# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e231e5db-60db-59d4-be0d-64b2b98231e2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-18
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 18.09.2018 100 2017 403
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2017-403_2018-09-18.pdf

## Full Text

100 17 403 / 200 17 338
100 17 404 / 200 17 339
100 17 405 / 200 17 340
100 17 406 / 200 17 341
100 17 407 / 200 17 342
100 17 408 / 200 17 343
100 17 409 / 200 17 344
100 17 410 / 200 17 345
100 17 411 / 200 17 346
Gemeinde:  C.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 20.9.2018 RNA/AMO/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 18. September 2018

Es wirken mit: Vizepräsidentin Nanzer, die Fachrichter Junod und Rom sowie Mosimann als 
Gerichtsschreiber

In der Rekurs- und Beschwerdesache 

von

A.________ und B.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern

betreffend die Nachsteuer für die Steuerjahre 2006 bis 2014 (kantonale Steuern sowie direkte 
Bundessteuer)

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. A.________ (Rekurrent) und B.________ (Rekurrentin) reichten mit Schreiben vom 
22. Dezember 2016 (pag. 284) bzw. 24. Dezember 2016 (pag. 289) bei der Steuerverwaltung 

des Kantons Bern, Zentrale Veranlagungsbereiche/Nachsteuer (ZVB/N), je separat eine straflo-

se Selbstanzeige ein. Der Rekurrent führte in seinem Schreiben aus, dass er seit 2008 an einer 

Erbengemeinschaft beteiligt sei. Diese sei Eigentümerin einer Liegenschaft in D.________ (be-

stehend aus einem Restaurant und zwei Wohnungen [letztere würden von der Mutter benutzt]) 

und einem Ferienhaus in E.________. Eine weitere Ferienwohnung gehöre seit 30 Jahren ihm 

persönlich. Die Mietzinseinnahmen würden aus der Vermietung des Restaurants und des Feri-

enhauses stammen. Die Rekurrentin führte in ihrem Schreiben aus, dass sie seit 30 Jahren mit 

ihrem Bruder Eigentümerin eines Hauses in F.________ sei. Es bestehe aus zwei Wohnungen 

von je 100 m2 und sei ausschliesslich für Sommerferien bestimmt. Da die Wohnungen über kei-

ne Heizung verfügen würden, seien sie nicht als Mietobjekte zugelassen. Weiter habe sie von 

ihrer Mutter noch einen Anteil von 17 % an einem Haus geerbt. Dieses werde vom Vater be-

nutzt. Der Steuerwert belaufe sich auf rund EUR 60'000.--.

B. Mit Schreiben vom 28. Dezember 2016 (pag. 290) leitete die ZVB/N gegenüber den Re-
kurrenten ein Nachsteuerverfahren ein. Nach erfolgtem Schriftenwechsel erhielten die Rekur-

renten mit Schreiben vom 30. Mai 2017 (pag. 347) von der ZVB/N die vorläufigen Nachsteuer-

berechnungen für die Steuerjahre 2006 bis 2014 zur Stellungnahme zugestellt. Im Schreiben 

vom 27. Juni 2017 (pag. 349) führten die Rekurrenten bezüglich den Liegenschaften des Rekur-

renten insbesondere aus, dass das angegebene Jahreseinkommen von allen Liegenschaften 

des Rekurrenten stamme und sie nicht verstehen würden, weshalb ihm zusätzlich Mietwerte 

aufgerechnet würden. Zudem wurden die Miteigentumsanteile an gewissen Liegenschaften 

bemängelt.

C. Mit Verfügung vom 11. Juli 2017 (pag. 387) legte die ZVB/N die von den Rekurrenten ge-
schuldeten Nachsteuern für die Steuerjahre 2006 bis 2014 bei den kantonalen Steuern auf ei-

nen Betrag von CHF ________ und bei der direkten Bundessteuer auf einen solchen von 

CHF ________ fest. Sie passte die Miteigentumsanteile an und verzichtete auf die Aufrechnung 

eines Mietwerts bezüglich des Ferienhauses in E.________.

D. Dagegen erhoben die Rekurrenten mit Schreiben vom 8. August 2017 (pag. 389) Ein-
sprache. In der Begründung brachten sie vor, dass die italienische Einkommenssteuer und die 

Liegenschaftssteuer abzuziehen seien. Die angegebenen Mieteinnahmen würden zudem auch 

den Mietwert der Wohnung des Rekurrenten (CHF 4'896.--) enthalten. Das Haus in D.________ 

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werde zu EUR 2'000.-- pro Monat vermietet, die Wohnung des Rekurrenten zu EUR 300.-- und 

das Haus in E.________ zu EUR 700.-- (verteilt auf drei Parteien).

E. Mit Einspracheverfügung vom 31. August 2017 (pag. 428) wies die ZVB/N die Einsprache 
ab. Dabei führte sie im Wesentlichen aus, dass die Liegenschaftssteuern bereits berücksichtigt 

worden seien und dass die in Italien erhobenen Einkommenssteuern nicht in Abzug gebracht 

werden können. Schliesslich verwies sie bezüglich der Ferienwohnung des Rekurrenten auf 

widersprüchliche Aussagen der Rekurrenten.

F. Dagegen haben die Rekurrenten mit Schreiben vom 27. September 2017 und verbesser-
ter Eingabe vom 18. Oktober 2017 Rekurs und sinngemäss Beschwerde an die Steuerrekurs-

kommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) erhoben. Sie beantragen, ab 2011 

den Mietwert von CHF 4'896.-- zu streichen und die italienische Einkommenssteuer abzuzie-

hen. Zur Begründung führen sie aus, dass seit März 2011 die Wohnung des Rekurrenten für elf 

Monate im Jahr dem Pächter des Restaurants zur Verfügung stehe. Im Monat Juli sei sie je-

weils für sie reserviert. Entsprechend sei die Miete der Wohnung im Mietzins des Pächters in-

begriffen.

G. Am 30. November 2017 hat sich die ZVB/N vernehmen lassen und die kostenpflichtige 
Abweisung von Rekurs und Beschwerde beantragt. In ihrer Begründung äussert sie sich zu 

beiden Anträgen der Rekurrenten. Bezüglich der Streichung des Mietwerts von CHF 4'896.-- 

erwähnt sie insbesondere die widersprüchlichen Angaben der Rekurrenten. So würde die Auf-

stellung "Erbengemeinschaft" der Rekurrenten lediglich Mieterträge der Liegenschaften in 

D.________ und E.________ enthalten. Die Ferienwohnung gehöre zudem dem Rekurrenten 

alleine, weshalb angebliche Erträge nicht auf drei Erben aufzuteilen seien. Weiter seien bezüg-

lich der Vermietung der Ferienwohnung keine Belege eingereicht worden. Zum zweiten Antrag 

führt die ZVB/N aus, dass bei den natürlichen Personen Einkommens-, Grundstückgewinn- oder 

Vermögenssteuern von Bund, Kantonen und Gemeinden und gleichartigen ausländischen 

Steuern (worunter auch Steuern auf dem Ertrag von ausländischen Grundstücken fallen wür-

den) nicht abziehbar seien. Schliesslich hält die ZVB/N fest, dass die Rekurrenten sie im Rah-

men der straflosen Selbstanzeige bei der Festsetzung der Nachsteuer vorbehaltlos zu unter-

stützen und somit sachdienliche Unterlagen für die Ermittlung der relevanten Steuerfaktoren 

einzureichen hätten, was vorliegend jedoch nicht vollständig erfüllt worden sei.

H. Von der Möglichkeit zur Stellungnahme haben die Rekurrenten keinen Gebrauch ge-
macht.

I. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.

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J. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, in den nachste-
henden Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Veranlagung von Nachsteuern 
können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde angefochten werden 

(Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 140 des Bun-

desgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. 

Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer 

[BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich zuständig. 

Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen. 

Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG 

i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Eingabe ist des-

halb einzutreten.

Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt 

(Art. 70 Abs. 5 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden 

und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

2. Nach Art. 217 Abs. 3 StG und Art. 175 Abs. 3 DBG wird von einer Strafverfolgung abge-
sehen (sog. straflose Selbstanzeige), wenn eine steuerpflichtige Person erstmals eine Steuer-

hinterziehung selbst anzeigt, die Hinterziehung keiner Steuerbehörde bekannt ist, die steuer-

pflichtige Person die Verwaltung bei der Festsetzung der Nachsteuer vorbehaltlos unterstützt 

und sie sich ernstlich um die Bezahlung der geschuldeten Nachsteuer bemüht. Vorliegend 

reichten die Rekurrenten mit Schreiben vom 22. Dezember 2016 (pag. 284) bzw. 24. Dezember 

2016 (pag. 289) je separat eine straflose Selbstanzeige ein (vgl. Bst. A), weshalb die ZVB/N mit 

Schreiben vom 28. Dezember 2016 (pag. 290) gegenüber den Rekurrenten ein Nachsteuerver-

fahren einleitete (vgl. Bst. B).

3. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht be-
kannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranla-

gung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein 

Verbrechen oder ein Vergehen zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als 

Nachsteuer eingefordert (Art. 206 Abs. 1 StG und Art. 151 Abs. 1 DBG). Als neue Tatsachen 

oder Beweismittel im Sinn der zitierten Bestimmungen gelten in der Regel solche, die zwar 

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schon zum Zeitpunkt der Veranlagung existierten, der Veranlagungsbehörde jedoch erst im 

Nachhinein bekannt werden. Dabei ist in der Regel der Aktenstand bei der Eröffnung der Veran-

lagung massgebend, wobei die gesamten Akten der steuerpflichtigen Person zu berücksichti-

gen sind. Als neu gilt, was zu diesem Zeitpunkt nicht aus den Akten ersichtlich war. Ein Ver-

schulden der steuerpflichtigen Person bildet keine Voraussetzung hierfür, entbehrt die Nach-

steuer doch des pönalen Charakters. Vielmehr kommt es bei der Beurteilung der Frage, ob eine 

neue Tatsache vorliegt, auf die Würdigung der Obliegenheiten an, welche die steuerpflichtige 

Person einerseits und die Steuerverwaltung andererseits treffen (vgl. VGE 100 2015 35 vom 

12.8.2016, E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). Dass die Voraussetzungen für Nachsteuern erfüllt 

sind, ist vorliegend unbestritten (vgl. Vernehmlassung der ZVB/N vom 30.11.2017, Ziff. 3 auf 

S. 6). Bestritten wird jedoch die Höhe der verfügten Nachsteuern.

4. Vorab ist von Amtes wegen darauf hinzuweisen, dass das Recht, ein Nachsteuerverfah-
ren einzuleiten, zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode erlischt, für die eine Veranlagung zu 

Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist (Art. 207 Abs. 1 

StG und Art. 152 Abs. 1 DBG). Das Recht, die Nachsteuer festzusetzen, erlischt 15 Jahre nach 

Ablauf der Steuerperiode, auf die sie sich bezieht (Art. 207 Abs. 3 StG und Art. 152 Abs. 3 

DBG). Das vorliegende Nachsteuerverfahren für die Steuerjahre 2006 bis 2014 ist mit Schrei-

ben vom 28. Dezember 2016 (pag. 290) eingeleitet worden, also vor Ablauf der zehnjährigen 

Einleitungsverjährungsfrist. Die fünfzehnjährige Frist für die Nachsteuerfestsetzung wird betref-

fend das Steuerjahr 2006 per 31. Dezember 2021 enden, für die nachfolgenden Steuerjahre je 

um ein Jahr später. Unter diesen Umständen war die ZVB/N gestützt auf die gesetzlichen Be-

stimmungen berechtigt, das vorliegende Nachsteuerverfahren bis zum Steuerjahr 2006 zurück 

einzuleiten und durchzuführen.

5. Wie die ZVB/N in ihrer Vernehmlassung korrekt ausführt, sind gemäss Art. 39 Bst. e StG 
und Art. 34 Bst. e DBG Einkommens-, Grundstückgewinn- oder Vermögenssteuern von Bund, 

Kantonen und Gemeinden und gleichartige ausländische Steuern nicht abziehbar. Somit sind – 

anders als bei juristischen Personen – bei den natürlichen Personen bezahlte Steuern bei der 

Einkommenssteuer nicht abzugsfähig. Abzugsfähig sind Steuern und sonstige Abgaben, welche 

zu bezahlen sind, um steuerbare Einkommen zu erzielen, also Abgaben mit Gewinnungskos-

tencharakter. Abgaben, die zu entrichten sind, weil Einkommen erzielt worden ist, stellen dage-

gen Lebenshaltungskosten dar und sind nicht abzugsfähig. Unter gleichartigen ausländischen 

Steuern, welche nicht abziehbar sind, fallen insbesondere Steuern auf dem Gewinn von aus-

ländischen Betriebsstätten und dem Ertrag von ausländischen Grundstücken (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 92, 94 und 98 zu 

Art. 35 DBG; Baumgartner/Eichenberger in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

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Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 24 bis 26 zu Art. 34 

DBG). Somit hat die ZVB/N zu Recht die italienischen Einkommenssteuern nicht zum Abzug 

zugelassen. Rekurs und Beschwerde sind deshalb in diesem Punkt abzuweisen.

6. Bei persönlicher Zugehörigkeit zum Kanton Bern (bzw. zur Schweiz) ist die Steuerpflicht 
unbeschränkt. Sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grunds-

tücke ausserhalb des Kantons Bern (bzw. im Ausland; Art. 7 Abs. 1 StG bzw. Art. 6 Abs. 1 

DBG). Die natürlichen Personen, die nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens im 

Kanton Bern (bzw. in der Schweiz) steuerpflichtig sind, entrichten die Steuer für die im Kanton 

Bern (bzw. in der Schweiz) steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten 

Einkommen und Vermögen (bzw. nur Einkommen) entspricht (Art. 8 Abs. 1 StG bzw. Art. 7 

Abs. 1 DBG). Die Liegenschaften in Italien sind deshalb von der Besteuerung ausgenommen. 

Sie sind aber für die Bestimmung des Steuersatzes zu berücksichtigen.

6.1 Das satzbestimmende Einkommen und Vermögen (bzw. nur Einkommen) wird in Anwen-
dung des StG (bzw. DBG) ermittelt (vgl. Kästli/Teuscher in: Praxiskommentar zum Berner Steu-

ergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 6 zu Art. 8 StG bzw. Richner/Frei/Kaufmann/Meu-

ter, a.a.O., N. 6 zu Art. 7 DBG und Oesterhelt/Schreiber in: Kommentar zum Schweizerischen 

Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 6 zu Art. 7 

DBG). So dürfen (für die Satzbestimmung) beispielsweise nicht der Verkehrswert (Kaufpreis) 

von Grundstücken als Bemessungsgrundlage herangezogen werden, sondern bloss deren amt-

licher Wert, weil das kantonale Steuergesetz dies so vorsieht (Kästli/Teuscher, a.a.O., N. 6 zu 

Art. 8 StG).

6.2 Obwohl Italien keine Eigenmietwertbesteuerung kennt (vgl. Die Besteuerung der Eigen-
mietwerte der ESTV, Kapitel 7, einsehbar unter: <https://www.estv.admin.ch> Rubriken "Steu-

erpolitik Steuerstatistiken Steuerinformationen / Steuerinformationen / Fachinformationen / 

Schweizerisches Steuersystem / Dossier Steuerinformationen / F. Steuerprobleme"), ist eine 

solche vorliegend aufgrund des StG bzw. DBG für die Satzbestimmung vorzunehmen. Seit dem 

Steuerjahr 2008 steht diesbezüglich in der Wegleitung, dass bei Grundstücken im Ausland als 

amtlicher Wert 70 % des Kaufpreises anzugeben sind. Beim Mietwert sind für Grundstücke im 

Ausland 6 % des amtlichen Werts anzugeben (vgl. Wegleitung zum Ausfüllen der Steuerer-

klärung pro 2008 S. 45 f.; vgl. auch RKE 100 2017 174 vom 13.3.2018, E. 3.5 insb. mit Verweis 

auf BGer 2C_829/2016 vom 10.5.2017, E. 7 und 10.3).

7. Die Rekurrenten haben der ZVB/N mit Schreiben vom 19. Mai 2017 (pag. 310) Auszüge 
(in Italienisch) der Agenzia delle Entrate (Agentur der Einnahmen) eingereicht (pag. 302 bis 

309).

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7.1 Dem vollständigen Auszug Nr. ________ (vier Seiten; pag. 309) über Grundstücke und 
Gebäude in der Provinz G.________ (Terreni e Fabbricati siti in tutta la provincia di 

G.________) der Rekurrentin lässt sich insbesondere Folgendes entnehmen:

Immobilie Gemeinde Blatt Parzelle Art Kategorie
Eigentumsanteil 

seit
Nr. 1 F.________ 10 443 Grundstück  1/3 6.10.2011

14 251 5-Zimmerwohnung
14 251 3.5-ZimmerwohnungNr. 2 F.________
15 1052

Gebäude
42 m2: Stall/Garage o.ä.

1/6 6.10.2011

15 1580  
Nr. 3 F.________

7 592
Grundstück

 
1/6 6.10.2011

Nr. 4 F.________ 1 219 Gebäude 4.5-Zimmerwohnung 1/1

7.2 Beim eigentlich dreiseitigen Auszug Nr. ________ (pag. 304 und 305) über Grundstücke 
und Gebäude in der Provinz H.________ (Terreni e Fabbricati siti in tutta la provincia di 

H.________) des Rekurrenten fehlt die zweite Seite. Es lassen sich folgende Angaben entneh-

men:

Immobilie Gemeinde Blatt Parzelle Art Kategorie
Eigentumsanteil 

seit
11 1590 4-Zimmerwohnung
11 1590 31 m2: Keller/Estrich o.ä.
11 1590 9 m2: Stall/Garage o.ä.

Nr. 1 E.________

? ?

Gebäude

59 m2: Keller/Estrich o.ä.

?

Nr. 2 E.________ 11 1187 Grundstück  1/9 8.8.2008

Da die zweite Seite fehlt, fehlen die Angaben zur Eigentümerschaft der Immobilie Nr. 1. Auf-

grund des Totals auf der dritten Seite (pag. 305) muss davon ausgegangen werden, dass in der 

Immobilie Nr. 1 noch 59 m2 enthalten sind. Wird zur Interpretation noch der Mietvertrag hinzu-

gezogen (pag. 263), so kann daraus entnommen werden, dass das Gebäude in E.________ 

noch aus einem vierten Teil besteht, welcher unter die Kategorie C/2 (Magazin und Schuppen, 

Keller und Dachraum; vgl. <http://www.provinz.bz.it/kataster-grundbuch/themen/kategorien-

gebaeudekataster.asp>) fällt. Insgesamt enthält dieser Auszug als Wohnraum nur die 

4-Zimmerwohnung, welche auf Seite 1 ausgewiesen wird.

7.3 Beim eigentlich dreiseitigen Auszug Nr. ________ (pag. 303 und 302) über Grundstücke 
und Gebäude in der Provinz I.________ des Rekurrenten fehlt die erste Seite. Es lassen sich 

folgende Angaben entnehmen:

Immobilie Gemeinde Blatt Parzelle Art Kategorie
Eigentumsanteil 

seit
Nr. 1 ? ? ? Gebäude 6.5 Zimmer ? ?

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9 316 Geschäft o.ä.
9 316 4.5-ZimmerwohnungNr. 2 D.________
9 316

Gebäude
4.5-Zimmerwohnung

1/6 8.8.2008

Da die erste Seite fehlt, fehlen alle Angaben zur Immobilie Nr. 1. Aufgrund des Totals auf der 

zweiten Seite (pag. 303) müssen darin jedoch 6.5 Zimmer enthalten sein. Räumlichkeiten wel-

che in Quadratmeter ausgewiesen werden, sind in der Immobilie Nr. 1 nicht enthalten. Da die 

erste Seite fehlt kann zudem der Anteil der Rekurrenten an der Immobilie Nr. 1 nicht eruiert 

werden.

7.4 Somit kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der Rekurrent in der Provinz 
I.________ (Mit-)Eigentümer von zwei Liegenschaften ist. In der Provinz H.________ ist er (Mit-

)Eigentümer einer weiteren Liegenschaft. Die Rekurrentin ist Miteigentümerin einer Liegen-

schaft und Alleineigentümerin einer anderen Liegenschaft in der Provinz G.________.

7.5 Mit der straflosen Selbstanzeige vom 22. Dezember 2016 (pag. 284) reichte der Rekur-
rent zur Liegenschaft in E.________ einen Mietvertrag (in Italienisch; pag. 263) ein, aus wel-

chem hervorgeht, dass diese für EUR 700.-- im Monat vermietet wird. Weiter reichte der Rekur-

rent die erste Seite eines italienischen Dokuments ein, welches er mit "Mietvertrag Restaurant" 

überschrieben hatte (pag. 265). Daraus lässt sich ein monatlicher Mietzins von EUR 2'600.-- 

entnehmen.

7.6 Mit seiner straflosen Selbstanzeige reichte der Rekurrent auch eine selber erstellte Zu-
sammenstellung "Erbengemeinschaft" ein (pag. 282). Darin gibt er folgende EUR-Beträge als 

seinen Anteil an den "Netto Mietzinseinnahmen" der Liegenschaften in D.________ und 

E.________ an:

 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

EUR 8'026 11'829 11'419 13'618 12'629 13'017 13'017 11'977

pag. 266 268 270 272 274 276 278 280

Die EUR-Beträge sind italienischen Steuerformularen entnommen (vgl. die pag. in der Tabelle). 

Es handelt sich dabei um das steuerpflichtige Einkommen (reddito imponibile) des Rekurrenten. 

Die "Schätzung Steuerwert" der beiden Liegenschaften "Anteil 1/3 (keine Angaben aus Italien 

vorhanden)" gibt der Rekurrent mit gesamthaft EUR 280'000.-- an (pag. 282). Im Schreiben vom 

27. Juni 2017 (pag. 349) hält der Rekurrent fest, dass sich die Jahreseinnahmen von 

EUR 36'000.-- (für drei Erben) "auf alle Räumlichkeiten" beziehen würden. Mit den 

EUR 36'000.-- bezieht sich der Rekurrent wohl auf die in der Tabelle pro 2016 enthaltenen rund 

EUR 12'000.-- pro Erbe. Im Schreiben vom 8. August 2017 (pag. 389) konkretisiert der Rekur-

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rent diesbezüglich, dass die Miete für das Haus in D.________ EUR 2'000.--, seiner Wohnung 

EUR 300.-- und das Haus in E.________ EUR 700.-- betragen würde ("verteilt auf drei Partei-

en"). Zusammen ergibt dies EUR 3'000.-- monatlich und EUR 36'000.-- pro Jahr. Die Rekurren-

tin gibt in ihrer straflosen Selbstanzeige vom 24. Dezember 2016 (pag. 289) an, dass "der 

Steuerwert des Hauses" sich auf rund EUR 60'000.-- belaufe. Welche der beiden Liegenschaf-

ten der Rekurrentin damit gemeint ist, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

8. Die Zahlen, welche der Verfügung vom 11. Juli 2017 zugrunde liegen, stellte die ZVB/N in 
einer Tabelle (pag. 350) zusammen, welcher zusammengefasst Folgendes entnommen werden 

kann:

Bezeichnung Gebäude Vermögen Einkommen Eigentumsanteil ab Steuerjahr
F.________: Wohnungen CHF 41'000 CHF 2'460 1/2 2006
F.________: Haus CHF 10'500 CHF 630 1/6 2012
D.________ CHF 45'000 1/6 2008
E.________ CHF 10'000

CHF 13'776
1/9 2008

Ferienwohnung Rekurrent CHF 81'600 CHF 4'896 1/1 2006

Das grau unterlegte Einkommen von CHF 13'776.-- ist der Durchschnittswert der Jahre 2008 

bis 2014 und beinhaltet den Ertrag der Liegenschaften in D.________ und E.________. Es 

handelt sich dabei um die vom Rekurrenten mitgeteilten Beträge (vgl. E. 7.6 [bis auf den Betrag 

pro 2008]), welche von der ZVB/N von EUR in CHF umgerechnet worden sind (basierend auf 

den Jahresmittelkursen der ESTV: <https://www.estv.admin.ch> Rubriken "Direkte Bundessteu-

er Quellensteuer Wehrpflichtersatzabgabe / Wehrpflichtersatzabgabe / Dienstleistungen / Jah-

resmittelkurse" bzw. <https://steuerverwaltung.tg.ch> Rubriken "Hilfsmittel / Kurslisten / Um-

rechnungskurse 2005-2016: Euro und Dollar", auf zwei [bzw. bez. 2012 auf eine] Nachkomma-

stellen gerundet). Dasselbe gilt für die Vermögenswerte. Bezüglich der Wohnungen in 

F.________ stützte sich die ZVB/N auf die kommunizierten EUR 60'000.-- und den Gesamtbe-

trag von EUR 280'000.-- für die Liegenschaften in D.________ und E.________ teilte die ZVB/N 

in EUR 210'000.-- und EUR 70'000.-- auf. Für die Ferienwohnung des Rekurrenten nahm die 

ZVB/N EUR 60'000.-- an und für das Haus in F.________ CHF 63'000.--. Für die Mietwerte der 

drei Liegenschaften ohne Ertrag ging die ZVB/N von 6 % des Vermögenswerts aus.

9. Gemäss Art. 208 Abs. 5 StG und Art. 153 Abs. 3 DBG sind im Nachsteuerverfahren die 
Vorschriften über die Verfahrensgrundsätze sowie das Veranlagungs-, das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren sinngemäss anwendbar. Damit gelten auch im Nachsteuerverfahren die 

allgemeinen Grundsätze zur Beweislast und Mitwirkungspflicht im System der gemischten Ver-

anlagung. Nach der im Steuerrecht herrschenden Normentheorie trägt die Steuerbehörde die 

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Beweislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsachen. Dagegen ist der Steuer-

pflichtige für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet.

9.1 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder 
können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt wer-

den, so ist auch im Nachsteuerverfahren bei Vorliegen einer Sachverhaltsungewissheit gege-

benenfalls eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen (vgl. Art. 153 

Abs. 3 DBG i.V.m. Art. 130 Abs. 2 DBG; Art. 208 Abs. 5 StG i.V.m. Art. 174 Abs. 2 StG; BGer 

2C_734/2016 vom 20.10.2016, E. 2.2, mit Hinweisen; BGer 2C_304/2013 vom 22.10.2013, 

E. 3.4, mit Hinweisen; BGer 2C_136/2011 vom 30.4.2012, E. 3.2).

9.2 Eine Ermessenstaxation ist jedoch nur zulässig, wenn die steuerpflichtige Person formell 
zur Erfüllung ihrer Verfahrenspflichten aufgefordert wurde und sie zudem gemahnt worden ist. 

Die Unterlassung der Mahnung wird in der Praxis als schwerwiegender Mangel (Verletzung des 

rechtlichen Gehörs) betrachtet und führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids 

(KGer FR vom 6.11.2009 in StE 2011 B. 93.5 Nr. 24, E. 4b und 4c; RKE 100 2015 398 vom 

23.9.2016, E. 4.2, nicht publiziert; Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steu-

errecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 34 zu Art. 130 

DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 46 ff. zu Art. 130 DBG).

9.3 Gegen die Festsetzung der Nachsteuer nach pflichtgemässem Ermessen hat der Steuer-
pflichtige die offensichtliche Unrichtigkeit darzutun (vgl. Martin E. Looser in: Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 

2017, N. 26 zu Art. 151 DBG). Der Unrichtigkeitsnachweis kann auf zwei Arten erbracht werden: 

Einerseits kann durch das Beibringen von Beweismitteln die bisher vorhandene Ungewissheit 

bezüglich des Sachverhalts beseitigt und auf diese Weise die zuverlässige Ermittlung der Steu-

erfaktoren ermöglicht werden. Diesfalls ist die angefochtene ermessensweise Nachsteuerveran-

lagung durch eine ordentliche Nachsteuerveranlagung zu ersetzen und die Untersuchungs-

pflicht lebt wieder auf. Andererseits ist aber auch möglich, anhand der beigebrachten Beweis-

mittel darzutun, dass die angefochtene Veranlagung offensichtlich übersetzt ist 

(BGer 2C_136/2011 vom 30.4.2012, E. 4.1). Offensichtlich unrichtig ist eine Ermessensveranla-

gung dann, wenn sie an einem in die Augen springenden qualifizierten Mangel leidet. Dies ist 

der Fall, wenn eine Schätzung sachlich nicht begründbar ist, insbesondere erkennbar pönal 

oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder 

-hilfsmittel stützt oder sonst mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der 

Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbart werden kann. Offensichtlich unrichtig ist 

demzufolge eine Schätzung, die auf missbräuchliche Betätigung des Schätzungsermessens 

beruht, d.h. willkürlich ist (Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 52 zu Art. 132 DBG; BGer 2A.426/2004 

- 11 -

vom 23.11.2004, E. 1.6, mit Hinweisen; VGE 22924/22925 vom 28.11.2007, E. 3.1, nicht publi-

ziert).

9.4 Mit der straflosen Selbstanzeige vom 22. Dezember 2016 (pag. 284) des Rekurrenten und 
der straflosen Selbstanzeige vom 24. Dezember 2016 (pag. 289) der Rekurrentin wurden – ta-

bellarisch dargestellt – folgende Angaben kommuniziert:

Wer? Ort Was? Anteil Einkommen Vermögen

D.________ Restaurant mit 2 Wohnungen / Wohnungen von Mutter benutzt
E.________ Ferienhaus / vermietet

Miteigentum / 
3 Personen

Mietein-
nahmen

Schätzung 
Steuerwert

Rekurrent

 Ferienwohnung Alleineigen-tum   

F.________ Haus mit 2 Wohnungen für Sommerferien
Miteigentum / 
2 Personen  

Rekurrentin
 Haus von Vater benutzt Miteigentum / 6 Personen  

Schätzung 
Steuerwert 
für ein 
Haus

Bei den mitgeteilten Mieteinnahmen handelt es sich um das steuerbare Einkommen (reddito 

imponibile) des Rekurrenten in Italien für die Jahre 2009 bis 2016 (vgl. E. 7.6). Wie bereits unter 

E. 7.6 ausgeführt, gibt der Rekurrent die "Schätzung Steuerwert" für die beiden Liegenschaften 

mit gesamthaft EUR 280'000.-- an (pag. 282). Gemäss der straflosen Selbstanzeige der Rekur-

rentin (pag. 289) beträgt "der Steuerwert des Hauses" rund EUR 60'000.--. Welche der beiden 

Liegenschaften der Rekurrentin damit gemeint ist, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Somit 

fehlten die Angaben zum Vermögenswert der Ferienwohnung des Rekurrenten und zu einem 

Haus der Rekurrentin.

9.5 Die ZVB/N forderte mit Schreiben vom 5. April 2017 (pag. 300) von den Rekurrenten le-
diglich die Katasterauszüge sämtlicher Liegenschaften in Italien ein. Nachdem sie diese – wie 

gesehen (vgl. E. 7.2 f.) – unvollständigen Auszüge mit Schreiben vom 19. Mai 2017 (pag. 310) 

erhielt, stellte sie den Rekurrenten am 30. Mai 2017 (pag. 347) die Nachsteuerberechnung zur 

Prüfung zu. Die Rekurrenten äusserten sich im Schreiben vom 27. Juni 2017 (pag. 349) dazu 

und führten bezüglich den Liegenschaften des Rekurrenten insbesondere aus, dass das ange-

gebene Jahreseinkommen von allen Liegenschaften des Rekurrenten stamme und sie nicht 

verstehen würden, weshalb ihm zusätzlich Mietwerte aufgerechnet würden. Zudem hielten sie 

fest, dass die Miteigentumsanteile des Rekurrenten an den Liegenschaften, gemäss den einge-

reichten Auszügen, 11 % bzw. 16 % betragen würden. Daraufhin strich die ZVB/N in der Verfü-

gung vom 11. Juli 2017 (pag. 387) den Mietwert von CHF 5'400.-- (6 % von CHF 90'000.-- 

[EUR 70'000.--]) der Liegenschaft in E.________ und senkte den Miteigentumsanteil der Lie-

genschaft in D.________ von 1/1 auf 1/6 und denjenigen der Liegenschaft in E.________ von 

1/1 auf 1/9 (vgl. auch Bst. C).

- 12 -

9.6 Weder im Nachsteuerverfahren noch im darauffolgenden Einspracheverfahren forderte 
die ZVB/N die Rekurrenten auf, ihre Angaben zu vervollständigen (insb. bez. den fehlenden 

Vermögenswerten), vollständige Unterlagen einzureichen (vgl. E. 7.2 f.) oder ihre Angaben zu 

präzisieren. Stattdessen schätzte sie ohne Mahnung und auch ohne vorgängige Aufforderung 

gewisse Werte nach Ermessen. So der Vermögenswert des Hauses in F.________ mit 

CHF 63'000.-- (EUR 51'884.28) und der Vermögenswert der Ferienwohnung des Rekurrenten 

mit CHF 81'600.-- (EUR 60'000.--). Weiter ist für die Steuerrekurskommission nicht ersichtlich, 

bzw. nachvollziehbar wie die ZVB/N auf den Mietertrag pro 2008 von CHF 6'320.-- gekommen 

ist.

9.7 Auch hat die Rekurrentin wohl in ihrer straflosen Selbstanzeige vom 24. Dezember 2016 
(pag. 289) mitgeteilt, dass sie zusammen mit ihrem Bruder ein Haus in F.________ besitze und 

einen Anteil von 17 % (1/6) an einem anderen Haus geerbt habe, doch reichten die Rekurren-

ten bezüglich der Rekurrentin einen vollständigen Auszug über Grundstücke und Gebäude in 

der Provinz G.________ ein (vgl. E. 7.1), aus welchem sich andere Beteiligungsverhältnisse 

ergeben. Gemäss diesem Auszug ist die Rekurrentin Alleineigentümerin einer 4.5-

Zimmerwohnung. Gemäss der Übersicht der ZVB/N (pag. 350), aus welcher nicht klar ersicht-

lich ist, für welche Liegenschaften in F.________ "Wohnungen" und "Haus" stehen, werden die 

Miteigentumsanteile mit 1/2 und 1/6 ausgewiesen. Dies obwohl die Rekurrenten im Schreiben 

vom 27. Juni 2017 (pag. 349) eine Anpassung der Miteigentumsanteile gemäss den Auszügen 

verlangten. Diesbezüglich ist für die Steuerrekurskommission weiter nicht nachvollziehbar, wes-

halb die ZVB/N für das "Haus" in F.________ den Mietwert erst ab 2012 aufrechnet, obwohl der 

Erblasser am 6. Oktober 2011 gestorben ist. Dem Rekurrenten wird dagegen in der Verfügung 

erklärt, dass gemäss bernischem Steuergesetz Erben ab dem Todestag für ihren Anteil am 

Vermögen und am Einkommen steuerpflichtig sind (pag. 386), weshalb er ab dem 8. August 

2008 steuerpflichtig werde und nicht erst ab dem Jahr der Eintragung im Jahr 2009.

9.8 Wie sich aus E. 8 ergibt, stützte sich die ZVB/N bei der Umrechnung der Mieterträge (und 
der Liegenschaftssteuer in Italien) von EUR nach CHF wohl auf die Jahresmittelkurse der 

ESTV. Wie sie dann aber auf die Durchschnitte der "Endjahreskurse" auf ihrer Zusammenstel-

lung (pag. 350) kommt, erschliesst sich der Steuerrekurskommission nicht. Es handelt sich je-

denfalls weder um die Durchschnitte der entsprechenden Jahresmittelkurse der ESTV noch um 

die Durchschnitte der Kurse jeweils Ende der entsprechenden Jahre gemäss der Eidgenössi-

schen Zollverwaltung.

9.9 Da die Steuerverwaltung die Rekurrenten im Veranlagungsverfahren nicht gemahnt hat 
(und auch nicht vorgängig aufgefordert hat) ihre Angaben zu vervollständigen (insb. bez. den 

fehlenden Vermögenswerten), vollständige Unterlagen einzureichen (vgl. E. 7.2 f.) oder ihre 

- 13 -

Angaben zu präzisieren, hätte sie die entsprechenden Teilermessensveranlagungen nicht vor-

nehmen dürfen. Auch im Einspracheverfahren sind keine entsprechenden Einforderungshand-

lungen vorgenommen worden. Dies stellt ein schwerwiegender Mangel dar. Entsprechend sind 

die Einspracheentscheide aufzuheben und die Akten zur korrekten Durchführung bzw. zum kor-

rekten Abschliessen des Veranlagungsverfahrens an die Steuerverwaltung zurückzuweisen 

(vgl. E. 9.2). Denn würde die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht zu einer Rückweisung an 

die Steuerverwaltung führen, würde der Instanzenzug der Rekurrenten verkürzt. Auch macht es 

Sinn, dass die Steuerverwaltung den Sachverhalt überhaupt erst sauber abklärt (vgl. E. 9.6 ff.). 

So wäre es wohl sinnvoll, von den Rekurrenten die vollständigen Katasterauszüge, die vollstän-

digen Verträge sowie die vollständigen italienischen Steuerveranlagungen einzufordern. Damit 

würden mehr Anhaltspunkte zur Verfügung stehen, um den Fall beurteilen zu können.

10. Wie unter E. 2 ausgeführt, wird von einer Strafverfolgung abgesehen, wenn eine steuer-
pflichtige Person erstmals eine Steuerhinterziehung selbst anzeigt, die Hinterziehung keiner 

Steuerbehörde bekannt ist, die steuerpflichtige Person die Verwaltung bei der Festsetzung der 

Nachsteuer vorbehaltlos unterstützt und sie sich ernstlich um die Bezahlung der geschuldeten 

Nachsteuer bemüht. Die ZVB/N hält dazu in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2017 

fest, dass die Rekurrenten die ZVB/N bei der Festsetzung der Nachsteuer nicht vorbehaltlos 

unterstützt haben.

10.1 Die Voraussetzung der vorbehaltlosen Unterstützung geht nicht über die allgemeine Mit-
wirkungspflicht hinaus, wonach die steuerpflichtige Person insbesondere alles tun muss, um 

eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Peter Locher, Kommentar zum 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], III. Teil, 2015, N. 62 zu Art. 175 DBG; Sie-

ber/Malla in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 67 zu Art. 175 DBG). Ein ordentliches Steuerstrafverfah-

ren wegen Steuerhinterziehung wäre erst einzuleiten, wenn die steuerpflichtige Person im 

Nachsteuerverfahren trotz Mahnung nicht kooperiert (Peter Locher, a.a.O., N. 62 zu Art. 175 

DBG; vgl. ausführlich zur Problematik: Reto Sutter, Die straflose Selbstanzeige im Bereich der 

direkten Steuern der Schweiz, ASR - Abhandlungen zum Schweizerischen Recht, Band 

Nr. 797, 2014, S. 99 ff., N. 328 ff.). Eine Aufforderung schliesst die vorbehaltlose Unterstützung 

nicht aus, weil mit ihr die Steuerbehörden ihr Informationsbedürfnis äussern. Die Mahnung einer 

Aufforderung und schliesslich die Notwendigkeit einer Ermessensveranlagung können hingegen 

Indiz dafür sein, dass die "vorbehaltlose Unterstützung" der Steuerbehörden zur Festsetzung 

der Nachsteuer zu verneinen ist. Weil die Ermessensveranlagung und deren Voraussetzung, 

die Mahnung, auch Folge einer Ungewissheit aus anderen Gründen als der Nichterfüllung von 

Verfahrenspflichten sein kann, muss der steuerpflichtigen Person bei einer Ermessensveranla-

- 14 -

gung nach einer Selbstanzeige aber der Nachweis offenstehen, dass es ihr subjektiv unmöglich 

war, ihre Verfahrenspflichten zu erfüllen und damit den Untersuchungsnotstand zu beseitigen. 

Kann sie diesen Nachweis nicht erbringen, ist die "vorbehaltlose Unterstützung" bereits im Zeit-

punkt der Mahnung zu verneinen, weil im Rahmen einer Selbstanzeige von der steuerpflichti-

gen Person eine spontanere Kooperation erwartet werden darf als im ordentlichen Veranla-

gungsverfahren. Die steuerpflichtige Person muss, wenn es ihr möglich ist, die Auflage oder die 

Vorladung bei erster Aufforderung zu erfüllen suchen (Reto Sutter, a.a.O., N. 357).

10.2 Die ZVB/N forderte die Rekurrenten mit Schreiben vom 5. April 2017 (pag. 300) auf, aktu-
elle Katasterauszüge sämtlicher Liegenschaften in Italien einzureichen. Dieser Aufforderung 

kamen die Rekurrenten nur teilweise nach (vgl. E. 7.2 f.). Die ZVB/N hat es anschliessend je-

doch unterlassen, die Rekurrenten diesbezüglich zu mahnen. In ihrer Vernehmlassung vom 

30. November 2017 weist die ZVB/N auf Seite 5 auf die widersprüchlichen Angaben der Rekur-

renten hin. In der Tat haben sich die Rekurrenten in Widersprüche verstrickt. Es macht den An-

schein, als ob sie ihre Argumentation dermassen anpassen, um die Steuerbelastung möglichst 

gering zu halten. Somit könnte kaum von einer "vorbehaltlosen Unterstützung" der Steuer-

behörden zur Festsetzung der Nachsteuer ausgegangen werden. Wie es sich damit verhält, 

kann jedoch offen bleiben, da die Steuerrekurskommission vorliegend nur die Nachsteuer zu 

beurteilen hat.

11. Da die Rekurrenten bezüglich der Abzugsfähigkeit der italienischen Einkommenssteuer 
unterliegen (vgl. E. 5), rechtfertigt es sich, ihnen einen Teil der gesamten Verfahrenskosten, 

einschliesslich eines Anteils allfälliger Auslagen für Gutachten oder andere externe Kosten auf-

zuerlegen (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 

des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren 

der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 

161.12]). Die Kosten werden auf die Hälfte des verlangten Kostenvorschusses von 

CHF ________ auf CHF ________ bestimmt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss ver-

rechnet.

Weil die Rekurrenten im vorliegenden Verfahren nicht vertreten sind und ihnen keine notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, werden keine Parteikosten gespro-

chen (Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Aus diesen Gründen wird erkannt:

- 15 -

1. Die Einspracheverfügung vom 31. August 2017 betreffend die kantonalen Steuern pro 

2006 bis 2014 (Nachsteuer) wird aufgehoben. Die Akten werden zur weiteren Bearbeitung 

im Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung zurückgewiesen. Darüber hinausge-

hend wird der Rekurs abgewiesen.

2. Die Einspracheverfügung vom 31. August 2017 betreffend die direkte Bundessteuer pro 

2006 bis 2014 (Nachsteuer) wird aufgehoben. Die Akten werden zur weiteren Bearbeitung 

im Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung zurückgewiesen. Darüber hinausge-

hend wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pau-

schalgebühr von CHF ________ werden den Rekurrenten anteilmässig im Betrag von 

CHF ________ zur Bezahlung auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Gegen den Entscheid betreffend die kantonalen Steuern kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechts-
schrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Be-

schwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Sie muss von der beschwer-
deführenden Person selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten 

ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechts-

schrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten. Der 
angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Gegen den Entscheid betreffend die direkte Bundessteuer kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden (Art. 145 DBG i.V.m. Art. 9 Abs. 3 BStV). 
Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer schweizeri-

schen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung 
einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von einem zur 

Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet 

sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und 
die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Wird beim Verwaltungsgericht für die kantonalen Steuern und die direkte Bundes-
steuer Beschwerde erhoben, können diese, soweit den gleichen Gegenstand betref-

- 16 -

fend, in einer gemeinsamen Rechtsschrift eingereicht werden. Sie hat insbesondere 
die jeweiligen Rechtsbegehren sowie die Begründungen zu enthalten.

6. Zu eröffnen an:

▪ A.________ und B.________

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern

▪ Eidgenössische Steuerverwaltung

▪ Gemeinde C.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Der Vizepräsidentin Der Gerichtsschreiber

Nanzer Mosimann