# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf213852-1bd3-5a53-a7a1-0897597ce6cc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.07.2010 S 2009 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-194_2010-07-01.pdf

## Full Text

S 09 194

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. Juli 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. … ist am … 1948 geboren, verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und ist 

italienische Staatsangehörige. Ab 1979 hielt sich die Versicherte mit einer 

Saisonierbewilligung in der Schweiz auf. Seit dem 11. Oktober 2002 ist sie in 

der Schweiz wohnhaft und Inhaberin einer B-Bewilligung. Zuletzt arbeitete die 

Versicherte von Juni 2002 bis Oktober 2004 als Servicehilfe in einem 

Arbeitsumfang von 100% in ... Aufgrund des Konkurses ihres Arbeitgebers 

verlor sie diese Anstellung und geht seit dem 31. Oktober 2004 keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nach. 

2. Am 23. März 2005 stürzte die Versicherte in einem …bus von …, als dieser, 

während sie die Fahrkarte abstempeln wollte, losfuhr. Sie fiel dabei nach 

hinten auf den Rücken und prallte auf dem flachen Fussboden mit Gesäss 

und Hinterkopf auf, ohne das Bewusstsein zu verlieren. In der Folge war die 

Versicherte wegen den beim Sturz zugezogenen Rückenbeschwerden vom 

23. März 2005 bis 31. Mai 2005 zu 100% arbeitsunfähig und bezog in dieser 

Zeit von der SUVA Versicherungsleistungen. Mit Schreiben vom 19. Mai 2005 

wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die SUVA mangels Unfallkausalität 

die Leistungen aus der Unfallversicherung ab dem 1. Juni 2005 einstelle. 

3. Am 25. Juli 2006 meldete sich die Versicherte erstmals bei der IV-Stelle 

Graubünden zum Bezug von IV-Leistungen an. Zur Art der Behinderung gab 

sie an, sie leide an einem chronischen, therapieresistenten lumbovertebralen 

Syndrom bei degenerativer Fehlform der Lenden- und Halswirbelsäule sowie 

an einem chronifizierten Schmerzsyndrom. 

4. Mit Schreiben vom 9. November 2006 der IV-Stelle wurde eine bidisziplinäre 

Begutachtung bei Dr. med. … und Dr. med. … (rheumatologisch / 

psychiatrisch) angeordnet. Aus rheumatologischer Sicht bestätigte Dr. med. 

… darin für die bisherige Tätigkeit als Küchenhilfe eine Arbeitsfähigkeit von 

50-60% mit entsprechender Stundenverteilung über den Tag. In einer 

angepassten Tätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht 

sicher bei 50-75%. Dr. med. … hielt in seiner fachärztlichen Beurteilung vom 

7. Februar 2007 fest, insgesamt gebe es keine Hinweise für ein primär 

psychisches Leiden der Versicherten. Es liege bei ihr ein chronifiziertes 

Schmerzleiden vor, welches Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung 

habe. Erfahrungsgemäss seien die therapeutischen Möglichkeiten bei dieser 

Kategorie älterer Schmerzpatienten sehr begrenzt, und die 

Wiedereingliederungschancen minim, unabhängig davon, ob den Patienten 

eine (theoretische) Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten 

Arbeit zugemutet werden könne oder nicht. Gestützt darauf hielt Dr. med. … 

in seinem Bericht vom 14. Februar 2007 fest, aus gesamtheitlicher 

psychiatrisch-rheumatologischer Sicht sei bei der Versicherten keine 

vernünftig verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr vorhanden. 

5. Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2007 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass 

kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Mit Vorbescheid vom 22. 

Juli 2008 legte die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Versicherten bei 19.10 % 

fest. Damit sei der rentenbegründende Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

nicht erreicht und es bestehe kein Rentenanspruch.

6. Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 18. August 2008 

Einwand bei der IV-Stelle. Zur Begründung führte sie aus, dass bereits bei der 

physikalisch-medizinischen Rehabilitation vom 7. April 2006 bis 5. Mai 2006 

in der Zürcher Höhenklinik Davos eine Berentung empfohlen worden sei, da 

die Chronizität der Beschwerden eine Integration in die Arbeitswelt 

verhindere. 

7. Mit Schreiben vom 17. November 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass zwecks 

Prüfung des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung eine 

medizinische Abklärung am Medizinischen Zentrum Römerhof in Zürich 

(MZR) notwendig sei. Die interdisziplinäre Begutachtung beim MZR erfolgte 

am 23. März 2009. Dabei wurde sie internistisch, rheumatologisch sowie 

psychiatrisch abgeklärt. Rheumatologisch wurde dabei eine schmerzhafte 

Funktionseinschränkung des rechten Schultergelenks im Sinne einer „frozen 

shoulder“ im sog. Weissen Stadium mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostiziert. Frau Dr. med. … führte dazu aus, die Versicherte habe bei der 

rheumatologischen Begutachtung mit einer erheblichen Selbstlimitation und 

Inkonsistenz imponiert. Im Rahmen der psychiatrischen 

Untersuchungsbefunde konnte keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit gestellt werden und es wurde ihr aus psychiatrischer Sicht 

eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert. Aus 

internistischer und rheumatologischer Sicht wurde im Gutachten des MZR 

festgehalten, dass von September 2005 bis Dezember 2007 keine 

Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und einer 

entsprechenden Verweistätigkeit bestand. Ab Januar 2008 liege jedoch eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit in dem zuletzt ausgeübten Beruf vor. Hingegen 

bestehe für eine leichte, die rechte Schulter nicht belastende Tätigkeit eine 

volle Arbeitsfähigkeit. 

8. Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2009 wurde derjenige vom 22. Juli 2008 ersetzt 

und der Versicherten mitgeteilt, dass der Invaliditätsgrad gestützt auf das 

MZR-Gutachten bei 4% liege und somit kein Anspruch auf eine IV-Rente 

bestehe. 

9. Dagegen erhob die Versicherte am 6. August 2009 Einwand und brachte in 

der Begründung vor, sie leide gemäss Dr. med. … an geistig-intellektuellen 

Schwierigkeiten und Gedächtnisproblemen. Sie sei dadurch eingeschränkt 

und könne keine volle Leistung erbringen. Es sei daher angezeigt, genaue 

medizinische und neuropsychologische Abklärungen anzuordnen, zumal 

diese im MEDAS-Gutachten des MZR nicht erfasst worden seien. 

10. Am 5. November 2009 erliess die IV-Stelle eine Verfügung, worin sie das 

Gesuch auf Invalidenrente ablehnte. Ausgehend von einem 

Erwerbseinkommen ohne Behinderung (Valideneinkommen) als 

Hotelangestellte von Fr. 42'688.35 und einem Einkommen trotz Behinderung 

(Invalideneinkommen) in einer zumutbaren leistungsangepassten Tätigkeit 

von Fr. 40'932.20 ermittelte die Vorinstanz eine Erwerbseinbusse von Fr. 

1'756.15 pro Jahr beziehungsweise umgerechnet einen Invaliditätsgrad von 

4%. Sie hielt fest, dass aufgrund des unter 40% liegenden Invaliditätsgrades 

kein Rentenanspruch bestehe. 

11. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch die …, mit 

Eingabe vom 10. Dezember 2009 beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden Beschwerde erheben. Sie beantragte, die Verfügung vom 5. 

November 2009 sei aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei 

eine Invalidenrente zuzusprechen. Ferner sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, die Kosten für die neuropsychologische Begutachtung zu 

übernehmen. Weiter beantragte sie für das vorliegende Verfahren die 

unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

vorgebracht, der Entscheid der Beschwerdegegnerin basiere auf dem 

interdisziplinären Gutachten vom 1. Juni 2009, welches aus einem 

internistischen, einem rheumatologischen und einem psychiatrischen Teil 

bestehe. Dr. med. … sei gestützt auf die Resultate des von ihm 

durchgeführten „Benton-Tests“, der klare Hinweise auf eine erworbene 

Hirnleistungsschwäche liefere, der Ansicht, es sei eine neuropsychologische 

und ev. eine neurologische Abklärung notwendig gewesen. Da die 

Beschwerdegegnerin es unterlassen habe, eine neuropsychologische 

Abklärung anzuordnen, habe die Beschwerdeführerin ein entsprechendes 

Gutachten in Auftrag gegeben, welches nachgereicht werde. Die Kosten 

dieses Gutachtens seien gemäss Art. 45 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) durch die 

Beschwerdegegnerin zu übernehmen. 

12. Mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2010 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde und verwies primär auf die Akten sowie die 

angefochtene Verfügung, an welcher vollumfänglich festgehalten werde. 

Ergänzend wurde geltend gemacht, es werde bereits in der angefochtenen 

Verfügung ausführlich dargelegt, weshalb es in casu keiner 

neuropsychologischen Untersuchung zur Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit 

bedürfe. Die diesbezüglichen Ausführungen des Regionalärztlichen Dienstes 

(RAD), Dr. med. …, in der Stellungnahme vom 6. Oktober 2009 seien 

schlüssig und nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin unterlasse es in ihrer 

Beschwerde, sich mit dieser Begründung auseinander zu setzen und halte 

pauschal an der angeblichen Notwendigkeit einer neuropsychologischen 

Abklärung fest. So werde zur Begründung einzig der „höchst auffällige 

Benton-Test mit nur einer richtigen Antwort“ von der Beschwerdeführerin 

vorgebracht. Es sei aber festzuhalten, dass die Gründe für einen dermassen 

auffälligen Test klarerweise in der (mangelnden) Kooperation der 

Beschwerdeführerin lägen. Anders sei nicht zu erklären, warum eine solche, 

angeblich massive Hirnleistungsschwäche der Beschwerdeführerin in den 

diversen Begutachtungen nicht hätte auffallen können. Es sei davon 

auszugehen, dass eine neuropsychologische Untersuchung entweder das 

MZR-Gutachten bestätige oder, bei mangelnder Kooperation, keine 

verwertbaren Ergebnisse bringe. Es könne somit auf das MZR-Gutachten 

abgestellt werden und die Kosten des von der Beschwerdeführerin in Auftrag 

gegebenen neuropsychologischen Gutachtens seien nicht zu übernehmen. 

13. Am 26. April 2010 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein, welcher sie 

unter anderem die neuropsychologische Abklärung vom 9. März 2010 (recte 

18. März 2010) der Clinica … sowie die Arztberichte von Dr. med. … (16. März 

2010) und Dr. med. … (20. April 2010) beilegte. Sie machte ergänzend 

geltend, in der Zwischenzeit sei durch die neuropsychologische Untersuchung 

der Clinica … dokumentiert, dass im Bereich der Gedächtnisleistung wie auch 

in den exekutiven Funktionen klare Einschränkungen vorlägen, wobei die 

Gedächtnisleistungen mittelgradig, die exekutiven Funktionen leichtgradig 

beeinträchtigt seien. Zwar könne zum heutigen Zeitpunkt die Diagnose einer 

degenerativen Hirnerkrankung (Alzheimer) nicht bestätigt werden. Die 

Störung könne damit nicht auf eine spezifische Erkrankung zurückgeführt 

werden. Nichts desto trotz seien kognitive Störungen aufgrund der 

Testergebnisse bestätigt, die sowohl das Gedächtnis wie auch die exekutiven 

Funktionen beeinträchtigten. Dabei verstehe es sich von selber, dass bei einer 

mittelgradigen Hirnleistungsstörung die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Zu 

der Frage wie hoch die Einschränkung aufgrund der vorliegenden 

Testergebnissen sei, nehme Dr. … keine Stellung. Es sei gemäss Auffassung 

der Beschwerdeführerin jedoch Aufgabe der Beschwerdegegnerin im 

Rahmen ihrer Abklärungspflicht die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Untersuchung einer/m Neuropsychologin/en am MZR vorzulegen. 

Abschliessend beantragte sie, die Sache sei für weitere medizinische 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

14. Am 10. Mai 2010 reichte die IV-Stelle dem Verwaltungsgericht die Duplik ein. 

Die Beschwerdegegnerin ergänzte darin, Dr. med. … halte im Schreiben vom 

16. März 2010 ausdrücklich fest, dass es sich nicht um eine spezifische 

Störung handle, die auf die im Rahmen der Chronizität des 

Schmerzsyndroms, der Schlafstörungen und der depressiven Tendenz 

zurückgehe. Dieses Schmerzsyndrom sei mitsamt seinen Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit von den MZR-Gutachtern allseitig abgeklärt und bezüglich 

Auswirkungen auf die zumutbare Ausübung einer Arbeitsfähigkeit beurteilt 

worden (vgl. MZR-Gutachten vom 1. Juni 2009). Damit vermöge die 

vorliegende neuropsychologische Untersuchung keine neuen Erkenntnisse 

herbeizuführen, so dass auf weitere Beweisvorkehren zu verzichten sei und 

auf das umfassende, interdisziplinäre Gutachten des MZR vom 1. Juni 2009 

abgestellt werden könne. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie in der 

angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 5. November 2009. Gegenstand des Verfahrens 

bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das Begehren der 

Beschwerdeführerin um Zusprechung einer IV-Rente zu Recht abgelehnt hat. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG und Art. 4 IVG). Der Anspruch 

auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines Jahres, sofern ohne 

wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 

mindestens 40% vorgelegen hat und anschliessend eine rentenbegründete 

Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen 

Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel nach der 

Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG; Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei 

dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch zumutbare 

Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die 

daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist ein 

Versicherter hiernach mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 

IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte - als Beurteilungsgrundlage – ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus nicht möglich 

(BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c).

b) Um den Invaliditätsgrad nach Art. 16 ATSG ermitteln zu können, sind die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht zunächst auf die Unterlagen 

angewiesen, die ihnen Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte und Befunde eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4, 115 V 134 

E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 6. Mai 2003, I 640/02 E. 2). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 

351 E. 3a). Im Zentrum stehen vorliegend das MZR-Gutachten vom 1. Juni 

2009 sowie die Frage, ob dieses ohne eine neurologische bzw. 

neuropsychologische Begutachtung als umfassend qualifiziert werden kann. 

c) Anlässlich des inderdisziplinären MEDAS-Gutachtens wurde die 

Beschwerdeführerin internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch 

untersucht. Im Rahmen der Stellungnahme zu den spezifischen 

Auswirkungen der gesundheitlichen Störung auf die Funktionsfähigkeit und 

Arbeitsfähigkeit in zeitlicher und qualitativer Hinsicht wurde festgehalten, dass 

die Versicherte aus rheumatologischer Sicht einzig aufgrund der bestehenden 

Schulterproblematik, welche anamnestisch seit Januar 2008 bestehe, in ihrer 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Servicehilfe seit Januar 2008 vorübergehend 

nicht arbeitsfähig sei. Bezüglich der übrigen von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden sei auf orthopädisch-rheumatologischem Fachgebiet 

kein Gesundheitsschaden zu objektivieren, der versicherungsmedizinisch 

betrachtet eine dauerhafte Limitierung der Arbeitsfähigkeit, bezogen auf die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Servicehilfe begründen könne. Zudem bestehe 

auch aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Weiter wurde im Gutachten des MZR festgehalten, dass von September 2005 

bis Dezember 2007 keine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit und einer entsprechenden Verweistätigkeit bestanden habe. Ab 

Januar 2008 habe jedoch im zuletzt ausgeübten Beruf eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden, hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit für eine 

leichte, die rechte Schulter nicht belastende Tätigkeit. Zudem wird darauf 

hingewiesen, dass in einer Verweistätigkeit auf eine das rechte 

Schultergelenk nicht belastende Tätigkeit geachtet werden müsse. Der 

regionalärztliche Dienst stellte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 15. Juni 

2009 sowie vom 6. Oktober 2009 vollumfänglich auf das MEDAS-Gutachten 

ab, welches er als klar gegliedert, umfassend und auf die allseitigen 

Untersuchungen beruhend qualifizierte. Anlässlich der MEDAS-Begutachtung 

sei eine psychiatrische Untersuchung erfolgt. Es sei dabei im Psychostatus 

objektiv festgehalten worden, dass Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit 

und Gedächtnis nicht beeinträchtigt seien. Die geltend gemachten 

neuropsychologischen Schwierigkeiten seien nicht hinreichend belegt. Die IV-

Stelle stützte sich in ihrer ablehnenden Verfügung vom 5. November 2009 

einerseits auf die Beurteilung des regionalärztlichen Dienstes (RAD) und 

andererseits auf das von ihr im Rahmen des ersten Einwandverfahrens 

eingeholte interdisziplinäre Gutachten des MZR vom 1. Juni 2009. 

d) Mit Schreiben vom 23. November 2009 beantragte die Beschwerdeführerin, 

die Verfügung vom 5. November 2009 sei in Wiedererwägung zu ziehen. 

Begründet wurde der Antrag damit, dass der von Dr. med. …, Kinder- und 

Jugendpsychiater FMH, durchgeführte Benton-Test einen klaren Hinweis auf 

eine erworbene Hirnleistungsschwäche gebe. Gestützt darauf erachte Dr. 

med. … es als angezeigt, bei der Beschwerdeführerin eine zusätzliche 

neuropsychologische sowie eventuell neurologische Abklärung zu 

veranlassen, da das Gutachten des MZR eine solche nicht beinhaltete. Die 

Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einen 

Untersuchungsbericht der Clinica … ein. Aufgrund der am 9. März 2010 durch 

Dr. med. … und Dipl. psych. … durchgeführten 

neurologischen/neuropsychologischen Untersuchungen wurde darin 

festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin keine spezifische Störung und 

momentan auch keine sicheren Hinweise auf einen degenerativen Prozess im 

Sinne einer Alzheimer-Demenz vorlägen. Zwar gebe es verschiedene 

Einschränkungen in der Gedächtnisleistung und den exekutiven Funktionen. 

Die kognitiven und exekutiven Einschränkungen stünden jedoch in Beziehung 

zu den seit Jahren dauernden psychischen Störungen, Schlafstörungen sowie 

den chronischen Schmerzen. Abschliessend wurde im Gutachten 

festgehalten, dass eine Behandlung dieser Ursachen eine positive 

Auswirkung auf die kognitiven Funktionen des täglichen Lebens haben 

müsste, folglich die kognitiven Störungen damit zu bekämpfen seien. 

Neurologische Störungen wurden anlässlich dieser Untersuchung hingegen 

keine festgestellt. Damit wurde der von Dr. med. … angeführte Verdacht auf 

eine erworbene Hirnleistungsschwäche im Gutachten nicht bestätigt. Aus dem 

Gutachten geht nicht eindeutig hervor, ob der Benton-Test anlässlich der 

neurologischen/neuropsychologischen Untersuchung durchgeführt worden 

ist. Hingegen geht aus dem Untersuchungsbericht hervor, dass eine ähnliche 

Testung der visuellen Funktionen stattgefunden hat. 

3. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die 

neurologische/neuropsychologische Untersuchung im Bereich 

Gedächtnisleistung wie auch in den exekutiven Funktionen klare 

Einschränkungen dokumentiere. Die Gedächtnisleistungen seien 

mittelgradig, die exekutiven Funktionen leichtgradig beeinträchtigt. Auch 

wenn zum heutigen Zeitpunkt die Diagnose einer degenerativen 

Hirnerkrankung (Alzheimer) nicht bestätigt werden könne, seien kognitive 

Störungen aufgrund der Testergebnisse dennoch bestätigt, die sowohl das 

Gedächtnis wie auch die exekutiven Funktionen beeinträchtigten. Zur Frage 

in welchem Umfang die Beschwerdeführerin eingeschränkt sei, nehme Dr. 

med. … keine Stellung. Damit die Frage, in wieweit die Beschwerdeführerin 

in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei sorgfältig und vollständig geklärt 

werde, habe die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Abklärungspflicht die 

Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung einer/m 

Neuropsychologin/en am MZR vorzulegen. Störungen der Gedächtnisleistung 

würden sich grundsätzlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und sich in einer 

Überforderung niederschlagen. Auch könne es sein, dass das Arbeitstempo 

stark verlangsamt werde und die Zuverlässigkeit leide. Die Behauptungen der 

Beschwerdegegnerin, dass die neuropsychologische Untersuchung mangels 

Kooperation keine verwertbaren Ergebnisse liefern würde, sei abzulehnen. 

Wäre dies der Fall, so hätte die zuständige Neuropsychologin in der 

Auswertung auf die Widersprüche hingewiesen und dies in der Beurteilung 

mit einfliessen lassen. 

b) Die Beschwerdegegnerin entgegnet, dass den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin hinsichtlich der Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit 

nicht gefolgt werden könne. Dr. … halte im Schreiben vom 16. März 2010 

ausdrücklich fest, dass es sich um eine nicht spezifische Störung handle, die 

auf die Chronizität des Schmerzsyndroms, der Schlafstörungen und der 

depressiven Tendenz zurückzuführen seien. Dieses Schmerzsyndrom 

mitsamt seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei von den MZR-

Gutachtern allseitig abgeklärt und bezüglich Auswirkung auf die zumutbare 

Ausübung einer Arbeitsfähigkeit beurteilt worden. Die vorliegende 

neuropsychologische Untersuchung vermöge daher keine neuen 

Erkenntnisse zu erbringen, so dass auf weitere Beweisvorkehren zu 

verzichten sei. 

c) Zunächst gilt es festzuhalten, dass eine neurologische/neuropsychologische 

Begutachtung aufgrund der von Dr. med. … dargelegten Ergebnisse beim 

Benton-Test und die daraus abgeleitete Erkenntnis bei der 

Beschwerdeführerin könnte eine erworbene Hirnleistungsschwäche 

vorliegen, durchaus angezeigt war. Zwar wurde die Beschwerdeführerin 

psychiatrisch im Rahmen des MZR-Gutachtens abgeklärt, eine 

diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit wurde jedoch verneint. Die 

Neuropsychologie vermag rechtsprechungsgemäss nach derzeitigem 

Wissensstand nicht selbstständig eine Genese abschliessend zu beurteilen, 

dennoch sind die neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse im 

Rahmen einer gesamthaften Beweisführung bedeutsam (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_234/2010 vom 8. Juni 2010). In vorliegender 

Angelegenheit beinhaltet die neurologische/neuropsychologische 

Untersuchung respektive das beigebrachte Gutachten der Clinica … keine 

Aussagen zu einer etwaigen Arbeitsunfähigkeit bzw. ob überhaupt eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die festgestellten 

Beeinträchtigungen besteht. Gemäss Gutachten sind bei der 

Beschwerdeführerin kognitive Störungen vorhanden, die das Gedächtnis und 

die exekutiven Funktionen beeinträchtigen. Das Ausmass der Ausprägung der 

Gedächtnisstörungen wird dabei als mittelgradig, dasjenige der exekutiven 

Funktionen als leichtgradig qualifiziert. Jedoch wird im Untersuchungsbericht 

festgehalten, dass diese Störungen auf keine spezifische Erkrankung 

hinweisen. Die neurologischen/neuropsychologischen Gutachter sehen die 

Ursache für die kognitiven Schwierigkeiten in der Chronizität des 

Schmerzsyndroms und den damit verbundenen Schlafstörungen sowie der 

depressiven Tendenz. Im Neurostatus fänden sich hingegen keine Hinweise 

auf zentrale neurologische Störungen. Gestützt auf diese 

Untersuchungsergebnisse gehen die Gutachter denn auch davon aus, dass 

die kognitiven Störungen mittels gezielter Therapie der dafür verantwortlichen 

Ursachen (chronisches Schmerzsyndrom) zu bekämpfen respektive positiv 

beeinflussbar seien. Die Begutachtung und die darin attestierten 

Einschränkungen vermögen demnach keine Abweichung von der MZR-

Beurteilung zu bewirken. Mit dem Gutachten liegt nun eine 

neurologische/neuropsychologische Beurteilung von Experten der Clinica … 

vor, die in vorliegender Angelegenheit eine umfassende Beweisführung 

ermöglicht. Es ist nicht ersichtlich, was ein nochmaliges Vorlegen dieser 

Ergebnisse und eine Beurteilung derselben durch einen MZR-Gutachter bzw. 

einen weiteren Neurologen für neue Erkenntnisse bringen würde. Demnach 

kann darauf verzichtet werden.

d) Keine Anhaltspunkte hingegen finden sich zu den von der IV-Stelle 

geäusserten Bedenken, die Testresultate könnten durch mangelnde 

Kooperation zustande gekommen sein. Um gerade solche falschen Resultate 

auszuschliessen, ist diese Problematik in standardisierten wissenschaftlichen 

Testverfahren berücksichtigt. Aus den Gutachten ergeben sich keine 

Hinweise, dass vorliegend von einer Beeinflussung der Testresultate durch 

mangelnde Kooperation seitens der Beschwerdeführerin auszugehen ist. Die 

pauschalen Vorwürfe lassen sich aufgrund der Aktenlage nicht verifizieren. 

e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass in vorliegender 

Angelegenheit eine neurologische/neuropsychologische Begutachtung für 

eine gesamthafte Beweisführung durchaus angezeigt war. Jedoch vermögen 

die im Rahmen der Begutachtung durch die Clinica … diagnostizierten 

Einschränkungen (Gedächtnisleistung und exekutive Funktionen) keine 

Abweichung von der durch das MEDAS-Gutachten attestierten 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu bewirken. Damit wurde der 

Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht von der IV-Stelle abgelehnt.  

4. a) Wie in den obigen Erwägungen dargelegt, war die 

neurologische/neuropsychologische Begutachtung der Beschwerdeführerin 

durch Dr. med. … und Dipl. psych. … der Clinica … angezeigt. Gemäss Art. 

45 Abs. 1 Satz 2 ATSG hat der Versicherungsträger bei Massnahmen, die er 

nicht angeordnet hat, die Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die 

Massnahmen für die Beurteilung des Anspruches unerlässlich waren. 

Aufgrund der Feststellung von Dr. med. … vom 8. Dezember 2009, der nach 

vorgenommenem Benton-Test Hinweise auf eine erworbene 

Hirnleistungsschwäche geltend machte, wäre es in die Obliegenheit der IV-

Stelle gefallen, erneute medizinische Abklärungen, bzw. 

neurologische/neuropsychologische Abklärungen in Ergänzung zum 

Gutachten des MZR vom 1. Juni 2009 anzuordnen. Die IV-Stelle stützte sich 

in ihrem Entscheid vollumfänglich auf das Gutachten des MZR vom 1. Juni 

2009, obwohl dieses ohne neuropsychologisches Teilgutachten nicht den 

Anforderungen eines umfassenden Gutachtens entsprach. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind denn auch Abklärungskosten, 

welche im Beschwerdeverfahren entstanden sind, dann dem 

Versicherungsträger aufzuerlegen, wenn dieser die entsprechenden 

Abklärungen bereits im Verwaltungsverfahren hätte vornehmen müssen (vgl. 

BGE 112 V 334, 98 V 273). Auch werden der Partei im Gerichtsverfahren die 

Kosten eines von ihr eingereichten Gutachtens dann ersetzt, wenn sich der 

Rechtsmittelentscheid darauf abstützt (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. 

Auflage, Zürich 2008, N 12 zu Art. 45; BGE 115 V 62), wie dies in casu der 

Fall ist. 

b) Nach dem oben Ausgeführten wird die IV-Stelle in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde verpflichtet, die Kosten für die 

neurologische/neuropsychologische Begutachtung der Beschwerdeführerin 

durch die Clinica … in der Höhe von Fr. 355.-- zu übernehmen. 

5. a) Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu 2/3 zulasten der 

Beschwerdeführerin und zu 1/3 zulasten der Beschwerdegegnerin (Art. 73 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Graubünden 

[VRG]), welche überdies der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine 

entsprechend dem Verfahrensausgang angemessene Parteientschädigung 

zu bezahlen hat (Art. 78 VRG). Gemäss Art. 2 der Honorarverordnung (HV) 

ist für die Parteientschädigung von der Honorarnote der anwaltlichen 

Vertretung auszugehen, sofern unter anderem der vereinbarte Stundensatz 

üblich und der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die 

Prozessführung erforderlich ist. Der von der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Stundenaufwand von 9 Stunden 

erscheint aufwandmässig als gerechtfertigt. Hingegen übersteigt der in der 

Aufwandzusammenstellung geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 200.-- 

den für Hilfsorganisationen gewährten Stundenansatz von Fr. 160.-- und 

entspricht damit nicht der Praxis des Verwaltungsgerichtes, wonach 

Anwälten, die innerhalb einer Hilfsorganisation tätig sind, nicht der volle 

Anwaltstarif entschädigt wird, weil ihre Arbeitssituation von derjenigen der 

selbständigen Anwälte abweicht und ihnen strukturbedingte Einsparungen 

möglich sind (VGU S 09 127 E. 3a, S 07 118). Auch das Bundesgericht hat 

festgehalten, dass von Bundesrechts wegen keine generelle 

entschädigungsrechtliche Gleichstellung zwischen einer gemeinnützigen 

Organisation und freiberuflich tätigen Anwälten verlangt sei. So habe die 

gemeinnützige Organisation keine Gewinnabsicht und sie müsse die 

Selbstkosten möglichst gering halten. Ferner müssten die Anwälte solcher 

Organisationen nicht das volle unternehmerische Risiko tragen. Zur Höhe der 

Entschädigung führte das Bundesgericht aus, dass der bundesrechtliche 

Entschädigungsrahmen bei einer gemeinnützigen Organisation zwischen Fr. 

130.-- und Fr. 180.-- pro Stunde anzusetzen sei. Dies schliesse eine 

Gewinnerzielung der Organisation weitgehend aus und sichere die 

Kostendeckung. In diesem Rahmen sei die Festsetzung des Honorars Sache 

des Kantons (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_415/2009 vom 12.08.2009, 

E. 5.4; 9C_688/2009 vom 19.11.2009, E. 5). Unter Berücksichtigung der 

geltend gemachten Spesen von Fr. 137.-- sowie des gesetzlichen 

Mehrwertsteuersatzes erscheint eine Parteientschädigung zu 1/3 in der Höhe 

von Fr. 565.60 (inkl. MwSt) als dem Verfahrensgang angemessen. 

b) Die Beschwerdeführerin beantragt ausserdem für das vorliegende Verfahren 

die unentgeltliche Rechtspflege. Das Gericht kann nach Art. 76 Abs. 1 VRG 

einer Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag die 

unentgeltliche Prozessführung bewilligen, sofern ihr Rechtsstreit nicht 

offensichtlich mutwillig oder von vornherein aussichtslos ist. Gemäss Art. 61 

lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen, gewährleistet sein. 

Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der Beschwerde führenden Person 

ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Die Voraussetzungen für die 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung 

sind in der Regel erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die 

Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine 

Anwältin notwendig oder doch geboten ist (BGE 125 V 202 E. 4a mit 

Hinweisen). 

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin öffentlich unterstützt. 

Zudem kann ihre Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden, 

weshalb ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist. Als 

unentgeltlicher Rechtsbeistand wird der Beschwerdeführerin Rechtsanwältin 

… der Hilfsorganisation … bestellt. Die Kosten des Verfahrens und der 

anwaltlichen Vertretung der Beschwerdeführerin werden, soweit sie nicht der 

Beschwerdegegnerin überbunden werden, durch die Staatskasse 

übernommen. Dabei ist hinsichtlich der durch die Staatskasse 

übernommenen Parteientschädigung zu berücksichtigen, dass gemäss Art. 5 

HV für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung und der 

amtlichen Vertretung der Rechtsanwältin oder dem Rechtsanwalt ein 

reduzierter Stundensatz zuzüglich notwendige Barauslagen und 

Mehrwertsteuer ausgerichtet wird. Der Stundenansatz für die im Rahmen der 

unentgeltlichen Vertretung von der Staatskasse zu übernehmende 

Parteientschädigung wird daher auf Fr. 130.-- festgesetzt. 

c) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-

1000 Franken festgelegt. Die Kosten von Fr. 700.-- werden demnach zu 2/3 

von der Beschwerdeführerin bzw. der Staatskasse und zu 1/3 von der 

Beschwerdegegnerin übernommen. Des Weiteren wird gemäss Praxis des 

Verwaltungsgerichts bei Anwälten die innerhalb einer Hilfsorganisation tätig 

sind, ein Honorar von Fr. 130.-- pro Stunde zuzüglich notwendiger 

Barauslagen und Mehrwertsteuer für die unentgeltliche Vertretung 

ausgerichtet. Unter Berücksichtigung der Parteientschädigung zu 1/3 durch 

die Beschwerdegegnerin, sowie der geltend gemachten Spesen und des 

Mehrwertsteuersatzes erscheint die Ausrichtung von Fr. 937.55 (inkl. MwSt) 

durch die Staatskasse als angemessen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die IV-Stelle verpflichtet, die 

Kosten des Gutachtens der Clinica … von Fr. 355.-- zu bezahlen. Im Übrigen 

wird die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zu 1/3 zulasten der IV-Stelle und zu 2/3 

zulasten von …, wobei diese unter Vorbehalt von Art. 77 VRG durch die 

Gerichtskasse übernommen werden. Die Gerichtskosten sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen. 

3. Die IV-Stelle hat … eine Parteientschädigung von Fr. 565.60 (inkl. MWST) zu 

bezahlen. 

4. a) Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor Verwaltungsgericht die 

unentgeltliche Verbeiständung gewährt und ein Rechtsbeistand in der Person 

von … bestellt. 

b) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens und unter Berücksichtigung der 

Parteientschädigung zu 1/3 durch die IV-Stelle wird ein Honorar von Fr. 

937.55 (inkl. MWST) durch die Gerichtskasse ausgerichtet. 

c) Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin 

verbessern, so steht dem Kanton Graubünden gemäss Art. 77 Abs. 1 VRG 

ein Rückforderungsrecht zu.