# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a08b3524-23bd-582b-ad5a-1f8cb502c361
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2016 E-5188/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5188-2016_2016-09-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5188/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 26. Juli 2016 / N (…). 

 

 

 

E-5188/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 24. Januar 2007 trat das SEM auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers vom 17. November 2005 nicht ein und ordnete die 

Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Mit Urteil  

E-939/2007 vom 30. Oktober 2007 wies das Bundesverwaltungsgericht 

eine vom Beschwerdeführer hiergegen eingereichte Beschwerde ab. 

B.  

Mit Eingabe vom 19. November 2007 und 17. März 2008 reichte der Be-

schwerdeführer zwei Wiedererwägungsgesuche ein, auf die das SEM in-

folge Nichtleistung eines Gebührenvorschusses nicht eintrat. Mit Eingabe 

vom 6. Januar 2009 reichte der Beschwerdeführer ein weiteres Gesuch 

ein, welches das SEM als Wiedererwägungsgesuch entgegennahm und 

mit Verfügung vom 20. Januar 2009 abwies. Das Bundesverwaltungsge-

richt hob die Verfügung vom 20. Januar 2009 mit Urteil E-951/2009 vom 

31. März 2009 auf, schrieb das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos 

geworden ab und nahm die Eingabe vom 6. Januar 2009 als Revisionsge-

such entgegen, welches es mit Urteil E-2141/2009 vom 7. Mai 2009 ab-

wies. Eine am 22. Juni 2011 an das Comitee Against Torture (CAT) einge-

reichte Beschwerde wurde am 5. Mai 2015 abgewiesen.  

C.  

Mit Eingabe vom 29. Januar 2015 ersuchte der Beschwerdeführer unter 

Beilage eines selbstverfassten Schreibens vom 17. Dezember 2014, eines 

Schreibens seines Hausarztes vom 8. Juli 2014, eines Todesscheins sei-

nes Vaters vom 15. September 2013 sowie dreier medizinischer Berichte 

seines Vaters vom 5. September 2012, 8. August 2012 und 12. September 

2013 beim SEM um Wiedererwägung und machte im Wesentlichen gel-

tend, auf die Verfügung vom 24. Januar 2007 sei zurückzukommen, weil er 

infolge des langen Aufenthalts in der Schweiz unter Depressionen leide 

und inzwischen seine wichtigste Bezugsperson – sein Vater – im Heimat-

land verstorben sei. Ferner verwies er auf das damals noch hängige CAT-

Verfahren.  

D.  

Mit Verfügung vom 26. Juli 2016 wies das SEM das Wiedererwägungsge-

such vom 29. Januar 2015 ab, erklärte die Verfügung vom 24. Januar 2007 

als rechtskräftig, erhob eine Gebühr und stellte fest, einer allfälligen Be-

schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

E-5188/2016 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 25. August 2016 reichte der Beschwerdeführer unter Bei-

lage zweier Schreiben der psychiatrischen Dienste (…) beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei die Verfügung der 

Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben, der Vollzug der Wegweisung als un-

zulässig beziehungsweise unzumutbar festzustellen und die  

Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei die 

aufschiebende Wirkung zu gewähren und der Wegweisungsvollzug auszu-

setzen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu 

bewilligen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

in Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu be-

stellen.  

F.  

Mit Verfügung vom 19. September 2016 setzte die zuständige Instruktions-

richterin gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort 

einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.2 Die Beschwerde richtet sich vorliegend gegen eine Verfügung, mit der 

ein Wiedererwägungsgesuch abgewiesen wurde. Im Beschwerdeverfah-

ren ist folglich nur zu prüfen, ob die Vorinstanz Wiedererwägungsgründe 

zu Recht oder Unrecht verneint hat.  

E-5188/2016 

Seite 4 

2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 29 BV ist auf ein 

Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn die Umstände sich seit dem 

ersten Entscheid wesentlich geändert haben oder wenn der Gesuchsteller 

erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihm im früheren 

Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen 

für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung 

bestand. Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf nament-

lich nicht dazu dienen, die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer 

wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmit-

teln zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.1 S. 181). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die medizinisch-physische Grundversorgung sei in Algerien gewährleistet. 

Was das Beziehungsnetz vor Ort anbelange, verfüge der Beschwerdefüh-

rer – trotz des Todes seines Vaters – über zwei Schwestern und vier Brüder, 

mithin über ein genügend grosses familiäres Beziehungsnetz. Hinzu 

komme seine gute Ausbildung und sein Alter von (…). Was die Sorge einer 

unmenschlichen Behandlung bei der Rückkehr anbelange, sei auf das Ur-

teil des CAT vom 5. Mai 2011 zu verweisen, welches diesen Punkt bereits 

untersucht habe und zum Schluss gekommen sei, dass hierfür vorliegend 

keine ausreichenden Anhaltspunkte gegeben seien. Auch spreche der 

über zehnjährige Aufenthalt in der Schweiz nicht gegen den Vollzug der 

Wegweisung, zumal der Beschwerdeführer durch das Ergreifen immer 

neuer Rechtsmittel hierfür selbst verantwortlich sei.  

4.2 Der Beschwerdeführer bringt hiergegen im Wesentlichen vor, dass er 

gemäss dem ärztlichen Befund an depressiven Störungen leide, die durch 

seine Wohnsituation und die Perspektivlosigkeit verursacht worden seien. 

Diese Krankheit stehe dem Vollzug der Wegweisung klar entgegen. So-

dann habe er zwar Geschwister im Heimatland, zu denen er jedoch nur 

selten Kontakt habe. Es könne auch aufgrund seiner mehr als zehnjährigen 

Landesabwesenheit und seines Alters (…) keine günstige Prognose zu den 

Perspektiven im Heimatland gestellt werden. Mit dem Tod seines Vaters 

habe er nämlich seine wichtigste Bezugsperson verloren, die ihm bei einer 

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Seite 5 

Reintegration hätte behilflich sein können. Schliesslich habe sich die men-

schenrechtliche Lage in Algerien seit dem Entscheid der  

Vorinstanz vom 24. Januar 2007 zusehends verschlechtert.  

4.3 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind indes weder in tatsächli-

cher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. Die angefochtene Verfü-

gung ist einlässlich begründet. Die Rechtsmitteleingabe erschöpft sich in 

Wiederholungen des bereits Vorgetragenen und in Erklärungsversuchen, 

womit sie nicht aufzeigt, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung 

Bundesrecht verletzen oder zu einer rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfest-

stellung führen soll. Solches ist auch nicht ersichtlich.  

So zieht die Vorinstanz den Tod des Vaters nicht in Zweifel und erkennt zu 

Recht, dass dieses Ereignis – welches der Beschwerdeführer in den Mit-

telpunkt seiner Vorbringen stellt – unerheblich ist, zumal es sich beim Be-

schwerdeführer um einen längst volljährigen (…) Mann mit guter Ausbil-

dung und überdurchschnittlicher Lebenserfahrung handelt. Die Ausführun-

gen der Vorinstanz zum familiären Beziehungsnetz sind nicht zu beanstan-

den (siehe auch Beschwerde S. 4). Was die Sorge einer unmenschlichen 

Behandlung bei der Rückkehr anbelangt, ist zusammen mit der  

Vorinstanz auf das Urteil des CAT vom 5. Mai 2015 zu verweisen. Es be-

steht kein Anlass zur Annahme, in Algerien herrsche zum heutigen Zeit-

punkt eine Situation allgemeiner Gewalt oder bestünden allgemeine Weg-

weisungshindernisse anderer Natur. Was die lange Landesabwesenheit 

anbelangt, ist diese ebenso wenig geeignet, die Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs zu begründen und ist auf die diesbezüglichen  

vorinstanzlichen Ausführungen – mit dem Ergreifen immer neuer Rechts-

mittel habe der Beschwerdeführer selber dafür gesorgt, dass der Vollzug 

der Wegweisung verhindert worden sei (angefochtene Verfügung S. 3) – 

zu verweisen. 

Schliesslich geht auch aus den neu ins Recht gelegten Arztberichten vom 

6. Mai 2016 und 9. Juni 2016 keine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs hervor. Der Beschwerdeführer wurde am 6. April 2016 von seinem 

Hausarzt wegen einer zunehmenden depressiven Entwicklung bei zu-

grunde liegender psychosozialer Belastungssituation (fehlender Aufent-

haltsstatus; keine Arbeitsmöglichkeit; langjähriger Aufenthalt in einem Aus-

reisezentrum) den Psychiatrischen Diensten (…) zugewiesen und befand 

sich in der Folge bis zum 13. Mai 2016 in stationärer Behandlung. In den 

Berichten wird festgehalten, der Beschwerdeführer sei grundsätzlich phy-

sisch und psychisch gesund und hoch motiviert, sich im Arbeitsleben zu 

E-5188/2016 

Seite 6 

integrieren; seine belastende Situation im Ausreisezentrum und die Per-

spektivlosigkeit führe zunehmend zu Verzweiflung und einer depressiven 

Entwicklung. Eine psychiatrische Erkrankung im herkömmlichen Sinne 

liege nicht vor. Es bestehe „kein Anhalt für Suizidalität, Fremd- oder Eigen-

gefährdung“ und der Beschwerdeführer habe am 13. Mai 2016 den „Klinik-

aufenthalt in psychisch stabilisiertem Zustand“ beendet (Beschwerdebei-

lage 2, Psychiatrische Dienste (…) vom 6. Mai 2016, Beschwerdebei-

lage 3, Psychiatrische Dienste (…) vom 9. Juni 2016). Weiter wird festge-

halten, der Beschwerdeführer sei unter normalen Lebensumständen – 

ohne Perspektivlosigkeit im Ausreisezentrum in der Schweiz – „durchaus 

belastbar und arbeitsfähig, physisch und psychisch von gesunder Konsti-

tution“ (Beschwerdebeilage 2, Psychiatrische Dienste (…) vom 6. Mai 

2016, S. 2). Dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr ins Heimatland 

einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre, ist mithin aus den einge-

reichten Arztberichten nicht abzuleiten. Um Wiederholungen zu vermeiden, 

ist auf die zutreffenden Ausführungen der  

Vorinstanz zu verweisen.  

5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Wiedererwägungsgründe 

dargetan worden sind und die Vorinstanz das Gesuch um Wiedererwägung 

zu Recht abgewiesen hat. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen-

standslos geworden. Die vorsorgliche Aussetzung des Vollzugs endet mit 

Ergehen dieses Urteils. 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass sein Begehren als aussichtslos zu gelten hat. 

Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-

ben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus demselben Grund 

kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 2 VwVG nicht stattgegeben werden. 

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Seite 7 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1'200.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit dem vor-

liegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung 

wird abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christa Luterbacher Michal Koebel 

 

 

Versand: