# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 710aaa47-a929-5057-9163-573d35e68d48
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 02.03.2010 BRKE II Nrn. 0039-0042/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nrn--0039-00_2010-03-02.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 0039/2010 - 0042/2010 vom 2. März 2010 in BEZ 2010 Nr. 19

3. Die Gemeinden Hirzel und Schönenberg haben die Zusammenlegung ihrer
Schiessbetriebe beschlossen. Zu diesem Zweck soll der Schiessstand in Schönen-
berg aufgehoben werden und dessen Betrieb in die Anlage Hirzel verlegt werden. 
Dies soll zu einer Intensivierung der Nutzung von bislang acht auf neu maximal 22 
Schiesshalbtage (SHT) führen. Es wurde eine Erleichterung bei der Pegelkorrektur 
von -22,3 dB auf -17,8 dB gewährt. Die Bewilligung wurde von der Baudirektion Kan-
ton Zürich auf zehn Jahre befristet, wobei nach acht Jahren eine Neubeurteilung 
erfolgen soll.

4.1 Der Schiessbetrieb Hirzel mit Schützenhaus, einer 50 m-Anlage sowie einer 
300 m-Anlage, liegt im Geltungsbereich einer Naturschutzzone. Das Chrutzelen-
moss ist sowohl als nationales Hoch- und Übergangsmoor als auch als nationales 
Flachmoor verzeichnet. Zudem gehört es der Moorlandschaft Hirzel an, für welche 
die Verordnung über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit 
und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsverordnung [MLV]) anzuwenden ist. 
Die konkreten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen werden in der Verordnung über 
den Schutz der Moorlandschaft Hirzel (SV) der Baudirektion und der Volkswirt-
schaftsdirektion des Kantons Zürich vom 16. Dezember 2003 geregelt. 

4.2 Die Rekurrentschaft macht geltend, die Nutzungserweiterung auf der 300 m-
Anlage von bisher maximal acht auf neu 22 Schiesshalbtage (SHT) bedeute annä-
hernd eine Verdreifachung des Betriebes. Diese Intensivierung sei nicht von unter-
geordneter Bedeutung und bedürfe, was den Schiessbetrieb im Schützenhaus und 
die Parkierung betreffe, einer raumplanungsrechtlichen Beurteilung.

Die Nutzungserweiterung widerspreche der Moorlandschaftsverordnung (MLV), 
welche in Art. 5 Abs. 2 lit. d eine nationale Bedeutung der Anlage, eine unmittelbare 
Standortgebundenheit und eine Vereinbarkeit mit dem Schutzziel verlange. Eben-
sowenig sei sie mit dem Schutzziel der kantonalen Verordnung über den Schutz der 
Moorlandschaft Hirzel (SV) vereinbar. Der Scheibenstand der 300 m-Anlage befinde 
sich in der durch diese Verordnung definierten Schutzzone I, die zudem auch über-
schossen werde. Beides beeinträchtige den dortigen Lebensraum und störe wild 
lebende Tiere neben der direkten Gefährdung durch häufigeren Lärm und mehr Un-
ruhe durch Personenbewegungen, was gemäss Ziff. 4.1 SV verboten sei. Die Aus-
nahmebewilligung enthalte nicht einmal eine Begründung dazu. 

Ebensowenig werde ausgeführt, weshalb die an sich wünschenswerte Aufhe-
bung der Schiessanlage Schönenberg zwingend zu einer Intensivierung der Anlage 

- 2 -

Hirzel führen müsse, während Alternativen ausserhalb des Moorlandschaftsperime-
ters ungeprüft blieben. (…)

4.4 Während das Amt für Landschaft und Natur (ANL) auf weitere Ausführun-
gen zur Frage des Naturschutzes im Rahmen der Vernehmlassung ausdrücklich ver-
zichtet, macht die Gemeinde Hirzel geltend, mit der Zusammenlegung der beiden 
Schiessbetriebe sei eine neue Ausgangslage geschaffen worden, die zu beurteilen 
gewesen sei, was die Baudirektion Kanton Zürich auch korrekt gemacht habe. Sie 
weist darauf hin, dass das Schiessen in allen durch die Schutzverordnung eingeführ-
ten Schutzzonen nicht verboten sei. Der Schiessbetrieb verstosse somit nicht gegen 
das Schutzziel. Die Anlage solle nicht ausgebaut werden. Ebensowenig sei die in-
tensivere Nutzung einer baulichen Erweiterung gleichzusetzen. Im Übrigen werde 
die Intensivierung nur in beschränktem Masse erfolgen, zumal die Schiesspflicht der 
Militärpflichtigen in den letzten Jahren reduziert worden sei und auch der Schützen-
verein Hirzel merklich an Aktivmitgliedern verloren habe (20 Schützen gegenüber 
115 Schützen im Jahre 2001; dazu kämen neu 56 Aktivschützen aus Schönenberg). 
Schliesslich sei bereits die Tatsache der Zusammenlegung im öffentlichen Interesse 
und rechtfertige die Ausnahmebewilligung. Diese führe insgesamt zu einer Redukti-
on von total 36 auf neu 22 Schiesshalbtage und diene so auch dem Naturschutz. 

4.5.1 Das betroffene Naturschutzgebiet umfasst eine zusammenhängende Flä-
che von rund 5 km2 auf dem Gebiet der Gemeinden Hirzel und Schönenberg. Das 
Gebiet wird durch zwei bestehende Schiessanlagen belastet, wovon der eine Stand-
ort aufgegeben und der andere entsprechend intensiver genutzt werden soll. An der 
verbleibenden Anlage in Hirzel sollen keine baulichen Veränderungen vorgenom-
men werden. Der bereits bestehende Schiessstand soll jedoch annähernd dreimal 
so oft benutzt werden wie bis anhin. Von einer nur «beschränkten Intensivierung» zu 
sprechen, ist daher geradezu abwegig. 

In Bezug auf die einschlägigen Bestimmungen, welche das Moor in Hirzel 
schützen, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Moore und Moorlandschaften von 
besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung bereits durch Art. 78 
Abs. 5 der Bundesverfassung (BV) geschützt werden.

Während jedoch gemäss Art. 78 Abs. 5 BV in Mooren und Moorlandschaften 
von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung weder Anlagen 
gebaut noch Bodenveränderungen vorgenommen werden dürfen (Schutzzielverträg-
lichkeit), lässt Art. 23d Abs. 1 des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) die Ges-
taltung und die Nutzung der Moorlandschaften zu, soweit sie der Erhaltung der für 
die Moorlandschaften typischen Eigenheiten nicht widersprechen (Schutzzieldien-
lichkeit). Die Verfassungsmässigkeit dieser Bestimmung wird deshalb von Lehre und 
Rechtsprechung als nicht gegeben erachtet. Entsprechend stellt sich die Frage, ob 
die kantonalen Verordnungen den Schutz der Moore noch weitergehend einschrän-
ken dürfen. Jedenfalls aber sind auch diese Bestimmungen restriktiv zu handhaben. 
Es ist eine Auslegung zu wählen, die sich vom Wortlaut und Sinn des Verfassungs-
artikels möglichst wenig entfernt (vgl. zum Ganzen BGE 123 II 248). 

Art. 5 Abs. 2 lit. d MLV lässt den Ausbau von Bauten und Anlagen zu, wenn sie 
entweder der Gestaltung und Nutzung der Moorlandschaft, der Biotoppflege oder 
der Aufrechterhaltung der typischen Besiedlung dienen oder wenn sie von nationaler 
Bedeutung, unmittelbarer Standortgebundenheit und mit dem Schutzziel vereinbar 
sind. Schutzziel ist gemäss Schutzverordnung die umfassende und ungeschmälerte 

- 3 -

Erhaltung der Moorlandschaft Hirzel mit ihren Flach- und Hochmooren und ihrer ein-
zigartigen Kulturlandschaft. Zum Schutze des Landschaftsbildes soll sie von neuen 
Bauten und Anlagen freigehalten werden (Ziff. 3 SV). Nutzung, Unterhalt und Ände-
rungen an bestehenden Bauten und Anlagen sind im Rahmen des Raumplanungs-
gesetzes möglich, soweit dies mit den Schutzzielen vereinbar ist (Ziff. 8 Abs. 1 SV). 
Wenn besondere Verhältnisse, insbesondere ein überwiegendes öffentliches oder 
wissenschaftliches Interesse, es erfordern, kann die zuständige Direktion unter si-
chernden Bedingungen Ausnahmen von diesen Vorschriften gestatten (Ziff. 11 SV).

4.5.2 Die betriebliche Erweiterung bzw. die bedeutende betriebliche Intensivie-
rung einer bestehenden, im Naturschutzgebiet gelegenen Schiessanlage ist mit den 
Zielen des Moorschutzes, nämlich der umfassenden und ungeschmälerten Erhaltung 
der Moorlandschaft insbesondere auch als Lebensraum seltener, geschützter und 
bedrohter Tier- und Pflanzenarten, nicht vereinbar. Problematisch sind neben dem 
Schiesslärm auch die Anlässe an sich mit Verkehrsaufkommen und die Auswirkun-
gen der Nutzung des Schützenhauses. Diese Beeinträchtigungen der geschützten 
Umgebung sind zwar an acht Schiesshalbtagen bereits gegeben, doch kann daraus 
nicht geschlossen werden, dass eine beliebige Erhöhung der Anzahl Anlässe ver-
träglich wäre. Vielmehr ist grundsätzlich festzuhalten, dass diese zusätzlichen 
Schiesshalbtage einer ordentlichen Bewilligung im geschützten Moorgebiet nicht 
zugänglich sind.

Es ist deshalb eine Ausnahmebewilligung nach Ziff. 11 SV zu überprüfen. Die 
massive Ausweitung des Betriebes dieser Anlage auf 22 Schiesshalbtage müsste 
nicht nur im öffentlichen oder wissenschaftlichen Interesse, sondern gemäss Art. 5 
Abs. 2 lit. d MLV sogar im nationalen Interesse sein, wobei auf die verlangte restrik-
tive Auslegung zu achten ist. Zwar kann gesagt werden, dass die Aufhebung des 
Schiessstandes in Schönenberg dem Naturschutz dient und dass auch die Gewäh-
rung von Möglichkeiten zum Training mit den Schusswaffen dem öffentlichen Auftrag 
und Interesse entspricht. Insofern kann von einem öffentlichen Interesse an der Ver-
legung der Schiessanlässe von Schönenberg auf eine andere Anlage ausgegangen 
werden. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieses öffentliche Interesse auch die zu-
sätzliche Belastung eines Naturschutzgebietes und damit die Mehrbelegung ausge-
rechnet einer in einem solchen Gebiet gelegenen Anlage beinhaltet und ob dieses 
das Interesse am Erhalt des Naturschutzgebietes überwiegt. Dabei kann nicht 
bestritten werden, dass der Schiesslärm und schon der Betrieb an sich mit dem Auf-
kommen grösserer Menschengruppen eine Belastung der zu schützenden Natur 
darstellt und mit dem Schutzzweck der Verordnung über den Schutz der Moorland-
schaft Hirzel (SV) nicht vereinbar ist. Dieser Störfaktor wird mit der Erhöhung eines 
jeden Schiesshalbtages vergrössert, auch wenn der Betrieb an sich jeweils im glei-
chen Rahmen ablaufen sollte wie an den acht bisherigen. Bei genauerer Betrach-
tung muss diese Interessenabwägung zugunsten der geschützten Moorlandschaft 
ausfallen. Das in Art. 5 Abs. 2 lit. d MSV verlangte nationale Interesse erfordert nicht 
die Intensivierung eines Schiessstandortes ausgerechnet in einer Moorlandschaft. 
Eine Erhöhung der Belastung dieses Standorts um fast das Dreifache lässt sich in 
diesem Umfang daher auch nicht durch die Aufgabe eines anderen Schiessstandes 
rechtfertigen. Zwar ist die Zusammenlegung angesichts der in den Akten aufgezeig-
ten rückläufigen Schützenzahlen erstrebenswert und sinnvoll, doch ist dabei auf be-
stehende Schutzziele zu achten und die Verlegung kann demzufolge nur auf weni-
ger empfindliche Anlagen erfolgen. Bei der Abnahme der Anzahl Schiesspflichtiger 
und Sportschützen dürfte sich auch die Situation bei den umliegenden Schiessstän-

- 4 -

den entschärfen. Zudem ist der Vorinstanz darin nicht zuzustimmen, dass eine An-
fahrt von rund 30 Minuten für einen nicht täglich ausgeübten Sport oder gar für eine 
seltene Pflicht als unzumutbar bezeichnet werden könne. Schliesslich finden sich 
auch andere Sportanlagen nicht in jeder Gemeinde und erfordern eine gewisse An-
reise, und in städtischen Verhältnissen ist eine Wegzeit von 30 Minuten ohnehin 
alles andere als aussergewöhnlich. 

Die erteilte Ausnahmebewilligung kann somit nicht geschützt werden, da sie ein 
Ausmass an betrieblicher Erweiterung zulassen soll, welches mit dem Interesse des 
Moorschutzes auch ausnahmsweise nicht mehr vereinbar ist.