# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59582ace-6337-57f4-a2a4-b32c9688523a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.09.2008 E-4753/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4753-2008_2008-09-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4753/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
Türkei,
beide vertreten durch Edith Hofmann, (Adresse)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
19. April 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4753/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführer – kur-
dische  Volkszugehörige  mit  letztem Wohnsitz  in  C._______/Türkei  – 
gemeinsam  mit  ihrem  Sohn  (N  _______)  und  mit  ihrer  Tochter  (N 
_______)  am  27. September  2003  die  Türkei  und  gelangten  am  1. 
Oktober 2003 in  die Schweiz,  wo sie gleichentags ihre Asylgesuche 
einreichten. Am 6. Oktober 2003 wurden die Beschwerdeführer in der 
Empfangsstelle Kreuzlingen befragt. 

A.b Der (Kanton) hörte den Beschwerdeführer am 27. Oktober 2003 
zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte dieser dabei geltend, 
sie  seien  kurdischer  Ethnie  sowie  alevitischen  Glaubens  und 
stammten ursprünglich aus D._______. Er selbst sei nie politisch aktiv 
gewesen.  Seit  1978  sei  er  indes  wegen  seiner  politisch  aktiven 
Verwandten  "unter  Druck  gesetzt"  worden.  Zahlreiche  Verwandte 
hätten  die  Türkei  verlassen  und  seien  im  Ausland  als  Flüchtlinge 
anerkannt  worden.  Im  Jahre  1987  sei  er  mit  seiner  Familie  nach 
C._______  geflohen,  ein  Ort  in  welchem  nur  wenige  Kurden  leben 
würden. Dort habe er im eigenen Geschäft mit E._______ gehandelt. 
Seit  1989  habe  er  seine  politischen  Verwandten  immer  wieder 
unterstützt,  sei  es  finanziell,  mit  Medikamenten  oder  indem  er 
Behandlungskosten übernommen habe. Im Jahr 1994 sei sein Cousin 
F._______,  welcher  sich  bei  der  PKK  engagiert  habe,  umgebracht 
worden.  Anlässlich  der  Beerdigung  von  F._______  seien  sie  vom 
Militär provoziert und schikaniert worden. Im Jahre 1999 sei sein Bru-
der  G._______,  nach einer  Festnahme in  Istanbul,  nicht  mehr  nach 
Hause zurückgekehrt. Er selbst habe sich deshalb nach Istanbul bege-
ben, um sich über das Schicksal seines Bruders zu informieren. Dabei 
sei  ihm von der Polizei eine Liste gezeigt worden, auf welcher seine 
Familienangehörigen als Terroristen, "PKK'ler" und Staatsverräter auf-
geführt gewesen seien. Auch er sei als Terrorist und Staatsverräter be-
schuldigt  worden. In der Folge sei  er mehrmals auf  die "Sektion zur 
Bekämpfung des Terrors" gebracht worden. Im Januar 2002 sowie im 
April 2002 sei sein Sohn, welcher (....) studiert und kurz vor den Prü-
fungen  an  der  Universität  gestanden  habe,  verhaftet  worden. Damit 
hätten die Behörden die Weiterführung des Studiums verhindern wol-
len. Im Mai 2002 habe er seinen Cousin H._______ (N _______) so-
wie dessen Freund I._______ (N _______), welche beide aus dem Ge-
fängnis  entlassen  worden  seien,  während  zwei  Wochen  bei  sich  zu 

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Hause aufgenommen. Zur Finanzierung ihrer Ausreise aus der Türkei 
habe er ihnen einen grösseren Geldbetrag gegeben. Rund eine Woche 
nach dem Weggang von H._______ und I._______ sei er in der Nacht 
von  der  Polizei  zu  Hause  abgeholt  und  mit  verbundenen  Augen 
abgeführt  worden.  Ihm  sei  vorgeworfen  worden,  H._______  und 
I._______ bei sich aufgenommen zu haben. Während drei Tagen sei er 
festgehalten und misshandelt worden. Nach der Haftentlassung habe 
er  vom Spitalarzt  ein Attest  verlangt,  welches die erlittenen Schläge 
bestätigen  sollte.  Der  Arzt  habe  sich  jedoch  geweigert,  ein  solches 
Attest auszustellen. Auch der Staatsanwalt, welchen er gebeten habe, 
eine  Untersuchung  einzuleiten,  habe  sich  geweigert.  Anlässlich  der 
Wahlen im Herbst 2002 hätten er und seine Familie ihre Stimmen der 
HADEP  gegeben.  Einen  Tag  nach  den  Wahlen  seien  sie  von  den 
Sicherheitskräften  inhaftiert  und  während  eines  Tages  festgehalten 
worden. Im Mai  2003  sei  er  erneut  unter  dem Vorwurf,  die  PKK zu 
unterstützen,  verhaftet  und  während  drei  Tagen  festgehalten  sowie 
misshandelt worden. Nach diesem Vorfall habe er sich, nachdem er 25 
Jahre gekämpft habe und nicht ausgereist sei, zur Ausreise entschlos-
sen. Er habe sich nach Istanbul begeben, um die Ausreise vorzuberei-
ten.

A.c Am 29. Oktober 2003 hörte der (Kanton) die Beschwerdeführerin 
zu  den  Asylgründen  an.  Dabei  machte  sie  geltend,  anlässlich  der 
Wahlen anfangs November 2002 sei sie zusammen mit  ihrer  Familie 
festgenommen  worden,  weil  sie  ihre  Stimmen der  DEHAP gegeben 
hätten.  Noch  am  gleichen  Tag  seien  sie  freigelassen  worden.  Am 
23. September 2003 sei sie von der Polizei für einen Tag festgehalten 
und nach dem Aufenthaltsort ihres Ehemannes gefragt worden. Dabei 
sei sie geschlagen und beschimpft worden. 

A.d Am  22.  Dezember  2004  ging  bei  der  Vorinstanz  ein  ärztliches 
Zeugnis von Dr. med. J._______, (Disziplin, Ort),  vom 14. Dezember 
2004  ein.  Am  23.  Dezember  2004  reichten  die  Beschwerdeführer 
mehrere Referenzschreiben zu den Akten. Am 18. Februar 2005 stellte 
Dr. med. K._______, (Disziplin, Ort), dem BFM ärztliche Bestätigungen 
betreffend beide Beschwerdeführer zu.

A.e Im Rahmen weiterer Abklärungen hörte das BFM die Beschwer-
deführer am 24. Februar 2005 ergänzend zu den Asylgründen an. Im 
Wesentlichen wiederholten die Beschwerdeführer ihre bisherigen Aus-
sagen. Ergänzend führte der Beschwerdeführer aus, wegen seiner po-

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litisch aktiven Geschwister sei  er jährlich zwei bis drei  Mal  inhaftiert 
worden. Ferner seien er und seine Familie ab 2003 einem ständigen 
Telefonterror  ausgesetzt  gewesen.  Obwohl  sie  ihren  Festnetzan-
schluss gekündigt hätten, nur noch Handys verwendet und mehrmals 
die Nummer gewechselt hätten, seien sie immer wieder telefonisch be-
droht worden.

B.
Mit Verfügung vom 19. April 2005 stellte das BFM fest, die Beschwer-
deführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asyl-
gesuche ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz 
sowie deren Vollzug an. Auf die Begründung wird, soweit für den Ent-
scheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

C.
Mit Beschwerde vom 18. Mai 2005 an die damals zuständige Schwei-
zerische  Asylrekurskommission  (ARK)  beantragten  die  Beschwerde-
führer  durch  ihren  damaligen  Vertreter,  die  Verfügung  des  BFM  sei 
aufzuheben. Es sei  festzustellen,  dass sie die Flüchtlingseigenschaft 
erfüllten,  und  es  sei  ihnen  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  vom 
Vollzug  der  Wegweisung  abzusehen  und  das  BFM  anzuweisen,  die 
vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Es  sei  ihnen  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren und von 
der  Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Auf  die  Begrün-
dung wird,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  in  den Erwägungen 
eingegangen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 25. Mai 2005 hiess der damalige Instrukti-
onsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses. Sodann setzte er den Beschwerdeführern Frist zur Ein-
reichung eines aktuellen Arztberichts und zur Entbindung der behan-
delnden Ärzte von der Schweigepflicht.

Am 30. Juni 2005 reichten die Beschwerdeführer je einen ärztlichen 
Bericht betreffend den Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin 
von Dr. med. M. K._______, vom 27. Juni 2005 zu den Akten.

E.
Das BFM schloss in der Vernehmlassung vom 15. August 2005 auf Ab-

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weisung  der  Beschwerde.  Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  August 
2005 unterbreitete der Instruktionsrichter die Vernehmlassung den Be-
schwerdeführern zur Stellungnahme. Innert  der angesetzten Frist ga-
ben die Beschwerdeführer die Replik zu den Akten. Am 29. September 
2005  reichten  sie  eine  ergänzende  Stellungnahme  zur  Vernehmlas-
sung,  eine  Darstellung  der  verwandtschaftlichen  Beziehungen,  eine 
Darstellung der Situation von ehemaligen Bewohnern von D._______ 
sowie Unterlagen betreffend des Todes ihres Verwandten L._______, 
welcher am 2. Mai 2004 gestorben sei, zu den Akten. 

F.
Im  Verlauf  des  Beschwerdeverfahrens  liess  die  ARK  Abklärungen 
durch  die  Schweizerische  Vertretung in  Ankara  tätigen. Die  Schwei-
zerische  Botschaft  antwortete  am  12.  Oktober  2006.  Mit  Schreiben 
vom 30. November 2006 nahmen die Beschwerdeführer dazu Stellung.

G.
Mit Urteil vom 21. Mai 2007 (E-4341/2006) wies das neu dafür zustän-
dige  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  ab. Auf  die  Begrün-
dung wird,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  in  den Erwägungen 
eingegangen.

H.
Mit  Urteil  vom 13. Juli  2007 wies  das Bundesverwaltungsgericht  ein 
erstes Revisionsgesuch vom 29. Juni 2007 (E-4438/2007) ab, mit wel-
chem  die  Beschwerdeführer  die  revisionsweise  Aufhebung  seines 
Urteils vom 21. Mai 2007 gestützt auf Art. 121 Bst. d BGG (versehent-
liche  Nichtberücksichtigung  von  in  den  Akten  liegenden  erheblichen 
Tatsachen) beantragt hatten. Zur Stützung der Vorbringen reichten die 
Beschwerdeführer in diesem Verfahren eine ärztliche Bestätigung vom 
4. Juni 2007 betreffend Behandlungen des Beschwerdeführers ein. Am 
16.  Juli  2007  wurde  eine  ärztliche  Bestätigung  vom  12.  Juli  2007 
betreffend die Einweisung der Beschwerdeführerin in eine psychiatri-
sche Klinik eingereicht.

I.
I.a Am 25. Juli 2007 reichten die Beschwerdeführer über ihre Rechts-
vertreterin  beim  BFM  eine  mit  „Wiedererwägungsgesuch  eventuell 
2. Asylgesuch“ betitelte Eingabe ein und beantragten die Gewährung 
von Asyl,  eventualiter  den Verzicht  auf  den Vollzug der Wegweisung 
unter  gleichzeitiger Anordnung der vorläufigen Aufnahme. Mit  Einga-
ben vom 3. und 28. August 2007 und 9. November 2007 ergänzten die 

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Beschwerdeführer  ihr  Gesuch. Zur  Stützung der  Vorbringen reichten 
sie  unter  anderem ein Arztzeugnis  vom 23. Juli  2007 betreffend die 
Einweisung der  Beschwerdeführerin  in  ein  Psychiatriezentrum sowie 
weitere ärztliche Schreiben vom 12. Juli 2007, 23. August 2007 und 26. 
Oktober 2007 und einen handschriftlichen Bericht der Beschwerdefüh-
rerin mit Übersetzung vom 26. Juli 2007 und ein undatiertes persönli-
ches Schreiben der Beschwerdeführerin an ihre Rechtsvertreterin mit 
Übersetzung,  welches gemäss der  behandelnden  Ärztin  am 31. Juli 
2007 erstellt wurde, ein.

I.b Mit Verfügung vom 29. November 2007 wies das BFM das Wieder-
erwägungsgesuch der Beschwerdeführer vom 25. Juli  2007 – betref-
fend die neue, nachträglich entstandene Tatsache der psychischen Er-
krankung der Beschwerdeführerin – ab, und trat für den Rest mangels 
Zuständigkeit nicht darauf ein. Es überwies die Eingabe vom 25. Juli 
2007 mit den Ergänzungen vom 3. und 28. August 2007 sowie vom 9. 
November 2007 zur Behandlung als Revisionsgesuch zuständigkeits-
halber an das Bundesverwaltungsgericht. Am 27. Dezember 2007 und 
24. Januar 2008 ergänzten die Beschwerdeführer ihr Revisionsgesuch 
und  reichten  weitere  vom  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung 
vom  14.  Januar  2008  angeforderte  Beweismittel  nach  (Kurzberichte 
der  Hilfswerksvertretung  über  die  Befragungen  des  Beschwerdefüh-
rers vom 27. Oktober 2003 und 24. Februar 2005, seiner Tochter vom 
14. November 2003 und vom 24. Februar 2005, der Beschwerdeführe-
rin sowie ihres Sohnes vom 24. Februar 2005; Schreiben von Dr. med. 
J. M._______, (Disziplin, Ort), vom 18. Januar 2008).

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 1. Dezember 2007 liessen die 
Beschwerdeführer zudem die Verfügung des BFM vom 29. November 
2007 anfechten. 

I.c Mit Urteil  vom 15. Juli  2008 (E-8092/2007) hiess das Bundesver-
waltungsgericht das Revisionsgesuch der Beschwerdeführer gut, hob 
sein  Urteil  vom 21. Mai  2007 (E-4341/2006)  auf und entschied,  das 
ursprüngliche Beschwerdeverfahren wieder aufzunehmen. Auf die Be-
gründung des Urteils wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
Erwägungen eingegangen.

I.d In der Folge schrieb das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid 
vom 16. Juli 2008 das Beschwerdeverfahren gegen den Wiedererwä-
gungsentscheid des BFM vom 29. November 2007 (E-8185/2007) als 
gegenstandslos geworden ab.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Nachdem das Bundesverwaltungsgericht  seinen Beschwerdeent-
scheid vom 21. Mai 2007 mit Revisionsurteil vom 15. Juli 2008 aufge-
hoben hat, wurde das ursprüngliche Beschwerdeverfahren wieder auf-
genommen. Auf das neue – vorliegende – Verfahren sind die für das 
Beschwerdeverfahren massgeblichen Vorschriften und Grundsätze an-
zuwenden (vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechts-
mittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes  und  der  Kantone, 
Zürich 1985, S. 165). Es ist somit im Folgenden zu prüfen, ob die Ver-
fügung  des  BFM vom 19. April 2005  zu bestätigen  ist,  oder  ob  auf-
grund der nunmehr vorliegenden Beweismittel ein anderer Schluss zu 
ziehen ist.

1.3 Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht eingereicht. Die Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1 Das BFM lehnte die Asylgesuche am 19. April  2005 mit  der Be-
gründung ab, die Vorbringen der Beschwerdeführer hielten weder den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch den-
jenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand. Die 
Aussagen  der  Beschwerdeführer  würden  Unstimmigkeiten  enthalten 
und seien mit den Angaben der Kinder – insbesondere, was die Ereig-
nisse in den Jahren 2002 und 2003 betreffe – sowie von Drittpersonen 
nicht vereinbar. Die wiederholt,  angeblich seit 1978 erfolgten Mitnah-
men seien übersteigert dargestellt und hätten zum Zeitpunkt der Aus-
reise zu weit  zurückgelegen,  um noch als Anlass für  diese gewertet 
werden zu können. Sodann habe sich der Beschwerdeführer aufgrund 
seiner Reisetätigkeit in den 1990er Jahren wiederholt im Ausland auf-
gehalten, indes bezüglich der Ein- und Ausreise keine Schwierigkeiten 
geltend gemacht. Eine allfällige Reflexverfolgung hätte sich bereits da-

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mals zeigen müssen. Schliesslich müsse auch das Vorliegen einer be-
gründeten Furcht vor künftiger Verfolgung verneint werden.

4.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  vom  18.  Mai  2005  hielten  die  Be-
schwerdeführer im Wesentlichen an der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbrin-
gen fest und führten aus, sie würden die Voraussetzungen zur Aner-
kennung als Flüchtlinge erfüllen. Der Beschwerdeführer habe sich 25 
Jahre lang darum bemüht, die Türkei nicht zu verlassen. Ausschlagge-
bend für die Ausreise seien die Festnahmen im Jahre 2002 und 2003 
gewesen. Bereits aufgrund der erlittenen Vorverfolgung müsste jedoch 
vorliegend die Vermutung gelten, dass die Beschwerdeführer auch in 
Zukunft mit ernsthaften Nachteilen zu rechnen hätten. Sodann würden 
die  verwandtschaftlichen  Verhältnisse,  das  offensichtlich  gesteigerte 
Interesse der  Sicherheitskräfte  am Beschwerdeführer  nach dem Be-
such  von  H._______  und  dessen  Kollegen  I._______  im  Frühjahr 
2002,  die  seither  erduldeten  massiven  Eingriffe  in  die  persönliche 
Integrität sowie die zahlreichen, im Ausland lebenden Verwandten für 
die  Annahme  einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung 
sprechen.  Mit  Eingabe  vom  29.  September  2005  verwiesen  die 
Beschwerdeführer  auf  ein  Urteil  der  ARK  vom  3.  Februar  2005 
betreffend  einen  Cousin  des  Beschwerdeführers  sowie  dessen 
Ehefrau, N._______ und O._______ , (N _______), welche ebenfalls 
der Grossfamilie Sahin aus D._______ angehören würden und von der 
ARK  wegen  drohender  Reflexverfolgung  als  Flüchtlinge  anerkannt 
worden seien. Gemäss den im Verfahren E-4341/2006 eingereichten 
ärztlichen Berichten von Dr. med. K._______, (...),27. Juni 2005 litten 
die Beschwerdeführer an einer posttraumatischen Belastungsstörung. 
Beim Beschwerdeführer  wurde  zudem eine  mittelgradige  depressive 
Episode  sowie  ein  Status  nach  mehreren  Infarkten  und  bei  der 
Beschwerdeführerin  eine  rezidivierende  depressive  Störung,  gegen-
wärtig  als  mittelgradige  Episode  mit  somatischen  Symptomen  fest-
gestellt. 

4.3 In der Botschaftsantwort vom 12. Oktober 2006 wurde unter ande-
rem ausgeführt,  die Beschwerdeführer und ihre Kinder seien polizei-
lich nicht registriert und es würde auch kein Passverbot gegen sie be-
stehen. Die Beschwerdeführer hätten vor mehr als 20 Jahren ihr Hei-
matdorf  D._______  verlassen,  seien  nach  C._______  gezogen  und 
hätten  dort  ein  (...)geschäft  betrieben,  in  welchem  der 
Beschwerdeführer  bis  Ende  des  Jahres  2000  gearbeitet  habe.  Die 
Frage  der  ARK  betreffend  Kontakte  der  Beschwerdeführer  zur  PKK 

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wurde von der Botschaft als delikat bezeichnet. Eine Person aus dem 
Familienkreis  der  Beschwerdeführer  habe  angegeben,  die 
Beschwerdeführer  hätten  D._______  aus  politischen  Gründen 
verlassen.

In  der  diesbezüglichen  Stellungnahme  der  Beschwerdeführer  vom 
30.  November  2006  wurde  ausgeführt,  die  Tatsache,  dass  die  Be-
schwerdeführer nicht in einem der Schweizerischen Botschaft zugäng-
lichen  Registrierungssystem verzeichnet  seien,  spreche  nicht  gegen 
deren Verfolgung. Sie seien bis anhin weder offiziell  angeklagt  noch 
verurteilt worden. Grundsätzlich könne aber davon ausgegangen wer-
den, dass Personen, die von der Polizei, Gendarmerie oder anderen 
Einheiten in Gewahrsam genommen worden seien, auch wenn ein Ein-
trag im zentralen Informationssystem fehle, in einem entsprechenden 
Register eingetragen seien. Den Reisepass habe der Beschwerdefüh-
rer  1998 durch einen Bekannten und unter  Bezahlung von Schmier-
geld  verlängern  lassen. Sodann  habe  der  Beschwerdeführer  betont, 
dass  er,  hätte  er  das  Dorf  aus  wirtschaftlichen  Gründen  verlassen, 
nicht in der Lage gewesen wäre, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Die 
Anstellung  des  Beschwerdeführers  unter  seinem  Bruder  habe  von 
1999  bis  20.  Juni  2000  gedauert.  Zur  endgültigen  Aufgabe  der  ge-
schäftlichen Tätigkeit  1999 habe das Verhalten der Behörden in Ver-
bindung mit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers geführt. 
Schliesslich würden die Beschwerdeführer an den bisher geltend ge-
machten zeitlichen Angaben festhalten.

4.4 In seinem Urteil vom 21. Mai 2007 kam das Bundesverwaltungs-
gericht zum Schluss, dass das BFM in einigen Punkten Argumente für 
die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführer nicht berück-
sichtigt habe. Indes stellte es fest, dass insgesamt und unter Berück-
sichtigung der für und wider die Glaubhaftigkeit sprechenden Elemen-
te die Vorbringen der Beschwerdeführer von Unstimmigkeiten gekenn-
zeichnet seien und damit ernsthafte Zweifel an der Glaubhaftigkeit des 
von ihnen geltend gemachten Sachverhalts bestünden. Das Bundes-
verwaltungsgericht erachtete damals, dass die Beschwerdeführer und 
ihre Kinder die telefonischen Bedrohungen der Familie und den Ablauf 
der  Verhaftung vom 4. November  2002 übereinstimmend,  sowie  das 
Vorbringen,  wonach  sich  der  Beschwerdeführer  ab  Mai  2003  nicht 
mehr zu Hause aufgehalten habe, teilweise übereinstimmend geschil-
dert  hätten. Unbestritten war überdies, dass verschiedene Verwandte 
der Beschwerdeführer politisch aktiv waren, mit den türkischen Sicher-

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heitsbehörden in  Konflikt  gerieten und deshalb ins Ausland (auch in 
die Schweiz)  reisten,  wo einige von ihnen als  Flüchtlinge anerkannt 
wurden.  Trotzdem  erachtete  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Ver-
wandtschaft mit verfolgten Personen nicht als genügend, um von einer 
sogenannten  Reflexverfolgung  der  Beschwerdeführer  auszugehen. 
Insbesondere  bezweifelte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  geltend 
gemachte  Intensität  der  Inhaftierungen und Behelligungen. Schliess-
lich befand das Gericht, dass trotz ernsthaften Zweifeln an den geltend 
gemachten behördlichen Mitnahmen des Beschwerdeführers letztlich 
nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, dass dieser der Unter-
stützung  der  PKK  bezichtigt  worden  sei.  Die  von  den  Beschwerde-
führern als Beleg für die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen eingereichten 
ärztlichen Zeugnisse erachtete das Bundesverwaltungsgericht vor dem 
Hintergrund  seiner  Einschätzung,  dass  die  Schilderungen  der  Be-
schwerdeführer als überwiegend unglaubhaft zu erachten seien, nicht 
als ausschlaggebendes Indiz für die Glaubhaftigkeit deren Aussagen. 
Zusammenfassend hielt das Gericht fest, dass die Beschwerdeführer 
ihre Asylvorbringen nicht glaubhaft  dargelegt hätten und deshalb die 
Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllen  würden,  sowie  dass  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführer 
und deren Vollzug zu bestätigen sei, da dieser als zulässig, zumutbar 
und möglich zu erachten sei. 

4.5 Zur  Begründung  des  ersten  Revisionsgesuchs  wiesen  die 
Beschwerdeführer auf  einen in den Akten des BFM liegenden ärztli-
chen Kurzbericht vom 11./18. Oktober 2003 (Akte A10/24 S. 20, Beila-
ge 1 zum Anhörungsprotokoll vom 29. Oktober 2003) hin, gemäss wel-
chem bei der Beschwerdeführerin Folterspuren festgestellt worden sei-
en. Dieser Bericht sei vom Bundesverwaltungsgericht übersehen wor-
den. Die Beschwerdeführer machten im Revisionsgesuch geltend, die 
Beschwerdeführerin habe bei allen drei Anhörungen und insbesondere 
auch bereits anlässlich der Kurzbefragung in der Empfangsstelle vom 
6.  Oktober  2003  vorgebracht,  sie  sei  am  23.  September  2003  zu 
Hause in C._______ abgeholt und für einen Tag auf der Sicherheits-
direktion festgehalten  worden,  wo sie  nach dem Aufenthaltsort  ihres 
Ehemannes gefragt und sehr schwer geschlagen worden sei. 

Dieses im Urteil vom 21. Mai 2007 nicht erwähnte Beweismittel wurde 
vom Bundesverwaltungsgericht  in seinem Revisionsurteil vom 13. Juli 
2007 als nicht erheblich erachtet, da es den Beschwerdeführern nicht 
gelingen könne, damit  eine andere Beurteilung ihrer  im ordentlichen 

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Asylverfahren als nicht glaubhaft qualifizierten Vorbringen herbeizufüh-
ren. Weder aus den bereits eingereichten,  noch aus den in Aussicht 
gestellten Arztberichten könnten die Beschwerdeführer etwas zu ihren 
Gunsten ableiten.

4.6 Im  Rahmen  des  zweiten  Revisionsverfahrens  machten  die  Be-
schwerdeführer sodann geltend, sie hätten erhebliche Tatsachen erst 
nachträglich  erfahren  beziehungsweise  vorbringen  können  und  ent-
scheidende Beweismittel nachträglich aufgefunden, insbesondere hin-
sichtlich massiver sexueller Übergriffe gegen die Beschwerdeführerin. 
Diese seien erst  im Laufe der psychiatrischen Behandlung nach der 
Einweisung in eine Klinik am 28. Juni 2007 bekannt geworden. Die Be-
schwerdeführerin habe sich erstmals am 26. Juli 2007 zu ihren Erleb-
nissen  konkret  äussern  können.  Zum Beweis,  wonach  schon  im  or-
dentlichen Verfahren Hinweise auf  solche Übergriffe  vorgelegen hät-
ten, wurde auf die Befragungsprotokolle sowie Akten betreffend Fest-
stellung von blauen Flecken bei der Beschwerdeführerin bereits in der 
Empfangsstelle und Protokolle der bei den Befragungen anwesenden 
Hilfswerksvertretungen hingewiesen,  welche erst  im Revisionsverfah-
ren hätten beigebracht werden können. Zudem wurden im Wiederer-
wägungsverfahren  vor  dem  BFM  Arztberichte  vom  12.  und  23.  Juli 
2007, 23. August 2007 und 26. Oktober 2007 eingereicht.

5.
5.1 Die  Flüchtlingseigenschaft  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben  hält.  Vorbringen  sind  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi-
dersprüchlich sein oder der  inneren Logik entbehren und auch nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. Dar-
über hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig erschei-
nen. Glaubhaftmachen bedeutet  ferner – im Gegensatz zum strikten 
Beweis  –  ein  reduziertes Beweismass und lässt  durchaus Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Es ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Entscheidun-
gen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 1993 Nrn. 11 und 21, 1994 Nr. 
5 sowie 1996 Nrn. 27 und 28). 

5.2 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  das  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung zahlreiche Widersprüche in den Aussagen der Beschwerde-

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führer  und ihrer Kinder – insbesondere zur Verhaftung im November 
2002 – feststellte  und damit zum Schluss kam, den Beschwerdefüh-
rern könnten die geltend gemachten Vorfälle in den Jahren 2002/2003 
nicht geglaubt werden. Das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte 
Ereignis vom 23. September 2003 wurde lediglich im Sachverhalt er-
wähnt  und nicht  gewürdigt. Dabei  ist  den Befragungsprotokollen  der 
Beschwerdeführerin zu entnehmen, dass sie als eigenen Fluchtgrund 
stets in eindrücklicher und übereinstimmender Weise das am 23. Sep-
tember 2003 persönlich Erlebte erwähnte, was für sie „das Schlimm-
ste„ (vgl. A10, S. 16) gewesen sei. 

Bereits an der Empfangsstelle Kreuzlingen (heute: Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum) schilderte sie, man habe sie mitgenommen, sie für ei-
nen Tag festgehalten und geschlagen. Sie habe bis zur Ausreise Fol-
terspuren am Körper getragen (vgl. A1, S. 5). Am 11. und 18. Oktober 
2003 attestierte Dr. med. P._______, (Disziplin, Ort) es lägen multiple, 
kleine Kontusionsmarken an Armen und Beinen, sowie Schwellungen 
an  beiden  Knöchelregionen  und  ein  unklares  Schwellungsgefühl  an 
der  linken  Gesichtshälfte  vor  (vgl.  A10,  Beilage  1).  Anlässlich  der 
Zweitbefragung vom 29. Oktober 2003 – an welcher übrigens sowohl 
ein  männlicher  Befrager  wie  ein  männlicher  Hilfswerkvertreter 
anwesend waren – wies die Beschwerdeführerin wiederum auf die ihr 
zugefügten  Misshandlungen  und  Beschimpfungen  hin  (A10,  S. 10: 
Schläge gegen die  Beine,  Arme und den  Kopf; A10,  S. 13)  und er-
wähnte mehrfach, dass sie sich deshalb nicht wohl fühle und sowohl 
körperlich wie psychisch geschädigt sei (A10, S. 6: sie sei während der 
Reise von der Türkei – Abreise am 27. September 2003 – bis in die 
Schweiz krank gewesen und habe die meiste Zeit geschlafen; S. 10: In 
Kreuzlingen habe man die blauen Flecken noch sehen können; S. 11: 
Verletzung  an  der  rechten  Wade;  S.  13:  geschwollene  Augenlider; 
S. 16: Alpträume und Schmerzen). Schliesslich erwähnte sie den Vor-
fall  ebenfalls  an  der  ergänzenden  Anhörung  vom 24.  Februar  2005 
(A19, S. 3),  an welcher sie übrigens wiederum von einem Mann be-
fragt wurde. Ferner wiederholte sie mehrmals in den Befragungen vom 
6. und 29. Oktober 2003 sowie vom 24. Februar 2005, sich nicht wohl 
zu fühlen (A2, S. 7; A10, S. 17; A19, S. 5), zu zittern und sich wegen 
den Folterungen nervös und psychisch nicht gut zu fühlen. Wenn sie 
sich an die Folterungen erinnere, zittere sie und wolle alleine bleiben 
(A2,  S. 7). Die Schilderungen der  Beschwerdeführerin  werden durch 
die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  (A9,  S.  9),  ihrer  Tochter  (N 

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_______, A7, S. 10 ff.; A13, S. 15) und ihres Sohnes (N _______, A1, 
S. 5; A8, S. 14) bestätigt. 

Angesichts  der  Erwähnung  des  Vorfalls  vom  23.  September  2003 
durch  alle  Familienmitglieder  und  derer  übereinstimmenden  Schilde-
rungen der Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Beschwerdefüh-
rerin (vgl. A9, S. 9; N _______, A8, S. 14 und A11, S. 11; N _______, 
A7, S. 10 und 11) erachtet das Bundesverwaltungsgericht,  entgegen 
den vorinstanzlichen Erwägungen – insbesondere unter Berücksichti-
gung der im Revisionsverfahren nachgereichten Beweismittel und gel-
tend gemachten Tatsachen - die  von der Beschwerdeführerin geschil-
derte Mitnahme im September 2003 als glaubhaft, zumal sie diese und 
deren Folgen sehr real und mit  persönlichen Empfindungen darlegte 
(vgl. insbesondere A10, S. 10: „(GS weint)“, „ich hatte grosse Angst“, 
„ich habe sogar meinen Kindern und meinem Mann nicht erzählt, dass 
ich damals vor grosser Angst mich nicht beherrschen konnte und in die 
Hosen machte“; S. 13: „Ich erzählte ihnen [den Kindern], dass ich ge-
schlagen  wurde,  mehr  erzählte  ich  nicht.  Die  Kinder  weinten.  Dann 
nahm ich ein Bad und ging schlafen.“). Diese Einschätzung wird durch 
die im Wiedererwägungsverfahren eingereichten persönlichen Schrei-
ben der Beschwerdeführerin (vgl. Akte B14), durch die sie betreffen-
den,  zahlreichen  ärztlichen  Berichte  (vgl.  weiter  unten  E.  5.3)  und 
durch  die  im  zweiten  Revisionsverfahren  eingereichten  Kurzberichte 
der  Hilfswerksvertretung  über  die  Befragungen  des  Beschwerdefüh-
rers vom 27. Oktober 2003 und 24. Februar 2005, seiner Tochter vom 
14. November 2003 und vom 24. Februar 2005, der Beschwerdeführe-
rin  sowie ihres Sohnes vom 24. Februar  2005 bekräftigt. Den hand-
schriftlichen Unterlagen der Beschwerdeführerin vom 26. Juli 2007 und 
(gemäss  ihrer  Ärztin)  vom  31.  Juli  2007,  welche  sie  während  ihres 
Aufenthaltes  im  Q._______  verfasste,  wo  sie  am  28.  Juni  2007 
eingewiesen worden war, ist  insbesondere zu entnehmen,  dass sich 
ihr psychischer Zustand zwar durch die Kenntnis über die Ausweisung 
ihrer Familienmitglieder verschlechtert habe, was zu ihrer Einweisung 
ins  das  Q._______  geführt  habe,  dass  diese  Ausweisungsdrohung 
aber  insbesondere  in  ihr  die  ihr  zugefügte  „schreckliche  und 
beschämende Folter“ wieder wachgerufen habe („wie ein Filmstreifen 
vor  meinen  Augen“).  Den  im  gesamten  Zusammenhang  zu  wür-
digenden  Mitteilungen der  Beschwerdeführerin  sind  überdies  Suizid-
absichten zu entnehmen. Zu berücksichtigen ist  im vorliegenden Fall 
insbesondere  auch,  dass  die  Beschwerdeführerin  trotz  zahlreichen 
Hinweisen auf  geschlechtsspezifische Verfolgung mit  offensichtlichen 

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Realitätskennzeichen  (wie  beispielsweise  die  für  sie  bestimmt 
peinliche Aussage, sie habe vor Angst in die Hosen gemacht, vgl. A10, 
S. 13)  nie  ausschliesslich  von Frauen  befragt  wurde. Es  liegt  daher 
nahe, dass sie bereits angesichts der anwesenden Männer ihre Erleb-
nisse verdrängte. Dass sie zudem aufgrund ihrer gesundheitlichen und 
emotionalen  Beeinträchtigung  nicht  in  jeder  Hinsicht  stimmige  Aus-
sagen machte, kann ihr nicht zur Last gelegt werden. Angesichts der 
gesamten Umstände ist das verspätete, erst im Rahmen einer psycho-
therapeutischen  Behandlung  geschilderte,  Vorbringen  der  erlittenen 
sexuellen Übergriffe nachvollziehbar.

5.3 Vor diesem Hintergrund erscheinen die im ordentlichen Verfahren 
noch  als  unglaubhaft  erachteten  Vorbringen  in  einem anderen  Licht 
und sind  als  überwiegend glaubhaft  anzusehen. Das  Bundesverwal-
tungsgericht hielt in seinem Urteil vom 21. Mai 2007 bereits fest, dass 
die Beschwerdeführer und ihre Kinder die zentralen, gegen sie gerich-
teten  Behelligungen  (Festnahme  und  Verhör  aller  Familienmitglieder 
im  November  2002  und  anonyme  Telefonanrufe)  teilweise  überein-
stimmend  vorgetragen  hätten  (vgl.  E-4341/2006  E.4.2.5  und  4.2.7). 
Daraus ergibt  sich,  dass das  BFM zu Unrecht  auf  Unglaubhaftigkeit 
geschlossen hat. Im Lichte der nachgereichten Beweismittel und gel-
tend gemachten Tatsachen erscheinen die von der Vorinstanz aufge-
führten  Widersprüche  und  Ungereimtheiten,  welche  zumeist  Neben-
sächlichkeiten  betreffen,  unwesentlich  (z.B.  Stockwerkhöhe  des  Ge-
bäudes, wo die ganze Familie am 4. November 2002 verhört wurde).

5.4 Aufgrund  der  Akten  ist  hinsichtlich  der  telefonischen  Drohungen 
festzustellen, dass die ganze Familie übereinstimmend geltend mach-
te, telefonisch bedroht worden zu sein, wobei sich die Anrufe im Mai 
2003 gehäuft hätten. Auch erklärte die Beschwerdeführerin anlässlich 
der  kantonalen  Anhörung  in  Übereinstimmung  mit  dem  Beschwer-
deführer, dass sie den Stecker ausgezogen hätten (vgl. A10, S. 15), 
eine Aussage, die das BFM nicht in seine Erwägungen miteinbezogen 
hat. Ebenso hat  der  Sohn anlässlich  der  kantonalen Anhörung aus-
gesagt,  sie  hätten  das  Telefonkabel  ausgezogen,  bevor  sie  schlafen 
gingen (vgl. Akten Sohn, A8, S 15). Weiter ist festzustellen, dass die 
Beschwerdeführerin im Rahmen der ergänzenden Befragung nicht zu 
den  telefonischen  Drohungen  befragt  wurde.  Warum  das  BFM  die 
Beschwerdeführerin  dazu  nicht  befragte,  ist  den  Akten  nicht  zu 
entnehmen und jedenfalls nicht nachvollziehbar. Diese Umstände sind 
bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit  der Aussagen mit  zu berück-

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sichtigen und sprechen für die Glaubhaftigkeit. Aufgrund der Akten und 
in Anbetracht der vorstehenden Ausführungen ist trotz gewisser Unge-
reimtheiten  in  den  diesbezüglichen  Aussagen  der  Beschwerdeführer 
und  ihrer  Kinder  nicht  auszuschliessen,  dass  sie  auch  telefonische 
Drohungen  erhielten,  weshalb  dieses  Vorbringen  als  überwiegend 
glaubhaft zu bewerten ist. 

5.5 Weiter ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer und ihre Kin-
der in wesentlichen Punkten übereinstimmende Aussagen zum Ablauf 
der Verhaftung vom 4. November 2002 machten. Namentlich stimmen 
ihre  Angaben  in  zeitlicher  Hinsicht  überein.  Ebenso  gaben  die  Be-
schwerdeführer und ihre Kinder die gleiche Reihenfolge zu Protokoll, 
in welcher die Familie an diesem Tag auf der Sicherheitsdirektion ver-
hört wurde. Die divergierenden Angaben der Beschwerdeführer und ih-
rer Kinder betreffen das Stockwerk sowie die Anordnung der Räume 
beziehungsweise des Korridors. Diesbezüglich ist gegenüber den Aus-
führungen  des  BFM richtig  zu  stellen,  dass  die  Beschwerdeführerin 
anlässlich keiner Befragung nach dem Stockwerk gefragt wurde. So-
dann haben die Tochter und der Sohn übereinstimmend ausgesagt, sie 
hätten sich im 1. Stock befunden. Namentlich gab der Sohn zu Proto-
koll:  „Bei  uns  sagt  man  2.  Stock.  Aber  es  ist  der  1.  Stock“  (vgl.  N 
_______,  A.  11,  S.  7).  Ebenso  ist,  wie  in  der  Rechtsmitteleingabe 
dargetan  wird,  zu  berücksichtigen,  dass  sich  der  Beschwerdeführer 
bereits  mehrmals  im  besagten  Gebäude  aufgehalten  hatte,  mithin 
aufgrund des Zeitablaufs nicht mehr mit Sicherheit weiss, wann er sich 
wo aufgehalten hat. Auch haben der Sohn und die Tochter die Lage 
des Korridors und der Zimmer übereinstimmend dargestellt. Weiter ist 
die Nervosität sowie die unterschiedliche Wahrnehmung der einzelnen 
Beteiligten  nicht  ausser  Betracht  zu  lassen.  Schliesslich  kann  nicht 
ohne weiteres  erwartet  werden,  dass  eine solche Beschreibung von 
vier  Beteiligten  in  jedem  Punkt  identisch  wiedergegeben  wird.  Eine 
Abwägung  der  für  und  gegen  die  Glaubhaftigkeit  sprechenden 
Argumente ergibt  vorliegend somit,  dass von der Glaubhaftigkeit  der 
Inhaftierung vom 4. November 2002 auszugehen ist. 

5.6 Für  die  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  der  Be-
schwerdeführer insgesamt ist sodann weiter zu berücksichtigen, dass 
die konkretisierenden Befragungen durch das BFM rund zweieinhalb 
Jahre nach der Einreise in die Schweiz stattgefunden haben. Ebenfalls 
in die Würdigung mit einzubeziehen ist die ärztlich attestierte Trauma-
tisierung  der  Beschwerdeführer. Gemäss  den  auf  Beschwerdeebene 

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eingereichten ärztlichen Zeugnissen von Dr. med. K._______, vom 27. 
Juni 2005 (vgl. E-4341/2006,  Akte 6,  Beilagen 1 und 2)  wurde beim 
Beschwerdeführer  ein  Status  nach  mehreren  Infarkten,  eine 
posttraumatische  Belastungsstörung  (ICD-10  F43.1)  sowie  eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10)  diagnostiziert. Bei 
der  Beschwerdeführerin  stellte  derselbe  Arzt  ebenfalls  eine 
posttraumatische  Belastungsstörung  (ICD-10  F43.1)  sowie  eine 
rezidivierende  depressive  Störung  mit  somatischen  Symptomen 
(ICD-10  F33.1)  fest.  Im letzten  ausführlichen  ärztlichen  Bericht  vom 
26. Oktober 2007 des Q._______ – wo sich die Beschwerdeführerin 
(gemäss telefonischer Auskunft des Q._______ vom 15. August 2008) 
vom 28. Juli 2007 bis 18. Januar 2008 und vom 2. Mai bis 6. Juni 2008 
stationär  aufhielt  –  stellte  die  behandelnde  Ärztin  die  Beschwerde-
führerin betreffend eine schwere posttraumatische Belastungsstörung 
mit ausgeprägter Scham- und Schuldproblematik (ICD-10: F 43.1) und 
eine schwere depressive Störung (ICD-10: F 32.2) fest (vgl. BFM-Akte 
B21, S. 2). 

Mit einem ärztlichen Gutachten kann grundsätzlich nicht die Ursache 
einer  geltend  gemachten  psychischen  Krankheit  bewiesen  werden 
(vgl. EMARK 1999 Nr. 5 E. 4f.bb S. 32). Der behandelnde Arzt wird in 
der  Regel  eine  weitgehend zuverlässige Diagnose  des vorliegenden 
Krankheitsbildes  stellen können. Bezüglich der  Ursachen der  Krank-
heit ist er vorwiegend auf die Aussagen des Patienten angewiesen. Er 
kann  somit  einzig  die  Auffassung  vertreten  beziehungsweise  den 
Schluss ziehen, er halte die angeführten Gründe, die zur psychischen 
Erkrankung geführt  hätten, für glaubhaft  oder unglaubhaft. Ein ärztli-
ches  Gutachten  kann  somit  Hinweise  darauf  geben,  dass  die  vom 
Asylgesuchsteller geltend gemachten Ursachen einer psychischen Er-
krankung (und somit dessen Asylvorbringen) glaubhaft sind. Das Gut-
achten ist indes immer nur als ein Element in der gesamten Aktenlage 
anzusehen und kann deshalb in der Regel nicht Beweis für die Glaub-
haftigkeit  der  Aussagen  eines  Asylgesuchstellers  bilden.  Die  Beur-
teilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen eines Beschwerdeführers ist 
ohnehin eine Rechtsfrage, deren Beantwortung – wie im Übrigen auch 
die Beweiswürdigung – Aufgabe des Richters ist (vgl. EMARK 1996 Nr. 
16 E. 3/e/bb S. 144; EMARK 1999 Nr. 5 E. 4f.bb S. 31 f.; EMARK 2002 
Nr. 13 E. 6c S. 115 f.). 

Die unter dem Titel  "Anamnese" der beiden Zeugnisse vom 27. Juni 
2005 betreffend die Beschwerdeführer wiedergegebenen Angaben so-

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wie weitere Ausführungen in den ärztlichen Berichten entsprechen den 
vom Bundesverwaltungsgericht  als glaubhaft  bewerteten Asylvorbrin-
gen der Beschwerdeführer. In Anbetracht der vorstehenden Erwägun-
gen können die ärztlichen Zeugnisse als ein Indiz für die Glaubhaftig-
keit der Aussagen der Beschwerdeführer gewertet werden, zumal der 
psychische Gesundheitszustand durch weitere – in den späteren Ver-
fahren eingereichte – ärztliche Schreiben bestätigt wird (vgl. ärztliche 
Bestätigung vom 4. Juni 2007 betreffend ambulanter Behandlung bei-
der Beschwerdeführer bei Dr. med. K._______ [E-4438/2007, Akte 1, 
Beilage 3]; ärztliche Bestätigungen des Q._______ vom 12.7.07 [BFM-
Akten B3] und vom 23. Juli 2007 [B4], wonach die Beschwerdeführerin 
seit  dem 28. Juni 2007 hospitalisiert  sei; Arztbericht  des Q._______ 
vom  28.  August  2007  [BFM-Akte  B19];  ärztliches  Zeugnis  des 
Q._______  vom  26.  Oktober  2008  [BFM-Akte  B21];  Schreiben  des 
Q._______ vom 18. Januar 2008 [E-8092/2007, Akte 10, S. 39]). 

5.7 Zusammenfassend ist  in  Würdigung der  vorstehenden Erwägun-
gen davon auszugehen, dass die von den Beschwerdeführern zu Pro-
tokoll gegebenen Sachverhalte grundsätzlich glaubhaft sind. Nament-
lich  erscheint  glaubhaft,  dass  die  Beschwerdeführer  aufgrund  ihrer 
zahlreichen politisch aktiven Verwandten während Jahren seitens der 
Sicherheitskräfte immer wieder behelligt wurden, auch wenn das gel-
tend gemachte Ausmass teilweise überzeichnet dargestellt  erscheint. 
Ebenso als glaubhaft zu erachten ist, dass sich H._______ und sein 
Kollege  I._______  bei  den  Beschwerdeführern  aufhielten  und  die 
Beschwerdeführer in der Folge Nachteilen ausgesetzt waren. Gleiches 
gilt  für  die  Festnahmen der  Beschwerdeführer  und ihrer  Kinder  vom 
4. November 2002, des Beschwerdeführers vom 10. Mai 2003 und der 
Beschwerdeführerin vom 23. September 2003.

6.
6.1 Zu Art. 3 AsylG führte das BFM in der angefochtenen Verfügung 
aus, es sei allgemein bekannt, dass Angehörige der kurdischen Bevöl-
kerung in der Türkei Schikanen und Benachteiligungen verschiedens-
ter Art ausgesetzt sein könnten. Die wiederholten, angeblich seit 1978 
erfolgten Mitnahmen dürften vom Beschwerdeführer wohl übersteigert 
dargestellt worden sein, zumal er nicht geltend gemacht habe, in die-
ser Zeit je ein Mal festgenommen, angeklagt oder verurteilt worden zu 
sein. Aus der Tatsache, dass er ohne Einleitung eines Gerichtsverfah-
rens wieder freigelassen worden sei, könne geschlossen werden, dass 
die Behörden in seinem Fall keine konkreten Verfolgungsabsichten ge-

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hegt hätten. Zudem hätten diese Vorfälle im Zeitpunkt der Ausreise zu 
weit zurückgelegen, um noch als Anlass für diese gewertet werden zu 
können. Mit dem Umzug nach C._______ habe sich die Situation der 
Beschwerdeführer sodann offensichtlich geändert. Weiter sei nicht von 
vornherein auszuschliessen, dass die Beschwerdeführer wegen ihrer 
im Ausland lebenden Verwandten von den Behörden behelligt worden 
sein könnten. Bezüglich der Türkei könne davon ausgegangen werden, 
dass Familienangehörige von politisch Verfolgten oder anderweitig ge-
suchten  Personen  einem  erhöhten  Risiko  ausgesetzt  sein  könnten, 
von den Sicherheitsbehörden zumindest vermehrt schikaniert zu wer-
den. Die geltend gemachte Reflexverfolgung hätte sich hingegen be-
reits vor der Ausreise des Beschwerdeführers zeigen müssen. Der Be-
schwerdeführer  habe  indes  weder  ein  politisches  Engagement  noch 
staatliche  Verfolgungsmassnahmen  glaubhaft  darlegen  können.  Als 
selbständiger Unternehmer habe er sich in den 1990er Jahren wieder-
holt legal im Ausland aufgehalten. Die Entfaltung einer solchen Reise-
tätigkeit sei mit der Situation einer tatsächlich gefährdeten Peron nicht 
in Einklang zu bringen. Schliesslich sei den Aussagen der Beschwer-
deführer  und ihrer  Kinder nicht  zu entnehmen,  dass sie,  abgesehen 
von den nicht glaubhaft gemachten Vorfällen in den Jahren 2002 und 
2003,  irgendwelche  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden 
gehabt hätten. Namentlich hätten sie im Jahre 2001 bzw. 2002 legal ei-
nen Pass erhalten und diesen später  verlängern  lassen. In Kenntnis 
der realen Gegebenheiten in der Türkei sei davon auszugehen, dass 
die  Fahndungsbehörden alles  daran gesetzt  hätten,  etwas über  den 
Verbleib der Verwandten in Erfahrung zu bringen. Es liege somit keine 
begründete Furcht vor staatlicher Verfolgung vor.

6.2 In der Rechtsmitteleingabe führen die Beschwerdeführer aus, auf-
grund der erlittenen Vorverfolgung müssten sie bei einer Rückkehr mit 
ernsthaften Nachteilen rechnen. Es würden zahlreiche konkrete Indizi-
en vorliegen, aus deren Gesamtheit sich eine objektiv genügend be-
gründete Furcht vor künftigen asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen 
im Sinne einer Reflexverfolgung ergeben würden.

6.3 Unter  Reflexverfolgung  versteht  man  behördliche  Belästigungen 
oder Behelligungen von Angehörigen aufgrund des Umstandes, dass 
die  Behörden  einer  gesuchten,  politisch  unbequemen  Person  nicht 
habhaft  werden oder  schlechthin  von deren politischer  Exponiertheit 
auf eine solche auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer sol-
chen Reflexverfolgung kann insbesondere darin liegen, Informationen 

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über  effektiv  gesuchte  Personen  zu  erlangen  beziehungsweise  Ge-
ständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Eine "Sippenhaft" in diesem 
weiteren Sinn ist von den türkischen Behörden etwa in den Süd- und 
Ostprovinzen nicht selten angewandt worden, wenn es galt, den Auf-
enthaltsort  von flüchtigen Angehörigen der PKK oder anderer staats-
feindlicher Organisationen zu ergründen. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer 
einer Reflexverfolgung zu werden, ist namentlich dann gegeben, wenn 
nach einem flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behör-
de Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit dem Gesuchten in en-
gem Kontakt steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn der Re-
flexverfolgte  aus  einer  den türkischen Sicherheitskräften  als  "staats-
feindlich"  bekannten  Familie  stammt  respektive  mehrere  illegal  poli-
tisch tätige Verwandte aufweist. Auch ein eigenes, nicht unbedeuten-
des Engagement seitens des Reflexverfolgten für illegale politische Or-
ganisationen  erhöht  das  Risiko,  Opfer  einer  Sippenhaft  im  weiteren 
Sinne zu werden (vgl. dazu EMARK 1994 Nr. 5).

In Bestätigung der früheren Rechtsprechung der ARK (vgl. beispielhaft 
EMARK 2005 Nr. 21)  stellt  das Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass 
aufgrund der aktuellen Lageentwicklung die Gefahr allfälliger Repres-
salien  gegen  Familienangehörige  mutmasslicher  Aktivisten  der  PKK 
(beziehungsweise  einer  ihrer  Nachfolgeorganisationen)  oder  anderer 
von den Behörden als separatistisch eingestufter kurdischer Gruppie-
rungen nicht  auszuschliessen ist. Zwar scheint  sich die Verfolgungs-
praxis der türkischen Behörden im Zuge des Reformprozesses zur An-
näherung an die Europäische Union insofern geändert zu haben, als 
Fälle, in denen Familienangehörige kurdischer Aktivisten gefoltert oder 
misshandelt worden sind, abgenommen haben. Dagegen müssen Fa-
milienangehörige  auch  gegenwärtig  noch  mit  Hausdurchsuchungen 
und kürzeren Festnahmen rechnen,  die oft  mit  Beschimpfungen und 
Schikanen verbunden sind. 

6.4 Weder der Beschwerdeführer noch die Beschwerdeführerin haben 
sich  durch  eigene  Tätigkeiten  politisch  exponiert.  Fest  steht  jedoch 
aufgrund  der  Akten,  dass  die  Beschwerdeführer  aus  D._______ 
stammen und Mitglieder der Grossfamilie [der Beschwerdeführer] sind. 
Dass dieser Personenkreis aufgrund zahlreicher politischer Aktivisten, 
welche behördlicher Repression ausgesetzt waren und mittlerweile in 
der Schweiz respektive in  anderen Ländern teilweise als  Flüchtlinge 
anerkannt  sind,  das besondere Augenmerk der türkischen Behörden 
auf sich gezogen hat und noch immer zieht, dürfte unbestritten sein. 

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Zwar sind die Voraussetzungen einer Reflexverfolgung allein aufgrund 
der  familiären  respektive  geografischen  Herkunft  einer  Person  im 
vorerwähnten Sinne nicht bereits gegeben, auch wenn die grosse Zahl 
von  in  Europa  als  Flüchtlinge  anerkannten  Verwandten  bereits  ein 
gewichtiges Indiz für eine drohende Verfolgung bei der Wiedereinreise 
darstellen  dürfte.  Indes  braucht  vorliegend  nicht  abschliessend 
beurteilt  zu  werden,  ob  sich  der  angesichts  ihrer  Zugehörigkeit  zu 
einer  politisch  exponierten  Familie  zu  erwartende behördliche Druck 
erneut  in  Form  von  Inhaftierungen  und  Misshandlungen  äussern 
könnte.  Eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Reflexverfolgung  kann 
nämlich  unter  Umständen  auch  unabhängig  von  solchen 
Behelligungen  angenommen  werden,  gelten  doch  als  ernsthafte 
Nachteile  im Sinne von Art. 3  Abs. 2 AsylG auch Massnahmen,  die 
einen unerträglichen psychischen Druck bewirken.

6.5 Mit  dem  Begriff  des  unerträglichen  psychischen  Drucks  sollen 
staatliche Massnahmen erfasst werden, die sich nicht unmittelbar ge-
gen die Rechtsgüter Leib, Leben oder Freiheit richten, sondern auf an-
dere Weise ein menschenwürdiges Leben verunmöglichen. Ausgangs-
punkt,  um einen unerträglichen psychischen Druck  bejahen zu kön-
nen, stellen in der Regel konkrete staatliche Eingriffe dar, die effektiv 
stattgefunden haben; die staatlichen Verfolgungsmassnahmen müssen 
in einer objektivierten Betrachtung zudem als derart intensiv erschei-
nen, dass der betroffenen Person ein weiterer Verbleib in ihrem Hei-
matstaat  objektiv  nicht  mehr  zugemutet  werden  kann;  ausschlagge-
bend ist mit anderen Worten nicht, wie die betroffene Person die Situa-
tion subjektiv erlebt hat, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situa-
tion  für  Aussenstehende  nachvollziehbar  ist,  dass  der  psychische 
Druck unerträglich geworden ist (vgl. EMARK 1996 Nr. 30 E. 4d S. 291 
f., mit weiteren Hinweisen).

6.6 Aufgrund der aktuellen politischen Situation in der Türkei ist davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführer, insbesondere aber der Be-
schwerdeführer,  von  staatlicher  Seite  weiterhin  verdächtigt  wird,  die 
politischen Ansichten seiner für die PKK aktiven beziehungsweise ak-
tiv gewesenen Verwandten zu teilen. Entsprechend lässt sich die Ge-
fahr, dass der Beschwerdeführer wegen dieses Verdachts auch in Zu-
kunft  fortdauernd  schwer  belästigt  und  diskriminiert  werden  könnte, 
objektiv nicht ausschliessen. Zudem fällt besonders ins Gewicht, dass 
die Beschwerdeführer in der Vergangenheit bereits Opfer von Reflex-
verfolgungen waren, die aufgrund der Aktenlage auch als wahrschein-

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liche Ursache für  die  bei  ihnen  diagnostizierte  schwere posttrauma-
tische Belastungsstörung erscheinen. Vor diesem Hintergrund ist  die 
Furcht,  bei  einer Rückkehr in die Türkei zumindest mit  Massnahmen 
rechnen zu müssen,  die einen unerträglichen psychischen Druck im 
Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG bewirken, als begründet im Sinne von 
Art.  3  Abs.  1  AsylG  zu  erachten.  Nachfolgend  ist  deshalb  noch  zu 
prüfen,  ob  die  Beschwerdeführer  diesen  zu  erwartenden  Nachteilen 
landesweit  ausgesetzt  wären  oder  ihnen  innerhalb  der  Türkei  eine 
innerstaatliche Fluchtalternative offen stünde.

6.7 Für  die Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  muss feststehen, 
dass sich eine von flüchtlingsrechtlich erheblichen Nachteilen bedrohte 
Person  landesweit  in  einer  ausweglosen  Situation  befindet.  Wirken 
sich die Benachteiligungen nur lokal  aus,  und ist  der Heimatstaat  in 
der Lage und willens, der betroffenen Person in anderen Landesteilen 
wirksamen Schutz vor Verfolgung zu gewähren, so kann ihr das Vorlie-
gen einer innerstaatlichen Fluchtalternative entgegengehalten werden. 
Die Anforderungen an die Effektivität  des am Zufluchtsort  gewährten 
Schutzes sind allerdings hoch anzusetzen. Wirksamer Schutz vor Ver-
folgung bedingt, dass die betroffene Person am Zufluchtsort nicht wie-
derum Opfer von Behelligungen im Sinne von Art. 3  AsylG wird. Im 
Weiteren  erscheint  eine  wirksame  Schutzgewährung  auch  dann  als 
nicht gegeben, wenn die betroffene Person bereits in ihrer Heimatre-
gion von Organen der Zentralgewalt – das heisst unmittelbar staatlich 
– verfolgt worden ist, vermag doch diesfalls ein Wegzug in einen ande-
ren Landesteil diese Behelligungen nicht effektiv zu unterbinden. Darü-
ber  hinaus  muss  am  innerstaatlichen  Zufluchtsort  mit  hinreichender 
Bestimmtheit auch eine mittelbare Gefährdung der betroffenen Person 
ausgeschlossen sein, das heisst die Gefahr, von staatlichen Behörden 
aus Motiven gemäss Art. 3 AsylG auf  offizielle  oder  faktische Art  in 
das Gebiet der unmittelbaren Verfolgung zurückgeschickt oder zurück-
gedrängt zu werden (vgl. EMARK 1996 Nr. 1 E. 5b und c S. 5 - 7).

6.8 Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führer nicht landesweit  registriert  sind. Indes ergeben sich genügend 
Anhaltspunkte für die Annahme, dass zahlreiche Angehörige der Fami-
lie  [des  Beschwerdeführer],  sowie  insbesondere  auch  H._______, 
welcher zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde und welchen 
die Beschwerdeführer zusammen mit  dessen Kollegen I._______ bei 
sich beherbergten, von den türkischen Polizeibehörden zentral erfasst 
sind.  Wenn  im  Weiteren  berücksichtigt  wird,  dass  der  türkischen 

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Grenzpolizei  bei  der  Wiedereinreise  abgewiesener  Asylgesuchsteller 
die  Tatsache  der  Asylgesuchseinreichung  im  Ausland  in  der  Regel 
nicht  verborgen  bleibt  und  dies  wiederum  eine  Routinekontrolle  mit 
eingehender  Befragung  zur  Folge  hat,  so  ist  mit  hoher 
Wahrscheinlichkeit  anzunehmen,  dass  die  Beschwerdeführer  bereits 
bei  der  Wiedereinreise  als  Angehörige  einer  politisch  exponierten 
Familie  identifiziert  würden.  In  einem  solchen  Fall  müssten  die  Be-
schwerdeführer  aber  gerade vor  dem Hintergrund der  in  letzter  Zeit 
wieder zunehmenden Intensität des Konflikts zwischen türkischer Ar-
mee  und  kurdischen  Rebellen  mit  weiteren  Verdächtigungen  bezie-
hungsweise  Behelligungen  rechnen.  Damit  wird  deutlich,  dass  den 
Beschwerdeführern keine innerstaatliche Fluchtalternative offen steht. 

6.9 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführer 
entgegen  der  vorinstanzlichen  Beurteilung  ihre  Asylvorbringen  über-
wiegend glaubhaft dargelegt haben und damit auch die Voraussetzun-
gen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft erfüllen. 

7.
Vorliegend  fehlt  es  an  konkreten  Hinweisen  auf  ein  Fehlverhalten, 
welches  unter  einen  oder  mehrere  der  von  Art.  1  F  FK  umfassten 
Tatbestände zu subsumieren wäre. Mangels Hinweisen für das Vorlie-
gen  eines  Ausschlussgrundes  gemäss  Art.  53  AsylG  ist  den 
Beschwerdeführern Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG).

8.
In  Gutheissung der Beschwerde ist  die  angefochtene Verfügung des 
BFM vom 19. April 2005 betreffend Asyl und Wegweisung aufzuheben. 
Die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  den  Beschwerdeführern  Asyl  zu  ge-
währen.

9.
9.1 Bei  diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind  keine Ver-
fahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

9.2 Gemäss  Art.  64  Abs. 1  VwVG kann  die  Beschwerdeinstanz  von 
Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die der Partei 
erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  zu-
sprechen.  Der  im  damaligen  Beschwerdeverfahren  bevollmächtigte 
Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  (lic.  iur.  Michael  Guidon, 
Adresse)  hat  mit  der Beschwerdeeingabe eine Honorarnote vom 17. 
Mai 2005 in der Höhe von Fr. 1'920.-- (inkl. Spesen und Übersetzung; 

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ohne  Mehrwertsteuer)  eingereicht.  Der  ausgewiesene  Aufwand 
erscheint  angemessen.  Zudem  hat  der  Vertreter  im  Nachgang  zur 
Beschwerde  noch  die  ärztlichen  Zeugnisse  eingereicht  sowie  eine 
Stellungnahme zur  Vernehmlassung  verfasst.  Auf  die  Nachforderung 
einer  ergänzenden  Honorarrechnung  kann  vorliegend  verzichtet 
werden, da sich der diesbezügliche Aufwand des Vertreters aufgrund 
der  Akten  zuverlässig  abschätzen  lässt.  Für  die  im  Nachgang  zur 
Beschwerde  verrichteten  Tätigkeiten  ist  von  einem  zusätzlichen 
Zeitaufwand  von  zwei  Stunden  auszugehen.  Insgesamt  ergibt  sich 
somit  ein  Aufwand  von  Fr.  2'220.--.  Demnach  ist  die 
Parteientschädigung  auf  Fr. 2'220.--  (Honorar,  inkl.  Spesen,  ohne 
Mehrwertsteuer) festzusetzen (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 
7  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Der aktuell bevollmächtigten Rechtsvertreterin entstanden 
für  das  Beschwerdeverfahren  keine  Aufwendungen;  für  den  ihr 
angefallenen Aufwand wurde sie im Rahmen des Revisonsverfahrens 
(E-8092/2007) entschädigt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 
19. April  2005 wird aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, den Be-
schwerdeführern Asyl zu gewähren.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführern für das Beschwer-
deverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädi-
gung von Fr. 2'220.-- zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (Kanton) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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