# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4702e02b-28d2-5d65-97b1-fec2d5eaa206
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-23
**Language:** de
**Title:** Rente und Integritätsentschädigung nach Schädigung (zweifache Reruptur) der Rotatorenmanschette mit letztlich inverser Schulterprothese; kreisärztliche Beurteilung AF und IGE geschützt; Kompetenzniveau 1 oder 2 für angepasste Tätigkeit offengelassen, da bei geringerem Abzug im tieferen Niveau kein höherer Rentenanspruch resultiert
**Docket/Reference:** UV.2020.00203
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2020.00203.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2020.00203
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
23. Juli 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Ilona Zürcher
Anwaltskanzlei Zürcher
Tobelmülistrasse
1, 9425 Thal
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1958, war als Kältemonteur über seine Arbeitgeberin
bei der Suva
gegen
d
ie Folgen von
Unfall
obligatorisch versichert
(
Urk.
12/1)
,
als
ihm
am
3
1.
Mai 2016 ein 80 kg schwere
r
Kompressor-Filter für Klimaanlagen entglitt und er sich beim unkontrollierten Nachfassen
(
Urk.
12/21/1
) eine komplette Rup
tur der
Supraspinatussehne
links im proximalen Drittel zuzog (
Urk.
12/8; Bild
gebung
Urk.
12/12).
Am
1
5.
Juni 2016
erfolgte
eine
letztlich
offene
Rekon
struk
tion der Sehne
im Spital
Y.___
(
Urk.
12/17).
Die Suva übernahm
die Heilkosten und erbrachte Taggeldleistungen
(
Urk.
12/30/1 und 13/31).
Mit Schreiben vom 1
4.
August 2017 setzte sie den Versicherten darüber in Kenntnis, den Fall g
estützt auf die
kreisärztliche
Abschlussuntersuchung vom 8. August 2017 (
Urk.
12/132 und 12/133)
per 31.
Juli 2017
abzuschliessen
(
Urk.
12/134).
Nachdem beim Versicherten
im Oktober 2017
bildgebend
eine
Reruptur
der
Sup
ra
spinatussehne
links und
der
oberen Hälfte der
Infraspinatussehne
links sowie eine leichte bis mässige
Omarthrose
festgestellt
worden waren
(
Urk.
12/151
; Bild
gebung Urk. 12/165/3 f.),
bezeichnete
die Suva das
«Abschlussschreiben»
vom 1
4.
August 2017
als
hinfällig
und erbrachte weiterhin
die bisherigen
Leistungen
(
vgl.
Urk.
12/159)
. Am 22.
Dezember 2017
führte
Dr.
med.
Z.___
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
an der
Klinik A.___
,
an der linken Schulter
des Versicherten
eine
Rotatoren
manschetten-Teilrekonstruktion
mit vollständigem Verschluss (
Margin-Conver
gence-Technik
),
Bi
c
epstenotomie
und
-
tenodese
sowie Re
-
Acromioplastik
und
Coplaning
d
urch (
Urk.
12/170)
.
Dabei wurden auch
Gewebeproben
entnommen und
ein Low-Grade-
Infekt nachgewiesen (Urk.
12/174).
Nach zunächst regelrech
te
m
postoperativen Verlauf klagte der Versicherte
erneut
über eine
Beschwer
de
zunahme (Urk.
12/207).
Im August 201
8
erstellte
Bilddokumente
zeigten
erneut
eine
Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
von ca. 1,6 cm
,
eine
Arthrose im
Acro
mioclaviculargelenk
(AC)
,
eine
beginnende
Atrophie des
Supraspinatus
, eine leichte
Verfettung von Supra-
und
Infraspinatus
mit fraglich auch leichten öde
matösen Veränderungen im
Vergleich zum
Subscapularis
sowie
Zeichen einer
Omarthrose
mit L
a
brumdege
ner
ation und grossen
Osteophyten
(
Urk.
12/218).
Nach
d
er
kreisärztlichen Untersuchung
vom 6.
November 2018
(
Urk.
12/227) entschied sich der Versicherte für eine inverse Schultertotalprothese links (
Urk.
12/238)
. Diese wurde
ihm am
8.
März 2019
von
Dr.
Z.___
eingesetzt (
Urk.
12/242)
. Ei
ne
gleichzeitig entnommene
Gewebeprobe
wurde
wiederum posi
tiv auf das
Propion
ibacterium
acnes
getestet
(
Urk.
12/245).
Am 1
7.
September 201
9
erfolgte
die
kreisärztliche Abschlussuntersuchung
durch
med.
pract
.
B.___
, Fachärztin für Chi
r
urgie
(
Urk.
12/260).
Anschliessend teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 2
3.
September 2019 mit, die Heilungs
kosten und Taggeldleistungen per 3
1.
Oktober 2019 einzustellen;
über seinen Anspruch auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung werde er später informiert (
Urk.
12/262). Hierauf gingen bei der Suva je ein neuer Bericht des Hausarztes (
Urk.
12/272) sowie von
Dr.
Z.___
(
Urk.
12/275)
ein
. Mit Ver
fügung vom
5.
November 2019 sprach die Suva dem Versicherten eine Inva
liden
rente bei einer Erwerbseinbusse von 14
%
mit Wirkung ab
1.
November 2019 sowie eine Integritätsentschädigung bei eine
r Integritätseinbusse von
15
%
zu (
Urk.
12/280).
Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten
(
Urk.
8/284
; Ergänzung
en
Urk.
12/298
und 12/304
)
unter Beilage weiterer Arztberichte (Urk.
12/297
,
12/299
und 2/303
)
wies sie am 1
3.
August 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte
, vertreten durch Rechts
anwältin Zürcher,
mit Eingabe vom
1
4.
September 2020 Beschwerde (
Urk.
1; Beilagen
Urk.
3/3-4). Darin beantragte er,
es seien ihm
eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 66
%
sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 25
%
zuzusprechen
,
eventualiter sei ein orthopädisches Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Versicherte um Bewilligung der unentgelt
lichen Rechtsvertretung (
Urk.
1
S. 2). Dieses Gesuch substantiierte und belegte er mit
Eingabe
n
vom 2
4.
September 2020
und 1
7.
November 2020
(
Urk.
7-9 und 15-16).
Derweilen schloss die Suva in der Beschwerdeantwort vom 5.
November 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11;
Urk.
12/1-317 und
Urk.
13).
Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 10. November 2020
zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
14).
Auf eine Stellungnahme zum vom Versicherten
am
2
9.
Januar 2021 (
Urk.
17) nachgereichten Vorbescheid der Invalid
enversicherung vom 11.
Januar 2021 (
Urk.
19)
verzichtete die Suva (
Urk.
22).
Das entsprechende Schreiben wurde dem Versicherten mit Schreiben vom
4.
März 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
23).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015
bzw.
am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
ver
sicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich
– wie der vorliegende –
vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben
,
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbe
stim
mungen).
Es kommen deshalb
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Nor
men
zur
Anwendung
und werden
in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
mässige
(Heil-)Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu (Art. 16 Abs. 1 UVG). Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden dabei nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 19. März 2019 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundes
ge
richts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen braucht
nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhalts
punkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbemessung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Ab
klärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Inva
lidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden
kann (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
2.
2.1
Während die Beschwerdegegnerin
auf die
medizinische
Beurteilung durch die Kreisärztin
med.
pract
.
B.___
abstellte (
Urk.
2 E. 4
und 6.3
-4
;
Urk.
11
Abs.
2
), bezweifelte der Beschwerdeführer deren fachliche Qualifikation und
Objektivität.
Sodann hielt er
vorab
gestützt auf Stellung
nahmen seiner behandelnden Ärzte
dafür, dass ihm in einer dem Schulterleiden angepa
ssten Tätigkeit
höchstens ein Arbeitspensum von 50 % zumutbar sei und seine Integritätseinbusse mindestens
25
%
betrage
.
Zusätzlich
rügte er eine Verletzung
der Begründungspflicht
mangels
Auseinandersetzung mit den vorgelegten Stellungnahmen (Urk.
1
Ziff.
IV.1
, IV.3 und IV.5
)
.
Ergänzend verwies er auf den Vorbescheid der Invalidenversicherung (
Urk.
17).
2.2
Aus rechtliche
r
Sicht erachtete
der Beschwerdeführer
eine Restarbeitsfähigkeit aufgrund seines Alters
und der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
als nicht mehr verwertbar
, mindestens aber sei
aus diversen Gründen
ein maximale
r
leidensbe
dingte
r
Abzug von 25
%
angezeigt
(
Urk.
1
Ziff.
IV
.
2
)
. Die Beschwerdegegnerin stellte beides in Abrede
(
Urk.
2 E. 5.3 und 5.5
;
Urk.
11
Abs.
3
).
Zwischen den Parteien ferner umstritten ist
,
ob
beim
Invalideneinkommen
auf das Kompetenz
niveau 1
oder 2 der Tabelle TA1_tira
ge_
skill_level
der Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik (BFS)
für das Jahr 2018 abzustellen ist
.
Schliesslich
verlangte der Beschwerdeführer
eine gle
ichmässige Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung, was die Beschwerdegegnerin
aufgrund der Angaben
der ehemaligen Arbeitge
be
rin
ablehnte (
Urk.
1
Ziff.
IV.4;
Urk.
2 E. 5.2 und 5.4
;
Urk.
11
Abs.
4
).
3.
3.1
Der in der Beschwerde
vorweg
erhobene Einwand,
die Kreisärztin
habe bei ihrer Abschlussuntersuchung im September 2019
über keinen Doktortitel
verfügt
und
es habe
damals
gemäss Ärzteverzeichnis auch
noch keine Fortbildungs-Diplom/
Bestätigungs-Phase
stattgefunden
gehabt
(
Urk.
1
Ziff.
IV.1)
,
ist nicht geeignet,
ihrer
Arbeitsfähigkeitsschätzun
g die Beweiskraft abzusprechen.
3.2
Gemäss dem Ärzteverzeichnis der FMH (
Foederatio
Medicorum
Helveticorum
;
im Internet abrufbar unter www.doctorfmh.ch) erwarb
med.
pract
.
B.___
bereits
im Jahr 2010
in der Schweiz
den Facharzttitel
«
Chirurgie
»
,
wobei sich zusätzlich unter der Rubrik
«
Fortbildungs-Diplom/-Bestätigung
»
der Eintrag
«
Chirurgie
(
2020-
2022)
»
findet.
Mit dem
vor einigen Jahren
erworbenen Facharzttitel
verfügt die Kreisärztin
ohne weiteres über die erforderlichen beruflichen Qualifikationen
,
um das Schulterleiden des Beschwerdeführers zu beurteilen
; ein Doktortitel ist hierfür nicht erforderlich (
vgl. dazu
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_588/2010
vom
3.
November 2010 E. 3.2
und 8
C_66/2010
vom
6.
September 2010 E. 3.1).
Der
Erwerb eines Fortbildungsdiploms
war
im Zeitpunkt der kreisärztlichen Ab
schlussuntersuchung im September 2019 i
m Gegensatz zur Fo
rtbildungspflicht noch keine
gesetzliche Notwendig
keit.
Art.
9 der Fortbildungsordnung (FBO
; ab
rufbar unter www.swif.ch
) wurde erst im November 2019 entsprechend revi
diert.
Entscheidend
war
nur, dass sich Ärzte, sofern sie in der Schweiz eine ärzt
liche Tätigkeit ausüb
t
en, im vorgeschriebe
nen Umfang fortbildeten
. E
ine Verlet
zung der Fortbildungspflicht
wird
durch die Gesundheitsbehörden zudem
ledig
lich
mit einem Verweis oder einer Busse geahndet
.
Der Facharzttitel bleibt unangetastet
(
vgl. die
unter
www.siwf.ch
> Fortbildung > Fortbildungsplattform
abrufbare
n
Publikationen:
«
Das SIWF-Fortbildungsdiplom: der
‹
Goldstandard
›
in der Fortbil
dung
»
, Artikel SAEZ Nr. 11/2021 und
«Haben Sie ein SIWF-
Fortbildungsdip
lom?»
, Artikel in der SAEZ Nr. 1/2, 2017
).
3.3
Der
fragliche
Eintrag
im
Ärzteverzeichnis lässt
letztlich
einzig
darauf schliessen, dass
med.
pract
.
B.___
k
urz nach Abgabe ihrer Beurteilung eine
dreijährige Fortbil
dungsperiode abschloss, worauf ihr
als
langjährige
Chirurgin
ein Fortbildungs
diplom
der Fachrichtung Chirurgie
mit Gültigkeitsdauer für die Jahre 2
020 bis 2022 ausgestellt wurde. Es besteht
deshalb
kein Grund zur Annahme, sie habe bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung nicht über die notwendige Erfahrung verfügt oder ihr
Wissen sei nicht auf dem aktuellsten Stand gewesen.
3.4
Im Übrigen ist es üblich, zu Beginn
einer
Expertise neben dem beobachteten Ver
halten auch das äussere Erscheinungsbild
der versicherten Person
kurz zu be
schreiben. Soweit es sich dabei nicht um klar falsche oder abfällige Bemerkungen handelt, vermögen diese die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV 1) ist denn auch kein Zusammenhang
zwischen der
Feststellung von med.
pract
.
B.___
,
dass
er
deutlich
jünger
wirke
, und der
von ihr festgelegten Höhe
der Arbeitsfähigkeit respektive Integritätseinbusse ersichtlich.
4.
4.1
Im Bericht vom 2
8.
August 2019 hielt
Dr.
Z.___
zur Verlaufskontrolle vom Vortag fest, anamnestisch gehe es dem Beschwerdeführer deutlich besser. Er habe noch leichte Beschwerden.
Zum Befund der linken Schulter notierte er: Flexion 135°, Abduktion 160°, Aussenrotation 40°, Schürzengriff L1, Bewegungs
untersuchung noch leicht bis mässig schmerzhaft eingeschränkt.
Überkopf
könne er noch nicht belasten.
Der Operateur schlussfolgerte, es
sei eine relevante Bes
serung eingetreten bei mittlerweile guter Funktion. Die Überkopffunktion sei aber eingeschränkt. Die nächste Kontrolle klinisch und radiologisch werde ein Jahr postoperativ erfolgen. Eine Physiotherapie sei nicht mehr notwendig. Die Schulter werde sich spontan zum Teil noch erholen. Als Kältemonteur sei der Beschwer
deführer sowohl jetzt als auch in Zukunft nicht mehr arbeitsfähig. Leichte Tätigkeiten auf Bau
ch
höhe sollten möglich sein bei einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
. Diese Einschränkung werde wohl auch in Zukunft so bleiben (
Urk.
12/255
)
.
4.2
4.2.1
In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 1
7.
September 2019 gab der Beschwerdeführer gegenüber med.
pract
.
B.___
an, er habe weiterhin Beschwerden und Bewegungseinschränkungen, gesamthaft aber dennoch von der inversen Schulterprothesenimplantation profitiert. Die Behandlung bei
Dr.
Z.___
sei abgeschlossen; er werde zur Jahreskontrolle aufgeboten. Physiotherapie mache
er schon länger nicht mehr, an Schmerzmedikamenten nehme er noch
Oxycodon-Naloxon
Mepha
5/2,5 mg in Reserve. Es gebe Tage, an denen er zwei bis drei Tabletten nehme, aber auch gute Wochen, in denen er insgesamt nur zwei Tabletten benötige. Somit hätte er auch schon mal einige aufeinanderfolgende Tage gehabt, an denen er keine Schmerzmedikamente habe einnehmen müssen. Nachts erwache er häufig nach drei bis vier Stunden. Er schaue dann etwas fern, gehe auch mal spazieren, um dann nochmals zu schlafen. Tagsüber schlafe er kaum. Während der Antibiotikaeinnahme habe er einige gesundheitliche Prob
leme gehabt, diese hätten sich jedoch gemäss hausärztlicher Kontrolle und eige
nem Empfinden deutlich gebessert, nachdem diese gestoppt worden sei. Seitens der rechten oberen Extremität bestünden keine Einschränkungen, wobei er rechtsdominant sei. Fahren mit dem Automatikfahrzeug gehe problemlos. Im Übrigen habe er wegen degenerativer Kniegelenksbeschwerden letzte Woche eine Spritze erhalten und könne nun sicherlich wieder 6 bis 7 km gehen. Zuvor habe er auf der Treppe zu seiner Wohnung pausieren müssen (vgl.
Urk.
12/260/6).
4.2.2
Die Kreisärztin
stellte
in der Untersuchung der linken Schulter
im Wesentlichen eine
leichte Muskelhypertrophie
gegenüber der rechten Schulter, eine
mässig
gradige
Druckdolenz
im Bereich d
es Schultereckgelenks und der
Bizepsrinne
sowie
eine deutliche Kraftminderung im P
alm
up
-
und im
J
obe
-
T
est
mit Nach
geben wegen Kraftlosigkeit, nicht wegen Sc
hmerzen
, fest
. Sie
notierte
eine
Ein
schränkung der
Beweglichkeit
gegenüber der rechten Schulter
von 30° bei der Anteversion, von 60° bei der Abduktion und von 30° bei der Aussenrotation
.
Die Faustschlusskraft nach
Jamar
S
tufe 2 betrug in drei Versuchen links 18,
16
und
10 kg
und
rechts
38, 36 und 36 kg. Der
Umfang des
stärkste
n
O
ber-
bzw.
Unter
arms
betrug links 1,5
bzw.
0,5 cm weniger als rechts (vgl.
Urk.
12/260/7 f.). Gestützt auf
diese
Befunde sowie in Kenntnis der
Vorakten
, einschliesslich der bildgebenden Abklärungen
(vgl. Urk. 12/260/1-6)
,
diagnostizierte die Kreisärztin eine leichtgradige Funktionseinschränkung mit Belastungsintoleranz der
Schulter links (vgl.
Urk.
12/260/8).
4.2.3
Sie
empfahl
alsdann
den administrativen Fallabschluss.
Dazu führte sie aus, e
in halbes Jahr nach
der
Implantation der inversen Schultertotalprothese k
önn
e
im Rahmen weiterer Behandlungen
nicht mehr mit überwiegender Wahrschein
lich
keit von einer namhaften Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens aus
gegangen werden. Insbesondere sei nicht davon auszugehen, dass der Be
schwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit wieder v
ollumfänglich arbeits
fähig werde. Zudem zeige sich heute ein deutlich besserer Untersuchungsbefund als anlässlich der letzten kreisärztlichen U
ntersuchung. Z
um einen sei der Schmerz
mittelbedarf
weniger geworden
, zum anderen
sei
die Beweglichkeit deutlich besse
r geworden, wobei die Kraftentwicklung nicht weiter zurückgegangen sei und schon im November 2018 eine deutliche Einschränkung im
Seitenvergleich
auf
gewiesen habe (
vgl.
U
rk.
12/260/9).
4.2.4
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schlussfolgerte sie, d
ie angestammte
Tätigkeit als Kältemonteur sei
nicht mehr zumutbar. A
uch die anderen
von ihm bisher
durchgeführten
Tätigkeiten wie Automechaniker und Stahlbaumonteur seien zu schwer und zu belastend. Zumutbar sei ihm jedoch eine angepasste Tätigkeit in voller Präsenz. Es erschliesse sich auch im Vergleich zu ähnlich gearteten Fällen keineswegs, warum er
nur noch in 50
%
iger Präsenz
arbeitsfähig sein solle.
Es liege weder ein schweres
,
chronifiziertes
Schmerzsyndrom vor, noch bestünden derart grosse Einschränkungen, dass
eine volle
Präsenz
unzumutbar wäre
. Es sei zudem mit Sicherheit leichter, eine Tätigkeit in voller Präsenz als eine solche in Teilzeit zu finden.
Inwieweit die Situation mit dem rechten Knie hin
einspiele, lasse sich nicht beurteilen, spiele aufgrund der Unfallfremdheit aber auch keine Rolle. Entgegen der Annahme der kreisärztlichen Untersuchung im Jahr 2017 sei dem Beschwerdeführer eine mittelschwere Tätigkeit allerdings nicht mehr zumutbar
.  Die Tätigkeit sollte leicht, ohne repetitive Arbeiten über Brust
höhe, ohne Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität und ohne Tragen von Lasten am langen Hebel mit links sein. Zudem sei das Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen allenfalls verminderte
r
Haltefunktion nicht zumutbar (
Urk.
12/260/9 f.).
4.3
4.3.1
In
d
en nachfolgenden
–
teilweise
vom Beschwerdeführer
explizit im Hinblick auf den Leistungsstreit
mit der Beschwerdegegnerin
erbetenen
–
Berichten hielt
Dr.
Z.___
an
seiner bisherigen
E
inschätzung fest. Im Bericht vom 31. Oktober 2019
betonte er
, den Beschwerdeführer als höchstens 50
%
arbeits
fähig ein
zu
stufen. Im Alter von 61 Jahren werde es wohl nicht mehr möglich sein, die Arbeit zu wechseln. Seines Erachtens wäre die Berentung indiziert. Eine Begutachtung durch eine unabhängige Stelle könne allenfalls die unterschied
lichen Beurte
ilungen klären (
Urk.
12/275/2).
4
.3.2
Dem Bericht
von
Dr.
Z.___
vom 2
8.
Februar 2020 ist
präzisierend
zu ent
nehmen, die Bewegung sei limitiert und die Belastbarkeit sowieso. Leichte Tätig
keiten auf Bauchhöhe sollten möglich sein. Er schätze die Arbeitsfähigkeit bei seiner Schmerzhaftigkeit auf 50
%
(
Urk.
12/297).
4.3.3
Schliesslich gab der Beschwerdeführer i
n der Jahreskontrolle vom 2
7.
Mai 2020 an, es ginge. Bei schwerer Belastung habe er doch mässige Schmerzen im late
ralen Oberarmbereich. In Ruhe ginge es. Nachts würde er zweimal aufwachen
(
Urk.
12/302/1). Zum Befund der linken Schulter notierte
Dr.
Z.___
:
Flexion 125°, Abduktion 140° mit doch deutlich schmerzhafter Elevation, Aussen
rotation 45°, Schürzengriff L3,
Jobe
-Test weniger st
ark im Vergleich zur Gegen
seite
und wenig symptomatisch, Aussenrotationskraft ordentlich
. Radiologisch fand sich eine regelrechte
i
nverse Schultertotalprothese ohne Lockerungszeichen.
Dr.
Z.___
beurteilte
das Operationsergebnis als mässig gut. Die Funktion sei teilweise
wieder hergestellt
. Belasten könne der Beschwerdeführer nicht. Als Kältemonteur sei er nicht arbeitsfähig. Für angepasste Tätigkeiten, das heisse leichte Tätigkeiten auf Bauchhöhe, werde er wohl maximal 50
%
arbeitsfähig sein
(
Urk.
12/302/2).
4.
4
4.4.1
Zusätzlich
ersuchte der Beschwerdeführer
auch
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, bei dem er wegen Kniebeschwerden in Behandlung
steht, um eine Beurteilung der linken Schulter
.
Im Bericht vom
4.
März 2020 notierte
Dr.
C.___
anamne
s
tisch
, es be
stün
den anhaltende Schmerzen sowie eine Funktionseinschränkung, jedoch keine Ruheschmerzen. Die Schmerzen seien belastungs- bzw. bewegungsabhängig. Sie träten insbesondere bei Belastungen «
überhalb
» der Horizontalebene sowie hinter der Körperachse auf. Zusätzlich bestünden Ruheschmerzen bei Wetterwechse
ln
(
Urk.
12/299/2)
.
4.4.2
Zum eigenhändigen Untersuch erörterte
Dr.
C.___
,
inspektorisch
bestehe eine deu
tliche Hypot
rophie bzw. Atrophie vom ventralen lateralen Deltaareal. Die
glenohumerale
Gelenkbeweglichkeit
sei im Seitenvergleich deutlich
einge
schränkt
mit einer Aussenrotation von 10° (Gegenseite 30°), Abduktion von 55° (Gegen
seite 90°) und Innenrotation 60° (Gegenseite 90°). Beim passiven Durchbewegen des Gelenks komme es bei der Aussenrotation zu einer deutlichen Schmerz
reak
tion und bei
d
er Abduktion zu einer geringfügigen Subluxation. Die Gesamt
elevation liege bei 120°
. Die Widerstandstests aus der Neutralposition heraus ergäben eine gute Kraftentfaltung für die Aussenrotation
(5/5), eine mässig reduzierte Kraftentfaltung für die Abduktion (4/5) und eine deutlich reduzierte Kraftentfaltung für die Innenrotation (3/5). Widerstandstest
s
bei abduziertem Arm oder Arm in Elevation führten zu einer deutlichen Schmerzreaktion mit assoziierter Kraftminderung. Die Schmerzen würden hierbei insbesondere im ventralen Aspekt der Schulter auftreten
(
Urk.
12/299/2)
.
4.4.3
Dr.
C.___
schlussfolgerte,
klinisch bestehe ein deutliches und schmerzhaftes Funktionsdefizit. Bezüglich Tätigkeiten bei hängendem Arm b
zw. Arm in körper
naher Position
bestehe eine ausreichende Funktion. Diesbezüglich sei lediglich die Kraft für die Innenrotation
deutlichst
reduziert. Auch müssten schla
g
ende bzw. klopfende Tätigkeiten sowie insgesamt impul
s
artige und kräftige Tätigkeiten vermieden werden. Körperliche Tätigkeiten
«
überhalb
»
der Horizontalebene seien nicht zumutbar und bei der vorliegenden Krankengeschichte
auch nicht sinnvoll
.
Zum Arbeitspensum oder Rendement
äusserte sich
Dr.
C.___
nicht; er hielt einzig dafür, die
Kreisärztin habe die
Integritätsentschädigung deutlich zu niedrig eingestuft (vgl.
Urk.
12/299/2).
4.5
Vom B
eschwerdeführer in der Beschwerde zu Recht nicht erwähnt
wurde
übrigens
d
as
Arztzeu
gn
is
des Allgemeinmediziners
Dr.
med.
D.___
vom
6.
September 2019
(
Urk.
12/272)
.
Diesem ist in der vorliegenden Konstellation kein Beweiswert beizumessen.
Zum einen wurde
es
vor dem Hintergrund des
A
ufenthaltsstatus des Beschwerdeführers
und ohne Berücksichtigung von versicherungsmedizinischen Aspekten (z.
B. Fallabschluss
)
verfasst, zum anderen verfügt der
Hausarzt anders als die übrigen Ärzte über keine orthopädischen Fachkenntnisse und begründete seine medizinische Einschätzung auch nicht näher.
5.
5.1
Festzuhalten ist, dass bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die – wie vorliegend – im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, strenge Anforde
run
gen an die Beweiswürdigung zu stellen sind. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 8C_861/2018 vom 1
4.
Juni 2019 E. 2.2 mit Hinweis insbesondere auf BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4 und 122 V 157 E. 1d).
5.2
Zu
Recht unstrittig
ist
der Fallabschluss per 3
1.
Oktober 2019, nachdem die Behandlung b
eim Operateur
sowie die Physiotherapie dannzumal abgeschlossen waren und sowohl nach Ansicht
von
Dr.
Z.___
als auch der Kreisärztin keine massgebliche
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
im Sinne einer «namhaften» Besserung nach
Art.
19
Abs.
1 UVG
(
dazu etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3
) mehr zu erwarten war
(vgl. E. 4.1
, 4.2.1
und 4.2
.3
)
. Eine solche ist soweit ersichtlich auch retrospektiv nicht mehr eingetreten
(vgl. E. 4.3.3)
.
E
ingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung stand
en
dannzumal (noch) keine
zur Diskussion (vgl.
Urk.
19 S.
3). Von solchen ist
zudem
kein höheres Invalideneinkommen zu erwarten, zumal ein Anspruch auf Arbeits
vermittlung im Vorbescheid der Invalidenversicherung ausdrücklich verneint wurde (vgl.
Urk.
19 S. 2) und eine Umschulung altersbedingt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausser Betracht fällt.
5.
3
Ebenfalls einig sind sich die Kreisärztin
(vgl. E. 4.2.
4
)
und
Dr.
Z.___
(vgl. E. 4.3.2
und 4.3.3
)
, dass mit dem Zumutbarkeitsprofil der eingeschränkten Beweglichkeit und Belastbarkeit der linken Schulter R
echnung zu tragen ist, wobei sie
jeweils ähnliche
Befunde
– vorab bezüglich Flexion, Abduktion und Aussenrotation
(vgl. E. 4.1,
4.2.
2
und 4.3.3
)
– erhoben.
Als noch zumutbar erachte
te
n
beide
körperlich
leichte Tätigkeiten –
Dr.
Z.___
auf Bau
ch
höhe
(vgl. E. 4.3.2
und 4.3.3
)
,
med.
pract
.
B.___
zumindest
ohne repetitive Arbeiten über Brusthöhe
und ohne Lasten
am
langen Hebel links
(vgl. E. 4.2.
4
)
.
Die kreis
ärztliche Beurteilung ist dabei gut
vereinbar
mit der Aussage
von
Dr.
C.___
, der eine ausreichende Funktion bezüglich Tätigkeit mit hängendem A
rm
bzw.
körper
naher Position des Arms beschrieb
(vgl. E. 4.4.3)
.
Nachvollziehbar sind auch
die
von med.
pract
.
B.___
zusätzlich
postulierten
(vgl. E. 4.2.
4
)
und von
Dr.
C.___
teil
weise
ebenfalls genannten
(vgl. E. 4.4.3)
Einschränkungen bezüglichen Schlägen, Vibrationen und Festhalten an Leitern und Gerüsten.
Es bleibt anzumerken, dass
Dr.
C.___
im Gegensatz zu den anderen beiden
Fach
ärzten
,
die
den Bewegungsumfang unter Mitbeteiligung des Schultergürtels beur
teilten, das Schultergelenk isoliert betrachtete und dabei als einziger eine deutlich eingeschränkte Innenrotation
feststell
t
e. Zudem wies er auf eine geringfügige Subluxation bei der Abduktion hin
(vgl. E. 4.4.2)
.
Wie soeben dargelegt, bezeich
nete er die Funktion bezüglich Tätigkeiten mit körpernaher Position des Arms insgesamt dennoch als ausreichend, so dass sich daraus keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte ergeben.
5.
4
5.4.1
Klar diskrepant beurteilt wurde von
Dr.
Z.___
(vgl. E. 4.1 und 4.3)
und med.
pract
.
B.___
(vgl. E. 4.2.
4
)
somit einzig das dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit noch zumutbare Arbeitspensum.
Dabei gilt es zunächst zu berücksichtigen, dass zwischen ärztlicher Diagnose und attestierter Arbeitsun
fähigkeit auch bei somatisch dominierten Leiden keine Korrelation besteht, wes
halb die medizinische Folgenabschätzung unausweichlich Ermessen
s
züge trägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1), wobei behandelnde Arztpersonen in Zweifelsfällen auch eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 4
65 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Letzteres zeigt sich etwa im Umstand, dass
Dr.
Z.___
im Bericht vom 2
8.
August 2019
zunächst von einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
ausging, die – obschon sich die Schulter seiner Ansicht nach zum Teil noch spon
tan erholen würde –
wohl
auch in Zukunft bleiben w
ü
rde
(vgl. E. 4.1)
.
I
m
Bericht vom 3
1.
Oktober 2019 hielt er
gar
dezidiert dafür, der Beschwerdeführer sei höchstens 50
%
arbeitsfähig, wobei er
explizit
aufgrund des
sen
Alters
einen Tätigkeitswechsel
als nicht mehr möglich erachtete und sich für eine Berentung aussprach
(vgl. E. 4.3.1)
.
Dies bedeutet nicht
, dass
Dr.
Z.___
die Befunde nicht korrekt erhob,
die ihm geklagten Beschwerden
unzutreffend schilderte oder seine Behandlung
bzw.
die Angaben dazu zu beanstanden wären. J
edoch haben
das
Vertrauensverhältnis
zwischen ihm und dem
Beschwerdeführer sowie
die
für ihn als Behandler im
Fokus stehende
Gesundung
die daraus
gezogenen Schlussfolgerungen
zur Arbeits
fähigkeit/Berentung
beeinflusst.
Aus dem Umstand, dass bei ihm Bericht
e
einge
holt wurden, lässt sich daher entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers keine Unparteilichkeit ableiten
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV.1)
.
5.4.2
Im
Bericht vom 2
8.
Februar 2020 begründete
Dr.
Z.___
die von ihm pos
tulierte Arbeitsfähigkeit von
50
%
in angepassten Tätigkeiten
mit der Schmerz
haftigkeit des Schulterleidens
(vgl. E.
4.3.2)
.
Ergänzend ergibt sich aus dem Be
richt vom 2
8.
Mai 2020, dass die Elevation doch deutlich schmerzhaft sei
, der
Jobe
-Test indessen wenig symp
to
matisch (vgl. E. 4.3.3).
Weder die klinischen und radiologischen Befunde noch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit deuten dabei auf eine gesundheitliche Verschlechterung sei
t
dem Bericht vom 2
8.
August 2019 hin (vgl. E. 4.1).
Die K
reisärztin hielt
einem Teilzeitpensum bereits
dannzumal
entgegen, dass die Einschränkung
en
nicht derart
gross
seien, kein schweres
chro
nifiziertes
Schmerzsyndrom vorliege und sich auch
mit Blick auf ähnlich ge
la
gerte Fälle
eine
blosse
Teilarbeitsfähig
keit nicht
erschliesse
(vgl. E.
4.2.4).
Hier
auf
wurde
auch
im
Einspracheentscheid
hin
gewiesen
(
Urk.
2 E. 4).
Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten, dass jeweils der Einzelfall zu beurteilen ist
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV.3)
. Soweit jedoch ähnliche Befunde
vorliegen, muss
mit Blick auf die
Gleichbehandlung der Versicherten
auch eine ähnliche
medizinische
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten resul
tie
ren
;
es sei denn
,
es
lägen
zusätzliche
Besonderheiten vor
.
Solche wurden von
Dr.
Z.___
nicht aufgezeigt.
Das subjektive Empfinden
bzw.
die eigene Krankheitsüberzeugung der versicherten Person sind nicht
massgebend
.
Ebenso ist der
von
Dr.
Z.___
erwähnte Umstand, dass die Stellensuche alters
be
dingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor ausser Acht zu lassen (vgl. im Zusammenhang mit dem leidensbedingten Abzug etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_296/2020 vom 25. November 2020 E. 6.3.2 mit Hinweisen).
5.4.3
Ergänzend
zur kreisärztliche
n
Begründung
ist anzumerken
, dass
Dr.
Z.___
im Rahme
n der
K
ontrolle vom 27.
August 2019 anamnestisch
selbst nur
leichte
Beschwerden festgehalten und
die Bewegungsuntersuchung
, bei welcher die Gre
n
zen des Möglichen ausgelotet wurden,
nur
als leicht bis
mässig
schmerzhaft beur
teilt hatte
(vgl. E. 4.1)
.
In der bisher letzten Kontrolle gab der Beschwerdeführer zudem an, bei schwerer Belastung
mässige
Schmerzen zu haben (vgl. E. 4.3.3)
, während vorliegend einzig körperlich leichte Tätigkeiten zur Diskussion stehen.
Gegen ein schmerzbedingtes
zeitliches Limit
bei leichten Tätigkeiten spricht auch die nach Angaben des Beschwerdeführers d
eutlich
reduzierte Einnahme von Schmerzmitteln
bis hin zum vollständigen Verzicht über mehrere Tage
(vgl. E.
4.
2.1)
. Dabei gilt es auch zu bedenken
, dass er seinen Alltag alleine zu
bewäl
tigen hat
(vgl.
Urk.
12/227/5 unten)
,
zumal seine Ehefrau im Ausland lebt und arbeitet
(vgl.
Urk.
12/260/6 unten)
.
Ruheschmerzen bestehen
(a
usgenommen bei Wetterwechsel
)
ausdrücklich
keine
(vgl. E. 4.4.1
und 4.3.3
)
.
Die
nur vereinzelten Hinweise auf
deutliche Schmerzreaktionen
bei Ausreizen des Bewegungsumfangs
im Untersuch
, wie sie von
Dr.
C.___
(vgl. E. 4.4.2) und
Dr.
Z.___
(vgl. E. 4.3.3)
in ihren
gerade im Hinblick auf den Leistungs
bezug
verfassten
Stellungnahmen
erwähnt wurden
,
vermöge
n
ein Vollzeitpensum be
i entsprechendem Stellenprofil
nicht in Frage zu stellen.
Es fällt viel mehr auf, dass
Dr.
C.___
ein ausführliches
(positives und negatives)
Leistungsprofil erstellt
e
, ohne
hierbei
ein zeitliches Limit, einen erhöhten Pausenbedarf oder ein vermin
dertes Rendement zu erwähnen (vgl. E
. 4.4.3
).
Für
eine
seitens des Beschwer
deführers
in der Beschwerde
weiter
geltend gemachte
erhebliche
Tagesmüdigkeit mit
aktuell M
ittagsschlaf
und
eine relevante
G
efühlsstörung mit
regelmässigem
Fallenlassen von Gegenständen finden sich in den medizinischen
Unterlagen
zudem
keine
hinreichenden
Hinweise
(vgl.
Urk.
12/132 oben:
Fallenlassen von Gegenständen
nur
zwischen
den
ersten beiden
Operation
überhaupt
erwähnt;
Urk.
12/260/6 Mitte
: schläft tagsüber kaum
)
,
weshalb sich nicht mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen lässt, dass diese Beschwerden bei Erlass des angefochtenen Entscheids
in einem relevanten
Aus
mass
vorhanden waren. In jenem Zeitpunkt endet die gerichtliche Überprüfungs
befugnis in zeitlicher Hinsicht (vgl. BGE
134 V 392
E.
6)
, weshalb offen
bl
ei
ben kann,
inwieweit
sich der Zustand zwischenzeitlich allenfalls verschlechtert hat.
Im Übrigen würde das Fallenlassen von Gegenständen
mit der
adominanten
Han
d, wohl höchstens
das Spektrum der Verweistätigkeiten
geringfügig einschrän
ken, hätte jedoch kaum Einfluss auf
das Arbeitspensum.
5.4.4
Nicht ersichtlich
und vom Beschwerdeführer auch nicht
dargetan ist
(
Urk.
17), inwiefern der Vorbescheid der Invalidenversicherung vom 11. Januar 2021 seine Argumentation
stützen soll
. Im Vorbescheid wurde eine volle Arbeitsfähigkeit in einer den unfallbedingten Beschwerden der linken Schulter angepassten Tätigkeit
ausdrücklich
bestätigt
; die Arbeitsfähigkeit wurde infolge der zusätzlichen
krank
heitsbedingten Kniebeschwerden gesamthaft auf
nur
50
%
geschätzt.
5.5
Zusammenfassend bestehen nach einhelliger Auffassung der Ärzte eine
einge
schränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit
der linken Schulter
, welche die bisher
vom Beschwerdeführer
ausgeübten
Tätigkeiten
(vgl.
Urk.
13) ohne weiter
es
als nicht mehr
sinnvoll durchführbar
erscheinen lassen.
Dies gilt insbesondere für
seine letzte
Tätigkeit als Kältemonteur,
di
e mit viel Überkopfarbeit verbunden war (vgl.
Urk.
12/90/1 und 12/99).
Die Abweichungen zwischen den von med.
pract
.
B.___
,
Dr.
Z.___
und
Dr.
C.___
definierten Zumutbarkeitsprofilen für eine angepasste Tätigkeit sind – soweit nicht bloss anders formuliert – geringfügig und damit letztlich ohne Auswirkungen auf die Festsetzung des Invaliden
ein
kommens. Schliesslich
vermochte
Dr.
Z.___
mit seinem Hinweis auf
eine limitierende
Schmerz
haftigkeit
letztlich
keine Zweifel
daran zu wecken, dass
de
m
Beschwerdeführer
in
eine
r
dem S
chulterleiden angepasste
n
Tätigkeit entspre
chend
dem
kreisärztlich
definierten Zumutbarkeitsprofil
ein Vollzeitpensum
zu
mut
bar
ist
.
Das Zumutbarkeitsprofil steht denn auch mit den vom Beschwerde
führer (zu
mindest bis zur Beschwerdeerhebung) geklagten Beschwerden weitest
gehend im Einklang. Es besteht diesbezüglich
somit
kein weiterer medizinischer Abklärungs
bedarf.
5.6
Eine Verletzung der Begründungspflic
ht
– wie vom Beschwerdeführer
gerügt
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV.3) – ist
übrigens
nicht ersich
tlich
. Mit den Erwägungen zum von der Kreisärztin definierten Zumutbarkeitsprofil und
zu
ihrer Argumentation zum Teilzeitpensum
erfolgte
im
Einspracheentscheid
eine
eingehende
Auseinander
setzung mit den von
Dr.
Z.___
aufgezeigten Aspekten (Bewegungsum
fang, Belastbarkeit und Schmerzhaftigkeit der linken Schulter)
, so dass – wie die Beschwerde zeigt – dieser sachgerecht anfechtbar war.
6.
6.1
Der B
eschwerdeführer
erachtet
die Verwertbarkeit
s
einer
Restarbeitsfähigkeit
auf
grund seines hohen Alters und der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
auf dem Arbeitsmarkt als kaum noch gegeben (
Urk.
1
Ziff.
IV.2)
.
Aufgrund des ihm
zumutbaren Vollzeitpensums
in einer dem kreisärztlichen Zu
mutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer indessen ein genügend breites Spektrum an
Verweistätigkeiten offen
.
So bestehen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss konstanter Rechtsprechung genügend rea
lis
tische Betätigungsmöglichkeiten
selbst
für Personen, die funktionell als Ein
armige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_134/2020 vom
2
9.
April 2020 E. 4.5 mit weite
ren Hinweisen). Zu denken sind beim Beschwerdeführer neben der
Bedienung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des
linken Arms erfordern, etwa
an
Überwachungsarbeiten
,
leichte Montagear
beiten in körpernaher Position
oder
eine Tätigkeit als
Parkplatzwächter
.
Im Bereich der Unfallversicherung hat sich
zudem
keine Rechtsprechung etabliert,
wonach die Unverwertbarkeit einer verbleibenden medizinisch-theoretischen Rest
arbeitsfähigkeit wegen des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_313/2018 vom
1
0.
August 2018 E. 6.6
)
.
6.2
Stattdessen
hat der Bundesrat in
Art.
28
Abs.
4 UVV eine besondere Regelung für
die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Versicherten getroffen, welche die Er
werbs
tätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beein
träch
tigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind
d
er Inva
liditätsbemessung die Vergleichseinkommen für einen Versicherten im mittleren Alter zu Grunde zu legen. Dieses liegt nach der Rechtsprechung bei etwa 42 Jah
ren oder zwischen 40 und 45 Jahren
.
Dabei kann nicht
nur
di
e ab einem Alter von rund 60 Jahren aus medizinischer Sicht
grundsätzlich
vorhandene physio
lo
gi
sche Altersgebrechlichkeit die Anwendbarkeit von
Art.
28
Abs.
4 UVV recht
fertigen.
Vielmehr wurden in der jüngeren Rechtsprechung vermehrt die erwerb
lichen Auswirkungen des Altersfaktors betont,
indem
die Bestimmung
auch dann zur Anwendung gelangt, wenn das vorgerückte Alter das Zumutb
arkeitsprofil nicht zusätzlich
beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funk
tio
nellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber d
er Verwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit
trotzdem
entgegensteht, weil beispielsweise die Wiedereingliede
rung schwierig ist, eine Umschulungsmassnahme nicht (mehr) gewährt wird oder aber sich kein Arbeitgeber mehr findet, der eine Person in diesem Alter noch einstellen würde
(
zum Ganzen:
Urteile des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.2.2
und 5 sowie
8
C_799/2019 vom 1
7.
März 2020
E. 2.3 und 3.2
.2
).
Die Argumentation des Beschwerdeführers zur Verwertbarkeit seiner Restarbeits
fähigkeit erschöpft sich darin, dass er das Vorliegen von Umständen geltend macht, welche zu einer Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV führen. Soweit ihm angesichts der ihm verbleibenden kurzen Aktivitätsdauer sowie seiner sich auf körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten beschränkenden Berufs- und Arbeitserfah
rung gefolgt werden kann, sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte.
6
.
3
Bezüglich des
Valideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2
E.
5.2
)
auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2019 mutmasslich
(wie bei Anstellungsbeginn, vgl.
Urk.
12/106 f. und
12/1)
13 Monatslöhne à
Fr.
5'750.
--, entsprechend einem Jahreslohn von Fr. 74'750
.--, e
rhalten hätte (
Urk.
12/236).
Der Beschwer
deführer machte geltend, entgegen diesen hypothetischen Angaben könnte das
E
inkommen auch gestiegen sein
, weshalb
die Nominallohnentwicklung bei beiden Vergleichseinkommen
aufzurechnen oder wegzulassen sei (
Urk.
1
Ziff.
IV.4).
Mit Urteil 8C_795/2019 vom 2
5.
März 2020 E. 4.4.1 bestätigte das Bundesgericht
erneut
die von der Beschwerdegegnerin erörterte Rechtsprechung (
Urk.
2 E. 5.2), wonach das Ausbleiben von Lohnanpassungen aufgrund der finanziellen Situa
tion des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer zumindest in den ersten Jahren in aller Regel noch keinen Anlass bildet, sich nach einer beruflichen Veränderung umzusehen, welche unter Umständen doch auch mit erheblichen Umtrieben und finanziellen Einbussen verbunden sein könnte. Hält eine solche Lohnstagnierung indessen über mehrere Jahre an, so kann dies bei stetig ansteigender Differenz zu andernorts gebotenen branchenüblichen Löhnen dazu führen, dass die Annahme, der Arbeitnehmer würde dennoch keinen Stellenwechsel ins Auge fassen, nicht mehr als realistisch betrachtet werden
kann
.
Der Beschwerdeführer hatte seine letzte Stelle
erst
im Mai 2015 angetreten (
Urk.
12/1),
davor hatte
er in der Schweiz
nur eine
Temporärstelle
(
Urk.
13).
Zudem
wird er in absehbarer
Zeit das ordentliche Pensionsalter erreichen
, so dass
die Umtriebe eines
Stellenwechsel
s
schwer wettzumachen
sind und auch an der neuen Stelle mit keiner massgeblichen Lohnsteigerung
mehr
zu rechnen
ist
.
Dass
er andernorts branchenüblich einen deutlich höheren Einstiegslohn gehabt hätte o
der die
Lohnstagnation
für ihn Anlass für einen S
tellenwechsel
gewesen wäre
,
brachte
der Beschwerdeführer
auch gar nicht vor
.
Nicht ersichtlich ist
, inwiefern die ehemalige Arbeitgeberin ein Interesse daran haben könnte, einen zu tiefen hypothetischen Lohn anzugeben.
Es erscheint daher
als überwiegend wahrschein
lich
, dass
der Beschwerdeführer
als gesunde Person
an seiner letzten Anstellung festgehalten und den
von der letzten Arbeitgeberin
deklarierten Lohn verdient hätte.
Der Verzicht auf die
Aufrechnung der Nominallohnentwicklung
beim
V
alideneinkommen
ist somit
nicht zu beanstanden.
6.
4
Hinsichtlich des Invalideneinkommens vertritt d
ie
Beschwerdegegnerin
die Auf
fas
sung, e
s sei
vom
Zentralwert
für Männer
im
Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicher
heitsdienst/Fahrdienst) von
Fr. 5'649.
--
auszugehen (LSE 2018, Tabelle TA1
_tirage_skill_level
, Zeile
«
TOTAL
»
), weil der
Beschwerdeführer
über überdurchschnittliche handwerkliche und
weitere
Fähigkeiten verfüge, wie
sein
Lebenslauf zeige.
Er habe
Berufserfahrung als
M
aschinenschlosser und
Elektroschweisser, Schaltbauschlosser, Vorarbeiter in einer
Müllverbrennungsanlage, Kältemonteur, Kältetechniker und zuletzt
Lei
tungs
monteur. Er habe zudem folgende Aus- und Weiterbildungen:
Autospengler
, Vermessungstechnik-Theodolite Kurs, Prüfung von operativ tätigen Mitarbeitern, Fachausbildung von Sicherheitsvertrauenspersonen,
E
rste Hilfe Grundkurs und
Hartlöter
-Zertifikat.
Ferner
verfüge er über sehr gute mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse (
Urk.
11
Abs.
4).
Dem widersprach der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die fehlende Ausbildung und Erfahrung
für Tätigkeiten auf diesem Kompetenzniveau
sowie die Einschränkungen an Schultern und Armen, welche etwa eine Tätigkeit im Sicherheitsdienst ausschliesse, weil er niemanden fest
hal
ten könne (
Urk.
1
Ziff.
IV.4).
W
enn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung
von LSE-Kompetenzniveau 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn
sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 2
6.
März 2019 E. 8.2.1
mit weiteren Hinweisen
).
Solche
bejahte das Bundesgericht
etwa im Fall eines gelernten Zimmermanns, der mit seinem Betrieb ein deutlich höheres Einkommen erzielt
hatte,
als er als Angestellter hätte verdienen können
. Dabei hatte er auch a
dministrative Arbeiten erledigt
und
gegenüber vier Angestellten und zwei Lehrlingen Führungs- bzw. Aus
bildungsaufgaben
wahrgenommen
.
Zudem konnte er
weiterhin eine hand
werkliche Arbeit ausüben (vgl. soeben erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_732/2018, 8C_742/2018 E. 8.2.2).
Gleiches gilt für einen
ausgebildeten Deko
rationsangestellten
, der seine in einer Verkaufstätigkeit erworbenen praktischen Fähigkeiten, die ihm aufgrund der Stehbelastung nicht mehr zumutbar war, in einer wechselbelastenden Bürotätigkeit etwa im Bereich des Telemarketings verwerten konnte (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_534/2019 vom 1
8.
Dezember 2019 E.
5.3).
Lediglich das
Kompetenzniveau 1 als
anwendbar erachtete
das Bun
desgericht
bei einem Versicherten, der keine Berufsausbildung besass, in der Schweiz
ausschliesslich grobmanuelle Tätigkeiten ausgeübt hatte und aufgrund des Belastungsprofils (insbesondere Gewichtslimit von 1 kg, keine vibrierenden Maschinen)
keine eigentliche Handwerkstätigkeit mehr ausüben konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom
5.
Mai 2020 E. 7.3). Gleiches gilt für
einen gelernten,
während
30 Jahre selb
st
ändig
erwerbend
ge
wesenen
P
lattenleger
, der selbst keine administrativen Arbeiten
verrichtet
hatte und bei dem handwerkliche Arbeiten aufgrund des Belastungsprofils (insbeson
dere nur gelegentliches und beidhändiges Anheben von Gegenständen bis 10 kg, repetitives Anheben von Gegenständen bis 5 kg unter Gebrauch beider Hände, keine spe
ziellen Arbeiten mit manueller
Beanspruch
ung
der dominanten rechten Hand wie Rotation, Ha
n
tieren mit Werk
z
e
ug über 2 kg, Hämmern, Schlagen, Vibrieren
)
nicht
mehr in
Betracht fielen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 1
4.
Juni 2018 E. 4.2.1 und 4.2.2).
Der Beschwerdeführer absolvierte
gemäss Protokoll zur Besprechung mit dem Aussendienstmitarbei
t
er vom 2
0.
Januar 2017
in
E.___
eine Ausbildung als
Autospengler
und Stahlbauer
, in
F.___
eine weitere Ausbildung als Kälte
monteur (vgl.
Urk.
12/90/1). Diese Angaben stimmen nicht mit dem von der Be
schwerdegegnerin eingereichten Lebenslauf überein, wonach er einzig eine Aus
bildung als
Autospengler
in
E.___
sowie einige
kleiner
e
Weiterbildungen (Auf
wand jeweils ein bis zwei Tage) in
F.___
absolvierte
und
wonach er
bei der vorangehenden Arbeitgeberin
auch
lediglich Mithilfe bei Unterhaltsarbeiten an Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanl
a
gen leistete
(vgl.
Urk.
13).
Über Berufs
erfahrung verfügt der Beschwerdeführer soweit ersichtlich in der Metallverarbei
tung und Gebäudetechnik, welche aufgrund des grossen Anteils von körperlich schweren und Überkopfarbeiten
beide ausser Betracht fallen
.
Zudem arbeitete er einige Jahre in der Müllverbrennu
ngsanlage, wo er als Vorarbeiter
tätig war.
Zusammenfassend verfügt er somit
weder über
administrative Kenntnisse,
noch relevante
Führungserfahrung
(nur auf unterster Stufe)
oder
(gelernte
respektive
angeeignete)
praktische Fertigkeiten, welche ihm in einer angepassten Tätigkeit von besonderem Nutzen sein werden. Er wird
zudem nur noch bedingt
hand
werk
lich arbeiten können
(ohne Vibration, Schläge etc.)
bzw. vornehmlich in
fein
mo
torische
n
Tätigkeiten
in
neuen
Branchen
.
Unter diesen Gesichtspunkten ist das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 durchaus fragwürdig. Die Frage braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden.
6.
5
Beim Abstellen auf den Zentralwert
der LSE 2018 für einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer (Total; Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor Schweiz 2018) von
Fr.
5’417.--,
resultiert
unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Wochenar
beit
s
zeit im Jahre 2019 von insgesamt 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen; www.bfs.admin.ch) und einer durch
schnittlichen Nomi
nal
lohnentwicklung im Jahre 2019 von 0.9
%
(Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch) sowie eines zumutbaren Beschäftigungsgrades von 100
%
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
68’
377
.-- (Fr. 5’417.-- x 1.009 x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden).
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit
en
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_560/2018, 8C_618/2018 vom 1
7.
Mai 2019 E
.
5.3.1 mit Hin
weis auf
BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Dabei
entspricht
es
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominan
ten Hand als
Zudienhand
einen Abzug von 20-25
%
zu rechtfertigen vermag. Mit Urteil 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 hat das Bundesgericht aber auch einen Abzug bei einer versicherten Person mit Einschränkungen der dominanten Hand verneint (E. 3.2 und E. 4.2.2). Gleich entschied es mit Urteil 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 bezüglich einer versicherten Person mit Einschränkungen des
adominanten
Arms (E. 5.1.2 und E. 5.2.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020
vom 15. Juli 2020 E. 6.1 mit Hinweisen).
Vorliegend ist zum einen die
adomi
nante
obere Extremität betroffen, zum anderen sind dem Beschwerdeführer leichte Tätig
keit
en
mit wenigen Einschränkungen wie Arbeiten über Brusthöhe
,
mit Schlägen und Vibration
oder Festhalten auf Leitern und Gerüsten
weiterhin mög
lich. Damit steht
ihm
ein
breites Spektrum an Verweistätigkeiten
im Kompetenz
niveau 1
offen
(vg
l
. E. 6.1)
. Folglich können
nur
Umstände zu einem Abzug auf dem
Tabellenlohn für Hilfsarbeiten führen, die auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlich
zu bezeichnen sind (etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_841/2017 vom 14. Mai 2018 E. 5.2.2.2). Solche sin
d nicht ersichtlich.
Die vom Beschwerdeführer
angeführten Umstände
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV
.
2)
finden im Komp
e
tenzniveau 1 keine Berücksichtigung. Dies gilt
vorab
für das Alter, zumal
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt alters
un
abhängig nachgefragt werden (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen)
,
und
auch für die
längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_223/2020 vom 25. Mai 2020 E. 4.3.5 mit Hinweisen).
Ebenso wenig rechtfer
tigen im K
ompetenzniveau 1 die fehlend
e berufliche Ausbildung
in noch mög
lichen Tätigkeiten
und die
(vorliegend
strittigen
)
Sprachkenntnisse einen Tabel
lenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli
2020 E.
6.3.4 mit Hinweis).
Hinweise auf ein
erhöhtes Risiko für regelmässige Absenzen in einer angepassten Tätigkeit
, wie vom Beschwerdeführer behauptet,
finden sich
in den fachärztlichen Beurteilung
en
keine
. Angesichts seines Lebenslaufs (
Urk
.
13) und des kreisärztlich definierten Zumutbarkeitsprofils verfügt der Beschwerde
führer
zudem
über eine hinreichende
geistige
Flex
i
bilität
und Einsetzbarkeit im Rahmen einer angepassten Tätigkeit. Dass er keine mittelschweren und schweren körperlichen Arbeiten verrichten kann, ist wie dargelegt nicht abzugsrelevant. Schliesslich mag es zutreffen
, dass d
ie
Covid
19
-P
andemie
den realen
Arb
eits
markt verändert hat
,
wobei
d
er Beschwerdeführer
jedoch
mangels lohnwirksamer Vorkenntnis nicht darauf angewiesen
ist
, sein
e Restarbeitsfähigkeit in einer der
besonders betroffenen Branchen, wie der Gastronomie oder dem Tourismus, zu verwerten.
Insbesondere aber ist d
er Begriff des ausgeglichenen Arbeitsm
arktes gemäss
Art.
16 ATSG e
in theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die kon
krete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungs
bereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzu
grenzen. Er umschliesst
daher
ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Ange
bot von Stellen und der Nachfrage nach solchen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 2
3.
September 2014 E. 3.1 mit Hinweisen
)
.
6.
6
Zusammenfassend ist für das Jahr 2019 somit von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
74‘750.
--
auszugehen.
Wird für das auf zeitidentischer Grundlage zu erheben
de Invalideneinkommen auf das
Kompetenzniveau 1
zurückgegriffen, so recht
fertigt sich in Anbetracht der geringfügigen Einschränkungen der
adominanten
oberen Extremität in leichten Tä
tigkeiten
höchstens ein minimaler leidens
be
dingter Abzug von 5
%
. Es resultiert ein Invalideneinkommen von F
r.
64'958.-- und damit ein Invaliditätsgrad von knapp über 13
%
. Damit muss es bei der von der Beschwerdegegnerin festgelegten
, auf einem
Invaliditätsgrad von 14 % basie
renden
Invalidenrente sein Bewenden haben.
7
.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin hat die rechtlichen Grundlagen des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung und dessen Bemessung (
Art.
24 und 25 UVG,
Art.
36 UVV, Anhang 3 zur UVV) richtig dargelegt (vgl.
Urk.
2 E. 6.1-2). Darauf wird verwiesen.
7
.2
Die Kreisärztin med.
pract
.
B.___
schätzte den Integritätsschaden in ihrer Stel
lungnahme vom
8.
August 2017
nach der ersten Operation zunächst auf 10
%. Dazu führte sie aus, die Beurteilung erfolge gestützt auf die Suva-Tabelle 1
(Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extrem
itäten). Darin werde die bis 30
° über die Horizontale bewegliche Schulter mit 10
%
angegeben. Dieser Wert entspreche auch dem Schmerzsyndrom/der
Periarthrosis
humerosc
apularis
in d
er mässigen Form (
Urk.
12/133).
Nach der letzten Operation kam sie in
ihrer
Beurteilung vom 1
7.
September 2019 zum Schluss, es sei die Suva-Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) heran
zuziehen. Die
Omarthrose
leichten Ausmasses sei nie entschädigungspflicht
ig
; im mässigen Ausmass werde sie mit 5-10
%
und im schweren Ausmass mit 15-25
%
angegeben. Der Referenzwert bei einer
Endoprothese
mit gutem Erfolg betrage 15-20
%
. In der letzten Bildgebung vor der Prothesenimplantation zeige sich allenfalls ein Übergang der mässigen zur schweren Arthrose, was lediglich eine 10
%
ige Integritätsentschädigung zur Folge hätte. Aufgrund der Gesamtsituation scheine hier jedoch eine Integritätsentschädigung in Höhe von 15
%
gerecht
fer
tigt und geschuldet (
Urk.
12/261/1).
7
.3
Der Beschwerdeführer monierte – soweit ersichtlich – vorab, dass es sich um eine blosse Schätzung handelt (
Urk.
1
Ziff.
IV.1). Des Weiteren beanstandete er, dass die Kreisärztin selbst festgestellt habe, dass ein Übergang der mässigen zur schwe
ren Arthrose vor Protheseneinsetzung stattgefunden habe, und
nur schon hierfür der
Integritätsschaden mit 15-25
%
berechnet werde.
Damit werde die Gesamt
situation noch nicht berücksichtigt, insbesondere nicht die gesundheitlichen Ein
schränkungen nach der Protheseneinsetzung, und es müsse auch mit einer Ver
schlech
terung des Zustandes gerechnet werden, wie der Bericht von
Dr.
C.___
zeige. In diesem Zusammenhang erwähnt
e
der Beschwerdeführer ferner die anti
biotische Langzeitbehandlung mit Beschwerden bis zur Absetzung, die Schulter
prothese mit mässig gutem Operationsergebnis, ein deutliches und schmerzhaftes Funktionsdefizit, die ständige Einnahme von Schmerzmitteln, Schlafstörungen, Atrophie und Subluxation
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV.5)
.
7
.4
Zugunsten des Beschwerdeführers ist zu berücksichtigen, dass d
ie Bemessung des Integritätsschadens
bei Funktionsausfall oder Gebrauchsunfähigkeit eines Organs
g
emäss
Bundesgericht
auch bei der Versorgung mit
Endoprothesen
nach dem
unkorrigierten
Zustand zu erfolgen
hat
.
Es begründet
dies damit, dass die Inte
gritätsentschädigung den körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als solchen ausgleicht und nicht dessen Auswirkungen auf die Lebensfunktionen und die allgemeine Lebensgestaltung. Aus diesem Grunde ist nicht zu unterscheiden zwischen der Korrektur mit Hilfsmitteln oder dem Ausgleich mit implantierten Prothesen. Es ist unerheblich, ob der Integritätsschaden dadurch unter Umständen soweit ausgeglichen werden kann, dass praktisch keine Beeinträchtigung der ent
sprechenden Lebensfunktion mehr besteht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_600/2007 vom
2
8.
April 2008 E.
2.1.2 mit Hinweisen
; ferner Einleitung der Suva-Tabelle 1, wonach dies zumindest gelten soll, wenn die
Endoprothese
– wie vorliegend – nicht unmittelbar nach dem Unfall eingesetzt wird
).
7
.5
Die
Integritätsentschädigung
beruht
alsdann
grundsätzlich auf dem Gedanken der Genugtuung und soll einen gewissen Ausgleich für Schmerz, Leid sowie Beein
trächtigung des Lebensgenusses bringen. Bei der konkreten Festsetzung muss allerdings beachtet werden, dass das Prinzip der abstrakten und egalitären Be
messung gilt. Im Unterschied zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivil
recht sind die erlittene Unbill und die weiteren besonderen Umstände des Ein
zelfalles nicht zu berücksichtigen. Massgeblich ist die medizinisch-theoretische Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität (
Urteil des Bundes
gerichts 8C_756/2019 vom 1
1.
Februar 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Zu bedenken ist etwa
, dass versicherte Personen mit Funktionsstörungen an der Schulter häufig unter Schmerzen leiden, was sich insbesondere auf das Ausmass der Bewegungseinschränkung niederschlägt. Diese bildet denn auch das Haupt
kri
terium bei der tabellarischen Festsetzung eines Integritätsschaden
s
im Rahmen einer Funktionsstörung der Schulter
gemäss der Suva-Tabelle 1, womit die Schmerzen mit dem entsprechenden Prozentsatz abgegolten sind
(vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_756/2019 E. 4.3).
Diese Überlegung m
uss
auch für die Suva-Tabelle 5 gelten, zumal
sich der Schweregrad der Arthrose
ebenfalls
unmittelbar auf das Ausmass der Schmerzen und
die
damit verbundenen Einschränkungen auswirkt.
Dies zeigt sich mitunter im Umstand, dass für eine leichte Arthrose noch keine Entschädigungspflicht be
steht.
Wird demnach der medizinisch-theoretischen Beeinträchtigung, welche mit dem Ausmass der Bewegungseinschränkung der Schulter bzw. dem Schweregrad der Arthrose
grundsätzlich verknüpft
ist, mit den Prozent
sätzen
in den Suva-Tabellen 1 und 5 hinreichend Rechnung getragen, vermögen die vom Beschwer
de
führer hervorgehobenen Aspekte,
wi
e
etwa
die
Einnahme von Schmerzmitteln
,
der schmerzbedingten
Beeinträchtigung des Schlafes,
den
schmerzhafte
n
Funk
tionsdefizite
n
und
eine Muskelatrophie
keine Erhöhung der Integritätsent
schä
digung zu rechtfertigen.
7
.6
Ein Integritätsschaden von 25
%
- wie vom Beschwerdeführer gefordert –
recht
fertigt sich
nur
bei einer nicht reponierten Luxation, also einem dauerhaft «aus
gelenkten» Gelenk mit schmerzhaft weitestgehend unbrauchbaren Schulterge
lenk
funktionen
(vgl. Suva-Tabelle 1)
, oder nach einer kompletten
Entfernung
oder Versteifung
des Schultergelenks (vgl. Suva-Tabelle 5)
.
Die in der Suva-Tabelle 1 ebenfalls aufgeführte
Periarthrosis
humerosca
p
ularis
entspricht
nur bei
mit diesen Tatbeständen
vergleichbarer Schwere
einem Integritätsschaden von 25
%
(vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_756/2019 E. 4.4).
In der kreisärztlichen Untersuchung vom
6.
November 2018, rund ein Vierteljahr vor der Implantation der inversen Schulter
total
prothese, stellte med.
pract
.
B.___
eine
mässiggradige
, eher zunehmende Funktionseinschränkung der linken
Sch
ulter
fest (vgl.
Urk.
12/227/7) – insbesondere
Anteversion 90° (rechts 170°)
,
Abduktion 90° (
rechts 170
°
) und Aussenrotation 60° (rechts 80°
; vgl.
Urk.
12/227/6).
Die Bild
dokumente vom 2
7.
August 2018 zeigten neben der R
e-Ruptur der
Supra
spinatussehne
vorab
eine
AC-A
rthrose sowie Zeichen einer
Omarthrose
mit Labrumdegeneration und grossen
Osteophyten
(vgl.
Urk.
12/218),
wozu
die Kreis
ärztin in der vorstehend zitierten Beurteilung vom 1
7.
September 2019
präzisie
rend festhielt, es zeige sich «
allenfalls ein Übergang der mässigen zur schweren Arthrose
» (vgl. E. 5.2).
Gemäss Bericht von
Dr.
Z.___
zur Untersuchung vom 3
1.
Januar 2019
fand in der Folge eine Kortison-Infiltration des
druckdolenten
AC
statt, auf w
elche der Beschwerdeführer jedoch nicht ansprach. Die Beweglichkeit der Schul
ter
gab
Dr.
Z.___
leicht verbessert
wie folgt an: Flexion 110°, Abduktion 105°, Aussenrotation 60° und Schürzengriff T12 (vgl.
Urk.
12/238/2 f.). A
lsdann im
plantierte er am
8.
März 2019 eine inverse Schultertotalprothese und führte eine
AC
-Resektion durch (vgl.
Urk.
12/242/1).
7
.7
Damit ist auch im Rahmen des
(auch nach Angaben des Beschwerdeführers, vgl.
Urk.
12/260/6 Mitte)
schlechtere
n,
unkorrigierten
Zustand
s
vor der Einsetzung der Prothese
keine Funktionseinschränkung oder Arthrose
der linken Schulter
dokumentiert, welche die Annahme eines Integritätsschadens von mindestens 25
%
rechtfertigen würde
.
Insbesondere ist ein
Omarthrose
am (allfälligen) Über
gang von einer mässigen zu einer schweren Arthrose gemäss der Suva-Tabelle 5
durchaus mit einem Wert von 10
%
vereinbar. Beim von
med.
pract
.
B.___
ange
gebenen
Mindestreferenzwert von
15
%
für eine schwere
Omarthrose
handelt es sich offensichtlich um ein Versehen.
Würde die funktionelle Störung anhand der Suva-Tabelle 1 beurteilt, würde die Beweglichkeit bis zur Horizontalen
respektive
etwas darüber (gemäss
Dr.
Z.___
) für einen Integritätsschaden
zwischen 10 und 15
%
sprechen.
In Anbetracht der sich überschneidenden funktionellen Störungen von Gelenk und
Rotatorenmanschette
erscheint es somit nachvoll
zieh
bar, dass med.
pract
.
B.___
den Integritätsschaden letztlich auf 15
%
schätzte.
Eine
Schätzung
ist es deshalb
, weil die Suva-Tabellen nur R
ichtwerte für bestimmte Tatbestände enthalten, anhand welcher der Einzelfall zu beurteilen ist.
Dr.
C.___
wies
in seiner Beurteilung nur auf ein deutliches und schmerzhaftes Funktionsdefizit hin
.
Er legte nicht dar,
welche Aspekte von der Kreisärztin
übersehen wurden
bzw.
welche Befunde in Anbetracht der Suva-Tabellen
(selbst
angesichts
des von ihm untersuchten, verbesserten postoperativen Zustands)
zu
eine
r
höheren
Integritäts
entschädigung
führen müss
t
en (vgl. Urk. 12/299/2).
Hie
r
auf wurde bereits im
Einspracheentscheid
hingewiesen (vgl.
Urk.
2 E. 6.4). Dem
ent
sprechend fehl geht der vom Beschwerdeführer
auch in diesem Zusammen
hang
erhobene Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe ihre Begründungspflicht verletzt (vgl.
Urk.
1
Ziff.
IV.3).
Der
Vollständigkeit halber sei angefügt, dass
Dr.
Z.___
fünf Monate post
operativ von einer mittlerweile
guten Funktion sprach (vgl.
Urk.
12/255/2). Er
st
im Rahmen des ihm zugetragenen Leistungsstreits bezeichnete er das Opera
tions
ergebnis als mässig gut
(vgl.
Urk.
12/303/2), wobei der gemessene Bewegungs
umfang etwas von der Tagesform abhängig zu sein scheint und weniger auf eine
relevante
Verschlechterung ein Jahr postoperativ hindeutet (vgl.
Urk.
12/55/2, 12/260/7 und 12/303/2).
Somit
wäre die Integritätsentschädigung von 15
%
auch unter Berücksichtigung des Erfolgs der
Endoprothese
letztlich nicht
zu beanstan
den (vgl. Suva-Tabelle 5). Insgesamt bestehen somit keine Anhaltspunkte dafür, dass die
unfallbedingte
Integritätseinbusse
des Beschwerdeführers
mehr als 15
%
beträgt.
8
.
Zusammenfassend
ist auf die
Einschätzung
von med.
pract
.
B.___
abzustellen, wo
n
ach der Beschwerdeführer in einer dem Schulterleiden angepassten Tätigkeit vo
ll
zeitig arbeiten kann und sein Integritätsschaden
15
%
beträgt
.
Die behan
deln
den Ärzte
begründeten ihre abweichende
n
Beurteilung
en
nicht oder zumin
dest nicht
so, dass Zweifel an den nachvollziehbaren Schlussfolgerungen der Kreisärztin
auf
k
ommen
.
Die
Rügen betreffend die Person der Kreisärztin und die Begrün
dungs
pflicht
erweisen sich als unbegründet.
Da sich bei der Festsetzung des Invali
deneinkommens anhand des LSE-
Zentralwert
s
für
männliche Hilfs
kräfte
kein leidensbedingter Abzug von mehr als 5
%
auf
drängen würde
,
ist
der von der Beschwerdegegnerin im Zusammenha
n
g mit dem Rentenanspruch errech
nete Invaliditätsgrad von 14
%
letztlich
nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
9
.
9.1
Der Beschwerdeführer
bezieht mittlerweile Sozialhilfe (
Urk.
16), weshalb von
Mittel
l
osigkeit auszugehen
ist
. Sein Begehren kann trotz Abweisung der Be
schwerde nicht als von Prozessbeginn an als klar aussichtslos bezeichnet werden.
Gemäss eigenen Angaben lehnte die Rechtsschutzversicherung eine Kosten
über
nahme mangels Deckung ab (vgl.
Urk.
7 Frage 5).
Der medizinische Sachverhalt und insbesondere die Bemessung der Integritätsentschädigung erweisen sich als hinreichend komplex, um
eine unentgeltliche Rechtsvertretung zu rechtfertigen. Damit sind die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt und dem Beschwerdeführer ist ent
spre
chend seinem Gesuch vom
1
4.
September
2020 (
Urk.
1 S. 2) Rechtsanwältin
Zürcher
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
9.2
Die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
des
unterliegenden Beschwerdeführers ist a
us der Gerichtskasse zu entschädigen. Da dem Gericht keine Honorarnote ein
gereicht wurde, ist die Entschädigung wie angekündigt (vgl. Urk.
14
) in Anwen
dung von §§ 7 f. der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädi
gun
gen vor dem Sozialversicherungsgericht nach Ermessen festzusetzen. Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Ent
schädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Ange
sichts des
geringen Umfangs der medizinischen Unterlagen
sowie des gerichts
üblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- resultiert vorliegend eine Entschädi
gung von Fr.
1‘7
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
.
9.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Anwaltskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Ilona Zürcher
, Thal,
wird mit
Fr.
1
’
7
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse
entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ilona Zürcher
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelBonetti