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**Case Identifier:** 627397e0-88b8-5bc4-96ad-c510a1f9f19f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.01.2024 200 2023 784
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-784_2024-01-08.pdf

## Full Text

200 23 784 IV
SCP/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Januar 2024

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Bossert

Sozialdienst A.________
Beschwerdeführerin 1

B.________
gesetzlich vertreten durch C.________
vertreten durch Sozialdienst A.________
Beschwerdeführer 2

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2024, IV/23/784, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2007 geborene B.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer 2) meldete sich, gesetzlich vertreten durch seine Eltern und 
unter Mithilfe des Sozialdienstes A.________ (nachfolgend Beschwerde-
führerin 1), im Mai 2023 unter Hinweis auf eine seit 2014 bestehende Adi-
positas bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und 
beantragte die Gewährung medizinischer Massnahmen sowie beruflicher 
Eingliederungsmassnahmen (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die IVB holte schulische und medizi-
nische Unterlagen ein (act. II 4, 11, 17) und führte ein Assessment durch 
(act. II 12). Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) sowie weiterer medizinischer Angaben (act. II 25, 28), ver-
neinte die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 29) mit 
Verfügung vom 3. Oktober 2023 (act. II 31) den Anspruch auf Eingliede-
rungsmassnahmen und eine Rente, da aktuell kein IV-relevanter Gesund-
heitsschaden vorliege. 

B.

Dagegen erhoben der Versicherte, gesetzlich vertreten durch seine Eltern 
und diese vertreten durch den Sozialdienst A.________, sowie der Sozial-
dienst A.________ in eigenem Namen, am 3. November 2023 Beschwer-
de. Sie beantragen, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei 
dem Beschwerdeführer 2 Kostengutsprache für geeignete berufliche Mass-
nahmen betreffend Berufsberatung und vorbereitende Massnahmen zum 
Eintritt in die Ausbildung zu leisten. Eventualiter sei die Angelegenheit an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks vertiefter Abklärung der 
gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers 2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2023 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Gestützt auf diverse Feststellungen und Erkenntnisse erwog der Instrukti-
onsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 1. Dezember 2023, die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens scheine nachvollziehbar begründet. 
Gleichzeitig forderte er die Beschwerdeführenden auf, einen Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- zu leisten und gab ihnen Gelegenheit, Schlussbe-
merkungen einzureichen oder die Beschwerde kostenfrei zurückzuziehen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Dezember 2023 stellte der Instruk-
tionsrichter fest, die Beschwerdeführenden hätten den Kostenvorschuss 
geleistet. Gleichzeitig verfügte er, es werde kein weiteres Beweisverfahren 
durchgeführt.

Die Beschwerdeführenden hielten mit Schlussbemerkungen vom 18. De-
zember 2023 an der Beschwerde vom 3. November 2023 fest. 

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

1.1.2 Der Beschwerdeführer 2 ist im vorinstanzlichen Verfahren mit sei-
nen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, wes-
halb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 

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Zur Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 1 ist Folgendes fest-
zuhalten: Gemäss Art. 66 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sind zur Geltendma-
chung des Anspruchs befugt: der Versicherte, sein gesetzlicher Vertreter 
sowie Behörden oder Dritte, die den Versicherten regelmässig unterstützen 
oder dauernd betreuen. Behörden und Dritte, welche diese Voraussetzun-
gen erfüllen, können auch die entsprechenden Entscheide auf dem 
Rechtsmittelweg weiterziehen (BGE 149 V 49 E. 5.3 S. 54). Seit April 2021 
werden die Eltern des minderjährigen Beschwerdeführers 2 und somit auch 
dieser von der Beschwerdeführerin 1 mit Sozialhilfe unterstützt (Beschwer-
de S. 2 II./Ziff. 5), womit eine regelmässige Unterstützung im Sinne von Art. 
66 Abs. 1 IVV gegeben ist. Zudem besteht eine gewisse Gefahr, dass der 
Beschwerdeführer 2 bei ausbleibender Ausbildung, zu deren Erreichung 
die hier insbesondere umstrittenen beruflichen Massnahmen beitragen 
könnten, auch nach Eintritt der Volljährigkeit bedürftig bleibt. Folglich ist die 
Beschwerdeführerin 1 in eigner Sache zur Beschwerde legitimiert.

1.1.3 Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-
desgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 
831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form 
(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 3. Oktober 2023 (act. II 31), mit 
welcher die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines IV-relevanten Ge-
sundheitsschadens und somit umfassend den Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung verneint hat. Beschwerdeweise wird die Gewährung 
beruflicher Massnahmen beantragt (Rechtsbegehren Ziffer 2), so dass vor-
liegend insbesondere der entsprechende Leistungsanspruch streitig und zu 
prüfen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Vorliegend sind insbeson-
dere berufliche Massnahmen streitig. Die hier angefochtene Verfügung 
datiert vom 3. Oktober 2023 (act. II 31) und ist somit nach dem Inkrafttreten 
der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 ergangen, weshalb die Bestimmun-
gen des IVG und diejenigen der IVV in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fas-
sung massgebend sind.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Nicht 
erwerbstätige Minderjährige gelten als invalid, wenn die Beeinträchtigung 
ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit voraussichtlich 
eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 
Abs. 2 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

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2.3

2.3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzuste-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Der Anspruch 
auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung 
einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der 
Massnahmen sind insbesondere das Alter (lit. a), der Entwicklungsstand 
(lit. b), die Fähigkeiten der versicherten Person (lit. c) und die zu erwarten-
de Dauer des Erwerbslebens (lit. d) zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis 
IVG). Drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähig-
keit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Er-
werbsunfähigkeit ist unerheblich (Art. 1novies IVV).

2.3.2 Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Art. 8 Abs. 3 
IVG u.a. in Massnahmen beruflicher Art (lit. b). Letztere umfassen u.a. Be-
rufsberatung (Art. 15 IVG) und die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 
IVG). 

2.3.3 Versicherte, die infolge Invalidität Schwierigkeiten bei der Berufs-
wahl haben, haben Anspruch auf Berufsberatung und eine vorbereitende 
Massnahme zum Eintritt in die Ausbildung (Art. 15 Abs. 1 IVG). Versicher-
te, die infolge Invalidität Schwierigkeiten bei der Ausführung ihrer früheren 
Tätigkeit haben, haben ebenfalls Anspruch auf Berufsberatung (Art. 15 
Abs. 2 IVG; vgl. hierzu auch Art. 4a IVV). In Betracht fällt jede körperliche 
oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte 
Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigun-
gen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. 
Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte 
Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der 
Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a S. 29).

2.3.4 Rechtsprechungsgemäss bewirkt eine Adipositas grundsätzlich kei-
ne zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität bzw. keine längerdauern-

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de Erwerbsunfähigkeit, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden 
verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese   
Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonde-
ren Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet 
werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumut-
bare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem 
das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraus-
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Er-
werbsfähigkeit bzw. der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur 
Folge hat (SVR 2021 IV Nr. 55 S. 185 E. 5.3.2).

2.4 Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um 
die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu ver-
ringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sodann 
muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des beste-
henden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv 
teilnehmen, insbesondere an Massnahmen der Frühintervention, Integrati-
onsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Mass-
nahmen beruflicher Art, medizinischen Behandlungen nach Art. 25 KVG 
und Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und 
Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als zumutbar gilt jede Mass-
nahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenom-
men sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen 
sind (Art. 7a IVG).

Kommt die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder Art. 43 
Abs. 2 ATSG nicht nach, können ihr die Leistungen vorübergehend oder 
dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich ge-
mahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine ange-
messene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2024, IV/23/784, Seite 8

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht der Klinik D.________ des Spitals E.________, vom 
2. Dezember 2022 (act. II 11/3 ff.) wurde kein Nachweis der familiären LM-
NA-Variante nachgewiesen. Es wurde festgehalten, die bei der Mutter des 
Beschwerdeführers 2 identifizierte Variante im LMNA-Gen sei beim Be-
schwerdeführer 2 nicht nachgewiesen worden. Bei ihm bestehe daher kein 
aufgrund dieser Variante erhöhtes Risiko für eine Kardiomyopathie und er 
könne diese Variante auch nicht an seine Kinder weitergeben. Bezüglich 
der bei der Mutter des Beschwerdeführers 2 zusätzlich identifizierten, un-
klaren Variante im FLNC-Gen habe man bereits initial besprochen, dass 
diese möglicherweise in einem ursächlichen Zusammenhang mit ihrer ge-
neralisierten Myopathie stehen könnte, eine abschliessende Beurteilung 
jedoch derzeit nicht möglich sei. Da es sich um eine bisher als unklar klas-
sierte Variante handle, und da beim Beschwerdeführer 2 keine Muskelbe-
schwerden vorlägen, sei besprochen worden, eine Testung bezüglich 
dieser Variante bei ihm derzeit eher zurückhaltend zu sehen. Diese Ent-
scheidung könnte abhängig von einer möglichen weiteren Klärung der Va-
riante bei der Mutter oder des älteren Bruders in Zukunft neu evaluiert 
werden.

3.2 Im Bericht des Zentrums F.________ des Spitals E.________ vom 
22. März 2023 (act. II 11/1 f.) wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:

Extreme primäre Adipositas (ICD-10: E66.95) m/b:
 BMI 45.2 kg/m2 (+3.43 SDS), aktuell 44.1 kg/m2 (+3.40 SDS)
 Komorbiditäten:

 arterielle Hypertonie
 metabolisches Syndrom mit Acanthosis nigricans
 Toleranzstörung im OGTT (oraler Glukosetoleranz-Test) vom 22. Juni 

2022, aktuell: HbA1c 5.3 %
 Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)

 Risikofaktoren: stark belastete Familienanamnese mit kardiovaskulären Risiko-
faktoren

 Mutter mit bekannter Myopathie (genetische Abklärung beim Beschwerdefüh-
rer 2 unauffällig)

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Zur Zwischenanamnese wurde festgehalten, es gehe dem Beschwerdefüh-
rer 2 insgesamt gut, er habe versucht, etwas weniger Süssigkeiten zu kon-
sumieren und die Portionengrösse etwas nach unten anzupassen. Nach 
wie vor trinke er aber regelmässig gezuckerten Tee. Er würde sich mehr 
bewegen mit seinen Brüdern, sowie mit seinen Freunden, indem er regel-
mässig Laufen gehe. Er habe eine Ernährungsberatung, die er besuche in 
…. Die Systemanamnese sei aktuell unauffällig. Das Bewegungsverhalten 
belaufe sich auf etwa zwei Stunden pro Woche und der Medienkonsum auf 
25 Stunden pro Woche. Bezüglich Beurteilung und Procedere wurde aus-
geführt, man sehe beim Beschwerdeführer 2 eine leichte Reduktion des 
Körpergewichts von 2.7 kg, welche auf geringe Anpassung des Lifestyles 
zurückzuführen sei. Bezüglich Komorbiditäten werde bei der nächsten Un-
tersuchung ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt und bei einer Insu-
linresistenz mit Metformin begonnen. Eine Behandlung mittels eines GLP-
1-Agonisten sei diskutiert worden, davon möchte der Beschwerdeführer 2 
aktuell absehen. Eine weitere Therapie mittels Bariatrie sei ebenso bespro-
chen worden, davon möchte er aber im Moment auch absehen. 

3.3 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Kinder- und Jun-
gendmedizin, führte in der Stellungnahme vom 12. Juli 2023 (act. II 25) die 
folgende Diagnose auf:

Adipositas per magna mit:
 metabolischem Syndrom (arterielle Hypertonie, Fettleber, gestörter Glukoseto-

leranz)

Der RAD-Arzt hielt fest, es bestünden keine Geburtsgebrechen. Dokumen-
tiert sei eine extreme Adipositas mit einem BMI von knapp 45 kg/m2 mit 
typischen Begleiterscheinungen (arterielle Hypertonie, metabolisches Syn-
drom, Störung der Glukosetoleranz sowie eine NAFLD), welche bei ent-
sprechender Gewichtsreduktion als reversibel zu betrachten seien. Bisher 
hätten eine Ernährungsberatung und eine Bewegungstherapie stattgefun-
den. Die schulischen Leistungen seien gut, jedoch mit reduzierten Lernzie-
len. Der genaue Grund sei anhand der Akten nicht ersichtlich. Die 
Prognose sei bei entsprechender Therapie (Gewichtsreduktion) gut. Bei 
erfolgter Gewichtsreduktion wäre dem Beschwerdeführer 2 alles zumutbar. 
Es bestehe ein BMI von 45 kg/m2; aktuell liege jedoch kein IV-relevanter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2024, IV/23/784, Seite 10

Gesundheitsschaden vor. Die Symptomatik basiere auf einer ungesunden 
Lebensweise. Es sei vermerkt, dass der Beschwerdeführer 2 pro Woche 
einen Medienkonsum von 25 Stunden, aber nur eine Bewegungszeit von 
zwei Stunden habe. Eine Gewichtsreduktion sei medizinisch erforderlich 
und auch dem Beschwerdeführer 2 zuzumuten. Perspektivisch betrachtet 
sei von Einbussen hinsichtlich der Erwerbstätigkeit auszugehen, falls es 
nicht zu einer Gewichtsreduktion kommen sollte. Es bestehe eine Adiposi-
tas Grad Ill, aufgrund eines BMI > 40.0. Der aktuelle Gesundheitszustand 
sei nicht irreversibel und wäre durch diverse Massnahmen (noch) positiv 
beeinflussbar. Zu den bereits durchgeführten Therapien (Ernährungsbera-
tung und Bewegungstherapie) wäre ergänzend eine psychologische Unter-
stützung (beispielsweise in Form einer Verhaltenstherapie) sinnvoll. Bei 
bestehendem Übergewicht wäre noch die Option einer bariatrischen Chir-
urgie möglich. Dies sei aufgrund des Alters des Beschwerdeführers 2 aber 
sicher kritisch zu diskutieren. Zur abschliessenden Beurteilung würden 
noch Angaben des Hausarztes benötigt.

3.4 Dr. med. H.________, Assistenzärztin am Spital I.________, be-
antwortete in der Stellungnahme vom 21. Juli 2023 (act. II 28/4) diverse 
Fragen zuhanden der Beschwerdegegnerin (act. II 26). Sie hielt fest, war-
um reduzierte, individuelle Lernziele bestünden, sei nur eingeschränkt be-
urteilbar, gemäss den Akten aufgrund einer möglichen Dekonditionierung, 
gemäss dem letzten Bericht der Adipositassprechstunde des Spitals 
E.________ sei eine weitere Abklärung mittels Bodyplethysmographie vor-
gesehen. Gemäss den Akten habe bisher weder eine neuropsychologische 
Testung noch eine stationäre Rehabilitation stattgefunden. Es gebe keine 
(weiteren) endokrinologischen Berichte in den Akten. Weitere Massnahmen 
zur Gewichtsreduktion wären sehr sinnvoll.

3.5 Im Bericht vom 23. November 2023 (Akten der Beschwerdeführen-
den [act. Ia] 1) der Klinik J.________ des Spitals E.________ zur Endokri-
nologiesprechstunde vom 10. November 2023 wurden die folgenden 
Diagnosen aufgeführt: 

1. Extreme primäre Adipositas (ICD-10: E66.95) m/b:
 BMI initial 45.2 kg/m2 (+3.43 SDS), aktuell 47.38 kg/m2 (+3.99 SDS)
 Komorbiditäten:

 metabolisches Syndrom mit Acanthosis nigricans

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2024, IV/23/784, Seite 11

 Toleranzstörung im OGTT vom 15. September 2023
 NAFLD

 Risikofaktoren: stark belastete Familienanamnese mit kardiovaskulären Ri-
sikofaktoren

 Mutter mit bekannter Myopathie (genetische Abklärung beim Beschwerde-
führer 2 unauffällig)

2. Schwierige psychosoziale Situation
3. Gamesucht

Zur Zwischenanamnese wurde festgehalten, momentan gehe der Be-
schwerdeführer 2 in die zehnte Klasse. Die Eltern meinten, seine Situation 
werde immer schlimmer. Er habe seit zwei Monaten keinen Sport getrie-
ben, sein Medienkonsum nehme zu und er habe bis zu 50 % Abwesenheit 
in der Schule, wo es zu Mobbing komme. Der Vater sei aufgrund der positi-
ven Familienanamnese und des erhöhten kardiovaskulären Risikos sehr 
besorgt. Er möchte aus diesem Grund endlich eine Veränderung sehen. Es 
bestehe ein Bewegungsverhalten von null Stunden pro Woche und ein Me-
dienkonsum von mehr als 100 Stunden pro Woche. Zur Beurteilung wurde 
angegeben, der Beschwerdeführer 2 zeige eine primäre extreme Adiposi-
tas mit im Verlauf zunehmendem Body Mass Index und zunehmender Fett- 
und Muskelmasse. Als Komorbiditäten bestünden ein metabolisches Syn-
drom mit Acanthosis nigricans und eine NAFLD. Als besondere Risikofakto-
ren würden die stark belastende Familienanamnese bezüglich kardiovas-
kulärer Risikofaktoren und Typ-2-Diabetes gelten. Im Labor zeige der 1-
Stunden-OGTT-Wert von 9.2mmol/L und der 2-Stunden-Wert von 
7.53mmol/L ein erhöhtes Risiko für einen Typ 2 Diabetes an. Wie bei der 
letzten Kontrolle vereinbart werde vorgeschlagen, eine Therapie mit Sa-
xenda zu beginnen. Der Beschwerdeführer 2 und die Familie seien mit dem 
Procedere einverstanden.

3.6 In der Stellungnahme vom 8. Dezember 2023 (act. I 2) beantwortete 
Dr. med. K.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, vom Zen-
trum F.________ des Spitals E.________ verschiedene Fragen der Be-
schwerdeführerin 1. Zur Reversibilität der Adipositas wurde ausgeführt, mit 
den vorgeschlagenen Lifestylemassnahmen und der empfohlenen Therapie 
mit Saxenda (Liraglutid) sei ein nachhaltiger Gewichtsverlust von 7 - 15 % 
zu erwarten. Bei Einsatz anderer GLP-1-Antagonisten wie Ozempic (Se-
maglutid) sei von einem Gewichtsverlust von bis zu 20 % auszugehen. Et-

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wa im ähnlichen Bereich lägen die Resultate bariatrischer Chirurgie (By-
pass oder Sleeve). Zu möglichen "Folgeschäden bei erfolgreicher Ge-
wichtsabnahme" hielt Dr. med. K.________ fest, eine erfolgreiche Ge-
wichtsabnahme sei nicht mit Folgeschäden assoziiert. Vielmehr könnten 
durch eine erfolgreiche Gewichtsabnahme Folgeschäden für die Gesund-
heit, die mit der Adipositas verbunden seien, vermieden werden. Insbeson-
dere handle es sich hier um metabolische (Typ 2 Diabetes) und 
kardiovaskuläre Probleme sowie eine Fettlebererkrankung. Eine Fettleber 
als Folge der Adipositas sei die zweithäufigste Ursache für eine Leberzir-
rhose. Darüber hinaus könnten Probleme am Bewegungsapparat vermie-
den werden.

4.

4.1 Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend (Be-
schwerde S. 5 ff. III./B./Ziff. 20 ff.), von Seiten der Schule bestünden grosse 
Bedenken, ob der Beschwerdeführer 2 aufgrund seiner gesundheitlichen 
Probleme im Sommer 2024 eine Lehre beginnen könne. Beim aktuellen 
Ausmass der Adipositas wäre es auch bei grösster Anstrengung zur Ge-
wichtsreduktion kaum möglich, im August 2024 eine Ausbildung anzutre-
ten. Es bestehe eine gewisse zeitliche Dringlichkeit, innert derer eine den 
Gesundheitsschaden vermindernde und die Erwerbsfähigkeit verbessernde 
Gewichtsabnahme nicht möglich sein werde. Die in Art. 15 Abs. 1 IVG ge-
forderten aktuellen Schwierigkeiten bei der Berufswahl als Voraussetzung 
für den Anspruch auf eine Berufsberatung und eine vorbereitende Mass-
nahme zum Eintritt in die Ausbildung seien demnach zweifellos gegeben. 
Die Gewichtsabnahme sei unbedingt notwendig und dem Beschwerdefüh-
rer 2 zweifelsohne zuzumuten. Es laufe jedoch den verfahrensrechtlichen 
Vorschriften zuwider, dem Beschwerdeführer 2 die Möglichkeit zur Scha-
denminderung von vornherein zu entziehen, indem eine Kostengutsprache 
für berufliche Massnahmen ohne vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitver-
fahren abgelehnt werde.

Demgegenüber bringt die Beschwerdegegnerin hauptsächlich vor (Be-
schwerdeantwort S. 2 f. C./Ziff. 5 ff.), es liege kein IV-relevanter Gesund-

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heitsschaden vor, beruhten doch die geltend gemachten Beeinträch-
tigungen auf einer ungesunden Lebensweise und seien bei Einhaltung 
adäquater Therapiemassnahmen reversibel, weshalb – entgegen der An-
nahme der Beschwerdeführenden – mangels ausgewiesener Anspruchsbe-
rechtigung auch kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen 
gewesen sei. 

4.2 Vorweg ist festzuhalten, dass der massgebende Überprüfungszeit-
punkt für das Gericht die angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2023 
(act. II 31) darstellt (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 
140), weshalb nach diesem Datum manifestierte Einsichtsbekundungen 
und Arztberichte grundsätzlich unberücksichtigt zu bleiben haben (vgl. SVR 
2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).

Wie sich aus den medizinischen Akten ergibt, besteht keine genetische 
Prädisposition, namentlich können auch – und dies entgegen der Annahme 
der Casemanagerin der Berufsberatungs- und Informationszentren des 
Kantons Bern (BIZ; act. II 22/2) – die Fehlzeiten in der Schule nicht mit ei-
nem krankheitswertigen Muskelschwund erklärt werden (vgl. 11/3 ff.). Wei-
ter ist der Beschwerdeführer 2 in der Lage und verfügt über Fähigkeiten, 
entsprechend der ihm vorgegebenen Ziele sehr gute bis überdurchschnittli-
che schulische Leistungen zu erbringen (vgl. dazu act. II 17/8 f. sowie act. 
II 17/2 ff. und 17/10 ff. [Beurteilungsberichte]). Zudem lassen die Beobach-
tungen der Lehrkraft auf einen ungesunden Lebenswandel (act. II 11/2: 
"Lifestyle") schliessen, welcher von seinem privaten Umfeld, namentlich 
durch vom Beschwerdeführer 2 beanspruchte Entlastungsmassnahmen 
toleriert und gefördert zu werden scheint ("Die Lehrperson vermutet eine 
Spielsucht; er sei ständig am Gamen …" [Protokoll der Beschwerdegegne-
rin per 29. November 2023 {im Gerichtsdossier}, S. 1, Eintrag vom 6. März 
2023] i.V.m. dem Bericht des Zentrums F.________ des Spitals 
E.________ vom 22. März 2023 [Medienkonsum 25 Stunden pro Woche 
{act. II 11/1 f.} und dem Bericht der Klinik J.________ des Spitals 
E.________ vom 23. November 2023 [Medienkonsum mehr als 100 Stun-
den pro Woche {act. I 1}]; weiter schien der Beschwerdeführer 2 sich von 
seinem Umfeld chauffieren zu lassen [act. II 17/9: "Es ist gut, dass er den 
Schulweg jetzt dann wieder alleine meistert. – Abmachungen: Schulweg zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Jan. 2024, IV/23/784, Seite 14

Fuss oder mit dem Fahrrad meistern"; Protokoll der Beschwerdegegnerin 
per 29. November 2023 {im Gerichtsdossier}, S. 1, Eintrag vom 6. März 
2023: "bei der 2-tägigen Schulreise sei vP nur am ersten Tag mitgekom-
men, am Abend liess er sich abholen."]). 

Weiter scheint der Beschwerdeführer 2 – zumindest was den Sachverhalt 
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. Oktober 2023 (act. II 
31) betrifft – therapeutische Behandlungsvorschläge nicht ernst zu nehmen 
bzw. nicht umzusetzen oder abzulehnen, was die Erziehungsberechtigten 
offenbar so zu akzeptieren bereit sind. So wurde im Bericht des Zentrums 
F.________ des Spitals E.________ vom 22. März 2023 (act. II 11/1 f.) 
festgehalten, nach wie vor trinke er aber regelmässig gezuckerten Tee und 
es wurde eine leichte Reduktion des Körpergewichts von 2.7 kg erwähnt 
(damals im März 2023 Gewicht von 144.8 kg [im November 2023 dann 
aber bereits ein Gewicht von 157 kg {act. I 1}]), welche auf eine geringe 
Anpassung des Lifestyles zurückzuführen sei (die Behauptung im Protokoll 
zum Assessment vom 1. Juni 2023 [act. II 12], wonach die Ernährungsbe-
ratung nichts gebracht habe, steht dazu in Widerspruch). Im erwähnten 
Bericht (act. II 11/1 f.) wurde zudem festgehalten, dass der Beschwerdefüh-
rer 2 aktuell von einer Behandlung mittels eines GLP-1-Agonisten sowie 
von einer Therapie mittels Bariatrie absehen wolle (nach Verfügungserlass 
entschied sich der Beschwerdeführer 2 im November 2023 mit einer The-
rapie mit Saxenda zu beginnen [act. I 1]). Weiter hielt Dr. med. H.________ 
am 21. Juli 2023 (act. II 28/4) fest, bisher habe keine stationäre Rehabilita-
tion stattgefunden und sei nicht geplant, weitere Massnahmen zur Ge-
wichtsreduktion wären sehr sinnvoll. Aus diesen Feststellungen ist ein 
geringer Leidensdruck abzuleiten, erlebt der Beschwerdeführer 2 doch 
nach eigenen Angaben im Alltag wenig Einschränkungen (nur beim Ren-
nen) und spielt Fussball mit Kollegen (act. II 12/2).

Dass die nach Erlass der Verfügung vom 3. Oktober 2023 (act. II 31) ver-
fassten Berichte der Klinik J.________ des Spitals E.________ vom 
23. November 2023 (act. I 1) und des Zentrums F.________ des Spitals 
E.________ vom 8. Dezember 2023 (act. I 2) grundsätzlich unberücksich-
tigt zu bleiben haben, wurde bereits einleitend erwähnt. Vorliegend ist dies 
jedoch insoweit nicht von grosser Relevanz, weil die genannten Arztberich-

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te zu keinen neuen wesentlichen Erkenntnissen führen und die Eltern ihr 
Unvermögen bestätigen, ihren Sohn im Rahmen ihrer Erziehungspflichten 
anzuhalten, die therapeutisch dringend indizierten Massnahmen zu befol-
gen und sein Suchtverhalten aufzugeben. Dass der Beschwerdeführer 2 
selbst die ernsthafte Einsicht erlangt hätte, die Verhaltensanweisungen zu 
befolgen, ist nach wie vor weder bestätigt noch überwiegend wahrschein-
lich. Dass die vorgeschlagenen therapeutischen Massnahmen aus ge-
sundheitlichen Gründen weder umsetzbar, wirksam noch zumutbar wären 
(vgl. E. 2.3.4 und 2.4 hiervor), ist nicht ersichtlich und denn auch nicht be-
stritten (Beschwerde S. 6 III./B./Ziff. 21). Die Einleitung von allfälligen 
Massnahmen im Interesse des Kindswohls (Verhinderung von Gesund-
heitsschäden und der Verwahrlosung [vgl. dazu act. II 17/9: " … Bei den 
anderen wäre B.________ besser akzeptiert, wenn er gepflegter auftreten 
wurde. … Abmachungen: Auf Hygiene und intakte Kleidung achten"]) ob-
liegt primär den Erziehungsberechtigten und bei deren Unvermögen der 
Sozialhilfe und gegebenenfalls der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-
de (KESB). Daran hat sich mit der per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen 
IV-Revision (Weiterentwicklung der IV; vgl. E. 2.1 hiervor) nichts geändert 
(vgl. Schlussbemerkungen der Beschwerdeführenden vom 18. Dezember 
2023 S. 1 f.). 

4.3 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin infolge Feh-
lens eines IV-relevanten Gesundheitsschaden das Leistungsbegehren zu 
Recht abgewiesen. Zu ergänzen ist, dass eine durch das Fehlverhalten des 
Beschwerdeführers 2 bedingte Verzögerung des Ausbildungsbeginns keine 
drohende Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3.1 hiervor) zu 
begründen vermag. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbe-
gründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

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hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens den Beschwerdeführenden zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]); auch die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern nicht Anspruch auf Ersatz ihrer Partei-
kosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den Beschwerdeführen-
den zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________ in eigener Sache und zu Handen des Beschwerdefüh-

rers 2 
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführenden vom 18. De-

zember 2023 samt Beilagen)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.