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**Case Identifier:** c260fb28-9b90-5f92-a74f-4dcb72ff8900
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-10
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung 10.05.2016 OG O2S-15-13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_OG-O2S-15-13_2016-05-10.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer/ 
Gesuchsteller 

A___ 
 

 
Beschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden   

 
vertreten durch: StA B___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung  
 

Beschluss vom  10. Mai 2016 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter R. Krapf, B. Dick, S. Plachel, Dr. M. Winiger 
Obergerichtsschreiberin B. Schittli 
 
 

Verfahren Nr. O2S 15 13 + ERS 15 11 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Gegenstand Beschwerde gegen die Nichtgewährung der unentgeltli chen 
Rechtspflege (Verfahren Staatanwaltschaft Nr. U 15 168) und  
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerde ver-
fahren  

 

Seite 2 

Anträge 
 
 
a) des Beschwerdeführers: 
 

1. Die angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich aufzuheben 
und dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege in Form von Erlass von Verfah-
rensvorschüssen und für eine anwaltschaftliche Vertretung sei stattzugeben. 

 
2. A___ sei für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege in Form des 

Erlasses von Gerichtsvorschüssen zu gewähren.  
 
 
b) der Staatsanwaltschaft: 
 

1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 
 

2. Unter Kostenfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. 
 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 

a) Am 4. Februar 2008 setzte C___, die Mutter von A___, ein Testament auf (act. B 7/2); am 

10. März 2014 verstarb sie (act. B 10/6.2).  

 

 

b) Mit Schreiben vom 14. November 2014 ersuchte das Erbschaftsamt D___ A___ im 

Zusammenhang mit der Erbteilung um Beibringung einer Vollmacht mit amtlich 

beglaubigter Unterschrift (act. B 10/2.4). Am 24. November 2014 trat A___ den zu 

erwartenden Erbanteil aus dem Nachlass seiner verstorbenen Mutter bis zur Deckung der 

ab Stichtag 22. November 2014 bis zum Tag des Empfangs des Erbes vom Sozialamt zu 

leistenden Unterstützung an das Sozialamt D___ ab (act. B 7/12). Die Sozialen Dienste 

D___ setzten das Erbschaftamt der Gemeinde D___ am 26. November 2014 vom Tod 

von C___ sowie der Tatsache, dass A___ von der Sozialhilfe unterstützt wird, in Kenntnis 

(act. B 7/5). 

 

 

c) Am 25. November 2014 trat A___ einen längeren Auslandsaufenthalt an (act. B 7/8). Am 

6. Dezember 2014 stattete er seine Tochter F___ mit einer Spezialvollmacht aus (act. B 

10/1.1), welche am 23. Februar 2015 um die Möglichkeit, Anzeigen zu erstatten, ergänzt 

wurde (act. B 10/4.2).  

 

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d) Mit E-Mail vom 15. Dezember 2014 erhob A___ bei der Staatsanwaltschaft Appenzell 

Ausserrhoden gegen sämtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Erbschaftsamtes 

D___ samt den dazugehörigen Kommissionen Strafantrag wegen Amtsmissbrauch, 

Nötigung, Begünstigung und Betrug und erklärte gleichzeitig, dass er sich als Privatkläger 

am Verfahren beteiligen wolle (act. B 7/1). 

 
Den Strafantrag wiederholte er am 2. Februar 2015 auf dem Postweg (act. B 10/1).  

 

 

e) Mit Beschluss vom 2. Februar 2015 stellte die Gemeinde D___ die sozialhilferechtliche 

Unterstützung für A___ wegen der Erbschaft seiner Mutter ein und entzog einem 

allfälligen Rekurs gegen den Beschluss die aufschiebende Wirkung (act. B 7/7). 

 

 

f) Mit Brief vom 2. März 2015 ersuchte A___ die Gemeinde D___, ihm eine 

Erbenbescheinigung auszustellen (act. B 10/7). Aus dem Schreiben der Erbteilungskom-

mission D___ vom 4. März 2015 an die Staatsanwaltschaft ergibt sich, dass der Leiter des 

Erbschaftsamtes als Willensvollstrecker amtiert (act. B 10/8).  

 

 

g) Mit Schreiben vom 19. März 2015 gewährte die Gemeinde D___ A___ betreffend 

Rückerstattung von unrechtmässig bezogener Sozialhilfe das rechtliche Gehör (act. B 

10/11.1).  

 

 

h) Am 23. Februar 2015 stellte A___ erneut Strafantrag wegen Amtsmissbrauch, Nötigung, 

Begünstigung und Betrug gegen sämtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des 

Erbschaftsamtes D___ samt den dazugehörigen Kommissionen und gegen das Sozialamt 

D___ (act. B 10/5.1).  

 

 

i) Mit Beschluss vom 1. April 2015 verpflichtete die Gemeinde D___ A___, die seit dem 10. 

März 2014 bis 31. Dezember 2014 bezogenen Sozialhilfeleistungen im Umfang von CHF 

20‘936.10 aus dem Netto-Erbanteil aus dem Nachlass seiner am 10. März 2014 

verstorbenen Mutter zurückzuerstatten, sobald sein Erbanteil realisierbar ist (act. B 7/10).  

 

 

Seite 4 

j) Mit E-Mail vom 9. April 2015 teilte A___ der Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden 

mit, das Verfahren Nr. U 15 168 sei um die Tatbestände der Unterschlagung und 

Veruntreuung zu erweitern (act. B 10/9). 

 

 

k) Am 17. April 2015 liess das Erbschaftsamt D___ F___ den Entwurf für die 

Erbschaftsteilung zugehen (act. B 7/11).  

 

 

l) Am 22. April 2015 erhob A___ gegen den Beschluss der Gemeinde D___ vom 1. April 

2016 Rekurs beim Departement Inneres und Kultur und ersuchte um Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung sowie um Aufhebung seiner Verpflichtung, der Gemeinde 

D___ die bezogenen Sozialhilfeleistungen von CHF 20‘936.10 zurück zu bezahlen (act. B 

10/10).  

 

 

m) Am 25. April 2015 informierte A___ die Staatsanwaltschaft darüber, dass im Entwurf für 

die Erbschaftsteilung zu Unrecht erwähnt worden sei, dass er Sozialhilfe beziehe; dies 

stelle eine (erneute) Amtsgeheimnisverletzung dar (act. B 7/13).  

 

 

n) Am 2. Mai 2015 schickte F___ im Auftrag ihres Vaters einen von diesem angepassten 

Erbteilungsvorschlag an G___ (act. B 7/14).  

 

 

o) Am 22. Mai 2015 teilte A___ H___ mit, der von ihm erstellte Erbteilungsvertrag sei in 

dieser Form nicht akzeptabel (act. B 7/18). Dieser hält jedoch an dem von ihm redigierten 

Vertrag fest und sieht keinen Anlass, diesen abzuändern (act. B 7/22).  

 

 

p) Mit E-Mail vom 3. Juni 2015 erklärte A___ gegenüber E___ von der Staatsanwaltschaft, 

er sehe sich gezwungen, seine Tochter zu veranlassen, den unkorrekten 

Erbteilungsvertrag am 4. Juni 2015 zu unterzeichnen. Weiter führte er aus, dass im 

Strafverfahren deshalb eine zivilrechtliche Forderung in Höhe von CHF 3‘829.75 hinzu-

komme. Es handle sich um den Differenzbetrag zwischen dem Entwurf der Gemeinde 

D___ und seiner korrigierten Version (act B 7/23).  

 

 

Seite 5 

q) Am 9. Juni 2015 erkundigte A___ sich bei H___, wann mit der Auszahlung des Erbes 

gerechnet werden könne (act. B 7/24b). Dieser antwortete, dass damit zugewartet werden 

müsse, bis das Departement für Inneres und Kultur den gegen den Beschluss vom 1. 

April 2015 erhobenen Rekurs beurteilt habe (act. 7/24a).  

 

 

r) Mit Eingabe vom 18. Juni 2015 stellte A___ Strafantrag gegen H___ wegen Nötigung 

sowie eventuell Erpressung und Amtsmissbrauch; gleichzeitig erklärte er, dass er sich als 

Privatkläger am Verfahren beteiligen wolle und eine zivilrechtliche Forderung von CHF 

5‘825.75 geltend mache. Dieser Betrag sei von diesem zu Unrecht gefordert und im 

Erbteilungsvertrag als Abtretung bezeichnet worden (act. B 10/16.1).  

 

 

s) Mit Eingabe vom 14. Juli 2015 ersuchte F___ namens und im Auftrag ihres Vaters im 

Verfahren Nr. U 15 168 um unentgeltliche Rechtspflege in Form des Erlasses von 

Verfahrensvorschüssen und Beigabe einer anwaltlichen Vertretung (act. B 7/26).  

 

 

t) Der leitende Staatsanwalt wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und -verbeiständung mit Verfügung vom 21. Juli 2015 ab (act. B 2).  

 

 

 

B. Prozessgeschichte 

 

a) Gegen die abweisende Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 2015 liess A___ 

durch seine Tochter mit Eingabe vom 3. August 2015 Beschwerde beim Obergericht 

einreichen und die eingangs erwähnten Anträge stellen (act. B 1).  

 

 

b) Mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 wurde der Staatsanwaltschaft eine Kopie der 

Beschwerdeschrift sowie die Beilagen zur Einsichtnahme zugestellt und ihr Gelegenheit 

zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme eingeräumt (act. B 8).  

 

 

c) Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft ging am 20. Oktober 2015 beim Obergericht 

ein (act. B 9).  

 

 

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d) Diese Vernehmlassung wurde in der Folge dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht; 

gleichzeitig wurde ihm die Möglichkeit eröffnet, allfällige Aufwendungen für das 

Beschwerdeverfahren zu beziffern. Schliesslich wurde den Parteien die Erledigung der 

Beschwerde an einer der nächsten Sitzungen der 2. Abteilung bekannt gegeben (act. B 

11). 

 

 

e) Innert erstreckter Frist nahm A___ zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft Stellung 

und erklärte, dass er in diesem Verfahren keine Entschädigung geltend mache (act. B 14). 

 

Auf die Ausführungen in den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden; 

soweit für die Beurteilung der Beschwerde erforderlich, ist darauf im Rahmen der nachfol-

genden Erwägungen einzugehen. 

 

 

 

C. Entscheid des Obergerichts 

 

Das Obergericht führte seine Beratung am 10. Mai 2016 durch und eröffnete seinen 

Beschluss den Parteien anschliessend im Dispositiv (act. B 16).  

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Bezüglich der im Kanton Appenzell Ausserrhoden seit 1. Januar 2011 für die Strafrechts-

pflege zuständigen Behörden nach StPO ist auf Art. 26 des Justizgesetzes vom 13. Sep-

tember 2010 (JG, bGS 145.31) hinzuweisen. Nach Art. 26 JG ist das Obergericht Beru-

fungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege.  

 

 

1.2 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft ist die 

Beschwerde gegeben (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Die Gewährung resp. Nichtgewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege an die Privatklägerschaft, deren Wechsel und Widerruf 

 

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stellt eine solche Verfahrenshandlung dar (Art. 393 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 136 

f. StPO)1. Ausschlussgründe nach Art. 394 StPO liegen keine vor. 

 

 

1.3 Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). 

Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 

2015, worin diese auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht eingetreten ist, 

frühestens am 22. Juli 2015 erhalten (Beilage zu act. B 6). Mit Erhebung der Beschwerde 

am 3. August 2015 (act. B 1) wurde die Beschwerdefrist von Art. 396 Abs. 1 StPO 

gewahrt, da der letzte Tag der Frist auf einen Samstag und vom Bundesrecht anerkann-

ten Feiertag fiel und diese deshalb erst am darauffolgenden Montag endete (Art. 90 Abs. 

2 StPO).  

 

 

1.4 Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Durch die 

Ablehnung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege ist der Beschwerdeführer 

selbst und unmittelbar in seinen Interessen tangiert. Das fragliche Verfahren ist zudem 

noch nicht rechtskräftig abgeschlossen, sodass die Beschwer andauert2. A___ ist also zur 

Erhebung der Beschwerde legitimiert.  

 

 

1.5 Mit der Beschwerde können 

 
a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
 Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; 

 b. die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts; 
c. Unangemessenheit 

 
 gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).  

 

 Der Beschwerdeführer beanstandet die Ablehnung des Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege. Diesbezüglich wird eine Rechtsverletzung, konkret die unrichtige Anwen-

dung von Art. 136 f. StPO, geltend gemacht (act. B 1).  

                                                
1 ANDREAS KELLER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu Art. 393 StPO; PATRICK GUIDON, Basler Kommentar, 
StPO, 2. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 393 StPO. 

2 NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 2 zu 
Art. 382; VIKTOR LIEBER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 382 StPO. 

 

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1.6 Neue Tatsachenbehauptungen und Beweise sind zulässig, wobei unechte Noven inner-

halb der zehntägigen Beschwerdefrist (Art. 396 Abs. 1 StPO) bzw. der allenfalls für eine 

Verbesserung angesetzten, kurzen Nachfrist (Art. 385 Abs. 2 StPO) vorgetragen werden 

müssen3. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt. Heisst das 

Obergericht die Beschwerde gut, so fällt es einen neuen Entscheid oder hebt den ange-

fochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück 

(Art. 397 Abs. 1 und 2 StPO). Gegen Entscheide der kantonalen Beschwerdeinstanzen ist 

die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht zulässig4. 

 

 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.  
 

 

 

2. Materielles - Nichtgewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege durch die Staatsan-

waltschaft 

 

2.1 Die Staatsanwaltschaft hat das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

primär mit der Begründung abgelehnt, dass die zugrunde liegenden strafrechtlichen 

Sachverhalte keine besonderen rechtlichen Schwierigkeiten beinhalten würden und der 

Beschwerdeführer durchaus in der Lage sei, seine Interessen selber zu vertreten oder 

durch seine Tochter vertreten zu lassen (act. B2). Im Übrigen beanstande der Gesuch-

steller lediglich die Arbeitsweise bzw. die Machenschaften der betreffenden Behörden. 

Zivilansprüche würden in diesem Strafverfahren keine geltend gemacht. Somit fehle es 

aber an der Voraussetzung, um über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

befinden zu können. Abgesehen davon entstünden dem Gesuchsteller im aktuellen Ver-

fahrensstadium auch keine Kosten, denn die Staatsanwaltschaft sei bei einer Einstellung 

oder Nichtanhandnahme des Verfahrens an strikte Auflagen gebunden, welche zurzeit 

jedenfalls nicht erfüllt seien. Es fehle somit an den Voraussetzungen, um dem Gesuch-

steller die unentgeltliche Rechtspflege im Strafverfahren zu gewähren und auf das 

Gesuch werde daher nicht eingetreten.  

 

 

2.2 Der Beschwerdeführer lässt durch seine Tochter in der Beschwerdeschrift im Wesent-

lichen vorbringen (act. B 1), wenn ihm die Verbeiständung durch eine unentgeltliche 

Anwältin verweigert werde und das vorliegende Verfahren in der Folge aufgrund seiner 

                                                
3 PATRICK GUIDON, a.a.O., N. 16 zu Art. 393 StPO. 
4 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 4 zu Art. 397 StPO; ANDREAS KELLER, a.a.O., N. 12a ff. zu Art. 397 

StPO 

 

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mangelnden juristischen Kenntnisse einen für ihn unvorteilhaften Ausgang nehme, ent-

stehe ihm ein Nachteil, der später nicht wieder gutgemacht werden könne. Dies insbe-

sondere weil der Ausgang des Strafverfahrens weitere zivil- oder verwaltungsrechtliche 

Verfahren im Zusammenhang mit der Auszahlung des Erbes durch das Erbschaftsamt 

erheblich beeinflussen könne. Im E-Mail vom 3. Juni 2015 habe er eine zivilrechtliche 

Forderung in Höhe von CHF 3‘829.75 gestellt. Im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

sei explizit die Frage gestellt worden, ob die zivilrechtliche Forderung in der Korrespon-

denz genügend belegt sei oder ob eine zivilrechtliche Klage erforderlich sei. Die Staats-

anwaltschaft verhalte sich widersprüchlich. Sie führe in Ziffer 1 auf, es bestünden keine 

besonderen rechtlichen Schwierigkeiten. Im Gegensatz dazu werde dem Gesuchsteller in 

Ziffer 4 vorgeworfen, er habe keine Zivilansprüche geltend gemacht, er den Anforderun-

gen also nicht genüge. Darüber, dass die zivilrechtliche Forderung nicht genügend belegt 

sei, hätte die Staatsanwaltschaft aufgrund der expliziten Nachfrage informieren müssen. 

Es gehe nicht, wie in Ziffer 4 angeführt, um die Verhinderung der Bezahlung von Kosten-

vorschüssen oder um die Verhinderung von Kosten bei einer Nichtanhandnahme oder 

Einstellung des Verfahrens, sondern um die Interessenwahrung im Zusammenhang mit 

mehreren Verfehlungen. Zudem zeige der umfangreiche Sachverhalt, dass der Fall doch 

recht kompliziert sei. Die Bemerkung, dass der Gesuchsteller lediglich die Arbeitsweise 

bzw. die Machenschaften der betroffenen Behörden beanstande, sei unbehelflich; in 

einem Strafverfahren gegen Gemeinderäte, Sozialkommissionen, Erbschaftsamtsleiter 

und Gemeindeschreiber sei dies immer der Fall. Der pointierte E-Mailverkehr müsse von 

einer kompetenten Fachperson bearbeitet werden, wobei sich der Gesuchsteller dabei 

nicht auf die Staatsanwaltschaft verlassen möchte. 

 

 In der Eingabe vom 3. Dezember 2015 hielt der Beschwerdeführer daran fest, während 

des Verfahrens Zivilansprüche geltend gemacht zu haben (act. B 14). Es liege auf der 

Hand, dass das Strafverfahren sich auf das zivilrechtliche Verfahren auswirke. Die 

Staatsanwaltschaft habe sich nur ungenügend mit den Akten beschäftigt; hier gehe es 

lediglich um das Strafverfahren Nr. U 15 168, zum Verfahren Nr. U 15 804 bestehe kein 

Bezug, weshalb auch die entsprechenden Akten nicht beizuziehen seien. Die Staatsan-

waltschaft habe das Strafverfahren eingestellt und das Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege abgelehnt, ohne den Umfang der Anzeige geschweige denn der angezeigten Per-

sonen zu kennen. Ohne anwaltschaftliche Vertretung sei es ihm nicht möglich, sämtliche 

Dokumente verfahrenskonform zu präsentieren und die Fehlleistungen der Staatsanwalt-

schaft auszubessern.  

 

 

 

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2.3 Die Staatsanwaltschaft beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. B 9). 

Sie hält daran fest, dass der Beschwerdeführer in seinen Strafanzeigen keine Zivilan-

sprüche geltend gemacht habe. Somit fehle es nach Art. 136 Abs. 1 ZPO an einer 

wesentlichen Voraussetzung für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Abge-

sehen davon mangle es - bei einer rein formalistischen Betrachtungsweise - auch an den 

Angaben zur Bedürftigkeit des Beschwerdeführers. Dies sei, nachdem es sich in den vor-

liegenden Strafverfahren ja um Auseinandersetzungen in einem Erbfall und mögliche 

Anwartschaften handle, grundsätzlich von erheblicher Bedeutung. Abgesehen davon wür-

den dem Beschwerdeführer in diesem Verfahren keine nicht wieder gutzumachenden 

Nachteile entstehen, da die eingeklagten Straftaten die im Hintergrund latente Erb-

schaftsangelegenheit nicht derart zu beeinflussen vermöchten, dass der Beschwerde-

führer unwiderruflich zu Schaden komme. Er könne mögliche zivilrechtliche Ansprüche 

unter Ausschöpfung des Rechtsweges nämlich jederzeit geltend machen.  

 

In der Zwischenzeit habe der zuständige Staatsanwalt auch die beiden Strafverfahren 

beurteilt. Jene Entscheide habe der Beschwerdeführer ebenfalls angefochten. Aus den 

Einstellungsverfügungen gehe immerhin hervor, dass die Durchsetzung möglicher (aber 

eben auch fehlender) Zivilklagen im Rahmen dieser Strafverfahren aussichtslos 

erscheine. Somit sei die Beschwerde gestützt auf Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO auch unter 

diesem Gesichtspunkt abzuweisen. Schliesslich biete die Beurteilung der angezeigten 

Straftatbestände keine besonderen Schwierigkeiten, so dass sich die Frage stelle, ob der 

Beschwerdeführer oder die von ihm bevollmächtigte Tochter angesichts ihrer Erfahrungen 

in Straf- und Gerichtssachen tatsächlich einen Anwalt benötigen. 

 

 

2.4 Im Strafantrag vom 2. Februar 2015 erklärte der Beschwerdeführer, er wolle als Privat-

kläger am Strafverfahren teilnehmen (act. B 10/1). Im Brief vom 18. Juni 2015 machte 

A___ gegenüber der Gemeinde D___ eine Forderung in Höhe von CHF 5‘825.75 geltend 

(act. B 15/3) und korrigierte damit seinen ursprünglich mit CHF 3‘829.75 bezifferten 

Anspruch (act. B 15/1).  

 

 

2.5 Die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklägerschaft sind in 

Art. 136 StPO geregelt. Dieser lautet wie folgt: 

 

 Die Verfahrensleitung gewährt der Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zivilan-
sprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, wenn: 

 
 a. die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel verfügt; und 

 

Seite 11 

 b. die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. 
 
 Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst: 
 
 a. die Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen; 
 b. die Befreiung von den Verfahrenskosten; 
 c. die Bestellung eines Rechtsbeistands, wenn dies zur Wahrung der Rechte der 

Privatklägerschaft notwendig ist 
 

 Die Voraussetzungen von Art. 136 Abs. 1 lit. a und  b müssen dabei kumulativ erfüllt sein5, 

wobei das Gesuch während des erst- oder oberinstanzlichen Verfahrens jederzeit gestellt 

werden kann6.  

 

 Die Frage ob der Beschwerdeführer als mittellos zu bezeichnen ist, wurde nicht näher 

geprüft, da die Staatsanwaltschaft das Gesuch mangels Vorliegen der weiteren Voraus-

setzungen abgewiesen hat (vgl. angefochtene Verfügung vom 21. Juli 2015 sowie act. B 

9).  

 

 Die unentgeltliche Rechtspflege wird lediglich für die als Zivilklägerin auftretende Privat-

klägerschaft gewährt, die im Strafverfahren Zivilansprüche im Sinne von Art. 122 ff. StPO 

anmelden will. Für die nur als Strafklägerin auftretende geschädigte Person (auch nicht 

das Opfer) kommt sie nicht in Frage, was nicht ausschliesst, dass der für den Zivilpunkt 

bestellte Rechtsbeistand auch im Strafpunkt tätig wird7.  

 

2.6 Der Beschwerdeführer hat lediglich erklärt, er wolle als Privatkläger am Strafverfahren teil-

nehmen; ob er dies im Straf- und/oder Zivilpunkt tun möchte, hat er nicht näher dargelegt 

(act. B 10/1). Weil er im Strafverfahren aber eine Geldforderung erhoben hat, ist zu seinen 

Gunsten von Letzterem auszugehen.  

 

 Die Zivilklage wird in Art. 122 StPO definiert. Nach NIKLAUS SCHMID8 sind Zivilansprüche 

im Sinne von Art. 122 ff. StPO primär die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche 

sowie entsprechende Zivilforderungen im Sinne von Art. 41 ff. OR gegen beschuldigte 

Personen, also solche, die an sich im Sinne einer Leistungsklage vor ein Zivilgericht 

gebracht werden könnten. Nicht geltend gemacht  werden können öffentlich-rechtliche 

Forderungen, so etwa Steuerforderungen bei Steuerdelikten, Ansprüche aus Beamten-

                                                
5 GORAN MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 136 

StPO. 
6 GORAN MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, a.a.O., N. 10 zu Art. 136 StPO 
7 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 2 zu Art. 136 StPO. 
8 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 2 zu Art. 122 StPO; gleicher Meinung: ANNETTE DOLGE, Basler 

Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 64 zu Art. Art. 122 StPO; OGer AG, 23.12.2013 in CAN 2013 
Nr. 40 E. 3 

 

Seite 12 

haftung  oder Opferansprüche gegen die Kantone nach Art. 19 ff. OHG. Generell sind 

Adhäsionsansprüche nur gegen beschuldigte Personen, nicht gegen zivilrechtlich mithaf-

tende Dritte (z.B. die Haftpflichtversicherung des Täters) oder Behörden usw. möglich.  

 

 Sinngemäss begründet der Beschwerdeführer seine Forderung gegenüber der Gemeinde 

D___ damit, dass diese ihm zu Unrecht seit Januar 2015 jegliche Unterstützung 

verweigere und er sich deshalb gezwungen gesehen habe, den nicht korrekten Erbtei-

lungsvertrag zu unterzeichnen. Bei der geltend gemachten Forderung handle es sich um 

den Differenzbetrag zwischen dem Entwurf des Erbschaftsamtes der Gemeinde D___ und 

seiner korrigierten Version (act. B 15/1 und B 15/3).  

 

 Diese Ansprüche sind allerdings nicht zivilrechtlicher Natur  im oben umschriebenen 

Sinne. Falls die Verantwortlichen der Gemeinde D___ ein Delikt oder einen Fehler 

begangen hätten - was bisher nicht erstellt ist - hätten sie das als Behördenmitglieder 

und/oder Angestellte der Gemeinde D___ getan. Wenn dem Beschwerdeführer aus einem 

allfälligen deliktischen oder fehlerhaften Verhalten also ein Schaden erwachsen sein 

sollte, müsste er diesen gegenüber der Gemeinde D___ in einem verwaltungsrechtlichen 

Verfahren (Staatshaftung nach Art. 262 des Gesetzes über die Einführung des Schweize-

rischen Zivilgesetzbuches, EG zum ZGB, bGS 211.1) geltend machen. Vorliegend geht es 

also gerade nicht um eine Zivilklage und allfällige Ansprüche des Beschwerdeführers sind 

im Strafverfahren von vorneherein aussichtslos  resp. können  nach dem Gesagten 

überhaupt nicht erhoben werden .  

 

 

2.7 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Voraussetzungen für die Gewäh-

rung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für A___ nicht erfüllt sind. Die Beschwerde 

ist daher abzuweisen. 

 

 

 

3. Unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahr en 

 

Es wurde soeben festgestellt, dass die durch den Beschwerdeführer erhobene Forderung 

aussichtslos ist (vgl. E. 2.5 und 2.6). Demzufolge sind die Voraussetzungen für die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdeverfahren ebenfalls nicht 

gegeben und das entsprechende Begehren ist abzuweisen.  

 

 

 

Seite 13 

 

4. Kosten 

 

4.1 Die Kostentragung bei Rechtsbehelfen im engeren Sinne, zu denen auch Gesuche um 

Bestellung und Wechsel der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 136 f. StPO zu zählen 

sind, folgt - sofern das Verfahren auf Gesuch eines Verfahrensbeteiligten eingeleitet 

wurde - analog den Regeln von Art. 426 Abs. 3 lit. a oder Art. 428 Abs. 1 und 2 StPO9. 

 

 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens.  

 

 Das bedeutet, dass der unterliegende Beschwerdeführer beim oben erwähnten Ausgang 

des Verfahrens kostenpflichtig wird. Angesichts seiner bekannten, angespannten finanzi-

ellen Verhältnisse wird die Entscheidgebühr auf CHF 300.00 festgelegt (Art. 29 Abs. 1 lit. 

a Gebührenordnung, bGS 233.3).  

 

 

4.2 Eine Entschädigung verlangt der Beschwerdeführer ausdrücklich nicht (act. B 14).  

 

 Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer auch keinen Anspruch auf eine 

Entschädigung10. 

  

                                                
9 THOMAS DOMEISEN, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 30 zu Art. 428 StPO. 
10 PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. 2011, Rz. 

578; NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 1 zu Art. 436 StPO. 

 

Seite 14 

Das Obergericht beschliesst: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
 
2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdever-

fahren (Verfahrens Nr. ERS 15 11) wird abgewiesen. 
 
 
3. Die Kosten dieses Beschlusses, bestehend aus einer Gebühr von CHF 300.00, werden 

dem Beschwerdeführer auferlegt. 
 
 
4. A___ wird für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zugesprochen. 
 
 
5. Rechtsmittel:   

Den Parteien steht innert einer Frist von 30 Tagen  seit Zustellung des Urteils die 
Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesgericht offen (Art. 78 - 81 
BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist bei der Bundesgerichtskanzlei, Avenue du Tribu-
nal Fédéral 29, Postfach, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  

 
 
6. Zustellung am  16. Juni 2016  an: 

- den Beschwerdeführer 
- die Staatsanwaltschaft (U 15 168), mit Empfangsbestätigung 
- Einzelrichter Obergericht, z.Hd. Verfahrensakten ERS 15 11 

 
 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 
 
 
 
lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
lic. iur. Barbara Schittli