# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bd79345-9f29-5c23-9752-cd0ba64b7c28
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2008 E-2783/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2783-2008_2008-09-24.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2783/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Richter Kurt Gysi,
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______,
palästinensischer Herkunft,
p.A. Schweizerische Vertretung in Ankara,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asyl;
Verfügung des BFM vom 28. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2783/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  mit  E-Mail  vom 24.  Februar 
2004 an das Schweizerische Vertretungsbüro in Ramallah gelangte,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  eines  Treffens  mit  dem  Chef 
des Schweizerischen Vertretungsbüros vom 17. März 2004 in Jericho 
ein schriftliches Asylgesuch deponierte,

dass der Vater des Beschwerdeführers am 17. August 2004 für seinen 
Sohn ein Gesuch um Familienzusammenführung stellte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 26. Oktober 2004 dem Beschwerde-
führer die Einreise in die Schweiz nicht bewilligte und dessen Asylge-
such ablehnte,

dass die Verfügung dem Beschwerdeführer weder via Post noch Kurier 
zugestellt werden konnte,

dass die Mutter des Beschwerdeführers am 27. Dezember 2004 aufge-
fordert wurde, mit ihrem Sohn Kontakt aufzunehmen und ihn aufzufor-
dern, sich mit dem Vertretungsbüro in Verbindung zu setzen,

dass die Verfügung vom 26. Oktober 2004 dem Beschwerdeführer am 
26. April  2007 durch das Schweizerische Vertretungsbüro persönlich 
übergeben wurde,

dass  das  BFM  das  Gesuch  um Familienzusammenführung  vom 17. 
August 2004 mit Verfügung vom 29. März 2007 - eröffnet am 31. März 
2007 - abwies,

dass der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 24. Mai  2007 gegen 
den Entscheid vom 26. Oktober 2004 eine "vorsogliche Beschwerde" 
erheben liess,

dass der Beschwerdeführer mit an das BFM gerichteter Eingabe vom 
27. Mai 2007 (Eingang BFM: 1. Mai 2007) auch die Verfügung vom 29. 
März 2007 anfocht,

dass das BFM diese Eingabe zuständigkeitshalber an das Bundesver-
waltungsgericht  weiterleitete  (vgl. Art. 8  Abs. 1  des Bundesgesetzes 

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vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 
172.021]; Eingang Bundesverwaltungsgericht: 11. Mai 2007), 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 8. Juni 2007 auf die 
Beschwerde vom 27. Mai 2007 mangels fristgerechter Bezahlung des 
Kostenvorschusses nicht eintrat, 

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat  am 9. Juli  2007 ver-
liess und über Jordanien in die Türkei einreiste,

dass er am 10. Juli 2007 ein erstes Mal persönlich auf der Schweizeri-
schen Vertretung in Ankara vorsprach,

dass der Beschwerdeführer sodann am 13. Juli 2007 das UNHCR um 
Schutz ersuchte,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 10. Dezember 2007 
auf die Beschwerde vom 24. Mai 2007 nicht eintrat und die Eingabe 
zur Behandlung als neues Asylgesuch an die Vorinstanz überwies,

dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 
20. Dezember 2007 an das BFM unter anderem um Akteneinsicht vor 
Entscheidfällung ersuchte,

dass die  Schweizerische Vertretung in  Ankara am 26. Februar  2008 
die Befragung gemäss Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) durchführte,

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen vorbrachte, er sei 
nach dem Weggang seines Vaters im April 2001 regelmässig von den 
palästinensischen Sicherheitsbehörden verhaftet worden,

dass man ihn über seinen Vater befragt habe, welcher der Kollaborati-
on mit Israel beschuldigt worden sei,

dass er gezwungen worden sei, seinen Führerschein zu machen, da-
mit er einen Anschlag auf israelischem Gebiet verüben könne,

dass  man  ihn  Ende  des  Jahres  2003  von  B._______  nach  Jericho 
gebracht habe,

dass er in einem Gebäude der palästinensischen Militärbehörde  in der 

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Nähe des Spitals untergebracht worden sei, er sich jedoch nicht an die 
Adresse erinnern könne,

dass es ihm während seines vierjährigen Aufenthaltes untersagt gewe-
sen sei, Jericho zu verlassen und man ihn während dieser Zeit regel-
mässig befragt habe,

dass er täglich im Militärcamp in Jericho seine Unterschrift habe leis-
ten müssen, um seine Anwesenheit zu bestätigen,

dass  er  während  der  ganzen  Dauer  seines  Aufenthaltes  in  Jericho 
überhaupt  nichts  gemacht  habe  und  er  dauernd  bedroht  und  über-
wacht worden sei.

dass die palästinensischen Behörden und die Al-Aqsa Brigaden ihn zu 
einer Aktion in Israel zwingen wollten und man ihm mit dem Tod ge-
droht habe,

dass die Personen vermummt gewesen seien und er diese nicht ken-
ne,

dass er keinen konkreten Auftrag erhalten habe, er jedoch wisse, dass 
er ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug auf israelischem Territorium 
hätte zur Explosion bringen sollen,

dass er sich geweigert habe, weshalb er misshandelt und am Bein ver-
letzt worden sei,

dass sein Onkel im Jahre 2005 nach Jericho gekommen sei, ihn mit 
seiner Tochter verlobt und mit einem Soldaten - welcher ihm später bei 
seiner Ausreise geholfen habe - bekannt gemacht habe,

dass er Jericho mit  Hilfe seines Onkels - der Fahrer einer Ambulanz 
gewesen sei -  vier Mal habe verlassen können, um seine Familie in 
B._______ zu besuchen, letztmals um seine Mutter am 26. April 2007 
zum Schweizerischen Vertretungsbüro in Ramallah zu begleiten,

dass er sodann nicht wisse, ob sein Vater tatsächlich mit den Israelis 
zusammengearbeitet habe, dieser aber Probleme mit den palästinensi-
schen Behörden gehabt habe,

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dass  die  übrigen  Familienmitglieder  nie  irgendwelche  Probleme  mit 
den palästinensischen Behörden gehabt hätten,

dass  er  zusammen  mit  seiner  Schwester,  seinem Onkel  und  einem 
Soldaten die palästinensische Zone verlassen habe,  um die jordani-
sche Grenze zu passieren,

dass er  nur ein Mal  mit  seinem Reisepass aus Israel  ausgereist  sei 
und  die  übrigen  Stempel  vermutlich  gemacht  worden  seien,  als  der 
Soldat mit dem Pass die Grenze passiert  habe, um zu prüfen, ob er 
mit diesen Papieren die Grenze gefahrlos überqueren könne,

dass das UNHCR den Beschwerdeführer für den 25. Februar 2008 zu 
einer Anhörung vorgeladen hatte, diese jedoch nicht stattfand,

dass dem Beschwerdeführer sodann mitgeteilt wurde, man werde ihn 
zu einem späteren Zeitpunkt erneut vorladen,

dass das BFM mit Verfügung vom 28. März 2008 (Eröffnungsdatum 31. 
März  2008)  dem Beschwerdeführer  die  Einreise  nicht  bewilligte,  die 
fehlende  Flüchtlingseigenschaft  feststellte,  und  das  Asylgesuch  ab-
lehnte,

dass die Rechtsvertreterin  des Beschwerdeführers mit  Schreiben an 
das BFM vom 31. März 2008 vorbrachte, ihr Gesuch um Akteneinsicht 
vom 20. Dezember 2007 sei nicht berücksichtigt worden,

dass sie gleichzeitig beantragte, es seien ihr die verfahrensrelevanten 
Akten zuzustellen und es sei eine neue Verfügung zu erlassen,

dass das BFM der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Sch-
reiben vom 3. April 2008 mitteilte, das Akteneinsichtsgesuch vom 20. 
Dezember 2007 sei irrtümlicherweise übersehen worden, man jedoch 
vom Erlass einer neuen Verfügung absehe, da mit  vorliegendem Sch-
reiben gewährter Akteneinsicht angesichts der erst angelaufenen Be-
schwerdefrist  der Anspruch auf  rechtliches Gehör vollumfänglich ge-
wahrt sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 28. April  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess und beantragte, 
die angefochtene Verfügung vom 28. März 2008 sei infolge Verletzung 
des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Sache sei an die Vorins-

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tanz zurückzuweisen, eventualiter sei die angefochtene Verfügung auf-
zuheben  und  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz 
zwecks Durchführung des ordentlichen Asylverfahrens zu bewilligen,

dass er  in  prozessualer  Hinsicht  die Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege beantragte,

dass auf die Begründung – soweit  für den Entscheid wesentlich – in 
den Erwägungen eingegangen wird,

dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. August 2008 Gele-
genheit geboten wurde, sich bis am 1. September 2008 zur Vernehm-
lassung der Vorinstanz vom 31. Juli 2008 zu äussern,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  28.  August  2008 
fristgerecht eine Replik zur Vernehmlassung der Vorinstanz einreichen 
liess,

dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 
11. September 2008 das Mandat niederlegte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass das BFM ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),

dass  das  BFM  Asylsuchenden  die  Einreise  gemäss  Art.  20  Abs.  2 
AsylG zur Abklärung des Sachverhaltes bewilligt, wenn ihnen nicht zu-
gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben 
oder in ein anderes Land auszureisen,

dass  bei  diesem Entscheid  die  Voraussetzungen zur  Erteilung einer 
Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben  sind, 
wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt,

dass neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der 
Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Ein-
gliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
sind,

dass für die Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit 
der betroffenen Personen ausschlaggebend ist, mithin die Prüfung der 
Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft ge-
macht  wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort  für  die Dauer der 
Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. um Ganzen Ent-
scheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[ARK; EMARK] 2004 Nr. 20, S. 128 ff., mit Verweis auf EMARK 1997 
Nr. 15, S. 126 ff.),

dass das BFM zur Begründung seines ablehnenden Entscheides vom 
28. März 2008 - in Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG - im Wesentli-
chen ausführt,  der Beschwerdeführer habe unter Verwendung seines 
palästinensischen Reisepasses sowohl die palästinensischen als auch 
die israelischen Kontrollposten passiert und sei nach Jordanien ausge-
reist,  von wo er  mit  einem türkischen Visum nach Istanbul  geflogen 
sei,

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dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Türkei  am  13.  Juli  2007  beim 
UNHCR ein Asylgesuch gestellt  habe,  welches nach wie vor hängig 
sei, und er infolgedessen von den türkischen Behörden eine befristete 
Aufenthaltsbewilligung für Gaziantep erhalten habe,

dass deshalb keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bestehe, 
welche  die  möglichst  rasche  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
zwecks Abklärung des Sachverhalts verlange,

dass die vorgebrachten kurzen Befragungen und Festnahmen des Be-
schwerdeführers nach der Ausreise seines der Kollaboration mit  den 
Israelis verdächtigten Vaters im palästinensischen Kontext als weitge-
hend  "normale"  Reaktion  der  dortigen  Behörden  gewertet  werden 
müsse, welche zudem die vom schweizerischen Asylgesetz geforderte 
Intensität einer individuellen Verfolgung nicht erreiche,

dass  schliesslich  die  Hintergründe des rund  vierjährigen  Aufenthalts 
des Beschwerdeführers in Jericho höchst unklar und diffus geblieben 
und  dessen Äusserungen dazu sehr ausweichend und vage, teilweise 
auch  realitätsfremd  ausgefallen  seien,  weshalb  er  die  Flüchtlingsei-
genschaft nicht erfülle und ihm kein Asyl gewährt werden könne,

dass der Beschwerdeführer zunächst in formeller Hinsicht eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs geltend macht, da ihm die mit Schreiben 
vom 20. Dezember 2007 anbegehrte Akteneinsicht vor Erlass der Ver-
fügung des BFM vom 28. März 2008 nicht gewährt worden sei, 

dass  die  Behörde  das  Akteneinsichtsrecht  höchstens  bis  zum  Ab-
schluss der Untersuchung verweigern darf (vgl. Art. 27 Abs. 3 in fine 
VwVG),

dass dieses Hindernis im vorliegenden Verfahren nach der Anhörung 
vom 26. Februar 2008 entfiel, da nach diesem Zeitpunkt keine weite-
ren  Untersuchungshandlungen  seitens  des  BFM  mehr  durchgeführt 
wurden,

dass dem Beschwerdeführer erst nach Eröffnung des angefochtenen 
Entscheids am 31. März 2008 mit Schreiben vom 3. April 2008 Einsicht 
in sämtliche entscheidwesentlichen Akten gewährt wurde,

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. April  2008 - zwei 

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Tage vor Ablauf der Beschwerdefrist - beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erheben liess,

dass die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs in der Beschwer-
de damit begründet wird, die effektive Zeitspanne zur Beurteilung des 
Dossiers sowie des Verfassens einer Beschwerde habe sich durch die 
Nichtgewährung der  vorgängigen  Akteneinsicht  um eine Woche ver-
kürzt, weshalb auf Beschwerdeebene - sollte dem Begehren auf Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz nicht entsprochen werden - eine 
entsprechende  Verlängerung  der  Eingabefrist  eingeräumt  werden 
müsse,

dass  seit  der  Beschwerdeeinreichung  rund  vier  Wochen  vergangen 
sind  und der  Beschwerdeführer  in  der  Zwischenzeit  keine Eingaben 
machte, welche allenfalls im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG bei der 
Entscheidfindung zu berücksichtigen wären,

dass sodann weder Umfang noch Schwierigkeit des vorliegenden Ver-
fahrens das Ansetzen einer Nachfrist zwecks Einreichung einer ergän-
zenden Beschwerdeschrift gemäss Art. 53 VwVG erfordern,

dass eine weitere Verfahrensverzögerung schliesslich im Widerspruch 
zu dem mit Schreiben vom 20. Dezember 2007 gestellten Antrag auf 
rasche und priorisierte Behandlung des Asylgesuchs und damit im Wi-
derspruch zu den Interessen des Beschwerdeführers stünde,

dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. August 2008 unter 
Fristansetzung  eingeladen  wurde,  sich  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz zu äussern und er mit Schreiben vom 28. August 2008 eine 
Replik zu den Akten reichen liess,

dass  dem  Beschwerdeführer  mithin  Gelegenheit  geboten  wurde,  im 
Rahmen des Schriftenwechsels gemäss Art. 57 VwVG weitere Einga-
ben  zu  machen  und  damit  eine  allfällige  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs als geheilt erachtet werden kann,

dass  sich  eine  Rückweisung  der  Sache  im  Zusammenhang  mit  der 
verspäteten Akteneinsicht somit nicht aufdrängt,

dass  Vorbringen  grundsätzlich  glaubhaft  sind,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind, sich nicht in vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-

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lich sind oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen  (vgl.  Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5a S. 4),

dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers sodann in zentralen 
Punkten unauflösbare Widersprüche und Ungereimtheiten enthalten,

dass  er  in  seiner  handschriftlichen  Eingabe  vom  21.  Mai  2004  zu-
nächst vorbrachte, er sei nach dem Einmarsch der israelischen Trup-
pen in B._______ im April  2003 von der israelischen Armee gesucht 
worden, weshalb er  zu seiner Tante nach C._______ geflüchtet sei,

dass er danach im Mai 2003 auf dem Weg zur Arbeit von bewaffneten 
Personen in ein Auto gesteckt, während der ganzen Nacht misshandelt 
und am folgenden Tag nach Jericho (Ariha) gebracht worden sei,

dass er demgegenüber anlässlich der Anhörung vom 26. Februar 2008 
aussagte,  er  sei  im  Dezember  2003  nach  Jericho  gebracht  worden 
(vgl. Botschafts-Prot., S. 5),

dass er sodann widersprüchliche Vorbringen zu den gegen ihn ausge-
sprochenen Drohungen und deren Urheberschaft machte,

dass er dazu in seiner Eingabe vom 21. Mai 2004 vorbrachte, er sei 
von Mitgliedern der Al-Aqsa-Brigade in seiner Unterkunft  aufgesucht 
und unter Todesdrohungen aufgefordert worden, diese zu verlassen,

dass er später von anderen Personen mit dem Tode bedroht und auf-
gefordert worden sei, Jericho zu verlassen,

dass er die Vorfälle der Polizei gemeldet habe, diese ihm jedoch gera-
ten habe, er solle sich bereit erklären, in Israel eine Operation durch-
zuführen,

dass er im Rahmen der Anhörung vom 26. Februar 2008 abweichend 
davon aussagte, er habe keinen direkten Kontakt zu der Al-Aqsa-Bri-
gade gehabt (vgl. Botschafts-Prot., S. 4),

dass er in Jericho von Leuten der Regierung bedroht worden sei, die-
se jeweils Masken getragen hätten und er  sie  nicht  kenne (vgl. Bot-
schafts-Prot., S. 6),

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dass er  anlässlich der Anhörung vom 26. Februar 2008 zu Protokoll 
gab,  er  habe jeden Tag im Militärcamp in  Jericho seine Unterschrift 
leisten müssen, um damit seine Anwesenheit zu bestätigen (vgl. Bot-
schafts-Prot., S. 5),

dass der vom Beschwerdeführer eingereichte Reisepass sowohl einen 
Ausreisestempel  vom  6.  Juni  2007  als  auch  einen  Einreisestempel 
vom 12. Juni 2007 der Allenby-Grenzbehörden trägt,

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbrachte, er habe seinen 
Pass erst am 5. Juli  2007 erhalten und sei nur ein einziges Mal aus 
Israel ausgereist (vgl. Botschafts-Prot., S. 6),

dass der Soldat möglicherweise mit dem Pass am 6. und 12. Juni 2007 
die Grenze passiert habe um festzustellen, ob er mit den Papieren ge-
fahrlos die Grenze überqueren könne (vgl. Botschafts-Prot., a.a.O.),

dass  die  Einreise  in  die  israelisch  kontrollierten  Gebiete  in  der 
Westbank über  den Allenby-Grenzposten bekanntermassen äusserst 
strengen Kontrollen durch die israelischen Behörden unterliegt,

dass die israelischen Behörden dabei sämtliche Personen einer einge-
henden  Sicherheitskontrolle  unterziehen,  weshalb  ausgeschlossen 
werden kann, der Soldat sei - wie vom Beschwerdeführer behauptet - 
am 12. Juni 2007 über besagten Grenzposten unter Verwendung des 
auf den Beschwerdeführer lautenden Passes in die Westbank einge-
reist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach dem Gesagten davon aus-
geht, der Beschwerdeführer sei am 6. Juni 2007 persönlich über den 
Allenby Grenzposten nach Jordanien ausgereist und am 12. Juni 2007 
über den gleichen Grenzposten in die israelisch besetzten Gebiete zu-
rückgekehrt,

dass die Mutter  sowie die übrigen Geschwister  des Beschwerdefüh-
rers  am 6. Juni  2007 ebenfalls  über  den Allenby Grenzposten nach 
Jordanien ausreisten, bevor sie am 9. Juni 2007 mit dem Flugzeug von 
Amman nach Zürich gelangten,

dass  unter  diesen  Umständen  vermutet  wird,  der  Beschwerdeführer 
habe  –  im  Gegensatz  zu  seinen  Familienangehörigen,  welche  über 
Visa für die Schweiz verfügten – erfolglos versucht, zusammen mit den 

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verbleibenden Familienmitgliedern via Jordanien in die Schweiz auszu-
reisen und sei nach deren Abreise am 12. Juni 2007 in die israelisch 
kontrollierten Gebiete zurückgekehrt,

dass sich der Beschwerdeführer somit zwischen dem 6. und 12. Juni 
2007 ausserhalb von Jericho und der israelisch kontrollierten Gebiete 
aufgehalten hat, weshalb er der angeblichen Präsenzpflicht im Militär-
camp nicht hätte nachkommen können,

dass den Vorbringen bezüglich einer angeblichen Überwachung durch 
die  palästinensischen  Behörden  und  der  damit  verbundenen  Melde-
pflicht  die Grundlage entzogen ist  und diese als  unglaubhaft  zu  be-
zeichnen sind, 

dass der Beschwerdeführer am 12. Juni 2007 freiwillig in die israelisch 
kontrollierten Gebiete zurückgekehrt ist und sich somit freiwillig unter 
die Kontrolle der palästinensischen Behörden begeben und sich dem 
Zugriff der Al-Aqsa-Brigade ausgeliefert hat,

dass ein solches Verhalten jedoch nicht demjenigen einer tatsächlich 
verfolgten Person entspricht,

dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers aufgrund der aufge-
zeigten Widersprüche den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht 
genügen und insgesamt als unglaubhaft zu bezeichnen sind,

dass die palästinensischen Behörden sodann durch den Beschwerde-
führer vom Aufenthalt seines Vaters in der Schweiz erfahren (vgl. Ein-
gabe vom 21. Mai 2004) und mit Sicherheit auch vom Nachzug der üb-
rigen Familienmitglieder in die Schweiz Notiz genommen haben, zumal 
diese  unter  Verwendung  authentischer  Reisepapiere  sowie  entspre-
chenden Visa legal ausgereist sind,

dass die palästinensischen Behörden aufgrund der dadurch erhöhten 
Fluchtgefahr  eine  allfällige  Überwachung  des  Beschwerdeführers  in-
tensiviert und dieser mit Sicherheit nicht über den Allenby-Grenzpos-
ten legal nach Jordanien hätte ausreisen können,

dass  daraus geschlossen werden kann,  der  Beschwerdeführer  habe 
spätestens zum Zeitpunkt seiner Ausreise  am 5. Juli 2007 nicht unter 
Beobachtung der palästinensischen Behörden gestanden, beziehungs-
weise diese seien nicht länger an seiner Person interessiert gewesen,

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dass das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf die vorstehenden Er-
wägungen davon ausgeht, der Beschwerdeführer sei weder zum Zeit-
punkt seiner Ausreise aus dem Heimatstaat von den heimatlichen Be-
hörden in asylrelevanter Weise verfolgt worden, noch bestehe begrün-
dete Furcht vor zukünftiger Verfolgung,

dass der  Beschwerdeführer nach dem Gesagten keine asylrelevante 
Verfolgung  glaubhaft  machen  kann  und  die  Vorinstanz  unter  diesen 
Umständen zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert 
und das Asylgesuch abgewiesen hat,

dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und an-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), die Beschwerde somit nach dem Ge-
sagten abzuweisen ist,

dass  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  nicht 
als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu qualifizieren ist, 
weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
gutzuheissen ist und keine Verfahrenskosten zu erheben sind,

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- Den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Schweizerische Vertretung in Ankara, mit der Bitte um Eröffnung 

des  Urteils  an  den  Beschwerdeführer  sowie  um  Zustellung  der 
Empfangsbestätigung

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit 
den Akten N_______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

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