# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8aea1596-2289-58e6-8941-733fa6b42229
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-25
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.11.2022 III 2022 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2022-72_2022-11-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2022 72

Entscheid vom 25. November 2022 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
lic.iur. Prisca Reichlin Brügger, Gerichtsschreiberin

Parteien 1. A.________
2. B.________

Beschwerdeführer, 

gegen

Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, 
Postfach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Planungs- und Baurecht (Projektgenehmigung Hauptstrasse 390: 
Holeneich-Lägeten, Tuggen)

2

Sachverhalt:

A. Die Verbindungsstrasse Nr. 390 (vgl. Anhang 2.A der bundesrätlichen 
Durchgangsstrassenverordnung [SR 741.272] vom 18.12.1991 Nr. 390; nicht 
aufgelistet als Hauptstrasse im Anhang des Strassengesetzes [StraG; 
SRSZ 442.110] vom 15.9.1999), welche die Gemeinden Lachen, Wangen und 
Tuggen verbindet und weiter bis zur Autobahn A15 bzw. Uznach führt, soll 
gemäss dem vom Kantonsrat am 26. September 2012 als erheblich erklärten 
Postulat P 1/12 auf einen modernen Standard ausgebaut werden. Der Regie-
rungsrat hat in der Folge für den Abschnitt Holeneich bis Grynau ein Massnah-
menkonzept ausgearbeitet und mit Beschluss Nr. 924/2014 vom 2. September 
2014 dem Kantonsrat zur Kenntnisnahme unterbreitet. Als Massnahme wurde 
die Neu-erstellung der Strassenanlage mit gleichzeitiger Verbreiterung und ei-
nem kombinierten Rad-/Gehweg vorgesehen. Der Kantonsrat hat die geplanten 
Massnahmen anlässlich der Sitzung vom 22. Oktober 2014 zustimmend zu 
Kenntnis genommen und das Postulat P 1/12 als erledigt abgeschrieben.  

B. Im Amtsblatt Nr. 46 vom 13. November 2020 hat das Baudepartement das 
Strassenbauprojekt Hauptstrasse Nr. 390; Holeneich-Lägeten, Tuggen, km 4.520 
- km 6.620 vom 31. August 2020 publiziert (S. 2790) und während 20 Tagen auf 
der Gemeinde Tuggen öffentlich aufgelegt. Das Strassenbauprojekt sieht den 
Ausbau des Strassenabschnittes zwischen Holeneich und Lägeten über eine 
Länge von 1,850 km vor. Der Ausbau umfasst im Wesentlichen die Verbreiterung 
der Strassenanlage durch den Neubau einer Rad- und Fussgängerverbindung, 
die Umgestaltung des Knotens Mühlenstrasse (mit neuer Bushaltestelle) sowie 
die Instandsetzung der bestehenden Strasse für den motorisierten Individualver-
kehr. Zur Zeit bestehen im fraglichen Abschnitt weder eine ausgeschiedene Rad-
spur noch ein Trottoir. Der Strassenabschnitt Lägeten - Tuggen wurde in den 
vergangenen Jahren bereits mit einem kombinierten Fahrrad- und Gehweg aus-
gebaut. Im Abschnitt Holeneich - Wangen besteht ein Trottoir. 

C. Gegen das Projekt erhoben der C.________ F.________, G.________, der 
A.________ (Schweiz und Sektion Schwyz), sowie D.________ (Schweiz und 
Sektion Schwyz) mit Eingabe vom 3. Dezember 2020 gemeinsam Einsprache mit 
dem Antrag, die Baubewilligung sei zu verweigern. Bei der Einsprache stand die 
Beeinträchtigung des überregionalen Wildtierkorridors SZ 11/SG 27 durch die für 
die Verbreiterung der Strasse geplanten Stützmauern im Vordergrund. Im Antrag 
Ziff. 8 wurde verlangt, dass die Fussgängersicherheit bei der Strassenquerung zu 
verbessern sei bzw. dass Verbesserungen aufzuzeigen seien. Bezüglich der 
Ausgestaltung der Bushaltestellen wurde kein Antrag gestellt. 

3

D. Am 29. April 2021 führte das Baudepartement eine virtuelle Einsprachever-
handlung durch. Im Rahmen dieser Verhandlung wurde von Seiten der Einspre-
cher u.a. vorgebracht, dass sich zur Frage der Umsetzung des Behinderten-
gleichstellungsgesetzes keine Angaben in den Baugesuchsunterlagen fänden. 
Dazu wurde von Seiten des Baudepartements ausgeführt, das Behinderten-
gleichstellungsgesetz werde berücksichtigt. Innerhalb des Projektes sei es aber 
nicht immer möglich, die Bushaltestellen mit Randsteinen mit einer Höhe von 
22 cm zu erstellen. Aktuell seien im Projekt 16 cm hohe Randsteine bei den Bus-
haltestellen berücksichtigt. Bei der Ausführungsplanung würden noch Kissenlö-
sungen mit 22 cm hohen Randsteinen geprüft und wenn möglich vor Ort reali-
siert. Dies wurde von den Einsprechern beanstandet mit dem Hinweis, ein sol-
ches Vorgehen entspreche nicht den kantonalen Vorgaben. 

E. Mit Eingabe vom 9. Juli 2021 nahmen die Einsprecher Stellung zum Ein-
spracheprotokoll, wobei sie darauf hinwiesen, dass an der Einspracheverhand-
lung auch die Ansicht der Einsprecher betr. behindertengerechte Ausgestaltung 
der Bushaltestelle und betr. Anlage der Trottoirs diskutiert worden sei. Es werde 
die Zustellung der Dokumente betr. der vom Tiefbauamt zu dieser Frage getrof-
fenen Abklärungen erwartet.  

F. Mit Schreiben vom 17. Januar 2022 an die Einsprecher verwies das Bau-
departement betr. die behindertengerechte Ausgestaltung der Bushaltestelle auf 
die Projektierungsgrundlagen "BehiG Bushaltestellen" des Tiefbauamtes vom 
Juni 2018. Man richte sich nach diesen Projektierungsgrundlagen. 

G. Mit Stellungnahme vom 4. Februar 2022 führten die Einsprecher u.a. aus, 
das Projekt sei in Bezug auf die Frage der hindernisfreien Ausgestaltung der 
Bushaltestellen ungenügend ausgearbeitet. 

Mit ergänzender Eingabe vom 24. Februar 2022 hielten die Einsprecher u.a. fest, 
dass der ihnen zugestellte Link zum Thema behindertengerechter Bau von Bus-
haltestellen keine klärende Antwort auf die Frage des Ausbaustandards der Bus-
haltestellen im Rahmen des konkreten Strassenprojektes lieferte. Es werde auf 
die VSS Norm 640 075 und weitere Grundlagen verwiesen, welche eine Halte-
kante in Höhe von 22 cm - wenn möglich über die ganze Länge der Haltestelle - 
verlangten. Sie ersuchten des Weiteren um Zustellung der Profilschnitte (Halte-
kante) für die drei Bushaltestellen Bolenberg, alte Käserei und Egg. 

H. Mit Mail vom 4. März 2022 an die Einsprecher hielt das Baudepartement 
fest, dass aktuell keine Profilschnitte bezüglich der Bushaltestellen bestünden. 
Das Strassenprojekt befinde sich im Stadium "Bauprojekt" und solche Detailpläne 

4

würden erst in der Phase "Ausführungsprojekt" erstellt. Im Rahmen dieser Detail-
planung würden die Anlegekantenhöhen und -längen dann nochmals überprüft 
und optimiert. 

I. Mit Beschluss Nr. 326/2022 vom 12. April 2022 (Versand am 13.4.2022) 
entschied der Regierungsrat: 

1.-2. …

3. Die Einsprache der C.________ A.________, B.________, D.________, 
Postfach, E.________, vom 3. Dezember 2020 wird, sofern diese nicht 
gegenstandslos ist, abgewiesen. 

4. …

5. Das Bauprojekt "Ausbau Kantonsstrasse, Holeneich - Lägeten, Tuggen, km 
4.520 - km 6.620 vom 31. August 2020 wird genehmigt. 

6. Die im Rahmen des Mitberichtsverfahrens ergangenen Verfügungen, 
Stellungnahmen und Schreiben des Bundesamts für Strassen ASTRA, des Bezirks 
March, der Gemeinde Tuggen sowie der involvierten kantonalen Ämter bilden 
integrierender Bestandteile dieser Genehmigung.

7.-12. (…). 

J. Gegen diesen Beschluss erheben der A.________ und die B.________ mit 
Eingabe vom 4. Mai 2002 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgemäss Be-
schwerde mit folgenden Anträgen: 

1. Der Beschluss des Regierungsrates Nr. 326/2022 vom 12. April 2022 sei 
aufzuheben. 

2. Die Sache sei zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zu neuem 
Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Die Unterlagen dieser Bauauflage sind zu ergänzen, damit aus den 
Auflageunteralgen für Betroffene überprüfbar hervorgeht, inwieweit das 
Eidg. Behindertengleichstellungsgesetz erfüllt wird oder warum und wie 
dieses Gesetz nur teilweise eingehalten wird. 

4. Zukünftig soll bei einer Bauauflage zum Bau oder Umbau einer 
Bushaltestelle aus den Auflageunterlagen für Betroffene überprüfbar 
hervorgehen, inwieweit dieses Eidg. Behindertengleichstellungsgesetz von 
der Bauherrschaft eigehalten wird oder wenn nicht, wie und weshalb die 
Anforderungen dieses Gesetzes im Kt. SZ unterschritten werden. 

5. Dies unter Kostenfolge zu Lasten des Kantons Schwyz. 

K. Das Baudepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 25. Mai 2022 die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 25. Juli 2022 äussern sich die Beschwerdeführer zur Vernehm-
lassung des Baudepartementes. Eine Ergänzung dazu erfolgt mit Eingabe vom 
27. Juli 2022.

5

Mit Stellungnahme vom 23. August 2022 hält das Baudepartement an seinen An-
trägen fest.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Die Beschwerdeführer rügen eine ungenügende Darstellung der auf der 
Strecke vorgesehenen Bushaltestellen in den Plänen. Aus den bewilligten Plänen 
gehe insbesondere nicht hinreichend hervor, ob die geplanten Bushaltestellen 
über eine genügende Kantenhöhe für eine behindertengerechte Ausgestaltung 
verfügten. Bei fünf der sechs Haltekanten werde lediglich von einer Kissenlösung 
gesprochen. Aus den Plänen gehe allerdings nicht hervor, wie gross die Kissen 
für den behindertengerechten Zugang seien. Es sei nicht klar, wo und wie die 
Kissen und wie die Erschliessungsrampen ausgebildet würden. Sobald die 
schutzwürdigen Interessen Dritter tangiert seien, müsse klar aus den Plänen her-
vorgehen, was genau geplant sei. Die hindernisfreie Bauweise sei jedoch aus 
den Plänen nicht hinreichend ersichtlich. Mit den vorliegenden Plänen könne so-
mit nicht hinreichend geprüft werden, ob die Massnahmen für einen behinderten-
gerechten ÖV umgesetzt würden. Die Pläne seien gemäss der VSS Norm 640 
075 zu überarbeiten und ergänzen und in Fällen, in denen nicht auf der ganzen 
Haltestellenlänge eine erhöhte Haltekante von 22 cm möglich sein sollte, sei mit-
tels Schleppkurvennachweis oder Fahrversuchen der 22 cm hohe Bereich in 
längst möglichem Umfang zu definieren. Auch sei in Fällen, in denen eine Halte-
kante von 22 cm nicht realisiert werde, zu begründen, weshalb von dieser Vor-
gabe abgewichen werde. 

1.2 Das Baudepartement verweist vernehmlassend auf die VSS-Norm 640 075 
und die Normalien des Kantons zur Projektierung von Bushaltestellen nach dem 
Behindertengleichstellungsgesetz. Gemäss diesen Normalien sei bei der behin-
dertengerechten Erstellung einer Bushaltestelle prioritär ein niveaugleicher Ein-
/Ausstieg anzustreben. Dazu werde eine Haltekantenhöhe von 22 cm benötigt, 
allenfalls nur bei einem Teil der Haltestelle (Kissenlösung). Sei aus Gründen der 
Verhältnismässigkeit kein niveaugleicher Einstieg möglich, müsse immer die 
bestmögliche abweichende Lösung realisiert werden. Im technischen Bericht 
vom 31. August 2020 werde ausgeführt, dass bei allen Bushaltestellen die Tiefe 
des Warteraumes im Minimum 2.90 m betragen werde. Damit sei sichergestellt, 
dass in jedem Fall genügend Platz für eine behindertengerechte Ausgestaltung 
der Bushaltestellen vorhanden sei. Im Auflageprojekt würden die Anschlaghöhen 
der Bushaltekanten (22 cm oder 16 cm) nur soweit geklärt, als dies nötig sei, um 
den benötigten Landbedarf zu bestimmen. Da vorliegend die geplante Gehweg-

6

breite ohnehin breiter geplant sei als es die Minimalvorgabe bei einer 16 cm ho-
hen Haltekante verlange, sei auf eine vertiefte Prüfung und Abklärung der Mög-
lichkeit einer 22 cm hohen Haltekante vorerst verzichtet worden und dies in die 
Phase der Detailplanung verlegt worden. Die Strassenanlage befinde sich vorlie-
gend quasi im Grünen, weshalb sich die wenigen Zentimeter einer höheren Hal-
tekante in einer Böschung leicht ausgleichen liessen. Es könne deshalb davon 
ausgegangen werden, dass die Prioritäten gemäss der VSS-Norm durchgehend 
berücksichtigt würden. Die gemäss VSS-Norm vorgesehene Grundanforderung 
einer Haltekante von 16 cm sei bei allen Haltestellen vorgesehen. Zudem sei bei 
fünf der insgesamt sechs Haltekanten vorgesehen, eine Kantenhöhe von 22 cm 
(im Rahmen einer Kissenlösung) zu realisieren. Es bestehe kein Grund, das Pro-
jekt zu einer detaillierteren Planung an den Regierungsrat zurückzuweisen. 

2.1 Der Strassenbau umfasst die Neuerstellung einer Strasse (Neubau) und 
den Ausbau oder andere bauliche Änderungen (bauliche Massnahmen). Letztere 
bezwecken die Anpassung an ein gesteigertes Verkehrsaufkommen, die Verbes-
serung der Verkehrssicherheit, die Trennung der Verkehrsteilnehmer und den 
Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor übermässigen Auswirkungen des 
Strassenverkehrs (§ 22 Abs. 1 und 3 StraG). Der Kanton plant Strassen 
grundsätzlich nach dem Verfahren für den Erlass kantonaler Nutzungspläne 
(vgl. § 13 Abs. 1 StraG). Allerdings besteht für bauliche Massnahmen an einer 
bestehenden Strasse ausserhalb der Bauzonen und e fortiori auch für bauliche 
Massnahmen an einer bestehenden Strasse innerhalb der Bauzonen (vgl. VGE 
III 2010 4 vom 9.6.2010 Erw. 2.2 und 2.3) eine Ausnahme von der Planungs-
pflicht. Gemäss § 14 StraG können bestehende Strassen im Projektgenehmi-
gungsverfahren nach §§ 15 ff. StraG erneuert, teilweise geändert und ausgebaut 
oder mit baulichen Verkehrsanordnungen ergänzt werden, wenn dies mit den 
wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist. Vorliegend ist zwischen den 
Parteien unbestritten, dass der vorgesehene Strassenausbau nicht der Pla-
nungspflicht unterliegt.

2.2 Das Projektgenehmigungsverfahren ersetzt das Baubewilligungsverfahren 
nach PBG und ist das für die Umweltverträglichkeitsprüfung massgebliche Ver-
fahren. Alle für das Bauprojekt erforderlichen Bewilligungen sind in diesem Ver-
fahren einzuholen (§ 15 StraG). Innerhalb der Auflagefrist kann gegen das Bau-
projekt schriftlich Einsprache erhoben werden (§ 17 Abs. 1 StraG). Einsprache-
begehren, welche die Änderung eines Planes betreffen, der bereits einem Ein-
sprache- und Auflageverfahren unterzogen wurde, sind unzulässig (§ 17 Abs. 2 
StraG). Der Regierungsrat beschliesst das Projekt (§ 18 Abs. 1 StraG).

7

2.3 Strassenbauprojekte, welche im Projektgenehmigungsverfahren bewilligt 
werden, werden auf der Kanzlei der betroffenen Gemeinden während 20 Tagen 
öffentlich aufgelegt (§ 12 Abs. 1 der Strassenverordnung, StraV, SRSZ 442.111). 
Innerhalb der Auflagefrist kann für Hauptstrassen beim Baudepartement Ein-
sprache erhoben werden (vgl. § 12 Abs. 2 StraV). Einspracheverhandlungen 
führt in der Folge das Baudepartement (vgl. § 13 Abs. 1 StraV). Das Projekt wird 
im Anschluss an das Koordinationsverfahren genehmigt (§ 15 Abs. 1 StraV). Der 
Genehmigungsbeschluss muss u.a. eine Beschreibung des Projekts und dessen 
Rechtmässigkeit (§ 15 Abs. 2 lit. a StraV), die Entscheide über unerledigte Ein-
sprachen (§ 15 Abs. 2 lit. b StraV) sowie die Verfügungen und Stellungnahme 
der zuständigen Stellen (§ 15 Abs. 2 lit. d StraV) enthalten. 

Weder das Strassengesetz noch die Strassenverordnung regeln, welche Pläne 
und welche weiteren Unterlagen im Rahmen eines Strassenbauprojektverfahrens 
einzureichen und öffentlich aufzulegen sind. Auch die §§ 78 und 79 des Pla-
nungs- und Baugesetzes (PBG; SRSZ 400.100) enthalten keine diesbezüglichen 
Bestimmungen. 

3.1 Haltestellen im Busverkehr fallen grundsätzlich in die Kompetenz der Kan-
tone. Das Personenbeförderungsmonopol nach Art. 87 und 92 BV erstreckt sich 
aber auch auf das Ein- und Aussteigen. Entsprechend hat der Bund die Zustän-
digkeit zum Erlass von Bestimmungen über die behindertengerechte Ausgestal-
tung der Haltestellen im regelmässigen und gewerbsmässigen Autobusverkehr. 
Das BehiG, die VböV und die VAböV legen deshalb jenen Minimalstandard fest, 
den die Kantone beim Bau der Haltestellen berücksichtigen müssen (Sche-
fer/Hess in: FHB Öffentliches Baurecht, Rz. 3.549).

3.2 Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG, SR 
151.3) ergreifen Bund und Kantone Massnahmen, um Benachteiligungen zu ver-
hindern, zu verringern oder zu beseitigen. Die Massnahmen sind u.a. in Bezug 
auf öffentlich zugängliche Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs (Bauten, An-
lagen, Kommunikationssysteme, Billettbezug) und dessen Fahrzeuge zu ergrei-
fen (vgl. Art. 3 lit. b BehiG). Gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. a BehiG erlässt der Bun-
desrat zur Sicherstellung eines behindertengerechten öffentlichen Verkehrssys-
tems für die konzessionierten Unternehmen u.a. Vorschriften über die Gestaltung 
von Haltestellen und Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs sowie der Billettaus-
gabe. In Ausübung dieser Kompetenz hat der Bundesrat die Verordnung über die 
behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs erlassen (VböV, SR 
151.34). Danach gehören zu den Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs u.a. 
die Orte, an denen ein Fahrzeug des öffentlichen Verkehrs Fahrgäste ein- oder 
aussteigen lässt (Haltepunkte) (Art. 2 Abs. 3 lit. b VböV). Gemäss Art. 22 Abs. 1 

8

BehiG müssen bestehende Bauten und Anlagen sowie Fahrzeuge für den öffent-
lichen Verkehr spätestens nach 20 Jahren nach dem Inkrafttreten dieses Geset-
zes, mithin bis zum 1. Januar 2024 behindertengerecht sein. 

Art. 3 Abs. 1 VböV stellt den Grundsatz auf, dass Behinderte, die in der Lage 
sind, den öffentlichen Raum autonom zu benützen, auch Dienstleistungen des öf-
fentlichen Verkehrs autonom beanspruchen können. Sie sollen sich möglichst 
unabhängig und ohne fremde Hilfe mit dem öffentlichen Verkehr fortbewegen 
können. Entsprechend sind jene baulichen Massnahmen zu treffen, die es den 
Menschen mit Behinderung ermöglichen, die Einrichtungen des öffentlichen Ver-
kehrs ohne persönliche Hilfestellung durch das Personal zu benützen (Sche-
fer/Hess in: FHB Öffentliches Baurecht, Rz. 3.568). In diesem Sinne muss 
gemäss Art. 5 Abs. 1 VböV der Zugang zu Einrichtungen und Fahrzeugen des öf-
fentlichen Verkehrs für Hand- und Elektro-Rollstühle sowie für Rollatoren ge-
währleistet sein. In der Regel soll die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel 
auch für Rollstühle mit kuppelbaren elektrischen Antriebsgeräten, für Behinder-
ten-Elektroscooter und für ähnliche Fahrzeuge ermöglicht werden (Art. 5 Abs. 2 
VböV). Gemäss Art. 8 VböV erlässt das Eidgenössische Departement für Um-
welt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) u.a. Bestimmungen über die 
technischen Anforderungen an die Gestaltung der Haltestellen. In Ausübung die-
ser Kompetenz hat das UVEK die Verordnung über die technischen Anforderun-
gen an die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs (VAböV; 
SR 151.342) vom 23. März 2016 erlassen. Gemäss Art. 10 Abs. 1 VAböV müs-
sen Haltepunkte im Bus- und Trolleybusverkehr für Personen im Rollstuhl er-
reichbar sein. Die Neigung der Zugänge darf maximal 6% betragen, wenn die to-
pografischen Verhältnisse dies zulassen. In Art. 11 VAböV werden minimale 
Rollstuhleinfahrtsflächen im Bus- und Trolleybusverkehr definiert. Gemäss Art. 13 
VAböV ist der Ein- und Ausstieg im Bus- und Trolleybusverkehr für Personen im 
Rollstuhl oder mit Rollator zu gewährleisten, indem zwischen dem Perron und 
dem Einstiegsbereich des Fahrgastraums eine Niveaudifferenz und eine Spalt-
breite für den niveaugleichen Einstieg gemäss Anhang Ziffer 2.3 der Verordnung 
(EU) Nr. 1300/2014 erreichbar sind (lit. a), oder für Personen im Rollstuhl durch 
eine fahrzeuggebundene oder mobile Rampe, einen Hublift oder eine andere 
technische Lösung (lit. b). Die Bestimmung von Art. 13 VAböV verlangt mithin 
nicht zwingend einen niveaugleichen Einstieg. Dabei gilt allerdings zu berück-
sichtigen, dass die autonome Nutzung der Dienstleistungen des öffentlichen Ver-
kehrs im Sinne von Art. 3 VböV bei erforderlicher Hilfestellung durch Rampen 
oder Hublifte nicht mehr möglich ist, da in diesen Fällen der Zugang nur mit Hilfe 
von Drittpersonen gewährleistet werden kann. Die in Art. 13 lit. b VAböV vorge-
sehene Rampenlösung (bzw. Liftlösung u.ä.) kann gestützt auf Art. 3 VböV nur 

9

zur Anwendung kommen, wenn ein niveaugleicher Zugang nicht ermöglicht wer-
den kann bzw. wenn die Schaffung eines solchen unverhältnismässig ist. Soweit 
verhältnismässig und möglich ist grundsätzlich ein niveaugleicher und damit au-
tonomer Zugang zu gewährleisten.   

3.3 Am 1. Dezember 2014 erliess der Schweizerische Verband der Strassen- 
und Verkehrsfachleute VSS die Norm SN 640 075. Sie enthält detaillierte Anfor-
derungen auch an die Ausgestaltung von Haltestellen im Strassenverkehr. Sie 
kommt dann zur Anwendung, wenn kantonales oder kommunales Recht darauf 
verweist, oder als Auslegungshilfe bei offenen staatlichen Bestimmungen (Sche-
fer/Klein in: FHB Öffentliches Baurecht, Rz. 3.576). 

Betreffend Höhe der Haltekante sieht die VSS Norm SN 640 075 in Rz. 15.3 vor, 
dass die Haltestellen nach Möglichkeit mit Haltekanten ausgestattet sind, welche 
den niveaugleichen Einstieg ins Fahrzeug mit möglichst geringen Differenzen 
gewährleisten. Für Bushaltestellen ist dabei eine Haltekantenhöhe zwischen 
22 cm und 30 cm festzulegen und mit der Höhe des Fahrzeugbodens im Ein-
stiegsbereich bei abgesenktem Fahrzeug abzustimmen. Ist aus Gründen der 
Verhältnismässigkeit kein niveaugleicher Einstieg möglich, muss immer die best-
mögliche abweichende Lösung realisiert werden: 1. Verschieben der Haltestelle, 
2. Teilerhöhungen im Bereich der Manövrierflächen, 3. Perronhöhe von 16 cm für 
den Einstieg mit Rampe. Im Weiteren sieht die VSS Norm betr. der Neigung von 
Haltestellen des öffentlichen Verkehrs vor, dass das Längsgefälle vorzugsweise 
3%, maximal 6% nicht überschreiten solle (Ziff. 15.1). 

3.4 Im kantonalen Recht finden sich keine Ausführungen zur Ausgestaltung 
von Bushaltestellen. Das kantonale Tiefbauamt hat jedoch Projektierungsgrund-
lagen für die Ausgestaltung von Bushaltestellen gemäss BehiG erarbeitet (Ver-
sion 1.1. von Juni 2018). Darin wird u.a. auf die VSS Nr. 640 075 verwiesen, ins-
besondere auch in Bezug auf die Ausgestaltung (Höhe) der Haltekante. Aller-
dings wird unter dem Titel "Beschluss" dann unterschieden zwischen Busbuchten 
und Fahrbahnhaltestellen. In Bezug auf Busbuchten wird ausgeführt, der Platz-
bedarf für Busbuchten mit einer durchgängigen Kantenhöhe von 22 cm (+/- 1 cm) 
sei unverhältnismässig hoch, weshalb Kantenhöhen von 16 cm realisiert würden. 
Für Fahrbahnhaltestellen wird demgegenüber als Grundsatz eine Kantenhöhe 
von 22 cm über die gesamte Länge der Haltestelle festgelegt. Sei dies nicht mög-
lich, sei eine Verschiebung der Haltestelle anzustreben. Sei eine hohe Halte-
kante nicht auf der ganzen Länge machbar, werde ein sogenanntes "Kissen" an-
gestrebt (vorzugsweise von der Busfront bis und mit dem Bereich der 2. Türe). 

10

3.5 Die Beschwerdeführer verweisen auf das Merkblatt "Bus-Haltestellen" der 
Schweizer Fachstelle für hindernisfreie Architektur vom Februar 2019. Darin wird 
u.a. ausgeführt, dass als Standard die Höhe der Haltekante auf der ganzen Län-
ge der Haltestelle 22 cm betragen solle. Seien die Voraussetzungen für die Aus-
führungen hoher Haltekanten aufgrund der örtlichen Situation nicht gegeben (z.B. 
wegen zu geringem Abstand zu Kurven, Einmündungen oder Grundstückzufahr-
ten im Bereich der Haltestelle, Hindernissen im Anfahrtsbereich usw.), seien bei 
der Suche nach Lösungen folgende Prioritäten zu berücksichtigen: 1. Verschie-
ben der Haltestelle, damit eine hohe Haltekante von 22 cm realisiert werden kön-
ne, 2. Teilerhöhung über einen möglichst grossen Teil und 3. eine Haltekanten-
höhe von 16 cm sowie die erforderliche Manövrierfläche von mindestens 2.90 m 
Breite für den Einstieg mit einer fahrzeugseitigen Rampe.

4.1 Im Projektperimeter befinden sich sechs Bushaltestellen (Bolenberg, alte 
Käserei und Egg). Die Bushaltestellen Bolenberg und alte Käserei sind als Fahr-
bahnhaltestellen und die Bushaltestellen Egg als Busbuchten konzipiert.  

In dem mit den Bauplänen aufgelegten Technischen Bericht der H.________ 
vom 31. August 2020 wird zu den Haltestellen ausgeführt, dass bei allen Bushal-
testellen oder Busbuchten die Tiefe des Warteraumes im Minimum 2.90 m betra-
ge und die Haltestellen unter diesem Aspekt behindertengerecht seien. Die Hal-
testellen würden je mit einer 18 m langen Haltekante mit 16 cm Anschlag (Kan-
tenhöhe) sowie einer Bushaltemarkierung L=18 m versehen.  

In den aufgelegten Plänen finden sich nur zu den Busbuchten Darstellungen. Im 
Plan Normalprofile 1:50 der H.________ vom 31.8.2020 (Auflageakten Beilage 
21) wird u.a. das Profil von Busbuchten (nicht aber Strassenhaltestellen) aufge-
zeigt, allerdings wird die Höhe der Haltekante nicht beziffert, ist gemäss Messung 
aber nicht höher als 16 cm.

Das Amt für öffentlichen Verkehr hält in seinem Mitbericht vom 15. Dezember 
2020 fest, es falle auf, dass sämtliche neugestalteten Bushaltestellen im Erneue-
rungsabschnitt mit 16 cm hohen Haltekanten ausgeführt werden sollen. Aus Sicht 
des öffentlichen Verkehrs sei es wichtig, dass neu gebaute Bushaltestellen für 
Behinderte autonom benutzt werden könnten, weshalb Haltekanten mit einer 
Kantenhöhe von 22 cm erforderlich seien. Es sei zu prüfen, welche der neuen 
Haltekanten mit 22 cm hohen Haltekanten ausgeführt werden könnten. Dass in 
der Folge eine Prüfung des Einwandes stattfand und mit welchem Ergebnis, ist 
aus den Akten nicht ersichtlich. 

Insgesamt muss gestützt auf die aufgelegten Akten mithin davon ausgegangen 
werden, dass sämtliche Haltekanten lediglich mit einem Anschlag in Höhe von 16 

11

cm geplant sind und damit ein autonomer Zustieg für Menschen mit Rollstühlen 
nicht möglich und für andere gehbehinderte Menschen nur erschwert möglich ist. 

4.2 Der Regierungsrat hat dann allerdings im Projektgenehmigungsbeschluss 
festgehalten, dass bei fünf der sechs Haltekanten aufgrund der detaillierten Ab-
klärungen im Bauprojektstand ein Teil der Anlagekante mit einer Kantenhöhe von 
22 cm (Kissenlösung) vorgesehen sei. Bei der Haltekante "Bolenberg" in Rich-
tung Wangen könne aus technischen Gründen (Kurvenaussenrand) lediglich eine 
Haltekante von 16 cm errichtet werden, wobei aufgrund der vorgesehenen Breite 
der Haltestelle von 2.9 m die erforderliche Manövrierfläche für den Einstieg mit 
einer Rampe vorhanden sei. Ein Zugang zum öffentlichen Verkehr könne mithin 
auch an dieser Haltestelle gewährleistet werden.  

5.1 Die Baubewilligungspflicht gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die 
Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) soll der Behörde die Mög-
lichkeit verschaffen, das Bauprojekt vor seiner Ausführung auf die Übereinstim-
mung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen einschlägigen 
Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 119 Ib 222 Erw. 3a). Das Baugesuchsverfah-
ren bezweckt eine vorgängige Beurteilung des Bauvorhabens durch die Behörde 
und durch die Nachbarn bzw. weitere einspracheberechtigte Dritte und soll sie in 
die Lage versetzen, allfällige Einwände geltend zu machen. Um ein Bauprojekt 
vor seiner Ausführung überhaupt beurteilen zu können, müssen die Pläne darü-
ber genügend Auskunft geben. Nur was aus den Plänen mit hinreichender Klar-
heit hervorgeht, kann von der Behörde bewilligt und mit Ablauf der Einsprache-
frist rechtskräftig werden (vgl. Urteil BGer 1P.791/2006 vom 13.11.2007 Erw. 
3.3). Dabei sind bei der Darstellung der Pläne die für die Prüfung des Projektes 
erforderlichen Masse anzugeben (Dussy in: FHB Öffentliches Baurecht, Rz. 
7.105).

Das Baugesuch muss jene Informationen enthalten, die für seine rechtliche Beur-
teilung erforderlich sind. Die notwendigen Angaben sind dabei nach den Um-
ständen des konkreten Falls zu bestimmen (Urteil BGer 1C_621/2013 vom 
19.12.2013 Erw. 2.4; Baumann in: Kommentar zum Baugesetz des Kantons 
Aargau, § 60 Rz. 3). Die Folgen unklarer oder missverständlicher Plan- und 
Gesuchsinhalte trägt die Bauherrschaft (vgl. Urteil BGer 1P.728/2006 vom 
16.2.2007 Erw. 2). 

5.2 Strassenbauprojekte, die in den Geltungsbereich des BehiG fallen und die 
Interessen von Behinderten tangieren (z.B. weil wie vorliegend die Neugestaltung 
einer Bushaltestelle vorgesehen ist), sind grundsätzlich auch unter dem Aspekt 
der Anforderungen des BehiG und den entsprechenden Ausführungsbestimmun-

12

gen zu prüfen. Dabei gilt - wie bereits erwähnt - zu berücksichtigen, dass der Zu-
gang zu Einrichtungen und Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs für Rollstühle 
sowie für Rollatoren gewährleistet sein muss (Art. 5 Abs. 1 VböV) und dass eine 
autonome Nutzung des öffentlichen Verkehrs im Vordergrund steht. Nur wenn 
die Autonomie nicht durch technische Massnahmen gewährleistet werden kann, 
haben die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs die erforderlichen Hifestellun-
gen durch den Einsatz von Personal zu erbringen (etwa wenn der Einsatz einer 
mobilen Rampe erforderlich ist, vgl. Art. 3 Abs. 1 und 2 VböV). Den Anforderun-
gen des BehiG wird entgegen der sinngemässen Ansicht der Vorinstanz nicht be-
reits Genüge getan, wenn sämtliche Bushaltestellen die flächenmässigen Anfor-
derungen für einen behindertengerechten Zugang erfüllen. Zu prüfen ist auch, ob 
die autonome Zugänglichkeit ermöglicht werden kann und sofern dies möglich 
ist, ist dies entsprechend auch in den Baugesuchsunterlagen darzustellen und 
mithin im Projektentscheid so festzulegen. 

Vorliegend sind sowohl die aufgelegten Projektgesuchsunterlagen als auch der 
Projektbeschluss bezüglich der Frage der Höhe der Haltekanten offen und unbe-
stimmt bzw. sogar widersprüchlich. Wie vorstehend dargelegt, wird in den Pro-
jektgesuchsunterlagen von Haltekanten in der Höhe von 16 cm ausgegangen, 
der Regierungsrat hält dann im Projektbeschluss allerdings relativierend fest, 
dass bei fünf der sechs Bushaltestellen Anlegekanten von 22 cm "vorgesehen" 
seien, ohne allerdings definitiv darüber zu befinden. Der Verweis auf die Projek-
tierungsgrundlagen BehiG Bushaltestellen des Tiefbauamtes beantwortet die 
Frage der Ausgestaltung der im Bauprojekt vorgesehenen Bushaltestellen eben-
falls nicht, zumal diese Projektierungsgrundlagen einerseits Spielräume offen 
lassen und andererseits in Bezug auf die generelle Festlegung einer Haltekan-
tenhöhe von 16 cm bei Busbuchten den Vorgaben des BehiG nicht entsprechen. 
Zwar ist der Hinweis auf den Landbedarf berechtigt und aus Gründen der Ver-
hältnismässigkeit kann es unter Umständen gerechtfertigt sein, auf Haltekanten 
von 22 cm zu verzichten. Ein genereller Ausschluss von Haltekanten, welche den 
niveaugleichen Zugang zum Bus ermöglichen, ist bei Busbuchten aber nicht 
zulässig. Vielmehr ist im konkreten Einzelfall jeweils eine Prüfung vorzunehmen, 
wobei neben dem Landbedarf, den Kosten und Aspekten der Verkehrssicherheit 
auch die Anzahl von Benutzern und die Bedeutung der Haltestelle für Menschen 
mit Behinderung zu berücksichtigen sind. Bei einer Bushaltestelle in der Nähe ei-
nes Spitals oder Altersheims kommt dem Erfordernis eines niveaugleichen Zu-
ganges höhere Bedeutung zu als bei einer Bushaltestelle ausserorts, mit gerin-
geren Nutzerfrequenzen und einer anderen Zusammensetzung der Nutzer. 

13

Auch zur Frage des Gefälles der Haltestelle im Sinne von Art. 10 Abs. 1 VAböV 
ergeben sich aus den Baugesuchsunterlagen und dem Projektbeschluss keine 
Angaben. 

5.3 Die Höhe der Haltekante ist entscheidend für die Beantwortung der Frage, 
ob eine Haltestelle von Personen mit Rollstühlen autonom benutzt werden kann. 
Auch das Gefälle - gerade auch wenn wie vorliegend eine Kissenlösung in Be-
tracht gezogen wird - ist entscheidend für die autonome Benutzung einer Halte-
stelle. Auch wenn das Gesetz es unter bestimmten Voraussetzungen zulässt, 
Bushaltestellen zu errichten, welche nur mit Hilfe Dritter den Zugang zum öffentli-
chen Verkehr gewährleisten, ist doch in erster Linie zu prüfen, ob ein autonomer 
Zugang möglich und verhältnismässig ist. Die Prüfung dieser Frage kann nicht 
erst nach rechtskräftigem Abschluss des Bewilligungsverfahrens in einem infor-
mellen oder für Dritte nicht einsehbaren Rahmen durchgeführt werden, da es um 
die Gewährleistung von durch das BehiG geschützten Rechtsansprüchen geht 
(vgl. Art. 7 ff. BehiG). Die Prüfung dieser Frage muss mithin im Rahmen der Ge-
samtbeurteilung des Projekts erfolgen. Dies ergibt sich auch aus dem Koordina-
tionsgrundsatz nach Art. 25a RPG, welcher u.a. verlangt, dass baurechtliche 
Entscheide materiell koordiniert ergehen und Stellungnahmen und Entscheid-
beiträge der anzuhörenden Amts- und Fachstellen für den Gesamtentscheid auf-
einander abgestimmt werden (Art. 25a Abs. 2 lit. d RPG; vgl. Marti in: Aemiseg-
ger/Moor/Ruch/Tschannen, Praxiskommentar RPG, Art. 25a Rz. 30). Zu Recht 
wurde vorliegend auch eine Stellungnahme des Amtes für öffentlichen Verkehr 
eingeholt, wobei sich, wie gesagt (vorstehend Erw. 4.1) aufgrund der Akten nicht 
auf eine Auseinandersetzung mit dieser Stellungnahme im Rahmen der Projekt-
bewilligung schliessen lässt.  

Zwar muss die Projektierungstiefe für die einzelnen Phasen eines Bauvorhabens 
nur soweit gehen, wie es für die Entscheide notwendig ist (Fritzsche/Bösch/ 
Wipf/Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6.A., S. 383 m.H. auf Botschaft des 
Bundesrates zu Art. 25a RPG, BBl 1994 III 1084). Technische Detaillösungen 
müssen mithin nicht entgegen jeder Zweckmässigkeit und bewährter Praxis be-
reits mit dem Bauvorhaben selbst vorgelegt werden (vgl. § 81 Abs. 2 PBG). Allfäl-
lige Spezialbewilligungen von untergeordneter Bedeutung dürfen demnach abge-
trennt und separat erteilt werden, wenn eindeutig feststeht, dass keine Abstim-
mung mit dem übrigen Entscheid erforderlich ist, dass die Rechte des Bauge-
suchstellers und Dritter nicht tangiert werden und dass die Abtrennung rechtlich 
zulässig ist (vgl. Marti in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen, Praxiskommentar 
RPG, Art. 25a Rz. 34; Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, a.a.O., S. 384). In casu liegt 
aber in Bezug auf die Frage der Ausgestaltung der Haltekanten der Bushaltestel-

14

len gerade kein Sachverhalt vor, welcher die Rechte Dritter nicht tangiert. Über 
diese Frage muss deshalb im Projektgenehmigungsverfahren entschieden wer-
den und die Baugesuchsunterlagen haben über die ersuchte Regelung Auskunft 
zu geben, damit Betroffene sich darüber orientieren und allenfalls Rechtsmittel 
ergreifen können. 

5.4 Nachdem ein wesentliches für die Projektbewilligung erforderliches Ele-
ment im Baugesuch nicht enthalten war und der Regierungsrat dieses Element 
auch im Rahmen der Projektgenehmigung offen gelassen hat, ist die Bewilligung 
unvollständig. Die materielle Koordination ist insofern ungenügend. Es ist Aufga-
be der Bauherrschaft, die offene Frage bezüglich der behindertengerechten Aus-
gestaltung der Bushaltestellen zu klären, das Baugesuch zu vervollständigen, 
anschliessend öffentlich aufzulegen und genehmigen zu lassen. Das Verwal-
tungsgericht kann im vorliegenden Verfahren diesbezüglich keinen Entscheid fäl-
len. 

Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen, der Projektgenehmigungs-
beschluss ist aufzuheben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Er-
gänzung der Gesuchsunterlagen und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz 
zurückgewiesen. 

6. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Kosten zu Lasten 
des Staates. Die nichtbeanwalteten Beschwerdeführer haben keinen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung. 

15

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Projektgenehmigungsbe-
schluss im Sinne der Erwägungen aufgehoben und zur Ergänzung der Ge-
suchsunterlagen und anschliessendem neuen Entscheid an die Vorinstanz 
zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. Der von den Beschwerdeführern am 
10. Mai 2022 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- wird ihnen aus 
der Gerichtskasse zurückerstattet. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführer (2/R)
- den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB)
- das Baudepartement
- das kantonale Amt für Raumentwicklung ARE
- das Amt für öffentlichen Verkehr
- das Bundesamt für Raumentwicklung, 3003 Bern (A)
- und das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit 

Behinderungen EBGB, Inselgasse 1, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 25. November 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts
Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

16

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 12. Dezember 2022