# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43f9509f-97ff-5676-925f-6ae1e6609ef3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.12.2021 C-1645/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1645-2020_2021-12-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1645/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  D e z e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Bosnien-Herzegowina),  

Zustelladresse: c/o B._______, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,   

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch  

(Verfügung vom 12. Februar 2020). 

 

 

 

C-1645/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1965 geborene, in seiner Heimat Bosnien und Herzegowina 

wohnhafte A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) 

war in den Jahren 1991 bis 1997 in der Schweiz erwerbstätig und leistete 

dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denversicherung (AHV/IV; Formular E 205 CH [act. 5]). Zuletzt war er in 

seiner Heimat vom 15. Mai 2005 bis 28. Oktober 2007 als Verkäufer bzw. 

Kassierer in einem Schraubenwaren- und Farbengeschäft erwerbstätig. Ei-

genen Angaben zufolge gab er diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Grün-

den auf (act. 14, act. 19, act. 47).  

B.  

Nachdem beim Versicherten Ende 2016 ein gutartiger Tumor an der Hypo-

physe festgestellt und operativ entfernt worden war, meldete er sich am 

3. Mai 2018 auf dem amtlichen Formular YU/CH 4 zum Leistungsbezug bei 

der schweizerischen Invalidenversicherung an (act. 7). Die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) klärte in der 

Folge die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab, indem sie ins-

besondere den Fragenbogen für den Versicherten (act. 14), mehrmals den 

Fragenbogen für den Arbeitgeber (act. 14, act. 19, act. 47) und Berichte 

behandelnder Ärzte (act. 15 [französische Übersetzungen: act. 22-27] act. 

31-41) einholte. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nahm am 11. Juli 

2019 zu den medizinischen Unterlagen aus Bosnien Stellung (act. 43). Ge-

stützt darauf teilte die IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 

12. November 2019 mit, dass sie beabsichtige, sein Leistungsgesuch ab-

zuweisen (act. 48). Der Versicherte reichte am 4. Dezember 2019 einwand-

weise einen neuen ärztlichen Bericht vom 2. Dezember 2019 ein (act. 51), 

wozu der RAD am 3. Januar 2020 Stellung nahm (act. 53). Mit Verfügung 

vom 12. Februar 2020 wies die IVSTA das Leistungsgesuch wie im Vorbe-

scheid angekündigt ab. Zur Begründung hielt sie fest, aus den Akten gehe 

hervor, dass keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit wäh-

rend eines Jahres vorliege. Trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung sei eine 

gewinnbringende Tätigkeit noch immer in rentenausschliessender Weise 

zumutbar (act. 55).  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. März 

2020 (Poststempel) unter Beilage von zum Teil noch nicht aktenkundigen 

C-1645/2020 

Seite 3 

medizinischen Unterlagen (deutsche Übersetzungen: BVGer-act. 17) Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit dem Antrag, ihm sei eine In-

validenrente im gesetzlichen Ausmass zuzusprechen (BVGer-act. 1). 

D.  

Der mit Zwischenverfügung vom 4. September 2020 beim Beschwerdefüh-

rer eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– (BVGer-

act. 15) wurde am 28. September 2020 geleistet (BVGer-act. 18). 

E.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2020 

die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 20). 

F.  

Nachdem der Beschwerdeführer von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur 

Stellungnahme keinen Gebrauch gemacht hatte, wurde der Schriftenwech-

sel mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. Februar 2021 abgeschlossen 

(act. 23).  

G.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-

nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

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Seite 4 

Verfügung vom 12. Februar 2020, mit welcher die Vorinstanz das erstma-

lige Leistungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Umstritten 

und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist, ob die Vorinstanz den 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente 

zu Recht verneint hat. 

3.  

3.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 12. Februar 2020) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-

ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-

verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

3.2 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Bosnien-Herzego-

wina und hat dort seinen Wohnsitz, weshalb das im Verhältnis zu Bosnien 

und Herzegowina bei Erlass der angefochtenen Verfügung noch in Kraft 

gestandene Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über 

Sozialversicherung (AS 1964 161) zur Anwendung kommt (vgl. Urteil des 

BGer 9C_385/2011 vom 8. August 2011 E. 2). Nach Art. 2 des Sozialversi-

cherungsabkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten 

in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsberei-

chen, zu welchen auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die 

Invalidenversicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes be-

stimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine 

schweizerische Invalidenrente sowie der anwendbaren Verfahrensvor-

schriften sieht das Sozialversicherungsabkommen keine im vorliegenden 

Verfahren relevanten Abweichungen vom Grundsatz der Gleichstellung 

vor. Demnach beantwortet sich die Frage, ob die Vorinstanz den Anspruch 

auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat, – gleich wie auch im Anwen-

dungsbereich des am 1. September 2021 in Kraft getretenen Abkommens 

vom 1. Oktober 2018 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

und Bosnien und Herzegowina über Soziale Sicherheit (SR 

0.831.109.191.1) – allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften 

(vgl. Art. 4).  

  

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Seite 5 

4.  

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG sieht vor, dass der Rentenanspruch 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-

nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht. 

4.3 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und 

gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. 

Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

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sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-

gen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 

125 V 351 E. 3a). 

4.4 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht 

verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf Berichte versicherungs-

interner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fällen 

sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne 

zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vor-

zunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 157 E. 1d).  

5.  

Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im für die Beurteilung 

eines allfälligen Rentenanspruchs massgebenden Zeitraum lässt sich den 

medizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen: 

5.1 Von 5. bis 14. Dezember 2016 war der Beschwerdeführer in der Klinik 

C._______ (Klinik für D._______) hospitalisiert. Dem Entlassungsbericht 

vom 14. Dezember 2016 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

über Kopfschmerzen, ein reduziertes Sehvermögen auf dem linken Auge 

und einen depressiven Affekt geklagt habe. In der klinischen Untersuchung 

seien diskrete Anzeichen einer Akromegalie festgestellt worden. Neurolo-

gische Defizite oder Lateralisationen hätten nicht vorgelegen. Der Hor-

monstatus habe u.a. eine Hyperprolaktinämie ergeben. Bei der Untersu-

chung des Gesichtsfelds durch einen beigezogenen Ophthalmologen sei 

eine bitemporale Hemianopsie festgestellt worden. Eine MRT-Untersu-

chung haben gezeigt, dass wahrscheinlich ein Makroadenom der Hypo-

physe vorliege. Aufgrund des klinischen Bildes und des MRT-Befundes sei 

eine neurochirurgische operative Behandlung als angezeigt erachtet wor-

den. Am 8. Dezember 2016 wurde sodann eine radikale Tumorresektion 

durchgeführt. Der postoperative Verlauf sei normal gewesen. Nach der 

Operation sei kein neurologisches Defizit festgestellt worden und die La-

borbefunde seien im Normbereich gelegen. Postoperativ sei durch einen 

Endokrinologen der Hormonstatus und die Medikation bestimmt worden. 

Zusätzlich sei eine CT-Aufnahme des Gehirns erstellt worden, die einen 

postoperativ zufriedenstellenden Befund gezeigt habe (act. 27; deutsche 

Übersetzung: BVGer-act. 17). 

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5.2 Der Beschwerdeführer wurde für Kontrolluntersuchungen vom 8. bis 

10. Februar 2017 in der Klinik C._______ (Klinik für E._______) aufgenom-

men. Im Bericht vom 27. Februar 2017 wurden die folgenden Diagnosen 

festgehalten:   

– Hypopituitarismus (ICD-10: E23.0) 

– Status nach Operation Mikroadenom der Hypophyse (ICD-10: D33.1) 

– Hyperprolaktinämie (ICD-10: E22.1) 

– Postoperativer Diabetes insipidus (ICD-10: E23.2) 

– Osteopenie (ICD-10: M82.8) 

– Hypothyreose (ICD-10: E03.2) 

Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er seit der Operation eine Ver-

besserung verspüre. Seine Hände seien beweglicher und seine Finger klei-

ner geworden. Auch seine Füsse seien kleiner geworden. Die untersuchen-

den Ärzte hielten fest, dass der allgemeine Laborbefund keine pathologi-

schen Werte aufweise. Der neurogische Status sei unauffällig gewesen. 

Die Hormonanalyse der Hypophyse spreche für eine Insuffizienz der A-

denohypophyse, weshalb eine medikamentöse Substitution erforderlich 

sei. Die Untersuchung der Breite des Gesichtsfelds durch einen Ophthal-

mologen habe keine Ausfälle gezeigt. Die Knochendichtemessung weise 

Anzeichen für eine Osteopenie auf. Bei der Ultraschalluntersuchung des 

Abdomens hätten sich zudem Hinweise auf eine beidseitige Mikrolithiasis 

gezeigt (act. 26; deutsche Übersetzung: BVGer-act. 17).  

5.3 Der Beschwerdeführer wurde zwecks Hormonevaluation vom 20. bis 

26. Juli 2017 stationär in der Klinik C._______ (Klinik für E._______) ab-

geklärt. Im Hospitalisationsbericht vom 30. Juli 2017 führten die behan-

delnden Ärzte aus, dass der Beschwerdeführer über eine Zustandsverbes-

serung seit der Operation berichtet habe. Vor der Operation seien Doppel-

bilder vorhanden gewesen. Nun sehe er besser, sein Sehvermögen auf 

dem linken Auge sei aber weiterhin getrübt. Die Kopfschmerzen seien von 

geringerer Intensität als früher. Seine Finger und Hände seien beweglicher 

geworden und auch die Zehen seien kleiner geworden. Gelegentlich ver-

spüre er eine Muskelschwäche und eine Erschöpfung. Seine Stimmung 

und sein Willen seien etwas reduziert. Im klinischen und neurologischen 

Status wurden keine Auffälligkeiten beschrieben. Laut den Befunden der 

Hormonanalyse sei weiterhin eine Insuffizienz der Adenohypophyse vor-

handen, die auch unmittelbar nach der Operation vorhanden gewesen sei. 

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Seite 8 

Die Substitutionstherapie sei fortzusetzen (act. 25; deutsche Übersetzung: 

BVGer-act. 17).  

5.4 Im Bericht der Radiologie der Einrichtung F._______ vom 4. Septem-

ber 2017 wurde festgehalten, dass die Ergebnisse der am 31. August 2017 

durchgeführten MRT-Untersuchung auf einen Zustand nach einer Opera-

tion der Hypophyse hinweisen würden. Es sei eine infraselläre Masse sicht-

bar, deren Grösse im Vergleich zum letzten Befund wesentlich zugenom-

men habe. Differentialdiagnostisch könnte es sich um ein Residuum der 

Grunderkrankung handeln (act. 23; deutsche Übersetzung: BVGer-act. 

17). 

5.5 Im ärztlichen Formularbericht vom 3. April 2018 zuhanden der Invalidi-

tätskommission Bosnien-Herzegowina wurde unter Nennung der bekann-

ten Diagnosen festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht mehr in der 

Lage sei, in seinem angestammten Beruf und in einer anderen Tätigkeit zu 

arbeiten (act. 11). 

5.6 Vom 5. bis 10. Juli 2018 wurden in der Klinik C._______ (Klinik für 

E._______) die jährlichen Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Im ent-

sprechenden Bericht vom 24. Juli 2018 wurde als neue Diagnose eine 

Harnwegsinfektion (ICD-10: N30) genannt. Es wurde festgehalten, dass 

der Beschwerdeführer angeführt habe, dass er damals (vor der Operation) 

starke Kopfschmerzen gehabt habe und Doppelbilder vorhanden gewesen 

seien. Nun könne er besser sehen, sein Sehvermögen auf dem linken Auge 

sei aber immer noch etwas unklar. Im Bereich der Finger und der Zehen 

seien keine Schwellungen mehr vorhanden. Die durchgeführten Hormon-

analysen seien unter der Substitution erstellt worden und wiesen zufrie-

denstellende Werte auf. Am 24. Juli 2018 werde eine MRT-Untersuchung 

der Hypophyse durchgeführt (act. 24; deutsche Übersetzung: BVGer-

act. 17).  

5.7 Im MRT-Bericht vom 24. Juli 2018 wurde festgehalten, dass sich der 

Befund im Vergleich zum letzten Befund vom 31. August 2017 nicht we-

sentlich verändert habe. Er weise auf einen Zustand nach erfolgter opera-

tiver Behandlung der Tumorläsionen der Hypophyse mit einer sichtbaren 

rezidivierenden Masse der Grunderkrankung hin (act. 22; deutsche Über-

setzung: BVGer-act. 17).  

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Seite 9 

5.8 Am 11. Juli 2019 nahm der RAD-Arzt Dr. med. G._______, Praktischer 

Arzt, zum medizinischen Sachverhalt Stellung. Er nannte als Hauptdiagno-

sen einen Zustand nach einer Operation eines Hypophysenadenoms am 

8. Dezember 2016 sowie einen substituierten Hypopituitarismus (ICD-10: 

E23.0). Er führte aus, dass dem Beschwerdeführer im Dezember 2016 er-

folgreich ein Adenom der Hypophyse operativ entfernt worden sei. Es habe 

nie sensorisch- oder motorisch-neurologische Ausfälle gegeben. Das Ge-

sichtsfeld sei normal. Die lebenslange Hormonersatztherapie ermögliche 

die Kontrolle der biologischen Parameter, ohne dass künftig mit Anomalien 

zu rechnen sei. Die fortbestehenden leichten Kopfschmerzen stünden ei-

ner Wiederaufnahme der Arbeit offensichtlich nicht entgegen. In der ange-

stammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter bestehe seit dem 8. Dezember 2016 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer leidensangepassten Tätigkeit 

(Vollzeit, Lasten maximal 10-15 kg) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % ab 8. Dezember 2016 und eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % ab 

8. Mai 2017. Als mögliche Verweistätigkeiten bzw. Einsatzgebiete nannte 

er: Überwachung von Museen und Parkplätzen, Lagerist, Versandhandel, 

Verkauf im Allgemeinen, Reparatur von Kleingeräten und Haushaltsarti-

keln, Kassierer, Billetverkäufer, Registrierung/Ablage/Archivierung, Interne 

Post, Empfang/Rezeption, Telefonist, Dateneingabe/Scannen (act. 43). 

5.9 Dr. H._______, Ärztin der Klinik C._______, berichtete am 2. Dezem-

ber 2019, dass der Beschwerdeführer bereits seit längerer Zeit im Zentrum 

I._______ behandelt werde, wo er mehrmals hospitalisiert gewesen sei (5.-

14. Dezember 2016, 8.-10. Februar 2017, 20.-26. Juli 2017, 5.-19. Juli 

2018, 29. Juli-2. August 2019). Am 8. Dezember 2016 sei er auch operiert 

worden. Sie hielt die folgenden Diagnosen fest:  

– Hypopituitarismus (ICD-10: E23.0) 

– Status nach Operation Mikroadenom der Hypophyse (ICD-10: D33.1) 

– Hyperprolaktinämie (ICD-10: E22.1) 

– Postoperativer Diabetes insipidus (ICD-10: E23.2) 

– Arterielle Hypertension (ICD-10: I10) 

– Hypothyreose (ICD-10: E03.2) 

Aufgrund der klinischen Befunde sei davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer nicht geheilt sei. Gemäss der letzten MRI-Untersuchung 

der Hypophyse vom 21. Juli 2019 bestehe die Möglichkeit eines Residu-

ums. Die behandelnde Ärztin wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer 

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Seite 10 

gemäss der Stellungnahme des Instituts J._______ vom 3. April 2018 nicht 

mehr arbeitsfähig sei und eine Invalidität ersten Grades vorliege (act. 51). 

5.10 In seiner Stellungnahme vom 3. Januar 2020 hielt der RAD-Arzt 

Dr. med. G._______ fest, dass im Bericht vom 2. Dezember 2019 keine 

neuen klinischen Befunde dokumentiert seien. Die Weiterführung einer en-

dokrinologischen Behandlung sei in der unzureichenden Hormonproduk-

tion der Hypophyse (Panhypopituitarismus) begründet. Die verschriebenen 

Medikamente zielten darauf ab, den Hormonmangel zu substituieren. Ein 

richtig behandelter Panhypopituitarismus führe nicht zu einer Arbeitsunfä-

higkeit. Es sei daran erinnert, dass der Beschwerdeführer einige Wochen 

nach der Operation nur residuale Kopfschmerzen und keine neurologi-

schen Anomalien gezeigt habe. Der Beschwerdeführer funktioniere völlig 

korrekt, so dass er in leichten adaptierten Tätigkeiten vollständig arbeitsfä-

hig sei. Weiter hielt der RAD-Arzt fest, dass das Rezidiv des Hypophysena-

denoms nicht bestätigt sei. Es handle sich dabei lediglich um einen rein 

radiologischen Verdacht (MRI vom 21. Juli 2019). Es gebe keine klinischen 

Elemente, welche diese Hypothese stützten. Seine bisherigen Schlussfol-

gerungen blieben unverändert (act. 53). 

5.11 Im Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer folgende neuen 

Berichte vorgelegt (Beilage zu BVGer-act. 1; deutsche Übersetzung: 

BVGer-act. 25): 

5.11.1 Laut MRT-Bericht vom 21. Juli 2019 weise der MRT-Befund auf ei-

nen Zustand nach einer Operation eines Makroadenoms im Bereich der 

Hypophyse bzw. auf einen möglichen Residuumprozess hin. Im Vergleich 

zum letzten Befund sei keine bedeutende Progression eingetreten. Nar-

benveränderungen als Differentialdiagnose seien weniger wahrscheinlich.  

5.11.2 Im Bericht der Klinik C._______ betreffend die stationäre Kontroll-

untersuchung vom 29. Juli bis 2. August 2019 wurde festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer derzeit Kopfschmerzen im Bereich des Hinterkopfes 

und der linken Kopfhälfte angebe, die insbesondere bei Witterungswech-

seln auftreten würden. Des Weiteren habe er das Auftreten von Schwäche 

angegeben, die er mit der Gabe von Testosteron, das er monatlich erhalte, 

verbinde. Etwa sieben Tage vor der Testosteroneinnahme überkomme ihn 

ein Schwächegefühl. Die Schwäche klinge nach der Einnahme von Testos-

teron wieder ab. Gelegentlich habe er einen schlechten Schlaf. Er habe 

das Vorhandensein anderer Systembeschwerden negiert. Der MRI-Befund 

vom 21. Juli 2019 weise auf einen möglichen Residuumprozess hin, der im 

C-1645/2020 

Seite 11 

Vergleich zum letzten Befund keine wesentliche Progression aufweise. Der 

neurologische Status sei ohne Lateralisierungen.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass 

der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Verkäufer bzw. 

Kassenmitarbeiter, bei der er keine schweren Lasten habe tragen müssen, 

nicht in einem anspruchsbegründenden Ausmass während eines Jahres 

arbeitsunfähig gewesen sei. In ihrer Vernehmlassung hält sie ergänzend 

fest, dass sie im Rahmen ihrer Abklärungen die zahlreich eingereichten 

medizinischen Berichte wiederholt dem RAD vorgelegt habe. Der RAD-

Arzt habe sich aufgrund der Akten ein schlüssiges und nachvollziehbares 

Bild des aktuellen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers machen 

sowie arbeitsmedizinische Rückschlüsse zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit 

ziehen können. Zusammenfassend sei der RAD-Arzt zum Schluss gekom-

men, dass der Beschwerdeführer zwar in seiner ursprünglichen Tätigkeit 

als unqualifizierter Arbeiter seit der Spitaleinlieferung vom 5. Dezember 

2016 gänzlich arbeitsunfähig sei, ihm aber leichtere, leidensangepasste 

Verweisungstätigkeiten sechs Monate nach der Intervention, d.h. ab 8. Mai 

2020 (recte: 2017) gänzlich zumutbar seien. An dieser Feststellung änder-

ten die nachgehend eingereichten Untersuchungsberichte nichts. Der be-

schriebene Rückfall des Hypophysenadenoms sei klinisch nirgends belegt 

und werde aus radiologischen Untersuchungen lediglich vermutet. Bei den 

beschwerdeweise eingereichten Akten handle es sich um Befunde, die be-

reits bekannt und gewürdigt worden seien. Da die wirtschaftlichen Abklä-

rungen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer zuletzt als Verkäufer 

an der Kasse und nicht als Lagerarbeiter gearbeitet habe, er insofern keine 

schweren Lasten zu bewältigen gehabt habe, sei diese Tätigkeit gemäss 

der arbeitsmedizinischen Einschätzung des RAD gänzlich zumutbar. Eine 

invaliditätsbegründende Einschränkung sei nicht gegeben. 

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seit dem Jahr 2016 an 

unterschiedlichen Krankheiten leide. Das Makroadenom mache sich durch 

typische Zeichen bemerkbar, wie Artikulationsstörungen, Vergrösserung 

von Zunge und Gaumen, nächtliches Schlafapnoe-Syndrom, vermehrtes 

Schwitzen, Muskelabbau verbunden mit abnehmender Leistungsfähigkeit 

und Kraftlosigkeit, erhöhter Blutdruck, Diabetes, Depressionen und Psy-

chosen. Diese Leiden führten in ihrer Gesamtheit zu einer Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit. Die Hypophyseninsuffizienz führe zu unterschiedli-

chen klinischen Beschwerden und auffälligen Erscheinungen. So stosse er 

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Seite 12 

häufig seitlich gegen Personen oder Gegenstände, die er zunächst nicht 

gesehen habe. Beim Autofahren tauchten plötzlich Fahrzeuge auf, die er 

nicht wahrgenommen habe. Er leide an Nebel- und Schleiersehen, wobei 

eine grosse Gefahr einer Erblindung vorliege. Seine Arbeitsfähigkeit habe 

sich auch aufgrund des Diabetes insipidus (extrem hohe Harnausschei-

dung, Harnwege nicht wasserdurchlässig, Reduktion der Nierenfunktion 

um über 60 %, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit) stark reduziert. Die fach-

ärztlich bestätigte Schilddrüsenunterfunktion zeige sich in niedrigem Puls 

und niedrigem Blutdruck, Verstopfung, Desinteressiertheit und depressiver 

Verstimmung.  

7.  

Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht eine anspruchsbegründende Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers verneint bzw. ob 

sie den rechtserheblichen Sachverhalt genügend abgeklärt hat.  

7.1 Die Vorinstanz beurteilte den Leistungsanspruch des Beschwerdefüh-

rers gestützt auf die Einschätzungen des RAD-Arztes Dr. med. G._______ 

vom 11. Juli 2019 und vom 3. Januar 2020 (vorstehend E. 5.8 und E. 5.10), 

der den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht, sondern eine reine 

Aktenbeurteilung vorgenommen hat. Die RAD stehen den IV-Stellen zur 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 

ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, 

eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu-

üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unab-

hängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die Aufgabe der versicherungsinternen 

Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – ge-

wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung 

und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent-

scheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und 

versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil des 

BGer 8C_756/2008] E. 4.4 mit Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 

22. Januar 2015 E. 3.3). 

7.2 Die Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen Untersuchun-

gen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lü-

ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 

mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 

Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 

C-1645/2020 

Seite 13 

E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 

2014 E. 5.1.1, je mit Hinweisen). Enthalten die Akten für die streitigen Be-

lange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme einer 

versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende Be-

urteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen 

Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). 

Zu prüfen ist somit, ob es die vorliegenden medizinischen Akten aus der 

Heimat des Beschwerdeführers dem RAD erlaubten, sich ein umfassendes 

Bild der gestellten Diagnosen, der gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

(Verlauf und gegenwärtiger Status) und deren Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit zu machen, und ob seine Schlussfolgerungen nachvollzieh-

bar und schlüssig sind. 

7.3 Dem RAD-Arzt standen für seine Aktenbeurteilung die oben aufgeführ-

ten Berichte der behandelnden Ärzte der Klinik C._______ aus dem Zeit-

raum von November 2016 bis Juli 2018 zur Verfügung. Gemäss diesen 

Berichten ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer Ende 2016 ein gutarti-

ger Tumor (Makroadenom) der Hypophyse festgestellt und dieser am 

8. Dezember 2016 in der Klinik C._______ erfolgreich operativ entfernt 

wurde. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor und unmittel-

bar nach der Operation des Hypophysenadenoms ist im Hospitalisations-

bericht der Klinik für D._______ vom 14. Dezember 2016 ausreichend do-

kumentiert. Weiter lagen dem RAD-Arzt die Berichte der Klinik für 

E._______ betreffend die regelmässigen stationären Kontrolluntersuchun-

gen vom 8. bis 10. Februar 2017, vom 20. bis 27. Juli 2017 und vom 5. bis 

10. Juli 2018 vor. Diese Berichte enthalten jeweils eine Anamnese, die vom 

Beschwerdeführer beklagten Beschwerden, klinische Befunde, Laborbe-

funde, radiologische Befunde, weitere Befunde (Ultraschall, EKG), Diagno-

sen, eine Epikrise sowie Empfehlungen zur weiteren Behandlung. 

Schliesslich lagen dem RAD auch die MRT-Befundberichte vom 4. Sep-

tember 2017 und vom 24. Juli 2018 vor. Der RAD-Arzt konnte sich anhand 

der ihm zur Verfügung gestellten Akten somit ein vollständiges Bild über 

die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegenwärtigen Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers verschaffen, zumal die medizinische 

Aktenlage hinsichtlich der Diagnosen klar und widerspruchsfrei ist und 

auch die im Verlauf berichteten Beschwerden und erhobenen Befunde aus-

führlich dokumentiert sind. Daran ändert nichts, dass dem RAD der vom 

Beschwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der 

Klinik C._______ vom 2. August 2019 sowie der MRI-Befund vom 21. Juli 

2019 nicht vorlagen, enthalten diese Berichte doch keine neuen Aspekte 

bzw. Anzeichen auf eine anspruchsrelevante Veränderung des Zustandes 

C-1645/2020 

Seite 14 

des Beschwerdeführers (siehe unten E. 7.4). Insgesamt ist von einem fest-

stehenden medizinischen Sachverhalt auszugehen, der es dem RAD er-

laubte, auch ohne persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers eine 

Beurteilung vorzunehmen. 

7.4 Der RAD-Arzt hat sich in seiner Beurteilung gestützt auf die Vorakten 

mit der medizinischen Situation auseinandergesetzt. Er geht davon aus, 

dass sich der Zustand nach einer Operation eines Hypophysenadenoms 

bei unauffälligen Neurostatus und uneingeschränktem Gesichtsfeld nicht 

auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tä-

tigkeit, wie jene als Verkäufer bzw. Kassierer, auswirkt. Diese Einschätzung 

ist angesichts der von den Ärzten der Klinik C._______ unmittelbar vor 

bzw. nach der Operation und im weiteren Verlauf erhobenen Befunde ohne 

weiteres nachvollziehbar. Diese haben insbesondere weder vor noch nach 

der operativen Entfernung des Adenoms sensorische oder motorische neu-

rologische Ausfälle festgestellt. Auch in Bezug auf das Gesichtsfeld hat der 

Ophthalmologe nach der Operation keine Einschränkungen mehr festge-

stellt. Weiter hat der RAD-Arzt überzeugend dargelegt, dass aufgrund der 

unzureichenden Hormonproduktion der Hypophyse eine (lebenslange) me-

dikamentöse Behandlung notwendig sei, um den Hormonmangel zu sub-

stituieren, dies aber nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führt. Es ist nachvoll-

ziehbar, dass es bei einer gut eingestellten Substitutionstherapie, die beim 

Beschwerdeführer jährlich mittels Bestimmung der Hormonstatus überprüft 

wird, zu keinen massgeblichen Funktionsausfällen kommt.  

7.5 Die Stellungnahme vom 2. Dezember 2019 der behandelnden Ärztin 

Dr. H._______ vermag die Einschätzung des RAD-Arztes nicht in Zweifel 

zu ziehen, enthält sie doch keine neuen Befunde oder andere Aspekte, die 

dem RAD-Arzt nicht bekannt waren. Ebenso hat die behandelnde Ärztin 

keine eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Soweit sie 

auf eine im MRI vom 21. Juli 2019 festgestellte Möglichkeit eines Rezidivs 

des Adenoms hinweist, handelt es sich dabei um keinen neuen Aspekt. 

Zwar war dem RAD-Arzt der Befund vom 21. Juli 2019 nicht bekannt, doch 

wurde bereits im MRI-Befundbericht vom 24. Juli 2018 auf die Möglichkeit 

eines Rezidivs hingewiesen. Zudem hat der RAD-Arzt zu Recht dem Um-

stand Rechnung getragen, dass bildgebend nachgewiesene (pathologi-

sche) Befunde in der Regel für sich allein nicht den Schluss auf eine Ar-

beitsunfähigkeit zulassen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1). Mithin vermag der 

im Vergleich zur MRT-Voruntersuchung vom 24. Juli 2018 nicht wesentlich 

veränderte bildgebende Befund in Form eines möglichen Rezidivs, ohne 

C-1645/2020 

Seite 15 

dass neue klinische Befunde vorliegen, die auf eine relevante Verschlech-

terung gegenüber der dem RAD-Arzt bekannten medizinischen Situation 

hinweisen würden, für sich allein keine Zweifel an seiner Einschätzung zu 

wecken. Vielmehr wurde auch im Bericht der Klinik C._______ vom 2. Au-

gust 2019, welchen der Beschwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren 

vorgelegt hat, ein unauffälliger klinischer und neurologischer Status erho-

ben und insoweit eine unveränderte Situation beschrieben. Die vom Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde geltend gemachten Beschwerden 

wie Artikulationsstörungen und Muskelabbau verbunden mit abnehmender 

Leistungsfähigkeit sind nicht ärztlich mittels entsprechender Befunde do-

kumentiert. Depressionen oder Psychosen wurden beim Beschwerdefüh-

rer ärztlicherseits nirgends festgestellt. Auch eine psychiatrische Behand-

lung ist nicht aktenkundig. Aus den Akten ergeben sich daher keinerlei An-

haltspunkte für das Bestehen einer psychischen Beeinträchtigung mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses. 

Es sind insgesamt keine objektiven Gesichtspunkte ersichtlich, die der 

RAD-Arzt bei seiner Beurteilung ausser Acht gelassen hätte. Seine 

Schlussfolgerung, wonach der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit, bei der 

er nicht mehr als 10-15 kg heben muss, in seiner Arbeitsfähigkeit seit dem 

8. Mai 2017 (sechs Monate nach der operativen Entfernung des Hypophy-

senadenoms) nicht eingeschränkt ist, überzeugt. Die Einschätzung der 

Vertrauensärzte des bosnisch-herzegowinischen Versicherungsträgers 

vom 3. April 2018, wonach der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage 

sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. 11), vermag die Zuverlässig-

keit der versicherungsinternen Stellungnahmen nicht in Zweifel zu ziehen, 

weil sie nicht begründet ist und angesichts der von den behandelnden Ärz-

ten der Klinik C._______ erhobenen Befunde nicht ersichtlich ist, weshalb 

der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäufer 

bzw. Kassierer voll arbeitsunfähig sein soll.  

7.6 Insgesamt ist damit die Einschätzung des RAD, wonach der Beschwer-

deführer in einer angepassten Tätigkeit (kein Heben von Lasten über 10-

15 kg) in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, nachvollziehbar und 

schlüssig. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine entscheid-

wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzich-

ten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 

E. 1d). Gestützt auf die Beurteilung des RAD durfte die Vorinstanz für den 

vorliegend einzig bis zum Verfügungserlass zu beurteilenden Zeitraum von 

einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner 

angestammten Tätigkeit als Verkäufer bzw. Kassierer, bei der er eigenen 

Angaben zufolge keine schweren Lasten habe tragen müssen (act. 49), 

C-1645/2020 

Seite 16 

ausgehen. Da lediglich für den Zeitraum von sechs Monaten nach der Ope-

ration eine Arbeitsunfähigkeit bestand, war der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als Verkäufer bzw. Kassenmitarbeiter nicht in ei-

nem anspruchsbegründenden Ausmass während eines Jahres arbeitsun-

fähig. Damit durfte die Vorinstanz ohne Durchführung eines Einkommens-

vergleichs das Vorliegen einer anspruchsbegründenden Invalidität vernei-

nen. Aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer vom bosnisch-her-

zegowinischen Versicherungsträger gestützt auf den Formularbericht vom 

3. April 2018 der Anspruch auf eine Invalidenrente zuerkannt wurde (Bei-

lage zu BVGer-act. 1; deutsche Übersetzung: BVGer-act. 17), kann er 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil die rechtsanwendenden Behörden 

in der Schweiz nicht an die Feststellungen ausländischer Versicherungs-

träger, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbe-

ginn gebunden sind (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). Die angefochtene Verfü-

gung vom 12. Februar 2020 ist damit nicht zu beanstanden. Die dagegen 

erhobene Beschwerde ist unbegründet und somit abzuweisen. Allfällige 

gesundheitliche Verschlechterungen, die nach Erlass der angefochtenen 

Verfügung eingetreten sind, hätte der Beschwerdeführer im Rahmen einer 

neuen Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Vorinstanz geltend zu ma-

chen. 

8.  

8.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist 

kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus-

gang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen. Der 

einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu 

verwenden. 

8.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende  

Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

  

C-1645/2020 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Michael Rutz 

 

 

  

C-1645/2020 

Seite 18 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: