# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 740c03d7-e209-549f-aed6-f6de1c6ec953
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-11
**Language:** de
**Title:** Revision Nutzungsplanung. Naturschutz. Flachmoor. Bedeutung der "Roten Listen". Pflanzenschutz.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0033/2015
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nr._0033-2015_vom_11._maerz_2015.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2013.00151 
0033/2015 

Entscheid vom 11. März 2015 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Felix  Müller,  Ersatzrichter Reinhold  Schätzle, Baurich-
ter Walter Linsi, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  Pro Natura, Postfach, 4018 Basel  
2.  Pro Natura Zürich, Wiedingstrasse 78, 8045 Zürich  
3.  T. C., [….]  

gegen 

Rekursgegnerin 

Politische Gemeinde X, [….] 

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss  vom  19.  September  2013;  Festsetzung  Teilrevisi-
on Richt- und Nutzungsplanung X (Phase II) 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
hat sich ergeben: 

A.  

Die Gemeindeversammlung X beschloss am 19. September 2013 eine Teil-

revision  der  Bau-  und  Zonenordnung  (revBZO)  sowie  der  kommunalen 

Richtplanung.  

B.  

Dagegen gelangten Pro Natura, Pro Natura Zürich sowie T. C. mit gemein-

samer  Eingabe  vom  4.  November  2013  fristgerecht  an  das  Baurekursge-
richt des Kantons Zürich und stellten folgenden Antrag: 

"Der  angefochtene  Gemeindeversammlungsbeschluss  sei  hinsichtlich  der  Erwei-
terung  der  Erholungszone  Ea  (Sport)  im  Gebiet  des  Hüssenbüel-Rieds  aufzuhe-
ben; es sei dementsprechend die gesamte Riedfläche der Freihaltezone zuzuwei-
sen und im Text zum kommunalen Richtplan sei statt "Erweiterung mit Sporthalle 
geplant" nur "Erweiterung geplant" (betreffend die Einzonung im Süden der be-
stehenden Anlage) festzuhalten, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde X." 

C.  

Mit  Verfügung  vom  7. November 2013  wurde  der Eingang  des  Rechtsmit-

tels vorgemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D.  

In seiner Vernehmlassung vom 11. Dezember 2013 beantragte die Vorins-

tanz im Wesentlichen die Abweisung des Rechtsmittels unter entsprechen-

der Kostenfolge.  

E.  

Die  Replik  datiert  vom  16.  Januar  2014,  die  Duplik  vom  4.  Februar  2014 

und die Triplik vom 20. Februar 2014. 

F.  

Am  9.  Mai  2014  führte  die  3.  Abteilung  des  Baurekursgerichts  im  Beisein 
der Parteien einen Augenschein vor Ort durch. 

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Seite 2 

 
 
G. 

Auf die Darlegungen der Parteien wird, soweit für die Entscheidfindung er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Es kommt in Betracht: 

1.1. 

Pro Natura (Schweiz) und Pro Natura Zürich sind  aufgrund des Verbands-

beschwerderechtes zur Rekurserhebung legitimiert. Insoweit auch die übri-

gen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  ihren  Rekurs  einzutreten 
(zur Einschränkung vgl. nachstehend Ziffer 7 der Erwägungen). 

1.2. 

T. C. hat die Festsetzung als in X Stimmberechtigter angefochten. Nach § 

151 Abs. 1 des Gemeindegesetzes (GG) können Beschlüsse der Gemein-

de  und  des  Grossen  Gemeinderates  von  den  Gemeindebehörden,  von 

Stimmberechtigten  und  von  denjenigen  Personen,  die  gemäss  §  21  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  dazu  berechtigt  sind,  durch  Be-

schwerde angefochten werden, wenn sie gegen übergeordnetes Recht ver-

stossen  (Ziff.  1)  oder  wenn  sie  offenbar  über  die  Zwecke  der  Gemeinde 

hinausgehen  und  zugleich  eine erhebliche  Belastung  der Steuerpflichtigen 

zur  Folge  haben  bzw.  Rücksichten  der  Billigkeit  in  ungebührlicher  Weise 

verletzen (Ziff. 2).  

Mit diesem Rechtsmittel, der Gemeindebeschwerde, können auch Legisla-

tivakte  nutzungsplanerischen  Inhalts  angefochten  werden.  Die  sachliche 

Zuständigkeit zur Behandlung dieser Beschwerden liegt beim Baurekursge-

richt  (§  153 GG; § 329  PBG).  Gegen  Nutzungspläne und  die  zugehörigen 

Vorschriften  bestehen  demnach  zwei  Rechtsmittel  an  das  Baurekursge-

richt, nämlich einerseits der Rekurs gemäss § 19 VRG und andererseits die 

Gemeindebeschwerde gemäss § 151 GG. Im Gegensatz zum Rekurs sind 

die  Rügemöglichkeiten,  welche  die  Gemeindebeschwerde  anbietet,  aller-

dings  eingeschränkt.  Abgesehen  von  den  in  der  Praxis  sehr  selten  vor-
kommenden Beschwerdegründen gemäss Ziffer 2 der zitierten Bestimmung 

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können  nur  Verstösse  gegen  übergeordnetes  Recht,  nicht  aber  die  Un-

zweckmässigkeit  oder  Unangemessenheit  der  angefochtenen  Anordnung 

geltend gemacht werden.  

Umgekehrt  steht  die  Gemeindebeschwerde  einem  prinzipiell  grösseren 

Personenkreis  offen,  weil  die  Anfechtungsbefugnis  nicht  zwingend  an  die 

Voraussetzung  einer  besonderen  Betroffenheit  im  Sinne  von  §  338a  PBG 

geknüpft  ist.  Vielmehr  genügt  die  Stimmbürgereigenschaft  des  Anfechten-

den 

(BRGE III  Nr. 0022/2013 

vom  27. Februar  2013,  E. 1.2.1; 

www.baurekursgericht.ch;  Archiv  aktuelle  Entscheide).  Wie  sich  nachfol-

gend ergeben wird, ist die fragliche Kognitionseinschränkung hier allerdings 

nicht von Belang.  

Mit  der  sich  nachstehend  aus  Ziffer  7  der  Erwägungen  ergebenden  Ein-

schränkung ist somit auch auf die Beschwerde von T. C. einzutreten. 

2.1.  

Die Rekurrierenden (einschliesslich des mitgemeinten Beschwerdeführers) 

bringen  zur  Begründung  im  Wesentlichen  vor,  im  Hüssenbüelried  seien 

zahlreiche  geschützte  und  mehrere  vom  Aussterben  bedrohte  Orchideen-

arten  heimisch.  Mit  der  angefochtenen  Einzonung  werde  dieses  flächen-

mässig  schon  früher  dezimierte  Naturschutzgebiet  auf  ein  kleines,  nicht 

überlebensfähiges Restgebiet reduziert.  

Die  Schutzwürdigkeit  des  seit  1983  inventarisierten  Rieds  sei  bereits  seit 

Jahrzehnten dokumentiert. Eine entsprechende Schutzverordnung habe die 

Gemeindebehörde  trotz  des  von  der  Gemeindeversammlung  am  24. Juni 

1986  unmissverständlich  erteilten  Auftrags  nie  erlassen.  Die  damals  von 

den  Stimmberechtigten  geforderte  Festlegung  einer  Freihaltezone  für  die-

ses  Ried  werde  erst  jetzt  nachgeholt,  allerdings  in  völlig  unzureichendem 

Umfang  mit  lediglich  60 %  der  noch  verbliebenen  Feuchtgebietsfläche. 

Auch  die  kantonale  Baudirektion  habe 

in 

ihrem  Vorprüfungsbericht 

schwerwiegende Einwände gegen die strittige Einzonung vorgebracht. 

Der  Standpunkt  der  Vorinstanz,  der  in  die  Erholungszone  Ea  eingezonte 

Teil der Riedfläche werde für die Erweiterung der bestehenden Sportanla-
gen, insbesondere für die Erstellung einer Dreifachturnhalle benötigt, sei in 
verschiedenster Hinsicht unzulässig. Es gehe nicht an, ein solches Gebäu-

de in eine bisher unverbaute Landschaft zu stellen. Die strittige Einzonung 

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widerspreche den Zielen des Raumplanungsgesetzes und des Naturschut-

zes  sowie  §  204  PBG.  Zudem  sei  die  vorinstanzliche  Auffassung  auch  in 

sachlicher Hinsicht nicht haltbar, weil es für die geplante Turnhalle geeigne-

tere  Standorte  in  der Gemeinde  gebe.  Die  sogenannte  Standortevaluation 

sei objektiv nicht nachvollziehbar, soweit eine solche überhaupt begründet 

vorliege. Jedenfalls fehle ein entsprechender Bericht in den Akten bzw. sei 

dieser nicht allgemein zugänglich. 

2.2. 

Die Vorinstanz hält dagegen zur Hauptsache fest, die strittige Fläche gehö-

re zwar zum Naturschutzgebiet Hüssenbüelried, werde jedoch dringend für 

die Erweiterung der dortigen Sportanlage benötigt, weil in der Gemeinde zu 

wenig Sporthallenfläche u.a. für die Schulen vorhanden sei. Dieser Bedarf 

sei unbestritten  und ausgewiesen,  womit  das  überwiegende  öffentliche  In-
teresse  ausgewiesen  sei.  Das  durchgeführte  Evaluationsverfahren  habe 

ergeben,  dass  aufgrund  der  notwendigen  Anordnungsflexibilität  künftiger 

Bauten sowie wegen der günstigen Erschliessungssituation kaum ein ande-

rer  Standort  als  das  Hüssenbüel  in  Frage  komme.  Die  diesbezüglichen 

Evaluationskriterien  seien  transparent  und  entgegen  rekurrentischer  Auf-

fassung für jedermann u.a. auf der Gemeindewebsite nachvollziehbar auf-

geführt worden.  

Die vorgesehene Dreifachturnhalle, für welche noch kein konkretes Projekt 

vorliege,  werde  nicht  im  neu  eingezonten  Riedareal,  sondern  voraussicht-

lich  im  Bereich  bereits  bestehender  Sporteinrichtungen  realisiert.  Dafür 

werde wohl das Rasenfeld des bestehenden Fussballplatzes ins Riedgebiet 

verschoben.  Eine  andere  Variante  lasse  die  am  17.  Juni  2012  angenom-

mene  eidgenössische  Kulturlandinitiative  ohnehin  nicht  zu.  Zudem  werde 

das  ganze  streitbetroffene  Areal der Gestaltungsplanpflicht  unterstellt.  Da-

mit  sei  gewährleistet,  dass  sich  künftige  Sportplätze  gut  in  die  Umgebung 

einpassten  und  geeignete  Ersatzmassnahmen  für  die  beanspruchten  Na-

turschutz-  und  Fruchtfolgeflächen  möglich  seien.  Als  weitere  flankierende 

Massnahme  sei  das  übrige  Riedgebiet  der  Freihaltezone  zugeordnet  wor-

den.  Unter  diesen  Rahmenbedingungen  habe  das  kantonale  Amt  für 

Raumentwicklung  die  Genehmigung  der  streitbetroffenen  Einzonung  in 

Aussicht gestellt. 

Die  anwesenden  Stimmberechtigten  hätten  sich  anlässlich  der  Gemeinde-

versammlung  vom  19.  September  2013  mit  einer  klaren  Mehrheit  sowohl 

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für den streitbetroffenen Richtplantext als auch für die angefochtene Erwei-

terung der Erholungszone Ea ausgesprochen. Aus all diesen Gründen sei-

en  die  angefochtenen  Richt-  und  Nutzungsplanfestsetzungen  recht-  und 

zweckmässig.  

3. 

Mit  der  strittigen  Richtplan-  bzw.  BZO-Revision  vom  19.  September  2013 

wies die Gemeindeversammlung u.a. einen Teil der Parzelle Kat.-Nr. 7466, 

welche  bis  anhin  gesamthaft  in  der  Landwirtschaftszone  lag  (Erläuternder 

Bericht gemäss Art. 47 RPV vom 30. Oktober 2010, S. 55; act. 11.23) und 
eine Fläche von total 14'876 m2 aufweist, der Erholungszone Ea (Sport) zu. 

Das  Areal  der  benachbarten  Schul-  und  Sportanlage  (Parzelle  Kat.-

Nr. 7223)  liegt  schon  jetzt  in  dieser  Zone,  in  welcher  ausschliesslich  Ge-

bäude,  die  dem  Betrieb  der  jeweiligen  Sportanlage  dienen,  zulässig  sind 

(Ziff. 9.2 revBZO).  

Die neu eingezonte Fläche von rund 1'000 m2 gehört zum Hüssenbüelried, 
welches  gemäss  Verordnung  vom  9.  Februar  1983  unbestrittenermassen 

als  kommunales  Naturschutzobjekt  geschützt  ist  (act.  11.23,  S.  55,  und 

act. 23).  Anlässlich  der  Gemeindeversammlung  vom  24.  Juni  1986  wurde 

der Gemeinderat X von der Mehrheit der Stimmberechtigten auf Antrag des 

vorliegend  rekurrierenden  T.  C.  beauftragt,  für  das  Sportplatzried  (andere 

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Bezeichnung  für  das  Hüssenbüelried)  eine  entsprechende  Schutzverord-

nung zu erlassen (act. 5.1).  

Diesem  Willen  der  Stimmberechtigten  ist  der  Gemeinderat  X  gemäss  Ak-

tenlage zwar bis heute nicht nachgekommen (act. 2, S. 5, Ziffer 1). Er hat 

mit den Beschlüssen vom 21. Oktober 1987 (act. 27) und vom 8. Juli 1992 

(act.  25)  jedoch  immerhin  gewisse  Massnahmen  zum  Schutz  des  Rieds 

bzw.  in  dessen  Übergangsbereich  zum  Sportplatzareal  getroffen.  Zudem 

hat er mit dem Pächter des streitbetroffenen Grundstücks Kat.-Nr. 7466 am 

25. August 2014 (rückwirkend auf den 1. Januar 2014) einen sogenannten 

Landschaftsentwicklungs-Vertrag abgeschlossen, der gewisse Bewirtschaf-

tungseinschränkungen im Sinne des Naturschutzes beinhaltet (act. 24, S. 3 

f.).  Allerdings  ist  im  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren  nicht  zu  entschei-

den, ob diese Anordnungen bzw. Massnahmen des Gemeinderates betref-

fend das Hüssenbüelried sachgerecht sind. Es geht vielmehr darum, ob die 

Einzonung eines wesentlichen Teils dieses Rieds in die Erholungszone Ea 

mit der Option bzw. dem Ziel, dereinst die bestehende benachbarte Schul- 

und Sportanlage erweitern zu können, im Lichte des Naturschutzes und der 

Raumplanung zulässig ist.  

Die streitbetroffene Fläche liegt auf allen Stufen der Richtplanung innerhalb 

des Siedlungsgebiets. 

4. 

Gemäss Lehre und bisheriger Rechtsprechung hatte sich die Rekursinstanz 

bei  der  Überprüfung  von  Nutzungsplänen  und  Sondernutzungsplänen  ein-

schliesslich Quartierplänen unbesehen ihrer grundsätzlich uneingeschränk-

ten  Überprüfungsbefugnis  (vgl.  §  20  Abs.  1  des  Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes  [VRG])  aus  Gründen  der  aus  der  Gemeindeautonomie 

(Art. 50 der Bundesverfassung [BV] und Art. 85 der Zürcher Kantonsverfas-

sung  [KV])  abgeleiteten  Planungsautonomie  Zurückhaltung  aufzuerlegen. 

Diese  Zurückhaltung  hatte  insbesondere  bei  der  Würdigung  der  örtlichen 

Verhältnisse Platz zu greifen. Die Rekursinstanz durfte daher nur dann kor-

rigierend  eingreifen,  wenn  sich  die  kommunale  Lösung  auf  Grund  über-

kommunaler Interessen als unzweckmässig erwies, den wegleitenden Zie-

len  und  Grundsätzen  der  Raumplanung  widersprach  oder  wenn  die  Un-

zweckmässigkeit  oder  Unangemessenheit  der  kommunalen  Planfestset-
zung offensichtlich war (vgl. Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., 

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Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 77 ff.). Folglich sah die Rekursinstanz re-

gelmässig davon ab, noch vertretbare Planungsentscheide auf Grund eige-

ner,  anderslautender  planerischer  Überlegungen  aufzuheben,  und  schritt 

nur bei klarer Unvertretbarkeit ein.  

Mit Entscheid vom 10. Juli 2014 (VB.2013.00320 und VB.2013.00321) hat 

die  in  Planungssachen  zuständige  3.  Kammer  des  Verwaltungsgerichts  in 

einem  Nutzungsplanungsfall  erstmals  auf  den  Entscheid  der  1.  Kammer 

des  Verwaltungsgerichtes  vom  17.  Dezember  2013  (VB.2013.00468  in 

BEZ 2014 Nr. 3) Bezug genommen, mit welchem die langjährige (und bis-

lang höchstrichterlich bestätigte) Praxis zur Kognition der Rekursinstanz bei 

Einordnungsstreitigkeiten  geändert  wurde.  Die  3. Kammer  des  Verwal-

tungsgerichts  führte  in  diesem  neueren  Entscheid  aus,  in  VB.2013.00468 

seien  Erwägungen  angestellt  worden,  die  auch  bei  der  Überprüfung  von 

Planungsentscheiden zu berücksichtigen seien. So habe das Verwaltungs-

gericht  festgehalten,  der  Umstand,  dass  die  Gemeinden  bei  der  Anwen-

dung  offen  formulierter  kantonaler  Bestimmungen  über  einen  gewissen 

Spielraum verfügten, bedeute nicht, dass das zur Angemessenheitskontrol-

le befugte Baurekursgericht erst dann eingreifen dürfe, wenn sich der ange-

fochtene  Entscheid  geradezu  als  sachlich  nicht  mehr  vertretbar  erweise. 

Das Baurekursgericht dürfe den kommunalen Entscheid unter gebührender 

Berücksichtigung  der  "Erwägungen"  überprüfen;  abgesehen  von  der  inso-

weit  gebotenen  Rücksichtnahme  auf  die  Gemeindeautonomie  rechtfertige 

sich jedoch keine weitergehende Einschränkung seiner Kognition (E.3). 

In welcher Weise bzw. mit welchen Folgen die einschlägigen Erwägungen 

in  VB.2013.00468  bei  der  Überprüfung  von  Planungsentscheiden  "zu  be-

rücksichtigen" sind, hat das Verwaltungsgericht in seinem neuen Entscheid 

auch nicht ansatzweise dargetan, obwohl dies im Kontext mit einer weit rei-

chenden  Änderung  einer  Jahrzehnte  alten,  Fragen  von  Verfassungsrang 

beschlagenden Praxis zweifelsohne Not getan hätte.  

Unbesehen  der  Frage  der  Gemeindeautonomie  ist  den  Gemeinden  bei 

Planerlassen ein prospektiv-technisches Ermessen zuzubilligen (Donatsch, 

§ 20  Rz. 79).  Hinzu  kommt,  dass  mit  Blick  auf  die  Gemeindeautonomie 
− der  Bürger  regelt  seinen  eigenen  Lebenskreis  selber  (vgl.  Benjamin 
Schindler,  Die  Gemeindeautonomie  als  Hindernis  für  einen  wirksamen 

Rechtsschutz,  S.  153,  in:  Staats-  und  Verwaltungsrecht  auf  vier  Ebenen, 
Festschrift  für  Tobias  Jaag,  2012) −  die  Bedeutung  der  Ortsplanung  wohl 

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deutlich  höher  zu  veranschlagen  ist  als  jene  der  Anwendung  kantonaler 

Rechtsnormen.  Den  − ohnehin  schon  wegen  des  rechtlichen  Gehörs  ge-
mäss  Art.  29  Abs.  2  BV  zu  berücksichtigenden −  Planungsgründen  der 
Gemeinde ("Erwägungen") ist somit namentlich dann ein erhöhtes Gewicht 

beizumessen, wenn sie Ausdruck der Planungsautonomie sind; dies etwa, 

indem sie grundsätzliche planerische Überlegungen beinhalten. 

Aus  alldem  ergibt  sich  zwar,  dass  nunmehr  ein  Planungsentscheid  nicht 

mehr  prinzipiell  erst  dann  aufgehoben  werden  kann,  wenn  sich  die  ange-

fochtene  Planung  als  klar  unvertretbar  oder  gar  als  rechtsverletzend  er-

weist. Vielmehr kann auch ein vertretbarer Entscheid aufgehoben werden; 

dies  namentlich  dann,  wenn  die  Aufhebung  zu  Gunsten  einer  besser  ver-

tretbaren Lösung erfolgt. Mit andern Worten endet die Überprüfungsbefug-

nis  der  Rekursinstanz  nicht  zwingend  schon  dann,  wenn  der  vorinstanzli-

chen Planung Vertretbarkeit zu bescheinigen ist, so dass die Anfechtungs-

gründe  der  rekurrierenden  Partei  nunmehr  in  erhöhtem  Masse  beachtet 

werden können (und müssen).  

Planungsautonomie  und  technisches  Ermessen  der  Gemeinde  sind  aller-

dings  ebenfalls  zu  beachten.  Folglich  ist  im  Einzelfall  zwischen  dem  sich 

aus  Art. 77  Abs. 1  KV,  Art.  29a  BV  und  Art. 33  Abs. 3  lit. b  des  Raumpla-

nungsgesetzes (RPG) ergebenden Anspruch auf einen wirksamen Rechts-

schutz  einerseits  und  der  Planungsautonomie  sowie  dem  technischen  Er-

messen  andererseits  "praktische  Konkordanz"  (vgl.  Marco  Donatsch,  §  20 

Rz. 67), d.h. ein sachlich begründetes, ausgewogenes Verhältnis herzustel-

len. 

5.1. 

Für die Erholung der Bevölkerung nötige Flächen sind gemäss § 61 Abs. 1 

PBG  als  Freihalte-  oder  als  Erholungszonen  auszuscheiden.  Erfordert  ein 

Erholungsgebiet grundsätzlich keine Bauten, ist es einer Freihaltezone zu-

zuweisen; müssen hingegen Bauten oder Anlagen erstellt werden, ist eine 

Erholungszone  festzusetzen  (Robert  Wolf/Erich  Kull,  Das  revidierte  Pla-

nungs-  und  Baugesetz  des  Kantons  Zürich,  VLP-Schriftenfolge  Nr. 58, 

Bern 1992,  Rz.  33). Der Freihaltezone  können ferner Flächen  zugewiesen 

werden, die u.a. ein Naturschutzobjekt bewahren (§ 61 Abs. 2 PBG). 

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Seite 9 

 
 
5.2. 

Die Erholungszone nach zürcherischem Recht ist eine Sondernutzungszo-

ne im Sinne von Art. 18 des Raumplanungsgesetzes (RPG), also keine ei-

gentliche Bauzone im Sinne von § 15 RPG, weil sie nicht primär Siedlungs-

zwecken dient (BGr 1A.193/2001 vom 6. Mai 2002, E. 3.1). Es handelt sich 

vielmehr um eine Zone, die von vornherein auf ganz bestimmte Nutzungen 

zugeschnitten  ist.  Zulässig  sind  lediglich  die  den  Vorgaben  der  Richtpla-

nung entsprechenden Bauten und Anlagen, wobei die Gemeinden die nöti-

gen Bauvorschriften erlassen (§ 62 Abs. 2 PBG). Bei kleineren Bauten und 

Anlagen  für  Erholungszwecke  kann  allenfalls  ein  entsprechender  Richt-

planeintrag fehlen (Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher 

Planungs-  und  Baurecht,  5. Aufl.,  Zürich  2011,  S.  132,  auch  zum  Folgen-

den).  

5.3. 

Die  Gemeinden  haben  in  ihren  Bau-  und  Zonenordnungen  also  konkret 

festzulegen, welche Nutzungen in ihren Erholungszonen zulässig sind und 

welche  primären  Baubegrenzungsnormen  gelten  sollen.  Dabei  können  sie 

verschiedene  Arten  von  Erholungszonen  definieren  und  ausscheiden.  Im 

vorliegenden  Fall  geht  es,  wie  bereits  erwähnt,  um  die  Erweiterung  einer 

Schul-  und  Sportanlage.  Für  solche  Nutzungen  sind  Erholungszonen 

grundsätzlich geeignet. 

In der Erholungszone dürfen somit nur Bauten und Anlagen erstellt werden, 
die  in  den  kommunalen  Bau-  und  Nutzungsvorschriften  – welche  diesbe-
züglich  in  aller  Regel  einen  hohen  Konkretisierungsgrad  aufweisen –  eine 
ausdrückliche Grundlage finden. Darin unterscheidet sich die Erholungszo-

ne von den eigentlichen Bauzonen im Sinne von Art. 15 RPG bzw. §§ 47 ff. 

PBG, in welchen grundsätzlich sämtliche Bauten und Anlagen erlaubt sind, 

die dem Zonenzweck nicht widersprechen. 

6.1. 
Das  Flachmoor  Hüssenbüelried  weist  eine  Fläche  von  rund  2'500 m2  auf 
und  ist das  Restgebiet  eines früher deutlich ausgedehnteren  Moorgebiets, 

was  etwa  die  Siegfriedkarte  aus  dem  Jahre  1930  deutlich  zeigt  (act. 28 

[Kartenausschnitt aus http://maps.zh.ch]). Das Ried ist, wie bereits erwähnt, 
seit längerem ein kommunales Naturschutzobjekt. Dieser Umstand wird im 

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Seite 10 

 
 
vorliegenden Fall, wie  sich nachfolgend zeigen wird, von der Gemeinde in 

ihrer Argumentation weitgehend negiert.  

6.2.1. 

Im Hüssenbüelried sind u.a. zahlreiche geschützte Orchideenarten der Un-

terkategorie  Dactyloriza  (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Orchidace-

ae),  welche  umgangssprachlich  auch  als  Knaben-  oder  Fingerkraut  be-

zeichnet  werden,  heimisch.  Dazu  gehören  Dactyloriza 

traunsteineri 

(http://www.ageo.ch/ageo_orchideen.php?page=traunsteineri),  Dactyloriza 

fuchsii  (http://www.ageo.ch/ageo_orchideen.php?page=fuchsii)  und  Dacty-

loriza  majalis  (http://www.ageo.ch/ageo_orchideen.php?page=majalis),  de-

ren Vorhandensein anlässlich des Augenscheins vom 9. Mai 2014, wie die 

nachfolgenden Augenscheinfotos (vgl. auch Prot. S. 7 - 11) zeigen, bereits 

teilweise  beobachtet  werden  konnte.  Dies  obwohl  die  Ried-  und 
Orchisvegetation  – wie  zu  jener  Jahreszeit  üblich –  noch  nicht  voll  ausge-
prägt war.  

6.2.2. 

Alle  Pflanzen  aus  der  Familie  der  Orchidaceae  sind  gemäss  Verordnung 

über den Pflanzenschutz vom 3. Dezember 1964 im Kanton Zürich generell 

geschützt.  Gemäss  §  3  der  Verordnung  ist  die  Beeinträchtigung  und  Ver-

minderung  solcher  Pflanzen  untersagt.  Im  Weiteren  besteht  auch  bundes-

weit  ein  solcher  umfassender  Schutz  (Verordnung  über  den  Natur-  und 

Heimatschutz vom 16. Januar 1991 [NHV], Anhang 2). 

Dactyloriza traunsteineri steht überdies auf der aktuellen Roten Liste der im 
östlichen  Mittelland  vom  Aussterben  bedrohter  oder  stark  gefährdeter 
Pflanzenarten  (Gefährdungskategorie  VU  =  vulnerable/verletzlich;  http:// 

www.ageo.ch/ageo_orchideen.php? 

page=traunsteineri 

und 

https:// 

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Seite 11 

 
 
 
 
 
 
www.infoflora.ch/de/flora/3206-dactylorhizatraunsteineri.html#redlist).  Zu-

dem 

ist  Dactyloriza  majalis 

im  Mittelland  eher  selten  zu 

finden 

(http://www.ageo.ch/ageo_orchideen.php?page=majalis).  

Solche  "Roten  Listen"  sind  gestützt  auf  Art.  14  Abs.  3  lit.  d  NHV  auch  für 

die  raumplanerische  Tätigkeit  des  Bundes,  der  Kantone  und  Gemeinden 

massgebend  bzw.  rechtlich  relevant.  Gemäss  dieser  Bestimmung  werden 

Biotope  aufgrund  der  gefährdeten  und  seltenen  Pflanzen-  und  Tierarten, 

die in den vom BAFU erlassenen oder anerkannten Roten Listen aufgeführt 

sind,  als  schützenswert  qualifiziert 

(http://www.bafu.admin.ch/publika-

tionen/publikation/00911/index.html?lang=de; BAFU, Rote Liste der gefähr-

deten Farn- und Blütenpflanzen der Schweiz, Bern 2002, S. 2). Dieser ge-

setzliche Pflanzenschutz ist hier weitgehend unberücksichtigt geblieben. 

6.3. 

Flachmoore  (auch  als  Niedermoore  bezeichnet)  verfügen  über  einen  ver-

gleichsweise  sensiblen Wasserhaushalt  und  reagieren  schlecht  auf  hydro-
logische  Veränderungen  bzw.  Eingriffe,  da  sie  − anders  als  Hochmoore − 
nicht nur von Regenwasser, sondern hauptsächlich von Hang- und Grund-

wasser gespiesen werden. Sie sind dadurch nährstoffreicher als Hochmoo-

re  und  haben  aus  diesem  Grund  eine  andere  Pflanzenwelt  (http:// 

www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/00887/index.html?lang=de; 

Handbuch  Moorschutz  in  der  Schweiz,  Fachliche  Grundlagen,  Kap. 2.1.1 

und 2.1.2).  

Mit  der  vorgesehenen  Abkappung  von  rund  40 %  des  noch  bestehenden 

Feuchtgebiets  und  der  Realisierung  der  dort  geplanten  Sportplatzfläche 

würden nicht nur die geschützten Pflanzenarten auf diesem Teil verschwin-

den, was nach dem Genannten an sich schon unzulässig wäre, sondern es 

bestände zudem die sehr grosse Gefahr, dass auch das "Restried"  erheb-

lich beeinträchtigt oder gar unwiderruflich zerstört würde.  

6.4. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  (Amt  für  Raumentwicklung,  Abteilung 

Raumplanung)  hat  in  ihrem  Vorprüfungsbericht  vom  25.  Januar  2013  zur 

strittigen Erholungszone ebenfalls grosse Bedenken geäussert und festge-

halten:  "Diese  Einzonung  widerspricht  dem  Grundsatz,  dem  Aussterben 
einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend gros-

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ser  Lebensräume  (Biotope)  und  anderer  geeigneter  Massnahmen  entge-

genzuwirken.  Lässt  sich  eine  Beeinträchtigung  schutzwürdiger  Lebensräu-

me  durch  technische  Eingriffe  unter  Abwägung  aller  Interessen  nicht  ver-

meiden,  so  hat  der  Verursacher  für  besondere  Massnahmen  zu  deren 

bestmöglichem  Schutz,  für  Wiederherstellung  oder  ansonsten  für  ange-

messenen  Ersatz  zu  sorgen  (vgl.  §  18  NHG  sowie  §§  81,  203  und  204 

PBG).  Die  vorgeschlagene  Auszonung  eines  bereits  bestehenden  Natur-

schutzobjekts  beim  Haldenbächli  ist  begrüssenswert,  kann  aber  nicht  als 

Kompensation bzw. Ersatzmassnahme gelten (act. 17, S. 8). 

Der  Umstand,  dass  die  Gemeinde  aufgrund  dieses  Vorprüfungsberichtes 

die  strittige  Einzonung  mit  einer  Gestaltungsplanpflicht  im  Sinne  von  § 48 

Abs. 3 PBG in jenem Bereich verknüpft hat (Ziff. 10.4 revBZO; act. 3, S. 51, 

und 11.16, S. 66), vermag an der Rechtswidrigkeit der strittigen Einzonung 

aus der Sicht des Naturschutzes substantiell nichts zu ändern. 

6.5. 

Die  Gemeinde  X  ist  Eigentümerin  der  streitbetroffenen  Parzelle  Kat.-

Nr. 7466  und  damit  des  Hüssenbüelrieds.  Im  Rahmen  ihrer  gesetzlichen 

Selbstbindung (§ 204 Abs. 1 PBG) hat die Gemeinde in ihrer Tätigkeit des-

halb dafür zu sorgen, dass Schutzobjekte geschont und, wo das öffentliche 

Interesse an diesen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben. Dieser ge-

setzlichen Vorgabe ist die Vorinstanz nach dem Gesagten in keiner Weise 

rechtsgenügend nachgekommen. 

6.6. 

Schliesslich  sind  die  öffentlichen  Interessen  der  Raumplanung  und  vor  al-

lem  des  Naturschutzes  nach  dem Gesagten  weit  stärker  zu  gewichten als 

das ebenfalls öffentliche Interesse an der Realisierung der Erweiterung der 

bestehenden  Schul-  und  Sportanlage  Hüssenbüel  unter  Einbezug  bzw. 

Einzonung des strittigen Teils des Hüssenbüelrieds. 

Zwar  ist  der  Bedarf  nach  einer  Dreifachturnhalle  bzw.  Sporthalle  für  die 

Schule  und  wohl  auch  für  die  Sportvereine  in  X  durchaus  ausgewiesen, 

was  übrigens  selbst  rekurrentischerseits  nicht  bestritten  wird.  Sachlich 

nachvollziehbar  ist  im  Weiteren  ein  gewisser  Standortvorteil  der  "Hüssen-

büel-Variante", einerseits aufgrund der dortigen guten Erschliessungssitua-
tion  und  andererseits  aufgrund  des  Umstandes,  dass  eine  bestehende 

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Schul- und Sportanlage baulich ergänzt werden kann. Die Vorinstanz hat in 

diesem  Zusammenhang  jedoch  klar  verlauten  lassen,  dass  – schon  auf-
grund  der  Zielsetzungen  der  Kulturlandinitiative  (vgl.  nachfolgend  Zif-
fer 6.7) –  die  vorgesehene  Sporthalle  auf  jeden  Fall  nicht  im  eingezonten 
Teil des Hüssenbüelrieds, sondern im Bereich der bereits bestehenden Er-

holungszone realisiert werden müsste. Die dadurch wegfallende Fläche ei-

nes Teils des Fussball-Rasenplatzes könne hingegen durch den Einbezug 

der Neueinzonung kompensiert werden. Allenfalls könnten noch zusätzliche 

Aussenflächen für den Sportbetrieb geschaffen werden (u.a. Prot. S. 4 und 

act. 10, S.1).  

Damit  wird  klar,  dass  die  neue  Sporthalle  selbst  ohne  die  strittige  Einzo-

nung  ohne  weiteres  realisiert  werden  könnte.  Aufgrund  der  dadurch  ge-

schaffenen  grossen  zusätzlichen  Indoor-Sportfläche  könnte  durchaus  auf 

einen  Teil  der  Aussenplatzfläche  verzichtet  werden,  zumal  dies  nicht  das 
Ende  des  bestehenden  Fussballplatzes  bedeuten  würde,  weil  – wie  der 
Augenschein gezeigt hat – dort neben dem Fussballplatz noch weitere rela-
tiv  grossflächige  Outdoor-Sportbereiche  vorhanden  sind,  die  als  Kompen-

sationsfläche genutzt werden könnten. Die Darlegungen der Vorinstanz be-

treffend  das  ausserordentlich  hohe  öffentliche  Interesse  an  der  strittigen 

Einzonung vermögen auch deshalb nicht zu überzeugen.  

6.7. 

Bei  diesem  Ergebnis  braucht  nicht  noch  zusätzlich  geprüft  zu  werden,  ob 

die strittige Einzonung der am 17. Juni 2012 von  den Stimmbürgern ange-

nommenen  Kulturlandinitiative  widerspricht.  Mit  dieser 

kantonal-

zürcherischen  Volksinitiative  wird  der Kanton  verpflichtet,  dafür zu sorgen, 

dass  die  wertvollen  Landwirtschaftsflächen  und  Flächen  von  besonderer 

ökologischer  Bedeutung  wirksam  geschützt  werden  und  in  ihrem  Bestand 

und in ihrer Qualität erhalten bleiben.  

7. 

Die  unzulässige  und  aufzuhebende  Einzonung  des  streitbetroffenen  Ge-

biets  hat  zur  Folge,  dass  der  einschlägige  Text  im  kommunalen  Richtplan 
von der Vorinstanz entsprechend zu berichtigen sein wird. Richtpläne sind 
allerdings  weder  mit  Rekurs  noch  mit  Beschwerde  gemäss  §  151  GG  an-

fechtbar, was in diesem Punkt Nichteintreten zur Folge hat. 

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Seite 14 

 
 
8. 

Zusammenfassend sind Rekurs und Beschwerde gutzuheissen, soweit da-

rauf einzutreten ist. 

9. 

Bei  diesem  Verfahrensergebnis  sind  die  Kosten  weitestgehend  der  Vor-

instanz  aufzuerlegen  (§  13  VRG).  Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der 

Gebührenverordnung des Verwaltungsgerichts (GebV VGr) legt das Baure-

kursgericht  die  Gerichtsgebühr  nach  seinem  Zeitaufwand,  nach  der 

Schwierigkeit  des  Falls  und  nach  dem  bestimmbaren  Streitwert  oder  dem 

tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt  wie  hier  ein  Verfahren  ohne  be-

stimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Gerichtsgebühr  in  der  Regel  Fr. 

1'000.--  bis  Fr.  50'000.--  (§  338  Abs.  2  PBG;  § 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Die 

Behörden  verfügen  bei  der  Gebührenbemessung  im  Einzelfall  über  einen 

weiten Ermessensspielraum. Gestützt auf diese Kriterien, ist die Spruchge-

bühr auf Fr. 5'000.-- festzusetzen. 

10.  

Die  Komplexität  der Streitsache  rechtfertigt  es,  den  Obsiegenden antrags-

gemäss eine (auf Grund des teilweise Nichteintretens leicht reduzierte) Um-

triebsentschädigung zuzusprechen (§ 17 VRG). 

Das Baurekursgericht erkennt: 

I. 
Rekurs  und  Beschwerde  werden  gutgeheissen,  soweit  darauf  eingetreten 
wird.  

Demgemäss  wird  die  mit  dem  Gemeindeversammlungsbeschluss  vom 
19. September 2013 im Bereich des Hüssenbüelrieds festgesetzte Erweite-
rung der Erholungszone Ea aufgehoben.  

Die Politische Gemeinde X wird eingeladen, dort eine Freihaltezone festzu-
legen. 

[….]

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