# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 464edfd4-28bb-5212-ac92-d1693ab3bdf2
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-29
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 29.06.2020 S 2019 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-96_2020-06-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 29. Juni 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RAin MLaw B.________, 

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung
(Leistungen)

S 2019 96

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Urteil S 2019 96

A. Die 1975 geborene A.________ meldete sich am 18. Juni 2016 unter Hinweis auf 
eine Diskushernie L4/L5 mit Tangierung der S1-Wurzel sowie auf eine Depression bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle Zug tätigte in der 
Folge medizinische und erwerbliche Erhebungen, insbesondere holte sie auch die Akten 
des Krankentaggeldversicherers ein, welcher ein bidisziplinäres Gutachten von 
C.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D.________, FMH 
Rheumatologie und Innere Medizin, vom 23. November 2016 (IV-act. 26 S. 11 ff.) 
eingeholt hat. Auch die Verwaltung gab eine polydisziplinäre Expertise in den 
Fachdisziplinen Innere Medizin, Psychiatrie, Orthopädie sowie Neurologie bei der Zentrum 
für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG (ZIMB) in Auftrag, welche am 
7. November 2018 erstattet wurde (IV-act. 74). Gestützt hierauf und die Stellungnahmen 
von E.________, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 19. November 2018 (IV-act. 75) und 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Januar 2019 (IV-
act. 79) vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) stellte die Verwaltung mit Vorbescheid 
vom 7. Februar 2019 die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht (IV-act. 81). Nach 
erfolgter Einsprache (IV-act. 85 und 88) holte die IV-Stelle die Ergänzung des Gutachtens 
vom 24. Mai 2019 (IV-act. 91) ein und verfügte schliesslich am 14. Juni 2019 wie 
vorbeschieden (IV-act. 92).

B. Beschwerdeweise lässt A.________ beantragen, die Verfügung vom 14. Juni 
2019 sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente gemäss 
Gesetz zu gewähren. Sie sei durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen. 
Eventualiter sei die Sache zwecks Einholung eines Gutachtens und anschliessender 
Entscheidung über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen. Ferner sei ihr 
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihr in der Person der 
unterzeichneten Rechtsvertreterin eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bewilligen 
(act. 1).

C. Mit Verfügung vom 23. September 2019 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihr für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in der Person von RAin MLaw B.________ eine unentgeltliche 
Rechtsbeiständin bei (act. 4).

D. Die IV-Stelle schloss vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 5).

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Urteil S 2019 96

E. Replicando hielt A.________ an ihren Anträgen fest (act. 9) und liess den Bericht 
von Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. November 2019 
ins Recht legen (Bf-act. 5).

F. Die IV-Stelle liess sich hierzu vernehmen und hielt an ihrem Antrag fest (act. 11).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in Verbindung mit § 77 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 14. Juni 2019; diese ging gemäss 
unbestritten gebliebenen Angaben bei der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 
17. Juni 2019 ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 19. Au-gust 2019 der Post übergeben und ging am 21. August 2019 beim 
Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige 
Beschwerdefrist wurde somit unter Berücksichtigung von Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG – 
Fristenstillstand vom 15. Juli bis und mit dem 15. August – gewahrt. Die 
Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur 
Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. 
Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde 
einzutreten ist.

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
14. Juni 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 

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Urteil S 2019 96

in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).

3. Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 
Rente der Invalidenversicherung hat oder ob die IV-Stelle zu Recht einen 
Leistungsanspruch verneint hat. Die Versicherte rügt einzig, dem psychiatrischen 
Teilgutachten komme kein Beweiswert zu (act. 1 Ziff. 13 ff.) und die IV-Stelle habe den 
Untersuchungsgrundsatz verletzt, weil eine massgebliche Verschlechterung nach dem 
Begutachtungszeitpunkt ausser Acht gelassen worden sei (act. 1 Ziff. 34 ff.).

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im 
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 

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Urteil S 2019 96

Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.1 und 3.2, 132 V 93 E. 4).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

4. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die ZIMB-Expertise 
vom 7. November 2018 (IV-act. 74) sowie die dazugehörige ergänzende Stellungnahme 
vom 24. Mai 2019 (IV-act. 91). Gemäss den Sachverständigen bestehen folgende 
Gesundheitsschäden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Chronisches lumbospondylogenes bis lumboradikuläres Schmerzsyndrom 
(ICD-10 M54.10) mit/bei:
- fortgeschrittener erosiver Osteochondrose im Segment L5/S1 mit 

begleitender Facettengelenksarthrose L3–L5;
- mässiger Foramenstenose L5/S1 links durch mediolaterale Diskushernie mit 

Affektion der Nervenwurzel S1 links;
- sensiblen Ausfällen in L5 und S1 links.

2. Blockierung des Kreuzdarmbeingelenkes links (ISG-Blockade; ICD-10 M54.5).

Keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit massen sie den nachstehenden Diagnosen 
bei:

3. Chronische Schwindelbeschwerden mit rezidivierenden synkopalen Anfällen, 
am ehesten psychogen mit/bei:
- unauffälligem Elektroenzephalogramm (EEG), Schädel-MRI (Magnetic 

Resonance Imaging), Schellong-Test, Holter-EKG (Elektrokardiogramm) und 
neurovaskulärer Duplex im Mai 2017;

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- Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 
F68.0).

4. Anamnestisch Dyspnoe ohne organisches Korrelat.
5. Initiale Radiocarpalarthrose rechts ohne Bewegungseinschränkung.
6. Nicht organische Gefühlsstörung linkes Bein.
7. Status nach chronischer C-Gastritis im Januar 2016, seither unter 

Dauertherapie mit einem Protonenpumpenhemmer.
8. Anamnestisch Vitamin D- und Eisenmangel.
9. Status nach Varizenoperation links 2003.

In ihrer Konsensbeurteilung kamen die MEDAS-Experten zum Ergebnis, aus 
internistischer Sicht liessen sich die unklare Schwindelproblematik und die Dyspnoe nicht 
plausibel erklären. Der aktuelle internistische Status sei unauffällig. Eine organische 
Ursache für die beklagte Symptomatik könne nicht objektiviert werden. Anlässlich der 
orthopädisch-chirurgischen Untersuchung seien klinisch eine schmerzhafte 
Funktionseinschränkung der Lendenwirbelsäule (LWS) und eine ISG-Blockade links 
festgestellt worden. Als radiologisches Korrelat habe die Bildgebung eine fortgeschrittene 
erosive Osteochondrose L5/S1 mit begleitender Facettengelenksarthrose L3–L5 sowie 
eine mässige Foramenstenose L5/S1 links durch eine mediolaterale Diskushernie mit 
Affektion der Nervenwurzel S1 links gezeigt. Dies erkläre die Gefühlsstörungen in den 
Dermatomen. Ob eine sichere Parese vorliege, könne aufgrund der Angabe von extremen 
Schmerzen nicht konklusiv beurteilt werden. Es sei aber objektiv von einer verminderten 
Belastbarkeit der LWS auszugehen. Aus neurologischer Sicht spreche die Darbietung des 
Schwindels und der Bewusstseinstrübungen gegen ein organisches Geschehen, sondern 
am ehesten für ein psychogenes. Die Tatsache, dass die Versicherte den Schwindel bzw. 
die Bewusstseinstrübung selbst ankündige, dabei ansprechbar sei, keine Automatismen 
zeige, die Augen zukneife und die Pupillen mittelweit sowie lichtreagibel und auch die 
Bulbi nicht verdreht seien, sprächen schon aus klinisch-neurologischer Sicht gegen ein 
epileptisches oder vestibuläres Geschehen, was durch das EEG und MRI gestützt werde. 
Ansonsten habe die Versicherte ein chronisches Schmerzsyndrom mit Punktum maximum 
in der LWS. Die Gefühlsstörung im kompletten linken Bein lasse sich organisch schwierig 
erklären und dürfte im Sinne des chronischen Schmerzsyndroms zu sehen sein. Allerdings 
sei eine gewisse radikuläre Symptomatik im Sinne eines L5/S1-Syndroms links zu 
konstatieren, welche durch die Bildgebung bestätigt werde. Bei der psychiatrischen 
Exploration habe sich eine auffällige Diskrepanz zwischen den subjektiven, häufig 
massiven Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten der Versicherten in der 

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Urteil S 2019 96

Untersuchungssituation finden lassen. Ferner stehe die subjektiv geschilderte Intensität 
der Beschwerden in einem Missverhältnis zur Vagheit der Schilderung der einzelnen 
Symptome und Angaben zur Lokalisation sowie das Ausmass der geschilderten 
Beschwerden stünden nicht in Übereinstimmung mit einer entsprechenden 
Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe. Die von ihr angegebenen Schwindelbeschwerden 
und ihre Dyspnoe, welche kein organisches Korrelat aufwiesen, seien nicht Ausdruck einer 
psychisch relevanten Erkrankung, sondern im Sinne einer Entwicklung körperlicher 
Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0) zu interpretieren. Bei der 
Begutachtung hätten sich verschiedene Auffälligkeiten gezeigt, die – insbesondere in ihrer 
Gesamtschau – zum Urteil führten, dass die Versicherte deutlich aggraviere. Aus 
orthopädischer und neurologischer Sicht sei die Versicherte in der biomechanischen 
Funktion ihrer LWS limitiert, namentlich in der Geh- und Stehfähigkeit. Deshalb bestehe 
eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für überwiegend im Stehen und Gehen ausgeübte 
Tätigkeiten sowie Tätigkeiten, welche in kniender Körperposition oder im Hocksitz 
durchgeführt werden müssten. Tätigkeiten mit einem beidhändigen, körperfernen Heben 
von mehr als 5 kg bis Brustniveau sollten gemieden werden. Auch Tätigkeiten in 
Zwangshaltungen, ständiger Rotationsbewegung des Oberkörpers bzw. des Kopfes sowie 
Tätigkeiten unter Vibration des Achsenorgans seien der Versicherten nicht mehr 
zumutbar. Ferner sollten Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe 
sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund gemieden werden. Auch 
Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeit seien dem Gesundheitsstatus der 
Versicherten nicht zuträglich. In einer leichten bis gelegentlich mittelschweren, 
wechselbelastenden, überwiegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte 
indessen bei einem vollen Pensum rein quantitativ uneingeschränkt arbeitsfähig. Die von 
ihr angegebenen Schwindelbeschwerden und ihre Dyspnoe hätten kein organisches 
Korrelat und seien auch nicht Ausdruck einer psychisch relevanten Erkrankung. Weder 
aus internistischer noch aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. Weiter hielten die Sachverständigen fest, die Versicherte bringe wenig 
persönliche Ressourcen mit. Sie habe keine abgeschlossene Berufsausbildung, sei 
hierzulande immer nur in Hilfstätigkeiten beschäftigt gewesen und habe sich im Laufe der 
Jahre soziokulturell kaum integriert. Sie spreche nur wenig Deutsch und sei jetzt seit fast 
drei Jahren aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden. Ausserdem hinderlich in Bezug auf 
eine berufliche Reintegration sei die subjektive Krankheitsüberzeugung, welche immer 
neue somatische Beschwerden präsentiere, die organisch nicht erklärbar seien. Eine 
psychosoziale Belastung sei die finanzielle Belastung der nun vom Sozialamt abhängig 
gewordenen, alleinerziehenden Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, wovon einer im 

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Gefängnis sitze. Auch die völlige soziale Isolation sei ein negativer prädikativer Faktor. Zur 
Konsistenz erklärten die Gutachter, im Rahmen der orthopädisch-chirurgischen 
Begutachtung hätten sich bei der Versicherten keine Hinweise auf eine bewusstseinsnahe 
Verdeutlichungstendenz, Aggravation oder gar Simulation ergeben. Die von ihr subjektiv 
geklagten Beschwerden hätten im Einklang mit dem spontanen Verhalten im Rahmen der 
Untersuchung gestanden. Hingegen seien die Schwindelattacken und 
Bewusstseinstrübungen nicht als organisch einzustufen, da diese zum einen recht 
demonstrativ, z.B. auch in der gutachterlichen Untersuchungssituation, angeboten worden 
seien, zum anderen der klinische Untersuchungsbefund und die Ergebnisse der 
stationären neurologischen Abklärung dagegen sprächen. Die Beschwerden der 
Versicherten seien in sich nicht konsistent und durch die objektivierbaren Befunde auch 
nicht plausibel erklärbar. Das ganze Schmerzverhalten wirke im Sinne einer 
Symptomausweitung psychisch überlagert bzw. verdeutlicht, wobei eine Aggravation 
letztendlich nicht ganz ausgeschlossen werden könne. Insgesamt sei die Versicherte in 
ihrer angestammten Tätigkeit als Etagenmitarbeiterin bzw. Zimmermädchen in einem 
Hotel resp. als Hilfskraft in der Küche sowie im Reinigungsdienst zu 50 % arbeitsfähig. In 
einer leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden, überwiegend im 
Sitzen ausgeübten Tätigkeit bestehe eine uneingeschränkte Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Die Einschränkung begründe sich allein mit der verminderten 
Belastbarkeit der LWS, was zu qualitativen Einschränkungen führe (IV-act. 74 S. 6 bis 10). 

5. Das MEDAS-Gutachten erfüllt die vorstehend in Erwägung 3.3 genannten 
Kriterien vollumfänglich. Es ist für die streitigen Belange umfassend und beruht auf 
allseitigen Untersuchungen. Insbesondere wurden eine zusätzliche apparative Diagnostik 
und eine Laborkontrolle durchgeführt. Auch die geklagten Beschwerden wurden 
berücksichtigt. Die Sachverständigen hatten zudem Kenntnis sämtlicher relevanter 
Vorakten. Ihre Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation leuchtet ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet. 
Insbesondere auch die ergänzende Stellungnahme des psychiatrischen Facharztes vom 
24. Mai 2019 (IV-act. 91) ist nachvollziehbar und beantwortet die aufgeworfenen Fragen. 
Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber die Auffassung, auf die psychiatrische 
Teilexpertise von Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
24. August 2018 (Beilage 3: IV-act. 74 S. 48 bis 65) könne mangels Beweiswert nicht 
abgestellt werden (act. 1 Ziff. 13 ff.). Was sie dagegen vorbringt, ist indessen nicht 
stichhaltig:

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5.1 Die Beschwerdeführerin moniert, es sei augenfällig, dass der psychiatrische 
Sachverständige keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
stelle, was angesichts der aktenkundigen, von anderen Ärzten konstatierten 
Gesundheitsschäden Zweifel an der Einschätzung von Dr. H.________ aufkommen lasse 
(act. 1 Ziff. 16). Hieraus kann die Versicherte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Nur weil 
die behandelnden Ärzte Diagnosen gestellt und eine Arbeitsunfähigkeit attestiert haben, 
bedeutet dies nicht von vornherein, dass ein Experte nicht zu einem anderen Ergebnis 
kommen kann und darf. Es ist gerade Sinn und Zweck einer Begutachtung, dass die 
objektiven Gesundheitsschäden und deren funktionellen Auswirkungen aus unabhängiger 
Sicht beurteilt werden. Hierbei kommt dem Unterschied zwischen Behandlungs- und 
Begutachtungsauftrag eine bedeutende Rolle zu. Behandelnde Ärzte sagen oftmals 
mitunter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aus. Deshalb ist auch ein Administrativgutachten nicht stets in Frage zu stellen, 
bloss weil es zu anderen Einschätzungen als die behandelnden Ärzte gelangt; vorbehalten 
bleiben Fälle, in welchen sich eine klärende Ergänzung oder direkt eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen (vgl. statt vieler: Urteil BGer 
8C_55/2018 vom 30. Mai 2018 E. 6.2).

5.2
5.2.1 Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, die Beschreibung der 
psychopathologischen Befunde sei äusserst knapp ausgefallen und nicht AMDP 
(Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie)-konform, wie 
dies die Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen 
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) forderten (act. 1 Ziff. 17), zielt sie 
ins Leere. Die Beachtung dieser Leitlinien bildet keine zwingende Voraussetzung für die 
Beweiskraft einer Expertise (Urteil BGer 9C_683/2019 vom 6. Januar 2020 E. 3.4.1, mit 
weiteren Hinweisen). Weder Gesetz noch Rechtsprechung schreiben den Psychiatern 
eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor. Ein Gutachten verliert nicht 
automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien 
anlehnt (Urteil BGer 9C_273/2018 vom 28. Juni 2018 E. 5.4). Die AMDP-Richtlinien stellen 
zudem für sich allein die Schlüssigkeit der gutachterlichen Ergebnisse nicht sicher. Die 
Rechtsprechung erkennt solchen Testverfahren höchstens ergänzende Funktion zu, 
während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung entscheidend bleibt. Wohl ergänzen die nach AMDP-Regeln 
erfassten Psychopathologien die klinische Befundung der Explorandin, ersetzen sie jedoch 

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Urteil S 2019 96

nicht (Urteil BGer 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.3). Vielmehr bleibt die 
klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung entscheidend (Urteil BGer 9C_207/2015 vom 5. Juni 2015 E. 4.2). 
Abgesehen davon zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern diese in casu 
ungenügend sein soll. Dies geht im Übrigen auch nicht aus der Auskunft von 
Dr. G.________ vom 11. November 2019 hervor (Bf-act. 5).

5.2.2 Gleiches gilt auch für den Umstand, dass der MEDAS-Gutachter keine 
psychologischen Zusatzuntersuchungen vorgenommen und keine 
Fremdbeurteilungsinstrumente wie das Mini-ICF angewandt hat. Einem testmässigen 
Erfassen der Psychopathologien im Rahmen der psychiatrischen Exploration kann 
generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische 
Untersuchung ausschlaggebend ist. Es liegt im Ermessen der medizinischen Fachperson, 
ob sie psychologische Tests durchführen will (Urteil BGer 8C_466/2017 vom 9. November 
2017 E. 5.1). Im Übrigen hat Dr. H.________ in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 
24. Mai 2019 nachvollziehbar dargelegt, weshalb er darauf verzichtet hat. Er führte aus, 
testpsychologische Untersuchungsinstrumente könnten in manchen Fällen durchaus 
sinnvoll sein. Dabei handle es sich in der Regel um Selbstbeurteilungsskalen, bei denen 
der Proband mittels Ankreuzen angeben solle, wie häufig oder wie intensiv er in der 
letzten Zeit unter den im Fragebogen aufgeführten Symptomen gelitten habe. Da diese 
Tests regelmässig leicht zu durchschauen seien, könnten die Testergebnisse aus 
taktischen Erwägungen des Probanden in erheblichem Masse tendenziös verfälscht sein. 
Diese Tests seien kein objektives Messinstrument. Die Anwendung sei auch nicht 
verpflichtend. Hilfreich seien solche Tests in erster Linie für die Beurteilung des klinischen 
Verlaufs durch eine vergleichende Betrachtung. Es sei im vorliegenden Fall auch nicht 
erforderlich gewesen, mittels Leistungstests zu überprüfen, ob kognitive Defizite vorliegen. 
Solche Tests seien grundsätzlich nur dann aussagekräftig, wenn bei der zu 
begutachtenden Person eine hohe Anstrengungsbereitschaft vorhanden sei. Von einer 
hohen Anstrengungsbereitschaft sei v.a. in gegenteilig gelagerten Fällen auszugehen, bei 
denen die betreffende Person bestehende Zweifel an ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit 
ausräumen möchte, beispielsweise wenn es um die Fahreignung für die Fahrberechtigung 
gehe, nicht aber wenn die Person selbst Einschränkungen geltend mache. In Fällen wie 
dem vorliegenden sei es ausreichend, wenn die kognitive Leistungsfähigkeit im Rahmen 
des psychiatrischen Gesprächs untersucht werde. Auch die konkrete Anwendung bzw. die 
Nennung der ICF bzw. des Mini-ICF-App sei nicht zwingend vorgeschrieben. Erforderlich 
sei hingegen eine offene, ressourcenorientierte Beurteilung der erwerbsbezogenen 

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Urteil S 2019 96

Fähigkeiten der versicherten Person, welcher eine strukturierte Vorgehensweise zugrunde 
zu legen sei. An diese Vorgabe habe er sich gehalten. Das Gutachten sei entsprechend 
der Qualitätsleitlinie für versicherungspsychiatrische Gutachten erstellt worden (IV-act. 91 
S. 2 f.). Dem ist nichts hinzuzufügen.

5.2.3 Ebenso fehl geht der Einwand, auch die Diskussion der Zusatzsymptome einer 
depressiven Störung sei mangelhaft (act. 1 Ziff. 17). Dem psychischen Status kann 
entnommen werden, dass der psychiatrische Facharzt auch hierzu Befunde erhob. Er 
führte aus, die Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit seien im Umfang und in der 
Intensität nicht herabgesetzt. Die Versicherte könne dem Gespräch gut folgen, antworte 
aber oft mit Latenz. Bei Beendigung der Exploration spreche sie dann auf einmal flüssig. 
Das Konzentrationsvermögen sei nicht reduziert. Die Versicherte könne sich ausdauernd 
der Exploration widmen. Das Gedächtnis weise keine Denk- oder Merkfähigkeitsstörung 
auf. Biographische Daten würden zum Teil ungenau und vage angegeben. Indessen sei 
sie gut in der Lage, grobe Zusammenhänge zu schildern (IV-act. 74 S. 56). Daraus 
folgerte er, Depressionen gingen regelmässig mit Einschränkungen von Konzentration und 
Aufmerksamkeit einher. Diesbezügliche Einschränkungen hätten sich im 
Untersuchungsgespräch nicht feststellen lassen. Die Versicherte habe zwar während der 
Exploration lange Zeit nicht von sich aus gesprochen, sondern nur auf die Fragen des 
Referenten geantwortet, und zwar jeweils mit Verzögerung. Sie habe dabei aber einen 
aufmerksamen Eindruck gemacht. Es habe ihrerseits keine Verständigungsprobleme 
gegeben und sie habe auch stets passend zur Frage antworten können. Verschiedene 
biographische Daten seien zwar nicht genau erinnerlich gewesen, die Einordnung der 
verschiedenen Ereignisse in den zeitlichen Verlauf sei aber problemlos möglich gewesen 
(IV-act. 74 S. 58). Inwiefern der Sachverständige hierbei nicht lege artis vorgegangen 
wäre, ist nicht ersichtlich. Er hat gestützt auf seine Befunderhebung darauf geschlossen, 
dass keine Depression ausgewiesen ist. 

5.3
5.3.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert sodann, das Gutachten basiere auf der 
unrichtigen Annahme eines Ausschlussgrundes (Aggravation). Die Argumentation von Dr. 
H.________ beschränke sich im Wesentlichen auf die Einschätzung, dass eine auffällige 
Diskrepanz zwischen den subjektiven, häufig massiven Beschwerdeschilderungen und 
dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der Untersuchungssituation bestehe und damit 
auf Inkonsistenzen. Da die Befunderhebung nicht differenziert genug sei und nicht darauf 
abgestellt werden könne, halte diese Argumentation einer kritischen Überprüfung nicht 

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Urteil S 2019 96

stand. Zudem mangle es bei den Feststellungen zu den Inkonsistenzen an der 
rechtsprechungsgemäss geforderten Differenziertheit. Eine sorgfältige Grenzziehung 
zwischen einer Aggravation und blosser Verdeutlichung gehe aus der Expertise nicht vor. 
Es fehle an der geforderten breiten Beobachtungsbasis. Der Verweis auf die 
Feststellungen von Dr. C.________ und I.________ vermöge eine 
rechtsprechungsgemässe Konsistenzprüfung und heikle Abgrenzung nicht zu ersetzen. So 
habe zwar auch Dr. C.________ eine bewusstseinsnahe Aggravation festgestellt, aber 
dennoch ausdrücklich eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der mittelgradigen depressiven 
Episode (ICD-10 F32.1) attestiert. Er habe festgehalten, es gebe deutliche Hinweise auf 
eine affektive Störung und er sei vom Leidensdruck überzeugt. Soweit aggravatorische 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung 
auftreten, seien deren Auswirkungen im Umfang der Aggravation zu bereinigen (act. 1 
Ziff. 22 bis 29).

5.3.2 Es liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die 
Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. 
Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns 
ergeben sich namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive 
Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine 
medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ 
vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere 
Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch 
weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes 
Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1; Urteil BGer 9C_462/2019 vom 18. Dezember 
2019 E. 4.2.1).

Wann ein Verhalten (nur) verdeutlichend und unter welchen Voraussetzungen die Grenze 
zur Aggravation und vergleichbaren leistungshindernden Konstellationen überschritten ist, 
bedarf einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung auf einer möglichst breiten 
Beobachtungsbasis auch in zeitlicher Hinsicht (Urteil BGer 9C_462/2019 vom 
18. Dezember 2019 E. 4.2.2).

Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für 
eine Invalidenrente, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer Störung gegeben 

13

Urteil S 2019 96

sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen 
neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung auftreten, sind 
deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.2.2; Urteil BGer 9C_462/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 4.2.3).

5.3.3 Der psychiatrische Experte führte mehrere Gründe auf, weshalb er zum Schluss 
gelangte, dass eine Aggravation vorliegt:

5.3.3.1 Es bestand insbesondere zwischen den subjektiven, häufig massiven 
Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten in der Untersuchungssituation eine 
auffällige Diskrepanz. Die subjektiv geschilderte Intensität der Beschwerden stand in 
einem Missverhältnis zur Vagheit der Schilderung der einzelnen Symptome und Angaben 
zur Lokalisation sowie das Ausmass der geschilderten Beschwerden waren nicht 
übereinstimmend mit einer entsprechenden Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe. 
Aufgrund der bei der Begutachtung gezeigten verschiedenen Auffälligkeiten folgerte der 
Sachverständige auch unter Hinweis auf die Einschätzung von Dr. C.________ und RAD-
Arzt I.________ auf eine Aggravation. Er zählte im Weiteren Inkonsistenzen innerhalb der 
Beschwerdeschilderung, zwischen den Selbstschilderungen der Versicherten und den 
fremdanamnestischen Angaben einschliesslich der Aktenlage, zwischen dem Ausmass 
der geschilderten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme 
therapeutischer Hilfe, zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und objektiven 
Untersuchungsbefunden, zwischen der Art der beklagten Beschwerden und ihres Verlaufs 
einerseits und dem typischen Bild und Verlauf des betreffenden Krankheitsbildes 
andererseits sowie zwischen behaupteten Leidensausmass und für den Gutachter 
fehlender Erkennbarkeit von Leidensdruck auf. Ausserdem zeigte sich während der 
Untersuchung eine appellative, demonstrative, übertriebene, dramatische oder 
theatralische Wirkung des Vorbringens der Klagen, welche beim Experten kein Gefühl des 
Betroffenseins entstehen liess, sondern ein Gefühl des Unechten, des Falschen, der 
Nichteinfühlbarkeit und Nichtverstehbarkeit (IV-act. 74 S. 61 f.). Als eine weitere 
Inkonsistenz bezeichnete der psychiatrische Facharzt den Umstand, dass die 
Beschwerdeführerin über gravierende Schmerzen berichtete, wobei sie als Analgetikum 
das Durogesic-Pflaster verwendet, welches das Opioid Fentanyl enthält. Sie hat dabei 
angegeben, unter Entzugserscheinungen zu leiden, wenn sie darauf verzichten muss oder 
dieses nach 72 Stunden wechselt. Allerdings war der Wirkstoff Fentanyl im 
Medikamentenscreening unterhalb der Nachweisgrenze gewesen (IV-act. 91 S. 8).

14

Urteil S 2019 96

5.3.3.2 Nebst Dr. H.________ stellten auch die weiteren Sachverständigen des ZIMB 
zahlreiche Vorkommnisse fest, welche auf eine Aggravation schliessen lassen. Der 
Internist Dr. J.________ gab zu verstehen, dass die Beschwerden der Versicherten in sich 
nicht konsistent sind und durch die objektivierbaren Befunde auch nicht plausibel 
erklärbar. Das ganze Schmerzverhalten wirkte psychisch überlagert bzw. verdeutlicht (IV-
act. 74 S. 44). Als Grundlage dienten ihm seine gemachten Beobachtungen. Es imponierte 
ein sehr demonstratives Schmerzverhalten mit verbalen und nichtverbalen 
Schmerzäusserungen (Stöhnen, Grimassen, an Möbelstücken halten). Daneben 
demonstrierte sie drei Synkopen, welche sie selber angekündigt hatte. Sie verdrehte kurz 
die Augen und blieb einige Sekunden nicht ansprechbar. Atmung und Puls waren während 
dieser Zeit völlig unauffällig. Nach wenigen Sekunden kam die Versicherte spontan wieder 
zu sich und verhielt sich völlig normal (IV-act. 74 S. 39). Auch anlässlich der Erhebung des 
internistischen Status fanden sich Diskrepanzen. Der Gang war linkshinkend bei allerdings 
problemlos durchführbarem Fussspitzen- und Fersengang beidseits. Es gab diffuse 
vertebrale und paravertebrale Druckdolenzen, indessen kein palpabler Muskelhartspann 
und keine Myogelosen. Die LWS war in unbeobachteten Momenten in allen 
Bewegungsrichtungen indolent und frei beweglich. Beim Vornüberbeugen erreichte die 
Versicherte lediglich einen Finger-Boden-Abstand von 60 cm und gab dann massive 
Schmerzen im Kreuzbereich an. Der Langsitz auf der Untersuchungsliege war dagegen 
problemlos möglich. Auch die Sensibilitätsverminderung der ganzen linken unteren 
Extremität bezeichnete der Internist als diffus und nicht dermatombezogen (IV-act. 74 
S. 41). Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung erhob sich die Beschwerdeführerin 
zügig aus dem Sessel und folgte dem Experten. Sie demonstrierte dabei ein freies, 
zügiges, jedoch deutlich betontes linksseitig hinkendes Gangbild. Der jeweilige sitzende, 
stehende sowie gehende Positionswechsel erfolgte frei und in angemessenem Tempo. 
Die allgemeine Mobilität erschien nicht beeinträchtigt. Während der rund 60-minütigen 
Anamneseerhebung verharrte die Beschwerdeführerin in entspannter, aufrecht sitzender 
Körperposition. Ein schmerzbedingtes Entlasten der Sitzposition sowie ein Umhergehen 
im Raum wurde nicht demonstriert (IV-act. 74 S. 72). Des Weiteren konnte sie bei 
regelhafter Mitanwinklung des Beckens und der Hüftgelenke die Fingerspitze in der 
Rumpfbeuge dem Fussboden auf 42 cm annähern. Bei einer zu einem späteren Zeitpunkt 
durchgeführten, weniger offensichtlichen Überprüfung desselben Bewegungsmusters im 
Langsitz war es der Versicherten möglich, ihre Fingerspitzen den Zehenspitzen bis auf 
19 cm anzunähern (IV-act. 74 S. 76). Der neurologische Facharzt stufte die angegebenen 
Gefühlsstörungen im gesamten linken Bein ebenfalls als nicht organisch ein. Gleiches galt 
seiner Ansicht nach auch für die Schwindelattacken und Bewusstseinstrübungen, da diese 

15

Urteil S 2019 96

zum einen recht demonstrativ angeboten wurden und zum anderen der klinische 
Untersuchungsbefund sowie die Ergebnisse der stationären neurologischen Abklärung 
dagegen sprachen (IV-act. 74 S. 104). 

5.3.3.3 Im Weiteren verwies Dr. H.________ in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2019 
auf die von Dr. C.________ und Dr. D.________ gemachten Feststellungen (IV-act. 91 
S. 5). Anlässlich ihrer Begutachtung wurde zwei Mal eine Blutspiegel genommen. Die 
erste Bestimmung vom 4. November 2016 entsprach dabei den Angaben der 
Versicherten, namentlich war das Medikament Cymbalta (Duloxetin), welches 
antidepressiv wirkt, im Normbereich, ebenso das schlaffördernde Trittico (Trazodon). Bei 
der zweiten Spiegelbestimmung ergab sich eine auffallende Abweichung dergestalt, dass 
das antidepressiv wirkende Cymbalta (Duloxetin) unterhalb des therapeutisch verordneten 
Bereichs lag. Jener für Trittico (Trazodon) war demgegenüber über dem therapeutischen 
Bereich. Der psychiatrische Gutachter folgerte aus den Ergebnissen der 
Medikamentenspiegelbestimmung eine mangelnde Compliance bezüglich der 
Pharmakaeinnahme (IV-act. 49 S. 21). Ferner beobachtete Dr. C.________ während 
seines Interviews, dass, obschon die Versicherte spontan wiederholt ihre 
Schmerzzustände mitgeteilt hat, sie im Kontrast dazu während des ganzen Gesprächs 
ruhig auf einem Sessel sass, ohne verbale, gestische oder mimische Hinweise auf eine 
Schmerzperzeption. Auch wurden viele Fragen nur vage sowie undifferenziert 
beantwortet. Da der Referent den Eindruck eines aggravierenden Gesprächsverhaltens 
gewann, führte er den TOMM-Test (Test of Malingering Memory) durch. Im ersten 
Lerndurchgang erzielte die Beschwerdeführerin 27 Punkte, im zweiten 32 Punkte, was für 
eine bewusstseinsnahe Aggravation sprach. Dies entsprach sowohl dem Eindruck des 
psychiatrischen Untersuchers als auch den vom rheumatologischen Konsiliarius 
festgestellten Diskrepanzen (IV-act. 49 S. 22). Der rheumatologische Facharzt Dr. 
D.________ stellte ein flüssiges Gangbild ohne Schonhinken fest. Im Sitzen im 
Wartezimmer und bei der Anamneseerhebung war das Verhalten unauffällig. Es waren 
keine Schmerzperzeption wahrnehmbar und es fand keine Änderung der Sitzposition statt. 
Das Aus- und Ankleiden erfolgte mit freien Bewegungsabläufen ohne Ausweich- oder 
Abstützreaktion. Beim Ausziehen der Hosen und der Socken hielt die Versicherte ihre 
lumbale Wirbelsäule in einer Schonhaltung mit lediglich angedeuteter Flexion. Im Übrigen 
war das Bewegungsverhalten unauffällig und ohne Schmerzangabe. Ein Kletterphänomen 
war beim Aufrichten nicht zu erkennen. Der Sachverständige vermochte die segmentale 
Prüfung lumbal nur schwierig zu beurteilen, weil bei dieser Untersuchung offensichtlich 
eine bewusstseinsnahe Schmerzverdeutlichung bestand, indem die Versicherte schon bei 

16

Urteil S 2019 96

Oberflächenberührung lumbal eine erhebliche Schmerzperzeption mit Ausweichmanövern 
angab. In Rückenlage wurde schon zu Beginn einer Flexion im linken Hüftgelenk ein 
erheblicher Schmerz diffus lumbal angegeben mit wiederum einer Ausweichreaktion. Dies 
war diskrepant gegenüber dem beobachteten spontanen Bewegungsverhalten. Abgelenkt 
im Gespräch resp. bei gleichzeitiger Palpation im Bereich der oberen Körperhälfte konnte 
Dr. D.________ die LWS mit nur sehr geringer Schmerzangabe auch tiefenpalpieren. Dies 
war diskrepant (IV-act. 49 S. 26).

5.3.3.4 Der psychiatrische Facharzt des ZIMB führte darüber hinaus auch den 
Austrittsbericht des Spitals K.________ vom 22. Mai 2017 an, wonach die Versicherte 
während der Hospitalisation täglich Bewusstseinsstörungen hatte, wobei sie ihre Hand 
beim Fallenlassen übers Gesicht immer gezielt daneben hat fallen lassen (IV-act. 39 S. 3). 
Dies spricht nach Dr. H.________ klar gegen eine echte "Ohnmacht" und für ein 
bewusstseinnahes Verhalten (IV-act. 91 S. 7).

5.3.3.5 Schliesslich erhellt auch aus dem Kumulativbefund des Labors L.________ vom 
12. Juni 2017, dass der Medikamentenspiegel bei für Duloxetin deutlich unterhalb des 
Referenzbereichs war (IV-act. 35 S. 9 f.).

5.3.3.6 Doktor H.________ machte in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2019 auf eine 
weitere Ungereimtheit aufmerksam (IV-act. 91 S. 7). Bei seiner Untersuchung gab die 
Beschwerdeführerin an, in den letzten drei Monaten ca. 9 bis 10 kg an Gewicht verloren zu 
haben (IV-act. 74 S. 53). Dasselbe bestätigte sie gegenüber dem Internisten Dr. med. 
J.________, FMH Innere Medizin (IV-act. 74 S. 39). Der Orthopäde Dr. med. M.________, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte am 
27. August 2018 ein Gewicht von 72 kg fest (IV-act. 74 S. 74). Im Rahmen des stationären 
Aufenthalts in der Klinik N.________ hatte die Versicherte angegeben, im 
vorangegangenen halben Jahr sogar 12 kg verloren zu haben, obwohl dort ein diskret 
höheres Gewicht als in der Begutachtung, nämlich 73 kg, festgestellt wurde (vgl. IV-act. 77 
S. 2, 6 und 8).

5.3.3.7 In seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2019 begründete der Sachverständige des 
ZIMB ausserdem, weshalb die therapeutischen Massnahmen – entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin – als nicht adäquat zu bezeichnen sind. Er erklärte, es sei nicht 
erkennbar, wie häufig "phasenweise Therapiesitzungen" seien und wie lange solche 
Phasen andauerten. Unzutreffend sei die Aussage, die Versicherte nehme aktuell elf 

17

Urteil S 2019 96

Psychopharmaka zu sich. Von den von Dr. G.________ aufgezählten Medikamenten 
seien lediglich deren vier antidepressiv wirkend. Es sei überdies anzumerken, dass es 
nicht verständlich sei, warum zusätzlich zum transdermalen Pflaster Durogesic auch noch 
Morphium verordnet worden sei, wenn nach Ansicht des behandelnden Psychiaters eine 
somatoforme Schmerzstörung vorliege. Für Analgetika bestehe bei einem solchen 
Gesundheitsschaden keine Indikation. Sowohl in der Leitlinie "Umgang mit Patienten mit 
nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden" als auch in der 
Leitlinie "Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen 
(LONTS)" werde von der Behandlung somatoformer Schmerzen mit opioidhaltigen 
Analgetika ausdrücklich abgeraten. Hinzu komme die mangelhafte 
Medikamentencompliance. Auch habe die Beschwerdeführerin angegeben, bei ihr würden 
gegenwärtig keine physiotherapeutischen Massnahmen mehr durchgeführt, was sie mit 
den Schwindelattacken begründet habe. Dem orthopädischen Gutachter habe sie erzählt, 
vor vier Monaten hätten die Schmerzen stark zugenommen, so dass es nicht mehr 
möglich gewesen sei, die von ihrer Physiotherapeutin empfohlenen Übungen effektiv 
durchzuführen. Daraufhin habe diese ihr empfohlen, damit zu pausieren, was sie auch 
befolgt habe. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin die Ansicht vertreten, die 
Massnahmen hätten keine Besserung des gesundheitlichen Zustands bewirkt. 
Demgegenüber habe es im Bericht des Spitals K.________ vom 18. August 2016 
geheissen, unter einer regelmässigen Physiotherapie und einem selbständig 
durchgeführten Heimprogramm habe eine Beschwerderegredienz erreicht werden können. 
Gleiches sei aus dem Austrittsbericht der Klinik O.________ vom 27. Januar 2016 
hervorgegangen. Danach habe unter einem individuell angepassten Aufbauprogramm die 
allgemeine Ausdauer, Mobilität und Belastbarkeit deutlich gesteigert werden können. Die 
Patientin habe aktiv und motiviert an den Einzel- und Gruppentherapien teilgenommen. 
Die Intensität der aktiven Therapie habe deutlich gesteigert werden können. Auf die 
Bedeutung der physiotherapeutischen Massnahmen sei zuletzt nochmals im Arztbericht 
des Spitals K.________ vom 28. Januar 2019 zur Schmerztherapie vom selbigen Tag 
hingewiesen worden (IV-act. 91 S. 10 ff.).

5.3.4 Nach dem Gesagten liegen zahlreiche Hinweise auf eine Aggravation und nicht 
nur auf ein bloss verdeutlichendes Verhalten vor. Es wurden gewichtige Diskrepanzen 
zwischen den Beschwerdeschilderungen und den gemachten Beobachtungen sowie 
Befunderhebungen festgestellt. Beschwerden wurden von der Versicherten teils 
demonstrativ präsentiert, teils blieben ihre Angaben äusserst vage. Ferner hat sich 
mehrfach gezeigt, dass die Medikamentenspiegel der der Beschwerdeführerin 

18

Urteil S 2019 96

verschriebenen Psychopharmaka unterhalb des therapeutischen Bereichs lagen. Hinzu 
kommt, dass nicht nur die Experten des ZIMB Ungereimtheiten feststellen konnten, 
sondern bereits die vom Krankentaggeldversicherer beauftragten Sachverständigen 
schlossen auf eine Aggravation. Ebenfalls beobachteten die Ärzte des Spitals K.________ 
ein ungewöhnliches Auftreten der Bewusstseinsstörungen. Damit liegt eine breite 
Beobachtungsbasis insbesondere auch in zeitlicher Hinsicht vor. 

5.3.5 Anhaltspunkte für einen neben der Aggravation bestehenden verselbständigten 
Gesundheitsschaden oder eine dissoziative Störung liegen entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin nicht vor. 

5.3.5.1 Korrekt ist zwar, dass der behandelnde Psychiater Dr. G.________ in seinem 
Verlaufsbericht vom 2. Dezember 2017 unter den Diagnosen neu den Verdacht auf 
Dissoziationen stellte (vgl. IV-act. 42). Allerdings reicht eine Verdachtsdiagnose zur 
Anerkennung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens grundsätzlich nicht aus (Urteil 
BGer 9C_795/2017 vom 19. März 2018 E. 3.1.2). Aus dem Austrittsbericht der Klinik 
P.________ vom 6. April 2018 erhellt zudem einzig, dass ein chronischer Schwindel mit 
rezidivierenden psychogenen synkopalen Anfällen bei dissoziativer Symptomatik 
konstatiert wurde (IV-act. 60 S. 2). Eine eigenständige Diagnose stellten sie nicht. Selbst 
der vom Krankentaggeldversicherer beauftragte Experte C.________ bescheinigte keine 
solche Störung. Auffallend ist, dass Dr. G.________ bereits in seinem 
Zuweisungsschreiben vom 9. Dezember 2017 keine dissoziative Störung (mehr) erwähnte 
(IV-act. 50 S. 7). Auch in der weiteren Folge nannte er nie mehr einen solchen 
Gesundheitsschaden. Erst in seiner Stellungnahme vom 11. November 2019 behauptet er 
nun das Vorliegen einer dissoziativen Störung und beruft sich darauf, er habe dies schon 
im 2017 konstatiert (vgl. Bf-act. 5). Völlig unglaubhaft wird seine Aussage dadurch, weil er 
noch im Schreiben vom 25. März 2019 die Frage, ob es medizinische Gründe (z.B. 
Persönlichkeitsstörung) gäbe, welche die anlässlich der Begutachtung festgestellte nicht 
authentische Beschwerdeschilderung erklären könnten, explizit verneinte (vgl. IV-act. 89 
S. 4 f.). Er erwähnte eine dissoziative Störung mit keinem Wort. Damit widerspricht er sich 
selber. Seine Ausführungen vermögen demnach nicht auch nur die geringsten Zweifel am 
Gutachten des ZIMB zu erwecken.

5.3.5.2 Einen verselbständigten Gesundheitsschaden konnte Dr. H.________ nicht 
konstatieren, auch nicht in Form einer affektiven Störung. Er begründete nachvollziehbar, 
weshalb bei der Beschwerdeführerin kein relevantes depressives Geschehen vorliegt, 

19

Urteil S 2019 96

indem er die diagnoserelevanten Kriterien diskutierte (vgl. IV-act. 74 S. 57 f.). Inwiefern 
dies nicht lege artis sein sollte, ist nicht ersichtlich. Ferner erläuterte der psychiatrische 
Facharzt in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2019 in einleuchtender Weise, es hätten 
keine objektiv wahrnehmbare Umstände bestanden, die für die angeführten Störungen 
gesprochen hätten. Angaben, wie etwa Suizidgedanken oder Aktivitätsverlust, seien rein 
subjektiv bzw. könnten vom Referenten nicht überprüft werden. Wenn dann aber wie hier 
zusätzlich zum Fehlen von objektiven Kriterien auch noch verschieden Anhaltspunkte 
dafür vorlägen, dass die Explorandin aggraviere, bestünden begründete Zweifel, dass 
auch diejenigen Angaben, die sich seiner Wahrnehmung entzögen, nicht authentisch 
seien (IV-act. 91 S. 9).

Nichts daran zu ändern vermag der Umstand, dass die Versicherte angeblich am 
16. August 2018, mithin wenige Tage vor der Begutachtung, bei Dr. G.________ in der 
Sprechstunde gewesen sei und er ein völlig anderes Bild von ihr gehabt habe. Sie habe im 
Gespräch antriebslos, lustlos sowie verlangsamt gewirkt. Die Konzentration sei reduziert 
gewesen. Sie sei müde und erschöpft gewesen. Sie habe Rückenschmerzen mit 
Ausstrahlung in das linke Bein gehabt. Auch Schuldgefühle, Freudlosigkeit sowie 
Wertlosigkeit seien vorhanden gewesen, ebenso Ruhewünsche mit latenten suizidalen 
Gedanken wie auch eine Ein- und Durchschlafproblematik mit Appetitverlust (IV-act. 89 
S. 1). Hieraus geht einerseits aber nicht hervor, wie stark die Befunde ausgeprägt waren, 
und andererseits ist nicht erkennbar, dass der behandelnde Psychiater die Angaben der 
Versicherten kritisch hinterfragt hätte. Es fällt nämlich auf, dass Dr. G.________ selbst 
nach dem Vorliegen des bidisziplinären Gutachtens vom 23. November 2016, gemäss 
welchem in psychiatrischer Hinsicht eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 30 % bestehe 
(IV-act. 49 S. 25), in seinem Zuweisungszeugnis vom 9. Dezember 2017 festhielt, die 
Versicherte sei seit Dezember 2015 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 50 S. 8). 
Ebenfalls verschliesst er komplett die Augen vor den mehrfach genannten Hinweisen auf 
eine Aggravation. Es deutet jedenfalls nichts darauf hin, dass er die Angaben der 
Beschwerdeführerin geprüft hätte. Dies bringt klarerweise den Unterschied zwischen 
Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zum Ausdruck. Der behandelnde Psychiater 
vermag jedenfalls insgesamt keine wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 
entspringende Aspekte zu benennen, welche das Administrativgutachten in Frage stellen 
würden.

5.4 Somit ist aufgrund der nachvollziehbaren fachärztlichen Beurteilung von einer 
Aggravation auszugehen. Die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens sind klar 

20

Urteil S 2019 96

überschritten, ohne dass die Aggravation auf eine verselbständigte, krankheitswertige 
psychische Störung zurückzuführen wäre. Damit liegt keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor. Daran ändert nichts, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 
409 und 418 entschieden hat, sämtliche psychischen Erkrankungen grundsätzlich einem 
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Eine 
indikatorengeleitete Überprüfung des psychischen Leidens erübrigt sich (Urteil BGer 
8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 6.3.3).

5.5 Ist eine Aggravation ausgewiesen, erübrigt sich eine Auseinandersetzung des 
psychiatrischen Teilgutachters mit anderslautenden Arztberichten, insbesondere mit jenen 
von Dr. G.________ (vgl. insbesondere das in E. 5.3.5.1 und 5.3.5.2 hiervor Gesagte). 
Was die Diagnose der akzentuierten histrionischen Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) 
anbelangt, welche in der bidisziplinären Expertise vom 23. November 2018 genannt wurde 
(IV-act. 49 S. 24), fällt diese als Z-Kodierung nicht unter den Begriff der 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung (Urteil BGer 
8C_699/2018 vom 28. August 2019 E. 4.2.2). Darüber hinaus schloss der 
Sachverständige eine Persönlichkeitsstörung explizit aus (vgl. IV-act. 49 S. 23). Damit fällt 
auch die Diskussion einer allfälligen Wechselwirkung dahin.

5.6 In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit kann dem ZIMB-Gutachten ebenfalls 
gefolgt werden. Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit gründet alleine auf der 
verminderten Belastbarkeit der LWS, was zu qualitativen Einschränkungen führt, wobei in 
leidensangepasster Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht (IV-act. 74 S. 10). 
Bereits der rheumatologische Sachverständige Dr. D.________ bescheinigte eine volle 
Leistungsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit (IV-act. 49 S. 39). Die im 
bidisziplinären Gutachten vom 23. November 2016 konstatierte 30%ige Einschränkung 
fusste auf der vom Experten C.________ aufgeführten mittelgradigen depressiven 
Episode (IV-act. 49 S. 25 und 30). Dieser Einschätzung kann indessen nicht gefolgt 
werden. Wie bereits Dr. H.________ korrekt bemerkt hat, hat eine eingehende Klärung der 
Frage, ob die Beschwerden tatsächlich in dem angegebenen Ausmass vorhanden waren, 
zum damaligen Zeitpunkt nicht stattgefunden, was angesichts der erheblichen Aggravation 
nicht nachvollziehbar ist (IV-act. 74 S. 63). Der Gutachter C.________ hat die Aggravation 
lediglich in Bezug zur Schmerzstörung gesetzt, nicht aber hinsichtlich der Depression. In 
Anbetracht der Laborbefunde – insbesondere die zweite Blutspiegeluntersuchung ergab 
ein auffallendes Resultat, weil das in antidepressiver Dosierung verordnete Cymbalta 
unterhalb des therapeutischen Bereichs lag, was eine mangelhafte Compliance belegt (IV-

21

Urteil S 2019 96

act. 49 S. 21) – leuchtet nicht ein, weshalb der Experte nicht auch geprüft hat, ob die von 
der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden, welche zur Depression gehören, 
tatsächlich vorliegen, zumal er eine dramatisierend histrionisch akzentuierte Persönlichkeit 
(ICD-10 Z73.1) konstatierte. Damit erweist sich auch die von Dr. H.________ vertretene 
Auffassung, wonach die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht seit 
jeher gelte, als schlüssig und nachvollziehbar.

5.7 Der ZIMB-Expertise vom 7. November 2018 kann somit vollumfänglich gefolgt 
werden. In einer leidensangepassten (leicht bis gelegentlich mittelschwer, 
wechselbelastend, überwiegend im Sitzen) Tätigkeit besteht aus interdisziplinärer Sicht bei 
der Beschwerdeführerin eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes, weil die IV-Stelle weitere Abklärungen aufgrund des Verlaufs 
nach der Begutachtung unterlassen habe. So habe sich gemäss Dr. G.________ der 
Gesundheitszustand seit der Begutachtung im August 2018 bei Zunahme der depressiven 
Symptomatik verschlechtert. Deshalb habe die Versicherte vom 24. Oktober bis am 
22. Dezember 2018 stationär behandelt werden müssen (act. 1 Ziff. 34 ff.). Diesbezüglich 
kann die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht gehört werden.

6.2 Auch der nachmalige Aufenthalt in der N.________ vom 24. Oktober bis 
22. Dezember 2018 ändert nichts an der Sachlage. Der Aufenthalt diente im Grundsatz 
der Verbesserung der psychischen Befindlichkeit der Beschwerdeführerin und nicht der 
Abklärung. Es wurden zwar psychische Diagnosen gestellt, namentlich eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-
F33.2), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41), psychogene Schwindelanfälle (mit synkopeartigen Symptomen; ICD-10 F48.8) 
und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73). 
Allerdings geht aus dem erhobenen Psychostatus die Ausprägung der Befunde nicht 
hervor. Im Übrigen dürften die Ärzte der Klinik keine Kenntnis vom MEDAS-Gutachten 
sowie von der bestehenden Aggravations-Problematik gehabt haben. Da auch die Klinik 
sich dem Behandlungsauftrag verschrieben hat, ist anzunehmen, dass die subjektiven 
Angaben der Versicherten unkritisch übernommen wurden. Ausserdem gilt zu 
berücksichtigen, dass auf der einen Seite die Beschwerdeführerin sich oftmals tagsüber in 
ihr Zimmer zurückgezogen hat und auf dem Bett gelegen ist. Diesfalls ist es schwer, ihren 

22

Urteil S 2019 96

tatsächlichen Zustand genau eruieren zu können. Auf der anderen Seite blühte die 
Versicherte bei angenehmen Aktivitäten wie beim gemeinsamen Backen, Spiele spielen 
teilweise richtig auf und zeigte eine verbesserte psychische Befindlichkeit (IV-act. 77 S. 1 
ff.). Abgesehen davon vermag ein stationärer Klinikaufenthalt von lediglich zwei Monaten 
eine andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes (vgl. Art. 88a Abs. 2 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) ohnehin nicht zu belegen.

6.3 Ebenso wenig vermögen die Ausführungen von Dr. G.________ eine 
Verschlechterung darzulegen. Hierzu kann auch auf das in Erwägung 5.3.5.2 Gesagte 
verwiesen werden. In seinen ärztlichen Auskünften vom 25. März 2019 (Bf-act. 3) und 
11. November 2019 (Bf-act. 5) bringt er keine wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende Aspekte vor. Nach wie vor übernimmt er unkritisch die 
subjektiven Angaben der Versicherten. Die mehrfachen Hinweise auf eine Aggravation 
übergeht er weiterhin. Hinsichtlich der dissoziativen Störung ist auf das in Erwägung 
5.3.5.1 Dargelegte zu verweisen. Insgesamt vermag er eine rentenrelevante 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen. 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das ZIMB-Gutachten vom 7. November 
2018 beweiswertig ist und darauf abgestellt werden kann. Demnach ist die 
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt, wogegen in 
einer leidensadaptierten Tätigkeit eine vollständige Leistungsfähigkeit besteht. 
Insbesondere liegt in psychischer Hinsicht aufgrund der festgestellten Aggravation kein 
invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Die IV-Stelle hat deshalb einen Anspruch auf 
eine Invalidenrente zu Recht verneint. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich 
demnach als unbegründet und ist abzuweisen.

8. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 23. September 2019 (act. 4) die 
unentgeltliche Prozessführung gewährt worden, weshalb ihr für das vorliegende Verfahren 
in Abweichung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind. Eine 
Parteientschädigung ist ihr nicht zuzusprechen, da sie mit ihrer Beschwerde 
vollumfänglich unterliegt.

Mit Verfügung vom 23. September 2019 ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende 
Verfahren auch eine unentgeltliche Rechtsbeiständin in der Person von Rechtsanwältin 
B.________ bewilligt worden. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin 

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Urteil S 2019 96

wird nach Ermessen auf Fr. 2’900.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt; 
Rechtsanwältin B.________ ist daher mit diesem Betrag aus der Staatskasse zu 
entschädigen.

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Urteil S 2019 96

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. Rechtsanwältin MLaw 
B.________ wird mit Fr. 2'900.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 29. Juni 2020

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

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