# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bee7594f-26c7-5096-9015-764275f1e3f8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.08.2019 200 2019 145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-145_2019-08-22.pdf

## Full Text

200 19 145 IV
SCJ/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. August 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juli 2012 unter Hinweis auf unfallbedingte Bewegungs- 
und Belastungseinschränkungen sowie Schmerzen nach Frakturen an der 
unteren Extremität rechts (Knie, Unterschenkel, Fersenbein) und der obe-
ren Extremität rechts (Schulterblatt, Ellbogen, Speiche) bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV 
[act. II] 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm dar-
aufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, insbesondere holte 
sie die Akten der B.________ ein (act. II 14.1, 22.1 ff., 25.1, 27.1 ff., 
36.1 ff.) und liess den Versicherten psychiatrisch begutachten (Gutachten 
vom 29. März 2016; act. II 55.1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (act. II 57 f.) verneinte die IVB mit Verfügung vom 6. Juni 2016 
(act. II 60) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 21 %.

Im September 2017 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbe-
zug (act. II 67). Als gesundheitliche Beschwerden vermerkte er die in der 
Anmeldung von 2012 aufgeführten Beschwerden mit dem zusätzlichen 
Hinweis, eine erneute Operation sei geplant. In der Folge edierte die IVB 
u.a. die (neuen) Akten der B.________ (act. II 77.1 ff., 90.1 ff.) und nahm 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (Bericht vom 22. No-
vember 2018; act. II 94 S. 3 f.). Mit Vorbescheid vom 30. November 2018 
stellte sie dem Versicherten die Verneinung eines Rentenanspruchs bei 
einem Invaliditätsgrad von 37 % in Aussicht (act. II 95). Am 24. Januar 
2019 verfügte die IVB entsprechend dem Vorbescheid (act. II 98).

B.

Mit Eingabe vom 18. Februar 2019 (Postaufgabe) erhob der Versicherte 
Beschwerde. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 
24. Januar 2019 und eine neue Prüfung des Rentenanspruchs.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 25. März 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei insofern teilweise gutzuheissen, als dass ab dem 
1. April 2018 befristet bis 31. Oktober 2018 Anspruch auf eine ganze Inva-
lidenrente bestehe. Weitergehend sei die Beschwerde abzuweisen.

Von der ihm gewährten Möglichkeit, allfällige Schlussbemerkungen einzu-
reichen, machte der Beschwerdeführer keinen Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Januar 2019 
(act. II 98). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 4

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-

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gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 
351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden 
kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei be-
gründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-

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den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 20. September 2017 
(act. II 67) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, 
womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeit-
raum zwischen der rentenablehnenden Verfügung vom 6. Juni 2016 
(act. II 60) und der Verfügung vom 24. Januar 2019 (act. II 98) eine Verän-
derung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, 
den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor) und wenn ja, ob – möglicherweise befris-
tet (vgl. Beschwerdeantwort S. 3) – eine rentenbegründende Invalidität ent-
standen ist.

3.2 Die Verfügung vom 6. Juni 2016 (act. II 60) stützte sich in medizini-
scher Hinsicht massgeblich auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung 
vom 25. Juni 2015 (act. II 36.2) und das psychiatrische Gutachten vom 
29. März 2016 (act. II 55.1).

3.2.1 Im Bericht vom 29. Juni 2015 über kreisärztliche Abschlussuntersu-
chung vom 25. Juni 2015 (act. II 36.2) diagnostizierte Dr. med. 

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C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, eine posttraumatische subtalare Arthrose rechts 
(S. 4). Unfallfremde Diagnosen seien eine arterielle Hypertonie, ein stabiler 
Diabetes mellitus, eine Adipositas, ein Status nach Inguinalhernienoperati-
on mit Netzeinlage rechts am 10. April 2015 und ein Status nach Resektion 
eines Neuroms des Ramus genitalis nervi genitofemoralis am 10. April 
2015. Zusammengefasst bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom, ins-
besondere im rechten Bein (S. 5). Leichte körperliche Tätigkeiten im Wech-
selrhythmus zwischen Stehen, Sitzen und Gehen mit überwiegend Sitzen 
(selbstbestimmt) seien zumutbar. Das Besteigen von Gerüsten, Leitern 
oder das häufige Treppensteigen seien zu vermeiden, ebenso eine andau-
ernde Kälte- und Nässeexposition. Das Heben und Tragen von Gewichten 
über 5 kg sei ebenfalls zu vermeiden. Akkordarbeiten und Arbeiten unter 
Zeitdruck könnten nicht durchgeführt werden. Keine Einschränkungen 
bestünden für Arbeiten mit Anspruch an die Feinmotorik der Hände. Unter 
den genannten Voraussetzungen sei ein ganztägiger Einsatz möglich 
(S. 6).

3.2.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 29. März 2016 (act. II 55.1) stell-
te Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psy-
chotherapie, keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien Angst und Depression gemischt 
(ICD-10 F41.2). Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die persistieren-
de, noch leicht bis allenfalls intermittierend mittelgradig ausgeprägte anxio-
depressive Symptomatik im Sinne der Diagnose „ICD-10 F41.2 Angst und 
Depression gemischt“ aus rein medizinisch-psychiatrischer Sicht keine 
durchgehende und höhergradige Arbeitsunfähigkeit in einer dem Alter, 
Ausbildungsstand und den tatsächlichen körperlichen Beeinträchtigungen 
angepassten Tätigkeit begründe (S. 16). Die Leistungsminderung sei nicht 
durch eine Störung auf psychiatrischem Fachgebiet zu erklären, seien doch 
schwerwiegende Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS), eine anhaltende Persönlichkeitsänderung oder eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung wie auch anderweitige psychiatrische 
Störungsbilder mit hoher Sicherheit auszuschliessen (S. 17).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 8

3.3 Seit der Verfügung vom 6. Juni 2016 (act. II 60) ergibt sich bezüg-
lich des Gesundheitszustandes im Wesentlichen Folgendes:

3.3.1 Im Operationsbericht des Spitals E.________ vom 30. November 
2016 (act. II 63.37) über die arthroskopische subtalare Arthrodese rechts 
und OSME (Osteosynthesematerialentfernung; 2 Schrauben) Calcaneus 
(vom 28. November 2016) wurde eine posttraumatische subtalare Arthrose 
rechts diagnostiziert und mit Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 
4. Dezember 2016 (act. II 63.36) wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 
28. November 2016 bis 13. Januar 2017 attestiert (S. 3).

3.3.2 Der Kreisarzt Dr. med. C.________ erwähnte nach Untersuchung 
des Versicherten im Bericht vom 29. Mai 2017 (act. II 63.14) als Diagnose 
eine posttraumatische subtalare Arthrose rechts. Objektiv sei die subtalare 
Arthrodese als stabil und teilweise durchgebaut zu bezeichnen. Es bestehe 
keine Fehlstellung des Fussskeletts. Auch am rechten Kniegelenk erschie-
nen die Verhältnisse bei ausreichender Bandstabilität blande. Aus 
kreisärztlicher Sicht könnten die beklagten heftigen Beschwerden, welche 
eine Arbeitsfähigkeit nach Meinung des Versicherten ausschlössen, nicht 
nachvollzogen werden (S. 3). 

3.3.3 Im Bericht des Spitals E.________ vom 14. August 2017 (act. II 63) 
stellte Dr. med. F.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, die Diagnose einer Nonunion 
USG rechts bei Status nach arthroskopischer subtalarer Arthrodese rechts 
nach OSME am 28. November 2016. Bei fehlendem knöchernem Durchbau 
der Arthrodese könne von einer Nonunion ausgegangen werden. Geplant 
sei die Durchführung einer Rearthrodese mit Beckenkammspann.

3.3.4 Im Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 12. Januar 2018 
(act. II 90.32 S. 2-4) wurden – nachdem am 5. Januar 2018 eine OSME 
Calcaneusschrauben, offene Rearthrodese Subtalargelenk mit Spongiosa 
vom Beckenkamm rechts durchgeführt worden war (act. II 90.32 S. 5) – 
eine Nonunion USG rechts, diagnostiziert (S. 2) und eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % vom 5. Januar bis 18. Februar 2018 bescheinigt (S. 4). 

3.3.5 Am 12. Juli 2018 diagnostizierte Dr. med. F.________ mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach OSME Calcaneusschrau-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 9

ben, offene Rearthrodese Subtalargelenk mit Spongiosa vom Beckenkamm 
rechts am 5. Januar 2018 bei Nonunion USG rechts (act. II 88 S. 3). Die 
letzte Arbeitsunfähigkeit sei postoperativ ab dem 5. Januar 2018 bis anhin 
mit 100 % attestiert worden. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für jegliche 
körperliche Arbeit, da der Patient weiterhin nur an Unterarmstöcken mobili-
siert werden könne (act. II 88 S. 2). Mit einer Wiedererlangung der Arbeits-
fähigkeit im angestammten handwerklichen Beruf sei nicht zu rechnen 
(S. 3). 

Am 19. Juli 2018 berichtete Dr. med. F.________, das CT vom selben Tag 
habe eine unveränderte Schraubenlage ohne Hinweis auf Lockerung oder 
Bruch ergeben; Infektzeichen lägen nicht vor. Die posteriore Gelenksfacet-
te sei nahezu vollständig ossär überbrückt. Es bestehe ein persistierendes, 
diffuses Schmerzsyndrom am rechten Knie sowie am rechten Fuss nach 
multiplen Eingriffen. Eventuell bestehe eine gewisse Tendinopathie der 
Peronealsehnen (act. II 104.31 S. 3 f.).

3.3.6 Die Dres. med. G.________, Facharzt für Anästhesiologie, und 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, führten im Bericht des Spitals E.________ vom 
27. Juli 2018 (act. II 104.27) als Diagnose chronische Knieschmerzen 
rechts auf. Die Schmerzen schienen von gemischter Natur zu sein, insbe-
sondere im Bereich des rechten Fusses zeige sich ein ausgeprägter neur-
opathischer Schmerzcharakter, aber auch ein nozizeptiver Schmerz in 
Form von ausgeprägten Anlaufschmerzen. Im Bereich des Knies scheine 
ebenfalls ein gemischter Schmerz vorzuliegen, einerseits ein bewegungs-
abhängiger Schmerz beim Gehen und andererseits ein Ruheschmerz mit 
einer gewissen Hyperpathie im Bereich der Patella und etwas kaudal da-
von.

Am 24. Oktober 2018 (act. II 92 S. 2 ff.) bezeichnete Dr. med. G.________ 
den Gesundheitszustand als stationär. Eine Änderung seit der letzten Dia-
gnosestellung habe sich nicht ergeben. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
lägen chronische invalidisierende Knie-/Fussschmerzen rechts bei Status 
nach Arbeitsunfall vom 10. Mai 2012 vor (S. 2). Seit dem Unfall bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 3). Die bisherige Erwerbstätigkeit sei 
nicht mehr zumutbar (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 10

3.3.7 Im Bericht vom 22. November 2018 (act. II 94 S. 3 f.) führte die 
RAD-Ärztin med. pract. I.________, Fachärztin für Physikalische Medizin 
und Rehabilitation, aus, bis zur Operation im Januar 2018 sei dem Versi-
cherten eine wie im Zumutbarkeitsprofil der kreisärztlichen Abschlussunter-
suchung vom 25. Juni 2015 beschriebene Tätigkeit zumutbar gewesen. 
Aufgrund des Berichts und der Befunde der behandelnden Orthopädin 
Dr. med. F.________ vom 12. Juli 2018 sei ihm eine wie vom Kreisarzt 
beschriebene Tätigkeit überwiegend sitzend (Anteil sitzend 80 % des Ar-
beitstages) 7 Stunden pro Tag mit einer maximal 10-20 % Leistungsein-
schränkung schmerzbedingt ab August 2018 wieder zumutbar (S. 3). Die 
aktuellste Einschätzung, dass keine Erwerbstätigkeit mehr möglich und 
zumutbar sei, sei nicht schlüssig und nachvollziehbar. Es würden keine 
zusätzlichen internistischen Erkrankungen, die Auswirkung auf die Er-
werbsfähigkeit hätten sollten, geltend gemacht. Die bisherige Tätigkeit (als 
...) sei laut dem Zumutbarkeitsprofil der B.________ vom Juni 2015 nie 
zumutbar gewesen (S. 4).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen (SVR 2008 IV Nr. 
22 S. 70 E. 2.4). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 11

Gutachtens entschieden werden, sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 
E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4 S. 467 ff., je mit Hinweisen).

3.5 In medizinischer Hinsicht basiert die angefochtene Verfügung vom 
24. Januar 2019 (act. II 98) im Wesentlichen auf der Aktenbeurteilung der 
RAD-Ärztin med. pract. I.________ vom 22. November 2018 
(act. II 94 S. 3 f.). Nach deren Einschätzung hatte bis zur Operation vom 
5. Januar 2018 (OSME Calcaneusschrauben, offene Rearthrodese Subta-
largelenk mit Spongiosa rechts; act. II 90.32 S. 5) das seit der kreisärztli-
chen Untersuchung vom 25. Juni 2015 formulierte Zumutbarkeitsprofil 
(leichte körperliche Tätigkeiten im Wechselrhythmus zwischen Stehen, Sit-
zen und Gehen mit überwiegend Sitzen mit ganztägigem Pensum; 
act. II 36.2 S. 6) Gültigkeit gehabt. Ab August 2018 erachtete sie eine wie 
vom Kreisarzt beschriebene Tätigkeit mit überwiegendem sitzenden Anteil 
im Umfang von 7 Stunden pro Tag mit einer schmerzbedingten Leistungs-
einschränkung von 10-20 % als zumutbar. Die RAD-Ärztin geht damit im 
Anschluss an die Operation vom 5. Januar 2018 offensichtlich von einer 
mehrmonatigen Arbeitsunfähigkeit aus. In der Beschwerdeantwort vom 
25. März 2019 führt denn auch die Beschwerdegegnerin aus, dass die 
RAD-Ärztin eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von Januar bis 
Juli 2018 attestiert habe, weshalb die angefochtene Verfügung „nicht ganz 
korrekt“ sei. Der Beschwerdeführer habe sich erneut am 20. September 
2017 bei der IVB angemeldet. Es sei ihm daher ab 1. April bis 31. Oktober 
2018 eine befristete ganze IV-Rente zuzusprechen (S. 3 Rn 5 f.). Die Be-
schwerdegegnerin weist damit zumindest sinngemäss zutreffend darauf 
hin, dass mit der Operation anfangs Januar 2018 (act. II 90.32 S. 5) sowie 
der anschliessenden Arbeitsunfähigkeit (act. II 90.32 S. 4) ein Revisions-
grund (vgl. E. 2.3 hiervor) gegeben ist.

In Bezug auf den Gesundheitszustand vor der Operation vom 5. Januar 
2018 (act. II 90.32 S. 5) standen der RAD-Ärztin med. pract. I.________ 
gemäss Aktenverzeichnis der Versicherungsfachperson vom 30. Oktober 
2018 (vgl. act. II 93, 94) keine medizinischen Berichte zur Verfügung. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 12

Zuverlässigkeit ihrer Einschätzung, wonach bis zur Operation im Januar 
2018 eine wie im Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes beschriebene Tätig-
keit möglich gewesen sei, erscheint daher fraglich, zumal sich der Be-
schwerdeführer immerhin am 28. November 2016 einer arthroskopischen 
subtalaren Arthrodese rechts und OSME (2 Schrauben) Calcaneus unter-
zogen hatte (act. II 63.37) und danach kein signifikanter knöcherner Durch-
bau festgestellt werden konnte (act. II 63.15, 63.2), was schliesslich zur 
Rearthrodese von Anfang Januar 2018 (90.32 S. 5) geführt hatte. Unter 
diesen Umständen kann hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin be-
antragten Rentenbeginns ab 1. April 2018 nicht abschliessend auf den Ak-
tenbericht der RAD-Ärztin (act. II 94 S. 3 f.) abgestellt werden. 

3.6 Was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 
dem operativen Eingriff vom 5. Januar 2018 anbelangt, stützte sich die Be-
schwerdegegnerin wiederum auf die Aktenbeurteilung von med. pract. 
I.________ vom 22. November 2018. Danach sei aufgrund des Berichts 
der operierenden Dr. med. F.________ vom 12. Juli 2018 dem Beschwer-
deführer eine angepasste Tätigkeit während sieben Stunden pro Tag mit 
einer maximalen Leistungseinschränkung von 10-20 % wieder zumutbar 
gewesen, was unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV zur Renten-
aufhebung per Ende Oktober 2018 führe (S. 3 Rn 5 f.).

Dr. med. F.________ beurteilte am 12. Juli 2018 gegenüber der Verwal-
tung die medizinische Situation aufgrund der letzten Kontrolle vom 26. April 
2018 und stellte dabei einen verzögerten Verlauf fest. Sie führte aus, in der 
letzten Kontrolle (3 Monate postoperativ) am 26. April 2018 sei ein protra-
hierter Rehabilitationsverlauf zu sehen gewesen; der Beschwerdeführer 
klage weiterhin über belastungsabhängige sowie Ruheschmerzen. Auch 
die Stockentwöhnung habe nicht komplett durchgeführt werden können, 
sodass er im Alltag immer noch auf Unterarmstöcke angewiesen sei. Ra-
diologisch zeige sich ein zunehmender Durchbau der Arthrodese. Eine 
Eingliederung in den bisherigen Beruf sei aufgrund der Diagnosen sowie 
dem protrahierten Rehabilitationsverlauf nicht durchführbar (act. 88 S. 2 f. 
Ziff. 2 und 4; vgl. auch Bericht vom 17. Mai 2018 betreffend die Nachkon-
trolle vom 26. April 2018 zu Handen des Hausarztes; act. II 90.14). Zur 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 13

F.________ nur ansatzweise. Sie hielt fest, dass eine Arbeitsunfähigkeit für 
jegliche körperliche Arbeit bestehe, da der Beschwerdeführer weiterhin nur 
an Unterarmstöcken mobilisiert werden könne bzw. durch die geringe Geh-
strecke sowie weiterhin Stockentlastung des Fusses eingeschränkt sei 
(act. II 88 S. 2 f. Ziff. 1.3, 4). Entgegen der RAD-ärztlichen Auffassung 
(act. II 94) hat damit die behandelnde Ärztin keineswegs eine Wiedererlan-
gung des kreisärztlichen Leistungsprofils festgehalten. Vielmehr schloss sie 
gerade körperliche Arbeiten vollständig aus.

Im Bericht über die Sprechstunde vom 19. Juli 2018, welcher der RAD-
Ärztin med. pract. I.________ gemäss Aktenverzeichnis ebenfalls nicht 
vorgelegen hat (vgl. act. II 93, 94), sprach sich Dr. med. F.________ zu-
dem nicht über die Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätig-
keit aus. Sie nahm aufgrund der persistierenden diffusen Schmerzen eine 
Überweisung des Beschwerdeführers an Dr. med. G.________ zur 
schmerztherapeutischen Beurteilung vor (act. II 104.31 S. 3 f.). Der darauf-
hin erstattete Bericht der Dres. med. G.________ und H.________ vom 
27. Juli 2018 (act. II 104.27), in welchem die Schmerzen als von gemisch-
ter Natur (neuropathisch bzw. nozizeptiv) beurteilt wurden, war der RAD-
Ärztin ebenso nicht bekannt (vgl. act. II 93, 94). Der RAD-Ärztin stand für 
die Beurteilung der später erstellte Verlaufsbericht von Dr. med. 
G.________ vom 24. Oktober 2018 zur Verfügung (act. II 92 S.  ff.). Anders 
als von der Versicherungsfachperson in der Auflistung vermerkt, handelt es 
sich hierbei nicht um ein Arztzeugnis der Orthopädie des Spitals 
E.________, sondern um den Bericht des Schmerztherapeuten. Dr. med. 
G.________ bestätigte darin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 
Unfall (vom Mai 2012), nahm aber ebenfalls nicht zur Leistungsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit Stellung.

3.7 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 14

Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt, waren doch der RAD-
Ärztin, wie erwähnt (vgl. E. 3.5 f. hiervor), sowohl der von Dr. med. 
F.________ vor dem operativen Eingriff vom 5. Januar 2018 erstellte Be-
richt vom 14. August 2017 (über die Problematik des fehlenden Knochen-
durchbaus; act. II 63) als auch derjenige vom 19. Juli 2018 (act. II 104.31 
S. 3 f.) nicht bekannt. Zudem hat med. pract. I.________ offensichtlich 
übersehen, dass die Einschätzung der behandelnden Ärztin vom 12. Juli 
2018 nicht auf einer aktuellen Kontrolle, sondern auf einer mehrere Monate 
zurückliegenden Untersuchung vom 26. April 2018 beruhte. Ebenso wenig 
lag ihr – die im Vergleich zum Verlaufsbericht vom 24. Oktober 2018 
(act. II 92 S. 2 ff.) hinsichtlich der gesundheitlichen Problematik eingehen-
dere – Einschätzung von Dr. med. G.________ vom 27. Juli 2018 
(act. II 104.27) vor. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen von versicherungsin-
ternen Arztpersonen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Dies ist hier der Fall, lässt sich doch weder der (allfällige) 
Rentenbeginn zuverlässig festlegen noch das von med. pract. I.________ 
formulierte Zumutbarkeitsprofil ohne weiteres mit den Feststellungen der 
behandelnden Dr. med. F.________ vom 12. und 19. Juli 2018 (act. II 88 
S. 2 f und 104.31 S. 3 f.) bzw. Dr. med. G.________ vom 27. Juli und 
24. Oktober 2018 (act. II 104.27 und 92 S. 2 ff.) vereinbaren.

Es ist somit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 144 V 427 E. 3.2 S. 430) 
erstellt, dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit erst mit der Operation 
vom 5. Januar 2018 eingetreten ist und zudem ab August 2018 ein Zumut-
barkeitsprofil gültig war, wie es von der RAD-Ärztin med. pract. I.________ 
am 22. November 2018 aufgrund der Akten formuliert worden ist (act. II 94 
S. 3 f.). An diesem Ergebnis vermag auch die kreisärztliche Beurteilung von 
Dr. med. C.________ vom 14. Februar 2019 (act. II 104.8) nichts zu än-
dern. Zwar geht der Kreisarzt vom Erreichen des Endzustands aus und 
übernimmt das von der RAD-Ärztin formulierte Zumutbarkeitsprofil. Jedoch 
untersuchte er den Beschwerdeführer ebenfalls nicht persönlich und er 
legte auch nicht konkret dar, zu welchem Zeitpunkt der Endzustand erreicht 
bzw. das Zumutbarkeitsprofil gültig gewesen sein soll. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 15

3.8 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 24. Ja-
nuar 2018 (act. II 98) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zur umfassenden gutachterlichen 
Klärung (insbesondere Psychiatrie und Orthopädie) der Sachlage zurück-
zuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen 
überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheiten 
zugemutet werden darf, hat der anwaltlich nicht vertretene Beschwerdefüh-
rer trotz seines Obsiegens keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Parteien-
tschädigung (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 24. Januar 2019 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2019, IV/19/145, Seite 16

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.