# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 152e9a6e-4d02-58f4-be22-29b05d64ae00
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-05
**Language:** de
**Title:** Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und anschliessend erneuter Verfügung über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
**Docket/Reference:** IV.2013.00226
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00226.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00226
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
5. August 2014
in Sachen
X
.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren
1967,
meldete sich am
1
6.
März 2011
unter Hinweis auf
Angst, Depression, Körperschmerzen und Schlafstörungen als Folge von Mobbing (
Urk.
6/2
Ziff.
6.2)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog unter anderem bei der Pensionskasse der Stadt Zürich vertrauensärztliche Be
richte (
Urk.
6/9/1-14
,
Urk.
6/16/1-10) bei
und führte eine Abklärung der Ver
hält
nisse des Haushalts der Versicherten vor Ort durch (Urk. 6/28/1-8)
. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk 6/32/1-3, Urk. 6/35/1)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2013 (
Urk.
6/45 und
Urk.
6/39 =
Urk.
2) bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
mit Wirkung ab
1.
Dezember 2011 eine Viertelsrente zu.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
5.
Februar 2013 (
Urk.
2) erhob die
Versicherte am
5.
März 201
3
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
sinngemäss
,
es sei
diese auf
zuheben
,
es sei
bei der Invaliditätsbemessung eine Restarbeitsfähigkeit in be
hin
de
rungsangepassten Tätigkeiten von 20
%
zu berücksichtigen und es sei ihr eine einem Invaliditätsgrad von 100
%
entsprechende Rente zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle, die Sache sei in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zu ergänzender Abklä
rung des Sachverhalts und Neubeurteilung an sie zurückzuweisen.
Mit Beschluss vom 2
1.
Juni 2013 (
Urk.
7) wurde der Beschwerdeführerin die Gelegenheit eingeräumt,
um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rück
weisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin
zur ergänzenden Abklärung und der
damit verbundenen möglichen Ab
änderung der angefochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (reformatio in peius) im Doppel Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen
. Die Beschwerdeführerin liess sich dazu nicht ver
nehmen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men)
, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
di
täts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
be
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Februar 2013 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Umfang eines Be
schäftigungsgrades von 80
%
eine Erwerbstä
tigkeit ausgeübt und im restlichen Umfang von 20
%
im Aufgabenbereich des Haushalts tätig gewesen wäre, dass der Beschwerdeführerin seit Dezember 2010 die Ausübung der bisherigen
Tätig
keit als Hauswartin und Reinigungsmitarbeiterin nicht mehr zuzumuten gewe
sen sei,
dass ihr
indes
seit April 2011 die Ausübung einer behinderungsange
passten Tätigkeit und insbesondere der Tätigkeit als Mitarbeiterin eines Kinder
hortes im Umfang eines Arbeitspensums von 45
%
zuzumuten sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass sie vor Eintritt
des Gesund
heitsschadens im Umfang eines Arbeitspensums von 51
%
als Reinigungsmitar
beiterin und im Umfang eines Arbeitspensums von 68 monatlichen Arbeitsstun
den als Hortmitarbeiterin gearbeitet habe. Ab September 2010 sei sie in Bezug auf beide Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig gewesen. Ab 2
8.
Februar 2012 habe sie die Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im Umfang von rund 36 monatli
chen Arbeitsstunden wieder aufgenommen. Im Sommer 2012 habe sie das Ar
beitspensum ihrer zweiten Arbeitsstelle als Hortmitarbeiterin von 9 Stunden in der Woche auf 22 Stunden in der Woche erhöht
. Aus gesundheitlichen Gründen habe sie nach einer Woche das Arbeitspensum jedoch erneut auf 9 Stunden in der Woche reduzieren müssen. Die Qualifikation als Erwerbstätige im Umfang von 80
%
und als im Aufgabenbereich des Haushalts Tätige im Umfang von 20
%
bestreitet die Beschwerdeführerin
hingegen
nicht (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
Y.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erwähnte in ihrem Bericht vom
3.
Oktober 2010 (
Urk.
6/53/17-18 =
Urk.
3/4
), dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer langdauernden und nicht zu verändernden Belastungssituation am Arbeitsplatz vollständig arbeits
unfähig sei. Es handle sich dabei um psychische Folgen eines Mobbings.
In ihrem Bericht vom 2
6.
November 2010 (
Urk.
6/53/17-18
=
Urk.
3/4
) führte
Dr.
Y.___
aus, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren Depression mit Angstsymptomen und körperlichen Schmerzen leide. Die Depression sei durch eine mehrjährige ungünstige Konstellation am Arbeitsplatz ausgelöst worden.
Der Beschwerdeführerin sei eine Wiederaufnahme der Arbeit an dem sie psychisch belastenden Arbeitsplatz nicht mehr zuzumuten. Hingegen werde eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Hortmitarbeiterin beziehungsweise eine Erhöhung des Arbeitspensums als Hortmitarbeiterin empfohlen. Bis Ende des Jahres 2010 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Ab Januar 2011 sei
ihr
die Wiederaufnahme der Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im Umfang von vorerst 3 Stunden täglich, ab Anfang März im bisher geleisteten Umfang zuzumuten.
3.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, diagnostizierte in seinem zuhanden der Pensionskasse der Stadt Zürich verfassten Bericht zur Abklärung der Berufsinvalidität vom
1
9.
Oktober 2010
(
Urk.
6/9/
8
-14) eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom und eine Panikstörung und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin ab Anfang 2010 unter zunehmenden Problemen an ihrem Arbeitsplatz als Hauswar
tin/Rei
ni
gungsmitarbeiterin gelitten habe.
Wegen ihrer Ängste habe sie ihr Wohnhaus nicht mehr verlassen können (
Urk.
6/9/9).
Ab 2
5.
August 2010 (
Urk. 6/9/8
)
während drei bis sechs Monaten (
Urk.
6/9/14) habe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bestanden.
In seinem Bericht vom
4.
April 2011 (
Urk.
6/9/1-7) stellte
Dr.
Z.___
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 2
5.
August 2010 bis auf weiteres fest (Urk. 6/9/13)
und erwähnte, dass die diagnostischen Kriterien einer depressiven Episode und einer Panikstörung erfüllt seien. Nach einer vorübergehenden Bes
serung im November 2010 sei es durch die eingenommenen Psychopharmaka zu einer starken Gewichtszunahme gekommen, weshalb die Medikation reduziert worden sei. Infolgedessen sei es zu einem Rückfall in die alte Symptomatik gekommen. Gegenwärtig könne die Beschwerdeführerin
während drei Tagen in der Woche
während
je drei Stunden am Tag die Tätigkeit als Hortmitarbeiterin ausüben, da sie sich bei dieser Arbeit angenommen und verstanden fühle.
Die Beschwerdeführerin werde noch für eine längere Zeit im Umfang von 100
%
arbeitsunfähig sein, wobei die gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit als Hortmitar
beiterin einen Arbeitsversuch darstelle.
Für die Zukunft sei ein Arbeitspensum von 50
%
als Hort
mitarbeiterin anzustreben, weshalb auf Dauer von einer Inva
lidität in diesem Umfang auszugehen sei. Als „entwurzelter
Mensch
“,
der
unter Fremdenfeindlichkeit gelitten habe, werde sie immer wieder an ihre Grenzen kommen (
Urk.
6/9/3).
3.3
Mit Bericht vom 1
9.
April 2011 (
Urk.
6/14/5-9) stellte
Dr.
Y.___
die fol
genden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende Depression mit somatischem Syndrom, aktuell mittelgra
dige depressive Episode, seit Sommer 2010
-
Panikattacken, seit Sommer 2010
-
Fibromyalgie
Während der Beschwerdeführerin die Wiederaufnahme der Tätigkeit als Reini
gungsmitarbeiterin nicht mehr zuzumuten sei,
sei davon auszugehen, dass
sie
in Zukunft allenfalls das Arbeitspensum der
Tätigkeit als Hortmitarbeiterin auf 15 Stunden in der Woche
werde
erhöhen
können
. Wegen der Schmerzsymptomatik könne
sie
im Haushalt nur noch leichte Tätigkeiten ausüben (
Ziff.
1.4).
3.4
Dr.
Z.___
stellte in seinem Bericht vom
9.
Juli 2011 (
Urk.
6/16/1-10) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
A1):
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Panikstörung
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Ganzkörperschmerzen im Sinne einer Fibromyalgie ohne eindeutige orga
nische Ursachen
Er
führte aus, dass sich der gesundheitliche Zustand seit der letzten Unter
suchung vom
4.
April 2011 leicht stabilisiert habe. Die Beschwerdeführerin habe jetzt Freude an ihrer Tätigkeit als Hortmitarbeiterin und möchte in Zukunft ihr Arbeitspensum erhöhen. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Hausabwartin sei aus medizinischen Gründen nicht möglich.
Die Beschwerdeführerin leide weiterhin unter
depressive
n
Einbrüche
n
und panikartige
n
Flashbacks und werde über einen längeren Zeitraum weiterhin
der
psychotherapeutischen und medi
kamentösen Behandlung bedürfen
(
Ziff.
A3.3).
3.5
Mit Bericht vom 1
1.
März 2012
(
Urk.
6/20/5-6)
diagnostizierte
Dr.
Y.___
eine rezidivierende Depression, mittelgradige Episode, und erwähnte, dass sich die Panikstörung zurückgebildet habe, und dass sich die körperlichen Schmer
zen gebessert hätten. Die Fähigkeit affektiv zu schwingen sei immer noch ein
geschränkt. Die Ausübung der angepassten Tätigkeit als Hortmitarbeiterin sei ihr im bisher ausgeübten Umfang von 9 bis 16 Stunden in der Woche zuzumu
ten
, was
einer Arbeitsfähigkeit im Umfang eines
Arbeitspensums von höchstens 45
%
entspreche.
3.6
Die Ärztin des Regionalen ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (RAD),
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in ihrer Stellungnahme vom 2
3.
März 2012 (
Urk.
6/30/5) fest, dass ge
stützt auf die Akten und insbesondere den Bericht von
Dr.
Y.___
vom 1
1.
März 2012 davon auszugehen sei, dass ab dem
1.
Dezember 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungs
mitar
beiterin, und ab 2
0.
April 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 9 Stunden in der Woche in der bisherigen Tätigkeit als Hortmitarbeiterin bestanden habe. Gemäss dem Bericht von
Dr.
Y.___
vom 1
0.
Oktober 2011 sei ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 45
%
in der angepassten Tätigkeit als Hortmitar
beiterin auszugehen. Von einer Erhöhung sei auf Grund einer deutlich vermin
derten Stresstoleranz und einer Symptomexazerbation bei einer erhöhten Stressexposition in naher Zukunft krankheitsbedingt nicht auszugehen.
3.7
In ihrem
Bericht vom
1.
September 2012
(
Urk.
6/34/3)
erwähnte
Dr.
Y.___
, dass
ein
Arbeitsversuch mit Erhöhung des Arbeitspensum
s
als Hortmitarbeiterin auf 4.5 Stunden im Tag während 5 Tagen in der Woche wegen einer deutlichen Zunahme der depressiven Symptomatik habe abgebrochen werden müssen
. Der Beschwerdeführerin sei die Ausübung einer behinderungsangepassten, körper
lich leichten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 9 Stunden in der Woche zuzumuten. Dies entspreche einer Arbeitsfähigkeit von 20
%
.
3.8
RAD-Ärztin
Dr.
med.
B.___
, praktische Ärztin, stellte in ihrer Stellung
nahme vom 1
5.
Januar 2013 (Urk 6/38/2) fest, dass aus versicherungsmedizini
scher Sicht angezeigt sei, auf eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 45
%
abzustellen, da die Beschwerdeführerin gemäss der Beurteilung durch
Dr.
Y.___
als Hortmitarbeiterin teilweise mehr als vier Stunden im Tag arbeite, und da an manchen Tagen mangels genügender Arbeit die Stundenzahl nicht ausgeschöpft werden könne.
3.9
Mit Stellungnahme vom
3.
März 2013 (
Urk.
6/53/21-22
=
Urk.
3/7
) führte
Dr.
Y.___
aus, dass die tatsächliche maximale Erwerbstätigkeit der Be
schwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bei 9 Stunden in der Woche liege. Dies entspreche bei einer Arbeitszeit von 44 Stunden in der Woche einem Beschäftigungsgrad von gut 20
%
.
Sie habe der Beschwerdefüh
rerin bisher Arbeitsfähigkeitszeugnisse für eine Arbeitsunfähigkeit von 45
%
ausgestellt. Diese Arbeitsunfähigkeit habe sich jedoch auf die früheren täglichen Einsätze als Hortmitarbeiterin von 3 bis 4 Stunden während 5 Tage
n
in der Woche bezogen.
4.
4.1
In Würdigung der obenerwähnten medizinischen Akten steht fest, dass die behan
delnde Psychiaterin der Beschwerdeführerin,
Dr.
Y.___
, in ihrem Bericht
vom 2
6.
November 2010 (
vorstehende E.
3.1
) der Beschwerdeführerin
ab Januar 2011
die Wiederaufnahme der Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im Umfan
g von vorerst 3 Stunden täglich und
ab Anfang März im bisher geleisteten Umfang
zumuten wollte
.
Am 1
9.
April 2011 stellte
Dr.
Y.___
fest, dass die
Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Hortmitarbeiterin in Zukunft allenfalls
im Umfang eines Arbeitspensums von
15 Stunden in der Woche
ausüben könne (vorstehende E.
3.3
). Damit übereinstimmend attestierte
Dr.
Y.___
der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht
vom 1
1.
März 2012 (
vorstehende E.
3.5
)
eine Arbeitsfähigkeit in der
angepassten Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im bisher ausgeübten Umfang von 9 bis 16 Stunden in der Woche, was einem Arbeits
pensums von höchstens 45
%
entspreche.
Demgegenüber stellte
Dr.
Y.___
am
1.
September 2012 (
vorstehende E.
3/7
)
und am
3.
März 2013 (vorstehende E.
3/9
) eine Arbeitsfähigkeit in
behinderungsan
gepassten, körperlich leichten Tätigkeit
en
im Umfang eines Arbeitspensums von 9 Stunden in der W
oche
fest
, was
e
iner Arbeitsfähigkeit von 20
% entspreche.
Davon abweichend
stellte
Dr.
Z.___
in seinem Bericht vom
4.
April 2011 (vorstehende E.
3.2
)
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
fest
und
ging
davon aus, dass die gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im Umfang
von 9 Stunden in der Woche einen Arbeitsversuch darstelle, dass
die Beschwer
deführerin in Zukunft jedoch die Tätigkeit als Hortmitarbeiterin im Umfang eines
Arbeitspensum
s
von 50
%
werde ausüben können.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom
1
5.
Februar 2013
(
Urk.
2)
auf
die Beurteilungen durch die RAD-Ärztin
Dr.
A.___
vom 2
2.
März 2012 (vorstehende E.
3.6
) und diejenige durch die RAD-Ärztin
Dr.
B.___
vom  1
5.
Januar 2013 (vorstehende E.
3.9
).
4.3
4.3.1
Im Verfahren vor den kantonalen Versicherungsgerichten gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (
Art.
61 lit. c ATSG), das heisst umfassende und pflichtgemässe Würdigung der Beweise ohne Bindung an förmliche Beweis
re
geln. Alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, sind ob
jek
tiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Anspruchs gestatten. Bei einander widersprechenden medizinischen Berichten im Besonderen ist das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, weshalb auf die eine und nicht auf die andere (fach-)ärztliche Beurteilung abzustellen ist (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; Urteile des Bundesgerichts 9C_492/2012 vom 2
5.
September 2012 E. 5.1 und 9C_629/2009 vom
4.
Juni 2010 E. 4.1).
4.3.2
Nach
Art.
49 IVV beurteilen
die RAD
die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). Die
RAD
können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2).
Sofern die RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen
(vorstehende E.
1.5
)
, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen (Urteil
des Bundes
gerichts
I 142/07 vom 2
0.
November 2007 E. 3.2.3),
können
sie einen vergleich
baren Beweiswert wie ein Gutachten (
Urteile des Bundesgerichts 9C_204/2009 E. 3.3.2 [nicht publ. in: BGE 135 V 254] und Urteil 9C_492/2012 vom 2
5.
September 2012 E. 5.1.2)
.
4.3.3
Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner medizini
scher Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu (BGE 135 V 465 E. 4.4).
4.3.4
Bei
Entscheiden gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne ärztliche Beur
teilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen,
sind
nach der Rechtsprechung
strenge Anforderungen
an die Beweiswürdigung
zu stellen: Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4;
Urteil 8C_800/2011 vom 3
1.
Januar 2012 E. 2).
4.4
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
stützten sich in ihren Stellungnahmen ausschliesslich auf die Beurteilung durch
Dr.
Y.___
, welche in ihrem Bericht vom 1
0.
Oktober 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 45
%
in der angepassten Tätigkeit als Hortmitarbeiterin feststellte.
Mit Bericht vom
1.
September 2012 und mit Stellungnahme vom
3.
März 2013
präzisierte beziehungsweise relativierte
Dr.
Y.___
indes
ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vom 1
0.
Oktober 2011
und
führte aus
, dass sich die festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 45
%
auf das von der Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübte Arbeitspensum als
Hortmitarbeiterin
im Umfang
von 3 bis 4 Stunden während 5
Tage
n
in der Woche
beziehe, was
einem
tatsächlichen
Beschäftigungsgrad von
20 % entspreche.
Unter diesen Umständen vermögen die Arbeitsfähigkeits
beur
teilungen durch
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
nicht zu überzeugen. Die Beur
teilun
gen durch
Dr.
Y.___
vom
1.
September 2012 und vom
3.
März 2013 sind geeignet, die lediglich gestützt auf die Akten erfolgten Arbeitsfähigkeitsbe
ur
teilungen durch
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
in Zweifel zu ziehen. Aus diesem Grunde kann auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch die Ärzte des RAD nicht abschliessend abgestellt werden.
4.5
Auch die Beurteilungen durch
Dr.
Y.___
vermögen vorliegend
indes
nicht
vollumfänglich zu überzeugen. Denn insofern
Dr.
Y.___
einerseits in ihrer Beurteilung vom
1
1.
März 2012 (
Urk.
6/20/5-6) eine Arbeitsfähigkeit als Hort
mitarbeiterin im Umfang von 9 bis 16 Stunden in der Woche beziehungsweise von 45
%
feststellte, und andererseits am
1.
September 2012 eine solche im Umfang von 9 Stunden in der Woche beziehungsweise von 20 % feststellte und dazu am
3.
März 2013 ausführte, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 9 Stunden in der Woche einer
Arbeitsunfähigkeit von
20
%
beziehungsweise einer solchen
von 45
%
,
bezogen auf das vor Eintritt des Gesundheitsschadens von der Be
schwerdeführerin als
Hortmitarbeiterin
ausgeübte Arbeitspensum
, entspreche
, scheint ihre Beurteilung nicht frei von Widersprüchen zu sein und erscheint
deshalb
nicht als schlüssig.
A
uf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
Dr.
Y.___
kann daher mangels einer nachvollziehbaren Begründung
nicht abgestellt werden.
Des Weiteren
gilt es in Bezug auf
Dr.
Y.___
die Erfah
rungstatsache zu berücksichtigen, dass
Hausärzte und
behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung mitunter eher zu
gunsten ihrer Patienten aussagen d
ürften (BGE 125 V 353 E. 3b/cc), weshalb auch aus
diesem Grunde
auf die
Beurteilungen
durch
Dr.
Y.___
nicht abgestellt werden
kann
.
4.6
Des Gleichen kann auf die Beurteilungen durch
Dr.
Z.___
nicht abgestellt werden. Denn insofern dieser in seinem Bericht vom
4.
April 2011 die von der Beschwerdeführerin tatsächlich ausgeübte Tätigkeit als Hortmitarbeiterin als
einen
Arbeitsversuch qualifizierte und eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
pos
tulierte, vermag seine Beurteilung nicht zu überzeugen. Mangels einer nachvoll
ziehbaren Begründung kann auf die
Arbeitsfähigkeitsb
eurteilung durch
Dr.
Z.___
daher nicht abgestellt werden.
4.7
Auf Grund der unvollständigen medizinischen Aktenlage lässt sich somit der Umfang der hypothetischen Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in zumut
baren behinderungsangepassten Tätigkeiten nicht mit der notwendigen Klarheit und insbesondere nicht mit dem massgebenden Beweisgrade der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermessen.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän
zung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen).
5.2
Vorliegend ist die Frage nach dem Umfang der hypo
thetischen Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin
in zumutbaren behinderungsange
passten Tätigkeiten bisher vollständig ungeklärt geblieben, weshalb die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen ist, damit sie den Sachverhalt in Bezug auf
den Um
fang
der hyp
othetischen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in zumut
baren behinderungsange
passten Tätigkeiten
sowie in Bezug auf
den Umfang der
Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin
im Haushalt
aus psychi
schen Gründen ergänzend abkläre
.
Die Beschwerdegegnerin wird
dabei sinnvollerweise
eine psychiatrische und
eventuell zusätzlich eine rheumatologische
Begutachtung
der
Be
schwerdeführerin
veranlassen
und anschliessend über
deren
Rentenan
spruch neu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
4
00.-- festzusetzen und der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen,
dass
die Verfügung der
Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 1
5.
Februar 2014 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolg
ten Abklärungen im
Sinne der Erwägungen
, neu verfüge
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
4
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannVolz