# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61ff1e9b-e182-52fa-9f02-17c02b899f4d
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-15
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 15.01.2024 502 2024 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2024-3_2024-01-15.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2024 3

Urteil vom 15. Januar 2024

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Wechsel der amtlichen Verteidigung (Art. 134 StPO) – Nichteintreten 
mangels Begründung

Beschwerde vom 3. Januar 2024 gegen die Verfügung der Staats-
anwaltschaft vom 22. Dezember 2023

Kantonsgericht KG
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erwägend, 

dass gegen A.________, geb. 1973, ein Strafverfahren wegen Menschenhandel, Förderung der 
Prostitution, evtl. Wucher, evtl. Urkundenfälschung, Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration sowie Übertretung des Gesetzes 
gegen die Prostitution geführt wird; 

dass Rechtsanwalt B.________ mit Entscheid vom 21. September 2022 zum amtlichen Verteidiger 
von A.________ bestellt wurde;

dass dieser infolge Aufgabe seiner anwaltlichen Tätigkeit am 14. Juni 2023 aus seinem Mandat 
entlassen und Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Verteidiger eingesetzt wurde; 

dass sich A.________ mit Schreiben vom 22. November 2023 und 2. Dezember 2023 über seinen 
amtlichen Verteidiger beschwerte und einen Wechsel beantragte. Letzterer habe ihn nur einmal im 
Gefängnis besucht und interessiere sich nicht für seinen Fall; er habe ihm insbesondere auch 
gesagt, dass er die Lügen im Polizeirapport akzeptieren müsse; 

dass Rechtsanwalt C.________ am 12. Dezember 2023 dazu Stellung nahm. Er führte die seiner-
seits seit Juni 2023 getätigten Handlungen auf und hielt fest, dass die von A.________ vorge-
brachten Gründe für einen Wechsel des amtlichen Verteidigers nicht ausreichend seien. Er überliess 
den Entscheid jedoch dem Ermessen der Verfahrensleitung; 

dass die Staatsanwaltschaft das Gesuch von A.________ mit Verfügung vom 22. Dezember 2023 
abwies. Sie führte aus, dass lediglich die Umstände zu berücksichtigen seien, welche das Verhältnis 
zu Rechtsanwalt C.________ – und nicht zu Rechtsanwalt B.________ – betreffen. Aus der 
Stellungnahme des amtlichen Verteidigers gehe hervor, dass am 15. November 2023 ein Besuch 
des Anwaltspraktikanten in der Strafanstalt stattgefunden hat. Zudem gehe aus derselben Stellung-
nahme hervor, dass sehr wohl eine Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und dem Anwalt 
stattgefunden hat. Eine persönliche Besprechung wäre zudem im Vorfeld der Konfrontationseinver-
nahme vom 28. November 2023 möglich gewesen. Aufgrund der Weigerung des Beschuldigten, die 
Zelle am 28. November 2023 zwecks Transports zur Einvernahme zu verlassen, habe diese aber 
nicht stattfinden können. lm Übrigen seien keine Hinweise für die Annahme ersichtlich, dass keine 
wirksame Verteidigung vorliegt;

dass A.________ mit Eingabe vom 3. Januar 2024 (Postaufgabe) dagegen Beschwerde bei der 
Staatsanwaltschaft erhob; 

dass diese die Eingabe am 9. Januar 2024 der hiesigen Strafkammer zukommen liess. Sie schloss 
auf Nichteintreten mangels Begründung respektive subsidiär auf Abweisung der Beschwerde; 

dass gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft die Beschwerde an die Strafkammer zulässig ist 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a StPO); 

dass der Beschwerdeführer Beschuldigter ist und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung hat, so dass ihm die Beschwerdelegitimation zukommt (Art. 382 
Abs. 1 StPO);

dass die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO). Diese Frist 
wurde vorliegend eingehalten; 

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dass die Beschwerde in einem schriftlichen Verfahren behandelt wird (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO);

dass die Beschwerde zu begründen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO; vgl. Rechtsmittelbelehrung, Verfügung 
vom 22. Dezember 2023, S. 3), wobei bei Laienbeschwerden die Anforderungen an die Begrün-
dungspflicht nicht allzu hoch anzusetzen sind; die Eingabe muss allerdings selbst in diesen Fällen 
den Rechtsstandpunkt bzw. die Argumente der Beschwerdeführer hinreichend deutlich werden 
lassen und diese Argumente müssen sich in sachlicher sowie gebührender Form auf das vorlie-
gende Verfahren beziehen (vgl. z.B. Urteil BGer 6B_278/2013 vom 5. September 2013 E. 1); 

dass soweit sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 3. Januar 2024 über andere Aspekte 
beschwert – namentlich in Bezug auf den Tod von D.________, den er als Mord bezeichnet –, oder 
den Strafverfolgungsbehörden namentlich Korruption und diverse Verletzungen seiner Rechte 
vorwirft, setzt er sich mit dem angefochtenen Entscheid nicht auseinander und ist in diesem 
Beschwerdeverfahren, welches einzig die Frage des Wechsels des amtlichen Verteidigers betrifft, 
nicht zu hören;

dass er bezüglich Rechtsanwalt C.________ ausführt, dass er ein künstlicher Anwalt sei, der gegen 
ihn sein solle, respektive mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite und «Gratisgeld» 
vom Staat bekomme;

dass der Beschwerdeführer sich damit nicht mit der angefochtenen Verfügung, bzw. deren 
Begründung auseinandersetzt; 

dass auf die Beschwerde demnach mangels Begründung nicht einzutreten ist;

dass selbst wenn darauf einzutreten wäre, festgehalten werden müsste, dass die Verfügung vom 
22. Dezember 2023 weder eine Rechtsverletzung beinhaltet noch den Sachverhalt unvollständig 
oder unrichtig feststellt. Überdies ist sie auch nicht unangemessen. Rechtsanwalt C.________ hat 
in seiner Stellungnahme vom 12. Dezember 2023 ausführlich dargelegt, welche Handlungen er seit 
der Zustellung der Verfügung vom 14. Juni 2023 getätigt hat. So hatte er mehrmals telefonischen 
und schriftlichen Kontakt mit seinem Mandanten. Sein Anwaltspraktikant besuchte diesen einmal in 
E.________ und übergab ihm Kopien der Beilagen zum Polizeirapport (7 Bundesordner), welcher 
ihm bereits im September mit den nötigen Informationen zur Kenntnisnahme weitergeleitet worden 
war. Rechtsanwalt C.________ nahm auch an der Einvernahme vom 28. November 2023 teil, 
obschon ihm sein Mandant im Vorfeld mitgeteilt hatte, er werde seinerseits nicht erscheinen. 
Zusammenfassend können den Akten keine konkreten Hinweise entnommen werden, welche eine 
Störung des Vertrauensverhältnisses belegen und objektivieren, wobei zu erwähnen ist, dass die 
Offizialverteidigung im Strafprozess nicht als blosses unkritisches «Sprachrohr» ihrer Mandantschaft 
agiert. Insbesondere liegt es im pflichtgemässen Ermessen der amtlichen Verteidigung zu entschei-
den, welche Prozessvorkehren und juristischen Standpunkte sie (im Zweifelsfall) als sachgerecht 
und geboten erachtet (vgl. u.a. Urteil BGer 1B_479/2022 vom 21. März 2023 E. 2.2 mit Hinweisen);

dass gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens tragen; als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren 
Rechtsmittel nicht eingetreten wird; 

dass A.________ als unterliegende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen hat; sie 
werden auf CHF 150.- (Gerichtsgebühr: CHF 100.-; Auslagen: CHF 50.-) festgesetzt;

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Die Kammer erkennt:

I. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 150.- (Gebühr: CHF 100.-; Auslagen: 
CHF 50.-) werden A.________ auferlegt.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 15. Januar 2024/swo

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin