# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58b6aac9-1eeb-5b8b-93eb-ab708ff2a1d8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.10.2025 200 2025 376
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-376_2025-10-20.pdf

## Full Text

UV 200 2025 376 
FRC/NUS/SSM

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Oktober 2025

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Isliker, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Nussbaumer

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva  
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 23. Mai 2025

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Oktober 2025, UV 200 2025 376

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Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Suva obligatorisch 
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 
4. Juli 2023 bei der Arbeit auf der ... stolperte und auf die rechte Schulter 
fiel (Akten der Suva [act. II] 1). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, 
gewährte Heilbehandlungen und richtete Taggelder aus (act. II 9). Nach-
dem am 19. September 2023 (act. II 31) ein Kostengutsprachegesuch für 
eine Schulterarthroskopie gestellt worden war, teilte die Suva mit Schreiben 
vom 21. September 2023 (act. II 36) mit, aufgrund der geplanten Operation 
überprüfe sie ihre Leistungspflicht sowie den Anspruch auf weitere Leistun-
gen und stelle die Versicherungsleistungen vorsorglich per 22. September 
2023 ein. Daraufhin holte sie bei dipl. Arzt B.________, Facharzt für Chir-
urgie, Suva Versicherungsmedizin Mitte, eine Aktenbeurteilung vom 1. No-
vember 2023 (act. II 45) ein und stellte mit Verfügung vom 3. November 
2023 (act. II 50) die Leistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
4. Juli 2023 per 4. Oktober 2023 ein. Dagegen erhob der Versicherte am 
18. November 2023 Einsprache (act. II 60). Am 23. Januar 2024 (act. II 69) 
teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Verfügung (act. II 50) 
zurückgezogen werde und die gesetzlichen Versicherungsleistungen er-
bracht würden. Die Suva tätigte in der Folge weitere medizinische Ab-
klärungen und holte beim Versicherungsmediziner dipl. Arzt B.________ 
Aktenbeurteilungen vom 1. März (act. II 81) und vom 4. April 2024 
(act. II 83) ein. Gestützt darauf stellte sie mit Verfügung vom 13. Mai 2024 
(act. II 90) die Leistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. Juli 
2023 per 14. Mai 2024 ein und lehnte einen Anspruch auf weitere Versiche-
rungsleistungen ab. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache 
(act. II 91) wies die Suva (nachfolgend Beschwerdegegnerin) mit Einspra-
cheentscheid vom 23. Mai 2025 (act. II 94) ab.

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B.

Mit Eingaben vom 11. und vom 17. Juni 2025 (vgl. dazu die prozessleiten-
de Verfügung vom 11. Juni 2025) erhob der Beschwerdeführer Beschwer-
de gegen den Einspracheentscheid vom 23. Mai 2025 (act. II 94) und bean-
tragte sinngemäss, die Beschwerdegegnerin habe weitere Versicherungs-
leistungen auszurichten und für die Kosten möglicher Spätfolgen aufzu-
kommen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 
2025 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 23. Mai 
2025 (act. II 94). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerde-

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führers auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den 
14. Mai 2024 hinaus und dabei insbesondere, ob die geklagten Beschwer-
den noch als kausal zum Ereignis vom 4. Juli 2023 zu qualifizieren sind.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]) sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hangs zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

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dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 
SVR 2023 UV Nr. 39 S. 139, 8C_305/2022 E. 3.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 120, 8C_537/2009 
E. 5.1).

2.3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 150 V 188 E. 4.2 S. 191).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 150 V 188 E. 4.2 S. 192, 146 V 51 E. 5.1 
S. 56).

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2.4 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 149 V 
218 E. 5.2 S. 220).

2.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 
bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (Urteil des 
Bundesgerichts [BGer] 8C_824/2018 vom 26. März 2019 E. 3.2). Insbe-
sondere ist der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. des-
sen Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachperso-
nen zu führen (SVR 2023 UV Nr. 20 S. 63, 8C_410/2022 E. 4.2).

3.

3.1 Aufgrund der Akten (act. II 1) erstellt und von den Parteien zu Recht 
unbestritten erfüllt das Ereignis vom 4. Juli 2023 (Stolpersturz) die Anforde-
rungen an den Unfallbegriff (vgl. E. 2.2 hiervor).

3.2 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.2.1 Dem Konsultationsbericht von Dr. med. C.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 5. September 2011 (act. II 73/2 f.) kann folgende Diagnose entnom-
men werden:

 Ruptur in Kontinuität der ventralen Supraspinatussehne bei grossem 
Lipom in der Supraclaviculärgrube und unklare isolierte Atrophie Gouta-
lier Grad III bis IV des Teres minor rechte Schulter dominant

Anamnestisch sei der Beschwerdeführer im Jahr 2004 auf die rechte Schul-
ter gestürzt und nach physiotherapeutischer Behandlung wieder beschwer-
defrei geworden. Seit Frühling 2011 seien die Schmerzen ohne erneutes 
Trauma wieder aufgetreten. Die Supraspinatussehnenproblematik dürfte für 
die Symptome hauptverantwortlich sein. Ein Zusammenhang mit dem Un-
fall aus dem Jahr 2004 sei wahrscheinlich. Äusserst atypisch sei aber die 
isolierte Atrophie der Teres minor Muskulatur. Der Nervus axillaris sei kli-

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nisch intakt, somit müsste postuliert werden, das Lipom drücke auf den 
Muskelast des Teres minor. Versicherungstechnisch wäre die Supraspina-
tussehnenproblematik unfallbedingt, die Lipomproblematik krankheitsbe-
dingt.

Aus dem Konsultationsbericht von Dr. med. C.________ vom 29. Oktober 
2014 (act. II 78/2) geht hervor, dass sich in der Verlaufs-MRI-Untersuchung 
vom 27. Oktober 2014 (act. II 19) im Vergleich zur Voruntersuchung vor 
einem Jahr (vgl. act. II 76/2) keine Zunahme des Lipoms zeige und auch 
die Ruptur der Supraspinatussehne sei unverändert. Die Verlaufs-MRI-
Untersuchungen könnten seiner Ansicht nach abgeschlossen werden.

3.2.2 Im Austrittsbericht des Notfallzentrums der Klinik D.________ vom 
4. Juli 2023 (act. II 12/3 f.) werden folgende Diagnosen festgehalten:

 Verdacht auf Läsion der Rotatorenmanschette nach Sturz am 4. Juli 
2023

 Lipom Schulter rechts
 Kontusion Dig. 1 Hand links

Der Beschwerdeführer habe sich notfallmässig nach einem Stolpersturz auf 
die rechte Schulter sowie die linke Hand vorgestellt. Konventionell-
radiologisch (vgl. act. II 26) sei eine Fraktur ausgeschlossen worden. Bei 
einem verringerten humeroacromialen Abstand sei eine Supraspinatusseh-
nenläsion, bei bereits stark ausgedünnten Sehnenanteilen im MRI 2014, 
wahrscheinlich. Klinisch zeige sich ebenfalls der Verdacht auf eine Läsion 
des Infraspinatus. 

3.2.3 Aus dem Konsultationsbericht von Dr. med. E.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 13. Juli 2023 (act. II 23/2 f.) gehen folgende Diagnosen hervor:

 Cuff-tear-Arthropathie Schulter rechts
 Läsion der Supraspinatus-, Infraspinatus- und Subscapularissehne mit 

Luxation der langen Bizepssehne

Beim Beschwerdeführer liege eine seit Jahren bekannte Rotatorenman-
schettenläsion vor, welche konservativ behandelt worden sei. Die ausge-
dehnte Läsion der Rotatorenmanschette sei in Folge des Sturzes vom 
4. Juli 2023 dekompensiert. Eine Rekonstruktion der Rotatorenmanschette 

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sei nicht mehr möglich und er empfehle eine schulterprothetische Ersatz-
plastik (inverse Schulterprothese).

Dem Konsultationsbericht von Dr. med. E.________ vom 5. September 
2023 (act. II 40/2 f.) kann entnommen werden, dass durch die physiothera-
peutische Behandlung eine leichte Besserung der Beweglichkeit erreicht 
worden sei. Es bestehe aber weiterhin eine Einschränkung in der aktiven 
Mobilität. Er habe mit dem Beschwerdeführer verschiedene Optionen be-
sprochen. Sollten die Schmerzen anhalten, sei eine Arthroskopie mit Teno-
tomie der Bizepssehne in Betracht zu ziehen. Die Implantation einer inver-
sen Schulterprothese sei erst in einem letzten Schritt zu prüfen. Der Be-
schwerdeführer werde seine Arbeit per 11. September 2023 wieder zu 
100 % aufnehmen.

3.2.4 In der Kurzbeurteilung vom 1. März 2024 (act. II 81) führte der Su-
va-Versicherungsmediziner dipl. Arzt B.________ aus, die am 13. Juli 2023 
(act. II 23/2 f.) von Dr. med. E.________ diagnostizierte Cuff-tear-
Arthropathie der rechten Schulter sei ein schwerer sekundärer degenerati-
ver Folgezustand nach der bereits im Jahr 2011 und 2013 diagnostisch 
weiter abgeklärten Ruptur der ventralen Supraspinatussehne bei einem 
grossen Lipom in der Supraclaviculärgrube, das auf den Nervus suprasca-
pularis drücke und somit zu einer schon damals feststellbaren krankheits-
bedingten isolierten Atrophie Goutalier Grad III bis IV des Musculus teres 
minor geführt habe. Dieser bekannte Vorzustand sei durch das Ereignis 
vom 4. Juli 2023 vorübergehend aktiviert worden und der Status quo sine 
sei innert zehn bis zwölf Wochen zu erwarten.

Der ärztlichen Beurteilung des Versicherungsmediziners dipl. Arzt 
B.________ vom 4. April 2024 (act. II 83) kann entnommen werden, dass 
in den MRI-Untersuchungen aus den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 
oberhalb der Supraspinatussehne ein Lipom auffalle, welches bereits im 
Jahr 2011 zu einer Atrophie des Musculus teres minor geführt habe. Zu 
diesem Zeitpunkt sei die aktive Schultergelenksbeweglichkeit rechts bereits 
stark eingeschränkt gewesen und habe durch physiotherapeutische Mass-
nahmen auf einem gewissen Niveau stabilisiert werden können. Bereits in 
diesen Jahren sei die Indikationsstellung für die Implantation einer inversen 
Schulterprothese gestellt worden, die jedoch vom Beschwerdeführer nicht 

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gewünscht worden sei. In der MRI-Untersuchung vom 7. Juli 2023 
(act. II 18) würden sich keine Hinweise auf den nur drei Tage vorher statt-
gehabten Sturz finden. Das Ereignis vom 4. Juli 2023 habe den bereits 
erwähnten Vorzustand vorübergehend aktiviert und der Status quo sine sei 
spätestens innert zwölf Wochen (drei Monaten) erreicht worden. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 
S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Die Kreisärzte wie auch die Fachärzte des 
Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin der Suva sind nach ihrer Funk-
tion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da 
sie ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und 
Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, 

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verfügen sie über besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse 
und Erfahrungen. Dies gilt unabhängig von ihrem ursprünglich erworbenen 
Facharzttitel (Urteil des BGer 8C_471/2024 vom 13. Februar 2025 
E. 6.3.3). Im Verhältnis zu den Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spe-
zialärztliche Stellung zu, wobei diese neben überwachenden und korrigie-
renden auch beratende Funktionen umfasst (SVR 2009 UV Nr. 9 S. 35, 
8C_510/2007, E. 7.5.4).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 133, 9C_651/2019 E. 4.3). Zudem 
kann insbesondere (auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktengutach-
tens erörtert werden (Urteil des BGer 8C_383/2011 vom 9. November 2011 
E. 4.2).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 23. Mai 2025 (act. II 94) massgeblich auf die Aktenbeur-
teilungen ihres Versicherungsmediziners dipl. Arzt B.________ (act. II 81, 
83) gestützt. Diese erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.3 hiervor) und überzeugen, weshalb darauf abzustellen ist. Der 
Versicherungsmediziner dipl. Arzt B.________ hat sich einlässlich mit 
sämtlichen medizinischen Unterlagen sowie den klinischen und bildgebend 
festgestellten Befunden (act. II 18, 19 f., Röntgenuntersuchung vom 4. Juli 
2023 [act. II 20], Arthro-MRI vom 2. September 2013 [act. II 79/3 f.]) aus-
einandergesetzt und schlüssig und einleuchtend dargelegt, dass der Status 
quo sine spätestens per 14. Mai 2024 erreicht war. Dass im Rahmen der 
Aktenbeurteilungen des Suva-Arztes dipl. Arzt B.________ keine Explorati-
on des Beschwerdeführers durchgeführt wurde, schadet nicht, zumal es 
sich um eine Kausalitätsbeurteilung bei feststehendem Sachverhalt resp. 
lückenlosem Befund handelt (vgl. E. 3.3 hiervor). 

Vorliegend ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer seit mindestens 2011 
ein erheblicher Vorzustand in Form einer Supraspinatussehnenruptur sowie 
eines grossen, von Dr. med. C.________ als krankheitsbedingt bezeichne-

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ten, Lipoms in der Supraclaviculärgrube vorliegt (act. II 73/2 f.). Diese Pa-
thologie wurde über Jahre hinweg durch Dr. med. C.________ konservativ 
behandelt und es wurden jeweils MRI-Verlaufsuntersuchungen durchge-
führt (act. II 19 f., 73/2 f., Berichte von Dr. med. C.________ vom 20. Sep-
tember 2011 [act. II 74/2], 18. Januar 2012 [act. II 75/2], 4. September 2013 
[act. II 76/2] und vom 2. Oktober 2013 [act. II 77/2], 78/2, 79/3 f.). Das 
oberhalb der Supraspinatussehne gelegene Lipom hat nach Einschätzung 
des Versicherungsmediziners dipl. Arzt B.________ wahrscheinlich lokale 
Nervenäste abgedrückt und damit bereits im Jahr 2011 zu einer krank-
heitsbedingten Atrophie des Musculus teres minor geführt (act. II 83). Dies 
wurde im Übrigen auch von Dr. med. C.________ so beurteilt, ging dieser 
doch ebenfalls von einer Kompression des Muskelastes des Teres minor 
durch das Lipom aus (act. II 73/2 f.). Die in diesem Gebiet gelegene Rota-
torenmanschette zeigte sich denn auch bereits in der MRI-Untersuchung 
vom 27. Oktober 2014 (act. II 19 f.) massiv ausgedünnt, d.h. vorgeschädigt, 
und partial rupturiert (act. II 83). Die von Dr. med. E.________ gestellte 
Diagnose einer Cuff-tear-Arthropathie (act. II 23/2 f.) bezeichnet degenera-
tive Veränderungen der Schulter, die sekundär im Rahmen einer chroni-
schen Läsion der Rotatorenmanschette entstehen (<htt-
ps://flexikon.doccheck.com/de/Cuff-Arthropathie>). Im Unterschied zum 
Suva-Arzt dipl. Arzt B.________ (act. II 81) führt Dr. med. E.________ die-
se Diagnose auf ein initiales Trauma mehrere Jahre vor dem hier in Frage 
stehenden Unfall zurück (act. II 59/2 f.). Auch Dr. med. C.________ 
(act. II 73/2 f.) sah die im Jahr 2011 festgestellten Befunde im Zusammen-
hang mit einem anamnestisch erhobenen Unfall aus dem Jahr 2004. Die 
Beschwerdegegnerin weist jedoch darauf hin, dass bei ihr kein weiteres 
Unfallereignis des Beschwerdeführers verzeichnet ist (Beschwerdeantwort 
S. 3 f. Ziff. 5.3), womit sie auch zu Recht auf die Prüfung eines Rückfalles 
verzichtet hat. Überdies lässt die medizinische Verwendung des Begriffs 
"Trauma" aus rechtlicher Sicht keine Rückschlüsse auf einen allfälligen 
natürlich-kausalen Zusammenhang zu (Urteil des BGer 8C_241/2020 vom 
29. Mai 2020 E. 6.1). 

Gegenüber der Voruntersuchung vom 27. Oktober 2014 (act. II 19 f.) ergab 
die Beurteilung des drei Tage nach dem Ereignis angefertigten MRI vom 
7. Juli 2023 (act. II 18) eine deutliche Befundverschlechterung. So fand sich 

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ein Humeruskopfhochstand bei vollständiger Ruptur und Retraktion der 
Supraspinatussehne und eine ausgedehnte Partialruptur der kranialen An-
teile der Musculi subscapularis und infraspinatus. Zudem zeigten sich eine 
ventrale Subluxation der langen Bizepssehne sowie leichte degenerative 
AC-Gelenksveränderungen. Es fanden sich jedoch weder Hinweise für ei-
nen erheblichen mechanischen Impact auf diese Region, wie beispielswei-
se ein Hämatom oder ein Bone bruise, noch ein frischer unfallkausaler 
struktureller Schaden (act. II 83). Anlässlich der Untersuchung im Notfall 
der Klinik D.________ vom 4. Juli 2023 (act. II 12/3 f.) wurden zudem auch 
keine äusserlichen Zeichen eines heftigen Anpralls, wie z.B. ein Hämatom, 
Schürfungen o.ä., dokumentiert. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, 
dass der seit mindestens 2011 aktenkundige erhebliche Vorzustand der 
rechten Schulter durch das Ereignis vom 4. Juli 2023 lediglich vorüberge-
hend verschlimmert wurde (act. II 81). Die diagnostizierte Cuff-tear-
Arthropathie ist somit – entgegen den Ausführungen des behandelnden 
Arztes Dr. med. E.________ (act. II 59/2 f.) – überwiegend wahrscheinlich 
auf den degenerativen Vorzustand und nicht auf das Ereignis vom 4. Juli 
2023 zurückzuführen (act. II 81). Wie der Versicherungsmediziner dipl. Arzt 
B.________ ausführlich und nachvollziehbar begründet, hat der Sturz zu 
keinerlei objektivierbaren strukturellen Befunden geführt, womit keine durch 
den Unfall begründete richtunggebende Verschlimmerung erstellt ist und 
folglich im Lichte der Rechtsprechung auch der vom Suva-Arzt dipl. Arzt 
B.________ festgesetzte Status quo sine überzeugt (Urteil des BGer 
8C_7/2022 vom 22. April 2022 E. 5.2). 

Die beschwerdeweise vorgebrachten Argumente vermögen an diesen 
Schlussfolgerungen nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer bringt vor, er 
sei bis zum Unfallereignis topfit und bei vollen Kräften gewesen. Mithin 
stützt er sich für seine Argumentation auf den beweisrechtlich unzulässigen 
Grundsatz "post hoc, ergo propter hoc", nach dessen Bedeutung eine ge-
sundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, 
wenn sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 149 V 218 E. 5.6 S. 223, 119 V 
335 E. 2b bb S. 341, SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154, 8C_672/2020 E. 4.2). 
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (Punkt zwei unter "Be-
gründung") setzte sich der Versicherungsmediziner dipl. Arzt B.________ 
einlässlich mit den gesamten medizinischen Akten auseinander und zog 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Oktober 2025, UV 200 2025 376

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dabei auch die von Dr. med. C.________ in den Jahren 2011 bis 2014 do-
kumentierten Befunde in seine Beurteilung mit ein. Zu den vom Beschwer-
deführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen (Akten des 
Beschwerdeführers [act. I] 1-12, 14-18) ist anzumerken, dass es sich dabei 
um solche handelt, welche bereits im vorhergehenden Verwaltungsverfah-
ren vorgelegen haben. Der Suva-Versicherungsmediziner dipl. Arzt 
B.________ hat diese in seine Beurteilung vom 4. April 2024 (act. II 83) 
einfliessen lassen und gewürdigt. Dem Schreiben der Klinik D.________ 
vom 19. September 2023 (act. I 13) können keine für die vorliegende Frage 
nach dem natürlichen Kausalzusammenhang relevanten Feststellungen 
entnommen werden, handelt es sich doch einzig um ein Informations-
schreiben für die für den 27. September 2023 geplante und vom Be-
schwerdeführer aufgrund der vorsorglichen Leistungseinstellung der Be-
schwerdegegnerin (act. II 36) abgesagte Operation. Es liegen somit weder 
medizinische Berichte vor noch legt der Beschwerdeführer solche ins 
Recht, aufgrund derer ein Kausalzusammenhang zwischen den über den 
Fallabschluss hinaus geltend gemachten Beschwerden und dem Unfaller-
eignis vom 4. Juli 2023 zu bejahen wäre. 

3.5 Zusammenfassend liegen keine Anhaltspunkte vor, die auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Folgerungen des Versiche-
rungsmediziners dipl. Arzt B.________ zu begründen vermögen. Der 
Sachverhalt erweist sich diesbezüglich als hinreichend abgeklärt und es 
sind von weiteren Abklärungen keine neuen oder zusätzlichen Erkenntnis-
se zu erwarten, weshalb auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 
9C_296/2018 E. 4). Mithin hat die Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität 
der nach dem 14. Mai 2024 bestehenden Schulterbeschwerden zu Recht 
verneint und den Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung 
abgelehnt.

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 23. Mai 2025 (act. II 94) nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

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4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBI 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Die Beschwerdegegnerin hat als mit der Durchführung der Unfallversiche-
rung betraute Institution praxisgemäss keinen Anspruch auf Ersatz ihrer 
Parteikosten (Art. 104 Abs. 4 VRPG; vgl. auch BGE 128 V 124 E. 5b 
S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Oktober 2025, UV 200 2025 376

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden