# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91062765-6108-5fee-965b-97870aca3447
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 07.12.2016 110 2016 86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-86_2016-12-07.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/86 Bern, 7. Dezember 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Jegenstorf, Bernstrasse 13, 3303 Jegenstorf

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Jegenstorf vom 
10. Juni 2016 (Baugesuch Nr. 16/16; Abbruch Balkon, Anbau Wohnraumerweiterung mit 
Flachdach)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden reichten am 15. März 2016 bei der Gemeinde Jegenstorf 

ein Baugesuch ein für den Umbau ihrer Doppel-Einfamilienhaushälfte auf der Parzelle 

Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. C.________. Es ist geplant, den Balkon abzubrechen und 

auf einem Teil des darunterliegenden Sitzplatzes eine Wohnraumerweiterung mit 

Flachdach anzubauen. Das Gebäude ist eines von drei Doppel-Einfamilienhäusern, welche 

in den Jahren 2012 und 2013 erstellt und bezogen wurden. Die betreffende Parzelle liegt 

einerseits in der Wohnzone E (WE). Andererseits befindet sie sich teilweise im Perimeter 

des Schutzgebietes Schloss und Umgebung und der Baugruppe E (Jegenstorf, Schloss); 

letzterer Perimeter deckt sich zudem mit demjenigen des Ortsbildschutzgebietes E. Auf der 

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benachbarten Parzelle Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. D.________ befindet sich sodann 

ein erhaltenswertes Gebäude (K-Objekt). Schliesslich liegt die Parzelle vollständig im 

Perimeter des archäologischen Schutzgebietes. Mit Schreiben vom 13. Mai 2016 teilte die 

Gemeinde den Beschwerdeführenden mit, dass durch den geplanten Anbau die 

Einheitlichkeit der drei Doppel-Einfamilienhäuser verloren ginge, und stellte einen 

Bauabschlag in Aussicht. Der Beschwerdeführer 1 verlangte daraufhin eine anfechtbare 

Verfügung. Mit Entscheid vom 10. Juni 2016 erteilte die Baubewilligungsbehörde der 

Gemeinde Jegenstorf den Bauabschlag.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 25. Juni 2016 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen 

sinngemäss die Aufhebung des Bauentscheids vom 10. Juni 2016 und die Erteilung der 

Baubewilligung. Sie machen insbesondere geltend, die Einheitlichkeit der drei Doppel-

Einfamilienhäuser sei bereits heute nicht mehr gegeben. Der geplante Anbau sei zudem 

schlicht, farblich passend und füge sich optimal ins Gebäude ein. Die Vorinstanz beantragt 

in ihrer Stellungnahme vom 29. Juli 2016 sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten. Es zog zudem die Akten der Gemeinde 

Jegenstorf betreffend die Baubewilligungsverfahren für die drei Doppel-Einfamilienhäuser 

bei und holte bei der Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP) einen Fachbericht ein. Die 

Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Beweisverfahren zu äussern und 

Schlussbemerkungen einzureichen. Davon machten die Beschwerdeführenden mit 

Eingabe vom 30. Oktober 2016 Gebrauch. Die Gemeinde brachte mit Schreiben vom 

25. Oktober 2016 keine weiteren Bemerkungen an.

4. Auf die Rechtsschriften, den Fachbericht der KDP und die vorhandenen Akten wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

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II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Baugesuch abgewiesen wurde, 

sind durch den vorinstanzlichen Bauentscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 

daher einzutreten.

2. Ortsbild- und Denkmalschutz

a) Das Bauvorhaben umfasst den Abbruch eines Balkons und den Anbau einer 

rechteckigen, eingeschossigen Wohnraumerweiterung mit Flachdach auf der Parzelle 

Jegens-torf Grundbuchblatt Nr. C.________. Der Anbau soll auf einem Teil des heutigen 

Sitzplatzes erstellt werden. Das betroffene Gebäude ist eines von drei bestehenden 

Doppel-Einfamilienhäusern; zwar wurde für jede Doppel-Einfamilienhaushälfte ein eigenes 

Baugesuch eingereicht, optisch handelt es sich aber um eine einheitliche „Überbauung“. 

Diese befindet sich in nordöstlicher Richtung gegenüber der Parkanlage des Schloss 

Jegenstorf, welche an dieser Stelle durch eine Mauer von der Kantonsstrasse E.________ 

abgegrenzt ist. Die Parzelle auf welcher das Bauvorhaben realisiert werden soll, befindet 

sich denn auch teilweise im Perimeter des Schutzgebietes Schloss und Umgebung3 und 

der Baugruppe E (Jegenstorf, Schloss) gemäss Bauinventar der Gemeinde Jegenstorf4; 

letzterer Perimeter deckt sich zudem mit demjenigen des Ortsbildschutzgebietes E.5 Zu 

berücksichtigen ist weiter, dass alle Objekte der Baugruppe E im Bauinventar als 

schützenswert eingetragen sind. Die Schlossgruppe ist sodann im Schweizerischen 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Zonenplan 2 (Landschaft) der Einwohnergemeinde Jegenstorf vom 26. November 2010
4 Abrufbar unter <http://www.erz.be.ch/erz/de/index/kultur/denkmalpflege/bauinventar/bauinventar_online.html>
5 Zonenplan 2 (Landschaft) der Einwohnergemeinde Jegenstorf vom 26. November 2010

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Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung (KGS-Inventar) aufgeführt.6 In direkter 

Nachbarschaft der Bauparzelle, an der F.________ Strasse, steht ferner ein als 

erhaltenswert eingestuftes Gebäude. Schliesslich befinden sich in der näheren Umgebung 

des Baugrundstücks noch weitere erhaltens- bzw. schützenswerte Bauten (dazu E. 2d).

b) Nach Ansicht der Vorinstanz würde der geplante Anbau mit Flachdach die 

Einheitlichkeit der drei Doppel-Einfamilienhäuser beeinträchtigen und damit letztlich den 

kommunalen Gestaltungsgrundsatz gemäss Art. 411 GBR7 verletzen. Die Gemeinde habe 

bereits im Rahmen der Baubewilligungsverfahren für die drei Doppel-Einfamilienhäuser 

stets darauf geachtet, dass die Einheitlichkeit aller sechs Wohneinheiten gewahrt bleibe. 

Das Anbauprojekt nehme nun aber keine Rücksicht auf die bestehende Symmetrie der 

Hausfassade, und dies obwohl die Beschwerdeführenden im Rahmen ihrer Bauvoranfrage 

vom September 2015 auf dieses Erfordernis hingewiesen worden seien. Zwar hätten die 

Eigentümer der übrigen Doppel-Einfamilienhäuser schriftlich ihre Zustimmung zum 

Bauvorhaben der Beschwerdeführenden gegeben; sie hätten aber nicht vorbehaltslos 

zugestimmt, einen allfälligen Anbau an ihrem jeweiligen Gebäude ebenfalls in derselben 

Form und Art zu realisieren.

c) Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführenden fehlt es hingegen schon heute 

an einer Einheitlichkeit der drei Doppel-Einfamilienhäuser. So seien bereits bei deren Bau 

verschiedenförmige Autounterstände bewilligt worden. Zudem befände sich bloss auf 

einem Dach eine Solaranlage. Ausserdem habe die Gemeinde in der unmittelbaren 

Umgebung Häuser in verschiedensten Farben und Formen bewilligt.

Weiter rügen die Beschwerdeführenden, der kommunale Gestaltungsgrundsatz sei bei den 

Einverständniserklärungen der übrigen Doppel-Einfamilienhauseigentümern 

mitberücksichtigt worden; dabei hätten vier Parteien dem Bauvorhaben vorbehaltslos 

zugestimmt und nur eine Partei habe einen Vorbehalt angebracht. Der geplante Anbau sei 

im Übrigen schlicht, farblich passend und füge sich optimal ins Gebäude ein. Es würden 

alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

6 Abrufbar unter <http://www.babs.admin.ch/de/aufgabenbabs/kgs/inventar.html>
7 Baureglement der Einwohnergemeinde Jegenstorf vom 26. November 2010 (GBR)

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Schliesslich machen die Beschwerdeführenden geltend, der Bedarf an zusätzlichem 

Wohnraum sei aufgrund des zwischenzeitlichen Familienzuwachses in Form eines vierten 

Kindes gross.

d) Für die Beurteilung des umstrittenen Bauvorhabens sind verschiedene kantonale und 

kommunale Vorschriften zum Ortsbildsschutz und zum Denkmalschutz relevant. Es sind 

dies die allgemeinen Ästhetikvorschriften des Kantons und der Gemeinde Jegenstorf 

(Art. 9 BauG und Art. 411 GBR), die kommunalen Vorschriften zum Ortsbildschutzgebiet 

(Art. 513 GBR) sowie zum Schutzgebiet Schloss und Umgebung (Art. 514 GBR) und die 

Vorschriften zum besonderen Landschaftsschutz und zum Schutz von Baudenkmälern 

(Art. 10 ff. BauG):

- Gemäss der „ästhetischen Generalklausel“ von Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten 

Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Eine Beeinträchtigung 

liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung 

schafft, der erheblich stört. Darüber hinaus dürfen die Gemeinden eigene 

Ästhetikvorschriften erlassen, die weiter gehen können als die kantonalen 

Vorschriften (Art. 9 Abs. 3 BauG). Derartige Vorschriften müssen, um selbständige 

Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des kantonalen 

Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders formulieren.8 Die Gemeinde 

Jegenstorf hat dies getan; ihr Baureglement enthält folgende selbständige 

Bestimmung zur Gestaltung von Bauten und Anlagen:

„Art. 411 Gestaltungsgrundsatz
1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine 
gute Gesamtwirkung entsteht.
2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu berücksichtigen
- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes,
- die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die 

beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung,
- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen,
- die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung,
- die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der 

Begrenzungen gegen den öffentlichen Raum,
- die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, Abstellplätze und 

Eingänge.“

8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art.°9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen

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Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen 

Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung und Anwendung die kommunalen 

Behörden einen gewissen Beurteilungsspielraum haben. Soweit die Gemeinde die 

Norm rechtlich vertretbar bzw. haltbar ausgelegt hat, darf eine Rechtsmittelinstanz 

sie nicht anders auslegen. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten 

Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute 

Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen 

Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, 

dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue 

Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der 

Umgebung zu orientieren hat.9 Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei 

besonderen örtlichen Gegebenheiten jedoch überdurchschnittliche Anforderungen an 

das Erfordernis der guten Gesamtwirkung bzw. an das jeweilige Bauvorhaben 

gestellt werden dürfen.10

- Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Bauparzelle teilweise im Perimeter des 

Ortsbildschutzgebietes E liegt. Das GBR hält dazu unter dem Titel „Bau- und 

Nutzungsbeschränkungen“ in Art. 513 Folgendes fest:

„1 Die Ortsbildschutzgebiete bezwecken die Erhaltung, die Gestaltung und die 
behutsame Erneuerung der für das Ortsbild prägenden Elemente und Merkmale.
2 Innerhalb des Perimeters haben sich alle baulichen Massnahmen bezüglich 
Stellung, Volumen und Gestaltung (Fassaden, Dach, Aussenräume, Materialisierung 
etc.) gut ins Ortsbild einzufügen.
3 Für bestehende Bauten gilt eine erweiterte Besitzstandsgarantie. Sie dürfen 
unabhängig der geltenden baupolizeilichen Masse wieder aufgebaut, umgenutzt, 
erneuert und erweitert werden, sofern die Schutzziele nicht beeinträchtigt werden.“

- Ferner befindet sich die Bauparzelle teilweise auch im Perimeter des Schutzgebietes 

Schloss und Umgebung, zu welchem das GBR in Art. 514, ebenfalls unter dem Titel 

„Bau- und Nutzungsbeschränkungen“, Folgendes festhält:

„1 Das im Zonenplan 2 bezeichnete Schutzgebiet umfasst das Schloss, die 
Schlossscheune mitsamt den Nebenbauten und die Parkanlage. Die Hauptbauten und 
der Schlosspark sind geschützt.

9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 5; BVR 2012 S. 20 E. 3.2, 2009 S. 328 E. 5.3, 2006 S. 491 
E. 6.3.1 f.
10 BDE vom 19. Februar 2014, E. 3g (RA Nr. 110/2013/260); vgl. dazu ferner Heidi Walther Zbinden, 
Amtsberichte im Baubewilligungsverfahren, in: KPG-Bulletin 6/2002 S. 163 Ziff. 3.4

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2 Bauliche Veränderungen aller Art sind nur unter Beizug der kantonalen 
Denkmalpflege sowie des Archäologischen Dienstes zulässig.
3 […]“

- Das Ortsbildschutzgebiet E sowie das Schutzgebiet Schloss und Umgebung sind 

Schutzgebiete nach Art. 86 BauG. In diesen Gebieten sind nur Bauvorhaben 

gestattet, die den Schutzzweck nicht beeinträchtigen und den von der Gemeinde 

erlassenen Schutzvorschriften entsprechen oder standortgebunden sind (Art. 86 

Abs. 3 BauG).

- Neben diesen Bestimmungen sind die Vorschriften betreffend Baudenkmäler zu 

beachten. Baudenkmäler sind herausragende Objekte und Ensembles von 

kulturellem, historischem oder ästhetischem Wert. Dazu gehören namentlich 

Ortsbilder, Baugruppen, Bauten und Gärten (Art. 10a Abs. 1 BauG). Baudenkmäler 

dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden. Sofern 

eine Beeinträchtigung vorliegt, können Projektänderungen verlangt und soweit nötig 

Baubeschränkungen oder der Bauabschlag verfügt werden (Art. 10b Abs. 1 und 

Abs. 4 BauG). Die Bauparzelle Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. C.________, auf 

welcher der Anbau erstellt werden soll, befindet sich teilweise im Perimeter der 

Baugruppe E (Jegenstorf, Schloss) gemäss Bauinventar der Gemeinde Jegenstorf. 

Zur Baugruppe E wird im Bauinventar Folgendes aufgeführt:

„In einer durch Mauer, Strassen und Felder räumlich klar abgegrenzten Parkanlage befindet 
sich eine äusserst qualitätvolle Baugruppe, deren Zentrum das 1720 barock ausgebaute 
Landschloss bildet. Unmittelbar östlich des Bahnhofes erhebt sich versteckt hinter mächtigen 
Platanen der mittelalterliche Bergfried umringt von den vier charakteristischen Dächern der 
Ecktürme. Die Anlage besitzt eine ausgeprägte axiale Ausrichtung, während das Schloss 
selbst die Allseitigkeit betont. Der Blick wird von den beiden, die Zufahrt flankierenden 
Nebengebäuden (General-Guisanstrasse 1 und 3) via Schlosstor direkt auf den zentralen 
Hofbrunnen und die Mittelachse der Schlossfassade geführt. Im SO übernimmt ein 
längsrechteckiges Wasserparterre die zentrierte Symmetrieachse. Die barocke Geometrie, die 
auch in den Rundbecken mit Spring-Fontäne zu Tage tritt, wurde vom Ideal des 
Landschaftsparks überlagert, der sich in Form von leichter Geländemodulation und effektvoller 
Inszenierung mächtiger Baumgruppen manifestiert. Neben dem belebenden Element Wasser 
sind die reizvoll verstreuten Nebengebäude, die zum Betrieb und Prestige eines Schlosses 
gehören und es angemessen komplettieren, integraler Bestandteil der Gruppe. Dazu zählen 
ausser den genannten Bauten beim Eingang, das Waschhaus, die Orangerie, die Gartenlaube 
und der Badepavillon (General-Guisanstrasse 5A, 5B, 5C und 5E). Die erstgenannten stehen 
alle Raum schliessend an der Parzellengrenze, während letzterer mit dem zugehörigen 
"Portälchen" einen eigenständigen, räumlich leicht angehobenen Bereich innerhalb des 
Parkes umschliesst.“

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Gemäss Bauinventar zeichnet sich eine Baugruppe durch einen räumlichen oder 

historischen Zusammenhang aus. In einer Baugruppe werden Objekte 

zusammengefasst, deren Wert in ihrer Wirkung in der Gruppe liegt. Die Wirkung 

einer solchen Gruppe kann schon durch das Wegfallen oder Verändern eines 

einzelnen Elements oder das Hinzufügen eines Fremdkörpers empfindlich gestört 

werden. Innerhalb der Baugruppe E befinden sich sodann ausnahmslos 

Baudenkmäler, welche als schützenswert eingestuft sind.

Auf der benachbarten, westlich des Baugrundstücks gelegenen Parzelle Jegenstorf 

Grundbuchblatt Nr. D.________ befindet sich ferner ein erhaltenswertes Bauernhaus 

(K-Objekt) aus dem Jahr 1821. Dieses stellt gemäss Bauinventar einen „die nächste 

Umgebung des Schlosses prägende[n] Bau“ dar. In der näheren Umgebung der 

Bauparzelle befinden sich noch weitere erhaltens- bzw. schützenswerte Gebäude; in 

nördlicher Richtung ist dies das als schützenswert eingestufte Bauernhaus (K-Objekt) 

an der G.________ Strasse sowie das dazugehörige, als erhaltenswert eingestufte 

Stöckli an der G.________ Strasse. Gemäss Bauinventar prägen und bereichern 

diese beiden Gebäude zusammen die nahe Umgebung des Schlosses. Im Osten, in 

einer Strassengabelung Richtung Münchringen, nahe des Schlossbezirks liegend, 

markiert schliesslich ein erhaltenswertes Kleinbauernhaus den ehemaligen Dorfrand; 

dieser Bau hat gemäss Bauinventar einst zum Schloss gehört.

- Nichts Zusätzliches hinsichtlich des Schutzumfanges lässt sich im Übrigen aus dem 

Umstand ableiten, wonach die Schlossgruppe im KGS-Inventar als A-Objekt, mithin 

als Objekt von nationaler Bedeutung, aufgeführt ist. Dieses Inventar listet zwar jene 

Kulturgüter auf, für die das KGSG11 gilt, welches die Sicherung und den Schutz von 

Kulturgütern gegen schädigende Auswirkungen in Krisensituationen bezweckt. Das 

KGS-Inventar begründet aber keine qualifizierte Rücksichtspflicht gemäss Art. 6 

NHG12.13 Nichtsdestotrotz weist die Aufnahme in das KGS-Inventar daraufhin, dass 

es sich bei der Schlossgruppe um ein äusserst bedeutendes Objekt handelt.

e) Aus den bisherigen Ausführungen geht hervor, dass sich die Bauparzelle an einer 

besonderen Lage befindet. Ein Bauvorhaben an dieser Stelle muss deshalb nicht nur zu 

11 Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei 
Katastrophen und in Notlagen (KGSG; SR 520.3), vgl. auch die Verordnung vom 29. Oktober 2014 über den 
Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen (KGSV; SR 520.31)
12 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)
13 Rohrer in: Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, Zürich 1997, S. 25 f.

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einer guten Gesamtwirkung in der Umgebung führen (Art. 411 GBR), sondern es verlangt 

eine sehr sorgfältige Einpassung ins Ortsbild und die Bezugnahme zur bestehenden 

Bebauungsstruktur. Der Gesetzgeber von Jegenstorf hat dies in Art. 513 Abs. 2 GBR 

explizit festgehalten. Auch aufgrund der Nähe zu vielen Baudenkmälern, insbesondere 

zum Schloss bzw. der Baugruppe E, welcher angesichts der zahlreichen schützenswerten 

Bauten ein hoher baugeschichtlicher Wert zukommt, hat das Vorhaben 

überdurchschnittlichen Anforderungen zu genügen. Dementsprechend hat die Vorinstanz 

bereits im Rahmen der Baubewilligungsverfahren für die drei Doppel-Einfamilienhäuser – 

in enger Zusammenarbeit mit der KDP – ein besonderes Augenmerk auf deren 

Einheitlichkeit gelegt. So wurde beispielsweise bei der Art und Farbe der Dachziegel14 und 

bei der Fenstereinteilung bzw. deren Form15 eine einheitliche Gestaltung verlangt.16

Gemäss KDP sei es Ziel der „Planung“ gewesen, die direkte Umgebung des Schlosses 

möglichst naturnah zu erhalten und eine „Siedlung“ zu gestalten, welche einen ruhigen 

Gesamteindruck ausstrahlen sollte. Es sei insbesondere versucht worden, die Grünfläche 

zur Schlossmauer hin so gross wie möglich zu gestalten. Dies habe mit einer virtuellen 

„Baulinie“ erreicht werden können. Zur Erreichung der gewünschten Einfachheit der Bauten 

sei sodann ein einheitliches Gestaltungskonzept angestrebt worden. Denn je einfacher und 

einheitlicher eine Siedlung sei, umso unauffälliger würden die Baukörper in Erscheinung 

treten. Dadurch werde die Dominanz der Schlossmauer nicht in Frage gestellt. Gemäss 

Einschätzung der KDP erfülle die heutige Situation diese Ziele in einem grossen Mass.17

f) Mit Fachbericht vom 6. Oktober 2016 hat die KDP nun auch das vorliegend in Frage 

stehende Bauvorhaben geprüft. Sie hat festgehalten, dass im betroffenen Bereich des 

Schlosses eine langgezogene Kurve die Schlossmauer begleite, wodurch sich prägnante 

Sichtachsen auf die Schlossmauer, die dahinter liegenden Schlossgebäude und das 

Bauernhaus auf der Parzelle Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. D.________ ergeben würden. 

Der geplante Anbau würde die im Rahmen der früheren Baubewilligungsverfahren 

gezogene virtuelle „Baulinie“ überschreiten. Bei einer Bewilligung des Anbaus würde sich 

deshalb die Frage stellen, wo die Grenze für Bauten ausserhalb dieser „Baulinie“ läge. 

14 Vgl. E-Mail vom 10. Juni 2011 von Herrn H._____ an Frau I._____, Baubewilligungsakten 26/10 
(Ordnerlasche 3)
15 Vgl. Auszug aus dem Protokoll der Kommission Hochbau und Planung der Gemeinde Jegenstorf vom 
24. November 2011, Baubewilligungsakten 26/10 (Ordnerlasche 2)
16 Vgl. Fachbericht der KDP vom 15. September 2010, Baubewilligungsakten 26/10 (Ordnerlasche 1)
17 Vgl. Fachbericht der KDP vom 6. Oktober 2016

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Baukörper im Grünraum zur Strasse würden die Situation mit dem Schloss störend 

beeinflussen und die Sichtachsen gefährden. Das ehemalige Bauernhaus auf der Parzelle 

Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. D.________ müsse als Teil der historisch gewachsenen 

Situation betrachtet werden. Mit jeder Verunklärung der neuen Wohnbauten – mithin der 

drei Doppel-Einfamilienhäuser – mit Nebenbauten werde der Ansatz der Einheitlichkeit und 

somit die Unauffälligkeit der neuen „Siedlung“ geschmälert.

g) Die Beschwerdeführenden machen in ihren Schlussbemerkungen diesbezüglich 

geltend, die Grünfläche zur Schlossmauer würde durch den geplanten Anbau in keiner 

Weise tangiert. Zum einen sei aufgrund der dicht bewachsenen Sträucher am 

Strassenrand ein Einblick zum Anbau praktisch nicht mehr möglich. Zum anderen käme 

der Anbau auf der Fläche des jetzigen Sitzplatzes zu stehen, weshalb die vorhandene 

Grünfläche selber nicht geschmälert würde. Folglich würde auch die virtuelle „Baulinie“ 

nicht überschritten und damit auch keine Sichtachse verletzt werden. Sodann würde der 

Anbau weder in der Breite noch in der Länge über die schon vorhandenen Grenzen 

(Trennwand zwischen den beiden Doppel-Einfamilienhaushälften) treten. Schliesslich wäre 

der Abstand des neuen Anbaus zur Strasse immer noch grösser als beispielsweise 

derjenige der Liegenschaft an der F.________ Strasse.

Den Ausführungen der Beschwerdeführenden kann nicht gefolgt werden. Einerseits 

können die Sträucher am Strassenrand ohne grösseren technischen wie auch finanziellen 

Aufwand entfernt werden. Andererseits ist davon auszugehen, dass die Sträucher nicht 

ganzjährig dicht belaubt, sondern gerade im Herbst bzw. Winter blickdurchlässiger sein 

dürften. Es trifft zwar zu, dass der Anbau (auf einem Teil) des jetzigen Sitzplatzes zu 

stehen käme und deshalb die Grünfläche selbst nicht schmälern würde. Beim geplanten 

Anbau handelt es sich jedoch um einen dreidimensionalen Baukörper, welcher im 

Gegensatz zum bloss zweidimensionalen Sitzplatz zusätzliches Raumvolumen 

beanspruchen würde. Folglich träte der Anbau wuchtiger in Erscheinung, was sich 

wiederum störend auf die Grünfläche auswirken würde; diese ist nämlich nicht bloss als 

Rasenfläche zu verstehen, sondern vielmehr als von Bauten freier Raum zwischen den 

drei Doppel-Einfamilienhäuser und der Schlossmauer. Insofern wird im Fachbericht der 

KDP vom 6. Oktober 2016 auch von einem „Grünraum“ gesprochen. Ebenso würde mit 

dem Anbau die virtuelle „Baulinie“ überschritten; diese bezieht sich nämlich nicht auf den 

südseitigen Abschluss des Sitzplatzes, sondern auf die südliche Fassade des Gebäudes 

selbst. Der geplante Anbau würde daher die Grünfläche bzw. den Freiraum zur 

Schlossmauer sehr wohl beeinträchtigen und damit auch die von der KDP erwähnten, 

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prägnanten Sichtachsen gefährden. Aus dem Umstand, wonach der Strassenabstand des 

Anbaus kleiner wäre als derjenige der Liegenschaft an der F.________ Strasse können die 

Beschwerdeführenden ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Strassenabstand 

des Nachbargebäudes ist nämlich auf den Strassenverlauf, welcher seinerseits der 

Schlossmauer folgt, zurückzuführen und nicht auf einen Anbau, um welchen es vorliegend 

geht.

h) Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, die Grünfläche zur Schlossmauer sei 

schon immer unterschiedlich gewesen und die Gartengestaltung könne von den 

Bewohnern der jeweiligen Doppel-Einfamilienhäuser frei bestimmt werden. Der geplante 

Anbau würde sich hinsichtlich Farbe und Baustil im Gesamterscheinungsbild der 

verschiedenen Häuser entlang der Schlossmauer zudem deutlich unterordnen. Neben den 

unterschiedlichen Autounterständen und den nur teilweise vorhandenen Solaranlagen 

würden auch die unterschiedlichen Kamine auf den Dächern der drei Doppel-

Einfamilienhäuser sowie die individuell gestalteten Trennwände auf den Sitzplätzen der 

jeweiligen Doppel-Einfamilienhäuser auffallen. Eine Einheitlichkeit sei insofern nicht 

erkennbar. Im Übrigen sei ein Belassen des Balkongeländers zur optischen 

Vereinheitlichung der Fassaden denkbar.

Diesbezüglich gilt Folgendes zu bemerken: Die Gartengestaltung mag zwar unterschiedlich 

sein. Diese betrifft jedoch nicht die Form, Proportionen und Dimensionen des vom 

Bauvorhaben betroffenen Gebäudes. Folglich können die Beschwerdeführenden daraus 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Gleiches gilt für die übrigen Häuser entlang der 

Schlossmauer. So befinden sich diese deutlich weiter entfernt von den schützenswerten 

Objekten der Baugruppe E als dies beim geplanten Anbau der Fall wäre. Zudem liegen die 

entsprechenden Gebäude sowohl ausserhalb des Schutzgebietes Schloss und Umgebung 

als auch ausserhalb des Ortsbildschutzgebietes E. Die übrigen Häuser befinden sich mithin 

in einem weniger sensiblen Gebiet als die drei Doppel-Einfamilienhäuser. Folglich gelten 

für die übrigen Gebäude auch weniger strenge Anforderungen betreffend deren 

Einheitlichkeit. Wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 29. Juli 2016 sodann 

richtigerweise ausführt, handelt es sich bei den Autounterständen um untergeordnete, 

unbewohnte Nebenbauten, die optisch für die Einheitlichkeit vernachlässigbar sind; 

insbesondere befinden sich diese nicht im hier relevanten Freiraum zwischen den drei 

Doppel-Einfamilienhäuser und der Schlossmauer, sondern an den West- bzw. Ostfassaden 

der jeweiligen Häuser. Analoges gilt für die Solaranlage(n) und Kamine, welche sich 

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allesamt auf den Dächern der Doppel-Einfamilienhäuser befinden. Die von den 

Beschwerdeführenden gerügten Trennwände weisen ferner ein deutlich geringeres 

Raumvolumen auf als der geplante Anbau, weshalb auch diese nicht als Vergleichsgrösse 

taugen. Selbst wenn man aber davon ausginge, es bestehe bereits eine relevante 

Uneinheitlichkeit der drei Doppel-Einfamilienhäuser, würde diese durch den Anbau 

jedenfalls immer noch zusätzlich verstärkt werden. Inwiefern schliesslich ein Belassen des 

Balkongeländers zur optischen Vereinheitlichung der Fassaden beitragen und wie dies bei 

einem Abbruch des Balkons überhaupt möglich sein sollte, wird von den 

Beschwerdeführenden nicht weiter begründet und ist auch ansonsten nicht ersichtlich. Da 

ohnehin keine entsprechende Projektänderung bei der BVE eingegangen ist, kann dieser 

Punkt aber offen gelassen werden.

i) Schliesslich machen die Beschwerdeführenden geltend, das ehemalige Bauernhaus 

auf der Parzelle Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. D.________ sei momentan zum Verkauf 

ausgeschrieben. Da es sich bei dieser Parzelle um Bauland handle, könnte allenfalls direkt 

neben der Doppel-Einfamilienhaushälfte der Beschwerdeführenden gebaut werden; dies 

dürfte sich ebenfalls auf die Einheitlichkeit auswirken. Im Übrigen befinde sich das Haus 

der Beschwerdeführenden nicht mehr im Ortsbildschutzgebiet, sondern lediglich am Rande 

des Perimeters Schutzgebiet Schloss und Umgebung.

Bei den Ausführungen der Beschwerdeführenden bezüglich möglicher Bauvorhaben auf 

der Nachbarparzelle handelt es sich um blosse Vermutungen. Zudem müsste ein solches 

Bauvorhaben in einem eigenen Baubewilligungsverfahren geprüft werden. Folglich ist 

dieses Argument vorliegend unbeachtlich. Es trifft sodann zwar zu, dass das Haus der 

Beschwerdeführenden seit Inkrafttreten des neuen, vorliegend anwendbaren Zonenplans 

am 26. April 2011 nicht mehr im Ortsbildschutzgebiet liegt. Ein Teil der betreffenden 

Parzelle befindet sich aber nach wie vor im Perimeter des Ortsbildschutzgebiets E. Hinzu 

kommt, dass sich der Perimeter des Schutzgebietes Schloss und Umgebung im Rahmen 

der letzten Ortsplanungsrevision nicht verändert hat.

j) Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden auch aus den 

Einverständniserklärungen der übrigen Doppel-Einfamilienhauseigentümer nichts zu ihren 

Gunsten ableiten können. Denn einerseits wird mit diesen bloss die Zustimmung zum 

Bauvorhaben im Rahmen des kleinen Baubewilligungsverfahrens ohne Veröffentlichung 

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gemäss Art. 27 BewD18 abgegeben unter gleichzeitiger Kenntnisnahme von Art. 411 GBR; 

eine Verpflichtung, einen allfälligen Anbau in derselben Form und Art wie die 

Beschwerdeführenden zu realisieren, kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden. 

Andererseits müsste eine solche Verpflichtung im Grundbuch vermerkt werden, um für 

einen allfälligen Rechtsnachfolger überhaupt verbindlich zu sein. Da die übrigen Doppel-

Einfamilienhauseigen-tümer zudem nicht verpflichtet wären, überhaupt einen 

(entsprechenden) Anbau zu realisieren, könnte die Einheitlichkeit der drei Doppel-

Einfamilienhäuser dadurch ohnehin nicht gewährleistet werden. Sodann ist der Wunsch der 

Beschwerdeführenden nach zusätzlichem Wohnraum aufgrund des zwischenzeitlichen 

Familienzuwachses zwar nachvollziehbar. Letztlich handelt es sich dabei aber um ein rein 

privates Interesse, welches bei der Frage des Ortsbild- und Denkmalschutzes nicht 

berücksichtigt werden kann.

k) Zusammenfassend sieht die BVE keine Veranlassung, von der nachvollziehbaren 

und überzeugenden Einschätzung der KDP sowie der Beurteilung der Gemeinde 

abzuweichen. Der geplante Anbau würde nicht bloss eine geringfügige Störung der 

bestehenden Einheitlichkeit bzw. Unauffälligkeit der drei Doppel-Einfamilienhäuser 

bewirken, sondern einen erheblichen Gegensatz zur bestehenden Bebauungsstruktur mit 

sich bringen und nicht zu einer guten Gesamtwirkung führen. Der Anbau käme zudem in 

den freien Raum zwischen den drei Doppel-Einfamilienhäuser und dem Schlossareal zu 

stehen. Die Freihaltung dieses Raumes von Bauten ist jedoch zentral, da sich solche 

störend auf das Schloss bzw. die Baugruppe E auswirken und die von der KDP 

beschriebenen prägnanten Sichtachsen auf die Schlossmauer, die dahinter liegenden 

Schlossgebäude und das Bauernhaus auf der Nachbarparzelle gefährden. Damit würden 

die Baudenkmäler und deren Umgebung beeinträchtigt. Daran ändert auch der Umstand 

nichts, dass der geplante Anbau an sich schlicht gestaltet ist und farblich zum restlichen 

Gebäude zu passen scheint. Nach dem Gesagten genügt das Bauvorhaben nicht den 

vorliegend anwendbaren Gestaltungsanforderungen und verletzt damit Art. 411 GBR in 

Verbindung mit Art. 513 Abs. 2 GBR. Durch die Beeinträchtigung der umliegenden 

Baudenkmäler verstösst das Bauvorhaben gleichzeitig gegen Art. 10b Abs. 1 BauG. Daher 

ist die Beschwerde abzuweisen und der Bauentscheid der Baubewilligungsbehörde der 

Gemeinde Jegenstorf vom 10. Juni 2016 zu bestätigen.

18 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

RA Nr. 110/2016/86 14

3. Verfahrenskosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG19). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für 

Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.– bis 

Fr. 4'000.– erhoben (Art. 19 Abs. 1 GebV20). Die Pauschalgebühr wird vorliegend 

festgesetzt auf Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG). Die Beschwerdeführenden haften 

solidarisch für den gesamten Betrag. Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 

Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Baubewilligungsbehörde 

der Gemeinde Jegenstorf vom 10. Juni 2016 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

19 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2016/86 15

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Jegenstorf, eingeschrieben

- Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP), zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin