# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e95ea47-9bf5-5da9-97fa-1e94332d5dbc
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-01
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 01.12.2025 STK 2025 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2025-30_2025-12-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 1. Dezember 2025
STK 2025 30

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Kantonsrichter Walter Züger, Jörg Meister,
Ilaria Beringer und Monique Schnell Luchsinger,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Beschuldigte und Berufungsführerin,
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

Staatsanwaltschaft, 4. Abteilung, Postfach 128, 8832 Wollerau,
Anklagebehörde und Berufungsgegnerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________,

betreffend Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, vorsätzlich 
pflichtwidriges Verhalten bei Unfall, fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln
(Berufung gegen das Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Einsiedeln 
vom 14. Februar 2025, SEO 2024 14);-

hat die Strafkammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Zufolge Einsprache überwies die Staatsanwaltschaft dem Bezirksgericht 
Einsiedeln den Strafbefehl vom 11. Juli 2024 gegen die Beschuldigte als An-
klage. Der Beschuldigten wird die Vereitelung von Massnahmen zur Feststel-
lung der Fahrunfähigkeit, das vorsätzliche pflichtwidrige Verhalten bei Unfall 
und die fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügendes 
Rechtsfahren aufgrund folgenden Sachverhalts vorgeworfen (U-act. 14.1.01):

A.________ lenkte am 01.12.2023, ca. 06:20 Uhr, in Bennau, Moosstras-
se 16, den Personenwagen SZ xx. Aufgrund pflichtwidrigen ungenügen-
den Rechtsfahrens kollidierte sie dabei mit dem Seitenspiegel des ihr 
entgegenkommenden Personenwagens SZ yy. Durch die Kollision ent-
stand am Personenwagen SZ yy ein Schaden in der Höhe von 
ca. CHF 1’245.00. A.________ kümmerte sich weder um die Schadens-
behebung mit der Geschädigten noch informierte sie die Polizei. 
Während mindestens 12 Minuten blieb sie der Unfallstelle fern, sodass 
eine Schadensregelung mit der Lenkerin des Personenwagen SZ yy nicht 
möglich war. Erst um 16:36 Uhr meldete sie den Unfall der Polizei.
Indem A.________ trotz des entstandenen Sachschadens nicht umge-
hend anhielt respektive nicht sofort zu Kollisionsstelle zurückkehrte, um 
sich um die Schadensregelung zu kümmern, und die Polizei erst um 
16:36 Uhr informierte, verhinderte sie die unverzügliche Durchführung 
von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, welche die Poli-
zei bei Auftreten auf der Unfallstelle nicht nur grundsätzlich bei einem Un-
fallbeteiligten anordnet, sondern welche sie gerade bei ihr wegen des un-
klaren Unfallhergangs, des Unfallbilds und der Unfallzeit angeordnet hät-
te. Erst rund 10 Stunden später konnte A.________ ausfindig gemacht 
werden, weshalb allfällige Massnahmen zur Feststellung der Fahrun-
fähigkeit nicht mehr zielführend ergriffen werden konnten.

A.________ musste in Anbetracht der Umstände, insbesondere wegen 
der Unfallzeit, des Unfallbildes sowie des verursachten Sachschadens, 
damit rechnen, dass die Polizei bei entsprechender Unfallmeldung Mass-
nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, namentlich eine Atemalko-
holprobe, angeordnet hätte und wollte sich mit der Entfernung von der 
Unfallstelle und der Nichtmeldung des Unfalls diesen Massnahmen ent-
ziehen.
Aufgrund der Kollision musste A.________ mit einem durch ihr [recte: 
sie] verursachten Sachschaden rechnen, weil ein solcher in Anbetracht 
dieser Kollision sehr wahrscheinlich war. Dennoch fuhr sie weiter und 

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verständigte weder den Geschädigten [recte: die Geschädigte] noch die 
Polizei. 

Mit Urteil vom 14. Februar 2025 sprach die Einzelrichterin des Bezirksgerichts 
die Beschuldigte der ersten beiden Tatbestände schuldig und sprach sie vom 
Vorwurf einer Verkehrsregelverletzung durch ungenügendes Rechtsfahren 
frei. Sie bestrafte die Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Ta-
gessätzen zu Fr. 80.00 und einer Busse von Fr. 700.00, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zu drei Viertel zu ihren Lasten.

Dieses Urteil focht die Beschuldigte mit rechtzeitig angemeldeter und erklärter 
Berufung an (KG-act. 2 f.). Sie beantragt einen vollständigen Freispruch von 
Schuld und Strafe unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des 
Staates.

Die Staatsanwaltschaft verlangte weder ein Nichteintreten noch erhob sie An-
schlussberufung (KG-act. 5). Der Verteidiger begründete die Berufung im 
schriftlichen Verfahren (KG-act. 7). Die Staatsanwaltschaft beantragte, die 
Berufung kostenfällig abzuweisen, und verwies zur Begründung auf die ihres 
Erachtens vollumfänglich zutreffenden Erwägungen des angefochtenen Urteils 
(KG-act. 9).

2. Die Polizei rapportierte die Aussagen der anlässlich der Sachverhalts-
aufnahme am 1. Dezember 2023 um 17:14 Uhr an ihrem Wohnort einver-
nommenen Unfallgegnerin (U-act. 8.1.01 S. 5). Der Verteidiger teilte der 
Staatsanwaltschaft mit, seine Klientin verzichte auf eine Konfrontationseinver-
nahme (U-act. 9.1.02). Die rapportierten Aussagen der „informatorischen Be-
fragung“ der Unfallgegnerin sind daher im Strafverfahren gegen die Beschul-
digte verwertbar und zu würdigen (vgl. etwa BGer 6B_295/2024 vom 10. März 
2025 E. 1 m.H.). 

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3. Der Vorinstanz erschienen die Aussagen der Beschuldigten, gewendet 
zu haben und zur Unfallstelle zurückgekehrt zu sein, jedoch die Unfallgegnerin 
dort nicht mehr angetroffen zu haben, als wenig glaubhaft (angef. Urteil S. 9 f. 
E. 9.1). Dagegen hielt sie die Angabe der Unfallgegnerin für realistisch, an der 
Unfallstelle 12 Minuten gewartet zu haben, und ging davon aus, dass die Be-
schuldigte mindestens solange der Unfallstelle ferngeblieben sei (ebd. S. 9 f. 
E. 9.1 f.). Allerdings hielt sie es nicht für bewiesen, dass die Beschuldigte zu 
weit in der Mitte gefahren sei und sprach sie in dubio pro reo vom Vorwurf des 
ungenügenden Rechtsfahrens frei. Zutreffend macht die Verteidigung geltend, 
die Aussage der Unfallgegnerin, zwölf Minuten an der Unfallstelle gewartet zu 
haben, sei nicht aktenkundig belegt. Denn drei Fotoaufnahmen (U-act. 8.1.03 
S. 4-6) lassen sich ohne weiteres gleichfalls realistisch innert deutlich kürzerer 
Zeit erstellen. Damit ist der Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht nicht zu 
widerlegen, sobald möglich und innert weniger als 12 Minuten zur Unfallstelle 
zurückgekehrt zu sein.

4. Ist nur Sachschaden entstanden, so hat der Schädiger sofort den Ge-
schädigten zu benachrichtigen und Namen und Adresse anzugeben. Wenn 
dies nicht möglich ist, hat er unverzüglich die Polizei zu verständigen (Art. 51 
Abs. 3 SVG). In objektiver Hinsicht ist mit Blick auf diese Bestimmung nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz die Beschuldigte der Übertretung des 
pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig sprach. Denn die Beschuldigte 
informierte nicht unverzüglich die Polizei, als sie auf die Unfallstelle zurückge-
kehrt die Unfallgegnerin nicht mehr antraf und folgedessen keine Kontaktda-
ten austauschen konnte (angef. Urteil S. 11 E. 1.2). Dieser Pflicht hätte die 
Beschuldigte unabhängig davon nachkommen müssen, wann sie die Beschä-
digung des Aussenspiegels ihres Personenwagens respektive die Wahr-
scheinlichkeit einer Streifkollision mit Drittschaden wahrnahm und an die Un-
fallstelle zurückkehrte. Zutreffend macht die Verteidigung im Zusammenhang 
mit diesem Tatbestand auch nicht geltend, die Beschuldigte hätte aufgrund 

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eines ihr widerfahrenen früheren Vorfalles (dazu vgl. unten E. 5 lit. b/bb) nicht 
vorsätzlich gehandelt. Abgesehen davon, dass nach Art. 100 Ziff. 1 SVG auch 
Fahrlässigkeit strafbar wäre, ändert dieses Widerfahrnis an ihrem eingestan-
denen Wissen nichts, dass sie unverzüglich hätte die Polizei rufen müssen (U-
act. 10.1.02 Rz 169). 

5. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer 
sich als Motorfahrzeugführer vorsätzlich einer Blutprobe, einer Atemalkohol-
probe oder einer anderen vom Bundesrat geregelten Voruntersuchung, die 
angeordnet wurde oder mit deren Anordnung gerechnet werden musste, oder 
einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung widersetzte oder entzog oder den 
Zweck dieser Massnahmen vereitelte (Art. 91a Abs. 1 SVG). Die Vorinstanz 
ging davon aus, dass die Beschuldigte bereits wegen der Beteiligung an der 
Streifkollision bei pflichtgemässer Benachrichtigung der Polizei mit der Anord-
nung einer entsprechenden Massnahme hätte rechnen müssen, zumal kein 
von ihr unabhängiger Unfallumstand zur Diskussion gestanden habe (angef. 
Urteil S. 12 E. 2.6). Der Verteidiger macht geltend, die Vorinstanz extrapoliere 
unrichtig, grundsätzlich müsse jeder Fahrzeuglenker auch bei einem Bagatel-
lunfall mit einem Alkoholtest der Polizei rechnen, zumal sie seiner Mandantin 
kein unfallverursachendes Fehlverhalten vorwerfe. 

a) Mit der Bestimmung von Art. 91a Abs. 1 SVG soll verhindert werden, 
dass die sich einer Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit korrekt 
unterziehende Fahrzeugführerin schlechter wegkommt als diejenige, die sich 
ihr entzieht oder sie sonst wie vereitelt. Die Unterlassung der sofortigen Mel-
dung eines Unfalls an die Polizei erfüllt den objektiven Tatbestand der Vereite-
lung einer Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, wenn (1) der 
Fahrzeuglenker gemäss Art. 51 SVG zur sofortigen Meldung verpflichtet ist 
(was vorliegend der Fall ist, vgl. E. 4 hiervor), (2) die Meldepflicht der Ab-
klärung des Unfalls und damit allenfalls auch der Ermittlung des Zustands des 

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Fahrzeuglenkers dient (Zweckzusammenhang), (3) die Benachrichtigung der 
Polizei möglich war und, vorliegend umstritten, (4) bei objektiver Betrachtung 
aller Umstände die Polizei bei Meldung des Unfalls mit hoher Wahrscheinlich-
keit eine Atemalkoholkontrolle angeordnet hätte. Während die Wahrschein-
lichkeit der Anordnung einer solchen Untersuchungsmassnahme nach frühe-
rer Rechtsprechung von den konkreten Umständen des Falles (Art, Schwere 
und Hergang des Unfalls, Zustand sowie Verhalten des Fahrzeuglenkers vor 
und nach dem Unfall) abhängig gemacht wurde, soll nach der neueren bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung (dazu s. auch das angef. Urteil S. 12 E. 2.5 
und unten lit. b) grundsätzlich bereits mit der Anordnung einer Atemalkohol-
kontrolle gerechnet werden müssen, wenn eine Fahrzeugführerin in einen 
Unfall verwickelt ist (vgl. Art. 55 Abs. 1 SVG). Anders verhalte es sich nur, 
wenn die Kollision zweifelsfrei auf einen von der Fahrzeuglenkerin unabhängi-
gen Umstand zurückzuführen ist. Der Tatbestand von Art. 91a Abs. 1 SVG 
erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Dieser ist gegeben, wenn 
die Fahrzeuglenkerin die Meldepflicht sowie die hohe Wahrscheinlichkeit der 
Anordnung einer Blutprobe begründenden Tatsachen kannte und daher die 
Unterlassung der gemäss Art. 51 SVG vorgeschriebenen und ohne Weiteres 
möglichen Meldung an die Polizei vernünftigerweise nur als Inkaufnahme der 
Vereitelung einer Blutprobe gewertet werden kann (zum Ganzen 
vgl. BGer 6B_286/2023 vom 6. Juli 2023 E. 2.2.2 m.H.).

b) Seit mit der Legiferierung des Massnahmepakets „Via sicura“ jederzeit 
eine anlassfreie Alkoholkontrolle möglich wurde, soll also nach bundesgericht-
licher Rechtsprechung grundsätzlich – ausser die Kollision sei zweifelsfrei auf 
einen von der Lenkerin unabhängigen Umstand zurückzuführen (s. oben lit. a) 
– jede Fahrzeugführerin, die in einen Unfall verwickelt ist, mit einer solchen 
Massnahme rechnen müssen (BGE 142 IV 324 = Pra 2017 Nr. 56; Giger, 
OFK, 9. A. 2022, Art. 91a SVG N 47; Boll, Handkommentar Strassenverkehrs-
recht, Rz 2477 und 2480 ff.; Cohen, AJP 1/2019 S. 4; dazu auch Weissenber-

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ger, Kommentar SVG und OBG, 2. A. 2015, Art. 91a SVG N 6 und 13). Hier 
stellt sich die Frage, ob damit auch die Beschuldigte rechnen musste, obwohl 
sie von einer möglicherweise unfallkausalen Verkehrsregelverletzung „in dubio 
pro reo“ freigesprochen worden ist und es um eine banale Streifkollision auf 
der nur 5.1 Meter breiten Moosstrasse 16 in 8836 Bennau ohne Leitlinie geht 
(vgl. U-act. 8.1.01 S. 4). Es ist festzustellen, dass die Vorinstanz zutreffend 
jeglichen Beweis für ein Fehlverhalten der Beschuldigten verneinte (angef. 
Urteil S. 10 E. 9.3), womit ein klarer Freispruch vorliegt und vielmehr die An-
nahme des polizeilich einseitig gegen die Beschuldigte gerichteten Anfangs-
verdachts zweifelhaft erscheint. Dennoch wird die Kollision deswegen noch 
nicht zweifelsfrei auf einen vom Fahrverhalten der Beschuldigten unabhängi-
gen Umstand zurückgeführt werden können. Jedoch lässt sich aus dem legife-
rierten öffentlichen Interesse an nicht schwerwiegenden systematischen 
Atemproben gegenüber einem unbestimmten Kreis von Fahrzeuglenkern und 
Unfallbeteiligten (Art. 55 Abs. 1 SVG; dazu BBl 1999 IV 4494) hinsichtlich des 
Straftatbestands von Art. 91a Abs. 1 SVG nicht ableiten, bei jedem Unfall 
müsse jede daran konkret beteiligte Person mit der Anordnung der Durch-
führung einer Atemalkoholprobe rechnen. Denn im ungestörten Verkehr ist die 
Wahrscheinlichkeit klein, sicherheitspolizeilich einer Atemprobe unterzogen zu 
werden. Zudem schreibt Art. 55 Abs. 1 SVG der Polizei nicht vor, bei jedem 
Unfall eine Atemalkoholkontrolle vorzunehmen. Die unterschiedliche Praxis 
der kantonalen Polizeikorps kann auch kein Gradmesser dafür sein, ob mit 
einer Atemprobe zu rechnen ist oder nicht (dazu vgl. Cohen, a.a.O., S. 5). Die 
von Einzelhandlungen abstrahierte Zulassung systematischer Kontrollen nach 
Art. 55 Abs. 1 SVG lässt demnach die Notwendigkeit der Einzelbeurteilung 
des Straftatbestandselements der Wahrscheinlichkeit, mit der eine konkret an 
einem Unfall beteiligte Person nach Art. 91a Abs. 1 SVG, der in erster Linie 
Art. 91 SVG durchsetzen soll (BGE 146 IV 88 E. 1.6.1), im Rahmen einer 
Strafverfolgung mit einer Anordnung einer Atemalkoholprobe rechnen muss 
(dazu Weissenberger, ebd. N 12), nicht entfallen. Dabei ist zu berücksichtigen, 

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dass die Interessen der geschädigten Personen durch diese Bestimmung 
nicht unmittelbar geschützt sind (Weissenberger, ebd. N 2). Daher bleibt bei 
einem bestimmten Unfall zumindest im Subjektiven (unten lit. bb) tatbe-
standsmässig massgebend, ob aufgrund der konkreten Verhältnisse mit einer 
Atemalkoholprobe zu rechnen war. 

aa) Zunächst ist zu prüfen, ob bei objektiver Betrachtung aller Umstände die 
Polizei bei Meldung des vorliegenden Unfalls wahrscheinlich eine Atemalko-
holkontrolle angeordnet hätte. Soweit die Vorinstanz der Beschuldigten vor-
wirft, durch ihr zu spätes Zurückkommen und ihr anschliessendes Davonfah-
ren die Feststellung ihrer Fahrunfähigkeit kurz nach dem Unfall verunmöglicht 
zu haben, trifft dies nicht zu. Ist der Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht 
nicht zu widerlegen, baldmöglichst gewendet zu haben und an die Unfallstelle 
zurückgefahren zu sein (vgl. oben E. 3), kann ihr auch das Verlassen der Un-
fallstelle ohne Meldung an die Polizei nicht vorgeworfen werden, nachdem sie 
dort die Unfallgegnerin nicht mehr antraf und nicht bewiesen ist, dass diese 
zwölf Minuten an der Unfallstelle gewartet habe. Objektiv bestand damit für 
die Polizei angesichts der gleichermassen unklaren Unfallumstände bei der 
Beschuldigten kein grösserer Anlass zur Durchführung einer Alkoholprobe als 
bei der nicht weiter kontrollierten Unfallgegnerin, zumal beide Unfallbeteiligten 
morgens an einem Wochentag zur Arbeit fuhren. Die Spuren im Schnee auf 
der rechten Fahrseite der Unfallbeteiligten stammen bloss mutmasslich von 
den Reifen deren Personenwagens (U-act. 8.1.03 S. 5). Verletzte die Be-
schuldigte vorliegend keine Verkehrsregel, kann ihr angesichts der Kollision 
der Seitenspiegel und ihrer von ihrem Fahrverhalten unabhängigen Feststel-
lung, dass die Unfallgegnerin den Unfallort verlassen hatte, nicht vorgeworfen 
werden, sie hätte damit rechnen müssen, die Polizei würde bei ihr eine Atem-
alkoholprobe anordnen. Entgegen der Anklage kann auch der Unfallzeitpunkt 
der Beschuldigten, die sich an einem Wochentag auf dem Arbeitsweg befand 
(U-act. 10.1.02 S. 3), nicht vorgeworfen werden. Die vorliegenden speziellen 

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Umstände sprechen gegen einen Nachweis des objektiven Tatbestands und 
erfüllen ausserdem den subjektiven Tatbestand nicht (s. unten lit. bb).

bb) Zur Erfüllung des subjektiven Tatbestandes genügt Eventualvorsatz im 
Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Er ist gegeben, wenn die Fahrzeuglenkerin die 
Meldepflicht sowie die hohe Wahrscheinlichkeit der Anordnung einer Blutpro-
be begründenden Tatsachen kannte und daher die Unterlassung der gemäss 
Art. 51 SVG vorgeschriebenen und ohne weiteres möglichen Meldung an die 
Polizei vernünftigerweise nur als Inkaufnahme der Vereitelung einer Blutprobe 
gewertet werden kann (BGer 6B_1323/2016 vom 5. April 2017 E. 1.2 m.H.). 
Subjektiv kann der Beschuldigten nicht angelastet werden, davon ausgegan-
gen zu sein, wie in einem früheren Fall in der Sache nichts mehr vorzukehren 
zu können bzw. müssen. Denn damals teilte ihr die Polizei mit, „dass es nichts 
bringen würde“ (vgl. U-act. 10.1.01 Nr. 45, 10.1.02 Rz 55 ff.).  Dass sie unter 
den dargelegten Umständen weder an die Möglichkeit dachte, dass sich die 
andere Unfallbeteiligte bei der Polizei melden würde, noch mit einer Alkohol-
probe rechnete, ist ihr nicht anzulasten. Ob dies allenfalls fahrlässig war, ist in 
Bezug auf den Tatbestand der Vereitelung nicht erheblich, da dessen Erfül-
lung Vorsatz, nämlich die Kenntnis der hohen Wahrscheinlichkeit einer Anord-
nung einer entsprechenden Massnahme voraussetzt (Boll, a.a.O., Rz 2484 f.). 
Die Unterlassung der ohne weiteres möglichen Meldung an die Polizei kann 
daher nicht als Inkaufnahme der Vereitelung einer Atemprobe qualifiziert wer-
den.

6. Zusammenfassend ist die Berufung teilweise gutzuheissen und die Be-
schuldigte vom Vorwurf der vorsätzlichen Vereitelung von Massnahmen zur 
Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG freizuspre-
chen. Damit verbleibt der Schuldspruch wegen vorsätzlichen pflichtwidrigen 
Verhaltens bei Unfall, wofür die Vorinstanz eine im Berufungsverfahren nicht 
weiter beanstandete Busse von Fr. 700.00 ausfällte (angef. Urteil S. 16 E. 3). 

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Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich angesichts des noch allein zu bestäti-
genden Übertretungsvorwurfes die Kosten der Untersuchung sowie des erst- 
und zweitinstanzlichen Verfahrens der Beschuldigten zu einem Viertel aufzu-
erlegen und die Beschuldigte entsprechend zu entschädigen (Art. 426 Abs. 1 
und Art. 428 Abs. 1 StPO sowie Art. 429 Abs. 1 und Art. 436 Abs. 1 StPO; 
§ 13 GebTRA);-

erkannt:

Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, das angefochtene Urteil aufgeho-
ben und wie folgt ersetzt:

1. Die Beschuldigte wird des vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei 
Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG, be-
gangen am 1. Dezember 2023, schuldig gesprochen. Von den Vorwür-
fen der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähig-
keit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG und der fahrlässigen Verletzung 
der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 
Abs. 1 SVG, Art. 7 Abs. 1 VRV wird sie freigesprochen.

2. Die Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 700.00 bestraft, an deren 
Stelle bei schuldhafter Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
7 Tagen tritt.

3. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von Fr. 4’020.00 (in-
kl. Untersuchungskosten) und die Kosten des Berufungsverfahrens von 
Fr. 2’000.00 werden der Beschuldigten zu je einem Viertel (Fr. 1’005.00 
bzw. Fr. 500.00) auferlegt und gehen im Übrigen zulasten des Staates.

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4. Die Beschuldigte wird für das erstinstanzliche Verfahren aus der Be-
zirksgerichtskasse mit Fr. 2’250.00 und für das zweitinstanzliche Verfah-
ren aus der Kantonsgerichtskasse mit Fr. 1’500.00 (je inkl. Auslagen und 
MWST) entschädigt.

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

6. Zufertigung an den Verteidiger (2/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 
4. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst) und die Vor-
instanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R 
mit den Akten), das Amt für Justizvollzug (1/R zum Vollzug und Inkas-
so), das Verkehrsamt (1/R), die KOST (elektronische Meldung Frei-
spruch vom Vergehen) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Disposi-
tiv).

Namens der Strafkammer
Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 3. Dezember 2025  amu