# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37b04557-9b7d-5402-8291-87bfcb8cca32
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 07.06.2016 SK2 2015 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2015-43_2016-06-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 07. Juni 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 15 43 22. Juni 2016

(Mit Urteil 6B_908/2016 vom 02. Februar 2017 trat das Bundesgericht auf die ge-
gen diesen Beschluss erhobene Beschwerde nicht ein.)

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Richer Hubert und Brunner
Aktuar ad hoc Crameri

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Ten-
chio, Obere Plessurstrasse 36, 7000 Chur, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 01. Dezember 
2015, mitgeteilt am 3. Dezember 2015, in Sachen des Y._____, Beschwerdegeg-
ner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Flurin von Planta, Masanserstrasse 40, 
Villa Zambail, 7000 Chur, 

betreffend Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
gemäss Art. 179quater StGB,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 24. März 2014 reichte X._____ bei der Staatsanwaltschaft Grau-bünden 
gegen Y._____ Strafantrag ein mit dem Begehren, es sei gegen die vorgenannte 
Person wegen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB eine Strafuntersuchung zu eröffnen (vgl. StA 
act. 1).

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 15. April 2014 nach Prü-
fung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung ge-
gen Y._____ wegen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnah-
megeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB (vgl. StA act. 11). Die Untersuchung 
ergab, dass an der Liegenschaft in O.1_____ – im Eigentum von Y._____ – zwei 
Videokameras auf dem Balkon (Blumenampel und Geländer), eine Videokamera 
rechts neben dem Hauseingang, ein Aufnahmegerät auf dem Armaturenbrett im 
Personenwagen (GR 27877), eine Videokamera bei der Garageneinfahrt, eine 
Videokamera (Nachtkamera) über der Haustüre, eine Videokamera auf dem 
Waschküchenfenster sowie eine Videokamera auf dem Bürofenster angebracht 
waren (vgl. StA act. 3.und 16). Anlässlich der Einvernahme machte Y._____ gel-
tend, er habe die Videokameras auf seine Parzelle und nicht auf die Nachbarspar-
zelle von X._____ ausgerichtet. Die Videokameras würden dazu dienen, sein Ei-
gentum vor Sachbeschädigungen zu schützen (vgl. StA act. 16). 

C. Mit Verfügung vom 01. Dezember 2015, mitgeteilt am 03. Dezember 2015, 
stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren betreffend Verlet-
zung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss 
Art. 179quater Abs. 1 StGB gegen Y._____ ein. In der Begründung wurde ausge-
führt, dass bis auf die Videokamera über der Haustüre, alle übrigen Geräte de-
montiert worden seien und daher keine gesicherten Erkenntnisse mehr hinsichtlich 
der Bildübermittlung bzw. -aufnahme beigesteuert werden könnten. Ferner könne 
Y._____ in subjektiver Hinsicht nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, die 
fraglichen Videokameras montiert zu haben, um den Privatbereich von X._____ 
und dessen Familie zu verletzen (vgl. StA act. 28).

D. Gegen diese Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
liess X._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 14. Dezember 2015 (Post-
stempel) Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden mit folgendem 
Rechtsbegehren erheben:

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"1. Die angefochtene Einstellungsverfügung sei aufzuheben und die Sa-
che zu allfälliger Ergänzung der Untersuchung mit der Weisung an die 
Vorinstanz zurück zu weisen, einen Strafbefehl gegen Y._____, 
O.1_____, wegen Verletzung von Art. 179quater Abs. 1 StGB zu erlas-
sen oder aber diesbezüglich Strafanklage gegen den Genannten an 
das zuständige Bezirksgericht zu erheben.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich MwSt.) 
zulasten des Kantons Graubünden."

Im Wesentlichen wird geltend gemacht, die Staatsanwaltschaft habe zu Unrecht 
das Verfahren gegen Y._____ eingestellt. Der Beschwerdeführer rügt zum einen, 
die Staatsanwaltschaft habe aktenwidrig festgestellt, dass keine gesicherten Er-
kenntnisse mehr bezüglich Bildübermittlung bzw. -aufnahme hätten beigesteuert 
werden können, obwohl angesichts des verwendeten Modells der Videokamera 
eine genügend scharfe Bildübermittlung von Personen zweifelsfrei möglich gewe-
sen sei. Ebenfalls lasse die Ausrichtung der Videokameras keine Zweifel aufkom-
men, dass das Grundstück und die unmittelbare Umgebung des Wohnhauses von 
X._____ aufgenommen worden seien. Zum anderen rügt der Beschwerdeführer, 
aufgrund der aktenkundigen Umstände und der allgemeinen Lebenserfahrung sei 
vorliegend erwiesen, dass Y._____ die Mit-Aufnahme der Grundstücke von 
X._____, zumindest eventualvorsätzlich billigend in Kauf genommen habe. Damit 
sei auch zumindest der Eventualvorsatz bezüglich des Erfüllens der objektiven 
Tatbestandsmerkmale von Art. 179quater Abs. 1 StGB erwiesen. Damit habe die 
Staatsanwaltschaft den Grundsatz "in dubio pro duriore" verletzt.

E. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2015 des Vorsitzenden der II. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden wurden die Staatsanwaltschaft 
Graubünden sowie Y._____ (nachfolgend Beschwerdegegner) aufgefordert, ihre 
Stellungnahmen bis zum 28. Dezember 2015 einzureichen.

F. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Stellungnahme vom 
22. Dezember 2015 unter Hinweis auf die angefochtene Einstellungsverfügung 
und die Akten die Abweisung der Beschwerde.

G. Mit Schreiben vom 23. Dezember 2015 beantragte der Beschwerdegegner 
eine Fristerstreckung, welche mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden vom 05. Januar 2016 bewilligt wurde.

H. Mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2016 stellte der Beschwerdegegner 
ebenfalls den Antrag auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

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I. Auf die weitergehenden Ausführungen in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1 Gemäss Art. 322 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 393 Abs. 1 lit. a der Schwei-
zerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312) kann gegen eine Einstellungsver-
fügung der Staatsanwaltschaft Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdefrist 
gegen eine staatsanwaltschaftliche Einstellungsverfügung beträgt zehn Tage (vgl. 
Art. 322 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde schriftlich 
und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die Zuständigkeit der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden als Beschwerdeinstanz er-
gibt sich im vorliegenden Fall, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 395 StPO 
vorliegt, gestützt auf Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) und Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichts-
verordnung (KGV; BR 173.110). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau 
anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht 
(Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen 
(Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. 
c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsver-
letzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige 
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann 
die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden. Zur Beschwerde legiti-
miert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO nicht nur die Parteien, 
sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 StPO, soweit sie 
ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Ent-
scheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind 
(vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Einstellungsverfügung 
grundsätzlich nur dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt 
konstituiert haben (Art. 118 Abs. 1 StPO). Unter Berücksichtigung des Anspruchs 
auf rechtliches Gehörs gilt diese Einschränkung dann nicht, wenn die geschädigte 
Person noch keine Gelegenheit hatte, sich zur Frage der Konstituierung zu äus-
sern, so etwa wenn eine Einstellung ergeht, ohne dass die Strafverfolgungsbehör-
de die geschädigte Person zuvor auf ihr Konstituierungsrecht aufmerksam ge-
macht hat (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. Au-

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gust 2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 
2014, N 6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO).

1.2 Der Beschwerdeführer hat Strafantrag wegen Verletzung des Geheim- und 
Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB gestellt (vgl. StA 
act. 1) und sich als Privatkläger sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt konstituiert 
(vgl. StA act. 15). Überdies hat er ein rechtlich geschütztes Interesse am Fortgang 
des Strafverfahrens, da er durch die zur Anzeige gebrachten Delikte als potentiell 
geschädigte Person unmittelbar betroffen ist. Der Beschwerdeführer ist damit zur 
Beschwerdeerhebung legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO die 
vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn der ursprünglich vor-
handene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass sich 
eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn unter einer Gesamtwürdi-
gung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichtes ge-
rechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr 
erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten 
(PKG 1997 Nr. 36 E. 5 m.w.H.; Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden 
SK2 14 39 vom 11. Februar 2015 E. 2). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b 
StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt 
ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre – 
nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. Aus dem Legalitätsprinzip 
(Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; 
SR 101] und Art. 2 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 
Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätz-
lich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlenden Pro-
zessvoraussetzungen angeordnet werden darf, wobei der Staatsanwaltschaft bei 
der Beurteilung dieser Frage ein gewisser Spielraum zusteht. Hingegen ist – in 
Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" – Anklage zu erheben, wenn 
eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die 
Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage 
halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls 
eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1; Grädel/Heiniger, a.a.O., N 
8 zu Art. 319 StPO; Landshut/Bosshard, a.a.O., N 15 und 19 f. zu Art. 319 StPO; 

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Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2013, N 5 f. zu Art. 319 StPO).

3.1 Der Straftatbestand von Art. 179quater Abs. 1 StGB sieht vor, dass wer eine 
Tatsache aus dem Geheimbereich eines anderen oder eine nicht jedermann ohne 
weiteres zugängliche Tatsache aus dem Privatbereich eines anderen ohne dessen 
Einwilligung mit einem Aufnahmegerät beobachtet oder auf einen Bildträger auf-
nimmt, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 
wird.

3.1.1 Die Staatsanwaltschaft Graubünden begründete die Einstellung 
des Verfahrens hinsichtlich des Tatvorwurfs von Art. 179quater Abs. 1 StGB unter 
Hinweis darauf, dass keine gesicherten Erkenntnisse mehr hinsichtlich der Bildü-
bermittlung bzw. -aufnahme beigesteuert werden können. Es sei zwar vorliegend 
ausgewiesen, dass die auf dem Balkon des Beschwerdegegners installierten Vi-
deokameras zweifellos auch einen Teil der Parzelle des Beschwerdeführers auf-
zeichneten und somit auch dessen Privatsphäre tangierten, doch da alle Überwa-
chungskameras – ausser derjenigen beim Hauseingang – zwischenzeitlich de-
montiert worden seien, könnten keine gesicherten Erkenntnisse mehr gewonnen 
werden.

3.1.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen im vorliegenden Beschwerdever-
fahren ein, aufgrund des Typs und der Ausrichtung der installierten Videokameras 
könne kein Zweifel aufkommen, dass der Beschwerdegegner die unmittelbare 
Umgebung seines Wohnhauses und seiner Remise aufgenommen habe und somit 
der objektive Tatbestand von Art. 179quater Abs. 1 StGB erfüllt sei.

3.1.3 Zunächst ist festzuhalten, dass aufgrund der Akten erstellt ist, dass der Be-
schwerdeführer verschiedene Videokameras auf seinem Grundstück installiert 
hatte resp. hat (vgl. Vorinstanz act. 3, sowie Einvernahme des Beschwerdeführers 
vom 29. April 2014, vgl. act. 16). Aus den Akten ist jedoch nicht ersichtlich, ob die 
installierten Videokameras den Beschwerdeführer respektive dessen Grundstücke 
auch tatsächlich beobachteten bzw. aufzeichneten. In den Akten befinden sich 
keine Videoaufzeichnungen, welche eine solche Tathandlung belegen würden. 
Ferner sind in der Zwischenzeit – bis auf die Videokamera über dem Hauseingang 
des Beschwerdegegners – alle installierten Überwachungskameras demontiert 
worden. Damit lässt sich auch nicht mehr nachvollziehen, welcher genaue Bereich 
die verschiedenen Videokameras tatsächlich beobachtet bzw. aufgezeichnet ha-
ben. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich nur aufgrund der 

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Position der Kameras auf den Plänen (act. B.4 und 5; B.9) nicht zweifelsfrei fest-
stellen, wie die Videokameras ausgerichtet waren und welche Bereiche tatsächlich 
beobachtet resp. aufzeichnet wurden. Dies ist auch aus dem Protokoll über die 
Aufnahme einer amtlichen Beweissicherung des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 
05. März 2012 nicht ersichtlich (vgl. Vorinstanz act. 3). Nur aufgrund der Fotos im 
Protokoll lässt sich nachträglich nicht mehr bestimmen, welcher Bereich die jewei-
ligen Videokameras beobachtet bzw. aufgezeichnet haben; so hat bereits eine 
kleine Änderung der Kameraeinstellung einen ganz andern Aufnahmewinkel zur 
Folge. Die Staatsanwaltschaft geht dabei zutreffend davon aus, dass zwischen-
zeitlich keine gesicherten Erkenntnisse mehr hinsichtlich der Bildübermittlung bzw. 
-aufnahme ermittelt werden können.

3.2 In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Verletzung des Geheim- 
oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte Vorsatz. Ein Verbrechen oder Verge-
hen begeht vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt oder wer die 
Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 
Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den 
Eintritt des Erfolgs für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für 
den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch un-
erwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweis). Die Abgrenzung zwischen 
Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. 
Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter 
wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts. Hinsichtlich der Wissensseite stim-
men somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. Un-
terschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig han-
delnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von 
ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbe-
standserfüllung sich mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der 
eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs 
ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf 
nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der 
Täter den Erfolg "billigt" (BGE 133 IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen). Für den Nachweis 
des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter nicht geständig ist – re-
gelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stüt-
zen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstel-
lung des Täters erlauben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. 
August 2012 E. 4.3.2). 

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3.2.1 Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung der Strafuntersuchung 
bezüglich des subjektiven Tatbestandes damit, dass dem Beschwerdegegner kein 
entsprechender Vorsatz nachgewiesen werden könne. Insbesondere könne dem 
Beschwerdegegner nicht nachgewiesen werden, die fraglichen Videokameras 
montiert zu haben, um den Privatbereich des Beschwerdeführers und dessen Fa-
milie zu verletzen.

3.2.2 Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass aufgrund der zahlrei-
chen Kameras und deren Ausrichtung die Überwachung der Grundstücke des Be-
schwerdeführers durch die Kameras zumindest eventualvorsätzlich in Kauf ge-
nommen worden sei. Damit sei zumindest Eventualvorsatz bezüglich des Erfüllens 
der objektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 179quater Abs. 1 StGB erwiesen. 

3.2.3. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer und der Beschwer-
degegner zerstritten sind und seit einigen Jahren einen Nachbarschaftsstreit 
führen, mit dem sich die Gerichtsbehörden schon wiederholt beschäftigen muss-
ten (vgl. Urteil des Kantonsgerichts PZ 07 62; act. B.7). Anlässlich der Einvernah-
me durch die Staatsanwaltschaft sagte der Beschwerdegegner aus, dass es in der 
Vergangenheit auf seinen Parzellen zu verschiedenen Sachbeschädigungen ge-
kommen sei, dessen Täterschaft unbekannt sei (vgl. act. StA 16). Er habe einige 
der Videokameras auf seine gegenüber der Strasse liegende Parzelle gerichtet, 
da es in diesem Bereich des Grenzsteines zu Sachbeschädigungen gekommen 
sei (vgl. act. 16, S. 3). Der Beschwerdegegner legte anlässlich der Einvernahme 
zwei Fotos zu den Akten, auf denen die behaupteten Sachbeschädigungen er-
sichtlich sind (vgl. act. 17). Die Frage, ob er die vielen Videokameras montiert ha-
be, um den Beschwerdeführer und dessen Familie zu überwachen bzw. in deren 
Persönlichkeitsrechte zu verletzen, verneinte der Beschwerdegegner und sagte 
aus, dies sei nicht seine Absicht gewesen. Unter den genannten Umständen liegt 
es nahe, dass der Beschwerdegegner verschiedene Videokameras installiert hat, 
um sein Eigentum vor weiteren Beschädigungen zu schützen. Ob der Beschwer-
degegner die fraglichen Videokameras vorsätzlich montiert hat, um den Privatbe-
reich des Beschwerdeführers zu verletzen, kann nicht rechtsgenüglich nachgewie-
sen werden. Da abgesehen von der Aussage des Beschwerdegegners keine wei-
teren Beweismittel bekannt sind, kann ausgeschlossen werden, dass diese Frage 
abschliessend geklärt werden kann. Ist dem Beschwerdegegner aber nicht nach-
zuweisen, dass er den Privatbereich des Beschwerdeführers mittels Videokame-
ras beobachten wollte, scheitert eine Verurteilung wegen Verletzung von 
Art. 179quater Abs. 1 StGB an der Erfüllung des subjektiven Tatbestands.

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3.3 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich – gestützt auf die vorgängi-
gen Erwägungen – keine (genügenden) Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten 
des Beschwerdegegners ergeben und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit ein 
Freispruch zu erwarten gewesen wäre. Weitere Beweismittel, die an diesem Er-
gebnis etwas zu ändern vermöchten, sind weder ersichtlich noch werden sie vom 
Beschwerdeführer genannt. Ferner erweist sich die Beurteilung der Staatsanwalt-
schaft, eine vorsätzliche Verletzung von Art. 179quater Abs. 1 StGB könne dem Be-
schwerdegegner nicht nachgewiesen werden, und daran könne auch eine Fort-
führung des Strafverfahrens nichts ändern, ebenfalls als vertretbar. Insofern hat 
die Staatsanwaltschaft Graubünden die gegen Y._____ geführte Strafuntersu-
chung wegen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
gemäss Art. 179quater Abs.1 StGB zu Recht eingestellt. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist folglich abzuweisen.

4.1 Die Staatsanwaltschaft verfügte in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung die Kostentragung ihrer Aufwendungen durch den Staat. Dementspre-
chend erübrigt es sich, im Beschwerdeverfahren darüber neu zu befinden (Art. 
428 Abs. 3 StPO).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer für das 
Beschwerdeverfahren vollumfänglich kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). 
Gemäss Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren 
(VGS; BR 350.210) beträgt der Gebührenrahmen in Beschwerdeverfahren Fr. 
1'000.-- bis Fr. 5'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Gebühr von Fr. 1'500.-
- zu Lasten des Beschwerdeführers als angemessen. 

4.3 Für die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelver-
fahren verweist Art. 436 Abs. 1 StPO auf die Art. 429 – 434 StPO. Der Beschwer-
deführer unterliegt im vorliegenden, ausschliesslich von ihm initiierten Beschwer-
deverfahren vollständig und ist gemäss der Praxis des Kantonsgerichts deshalb in 
analoger Anwendung von Art. 433 Abs. 1 StPO zu verpflichten, dem Beschwerde-
gegner für seine anwaltlichen Umtriebe im Beschwerdeverfahren eine angemes-
sene Prozessentschädigung zu bezahlen (vgl. u.a. Beschluss des Kantonsgerichts 
von Graubünden SK2 12 9 vom 11. Mai 2012, E. 5). Mangels eingereichter Hono-
rarnote ist die beantragte Entschädigung nach Ermessen festzusetzen. Unter 
Berücksichtigung des zeitlichen Aufwands sowie der Schwierigkeit der Sache er-
scheint eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'000.00 einschliesslich Mehr-
wertsteuer als angemessen. Der Beschwerdeführer wird daher verpflichtet, den 
Beschwerdegegner mit Fr. 1'000.00 (inkl. MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.-- gehen zu Lasten 
von X._____.

3. X._____ hat Y._____ ausseramtlich mit Fr. 1'000.-- (inkl. MwSt.) zu ent-
schädigen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesge-
richt geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwer-
delegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: