# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2da1ec00-9069-5a82-bf7b-c88f7cc49b92
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.02.2025 D-4720/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4720-2024_2025-02-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4720/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli,  

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch Maître Jonathan Wimmer,  

ANB Avocats Notaire Bienne, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. Juni 2024 / N (…). 

 

 

 

D-4720/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein burundischer Staatsangehöriger, ethnischer 

Tutsi – suchte am 24. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach. Er 

wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Bern zugewiesen. 

B.  

Am 7. Dezember 2022 wurde er jeweils im Beisein seiner Rechtsvertretung 

summarisch zu seiner Person (PA) befragt und am 6. Juni 2023 vertieft zu 

seinen Asylgründen (nach Art. 29 AsylG [SR 142.31]) sowie am 21. März 

2024 ergänzend angehört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs und zum Reiseweg führte der Be-

schwerdeführer hauptsächlich aus, er sei im Jahr 2013 der Partei «Mouve-

ment pour la solidarité et la démocratie» (MSD) beigetreten und habe sich 

im Jahr 2015 an Demonstrationen im Zusammenhang mit dem ehemaligen 

Präsidenten beteiligt. Infolge behördlicher Fahndungen nach MSD-Mitglie-

dern habe die Polizei im Mai 2015 diverse Hausdurchsuchungen durchge-

führt. Aus Angst um sein Leben sei er am 15. Mai 2015 illegal nach Uganda 

ausgereist und habe sich dort im Flüchtlingslager Nakivale aufgehalten. Im 

Juli 2022 sei er infolge der Amnestie für im Exil lebende burundische 

Staatsangehörige nach Burundi zurückgekehrt. Am 10. Juli 2022 hätten 

Beamte, unter ihnen sein Schulfreund J.N., sein Haus durchsucht und der 

Beschwerdeführer sei dabei geschlagen und der Zusammenarbeit mit den 

Red-Tabara und der MSD-Informantentätigkeit beschuldigt worden. Als-

dann sei er in eine Gefängniszelle gebracht worden, woraufhin J.N. ihm zur 

Flucht verholfen und gemeinsam mit ihm nach Kabarore gereist sei. Als er 

vom Erlass eines Haftbefehls gegen ihn erfahren habe, sei er gemeinsam 

mit J.N. illegal nach Ruanda ausgereist. Der Beschwerdeführer sei danach 

über die Elfenbeinküste nach Serbien gegangen und habe dort von J.N. 

erfahren, dass mittels Suchbefehl nach ihm gefahndet werde, weshalb er 

Serbien verlassen habe und am 23. November 2023 in die Schweiz einge-

reist sei.  

Nach seiner Ausreise seien vier behördliche Durchsuchungen bei ihm zu 

Hause durchgeführt worden. Im Weiteren sei er auf Facebook mit der Be-

zeichnung «Bamujeri» («Tutsi») sowie verbunden der Aufforderung zur 

Rückkehr nach Burundi bedroht worden. Bei einer Rückkehr befürchte er 

von der burundischen Regierung erneut verfolgt oder getötet zu werden.  

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Seite 3 

Zu seiner gesundheitlichen Situation befragt, gab er an, es gehe ihm auf-

grund Schlaflosigkeit psychisch nicht gut.  

Zum Nachweis seiner Identität reichte er jeweils in Kopie wie auch im Ori-

ginal eine burundische Identitätskarte und einen ugandischen Flüchtlings-

ausweis sowie eine Geburtsurkunde in Kopie und zur Stützung seiner Vor-

bringen zahlreiche weitere Dokumente, darunter Kopien eines Suchbefehls 

vom 15. Juli 2022, eines Haftbefehls vom 12. August 2022 und eines Fa-

cebook-Screenshots sowie jeweils im Original und in Kopie eine MSD-Mit-

gliedschaftsbestätigung vom 16. Februar 2013 sowie eine MSD-Mitglieder-

karte vom 12. April 2013, zu den Akten (vgl. Beweismittelverzeichnis [BV], 

Beweismittel [BM] 1 bis 16).   

C.  

Das Asylgesuch des Beschwerdeführers wurde mit Verfügung vom 6. Juni 

2023 ins erweiterte Verfahren überwiesen und der Beschwerdeführer mit 

separater Verfügung dem Kanton Bern zugeteilt.  

D.  

Auf Aufforderung des SEM vom 19. Januar 2024 reichte der Beschwerde-

führer mit Eingabe vom 5. Februar 2024 einen medizinischen Bericht des 

Medicentres Biel vom 29. Januar 2024 ein und bemängelte mit Eingabe 

vom 22. März 2024 unter anderem die Qualität der Übersetzung der ergän-

zenden Anhörung.   

E.  

Das SEM führte am 8. Mai 2024 eine interne Beweismittelanalyse durch, 

welche unter anderem Fälschungsmerkmale bei den eingereichten Doku-

menten feststellte.  

F.  

Das hierzu gewährte rechtliche Gehör nahm die Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers mit Eingabe vom 5. Juni 2024 unter Hinweis auf ihre Ein-

gabe vom 22. März 2024 und Beilage eines Berichts des Medicentres Biel 

vom 30. Mai 2024 wahr. 

G.  

Mit am 26. Juni 2024 eröffnetem Entscheid vom 25. Juni 2024 lehnte das 

SEM unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers vom 23. Oktober 2022 ab, ordnete seine Wegweisung 

aus der Schweiz und den Vollzug an.  

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Seite 4 

H.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 25. Juli 2024 erhob der Be-

schwerdeführer gegen den Entscheid des SEM vom 25. Juni 2024 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Es wurde die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme und subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung bean-

tragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er unter Verzicht auf das 

Erheben eines Kostenvorschusses um die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung. 

Der Beschwerde lagen unter anderem ein Fotoausdruck von Zeugnisnoten 

der Jahre 2011/2012 (Beilage 4), eine Kopie von Youtube-Kommentaren 

(Beilage 5), fünf Befürwortungsschreiben (Beilagen 7 bis 11), Fotos (Bei-

lage 12) und ein Ausdruck einer Darstellung einer UNHCR Flüchtlingskarte 

(Muster John Doe; Beilage 13), bei.  

I.  

Mit Schreiben vom 29. Juli 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde.  

J.  

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingaben vom 3. September 2024 und 

25. September 2024 zwei Bestätigungsschreiben vom 4. August 2024 und 

11. September 2024 betreffend die MSD-Mitgliedschaft beziehungsweise 

politische Aktivitäten ein und stellte gleichzeitig einen Beweisantrag auf 

Zeugenbefragung.  

K.  

Der Instruktionsrichter wies mit Verfügung vom 18. Dezember 2024 die Ge-

suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiord-

nung eines amtlichen Rechtsbeistandes ab. Gleichzeitig forderte er den 

Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses auf, welcher 

fristgerecht bezahlt wurde. 

 

 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist 

als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). 

Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist nach Lesitung 

des Kostenvorschusses einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-

stimmung eines zweiten Richters zu behandeln, weil sie sich im Ergebnis 

als offensichtlich unbegründet erweist (Art. 111 Bst. e AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet. 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen (Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, der Untersuchungs- und Begründungspflicht, ungenügende Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts) erhoben. Diese Rügen sind 

vorab zu prüfen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der 

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

 

4.2 Insofern die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers zunächst auf ein 

in den Akten falsch dokumentiertes Geschlecht der Ehefrau des Beschwer-

deführers hinweist, ist festzustellen, dass daraus nicht ohne Weiteres auf 

eine Sorgfaltspflichtverletzung der Vorinstanz zu schliessen ist, zumal der 

Irrtum – entgegen der Behauptung in der Beschwerde – zu Beginn der An-

hörung vom SEM von sich aus erfragt und korrigiert wurde (A20/15, F14). 

Alsdann ist der Versuch des Beschwerdeführers der Vorinstanz dadurch 

ein Fehlverhalten anzulasten, dass sie ihn auf das weibliche Anhö-

rungsteam in Bezug auf geschlechterspezifische Verfolgungsgründe auf-

merksam gemacht hat, nachdem der Antrag auf eine Anhörung durch ein 

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Seite 6 

Frauenteam aufgrund ebensolcher Gründe explizit von ihm selbst gestellt 

wurde (A29/1; A35/2; A50/23, F. 3 ff, insbesondere F 7), rechtsmissbräuch-

lich. Entgegen des wiederholten Vorwurfs hinsichtlich der Qualität der An-

hörungen beziehungsweise der Verwertbarkeit der Aussagen des Be-

schwerdeführers sind den Akten weder hinreichend begründete Anhalts-

punkte auf massgebliche Übersetzungsschwierigkeiten beziehungsweise -

fehler (beispielsweise A50/23, F127: «Am Schluss haben wir es geschafft, 

uns zu verstehen») noch auf eine Aussageunfähigkeit zu entnehmen. Aus 

den Akten gehen keine Hinweise darauf hervor, der Beschwerdeführer 

habe den Fragen nicht folgen können oder er sei nicht in der Lage gewe-

sen, sich frei und angemessen zu äussern. Ebenso wenig ist aus dem vor-

zeitigen Verlassen der Anhörung der Rechtsvertretung etwas zu Gunsten 

des Beschwerdeführers abzuleiten, da sie im expliziten Einverständnis mit 

ihm vor Abschluss der Rückübersetzung wegging (A50/23, S. 23) und da-

nach aus dem Protokoll keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, er hätte nicht 

weiterhin aktiv und problemlos mitwirken können (A53/23, S. 21). Um Wie-

derholungen zu vermeiden kann auf die diesbezüglich ausführlichen und 

zutreffenden Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen wer-

den (vgl. vi-Entscheid, Ziff. II und Ziff. III/1; A21/3, F 2 ff., F 53 f., 105 ff.; 

A50/23, F1, F 127, Rückübersetzung S. 21 ff). Es ist keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs zu erblicken. 

 

Im Weiteren vermengt der Beschwerdeführer die formelle Frage der Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der materiellen Frage der 

rechtlichen Würdigung der Sache. Alleine der Umstand, dass die Vo-

rinstanz die Glaubhaftigkeit der Vorbringen und die Echtheit der Beweis-

mittel anders einschätzt als der Beschwerdeführer, spricht weder für eine 

ungenügende Sachverhaltsdarstellung noch für eine Verletzung der Unter-

suchungspflicht. Es ist alsdann auch nicht an der Vorinstanz nach irgend-

welchen Dokumenten, die seine Asylvorbringen belegen könnten, zu for-

schen. Vielmehr obliegt es dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mit-

wirkungspflicht entsprechende Belege, beispielsweise Akten des ugandi-

schen Asylverfahrens, einzureichen. Alsdann kann der Beschwerdeführer 

aus der Behauptung, die Angabe einer einzigen Quelle zur Begründung 

eines Fälschungsmerkmals sei ungenügend, angesichts der Massgeblich-

keit der Qualität der Beweismittelanalyse nichts zu seinen Gunsten ablei-

ten. Wie sich aus nachstehenden Erwägungen ergibt, hat die Vorinstanz 

den vorliegenden Sachverhalt insgesamt rechtsgenüglich abgeklärt und 

sich hinreichend differenziert mit den zentralen Vorbringen und den Be-

weismitteln des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Es ist keine 

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Notwendigkeit weiterer Abklärungen oder eine Verletzung der Untersu-

chungspflicht ersichtlich. 

 

4.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen. Der entsprechende Subeventualantrag ist abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten insbesondere den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG, aber auch an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. 

6.1.1 Bei den Beweismitteln sei aufgrund der internen Beweismittelanalyse 

von (Ver-) Fälschungen der Dokumente auszugehen. So weiche die MSD-

Mitgliederkarte vom 12. April 2013 in ihrer Gestaltung betreffend Druckver-

fahren, Stempel, handschriftliche Eintragungen und Unterschrift stark vom 

Referenzmaterial ab. Die MSD-Mitgliedschaftsbestätigung vom 16. Feb-

ruar 2014 weise ebenso wie die burundische ldentitätskarte hinsichtlich der 

handschriftlichen Eintragungen und Stempel Manipulationsspuren auf, wo-

bei solche bei der Identitätskarte zusätzlich beim Druckverfahren festge-

stellt worden seien. Die Argumentation der Rechtsvertretung im Rahmen 

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des hierzu gewährten rechtlichen Gehörs, die eingereichten Dokumente 

seien keine Originale, wirke nachgeschoben und überzeuge nicht, weil er 

am 11. Mai 2023 Kopien eingereicht und am 16. April 2024 als Originale 

bezeichnete Dokumente nachgereicht habe. Bei Wahrunterstellung der An-

gabe, die Originale der MSD-Mitgliederkarte und der Mitgliedschaftsbestä-

tigung seien im ugandischen Flüchtlingslager eingezogen worden, wäre 

diese bereits im Rahmen der ersten Anhörung und spätestens, als er in der 

ergänzenden Anhörung danach gefragt worden sei, zu erwarten gewesen. 

Im Übrigen sei der Beweiswert von Kopien grundsätzlich gering. Im Jahr 

2013 des Ausstelldatums der Karte sei in Burundi landesweit nur eine Art 

von grafisch identischen Mitgliederkarten, mit einer ursprünglichen Gültig-

keitsdauer von Januar 2013 bis Dezember 2015 sowie einer Verwendung 

bis zum Jahr 2017, ausgestellt worden. Selbst unter Berücksichtigung 

möglicher regionaler Unterschiede weiche das von ihm eingereichte Doku-

ment nach wie vor – beispielsweise in Bezug auf die Dokumentennumme-

rierung – vom Referenzmaterial ab. Es sei demzufolge von einer versuch-

ten Vortäuschung einer angeblich bestehenden Gefährdungssituation des 

Beschwerdeführers in seinem Heimatstaat auszugehen. Hinsichtlich der 

weiteren Beweismittel könne auf die materielle Prüfung der in Kopie einge-

reichten Such- und Haftbefehle verzichtet werden, da solche in Burundi 

erfahrungsgemäss leicht käuflich seien und die Ausstellungspraxis unein-

heitlich sei, weshalb sich ihr beweiswert als gering erweise. 

6.1.2 Betreffend die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen sei in Bezug auf 

den gewissen Wortreichtum im freien Bericht festzustellen, dass in erster 

Linie nicht auf die Menge und den Umfang der Angaben und Ausführungen 

abzustellen sei, sondern vor allem auf den tatsächlichen inneren Gehalt 

der persönlichen Schilderungen. So seien auch Ausführungen mit ver-

gleichsweise hohem Mass an quantitativem Detailreichtum relativ einfach 

zu erfinden. Den Schilderungen mangle es an persönlich gefärbten Ele-

menten und Detailbeschreibungen. Die blosse Menge an Beschreibungen 

mit vereinzelten Realkennzeichen (Sterne sehen nach Abnahme der Au-

genbinde; nach der Flucht angetroffene Frau im blau-roten Kleid mit einem 

gelben Eimer mit Süsskartoffeln) vermöchten den klaren Mangel an innerer 

Substanz nicht aufzuwiegen. Er habe die Schilderungen auf spezifische 

Rückfragen nicht ausreichend mit konkreten Detailangaben ergänzen kön-

nen. Die Aussagen würden nicht die zu erwartende Qualität einer Person 

mit seinen individuellen Fähigkeiten aufweisen, die solche Ereignisse unter 

den vorgebrachten Umständen tatsächlich erlebt hätte. 

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In Bezug auf die Ereignisse im Juli / August 2022 habe der Beschwerde-

führer zwar teilweise ausgefallene Details erwähnt, sei jedoch auf Nach-

frage jeweils nicht in der Lage gewesen, das Erzählte weiter auszuführen. 

Betreffend die behördliche Hausdurchsuchung am 10. Juli 2022 habe er 

auf Nachfragen seine Schilderungen wiederholt und beispielsweise nur die 

Mitnahme in einem Hulux und Beschlagnahmung seines Handys sowie 

Computers ergänzt. Die Ausführungen zum vor dem Haus und der Fahrt 

ins Gefängnis Vorgefallenen seien insgesamt vage, unsubstantiiert und re-

alitätsfremd. Es sei auch auffallend, dass er in der ersten Anhörung die 

Anmeldung bei der Quartierpräsidentin im Juli 2022 (Rückkehr aus dem 

Exil nach Burundi) nicht erwähnt habe, welche ebenfalls bei der Haus-

durchsuchung anwesend gewesen sein solle. Die Erwähnung dieses für 

sein Vorbringen derart zentralen Elements sei in der ersten Anhörung zu 

erwarten gewesen, insbesondere nach der Erklärung in der ergänzenden 

Anhörung, er habe Angst bekommen, weil die zusätzliche Anwesenheit ei-

ner Quartierpräsidentin in Burundi die Verhaftung bedeute. Über die Inhaf-

tierung habe er alsdann nicht detailliert und erlebnisprägend berichtet, son-

dern oberflächlich und unsubstantiiert, indem er sich in der ersten Anhö-

rung auf die Angaben beschränkt habe, nachts mit verbundenen Augen in 

einen dunklen Raum in ein Gefängnis gebracht worden zu sein. In der er-

gänzenden Anhörung habe er hingegen erzählt, er sei in ein Gefängnis des 

Nachrichtendienstes gebracht und bis Mitternacht in einem dunklen Zim-

mer festgehalten worden. Er habe Schreie von gefolterten Menschen ge-

hört und schlechte, nach verdorbenem Fleisch riechende Gerüche wahr-

genommen. Hinsichtlich dieser Details (Geruch, Schreie) sei bei näherer 

Betrachtung ersichtlich, dass er dieselben Merkmale auffallend oft und 

meist in ähnlich lautenden Worten auf Nachfrage hin wiederholt habe, ohne 

diese Eindrücke weiter auszuführen, was auf eine konstruierte Geschichte 

schliessen lasse. Anstatt auf Aufforderung weitere Details zur Haft zu nen-

nen, habe er hauptsächlich die bisherigen Angaben wiederholt (Schul-

freundschaft mit J.N., verbundene Augen, Handschellen). Es fehle alsdann 

an einer erlebnisgeprägten Präzision bestimmter Zeitabschnitte während 

der Gefangenschaft, wie beispielsweise, was er den ganzen Tag bis Mitter-

nacht in der Zelle gemacht habe, wie auch an der Beschreibung innerer 

Gedankengänge und Reaktionsmuster, obwohl es sich um eine ausserge-

wöhnlich bedrohliche und damit emotional bedeutsame Erfahrung gehan-

delt haben müsste. Ebenso habe er die unsubstantiierten Angaben zur Au-

tofahrt (nach Verlassen des Gefängnisses) trotz mehrmaliger Nachfrage 

nur wiederholt beziehungsweise angegeben, er könne aufgrund der ver-

bundenen Augen nicht mehr dazu sagen. Zum mehr als dreiwöchigen Auf-

enthalt bei seinem Onkel in Kabarore (21. Juli 2022 bis 19. August 2022) 

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habe er beispielsweise vage Angaben, wie zuhause im Bett geblieben und 

müde gewesen zu sein, gemacht. Hätte er im Versteck Kenntnis vom Er-

lass eines mutmasslichen Haftbefehls gegen ihn erlangt und damit eine 

lebensbedrohliche Verfolgungssituation in dem von ihm geschilderten Aus-

mass bestanden, wären von ihm konkretere und anschaulichere Schilde-

rungen zu erwarten gewesen. So hätte er sich wohl mit verschiedenen 

Fluchtoptionen sowie den damit verbundenen Risiken auseinandergesetzt, 

diese gegeneinander abgewogen und sich mit dem Onkel, J.N. und seinen 

Familienangehörigen unterhalten und alsdann ausführlich beziehungs-

weise realkennzeichenreich davon berichten können. Im Weiteren überra-

sche die bereits während des Aufenthalts in Kabarore gehegte Absicht, die 

Weiterreise nach Serbien nach der Ankunft in Ruanda organisieren zu wol-

len. Er habe nämlich an anderer Stelle der Anhörung erklärt, erst in Kigali 

(Ruanda) von der fehlenden Visumspflicht für burundische Staatsangehö-

rige für Reisen nach Serbien erfahren zu haben und deshalb erst daraufhin 

beschlossen zu haben, nach Serbien zu reisen. Im Weiteren seien die An-

gaben zum Suchbefehl weder plausibel noch würden sie den Tatsachen 

entsprechen. So lege der Beschwerdeführer insbesondere dar, nicht zu 

wissen, wo sich das Original befinde, und gleichzeitig habe er während des 

Aufenthaltes in Serbien mutmasslich von J.N. ein Foto davon per 

WhatsApp erhalten. Dies, obwohl sich J.N. damals ebenfalls im Ausland 

beziehungsweise auf der Flucht vor dem Nachrichtendienst befunden 

habe. Die Aussagen würden eine sehr geringe Dichte an Realkennzeichen 

aufweisen und könnten vom Beschwerdeführer auch ohne Erlebnishinter-

grund realisiert werden. Die Angaben zur Ausreise aus Burundi seien als-

dann tatsachenwidrig, da es sich beim vom Beschwerdeführer dargelegten 

zweistündigen Fussmarsch von Kabarore (19 Uhr) nach Butare (21 Uhr) 

um eine sechzig Kilometer lange Strecke handle, für die zu Fuss durch-

schnittlich dreizehn Stunden und vierzig Minuten benötigt würden. 

6.1.3 Aufgrund des Gesagten könne dem Beschwerdeführer eine behörd-

liche Verfolgung in seinem Heimatstaat vor der Ausreise aufgrund eines 

MSD-Engagements nicht geglaubt werden. Auf die Aufzählung weiterer 

vorhandener Unglaubhaftigkeitselemente, beispielsweise in Bezug auf die 

vorgebrachten Aufenthalte vor der Ausreise aus der Heimat, die Angaben 

zum Verlust des Reisepasses, die unterschiedlichen zeitlichen Angaben 

und sonstigen Widersprüche in den Vorbringen sowie den diesbezüglichen 

Erklärungen, werde verzichtet. Demgemäss erübrige sich eine Prüfung der 

flüchtlingsrechtlichen Relevanz der Vorbringen. 

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Seite 11 

6.1.4 Mit dem Arztbericht könne die Glaubhaftigkeit der Vorbringen – im 

Gegensatz zu den gesundheitlichen Problemen – nicht bewiesen werden. 

Die Unglaubhaftigkeitsmerkmale seien auch in Berücksichtigung des psy-

chischen Gesundheitszustandes nicht erklärbar.  

6.1.5 Aus den vorgebrachten Ereignissen in Uganda sei gemäss den Akten 

nicht auf eine Verfolgungssituation im Heimatstaat zu schliessen, weshalb 

sie nicht zu prüfen beziehungsweise nicht flüchtlingsrechtlich relevant 

seien. Bezüglich der genannten Krise im Mai 2015, welche zur Flucht nach 

Uganda geführt habe, bestehe einerseits mangels glaubhafter Verfolgung 

der burundischen Behörden keine asylrechtliche Relevanz im Sinne von 

Art. 3 AsylG, andererseits sei ein Grossteil der burundischen Bevölkerung 

in ähnlicher Weise betroffen. 

6.1.6 Ein Zusammenhang der nach der Ausreise beziehungsweise nach 

seiner Ankunft in der Schweiz erhaltenen Facebook-Drohung mit den vor-

gebrachten behördlichen Verfolgungsmassnahmen sei angesichts der un-

glaubhaften Vorverfolgung zu bezweifeln. Es bestünden aufgrund der Fa-

cebook-Aktivitäten keine Anhaltspunkte für ein besonders exponiertes Pro-

fil, um zukünftig als regimefeindliche Person in den Blick der Behörden zu 

geraten. Die Aktivitäten auf Social Media seien bis auf ein gepostetes MSD-

Logo unbelegt. Entgegen seinen Angaben von 4000 bis 5000 Facebook-

Freunden habe er keine grosse Reichweite seines Profils nachweisen kön-

nen, zumal der Beitrag des MSD-Logos sechs Monate nach dessen Veröf-

fentlichung nur vier Likes gezählt habe. Es gebe auch keine konkreten Hin-

weise darauf, die von einer unbekannten Person kommentierte Drohung 

stamme von einem Agenten der lmbonerakure. Reine Spekulationen wür-

den zur Begründung einer Furcht vor Verfolgung nicht ausreichen und der 

Beschwerdeführer habe letztere vor den lmbonerakuren nicht geltend ge-

macht. Der Facebook-Kommentar mit unklarem Kontext könne auch von 

einer beliebigen Person im Auftrag des Beschwerdeführers verfasst wor-

den sein. Das Gesagte sowie die Anzahl von zwei Kommentaren einer 

Drittperson würden den Anschein von konstruierten Asylgründen erwecken 

und eine einmalige Drohung durch unbekannte Dritte über Facebook ge-

nüge den Anforderungen der zur Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft er-

forderlichen Intensität nicht. Diese Einschätzung vermöge auch der hierzu 

eingereichte Facebook-Screenshot nicht umzustossen, zumal das Beweis-

mittel mangels hinreichender Rückschlüsse auf den Urheber der Kommen-

tare keinen Beweiswert habe. 

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6.1.7 Zusammenfassend hielten die Vorbringen den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht stand. 

6.2  

6.2.1 In der Beschwerde wird nebst Wiederholung des Sachverhaltes im 

Wesentlichen zu den Beweismitteln vorgebracht, der Beschwerdeführer 

sei in Burundi wegen seiner MSD-Mitgliedschaft behördlich verfolgt worden 

und habe deshalb im Jahr 2015 in Uganda die echten Beweismittel einge-

reicht und Asyl erhalten. Die ugandische Flüchtlingskarte sei unbestritte-

nermassen echt. Es lägen dieselben Verfolgungsgründe vor und es seien 

dieselben Beweismittel eingereicht worden, weshalb ihm auch von der 

Schweiz Asyl zu gewähren sei. Der Beschwerdeführer habe mit der Be-

zeichnung «Originale» die Fotos beziehungsweise Kopien der in Uganda 

eingereichten Identitätskarte, MSD-Mitgliedschaftskarte und -bestätigung 

gemeint. Die Vorinstanz hätte auf den Einbehalt der Originaldokumente 

durch die ugandischen Asylbehörden schliessen müssen, weshalb die vor-

liegend eingereichten Kopien als gültig anzuerkennen seien. Zudem ver-

füge der Beschwerdeführer über Detailkenntnisse, welche die Glaubhaf-

tigkeit seiner Angaben unterstreichen würden. Er kenne Parteistrukturein-

zelheiten, die Zuständigkeit der Kartenausstellung (Präsident der örtlichen 

Sektion), die zwei Regionen in Cibitoke (Nord, Süd), den Namen des Prä-

sidenten der Region Nord (B._______) und wisse von dessen Exil in Bel-

gien. Das eingereichte Schreiben des Parteigenerealsekretärs vom 

11. September 2024, welches mittels WhatsApp über den Parteipräsiden-

ten A.S. habe erhältlich gemacht werden können (act. 4, Beilagen 17 und 

18) bestätige die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der MSD. Der 

Parteipräsident sei zur Zeugenbefragung per Videokonferenz bereit, sollte 

die Mitgliedschaft weiterhin nicht geglaubt werden. Im Weiteren würden die 

damaligen politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers für die MSD in 

Uganda wie auch in Burundi durch das Erklärungsschreiben einer nach wie 

vor im Exil in Uganda lebenden wichtigen Parteipersönlichkeit (K.D.), be-

stätigt, welche ebenfalls per Videokonferenz als Zeuge zu befragen sei 

(act. 3, Beilage 16). Ein You-Tube-Kommentar zur MSD belege alsdann 

das in der Schweiz anhaltende Interesse des Beschwerdeführers an den 

politischen Aktivitäten seiner Partei (Beschwerdebeilage 5). Aufgrund des 

Gesagten seien auch der Such- und Haftbefehl vom Juli/August 2022 echt 

und darauf sei ungeachtet der Meinung der Vorinstanz (leicht käufliche Do-

kumente) als notwendige Beweismittel abzustützen. 

 

6.2.2 In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Vorbringen habe der Beschwer-

deführer in der Anhörung angegeben, es sei ein Wunder gewesen, der 

D-4720/2024 

Seite 13 

Festnahme entkommen zu sein, was aufzeige, dass er in diesem Moment 

nicht in der Lage gewesen sei, seine eigenen Gefühle wiederzugeben. Er 

habe aber den genauen Namen seines Helfers und die Details der Flucht 

genannt. Seine Schilderungen seien aufgrund vieler vorgebrachter Einzel-

heiten nicht vage gewesen (beispielsweise Datum der Rückkehr nach Bu-

rundi am 18. Juli 2022, Automarke Hulux). Zudem sei die geschilderte Be-

schlagnahmung des Handys und des Computers glaubhaft, da dies auch 

in der Schweiz dem behördlichen Vorgehen in einem Strafverfahren ent-

spreche. Dem Beschwerdeführer könne im Weiteren nicht zum Vorwurf ge-

macht werden, keine ergänzenden Angaben zur Festnahme beziehungs-

weise zur Autofahrt und in der ersten Anhörung die Quartierpräsidentin 

nicht genannt zu haben, da ihm keine genaueren Fragen dazu gestellt wor-

den seien. Es gebe ausser den genannten Geräuschen (Schreie, Be-

schimpfungen) und Gerüchen keine weiteren Details zu berichten und die 

Zeit der Inhaftierung habe er als mehrere Stunden voller Angst beschrie-

ben. Der Aufenthalt beim Onkel sei bereits hinreichend präzis dargelegt 

worden und die Erwartung der Vorinstanz einer Beschreibung der Flucht-

pläne oder Gespräche sei nicht relevant. Der Zugriff des Freundes J.N. als 

Beamter auf den Haftbefehl sei plausibel, wie auch, dass der Beschwerde-

führer nicht habe wissen können, wo sich das Original befinde. Die Vo-

rinstanz stütze die Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen auf wenige kon-

krete Punkte in den Anhörungen und lasse dabei das Erlebte des Be-

schwerdeführers (Flucht und Flüchtlingsstatus in Uganda im Jahr 2015, 

Exil, Hausdurchsuchungen) ausser Acht. Die Festnahme vom 18. Juli 2022 

und die Flucht vom 16. August 2022 stünden in einem zeitlich plausiblen 

Zusammenhang mit den Beweismitteln und selbst wenn die vorgebrachte 

Reisedauer zu kurz geschildert worden sei, seien weitere Angaben dazu 

präzise (beispielsweise Wald- und Flussdurchquerung, Taxifahrt). Im Wei-

teren sei die Bedrohung auf Facebook trotz fehlenden Beweises als ergän-

zendes Element anzuerkennen. Der Mangel an Struktur oder Präzision der 

Antworten sei gemäss Arztbericht vom 29. Januar 2023 auf seine psychi-

sche Gesundheit (PTBS) zurückzuführen. 

 

6.2.3 Im Weiteren sei die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerde-

führers zu berücksichtigen. Sein vorbildliches Verhalten, die Geschlechter-

verwechslung seiner Ehefrau trotz der Verfolgung von homosexuellen 

Menschen in Burundi nicht zugunsten seines Asylverfahrens ausgenutzt zu 

haben, spreche für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Der Beschwer-

deführer sei in der Schweiz integriert, seit über einem Jahr Mitglied eines 

Chores, nehme an ehrenamtlichen Tätigkeiten innerhalb der evangeli-

schen Kirche teil und unterstütze das Masterprojekt eines Studenten 

D-4720/2024 

Seite 14 

(Beschwerdebeilagen 7 bis 11 mit Fotos). Zudem habe er nachweislich kor-

rekte Angaben zu seiner Ausbildung gemacht (Zeugnisse 2010 bis 2012, 

Beschwerdebeilagen 4). 

 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers genügten hauptsächlich den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG und teilweise auch an die Flücht-

lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht. Auf die betreffenden Ausführun-

gen in der angefochtenen Verfügung (vgl. vorstehend E. 6.1) kann mit den 

nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be-

schwerdeebene führen insgesamt, wie zu sehen sein wird, zu keiner ande-

ren Betrachtungsweise. Auf die Entgegnungen in der Beschwerde und die 

neu eingereichten Beweismittel ist im Folgenden näher einzugehen: 

7.2  

7.2.1 Zunächst ist in Bezug auf die bei der Vorinstanz eingereichten Be-

weismittel festzustellen, dass der Erklärungsversuch des Beschwerdefüh-

rers hinsichtlich der Widersprüche betreffend die im Original beziehungs-

weise in Kopie eingereichten Dokumente nicht überzeugt. Im Anhörungs-

protokoll vom 6. Juni 2024 gab er zu Protokoll, die Originale würden sich 

in Burundi bei seiner Ehefrau befinden (Identitätskarte, A20/15, F 6 ff.), und 

mit Eingabe vom 16. April 2024 reichte der Beschwerdeführer die Partei-

mitgliedschaftsbestätigung, die MSD-Mitgliederkarte, die Identitätskarte 

sowie den Flüchtlingsausweis als «im Original» bezeichnet (A42/1) bei der 

Vorinstanz ein. Demgemäss musste die Vorinstanz entgegen der Be-

schwerde nicht darauf schliessen, es könne sich aufgrund des Asylverfah-

rens in Uganda bei den eingereichten Dokumenten (trotzdem) nur um Ko-

pien handeln. Alsdann vermögen die Argumentation zu regional begründe-

ten Unterschieden in den MSD-Mitgliedschaftskarten und allgemeine 

Kenntnisse über die Parteistruktur sowie zum Parteipräsidenten die Un-

glaubhaftigkeit der Parteimitgliedschaft nicht umzustossen, zumal damit 

die weiteren Fälschungsmerkmale der Karte, wie die Dokumentennummer, 

nicht geklärt werden. 

 

Betreffend die Beweisanträge (act. 3 f.), zwei nicht am Verfahren beteiligte 

Drittpersonen als Zeugen im Ausland (via Videokonferenz) zur Parteimit-

gliedschaft und den politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers zu be-

fragen, ist festzuhalten, dass das Gericht an die von den Parteien angebo-

tenen Beweismittel nicht gebunden ist und nur die notwendigen 

D-4720/2024 

Seite 15 

Beweismittel berücksichtigt werden (vgl. Art. 37 des Bundesgesetzes über 

den Zivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Gemäss Art. 14 

VwVG gilt für das Verwaltungsverfahren der Grundsatz der Subsidiarität 

des Zeugenbeweises, womit alle anderen Beweismittel erhoben worden 

sein müssen, bevor auf einen Zeugenbeweis zurückgegriffen werden kann 

(vgl. JÜRG BICKEL, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar 

VwVG, 3. Aufl. 2023, N23 zu Art. 14). Im Ausland notwendige Beweisauf-

nahmen sind gemäss Art. 39 BZP auf dem Weg der Rechtshilfe herbeizu-

führen, wofür spezialgesetzliche Bestimmungen in Bundeserlassen mass-

gebend sind. Ungeachtet dessen, dass im Verwaltungsbeschwerdeverfah-

ren eine Zeugeneinvernahme im Ausland durch einen diplomatischen Ver-

treter der Schweiz als Möglichkeit regelmässig mangels Erfüllung der dafür 

notwendigen kumulativen Voraussetzungen (vgl. hierzu JÜRG BICKEL, 

a.a.O. N63 zu Art. 14) ausscheiden dürfte, ist vorliegend keine Notwendig-

keit für die Anordnung einer Zeugeneinvernahme ersichtlich. Der Be-

schwerdeführer hat im vorliegenden Verfahren mit den beiden auf Be-

schwerdeebene eingereichten Schreiben der besagten Zeugen, sprich ei-

nes Parteimitglieds vom 4. August 2024 und des Parteigenerealsekretärs 

vom 11. September 2024 (act. 3, Beilage 16; act. 4, Beilage 17), seine 

Sachverhaltsdarstellung und sein Beweisanerbieten hinreichend schriftlich 

einbringen können. Die beiden besagten Bestätigungsschreiben der Zeu-

gen sind jedoch aufgrund der Möglichkeit von Gefälligkeitsschreiben von 

niedrigem Beweiswert und vermögen die Einschätzung der Unglaubhaf-

tigkeit der Asylvorbringen nicht umzustossen. Nach dem Gesagten sind die 

entsprechenden Beweisanträge abzuweisen.  

 

Aus dem neu mit der Beschwerde eingereichten Fotoausdruck dreier un-

datierter You-Tube-Kommentare unterhalb eines mutmasslich politischen 

Bildes kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten (Be-

schwerdebeilage 5). Abgesehen vom niedrigen Beweiswert einer Kopie an 

sich, sind die unter Pseudonymen verfassten Kommentare weder ohne 

Weiteres seiner Person zuzuordnen noch scheint der beigelegte Ausdruck 

aufgrund überlappend kopierter Kommentare dem ursprünglichen Erschei-

nungsbild des Social Media Beitrages zu entsprechen. Aufgrund des Ge-

sagten ist – entgegen der Behauptung in der Beschwerde – nicht auf die 

Echtheit des Such- und Haftbefehls vom Juli/August 2022 zu schliessen, 

deren niedriger Beweiswert aufgrund leichter Käuflichkeit solcher Doku-

mente bestehen bleibt. 

 

7.2.2 Die blosse Gegenbehauptung des Beschwerdeführers, die Asylvor-

bringen seien weder vage noch unsubstantiiert dargelegt worden und die 

D-4720/2024 

Seite 16 

Vorinstanz habe die vielen für die Glaubhaftigkeit sprechenden vom Be-

schwerdeführer genannten Einzelheiten eigens wiedergegeben, ist un-

behelflich. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht damit auseinander, wes-

halb der Vorinstanz zuzustimmen ist, dass die quantitative Detailreichtum 

vorliegend eben nicht zur Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu führen ver-

mag (vgl. vi-Entscheid Ziff. III/1.2; vorstehend E. 6.1). Seinen Schilderun-

gen im Anhörungsprotokoll mangelt es – abgesehen von der blossen 

Menge an Beschreibungen mit vereinzelten Realkennzeichen – an innerer 

Substanz und Detailbeschreibungen, die in Berücksichtigung seiner indivi-

duellen Fähigkeiten auf spezifische Rückfragen nicht in der zu erwartenden 

Qualität ergänzt werden konnten. Aus den Aussagen ist nicht auf eigens 

vom Beschwerdeführer Erlebtes zu schliessen, hätte er sich in den be-

haupteten lebensbedrohlichen Situationen, wie der Hausdurchsuchung, 

der Gefangenschaft und der im Versteck erhaltenen Informationen über ei-

nen erlassenen Haftbefehl befunden. Gedankengänge und spontane Aus-

sagen fehlen und die Erzählungen wirken konstruiert, wobei sich Real-

kennzeichen in auffallend gleicher Art wiederholen (beispielsweise A50/23, 

A53, A56, A58, A69: «Schreie hören und [schlechte] Gerüche riechen»). 

Der Beschwerdeführer liefert alsdann beispielsweise mit dem Einwand, 

plausibel dargelegt zu haben, die Zeit der Gefangenschaft bis um Mitter-

nacht seien einfach Stunden voller Angst gewesen, keine hinreichende Er-

klärung für diesen nur vage beschriebenen Zeitabschnitt. Nachdem die for-

mellen Rügen als unbegründet erachtet wurden (vgl. vorstehend E. 4), 

überzeugt der Erklärungsversuch für in der ersten Anhörung Unerwähntes 

– wie beispielsweise die Anmeldung bei der Quartierpräsidentin – oder für 

insgesamt fehlende Ergänzungen, weil er in der Anhörung nicht präziser 

gefragt worden sei, nicht. 

 

Die fehlende Glaubhaftigkeit seiner Aussagen auf seine gesundheitlichen 

Beschwerden zurückzuführen, ist angesichts der fehlenden hinreichenden 

Kausalität ebenfalls nicht überzeugend. Ein Arztbericht kann eine psychi-

sche Störung beziehungsweise eine Traumatisierung zwar belegen, nicht 

aber deren genaue Ursache (vgl. Urteil des BVGer D-1227/2022 vom 

13. November 2024 E. 8.2, m.w.H.). Der medizinische Sachverhalt ist vor-

liegend als hinreichend erstellt zu erachten und, nachdem es dem Be-

schwerdeführer im Rahmen der Mitwirkungspflicht möglich gewesen wäre, 

weitere medizinische Akten einzureichen, ist der Beweisantrag auf Beizug 

des medizinischen Aktendossiers von Medicentre Biel (Beschwerde, S. 16) 

abzuweisen. 

 

D-4720/2024 

Seite 17 

Im Weiteren ist in einer Gesamtbetrachtung die von ihm falsch angegebene 

Reisedauer von zwei Stunden anstelle von dreizehn Stunden – entgegen 

der Behauptung des Beschwerdeführers – nicht unbeachtlich, ebensowe-

nig sind seine unterschiedlichen und unplausiblen Aussagen betreffend die 

Entschlussfassung, Planung und Organisation der Reise (vgl. vi-Entscheid 

Ziff. III/1.2) zu vernachlässigen, zumal diese Feststellungen der Vorinstanz 

in der Beschwerde nicht bestritten werden. Vielmehr unterstreichen diese 

Ungereimtheiten die gesamthafte Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des 

Beschwerdeführers. 

 

7.2.3 Im Weiteren ist selbst bei vorhandener persönlicher Glaubwürdigkeit 

nicht ohne Weiteres auf die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu schlies-

sen. Die beigelegten Befürwortungsschreiben von Drittpersonen sind da-

her, ebenso wie angesichts der Mitwirkungspflicht der Hinweis auf die Kor-

rektheit seiner Angaben zu seiner Ausbildung und zum Geschlecht seiner 

Ehefrau, unbehelflich. Im Übrigen ist die Schweiz unabhängig von densel-

ben ratifizierten Übereinkommen nicht an die Rechtsprechung anderer 

Länder gebunden, weshalb aus dem mutmasslichen Schutzstatus in 

Uganda aus dem Jahr 2015 kein Anspruch auf Asylgewährung in der 

Schweiz abzuleiten ist.  

 

7.2.4 Die Beschwerdevorbringen sind insgesamt nicht geeignet, der Verfü-

gung der Vorinstanz Substantielles entgegenzusetzen. Die Asylvorbringen 

sind unglaubhaft und die Prüfung einer allfälligen Asylrelevanz entfällt.  

 

7.3 Es ist dem Beschwerdeführer gesamthaft nicht gelungen, eine bereits 

erlittene oder eine künftig drohende asylrechtlich relevante Verfolgung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asyl-

gesuch folgerichtig abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

D-4720/2024 

Seite 18 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

9.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 

AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung be-

urteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtli-

chen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

9.2.2 Sodann ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 

der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach dem oben Gesagten gelingt 

ihm das nicht. Der Hinweis auf öffentliche Quellen zur Ländersituation in 

Burundi (Schweizerische Flüchtlingshilfe) vermag diese Einschätzung 

nicht umzustossen. 

D-4720/2024 

Seite 19 

9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. dazu das Urteil des BVGer D-3735/2024 vom 

21. Juni 2024 E. 9.3.1, m.w.H.).  

9.3.2 Beim Beschwerdeführer wurde eine mittelschwere depressive Epi-

sode sowie eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnosti-

ziert, wobei sich die Entwicklung der Depressionssymptome durch die the-

rapeutischen Behandlungen verbessert haben (A45/5, Beilage: Bericht 

Medicentre vom 30. Mai 2024).  

Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann nur dann aus medi-

zinischen Gründen auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ge-

schlossen werden, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland nicht 

zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-

denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-

son führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

nicht bereits dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem 

hohen schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behand-

lung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 

Um Wiederholungen zu vermeiden kann auf die Erwägungen Ziff. IV/2 der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Es ist aufgrund der Akten 

und der Beschwerdeausführungen nicht von derart gravierenden gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auszugehen, die zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Verschlechterungen des Gesund-

D-4720/2024 

Seite 20 

heitszustandes führen würden, und solche werden auch nicht vorgebracht. 

Entsprechend ist nicht auf das Vorliegen einer medizinischen Notlage zu 

schliessen und eine hinreichende medizinische und psychiatrische Versor-

gung ist in Burundi gewährleistet (vgl. Urteil BVGer E-4051/2024 E. 8.3.3 

vom 17. Oktober 2024). Der Beschwerdeführer ist auf die Möglichkeit, bei 

der Vorinstanz bei Bedarf einen Antrag auf Gewährung medizinischer 

Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG), hinzuweisen. 

Es sprechen auch keine anderen individuellen Gründe gegen einen Weg-

weisungsvollzug. Der Beschwerdeführer ist 33 Jahre alt, verfügt über einen 

Universitätsabschluss in «Gestion Commerciale» und spricht Französisch, 

Kirundi, Suaheli, Englisch und Deutsch. Er arbeitete zuletzt in stellvertre-

tender Position im Geldtransferbereich bei der burundischen Post (2011 bis 

2015), nebenbei betrieb er Handel und reiste deswegen regelmässig nach 

Tansania. Alsdann betrieb er im Flüchtlingslager in Uganda ein eigenes 

Geschäft (Geldtransfers per Mobiltelefon). Er verfügt – unabhängig von ei-

nem mutmasslichen Scheidungsverfahren – mit seiner Ehefrau, den ge-

meinsamen Kindern, mehreren Onkeln, seiner Mutter und Schwester, wel-

che beim burundischen Finanzamt arbeitet, über ein intaktes Familiennetz 

in Burundi. Zudem verfügt seine Familie über ein Grundstück und betreibt 

Landwirtschaft (A20/15, F32 ff.; A50/23, F30 ff.). Es ist in Burundi von ei-

nem soliden sozialen und wirtschaftlichen Netzwerk auszugehen, das den 

Beschwerdeführer bei Bedarf unterstützen kann.  

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung ins-

gesamt als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-

digen (gültigen) Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG 

und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegwei-

sung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

D-4720/2024 

Seite 21 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Der am 23. Dezember 

2024 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

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