# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f85ff68-f696-5614-8786-fd973c2910bb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-11
**Language:** de
**Title:** Abweisung. Der unter Rückenbeschwerden leidende Versicherte ist in einer angepassten Tätigkeit 100% arbeitsfähig.  Zumutbarkeit der Geschäftsaufgabe.
**Docket/Reference:** IV.2014.00484
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00484.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00484
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Naef
Urteil
vom
11. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Yassin Abu-
led
Badenerstrasse
16, Postfach 9869, 8036 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1960, ist als angelernter Gipser
seit 2007
bei der
Y.___
tätig,
deren Eigentümer er ist
(
Urk.
7/4,
vgl. www.zefix.ch)
.
Vom 20. Juni 2011 bis am 1
2.
Februar 2012 und erneut ab dem 10. Dezember 2012 war er zu 50
%
krankgeschrieben (
Urk.
7/3,
Urk.
7/10).
Am 26. März 2013 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen einer seit dem 20. Juni 2011 bestehenden Krankheit zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug an
(
Urk.
7/4)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
7/8,
Urk.
7/10,
Urk.
7/12,
Urk.
7/13,
Urk.
7/18), insbesondere zog sie die Akten der Taggeldversicherung
Axa
Winterthur bei (
Urk.
7/15,
Urk.
7/19). Mit dem Vorbescheid vom 15. Januar 2014 stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht, wobei
sie
von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von 18
%
aus
ging (
Urk.
7/23). Am 13. Februar 2014 liess der Versicherte Einwand erheben (
Urk.
7/26). Mit der Verfügung vom 24. März 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Yassin Abu-
Ied
, am 6. Mai 2014 Beschwerde erheben
und beantragen
, ih
m
sei eine ganze Inva
lidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1). Am 1
2.
Juni 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 27. Juni 2014 liess der Versicherte einen Arztbericht von
Dr.
med.
Z.___
,
Fachärztin für Orthopädische Chirur
gie, vom 23. Juni 2014 und einen Lohnausweis für das Jahr 2013 einreichen (
Urk.
9,
Urk.
10/2-3). Hierzu nahm die IV-Stelle mit Eingabe vom 2
2.
August 2014 Stellung
(
Urk.
12)
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG
]
).
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Die
versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt,
hat
aufgrund der
Schaden
minderungspflicht
alles
i
hr Zumutbare
selber vorzukehren
, um die Fol
gen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu vernei
nen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbe
griffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vorder
grund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc
.
.
Bei den objektiven Umständen sind insbeson
dere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende
Aktivitäts
dauer
massgeblich (
Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 2
2.
September 2011 E. 2;
SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35 E. 4.1 und 4.3
und 2007 IV Nr. 1 S. 1
E. 5.3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt für Allgemeine Medizin, hielt
in den Berichten vom 7. März und vom 4. Juli 2013
fest, der Versicherte
leide
unter Schult
er-
und
Armschmerzen
mit
Parästhesien
der linken Hand.
Als Diagnose nannte er ein linksseitiges
Zervikobrachialsyndrom
mit
Parästhesien
C6/C8 bei
Diskusher
nie
C7/Th1 und
neuroforaminaler
Stenose C6/C7. Er hielt fest, d
er Versicherte könne keine Überkopfarbeiten ausführen und es bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes.
S
eit dem 16. Januar 2013
sei
dies
er
bis auf
Weiteres
50
%
arbeitsunfähig und es sei unsicher, ob er seine Arbeit als Gipser wieder zu 100
%
aufnehmen
und
ob er diese Arbeit langfristig
fortsetzen
könne (
Urk.
7/15/31,
Urk.
7/18)
.
2.2
Dr.
med.
B.___
,
Facharzt für Neurologie, hielt am 24. Juli 2013 als Diagnose chronische
zervikogene
Schmerzen mit
einer
radikuläre
n
Reizkomponente fest. Die Arbeitsfähigkeit als Gipser betrage nach den aktuellen Befunden 50
%
. Seines Erachtens sei es wenig wahrscheinlich, dass durch medizinische Mass
nahmen bei den
chronifizierten
Beschwerden eine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne
(
Urk.
7/19/10-11
).
2.3
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für Neurologie, hielt als beratender Arzt der Taggeld
versicherung
Axa
Winterthur in
seiner
Stellungnahme vom 14. Oktober 2013 fest, er könne die Diagnose eines engen zervikalen Spinalkanals vor allem auf der Höhe C3/C4 bestätigen. Auch die Höhenminderung der Bandscheiben HWK5/6 und HWK7/8 sei nachvollziehbar. Aufgrund der elektrodiagnostischen Befunde dürfe von einer älteren Läsion der linken Wurzel C6 ausgegangen wer
den. Als Gipser sei die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, insbesondere die
Über
kopfarbeiten
seien erschwert und dürften Schmerzen provozieren. In einer an
gepassten Tätigkeit bestehe aus seiner Sicht keine bleibende Arbeitsunfähigkeit.
Zur Zeit
sei die Symptomatik nicht derart ausgeprägt, dass von einer Arbeits
unfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Der Versicherte arbeite ja 50
%
als Gipser, was bei einer starken Beschwerdeintensität gar nicht mehr möglich wäre (
Urk.
7/19/4-5).
2.4
Dr.
med.
D.___
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztliche
n Dienst (RAD), hielt in seiner Stellungnahme vom
16. November 2013 fest, es sei aufgrund der Aktenlage von einem linksseitigen
Zervikobrachialsyndrom
mit
Parästhesien
C6/C8 bei Diskushernie C7/Th1 und
neuroforaminaler
Stenose C6/C7
auszugehen. Es sei auf die dokumentierten Arbeitsunfähigkeiten für die bisherige Tätigkeit als Gipser abzustellen. Die von
Dr.
C.___
bestimmte 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit sei nachvollziehbar. Es gelte das Belastungsprofil
von
körperlich leichte
r
und mit
telschwere
r
Arbeit ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, vor allem aber des Kopfes,
und
ohne Überkopfarbeit (
Urk.
7/21/3).
2.5
Der Versicherte reichte im Gerichtsverfahren zudem noch einen Arztbericht von
Dr.
med.
Z.___
vom 23. Juni 2014 ein. Sie stellte die Diagnosen eines chro
nischen zervikalen Syndroms und eines chronischen
Lumbovertebralsyndroms
.
Es sei für sie nachvollziehbar, dass der Versicherte mit dieser multisegmentalen zervikalen degenerativen Problematik seine schwere Arbeit nicht in einem vollen Pensum ausüben könne. Es sei
unter angepassten Umständen
von einer 50 bis 60%igen Arbeitsfähigkeit als Gipser auszugehen.
Sie glaube auch kaum, dass es dem Versicherten mit 55 Jahren zumutbar sei
,
in
einer anderen
ange
passten
Tätigkeit eine Arbeit zu finden, welche ihm keine Beschwerden verursa
che (
Urk.
10/2).
3.
3.1
Zusammenfassend ist zunächst festzuhalten, dass
die
Ärzte
die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen körperlich schweren Tätigkeit als Gipser
übereinstimmend
als eingeschränkt einschätzen
(vgl. E. 2)
. Von
einer
dauerhaften
50%igen Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
ist auch die IV-Stelle ausgegangen, welche in der angefochtenen Verfügung
vom 24. März 2014
aus diesem Grund auf eine
100
%ige Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungs
angepassten Tätigkeit abstellte
(
Urk.
2)
.
Der Versicherte liess in der Beschwerde vom 6. Mai 2014 zwar geltend machen, er könne in keiner Art und Weise 50
%
arbeiten, wobei dies für alle Tätigkeiten gelte, da die Wirbelsäule immer benötigt werde (
Urk.
1). Diese subjektive Ansicht des Versicherten kann sich
jedoch
auf keine medizinischen Berichte abstützen. Insbesondere war der Versicherte in seiner körperlich schweren Arbeit als Gipser stets nur zu 50
%
krankgeschrieben und gab am
24. April 2013 gegenüber der IV-Stelle
in einem Gespräch
selbst eine 50%ige Leis
tungsfähigkeit als Gipser an (
Urk.
7/3,
Urk.
7/10).
Weiter liess der Versicherte
in der Beschwerde
ausführen
,
er sei im Jahr 2011 und 2012 50
%
arbeitsunfähig gewesen und seine Beschwerden hätten sich nicht gebessert (
Urk.
1). Dies ist unbestritten, da die IV-Stelle nicht von einer Verbesserung, sondern von einer fortbestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser ausgeht.
Es gibt durchaus Tätigkeiten, welche Rücken und Nacken weni
ger belasten, als die körperlich anstrenge
nde
Tätigkeit als Gipser.
3.2
D
er Versicherte
sollte
in einer angepassten und zu 100
%
ausgeübten Tätigkeit
gemäss den überzeugenden medizinischen Berichten
insbesondere
keiner kör
perlich schweren Tätigkeit nachgehen
sowie
keine die Wirbelsäule
besonders
belastenden Tätigkeiten
und
keine Überkopfarbeiten ausführen
(vgl. E. 2)
. Auf eine
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in einer
solchermassen
angepassten Tätig
keit weist nichts hin.
Dr.
C.___
ging mit der
überzeugenden
Begründung, dass eine 50%ige Arbeitstätigkeit als Gipser bei einer hohen Beschwerdeintensität nicht möglich wäre,
von einer solchen
vollumfänglichen
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
aus
(
Urk.
7/19/4-5)
.
Dr.
Z.___
führte
am 23. Juni 2014
zwar aus, dem Versicherten sei in seinem fortgeschrittenen Alter kein Tätigkeitswechsel in eine angepasste Tätigkeit zumutbar
(
Urk.
10/2)
.
Die Zumutbarkeit einer anderen Tätigkeit ist keine Frage, die ärztlicherseits zu beantworten ist. Doch mit dieser Feststellung
ging
die Ärztin
implizit vom Vor
handensein solch
er
behinderungs
angepasster Tätigkeiten aus
, welche der Versicherte
medizinisch-theoretisch
in einem 100%igen Pensum ausüben könnte
. Der Versicherte
selbst
führte
am
24. April 2013 in einem Gespräch
gegenüber der IV-Stelle aus
, er sei jeweils den ganzen Tag auf der Baustelle, jedoch nur zu 50
%
leistungsfähig (
Urk.
7/10).
Dies spricht
ebenfalls
für eine
ganz
tägige Arbeitsfähigkeit
, wobei die Leistung in einer angepassten Tätigkeit anders als in der körperlich schweren Tätigkeit als Gipser nicht eingeschränkt wäre
.
Einer
angepassten
Tätigkeit
- körperlich leichte und mittelschwere Arbeit ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, vor allem aber des Kopfes,
und
ohne Überkopfarbeit -
könnte der Versicherte somit den ganzen Tag
lang
mit voller Leistung nachgehen
, weshalb von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in eine
r
an
gepassten Tätigkeit auszugehen ist
.
3
.
3
Es stellt s
ich
weiter
die
Frage, ob die verbliebene Restarbeitsfähigkeit des Versicherten verwertbar ist
und ihm die Aufgabe der Selbständigkeit als Gipser zumutbar ist.
Die Rechtsprechung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor (AHI 1999 S. 240, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. August 2002 in Sachen S., O 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gege
b
enheiten dazu führen kann, dass die der versicher
ten Person verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr gefragt ist, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist auf den Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der
Arbeits
fähigkeit abzustellen (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3-4).
Massgeblich für diese medizinische Beurteilung ist die Stellungnahme von
Dr.
C.___
vom 14. Oktober 2013 (
Urk.
7/19/4-5). Zu diesem Zeitpunkt war der Versicherte rund 53 Jahre alt und die verbleibende Aktivitätsdauer bis ins AHV-Alter betrug zwölf Jahre. Es bestehen für den Beschwerdeführer mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt vor diesem Hintergrund noch genügend Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Zum einen sind Hilfstätigkeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28
Abs.
2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig gefragt (Urteil des Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
vom 20. Juli 2004 in Sachen D., I 39/04 E. 2.4) und zum anderen
ist der Versicherte nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig, wobei die ihm zumutbaren körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeiten nicht derart vielen Einschränkungen unterliegen, dass eine Anstellung als nicht mehr realistisch zu bezeichnen wäre (vgl. demgegenüber die Situation eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit einschrän
kenden Beschwerden und einer 50%igen, durch verschiedenste Auflagen zusätzlich limitierten Arbeitsfähigkeit im Urteil des Eidgenössischen
Versiche
r
ungs
gerichts
vom 4. April 2002 in Sachen W., I 401/01).
Die
Restarbeitsfähig
keit
des Ve
rsicherten ist somit verwertbar. Der Beschwerdeführer arbeitet gemäss seinen eigenen Aussagen in seinem Geschäft zusammen mit seinem Bruder. Dabei ist er vor allem handwerklich tätig, Büroarbeiten macht er nur wenige; er sei praktisch den ganzen Tag auf der Baustelle (
Urk.
7/15/11). Der Beschwerdeführer ist als Gipser angelernt und verfügt ansonsten über keine andere Berufsbildung. Damit ist auch zusammen mit der durchaus noch hinrei
chend vorhandenen beruflichen Aktivitätsdauer erstellt, dass ihm die Aufgabe dieser für ihn gesundheitlich ungeeigneten handwerklichen Tätigkeit trotz des eigenen Geschäfts zu Gunsten einer anderen handwerklichen Tätigkeit auch aus persönlichen Gründen klarerweise zumutbar ist,
weshalb die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 24. März 2014 (
Urk.
2) zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging.
4
.
4
.1
Die IV-Stelle stützte sich zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf das im
Jahr 2011 tatsächlich erzielte Einkommen
ab
(
Urk.
2,
Urk.
7/20)
. Gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) hatte der Versicherte im Jahr 2011 ein Einkommen von
Fr.
7
5
‘000.-- erzielt
(
Urk.
7/8/1
).
Soweit der Versi
cherte
in der Beschwerde vom 6. Mai 2014
ausführ
en liess
, sein Einkommen
habe
nur aufgrund von Versicherungszahlungen
Fr.
75‘000.--
betragen
(
Urk.
2), ist dazu anzumerken, dass der
Versicherte auch im Jahr 2010,
also
vor Auftre
ten der gesundheitlichen Beschwerden,
ein Einkommen von
Fr.
75‘000.-- erzielte (
Urk.
7/8/1
)
.
Dieses Einkommen
ist
unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnen
t
wicklung
(Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T1.1.10],
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
;
2012: 0
.
8, 2013: 0
.
8
)
auf das Jahr 2013
aufzurechnen, was
Fr.
76’204.80
ergibt (
Fr.
75‘000
.-- x 1.008 x 1.008).
4
.2
Das Invalideneinkommen hat die IV-Stelle basierend auf Tabellenwerten
d
er Tabelle TA
1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010 festgesetzt
(
Urk.
2
,
Urk.
7/20
)
.
Dies
es Abstellen auf
Tabel
lenwerte
erscheint angemessen, da der Versicherte
die ihm verbleibende
Resta
r
beitsfähigkeit
mit der aktuell ausgeübten 50%igen Tätigkeit als Gipser nicht
in zumutbarer Weise
voll ausschöpft. Da
der Versicherte
über keine Berufsausbil
dung verfügt,
ging die IV-Stelle zu Recht von Hilfsarbeitertätigkeiten aus
.
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten für Männer betrug
im Jahr 2010
Fr.
4‘901.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2013 betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, NOGA 2008 des BFS, Periode
1990-2013, abrufbar im Internet) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abruf
bar], Nominallohnindex Männer
[
T1.1.10], Veränderung gegen
-
über dem Vorjahr in Prozent; 2011: 1.0, 2012: 0.8, 2013: 0.8). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen in der Höhe von 62‘919.
40
(
Fr.
4‘901.-- x
12 :
40 x
41
,7
x 1.01 x 1.008 x 1.008).
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
ergibt sich ein invaliditätsbedingter
Minderverdienst von
Fr.
13‘285.40 und somit ein
Invali
ditätsgrad
von aufgerundet 18
%
.
4
.3
Mittels eines sogenannten Leidensabzugs k
ann
unter Umständen
de
n
Tatsache
n
Rechnung getragen werden, dass
eine versicherte Person
behinderungsbedingt nicht mehr alle Arbeiten ausüben kann und sich in fortgeschrittenem Alter befindet.
Da für den Versicherten unter Berücksichtigung des Anforderungs- und Belastungsprofils noch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten in Frage komm
t
, ist ein solcher
rechtsprechungsgemäss
nicht vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012, E. 8).
Doch s
elbst wenn vom Invalideneinkommen der höchstmögliche
behin
derungsbedingte
Abzug von 25
%
des Tabellenlohns (vgl. BGE 126 V 75
E. 5.b.cc)
vorgenommen würde, ergäbe sich
mit einem
Minderverdienst von
Fr.
29‘015.25 und ein
em
Invaliditätsgrad von
gerundet
38
%
noch immer kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterlie
genden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Yassin Abu-
led
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigNaef