# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea71a15b-a87a-550d-b5ee-971e4e8d2523
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2025 F-8985/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8985-2025_2025-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8985/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, geb. (...), Afghanistan, 

2. B._______, geb. (....), Afghanistan, 

c/o BAZ Zürich,  

Beschwerdeführerinnen,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 14. November 2025 / N (…). 

 

 

 

F-8985/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 23. Oktober 2025 suchte die afghanische Staatsangehörige 

A._______ zusammen mit ihrer minderjährigen Tochter B._______ (geb. 

1983 bzw. 2009, nachfolgend: Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdefüh-

rerin 2 resp. Beschwerdeführerinnen) in der Schweiz um Asyl nach. Ihr er-

wachsener Sohn stellte ebenfalls ein Asylgesuch in der Schweiz. Ein Ab-

gleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, 

dass die Beschwerdeführerinnen am 18. Oktober 2025 bereits in Kroatien 

ein Asylgesuch gestellt hatten. 

A.b Am 4. November 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behör-

den um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerinnen gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO). Tags darauf gewährte sie ihnen das rechtliche Gehör, 

unter anderem zur Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensent-

scheid, zur potenziellen Überstellung nach Kroatien sowie zum Gesund-

heitszustand. Die kroatischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeer-

suchen am 12. November 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO 

gut. 

A.c Mit Verfügung vom 14. November 2025 – eröffnet am 17. November 

2025 – trat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen nicht ein und 

ordnete ihre Überstellung nach Kroatien an. 

Mit gleichentags ergangener, separater Verfügung trat die Vorinstanz auch 

auf das Asylgesuch des erwachsenen Sohnes respektive Bruders nicht ein 

und ordnete ebenfalls dessen Überstellung nach Kroatien an. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 21. November 2025 (Datum Poststempel) erhoben 

die Beschwerdeführerinnen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, auf die Asylgesuche einzutreten und das Asyl-

verfahren in der Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei der Entscheid der 

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Seite 3 

Vorinstanz aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den zuständi-

gen Behörden Zusicherungen hinsichtlich Obdach, Nahrung und medizini-

scher Behandlung einzuholen. Sodann sei das Verfahren mit jenem des 

Sohnes respektive Bruders zu vereinen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

ersuchten die Beschwerdeführerinnen um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, ein-

schliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Der Sohn beziehungsweise Bruder gelangte gleichentags gegen die ihn 

betreffende, ablehnende Verfügung der Vorinstanz ebenfalls an das Bun-

desverwaltungsgericht. Für ihn wurde ein Beschwerdeverfahren unter der 

Verfahrensnummer F-8997/2025 eröffnet. 

B.b Am 24. November 2025 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der 

Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt, sodass 

auf die Beschwerde einzutreten ist.  

1.3 Das vorliegende Verfahren wird aufgrund des engen sachlichen und 

persönlichen Zusammenhangs mit demjenigen des Sohnes beziehungs-

weise Bruders (F-8997/2025) koordiniert behandelt, indes ist eine formelle 

Verfahrensvereinigung angesichts dessen unstrittiger Volljährigkeit mit 

Blick auf den hier einschlägigen Familienbegriff (s. E. 3.1 hernach) nicht 

angezeigt. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer 

zweiten Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gestützt auf Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Behandlung der Asylgesuche 

der Beschwerdeführerinnen zuständig ist und dass das kroatische Asylsys-

tem rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist 

(vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5; zu-

letzt Urteile des BVGer F-8593/2025 vom 18. November 2025 E. 4.1;  

F-8598/2025 vom 18. November 2025 E. 3.1; F-8536/2025 vom 12. No-

vember 2025 E. 3.2), aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge. Angesichts dessen erüb-

rigen sich Weiterungen zur geltend gemachten Gefahr einer allfälligen Ket-

tenabschiebung (einlässlich dazu Urteil des EuGH vom 30. November 

2023, verbundene Rechtssachen C-228/21, C-254/21, C 297/21, C-315/21 

und C-328/21, §§ 129-142 und Ziff. 2 des Dispositivs). Die Vorinstanz hat 

ferner zu Recht erkannt, dass es sich beim erwachsenen Sohn respektive 

dem Bruder der Beschwerdeführerinnen nicht um einen Familienangehöri-

gen im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handelt und ein Abhängigkeits-

verhältnis mit Blick auf Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 8 

EMRK weder substanziiert dargetan noch ersichtlich ist. Sodann sind vor-

liegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse erkennbar, welche die 

Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) verpflichten würden. Dabei hat die Vorinstanz insbesondere 

die gesundheitlichen Leiden der Beschwerdeführerinnen (psychische 

Probleme und Fussverletzung [Beschwerdeführerin 1], Albträume [Be-

schwerdeführerin 2]) berücksichtigt und rechtsprechungskonform gewür-

digt. Schliesslich hat sie in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zukommenden Ermessens 

von einem Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der 

Beschwerdeführerinnen nicht eingetreten und hat in Anwendung von 

Art. 44 AsylG deren Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Zur näheren 

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Begründung ist auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen zu verwei-

sen.  

3.2 Verbleibt anzumerken, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin-

nen auf Rechtsmittelebene an der Richtigkeit der angefochtenen Verfü-

gung nichts zu ändern vermögen. Es ist daran zu erinnern, dass weder die 

Dublin-III-VO noch andere völkerrechtliche Bestimmungen den Gesuch-

stellenden ein Recht einräumen, den für die Durchführung des Asylverfah-

rens zuständigen Staat selber frei zu wählen (BVGE 2010/45 E. 8.3). Im 

Weiteren ist in Bezug auf die Vorbringen betreffend schlechte Bedingungen 

in Kroatien (Inhaftierung, Gewaltanwendung durch die kroatischen Behör-

den, prekäre Unterbringungsbedingungen, eingeschränkter Zugang zu 

medizinischer Versorgung) anzumerken, dass Kroatien Signatarstaat der 

EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist und die entsprechenden völkerrechtlichen 

Verpflichtungen zu beachten hat. Auch angesichts der anerkanntermassen 

schwierigen Bedingungen für Asylsuchende in Kroatien lassen die Vorbrin-

gen der Beschwerdeführerinnen nicht den Schluss zu, sie hätten bei einer 

Überstellung nach Kroatien mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unmensch-

liche oder erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK zu gewär-

tigen. Sollten sie nach ihrer Rückkehr von Behördenvertretern rechtswidrig 

behandelt werden, haben sie sich an das kroatische Justizwesen oder die 

dortigen Aufsichtsbehörden zu wenden. Dies gilt auch bei einer allfälligen 

Einschränkung der ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen (vgl. Art. 26 

der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen [Aufnahmerichtlinie]). Inso-

fern sie sich in gesundheitlicher Hinsicht darauf berufen, psychisch instabil 

zu sein und unter grossem Stress zu stehen (Beschwerdeführerin 1) res-

pektive unter Albträumen zu leiden und schlecht schlafen zu können (Be-

schwerdeführerin 2), weshalb sie Beruhigungsmittel erhalten hätten, ver-

mögen sie nicht aufzuzeigen, dass die gesundheitlichen Beschwerden der-

art gravierend wären, dass sie sich entscheidend auf die völkerrechtliche 

Zulässigkeit oder Angemessenheit der verfügten Überstellung nach Kroa-

tien auszuwirken vermöchten (s. E. 3.1 hiervor), zumal sie aussagekräftige 

Unterlagen gänzlich schuldig bleiben. Schliesslich besteht kein Anlass, die 

Vorinstanz anzuweisen, explizit Zusicherungen hinsichtlich einer ange-

messenen Unterbringung und medizinischen Versorgung bei den kroati-

schen Behörden einzuholen. Der entsprechende Subeventualantrag ist ab-

zuweisen. 

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Seite 6 

4.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

(Art. 106 AsylG). Die eventualiter beantragte Rückweisung an die Vor-

instanz fällt bei dieser Ausgangslage ausser Betracht. Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

5.  

5.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlos-

sen, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

respektive das Gesuch um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses als gegenstandslos erweisen und der angeordnete Vollzugsstopp mit 

heutigem Urteil dahinfällt.  

5.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – von vornherein als aussichtslos zu bezeichnen waren. Die Ver-

fahrenskosten sind den unterliegenden Beschwerdeführerinnen aufzuerle-

gen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Andrea Beeler 

 

 

 

Versand: