# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02460b1c-da94-5926-95a1-6bcb17fa18cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.08.2010 D-5023/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5023-2010_2010-08-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5023/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...),
alias C._______, geboren (...),
dessen Lebenspartnerin D._______, geboren (...),
alias E._______, geboren (...),
alias F._______, geboren (...),
alias G._______, geboren (...),
und deren Kind H._______, geboren (...),
alias I._______, geboren (...),
alias J._______, geboren (...),
Nigeria,
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
10. Juni 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5023/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführenden – ni-
gerianische Staatsangehörige aus K._______ – ihre Heimat gemäss 
nicht übereinstimmenden Angaben am 7./8. Juni 2009 und gelangten 
via  L._______,  M._______  und  N._______  beziehungsweise 
O._______ am 1. September 2009 respektive am 6. September 2009 
in die Schweiz (vgl. A1, S. 11 ff. beziehungsweise A2, S. 9 ff. ). Ihre 
Asylgesuche reichten sie  am 6. September  2009 im Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) (...) ein.

B.
Zur  Begründung  ihrer  Gesuche  brachten  die  Beschwerdeführenden 
anlässlich der Befragungen vom 11. September 2009 und den Anhö-
rungen vom 29. April 2010 (Beschwerdeführer) beziehungsweise vom 
2. Juni 2010 (Beschwerdeführerin) jeweils durch die Vorinstanz im We-
sentlichen vor, der Beschwerdeführer habe sein Heimatland verlassen, 
weil er im Ausland Geld verdienen möchte, damit er die Schulden sei-
nes Vaters bezahlen könne. Die Beschwerdeführerin habe Nigeria ver-
lassen,  weil  sie  einen  Freund  ihres  Vaters  und  gleichzeitig  dessen 
Gläubiger hätte heiraten sollen, um seine Schulden zu tilgen.

Die  Beschwerdeführenden  haben  jeweils  während  den  Befragungen 
angegeben,  sie  seien  minderjährig.  Anlässlich  der  Geburt  ihres  ge-
meinsamen Sohnes reichten jedoch beide eine Geburtsurkunde ein, 
aus der ihre jeweilige Volljährigkeit hervorgeht.

C.
Mit Verfügung vom 10. Juni 2010 – eröffnet am 11. Juni 2010 – lehnte 
das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete 
die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Be-
gründung führte die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe aus-
gesagt, er sei nach Europa gekommen, um Geld zu verdienen, damit 
sein Vater Schulden an einen Gläubiger zurückzahlen könne. Er habe 
aber  nicht  angeben  können,  wie  der  Gläubiger  heisse,  zu  welchem 
Zweck und wann sein Vater das Darlehen aufgenommen habe. Trotz 
mehrfachen Fragen nach Details seien die Aussagen des Beschwerde-
führers oberflächlich und zusammenhangslos gewesen. Er habe mehr-
mals betont, er könne die Fragen nicht beantworten, da er ansonsten 
befürchte,  dem Protokoll  beziehungsweise  seinen  Aussagen  bei  der 

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ersten Befragung zu widersprechen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits 
habe angegeben, ausgereist zu sein, weil ihre Eltern sie zur Ehe mit  
einem  Freund  und  "Altersgenossen"  ihres  Vaters  hätten  zwingen 
wollen. Die Eltern seien nämlich nicht in der Lage gewesen, das Geld, 
welches  sie  von  diesem Mann  ausgeliehen  hätten,  zurückzuzahlen. 
Die Beschwerdeführerin sei während der Befragung nicht in der Lage 
gewesen,  schlüssige  Antworten  über  diesen  Mann  zu  machen.  Sie 
habe einzig sagen können, dass der Mann mit Vornamen P._______ 
heisse  und  verheiratet  sei.  Nachnamen,  Adresse  und  Beruf  des 
Mannes seien ihr nicht bekannt. Ebenso habe sie nicht sagen können, 
wann  sich  der  Vater  Geld  von  P._______  ausgeliehen  habe.  Die 
Beschwerdeführerin  sei  auch  nicht  dazu  fähig  gewesen,  ihre  letzte 
Begegnung  mit  P._______  zu  beschreiben.  Insgesamt  seien  ihre 
Aussagen  oberflächlich  und  ohne  Zusammenhang.  Für  beide 
Beschwerdeführenden  seien  ausserdem Unterschiede  zwischen  den 
Aussagen bei der Befragung zur Person, den Aussagen der Anhörung 
und den in den Geburtsscheinen enthaltenen Informationen in Bezug 
auf die Angaben zu Adresse und Namen der Eltern festzustellen.

Die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen 
an die Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31)  nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht 
geprüft werden müsse. Demzufolge erfüllten sie die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, so dass die Asylgesuche abzulehnen seien.

D.
Mit  Beschwerde  vom  7.  Juli  2010  (Eingang  bei  der  Vorinstanz  am 
9. Juli  2010  beziehungsweise  beim  Bundesverwaltungsgericht  am 
12. Juli  2010) beantragten die Beschwerdeführenden unter anderem, 
die Verfügung des BFM sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigen-
schaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. Es sei festzustellen, 
dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  un-
zulässig, unzumutbar und unmöglich sei, und es sei die vorläufige Auf-
nahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht sei ihnen die unentgelt -
liche Rechtspflege zu gewähren,  auf  die Erhebung eines Kostenvor-
schusses sei zu verzichten und die Asylbehörden hätten jegliche Kon-
taktaufnahme  mit  den  nigerianischen  Behörden  zu  unterlassen.  Zur 
Begründung ihrer Beschwerde brachten sie im Wesentlichen vor, in Ni -
geria beziehungsweise an ihrem Wohnort gebe es heftige Spannungen 
mit Familien-Clans, Raubzüge vor allem in der Nacht, Geldgier, Über -
fälle,  Morddrohungen,  Arbeitslosigkeit,  keine Lebensgrundlage – aus 

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dieser Notsituation heraus bestehe die Gefahr ein Terrorist zu werden 
–, Armut und viele Krankheiten. In jener Gegend gebe es viele Wai-
senkinder und Findelkinder, die niemand wolle. Solche Probleme seien 
der Flüchtlingseigenschaft ebenbürtig, wenn auch anderer Art.

Der Vater des Beschwerdeführers befinde sich zurzeit nicht ansprech-
bar im Spital – seine Mutter sei bereits gestorben – weshalb auch der 
Name des Gläubigers momentan nicht angegeben werden könne. Der 
Vater habe dem Gläubiger versprochen, das Geld zu bezahlen, sonst 
würde seine Familie wegen der Arbeitslosigkeit auf der Strasse leben. 
Der Gläubiger besitze die Urkunde des Elternhauses als Pfand. Sein 
Vater habe das Geld vom Gläubiger vor der Geburt des Beschwerde-
führers  erhalten,  weshalb  er  diesbezüglich  auch  keine  näheren  An-
gaben machen könne. Zwei seiner Brüder seien arbeitslos und hätten 
auch wegen ihrer Armut keine Schule besuchen können.

Die Mutter der Beschwerdeführerin sei nach der Geburt eines Kindes 
am 25. April 2010 gestorben. Ihr Vater sei bereits vor 3 Jahren in der 
Nacht durch Unbekannte erschossen worden und anschliessend – da 
es im Spital keine Blutreserven gegeben habe – verstorben. Die Be-
schwerdeführenden hätten nicht politische Probleme, sondern würden 
sich  vor  der  Blutrache  fürchten,  weil  die  Beschwerdeführerin 
P._______ nicht heiraten wolle. P._______ sei ein Kollege ihres Vaters 
gewesen,  etwa  gleich  alt  wie  dieser  und  verheiratet.  Da  ihre  Eltern 
jedoch  Tod  seien,  könne  sie  keine  näheren  Angaben  –  wie 
beispielsweise Nachname, Adresse, Beruf – zu diesem Mann machen. 
Die Beschwerdeführerin könne nicht sagen, wann ihr Vater Geld von 
Herr P._______ geliehen habe. Das letzte Mal habe sie diesen Mann 
im  März  2009  getroffen.  Also  eine  Woche  bevor  sie  ihr  Elternhaus 
verlassen  habe.  Bei  dieser  letzten  Begegnung  habe  sie  Angst  und 
Panik gehabt sowie befürchtet, er wolle sie kidnappen.

Überdies seien die Leute ihres familiären Netzes in ihrer Heimat keine 
Hilfe, da sie genug eigene Probleme hätten. Sobald sich der Zustand 
des Vaters des Beschwerdeführers bessere, würden sie detailliertere 
Informationen zu ihren Asylgründen nachliefern.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in die-
sem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil -
genommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  be-
rührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

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Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi -
dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Die 
asylsuchende  Person  muss  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was 
insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, wenn sie wichtige Tat-
sachen unterdrückt  oder  bewusst  falsch darstellt,  im Laufe des Ver-
fahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung 
verweigert. Glaubhaftmachung impliziert  ferner  – im Gegensatz zum 
strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus 
Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Ge-
suchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn 
der  Richter  von  ihrer  Wahrheit  nicht  völlig  überzeugt  ist,  sie  aber 

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überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für  
die Glaubhaftmachung reicht  es demgegenüber nicht  aus,  wenn der 
Inhalt  der  Vorbringen  zwar  möglich  ist,  aber  in  Würdigung  der 
gesamten  Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen 
die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist 
im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtig -
keit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht; 
dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.

5.
5.1 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der 
Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu beanstanden. 
Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  vorab  auf  die  zu-
treffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung vom 10. Juni  2010 verwiesen werden. Die  Vorbringen in  der 
Rechtsmitteleingabe vom 7. Juli 2010 sind nicht geeignet, eine Ände-
rung  der  angefochtenen  Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation 
des  BFM  werden  keine  stichhaltigen  Gründe  entgegengesetzt.  Eine 
Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen unterbleibt 
zwar  nicht  grundsätzlich,  die  Vorbringen  verlaufen  jedoch  in  all-
gemeinen  Ausführungen  zu  den  Lebensumständen  in  Nigeria  be-
ziehungsweise  ihrem  Wohnort  K._______  und  dem  Nachschieben 
zentraler  Sachverhaltselemente,  die  durch  keine  stichhaltigen  Argu-
mente  gestützt  werden  und  deren  Nennung  ohnehin  anlässlich  der 
Befragungen  und  der  Anhörungen  erwartet  worden  wären.  Zudem 
verstricken  sie  sich  zusätzlich  in  Widersprüche.  Gegen  die  Glaub-
haftigkeit ihrer Vorbringen sprechen zudem, dass sie in den jeweiligen 
Befragungen  Falschangaben  zu  ihrem Alter  sowie  zur  Adresse  und 
Namen  der  Eltern  gemacht  haben  und  die  Ausführungen  zu  ihrem 
Fluchtweg nicht übereinstimmen.

5.2 Zusammenfassend  bestätigt  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Erkenntnis  des  BFM,  dass  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  ge-
lungen ist, ihre Asylvorbringen glaubhaft darzutun, weshalb vorliegend 
auch auf die Prüfung verzichtet werden kann, ob diese überhaupt asyl-
relevant wären. Es erübrigt sich daher, auf die Vorbringen in der Be-
schwerde  im  Einzelnen  einzugehen,  weil  sie  an  dieser  Würdigung 
nichts zu ändern vermögen. Die Beschwerdeführenden erfüllen somit 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb  ihre  Asylgesuche  abzu-
lehnen sind.

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6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Er-
teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht an-
geordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

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Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

7.3 Da es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asyl-
rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  nach  Nigeria ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerde-
führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den 
Fall  einer  Ausschaffung  nach Nigeria dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-
handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation in Nigeria lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-
kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 

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zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.5 In  Nigeria  herrscht  zur  Zeit  weder  Krieg oder  Bürgerkrieg,  noch 
liegt  eine Situation allgemeiner  Gewalt  vor,  aufgrund derer  die Zivil -
bevölkerung  als  konkret  gefährdet  bezeichnet  werde  müsste.  Unter 
diesen Umständen ist der Vollzug der Wegweisung der gemäss Akten 
jungen  und  gesunden  Beschwerdeführenden  in  ihr  Heimatland  als 
zumutbar zu bezeichnen. Sie verfügen in Nigeria über ein familiäres 
und  soziales  Beziehungsnetz  (vgl.  A1,  S.  6  und  A2,  S.  6).  Zudem 
arbeitete  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Heimat  als  Coiffeuse  (vgl. 
A1,  S. 4)  und der Beschwerdeführer unter  anderem als  Hilfsarbeiter 
(vgl.  A2,  S.  3),  womit  sie  sich  ihren  Lebensunterhalt  verdienen 
konnten. Überdies dürften sie auch mit der finanziellen Unterstützung 
ihrer in Nigeria verbliebenen Verwandten und der zahlreich in Europa 
lebenden Familienangehörigen der Beschwerdeführerin (vgl. A1, S. 6) 
rechnen,  weshalb  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  sie  bei  ihrer 
Rückkehr nach Nigeria in eine existenzbedrohende Situation geraten 
könnten.  Der  gemeinsame  Sohn  der  Beschwerdeführenden  ist 
mittlerweile knapp ein halbes Jahr alt und auch bei ihm liegen gemäss 
der  vorliegenden  Akten  keine  gesundheitlichen  Probleme  vor. 
Mittlerweile  dürfte  somit  ein  Flug  nach  Nigeria  kein  Problem für  die 
Gesundheit des Kleinkindes darstellen.
Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser  Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
10.1 Das mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist  abzu-
weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorliegenden Erwägungen 
ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die kumulativen 
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nicht erfüllt  sind. Zudem sind die Rechtsbegehren, es sei auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die Asylbehörden 
hätten jegliche Kontaktaufnahme mit den nigerianischen Behörden zu 
unterlassen, aufgrund des direkten Entscheides in der Hauptsache ge-
genstandslos geworden.

10.2 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  (Einschreiben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann

Versand:

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