# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdb71b06-d74e-5334-b3de-dc242944b99a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.04.2015 RT150041
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT150041_2015-04-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RT150041-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter  

Dr. H. A. Müller und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. J. Freiburghaus 

Urteil vom 21. April 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Gesuchsteller und Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et lic. rer. publ. Y2._____ 

 

betreffend Rechtsöffnung   
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren am Bezirksgericht Meilen vom 9. Februar 2015 (EB140391-G) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien standen seit Mai 2012 vor dem Bezirkgsgericht Meilen in einem 

Forderungsprozess (Geschäftsnummer CG120015). Mit Vereinbarung vom 

3./4. März 2013 (Urk. 4/2) verpflichtete sich die Gesuchsgegnerin und Beschwer-

deführerin (fortan Gesuchsgegnerin), dem Gesuchsteller und Beschwerdegegner 

(fortan Gesuchsteller) einen Schadenersatzbetrag von Fr. 3'109'334.– samt fol-

genden Zinsen zu bezahlen: 

5 % Zins  
auf Fr.  18'000.– seit 10.06.2005 
auf Fr.  132'000.– seit 22.08.2005 
auf Fr.  49'296.– seit 17.03.2006 
auf Fr.  39'790.– seit 21.03.2006 
auf Fr.  50'000.– seit 17.08.2006 
auf Fr.  160'000.– seit 30.10.2006 
auf Fr.  43'300.– seit 08.11.2006 
auf Fr.  15'000.– seit 01.12.2006 
auf Fr.  20'000.– seit 06.02.2007 
auf Fr.  6'500.– seit 28.02.2007 
auf Fr.  40'160.– seit 28.02.2007 
auf Fr.  45'238.– seit 22.03.2007 
auf Fr.  28'500.– seit 05.04.2007 
auf Fr.  83'250.– seit 24.04.2007 
auf Fr.  79'000.– seit 18.06.2007 
auf Fr.  25'000.– seit 04.07.2007 
auf Fr.  5'000.– seit 19.09.2007 
auf Fr.  20'000.– seit 11.10.2007 
auf Fr.  22'000.– seit 16.11.2007 
auf Fr.  250'000.– seit 03.12.2007 
auf Fr.  54'000.– seit 26.03.2008 
auf Fr.  45'000.– seit 18.04.2008 
auf Fr.  110'000.– seit 05.05.2008 
auf Fr.  31'500.– seit 07.05.2008 
auf Fr.  8'000.– seit 09.05.2008 
auf Fr.  8'000.– seit 21.05.2008 
auf Fr.  16'000.– seit 30.05.2008 
auf Fr.  1'000.– seit 23.07.2008 
auf Fr.  30'000.– seit 13.01.2009 
auf Fr.  200'000.– seit 16.01.2009 
auf Fr.  5'000.– seit 16.01.2009 

- 3 - 

auf Fr.  5'000.– seit 22.01.2009 
auf Fr.  250'000.– seit 11.02.2009 
auf Fr.  35'000.– seit 13.02.2009 
auf Fr.  77'200.– seit 11.03.2009 
auf Fr.  20'000.– seit 12.03.2009 
auf Fr.  30'940.– seit 23.03.2009 
auf Fr.  53'756.– seit 09.04.2009 
auf Fr.  17'396.– seit 08.05.2009 
auf Fr.  54'000.– seit 08.05.2009 
auf Fr.  10'000.– seit 11.05.2009 
auf Fr.  5'000.– seit 29.05.2009 
auf Fr.  381'000.– seit 31.05.2009 
auf Fr.  16'500.– seit 11.06.2009 
auf Fr.  6'500.– seit 11.06.2009 
auf Fr.  25'003.– seit 23.06.2009 
auf Fr.  43'932.– seit 24.06.2009 
auf Fr.  10'670.– seit 24.06.2009 
auf Fr.  5'000.– seit 24.06.2009 
auf Fr.  5'000.– seit 01.07.2009 
auf Fr.  10'000.– seit 10.08.2009 
auf Fr.  50'000.– seit 04.09.2009 
auf Fr.  40'000.– seit 07.09.2009 
auf Fr.  5'000.– seit 15.09.2009 
auf Fr.  5'344.– seit 15.09.2009 
auf Fr.  3'000.– seit 28.09.2009 
auf Fr.  30'000.– seit 21.10.2009 
auf Fr.  10'000.– seit 03.11.2009 
auf Fr.  25'000.– seit 05.11.2009 
auf Fr.  9'500.– seit 18.12.2009 
auf Fr.  55'000.– seit 23.12.2009 
auf Fr.  20'000.– seit 08.02.2010 
auf Fr.  43'500.– seit 12.03.2010 
auf Fr.  32'000.− seit 01.04.2010 
auf Fr.  78'559.− seit 19.04.2010 

 Gemäss Ziffer 5 dieser Vereinbarung verpflichtete sich der Gesuchsteller, 

die in dieser Sache gegen die Gesuchsgegnerin angehobene Betreibung (Nr. …) 

bis 31. März 2013 beim Betreibungsamt Meilen-Herrliberg-Erlenbach zurückzu-

ziehen.  

 In Ziffer 6 der Vereinbarung hielten die Parteien fest, unter welchen Voraus-

setzungen der Gesuchsteller gegen die Gesuchsgegnerin erneut Betreibung an-

heben darf. Diese Ziffer lautet wie folgt: 

- 4 - 

 "6  Der Kläger erklärt sich bereit, künftig gegen die Beklagte nur dann die Betrei-

bung anzuheben, wenn: 

6.1 die Beklagte ihrer Informationspflicht gemäss Ziff. 4 dieser Vereinba-

rung nicht nachkommt; 

6.2 die Beklagte dem Kläger nicht innert 7 Tagen nach schriftlicher Auffor-

derung eine schriftliche Verjährungsverzichtserklärung für Schadenersatzforde-

rungen aus dem der Klage zugrunde liegenden Sachverhalt aushändigt; oder 

6.3 eine solche Verjährungsverzichtserklärung durch die Beklagte die 

Rechtsansprüche des Klägers nach dessen Ansicht nicht vollständig wahren 

kann." 

2. Das Verfahren CG120015 wurde gestützt auf die Vereinbarung vom 

3./4. März 2013 mit Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichts Meilen vom 

20. März 2013 abgeschrieben (Urk. 4/1). 

3. Mit Schreiben vom 14. Juli 2014 teilte der Gesuchsteller der Gesuchsgegne-

rin mit, dass er mit einer Verjährungsverzichtserklärung seine Rechtsansprüche 

nicht mehr vollständig wahren könne und kündigte die Betreibung an, wobei er 

folgendes festhielt (Urk. 22):  

 "Mittlerweile haben wir erfahren, dass anscheinend Frau A._____ im August 2009 
zwei zuvor im Miteigentum gehaltene Liegenschaften an ihren Ehemann als Al-

leineigentümer übertragen hat. Wir schliessen nicht aus, dass darin ein Anfech-

tungstatbestand gemäss Art. 288 SchKG verwirklicht ist, womit die betroffenen 

Liegenschaften der Zwangsverwertung zugänglich wären. 

 Mit einer Verjährungsverzichtserklärung, wie sie in Ziff. 6.2 der Vergleichsvereinba-

rung vom 20. März 2013 [recte 3./4. März 2013] vorgesehen ist, kann Herr 

B._____ zum heutigen Zeitpunkt seine Rechtsansprüche nicht mehr vollständig 

wahren. Im Einklang mit Ziff. 6.3 der Vergleichsvereinbarung behalten wir uns da-

her vor, in Kürze gegen A._____ die Betreibung einzuleiten." 

4. Vor Abschluss des vorerwähnten Vergleichs unterzeichnete die Gesuchs-

gegnerin am 25. Februar 2013 eine Urkunde mit dem Titel "Schuldanerkennung", 

worin sie anerkannte, dem Gesuchsteller unbedingt und zusätzlich zu der Forde-

- 5 - 

rung, welche Gegenstand des damals noch hängigen Verfahrens CG120015 war, 

Schadenersatz im Betrag von Fr. 2'000'000.– zu schulden (Urk. 4/3). 

5. Der Gesuchsteller leitete am 5. August 2014 beim Betreibungsamt Meilen-

Herrliberg-Erlenbach für die Forderung von Fr. 3'109'334.– samt Zinsen sowie für 

die Forderung von Fr. 2'000'000.– Betreibung ein. Die Gesuchsgegnerin erhob 

dagegen Rechtsvorschlag (Urk. 3).  

6. Mit Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 

Meilen vom 9. Februar 2015 wurde dem Gesuchsteller in der Betreibung Nr. … 

des Betreibungsamtes Meilen-Herrliberg-Erlenbach (Zahlungsbefehl vom 

5. August 2014) für Fr. 3'109'334.– samt die eingangs aufgeführten Zinsen und 

die Betreibungskosten sowie für 3/5 der Kosten und Entschädigung gemäss Ziff. 3 

bis 6 definitive Rechtsöffnung und für Fr. 2'000'000.–, die Betreibungskosten so-

wie für 2/5 der Kosten und Entschädigung gemäss Ziff. 3 bis 6 provisorische 

Rechtsöffnung erteilt (Urk. 29). Gegen diesen Entscheid erhob die Gesuchsgeg-

nerin mit Eingabe vom 26. Februar 2015 (Poststempel) rechtzeitig Beschwerde 

mit folgenden Anträgen (Urk. 28 S. 1):  

"1. Die definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. ... des Betrei-
bungsamtes Meilen-Herrliberg-Erlenbach, Zahlungsbefehl vom 
5. August 2014 [sei] zu verweigern, eventuell sei die Betreibung 
einzustellen oder zur Einstellung der Betreibung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

 2. Die provisorische Rechtsöffnung in derselben Betreibung sei zu 
verweigern. Eventuell sei das Verfahren in diesem Punkt wegen 
eines aktenwidrigen Versehens an die VI zurückzuweisen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beider Instanzen zu Lasten 
des Klägers." 

7. Die Gesuchsgegnerin leistete den ihr mit Verfügung vom 6. März 2015 

(Urk. 31) auferlegten Kostenvorschuss innert Frist (Urk. 32). Da sich die Be-

schwerde sogleich als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf die Einholung 

einer Beschwerdeantwort der Gegenpartei verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 

ZPO). 

- 6 - 

II.  

A. Prozessuales 

1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

Im Beschwerdeverfahren gilt das Rügeprinzip (Freiburghaus/Afheldt in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 321 N 15), d.h. die Be-

schwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln (un-

richtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver-

halts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. 

2. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind 

ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Dies wird mit dem Charakter der Be-

schwerde begründet, die sich als ausserordentliches Rechtsmittel im Wesentli-

chen auf die Rechtskontrolle beschränkt und nicht das erstinstanzliche Verfahren 

fortsetzen soll. Das Novenverbot ist umfassend und gilt sowohl für echte wie auch 

für unechte Noven (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-

berger [Hrsg.], a.a.O., N 3 f. zu Art. 326). Entsprechend ist der erstmals in der Be-

schwerdebegründung gestellte Eventualantrag der Gesuchsgegnerin (Urk. 28 S. 1 

und 3), wonach die Betreibung gestützt auf Art. 85 SchKG einzustellen oder das 

Verfahren zur Einstellung der Betreibung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, 

von vornherein unbeachtlich.  

B. Gesuch um definitive Rechtsöffnung 

1. Der Gesuchsteller stützt sein Begehren um definitive Rechtsöffnung auf die 

von beiden Parteien unterzeichnete Vergleichsvereinbarung vom 3. bzw. 4. März 

2013 (Urk. 4/2) und den Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichts Meilen vom 

20. März 2013, mit welchem das zwischen den Parteien dort hängig gewesene 

Verfahren Nr. CG120015 gestützt auf diese Vereinbarung abgeschrieben wurde 

(Urk. 4/1). Es ist unbestritten, dass der Gesuchsteller mit diesen beiden Urkunden 

über einen gültigen definitiven Rechtsöffnungstitel nach Art. 80 Abs. 2 Ziff. 1 

SchKG sowohl für die Haupt- als auch für die Zinsforderung verfügt. 

- 7 - 

2. Liegt ein gerichtlicher Vergleich im Sinne von Art. 80 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG 

vor, kann sich der Schuldner gegen die Rechtsöffnung nur noch in engen Gren-

zen zur Wehr setzen. So kann er durch Urkunden beweisen, dass die Schuld seit 

Erlass des Entscheids getilgt oder gestundet worden ist oder er kann die Verjäh-

rung anrufen (Art. 81 Abs. 1 SchKG; vgl. zum Ganzen BGE 130 III 125 E. 2).  

3. Vorliegend ist umstritten, ob der Gesuchsteller gestützt auf Ziff. 6 der Ver-

einbarung vom 3./4. März 2013 zur zwangsweisen Durchsetzung der genannten 

Forderung befugt ist. 

4. Die Gesuchsgegnerin bezeichnete die Klausel gemäss Ziffer 6 der Vereinba-

rung vor Vorinstanz als "pactum de non petendo", welches naturgemäss auch ei-

ne Stundung enthalte (Urk. 24 S. 2). Weiter stellte sie sich auf den Standpunkt, 

dass dem Gesuchsteller bereits zum Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses be-

kannt gewesen sei, dass möglicherweise ein Anfechtungstatbestand im Sinne von 

Art. 288 SchKG vorliege. Die Einleitung einer neuen Betreibung gestützt auf einen 

Umstand, welcher schon zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bekannt gewe-

sen sei, sei nicht zulässig. Mit der Verpflichtung zum Rückzug der Betreibung sei 

im Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses die Grundlage für einen Anfechtungsan-

spruch dahingefallen. Dies sei für sie für den Abschluss der Vereinbarung zentral 

gewesen (Urk. 24 S. 2 f.) 

5. Die Vorinstanz hielt fest, dass die Vereinbarung gemäss Ziffer 6.3 des Ver-

gleichs vom 3./4. März 2013 nicht die Fälligkeit der Forderung betreffe. Es handle 

sich dabei nicht um eine Stundungsabrede, sondern um eine zusätzliche Zah-

lungsfrist für eine an sich fällige Schuld. Eine solche habe für die Frage der Ertei-

lung der Rechtsöffnung allerdings die gleiche Wirkung wie eine Stundung: Der 

Gläubiger dürfe vor Ablauf dieser Frist weder die Betreibung anheben noch das 

Rechtsöffnungsbegehren stellen. Wenn vereinbart werde, dass die Betreibungs-

anhebung seitens des Gesuchstellers trotz allfälliger Verjährungsverzichtserklä-

rung der Gesuchsgegnerin nur zulässig sei, wenn dieser seine Rechtsansprüche 

nach eigener Ansicht nicht wahren könne, so bleibe es entsprechend dem Wort-

laut der Vergleichsklausel in Ziff. 6.3 dem Gesuchsteller überlassen, darüber zu 

entscheiden, zu welchem Zeitpunkt er seine Rechtsansprüche gefährdet sehe 

- 8 - 

und – wie vorliegend geschehen – die Betreibung anhebe. Ob seine Einschät-

zung, wonach eine Verjährungsverzichtserklärung der Gesuchsgegnerin seine 

Rechtsansprüche nicht vollständig zu wahren vermöge, durch nach Abschluss der 

Vereinbarung eingetretene Tatsachen beeinflusst werde, oder ob der Gesuchstel-

ler bei Vergleichsabschluss bereits bekannte Tatsachen heute anders beurteile, 

sei dabei gemäss dem klaren Wortlaut des Vergleichs nicht von Belang. Vielmehr 

bleibe es – wie bereits ausgeführt – alleine der Einschätzung und dem Willen des 

Gesuchstellers überlassen, die Betreibung anzuheben (Urk. 29 S. 6). 

6. Die Gesuchsgegnerin macht in ihrer Beschwerdeschrift geltend, die Betrei-

bungseinleitung sei vergleichswidrig. Die Vorinstanz habe den Vergleich falsch 

ausgelegt. Sie beschränke sich in ihrer Argumentation auf den Wortlaut von Ziffer 

6 und lasse damit unberücksichtigt, dass ein Vertrag stets als Ganzes zu beurtei-

len sei. Sie beanstandet insbesondere die vorinstanzliche Auffassung, wonach 

nicht von Belang sei, ob der Gesuchsteller durch vor oder nach Vergleichsab-

schluss bekannte Tatsachen zur erneuten Betreibung veranlasst werde. Weiter 

rügt die Gesuchsgegnerin, dass der Gesuchsteller nicht dargetan habe, dass eine 

Verjährungsverzichtserklärung nicht genüge, um seine Rechtsansprüche voll-

ständig zu wahren (Urk. 28 S. 3).  

7. Der Inhalt eines Vertrages ist durch Vertragsauslegung zu bestimmen. Ziel 

der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den übereinstimmenden wirklichen 

Willen der Parteien festzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Wenn eine tatsächliche 

Willensübereinstimmung nicht behauptet wird oder unbewiesen bleibt, sind zur 

Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien auf-

grund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und 

Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und 

mussten (BGE 122 III 426 E. 5 S. 429 f.). Bei der objektivierten Vertragsausle-

gung nach dem Vertrauensprinzip wird der rechtliche Konsens ermittelt; dement-

sprechend ist die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip Rechtsfrage (BGE 135 

III 410 E. 3.2 S. 412 f., BGE 132 III 626 E. 3.1 S. 632, je mit Hinweisen). Es ist auf 

den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses abzustellen. Nachträgliches Parteiverhal-

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ten ist bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip nicht von Bedeutung (BGE 

132 III 626 E. 3.1; BGE 129 III 675 E. 2.3 S. 680).  

8. Nachdem vorliegend kein tatsächlicher Konsens behauptet wurde, hat die 

Vorinstanz zutreffend den rechtlichen Konsens durch Auslegung des Vertrags 

nach dem Vertrauensprinzip ermittelt. Ausgangspunkt jeder Vertragsauslegung 

bildet der Wortlaut. Aufgrund des klaren Wortlauts der fraglichen Klausel ist die 

Vorinstanz zutreffend zum Ergebnis gelangt, dass es dem Gesuchsteller überlas-

sen bleibt, darüber zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt er seine Rechtsansprü-

che gefährdet sieht und deshalb Betreibung anhebt, wobei sein Entscheid sowohl 

durch Tatsachen, welche bei Vergleichsabschluss bereits bestanden haben, als 

auch durch solche, welche nach Abschluss der Vereinbarung eingetreten sind, 

beeinflusst werden kann. Die Argumentation der Gesuchsgegnerin, wonach es für 

sie beim Abschluss der Vereinbarung zentral gewesen sei, dass mit der Verpflich-

tung zum Rückzug der Betreibung die Grundlage für einen Anfechtungsanspruch 

dahingefallen sei, deckt sich nicht mit dem Vereinbarungsinhalt. Sollte dem so 

gewesen sein, ist unerklärlich, weshalb die Gesuchsgegnerin der Einleitung einer 

erneuten Betreibung unter den in Ziffer 6 aufgeführten Voraussetzungen zuge-

stimmt hat. Auch findet das Vorbringen, wonach die Einleitung einer neuen Be-

treibung lediglich gestützt auf neue Tatsachen, nicht jedoch gestützt auf solche, 

welche im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bereits bekannt waren, zulässig 

sei, keine Stütze in der Vereinbarung. Zwar führt die Gesuchsgegnerin zutreffend 

aus, dass durch den Vergleich der Rechtsfrieden zwischen den Parteien aufgrund 

der damals vorhandenen Tatsachen wiederhergestellt wurde. Dies bedeutet je-

doch nicht, dass der Gesuchsteller seine Einschätzung, ob eine Verjährungsver-

zichtserklärung genügend ist, um seine Rechtsansprüche zu wahren, lediglich auf 

Tatsachen stützen darf, welche nach Vergleichsabschluss entstanden sind.  

9. Unzutreffend ist sodann die Rüge, der Gesuchsteller habe nicht dargetan, 

dass eine Verjährungsverzichtserklärung nicht genüge, um seine Rechtsansprü-

che vollständig zu wahren (Urk. 28 S. 3). Der Gesuchsteller hat die mit Schreiben 

vom 14. Juli 2014 angekündigte Betreibungseinleitung mit dem möglicherweise 

vorliegenden Anfechtungstatbestand gemäss Art. 288 SchKG infolge Übertragung 

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von zwei zuvor im Miteigentum gehaltenen Liegenschaften ins Alleineigentum des 

Ehemannes der Gesuchsgegnerin begründet. Diese Erklärung ist nachvollziehbar 

und einleuchtend.  

10. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Gesuchsgegnerin 

nichts Stichhaltiges gegen die Erteilung der definitiven Rechtsöffnung vorbringt, 

weshalb sich die Beschwerde in diesem Punkt als unbegründet erweist.  

C. Gesuch um provisorische Rechtsöffnung 

1. Der Gesuchsteller stützt sein Begehren um Erteilung der provisorischen 

Rechtsöffnung auf die durch die Gesuchsgegnerin am 25. Februar 2013 unter-

zeichnete Urkunde, worin diese anerkennt, dem Gesuchsgegner Schadenersatz 

in der Höhe von Fr. 2'000'000.– zu schulden (Urk. 4/3). 

2. Beruht die Forderung auf einer durch Unterschrift bekräftigten Schuldaner-

kennung, kann der Gläubiger die provisorische Rechtsöffnung verlangen (Art. 82 

Abs. 1 SchKG). Der Richter spricht dieselbe aus, sofern der Betriebene nicht Ein-

wendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht 

(Art. 82 Abs. 2 SchKG).  

3. Nachdem sich die Schuldanerkennung anforderungsgemäss über die Höhe 

der Forderung sowie über die Person des Schuldners und des Gläubigers aus-

spricht und gestützt auf Art. 75 OR ausserdem von der Fälligkeit der entspre-

chenden Forderung auszugehen ist, hat die Vorinstanz das Vorliegen eines gülti-

gen provisorischen Rechtsöffnungstitels zu Recht bejaht. 

4. Die Gesuchstellerin macht wie bereits vor Vorinstanz geltend, sie habe eine 

Schuldanerkennung für eine Nichtschuld unterzeichnet. Mit der Schuldanerken-

nung seien wohl sog. "punitive damages" anerkannt worden, welche in der 

Schweiz nicht existierten (Urk. 28 S. 4). Weiter beanstandet die Gesuchsgegne-

rin, dass die Vorinstanz ihre Einwendung, wonach sie die Schuld unter der Bedin-

gung anerkannt habe, dass sie auch wirklich eine Veruntreuung begangen habe, 

als verspätet vorgebracht qualifizierte (Urk. 28 S. 4).  

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5. Die Gesuchsgegnerin dringt mit diesen Einwendungen nicht durch. Wenn 

sie vorbringt, sie habe eine Nichtschuld unterzeichnet, so scheint die Gesuchs-

gegnerin zu verkennen, dass im provisorischen Rechtsöffnungsverfahren über 

den materiellen Bestand der Betreibungsforderung nicht zu entschieden ist, son-

dern lediglich darüber, ob die durch den Rechtsvorschlag gehemmte Betreibung 

weitergeführt werden darf (BGE 136 III 566 E. 3.3 S. 569 f.; 133 III 645 E. 5.3 S. 

653; 132 III 140 E. 4.1.1 S. 141 f.; Amonn/Walther, Grundriss des Schuldbetrei-

bungs- und Konkursrechts, 9. A., Bern 2013, § 19 Rz 22 und Rz 67). Im Rechts-

öffnungsverfahren geht es mithin (nur) um die Feststellung, ob ein Vollstreckungs-

titel vorliegt. Entsprechend würdigt der Rechtsöffnungsrichter nur die Beweiskraft 

der vorgelegten Urkunde, nicht aber den Bestand bzw. die Gültigkeit der darin 

anerkannten Forderung an sich. Die Beurteilung des materiellen Bestands der 

Forderung erfolgt (gegebenenfalls) erst im Anschluss an das Verfahren betreffend 

provisorische Rechtsöffnung und ist dem ordentlichen Richter im Aberkennungs- 

oder Anerkennungsprozess vorbehalten. 

6. Da das Rechtsöffnungsverfahren im summarischen Verfahren durchgeführt 

wird (Art. 251 lit. a ZPO) und deshalb neben der Stellungnahme zum Rechtsöff-

nungsgesuch grundsätzlich kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen ist (vgl. 

Art. 253 ZPO), haben die Parteien ihre Angriffs- und Verteidigungsmittel im Ge-

such bzw. in der Stellungnahme zum Gesuch beizubringen. Nachdem die Ge-

suchsgegnerin sich erstmals in ihrer Novenstellungnahme auf den Standpunkt 

gestellt hat, sie habe die Schuld nur unter der Bedingung anerkannt, dass sie 

auch wirklich eine Veruntreuung begangen habe, qualifizierte die Vorinstanz die-

ses Vorbringen zutreffend als verspätet. Selbst wenn die Einwendung allerdings 

zu beachten gewesen wäre, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhal-

ten, dass das Vorbringen im Wortlaut der Schuldanerkennung keinerlei Stütze fin-

det, sondern im Gegenteil ausdrücklich widerlegt wird, erklärt die Gesuchstellerin 

doch den Betrag von Fr. 2'000'000.– unbedingt zu schulden (vgl. Urk. 4/3 2. Ab-

schnitt, erste Zeile).  

7. Zusammenfassend vermögen die Einwendungen der Gesuchsgegnerin die 

Schuldanerkennung damit nicht zu entkräften, weshalb für die in Betreibung ge-

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setzte Forderung von Fr. 2'000'000.– zu Recht provisorische Rechtsöffnung erteilt 

wurde und sich die Beschwerde entsprechend auch in diesem Punkt als unbe-

gründet erweist. Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 

III. 

 Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind in Anwendung von Art. 

48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 3'000.– festzulegen und ausgangs-

gemäss der unterliegenden Gesuchsgegnerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 

ZPO). Für das Beschwerdeverfahren hat die Gesuchsgegnerin zufolge ihres Un-

terliegens keinen Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO); dem 

Gesuchsteller erwuchs kein erheblicher Aufwand (vgl. Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO). 

Demgemäss sind für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigungen zuzu-

sprechen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchsgegne-

rin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.  

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller unter Beilage 

des Doppels der Beschwerdeschrift (Urk. 28) sowie an das Bezirksgericht 

Meilen, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

- 13 - 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 5'109'344.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
 
Zürich, 21. April 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. J. Freiburghaus 
 
 
versandt am: js 

	Urteil vom 21. April 2015
	Erwägungen:
	I.

	5 % Zins  auf Fr.  18'000.– seit 10.06.2005 auf Fr.  132'000.– seit 22.08.2005 auf Fr.  49'296.– seit 17.03.2006 auf Fr.  39'790.– seit 21.03.2006 auf Fr.  50'000.– seit 17.08.2006 auf Fr.  160'000.– seit 30.10.2006 auf Fr.  43'300.– seit 08.11.2006 a...
	"6  Der Kläger erklärt sich bereit, künftig gegen die Beklagte nur dann die Betreibung anzuheben, wenn: 6.1 die Beklagte ihrer Informationspflicht gemäss Ziff. 4 dieser Vereinbarung nicht nachkommt; 6.2 die Beklagte dem Kläger nicht innert 7 Tagen na...
	II.
	2. Liegt ein gerichtlicher Vergleich im Sinne von Art. 80 Abs. 2 Ziff. 1 SchKG vor, kann sich der Schuldner gegen die Rechtsöffnung nur noch in engen Grenzen zur Wehr setzen. So kann er durch Urkunden beweisen, dass die Schuld seit Erlass des Entschei...
	III.

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchsgegnerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller unter Beilage des Doppels der Beschwerdeschrift (Urk. 28) sowie an das Bezirksgericht Meilen, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...