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**Case Identifier:** 03ef54b8-d752-5399-b1f9-77d7c6f5471a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 29.05.2018 DB.2017.174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_DB-2017-174_2018-05-29.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2017.174 
1 ST.2017.219 
 
 

Entscheid 
 
 

 29. Mai 2018 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Michael Ochsner, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter 
Marcus Thalmann und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. X,   

   
2. Y,   

 
 Beschwerdeführer/ 
 Rekurrenten,  
vertreten durch Z,  

 
 

gegen 
 
 
 
1. Sc hw eizer is ch e  E i d ge no ss en schaf t ,   
 Beschwerdegegnerin,  
2. Sta at  Z ür i ch ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

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hat sich ergeben: 
 

 

 A. Y (nachfolgend die Pflichtige) nahm per 29. September 2014 Einsitz in den 

Verwaltungsrat der B AG, (…). Mit Vertrag vom 23. Oktober 2015 erwarb sie von der 

Erbengemeinschaft des M dessen Aktienanteil an dieser Gesellschaft von 1'000 Na-

menaktien für Fr. 320'000.-. M war ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats gewesen 

und am (…) verstorben.  

 

 In der Steuererklärung 2015 deklarierten die Pflichtige und ihr Ehemann, X 

(nachfolgend zusammen die Pflichtigen), in Bezug auf die Pflichtige aus ihrer Tätigkeit 

für die B AG ein Nettoeinkommen von Fr. … . Im Einschätzungsverfahren verlangte die 

Wertschriftenprüferin des kantonalen Steueramts in mehreren Auflagen die Einrei-

chung des Kaufvertrags, die Darlegung der Kaufpreisberechnung sowie den Aktionärs-

bindungsvertrag. Die Pflichtigen kam dem jeweils innert Frist nach.  

 

 Am 29. Mai 2017 schätzte das kantonale Steueramt die Pflichtigen für die di-

rekte Bundessteuer 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … und für die 

Staats- und Gemeindesteuern 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. … ein. Darin rechnete es der Pflichtigen ein Ein-

kommen aus Mitarbeiterbeteiligung von Fr. 120'000.- auf. Es begründete dies damit, 

dass der Kaufpreis für die Beteiligung an der B AG unter dem effektiven Wert gelegen 

habe und die Differenz aus näher dargelegten Gründen als Arbeitseinkommen zu qua-

lifizieren sei.  

 

 

 B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 29. Juni 2017 Einsprache erheben 

und beantragen, auf die Aufrechnung zu verzichten.  

 

 Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 24. August 2017 ab.  

 

 

 C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 22. September 2017 wiederholten die 

Pflichtigen den Einspracheantrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die 

Transaktion sei nicht als Erwerb von Mitarbeiteraktien zu beurteilen, und beim Kauf-

preis habe es sich nicht um einen Vorzugspreis gehandelt.  

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 Das kantonale Steueramt schloss am 17. November 2017 auf Abweisung der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung beantragte am 4. Januar 2018 

ebenfalls, es sei die Beschwerde abzuweisen.  

 

 Ein Vergleichsvorschlag des Gerichts wurde vom kantonalen Steueramt am 

20. April 2018 abgelehnt. 

 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Gemäss dem Grundsatz in Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind sämtliche Einkünfte ohne Rücksicht auf ihre Quel-

len steuerbar. Diese Generalklausel dient als Auffangtatbestand für Einkünfte, die nicht 

einem der in den Art. 17–23 DBG bzw. §§ 17–23 StG genannten Tatbestände zuge-

ordnet werden können. Vom Grundsatz der Steuerbarkeit sämtlicher Einkünfte ausge-

nommen sind nur im Gesetz aufgezählte einzelne Tatbestände. Dies ist beispielsweise 

der Fall bei den steuerfreien privaten Kapitalgewinnen gemäss Art. 16 Abs. 3 DBG 

bzw. § 16 Abs. 3 StG.  

 

 b) Zu den steuerbaren Einkünften gehören nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 

Abs. 1 StG alle Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit unter Einschluss der 

Nebeneinkünfte, wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, 

Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und 

andere geldwerte Vorteile.  

 

 Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Begriff des 

Einkommens aus einer Erwerbstätigkeit weit zu interpretieren. Steuerbar sind demnach 

sämtliche geldwerten Vorteile, die ein Arbeitnehmer als Gegenleistung für seine un-

selbstständige Erwerbstätigkeit erhält, wobei auch Naturalleistungen erfasst werden. 

Entscheidend ist, ob die Leistung Entgelt für die Arbeitstätigkeit des Steuerpflichtigen 

bildet und unmittelbar als Folge des Arbeitsverhältnisses ausgerichtet wird. Zwischen 

der unselbstständigen Erwerbstätigkeit und den daraus fliessenden Einkünften muss 

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somit ein wirtschaftlicher bzw. kausaler Zusammenhang bestehen (BGr, 29. Novem-

ber 2006, 2A.381/2006; StRK IV, 18. Dezember 1998 = StE 2000 B 22.1 Nr. 3; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 17 N 28 und 

41 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 17 N 28 und 41 

StG). Für die Steuerbarkeit kommt es nicht auf den Charakter der Tätigkeit und die 

Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses oder auf die von den Beteiligten verwendeten 

Ausdrücke oder privatrechtlichen Formen an.  

 

 Auch Leistungen Dritter, die dem Steuerpflichtigen im Zusammenhang mit 

dem Arbeitsverhältnis zufliessen, sind dem Arbeitseinkommen zuzurechnen, selbst 

wenn zu dieser Leistung keine Rechtspflicht bestand (vgl. BGr, 3. März 1989 = ASA 

60, 245). Darunter fallen etwa Trinkgelder, Preise für besondere berufliche Leistungen, 

Zuwendungen an Künstler zur Förderung ihres künstlerischen Schaffens oder der Er-

werb von Aktien von einer Drittperson zu einem Vorzugspreis (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 17 N 37 DBG und § 17 N 37 StG). Entscheidend für die Besteue-

rung – insbesondere bei Leistungen Dritter oder freiwilligen Leistungen des Arbeit-

gebers (wie vertraglich nicht vereinbarte Gratifikationen, Boni, Gewinnbeteiligungen 

usw.) – ist immer, dass die Leistung ihren Rechtsgrund im Arbeitsverhältnis des Leis-

tungsempfängers hat (VGr, 6. Juni 2012, SB.2011.00104 und SB.2011.00105). Erwirbt 

ein Arbeitnehmer Vermögenswerte aufgrund des Arbeitsverhältnisses zu einem günsti-

geren Preis als dem Verkehrswert, gilt diese Differenz als Einkommen aus unselbst-

ständiger Erwerbstätigkeit und ist somit steuerbar (RB 1990 Nr. 31; Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 17 N 44 DBG und § 17 N 44 StG).  

 

 c) Die Steuerbehörde hat die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsa-

chen nachzuweisen und die steuerpflichtige Person jene Tatsachen, welche die Steu-

erschuld mindern oder aufheben. Diese allgemeine Regel wird dann durchbrochen, 

wenn für das Vorhandensein einer Tatsache eine (widerlegbare) gesetzliche oder na-

türliche Vermutung spricht. Somit haben die Steuerbehörden den Nachweis zu erbrin-

gen, dass eine steuerpflichtige Person bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hier-

bei um einen steuerbegründenden Umstand handelt. Ist ein Wertzufluss nachgewies-

en, so begründet dies nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. § 16 

Abs. 1 StG die natürliche Vermutung, dass dieser aus einer steuerbaren Quelle 

stammt. Diese Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den 

Beweis des Gegenteils erbringt, etwa dass es sich um einen steuerfreien Kapitalge-

winn aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens handelt.  

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 2. Das kantonale Steueramt begründet die Besteuerung der Differenz zwi-

schen dem Kaufpreis und dem Vermögenssteuerwert der Beteiligung an der B AG als 

Leistung aus Arbeitsverhältnis damit, dass die Aktien zu einem Vorzugspreis an die 

Pflichtige verkauft worden seien. Es stützt sich hierzu auf eine Bewertung, welche das 

kantonale Steueramt S gemäss Ziff. B.I.2. der Weisung der Finanzdirektion 

12. November 2010 (ZStB I Nr. 22/201) nach der Wegleitung der Schweizerischen 

Steuerkonferenz zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögens-

steuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuer-konferenz.ch, nach-

folgend KS 28) ermittelt hat. Diese ergab einen Unternehmenswert von Fr. 4'405'624.- 

(R-act. 3/31). 

 

 a) Von einer Leistung im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis kann in-

dessen nur gesprochen werden, wenn seitens der Vertragsparteien ein entsprechender 

Vorsatz bestand. Fehlt es bei beiden Vertragsparteien bereits am Bewusstsein, dass 

die Leistung einen höheren effektiven Wert hat, als sie übereinstimmend angenommen 

haben, kann der Zufluss des Vermögensvorteils keine Gegenleistung für die Arbeits-

leistung darstellen.  

 

 aa) Gemäss Kaufvertrag vom 22. Oktober 2015 (T-act. 2/16c) war Vertragsin-

halt einzig der Erwerb der Beteiligung gegen Geld; irgendwelche Nebenvereinbarun-

gen mit Bezug auf das Arbeitsverhältnis sind darin nicht enthalten. Bei der Verkäufer-

schaft handelt es sich nicht um die Arbeitgeberin, sondern um die Erbengemeinschaft 

eines kurz zuvor verstorbenen Aktionärs. Diese wollte die Beteiligung abstossen, da 

ihre Mitglieder nicht die Absicht hatten, in das Unternehmen einzusteigen. Der Preis 

wurde auf Fr. 320.- pro Aktien festgesetzt. Über die Herleitung des Kaufpreises geht 

aus dem Vertrag nichts hervor, insbesondere wird nirgends erwähnt, dass es sich um 

einen Vorzugspreis aufgrund des Arbeitsverhältnisses handeln soll. Aus dem Wortlaut 

des Vertrags ergeben sich damit keine Anhaltspunkte darauf, dass die Parteien den 

Verkauf zu einem anderen als zum nach ihrem Verständnis geltenden Marktpreis vor-

nehmen wollten. Einziger Hinweis auf die Arbeitnehmereigenschaft war der Umstand, 

dass der Kaufpreis auf das Transaktionskonto "Mitarbeiterbeteiligung" der B AG zu 

überweisen und von dort an die Verkäufer auszubezahlen war (Ziff. 3.2 des Kaufver-

trags). Soweit erkennbar, waren damit aber keine weiteren rechtlichen Folgen ver-

knüpft. 

 

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 bb) Eine Begünstigungsabsicht ergibt sich indessen aus den weiteren Verein-

barungen, allerdings in beschränktem Umfang:  

 

 Zwischen den Aktionären und der Gesellschaft bestand ein Aktionärsbin-

dungsvertrag, welchem sich die Pflichtige am 16. Oktober 2015 mit der B AG als Ver-

tragspartnerin anschloss (R-act. 3/27). Darin wird im Vorwort festgehalten, dass Halter 

einer Beteiligung auch in irgendeiner geeigneten Form für die Gesellschaft tätig sein 

sollten. Gemäss Ziff. 5 räumen sich die Aktionäre untereinander und gegenseitig ein 

Vorkaufsrecht ein. Tritt ein Vorkaufsfall ein, so können die Berechtigen gemäss Ziff. 5 

Abs. 5 des Aktionärsbindungsvertrags die Aktien zum Wert gemäss der in Ziff. 6 fest-

gehaltenen Berechnungsformel übernehmen.  

 

 In Ziff. 6 des Aktionärsbindungsvertrags wird die Berechnungsformel näher 

dargelegt. Demnach besteht der Unternehmenswert aus Ertragswert und Substanz-

wert. Vereinfacht besteht er aus der Summe der Ertragswerte der Tochtergesellschaf-

ten und ihrer Eigenmittel, hinzu kommen die Eigenmittel der Holding selbst (Wertschrif-

ten und Kontokorrente abzüglich Forderungen Dritter). Der resultierende Wert wird für 

die interne Berechnung unter Aktionären mit einem Rabatt von 12% gehandelt (Ziff. 6 

Abs. 5 des Aktionärsbindungsvertrags). Der Unternehmenswert wird jährlich durch die 

Organe aufgrund der Jahresabschlüsse errechnet und allen Aktionären zur Kenntnis 

gebracht. Er gilt jeweils für sämtliche eintretenden Vorkaufsfälle.  

 

 Gemäss einem Schreiben der B AG vom 24. Februar 2017 wurde die Formel 

durch die F anlässlich einer umfassenden Firmenbewertung im Jahr 2011 entwickelt 

für die Abgabe von Aktien an Mitarbeiter und Verwaltungsräte (R-act. 3/28). Die Formel 

wurde in den Folgejahren für weitere Verkäufe jährlich neu aktualisiert.  

 

 Die Pflichtige hat den Aktionärsbindungsvertrag am 16. Oktober 2015 und 

damit sieben Tage vor Unterzeichnung des Kaufvertrags vom 23. Oktober 2015 unter-

zeichnet. Die dort aufgestellten Regelungen haben demnach auch für sie gegolten. 

Dementsprechend erfolgte die Festsetzung des Kaufpreises von Fr. 320.- pro Aktie 

gemäss den Vorgaben des Aktionärsbindungsvertrags (R-act. 3/26). Damit bestand 

aber eine unmittelbare Verknüpfung zwischen ihrer Tätigkeit für die B AG, dem Aktien-

erwerb und der Preisbildung. Soweit ihr demnach wegen ihrer Stellung als Verwal-

tungsrätin bei der Preisgestaltung gegenüber dem Verkehrswert Zugeständnisse ge-

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macht wurden, handelt es sich um Vorteile als Folge des Arbeitsverhältnisses, welche 

damit als unselbstständige Erwerbseinkünfte zu besteuern sind.  

 

 Ein solcher Vorteil ist aus der von der Pflichtigen vorgelegten Bewertung er-

sichtlich, und zwar in Form des Rabatts von 12% gemäss Ziff. 6 Abs. 5 des Aktionärs-

bindungsvertrags. Gemäss dem Berechnungsblatt "Konsolidierter Unternehmenswert" 

ergab dies einen "Unternehmenswert für Aktionäre" von Fr. 3'193'577.-, während der 

Unternehmenswert ohne diesen Rabatt Fr. 3'629'065.- betrug (R-act. 3/26). In der Dif-

ferenz (umgerechnet auf 1000 Aktien) liegt deshalb eine steuerbare Leistung an die 

Pflichtige aus dem Arbeitsverhältnis.  

 

 b) Das kantonale Steueramt will darüber hinaus die gesamte Differenz zur 

steueramtlichen Bewertung nach KS 28 als steuerbare Leistung erfassen.  

 

 aa) Mit dieser rein schematischen Betrachtungsweise verkennt die Vorinstanz 

allerdings, dass es hier nicht wie bei der Vermögenssteuer um eine objektive Bewer-

tung eines Vermögensgegenstands geht, sondern mit dem Erfordernis, dass es sich 

um eine Leistung aus dem Arbeitsverhältnis handeln muss, ein subjektives Element 

hinzutritt. Soweit die Parteien gutgläubig davon ausgehen durften, dass ihre Bewertung 

dem Verkehrswert entspricht, fehlt es an einem Vorsatz auf die Erbringung einer Leis-

tung.  

 

 Die Interessenlage bei Herleitung der Formel spricht gegen die Annahme, 

dass über den erwähnten Rabatt hinaus eine Absicht auf eine Bevorzugung bestand. 

Die Bewertungsformel definiert den Kaufpreis im Vorkaufsfall. Es liegt kein Grund zur 

Annahme vor, die Aktionäre hätten sich dabei – abgesehen vom erwähnten Rabatt – 

Geschenke machen wollen. Zudem spricht auch die Erstellung der Bewertungsformel 

durch eine von aussen zugezogene Treuhandfirma dafür, dass die Formel dazu dienen 

sollte, zuhanden der Aktionäre den effektiven Wert zu ermitteln. Sollten sich die Partei-

en vorliegend über den wahren Wert getäuscht haben und diesen zu tief angesetzt 

haben, führt dies deshalb nicht dazu, dass die Differenz zum Verkehrswert automatisch 

als Lohnbestandteil zu betrachten wäre. 

 

 bb) Steht eine Preisvereinbarung indessen in einem offensichtlichen Missver-

hältnis zum objektiven Marktwert, stellt sich die Frage, ob der Preis nicht bewusst zu 

tief angesetzt wurde und weitere, nicht offen gelegte Absprachen bestehen. In der Pra-

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xis zum Grundstücksteuerrecht hat sich deshalb die Regel gebildet, dass ausnahms-

weise statt auf den vereinbarten Kaufpreis dann auf den nach anerkannten Methoden 

geschätzten Verkehrswert abgestellt wird, wenn zwischen objektivem Wert und Ver-

tragspreis ein offensichtliches, in die Augen springendes Missverhältnis besteht (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 220 N 101 StG, auch zum Folgenden). Das offensichtli-

che Missverhältnis zwischen dem vereinbarten Preis und dem Verkehrswert des 

Verkaufsobjekts im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stellt ein Indiz für die fehlende 

rechtsgeschäftliche Bedeutung der Preisvereinbarung dar. Die Praxis nimmt aus Grün-

den der Rechtssicherheit ein solches offensichtliches Missverhältnis erst dort an, wo 

die Differenz zwischen Verkehrswert und vereinbartem Kaufpreis mindestens 25% 

(vom Verkehrswert) ausmacht. Erreicht der vertraglich vereinbarte Kaufpreis somit we-

niger als 75% des Verkehrswerts, ist anstelle dieses vereinbarten Kaufpreises der Ver-

kehrswert als Erwerbspreis einzusetzen. Dabei besteht nicht etwa ein Rabatt von 25%; 

vielmehr ist bei Überschreiten des genannten Schwellenwerts von 25% auf den vollen 

Verkehrswert (von 100%) abzustellen. 

 

 Es drängt sich auf, diese Praxis auch auf den vorliegenden Fall zu überneh-

men. Die Annahme einer solchen Bandbreite rechtfertigt sich zudem auch deshalb, 

weil beide Bewertungen nicht genau auf den Stichtag der Transaktion abstellen. Dieje-

nige der Vorinstanz wurde per 31. Dezember 2015 vorgenommen, während die Bewer-

tung durch die B AG per 31. Dezember 2014 erfolgte (allerdings den budgetierten 

Cashflow des laufenden Jahres einbezieht, vgl. Ziff. 6 Abs. 3 des Aktionärs-

bindungsvertrags, R-act. 3/26 und 3/27). Damit dürften aber beide Bewertungen für 

den per Verkaufsdatum 23. Oktober 2015 herrschenden Verkehrswert nur einen unge-

fähren Massstab darstellen.  

 

 Es erübrigt sich indessen, über den Verkehrswert ein Gutachten erstellen zu 

lassen, da auch bei Übernahme der amtlichen Bewertung des kantonalen Steueramts 

der vereinbarte Kaufpreis nicht ausserhalb der Bandbreite liegt. Die von der B AG vor-

genommene Unternehmensbewertung lautet (nach Aufrechnung des Aktionärs-Rabatts 

von 12%) auf einen Unternehmenswert von Fr. 3'629'065.- (R-act. 3/26). Die Vo-

rinstanz erhielt gestützt auf das KS 28 einen Unternehmenswert von Fr. 4'405'624.-  

(R-act. 3/31). Der vereinbarte Kaufpreis liegt somit bei 82,4% des vom kantonalen 

Steueramts ermittelten Vermögenssteuerwerts und damit noch innerhalb der Bandbrei-

te. Selbst unter der Annahme, der steueramtliche Vermögenssteuerwert repräsentiere 

den Verkehrswert, wäre nach dieser Praxis der Kaufpreis als im gewöhnlichem Ge-

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schäftsverkehr zustande gekommenen zu betrachten. Es erübrigt sich damit, auf die 

vom kantonalen Steueramt erhobenen Einwendungen gegen die Berechnungsdetails 

einzugehen.  

 

 Anzufügen ist, dass entgegen der Rechtsauffassung des kantonalen Steuer-

amts bei der Frage des Verkehrswerts von Wertpapieren ohne Kurswert nicht aus-

schliesslich auf den Formelwert gemäss KS 28 abgestellt werden kann. Die Steuerbe-

hörden dürfen zwar aus Gründen der Praktikabilität schematische Regelungen aufstel-

len und aufgrund von Durchschnittserfahrungen oder Wahrscheinlichkeitsmassstäben 

vereinfachen, sofern die dadurch bewirkte Erleichterung in der Rechtsanwendung nicht 

die durch die Rechtsgleichheit gebotenen Differenzierungen allzu sehr strapaziert (Pe-

ter Locher, Praktikabilität im Steuerrecht [unter besonderer Berücksichtigung des mate-

riellen Rechts der direkten Steuern], in: Beiträge zur Methodik und zum System des 

schweizerischen Steuerrechts, 2014, S. 233 f.). Nicht zuletzt bei der Vermögenssteuer, 

wo die Belastung ohnehin nicht sehr stark ins Gewicht fällt, drängt sich eine schemati-

sierte Lösung auf, welche den Bedürfnissen einer effizienten Verwaltung gerecht wird 

(Locher, S. 249). Muss aber der Verkehrswert von Wertpapieren wie vorliegend im 

Zusammenhang mit der Frage des Erwerbseinkommens aus unselbstständiger Er-

werbstätigkeit bestimmt werden, erscheint ein vereinfachender Formelwert nicht als 

ausreichend; denn der Formelwert ist nur eines von mehreren möglichen Beweis-

mitteln, welche vom Gericht gewürdigt werden müssen (vgl. BGr, 27. Oktober 1995 = 

ASA 66, 484, E. 4). Insbesondere kann der Verkehrswert von Wertpapieren ohne 

Kurswert auf der Basis von Vergleichshandänderungen bestimmt werden (Vergleichs-

wertmethode, statistische Methode, vgl. die analoge Schätzungsmethode bei Grund-

stücken: Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 220 N 137 ff. StG).  

 

 c) Die Aufrechnung ist deshalb auf den erwähnten Rabatt zu beschränken. 

Dies ergibt folgende Berechnung:  

 

Unternehmenswert  Fr.  3'629'065.- 

Steuerwert des Titels (10'000)  Fr. 362.907 

Kaufpreis pro Titel Fr.  320.- 

Mitarbeiterrabatt pro Titel Fr.  42.907 

Aufrechnung total (1'000 Aktien)  Fr.  42'907.-.  

 

 

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Steuerbares Einkommen            direkte Bundessteuer  Staats- und Gemeindesteuern 

 Fr.  Fr.  

Gemäss Einspracheentscheid  … … 

Korrektur Mitarbeiterbeteiligung 
gemäss Vorinstanz  - 120'000.- - 120'000.-  
neu  __42'907.- __42'907.-  

total  … … 

gerundet … … 

 

 

 3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs teil-

weise gutzuheissen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichti-

gen ist aufgrund ihres überwiegenden Obsiegens eine reduzierte Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959).  

 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. (…)  

 

2. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. (…) 

 

[…]