# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f132974-921f-5b49-8778-b840bac8caf7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.09.2023 720 2023 126 / 209 (720 23 126 / 209)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-126---209_2023-09-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. September 2023 (720 23 126 / 209) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Einkommensvergleich: Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich 

immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden. Damit sind indes nicht die im 

Verfügungszeitpunkt aktuellsten Tabellenwerte generell, sondern die im Verfügungszeit-

punkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Daten 

gemeint.  
 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schä-
fer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1962 geborene A.____ arbeitete seit 15. März 2004 in seinem angestammten Be-
ruf als Kaminfeger bei B.____ und war durch den Arbeitgeber bei der Schweizerischen Unfall-

 

 
 
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versicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten 
versichert. Am 19. September 2011 und am 27. Mai 2017 erlitt B.____ zwei Unfälle, bei denen 
er sich zum einen am linken Knie und zum andern an der rechten Schulter verletzte. Die Suva 
erbrachte für die Folgen dieser Ereignisse ihre gesetzlichen Leistungen in Form von Taggeldern 
und Heilungskosten. Nach Abschluss der unfallbedingten Heilbehandlung sprach die Suva 
A.____ mit Verfügung vom 30. August 2019 gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen 
Abklärungen für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus beiden Unfallereignissen ab 1. Ok-
tober 2019 unter anderem eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 33 % basierende und gestützt 
auf einen versicherten Jahresverdienst von Fr. 83'200.-- festgesetzte Invalidenrente zu. Daran 
hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 2. Juni 2020 
fest. Eine von A.____ hiergegen erhobene Beschwerde, mit der er die Ausrichtung einer höhe-
ren Invalidenrente beantragte, wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), mit Urteil vom 12. November 2020 ab (Verfahren-Nr. 725 20 263 / 276).  
 
Bereits zuvor, am 5. April 2017 (Datum des Gesuchseingangs), hatte sich A.____ unter Hinweis 
auf die unfallbedingten Beschwerden am linken Knie und auf weitere, krankheitsbedingte Beein-
trächtigungen am linken Bein zusätzlich auch bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft holte die Suva-
Akten des Versicherten ein und nahm weitere Abklärungen der gesundheitlichen und erwerbli-
chen Verhältnisse vor. Dabei ermittelte sie beim Versicherten folgende Invaliditätsgrade: Ab 
15. April 2017 (Ablauf des Wartejahres): 49 %, ab 20. Juni 2017: 100 %, ab 6. April 2018: 69 %, 
ab 11. Dezember 2018: 100 % und ab 6. Mai 2019: 69 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach 
die IV-Stelle A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren für die Zeit vom 1. Oktober 
2017 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente, vom 1. August 2018 bis 28. Februar 2019 eine Drei-
viertelsrente, vom 1. März 2019 bis 31. August 2019 eine ganze Rente und mit Wirkung ab 
1. September 2019 eine (unbefristete) Dreiviertelsrente zu. Die Rentenzusprache erfolgte dabei 
in Form von zwei Verfügungen: In einer ersten Verfügung vom 21. März 2023 setzte die IV-
Stelle die laufende Rente ab 1. April 2023 fest und in der zweiten Verfügung vom 25. April 2023 
entschied sie über den Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis 31. März 
2023. Zudem regelte sie in der zweiten Verfügung die aus der rückwirkenden Rentenzusprache 
resultierende Nachzahlung. In Bezug auf den Rentenbeginn wies die IV-Stelle A.____ darauf 
hin, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-
chung des Leistungsanspruchs entstehe. Seine Anmeldung sei am 5. April 2017 eingegangen, 
weshalb die Rente erst ab 1. Oktober 2017 ausgerichtet werden könne. 
 
B. Gegen diese beiden Verfügungen erhob Rechtsanwalt Daniel Altermatt namens und im 
Auftrag von A.____ am 8. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es 
seien die angefochtenen Verfügungen "teilweise aufzuheben, indem dem Beschwerdeführer mit 
Wirkung ab 1. Oktober 2017 eine ganze Rente auszurichten sei"; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Juli 2023 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekte des vorliegenden 
Verfahrens bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 8. Mai 2023 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Ver-
fügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber 
einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und 
der IVV sowie diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 
Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). 
Vorliegend ergingen die angefochtenen Verfügungen nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion 
steht jedoch die Höhe des am 1. Oktober 2017 und damit vorher entstandenen Rentenan-
spruchs des Versicherten. Nach dem Gesagten ist die Angelegenheit deshalb in Anwendung 
der Bestimmungen des IVG und der IVV sowie derjenigen des ATSG in der jeweiligen bis zum 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung zu beurteilen. Sie werden im Folgenden in die-
ser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet.  
 
2.2 Zu ergänzen bleibt, dass laufende Renten von Versicherten, die am 1. Januar 2022 
das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, gemäss lit. c der Übergangsbestimmungen des IVG zur 
Änderung vom 19. Juni 2020 (WEIV) nicht mehr an das neue Rentensystem angepasst werden. 
Zu dieser Versichertengruppe zählt auch der heutige, 1962 geborene Beschwerdeführer. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 

 

 
 
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3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten Berichte der behandelnden Ärzte und zwei Beurteilungen von Dr. med. 
C.____, Facharzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 2. November 2020 und 21. Februar 2022 ein.  
 
4.3.1 In der ersten Beurteilung vom 2. November 2020 listete der RAD-Arzt beim Versicher-
ten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: (1) einen Status nach 
Knie-TP-Implantation links (am 11.12.2018; als Folge eines früheren, 1981 erlittenen Unfalls); 
(2) einen Status nach Rotatorenmanschettenruptur rechts (Unfall vom 04.08.2017) und Schul-
terarthroskopie rechts (am 20.12.2017) mit Rotatorenmanschettenrefixation, Teilsynovektomie 
im Rotatorenintervall, Bizepstenotomie, Bursektomie und Akromioplastik); (3) ein chronisches 

 

 
 
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lumbovertebrales Schmerzsyndrom; (4) eine schwere Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.2) und 
eine Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2); (5) eine axonale Neuropathie Nervus peronaeus 
links; (6) eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22). 
Als Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er (1) eine arterielle Hypertonie; 
eine Hyperlipidämie und eine peripher-arterielle Verschlusskrankheit IIb und einen Status nach 
aortoiliakalem Bypass links (12/2016), (2) eine chronische obstruktive Lungenkrankheit (Gold 
IIA), (3) eine gastroösophageale Refluxkrankheit, Refluxösophagitis LA Grad B, (4) eine kleine 
Inguinalhernie links mehr als rechts, oligosymptomatisch, sowie (5) eine Psoriasis und Rosazea 
fest.  
 
4.3.2 Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beurteilte Dr. C.____ dahingehend, dass in der 
angestammten Tätigkeit als Kaminfeger seit dem 20. Juni 2017 und bis auf Weiteres keine Ar-
beitsfähigkeit mehr bestehe. In einer leidensadaptierten Verweistätigkeit hingegen sei gestützt 
auf die medizinische Aktenlage von folgenden Arbeitsunfähigkeiten auszugehen: Nach Ablauf 
des Wartejahres (am 15. April 2017): 20 %, ab 20. Juni 2017: 100 %, ab 6. April 2018: 50 %, ab 
11. Dezember 2018: 100 % und ab 6. Mai 2019: 50 %.  
 
4.4 Die IV-Stelle stützte sich in den angefochtenen Verfügungen vom 21. März 2023 und 
25. April 2023 bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts und insbesondere bei der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl hinsichtlich der Höhe der attes-
tierten Arbeitsunfähigkeitsgrade als auch in Bezug auf deren jeweilige Dauer vollumfänglich auf 
diese Einschätzungen des RAD-Arztes Dr. C.____. Von deren Richtigkeit geht offensichtlich 
auch der Versicherte aus, stellt er doch den medizinischen Sachverhalt und die vorinstanzliche 
Würdigung desselben in seiner Beschwerde mit keinem Wort in Frage.  
 
5.1 In diesem Zusammenhang gilt es nun allerdings zu beachten, dass das Kantonsgericht 
von Amtes wegen die für den Entscheid wesentlichen Tatsachen festzustellen hat und dass es 
in der Beweiswürdigung frei ist (§ 12 Abs. 1 VPO bzw. Art. 61 lit. c ATSG). Ebenso hat es das 
Recht von Amtes wegen anzuwenden (§ 16 Abs. 2 Satz 1 VPO). Im Weiteren ist darauf hinzu-
weisen, dass mit der verfügungsweisen Zusprechung einer Invalidenrente ein einziges, im We-
sentlichen durch die Anspruchsberechtigung an sich sowie die Höhe und den Beginn der Leis-
tung bestimmtes Rechtsverhältnis geordnet wird. Werden lediglich einzelne Elemente der Ren-
tenfestsetzung (Invaliditätsgrad, Rentenbeginn etc.) beanstandet, bedeutet dies nicht, dass die 
unbestrittenen Teilaspekte in Rechtskraft erwachsen und demzufolge der richterlichen Überprü-
fung entzogen sind (BGE 125 V 413 E. 2d). Im Lichte dieser Bestimmungen und Grundsätze 
hat das Kantonsgericht deshalb bei der Beurteilung eines IV-Rentenanspruchs den medizini-
schen Sachverhalt (als Teilaspekt des Rechtsverhältnisses) auch dann einer - jedenfalls zumin-
dest kurzen - Prüfung zu unterziehen, wenn die vorinstanzliche Würdigung desselben wie im 
hier zu beurteilenden Fall in der gegen die Rentenverfügung erhobenen Beschwerde nicht be-
anstandet wird. Insbesondere hat das Gericht zusätzliche Sachverhaltsabklärungen vorzuneh-
men oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund von Anhaltspunkten, die sich aus den Akten 
ergeben, hinreichender Anlass besteht (BGE 125 V 413 E. 2c mit Hinweisen). Wie sich aus den 
nachfolgenden Ausführungen ergibt, ist dies hier jedoch nicht der Fall.  
 

 

 
 
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5.2 Die medizinische Aktenlage erweist sich vorliegend zwar insgesamt als eher dünn, sie 
lässt aber eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten durchaus 
zu. Würdigt man diese Akten, so zeigt sich, dass insbesondere die vorinstanzliche Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Bezüglich der ers-
ten Phase ab 15. April 2017 mit der Annahme einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit stützt sich der 
RAD-Arzt Dr. C.____ auf den echtzeitlichen Bericht von Dr. med. D.____, Innere Medizin FMH, 
vom 8. Juni 2017. Mit Blick auf die vom genannten Arzt gestellten Diagnosen (mässig post-
traumatische Gonarthrose links, chronisch rezidivierendes lumbospondylogenes und lumbora-
dikuläres Syndrom, kleine Inguinalhernie links und Verdacht auf kleine Inguinalhernie rechts) 
sowie auf die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer wechselbelastenden Ver-
weistätigkeit ist die Einschätzung des RAD-Arztes nicht zu beanstanden. Zur Begründung der 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 20. Juni 2017 verweist Dr. C.____ auf die an diesem Tag 
und am 25. September 2017 erfolgten zwei Kniearthroskopien links sowie auf die am 
20. Dezember 2017 vorgenommene Schulterarthroskopie rechts. Auch wenn der RAD-Arzt hier 
etwas missverständlich nur von einer "Arbeitsfähigkeit von 0 %" in der angestammten Tätigkeit 
spricht, darf ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Versicherte mit Blick auf die-
se Eingriffe ab dem 20. Juni 2017 auch in einer Verweistätigkeit nicht arbeitsfähig war. Beim 
nachfolgenden Attest einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab 6. April 2018 bezieht sich 
der RAD-Arzt auf den Bericht des Suva-Kreisarztes Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 10. April 2018 sowie auf den 
Bericht der Klinik F.____ vom 2. Juli 2018 (richtig: 28. Juni 2018). Der Kreisarzt erachtete mit 
Verweis auf die Verletzungsfolgen am linken Kniegelenk und an der rechten Schulter nur noch 
leichte wechselbelastende Tätigkeiten als zumutbar, ohne allerdings das Ausmass der Arbeits-
fähigkeit zu beziffern. Die Klinik F.____ wiederum bezeichnete Arbeiten unterhalb der Horizon-
talen im Sinne von Büroarbeiten bei anliegendem Arm im Rahmen eines halbtägigen Pensums 
als zumutbar. Das Abstellen auf diese Einschätzung der Klinik F.____ durch Dr. C.____ und die 
darauf gestützte Annahme einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit erweist sich durchaus als vertretbar. 
Ab 11. Dezember 2018 geht der RAD-Arzt sodann von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
aus, wobei er diese mit der an diesem Tag erfolgten Implantation einer Knieprothese links be-
gründet. Diese Einschätzung ist zweifellos nicht zu beanstanden. Für die nachfolgend attestier-
te Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 6. Mai 2019 verweist Dr. C.____ zunächst auf den Suva-
Kreisarztbericht von Dr. med. G.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, vom 6. Mai 2019. Demnach war der medizinische Endzustand be-
züglich des linken Knies nicht erreicht, bezüglich der rechten Schulter hingegen schon. Es wur-
de eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik H.____ vereinbart. Deren Austrittsbericht 
vom 19. Juli 2019 lässt sich eine unfallbedingte Arbeitsfähigkeit von 100 % für leichte bis mittel-
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten entnehmen. Von dieser Einschätzung weicht der RAD-
Arzt jedoch ab und begründet dies mit den zeitlich nach dem Bericht der Rehaklinik H.____ 
aufgetretenen zusätzlichen Beeinträchtigungen (Reruptur der Supraspinatussehne ohne Indika-
tion für eine weitere Operation aufgrund der sehr schlechten Sehnenqualität, chronisches lum-
bogenes und spondylogenes Schmerzsyndrom mit Verschlechterung und neuer radikulärer 
Komponente L3 und L4 links, Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion ge-
mischt). Wie Dr. D.____ in seinem ausführlichen Bericht vom 3. August 2020 ist auch der RAD-
Arzt der Auffassung, dass aufgrund dieser Beeinträchtigungen insgesamt von einer 50 %-igen 

 

 
 
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Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit auszugehen ist. Auch diesbezüglich 
ist seine Einschätzung durchaus nachvollziehbar. Schliesslich hält Dr. C.____ in seiner zweiten 
RAD-Beurteilung vom 21. Februar 2022 in Berücksichtigung der seit dem ersten RAD-Bericht 
eingegangenen medizinischen Unterlagen fest, dass diese allesamt mit einer Arbeitsfähigkeit 
von 50 % in einer angepassten Tätigkeit vereinbar sind. Die zweimaligen stationären Aufenthal-
te in der Klinik I.____ hätten zu keiner nachhaltigen Erhöhung der Arbeitsfähigkeit geführt. Vor 
diesem Hintergrund hält der RAD-Arzt folgerichtig an einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer 
leidensadaptierten Verweistätigkeit fest. 
 
5.3 Nach dem Gesagten besteht somit keine Veranlassung, von den Einschätzungen des 
RAD-Arztes Dr. C.____ abzuweichen. Sie wurden in Kenntnis der gesamten Aktenlage erstellt, 
berücksichtigen sämtliche Beschwerden und erscheinen schlüssig. Dr. C.____ ist zudem Fach-
arzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin, er ist deshalb auch zur 
Beurteilung der überwiegend den Stütz- und Bewegungsapparat betreffenden Beschwerden 
des Versicherten - dessen psychische Beeinträchtigungen fallen kaum ins Gewicht - und der 
daraus resultierenden Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit qualifiziert.  
 
5.4 Im Ergebnis kann somit bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts und insbe-
sondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten sowohl hinsichtlich der Höhe 
der attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrade als auch in Bezug auf deren jeweilige Dauer - im Ein-
klang mit den Auffassungen der Parteien - vollumfänglich auf die oben wiedergegebenen Ein-
schätzungen des RAD-Arztes Dr. C.____ abgestellt werden.  

 
6. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
7.1 Nach ständiger Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns massgebend (Urteil des Bundesgerichts 
vom17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 6.2.1). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG kann der Renten-
anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs entstehen. Wie den Akten zu entnehmen ist, ging die Anmeldung des Versicherten zum 
Leistungsbezug am 5. April 2017 bei der IV-Stelle ein. Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb 
davon auszugehen, dass der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns auf den 1. Okto-
ber 2017 fällt. Dies wird denn auch vom Beschwerdeführer - zu Recht - nicht in Frage gestellt.  
 
7.2 Im Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis 5. April 2018 war der Beschwerdeführer nach 
dem oben Gesagten (vgl. E. 4 und 5 hiervor) vollständig arbeitsunfähig. Während dieser Phase 

 

 
 
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war er mit anderen Worten aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, einer Erwerbstätig-
keit nachzugehen und ein Invalideneinkommen zu erzielen. Somit ist auch kein Einkommens-
vergleich vorzunehmen; stattdessen ist in Bezug auf den genannten Zeitraum ohne Weiteres 
von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit und somit von einem Invaliditätsgrad des Versicher-
ten von 100 % auszugehen.  
 
7.3.1 Wie dem oben (vgl. E. 4 und 5 hiervor) geschilderten medizinischen Sachverhalt ent-
nommen werden kann, kam es im April 2018 zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands 
des Versicherten mit der Folge, dass diesem ab 6. April 2018 wieder eine 50 %-ige Arbeitsfä-
higkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit zumutbar war. Dies bedeutet, dass für den 
Zeitraum ab 6. April 2018 ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen ist.  
 
7.3.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn anzuknüp-
fen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits-
schaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3; 139 V 28 E.3.3.2). Vorliegend darf ohne Weiteres davon 
ausgegangen werden, dass der Versicherte im Gesundheitsfall weiterhin als Kaminfeger bei 
seinem bisherigen Arbeitgeber B.____ tätig wäre. Laut dessen Angaben im Fragebogen für 
Arbeitgebende vom 11. Mai 2017 (und den beigelegten "Jahreslohnkonti") hätte der Versicherte 
im Jahr 2017 ein Gehalt von Fr. 6'400.-- pro Monat bzw. - bei 13 Monatslöhnen - von 
Fr. 83'200.-- pro Jahr erzielt. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2018 eingetretenen Nominallohn-
entwicklung von + 0,6 % (vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex 2016 - 2020, 
Männer, Wirtschaftszweig G-S "Sektor 3 Dienstleistungen", Tabelle T1.1.15) anzupassen, was 
im Ergebnis zu einem für das Jahr 2018 massgebenden Valideneinkommen von Fr. 83'699.-- 
führt. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dass von einem Validenein-
kommen von Fr. 84'117.-- auszugehen sei. Die Differenz zum vorstehend ermittelten Betrag 
liegt darin, dass der Versicherte die Einkommensverhältnisse im Jahr 2017 als massgebende 
Berechnungsgrundlage erachtet. Bei deren Ermittlung geht er von der Lohnangabe des Arbeit-
gebers für das Jahr 2015 aus und rechnet zu dieser die Nominallohnentwicklung bis 2017 (von 
+ 1,1%) hinzu. Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Vorliegend geht es um 
eine (allfällige) Rentenanpassung per April 2018, weshalb die Lohnverhältnisse in diesem Zeit-
punkt massgebend sind. Da eine konkrete Angabe des Arbeitgebers zum Validenlohn des Jah-
res 2017 vorliegt, ist an diese und nicht an das im Jahr 2015 erzielte Einkommen anzuknüpfen. 
Entsprechend ist - in einem nächsten Schritt - einzig die seit 2017 bis ins Jahr 2018 im Sektor 
Dienstleistungen eingetretene Nominallohnentwicklung zu berücksichtigen.  
 
7.3.3 Hat die versicherte Person - wie es hier der Fall ist - nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom-
men, können für die Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweizeri-
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkom-
mensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, 
wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor, abgestellt wird. Bei 

 

 
 
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der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils an den 
sogenannten Zentralwert (Median) anzuknüpfen (BGE 148 V 174 E. 6.2 mit zahlreichen Hin-
weisen).  
 
7.3.4 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statisti-
schen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 mit Hinweisen). Damit sind indes nicht die 
im Verfügungszeitpunkt aktuellsten Tabellenwerte generell, sondern die im Verfügungszeitpunkt 
bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Daten gemeint (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 6.2.2 mit Hinweis). Hier 
steht der Rentenanspruch des Versicherten ab 6. April 2018 zur Diskussion. Bezogen auf die-
sen Zeitpunkt lagen im Verfügungszeitpunkt (21. März 2023 bzw. 25. April 2023) als aktuellste 
veröffentlichte statistische Lohnzahlen die Tabellenlöhne der LSE 2018 vor, weshalb diese die 
Basis der Berechnung zu bilden haben. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei für 
die Ermittlung des Invalideneinkommens ab 6. April 2018 auf die Tabellenlöhne der LSE 2016 
abzustellen, kann ihm deshalb nicht gefolgt werden. 
 
7.3.5 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie na-
mentlich der LSE ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll 
der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art 
und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte 
Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. 
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel-
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen 
(BGE 148 V 174 E. 6.3 mit zahlreichen Hinweisen).  
 
7.3.6 Laut den massgebenden medizinischen Akten (vgl. E. 4. und 5 hiervor) war dem Be-
schwerdeführer ab April 2018 die Ausübung einer einfachen, leichten und wechselbelastenden 
Verweistätigkeit im Umfang eines 50 %-Pensums zumutbar. Für die Bemessung seines Invali-
deneinkommens ist deshalb vom Zentralwert für die im privaten Sektor beschäftigten Männer im 
Total aller Wirtschaftszweige im Jahre 2018 im Kompetenzniveau 1 ("Einfache Tätigkeiten kör-
perlicher oder handwerklicher Art") gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 aus-
zugehen. Der entsprechende Wert beläuft sich auf Fr. 5'417.--, wobei dieser auf einer einheitli-
chen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht. Er ist deshalb auf die durchschnittliche Wo-
chenarbeitszeit des Jahres 2018 von 41,7 Stunden (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, Tabelle T03.02.03.01.04.01, "Total") umzurech-
nen. Dies führt zu einem Monatslohn von Fr. 5'647.20 bzw. zu einem Jahresgehalt von 
Fr. 67'766.--. Da der Versicherte in einer solchen Tätigkeit ab April 2018 zu 50 % arbeitsfähig 
war, resultiert daraus als Ausgangswert ein Invalideneinkommen von Fr. 33‘883.--. 
 
7.3.7 In den angefochtenen Verfügungen gewährte die IV-Stelle dem Versicherten einen 
Abzug vom LSE-Tabellenlohn in der Höhe von 25 %. In diesem Zusammenhang ist darauf hin-
zuweisen, dass der gesamthaft vorzunehmende Abzug vom Tabellenlohn grundsätzlich eine 

 

 
 
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Schätzung darstellt. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollieren-
de richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle des Sozialversicherers setzt (BGE 126 V 75 
E. 6). Das kantonale Versicherungsgericht greift daher in das Ermessen des Sozialversicherers 
nur bei triftigen Gründen ein. Dabei muss sich das kantonale Gericht auf Gegebenheiten ab-
stützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen las-
sen (BGE 123 V 150 E. 2). Solche Gründe liegen hier nicht vor. Nimmt man beim anhand der 
LSE-Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 33‘883.-- einen 25 %-igen Abzug 
vor, so führt dies zu einem für den Einkommensvergleich massgebenden Invalideneinkommen 
des Beschwerdeführers von Fr. 25'412.--. 
 
7.3.8 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinkommen von Fr. 25'412.-- dem 
oben ermittelten Valideneinkommen von Fr. 83'699.-- gegenüber, so resultiert daraus für den 
vorliegend zu beurteilenden Zeitraum ab 6. April 2018 ein Invaliditätsgrad des Versicherten von 
69,64 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 70 %. 
 
7.4 Im Dezember 2018 kam es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des 
Versicherten, worauf dieser nach dem oben Ausgeführten (vgl. E. 4 und 5 hiervor) vom 11. De-
zember 2018 bis 5. Mai 2019 vollständig arbeitsunfähig war. Während dieser Phase war er aus 
gesundheitlichen Gründen wiederum nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und 
ein Invalideneinkommen zu erzielen. Somit ist auch kein Einkommensvergleich vorzunehmen; 
stattdessen ist in Bezug auf den genannten Zeitraum ohne Weiteres von einer vollständigen 
Erwerbsunfähigkeit und somit von einem Invaliditätsgrad des Versicherten von 100 % auszuge-
hen (vgl. dazu E. 7.2 hiervor).  
 
7.5.1 Schliesslich kam es im Mai 2019 zu einer erneuten Verbesserung des Gesundheitszu-
stands des Versicherten (vgl. E. 4 und 5 hiervor). Dieser war deshalb ab 6. Mai 2019 wieder in 
der Lage, im Umfang von 50 % einer leidensadaptierten Verweistätigkeit nachzugehen. Somit 
ist für den Zeitraum ab 6. Mai 2019 nochmals ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen.  
 
7.5.2 Beim Valideneinkommen kann als Basis der oben (vgl. E 7.3.2 hiervor) für das Jahr 
2018 ermittelte Betrag von Fr. 83'699.-- übernommen und in Bezug auf das hier interessierende 
Jahr 2019 an die entsprechende bis 2019 eingetretene Nominallohnentwicklung von + 0,9 % 
(vgl. BFS, Nominallohnindex 2016 - 2020, Männer, Wirtschaftszweig G-S "Sektor 3 Dienstleis-
tungen", Tabelle T1.1.15) angepasst werden. Dies ergibt für den Zeitraum ab 6. Mai 2019 ein 
massgebendes Valideneinkommen von Fr. 84'452.--.   
 
7.5.3 Beim Invalideneikommen kann ebenfalls vom oben (vgl. E. 7.3.7 hiervor) für das Jahr 
2018 ermittelten Wert von Fr. 25'412.-- ausgegangen werden. Dieser Betrag ist an die bis 2019 
eingetretene Nominallohnentwicklung von + 0,9 % (vgl. BFS, Nominallohnindex 2016 - 2020, 
Männer, "TOTAL", Tabelle T1.1.15) anzupassen, woraus sich für das Jahr 2019 ein für den Ein-
kommensvergleich massgebendes Invalideneinkommen des Beschwerdeführers in der Höhe 
von Fr. 25'641.-- ergibt. 
 

 

 
 
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7.5.4 Eine Gegenüberstellung der ermittelten Validen- und Invalideneinkommen von 
Fr. 84'452.-- bzw. von Fr. 25'641.-- ergibt für den Zeitraum ab 6. Mai 2019 einen Invaliditätsgrad 
des Versicherten von 69,64 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 
70 %.  
 
7.6 Aus den vorstehenden Berechnungen resultieren für den Beschwerdeführer im zeitli-
chen Ablauf folgende Invaliditätsgrade: Ab 1. Oktober 2017 (Zeitpunkt des frühestmöglichen 
Rentenbeginns): 100%, ab 6. April 2018: 70 %, ab 11. Dezember 2018: wieder 100 % und ab 
6. Mai 2019 - und bis auf Weiteres - erneut 70 %. Somit war der Versicherte aber ab 1. Oktober 
2017 ununterbrochen zumindest zu 70 % invalid, weshalb er, wie von ihm beantragt, ab dem 
genannten Zeitpunkt durchgehend Anspruch auf eine ganze Rente hat. 
 
8. Zusammenfassend ist demnach als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerden des 
Versicherten gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle vom 21. März 
2023 und 25. April 2023 insoweit zu ändern sind, als festgestellt wird, dass der Beschwerdefüh-
rer ab 1. Oktober 2017 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente hat. 
 
9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende 
und die IV-Stelle unterliegende Partei. 
 
9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kos-
tenvorschuss zurückzuerstatten. 
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
teilte am 14. August 2023 mit, dass er auf die Einreichung einer Honorarnote verzichte und ent-
sprechend beantrage, die Parteientschädigung nach richterlichem Ermessen festzusetzen. In 
Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen und in Berücksichtigung des 
Umstands, dass die materielle Begründung der Beschwerde vom 8. Mai 2023 umfangmässig 
lediglich zwei Seiten umfasst, erscheint es angemessen, das Honorar des Rechtsvertreters auf 
der Basis eines Zeitaufwands von insgesamt fünf Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind 
zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stunden-
ansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschä-

 

 
 
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digung in der Höhe von Fr. 1'346.25 (5 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. März 2023 und 25. April 
2023 insoweit geändert, als festgestellt wird, dass der Beschwerdefüh-
rer ab 1. Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze Rente hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 1'346.25 (inkl. 7,7 % Mehrwertsteu-
er) zu bezahlen.  

 

 

 
 
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