# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfd559ef-64ed-5114-9f7e-7403e0392185
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.01.2022 SK1 2020 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2020-3_2022-01-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 19. Januar 2022

(Mit Urteil vom 6. November 2023 hat das Bundesgericht die gegen dieses Urteil 
erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.)

Referenz SK1 20 3

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Thöny, Aktuarin

Parteien A._____ und B._____
Berufungskläger 
beide vertreten durch Rechtsanwalt Yannik Gloor 
Plängestrasse 32, Postfach 91, 2501 Biel/Bienne 

gegen

C._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hess
Stoffelhaus, Obergass 1, 7414 Fürstenau 

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

Gegenstand fahrlässige Körperverletzung

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Viamala vom 10.09.2019, mitgeteilt am 
15.01.2020 (Proz. Nr. 515-2019-20)

Mitteilung 02. August 2022

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Sachverhalt

A. Mit Urteil des Regionalgerichts Viamala vom 10. September 2019 wurde 
C._____ vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zum Nachteil von 
B._____ und der schweren fahrlässigen Körperverletzung zum Nachteil von 
A._____ freigesprochen. Gegen das gleichentags mündlich eröffnete Urteil melde-
ten A._____ und B._____ am 26. September 2019 Berufung an. Daraufhin teilte 
das Regionalgericht Viamala den Parteien am 15. Januar 2020 das begründete 
Urteil mit. Darin erkannte es was folgt:

1. C._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss 
Art. 125 Abs. 1 StGB zum Nachteil von B._____ und der schweren 
fahrlässigen Körperverletzung zum Nachteil von A._____ gemäss Art. 
125 Abs. 2 StGB freigesprochen.

2.a) Die Kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 4'480.00 ge-
hen zu Lasten des Kantons Graubünden, die Kosten des Gerichtsver-
fahrens von CHF 8'000.00 gehen im Umfang von CHF 4'000.00 zu 
Lasten des Regionalgerichts Viamala, welches C._____ für die 
Rechtsvertretung mit CHF 6'795.50 inkl. Spesen und MWST zu ent-
schädigen hat.

   b) Im Restbetrag von CHF 4'000.00 (Kosten für die Begründung des Ur-
teils) gehen die Gerichtskosten zu Lasten von B._____ und A._____.

3. Die Zivilklagen der Privatkläger werden auf den Zivilweg verwiesen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).

B. Am 5. Februar 2020 reichten A._____ und B._____ (nachstehend: Beru-
fungskläger) beim Kantonsgericht von Graubünden die Berufungserklärung ein. 
Darin stellten sie den Antrag, C._____ sei wegen fahrlässiger Körperverletzung 
von Art. 125 Abs. 2 StGB zum Nachteil von A._____ und B._____ schuldig zu er-
klären. Dafür sei er zu einer gerichtlich zu bestimmenden Strafe sowie zu den auf 
den Schuldspruch entfallenden erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten zu 
verurteilen. Die Zivilklage sei dem Grundsatz nach gutzuheissen und auf den Zi-
vilweg zu verweisen. Ausserdem sei C._____ zur Bezahlung einer Parteientschä-
digung für die notwendigen Aufwendungen von A._____ und B._____ im erst- und 
zweitinstanzlichen Verfahren zu verpflichten.

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 10. Fe-
bruar 2020 auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 
StPO. 

D. Am 18. Januar 2022 fand eine mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt, an welcher sowohl die beiden Berufungs-
kläger wie auch C._____ (nachstehend: Berufungsbeklagter) teilnahmen. Die 

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Staatsanwaltschaft verzichtete vorgängig auf eine Teilnahme. Die Parteien hielten 
an ihren bisherigen Anträgen fest. Auf die mündliche Eröffnung des Urteils wurde 
im Einverständnis der Parteien verzichtet. Stattdessen wurde das Urteil am fol-
genden Tag schriftlich im Dispositiv mitgeteilt.

Erwägungen

1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzli-
chen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich 
zu Protokoll anzumelden. Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Beru-
fung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 
begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c). Die genannten Eintretensvoraussetzungen geben zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist demzufolge einzutreten.

2. Gemäss Anklageschrift vom 16. Mai 2019 liegt der Anklage der folgende 
Sachverhalt zugrunde:

A._____ fuhr am 12. September 2016, gegen 17.15 Uhr, mit seinem Motor-
rad der Marke D._____, Kennzeichen GR E._____, auf der F._____ in 
Richtung G._____, von H._____ herkommend, mit angepasster Geschwin-
digkeit. Auf dem Beifahrersitz hatte seine Ehefrau Platz genommen und in 
einem Korb der Hund. In der letzten Wendekehre vor dem Schiessstand 
G._____ versuchte der Motorradfahrer das Motorrad abzubremsen, die 
Bremsen sprachen jedoch nicht an. Dabei fuhr A._____ korrekt und die 
Bremsen sprachen ohne sein Verschulden nicht an. Unkontrolliert fuhr es 
ca. 25 Meter den Abhang hinunter und kam in einem Bachbett zum Still-
stand. A._____ zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Laut Arztbericht 
erlitt er eine Paraplegie unter BWK 6, eine Berstungsfraktur BWK 5, Keil-
fraktur BWK 6, Facettengelenks-Luxation BWK 5/6, Proc.spinasfraktur 
BWK 3-5, Pros.transversusfraktur BWK 5-7 rechts, eine Serie von Rippen-
frakturen, Sternusfraktur, Blut im Thorax (Hämatorhax), Nierenläsion 3. 
Grades, Hypotermie von 34.1°, Ellbogen/Armkontusion rechts. Diese Ver-
letzungen sind als lebensgefährlich eingestuft worden. Die Lähmung wurde 
als bleibender Nachteil klassifiziert. Diese Verletzungen sind objektiv be-
trachtet unter den Tatbestand von Artikel 122 Abs. 1 und 2 StGB subsu-
mierbar. 

B._____, die Ehefrau von A._____, erlitt eine Claviculafraktur rechts, Rip-
penfrakturen und eine Frakur Proc.transv HWK 7. Diese Verletzungen wur-
den nicht als lebensgefährlich eingestuft. Auch ein bleibender Nachteil 
wurde verneint. Diese Verletzungen sind objektiv betrachtet unter den Tat-
bestand von Artikel 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu subsumieren.

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Das erwähnte Motorrad kaufte A._____ bei der Garage I._____ in 
J._____ im Frühling 2015 als Occasionsfahrzeug. Die 1. Inverkehrsetzung 
erfolgte am 03.04.2006. Es wurde ab Platz, d.h. ohne Garantie verkauft. 
Im Frühling 2016 brachte A._____ das Motorrad zum Service in die Gara-
ge I._____, nach J._____, Gemeindegebiet K._____, und beauftragte die-
sen, das Motorrad zu revidieren. Der verantwortliche Garageninhaber 
C._____ hat demnach vertraglich die Pflicht übernommen, dass die Ser-
vice-Arbeiten korrekt und vollständig ausgeführt werden und das Motorrad 
in technisch einwandfreiem Zustand an A._____ zurückgegeben wird. 
Dennoch hat er die Arbeiten nicht ordnungsgemäss ausgeführt, indem er 
die Bremsflüssigkeit nicht – wie gemäss Bedienerhandbuch vorgeschrie-
ben – alle 2 Jahre auswechselte, was er aufgrund seiner Stellung als 
ausgebildeter Mechaniker aber hätte machen müssen und auch gewusst 
hat. Tatsächlich waren gemäss Gutachten des Strassenverkehrsamtes 
Graubünden die Wartungsarbeiten in Bezug auf den Bremsflüssigkeits-
wechsel vernachlässigt worden. Aufgrund der ungenügenden Arbeiten 
des Beschuldigten war die vordere Bremsflüssigkeit in einem schlechten 
Zustand und wies einen tiefen Nasssiedepunkt auf. Diese Mängel in der 
Bremsanlage führten zum Unfall, weil eine starke Beanspruchung dersel-
ben in diesem Zustand zum Totalausfall der vorderen und hinteren Brem-
se zur Folge hatte. Damit hat C._____ durch die mangelhafte Ausführung 
seines Auftrages den fraglichen Unfall und folgerichtig die beschriebenen 
Verletzungen verursacht. Dabei wusste oder hätte er aufgrund seiner 
Ausbildung als Mechaniker wissen müssen, dass ein Unterlassen des 
Bremsflüssigkeitswechsels während längerer Zeit zu einer Verwässerung 
der Bremsflüssigkeit und folgerichtig zu einer Dampfblasenbildung und 
dadurch zum Ausfall der Bremskraft führen konnte. Trotzdem nahm er 
nicht Rücksicht auf die Folgen seines pflichtwidrigen Untätigbleibens, ob-
wohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet gewesen wäre. 
Bei korrekter Servicearbeiten hätten die Bremsen funktioniert. Es wäre 
damit nicht zum Unfall gekommen, wodurch die Verletzungen von 
B._____ und A._____ nicht eingetreten wären. Der Unfall und die Körper-
verletzungen wären somit vermeidbar gewesen, wenn C._____ korrekt 
gehandelt hätte. Damit hat er die von B._____ und A._____ erlittenen 
Körperverletzungen durch pflichtwidriges Verhalten verursacht.

2.1. Die Vorinstanz ist dieser Sachverhaltsdarstellung nicht gefolgt und hat den 
Berufungsbeklagten von Schuld und Strafe freigesprochen. Dies mit der Begrün-
dung, dass der angeklagte Sachverhalt als nicht erstellt beurteilt werden müsse, 
soweit dieser davon ausgehe, die Bremsen hätten ohne Verschulden von A._____ 
nicht angesprochen. Unzutreffend sei der angeklagte Sachverhalt insoweit, als 
dass in diesem angenommen werde, der schlechte Zustand der vorderen Brems-
flüssigkeit habe zum Unfall geführt, weil eine starke Beanspruchung derselben in 
diesem Zustand den Totalausfall der vorderen und hinteren Bremse zur Folge ge-
habt habe. Der Technische Untersuchungsbericht des Strassenverkehrsamtes des 
Kantons Graubünden lasse nicht mit dem erforderlichen hohen Grad der Wahr-
scheinlichkeit annehmen, der im angeklagten Sachverhalt angenommene plötzli-
che Totalausfall der Bremsen sei auf die Vernachlässigung der Wartungsarbeiten 
in Bezug auf den Wechsel der Bremsflüssigkeit zurückzuführen. Hinsichtlich die-

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ser Wartungsarbeiten habe den Berufungsbeklagten ohnehin keine vertragliche 
oder sonstige Pflicht zur Vornahme des Bremsflüssigkeitswechsels am Motorrad 
von A._____ getroffen, zumal beweisrechtlich gar nicht davon auszugehen sei, es 
sei vor dem Unfallereignis ein Wechsel der Bremsflüssigkeit gemäss ordentlichem 
Wartungsintervall angestanden. Der Berufungsbeklagte habe demgemäss seine 
Sorgfaltspflichten nicht verletzt, sprich ihm könne kein pflichtwidriges Untätigblei-
ben vorgeworfen werden. C._____ sei für den Motorradunfall der Privatkläger vom 
12. September 2016 nicht verantwortlich. 

2.2. Die Berufungskläger rügen mit ihrer Berufung, die Vorinstanz habe wieder-
holt auf einen nicht erstellten Sachverhalt abgestellt und festgehalten, dass ein 
gleichzeitiger Ausfall beider Bremsen unwahrscheinlich sei, weil beide Bremsen 
unabhängig voneinander funktionieren würden. Die Vorinstanz habe Annahmen 
und Mutmassungen getroffen, die nicht mit den Wahrnehmungen und Aussagen 
von A._____ und dem Ergebnis des Polizeirapports übereinstimmen würden. Bei 
der Beurteilung der erforderlichen Wahrscheinlichkeit sei zu berücksichtigen, dass 
die Bremsbeläge in Ordnung gewesen seien, dass diese heiss geworden seien, 
dass A._____ langsam gefahren sei und dass die Bremsflüssigkeit einen wesent-
lich zu tiefen Nasssiedepunkt aufgewiesen habe. Auch der Gutachter habe 
bestätigt, dass ein tiefer Siedepunkt sehr gefährlich sei und die Bremsflüssigkeit 
sofort auszuwechseln sei. Andere ernsthafte Möglichkeiten für den Unfall erwähne 
das Gutachten nicht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei daher davon auszugehen, 
dass der unterlassene Wechsel der Bremsflüssigkeit zum Totalversagen der 
Bremsen geführt habe. 

3. Die Anklageschrift bezeichnet unter anderem möglichst kurz, aber genau, 
die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Da-
tum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Nach 
dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat 
die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so 
präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht 
genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz 
der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 144 IV 234 E. 5.6.1 mit Hinwei-
sen). Die beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen können, wessen sie 
angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend 
ist, dass die betroffene Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie 

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beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer 
Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Ge-
richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 
63 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Gericht ist an den in der Anklage umschriebenen 
Sachverhalt gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO). Das Anklageprinzip ist daher ver-
letzt, wenn der Angeschuldigte für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die An-
klageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt bzw. wenn das Gericht 
mit seinem Schuldspruch über den angeklagten Sachverhalt hinausgeht. Die Be-
weiswürdigung obliegt dem Gericht.

4. Ausgehend von der Anklageschrift im konkreten Fall müssen zwei Teilas-
pekte nachgewiesen werden, um die volle strafrechtliche Verantwortung für den 
Unfall dem Berufungsbeklagten zuzuweisen. Zunächst muss mit hinreichender 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein, dass der Unfall auf ein beidseitiges Bremsversa-
gen infolge Unterlassens des Bremsflüssigkeitswechsels während längerer Zeit 
zurückzuführen ist, der schlechte Zustand der Bremsflüssigkeit mit anderen Wor-
ten für den eingetretenen Erfolg kausal war. Dabei gilt es zu beachten, dass es 
für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn dieser mit einem hohen Grad an 
Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ur-
sache des Erfolgs, konkret: des Unfalls, bildete (vgl. BGE 130 IV 7 E. 3.2 mit Hin-
weisen). Ist dieser Nachweis erbracht, muss sodann erwiesen sein, dass der Be-
rufungsbeklagte aufgrund eines entsprechenden Auftrags von A._____ verpflichtet 
gewesen wäre, die Bremsflüssigkeit auszutauschen, dies jedoch pflichtwidrig un-
terlassen hat.

4.1. Was die Kausalität der mangelhaften Bremsflüssigkeit für den Unfall anbe-
langt, ist zunächst auf den technischen Untersuchungsbericht des Strassenver-
kehrsamtes des Kantons Graubünden vom 3. Oktober 2016 (vgl. StA act. 3.5) zu 
verweisen. In Auftrag gegeben wurde eine technische Prüfung des Motorrads von 
A._____, wobei besonders interessiert, ob die Bremsen einwandfrei funktionierten 
und ob der Unfall auf einen technischen Mangel des Fahrzeugs zurückgeführt 
werden könne (vgl. StA act. 3.4). Der Gutachter kam zum Ergebnis, dass am Mo-
torrad die Wartungsarbeiten in Bezug auf den Bremsflüssigkeitswechsel vernach-
lässigt worden seien. Die vordere Bremsflüssigkeit sei in einem schlechten Zu-
stand gewesen und habe einen tiefen Nasssiedepunkt aufgewiesen. Die Kombi-
bremse weise einen relativ tiefen Siedepunkt der hinteren Bremszange auf. Wenn 
die Bremsanlage in diesem Zustand stark beansprucht worden sei, bestehe die 
Möglichkeit eines Ausfalls der vorderen und hinteren Bremse (Totalausfall). Bei 
Dampfblasenbildung durch den hohen Wasseranteil und den tiefen Siedepunkt 

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werde die Bremse weich und falle nach einer weiteren Beanspruchung aus. Dem 
Verfärbungsbild der Bremsscheiben an, sei ein Totalausfall der Bremse bei dieser 
hohen Belastung gut möglich. Weitere technische Mängel, welche zum Unfall ge-
führt haben könnten, nannte der Gutachter nicht. Entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz, welche einen gleichzeitigen Ausfall der vorderen und der hinteren 
Bremse als "eher selten" bezeichnete, erachtete der Gutachter dies als "gut mög-
lich". Diese Feststellung wurde auch mit den angeforderten Ergänzungen zum 
technischen Untersuchungsbericht (vgl. StA act. 3.27) nicht widerrufen. Vielmehr 
wurde präzisiert, dass die beiden Bremssysteme zwar unabhängig voneinander 
arbeiten würden, diese getrennten Bremssysteme jedoch bei einem Defekt oder 
bei Dampfblasenbildung separat, nacheinander oder praktisch miteinander ausfal-
len könnten. Die Einschätzung des Gutachters deckt sich sodann mit den Feststel-
lungen im Polizeirapport (vgl. StA act. 3.1). So geht daraus zum einen hervor, 
dass am Unfallort keine Bremsspuren festgestellt werden konnten (S. 4). Zum an-
deren wurde im genannten Rapport festgehalten, dass der schwer verletzte Motor-
radfahrer vor Ort mehrmals gesagt habe, dass die Bremsen des Motorrades nicht 
funktioniert hätten (S. 3). Diese Aussagen bestätigte A._____ auch in einer späte-
ren polizeilichen Einvernahme vom 17. November 2016 (vgl. StA act. 3.9) sowie 
anlässlich der Konfronteinvernahme vom 22. Juni 2018 (vgl. StA act. 3.23). Auch 
die mitfahrende B._____ sagte nur zwei Tage nach dem Unfall gegenüber der Po-
lizei aus (vgl. StA act. 3.7), sie könne sich gut daran erinnern, dass ihr Mann 
mehrmals erwähnt habe, dass die Bremsen nicht funktioniert hätten (S. 2). Entge-
gen der Auffassung des Berufungsbeklagten bezieht sich diese Aussage auf den 
Unfallzeitpunkt und nicht auf einen früheren Zeitpunkt am Unfalltag. Dies zeigt sich 
daran, dass B._____ vom befragenden Polizisten aufgefordert wurde, den Unfall-
hergang zu schildern und sie unmittelbar vor der fraglichen Äusserung ausführte, 
sie könne nicht sagen, wie es zu diesem Unfall gekommen sei. Die Würdigung 
dieser Beweise, welche zwar einzeln betrachtet die Möglichkeit einer anderen Ur-
sache offenlassen, lassen bei einer objektiven Gesamtbetrachtung keine Zweifel 
bestehen, dass der Unfall entgegen den Darlegungen der Vorinstanz auf ein 
Bremsversagen, verursacht durch den schlechten Zustand der Bremsflüssigkeit, 
zurückzuführen ist. 

4.2. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob das Unterlassen des Wechsels 
der Bremsflüssigkeit dem Berufungsbeklagten angelastet werden muss. Dabei gilt 
es jedoch zu beachten, dass die Anklageschrift in zeitlicher Hinsicht auf den von 
A._____ erteilten Auftrag zur Wartung des Motorrads im Frühling 2016 beschränkt 
ist. Es gilt zu prüfen, ob jener Auftrag neben anderen Arbeiten am Motorrad auch 
das Wechseln der Bremsflüssigkeit beinhaltete und der Berufungsbeklagte dieses 

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pflichtwidrig unterlassen hatte. Nicht zu prüfen ist hingegen, ob ein allfälliger 
Wechsel der Bremsflüssigkeit bereits im Rahmen des Verkaufs des Motorrades 
durch den Berufungsbeklagten (Frühling 2015) oder später im Zusammenhang mit 
der Vorbereitung des Fahrzeugs für die Prüfung durch die Motorfahrzeugkontrolle 
(Sommer 2016) hätte erfolgen müssen. Diese beiden Ereignisse bilden nicht Ge-
genstand der Anklage. Da das Gericht, wie vorstehend ausgeführt wurde, an den 
in der Anklage umschriebenen Sachverhalt gebunden ist, steht im konkreten Fall 
lediglich das Verhalten des Berufungsbeklagten bei der Ausführung des Auftrags 
im Frühling 2016 zur Beurteilung. 

4.2.1. Was den genauen Inhalt des besagten Auftrags anbelangt, gehen die Aus-
sagen der daran beteiligten Personen auseinander. A._____ sagte in seiner poli-
zeilichen Einvernahme vom 17. November 2016 (StA act. 3.9) aus, das Fahrzeug 
sei in einem einwandfreien Zustand gewesen. Er habe im Frühling "einen Service" 
machen lassen. Im Rahmen der Konfronteinvernahme vom 22. Juni 2018 (StA act. 
3.23) führte er aus, es sei immer so abgelaufen, dass er das Motorrad vor der Sai-
son in die Garage gebracht habe, um dieses für die kommende Saison wieder be-
reit zu machen. Zusätzlich habe er immer neue Pneus draufmachen lassen und 
die Bremsbeläge seien überprüft worden (Frage 7). Für ihn habe es sich immer 
um einen Service gehandelt (Frage 9). Er habe im Voraus angerufen oder sei per-
sönlich vorbeigefahren, um zu fragen, wann es am besten gehe, um einen Service 
zu machen (Frage 10). Das Serviceheft sei nicht gebraucht worden. Er habe da 
mal reingeschaut und gesehen, dass der Vorbesitzer, der auch Kunde bei 
C._____ gewesen sei, zwei bis vier Services gemacht habe. Für ihn sei das Ser-
viceheft insofern nicht wichtig gewesen, weil C._____ die durchgeführten Kontrol-
len respektive die getätigten Arbeiten am Motorrad im Computer registriert habe 
(Frage 12). In seiner Befragung anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vor 
dem Kantonsgericht von Graubünden vom 18. Januar 2022 (vgl. KG act. H.3) gab 
er auf entsprechende Frage hin zu Protokoll, er habe C._____ einfach gesagt, er 
solle das Motorrad "zwäg machen" damit er fahren könne (Frage 6). Er habe nie 
"Service" gesagt. C._____ solle einfach schauen, was zu machen sei. Für ihn sei 
das ein Service gewesen. In der Garage solle gemacht werden, was nötig sei. Er 
sei ein Laie, kein Mechaniker. Er habe sich darauf verlassen (Frage 8). Auf die 
Frage hin, welchen konkreten Auftrag er dem Berufungsbeklagten erteilt habe, 
wiederholte er, er habe ihm gesagt, er solle das Motorrad "zwäg machen". Für ihn 
heisse das, dass er nachher unbeschwert fahren könne. Dass er keine Angst ha-
ben müsse, dass etwas kaputtgehe (Frage 14). 

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4.2.2. Demgegenüber korrigierte C._____ bereits in seiner ersten Einvernahme 
vom 10. August 2017 (StA act. 3.22) die Fragestellung des Staatsanwaltes, indem 
er betonte, es habe sich beim Termin im Frühling 2016 "um Arbeiten und nicht um 
einen Service" gehandelt (Frage 3). A._____ sei wegen eines defekten Brems-
lichtschalters oder einer Ratenzahlung vorbeigekommen. Bei dieser Gelegenheit 
hätten sie (gemeint ist C._____ und sein Mitarbeiter) ihn darauf aufmerksam ge-
macht, dass die Bremsbeläge dünn gewesen seien und hätten ausgewechselt 
werden müssen. Auch sei der hintere Pneu ersetzt worden. Er sei aber nicht ge-
kommen, um einen Service machen zu lassen (Frage 6). Auch in der Konfrontein-
vernahme vom 22. Juni 2018 (StA act. 3.23) wiederholte er, dass A._____ jeweils 
gekommen sei, um kleinere Reparaturen durchführen oder Öl nachfüllen zu las-
sen. Er habe ihm jedoch nie ausdrücklich den Auftrag erteilt, einen Service durch-
zuführen (Frage 9). Diese Aussagen bestätigte er auch bei seiner Befragung am 
19. Dezember 2018 (StA act. 3.25), indem er beteuerte, dass A._____ bei ihm 
keinen Service in Auftrag gegeben habe (Frage 2). Es stimme nicht, dass jener 
jeweils vor der Saison einen Service habe machen lassen. Er sei einfach vorbei-
gekommen und habe gefragt, ob die Reifen in Ordnung seien. Sie hätten diese 
dann geprüft und je nach Zustand gewechselt. Die Batterien hätten sie auch je-
weils überprüft. A._____ habe immer nur das Minimum machen lassen. Für ihn sei 
das auch eine finanzielle Sache gewesen (Frage 3). Anlässlich der Hauptverhand-
lung vom 18. Januar 2022 führte er aus, A._____ sei manchmal gekommen und 
habe gefragt, ob sie Öl und Luft kontrollieren könnten. Dies sei meistens auf dem 
Vorplatz geschehen. Das Fahrzeug sei nicht in die Garage auf eine Hebebühne 
gebracht worden, um es zu checken. Das wisse A._____ auch, weil er immer da-
bei gewesen sei. Er habe das Fahrzeug nie für einen Service in der Garage gelas-
sen. Zwischendurch sei er manchmal für einen Ölwechsel gekommen (Frage 6). 
Die Frage des Vorsitzenden, ob A._____ je bei ihm einen Service habe durch-
führen lassen, verneinte er. Nur beim vorherigen Motorrad seien 3 Service von 
ihnen eingetragen gewesen (Frage 18). 

4.2.3. Zunächst steht aufgrund der übereinstimmenden Aussagen fest, dass im 
Zusammenhang mit dem Auftrag das Wort "Service" nicht verwendet wurde. Ein 
solcher hätte zweifellos auch den Wechsel der Bremsflüssigkeit beinhaltet. Dies 
ergibt sich bereits aus der Servicekarte des betreffenden Motorfahrzeugs (vgl. StA 
act. 1.40.1). Darin werden sämtliche Arbeiten und Kontrollen, welche für ein siche-
res Fahren erforderlich sind, einschliesslich des Intervalls, in welchem sie durch-
geführt werden sollten, aufgelistet. Unter dem Stichwort "Bremsflüssigkeit" wird 
ausgeführt, dass diese sogar ein Mal jährlich zu wechseln sei (im Bedienerhand-
buch [StA act. 1.40.1] ist demgegenüber von "alle 2 Jahre" die Rede). Auf der Hin-

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terseite der Servicekarte ist Platz für die Eintragung der durchgeführten Services, 
welche "alle 4'000 km oder 1x pro Jahr" vorzunehmen sind. Diese Empfehlung ist 
so zu verstehen, dass jährlich eine Inspektion vorzunehmen ist, auch wenn die 
Kilometerzahlen nicht erreicht werden. Im konkreten Fall gab A._____ vor der Vor-
instanz zu Protokoll, jährlich zwischen 8'000 und 9'000 km mit dem Roller gemacht 
zu haben (vgl. RG act. II./3. Frage 9). Im konkreten Fall lässt sich der Servicekarte 
entnehmen, dass der Berufungsbeklagte für den Vorbesitzer des Fahrzeugs vier 
Mal einen Service durchgeführt und diese auch mit Adresse, Datum und Unter-
schrift eingetragen hatte. Zwei weitere Einträge wurden durch den Vorbesitzer 
selbst vorgenommen. Seit der Übernahme des Fahrzeugs durch A._____ sind 
keine Eintragungen mehr vermerkt. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Be-
rufungsbeklagte, hätte er tatsächlich einen Service durchgeführt, diesen nicht ein-
getragen hätte, zumal er dies beim Vorbesitzer mehrmals gemacht hatte. 

4.2.4. Weiter kann aufgrund entsprechender Aussagen davon ausgegangen wer-
den, dass A._____ den Berufungsbeklagten aufgefordert hatte, er solle ihm das 
Motorrad für die Saison "zwäg machen". Es stellt sich nun die Frage, ob der Beru-
fungsbeklagte dies als Auftrag zur Durchführung eines Service zu verstehen hatte, 
welcher nach dem Gesagten auch den Wechsel der Bremsflüssigkeit beinhaltet 
hätte. Diesbezüglich ist auf das Bedienerhandbuch des Fahrzeugs zu verweisen 
(vgl. StA act. 1.40.1). Dieses enthält zunächst auf Seite 63 einen Wartungs- und 
Inspektionsplan, wobei die Wartungsintervalle wiederum in Kilometer angegeben 
werden. Daneben enthält das Bedienerhandbuch aber auch Listen mit vorzuneh-
menden Massnahmen für die Einwinterung (S. 65), den Winterbetrieb (S. 66), die 
Frühjahrsinbetriebnahme nach Wintereinlagerung (S. 67) sowie die Frühjahrsin-
spektion nach Winterbetrieb (S. 68). Dabei fällt auf, dass weder die Frühjahrsinbe-
triebnahme nach Wintereinlagerung (S. 67) noch die Frühjahrsinspektion nach 
Winterbetrieb (S. 68) explizit den Wechsel der Bremsflüssigkeit vorsehen. A._____ 
selbst sagte aus, er habe das Motorrad vor der Saison in die Garage gebracht, um 
dieses für die kommende Saison wieder bereit zu machen (vgl. StA act. 3.23 Fra-
ge 7). Diese Formulierung deckt sich nahezu mit der Umschreibung der Frühjahr-
sinbetriebnahme nach Wintereinlagerung (StA act. 1.40.1 S. 67), welche von "zum 
Saisonstart wieder fit" machen des Fahrzeugs spricht. Es ist somit nachvollzieh-
bar, dass der Berufungsbeklagte beim Auftrag, er solle das Motorrad für die Sai-
son "zwäg machen", davon ausging, dass lediglich Arbeiten, wie sie im entspre-
chenden Kapitel im Bedienerhandbuch beschrieben sind, vorzunehmen seien. 
Diese umfassten insbesondere das Laden der Batterie, die Kontrolle des Kraft-
stoffsystems, die Prüfung aller Seilzüge, Gelenkstellen und Hebel, die Prüfung des 
Reifenluftdrucks, die Prüfung der Bremsanlage auf Funktion, Freigängigkeit und 

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Dichtigkeit sowie die Prüfung der Beleuchtung und der elektrischen Anlage. Sämt-
liche dieser Arbeiten sind auch auf dem Vorplatz der Werkstatt durchführbar. Im 
Gegensatz dazu gestaltet sich die eigentliche Inspektion (Service) wesentlich auf-
wändiger, zumal sie den Wechsel verschiedener Fahrzeugteile vorsieht (vgl. dazu 
StA act. 1.40.1 S. 63). Gemäss Aussage des Berufungsbeklagten dauert ein Ser-
vice ca. zwei Stunden und das Fahrzeug muss in der Garage gelassen werden 
(vgl. RG act. II./2 S. 10). Dies spricht ebenfalls dafür, dass im konkreten Fall kein 
Service durchgeführt wurde, zumal gemäss übereinstimmender Aussagen fest-
steht, dass die Arbeiten vor der Werkstatt auf dem Vorplatz durchgeführt wurden 
(vgl. KG act. H.2 Frage 6; KG act. H.3 Frage 16). 

4.2.5.  Schliesslich gab der Berufungsbeklagte anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 18. Januar 2022 auf entsprechende Frage hin an, dass ein Service ohne Ma-
terial zwischen CHF 200.00 und 300.00 zuzüglich Öl und Verschleissteile kosten 
würde (vgl. KG act. H.3 Frage 24). Vor dem Regionalgericht konnte A._____ sich 
nicht mehr daran erinnern, wieviel er genau für die Arbeiten im Frühling 2016 be-
zahlt hatte. Auf die Frage hin, wie hoch die Rechnung durchschnittlich für das 
"zwäg machen" des Fahrzeugs waren, gab er vor der Vorinstanz zu Protokoll, 
dass die Rechnung manchmal CHF 60.00 oder 70.00 und vielleicht mal CHF 
120.00 gewesen sei. Wenn Pneus hinzugekommen seien, sei die Rechnung 
schon höher gewesen (vgl. RG act. II./3. Frage 3). Was ein Service wirklich kosten 
würde, habe er nicht gewusst (vgl. act. RG II./3. Frage 4). Diese Angaben spre-
chen ebenfalls dafür, dass der Berufungsbeklagte beim Fahrzeug von A._____ 
keinen Service vorgenommen und einen solchen auch nicht in Rechnung gestellt 
hatte. Wie A._____ anlässlich seiner Befragung vor Kantonsgericht zudem 
bestätigte, waren seine finanziellen Verhältnisse vor dem Unfall eher eng (vgl. KG 
act. H.3 Frage 10). Nach Möglichkeit erfolgte die Zahlung denn auch nicht in Geld, 
sondern mit Seife. A._____ sagte dazu aus, dass sie es immer so gemacht hätten. 
Für ihn sei es günstiger gekommen, wenn er mit Seife habe bezahlen können. 
Eine Literflasche Seife habe rund CHF 14.00-15.00 gekostet. Die Gegenleistung 
sei dann zum Beispiel ein Ölwechsel gewesen. Sie hätten es meistens so abge-
handelt (vgl. KG act. H.3 Frage 11). Die Tatsache, dass meistens mit Seife bezahlt 
wurde, spricht ebenfalls dafür, dass jeweils kein kostspieliger Service durchgeführt 
worden war. 

4.2.6. Nach dem Gesagten kann zusammenfassend festgehalten werden, dass es 
nach Würdigung sämtlicher Beweismittel als wahrscheinlich erscheint, dass 
A._____ den Berufungsbeklagten im Frühling 2016 aufgesucht hatte, damit dieser 
an dessen Fahrzeug einen Service durchführe. Aufgrund der gewählten Formulie-

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rung des Auftrags war für den Berufungsbeklagten jedoch nicht erkennbar, dass 
eine komplette Inspektion gemäss Wartungsplan und nicht lediglich die Erledigung 
punktueller Arbeiten im Rahmen einer Frühjahrsinbetriebnahme nach Wintereinla-
gerung des Fahrzeugs gewünscht waren. Somit bestand auch kein konkreter Auf-
trag zum Wechseln der Bremsflüssigkeit. Demzufolge kann deren Unterlassung in 
strafrechtlicher Hinsicht nicht dem Berufungsbeklagten angelastet werden. Eine 
allgemeine Pflicht des Mechanikers, seine Kunden auf fällige Inspektionen auf-
merksam zu machen, besteht nicht. Liegt keine pflichtwidrige Unterlassung des 
Berufungsbeklagten vor, ist dieser vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung 
freizusprechen. 

5. Gemäss Art. 126 Abs. 1 StPO entscheidet das Strafgericht zusammen mit 
dem Strafurteil materiell über die adhäsionsweise anhängig gemachte Zivilklage, 
wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (lit. a) oder wenn es sie frei-
spricht und der Sachverhalt spruchreif ist (lit. b). Spruchreif ist der Sachverhalt, 
wenn aufgrund der im bisherigen Verfahren gesammelten Beweise ohne Weite-
rungen über den Zivilanspruch entschieden werden kann, er mithin ausgewiesen 
ist. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung wird die Zivilklage u.a. auf den Zivilweg 
verwiesen, wenn das Strafverfahren eingestellt wird (lit. a), wenn die Privatkläger-
schaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert (lit. b; vgl. auch Art. 84 
Abs. 2 und Art. 221 Abs. 1 lit. c und d ZPO) oder wenn die beschuldigte Person 
freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif ist (lit. d). Wäre die 
vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig, kann 
das Gericht die Zivilklage nach Art. 126 Abs. 3 StPO nur dem Grundsatz nach 
entscheiden und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen (vgl. BGer 
6B_141/2018 v. 23.11.2018 E. 4.1). Im konkreten Fall wird seitens der Berufungs-
kläger beantragt, die Klage dem Grundsatz nach gutzuheissen und auf den Zivil-
weg zu verweisen, zumal sich die Berechnung des Schadens als komplex erweise 
(vgl KG act. H.1 S. 4). Die Vorinstanz hat den Sachverhalt als nicht spruchreif ge-
wertet, was seitens des Berufungsbeklagten unangefochten geblieben ist. Auch 
die Privatkläger haben für den Fall eines Freispruchs keinen Eventualantrag zur 
Behandlung der Zivilklage gestellt, weshalb es bei der Verweisung auf den Zivil-
weg bleiben muss. 

6. Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO auch über die von der Vorinstanz getroffene Kosten-
regelung. Der Berufungsbeklagte wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverlet-
zung freigesprochen. Daher gehen die Kosten des Untersuchungsverfahrens der 
Staatsanwaltschaft von CHF 4'480.00 zu Lasten des Kantons Graubünden 

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(Staatsanwaltschaft). Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 
8'000.00 gehen ebenfalls vollumfänglich zulasten des Kantons Graubünden (Re-
gionalgericht Viamala). Eine Kostenauflage für die schriftliche Begründung des 
erstinstanzlichen Urteils an die Privatkläger, welche im Übrigen im Urteil ohne 
schriftliche Begründung auch nicht angedroht worden ist, ist nicht zulässig. Viel-
mehr sind die Kosten für einen begründeten Entscheid bereits vorgängig festzule-
gen und gleichzeitig bekannt zu geben, inwieweit die Gerichtsgebühr reduziert 
wird, wenn auf eine schriftliche Begründung verzichtet wird. Das umgekehrte Vor-
gehen – Festlegung der Gerichtsgebühr für den nicht begründeten Entscheid und 
Bekanntgabe der Erhöhung bei Anforderung einer schriftlichen Begründung – ver-
leitet zum verfassungsrechtlich falschen Schluss, beim nicht begründeten Urteil 
handle es sich um den Normalfall und der Staat erbringe mit der Ausfertigung ei-
nes schriftlich begründeten Urteils eine grundsätzlich nicht vorgesehene Zusatz-
leistung. Die Anwendung des Verursacherprinzips, wonach in jedem Fall die Kos-
ten der Entscheidbegründung demjenigen auferlegt werden, der sie verlangt, wäre 
in diesem Fall nicht gerechtfertigt, da von Beginn an Anspruch auf ein begründe-
tes Urteil besteht (vgl. auch schon SK1 11 34 v. 25.10.2011 E. 3.c/cc).

Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden in Anwendung von Art. 7 
VGS (BR 350.210) in Verbindung mit Art. 424 Abs. 1 StPO auf CHF 4'000.00 fest-
gesetzt. Diese gehen gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO unter solidarischer Haf-
tung zulasten von A._____ und B._____.

7. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 
das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 
Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 
Abs. 1 lit. a StPO). 

7.1. Aufgrund des Freispruchs hat der Berufungsbeklagte Anspruch auf eine 
angemessene Entschädigung. Die Vorinstanz sprach dem Berufungsbeklagten 
eine Entschädigung in der Höhe von CHF 6'795.50 (inkl. Spesen und MwSt.) zu. 
Diese Entschädigung erscheint der I. Strafkammer als angemessen, womit der 
Berufungsbeklagte für das vorinstanzliche Verfahren mit diesem Betrag zulasten 
des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala) zu entschädigen ist.

7.2. Was die Entschädigung des Berufungsbeklagten für das vorliegende 
Rechtsmittelverfahren betrifft, so hat dieser zwar eine solche beantragt, seinen 
Anspruch jedoch weder beziffert noch belegt. Wird von einer beschuldigten Per-
son keine Honorarnote eingereicht oder ist diese nicht ausreichend detailliert, wird 
der anwaltliche Aufwand grundsätzlich nach pflichtgemässem Ermessen ge-

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schätzt. Im konkreten Fall erscheint ein Honorar von CHF 2'500.00 (inkl. Spesen 
und MwSt.) als angemessen. In Fällen wie dem vorliegenden, in welchem nur der 
Privatkläger Berufung erhoben hat, hat auch nur dieser – und nicht der Staat – die 
beschuldigte Person zu entschädigen (vgl. BGE 139 IV 45 E. 1; bestätigt in BGE 
141 IV 476 E. 1). Somit haben die Berufungskläger den Berufungsbeklagten für 
das Berufungsverfahren unter solidarischer Haftung mit CHF 2'500.00 (inkl. Spe-
sen und MwSt.) zu entschädigen.

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Demnach wird erkannt:

1. C._____ ist eines strafbaren Verhaltens nicht schuldig und wird freigespro-
chen.

2. Die Zivilklage von A._____ und B._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

3.1. Die Untersuchungskosten von CHF 4'480.00 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

3.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 8'000.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Viamala).

3.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen unter solida-
rischer Haftung zulasten von A._____ und B._____.

4.1. C._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 6'795.50 (inkl. 
Spesen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht 
Viamala) entschädigt.

4.2. A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, 
C._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 2'500.00 (inkl. Spesen und 
MwSt.) zu entschädigen.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: