# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58d84872-bc9a-57e0-9108-382c2af41f42
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.09.2011 IV 2009/344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-344_2011-09-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/344

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 01.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2011
Art. 28. Abs. 2 IVG: Rentenanspruch. Würdigung eines orthopädischen 
Gutachtens. Keine weiteren Abklärungen angezeigt (antizipierte 
Beweiswürdigung). (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 1. September 2011, IV 2009/344). Vizepräsident Joachim Huber, 
Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter 
Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2011

Entscheid vom 1. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich im November 2007 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Seit Januar 

2006 arbeite sie als Mitarbeiterin bei der B.___ AG (IV-act. 1).

A.b   Im Arztbericht vom 9. Dezember 2007 diagnostizierte Dr. med. C.___, FMH Innere 

Medizin, einen Status nach Acetabulumfraktur links (Unfall 24. Juni 1994), einen Status 

nach Osteosynthese, chronische Hüftschmerzen links und Dauerschmerzen im 

Rücken. Seit 5. Dezember 2007 bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 12). Am 1. Februar 2008 veranlasste die IV-Stelle eine 

orthopädische Begutachtung bei Dr. med. D.___, Orthopädie FMH (IV-act. 20). Im 

Gutachten vom 14. Juli 2008 stellte Dr. D.___ die Diagnosen Osteochondrose L4/5 und 

L5/S1, beginnende Coxarthrose links, verheilte Acetabulumfraktur links nach 

Osteosynthese 1994 und Irritation des N. cutaneus femoris lateralis links. Aufgrund 

dieser Diagnosen sei der zuletzt innegehabte Arbeitsplatz als angepasste Tätigkeit zu 

betrachten. Es seien Wechselpositionen möglich gewesen und es hätten keine Lasten 

gehoben werden müssen. Bei einer solchen Beschäftigung wäre aufgrund vermehrter 

Positionswechsel und Pausen höchstens eine zeitliche Einbusse von 20% zu 

attestieren (IV-act. 24).

A.c   Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Die Abklärungen 

hätten ergeben, dass sie zu 50% als Erwerbstätige und zu 50% als Hausfrau zu 

qualifizieren sei. Aus medizinischer Sicht sei die früher ausgeübte Tätigkeit zu 

mindestens 50% zumutbar und auch im Haushalt bestehe keine Einschränkung (IV-act. 

28). Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte am 30. September 2008 Einwand 

erheben (IV-act. 32). Mit Verfügung vom 1. September 2009 eröffnete ihr die IV-Stelle, 

dass bei einem Invaliditätsgrad von 20% kein Rentenanspruch bestehe. Aufgrund der 

vorgebrachten Einwände sowie der weiteren Abklärungen sei sie zu 100% als 

Erwerbstätige einzustufen. Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zu 

80% zumutbar (IV-act. 44).

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B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Roland 

Hochreutener, St. Gallen, eingereichte Beschwerde vom 29. September 2009 mit den 

Anträgen, die Verfügung vom 1. September 2009 sei aufzuheben und die Streitsache 

sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Auf das Gutachten von Dr. 

D.___ könne nicht abgestellt werden. Aufgrund von Widersprüchen und Unklarheiten 

seien weitere Abklärungen zwingend geboten. Insbesondere seien die ärztlichen 

Berichte von Dr. med. E.___, Institut für Anästhesiologie des Kantonsspitals St. Gallen, 

bei welchem die Beschwerdeführerin nach wie vor in regelmässiger Behandlung 

(Schmerztherapie) stehe, und vom behandelnden Psychiater, Dr. med. F.___ in die 

Beurteilung mit einzubeziehen (act. G 1). Zusätzlich zur Beschwerde legte der 

Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. E.___ vom 18. Juni 2009 sowie einen Bericht von 

Dr. C.___ vom 21. September 2009 ins Recht (act. G 1.1.2-3).

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 23. November 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten von Dr. D.___ 

entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung, weshalb sich die 

Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abstütze. Von zusätzlichen Abklärungen seien 

keine weiterführenden Erkenntnisse zu erwarten (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 14. Dezember 2009 hält der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unverändert an den gestellten Anträgen fest (act. G 6).

B.d   Mit Schreiben vom 5. Januar 2010 teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf 

eine Duplik mit (act. G 8).

B.e   Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidwesentlich, im 

Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.      

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1.1    Zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.

1.2    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.3    Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.

1.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Die Versicherungsträger und die 

Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

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Belange umfassend ist, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 

der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens vom Versicherungsträger 

eingeholten Gutachten von externen medizinischen Fachpersonen, die auf Grund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (zum Ganzen BGE 

125 V 353 f. E. 3).

2.        

2.1    Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten 

von Dr. D.___ vom 14. Juli 2008 und die darin festgelegte 80%ige Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten oder einer angepassten Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin ist 

hingegen der Ansicht, dass auf das Gutachten von Dr. D.___ nicht abgestellt werden 

könne.

2.2    Konkret beanstandet die Beschwerdeführerin, dass Dr. D.___ nicht begründe, 

weshalb die zuletzt ausgeübte Tätigkeit - im Widerspruch zur hausärztlichen 

Beurteilung - als angepasst und zumutbar zu gelten habe, obwohl sie die Position nicht 

regelmässig habe wechseln können.

2.2.1           Die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin teilte im "Fragebogen 

für Arbeitgebende" der Beschwerdegegnerin mit, dass die Beschwerdeführerin 

während der letzten Tätigkeit jeweils 2 Stunden gesessen und gestanden sei (IV-act. 

11/6). Ob die Beschwerdeführerin die Position dabei regelmässig wechseln konnte, ist 

dem Schreiben nicht zu entnehmen. Für die vorliegend zu beurteilende Frage des 

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Rentenanspruchs ist allerdings unerheblich, ob die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

optimal angepasst zu geltend hat, da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis stand und daher 

rechtsprechungsgemäss für die Berechnung des Invalideneinkommens die 

Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen sind (vgl. nachfolgende Erwägung 3.2). 

Entscheidend ist somit lediglich, dass Dr. D.___ in seinem Gutachten nachvollziehbar 

beschrieben hat, dass eine angepasste Beschäftigung die Möglichkeit zum 

Positionenwechsel und zu vermehrten Pausen beinhalten müsse und dass bei der 

Tätigkeit keine Lasten zu heben seien. Diese Einschätzung steht im Übrigen 

weitestgehend im Einklang mit der Beurteilung von Dr. C.___ im Bericht vom 21. 

September 2009, wonach die Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten 

Tätigkeit regelmässig ihre Position wechseln können müsse, der Raum warm sein 

müsse, regelmässig Pausen eingehalten werden müssten, keine zu schweren Lasten zu 

heben seien und Hektik am Arbeitsplatz zu vermeiden sei (act. G 1.1.2). Es sind somit 

bei einer angepassten Tätigkeit keine spezifischen Einschränkungen zu 

berücksichtigen, die weitere Abklärungen im Sinn einer EFL (Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit) oder in einer BEFAS erfordern würden. Da von einer 

solchen Abklärung deshalb keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind, 

kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 

1d).

2.3    Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, dass Dr. D.___ ohne kritische 

Auseinandersetzung mit der abweichenden Einschätzung des Hausarztes lediglich von 

einer 20%igen Einbusse ausgegangen sei.

2.3.1           Dieser Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. 

Dr. D.___ hat sich im Gutachten vom 14. Juli 2008 hinreichend mit dem Arztbericht von 

Dr. C.___ vom 9. Dezember 2007 auseinandergesetzt. Insbesondere hat er die 

erhobenen Befunde mit seinen eigenen Untersuchungen verglichen und anschliessend 

nachvollziehbar eine volle Arbeitsunfähigkeit ausgeschlossen (IV-act. 24/4 und 8). Weil 

die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Dr. C.___ grundsätzlich unbegründet ist und 

hauptsächlich auf der subjektiven Einschätzung der Beschwerdeführerin basiert, wäre 

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grundsätzlich eine Auseinandersetzung mit der Beurteilung von Dr. C.___ ohnehin gar 

nicht zwingend notwendig gewesen.

2.4    Letztlich vermögen auch die weiteren Einwände der Beschwerdeführerin an der 

Beweiskraft des Gutachtens von Dr. D.___ nichts zu ändern. Insbesondere hat die 

Einschätzung von Dr. D.___, wonach keine therapeutischen Massnahmen zur 

Verbesserung des Gesundheitszustands zur Verfügung stehen würden, vorliegend 

keinen entscheidwesentlichen Einfluss auf einen allfälligen Rentenanspruch. Auch 

wenn Dr. E.___ nach der Durchführung einer lumbalen Sympaticusblockade von einer 

möglichen Verbesserung des Gesundheitszustands ausgeht, vermag diese Ansicht 

noch nicht die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. D.___ zu schmälern.

2.5    Insgesamt sind keine Indizien auszumachen, welche gegen die Zuverlässigkeit 

des Gutachtens von Dr. D.___ sprechen würden. Es beruht auf eigenständigen 

Untersuchungen (inkl. Anfertigung von neuen Röntgenbildern) und erscheint für die 

streitigen Belange umfassend. Die Vorakten und die geklagten Beschwerden der 

Beschwerdeführerin wurden hinreichend berücksichtigt und in die Beurteilung mit 

einbezogen. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Vor diesem 

Hintergrund vermögen die darin enthaltenen Schlussfolgerungen, insbesondere die 

80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, zu überzeugen.

2.6    Zu prüfen bleibt, ob aufgrund der vorliegenden Akten für den Zeitraum zwischen 

dem Gutachten vom 14. Juni 2008 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 

1. September 2009 weitere medizinische Abklärungen angezeigt gewesen wären. Der 

Bericht von Dr. E.___ vom 18. Juni 2009 vermag keine Notwendigkeit zur Durchführung 

von weiteren Abklärungen zu begründen, namentlich - wie bereits dargelegt -, ist keine 

EFL angezeigt, insbesondere auch deshalb nicht, weil sich die Beschwerdeführerin 

selbst als 100% arbeitsunfähig erachtet (vgl. IV-act. 12). Der Bericht von Dr. C.___ vom 

21. September 2009 ist erst nach der angefochtenen Verfügung ergangen. Allerdings 

ergäbe sich selbst bei dessen Berücksichtigung kein weiterer Abklärungsbedarf. Der 

Bericht ist insofern widersprüchlich, als Dr. C.___ darin eine langjährige Depression 

beschreibt, der Arztbericht vom 9. Dezember 2007 hingegen keinerlei Hinweise auf eine 

psychische Komponente enthält. Im Übrigen macht Dr. C.___ insbesondere keine 

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Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend, im Gegenteil geht er im Bericht 

vom 21. September 2009 von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit und somit von einer 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit (im Bericht vom 9. Dezember 2007 bestand noch eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit) aus. Selbst wenn also von einer psychischen Komponente 

auszugehen wäre - die Beschwerdeführerin teilte erstmals in der Beschwerde mit, in 

psychiatrischer Behandlung zu stehen - ist damit noch nicht automatisch eine relevante 

Auswirkung auf die Restarbeitsfähigkeit erstellt. Aufgrund dieser Aktenlage erscheint 

der medizinische Sachverhalt für den massgebenden Zeitraum als genügend abgeklärt. 

Von weiteren medizinischen Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu 

erwarten, weshalb dem Antrag der Beschwerdeführerin nicht entsprochen werden kann 

(antizipierte Beweiswürdigung). Sollte sich der Gesundheitszustand der Versicherten 

nach Erlass der angefochtenen Verfügung in rententangierender Weise verschlechtern, 

steht es ihr selbstverständlich frei, sich erneut zum Bezug von IV-Leistungen zu 

melden.

3.        

3.1    Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80% 

gilt es die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen.

3.2    Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom 

letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit 

Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die 

bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil 

des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, 

in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung 

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Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und 

bb, mit Hinweisen).

3.3    Für das Valideneinkommen ist demnach auf das von der Beschwerdeführerin im 

Jahr 2006 zuletzt erzielte Einkommen bei der B.___ AG abzustellen. Dabei erzielte sie - 

aufgerechnet auf ein 100% Pensum - ein Einkommen von Fr. 40'219.-- (vgl. IV-act. 

11/3). Der von der Beschwerdeführerin erzielte Lohn liegt deutlich unter dem 

Durchschnittslohn für eine Hilfstätigkeit gemäss LSE. Für das Jahr 2006 betrug dieser 

Fr. 50'278.-- (LSE 2006 Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, durchschnittliche 

wöchentliche Arbeitszeit 41.7 Stunden). Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 

die Beschwerdeführerin sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen 

Einkommensniveau hätte begnügen wollen, sind das Validen- und das 

Invalideneinkommen auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Sind demnach 

Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt 

sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sogenannter 

Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Minderverdienst 

SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).

3.4    Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter 

Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der 

Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um 

dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische 

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Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 

2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass 

allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche 

invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzugs nicht 

nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 328 E. 5.2).

3.5    Unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage erscheint vorliegend die 

Vornahme eines Abzugs vom Tabellenlohn nicht gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad 

beträgt dementsprechend 20%, weshalb die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt hat.

4.      

4.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 1. September 2009 abzuweisen.

4.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG).  Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran 

anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihr

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

bis

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