# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41b2d669-937e-5f9c-a9c2-0c4f896dce64
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 16.10.2023 ZK1 2023 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-93_2023-10-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 16. Oktober 2023

Referenz ZK1 23 93

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bäder Federspiel
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Lorenz Raschein
c/o Conrad Mengiardi Clavadetscher, Hartbertstrasse 1, Post-
fach 434, 7001 Chur

in Sachen

B._____
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Davide Scardanzan
Oberer Graben 16, Postfach 622, 9001 St. Gallen 

C._____

Gegenstand Wechsel behördliche Unterbringung

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubün-
den, Zweigstelle Nordbünden, vom 12.07.2023, mitgeteilt am 
14.07.2023 

Mitteilung 19. Oktober 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geb. am _____ (fortan Beschwerdeführer), ist der gemeinsame 
Sohn von C._____ (fortan Kindsmutter) und B._____ (fortan Kindsvater). Die 
Kindseltern liessen sich 2016 scheiden.

B. Mit Entscheid vom 11. März 2016 ordnete das Kreisgericht D._____ für den 
Beschwerdeführer eine Erziehungsbeistandschaft und eine Beistandschaft mit 
besonderen Befugnissen an. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Region E._____ vom 1. Februar 2018 wurde den Kindseltern das Aufent-
haltsbestimmungsrecht entzogen und der Beschwerdeführer im F._____ unterge-
bracht. Am 28. Mai 2020 wurde der Beschwerdeführer fürsorgerisch in die Klinik 
G._____ eingewiesen. Nachdem der Beschwerdeführer mit Entscheid der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde Region E._____ vom 6. Oktober 2020 in der Ju-
gendstation H._____ in I._____ untergebracht worden war, ersuchte diese die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubünden, Zweigstelle Nordbünden 
(fortan KESB Nordbünden), um Übernahme der Massnahme. Diese erfolgte mit 
Entscheid vom 7. Oktober 2021.

C. Ab Februar 2023 verhielt sich der Beschwerdeführer auf der Jugendstation 
H._____ unangemessen und missachtete Regeln. Er entfernte sich zwei Mal uner-
laubt von der Jugendstation H._____ und musste polizeilich zurückgeführt werden. 
Aufgrund des Verdachts auf Teilnahme an einem Raub wurde am 15. Februar 
2023 das Zimmer des Beschwerdeführers durchsucht und er wurde einvernom-
men. Auch zwei Timeouts konnten die Situation nicht entschärfen. Der Beschwer-
deführer verweigerte die Rückkehr in die Jugendstation H._____ und hielt sich in 
der Folge bei den Kindseltern auf. Mit Schreiben vom 24. Mai 2023 kündigte die 
Leitung der Jugendstation H._____ den Heimaufenthalt des Beschwerdeführers. 
Es folgten verschiedene Abklärung für eine Anschlusslösung. Nach einem Vorstel-
lungsgespräch im J._____ in K._____ beantragte der Beistand einen Wechsel der 
behördlichen Unterbringung in diese Institution.

D. Mit verfahrensleitender Verfügung der KESB Nordbünden vom 26. Juni 
2023 wurde Rechtsanwalt Lorenz Raschein als Kindsvertreter im Sinne von 
Art. 314abis Abs. 1 ZGB eingesetzt.

E. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 12. Juli 2023 hob die KESB Nord-
bünden die behördliche Unterbringung des Beschwerdeführers in der Jugendstati-
on H._____ auf und ordnete jene in der offenen Wohngruppe L._____ des 
J._____, K._____, an. Weiter ordnete sie unter anderem an, das Aufenthaltsbe-

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stimmungsrecht der Kindseltern bleibe entzogen. Einer Beschwerde gegen den 
Entscheid wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.

F. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 24. Juli 2023 
beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde mit folgenden Rechtsbegeh-
ren:

1. Ziff. 1 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
KESB Graubünden, Zweigstelle Nordbünden, vom 12.07.2023, mitge-
teilt am 14.07.2023, sei aufzuheben.

2. Die behördliche Unterbringung von A._____ in der offenen Wohngrup-
pe L._____ des J._____ (K._____) sei sofort aufzuheben.

3. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts von C._____ (Mutter) 
und B._____ (Vater) über A._____ sei aufzuheben.

4. Die alleinige Obhut über A._____ sei B._____ (Vater) zu erteilen.

5. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückzuweisen.

6. Ziff. 12 des Entscheides der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
KESB Graubünden, Zweigstelle Nordbünden, vom 12.07.2023, mitge-
teilt am 14.07.2023, sei dahingehend aufzuheben, dass der vorliegen-
den Beschwerde wiederum aufschiebende Wirkung zu erteilen sei.

7. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

G. Mit Stellungnahmen vom 7. August 2023 beantragte die KESB Nordbünden 
die Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, während 
der Kindsvater die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beantragte.

H. Mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2023 beantragte die KESB Nord-
bünden die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen nach Gesetz.

I. Der Kindsvater nahm mit Eingabe vom 28. August 2023 (Datum Poststem-
pel) Stellung und beantragte das Folgende:

1. Ziff. 1 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
KESB Graubünden, Zweigstelle Nordbünden, vom 12.07.2023, mitge-
teilt am 14.07.2023, sei aufzuheben.

2. Die behördliche Unterbringung von A._____ in der offenen Wohngrup-
pe L._____ des J._____ (K._____) sei sofort aufzuheben.

3.1 Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts von C._____ (Mutter) 
und B._____ (Vater) über A._____ sei aufzuheben.

3.2 Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts von C._____ (Mutter) 
und B._____ (Vater) über A._____ sei aufzuheben.

3.3 Eventualiter sei A._____ beim Kindsvater B._____ vor Ort fremd zu 
platzieren;

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4.1 Für A._____ sei eine Jugendbegleitung durch die M._____ anzuord-
nen und der Beistand sei anzuweisen, die Finanzierung sicherzustel-
len;

4.2 Eventualiter sei für A._____ eine Sonderbeschulung in der Nähe des 
Wohnortes des Vaters anzuordnen;

4.3 Subeventualiter sei für die Klärung des Sachverhaltes eine Begutach-
tung von A._____ anzuordnen, der Jugendcoach sei davor anzuhören;

5. Die voranstehenden Ziffern 2 bis 4 seien vorsorglich anzuordnen;

6. Ziff. 12 des Entscheides der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
KESB Graubünden, Zweigstelle Nordbünden, vom 12.07.2023, mitge-
teilt am 14.07.2023, sei dahingehend aufzuheben, dass der vorliegen-
den Beschwerde wiederum die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei.

7. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates 
(zzgl. MwSt.)

J. Mit Eingabe vom 13. September 2023 reichte der Kindsvater eine weitere 
Stellungnahme ein, in welcher er über die neusten Entwicklungen des Beschwer-
deführers informierte.

K. Die Kindsmutter liess sich nicht vernehmen.

L. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen und das Verfahren erweist 
sich als spruchreif. Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die 
Verfahrensakten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

1.1 Anfechtungsobjekt ist der Entscheid der KESB Nordbünden vom 12. Juli 
2023, welcher sich auf Bestimmungen des Kindesrechts stützt. Gemäss Art. 314 
Abs. 1 ZGB sind die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenen-
schutzbehörde im Kindesschutzverfahren sinngemäss anwendbar. Gegen Ent-
scheide der Kindesschutzbehörde kann somit beim zuständigen Gericht gestützt 
auf Art. 314 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 450 Abs. 1 ZGB Beschwerde erho-
ben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 EGzZGB (BR 210.100) ist das Kantonsgericht 
von Graubünden die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Innerhalb des Kan-
tonsgerichts liegt die Zuständigkeit gemäss Art. 6 KGV (BR 173.100) bei der 
I. Zivilkammer.

1.2. Der angefochtene Entscheid datiert vom 12. Juli 2023 und wurde am 
14. Juli 2023 mitgeteilt (KESB act. 117). Mit schriftlicher Eingabe vom 24. Juli 

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2023 (Poststempel) hat der Beschwerdeführer seine Beschwerde innert der ge-
setzlichen Frist von dreissig Tagen gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB bzw. diejenige 
betreffend den Entzug der aufschiebenden Wirkung innert der gesetzlichen Frist 
von zehn Tagen (Art. 445 Abs. 3 i.V.m. Art. 450c ZGB) begründet (Art. 450 Abs. 3 
ZGB) beim Kantonsgericht eingereicht. Die Beschwerde wurde somit form- und 
fristgerecht erhoben.

1.3 Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am 
Verfahren beteiligten Personen. Vorliegend tritt das betroffene Kind, vertreten 
durch die ihm von der KESB Nordbünden beigeordnete Kindsvertretung, als Be-
schwerdeführer auf. Der Kindsvertreter kann Anträge stellen und Rechtsmittel ein-
legen (Art. 314abis Abs. 3 ZGB) und ist daher legitimiert, im Namen des Beschwer-
deführers Beschwerde zu erheben.

1.4. Der Kindsvater beantragte in seiner Stellungnahme vom 28. August 2023, 
es sei für den Beschwerdeführer eine Jugendbegleitung durch die M._____ anzu-
ordnen, und er verlangte vorsorgliche Massnahmen (act. A.5 S. 2 Ziff. 4.1 und 5).

2. Verfahrensbestimmungen

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB (Art. 450 ff. i.V.m. 
Art. 314 Abs. 1 ZGB) und subsidiär die vom Kanton erlassenen Verfahrensbe-
stimmungen. Sofern weder das ZGB noch das EGzZGB eine Regelung enthalten, 
ist die ZPO sinngemäss anwendbar, soweit die Kantone nichts Anderes bestim-
men (Art. 450f ZGB). Gemäss Art. 60 Abs. 5 EGzZGB gelten neben den kantona-
len Ausführungsbestimmungen die Regelungen für die zivilprozessuale Berufung 
sinngemäss, soweit das übergeordnete Recht nichts Anderes vorsieht. Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der Akten und 
ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung entscheiden.

2.2. Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine 
abweichenden Vorschriften enthält. Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB 
verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an glei-
cher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. 
Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf 
sämtliche Verfahren vor der Kindesschutzbehörde und erstreckt sich nach dem 
Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen 

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Beschwerdeinstanz (Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 40 zu Art. 446 ZGB).

2.3. Die Geltung der unbeschränkten Untersuchungsmaxime hat zur Folge, 
dass Noven im gerichtlichen Beschwerdeverfahren voraussetzungslos zuzulassen 
sind (vgl. dazu Lorenz Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 7 zu Art. 450a ZGB m.w.H.). Dies hat 
das Bundesgericht in Bezug auf die subsidiär anwendbare Regelung für die Beru-
fung (Art. 317 ZPO) in Verfahren mit uneingeschränkter Untersuchungsmaxime 
klargestellt (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Ebenfalls geklärt hat das Bundesgericht die 
Frage, bis zu welchem Zeitpunkt allfällige Noven im Berufungsverfahren spätes-
tens vorgebracht werden können. Demzufolge ist es den Parteien verwehrt, so-
wohl echte wie unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungsprozess auf-
grund der Spruchreife in die Phase der Urteilsberatung übergegangen ist. In die-
ser Phase soll es nicht mehr möglich sein, mit weiteren Noveneingaben eine Wie-
deraufnahme des Beweisverfahrens und damit den Unterbruch der Urteilsbera-
tung zu erzwingen (BGE 142 III 413 E. 2.2). Dieser sog. Aktenschluss gilt nach der 
Praxis der erkennenden Kammer auch bei Verfahren, welche der unbeschränkten 
Untersuchungsmaxime unterstehen, muss doch auch in derartigen Fällen der Pro-
zessstoff – d.h. der für die materielle Beurteilung relevante Sachverhalt – in der 
Phase der Urteilsberatung abschliessend fixiert sein (KGer GR ZK1 20 140 v. 
2.3.2021 E. 1.5; ZK1 18 144 v. 5.5.2020 E. 3.2). Dabei meint der Begriff der "Ur-
teilsberatung" nicht den effektiven "Beratungsakt" des Gerichts (mündliche Bera-
tung oder Zirkulation eines Entscheidantrags), sondern er entspricht dem Verfah-
rensstadium, das auf den Schluss des Schriftenwechsels oder – im Berufungsver-
fahren – der Berufungsverhandlung folgt. Entsprechend knüpft auch das Bundes-
gericht in seinem soeben zitierten Leitentscheid an die "Spruchreife der Sache" an 
(BGE 142 III 413 E. 2.2.5). Eine andere Definition des Beginns der Beratungspha-
se würde Sinn und Zweck des Aktenschlusses widersprechen.

3. Rügegründe

3.1. Mit Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts (Ziff. 2) und Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die Be-
schwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit der angefochtene Entscheid in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann. Erweisen 
sich die Rügen als begründet, fällt die Beschwerdeinstanz in aller Regel einen re-
formatorischen Entscheid. Eine Rückweisung an die KESB ist zwar nicht ausge-
schlossen, soll aber die Ausnahme bleiben (Droese, a.a.O., N 12 zu Art. 450 

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ZGB). Dank der vollen Kognition der Beschwerdeinstanz, welche nach den ein-
schlägigen Verfahrensregeln auch selber Beweise abnehmen kann, können allfäl-
lige Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens in zweiter Instanz grundsätzlich ge-
heilt werden, so dass sich eine Rückweisung regelmässig erübrigt (vgl. für die Be-
rufung BGer 5A_983/2020 v. 25.11.2020 E. 2).

3.2. Der Begriff der Rechtsverletzung umfasst jede unrichtige Anwendung und 
Auslegung des eidgenössischen oder kantonalen Rechts sowie falsche Anwen-
dung oder Nichtanwendung ausländischen Rechts. Gegenstand der Rechtskon-
trolle ist auch die Prüfung, ob die Schranken des Ermessens eingehalten sind, und 
die Prüfung der Verhältnismässigkeit (Droese, a.a.O., N 10 f. zu Art. 450a ZGB 
m.w.H.).

3.3. Die Rüge der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts erlaubt eine umfassende Überprüfung des Sachverhalts, 
ohne auf die Willkürrüge beschränkt zu sein. Im Vordergrund stehen Rügen von 
aktenwidrigen Feststellungen. Beruht eine tatsächliche Feststellung auf unrichtiger 
Rechtsanwendung, kommt der Rügegrund der Rechtsverletzung zur Anwendung 
(Droese, a.a.O., N 12 f. zu Art. 450a ZGB).

3.4. Die Rüge der Unangemessenheit gemäss Art. 450a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB er-
möglicht es der gerichtlichen Beschwerdeinstanz, die Handhabung des Ermes-
sens durch die Vorinstanz vollumfänglich zu überprüfen. Sie kann gegebenenfalls 
auch einfache Ermessensfehler, d.h. dem Einzelfall nicht genügend angepasste, 
unbefriedigende Entscheidungen, die nicht schlechthin unhaltbar und deshalb 
nicht willkürlich sein müssen, korrigieren. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz 
nimmt dabei eine Ermessenskontrolle innerhalb der rechtlichen Ermessensgren-
zen vor. Darunter fällt auch die Beurteilung der Zweckmässigkeit oder der Ange-
messenheit der angefochtenen Anordnung, d.h. die Angemessenheitskontrolle 
(Droese, a.a.O., N 14 zu Art. 450a ZGB). Indessen dürfen sich bei der Überprü-
fung unbestimmter Rechtsbegriffe auch die kantonalen Rechtsmittelinstanzen, 
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, zurückhalten (BGE 135 II 384 
E. 3.4.2). So hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, in 
Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren. 
Wenn es um die Beurteilung technischer oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, 
in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt, kann den 
Rechtsmittelinstanzen zugebilligt werden, nicht ohne Not von der Auffassung der 
Vorinstanz abzuweichen, wobei das allerdings dort nicht gilt, wo von der Rechts-
mittelinstanz verlangt werden kann, über vergleichbare Fachkenntnisse wie die 

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Vorinstanz zu verfügen (BGE 133 II 35 E. 3; Droese, a.a.O., N 19 zu Art. 450a 
ZGB).

Aus Gesagtem erhellt, dass sich das Kantonsgericht von Graubünden bei der An-
gemessenheitsprüfung des angefochtenen Entscheids aufgrund des spezifischen 
Fachwissens sowie der umfassenden Sachverhaltskenntnis der KESB grundsätz-
lich in Zurückhaltung übt. Allerdings gilt das nicht unbeschränkt, ist es doch gera-
de Sinn und Zweck der Beschwerde gegen Entscheide der KESB, dass der 
Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt und somit auch die Rüge der Unan-
gemessenheit erhoben werden kann (vgl. Art. 450a Abs. 1 ZGB).

4. Aufschiebende Wirkung

4.1. Die KESB Nordbünden hat einer Beschwerde gegen den Entscheid vom 
12. Juli 2023 die aufschiebende Wirkung entzogen, um die Eingewöhnungsphase 
vor dem Schulbeginn anfangs August 2023 zu gewährleisten und damit die neue 
Beistandsperson mit ihrem erweiterten Aufgabengebiet ihre Tätigkeit im Interesse 
des Beschwerdeführers unverzüglich aufnehmen kann (act. B.1 II.12). Der Kinds-
vertreter wie auch der Kindsvater beantragten die Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung (act. A.1 S. 3 und S. 4 f.; act. A.3).

4.2. Mit Erlass des vorliegenden Endentscheids werden die Anträge auf Wie-
dererteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. Gleiches gilt für den 
vom Kindsvater gestellten Antrag betreffend Erlass von vorsorglichen Massnah-
men für die Dauer des Verfahrens.

5. Aufenthaltsbestimmungsrecht / Obhut

5.1. Sowohl der Kindsvertreter wie auch der Kindsvater beantragten, der Entzug 
des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindseltern über den Beschwerdeführer 
sei aufzuheben. Weiter verlangte der Kindsvertreter, dem Kindsvater sei die allei-
nige Obhut über den Beschwerdeführer zu erteilen (act. A.1 S. 3 Ziff. 1, 2 und 4; 
act. A.5 S. 2 Ziff. 1, 3.1 und 3.2).

5.2.1. Beim Aufenthaltsbestimmungsrecht geht es um die Befugnis, den Aufent-
haltsort des Kindes zu bestimmen. Seit der Sorgerechtsrevision ist das Aufent-
haltsbestimmungsrecht nicht mehr Inhalt des Obhutsrechts, sondern vielmehr ein 
Element des elterlichen Sorgerechts (Art. 301a Abs. 1 ZGB; BGE 147 III 121 
E. 3.2.2; 144 III 10 E. 4; 142 III 612 E. 4.1), welches den Eltern durch entspre-
chende Beschränkung der elterlichen Sorge entzogen werden kann. Mit der Obhut 
wird demnach (noch) gesagt, in wessen Haushalt das Kind lebt (BGE 147 III 265 

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E. 5.5; BGer 5A_218/2023 v. 19.4.2023 E. 4; 5A_230/2022 v. 21.9.2022 E. 5.1.1; 
5A_534/2021 v. 5.9.2022 E. 3.1; 5A_157/2021 v. 24.2.2022 E. 3.2.1).

5.2.2. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist Gegenstand von Art. 310 
Abs. 1 ZGB. Die dort enthaltene Regelung sieht vor, dass die Kindesschutzbehör-
de das Kind den Eltern wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubrin-
gen hat, wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. 
Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so 
geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche 
Entfaltung nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung 
zurückzuführen ist: Sie können in der Anlage oder in einem Fehlverhalten des 
Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine 
Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die 
Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen 
erforderlich sein und es ist immer die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme 
anzuordnen (Proportionalität und Subsidiarität); diese soll elterliche Bemühungen 
nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität). Die Entziehung der elterli-
chen Obhut resp. des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist daher nur zulässig, wenn 
andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenü-
gend erscheinen (BGer 5A_379/2023 v. 26.9.2019 E. 3.4.1; 5A_153/2019 v. 
3.9.2019 E. 4.3; 5A_540/2015 v. 26.5.2016 E. 4.4; 5A_188/2013 v. 17.5.2013 E. 3; 
5A_701/2011 v. 12.3.2012 E. 4.2.1; je mit Hinweisen).

5.2.3. Verändern sich die Verhältnisse, so sind die Massnahmen zum Schutz des 
Kindes der neuen Lage anzupassen (Art. 313 Abs. 1 ZGB). Diese allgemeine Re-
gel ergibt sich aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip. Jede Abänderung von Kin-
desschutzmassnahmen setzt allerdings eine dauernde und erhebliche Verände-
rung der Gegebenheiten voraus und bedingt bis zu einem gewissen Grad eine 
Prognose über die künftige Entwicklung der massgebenden Umstände, wobei die 
Beurteilung dieser Entwicklung wiederum durch das bisherige Verhalten der be-
troffenen Personen wesentlich mitbestimmt wird (BGE 120 II 384 E. 4d). Schliess-
lich gilt es zu beachten, dass Kindesschutzmassnahmen auf die Besserung des 
Zustandes hinwirken sollen und deshalb laufend zu optimieren sind, bis sie 
schliesslich durch ihre Wirkung selbst hinfällig werden. Ob eine erhebliche Ände-
rung der Verhältnisse bejaht werden kann, ist eine Ermessensfrage, welche die 
zuständige Behörde nach Recht und Billigkeit zu entscheiden hat (vgl. zum Gan-
zen BGer 5A_199/2020 v. 28.5.2020 E. 3.1.1 f. m.w.H.).

5.3. Den letzten Entscheid betreffend Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-
rechts bildete der Beschluss der KESB Region E._____ vom 6. Oktober 2020 mit 

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der Unterbringung des Beschwerdeführers in der Jugendstation H._____ in 
I._____. Darin wurde den Eltern des Beschwerdeführers nach einem Abklärungs-
bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik das Aufenthaltsbestim-
mungsrecht über den Beschwerdeführer weiterhin entzogen. Begründet wurde 
dieser Entscheid im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer ein klar 
strukturiertes Setting in einer Kleingruppe brauche, andernfalls sein Kindeswohl 
gefährdet sei (KESB act. 1).

5.3.1. Bereits als der Beschwerdeführer in der Jugendstation H._____ in I._____ 
untergebracht war und drei Mal monatlich das Wochenende sowie die Ferien beim 
Kindsvater verbrachte, berichtete die damalige Bezugsperson des Beschwerde-
führers im Oktober 2021, dieser erlebe wenig Struktur beim Kindsvater (KESB 
act. 17). Dies hat sich seit seinem Fortgang von der Jugendstation H._____ im 
März 2023 nicht geändert. Der Beschwerdeführer wohnte teils bei der Kindsmut-
ter, teils beim Kindsvater. Die Kindsmutter berichtete gegenüber der KESB Nord-
bünden am 27. April 2023, der Beschwerdeführer habe keine Tagesstruktur, kein 
geregeltes Essen, sei immer am Handy (zocken), habe Gewicht verloren und sei 
untergewichtig. Er rauche auch mal, liege nur herum, sei schwach und könne nicht 
längere Strecken gehen (KESB act. 32). Auch Ende Mai 2023 fehlte aus Sicht der 
Kindsmutter die Tagesstruktur des Beschwerdeführers (KESB act. 43). Ebenso 
ging aus dem Telefonat der KESB Nordbünden mit dem Kindsvater Ende Juni 
2023 hervor, der Beschwerdeführer sei zu Hause, werde nicht beschult, bleibe oft 
im Bett und verfüge über keine Tagesstruktur (KESB act. 71). Die fehlende Ta-
gesstruktur ging so weit, dass es beim 14-jährigen Beschwerdeführer zu einer 
Tag-Nacht-Umkehr kam (KESB act. 111). Soweit der Kindsvertreter vorbringt, eine 
– für den Moment – fehlende Tagesstruktur reiche allein nicht aus, um den Tatbe-
stand einer Gefährdung des Kindswohls im Sinne von Art. 307 ZGB zu erfüllen 
(act. A.1 Rz. 28), ist ihm entgegen zu halten, dass es sich vorliegend nicht um ei-
ne kurzfristig fehlende Struktur in kleinerem Ausmass handelt, sondern um gänzli-
che Strukturlosigkeit und dies über viele Wochen. Die skizzierten Zustände sind im 
Hinblick auf die gesunde körperliche und geistige Entwicklung des Beschwerde-
führers besorgniserregend.

5.3.2. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass der Beschwerdeführer verdächtigt 
wird, sich während eines Aufenthalts bei den Kindseltern Anfang 2023 an einem 
Raub beteiligt zu haben. Diesbezüglich wurde er von der Polizei befragt und sein 
Zimmer in der Jugendstation H._____ wurde am 15. Februar 2023 durchsucht. 
Das Verfahren bei der Jugendanwaltschaft N._____ ist hängig (KESB act. 55). Im 
Nachgang dieses Ereignisses brach der Beschwerdeführer seinen Kontakt zum 

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Kindsvater ab (KESB act. 28). Dies bildet ein Indiz dafür, dass sich der Beschwer-
deführer in die falsche Richtung entwickelt, diese Entwicklung korrigiert werden 
muss und entsprechende Massnahmen notwendig sind.

5.3.3. Der Beschwerdeführer berichtete anfangs Juni 2023, er habe mit dem 
Kindsvater gestritten. Nach nur zwei Tagen sei es eskaliert, weil er nachts zu laut 
gewesen sei und die Regeln nicht habe akzeptieren wollen (KESB act. 47). Dar-
aufhin wohnte der Beschwerdeführer bei der Kindsmutter (KESB act. 28 und 32). 
Es bleiben daher grosse Zweifel, dass die Stabilität und Kontinuität, welche der 
Beschwerdeführer neben der klaren Struktur und engen Betreuung offensichtlich 
unbedingt braucht, bei den Kindseltern gewährleistet werden kann. Auch das Ver-
hältnis zwischen der Kindsmutter und dem Kindsvater ist immer wieder als hoch 
konflikthaft beschrieben worden bis hin zu gänzlichen Unterbrüchen in der Kom-
munikation – dies zuletzt im Mai 2023 (KESB act. 17, 26, 28 und 36), womit die 
kontinuierliche Kommunikation nicht gewährleistet ist. Auch insofern besteht Sor-
ge, dass die Kindseltern Mühe haben werden, sich zu einigen und eine klare ge-
meinsame Haltung gegenüber dem Beschwerdeführer nicht nur einzunehmen, 
sondern auch durchzusetzen.

5.3.4. Dem Kindsvater wird nicht per se abgesprochen, erziehungsfähig zu sein. 
Erziehungsfähig und in der Lage zu sein, das Kind zu betreuen, ist für den Ent-
scheid über den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts aber nicht allein ent-
scheidend (vgl. BGer 5A_463/2017 v. 10.7.2018 E. 4.5.2, nicht publ. in BGE 144 
III 442). Die involvierten Fachpersonen betonten durchwegs die hohe Wichtigkeit 
klarer und starker Strukturen für den Beschwerdeführer. So wies die Bezugsper-
son in der Jugendstation H._____ bereits 2021 darauf hin (KESB act. 17) und fin-
det dies ebenso im Verlaufsbericht vom April 2023 Erwähnung (KESB act. 28). 
Der Beistand führte im Juni 2023 aus, der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, 
sich minimale eigene Struktur zu geben und sei auf enge Betreuung und ganz kla-
re Strukturen angewiesen (vgl. KESB act. 55). Dass sie einer so engen und inten-
siven Betreuung des Beschwerdeführers nicht beikommen können, wie sich ge-
zeigt hat, wird den Kindseltern – insbesondere aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit und 
den Verpflichtungen gegenüber den Geschwistern des Beschwerdeführers – nicht 
vorgeworfen, ist aber zu berücksichtigen.

5.3.5. Wie die Zeit des Beschwerdeführers bei den Kindseltern gezeigt hat, ist 
eine Kindswohlgefährdung zu bejahen. Es trifft daher nicht zu, dass – wie der 
Kindsvertreter ausführte – der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts einzig 
aufgrund der Zerstrittenheit der Kindseltern und deren Uneinigkeit über die Erzie-
hung besteht (act. A.1 Rz. 27). Aufgrund des Ausgeführten spielt keine Rolle, dass 

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die Kindseltern ihr Einverständnis zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrecht 
zurückgezogen haben.

5.3.6. Der Beschwerdeführer räumte ein, in verschiedener Hinsicht auffällig ge-
worden zu sein. Soweit er festhält, dass er diese Fehler einsehe und sich bewusst 
sei, dass er sich ein solches Verhalten nicht mehr erlauben könne (act. A.1 
Rz. 28), wäre dies eine erfreuliche Entwicklung. Den Akten können jedoch keine 
Anhaltspunkte für die Umsetzung dieser Einsicht während seiner Zeit bei den 
Kindseltern entnommen werden. Vielmehr berichtete die Kindsmutter Anfang Juni 
2023, der Beschwerdeführer "flippe" immer wieder vollkommen aus (KESB 
act. 47). Inwiefern bei der Beurteilung des Vorliegens einer Kindswohlgefährdung 
in der elterlichen Obhut zu berücksichtigen sein soll, dass sich der Beschwerde-
führer seine Verhaltensänderung in der Jugendstation H._____ nicht erklären 
könne, wie er vorbringt (act. A.1 Rz. 29), erschliesst sich dem Gericht nicht. So-
weit Heimweh als Ursache genannt wird (act. A.1 Rz. 29), überzeugt dies nicht, 
hat er sich doch auch von den Kindseltern während dem Aufenthalt bei ihnen we-
nig sagen lassen und fand der mutmassliche Raub ebenfalls dann statt.

5.3.7. Es ist nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer nach Geborgenheit 
in elterlicher Umgebung sehnt, wie der Kindsvertreter vorbringt (act. A.1 Rz. 32). 
Dies sowie Liebe und Zuwendung sind zentral und dem Beschwerdeführer unbe-
dingt im überfliessenden Ausmass zuzugestehen. Im Hinblick auf seine gesunde 
Entwicklung zu einem verantwortungsbewussten und selbständigen Erwachsenen, 
was das Absolvieren einer Ausbildung beinhaltet, ist für ihn jedoch eine Struktur – 
wie aufgezeigt – unumgänglich. Wie bereits mehrmals erwähnt, zeigte der Aufent-
halt bei den Kindseltern, dass es mit Liebe und Zuwendung allein ohne die für den 
Beschwerdeführer notwendigen starken Strukturen zu einer Situation führt, die 
seine Entwicklung ernsthaft gefährdet. Im Ergebnis ist festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer in der Obhut seiner Eltern nicht so geschützt und gefördert wird, 
wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Die für die 
Abänderung der Kindesschutzmassnahme notwendige dauernde und erhebliche 
Veränderung der Gegebenheiten kann daher vorliegend nicht bejaht werden.

5.3.8. Der Kindsvertreter sowie der Kindsvater rügen eine unrichtige Feststellung 
des Sachverhalts, zumal sich die Vorinstanz auf den Abklärungsbericht der Klinik 
O._____ vom 27. August 2020 stütze, welcher vor drei Jahren erstellt worden sei 
und damit als veraltet zu gelten habe. Der Entscheid der KESB Nordbünden sei 
folglich bereits aufgrund einer unrichtigen Sachverhaltsfeststellung aufzuheben 
(act. A.1 Rz. 23 ff.; act. A.5 Rz. III.A.3). Die Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz 
hat sich nicht allein auf den Abklärungsbericht gestützt, sondern die gesamte ak-

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tuelle Situation und Entwicklung des Beschwerdeführers als Entscheidgrundlage 
herangezogen (vgl. act. B.1 E. II.1). Wie auch die voranstehenden Erwägungen 
aufzeigen, ist vorliegend insbesondere aufgrund der Situation in den letzten Mona-
ten eine Kindswohlgefährdung und damit eine fehlende dauernde und erhebliche 
Veränderung der Situation auch ohne den Abklärungsbericht der Klinik O._____ 
zu bejahen.

5.3.9. Der Kindsvater beantragte eine Begutachtung des Beschwerdeführers nach 
Anhörung des Jugendcoaches (act. A.5 S. 2 Ziff. 4.3). Eine Notwendigkeit, beim 
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und der anschliessenden Fremdplat-
zierung den Entscheid auf das Gutachten einer sachverständigen Person zu stüt-
zen, besteht nicht (BGer 5A_300/2018 v. 28.5.2018 E. 5.2). Dies muss auch gel-
ten, wenn es um die Aufrechterhaltung einer bestehenden Massnahme geht. In-
wiefern sonst ein mangelhafter Sachverhalt bestehen soll, wie der Kindsvater mo-
niert, weswegen gar nicht abgeschätzt werden könne, ob eine Kindswohlgefähr-
dung vorliege (act. A.5 Rz. III.B.2), ist nach dem Ausgeführten nicht ersichtlich. 
Auch wurden (neben dem Antrag des Kindsvaters auf Begutachtung) keine weite-
ren Beweisanträge gestellt, welche aufzeigen würden, was die Parteien für die 
entscheidrelevante Vervollständigung des Sachverhalts als erforderlich erachten, 
und ist nicht ersichtlich, inwiefern die festgestellte Kindswohlgefährdung bei weite-
rer Sachverhaltsabklärung relativiert würde, womit auch eine Beweiserhebung von 
Amtes wegen auf der Grundlage des Untersuchungsgrundsatzes ausser Betracht 
fällt. Der Antrag des Kindsvaters auf eine Begutachtung des Beschwerdeführers 
nach Anhörung des Jugendcoaches, welcher nach eigenen Ausführungen dem 
Beschwerdeführer zudem erst einmal beim Kennenlerngespräch begegnet ist 
(act. A.5 Rz. III.B.4.2), ist daher abzuweisen.

5.3.10. Soweit der Kindsvertreter vorbringt, eine Kindswohlgefährdung allein rei-
che für eine Fremdplatzierung nicht aus (act. A.1 Rz. 34), ist ihm zuzustimmen. Es 
ist die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (BGer 
5A_379/2023 v. 26.9.2019 E. 3.4.1). Der Kindsvertreter moniert dabei, die Vor-
instanz habe es unterlassen, nach anderen Lösungen (nicht Internat) zu suchen 
(act. A.1 Rz. 36). Zudem sei das von den Kindseltern und vom Verfahrensbeistand 
vorgeschlagene Sonderschulsetting im Sinne eines Externats nie versucht worden 
(act. A.1 Rz. 38). Aufgrund der skizzierten Umstände während der Zeit, als der 
Beschwerdeführer bei den Kindseltern war (vgl. E. 5.3.1 ff.), wie auch in der letz-
ten Zeit in der Jugendstation H._____ in I._____, erscheint es nach Ansicht des 
Kantongerichts als schlicht unrealistisch, dass eine ambulante Beschulung erfolg-
reich verlaufen würde. Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers sah die 

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Jugendstation H._____ keinen zielführenden Aufenthalt mehr (KESB act. 28 und 
act. 41). Auch der Beistand führte aus, der Beschwerdeführer benötige eine enge-
re Betreuung und klarere Strukturen, als dies in einer Sonderschule vorhanden 
sei. Aus diesem Grund sei er auch in der Jugendstation H._____ untergebracht 
worden. Es habe sich aber gezeigt, dass auch diese Strukturen nicht ausreichen 
würden (KESB act. 55). Der Kindsvater erachtet es zu Recht als sehr wichtig, dass 
in der entscheidenden Phase, in welcher der Beschwerdeführer jetzt steckt, keine 
Versuche mit ungewissem Ausgang unternommen werden, sondern Konstanz 
gewahrt werden müsse. Der Beschwerdeführer, der im Frühjahrssemester im 
8. Schuljahr Schulstoff der 4. Klasse bearbeitet hat (KESB act. 54), war im Früh-
lingssemester nicht genügend beschult worden – das Homeschooling während der 
Zeit bei den Kindseltern scheiterte ebenfalls –, womit eine grosse Dringlichkeit 
bestand und besteht, die Beschulung für das Herbstsemester bzw. die Zukunft 
sicherzustellen, ansonsten sich der Lernrückstand und damit auch die Probleme 
bei einer Wiedereinschulung noch weiter vergrössern würden. Die Vorinstanz hat 
verschiedene Schulen und Lernstätten geprüft (siehe auch Ausführungen in 
E. 6.3.3). Die vom Kindsvater angefragte P._____ Schule in Q._____ bietet 
gemäss Informationen auf der Homepage keine Sonderbeschulung an (<htt-
ps://www.______>, zuletzt besucht am 6. Oktober 2023). Es wurde auch nicht gel-
tend gemacht, dass mit der Schule die spezielle (Lern-)situation des Beschwerde-
führers besprochen wurde und sich diese in Kenntnis aller vorliegenden Umstände 
als geeignet und im Stande erachtet, den Beschwerdeführer aufzunehmen. Die 
grossen Zweifel an der Geeignetheit dieser Schule lassen sich auch nicht durch 
eine vom Kindsvater vorgeschlagene parallele Unterstützung des Beschwerdefüh-
rers durch die M._____ ausräumen. Die Wahrnehmung solcher Unterstützung be-
darf bereits einer minimalen Strukturiertheit, welche der Beschwerdeführer in ak-
tueller Zeit nicht unter Beweis gestellt hat. Dem Kindsvater wird ohne Zweifel at-
testiert, dass er sich redlich bemüht und sich liebevoll um seinen Sohn kümmert. 
Dennoch wäre bei einer Beschulung im Sinne eines Externats aufgrund der vorlie-
genden Umstände und des Verhaltens des Beschwerdeführers eine Gefährdung 
seiner schulischen Entwicklung konkret zu befürchten. Somit ist die an die Bedürf-
nisse des Beschwerdeführers angepasste Beschulung und Betreuung zur Abwen-
dung der Kindswohlgefährdung sicherzustellen. Eine geeignete ambulante Alter-
native ist nicht ersichtlich, womit eine stationäre Beschulung mit starker Struktur 
und mit für die Bedürfnisse des Beschwerdeführers geschulten Pädagogen die 
einzig ersichtliche Variante ist. Nachdem die Kindseltern zuerst ein ambivalentes 
Verhalten in Bezug auf einen künftigen Heimaufenthalt an den Tag gelegt (KESB 
act. 49) und dann klar gezeigt haben, dass sie eine stationäre Beschulung im Sin-
ne eines Internats nicht dauerhaft mittragen würden – sie verlangen eine Beschu-

https://www.______
https://www.______

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lung, welche die Unterbringung des Beschwerdeführers beim Kindsvater beinhal-
tet (KESB act. 105, 110 und 111) –, erweist sich der Entzug des Aufenthaltsbe-
stimmungsrechts weiterhin als notwendig, um der Gefährdung des Beschwerde-
führers zu begegnen. Neben der fehlenden dauerhaften und erheblichen Verände-
rung der Gegebenheiten kann vorliegend aufgrund des Ausgeführten keine positi-
ve Zukunftsprognose bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers zum Kindsvater 
gestellt werden. Die Beschwerde ist in Bezug auf die Aufhebung des Entzugs des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindseltern und der Zuteilung der alleinigen 
Obhut an den Kindsvater (act. A.1 S. 3 Ziff. 1, 3 und 4) abzuweisen und der Ent-
scheid der KESB Nordbünden zu bestätigen.

6. Behördliche Unterbringung

6.1. Sowohl der Kindsvertreter wie auch der Kindsvater beantragten, die 
behördliche Unterbringung des Beschwerdeführers in der offenen Wohngruppe 
L._____ des J._____ (K._____) sei sofort aufzuheben (act. A.1 S. 3 Ziff. 1 und 2; 
act. A.5 S. 2 Ziff. 1 und 2).

6.2. Die Eignung der Institution beurteilt sich unter dem Blickwinkel der spezi-
fisch kindesrechtlichen Gefährdungslage und ist zu bejahen, wenn die betreffende 
Anstalt dem eingewiesenen Kind Hilfe bei der Lösung seiner Probleme zu leisten 
vermag, so dass Aussicht besteht, seine Entwicklung in geordnete Bahnen zu len-
ken (BGer 5A_188/2013 v. 17.5.2013 E. 5.1).

6.3.1. Dass der Beschwerdeführer die von der KESB beschlossene Fremdplatzie-
rung im J._____ klar ablehnt, vermag entgegen der Ansicht der Kindsvertretung 
(act. A.1 Rz. 15) keine Kindswohlverletzung zu begründen. Die Fremdplatzierung 
ist aufgrund der Eignung auszuwählen, auch wenn die betroffene Person sich da-
gegen ausspricht (vgl. BGer 5A_188/2013 v. 17.5.2013 E. 5).

6.3.2. Der Kindsvater brachte vor, das Gutachten aus dem Jahr 2020 sei veraltet, 
weshalb es unmöglich sei, zu wissen, ob und allenfalls was für Bedürfnisse der 
Beschwerdeführer habe und welche Unterstützung er benötige (act. A.5 
Rz. III.A.3.2). Der Beschwerdeführer war bis anfangs Jahr in der Jugendstation 
H._____ in I._____ während dreier Jahre untergebracht und unterrichtet worden. 
Den Berichten dieser Einrichtung kann entnommen werden, was für Bedürfnisse 
er hat. So enthält der ausführliche Bericht zur Standortbestimmung vom 30. Okto-
ber 2021 (KESB act. 26) unter anderem einen schulischen sowie sozialpädagogi-
schen Bericht und es wird der pädagogische Handlungsbedarf aufgezeigt. Im Ver-
laufsbericht vom 4. April 2023 (KESB act. 28) sind weitere Hinweise enthalten, 

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u.a. wird auf die Wichtigkeit klarer Strukturen hingewiesen. Angesichts dessen trifft 
nicht zu, dass unmöglich ist, zu wissen, ob und allenfalls was für Bedürfnisse der 
Beschwerdeführer hat und welche Unterstützung er benötigt. Dass der Beschwer-
deführer seit 2018 nun in der vierten Institution untergebracht ist, rührt nicht daher, 
dass niemand weiss, ob und welche Unterstützung er benötigt, wie dies der 
Kindsvater vortragen lässt (act. A.5 Rz. III.A.3.2). Der Beschwerdeführer war von 
Januar 2018 bis Mai 2020 im F._____, bevor er vom Amtsarzt in die Kinder- und 
Jugendpsychiatrische Klinik O._____ eingewiesen wurde. Die dortigen Fachper-
sonen rieten von einer Rückkehr ins F._____ ab (KESB act. 26). Der Aufenthalt in 
der Jugendstation H._____ in I._____ ab Oktober 2020 verlief bis anfangs 2023 
gut, als der Beschwerdeführer plötzlich eine Kehrtwende vollzog und sich sein 
Verhalten trotz zwei Timeouts dahingehend änderte, dass er nicht mehr tragbar 
war (vgl. KESB act. 28). Wie bereits ausgeführt, zeigt sich aufgrund der Entwick-
lung in diesem Jahr, dass der Beschwerdeführer eine enge Betreuung mit ganz 
klaren Strukturen benötigt. Zudem bedarf es einer Institution, die nicht nur sehr 
individuellen und massgeschneiderten schulischen Unterricht anbietet – der Be-
schwerdeführer bearbeitet im Herbstsemester 2023 im 9. Schuljahr Schulstoff der 
5. Klasse –, sondern auch über Personal verfügt, welches nicht nur die Kapazität, 
sondern auch die entsprechende Ausbildung für den Umgang mit Jugendlichen 
hat, welche eine besonders enge und klare Betreuung benötigen. Es wurde be-
reits begründet, weshalb ein Externat und ebenfalls die vom Kindsvater vorge-
schlagene P._____Schule in Q._____ – auch in Kombination mit dem Jugend-
coach – nicht als geeignet erachtet wird (vgl. E. 5.3.10). Möglichst zu berücksichti-
gen ist der Wunsch des Beschwerdeführers und der Kindseltern, eine Institution in 
der Nähe des Kindsvaters zu finden, wie dies der Kindsvater eventualiter bean-
tragte (act. A.5 S. 2 Ziff. 3.3).

6.3.3. Der Beistand sowie die KESB Nordbünden haben verschiedene Möglichkei-
ten in Bezug auf die Unterbringung und Beschulung des Beschwerdeführers ab-
geklärt (vgl. act. B.1 S. 6). Obwohl der Kindsvater dem Beistand das F._____ in 
R._____ vorschlug (KESB act. 49), gab die Schule zu bedenken, dass die älteste 
Tochter der Kindseltern dort untergebracht gewesen sei, als sie schwanger ge-
worden war. Es bestehe ein sehr schwieriger Kontakt mit den Kindseltern und eine 
extreme Opposition sei zu befürchten (KESB act. 50). Das von den Kindseltern 
vorgeschlagene S._____ in T._____ verfügte bei der Anfrage über keine freien 
Plätze. Zudem ist es während den Ferien und jedes zweite Wochenende ge-
schlossen, was die Betreuung durch die Kindseltern in dieser Zeit notwendig 
macht (KESB act. 49). Gerade aufgrund der Erfahrung, wie die Zeit bei den 
Kindseltern verlief, ist eine Betreuung durch die Kindseltern während der ganzen 

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Ferienzeit ohne Möglichkeit von bedarfs- und situationsbedingten Anpassungen in 
der momentanen Situation als für die Entwicklung des Beschwerdeführers nicht 
förderlich anzusehen. Insbesondere die Kindsmutter stiess an ihre Grenzen, wenn 
sie den Beschwerdeführer z.B. wegen Ferienabwesenheit des Kindsvaters betreu-
te. Die Klinik U._____ bietet demgegenüber stationäre Kinder- und Jugendpsych-
iatrie an und ist daher nicht für einen permanenten Aufenthalt geeignet. Darüber 
hinaus will weder der Beschwerdeführer nach U._____ (KESB act. 43) noch zeigte 
sich der Kindsvater offen, führte er doch aus, der Beschwerdeführer sei mit Medi-
kamenten "aufgepumpt" worden und hätte dort negativ beeinflussende Kollegen 
kennen gelernt (KESB act. 71). Das Heim V._____ in W._____ hat erst per Januar 
2024 einen freien Platz und kommt derzeit für eine Unterbringung nicht in Frage 
(KESB act. 49).

6.3.4. Der Kindsvertreter monierte, er sei erst einen Monat nach der Anfrage zur 
behördlichen Unterbringung des Beschwerdeführers im J._____ mandatiert wor-
den. Die kurzfristige Mandatierung habe keine angemessene Vertretung des Be-
schwerdeführers ermöglicht. Insbesondere habe keine Möglichkeit mehr bestan-
den, subsidiäre und alternative Massnahmen zu prüfen. Allein deshalb sei der 
Entscheid infolge Unangemessenheit aufzuheben und die Sache zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. A.1 Rz. 21 f.). Es ist dem Kindsvertre-
ter zuzustimmen, dass es sich um eine kurzfristige Mandatierung handelt. Doch 
selbst in den Fällen von Art. 314abis Abs. 2 ZGB hat das Gericht weder automa-
tisch einen Kindesvertreter zu bezeichnen noch ist es verpflichtet, hierüber eine 
formelle Entscheidung zu treffen. Vielmehr handelt es sich um eine Möglichkeit, 
die im Ermessen des Gerichts liegt (PKG 2017 Nr. 12). Noven sind im vorliegen-
den Verfahren zudem bis zur Urteilsberatung zuzulassen (vgl. E. 2.3). Dem Kinds-
vertreter wäre es daher ab seiner Mandatierung am 26. Juni 2023 bis zur Urteils-
beratung offen gestanden, weitere Unterbringungsmöglichkeiten, die er als geeig-
net ansieht, einzubringen, sodass diese hätten geprüft werden können.

6.3.5. Der Kindsvertreter führte aus, sowohl der Beschwerdeführer wie auch die 
Kindseltern hätten sich stets gegen die Unterbringung des Beschwerdeführers im 
J._____ gewehrt (act. A.1 Rz. 40). Dies zeigt für sich allein aber noch keine Unan-
gemessenheit der Unterbringung auf. Der Beschwerdeführer wie auch die Kindsel-
tern fürchten sich vor negativen Einflüssen anderer Jugendlicher im J._____, da 
dieses auch für den Massnahmenvollzug für Fälle im Jugendstrafrecht zuständig 
ist (act. A.1 Rz. 19 und 40; act. A.5 Rz. III.A.3.3). Das J._____ bietet die Unter-
bringung in sowohl offenen wie auch geschlossenen Wohngruppen an. Der ge-
schlossene Bereich dient zur Abklärung der eingewiesenen Jugendlichen, zur 

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Vorbereitung einer Massnahme, zur Überbrückung oder Versetzung sowie zum 
Vollzug von Freiheitsstrafen und Untersuchungshaft. Demgegenüber sind im offe-
nen Bereich Jugendliche für die Durchführung längerfristiger Erziehungsmass-
nahmen, zur Abklärung, zur Vorbereitung einer Massnahme, zur Überbrückung 
oder Versetzung untergebracht. Es stehen eine interne Oberstufenschule sowie 
Werkschule und Ausbildungsplätze in Lehrbetrieben zur Verfügung (KESB 
act. 64). Der Beschwerdeführer ist in einer offenen Wohngruppe untergebracht 
und damit nicht im gleichen Bereich wie Jugendliche, die Freiheitsstrafen zu ver-
büssen haben. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass ein Strafverfahren 
gegen den Beschwerdeführer hängig ist, in welchem er verdächtigt wird, sich an 
einem Raub beteiligt zu haben. Im Weiteren ist der Beschwerdeführer in der Ju-
gendstation H._____ zuletzt provokativ gegenüber anderen Jugendlichen aufge-
treten und hat diese gemäss Verlaufsbericht vom 4. April 2023 auch geschlagen 
(KESB act. 28). Wie der Beistand zu Recht erwähnte, besteht im J._____ nicht die 
Gefahr, dass der Beschwerdeführer "untragbar" wird und ihm aus diesem Grund 
ein weiterer Wechsel zugemutet werden muss (KESB act. 58). Vielmehr bestehen 
hier nicht nur geeignete Strukturen und Betreuungsschlüssel, sondern auch die 
Möglichkeit zur Absolvierung einer Lehre und – falls es dazu kommen sollte – 
selbst zur Verbüssung einer Massnahme oder eines Freiheitsentzugs. Auch weist 
der Beistand, welcher die Institution für den Beschwerdeführer empfiehlt, darauf 
hin, dass eine therapeutische Abklärung wie auch Behandlung im J._____ möglich 
ist (KESB act. 58), um den Beschwerdeführer bestmöglich abzuholen und zu un-
terstützen. Es besteht damit begründete Aussicht, dass er durch die enge Betreu-
ung die obligatorische Schule abschliessen und eine Ausbildung absolvieren kann 
sowie lernt, sich selbständiger zu strukturieren. Darüber hinaus ist der Beschwer-
deführer im J._____ in unmittelbarer Nähe zum Kindsvater untergebracht, welcher 
in X._____ wohnhaft ist und damit nur rund zehn Minuten mit dem Auto bzw. 15 
Minuten mit dem Fahrrad entfernt. Es handelt sich also um eine Institution, welche 
die notwendige Struktur sicherstellt und nicht nur von der Einrichtung und dem 
Personal für die Betreuung des Beschwerdeführers geeignet ist, sondern auch die 
von den Parteien gewünschte geographische Nähe gewährleistet, sodass der Be-
schwerdeführer seine Beziehung mit dem Kindsvater und den dort wohnhaften 
Brüdern pflegen kann und ihm so oft wie möglich die direkte Liebe und Zuneigung 
der Familie zuteil wird.

6.3.6. Der Kindsvater gibt zu bedenken, dass der Beschwerdeführer schon in der 
ersten Woche, die er im J._____ verbrachte, tätlich angegangen und bedroht wor-
den sei (act. A.5 Rz. III.A.2). Gemäss Notiz betreffend das Telefonat der KESB 
Nordbünden mit dem J._____ vom 2. August 2023 habe ein anderer Jugendlicher 

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den Beschwerdeführer bedroht und von ihm Kleider eingefordert (act. A.2.1). Es 
versteht sich von selbst, dass ein solches Verhalten sich negativ auf das Opfer 
auswirkt und nicht toleriert werden kann. Die Mitarbeiterin hat denn auch betont, 
dass der Vorfall ernst genommen, mit allen Beteiligten besprochen und der Täter 
zur Verantwortung gezogen werde. Der Kindsvater setzte das Gericht mit Eingabe 
vom 13. September 2023 weiter darüber in Kenntnis, dass der Beschwerdeführer 
"zum zweiten Mal tätlich angegriffen" worden sei und Beschimpfungen an der Ta-
gesordnung seien (act. A.6). Der Kindsvater hat Anzeige erstattet (act. C.3.b). Das 
J._____ wird auch diese Vorfälle ernst nehmen. Bedauerlicherweise beschränken 
sich solche Vorfälle erfahrungsgemäss nicht nur auf Institutionen wie das J._____, 
sondern kommen auch in "normalen" öffentlichen wie privaten Schulen vor. Auch 
in der Jugendstation H._____ in I._____ stellte sich beispielsweise heraus, dass 
der Beschwerdeführer andere Jugendliche tätlich angegangen hatte (KESB 
act. 28). Dass die Gesamtsituation für den Beschwerdeführer nicht (mehr) zumut-
bar wäre, ist jedoch (auch aufgrund der knapp gehaltenen Ausführungen) nicht 
ersichtlich. Es ist aber unerlässlich, die Umstände sehr ernst zu nehmen und die 
Entwicklung laufend zu überwachen.

6.3.7. Im Ergebnis erweist sich das J._____ aktuell als geeignete Institution. Al-
ternative, ebenso geeignete Institutionen wurden weder durch die Parteien vorge-
schlagen noch sind solche ersichtlich. Nach dem Gesagten fällt eine Rückweisung 
der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, wie das der Kindsvertreter bean-
tragte (act. A.1 S. 3 Ziff. 5), ausser Betracht. Sollten sich die Verhältnisse dauernd 
und erheblich ändern, drängt sich indes eine Neubeurteilung der Situation auf.

6.3.8. Somit ist die Beschwerde in Bezug auf den Antrag zur Aufhebung der 
behördlichen Unterbringung des Beschwerdeführers in der offenen Wohngruppe 
L._____ des J._____ (K._____) sowie der Rückweisung des Entscheids zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz (act. A.1 S. 3 Ziff. 2 und 5) abzuweisen. Der Ent-
scheid der KESB vom 12. Juli 2023 ist zu bestätigen.

7. Kosten

7.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden gestützt auf Art. 10 Abs. 1 
der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilsachen (VGZ; BR 320.210) auf 
CHF 1'500.00 festgesetzt. Der Stundenansatz von Rechtsanwalt Lorenz Raschein 
als Kindsvertreter beträgt CHF 200.00 (zzgl. MwSt. und Spesenpauschale von 
3 %). Rechtsanwalt Lorenz Raschein machte mit Honorarnote vom 1. September 
2023 (act. G.2) einen Aufwand von insgesamt 10.5 Stunden geltend, woraus sich 
eine Entschädigung in Höhe von total CHF 2'329.55 ergibt (inkl. 3 % Kleinspesen-

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pauschale und 7.7 % MwSt.). Diese erscheint angesichts der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen als angemessen.

7.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dies betrifft auch die Kosten des Kindsver-
treters, welche ebenfalls Verfahrenskosten darstellen (Beat Reichlin, in: KOKES 
[Hrsg.], Praxisanleitung Kindesschutzrecht, Zürich/St. Gallen 2012, N 7.66; BGer 
5A_840/2011 v. 13.1.2012 E. 6). Bei Vorliegen besonderer Umstände kann indes 
gemäss Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet 
werden, sofern das Verfahren nicht mutwillig oder trölerisch eingeleitet worden ist. 
Besondere Umstände, die den teilweisen oder ganzen Verzicht auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten rechtfertigen, können insbesondere bei Kindesschutzmass-
nahmen vorliegen, sofern das steuerrechtliche Reinvermögen der Eltern unter 
dem Freibetrag von CHF 50'000.00 bzw. für Alleinstehende unter dem Freibetrag 
von CHF 30'000.00 liegt (Art. 28 Abs. 1 lit. b der Verordnung zum Kindes- und Er-
wachsenenschutz [KESV; BR 215.010]). Dies ist vorliegend der Fall, zumal beide 
Elternteile über kein steuerbares Vermögen verfügen (KESB act. 59 und 87). Eine 
mutwillige oder trölerische Einleitung des Verfahrens ist zu verneinen. Damit ver-
bleiben die Kosten des Beschwerdeverfahrens sowie diejenigen für den Kindsver-
treter beim Kanton Graubünden, wobei sie aus der Gerichtskasse des Kantonsge-
richts von Graubünden bezahlt werden. Zumal der Kindsvater mit seinen Anträgen 
unterliegt, ist ihm keine Entschädigung zuzusprechen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'829.55, bestehend aus 
einer Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 und den Kosten des Kindsvertre-
ters von CHF 2'329.55, verbleiben beim Kanton Graubünden (Kantonsge-
richt).

3. Rechtsanwalt MLaw Lorenz Raschein (Kindesvertreter) ist für das Be-
schwerdeverfahren zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) mit 
CHF 2'329.55 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen. 

4. B._____ wird keine Entschädigung zugesprochen.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: