichts 4A_365/2020 vom 5. April 

2022 E. 3.1.2; 4A_419/2015 vom 19. Februar 2016 E. 2.1.2 und E. 2.4; vgl. auch 

4A_694/2015 vom 4. Mai 2016 E. 2.4 und E. 4.2). Wie nachfolgend aufzuzeigen 

sein wird, ergaben sich für die Geschäftsleitung der Privatklägerin gestützt auf ih-

re Recherchen begründete Verdachtsmomente, dass der Beschuldigte und 

G._____ das im Tankstellenshop der Privatklägerin verwendete B._____-Terminal 

missbrauchten, indem sie Tipps für Online-Lotto- und Wettspiele zwar erfassten, 

den Spieleinsatz anschliessend jedoch nicht bezahlten. In der Folge erstattete sie 

Strafanzeige gegen ihre beiden Lehrlinge und leitete damit ein Strafverfahren ein. 

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Für interne Untersuchungen bestand damit kein Grund und auch kein Raum 

mehr. Tags darauf führten die Geschäftsleiterin sowie zwei weitere leitende Mitar-

beiterinnen der Privatklägerin ein klärendes Gespräch mit dem Beschuldigten und 

G._____. Dieses diente allein der Gewährung des rechtlichen Gehörs im Hinblick 

auf die (fristlose) Auflösung des jeweiligen Arbeitsverhältnisses mit den beiden 

Lehrlingen. Diese wurden über den bestehenden Verdacht informiert und erhiel-

ten Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Weiter wurden sie darüber in Kenntnis 

gesetzt, dass die Polizei in dieser Angelegenheit Ermittlungen anstellen werde 

(Urk. 4/1 F/A 8 ff.; Urk. 4/2 F/A 35, 49; Prot. I S. 19; Urk. 5/1 F/A 49; Urk. 5/2 

F/A 17 f., 30; Urk. 5/4 F/A 18, 51; Urk. 5/5 F/A 24, 33). Da sich sowohl der Be-

schuldigte als auch G._____ im Rahmen dieses Gesprächs angeblich geständig 

zeigten und eine Schuldanerkennung unterzeichneten, bestand für die Geschäfts-

leiterin der Privatklägerin kein Anlass, die Untersuchungsergebnisse der Polizei 

abzuwarten und sprach sie die fristlose Kündigung aus. Selbst wenn F._____ die 

Polizei nicht vorgängig kontaktiert und über ihren Verdacht in Kenntnis gesetzt 

hätte, wäre ein klärendes Gespräch mit dem Beschuldigten und G._____ durch-

zuführen gewesen, da die Anhörung des einer Straftat verdächtigten Arbeitneh-

mers gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zwingend notwendig ist. Aller-

dings wäre auch dann nicht bereits von einer internen Untersuchung auszugehen 

gewesen. Vielmehr hätten ihre Angaben oder Bestreitungen allenfalls Anlass für 

interne Untersuchungshandlungen oder die Einleitung eines Strafverfahrens ge-

geben, woraufhin sich der Beschuldigte und G._____ um die Vorbereitung ihrer 

Verteidigung, ihre anwaltliche Vertretung und die Vorlage entlastender Beweise 

hätten kümmern können. 

2.6. Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass der Beschuldigte im Rahmen des klä-

renden Gesprächs vom 13. September 2019 bedroht oder anderweitig unter 

Druck gesetzt wurde (Urk. 4/1 F/A 11 ff.; Urk. 4/2 F/A 49, 52, 54, 72; Prot. I S. 19, 

21). Dies macht auch seine Verteidigung nicht geltend. Dass er die Situation als 

unangenehm empfand, ist ohne Weiteres nachvollziehbar, da seine direkte Vor-

gesetzte und zwei weitere leitende Mitarbeiterinnen seiner Arbeitgeberin ihn mit 

dem Verdacht strafbaren Verhaltens konfrontierten.  

-  14  - 

2.7. Im Ergebnis erweisen sich die schriftliche Schuldanerkennung des Be-

schuldigten vom 13. September 2019 (Urk. 6/2) und die protokollierten Aussagen 

der drei Zeuginnen, aus denen sich ergibt, dass der Beschuldigte im Rahmen des 

Konfrontationsgesprächs vom 13. September 2019 ein Geständnis ablegt haben 

soll (vgl. Urk. 5/1+2; Urk. 5/4+5), als verwertbar.  

III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe als Angestellter 

der Privatklägerin (C._____ GmbH) im Zeitraum zwischen dem 1. April 2019 und 

dem 12. September 2019 diverse B._____-Belege am entsprechenden Automa-

ten generiert, den Spielbetrag aber nicht über die Kasse eingebucht und damit 

nicht für seine Teilnahme am Tippspiel bezahlt. Die Wetteinsätze von insgesamt 

Fr. 68'984.71 seien daher der Privatklägerin von der B._____ belastet worden. In 

der Folge habe der Beschuldigte auf Vorlage der generierten B._____-Belege 

sowohl die Wetteinsätze als auch allfällige Gewinne bei Verkaufsstellen der 

B._____ eingelöst, um diese Geldbeträge für sich zu verwenden. In subjektiver 

Hinsicht wird dem Beschuldigten zum Vorwurf gemacht, er habe gewusst, dass er 

mit seinem Vorgehen keine Wetteinsätze bezahlt und so die Teilnahmebedingun-

gen für das Tippspiel umgangen habe, weshalb er nicht dazu befugt gewesen sei, 

daran teilzunehmen und mögliche Gewinne für sich zu behalten. Er habe den bei 

der Privatklägerin entstandenen finanziellen Schaden von Fr. 68'984.71 in Kauf 

genommen und beabsichtigt, das Geld, auf welches er keinen Anspruch gehabt 

habe, für sich zu behalten, um darüber wie ein Eigentümer zu verfügen und sich 

im entsprechenden Umfang unrechtmässig zu bereichern. 

2. Standpunkt des Beschuldigten / Zu erstellender Sachverhalt 

Im Verlauf des Vorverfahrens bestritt der Beschuldigte den Sachverhalt vollum-

fänglich und machte geltend, er habe nichts gemacht. Es wäre sofort aufgefallen, 

wenn im Zusammenhang mit der Ausgabe von B._____-Belegen Geld in der Kas-

se gefehlt hätte, da das B._____-Terminal jeden Abend bei der Abmeldung einen 

-  15  - 

Tagesabschluss generiere, der in den Tresor der Privatklägerin gelegt werden 

müsse. Zudem ergebe sich aus den Aufnahmen der Videokameras, welche über-

all im Shop installiert seien, dass er nichts gemacht habe (Urk. 4/1 F/A 3, 30 ff., 

45; Urk. 4/2 F/A 29, 38 f., 62, 80, 88; Urk. 4/3 F/A 44, 51; Urk. 4/4 F/A 28; Urk. 4/5 

F/A 26 ff., 39). Vor Vorinstanz hielt er an seinem Standpunkt fest (Urk. 24 S. 14, 

16 ff., 22, 24; Prot. I S. 10). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er von 

seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Prot. II S. 13).  

Vor diesem Hintergrund ist der Anklagesachverhalt vollumfänglich zu erstellen. 

Aufgrund der engen Verknüpfung von Tat- und Rechtsfragen sind jedoch die sub-

jektiven Elemente, also was der Beschuldigte genau wusste, wollte und in Kauf 

nahm, im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen (E. IV.2.7. ff.; BGE 133 IV 

9 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.5; je mit Hinweisen). 

3. Grundlagen der Sachverhaltserstellung 

3.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung zutreffend dargelegt, worauf einleitend verwiesen werden kann 

(Urk. 37 S. 4 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. 

Dabei wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber 

bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche 

Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrach-

tet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 

Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, können in ihrer Gesamt-

heit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis 

von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 

3. Februar 2021 E. 1.2.3; 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 2.2.1; 

6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3; je mit Hinweisen). 

3.2. Die massgeblichen Beweismittel werden im vorinstanzlichen Urteil voll-

ständig aufgezählt (Urk. 37 S. 7 f.). Hinsichtlich der Verwertbarkeit ergeben sich 

keinerlei Einschränkungen (vgl. E. II.2.). 

-  16  - 

3.3. Zur Glaubwürdigkeit der Verfahrensbeteiligten ist festzuhalten, dass der 

Beschuldigte aufgrund seiner Verfahrensstellung ein legitimes Interesse daran 

hat, den Tatvorwurf von sich zu weisen. Zudem trifft ihn keine gesetzliche Pflicht, 

zur eigenen Überführung beizutragen (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). Namentlich un-

terliegt er nicht der Wahrheitspflicht im Sinne von Art. 163 Abs. 2 StPO, weshalb 

er nicht unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB auszusagen hatte. 

Die im Verfahren befragten Zeugen waren hingegen unter der strengen Strafan-

drohung von Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet, was ih-

re Glaubwürdigkeit tendenziell stärkt. G._____ kennt der Beschuldigte gemäss ei-

genen Aussagen bereits seit der Schulzeit. Im August 2019 hätten sie beide als 

Lehrlinge zum Detailhandelsfachmann das erste Lehrjahr bei der Privatklägerin 

angefangen. Er selber sei bereits seit einem Jahr als Praktikant dort tätig gewe-

sen (Urk. 4/1 F/A 6 f., 35 f.; Urk. 4/2 F/A 33; Prot. I S. 8 f.; vgl. auch Urk. 5/1 F/A 

13, 25). Aus den Aussagen des Zeugen G._____ wird deutlich, dass er darum 

bemüht war, den Beschuldigten nicht zu belasten. Nach ihrem Verhältnis zuei-

nander befragt, erklärte er zunächst, er wolle die Aussage verweigern. Unter Hin-

weis auf seine Zeugnispflicht und nach Rücksprache mit seinem Anwalt erklärte 

der Zeuge G._____ schliesslich, er kenne den Beschuldigten von der Arbeit, aber 

nicht richtig. Er wisse nicht mehr, wann sie sich kennengelernt hätten. Kollegen 

seien sie jedenfalls nicht (Urk. 5/3 F/A 10 ff.). Bei sachbezogenen Fragen machte 

der Zeuge G._____ beinahe ausschliesslich geltend, er könne sich infolge des 

langen Zeitablaufs nicht mehr erinnern, obwohl er nur drei Monate vor seiner 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft 

des Kantons Aargau vom 28. Januar 2021 u.a. wegen des beinahe identischen 

Tatvorwurfs zum Nachteil der Privatklägerin verurteilt worden war (Urk. 5/3 F/A 43 

ff.; Urk. 12/5). Auf seine wenigen Aussagen ist daher nur mit Zurückhaltung abzu-

stellen. 

Die Zeugin F._____ war während des Deliktszeitraums die Geschäftsführerin der 

Privatklägerin und Lehrmeisterin des Beschuldigten (Urk. 4/1 F/A 22 f.; Urk. 5/1 

F/A 3; Urk. 5/2 F/A 8, 11). Auch wenn sie wegen des angeklagten Verhaltens mit 

Schreiben vom 13. September 2019 die fristlose Kündigung gegen diesen aus-

-  17  - 

sprach (Urk. 6/4), liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie ihren ehemaligen 

Lehrling zu Unrecht oder übermässig belasten könnte. Dasselbe gilt hinsichtlich 

der Zeugin H._____, welche als Filialleiterin der Privatklägerin (Filiale in E._____) 

mit dem Beschuldigten zusammenarbeitete (Urk. 5/4 F/A 8 f., 64). Die Zeugin 

I._____ war als Leiterin der Filiale in J._____ tätig und hatte insofern keine beruf-

lichen Berührungspunkte mit dem Beschuldigten (Urk. 5/5 F/A 7). Es besteht da-

her kein Anlass, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln. 

4. Beweiswürdigung 

4.1. Objektive Beweismittel 

4.1.1.  Das B._____-Terminal erstellt beim täglichen Herunterfahren nach Laden-

schluss automatisch eine Statistik bzw. einen Bericht über den betreffenden Tag. 

Bei Abschluss eines Monats generiert das B._____-Terminal ebenfalls eine Statis-

tik, wobei der Berichtszeitraum nicht nur einen Tag, sondern den ganzen Monat 

umfasst. Aus dem entsprechenden Ausdruck ist ersichtlich, wie viele Belege für 

welches Spiel (K._____, L._____, M._____ etc.) ausgegeben wurden und welches 

der gespielte Gesamtbetrag war. Die Summe sämtlicher Spieleinsätze wird als 

"Einzahlungen" ausgewiesen. Sodann wird in der Tages- bzw. Monatsstatistik 

aufgelistet, welche Beträge als Gewinn- oder anderweitige Auszahlungen von den 

Einzahlungen in Abzug zu bringen sind (vgl. Urk. 1 S. 5). Solche statistischen 

Übersichten erstellte auch das B._____-Terminal der Privatklägerin 

(Nr. 024102/01). Dies ergibt sich für den angeklagten Deliktszeitraum aus den 

Verfahrensakten und wird vom Beschuldigten ausdrücklich bestätigt (Urk. 6/6; 

Urk. 7/8; Urk. 4/1 F/A 31 f.; Urk. 4/2 F/A 29, 38 f.; Urk. 4/3 F/A 44; vgl. auch 

Urk. 5/1 F/A 37, 45).  

4.1.2.  Bei den Akten liegen sodann Margen- bzw. Umsatz-Listen aus der Buch-

haltung der Privatklägerin betreffend das Konto Nr. 1 "N._____". Ähnlich wie die 

statistischen Übersichten des B._____-Terminals weisen diese Listen entweder 

die Marge bzw. den Umsatz an einem einzelnen Tag oder eines ganzen Monats 

während des angeklagten Deliktszeitraums aus (Urk. 6/6; Urk. 7/7). Der Beschul-

digte sagte selbst aus, dass er jeweils einen Tagesabschluss der Verkaufskasse 

-  18  - 

habe erstellen müssen. Diesen Beleg habe er jeweils zusammen mit der Abrech-

nung des B._____-Terminals am Abend bzw. nach Arbeitsende in den Tresor der 

Privatklägerin legen müssen (Urk. 24 S. 16). Der vom Beschuldigten erwähnte 

Tagesabschluss der Verkaufskasse dürfte inhaltlich der vorliegenden Margen- 

bzw. Umsatz-Liste entsprechen, welche sich auf einzelne Tage bezieht (vgl. 

Urk. 7/7). 

4.1.3.  Die einkassierten Einnahmen im Zusammenhang mit Lotto- und Wettspie-

len über das B._____-Terminal sind in den Margen- bzw. Umsatz-Listen der Pri-

vatklägerin jeweils unter "Online Lotto Einza[hlungen]" aufgeführt (Urk. 6/6; 

Urk. 7/7). Bei korrekter Abrechnung und Einkassierung müsste der jeweilige Be-

trag gemäss den Margen- bzw. Umsatz-Listen mit den erfassten Einzahlungen 

des B._____-Terminals, d.h. mit der Summe sämtlicher Spieleinsätze, die in das 

Gerät eingegeben wurden, übereinstimmen. Ein Abgleich der jeweiligen Gesamt-

beträge ergibt jedoch folgende Differenzen: 

Monat Gesamtbetrag Monatssta-
tistik B._____-Terminal 

Gesamtbetrag Margen- 
bzw. Umsatz-Liste 

Differenz 

April 2019 Fr. 11'230.50 Fr. 10'654.16 Fr. 576.34 

Mai 2019 Fr. 11'022.– Fr. 8'679.21 Fr. 2'342.79 

Juni 2019 Fr. 12'371.– Fr. 7'974.30 Fr. 4'396.70 

Juli 2019 Fr. 17'751.50 Fr. 7'870.01 Fr. 9'881.49 

August 2019 Fr. 37'644.– Fr. 8'276.76 Fr. 29'367.24 

September 2019 Fr. 26'480.– Fr. 4'486.70 Fr. 21'993.30 

Total - - Fr. 68'557.86 

4.1.4.  Es fällt auf, dass sich nicht nur die Summe der über das B._____-Terminal 

erfassten Spieleinsätze von April 2019 bis und mit September 2019 markant er-

höhte. Vielmehr wurde während desselben Zeitraums auch die Differenz zu den 

über die Verkaufskasse eingebuchten Einzahlungen im Zusammenhang mit Onli-

ne-Lotto- und Wettspielen stetig und markant grösser von rund Fr. 500.– (April 

2019; vgl. auch März 2019) auf Fr. 29'000.– (August 2019) bzw. knapp 

-  19  - 

Fr. 22'000.– (September 2019). Diese Entwicklung legt den Schluss nahe, dass 

das B._____-Terminal missbraucht wurde, indem Tipps für Online-Lotto- und 

Wettspiele zwar entgegengenommen und über das B._____-Terminal erfasst 

wurden, der Spieleinsatz jedoch anschliessend nicht einkassiert wurde. Die oben 

dargestellten Differenzen lassen insofern Rückschlüsse auf ein allfälliges delikti-

sches Vorgehen zu. 

4.1.5.  Zur Klärung der Frage, ob der Beschuldigte berechtigterweise als Täter 

verdächtigt wird, sind die Differenzen zwischen den erfassten Einzahlungen des 

B._____-Terminals und dem Gesamtbetrag der Rubrik "Online Lotto Ein-

za[hlungen]" gemäss den Margen- bzw. Umsatz-Listen mit seinem Einsatzplan 

abzugleichen. Dieser Abgleich ist exemplarisch für den Zeitraum zwischen dem 1. 

und 12. September 2019 vorzunehmen (vgl. Urk. 7/5; Urk. 7/7-9).  

 

Datum Gesamtbetrag Tagesstatis-
tik B._____-Terminal 

Gesamtbetrag Margen- 
bzw. Umsatz-Liste 

Differenz 

01.09.2019 Fr. 2'444.50 Fr. 563.90 Fr. 1'880.60 

02.09.2019 Fr. 399.– Fr. 381.70 Fr. 17.30 

03.09.2019 Fr. 659.– Fr. 629.– Fr. 30.– 

04.09.2019 Fr. 1'096.– Fr. 91.– Fr. 1'005.– 

05.09.2019 Fr. 5'516.50 Fr. 427.30 Fr. 5'089.20 

06.09.2019 Fr. 6'308.50 Fr. 520.25 Fr. 5'788.25 

07.09.2019 Fr. 3'886.– Fr. 236.– Fr. 3'650.– 

08.09.2019 Fr. 1'246.– Fr. 246.– Fr. 1'000.– 

09.09.2019 Fr. 789.– Fr. 679.– Fr. 110.– 

10.09.2019 Fr. 598.– Fr. 587.70 Fr. 10.30 

11.09.2019 Fr. 3'537.50 Fr. 124.85 Fr. 3'412.65 

12.09.2019 Fr. 224.– Fr. 209.85 Fr. 14.15 

-  20  - 

Die Tage, an welchen der Beschuldigte gemäss Zeiterfassung für die Privatkläge-

rin arbeitete, sind dunkelgrau hinterlegt (Urk. 7/9). Es fällt auf, dass er – mit Aus-

nahme vom 4. und 11. September 2019 – jeweils für die Betreuung des Tankstel-

len-Shops eingeteilt war, als massgebliche Differenzen zwischen den erfassten 

Einzahlungen des B._____-Terminals und dem Gesamtbetrag der Rubrik "Online 

Lotto Einza[hlungen]" entstanden. Die Kantonspolizei Zürich nahm den oben dar-

gestellten Abgleich für den gesamten Deliktszeitraum gemäss Anklage vor. Dar-

aus wird deutlich, dass der Beschuldigte – mit den vorgenannten Ausnahmen – 

jedes Mal bei der Arbeit war, als sich Differenzen von über Fr. 300.– in den tägli-

chen Abrechnungen des B._____-Terminals und der Kasse betreffend Einzah-

lungen für Online-Lotto- und Wettspiele ergaben (Urk. 3 S. 3; Urk. 7/5). Zudem 

zeigten die polizeilichen Ermittlungen, dass der Beschuldigte nahezu immer für 

die Privatklägerin tätig war, als mit grossen Spielbeträgen von Fr. 250.– oder 

mehr Tipps über das B._____-Terminal abgegeben wurden (Urk. 3 S. 3; 

Urk. 7/6). Entsprechend wurden während seiner Ferienabwesenheit zwischen 

dem 27. Juli 2019 und dem 12. August 2019 keine Spieleinsätze von über Fr. 

250.– erfasst und ergaben sich während dieser Zeit auch keine massgeblichen 

Differenzen. An den Tagen vor seiner Abreise und nach seiner Rückkehr aus den 

Ferien wurden dagegen grosse Spielbeträge für Online-Lotto- und Wettspiele 

eingesetzt und entstanden erhebliche Differenzen zwischen den Einzahlungen 

gemäss Tagesstatistik des B._____-Terminals und der entsprechenden Rubrik 

der Margen- bzw. Umsatz-Liste (Urk. 3 S. 4; Urk. 7/5+6; Urk. 7/9). Dies spricht 

deutlich für seine Täterschaft, d.h. dass der Beschuldigte (mit-)verantwortlich da-

für war, dass Tipps für Lotto- und Wettspiele zwar entgegengenommen und über 

das B._____-Terminal der Privatklägerin erfasst wurden, der eingesetzte Spielbe-

trag jedoch anschliessend nicht einkassiert wurde.  

4.1.6.  An denjenigen Tagen, als in Abwesenheit des Beschuldigten mit Spielein-

sätzen von Fr. 250.– oder mehr gespielt wurde und eine Differenz von über 

Fr. 300.– entstand (4. und 11. September 2019), war gemäss Einsatzplan der 

Zeuge G._____ im Shop der Privatklägerin tätig (Urk. 6/7). Dieser hatte am 

1. September 2019 eine Lehre zum Detailhandelsfachmann begonnen, nachdem 

er in der vorhergehenden Woche vom 26. August 2019 eine Schnupperlehre bei 

-  21  - 

der Privatklägerin absolviert hatte (Urk. 5/1 F/A 25; Urk. 5/3 F/A 21; Urk. 12/1 

F/A 5 ff.). Mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 28. 

Januar 2021 wurde G._____ wegen mehrfachen Diebstahls verurteilt. Abgesehen 

vom Deliktszeitraum deckt sich der Tatvorwurf im Wesentlichen mit demjenigen im 

vorliegenden Verfahren. Ihm wurde vorgeworfen, er habe zwischen dem 26. Au-

gust 2019 und dem 12. September 2019 zusammen mit dem Beschuldigten als 

Angestellter der Privatklägerin diverse B._____-Belege generiert, diese aber nicht 

über die Kasse abgebucht und insofern den jeweiligen Lospreis nicht bezahlt. 

Nach der Veröffentlichung der massgeblichen Zahlen habe er die B._____-Belege 

bei anderen Verkaufsstellen eingelöst, um sich zum Nachteil der Privatklägerin ei-

nen unrechtmässigen Vermögensvorteil zu verschaffen (Urk. 12/5). Der Strafbe-

fehl gegen G._____ ist inzwischen in Rechtskraft erwachsen (Urk. 12/4; vgl. auch 

Urk. 5/3 F/A 34, 37). Er kann zwar nicht als Nachweis für das Tatvorgehen und die 

Täterschaft des Beschuldigten in diesem Verfahren dienen. Dennoch ist interes-

sant, dass G._____, der erst ab dem 1. September 2019 für die Privatklägerin tätig 

und häufig zusammen mit dem Beschuldigten zum Arbeitseinsatz eingeteilt war, 

wegen desselben Vorgehens rechtskräftig verurteilt wurde, welches vorliegend zur 

Beurteilung steht. 

4.1.7.  Bei den Untersuchungsakten liegen sodann Aufnahmen der Überwa-

chungskamera der Privatklägerin aus dem Kassenbereich, wo sich das B._____-

Terminal befindet. Diese betreffen den Zeitraum zwischen dem 1. und 12. Sep-

tember 2019, als sowohl der Beschuldigte als auch der Zeuge G._____ als Lehr-

linge im ersten Lehrjahr für die Privatklägerin arbeiteten (Urk. 7/1). Die Kantons-

polizei Zürich wertete diese Videoaufnahmen aus, basierend auf einer Übersicht 

der B._____, welche aufzählt, an welchen Tagen und Uhrzeiten Spieleinsätze von 

Fr. 250.– oder mehr über das Terminal der Privatklägerin erfasst wurden 

(Urk. 7/6). Sie kam zum Ergebnis, dass jeder einzelne B._____-Beleg, der einen 

gespielten Betrag von über Fr. 250.– betrifft, entweder vom Beschuldigten oder 

seinem Arbeitskollegen, G._____, generiert worden war. Zur Begründung führte 

sie aus, dass die Kameraaufnahmen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht 

darstellen dürften, was das Verkaufspersonal in das B._____-Terminal eingebe 

und für welche Beträge die entsprechenden Spielbelege ausgedruckt würden. 

-  22  - 

Dennoch sei ersichtlich, dass sich der Beschuldigte oder G._____ zu den jeweili-

gen Zeitpunkten, als die B._____-Belege über Spieleinsätze von Fr. 250.– oder 

mehr ausgegeben worden seien, im Bereich des Terminals aufgehalten hätten 

(unter Berücksichtigung einer zeitlichen Differenz zwischen der Videoüberwa-

chungsanlage und dem B._____-Terminal von ca. 3.5 bis 4.5 Minuten). Andere 

Mitarbeiter der Privatklägerin, die sich ohne Kundenkontakt und ohne eine augen-

scheinliche Aufgabe ebenfalls in diesem Bereich aufhielten, hätten bei einer 

stichprobenartigen Sichtung des Videomaterials nicht festgestellt werden können 

(Urk. 3 S. 7 ff.; vgl. auch Urk. 2 S. 5, 7).  

Die Aufnahmen der Überwachungskamera aus dem Kassenbereich zeigen zwar 

nicht die Tatbegehung an sich. Die Auswertungsergebnisse und die obgenannten 

Feststellungen der Kantonspolizei Zürich sind jedoch zutreffend. Es ist zu ergän-

zen, dass zu den einzelnen Zeitpunkten, als B._____-Belege über grosse Spiel-

beträge generiert wurden, keine Kunden an der Kasse waren. Es ist daher davon 

auszugehen, dass die entsprechenden Lotto- oder Wettangaben nicht von Kun-

den der Privatklägerin stammen, sondern vom Beschuldigten selbst resp. seinem 

Arbeitskollegen. Weiter ergibt sich aus den Videoaufnahmen, dass der Beschul-

digte weder vor, noch nach der Bedienung des B._____-Terminals, welche mit 

der Erstellung eines Spielbelegs über Fr. 250.– oder mehr zusammenfällt, die 

Kasse der Privatklägerin bediente. Er löste somit keine Kartenzahlung aus und 

legte auch keinen Bargeldbetrag hinein (vgl. Urk. 7/1+6). Schliesslich ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass auf den Videoaufnahmen teilweise zu sehen ist, wie 

der Beschuldigte etwas in seine hintere linke Hosentasche steckt, nachdem er vor 

dem B._____-Terminal stand (vgl. Urk. 7/1: Aufnahme vom 01.09.2019, um 

20:13:37 Uhr; Aufnahme vom 07.09.2019, um 15:07:57 Uhr). Insofern lassen die 

Videoaufnahmen der Überwachungskamera Rückschlüsse auf das konkrete Vor-

gehen zu und deuten ebenfalls auf die Täterschaft des Beschuldigten hin. Dabei 

liegt der Schluss nahe, dass die vorgenannten Feststellungen nicht nur für den 

aufgezeichneten Zeitraum vom 1. bis 12. September 2019 zutreffen, sondern 

auch für die Zeit davor, als ebenfalls B._____-Belege mit grossen Spieleinsätzen 

generiert wurden und in der Folge erhebliche Differenzen zwischen den registrier-

-  23  - 

ten Gesamtbeträgen des B._____-Terminals und den Einzahlungen aus Online-

Lotto- und Wettspielen in die Verkaufskasse entstanden. 

4.1.8.  Die polizeilichen Ermittlungen bzw. eine Edition bei der B._____ ergaben 

ferner, wann und wo die generierten B._____-Belege mit einem Spielbetrag von 

über Fr. 250.– eingelöst wurden und welche Beträge jeweils ausbezahlt wurden. 

Aus der entsprechenden Übersicht (vgl. Urk. 7/6) wird deutlich, dass sämtliche 

Belege, welche zur Anforderung eines Gewinns berechtigten, nicht bei der Privat-

klägerin, sondern bei anderen B._____-Verkaufsstellen an verschiedenen Orten 

im Kanton Zürich und im Kanton Aargau eingelöst wurden. Ausbezahlt wurden 

jeweils der ursprünglich eingegebene Spielbetrag und der darauf berechnete Ge-

winn. 

4.1.9. Bei den Untersuchungsakten liegt schliesslich eine vom Beschuldigten un-

terzeichnete Schuldanerkennung vom 13. September 2019. Darin erklärt er, der 

Privatklägerin infolge diverser unzulässiger Geldentnahmen insgesamt 

Fr. 56'902.– (inkl. Fr. 500.– Umtriebsentschädigung) zu schulden (Urk. 6/2).  

4.2. Aussagen der Zeugen 

4.2.1.  Die Vorinstanz hat die Aussagen der Zeugen im Wesentlichen zutreffend 

zusammengefasst, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen vorab verwiesen 

werden kann (Urk. 37 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägun-

gen dienen der Hervorhebung und Ergänzung: 

4.2.2.  Die Zeugin F._____ schilderte anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme, sie sei von ihrer Treuhänderin telefonisch darauf hingewiesen wor-

den, dass etwas bei den Abrechnungen der B._____e nicht stimmen könne. In 

der Folge habe sie I._____ und H._____ beigezogen, um diesen Hinweis zu 

überprüfen bzw. die Unstimmigkeiten zu verfolgen. Gemeinsam hätten sie einer-

seits die Transaktionen über die Kasse und andererseits sämtliche Statistiken des 

B._____-Terminals rausgelassen, jeweils betreffend denselben Zeitraum. Ge-

stützt darauf hätten sie sehr schnell die Unstimmigkeiten bemerkt. Als nächstes 

hätten sie die Videoaufzeichnungen des Kassenbereichs überprüft, um feststellen 

-  24  - 

zu können, wer dafür verantwortlich sei. Zudem hätten sie wissen wollen, was 

passiert bzw. weshalb die Differenz entstanden sei. Da es sehr viele Unstimmig-

keiten gegeben habe, hätten sie sich der Einfachheit halber auf die zeitlich Letzte 

fokussiert. Weil der Rücken gegen die Überwachungskamera gerichtet gewesen 

sei, habe man zwar gesehen, dass die Person am Gerät hantiert habe, man habe 

jedoch nicht genau erkennen können, was sie gedrückt und konkret gemacht ha-

be. Anhand der Videoaufnahme hätten sie und ihre Arbeitskolleginnen jedoch ge-

sehen, dass er [nicht namentlich spezifiziert] danach nicht an die Kasse gegangen 

sei. Sie hätten daraufhin noch zwei, drei weitere grössere Beträge überprüft und 

dabei Differenzen zwischen der entsprechenden Buchung am B._____-Terminal 

und den Eingängen in der Kasse festgestellt. Daraufhin habe sie mit dem Be-

schuldigten und G._____ ein Gespräch geführt, in dessen Rahmen sie die beiden 

mit den Ergebnissen ihrer Recherche konfrontiert habe, nämlich dass sie jeweils 

am Gerät hantiert hätten, als diese Unstimmigkeiten entstanden seien. I._____ 

und H._____ hätten am Gespräch ebenfalls teilgenommen. Zunächst hätten die 

zwei Lehrlinge nichts dergleichen getan und behauptet, sie wüssten von nichts 

und hätten nichts mit diesen Unstimmigkeiten zu tun. Als ihnen erklärt worden sei, 

dass die zuletzt generierten Spielbelege über Spieleinsätze von je Fr. 500.– stor-

niert worden seien, habe G._____ den Vorwurf anerkannt und drei Spielbestäti-

gungsquittungen vom 11. September 2019 aus seiner Jackentasche geholt und 

ihnen abgegeben (unter Hinweis auf Urk. 6/1). Der Beschuldigte habe sich wei-

terhin schwer getan. Nachdem sein Arbeitskollege jedoch zu ihm gesagt habe, 

dass er (G._____) das ja von ihm gelernt habe, habe auch der Beschuldigte die 

Richtigkeit des Verdachts bestätigt. Auf ihre Frage, ob von dem erlangten Delikts-

erlös noch etwas übrig sei, habe der Beschuldigte geantwortet, dass er noch ca. 

Fr. 10'000.– zu Hause habe und diesen Geldbetrag mit dem Töff kurz holen kön-

ne (Urk. 5/2 F/A 17 ff.). Bevor der Beschuldigte und G._____ aufgebrochen seien, 

habe sie den beiden noch eine Schuldanerkennung zur Unterzeichnung vorge-

legt. G._____ habe ohne Weiteres kooperiert. Der Beschuldigte habe die Schuld-

anerkennung dagegen erst nach einer kurzen Besprechung mit seinem Arbeits-

kollegen ausserhalb des Besprechungszimmers und auf dessen Aufforderung hin 

unterzeichnet. G._____ habe ihm gesagt, er solle das tun, dann könnten sie ge-

-  25  - 

hen, sie hätten ja sowieso schon alles zugegeben und nichts zu verlieren. Am 

Ende des Gesprächs habe sie (die Zeugin F._____) gegenüber den beiden so-

dann die fristlose Kündigung ausgesprochen. In der Folge seien der Beschuldigte 

und G._____ gegangen und entgegen ihrer Ankündigung nicht mit den erwähnten 

Fr. 10'000.– zurückgekehrt. Sie habe nie mehr etwas von den beiden gehört 

(Urk. 5/2 F/A 20 f., 24 ff., 57).  

Seither gebe es keine Fehlbeträge resp. Differenzen zwischen der Tagesstatistik 

des B._____-Automaten und den täglichen Transaktionen über die Kasse mehr. 

Ein Abgleich dieser Auswertungen werde seit der Entdeckung des Vorgehens ih-

rer ehemaligen Lehrlinge nun jeden Tag vorgenommen. Zuvor sei dies nur ge-

stützt auf die monatlichen Abrechnungen erfolgt, weshalb die Unstimmigkeiten 

über eine relativ lange Zeit unentdeckt geblieben seien (Urk. 5/2 F/A 37 ff.). Nach 

dem mutmasslichen Vorgehen des Beschuldigten und seines Arbeitskollegen be-

fragt, sagte die Zeugin F._____ aus, dass die beiden über die manuelle Eingabe 

am B._____-Gerät Spielscheine ausgedruckt hätten, in der Folge aber nicht zur 

Kasse gegangen seien, d.h. ihre Tipps nicht bezahlt hätten. Sobald das Spiel, auf 

welches sie gewettet hätten, durch gewesen sei, hätten sie den Spielschein wohl 

bei einer anderen B._____-Verkaufsstelle eingelöst. Zu Beginn seien die Unstim-

migkeiten nicht aufgefallen, da sie nur mit kleineren Beträgen gespielt hätten. Als 

sie vermehrt grössere Beträge eingesetzt hätten, seien die Unstimmigkeiten da-

gegen erheblich gewesen und der Treuhänderin aufgefallen (Urk. 5/2 F/A 22). 

Spieleinsätze von Fr. 500.– oder mehr würden bei der Aussicht auf einen bloss 

geringen Gewinn von meistens unter 10 % (unter Hinweis auf Urk. 6/1; vgl. auch 

Urk. 7/6) sicher nicht eingegeben. Dass Einsätze in der Höhe von Fr. 200.– bis 

Fr. 300.– gespielt würden, sei dagegen nicht aussergewöhnlich. Üblicherweise 

bleibe jedoch am Ende des Monats keine Differenz zwischen dem B._____-

Automaten und der Kasse bestehen, da der Spielbetrag vom entsprechenden 

Kunden bezahlt werde (Urk. 5/2 F/A 35 f.). Auf Ergänzungsfrage des Beschuldig-

ten erklärte die Zeugin, dass pro Schicht meistens zwei Mitarbeiter Zugriff auf das 

B._____-Gerät hätten. Da es sich um ein Tool handle, welches zum Arbeitsalltag 

gehöre, sei jeder Mitarbeiter in der Bedienung geschult und habe Zugriff darauf 

(Urk. 5/2 F/A 55). 

-  26  - 

4.2.3.  Die Zeugin H._____ schilderte den Ablauf der Geschehnisse nach der Ent-

deckung der Differenzen zwischen der Statistik des B._____-Geräts und den Ein-

zahlungen in die Kasse für Online-Lotto- und Wettspiele gegenüber der Staats-

anwaltschaft im Grunde gleich wie die Zeugin F._____ (Urk. 5/4 F/A 16 ff., 28 ff.). 

Danach gefragt, wie der Verdacht auf den Beschuldigten und G._____ gefallen 

sei, erklärte sie, dass anhand der Kameraaufnahmen ersichtlich gewesen sei, 

dass die beiden unnötig beim B._____-Terminal herumgestanden seien und et-

was eingetippt hätten. Es seien daraufhin auch Zettel bzw. Lottoscheine heraus-

gekommen, die jedoch nie bei der Kasse eingetippt worden seien. Die gespielten 

Beträge seien folglich nie kassenmässig erfasst und bezahlt worden. Dies hätte 

jedoch zwingend auch dann gemacht werden müssen, wenn es sich um ein priva-

tes Spiel des Beschuldigten bzw. von G._____ gehandelt hätte (Urk. 5/4 F/A 24 

ff., 53 ff., 80 f.). Auch H._____ schilderte, dass die Zeugin F._____ im Beisein von 

I._____ und ihr ein Gespräch mit den beiden geführt und diese mit den Ergebnis-

sen ihrer Recherche konfrontiert habe. G._____ habe den Vorwurf sogleich aner-

kannt und auf entsprechende Frage, ob noch Spielbestätigungsquittungen vor-

handen seien, einige geholt und ihnen abgegeben. Der Beschuldigte habe sich 

dagegen zunächst verweigert und wiederholt erklärt, er habe nichts gemacht. Im 

weiteren Verlauf des Gesprächs habe allerdings auch er sich geständig gezeigt 

und erklärt, er habe noch rund Fr. 10'000.–, die bei ihm zu Hause herumliegen 

würden. G._____ und er könnten diesen Geldbetrag kurz holen gehen. Bevor sie 

aufgebrochen seien, habe F._____ den beiden auf Anraten ihres Anwaltes je eine 

Schuldanerkennung vorgelegt. G._____ habe das Dokument eigentlich sofort un-

terschrieben. Der Beschuldigte habe sich zunächst geweigert und erst nach einer 

kurzen Besprechung mit seinem Arbeitskollegen ausserhalb des Büros und auf 

dessen Anraten die Schuldanerkennung unterzeichnet. In der Folge seien die 

beiden gegangen und entgegen ihrer Ankündigung nicht wieder zurückgekehrt, 

um den genannten Geldbetrag abzugeben (Urk. 5/4 F/A 18 f., 35 ff., 60 ff.). Auf 

entsprechende Frage erklärte auch die Zeugin H._____, dass es seit der fristlo-

sen Entlassung der beiden Lehrlinge zu keinen Differenzen zwischen der Tages-

statistik des B._____-Automaten und den täglichen Transaktionen über die Kasse 

für Online-Lotto- und Wettspiele mehr gekommen sei (Urk. 5/4 F/A 70). Zudem 

-  27  - 

vertrat auch sie die Einschätzung, dass Spieleinsätze von Fr. 250.– oder mehr die 

Ausnahme gewesen und entsprechend nur selten vorgekommen seien (Urk. 5/4 

F/A 67 ff.). 

4.2.4.  Die Zeugin I._____ beschrieb die gemeinsamen Recherchen zu den Un-

stimmigkeiten hinsichtlich der Einzahlungen für B._____-Belege anlässlich ihrer 

Einvernahme im Wesentlichen gleich wie ihre Arbeitskolleginnen F._____ und 

H._____ (Urk. 5/5 F/A 13, 20 ff.). Nachdem sie die Tagesstatistik des B._____-

Terminals mit den täglichen Abrechnungen der Kasse abgeglichen und die Diffe-

renzbeträge aufgeschrieben hätten, sei ihnen aufgefallen, dass grosse Fehlbeträ-

ge lediglich an Tagen entstanden seien, an welchen der Beschuldigte oder 

G._____ gearbeitet hätten. F._____ habe dann die B._____ kontaktiert und zu je-

dem einzelnen B._____-Beleg Informationen darüber verlangt, was, wann und wo 

gespielt worden sei. Anhand der gelieferten Zeitangaben der B._____ hätten sie 

dann die Aufnahmen der Überwachungskamera überprüft. Die Videoaufnahmen 

hätten gezeigt, dass der Beschuldigte zu den von B._____ angegebenen Zeiten 

vor dem Automaten gestanden sei. Sodann habe man erahnen können, dass er 

etwas eingetippt habe. Etwas anderes hätte er wirklich nicht machen können und 

gemäss Auskunft der B._____ seien zu den betreffenden Zeitpunkten auch tat-

sächlich Belege generiert worden. Die Durchsicht der Kameraaufnahmen habe 

zudem ergeben, dass der Beschuldigte die jeweils eingesetzten Spielbeträge ge-

mäss den B._____-Belegen nicht unmittelbar danach – wie sonst üblich – in die 

Kasse eingegeben bzw. bezahlt habe. Mittels der Tagesabrechnung der Kasse 

hätten sie kontrollieren können, dass die gespielten Beträge auch zu einem späte-

ren Zeitpunkt nicht eingebucht worden seien. Dieselben Beobachtungen hätten sie 

in Bezug auf G._____ gemacht. So hätten sie wirklich sämtliche Tage kontrolliert. 

Dabei sei herausgekommen, dass an jenen Tagen, an denen der Beschuldigte 

und G._____ nicht gearbeitet hätten, keine Differenzbeträge entstanden seien. 

Somit sei es nicht möglich, dass andere Personen für die Differenzbeträge ver-

antwortlich sein könnten (Urk. 5/5 F/A 13 ff., 45 f.). F._____, H._____ und sie hät-

ten dann die beiden Lehrlinge zu einem Gespräch zitiert und sie mit den Ergebnis-

sen ihrer Recherchen konfrontiert. G._____ habe die Vorwürfe sofort anerkannt. 

Der Beschuldigte sei zunächst ruhig geblieben, habe später dann aber ebenfalls 

-  28  - 

mit dem Kopf die Richtigkeit ihres Verdachts bestätigt. Auf die Frage, ob sie noch 

Spielbestätigungsquittungen vom Vortag hätten, die storniert werden könnten, sei 

G._____ solche aus seinem Spind holen gegangen und habe ihnen diese abge-

geben. Weiter hätten sie die beiden gefragt, ob noch etwas übrig sei vom Delikts-

betrag. Der Beschuldigte habe sofort geantwortet, dass er noch Fr. 10'000.– zu 

Hause habe, und angeboten, diesen Geldbetrag holen zu gehen. Zuvor hätten 

F._____ und sie den beiden eine Schuldanerkennung vorgelegt, um etwas in der 

Hand zu haben für eine allfällige Betreibung. G._____ habe diese sofort unter-

zeichnet, während der Beschuldigte gezögert habe. Nachdem sie ihm das Wesen 

der Schuldanerkennung erläutert habe, habe auch er das entsprechende Doku-

ment unterzeichnet. In der Folge seien G._____ und der Beschuldigte aufgebro-

chen, seien aber nicht mehr wiedergekommen und hätten auch den erwähnten 

Geldbetrag von Fr. 10'000.– nicht zurückgebracht (Urk. 5/5 F/A 24 ff., 47 f.) Seit 

der fristlosen Entlassung der beiden Lehrlinge seien ihres Wissens keine Fehlbe-

träge zwischen den über das B._____-Terminal erfassten Spieleinsätzen und den 

gebuchten Einzahlungen in die Verkaufskasse mehr entstanden (Urk. 5/5 F/A 53 

f.). I._____ wies schliesslich darauf hin, dass es – bis auf wenige Ausnahmen – 

sehr selten vorkomme bzw. aussergewöhnlich sei, dass für B._____-Sportwetten 

Einsätze von mehr als Fr. 250.– gespielt würden (Urk. 5/5 F/A 47, 50 ff.). 

4.2.5.  Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Aussagen der drei Zeuginnen 

nicht nur in sich schlüssig, nachvollziehbar und authentisch sind, sondern auch 

untereinander übereinstimmen. Zudem decken sie sich mit den vorstehenden ob-

jektiven Beweismitteln. Entsprechend kann für die Erstellung des Sachverhalts 

darauf abgestellt werden. Die Zeuginnen konnten zwar nicht persönlich beobach-

ten, dass der Beschuldigte diverse B._____-Belege am entsprechenden Automa-

ten generierte, den Spielbetrag anschliessend jedoch nicht über die Kasse ein-

buchte und damit nicht für seine Teilnahme am entsprechenden Tippspiel bezahl-

te. Ihre Rückschlüsse auf das konkrete Tatvorgehen und die Täterschaft des Be-

schuldigten stützten sie massgeblich auf die Tages- und Monatsstatistiken des 

B._____-Terminals, die zeitlich korrespondierenden Auszüge aus der Margen- 

bzw. Umsatz-Liste der Verkaufskasse, die Aufnahmen der Überwachungskamera 

und die Einsatzpläne der für die Privatklägerin tätigen Mitarbeiter. Diese Beweis-

-  29  - 

mittel wurden bereits vorstehend gewürdigt (E. III.4.1.). Ebenfalls entscheidend 

sind jedoch ihre übereinstimmenden Aussagen, wonach seit der fristlosen Kündi-

gung des Beschuldigten und von G._____ keine aussergewöhnlichen und uner-

klärlichen Unstimmigkeiten zwischen den über das B._____-Terminal erfassten 

Spieleinsätzen und den gebuchten Einzahlungen in die Verkaufskasse mehr auf-

traten. Zudem teilten alle drei Zeuginnen die Einschätzung, dass Spieleinsätze 

über B._____ von mehr als Fr. 250.– eher selten vorkämen. Diese Aussagen 

sprechen stark für die Täterschaft des Beschuldigten. So zeigten die polizeilichen 

Ermittlungen auf, dass lediglich an denjenigen Tagen, als er oder – ab dem 26. 

August 2019 – G._____ für die Privatklägerin arbeiteten, derart hohe Spielbeträge 

über das B._____-Terminal erfasst wurden (Urk. 3 S. 3, 9; Urk. 7/6+9). Zu be-

rücksichtigen ist sodann, dass alle drei Zeuginnen aussagten, der Beschuldigte 

habe im Rahmen des Konfrontationsgesprächs vom 13. September 2019 – wenn 

auch erst nach anfänglichem Zögern und auf Aufforderung von G._____ – die ihm 

gegenüber erhobenen Vorwürfe anerkannt und sogar angeboten, den Restbetrag 

vom Deliktserlös von Fr. 10'000.– zurückzuzahlen. Es besteht kein Anlass, an den 

detaillierten und übereinstimmenden Schilderungen der Zeuginnen zu zweifeln. 

Diese werden denn auch durch die aktenkundige Schuldanerkennung des Be-

schuldigten vom 13. September 2019 gestützt (Urk. 6/2), die er zwar zwei Wo-

chen später widerrufen liess (Urk. 6/8). Aus den dargelegten Aussagen der Zeu-

ginnen geht allerdings hervor, dass der Beschuldigte dieses Dokument nicht 

leichtfertig und ohne vorgängige Überlegung unterzeichnete. Vielmehr besprach 

er sich zuvor unter vier Augen mit seinem Arbeitskollegen und hätte nicht eine 

Schuld von über Fr. 50'000.– anerkannt, wenn dieser Betrag nicht im Bereich des 

Möglichen gelegen wäre. Ebensowenig hätte der Beschuldigte die fristlose Kündi-

gung seines Lehrstellenverhältnisses mit der Privatklägerin akzeptiert, wenn der 

Vorwurf strafbaren Verhaltens, welcher Anlass für die Kündigung gab, nicht zu-

treffend gewesen wäre (Urk. 6/4). 

4.2.6.  Die Aussagen von G._____ anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen 

Zeugeneinvernahme sind nicht sachdienlich und können nichts zur Sachverhalts-

erstellung beitragen (Urk. 5/3 F/A 41 ff.). Darauf ist folglich nicht einzugehen. 

-  30  - 

4.3. Aussagen des Beschuldigten 

4.3.1.  Wie vorstehend aufgezeigt wurde, wird der Beschuldigte durch die objekti-

ven Beweismittel und die Aussagen der drei Zeuginnen stark belastet. Rufen die 

belastenden Beweise nach einer Erklärung, welche die beschuldigte Person ei-

gentlich geben können müsste, dies jedoch nicht tut, darf der Schluss gezogen 

werden, es gebe keine mögliche Erklärung. Nichts anderes kann gelten, wenn die 

beschuldigte Person zwar eine Erklärung gibt, diese aber unglaubhaft oder gar 

widerlegt ist. Der Grundsatz in dubio pro reo zwingt somit nicht dazu, jede entlas-

tende Angabe der beschuldigten Person, für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit 

kein spezifischer Beweis vorhanden ist, als unwiderlegt zu betrachten. Nicht jede 

aus der Luft gegriffene Schutzbehauptung braucht durch einen hieb- und stichfes-

ten Beweis widerlegt zu werden. Nach der Rechtsprechung ist es mit der Un-

schuldsvermutung unter gewissen Umständen vereinbar, das Aussageverhalten 

der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen. Dies ist der 

Fall, wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche 

Angaben zu machen bzw. wenn sie es unterlässt, entlastende Behauptungen nä-

her zu substantiieren, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Bewei-

selemente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteile des Bundesgerichts 

6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4, nicht publ. in: BGE 147 IV 176; 

6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3; 6B_1/2013 vom 4. Juli 2013 E. 

1.5; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 6B_453/2011 vom 20. Dezember 

2011 E. 1.6, nicht publ. in: BGE 138 IV 47). 

4.3.2.  Der Beschuldigte wies den Tatvorwurf insbesondere mit dem Einwand von 

sich, dass das B._____-Terminal jeden Abend bei der Abmeldung einen Tages-

abschluss generiere, der in den Tresor der Privatklägerin gelegt werden müsse. 

Gestützt darauf sei täglich abgerechnet worden. Aus diesem Grund wäre bereits 

nach wenigen Tagen aufgefallen, wenn infolge der Ausgabe von B._____-

Belegen Geld in der Kasse gefehlt hätte (Urk. 4/1 F/A 31 f.; Urk. 4/2 F/A 29, 38 f., 

83, 88; Urk. 4/3 F/A 44; Urk. 24 S. 14, 16, 18, 24). Die Zeuginnen F._____, 

H._____ und I._____ erklärten dagegen übereinstimmend, dass die Tagesstatistik 

des B._____-Terminals nicht jeden Abend mit der Abrechnung der Verkaufskasse 

-  31  - 

für den entsprechenden Tag abgeglichen worden sei, obwohl alle Mitarbeiter die 

erstellten Auswertungen jeweils nach Ladenschluss im Safe der Privatklägerin 

hätten deponieren müssen. Ein Abgleich sei nur einmal im Monat vorgenommen 

worden, wenn die Rechnungen der B._____ eingegangen seien und hätten be-

zahlt werden müssen. Zudem seien in der Vergangenheit nur die Auszahlungen 

im Zusammenhang mit B._____-Belegen kontrolliert worden, da es dort bereits zu 

Missbräuchen gekommen sei. Dies sei rückblickend sicher ein Fehler gewesen 

(Urk. 5/2 F/A 37, 39; Urk. 5/4 F/A 72 ff.; Urk. 5/5 F/A 13; vgl. auch Urk. 5/1 F/A 45 

f.). Es erstaunt zwar, dass die über das B._____-Terminal erfassten Spielbeträge 

und die Einzahlungen in die Verkaufskasse für Online-Lotto- und Wettspiele nur 

jeden Monat abgeglichen wurden, obwohl die erstellten Abrechnungen eine tägli-

che Kontrolle erlaubt hätten. Der Beschuldigte kann daraus jedoch nichts zu sei-

ner Entlastung ableiten. Nur weil die Gefahr bestand, dass bereits nach wenigen 

Tagen entdeckt werden könnte, dass bestimmte B._____-Belege zwar generiert, 

die eingesetzten Spielbeträge aber nicht einkassiert bzw. über die Kasse abge-

bucht wurden, hat dies nicht den Schluss zur Folge, dass die entsprechenden Ta-

ten nicht begangen wurden und der Beschuldigte nicht dafür verantwortlich sein 

kann. Die Entwicklung der Fehlbeträge zwischen den Statistiken des B._____-

Geräts und den Abrechnungen der Verkaufskasse legen vielmehr den Schluss 

nahe, dass er das angeklagte Tatvorgehen zunächst mit kleineren Spielbeträgen 

ausprobierte, um zu testen, ob es entdeckt würde. Als nichts passierte und sein 

Handeln unentdeckt blieb, gab er immer grössere Spielbeträge ein, was zu ent-

sprechend steigenden Differenzen zwischen den Abrechnungen und schliesslich 

zur Entdeckung seines Vorgehens führte. 

4.3.3.  Der Beschuldigte betonte sodann, dass sich aus den Aufnahmen der Vi-

deo-kameras, welche im Tankstellenshop installiert und auf den Kassenbereich 

gerichtet seien, ergeben würde, dass er nichts gemacht habe (Urk. 4/2 F/A 80; 

Urk. 4/3 F/A 34; Urk. 4/5 F/A 33; Urk. 24 S. 14, 16). Diesem Einwand ist entge-

genzuhalten, dass zu den jeweiligen Zeitpunkten im September 2019, als bei der 

Privatklägerin B._____-Belege mit Spielbeträgen von Fr. 250.– oder mehr gene-

riert wurden, aus den Videoaufnahmen nicht ersichtlich ist, dass der Beschuldigte 

oder G._____ Lose einsortierten, Zigarettenschachteln auffüllten oder sonst etwas 

-  32  - 

erledigten. Sodann zeichnete die Überwachungskamera nicht auf, dass sich an-

dere Mitarbeiter der Privatklägerin zu den massgeblichen Zeitpunkten im Kassen-

bereich aufhielten und das B._____-Gerät bedienten (Urk. 7/1). Vielmehr ergibt 

sich aus den Videoaufnahmen, dass der Beschuldigte oder G._____ vor dem 

Terminal standen, als B._____-Belege über Spieleinsätze von mindestens Fr. 

250.– ausgegeben wurden. Die Kasse bedienten sie jedoch weder vor noch nach 

der Erstellung der Spielbelege (vgl. E. III.4.1.7.).  

4.3.4.  Im Übrigen fielen die Aussagen des Beschuldigten sehr vage, ausweichend 

und oberflächlich aus, insbesondere anlässlich der Einvernahmen gegen Ende 

des Vorverfahrens (Urk. 4/3-5). Auf Fragen der Kantonspolizei Zürich und der 

Staatsanwaltschaft, welche ihn hätten entlasten können, gab er keine oder nicht 

ernst gemeinte Antworten. So erklärte er auf die Frage, ob er während seiner Ar-

beitszeit häufig Spieleinsätze von Fr. 250.– oder mehr entgegengenommen habe, 

dass er bereits Aussagen gemacht habe, obwohl er sich diesbezüglich noch nicht 

geäussert hatte (Urk. 4/3 F/A 25 ff.). Gleich antwortete er auf die Frage, wie viele 

Sporttipps pro Tag gespielt worden seien (Urk. 4/3 F/A 19 ff.). Zudem konnte er 

auf wiederholtes Befragen niemanden nennen, der anstatt ihm für die Fehlbeträge 

zwischen der Statistik des B._____-Terminals und der Abrechnung der Verkaufs-

kasse betreffend Online-Lotto- und Wettspiele verantwortlich sein könnte (Urk. 4/2 

F/A 45 ff., 76 ff.; Urk. 4/3 F/A 48; Urk. 4/4 F/A 30). Dies legt den Schluss nahe, 

dass neben G._____, der bereits rechtskräftig verurteilt wurde, nur der Beschul-

digte als Täterschaft in Frage kommt.  

4.3.5.  Schliesslich ist dem Beschuldigten nicht zu folgen, wenn er angibt, er habe 

die Schuldanerkennung nur deshalb unterzeichnet, weil F._____ ihm im Rahmen 

des Konfrontationsgesprächs vom 13. September 2019 mit dem Beizug der Poli-

zei gedroht und ihn damit unter Druck gesetzt habe (Urk. 4/1 F/A 11 ff.; Urk. 4/2 

F/A 49, 52, 54, 72; Prot. I S. 19, 21). Als er zwei Wochen später die Schuldaner-

kennung widerrufen liess, berief er sich jedenfalls nicht auf Drohungen seiner 

ehemaligen Lehrmeisterin und eine dadurch hervorgerufene Zwangssituation, 

sondern auf einen Grundlagenirrtum (Urk. 6/8; Urk. 4/1 F/A 11; Urk. 4/2 F/A 49 f., 

52; Prot. I S. 21). Zudem lässt der Umstand, dass F._____ in Aussicht stellte, die 

-  33  - 

Polizei werde in dieser Angelegenheit Ermittlungen anstellen, noch nicht per se 

auf eine strafrechtlich relevante Nötigungssituation schliessen, die den Beschul-

digten zu einem mündlichen Geständnis und zur Unterzeichnung der Schuldaner-

kennung veranlasst hätte. Dass er die Situation anlässlich des Gesprächs vom 

13. September 2019 als unangenehm empfand, ist ohne Weiteres nachvollzieh-

bar, wurde er doch von seiner direkten Vorgesetzten und zwei weiteren leitenden 

Mitarbeiterinnen der Privatklägerin mit dem Verdacht strafbaren Verhaltens kon-

frontiert. Dies allein vermag jedoch nicht zu erklären, weshalb er die ihm gegen-

über erhobenen Vorwürfe damals wahrheitswidrig als zutreffend hätte anerkennen 

und eine Schuldanerkennung über den erheblichen Betrag von Fr. 56'902.– un-

terzeichnen sollen. 

4.3.6.  Insgesamt erscheinen die genannten Einwände des Beschuldigten vorge-

schoben und unglaubhaft. Teilweise sind sie sogar durch die objektiven Beweis-

mittel und die Aussagen der drei Zeuginnen widerlegt. Seine Aussagen, mit de-

nen er den Tatvorwurf von sich weist, sind folglich als blosse Schutzbehauptun-

gen zu werten und vermögen die belastenden Beweise nicht in Zweifel zu ziehen.  

4.4. Fazit / Einschränkungen hinsichtlich Deliktsbetrag und -zeitraum 

4.4.1.  Aus der Gesamtheit der Indizien aus den objektiven Beweismitteln und den 

Aussagen der drei Zeuginnen ergeben sich keine unüberwindlichen Zweifel da-

ran, dass sich die Tat anklagegemäss zugetragen hat und der Beschuldigte der 

Täter ist.  

4.4.2.  In Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) sind 

jedoch Einschränkungen in Bezug auf den in der Anklageschrift genannten De-

liktsbetrag anzubringen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er 

habe im Zeitraum zwischen dem 1. April 2019 und dem 12. September 2019 di-

verse B._____-Belege am entsprechenden Automaten generiert, den Spielbetrag 

aber nicht über die Kasse eingebucht und damit nicht für seine Teilnahme am 

Tippspiel bezahlt. Die Wetteinsätze seien der Privatklägerin von der B._____ be-

lastet worden, wodurch zu deren Nachteil ein Differenzbetrag von insgesamt 

Fr. 68'984.71 entstanden sei (Urk. 17 S. 2). Dieser Betrag entspricht der Summe 

-  34  - 

sämtlicher Differenzen zwischen den Spieleinsätzen, die über das B._____-

Terminal erfasst wurden, und den Einzahlungen in die Verkaufskasse für Online-

Lotto- und Wettspiele im Zeitraum vom 1. März 2019 bis zum 11. September 2019 

(vgl. Tabelle unter E. III.4.1.3.). Mit der Verteidigung kann dem Beschuldigten die-

se Summe nicht vollständig angelastet werden (vgl. Urk. 57 Rz. 13 ff.). Zunächst 

ist zu berücksichtigen, dass der Monat März 2019 nicht vom Deliktszeitraum der 

Anklage erfasst ist. Der damals entstandene Fehlbetrag (Fr. 426.85) zwischen 

den über das B._____-Terminal erfassten Spieleinsätzen und den Einzahlungen 

in die Kasse darf bei der Ermittlung des Deliktsbetrags folglich nicht miteinbezo-

gen werden.  

4.4.3.  Weiter ist zu beachten, dass auch der Zeuge G._____ zwischen dem 26. 

August 2019 und dem 12. September 2019 B._____-Belege über das entspre-

chende Gerät der Privatklägerin generierte und den eingesetzten Spielbetrag so-

wie einen allfälligen Gewinn anderswo einlöste, ohne für seine Teilnahme am On-

line-Tippspiel bezahlt zu haben. Dafür wurde er mit Strafbefehl der Jugendanwalt-

schaft des Kantons Aargau vom 28. Januar 2021 rechtskräftig verurteilt 

(Urk. 12/5). Da dem Beschuldigten keine mittäterschaftliche Tatbegehung vorge-

worfen wird, können ihm die durch G._____ verursachten Fehlbeträge nicht ange-

lastet werden. Ebenso verhält es sich mit Differenzen zwischen den Abrechnun-

gen des B._____-Terminals und der Verkaufskasse, die möglicherweise auf ein 

deliktisches Verhalten anderer Mitarbeiter der Privatklägerin zurückzuführen sind. 

Die Zeugin F._____ antwortete anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme auf die 

Frage, ob allenfalls auch andere Mitarbeiter den B._____-Automaten auf dieselbe 

Weise missbraucht hätten, dass das sein könne. So habe sie einen Lehrling na-

mens O._____ gehabt, der angeblich gleich vorgegangen sei und den sie deshalb 

wegen Diebstahls fristlos entlassen habe. Der Polizei habe sie dies jedoch nicht 

beanzeigt, weil es sich nur um einen kleinen Geldbetrag gehandelt habe. O._____ 

habe dem Beschuldigten angeblich das Vorgehen mit dem B._____-Automaten 

gezeigt (Urk. 5/1 F/A 10 ff.; vgl. auch Urk. 5/2 F/A 51).  

4.4.4.  Schliesslich ist nicht ausser Acht zu lassen, dass es auch unabhängig von 

einem strafbaren Handeln des Beschuldigten, von G._____ und allenfalls weiterer 

-  35  - 

Mitarbeiter der Privatklägerin zu Differenzen zwischen den erfassten Einzahlun-

gen des B._____-Terminals und dem Gesamtbetrag der Rubrik "Online Lotto Ein-

za[hlungen]" gemäss den Margen- bzw. Umsatz-Listen kam. Dies wird einerseits 

durch die Aussagen der Zeuginnen bestätigt (Urk. 5/2 F/A 37 f.; Urk. 5/5 F/A 19, 

53) und zeigt sich andererseits anhand der Abrechnungen jener Tage, an denen 

weder der Beschuldigte noch G._____ für die Privatklägerin arbeiteten (Urk. 7/5).  

4.4.5.  Auf die vorgenannten Umstände weist auch die Verteidigung zu Recht hin 

(Urk. 57 Rz. 13 ff.). In Bezug auf den in der Anklageschrift genannten Differenzbe-

trag von Fr. 68'984.71 bestehen massgebliche Zweifel daran, dass dieser allein 

auf das anklagegegenständliche Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen ist 

(vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Der Deliktsbetrag lässt sich folglich nicht in der ange-

klagten Höhe erstellen. Es erscheint auch nicht sachgerecht, von der angeklagten 

Summe von Fr. 68'984.71 auszugehen und Abzüge für diejenigen Differenzen 

zwischen den Abrechnungen des B._____-Terminals und der Verkaufskasse vor-

zunehmen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht durch ein strafbares Verhalten 

des Beschuldigten verursacht wurden (vgl. vorstehende E. III.4.4.2 ff.). Bei dieser 

Vorgehensweise verblieben zu viele Unsicherheiten, die sich zulasten des Be-

schuldigten auswirken würden, was nicht zulässig ist. 

4.4.6.  Zur Ermittlung des Deliktsbetrags ist vielmehr auf die Spielbestätigungsquit-

tungen mit einem Einsatz von Fr. 250.– oder mehr abzustellen, die ohne rechtser-

hebliche Zweifel durch den Beschuldigten generiert, anschliessend jedoch nicht 

bezahlt wurden. Diesem Ansatz liegt zugrunde, dass es gemäss den überein-

stimmenden Aussagen der Zeuginnen aussergewöhnlich und nicht wahrscheinlich 

sei, dass ein Kunde der Privatklägerin ein Online-Lotto- oder Wettspiel über das 

B._____-Terminal mit einem Spielbetrag von Fr. 250.– ausgelöst habe (Urk. 5/4 

F/A 67 ff.; Urk. 5/5 F/A 47, 50 ff.). Die polizeilichen Ermittlungen zeigten denn auch 

auf, dass ab dem 1. Juni 2019 an beinahe sämtlichen Tagen, als der Beschuldigte 

im Tankstellenshop der Privatklägerin arbeitete, B._____-Belege generiert wur-

den, die Spieleinsätze von Fr. 250.– oder mehr betrafen. Hinzu kommt, dass an 

seinen Arbeitstagen – mit einigen Ausnahmen – massgebliche Differenzen von 

über Fr. 300.– in den täglichen Abrechnungen des B._____-Terminals und der 

-  36  - 

Kasse betreffend Einzahlungen für Online-Lotto- und Wettspiele entstanden. Vor 

dem Hintergrund des vorstehenden Beweisergebnisses ergibt sich damit, dass der 

Beschuldigte diverse Spielbestätigungsquittungen mit einem Einsatz von Fr. 250.– 

oder mehr generierte, ohne für seine Teilnahme am entsprechenden B._____-

Tippspiel zu bezahlen. 

Bei den Akten liegt eine Übersicht der B._____, in welcher sämtliche Online-Lotto- 

und Wettspiele während des angeklagten Deliktszeitraums aufgeführt sind, die ei-

nen Spieleinsatz von Fr. 250.– oder mehr betrafen (Urk. 7/6). Nicht zu berücksich-

tigen sind diejenigen Spielbelege, die an Tagen generiert wurden, als der Be-

schuldigte nicht arbeitete (Positionen 63, 89-90, 122-128) oder zusammen mit 

G._____ (Positionen 64-84, 91-112) bzw. O._____ (Position 2) für die Privatkläge-

rin tätig war (Urk. 6/7; Urk. 7/9; Urk. 5/1 F/A 25; Urk. 5/3 F/A 21; Urk. 12/1 F/A 5 

ff.). Diesbezüglich ist eine fremde Täterschaft nicht auszuschliessen und damit 

nicht ohne unüberwindbare Zweifel nachgewiesen, dass der Beschuldigte die 

Spielbestätigungsquittungen generierte, ohne anschliessend den Spieleinsatz zu 

bezahlen. Die entsprechenden Zeilen sind in der nachfolgenden Tabelle grau hin-

terlegt. Bei dieser Vorgehensweise kann ausgeschlossen werden, dass dem Be-

schuldigten in Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) 

Differenzbeträge zwischen den Abrechnungen des B._____-Terminals und der 

Verkaufskasse angelastet werden, die nicht durch ihn bzw. durch sein Verhalten 

verursacht wurden, welches Gegenstand der Anklage bildet. Dieses Vorgehen 

wirkt sich damit ganz sicher nicht zum Nachteil des Beschuldigten aus. 

Auszug aus der Übersicht der B._____ betreffend Online-Lotto- und Wettspiele 

während des angeklagten Deliktszeitraums mit Spieleinsätzen von Fr. 250.– oder 

mehr (Urk. 7/6): 

Position Datum, Uhrzeit Spieleinsatz Auszahlung 

1 01.06.2019, 20:41 Uhr Fr. 300.– Kein Gewinn 

2 16.06.2019, 16:43 Uhr Fr. 400.– Fr. 404.– 

3 25.06.2019, 10:52 Uhr Fr. 260.– Fr. 390.– 

-  37  - 

4 08.07.2019, 16:42 Uhr Fr. 300.– Fr. 351.– 

5 14.07.2019, 15:30 Uhr Fr. 400.– Fr. 452.– 

6 gleichentags, 15:30 Uhr Fr. 400.– Fr. 492.– 

7 15.07.2019, 19:24 Uhr Fr. 500.– Fr. 555.– 

8 gleichentags, 19:52 Uhr Fr. 715.– Kein Gewinn 

9 19.07.2019, 16:49 Uhr Fr. 300.– Fr. 363.– 

10 gleichentags, 16:50 Uhr Fr. 250.– Fr. 660.– 

11 20.07.2019, 17:53 Uhr Fr. 453.– Fr. 751.95 

12 gleichentags, 17:58 Uhr Fr. 520.– Fr. 598.– 

13 23.07.2019, 10:40 Uhr Fr. 300.– Fr. 357.– 

14 gleichentags, 10:41 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

15 24.07.2019, 15:52 Uhr Fr. 500.– Fr. 560.– 

16 gleichentags, 16:27 Uhr Fr. 350.– Fr. 360.50 

17 25.07.2019, 15:52 Uhr Fr. 700.– Fr. 707.– 

18 26.07.2019, 18:23 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

19 gleichentags, 18:23 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

20 13.08.2019, 16:57 Uhr Fr. 300.– Fr. 321.– 

21 gleichentags, 17:02 Uhr Fr. 300.– Fr. 321.– 

22 gleichentags, 18:12 Uhr Fr. 300.– Fr. 318.– 

23 16.08.2019, 18:17 Uhr Fr. 400.– Fr. 416.– 

24 gleichentags, 18:17 Uhr Fr. 250.– Fr. 260.– 

25 gleichentags, 18:18 Uhr Fr. 350.– Kein Gewinn 

26 gleichentags, 19:18 Uhr Fr. 250.– Fr. 260.– 

27 17.08.2019, 15:46 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

28 gleichentags, 15:57 Uhr Fr. 500.– Fr. 520.– 

29 gleichentags, 16:00 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

30 gleichentags, 16:07 Uhr Fr. 500.– Fr. 525.– 

-  38  - 

31 18.08.2019, 17:16 Uhr Fr. 500.– Fr. 535.– 

32 gleichentags, 17:27 Uhr Fr. 400.– Fr. 408.– 

33 21.08.2019, 18:05 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

34 gleichentags, 18:09 Uhr Fr. 450.– Fr. 477.– 

35 gleichentags, 18:24 Uhr Fr. 450.– Fr. 486.– 

36 gleichentags, 19:02 Uhr Fr. 250.– Fr. 265.– 

37 22.08.2019, 16:01 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

38 gleichentags, 16:04 Uhr Fr. 450.– Fr. 459.– 

39 24.08.2019, 16:06 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

40 gleichentags, 16:14 Uhr Fr. 450.– Fr. 459.– 

41 gleichentags, 16:18 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

42 gleichentags, 16:25 Uhr Fr. 450.– Fr. 459.– 

43 gleichentags, 16:30 Uhr Fr. 450.– Fr. 490.50 

44 gleichentags, 17:17 Uhr Fr. 400.– Kein Gewinn 

45 gleichentags, 17:18 Uhr Fr. 450.– Fr. 463.50 

46 gleichentags, 19:17 Uhr Fr. 450.– Fr. 490.50 

47 gleichentags, 19:18 Uhr Fr. 450.– Fr. 490.50 

48 gleichentags, 20:44 Uhr Fr. 400.– Fr. 472.– 

49 gleichentags, 20:55 Uhr Fr. 460.– Fr. 487.60 

50 25.08.2019, 13:39 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

51 gleichentags, 13:46 Uhr Fr. 450.– Fr. 477.– 

52 gleichentags, 13:48 Uhr Fr. 500.– Gewinn nicht angefor-
dert 

53 gleichentags, 14:26 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

54 gleichentags, 14:57 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

55 gleichentags, 15:05 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

56 gleichentags, 15:41 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

57 gleichentags, 15:41 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

-  39  - 

58 gleichentags, 17:08 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

59 gleichentags, 17:13 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

60 gleichentags, 19:37 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

61 gleichentags, 19:39 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

62 gleichentags, 19:59 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

63 27.08.2019, 18:22 Uhr Fr. 400.– Kein Gewinn 

64 28.08.2019, 17:14 Uhr Fr. 500.– Fr. 545.– 

65 gleichentags, 17:15 Uhr Fr. 500.– Fr. 580.– 

66 gleichentags, 17:16 Uhr Fr. 505.– Fr. 575.70 

67 gleichentags, 17:18 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

68 gleichentags, 17:23 Uhr Fr. 500.– Fr. 520.– 

69 gleichentags, 17:25 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

70 gleichentags, 17:29 Uhr Fr. 300.– Fr. 309.– 

71 gleichentags, 17:30 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

72 gleichentags, 18:15 Uhr Fr. 500.– Fr. 575.– 

73 gleichentags, 20:28 Uhr Fr. 500.– Fr. 570.– 

74 29.08.2019, 15:18 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

75 gleichentags, 15:19 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

76 gleichentags, 15:19 Uhr Fr. 300.– Fr. 306.– 

77 gleichentags, 18:12 Uhr Fr. 473.– Fr. 998.– 

78 gleichentags, 19:24 Uhr Fr. 475.– Fr. 503.50 

79 30.08.2019, 15:41 Uhr Fr. 500.– Fr. 705.– 

80 gleichentags, 15:41 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

81 gleichentags, 15:56 Uhr Fr. 500.– Fr. 545.– 

82 gleichentags, 15:56 Uhr Fr. 500.– Fr. 545.– 

83 gleichentags,19:12 Uhr Fr. 500.– Fr. 545.– 

84 gleichentags, 19:12 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

-  40  - 

85 01.09.2019, 19:39 Uhr Fr. 400.– Fr. 480.– 

86 gleichentags, 20:08 Uhr Fr. 520.– Fr. 535.60 

87 gleichentags, 20:80 Uhr Fr. 500.– Fr. 530.– 

88 gleichentags, 20:09 Uhr Fr. 450.– Fr. 522.– 

89 04.09.2019, 12:28 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

90 gleichentags, 13:55 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

91 05.09.2019, 17:50 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

92 gleichentags, 17:52 Uhr Fr. 500.– Fr. 530.– 

93 gleichentags, 17:52 Uhr Fr. 500.– Fr. 530.– 

94 gleichentags, 17:53 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

95 gleichentags, 17:54 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

96 gleichentags, 18:21 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

97 gleichentags, 18:22 Uhr Fr. 500.– Fr. 520.– 

98 gleichentags, 18:45 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

99 gleichentags, 18:45 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

100 gleichentags, 18:45 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

101 06.09.2019, 15:36 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

102 gleichentags, 15:36 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

103 gleichentags, 15:37 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

104 gleichentags, 15:38 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

105 gleichentags, 18:01 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

106 gleichentags, 18:02 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

107 gleichentags, 18:02 Uhr Fr. 500.– Fr. 570.– 

108 gleichentags, 18:11 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

109 gleichentags, 18:13 Uhr Fr. 500.– Fr. 510.– 

110 gleichentags, 18:13 Uhr Fr. 500.– Fr. 570.– 

111 gleichentags, 18:58 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

-  41  - 

112 gleichentags, 20:06 Uhr Fr. 250.– Fr. 255.– 

113 07.09.2019, 14:47 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

114 gleichentags, 14:48 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

115 gleichentags, 14:48 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

116 gleichentags, 15:03 Uhr Fr. 500.– Fr. 540.– 

117 gleichentags, 15:03 Uhr Fr. 500.– Fr. 505.– 

118 gleichentags, 15:03 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

119 gleichentags, 20:13 Uhr Fr. 450.– Fr. 531.– 

120 08.09.2019, 17:02 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

121 gleichentags, 17:02 Uhr Fr. 500.– Fr. 515.– 

122 11.09.2019, 13:30 Uhr Fr. 500.– Gewinn blockiert 

123 gleichentags, 13:30 Uhr Fr. 500.– Gewinn blockiert 

124 gleichentags, 13:30 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

125 gleichentags, 13:31 Uhr Fr. 500.– Kein Gewinn 

126 gleichentags, 13:34 Uhr Fr. 400.– Gewinn blockiert 

127 gleichentags, 19:16 Uhr Fr. 500.– Gewinn blockiert 

128 gleichentags, 19:17 Uhr Fr. 500.– Fr. 545.– 

Total (ohne 
grau hinter-
legte Felder) 

- Fr. 32'878.– Fr. 29'649.15 

4.4.7.  Hinsichtlich der oben aufgeführten Spielbestätigungsquittungen in den 

nicht grau hinterlegten Feldern bestehen keine rechtserheblichen Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte diese generierte, ohne jedoch anschliessend den einge-

setzten Spielbetrag in die Verkaufskasse einzuzahlen. Der Deliktsbetrag aus dem 

angeklagten Vorgehen des Beschuldigten lässt sich somit im Umfang der Summe 

der jeweiligen Spieleinsätze nachweisen und beläuft sich auf insgesamt 

Fr. 32'878.–. Es ist nochmals hervorzuheben, dass es sich dabei nicht um den 

genau ermittelten Deliktsbetrag handelt, sondern um eine Annährung unter Be-

rücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO). Aus der 

-  42  - 

vorstehenden Tabelle ergibt sich sodann eine Einschränkung hinsichtlich des De-

liktszeitraums. So lässt sich nur für den Zeitraum zwischen dem 1. Juni 2019 und 

dem 8. September 2019 ohne rechtserhebliche Zweifel erstellen, dass der Be-

schuldigte nach dem in der Anklageschrift beschriebenen Handlungsmuster vor-

ging. Für die Monate davor (April und Mai 2019) kann ihm in Nachachtung des 

Grundsatzes in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) das angeklagte Vorgehen 

nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden. 

4.4.8.  Zusammenfassend ist der objektive Sachverhalt mit den dargelegten Ein-

schränkungen hinsichtlich des Deliktsbetrags und des -zeitraums anklagegemäss 

erstellt. Auf die bestrittenen Tatfragen hinsichtlich des subjektiven Anklagesach-

verhalts ist nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Urteil der Vorinstanz / Standpunkt des Beschuldigten 

Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als mehrfachen betrü-

gerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 

1 StGB (Urk. 37 S. 22 ff., 34). Die Verteidigung machte anlässlich der Berufungs-

verhandlung keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung (Urk. 57). 

2. Rechtliche Grundlagen und Würdigung 

2.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand des betrü-

gerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 

Abs. 1 StGB zutreffend dargestellt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann 

(Urk. 37 S. 22; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.2. Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschuldigte durch das angeklagte Vorge-

hen in tatbestandsmässiger Art und Weise auf einen Datenverarbeitungs- oder 

Datenübermittlungsvorgang einwirkte. Dafür sind kurz die Abläufe und Rahmen-

bedingungen für die Teilnahme an Online-Spielangeboten der B._____ über Ver-

-  43  - 

kaufsstellen darzulegen, zumal die Privatklägerin eine B._____-Verkaufsstelle mit 

einem Online-Terminal ist.  

2.3. Die Bedingungen für die Teilnahme über B._____-Verkaufsstellen, welche 

während des Deliktszeitraums galten, sahen Folgendes vor (Art. 2.1): "Zur Teil-

nahme an den Online-Produkten […] ist berechtigt, wer mindestens 18 Jahre alt 

ist und mit der B._____ einen entsprechenden Spielvertrag abgeschlossen hat. 

Ein solcher kommt zustande, wenn die Teilnahmedaten über das sich in einer 

Verkaufsstelle befindende Online-Terminal zwecks Übermittlung an die B._____ 

eingegeben worden sind, die Teilnahmedaten auf dem zentralen Spielesystem 

der B._____ gespeichert worden sind, eine Spielbestätigungsquittung (recte: Art. 

6) ausgedruckt und dem Teilnehmer ausgehändigt wurde, und wenn der Teilneh-

mer den Spieleinsatz (recte: Art. 4) geleistet hat." Gemäss Art. 6.3 der genannten 

Teilnahmebedingungen erhält der Teilnehmer eine vom B._____-Terminal ausge-

druckte Spielbestätigungsquittung ausgehändigt, nachdem seine Teilnahmedaten 

an die B._____ übermittelt wurden und er den Spieleinsatz geleistet hat. Leistet 

der Teilnehmer den Spieleinsatz nicht, wird die Registrierung allfällig bereits ein-

gegebener Daten annulliert und der Spielvertrag kommt nicht zustande (Art. 4.1). 

Für die berechtigte Teilnahme an Online-Spielangeboten der B._____ ist folglich 

entscheidend, dass (1) die Teilnahmedaten nach der Eingabe über das Online-

Terminal an die B._____ übermittelt wurden, (2) der Teilnehmer seinen Spielein-

satz geleistet hat und (3) ihm eine Spielbestätigungsquittung ausgehändigt wurde, 

auf welcher u.a. sein Tipp bzw. seine Voraussage und der Spieleinsatz aufgeführt 

sind. 

2.4. Durch die Eingabe und Übermittlung der Teilnahmedaten über das 

B._____-Terminal wird ein Datenverarbeitungsvorgang eingeleitet. So werden die 

Daten im Hinblick auf ihre Auswertung im Rechenzentrum der B._____ aufge-

zeichnet und gespeichert. Nur die auf dem Host der B._____ ordnungsgemäss 

nach den reglementarischen Vorschriften abgespeicherten Teilnahmedaten, für 

welche der Spieleinsatz geleistet wurde, nehmen an den entsprechenden Spielen 

teil und bilden die Basis für den Anspruch auf einen allfälligen Gewinn und die 

Rückzahlung des zugrundeliegenden Spielbetrags (Art. 5). Dafür ist das Original 

-  44  - 

der Spielbestätigungsquittung vorzuweisen (Art. 10.1). Das zentrale Spielesystem 

der B._____ ermittelt somit gestützt auf die gespeicherten Daten für die Spielteil-

nahme und die vorgewiesene Spielbestätigungsquittung im Rahmen eines auto-

matisierten Prozesses die Berechtigung der einzelnen Teilnehmer auf Auszahlung 

eines allfälligen Gewinns und des geleisteten Spieleinsatzes. Darüber hinaus die-

nen die Teilnahmedaten der B._____ dazu, periodisch in automatisierter Form 

Rechnungen auszufertigen und an die einzelnen B._____-Verkaufsstellen, wie die 

Privatklägerin eine ist, zu versenden. 

2.5. Der Beschuldigte war als Angestellter der Privatklägerin u.a. für sämtliche 

Handlungen verantwortlich, welche sich auf die Teilnahme von Kunden an den 

B._____-Spielangeboten bezogen. Zudem war er grundsätzlich zur eigenen (pri-

vaten) Teilnahme an Online-Lotto- und Wettspielen der B._____ berechtigt (vgl. 

Urk. 4/1 F/A 34; Urk. 5/4 F/A 59). Dafür musste er jedoch – wie ein normaler Kun-

de der Privatklägerin – die Teilnahmebedingungen der B._____ erfüllen. Indem er 

mehrmals die erforderlichen Daten für seine private Teilnahme an B._____-

Spielangeboten über das Online-Terminal erfasste und an das zentrale Spielesys-

tem der B._____ übermittelte, verwendete er Daten im Sinne von Art. 147 StGB 

und leitete einen an sich richtigen Datenverarbeitungsvorgang ein (vgl. Art. 5 der 

Teilnahmebedingungen). Da er jedoch die jeweiligen Spieleinsätze in der Folge 

nicht leistete, war er nicht zur Teilnahme an den Online-Lotto- oder Wettspielen 

berechtigt. Seine Einwirkung auf den Datenverarbeitungsprozess bestand mithin 

darin, seine Teilnahmedaten im Wissen darum zu erfassen, nicht dafür bezahlen 

zu wollen, oder aber darin, die übermittelten Teilnahmedaten nicht wieder zu an-

nullieren (vgl. Art. 4.1 der Teilnahmebedingungen). Eine eigentliche Manipulation 

des B._____-Terminals oder des darüber laufenden Datenverarbeitungsprozes-

ses durch unrichtige oder unvollständige Daten ist nicht erstellt. Vielmehr ist mit 

der Vorinstanz die Tatvariante der unbefugten Verwendung von Daten einschlä-

gig. Der Beschuldigte liess zu, dass die über das Online-Terminal übermittelten 

Teilnahmedaten auf dem zentralen Spielesystem der B._____ definitiv abgespei-

chert wurden. Sodann druckte er Bestätigungsquittungen zu den jeweiligen 

B._____-Spielen aus und behändigte diese für die spätere Einlösung. Der Be-

schuldigte gab auf diese Weise vor, zur Teilnahme an den betreffenden Online-

-  45  - 

Lotto- oder Wettspielen berechtigt zu sein, obwohl er die jeweils eingesetzten 

Spielbeträge nicht geleistet hatte. Der vom Beschuldigten eingeleitete Datenver-

arbeitungsvorgang führte insofern zu unzutreffenden Ergebnissen, als in der 

B._____-Datenbank jeweils die Information gesichert wurde, der Beschuldigte er-

fülle als Tippgeber sämtliche Teilnahmebedingungen. Sodann wurden ihm über 

das B._____-Terminal Bestätigungsquittungen für die gespielten Lottos, Sportwet-

ten etc. ausgegeben. Dies wäre nicht geschehen, wenn seine bereits erfassten 

Teilnahmedaten infolge der Nichtleistung der Spiel-einsätze und der daraus fol-

genden Ungültigkeit der jeweiligen Tippspiele entsprechend den Vorschriften der 

B._____ annulliert worden wären. Der Beschuldigte hat demnach durch die unbe-

fugte Verwendung von Daten auf einen Datenverarbeitungsvorgang eingewirkt. 

2.6. Gemäss erstelltem Sachverhalt wies der Beschuldigte die generierten 

Spielbestätigungsquittungen bei verschiedenen B._____-Verkaufsstellen vor. 

Nach deren Einlesung am Online-Terminal und einem automatischen Abgleich 

mit den gespeicherten Teilnahmedaten gab das Spielesystem der B._____ wie-

derholt die Auszahlung des Spieleinsatzes und des erzielten Gewinns an den 

Beschuldigten frei, sofern es einen entsprechenden Anspruch ermittelt hatte (vgl. 

Art. 5 der Teilnahmebedingungen). Die jeweiligen Geldbeträge wurden dem Be-

schuldigten in der Folge durch die aufgesuchten Verkaufsstellen der B._____ 

ausbezahlt. Die Kosten für die Teilnahme an den Online-Lotto- oder Wettspielen, 

d.h. die Spieleinsätze wurden dagegen der Privatklägerin automatisch belastet 

bzw. von der B._____ in Rechnung gestellt. Indem der Beschuldigte seine Teil-

nahmedaten über das Online-Terminal eingab und an die zentrale Datenbank der 

B._____ übermittelte, ohne jedoch – wie gemäss den Teilnahmebedingungen 

vorgeschrieben war – die Spieleinsätze bezahlt zu haben, löste er jeweils eine 

Vermögensverschiebung zum Schaden der Privatklägerin aus. Diese war vertrag-

lich dazu verpflichtet, der B._____ die Spieleinsätze sämtlicher Online-Lotto- und 

Wettspiele zu bezahlen, die über ihr Gerät erfasst und übermittelt wurden (vgl. 

dazu BGE 129 IV 315 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_497/2014 vom 6. 

März 2015 E. 4.4). Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 147 Abs. 1 StGB 

erfüllt. 

-  46  - 

2.7. Mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand stellt sich zunächst die Frage, 

ob der Beschuldigte wissentlich und willentlich handelte, als er die erforderlichen 

Daten für seine private Teilnahme an Online-Spielangeboten über das B._____-

Terminal erfasste, an das zentrale Spielesystem übermittelte, entsprechende Be-

stätigungsquittungen generierte und an sich nahm, obwohl er den eingesetzten 

Spielbetrag nicht geleistet hatte. Hiervon kann in Anbetracht der gesamten Um-

stände ohne rechtserhebliche Zweifel ausgegangen werden. Zunächst ist festzu-

halten, dass der Beschuldigte als Angestellter der Privatklägerin, einer B._____-

Verkaufsstelle, die Bedingungen für die Teilnahme an Spielangeboten der 

B._____ kannte. Er war geschult in der Bedienung des Online-Terminals und so-

mit über die Abläufe im Zusammenhang mit Lotto- oder Wettspielen im Einzelnen 

instruiert. Folglich wusste er, dass die Kunden der Privatklägerin für die Teilnah-

me an einem der B._____-Tippspiele den jeweiligen Spieleinsatz leisten mussten, 

andernfalls die bereits erfassten Teilnahmedaten zu annullieren waren (vgl. 

Urk. 4/1 F/A 20 f., 27, 48; Urk. 4/2 F/A 36 f., 84; Urk. 24 S. 14 f.). Gestützt darauf 

bestehen keine Zweifel daran, dass dem Beschuldigten bewusst war, dass auch 

er nicht zur (privaten) Teilnahme über das B._____-Terminal berechtigt war, so-

fern er den gespielten Betrag nicht bezahlt hatte. Trotz dieses Bewusstseins löste 

er wiederholt den in Art. 5 der Teilnahmebedingungen beschriebenen Datenver-

arbeitungsprozess aus, ohne jedoch diese Voraussetzung erfüllt zu haben. So 

übermittelte er über das Online-Terminal seine Teilnahmedaten, damit diese auf 

dem zentralen Spielesystem der B._____ abgespeichert werden. Zudem druckte 

er die jeweiligen Bestätigungsquittungen zu den erfassten B._____-Spielen aus 

und behändigte diese für die spätere Einlösung. Damit wollte der Beschuldigte 

gegenüber dem zentralen Spielesystem der B._____ vorgeben, er sei zur Teil-

nahme an den betreffenden Online-Lotto-  

oder Wettspielen berechtigt, obwohl er die jeweils eingesetzten Spielbeträge nicht 

geleistet hatte. Bereits die Anzahl der während des Deliktszeitraums generierten 

Spielbelege und der erstellte Deliktsbetrag schliessen die Möglichkeit aus, dass 

es sich um vereinzelte Versehen handelte, als der Beschuldigte den Spieleinsatz 

für seine private Teilnahme an einem Online-Spielangebot der B._____ nicht be-

glich. Vielmehr deutet die Kadenz der erfassten und an die zentrale Datenbank 

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übermittelten Spielteilnahmen mit einem Einsatz von Fr. 250.– oder mehr (vgl. 

Urk. 7/6) darauf hin, dass er ganz gezielt und insofern willentlich seine Teilnah-

medaten über das Online-Terminal hochlud, deren Speicherung im Spielesystem 

veranlasste, Bestätigungsquittungen generierte und für die spätere Einlösung an 

sich nahm, ohne jedoch den Spieleinsatz zu leisten. Damit wollte er letztlich ein 

unzutreffendes Ergebnis des datenbezogenen Vorgangs herbeiführen. 

2.8. Der Beschuldigte musste sodann wissen, dass er keinen Anspruch auf die 

Geltendmachung allfälliger Gewinne und auf Auszahlung der Spieleinsätze hatte, 

da er Letztere nicht bezahlt hatte und folglich nicht zur T