# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a42e7c4-4c32-51d4-acd6-d0dddc99ae8b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.04.2022 SB210428
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210428_2022-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

Geschäfts-Nr.: SB210428-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

V. Seiler und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler und sowie die 

Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle 

Urteil vom 4. April 2022 

 
in Sachen 

 
A._____,   
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,  
 

gegen 
 
1. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerinnen und Berufungsbeklagte sowie 1. Anschlussberufungsklägerin 
 

betreffend mehrfacher Raub etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 10. Juni 2021 (DG200134)  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 25. Juni 2020 (HD/25) 

und die Nachtragsanklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

22. Oktober 2020 (Urk. 35) sind diesem Urteil beigeheftet. 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 82 S. 86 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch 

betreffend Dossier 8 wird eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des bandenmässigen und gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1 StGB, 

− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,  

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

3. Vom Vorwurf des versuchten Raubes betreffend Dossier 12 wird der Beschuldigte 

freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

574 Tage durch Haft erstanden sind. 

5. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

6. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt 

vom 5. Dezember 2018 ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 10 (entspre-

chend CHF 300) wird widerrufen. 

7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen. 

8. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet. 

- 3 - 

9. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. März 2019 beschlagnahmte 

Paar Schuhe des Beschuldigten, Marke "Nike", Modell "Air", weiss mit grauen Streifen 

(Asservat-Nr. A012'487'375), lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, wird 

dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft bis drei Monate danach auf erstes Verlan-

gen hin durch die Lagerbehörde zurückgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird 

dieser Gegenstand der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 1. Juni 2020 beschlagnahmte 

Herrenjacke des Beschuldigten, Marke "ENOS" (Asservat-Nr. A012'823'846) sowie ein 

Mobiltelefon des Beschuldigten, Marke "Wiko" (Asservat-Nr. A012'429'913), beide lagernd 

bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt 

der Rechtskraft bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin durch die Lagerbehörde 

zurückgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird dieser Gegenstand der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen.  

11. Die beim Forensischen Institut Zürich unter den folgenden Geschäftsnummern lagernden 

Asservate K190302-012 / 74865068, K190314-079 / 74953938, K190314-071 / 74955967, 

K190302-006 / 74864872, K190726-031 / 75956740, K190727-020 / 75962913, K190810-

008 / 76053582 werden nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

12. Die folgenden Privatkläger werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen: 

− Privatklägerin 1 (B._____ AG, Dossier 13), 

− Privatklägerin 2 (C._____ GmbH), 

− Privatkläger 3 (D._____), 

− Privatklägerin 4 (E._____ GmbH), 

− Privatklägerin 5 (F._____ AG), 

− Privatklägerin 6 (G._____). 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____ AG) Schadenersatz von 

CHF 24'824.90 (Dossier 4) unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 (H._____) Schadenersatz von 

CHF 270 zu bezahlen.  

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 (H._____) CHF 500 als Genugtuung 

zu bezahlen. 

- 4 - 

16. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 6 (G._____) wird abgewiesen. 

17. Auf das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 8 (I._____) wird nicht eingetreten. 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

CHF 12'000.00   die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 17'100.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV, 

CHF 3'321.00   Kosten Kantonspolizei Zürich, 

CHF 4'096.05   Gutachten/Expertise etc., 

CHF 59.60   Zeugenentschädigung, 

CHF 2'080.00   Auslagen Untersuchung, 

CHF 29'272.25   amtliche Verteidigung. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

19. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu neun Zehnteln auferlegt und zu 

einem Zehntel auf die Gerichtskasse genommen. 

20. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von neun 

Zehnteln. 

21. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 29'272.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

22. Rechtsanwältin MLaw X2._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten mit CHF 4'366.40 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

23. (Mitteilung)  

24. (Rechtsmittel)"  

 

- 5 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 100) 

1. Der Berufungskläger sei des 

- bandenmässigen, teilweise versuchten bandenmässigen Diebstahls 

(Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Ziff. 3 ev. Ziff. 2 StGB), 

- des einfachen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), 

- der unrechtmässigen Aneignung (Art. 137 StGB), 

- der Nötigung (Art. 181 StGB), 

- der einfachen Körperverletzung (Art. 123 StGB), 

- der mehrfachen Sachbeschädigung und 

- des mehrfachen Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB 

 schuldig zu sprechen.  

2. Er sei unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 872 Tg. 

mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen. 

3. Die Strafe sei teilbedingt auszusprechen, bei einem bedingten Teil von 

15 Monaten. Es sei festzustellen, dass der Angeschuldigte den unbedingten 

Teil bereits verbüsst hat. Er sei aus der Haft zu entlassen. 

4. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl vom 05.12.2018 ausgefällten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen zu CHF 10.– sei zu verzichten. 

5. Auf die Anordnung eines Landesverweises sei unter Hinweis auf die Härte-

fallregelung zu verzichten.  

- 6 - 

6. Das vorinstanzliche Urteil sei im Zivilpunkt zu bestätigen, mit Ausnahme der 

Dispositiv-Ziffern 14 und 15. Der Schadenersatzanspruch des Privatklä-

gers 7 (H._____) sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen 

(Ziff. 14). Sein Genugtuungsanspruch sei auf CHF 300.– festzusetzen und 

im Übrigen ebenfalls auf den Zivilweg zu verweisen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse (Kostennote 

im Anhang). Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien ebenfalls auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl und Zürich-Limmat: 

(Urk. 103 und Urk. 91) 

1. Bestätigung der vorinstanzlichen Verfahrenseinstellung, der Schuldsprüche 

sowie des Freispruchs (Dispositiv Ziff. 1 bis 3); 

2. Bestrafung mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 

6 Monaten, abzüglich der erstandenen Haft (Dispositiv Ziff. 4 und 5); 

3. Im übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. 6 bis 24);  

4. Unter Kostenfolgen für das erst– und zweitinstanzliche Verfahren zulasten 

des Beschuldigten.  

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang    

1. Mit Urteil vom 10. Juni 2021 sprach das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, 

(Vorinstanz) den Beschuldigten des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, 

des mehrfachen Raubes, des einfachen Diebstahls, der mehrfachen Sach-

beschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig und bestrafte 

ihn unter Anrechnung der erstandenen Haft mit 4 ½ Jahren Freiheitsstrafe. Die 

Vorinstanz widerrief den bedingten Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der 

Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 5. Dezember 2018 ausgefällten Geldstrafe 

- 7 - 

(30 Tagessätze zu CHF 10.–), und sie verwies den Beschuldigten für 8 Jahre 

des Landes unter Anordnung der Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem. Vom Vorwurf des versuchten Raubes (Dossi-

er 12) wurde der Beschuldigte freigesprochen. Die Vorinstanz verpflichtete den 

Beschuldigten, der Privatklägerin 1 (B._____ AG) Schadenersatz im Betrag von 

CHF 24'824.90 zu bezahlen. Im Mehrbetrag verwies sie die Zivilansprüche der 

Privatklägerin 1 auf den Weg des Zivilprozesses. Sie verpflichtete den Beschul-

digten im Weiteren, dem Privatkläger 7 (H._____) Schadenersatz von CHF 270.– 

und CHF 500.– als Genugtuung zu bezahlen. Die Privatklägerin 1 wurde hinsicht-

lich Dossier 13 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

Ebenfalls wurden die Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 (C._____ 

GmbH), des Privatklägers 3 (D._____), der Privatklägerin 4 (E._____ GmbH), der 

Privatklägerin 5 (F._____ AG) und der Privatklägerin 6 (G._____) auf den Zivilweg 

verwiesen. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 6 (G._____) wurde ab-

gewiesen und auf dasjenige des Privatklägers 8 (I._____) wurde nicht eingetre-

ten. Die Vorinstanz stellte das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen Sach-

beschädigung und Hausfriedensbruch betreffend Dossier 8 ein. Sie entschied 

ferner über die Rückgabe bzw. Vernichtung von beschlagnahmten Gegenständen 

und regelte die Kostenfolgen des Verfahrens samt den Kosten der amtlichen 

Verteidigung (Urk. 82 S. 86 ff.). 

2. Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 20 ff.) liess der Beschuldigte 

fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 70). Nach Zustellung des begründeten Ur-

teils (Urk. 82 [= Urk. 77]) reichte er am 27. August 2021 dem Obergericht innert 

Frist die Berufungserklärung ein. Damit erklärte er, das vorinstanzliche Urteil voll-

umfänglich anzufechten, soweit er dadurch beschwert sei. Zudem beantragte er 

im Sinne der Beweisergänzung, er sei psychiatrisch auf eventuelle Persönlich-

keitsstörungen und die Schuldfähigkeit abzuklären (Urk. 85). 

3. Mit Präsidialverfügung vom 30. August 2021 wurde die Berufungserklärung den 

Privatklägern und den Staatsanwaltschaften Zürich-Sihl und Zürich-Limmat 

übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintre-

ten auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde den Privatklägern und der 

- 8 - 

Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zum Beweisantrag des Beschuldigten auf 

Einholung eines psychiatrischen Gutachtens Stellung zu nehmen (Urk. 87). Die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat überliess den Entscheid über die Anschluss-

berufung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (Urk. 91). Die Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl (nachfolgend nur als Staatsanwaltschaft bezeichnet) erhob am 

9. September 2021 fristgerecht Anschlussberufung hinsichtlich des Strafmasses 

und beantragte im Übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 92). 

Die Privatkläger erhoben weder Berufung noch Anschlussberufung und äusserten 

sich auch nicht zum Beweisantrag der Verteidigung. Der Beweisantrag des 

Beschuldigten wurde mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2021 mangels 

konkreter Anhaltspunkte für Zweifel an der Schuldfähigkeit abgewiesen (Urk. 93).  

4. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft 

(Art. 437 StPO). Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Straf-

punkt (Dispositiv Ziff. 2), das Strafmass (Dispositiv Ziff. 4), den Vollzug (Dispositiv 

Ziff. 5), den Widerruf des bedingten Vollzuges der mit Strafbefehl der 

Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 5. Dezember 2018 ausgefällten Geldstrafe 

(Dispositiv Ziff. 6), die Landesverweisung (Dispositiv Ziff. 7), die Ausschreibung 

der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (Dispositiv Ziff. 8), die 

Zusprechung von Schadenersatz und Genugtuung an den Privatkläger 7 

(Dispositiv Ziff. 14 und 15) und die proportionale Überbindung der Kosten an den 

Beschuldigten (Dispositiv Ziff. 19 und 20; Urk. 85 und Urk. 100). Die Anschluss-

berufung betrifft ausschliesslich das Strafmass (Urk. 92 und Urk. 103).  

5. In den übrigen Punkten – Verfahrenseinstellung betreffend Dossier 8 (Disposi-

tiv Ziff. 1), Freispruch vom Vorwurf des versuchten Raubes betreffend Dossier 12 

(Dispositiv Ziff. 3), Abweisung bzw. Nichteintreten auf die Genugtuungsbegehren 

der Privatkläger 6 und 8 (Dispositiv Ziff. 16 und 17), Rückgabe von beschlag-

nahmten Gegenständen an den Beschuldigten und Vernichtung von weiteren 

Gegenständen (Dispositiv Ziff. 9, 10 und 11), Verweisung der Privatklägerin 1 

betreffend Dossier 13 und der Privatkläger 2 bis 6 auf den Zivilweg (Dispositiv 

Ziff. 12), Zusprechung von Schadenersatz an die Privatklägerin 1 (Dispositiv 

- 9 - 

Ziff. 13), Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziff. 18.) und Regelung der Entschädi-

gungen (Dispositiv Ziff. 21 und 22) – ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 402 

StPO). 

6. Die erforderlichen Strafanträge betreffend Sachbeschädigung und Hausfrie-

densbruch liegen, wie die Vorinstanz richtigerweise feststellte, in den Dossiers 2, 

4, 9, 10 und 13 vor (D2/4; D4/5; D9/6, D10/3 und D13/3). Da der Strafantrag 

durch die Physiotherapie J._____ GmbH bezüglich Sachbeschädigung und Haus-

friedensbruch zurückgezogen wurde (D3/23), kam eine Verurteilung in Bezug auf 

diese Straftaten betreffend Dossier 3 nicht in Betracht (vgl. Urk. 82 S. 49, 51).   

7. Den Beweisantrag auf Einholung eines psychiatrischen Gutachtens liess der 

Beschuldigte an der Berufungsverhandlung erneut stellen (Prot. I S. 6). Es 

bestehen entgegen dem Dafürhalten der Verteidigung keine Anhaltspunkte, dass 

die Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit bzw. die Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten in den Zeitpunkten der Deliktsbegehung aufgrund einer Persön-

lichkeitsstörung oder Verhaltensauffälligkeit eingeschränkt war. Ein Zusammen-

hang zwischen den vorgeworfenen Straftaten und dem Alkoholkonsum des Be-

schuldigten ist ebenso wenig ersichtlich. Im Übrigen kann diesbezüglich auf die 

nach wie vor zutreffenden Erwägungen in der Verfügung vom 1. Oktober 2021 

(Urk. 93) verwiesen werden. Der Beweisantrag auf Einholung eines psychiatri-

schen Gutachtens zur Schuldfähigkeit ist demnach abzuweisen.  

II. Sachverhalt 

1. Der Beschuldigte ist hinsichtlich eines Teils der in der Anklage erhobenen 

Vorwürfe, namentlich hinsichtlich der verübten Einbrüche an der K._____-

strasse 1 in L._____ (Dossier 4), an der M._____-strasse 2 in … Zürich (Dossier 8 

und 9) und an der N._____-Strasse 3 in O._____, P._____ (Dossier 10) voll-

umfänglich geständig (vgl. HD/3/10 S. 5 ff. und HD/3/12 S. 7 ff.; Urk. 61 S. 7). Die 

Vorinstanz hat dazu richtig darauf hingewiesen, dass sich sein diesbezügliches 

Geständnis mit dem Untersuchungsergebnis, insbesondere den Ergebnissen der 

- 10 - 

rückwirkenden Teilnehmeridentifikation (RTI), deckt (Urk. 82 S. 17; D4/1-3; D8/1-

3; D9/1-2; D10/1-2), weshalb die betreffenden Anklagesachverhalte erstellt sind. 

2. Geständig ist der Beschuldigte auch in Bezug auf seine Beteiligung und die 

Tathandlungen beim Einbruch in das Verkaufsgeschäft C._____ GmbH an der 

Q._____-strasse 4 in … Zürich (Dossier 13), was mit der Aktenlage, insbesondere 

den Aussagen des Mittäters R._____ in Einklang steht (vgl. D13/19). Der 

Beschuldigte bestritt insoweit einzig den Betrag des entwendeten und zunächst 

mit CHF 13'000.– angegebenen Bargelds. Er gab an, jeder habe nur ca. 

CHF 300.– bis CHF 400.– erhalten (HD/3/10 S. 39). In der Schlusseinvernahme 

gestand er dann ein, es seien vielleicht CHF 2'000.– oder CHF 3'000.– gewesen 

(HD/3/12 S. 12 f.). Mit Blick darauf, dass die Anklage entwendetes Bargeld im Be-

trag von CHF 800.– aufführt, betrachtete die Vorinstanz den Anklagesachverhalt 

zutreffend als eingestanden und erstellt (Urk. 82 S. 17).  

3. Die weiteren Vorwürfe hat der Beschuldigte teilweise vollständig bestritten – 

nicht geständig ist er vor allem hinsichtlich der in der Anklage unter Dossier 1 und 

11 sowie in der Nachtragsanklage umschriebenen Sachverhalte (Raubüberfälle). 

Was den in der Anklage unter Dossier 2 umschriebenen Einbruch in die Praxis-

räume der G._____ an der S._____-strasse 5 in … Zürich angeht, ist der Be-

schuldigte hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Tathandlungen geständig, 

bestreitet aber den entstandenen Sachschaden. Beim Einbruch gemäss Dossier 3 

in die Praxisräume der Physiotherapie J._____ GmbH an der S._____-strasse 6 

in … Zürich ist der Beschuldigte ebenfalls hinsichtlich der Tathandlungen gestän-

dig und bestreitet ausschliesslich den Betrag des entwendeten Bargelds.  

4. Da die Staatsanwaltschaft hinsichtlich des Strafpunktes (nur) um Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils ersucht (Urk. 92 S 2), kann das Urteil insoweit 

ausschliesslich zu Gunsten des Beschuldigten abgeändert werden. Im Rahmen 

der Beweiswürdigung ist zu prüfen, ob die bestrittenen Sachverhaltselemente er-

wiesen sind. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung und 

der Beweiswürdigung zutreffend dargelegt (Urk. 18 ff.). Ebenso hat die Vorinstanz 

die wesentlichen Beweismittel aufgeführt und sich mit der Verwertbarkeit der 

relevanten Beweismittel, namentlich hinsichtlich der Einvernahmen von Aus-

- 11 - 

kunftspersonen und Zeugen und der Erkenntnisse der Überwachungsmassnah-

men, auseinandergesetzt. Sie hat dabei auch darauf hingewiesen, dass der all-

gemeinen Glaubwürdigkeit einer Person eine untergeordnete Rolle zukommt und 

vielmehr auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen abzustellen ist (Urk. 82 S. 19). 

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der einvernommenen Personen – 

insbesondere jene des Beschuldigten, von T._____, U._____, H._____ und 

V._____, – zutreffend wiedergegeben (Urk. 82 S. ff.). Um Wiederholungen zu 

vermeiden, kann in diesen Punkten vollumfänglich auf die ausführlichen und sorg-

fältigen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5. Dossier 1  

5.1. Der Beschuldigte anerkannte, dem Geschädigten U._____ vor dem Restau-

rant "W._____" an der AA._____-strasse 7 in … Zürich, das Portemonnaie weg-

genommen zu haben und danach weggelaufen zu sein, wenn auch nicht weit 

(HD/3/2 S. 3 ff.). Zudem bestätigte der Beschuldigte, er habe zum Geschädigten 

gesagt, er wolle nur das Geld, das Portemonnaie könne er wieder zurück haben. 

Unbestritten ist sodann, dass der Geschädigte den Beschuldigten mit Pfefferspray 

besprühte und ihm sein Portemonnaie alsdann wieder abnehmen konnte. 

Demgegenüber bestritt der Beschuldigte gesagt zu haben "ich stich dich ab" bzw. 

"ich steche dich ab, wenn du jetzt nicht weg gehst" (vgl. HD/3/2 S. 3, 6; HD/3/12 

S. 16 f.). T._____, der anwesende Kollege des Beschuldigten, stellte eine solche 

Aussage anlässlich seiner Zeugeneinvernahme ebenfalls in Abrede (D1/5 S. 6, 8). 

5.2. Die Vorinstanz bemerkte dazu, es stehe Aussage gegen Aussage. In Anwen-

dung des Grundsatzes in dubio pro reo ging sie von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachverhaltsvariante aus. Das Vorgehen ist grundsätzlich nicht zu 

beanstanden. In Zweifelsfällen ist aufgrund der Unschuldsvermutung von der für 

den Beschuldigten günstigeren Version auszugehen. Dabei ist es auch durchaus 

richtig, dass die prozessuale Stellung einer Partei für die Sachverhaltserstellung 

nichts beiträgt (vgl. OGer ZH, I. StrK., SB180079-O/U vom 18. Oktober 2018, 

E. 3.1). Die Tatsache, dass sich der Geschädigte nicht als Privatkläger konstituiert 

hat, verleiht ihm keine höhere Glaubwürdigkeit. Die Schilderung von U._____ ist 

allerdings nicht nur widerspruchsfrei und schlüssig, sondern auch sehr differen-

- 12 - 

ziert, anschaulich, sachlich und mithin glaubhaft –, und zwar an sich auch, was 

sein wiederholtes Vorbringen angeht, der Beschuldigte habe, als er sich mit dem 

Portemonnaie entfernt habe, zwei bis drei Mal gesagt "ich steche dich ab" bzw. 

"ich steche dich ab, wenn du jetzt nicht weggehst" (D1/4/1 S. 1, 3; D1/4/2 S. 4, 7). 

Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten bezüglich seinen 

Äusserungen bei diesem Vorfall wenig einlässlich und nicht konsistent. Er machte 

einerseits hinsichtlich seiner Äusserungen Erinnerungslücken geltend (HD/3/2 

S. 3), wollte aber gleichwohl sicher sein, den Geschädigten nicht nach seinem 

Ausweis gefragt zu haben (er habe sein Portemonnaie bereits in der Hand ge-

habt) und nichts von "stechen" bzw. "abstechen" gesagt zu haben (vgl. HD/3/2 

S. 3, 6; HD/3/12 S. 16 f.). T._____ entlastete den Beschuldigten hier, indem er 

aussagte, der Beschuldigte habe dem Geschädigten U._____ nicht gedroht, ihn 

abzustechen (D1/5 S. 7). T._____ beantwortete die ihm gestellten Fragen aber 

gar nicht wirklich, sondern war nur darum bemüht, das Verhalten des Beschuldig-

ten zu rechtfertigen und in ein besseres Licht zu rücken. Bei genauerer Betrach-

tung wirken seine Aussagen oberflächlich, beschönigend und deshalb unglaub-

haft. Auf die Aussagen von T._____ wäre daher richtigerweise nicht abzustellen 

gewesen, und zwar ungeachtet des Umstands, dass er den Beschuldigten beim 

Vorfall unter Dossier 12, wo es zu einem Freispruch des Beschuldigten kam, zu 

Unrecht damit belastete, I._____ ein Bein gestellt, ihn zu Boden geworfen und ihn 

dann aufgefordert zu haben, das Portemonnaie herauszugeben (vgl. D12/9/1 

S. 3; D12/9/6 S. 4). Mit den glaubhaften Aussagen des Geschädigten U._____ 

wäre so nicht nur die vom Beschuldigten eingestandene Wegnahme des Porte-

monnaies des Geschädigten U._____ bewiesen, sondern auch, dass der Be-

schuldigte, wie es in der Anklage steht, zu diesem mindestens zwei Mal sagte "ich 

steche dich ab" bzw. "ich steche dich ab, wenn du jetzt nicht weggehst". Dies 

würde allerdings in diesem Punkt zu einem Schuldspruch wegen Raubes, statt ei-

nes Schuldspruchs wegen einfachen Diebstahls (Urk. 82 Dispositiv Ziff. 2 zweiter 

Spiegelstrich) führen, was wegen des Verschlechterungsverbotes nach Art. 391 

StPO nicht in Frage kommt, verbietet dieses doch auch die Verschärfung des Ur-

teils im Schuldpunkt, was bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat und 

einem zusätzlichen Schuldspruch der Fall ist (vgl. Zürcher Kommentar StPO-

- 13 - 

Lieber, Art. 391 N 12 f., 14; BGE 141 IV 132 E. 2.7.3, S. 140; BGE 139 IV 282 E. 

2.5, S. 288 f.). Aus diesem Grund ist der rechtlichen Würdigung der von der Vo-

rinstanz als erstellt erachtete Sachverhalt gemäss Dossier 1, wonach die Worte 

"ich steche dich ab" bzw. "ich steche dich ab, wenn du jetzt nicht weggehst" nicht 

bewiesen werden konnten, zugrunde zu legen.  

6. Dossier 11 

6.1.  Hinsichtlich Dossier 11 gestand der Beschuldigte ein, H._____ (Privat-

kläger 7) am 26. Juli 2019 in der öffentlichen Toilette an der AB._____-strasse 8 

in … Zürich, mit Faustschlägen die in der Anklage umschriebenen und mit Fotos 

dokumentierten Verletzungen (Urk. D11/2/1 und D11/3/3) – mehrere Zentimeter 

lange Kratzer oberhalb der Nase und unter dem rechten Auge sowie Hämatome 

im Bereich beider Augen, des rechten Handrückens sowie des linken Oberarms – 

zugefügt zu haben. Hingegen bestritt er, dem Privatkläger 7 das Portemonnaie 

und eine 20er-Banknote entwendet zu haben.  

6.2. Der Beschuldigte begründete sein gewalttätiges Verhalten damit, der Privat-

kläger 7 habe ihn einmal – ca. vor acht bis neun Monaten vor diesem Vorfall – 

zusammen mit drei (weiteren) Personen am AC._____ angegriffen, ihm dabei fast 

den Zahn "herausgekickt" sowie ihn gegen den Kopf getreten. Dann habe der Be-

schuldigte den Privatkläger 7 beim AD._____-WC gesehen und zurück 

geschlagen (HD/3/7 S. 3; HD/3/9 S. 5). Details, welche die Behauptung des 

Beschuldigten auch nur einigermassen anschaulich machen würden, fehlen 

allerdings. Zu Recht hebt die Vorinstanz hervor, dass der Vorwurf des 

Beschuldigten, H._____ habe ihn zusammen mit anderen Personen einmal 

zusammengeschlagen, sehr vage formuliert ist, nannte er doch weder den 

genauen Zeitpunkt, noch die genaue Örtlichkeit, und abgesehen vom Fusskick 

auch keine Einzelheiten zum Tathergang eines solchen Angriffs. Auch eine Straf-

anzeige erstattete der Beschuldigte offensichtlich nicht. So bleibt insbesondere 

gänzlich im Dunkeln, wie und unter welchen Umständen der Angriff auf den Be-

schuldigten stattgefunden haben soll. Da es sich um einen einschneidenden und 

zudem nicht sehr lange zurückliegenden Vorgang handelt, wäre zu erwarten ge-

wesen, dass der Beschuldigte Ausführungen dazu spontan gemacht hätte, würde 

- 14 - 

seine Schilderung zutreffen. Anhaltspunkte für die Richtigkeit der entlastenden 

Behauptungen des Beschuldigten fehlen gänzlich. Seine pauschale Erklärung für 

die Faustschläge ist unglaubhaft. Bereits aus Plausibilitätsüberlegungen wären 

die Schläge viel eher damit erklärbar, dass der mittellose Beschuldigte sich Mittel 

für den Ausgang zu verschaffen suchte, indem er fremde Leute anging, wie die 

Verteidigung hinsichtlich der Nachtragsanklage ausführte (vgl. Urk. 63 S. 6). 

Selbst wenn der Beschuldigte aber Rachemotive gehegt hätte, wäre die Weg-

nahme des Portemonnaies damit ebenfalls vereinbar.  

6.3. Demgegenüber sind die Aussagen des Privatklägers 7, wie bereits die 

Vorinstanz erkannt hat, in sich stimmig bzw. folgerichtig, detailliert und lebensnah. 

Das gilt insbesondere auch für seine Schilderung, der Beschuldigte habe bereits 

vor den Schlägen zu ihm gesagt, er solle ihm alles geben, was er habe, er habe 

ihn nach den Schlägen abgetastet und in der Hosentasche sein Portemonnaie 

gefunden und behändigt (D11/4/1 S. 1, 3; D11/4/4 S. 5). Nachvollziehbar ist zu-

dem, dass der Privatkläger 7 nach dem Vorfall Probleme beim Schlafen und 

Angst hatte, in Zürich allein unterwegs zu sein (D11/4/4 S. 9 f.). Die farbige Schil-

derung des Privatklägers 7 ist glaubhaft. Dass die Beschreibung der sich im 

Portemonnaie befindenden Ausweise bei den verschiedenen Einvernahmen nicht 

ganz identisch war, der Privatkläger 7 bei der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme neben dem Mofa-Führerausweis und dem Bargeld (2 x CHF 100.–, 1x 

CHF 50.–) eine Krankenkassenkarte statt das Generalabonnement erwähnt 

(D11/1 S. 1; D11/4/4 S. 8), ändert daran nichts, zumal plausibel erscheint, dass er 

die Ausweise nicht mehr benötigte bzw. darüber in digitaler Form verfügte, daher 

nicht ersetzen liess und sich so mit deren Fehlen nicht weiter befasst hatte 

(D11/4/4 S. 8). Den unglaubhaften Bestreitungen des Beschuldigten stehen im 

Ergebnis die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 7 gegenüber.  

6.4.  Laut der Verteidigung machen die Umstände, dass der Beschuldigte und der 

Privatkläger 7 nach dem Vorfall noch zusammen herumliefen und der Privatkläger 

dem Beschuldigten auch noch seine Instagram-Kontaktdaten bekannt gegeben 

habe, im geschilderten Kontext wenig Sinn (Urk. 63 S. 7 und Urk. 100 S. 5). Zu 

diesem Einwand ist zu sagen, dass der Privatkläger 7 plausibel erklärte, der 

- 15 - 

Beschuldigte habe ihm den Namen seines Instagram-Accounts gegeben, jedoch 

nicht umgekehrt, denn der Beschuldigte müsse nicht wissen, wo er wohne und mit 

wem er draussen sei (D11/4/4 S. 8). Zudem ist nachvollziehbar, dass der nach 

den Schlägen eingeschüchterte Privatkläger 7 (vgl. Urk. D11/4/4 mit handschriftli-

cher Ergänzung zum Protokoll, wonach er unter Schock gestanden sei), noch mit 

dem Beschuldigten wegging –, in der Hoffnung, auf Leute zu treffen, die ihn fest-

halten und die Polizei verständigen könnten. Der Beschuldigte bestätigte selber, 

dass er nach dem Vorfall noch mit dem Privatkläger 7 zum Denner gegangen sei 

(HD/3/7 S. 3). Mit der Vorinstanz ist entgegen den Ausführungen der Verteidigung 

(Urk. 100 S. 4 ff.) auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 7 abzustellen. 

Damit ist der Anklagesachverhalt betreffend Dossier 11 bewiesen.  

7. Nachtragsanklage 

7.1. In der Nachtragsanklage geht es um den Raub des Mobiltelefons (I-Phone 

XS) des Geschädigten V._____ in der Unterführung an der AB._____-strasse 9 in 

… Zürich vor dem AE._____. Zwar konnte sich der Beschuldigte an den Vorfall 

vom 4. September 2020 nicht mehr erinnern, da er viel Alkohol getrunken habe. 

Der Beschuldigte räumte allerdings ein, dass die Beweislage gegen ihn spreche 

(Urk. 43/7 S. 2; Urk. 43/9; Urk. 43/11). Das betreffende Mobiltelefon des Geschä-

digten wurde beim Beschuldigten sichergestellt (Urk. 43/14), und der Beschuldigte 

kann als Spurengeber der DNA ab dem Ärmel von V._____ nicht ausgeschlossen 

werden (Urk. 43/13). Der Beschuldigte ist auf den Überwachungskameras der 

AE._____ Filiale in der Unterführung des Bahnhofs AD._____ zu sehen, wie er 

sich mit dem Geschädigten unterhält (Urk. 43/12-14). Die Verteidigung ging an-

hand dieser Beweislage davon aus, der Geschädigte habe dem Beschuldigten 

sein Mobiltelefon zum Telefonieren ausgeliehen und dieser habe es veruntreut 

(vgl. Urk. 63 S. 7).  

7.2. Der Geschädigte V._____ und sein Kollege, AF._____, schilderten den Vor-

fall im Wesentlichen übereinstimmend und wie in der Anklage beschrieben (vgl. 

Urk. 43/5 S. 2 f.; Urk. 43/8 S. 3, 5; Urk. 43/6 S. 1; Urk. 43/10 S. 5). Die Vorinstanz 

hat ihre Aussagen mit zutreffender Begründung, auf die verwiesen werden kann, 

für glaubhaft erachtet und den Vorfall, wie in der Anklage umschrieben, daher zu 

- 16 - 

Recht als bewiesen erachtet. Insbesondere die Kernaussage von V._____, der 

Beschuldigte sei nach dem Telefonat mit dem I-Phone in einer Nische der Unter-

führung verschwunden und habe gesagt "isch gsi mit dim Handy" und "wotsch en 

stich" (Urk. 43/5 S. 2 f.; Urk. 43/8 S. 5), ist originell in der Formulierung, zudem mit 

erkennbaren äusseren Umständen verflochten und daher glaubhaft. Sie stimmt 

mit den Aussagen des Kollegen des Geschädigten AF._____ überein (Urk. 43/6 

S. 1; Urk. 43/10 S. 3), der bei der Zeugeneinvernahme auf Nachfrage angab, er 

habe die Worte "wetsch en Stich" selbst gehört (Urk. 43/10 S. 5). Dass AF._____ 

bei der Zeugeneinvernahme seine Aussagen vor der Polizei dahingehend ergänz-

te, der Beschuldigte sei, bevor er gegangen sei, mit seiner Stirn auch an die Stirn 

des Zeugen gekommen und habe irgendetwas gesagt, was er nicht verstanden 

habe (Urk. 43/10 S. 5), tut der Glaubhaftigkeit seiner im Übrigen konstanten und 

nicht zur Übertreibung neigenden Darstellung keinen Abbruch. Damit ist der in der 

Nachtragsanklage geschilderte Sachverhalt bewiesen. Weiter ist mit der Vo-

rinstanz zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte gemäss den Aussagen des 

Geschädigten und von AF._____ während des Vorfalls nicht betrunken wirkte 

(Urk. 43/8 S. 5; 43/10 S. 5). Es besteht kein Anlass, an dieser glaubhaft dargeta-

nen Wahrnehmung zu zweifeln, und es liegen auch sonst keine Hinweise für eine 

eingeschränkte Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten zum Tat-

zeitpunkt vor. Der Umstand, dass der Beschuldigte bei seiner Verhaftung rund 

acht Stunden später stark alkoholisiert war (Urk. 43/17/1), sagt entgegen dem Da-

fürhalten der Verteidigung (Urk. 100 S. 7) über seinen Zustand beim Vorfall nichts 

aus.  

8. Dossier 2 

8.1. Der Beschuldigte räumte ein, beim Einbruch in die Räumlichkeiten der 

Geschädigten G._____ an der S._____-strasse 5 in … Zürich, bei dem keine 

Wertgegenstände vorgefunden und entsprechend nichts erbeutet wurde, dabei 

gewesen zu sein, und er anerkannte auch die in der Anklage insoweit umschrie-

benen Tathandlungen der Mittäter als richtig (vgl. HD3/10 S. 7 f.; HD3/12 S. 2 f.), 

bestritt hingegen – mit Ausnahme von Kratzern am Fenster –, irgendetwas be-

schädigt zu haben (HD/3/6 S. 5; HD/3/10 S. 5 f.). Das Geständnis stimmt mit den 

- 17 - 

am Tatort gefundenen DNA- und Schuhspuren, die dem Beschuldigten zugeord-

net werden konnten (Urk. D2/8 S. 2 f.), überein, so dass der Anklagesachverhalt – 

abgesehen vom entstandenen Sachschaden – bewiesen ist.  

8.2. Die Vorinstanz stellte für den Sachschaden richtigerweise auf die von der 

Polizei erstellten Fotodokumentationen und plausiblen Schätzungen des 

Sachschadens an der Tür-Gummidichtung, der Holztüre und der zweifach ver-

glasten, grossformatigen Schaufensterscheibe ab. Darin wird der Sachschaden in 

nachvollziehbarer und plausibler Weise mit CHF 200.– für die beschädigte Tür-

Gummidichtung und die Werkzeugabdrücke auf Schlosshöhe an der Metalltüre, 

CHF 300.– für die stark beschädigte Holztüre und CHF 3'000.– für die 

eingeschlagene, doppelt verglaste Fensterscheibe im Format 150x260x0,5 cm, 

d.h. insgesamt mit CHF 3'500.– beziffert (D2/1 S. 4; D2/5). Der Beschuldigte über-

liess die Stellungnahme zum diesbezüglich entstandenem Sachschaden in der 

Schlusseinvernahme seinem Verteidiger (HD/3/12 S. 3). Laut der Verteidigung 

dürfte der hinsichtlich sämtlicher Einbruchdiebstähle seitens der Polizei auf 

insgesamt rund CHF 25'000.– geschätzte Schaden eher hoch gegriffen sein 

(Urk. 63 S. 6). Zum konkreten Sachschaden von CHF 3'500.– äusserte sich die 

Verteidigung vor Vorinstanz nicht und stellte die nachvollziehbare Schätzung nicht 

in Frage. Der angegebene Sachschaden ist damit bewiesen.   

9. Dossier 3 

9.1. Hinsichtlich des Einbruchs in die Räumlichkeiten der Physiotherapie 

J._____ GmbH an der S._____-strasse 6 in … Zürich gab der Beschuldigte zu, 

die in der Anklage umschriebenen Handlungen mit der "Hoffnung auf Geld" vor-

genommen zu haben und dabei auch mit den in der Anklage umschriebenen 

Handlungen seiner Mittäter einverstanden gewesen zu sein (HD/3/10 S. 17 f.; 

HD/3/12 S. 4), womit der Anklagesachverhalt – abgesehen vom Wert des in der 

entwendeten Geldkassette (für sich genommen CHF 60.– wertigen) enthaltenen 

Bargelds – erstellt ist.  

9.2. Hinsichtlich des Inhalts der Geldkassette ist, wie die Vorinstanz zu Recht 

festhält, mangels anderer, verwertbarer Beweise (die Geschädigte wurde nicht 

- 18 - 

befragt) auf die Angabe des Beschuldigten vor der Staatsanwaltschaft, es seien 

CHF 200.– Bargeld darin gewesen (HD/3/12 S. 4), abzustellen.   

10. Die in der Anklage geschilderten objektiven Sachverhalte sind mit den ge-

nannten, bereits von der Vorinstanz dargelegten Ausnahmen (vgl. Urk. 82 S. 39), 

nachgewiesen und der nachfolgenden rechtlichen Würdigung zugrunde zu legen. 

11. Die subjektive Seite der Tatbestände behandelte die Vorinstanz angesichts 

der sich insoweit überschneidenden Tat- und Rechtsfragen richtigerweise im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung.  

III. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des bandenmässigen und gewerbs-

mässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 139 

Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1 StGB, des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, 

des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfa-

chen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen 

Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig gesprochen.  

2. Der Beschuldigte beantragt stattdessen, des bandenmässigen, teilweise 

versuchten bandenmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Ziff. 3 ev. 

Ziff. 2 StGB), des einfachen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der unrechtmässi-

gen Aneignung (Art. 137 StGB), der Nötigung (Art. 181 StGB), der einfachen 

Körperverletzung (Art. 123 StGB), der mehrfachen Sachbeschädigung (Art. 144 

Abs. 1 StGB) und des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) schuldig 

gesprochen zu werden (Urk. 100 S. 2).  

3. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Strafbarkeit 

wegen Diebstahls, Raubes, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch sowie die 

von der Praxis und Lehre entwickelten weiteren Voraussetzungen für die 

Qualifikation der Gewerbs- und Bandenmässigkeit korrekt aufgeführt (Urk. 82 

S. 39 ff.). Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. Ebenfalls überzeugen 

die Erwägungen der Vorinstanz zur subjektiven Seite der Tatbestände durchwegs 

- 19 - 

(Urk. 82 S. 42 f., 46 ff.) und können auch dem Berufungsentscheid zugrunde ge-

legt werden, so dass ebenfalls darauf verwiesen werden kann.  

4. Wie ausgeführt (vorstehende Ziff. II.5.) steht das Verschlechterungsverbot einer 

schärferen Qualifikation des Sachverhalts unter Dossier 1 entgegen und bleibt es 

daher in diesem Punkt beim Schuldspruch betreffend Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB. Entgegen der ursprünglichen Auffassung der Verteidigung 

liegt hier aber auch nicht nur ein Versuch, sondern ein vollendeter Diebstahl vor, 

nach dem der Beschuldigte dem Geschädigten das Portemonnaie wegnahm und 

es an sich nahm, also neuen Gewahrsam daran begründete (vgl. dazu BSK StGB 

I-Niggli/Riedo, Art. 139 N 62 ff., 77). Die spätere Aufgabe des Gewahrsams durch 

den Beschuldigten nach Einsatz des Pfeffersprays ändert daran nichts. Der 

Beschuldigte anerkannte im Übrigen, dass er das Portemonnaie habe klauen 

wollen (vgl. HD/3/2 S. 4, 7; HD/3/12 S. 17).  

5.  Die Verteidigung brachte hinsichtlich der Nachtragsanklage vor, die Anklage 

müsse einen Gewahrsamsbruch umschreiben, ein solcher liege nicht vor und eine 

räuberische Variante der Veruntreuung gebe es nicht (Urk. 63 S. 7; Prot. I S. 16). 

Die Vorinstanz verwies dagegen zutreffend auf die Umschreibung in der Nach-

tragsanklage, wonach der Geschädigte dem Beschuldigten das Mobiltelefon zum 

Telefonieren übergeben habe und der Beschuldigte in der Folge einige Schritte in 

eine Nische gelaufen sei. Nachdem der Beschuldigte die Drohung "wotsch en 

Stich" ausgesprochen gehabt habe, sei er mit dem Mobiltelefon in unbekannte 

Richtung geflüchtet (Urk. 35). Dies ist bewiesen, und der Gewahrsamsbruch ist 

ausreichend umschrieben. Will der Eigentümer die Sache bloss zur kurzfristigen 

Benützung (Telefonat) überlassen, liegt ein Gewahrsamsbruch vor, wenn der Tä-

ter mit der Sache verschwindet (vgl. BSK StGB I-Niggli/Riedo, Art. 139 N 58). 

Beizupflichten ist der Vorinstanz weiter auch darin, dass aufgrund der Umstände 

keine Zweifel daran bestehen, dass der Beschuldigte um die Wirkung seiner 

Drohung wusste und damit erreichen wollte, das Mobiltelefon behalten und wie 

ein Eigentümer darüber verfügen zu können (Urk. 82 S. 43). Mit dem Gewahr-

samsbruch und der Drohung "wotsch en Stich", um das Mobiltelefon zu behalten, 

ist der objektive und subjektive Tatbestand des Raubes erfüllt. Der Beschuldigte 

- 20 - 

ist demnach des Raubes und nicht der unrechtmässigen Aneignung und Nötigung 

schuldig zu sprechen.  

6. Im Weiteren qualifizierte die Vorinstanz die (teilweise versuchten) Diebstähle 

unter den Dossiers 2, 3, 4, 8, 9, 10 und 13 zutreffend als banden- und als ge-

werbsmässigen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB. Auf ihre rich-

tigen, sorgfältigen Erwägungen dazu (Urk. 82 S. 45 ff.), kann vollumfänglich ver-

wiesen werden. Der vor der Vorinstanz von der Verteidigung vorgebrachte Ein-

wand, der Beschuldigte habe von den CHF 9'000.– keine CHF 1'000.– erhalten 

und damit kein wesentliches Einkommen erzielt (Prot. I S. 13), ist angesichts des-

sen, dass der Beschuldigte mit CHF 600.– Sozialhilfe auskommen musste, und 

innert knapp zwei Wochen (2. März 2019 bis 14. März 2019) sechs Diebstähle 

bzw. Einbrüche beging, nicht stichhaltig (vgl. Urk. 100 S. 7 f.). Ein Betrag von 

CHF 100.– war für den Beschuldigten somit ein namhafter Betrag. Zwar trifft zu, 

dass in der Lehre die Auffassung vertreten wird, ein namhafter Betrag liege erst 

dann vor, wenn mindestens ein zusätzliches Einkommen von einem Viertel erzielt 

werde (vgl. etwa BSK StGB II-Niggli/Riedo, Art. 139 N 98). Dies entspricht aller-

dings nicht der (bundes-) gerichtlichen Praxis, nach welcher bereits bei weniger 

hohen zusätzlichen Einkünften Gewerbsmässigkeit bejaht wird (vgl. vorstehenden 

Verweis). Die Verteidigung übersieht zudem, dass es für die Bejahung der 

Gewerbsmässigkeit nicht allein auf die tatsächlich erzielten Einkünfte ankommt, 

sondern auch auf die angestrebten. Dabei ist zu beachten, dass dem Umfang und 

Wert der Beute bei Einbruchdiebstählen immer auch etwas Zufälliges anhaftet. 

Zweifellos erhoffte sich der Beschuldigte eine möglichst hohe Beute und strebte 

an, mit den Einbruchdiebstählen einen namhaften Beitrag an die Finanzierung 

seiner Lebenshaltung zu erzielen. Wie einerseits aus den Einbrüchen in der Nacht 

vom 13. auf den 14. März 2019, wonach der Beschuldigte am 15. März 2019 ver-

haftet wurde, und andererseits aus dem letzten Einbruch am 10. August 2019 er-

sichtlich wird, wonach der Beschuldigte am 13. August 2019 (erneut) verhaftet 

wurde, konnte er von weiteren Einbruchdiebstählen nur durch Verhaftung abge-

halten werden.  

- 21 - 

7. Richtigerweise unbeanstandet blieb die weitere rechtliche Würdigung der Sach-

verhalte betreffend Dossiers 2, 4, 10 und 13 als mehrfache Sachbeschädigung 

und betreffend Dossiers 2, 4, 9, 10 und 13 als mehrfacher Hausfriedensbruch 

(Urk. 82 S. 48 ff.). In subjektiver Hinsicht ist offensichtlich, dass der Beschuldigte 

mit den begangenen Sachbeschädigungen einverstanden war, wollte er doch mit 

seinen Mittätern in die Räume gelangen, um an Wertsachen zu kommen (vgl. 

HD/3/10 S. 5 f.; HD/3/12 S. 4 ff., 14 f.). Die Vorinstanz führte im Zusammenhang 

mit einer möglichen qualifizierten Sachbeschädigung zu Recht an, dass die 

Sachbeschädigung in Bezug auf die CBD-Stecklinge gemäss Dossier 4 von den 

anderen Sachbeschädigungen zwecks Eindringens in verschlossene Räumlich-

keiten abweicht, daher von diesen zu trennen ist und so weder hinsichtlich der 

Dossiers 2, 10 und 13 mit einem Schaden von insgesamt CHF 6'837.50 noch hin-

sichtlich Dossier 4 mit einem Schaden von insgesamt CHF 5'700.– eine qualifi-

zierte Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 3 StGB mit einem grossen 

Schaden vorliegt (Urk. 82 S. 50). Dabei hat es zudem bereits aus prozessualen 

Gründen (Art. 391 StPO) sein Bewenden.   

IV.  Sanktion / Vollzug 

1. Standpunkte / Rechtliche Grundlagen der Strafzumessung 

1.1. Der appellierende Beschuldigte beantragt eine mildere Bestrafung, konkret 

sei er unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft mit einer Freiheits-

strafe von 30 Monaten zu bestrafen, wobei der Vollzug teilbedingt auszusprechen 

sei, mit einem bedingten Teil von 15 Monaten (Urk. 100 S. 2). Die Staatsanwalt-

schaft beantragt mit der Anschlussberufung eine unbedingte Freiheitsstrafe von 

5 Jahren und 6 Monaten (Urk. 92 S. 2; Urk. 103).  

1.2. Der Beschuldigte hat die zu beurteilenden Straftaten nach Inkrafttreten der 

seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts; AS 2016 1249) begangen, 

so dass das geltende (neue) Recht anzuwenden ist.  

- 22 - 

1.3. Die Grundsätze der Strafzumessung nach dem Verschulden des Täters 

(Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB) und die Voraussetzungen der Bildung einer Gesamt-

strafe, hat die Vorinstanz korrekt dargelegt (vgl. Urk. 82 S. 52 ff.). Darauf kann 

vorab verwiesen werden. Zusammenfassend und in teilweiser Ergänzung ist 

festzuhalten, dass ein Täter, welcher durch eine oder mehrere Handlungen die 

Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, zur Strafe der schwers-

ten Straftat zu verurteilen ist, welche angemessen zu erhöhen ist. Die Bildung ei-

ner Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 

StGB ist nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen 

Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Dass die anzuwendenden Strafbe-

stimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 144 IV 

217 E. 2.2). Ausnahmen hat die bundesgerichtliche Rechtsprechung zugelassen, 

wenn entweder zahlreiche gleichartige Delikte vorlagen, sodass es sich nicht 

mehr rechtfertigte, für jeden Normverstoss einzeln eine hypothetische Strafe zu 

ermitteln (vgl. Urteil 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.8), oder wenn die 

einzelnen Straftaten zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft waren, 

dass sich diese nicht sinnvoll auftrennen und beurteilen liessen (BGer Urteil 

6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4; BGer Urteil 6B_1196/2015 vom 

27. Juni 2016). Weiter ist es auch sinnvoll und zulässig, Taten in einem Gesamt-

zusammenhang zu würdigen, wenn die Delikte Teile eines zusammenhängenden 

Vorgehens und derart eng miteinander verknüpft sind oder aber als gleich gela-

gerte Einzelhandlungen einen Gesamtkontext bilden (BGer Urteile 6B_829/2014 

vom 30. Juni 2016 E. 2.5.2; 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). Der or-

dentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vor-

liegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart 

bzw. zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8; zum Ganzen: OGer ZH 

SB200250, I. StrK., vom 15. Februar 2021, E. IV.2.2.; OGer ZH SB200129, 

I. StrK, vom 19. August 2020, E. III.3.).  

1.4. Wie die Vorinstanz unter Hinweis auf Art. 41 Abs. 1 lit. a und b StGB sowie 

die einschlägige Vorstrafe (bedingte Geldstrafe), die finanzielle Situation und die 

ausgesprochene Landesverweisung des Beschuldigten erwägt (Urk. 82 S. 59 f.), 

ist die Ausfällung einer Geldstrafe weder für den einfachen Diebstahl (Dossier 1) 

- 23 - 

noch für die mit dem gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl zusammen-

hängende mehrfache Sachbeschädigung (Dossiers 2, 4, 10 und 13) und den 

mehrfachen Hausfriedensbruch (Dossiers 2, 4, 9, 10 und 13) zweckmässig und 

würde der präventiven Effizienz nicht genügend Rechnung tragen. Selbst die im 

Rahmen des Vorverfahrens wiederholt angeordnete Untersuchungshaft vermoch-

te ihn nicht von weiterem Delinquieren abzuhalten. Vielmehr wurde er im laufen-

den Verfahren erneut straffällig und delinquierte nach den Haftentlassungen im 

Juli 2019 und im Februar 2020 unbeeindruckt weiter. Es ist vor diesem Hinter-

grund offensichtlich, dass die gegenüber einer Freiheitsstrafe weniger eingriffsin-

tensive Geldstrafe von vornherein keine Gewähr bietet, den Beschuldigten von 

weiteren Straftaten abzuhalten, weshalb sich die Ausfällung einer Gesamtfrei-

heitsstrafe für sämtliche Straftaten als geboten und verhältnismässig erweist. Dies 

wird im Übrigen auch von der Verteidigung so beantragt (Urk. 100 S. 2). 

1.5. Der massgebliche Strafrahmen für den bandenmässigen Diebstahl im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 3 (Abs. 2) StGB beträgt Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis 

zu zehn Jahren Freiheitsstrafe, der Strafrahmen für gewerbsmässigen Diebstahl 

nach Art. 139 Ziff. 2 StGB reicht von Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bis 

Freiheitsstrafe von 10 Jahren. Trifft der Qualifikationsgrund der Bandenmässigkeit 

mit jenem der Gewerbsmässigkeit zusammen, hat dies auf den Strafrahmen keine 

zusätzlichen Auswirkungen, wobei die doppelte Qualifikation im Rahmen der 

konkreten Strafzumessung innerhalb des vorgegebenen Strafrahmens zu 

berücksichtigen ist (vgl. BGer 6B_36/2019 vom 2. Juli 2019, 3.6.3.; BSK StGB I-

Niggli/Riedo, Art. 139 N 136). Der Tatbestand des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB sieht ebenfalls Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren vor. 

Beizupflichten ist der Vorinstanz, wenn sie den bandenmässigen Diebstahl 

verschuldensmässig als schwerstes vom Beschuldigten begangenes Delikt 

erachtet (vgl. Urk. 82 S. 55, 57 f.). Mangels aussergewöhnlicher Umstände ist der 

ordentliche Strafrahmen nicht zu erweitern (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

1.6. Das Gericht kann eine einheitliche Einsatzstrafe für sämtliche banden- 

und  gewerbsmässig begangenen Taten festsetzen (BGer 6B_797/2011 vom 

13. April 2012, E. 3.1.2; BGer 6B_36/2019 vom 2. Juli 2019, 3.6.3.). Das 

- 24 - 

rechtfertigt sich auch hier. Die Einsatzstrafe ist für den banden- und 

gewerbsmässigen Diebstahl gemeinsam festzusetzen.  

2. Einsatzstrafe für banden- und gewerbsmässigen Diebstahl (Dossiers 2, 3, 4, 8, 

9, 10 und 13) 

2.1. Zur objektiven Tatschwere des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls ist 

festhalten, dass der Beschuldigte zusammen mit seinen Mittätern innerhalb 

von  knapp zwei Wochen, zwischen dem 2. und dem 14. März 2019 sechs 

Einbruchdiebstähle verübte – wobei es bei einem Diebstahl beim Versuch blieb – 

und am 10. August 2019 und somit nur kurze Zeit nach Entlassung aus der vom 

15. März 2019 bis 10. Juli 2019 dauernden Untersuchungshaft einen weiteren 

Einbruchdiebstahl beging, bevor er am 13. August 2019 erneut verhaftet wurde. 

Dieses unverfrorene, beharrliche Verhalten offenbart eine beträchtliche kriminelle 

Energie des Beschuldigten. Die Kadenz der verübten Einbruchdiebstähle innert 

kurzer Zeit (zwei Einbrüche am 2. März 2019, vier Einbrüche innerhalb einer 

Nacht vom 13. auf den 14. März 2019, ein weiterer Einbruch einige Monate spä-

ter) lässt auf ein zielstrebiges und planmässiges Vorgehen schliessen. Die Täter-

schaft brachte auch Werkzeuge, ein Flachwerkzeug bzw. einen Schraubenzieher 

mit, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Teilweise wurden die Einbruchsobjek-

te wohl auch gezielt ausgewählt, in einem Fall war der Beschuldigte selber bereits 

früher am Tatort (vgl. Urk. 3/6 S. 11), in einem anderen Fall hatte der Mittäter Ste-

vo Stevanovic gemäss der Anklageschrift (HD 25 S. 7) in Erfahrung gebracht, 

dass sich im Verkaufsgeschäft der C._____ GmbH Wertgegenstände befanden. 

Der Beschuldigte und seine Mittäter sind insgesamt allerdings weder besonders 

raffiniert noch hoch professionell vorgegangen, was sich bereits dadurch zeigt, 

dass es in einem Fall hinsichtlich des Diebstahls beim Versuch blieb (Dossier 2) 

und sie in einem anderen Fall lediglich CHF 50.– erbeuteten (Dossier 10). Leicht 

verschuldensreduzierend ist zudem in Betracht zu ziehen, dass der Beschuldigte 

ausschliesslich zur Nachtzeit in Geschäftsräumlichkeiten bzw. unbewohnte Keller 

eingebrochen ist und es entsprechend auch nie zu einer Konfrontation mit den 

Eigentümern und Besitzern bzw. zu einer Gefährdung von Personen kam. Eine 

Gewaltbereitschaft des Beschuldigten hat sich, wie die Vorinstanz zu Recht 

- 25 - 

hervorhebt (Urk. 82 S. 57), beim banden- und gewerbsmässigen Diebstahl nicht 

manifestiert.  

2.2. Zum Kontext der verübten bandenmässigen Diebstähle wies die Staats-

anwaltschaft an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung darauf hin, dass sich in 

der Strafuntersuchung mit dem Aktionsnahmen "Grupa" insgesamt 14 Personen 

unter anderem zu insgesamt 44 Einbruch- bzw. Einschleichdiebstählen, began-

gen zwischen Februar und September 2019, geständig gezeigt haben, wobei die 

Täterkonstellation und -anzahl immer wieder unterschiedlich gewesen sind. Dabei 

war AG._____ mit der Verübung von 39 dieser Diebstähle der Dreh- und 

Angelpunkt der Gruppierung. Laut der Staatsanwaltschaft sei der Beschuldigte 

allerdings massgeblich am Erfolg beteiligt gewesen und habe bei immerhin sieben 

Einbruch- bzw. Einschleichdiebstählen mit jeweils zwei bis vier Mittätern in 

wechselnder Zusammensetzung tatkräftig mitgewirkt, sei es als Aufpasser oder 

bei der aktiven Behändigung und beim Abtransport des Deliktsguts (Urk. 62 

S. 13). Die Verteidigung brachte in diesem Zusammenhang vor, der Beschuldigte 

habe in der Gruppe keine Alpha-Funktion inne gehabt, er dürfte bei den Tatent-

schlüssen keine Rolle gespielt haben, seine Anwesenheit sei jeweils zufällig ge-

wesen (Urk. 63 S. 5 und Urk. 100 S. 11). Ob die Anwesenheit des Beschuldigten 

jeweils zufällig war bzw. die Einbruchdiebstähle auch ohne ihn verübt worden wä-

ren oder nicht, kann dahinstehen. Entscheidend ist, dass er sich daran tatkräftig 

beteiligte. Die Vorinstanz berücksichtigte dabei zu Recht die Bandenhierarchie 

und den individuellen Tatbeitrag des Beschuldigten, nämlich dass er innerhalb der 

Bande keine Führungsposition inne hatte, sondern Mittläufer war, wobei er die 

Tatentschlüsse nicht nur mittrug und keine nur passive Rolle spielte, sondern ak-

tiv beteiligt war, insbesondere beim Durchsuchen der Räumlichkeiten, beim 

Abtransport des Deliktsguts oder als Wache.  

2.3. Hinsichtlich der Höhe des Deliktsbetrages, der Zahl der Einzelhandlungen 

und der Anzahl der Geschädigten sind weitaus gravierendere gewerbsmässige 

Diebstähle denkbar. Zwar ist die Kadenz der Einbrüche innerhalb kurzer Zeit 

hoch, die gesamte Anzahl von sieben Einbruchdiebstählen bzw. Geschädigten, 

aber auch der Wert des Deliktsguts, ist jedoch vergleichsweise gering. Das ent-

- 26 - 

wendete Deliktsgut hatte hinsichtlich der Dossiers 3, 4, 8, 9, 10 und 13 insgesamt 

einen Wert von insgesamt CHF 26'758.90, davon entfallen allerdings allein 

CHF 18'324.90 auf die Geschädigte AH._____ GmbH gemäss Dossier 4. Der Be-

schuldigte erhielt vom Deliktsgut nur einen Bruchteil. Wie die Vorinstanz korrekt 

festhielt (Urk. 82 S. 56), kommt dem Wert der tatsächlich gestohlenen Sachen für 

die Strafzumessung keine überragende Bedeutung zu. Der Beschuldigte konnte 

ja nicht zum Voraus erkennen, dass keine höheren Bargeldbeträge oder wertvol-

leren Gegenstände auffindbar sein würden, und dies hätte ihn wohl auch nicht 

von einer Tatbegehung abgehalten. Immerhin waren angesichts der überwiegend 

geringen Deliktsbeträge die Folgen für die einzelnen Geschädigten wohl nicht 

existenzbedrohend, auch wenn es sich jeweils um kleinere Betriebe handelte. 

Dass bei einem Einbruch (Dossier 2) lediglich ein Diebstahlsversuch resultierte, 

ist dem Beschuldigten ebenfalls nur sehr leicht verschuldensmindernd anzurech-

nen. Es handelt sich um einen vollendeten Versuch und das Fehlen von Beute 

war nicht auf das Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen, sondern zufalls-

bedingt.  

2.4. Insgesamt ist die objektive Tatschwere des banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahls als noch leicht zu bezeichnen und im oberen Bereich des untersten 

Drittels des weiten Strafrahmens einzuordnen. Eine hypothetische Einsatzstrafe 

von insgesamt 27 Monaten Freiheitsstrafe ist in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz angemessen.  

2.5. In subjektiver Hinsicht erfährt das Tatverschulden hinsichtlich des banden- 

und gewerbsmässigen Diebstahls keine Relativierung. Der Beschuldigte wollte 

auf diese deliktische Weise zu Geld kommen beziehungsweise leicht zu liquidie-

rende Wertgegenstände erhalten. Er handelte mit direktem Vorsatz, und es lagen 

seinem Handeln finanzielle Motive zugrunde. Er ging im Jahr 2019 keiner (lega-

len) Arbeit nach, erhielt aber Sozialhilfe und befand sich daher nicht in einer Not-

lage. Freilich bedarf ein Diebstahl stets der Bereicherungsabsicht und auch die 

gewerbsmässige Begehung des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziffer 2 StGB um-

fasst die pekuniäre Motivation, so dass sich das Verschulden dadurch nicht zu-

sätzlich erhöhen kann (vgl. OG ZH, I. StrK, SB200129 vom 19. August 2020; E. 

- 27 - 

III.5.1.2.; BSK StGB I-Wiprächtiger/Keller, Art. 47 N 102). Im Übrigen liegen keine 

Anhaltspunkte dafür vor, dass die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit des Be-

schuldigten bei Tatbegehung eingeschränkt war. Es bleibt daher bei der genann-

ten Einsatzstrafe. 

3. Tatkomponente mehrfacher Raub (Dossier 11, Nachtragsklage), einfacher 

Diebstahl (Dossier 1), mehrfache Sachbeschädigung (Dossiers 2, 4, 10 und 13) 

und mehrfacher Hausfriedensbruch (Dossiers 2, 4, 9, 10 und 13) 

3.1. Die Vorinstanz erhöhte die Einsatzstrafe für den banden- und gewerbs-

mässigen Diebstahl von (insgesamt) 27 Monaten um 2 Monate für die mehrfache 

Sachbeschädigung, um 1 ½ Monate für den mehrfachen Hausfriedensbruch, um 

3 Monate für den damit nicht in Zusammenhang stehenden (einfachen) Diebstahl 

gemäss Dossier 1, um 10 Monate für den Raub gemäss Dossier 11 und um 

6 ½ Monate für den Raub gemäss der Nachtragsanklage, so dass sich vor 

Berücksichtigung der Täterkomponente eine Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Jahren 

und 2 Monaten ergab (Urk. 82 S. 63 f.).  

3.2. Dabei berücksichtigte die Vorinstanz methodisch korrekt, dass die mehrfache 

Sachbeschädigung und der mehrfache Hausfriedensbruch ausschliesslich Mittel 

zum Zweck der Diebstähle waren, hingegen der einfache Diebstahl in keinem 

Zusammenhang mit dem banden- und gewerbsmässigen Diebstahl steht und die 

beiden Raubtaten nicht mit den Diebstählen zusammenhängen und auch 

untereinander voneinander unabhängig sind (Urk. 82 S. 65 f.).   

3.3. Bei der mehrfachen Sachbeschädigung (fünffach) – zum einen begangen, 

um die verschlossenen Räumlichkeiten zu betreten, zum anderen, um das  

CBD-Marihuana abzutransportieren – entstand ein nicht unerheblicher Sach-

schaden von einerseits insgesamt CHF 6'837.50 (Dossier 2: CHF 3'500.–; 

Dossier 4: CHF 800.–; Dossier 10: CHF 537.50; Dossier 13: CHF 2'000.–) und 

andererseits von CHF 5'700.– hinsichtlich der CBD-Stecklinge (Dossier 4). Das 

Tatverschulden ist als leicht zu bezeichnen. In subjektiver Hinsicht handelte der 

Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Die subjektive Tatschwere vermag die objekti-

- 28 - 

ve nicht zu relativieren. Bei isolierter Betrachtung würde sich eine Einzelstrafe von 

6 Monaten rechtfertigen.  

3.4. Der mehrfache Hausfriedensbruch (fünffach) war ebenfalls notwendige 

Begleiterscheinung des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls. Der 

Beschuldigte und seine Mittäter drangen jeweils nachts in verschlossene, 

menschenleere Geschäftsräumlichkeiten (Dossiers 2, 4, 10 und 13) bzw. in einem 

Fall in ein verschlossenes, privates Kellerabteil (Dossier 9) ein. Die Privatsphäre 

der Hausrechtsberechtigten wurde so weniger stark tangiert als beim Eindringen 

in private Wohnräumlichkeiten. Das Tatverschulden ist leicht. Ebenfalls die 

Hausfriedensbrüche beging der Beschuldigte direktvorsätzlich, was das objektive 

Tatverschulden nicht relativiert. Für sich betrachtet wäre eine Einzelstrafe von 

4 Monaten angemessen.  

3.5. Die hypothetische Einsatzstrafe für den banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahl von 27 Monaten ist für die damit eng verbundene mehrfache Sachbe-

schädigung und den mehrfachen Hausfriedensbruch jeweils um (gut) ein Drittel 

der betreffenden Einzelstrafen, d.h. um 2 Monate für die mehrfache Sachbeschä-

digung und um 1 ½ Monate für den mehrfachen Hausfriedensbruch zu erhöhen. 

3.6. Das Tatvorgehen des Beschuldigten beim Diebstahl unter Dossier 1, den 

Geschädigten U._____ mit der Ansage einer Ausweiskontrolle zum 

Hervornehmen des Portemonnaies zu bringen, um ihm dasselbe dann wegzu-

nehmen, erscheint als unverfroren und respektlos. Direkter Vorsatz und finanziel-

les Motiv bestehen auch hier. Der Geschädigte konnte sein Portemonnaie aller-

dings unter Einsatz von Pfefferspray gegenüber dem Beschuldigten zurückneh-

men und bewirkte so selber einen Unrechtsausgleich. Beim Beschuldigten blieb 

der Deliktsgewinn deshalb aus. Insgesamt ist das Tatverschulden des Beschul-

digten als sehr leicht zu bezeichnen. Bei isolierter Betrachtung würde sich für den 

von den übrigen Straftaten unabhängigen bzw. selbständigen Diebstahl eine Frei-

heitsstrafe von 5 Monaten rechtfertigen. Die hypothetische Einsatzstrafe ist im 

Umfang von drei Fünfteln der Einzelstrafe, d.h. um 3 Monate, zu erhöhen. 

- 29 - 

3.7. Beim Raub gemäss Dossier 11 fällt hinsichtlich des Tatverschuldens in 

Betracht, dass der Beschuldigte dem etwa gleichaltrigen Privatkläger 7 H._____ 

zuerst drohte, ihn zu verprügeln und ihn dann auch mehrfach mit den Fäusten ins 

Gesicht schlug sowie seine Kleider durchsuchte bzw. ihn abtastete, bis er an sei-

ne Wertsachen bzw. sein Portemonnaie (Deliktsbetrag CHF 310.80) gelangte. 

Der Deliktsbetrag war nicht hoch, worauf der Beschuldigte freilich keinen Einfluss 

hatte. Anders als bei den übrigen zu beurteilenden Straftaten einschliesslich des 

weiteren Raubes gemäss der Nachtragsanklage wurde der Beschuldigte hier ef-

fektiv gewalttätig, um an das erbeutete Deliktsgut zu gelangen. Der Privatkläger 7 

trug im Gesicht leichte Verletzungen (Hämatome und Kratzer) davon (D11/2/1), 

verständlicherweise war er verängstigt und hatte danach teilweise Probleme beim 

Schlafen (D11/4/4 S. 10). Das Verhalten des Beschuldigten ist inakzeptabel und 

nicht zu bagatellisieren. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass die Gewaltan-

wendung von kurzer Dauer und im Verhältnis zu allen denkbaren Tatvarianten 

nicht schwerwiegend war, nachdem der Geschädigte keine gravierenden Verlet-

zungen erlitt und auch die psychischen Folgen vorübergehend waren. In objekti-

ver Hinsicht ist das objektive Tatverschulden innerhalb des weiten Raubtatbe-

standes als leicht zu beurteilen. Da der Beschuldigte wiederum direktvorsätzlich 

aus egoistischen, finanziellen Motiven handelte, ergibt sich in subjektiver Hinsicht 

keine Änderung. Wiederum bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte 

bei Tatbegehung in einem Ausmass unter dem Einfluss von Alkohol gestanden 

hätte, das die Annahme einer verminderten Schuldfähigkeit gerechtfertigt wäre. 

Isoliert betrachtet wären dafür 15 Monate Freiheitsstrafe angemessen. Die hypo-

thetische Einsatzstrafe ist im Umfang von zwei Dritteln der Einzelstrafe, d.h. um 

10 Monate zu erhöhen. 

3.8. In Bezug auf die Nachtragsklage ist objektiv das dreiste, die Hilfsbereitschaft 

des Geschädigten ausnützende und drohende Verhalten des Beschuldigten zu 

gewichten. Der Beschuldigte wendete hier keine Gewalt an. Der Wert des 

erbeuteten Mobiltelefons war zudem sehr gering. So erscheint das Tatverschul-

den des Beschuldigten innerhalb des Raubtatbestandes als sehr leicht. Wiederum 

liegt direkter Vorsatz mit dem Motiv der Mittelbeschaffung vor. Angemessen er-

- 30 - 

weisen sich dafür 10 Monate Freiheitstrafe. Die Einsatzstrafe ist um 6 ½ Monate 

zu erhöhen.  

3.9. Insgesamt ergibt sich vor Berücksichtigung der täterbezogenen Strafzu-

messungsgründe in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Einsatzstrafe von 

4 Jahren und 2 Monaten Freiheitsstrafe.  

4. Täterkomponente 

4.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten anhand seiner Angaben korrekt zusammengefasst (Urk. 82 S. 64, 

72). Darauf kann vorab verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

gab der Beschuldigte aktualisierend an, im Gefängnis in der Malerei zu arbeiten, 

aber keine Lehre begonnen zu haben. Er habe sich nach dem Abbruch seiner 

Kochlehre auch nirgends mehr beworben. Er habe gedacht, "das wird schon 

werden". Seinen Lebensunterhalt habe er nie allein bestritten (Urk. 99 S. 6 ff.). 

Der Beschuldigte ist mit seinen 20 Jahren tatsächlich noch jung und sein unver-

frorenes, wie auch kopfloses Handeln mag einer jugendlichen Unreife geschuldet 

sein (er sagt von sich, er sei im Kopf noch wie ein Kind; vgl. Prot. I S. 11, 17; 

Urk. 63 S. 9 f., 11). Jugendlicher Leichtsinn und allgemein Unreife jenseits der 

Volljährigkeit lassen die zu beurteilenden, schweren Straftaten an sich nicht in ei-

nem milderen Licht erscheinen. Wenn die Vorinstanz ausführt, der Beschuldigte 

habe für sein berechnendes, dreistes, gewaltbereites und gefährliches Verhalten 

die volle Verantwortung zu tragen (Urk. 82 S. 65 f.), ist dem beizupflichten. 

Gleichwohl ist die Biographie des Beschuldigten im Rahmen der täterbezogenen 

Strafzumessungsfaktoren beachtlich und kann sich auf die Strafe erleichternd 

auswirken. Die Verteidigung weist auf Traumata hin, die der Beschuldigte als 

Flüchtlingskind erfahren habe (vgl. Urk. 63 S. 11), ohne solche konkret zu be-

schreiben. Bereits aufgrund der langen Flucht und der mit ca. acht Jahren erfolg-

ten Trennung des Beschuldigten von seinem Vater und Platzierung in ein Kinder-

heim muss allerdings von einer besonders schweren Kindheit ausgegangen wer-

den. Ein Zusammenhang zwischen dem Aufwachsen des Beschuldigten unter 

widrigen Umständen und seiner Delinquenz kann nicht negiert werden, zumal da-

ran keine strengen Anforderungen zu stellen sind, schon weil dem Gericht das nö-

- 31 - 

tige Fachwissen regelmässig fehlt (vgl. BGer 6B_603/2018 vom 7. Juni 2019, 

E. 3.3.3.). Die schwierige Kindheit und der instabile familiäre Bezug des Beschul-

digten hat das Abtauchen des Beschuldigten in dissoziale Peergruppen sicherlich 

gefördert. Soweit ersichtlich bewegte sich der Beschuldigte vorwiegend im Kreis 

von Personen, die ihrerseits Mühe bekundeten, sich hier zu integrieren und delikt-

frei zu leben. Er vermochte sich von seiner delinquenten Peergruppe selbst nach 

Entlassung aus der Untersuchungshaft nicht zu distanzieren (vgl. Urk. 63 S. 5 f.). 

Insgesamt wirkt sich die Biographie des Beschuldigten leicht strafmindernd aus.   

4.2. Die Vorinstanz gewichtete die teilweise einschlägigen Vorstrafen des 

Beschuldigten und sein Delinquieren während laufender Probezeit (in Bezug auf 

sämtliche Delikte) und laufender Strafuntersuchung (Dossier 11, Dossier 13, 

Nachtragsanklage) deutlich straferhöhend. Mit Strafbefehl der Jugendanwalt-

schaft Zürich-Stadt vom 20. Juni 2016 wurde er wegen versuchten Raubes, Dieb-

stahls, mehrfacher Sachbeschädigung, Sachentziehung, Hausfriedensbruch, Hin-

derung einer Amtshandlung, geringfügiger Sachbeschädigung, mehrfache Über-

tretung des Betäubungsmittelgesetzes, Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung, 

und Übertretung des Personenbeförderungsgesetz zu einer (zusätzlichen) 

persönlichen Leistung nach Art. 23 JStG von 40 Tagen (als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl vom 28. Dezember 2015) verurteilt, und es wurde eine ambulante Be-

handlung nach Art. 15 JStG sowie eine persönliche Betreuung nach Art. 13 JStG 

angeordnet (beigezogene Akten STR/2016/20000147; Urk. 26). Nach Art. 369 

Abs. 4 bis StGB werden Urteile, die eine ambulante Behandlung nach Art. 14 

JStG enthalten, aber keine Freiheitsstrafe, Gelstrafe, gemeinnützige Arbeit oder 

Busse als Hauptstrafe oder stationäre Massnahme, von Amtes wegen nach fünf 

Jahren entfernt. Entsprechend ist der Strafbefehl vom 20. Juni 2016 aus dem 

neuen Strafregisterauszug (Urk. 83) nicht mehr ersichtlich. Die von der Vorinstanz 

berücksichtigte Vorstrafe darf dem Beschuldigten nach Art. 369 Abs. 7 StGB heu-

te bei der Strafzumessung nicht mehr entgegengehalten werden (vgl. BGE 135 IV 

87 E. 2., S. 89 ff.; BGer 1B_589/2021 vom 19. November 2021, E. 5.), was im 

Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils allerdings noch der Fall war. Mit Strafbefehl 

der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 5. Dezember 2018 wurde der Beschul-

digte wegen Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung, Übertretung des 

- 32 - 

Betäubungsmittelgesetzes und Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 10.– mit 

einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von CHF 100.– verurteilt (HD/19/1, 

Urk. 57A). Von dieser Strafe wäre ein nachhaltiger Warneffekt zu erwarten 

gewesen. Der Beschuldigte liess sich davon jedoch ganz offensichtlich in keiner 

Weise beeindrucken und von erneuter Delinquenz abhalten, vielmehr delinquierte 

er bereits in der ersten Phase der Probezeit, nämlich ab März 2019, in einem 

bedeutend grösseren Ausmass weiter. Zudem delinquierte er während laufender 

Strafuntersuchung und gar mehrmals nach Entlassung aus der Untersuchungs-

haft. Nur zwei Wochen nach der Entlassung aus der rund 4-monatigen Untersu-

chungshaft am 10. Juli 2019 und während laufendem Strafverfahren raubte der 

Beschuldigte am 26. Juli 2019 den Privatkläger 7 H._____ aus (Dossier 11). Kur-

ze Zeit später am 10. August 2019 beging der Beschuldigte mit seinen Mittätern 

den Einbruch in das Verkaufsgeschäft C._____ GmbH (Dossier 13). Nach erneu-

ter Haftentlassung am 7. Februar 2020 aus rund 6-monatiger Untersuchungshaft 

sowie nach Anklageerhebung vor dem Bezirksgericht Zürich vom 25. Juni 2020 

beging er am 4. September 2020 den Raub zum Nachteil von V._____ (Nach-

tragsanklage). Er offenbarte damit eine beachtliche Renitenz und befremdliche 

Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen Rechtsordnung sowie eine ausgeprägte 

Unbelehrbarkeit, was sich markant straferhöhend auswirken muss.  

4.3. Ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten kann zu einer Strafreduktion 

im Bereich von einem Fünftel bis zu einem Drittel führen. Insbesondere ist dies 

bei einem Geständnis der Fall, das zur Vereinfachung und Verkürzung des Ver-

fahrens und zur Wahrheitsfindung beigetragen hat. Zu einem solchen gehört ein 

umfassendes Geständnis von allem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also 

nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorlage entsprechender Beweise. 

Ferner gehört kooperatives Verhalten in der Untersuchung dazu, beispielsweise 

dass aufgrund des Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder 

Mittäter zur Rechenschaft gezogen werden können, was ohne sein kooperatives 

Mitwirken nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht 

der Tat und Reue dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine 

Strafreduktion von einem Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe 

- 33 - 

entsprechend weniger stark zu reduzieren. Ein Verzicht auf eine Strafminderung 

kann sich dann aufdrängen, wenn das Geständnis die Strafverfolgung nicht 

erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden 

Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig 

geworden ist (vgl. OG ZH, I. StrK, SB200129 vom 19. August 2020; E. 5.3.4.; OG 

ZH, I. StrK, SB150229, vom 15. Oktober 2015, E. 5.2; BGE 121 IV 202, E. 2d.cc 

BGer 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010 E. 5.4; 6B_737/2007 vom 

14. April 2008 E. 1.2; 6S.531/2006 vom 24. Januar 2007 E. 3.6.3). 

4.4. Der Beschuldigte war hinsichtlich des gewerbs- und bandenmässigen 

Diebstahls nicht von Anfang an geständig, sondern erst, als er mit belastendem 

Bildmaterial, DNA- und Schuhspuren sowie den Ergebnissen der Mobiltelefon-

auswertung konfrontiert wurde (HD 3/4 S. 6; HD 3/6 S. 4 ff.; HD 3/10 und HD 

3/12). Das Geständnis dürfte die Strafuntersuchung daher nicht merklich erleich-

tert haben, wie die Staatsanwaltschaft betont (Urk. 62 S. 18). Den Diebstahl hin-

sichtlich Dossier 1 gestand der Beschuldigte in der diesbezüglich ersten Haftein-

vernahme ein (HD 3/2 S. 3), denjenigen gemäss der Nachtragsklage erst nach 

Sicherstellung des Mobiltelefons des Geschädigten bei ihm (Urk. 43/11 S. 2). Hin-

sichtlich der Raubtaten war der Beschuldigte wie bereits erwähnt nicht geständig. 

Das im Wesentlichen auf die bereits nachgewiesenen Diebstähle beschränkte 

Geständnis und die im Gerichtsverfahren gezeigte Reue (vgl. Urk. 61 S. 8 f., 11) 

ist nur leicht strafmindernd zu würdigen. 

4.5. Im Rahmen der Täterkomponente wirkt sich die Biographie des Beschuldig-

ten leicht strafmindernd aus. Ebenfalls führt das Nachtatverhalten zu einer leich-

ten Strafminderung. Umgekehrt ziehen die Vorstrafe und das Delinquieren in der 

Probezeit sowie mehrmals während laufender Untersuchung (nach Entlassung 

aus der Untersuchungshaft) eine markante Straferhöhung nach sich. Insgesamt 

überwiegen die straferhöhenden täterbezogenen Strafzumessungsgründe deut-

lich, weshalb die ausgehend vom Tatverschulden festgesetzte Strafe in Überein-

stimmung mit der Vorinstanz (Urk. 82 S. 66) um 4 Monate auf 4 Jahre und 

6 Monate Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe zu erhöhen ist. Daran sind 869 Tage 

anzurechnen, welche durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

- 34 - 

Strafvollzug (vgl. HD20/1+17+18+21+43+44; Urk. 43/26 und Urk. 51 und Urk. 54 

und Urk. 76) erstanden sind (Art. 51 StGB). 

4.6. Ein bedingter oder teilbedingter Vollzug fällt bei diesem Strafmass ausser 

Betracht (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB). 

V. Widerruf 

1. Die Vorinstanz ordnete den Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Strafbe-

fehl der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 5. Dezember 2018 ausgespro-

chenen Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 10.– an, mit der Begründung, 

dem Beschuldigten könne im Rahmen der Beurteilung des Widerrufs keine 

günstige Legalprognose mehr gestellt werden, was sich vor allem daraus erge-

be, dass ihn offensichtlich weder die ihm bisher auferlegten Strafen noch die lau-

fende Strafuntersuchung hinreichend abzuschrecken und damit von weiteren 

Straftaten abzuhalten vermocht hätten. Zudem habe der Beschuldigte nur gera-

de drei Monate nach Eröffnung des Strafbefehls wieder delinquiert (Urk. 82 S. 

68).  

2. Die Vorinstanz verwies in dieser Hinsicht zutreffend auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 

StGB, wonach erneute Delinquenz einen Widerrufsgrund bildet und darauf, dass 

ein Widerruf zu erfolgen hat, wenn von einer negativen Einschätzung der 

Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffälligkeit 

eine eigentliche Schlechtprognose besteht. Die Prüfung der Bewährungs-

aussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen 

Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den 

Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren 

Tatsachen, die gültige Schlüsse auf die Täterpersönlichkeit und die Bewäh-

rungsaussichten zulassen (vgl. BGE 134 IV 140 E. 4.2 und 4.4 S. 142 ff.). 

3. Der stringenten Argumentation der Vorinstanz ist beizupflichten. Präzisiert 

werden kann, dass – neben der erneuten, gravierenden Delinquenz in der Pro-

bezeit der mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 

5. Dezember 2018 angeordneten Geldstrafe – insbesondere die mehrfache De-

- 35 - 

linquenz nach zweimaliger Entlassung aus der Untersuchungshaft und während 

laufendem Strafverfahren (vgl. dazu im Detail vorstehende Ziff. IV.4.2.) die zu 

stellende Schlechtprognose untermauert. Dieses Verhalten zeigt eine exempla-

rische Uneinsichtigkeit bzw. Unbelehrbarkeit und frappante Gleichgültigkeit des 

Beschuldigten gegenüber der hiesigen Rechtsordnung. Bei der Prognosebildung 

sind sodann nicht nur die strafrechtliche Vorbelastung bzw. erneute einschlägige 

Straffälligkeit in einer ersten Phase der Probezeit negativ zu bewerten, auch die 

weiteren massgeblichen Beurteilungsfaktoren sind negativ einzustufen, ins-

besondere zeigte der Beschuldigte keinen Durchhaltewillen bei bisherigen 

Arbeitsversuchen und weist – abgesehen von seiner (ebenfalls problembe-

hafteten) Beziehung zu seinem Vater – kaum enge und stabile soziale Bindun-

gen auf (vgl. dazu nachstehende Ziff. VI.). Zudem ist er, wie auch die Verteidi-

gung hervorhebt (Urk. 63 S. 9), kaum in der Lage, dem Gruppendruck standzu-

halten und sich gegenüber negativen Einflüssen durch kriminelle Kollegen abzu-

grenzen. Der Widerruf des bedingten Vollzuges der Geldstrafe ist daher anzu-

ordnen.  

VI.  Landesverweisung 

1. Standpunkte / Vorinstanzliches Urteil  

1.1. Der Beschuldigte ist somalischer Staatsbürger. Er wird wegen qualifizierten 

Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 2 und 3 in Verbindung mit Hausfriedensbruch nach 

Art. 186 StGB sowie wegen mehrfachen Raubes nach Art. 140 StGB schuldig 

gesprochen, hat somit mehrere Katalogtaten begangen (Art. 66a Abs. 1 lit. c und 

d StGB) und ist daher grundsätzlich obligatorisch für 5 bis 15 Jahre des Landes 

zu verweisen. 

1.2. Die Staatsanwaltschaft begründete vor Vorinstanz ihren Antrag auf Landes-

verweisung für die Dauer von 10 Jahren im Wesentlichen damit, dass der Be-

schuldigte weder sozial noch beruflich in der Schweiz integriert sei, vielmehr be-

reits zwei einschlägige Vorstrafen aufweise, keine Ausbildung abgeschlossen ha-

be und auch nie für längere Zeit einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgegangen 

- 36 - 

sei, so dass ihm kaum eine schlechtere Legalprognose ausgestellt werden könn-

te. Zudem habe er nicht einmal gewollt, dass sein Vater über die Inhaftierung in-

formiert werde (Urk. 62 S. 23 f.). Vor Berufungsinstanz wird die Bestätigung der 

Landesverweisung in der Höhe von 8 Jahren beantragt (Urk. 103).  

1.3. Die Verteidigung hebt hervor, dass der Beschuldigte in der Schweiz soziali-

siert worden sei und sein hier lebender Vater seine einzige familiäre Bezugsper-

son sei. Er sei unter übelsten Bedingungen aufgewachsen und es sei fraglich, ob 

er überhaupt eine Chance gehabt habe, sich in der Schweiz erfolgreich zu integ-

rieren. Der Beschuldigte sei in der Schweiz so integriert, wie sich auch andere un-

ter vergleichbaren Umständen integrieren. Jedenfalls verfüge er lediglich in der 

Schweiz überhaupt über soziale Bindungen und seine einzigen Wurzeln seien 

hier, so dass an eine Reintegration in seinem Heimatland nicht zu denken sei. Ei-

ne Ausweisung würde der Beschuldigte vermutlich gar nicht überleben. Aufgrund 

der seit Jahrzehnten notorisch instabilen Lage in Somalia dürfte eine Ausweisung 

in seine ursprüngliche Heimat in absehbarer Zeit ausserdem ausgeschlossen 

sein. Das öffentliche Interesse könne sich in einem solchen Fall nicht an der Aus-

weisung orientieren, sondern an einer "nicht vollziehbaren" Ausweisung. Wenn 

sich die Ausweisung nicht umsetzen lasse, werde die Anwesenheit des Beschul-

digten automatisch zur Illegalität verdammt, womit kein Recht mehr auf Erwerbs-

tätigkeit bestehe. Um dem zu begegnen, appelliert die Verteidigung abschlies-

send an eine moralische Pflicht, im konkreten Fall einen konstruktiven Ansatz zu 

finden und mit Verweis auf die Härtefallklausel auf einen Landesverweis zu ver-

zichten (Urk. 63 S. 3 f., 14 ff.; Urk. 100 S. 19 ff.). 

1.4. Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen eines Härtefalls beim Beschuldigten 

knapp und erwog, für den Fall, dass von einem Härtefall ausgegangen werden 

würde, sei das öffentliche Interesse an eines Landesverweisung höher zu 

gewichten als das private Interesse des Beschuldigten. Im Einzelnen berück-

sichtigte die Vorinstanz, dass die in der Schweiz verbrachte Zeit seit seinem 

sechsten Lebensjahr für den Beschuldigten zweifelsohne prägend gewesen sei 

und sich eine Rückkehr nach Somalia für den Beschuldigten schwierig gestalten 

würde, zumal er die dortige Sprache gemäss seinen eigenen Aussagen kaum 

- 37 - 

spreche. Weiter stimmte die Vorinstanz der Verteidigung darin zu, dass es für den 

Beschuldigten als vorläufig aufgenommenen Ausländer erschwert gewesen sei, 

sich hier in der Gesellschaft eine Position zu erkämpfen. Die Vorinstanz wies in 

diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Beschuldigte eine Lehre als Koch 

angetreten habe, diese dann aber aus eigenen Stücken abgebrochen habe, weil 

ihm die Arbeit gemäss seinen Aussagen keinen Spass bereitet habe. Trotz 

erschwerten Umständen habe er somit eine Lehrstelle gefunden. Die Vorinstanz 

erachtete es als entscheidend, dass der Beschuldigte ein 20-jähriger, gesunder 

und lediger junger Mann sei, der in der Schweiz keine enge Familie wie eine feste 

Partnerin oder eigene Kinder habe. Zu seiner in der Schweiz lebenden Familie 

pflege er offenbar keinen sehr engen Kontakt, er habe lediglich vor seiner 

Verhaftung im September 2020 bei seinem Vater und seiner Stiefmutter gewohnt. 

Nicht relevant sei dabei, dass der Vater des Beschuldigten ihn im Gefängnis nie 

oder nur einmal besucht habe, weil dem Beschuldigten dies unangenehm gewe-

sen sei. Weitere Sozialkontakte des Beschuldigten beschränkten sich auf einige 

Kollegen. Der Beschuldigte habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und sei 

auf Sozialhilfe angewiesen. Er habe sich vor seiner erneuten Verhaftung im 

September 2020 auch nicht ernsthaft um Arbeit bemüht, obwohl er gewusst habe, 

dass ihm bei erneuter Delinquenz eine Landesverweisung drohen könnte. Es sei 

gestützt darauf von einer unterdurchschnittlichen Integration auszugehen. 

Hinsichtlich einer Rückkehr nach Somalia berücksichtigte die Vorinstanz, dass der 

Beschuldigte die ersten sechs Jahre seines Lebens (bis zu seiner Einreise in die 

Schweiz und höchstwahrscheinlich noch einige Zeit danach) mit seinem Vater 

Somali gesprochen habe. Es sei davon auszugehen, dass eine Eingliederung für 

den Beschuldigten angesichts seiner persönlichen Verhältnisse machbar sei. Der 

Beschuldigte mache denn auch keine konkreten Anhaltspunkte geltend, inwiefern 

seine Ausführungen, wonach er bei einer Rückkehr nach Somalia vielleicht 

erschossen werde (Prot. I S. 17), zutreffen sollten. Die Vorinstanz verwies ab-

schliessend darauf, dass in der Vergangenheit die Asylgesuche des Beschuldig-

ten abgewiesen wurden. Der Vollständigkeit halber erwähnte sie hinsichtlich der 

Abwägung der privaten und öffentlichen Interessen, dass der Beschuldigte infolge 

seiner Delinquenz eine erhöhte Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstelle und 

- 38 - 

eine hohe Rückfallgefahr bestehe. Im Übrigen habe der Beschuldigte seit der 

Schlusseinvernahme im April 2020 gewusst, dass ihm die Ausweisung drohe, und 

trotzdem habe er erneut delinquiert. Hinsichtlich der Dauer der Landesverweisung 

verwies die Vorinstanz auf das als "leicht bis nicht mehr leicht" qualifizierte 

Verschulden des Beschuldigten und darauf, dass zwei voneinander unabhängige 

Katalogtaten – Raub und qualifizierter Diebstahl – vorliegen. Vor diesem Hinter-

grund erscheine es laut der Vorinstanz angemessen, die Landesverweisung im 

mittleren Bereich der zur Verfügung stehenden Bandbreite anzusiedeln. Der 

Beschuldigte sei demnach für 8 Jahre des Landes zu verweisen (Urk. 82 S. 72 

ff.). 

2. Rechtliche Grundlagen der Landesverweisung 

2.1. Das Gericht kann ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, 

wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken 

würde und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den 

privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen 

(Art. 66a Abs. 2 StGB). Die Härtefallklausel ist restriktiv anzuwenden (vgl. BGE 

146 IV 105 E. 3.4.2; BGE 144 IV 332 E. 3.3.1; vgl. auch BGer 6B_1102/2020 vom 

20. Mai 2021 E. 3.1).  

2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann bei einer Härtefallprüfung 

nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der 

Schweiz angenommen werden. Spielt sich das gesellschaftliche Leben einer 

ausländischen Person primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, spricht 

dies eher gegen die Annahme einer hinreichenden Integration. Die Anwendung 

von starren Altersvorgaben sowie die automatische Annahme eines Härtefalls ab 

einer bestimmten Anwesenheitsdauer findet keine Stütze im Gesetz (BGE 146 IV 

105 E. 3.4.4 mit Hinweisen). Ein Härtefall lässt sich bei einem Eingriff von einer 

gewissen Tragweite in den Anspruch des Ausländers auf das in Art. 13 BV bzw. 

Art. 8 EMRK gewährleistete Privat- und Familienleben annehmen. Das durch 

Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens 

ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine 

nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz ge-

- 39 - 

festigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne 

weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen. 

Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die 

Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern, wobei sich auch 

junge Erwachsene, die noch keine eigene Familie gegründet haben, auf Art. 8 

EMRK berufen können. Familiäre Verhältnisse fallen in den Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Bezie-

hung besteht. Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in ei-

nem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiä-

re Bindungen, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für 

eine andere Person. Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 

EMRK gilt freilich nicht absolut. Eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde 

Massnahme im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK erweist sich 

als zulässig, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen Zweck im Sinne 

von Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht (Schutz der nationalen oder öffentlichen Si-

cherheit, Aufrechterhaltung der Ordnung, Verhütung von Straftaten etc.) und 

verhältnismässig ist (vgl. zum Ganzen: OGer ZH, I. StrK., SB190148 vom 

18. Juni 2020, E. 4.9., 4.12. und 4.13.; BGer 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 

E. 6.3.3.; BGer 6B_186/2020 vom 6. Mai 2020 E. 2.3.2; BGer 6B_177/2020 vom 

2. Juli 2020 E. 2.4.3; BGer 6B_970/2021 vom 16. Dezember 2021, E. 1.5.1.; BGE 

144 II 1 E. 6.1, S. 12 und BGE 142 II 35 E. 6.1, S. 46, je mit weiteren Hinweisen). 

3. Härtefallbeurteilung   

3.1. Aus den Befragungen des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft, vor ers-

ter und zweiter Instanz und den Akten ergibt sich zusammengefasst Folgendes zu 

den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten: 

3.2. Der Beschuldigte hat Somalia nach eigenen Angaben bereits lange vor seiner 

Ankunft in der Schweiz verlassen. Nach seiner Erinnerung floh er mit seinem Va-

ter AI._____, geboren am tt. Januar 1977, zwei Onkeln und drei Cousins zuerst 

nach Äthiopien, dann in den Sudan und durch Libyen nach Italien, wo sich die 

Wege mit seinen Verwandten trennten. Der Beschuldigte und sein Vater kamen 

im Jahr 2007 in die Schweiz und beantragten Asyl. Die Asylgesuche des Be-

- 40 - 

schuldigten und seines Vaters wies das Bundesamt für Migration (heute: 

Staatssekretariat für Migration SEM) am 24. Februar 2009 ab. Der Beschuldigte 

und sein Vater wurden aus der Schweiz weggewiesen, wobei die Wegweisung 

wegen Unzumutbarkeit nicht vollzogen wurde. Der Vollzug wurde daher zu 

Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben (beigezogene Akten 

STR/2016/20000147, Urk. 15; psychologisches Gutachten über den Beschuldig-

ten vom 14. September 2016). Der Beschuldigte hat dementsprechend – wie sein 

hier lebender Vater und die übrigen Familienmitglieder – den ausländerrechtlichen 

Aufenthaltstitel eines vorläufig Aufgenommenen (F VO).  

3.3. Der Beschuldigte war bei der Einreise in die Schweiz 6-jährig. Im ersten Jahr 

besuchte er die Schule in der somalischen Moschee, danach stieg er in der ersten 

Regelklasse der öffentlichen Schule ein. Er besuchte die Schule bis zur 7. Klasse. 

Mit neun Jahren wurde er aus unbekannten Gründen in einem Kinderheim 

untergebracht. Von März 2010 bis Dezember 2015 wohnte er im Wohn- und 

Tageszentrum AJ._____. Da er die Regeln nicht einhielt und er im Wohnzentrum 

nicht mehr tragbar war, folgten im Herbst 2015 Time-Out-Platzierungen in 

AK._____ und AL._____, die mangels Kooperation und wegen Regelverstössen 

seitens des Beschuldigten abgebrochen werden mussten. Eine Lehre als Koch 

beendete der Beschuldigte nicht, da sie ihm keinen Spass bereitet hatte. Eine 

neue Lehrstelle suchte er nicht. Der Beschuldigte ist daher ohne abgeschlossene 

Berufsausbildung und hat weder vor seiner Inhaftierung im März 2019 noch nach 

seiner Haftentlassung im Februar 2020 gearbeitet. Er wird von der Sozialhilfe un-

terstützt. Im Zeitpunkt der Schlusseinvernahme vom 28. April 2020 (HD/3/12) 

wohnte der Beschuldigte im Hotel AM._____ in Zürich, da die 2-Zimmer-Wohnung 

seiner Familie in Zürich-AN._____ – seines Vaters, seiner Stiefmutter und der 

beiden 12 bzw. 15 Jahre jüngeren Halbgeschwister, die ebenfalls von der Sozial-

hilfe unterstützt werden, zu klein war. Vor der erneuten Verhaftung im Herbst 

2020 wohnte der Beschuldigte dann dennoch wieder bei seiner Familie, da er 

sonst keinen Schlafplatz gehabt hätte (Urk. 43/7 S. 1; Urk. 61 S. 2 f.; Urk. 99 

S. 2 ff.). Anfangs 2020 brach sich der Beschuldigte bei einem Sturz den Kiefer 

und musste deshalb operiert werden (HD/3/12 S. 24 f.), an der erstinstanzlichen 

- 41 - 

Hauptverhandlung vom 9. Juni 2021 hatte der Beschuldigte keine Beschwerden 

mehr (Urk. 61 S. 6). 

3.4. Der Beschuldigte bezeichnete die Beziehung zu seiner Familie in der 

Schlusseinvernahme als gut. Zudem habe der Beschuldigte nach eigenen Anga-

ben in der Schweiz einen stabilen Freundeskreis bestehend aus albanischen, 

arabischen und schwarzen Kollegen (HD/3/12 S. 24 f.). In der vorhergehenden 

Einvernahme vom 24. Januar 2020, als der Beschuldigte sich noch in Haft be-

fand, gab der Beschuldigte an, dass er zu seiner Familie in der Schweiz nicht das 

beste Verhältnis habe. Mit seiner Stiefmutter könne er gar nicht reden, da sie 

nicht die gleiche Sprache spreche. Seine kleinen Geschwister liebe er und bringe 

ihnen Deutsch bei. Zu seinen Somali-Sprachkenntnissen brachte der Beschuldig-

te etwas unklar vor, dass er nur ein bisschen Somali spreche – neben deutsch 

spreche er mit seinem Vater Somali –, er beherrsche die Sprache aber nur zu 2% 

bzw. gar nicht (Prot. I S. 14, 17; Urk. 61 S. 5). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung gab er an, nur etwa 1% zu verstehen. Er könne nur "Hoi" und "Ciao" sagen 

(Urk. 99 S. 6). Auf seinen Vater habe er früher nie gehört. Sein Vater rede ständig 

auf ihn ein, damit er sich ändere. Jetzt wäre sein Vater aber schon eine Hilfe 

(HD/3/11 S. 5 f.; Urk. 61 S. 3 f.). In den Vorakten der Jugendanwaltschaft Zürich 

werden Konflikte zwischen dem Beschuldigten und seinem Vater thematisiert. Der 

Vater habe dem Beschuldigten, als er 14 Jahre alt war, gar damit gedroht, ihn 

umzubringen, wenn er nicht Profifussballer oder studieren werde. Der Beschuldig-

te habe seinen Vater danach nicht mehr regelmässig besucht (vgl. beigezogene 

Akten STR/2016/ 20000147; Urk. 13). Im Rahmen der psychologischen Begut-

achtung nahm der Beschuldigte seinen Vater in Schutz und bestritt die Drohun-

gen, bestätigte jedoch den Konflikt über seine Ausbildung und brachte vor, dass 

sein Vater kulturell bedingt streng zu ihm gewesen sei. Seine Mutter sei in Soma-

lia verstorben, der Beschuldigte könne sich kaum an sie erinnern. Der Beschuldig-

te habe noch drei weitere Geschwister, die ebenfalls aus Somalia geflohen seien 

und heute in Holland lebten, zu diesen habe aber nie mehr ein Kontakt bestanden 

(psychologisches Gutachten über den Beschuldigten vom 14. September 2016, S. 

36 f.). Familiäre Beziehungen oder andere Kontakte zu seinem Heimatland hat 

der Beschuldigte demnach nicht. 

- 42 - 

3.5. Ob eine Landesverweisung nach Somalia überhaupt vollzogen werden kann, 

ist ungewiss. Bei der geforderten Gesamtbetrachtung der massgeblichen Aspek-

te, welche einen persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB zu 

begründen vermögen, sind die Schwierigkeiten, die der Beschuldigte im Falle 

seiner Rückführung in sein Zielland zu gewärtigen hätte, mit zu berücksichtigen. 

In diesem Zusammenhang ist insbesondere das sogenannte Non-Refoulement-

Gebot zu beachten, welches die Auslieferung, Ausweisung oder Rückschiebung 

einer Person in ein anderes Land verbietet, falls ernsthafte Gründe für die An-

nahme vorliegen, dass für die betreffende Person im Zielland ein ernsthaftes Risi-

ko von Folter bzw. unmenschlicher Behandlung oder einer anderen sehr schwe-

ren Menschenrechtsverletzung besteht (vgl. Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 EMRK; 

Art. 3 Flüchtlingskonvention; Art. 3 Anti-Folterkonvention; Art. 7 UNO-Pakt II). Ist 

als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte im Falle der Rückführung in sein 

Zielland mit hoher Wahrscheinlichkeit Folter oder unmenschlicher Behandlung 

ausgesetzt wäre, so müsste man unter Umständen auch bei sonst schwachem 

Bezug zur Schweiz von einem persönlichen Härtefall ausgehen. Dieser führt aber 

nicht ohne Weiteres zum Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung, 

sondern nur, aber immerhin, zur Abwägung dieser privaten Interessen mit den 

öffentlichen. Auch eine allgemein problematische Situation im Zielland ist unter 

gewissen besonderen Umständen im Rahmen der Gesamtwürdigung der 

persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen, wird aber für sich allein in der Re-

gel nicht zur Annahme eines Härtefalles führen können. Solche nicht direkt mit 

der Person des Beschuldigten zusammenhängenden Probleme sind hauptsäch-

lich im Rahmen des Vollzugs zu berücksichtigen. Das Gericht wird – jedenfalls bei 

instabilen, sich stets verändernden Verhältnissen im Zielland – nicht von einer 

Landesverweisung absehen, sondern die Vollzugsbehörde hat in Anwendung von 

Art. 66d StGB die Möglichkeit und die Pflicht, die Landesverweisung gegebenen-

falls einstweilen auszusetzen (vgl. BGer 6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018, 

E. 8.3.3.).  

3.6. Die politischen Verhältnisse in Somalia haben sich seit dem Ende des 

Bürgerkriegs nicht wesentlich stabilisiert. Seit 2012 gibt es in Mogadischu zwar 

wieder eine international anerkannte, föderale Regierung. Sie kann jedoch die 

- 43 - 

Staatsgewalten nur in wenigen Gebieten ausüben. In verschiedenen Landesteilen 

finden militärische Operationen der Mission der Afrikanischen Union in Somalia 

und der somalischen nationalen Armee gegen terroristische Milizen statt. Ausser-

dem gibt es immer noch sporadisch Kampfhandlungen zwischen verschiedenen 

Clans und Gruppierungen. Es besteht landesweit die Gefahr von Terroranschlä-

gen, Minen und Blindgängern sowie ein hohes Entführungsrisiko, wobei auch Ein-

heimische Entführungsopfer werden (vgl. https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/ 

vertretungen-und-reisehinweise/somalia/reisehinweise-fuersomalia.html, publiziert 

am 10. September 2021, zuletzt besucht am 4. April 2022). Dafür, dass der 

Beschuldigte, wie er vorbrachte, in Somalia erschossen werden könnte (vgl. 

Prot. I S. 17), bestehen allerdings keine konkreten Anhaltspunkte, der Beschuldig-

te begründete seine Befürchtung auch nicht. Gewiss dürfte, – wie von der Ver-

teidigung zu Recht geltend gemacht (Urk. 63 S. 14 f. und Urk. 100 S. 21 f. und 

Urk. 101/1) – das Leben im Herkunftsland des Beschuldigten vor dem genannten 

politischen Hintergrund weitaus härter und gefährlicher sein als in der Schweiz. 

Die Zustände in Somalia können sich aber verändern. Mit Bezug auf Somalia gibt 

es jüngste Bundesgerichtsentscheide, gemäss denen auch das Non-

Refoulement-Gebot die Landesverweisung nicht zu verhindern vermochte (vgl. 

BGer 6B_1369/2019 vom 22. Januar 2020, E. 2.3; BGer 6B_1111/2019 vom 

25. November 2019, E. 4.3.). 

3.7. Im heutigen Zeitpunkt ist nicht ersichtlich, dass dem Beschuldigten in Somalia 

Folter, unmenschliche Behandlung oder Tod drohen würde und eine 

Landesverweisung (nach Verbüssung der auszufällenden Strafe) deshalb bei 

objektiver Betrachtung zu einem nicht hinnehmbaren, unzumutbaren Eingriff in die 

Daseinsbedingungen des Beschuldigten führen würde. In diesem Zusammenhang 

ist darauf hinzuwiesen, dass der Staat nicht dafür beweisführungspflichtig ist, 

dass der Beschuldigte im Heimatland nicht einer Gefahr für Leib und Leben aus-

gesetzt ist. Solche entlastenden Umstände sind vielmehr erst dann abzuklären, 

wenn diesbezüglich konkrete Zweifel bestehen oder wenn die beschuldigte Per-

son solche Umstände glaubhaft und substantiiert behauptet (vgl. BSK StPO I-

Tophinke, Art. 10 N 21; BGer 6B_880/2017 vom 4. Juli 2018 E. 3.5.4; OGer ZH, 

I. StrK., SB200002 vom 4. Juni 2020, E. IV.2.2. und 2.3.). Weder das eine noch 

- 44 - 

das andere ist hier der Fall. Das Rückweisungsverbot nach Art. 25 Abs. 3 BV 

steht einer Landesverweisung aus heutiger Sicht nicht entgegen. Zum jetzigen 

Zeitpunkt kann nicht gesagt werden, der Vollzug der Landesverweisung sei defini-

tiv undurchführbar. Der Ansicht der Verteidigung, das öffentliche Interesse habe 

sich an einer "nicht vollziehbaren" Ausweisung zu orientieren, kann daher nicht 

gefolgt werden.  

3.8. Der Beschuldigte ist in der Schweiz kaum bzw. schlecht integriert und war 

stets von der Unterstützung Dritter abhängig. Eine gewisse persönliche Härte 

ergibt sich bei einer Landesverweisung für den Beschuldigten aber einerseits dar-

aus, dass er sich bereits seit seinem 7. Lebensjahr in der Schweiz befindet und 

damit einen Grossteil der prägenden Kindheitsjahre, seine gesamte Jugend und 

die gesamte obligatorische Schulzeit hier verbracht hat. Der Beschuldigte ist 

demnach hier aufgewachsen und hat die prägenden Jahre in der Schweiz ver-

bracht. Er spricht schweizerdeutsch und hat hier seine einzigen (familiären) Be-

zugspersonen. Andererseits hat er in seinem Heimatland Somalia, das er offenbar 

bereits als Kleinkind verlassen musste, keinerlei soziale Kontakte. Er würde somit 

in ein Land ausgewiesen, dass er kaum kennt und sich – unabhängig von den 

dortigen politischen Verhältnissen – nur schwer zu Recht finden würde. Eine 

Reintegration des Beschuldigten in Somalia wäre zweifellos mit bedeutenden 

Schwierigkeiten verbunden, zumal er zusätzlich mit gewissen Verständigungs-

schwierigkeiten konfrontiert wäre. Die lange, das Leben des Beschuldigten prä-

gende Anwesenheitsdauer in der Schweiz, seine hier zumindest erfolgte sprachli-

chen Integration und die nicht mehr vorhandenen sozialen Bezüge zu seinem 

Heimatland Somalia sprechen für das Vorliegen eines persönlichen Härtefalls. Al-

lerdings durfte der Beschuldigte zu keiner Zeit von einem gefestigten Anwesen-

heitsrecht ausgehen. Zwar befinden sich sein Vater, seine Stiefmutter und seine 

viel jüngeren Halbgeschwister – seine Kernfamilie – in der Schweiz. Angesichts 

des ebenfalls ungesicherten Aufenthaltsstatus des Vaters und der übrigen Famili-

enmitglieder ist aber unsicher, ob das so bleiben kann. Hinsichtlich des Schutzbe-

reiches von Art. 8 EMRK ist zu beachten, dass die vorläufige Aufnahme nach 

Art. 83 ff. AIG eine Ersatzmassnahme für den nicht durchführbaren Vollzug der 

Wegweisung darstellt. Es handelt sich dabei nicht um eine Anwesenheitsbewilli-

- 45 - 

gung, sondern um eine Duldungsmassnahme (vgl. Caro-

ni/Scheiber/Preisig/Zoeteweij, Migrationsrecht, 4. A. 2018, S. 493). Im Lichte der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach ein gefestigtes Anwesenheitsrecht 

Anspruchsvoraussetzung für die Eröffnung des Schutzbereiches von Art. 8 EMRK 

ist, ist angesichts des Aufenthaltsstatus des Beschuldigten sowie seines Vaters 

als vorläufig Aufgenommene die Berufung auf Art. 8 EMRK an sich ausgeschlos-

sen. Vor diesem Hintergrund ist unter dem Blickwinkel von Art. 8 EMRK das Vor-

liegen eines Härtefalls zu verneinen. Wäre der Anwendungsbereich von Art. 8 

EMRK mit Blick auf die Rechtsprechung des EGMR (vgl. Urteil des EGMR Aponte 

gg. Niederlande, Bsw 28770/05) gleichwohl eröffnet, wäre mit Blick auf die Inte-

ressenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte mittlerweile 21 Jahre alt, mithin seit längerem volljährig ist und dass er, ab-

gesehen von einer kurzen Zeit im laufenden Verfahren, zuvor schon lange nicht 

bei seinem Vater wohnte. Es ist ihm von daher grundsätzlich zumutbar, sich 

räumlich entfernt von seiner Fami