# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26288f60-1ee3-513a-a615-83a1f134c331
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2009 C-1987/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1987-2008_2009-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1987/2008; 1988/2008; 1989/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-
Carpani, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

X._______, 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Antonia Kerland, 
Langstrasse 4, 8004 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung für A._______, 
B._______ und C._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1987/2008; C-1988/2008;C-1989/2008

Sachverhalt:

A.
Die Eheleute A._______ und B._______, beide 1953 geboren, leben 
als  pakistanische  Staatsangehörige  im  Sultanat  Oman.  Am  18. 
November 2007 beantragten sie bei der dortigen Schweizer Vertretung 
Einreisevisa, um ihren im Kanton Zürich wohnenden Sohn und dessen 
Ehefrau  besuchen  zu  können.  Gleichzeitig  stellte  der  ebenfalls  in 
Oman lebende Sohn C._______, geboren 1981,  ein Einreisegesuch. 
Alle  drei  Familienmitglieder  gaben  für  den  gewünschten 
Besuchsaufenthalt  eine  Dauer  von einem Monat  an. Nach formloser 
Verweigerung übermittelte die Vertretung die Gesuche zum Entscheid 
an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem die  Migrationsbehörde  des  Kantons  Zürich  weitere  Abklä-
rungen  zum  beabsichtigten  Besuchsaufenthalt  vorgenommen  hatte, 
wies  die  Vorinstanz  die  Einreisegesuche  am  4.  März  2008  ab.  Sie 
begründete  die  ablehnenden  Verfügungen  damit,  dass  die  Erteilung 
einer Einreisebewilligung unter anderem dann zu verweigern sei, wenn 
die  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederausreise  der  gesuchstel-
lenden Person nicht als gesichert betrachtet werden könne, sei es als 
Folge der in ihrem Ursprungsland herrschenden politischen oder so-
zioökonomischen Verhältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situa-
tion. Wie die in zahlreichen Fällen gemachte Erfahrung zeige, würden 
insbesondere Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von Perso-
nen, welche sich eigentlich dauerhaft hier niederlassen möchten, miss-
braucht. Die Gesuchsteller stammten immerhin aus einer Region, aus 
welcher  der  starke  Zuwanderungsdruck  anhalte. Zudem seien  keine 
zwingenden Gründe für eine Einreise ersichtlich.

C.
Gegen  diese  Verfügungen  erhob  der  Gastgeber,  X._______,  mit 
separaten  Eingaben  vom  26.  März  2008  Beschwerde  mit  dem 
Begehren  um  Erteilung  der  beantragten  Einreisebewilligungen.  Eine 
Ergänzung seiner Beschwerden erfolgte am 28. April 2008 durch seine 
Rechtsvertreterin. Der Beschwerdeführer macht  geltend,  er  lebe seit 
bald  drei  Jahren  mit  einer  Schweizerin,  die  er  im  letzten  Jahr 
geheiratet habe, zusammen. Anlässlich eines Besuchs bei seinen Ver-
wandten in Oman habe seine Ehefrau seinen Eltern versprochen, sie 
in die Schweiz einzuladen, um ihnen das Lebensumfeld ihres Sohnes 

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zu  zeigen.  Dass  die  darauffolgenden  Einreisegesuche  seiner  Ange-
hörigen abgewiesen worden seien,  mute ihm willkürlich an. Die Vor-
instanz habe pauschal auf die Erfahrungen mit „Landsleuten“ und auf 
das  „Ursprungsland“  der  Gesuchsteller  verwiesen;  es  sei  aber  gar 
nicht  klar, welches Land – ob Pakistan oder  Oman – damit  gemeint 
sei. Seine Angehörigen lebten immerhin seit mehr als zehn Jahren in 
Oman. Sein Vater sei dort Geschäftsführer einer Firma, an der er auch 
finanziell  beteiligt  sei; sein Bruder sei seit 2005 Mitarbeiter einer an-
deren  Firma.  Bei  den  Akten  befänden  sich  entsprechende  Bestäti-
gungen, welche von einem Schreibdienst in Englisch verfasst und an-
schliessend von den Arbeitgebern unterzeichnet worden seien. Ange-
sichts  der  verantwortungsvollen  und  einträglichen  Erwerbsarbeit  von 
Vater und Bruder bestehe keine Gefahr, dass seine Angehörigen nach 
dem Besuch  in  der  Schweiz  nicht  wieder  nach  Oman zurückkehren 
würden,  zumal  sie  mit  den  hiesigen  Gebräuchen  und  der  Sprache 
nicht  vertraut  seien.  Hinzu  komme,  dass  seine  Gäste  im 
Familienverband mit einem anderen Bruder und seiner Familie lebten. 
Im  Übrigen  habe  er  im  Jahr  2005  eine  befreundete  Familie  aus 
Pakistan zu Besuch gehabt; auch diese sei wieder fristgerecht aus der 
Schweiz ausgereist. 

D.
In ihren Vernehmlassungen vom 30. Mai 2008 spricht sich die Vorins-
tanz unter  Erläuterung der bereits  genannten Gründe für  die Abwei-
sung  der  Beschwerde  aus.  Sie  weist  darauf  hin,  dass  gemäss  An-
gaben  des  Gastgebers  zwei  Brüder  in  Italien  lebten  und  in  seinem 
familiären  Umfeld  daher  offensichtlich  eine  hohe  Emigrationsbereit-
schaft vorhanden sei. Aus dem früheren Besuch und der Wiederaus-
reise anderer Landsleute liessen sich keine Schlüsse für den jetzigen 
konkreten Fall ziehen. 

Der  Beschwerdeführer  hat  innert  der  hierzu  gesetzten  Frist  keine 
Stellungnahme eingereicht.  Mit  Eingabe  vom 16. Juni  2009  teilte  er 
aber  mit,  dass  sich  sein  in  Oman lebender  Bruder  verheiratet  habe 
und daher sein Verbleib in der Schweiz unwahrscheinlich sei.

E.
Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen Berücksichtigung finden. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Aufgrund  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammenhangs 
sind die Verfahren mit den Referenzen C-1987/2008, C-1988/2008 und 
C-1989/2008 zu vereinigen.

2.
2.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110])

2.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

2.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003; Urteile des Bundesverwaltungs-

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gerichts  C-3626/2007  vom 11. Mai  2009  E. 2  und  C-135/2006  vom 
20. Dezember 2007 E. 2 mit weiteren Hinweisen).

4.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

5.
Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die 
dazu gehörigen  Ausführungsverordnungen  (u.a. die  Verordnung  vom 
24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumsverfahren [VEV, AS 
2007  5537])  in  Kraft  getreten.  In  der  Volksabstimmung  vom  5. Juni 
2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die 
Genehmigung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen  zwi-
schen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen 
und  an  Dublin  (SR  362)  zugestimmt.  Die  entsprechenden  Assozi-
ierungsabkommen  (darunter  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft,  der Europäischen 
Union  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Assoziierung 
dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des 
Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 0.360.268.1])  sind  sodann  für  die 
Schweiz am 12. Dezember 2008 definitiv in Kraft getreten. Seitdem ist 
die  Schweiz  verpflichtet,  den  übernommenen  Schengen-Besitzstand 
anzuwenden und umzusetzen, wie u.a. die Bestimmungen zur gemein-
samen Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwie-
sen wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht  fortgeführt  werden.  Das bedeutet, 

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dass die  Schweiz  ungeachtet  der  übergangsrechtlichen Bestimmung 
von Art. 126 Abs. 1 AuG völkerrechtlich verpflichtet ist, auf Verfahren, 
die am 12. Dezember 2008 hängig sind, das neue Recht anzuwenden 
(zum Vorrang des internationalen Rechts: vgl. BGE 131 II 352 E. 1.3.1 
[mit Hinweis auf Rechtsprechung und zitierte Doktrin], 119 V 171 E. 4; 
RAINER J. SCHWEIZER,  Zur Einleitung: Das Bundesverwaltungsgericht  im 
System der öffentlich-rechtlichen Rechtspflege des Bundes, in: Bern-
hard Ehrenzeller/Rainer J. Schweizer [Hrsg.], Das Bundesverwaltungs-
gericht: Stellung und Aufgaben, St. Gallen 2008, S. 24).

6.
6.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

6.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 
Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-
gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-

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weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

6.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

7.
Das  Schengen-Recht  nimmt  eine  Differenzierung  in  Bezug  auf  die 
Visumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als pakistanische Staatsangehörige unterliegen die Gesuch-
steller damit der Visumspflicht.

8.
8.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine verbindlichen Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich, Einreise-

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gesuchen von Personen aus Staaten mit  politisch oder wirtschaftlich 
vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurück-
haltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen häufig nicht  mit  dem Ziel  und Zweck einer zeitlich befristeten 
Einreisebewilligung in  Einklang steht. Wenn die  Visumserteilung von 
der Staatsangehörigkeit  und der  sozialen,  familiären und beruflichen 
Situation des Gesuchstellers abhängig gemacht wird, kann darin nicht 
Willkür  oder  Diskriminierung  erblickt  werden.  Vielmehr  ergeben  sich 
die  vorzunehmenden  Wertungen  aus  den  einschlägigen  Bestimmun-
gen  des  Landesrechts  und  des  übernommenen  Schengen-Besitz-
stands (vgl. Art. 16 des bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Bun-
desgesetzes  vom 26. März 1931 über  Aufenthalt  und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG, BS 1 121] sowie Art. 5 AuG, Art. 5 SGK und 
GKI [hierzu oben E. 6.2]). Demnach kann es unter Umständen im öf-
fentlichen Interesse liegen, gewisse Personengruppen aus bestimmten 
Ländern nicht einreisen zu lassen. Im konkreten Fall ist ausserdem zu 
berücksichtigen, dass die Gesuchsteller aus Pakistan stammen, aber 
offensichtlich seit mehr als zehn Jahren im Sultanat Oman leben.

8.2 Die  pakistanische Wirtschaft  konnte  in  den  vergangenen Jahren 
hohe reale Wachstumsraten aufweisen. Diese positive Entwicklung ist 
aber in der jüngsten Vergangenheit wieder eingebrochen, und für das 
Haushaltsjahr 2008/2009 prognostiziert  der Internationale Währungs-
fond  (IWF)  lediglich  ein  Wachstum von  2,5%. Mit  dem IWF schloss 
Pakistan im Herbst 2008 ein Abkommen, um eine Zahlungsbilanzkrise 
abzuwenden und die gesamtwirtschaftliche Stabilität des Landes wie-
derzugewinnen. Die künftige Entwicklung, insbesondere auch die Aus-
wirkungen der schlechten Weltwirtschaftslage, ist aber noch nicht ab-
sehbar. Festzustellen ist jedenfalls, dass Pakistan einen hohen Inves-
titionsbedarf,  aber  nicht  genügend  finanzielle  Mittel  hat,  um  die 
Defizite  in  der  Energie-  und  Wasserversorgung  zu  schliessen,  ge-
schweige  denn  Neuinvestitionen  zu  tätigen. Stromausfälle  von meh-
reren  Stunden  sind  an  der  Tagesordnung  und  stellen  für  die  Bevöl-
kerung und das Wirtschaftsleben eine hohe Belastung dar. Ein wich-
tiges Standbein der Wirtschaft sind daher die Rücküberweisungen von 
im Ausland lebenden Pakistanern, die mit fast 6 Mrd. Dollar pro Jahr 
so hoch sind wie die Hälfte aller Exporterlöse des Landes. Insofern ist 
Pakistans  Wirtschaftsleben  eng  mit  den  Golfstaaten  verknüpft.  Mit 
einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 1'043 US-Dollar im 
Haushaltsjahr 2007/2008 gehört Pakistan zur Kategorie der Länder mit 
niedrigen Einkommen (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: 

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April  2009,  besucht  im Juli  2009). Das Land verzeichnet  aus diesen 
Gründen  eine  anhaltend  hohe  Emigrationsrate,  wovon  sowohl  Teile 
des arabischen Raumes als auch Europa betroffen sind. Die Tendenz 
zur  Einwanderung  in  die  Schweiz  zeigt  sich  erfahrungsgemäss  be-
sonders stark bei Personen, die hier bereits über ein soziales Bezie-
hungsnetz verfügen.

9.
Angesichts der geschilderten Situation ist nicht zu beanstanden, wenn 
die  Vorinstanz  das  Risiko  einer  nicht  fristgerechten  Wiederausreise 
von  pakistanischen  Gesuchstellern  –  selbst  wenn  sie  in  einem  an-
deren Land leben – generell als hoch einschätzt. Bei der Risikoanalyse 
sind allerdings nicht nur allgemeine Umstände und Erfahrungen, son-
dern  auch  sämtliche  Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu 
berücksichtigen. Obliegt  der  gesuchstellenden Person beispielsweise 
eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwor-
tung,  so  kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  an-
standslose Wiederausreise begünstigen. 

10.
10.1
Die  Gesuchsteller  stammen  ursprünglich  aus  dem  im  Nordosten 
Pakistans gelegenen Distrikt  Gujrat  in der Provinz Punjab. Sie leben 
und arbeiten, wie viele andere Pakistani auch, in der arabischen Golf-
region. Die Eltern des Beschwerdeführers sind 55 und 56 Jahre alt; die 
Mutter, A._______, ist eigenen Angaben zufolge Hausfrau, der Vater, 
B._______, angeblich Teilhaber und Geschäftsführer einer Firma, die 
Fenster und Türen herstellt (vgl. Beschwerdeergänzung vom 28. April 
2008  S.  4  sowie  Schreiben  an  das  Migrationsamt  Zürich  vom  21. 
Januar  2008).  Der  28-jährige  Bruder,  C._______,  arbeitet  gemäss 
Angaben des Beschwerdeführers in  einer  Stahlfirma,  die  Türrahmen 
herstellt; in  seiner Arbeitsbescheinigung wird er  als „steel fabricator“ 
bezeichnet. Die Parteivertreterin hat die Erwerbsarbeit von Vater und 
Bruder  zwar  als  verantwortungsvoll  und  einträglich  bezeichnet; 
konkrete  Angaben  hierzu  fehlen  allerdings.  Auch  die  vorliegenden 
Arbeitsbestätigungen  geben  weder  Aufschluss  über  die  Höhe  der 
Erwerbseinkommen noch über die Grösse des jeweiligen beruflichen 
Umfelds  und  die  damit  einhergehende  Verantwortung.  Unklar  bleibt 
ebenfalls, wie hoch die behauptete finanzielle Beteiligung des Vaters 
an seiner Beschäftigungsfirma ist. Betrachtet man den Umstand, dass 
der Besuchsaufenthalt der Eltern ausschliesslich und der des Bruders 

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teilweise mit Mitteln des (als Pizzakurier tätigen) Gastgebers finanziert 
werden  soll  (vgl.  Visaanträge),  so  lässt  dies  eher  auf  wirtschaftlich 
bescheidene Lebensverhältnisse der Gesuchsteller schliessen. Hinzu 
kommt,  dass  angesichts  der  sogenannten  Omanisierung  –  d.h. 
Schaffung von mehr  Arbeitsplätzen für  Omanis  – fraglich ist,  ob  die 
Gesuchsteller auch einer weiteren gesicherten beruflichen Zukunft in 
ihrem bisherigen Aufenthaltsstaat entgegen sehen können. 

10.2 Vor dem geschilderten  Hintergrund erscheint  es  denkbar,  dass 
die  Gäste  des  Beschwerdeführers  der  Verpflichtung  zur  Wiederaus-
reise nicht mehr nachkommen. Zwingende familiäre Verbindlichkeiten 
liegen bei ihnen – die angeblich in einer Grossfamilie leben – offen-
sichtlich nicht vor. Der Beschwerdeführer hat zwar in seiner Eingabe 
vom 16. Juni 2009 – allerdings ohne ein entsprechendes Beweismittel 
vorzulegen – behauptet, sein Bruder habe sich vor kurzem verheiratet, 
so  dass  „ein  Verbleib  in  der  Schweiz  ohne  seine  Frau  nicht  wahr-
scheinlich“ sei; diesem Argument kommt jedoch angesichts der wider-
sprüchlichen  Angaben  zu  dessen  Besuchsdauer  keine  allzu  grosse 
Bedeutung  zu.  So  geht  der  Beschwerdeführer  von  einer  Dauer  von 
zwei  Wochen  aus,  eine  Zeitspanne,  für  die  C._______  laut  seiner 
Arbeitsbescheinigung auch einen Ferienanspruch besitzt; Letzterer hat 
allerdings ein Einreisegesuch für die Dauer von einem Monat gestellt, 
was darauf hindeutet, dass er – mit 28 Jahren noch relativ jung – das 
beantragte Besuchervisum für andere Zwecke missbrauchen könnte.

10.3 Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass zwei weitere Söhne bzw. 
Brüder  der  Gesuchsteller  in  Italien  leben  (vgl.  Schreiben  des  Be-
schwerdeführers an das Migrationsamt Zürich vom 21. Januar 2008). 
Auch angesichts dieser familiären Verbindungen liegt der Gedanke na-
he, dass die Gesuchsteller eine Möglichkeit suchen, um ihren Angehö-
rigen  in  Europa nahe sein  und  von den hiesigen besseren  Lebens-
bedingungen  profitieren  zu  können. Der  Beschwerdeführer  hat  zwar 
behauptet, seine Verwandten würden ihr bisheriges Leben nicht gegen 
eine unsichere Existenz in der Schweiz, wo sie mit Sprache und Ge-
bräuchen  nicht  vertraut  seien,  aufgeben.  Diesem  Einwand  ist  aller-
dings entgegen zu halten, dass er selbst (geboren 1974) im Jahr 2002 
als 28-jähriger Asylbewerber in die Schweiz gelangte, später als aner-
kannter  Flüchtling  vorläufig  aufgenommen wurde und sich  seit  2007 
als  Ehemann  einer  Schweizerin  (geboren  1959)  an  die  schweizeri-
schen Lebensgewohnheiten angepasst hat. Angesichts seines eigenen 
Werdegangs  kann  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  auch  seine 

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Angehörigen – einmal in die Schweiz eingereist – mit der Hoffnung auf 
weiteren Verbleib ein Asylgesuch stellen. Dabei gilt es auch zu beden-
ken,  dass  ihre  Rückkehr  in  den  letzten  Aufenthaltsstaat  –  Oman  – 
nicht  durchgesetzt  werden könnte. Auf der anderen Seite ist  es vor-
stellbar, dass sie nicht mehr in ihr Ursprungsland zurückkehren wollen, 
zumal  dort  aufgrund  der  im  Nordwesten  Pakistans  stattfindenden 
Kampfhandlungen rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht sind 
(Quelle:  http://www.auswaertiges-amt.de,  Stand:  24.  Juni  2009, 
besucht im Juli 2009).

11.
Vor  diesem  Hintergrund  ist  das  Risiko,  dass  die  Gesuchsteller  die 
Schweiz nicht wieder fristgemäss verlassen könnten, relativ hoch ein-
zuschätzen. Das Interesse des Beschwerdeführers an einem Besuch 
seiner  Angehörigen hat  angesichts  dessen zurückzutreten. Immerhin 
ist festzustellen, dass eine Familienzusammenkunft nicht generell aus-
geschlossen ist, sondern – wie offensichtlich bereits in der Vergangen-
heit geschehen – auch in Oman stattfinden kann. 

12.
Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht da-
von ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchsteller sei 
nicht gewährleistet. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer 
völlig gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die 
Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche, wie erwähnt, ohnehin 
kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.

13.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-
gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen.

14.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

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C-1987/2008; C-1988/2008;C-1989/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  unter  den  Referenzen  C-1987/2008, 
C-1988/2008 und C-1989/2008 werden vereinigt.

2. Die Beschwerden werden abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 750.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit den insgesamt in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschüssen verrechnet. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz 
- das Migrationsamt des Kantons Zürich 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Versand: 

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