# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ab3426e-dd6e-5739-8f91-efe1056bc422
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.09.2016 200 2016 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-121_2016-09-28.pdf

## Full Text

200 16 121 IV
SCP/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. September 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Dezember 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 6. Februar 2002 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Diese sprach ihr mit Verfügung vom 12. November 2003 (AB 49) 
bei einem Invaliditätsgrad von 70 % ab 1. Oktober 2002 eine ganze Invali-
denrente zu und bestätigte diesen Anspruch im Rahmen einer ordentlichen 
Rentenrevision mit formloser Mitteilung vom 26. Oktober 2007 (AB 66). Mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 24. März 2011 (AB 76) redu-
zierte sie die laufende ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 57 % per 
1. Mai 2011 (AB 77/1) auf eine halbe Rente.

B.

Anlässlich einer erneut von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision er-
mittelte die IVB unter der Annahme, die Versicherte wäre im Gesundheits-
fall zu 90 % erwerbstätig bzw. zu 10 % im Haushalt beschäftigt, einen Inva-
liditätsgrad von 43 % und stellte ihr mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2015 
(AB 91) die Herabsetzung der laufenden halben Rente auf eine Viertelsren-
te in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 92) und Rücksprache mit 
dem Bereich Abklärungen (BAK; AB 95) verfügte die IVB am 3. Dezember 
2015 entsprechend dem Vorbescheid die Rentenreduktion mit dem ersten 
Tag des zweiten der Verfügungszustellung folgenden Monats.

C.

Mit Eingabe vom 4. Januar 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch 
B.________, Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss die kostenfällige und 
ersatzlose Aufhebung der angefochtenen Verfügung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 3

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2016 schloss die Beschwer-
degegnerin – unter Verweis auf eine BAK-Stellungnahme vom 3. Februar 
2016 (in den Gerichtsakten) – auf Abweisung der Beschwerde.

Replicando hielt die Beschwerdeführerin am 15. März 2016 an ihrem 
Rechtsbegehren fest.

Nachdem der Instruktionsrichter im Rahmen einer Beweismassnahme bei 
der Rechtsnachfolgerin der früheren Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 
eine schriftliche Auskunft eingeholt hatte (Schreiben der D.________, vom 
24. März 2016 [in den Gerichtsakten]), verzichtete die Beschwerdegegnerin 
mit Zuschrift vom 2. Mai 2016 auf eine Stellungnahme, während die Be-
schwerdeführerin am 4. Mai 2016 auf eigene Abklärungen verwies (E-Mail 
der D.________, vom 28. April 2016 [in den Gerichtsakten]).

Gestützt auf eine weitere durch den Instruktionsrichter eingeholte Auskunft 
der D.________ vom 13. Mai 2016 (in den Gerichtsakten) bestätigten die 
Parteien am 30. Juni 2016 bzw. 13. Juli 2016 ihre Anträge.

Mit prozessleitender Verfügung vom 15. Juli 2016 tat der Instruktionsrichter 
seine vorläufige Auffassung kund, wonach bei summarischer Prüfung ein 
weiterer medizinischer und erwerblicher Abklärungsbedarf bestehe. Er bot 
den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme und machte die Beschwerde-
führerin zudem auf eine mögliche Schlechterstellung (sog. reformatio in 
peius) bei Aufhebung der Verfügung und Rückweisung zu weiteren Ab-
klärungen (BGE 137 V 314) aufmerksam. Daraufhin verzichtete die Be-
schwerdegegnerin am 25. Juli 2016 auf eine Stellungnahme, während die 
Beschwerdeführerin am 15. September 2016 an ihrer Beschwerde festhielt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Dezember 2015 
(AB 96). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und 
dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende Rente zuläs-
sigerweise vom ersten Tag des zweiten der Verfügungszustellung folgen-
den Monats – mithin per 1. Februar 2016 – auf eine Viertelsrente herab-
setzte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.2.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 149).

2.2.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-

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keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

2.3.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 

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eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). Die 
weitere Ausrichtung einer Invalidenrente nach einer von Amtes wegen 
durchgeführten Revision, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende Ände-
rung der Verhältnisse festgestellt wurde, bedarf gemäss Art. 74ter lit. f der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201) keiner Verfügung. Die blosse Mitteilung eines solchen Revisions-
ergebnisses ist, wenn keine Verfügung verlangt wurde (Art. 74quater Abs. 1 
IVV; bis 31. Dezember 2011 Art. 74quater IVV), in Bezug auf den Vergleichs-
zeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (SVR 2013 IV Nr. 
44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1).

3.

3.1 Die ursprünglich zugesprochene ganze Invalidenrente (AB 49) wur-
de ab Mai 2011 (AB 76) auf eine halbe Rente herabgesetzt. Somit ist der 
Sachverhalt im Zeitpunkt der rechtskräftigen Verfügung vom 24. März 2011 
(AB 76) mit jenem der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2015 
(AB 96) zu vergleichen und zu prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnis-
sen eine erhebliche Veränderung eintrat, die geeignet ist, den Invaliditäts-
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.3.1 hiervor).

3.2 In der Verfügung vom 24. März 2011 (AB 76) berücksichtigte die 
Beschwerdegegnerin als erwerbliche Faktoren, dass die Beschwerdeführe-
rin in einem Arbeitsverhältnis mit der E.________ stand, mit einem Pensum 
von 70 % als … eingesetzt wurde und dabei im Jahr 2010 ein Einkommen 
von Fr. 21‘972.-- erzielte (AB 71/1 f. Ziff. 8 und 11, 73/3 Ziff. 3.2, 74 [ge-
stützt auf Art. 31 IVG in der bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fas-
sung wurden lediglich Fr. 16‘148.-- als Invalideneinkommen angerechnet]). 
Der Invaliditätsgrad wurde anhand der gemischten Methode (vgl. E. 2.2.2 
hiervor) und einem Status von 80 % Erwerb bzw. 20 % Haushalt ermittelt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 8

(AB 73/4 Ziff. 3.5, 76/2). In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung 
auf hausärztlichen Berichten aus dem Jahre 2003 und 2010 (AB 73/5 
Ziff. 3.8).

3.2.1 Der frühere Hausarzt (AB 33) Dr. med. J.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, vermerkte im Bericht vom 29. Januar 
2003 (AB 36) die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit:

Status nach hypoxämischem Hirnschlag am 14. Oktober 2001 mit:
 neuropsychologischen Defiziten und vorübergehender diskreter 

motorischer Aphasie nach Kammerflimmern, wahrscheinlich im 
Rahmen eines Long-QT-Syndroms

 ICD (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator) seit 16. Mai 2002 

Er erklärte, die Beschwerdeführerin leide unter Konzentrations- und Auf-
merksamkeitsstörungen, Lern- und Gedächtnisstörungen, einer raschen 
Ermüdbarkeit sowie einer etwas langsamen Sprache mit gelegentlichen 
Wortfindungsstörungen. Ausserhalb einer geschützten Arbeitsstätte beste-
he im angestammten Beruf keine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Mit der be-
schränkten Arbeitszeit (Montag bis Freitags zwischen 7.00 Uhr und 12.00 
Uhr) bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 60 %. Er erachtete den Ge-
sundheitszustand als besserungsfähig, wobei die Prognose derzeit noch 
mit Vorsicht zu stellen sei.

3.2.2 Der neue Hausarzt (AB 63/1 Ziff. 1.4) Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Rheumatologie FMH und Allgemeine Innere Medizin FMH, führte 
als Diagnose im Bericht vom 13. Oktober 2010 (AB 72) ein neuropsycholo-
gisches Defizit nach Reanimation/Kammerflimmern auf. Er gab an, eine 
Änderung (des Gesundheitszustandes) sei angesichts der persistierenden 
Defekt-Heilung unwahrscheinlich, es bestehe ein unveränderlicher Residu-
alzustand. Die verminderte Auffassung bzw. Konzentration sowie die Er-
schöpfung wirkten sich bei der Arbeit aus, die Tätigkeit im geschützten 
Rahmen sei jedoch noch zumutbar.

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2015 (AB 96) la-
gen die folgenden erwerblichen Faktoren zugrunde: Die Beschwerdeführe-
rin hatte ihren Beschäftigungsgrad für die E.________ faktisch auf 90 % 
erhöht und erzielte im Jahr 2014 einen Verdienst von Fr. 34‘353.-- (AB 89/3 
Ziff. 3.2; vgl. auch AB 86.1/1). Es wurde von einem veränderten Status von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 9

90 % Erwerb bzw. 10 % Haushalt ausgegangen (AB 89/4 Ziff. 3.5, 96/2). In 
medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin auf einen Ver-
laufsbericht des Dr. med. F.________ sowie einen Bericht des Spitals 
G.________ (AB 89/4 Ziff. 3.3).

3.3.1 Im Verlaufsbericht vom 15. September 2014 (AB 83) beschrieb Dr. 
med. F.________ einen stationären Gesundheitszustand (AB 83/1 Ziff. 1). 
Er hielt zudem fest, dass die Beschwerdeführerin einer geschützten Arbeit 
nachgehe und bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für eine Tätig-
keit auf dem «regulären» Arbeitsmarkt (AB 83/1 Ziff. 5).

3.3.2 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie FMH, und PD 
(heute: Prof.) Dr. phil. I.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie 
FSP, führten im Konsiliarbericht des G.________ vom 30. Januar 2015 
(AB 88) die folgende Diagnose auf:

Status nach Herzkreislaufstillstand am 14. Oktober 2001 bei Kam-
merflimmern und strukturell normalem Herzen mit/bei:
 hypoxischer Encephalopathie und amnestisches Syndrom
 ICD-Implantation im Mai 2002; Generatorwechsel im März 2010

Sie gaben unter anderem an, der Beschwerdeführerin sei beruflich eine 
Integration an einem geschützten Arbeitsplatz gelungen und auch privat 
habe eine zunehmende Selbständigkeit erreicht werden können. Sie sei in 
allen Aktivitäten des alltäglichen Lebens mittlerweile ohne Vormund bzw. 
Beistandschaft selbständig. Bei der Arbeit fühle sie sich – bei einem Be-
schäftigungsgrad von zirka 90 % – zunehmend überfordert. Subjektiv klage 
sie über eine nach wie vor bestehende grosse Vergesslichkeit, die vor al-
lem bei Überforderung zu Fehlern führe. Im Vergleich zu den früheren Be-
urteilungen sei es insgesamt nicht zu einer Verschlechterung der Sympto-
matik gekommen. Es sei weder eine berufliche Tätigkeit in der freien Wirt-
schaft im angestammten Beruf noch eine Umschulung möglich (es bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %). Die aktuelle Tätigkeit in einer geschütz-
ten Werkstatt sei optimal angepasst, eine Änderung der Situation, sei es im 
Hinblick auf die Invalidenrente oder den Beschäftigungsgrad, wäre äussert 
ungünstig, da eine Verschlechterung mit der Gefahr einer psychischen De-
kompensation zu befürchten wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 10

3.4 Nach der Aktenlage ist ausgewiesen und unbestritten (Beschwerde 
S. 1; prozessleitende Verfügung vom 15. Juli 2016 S.1 Ziff. 1 lit. a/bb), dass 
die Beschwerdeführerin seit dem Referenzzeitpunkt im Jahr 2011 ein höhe-
res Arbeitspensum bewältigt und dabei ein grösseres Invalideneinkommen 
erwirtschaftet, womit ein erwerblicher Revisionsgrund vorliegt (vgl. E. 2.3.1 
hiervor) und der Rentenanspruch frei zu prüfen ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor). 
Die umfassende Prüfung hat dabei auch die medizinische Situation zu er-
fassen. 

3.4.1 Bezüglich der medizinischen Situation liegen lediglich Einschätzun-
gen der behandelnden Ärzte vor, welchen den höchstrichterlichen Bewei-
sanforderungen (vgl. BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 
S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) nicht zu genügen vermögen. Zwar dürfte 
sich in diagnostischer Hinsicht an der Grunderkrankung kaum etwas geän-
dert haben, die Beurteilung, dass die Symptomatik im Wesentlichen statio-
när geblieben sein soll (AB 83/1, 88/2), vermag mit Blick auf die Aktenlage 
jedoch ebenso wenig zu überzeugen wie die vagen Äusserungen zur Ar-
beitsfähigkeit. Die Frage nach der medizinisch-theoretischen Arbeits- bzw. 
Leistungsfähigkeit wurde von den behandelnden Ärzten bislang stets mit 
Bezug auf die zu den jeweiligen Zeitpunkten bestehenden Beschäftigungs-
verhältnissen beantwortet, wobei auffällt, dass die Beschwerdeführerin trotz 
angeblich stationärem Gesundheitszustand wiederholt in der Lage war, das 
Arbeitspensum sukzessiv zu steigern. So nahm sie nach der Neurorehabili-
tation sowie den beruflichen Massnahmen (AB 7 f., 15/5-8, 30/1-9, 19-21) 
im Jahr 2003 ihre Arbeit im geschützten Rahmen bei der aktuellen Arbeit-
geberin mit einem Pensum von zunächst zirka 60 % auf (AB 39/3 Ziff. 3.2, 
52/1, 65/5). Dr. med. J.________ attestierte damals eine diesen faktischen 
Verhältnissen entsprechende Restarbeitsfähigkeit (AB 36/3 lit. A Ziff. 2) und 
im Abschlussbericht des G.________ vom 6. April 2004 (AB 65) wurde eine 
Änderung der beruflichen Situation (Tätigkeit mit 60 % Pensum an einem 
geschützten Arbeitsplatz) als nicht sinnvoll betrachtet (AB 65/7). Im Okto-
ber 2005 erhöhte die Beschwerdeführerin ihren Beschäftigungsgrad auf 
70 % (AB 71/1 f. Ziff. 8 und 11). Dr. med. F.________ verzichtete im Arzt-
bericht vom 13. Oktober 2010 (AB 72) auf eine Quantifizierung der Arbeits-
fähigkeit und stellte lediglich fest, die Tätigkeit als … im geschützten Rah-
men sei zumutbar. Die Rentenherabsetzung im Jahr 2011 (AB 76) erfolgte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 11

– bei damals unverändertem Status von 80 % Erwerb bzw. 20 % Haushalt 
– einerseits zufolge des höheren Invalideneinkommens und andererseits 
weil sich anhand der Erhebung an Ort und Stelle (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV; 
AB 73) im Aufgabenbereich keine Einschränkung mehr ermitteln liess, was 
auf eine Besserung der Beschwerdesymptomatik hindeutet. Im Jahr 2014 
gab die Beschwerdeführerin im Revisionsfragebogen (AB 82) an, ihre Ar-
beitszeit habe sich auf siebeneinhalb bis acht Stunden täglich bzw. insge-
samt 38 Stunden pro Woche erhöht. Die erneute Rentenreduktion in der 
angefochtenen Verfügung (AB 96) erfolgte allein aufgrund des daraus re-
sultierenden höheren Invalideneinkommens sowie einer angenommenen 
Statusänderung (90 % Erwerb bzw. 10 % Haushalt). Der Widerspruch zwi-
schen der erhöhten Präsenz am Arbeitsplatz (bei unklarem Rendement) 
und dem von den behandelnden Ärzten festgestellten unveränderten Ge-
sundheitszustand wurde nicht aufgelöst. Ob die Pensums-Steigerung allen-
falls allein durch einen Lerneffekt möglich wurde, wie seitens der Be-
schwerdeführerin postuliert wird (Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
15. September 2016), ist unklar. Im Übrigen kontrastiert der Hinweis auf 
eine zunehmende Überforderung im neusten Bericht des Spitals 
G.________ (AB 88/1) mit dem Umstand, dass es der Beschwerdeführerin 
offensichtlich bereits seit 2011 gelingt, ein wesentlich höheres Jahresein-
kommen zu erzielen (AB 84), wobei dieses – trotz Tätigkeit im geschützten 
Rahmen – der tatsächlichen Arbeitsleistung entsprechen soll (AB 85/3 
Ziff. 2.10).

3.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt als 
nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin wird in Nachach-
tung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) das Erforderliche 
nachzuholen und sodann über den Rentenanspruch erneut zu befinden 
haben. Wesentlich ist, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin umfassend fachärztlich abgeklärt und die medizinisch-theoretische Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit schlüssig beurteilt wird. Es bleibt dabei der 
Verwaltung überlassen (gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Regio-
nalen Ärztlichen Dienst [RAD]), das diesbezügliche konkrete Vorgehen zu 
bestimmen. Im Rahmen des erneuten Entscheids über den Rentenan-
spruch wird die Beschwerdegegnerin auch die in erwerblicher Hinsicht of-
fen gebliebenen Punkte – insbesondere die Statusfrage – zu klären haben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 12

Die Überlegungen des Instruktionsrichters in der prozessleitenden Verfü-
gung vom 15. Juli 2016 (S. 2 Ziff. 1 lit. c-i) sind dabei selbstredend nicht 
bindend; immerhin dürfte aufgrund der Erkenntnisse aus dem gerichtlichen 
Beweisverfahren zwischen den Parteien mittlerweile Einigkeit darüber be-
stehen, das für das hypothetische Valideneinkommen auf die Lohnangaben 
gemäss Schreiben der D.________ vom 13. Mai 2016 (in den Gerichtsak-
ten) abzustellen sein wird (prozessleitende Verfügung vom 15. Juli 2016 
S. 1 Ziff. 1 lit. b/bb). 

In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. Da die Beschwerdegeg-
nerin einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen hat 
(AB 96/2) und dieser Entzug des sog. Suspensiveffekts auch noch für den 
Zeitraum des Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verfügung 
andauert (vgl. BGE 129 V 370; SVR 2013 IV Nr. 37 S. 112 E. 3.1), bleibt 
die Invalidenrente bis dahin auf eine Viertelsrente herabgesetzt.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 
Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 13

konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter <www.justice.be.ch>). Im Falle der Vertretung durch 
eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtspre-
chung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich 
nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch C.________, Dipl. 
Sozialarbeiter FH, vom (gemäss UID-Register [vgl. <www.uid.
admin.ch>] mehrwertsteuerpflichtigen) B.________ vertreten. Dessen Kos-
tennote vom 15. September 2016 ist unter den gegebenen Umständen 
(mehrfacher Schriftenwechsel mit Stellungnahmen zum Beweisergebnis) 
nicht zu beanstanden. Die Mehrwertsteuer wird nicht geltend gemacht. 
Entsprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 1‘520.-- (19 h x 
Fr. 80.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 40.--, somit auf total Fr. 1‘560.--, fest-
gesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefüh-
rer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 3. Dezember 2015 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2016, IV/16/121, Seite 14

Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘560.-- (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.