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**Case Identifier:** d052a2f8-7121-5a25-8bfc-ba6a79bfdd18
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.04.2022 VKL.2021.26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2021-26_2022-04-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VKL.2021.26 / mg / BR 
  

Art. 28 

 

Urteil vom 21. April 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Güntert          

 

 
   

Klägerin   Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge, St. Alban-Anlage 26, 

4002 Basel   

 

     
   

Beklagte   A._____   

 

     
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend BVG 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Beklagte schloss sich mit Anschlussvertrag vom 28. Feb- 

ruar/2. April 2020 als Arbeitgeberin zwecks Durchführung der beruflichen 

Vorsorge ihrer Arbeitnehmer per 1. April 2020 der Klägerin an. Mit Schrei-

ben vom 24. März 2021 kündigte die Klägerin der Beklagten den An-

schlussvertrag per 1. Mai 2021. 

 

1.2. 

Mit Zahlungsbefehl Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamtes B. vom 12. 

Mai 2021 betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 11'155.75 

nebst Zinsen von 5 % seit dem 11. Mai 2021 sowie Zinsen von Fr. 251.15, 

Umtriebsentschädigungen von Fr. 500.00 sowie Zahlungsbefehlskosten 

von Fr. 189.55. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.  

 

2. 

2.1. 

Am 27. Oktober 2021 reichte die Klägerin beim Versicherungsgericht des 

Kantons Aargau Klage mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

 

" 1.  
Die Beklagte habe der Klägerin eine Kapitalforderung von CHF 11'155.75, 
den Zins von CHF 251.15 plus Zins zu 5.00% seit 11.05.2021 und die Um-
triebsentschädigung von CHF 500.00 auf der Kapitalforderung zu bezah-
len. 
 
2.  
Im Betreibungsverfahren (Betreibungs-Nr. aaa) des Betreibungsamts B. 
sei im Umfang der zugesprochenen Forderung (mit Ausnahme der Kosten 
des Zahlungsbefehls, welche gemäss Art. 68 Abs. 2 SchKG von den Zah-
lungen des Schuldners vorab in Abzug gebracht werden können) der 
Rechtsvorschlag zu beseitigen. 
 
3.  
Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

2.2. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 29. Oktober 2021 wurde der Be-

klagten die Klage zur Erstattung einer Klageantwort innert 30 Tagen zuge-

stellt. Nachdem sie sich innert der angesetzten Frist nicht hatte vernehmen 

lassen, wurde ihr mit Verfügung vom 16. Dezember 2021 eine letzte Frist 

von 10 Tagen zur Klageantwort angesetzt unter der Androhung, dass im 

Säumnisfall aufgrund der Akten entschieden werde. 

 

2.3. 

Die Beklagte liess sich nicht vernehmen. 

 

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest. Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz (BGE 115 V 111 

E. 3d/bb S. 113). 

 

Der Untersuchungsgrundsatz wird beschränkt durch die Mitwirkungspflich-

ten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195). Zu diesen gehört im Klage-

verfahren über Beiträge der beruflichen Vorsorge die Substantiierungs-

pflicht, welche beinhaltet, dass die wesentlichen Tatsachenbehauptungen 

und Bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein müssen. Dement-

sprechend ist es einerseits Sache der klagenden Vorsorgeeinrichtung, die 

Beitragsforderung so weit zu substantiieren, dass sie überprüft werden 

kann; andererseits obliegt es dem beklagten Arbeitgeber, substantiiert dar-

zulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte 

Beitragsforderung unbegründet bzw. unzutreffend ist. Soweit die einge-

klagte Forderung hinreichend substantiiert ist, bleiben unsubstantiierte Be-

streitungen unberücksichtigt. Demgegenüber darf das Gericht eine Klage, 

soweit sie nicht hinreichend substantiiert und nachvollziehbar ist, trotz un-

genügend substantiierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheis-

sen (vgl. BGE 138 V 86 E. 5.2.3. S. 97; Urteil des Bundesgerichts 

9C_314/2008 vom 25. August 2008 E. 3.2). 

 

1.2. 

Die Beklagte hat sich nicht zum Verfahren geäussert und damit weder ei-

gene Behauptungen aufgestellt noch Behauptungen der Klägerin bestrit-

ten. Ungeachtet dessen ist – mit Verweis auf die vorzitierte Rechtspre-

chung (vgl. E. 1.1.) – im Folgenden zu prüfen, ob die Klägerin die wesent-

lichen Tatsachenbehauptungen substantiiert und schlüssig vorgetragen 

hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 11 Abs. 1 BVG muss die Arbeitgeberin, die obligatorisch zu 

versichernde Arbeitnehmer im Sinne von Art. 2 BVG beschäftigt, eine in 

das Register für die berufliche Vorsorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung 

errichten oder sich einer solchen anschliessen. Nach Art. 66 Abs. 1 BVG 

legt die Vorsorgeeinrichtung die Höhe der Beiträge des Arbeitgebers und 

der Arbeitnehmer in den reglementarischen Bestimmungen fest. Gemäss 

Art. 66 Abs. 2 BVG schuldet die Arbeitgeberin der Vorsorgeeinrichtung die 

gesamten Beiträge.  

 

 - 4 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Unterzeichnung des Anschlussvertrages (Klagebeilage [KB] 1) aner-

kannte die Beklagte, der Klägerin die von ihr in Rechnung gestellten Bei-

träge zu bezahlen (vgl. Ziff. 5.1 des Anschlussvertrages). 

 

3. 

3.1. 

Die Klägerin macht vorliegend eine Forderung von Fr. 11'155.75 sowie Zins 

von Fr. 251.15 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 11. Mai 2021 und eine Um-

triebsentschädigung von Fr. 500.00 (vgl. Klage, Rechtsbegehren 1) gel-

tend, wobei sie sich in der Klageschrift nicht näher dazu äussert, wie sich 

diese Beträge zusammensetzen (vgl. E. 1.1. hiervor). Da der Gesamtbetrag 

ohne weiteres aus dem eingereichten Kontoauszug ersichtlich ist, genügt 

allerdings der blosse Verweis auf die Beitragsübersicht (Urteil des Bundes-

gerichts 9C_314/2008 vom 25. August 2008 E. 3.2). Aus dem eingereichten 

Kontoauszug der Beklagten vom 1. April 2020 bis zum 14. Septem-

ber 2021 (KB 5) ergibt sich, dass die geltend gemachte Forderung von 

Fr. 11'155.75 dem Kontostand per 11. Mai 2021 (KB 5) und dem mit Zah-

lungsbefehl vom 12. Mai 2021 in Betreibung gesetzten Betrag (KB 7) ent-

spricht. 

 

Aus dem Kontoauszug ergibt sich die – nach Jahren aufgeschlüsselte – 

Darstellung der Forderungen der Klägerin gegenüber der Beklagten. 

 

3.2. 

3.2.1. 

Für das Jahr 2020 ergibt sich folgende Darstellung (in Fr.): 

Valutadatum Text (KB 5) Beiträge Gebühren Zinsen Eingänge 

01.04.2020 Faktura Nr. 3527706 8'304.80    

31.12.2020 Faktura Nr. 3527706 23'575.40    

01.04.2020 Faktura Nr. 3542641 -765.60    

31.12.2020 Faktura Nr. 3542641 -2'138.50    

01.04.2020 Faktura Nr. 3558484 -1'806.50    

31.12.2020 Faktura Nr. 3558484 -5'292.10    

01.07.2020 Faktura Nr. 3567198 -34.00    

31.12.2020 Faktura Nr. 3567198 0.70    

01.04.2020 Faktura Nr. 3601801 431.60    

31.12.2020 Faktura Nr. 3601801 426.60    

07.09.2020 Kosten Mahnung  300.00   

01.07.2020 Faktura Nr. 3635815 -1'801.30    

01.10.2020 Faktura Nr. 3635815 14.20    

31.12.2020 Faktura Nr. 3635815 -6'458.70    

31.12.2020 Zinsbelastung   167.35  

01.04.2020 Faktura Nr. 3754036 -3'698.50    

01.07.2020 Faktura Nr. 3754036 1'801.10    

31.12.2020 Faktura Nr. 3754036 -6'026.10    

Gesamt 

2020 

  

6'533.10 

 

300.00 

 

167.35 

 

0.00 

 

 - 5 - 

 

 

 

 

3.2.2. 

Für das Jahr 2021 ergibt sich folgende Darstellung (in Fr.): 

Valutadatum Text (KB 5) Beiträge Gebühren Zinsen Eingänge 

13.01.2021 Kosten Mahnung  300.00   

01.01.2021 Faktura Nr. 3784722 4'019.40    

31.12.2021 Faktura Nr. 3784722 11'402.70    

01.05.2021 Faktura Nr. 3801509 1'121.20    

31.12.2021 Faktura Nr. 3801509 -11'402.70    

01.04.2021 Faktura Nr. 3820569 -33.00    

01.05.2021 Faktura Nr. 3820569 -285.60    

01.04.2021 Faktura Nr. 3824835 -131.10    

01.05.2021 Faktura Nr. 3824835 -835.60    

11.05.2021 Kosten Betreibung und 

Konkurs Umtriebsent-

schädigung 

 500.00   

Gesamt 

2021 

  

3'855.30 

 

800.00 

 

0.00 

 

0.00 

 

4. 

4.1. 

Die geltend gemachte Forderung von Fr. 11'155.75 setzt sich somit zusam-

men aus Beiträgen (Spar-, Risiko- und Verwaltungskostenbeiträge) von 

insgesamt Fr. 10'388.40, Mahnkosten von Fr. 600.00 und Sollzinsen von 

Fr. 167.35. Zusätzlich macht die Klägerin Zins von Fr. 251.15 sowie Zins 

zu 5 % seit dem 11. Mai 2021 und eine Umtriebsentschädigung von 

Fr. 500.00 geltend (Klage Rechtsbegehren Ziffer 1). 

 

4.2. 

Die Beitragsforderungen von insgesamt Fr. 10'388.40 hat die Klägerin mit 

den zitierten Unterlagen, namentlich dem Kontoauszug vom 14. Septem-

ber 2021, hinreichend substantiiert (vgl. E. 3.2.). Die Beklagte hat die For-

derung durch Erhebung des Rechtsvorschlags zwar bestritten 

(Art. 74 Abs. 2 SchKG), allerdings hat sie sich im Verfahren nicht geäussert 

und die ihr angesetzte Nachfrist zur Einreichung der Klageantwort unbe-

nutzt verstreichen lassen. Die Grundlagen der geltend gemachten Beitrags-

forderungen von insgesamt Fr. 10'388.40 sind somit mit dem Kontoauszug 

vom 14. September 2021 nachvollziehbar ausgewiesen. 

 

4.3. 

Weiter macht die Klägerin Umtriebsentschädigungen von insgesamt 

Fr. 1'100.00 geltend (Mahnkosten von Fr. 600.00; Umtriebsentschädigung 

von Fr. 500.00). Das Kostenreglement der Klägerin vom Januar 2020 sieht 

in Ziffer 2.1 vor, dass die Klägerin Umtriebsentschädigungen für einge-

schriebene Mahnungen von Fr. 300.00 und von Fr. 500.00 für Betreibungs-

begehren gegenüber dem angeschlossenen Unternehmen in Rechnung 

stellt (KB 1 S. 8).  

 

 - 6 - 

 

 

 

Mit eingeschriebener Mahnung vom 7. September 2020 wurde die Be-

schwerdeführerin aufgefordert, die ausstehenden Beiträge innert 14 Tagen 

zu bezahlen und eine Umtriebsentschädigung von Fr. 300.00 geltend ge-

macht (VB 6.2). Mit einer weiteren eingeschriebenen Mahnung vom 14. Ja-

nuar 2021 wurde die Beschwerdeführerin erneut aufgefordert, die ausste-

henden Beiträge innert 14 Tagen zu bezahlen und es wurde wiederum eine 

Umtriebsentschädigung von Fr. 300.00 geltend gemacht (VB 6.1). Die Klä-

gerin hat in beiden Schreiben die Beklagte darauf hingewiesen, dass die 

ausstehenden Beiträge auf dem Rechtsweg eingefordert würden und eine 

weitere Umtriebsentschädigung von Fr. 500.00 erhoben werde, sollten die 

ausstehenden Beiträge nicht beglichen werden. Mit Zahlungsbefehl vom 

12. Mai 2021 liess die Klägerin die Beklagte betreiben und machte eine 

Umtriebsentschädigung von Fr. 500.00 geltend (VB 7). Die im Kontoauszug 

vom 14. September 2021 verzeichneten Mahnkosten und Umtriebsent-

schädigungen sind durch die eingereichten Unterlagen damit nachvollzieh-

bar ausgewiesen und finden eine genügende reglementarische Grundlage.  

 

4.4. 

4.4.1. 

Weiter macht die Klägerin verschiedene Zinsbeträge geltend. Sollzinsen 

von Fr. 167.35 sind in der Grundforderung von Fr. 11'155.75 enthalten 

(KB 5). Zusätzlich macht die Klägerin Zins von Fr. 251.15 geltend sowie 

Zins zu 5 % seit dem 11. Mai 2021 (Klage, Rechtsbegehren Ziffer 1). 

 

4.4.2. 

Gemäss Art. 66 Abs. 2 Satz 2 BVG kann die Vorsorgeeinrichtung für nicht 

rechtzeitig bezahlte Beiträge Verzugszinsen verlangen. Die Höhe der Ver-

zugszinsen richtet sich in erster Linie nach den reglementarischen bzw. an-

schlussvertraglichen Vorschriften der Vorsorgeeinrichtung (MARC HÜRZE-

LER, in: Basler Kommentar, Berufliche Vorsorge, 2020, N. 17 zu 

Art. 66 BVG). Fehlt es an einer entsprechenden Regelung der Verzugszin-

sen, so richten sich diese nach Art. 104 Abs. 1 OR und betragen 5 % (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_108/2018 vom 30. Januar 2019, E. 4.2; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_602/2018 vom 29. Januar 2019, E. 3.2.4). Von Ver-

zugszinsen dürfen keine Verzugszinse erhoben werden (Art. 105 Abs. 3 

OR; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts B 21/02 vom 11. Dezember 

2002 E. 6.1.1). Ein Anspruch auf Verzugszinsen für ausserordentliche Kos-

ten resp. Gebühren lässt sich weder aus Art. 66 Abs. 2 BVG noch aus 

Art. 104 Abs. 1 OR ableiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_180/2019 vom 

2. März 2020 E. 3.2.1.). 

 

4.4.3. 

Gemäss Ziffer 5.3 des Anschlussvertrags sind die Beiträge für Risikoleis-

tungen, jene für deren Anpassung an die Preisentwicklung und die Kosten-

beiträge sowie allfällige von der Stiftung erhobene Beiträge für die Bildung 

von technischen Rückstellungen jeweils zum Jahresbeginn bzw. mit der 

 - 7 - 

 

 

 

Aufnahme eines Mitarbeitenden in die Personalvorsorge oder per Datum 

einer unterjährigen Mutation fällig (VB 1). Die Fälligkeit der Altersgutschrif-

ten und der Beiträge an den Sicherheitsfonds tritt per Jahresende ein, bei 

Dienstaustritten mit dem Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, 

bei Todesfällen per Todestag und bei Gehaltssenkungen unter die regle-

mentarische Aufnahmelimite mit Datum des Endes der Versicherung 

(VB 1). Gemäss Ziffer. 5.4 erfolgt auf verspätete Zahlungen ohne Mahnung 

eine Zinsbelastung. Die Stiftung ist berechtigt, marktkonforme Zinssätze 

festzulegen. Gemäss Ziffer 5.4 Abs. 3 wird ein am Ende eines Kalender-

jahres bestehender Saldo zu Gunsten der Stiftung inklusive allfällig aufge-

laufene Zinsbelastungen als Kapitalforderung auf das nächste Kalender-

jahr vorgetragen (VB 1).  

 

4.4.4. 

Soweit die Klägerin "Sollzinsen" von insgesamt Fr. 418.50 geltend macht 

(Fr. 167.35 per 31. Dezember 2018 [gemäss dem Kontoauszug vom 

14. September 2021 KB 5]; Fr. 251.15 [gemäss Rechtsbegehren Ziffer 1]), 

werden deren Grundlagen von der Klägerin nicht substantiiert und sind 

auch gestützt auf die Akten in keiner Weise nachvollziehbar (vgl. E. 1.1). 

Die Klage ist daher diesbezüglich abzuweisen. 

 

4.4.5. 

Die Klägerin macht weiter einen Verzugszins von 5 % seit dem 11. Mai 

2021 auf den Betrag von Fr. 11'155.75 geltend (Rechtsbegehren Ziff. 1; 

Zahlungsbefehlt [KB 7]). Dieser Betrag enthält die bereits erwähnte Zins-

forderung von Fr. 167.35, welche nicht substantiiert geltend gemacht wurde 

(vgl. E. 4.4.4.) und ferner auch wegen des Verbots von Zinseszinsen nicht 

zu berücksichtigen wäre (vgl. E. 4.4.2.). Überdies enthält der Betrag aus-

serordentliche Gebühren, auf welche ebenfalls kein Zins erhoben werden 

kann (vgl. E. 4.4.2.). Soweit die geltend gemachte Verzugszinsforderung 

ab 11. Mai 2021 zulässigerweise die noch offene Beitragsforderung von 

Fr. 10'388.40 betrifft (vgl. E. 4.2.), ergibt sich weder aus der Klage noch aus 

den Beilagen, woraus die Klägerin das Datum vom 11. Mai 2021 als Beginn 

des Zinsenlaufs ableitet. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass die Kläge-

rin die Beklagte bereits mit Schreiben vom 7. September 2020 (KB 6.2) als 

auch mit Schreiben vom 14. Januar 2021 (KB 6.1) in Verzug gesetzt hat. 

Im Übrigen ergibt sich aus Ziffer. 5.4 des Anschlussvertrags, dass auf ver-

spätete Zahlungen ohne Mahnung eine Zinsbelastung erfolgt (KB 1). Das 

Datum vom 11. Mai 2021 als Beginn des Zinsenlaufs ist somit nicht zu be-

anstanden. Dass eine von Art. 104 Abs. 1 OR abweichende Vereinbarung 

betreffend die Höhe des Verzugszinses getroffen wurde, wird weder gel-

tend gemacht noch ergibt sich dies aus den Akten. Der geltend gemachte 

Verzugszinssatz von 5 % ist somit nicht zu beanstanden.  

 

 - 8 - 

 

 

 

5. 

Zusammenfassend ist die Beklagte gemäss den vorstehenden Erwägun-

gen verpflichtet, der Klägerin den Betrag von Fr. 10'388.40 zuzüglich Zins 

zu 5 % ab 11. Mai 2021 sowie Umtriebsentschädigungen von Fr. 1'100.00 

zu bezahlen.  

 

Der in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts B. gegen 

den Zahlungsbefehl vom 12. Mai 2021 erhobene Rechtsvorschlag ist in die-

sem Umfang aufzuheben.  

 

Soweit die Klägerin mehr verlangt, ist die Klage abzuweisen. 

 

6. 

6.1. 

Das Verfahren ist in der Regel kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG). Die Ein-

schränkung der Kostenfreiheit im Falle mutwilliger oder leichtsinniger Pro-

zessführung ist als allgemeiner prozessualer Grundsatz des Bundessozial-

versicherungsrechts anerkannt (BGE 118 V 316 E. 3c S. 318 f.). Im Zusam-

menhang mit Prämienstreitigkeiten im Bereich der beruflichen Vorsorge ist 

aufgrund der besonderen Natur des Verfahrens bei der Beurteilung der 

Mutwilligkeit rechtsprechungsgemäss nicht nur auf das Verhalten des Zah-

lungspflichtigen im gerichtlichen Verfahren abzustellen, sondern auch des-

sen Verhalten im vorprozessualen Stadium mitzuberücksichtigen 

(BGE 124 V 285 E. 4b S. 289). Wer als Arbeitgeber oder Versicherter 

Rechnungen und Mahnungen nicht beachtet, sich deswegen von der Vor-

sorgeeinrichtung betreiben lässt und diese mittels Rechtsvorschlags 

zwingt, den Rechtsweg zu beschreiten, handelt mutwillig. Eine solche Pro-

zessverursachung, welche insgesamt auf eine Verzögerungstaktik des 

Zahlungspflichtigen hinausläuft, darf durch Auferlegen von Gerichtskosten 

sanktioniert werden (BGE 124 V 285 E. 4b S. 289 f.). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Trotz mehrmaliger Mahnungen beglich die Beklagte den Prämienausstand 

nicht. Nachdem die Klägerin die Betreibung für die offenen Prämienforde-

rungen eingeleitet hatte, erhob die Beklagte Rechtsvorschlag. Im hängigen 

Klageverfahren liess sich die Beklagte vor Gericht jedoch nicht vernehmen. 

Unter Berücksichtigung des vorprozessualen Stadiums ist das Verhalten 

der Beklagten, welche nichts zur Klärung des Sachverhalts beitrug, son-

dern die Zahlung der von ihr nicht beanstandeten Personalvorsorgebei-

träge verweigerte und die Klägerin mittels Rechtsvorschlags zwang, den 

Rechtsweg zu beschreiten, als mutwillig zu betrachten. 

 

 - 9 - 

 

 

 

6.2.2. 

Dementsprechend sind der Beklagten wegen mutwilliger Prozessführung 

die Verfahrenskosten von Fr. 575.00 aufzuerlegen. Diese setzen sich zu-

sammen aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 400.00 gemäss § 22  

Abs. 1 lit. e des Verfahrenskostendekrets (VKD; SAR 221.150) sowie der 

ordentlichen Kanzleigebühr (§ 25 VKD) und einem Auslagenersatz (§ 28 

VKD) von Fr. 175.00. 

 

6.2.3. 

Gemäss Rechtsprechung haben bei mutwilliger oder leichtsinniger Pro-

zessführung durch die versicherte Person die obsiegenden Sozialversiche-

rer, Anspruch auf eine Parteientschädigung, soweit sie anwaltlich vertreten 

sind (BGE 126 V 143 E. 4a S. 150 f.). Ist eine Vorsorgeeinrichtung nicht 

anwaltlich vertreten, besteht ein Parteientschädigungsanspruch nur, wenn 

es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt. Zusätz-

lich muss die Interessenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig 

machen, der den Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- 

und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angele-

genheiten auf sich zu nehmen hat; erforderlich ist somit ein Arbeitsauf-

wand, welcher die normale (z.B. erwerbliche) Betätigung während einiger 

Zeit erheblich beeinträchtigt. Schliesslich hat zwischen dem betriebenen 

Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges Ver-

hältnis zu bestehen (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207). 

 

Die eingereichte Klage beschränkte sich vorliegend auf vier Seiten und die 

Einreichung der dazugehörigen Unterlagen. Sie lag damit im Rahmen des 

für eine Vorsorgeeinrichtung üblichen Inkassoaufwands. Der nicht anwalt-

lich vertretenen Klägerin steht folglich kein Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klä-

gerin den Betrag von Fr. 10'388.40 zuzüglich Zins zu 5 % ab 11. Mai 2021 

sowie den Betrag von Fr. 1'100.00 zu bezahlen.  

 

2. 

Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betrei-

bungsamtes B. (Zahlungsbefehl vom 12. Mai 2021) wird im Umfang von 

Fr. 11'488.40 zuzüglich Zins zu 5 % auf dem Betrag von Fr. 10'388.40 ab 

11. Mai 2021 beseitigt. 

 

3. 

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

 - 10 - 

 

 

 

 

4. 

Die Beklagte hat die Verfahrenskosten von gesamthaft Fr. 575.00, beste-

hend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 400.00 sowie einer Kanzleigebühr 

und einem Auslagenersatz von Fr. 175.00, zu bezahlen. 

 

5. 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Klägerin    

die Beklagte    

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 
   

Aarau, 21. April 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Güntert 

 

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