# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6ca95c3-8d51-5102-9c36-b9dded1b8327
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.02.2016 UE150150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE150150_2016-02-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE150150-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. W. Meyer, Präsident i. V., Oberrichterin lic. iur.  

 F. Schorta und Ersatzoberrichter Dr. T. Graf sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. S. Betschmann 

 

Beschluss vom 26. Februar 2016 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ 

 

gegen 

 

1. C._____,  

2. Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

Beschwerdegegner 

 
betreffend Nichtanhandnahme  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme- und Überweisungsverfügung 
der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 23. Juni 2015, 2/2015/10015986 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Schreiben vom 16. April 2015 erstattete A._____ (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) bei der Kantonspolizei Zürich Strafanzeige gegen Unbekannt 

(später als C._____ identifiziert; nachfolgend: Beschwerdegegner 1) betreffend 

Widerhandlungen gegen das Hundegesetz sowie Nötigung und versuchter Kör-

perverletzung (Urk. 15/1). Am 23. Juni 2015 erliess die Staatsanwaltschaft 

See/Oberland eine Nichtanhandnahme- und Überweisungsverfügung (Urk. 3/8 = 

Urk. 15/9 = Urk. 5). 

2. Gegen die der Beschwerdeführerin am 29. Juni 2015 zugestellte Verfügung 

(Urk. 15/11) erhob diese mit Schreiben vom 5. Juli 2015 (Datum Poststempel: 

6. Juli 2015) persönlich und fristgerecht Beschwerde bei der hiesigen Kammer 

(Urk. 2) mit den folgenden Anträgen: 

" I. Ich bitte das Obergericht, die formelle Rechtmässigkeit der Verfü-
gung in Bezug auf die Nichtanhandnahme sowie die fehlerhafte 
Zustellung zu prüfen. Sodann sei die Staatsanwaltschaft anzu-
weisen, zukünftig ihre Korrespondenz meinem Rechtsbeistand 
zuzustellen. 

 II. Aufgrund des unwahrhaften Schlusses der Staatsanwaltschaft, 
dass ich durch die ausgesprochene Drohung nicht in Angst und 
Schrecken versetzt wurde, und der damit verbundenen Nichtan-
handnahme, sei das Geschäft dieser zwecks weiterer Untersu-
chungen zurückzuweisen." 

3. Die mit Verfügung vom 10. August 2015 der Beschwerdeführerin auferlegte 

Prozesskaution von Fr. 1'000.– leistete diese rechtzeitig (Urk. 11). Die Staatsan-

waltschaft (16. September 2015; Urk. 14) und der Beschwerdegegner 1 (22. Sep-

tember 2015; Urk. 18) beantragten die Abweisung der Beschwerde. Die Be-

schwerdeführerin liess am 12. Oktober 2015 (Datum Poststempel) replizieren 

(Urk. 21); auf Dupliken wurde verzichtet (Urk. 24 und 26). 

Wegen Abwesenheiten ergeht dieser Entscheid nicht in der den Parteien ange-

kündigten Besetzung (vgl. Urk. 9). 

- 3 - 

4. Die Beschwerdeführerin hat die Nichtanhandnahme- und Überweisungsver-

fügung nur in Bezug auf die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung ange-

fochten. Soweit die Staatsanwaltschaft zur Beurteilung der verbleibenden Tatvor-

würfe der Tätlichkeiten und der Übertretung des Hundegesetzes dem Statthalter-

amt Meilen überwies, ist dies nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdever-

fahrens. 

II.  

1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die angefochtene Nichtanhandnahme-

verfügung sei zu Unrecht ihr persönlich anstatt ihrem Rechtsvertreter zugestellt 

worden.  

2. Gemäss Art. 87 Abs. 3 StPO werden Mitteilungen an Parteien, die einen 

Rechtsbeistand bestellt haben, rechtsgültig an diesen zugestellt. Die direkte Zu-

stellung an die Partei ist grundsätzlich nicht rechtswirksam (BSK StPO-ARQUINT, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 87 N 5). 

3. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin gegen die Nichtanhandnahmeverfü-

gung fristgemäss und einlässlich begründet Beschwerde erhoben. Sie legt nicht 

dar, dass ihr durch die direkte Zustellung ein Nachteil erwachsen ist; ein solcher 

lässt sich auch den Akten nicht entnehmen. Damit fehlt es der Beschwerdeführe-

rin aber an einem rechtlich geschützten Interesse an der Überprüfung der Zustel-

lung der angefochtenen Verfügung, weshalb auf ihr Begehren nicht einzutreten ist 

(Art. 382 Abs. 1 StPO). Nachdem die Staatsanwaltschaft ihren Rechtsvertreter 

nachträglich ins Rubrum aufgenommen hat und erwog, dieser sei aus Versehen 

nicht aufgeführt gewesen (vgl. Urk. 14), erscheint es auch nicht angebracht, die-

ser eine Weisung zu erteilen. 

III. 

1. Nach Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Unter-

suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus einer 

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Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-

dacht ergibt. Sie verzichtet auf die Eröffnung, wenn sie sofort eine Nichtanhand-

nahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO). Gemäss 

Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme der 

Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports fest-

steht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-

deutig nicht erfüllt sind (lit. a), wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder 

wenn aus Gründen der Opportunität auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist 

(lit. c i. V. m mit Art. 8 StPO). Die Frage, ob ein Strafverfahren durch die Strafver-

folgungsbehörde über eine Nichtanhandnahme erledigt werden kann, beurteilt 

sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in dubio pro du-

riore" (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i. V. m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 

Abs. 1 StPO; BGE 138 IV 86 E. 4.2). Danach darf eine Nichtanhandnahme durch 

die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nur in sachver-

haltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Im Zweifelsfall, wenn die Nicht-

anhandnahmegründe nicht mit Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren er-

öffnet werden (vgl. BGE 137 IV 285 E. 2.3). Der Grundsatz "in dubio pro duriore" 

ist unter Würdigung der im Einzelfall gegebenen Umstände zu handhaben. Die 

Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz verfügen insoweit über einen ge-

wissen Spielraum (Urteil des Bundesgerichts 6B_717/2013 vom 7. März 2014 

E. 2.1. mit weiteren Hinweisen). 

2. Der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde liegt zusammengefasst fol-

gender Sachverhalt zu Grunde: Am 15. April 2015 war der Beschwerdegegner 1 

offenbar zum wiederholten Male mit einem unangeleinten Hund (Rasse: Australi-

an Silky Terrier; Schulterhöhe: 26 cm; vgl. Urk. 15/2 S. 4) spazieren und traf dabei 

auf die Beschwerdeführerin und ihren Sohn. Als der Hund diese anbellte, sei der 

Sohn der Beschwerdeführerin aus Angst zurückgewichen, weshalb der Be-

schwerdegegner 1 geschimpft und sinngemäss gesagt habe, das Kind solle ste-

hen bleiben, woraufhin es zu einem Wortwechsel gekommen sei.  

 Als die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner 1 gleichentags später 

erneut auf der Strasse erblickt habe, habe sie beschlossen, diesem zu folgen, um 

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zu sehen, wo er wohne und wer er sei. Aus ihrer Wohnung habe sie kurzent-

schlossen ihr Mobiltelefon und ein Reizstoffsprühgerät ("Pfefferspray") geholt und 

sei dem Beschwerdegegner in einem Abstand von ca. 50 Metern gefolgt. Als die-

ser sie bemerkt habe, habe er ihr zugerufen, was sie wolle. Darauf habe sie nicht 

reagiert. Daraufhin habe er gesagt: "So, jetzt langet's aber", habe einen langen 

Ast vom Boden aufgehoben und sei in ihre Richtung geeilt. Die Beschwerdeführe-

rin habe ihm gesagt, sie werde die Polizei rufen und habe begonnen, ihn mit ih-

rem Mobiltelefon zu filmen. Der Beschwerdegegner 1 sei weiter auf die Be-

schwerdeführerin zugegangen und habe gerufen: "Ich hau dich jetzt mit dem 

Ding!". Sie habe deshalb Angst bekommen, das Reizstoffsprühgerät hervor ge-

nommen und sei zurückgewichen. Als der Beschwerdegegner 1 dennoch näher 

gekommen sei, habe sie das Reizstoffsprühgerät eingesetzt. Sein Ast sei zerbro-

chen und er habe die Einzelteile nach ihr geworfen, wobei er gesagt habe: "Ver-

schwindet sie jetzt! Jetzt verschwindet sie aber schnellstens". Daraufhin habe sie 

nochmals das Reizstoffsprühgerät eingesetzt und ein geworfenes Aststück habe 

sie am linken Oberschenkel getroffen. Als der Beschwerdegegner 1 weiter auf sie 

zugekommen sei, habe sie die Videoaufnahme beendet und sei weggerannt. 

3. In der Nichtanhandnahmeverfügung erwog die Staatsanwaltschaft zusam-

mengefasst im Wesentlichen, als der Beschwerdegegner 1 ein längeres Stück 

des zerbrochenen Astes gegen die Beschwerdeführerin geworfen habe, habe die 

Beschwerdeführerin dies salopp mit den Worten "super Schuss" kommentiert und 

den Beschwerdegegner 1 weiter mit dem Reizstoffsprühgerät besprüht. Als der 

Beschwerdegegner 1 die Beschwerdeführerin mit den Worten "jetzt verschwindet 

Sie aber schnellstens" ein weiteres Mal zum Weggehen aufgefordert habe, habe 

sie dies mit den Worten "es langet für de Video, merci villmal" kommentiert. Damit 

sei unverkennbar ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin keineswegs in Angst 

und Schrecken versetzt worden sei, womit eine Drohung gemäss Art. 180 StGB 

ausscheide. Hinsichtlich eines Versuchs hiezu sei eine Strafuntersuchung 

schliesslich in Anwendung von Art. 52 StGB nicht an Hand zu nehmen. 

4. Die Beschwerdeführerin bringt dazu im Wesentlichen vor, die gewählten 

Worte würden vielleicht nicht ganz an die Situation angepasst erscheinen, achte 

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man aber zusätzlich auf die Tonlage und Frequenz (sehr hoch und hastig), gelan-

ge man wohl eher zum Schluss, dass sie ein Ausdruck von Anspannung und 

Angst widerspiegeln würden. Auch die Ausführung, dass sie nach dem Vorfall zu-

frieden gewesen sei, sei falsch, so habe sie ja schlussendlich seiner Aufforderung 

zu verschwinden nachkommen und fliehen müssen und sei über längere Zeit da-

nach in äusserst aufgewühltem Zustand gewesen (Urk. 2 S. 2). Die isolierte Be-

trachtungsweise der im Video hörbaren Worte würden einer Untersuchung nicht 

genügen. Worte alleine, ohne zusätzliche Betrachtung der Stimme und Einord-

nung in den Kontext, seien für eine Glaubhaftigkeitsprüfung nicht geeignet 

(Urk. 21 S. 1). 

5.1 Gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB wird, auf Antrag, bestraft, wer jemanden 

durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Eine Drohung besteht 

also darin, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder in 

Aussicht stellt. Bei der Prüfung, ob eine Drohung im Sinne des Gesetzes schwer 

und geeignet ist, die Geschädigte in Schrecken oder Angst zu versetzen, ist nach 

der Praxis des Bundesgerichts grundsätzlich ein objektiver Massstab anzulegen. 

In der Regel ist dabei auf das Empfinden eines vernünftigen Menschen mit nor-

maler psychischer Belastbarkeit abzustellen (vgl. BGE 99 IV 212 E. 1a mit Hin-

weisen; Urteil 6S.103/2003 vom 2. April 2004 E. 9.4). Grundsätzlich gelten nicht 

nur ausdrückliche Erklärungen des Drohenden, sondern jegliches Verhalten, 

durch welches das Opfer vom Drohenden bewusst in Schrecken oder Angst ver-

setzt wird als Drohungen. So kann beispielsweise ein dem Opfer angedrohtes 

Durchschneiden der Kehle durch entsprechende Geste am eigenen Hals ange-

deutet werden (BSK StGB II-DELNON/RÜDY, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 180 N 14). 

 Tatbestandsmässig ist nur eine schwere Drohung; die Anforderungen dafür 

sind nach der Praxis hoch anzusetzen (BSK StGB II-DELNON/RÜDY, a.a.O., 

Art. 180 N 22 ff.). 

 Im Lichte dieser Ausführungen ist bereits wenig wahrscheinlich, dass das 

Ergreifen und Erheben eines – offensichtlich morschen – Astes bzw. Werfen ei-

nes Stücks davon gegen eine Person in einer Distanz von mehreren Metern als 

schwere Drohung im Sinne des Gesetzes gewürdigt werden kann. Das kann je-

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doch offen bleiben, wenn der Tatbestand bereits aus anderen Gründen ausser 

Betracht fällt. 

5.2 Den schriftlichen Ausführungen der Beschwerdeführerin, sie sei durch das 

Verhalten des Beschwerdegegners 1 in Angst versetzt worden, stehen ihr Verhal-

ten vor dem fraglichen Vorfall sowie die Videoaufnahmen ihrer Reaktion gegen-

über. 

 Gemäss eigenen Aussagen (vgl. Urk. 15/1 S. 2; 15/4/4 S. 1) holte die Be-

schwerdeführerin – nachdem sie den Beschwerdegegner 1 wiedergesehen und 

beschlossen hatte, ihm zu folgen, um herauszufinden, wer er sei – in ihrer Woh-

nung ihr Mobiltelefon sowie ein Reizstoffsprühgerät. Anschliessend folgte sie ihm 

über eine längere Strecke, während sie mit der Polizei telefonierte, und holte da-

bei konstant bis auf 20-30 Meter Abstand auf. Obwohl der Beschwerdegegner 1 

sie bemerkt und angesprochen hatte, was sie von ihm wolle, verfolgte sie ihn wei-

ter. Darauf (erst) drehte sich der Beschwerdegegner 1 mit den Worten "So, jetzt 

langet's aber" um, hob einen Ast vom Boden auf und ging auf sie zu. 

 Auf den von der Beschwerdeführerin sodann gemachten Videoaufnahmen 

ist eine zum Teil lautstarke Auseinandersetzung zu sehen, in welcher der Be-

schwerdegegner 1 einen wenige Zentimeter dicken Ast in den Händen hält, den 

er gegen die Beschwerdeführerin erhebt, und diese mehrmals auffordert, zu ver-

schwinden. Nachdem die Beschwerdeführerin ihr Reizstoffsprühgerät eingesetzt 

hat, zerbricht dem Beschwerdegegner 1 der Ast, woraufhin er ein abgebrochenes 

Stück gegen die Beschwerdeführerin wirft, was diese mit "super Schuss" quittiert. 

Einige Sekunden später ist zu hören, wie die Beschwerdeführerin sagt: "es langet 

für de Video, merci villmal" (vgl. Urk. 15/5/5). 

 Zwar ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin einige Meter zurückweicht, 

als der Beschwerdegegner 1 auf sie zukommt. Entgegen ihren Ausführungen in 

der Beschwerdeschrift erscheinen Tonlage und Tonfrequenz indes nicht derart 

hoch oder hastig, als dass diese als Anzeichen von Angst zu werten wären. Viel-

mehr ist der Einschätzung der Staatsanwaltschaft zuzustimmen, wonach der letz-

te Satz der Beschwerdeführerin ("es langet für de Video, merci villmal") in einer 

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eher zufriedenen Tonalität erklingt. Objektive Anhaltspunkte, dass die Beschwer-

deführerin in Schrecken oder Angst versetzt worden wäre, lassen sich dem Video 

nicht entnehmen. Sodann sprechen auch die von der Beschwerdeführerin vor 

Aufnahme der Verfolgung getroffenen Vorbereitungen und die Tatsache, dass sie 

die Auseinandersetzung auf Video aufnehmen konnte, gegen die geltend ge-

machte Angst. 

5.3 Auch der Ablauf der Ereignisse legt dies nicht nahe. So liess sich die Be-

schwerdeführerin von der weiteren Verfolgung nicht abhalten, obwohl sie damit 

offensichtlich den Unmut des Beschwerdegegners 1 geweckt hatte. Sie reagierte 

auf das Ergreifen eines Astes damit, dass sie mit einem Anruf bei der Polizei 

drohte und zu filmen begann. Darüber hinaus setzte die Beschwerdeführerin ihr 

Reizstoffsprühgerät gegen den damals 71jährigen Beschwerdegegner 1 bereits 

zu einem Zeitpunkt ein, als dieser den Ast gegen den Boden hielt und lediglich auf 

die Beschwerdeführerin zuging (Urk. 15/5/5 Zeitstempel 00:08). Dies mag für die 

Beschwerdeführerin möglicherweise bedrohlich ausgesehen haben; von einem 

eigentlichen Angriff kann jedoch nicht die Rede sein. 

 Der Beschwerdegegner 1 warf erst nachdem die Beschwerdeführerin ihr 

Reizstoffsprühgerät eingesetzt hatte einen Teil des zerbrochenen Astes gegen 

diese. Der Einsatzes ihres Reizstoffsprühgeräts diente damit nicht der Abwehr ei-

nes unmittelbaren Angriffs und war offensichtlich unverhältnismässig, zumal es 

der 35 Jahre jüngeren Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich gewesen wä-

re, dem Beschwerdegegner 1 auszuweichen. 

 Das eingesetzte Reizstoffsprühgerät (Cannon Anti Attack Pfeffer-Spray; vgl. 

Urk. 15/6/1-4) verwendet den Wirkstoff Oleoresin Capsicum und fällt damit nicht 

unter das Waffengesetz. Indessen ist dessen Wirkung alles andere als harmlos: 

Die Reizwirkstoffe entfalten ihre Wirkung in den Augen, auf der Haut und im 

Atemtrakt innerhalb von wenigen Sekunden nach dem Kontakt. Die Symptome 

verschwinden in der Regel innerhalb von 30 Minuten. Nur bei hohen Konzentrati-

onen können die Effekte länger anhalten und selten auch bleibend sein. Alle 

Wirkstoffe verursachen ein intensives Stechen in den Augen und bewirken Trä-

nenfluss, was zu einer vorübergehenden Kampfunfähigkeit führt. Auf der Haut 

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führen die Stoffe zu Kribbeln, Brennen und Rötung. Im Atemtrakt bewirken die 

Reizwirkstoffe eine erhöhte Schleimabsonderung sowie Stechen, Kribbeln und 

Brennen auf den Schleimhäuten. Die Folge sind Niesen und Husten. In der Lunge 

können bei massiven Dosen Wassereinlagerungen, Blutungen und Stauung beo-

bachtet werden. Hohe Konzentrationen oder langer Aufenthalt in einer Reizwirk-

stoffatmosphäre können zu Würgen und Erbrechen sowie zu Engegefühl in der 

Brust und zu psychologischen Effekten wie Angst und Panik führen, worauf auch 

ein Blutdruckanstieg oder eine Abnahme der Herzfrequenz erfolgen kann. Eine 

bestehende Bronchitis oder ein Asthma können sich durch die Reizwirkstoffe ver-

schlimmern (Factsheet Abwehrspray des Bundesamtes für Gesundheit, Juli 2015; 

abgerufen am 11. Februar 2016 unter www.bag.admin.ch > Themen > Chemika-

lien > Themen A-Z > Abwehrspray). 

 Der Beschwerdegegner 1 war aufgrund des Einsatzes des Reizstoffsprühge-

räts ab diesem Zeitpunkt zweifelsohne einem Angriff auf seine Gesundheit aus-

gesetzt, zumal die Auswirkungen besonders bei älteren Personen (Anstieg Blut-

druck, Abnahme Herzfrequenz) besonders gefährlich sein können, und hatte mit 

Sehschwierigkeiten zu kämpfen (vgl. Urk. 15/2 S. 2 unten). Die anschliessenden 

Drohgebärden und das Werfen eines Teils des zerbrochenen Astes wären des-

halb überdies als Notwehrhandlung zu qualifizieren. 

5.4 Weitere Beweismittel wurden von der Beschwerdeführerin weder geltend 

gemacht, noch sind solche ersichtlich. Insbesondere ist nicht zu erwarten, dass 

die Aussagen der Parteien in einer formellen Einvernahme weitere Erkenntnisse 

zu Tage fördern würden.  

6. Es ist zusammenfassend nicht erstellt, dass der Beschwerdegegner 1 die 

Beschwerdeführerin in Angst und Schrecken versetzt hat. Da zusätzliche Be-

weismittel fehlen, ist nicht ersichtlich, wie der geltend gemachte Sachverhalt er-

stellt werden könnte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwalt-

schaft das Verfahren betreffend Drohung nicht an Hand genommen hat. 

7. Ob im Übrigen mit der nachträglich wieder abgenommenen Vorladung zur 

Vergleichsverhandlung bei der Staatsanwaltschaft diese materiell bereits eine Un-

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tersuchung eröffnet hatte, kann vorliegend offen bleiben. In der Literatur wird un-

ter Hinweis auf Art. 196 StPO teilweise die Auffassung vertreten, dass Vorladun-

gen und nicht mit Zwangsmitteln durchgeführte Einvernahmen von beschuldigten 

Personen noch nicht als für die Eröffnung relevante Zwangsmassnahme zu wer-

ten seien (BRUNNER/HEIMGARTNER, in: Liber amicorum für Andreas Donatsch, Zü-

rich 2012; Ouverture, Gedanken zur Untersuchungseröffnung gemäss Art. 309 

StPO, S. 279 f. und S. 284). Zudem richten sich die Einstellung und die Nichtan-

handnahme von ihren Voraussetzungen abgesehen nach den gleichen Verfah-

rensbestimmungen (Art. 310 Abs. 2 StPO). Es ist weder dargetan noch ersicht-

lich, inwiefern der Beschwerdeführerin ein Nachteil daraus erwachsen sein könn-

te, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren durch Nichtanhandnahme statt 

durch Einstellung abschloss. Eine Rückweisung würde einem formalistischen 

Leerlauf gleichkommen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_183/2012 vom 

20. November 2012 E. 2). 

IV. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kosten zu 

tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und keinen Anspruch auf Entschädigung. Ange-

sichts der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands des 

Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 1'000.– fest-

zusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG) und mit der bezogenen Kaution 

zu verrechnen (Art. 383 Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdegegner 1 ist mangels er-

heblicher Umtriebe keine Entschädigung zuzusprechen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

- 11 - 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– fest-

gesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Kaution 

verrechnet. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Vertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Be-
schwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)  

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad 2/2015/10015986 (gegen 
Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad 2/2015/10015986 unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 15; gegen Empfangsbe-
stätigung) 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch). 

5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 12 - 

Zürich, 26. Februar 2016 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Der Präsident i. V.: 

 
 
 

lic. iur. W. Meyer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. S. Betschmann 
 

	Beschluss vom 26. Februar 2016
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Kaution verrechnet.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Vertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad 2/2015/10015986 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland ad 2/2015/10015986 unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 15; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

	5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgeset...