# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e88a6cdb-92a5-5f5c-bb04-a458aa2294d0
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-23
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 23.06.2023 502 2023 107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2023-107_2023-06-23.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2023 107

Urteil vom 23. Juni 2023

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Krishna Müller

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Einstellung des Verfahrens – Genugtuung (Art. 429 Abs. 1 Bst. c 
StPO)

Beschwerde vom 17. Mai 2023 gegen die Verfügung der Staatsan-
waltschaft vom 9. Mai 2023

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In Anbetracht dessen,

dass gegen A.________, geb. 1987, ab März 2021 ein Strafverfahren geführt wurde wegen Verge-
waltigung, sexueller Nötigung, Förderung der Prostitution, sexuellen Handlungen mit Kindern, 
Schändung, Pornografie, Drohung, Tätlichkeiten (Ehegatten), einfacher Körperverletzung (Ehegat-
ten) und Beschimpfung zum Nachteil seiner ex-Ehefrau B.________, geb. 1990, bzw. der drei 
gemeinsamen Kinder C.________, geb. 2009, D.________, geb. 2011, und E.________, geb. 2012;

dass die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 9. Mai 2023 das Strafverfahren einstellte und die 
Verfahrenskosten dem Staat auferlegte; hingegen verweigerte sie A.________ die geltend gemach-
te Genugtuung (Ziffer 4 des Dispositivs). Sie hielt fest, dass er sich nicht in Haft befand. Als einzige 
Zwangsmassnahmen seien eine Hausdurchsuchung sowie ein Vorführbefehl zu erwähnen. Der 
Beschuldigte sei sodann zu einer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vorgeladen worden. Die 
Dauer des Verfahrens könne nicht als übermässig bezeichnet werden; so sei die Einholung verschie-
dener ärztlicher Berichte sowie des aussagepsychologischen Gutachtens notwendig gewesen, um 
die strafrechtlichen Vorwürfe abzuklären. Wenn der Beschuldigte geltend mache, B.________ habe 
die Vorwürfe erfunden, um ihm die Kinder wegzunehmen, übersehe er, dass auch ein Verfahren 
gegen sie wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind und Pornografie geführt wurde. Es hätten 
auch keine in den Medien stark beachtete Verfahrenshandlungen stattgefunden. Eine besonders 
schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sei somit nicht gegeben; 

dass A.________ gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 17. Mai 2023 Beschwerde erhob. Er 
beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge, ihm sei eine angemessene Genugtuung auszu-
richten; eventualiter sei die Sache zur Neufestsetzung der Genugtuung im Sinne der Beschwerde-
ausführungen an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen;

dass die Staatsanwaltschaft am 24. Mai 2023 auf Abweisung der Beschwerde schloss;

dass gegen Einstellungsverfügungen bei der Strafkammer innert 10 Tagen Beschwerde eingereicht 
werden kann (Art. 20 Abs. 1 Bst. b, 322 Abs. 2, 393 Abs. 1 Bst. a StPO; Art. 85 Abs. 1 JG); aus den 
Akten geht nicht hervor, wann die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer zugestellt wurde; 
die am 17. Mai 2023 der Post übergebene Beschwerdeschrift kann jedoch so oder anders als recht-
zeitig eingereicht erachtet werden;

dass jede Partei ein Rechtsmittel ergreifen kann, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO); der Beschwerdeführer ist 
als von der angefochtenen Verfügung betroffene Person zur Beschwerde legitimiert; 

dass mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Sachverhaltsfest-
stellung und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 393 Abs. 2 StPO);

dass die Strafkammer ohne Verhandlung entscheidet (Art. 397 Abs. 1 StPO); sie verfügt grund-
sätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, 393 Abs. 2 StPO);

dass der Beschwerdeführer das Folgende ausführen lässt: Jedes Strafverfahren bedeute eine 
psychische Belastung für den Beschuldigten. Dies alleine genüge nicht für die Zusprechung einer 
Genugtuung. Die Staatsanwaltschaft verneine aber in casu erhebliche Auswirkungen auf die fami-
liären Beziehungen und die dadurch verursachte schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse. 
Dies sei im vorliegenden Fall unhaltbar. Der sensible, psychisch beeinträchtigte Beschuldigte sei am 

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frühen Morgen des 4. März 2021 verhaftet worden. Die Festnahme und den Polizeigewahrsam habe 
ihn traumatisiert. Es liege ein Freiheitsentzug von über 7 Stunden (= 1 Tag) vor. Die Vorwürfe seien 
äusserst gravierend gewesen: Sexuelle Handlungen mit Kindern, Pornografie, Förderung der 
Prostitution, Vergewaltigung, Schändung, Körperverletzung, Drohung etc. Diese Vorwürfe seien in 
seinem Umfeld (Familie, Freunde) und bei den Behörden (Friedensgericht/Jugendamt) publik ge-
wesen. Die Vorwürfe hätten ihn als Kapitalverbrecher, Pädophilen und «Sexgrüsel» stigmatisiert. 
Insbesondere verkenne die Staatsanwaltschaft die aktenkundige Tatsache, dass dieses Strafver-
fahren erhebliche und langandauernde Auswirkungen auf seine familiären Beziehungen hatte. Sie 
informierte die Kindesschutzbehörden und diese haben postwendend reagiert und das Kontaktrecht 
über zwei Jahre massiv beeinträchtigt (nur noch begleitete Besuche). Die Exfrau scheine diese 
Vorwürfe konstruiert zu haben, um genau dieses Ziel zu erreichen. Dies sei demütigend gewesen. 
Die Beschneidung des Kontaktrechts und die Stigmatisierung hätten über zwei Jahre gedauert. Die 
Verfahrensdauer sei überdurchschnittlich lang gewesen (Beschleunigungsgebot). Er habe die 
Belastung kaum mehr ertragen, er habe Angst vor einer ungerechtfertigten Verurteilung und Angst 
vor einem Verlust der eigenen Kinder gehabt. Dadurch habe er sich zurückgezogen und isoliert. 
Angesichts der Tatsache, dass die Freiheit – wenn auch nur für kurze Dauer – entzogen worden sei, 
der Schwere der vorgeworfenen Taten, der langen Verfahrensdauer, der Stigmatisierung als Sexual-
täter/Pädophiler bei seinem Umfeld und den Behörden, sowie der erheblichen und andauernden 
Auswirkungen auf die persönliche Situation (Besuchsrecht, psychische Beeinträchtigung, sozialer 
Rückzug) liege durchaus eine langandauernde und besonders schwere Verletzung der persönlichen 
Verhältnisse vor. Somit unterscheide sich dieser Fall erheblich von einem Normstrafverfahren, 
welches einen Beschuldigten durchschnittlich belastet. Was er über zwei Jahre durchmachen 
musste, sei nicht mehr einfach eine normale psychische Belastung durch ein Strafverfahren und 
müsse nicht einfach so hingenommen werden. Die Verweigerung einer Genugtuung sei somit 
gesetzeswidrig bzw. sprenge den Rahmen des Ermessens. Die Höhe der Genugtuung sei auf 
CHF 5'000.- beziffert worden, werde jedoch in das Ermessen des Gerichts gestellt;

dass gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO die beschuldigte Person, wenn sie ganz oder teilweise 
freigesprochen oder das Verfahren gegen sie eingestellt wird, Anspruch auf Genugtuung für 
besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse hat, insbesondere bei Freiheits-
entzug; 

dass eine Genugtuung regelmässig zuzusprechen ist, wenn sich die beschuldigte Person in Unter-
suchungs- oder Sicherheitshaft befunden hat. Nebst dem Freiheitsentzug können beispielsweise 
eine öffentlich durchgeführte oder in den Medien stark beachtete Verhaftung oder Hausdurchsu-
chung, eine sehr lange Verfahrensdauer, persönlichkeitsverletzende Mitteilungen der Strafbehörden 
an die Medien oder die Auswirkungen der Strafuntersuchung auf familiäre oder professionelle Bezie-
hungen eine schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse verursachen. Hingegen genügt die 
mit jedem Strafverfahren grundsätzlich einhergehende psychische Belastung nicht für die Zuspre-
chung einer Genugtuung. Der Anspruch beurteilt sich materiell-rechtlich nach Art. 28a Abs. 3 ZGB 
und Art. 49 OR. Erforderlich ist zudem, dass die erlittene Persönlichkeitsverletzung mit dem Straf-
verfahren in einem Kausalzusammenhang im Sinne des Haftpflichtrechts steht (BGE 143 IV 339 
E. 3.1; Urteil BGer 6B_1087/2017 vom 18. Januar 2018 E. 1.2 mit Hinweisen). Die objektive Schwe-
re der Verletzung muss die beschuldigte Person als seelische Unbill empfinden. Es obliegt der 
beschuldigten Person, die Umstände vorzubringen, die aufzeigen, dass sie die Verletzung auch 
subjektiv als schwer empfunden hat (vgl. Urteil BGer 6B_928/2014 vom 10. März 2016 E. 5.1, nicht 
publ. in BGE 142 IV 163). Die Festlegung der Genugtuungssumme beruht auf richterlichem 
Ermessen (Urteile BGer 6B_1342/2016 vom 12. Juli 2017 E. 4.2; 6B_53/2013 vom 8. Juli 2013 

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E. 3.2, nicht publ. in BGE 139 IV 243; mit Hinweisen). Das Bundesrecht setzt keinen bestimmten 
Mindestbetrag fest (Urteil BGer 6B_1389/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 3.2 mit Hinweisen);

dass vorab festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer sich nicht wirklich mit der Begründung der 
angefochtenen Verfügung auseinandersetzt, sondern grösstenteils seine (pauschalen) Ausfüh-
rungen vom 24. April 2023 wiederholt; die Frage, ob die Beschwerde damit rechtsgenüglich begrün-
det ist, kann jedoch mit Blick auf die folgenden Erwägungen offenbleiben; 

dass den Akten entnommen werden kann, dass zu Gunsten der drei Kinder des Beschwerdeführers 
im Jahr 2012 eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet wurde (act. 13189, 
13193). Ab 2017-2018 wurden C.________, D.________ und E.________ sodann fremdplatziert, 
wobei den Eltern ein Besuchsrecht an den Wochenenden zugesprochen wurde (u.a. 13062). Die 
Ehe der Eltern wurde im Jahr 2019 geschieden (u.a. act. 13030). Mit dringlichem Antrag vom 
12. November 2020 ersuchte die Beiständin von E.________ um sofortige Einschränkung des 
Besuchsrechts des Beschwerdeführers aufgrund des Verdachts auf sexuelle Handlungen. Die 
Kindsmutter habe namentlich ausgesagt, er habe in der Vergangenheit masturbiert, während er 
E.________ gewickelt habe und er habe sie dabei berührt; ausserdem habe er sich vor dem 
Mädchen befriedigt, als dieses drei oder vier Jahre alt gewesen sei. E.________ habe seit längerer 
Zeit eine wunde Scheide, was kindergynäkologisch abgeklärt werden müsse. Sie sei aktuell das 
einzige Kind, das die Wochenenden beim Vater verbringt (act. 13017). Mit E-Mail vom 11. November 
2020 führte die Kinderpsychologin des Heims F.________ ihrerseits aus, E.________ sei beim 
Kindsvater gefährdet und dürfe nicht mehr allein mit ihm zusammentreffen (act. 13023). Mit 
Entscheid vom 12. November 2020 entzog die Friedensrichterin des Sensebezirks das ordentliche 
Besuchsrecht des Beschwerdeführers zu seiner Tochter superprovisorisch bis auf weiteres und 
räumte ihm gleichzeitig superprovisorisch ein begleitetes Besuchsrecht am Samstagnachmittag ein 
(act. 13018 ff.). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2020 informierte die Friedensrichterin die Staatsan-
waltschaft und ersuchte sie, die Angelegenheit zu prüfen (act. 13016). Nach Anhörung der Kindsel-
tern bestätigte das Friedensgericht am 7. Dezember 2020 das begleitete Besuchsrecht des 
Beschwerdeführers über seine Tochter, wobei es festhielt, dass sich beide Eltern mit einer vorläufi-
gen Weiterführung des begleiteten Besuchsrechts einverstanden erklärt haben (act. 13022 ff.). 
Dieser Entscheid blieb unangefochten. Nach Durchführung des polizeilichen Ermittlungsverfahrens 
eröffnete die Staatsanwaltschaft am 4. März 2021 ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 
(act. 5001). Entgegen dessen Ausführungen geht somit nicht aus den Akten hervor, dass die Staats-
anwaltschaft die Kindesschutzbehörden informierte – und diese postwendend reagierten und das 
Kontaktrecht über zwei Jahre massiv beeinträchtigten –, sondern dass das Besuchsrecht Vater-
Tochter bereits eingeschränkt war, als das Strafverfahren eröffnet wurde, zumindest anfangs sogar 
mit seinem Einverständnis. Somit fehlt es bereits am erforderlichen Kausalzusammenhang zwischen 
der Eröffnung eines Strafverfahrens durch den Staat und der Einschränkung des Besuchsrechts des 
Beschwerdeführers (zum Kausalzusammenhang u.a. Urteil BGer 6B_192/2015 vom 9. September 
2015 E. 1.2 ff., in welchem das Bundesgericht namentlich erwog, es sei nicht ersichtlich, weshalb 
der Staat gestützt auf Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO für das Verhalten der Ehefrau des Beschwerde-
führers im Eheschutzverfahren haften solle). Den Akten kann überdies nicht entnommen werden, 
dass die Besuche Vater-Söhne, welche schon vor der Gefährdungsmeldung vom 12. November 
2020 kaum stattfanden (act. 13016 f.), tangiert wurden;

dass die Staatsanwaltschaft nach Durchführung des polizeilichen Ermittlungsverfahrens am 4. März 
2021 einen Vorführungs- sowie einen Hausdurchsuchungs-, Durchsuchungs- und Beschlagnahme-
befehl erliess (act. 5001 ff.); letzterer wurde am selben Tag, von 06.45 Uhr bis 07.25 Uhr, ausgeführt 
(act. 13291 f.). Um 08.50 Uhr kam es sodann in Anwesenheit seines Anwalts zur ersten Einver-

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nahme des Beschwerdeführers als beschuldigte Person (act. 13311 ff.). Auf die Frage, ob er 
bezüglich der Intervention der Polizei Bemerkungen habe, sagte der Beschwerdeführer aus, er habe 
diese nicht erwartet, die Polizisten seien jedoch höflich und sympathisch gewesen (act. 13312). Dies 
widerspricht seinen Ausführungen im Antrag vom 24. April 2023, wonach das Vorgehen der Polizei 
rüde gewesen sei. Zu Recht wird dieser Vorwurf denn im Beschwerdeverfahren auch nicht mehr 
wiederholt. Anlässlich der Einvernahme vom 4. März 2023, welche um 12.00 Uhr endete, machte 
der Beschwerdeführer keine weiteren Bemerkungen zu den Vorführungs-, Hausdurchsuchungs-, 
Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehlen (act. 13311 ff.). Den Akten kann insbesondere nicht 
entnommen werden, dass die Polizei am besagten Morgen mit Blaulicht vorgefahren wäre oder sich 
sonst irgendwie auffällig verhalten oder Aufsehen erregt hätte. Dies wird auch nicht geltend gemacht. 
Der Beschwerdeführer wurde am 7. Mai 2021 nochmals während etwas mehr als einer Stunde 
polizeilich einvernommen (act. 13396 ff.). Am 27. Oktober 2022 fand sodann eine Konfrontations-
einvernahme vor der Staatsanwaltschaft statt, welche nicht ganz vier Stunden dauerte (act. 3000 
ff.);

dass dem Beschwerdeführer demnach nicht gefolgt werden kann, wenn er ausführen lässt, es liege 
ein Freiheitsentzug von über 7 Stunden (= 1 Tag) vor. Erstreckt sich eine Anhaltung mit anschlies-
sender vorläufiger Festnahme über eine Gesamtdauer von mehr als drei Stunden, stellt dies einen 
Eingriff in die persönliche Freiheit dar und kann Entschädigungsansprüche zur Folge haben. Bei der 
Berechnung dieser Dauer ist die für eine allfällige formelle Einvernahme verwendete Zeit nicht zu 
berücksichtigen. Ausschlaggebend ist einzig die Dauer, während der sich der Betroffene den Be-
hörden zur Verfügung halten muss (BGE 143 IV 339 E. 3). In casu wurde der Beschwerdeführer am 
4. März 2021 rund 2 Stunden nach Beginn der polizeilichen Intervention formell einvernommen (act. 
13291, 13311), so dass kein Eingriff in die persönliche Freiheit vorliegt; 

dass der Beschwerdeführer zwar behauptet, die Festnahme und der Polizeigewahrsam hätten ihn 
traumatisiert, er habe die Belastung kaum mehr ertragen, er sei stigmatisiert worden und habe sich 
zurückgezogen/isoliert, dies jedoch den Akten und insbesondere den Einvernahmeprotokollen nicht 
entnommen werden kann. Er führte auch weder vor der Staatsanwaltschaft noch im Beschwerde-
verfahren aus, dass er beispielsweise einen Arzt/Therapeuten aufsuchen oder sich behandeln res-
pektive helfen lassen musste. Wie bereits erwähnt, obliegt es der beschuldigten Person, die Umstän-
de vorzubringen, die aufzeigen, dass sie die Persönlichkeitsverletzung als schwer empfunden hat. 
Dies ist vorliegend nicht der Fall. Das Strafverfahren hat den Beschwerdeführer jedenfalls nicht 
daran gehindert, eine neue Beziehung einzugehen respektive nochmals zu heiraten und wieder als 
Fussballtrainer aktiv zu sein (act. 3016 i.V.m. act. 13313 f.), was namentlich gegen eine Isolierung 
spricht; 

dass den Akten auch nicht entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer sensibler als eine 
andere Person wäre; zwar wurden bei ihm offenbar leichte bis mittelschwere kognitive Funktions-
beeinträchtigungen bzw. eine deutliche Lernbehinderung, eine subsyndromale narzisstische und 
unreife Persönlichkeitsstörung mit zusätzlichen paranoid querulatorischen Anteilen diagnostiziert 
(act. 9025), inwiefern diese Diagnose für die Zusprechung einer Genugtuung ausschlaggebend sein 
soll, führt der Beschwerdeführer hingegen nicht aus; 

dass das Strafverfahren schliesslich auch nicht überdurchschnittlich lang dauerte; wie die Staats-
anwaltschaft unwidersprochen erwog, war die Einholung verschiedener ärztlicher Berichte sowie 
des aussagepsychologischen Gutachtens notwendig, um die strafrechtlichen Vorwürfe gegen die 
Eltern – gegen B.________ wurde nach Anhörung von C.________ im April 2021 ebenfalls ein Straf-
verfahren wegen sexuellen Handlungen mit Kindern und Pornografie zum Nachteil ihrer drei Kindern 

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eröffnet (act. 5500) – abzuklären; inwiefern eine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorliegen 
soll, wird nicht ansatzweise dargelegt und ist auch nicht ersichtlich; 

dass in einer Gesamtbetrachtung und vor dem Hintergrund der erwähnten Rechtsprechung in der 
Verweigerung einer Genugtuung demnach keine Ermessensverletzung durch die Vorinstanz zu 
erkennen ist, soweit die Vorbringen des Beschwerdeführers überhaupt den Begründungsanforde-
rungen genügen; seine Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist; 

dass nach Art. 428 Abs. 1 StPO die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens tragen. Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.- (Gerichts-
gebühr: CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-) werden daher dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt; 

dass die Strafkammer die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das Beschwerdeverfahren 
festsetzt (Art. 57 Abs. 1 und 2 JR; FZR 2015 73). Vorliegend erscheinen rund 3 Stunden Arbeit für 
die Kenntnisnahme des angefochtenen Teils der Verfügung, der Stellungnahme der Staatsanwalt-
schaft und des vorliegenden Urteils, die Kontakte mit dem Klienten sowie das Verfassen der kurzen 
Beschwerde als angemessen. Unter Berücksichtigung der Auslagen wird die Entschädigung bei 
einem Stundentarif von CHF 180.- pauschal auf CHF 700.- festgesetzt; hinzu kommen 7.7% MwSt., 
d.h. CHF 53.90;

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Die Kammer erkennt: 

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

Ziffer 4 des Dispositivs der Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 9. Mai 2023 wird bestätigt.

II. Die angemessene Entschädigung von Rechtsanwalt Krishna Müller für das Beschwerde-
verfahren wird auf CHF 700.-, zzgl. MwSt. von CHF 53.90, festgesetzt.

III. Die Verfahrenskosten von CHF 1'253.90 (Gebühr: CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-; ange-
messene Entschädigung: CHF 753.90) werden A.________ auferlegt.

A.________ ist verpflichtet, die Entschädigung gemäss Ziffer II zurückzubezahlen, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Die Festsetzung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers kann innert 10 Tagen nach Eröff-
nung dieses Urteils mit Beschwerde am Bundesstrafgericht angefochten werden (Art. 135 Abs. 3 
Bst. b StPO). Das Verfahren ist in den Art. 379 bis 397 StPO (Art. 39 des Bundesgesetzes über die 
Organisation der Strafbehörden des Bundes; SR 173.71) geregelt. Die begründete Beschwerde-
schrift ist beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen. 

Freiburg, 23. Juni 2023/swo

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin