# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c3e258c-d0a7-567e-8511-18b0d79809bd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.03.2012 SK1 2011 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2011-44_2012-03-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. März 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 11 44 [nicht mündlich eröffnet]         16. April 2012

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Sigron

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Berufungskläger, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 19. Juli 2011, mitgeteilt am 
15. November 2011, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 
(Art. 91a Abs. 1 SVG),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am 24. Januar 1949 in V. geboren. Er ist verheiratet und Vater 
von erwachsenen Kindern. Die Ehepartner wohnen getrennt. A. hat eine Kochleh-
re begonnen, welche er abbrach. In der Folge betätigte er sich als Deklarateur im 
Zollfreilager in Z., und anschliessend machte er sich selbständig, demontierte 
Stahlkonstruktionen und handelte mit Altmetall. Heute bezieht A. eine IV-Rente 
inkl. Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 2'780.– pro Monat. Einer Arbeit 
geht er zurzeit nicht nach. Er wohnt alleine in einem alten Haus in W. und hat mo-
natlich Wohnkosten von ungefähr Fr. 1'300.–. Zudem hat er vor dem Bezirksge-
richt Hinterrhein geltend gemacht, über Schulden von Fr. 20'000.– bis 30'000.– zu 
verfügen (siehe vorinstanzliches Urteil vom 19. Juli 2011). Unterstützungspflichten 
bestehen keine.    

B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit vier Einträgen verzeich-
net. Am 19. April 2001 erging ein Urteil des Bezirksgerichts Visp wegen Tätlichkeit 
und Drohung (Busse von Fr. 500.–). Am 24. November 2004 fällte das Kantonsge-
richt Schaffhausen ein Urteil wegen Drohung (mehrfache Begehung), Tätlichkei-
ten, Hinderung einer Amtshandlung, Vergehen gegen das Waffengesetz (mehrfa-
che Begehung) und Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmit-
tel und die psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.121) sowie Übertretung dessel-
ben. A. wurde mit drei Monaten Gefängnis bestraft. Am 12. Dezember 2005 verur-
teilte der Kreispräsident Domleschg A. wegen Fahrens ohne Führerausweis oder 
trotz Entzug und Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel 
(mehrfache Begehung) zu Gefängnis von zwanzig Tagen, bedingt vollziehbar bei 
einer Probezeit von drei Jahren, und zu einer Busse von Fr. 400.–. Am 1. Novem-
ber 2009 wurde A. schliesslich vom Kreispräsidenten X. wegen Vergehen gegen 
das BetmG mit einer Geldstrafe von fünfzehn Tagessätzen zu Fr. 50.–, bedingt 
vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, und mit einer Busse von Fr. 200.– 
bestraft. Im Register für Administrative Massnahmen (ADMAS) ist A. mit vier Ein-
trägen aus den Jahren 2002, 2003, 2004 und 2006 verzeichnet. 

C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden gemäss Art. 352 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) vom 14. April 2011, mit-
geteilt am 18. April 2011, wurde A. der Vereitelung von Massnahmen zur Feststel-
lung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes 
(SVG; SR 741.01) schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 
30 Tagessätzen zu je Fr. 60.–, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von vier 
Jahren, und einer Busse von Fr. 400.–, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatz-

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weise zu einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen, bestraft. Die mit Strafmandat des 
Kreispräsidenten X. vom 1. September 2009 bedingt ausgesprochene Geldstrafe 
von fünfzehn Tagessätzen zu Fr. 50.– wurde nicht widerrufen, die Probezeit von 
drei Jahren jedoch um ein Jahr verlängert. Dem Strafbefehl liegt folgender Sach-
verhalt zugrunde:

„Am 20. Juli 2010, um 10:40 Uhr, fuhr der Beschuldigte mit seinem Motor-
rad _, Kontrollschild GR_ (CH), auf der _strasse von Y. in Richtung X.. Weil 
er auf Gemeindegebiet Y. in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten war, 
wurde er Höhe Autobahnbrücke A13 von der Kantonspolizei Graubünden 
angehalten und kontrolliert. Im Verlauf der Kontrolle wurde er einem Atem-
lufttest unterzogen, welcher negativ ausfiel. Weil er wässerige Augen und 
weite Pupillen hatte, wurde er von den Polizeibeamten aufgefordert, sich 
dem Drogenschnelltest „Drugwipe“ zu unterziehen, welchen er jedoch ver-
weigerte.“

D. Gegen diesen Strafbefehl erhob A. mit Schreiben vom 
20. April 2011 Einsprache. 

E. Mit Schreiben vom 20. Juni 2011, mitgeteilt am 22. Juni 2011, überwies die 
Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a 
und d und Art. 356 Abs. 1 StPO ans Bezirksgericht Hinterrhein. Zudem erstellte 
sie am 20. Juni 2011 ihren Schlussbericht gemäss Art. 326 Abs. 2 StPO.

F. Mit Schreiben vom 4. Juli 2011 ans Bezirksgericht Hinterrhein beantragte 
die Rechtsvertreterin des A., C. und D. zum Ereignis vom 20. Juli 2010 als Zeugen 
zu befragen und das Gesprächsprotokoll zwischen E. und B. zu den Akten zu 
nehmen, falls dies noch nicht erfolgt sei. Mit Stellungnahme vom 
7. Juli 2011 beantragte die Staatsanwaltschaft die Ablehnung der Beweisanträge. 
Mit Schreiben vom 11. Juli 2011 lehnte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein 
die Beweisanträge vom 4. Juli 2011 schliesslich ab.       

G. Mit Urteil vom 19. Juli 2011, mitgeteilt am 15. November 2011, erkannte 
das Bezirksgericht Hinterrhein:

„1. Die mit Eingabe vom 4. Juli 2011 gestellten und an der Hauptverhand-
lung erneuerten Beweisanträge von A. (Antrag auf Befragung von C. 
sowie D. zum Ereignis vom 20. Juli 2010 als Zeugen sowie Antrag, 
das Gesprächsprotokoll zwischen E. und B. zu den Akten zu nehmen) 
werden abgewiesen. 

2. A. ist schuldig der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG.

3. a) Dafür wird A. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 
60.00 bestraft. 

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b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 
3 Jahren aufgeschoben.

4 a) Zudem wird A. mit einer Buss von CHF 300.00 bestraft.

b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 4 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

5. Die mit Strafmandat des Kreispräsidenten X. vom 1. September 2009 
bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 
50.00 wird nicht widerrufen. Hingegen wird die Probezeit von 
3 Jahren um 1 Jahr verlängert. 

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'350.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden 
CHF 1'350.00, Gerichtsgebühren CHF 2'000.00) gehen zu Lasten 
von A..

b) A. schuldet dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich: 

Busse CHF 300.00

Verfahrenskosten CHF 3'350.00

Total CHF 3'650.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind in-
nert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem 
Einzahlungsschein zu bezahlen.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beweislage 
zur Erstellung des Sachverhaltes im vorliegenden Fall ausreiche, weshalb die be-
antragten Beweise nicht abzunehmen seien. Aufgrund der Angaben im Polizeirap-
port (act. 3.1) und der Zeugenaussagen von B. (act. 3.6) sei genügend dargetan, 
dass der Beschuldigte anlässlich der Polizeikontrolle wässrige Augen und weite 
Pupillen gehabt habe. Der Beschuldigte bestreite nicht, dass diese Anzeichen 
möglicherweise vorhanden gewesen seien, wobei er diese auf den Fahrtwind und 
die Einnahme von Medikamenten zurückführen wolle. Die Art des Tests, Speichel- 
oder Urinprobe, ändere nichts am Vorwurf der Vereitelung von Massnahmen zur 
Feststellung der Fahrunfähigkeit, zumal die Polizei befugt gewesen wäre, auch 
„vor Ort“ eine Urinprobe anzuordnen. Entsprechend könne sowohl den Aussagen 
von C. sowie jenen von Staatsanwalt D. kein entscheidender Einfluss zukommen, 
weshalb eine Befragung dieser Personen nicht angezeigt sei (vorinstanzliches 
Urteil vom 19. Juli 2011 E. 3.b/bb). Den Ausführungen im Polizeirapport (act. 3.1) 
sowie den Zeugenaussagen von B. (act. 3.6), welcher unter der Strafandrohung 
von Art. 307 (Falsches Zeugnis. Falsches Gutachten. Falsche Übersetzung) des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) ausgesagt habe, könne 
entnommen werden, dass die Anordnung des Drogenschnelltests aus mehreren 

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Gründen erfolgt sei. Ein Grund sei nach B. gewesen, dass der Beschuldigte be-
reits durch Vorfälle mit Drogenkonsum verzeichnet sei. Zudem habe der Beschul-
digte wässrige Augen und weite Pupillen aufgewiesen, seine Stimmung sei ag-
gressiv und aufbrausend gewesen, und er habe sich renitent verhalten. Schliess-
lich – so B. – sei die Verweigerung des Tests auch ein Indiz für die Anordnung 
desselben gewesen (vorinstanzliches Urteil vom 19. Juli 2011 E. 4.3.a). Die Vorin-
stanz hält in Zusammenhang mit den genannten Gründen fest, der Umstand, dass 
der Beschuldigte durch Vorfälle mit Drogenkonsum verzeichnet sei, könne nicht 
den notwendigen Anfangsverdacht für die Fahrunfähigkeit im konkreten Fall be-
gründen. Ebenso wenig könne die geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung 
als genügender Grund für die Anordnung des Tests gelten. Indessen habe auch 
der Beschuldigte im Rahmen der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft (vgl. 
act. 3.4) eingeräumt, es könne durchaus stimmen, dass er wegen des Fahrtwin-
des wässrige Augen gehabt habe. Zudem habe der Beschuldigte im Rahmen der 
verschiedenen Einvernahmen gar nicht behauptet, die Polizisten hätten seine Au-
gen nicht sehen können, weil sie zu weit weg von ihm gestanden hätten 
(vorinstanzliches Urteil vom 19. Juli 2011 E. 4.3.a). Somit hätten im vorliegenden 
Fall konkrete Anzeichen für eine Fahrunfähigkeit bestanden und zwar insbesonde-
re in Bezug auf die Augen des Beschuldigten. Im Übrigen hätten die Polizeibeam-
ten nach Ansicht der Vorinstanz, welche sich auf die als glaubhaft erachteten Aus-
sagen des Zeugen B. stützt, standardgemäss einen Drogenschnelltest „Drugwipe“ 
angeordnet. Der Beschuldigte, welcher trotz Bestehen eines genügenden An-
fangsverdachts eine Speichelprobe verweigert habe, habe sich daher der vorsätz-
lichen Vereitlung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss 
Art. 91a Abs. 1 SVG schuldig gemacht. Bezüglich der Strafzumessung berücksich-
tigte die Vorinstanz, dass das Verschulden des Beschuldigten nicht all zu schwer 
wiege, habe er doch durch sein Fehlverhalten keine anderen Verkehrsteilnehmer 
gefährdet. Straferhöhend seien sein getrübter Leumund sowie seine vier Vorstra-
fen zu werten. Strafmilderungs- und Strafminderungsgründe liegen nach Ansicht 
der Vorinstanz nicht vor. 

H. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 19. Juli 2011 erhob 
A., nachdem er am 27. Juli 2011 die Berufung angemeldet hatte, mit Eingabe vom 
5. Dezember 2011 (Poststempel) beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung 
mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei vollumfänglich aufzuheben. 

2. A. sei vom Vorwurf der Vereitlung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit freizusprechen. 

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3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In der Begründung führte der Berufungskläger aus, die Vorinstanz sei fäl-
schlicherweise davon ausgegangen, dass die Polizeibeamten mehrere Gründe für 
die Annahme der Fahrunfähigkeit des Berufungsklägers und damit für einen 
genügenden Anfangsverdacht hatten, um ihn einer Voruntersuchung zu unterzie-
hen. Das angefochtene Urteil basiere auf einer unvollständigen und unrichtigen 
Feststellung des Sachverhaltes. Am 20. Juli 2010 hätte B., der sich in einer grös-
seren Entfernung zum Berufungskläger aufgehalten habe, erst als er aufgrund der 
Fahrzeugpapiere festgestellt habe, dass es sich beim Fahrzeugführer um den Be-
rufungskläger handelte, völlig unbegründet eine Überprüfung bezüglich Alkohol- 
und Drogenkonsum angeordnet. Der Berufungskläger machte weiter geltend, B. 
und er selbst würden sich bereits aufgrund eines früheren Vorfalls kennen. Daher 
sei davon auszugehen, dass sich B. anlässlich der Kontrolle vom 20. Juli 2010 für 
diesen Vorfall revanchieren wollte (Berufungserklärung vom 5. Dezember 2011 
Ziffer 3 S. 3). Die Vorinstanz habe anlässlich der Beweiswürdigung nicht berück-
sichtigt, dass sich die beiden bereits kennen. Selbst wenn der Berufungskläger 
rote Augen und erweiterte Pupillen gehabt hätte, habe B. diese angeblichen An-
zeichen nicht als konkrete Anzeichen für eine mögliche Fahrunfähigkeit gewertet, 
da B. selbst gesagt habe, solche Anzeichen hätten nicht bestanden. Ausserdem 
habe B. vor Anordnung der Voruntersuchung die Augen des Berufungsklägers gar 
nicht sehen können, sei er doch ca. 6–7 Meter vom Berufungskläger entfernt ge-
standen. Der Berufungskläger sei auch erst aufbrausend geworden, als er vom 
völlig unbegründeten und als reine Schikane empfundenen Drogentest erfahren 
habe. Die von der Vorinstanz aufgeführten Anzeichen hätten B. offensichtlich nicht 
zur Durchführung des Drogentests bewegt, habe er doch nicht einmal gewusst, 
dass ein Anfangsverdacht zur Durchführung eines solchen erforderlich sei. Der 
Berufungskläger machte weiter geltend, es reiche nicht aus, wenn das Gericht im 
Nachhinein aufgrund einzelner Umstände einen Anfangsverdacht als gegeben 
erachte. Mangels konkreter Anzeichen sei die Anordnung des Drogentests willkür-
lich und der Berufungskläger berechtigt gewesen, den Test zu verweigern. Der 
Berufungskläger beantragte in diesem Zusammenhang die Befragung von C., 
welcher die Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt habe und dessen Aussage 
somit entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens habe (Beru-
fungserklärung vom 5. Dezember 2011 Ziffer 5 S. 4 f.). Der Berufungskläger be-
tonte in seiner Berufungserklärung, dass B. eine Urinprobe an Ort und Stelle ver-
langt habe. Dies sei unter den gegebenen Umständen nicht zulässig gewesen, 
weshalb die Verweigerung nicht zur Verurteilung wegen Vereitelung von Mass-
nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit führen könne (Berufungserklärung 

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vom 5. Dezember 2011 Ziffer 6 S. 5 f.). Der Berufungskläger beantragte zudem 
die Befragung von D., welchen der Berufungskläger am Nachmittag des 20. Juli 
2010 angerufen habe. D. habe den Berufungskläger gefragt, weshalb er nicht „ge-
brunzt“ habe und könne bestätigen, dass es sich um eine Urinprobe und nicht um 
einen Drogenschnelltest mittels „Drugwipe“ gehandelt habe. Zusammenfassend 
sei nicht rechtsgenügend erwiesen, dass es sich um einen Drogentest mittels 
Speichelprobe gehandelt habe. Ausserdem habe ein Anfangsverdacht im Zeit-
punkt der Anordnung des Drogentests aus Sicht des Polizisten nicht vorgelegen, 
weshalb sich der Berufungskläger nicht der Vereitelung von Massnahmen zur 
Feststellung der Fahrunfähigkeit schuldig gemacht habe.   

I. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2011 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf eine Stellungnahme zur Berufungserklärung gemäss Art. 400 
Abs. 3 StPO. Mit Eingabe vom 10. Januar 2012 ersuchte sie sodann um Dispen-
sation von der mündlichen Berufungsverhandlung, in welcher sie die Abweisung 
der Berufung beantragen würde. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wurde von 
der Teilnahme an der Verhandlung dispensiert.

J. An der Berufungsverhandlung vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden am 21. März 2012 war der Berufungskläger anwesend. In der 
Befragung zur Sache machte der Berufungskläger nochmals geltend, B. habe eine 
Urinprobe verlangt. B. habe die Schachtel mit dem Glas für die Urinprobe in der 
Hand gehalten und ihm ausdrücklich gesagt, er könne hinter das parkierte Auto 
gehen, um Wasser zu lösen. Auf die Frage des Berufungsklägers nach den Grün-
den für die Anordnung einer Urinprobe habe B. auf eine Geschichte vor zweiein-
halb Jahren verwiesen. Dies habe Widerstand im Berufungskläger ausgelöst. Der 
Berufungskläger teilte auch anlässlich der Befragung vom 21. März 2012 die An-
sicht, dass er aufgrund des Fahrtwindes und der Einnahme von Medikamenten 
möglicherweise wässrige Augen und erweiterte Pupillen gehabt habe. Er stritt 
nicht ab, dass er nach Anordnung der als unfair empfundenen Urinprobe etwas 
aggressiv bzw. laut geworden sei. In seinem Plädoyer betonte der Berufungsklä-
ger nochmals, dass es sich bei der Anordnung der Urinprobe um eine Schikane 
gehandelt habe. Er habe den Helm erst abgezogen, nachdem die Urinprobe an-
geordnet worden sei. B. habe zur Begründung der Urinprobe gesagt: „Sie wissen 
ja noch vor zwei Jahren.“ Etwas Anderes wäre es nach Ansicht des Berufungsklä-
gers gewesen, wenn B. die Urinabgabe damit begründet hätte, dass der Beru-
fungskläger verdächtig aussehe. Der Berufungskläger beantragte erneut die Be-
fragung von C. und D..

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K. Auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsschrift, im angefochtenen Ur-
teil, im Sachvortrag an der mündlichen Berufungsverhandlung sowie in der per-
sönlichen Befragung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1. Auf den 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) in Kraft getreten. Sie ersetzt die kantonale Strafprozessordnung vom 
8. Juni 1958 (StPO-GR; BR 350.000). In ihren Übergangsbestimmungen hält die 
Schweizerische Strafprozessordnung fest, dass für Rechtsmittel gegen einen Ent-
scheid, der nach Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt wurde, neues Recht gilt 
(Art. 454 Abs. 1 StPO). Da das angefochtene Urteil am 19. Juli 2011 und somit 
nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung gefällt worden ist, gilt 
vorliegend neues Recht.

2. Gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz 
oder teilweise abgeschlossen wurde, ist die Berufung zulässig (Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung ist dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen 
seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden 
(Art. 399 Abs. 1 StPO). Innert zwanzig Tagen seit Zustellung des begründeten 
Urteils hat die Partei, die Berufung angemeldet hat, eine schriftliche 
Berufungserklärung einzureichen. Darin hat sie anzugeben, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des 
erstinstanzlichen Urteils sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt (Art. 399 
Abs. 3 StPO). Das angefochtene Urteil wurde dem Berufungskläger am 19. Juli 
2011 eröffnet. Der Berufungskläger meldete die Berufung fristgerecht mit 
Schreiben vom 27. Juli 2011 an. Nach Zustellung des schriftlich begründeten 
Urteils am 16. November 2011 reichte er innerhalb der zwanzigtägigen Frist am 5. 
Dezember 2011 (Poststempel) die schriftliche Berufungserklärung ein. Auf die im 
Übrigen formgerecht eingereichte Berufung ist somit einzutreten.  

3. Die Berufung ist im Regelfall ein vollkommenes Rechtsmittel und ermöglicht 
eine Überprüfung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht (vgl. Art. 398 Abs. 2 
StPO). Berufungsgründe sind gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO Rechtsverletzungen 
einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweige-
rung und Rechtsverzögerung (lit. a), unvollständige oder unrichtige Feststellung 
des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c). Das Kantonsgericht als 

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Berufungsgericht überprüft das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Tritt es auf die Berufung ein, so 
fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 
StPO). Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 Abs. 1 StPO).

4. Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 
Verfahren gewonnenen Überzeugung. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der 
Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das 
Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 
Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Die Beweislast liegt dabei beim Staat. An den Beweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und 
Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio 
pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den 
Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver 
Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um 
solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2.a 
S. 87 f.). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu 
untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den 
Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem 
Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt 
angenommen werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen (PKG 1987 Nr. 12).

5. Der Berufungskläger rügt, dass das angefochtene Urteil auf einer 
unvollständigen und unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes beruhe. Die 
Vorinstanz sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Polizeibeamten 
mehrere Gründe für die Annahme der Fahrunfähigkeit des Beschuldigten gehabt 
hätten und damit ein ausreichender Anfangsverdacht vorgelegen habe, um den 
Berufungskläger einer Voruntersuchung zu unterziehen. 

6.a) Nach Art. 55 Abs. 1 SVG können Fahrzeugführer einer Atemalkoholprobe 
unterzogen werden. Weist die betroffene Person Anzeichen von Fahrunfähigkeit 
auf und sind diese nicht oder nicht allein auf Alkoholeinfluss zurückzuführen, so 

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kann sie nach Art. 55 Abs. 2 SVG weiteren Voruntersuchungen, namentlich Urin- 
und Speichelproben, unterzogen werden. Voraussetzung für die Vornahme 
weiterer Voruntersuchungen ist somit, dass Anzeichen von Fahrunfähigkeit 
respektive ein entsprechender Anfangsverdacht bestehen. Das Verfahren zur 
Feststellung der Fahrunfähigkeit wird in Art. 55 Abs. 1–4 SVG beschränkt und 
durch Ausführungsvorschriften der Bundesversammlung, des Bundesrates bzw. 
des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) geregelt (vgl. Art. 10 ff. der Verordnung 
über die Kontrolle des Strassenverkehrs [SKV; SR 741.013], Art. 22 ff. der 
Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung [VSKV-ASTRA; 
SR 741.013.1]). Die Bestimmung von Art. 10 Abs. 4 SKV ist dahingehend zu 
verstehen, dass bei negativen Vortests von weiteren Untersuchungen abgesehen 
werden kann, dies aber nicht getan werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_196/2010 vom 20. April 2010 E. 1.4.1). Nähere Abklärungen sind vornehmlich 
dann angezeigt, wenn Anzeichen von Fahrunfähigkeit aufgrund eines negativ 
ausgefallenen Alkoholstests nicht oder nicht allein auf Alkohol zurückzuführen sind 
(Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, 2. Aufl., 
Bern 2002, 
N 518). Anzeichen von Fahrunfähigkeit können beispielsweise im Fahrstil (z.B. 
massive Geschwindigkeitsüberschreitung, erhöhte Risikobereitschaft, 
Fahrunsicherheit), in körperlichen Auffälligkeiten (z.B. gerötete Augen, weite oder 
enge Pupillen) oder im Verhalten des Motorfahrzeugführers im 
entscheidrelevanten Zeitpunkt bestehen (vgl. Schaffhauser, a.a.O., S. 235 Fn. 
104; Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich 2011, N 11 
zu Art. 55 SVG). Wird eine Voruntersuchung angeordnet bzw. ist mit einer solchen 
zu rechnen, macht sich der betroffene Motorfahrzeugführer nach Art. 91a SVG 
strafbar, wenn er sich dieser vorsätzlich entzieht oder widersetzt bzw. den Zweck 
der Massnahme vereitelt. Mit dieser Regelung will das Gesetz verhindern, dass 
der Motorfahrzeugführer, welcher sich korrekt einer Blut- bzw. Alkoholprobe oder 
einer anderen Voruntersuchung unterzieht, schlechter wegkommt als derjenige, 
der sich ihr entzieht oder sie sonst wie vereitelt (vgl. BGE 126 IV 53 E. 2.d S. 58 f. 
mit Hinweis). Art. 91a SVG erfasst somit drei Tatvarianten (vgl. Weissenberger, 
a.a.O., N 4 zu Art. 91a SVG): den (aktiven) Widerstand gegen eine Massnahme, 
das Ausweichen bzw. Sich-Entziehen einer Massnahme (z.B. durch Flucht) und 
die Vereitelung der Massnahme (z.B. durch Nachtrunk). Zum Tatbestand gehört 
weiter, dass eine Voruntersuchung angeordnet wurde oder mit deren Anordnung 
gerechnet werden musste. 

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b) Die nach Art. 91a SVG vereitelte Massnahme muss in den 
Zuständigkeitsbereich der anordnenden Behörde bzw. des Beamten fallen und 
gültig sein, wobei in diesem Zusammenhang die unter Art. 285 und Art. 286 StGB 
entwickelten Grundsätze analog angewendet werden können (vgl. Jeanneret, Les 
dispositions pénales de la Loi sur la circulation routière (LCR), Bern 2007, N 14 zu 
Art. 91a SVG). Die von Art. 286 StGB geschützte Amtshandlung muss innerhalb 
der Amtsbefugnisse der Behörde oder des Beamten liegen. Ist die Zuständigkeit 
der Behörde oder des Beamten zu bejahen, so hat sich der von der Amtshandlung 
Betroffene ihr zu unterziehen, unabhängig davon, ob die Anordnung rechtmässig 
ist oder nicht, sofern die Rechtswidrigkeit nicht offenkundig ist (Flachsmann, in: 
Donatsch et al. [Hrsg.], StGB, 18. Aufl., Zürich 2010, N 4 zu Art. 286 StGB; Heim-
gartner, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht II, 
2. Aufl., Basel 2007, N 17 Vor Art. 285 StGB). Gegen rechtswidrige Amtshandlun-
gen stehen dem Betroffenen in erster Linie die Rechtsmittel zur Verfügung. Das 
Bundesgericht hielt im Rahmen von Art. 285 StGB fest, gewalttätiger Widerstand, 
um den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen, lasse sich nur rechtfertigen, 
wenn von einem Rechtsmittel von vornherein kein wirksamer Schutz zu erwarten 
sei und die Amtshandlung offensichtlich rechtswidrig sei. Liege diese Vorausset-
zung nicht vor oder sei die Widerrechtlichkeit der Amtshandlung auch bloss zwei-
felhaft, so fehle es an der besonderen Ausnahmesituation, die den gewalttätigen 
Widerstand zu rechtfertigen vermöge (BGE 98 IV 41 E. 4.b S. 45). In analoger 
Anwendung dieser Rechtsprechung, darf sich ein Motorfahrzeugführer einer 
Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit nicht schon bei Zweifeln an der 
Rechtmässigkeit der Massnahme widersetzen. Den Tatbestand von Art. 91a SVG 
erfüllt somit der Motorfahrzeugführer, der sich einer Voruntersuchung, die ange-
ordnet wurde oder mit deren Anordnung zu rechnen war, vorsätzlich widersetzt, 
entzieht oder deren Zweck vereitelt, sofern die Behörde bzw. der Beamte für die 
Anordnung zuständig ist und die Rechtswidrigkeit nicht offenkundig ist bzw. die 
Anordnung nicht nichtig ist (vgl. zur Nichtigkeit von Amtshandlungen Heimgartner, 
a.a.O, N 18 ff. Vor Art. 285 StGB). Nichtigkeit könnte beispielsweise angenommen 
werden, wenn ein Polizeibeamter aus purer Schikane einen Motorfahrzeugführer 
aufgrund eines persönlichen Streits jeden Tag kontrollieren würde (Jeanneret, 
a.a.O., N 17 zu Art. 91a SVG). 

7.a) Es ist vorliegend nicht bestritten, dass der Berufungskläger am 20. Juli 
2010 mit seinem Motorrad auf der _strasse von Y. in Richtung X. fuhr und dabei in 
eine Geschwindigkeitskontrolle geriet. Der Berufungskläger ist somit Motorfahr-
zeugführer. Ebenso wenig ist bestritten, dass der Polizeibeamte im Rahmen die-

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ser Geschwindigkeitskontrolle einen Drogenschnelltest angeordnet hat. Uneinig-
keit besteht einzig über das Vorliegen eines Anfangsverdachts und die Natur des 
Drogenschnelltests. Dazu ist festzuhalten, dass die Anordnung des Drogen-
schnelltests weder offensichtlich rechtswidrig ist noch eine Schikane von solcher 
Intensität darstellt, dass von einer nichtigen Anordnung zu sprechen wäre. Anzei-
chen im Sinne von Art. 55 Abs. 2 SVG können beispielsweise eine blasse Ge-
sichtsfarbe und glänzende Augen sein (Urteil des Bundesgerichts 6B_244/2011 
vom 20. Juni 2011 E. 3.3). Gemäss Polizeirapport vom 23. August 2010 hatte der 
Berufungskläger wässrige Augen mit weiten Pupillen und war aggressiv und auf-
brausend gegenüber der Polizei. In der Einvernahme vom 21. März 2011 sagte 
der Berufungskläger aus, das mit den wässrigen Augen könne stimmen und dürfte 
auf den Fahrtwind zurückzuführen gewesen sein. Sollte er weite Pupillen gehabt 
haben, könnte das auf die Einnahme von Medikamenten zurückgeführt werden. 
Diese Einschätzung bestätigte der Berufungskläger während der Einvernahme 
vom 21. März 2012. Er wies zudem darauf hin, dass er erst aggressiv bzw. laut 
geworden sei, als B. ihm als Grund für die Urinprobe eine Geschichte zwischen 
den beiden von vor zwei Jahren genannt habe (ebenso Einvernahme vom 21. 
März 2011). Zusammenfassend streitet der Berufungskläger nicht ab, dass diese 
Anzeichen möglicherweise bestanden haben. Der Einwand des Berufungsklägers, 
der Test sei nicht aufgrund dieser Anzeichen angeordnet worden, ändert nichts 
daran, dass eine Anordnung vorlag, welche aufgrund der vorliegenden Anzeichen 
nicht als offensichtlich rechtswidrig bezeichnet werden kann. Des Weiteren ist die 
Polizei gemäss Art. 55 Abs. 2 SVG bei Anzeichen von Fahrunfähigkeit befugt, wei-
tere Voruntersuchungen, namentlich eine Urin- und Speichelprobe, anzuordnen. 
Es kann somit offenbleiben, ob die Polizei eine Urinprobe oder eine Speichelprobe 
mittels „Drugwipe“ angeordnet hat. Die Anordnung eines Drogenschnelltests mit-
tels beider Verfahren fällt nach dem Wortlaut von Art. 55 Abs. 2 SVG klarerweise 
in den Zuständigkeitsbereich der Polizeibeamten. Somit liegt eine dem Willen des 
Gesetzgebers entsprechende Anordnung einer Voruntersuchung vor. 

b) Es bleibt zu prüfen, ob der Berufungskläger die Massnahme im Sinne von 
Art. 91a SVG vereitelt hat. In der Einvernahme vom 20. Juli 2010 durch die Kan-
tonspolizei Graubünden sagte der Berufungskläger in Zusammenhang mit dem 
vorgesehenen Drogenschnelltest: „Nein, ich verweigere diesen nicht, ich mache 
einfach keinen.“ In der Einvernahme vom 21. März 2012 bestreitet der Berufungs-
kläger nicht, dass er nach dem Vorhalt der seiner Ansicht nach angeordneten 
Urinprobe etwas aggressiv und laut geworden sei. Dies begründet er damit, dass 
er die Massnahme als unfair empfand, da B. als Grund für die Urinprobe eine Ge-

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schichte angegeben habe, welche sich vor zwei Jahren zwischen ihm und dem 
Berufungskläger abgespielt habe. Nach Ansicht des Berufungsklägers handelte es 
sich bei der Anordnung der Urinprobe um eine Schikane. Der verbale Widerstand 
des Berufungsklägers erreichte eine Intensität, welche eine reibungslose Durch-
führung des Drogenschnelltests verunmöglichte. Das Verhalten ist somit als Wi-
dersetzen im Sinne von Art. 91a SVG zu betrachten (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_680/2010 vom 2. November 2010 E. 4.2.3). Der 
Berufungskläger wurde auf die Folgen seines Verhaltens hingewiesen und hat den 
Drogenschnelltest mit Wissen und Willen verweigert (vgl. Einvernahme vom 20. 
Juli 2010, act. 3.2). Der Tatbestand des Art. 91a SVG ist somit erfüllt. 

c) Der Berufungskläger macht geltend, er sei zur Verweigerung des Tests 
berechtigt gewesen, da es keine konkreten Anzeichen für eine Fahrunfähigkeit 
gab und der Test willkürlich angeordnet wurde (Berufungserklärung vom 5. 
Dezember 2011 Ziffer 5 S. 4 f.). Der Berufungskläger hat im Verfahren wiederholt 
betont, dass es sich bei der Anordnung um eine Schikane handelte. Auf 
Nachfragen für den Grund der Anordnung habe B. nämlich auf eine Geschichte 
zwischen den beiden vor zwei Jahren verwiesen (vgl. Aussagen des 
Berufungsklägers in der Einvernahme vom 21. März 2012). Indem der 
Berufungskläger das Vorliegen von konkreten Anzeichen für eine Fahrunfähigkeit 
bestreitet, beruft er sich auf die Voraussetzungen für weitere Voruntersuchungen 
nach Art. 55 Abs. 2 SVG. In der Tat sind entsprechende Voruntersuchungen nur 
bei Anzeichen einer Fahrunfähigkeit durchzuführen. Dieser Hinweis vermag den 
Berufungskläger jedoch nicht zu entlasten, da er einer Verletzung von Art. 91a 
SVG beschuldigt wird und damit die Tatbestandsmerkmale dieser Bestimmung 
massgebend sind. Wie oben dargelegt, hat sich der Motorfahrzeugführer nach 
dem Willen des Gesetzgebers einer angeordneten Voruntersuchung zu 
unterziehen, sofern deren Anordnung nicht offensichtlich rechtswidrig bzw. nichtig 
ist. Die geltend gemachte Unrechtmässigkeit der Anordnung stellt keinen 
Rechtfertigungsgrund für die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_54/2010 vom 18. März 
2010 E. 3.3, in welchem der Beschwerdeführer Unverhältnismässigkeit der 
polizeilichen Intervention geltend machte). Als Rechtfertigungsgrund im Rahmen 
von Art. 91a SVG wäre beispielsweise an die Verweigerung einer Blutprobe 
augrund von Gefahren für die Gesundheit (z.B. bei einem Bluter) zu denken 
(Jeanneret, a.a.O., N 13 zu Art. 91a SVG). Der Berufungskläger macht keinen gül-
tigen Rechtfertigungsgrund geltend. Er war folglich nicht zur Verweigerung des 
Tests berechtigt. Die vom Berufungskläger beantragten Einvernahmen von C. und 

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D. würden an dieser Feststellung nichts ändern. Es wird daher auf ihre Einver-
nahme verzichtet. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger den 
Tatbestand von Art. 91a SVG erfüllt hat, weshalb er sich mangels Rechtfertigungs- 
und Schuldausschlussgründen der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit nach Art. 91a SVG schuldig gemacht hat. 

8.a) Bei der Strafzumessung kann allenfalls mindernd berücksichtigt werden, 
dass der Berufungskläger die angeordnete Voruntersuchung aufgrund der Um-
stände (Vorfall vor zwei Jahren, persönliche Einschätzung der Art und Weise der 
Anordnung und der Natur des Tests) als Schikane empfand, was eine entspre-
chende Gemütsbewegung hervorrief und zur Vereitelung der Voruntersuchung 
führte. Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der Strafrahmen 
von Art. 91a SVG, welcher eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 
vorsieht. Nach Art. 47 Abs. 1 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Dieses bestimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der 
Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der 
Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 
nach dem Umstand, inwieweit der Täter nach den inneren und äusseren Umstän-
den in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung des Rechtsguts zu vermei-
den. Zudem hat das Gericht die in Art. 47 Abs. 1 StGB genannten Täterkompo-
nenten (Vorleben, persönliche Verhältnisse, Wirkung der Strafe auf das Leben des 
Täters) zu berücksichtigen. Bei der Strafzumessung kommt dem Gericht ein brei-
ter Ermessensspielraum zu. Dieser Spielraum ist dahingehend zu nutzen, dass 
eine verhältnismässige Strafe, welche ein Höchstmass an Gleichheit gewährleis-
tet, ausgefällt wird. 

b) Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, wiegt das Verschulden des 
Berufungsklägers nicht all zu schwer, da er durch sein Verhalten keine anderen 
Verkehrsteilnehmer gefährdet hat. Straferhöhend sind sein getrübter Leumund 
sowie seine vier Vorstrafen zu berücksichtigen. Ebenso wirkt sich die Begehung 
der Tat während laufender Probezeit aus. Strafmindernd ist zu berücksichtigen, 
dass der Berufungskläger aufgrund der besonderen Umstände innerlich aufge-
wühlt war. Von einer entsprechenden Gemütsbewegung zeugt auch sein Lautwer-
den, womit er eine zwar zulässige, aber subjektiv als unfair empfundene Handlung 
abwenden wollte. Der Berufungskläger ist der Ansicht, es sei willkürlich eine Urin-
probe angeordnet worden, um ihn zu schikanieren (Berufungserklärung vom  5. 
Dezember 2011 Ziffer 5 S. 4). B. habe seine Augen vor der Anordnung der Vorun-
tersuchung nicht gesehen und er selbst sei erst nach Anordnung des Tests auf-
brausend geworden. Es ist nicht bestritten, dass der Berufungskläger erst nach 

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Erledigung der Ordnungsbusse, als er vom Alkohol- und Drogentest erfahren hat, 
aufbrausend wurde. Ebenso ist anerkannt, dass sich der Berufungskläger und B. 
vor dem vorliegenden Vorfall bereits einmal gesehen haben (vgl. Konfronteinver-
nahme vom 21. März 2011, act. 3.6). Zudem ist hinsichtlich des Verhaltens des 
Berufungsklägers zu beachten, dass der Berufungskläger gewisse unvorteilhafte 
Faktoren nicht abstreitet (wässrige Augen mit weiten Pupillen aufgrund des Fahrt-
windes bzw. der Medikamente, aggressives bzw. lautes Auftreten aufgrund der als 
unfair empfundenen Urinprobe). Die Natur des angeordneten Drogentests, Spei-
chel- bzw. Urinprobe, bleibt strittig. Der Berufungskläger gibt in der Einvernahme 
vom 21. März 2012 zu Protokoll, dass er einen Drogenschnelltest mittels „Drugwi-
pe“ sofort akzeptiert hätte, von einem solchen jedoch keine Rede war. Er wieder-
holt in der Einvernahme vom 21. März 2012 seine Aussage während der Konfron-
teinvernahme vom 21. März 2011, wonach eine Urinprobe angeordnet worden sei 
und B. einen viereckigen Behälter (Schachtel) mit dem Glas für die Urinprobe in 
der Hand gehalten habe. B. gibt in der Konfronteinvernahme vom 21. März 2011 
indessen an, es sei die Rede von einem Drogentest mittels „Drugwipe“ gewesen. 
Der Polizeirapport vom 23. August 2010 spricht indessen bloss von einem Dro-
gentest. Wie bereits dargelegt, kann indessen offen bleiben, ob die Polizei eine 
Urinprobe oder eine Speichelprobe mittels „Drugwipe“ angeordnet hat. Die Anord-
nung der Voruntersuchung war, wie ebenfalls schon dargelegt, zulässig und rech-
tens. In Würdigung der gesamten Umstände erachtet die Berufungsinstanz eine 
Geldstrafe von zehn Tagessätzen als angemessen. In Anbetracht der finanziellen 
Situation des Berufungsklägers wird die Tagessatzhöhe bei Fr. 60.– belassen. An 
der bedingten Ausfällung der Strafe ist festzuhalten, wobei eine Probezeit von 
zwei Jahren angemessen erscheint. In Würdigung sämtlicher Strafzumessungskri-
terien wird die Busse auf Fr. 100.– reduziert. Die Ersatzfreiheitsstrafe für schuld-
haftes Nichtbezahlen der Busse wird entsprechend auf zwei Tage gekürzt. 

9. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens gehen die Verfahrenskosten 
von Fr. 2'000.– je zur Hälfte zu Lasten des Berufungsklägers und des Kantons 
Graubünden (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Verfahrens vor der Vorin-
stanz verbleiben beim Berufungskläger (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 
Abs. 1 StPO). 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. Die Ziffern 3 und 4 des ange-
fochtenen Urteils vom 19. Juli 2011 werden aufgehoben.

2. A. wird mit einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu 
Fr. 60.– bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.

3. A. wird zudem mit einer Busse von Fr. 100.– bestraft, ersatzweise mit einer 
Freiheitsstrafe von zwei Tagen, falls die Busse von 
Fr. 100.– schuldhaft nicht bezahlt wird.  

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2000.– gehen je zur Hälfte zu 
Lasten von A. und des Kantons Graubünden. 

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizeri-
sche Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde 
ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwer-
delegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: