# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05bacef7-2d0b-5cea-9b6f-2b8aed78f3e4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.02.2022 E-964/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-964-2020_2022-02-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-964/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  F e b r u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Gérard Scherrer, Richterin Muriel Beck Kadima,   

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 10. Januar 2020 / N (…). 

 

 

 

E-964/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka gemäss eigenen Angaben am 

8. November 2016 mit Hilfe eines Schleppers und einem gemäss seinen 

eigenen Angaben gefälschten Pass auf dem Luftweg. Am 9. November 

2016 reiste er in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach.  

B.  

Der Beschwerdeführer wurde am 17. November 2016 zu seinen Persona-

lien, dem Reiseweg sowie summarisch zu den Asylgründen befragt (Befra-

gung zur Person [BzP]). Eine eingehende Anhörung fand am 19. August 

2019 sowie am 23. September 2019 statt. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, er stamme aus B._______ (Nord-

provinz) und sei zuletzt in C._______, Gemeinde D._______, B.______ 

District, registriert gewesen. Nach dem (…) habe er in der (…) der Familie 

gearbeitet. Vor der Ausreise aus Sri Lanka im November 2016 habe er sich 

noch einen Monat in E._______ aufgehalten. Zur Begründung seines Asyl-

gesuchs brachte er Folgendes vor: Am (…) sei er auf dem Weg zum (…) 

mit seinem Motorrad an einem (…) vorbeigekommen, vor dem eine De-

monstration stattgefunden habe. Anlass sei der Freispruch der Vergewalti-

ger und Mörder von F._______ gewesen. Die Polizei habe die Demonstra-

tion mit Tränengas aufgelöst. Er habe sein Motorrad liegen lassen und sei 

zu Fuss weggegangen. In der Folge habe die Polizei das Motorrad be-

schlagnahmt. Aus Angst vor der Polizei habe er seinen Vater gebeten, das 

Motorrad für ihn abzuholen. Diese habe es dem Vater nicht aushändigen 

wollen, ihm aber mitgeteilt, dass gegen ihn drei Verfahren hängig seien: 

Eines wegen Beteiligung am Streik, eines wegen Zerstörung der Scheiben 

am Auto eines (…) und eines, weil er das (…) beworfen habe. Nach etwa 

einem Monat habe er sein Motorrad abholen können, mit der Auflage, es 

nicht zu verkaufen. Danach habe er diesbezüglich keine Probleme mehr 

mit den Behörden gehabt.  

Sein Onkel habe seit 20(…) in B._____ einen (…)laden geführt. Am (…) 

habe ihn sein Onkel gebeten, sich ein paar Tage um den Laden zu küm-

mern, da er nach Colombo müsse. Dieser Onkel sei von 20(…) bis 20(…) 

im G._______ gewesen und habe für die LTTE gearbeitet. Wie vom Onkel 

gewünscht, habe er den Laden aufgemacht. Als er Fragen zum Betrieb des 

Ladens gehabt habe, habe er vergeblich versucht, den Onkel telefonisch 

zu erreichen. Nach vier oder fünf Tagen seien zwei Leute des CID in den 

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Laden gekommen und hätten sich nach dem Verbleib des Onkels und des-

sen Ehefrau erkundigt. Einer der Männer habe eine Glatze gehabt und 

H._______ geheissen. Er habe Auskunft gegeben, nicht zu wissen wo der 

Onkel sei. Die Männer hätten sich seine Telefonnummer notiert und die ID-

Karte kopiert. Er habe seinen Onkel über diesen Vorfall informieren wollen, 

ihn aber erneut nicht erreichen können. Am Sonntag sei er vom CID tele-

fonisch zu einer Befragung auf den (…)posten von B._______ aufgeboten 

worden. Dieser Vorladung sei er nachgekommen und vom Posten von 

H._______ in einem Van an einen unbekannten Ort gebracht worden. Dort 

sei er nach dem Verbleib des Onkels gefragt und beschuldigt worden, mit 

diesem «die Bewegung» wieder aufleben lassen zu wollen; er sei gefes-

selt, geschlagen, mit einem Tuch um den Hals gewürgt sowie getreten wor-

den (vgl. act. A24/15 F49). Nach dem Verhör sei er zum Posten zurückge-

bracht und freigelassen worden, nachdem die Beamten seinen Pass ein-

gezogen hätten. Es sei ihm danach so schlecht gegangen, dass sich sein 

jüngerer Bruder um den Laden des Onkels habe kümmern müssen. Als 

dieser den Laden am nächsten Tag habe öffnen wollen, hätten zwei CID-

Leute bereits auf diesen gewartet. Nach zwei bis drei Tagen hätten die Be-

amten den jüngeren Bruder aufgefordert, den Laden zu schliessen. Sie 

hätten die Ware mitgenommen und dem Bruder den Schlüssel des Ladens 

abgenommen. Der Bruder habe von diesem Ereignis Fotos gemacht, auf 

welchen auch H._______ zu sehen sei (vgl. act. A24/15 F9). Einige Tage 

später habe der Onkel angerufen und mitgeteilt, dass er wegen den Prob-

lemen mit dem CID in der Schweiz sei. Aufgrund dieser Ereignisse habe 

der Beschwerdeführer für einen Monat das Haus nicht mehr verlassen. 

Manchmal seien die CID-Leute in die (…) des Vaters gekommen und hät-

ten nach dem Onkel gefragt. Im (…) 20(…) sei er erneut auf den Polizei-

posten vorgeladen worden. Zusammen mit dem Vater sei er zum Posten 

gegangen. Die Polizei habe den Vater weggeschickt und die CID-Leute 

hätten ihn erneut an einen unbekannten Ort gebracht, dort befragt, bedroht 

und misshandelt. Es sei vor allem um den Onkel gegangen, aber auch um 

die Ereignisse anlässlich der Demonstration nach der Ermordung von 

F._______. Er sei beschuldigt worden, an der Demonstration teilgenom-

men und am (…) eine Scheibe eingeschlagen zu haben. Erneut sei er be-

schuldigt worden, Kontakt zu den LTTE zu haben. Er sei aufgefordert wor-

den, den Onkel zu verraten, dessen Kontakte zu nennen und die Pläne zur 

Wiedererschaffung der «Tiger» bekannt zu geben (vgl. act. A24/15 F28). 

Schliesslich sei er mit der Auflage freigelassen worden, er dürfe weder 

nach I._______ noch J._______ gehen und müsse im Dorf bleiben. Sie 

hätten ihm gedroht, dass er nicht zum Anwalt gehen solle und alle seine 

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Schritte und Kontakte überwacht würden. In der Folge sei er immer wieder 

von den CID-Leuten behelligt worden. 

Nach der Ermordung der Studenten K._______ und L._______ am (…) in 

B._______ hätten die CID-Leute ihm gesagt, er werde genauso enden wie 

K._______. Dieser sei ein (…) gewesen und er habe ihn noch eine Woche 

vor seinem Tod getroffen. Gegenüber dem CID habe er gesagt, er kenne 

K._______ nur von (…) und habe politisch nichts mit ihm zu tun gehabt. 

Seit der Ermordung von K._______ habe er Angst gehabt, weshalb er sich 

nach E._______ begeben und dort bei einer Tante bis zur Ausreise ver-

steckt habe.  

Im Rahmen der Anhörung am 19. August 2019 erklärte der Beschwerde-

führer, sein Vater sei nach seiner Ausreise einige Male von Leuten des CID 

aufgesucht worden. Der Vater habe den CID-Leuten jeweils Geld gegeben, 

um sie zu beruhigen. Bei den Behelligungen sei es wieder darum gegan-

gen, was der Onkel mache, welche Kontakte bestehen würden und was 

geplant sei. 

Schliesslich habe er Sri Lanka verlassen, weil er verdächtigt worden sei 

und der CID ihn bedroht habe, dies wegen dem Fall von F._______, dem 

Laden des Onkels und weil sein ehemaliger (…) K._______ erschossen 

worden sei und der CID auch ihm das gleiche Schicksal angedroht habe. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer seine Identitätskarte, sei-

nen sri-lankischen Führerschein, Kopien des Geburtsscheins und seiner 

Heiratsurkunde, ein Formular der Polizei («Message form») sowie Fotogra-

phien des zerstörten Ladens seines Onkels ein.  

C.  

Mit Verfügung vom 10. Januar 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung und ordnete den Vollzug 

an. 

D.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Februar 

2020 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragt die Rückweisung 

der Verfügung vom 10. Januar 2020 an die Vorinstanz wegen Verletzung 

des Anspruchs auf das rechtliche Gehör, eventualiter wegen Verletzung 

der Begründungspflicht sowie zwecks Feststellung des vollständigen und 

richtigen Sachverhalts. Eventualiter sei er als Flüchtling anzuerkennen und 

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es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter seien die Dispo-

sitivziffern vier und fünf der vorinstanzlichen Verfügung aufzuheben und die 

Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs festzustellen. Zudem wurde die unverzügliche Bekanntgabe des 

Spruchgremiums sowie die Bestätigung verlangt, dass dieses zufällig zu-

sammengesetzt worden sei. 

Mit der Beschwerdeeingabe reichte der Beschwerdeführer ein Rechtsgut-

achten von Prof. Walter Kälin vom 23. Februar 2014, eine Medienmitteilung 

des SEM vom 26. Mai 2014 betreffend die Berichte zur Verhaftung von 

zwei Asylsuchenden in Sri Lanka, eine Eingabe des International Truth and 

Justice Project (ITJP) an den UN-Ausschuss zur Verhütung der Folter 

(Commitee against Torture, CPT) vom 16. Oktober 2016, eine Eingabe der 

Organisation Freedom from Torture vom 12. Oktober 2016 sowie eine CD-

Rom ein, auf der sich nebst den genannten Beweismitteln zahlreiche Be-

richte/Zeitungsartikel zur allgemeinen Lage in Sri Lanka, das Lagebild der 

Vorinstanz vom 16. August 2016 mit durch den Rechtsvertreter geschwärz-

ten Stellen sowie eine vom Rechtsvertreter zusammengestellte Sammlung 

von Länderinformationen zu Sri Lanka (Stand 12. Februar 2020) mit 482 

Beilagen befinden. Ausserdem legte er einen von seinem Rechtsvertreter 

verfassten «Sri Lanka – Bericht zur aktuellen Lage» vom 23. Januar 2020 

ins Recht (Beilage 6).  

E.  

Am 26. Februar 2020 gab die Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer 

das voraussichtliche Spruchgremium bekannt. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2020 verzichtete die Instruktionsrich-

terin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die Vorinstanz zur 

Vernehmlassung ein, insbesondere zum Vorbringen, dass sich die Sicher-

heitslage nach der Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 16. November 2019 

zum Präsidenten Sri Lankas und der Einsetzung seines Bruders als Pre-

mierminister verschärft habe. Ferner wurde das SEM um eine Stellung-

nahme gebeten betreffend die diplomatische Krise zwischen der Schweiz 

und Sri Lanka, die sich unter anderem in der Festhaltung und Entführung 

einer einheimischen Mitarbeiterin der Schweizer Vertretung in Colombo 

manifestiert hatte. 

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Seite 6 

G.   

Mit Vernehmlassung vom 19. März 2020 äusserte sich das SEM zur Be-

schwerdeschrift und zu den aufgeworfenen Fragen. Gemäss Auskünften 

der Botschaft in Colombo gebe es keine Hinweise dafür, dass abgewiesene 

Asylsuchende infolge des Vorfalls auf der Schweizer Vertretung bei der 

Rückkehr aus der Schweiz einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären.  

H.  

In der Replik vom 6. April 2020 stellte der Beschwerdeführer die Normali-

sierung der Beziehungen Schweiz-Sri Lanka in Frage und zweifelte die 

Darstellung des SEM betreffend die Auswertung des Mobiltelefons an. So-

dann reichte er eine aktualisierte Dokumentation betreffend die Lage in Sri 

Lanka sowie eine CD-Rom mit 58 Beweismitteln zu den Akten.  

I.  

Die Instruktionsrichterin ersuchte die Vorinstanz mit Zwischenverfügung 

vom 24. April 2020 erneut um Stellungnahme und lud das SEM ein, anhand 

einer Auswertung der öffentlichen Quellen darzulegen, welchen Verlauf 

das Strafverfahren der Botschaftsmitarbeiterin nehme und welche politi-

schen Folgen sich aus diesem Verfahren ergeben hätten. Ferner bat sie 

um Beantwortung der noch offenen Fragen im Zusammenhang mit dem 

Mobiltelefon der Botschaftsmitarbeiterin.  

J.  

Diesem Ersuchen kam das SEM mit der Duplik vom 6. Mai 2020 nach und 

hielt fest, zu keinem Zeitpunkt hätten sich Daten von Asylsuchenden auf 

dem Mobiltelefon der Botschaftsmitarbeiterin befunden.  

K.  

Die Instruktionsrichterin übermittelte dem Beschwerdeführer die Duplik des 

SEM am 11. Mai 2020 zur Kenntnis. 

L.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2020 beantragte der Beschwerdeführer um An-

setzung einer Frist zur Einreichung einer Duplik.  

M.  

Diesen Antrag lehnte die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 

18. Mai 2020 unter Verweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ab. 

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Seite 7 

N.  

In der Eingabe vom 19. Mai 2020 hielt der Beschwerdeführer weiter an 

seinem Standpunkt fest. 

O.  

Infolge der Wahl der bisherigen Gerichtsschreiberin zur Richterin wurde 

das vorliegende Verfahren auf Gerichtsschreiber Olivier Gloor übertragen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-

deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

– unter nachstehendem Vorbehalt – einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Nicht einzutreten ist auf den Antrag, es sei die Zufälligkeit der Spruch-

körperbildung zu bestätigen beziehungsweise es seien die konkreten Aus-

wahlkriterien bekannt zu geben (vgl. Teilurteil des BVGer […] vom 2. Mai 

2018 E. 4.2 f.).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).  

4.  

4.1 Zur Begründung des Asylentscheids führte die Vorinstanz aus, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers seien weder glaubhaft noch asylrelevant. 

Er habe sich anlässlich der Befragungen in mehrere, teilweise grundle-

gende Widersprüche verstrickt, welche nicht nur die Abläufe rund um das 

Betreiben des Ladens des Onkels und die Verhöre durch den CID beträfen, 

sondern auch die Frage, wie er den Brief der Polizei erhalten und wem der 

Onkel mitgeteilt habe, dass er in der Schweiz sei. Ferner habe er den Dia-

log mit seinem (…) K._______ in der ersten Anhörung vom 19. August 

2019 viel weniger detailliert widergegeben als in der Anhörung vom 

23. September 2019, was den Schluss nahelege, dass er die von ihm wie-

dergegebenen Dialoge beliebig der Situation anzupassen scheine. Un-

wahrscheinlich sei angesichts der politischen Situation und des Verhaltens 

der sri-lankischen Behörden, dass er – wie in der zweiten Anhörung be-

hauptet – gegenüber dem CID in Bezug auf seine Gespräche mit 

K._______ Bemerkungen betreffend eine fehlende Führung der Tamilen 

und der Zustände im Staat gemacht haben wolle. Obwohl seine Schilde-

rungen der Ereignisse sehr umfangreich ausgefallen seien, fehle es diesen 

an Substanz, Originalität und Präzision sowie an der zu erwartenden 

Dichte von Realkennzeichen. Dies gelte für alle Bereiche der Fluchtge-

schichte gleichermassen, sowohl für die Ereignisse betreffend die De-

monstration, als auch für die geltend gemachte Reflexverfolgung aufgrund 

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der Aktivitäten des Onkels sowie für die Bedrohung aufgrund der Bekannt-

schaft mit dem ermordeten Studenten K._______. Das SEM gehe deshalb 

davon aus, dass der Beschwerdeführer um die drei allgemein oder ihm 

persönlich bekannten Ereignisse einen Sachverhalt und eine Begründung 

für sein Asylgesuch konstruiert habe.  

Zu den Beweismitteln hielt das SEM fest, dass beim Meldeformular der 

Polizei («Message form») erstaune, dass der Beschwerdeführer ein Origi-

nal dieser innerpolizeilichen Nachricht vorlegen könne, sei doch zu erwar-

ten, dass er nur eine Kopie oder einen Durchschlag erhalten haben würde. 

Bemerkenswert sei ferner, dass sich der Inhalt nicht nur an den Polizeichef 

des Empfängerpostens richte, sondern auch direkte Anweisungen an den 

Beschwerdeführer selbst enthalte. Diese Auffälligkeiten sprächen gegen 

die Echtheit des Dokuments; überdies seien entsprechende Dokumente 

käuflich, leicht zu manipulieren und zu fälschen. Auch die vorgelegten Fo-

tos seien ungeeignet, um Auskunft über die geltend gemachte Verfolgung 

zu geben: Sie könnten in irgendeinem Zusammenhang, an irgendeinem 

Ort und zu irgendeiner Zeit aufgenommen worden sein. Zudem erscheine 

es unwahrscheinlich, dass der Bruder des Beschwerdeführers im Beisein 

der Beamten diese hätte fotografieren dürfen, insbesondere, wenn einer 

dieser Beamten im Auftrag des CID gearbeitet haben solle.  

Auch betreffend die übrigen Vorbringen sei eine zukünftige Verfolgungsge-

fahr im Falle einer Rückkehr zu verneinen. Der Beschwerdeführer habe 

nicht glaubhaft darzulegen vermocht, vor seiner Ausreise Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Allfällige, im Zeitpunkt der Aus-

reise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse 

seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei aufgrund 

der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nunmehr in 

den Fokus der Behörden geraten und verfolgt werden könnte.  

Rückkehrer, welche illegal aus Sri Lanka ausgereist seien, über keine gül-

tigen Identitätsdokumente verfügen würden, im Ausland ein Asylverfahren 

durchlaufen hätten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen 

zu ihrem Hintergrund befragt. Diese Befragung allein und das allfällige Er-

öffnen eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise stelle keine asylre-

levante Verfolgungsmassnahme dar. Regelmässig würden Rückkehrer 

auch am Herkunftsort zwecks Registrierung, Erfassung der Identität, bis 

hin zur Überwachung der Aktivitäten der Person, befragt. Auch diese Kon-

trollmassnahmen würden grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an-

nehmen.  

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Zum heutigen Zeitpunkt bestehe ferner kein Grund zur Annahme, dass seit 

dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv ei-

ner Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Dem Beschwerdeführer gelinge 

es nicht, eine Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden glaubhaft dar-

zulegen. Zudem bestehe kein persönlicher Bezug des Beschwerdeführers 

zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-

gen.  

Insgesamt sei nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer auf-

grund der aktuellen Lage in Sri Lanka bei einer Rückkehr asylrelevante 

Nachteile drohen würden. Daran vermöchten auch die Asylakten des On-

kels nichts zu ändern. 

4.2 Auf Beschwerdeebene macht der Beschwerdeführer geltend, das SEM 

habe die Verfolgungsgeschichte seines Onkels, die eng mit seinen eigenen 

Vorbringen verknüpft sei, weder im Zusammenhang mit der Glaubhaftig-

keitsprüfung noch als Risikofaktor berücksichtigt, obwohl die Verfolgung 

des Onkels im Kern auch der Auslöser für die behördliche Repressalien 

gegen ihn gewesen sei und anerkannt sei, dass familiäre Beziehungen zu 

(ehemaligen) Mitgliedern und Anhängern der LTTE einen der Hauptrisiko-

faktoren darstelle, weshalb in seinem Fall vom Vorliegen gewichtiger Risi-

kofaktoren auszugehen sei. Der Onkel habe in der Schweiz Asyl erhalten, 

dessen Fluchtgründe stünden in direktem Zusammenhang mit den seinen.  

Angesichts der aktuellen Entwicklungen nach der Wahl von Gotabaya 

Rajapaksa und der deutlichen Verschärfung der Situation der tamilischen 

Bevölkerung sowie die Zunahme der Repressionen gegen als regierungs-

kritisch wahrgenommene Personen, müsse davon ausgegangen werden, 

dass den sri-lankischen Behörden seine Verbindung zu seinem Onkel be-

kannt sei, weshalb auch er bei den Behörden im Verdacht stehe, sich am 

Widerbeleben des tamilischen Separatismus zu beteiligen. Das SEM habe 

diese Faktoren nicht in seine Prüfung einbezogen und dadurch den rechts-

erheblichen Sachverhalt nur ungenügend erstellt.  

Des Weiteren sei er exilpolitisch aktiv; er nehme regelmässig am «Heroes-

Day» in M._______ teil, was er durch noch nachzureichende Beweise zu 

belegen vermöchte. Auch weil er gemäss eigenen Angaben schon früher 

von der Polizei festgehalten worden sei, sei nicht auszuschliessen, dass 

sich sein Name auf einer «Stop-List» befinde. Das SEM habe diesbezüg-

lich keine Abklärungen vorgenommen und somit das rechtliche Gehör ver-

letzt. Es habe ferner seinen Gesundheitszustand nicht abgeklärt, obwohl 

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er darauf hingewiesen habe, dass er von den Misshandlungen eine Narbe 

trage und unter Rückenschmerzen leide. Diesbezüglich sei ihm eine ange-

messene Frist zur Vorlage eines Arztberichts einzuräumen. 

Das SEM habe auch in Bezug auf den Aspekt «Rückkehr aus der Schweiz» 

nur eine ungenügende Abklärung vorgenommen. Seit der Machtüber-

nahme von Gotabaya Rajapaksa und dessen Absicht, auch zurückliegende 

LTTE-Aktivitäten systematisch zu verfolgen, habe sich das asylrelevante 

Verfolgungsrisiko für Personen wie ihn – der sich seit mehreren Jahren in 

der Schweiz aufhalte – gravierend erhöht. Gerade Rückkehrende aus der 

Schweiz seien angesichts der jüngsten Entwicklungen – die auch zu einer 

Entführung einer Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft führten –, beson-

ders gefährdet, und stünden im Fokus der Behörden. In diesem Zusam-

menhang werde der Antrag gestellt, es sei abzuklären, ob sich Daten des 

Beschwerdeführers auf dem konfiszierten Mobiltelefon der Botschaftsmit-

arbeiterin befänden. 

In der Beschwerde wird des Weiteren ausgeführt, die Würdigung der vor-

gelegten Beweismittel sei nicht angemessen erfolgt, vielmehr habe das 

SEM den Beweisen pauschal die Eignung abgesprochen und sich von ei-

genen spekulativen Fehlschlüssen leiten lassen. Die Aussagen des Onkels 

des Beschwerdeführers in dessen Anhörung stimmten jedoch mit den 

durch die Fotos belegten Vorgängen überein.  

4.3 In der Stellungnahme vom 19. März 2020 führt das SEM aus, gemäss 

Auskunft der Botschaft in Colombo habe der Vorfall betreffend die Entfüh-

rung der Botschaftsmitarbeiterin zwar zunächst die diplomatischen Bezie-

hungen zwischen der Schweiz und Sri Lanka belastet, mittlerweile hätten 

sich die Beziehungen jedoch weitestgehend normalisiert. Das nach dem 

Vorfall eröffnete Strafverfahren richte sich ausschliesslich gegen die lokale 

Mitarbeiterin. Die seit dem Vorfall erfolgten Rückführungen nach Sri Lanka 

seien reibungslos durchgeführt worden, es gebe keine Hinweise, dass in-

folge des Vorfalls auf der Schweizer Vertretung abgewiesene Asylsu-

chende bei der Rückkehr aus der Schweiz einer Verfolgungsgefahr ausge-

setzt wären. Betreffend die Handydaten der entführten Botschaftsmitarbei-

terin habe die Schweizer Botschaft in Colombo dem SEM versichert, dass 

alle Massnahmen zur vertraulichen Behandlung von Botschaftsanfragen 

getroffen worden seien und sich keine vertraulichen Informationen, inklu-

sive über sich in der Schweiz befindende Asylsuchende, auf den privaten 

Mobiltelefonen der lokalen Botschaftsangestellten befänden. Dies sei auch 

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bei der entführten Mitarbeiterin der Fall gewesen. Zum exilpolitischen En-

gagement des Beschwerdeführers hielt das SEM fest, ein solches habe er 

– auch auf Nachfrage – im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens nicht 

vorgetragen. 

4.4 In der Replik vom 6. April 2020 führt der Beschwerdeführer aus, das 

SEM habe sich nicht zum Vorwurf der mangelhaften Würdigung der aktu-

ellen Ländersituation geäussert. Er stellte auch weiterhin die Normalisie-

rung der Beziehungen Schweiz-Sri Lanka in Frage. Tatsächlich seien seit 

November 2019 kaum noch zwangsweise Rückführungen nach Colombo 

durchgeführt worden. Betreffend die Daten auf dem Mobiltelefon könne es 

sich wohl angesichts der Auskünfte des SEM nicht um das Diensthandy, 

sondern nur um ein privat genutztes Gerät gehandelt haben. Gemäss In-

formationen in sri-lankischen Medien habe die Botschaftsmitarbeiterin mit 

diesem Mobiltelefon mit den früheren Chef N._______ sowie (…) Kontakt 

gehabt; es sei davon auszugehen, dass sich auf ihrem privaten Mobiltele-

fon keine vertraulichen Daten befunden hätten, sondern auf dem der 

Schweizer Botschaft gehörenden Mobiltelefon, welches die Botschaftsan-

gestellte bewiesenermassen genutzt habe. Deshalb hätte sich das SEM 

auch zu den Daten auf dem Diensthandy der Botschaftsmitarbeiterin äus-

sern müssen, um mögliche Gefährdungen von Asylsuchenden auszu-

schliessen.  

4.5 Im Rahmen der Duplik vom 6. Mai 2020 legte das SEM den Verlauf des 

Strafverfahrens der Botschaftsmitarbeiterin unter Zuhilfenahme öffentlich 

verfügbarer Quellen dar und führte aus, dass die Botschaftsmitarbeiterin 

Ende Dezember 2019 auf Kaution und unter Verhängung einer Ausreise-

sperre freigelassen worden sei. Die Schweiz und Sri Lanka hätten darauf-

hin gleichzeitig eine diplomatische Note der Schweiz veröffentlicht, in wel-

cher der Wille einer Normalisierung der Beziehungen unterstrichen und mit 

der das Ende der diplomatischen Krise eingeläutet worden sei. Im Dezem-

ber 2019 habe Präsident Gotabaya Rajapaksa verlauten lassen, dass die 

Schweiz und die Schweizer Vertretung in Sri Lanka nichts mit den Vorwür-

fen, mit welchen sich die Botschaftsmitarbeiterin konfrontiert sehe, zu tun 

habe. Es handle sich um ein Strafverfahren betreffend diese Person, wel-

ches von den zuständigen Justizbehörden untersucht und beurteilt werde.  

Die betroffene Botschaftsmitarbeiterin habe des Weiteren nie Zugang zu 

einem Diensttelefon gehabt, im Gerichtsverfahren sei es ausschliesslich 

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und immer um ihr privates Telefon gegangen. Zu den vom Beschwerdefüh-

rer erwähnten Kontakten sei festzuhalten, dass diese Information von den 

Medien nicht korrekt weitergegeben worden sei.  

4.6 In der weiteren Eingabe vom 19. Mai 2020 hielt der Beschwerdeführer 

daran fest, dass die Beziehungen Schweiz-Sri Lanka sich keineswegs nor-

malisiert hätten; noch immer sei von einer nur eingeschränkten Handlungs-

fähigkeit der Schweizer Botschaft in Colombo auszugehen; die Lage be-

treffend Rückführungen habe sich nicht normalisiert. Bedenklich sei über-

dies, dass die von der neuen Regierung eingeführte Behördenstruktur dem 

sri-lankischen Militär nun den Zugriff auf Daten ermögliche, welche im Rah-

men des Migrationsabkommen Schweiz-Sri Lanka gesammelt würden. Un-

ter diesen Umständen sei fraglich, ob die Schweizer Behörden ihren Ver-

pflichtungen zum Schutz von rückzuübernehmenden Personen überhaupt 

noch genügend nachkommen könnten. Zu den Vorfällen mit der Bot-

schaftsmitarbeiterin erklärte er, dass sein Rechtsvertreter Kenntnis von 

verschiedenen Personen habe, die von der besagten Botschaftsmitarbei-

terin aufgesucht worden seien und/oder mit ihr in telefonischem Kontakt 

gestanden hätten. Es gebe Hinweise, dass die Botschaftsmitarbeiterin 

auch in Abklärungen betreffend Asylantragstellende involviert gewesen sei, 

was das SEM – informell – in einem Asylverfahren bestätigt habe. Die Ak-

ten dieses Verfahrens (N [...]) seien ausdrücklich beizuziehen. 

5.   

Der Beschwerdeführer erhebt in der Rechtsmitteleingabe vorab verschie-

dene formelle Rügen, namentlich die Verletzung des Anspruchs auf recht-

liches Gehör inklusive Verletzung der Begründungspflicht sowie eine un-

vollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. 

Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kas-

sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

E-964/2020 

Seite 14 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).  

5.2 Der Beschwerdeführer erblickt eine Gehörsverletzung darin, dass der 

Sachbearbeiter sich in der angefochtenen Verfügung fast ausschliesslich 

auf angebliche Widersprüche und Spitzfindigkeiten in seinen Aussagen 

zwischen der BzP und der Anhörung beziehe, wobei diese drei Jahre aus-

einandergelegen hätten. Das SEM sei nicht gewillt gewesen, sich mit den 

Aussagen vertieft auseinander zu setzen. Dies zeige sich auch an der man-

gelhaften Berücksichtigung der angeblich beigezogenen Akten des Onkels. 

In einem Rechtsgutachten zur Praxis der Vorinstanz in Bezug auf Sri Lanka 

vom 24. März 2014 sei unter anderem die Empfehlung ausgesprochen 

worden, die zeitliche Nähe zwischen Befragung zur Person und Anhörung 

zu wahren. Das SEM wiederum habe in der Folge in einer Medienmitteilung 

vom 26. Mai 2014 versprochen, dieser Empfehlung zu folgen. Der Um-

stand, dass das SEM dies vorliegend missachtet habe, sei dem Beschwer-

deführer zum Nachteil gereicht. 

Die Argumentation des Beschwerdeführers verfängt nicht, da er die Frage 

der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der 

rechtlichen Würdigung vermengt. Die Auseinandersetzung mit den von der 

Vorinstanz geltend gemachten Widersprüchen ist Teil der materiellen Prü-

fung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen.  

Des Weiteren ist festzuhalten, dass sich aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör keine zeitlichen Vorgaben für die Vorinstanz ergeben (vgl. etwa Ur-

teile des BVGer E-4282/2018 vom 4. März 2020 E. 4.3.4 und E-4679/2018 

vom 31. Januar 2020 E. 3.5). Bei dem vom Beschwerdeführer zitierten 

Rechtsgutachten handelt es sich lediglich um eine Empfehlung von Prof. 

Dr. Walter Kälin an das SEM, aus welcher der Beschwerdeführer keine An-

sprüche ableiten kann. Dasselbe gilt für die Medienmitteilung des SEM 

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-4282/2018
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-4679/2018

E-964/2020 

Seite 15 

vom 26. Mai 2014. Der Länge des zwischen Befragung und Anhörung ver-

strichenen Zeitraums ist indes bei der Würdigung der Aussagen Rechnung 

zu tragen.  

5.3 Die weitere Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs begründet der 

Beschwerdeführer mit dem Erlass der Verfügung durch eine andere Per-

son als diejenige, welche die Anhörung durchgeführt habe. Dadurch habe 

die Vorinstanz das Gutachten von Prof. Dr. Walter Kälin missachtet.  

Auch in diesem Punkt gilt, dass das zitierte Rechtsgutachten lediglich Emp-

fehlungen an das SEM enthält, aus welchen der Beschwerdeführer keine 

Ansprüche ableiten kann. Dasselbe gilt für die Medienmitteilung des SEM 

vom 26. Mai 2014. Überdies ist nicht ersichtlich, inwiefern ihm aus der Be-

handlung seines Falles durch verschiedene Personen ein Nachteil entstan-

den sein soll. Solches substantiiert er denn auch nicht. Die Rüge geht somit 

fehl. 

5.4 Weiter macht der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit individuel-

len Asylgründen sowie der Einschätzung der länderspezifischen Lage in 

Sri Lanka und der Quellenverwendung durch die Vorinstanz eine unvoll-

ständige und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend.  

Hierzu ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die individuellen Asylgründe 

genügend abgeklärt hat. Aus der Verfügung geht hervor, dass der Be-

schwerdeführer in B.______ gelebt hat und dass sein Onkel wegen seiner 

LTTE-Vergangenheit und Problemen mit dem CID in die Schweiz flüchtete, 

wo er inzwischen Asyl erhalten hat. Das SEM hat diesen Aspekt zwar nicht 

vertieft. Indes geht aus dem angefochtenen Entscheid hervor, weshalb es 

nicht davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit 

den Asylvorbringen seines Onkels von Reflexverfolgung bedroht ist. Soweit 

das SEM zu einer anderen Beurteilung der Asylvorbringen gelangt als der 

Beschwerdeführer, kann dies einer mangelhaften Sachverhaltserstellung 

nicht gleichgesetzt werden. Zum Vorbringen des exilpolitischen Engage-

ments ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer solches erstmals in der 

Beschwerde vorbrachte (vgl. act. A25/15 F39-41) und auch an dieser Stelle 

nur sehr vage Angaben macht. Zudem ist er den Beweis für exilpolitische 

Aktivitäten in der Schweiz bisher schuldig geblieben. Dieser Einwand kann 

somit nicht gehört werden. Zu den Gesundheitsproblemen ist festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer in der BzP angab, Rückenschmerzen zu ha-

ben, und im Rahmen der Anhörung erklärte, vom Schlag mit einer Waffe 

(…) sei eine Narbe zurückgeblieben (vgl. act. A24/15 F51). Ansonsten 

E-964/2020 

Seite 16 

machte er keine gesundheitlichen Leiden geltend (vgl. act. A24/15 F3-7). 

Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, weshalb das SEM weitere Abklä-

rungen zum Gesundheitszustand hätte vornehmen müssen. Im Übrigen ist 

auf die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG zu verweisen, in deren Rah-

men es dem Beschwerdeführer obliegt, relevante Arztdokumente einzu-

reichen und ihm dazu während des Asylverfahrens genügend Zeit zur Ver-

fügung gestanden hat. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat auf 

Beschwerdeebene keine entsprechenden Beweismittel eingereicht.  

5.5 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen sind die Beweisanträge 

(Abklärung des Gesundheitszustandes von Amtes wegen und Ansetzung 

einer Frist zur Beibringung eines ärztlichen Berichts und von Beweismitteln 

zu Verwandten des Beschwerdeführers und deren Verbindungen zu den 

LTTE) abzuweisen. 

5.6 Die Vorinstanz setzte sich sodann mit der aktuellen Lage in Sri Lanka 

auseinander und berücksichtigte die Situation seit dem Regierungswech-

sel im November 2019 und dessen Folgen für die tamilische Bevölkerung. 

Allein der Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka 

einer anderen Linie folgt als vom Beschwerdeführer vertreten, und sie aus 

sachlichen Gründen zu einer anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, 

spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. 

5.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die formellen Rügen als 

unbegründet erweisen, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache 

aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer stellt für den Fall einer materiellen Beurteilung 

seiner Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht verschiedene 

Beweisanträge. 

 

6.1.1 Der Beschwerdeführer beantragt, sein Gesundheitszustand sei fach-

ärztlich abzuklären. Nach der Abklärung sei eine Frist zur Nachreichung 

eines Arztberichts einzuräumen und er sei durch das Bundesverwaltungs-

gericht unter Beachtung seines Gesundheitszustandes erneut anzuhören.  

 

Angesichts der vorliegenden Akten sieht sich das Bundesverwaltungsge-

richt nicht veranlasst, einen Bericht zum Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers einzuholen oder ihn erneut anzuhören. Diesbezüglich 

E-964/2020 

Seite 17 

kann auf das in den vorstehenden Erwägungen Gesagte verwiesen wer-

den, wonach der Beschwerdeführer im Verlauf des erstinstanzlichen Ver-

fahrens keine gravierenden gesundheitlichen Probleme geltend gemacht 

oder Arztberichte eingereicht hat und es ihm im Rahmen seiner Mitwir-

kungspflicht (Art. 8 AsylG) oblegen hätte, einen Arztbericht beizubringen. 

In der Beschwerde wird des Weiteren auch keine Begründung dafür ange-

führt, weshalb er erneut angehört werden sollte. Die entsprechenden An-

träge sind abzuweisen. 

6.1.2 Auch der Antrag auf Befragung des Onkels O._______ als Zeuge ist 

abzuweisen; das Bundesverwaltungsgericht berücksichtigt die Akten aus 

dessen Verfahren von Amtes wegen.  

 

6.1.3 Was den Antrag auf Fristansetzung zur Beibringung von Gerichtsak-

ten aus dem Strafverfahren in Sri Lanka belangt, ist auch diesbezüglich auf 

die Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers gemäss Art. 8 AsylG hinzu-

weisen. Im Übrigen hatte er seit Einreichung des Asylgesuchs im Novem-

ber 2016 hinreichend Zeit, entsprechende Unterlagen einzureichen. Der 

Antrag ist daher abzuweisen. 

 

6.1.4 Zum Antrag betreffend die Abklärung, ob sich unter den erpressten 

Handy-Daten im Zusammenhang mit der Entführung der einheimischen 

Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft in Colombo auch der Name des Be-

schwerdeführers zu finden sei und ob sich allgemein Daten von Asylsu-

chenden in der Schweiz auf dem Mobiltelefon der Botschaftsmitarbeiterin 

befunden hätten, ist vorab auf die Ausführungen im Rahmen der mehreren 

Schriftenwechsel zwischen dem Gericht und dem SEM zu verweisen. So-

dann ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben nicht 

substanziiert dargelegt hat , in Verbindung zu dieser Botschaftsmitarbeite-

rin gestanden zu haben. Er hat auch nicht vorgetragen, sich um die Ertei-

lung eines humanitären Visums bei der Schweizer Vertretung in Colombo 

bemüht zu haben. In der Anhörung erklärte der Beschwerdeführer, der 

Schlepper habe alles für ihn erledigt, er habe ihm einen Pass beschafft, er 

selbst habe nur ein Foto abgeben müssen (vgl. act. A26/9 F19–20). Aus 

den Aussagen des Beschwerdeführers ergeben sich keinerlei Anhalts-

punkte, dass er überhaupt in Kontakt mit der Botschaft in Colombo gestan-

den haben könnte. Unter diesen Umständen ist nicht vorstellbar, dass sich 

Daten auf dem Mobiltelefon der Botschaftsmitarbeiterin befunden haben 

könnten, welche Rückschlüsse auf den Beschwerdeführer zulassen wür-

den. Der Antrag ist daher abzulehnen. 

 

E-964/2020 

Seite 18 

6.1.5 Der Antrag betreffend die Offenlegung der Quellen, auf welche das 

SEM seine Beurteilung abstütze, ist ebenfalls abzuweisen (vgl. etwa Urteil 

des BVGer D-4547/2017 vom 26. August 2019 E. 5.7). 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe den Massstab des 

Glaubhaftmachens gemäss Art. 7 AsylG nicht richtig angewendet und ihn 

zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt, mithin Bundesrecht verletzt. 

7.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 

2011/51 E. 6.1 m.w.H.). Dabei genügt es nicht, dass diese Furcht lediglich 

mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später möglich-

erweise ereignen könnten, begründet wird. Es müssen hinreichende An-

haltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem 

Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Ent-

schluss zur Flucht hervorrufen würden. Diese objektivierte Betrachtungs-

weise ist zusätzlich durch das von der betroffenen Person bereits Erlebte 

und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. 

Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, hat ob-

jektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht (vgl. BVGE 

2010/9 E. 5.2; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 6.a; 2005 Nr. 21 E. 7.1).  

7.3 Die erlittene Verfolgung beziehungsweise begründete Furcht vor künf-

tiger Verfolgung muss sodann sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt 

des Asylentscheids noch aktuell sein.  

7.4 Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass der Beschwerdeführer be-

stimmte Aspekte seiner Vorbringen nicht glaubhaft machen konnte im 

Sinne des Art. 7 AsylG.  

7.4.1 Dies gilt zunächst für den angeblich ersten Kontakt mit der Polizei 

anlässlich der Demonstration vor dem (…)gebäude von B._______ im (…) 

20(…). Die Angaben des Beschwerdeführers zu diesem Vorfall sind vage 

http://links.weblaw.ch/BVGer-D-4547/2017
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/51
http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/51
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/9
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/9
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/1

E-964/2020 

Seite 19 

sowie unpräzise und es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass nicht klar 

wird, aus welchen Beweggründen der Beschwerdeführer sich überhaupt in 

die Nähe der Demonstration begeben hat und weshalb er nicht mit seinem 

Motorrad weiterfuhr, sobald er bemerkte, dass die Polizei gewaltsam ge-

gen die Demonstranten vorging, um die Kundgebungen aufzulösen. Die 

entsprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid überzeugen. 

Darüber hinaus fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer zu diesem 

Vorfall, dessentwegen er gemäss seinen Angaben drei Anklagen zu ge-

wärtigen hatte, keinerlei Dokumente vorgelegt hat, obwohl «der (…) invol-

viert war» und eine Fallnummer vergeben worden sei und er einen Anwalt 

kontaktiert habe (vgl. act. A24/15 F49, S. 7). Es wäre zu erwarten gewesen, 

dass er die angeblichen Anschuldigungen wegen Demonstration und 

Sachbeschädigung hätte dokumentieren können, zumal gemäss seinen 

Angaben die Ermittlung gegen ihn eingestellt wurde, ansonsten ihm sein 

Motorrad nicht wieder ausgehändigt worden wäre (vgl. act. A24/15 F49, S. 

7, «dass die Fahrzeuge von Personen, die nicht involviert sind, wieder frei-

gegeben werden»). Die Erklärungen im Rahmen der Beschwerde sind 

nicht geeignet, die Unglaubhaftigkeit dieses Vorbringens zu widerlegen.  

7.4.2 Betreffend das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei vom CID ein-

geschüchtert worden, da er Freund des am (…) erschossenen Studenten 

K._______ gewesen sei (vgl. act. A24/15 F52, 53), ist festzuhalten, dass 

es auch dem Gericht zweifelhaft erscheint, wenn der Beschwerdeführer 

gegenüber dem CID im Verhör freimütig politisch motivierte Aussagen von 

K._______ über das Schicksal verschwundener Personen oder die tamili-

sche Minderheit zugegeben haben will (vgl. act. A26/9 F11). Dies erstaunt 

umso mehr, als der Beschwerdeführer selbst nach eigenen Angaben vor-

her bereits zwei Mal durch den CID verhört und misshandelt worden sein 

soll und durch entsprechende Aussagen betreffend die Beziehung zu 

K._______ dem CID Anlass zu weiteren Nachforschungen in Hinblick auf 

seine Person gegeben hätte. Es ist dem SEM beizupflichten, dass es an-

gesichts der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Abläufe betreffend 

die Ermordung der Studenten K._______ und L._______ wenig plausibel 

erscheint, dass der CID bereits tags darauf gerade den Beschwerdeführer 

hätte aufsuchen sollen. Die Ausführungen im angefochtenen Entscheid, 

weshalb dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden kann, dass ein Ver-

hör im Zusammenhang mit der Ermordung von K._______ ihn letztlich zur 

Ausreise aus Sri Lanka bewegt haben sollte, erscheinen nachvollziehbar. 

Auch auf Beschwerdestufe konnte der Beschwerdeführer die betreffend 

diesen Sachverhaltsaspekt bestehenden Zweifel nicht ausräumen, die ent-

sprechenden Erläuterungen überzeugen nicht.  

E-964/2020 

Seite 20 

7.4.3 Betreffend die Aussagen des Beschwerdeführers zu einer erlittenen 

Reflexverfolgung im Zusammenhang mit seinem Onkel und dessen Prob-

lemen mit dem CID ergibt sich ein etwas differenzierteres Bild: Die Schil-

derungen des Beschwerdeführers betreffend die Ereignisse nach der Ab-

reise des Onkels stimmen mit den knappen Angaben des Onkels in dessen 

Asylverfahren überein. Der Onkel gab an, Sri Lanka am (…) verlassen zu 

haben (vgl. N [...], act. A5/12 F5.01), nachdem er am (…) 20(…) vom CID 

verhört worden war (vgl. N [...], act. A27/26 F50, S. 12 f., F52-60). In der 

Anhörung vom 6. Dezember 2016 erklärte der Onkel, er habe, nachdem er 

den Ausreiseentschluss gefasst und die Vorbereitungen getroffen hatte, 

seinen Laden in B.______ in die Obhut seines Neffen gegeben, der der 

Sohn seiner älteren Schwester sei. Er habe ihm gesagt, er müsse in Co-

lombo (…) kaufen, weil er nicht gewollt habe, dass jemand erfahre, dass 

er das Land verlassen wolle (vgl. N [...] a.a.O. F46). Er habe von seinem 

Neffen gehört, dass der CID den Laden geplündert habe. Der Laden sei 

geschlossen worden, wahrscheinlich durch den Neffen oder die Familie; 

das Ladenlokal sei nur gemietet gewesen (vgl. N [...] a.a.O. F47). Der Neffe 

habe ihm gesagt, er solle nicht mehr anrufen. Inzwischen habe er erfahren, 

dass sein älterer Neffe auch das Land verlassen habe, er wisse aber nicht 

wo dieser sich aufhalte (vgl. N [...] a.a.O. F46-49); diese Informationen gab 

auch der Beschwerdeführer zu Protokoll (vgl. act. A24/15 F50). Weiter gab 

der Onkel in seinem Asylverfahren zu Protokoll, nach seiner Ausreise habe 

der CID seinen Schwager (Vater des Beschwerdeführers, Anmerkung des 

Gerichts) nach seinem Verbleib befragt, die Angehörigen hätten geantwor-

tet, sie wüssten nicht, wo er sei. Bisher habe es noch keine Konsequenzen 

gegeben, die Verwandten seien beschimpft worden (vgl. N [...], a.a.O. F26 

f.). Im Rahmen seines Beschwerdeverfahrens reichte der Onkel als Be-

weismittel dieselben Fotos des Ladens ein, die auch der Beschwerdeführer 

vorgelegt hat (vgl. act. A23/1, Beweismittelverzeichnis, Nr. 2). Wie der On-

kel identifizierte der Beschwerdeführer den Beamten des CID als 

H._______ (vgl. Verfahren Onkel […], Beschwerdeakten Ziff. 7, Beilage 

47; betreffend den Beschwerdeführer, vgl. act. A26/9 F12). Der Beschwer-

deführer gab an verschiedenen Stellen an, dass es stets H._______ gewe-

sen sei, der ihn verhört und misshandelt habe (vgl. act. A24/15 F49, S. 8, 

«Und die Person mit der Glatze, die war dort (…)»; S. 10, Verweis auf Be-

weismittel 10; F50, «Der Mann in der Mitte, zwischen den zwei Leuten»; 

A26/9 F12, F39). Diese Angaben könnten darauf hindeuten, dass derselbe 

Beamte des CID erst den Onkel und später, nach dessen Ausreise, auch 

den Beschwerdeführer befragt haben könnte.  

E-964/2020 

Seite 21 

In diesem Zusammenhang erscheint überraschend, dass der Onkel in sei-

ner Anhörung am 6. Dezember 2016 keine Hinweise oder Bemerkungen 

über mögliche Repressalien des CID gegen seinen Neffen, dem Beschwer-

deführer, angeführt hat. Vielmehr gab er in der Anhörung an, er wisse nicht, 

wo sich der Neffe befinde (vgl. N [...], act. A27/26 F49). Demgegenüber hat 

der Beschwerdeführer in seiner nur kurz davor stattgefundenen BzP vom 

17. November 2016 den Onkel als «weitere Bezugsperson» in der Schweiz 

genannt (vgl. act. A6/13, F3.02). Im Rahmen der drei Jahre später stattge-

fundenen eigenen Anhörungen, machte er dann relativ unkonkrete Anga-

ben zu den Asylgründen des Onkels (vgl. diesbezüglich die Ausführungen 

im angefochtenen Entscheid, Ziff. II. 1, S. 6). Das SEM wertete dies als 

aussagetaktisches Verhalten: Der Beschwerdeführer habe vermeiden wol-

len, sich im Vergleich zum Onkel und dessen Aussagen in Widersprüch-

lichkeiten zu verstricken. Dies ist indes eine blosse Annahme seitens des 

SEM. Dennoch fällt auf, dass der Onkel gegenüber dem SEM keinerlei Re-

pressalien des CID gegen seinen Neffen erwähnt hat (vgl. N [...], act. 

A27/26 F49), obwohl seine Flucht nach Angaben des Beschwerdeführers 

ursächlich für die Behelligungen Seitens des CID gewesen sei. Die Anga-

ben dazu, was die Flucht für Konsequenzen für die im Land verbliebene 

Verwandtschaft hatte, namentlich für den Neffen, fallen sehr spärlich aus; 

mithin ist keine Rede davon, dass der Beschwerdeführer wie von ihm be-

hauptet intensiv von den Mitarbeitenden des CID befragt und misshandelt 

worden sei. Das Aussageverhalten des Onkels lässt Zweifel zu, ob der Be-

schwerdeführer tatsächlich wie behauptet aufgrund des Onkels Reflexver-

folgungshandlungen hat erleiden müssen. 

Betreffend den Vorhalt des SEM, der Beschwerdeführer habe seine Asyl-

vorbringen nicht genügend konkret geschildert, beziehungsweise fehle es 

an der individuellen Färbung und an Realkennzeichen, ist festzustellen, 

dass der Beschwerdeführer durchaus detailliert das Verhör sowie auch die 

Verhör-Methoden des CID schilderte (vgl. act. A24/15 F49) und gewisse 

Details auf Realkennzeichen hindeuten (vgl. die Bemerkung, es habe (…) 

und er habe (…) bekommen [vgl. act. A24/15 F49]). Andererseits wird für 

das Bundesverwaltungsgericht letztlich nicht schlüssig, weshalb die Flucht 

des Onkels für den Beschwerdeführer so gravierende Konsequenzen ge-

habt haben sollte, dass er (…) verhört und misshandelt worden wäre, er 

dem Onkel nach seiner Ankunft in der Schweiz diese wichtigen Tatsachen 

jedoch nicht mitgeteilt hat.  

E-964/2020 

Seite 22 

Beachtlich ist ferner, dass es wenig überzeugend erscheint, dass nur der 

Beschwerdeführer derart starke Repressalien wegen der Flucht des On-

kels hat erleiden müssen, sein jüngerer Bruder, der ebenfalls in die Ange-

legenheit involviert und im Laden des Onkel tätig war, und sogar die Fotos 

in Anwesenheit der Beamten des CID gemacht haben will, keine weiteren 

Behelligungen von Seiten des CID erfahren hat, sondern der CID nach der 

Flucht des Beschwerdeführers seine Nachforschungen angeblich auf den 

Vater konzentriert habe (vgl. act. 24/15, F10, F19 f., F24-27, F31; act 

A26/9, F6-8, F34-39). 

Das SEM hielt die Angaben des Beschwerdeführers ferner in wesentlichen 

Punkten für widersprüchlich. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist fest-

zuhalten, dass er, wie in der Beschwerde aufgezeigt, bestimmte Wider-

sprüchlichkeiten noch in der Anhörung aufzulösen vermochte. Teilweise 

erscheinen die im angefochtenen Entscheid als «gravierend» ausgemach-

ten Widersprüche (zum Beispiel die Frage, wer das Dokument der Polizei 

übergeben, beziehungsweise entgegengenommen hat, mit wem der Onkel 

telefonierte) dem Gericht weniger bedeutsam als dem SEM, insofern ist 

den Ausführungen in der Beschwerde beizupflichten. Zudem fällt zu Guns-

ten des Beschwerdeführers ins Gewicht, dass zwischen BzP und Anhörung 

der verhältnismässig lange Zeitabschnitt von drei Jahren liegt. Die in der 

Verfügung genannten Widersprüche alleine vermögen die Einschätzung 

des SEM betreffend die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen aus Sicht des 

Gerichts nicht zu begründen. 

7.4.4 Zum vorgelegten Polizei-Formular «Message-form», welches das 

SEM als gefälscht bezeichnete, insbesondere weil der Beschwerdeführer 

das Original einreichte und angeblich direkt angesprochen worden war, 

was unüblich sei, ist folgendes zu sagen: Nach Informationen des Bundes-

verwaltungsgericht müssen die Betroffenen nicht unbedingt (…) erhalten, 

es zirkulieren in den Medien auch Bilder von Originalen der Messageforms, 

die (…) und (…) sind (vgl. […]; alle besucht am 03.02.2022). Zudem ist 

festzuhalten, dass die Adressaten auf dem vom Beschwerdeführer vorge-

legten Beweismittel – (…) – die einzelnen Polizeidienststellen sind – vor-

liegend das (…) das sich an (…) von B._______ richtet. Auch der Umstand, 

dass dem Formular nicht zu entnehmen ist, (…), ist vergleichbar mit ande-

ren öffentlich zugänglichen Message-forms (vgl. […], besucht am 

03.02.2022). In den Berichten über die Police-Message-forms ist jeweils 

auch davon die Rede, dass (…) wird (vgl. […], abgerufen am 03.02.2022). 

Genau diesen Umstand hatte das SEM beim Beschwerdeführer moniert. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Police-Message-forms zwar 

E-964/2020 

Seite 23 

(…) sind, andererseits die vom SEM aufgrund seiner Erkenntnisse (…) ge-

genüber dem vom Beschwerdeführer vorgelegten Dokument (…), wie von 

der Vorinstanz behauptet. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Be-

schwerdeführer die Vorladung wie vorgelegt von der Polizei (…) erhalten 

hat.  

Zu den vorgelegten Fotos ist festzustellen, dass diese auch der Onkel des 

Beschwerdeführers in dessen Asylverfahren als Beweismittel eingereicht 

hat und diese stimmig in dessen Vorbringen ebenso wie in die des Be-

schwerdeführers einpassen. Im Verfahren des Onkels wurde zusätzlich ein 

Hinweis auf den genauen Standort des Ladenlokals gegeben (vgl. Verfah-

ren […], Beschwerdeakten Ziff. 7, Beilage 38). Angesichts der Glaubhaf-

tigkeit der Vorbringen des Onkels (vgl. Urteil […] vom […] 20[…] E. […]), 

geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass die Aufnahmen tat-

sächlich den Laden des Onkels zeigen. Allerdings erscheint in diesem Zu-

sammenhang wenig nachvollziehbar, dass der jüngere Bruder des Be-

schwerdeführers die «Aufräumaktion» des CID im Laden völlig unbehelligt 

hat dokumentieren können (vgl. act. A24/15, F10). Zu dieser Schlussfolge-

rung gelangte auch die Vorinstanz. 

7.4.5 Insgesamt lassen die Schilderungen des Beschwerdeführers betref-

fend die Verfolgungshandlungen, welche die Reflexverfolgung im Nach-

gang zur Flucht des Onkels begründen sollen, viele Fragen offen.  

Als glaubhaft gemacht erachtet das Gericht aber, dass der Beschwerde-

führer den Laden des Onkels in dessen Abwesenheit geführt hat, solange 

bis dieser vom CID geschlossen wurde. Ob es sich bei den Personen, wel-

che auf den Beweisfotos zu sehen sind, um den nämlichen Beamten des 

CID H._______ handelt, kann letztlich offenbleiben. Glaubhaft gemacht ist, 

dass der Laden geplündert und geschlossen wurde. In diesem Punkt sind 

die Schilderungen des Beschwerdeführers und seines Onkels stimmig. 

Fest steht für das Gericht auch, dass die sri-lankischen Sicherheitsbehör-

den nach der Ausreise des Onkels Nachforschungen unternommen haben 

und dabei auch die Familie des Beschwerdeführers behelligten. Ob der 

Beschwerdeführer tatsächlich (…) vom CID derart befragt und misshandelt 

wurde, bleibt angesichts der Unstimmigkeiten fraglich. Es muss jedoch da-

von ausgegangen werden, dass den Behörden die Verbindung zwischen 

dem Beschwerdeführer und seinem Onkel, einem ehemaligen LTTE-Mit-

glied, bekannt ist. 

E-964/2020 

Seite 24 

Im Rahmen einer Gesamtwürdigung erachtet das Bundesverwaltungsge-

richt die Einschätzung der Vorinstanz als zutreffend, wonach es dem Be-

schwerdeführer nicht gelingt, eine auch zukünftig begründete Furcht vor 

einer ihm drohenden asylbeachtlichen Verfolgung aufgrund der von ihm 

geschilderten Vorfluchtgründe glaubhaft zu machen. Die Schilderungen 

des Beschwerdeführers betreffend die verschiedenen Sachverhaltsas-

pekte sind wie dargelegt in verschiedener Hinsicht zweifelhaft und es 

spricht viel dafür, dass der Beschwerdeführer die als glaubhaft zu erach-

tende Übernahme der Verantwortung für den Laden des Onkels nach des-

sen Flucht um weitere nicht stattgefundene Verfolgungshandlungen durch 

den CID ergänzt hat. Als unglaubhaft erachtet das Bundesverwaltungsge-

richt auch die Vorbringen rund um die Verhaftung und die nachfolgenden 

Strafverfahren anlässlich der Demonstration (vgl. E. 8.4.1) sowie die Vor-

bringen in Zusammenhang mit einem direkten Bezug des Beschwerdefüh-

rers zu der Ermordung des am (…) erschossenen Studenten K._______ 

(vgl. E. 8.4.2).  

7.5 In der Beschwerde wird des Weiteren vorgetragen, der Beschwerde-

führer sei aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka als Tamile ge-

fährdet. Dazu ist festzuhalten, dass die Lage in Sri Lanka seit Einreichung 

des Asylgesuchs durch den Beschwerdeführer im November 2016 ver-

schiedenen Veränderungen unterworfen war, wobei namentlich politische 

Spannungen, die verheerenden Terroranschläge an Ostern 2019 sowie zu-

letzt die Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 16. November 2019 zum Prä-

sidenten von Sri Lanka zu erwähnen sind (vgl. Neue Zürcher Zeitung 

[NZZ], In Sri Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 

17.11.2019; The Guardian, Gotabaya Rajapaksa elected president of Sri 

Lanka, 17.11.2019, https://www.theguardian.com/world/2019/nov/1 

7/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, 

abgerufen am 03.02.2022).  

Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der jüngsten Veränderungen in Sri 

Lanka – insbesondere im Zusammenhang mit dem Machtwechsel nach 

den Präsidentschaftswahlen im November 2019 – bewusst. Es beobachtet 

die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie bei seiner Ent-

scheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer 

möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszugehen, der Perso-

nen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise 

bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016; Human Rights Watch, Sri 

Lanka: Families of «Disappeared» Threatened, 16.02.2020). Es gibt aber 

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015

E-964/2020 

Seite 25 

zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Macht-

wechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfol-

gungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall 

zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Prä-

sidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen be-

steht (vgl. [statt vieler]: Urteil des BVGer D-4668/2021 vom 9. November 

2021 E. 8.5 sowie Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016; Human Rights Watch [HRW], Sri Lanka: 

Families of "Disappeard" Threatened, 16.02.2020). Ein solcher Bezug ist 

vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen nicht ersichtlich. 

7.6 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen. Es gelangte zur Einschätzung, dass Angehörige der 

tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. 

a.a.O. E. 8.3). Zur Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer 

ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, wur-

den verschiedene Risikofaktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder ver-

meintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag 

in der «Stop List» und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen 

Handlungen wurden als stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da 

sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine 

genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten (vgl. 

a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und über-

prüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderli-

chen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise 

nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Or-

ganisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren sowie Perso-

nen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, 

vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die 

konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante 

Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, 

dass insbesondere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaf-

ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-

lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den ta-

milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

7.7 Betreffend den Onkel des Beschwerdeführers hielt das Bundesverwal-

tungsgericht im Urteil (…) vom (…) fest, dass dieser das Risikoprofil einer 

Person erfülle, welche im Verdacht steht, ernstzunehmende Verbindungen 

E-964/2020 

Seite 26 

zu den LTTE zu haben und deshalb im Fall der Rückkehr einer aktuellen 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wäre.  

Praxisgemäss kann eine Person auch ein Risikoprofil erfüllen, sofern ihr 

von den sri-lankischen Sicherheitsbehörden tatsächliche oder vermeintli-

che, aktuelle oder vergangene Verbindungen zu den LTTE unterstellt wer-

den. Es ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer ein solches Risikoprofil 

erfüllt sein könnte. Beachtlich ist dabei, dass der Onkel erst relativ spät, 

nämlich im (…) 20(…), in den Fokus der Sicherheitsbehörden geraten war, 

so dass seine LTTE-Vergangenheit überprüft wurde, nachdem er zuvor 

jahrelang unbehelligt in B.______ gelebt und ein Geschäft betrieben hatte 

(vgl. Urteil […] E. […]). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, 

dass der «Fall» des Onkels des Beschwerdeführers den Sicherheitsbehör-

den noch immer präsent war und ist.  

7.8 Das Gericht geht in Würdigung aller Aspekte des vorliegenden Sach-

verhalts jedoch nicht davon aus, dass dem Beschwerdeführer im Fall der 

Rückkehr eine asylbeachtliche Verfolgung drohen könnte, welche über 

eine Routinekontrolle bei der Einreise hinausgehen würde.  

Vor dem Hintergrund, dass das Bundesverwaltungsgericht die vom Be-

schwerdeführer vorgetragenen Fluchtgründe betreffend die Behelligungen 

durch die Mitarbeitenden des CID und die gegen ihn gerichteten Ermittlun-

gen nicht für glaubhaft gemacht erachtet (vgl. E. 8.5) und er die geschilder-

ten Verfolgungshandlungen und Ermittlungen gegen ihn nicht hat belegen 

können, und selbst erklärt hatte, in Sri Lanka vor der Ausreise nie politisch 

aktiv gewesen zu sein, ist wenig wahrscheinlich, dass die sri-lankischen 

Sicherheitsbehörden ihn in einen Zusammenhang mit der LTTE       oder 

anderer separatistischer Bewegungen bringen könnten.  

Es ist ferner unwahrscheinlich, dass die Sicherheitsbehörden dem Be-

schwerdeführer vor dem Hintergrund der Ermittlungen gegen seinen Onkel 

eine asylbeachtliche Verbindung zu den LTTE unterstellen, welche ihn im 

Sinne einer ihm drohenden Reflexverfolgung gefährden könnte. Für diese 

Einschätzung spricht, dass die Familie nach der Ausreise des Beschwer-

deführers nicht weiter nennenswert behelligt wurde und der CID darauf ver-

zichtet hatte, beispielsweise den jüngeren Bruder des Beschwerdeführers, 

der ebenfalls im Laden geholfen haben soll, zu befragen oder zu belangen. 

Beachtlich ist zudem, dass der Beschwerdeführer bis anhin keine exilpoli-

tische Tätigkeit dargetan hat, noch hat er sich vor der Ausreise in Sri 

E-964/2020 

Seite 27 

Lanka regimekritisch betätigt; gemäss eigenen Angaben ist er nie als Be-

fürworter des tamilischen Separatismus in Erscheinung getreten. 

7.9 Aus Europa respektive der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrende 

tamilische Asylsuchende sind nicht per se einer ernstzunehmenden Gefahr 

ausgesetzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG zu erleiden, sondern nur dann, wenn die sri-lankischen Behörden 

das Verhalten der zurückkehrenden Person mutmasslich als staatsfeind-

lich einstufen. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. Der Be-

schwerdeführer ist den Beweis für seine Festhaltungen durch den CID 

in Sri Lanka schuldig geblieben, er konnte die von ihm geltend gemachten 

eigenen Probleme mit den heimatlichen Behörden in Bezug auf die LTTE-

Beziehungen seines Onkels nicht glaubhaft machen. Das Gericht ist nicht 

davon überzeugt, dass die Ausreise des Beschwerdeführers, wie von ihm 

geltend gemacht, von den sri-lankischen Sicherheitsbehörden registriert 

worden sei. Es ist deshalb nach Aktenlage nicht davon auszugehen, dass 

er in Sri Lanka einschlägig registriert ist oder gar auf einer Fahndungsliste 

der heimatlichen Behörden steht und im Falle seiner Rückkehr einer er-

höhten Verfolgungsgefahr unterliegt. Das Gericht geht nicht davon aus, 

dass für ihn ein Eintrag in der «Stop-List» gemacht wurde, er also nicht als 

Person gespeichert ist, welcher der Verbindung zu den LTTE oder terroris-

tischer Aktivitäten verdächtigt wird oder gegen die eine gerichtliche Verfü-

gung oder ein Haftbefehl besteht beziehungsweise ein Strafverfahren er-

öffnet wurde.  

7.10 Aus diesen Erwägungen ist auch nicht davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer durch seine Flucht aus Sri Lanka Umstände geschaffen 

hat, welche im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne des 

Art. 54 AsylG zu berücksichtigen wären. Die in der Beschwerde geltend 

gemachten exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers wurden bis-

her nur behauptet und durch nichts belegt. 

7.11 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel, sofern sie 

nicht bereits gewürdigt wurden oder überhaupt rechtserheblich sind, führen 

zu keiner anderen Einschätzung. Dabei handelt es sich grossmehrheitlich 

um Dokumente, welche die allgemeine Lage in Sri Lanka und die politische 

Situation beschreiben. Der Beschwerdeführer kann daraus keine individu-

elle Verfolgung ableiten und sie sind auch nicht geeignet, seine Vorbringen 

als glaubhaft erscheinen zu lassen. 

E-964/2020 

Seite 28 

7.12 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten 

Asylgründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich 

relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Dem-

nach hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft zurecht verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt.  

8.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

8.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.1.2 Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot schützt nur Personen, 

welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich erhebliche Gefährdung nachzu-

weisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

E-964/2020 

Seite 29 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr in den Heimatstaat ist demnach unter dem 

Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.  

8.1.3 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Ak-

ten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri 

Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK  

oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Ge-

mäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 

(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Be-

schwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaub-

haft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmensch-

liche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi ge-

gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, 

§§ 124 – 127, m.w.H.). Der EGMR hat zudem wiederholt festgestellt, dass 

nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri Lanka eine 

unmenschliche Behandlung. Vielmehr müsse eine Risikoeinschätzung im 

Einzelfall vorgenommen werden (vgl. beispielsweise das EGMR-Urteil R.J. 

gegen Frankreich vom 19. September 2013, Nr. 10466/11, Ziff. 37). Die 

Einzelfallprüfung fällt mangels hinreichender Anhaltspunkte vorliegend ne-

gativ aus (vgl. vorstehend E. 8). Die vom EGMR genannten Faktoren sind 

im Wesentlichen durch die im Referenzurteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 in den Erwägungen 8.4 und 8.5 iden-

tifizierten Risikofaktoren abgedeckt. Vorliegend wurde bereits festgestellt, 

dass aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen ist, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr aus der Schweiz nach Sri Lanka die 

Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich 

relevanten Ausmass auf sich ziehen wird. Demnach bestehen auch keine 

Anhaltspunkte dafür, dass ihm aus denselben Gründen eine menschen-

rechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen würde. Die allgemeine 

Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug im 

heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Dies gilt auch 

unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen von 

November 2019 und des diplomatischen Konflikts zwischen der Schweizer 

Botschaft und den sri-lankischen Behörden. 

8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

E-964/2020 

Seite 30 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.2.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-

renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine Einschätzung der Lage 

in Sri Lanka vorgenommen. Dabei hat es festgestellt, dass der Wegwei-

sungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorliegen von be-

stimmten individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz ei-

nes tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussicht 

auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. 

Daran vermögen weder die in der Beschwerde vorgebrachten Einschät-

zungen zur Lage noch die in der Replik erwähnten Ausführungen zur aktu-

ellen Situation in Sri Lanka etwas zu ändern (vgl. statt vieler Urteil des 

BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

8.2.2 Das SEM hat demnach den Vollzug der Wegweisung des Beschwer-

deführers an seinen Herkunftsort im Distrikt B.______, Nordprovinz, zu 

Recht als generell zumutbar erachtet. Die mit der Beschwerdeeingabe und 

der Replik eingereichten Unterlagen führen nicht zu einer anderen 

Schlussfolgerung.  

8.2.3 In Bezug auf die individuellen Zumutbarkeitskriterien ist festzustellen, 

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen heute (…)-jährigen Mann 

ohne aktenkundige gesundheitliche Probleme und mit abgeschlossener 

Schulbildung ([…]) handelt, welcher vor der Ausreise in der (…) tätig war, 

die seinem Vater gehört und der Familie ein Auskommen sichert (vgl. act. 

A6/13 F1.17.05). Es ist ihm daher ohne weiteres zuzumuten, sich nach 

seiner Rückkehr nach Sri Lanka erneut eine wirtschaftliche Lebensgrund-

lage aufzubauen. Seinen Angaben zufolge leben mehrere Verwandte nach 

wie vor im Distrikt B._______, namentlich seine Eltern sowie die Geschwis-

ter und mehrere Onkel und Tanten. Der Beschwerdeführer hat nicht vorge-

tragen, dass die Familie finanzielle Probleme habe (vgl. act. A14 F23). 

Demnach kann festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer an seinem 

Herkunftsort über ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz sowie eine ge-

sicherte Wohnmöglichkeit verfügt. Insgesamt ist der Vollzug der Wegwei-

sung auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten. 

E-964/2020 

Seite 31 

8.3 Der Beschwerdeführer verfügt über eine sri-lankische Identitätskarte 

und es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates 

die für eine Rückkehr weiteren notwendigen Reisedokumente zu beschaf-

fen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–

515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

8.4  Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-

zug nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich - wenn überhaupt - um ein 

temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitä-

ten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa 

der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation in Sri Lanka angepasst wird 

(vgl. EMARK 1995 Nr. 14 E. 8d und e sowie das Urteil des BVGer 

D-4796/2019 vom 27. April 2020 E. 8.9 m.w.H.). Zusammenfassend ist 

festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als 

zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist.  

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zufolge der sehr umfangrei-

chen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen ohne individuellen Bezug zu 

ihm auf insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/14
http://links.weblaw.ch/BVGer-D-4796/2019

E-964/2020 

Seite 32 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: