# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63d12534-8747-57bb-abd1-b37d746879a0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.11.2003 S 2003 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2003-112_2003-11-21.pdf

## Full Text

S 03 112

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 21. November 2003

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. …, geboren 1956, ist bei der … gemäss UVG gegen die Folgen von Unfall 

und Berufskrankheit und bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG 

(ÖKK) gemäss KVG für Krankenpflege versichert.

2. Am 23. September 2002 schlug … beim Volleyballspielen einen Smash, 

welcher – nach der späteren Darstellung des Versicherten – einen Schmerz 

in der rechten Schulter und im rechten Oberarm auslöste. Er begab sich am 

31. Januar 2003 in die Sprechstunde von Dr. med. …, welcher eine 

"Posttraumatische Frouzen shoulder rechts" diagnostizierte (Arztzeugnis 

UVG vom 13. März 2003). 

3. Die Arbeitgeberin des Versicherten reichte der … am 27. Februar 2003 eine 

Bagatellunfall-Meldung ein. Nachdem die … eine Rechnung der den 

Versicherten behandelnden Physiotherapeutin erhalten hatte, teilte sie jenem 

mit Brief vom 25. März 2003 mit, sie könne keine Versicherungsleistungen 

erbringen, da weder Folgen eines Unfalls noch einer unfallähnlichen 

Körperschädigung vorlägen. Diesen Bescheid bestätigte die … mit Verfügung 

vom 9. April 2003, worauf sowohl der Versicherte als auch die ÖKK 

Einsprache erhoben mit dem sinngemässen Begehren, das Leiden des 

Versicherten sei als Unfallfolge oder als unfallähnliche Körperschädigung 

anzuerkennen. Die … wies die Einsprachen mit Entscheid vom 9. Juli 2003 

ab.

4. Gegen diesen Entscheid erhebt die ÖKK mit Eingabe vom 12. September 

2003 Beschwerde mit dem Begehren, es seien "für die gemeldeten 

Schulterbeschwerden ("Frozen shoulder") des Versicherten … die 

gesetzlichen Leistungen aus UVG zu erbringen." Zwar habe sich am 23. 

September 2002 kein Unfall im Rechtssinn ereignet, indessen liege eine 

unfallähnliche Körperschädigung vor.

5. Mit Vernehmlassung vom 16. Oktober 2003 schliesst die … auf Abweisung 

der Beschwerde. Entgegen der Auffassung der ÖKK liege keine der in Art. 9 

Abs. UVV abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen 

vor, weshalb keine Leistungspflicht des Unfallversicherers bestehe. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Streitig und zu prüfen ist, ob die ÖKK als Kranken- oder die … als 

Unfallversicherer die gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit den 

Schulterbeschwerden des Versicherten zu erbringen hat. 

2. Nachdem sich die ÖKK zu Recht dem Standpunkt der …, es habe sich beim 

Ereignis vom 23. September 2002 nicht um einen Unfall im Sinne von Art. 4 

ATSG gehandelt, angeschlossen hat, ist einzig zu prüfen, ob eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt

3. Nach der Rechtsprechung des Eidg. Versicherungsgerichts ist auf eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zu 

schliessen, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind: Mit 

Ausnahme der Ungewöhnlichkeit müssen alle Tatbestandsmerkmale  des 

Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG) erfüllt sein (unfallähnliches Ereignis); es muss 

eine der in Art. 9 Abs. 2 UVV enthaltenen Körperschädigungen vorliegen; 

zwischen dieser Körperschädigung und dem unfallähnlichen Ereignis muss 

ein Kausalzusammenhang bestehen (BGE 129 V 466; Urteil U 221/02 des 

Eidg. Versicherungsgerichts vom 23. September 2003, Erw. 2).

4. Damit ein unfallähnliches Ereignis anzunehmen ist, muss insbesondere das 

zum Unfallbegriff gehörende Tatbestandsmerkmal der schädigenden 

Einwirkung eines äusseren Faktors auf den menschlichen Körper erfüllt sein. 

Verlangt ist ein Geschehen, dem ein gewisses gesteigertes 

Schädigungspotential innewohnt, was bei vielen sportlichen Betätigungen 

zutreffen kann (BGE 129 V 466 Erw. 4 S. 468). Vorliegend ist dieses 

Erfordernis der Einwirkung eines äusseren Faktors erfüllt; im Gegensatz zu 

den alltäglichen Lebensverrichtungen besteht bei der Ausführung eines 

Smash im Volleyball durchaus ein erhöhtes Schädigungspotential.

5. Zu prüfen ist weiter, ob vorliegend mit dem im Sozialversicherungsrecht 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 

V 353 Erw. 5b S. 360) nachgewiesen ist, dass das Ereignis vom 23. 

September 2002 kausal war für die ab 31. Januar 2003 durchgeführten 

Therapien. Die ÖKK stellt in der Beschwerdeschrift zu Recht fest, dass eine 

Frozen shoulder nicht nur Folge eines Unfalls oder einer unfallähnlichen 

Körperschädigung sein, sondern auch andere Ursachen haben kann. Unter 

Hinweis auf ein Arztzeugnis von Dr. med. … vom 24. April 2003 sowie die 

Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med. … vom 30. Juli 2003 vertritt 

sie indessen den Standpunkt, dass vorliegend das Ereignis vom 23. 

September 2002 kausal war für die Frozen shoulder. Im erwähnten Zeugnis 

stellt Dr. … fest, die Frozen shoulder stelle einen posttraumatischen Zustand 

dar und sei "mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Zerrung der Bänder 

und Muskulatur, entstanden während des Volleyballspiels, zurückzuführen." 

Und Dr. med. … legt dar, der Versicherte habe unmittelbar nach dem 

fraglichen Smash Schmerzen verspürt, was eine "anatomische entstandene 

Schädigung" des Schultergelenks dokumentiere; die Frozen shoulder bilde 

den Folgezustand dieser Schädigung. 

6. Die … hält der Darstellung der ÖKK entgegen, dass die Frozen shoulder 

möglicherweise, aber eben nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 

den am 23. September 2002 gespielten Smash zurückzuführen sei. In der Tat 

finden sich keine konkreten Hinweise darauf, dass der Versicherte am 23. 

September 2002 eine Muskel- oder Bänderzerrung erlitten hat. Er ging damals 

nicht zum Arzt, hat keine Unfallmeldung erstattet (wozu er nach Art 45 UVG 

verpflichtet gewesen wäre, sofern er den Eindruck hatte, eine 

Körperschädigung erlitten zu haben), war nie arbeitsunfähig und hat gemäss 

seiner schriftlichen Darstellung vom 19. März 2003 nach dem fraglichen 

Smash "weitere Volleyballspiele" ausgetragen. Unter diesen Umständen ist 

ein Kausalzusammenhang zwischen dem Smash vom 23. September  2002 

und der Frozen shoulder zwar möglich, aber nicht überwiegend 

wahrscheinlich. 

7. Da somit eine der Voraussetzungen nicht erfüllt ist, um auf eine unfallähnliche 

Körperschädigung zu schliessen, was bedeutet, dass der angefochtene 

Einspracheentscheid zu bestätigen ist, kann offen bleiben, ob die Frozen 

shoulder der Folgezustand einer in Art. 9 Abs. 2 UVV angeführten 

Köperschädigung ist.

8. Das Verfahren ist kostenlos. Der obsiegenden … steht praxisgemäss keine 

Parteientschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.