# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f09ba300-2c9a-5245-a139-9a8d5c91bc47
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.08.2020 S 2019 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-152_2020-08-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 152

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
Richter von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 25. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel,

Beschwerdeführer
gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ war zuletzt bis Ende März 2018 als Detailhandelsfachmann in 

einem 100%-Pensum bei B._____ tätig. Seit dem 14. September 2017 

bestand bei ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, welche ihm von seiner 

behandelnden Psychiaterin, Dr. med. C._____, attestiert worden war. Am 

4. Oktober 2017 meldete er sich unter Hinweis auf eine Niereninsuffizienz 

(Stufe G3b A3), psychische Erkrankungen (u.a. Angststörung, Borderline, 

depressive Phasen, posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]), einer 

Schilddrüsenfunktionsstörung sowie eines Geburtsfehlers (Harnwege) bei 

der IV zum Leistungsbezug an. 

2. In dem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 27. Oktober 2017 

diagnostizierte Dr. med. C._____ eine Anpassungsstörung mit Angst und 

depressiver Reaktion gemischt seit 14. September 2017 (ICD-10 F43.22), 

eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus, 

mindestens seit Beginn der hiesigen Behandlung im 2011, teilweise mit 

psychotischem Erleben (ICD-10 F60.31), eine generalisierte Angststörung, 

mindestens seit 2011 (ICD-10 F41.1) sowie eine chronische 

Niereninsuffizienz CKD Stadium G3b, zunehmend nach Geburtsfehler 

(Harnröhrenverengung mit möglichem Reflux) und Lasertherapie, eine 

symptomatische Gicht und eine pathologische Schilddrüsenfunktion. In 

seinem Bericht vom 2. Februar 2018 wies der Hausarzt von A._____, Dr. 

med. D._____, zusätzlich ein hypogonadotroper Hypogonadismus aus. Im 

Bericht vom 19. Mai 2017 diagnostizierte Dr. med. E._____ des Weiteren 

namentlich eine Nierenzyste Bosniak II am rechten Oberpol und 

Übergewicht (BMI 29), wobei sich insgesamt in den letzten drei Jahren eine 

erfreuliche stabile Situation gezeigt habe. In anamnestischer Hinsicht 

führte Dr. med. C._____ aus, wahrscheinlich bestünden bei A._____ 

bereits frühkindliche psychische Störungen nach Psychotraumatisierung im 

Kleinkindesalter durch Operationen nach Geburtsfehler, Bettnässen und 

schwergradigen Hänseleien im schulischen Umfeld. Es würden im 

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Lebenslauf rezidivierende Depressionen, Zwangsstörungen, die 

Entwicklung einer schweren Persönlichkeitsstörung, schädlicher Konsum 

von Cannabis und Alkohol im Jugendalter (seit 2014 abstinent) und 

insbesondere schwere Angststörungen von Vorbehandlern beschrieben. 

A._____ leide unter chronischen Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen in 

Stresssituationen, Kopfschmerzen, Schwindelattacken und 

psychophysischer Erschöpfung nach schweren Angstattacken. Immer 

wieder komme es zu schwergradigen Ein- und Durchschlafstörungen, 

wobei die Niereninsuffizienz und Schilddrüsenfunktionsstörungen 

erschwerend hinzukämen. Aufgrund von Kündigungen am Arbeitsplatz sei 

A._____ unter viel grösseren Leistungs- und Zeitdruck geraten, 

regelmässige Pausen seien nicht mehr möglich gewesen und es habe sich 

namentlich die reelle Angst gezeigt, den Arbeitsplatz zu verlieren. Unter 

dieser Arbeitsplatzsituation habe A._____ seine psychischen Krankheiten 

nicht mehr kompensieren können.

3. Mit Mitteilungen vom 23. November 2017, 20. April 2018 und 1. Mai 2018 

sprach die IV-Stelle A._____ im Sinne einer Frühinterventionsmassnahme 

ein Aufbautraining (inkl. Jobcoaching) vom 2. November 2017 bis 3. 

November 2018 zu, wobei jenes vom 30. April 2018 bis 31. Juli 2018 im 

Einsatzprogramm F._____ durchgeführt wurde. Die im Massnahmenplan 

vereinbarte Präsenzzeit von 4 x 2 Stunden pro Woche konnte realisiert 

werden.

4. Mit Mitteilung vom 3. Juli 2018 bejahte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

Integrationsmassnahmen und sprach A._____ ein Aufbautraining samt 

Taggeldleistungen im Einsatzprogramm F._____ vom 1. Juli 2018 bis 1. 

Oktober 2018 zu. Dabei erreichte A._____ eine Präsenzzeit von 40 % (4 x 

4 Stunden pro Woche), wobei diese von ihm als oberste Grenze bezeichnet 

worden war. Am 28. September 2018 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass 

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ihm persönlichen Support am Arbeitsplatz vom 2. Oktober 2018 bis 18. 

Januar 2019 sowie Taggeldleistungen gewährt würden. Als Ziel vereinbart 

wurde u.a. eine Steigerung der Präsenzzeit von 4 x 4 auf 4 x 5 Stunden pro 

Woche sowie eine solche der Leistungsfähigkeit von 40 % auf 50 %. 

Während eine Präsenzzeit von 4 x 4 Stunden pro Woche (40 %) erreicht 

werden konnte, erwies sich eine reguläre Anwesenheit für einen 50%-

Einsatz indessen nicht als möglich. 

5. In seiner Stellungnahme vom 13. September 2018 berichtete Dr. med. 

E._____ aus nephrologischer Sicht von einer chronischen, langsam 

progredienten Niereninsuffizienz, wobei diese gemäss Bericht vom 30. 

September 2018 noch keine relevanten Einschränkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit zeitigen würde.

6. Mit Mitteilung vom 17. Dezember 2018 bejahte die IV-Stelle berufliche 

Massnahmen und sprach A._____ eine Vorbereitungsmassnahme, inkl. 

Taggeldleistungen, in der Institution F._____ vom 19. Januar 2019 bis 19. 

April 2019 zu mit dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit zu eruieren. Am 7. Januar 

2019 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass weitere 

Eingliederungsmassnahmen nicht zielführend seien, weshalb das 

Leistungsbegehren (Integrationsmassnahme) abgewiesen werde.

7. In seinem Bericht vom 21. Februar 2019 führte Dr. med. E._____ bei den 

bekannten Diagnosen aus, praktisch alle somatischen Erkrankungen seien 

mit der Adipositas assoziiert (Gewichtszunahme von 26 kg in 2 ½ Jahren). 

A._____ glaube, an den Folgen des Nierenleidens zu leiden, und 

interpretiere einige Symptome wie Müdigkeit, Angeschlagenheit, 

Leistungsminderung etc. im Rahmen dieser. Die Anämie erkläre diese 

Symptome aber nicht genug und auch die Gewichtszunahme spreche 

gegen relevante urämische Symptome. Die Urämie führe u.a. zu 

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Appetitminderung und Gewichtsverlust. Bei einer glomerulären 

Filtrationsrate (GFR) von gut 30ml/min seien relevante Symptome noch 

nicht zu erwarten.

8. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ beim ärztlichen 

Begutachtungsinstitut (ABI) in Basel polydisziplinär begutachten 

(Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie, Nephrologie, Psychiatrie 

und Psychotherapie und Urologie). Im Gutachten vom 18. Juni 2019 wiesen 

die Gutachter folgende (psychiatrische) Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit aus: generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), 

emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) und autonome 

somatoforme Funktionsstörung des Verdauungssystems (ICD-10 F45.31). 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen: stabile 

chronische Niereninsuffizienz CKD Stadium G3b A3, hypogonadotroper 

Hypogonadismus, Nierenzyste rechts Typ Bosniak II, Status nach 

Harnröhrenverengung: Harnröhrenoperation mit 4, 7 und 10 Jahren, 

Enuresis, inkomplettes metabolisches Syndrom, mittelschwere obstruktive 

Schlaf-Apnoe, tiefes TSH, Status nach arthroskopischer medialer 

Teilmeniskektomie rechts 14. April 2019 und Status nach übermässigem 

Alkoholkonsum (sistiert seit Sommer 2014) sowie Refluxösophagitis. In der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Detailshandelsangestellter erachteten die 

Gutachter A._____ als ganz arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit 

(d.h. Tätigkeiten weitgehend ohne soziale Kontakte und weitgehend 

selbstbestimmt) bestehe indes eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Präsenz von 

4 Stunden, idealerweise 2 x 2 Stunden pro Tag) seit September 2017. 

9. Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Zusprache einer Viertelsrente ab 1. April 2019 in Aussicht. Dagegen erhob 

A._____ am 9. August 2019 Einwand und legte diesem eine Stellungnahme 

seiner behandelnden Psychiaterin, Dr. med. C._____, vom 5. August 2019 

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bei, in der sie das ABI-Gutachten kritisierte. Mit Verfügung vom 27. 

November 2019 sprach die IV-Stelle A._____ ab dem 1. April 2019 eine 

halbe Invalidenrente zu. Dabei stellte sie auf die im ABI-Gutachten 

ausgewiesene Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 50 % ab und 

ermittelte das Invalideneinkommen gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 

(LSE) 2016 bei einem Leidensabzug von 20 % (dies im Unterschied zum 

Vorbescheid, in welchem nur ein solcher von 10 % gewährt worden war), 

was einen Betrag von Fr. 27'367.35 ergab. Für das Valideneinkommen 

stellte sie auf den als Detailhandelsangestellten erzielten Lohn ab und 

bezifferte diesen mit Fr. 57'917.10. Der Einkommensvergleich ergab einen 

Invaliditätsgrad von 53 %. Zum Einwand hielt sie im Wesentlichen fest, die 

geltend gemachten Vorbringen und der Bericht von Dr. med. C._____ 

vermöchten die schlüssige und nachvollziehbare Beurteilung des ABI-

Gutachtens nicht zu erschüttern.

10. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 

24. Dezember 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und beantragen, die Verfügung vom 27. November 

2019 sei insofern aufzuheben, als ihm für die Zeit ab dem 1. April 2019 nur 

eine halbe Invalidenrente zugesprochen werde. Die Beschwerdegegnerin 

sei anzuweisen, ihm für die Zeit ab dem 1. April 2019 unbefristet eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien die Akten zur Einholung 

eines Obergutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und 

Verbeiständung. In der Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er 

habe schon im geschützten Rahmen nicht mehr als 16 Stunden leisten 

können. Die Gutachter hätten die aus den Integrationsmassnahmen 

während eines Jahres gewonnen Erkenntnisse (keine Arbeitsfähigkeit über 

40 %) nicht berücksichtigt. Zudem sei seine theoretische 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

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verwertbar. Deshalb sei das Gutachten nicht schlüssig und es sei ein 

Obergutachten einzuholen, um zu klären, ob er vermittelbar sei und wenn 

ja, in welchem Umfang. Zudem seien die Vergleichseinkommen zu 

parallelisieren (Erhöhung des Valideneinkommens auf Fr. 59'075.45). 

Bestritten werde auch das Invalideneinkommen, denn aufgrund seiner 

Einschränkungen müsse ihm ein Leidensabzug von 25 % gewährt werden. 

11. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der 

Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer 

liess sich innerhalb der Frist zur Einreichung einer freigestellten 

Stellungnahme nicht mehr vernehmen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 27. November 2019. Eine solche Anord-

nung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht 

am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versiche-

rungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 

lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] 

sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und materieller Ver-

fügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfü-

gung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeerhebung legiti-

miert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zu-

dem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 

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Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG), wes-

halb darauf eingetreten wird. 

2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab 

dem 1. April 2019. Uneins sind sich die Parteien zunächst hinsichtlich der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Kritisiert wird dabei 

die im polydisziplinären ABI-Gutachten angenommene Arbeitsfähigkeit von 

50 % in adaptierter Tätigkeit. Ferner sind die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sowie die 

Bemessung des Valideneinkommens (Parallelisierung) und des 

Invalideneinkommens (Vornahme eines Leidensabzugs von 25 %) 

umstritten. 

3.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be-

richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 

E.1c m.H.). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

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würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a m.H.). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut-

achten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beob-

achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Be-

richte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsa-

che Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf-

tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5; BGE 125 V 351 E.3b/cc). Ins-

besondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der 

therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und der Begutachtungsauf-

trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 

I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten 

stets in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu neh-

men, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschät-

zungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin diejenigen Fälle, in denen 

sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, 

weil die Berichte der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein der subjek-

tiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut-

achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3, 8C_379/2019 vom 

21. August 2019 E.2.2, 8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 E.5.1 und 

8C_835/2018 vom 23. April 2019 E.3).

3.2. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das polydisziplinäre 

ABI-Gutachten vom 18. Juni 2019 abgestellt hat oder ob konkrete Indizien 

gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den übrigen me-

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dizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von der 50%igen 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit (d.h. körperlich 

leichte bis max. mittelschwere Tätigkeiten weitgehend ohne soziale Kon-

takte und weitgehend selbstbestimmt) für den hier massgebenden Zeit-

raum ab dem 1. April 2019 abzuweichen wäre.

3.3. Soweit der Beschwerdeführer Kritik am ABI-Gutachten übt, verfängt sein 

Einwand nicht. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass 

sich die Gutachter in ihrer Beurteilung in Kenntnis der medizinischen 

Vorakten (vgl. Bg-act. 118/14 ff.) sorgfältig mit den gesundheitlichen 

Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre 

Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen Untersuchungen getroffen 

haben (vgl. z.B. Bg-act. 118/25 ff. und speziell psychiatrisches 

Teilgutachten Bg-act. 118/43 ff.). Auch flossen die vom Beschwerdeführer 

gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden 

in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand und zur 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. z.B. Bg-act. 118/22 ff. und 

speziell psychiatrisches Teilgutachten Bg-act. 118/39 ff.). In der 

Konsensbeurteilung wiesen die Gutachter folgende (psychiatrische) 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus: generalisierte 

Angststörung (ICD-10 F41.1), emotional instabile Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10 F60.31) und autonome somatoforme Funktionsstörung des 

Verdauungssystems (ICD-10 F45.31). Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen: stabile chronische 

Niereninsuffizienz CKD Stadium G3b A3, hypogonadotroper 

Hypogonadismus, Nierenzyste rechts Typ Bosniak II, Status nach 

Harnröhrenverengung: Harnröhrenoperation mit 4, 7 und 10 Jahren, 

Enuresis, inkomplettes metabolisches Syndrom, mittelschwere obstruktive 

Schlaf-Apnoe, tiefes TSH, Status nach arthroskopischer medialer 

Teilmeniskektomie rechts 14. April 2019 und Status nach übermässigem 

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Alkoholkonsum (sistiert seit Sommer 2014) sowie Refluxösophagitis. Zu 

den funktionellen Auswirkungen dieser Diagnosen hielten die Gutachter in 

der Konsensbeurteilung fest, aus allgemeininternistischer und 

nephrologischer Sicht könne bei bioptisch verifizierter sekundärer FSGS 

eine stabile mittelschwere Niereninsuffizienz Stadium G3b A3 nach KDIGO 

entsprechend einer Kreatinin-Clearance nach CKD EPI von 32 

ml/min/1.73m2 festgehalten werden. Als renale Folgeerkrankung zeigten 

sich eine nicht therapiepflichtige leichte renale Anämie, eine gut 

kontrollierte renale Hypertonie sowie ein nicht behandelter sekundärer 

Hyperparathyreoidismus als auch eine ungenügend therapierte renale 

Azidose. Für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwer belastende 

Tätigkeiten und somit auch für die angestammte Tätigkeit bestehe aus 

allgemeinintern und nephrologischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Aus allgemeininternistischer Sicht könnten zahlreiche 

weitere Diagnosen festgehalten werden, die zu keiner Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führten. Aus urologischer Sicht könnten keine Diagnosen 

mit Arbeitsfähigkeitsauswirkung genannt werden. Es fänden sich ein 

hypogonadotroper Hypogonadismus sowie eine persistierende, 

intermittierende Enuresis, welche zu keiner Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führten. Aus gastroenterologischer Sicht könne aufgrund 

der Aktenlage und erhobenen Befunde ein Colon irritabile vom Diarrhoe-

Typ, eine funktionelle Dyspepsie sowie ein funktionelles Erbrechen als 

auch eine Refluxösophagitis genannt werden. Diese Diagnosen führten zu 

keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht zu 

nennen seien eine generalisierte Angststörung, eine emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung sowie eine autonome somatoforme 

Funktionsstörung des Verdauungssystems. Für Tätigkeiten mit sozialen 

Kontakten und somit auch in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit, weitgehend ohne soziale 

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Kontakte, welche weitgehend selbstbestimmt geleistet werden könne, 

bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 % (vgl. Bg-act. 118/9).

Der psychiatrische Teilgutachter, Dr. med. G._____, orientierte sich bei der 

Frage, ob die diagnostizierten psychischen Leiden zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führen, rechtsprechungsgemäss an den 

Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 218 (BGE 143 V 409 und 418) 

(vgl. Bg-act. 118/44 ff.), die wie folgt systematisiert sind (vgl. BGE 141 V 

281 E. 4.1.3 ff.): 

• Kategorie "funktioneller Schweregrad"

o Komplex "Gesundheitsschädigung"

▪ Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde"

▪ Indikator "Behandlungs- bzw. Eingliederungserfolg oder -resis-

tenz"

▪ Indikator "Komorbiditäten"

o Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res-

sourcen)

o Komplex "Sozialer Kontext" (Abgrenzung psychosozialer und soziokul-

tureller Faktoren; Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Um-

feldes)

• Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)

o Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen"

o Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-

ner Leidensdruck" 

Die Ausführungen von Dr. med. G._____ zur der Beurteilung der 

medizinischen Situation sind einleuchtend und die gezogenen 

Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. 

So hielt er namentlich zur Diagnoseherleitung fest, der Beschwerdeführer 

sei in seiner Kindheit wiederholt wegen Harnröhrenstrikturen operiert 

worden und habe sich bis zu seinem 16. Lebensjahr Tag und Nacht 

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eingenässt. Dies habe ihn belastet und auch zu Hänseleien seiner 

Mitschüler geführt, unter denen er sehr gelitten habe. Die Mutter sei 

impulsiv gewesen und habe wenig Unterstützung bieten können. Schon 

früh habe er soziale Kontakte als belastend erlebt. Er habe sich davor 

geängstigt und sich schon früh von sozialen Kontakten zurückgezogen. Er 

sei nicht in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen, könne keine 

Konzerte besuchen, fühle sich ausserhalb der Wohnung sehr unwohl. 

Während Jahren habe er gearbeitet und viele Absenzen verzeichnet; er 

habe mehr oder weniger regelmässig Benzodiazepine konsumiert. Auch zu 

Hause leide er unter Ängsten, die auch zu Übelkeit und Erbrechen führten. 

Es liege eine generalisierte Angststörung seit Jahren vor. Der 

Beschwerdeführer sei auch selbstunsicher, habe keine klaren 

Vorstellungen von sich selbst und leide unter Stimmungsschwankungen. 

Bei seiner Arbeit sei es wiederholt zu heftigen verbalen 

Auseinandersetzungen gekommen; er habe seine Emotionen und Impulse 

nicht kontrollieren können. Während der Schulzeit sei er auch gelegentlich 

in Schlägereien verwickelt gewesen. Unter Cannabis sei es wiederholt zu 

psychotischen Episoden gekommen; der Beschwerdeführer leide unter 

Derealisierungsphänomenen. Diagnostisch handle es sich um eine 

Borderline-Persönlichkeitsstörung. Er leide auch unter psychosomatischen 

Beschwerden: Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, welche bei Belastung 

zunähmen. Der Beschwerdeführer stehe seit Jahren in ambulanter 

Behandlung bei der Psychiaterin Dr. med. Weis. Diese habe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Die Diagnosen der behandelnden 

Psychiaterin könnten genauso bestätigt werden, wie die bescheinigte 

Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit) in angestammter Tätigkeit (Bg-

act. 118/44 f.). 

3.4. In Abweichung zu Dr. med. C._____ wies Dr. med. G._____ gestützt auf 

die vorerwähnte schlüssige Herleitung der Diagnosen und in Würdigung 

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der Ressourcen (insb. Betätigung im Haushalt und am Computer) wie auch 

der Belastungen (Ängste, Unsicherheit, Stimmungsschwankungen und 

psychosomatische Beschwerden) nachvollziehbar eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit seit September 2017 aus (Bg-act. 

118/46). Wenn nun Dr. med. C._____ den Beschwerdeführer aufgrund der 

diversen psychischen Leiden voll arbeitsunfähig erachtete (vgl. Arztbericht 

vom 27. Oktober 2017 [20] und Stellungnahme vom 5. August 2019 [Bg-

act. 122]), ist dem sich darauf abstützenden Beschwerdeführer 

entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen, insbesondere in 

psychiatrischer Hinsicht, von der Natur der Sache her unausweichlich 

Ermessenzüge aufweisen, die es zu respektieren gilt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2 m.H.). Nur weil 

eine behandelnde Ärztin zu einer anderen Einschätzung gelangt bzw. an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhält, ist es 

rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein Administrativgutachten stets in 

Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen. Dr. 

med. C._____ brachte in ihren Stellungnahmen denn auch nichts vor, was 

in der polydisziplinären Begutachtung im Allgemeinen und im 

psychiatrischen Teilgutachen im Speziellen unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben sein soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. 

August 2019 E.2). Vielmehr unterscheiden sich die medizinischen 

Beurteilungen im psychiatrischen Teilgutachten und in den 

Stellungnahmen von Dr. med. C._____ – wie im Gutachten ausgewiesen – 

insbesondere in diagnostischer Hinsicht nicht (Bg-act. 118/44 f.). 

Auch kann Dr. med. C._____ genauso wenig wie dem Beschwerdeführer 

gefolgt werden, wenn sie vorbringen, die aus der während eines Jahres 

durchgeführten Integrationsmassnahme gewonnen Erkenntnisse, 

insbesondere das Scheitern dieser Massnahme, seien im psychiatrischen 

Teilgutachten nicht berücksichtigt worden (vgl. Stellungnahme von Dr. 

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med. C._____ vom 5. August 2019 [Bg-act. 122], Einwandergänzung vom 

3. Oktober 2019 [Bg-act. 126] und Beschwerde Ziff. 20 ff.). Zwar trifft es zu, 

dass der Beschwerdeführer seine Präsenz anlässlich der 

Eingliederungsmassnahme im Einsatzprogramm F._____ nicht über 16 

Stunden pro Woche hat steigern können (vgl. dazu z.B. Standortgespräch 

vom 22. August 2018 [Bg-act. 92/2], Protokoll Standortgespräch vom 13. 

September 2018 [Bg-act. 66 bzw. 99/3], Protokoll vom 30. Oktober 2018 

[Bg-act. 83] und Standortgespräch vom 11. Dezember 2018 [Bg-act. 92/4]) 

und der Programmleiter dazu anmerkte, er sehe den Beschwerdeführer 

betreffend regelmässige und kontinuierliche Arbeitseinsätze und betreffend 

Planbarkeit sowie ausgewogene Leistungsfähigkeit noch nicht als 

vermittelbar (vgl. dazu 11. Statusbericht vom 17. November 2018 [Bg-act. 

91/9] und 12. Statusbericht vom 21. Dezember 2018 [Bg-act. 91/10], vgl. 

ferner Schlussbericht des Jobcoaches vom 12. Januar 2019 [Bg-act. 

96/12]). Diese Einschätzung ist aber insoweit zu relativieren, als der 

Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung selbst angab, die sozialen 

Kontakte anlässlich der Integrationsmassnahmen seien für ihn sehr 

schwierig gewesen und hätten ihn gestresst und belastet, wobei die Ängste 

zugenommen hätten, weshalb er unter Übelkeit und Erbrechen gelitten 

habe (vgl. Bg-act. 118/42). Dies wurde denn auch entgegen der in der 

Beschwerde vertretenen Auffassung im psychiatrischen Teilgutachten 

gewürdigt. So führte Dr. med. G._____ aus, der Beschwerdeführer habe im 

Rahmen der beruflichen Massnahmen unter Ängsten und 

psychosomatischen Beschwerden gelitten. Er habe das Arbeitspensum 

nicht über 40 % steigern können, wobei er v.a. unter den sozialen 

Kontakten, die für ihn sehr belastend gewesen seien, gelitten habe (vgl. 

Bg-act. 118/45). Dies widerspiegelt sich denn auch insoweit in den Akten, 

als der Beschwerdeführer nachweislich kundtat, dass er sich oft beobachtet 

und von den Programmteilnehmern oft ausgeschlossen oder gar abgelehnt 

fühle (vgl. Verlaufsprotokoll vom 18. Mai 2018 [Bg-act. 92/1]) oder ihm 

- 16 -

gewisse Gruppenbildungen die Integration erschwerten (vgl. 6. 

Statusbericht vom 23. Mai 2018 [Bg-act. 91/6]). Zudem äusserte er grossen 

Respekt vor der Tätigkeit im F._____, vor Menschen hinzustehen, zu 

präsentieren und zu unterrichten (vgl. 10. Statusbericht vom 14. Oktober 

2018 [Bg-act. 91/9]). Vor diesem Hintergrund erweist sich die 

Integrationsmassnahme im Einsatzprogramm F._____ aus gutachterlicher 

Sicht nicht als optimal angepasste Tätigkeit, denn diese umfasst 

namentlich Arbeiten weitgehend ohne soziale Kontakte (vgl. Bg-act. 

118/46), weshalb nicht weiter verwunderlich ist, dass der 

Beschwerdeführer – wie vom Programmleiter bemängelt – hinsichtlich der 

Kontinuität und Leistungsfähigkeit Defizite zu verzeichnen hatte, an seine 

Grenzen stiess (vgl. dazu aber auch 8. Statusbericht vom 9. August 2018 

[Bg-act. 91/7], wonach sein Pensum bei 4 Stunden an 4 Tagen betrage und 

er den Anforderungen dieses Pensums gewachsen sei) und die 

Massnahme letztlich scheiterte. Ohnehin ist rechtsprechungsgemäss die 

Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach 

Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster 

Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der 

Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu 

beantworten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_798/2018 vom 26. Juli 

2019 E.4.2.1; 8C_801/2018 vom 13. Februar 2019 E.4.3, 9C_646/2015 

vom 19. Mai 2016 E.4.4).

3.5. Dem Beschwerdeführer kann des Weiteren nicht gefolgt werden, wenn er 

vorbringt, das psychiatrische Teilgutachten sei widersprüchlich, da es seine 

Leistungseinschränkungen als nachvollziehbar bezeichne, sodann aber 

auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % schliesse. Dabei übersieht er, dass Dr. 

med. G._____ seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht nur gestützt auf 

die als plausibel erachteten Einschränkungen, wie insbesondere den 

ausgeprägten sozialen Rückzug, die beklagten Ängste und die 

- 17 -

psychosomatischen Beschwerden, sondern auch in Würdigung der 

vorhandenen Ressourcen traf, wobei er ausdrücklich auf die Betätigung im 

Haushalt und am Computer hinwies (vgl. Bg-act. 118/46). Dass er im IT-

Bereich über Fähigkeiten verfügt, wurde ihm denn auch im Rahmen der 

Eingliederungsmassnahmen attestiert, wo er sich um die Homepage des 

F._____ kümmerte (vgl. Protokoll Standortgespräch vom 13. September 

2018 [Bg-act. 66]), die Persönlichkeitsprofile der Neueintritte digital 

erfasste (vgl. 8. Statusbericht vom 9. August 2018 [Bg-act. 91/7]) und ihm 

grosses berufliches Potenzial in den Bereichen visuelles Marketing, 

Marketing und Vertrieb, Design, Fotografie, bildende Kunst und Musik 

attestiert worden war (vgl. Schlussbericht Jobcoaching vom 12. Januar 

2019 [Bg-act. 96/12] und 11. Statusbericht vom 17. November 2018 [Bg-

act. 91/9]). Im ausserberuflichen Bereich zeigt sich zudem, dass sich der 

Beschwerdeführer ein Tonstudio aufgebaut hat, manchmal kleine Aufträge 

erhalte oder gar Songs für Musiker schreibe, YouTube-Filme mitgestalte, 

einen kleinen Handel mit T-Shirts bzw. einen Online-Versand betreibe und 

Mitglied einer Band sei (vgl. ABI-Gutachten [Bg-act. 118/42], 

Verlaufsprotokoll Eintrag vom 14. Dezember 2017 [Bg-act. 50/3], 1. 

Statusbericht vom 16. Dezember 2017 [Bg-act. 91/3], Bericht vom RAD-

Arzt H._____ vom 17. April 2018 [Bg-act. 140/15] sowie vom 26. Januar 

2018 [Bg-act. 140/6] mit Hinweis auf ein Online-Interview mit dem 

Beschwerdeführer vom 7. März 2016). Angesichts dieser zahlreichen, auch 

in einer angepassten Tätigkeit nutzbaren Ressourcen und Fähigkeiten ist 

nicht zu beanstanden, wenn der psychiatrischer Teilgutachter in 

Abweichung zur behandelnden Psychiaterin und zu dem während des 

Einsatzprogrammes erzielten Pensums auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit schloss. Wenn der Beschwerdeführer dem 

entgegenhält, der psychiatrische Teilgutachter übersehe, dass auf dem 

ersten Arbeitsmarkt eine engmaschige Unterstützung, wie während des 

Einsatzprogrammes, entfiele, ist darauf hinzuweisen, dass er sich in einer 

- 18 -

langjährigen, festen Beziehung befindet, welche im ABI-Gutachten zu 

Recht als Ressource ausgewiesen wird (vgl. z.B. Bg-act. 118/9), und aus 

gutachterlicher Sicht die Weiterführung der ambulanten Psychotherapie 

und psychopharmakologischen Behandlung als adäquat beurteilt wird (vgl. 

Bg-act. 118/45, ferner Abschlussbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. 

I._____ vom 28. Juni 2019 [Bg-act. 140/17]). Dass der psychiatrische 

Teilgutachter die 50%ige Arbeitsfähigkeit idealerweise auf 2 x 2 Stunden 

pro Tag aufgeteilt erachtete (vgl. Bg-act. 118/46), bedeutet nicht, dass dem 

bei der festgehaltenen Unmöglichkeit für den Beschwerdeführer, 

öffentliche Verkehrsmittel zu benützen (vgl. Bg-act. 118/44), zwingend 

Folge zu leisten ist, wenn das viermalige Zurücklegen des Arbeitsweges 

pro Tag sich als nicht zumutbar erweisen sollte, handelt es sich dabei doch 

lediglich um eine Empfehlung. 

3.6. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers  

und die von ihm beigebrachten medizinischen Stellungnahmen von Dr. 

med. C._____ nicht geeignet sind, den Beweiswert des ABI-Gutachtens mit 

seinen Feststellungen zu dem hier massgebenden Zeitraum ab dem 

1. April 2019 zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin auf die im Gutachten attestierte 50%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Vor diesem 

Hintergrund kann auf die beantragte (Rückweisung zur) Einholung eines 

Obergutachtens verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht 

aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere 

Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 

140 E.5.3).

3.7. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es aufgrund der 

aktenkundigen, bereits längere Zeit andauernden Alkoholabstinenz 

- 19 -

nachvollziehbar erscheint, dass die ABI-Gutachter den übermässigen 

Alkoholkonsum den Diagnosen ohne AF-Auswirkungen zugeordnet hat. 

Insoweit erweisen sich Weiterungen aufgrund der unlängst geänderten 

Rechtsprechung zu primären Abhängigkeitssyndromen (BGE 145 V 215) – 

jedenfalls aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage – nicht als angezeigt (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2020 vom 19. Mai 2020 E.5.1.4).

4. Sodann stellt der Beschwerdeführer die Verwertbarkeit seiner 

Restarbeitsfähigkeit in Abrede. 

4.1. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der 

hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um einen 

theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung 

abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; 

anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her 

einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach 

diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person 

die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110 

V 273 E.4b, ZAK 1991 S. 320 f. E.3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person 

unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, 

sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch 

wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem 

Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. AHI-Praxis 6/1998 S. 

291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

- 20 -

Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 

können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen 

werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, 

oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 

entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 m.H.). 

Art und Mass dessen, was einem Versicherten an Erwerbstätigkeit noch 

zugemutet werden kann, richtet sich nach seinen besonderen persönlichen 

Verhältnissen einerseits und nach den allgemein herrschenden 

Auffassungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist 

letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es 

nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden 

Erwerbstätigkeit durch den Versicherten ankommt (MEYER/REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, 2014, Art. 28a 

N 28).

4.2. Im vorliegenden Fall wurde im ABI-Gutachten ein Belastungsprofil definiert 

(vgl. Bg-act. 118/10). Danach erweisen sich Tätigkeiten weitgehend ohne 

soziale Kontakte und weitgehend selbstbestimmt als zumutbar. Aus 

allgemeininternistischer und nephrologischer Sicht werden zudem 

körperlich leichte bis maximal mittelschwer belastende Tätigkeiten als 

angepasst erachtet (vgl. Bg-act. 118/29 und 118/37) und aus 

gastroenterologischer Sicht wird ein erhöhter Pausenbedarf ausgewiesen, 

damit allenfalls sanitäre Installationen aufgesucht werden können (vgl. Bg-

act. 118/60). Auch wenn diese Anforderungen eine Erschwernis darstellen, 

kann nicht gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit nur in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

- 21 -

praktisch nicht kennt. Vielmehr umfasst das hier anwendbare 

Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher 

Art) typischerweise leichte Tätigkeiten, die durchaus auch in einem 

(kleinen) Teilzeitpensum und weitgehend unabhängig von anderen 

Personen ausgeübt werden können. Zudem kann auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des 

Arbeitgebers gerechnet werden. Schliesslich räumt denn auch der 

Beschwerdeführer selbst ein, er könne Bürotätigkeiten verrichten (vgl. 

Beschwerde S. 12 Ziff. 24), was er auch bereits in der Vergangenheit unter 

Beweis gestellt hat (vgl. ABI-Gutachten [Bg-act. 118/24 unten]). Zudem ist 

auf die vorerwähnten zahlreichen, in einer adaptierten Tätigkeit 

verwertbaren Ressourcen im IT- und Musikbereich zu verweisen wie auch 

auf sein berufliches Potenzial in den Gebieten visuelles Marketing, 

Marketing und Vertrieb, Design, Fotografie und bildende Kunst.

Insgesamt stehen dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt somit genügend Einsatzmöglichkeiten in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit offen. 

5. Der Beschwerdeführer erachtet des Weiteren einen Leidensabzug von 

25 % als angemessen und begründet dies damit, dass er nur noch 

körperlich leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne 

und einen erhöhten Pausenbedarf habe.

5.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der LSE zur Be-

stimmung des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur 

Anwendung. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per-

son wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale 

ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

- 22 -

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwer-

ten kann (BGE 126 V 75 E. 5a/bb und E. 5b/aa; bestätigt u.a. mit Urteilen 

9C_323/2019 vom 2. September 2019 E.4.2, 9C_549/2018 vom 20. Fe-

bruar 2019 E.4.1 m.H.). Praxisgemäss soll mit dem Abzug vom Tabellen-

lohn der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und be-

rufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-

grad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können 

(BGE 135 V 297 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2017 vom 11. 

Juli 2017 E.3.1). Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % 

nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 

E.5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 

E.3.1).

5.2. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin angesichts der nur noch teilzeitig 

ausführbaren Tätigkeiten ohne soziale Kontakte bereits einen Leidensab-

zug von 20 % berücksichtigt. Wie nachfolgend noch dargestellt wird, erüb-

rigt sich die Prüfung, ob der maximale Leidensabzug von 25 % zuzuspre-

chen wäre, zumal ein solcher am Ergebnis ohnehin nichts ändern würde. 

6. Zudem bemängelt der Beschwerdeführer die Bemessung des 

Valideneinkommens und macht geltend, gemäss LSE-Tabellen für den 

Detailhandel für das Jahr 2016 habe ein Detailhandelsangestellter im Jahr 

umgerechnet auf die im B._____ betriebsübliche 42-Stunden-Woche 

Fr. 59'862.60 erzielt. Dies liege 6.99 % über dem von der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf das vom Beschwerdeführer tatsächlich 

beim B._____ erzielten Einkommen angenommenen Valideneinkommen 

von Fr. 55'667.-- per 2016. Damit seien die Vergleichseinkommen im 

- 23 -

Umfang von gerundet 2 % zu parallelisieren, weshalb von einem 

Valideneinkommen per 2019 von Fr. 59'075.45 auszugehen sei.

6.1. Nach ständiger Rechtsprechung kommt ein Abweichen vom Regelfall, dass 

das Valideneinkommen grundsätzlich anhand des zuletzt verdienten Lohns 

zu bestimmen ist, erst dann in Frage, wenn u.a. der tatsächlich erzielte 

Verdienst deutlich unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt 

(vgl. BGE 135 V 297 E.6.1.1 m.H.). Dieser Erheblichkeitsgrenzwert wurde 

vom Bundesgericht auf 5 % festgesetzt (vgl. BGE 135 V 297 E.6.1.2; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_323/2019 vom 2. September 2019 E.3.2.2).

6.2. Im vorliegenden Fall kann auf eine entsprechende Prüfung verzichtet wer-

den, da selbst bei dem vom Beschwerdeführer ermittelten, parallelisierten 

Valideneinkommen von Fr. 59'075.45 und einem Invalideneinkommen von 

Fr. 25'656.90, welches den von ihm geltend gemachten, maximalen Lei-

densabzug von 25 % berücksichtigt (LSE 2016, Tabelle TA 1, männlich, 

Kompetenzniveau 1, Arbeitsfähigkeit 50 %, Leidensabzug 25 %, aufinde-

xiert = Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 0.5 x 0.75 x 1.003995 x 1.01 x 1.01), 

ein Invaliditätsgrad von gerundet 57 % (konkret 56.57 %) resultiert, womit 

der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ab dem 1. 

April 2019 hat.

7.1. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die 

Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 

denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die 

- 24 -

Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 

Fr. 700.-- fest. Aufgrund des Verfahrensausganges gehen diese 

grundsätzlich zulasten des Beschwerdeführers. Allerdings hat er um 

unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ersucht. 

7.2.1. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. auch Art. 76 

Abs. 1 VRG; BGE 134 I 166 E.3 m.H.).

7.2.2. Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch 

von vornherein aussichtslos. Zudem ist von der finanziellen Bedürftigkeit 

des ledigen, im Konkubinat lebenden Beschwerdeführers auszugehen. Die 

monatlichen Ausgaben von Fr. 2'825.60 (Grundbetrag von Fr. 850.--, 

Zuschlag von Fr. 170.-- [20 % von Fr. 850.--], Miete: Fr. 1'064.--, 

Krankenkasse: Fr. 385.95, Hausratsversicherung: Fr. 22.65, Steuern: 

Fr. 333.--) übersteigen bei Weitem die monatlichen Einnahmen von 

Fr. 1'966.95 (IV-Rente: Fr. 929.--, Krankentaggeld bis Juli 2020: Fr. 943.20, 

Prämienverbilligung: Fr. 94.75). Ausserdem ist kein liquides Vermögen 

vorhanden. Somit ist dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung stattzugeben. 

7.2.3. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte in ihrer Honorarnote 

vom 7. Februar 2020 insgesamt einen Aufwand von Fr. 3'758.90 (12 h 33 

min à Fr. 270.-- zzgl. 3 % Spesenpauschale [Fr. 101.65] und 7.7 % MWST 

[Fr. 268.75]) geltend. Darin enthalten sind 2 Stunden für "Studium Urteil, 

Mitteilung an Klient und Besprechung mit Klient". Dieser Aufwand für das 

Studium des vorliegenden Urteils sowie dessen Nachbearbeitung ist 

praxisgemäss auf eine Stunde zu kürzen (siehe dazu Urteile des 

- 25 -

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 19 43 vom 28. Mai 2020 

E.7.2 und S 18 81 vom 18. Februar 2020 E.7.1). Zudem ist zu 

berücksichtigen, dass gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) der Honoraransatz für den 

berechtigten Aufwand im Rahmen der bewilligten unentgeltlichen 

Vertretung nur Fr. 200.-- pro Stunde beträgt. Insgesamt ist somit eine 

Entschädigung von Fr. 2'562.50 (11.55 Stunden à Fr. 200.-- [Fr. 2'310.--] 

zzgl. 3 % Spesenpauschale [Fr. 69.30] und 7.7 % MWST [Fr. 183.20]) 

angemessen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

7.2.4. Hinzuweisen ist noch auf den Vorbehalt in Art. 77 Abs. 1 VRG, wonach die 

erlassenen Gerichtskosten und die ebenfalls von der Gerichtskasse 

übernommenen Vertretungskosten zu erstatten sind, wenn sich die 

Einkommens- oder Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers 

dereinst verbessern sollten.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Kosten von 

Fr. 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse übernommen. 

2.2. A._____ wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel eine 

Rechtsvertreterin auf Kosten des Staates bestellt. Diese wird durch die Ge-

richtskasse mit Fr. 2'562.50 (inkl. MWST) entschädigt. 

- 26 -

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die 

Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]