# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92e1aeb9-212a-5737-ac78-15dc6a18a880
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2021 E-1686/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1686-2021_2021-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1686/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder;   

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

BAZ (…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des SEM vom 18. März 2021 / N (…). 

 

 

 

E-1686/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) Dezember 2020 in der Schweiz um 

Asyl nach. Die Vorinstanz prüfte das Asylgesuch im beschleunigten Ver-

fahren nach Art. 26c AsylG [SR 142.31]. Anlässlich der Personalienauf-

nahme (PA) vom 16. Dezember 2020 und der Anhörung vom 9. März 2021 

(Akten Vorinstanz 1083445-16/13, nachfolgend A16) machte der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei algerischer Staatsangehöriger, in B._______ geboren, wo er bis zu 

seiner Ausreise mit seiner Familie gelebt habe. Nachdem er (…) Jahre lang 

die Schule besucht habe, habe er diese abgebrochen, um (…) auf (…) zu 

betrieben. Er schulde einem Zwischenhändler, der ihm Ware geliefert 

habe, Geld, da er die (…) nicht zum vollen Preis habe verkaufen und daher 

den Einkaufspreis nicht habe bezahlen können. Dieser habe ihn danach 

mit dem Tod gedroht, sollte er seine Schulden nicht begleichen, und ihn 

mehrmals zu Hause gesucht. In Algerien hätte er keinen Schutz vor dieser 

Person erhalten, weshalb er – ohne Anzeige zu erstatten – (…) 2019 mit 

einem (…) Visum aus Algerien ausgereist sei. Von (…) C._______ sei er 

nach D._______ und via weitere europäische Staaten in die Schweiz ge-

reist. Der Zwischenhändler habe ihn noch vier bis fünf Mal bei seiner Fa-

milie gesucht. Als dieser erfahren habe, dass er im Ausland sei, habe er 

damit aufgehört. 

Beweismittel reichte der Beschwerdeführer keine zu den Akten.  

B.  

Am 16. März 2021 erhielt der Beschwerdeführer von der Vorinstanz die 

Gelegenheit, zum Entwurf des ablehnenden Asyl- und Wegweisungsent-

scheids Stellung zu nehmen, wovon er tags darauf Gebrauch machte.  

C.  

Mit Verfügung vom 18. März 2021 – gleichentags eröffnet – verneinte die 

Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug.  

D.  

Gleichentags legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder. 

E-1686/2021 

Seite 3 

E.  

Gegen die Verfügung vom 18. März 2021 erhob der Beschwerdeführer am 

6. April 2021 (Eingang BVGer: 15. April 2021) Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragt darin die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung, die Anerkennung als Flüchtling sowie die Gewährung von Asyl. 

Eventualiter sei er vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Subeventualiter 

sei die Sache "zur Abklärung" an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung un-

ter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Mit Verfügung vom 16. April 2021 bestätigte die Instruktionsrichterin den 

Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG in Verbindung mit Art. 10 der Verordnung über Massnahmen 

im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus vom 1. April 2020 

[Covid-19-Verordnung Asyl, SR 142.318] ; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 4 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Den Asylentscheid begründete die Vorinstanz mit der Asylirrelevanz 

der Verfolgung durch Drittpersonen sowie dem fehlenden flüchtlingsrecht-

lich relevanten Verfolgungsmotiv. Die geltend gemachte Behelligung sei 

nicht aufgrund einer in der Person des Beschwerdeführers liegenden oder 

ihm anhaftenden Eigenschaft, sondern aufgrund von Geldschulden erfolgt. 

Ausserdem könne den algerischen Behörden nicht vorgeworfen werden, 

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Seite 5 

ihrer Schutzpflicht nicht nachgekommen zu sein, da der Beschwerdeführer 

gar nicht erst den Versuch unternommen habe, bei den Behörden Schutz 

zu suchen. Es seien auch keine Hinweise ersichtlich, wonach ihm der von 

den Behörden erforderliche Schutz nicht gewährt worden wäre. Da vom 

Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat auszu-

gehen sei, seien die geltend gemachten Drohungen im vorliegenden Fall 

nicht flüchtlingsrechtlich relevant. Er mache ferner Nachteile geltend, die 

sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsmassnahmen ablei-

teten. Da er sich diesen durch einen Wegzug in einen anderen Teil des 

Heimatlandes entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz der Schweiz 

angewiesen.  

Zum Einwand des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme zum Ent-

scheidentwurf des SEM, wonach er keinen Schutz von der algerischen Re-

gierung habe erwarten können, da Algerien kein demokratisches Land und 

kein Rechtsstaat sei und alle Personen korrupt seien, hielt die Vorinstanz 

fest, er habe damit keine neuen Tatsachen oder Beweismittel vorgelegt, 

welche eine Änderung des Standpunktes des SEM rechtfertigen könnten. 

5.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift, er 

habe keinen Schutz gesucht, da er habe verhindern wollen, dass seine 

Mutter von dieser "selbst ernennt Bürgerwehr" schwer traumatisiert werde. 

Er weise darauf hin, dass das algerische Justizsystem mangelhaft sei, da-

her würden die Menschen in Algerien das Gesetz auch sehr häufig selbst 

in die Hand nehmen, anstatt ihre Streitigkeiten vor Gericht zu klären. Der 

algerische Staat tue nichts, um die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen. 

Aufgrund dieser Tatsachen sei absolut klar, dass eine Rückkehr nach Al-

gerien ihn wieder in eine Situation bringen würde, in der er das Leben sei-

ner Mutter und seiner Familie in Gefahr bringen würde. Deshalb könne von 

ihm nicht erwartet werden, dass er nach Algerien zurückkehre.  

6.  

6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass eine Verfolgung durch Dritte nach der 

massgebenden Schutztheorie dann flüchtlingsrechtlich relevant ist, wenn 

der um Asyl nachsuchenden Person im Heimatland kein adäquater Schutz 

zur Verfügung steht. Schutz vor nicht-staatlicher Verfolgung im Heimatstaat 

ist als ausreichend zu qualifizieren, wenn die betroffene Person effektiv Zu-

gang zu einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur hat und 

ihr die Inanspruchnahme eines solchen innerstaatlichen Schutzsystems in-

dividuell zumutbar ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 E. 7 m.w.H.).  

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Seite 6 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht geeignet 

sind, die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu entkräften. So liegt 

den vom Beschwerdeführer geschilderten Behelligungen durch einen Zwi-

schenhändler (…) keines der in Art. 3 AsylG abschliessend genannten Ver-

folgungsmotive zugrunde. Zudem kann nach den Erkenntnissen des Ge-

richts mit dem SEM davon ausgegangen werden, dass die algerischen Si-

cherheitsbehörden in der Lage sind, hinreichenden Schutz vor nicht-staat-

licher Verfolgung zu gewährleisten und sie grundsätzlich als schutzfähig 

und -willig bezeichnet werden können (vgl. UK Home Office, Country Policy 

and Information Note, Algeria: Background information, including actors of 

protection and internal relocation August 2017 S. 5 f. und S. 19 f., 

https://www.refworld.org/docid/59ae95be4.html, abgerufen am 20. April 

2021, sowie Urteil BVGer D-1785/2020 vom 25. Mai 2020 E. 9.1.6, 

m.w.H.). Dass viele Personen ihre Probleme ausserhalb des polizeilichen 

und gerichtlichen Verfahrens lösen würden, spricht nicht gegen die Bereit-

schaft der algerischen Behörden, ihre Staatsbürger zu beschützen. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann im Übrigen auf die zutreffenden 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (Ziff. II) sowie auf die Dar-

stellung unter E. 5.1 vorstehend verwiesen werden. Es kann daher offen 

bleiben, ob die geltend gemachte Nachstellung durch den Zwischenhänd-

ler überhaupt glaubhaft gemacht worden ist.  

Bei den vom Beschwerdeführer monierten generell schwierigen Lebensbe-

dingungen in Algerien handelt es sich um Nachteile, welche auf die in Al-

gerien herrschenden allgemeinen politischen, wirtschaftlichen und sozialen 

Bedingungen zurückzuführen sind. Derartige Nachteile stellen keine indivi-

duelle Verfolgung dar, da sie die gesamte Bevölkerung oder zumindest ei-

nen grossen Teil derselben in gleichem Ausmass treffen.  

6.3 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, eine im 

Zeitpunkt seiner Ausreise aus Algerien bestehende oder gegenwärtig dro-

hende asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

https://www.refworld.org/docid/59ae95be4.html

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Seite 7 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

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Seite 8 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen.  

8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3   

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die Vorinstanz kam betreffend die Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs zum Schluss, dass weder die im Heimatland des Beschwerdefüh-

rers herrschende politische Situation noch individuelle Gründe gegen eine 

Wegweisung des Beschwerdeführers nach Algerien sprechen würden. Er 

sei jung, gut ausgebildet und verfüge im Heimatstaat über ein Beziehungs-

netz mit dem er nach wie vor in Kontakt stünde. Mit seiner Arbeit habe er 

sich den Lebensunterhalt verdienen können. Es könne somit davon aus-

gegangen werden, dass es ihm möglich sein werde, sich sowohl sozial als 

auch wirtschaftlich wieder zu integrieren.  

8.3.3 Der Beschwerdeführer führte in seiner Beschwerdeschrift aus, auf-

grund ernsthafter Probleme mit einem Zwischenhändler (…) – (…) – könne 

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Seite 9 

er sein kommerzielles Netzwerk nicht mehr nutzen, was seine berufliche 

Wiedereingliederung in Algerien extrem erschweren würde. 

8.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich den vorinstanzlichen 

Erwägungen vollumfänglich an. Unter Berücksichtigung der allgemeinen 

heutigen Sicherheitslage in Algerien sind keine Hinweise dafür ersichtlich, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland in kon-

kreter Weise gefährdet wäre. Eine Situation allgemeiner Gewalt bezie-

hungsweise kriegerischer oder bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse liegt in 

Algerien nicht vor.  

8.3.5 Es sind – wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – auch keine 

individuellen Gründe ersichtlich, welche die Rückkehr des Beschwerdefüh-

rers nach Algerien als unzumutbar erscheinen liessen. Es deutet nichts da-

rauf hin, dass er aus Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitli-

cher Natur bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation gera-

ten würde. Seinen (…) scheinen seine Geschwister weiterzuführen (vgl. 

A16 F21 f.), die offenbar keine Probleme mit dem Zwischenhändler haben. 

Dem Beschwerdeführer ist es überdies gelungen, ohne entsprechende 

Ausbildung einen (…) zu eröffnen (vgl. A16 F31). Es bleibt ihm daher un-

benommen, sich auf (…) an einem anderen Ort zu spezialisieren, sollte er 

keine (…) können. Der Beschwerdeführer verfügt ausserdem mit seinen 

Eltern und seinen vielen Geschwistern in Algerien über ein gutes und trag-

fähiges Beziehungsnetz (vgl. A16 F14 – 21, F41 f., F66), welches ihm bei 

der Rückkehr und Reintegration zur Seite stehen kann. 

8.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Für eine 

Rückweisung an und Neubeurteilung durch die Vorinstanz besteht in casu 

offensichtlich kein Anlass.  

10.  

10.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

wird mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

10.2 Der mit der Beschwerde gestellte Antrag auf Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da die Rechtsbegehren – wie 

sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu gelten 

haben.  

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: