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**Case Identifier:** e2db4394-c2c6-59ec-9c87-e631577d984e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.11.2009 UV 2008/116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-116_2009-11-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/116

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 04.11.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2009
Art. 6 Abs. 1 UVG; Art. 4 ATSG: Verneinung der überwiegend 
wahrscheinlichen Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses bzw. einer aus 
einem Unfall entstandenen Distorsion nach Gelenksverdrehung. Art. 6 Abs. 2 
UVG; Art. 9 Abs. 2 UVV: Unfallähnliche Körperschädigung sowie 
unfallähnliches Ereignis verneint. (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 4. November 2009, UV 2008/116)

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 4. November 2009

in Sachen

J.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   J.___ war bei der A.___ als Kioskleiterin tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als sie laut Angaben in der Unfallmeldung vom 15. Januar 2008 am 4. 

Dezember 2007 beim Wechseln der Buslinie beim Bahnhof gerannt sei, jedoch abrupt 

habe stoppen müssen, weil der zu erreichende Bus unmittelbar vor dem Einsteigen 

losgefahren sei. Dabei habe sie sich das Knie verdreht und es habe einen lauten Knall 

gegeben (Suva-act. 1). Wegen persistierender Schmerzen wurde bei der Versicherten 

am 12. Dezember 2007 eine MRI-Untersuchung durchgeführt. Der erstbehandelnde 

Arzt Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, überwies die Versicherte an Dr. 

med. C.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie. Dieser 

diagnostizierte im Bericht vom 3. Januar 2008 eine retropatelläre Knorpelfraktur und ein 

mediales Plicasyndrom links sowie eine Baker-Zyste ohne Meniskuspathologie (Suva-

act. 3, 5). In einer zwischenzeitlich erfolgten Unfallmeldung an die Arbeitgeberin vom 

19. Dezember 2007 hatte die Versicherte festgehalten, die Bustür habe sich abrupt 

geschlossen und der Bus sei losgefahren. Als sie deshalb abrupt gestoppt habe, habe 

es sich angefühlt, wie wenn sich die Kniescheibe verdreht hätte (Suva-act. 2). Am 11. 

Januar 2008 nahm Dr. C.___ bei Diagnose eines medialen Plicasyndroms des linken 

Knies eine arthroskopische Plica- und Narbenresektion sowie eine Hoffareduktion links 

vor (Suva-act. 6). Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 29. April 2008 führte die 

Versicherte an, sie führe die Kniebeschwerden auf einen Unfall zurück, wobei nach 

einem Knieverdrehtrauma und nach einem nach hinten Ausrutschen ein akuter 

Schmerz aufgetreten sei. Es sei insofern etwas Besonderes passiert, als sie vor einer 

plötzlich schliessenden Bustür abrupt abgebremst habe (Suva-act. 11). Am 17. Juni 

2008 gab die Versicherte gegenüber der Suva zu Protokoll, sie habe am 4. Dezember 

2007 wie immer beabsichtigt, beim Bahnhof auf den Bus der Linie 7 umzusteigen. 

Dieser habe mit offener Tür bereit gestanden. Sie habe mit dem rechten Fuss voran in 

den Bus einsteigen wollen, worauf jedoch der Bus - mit erst halb geschlossener Tür - 

abrupt losgefahren sei. Sie sei - das rechte Bein noch in der Luft und das linke Bein voll 

belastet - erschrocken und habe das rechte Bein zurückgezogen. Dabei müsse sie sich 

das linke Knie irgendwie verdreht haben. Ob sie auf etwas ausgerutscht sei, wisse sie 

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nicht mehr. Jedenfalls habe es im linken Knie einen Knall gegeben und es seien sofort 

Schmerzen aufgetreten. Gestürzt sei sie nicht und angeschlagen habe sie sich 

gleichfalls nirgendwo (Suva-act. 16).

A.b   Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 lehnte die Suva den Anspruch der Versicherten 

auf Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der 

Begründung ab, der gemeldeten Gesundheitsschädigung liege weder ein Unfall noch 

eine unfallähnliche Körperschädigung zugrunde (Suva-act. 18).

B.       

Gegen diese Verfügung erhob J.___ am 14. Juli 2008 Einsprache (Suva-act. 21), welche 

die Suva mit Entscheid vom 29. September 2008 abwies (Suva-act. 25). Die Helsana 

Versicherungen AG hatte als Krankenversicherer von J.___ am 8. Juli 2008 gegen die 

ablehnende Verfügung der Suva vorsorglich Einsprache erhoben (Suva-act. 19), zog 

diese aber nach Einsicht in die Akten am 12. August 2008 wieder zurück (Suva-act. 23).

C.       

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 29. September 2008 richtet sich die von der 

Versicherten eingereichte Beschwerde vom 21. Oktober 2008 mit dem sinngemässen 

Antrag, die Verfügung vom 4. Juli 2008 und der angefochtene Einspracheentscheid 

seien aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen aus der 

Unfallversicherung zu erbringen.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 20. November 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 22. Januar 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag 

vom 21. Oktober 2008 fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen 

einer Duplik.

C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

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1.        

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Vorfalls vom 

4. Dezember 2007 leistungspflichtig ist.

2.        

2.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

2.2    Zu prüfen ist im Folgenden, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den 

Körper der Beschwerdeführerin eingewirkt hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal 

der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den 

Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der 

äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 

V 202 f. E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen). Nach Lehre und 

Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors auch in 

einer unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und 

Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). So kann der Körper als Ganzes in Bewegung kommen, 

indem er - z.B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und Schaden nimmt. 

Der äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres gegeben. Dies trifft 

jedoch auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines 

Sturzes, bloss einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der 

Aussenwelt liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen (RKUV 1999 Nr. U 

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333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Maurer, a.a.O., S. 176 f.; Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 27 f.). Wo sich die Schädigung auf 

das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von 

Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb 

eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte 

Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonderen sinnfälligen 

Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel 

in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine 

erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (RKUV 1999 Nr. 

U 345 S. 422 E. 2b und 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4).

2.3    Der Leistungsansprecher muss die Umstände eines Unfalls glaubhaft machen. 

Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis 

nicht (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es nicht, 

einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Unfallumstände ein Bild zu 

machen und diese in objektiver Weise abzuklären (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 20 f.). Die 

Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 

sind. Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 117 V 360 

E. 4a mit Hinweisen). Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Grundsatz gilt jedoch 

nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien. 

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen eine Beweislast aber 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

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ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 

133, 107 V 161). Angewendet auf den konkreten Fall heisst dies, dass die Beweislast 

hinsichtlich des Vorliegens eines Unfallereignisses auf Seiten der Beschwerdeführerin 

liegt. Sie muss, wenn auch nicht beweisen so doch glaubhaft dartun können, dass die 

Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 46 E. 2).

2.4    Nach unbestritten gebliebener Schilderung des Vorfalls beabsichtige die 

Beschwerdeführerin am 4. Dezember 2007 beim Busbahnhof die Buslinie zu wechseln. 

Sie rannte auf den mit offener Tür bereit stehenden Bus zu, wollte mit dem rechten 

Fuss voran einsteigen, als jedoch die Tür sich zu schliessen begann und der Bus 

abrupt losfuhr. Die Beschwerdeführerin erschrak - mit dem rechten Bein noch in der 

Luft und dem linken Bein voll belastet - und zog das rechte Bein zurück. Angeblich 

verdrehte sie sich dabei irgendwie das linke Knie und verspürte sogleich einen 

Schmerz. - Fest steht damit, dass der Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin vom 

Vorgang des plötzlichen Schliessens der Bustür und Anfahren des Busses beeinflusst 

worden ist, indem sie das rechte Bein abrupt von der Bustür zurückzog. Zur Diskussion 

steht jedoch eine Gesundheitsschädigung des linken Kniegelenks. Fraglich ist 

demnach, ob obige Beeinflussung auch auf das linke Kniegelenk eingewirkt hat. 

Gefordert ist, wie bereits erwähnt, eine ungewöhnliche Einwirkung bzw. eine 

programmwidrige Störung des Bewegungsablaufs des linken Kniegelenks. Um dies zu 

bejahen, müsste konkret von einer unphysiologischen Beanspruchung einzelner 

Körperteile (Muskeln, Sehnen etc.) ausgegangen werden können, wie sie etwa durch 

Abwehrmassnahmen bei einem Ausgleiten oder beim Verhindern eines Sturzes 

vorkommen. Das Stehen auf einem Bein mit seinem vollen Gewicht ist als vollkommen 

normale Beanspruchung des Knies zu werten. Eine unphysiologische, 

programmwidrige Störung ist jedoch in Bezug auf die von der Beschwerdeführerin 

angegebene Verdrehung des linken Knies zu prüfen.

2.5    Der erstbehandelnde Arzt Dr. B.___ diagnostizierte in seinem Arztzeugnis vom 25. 

Januar 2008 eine Distorsion linkes Knie (Suva-act. 5). Bei einer Distorsion handelt es 

sich im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose (vgl. dazu Alfred 

M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1090 ff.). 

Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem 

Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine pathologische 

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Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch 

Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit 

abgeht (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Januar 2000 [U 236/98] i/S s., 

E. 2d; Maurer, a.a.O., S. 176 f.). Insbesondere Distorsionen zeichnen sich durch 

verschiedenste Schweregrade aus bzw. können auch nach einem geringfügigen 

Trauma auftreten (vgl. dazu Alfred m. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl. Bern 2002, S. 1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August 2001 

[U 277/1999] i/S J.). Damit ist bereits allgemein gesagt, dass eine Distorsion nicht in 

jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung 

eines Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entspricht. So ist 

denn auch im vorliegenden Fall ein Knieverdrehen im Sinn einer unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzten unkoordinierten Bewegung nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit glaubhaft gemacht. Es ist eine 

Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen Bewegungsablauf Verdrehungen von 

Körperteilen nichts Aussergewöhnliches darstellen. Inwieweit, d.h. in welcher Form und 

Intensität, die Muskulatur, die Knochenstruktur oder die Gelenke des Knies im Sinn 

einer klar abgegrenzten Belastungssituation durch ein Verdrehen übermässig 

beansprucht wurden, wird konkret in keiner Weise bzw. als "irgendwie" beschrieben. 

Die weitere Formulierung der Beschwerdeführerin, sie müsse sich beim abrupten 

Zurückziehen des rechten Beins irgendwie das linke Knie verdreht haben, lässt letztlich 

nicht einmal das wirkliche Wissen um eine Verdrehung erkennen. Damit 

übereinstimmend ist darauf hinzuweisen, dass das auf die Bustür gerichtete, 

gewichtsbelastete Bein grundsätzlich keine Drehbewegung ausführt, wenn das 

angehobene Bein an den Körper zurückgezogen wird. Hervorzuheben ist sodann, dass 

Dr. B.___ zwar im Rahmen der ersten ärztlichen Untersuchung den für eine solche 

Diagnose typischen Befund einer eingeschränkten Kniegelenksflexion vermerkte, im 

Übrigen jedoch - wider dem Regelfall - vollkommen normale Befunde erhob. 

Insbesondere zeigten sich offenbar die für eine Distorsion typischen Befunde einer 

Schwellung oder eines Ergusses nicht (Suva-act. 5; vgl. dazu Roche Lexikon, Medizin, 

5. Aufl., S. 441). Anlässlich der Untersuchung von Dr. C.___ vom 19. Dezember 2007 

und 3. Januar 2008 liess sich ausserdem eine intakte Bändersituation feststellen (Suva-

act. 3). Die von Dr. B.___ gestellte Diagnose einer Distorsion erscheint damit 

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aktenmässg fraglich. Es ist nicht auszuschliessen, dass seine Diagnose einfach auf der 

subjektiven Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin basierte. Selbstverständlich 

soll damit nicht in Abrede gestellt werden, dass der beschriebene Vorgang vom 4. 

Dezember 2007 den Auslösefaktor für den plötzlich aufgetretenen Knieschmerz links 

bildete. Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG 

in Verbindung mit Art. 4 ATSG kann jedoch nicht jedes Geschehen bzw. jede 

Bewegung des Körpers genügen, sondern es muss eben ein Unfallereignis vorliegen.

2.6    Insgesamt ist damit jedenfalls das Vorliegen einer besonders sinnfälligen 

unkoordinierten Bewegung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit dargetan bzw. ein Unfallereignis nicht als erwiesen anzusehen.

3.        

3.1    Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob es sich bei der Verletzung der 

Beschwerdeführerin um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 

der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) handelt. Gemäss Art. 6 

Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat er in Art. 9 

Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht. Als so genannte unfallähnliche Körperschädigungen 

gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV (abschliessend [vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 147 

E. 2b, je mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 

2. Aufl. Bern 1989, S.202] aufgeführten Körperschädigungen. Es handelt sich dabei um 

Knochenbrüche, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung zurückzuführen sind 

(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), 

Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und 

Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG 

vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei 

den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Hingegen hat das EVG in 

BGE 129 V 465 E. 2.2 seine Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach 

mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen 

die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer 

Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4 UVG) - erfüllt sein müssen. Laut EVG-

Rechtsprechung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses 

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besondere Bedeutung zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv 

feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls. Wo ein solches Ereignis mit 

Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser 

eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine 

eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Kein 

unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit den 

Schmerzen gleichgesetzt wird, wie sie anfänglich bei den in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h 

UVV aufgezählten Gesundheitsschäden typischerweise in Erscheinung treten. Das 

Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinn 

der Rechtsprechung. Mit anderen Worten kann von einem erforderlichen äusseren 

schädigenden Faktor dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das 

(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag. Auch 

nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das 

(erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, 

welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung 

eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist 

stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential 

innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende 

Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, 

wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim 

Aufstehen, Absitzen, bei der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen 

einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach 

Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen 

Körperschädigung berufen. Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren 

schädigenden Faktors bei Änderung der Körperlage, die nach unfallmedizinischer 

Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, etwa das plötzliche 

Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch 

äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 4.2.3 

S. 470). Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist dabei demzufolge ein 

gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten 

Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der 

alltäglichen Lebensverrichtung führenden Momentes (BGE 129 V 466 E. 43. S. 471).

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3.2    Dr. B.___ stellte in seinem Arztzeugnis vom 25. Januar 2008, wie bereits erwähnt, 

die Diagnose einer Distorsion (Suva-act. 5). Grundsätzlich handelt es sich bei einer 

nach einer Gelenksverdrehung auftretenden Distorsion definitionsgemäss um eine 

Bandverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV (vgl. Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 259. Aufl. Berlin 2002, S. 374; Debrunner, a.a.O., S. 1097; Maurer, a.a.O., 

S. 205; Urteil des EVG vom 30. August 2001 [U 277/99] i/S J.; Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2007 [UV 2006/74] i/S Z.; 

LGVE 2004 II Nr. 43, S. 367), welche gerade im Bereich des Knies eine häufige 

Verletzung darstellt. Angesichts der verschiedenen Schweregrade von Distorsionen 

können sie im Einzelfall eben auch - wenn auch nicht unbedingt einem Unfall - so doch 

zumindest noch einem unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinne 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen. Wie dargelegt ist jedoch das 

tatsächliche Geschehen einer Distorsion im konkreten Fall an sich fraglich und die von 

Dr. B.___ gestellte Diagnose aktenmässig wenig überzeugend. Insofern stellt sich in 

Bezug auf die Beurteilung des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung im 

Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV speziell die Frage, inwieweit die Diagnose der Distorsion 

überhaupt als massgebend zu betrachten ist. - Dr. B.___ liess am 12. Dezember 2007 

eine MRI-Untersuchung durchführen und überwies die Beschwerdeführerin wegen 

persistierender Beschwerden dem spezialisierten Facharzt Dr. Boss. Dieser stellte in 

seinem Bericht vom 3. Januar 2008 die Diagnosen einer retropatellären Knorpelfraktur, 

eines medialen Plica-Syndroms links sowie einer Baker-Zyste ohne 

Meniskuspathologie. Im Rahmen der MRI-Untersuchung zeigte sich zudem eine 

Chondropathie im medialen und lateralen Kompartiment Grad I bis beginnend Grad II, 

sowie eine grenzwertige Hoffa-Hypertrophie (Suva-act. 3). Am 11. Januar 2008 führte 

Dr. C.___ bei der Beschwerdeführerin eine arthroskopische Plica- und Narbenresektion 

sowie eine Hoffareduktion links durch und stellte erneut die Diagnose eines 

posttraumatischen medialen Plica-Syndroms Knie links (Suva-act. 8). Bereits rund 

einen Monat nach dem Ereignis vom 4. Dezember 2007 zeigten sich damit bei der 

Beschwerdeführern umfassende gesundheitliche Schädigungen im Bereich des Knies, 

die operativ behoben werden mussten. Im Einzelnen handelt es sich um 

Schädigungen, die uneingeschränkt oder im Regelfall degenerativ bedingt sind und 

insofern in Art. 9 Abs. 2 UVV nicht als unfallähnliche Körperschädigungen aufgeführt 

sind. Zwischen den genannten Schädigungen bestehen sodann teilweise 

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Zusammenhänge (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., 123 f. 1067, 1088; www.Wikipedia.de, 

Suchbegriffe: Kniegelenk, Baker-Zyste, Hoffa-Kastert-Syndrom, Abfrage vom 17. 

August 2009; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 831). Als 

Hauptdiagnose in den Berichten von Dr. C.___ zeigt sich das Plica-Syndrom Knie links. 

Bei der Plica handelt es sich grundsätzlich um eine normale anatomische Struktur, die 

das arthroskopische Bild gelegentlich etwas irritiert. Dennoch kann sie pathologisch 

werden und klinische Bedeutung haben, indem sie als Plica-Syndrom die Ursache von 

Schmerzen ist (Debrunner, a.a.O., S. 1037). Mit dem Vorliegen eines "Syndroms" liegt 

ein Krankheitsbild vor, welches sich stets mit den gleichen Krankheitszeichen 

manifestiert, sich jedoch hinsichtlich seiner Ursache inbesondere vielfältig gestaltet 

(Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., S. 1791). Der von Dr. C.___ der Diagnose zugefügte 

Ausdruck "posttraumatisch" bringt sodann bloss zum Ausdruck, dass die Diagnose 

zeitlich nach dem geltend gemachten Sachverhalt gestellt wurde. Aufgrund der obigen 

Darlegungen muss damit in Bezug auf das linke Knie der Beschwerdeführerin von einer 

ausgeprägten krankheits- bzw. degenerativbedingten Gesundheitsschädigung 

ausgegangen werden, die das - allfällige - Geschehen einer Distorsion insgesamt 

betrachtet als irrelevant erscheinen und das Vorliegen einer unfallähnlichen 

Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV verneinen lässt. Die Frage, ob 

zudem eine schädigende äussere Einwirkung bzw. ein unfallähnliches Ereignis vorliegt, 

kann unter diesen Umständen offen gelassen werden. Der Vollständigkeit halber ist 

dennoch anzufügen, dass im vorliegenden Fall überhaupt das gesteigerte 

Schädigungspotential, d.h. auch dasjenige im Sinne einer an sich geringfügigen 

traumatischen Gelenksverdrehung mit auftretender Distorsion und damit nur einem 

unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinn eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors entstammend, zweifelhaft und damit nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit glaubhaft gemacht ist (vgl. dazu auch Erwägung 

2.5).

4.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 29. September 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2009
	Art. 6 Abs. 1 UVG; Art. 4 ATSG: Verneinung der überwiegend wahrscheinlichen Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses bzw. einer aus einem Unfall entstandenen Distorsion nach Gelenksverdrehung. Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 UVV: Unfallähnliche Körperschädigung sowie unfallähnliches Ereignis verneint. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2009, UV 2008/116)

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		2025-07-19T14:21:26+0200
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