# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86f23ba6-7860-5397-be4d-bfdc26c6f69c
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.10.2022 VG.2022.00040 (VG.2022.1180)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2022-00040_2022-10-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Oktober 2022

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung: Gerichtspräsident
  MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Michael Schlegel, Verwaltungsrichterin
  Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2022.00040

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Dr.
    iur. Christoph Jäger und

    
	
    MLaw Thomas Geiger, Rechtsanwälte

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Abwasserverband Glarnerland

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Daniela Lutz und

    
	
    lic. iur. Alfred Müller, Rechtsanwälte

    

  
  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    B.______AG

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Elimination
  Mikroverunreinigungen (Umgebung Tiefbau)

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1
  Der Abwasserverband Glarnerland schrieb am 30. März 2022 unter dem
  Projekttitel "ARA Glarnerland: Umgebung Tiefbau" Bauarbeiten für
  Wasser- und Abwasserrohrleitungen, Strassenbauarbeiten und Strassenpflaster-
  sowie Asphaltarbeiten im Amtsblatt des Kantons Glarus und auf simap.ch im
  offenen Verfahren aus. Innert Eingabefrist gingen sechs Angebote ein. Die
  Offertöffnung erfolgte am 11. Mai 2022.

  
	
   

  
	
  1.2
  Nachdem der Abwasserverband Glarnerland bei den jeweiligen Anbietern
  verschiedene unklare Positionen bestätigen liess, erteilte er den Zuschlag
  der B.______AG. Dies zeigte er der A.______AG am 14. Juni 2022 an.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Dagegen gelangte die A.______AG mit Beschwerde vom 24. Juni 2022 ans
  Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom
  14. Juni 2022 sowie die Erteilung des Zuschlags an sie. Eventualiter sei
  die Sache zur Neubeurteilung an den Abwasserverband Glarnerland
  zurückzuweisen. Sodann sei der Beschwerde, vorab superprovisorisch, die
  aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr seien die vollständigen Akten,
  unter Vorbehalt berechtigter und begründeter Geheimhaltungsinteressen, zur
  Einsicht zuzustellen. Ferner sei das von ihr eingereichte Angebot vertraulich
  zu behandeln und nach Erhalt der Akten sei ihr im Rahmen eines zweiten
  Schriftenwechsels Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde zu ergänzen sowie zu
  den Eingaben des Abwasserverbands Glarnerland und der B.______AG Stellung zu
  nehmen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  2.2
  Das Verwaltungsgericht forderte den Abwasserverband Glarnerland am
  27. Juni 2022 auf, vorerst zur Frage der aufschiebenden Wirkung Stellung
  zu nehmen. Gleichentags lud es die B.______AG in das Verfahren bei. In der
  Folge äusserte sich der Abwasserverband Glarnerland am 7. Juli 2022
  sowohl zur Frage der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als auch zu den
  materiellen Vorbringen. Er ersuchte darum, die aufschiebende Wirkung der
  Beschwerde nicht zu erteilen, der A.______AG nur eine beschränkte
  Akteneinsicht zu gewähren und die Beschwerde im Übrigen abzuweisen; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der A.______AG. Die B.______AG
  liess sich innert Frist nicht vernehmen.

  
	
   

  
	
  2.3
  Der Verwaltungsgerichtspräsident gewährte der A.______AG mit Verfügung
  vom 19. Juli 2022 ein eingeschränktes Akteneinsichtsrecht und stellte
  ihr die Beschwerdeantwort des Glarner Abwasserverbands zu. In der Folge liess
  sich die A.______AG mit Replik vom 8. August 2022 erneut vernehmen, worauf
  der Abwasserverband Glarnerland am 27. August 2022 duplizierte. Beide hielten
  an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren fest. Die B.______AG liess sich
  innert Frist erneut nicht vernehmen.

  
	
   

  
	
  2.4
  Am 9. September 2022 reichte die A.______AG eine Kostennote ein. Dies unter
  Hinweis, dass sie die Ausführungen des Abwasserverbands Glarnerland bestreite,
  mit Blick auf das Beschleunigungsgebot aber auf weitere Vorbringen verzichte.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 3 f.
  der Vereinbarung über Bau und Betrieb der gemeinsamen zentralen
  Abwasserreinigungsanlage in Bilten vom 19. Juli 1977 (ARA-Vereinbarung)
  i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 35 f. des
  kantonalen Submissionsgesetzes vom 4. Mai 1997 (SubmG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

   

  1.2 Gemäss Art. 37 Abs. 1 SubmG können mit der
  Beschwerde Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch
  des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Eine Angemessenheitskontrolle
  bleibt dem Verwaltungsgericht hingegen verwehrt (Art. 37 Abs. 2 SubmG
  und Art. 16 Abs. 1 f. der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche
  Beschaffungswesen vom 25. November 1994 bzw. vom 15. März 2001 [IVöB]).

   

  
	
  1.3 Da vorliegend der Entscheid in der Sache ergeht,
  muss über das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
  nicht mehr entschieden werden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der
  Beschwerdegegner habe bislang nicht rechtsgenüglich begründet, weshalb der
  Zuschlag der Beigeladenen und nicht ihr erteilt worden sei. Aus der
  Zuschlagsverfügung vom 14. Juni 2022 ergebe sich entgegen Art. 32 SubmG
  nämlich nicht, wie ihr Angebot sowie jenes der Beigeladenen bewertet worden
  sei. Um dies zu erfahren, sei sie in das vorliegende Verfahren gedrängt
  worden, womit ihr rechtliches Gehör verletzt worden sei. Sodann seien die
  eingereichten Angebote nicht durch ein unabhängiges Expertengremium beurteilt
  worden. Vielmehr handle es sich bei C.______, welcher sich anlässlich eines
  Telefonats kritisch zu ihrem Angebot geäussert habe, um einen ihrer
  ehemaligen Mitarbeiter. Da bereits der Anschein der Befangenheit genüge, um
  die Voreingenommenheit der Vergabestelle zu begründen, hätte dieser in den
  Ausstand treten müssen. Darüber hinaus habe C.______ alleine die
  eingegangenen Angebote bewertet. Dies sei unzulässig, weil hierfür ein
  Expertengremium mit mehreren Personen vorgeschrieben sei. Folglich beruhe der
  Vergabeantrag auf einer Einzelentscheidung, wofür auch der Umstand spreche,
  dass nur C.______ anlässlich des Debriefings erwähnt worden sei und dessen
  Kürzel im Vergabeantrag an erster Stelle stehe. Es seien keine anderen Vertreter
  der D.______GmbH in die Entscheidfindung eingebunden gewesen. Vielmehr habe
  C.______ selbst anlässlich der Projektoberleitungssitzung (nachfolgend:
  POL-Sitzung) vom 25. Mai 2022 massgebenden Einfluss darauf gehabt. Ferner sei
  die Beigeladene vom Vergabeverfahren auszuschliessen. Ihre eingereichten
  Referenzobjekte würden die geforderten Bauarbeiten nicht umfassen, womit das
  Eignungskriterium nicht erfüllt sei. Sowohl das von der Beigeladenen
  angegebene Spitalprojekt als auch das Trennsystem Strassen enthielten
  lediglich Strassen- sowie Belagsarbeiten, hingegen keine wasserbaulichen
  Massnahmen. Hinzu komme, dass eines der beiden Referenzobjekte am 11. Januar
  2022 bzw. in den letzten fünf Jahren noch nicht ausgeführt und
  abgenommen worden sei. Des Weiteren werde durch die vom Beschwerdegegner
  gewählte Berechnungsformel die Gewichtung des Zuschlagskriteriums
  "Preis" verwässert, was unzulässig sei. Schliesslich seien die
  Subkriterien der beiden Zuschlagskriterien nicht zum Voraus bekannt gegeben
  worden, womit das Transparenzgebot verletzt worden sei. Beim
  Zuschlagskriterium "Qualität der Firma und des Personals" sei das
  Subkriterium "Firmenreferenzen" gegenüber demjenigen der
  "Schlüsselpersonen" zudem doppelt gewichtet worden, wofür keine
  triftigen Gründe bestünden. Vielmehr sei mangels einer vorgängig angezeigten
  Gewichtung davon auszugehen, dass diese gleich gewichtet würden. Im Übrigen
  sei die Benotung der Zuschlagskriterien fehlerhaft erfolgt. Obschon in der
  Ausschreibung angekündigt worden sei, dass neben dem Preis die weiteren
  Zusatzkriterien nur mit ganzen Noten bewertet würden, sei der
  Beschwerdegegner von Zwischenergebnissen mit Dezimalstellen ausgegangen.
  Darüber hinaus hätte der Beschwerdegegner, soweit Unternoten als zulässig
  erachtet würden, einheitliche Rundungsregeln anwenden müssen. Indem er die
  Zwischenergebnisse teilweise auf Zehntel gerundet, beim Gesamtergebnis aber
  auf Hundertstel abgestellt habe, erscheine das Ergebnis willkürlich und nicht
  sachgerecht. Insgesamt hätte der Zuschlag deshalb ihr, der
  Beschwerdeführerin, erteilt werden müssen.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdegegner führt aus, in
  verschiedenen Offerten seien teilweise ungewöhnlich tiefe Preise angegeben
  worden, weshalb diese als Platzhalterpreise hätten eingestuft werden müssen.
  Anstatt diese Anbieter, unter anderem auch die Beschwerdeführerin, aber vom
  Vergabeverfahren auszuschliessen, habe sie eine ausdrückliche Bestätigung
  dieser Preise eingefordert. In der Folge habe sie die Offerten bewertet,
  wobei das Angebot der Beigeladenen das wirtschaftlich günstigste gewesen sei,
  was sie entsprechend eröffnet habe. Nach Zustellung der Zuschlagsverfügung
  habe sie mit der Beschwerdeführerin ein Debriefing durchgeführt, anlässlich
  welchem sie mündlich erörtert habe, aus welchen Gründen der Zuschlag an die
  Beigeladene erfolgt sei. Folglich liege keine Gehörsverletzung vor, wobei
  eine solche im vorliegenden Beschwerdeverfahren ohnehin geheilt würde. Des
  Weiteren seien die eingegangenen Offerten von einem Gremium beurteilt worden,
  weshalb keine Einzelentscheidung vorliege. Diesem habe auch C.______
  angehört, welcher entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht für
  diese tätig gewesen sei. Einzig die kritische Haltung von C.______ oder die
  Aussage, wonach dessen Kürzel auf eine Befangenheit hindeute, sprächen
  zumindest noch nicht für das Vorliegen eines Ausstandsgrunds. Somit sei ihr
  Vorgehen nicht zu beanstanden und es liege kein Ausstandsgrund vor, was die
  Beschwerdeführerin im Übrigen nicht zu widerlegen vermöge. Darüber hinaus
  sehe das Gesetz eine Beteiligung von zwei Vertretern einzig bei der
  Offertöffnung vor, weshalb Sachverständige ohne Weiteres hätten beigezogen
  werden dürfen. Sodann hätten sowohl die Beschwerdeführerin als auch die
  Beigeladene das Eignungskriterium durch den Nachweis von zwei
  rechtsgenüglichen Referenzobjekten erfüllt. Es könne der Beschwerdeführerin
  nicht darin gefolgt werden, dass diejenigen der Beigeladenen den
  Ausschreibungsanforderungen nicht genügen würden. Vielmehr seien sie innert
  dem gewünschten Zeitfenster realisiert oder abgenommen worden und enthielten
  die gewünschten Arbeiten, wobei darauf hinzuweisen sei, dass die
  Vergleichbarkeit ein Bewertungs- und kein Eignungskriterium sei. Weiter habe
  sie die Preisbewertungsformel in den Wettbewerbsunterlagen publiziert und entsprechend
  angewendet. Diese könne unter der Geltung des strengen Formalismus im
  Vergaberecht nicht nachträglich abgeändert werden, würde dadurch doch
  ergebnisorientiert in die Wettbewerbsregeln eingegriffen. Ferner sei die
  Bewertung des Zuschlagskriteriums "Qualität der Firma und des
  Personals" nicht zu beanstanden. Insbesondere sei die unterschiedliche
  Gewichtung zwischen der Firmenqualität und den Schlüsselpersonen
  gerechtfertigt, da Schlüsselpersonen ändern könnten, die Firma aber nicht. Die
  Gesamtbewertung sei damit rechtmässig erfolgt, wobei teilweise sogar zu
  Ungunsten der Mitbeteiligten entschieden worden sei. Die Ergebnisse seien
  zwar äusserst knapp. Indessen sei die Beurteilung der Angebote in keiner
  Weise als rechtsfehlerhaft zu qualifizieren. Es treffe zu, dass die Noten nur
  in Bruchteilen aufgeführt seien. Dies sei aber lediglich dann der Fall, wenn
  sie den Durchschnitt von Zwischenwerten ausdrückten, was einer verbreiteten
  Praxis entspreche und gewährleiste, dass die Ergebnisse nicht verfälscht
  würden. Insbesondere bei einem knappen Ergebnis wie dem vorliegenden sei es
  sinnvoll und sachgerecht, eine Berechnung mit den nicht gerundeten Werten
  vorzunehmen, damit die Ergebnisse nicht verzerrt würden. Im Übrigen seien
  sämtliche Haupt- und Subkriterien rechtskonform bekannt gegeben worden, wobei
  bereits bei Unterkriterien keine vorgängige Bekanntgabe erfolgen müsse,
  soweit sie das publizierte Kriterium lediglich konkretisierten. Es genüge,
  wenn ersichtlich sei, dass Aspekte eines Angebots für die Bewertung
  wesentlich seien und es bestehe keine Pflicht zur Bekanntgabe, nach welchen
  Gesichtspunkten die publizierten Unterkriterien weiter verfeinert worden
  seien, zumal es sich hierbei typischerweise um Aspekte handle, die der
  Konkretisierung dienten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Begründungspflicht ist Bestandteil des
  verfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2
  der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
  [BV]). Der Auftraggeber eröffnet den Anbietern den Zuschlag mittels einer
  kurzen Begründung, welche das Resultat der Submission beinhaltet. Sämtliche
  Anbieter werden aufgelistet und die Nettoangebotspreise der bereinigten
  Offerten angegeben (Art. 32 SubmG). Der Umfang der Begründung hängt im Einzelfall
  entscheidend davon ab, wie weit verschiedene Zuschlagskriterien zu
  berücksichtigen, zu gewichten und zu bewerten sind. Je grösser der
  Ermessensspielraum hinsichtlich der Bewertung der einzelnen Angebote ist,
  umso ausführlicher hat die Begründung des Zuschlagsentscheids zu sein, nicht
  zuletzt auch deshalb, weil dem Verwaltungsgericht als einzige kantonale
  Beschwerdeinstanz nach Art. 37 Abs. 2 SubmG eine Angemessenheitsprüfung
  entzogen ist (VGer-Verfügung VG.2014.00034 vom
  26. Mai 2014 E. II/3.2, nicht publiziert; VGer-Urteil
  VG.2010.00138 vom 6. Juli 2011 E. II/2c, mit Hinweis, publiziert in
  Amtsbericht 2011 des Regierungsrats und der Gerichte an den Landrat des
  Kantons Glarus, Nr. 178, S. 258 ff.). Jedenfalls soll der
  Betroffene durch den Entscheid erfahren, weshalb
  zu seinem Nachteil entschieden wurde. Daher muss der Entscheid grundsätzlich
  so begründet sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls sachgerecht
  anfechten kann, was nur möglich ist, wenn er sich über die Tragweite des
  Entscheids ein Bild machen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
  Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und
  auf welche sie ihren Entscheid stützt (BGE 129 I 232 E. 3.2, mit Hinweisen;
  vgl. auch VGer-Urteil VG.2016.00008 vom 13. April 2016 E. II/4.2).

  
	
   

  
	
  3.2
  Mit der Beschwerdeführerin ist darin einig zu gehen, dass dem angefochtenen
  Entscheid weder eine Aufstellung der eingegangenen Angebote noch die
  diesbezüglichen Bewertungen entnommen werden können. Insbesondere ergibt sich
  daraus nicht, inwiefern sich das Angebot der Beigeladenen von jenem der
  Beschwerdeführerin unterscheidet und aus welchem Grund dem Angebot der
  Beigeladenen der Zuschlag erteilt worden war. Aus den darin genannten
  allgemeinen Ausführungen, dass das Angebot der Beigeladenen ein
  wirtschaftlich günstigeres Angebot sei, dass es eine gute, umfassende und
  objektbezogene Auftragsanalyse enthalte und, dass es über vergleichbare
  Referenzen und gute bis sehr gute Referenzauskünfte verfüge, kann die
  Beschwerdeführerin nicht herleiten, weshalb die Beigeladene die
  Zuschlagskriterien am besten oder besser erfüllt haben soll. Zwar hat der
  Beschwerdegegner die Zuschlagserteilung an die Beigeladene anlässlich eines
  mündlichen Gesprächs erläutert. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Beschwerdeführerin
  erst nach der vorliegenden Beschwerdeerhebung Einsicht in die Bewertung der
  eingereichten Angebote nehmen und dadurch die Bewertung der
  Zuschlagskriterien nachvollziehen konnte. Dies fällt umso schwerer ins
  Gewicht, als die Bewertungen der bestplatzierten drei Angebote sehr nahe
  beieinanderliegen, erhält doch die Beigeladene als Erstplatzierte die
  Note 4.5, die Beschwerdeführerin als Zweitplatzierte die Note 4.48
  und die Drittplatzierte die Note 4.42. Demgemäss mangelt es der
  Zuschlagsverfügung an einer rechtsgenüglichen Begründung, sodass die
  Beschwerdeführerin zur Wahrung ihres rechtlichen Gehörs auf die Erhebung
  einer Beschwerde angewiesen war.

  
	
   

  
	
  3.3
  Der Beschwerdegegner hat seine Unterlagen im vorliegenden Verfahren
  eingereicht und ausführlich begründet, wie er die Benotung der Angebote
  vornahm und weshalb er den Zuschlag der Beigeladenen erteilt hat. Durch die
  anschliessend gewährte (teilweise) Einsicht in die Akten und in die
  Vernehmlassung des Beschwerdegegners war die Beschwerdeführerin folglich in
  der Lage, sich in ihrer Replik vom 8. August 2022 umfassend zum Ergebnis
  der streitbetroffenen Vergabe zu äussern, womit der Begründungsmangel im
  vorliegenden Rechtsmittelverfahren geheilt wurde. Indessen weist die
  Beschwerdeführerin zu Recht daraufhin, dass die mangelhafte Begründung des
  Zuschlagsentscheids ungeachtet des Verfahrensausgangs bei der Kostenverlegung
  zu berücksichtigen ist (vgl. VGer-Urteil VG.2016.00008 vom 13. April
  2016 E. II/4.2.3, VG.2014.00034 vom 14. August 2014 E. II/2).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1
  Für den Ausstand und die Ablehnung von Mitgliedern der Vergabebehörde sind
  die Bestimmungen des VRG massgebend (vgl. Art. 8 SubmG). Gemäss Art. 13
  Abs. 1 VRG haben dabei Personen, die einen Entscheid vorbereiten oder
  treffen, unter anderem dann in den Ausstand zu treten, wenn sie in der
  eigenen Sache ein eigenes Interesse haben oder vom Ausgang des Verfahrens
  einen Vorteil oder Nachteil zu gewärtigen haben (lit. a), wenn sie Vertreter
  eines Beteiligten sind oder sonst für ihn in der gleichen Sache tätig sind
  oder waren (lit. c) oder wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen
  Freundschaft und Feindschaft mit einer Partei oder deren Vertreter,
  offensichtlich befangen sind (lit. e). Die Ausstandregeln gelten auch für
  Private, die im Auftrag der Vergabestelle im Zusammenhang mit dem
  Vergabeverfahren Tätigkeiten wahrnehmen, welche als Vorbereitung des
  Vergabeentscheids oder als direkte Mitwirkung bei diesem Entscheid
  einzustufen sind (Pandora Kunz-Notter, in Hans Rudolf Trüeb, Handkommentar zum
  Schweizerischen Beschaffungsrecht, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 13
  N. 5). Zur Annahme einer rechtlich unzulässigen Befangenheit genügt es,
  wenn die gegebenen Umstände den Anschein derselben entstehen lassen
  (BGE 137 II 431 E. 5.2). Das Vorliegen eines Ausstandsgrunds
  ist sodann umgehend zu rügen (vgl. Regina
  Kiener, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
  des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 5a N. 15 ff., 43; Peter Galli et al.,
  Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2013,
  Rz. 1072).

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1
  Aus Ziff. 1.3 der objektgebundenen Bestimmungen als Teil der
  Ausschreibungsunterlagen ergibt sich, dass der Beschwerdegegner als Bauherr
  im vorliegenden Ausschreibungsverfahren mit verschiedenen Unternehmungen
  zusammenarbeitete. So hat er für die Projekt- sowie Bauleitung die E.______AG
  und für die Fachbauleitung Umgebung die D.______GmbH beigezogen. Als
  Vertreterin der E.______AG hat F.______ die objektbezogenen Bestimmungen
  mitentworfen, der Offertöffnung beigewohnt, den Vergabeantrag miterstellt und
  an der POL-Sitzung teilgenommen. Des Weiteren hat C.______ als Vertreter der
  D.______GmbH den Vergabeantrag miterstellt, Preisbestätigungen eingeholt
  sowie ebenfalls an der POL-Sitzung teilgenommen. Folglich haben diese im
  Auftrag des Beschwerdegegners tätigen Privatpersonen am Submissionsverfahren
  mitgewirkt und sich mit dem Vergabeentscheid beschäftigt. Damit ist
  unbestritten, dass diese beiden Personen die oben genannten Ausstandsregeln
  (vgl. vorstehende E. II/4.1) zu beachten haben.

  
	
   

  
	
  4.2.2
  Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, C.______ sei früher für sie tätig
  gewesen, vermag sie daraus keinen Ausstandsgrund abzuleiten. Weder lassen
  sich den Akten Hinweise hierfür entnehmen noch gelingt es ihr aufzuzeigen,
  dass C.______ ein eigenes Interesse an der Vergabe hätte, eine Feind- oder
  Freundschaft zu einer Partei bestünde oder ein anderer Grund gemäss Art. 13
  Abs. 1 VRG vorliegt. Vielmehr konnte sie den mit der Ausschreibung bekannt gegebenen
  objektgebundenen Bestimmungen die Mitwirkung von C.______ ohne Weiteres
  entnehmen, womit sie diese Rüge bereits in diesem Verfahrensstadium hätte
  vorbringen müssen und nicht bis zum Entscheid der Vergabebehörde hätte
  zuwarten dürfen (vgl. vorstehende E. II/4.1). Indem sie dies unterliess,
  akzeptierte sie C.______ gewissermassen als Verantwortlichen über die
  Fachbauleitung Umgebung. Ähnlich verhält es sich mit ihrem Vorbringen, wonach
  sich C.______ anlässlich eines Telefonats ihr gegenüber offenbar kritisch
  geäussert habe. So vergingen zwischen dem geltend gemachten Telefonat und dem
  erstmaligen Vorbringen eines Ausstandsgrunds offensichtlich mehr als ein
  Monat. Damit hat diese Rüge nicht als umgehend erhoben zu gelten. Darüber
  hinaus kann dem Beschwerdegegner beigepflichtet werden, dass einzig eine
  kritische Haltung noch nicht für eine Voreingenommenheit spricht, zumal es
  gerade Aufgabe von Vergabeverantwortlichen ist, die eingegangenen Offerten
  kritisch zu prüfen und offene Fragen zu klären. Ferner wecken die
  Ausführungen des Beschwerdegegners erhebliche Zweifel an einer früheren
  Tätigkeit von C.______ für die Beschwerdeführerin, indem einzig auf dessen
  Anstellung bei der im Handelsregister gelöschten G.______AG hingewiesen wird.
  Damit sind insgesamt keine Gründe ersichtlich, weshalb C.______ nicht zu
  einer unabhängigen sowie unvoreingenommenen Beurteilung in der Lage gewesen
  wäre oder durch seine Mitwirkung bei der Ausschreibung einen Vorteil erlangt
  hätte.

   

  
	
  4.2.3
  Weiter geht aus den im Recht liegenden Akten entgegen der Ansicht der
  Beschwerdeführerin nicht hervor, dass C.______ die Beurteilung der Offerten
  allein vorgenommen hätte. So ergibt sich aus dem Protokoll vom 25. Mai 2022,
  dass anlässlich der POL-Sitzung Nr. 83 eine Diskussion über die Qualität der
  eingegangenen Angebote stattgefunden hat (vgl. insbesondere
  Ziff. 5.2.1), was naturbedingt mehr als eine Einzelperson voraussetzt.
  Sodann lässt sich dem Vergabeantrag vom 23. Mai 2022 entnehmen, dass
  dieser von drei Personen erstellt worden war, was ebenfalls gegen eine
  Einzelentscheidung von C.______ spricht. Ferner lassen die übrigen im Recht
  liegenden Akten keinen anderen Schluss zu, als dass die Vergabe durch mehrere
  Personen entschieden wurde, worauf bereits die Unterschriften in der
  vorliegend angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 2022 und der darin enthaltene
  Verweis, wonach bei Fragen der Projektleiter zu kontaktieren sei, hindeuten.
  Folglich zielt die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vergabe basiere auf einer
  Einzelentscheidung, ins Leere. Damit erübrigt sich schliesslich die Frage, ob
  die Angebotsprüfung durch ein Bewertungsteam zu erfolgen habe, wobei sich
  eine solche Pflicht entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht aus den
  anwendbaren Gesetzesbestimmungen ableiten lässt.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. a SubmG kann der
  Auftraggeber Anbieter vom Verfahren unter anderem dann ausschliessen, aus dem
  Verzeichnis über geeignete Anbieter streichen oder den Zuschlag widerrufen,
  wenn die geforderten Eignungskriterien nicht erfüllt werden.
  Eignungskriterien umschreiben die Anforderungen, die an Anbieter gestellt
  werden, um zu gewährleisten, dass sie zur Ausführung des geplanten Auftrags
  in der Lage sind. Sie sind im Normalfall Ausschlusskriterien, die entweder
  erfüllt oder nicht erfüllt sind, wobei das Vorliegen der geforderten Eignung
  grundsätzlich zur Zulassung und deren Fehlen zum Ausschluss aus dem Verfahren
  führt. Bei der Bewertung der Eignung der Anbieter aufgrund der ausgewählten
  Präqualifikationskriterien kommt der Vergabebehörde ein weiter
  Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nicht ohne Not eingreift. Ein
  verwendetes Benotungs- oder Bewertungssystem muss sachlich haltbar sein und
  auf alle Anbieter in gleicher Weise und nach gleichen Massstäben angewendet
  werden (Galli et al., Rz. 588 ff.; vgl. auch Thomas Locher/Barbara Oechslin,
  in Trüeb, a.a.O., Art. 29 N. 8 ff.).
  Zumindest im Zweifelsfall sind Ausschreibungsangaben, namentlich
  Eignungskriterien, dahingehend auszulegen, dass sie den Wettbewerb nicht
  übermässig einschränken (vgl. BGer-Urteil 2C_111/2018 vom 2. Juli 2019
  E. 3.3). Eignungskriterien müssen zum Zeitpunkt des
  Offerteingabeschlusses erfüllt sein, sofern sich aus den – richtig
  ausgelegten – Ausschreibungsunterlagen nichts anderes ergibt
  (BGE 145 II 249 E. 3.3).

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 In den objektgebundenen Bestimmungen vom 4. März
  2022 hat der Beschwerdegegner in Ziff. 5.1 festgehalten, dass das
  Nichteinhalten von Eignungskriterien einen Ausschlussgrund darstellt. Gemäss
  Ziff. 5.2 wird das Eignungskriterium Referenzen "Umgebung-Tiefbau"
  lediglich mit Ja oder Nein bewertet, wobei zwei Referenzobjekte mit einem
  Werkpreis von je mindestens Fr. 400'000.- (exkl. Mehrwertsteuer) als
  Tiefbauleistung, welche in den vergangenen fünf Jahren respektive nach dem
  1. Januar 2017 abgenommen wurden, zu belegen sind.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Die Beigeladene reichte innert Frist zwei
  Referenzprojekte ein. Einerseits die in den Jahren 2018 bis 2019 erfolgte
  Neuerschliessung des Spitals […], andererseits das in den Jahren 2020 bis
  2022 erstellte Trennsystem […].

  
	
   

  
	
  5.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet zu Recht nicht,
  dass die Referenzobjekte der Beigeladenen sowohl den vom Beschwerdegegner
  geforderten Mindestwerkspreis erreichen als auch Tiefbauleistungen
  beinhalten, welche nach dem 1. Januar 2017 erstellt bzw. abgenommen
  wurden. Sie verkennt allerdings, dass der Abnahmetermin nicht zwingend vor
  dem 1. Januar 2022 zu datieren hat. Übereinstimmend mit dem Beschwerdegegner
  ergibt eine Auslegung von Ziff. 5.2 der objektgebundenen Bestimmungen
  nämlich, dass dies in guten Treuen dahingehend verstanden werden durfte, dass
  die Abnahme des Objekts zwischen dem 1.  Januar 2017 und der Eingabe der
  Offerte erfolgt sein muss, andernfalls der 1. Januar 2022 wohl als fixes
  Enddatum genannt worden wäre. Sodann ist dieses Ergebnis mit dem Grundsatz
  vereinbar, wonach bei der Eignung und der finanziellen Leistungsfähigkeit auf
  die Verhältnisse bei der Einreichung der Offerte abzustellen ist (Galli et
  al., Rz. 573). Ferner liegt die Bestimmung des
  Präqualifikationskriteriums einerseits im weiten Ermessen der Vergabebehörde,
  andererseits entspricht es Sinn und Zweck dieses Kriteriums, die Eignung
  eines potentiellen Auftragnehmers durch möglichst aktuelle Referenzobjekte
  aufzuzeigen. Dem wird offensichtlich entsprochen, wenn kurz vor der
  Eingabefrist abgenommene Aufträge ebenfalls berücksichtigt werden. Dies nicht
  zuletzt, weil diese den aktuellen Gegebenheiten bestmöglich entsprechen.
  Schliesslich würde eine zu enge Auslegung von Ziff. 5.2 der
  objektgebundenen Bestimmungen und ein damit verbundener Ausschluss der
  Beigeladenen wohl unverhältnismässig sowie überspitzt formalistisch anmuten
  (vgl. hierzu BGE 145 II 249 E. 3.3), handelt es sich doch
  gerade nicht um ein Objekt, welches vor der gewünschten Zeitspanne abgenommen
  wurde bzw. zeitlich nicht die gewünschte Aktualität aufweist
  (vgl. hierzu das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau
  WBE.2021.28 vom 12. Mai 2021 E. II/1.3 ff.). Daraus folgt, dass die
  Referenzobjekte der Beigeladenen das vom Beschwerdegegner geforderte Eignungskriterium
  erfüllen. Daran ändert im Übrigen auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin,
  die Referenzobjekte der Beigeladenen seien mangels Vergleichbarkeit nicht
  geeignet, nichts. Vielmehr weist der Beschwerdegegner richtigerweise darauf
  hin, dass die Qualität und Vergleichbarkeit der Referenzobjekte bei den
  Zuschlagskriterien bewertet werden. So wird in Ziff. 5.3 der
  objektgebundenen Bestimmungen denn auch explizit darauf hingewiesen, dass die
  in den Eignungskriterien angegebenen Referenzen aufgrund ihrer Qualität und
  Vergleichbarkeit beim Zuschlagskriterium "Qualität der Firma und des
  Personals" beurteilt werden. Entsprechend hat diese Prüfung nicht
  bereits beim Eignungskriterium zu erfolgen, womit es an dieser Stelle sein
  Bewenden hat.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Strittig und zu prüfen ist
  weiter, ob das Angebot der Beschwerdeführerin das wirtschaftlich günstigste
  ist (vgl. Art. 30 Abs. 1 SubmG) und ihr deshalb anstelle der Beigeladenen der
  Zuschlag für die am 30. März 2022 ausgeschriebenen Bauarbeiten zu
  erteilen ist.

  
	
   

  
	
  6.1

  
	
  6.1.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 SubmG erhält
  grundsätzlich das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag. Neben dem
  Preis können dabei unter anderem auch die Wirtschaftlichkeit, der technische
  Wert, die Zweckmässigkeit, die Erfahrung und die Fachkompetenz berücksichtigt
  werden (vgl. auch Art. 13 lit. f IVöB und § 32 Abs. 1 der
  Vergaberichtlinien zur IVöB [VRöB]). Bei der Auswahl der Zuschlagskriterien
  verfügt die Vergabebehörde im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben über eine
  erhebliche Ausgestaltungsfreiheit (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts
  des Kantons Zürich VB.2010.00351 vom 26.
  Januar 2011 E. 3; Galli et al., Rz. 873). Ebenso steht ihr beim Entscheid
  darüber, welches Angebot das wirtschaftlich günstigste ist, ein erheblicher Ermessensspielraum
  zu (vgl. BGE 125 II 86 E. 6; BGer-Urteil
  2C_549/2011 vom 27. März 2012 E. 2.4; VGer-Urteil VG.2014.00034 vom
  14. August 2014 E. II/3.1, VG.2010.00012 vom 28. März 2012
  E. II/5b, Letzteres nicht publiziert). Die festgesetzten Zuschlags- und
  Unterkriterien mitsamt der Gewichtung sind für die Vergabebehörde bei der Zuschlagserteilung
  jedoch verbindlich und schränken dementsprechend ihr Ermessen ein (Galli et
  al., Rz. 859).

  
	
   

  
	
  6.1.2 Bei der Rechts- und Sachverhaltskontrolle
  der Angebotsbewertung auferlegt sich das Gericht Zurückhaltung, insbesondere
  was die technischen Konditionen von Ausschreibung und Offerten anbelangt. Die
  Vergabebehörde ist mit den tatsächlichen Verhältnissen der Ausschreibung
  besser vertraut und verfügt über mehr Fachwissen
  (BGE 125 II 86 E. 6; VGer-Urteil VG.2016.00107 vom 10. November
  2016 E. II/4.2, VG.2014.00034 vom 14.
  August 2014 E. II/3.2, VG.2011.00022 vom 6. Juli 2011
  E. II/8c, Letzteres nicht publiziert;
  Galli et al., Rz. 1387).

  
	
   

  
	
  6.1.3 Die massgeblichen Zuschlagskriterien und
  deren Gewichtung sind in den Ausschreibungsunterlagen in der Reihenfolge
  ihrer Bedeutung bekanntzugeben (Art. 30 Abs. 3 SubmG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 lit. k der
  Submissionsverordnung vom 17. Dezember 1997 [SubmV]). Unterkriterien oder Kategorien, welche bloss der Konkretisierung
  der publizierten Zuschlagskriterien dienen, müssen vorgängig nicht bekannt
  gegeben werden (Galli et al., Rz. 849). Eine Ausnahme davon besteht
  dann, wenn die Behörde gewichtete Unterkriterien bereits im Zeitpunkt der
  Ausschreibung konkret formuliert und ein Schema mit festen prozentualen
  Gewichtungen festgelegt hat, welches sie für die Bewertung der Offerten auch
  anzuwenden gedenkt (BGer-Urteil 2P.111/2003 vom 21. Januar 2004
  E. 2.1). Ob die Unterkriterien den publizierten Zuschlagskriterien inhärent
  sind, ergibt sich aus den gesamten Umständen des Einzelfalls (BGer-Urteil
  2P.172/2002 vom 10. März 2003 E. 2.3).

  
	
   

  
	
  6.1.4
  Eine Bewertung der Angebote anhand
  eines anders strukturierten und stärker differenzierten Kriterienkatalogs ist
  zulässig, solange darin keine substantielle materielle Änderung des
  Ausschreibungsinhalts liegt und kein Anbieter darzutun vermag, dass sich die
  Divergenz auf die Ausgestaltung seiner Offerte ausgewirkt hat und kausal für
  den Nichterhalt des Zuschlags war (BGer-Urteil 2P.4/2000 vom 26. Juni
  2000 E. 4d). Die Prinzipien der Transparenz sowie der
  Nichtdiskriminierung der Anbieterinnen gebieten, dass im Laufe des
  Submissionsverfahrens und nach Abgabe der Angebote die Zuschlagskriterien
  oder ihre relative Gewichtung nicht oder nur ausnahmsweise und unter
  Einhaltung der soeben genannten Grundsätze geändert werden dürfen (Galli et
  al., Rz. 914 ff.). Die Bewertung der Angebote soll gemäss einem
  generell-abstrakten Schema vorgenommen werden, das den bekannt gegebenen
  Zuschlagskriterien entspricht, die Kriterien der Punkteverteilung im Einzelnen
  umfassend und nachvollziehbar regelt und auf alle Angebote gleich angewandt
  wird (VGer-Urteil VG.2016.00107 vom 10. November 2016
  E. II/4.4).

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Grundsätzlich sind Mängel in der Ausschreibung
  sofort mittels Anfechtung geltend zu machen, denn die Ausschreibung gilt als
  selbständig anfechtbare Verfügung, welche nicht mehr im Rahmen der
  Zuschlagsverfügung angefochten werden kann (vgl. Art. 15
  Abs. 1bis lit. a und Abs. 2 IVöB). Dies folgt auch aus dem
  Beschleunigungsgebot bzw. der Verfahrenseffizienz, denn es soll nicht
  das gesamte Vergabeverfahren nach dem Zuschlag wegen eines
  Ausschreibungsmangels aufgehoben werden müssen. Immerhin ist die Anfechtung
  der Ausschreibung und damit eine Neuausgestaltung des Zuschlagskriteriums
  "Preis" nach der Zuschlagserteilung zulässig, wenn es einem
  Anbieter nach Treu und Glauben auch bei der gebotenen Aufmerksamkeit
  unmöglich war, die Unregelmässigkeit (der Ausschreibung) zu erkennen. Es darf
  von einem Anbieter dabei nicht verlangt werden, dass er die Ausschreibung und
  die dazugehörigen Unterlagen einer vertieften rechtlichen Überprüfung
  unterzieht. Der Ausschluss des Rechtswegs ist deshalb auf klare oder
  offensichtliche Unregelmässigkeiten beschränkt (BGer-Urteil 2C_680/2020 vom
  10. März 2021 E. 1.2.3, vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts
  des Kantons St. Gallen B 2017/84 vom 14. Dezember 2017
  E. 2.1, jeweils mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  6.2.2 In Ziff. 5.4.1 der objektgebundenen Bestimmungen gab
  der Beschwerdegegner im Rahmen der Ausschreibung Einzelheiten zur
  Preisbewertung bekannt, wobei er insbesondere auf die Preisbewertungsformel
  hinwies. Weiter führte er aus, wie das in der Formel enthaltene
  Referenzangebot zu berechnen ist, wie hoch die Preisspanne angesetzt wird,
  wie hoch das Punktemaximum gewählt wurde und dass die Punktewerte auf
  Zehntelpunkte gerundet werden. Dementsprechend musste der Beschwerdeführerin
  bei gebotener Aufmerksamkeit bereits anhand der Ausschreibungsunterlagen klar
  gewesen sein, dass die Preisspanne 50 % vom tiefsten Angebot beträgt und
  wie die Punktebewertung beim Preiskriterium bzw. nach welcher Methode
  die Preisbewertung insgesamt erfolgen wird. Dementsprechend wäre es ihr denn
  auch zuzumuten gewesen, diesbezügliche Vorbringen bereits gegen die
  Ausschreibung geltend zu machen. Indem sie dies unterliess, verwirkte sie ihr
  Rügerecht (vgl. vorstehende E. II/6.2.1; BGer-Urteil 2C_680/2020
  vom 10. März 2021 E. 4, 2C_978/2018 vom 8. November 2018
  E. 3). Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die vom
  Beschwerdegegner gewählte Preisspanne sowie die Preisbewertungsmethode denn
  auch nicht als krass fehlerhaft zu qualifizieren sind, sodass eine
  Überprüfung der Ausschreibung bzw. deren Anfechtung nach erteiltem
  Zuschlag allenfalls in Frage käme (vgl. hierzu das Urteil des
  Verwaltungsgerichts Graubünden U 2019 46 vom 18. Juli 2019
  E. 2.3, mit Hinweisen). So führte die streitbetroffene Bewertung des
  Kriteriums "Preis" zwar dazu, dass die Punkte der drei bestrangierten
  Anbieter sehr nahe beieinanderliegen. Vor dem Hintergrund, dass die
  offerierten Preise aber ebenfalls nur geringfügig voneinander abweichen,
  erscheint dies nicht zuletzt zur Verhinderung einer Wettbewerbsverzerrung als
  nachvollziehbar. Schliesslich ist lediglich der Vollständigkeit halber darauf
  hinzuweisen, dass die konkrete Ausgestaltung der Preiskurve regelmässig in
  das (weite) Ermessen der Vergabebehörde fällt, soweit sie die vorgesehene
  Gewichtung des Preises noch zu gewährleisten vermag (vgl. Urteil des
  Verwaltungsgerichts Zug V 2020 14 vom 1. Juli 2020 E. 3.2, mit
  Hinweisen). Davon ist vorliegend ohne Weiteres auszugehen. Insgesamt zielen
  die von der Beschwerdeführerin auf das Zuschlagskriterium "Preis"
  gerichteten Rügen somit ins Leere.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der
  Beschwerdegegner habe gegen das im Submissionsrecht geltende Transparenzgebot
  verstossen, indem er beim Zusatzkriterium "Auftragsanalyse/Technischer
  Bericht" Subsubkriterien gebildet habe, ist ihr nicht zu folgen. Zwar
  führt sie richtigerweise aus, dass in den Ausschreibungsunterlagen unter
  Ziff. 5.3 der objektgebundenen Bestimmungen lediglich die Subkriterien
  "Gute Auftragsanalyse und zweckmässige Lösungen", "Bauablauf
  und Installation", "Erkennung der Risiken und angemessener Umgang mit
  Risiken" sowie "Qualitätssicherungsmassnahmen" genannt werden.
  Indessen war der Beschwerdegegner weder dazu gehalten, die Subsubkriterien im
  Rahmen der Ausschreibung bekanntzugeben, noch musste er deren Gewichtung
  offenlegen. So stellen die vom Beschwerdegegner in der Bewertungsmatrix und
  in seiner Beschwerdeantwort wiedergegebenen Subsubkriterien lediglich
  Konkretisierungen der publizierten Zuschlagskriterien bzw. Subkriterien
  dar, was selbst die Beschwerdeführerin nicht in Abrede stellt. Nach dem oben Dargelegten
  (vgl. vorstehende E. II/6.1.3) besteht keine Pflicht zu einer
  diesbezüglich vorgängigen Bekanntmachung, zumal auch keine Anhaltspunkte
  vorliegen, dass die streitbetroffenen Subsubkriterien samt ihrer Gewichtung
  im Moment der Ausschreibung bereits festgestanden hätten (vgl. hierzu
  BGer-Urteil 2P.111/2003 vom 21. Januar 2004 E. 2.1.2 f., mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Sodann erweist sich die Bewertung der einzelnen
  Subsubkriterien und damit letztlich auch der Subkriterien als nachvollziehbar
  und schlüssig. Dabei ist an dieser Stelle erneut darauf hinzuweisen, dass der
  Vergabebehörde bei deren Beurteilung ein weites Ermessen zukommt, in welches
  das Gericht nicht ohne Not eingreift. Hierfür besteht vorliegend kein Anlass,
  da bei der Benotung der einzelnen Kriterien keine offensichtlichen Fehler
  erkennbar sind, was selbst die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen vermag.
  Der Beschwerdegegner bewertete die Offerte der Beigeladenen unter dem Aspekt
  "Auftragsanalyse/Technischer Bericht" mit der Begründung, die Beigeladene
  habe eine sehr detaillierte, strukturierte Auftragsanalyse sowie ein
  objektbezogenes Sicherheitskonzept eingereicht und die Risikoaspekte
  konkreter genannt. Unter diesen Aspekten fiel die Angebotsbewertung der
  Beigeladenen damit zu Recht höher als diejenige der Beschwerdeführerin aus.

  
	
   

  
	
  6.4

  
	
  6.4.1 Der Beschwerdegegner zeigte in Ziff. 5.3 der
  objektgebundenen Bestimmungen an, dass das Zuschlagskriterium "Qualität
  der Firma und des Personals" anhand der beiden Subkriterien
  "Firmenreferenzen" und "Schlüsselpersonen" bewertet wird.
  Wie der Bewertungsmatrix entnommen werden kann, gewichtete er das
  Subkriterium "Firmenreferenzen" mit 65 % und dasjenige der
  "Schlüsselpersonen" mit 35 %. Damit ist fraglich, ob der Beschwerdegegner
  diese Gewichtung bereits in den Ausschreibungsunterlagen hätte aufzeigen
  müssen. Die Beschwerdeführerin verkennt hierbei allerdings, dass es sich bei
  den bekanntgegebenen Unterkriterien und den in der Bewertungsmatrix
  ersichtlichen Subsubkriterien um solche handelt, welche das Zuschlagskriterium
  konkretisieren. Mit Blick auf das oben Dargelegte (vgl. vorstehende
  E. II/6.1.3) bestünde demnach weder für die Subkriterien selbst noch für
  deren Gewichtung eine eigentliche Pflicht zur vorgängigen Bekanntgabe. Dies
  hat umso mehr zu gelten, als dass im vorliegenden Fall nicht davon auszugehen
  ist, die streitbetroffenen Gewichtungen bei den Subkriterien hätten im
  Zeitpunkt der Ausschreibung bereits festgestanden (vgl. BGer-Urteil
  2P.111/2003 vom 21. Januar 2004 E. 2.1.2 f., mit Hinweisen). Zwar
  wäre eine solche vorgängige Gewichtung mit Blick auf das im Submissionsrecht
  geltende Transparenzgebot wünschenswert. Dem kam der Beschwerdegegner aber
  immerhin ansatzweise nach, indem sich die Gewichtung der Subkriterien in den
  objektgebundenen Bestimmungen bei deren Reihenfolge niederschlägt
  (vgl. hierzu BGE 143 II 553 E. 7.7). Ferner ist
  vollständigkeitshalber darauf hinzuweisen, dass übereinstimmend mit dem
  Beschwerdegegner für die unterschiedliche Gewichtung plausible Gründe
  bestehen, zumal sich bei einer Auftragsvergabe zwar nicht die Firma, hingegen
  aber die angegebenen Schlüsselpersonen ändern können. Eine höhere Gewichtung
  des auf die Firma bezogenen Subkriteriums erscheint damit sachgerecht.

  
	
   

  
	
  6.4.2 Soweit die Beschwerdeführerin die fehlende oder
  zumindest mangelhafte Vergleichbarkeit der Referenzen der Beigeladenen rügt
  und darum ersucht, die mit 3,5 erfolgte Benotung der Beigeladenen zu
  korrigieren, ist ihr sodann ebenfalls nicht zu folgen. Entgegen ihrer Ansicht
  erweisen sich die von der Beigeladenen eingegebenen Objekte nämlich als
  geeignete Referenzen. Dabei lässt sich dem Gemeinschaftsvokabular der am 30.
  März 2022 publizierten Ausschreibung (Ziff. 2.5) entnehmen, dass der
  streitbetroffene Auftrag Bauarbeiten für Wasser- und Wasserrohrleitungen,
  Strassenbauarbeiten und Strassenpflaster- sowie Asphaltarbeiten beinhaltet.
  Konkretisiert werden diese Arbeiten durch Nennung der
  Nrn. 111 – 113 (Regiearbeiten, Prüfungen und
  Baustelleneinrichtung), 117 (Abbrüche und Demontagen), 151 (Bauarbeiten für
  Werkleitungen), 211 (Baugruben und Erdbau), 221 – 223 (Fundationsschichten
  für Verkehrsanlagen, Abschlüsse, Pflästerungen, Plattendecken sowie Treppen
  und Belagsarbeiten) und 237 (Kanalisationen und Entwässerungen) des
  Normpositionen-Katalogs (NPK; vgl. auch Ziff. 1 im Vergabeantrag
  Nr. V-135 vom 23. Mai 2022). Indem die Beschwerdeführerin in ihren
  Eingaben vorbringt, die Referenzen der Beigeladenen würden keine
  wasserbaulichen Massnahmen beinhalten, ist dabei weder ersichtlich noch wird
  dargetan, dass solche Arbeiten zentrale Leistungen der streitbetroffenen
  Beschaffung darstellen. Vielmehr weist der Beschwerdegegner mit Blick auf das
  streitbetroffene Beschaffungsobjekt schlüssig darauf hin, dass solche eben
  gerade nicht Bestandteil der Ausschreibung darstellten, wobei insbesondere
  eine Retentionsmulde in einer anderen Ausschreibung vergeben werde. Dies
  unterstreicht er zu Recht damit, dass im Leistungsverzeichnis Belagsarbeiten
  und Arbeiten im Zusammenhang mit der Kanalisation bzw. der Entwässerung prägend
  seien. Vor diesem Hintergrund erscheint es denn auch nachvollziehbar, dass
  der Beschwerdegegner die von der Beschwerdeführerin eingegeben Objekte
  lediglich mit der Note 3 bewertete, zumal sowohl die Neugestaltung der
  Schifflände in […] als auch der Neubau einer Modulhalle wenig Vergleich
  bieten würden, und die Objekte der Beigeladenen mit 3,5 benotete, da die
  beiden Objekte diverse vergleichbare Arbeiten gemäss NPK beinhalteten. Mit
  Blick auf das weite Ermessen des Beschwerdegegners erweist sich diese Benotung
  weder als fehlerhaft noch als willkürlich und ist damit im Ergebnis nicht zu
  beanstanden.

  
	
   

  
	
  6.5

  
	
  6.5.1 Schliesslich ist dem Beschwerdegegner
  entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keine Fehlerhaftigkeit bei der
  Benotung, namentlich bei der Einheitlichkeit sowie der Rundung der vergebenen
  Punkte, vorzuwerfen. So ist zunächst auf das oben Dargelegte hinzuweisen,
  wonach die Formel zur Preisberechnung im Ergebnis nicht zu beanstanden ist
  (vgl. vorstehende E. II/6.2.2). Wie den objektgebundenen Bestimmungen
  weiter entnommen werden kann, findet der diesbezügliche Wert auf
  Zehntelpunkte genau Eingang in die Endberechnung. Dem kam der
  Beschwerdegegner mit Blick auf die im Recht liegende Bewertungsmatrix
  rechtsgenüglich nach, was von der Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt
  wird.

  
	
   

  
	
  6.5.2 Sodann führte der Beschwerdegegner für die weiteren
  Zuschlagskriterien in Ziff. 5.4.2 der objektgebundenen Bestimmungen aus,
  dass die Bewertung der abgefragten Kriterien anhand folgender Noten-Skala
  vorgenommen werde: 1 Punkt für "unklar, nicht der Aufgabe
  entsprechend", 2 Punkte für "ansatzweise, einzelne Punkte
  fehlen oder seien unklar", 3 Punkte für "erfüllt, den
  Erwartungen entsprechend", 4 Punkte für "gut, besser als der
  Durchschnitt bzw. als erwartet" und 5 Punkte für
  "ausgezeichnet, innovativ, hebt sich durch Besonderheiten ab".
  Soweit die Beschwerdeführerin aus dem zusätzlichen Hinweis, dass nur ganze
  Noten vergeben würden, ableiten will, dass die Zuschlagskriterien anders
  benotet werden müssten, ist ihr ebenfalls nicht zu folgen. So geht aus der
  Bewertungsmatrix hervor, dass beim Zuschlagskriterium
  "Auftragsanalyse/Technischer Bericht" die Subsubkriterien (zu den
  berücksichtigten Subsubkriterien; vgl. zu deren Zulässigkeit
  E. II/6.3.1) mit ganzen Noten bewertet wurden. Dies erscheint plausibel,
  zumal sich die in der Notenskala enthaltenen Prädikate lediglich auf die den
  Zuschlagskriterien zugrunde gelegten und diese konkretisierenden
  Subsubkriterien anwenden lassen und nicht für die Bewertung der Oberkriterien
  dienen. So liesse sich nämlich weder das Kriterium
  "Auftragsanalyse/Technischer Bericht" noch dasjenige "Qualität
  der Firma und des Personals" gesamthaft mit einer in der Notenskala
  enthaltenen Bewertungen umschreiben. Dies musste selbst den Anbietern bei
  gehöriger Sorgfalt anhand der Ausschreibungsunterlagen bewusst gewesen sein,
  weshalb sich die streitbetroffenen Bewertungsregeln als genügend transparent
  erweisen und die gestützt darauf erfolgte Bewertung nicht gegen Treu und
  Glauben verstösst. Ferner sah der Beschwerdegegner von weiteren Rundungen ab,
  was sich darin zeigt, dass die Zwischenergebnisse jeweils mit Dezimalstellen
  angegeben wurden. Dies ist nicht zu beanstanden, da weitere Rundungen auf
  ganze Noten bei den Subkriterien bzw. den beiden Zuschlagskriterien zu
  unerwünschten Verzerrungen führen würden. So wäre es beispielsweise weder
  sachgerecht noch verständlich, weshalb ein Unternehmen bei einem der beiden
  Zuschlagskriterien mit einer Note 3,5 im Ergebnis die gleiche Endnote
  erhalten würde, wie ein solches mit einer 4,4. Im Übrigen ist darauf
  hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin bei einer Anpassung der
  Rundungsregeln lediglich dann obsiegen würde, wenn ebenfalls die
  Zusatzkriterien auf ganze Noten gerundet und die Sub- sowie Subsubkriterien
  belassen würden, was nach dem soeben Dargelegten ausser Betracht fällt. Damit
  erweisen sich die vom Beschwerdegegner vorgenommenen Benotungen als
  rechtmässig, womit es an dieser Stelle sein Bewenden hat.

  
	
   

  
	
  6.6 Soweit die Beschwerdeführerin wegen der knappen
  Benotung schliesslich auf das Rotationsprinzip hinweist und dadurch von einem
  Folgeauftrag profitieren will, ist sie darauf hinzuweisen, dass Folgeaufträge
  bzw. deren Vergabe nicht Gegenstand der vorliegend angefochtenen
  Verfügung bilden, weshalb im vorliegenden Verfahren nicht weiter darauf
  einzugehen ist.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend erweist sich der Zuschlag des
  Beschwerdegegners an die Beigeladene vom 14. Juni 2022 als rechtmässig,
  was zur Abweisung der Beschwerde führt.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Nach
  Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt,
  die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
  die Kosten grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Vorliegend ist
  jedoch der Verletzung der Begründungspflicht angemessen Rechnung zu tragen.
  Aufgrund dieser offensichtlichen Rechtsverletzung rechtfertigt es sich, dem
  Beschwerdegegner gestützt auf Art. 135 Abs. 3 VRG einen Teil der
  Kosten aufzuerlegen. Die auf pauschal Fr. 8'000.- festzusetzenden
  Gerichtskosten sind deshalb zu drei Vierteln von der Beschwerdeführerin und
  zu einem Viertel vom Beschwerdegegner zu tragen. Der Anteil der Beschwerdeführerin
  ist mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
  Fr. 8'000.- zu verrechnen und der restliche Betrag von Fr. 2'000.-
  ist ihr zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Bei diesem Verfahrensausgang
  stünde der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu (Art. 138
  Abs. 3 lit. a VRG e contrario). Aufgrund der offensichtlichen
  Gehörsverletzung ist der Beschwerdegegner jedoch gestützt auf Art. 138
  Abs. 3 lit. b VRG zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
  reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Unter Berücksichtigung der
  eingereichten Kostennote der Beschwerdeführerin ist diese auf pauschal Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer)
  festzusetzen. Demgegenüber steht dem Beschwerdegegner keine
  Parteientschädigung zu. Er ist gemäss Art. 3 Abs. 1
  ARA-Vereinbarung eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener
  Rechtspersönlichkeit und Sitz in Glarus Nord, welche im Eigentum des Kantons
  Glarus und des Kantons St. Gallen steht, weshalb er als Behörde im Sinne
  von Art. 138 Abs. 4 VRG zu gelten hat. Da die Beantwortung von
  Rechtsmitteln – namentlich im Bereich von Gebührenstreitigkeiten und
  Vergabeverfahren – zu seinem angestammten Aufgabenbereich gehört und keine
  besonderen Umstände ersichtlich sind, welche ein Abweichen vom in
  Art. 138 Abs. 4 VRG statuierten Grundsatz gebieten würden, hat er
  keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. VGer-Urteil VG.2015.00088
  vom 29. Oktober 2015 E. III/1).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen diesen Entscheid
  steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans
  Bundesgericht nur nach Massgabe von Art. 83 lit. f des Bundesgesetzes
  über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

  
	
  2.  Die Gerichtskosten in
  der Höhe von insgesamt Fr. 8'000.- werden zu drei Vierteln der
  Beschwerdeführerin (Fr. 6'000.-) und zu einem Viertel dem
  Beschwerdegegner (Fr. 2'000.-) auferlegt. Der Anteil der
  Beschwerdeführerin wird mit dem von ihr bereits geleisteten Kostenvorschuss
  von Fr. 8'000.- verrechnet. Der restliche Betrag von Fr. 2'000.-
  wird ihr zurückerstattet.

  
	
  3.  Der
  Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
  30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung in
  der Höhe von Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

   

  
	
  4.  Schriftliche
  Eröffnung und Mitteilung an:

  
	
       […]