# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25df9498-744d-52e6-bbad-f07688d4b83d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2026-01-14
**Language:** de
**Title:** 7B_1378/2025 14.01.2026
**Docket/Reference:** 7B_1378/2025
**URL:** https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-01-2026-7B_1378-2025&print=yes&zoom=

## Full Text

Bundesgericht
Tribunal fdral
Tribunale federale
Tribunal federal
7B_1378/2025
Urteil vom 14. Januar 2026
II. strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Abrecht, Prsident,
Bundesrichterin Koch, Bundesrichter Klz,
Gerichtsschreiberin Liniger.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Lorenz Garland,
Beschwerdefhrer,
gegen
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zrich, Schwere Gewaltkriminalitt, Gterstrasse 33, Postfach, 8010 Zrich.
Gegenstand
Haftentlassung,
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zrich, III. Strafkammer, vom 13. November 2025 (UB250169-O/U/GRO>REA).
Sachverhalt:
A.
Mit Urteil vom 10. Dezember 2024 hat das Bezirksgericht Dietikon A.________ der versuchten vorstzlichen Ttung zum Nachteil von B.________, begangen am 14. Oktober 2023, sowie der versuchten schweren Krperverletzung zum Nachteil von C.________, begangen am 28. Oktober 2023, schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Gegen dieses Urteil hat A.________ am 18. August 2025 die Berufung erklrt.
Zudem fhrt die Staatsanwaltschaft | des Kantons Zrich gegen A.________ eine Strafuntersuchung unter anderem wegen versuchter Ttung. Sie wirft ihm vor, er soll am 21. Januar 2025, zwischen etwa 08:45 Uhr und 09:15 Uhr, an der U.________-Strasse in V.________ D.________ mehrmals mit einem Messer gegen den Kopf gestochen haben. Weil D.________ den Messerangriff mit seiner Hand habe abwehren knnen, habe er - so die Staatsanwaltschaft - lediglich eine Schnittverletzung am rechten Handrcken sowie am rechten Ohr erlitten. Anlsslich des Angriffs habe A.________ "Ich bringe dich um!" und "Ich steche dich nochmals" geschrien. Des Weiteren soll A.________ am 15. Oktober 2023 um etwa 02:30 Uhr an der W.________-Strasse in V.________ zusammen mit vier unbekannten Ttern E.________ mehrfach geschlagen, getreten und mehrmals mit einer Glasflasche auf dessen Kopf eingeschlagen haben. In der Folge sollen sie E.________ Mobiltelefon und Portemonnaie einschliesslich zwei Kreditkarten entwendet haben. Anschliessend sei die Tterschaft geflchtet. Zwischen 02:34 Uhr und 03:29 Uhr seien die Kreditkarten von E.________ mehrfach eingesetzt worden, um damit Zahlungen zu ttigen.
B.
Am 23. Januar 2025 versetzte das Bezirksgericht Zrich, Zwangsmassnahmengericht, A.________ in Untersuchungshaft. Diese wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit Verfgung des Zwangsmassnahmengerichts respektive Beschluss des Obergerichts des Kantons Zrich zweimal verlngert. Am 1. Oktober 2025 bewilligte die Staatsanwaltschaft den vorzeitigen Strafvollzug. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2025 stellte A.________ ein Haftentlassungsgesuch, welches das Zwangsmassnahmengericht mit Entscheid vom 22. Oktober 2025 abwies. Die gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts erhobene Beschwerde wies das Obergericht mit Beschluss vom 13. November 2025 ab.
C.
Mittels Beschwerde in Strafsachen vom 17. Dezember 2025 beantragt A.________ dem Bundesgericht, der Beschluss des Obergerichts mit der Geschftsnummer UB250168-0 (recte: UB250169-0) sei aufzuheben und er sei unverzglich aus der Haft zu entlassen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurckzuweisen. Ausserdem stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung fr das bundesgerichtliche Verfahren.
Die Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz hat auf Vernehmlassung verzichtet. Der Beschwerdefhrer hat repliziert.
Erwgungen:
1.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid betreffend die Ablehnung eines Haftentlassungsgesuchs. Dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen gemss Art. 78 Abs. 1 und Art. 80 BGG offen. Der Beschwerdefhrer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und befindet sich, soweit aus den Verfahrensakten des Bundesgerichts hervorgeht, nach wie vor in Haft respektive im vorzeitigen Strafvollzug. Er ist deshalb nach Art. 81 Abs. 1 BGG zur Beschwerde berechtigt. Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen sind erfllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.
Mit der Beschwerde in Strafsachen knnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG gergt werden. Bei Beschwerden, die gesttzt auf das Recht der persnlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 und Art. 31 BV ) wegen strafprozessualer Haft beziehungsweise Haftbedingungen erhoben werden, prft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung der Strafprozessordnung frei. Art. 98 BGG gelangt bei strafprozessualen Zwangsmassnahmen nicht zur Anwendung. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweiswrdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tatschlichen Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 97 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 150 IV 149 E. 3.3.2; 143 IV 316 E. 3.3; Urteil 7B_859/2024 vom 17. September 2024 E. 2; je mit Hinweisen).
3.
Nach Art. 221 Abs. 1bis StPO sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft ausnahmsweise zulssig, wenn die beschuldigte Person dringend verdchtig ist, durch ein Verbrechen oder ein schweres Vergehen die physische, psychische oder sexuelle Integritt einer Person schwer beeintrchtigt zu haben (lit. a), und die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, die beschuldigte Person werde ein gleichartiges, schweres Verbrechen verben (lit. b; sog. qualifizierte Wiederholungsgefahr). Die angeordnete Haft muss verhltnismssig sein. Strafprozessuale Haft darf nur als "ultima ratio" angeordnet oder aufrechterhalten werden. Wo sie durch mildere Massnahmen ersetzt werden kann, muss von ihrer Anordnung oder Aufrechterhaltung abgesehen werden. An Stelle der Haft sind Ersatzmassnahmen anzuordnen, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfllen (vgl. Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV , Art. 197 Abs. 1 lit. c, Art. 212 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 237 f. StPO; vgl. BGE 150 IV 149 E. 3.3.1; Urteil 7B_537/2025 vom 3. Juli 2025 E. 4.2; je mit Hinweisen).
Die Vorinstanz hat das Vorliegen qualifizierter Wiederholungsgefahr im Sinne dieser Bestimmung und die Verhltnismssigkeit der Haft bejaht.
4.
4.1. Art. 221 Abs. 1bis lit. a StPO setzt zunchst eine qualifizierte Anlasstat voraus, nmlich den dringenden Verdacht, dass die beschuldigte Person durch ein Verbrechen oder ein schweres Vergehen die physische, psychische oder sexuelle Integritt einer Person schwer beeintrchtigt hat. Eine einschlgige Vortat ist im Falle der qualifizierten Wiederholungsgefahr nicht erforderlich (BGE 151 IV 207 E. 4.1; 150 IV 149 E. 3.6.2 mit Hinweisen).
4.2. Der Beschwerdefhrer rgt, dass in Bezug auf den Tatvorwurf vom 15. Oktober 2023 (mutmasslicher Raub) der eine Untersuchungshaft rechtfertigende dringende Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1bis lit. a StPO nicht gegeben sei. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz reiche die DNA-Spur an der Aussenseite einer Glasflasche, die mglicherweise als gefhrlicher Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB zum Nachteil von E.________ eingesetzt worden sein soll, alleine nicht fr das Vorliegen eines solchen Tatverdachts. In Bezug auf den Tatvorwurf vom 21. Januar 2025 (mutmassliche versuchte Ttung) stellt er den dringenden Tatverdacht hinsichtlich einer qualifizierten Anlasstat nicht in Abrede. Da dieser unbestritten ist, kann offenbleiben, ob hinsichtlich des mutmasslichen Raubs vom 15. Oktober 2023 ein dringender Tatverdacht vorliegt.
5.
5.1. Art. 221 Abs. 1bis lit. b StPO verlangt als Prognoseelement die ernsthafte und unmittelbare Gefahr, dass die beschuldigte Person ein gleichartiges, schweres Verbrechen verben werde. Qualifizierte Wiederholungsgefahr in diesem Sinne kommt nur infrage, wenn das Risiko von neuen Schwerverbrechen als "untragbar hoch" erscheint (BGE 150 IV 149 E. 3.6.2 mit Hinweisen). In zeitlicher Hinsicht mssen diese akut respektive in naher Zukunft drohen, weshalb die Haft mit grosser Dringlichkeit angeordnet werden muss (BGE 150 IV 360 E. 3.2.3 und 3.4.4; Urteil 7B_137/2025 vom 6. Mrz 2025 E. 4.1; je mit Hinweisen). Die richterliche Prognosebeurteilung sttzt sich auf die konkreten Umstnde des Einzelfalles (BGE 150 IV 149 E. 3.6.2 mit Hinweisen). Hierbei ist namentlich die konkret von der beschuldigten Person ausgehende Gefhrlichkeit bzw. das bei ihr vorhandene Gewaltpotenzial einzubeziehen (BGE 150 IV 149 E. 3.1.1; Urteil 7B_1350/2025 vom 7. Januar 2026 E. 5.2; je mit Hinweisen). Massgebende Kriterien bei der Beurteilung der Rckfallprognose sind nach der Rechtsprechung zudem die Hufigkeit und Intensitt der fraglichen Delikte. Bei dieser Bewertung sind allfllige Aggravationstendenzen, wie eine zunehmende Eskalation respektive Gewaltintensitt oder eine raschere Kadenz der Taten, zu bercksichtigen. Zu wrdigen sind des Weiteren die persnlichen Verhltnisse der beschuldigten Person. Liegt bereits ein psychiatrisches Gutachten vor, ist dieses ebenfalls in die Beurteilung miteinzubeziehen (BGE 150 IV 360 E. 3.2.4; 150 IV 149 E. 3.1.2; Urteil 7B_137/2025 vom 6. Mrz 2025 E. 4.1; je mit Hinweisen).
Bei der Beurteilung des Prognoseelements gilt das Prinzip der "umgekehrten Proportionalitt". Dies bedeutet: Je schwerer die drohenden Taten sind und je hher die Gefhrdung der Sicherheit anderer ist, desto geringere Anforderungen sind an die Rckfallgefahr zu stellen. Liegen die Tatschwere und die Sicherheitsrelevanz am oberen Ende der Skala, so ist die Messlatte zur Annahme einer rechtserheblichen Rckfallgefahr entsprechend tiefer anzusetzen (BGE 150 IV 149 E. 3.1.2 mit Hinweisen).
5.2. Die Vorinstanz hlt insbesondere fest, der Beschwerdefhrer sei dringend verdchtig, am 15. Oktober 2023 dem Geschdigten E.________ mehrmals mit einer Glasflasche auf den Kopf eingeschlagen und den Geschdigten D.________ im Januar 2025, nachdem er von diesem offenbar einige Stunden zuvor eine Kopfnuss erhalten hatte, mit einem Messer gegen den Hals gestochen zu haben. Damit bestehe hier nicht nur ein dringender Tatverdacht hinsichtlich einer qualifizierten Anlasstat, sondern sei auch davon auszugehen, dass sich die vom Beschwerdefhrer ausgehende konkrete Gefahr fr die hochwertigen Rechtsgter Leib und Leben mutmasslich (und mit einer fr die Bejahung des Haftgrundes gengenden Sicherheit) bereits mehrfach realisiert habe. Dabei scheine der Beschwerdefhrer keine besondere Beziehung zu seinen Opfern zu haben und aus nichtigem Anlass zu handeln, wobei ihn die einzelnen Taten offenbar unbeeindruckt gelassen htten und er teilweise innert Krze wieder gewaltttig geworden sei.
Die Vorinstanz erwgt weiter, mit Urteil vom 10. Dezember 2024 habe das Bezirksgericht Dietikon den Beschwerdefhrer erstinstanzlich wegen versuchter Ttung und versuchter schwerer Krperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Einerseits solle er am frhen Morgen des 14. Oktober 2023 in X.________ mit Kollegen den zufllig anwesenden, bei der Bushaltestelle auf einer Wartebank sitzenden Geschdigten B.________ brutal zusammengeschlagen haben (mehrere erhebliche Fusstritte sowie mehrere Schlge mit einem schweren Metallstuhl je gegen den Kopf des Opfers), anderseits am frhen Morgen des 28. Oktober 2023 an der U.________-Strasse in V.________, nach gegenseitigen Provokationen, dem ihm zuvor unbekannten Geschdigten C.________ eine leere, grosse Glasflasche zweimal ber den Kopf gezogen haben.
Der Beschwerdefhrer habe sich - so die Vorinstanz weiter - weder von der durchlaufenen Strafuntersuchung wegen versuchter Ttung und versuchter schwerer Krperverletzung noch vom anschliessenden gerichtlichen Hauptverfahren davon abhalten lassen, keine zwei Monate nach der einschneidenden Verurteilung vom 10. Dezember 2024 ohne Anlass den offensichtlich betrunkenen Geschdigten D.________, der mit ihm und einer weiteren Person am Morgen des 21. Januar 2025 friedlich beisammen gestanden sei und ihm schliesslich vornbergebeugt den Rcken zugewandt habe, "aus heiterem Himmel" mit dem Messer zu attackieren. Da sich die Gewaltausbrche bisher gegen dem Beschwerdefhrer vor der Tat nicht bekannte Personen gerichtet htten, sei derzeit davon auszugehen, dass irgendwelche Drittpersonen der von ihm ausgehenden Gefahr ausgesetzt wren. Daran ndere auch nichts, wenn einzelnen seiner Gewalttaten ein - soweit ersichtlich von ihm oder den Mitbeschuldigten selber initiierter - Disput mit den Opfern vorausgegangen sei. Der Beschwerdefhrer habe sich vor der Vorinstanz zwar reuig gezeigt; er wolle fr seine Familie und seine Schwester da sein und eine Lehre machen sowie keinen Alkohol und keine Drogen mehr konsumieren. Die identischen Absichten habe er aber bereits anlsslich einer Konfrontationseinvernahme vom 22. November 2023 bekundet, was ihn bekanntlich nicht davon abgehalten habe, wieder gewaltttig zu werden und dazu ein Messer zu verwenden.
5.3.
5.3.1. Der Beschwerdefhrer macht im Wesentlichen geltend, es liege keine akute und unmittelbare Rckfallgefahr vor. Er rgt, dass sich der Tatvorwurf vom 15. Oktober 2023 auf einen Sachverhalt beziehe, der sich mehr als ein Jahr vor dem Zeitpunkt des Tatvorwurfs der versuchten vorstzlichen Ttung am 21. Januar 2025 ereignet haben solle, was in zeitlicher Hinsicht gegen eine unmittelbare Gefahr der Begehung eines schweren Verbrechens spreche. Jedenfalls liege keine rasche Kadenz der vorgeworfenen Taten vor.
5.3.2. Diese Argumentation vermag im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu berzeugen: Eine rasche Kadenz der Taten ist nicht zwingend erforderlich, sondern ist einzig - aber immerhin - bei der Beurteilung der Rckfallprognose zu bercksichtigen. Selbst wenn sich eine Gefahr erst in einigen Monaten konkretisieren knnte, ist ihre Unmittelbarkeit dann zu bejahen, wenn - wie hier - besonders schwere Delikte in Rede stehen (vgl. BGE 150 IV 360 E. 3.4.4). Der Beschwerdefhrer wird insbesondere dringend verdchtigt, nur einige Wochen nach dem erstinstanzlichen Schuldspruch wegen versuchter Ttung und versuchter schwerer Krperverletzung und der damit einhergehenden Verurteilung zu einer siebenjhrigen Freiheitsstrafe einer ihm nicht nher bekannten und mit dem Rcken zugewandten Person ohne ersichtlichen Anlass mehrmals mit einem Messer gegen den Kopf gestochen zu haben. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass ein solches Verhalten von absoluter Geringschtzung anderer Personen beziehungsweise deren Leben und Gesundheit und von einer besonders geringen Impulskontrolle zeugt. Weiter gilt es zu beachten, dass der Beschwerdefhrer die ihm vorgeworfene Tat der versuchten vorstzlichen Ttung zum Nachteil von D.________ - im Gegensatz zu den Taten zum Nachteil von E.________ und B.________ - nicht in Mittterschaft, sondern alleine begangen haben soll. Wie bereits erwhnt, hat er dabei mutmasslich ein Messer eingesetzt, was - soweit aus den vorliegenden Akten ersichtlich - bei den anderen beiden Taten sowie dem vorgeworfenen Raub zum Nachteil von E.________ nicht der Fall schien. Diese Umstnde lassen auf eine zunehmende Intensitt der deliktischen Handlungen schliessen. Aufgrund der dem Beschwerdefhrer vorgeworfenen Straftaten, durch welche - nach den vorlufigen Untersuchungsergebnissen - den Geschdigten unter anderem mit einem Messer und anderen gefhrlichen Gegenstnden Verletzungen zugefgt worden sind, sowie des Umstands, dass es sich bei den Opfern um dem Beschwerdefhrer vor der Tat nicht bekannte Personen handelte, lagen im Zeitpunkt des angefochtenen Beschlusses nach der Aktenlage Anzeichen fr eine ungnstige Rckfallprognose fr schwere Gewaltdelikte vor.
5.4.
5.4.1. Weiter kritisiert der Beschwerdefhrer das Vorgehen der Vorinstanz, bei der Beurteilung der qualifizierten Wiederholungsgefahr die mit Entscheid des Bezirksgerichts Dietikon vom 10. Dezember 2024 erstinstanzlich als versuchte Ttung und versuchte schwere Krperverletzung gewerteten Tatvorwrfe mitbercksichtigt zu haben. Gemss dem Beschwerdefhrer verletzt das Vorgehen der Vorinstanz die Unschuldsvermutung: Die Vorinstanz habe nicht allein auf der Grundlage des Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts von der mittterschaftlichen Begehung einer versuchten vorstzlichen Ttung und einer versuchten schweren Krperverletzung ausgehen und die erstinstanzliche Verurteilung sowie die Hhe der Freiheitsstrafe von sieben Jahren im Rahmen der richterlichen Prognosebildung "eins zu eins" bernehmen drfen. Aufgrund des hngigen Berufungsverfahrens sei die Vorinstanz verpflichtet gewesen, die Vorwrfe zurckhaltend und vorsichtig zu wrdigen. Ausserdem habe die Vorinstanz die Zustndigkeitsordnung missachtet, denn die Zustndigkeit zur Beurteilung der qualifizierten Wiederholungsgefahr aufgrund der erstinstanzlichen Schuldsprche und zur allflligen Anordnung von Sicherheitshaft liege bei der II. Strafkammer des Obergerichts Zrich als Berufungsinstanz. Diese Tatvorwrfe drften nicht zum Hauptkriterium der Annahme einer qualifizierten Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1
bis lit. b StPO herhalten.
5.4.2. Die Ausfhrungen des Beschwerdefhrers verfehlen ihr Ziel: Mit der qualifizierten Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1bis StPO wurde ein Haftgrund geschaffen, der die Voraussetzungen regelt, unter denen erst untersuchte Taten Haft wegen der Gefahr eines Rckfalls rechtfertigen knnen (BGE 151 IV 185 E. 2.10). Vor diesem Hintergrund mssen aber auch erstinstanzlich abgeurteilte Tatvorwrfe eines anderen Strafverfahrens bei der Prognosebeurteilung mitbercksichtigt werden knnen, und zwar unabhngig davon, ob im Berufungsverfahren Sicherheitshaft angeordnet wurde oder nicht. Ausserdem gilt nach stndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung der dringende Tatverdacht bei einer erstinstanzlichen Verurteilung grundstzlich ohne Weiteres als erstellt (Urteile 7B_918/2023 vom 19. Dezember 2023 E. 5.1; 7B_706/2023 vom 23. Oktober 2023 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz ist berechtigt, bei der Beurteilung der Rckfallprognose die erstinstanzlichen Schuldsprche mitzubercksichtigen. Die Beschwerde erweist sich auch insoweit als unbegrndet.
5.5.
5.5.1. Der Beschwerdefhrer beanstandet des Weiteren, dass die Staatsanwaltschaft bislang trotz einer ber zehnmonatigen Untersuchungsdauer keine gutachterliche (Vorab-) Einschtzung zur Beurteilung der Rckfallgefahr eingeholt hat. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei sie jedoch zur Einholung eines sogenannten Vorab- oder Fokalgutachten zur Risikoeinschtzung verpflichtet. Der Verzicht der Einholung einer gebotenen Begutachtung stelle eine Verletzung von Art. 182 StPO und Art. 29 Abs. 2 BV dar.
5.5.2. Dem der Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft beigelegten Schreiben des Beschwerdefhrers ist zu entnehmen, dass letzterer am 28. November 2025 beantragte, es sei seine psychiatrische Begutachtung im Hinblick auf eine Massnahmebedrftigkeit nach Art. 60 StGB und/oder Art. 61 StGB in Auftrag zu geben. Weiter sei im Hinblick auf einen allflligen vorzeitigen Massnahmeantritt ein Vorab- oder Kurzgutachten zuhanden der Staatsanwaltschaft zu erstellen. Im Zuge der gutachterlichen Abklrung wrde auch der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern vom Beschwerdefhrer ein Risiko fr knftige Gewaltdelikte ausgehe. Die Staatsanwaltschaft weist in ihrer Vernehmlassung darauf hin, dass das Gutachten gemss Vereinbarung vom 19. Dezember 2025 bis sptestens am 30. April 2026 ausgearbeitet werde. Dieses Gutachten gelte es abzuwarten. Der Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr sei nach wie vor zu bejahen.
In seiner Replik macht der Beschwerdefhrer zu Recht geltend, dass sowohl sein Antrag auf psychiatrische Begutachtung vom 28. November 2025 als auch die E-Mail-Korrespondenz zwischen der Staatsanwaltschaft und der Gutachtensstelle neue Tatsachen im Sinne von Art. 99 BGG darstellten, welche vorliegend nicht bercksichtigt werden drften (vgl. Urteil 7B_1172/2024 vom 16. Dezember 2024 E. 3.6.3).
5.5.3. Eine haftrelevante ungnstige Prognose fr erhebliche Gewaltdelikte muss in der Regel von einer psychiatrisch-forensischen Fachperson aus medizinischer Sicht geprft werden. Falls sich eine psychiatrische Gefhrlichkeitsprognose als sachlich geboten erweist und das vollstndige forensische Gutachten noch nicht zeitnah erwartet werden kann, haben die Verfahrensleitung oder die kantonalen Haftgerichte - in Nachachtung des Beschleunigungsgebotes in Haftsachen (Art. 31 Abs. 4 BV, Art. 5 Abs. 2 StPO) - in der Regel ein Vorab-Gutachten zur Legalprognose betreffend Gewaltdelikte einzuholen. Erscheint die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zur Beurteilung der Rckfallgefahr erforderlich oder wurde ein solches bereits in Auftrag gegeben, rechtfertigt sich die Aufrechterhaltung der Haft bei gemss Aktenlage ungnstiger Prognose jedenfalls so lange, bis die Wiederholungsgefahr gutachterlich abgeklrt ist. Liegt kein psychiatrisches Gefhrlichkeitsgutachten vor, so kann das Haftgericht eine ungnstige Prognose, jedenfalls provisorisch, grundstzlich auch aus einer Vielzahl von immer neuen, hnlich gelagerten Delikten ableiten, verbunden mit psychischen Aufflligkeiten der beschuldigten Person (BGE 143 IV 9 E. 2.8; Urteil 1B_179/2022 vom 3. Mai 2022 E. 8.3; je mit Hinweisen).
5.6. Unter den gegebenen Umstnden ist es in der Gesamtbetrachtung nicht bundesrechtswidrig, dass die Vorinstanz auch ohne Vorliegen eines entsprechenden Gutachtens das Risiko erneuter einschlgiger Delinquenz als untragbar hoch einschtzt und von einer hohen (ernsthaften und unmittelbaren) Wahrscheinlichkeit fr neue schwere Gewaltdelikte ausgeht. Die Annahme von qualifizierter Wiederholungsgefahr hlt derzeit vor dem Bundesrecht stand. Unter dem Gesichtspunkt des Beschleunigungsgebot in Haftsachen und unter Bercksichtigung der zitierten Rechtsprechung war die Staatsanwaltschaft allerdings in der Tat gehalten, unverzglich ein Gutachten betreffend Gefhrlichkeitsprognose in Auftrag zu geben. Bei knftigen berprfungen betreffend die Rechtmssigkeit der Aufrechterhaltung der Haft respektive des vorzeitigen Strafvollzugs wird das einzuholende (Kurz-) Gutachten betreffend Gefhrlichkeitsprognose mitzubercksichtigen sein.
6.
6.1. Der Beschwerdefhrer bestreitet schliesslich sinngemss die Verhltnismssigkeit der Haft und macht diesbezglich geltend, die Vorinstanz htte anstelle der Untersuchungshaft respektive des vorzeitigen Strafvollzugs Ersatzmassnahmen in Form einer Abstinenzkontrolle, einer engmaschige Betreuung durch die Eltern sowie eines durch Fussfesseln kontrolliertes Rayonverbot anordnen mssen.
Drohen wie hier - ohne die Anordnung von Haft oder wirksamer Ersatzmassnahmen - mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verbrechen gegen Leib und Leben, sind an die Prognose fr die Einhaltung der infrage kommenden Ersatzmassnahmen hohe Anforderungen zu stellen (Urteile 7B_987/2025 vom 13. Oktober 2025 E. 2.4.2; 7B_1009/2024 vom 3. Oktober 2024 E. 3.3).
6.2. Die Vorinstanz erwgt, dass der Beschwerdefhrer beim Vorfall vom 21. Januar 2025 zwar Alkohol getrunken habe, jedoch weder das pharmakologisch-toxikologische Gutachten noch die diesbezgliche Videoaufnahme annehmen lasse, dass er nicht mehr in der Lage gewesen wre, sein Handeln im Geschehen einzuschtzen und sich regelkonform zu verhalten. Insofern komme einer entsprechenden Abstinenzkontrolle oder einer (kaum justiziablen) engmaschigen Betreuung durch die Eltern als etwaig protektiven Faktoren keine entscheidende Bedeutung bei der Verhinderung weiterer schwerer Verbrechen zu.
6.3. Mit Blick auf die drohenden schweren Gewaltdelikte geben die vorinstanzlichen Ausfhrungen zu keiner Kritik Anlass. Weiter ist nicht ersichtlich und zeigt der Beschwerdefhrer auch nicht nher auf, inwiefern ein elektronisch berwachtes Rayonverbot ihn wirksam an der Begehung schwerer Verbrechen hindern knnte. Folglich ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Anordnung von Ersatzmassnahmen zum jetzigen Zeitpunkt fr ungeeignet erachtet. Der angefochtene Entscheid verletzt auch insofern nicht Bundesrecht.
7.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdefhrer grundstzlich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er stellt jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung fr das bundesgerichtliche Verfahren. Da die gesetzlichen Voraussetzungen erfllt sind, ist dem Gesuch zu entsprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 BGG). Damit sind fr das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben und ist der Rechtsvertreter des Beschwerdefhrers aus der Bundesgerichtskasse angemessen zu entschdigen. Der Beschwerdefhrer wird allerdings darauf hingewiesen, dass er der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn er aufgrund einer Verbesserung seiner finanziellen Situation dazu in der Lage ist (vgl. Art. 64 Abs. 4 BGG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.
2.1. Rechtsanwalt Lorenz Garland wird fr das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzt und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 1'500.-- entschdigt.
2.2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdefhrer, der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zrich, dem Obergericht des Kantons Zrich, III. Strafkammer, und dem Bezirksgericht Zrich, Zwangsmassnahmengericht, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 14. Januar 2026
Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Prsident: Abrecht
Die Gerichtsschreiberin: Liniger