# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9338f84b-d6f7-517f-95d5-7664f1cab492
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.03.2016 SB150290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150290_2016-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150290-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Vorsitzender, lic. iur. Ch. Prinz sowie 

Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely und die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. T. Weilenmann 

 

Urteil vom 3. März 2016 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  

vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. Th. Brändli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 
 
B._____, Privatklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

betreffend  
gewerbsmässige mehrfache Erpressung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom  

16. Januar 2015 (DG130025) 

 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 22. Juli 2013 

(Urk. 67) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 
(Urk. 144 S. 250 ff.) 

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird eingestellt betreffend den Anklagevorwurf der ordnungs-

widrigen Führung der Geschäftsbücher im Sinne von Art. 325 Abs. 1 StGB 

(betreffend ND 120). 

2. (Mitteilung) 

3. (Rechtsmittel) 

 
Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB (betref-

fend ND 122); 

− der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 in Verbindung 

mit Ziff. 2 StGB (betreffend ND 122); 

− der gewerbsmässigen Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und 

Ziff. 2 StGB (betreffend HD, ND 1, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 15, 16, 18, 

19, 20, 21, 22, 26, 35, 36, 37, 38, 42, 45, 48, 50, 57, 58, 62, 63, 64, 69, 

70, 76, 77, 78, 79, 81, 82, 83, 85, 86, 87, 89, 93, 95, 104, 112, 114, 

115, 116, 117 und 118); 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (betreffend 

ND 36 und 66). 

- 3 - 

2. In den Nebendossiers ND 3, 6, 16, 19 (teilweise), 23, 27, 32, 33, 34, 39, 40, 

43, 44, 46, 47, 52, 53, 56, 61, 65, 67, 74, 80, 88, 90, 92, 94, 96, 100, 101, 

103, 105, 110, 111, 118 (teilweise), 121 und 123 ist der Beschuldigte einer 

strafbaren Handlung nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

314 Tage durch Haft erstanden sind). 

4. Die Freiheitsstrafe wird im Umfang von 314 Tagen vollzogen, wobei der 

Vollzug durch Anrechnung von 314 Tagen Haft erstanden ist. Im Übrigen 

wird der Vollzug der Freiheitsstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den nachgenannten Privatklägern wie 

folgt Schadenersatz zu bezahlen:  

- Fr. 17'556.85 zuzüglich 5 % Zins seit 3. November 2008 an C._____; 

- Fr. 2'556.50 an D._____; 

- Fr. 783.10 an E._____; 

- Fr. 3'835.00 an F._____. 

Im Mehrbetrag wird auf die Schadenersatzbegehren nicht eingetreten. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den nachgenannten Privatklägern wie 

folgt Schadenersatz zu bezahlen: 

- Fr. 3'841.00 nebst Zins zu 5 % seit 15. April 2008 an  

K._____; 

- Fr. 2'000.00 an G._____. 

7. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

- 4 - 

8. Auf die Schadenersatzbegehren der folgenden Privatkläger wird nicht ein-

getreten: 

- H._____; 

- I._____; 

- J._____. 

9. Die Genugtuungsbegehren der folgenden Privatkläger werden abgewiesen: 

- C._____; 

- D._____; 

- K._____; 

- H._____; 

- L._____; 

- B._____. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Mai 

2010 beschlagnahmten nachfolgend genannten Gegenstände (lagernd bei 

der Bezirksgerichtskasse Dietikon) 

− 1 PC schwarz Asus (HD act. 16/14/3 Pos. 1.3) 

− 1 PC grau Asus Bodes (HD act. 16/14/3 Pos. 1.4) 
− 1 PC Asus, Bodes (HD act. 16/14/7 Pos. 2.24) 
− 1 PC Asus, Bodes (HD act. 16/14/7 Pos. 2.25) 

− 1 PC Acer Aspire (HD act. 16/14/7 Pos. 2.26) 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils dem Beschuldigten her-

ausgegeben, soweit er dies innerhalb von drei Monaten nach ent-

sprechender schriftlicher Aufforderung seitens des Gerichtes verlangt, und 

sind ansonsten durch die Lagerbehörde zu vernichten. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Mai 

2010 beschlagnahmten nachfolgend genannten Gegenstände (lagernd bei 

der Bezirksgerichtskasse Dietikon)  

− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.1) 

− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.2) 

- 5 - 

− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.3) 

− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.4) 
− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.5) 

− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.6) 
− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.7) 
− 1 Effektensack mit div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.8) 

− 3 Memory-Sticks, 3 CD-ROMs (HD act. 16/14/7 Pos. 2.9) 
− 1 Visitenkarte (HD act. 16/14/7 Pos. 2.10) 

− 1 Schachtel enthaltend div. lose Korrespondenz (HD act. 16/14/7 
Pos. 2.11) 

− 1 Effektensack enth. 17 Stempel div. Beschriftungen (HD act. 16/14/7 
Pos. 2.12) 

− 1 Effektensack enth. div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.13) 

− 1 Effektensack enth. div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.14) 
− 1 Effektensack enth. div. Unterlagen (HD act. 16/14/7 Pos. 2.15) 
− 1 BO … Ausgänge (HD act. 16/14/7 Pos. 2.17) 

− 1 BO Q._____ Inkasso A-D (HD act. 16/14/7 Pos. 2.18) 
− 1 BO Q._____ Inkasso E-L (HD act. 16/14/7 Pos. 2.19) 

− 1 BO Q._____ Inkasso M-O (HD act. 16/14/7 Pos. 2.20) 
− 1 BO Q._____ Inkasso P-R (HD act. 16/14/7 Pos. 2.21) 
− 1 BO Q._____ Inkasso S-Z (HD act. 16/14/7 Pos. 2.22) 

werden eingezogen und verbleiben bei den Akten. 

12. Die mit Verfügung des Bezirksamts Münchwilen TG vom 19. Dezember 

2008 beschlagnahmten Gegenstände (Lagerort Akten: ND 1 act. 4/1-13) 

werden eingezogen und verbleiben bei den Akten. 

13. Die gemäss Editionsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich I vom 

2. Februar 2010 von der M._____ AG eingereichten insgesamt 

23 Bundesordner werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die 

Staatsanwaltschaft Zürich I zur gutscheinenden Verwendung übersandt. 

14. Die weiteren insgesamt 9 Bundesordner, welche von der Staatsanwaltschaft 

Zürich I nicht formell beschlagnahmt wurden, werden nach Eintritt der 

- 6 - 

Rechtskraft dieses Urteils an die Staatsanwaltschaft Zürich I zur gut-

scheinenden Verwendung übersandt. 

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 30'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'280.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 22'000.00   Gebühr Strafuntersuchung gem. § 4 GebV StrV 

Fr. 12'090.00   Gutachten 

Fr. 1'976.35   Auslagen Untersuchung 

Fr. 6'948.20   ausserkantonale Verfahrenskosten 

Fr. 1'349.30   amtliche Verteidigung Kt. TG, RA Y._____ (bereits 
  durch den Kt. TG ausbezahlt, inkl. MwSt.) 

Fr. 978.95   amtliche Verteidigung Kt. TG, RAin B._____ (bereits 
  durch den Kt. TG ausbezahlt, inkl. MwSt.)  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

16. Rechtsanwältin lic. iur. B._____ wird für ihre Aufwendungen als vormalige 

amtliche Verteidigerin aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'963.20 (inkl. MwSt.) 

entschädigt. 

17. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger aus der Gerichtskasse mit Fr. 126'969.20 (inkl. MwSt.) entschä-

digt. 

18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten 

zu 3/4 auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

19. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung im Umfang von 3/4 gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

20. (Mitteilung) 

21. (Rechtsmittel)" 

- 7 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 7 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 177 S. 2 f.) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 16.01.2015 (Geschäfts-

Nr. DG130025) hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 1-7, 11-12, 15-16 sowie 18 

aufzuheben und der Beschuldigte von jeglicher Schuld und Strafe freizu-

sprechen; 

2. der Beschuldigte und Berufungskläger sei für die von ihm erstandene Haft 

sowie für das gegen ihn zu Unrecht geführte Strafverfahren angemessen zu 

entschädigen; 

dem Beschuldigten und Berufungskläger sei weiter eine angemessene Ge-

nugtuung nebst Zinsen zu 5 % seit dem 06.09.2011 zuzusprechen; 

3. sodann seien sämtliche Zivilforderungen (Schadenersatz- und Genugtu-

ungsforderungen) der Geschädigten abzuweisen, eventualiter seien die be-

treffenden Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen, soweit darauf 

einzutreten ist; 

4. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % Mwst. zu  

Lasten des Staates. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 158 S. 1, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

- 8 - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 144 S. 6 ff; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 16. Januar 2015 wurde der Be-

schuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteils vom Ankla-

gevorwurf teilweise frei- und im übrigen Umfang schuldig gesprochen und be-

straft. Gegen dieses Urteil meldeten sowohl der Beschuldigte selbst als auch sein 

Verteidiger innert Frist mit Schreiben vom 21. respektive 22. Januar 2015 Beru-

fung an (Urk. 119 und Urk. 121). Ebenfalls mit Schreiben vom 21. Januar 2015 

meldete die Privatklägerin 18, Rechtsanwältin lic. iur. B._____, Berufung an 

(Urk. 120). Das begründete Urteil wurde den Parteien am 29. beziehungsweise 

30. Juni 2015 zugestellt (Urk. 139/1-3). Während die Privatklägerin 18 mit Einga-

be vom 7. Juli 2015 mitteilte, dass sie nach Studium des begründeten Entschei-

des auf die Einreichung einer Berufungserklärung verzichte (Urk. 146), reichte der 

Verteidiger mit Eingabe vom 20. Juli 2015 fristgerecht seine Berufungserklärung 

ein (Urk. 150).  

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 22. Juli 2015 wurde der Verteidiger des Be-

schuldigten zur Verdeutlichung seiner Berufungserklärung aufgefordert (Urk. 152), 

welcher Aufforderung dieser mit Eingabe vom 3. August 2015 innert Frist nach-

kam (Urk. 154). Mit Präsidialverfügung vom 3. August 2015 wurde sodann der 

Anklagebehörde sowie den diversen Privatklägern Frist angesetzt, um An-

schlussberufung zu erklären, oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen (Urk. 156). Während die Anklagebehörde mit Eingabe vom 

6. August 2015 mitteilte, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschlussberufung 

- 9 - 

und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 158), liessen 

sich die Privatkläger innert Frist nicht vernehmen. 

1.4. Am 3. März 2016 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Be-

schuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, erschienen ist (Prot. II. S. 7). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Nachdem die Verteidigung in ihrer Berufungserklärung vom 20. Juli 2015 

noch beantragte, es sei das vorinstanzliche Urteil [in globo] aufzuheben (Urk. 150 

S. 2), präzisierte sie ihre Anträge mit Eingabe vom 3. August 2015 dahingehend, 

dass der Beschuldige das Urteil der Vorinstanz natürlich nur insofern anfechte, als 

er dadurch auch beschwert sei. Unangefochten seien daher die Urteilsdispostiv 

Ziffern 8, 9, 10, 13, 14, 17, 19, 20 und 21. Die Ziffer 2 werde mit Bezug auf ND 19 

und ND 118 angefochten, weil diesbezüglich lediglich teilweise Freisprüche erfolgt 

seien. Alle übrigen Ziffern des vorinstanzlichen Urteils würden dagegen im Be-

rufungsverfahren angefochten (Urk. 154 S. 3). 

2.2. Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit Bezug auf die in Urteils-

dispositiv Ziffer 2 erfolgten Freisprüche nicht beschwert ist. Entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung gilt dies selbstverständlich auch für die teilweise er-

gangenen Freisprüche in den Nebendossiers 19 und 118. Die Berufung des Be-

schuldigten kann sich gegen die teilweisen Schuldsprüche bezüglich der Neben-

dossiers 19 und 118 richten, nicht hingegen gegen die teilweise ergangenen Frei-

sprüche. Diesbezüglich ist auf die Berufung des Beschuldigten nicht einzutreten, 

weil er kein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung eines zu seinen 

Gunsten lautenden Erkenntnisses haben kann (Art. 382 Abs. 1 StPO).  

2.3. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil in den folgenden Punkten 

nicht angefochten: 

− Freisprüche (Dispositiv Ziffer 2), 

- 10 - 

− Verweisung der Schadenersatzbegehren der Privatklägerin Rechts-

anwältin lic. iur. B._____ auf den Weg des Zivilprozesses  

(Dispositiv Ziffer 7), 

− Nichteintreten auf die Schadenersatzbegehren der Privatkläger 

H._____, I._____ und J._____ (Dispositiv Ziffer 8), 

− Abweisung der Genugtuungsbegehren der Privatkläger C._____, 

D._____, K._____, H._____, L._____ und B._____ (Dispositiv Ziffer 9), 

− Herausgabe von beschlagnahmten Gegenständen an den Beschul-

digten (Dispositiv Ziffer 10), 

− Verwendung der bei der M._____ AG edierten Akten (Dispositiv Ziffer 

13),  

− Verwendung von 9 durch die Anklagebehörde nicht formell beschlag-

nahmten Bundesordnern (Urteilsdispositiv Ziffer 14), 

− Vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteildispositiv Ziffer 15), 

− Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Urteilsdispositiv Ziffer 17). 

All diese Regelungen sind damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit-

tels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

2.4. Im übrigen Umfang wurde das vorinstanzliche Urteil angefochten und steht 

damit im Rahmen des Berufungsverfahrens zwecks Überprüfung zur Disposition.  

3. Beweisergänzungsantrag 

3.1. Mit Eingabe vom 4. Februar 2016 stellte die Verteidigung den Beweisantrag, 

es sei an der Berufungsverhandlung vom 3. März 2016 N._____ als Zeuge zur 

Sache einzuvernehmen. Als Beleg für die Existenz von N._____ legte sie eine 

Kopie eines Führerscheines bei, welche der Beschuldigte angeblich zufällig bei 

seinen Akten gefunden haben will (Urk. 163). 

- 11 - 

3.2. Mit Präsidialverfügung vom 9. Februar 2016 wurde die Anklagebehörde zur 

obligatorischen Stellungnahme aufgefordert (Urk. 166). Die betreffende Stellung-

nahme ging am 12. Februar 2016 beim hiesigen Gericht ein (Urk. 168). Mit Prä-

sidialverfügung vom 15. Februar 2016 (Urk. 170) wurde der Beweisantrag abge-

wiesen. 

3.3.  Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der amtliche Verteidiger, er 

beantrage die Zeugeneinvernahme von O._____ (ND 57) und die Einvernahme 

von N._____ als Auskunftsperson (Urk. 177 S. 4 f.; Prot. II S. 13).  

3.4. Aus Gründen der Übersichtlichkeit rechtfertigt es sich, auf die Beweisergän-

zungsanträge der Verteidigung nachfolgend unter Ziffer 4.4.4 ff. im Rahmen der 

Beweiswürdigung einzugehen. 

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

4. Forderungsschreiben / Inkassoschreiben 

4.1. Urheberschaft der Schreiben 

4.1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 22. Juli 2013 stark zu-

sammengefasst vorgeworfen, er habe in der Zeit zwischen einem nicht genauer 

bekannten Zeitpunkt im Jahre 1999 und dem 7. Juli 2009 auf dem Gebiet der 

Schweiz, mehrheitlich von P._____ aus, insgesamt mehrere hundert Rechnungen 

an insgesamt 86 Geschädigte, welche früher, d.h. meist Jahre vor dem Versand 

der jeweiligen Rechnungen, bei ihm oder seiner Mutter A1._____ telefonische Be-

ratungen im Bereich Parapsychologie/Hellseherei in Anspruch genommen hatten, 

versandt. Dies habe er getan, obwohl er auf die von ihm geltend gemachten For-

derungen keinen (Rechts-) Anspruch gehabt habe. In den betreffenden Schreiben 

habe er die Entstehung der geltend gemachten Forderungen nicht aufgezeigt und 

so die Nachvollziehbarkeit beziehungsweise Überprüfung derselben verunmög-

licht. Ausserdem habe er die Forderungen über die von ihm erfundenen Inkasso-

büros Q._____ und R._____ Inkasso (beide nicht im Handelsregister eingetra-

gen), vereinzelt auch über die von ihm beherrschten Firmen S1._____, S2._____ 

- 12 - 

oder S3._____ – Unabhängige Beratungen – geltend gemacht. Die betreffenden 

„Inkassoschreiben“ habe er ohne Absenderadresse und/oder Telefonnummer 

verschickt respektive lediglich mit einer gebührenpflichtigen Telefonnummer ver-

sehen. Soweit er Schreiben mit Telefonnummern und Absenderadresse versehen 

habe, habe er weder Telefonanrufe noch eingeschrieben versandte Post entge-

gen genommen. Auf erhaltene Briefe habe er mit erneuten, teilweise ganz neuen, 

unbegründeten und unbelegten Forderungen reagiert. Gelegentlich habe er seine 

Forderungen mit eigens dafür hergestellten, inexistenten Rechnungen des 

S1._____s untermauert. Die inkriminierten Schreiben habe der Beschuldigte ohne 

Unterschrift versandt und darin regelmässig Zahlungsfristen von wenigen Tagen 

angesetzt, sodass diese bei Erhalt der Schreiben teilweise bereits verstrichen 

gewesen seien. Ausserdem habe er entweder dasselbe Schreiben mehrmals ver-

sandt, oder seine Briefe durch weitere Schreiben derselben Art ergänzt. Zudem 

habe er zahlreiche Geschädigte unter falschem Namen telefonisch kontaktiert und 

diese aufgefordert, die geltend gemachten Forderungen zu bezahlen. Für den Fall 

des Nichtbezahlens habe er den Geschädigten eine Vielzahl von negativen Kon-

sequenzen in Aussicht gestellt. Mit seinen manipulativen und raffiniert aufeinan-

der abgestimmten Schreiben und den in Aussicht gestellten Konsequenzen habe 

er die Geschädigten derart belästigt, eingeschüchtert und verängstigt, dass diese 

dem Beschuldigten in den Jahren 1999 bis 2009 insgesamt rund Fr. 156'000.-- 

bezahlt hätten. Er habe darüber hinaus weitere Fr. 166'000.-- geltend gemacht, 

welche Forderungen indes von den Geschädigten nicht beglichen worden seien 

(Urk. 67 S. 3 ff.). 

4.1.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Beschuldigte habe zunächst 

eingestanden, Urheber der in der Anklageschrift aufgeführten Schreiben zu sein. 

Erst im Verlauf der Untersuchung habe er die Verantwortung für diese Schreiben 

Dritten zugeschoben. Seine diesbezüglichen Aussagen seien aber derart un-

glaubhaft, dass nicht auf sie abgestellt werden könne. Es bestehe nämlich kein 

Zweifel daran, dass die vom Beschuldigten als verantwortlich bezeichneten Per-

sonen nicht als Verfasser der Inkassoschreiben in Frage kommen würden. Nach 

Würdigung der vorhandenen Beweismittel stehe fest, dass der Beschuldigte allei-

ne die fraglichen Schreiben verfasst und diese an die betroffenen Geschädigten 

- 13 - 

abgeschickt habe. Diesbezüglich sei der Sachverhalt erstellt. Was die Anrufe bei 

den Geschädigten C._____ und T._____ anbelange, lasse sich ebenfalls bewei-

sen, dass es der Beschuldigte gewesen sei, welcher die inkriminierten Anrufe ge-

tätigt habe. In Bezug auf C._____ lasse sich der Anklagesachverhalt namentlich 

gestützt auf Tonbandaufnahmen der fraglichen Telefongespräche erstellen. Der 

Beschuldigte habe diesbezüglich eingestanden, dass es seine Stimme sei, wel-

che auf den Aufnahmen zu hören sei. Zudem lasse sich den Aufnahmen entneh-

men, dass der Beschuldigte, welcher unter dem Namen A2._____ auftrete, Bezug 

auf früher geführte Telefongespräche nehme. Gestützt auf diese Aufnahmen und 

auf die glaubhaften Aussagen des Geschädigten C._____ verbleibe kein vernünf-

tiger Zweifel mehr daran, dass der Beschuldigte die in der Anklageschrift aufge-

führten Telefonate geführt habe. Erstellt sei auch der Inhalt der Gespräche, zumal 

dieser weitgehend auch mit dem Inhalt der an C._____ gerichteten Schreiben 

übereinstimme. Aufgrund der analogen Vorgehensweise und der glaubhaften 

Aussagen der Geschädigten T._____, sei weiter erstellt, dass der Beschuldigte 

sie ebenfalls telefonisch kontaktiert habe. Auch sie habe der Beschuldigte unter 

Angabe eines falschen Namens angerufen und ihr angedroht, er werde gegen ih-

ren Ehemann eine Betreibung einleiten, wenn die Forderung nicht beglichen wer-

de. Diese Androhung finde sich auch in den Schreiben des Beschuldigten an die 

Geschädigte wieder. Der Beschuldigte habe damit versucht, T._____ zur Bezah-

lung der von ihm geltend gemachten Forderungen zu bewegen. Schliesslich stehe 

aufgrund des betreffenden Zugeständnisses des Beschuldigten fest, dass er dem 

Geschädigten C._____ zwei SMS geschickt habe (Urk. 144 S. 19 ff.). 

4.1.3. Der Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren in tatsächlicher Hinsicht in 

Bezug auf die inkriminierten Forderungsschreiben bestreiten, dass sämtliche die-

ser Schreiben (mit Ausnahme der Schreiben, welche Rechtsanwältin lic. iur. 

B._____ nach eigenen Angaben verfasst habe) ihm zuzurechnen seien. Zwar 

streite er nicht ab, gewisse Briefe selber geschrieben zu haben, doch habe es 

auch noch andere "Autoren" gegeben, unter anderem N._____ und  

U._____ (Urk. 177 S. 24). Er sei aber heute nicht mehr in der Lage, seine eigenen 

Schreiben zu bezeichnen (Urk. 150 S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

gab der Beschuldige zu Protokoll, er habe nur die Rechnungen geschrieben, die 

- 14 - 

Inkassoschreiben aber nicht verfasst (Urk. 176 S. 14). Wer nun wem welche In-

kassoschreiben geschrieben habe, wisse der Beschuldigte heute nicht mehr 

(Urk. 177 S. 24). Allerdings räumte der Beschuldigte selber ein, gewisse Inkasso-

schreiben verschickt, diese aber nicht selber geschrieben zu haben (Urk. 176 

S. 12 Mitte). Ferner führte die Verteidigung aus, es seien heute Leistungen zu be-

urteilen, welche der Beschuldigte teilweise schon vor mehr als zwanzig Jahren 

erbracht habe. Es sei daher begreiflich, dass sich weder die Geschädigten noch 

der Beschuldigte an jedes Detail erinnern könne. Allerdings verfüge der Beschul-

digte über ein ausserordentlich präzises Gedächtnis, weshalb er noch wisse, für 

welche Person er welche Dienstleistungen erbracht habe bzw. welche Aufträge er 

zu erfüllen gehabt habe (Urk. 177 S. 23 ff.). Immer wieder liess der Beschuldigte 

auch darauf hinweisen, dass seine Rechnungen auf effektiv erbrachten Leistun-

gen beruhen würden bzw. zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen sei, 

dass er gegenüber den fraglichen Geschädigten tatsächlich Leistungen erbracht 

habe (vgl. auch Urk. 176 S. 14 Mitte und S. 17 unten). Es habe sich um Beratun-

gen, Fernbehandlungen, Gesamteinschätzungen der Situation usw. gehandelt 

(Urk. 176 S. 18 oben). Zahlreichen Befragungen von Geschädigten könne ent-

nommen werden, dass sie effektiv über kostenpflichtige Telefonnummern Dienst-

leistungen des Beschuldigten bzw. seiner Mutter in Anspruch genommen hätten 

(Urk. 177 S. 26 ff.). Es sei vor allem N._____ gewesen, der Geschädigte ange-

schrieben habe. N._____ habe von ihm Couverts erhalten mit den Geschichten 

der Kunden; N._____ habe diese Couverts bzw. Geschichten dann "wochenlang 

auseinander genommen". Er habe N._____ lediglich gesagt, dass dieser Mah-

nungen verschicken müsse, und zwar an alle "Couverts, an den ganzen Stapel" 

(Urk. 176 S. 22 f.). N._____ habe einfach eine Beige Couverts genommen und in 

seinem – des Beschuldigten – Auftrag abgearbeitet und angeschrieben (Urk. 176 

S. 23). N._____ habe seine Schreiben an die Geschädigten aufgrund seiner – des 

Beschuldigten – erstellten Handnotizen oder von Kopien von Rechnungen und 

Mahnungen, welche zurückgekommen seien, erstellen können (Urk. 176 S. 23). 

Die erbrachten Leistungen hätten seinen Handnotizen entnommen werden kön-

nen (Urk. 176 S. 29 Mitte und S. 31 Mitte). Andernorts führte der Beschuldigte 

aus, früher seinen die "Grunddaten" der Kunden zeitnah – auf EDV – erfasst wor-

- 15 - 

den. Es habe dann einen Datenverlust gegeben, die teils wieder hätten hergestellt 

werden können. Nach der Datenwiederherstellung sei eine CD mit den Daten ge-

brannt worden; gestützt auf diese CD seien dann Rechnungen verschickt worden 

(Urk. 176 S. 31 f.). Allerdings sei auf seinen Handnotizen mehr drauf gestanden 

(Urk. 176 S. 33 oben). 

4.1.4. Was der Beschuldigte vorbringen lässt, überzeugt nicht einmal ansatzweise 

und ist im übrigen auch in höchstem Masse widersprüchlich. Einerseits distanziert 

er sich halbherzig von den inkriminierten Inkassoschreiben und will deren Ur-

heberschaft, zumindest teilweise, Dritten zuschreiben und andererseits lässt er 

selbst vorbringen, er habe dem "burnout" nahe realisiert, dass das Geld knapp 

wurde und sich deshalb seiner nicht verrechneten Leistungen besonnen und die-

se den Kunden in Rechnung gestellt (Urk. 150 S. 5). Die Vorinstanz hat eine ge-

radezu akribische und umfassende Beweiswürdigung vorgenommen und in jeder 

Hinsicht überzeugend dargetan, dass eine andere als die Urheberschaft durch 

den Beschuldigten schlicht ausgeschlossen werden kann. Dieses Beweisergebnis 

deckt sich denn auch mit dem Geständnis des Beschuldigten anlässlich seiner 

Einvernahme vom 10. Februar 2011. Im Rahmen der im Kanton Thurgau gegen 

den Beschuldigten geführten Strafuntersuchung legte dieser bereits einmal ein 

Geständnis ab, welches er jedoch anlässlich seiner Hafteinvernahme vom 27. Juli 

2010 relativierte respektive zumindest teilweise widerrief (Urk. 3/11 S. 2 ff.). An-

lässlich der Einvernahme vom 10. Februar 2011 wurde der Beschuldigte wegen 

seines widersprüchlichen Aussageverhaltens in der Untersuchung vor den Thur-

gauer Behörden einlässlich und umfassend auf über drei Seiten auf die allfälligen 

Folgen und Auswirkungen eines erneuten Geständnisses aufmerksam gemacht. 

Der Beschuldigte erklärte, sich der Folgen eines Geständnisses vollumfänglich 

bewusst zu sein und er nahm auch zur Kenntnis, dass ein Geständnis keines-

wegs seine Entlassung aus der Untersuchungshaft zur Folge haben müsse 

(Urk. 3/15 S. 1 ff.). In der Folge wurde dem Beschuldigten erneut der gesamte 

und leicht überarbeitete Anklagevorwurf vorgehalten, welchen er und sein Vertei-

diger zuvor bereits zugestellt erhalten hatten und den sie auch im Hinblick auf die 

Einvernahme vorab besprechen konnten (Urk. 3/15 S. 3 unten). Diesen Anklage-

vorwurf anerkannte der Beschuldigte – mit einer marginalen Einschränkung –

- 16 - 

vorbehaltlos als zutreffend. Einzig in Bezug auf den Vorwurf der Urkunden-

fälschung zum Nachteil der Geschädigten V._____ (ND 3) gab er an, sich nicht 

mehr daran erinnern zu können (Urk. 3/15 S. 104). Da in Bezug auf die Anklage-

vorwürfe zum Nebendossier 3 zwischenzeitlich ein vollumfänglicher Freispruch 

erging, braucht an dieser Stelle nicht mehr weiter hierauf eingegangen zu werden.  

4.1.4.1. Nachdem der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme und im Beisein 

seines amtlichen Verteidigers ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, wurde 

er gefragt, ob er, nachdem er nun alles gesehen habe, die Akten kenne und den 

Schlussvorhalt anerkannt habe, sein Geständnis widerrufen werde. Diese Frage 

beantwortete der Beschuldigte mit "nein" (Urk. 3/15 S. 106). Dessen ungeachtet 

widerrief er sein Geständnis anlässlich der Einvernahme vom 23. Januar 2013, 

wo er zu Protokoll gab, er fühle sich zwar mitverantwortlich, nicht aber schuldig 

(Urk. 52/1 S. 112 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschul-

digte und sein Verteidiger wortreich, warum der Beschuldigte damals in Haft keine 

andere Wahl als ein Geständnis gehabt habe, um aus der Haft entlassen zu wer-

den (Urk. 176 S. 12 - 14; Prot. II S. 16 ff.). Selbstverständlich steht es einem Be-

schuldigten frei, ein Geständnis zu widerrufen. Allerdings spricht ein derartiges 

Aussageverhalten nicht gerade für die generelle Glaubhaftigkeit der gemachten 

Angaben.  

4.1.4.2. Dafür, dass neben dem Beschuldigten noch weitere Personen als Urhe-

ber für die inkriminierten Inkassoschreiben in Frage kommen könnten, bestehen 

indes keinerlei konkrete Anhaltspunkte. Einerseits hat der Beschuldigte selbst 

nämlich verschiedentlich zu Protokoll gegeben, er alleine sei für die S3._____ 

sowie die Q._____ Inkasso und die R._____ Inkasso tätig gewesen (Urk. 3/7 Fra-

ge 66 f. und Frage 83; anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Beschul-

digte dann wieder vor, auch Rechtsanwältin B._____ sei eine Verantwortliche der 

Firmen Q._____ und R._____ gewesen - Urk. 176 S. 16 oben) und andererseits 

gab auch die Mutter des Beschuldigten zu Protokoll, sie habe im Büro ihres Soh-

nes nie jemanden anderen, als den Beschuldigten selbst gesehen. Von Angestell-

ten ihres Sohnes habe sie keine Kenntnis und sie wisse auch nicht, ob und mit 

wem dieser zusammen arbeite. Sie wisse von niemandem, der für ihren Sohn tä-

- 17 - 

tig gewesen sei (Urk. 3/4 Frage 2-4, Urk. 4/1/1 S. 6 ff., Urk. 4/1/3 Frage 17 ff., 

Urk. 4/1/4 Frage 6 ff.). Dass die Mutter und Geschäftspartnerin des Beschuldigten 

keine Kenntnis von Drittpersonen hatte, fällt umso mehr ins Gewicht, als die Büro-

räumlichkeiten des Beschuldigten und der von ihm betriebenen (Schein-

)Inkassofirmen just am Wohnort seiner Mutter in P._____ domiziliert waren und 

sie zweifellos wusste, wer bei ihr zuhause ein und aus ging. 

4.1.4.3. Zum äusserst widersprüchlichen und insgesamt unglaubhaften Aussage-

verhalten des Beschuldigten passt denn auch, dass er im Laufe der Untersuchung 

unter anderen auch U._____ als Urheber der Schreiben bezeichnete. Dieser  

– so schwächte der Beschuldigte seine Aussage dann sogleich wieder ab – habe 

indes nicht "scharf" geschrieben (Urk. 3/11 S. 5 ff.; Urk. 176 S. 19). In der Ein-

vernahme vom 10. Februar 2011 gab er dann zu Protokoll, U._____ habe über-

haupt nichts mit der Sache zu tun (Urk. 3/15 S. 104). Dies bestätigte er auch an-

lässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 176 S. 19 f). Dass das Geständnis des 

Beschuldigten, im Gegensatz zu seinen anderslautenden Depositionen insbe-

sondere auch in Bezug auf eine allfällige Tatbeteiligung von U._____ glaubhaft 

und überzeugend ist, wird deutlich, wenn man sich die Ergebnisse der Auswer-

tung der beim Beschuldigten sichergestellten Datenträger vor Augen hält. Auf die-

sen konnten nämlich Word-Dokumente des Beschuldigten unter dem Register 

"…\A._____\Eigene Dateien\..." gefunden werden, die inhaltlich mit den im Na-

men der S3._____ an den Geschädigten C._____ verschickten Schreiben kon-

gruent sind. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwog, wurden gemäss Polizei-

rapport zwar auf dem einen der sichergestellten PC's auch einige wenige Doku-

mente von U._____ erkannt. Die genaue Sichtung der Auswertungen fördert in-

des nur ein Dokument zu Tage, welches direkt U._____ zugeordnet werden konn-

te (Nr. 225/0001; vgl. dazu auch die Aussage des Beschuldigten anlässlich der 

Berufungsverhandlung in Urk. 176 S. 20 oben). Mit anderen Worten bestehen 

keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass U._____ (Mit-)Verfasser der inkriminierten 

Schreiben war. U._____s Aussagen werden durch die Depositionen der Mutter 

des Beschuldigten – welche dieser nie in Frage stellte – und insbesondere auch 

durch die Auswertung der Datenträger gestützt und können mit der Vorinstanz als 

überzeugend und glaubhaft taxiert werden. Daran vermögen die unglaubhaften 

- 18 - 

und über weite Strecken äusserst widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten 

nichts zu ändern. Im Gegensatz zu seinen Bestreitungen deckt sich sein Ge-

ständnis vom 10. Februar 2011 (Urk. 3/15) mit den Aussagen von U._____, den-

jenigen seiner Mutter und den Auswertungen der Datenträger. Dass der Beschul-

digte sein vollumfängliches Geständnis zu einem späteren Zeitpunkt widerrufen 

hat, vermag dieses nicht zu erschüttern. 

4.1.4.4. Die im Verlaufe der Untersuchung, anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung und im Berufungsverfahren nachgeschobene Behauptung des Be-

schuldigten, die S3._____-Schreiben an den Geschädigten C._____ seien mut-

masslich von einem Herrn N._____ ("N._____") verfasst worden, findet keinerlei 

Stütze in den Akten. Einerseits fällt auf, dass der Beschuldigte den ominösen Mit-

arbeiter namens "N._____" lange Zeit mit keinem Wort erwähnte und diesen 

sozusagen erst dann aus dem Hut zauberte, als seine bis dahin vorgebrachten 

Erklärungen durch die Untersuchungsbehörden widerlegt werden konnten. Ande-

rerseits konnte der Beschuldigte bis zum heutigen Tage keinerlei konkrete und 

überprüfbare Angaben zu ihm machen. So konnte er bis kurz vor der Berufungs-

verhandlung mit Sicherheit weder den Namen noch die Adresse seines angebli-

chen Mitarbeiters nennen und war auch nicht in der Lage, sonstige Anhaltspunkte 

zu dessen Ermittlung beizubringen. Anlässlich der Berufungsverhandlung erzählte 

der Beschuldigte dann plötzlich eine ausführliche Geschichte, wie er "N._____" 

angeblich im Restaurant … in Zürich kennen gelernt und eine väterliche Figur in 

ihm gesehen habe. Dieser habe ihn dann um einen Job angefragt (Urk. 176 

S. 20). Auch die äussere Erscheinung von N._____ konnte der Beschuldigte nur 

sehr vage beschreiben. Die Rede war von einem 42 bis 45 jährigen "Deutschen" 

mit grauen Haaren. N._____ wohne – so der Beschuldigte – in einer Ortschaft mit 

dem Anfangsbuchstaben "D", möglicherweise in Dänikon oder Dintikon, und er 

spreche Hochdeutsch respektive teilweise mit einem grenznahen Dialekt Schwei-

zerdeutsch. Trotz auffällig kargen Beschreibungen versuchte die Anklagebehörde 

die Identität von "N._____" zu ermitteln, was indes aus nachvollziehbaren Grün-

den nicht gelang. 

- 19 - 

4.1.4.4.1. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung liess nun der Beschuldigte durch 

seinen Verteidiger mit Schreiben vom 4. Februar 2016 eine Kopie eines Führer-

scheines, lautend auf einen Herrn N._____, einreichen. Gleichzeitig stellte die 

Verteidigung den Beweisergänzungsantrag, wonach das Gericht Nachforschun-

gen zum früheren und aktuellen Aufenthaltsort von N._____ anstellen und diesen 

als Zeugen zur Berufungsverhandlung vorladen solle (Urk. 163). Die Anklagebe-

hörde liess sich hierzu zusammengefasst wie folgt verlauten: Gegen die Zeugen-

einvernahme des N._____ sei grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings sei 

der betreffende Antrag durch die Verteidigung bereits im Untersuchungsverfahren 

gestellt worden. Der Verteidiger habe sich in der Einvernahme vom 23. Januar 

2013 auf den Standpunkt gestellt, er habe den Nachnahmen von "N._____" erst-

mals erst 24 Stunde vorher erfahren. Dies sei nachweislich unzutreffend gewe-

sen, denn der Name N._____ sei bereits in der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 1. September 2010 bekannt gewesen. Allerdings habe eine Person 

mit dem Namen N._____/N._____ trotz intensiver Suchbemühungen durch die 

Kantonspolizei nicht ermittelt werden können (Urk. 168).  

4.1.4.4.2. Wie bereits dargetan, hat der Beschuldigte verschiedentlich angegeben, 

neben ihm habe dieser "N._____" Forderungs- respektive Inkassoschreiben ver-

fasst (vgl. unter anderem Urk. 176 S. 21 ff.). Welche Schreiben von ihm und wel-

che von "N._____" stammen, vermag der Beschuldigte indes bis heute nicht zu 

sagen. Immerhin aber benennt er diesen "N._____", von dem bis zur Eingabe 

vom 4. Februar 2016 sozusagen nichts bekannt war, als wesentlichen Entlas-

tungszeugen und reicht nun neuerdings eine Kopie eines Führerausweises als 

Beweis für dessen Existenz ein. Ein Beweismittel, dass sich nota bene all die Jah-

re im Besitz des Beschuldigten befunden hat und das weder bei den diversen 

Hausdurchsuchungen, noch durch die Bemühungen des Beschuldigten selbst zu 

Tage gefördert werden konnte. Besonders pikant ist in diesem Zusammenhang, 

dass der Beschuldigte noch vor Vorinstanz zu Protokoll gab, er habe zwar ge-

wusst, dass N._____ einen Führerausweis habe und er habe ihn auch schon ge-

sehen. Eine Kopie davon habe er sich aber nie gemacht (Prot. I. S. 18). Dass der 

Beschuldigte nun mit einer Kopie aufwartet, die er nach eigenen Angaben nie 

gemacht und nun zufällig beim Aufräumen im Keller gefunden haben will 

- 20 - 

(Urk. 176 S. 23 f.), lässt einmal mehr hellhörig werden. Die weitschweifigen Aus-

führungen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung zum Thema 

"N._____" (Urk. 176 S. 20 - 26) bestärken die Sichtweise, dass sich der Beschul-

digte mit seinen Ausführungen stets an eine momentane Beweislage anzupassen 

trachtet, was die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht erhöht. 

4.1.4.4.3. Dass der ominöse N._____ entgegen den Angaben auf dem Führe-

rausweis zu keinem Zeitpunkt Bürger von Winterthur war und dort auch keinen 

Wohnsitz hatte/hat, haben entsprechende Abklärungen bei der Einwohnerkontrol-

le und beim Zivilstandsamt der Stadt Winterthur ergeben. Weitere Abklärungen 

beim Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich sowie beim Bundesamt für Stras-

sen (ASTRA) haben ergeben, dass der auf dem Führerausweis vermerkte, soge-

nannte FABER Pin, zwar vergeben ist, die Identität der Ausweisinhaberin aber 

nicht mit N._____ übereinstimmt. Hierzu gilt es anzumerken, dass gestützt auf die 

Verordnung des Schweizerischen Bundesrates vom 23. August 2000 über das 

Fahrberechtigungsregister (SR 741.53) zwecks eindeutiger Identifikation jedem 

Inhaber eines Führerausweises eine individuelle, persönliche Identifikationsnum-

mer, der sogenannte FABER-Pin, zugeteilt wird. Nachdem nun der vorliegend 

verwendete FABER-Pin an eine andere Person vergeben ist, muss davon ausge-

gangen werden, dass es sich bei dem in Fotokopie eingereichten Führerausweis 

um eine Fälschung handelt. Diese Annahme stützt auch der Umstand, dass ein 

N._____ gemäss Auskunft der Registerbehörden in der Schweiz nie im Besitz ei-

nes Führerausweises war (vgl. zum Ganzen Urk. 165). Ob es sich bei dem auf 

der eingereichten Kopie abgebildeten Führerausweis tatsächlich um eine Fäl-

schung handelt und wer diese gegebenenfalls zu vertreten hat, muss an dieser 

Stelle offen bleiben. Es liegt allenfalls an der Staatsanwaltschaft, dieser Frage 

nachzugehen. 

4.1.4.4.4.  Auffällig ist in diesem Zusammenhang weiter, dass die vom Be-

schuldigten im Verlauf der Untersuchung zu Protokoll gegebenen Angaben zum 

"Deutschen" weitestgehend nicht mit den Angaben auf dem Führerausweis über-

einstimmen. So gab der Beschuldigte in der Untersuchung gegenüber der Polizei 

zu Protokoll, N._____ sei im Jahre 2010 48 Jahre alt gewesen (Urk. 3/10 S. 14). 

- 21 - 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 1. September 2010 gab der Beschuldigte zu 

Protokoll, N._____ sei zwischen 46 und 48 Jahre alt gewesen (Urk. 3/12 S. 3). 

Obwohl er so gut wie nichts über N._____ wissen wollte, konnte der Beschuldigte 

N._____s Alter ohne Umschweife sofort und auffällig genau beziffern. N._____ 

wäre nun aber, wenn die Angaben auf dem Führerausweis zutreffen würden, mit 

58 Jahren genau 10 Jahre älter gewesen. Weiter soll N._____ gemäss Führe-

rausweis angeblich Bürger von Winterthur sein. Der Beschuldigte sprach indes 

überwiegend – und oftmals auffällig abschätzig – vom "Deutschen" (u.a. Urk. 3/10 

S. 14, Prot. I. S. 18, Urk. 176 S. 24 unten). Einmal sprach der Beschuldigte auch 

davon, dass N._____ eventuell ein Österreicher sei (Urk. 3/12 S. 3). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte nun, "N._____" habe mal et-

was von Ungarn erzählt (Urk. 176 S. 46). Davon, dass "N._____" Schweizer ge-

wesen sei, hat der Beschuldigte bis zum heutigen Tage nie gesprochen. Dass 

N._____ als angeblicher Bürger von Winterthur mit dem Beschuldigten Hoch-

deutsch, mit grenznahem oder österreichischem Dialekt, gesprochen haben soll, 

scheint unter den gegebenen Umständen auch eher unwahrscheinlich.  

4.1.4.4.5. Konfrontiert mit dem Umstand, dass U._____ anlässlich seiner Befra-

gung vom 16. September 2010 ausgesagt habe, er kenne keinen N._____, sagte 

der Beschuldigte, es treffe zu, dass U._____ ihn nicht kenne. Er habe ihn bloss 

ein oder zweimal bei ihm in P._____ gesehen. Er wisse nicht mehr, ob er U._____ 

"N._____" vorgestellt habe. Es sei möglich, dass sich U._____ einfach nicht mehr 

erinnern könne. Konfrontiert mit der Aussage seiner Mutter, dass diese keinen 

N._____ kenne, verstrickte sich der Beschuldigte in eine ganze Reihe von Aus-

flüchten. Zunächst gab er an, seine Mutter könne N._____ nicht kennen, weil sie 

zur fraglichen Zeit gar nicht dort gewesen sei. Darauf angesprochen, dass er 

selbst ausgesagt habe, dass N._____ noch im Jahre 2009 für ihn gearbeitet habe 

und die Mutter zu Protokoll gegeben habe, sie habe ab Herbst 2008 in P._____ 

gewohnt, musste sich der Beschuldigte kurzerhand eine andere Strategie zurecht 

legen. Nun stellte er sich auf den Standpunkt, N._____ habe die Schreiben von 

zuhause aus gemacht. Er habe eine externe Harddisk gehabt. Er habe zwar ge-

wollt, dass N._____ von P._____ aus arbeite, damit sei dieser aber nicht einver-

standen gewesen. Wenige Fragen zuvor führte der Beschuldigte indes noch aus, 

- 22 - 

"N._____" habe oft in den Büroräumlichkeiten in P._____ geschlafen. Die Mutter 

des Beschuldigten wurde durch die Polizei mit dieser Behauptung konfrontiert. Sie 

zeigte sich darob entrüstet und gab wörtlich zu Protokoll: "Ich frage mich, wer so 

etwas behaupten kann. Gegen die Person die so etwas behauptet, würde sie An-

zeige machen […]. Die Person, die das behaupte, egal wer es gewesen sei, kön-

ne ins Feuer laufen". Als der Beschuldigte mit der Entrüstung seiner Mutter kon-

frontiert wurde, meinte er, da habe seine Mutter wohl etwas falsch verstanden. 

Sie habe vermutlich gemeint, man unterstelle ihr, dass sie mit "N._____" geschla-

fen habe (vgl. zum Ganzen Urk. 3/14 S. 3 ff.). Bedenkt man, dass der Beschuldig-

te "N._____" während rund 5 Jahren gekannt haben will und dieser in der fragli-

chen Zeit gemäss den Angaben des Beschuldigten "immer da gewesen sei" und 

nur in P._____ für ihn gearbeitet habe (Urk. 3/10 S. 14; Urk. 176 S. 21 f.), so er-

scheint es doch aussergewöhnlich unwahrscheinlich, dass sowohl U._____ als 

auch die Mutter des Beschuldigten N._____ nie zu Gesicht bekommen haben sol-

len. Ebenso unglaubhaft sind die Depositionen des Beschuldigten, wonach er von 

einem langjährigen Mitarbeiter weder den Namen, noch irgendwelche Kontakt-

angaben gehabt haben will.  

4.1.4.4.6. Auch wenn der Beschuldigte im Rahmen des Berufungsverfahrens eine 

Kopie eines auf N._____ lautenden Führerausweises einreichen liess, lässt sich 

damit die Existenz des "Deutschen" namens "N._____" nicht beweisen. Vielmehr 

bestehen erhebliche Zweifel an der Echtheit des kopierten Führerausweises und 

die Aussagen des Beschuldigten stehen nicht nur in einem eklatanten Wider-

spruch zu den Angaben auf dem Führerausweis, sondern auch zu den einschlä-

gigen Aussagen seiner Mutter und von U._____. Jedenfalls vermag die einge-

reichte Kopie die ganz erheblichen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der vom Be-

schuldigten zu Protokoll gegebenen Angaben im Zusammenhang mit "N._____" 

keineswegs zu beseitigen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung bleibt 

"N._____" weiterhin – um es mit deren Worten zu sagen – ein Phantom, für des-

sen reale Existenz nach wie vor keinerlei konkrete Anhaltspunkte bestehen. Damit 

erweist sich die beantragte Befragung von "N._____" als undurchführbar. 

- 23 - 

4.1.4.5. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zunächst – na-

mentlich gegenüber den Untersuchungsbehörden des Kantons Thurgau – einge-

stand, Urheber der in der Anklageschrift genannten Inkassoschreiben gewesen zu 

sein. Im Verlauf der weiteren Untersuchung distanzierte er sich dann immer mehr 

von seinem Zugeständnis und versuchte diverse Drittpersonen für die inkriminier-

ten Schreiben verantwortlich zu machen. Der Beschuldigte tischte immer neue, 

teilweise geradezu groteske Geschichten auf, um diese dann bei der nächsten 

Einvernahme wieder zu relativieren respektive diese dem neuesten Stand der 

Ermittlungen anzupassen. Schliesslich erfolgte anlässlich der Einvernahme vom 

10. Februar 2011 ein vollumfängliches Geständnis, welches der Beschuldigte je-

doch erneut – zumindest teilweise – widerrief. Dass die vom Beschuldigten be-

nannten Personen als Urheber für die Inkassoschreiben nicht in Frage kommen, 

hat die Vorinstanz im Rahmen ihrer, in allen Teilen überzeugenden, Beweiswürdi-

gung zutreffend dargetan. Darauf kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

vollumfänglich verwiesen werden. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang 

auch darauf, dass die inkriminierten Schreiben nur von jemandem mit einem ho-

hen Grad an Detailwissen betreffend die Klienten des Beschuldigten und deren 

familiäre respektive partnerschaftliche Verhältnisse verfasst oder in Auftrag ge-

geben werden konnten. Über solches Wissen verfügte einzig der Beschuldigte 

und dessen Mutter. Dass letztere als Verfasserin der Schreiben in Frage kommen 

könnte, hat der Beschuldigte explizit ausgeschlossen. Es besteht daher bei einer 

gesamthaften Betrachtung kein Zweifel daran, dass es alleine der Beschuldigte 

war, der die zur Anklage gebrachten Schreiben verfasste und diese auch an die 

betroffenen Geschädigten verschickte. Die Verteidigung beanstandete im Rah-

men ihrer Berufungserklärung vom 20. Juli 2015, die Vorinstanz habe zu unrecht 

festgehalten, dass das Aussageverhalten des Beschuldigten als unglaubwürdig 

[recte: unglaubhaft] bezeichnet werden müsse (Urk. 150 S. 4). Dieser Auffassung 

der Verteidigung muss dezidiert widersprochen werden. Was der Beschuldigte im 

Rahmen der Untersuchung vorbrachte, strotzt geradezu von offensichtlichen Wi-

dersprüchen, Ausflüchten und Lügensignalen. Mit Recht sind die Vorderrichter 

zum Schluss gekommen, dass auf die Aussagen des Beschuldigten nicht ab-

gestellt werden kann, weil diese schlicht als unglaubhaft bezeichnet werden müs-

- 24 - 

sen. Die Vorinstanz hat sich ausgesprochen einlässlich mit den Aussagen des 

Beschuldigten auseinandergesetzt und die richtigen Schlüsse gezogen. Es bedarf 

hier weder einer Ergänzung noch einer Korrektur.  

4.1.5. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die Urheber-

schaft des Beschuldigten betreffend sämtliche im Berufungsverfahren noch zur 

Diskussion stehenden Forderungs-/Inkassoschreiben (HD, ND 1, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 

12, 13, 15, 16, 18, 19, 20, 21, 22, 26, 35, 36, 37, 38, 42, 45, 48, 50, 57, 58, 62, 

63, 64, 69, 70, 76, 77, 78, 79, 81, 82, 83, 85, 86, 87, 89, 93, 95, 104, 112, 114, 

115, 116, 117 und 118) anklagegemäss erstellt ist. 

4.2. Telefonanrufe 

4.2.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er habe den Geschädig-

ten C._____ acht Mal, teilweise unter Verwendung des fiktiven Namens 

"A2._____" oder "A3._____", angerufen, um auf diese Weise seinen ungerecht-

fertigten Inkassoforderungen Nachdruck zu verleihen (Urk. 67 S. 6). Zudem habe 

der Beschuldigte die Geschädigte T._____ im Jahre 2007 in gleicher Absicht min-

destens fünf Mal telefonisch kontaktiert (Urk. 67 S. 9 ff.). 

4.2.2.  Nachdem der Beschuldigte den betreffenden Anklagevorwurf zunächst in 

der Untersuchung abgestritten und von sich gewiesen hat [zuerst behauptete der 

Beschuldigte, ein Kollege von ihm, ein Rechtsanwalt, habe C._____ angerufen 

(Urk. 3/1 S. 9), er selbst habe nicht telefoniert (Urk. 3/9 S. 13); dann erklärte der 

Beschuldigte, dass er nicht sagen wolle, wer telefoniert habe (Urk. 3/2 Antwort auf 

Frage 38); er selber wurde das nicht machen, er habe den entsprechenden Auf-

trag einem Mitarbeiter erteilt (Urk. 3/2 Antworten auf die Fragen 39 und 41); kurz 

darauf gab er an, er wisse nicht, warum C._____ aus einer Telefonkabine an-

gerufen habe (Urk. 3/2 Antworten auf die Fragen 42 und 43); nur wenige Tage 

später gab der Beschuldigte zu Protokoll, er selber habe C._____ telefoniert 

(Urk. 3/3 Antworten auf die Fragen 21 und 22); es habe niemand sonst gegeben, 

der C._____ in dieser Sache angerufen habe (Urk. 3/3 Antwort auf Frage 25)], 

anerkannte er im Rahmen der Einvernahme vom 10. Februar 2011, dass es seine 

Stimme sei, welche auf den Tonbandaufnahmen der überwachten Telefongesprä-

- 25 - 

che zu hören sei (Urk. 62/16; ND 1 Urk. 5/3; Urk. 3/15 S. 105). Anlässlich der Ein-

vernahme vom 23. Januar 2013 stellte der Beschuldigte sodann nicht in Abrede, 

dass es seine Stimme sei, welche auf den Aufnahmen zu hören sei 

(Urk. 52/1 S. 7). Im Rahmen der Hauptverhandlung vor Vorinstanz äusserte sich 

der Beschuldigte selbst nicht zu diesem Vorwurf und er wurde seitens des Gerich-

tes auch nicht dazu befragt. Die Verteidigung führte indes aus, der Beschuldigte 

bestreite, die ominösen Telefonanrufe getätigt zu haben (Urk. 106 S. 20). In der 

Berufungserklärung vom 20. Juli 2015 wird demgegenüber nicht in Abrede ge-

stellt, dass der Beschuldigte der Urheber der fraglichen Telefonanrufe war 

(Urk. 150 S. 2 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich der Beschul-

digte diesbezüglich auf den Standpunkt, er habe nie mit C._____ telefoniert. Man 

höre ja auf den aufgezeichneten Telefongesprächen, dass er es nicht gewesen 

sei. Er habe das nur erzählt, damit er aus der Untersuchungshaft entlassen werde 

(Urk. 176 S. 35 ff.). 

4.2.3. Die Vorinstanz hat sich einlässlich mit den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 3/1-15, Urk. 52/1-4 und 6) und jenen der Geschädigten C._____ (Urk. 4/5/1-

4) und T._____ (Urk. 4/4/1-2) auseinandergesetzt. Ebenso hat sie die weiteren, 

hier interessierenden Beweismittel wie die einschlägigen Inkassoschreiben, die im 

Rahmen der Telefonüberwachung erstellten Tonbandaufnahmen (Urk. 62/16; 

Urk. 1/5/3) und die vom Geschädigten C._____ verfassten Aktennotizen 

(Urk. 1/1/28, 31 und 36) korrekt wiedergegeben und gewürdigt. Mit der Vorinstanz 

ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte zunächst mit viel Verve in Abrede stell-

te, überhaupt Telefongespräche geführt zu haben. Nachdem er mit den Ergebnis-

sen der Telefonüberwachung und den betreffenden Aufnahmen konfrontiert wur-

de, gab er zu, die betreffenden Anrufe unter Verwendung einer falschen Identität 

getätigt zu haben. Vor Vorinstanz liess er dann durch seinen Verteidiger sein Ge-

ständnis widerrufen. Ein solches Aussageverhalten kann nicht anders als schlicht 

unglaubhaft bezeichnet werden. Wie die Vorinstanz richtigerweise erwog, sind 

demgegenüber die Depositionen der Geschädigten C._____ und T._____ in ho-

hem Masse glaubhaft. Sie sind im U._____ widerspruchsfrei und weisen keine 

Lügensignale auf, dies im Gegensatz zu den Ausführungen der Verteidigung im 

Berufungsverfahren (Urk. 177 S. 26 - 33). Das Gegenteil ist der Fall. Die Aussa-

- 26 - 

gen der Geschädigten weisen diverse Realitätskriterien auf, welche die Vo-

rinstanz zutreffend erkannte und würdigte. Hinzu kommt, dass sich die Aussagen 

des Geschädigten C._____ darüber hinaus mit den Ergebnissen der Telefon-

überwachung decken und der Inhalt der aufgezeichneten Gespräche vollumfäng-

lich mit den Inhalten der jeweiligen, an ihn gerichteten Inkassoschreiben korres-

pondiert. Letzteres trifft in vollem Umfang auch auf die Geschädigte T._____ zu. 

Zwar konnten die sie betreffenden Telefonanrufe nicht überwacht werden. Was 

sie indes über den Inhalt der Anrufe zu Protokoll gab, deckt sich mit den an sie 

gerichteten Inkassoschreiben. Der modus operandi war in beiden Fällen unzwei-

felhaft der selbe. Als Urheber kommt einzig der Beschuldigte in Frage, denn auch 

hier gilt, was zuvor bereits dargetan wurde: die inkriminierten Telefonanrufe konn-

ten notwendigerweise nur von jemandem geführt werden, der detaillierte Kenntnis 

von den persönlichen Verhältnissen und Nöten derjenigen Personen hatte, wel-

che zuvor den … Beratungsdienst in Anspruch genommen hatten. Die in allen 

Teilen überzeugende Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nach dem Gesagten in 

keiner Art und Weise zu beanstanden und kann daher in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO vollumfänglich übernommen werden. Bezeichnenderweise vermoch-

te denn auch weder der Beschuldigte noch die Verteidigung im Berufungsverfah-

ren substantiiert darzutun, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung unzu-

treffend sein sollte. Die meist pauschal vorgebrachten Bestreitungen sind jeden-

falls nicht ansatzweise geeignet, die gründliche Beweiswürdigung der Vorinstanz 

in Frage zu stellen, beschlagen sie doch unwichtige Nebensächlichkeiten und 

nicht den Kerngehalt. Der eingeklagte Sachverhalt ist damit auch in diesem Punkt 

erstellt. Davon ist im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdigung auszu-

gehen. 

4.3. SMS 

4.3.1. Dass der Beschuldigte die in der Anklageschrift umschriebenen SMS an 

den Geschädigten C._____ geschrieben und versendet hat, wurde vom Beschul-

digten anerkannt (Urk. 3/7 S. 13 f.), jedoch anlässlich der Berufungsverhandlung 

wieder bestritten (Urk. 176 S. 37). Die Behauptung des Beschuldigten, er habe  

– wie auch bei den Telefonaten – nur ein Geständnis abgelegt, um aus der Unter-

- 27 - 

suchungshaft zu kommen, passt in sein Aussagemuster und muss als reine 

Schutzbehauptung gewertet und der diesbezügliche Anklagesachverhalt somit als 

erstellt erachtet werden. Weiterungen hierzu erübrigen sich.  

4.4. Rechtmässigkeit der geltend gemachten Forderungen 

4.4.1. Die Vorinstanz kam nach einlässlicher Prüfung sämtlicher Dossiers zu-

sammengefasst zum Schluss, in 53 der eingeklagten Fällen liege den vom Be-

schuldigten geltend gemachten Rechnungsbeträgen jeweils keine Leistung zu-

grunde. In den übrigen Fällen müsse zugunsten des Beschuldigten angenommen 

werden, dass die betreffenden Rechnungsstellungen nicht unrechtmässig ge-

wesen seien. Die beachtliche Zahl von Fällen, in denen die Unrechtmässigkeit der 

Forderungen nicht habe erstellt werden können, sei im Wesentlichen darauf zu-

rückzuführen, dass bei der Prüfung ein sehr strenger Massstab an die Glaubhaf-

tigkeit der Zeugenaussagen angelegt worden sei. Zudem seien in zwölf Fällen 

überhaupt keine verwertbaren Zeugenaussagen vorhanden gewesen (Urk. 144 

S. 59 ff.). 

4.4.2. Der Beschuldigte machte in der Untersuchung und vor Vorinstanz geltend, 

die von ihm eingeforderten Geldbeträge seien allesamt gerechtfertigt gewesen. 

Sie hätten das Entgelt für die von ihm erbrachten Abklärungen dargestellt 

(Urk. 3/11-14). Im Rahmen der Einvernahme vom 10. Februar 2011 anerkannte 

der Beschuldigte dann, dass er die Schreiben grundlos verschickt habe. Auf die 

Frage, warum er all die Schreiben verschickt habe, gab er an, er wisse nicht 

recht, was er dazu sagen soll, um sich nicht zu schämen. Er habe die Rechnun-

gen einfach gestellt (Urk. 13/15 S. 104). Vor Vorinstanz machte der Beschuldigte 

dann diesbezüglich wieder eine Kehrtwende um 180° und stellte sich dezidiert auf 

den Standpunkt, dass sämtliche in der Anklage aufgeführten Rechnungen und 

Mahnungen rechtmässige Forderungen betreffen würden (Prot. I. S. 11). In der 

Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zur Sache befragt zu Protokoll, er 

sei auch heute der Meinung, dass alle Rechnungen berechtigt gewesen seien, da 

entsprechende Leistungen erbracht worden seien. Er habe die Personen selber 

am Telefon gehabt und zum Teil sei er auch neben seiner Mutter gestanden, als 

diese beraten habe. Die Rechnungen seien für Beratungen, Fernbehandlungen 

- 28 - 

und Gesamteinschätzungen der Situation gewesen und aufgrund seiner Hand-

notizen erstellt worden (Urk. 176 S. 14 ff und S. 31.). 

4.4.3. Die Verteidigung stellte sich sowohl vor Vorinstanz als auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung zusammengefasst auf den Standpunkt, die vom Beschul-

digten in Rechnung gestellten Forderungen seien allesamt rechtmässig gewesen. 

Es habe sich dabei jeweils um geschuldete Honorare für in Anspruch genommene 

… Dienstleistungen gehandelt, welche der Beschuldigte selbst oder dessen Mut-

ter persönlich erbracht hätten. Da im Zeitpunkt der Geltendmachung teilweise 

schon mehr als 10 Jahre seit der Leistungserbringung vergangen seien, könnten 

sich die Geschädigten begreiflicherweise nicht mehr an Details zu erinnern. In 

Bezug auf die einzelnen, hier noch interessierenden Nebendossiers zeigte die 

Verteidigung jeweils auf, dass die einzelnen Geschädigten entweder beim Be-

schuldigten selbst oder bei dessen Mutter … Dienstleistungen in Anspruch ge-

nommen und teilweise auch Zahlungen getätigt hatten und schlussfolgerte dar-

aus, dass vor diesem Hintergrund nicht erstellt werden könne, dass die den Ge-

schädigten in Rechnung gestellten Forderungen nicht bestanden hätten (Urk. 106 

S. 12 ff.; Urk. 177 S. 23 ff.). Jedenfalls bestünden bei praktisch allen Geschädig-

ten kaum vernünftige Zweifel, dass die vom Beschuldigten jeweils in Rechnung 

gestellten Forderungen – zumindest zivilrechtlich – bestanden hätten (Urk. 177 

S. 34 ff.). 

4.4.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Geschädigten C._____ (ND 1), 

T._____ (HD), W._____(ND 4), AA._____ (ND 5), AB._____ (ND 7), AC._____ 

(ND 8), AD._____ (ND 9), AE._____ (ND 11), D._____ (ND 12), K._____ (ND 13), 

AF._____ (ND 15), AG._____ (ND 16), AH._____ (ND 18), G._____ (ND 19),  

E._____ (ND 20), AI._____ (ND 21), AJ._____ (ND 22), F._____ (ND 26), 

AK._____ (ND 35), AL._____ (ND 36), AM._____ (ND 37), H._____ (ND 38),  

AN._____ (ND 42), AO.____ (ND 45), AP._____ (ND 48), AQ._____ (ND 50), 

O._____ (ND 57), AR._____ (ND 58), AS._____ (ND 62), AT._____ (ND 63), 

AU._____ (ND 64), AV._____ (ND 69), AW._____ (ND 70), BA._____ (ND 76),  

BB._____ (ND 77), BC._____ (ND 78), BD._____ (ND 79), BE._____ (ND 81), 

BF._____ (ND 82), BG._____ (ND 83), BH._____ (ND 85), BI._____ (ND 86), 

- 29 - 

BJ._____ (ND 87), BK._____ (ND 89), BL._____ (ND 93), BM._____ (ND 95), 

BN._____ (ND 104), BO._____ (ND 112), BP._____ (ND 114), BQ._____ (ND 

115), BR._____ (ND 116), BS._____ (ND 117) und L._____ (ND 118) korrekt zu-

sammengefasst und wiedergegeben, was im übrigen weder vom Beschuldigten 

noch von der Verteidigung in Abrede gestellt wurde. Auf eine neuerliche Darstel-

lung der betreffenden Depositionen kann mit Verweis auf die umfassenden Darle-

gungen im angefochtenen Entscheid verzichtet werden (Urk. 144 S. 63 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Vorderrichter haben die einzelnen Aussagen der Geschädigten 

jeweils einer sehr gründlichen und auch kritischen Würdigung unterzogen. Sie 

sind in den noch verbleibenden und hier zitierten Fällen jeweils zum Schluss ge-

kommen, dass die jeweiligen Depositionen überzeugend und glaubhaft seien. 

Weder der Beschuldigte noch dessen Verteidiger vermochten den überzeugen-

den Auskünften der Geschädigten etwas Substanzielles entgegen zu halten; in 

der Regel beschränkten sich die Ausführungen auf Vermutungen. Dem Beschul-

digten wurden im Rahmen der Strafuntersuchung sämtliche inkriminierten Schrei-

ben vorgehalten und er wurde zu den einzelnen Inkassobemühungen detailliert 

befragt. Es fällt auf, dass er in keinem einzigen Fall eine überzeugende Rechts-

grundlage für die von ihm eingeleiteten Inkassobemühungen darzutun vermochte. 

Seine Ausführungen waren einmal mehr von Ausflüchten und Allgemeinplätzen 

geprägt, welche in keiner Art und Weise geeignet sind, die glaubhaften Depositio-

nen der Geschädigten zu erschüttern. Zudem fällt auf, dass viele seiner Antwor-

ten ausgesprochen karg ausgefallen sind (Urk. 3/13 und 3/14). Dies erstaunt um-

so mehr, als sein Verteidiger vorbringt, der Beschuldigte habe seine Inkasso-

bemühungen auf sein "ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen" gestützt. Obwohl 

viele der angeblichen Leistungen fast 10 Jahre vor den Inkassobemühungen er-

bracht worden seien, kenne der Beschuldigte jeden Kunden noch ganz genau. Er 

kenne dessen Geschichte, seine Anliegen, sein Umfeld, die Intensität der Kontak-

te und seine Probleme (Urk. 150 S. 5; Urk. 177 S. 23 f.). Auch hierin widerspiegelt 

sich das auffällige und in jeder Hinsicht unglaubhafte Aussageverhalten des Be-

schuldigten. Während er sich einerseits eines phänomenalen Gedächtnisses 

rühmt, kann er sich immer dann, wenn er in einen eigentlichen Erklärungsnot-

stand gerät, an nichts mehr erinnern. Mit Verweis auf die ausgesprochen gründli-

- 30 - 

che und in jeder Hinsicht überzeugende Beweiswürdigung der Vorinstanz kann 

zusammengefasst festgehalten werden, dass kein Zweifel daran besteht, dass 

sämtlichen 53 der im Berufungsverfahren noch interessierenden Inkassobemü-

hungen des Beschuldigten keine (adäquate) Leistung zugrunde lag. Auch die von 

der Verteidigung beantragten Befragungen – soweit überhaupt durchführbar – 

würden an diesem Ergebnis nichts ändern, weshalb sich die gestellten Beweisan-

träge als obsolet erweisen. Gegen die Rechtmässigkeit der Forderungen spricht 

im übrigen auch die Tatsache, dass der Beschuldigte in keinem einzigen der ein-

geklagten 86 Fälle seine Forderung auf dem Zwangsvollstreckungsweg durchge-

setzt hat (vgl. dazu auch die ausweichenden Ausführungen des Beschuldigten in 

Urk. 176 S. 40 f.). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, spricht auch dieser Um-

stand klarerweise für die Unrechtmässigkeit der geltend gemachten Forderungen. 

Wie sonst liesse sich erklären, dass der offenkundig sehr umtriebige und in Bezug 

auf seine Inkassomethoden aggressive Beschuldigte ausstehende und angeblich 

rechtmässige Forderungen im stattlichen Betrag von rund Fr. 170'000.-- nicht auf 

dem Rechtsweg durchzusetzen versucht hat? Dies obwohl er in praktisch jedem 

seiner Inkassoschreiben die Betreibung der säumigen Schuldner und den Gang 

vor Gericht in Aussicht gestellt hat. Eine Antwort darauf konnte zwar der Beschul-

digte auch anlässlich der Berufungsverhandlung nicht liefern (Urk. 176 S. 40 ff.), 

jedoch sein Verteidiger: Es hätte gar keine Chance bestanden, einen erhobenen 

Rechtsvorschlag mittels Rechtsöffnung im summarischen Verfahren zu beseitigen 

(Urk. 177 S. 26; Prot. II S. 16). 

4.5. Innerer Anklagesachverhalt 

4.5.1. Nachdem der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 10. Februar 

2011 auch in Bezug auf den inneren Sachverhalt ein vollumfängliches Geständnis 

abgelegt hatte, hat er dieses im Rahmen der Einvernahme vom 23. Januar 2013 

insofern widerrufen, als er zu Protokoll gab, er fühle sich zwar mitverantwortlich, 

nicht aber schuldig (Urk. 52/1 S. 113). Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte dann 

zu Protokoll, er sei der Meinung, sämtliche Rechnungen und Mahnungen würden 

rechtmässige Forderungen betreffen und er habe entsprechend bei der Eintrei-

bung der ausstehenden Forderungen auch korrekt gehandelt (Prot. I. S. 11 f.). 

- 31 - 

Vor Berufungsgericht führte der Beschuldigte diesbezüglich aus, er habe die Kun-

den zuerst angerufen und anständige Schreiben im Namen des … Instituts ge-

macht. Dies habe jedoch keinen Erfolg gebracht und darum habe er das dann mit 

dem Inkassobüro gemacht. Es sei eine Steigerungsform gewesen. Für die Inkas-

sofirmen Q._____ und R._____ habe "N._____" und Rechtsanwältin B._____ ge-

arbeitet, er sei dazu nicht mehr fähig gewesen. Sie hätten die Schreiben gestützt 

auf seine Handnotizen verfasst. Über "Saldoklauseln" und "Schlussrechnungen" 

wisse er nichts, das habe nichts mit ihm zu tun. Auch habe es nie Tonbandauf-

nahmen gegeben. Es sei ihm jedoch bewusst, dass die Formulierungen in den 

Schreiben nicht professionell und korrekt seien. Er habe aufgrund seines damali-

gen Burnouts die Schreiben von "N._____" und Rechtsanwältin B._____ nicht 

nachkontrolliert (Urk. 176 S. 16 ff.; Urk. 178 S. 3).  

4.5.2. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz mit Blick auf den inneren Ankla-

gesachverhalt zusammengefasst auf den Standpunkt, der Beschuldigte habe 

ausnahmslos mit legitimen Mitteln versucht, seine rechtmässigen Forderungen 

durchzusetzen (Urk. 106 S. 12 ff.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung machte 

die Verteidigung hauptsächlich Ausführungen zur Rechtmässigkeit der Forderun-

gen und bestritt weiterhin, dass die Inkassoschreiben vom Beschuldigten verfasst 

worden seien (Urk. 177 S. 23 ff.). Es sei offenkundig, dass alle Geschädigten 

Dienstleistungen des Beschuldigten oder seiner Mutter in Anspruch genommen 

hätten. Der Fehler des Beschuldigten bestehe darin, dass er keine genügende 

Buchhaltung geführt und dass er Forderungen habe auflaufen lassen. Dies habe 

zu Unsicherheiten bei den Geschädigten und dem Beschuldigten geführt. Subjek-

tiv sei der Beschuldigte überzeugt, nur Leistungen in Rechnung gestellt zu haben, 

die er (oder seine Mutter) auch tatsächlich erbracht hätten. Eigentlich – so der 

Verteidiger – hätte der Beschuldigte seine Forderungen im Rahmen eines klassi-

schen Abrechnungsprozesses auf dem zivilrechtlichen Weg geltend machen sol-

len, doch sei dies heute infolge zivilrechtlcher Verjährung nicht mehr möglich 

(Urk. 177 S. 101 mit Prot. II S. 18 ff.). 

4.5.3. Aufgrund des Beweisergebnisses steht fest, dass es der Beschuldigte war, 

der die inkriminierten Forderungs- respektive Inkassoschreiben verfasste und an 

- 32 - 

die Privatkläger verschickte. Des weiteren steht zweifelsfrei fest, dass der Be-

schuldigte in Bezug auf die Geschädigten C._____ und T._____ Teleanrufe tätig-

te, wobei er diese jeweils unter gezielter Verwendung von falschen Identitäten zur 

Bezahlung der geltend gemachten Forderungen veranlassen wollte. Schliesslich 

ist durch das Beweisergebnis auch erstellt, dass sich der Beschuldigte einer Viel-

zahl von Machenschaften bediente, einzig mit dem Ziel, den Druck auf die Ge-

schädigten zu erhöhen und diese damit zur Zahlung der ungerechtfertigten Forde-

rungen zu bewegen. So nahm der Beschuldigte gegenüber den Geschädigten in 

verschiedenen Schreiben unterschiedliche Identitäten an (vgl. dazu die auswei-

chenden Aussagen des Beschuldigten in Urk. 176 S. 26 - 28) und verfasste eine 

Vielzahl von Inkassoschreiben im Namen diverser, in Tat und Wahrheit inexi-

stenter Inkassofirmen. Die Vorinstanz zeigte im angefochtenen Entscheid weitere 

Anhaltspunkte auf, welche letztlich nur einen Schluss zulassen, nämlich jenen, 

dass der Beschuldigte im Wissen um oder jedenfalls unter Inkaufnahme der Un-

rechtmässigkeit seiner Forderungen agierte. Hinzuweisen ist in diesem Zusam-

menhang etwa auf die vom Beschuldigten verfolgte Salamitaktik bei der Stücke-

lung seiner angeblichen Forderungen, die mehrfache Bezeichnung der Forderun-

gen als "Schlussrechnung", die ausgesprochen kurzen Zahlungsfristen und das 

manipulative Verhalten des Beschuldigten (vgl. dazu die Darstellung des Be-

schuldigten in Urk. 176 S. 39 f.). Schliesslich weist die Vorinstanz zurecht darauf 

hin, dass der Beschuldigte immer dann, wenn ihm seitens der Geschädigten Wi-

derstand erwuchs, auffällig aggressiv reagierte. Wäre er davon ausgegangen, 

dass seine Forderungen berechtigt waren, so hätte er keinen Grund gehabt, den 

angeblichen Schuldnern mit absurden Schadenersatzforderungen und Straf-

anzeigen zu drohen. Berechtigte Forderungen hätte er ohne weiteres auf dem 

Rechtsweg geltend machen können. Dass er dies nicht getan hat, macht deutlich, 

dass er sehr wohl wusste, dass seine Forderungen nicht durchsetzbar waren. Auf 

die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz unter dem Titel "Innerer Anklage-

sachverhalt" kann nach dem Gesagten vollumfänglich verwiesen werden 

(Urk. 144 S. 190 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Übereinstimmung mit der Auffassung 

der Vorderrichter besteht kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte Kenntnis von 

der Unrechtmässigkeit der durch ihn erhobenen Forderungen hatte. Im Wissen 

- 33 - 

darum, dass er keinerlei monetären Ansprüche gegenüber den Geschädigten 

(mehr) hatte, verfolgte er die Absicht, sich mit seinem Vorgehen unrechtmässig 

an diesen zu bereichern. Damit ist der innere Anklagesachverhalt erstellt.  

5. Falsche Anschuldigung (ND 122) 

5.1.1. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, dass der Beschuldigte Rechtsan-

wältin B._____ für die inkriminierten Formulierungen und Inkassoschreiben ver-

antwortlich gemacht habe, ergebe sich ohne weiteres aus dem einschlägigen Pro-

tokoll, welches sich als Urk. 52/1 bei den Akten befinde. Das Beweisergebnis ha-

be gezeigt, dass Rechtsanwältin B._____ nur die von ihr eingestandenen Inkas-

soschreiben aufgesetzt habe und darüber hinaus nicht mit dem Inkassowesen 

des Beschuldigten betraut gewesen sei. Es sei erstellt, dass der Beschuldigte 

selbst Verfasser der relevanten Schreiben gewesen sei. Rechtsanwältin B._____ 

sei daher als unschuldige Person im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB zu betrach-

ten. Es liege auf der Hand, dass sich der Beschuldigte bezüglich der von ihm ge-

gen Rechtsanwältin B._____ erhobenen Vorwürfe nicht in einem Irrtum befunden 

habe. Zudem müsse davon ausgegangen werden, dass sich der Beschuldigte 

auch der Schwere seiner Vorwürfe bewusst gewesen sei. Immerhin habe er sich 

nämlich im Zeitpunkt seiner Äusserungen in einem seit rund fünf Jahren andau-

ernden Strafverfahren befunden, in dem es hauptsächlich um diese Inkasso-

schreiben gegangen sei. Es bestünden daher keine vernünftigen Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe, dass eine Strafunter-

suchung gegen Rechtsanwältin B._____ eröffnet werden könnte. Der angeklagte 

Sachverhalt in Bezug auf die Anschuldigung, Rechtsanwältin B._____ habe die 

relevanten Schreiben verfasst, sei nach dem Gesagten anklagegemäss erstellt. 

5.1.2. Hinsichtlich der Aussage des Beschuldigten, Rechtsanwältin B._____ habe 

Schwarzgeld angelegt, sei festzuhalten, dass der Vorwurf vom Beschuldigten in 

Urk. 52/1 zu Protokoll gegeben worden sei. Damit sei der äussere Sachverhalt er-

stellt. Der innere Sachverhalt sei im Rahmen der rechtlichen Würdigung ab-

zuhandeln. 

- 34 - 

5.2. Vor Vorinstanz liess der Beschuldigte den objektiven Anklagevorwurf nicht 

substantiiert in Abrede stellen. Sein Verteidiger hielt indes zusammengefasst da-

für, dass dem Beschuldigten kein direkter Vorsatz hinsichtlich der Unwahrheit sei-

ner Anschuldigungen nachgewiesen werden könne. Der Tatbestand der falschen 

Anschuldigung gemäss Art. 303 StGB sei somit insbesondere in subjektiver Hin-

sicht nicht erfüllt. Folglich sei der Beschuldigte in Bezug auf den Vorwurf gemäss 

ND 122 vom Vorwurf der falschen Anschuldigung frei zu sprechen (Urk. 106 

S. 76 ff.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung zu-

sammengefasst erneut vor, Rechtsanwältin B._____ habe den Beschuldigten hin-

sichtlich der Inkassoschreiben beraten und unterstützt. Die Honorierung sei immer 

in bar erfolgt, weshalb der Beschuldigte den Verdacht geäussert habe, die Ein-

nahmen würden nicht versteuert. Die im Strafverfahren des Beschuldigten als Pri-

vatklägerin auftretende Rechtsanwältin B._____ habe ebenfalls ein eminentes 

und berechtigtes Eigeninteresse an einem für sie günstigen Verfahrensausgang. 

Das Eigeninteresse sei vor allem auch im Hinblick auf die berufliche Tätigkeit von 

Rechtsanwältin B._____ zu sehen: es müsse nämlich davon ausgegangen wer-

den, dass Rechtsanwältin B._____ mehr als nur die von ihr eingeräumten Inkas-

soschreiben verfasst bzw. den Beschuldigten bei der Redaktion beraten habe 

(Urk. 177 S. 8 f.). Der Verteidiger stellte sich nach wie vor auf den Standpunkt, 

dem Beschuldigten könne kein direkter Vorsatz nachgewiesen werden (Urk. 177 

S. 6 ff.). Hier sei vorweg der Hinweis erlaubt, dass die Verteidigung in ihrem Plä-

doyer selber einräumt, der Beschuldigte sei bei der Redaktion der Inkasso-

schreiben beraten worden, was – dies im Gegensatz zu den Ausführungen des 

Beschuldigten, dass er mit den Inkassoschreiben nichts zu tun habe – impliziert, 

dass die inkriminierten Inkassoschreiben doch in den Verantwortungsbereich des 

Beschuldigten fallen. 

5.3. Der objektive Anklagesachverhalt ergibt sich ohne weiteres aus dem ein-

schlägigen Einvernahmeprotokoll vom 23. Januar 2013 (Urk. 52/1 S. 3 ff.) und 

den glaubhaften Aussagen von Rechtsanwältin B._____ (Urk. 53/49-51). Die Vor-

instanz hat hierzu das Notwendige ausgeführt, worauf verwiesen werden kann 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Weiterungen hierzu erübrigen sich, dies umso mehr, als 

der Beschuldigte in objektiver Hinsicht auch geständig ist. Ob und inwiefern der 

- 35 - 

Beschuldigte in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig handelte, wird nach-

folgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu erörtern sein. 

6. Mehrfache, teilweise versuchte Nötigung zum Nachteil von AL._____ 
(ND 36) und BT._____ (ND 66) 

6.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die Aussagen der Ge-

schädigten AL._____ seien glaubhaft und würden zusammen mit dem Schreiben 

vom 15. Juli 2010 (Urk. 36/4/4) ein überzeugendes und glaubhaftes Gesamtbild 

ergeben. Demgegenüber würden die Aussagen des Beschuldigten eine Vielzahl 

von Strukturbrüchen und Lügensignale aufweisen. Seine diesbezüglichen Ausfüh-

rungen seien mit der Zeit stetig absurder und ausweichender geworden. Es müs-

se daher zusammengefasst festgehalten werden, dass die Aussagen des Be-

schuldigten zum Vorwurf des Nötigungs- und Drohungsversuchs zum Nachteil 

von AL._____ hochgradig unglaubhaft seien. Bei dieser Ausgangslage bestehe 

keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte auch Verfasser des Schreibens vom 

15. Juli 2010 gewesen sei, zumal auch dieses Schreiben die typischen Charakte-

ristika der übrigen, vom Beschuldigten verfassten Schreiben, aufweise. Auch in 

diesem Schreiben falle nämlich die subtile Drohungen (Kenntnis durch Freund), 

versteckt hinter vermeintlich freundlichen Ratschlägen (Hinweis auf die Möglich-

keit der Strafanzeige) auf (Urk. 144 S. 207 ff.). 

6.2. Der Beschuldigte stellte vor Vorinstanz in Abrede, der Urheber des Schrei-

bens vom 15. Juli 2010 gewesen zu sein. Zudem weise das fragliche Schreiben 

keinen nötigenden Inhalt auf, denn der Geschädigten AL._____ seien keine ex-

pliziten Nachteile in Aussicht gestellt worden (Urk. 106 S. 38). Anlässlich der Be-

rufungsverhandlung liess der Beschuldigte erneut vorbringen, weder sei er der 

Urheber des Schreibens vom 15. Juli 2010, noch weise dieses fragliche Schrei-

ben einen nötigenden Inhalt auf resp. würden explizit ernstliche Nachteile in Aus-

sicht gestellt (Urk. 177 S. 61 f.).  

6.3. Dass der Beschuldigte der Urheber sämtlicher inkriminierter Schreiben und 

damit auch des vorliegend zu beurteilenden Schreibens war, wurde zuvor unter 

Ziffer 4.1 hinreichend dargetan. Darauf sowie auf die zutreffenden Erwägungen 

- 36 - 

der Vorinstanz unter Ziffer 2.9.4 des angefochtenen Urteils kann verwiesen wer-

den (Urk. 144 S. 208; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Anklagesachverhalt ist damit er-

stellt. Davon ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung auszugehen.  

6.4.  Im Falle des Geschädigten BT._____ (ND 66) führte die Vorinstanz zutref-

fend aus, bestünden erheblichste Zweifel an der Rechtmässigkeit der For-

derungen des Beschuldigten. Weil BT._____ deren Unrechtmässigkeit indessen 

nicht bestätigen könne, müsse im Zweifel von deren Rechtmässigkeit ausgegan-

gen werden (Urk. 144 S. 142 f.). Die Vorinstanz erwog jedoch zu Recht – wie un-

ter Ziffer 9. noch zu zeigen sein wird – der Beschuldigte habe sich der Nötigung 

schuldig gemacht, indem er in Aussicht gestellt habe, den Ehepartner ebenfalls zu 

betreiben (Urk. 66/2/8), (Urk. 144 S. 218 ff.). Die Verteidigung schloss sich der 

Würdigung der Vorinstanz betr. die Rechtmässigkeit der Forderung an. Im Übri-

gen verzichtete sie auf eine Stellungnahme (Urk. 177 S. 75; Prot. II S. 22). Der 

Sachverhalt ist dahingehend erfüllt, dass das Schreiben zweifellos – wie oben un-

ter Ziffer 4.1. dargetan – durch den Beschuldigten verfasst wurde. Auf diesen 

Sachverhalt ist ebenfalls im Rahmen der rechtlichen Würdigung zurückzu-

kommen. 

III. Rechtliche Würdigung 

7. Gewerbsmässige Erpressung 

7.1. Der Erpressung nach Art. 156 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 

Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten bestimmt, 

wodurch dieser sich selber oder einen andern am Vermögen schädigt. Bei der 

Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die Zufügung eines 

Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erscheinen 

lässt. Es kommt dabei nicht darauf an, ob er die Drohung wirklich wahr machen 

will, sofern sie nur als ernst gemeint erscheinen soll. Ernstlich sind die Nachteile, 

wenn ihre Androhung nach einem objektiven Massstab geeignet ist, auch eine 

besonnene Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und so seine 

- 37 - 

freie Willensbildung und -betätigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a; Ur-

teil 6B_47/2010 vom 30. März 2010 E. 2.2; je mit Hinweisen). Die Ernstlichkeit 

des Nachteils hängt nicht vom tatsächlichen Erfolg der Androhung ab, sondern 

vom objektiven Ausmass des angedrohten Eingriffs (BGE 96 IV 58 E. 3 S. 62 mit 

Hinweis). 

7.2. Durch das Beweisergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber 53 

Geschädigten unrechtmässige Forderungen erhoben hat. Um diesen Forderun-

gen den nötigen Nachdruck zu verleihen versandte er Inkassoschreiben, teilweise 

unter Verwendung von inexistenten respektive pro forma Inkassofirmen. Des wei-

teren tätigte er Telefonanrufe unter Verwendung falscher Namen und verschickte 

Kurznachrichten. Darin drohte er den Geschädigten für den Fall der Nichtbezah-

lung primär mit der Zwangsvollstreckung der geltend gemachten Forderungen. 

Darüber hinaus stellte er den Geschädigten aber auch in Aussicht, er werde ihnen 

nahestehende Personen betreiben und gegebenenfalls Telefonaufzeichnungen 

von vertraulichen Beratungsgesprächen zu Beweiszwecken in einem Gerichtsver-

fahren offenlegen. Sobald sich die Geschädigten zur Wehr setzten und beispiels-

weise die Veröffentlichung seiner Machenschaften in den Organen der einschlä-

gigen Konsumentenschutzorganisationen (Kassensturz und/oder Beobachter) in 

Aussicht stellten, drohte der Beschuldigte mit exorbitanten Schadenersatzklagen 

und mit strafrechtlicher Verfolgung. Bereits schon die Drohung mit einer Straf-

anzeige, Klage, Betreibung oder einem anderen an und für sich rechtmässigen 

Mittel kann rechtswidrig sein, wenn die erhobenen Ansprüche nicht bestehen, 

rechtlich nicht durchsetzbar oder übersetzt sind (BSK StGB II-WEISSENBERGER, 

3. Aufl. 2013, N 23 zu Art. 156). Wenn also bereits die Drohung mit einer unge-

rechtfertigten und nicht durchsetzbaren Betreibung als Tatmittel der Androhung 

ernstlicher Nachteile zu betrachten ist, dann muss dies umso mehr gelten, wenn 

damit gedroht wird, dass unbeteiligte Dritte aus dem nahen Umfeld der Geschä-

digten betrieben werden sollen. Richtigerweise hat die Vorinstanz in diesem Zu-

sammenhang erwogen, dass der Beschuldigte ganz gezielt mit den Befürchtun-

gen und Ängsten der Geschädigten operierte, wenn er diesen in Aussicht stellte, 

er werde Details aus Beratungsgesprächen offenlegen (müssen). Seine Inkasso-

schreiben enthielten denn auch verschiedentlich subtile Hinweise auf besproche-

- 38 - 

ne Themen, verbunden mit der Warnung, für den Fall der Nichtbezahlung würden 

sämtliche Unterlagen, Tonbandaufnahmen und Zeugen als Beweismittel im For-

derungsprozess angerufen. Mit der Ankündigung, die genannten Beweismittel in 

einem allfälligen Forderungsprozess einzubringen, verfolgte der Beschuldigte of-

fensichtlich einzig den Zweck, den Druck auf die Geschädigten zu erhöhen. Damit 

liegt es auf der Hand, dass die Inkassoschreiben geeignet waren, auch eine – im 

Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung – besonnene Person in der Lage 

der Betroffenen gefügig zu machen. Mit Recht resümierten die Vorderrichter denn 

auch, dies müsse umso mehr für die im vorliegenden Fall Geschädigten gelten. 

Ihnen sei nämlich gemeinsam, dass sie allesamt als tendenziell leichtgläubiger 

einzustufen seien, als die durchschnittlich besonnene Person. Anders lasse sich 

nicht erklären, weshalb sie sich überhaupt einem Parapsychologen anvertraut 

hätten. Dass der Beschuldigte die Absicht verfolgte, sich unrechtmässig zu berei-

chern, wurde zuvor bereits unter Ziffer 4.5 hinreichend dargetan. Schliesslich liegt 

es auf der Hand, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte. Er wusste um 

die Unrechtmässigkeit der von ihm gestellten Forderungen und Vorgehensweisen 

und er wollte durch sein gezieltes Handeln die Geschädigten zur Begleichung der 

vermeintlich offenen Rechnungen drängen, um sich auf diese Weise zu berei-

chern. 

7.3. Dass der Beschuldigte über einen Zeitraum von beinahe 10 Jahren hinweg 

hunderte von Rechnungen und Inkassoschreiben verfasste und sich damit fak-

tisch hauptberuflich mit der Eintreibung von (ungerechtfertigten) Forderungen be-

schäftigte, macht in optima forma deutlich, dass er im Sinne von Art. 156 Ziff. 2 

StGB gewerbsmässig handelte. Zutreffend hat die Vorinstanz in diesem Zusam-

menhang auch erwogen, dass sämtliche durch den Beschuldigten zu verantwor-

tenden Einzeltathandlungen als Teil des Kollektivdeliktes zu betrachten sind und 

daher, unabhängig von der Frage, ob der tatbestandsmässige Erfolg eingetreten 

ist, oder nicht, mit gleicher Strafe bedroht werden. Dementsprechend entfällt die 

Unterscheidung zwischen versuchter und vollendeter Erpressung. Die Vorinstanz 

hat hierzu das Nötige ausgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 144 

S. 211 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

- 39 - 

7.4. Nach dem Gesagten erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz 

als in allen Teilen zutreffend. Sie kann übernommen werden. In Bestätigung des 

vorinstanzlichen Schuldspruchs ist der Beschuldigte der gewerbsmässigen Er-

pressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und 2 StGB schuldig zu sprechen.  

8. Falsche Anschuldigung 

8.1. Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde eines 

Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfol-

gung gegen ihn herbeizuführen, wird mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft 

(Art. 303 Abs. 1 StGB). 

8.2. Der Beschuldigte hat gemäss erstelltem Sachverhalt Rechtsanwältin lic. iur. 

B._____ gegenüber der Anklagebehörde bezichtigt, diese habe die inkriminierten 

"Erpresserschreiben" zumindest teilweise selbst verfasst und verschickt. Er habe 

sich von Rechtsanwältin B._____ juristisch beraten lassen. Sie sei für die Formu-

lierungen der Erpresserschreiben verantwortlich. Dass der Beschuldigte alleine 

(mit Ausnahme der drei von Rechtsanwältin B._____ anerkanntermassen verfass-

ten Inkassoschreiben [Urk. 53/49 S. 8 ff.; Urk. 53/51 S. 3]) für die Redaktion der 

inkriminierten Erpresserschreiben verantwortlich war, ist durch das Beweis-

ergebnis erstellt. Der Vorwurf des Beschuldigten, Rechtsanwältin B._____ habe 

das Geld schwarz auf den Tisch verlangt (Urk. 176 S. 43), muss – wie von der 

Vorinstanz zutreffend erkannt (Urk. 144 S. 215) – als blosse Schutzbehauptung 

gewertet werden. Indem er sie damit gegenüber der Anklagebehörde wider bes-

seres Wissen vollkommen haltlos eines Verbrechens, nämlich der Erpressung, 

und der Steuerhinterziehung bezichtigte, handelte der Beschuldigte in objektiver 

Hinsicht tatbestandsmässig. Wiewohl dem Beschuldigten zu attestieren ist, dass 

er mit seiner falschen Anschuldigung wohl nicht in erster Linie eine Strafverfol-

gung gegen Rechtsanwältin B._____ herbeiführen wollte, so musste ihm doch 

klar sein, dass seine Depositionen just gegenüber der Strafverfolgungsbehörde 

eine entsprechende Wirkung zeitigen könnten. Dennoch entschloss er sich, den 

betreffenden Vorwurf zu erheben, um von seiner eigenen Delinquenz abzulenken. 

Damit handelte der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht eventualvorsätzlich und 

damit tatbestandsmässig. In Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs ist 

- 40 - 

der Beschuldigte daher der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 

StGB schuldig zu sprechen.  

8.3. Ebenfalls vollumfänglich zu bestätigen ist der vorinstanzliche Schuldspruch 

im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB. Die betreffenden Er-

wägungen unter Ziffer 3.3 des angefochtenen Entscheides sind vollständig und 

zutreffend. Sie bedürfen weder einer Korrektur noch einer Ergänzung und können 

daher übernommen werden (Urk. 144 S. 215; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

9. Mehrfache, teilweise versuchte Nötigung 

9.1. Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder 

durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu un-

terlassen oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-

strafe bestraft (Art. 181 StGB). 

9.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte am 15. Juli 2010 ein 

Schreiben verfasst und dieses in der Folge der Geschädigten AL._____ zukom-

men lassen. Darin teilte er der Geschädigten AL._____ mit, dass ein Teil der von 

ihr im Rahmen einer Beratung eingereichten Dokumente sicher an einem Ort ab-

gelegt sei, zu welchem die Strafuntersuchungsbehörde keinen Zugriff habe. Für 

den Fall, dass AL._____ aber in Bezug auf ihn falsche Angaben mache, sehe er 

sich gezwungen, sich von seinem Berufsgeheimnis entbinden zu lassen und alle 

Beweise dem zuständigen Untersuchungsrichter auszuhändigen. Wörtlich ist im 

fraglichen Schreiben die Rede von "ev. Tonbandaufnahmen i.S. falscher Doku-

mente (Einreise Schweiz)". Wie bereits die Vorinstanz überzeugend erwog, wuss-

te der Beschuldigte, dass die Geschädigte AL._____ Angst vor Komplikationen in 

Bezug auf die Einreise ihres ausländischen Partners/Ehemannes in die Schweiz 

hatte. Das Wissen um diese Befürchtung machte sich der Beschuldigte zu Nut-

zen, indem er ihr unterschwellig aber unmissverständlich zu verstehen gab, er 

werde diesbezüglich nachteilige Aufzeichnungen den Strafuntersuchungsbehörde 

gegenüber offenlegen, falls sie sich nicht wunschgemäss verhalte. Mit der implizi-

ten Androhung, er werde durch die Veröffentlichung der erwähnten Aufzeichnun-

gen die Einreise des Partners/Ehemannes von Frau AL._____ in die Schweiz er-

- 41 - 

schweren, wenn nicht gar verunmöglichen, wollte sie der Beschuldigte entgegen 

dem Wortlaut im Brief gerade nicht zu einer wahrheitsgemässen, sondern zu ei-

ner Falschaussage veranlassen. Mit der Vorinstanz ist damit die Rechtswidrigkeit 

der Nötigungshandlung gegeben. Dass alleine schon das ungerechtfertigte in 

Aussicht stellen einer Strafanzeige – nur so kann die verklausulierte Formulierung 

des Beschuldigten verstanden werden – einen ernstlichen Nachteil darstellt, hat 

das Bundesgericht etwa in BGE 120 IV 19 entschieden, wo es in Erwägung 2a 

und b erwog, dass derjenige den Straftatbestand der Nötigung in objektiver Hin-

sicht erfüllt, der ohne ernsthaften Grund mit einer Strafanzeige droht. In subjekti-

ver Hinsicht steht ausser Frage, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte. 

Er wusste, dass er die Geschädigte AL._____ mit der Androhung, er werde Auf-

zeichnungen veröffentlichen, welche die Einreise ihres Partners/Ehemannes in 

die Schweiz zumindest erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen würden, 

massiv unter Druck setzen konnte. Er wählte seine Vorgehensweise ganz gezielt 

so aus, um AL._____ davon abzuhalten, sich gegenüber den Strafverfolgungsbe-

hörden negativ über das Geschäftsgebaren des Beschuldigten zu äussern. Damit 

erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als zutreffend. Mit Verweis 

auf deren überzeugende Erwägungen (Art. 82 Abs. 4 StPO) ist der Schuldspruch 

wegen versuchter Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB zu bestätigen. 

9.3.  Die Vorinstanz erwog weiter, bezüglich den Geschädigten BT._____ 

(ND 66) habe sich der Beschuldigte der Nötigung schuldig gemacht. Dies, indem 

er diesem in Aussicht gestellt habe, den Ehepartner ebenfalls zu betreiben 

(Urk. 66/2/8), obschon dieser offensichtlich nichts mit den in Anspruch genomme-

nen Diensten zu tun gehabt habe. Entsprechend habe es offensichtlich keine 

Rechtsgrundlage für eine entsprechende Betreibung gegeben. Der Beschuldigte 

habe damit rechtsmissbräuchlich ein an sich zulässiges Mittel mit einem an sich 

erlaubten Zweck zur Geltendmachung seiner Forderungen verwendet (Urk. 144 

S. 219 ff.). Diese zutreffende rechtliche Würdigung kann übernommen werden. 

Darauf hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang einzig, dass die Anklagebehör-

de dem Beschuldigten bezüglich das Nebendossier 66 eine fortgesetzte Erpres-

sung zur Last gelegt hatte (Urk. 67 S. 69). Bezüglich dieses Anklagevorwurfes 

- 42 - 

wurde der Beschuldigte durch die Vorderrichter freigesprochen. Hingegen erfolgte 

ein Schuldspruch wegen Nötigung. Dass die Vorinstanz der Verteidigung (und 

auch den übrigen Verfahrensbeteiligten) Gelegenheit gegeben hätte, sich zu die-

ser, von der Anklageschrift abweichenden, rechtlichen Würdigung zu äussern, 

lässt sich dem Verfahrensprotokoll nicht entnehmen. In dieser "Unterlassung" wä-

re an sich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken. Dieser prozes-

suale Mangel konnte indes in der Berufungsverhandlung behoben werden (Prot. II 

S. 22), sodass einer Bestätigung des Schuldspruchs wegen Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB nichts mehr im Wege steht.  

10. Fazit 

10.1. Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten der falschen Anschuldigung im 

Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB (betreffend ND 122), der falschen Anschuldigung 

im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (betreffend ND 122), 

der gewerbsmässigen Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB 

(betreffend HD, ND 1, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 15, 16, 18, 19, 20, 21, 22, 26, 35, 

36, 37, 38, 42, 45, 48, 50, 57, 58, 62, 63, 64, 69, 70, 76, 77, 78, 79, 81, 82, 83, 

85, 86, 87, 89, 93, 95, 104, 112, 114, 115, 116, 117 und 118) sowie der mehrfa-

chen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB teilweise in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (betreffend ND 36 und 66) schuldig zu sprechen. 

10.2. Es liegen auch keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe vor. 

Auf das psychiatrische Gutachten vom 15. Januar 2014 (Urk. 78) wird nach-

gehend noch eingegangen.  

IV. Sanktion 

11. Strafzumessung 

11.1. Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz mit 36 Monaten Freiheitsstrafe 

bestraft. Diese Freiheitsstrafe erklärte sie im Umfang von 314 Tagen für vollzieh-

bar, wobei sie den Vollzug als durch Anrechnung von 314 Tagen als erstanden 

- 43 - 

erklärte. Im restlichen Umfang schob sie den Vollzug auf und setzte die Probezeit 

auf 4 Jahre fest. 

11.2. Die Vorinstanz hat überzeugende Erwägungen zum anwendbaren Recht 

gemacht, welche von der Verteidigung auch im Rahmen der Berufungsver-

handlung zu recht unwidersprochen geblieben sind. Weiter hat die Vorinstanz die 

Grundlagen der Strafzumessung korrekt dargelegt und zur Methode der Strafzu-

messung die notwendigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf kann 

vorab verwiesen werden (Urk. 144 S. 220 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Die Verteidigung hat sich im Berufungsverfahren ausdrücklich nicht zu einer mög-

lichen Sanktion äussern wollen (Urk. 177 S. 101 und Prot. II S. 20). 

11.3. Tatkomponente 

11.3.1. Richtigerweise hat die Vorinstanz erkannt, dass das theoretisch schwers-

te, vom Beschuldigten zu verantwortende Delikt die falsche Anschuldigung im 

Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB ist. Unter Nennung sämtlicher massgeblicher Fak-

toren erachtete sie das Gesamttatverschulden hinsichtlich der falschen Anschul-

digung als nicht mehr leicht. Die betreffenden vorinstanzlichen Erwägungen sind 

vollständig und korrekt, sodass sie keinerlei Ergänzung bedürfen und vollumfäng-

lich übernommen werden können. Angesichts des sehr weiten Strafrahmens von 

bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe erscheint die von der Vorinstanz aufgrund des 

nicht mehr leichten Tatverschuldens festgesetzte hypothetische Einsatzstrafe von 

12 Monaten als dem Verschulden angemessen und ist daher zu bestätigen.  

11.3.2. Das Tatverschulden für den Deliktskomplex der gewerbsmässigen Er-

pressung stufte die Vorinstanz gesamthaft betrachtet als erheblich ein. Zu diesem 

Ergebnis gelangte sie mit in allen Teilen nachvollziehbarer Begründung und unter 

Berücksichtigung sämtlicher für die Verschuldensbewertung relevanter Umstände, 

sodass sich Weiterungen hierzu mit Verweis auf die vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen erübrigen. Ein erhebliches Tatverschulden rechtfertigt eine Sanktion im 

mittleren Bereich des zur Verfügung stehenden Strafrahmens, mithin von rund 

60 Monaten. Wenn die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage unter Berücksichti-

gung des Asperationsprinzips für den Nebendeliktskomplex der gewerbsmässigen 

- 44 - 

Erpressung einen Zuschlag zur Einsatzstrafe für das Hauptdelikt im Umfang von 

45 Monaten festsetzt, so ist dies zweifelsohne vertretbar und kann übernommen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

11.3.3. Für das Nebendelikt der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 

Ziff. 2 StGB resümierte die Vorinstanz, es sei insgesamt noch von einem leichten 

Tatverschulden auszugehen, wenngleich die objektive durch die subjektive Tat-

schwere leicht zu erhöhen sei. Unter neuerlicher Berücksichtigung des Aspera-

tionsprinzips erachteten die Vorderrichter eine Erhöhung der Sanktion um 

2 Monate als angemessen. Auch diese Erwägungen sind einleuchtend und voll-

ständig und daher in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zu übernehmen. Dies 

umso mehr, als sie von der Verteidigung auch nicht beanstandet wurden.  

11.3.4. Schliesslich machte die Vorinstanz überwiegend zutreffende Ausführun-

gen zur Tatkomponente der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung. Die Er-

wägungen im angefochtenen Entscheid können mit den nachfolgenden, margina-

len Korrekturen vollumfänglich übernommen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). In Be-

zug auf die Nötigung zum Nachteil von AL._____ hat die Vorinstanz einerseits 

das Ausbleiben des Erfolges unter der objektiven Tatschwere abgehandelt, was 

methodisch insofern unzutreffend ist, als es sich beim Versuch um eine verschul-

densunabhängige Tatkomponente handelt. Andererseits hat sie ebenfalls unter 

der objektiven Tatschwere straferhöhend berücksichtigt, dass der Beschuldigte 

besonders perfide vorgegangen sei und er sich die Ängste von AL._____ zu Nut-

zen gemacht habe. Das Motiv der Tatbegehung sowie die Verwerflichkeit des 

Handels sind indes Komponenten der subjektiven Tatschwere und wären ent-

sprechend dort abzuhandeln gewesen. Am Ergebnis vermögen diese rein techni-

schen Korrekturen indes nichts zu ändern, sodass die durch die Vorinstanz fest-

gesetzte Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe – auch hier unter Berück-

sichtigung des Asperationsprinzips – um je einen halben Monat für die Delikte 

zum Nachteil der Geschädigten AL._____ und BT._____ im Ergebnis nicht zu be-

anstanden ist. 

- 45 - 

11.3.5. Im Sinne eines Zwischenfazits ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

nach Bewertung des Tatverschuldens für das Haupt- und die Nebendelikte von 

einer Einsatzstrafe von 60 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen ist. 

11.4. Täterkomponente 

11.4.1. Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten betrifft, ist vorab auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz unter Ziffer 4.5.1 des angefochte-

nen Urteils zu verweisen (Urk. 144 S. 229 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich sei-

ner Befragung im Rahmen der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte 

zudem, er habe noch seine alten Klienten, führe aber heute primär eine Unter-

nehmensberatung. Mit diesen beiden Tätigkeiten verdiene er ca. Fr. 4'000.– bis 

Fr. 5'000.– pro Monat. Die Firmen Q._____ und R._____-Inkasso gäbe es nicht 

mehr, und auch die Firma "… Beratungsdienstleistungen" sei eingestellt. Er sei 

mit seiner zweiten Ehefrau seit 2007 verheiratet und sie hätten zwei gemeinsame 

Töchter. Vermögen habe er keines, dafür Schulden in der Höhe von ungefähr 

Fr. 200'000.– bis Fr. 300'000.– (Urk. 176 S. 1 ff.).  

11.4.2. Aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.  

11.4.3. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannte, hat der Beschuldigte während lau-

fender Strafuntersuchung und nach der Entlassung aus der ersten Unter-

suchungshaft zum Nachteil der Geschädigten AL._____, BT._____ und B._____ 

weiter delinquiert. Dieser Umstand ist zweifelsohne straferhöhend zu berücksich-

tigen. Auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz kann verwiesen wer-

den (Urk. 144 S. 230 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Dem aktuellsten Strafregisterauszug 

des Beschuldigten lässt sich entnehmen, dass im Dezember 2015 bei der Staats-

anwaltschaft Zürich-Limmat ein Strafverfahren betreffend üble Nachrede gegen 

den Beschuldigten geführt wurde (Urk. 162). Das betreffende Verfahren wurde in-

des mit Verfügung der nämlichen Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 2016 infolge 

Rückzug des Strafantrages rechtskräftig eingestellt (Urk. 173). Daraus erwächst 

dem Beschuldigten daher kein Nachteil. Wenn die Vorinstanz unter Ziffer 4.5.4. 

des angefochtenen Entscheides dem Beschuldigten zugute hält, dass er seit En-

- 46 - 

de Januar 2013 deliktsfrei lebe, so ist ihr diesbezüglich entgegen zu halten, dass 

gesetzeskonformes Verhalten als Regelfall zu betrachten ist und grundsätzlich 

nicht zu einer Strafminderung führen kann (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Weshalb vor-

liegend eine Ausnahme von diesem Grundsatz angezeigt sein sollte, wurde von 

der Vorinstanz weder dargetan, noch ist es ersichtlich.  

11.4.4. Hingegen ist der Vorinstanz vollumfänglich darin zuzustimmen, dass das 

Nachtatverhalten des Beschuldigten kein gutes Licht auf diesen wirft. Seine Un-

einsichtigkeit ist bedenklich. Der Gutachter diagnostizierte dem Beschuldigten be-

kanntlich akzentuierte dissoziale und narzisstische Persönlichkeitszüge. Der Be-

schuldigte neige daher dazu, andere zu beschuldigen. Zudem fehle ihm die Fä-

higkeit, Schuldbewusstsein zu erleben oder aus Erfahrungen zu lernen (Urk. 78 

S. 37 ff.). Insofern kann sein Uneinsichtigkeit zumindest teilweise durch den gut-

achterlichen Befund erklärt werden. Die im Gutachten festgestellten dissozialen 

und narzisstischen Persönlichkeitszüge des Beschuldigte haben jedoch keinen 

Einfluss auf dessen Schuldfähigkeit (Urk. 78 S. 37 ff.) und führen deshalb nicht zu 

einer Reduktion der Strafe.  

11.4.5. Wenn die Vorinstanz zusammenfassend zum Schluss kommt, die straf-

erhöhenden und strafmindernden Faktoren würden sich gegenseitig nahezu auf-

heben, weshalb die Strafe unter dem Gesichtspunkt der Täterkomponente weder 

zu erhöhen noch zu mindern sei, ist diese Einschätzung im Ergebnis korrekt und 

daher nicht zu beanstanden. 

11.5. Strafreduktion wegen Verfahrensüberlänge 

11.5.1. Die Vorinstanz gewährt dem Beschuldigten wegen der Verfahrensüber-

länge eine erhebliche Strafminderung von 24 Monaten, was einer Reduktion von 

rund 40 % entspricht. Diese Strafminderung erscheint angesichts der Gesamt-

umstände und namentlich auch aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten im 

Verlauf der Strafuntersuchung mehr als wohlwollend. Mit Blick auf das Ver-

schlechterungsverbot lässt sich diese Wertung im Rahmen der Gesamtbeurtei-

lung indes nicht ändern.  

- 47 - 

11.6. Auszufällende Strafe 

11.6.1. Ausgehend von einer Einsatzstrafe für das Hauptdelikt (falsche Anschul-

digung i.S.v. Art. 303 Ziff. 1 StGB) von 12 Monaten und den jeweils unter Berück-

sichtigung des Asperationsprinzips ermittelten Zuschlägen für die Nebendelikte 

von insgesamt 4