# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b95cf949-abb7-5ab8-ada7-f2c15c5d755a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.04.2017 IV 2015/189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-189_2017-04-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/189

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.04.2020

Entscheiddatum: 27.04.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2017
Art. 28 IVG. Art. 7 Abs. 2 ATSG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Eine 
Erwerbsunfähigkeit können lediglich die Folgen einer gesundheitlichen 
Beeinträchtigung begründen, die aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
sind. Nicht krankheitswertige Persönlichkeitsmerkmale oder eine 
Kränkbarkeit stellen kein krankhaftes Geschehen bzw. keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung dar (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 27. April 2017, IV 2015/189). Bestätigt durch 
Urteil des Bundesgerichts 9C_422/2017.

Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2017

Entscheid vom 27. April 2017

Besetzung                                                                      

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Monika

Gehrer-Hug und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2015/189            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ erlitt bei einem Strassenverkehrsunfall am 9. April 2003 ein Schleudertrauma 

(Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 11. April 2003, Fremdakten). Anlässlich einer 

neuropsychologischen Untersuchung durch Dr. phil. B.___, Fachpsychologin für 

Neuropsychologie, vom 2. April 2004 zeigten sich leichte bis mittelschwere 

neuropsychologische Funktionsstörungen (Bericht vom 5. April 2004, Fremdakten). Am 

18. August 2004 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 

1). Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 11., 12. und 13. Oktober 2004 in 

der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär (neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) 

begutachtet. Die MEDAS-Experten diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit: einen Status nach HWS-Distorsionstrauma nach Auffahrkollision, eine 

Somatisierungstendenz (ICD-10: F45.0) und einen Verdacht auf 

Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz. Vor allem unter Beachtung der 

neurokognitiven Defizite bescheinigten sie der Versicherten für die angestammte sowie 

eine leidensangepasste Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 3. 

Mai 2005, IV-act. 33, insbesondere IV-act. 33-15 und -17). RAD-Arzt Dr. med. C.___, 

Facharzt u.a. für Arbeitsmedizin, hielt die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

nicht für nachvollziehbar. Er schätzte die Arbeitsunfähigkeit auf 30% (Stellungnahme 

vom 7. Juni 2005, IV-act. 35).

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A.b  Im Auftrag der Suva wurde die Versicherte am 26. und 29. Juni 2009 im INDB 

Institut für Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung begutachtet. Die 

neuropsychologischen Fachpersonen diagnostizierten eine diskrete bis leichte 

Beeinträchtigung einzelner attentionaler und exekutiver Funktionen. Im Vergleich zur 

Voruntersuchung vom 5. April 2004 hätten sich viele exekutive und attentionale 

Funktionen verbessert. Für den angestammten Beruf als Fundraiserin gingen sie 

aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs, den Schwierigkeiten in der 

Aufmerksamkeitsteilung und -zuwendung und in der Umstellfähigkeit von einer 20 bis 

30%igen Leistungseinschränkung aus (neuropsychologisches Gutachten vom 31. Juli 

2009, Fremdakten). Im von der Suva eingeholten neurologischen Gutachten vom 25. 

August 2010 erhob Dr. med. D.___, Facharzt für Neurologie FMH, folgende Diagnosen: 

eine folgenlos ausgeheilte leichte HWS-Distorsion; unspezifische Nacken-, Arm- und 

Schulterbeschwerden rechts, ohne neurologisches Korrelat; unspezifische 

neuropsychologische Beschwerden, wahrscheinlich im Rahmen von 

Schmerzinterferenzen. Sämtliche von der Versicherten geklagten Beschwerden seien 

organisch-neurologisch nicht abstützbar. Eine unfallbedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen (IV-act. 88).

A.c  Im Auftrag der Suva wurde die Versicherte am 24. Mai und 4. Juni 2013 von Dr. 

med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, 

untersucht. Er verneinte das Vorliegen einer psychischen Erkrankung mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er 

eine nicht näher bezeichnete neurotische Störung (ICD-10: F48.9) und akzentuierte 

Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1; Gutachten vom 15. Juni 2013, Fremdakten; siehe 

auch die ergänzende Stellungnahme vom 7. Dezember 2013, Fremdakten).

A.d  Nachdem sich (auch) die Versicherte am 13. Februar 2014 kritisch zum Gutachten 

von Dr. E.___ äusserte (Fremdakten), holte die Suva ein weiteres psychiatrisches 

Gutachten ein, und zwar bei Dr. med. F.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie sowie für Neurologie. Im auf einer persönlichen Untersuchung vom 14. 

Oktober 2014 beruhenden Gutachten vom 30. November 2014 führte Dr. F.___ aus, 

das Zustandsbild der Versicherten sei am besten als anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) zu beschreiben. Das klinische Bild sei seit 

mindestens Anfang/Mitte April 2004 weitgehend stabil. Theoretisch wäre denkbar, dass 

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die Versicherte in einer weniger anspruchsvollen Tätigkeit, z.B. in einer einfachen 

Verkaufstätigkeit, ein höheres Pensum ausüben könnte, als das aktuelle 60%-Pensum. 

Theoretisch denkbar wären etwa 80%, vorzugsweise auf 5 Tage verteilt (IV-act. 85).

A.e  RAD-Arzt Dr. med. G.___, Facharzt u.a. für Innere Medizin und Rheumatologie, 

gelangte nach der Würdigung der medizinischen Aktenlage zum Schluss, aus 

somatischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt ein organisches Korrelat festgestellt 

werden können, das für die Schmerzsymptomatik verantwortlich gemacht werden 

könnte. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne versicherungsmedizinisch nicht 

anerkannt werden. Aus psychiatrischer Sicht sei die von Dr. F.___ gestellte Diagnose 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung plausibel. Aus der Sicht des RAD 

liege auf dem psychiatrischen Fachgebiet ebenfalls keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit vor (Stellungnahme vom 27. Februar 2015, IV-act. 74).

A.f  Ausgehend von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stelle der 

Versicherten mit Vorbescheid vom 12. März 2015 die Abweisung des Rentengesuchs in 

Aussicht (IV-act. 75). Dagegen erhob die Versicherte am 30. April 2015 Einwand (IV-act. 

76). Am 18. Mai 2015 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 

79).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 18. Mai 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 18. Juni 2015. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge deren Aufhebung und sinngemäss die Zusprache einer Rente. 

Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen führten zu einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% (act. G 1). 

Mit der Beschwerde hat sie u.a. den zwischen ihr und der Suva geschlossenen 

Vergleich vom 11. März 2015 eingereicht, worin u.a. ein Invaliditätsgrad von 40% 

vereinbart wurde (act. G 1.5).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 31. August 

2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die 

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Beschwerdeführerin leide nicht an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden (act. G 

4).

B.c  In der Replik vom 30. Oktober 2015 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

der Beschwerde fest (act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (vgl. act. G 10).

B.e  Mit Schreiben vom 7. April 2017 hat die Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie 

ihren Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung zurückziehe (act. G 11).

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

1.1  Am 1. Januar 2004 sind die neuen Normen der 4. IV-Revision und am 1. Januar 

2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 

1. Januar 2012 sind schliesslich die aufgrund der IV-Revision 6A geänderten 

Bestimmungen des IVG in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der 

allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen 

zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids 

beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen 

Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 

E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 18. Mai 2015 ergangen 

(IV-act. 79), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist (Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 9. 

April 2003, IV-act. 1-5 und IV-act. 33-17), der vor dem Inkrafttreten der revidierten 

Bestimmungen der 4., 5. und 6A IV-Revision begonnen hat. Daher und aufgrund 

dessen, dass der Rechtsstreit u.a. eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht 

rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

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Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2003 bzw. bis 31. Dezember 2007 auf die damals 

geltenden Bestimmungen, ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision 

und ab 1. Januar 2012 auf die neuen Normen der 6A IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. 

IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, 

E. 1). Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG 

und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen 

Bestimmungen verwiesen wird.

1.2  Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie ihre 

Erwerbsfähigkeit durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen nicht wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern kann, während einer einjährigen Wartefrist durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die 

versicherte Person Anspruch auf eine ganze IV-Rente, wenn sie mindestens zu 70% 

invalid ist; bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% besteht ein Anspruch auf 

eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf 

eine Viertelsrente.

1.3  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; zur gleichen, 

bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Rechtslage vgl. BGE 127 V 298 E. 

4c).

1.4  Eine Invalidität setzt daher voraus, dass der Gesundheitsschaden sowie dessen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt worden sind. Dabei sind die 

rechtsanwendenden Behörden auf die Einschätzung der medizinischen Lage durch 

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Fachpersonen angewiesen, die den Gesundheitszustand beurteilen und dazu Stellung 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Aufgabe der IV-Stelle und der 

Sozialversicherungsgerichte ist es zu würdigen, ob die ärztlichen Aussagen und 

Einschätzungen eine zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben. Ist 

dies der Fall, so ist gestützt auf diese medizinischen Feststellungen und in der Regel 

anhand eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) der Invaliditätsgrad zu bemessen. 

Festzuhalten ist sodann, dass in An¬betracht der sich mit Bezug auf Schmerzen 

naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten die subjektiven Schmerzangaben der 

versicherten Person für die Begründung einer Invalidität nicht ausreichen; vielmehr ist 

im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung erforderlich, dass die 

Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare 

Befunde hinreichend erklär- und objektivierbar sind (BGE 139 V 556 E. 5.4).

2.   

Umstritten ist in erster Linie, welche Schlüsse aus den vorhandenen ärztlichen 

Unterlagen zu ziehen sind.

2.1  In somatischer Hinsicht hat das Versicherungsgericht im die 

unfallversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin 

betreffenden Entscheid vom 21. August 2006, UV 2005/95, E. 3c (Fremdakten), 

festgestellt, dass die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden sich 

nicht auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle Veränderung 

zurückführen lassen. In damit zu vereinbarender Weise gelangte Dr. D.___ im 

neurologischen Gutachten vom 25. August 2010 zum Schluss, die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden seien organisch-neurologisch nicht 

abstützbar (IV-act. 88-23). Nach einer Würdigung der medizinischen Aktenlage 

gelangte RAD-Arzt Dr. G.___ ebenfalls zur Ansicht, dass aus somatischer Sicht zu 

keinem Zeitpunkt ein organisches Korrelat festgestellt worden sei, das für die 

Schmerzsymptomatik verantwortlich gemacht werden könne. Eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit könne aus somatisch-versicherungsmedizinischer Sicht nicht 

anerkannt werden (Stellungnahme vom 27. Februar 2015, IV-act. 74). Im Licht dieser 

Umstände ist aus somatischer Sicht - auch rückwirkend für den für einen 

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Rentenanspruch massgebenden Zeitraum - von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit auszugehen.

2.2  Zu allfälligen psychisch bedingten Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit äussern 

sich im Wesentlichen das Teilgutachten von Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 20. Oktober 2004 (IV-act. 33-25 ff.), das 

neuropsychologische Gutachten vom 31. Juli 2009 (Fremdakten) sowie die Gutachten 

von Dr. E.___ vom 15. Juni 2013 (Fremdakten) und von Dr. F.___ vom 30. November 

2014 (IV-act. 85).

2.3 

2.3.1      Der psychiatrische MEDAS-Gutachter Dr. H.___ führte im Teilgutachten vom 

20. Oktober 2004 aus, eine eigentliche psychische Störung habe nicht festgestellt 

werden können. Die Beschwerdeführerin erscheine wenig kritikfähig. Man erhalte den 

Eindruck, dass der beschriebene psychische Zustand weniger als krankhaft, eher als 

persönlichkeitsbedingt zu interpretieren sei. Er diagnostizierte eine 

Somatisierungstendenz (ICD-10: F45.0) und bescheinigte eine 30%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Eine spezialärztliche Behandlung sei nicht unbedingt erforderlich, 

besitze die Beschwerdeführerin doch Ressourcen, um ohne fremde Hilfe 

weiterzukommen. Die Voraussetzung dafür sei das Weglassen der Bestrebung nach 

„Anerkennung ihres Falles“ (IV-act. 33-27 f.).

2.3.2      Dr. H.___ legt nicht dar, inwieweit überhaupt eine psychische 

Gesundheitsbeeinträchtigung besteht und in welchem Umfang diese aus objektiver 

Sicht zu Funktionsdefiziten bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 30% führt. Während der 

Exploration habe sich die Beschwerdeführerin in einer guten Stimmungslage befunden. 

Sie habe gelacht und Humor gezeigt (IV-act. 33-27). Aus seinen Ausführungen zur 

Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ergeben sich Zweifel, dass die von ihr geklagten 

Leiden bzw. ihre Tendenz zur Somatisierung krankheitswertig sind (zu den hohen 

Ansprüchen der Beschwerdeführerin an eine berufliche Tätigkeit und die eigene 

Leistungsfähigkeit sowie zu deren narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung siehe 

auch IV-act. 85-38 und -39 unten). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H.___ 

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vermag daher nicht zu überzeugen (vgl. auch die Kritik von RAD-Arzt Dr. G.___, IV-act. 

74-2, und von Dr. E.___ in S. 35 f. des Gutachtens, Fremdakten).

2.4 

2.4.1      Im neuropsychologischen Gutachten vom 31. Juli 2009 stellten die Experten 

eine „diskrete bis leichte Beeinträchtigung einzelner attentionaler und exekutiver 

Funktionen“ fest. Die Beschwerdeführerin könne aber grundsätzlich allen Arbeiten 

nachgehen. Bei Berufen mit hohen kognitiven Anforderungen würden sich die 

beschriebenen diskreten bis leichten Beeinträchtigungen (attentionale 

Minderleistungen) stärker auswirken, vermutlich aktuell zwischen 20 und 30% 

(Fremdakten). Allerdings geht aus der neuropsychologischen Beurteilung nicht hervor, 

in welchem Umfang eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine 

Tätigkeit ohne erhöhte kognitive Anforderungen besteht.

2.4.2      Dr. F.___ ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer 

leidensangepassten Tätigkeit immerhin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit erbringen könne 

(IV-act. 85-39). Sie wies zudem darauf hin, dass die Beschwerdeführerin in einem 

Bereich arbeite, für den sie - zumindest formal - unterqualifiziert sei, indessen trotzdem 

gemäss Aussage der Personalverantwortlichen insgesamt gute Arbeitsleistungen 

erbringe (IV-act. 85-37). Dem neuropsychologischen Gutachten vom 31. Juli 2009 fehlt 

daher hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für 

leidensangepasste Tätigkeiten die Beweiskraft.

2.5  Dr. E.___ hat die Beschwerdeführerin an zwei Tagen jeweils während drei Stunden 

untersucht. Er hat die Vorakten einbezogen und sie diskutiert. Seine Diagnose und die 

Schätzung der Arbeitsfähigkeit hat er gestützt auf eine Konsistenz- sowie 

Ressourcenprüfung begründet (Gutachten vom 15. Juni 2013, Fremdakten; siehe auch 

die ergänzende Stellungnahme vom 7. Dezember 2013, Fremdakten). Wesentliche 

Elemente seiner Schlüsse sind von Dr. F.___ bestätigt worden. So hielt sie fest: Die 

vom Vorgutachter beschriebene narzisstische und histrionische 

Persönlichkeitsakzentuierung (siehe hierzu etwa S. 24 und S. 27 des Gutachtens von 

Dr. E.___, Fremdakten) sei auch aufgrund der eigenen Exploration gut nachvollziehbar 

(IV-act. 85-35 f.). Ebenfalls stimmte sie darin überein, dass es sich hier um eine 

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Persönlichkeitsakzentuierung, aber nicht um eine krankheitswertige psychische 

Störung handle (IV-act. 85-36). Der psychiatrische Vorgutachter Dr. E.___ habe darauf 

hingewiesen, dass die Beachtung und Zuwendung, die auf den Unfall gefolgt seien, 

sich in besonderer Weise auf die Versicherte ausgewirkt hätten, „da sie wahrscheinlich 

ein Mensch sei, für den gesehen werden, Beachtung als besonders wahrgenommen 

werden, wichtige Bedürfnisse seien. Diese Einschätzung teile ich“ (IV-act. 85-38). Die 

Rüge der Beschwerdeführerin, ein zentraler Mangel sei darin zu erblicken, dass 

keinerlei Differenzierung in zeitlicher Hinsicht gemacht werde (S. 2 des Schreibens vom 

13. Februar 2014, Fremdakten), zielt ins Leere, da gestützt auf die Aussage von Dr. 

F.___ seit Anfang/Mitte 2004 - und damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch 

vor Ablauf des für den Rentenanspruch massgebenden Wartejahres - von einem 

weitgehend stabilen klinischen Bild ausgegangen werden kann (IV-act. 85-37). Im 

Übrigen erweist sich die Kritik der Beschwerdeführerin insoweit als aktenwidrig, als 

sich Dr. E.___ mit der Entwicklung der Beschwerden auseinandergesetzt hat (S. 25 ff. 

des Gutachtens, Fremdakten) und seit Anfang 2004 - ebenfalls wie Dr. F.___ - von 

einem grundsätzlich stabilen Leidensbild ausgegangen ist (S. 26 unten des Gutachtens, 

Fremdakten). Ob die weiteren gegen die Beurteilung von Dr. E.___ von der 

Beschwerdeführerin erhobenen Rügen geeignet sind, dessen Beweiswert zu 

erschüttern, kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin auf das Gutachten von Dr. F.___ abgestellt würde (siehe hierzu 

nachstehende E. 2.6), resultierte aufgrund der von ihr für leidensangepasste Tätigkeiten 

bescheinigten 80%igen Arbeitsfähigkeit kein Rentenanspruch (siehe nachstehende E. 

3.2).

2.6  Die gutachterliche Beurteilung von Dr. F.___ beruht auf einer mehrstündigen 

persönlichen Untersuchung vom 14. Oktober 2014. Die Vorakten und die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Leiden wurden berücksichtigt (IV-act. 85). Die von ihr 

bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (z.B. einfache 

Verkaufstätigkeiten) hat sie plausibel und konsistent begründet. Die 

Beschwerdeführerin hält das Gutachten von Dr. F.___ für beweiskräftig (vgl. act. G 1, 

Rz 12 ff.). Zwar würde nach der Einschätzung von Dr. F.___ die Aufnahme einer 

leidensangepassten Tätigkeit „wahrscheinlich“ von der Beschwerdeführerin aufgrund 

der narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung „als beruflicher Abstieg“ und als 

massive Kränkung erlebt (IV-act. 85-39). Allerdings handelt es sich aber weder bei der 

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narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung noch bei einer „Kränkung“ um eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinn von Art. 7 Abs. 2 ATSG (zur ausdrücklichen 

Verneinung einer psychischen Störung durch Dr. F.___ siehe IV-act. 85-36), weshalb 

kein Anlass besteht, von der für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten 80%igen 

Arbeitsfähigkeit abzurücken.

3.   

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.

3.1  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

3.2  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens kann auf die Löhne für 

Sekretariats- und Kanzleiarbeiten oder andere kaufmännisch-administrative 

Tätigkeiten, je im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) der Tabelle 

TA7 der LSE 2004 abgestellt werden (zur Zulässigkeit der Anwendung der Löhne der 

Tabelle TA7 vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2008, 9C_22/2008, E. 

4.2.3). Würde zugunsten der Beschwerdeführerin auf den Monatslohn für andere 

kaufmännisch-administrative Tätigkeiten abgestellt, so resultiert - angepasst an eine 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden - ein Monatslohn von Fr. 

4‘989.-- ([Fr. 4‘797.-- / 40] x 41.6) bzw. ein Jahresverdienst von Fr. 59‘856.-- (Fr. 

4‘989.-- x 12) und ein Invalideneinkommen von Fr. 47‘885.-- (Fr. 59‘856.-- x 0,8). 

Anhaltspunkte, die einen Abzug von Tabellenlohn rechtfertigen, bestehen keine, zumal 

eine leidensangepasste Tätigkeit vorliegend keinen Berufswechsel voraussetzt und den 

qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit bereits mit dem 

Anforderungsniveau 4 Rechnung getragen wird. Selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin von einem Valideneinkommen für das Jahr 2004 von Fr. 73‘413.-- 

ausgegangen würde (IV-act. 39-2; zu den deutlich tieferen erzielten Löhne der Vorjahre 

siehe das individuelle Konto in IV-act. 11-1), ergeben sich eine Erwerbseinbusse von 

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Fr. 25‘528.-- (Fr. 73‘413.-- - Fr. 47‘885.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 

35% ([Fr. 25‘528.-- / Fr. 73‘413.--] x 100). Die Beschwerdegegnerin hat damit das 

Rentengesuch zu Recht abgewiesen. Soweit die Beschwerdeführerin auf den mit dem 

Unfallversicherer vergleichsweise festgelegten 40%igen Invaliditätsgrad hinweist (act. 

G 1, Rz 15 f., und act. G 1.5), hat die Beschwerdegegnerin zutreffend ausgeführt, dass 

sich daraus keine Bindungswirkung für die invalidenversicherungsrechtliche 

Leistungsfestsetzung ergibt (IV-act. 79-2; BGE 127 V 135 f. E. 4d), womit sich 

Weiterungen erübrigen.

4.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2017
	Art. 28 IVG. Art. 7 Abs. 2 ATSG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Eine Erwerbsunfähigkeit können lediglich die Folgen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen, die aus objektiver Sicht nicht überwindbar sind. Nicht krankheitswertige Persönlichkeitsmerkmale oder eine Kränkbarkeit stellen kein krankhaftes Geschehen bzw. keine gesundheitliche Beeinträchtigung dar (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. April 2017, IV 2015/189). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_422/2017.

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