# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f6c53ea-1f7c-54e3-94ff-e9a63ec9e956
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 04.02.2021 BK 2020 376
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-376_2021-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 376

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. Februar 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin i.V. Etter

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2 

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

E.________
v.d. Fürsprecher F.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung
Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs, geringfügigen Vermö-
gensdelikts, evtl. Sachbeschädigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Kantonalen Staatsanwalt-
schaft für Besondere Aufgaben vom 25. August 2020 (BA 19 311)

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Erwägungen:

1. Am 11. April 2019 erstattete E.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertre-
ten durch Fürsprecher F.________, Strafanzeige gegen die Polizeibeamten 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter 1) und C.________ (nachfolgend: Beschul-
digter 2) wegen Hausfriedensbruchs und geringfügigen Vermögensdelikts, evtl. 
Sachbeschädigung und konstituierte sich als Straf- und Zivilkläger. Mit Verfügung 
vom 6. August 2019 nahm die Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufga-
ben (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren nicht an die Hand, wor-
aufhin der Beschwerdeführer an die Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-
gerichts des Kantons Bern gelangte. Mit Beschluss vom 19. Dezember 2019 
(BK 19 383) hiess die Beschwerdekammer in Strafsachen die Beschwerde gut, hob 
die Nichtanhandnahmeverfügung auf und wies die Staatsanwaltschaft an, gegen die 
Beschuldigten 1 und 2 ein Strafverfahren zu eröffnen.

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2019 eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Unter-
suchung gegen die beiden Beschuldigten wegen Hausfriedensbruchs, evtl. Sachbe-
schädigung. In der Folge wurden sowohl der Beschuldigte 1, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. B.________, als auch der Beschuldigte 2, vertreten durch Rechtsanwalt 
D.________, von der Staatsanwaltschaft am 28. Mai 2020 einvernommen. Mit Ver-
fügung vom 25. August 2020 stellte die Staatsanwaltschaft sodann das Strafverfah-
ren gegen die Beschuldigten ein. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt geneh-
migte am 1. September 2020 die Einstellungsverfügung. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 14. September 2020 wie-
derum Beschwerde und beantragte, die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 
25. August 2020 sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das 
Verfahren weiterzuführen, dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gestützt 
darauf eröffnete die Beschwerdekammer in Strafsachen am 21. September 2020 ein 
Beschwerdeverfahren und gewährte der Generalstaatsanwaltschaft und den Be-
schuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Generalstaatsanwaltschaft schloss 
am 6. Oktober 2020 auf die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Nach jeweils 
zweimal gewährter Fristerstreckung reichten der Beschuldigte 2 am 20. Novem-
ber 2020 und der Beschuldigte 1 am 23. November 2020 eine Stellungnahme ein. In 
ihren Stellungnahmen beantragten beide Beschuldigten die Abweisung der Be-
schwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Mit Verfügung vom 24. Novem-
ber 2020 stellte die Verfahrensleitung die Stellungnahmen der Parteien wechselsei-
tig zu. Auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels wurde verzichtet.

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsre-
glements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 
die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen 
betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf 
die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

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3.

3.1 Dem Strafverfahren liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde:

Hintergrund der Strafanzeige ist ein Vorfall vom 11. September 2018. Dem Berichts-
rapport vom 12. November 2018 zu Folge kam es um 22:30 Uhr zu einem Ausrücken 
der beiden Beschuldigten aufgrund der bei der Regionalen Einsatzzentrale Bern um 
20:47 Uhr eingegangenen Meldung eines Nachbarn des Beschwerdeführers, wo-
nach seit geraumer Zeit Hundegebell aus dessen Wohnung zu vernehmen sei. Die 
Beschuldigten konnten beim Betreten der Aussentreppe das Gebell ebenso wahr-
nehmen und vier Hunde im Inneren der Wohnung feststellen. Nach erneutem Au-
genschein stellten sie ein laufendes TV-Gerät und einen am Boden liegenden Ven-
tilator in der Wohnung des Beschwerdeführers fest. Eine vorbeifahrende Passantin 
informierte, der Beschwerdeführer sei gehbehindert und sitze im Rollstuhl. Auf mehr-
maliges Klopfen an der Haustüre und Zurufen reagierte niemand. Der Beschwerde-
führer konnte telefonisch nicht erreicht werden, auch dessen kontaktierte Mutter 
konnte nicht weiterhelfen. Da aus Sicht der Beschuldigten nicht mit Sicherheit gesagt 
werden konnte, dass es dem Bewohner (in Verbindung mit seiner Krankenge-
schichte) gut geht, und angesichts des festgestellten Zustands der Wohnung ent-
schieden sie, diese zu betreten. Die Eingangstüre war geschlossen (aber unver-
schlossen) und von innen mit einer Vorhängekette gesichert, welches die Beschul-
digten mit einem Seitenschneider durchtrennten. Wie sich herausstellte, befand sich 
der Beschwerdeführer nicht in der Wohnung und der angetroffene Zustand ent-
sprach dem Normalzustand. 

3.2 Der Beschuldigte 1 sagte anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 
28. Mai 2020 zusammengefasst aus, kurz vor dem besagten Einsatz habe er ledig-
lich die Information betreffend Meldung wegen Ruhestörung bzw. andauerndem 
Hundegebell erhalten gehabt. Beim Eintreffen am Einsatzort habe er sodann das 
Hundegebell vor der Wohnung des Beschwerdeführers vernehmen können. Nach 
erfolgloser Kontaktaufnahme mit dem Beschwerdeführer und einem ergebnislosen 
Telefonat mit dessen Mutter hätten sie einen erneuten Augenschein vorgenommen. 
Eine Passantin habe sie ausserdem darauf aufmerksam gemacht, dass der Be-
schwerdeführer gesundheitlich angeschlagen sei. Daraufhin hätten sie ein laufendes 
TV-Gerät, einen am Boden liegenden Ventilator und sehr unruhige Hunde festge-
stellt. Die vorgelegene Situation habe darauf hingedeutet, dass es dem Bewohner 
nicht gut gehe, weshalb einer der Beschuldigten versucht habe, die Türe zu öffnen. 
Diese sei jedoch nicht von aussen verschlossen, sondern nur mittels Vorhänge-
schloss von innen gesichert gewesen. Aufgrund dessen seien sie davon ausgegan-
gen, dass sich eine Person in der Wohnung befinde. Ausserdem sei für sie von aus-
sen nicht erkennbar gewesen, dass die Wohnung über einen zweiten Ausgang ver-
füge. Das habe sie dazu veranlasst, die Wohnung zu betreten. Die Beschuldigten 
seien davon ausgegangen, dass eine Dringlichkeit vorgelegen habe und der Person 
in der Wohnung etwas passiert sei, weshalb sie die Zustimmung der zuständigen 
übergeordneten Polizeibehörde nicht eingeholt hätten. Die Einholung der Zustim-
mung könne zwar relativ schnell gehen, jedoch habe er auch schon eine Viertel-
stunde warten müssen, wobei es auf die Tageszeit und Person ankomme. Das Wohl 

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der Person sei für sie im Vordergrund gestanden. Insgesamt seien zwischen Eintref-
fen am Einsatzort und Betreten der Wohnung gefühlsmässig ca. 20 Minuten vergan-
gen. Nach dem Eintreffen sei sicher eine gewisse Zeit vergangen, bis sie festgestellt 
hätten, dass die Türe von innen mit einer Vorhängekette gesichert gewesen sei; man 
habe zuvor Abklärungen gemacht und dann sei noch die Passantin gekommen. Da-
nach seien sie aber relativ zügig zum Entscheid gekommen, die Wohnung zu betre-
ten. Ausserdem gehe er davon aus, dass vor Ort entsprechende Abklärungen ge-
macht worden seien, ob es zuvor bereits zu Kontrollen beim Beschwerdeführer ge-
kommen sei. Es hätte womöglich einen Einfluss gehabt, wenn man gesehen hätte, 
dass dorthin bereits zehn Mal wegen Ruhestörung ausgerückt worden sei. Es müsse 
jedoch stets selber ein Bild vor Ort gemacht werden. Er sei jedenfalls bei einer vor-
gängigen Kontrolle nicht persönlich dabei gewesen. Die Frage, ob er damals davon 
ausgegangen sei, dass sich der Beschwerdeführer in unmittelbarer Gefahr befinde, 
bejahte er. Es hätte nämlich sein können, dass jemand umgefallen sei und nicht 
mehr hätte aufstehen können. Schliesslich sagte er aus, dass er im Nachhinein trotz 
allem wieder so vorgehen würde. Rein rechtlich müsste vielleicht gesagt werden, 
dass es nicht korrekt gewesen sei, die vorgesetzte Stelle nicht angerufen zu haben. 
Er sei jedoch der Meinung, dass die Interventionen und ihr Verhalten zum damaligen 
Zeitpunkt richtig gewesen seien.

3.3 Der Beschuldigte 2 sagte anlässlich der gleichentags durchgeführten Einvernahme 
zusammengefasst aus, beim Eintreffen am Einsatzort hätten sie damals durch das 
Glas der Eingangstür in die Wohnung hineinsehen und niemanden ausfindig machen 
können. Sie hätten sich als Polizei bemerkbar gemacht und erfolglos an die Haustüre 
geklopft. Eine Passantin habe ausserdem informiert, dass der Anwohner gehbehin-
dert sei, woraufhin sie sich entschlossen hätten, die Wohnung zu betreten. Da die 
Türe offen, jedoch mittels Vorhängeschloss von innen verschlossen gewesen sei, 
hätten sie angenommen, es müsse sich jemand in der Wohnung befinden. Es habe 
damals mehrere Hinweise dafür gegeben. Aufgrund der Information der Passantin 
über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei für sie klar gewesen, dass 
Gefahr in Verzug herrsche und jemand in der Wohnung liegen könnte. Daraufhin 
hätten sie sich entschlossen, die Kette durchzuschneiden. In der Wohnung hätten 
sie niemanden angetroffen und erst nach deren betreten eine zweite Nebentüre fest-
stellen können. Auf Frage, weshalb sie keine Zustimmung der zuständigen überge-
ordneten Polizeibehörde eingeholt hätten, sagte der Beschuldigte 2, als ihnen klar 
gewesen sei, dass jemand gehbehindert sei, und aufgrund der vorliegenden Anzei-
chen seien sie von Gefahr in Verzug ausgegangen; einer Meldung habe es somit 
nicht bedurft. Es gehe dabei um Sekunden; bei entsprechender Meldung an die Po-
lizeizentrale wären wieder Minuten verstrichen und man hätte nicht gewusst, wann 
zurückgerufen werde. Über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei 
ihm vor dem Einsatz nichts bekannt gewesen; er habe zuvor auch nie etwas mit ihm 
zu tun gehabt. Die Frage, ob er damals davon ausgegangen sei, dass sich der Be-
schwerdeführer in unmittelbarer Gefahr befinde, bejahte er. Er habe sich damals vor-
gestellt, dass die Person in der Wohnung gestürzt sei und sich nicht habe bemerkbar 
machen können. Zudem seien Abklärungen vor Ort zwar gemacht worden, jedoch 
sei es dabei um die Kontaktdaten gegangen, wobei sie nicht sämtliche Einträge 

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durchgesehen hätten. Abklärungen mit dem Handy vor Ort seien zwar nicht kompli-
ziert, jedoch dauere es einen Moment, um sich durchzuklicken. Die komplette Ge-
schichte sei auf dem Handy nicht ersichtlich, sondern nur der Eingang der Meldung. 
Schliesslich erachte er das Verhalten im Nachhinein als verhältnismässig und würde 
aufgrund der Anzeichen von Gefahr in Verzug wieder so handeln.

4. Die Staatsanwaltschaft stellt in ihrer Einstellungsverfügung auf die ihrer Ansicht nach 
glaubhaften Aussagen der Beschuldigten in den jeweiligen Einvernahmen vom 
28. Mai 2020 ab. Die beiden Aussagen seien sowohl detailliert als auch in sich stim-
mig und nicht darauf abgezielt, den Sachverhalt zu beschönigen. Vielmehr seien sie 
objektiv und sachlich und stimmten mit dem erstellten Polizeirapport vom 12. No-
vember 2018 überein. Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellungsverfügung 
sinngemäss damit, dass die Beschuldigten ihrer Vorstellung entsprechend im Rah-
men ihrer Dienstpflicht als Kantonspolizisten und innerhalb des Polizeigesetzes 
(PolG; BSG 551.1) gehandelt hätten. Sie seien irrigerweise davon ausgegangen, der 
Beschwerdeführer bedürfe zum Schutz von Leib und Leben Hilfe, wobei Gefahr in 
Verzug herrsche, und die Zustimmung der zuständigen übergeordneten Polizei-
behörde könne aufgrund zeitlicher Dringlichkeit nicht eingeholt werden. Die Tat sei 
zu Gunsten der Beschuldigten ihrer Vorstellung entsprechend zu beurteilen. Zufolge 
der Vorstellung der Beschuldigten sei das Eindringen in die Wohnung des Beschwer-
deführers nicht unrechtmässig und damit nicht tatbestandsmässig gewesen und es 
habe im Hinblick auf das geringfügige Vermögensdelikt, evtl. Sachbeschädigung ein 
Rechtfertigungsgrund vorgelegen. Folglich hätten die Beschuldigten nicht vorsätzlich 
gehandelt und sowohl der Tatbestand des Hausfriedensbruchs (Art. 186 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311]) als auch des geringfügigen 
Vermögensdelikts, evtl. Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) seien eindeutig nicht er-
füllt (Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 14 StGB sowie Art. 1 Abs. 1 Bst. b, Art. 39 Abs. 1 
Bst. d i.V.m. Art. 39 Abs. 3 und Art. 45 Abs. 1 aPolG).

5. Der Beschwerdeführer rügt zusammengefasst, es habe kein Grund zur Annahme 
bestanden, dass er zum Schutz von Leib und Leben Hilfe bedürfe. Soweit die Be-
schuldigten auf seinen Gesundheitszustand verwiesen, liege eine reine Schutzbe-
hauptung vor. Sodann habe keine Gefahr in Verzug vorgelegen, weshalb die Be-
schuldigten nach Art. 39 Abs. 3 aPolG die Zustimmung der zuständigen übergeord-
neten Polizeibehörden hätten einholen müssen, bevor sie die Wohnung hätten be-
treten dürfen. Der Beschwerdeführer verweist dabei auf den damalig ergangenen 
Beschluss der Beschwerdekammer, wonach aus dem Polizeirapport nicht hervor-
gehe, dass die Beschuldigten irrigerweise davon ausgegangen seien, es läge Gefahr 
in Verzug vor, sondern es sich dabei um «blosse Vermutungen der Staatsanwalt-
schaft» handle. Daraus sei zu schliessen, dass die Beschuldigten nicht von einer 
zeitlichen Dringlichkeit ausgegangen seien, aufgrund welcher die Zustimmung der 
zuständigen übergeordneten Polizeibehörde nicht hätte eingeholt werden können. 
Daran hätten die beiden Einvernahmen nichts geändert. Diese vagen Vermutungen 
und «Hinweise» könnten keineswegs ausreichen, um ein Eindringen in eine Woh-
nung zu rechtfertigen. Es sei ausserdem darauf hinzuweisen, dass der Beschul-
digte 1 in seiner Einvernahme den Ausdruck «Gefahr in Verzug» kein einziges Mail 

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vorgebracht habe, sondern erst auf entsprechende Frage das Vorliegen einer unmit-
telbaren Gefahr bejaht habe. Die Behauptung der Beschuldigten, dass sie von Ge-
fahr in Verzug ausgegangen seien, sei offensichtlich als Schutzbehauptung zu qua-
lifizieren. Ebenso könne die Aussage des Beschuldigten 1, wonach sie sich 
ca. 20 Minuten vor Ort befunden hätten, einen Fall von Gefahr in Verzug nicht recht-
fertigen. Den Beschuldigten sei das korrekte Vorgehen in einem Fall von Gefahr in 
Verzug bestens bekannt gewesen, jedoch hätten sie sich bei ihrem Vorgehen offen-
sichtlich nicht an die gesetzlichen und ihnen bekannten Vorgaben des PolG gehal-
ten. Die Beschuldigten hätten gemäss eigener Aussagen nach ihrem Feststellen, 
dass die Haustüre lediglich mit einer Kette gesichert gewesen sei, nicht unverzüglich 
gehandelt, sondern «relativ zügig» entschieden, die Wohnung zu betreten. Vorlie-
gend sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie sich in dieser Zeit nicht hätten bei der 
Zentrale melden können. Schliesslich habe der Beschuldigte 1 selber ausgeführt, 
dass es rein rechtlich nicht korrekt gewesen sei und man vorher die vorgesetzte 
Stelle hätte anrufen müssen. Folglich könne nicht von einem Sachverhaltsirrtum aus-
gegangen werden. Aufgrund dieser Aussage sei zumindest ein Eventualvorsatz zu 
bejahen.

6. In ihrer Stellungnahme verweist die Generalstaatsanwaltschaft vorweg auf die Aus-
führungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung. Anders als es der Be-
schwerdeführer darstelle, werde in der angefochtenen Verfügung aufgezeigt, dass 
eben nicht allein der Hinweis der Passantin auf das gesundheitliche Gebrechen des 
Beschwerdeführers ausschlaggebend dafür gewesen sei, dass die beiden Beschul-
digten beschlossen hätten, in die Wohnung einzudringen. Vielmehr sei dieser Hin-
weis zusammen mit den weiteren angetroffenen Umständen Grundlage für die um-
gehende Betretung der Wohnung gewesen. In der vorliegenden Situation habe letzt-
lich die mit einer Vorhängekette von innen gesicherte Haustüre den entscheidenden 
Ausschlag gegeben, dass sich eine Person in der Wohnung befinden müsse. Da-
nach sei nachvollziehbar ein rasches Handeln gefragt gewesen, weil sie von einer 
Gefahrenlage für die sich in der Wohnung befindliche Person ausgegangen seien. 
Ausserdem hätte eine Zustimmung der übergeordneten Polizeibehörde im konkreten 
Fall nicht mehr abgewartet werden können, zumal vorwiegend am Abend mit einer 
Wartezeit von einer Viertelstunde gerechnet werden müsse und sich der strittige Vor-
fall nach 22:30 Uhr zugetragen habe. Überdies würden jetzt Aussagen der beiden 
Beschuldigten vorliegen, weshalb anders als noch im vom Beschwerdeführer zitier-
ten Beschluss der Beschwerdekammer nicht mehr von einer «blossen Vermutung 
der Staatsanwaltschaft» ausgegangen werden könne. Die Aussage des Beschuldig-
ten 1, wonach rein rechtlich vielleicht gesagt werden müsste, dass es nicht korrekt 
gewesen sei, die vorgesetzte Stelle nicht anzurufen, vermöge daran nichts zu än-
dern. Diese Aussage beziehe sich nämlich auf die ex post-Betrachtung des Vorfalls. 
Ebenso könne damit nicht auf ein eventualvorsätzliches Handeln der Beschuldigten 
geschlossen werden, sondern bloss auf die nachträgliche Erkenntnis, dass in Wirk-
lichkeit keine Gefahr für den Beschwerdeführer vorgelegen habe. 

7. Der Beschuldigte 2 verweist in seiner Stellungnahme primär auf die Ausführungen 
in der angefochtenen Verfügung. Dort werde zutreffend ausgeführt, weshalb das 

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Verfahren rechtmässig eingestellt worden sei. Er führt ergänzend aus, die Beschul-
digten hätten in ihren Einvernahmen detailliert die Voraussetzungen für das Vorlie-
gen von Gefahr in Verzug geschildert. Der Beschwerdeführer gehe fehl, wenn er mit 
Verweis auf den zitierten Beschluss der Beschwerdekammer davon ausgehe, die 
beiden Einvernahmen der Beschuldigten hätten an der Ausgangslage nichts geän-
dert. Im erwähnten Beschluss der Beschwerdekammer sei eben gerade nicht fest-
gehalten worden, dass keine zeitliche Dringlichkeit bestanden habe, sondern, dass 
die Staatsanwaltschaft weitere Abklärungen, insbesondere zum Vorsatz der Be-
schuldigten und dem Vorliegen eines allfälligen Tatbestandsirrtums, hätte treffen 
müssen. In den Einvernahmen hätten die Beschuldigten sodann zusätzliche Anga-
ben gemacht, namentlich zur Dauer der Anwesenheit vor Ort bis zur Erkenntnis der 
Gefahr in Verzug bzw. zum Eintreten in die Wohnung, zu Informationen und Ab-
klärungen im Zeitpunkt des Eintreffens vor Ort, zur Gefahr in Verzug und weshalb 
keine Zeit geblieben sei, um eine Betretungsermächtigung einzuholen. 

8. Der Beschuldigte 1 schliesst sich im Wesentlichen den Ausführungen in der ange-
fochtenen Verfügung sowie denjenigen der Generalstaatsanwaltschaft und des Be-
schuldigten 2 an. Fehler in der Rechtsanwendung und/oder der Sachverhaltsfest-
stellung seien nicht ansatzweise auszumachen. Die Beschwerde erweise sich als 
unbegründet.

9. Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a und c StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Ein-
stellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt, oder wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unan-
wendbar machen. Von einer Anklage ist abzusehen, wenn nach der gesamten Ak-
tenlage ein Freispruch zu erwarten ist. Als praktischer Richtwert kann gelten, dass 
Anklage erhoben werden muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint 
als ein Freispruch (Urteil des Bundesgerichts 1B_248/2011 vom 29. November 2011 
E. 2.5). Das heisst nichts anderes, als dass einzustellen ist, wenn ein Freispruch 
wahrscheinlicher ist als ein Schuldspruch. Der Staatsanwaltschaft steht in diesem 
Zusammenhang ein erheblicher Ermessenspielraum zu (vgl. Urteile des Bundesge-
richts 1B_687 und 689/2011 vom 27. März 2012 E. 4.1.1 und 1B_122/2012 vom 
12. April 2012 E. 5). Bei der Prüfung der Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch 
zu erwarten ist, darf und muss die Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen. Die 
Beantwortung der Frage, ob ein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 
(Art. 319 Abs. 1 Bst. a StPO e contrario), setzt zwangsläufig eine Auseinanderset-
zung mit der Beweis- und Rechtslage voraus (Beschluss des Obergerichts des Kan-
tons Bern BK 12 139 vom 9. Januar 2013).

Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die 
Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur mate-
riellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 137 IV 219 E. 7.3 mit Hinweisen; Urteil 
des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. August 2012 E. 3.3). Auch das Vorliegen 
von Rechtfertigungsgründen, das die Strafbarkeit ausschliesst, muss in diesem 
Sinne klar erstellt sein (GRÄDEL/HEINIGER, in: Basler Kommentar, Strafprozessord-
nung, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 319 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_158/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.6).

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10.

10.1 Einleitend ist zu klären, unter welchen Voraussetzungen die Annahme eines Tatbe-
stands- resp. Erlaubnistatbestandsirrtums nach Art. 13 StGB einen Grund für eine 
Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 Bst. b und c StPO darstellt. 

10.2 Einem Tatbestandsirrtum unterliegt, wem das Wissen um das Vorliegen eines von 
ihm verwirklichten objektiven Tatbestandsmerkmals fehlt. Da sich der Vorsatz auf 
alle objektiven Tatbestandsmerkmale beziehen muss, fehlt dem Irrenden der Vorsatz 
zur Erfüllung der fraglichen Strafnorm (vgl. BGE 129 IV 238 E. 3.1 S. 240; 
TRECHSEL/JEAN-RICHARD-DIT-BRESSEL, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Pra-
xiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 1 ff. zu Art. 13 StGB). Ein Erlaubnistatbestandsirr-
tum liegt vor, wenn der Täter irrigerweise von einer rechtfertigenden Sachlage aus-
geht. Da der Täter einen Sachverhalt für gegeben hält, der, läge er tatsächlich vor, 
sein Verhalten als gerechtfertigt erscheinen liesse, richtet sich sein Wille nicht auf 
die Verwirklichung von Unrecht, sondern die Ausübung eines Rechts. Wie beim Tat-
bestandsirrtum fehlt es dem Täter an dem für vorsätzliches Verhalten charakteristi-
schen Handlungsunwert (NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 
2019, N. 12 f. zu Art. 13 StGB). 

Bei Vorliegen eines Tatbestands- wie auch eines Erlaubnistatbestandsirrtums ist die 
vorsätzliche Tatbegehung in Bezug auf den objektiv erfüllten Straftatbestand ausge-
schlossen. Hätte der Täter den Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht vermeiden kön-
nen, ist er allerdings wegen Fahrlässigkeit strafbar, vorausgesetzt die fahrlässige 
Tatbegehung ist mit Strafe bedroht (Art. 13 Abs. 2 StGB). In Bezug auf den vorge-
stellten Sachverhalt ist der Täter nur strafbar, wenn dieser einen anderen Straftatbe-
stand erfüllt und dieser mit geringerer Strafe bedroht ist, als der objektiv verwirklichte 
Straftatbestand (vgl. Art. 13 Abs. 1 StGB).

10.3 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der sich in einem Tatbestands- resp. Er-
laubnistatbestandsirrtum befindliche Täter nicht vorsätzlich und damit nicht tatbe-
standsmässig handelt. Ein solcher Irrtum kann folglich einen Grund für eine Einstel-
lung i.S.v. Art. 319 Abs. 1 Bst. b und c StPO (nicht erfüllter Straftatbestand oder 
Rechtfertigungsgründe, die einen Straftatbestand unanwendbar machen) darstellen. 
Voraussetzung ist, dass der Täter irrigerweise von einem Sachverhalt ausging, der, 
läge er wirklich vor, sein Verhalten klar als nicht strafbar erscheinen liesse und das 
Verfahren daher durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werden darf. Ist hingegen 
zweifelhaft, ob der Täter in irriger Vorstellung über den Sachverhalt gehandelt hat, 
so ist Anklage gemäss Art. 324 StPO zu erheben, sofern die Untersuchung nicht 
mittels Strafbefehl erledigt werden kann (vgl. Urteil 1B_184/2012 vom 27. Au-
gust 2012 E. 3.3 mit Hinweisen BGE 138 IV 86 E. 4.1.1; siehe auch vorne E. 9.).

11.

11.1 Des Hausfriedensbruchs macht sich strafbar, wer gegen den Willen des Berechtigten 
in eine Wohnung unrechtmässig eindringt (Art. 186 StGB). Die Unrechtmässigkeit ist 
objektives Tatbestandselement (DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 
4. Aufl. 2019, N. 38 zu Art. 186 StGB). Das Eindringen in einen geschützten Raum 

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erfolgt namentlich dann nicht unrechtmässig, «wenn es im Rahmen einer Amtspflicht 
und unter Beachtung der Grenzen der amtlichen Befugnisse geschieht» (Urteil des 
Bundesgerichts 6P_13/2007 vom 20. April 2007 E. 5.1). 

11.2 Zu den allgemeinen Aufgaben der Polizeiorgane des Kantons Bern gehört es, Men-
schen zu helfen, die unmittelbar an Leib und Leben bedroht sind 
(Art. 1 Abs. 1 Bst. b PolG). Besteht Grund zur Annahme, dass eine Person zum 
Schutz von Leib und Leben Hilfe bedarf, dürfen sie Wohnungen ohne Bewilligung 
der berechtigten Person betreten und durchsuchen (Art. 39 Abs. 1 Bst. d aPolG). 
Hierzu haben sie die Zustimmung der zuständigen übergeordneten Polizeibehörde 
einzuholen, es sei denn, es liege Gefahr in Verzug vor (Art. 39 Abs. 3 aPolG).

Der Begriff der Gefahr in Verzug i.S.v. Art. 39 Abs. 3 aPolG ist eng auszulegen. Ge-
fahr in Verzug ist nur anzunehmen, wenn die Zustimmung der zuständigen überge-
ordneten Polizeibehörde aufgrund zeitlicher Dringlichkeit nicht eingeholt werden 
kann, ohne dass der Zweck der Durchsuchung – mithin der Schutz von Leib und 
Leben – gefährdet würde. Kann die zuständige Polizeibehörde hingegen mit dem 
Durchsuchungsbegehren befasst werden und über dieses innert angemessener Frist 
entscheiden, besteht kein Raum für einen Rückgriff auf die Eilkompetenz i.S.v. 
Art. 39 Abs. 3 aPolG. Die Zustimmung der zuständigen Polizeibehörde ist die Regel, 
das Betreten und Durchsuchen von Wohnungen ohne vorgängige Zustimmung die 
Ausnahme. Nach SCHWEGLER darf die von Nachbarn herbeigerufene Polizei eine 
Wohnung sofort betreten, wenn aufgrund eines lautstarken Streits Anzeichen dafür 
bestehen, dass in der Wohnung eine Person unmittelbar an Leib oder Leben bedroht 
ist (SCHWEGLER, Polizeirecht, in: Müller/Feller, Bernisches Verwaltungsrecht, 
2. Aufl. Bern 2013, S. 309 Rn. 121).

11.3 Umstritten ist, ob die Beschuldigten davon ausgehen durften, rechtmässig zu han-
deln und sich entsprechend in einem den Vorsatz ausschliessenden Tatbestandsirr-
tum i.S.v. Art. 13 StGB befanden. Dies setzt kumulativ voraus, dass sie Grund zur 
Annahme hatten, der Beschwerdeführer bedürfe zum Schutz von Leib und Leben 
Hilfe und es liege Gefahr in Verzug vor. 

Die von den Beschuldigten gemachten Aussagen stimmen mit dem vom Beschuldig-
ten 1 verfassten Polizeirapport überein. Diesen Angaben zufolge drangen sie im 
Rahmen ihres Polizeieinsatzes in die Wohnung des Beschwerdeführers ein, da sie 
aufgrund des von einer Passantin geschilderten Gesundheitszustands des Be-
schwerdeführers, des von aussen festgestellten Zustands der Wohnung (bellende 
Hunde, laufendes TV-Gerät, am Boden liegender Ventilator, ausbleibende Reaktion 
auf unterschiedliche Kontaktaufnahme) sowie des Umstands, dass die Haustüre nur 
mit einer von innen gesicherten Vorhängekette verschlossen war, davon ausgingen, 
dass sich jemand in der Wohnung befindet, und eine Notlage nicht ausschliessen 
konnten. Die Aussagen der Beschuldigten erscheinen durchwegs glaubhaft. Aus den 
Aussagen geht klar hervor, dass die festgestellten Hinweise im Gesamten dazu ge-
führt haben, dass die Beschuldigten von einer konkreten und unmittelbaren Gefahr 
für den Bewohner ausgingen. Gründe, weshalb es sich beim Hinweis auf den Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers um eine Schutzbehauptung handeln 
sollte, sind nicht ersichtlich. Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass es gemäss 
Aussage des Beschuldigten 1 vom Eintreffen am Einsatzort bis zum Eintreten in die 

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Wohnung ca. 20 Minuten gedauert hätte und daher keine Rede von Gefahr in Verzug 
sein könne, kann nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte 1 hielt dazu überzeugend 
fest, dass es zwar insgesamt eine Weile gedauert hatte, bis sie die Wohnung betre-
ten hatten, sie sich jedoch aufgrund der Umstände und letztlich nach Feststellen der 
Vorhängekette relativ zügig dazu entschieden hatten. Alleine die Meldung des Nach-
barn wegen Hundegebells hätte ein sofortiges Betreten der Wohnung nicht gerecht-
fertigt. Hingegen vermögen die sich verdichtenden Anzeichen, dass sich jemand in 
der Wohnung befindet, dem etwas zugestossen sein könnte, ein Eindringen zu recht-
fertigen. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass sie sich «relativ zügig» und 
nicht unverzüglich dazu entschlossen hätten, vermag daran nichts zu ändern. Dabei 
handelt es sich um eine reine Formulierungsfrage, die nicht von entscheidender Be-
deutung ist. Ebenso kann dem Einwand des Beschwerdeführers nicht gefolgt wer-
den, wonach der Beschuldigte 1 während seiner Einvernahme den Begriff «Gefahr 
in Verzug» kein einziges Mal erwähnte. Der Beschuldigte 1 führte nämlich dazu in 
seiner Erzählung aus, sie seien von einer Dringlichkeit ausgegangen und hätten der 
(vermeintlich) hilfsbedürftigen Person helfen wollen. Diese konkrete Umschreibung 
der Situation «Gefahr in Verzug» schilderte der Beschuldigte 1 bereits vor der Frage 
des leitenden Staatsanwaltes, ob er damals von einer unmittelbaren Gefahr für den 
Beschwerdeführer ausgegangen sei. Der leitende Staatsanwalt verwendete bei sei-
ner eigenen Frage auch nicht ausdrücklich den Begriff «Gefahr in Verzug», sondern 
umschrieb diesen gleichermassen. Die Nichtverwendung des konkreten Begriffs ver-
mag die Tatsache der Annahme von Gefahr in Verzug nicht zu entkräften. Schliess-
lich kann bei der vom Beschuldigten 1 im Nachhinein gemachten Aussage, wonach 
man vielleicht rein rechtlich sagen müsse, dass es nicht korrekt gewesen sei, die 
vorgesetzte Stelle nicht anzurufen, nicht auf ein eventualvorsätzliches Handeln ge-
schlossen werden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht ausführte, handelt 
es sich hierbei um eine ex post-Betrachtung des Vorfalls. Zu beurteilen ist vorliegend 
jedoch nicht die nachträgliche Erkenntnis, ob tatsächlich keine Gefahr für den Be-
schwerdeführer vorgelegen hat, sondern, ob die Beschuldigten zum fraglichen Zeit-
punkt ihrer Vorstellung nach von einer solchen ausgegangen sind. Dabei verfügten 
sie betreffend Gesundheitszustand des Beschwerdeführers über keine weitergehen-
den Informationen als über die von der Passantin erhaltenen. Es lagen ihnen keine 
Hinweise vor, wonach die angetroffene Situation den normalen Lebensgewohnhei-
ten des Beschwerdeführers entsprochen hatte.

Nach dem Gesagten sind die Beschuldigten offensichtlich irrigerweise davon ausge-
gangen, dem Beschwerdeführer sei etwas zugestossen und sie müssten dessen 
Wohnung betreten, um ihm Hilfe zu leisten. Somit hatten sie i.S.v. 
Art. 39 Abs. 1 Bst. d aPolG Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer bedürfe zum 
Schutz von Leib und Leben Hilfe und es liege mithin Gefahr in Verzug vor. Entgegen 
der Ausgangslage für den Beschluss BK 19 383 handelt es sich bei dieser Schluss-
folgerung heute nicht mehr um eine blosse Vermutung der Staatsanwaltschaft. Im 
Gegensatz zur damaligen Ausgangssituation geht aus den Aussagen der Beschul-
digten nunmehr klar hervor, dass diese davon ausgegangen sind, dass Gefahr in 
Verzug vorlag. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Einstellungsverfügung nun von 
dem Sachverhalt aus, der heute als erstellt gelten kann. Die Beschuldigten haben 
überzeugend dargelegt, weshalb sie von zeitlicher Dringlichkeit ausgegangen sind 

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und die Zustimmung der zuständigen übergeordneten Polizeibehörde i.S.v. 
Art. 39 Abs. 3 aPolG mit Blick auf die Annahme von Gefahr in Verzug zu viel Zeit in 
Anspruch genommen hätte und daher nicht eingeholt werden konnte. Hätte der von 
den Beschuldigten vorgestellte Sachverhalt tatsächlich vorgelegen, wäre dem Be-
schwerdeführer also tatsächlich etwas zugestossen gewesen und hätte dieser un-
verzüglich Hilfe benötigt, so hätte sich das Verhalten der Beschuldigten eindeutig 
nicht als strafbar erwiesen und kein Anlass bestanden, Anklage zu erheben. Das 
Eindringen in die Wohnung des Beschwerdeführers erfolgte somit nicht unrechtmäs-
sig, weshalb der Tatbestand des Hausfriedensbruchs offensichtlich nicht erfüllt ist. 

12.

12.1 Ein geringfügiges Vermögensdelikt liegt vor, wenn sich die Tat auf einen geringen 
Schaden richtet (Art. 172ter Abs. 1 StGB). Der Sachbeschädigung macht sich 
grundsätzlich strafbar, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gerbrauchs- 
oder Nutzniessungsrechts besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht 
(Art. 144 Abs. 1 StGB). Wer jedoch handelt, wie es das Gesetz gebietet oder erlaubt, 
verhält sich rechtmässig, auch wenn die Tat mit Strafe bedroht ist (Art. 14 StGB). 

12.2 Zur Erfüllung ihrer Aufgaben und im Rahmen der Verhältnismässigkeit kann die Kan-
tonspolizei unmittelbaren Zwang gegen Sachen anwenden und geeignete Hilfsmittel 
einsetzen (Art. 45 Abs. 1 aPolG). Die Polizei ist in ihrem gesamten Aufgabenbereich 
zur Anwendung von unmittelbarem Zwang berechtigt (SCHWEGLER, a.a.O., S. 314 
Rn. 138). Zu den Aufgaben der Polizeiorgane des Kantons Bern gehört es nament-
lich, Menschen zu helfen, die unmittelbar an Leib und Leben bedroht sind 
(Art. 1 Abs. 1 Bst. b PolG).

12.3 Strittig ist, ob die Beschuldigten davon ausgegangen sind, rechtmässig zu handeln 
und sich demnach in einem den Vorsatz ausschliessenden Erlaubnistatbestandsirr-
tum i.S.v. Art. 13 StGB befunden haben. Dies bedingt, dass sie angenommen haben, 
innerhalb ihres Aufgabenbereichs zu agieren resp. berechtigt zu sein, die Vorhänge-
kette zwecks Eindringens in die Wohnung mit einem Seitenschneider zu durchtren-
nen. Dies kann als erstellt gelten. Indem die Beschuldigten offensichtlich irrigerweise 
davon ausgegangen sind, der Beschwerdeführer bedürfe zum Schutz von Leib und 
Leben Hilfe, weshalb sie in die Wohnung eindringen wollten, setzte dies zwangsläu-
fig die Durchtrennung der Vorhängekette voraus. Dieses Vorgehen der Polizisten 
erweist sich als verhältnismässig. Es war sowohl geeignet, so rasch wie möglich in 
die Wohnung des Beschwerdeführers zu gelangen, als auch erforderlich und das 
mildeste Mittel, um dem in vermeintlicher Gefahr befindenden Beschwerdeführer zu 
helfen. Das Interesse des Schutzes von Leib und Leben des Beschwerdeführers ge-
genüber dessen Eigentum an der Vorhängekette ist deutlich höher zu gewichten, 
zumal es auch nur zu einem geringen Sachschaden kam. Folglich gingen die Be-
schuldigten davon aus, im Rahmen ihrer polizeilichen Befugnis rechtmässig zu han-
deln, womit sie sich in einem Erlaubnistatbestandsirrtum befanden.

13. Im Ergebnis hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Beschuldigten man-
gels Erfüllung des Tatbestands des Hausfriedensbruchs infolge Vorliegens eines 
den Vorsatz ausschliessenden Tatbestandsirrtums sowie aufgrund des Erlaubnistat-

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bestandsirrtums hinsichtlich des geringfügigen Vermögensdelikts, evtl. Sachbeschä-
digung nach Art. 319 Abs. 1 Bst. b und c StPO zu Recht eingestellt. Die Beschwerde 
vom 14. September 2020 erweist sich als unbegründet und ist daher abzuweisen.

14. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 1 und der Beschuldigte 2 haben zudem 
Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 
(Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). Die Kostennoten von 
Rechtsanwalt D.________ und von Rechtsanwalt Dr. B.________ – datierend je vom 
20. Januar 2021 – geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Im Bereich der Antrags-
delikte kann die Privatklägerschaft verpflichtet werden, der beschuldigten Person die 
Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte zu ersetzen, 
wenn die beschuldigte Person im Schuldpunkt obsiegt (Art. 432 Abs. 2 StPO). Diese 
Bestimmung gilt auch für die entsprechende Entschädigung im Rechtsmittelverfah-
ren (Art. 436 Abs. 1 StPO). Sofern es sich um Antragsdelikte handelt, geht die Ent-
schädigung der beschuldigten Person im Rechtsmittelverfahren regelmässig zulas-
ten der (den Rechtsweg allein beschreitenden) Privatklägerschaft, dies unabhängig 
davon, ob das Vor- resp. Hauptverfahren vollständig durchgeführt worden ist oder 
nicht. Die betreffende Differenzierung kommt nur bei Offizialdelikten zum Tragen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_582/2020 vom 17. Dezember 2020 E. 4.2.1 und 
E. 4.2.5. f. mit Verweis auf BGE 141 IV 476). Vorliegend bezieht sich das eingestellte 
Verfahren auf Antragsdelikte (Art. 144 Abs. 1 und Art. 186 StGB). Es ist somit der 
Beschwerdeführer, der gegenüber den Beschuldigten entschädigungspflichtig wird.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2‘000.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

3. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem Beschuldigten 1 für seine Aufwendungen 
im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung vom CHF 1'516.55 (inkl. Auslagen und 
MWST) auszurichten.

4. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem Beschuldigten 2 für seine Aufwendungen 
im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von CHF 2'693.90 (inkl. Auslagen und 
MWST) auszurichten.

5. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Fürsprecher F.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)
- dem Beschuldigten 1, v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________ (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 2, v.d. Rechtsanwalt D.________ (per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, Leitender Staatsanwalt 

G.________ (mit den Akten – per Kurier)

Bern, 4. Februar 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin i.V.:

Etter
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung ge-
stellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.