# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8b14565-07c6-5569-86e9-4d135ef57002
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2014 C-1068/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1068-2013_2014-05-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1068/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  4 .  M a i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richter Vito Valenti,  

Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiber Lukas Schobinger. 
 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
AHV, Freiwillige Versicherung,  

Einspracheentscheid vom 17. Januar 2013. 

 

 

C-1068/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer), geboren am … 1962, ist 

Auslandschweizer mit Wohnsitz in Brasilien. Er trat per 1. April 1993 der 

freiwilligen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) 

bei (Akten der Schweizerische Ausgleichskasse SAK [im Folgenden: act.] 

4 f.). Am 1. Februar 1994 meldet er sich bei der Invalidenversicherung 

zum Bezug von Leistungen an (act. 8).  

B.  

Mit Verfügung vom 21. August 1995 sprach die IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente ab 1. No-

vember 1994 zu (act. 45). Zugleich wurden für seine Ehefrau eine Zusatz-

rente und für seine drei Kinder Kinderrenten gesprochen. Mit Verfügung 

vom 27. August 2004 wurde die ganze Invalidenrente per 1. November 

2004 durch eine Dreiviertelsrente ersetzt (act. 63).  

C.  

Mit Verfügung vom 16. Juni 2011 legte die Schweizerische Ausgleichs-

kasse SAK (im Folgenden: Vorinstanz) den Beitrag des Beschwerdefüh-

rers an die freiwillige AHV/IV für das Jahr 2010 auf Fr. 936.60 fest (act. 

117). Nach Ablauf der Zahlungsfrist erfolgte am 31. August 2011 eine ers-

te Mahnung (act. 118) und am 31. Oktober 2011 eine zweite Mahnung 

(act. 119). Darin wurde der Beschwerdeführer darauf aufmerksam ge-

macht, dass die Nichtbezahlung des AHV/IV-Beitrags zum Ausschluss 

aus der freiwilligen Versicherung führe. Trotzdem blieb die Zahlung in der 

Folge aus. Daher schloss die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit Ver-

fügung vom 19. Januar 2012 gemäss ihrer Ankündigung aus der freiwilli-

gen Versicherung aus (act. 120). 

D.  

Am 25. März 2012 unterzeichnete der Beschwerdeführer seine Erklärung 

über Einkommen und Vermögen zwecks Festsetzung des AHV/IV-Bei-

trags 2011. Das ausgefüllte Formular ging am 2. April 2012 bei der Vorin-

stanz ein (act. 121).  

E.  

Mit Schreiben vom 20. April 2012 ersuchte der Beschwerdeführer die Vor-

instanz sinngemäss, sie solle den AHV/IV-Beitrag 2012 direkt von der In-

validenrente abziehen (act. 122).  

C-1068/2013 

Seite 3 

F.  

Daraufhin teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

25. September 2012 mit, dass dies nicht möglich sei, nachdem er mit Ver-

fügung vom 19. Januar 2012 aus der freiwilligen AHV/IV ausgeschlossen 

worden sei (act. 124).  

G.  

Eine diesbezügliche Nachfrage des Beschwerdeführers an den General-

konsul der EDA-Vertretung Sao Paulo mit E-Mail vom 8. Oktober 2012 

(act. 126; deutsche Übersetzung BVGer act. 17) wurde offenbar an die 

Vorinstanz weitergeleitet. Die Vorinstanz nahm die Nachfrage unter Be-

rücksichtigung der schriftlichen Eingabe vom 4. Dezember 2012 (act. 

128) als Einsprache gegen die Ausschlussverfügung entgegen. Mit Ein-

spracheentscheid vom 17. Januar 2013 beschloss die Vorinstanz Nicht-

eintreten auf die Einsprache (act. 129). Zur Begründung wurde darin im 

Wesentlichen ausgeführt, die Einsprache vom 8. Oktober 2012 sei nicht 

rechtzeitig erhoben worden.  

H.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 12. Februar 2013 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer act. 1; deutsche Übersetzung 

BVGer act. 4). Er beantragte darin die Fortführung der Verrechnung des 

AHV/IV-Beitrags mit der Invalidenrente. Eine entsprechende Verrechnung 

habe seit 1999 stattgefunden. Nun sei sie ohne Ankündigung und Wider-

spruchsmöglichkeit eingestellt worden. Bereits früher habe es deswegen 

Probleme mit der Vorinstanz gegeben. Sinngemäss beantragte der Be-

schwerdeführer, er wolle die freiwillige Versicherung weiterführen.  

I.  

In der Vernehmlassung vom 17. September 2013 beantragte die Vorin-

stanz die Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 12). Die Einsprache 

gegen die Ausschlussverfügung sei nicht innerhalb von dreissig Tagen 

nach deren Eröffnung erhoben worden.  

J.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterla-

gen wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-

gen eingegangen.  

  

C-1068/2013 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozess-

voraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten ist 

(BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

sofern kein Ausnahmetatbestand erfüllt ist (Art. 31, 32 des Bundesgeset-

zes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwal-

tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Zulässig sind Beschwerden ge-

gen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG. Die Schweizeri-

sche Ausgleichskasse SAK ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d 

VGG (vgl. auch Art. 85
bis

 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG, 

SR 831.10]). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-

desverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig.  

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch den angefochtenen Ein-

spracheentscheid besonders berührt und hat an dessen Aufhebung oder 

Änderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. auch 

Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Er ist zur Be-

schwerde legitimiert.  

1.3 Der angefochtene Einspracheentscheid datiert vom 17. Januar 2013 

und wurde dem Beschwerdeführer postalisch an seine Adresse in Brasi-

lien zugestellt. Die Beschwerde vom 12. Februar 2013 (Poststempel 18. 

Februar 2013) ging am 1. März 2013 beim Bundesverwaltungsgericht ein 

(BVGer act. 1). Die Beschwerde wurde unbestrittenermassen innerhalb 

von dreissig Tagen nach Eröffnung des angefochtenen Einspracheent-

scheids und somit fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a VwVG in Verbin-

dung mit Art. 60 ATSG). Die Beschwerde enthält einen Antrag und eine 

Begründung und wurde vom Beschwerdeführer unterzeichnet. Die Aus-

fertigung des angefochtenen Einspracheentscheids und weitere Beweis-

mittel wurden beigelegt. Die Beschwerde wurde damit formgerecht einge-

reicht (vgl. Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist demzufolge ein-

zutreten (vgl. aber die nachfolgende Erwägung 4).  

C-1068/2013 

Seite 5 

2.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Ge-

mäss Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Ver-

fahren die besonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss 

Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesge-

setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit 

die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 Abs. 

1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil geregel-

te Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG 

nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden 

nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtli-

cher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grund-

sätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Be-

schwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; Kognition, vgl. 

BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu 

Art. 49). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-

gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner 

Kognition (E. 2.1 hiervor) kann es die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen 

Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der 

Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. 

Auflage, Bern 1983, S. 212; vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 

E. 1b). 

3.  

In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtsvor-

schriften anwendbar, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Sachverhalts Geltung haben (BGE 134 V 315 E. 1.2; BGE 130 V 329 E. 

2.3). 

C-1068/2013 

Seite 6 

3.1 Das Sozialversicherungsverfahren der Verwaltung richtet sich nach 

Art. 34 ff. ATSG (Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG i.V. mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 

1 AHVG).  

3.2 Da zwischen der Schweiz und Brasilien kein Abkommen im Bereich 

des Sozialversicherungsrechts besteht und der Beschwerdeführer 

schweizerischer Staatsangehöriger ist, kommt das schweizerische Recht 

zur Anwendung. 

3.3 Gemäss Art. 5 der Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwillige 

AHV/IV (VFV, SR 831.111) sind die Versicherten gehalten, der Ausland-

vertretung, der Ausgleichskasse und der IV-Stelle für Versicherte im Aus-

land alle zur Durchführung der freiwilligen Versicherung benötigten Anga-

ben zu machen und auf Verlangen deren Richtigkeit zu belegen. Gemäss 

Art. 2 Abs. 3 AHVG werden Versicherte, welche die nötigen Auskünfte 

nicht erteilen oder ihre Beiträge nicht fristgerecht bezahlen, aus der frei-

willigen Versicherung ausgeschlossen. Art. 13 VFV regelt die Vorausset-

zungen des Ausschlusses. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung stellt der Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung einen 

schwerwiegenden Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen dar. Der 

vom Ausschluss bedrohte Versicherte muss daher genau wissen, wie er 

den Ausschluss abwenden kann (BGE 117 V 97 E. 2c, bestätigt mit Urteil 

H 224/04 vom 28. April 2005 E. 4.3).  

4.  

Der Anfechtungsgegenstand und damit die Grenze der Überprüfungsbe-

fugnis im Beschwerdeverfahren werden grundsätzlich durch die Verfü-

gung bzw. durch den Einspracheentscheid im Verwaltungsverfahren be-

stimmt (BGE 133 II 30; BGE 122 V 36 E. 2a). Vorliegend ist das Anfech-

tungsobjekt der Einspracheentscheid vom 17. Januar 2013 (act. 129), mit 

welchem die Vorinstanz auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht 

eingetreten ist. Im Folgenden ist daher einzig die Frage zu prüfen, ob die 

Vorinstanz zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten ist. Nicht zum 

Streitgegenstand gehört demgegenüber die Frage, ob die Vorinstanz den 

Beschwerdeführer zu Recht aus der freiwilligen Versicherung ausge-

schlossen hat und ob die Verrechnung des AHV/IV-Beitrags mit der Inva-

lidenrente möglich und zulässig ist. Soweit der Beschwerdeführer die 

Fortführung der freiwilligen Versicherung und der Verrechnung beantragt, 

kann auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden.  

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Seite 7 

5.  

Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, die Einsprache gegen die 

Verfügung vom 19. Januar 2012 sei erst am 8. Oktober 2012 (act. 126) 

bzw. am 4. Dezember 2012 (act. 128) und damit nicht fristgerecht im Sin-

ne von Art. 52 ATSG eingereicht worden. Die Rechtslage bezüglich Eröff-

nung und Anfechtbarkeit einer Verfügung stellt sich folgendermassen dar: 

5.1 Nach Art. 52 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen 

bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Die nach Tagen 

berechnete, mitteilungsbedürftige Frist beginnt an dem auf ihre Mitteilung 

an die Partei folgenden Tag zu laufen (Art. 38 ATSG; vgl. auch Art. 20 

Abs. 1 VwVG). Fällt der letzte Tag einer Frist auf einen Samstag, einen 

Sonntag oder einen am Wohnsitz oder Sitz der Partei oder ihres Vertre-

ters vom kantonalen Recht anerkannten Feiertag, so endigt die Frist am 

nächsten Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Die Frist für eine schriftliche 

Eingabe ist gewahrt, wenn sie spätestens am letzten Tag der Frist dem 

Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben wird (Art. 39 Abs. 1 ATSG). 

5.2 Damit eine Verfügung überhaupt wirksam werden kann, bedarf es der 

Eröffnung, der Bekanntgabe des Inhalts an die Verfügungsadressaten. 

Die nicht eröffnete Verfügung vermag keine Rechtswirkung zu entfalten 

(vgl. JÜRG STADELWIESER, Die Eröffnung von Verfügungen, St. Gallen 

1994, S. 10). Unter Eröffnung der Verfügung ist die gehörige Bekanntga-

be der Verfügung zu verstehen. Dies geschieht bei mittelbarer Bekannt-

gabe, d. h. bei Abwesenheit des Verfügungsadressaten, durch individuel-

le Zustellung der Verfügung an dessen Zustelladresse. Der Vorgang der 

Zustellung ist lediglich Teilhandlung des Eröffnungsvorgangs (vgl. STA-

DELWIESER, a.a.O., S. 12).  

5.3 Massgebend für die ordnungsgemässe Eröffnung ist das Datum der 

Zustellung. Eine Sendung gilt grundsätzlich in dem Moment als zugestellt, 

in welchem sie dem Adressaten tatsächlich übergeben wird. Gemäss ei-

nem allgemeinen Rechtsgrundsatz genügt allerdings, wenn sie in den 

Machtbereich der betreffenden Person gelangt, indem sie etwa von einer 

anderen empfangsberechtigten Person entgegengenommen wird (BGE 

122 III 316 E. 4b); effektive Kenntnisnahme oder gar Lektüre ist nicht vor-

ausgesetzt (BGE 109 Ia 15 E. 4; vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts A-1514/2006 vom 14. Februar 2008, E. 2.3 und 

2.4).  

C-1068/2013 

Seite 8 

5.4 Gemäss Rechtsprechung obliegt es grundsätzlich der Vorinstanz, den 

Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung einer Verwal-

tungsverfügung zu erbringen (BGE 136 V 295 E. 5.9, BGE 124 V 400 

E. 2a, BGE 117 V 261 E. 3b und BGE 103 V 65 E. 2a; ALFRED KÖLZ / ISA-

BELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 

Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 123). Die Feststellung von Tatsachen, 

welche für die (den Fristenlauf auslösende) Eröffnung der Verfügung er-

heblich sind, erfolgt mit Blick auf die Eigenheiten der Massenverwaltung 

anhand des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 

124 V 400 E. 2b; s. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-

6346/2008 vom 18. Mai 2010 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Dieser Beweis 

kann praktisch vor allem mit einem förmlichen Zustellnachweis erbracht 

werden (vgl. Urteil des BGer 9C_348/2009 vom 27. Oktober 2009 E. 2.1) 

und wird in der Regel durch postalischen Versand der Verfügung/Urteile 

als Gerichtsurkunde oder in anderer Weise gegen Empfangsbestätigung 

erbracht (vgl. Urteil des BGer 9C_753/2007 vom 29. August 2008 E. 3 mit 

Hinweisen). Da die verfügende Behörde die materielle Beweislast hin-

sichtlich der Zustellung sowie ihres Zeitpunktes trägt, ist im Zweifel 

grundsätzlich auf die Darstellung des Empfängers abzustellen (BGE 124 

V 400 E. 2a). Wollte man aber in einem solchen Fall den Angaben des 

Empfängers die Glaubwürdigkeit absprechen, wäre hinsichtlich der Zu-

stellungsfrage Beweislosigkeit anzunehmen, deren Folge die Vorinstanz 

zu tragen hat (BGE 122 I 97 E. 3, BGE 117 V 261 E. 3c und BGE 114 III 

51 E. 3c je mit weiteren Hinweisen; s. auch Urteil des Bundesgerichts H 

170/06 vom 28. Juni 2007 E. 4.2.2). 

5.5 Auch die fehlerhaft eröffnete Verfügung kann rechtsbeständig werden, 

nämlich dann, wenn der Verwaltungsakt nicht innert vernünftiger Frist seit 

jenem Zeitpunkt in Frage gestellt wird, da der Verfügungsadressat Kennt-

nis vom Verfügungsinhalt hat. Der Zeitraum der vernünftigen Frist, innert 

der das Zuwarten berücksichtigt wird, bemisst sich praxisgemäss nach 

den besonderen Umständen des Einzelfalles, wobei vor allem darauf ab-

gestellt wird, ob der von der fehlerhaften Verfügungseröffnung Betroffene 

Anlass hatte, sich bei der Verwaltung nach dem Verfügungserlass zu er-

kundigen (Entscheid C 168/00 des Eidgenössischen Versicherungsge-

richts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 13. Februar 2001, E. 3b, 

sowie LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar 

zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, 

Rz. 10 f. zu Art. 38 mit weiteren Hinweisen). 

C-1068/2013 

Seite 9 

6.  

Seit der Beschwerdeführer am 27. März 1993 seine Beitrittserklärung zur 

freiwilligen AHV/IV unterzeichnet hat (act. 4), ist es zwischen ihm und der 

Vorinstanz verschiedentlich zu Problemen im Postverkehr gekommen. In 

diesem Zusammenhang fällt beispielsweise auf, dass die verlangten Le-

bens-, Zivilstands- und Wohnsitzbescheinigungen gemäss den Mitteilun-

gen der Vorinstanz vom 28. Dezember 2001 (act. 57), 6. Januar 2003 

(act. 61), 29. November 2003 (act. 62), 27. Dezember 2004 (act. 40) und 

3. Dezember 2009 (act. 89) nicht zurückgesendet wurden, was jeweils 

zur vorübergehenden Einstellung der Rentenzahlungen führte. Auch die 

Einkommens- und Vermögenserklärung für 2008 und 2009 musste ge-

mäss Mitteilung der Vorinstanz vom 9. März 2009 (act. 84) und vom 4. 

März 2010 (act. 92) wiederholt gemahnt werden.  

6.1 Nachdem der Beschwerdeführer den für 2010 verfügten AHV/IV-Bei-

trag von Fr. 936.60 nicht fristgerecht einbezahlt hatte, wurde er von der 

Vorinstanz am 31. August 2011 (act. 118) und am 31. Oktober 2011 (act. 

119) schriftlich gemahnt. Die zweite Mahnung wurde mit eingeschriebener 

Post verschickt. In der Folge hat die Vorinstanz die Ausschlussverfügung 

vom 19. Januar 2012 (act. 120) ebenfalls mit eingeschriebener Post an 

die Adresse des Beschwerdeführers in Brasilien versandt. In den vorhan-

denen Unterlagen findet sich indessen gleichwohl kein Beleg dafür, ob 

und gegebenenfalls wann die Ausschlussverfügung dem Beschwerdefüh-

rer eröffnet worden ist. Auch mit der Vernehmlassung vom 17. September 

2013 (BVGer act. 12) wurde kein Beleg über die Zustellung beigebracht. 

Die Zustellung der Ausschlussverfügung wird vom Beschwerdeführer im-

plizit bestritten. Aus seiner Darlegung im E-Mail vom 8. Oktober 2012 

(act. 126; deutsche Übersetzung BVGer act. 17) ergibt sich zumindest 

sinngemäss, dass er erst durch das Schreiben der Vorinstanz vom 25. 

September 2012 (act. 124) vom Ausschluss aus der freiwilligen Versiche-

rung Kenntnis erhalten hat.  

6.2 Die Darlegung des Beschwerdeführers erscheint in Anbetracht der 

bestehenden Aktenlage plausibel. Für die nicht erfolgte Zustellung spricht 

zunächst der Umstand, dass er der Vorinstanz Ende März 2012 und so-

mit nach Erlass der Ausschlussverfügung vom 19. Januar 2012 eine aus-

gefüllte Erklärung über sein Einkommen und Vermögen zwecks Festset-

zung des AHV/IV-Beitrags 2011 hat zukommen lassen (act. 121). Dabei 

ist der Beschwerdeführer offensichtlich davon ausgegangen, er sei wie 

bis anhin der freiwilligen Versicherung angeschlossen. Danach ersuchte 

er die Vorinstanz mit Schreiben vom 20. April 2012 (act. 122) um Ver-

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Seite 10 

rechnung des AHV/IV-Beitrags 2012 mit seiner Invalidenrente, wie er dies 

in den Vorjahren regelmässig getan hat. Diese Eingabe ist ein weiteres 

Indiz dafür, dass ihm der Versicherungsausschluss zum damaligen Zeit-

punkt noch nicht eröffnet worden war. Aufgrund der bestehenden Akten-

lage liegt im Ergebnis Beweislosigkeit bezüglich der Zustellungsfrage vor.  

6.3 Infolge der Beweislosigkeit bezüglich der Zustellungsfrage ist auf die 

Darstellung des Beschwerdeführers abzustellen, wonach er erst mit dem 

Schreiben vom 25. September 2012 über den Ausschluss aus der freiwil-

ligen AHV/IV unterrichtet wurde (vgl. die Erwägung 5.4 hiervor). Mit dem 

Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung wegen unvollständiger Be-

zahlung des AHV/IV-Beitrags soll verhindert werden, dass die Verwaltung 

die Beitragsforderungen im Ausland mit erheblichem administrativem 

Aufwand auf rechtlichem Weg eintreiben muss. Auf der anderen Seite ist 

zu berücksichtigen, dass mit dem Ausschluss aus der freiwilligen Versi-

cherung ein schwerwiegender Eingriff in die Rechtsstellung der versicher-

ten Person vorgenommen wird, da diese danach der freiwilligen Versiche-

rung lebenslang nicht mehr beitreten kann (vgl. Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts H 149/05 vom 7. September 2006 E. 3.3.2). 

Vor diesem Hintergrund darf von der Vorinstanz erwartet werden, dass 

sie den Empfang der eingeschriebenen Mahnung mit der Androhung des 

Versicherungsausschlusses ebenso wie den Empfang der Ausschlussver-

fügung mit einer entsprechenden Empfangsbestätigung beweisen kann 

(vgl. Art. 13 Abs. 2 und Art. 17 Abs. 2 VFV). Unter den konkreten Um-

ständen wird das Ausschlussverfahren zu wiederholen sein.  

7.  

Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer nach Kenntnisnahme des Ver-

fügungsinhalts innert vernünftiger Frist reagiert hat. Die Nachfrage des 

Beschwerdeführers mit dem E-Mail vom 8. Oktober 2012 (act. 126 und 

BVGer act. 17), die von der Vorinstanz als Einsprache entgegen genom-

men wurde, steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Schreiben 

vom 25. September 2012 (act. 124). Sie erfolgte innert dreissig Tagen 

und damit innerhalb einer vernünftigen Frist. Die schriftliche Eingabe mit 

Unterschrift vom 4. Dezember 2012 (Poststempel vom 7. Dezember 

2012; act. 128), zu welcher der Beschwerdeführer im Sinne einer Verbes-

serung der Einsprache mit einem E-Mail vom 30. November 2012 (act. 

128) aufgefordert worden war, erfolgte ebenso innerhalb der gesetzten 

Frist von dreissig Tagen. Unter diesen Vorzeichen ist die Einsprache ge-

gen die Ausschlussverfügung als rechtzeitig zu betrachten, schliesslich 

darf der betroffenen Person aus einer mangelhaften Eröffnung einer Ver-

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Seite 11 

fügung kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs. 3 ATSG; vgl. UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2009, Rz. 40 ff. zu Art. 49 

mit weiteren Hinweisen, siehe auch BGE 112 V 87 f.). Folglich wäre die 

Vorinstanz verpflichtet gewesen, auf die Einsprache einzutreten und ei-

nen materiellen Einspracheentscheid zu fällen. Der angefochtene Nicht-

eintretensentscheid ist zu Unrecht ergangen. 

8.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass aus den Vorakten und Verfah-

rensakten nicht hervorgeht, ob und gegebenenfalls wann die Ausschluss-

verfügung vom 19. Januar 2012 dem Beschwerdeführer eröffnet wurde. 

Die Vorinstanz kann die Zustellung der ersten und zweiten Mahnung so-

wie der Ausschlussverfügung nicht nachweisen. Aufgrund der bestehen-

den Aktenlage ist zu Gunsten des Beschwerdeführers anzunehmen, dass 

er erst durch das Schreiben der Vorinstanz vom 25. September 2012 vom 

Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung erfahren hat. Er reagierte in 

der Folge innert vernünftiger Frist und erhob Einsprache gegen den Aus-

schluss aus der freiwilligen Versicherung. Die Vorinstanz wäre daher ver-

pflichtet gewesen, einen materiellen Entscheid zu fällen. Die Beschwerde 

ist insofern gutzuheissen und der Nichteintretensentscheid vom 17. Ja-

nuar 2013 ist aufzuheben. Die Sache wird an die Vorinstanz zurückge-

wiesen, damit diese zur Einsprache vom 8. Oktober 2012 einen materiel-

len Entscheid fällt. Bei der Prüfung des Ausschlusses aus der freiwilli-

gen Versicherung wird die Vorinstanz insbesondere zu beachten haben, 

dass der Beschwerdeführer wiederholt angeboten hat, die ausstehende 

AHV/IV-Prämie für die freiwillige Versicherung mit seinen IV-Rentenleis-

tungen zu verrechnen. Damit hat der Beschwerdeführer seine grundsätz-

liche Zahlungsbereitschaft bekundet. Dieser Umstand ist gerade mit Blick 

auf die Verhältnismässigkeit des strittigen Versicherungsausschlusses 

nicht ausser Acht zu lassen.  

9.  

Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85
bis

 Abs. 2 AHVG), 

weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Da dem obsiegenden 

Beschwerdeführer, welcher nicht vertreten war, keine verhältnismässig 

hohen Kosten entstanden sind und dieser zu Recht auch keinen entspre-

chenden Antrag gestellt hat, ist überdies keine Parteientschädigung zu-

zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 21. 

Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

C-1068/2013 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Der Einspracheentscheid vom 17. Januar 2013 wird aufgehoben und die 

Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie zur Einsprache 

vom 8. Oktober 2012 einen materiellen Entscheid fällt. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Eröffnung auf diplomatischem Weg) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr.______) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen  

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Lukas Schobinger 

 

  

C-1068/2013 

Seite 13 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwer-

deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).  

 

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