# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74abca9b-34ba-5987-8a63-5ae794a5fbbe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 21.12.2023 ZK1 2022 184
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-184_2023-12-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 21. Dezember 2023

Referenz ZK1 22 184 / ZK1 22 186

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger und Berufungsbeklagter
vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. LL.M. Alex Schindler
Berther Moeri Neuber Schindler Rechtsanwälte
Schipfe 32, 8001 Zürich

gegen

B._____
Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte
vertreten durch
Rechtsanwältin M.A. HSG in Law Annina Berchtold-Schreiner 
Bratschi AG
Vadianstrasse 44, Postfach 262, 9001 St. Gallen

Gegenstand Eheschutz

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Maloja vom 
17. März 2022, mitgeteilt am 28. Oktober 2022
(Proz. Nr. 135-2021-441)

Mitteilung 27. Dezember 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1968 (nachfolgend: Ehemann oder Vater), und 
B._____, geboren am _____ 1972 (nachfolgend: Ehefrau oder Mutter), haben am 
_____ 1996 geheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder C._____, geboren am 
_____ 2000, D._____, geboren am _____ 2001, und E._____, geboren am 
_____ 2006, hervor. Die Parteien leben seit dem 14. März 2021 getrennt, wobei 
die Ehefrau in der ehelichen Wohnung an der F._____ in G._____ verblieben ist, 
während der Ehemann eine Wohnung an der H._____ in G._____ bezogen hat. 
Beide Wohnungen gehören der Erbengemeinschaft I._____ (nachfolgend: Erben-
gemeinschaft I._____), an welcher der Ehemann und seine Schwester, J._____, je 
zur Hälfte beteiligt sind. Die Mutter des Ehemannes verfügt über ein unentgeltli-
ches Wohnrecht an der Wohnung an der H._____.

B. Am 22. Dezember 2021 reichte der Ehemann am Regionalgericht Maloja 
ein Gesuch um Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen ein. Die Gesuchsant-
wort der Ehefrau datiert vom 13. Januar 2022.

C. Am 9. März 2022 fand die Anhörung von E._____ durch den Einzelrichter 
am Regionalgericht Maloja statt. Die Eheschutzverhandlung wurde am 17. März 
2022 durchgeführt. Anlässlich der Verhandlung schlossen die Parteien eine Teil-
Trennungsvereinbarung über das Getrenntleben, die elterliche Sorge und Obhut 
betreffend E._____ sowie die Betreuungsregelung ab.

D. Mit Schreiben vom 5. Mai 2022 stellte das Regionalgericht Maloja den Par-
teien einen gerichtlichen Vergleichsvorschlag betreffend die noch streitigen Punkte 
zu. Die Ehefrau retournierte den unterzeichneten Vergleichsvorschlag am 
19. Mai 2022. Am 14. Juni 2022 unterbreitete sie einen Vorschlag für eine umfas-
sende Scheidungsvereinbarung. Mit Schreiben vom 4. Juli 2022 teilte der Ehe-
mann dem Gericht mit, dass er weder dem gerichtlich vorgeschlagenen Vergleich 
noch dem Vorschlag für eine Scheidungsvereinbarung zustimmen könne. Das 
Regionalgericht Maloja informierte die Parteien mit Schreiben vom 18. Juli 2022 
über das Scheitern der Vergleichsverhandlungen.

E. Mit Entscheid vom 17. März 2022, schriftlich begründet mitgeteilt am 
28. Oktober 2022, erkannte der Einzelrichter am Regionalgericht Maloja wie folgt:

1. Die von den Parteien am 17. März 2022 unterzeichnete Teil-
Trennungsvereinbarung wird gerichtlich genehmigt und nachfolgend 
ins Urteilsdispositiv aufgenommen:

[…]

1. Getrenntleben

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Die Parteien stellen fest, dass sie seit dem 14. März 2021 getrennt leben.

2. Elterliche Sorge und Obhut

Die elterliche Sorge über den gemeinsamen Sohn E._____, geb. _____ 2006, 
wird für die Dauer des Getrenntlebens beiden Parteien gemeinsam belassen. 
Entsprechend sind sie verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, 
Erziehung und Ausbildung des Kindes miteinander abzusprechen.

E._____, geb. _____ 2006, wird für die Dauer des Getrenntlebens unter die 
alternierende Obhut der Parteien gestellt. E._____ behält während der Tren-
nung der Parteien seinen zivilrechtlichen Wohnsitz bei der Mutter.

3. Betreuungsregelung

Die Parteien einigen sich über die Aufteilung der Betreuung von E._____ wie 
folgt:

- E._____ verbringt die Wochenenden, die er nicht im Internat bleibt, ab-
wechselnd bei den Eltern.

- Die Parteien fahren E._____ alternierend vom Internat ins wöchentliche 
Hockey-Training und zurück. Beide Parteien halten beim Fahren das 
Strassenverkehrsrecht ein.

- Die Ferien verbringt E._____ je zur Hälfte bei den Eltern.

- Die Feiertage verbringt E._____ je alternierend bei den Eltern.

Überschneiden sich hinsichtlich der Termine der Ferien oder Feiertage die 
Wünsche der Parteien, steht dem Vater in den geraden Jahren und der Mutter 
in den ungeraden Jahren das Entscheidungsrecht zu.

4. Weitere Regelungen des Getrenntlebens

Eine Einigung über die weiteren Punkte des Getrenntlebens steht noch aus. 
Das Gericht soll diese regeln.

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Die Kostenaufteilung erfolgt nach Massgabe der ZPO.

2. Die eheliche Wohnung an der F._____, G._____, wird mitsamt Haus-
rat und Keller für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur 
alleinigen Benützung für sich und E._____ zugewiesen.

3. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung an der 
F._____, G._____, unter Mitnahme ihrer persönlichen Gegenstände 
bis spätestens am 31. Dezember 2022 zu verlassen. Die Gesuchs-
gegnerin wird verpflichtet, bei ihrem Auszug sämtliche Wohnungs-
schlüssel dem Gesuchsteller zu übergeben.

4. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, innert 10 Tagen ab Rechtskraft 
dieses Entscheides die folgenden Gegenstände aus dem Keller der 
Wohnung an der F._____, G._____, an die Gesuchsgegnerin heraus-
zugeben, soweit eine Herausgabe nicht bereits erfolgt ist:

a. Tisch mit sechs Stühlen (Geschenk von den Eltern der Gesuchs-
gegnerin)

b. drei Sofas (Geschenk von den Eltern der Gesuchsgegnerin)

c. zwei Golfsets mit Wagen

d. Lampe von Johanna Grawunder (Geschenk von den Eltern der 
Gesuchsgegnerin)

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e. beige Gartenmöbel DEDON (im Eigentum der Eltern der Ge-
suchsgegnerin)

f. Private Unterlagen und Fotos der Gesuchsgegnerin

g. Von der Gesuchsgegnerin je Kind gesammelte Schachtel mit Erin-
nerungsstücken 

5. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, den Programmierschlüssel, die 
Strichcodeliste und alle Passepartoutschlüssel zur Schliessanlage 
KABA SN 2140 der Liegenschaft F._____, G._____, innert 10 Tagen 
ab Rechtskraft dieses Entscheids dem Gesuchsteller zu übergeben.

6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, innert 10 Tagen ab Rückgabe der 
in Dispositivziffer 5 genannten Gegenstände die Sperrung des von der 
Gesuchsgegnerin verlorenen Schlüssels zu veranlassen und der Ge-
suchsgegnerin einen neuen Schlüssel zukommen zu lassen. Die Ge-
suchsgegnerin wird verpflichtet, die Kosten für Sperrung und Ersatz 
des Schlüssels zu tragen.

7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, an den Unterhalt der Gesuchsgeg-
nerin monatlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

a. März 2021: CHF 2’309.-

b. April 2021 bis Dezember 2022: CHF 4'617.-

c. Januar 2023 bis Februar 2024: CHF 5'248.-

d. Ab März 2024: CHF 6'031.-

8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, an den Unterhalt des Sohnes 
E._____ monatlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

a. März 2021: CHF 1'068.-

b. April 2021 bis Dezember 2022: CHF 2'136.-

c. Januar 2023 bis Februar 2024: CHF 3'493.-

d. Ab März 2024: CHF 2'260.-

Sollte der Gesuchsteller die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen für 
E._____ beziehen, sind diese zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag ge-
schuldet.

9. Der Gesuchsteller wird berechtigt, den Betrag von CHF 2’284.75 mit 
den von ihm geschuldeten Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen.

10. Die bereits fälligen Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffern 7 und 8 
sind zahlbar an die Gesuchsgegnerin innert 10 Tagen nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Entscheides. Die künftigen Unterhaltsbeiträge 
gemäss Dispositivziffern 7 und 8 sind jeweils monatlich im Voraus auf 
den ersten Tag eines jeden Monats an die Gesuchsgegnerin zu be-
zahlen. Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit von 
E._____ hinaus, solange E._____ im Haushalt der Gesuchsgegnerin 
lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsteller stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

11. Die Parteien werden verpflichtet, sich an den ausserordentlichen Kin-
derkosten von E._____ gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB, über die sich die 
Parteien geeinigt haben, nach Vorlage der Rechnung zur Hälfte zu be-
teiligen, sofern diese nicht durch Dritte getragen werden. Kommt keine 

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Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil die entspre-
chende Ausgabe einstweilen allein. Die gerichtliche Geltendmachung 
der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten.

12. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, den bei ihr anfallenden Wohn-
kostenanteil, die Krankenkassenprämien (KVG und VVG), die weiteren 
Gesundheitskosten (soweit sie nicht ausserordentliche Kinderkosten 
gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB betreffen), die Schulkosten, die Kosten 
der privaten Unfallversicherung, die Kosten für den öffentlichen Ver-
kehr, die Kommunikationskosten sowie den Steueranteil von E._____ 
zu bezahlen.

13. Aus dem Grundbetrag sowie dem Überschuss zu bezahlende Kinder-
kosten wie Alltagskleider, Sportausrüstung und -kleider sind von den 
Parteien je hälftig zu bezahlen. Im Übrigen werden beide Parteien ver-
pflichtet, für diejenigen Kosten von E._____ aufzukommen, die 
während der Zeit anfallen, während der sie die Betreuung von E._____ 
übernehmen.

14. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'000.- werden den Parteien je 
zur Hälfte auferlegt. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschla-
gen. 

15. [Rechtsmittelbelehrungen] 

16. [Mitteilung]

F. Gegen diesen Entscheid erhob der Ehemann am 10. November 2022 Beru-
fung, wobei er folgende Rechtsbegehren stellte (ZK1 22 184):

1. Dispositiv Ziff. 4.a. sei wie folgt abzuändern:

Der Berufungskläger wird verpflichtet, innert 10 Tagen ab Rechtskraft 
dieses Entscheides die folgenden Gegenstände aus dem Keller der 
Wohnung an der F._____, G._____, an die Berufungsbeklagte her-
auszugeben, soweit eine Herausgabe nicht bereits erfolgt ist:

a. Tisch mit sechs Stühlen

b. drei Sofas

c. zwei Golfsets mit Wagen

d. Lampe von Johanna Grawunder

e. beige Gartenmöbel DEDON

f. Private Unterlagen und Fotos der Berufungsbeklagten

g. Von der Berufungsbeklagten je Kind gesammelte Schachtel mit Er-
innerungsstücken

2. In Abweichung von Dispositiv Ziff. 6 sei der Berufungskläger nicht zu 
verpflichten, der Berufungsbeklagten einen neuen Schlüssel für die 
ehemals eheliche Wohnung zukommen zu lassen.

3. In Abweichung von Dispositiv Ziff. 7 sei der Berufungskläger zu ver-
pflichten, der Berufungsbeklagten folgende Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen:

a. März 2021: CHF 1'117.75

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b. April 2021 bis Juni 2021: CHF 2'235.50

c. Januar 2023 bis Februar 2024: CHF 2'717.50

d. Ab März 2024: CHF 2’507

4. Der Berufungskläger sei in Abweichung von Dispositiv Ziff. 8 zu ver-
pflichten, der Berufungsbeklagten an den Unterhalt des Sohnes 
E._____ monatlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

a. März 2021: CHF 579

b. April 2021 bis Juni 2021: CHF 1'158.-

c. Januar 2023 bis Februar 2024: CHF 969.20

d. Ab März 2024: CHF 445.30

5. In Abweichung von Dispositiv Ziff. 9 sei der Berufungskläger zu be-
rechtigen, vom Unterhalt von E._____ CHF 7'355.85 und vom Unter-
halt für die Berufungsbeklagte von CHF 218.95 zu verrechnen.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulas-
ten der Berufungsbeklagten.

G. Die Ehefrau erhob am 10. November 2022 ebenfalls Berufung gegen den 
erstinstanzlichen Entscheid und stellte folgende Rechtsbegehren (ZK1 22 186):

1. Die Ziffern 2, 3, 7, 8 und 9 des Entscheids des Einzelrichters des Re-
gionalgerichts Maloja vom 17. März 2022 seien aufzuheben und wie 
folgt abzuändern:

2. Die eheliche Wohnung an der F._____, G._____, mitsamt Hausrat und 
Keller, sei für die Dauer des Getrenntlebens der Berufungsklägerin zur 
alleinigen Nutzung für sich und E._____ zuzuweisen.

3. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an den Unterhalt von E._____ mo-
natlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge, zzgl. all-
fälliger Ausbildungszulagen zu bezahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 4’238 Barunterhalt

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 7’519 Barunterhalt

- Ab 1. März 2024: CHF 3’581 Barunterhalt

Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet.

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an ihren persönlichen Unterhalt 
monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 12’855

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 13'747

- Ab 1. März 2024: CHF 20’349

5. Der Berufungsbeklagte sei für berechtigt zu erklären, den Betrag von 
CHF 384.75 mit den vom ihm geschuldeten Unterhaltsbeiträgen zu 
verrechnen.

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6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag, zu Lasten des Berufungsbeklagten.

Ausserdem stellte sie folgenden prozessualen Antrag:

7. Der Berufung sei hinsichtlich Ziff. 2 und 3 des Dispositivs des Ent-
scheids des Einzelrichters des Regionalgerichts Maloja vom 17. März 
(Proz. Nr. 135-2021-441) (Zuteilung der ehelichen Wohnung an der 
F._____, G._____ mitsamt Hausrat und Keller) die aufschiebende Wir-
kung zu erteilen. 

H. Mit Verfügung vom 14. November 2022 wurde der Berufung der Ehefrau 
(ZK1 22 186) mit Bezug auf die Zuweisung der ehelichen Wohnung (Dispositivzif-
fern 2 und 3 des angefochtenen Entscheids) einstweilen aufschiebende Wirkung 
erteilt und gleichzeitig in Aussicht gestellt, dass über deren Aufrechterhaltung nach 
Eingang der Berufungsantwort entschieden werde.

I. Mit Berufungsantwort vom 24. November 2022 (ZK1 22 184) beantragte die 
Ehefrau beim Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

1. Ziffer 5 der Rechtsbegehren der Berufung vom 10. November 2022 sei 
im Umfang von CHF 746.85 hinsichtlich Unterhalt von E._____ und 
von CHF 218.95 hinsichtlich Unterhalt für die Berufungsbeklagte gut-
zuheissen, im Übrigen abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Im Übrigen sei die Berufung vom 10. November 2022 vollumfänglich 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag, zu Lasten des Berufungsklägers.

Sie stellte ausserdem den folgenden Verfahrensantrag:

4. Die Verfahren betreffend Berufung des Berufungsklägers vom 10. No-
vember 2022 (ZK1 22 184) und Berufung der Berufungsbeklagten vom 
10. November 2022 (ZK1 22 186) seien zu vereinigen.

J. Der Ehemann stellte mit seiner Berufungsantwort vom 24. November 2022 
(ZK1 22 186) die folgenden Anträge:

1. Die Rechtsbegehren der Berufungsklägerin seien abzuweisen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulas-
ten der Berufungsklägerin.

Prozessual stellte er folgende Anträge:

1. Es sei der Berufung der Berufungsklägerin vom 10. November 2022 
keine aufschiebende Wirkung zu erteilen.

2. Eventualiter sei der Berufung der Berufungsklägerin hinsichtlich Ziff. 2 
und 3 des Dispositivs des Entscheides vom 17. März 2022 die auf-
schiebende Wirkung bis 31. Januar 2023 zu erteilen.

3. Für den Fall, dass der Berufungsklägerin hinsichtlich Ziff. 2 und 3 des 
Dispositivs des Entscheides vom 17. März 2022 die aufschiebende 

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Wirkung erteilt wird, sei für die Dauer der aufschiebenden Wirkung die 
aufschiebende Wirkung hinsichtlich Ziff. 7, lit. c. und d. sowie Ziff. 8, 
lit. c. und d., zu erteilen.

4. Es sei hinsichtlich der verfallenen Unterhaltsbeitrage, also hinsichtlich 
Ziff. 7, lit. a. und b. sowie Ziff. 8, lit. a. und b. die aufschiebende Wir-
kung zu erteilen.

5. Es seien die Verfahren ZK1 22 186 und ZK1 22 184 zu vereinen.

K. Die Berufungsverfahren ZK1 22 184 und ZK1 22 186 wurden mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 30. November 2022 gestützt auf Art. 125 lit. c ZPO 
vereinigt.

L. Mit Noveneingabe vom 9. Dezember 2022 (ZK1 22 186) machte die Ehe-
frau neu – in Abänderung ihrer Berufung vom 10. November 2022 – Folgendes 
geltend (Änderungen durch Unterstreichung hervorgehoben):

1. Die Ziffern 2, 3, 7, 8 und 9 des Entscheids des Einzelrichters des Re-
gionalgerichts Maloja vom 17. März 2022 seien aufzuheben und wie 
folgt abzuändern:

2. Die eheliche Wohnung an der F._____, G._____, mitsamt Hausrat und 
Keller, sei für die Dauer des Getrenntlebens der Berufungsklägerin zur 
alleinigen Nutzung für sich und E._____ zuzuweisen. (unverändert)

3. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an den Unterhalt von E._____ mo-
natlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge, zzgl. all-
fälliger Ausbildungszulagen zu bezahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 4’405 Barunterhalt

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 7’519 Barunterhalt 
(unverändert)

- Ab 1. März 2024: CHF 3’581 Barunterhalt (unverändert)

Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet. (unverändert)

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an ihren persönlichen Unterhalt 
monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 14'372

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 13'747 (unverän-
dert)

- Ab 1. März 2024: CHF 20’349 (unverändert)

5. Der Berufungsbeklagte sei für berechtigt zu erklären, den Betrag von 
CHF 384.75 mit den vom ihm geschuldeten Unterhaltsbeiträgen zu 
verrechnen. (unverändert)

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag, zu Lasten des Berufungsbeklagten. (unverändert)

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M. Am 16. Dezember 2022 nahm der Ehemann im Sinne einer Replik zur Be-
rufungsantwort der Ehefrau vom 24. November 2022 Stellung (ZK1 22 184). Mit 
derselben Eingabe erfolgte auch die Stellungnahme zur Noveneingabe der Ehe-
frau vom 9. Dezember 2022 (ZK1 22 186).

N. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 nahm die Ehefrau zu den prozessua-
len Anträgen des Ehemannes in dessen Berufungsantwort vom 24. Novem-
ber 2022 wie folgt Stellung (ZK1 22 186):

1. Ziff. 1, 2 und 4 der prozessualen Anträge des Berufungsbeklagten sei-
en abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Ziff. 3 und 5 der prozessualen Anträge des Berufungsbeklagten seien 
gutzuheissen, soweit nicht ohnehin bereits erfolgt.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-
schlag, zu Lasten des Berufungsbeklagten.

O. Am 3. Januar 2023 reichte die Ehefrau die Replik (ZK1 22 186) mit den fol-
genden Rechtsbegehren ein:

1. An den Rechtsbegehren in der der Berufungsantwort vom 24. Novem-
ber 2022 wird vollumfänglich festgehalten.

2. An den Rechtsbegehren in der Berufung vom 10. November 2022 
bzw. Noveneingabe vom 9. Dezember 2022 wird ebenfalls grundsätz-
lich festgehalten, wobei sie in der Duplik vom 3. Januar 2023 leicht 
angepasst werden und diese angepassten Rechtsbegehren dann 
massgebend sind.

P. Ebenfalls vom 3. Januar 2023 datiert die Duplik der Ehefrau (ZK1 22 184) 
mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. An den Rechtsbegehren in der der Berufungsantwort vom 24. Novem-
ber 2022 wird vollumfänglich festgehalten.

2. Die Rechtsbegehren in der Berufung vom 10. November 2022 
bzw. Noveneingabe vom 9. Dezember 2022 werden wie folgt ange-
passt:

3. Die Ziff. 1-2 sowie Ziff. 5-6 der Rechtsbegehren bleiben unverändert. 
Es wird vollumfänglich daran festgehalten. Die Ziff. 3-4 der Rechtsbe-
gehren lauten neu wie folgt (Änderungen rot fett [hier: durch Unter-
streichung] hervorgehoben):

3. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an den Unterhalt von E._____ 
monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge, 
zzgl. allfälliger Ausbildungszulagen zu bezahlen: 

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 4’449 Barun-
terhalt

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 7’519 Barunter-
halt (unverändert)

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- Ab 1. März 2024: CHF 3’581 Barunterhalt (unverändert)

Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet. (unverändert)

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an ihren persönlichen Unter-
halt monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträ-
ge zu bezahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 14'422

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 13'747 (unver-
ändert)

- Ab 1. März 2024: CHF 20’349 (unverändert)

Q. Mit Verfügung vom 5. Januar 2023 erkannte die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden in Bezug auf die beantragte auf-
schiebende Wirkung wie folgt:

1. Den Berufungen ZK1 22 184 und ZK1 22 186 wird mit Bezug auf die 
Zuweisung der ehelichen Wohnung (Ziff. 2 und 3 des Dispositivs des 
angefochtenen Entscheids) in Bestätigung der einstweiligen Anord-
nung vom 14. November 2022 die aufschiebende Wirkung erteilt.

2. Den Berufungen ZK1 22 184 und ZK1 22 186 wird mit Bezug auf die 
Unterhaltsbeiträge ab 1. Januar 2023 (Ziff. 7 lit. c u. d sowie Ziff. 8 lit. c 
und d des Dispositivs des angefochtenen Entscheids) insofern die auf-
schiebende Wirkung erteilt, als A._____ ab 1. Januar 2023 für die wei-
tere Dauer der Berufungsverfahren an den Unterhalt von B._____ ei-
nen Beitrag von CHF 4'617.00 pro Monat und an den Unterhalt des 
Sohnes E._____ einen Beitrag von CHF 2'136.00 pro Monat zu leisten 
hat.

3. Mit Bezug auf die rückwirkend geschuldeten Unterhaltsbeiträge von 
A._____ an B._____ und den Sohn E._____ (Ziff. 7 lit. a u. b sowie 
Ziff. 8 lit. a u. b des Dispositivs des angefochtenen Entscheids) wird 
den Berufungen ZK1 22 184 und ZK1 22 186 keine aufschiebende 
Wirkung gewährt.

4. [Kosten]

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilung]

R. Mit Eingabe vom 3. Februar 2023 reichte der Ehemann die Duplik 
(ZK1 22 186) sowie eine Stellungnahme zur Duplik der Ehefrau vom 3. Janu-
ar 2023 (ZK1 22 184) ein und verlangte darin, die geänderten Rechtsbegehren in 
der Duplik der Ehefrau vom 3. Januar 2023 seien abzuweisen.

S. Die Ehefrau nahm am 2. März 2023 zur Duplik (ZK1 22 186) sowie zur Stel-
lungnahme (ZK1 22 184) des Ehemannes vom 3. Februar 2023 wie folgt Stellung:

1. An den Rechtsbegehren in der Berufungsantwort vom 24. Novem-
ber 2022 wird vollumfänglich festgehalten.

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2. Die Rechtsbegehren in der Duplik vom 3. Januar 2023 werden wie 
folgt angepasst:

3. Die Ziff. 1-2 sowie Ziff. 5-6 der Rechtsbegehren bleiben unverändert. 
Es wird vollumfänglich daran festgehalten. Die Ziff. 3-4 der Rechtsbe-
gehren lauten neu wie folgt (Änderungen rot fett [hier: durch Unter-
streichung] hervorgehoben):

3. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an den Unterhalt von E._____ 
monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge, 
zzgl. allfälliger Ausbildungszulagen zu bezahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 4’416 Barun-
terhalt

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 7’519 Barunter-
halt (unverändert)

- Ab 1. März 2024: CHF 3’581 Barunterhalt (unverändert)

Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet. (unverändert)

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
rückwirkend ab dem 14. März 2021 an ihren persönlichen Unter-
halt monatlich und monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträ-
ge zu bezahlen:

- Ab 14. März 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 14'384

- Ab 1. Januar 2023 bis 28. Februar 2024: CHF 13'747 (unver-
ändert)

- Ab 1. März 2024: CHF 20’349 (unverändert)

T. Der Ehemann verzichtete mit Eingabe vom 8. März 2023 auf eine Stellung-
nahme zur Eingabe der Ehefrau vom 2. März 2023.

U. Mit Beweisverfügung vom 27. Juni 2023 wurden die von den Parteien ein-
gereichten Urkunden zugelassen und der Ehemann zur Edition bestimmter Urkun-
den aufgefordert. Von weiteren seitens der Ehefrau verlangten Editionen wurde 
vorerst abgesehen. Ebenso wurde auf die durch die Ehefrau beantragten Zeugen-
einvernahmen und die Anhörung von E._____ verzichtet. Die Abnahme weiterer 
Beweise blieb vorbehalten.

V. Am 29. Juni 2023 edierte der Ehemann die verlangten Urkunden und brach-
te im Sinne einer Noveneingabe vor, dass die Ehefrau ihren tatsächlichen Wohn-
sitz nach K._____ verlegt habe und die eheliche Wohnung in G._____ kaum noch 
benutze.

W. Mit Noveneingabe vom 7. Juli 2023 machte die Ehefrau insbesondere gel-
tend, dass die Erbengemeinschaft I._____ an der H._____ in G._____ eine Woh-
nung für den Ehemann baue. Da der Ehemann diese Wohnung beziehen werde, 

12 / 115

sei er nicht auf die eheliche Wohnung angewiesen, welche deshalb ihr zuzuwei-
sen sei. Mit Eingabe vom 11. Juli 2023 zog die Ehefrau einen Teil ihrer Novenein-
gabe zurück.

X. Am 17. Juli 2023 nahm die Ehefrau zur Urkundenedition und zur Novenein-
gabe des Ehemannes vom 29. Juni 2023 Stellung. Die Stellungnahme des Ehe-
mannes zu den Eingaben der Ehefrau vom 7. Juli 2023 und vom 17. Juli 2023 
(recte: 11. Juli 2023) datiert vom 24. Juli 2023. Mit Eingaben vom 4. August 2023 
(Ehefrau) und vom 18. August 2023 (Ehemann) erfolgten weitere Stellungnahmen 
zu den Noveneingaben.

Y. Mit Schreiben vom 6. September 2023 teilte die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass der Schrif-
tenwechsel abgeschlossen sei und auf weitere Beweisabnahmen sowie auf die 
Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet werde. Das Verfahren sei 
spruchreif und befinde sich fortan in der Phase der Urteilsberatung.

Z. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten (Proz. Nr. 135-2021-441) sind beige-
zogen. Die Akten der verschiedenen Berufungsverfahren werden jeweils mit der 
letzten Zahl der Verfahrensnummer in eckiger Klammer zitiert.

Erwägungen

1. Eintreten

1.1. Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche 
Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Berufung anfechtbar (Art. 308 
Abs. 1 ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur 
zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren 
mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Beim angefochtenen 
Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, der mit Beru-
fung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Gegenstand der Beru-
fungsverfahren bilden im Wesentlichen die Zuweisung der ehelichen Wohnung 
(inklusive Hausrat und Keller; samt der Folgefrage der zu gewährenden Auszugs-
frist) sowie der Kindes- und Ehegattenunterhalt. Die Frage, ob es sich bei der Zu-
weisung der ehelichen Liegenschaft gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit handelt, wurde durch das Bundesgericht bis-
her nicht explizit geklärt (KGer GR ZK1 15 159 v. 7.1.2016 E. 1b; 
vgl. BGer 5A_248/2013 v. 25.7.2013 E. 1.1). Vorliegend braucht die Frage eben-
falls nicht geklärt zu werden. Selbst wenn nämlich von einer überwiegend vermö-
gensrechtlichen Angelegenheit auszugehen und demnach eine Streitwertgrenze 

13 / 115

zu beachten wäre, wäre der nach Art. 308 Abs. 2 ZPO erforderliche Streitwert auf-
grund der geforderten Unterhaltsbeiträge vorliegend für beide Berufungen klar er-
reicht (vgl. KGer GR ZK1 19 21, ZK1 19 26 v. 31.1.2023 E. 1.2).

1.2. Über Eheschutzmassnahmen nach den Art. 172 ff. ZGB ist im summa-
rischen Verfahren zu entscheiden (Art. 271 lit. a ZPO). Gegen einen im summari-
schen Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Frist zur Einreichung der Beru-
fung zehn Tage (Art. 314 Abs. 1 ZPO). Der angefochtene Entscheid wurde den 
Parteien je am 31. Oktober 2022 zugestellt (RG act. IV.3). Die dagegen erhobe-
nen Berufungen datieren vom 10. November 2022 (act. A.1 [184]; act. A.1 [186]). 
Die Berufungsfrist erweist sich damit in beiden Fällen als gewahrt (Art. 143 
Abs. 1 ZPO). Die Berufungen entsprechen überdies den Formerfordernissen von 
Art. 311 ZPO. Gemäss Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 320.100) ist das Kantonsgericht 
für die Beurteilung von zivilrechtlichen Berufungen zuständig. Die gerichtsinterne 
Zuständigkeit der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 6 Abs. 1 
lit. a KGV (BR 173.100). Auf die Berufungen ist somit – unter dem Vorbehalt einer 
ausreichenden Beschwer (vgl. E. 2.3 u. 4.7) – einzutreten.

2. Prozessuales

2.1. Mit der Berufung als vollkommenem Rechtsmittel kann gemäss 
Art. 310 ZPO die unrichtige Rechtsanwendung, die unrichtige Sachverhaltsfest-
stellung und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit geltend ge-
macht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vorinstanzli-
chen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie Theiler, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 6 zu Art. 310 ZPO).

2.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen. Aus der Be-
gründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids 
angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-
nen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Der blosse 
Verweis auf bereits vor erster Instanz erhobene Rügen oder allgemeine Kritik am 
erstinstanzlichen Entscheid genügen nicht. Die kritisierten Ausführungen und die 
Beilagen, auf welche sich die Kritik stützt, müssen genau bezeichnet werden. 
Fehlt eine Begründung vollständig, wird lediglich auf die Vorakten verwiesen oder 
ist die Begründung in anderer Hinsicht ungenügend, ist auf die Berufung nicht ein-
zutreten (BGE 138 III 374 = Pra 2013 Nr. 4 E. 4.3; Reetz/Theiler, a.a.O., N 36 ff. 
zu Art. 311 ZPO; vgl. BGer 5A_141/2014 v. 28.4.2014 E. 2.4). Die Begründungs-
obliegenheit ist auch dann zu beachten, wenn wie vorliegend (vgl. sogleich E. 2.4) 

14 / 115

die Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt (BGE 141 III 569 = Pra 2016 
Nr. 99 E. 2.3.3; Reetz/Theiler, a.a.O., N 37 zu Art. 311 ZPO m.w.H.).

2.3. Zulässigkeitsvoraussetzung eines jeden Rechtsmittels ist die Beschwer. 
Sie ist für das Rechtsmittelverfahren das von Amtes wegen zu beachtende Pen-
dant zum Rechtsschutzinteresse im erstinstanzlichen Verfahren, welches eine 
Prozessvoraussetzung darstellt (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Das Erfordernis 
der Beschwer hat die Wirkung, dass nur derjenige zur Erhebung eines Rechtsmit-
tels befugt ist, der ein von der Rechtsordnung geschütztes Interesse (tatsächlicher 
oder rechtlicher Natur) an der Abänderung des erstinstanzlichen Entscheides be-
sitzt. Fehlt es an der Beschwer, wird auf das Rechtsmittel nicht eingetreten 
(BGE 120 II 5 E. 2a; Simon Zingg, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Bd. I: Art. 1-149 ZPO, Bern 2012, 
N 31 ff. zu Art. 59 ZPO).

2.4. In Verfahren betreffend Eheschutz gelangen grundsätzlich die Disposi-
tionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) und die sogenannte beschränkte oder soziale 
Untersuchungsmaxime (Art. 271 lit. a i.V.m. Art. 272 ZPO) zur Anwendung 
(BGE 147 III 301 E. 2.2; vgl. BGE 149 III 172 E. 3.4.1). Soweit im Eheschutzver-
fahren jedoch Kinderbelange zu regeln sind, gilt der uneingeschränkte Untersu-
chungsgrundsatz, wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen er-
forscht (Art. 296 Abs. 1 ZPO; BGE 147 III 301 E. 2.2). Ist im Eheschutzverfahren 
neben dem Ehegatten- auch der Kindesunterhalt festzulegen, ist die finanzielle 
Leistungsfähigkeit der unterhaltspflichtigen Person insgesamt nach der Untersu-
chungsmaxime abzuklären (BGer 5P.252/2005 v. 4.8.2005 E. 2.3). Aufgrund der 
bestehenden Interdependenz zwischen Ehegatten- und Kindesunterhalt können 
die für den Kindesunterhalt zu berücksichtigenden Tatsachen auch für die Be-
stimmung des Ehegattenunterhalts nicht ausgeblendet werden (BGE 147 III 301 
E. 2.2; vgl. BGE 149 III 172 E. 3.4.1). Sodann findet betreffend Kinderbelange die 
Offizialmaxime Anwendung und entscheidet das Gericht demnach ohne Bindung 
an die Parteianträge (Art. 296 Abs. 3 ZPO; vgl. BGE 149 III 172 E. 3.4.1). Diese 
Maximen gelangen in sämtlichen Verfahrensstadien, mithin auch vor der Rechts-
mittelinstanz, zur Anwendung (Stephan Mazan/Daniel Steck, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2017, N 32 zu Art. 296 ZPO; Jonas Schweighauser, in: Sut-
ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 zu Art. 296 ZPO, je m.w.H.).

2.5. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-

15 / 115

weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und 
trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-
ten. Dies gilt in Verfahren, die dem Verhandlungs- oder dem eingeschränkten Un-
tersuchungsgrundsatz unterliegen (BGE 138 III 625 = Pra 2013 Nr. 26 E. 2.1 f.). In 
Verfahren betreffend Kinderbelange, welche der uneingeschränkten Untersu-
chungsmaxime unterstehen, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die 
strikte Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gerechtfertigt. Diesfalls sind No-
ven im Berufungsverfahren daher zuzulassen, auch wenn die Voraussetzungen 
von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 147 III 301 E. 2.2; 144 III 349 
= Pra 2019 Nr. 88 E. 4.2.1 m.w.H.). Dabei wirkt sich die bereits erwähnte Interde-
pendenz von Kindes- und Ehegattenunterhalt auch novenrechtlich dahingehend 
aus, dass in Bezug auf den Kindesunterhalt zugelassene neue Tatsachen und 
Beweismittel bei der Bestimmung des Ehegattenunterhalts ebenfalls zu berück-
sichtigen sind, sofern letzterer in zweiter Instanz noch streitig ist 
(vgl. BGE 147 III 301 E. 2.2; BGer 5A_67/2020 v. 10.8.2020 E. 3.3.2). Soweit ein 
Novum einzig für den persönlichen Unterhalt des betreuenden Ehegatten relevant 
ist, bleibt es demgegenüber dabei, dass Noven nur in den Schranken von 
Art. 317 ZPO zulässig sind (KGer GR ZK1 18 127 v. 5.5.2020 E. 4.1 m.w.H). Auf 
jeden Fall können Noven nur bis zum Zeitpunkt vorgebracht werden, an welchem 
der Berufungsprozess aufgrund der Spruchreife der Berufungssache in die Phase 
der Urteilsberatung übergeht (BGE 142 III 413 E. 2.2). Unter dem Begriff der "Ur-
teilsberatung" ist dabei nicht der effektive "Beratungsakt" des Gerichts (mündliche 
Beratung oder Zirkulation eines Entscheidantrags) zu verstehen, sondern gemeint 
ist das Verfahrensstadium, das auf den Schluss des Schriftenwechsels oder der 
Berufungsverhandlung folgt und in dem das Berufungsgericht – genauer dessen 
für die Vorbereitung zuständige Vorsitzende (vgl. Art. 16 und Art. 23 ff. KGV) – 
sich tatsächlich mit dem spruchreifen Dossier befasst (vgl. KGer GR ZK1 17 5 
v. 21.6.2018 E. 1.4.2). Dieser sogenannte Aktenschluss gilt nach der Praxis der 
erkennenden Kammer auch bei Verfahren, welche der unbeschränkten Untersu-
chungsmaxime unterstehen, muss doch auch in derartigen Fällen der Prozessstoff 
– das heisst der für die materielle Beurteilung relevante Sachverhalt – in der Pha-
se der Urteilsberatung abschliessend fixiert sein (KGer GR ZK1 20 140 
v. 2.3.2021 E. 1.5; ZK1 18 144 v. 5.5.2020 E. 3.2). Aus dem Gesagten folgt, dass 
im vorliegenden Verfahren grundsätzlich sämtliche vor Aktenschluss von den Par-
teien vorgebrachten Tatsachen zu berücksichtigen sind, es sei denn, diese bezö-
gen sich auf einen Punkt, der allein einen der Ehegatten betrifft. Ob die einzelnen 
Vorbringen beachtlich sind oder nicht, ist, soweit erforderlich, im jeweiligen Sach-
zusammenhang zu prüfen.

16 / 115

2.6. Was das Beweismass anbelangt, so genügt im Eheschutzverfahren 
hinsichtlich der behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftmachen (Daniel Bäh-
ler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivil-
prozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 1a zu Art. 271 ZPO). Es braucht somit 
nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein einer Tatsache her-
beigeführt zu werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit 
dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie 
sich nicht verwirklicht haben könnte. Das Gericht darf demnach weder blosse Be-
hauptungen genügen lassen noch einen strikten Beweis verlangen 
(vgl. BGer 5A_1003/2014 v. 26.5.2015 E. 3; BGE 140 III 610 E. 4.1).

3. Beweisverfahren

3.1. Der Beweisführungsanspruch – der sich als Teilgehalt des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör allgemein aus Art. 29 Abs. 2 BV und für das Bundesprivat-
recht besonders aus Art. 8 ZGB und Art. 152 ZPO ergibt – verschafft der beweis-
pflichtigen Partei in allen bundesrechtlichen Zivilstreitigkeiten einen Anspruch dar-
auf, mit rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträgen gehört zu werden, 
soweit diese rechtserhebliche Tatsachen betreffen (BGE 144 II 427 E. 3.1; 143 III 
297 E. 9.3.2; 133 III 295 E. 7.1; BGer 4A_57/2023 v. 27.4.2023 E. 2.4). Tatsa-
chen, welche den Entscheid nicht zu beeinflussen vermögen, sind nicht erheblich; 
darüber ist nicht Beweis zu führen. Das Gericht kann überdies auf die Abnahme 
weiterer Beweise verzichten, wenn es sich auf Grund der bereits abgenommenen 
Beweise seine Überzeugung gebildet hat und in vorweggenommener (antizipier-
ter) Beweiswürdigung ohne Willkür annehmen kann, dass seine Überzeugung 
durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 
I 229 E. 5.3; BGer 4A_57/2023 v. 27.4.2023 E. 2.4; KGer GR ZK2 19 65 E. 3.1).

3.2. Die Parteien stellten in ihren Rechtsschriften verschiedene Beweisan-
träge, namentlich auf Parteibefragungen zu diversen Punkten, eine Kindesan-
hörung bzw. Befragung von E._____ (act. A.7, S. 11), die Einvernahme von 
L._____ sowie M._____ und N._____ (act. A.9, S. 18) bzw. von O._____, P._____ 
und Q._____ (act. A.11, S. 3) als Zeugen sowie die Edition der Detailbuchhal-
tungskontobelege für die Jahre 2018 bis 2020 der R._____, der S._____ AG und 
der T._____ Co. (act. A.1, S. 20 u. 22 f. [186]). Mit Beweisverfügung vom 27. Juni 
2023 (act. D.28) wurden die von den Parteien eingereichten Urkunden zugelassen 
und der Ehemann zur Edition bestimmter Urkunden aufgefordert (vgl. dazu nach-
folgend E. 7.3.3.2.). Auf die durch die Ehefrau beantragten Zeugeneinvernahmen 
von L._____ sowie von M._____ und N._____ und die (Kindes-)
Anhörung von E._____ wurde verzichtet, wobei die Abweisung der Beweisanträge 

17 / 115

bereits in der genannten Verfügung begründet wurde. Die in der Noveneingabe 
vom 7. Juli 2023 durch die Ehefrau gemachte bzw. vorbehaltene Beweisofferte 
betreffend Zeugeneinvernahme eines der Kinder für den Fall, dass der Ehemann 
seine angebliche Aussage, wonach er nicht auf die eheliche Wohnung angewie-
sen sei, bestreite (act. A.12, S. 3), wurde mit Eingabe vom 11. Juli 2023 
(act. A.13) zurückgezogen. Mit Schreiben vom 6. September 2023 teilte die Vor-
sitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien 
mit, dass auf weitere Beweisabnahmen sowie auf die Durchführung einer mündli-
chen Verhandlung verzichtet werde (act. D.38). Sofern die einzelnen Beweisan-
träge – mit Ausnahme jener betreffend Parteibefragungen (vgl. dazu sogleich 
E. 3.3) – nicht bereits mit Beweisverfügung vom 27. Juni 2023 abgewiesen wur-
den, wird darauf nachfolgend jeweils im Sachzusammenhang eingegangen; dies 
gilt namentlich für die vom Ehemann beantragten Zeugeneinvernahmen und die 
durch die Ehefrau verlangten Editionen seitens des Ehemannes.

3.3. Was die durch beide Ehegatten beantragten Parteibefragungen anbe-
langt, so gilt es zu beachten, dass die Parteien ihre Standpunkte nicht nur im vor-
instanzlichen Verfahren, sondern insbesondere auch im Berufungsverfahren um-
fassend dargelegt haben. Es ist davon auszugehen, dass sie in einer Befragung 
lediglich die bereits ausführlich dargelegten Standpunkte bekräftigen würden. Aus 
einer Parteibefragung sind daher keine neuen entscheidrelevanten Aufschlüsse zu 
erwarten. Weiter ist zu beachten, dass es sich bei der Parteibefragung und der 
Beweisaussage letztlich immer noch nur um eine Parteiaussage handelt 
(vgl. BGer 5A_423/2014 v. 5.11.2014 E. 3.4). Aussagen einer Partei zu eigenen 
Gunsten können zwar grundsätzlich berücksichtigt werden; es ist jedoch dem Um-
stand Rechnung zu tragen, dass die Parteien naturgemäss befangen sind. Es liegt 
auf der Hand, dass der Beweiswert der Parteibefragung auf Grund der Selbstbe-
fangenheit der Partei meist gering und daher mit einem zusätzlichen Beweismittel 
zu unterlegen ist (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 
28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., S. 7326; vgl. Christian Leu, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 41 ff. zu Art. 157 ZPO; Heinrich Andreas Müller, 
in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 
Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 32 ff. zu Art. 191 ZPO und N 2 ff. 
zu Art. 192 ZPO; a.A. Peter Hafner, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 8 zu 
Art. 191 ZPO m.w.H.). Vorliegend liegen weitere Beweismittel in den Akten, an-
hand derer sich das Gericht seine Überzeugung bilden kann. Auf eine Parteibefra-

18 / 115

gung kann unter diesen Umständen verzichtet werden (vgl. zum Ganzen KGer GR 
ZK2 19 65 v. 30.1.2020 E. 3.1.1 ff.).

4. Zuteilung der ehelichen Wohnung und des Hausrats

4.1. Rechtliche Grundlagen

4.1.1. Nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB muss das Eheschutzgericht als Folge 
des Getrenntlebens unter anderem die Benützung der ehelichen Wohnung und 
des Hausrats regeln. Es entscheidet über die vorübergehende Zuteilung der eheli-
chen Liegenschaft an eine der Parteien nach deren Zweckmässigkeit und 
grundsätzlich unabhängig davon, wer Eigentümer oder Mieter ist. Dabei hat das 
Gericht alle bestehenden Interessen der Parteien nach freiem Ermessen gegen-
einander abzuwägen und die Wohnung demjenigen Ehegatten zuzuweisen, dem 
sie objektiv, mit Blick auf dessen konkreten Bedürfnisse, den grösseren Nutzen 
bringt bzw. besser dient. Im Vordergrund der Beurteilung steht das Interesse der 
Kinder, in der gewohnten und vertrauten Umgebung bleiben zu dürfen. Vorrangig 
sind auch Gründe gesundheitlicher oder beruflicher Art. In zweiter Linie werden 
affektive Interessen, wie insbesondere die Beziehungsnähe zur ehelichen Liegen-
schaft, berücksichtigt. Ein besonderes affektives Interesse an der Zuteilung der 
Wohnung liegt namentlich vor, wenn die Vorfahren eines Ehegatten bereits in der 
ehelichen Liegenschaft wohnten oder einem Ehegatten die eheliche Wohnung 
sonst gefühlsmässig mehr bedeutet. Einem Ehegatten kann die eheliche Woh-
nung auch besser dienen, weil er mehr Zeit darin verbringt, diese sich (bei Berufs-
tätigkeit beider Ehegatten) näher bei seinem Arbeitsort befindet, er in der Liegen-
schaft ein Hobby ausübt oder eine grössere Anzahl der Räume nutzt. Ergibt das 
Kriterium des grösseren Nutzens kein klares Resultat, ist die Zumutbarkeit eines 
Auszugs zu prüfen. Dabei stellt sich die Frage, welchem Ehegatten es aufgrund 
seines Alters, seiner Gesundheit, seines Einkommens sowie weiterer Faktoren 
eher zumutbar und auch möglich ist, auf dem Wohnungsmarkt eine neue Woh-
nung zu finden. Unter diesem Aspekt spielen wiederum affektive Interessen eine 
Rolle. Führt diese Interessenabwägung zu keinem eindeutigen Ergebnis, ist im 
Zweifel den Eigentums- oder anderen rechtlich geordneten Nutzungsverhältnissen 
Rechnung zu tragen, denen auch bei voraussehbarer längerer Aufhebung des 
gemeinsamen Haushalts ein zusätzliches Gewicht beigemessen wird (zum Gan-
zen BGer 5A_971/2017 v. 14.6.2018 E. 3.1 m.w.H.; OGer ZH LE210024 v. 
31.5.2022 E. E.4.1; KGer GR ZK1 17 141/142 v. 5.10.2018 E. 3.1 m.w.H.; Philipp 
Maier/Ivo Schwander, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 7 zu Art. 176 ZGB; Philipp Maier/Rolf Vetterli, 

19 / 115

in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, 
N 17 zu Art. 176 ZGB).

4.1.2. Die richterliche Kompetenz zur Zuteilung der ehelichen Wohnung ent-
fällt grundsätzlich, wenn ein Ehegatte diese endgültig bzw. für eine unbestimmte 
Dauer von sich aus verlassen hat, da es unter solchen Umständen regelmässig an 
einem Rechtsschutzinteresse fehlt. Jedoch führt der blosse Umstand, dass ein 
Ehegatte die eheliche Wohnung verlassen hat, um vorübergehend einem beson-
ders angespannten Wohnklima zu entgehen, nicht grundsätzlich zur Zuteilung der 
Wohnung an den verbliebenen Ehegatten. Unter solchen Umständen ist vielmehr 
ebenfalls eine Interessenabwägung vorzunehmen (BGer 5A_524/2017 
v. 9.10.2017 E. 6.1; 5A_298/2014 v. 24.7.2014 E. 3.3.2; 5A_291/2013 
v. 27.1.2014; Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., 
Bern 2014, Rz. 2.185).

4.1.3. Dem Ehegatten, der die Wohnung verlassen muss, wird eine angemes-
sene Auszugsfrist angesetzt. Bei der Bemessung der Auszugsfrist sind namentlich 
die Lage auf dem Wohnungsmarkt, die ortsüblichen Kündigungstermine, der Zu-
stand der Paarbeziehung und die Möglichkeit, bei Verwandten oder andernorts 
provisorisch unterzukommen, zu berücksichtigen. Die Frist ist in Familiensachen 
für gewöhnlich kurz zu bemessen. Konkret wird in Lehre und Rechtsprechung die 
Auffassung vertreten, dass grundsätzlich wenige Wochen bzw. höchstens drei 
Monate ausreichend (und damit angemessen) sein dürften (KGer GR 
ZK1 17 141/142 v. 5.10.2018 E. 3.5.2; ZK1 15 159 v. 7.1.2016 E. 4a; Mai-
er/Schwander, a.a.O., N 7 zu Art. 176 ZGB; Maier/Vetterli, a.a.O., N 18 zu 
Art. 176 ZGB).

4.2. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen, dass sich 
aus dem temporären Auszug des Ehemannes aus der ehelichen Wohnung nicht 
ableiten lasse, dass dieser die Wohnung freiwillig und definitiv aufgegeben habe. 
Es sei daher eine Interessenabwägung erforderlich. Die Zuteilung der Wohnung 
würde beiden Parteien weitgehend den gleichen Nutzen bringen. Weder sei die 
Betreuung der Kinder ein ausschlaggebender Faktor – es sei die alternierende 
Obhut über E._____ vorgesehen und E._____ und die beiden volljährigen Kinder 
könnten ihre Zimmer in der Familienwohnung behalten – noch hätten die Parteien 
gesundheitliche oder berufliche Gründe für eine Zuteilung der Wohnung angeführt. 
Auch die Berücksichtigung der Zumutbarkeit eines Auszugs führe zu keinem kla-
ren Ergebnis. Ein Auszug erscheine für den Ehemann aufgrund des möglichen 

20 / 115

Rückgriffs auf die Wohnungen der Erbengemeinschaft zwar einfacher, er sei je-
doch enger mit der ehelichen Wohnung verbunden, zumal er diese geerbt und 
einen Teil seiner Kindheit dort verbracht habe. Die von der Ehefrau in den Umbau 
und die Einrichtung getätigten Investitionen an Zeit und Geld begründeten kein so 
starkes Affektionsinteresse, dass ihr ein Auszug weniger zumutbar wäre als dem 
Ehemann. Es sei ihr zuzumuten, in G._____ oder der Region eine andere Woh-
nung zu finden, die lediglich für sie und E._____ Platz bieten müsse. Die Interes-
senabwägung führe damit zu keinem eindeutigen Ergebnis, weshalb die Eigen-
tumsverhältnisse – welchen aufgrund der voraussehbar längeren Aufhebung des 
gemeinsamen Haushalts ein zusätzliches Gewicht zukomme – zu berücksichtigen 
seien. Die Wohnung gehöre dem Ehemann und dessen Schwester als Mitglieder 
der Erbengemeinschaft I._____, wobei insbesondere der Schwester die Duldung 
der Nutzung der Wohnung durch die Ehefrau entgegen ihrem Willen nicht zuge-
mutet werden könne. Daher werde die eheliche Wohnung mitsamt Hausrat und 
Keller für die Dauer des Getrenntlebens dem Ehemann und E._____ zur alleinigen 
Benützung zugewiesen (act. B.1, E. 3.4.1 ff.). Aufgrund der Umstände erscheine 
eine Auszugsfrist bis Ende Dezember 2022 als angemessen (act. B.1, E. 3.4.5).

4.3. Rügen der Ehefrau

4.3.1. Die Ehefrau rügt insbesondere, es treffe nicht zu, dass der Ehemann 
nur temporär zur Beruhigung der Gemüter aus der Wohnung ausgezogen sei. Der 
von der Vorinstanz zitierte Bundesgerichtsentscheid betreffe einen Fall, der mit 
dem vorliegenden nicht gleichgestellt werden könne. Der Auszug des Ehemannes 
sei freiwillig und definitiv gewesen; dieser habe sämtliche persönlichen Ge-
genstände mitgenommen, sich in seiner neu bezogenen Wohnung umfassend 
eingerichtet (inklusive Beschriftung des Briefkastens und Mitteilung der Adressän-
derung bei der Post) und sei mit der Sperrung seines Schlüssels einverstanden 
gewesen. Der Ehemann und seine Schwester hätten sich ausserdem damit ein-
verstanden erklärt, dass die Ehefrau in der ehelichen Wohnung bleiben könne 
(act. A.1, II.30 ff. [186]).

4.3.2. Die Ehefrau macht weiter geltend, entgegen den Ausführungen der Vor-
instanz bringe die Zuteilung der Wohnung ihr und den Kindern einen höheren Nut-
zen als dem Ehemann. Dies, da sie eine komplett neue Wohnung suchen müsste 
und vergleichbare Wohnungen in G._____ nicht oder nur zu sehr hohen Preisen 
verfügbar seien, während der Ehemann aufgrund der zahlreichen Wohnungen der 
Erbengemeinschaft verschiedene Möglichkeiten habe, eine neue Unterkunft zu 
finden; so habe er sich denn auch bereits in einer Wohnung der Erbengemein-
schaft an der H._____ niedergelassen. Bei Zuteilung der Wohnung an den Ehe-

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mann müsste sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine andere 
Gemeinde oder gar einen anderen Kanton ziehen, was zur Folge hätte, dass die 
Kinder an einem Besuchswochenende in G._____ nicht mehr einfach die Eltern 
und Freunde gleichzeitig besuchen und alles unter einen Hut bringen könnten. 
Ausserdem könnten sie nicht einmal mehr bei ihr übernachten, wenn ihr lediglich 
eine Dreieinhalbzimmerwohnung zugestanden werde (act. A.1, II.33 [186]). Auch 
sei der Auszug für den Ehemann, der bereits eine eigene Wohnung bezogen ha-
be, offensichtlich zumutbarer als für sie, zumal sie Anspruch auf die Fortführung 
des bisher gelebten Lebensstandards und somit auf eine gleich grosse Wohnung 
in derselben Umgebung wie zuvor habe (act. A.1, II.34 [186]). Sie habe auch ei-
nen engeren Bezug zur Wohnung, da sie viel Zeit, ihr gesamtes Herzblut sowie 
CHF 250'000.00 in die Umgestaltung der ehelichen Wohnung gesteckt und sich 
um den Umbau gekümmert habe. Ausserdem komme sie seit 25 Jahren in die 
Wohnung und habe dort die Kinder grossgezogen. Der Ehemann habe sodann 
nicht seine gesamte Kindheit in genau dieser Wohnung verbracht. Hinzu komme, 
dass der Ehemann gar nicht zurück in die eheliche Wohnung ziehen wolle, son-
dern nur aus Schikane handle und ein rein finanzielles Interesse an deren Zuwei-
sung habe (act. A.1, II.35 ff. [186]). Ferner habe sie, anders als der Ehemann, kei-
nen zweiten Hausrat und müsste sich vorübergehend komplett neu einrichten (act. 
A.1, II.38 [186]). Falls sie sich eine Wohnung in einem anderen Kanton nehmen 
müsste, werde schliesslich die Kostenbeteiligung des Kantons an den Schulkosten 
des durch den Sohn E._____ besuchten U._____ wegfallen (act. A.1, II.39 [186]). 
Sowohl das Kriterium der Zweckmässigkeit als auch jenes der Zumutbarkeit des 
Auszugs seien klar dahingehend zu beantworten, dass die eheliche Familienwoh-
nung mitsamt Hausrat und Keller während der Dauer des Getrenntlebens ihr zu-
zuweisen sei. Weil die Interessenabwägung, entgegen der Vorinstanz, zu einem 
eindeutigen Ergebnis führe, seien die Eigentumsverhältnisse nicht zu berücksich-
tigen (act. A.1, II.40 f. [186]).

4.4. Stellungnahme des Ehemannes zu den Rügen der Ehefrau

4.4.1. Der Ehemann bestreitet die Ausführungen der Ehefrau bezüglich seines 
angeblich freiwilligen und definitiven Auszugs aus der ehelichen Wohnung und 
macht geltend, er sei nur temporär ausgezogen. Die Gründe für einen vorüberge-
henden Auszug könnten mannigfaltig sein, weshalb das Argument der Ehefrau 
hinsichtlich der Nichtanwendbarkeit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ins 
Leere ziele. Er und seine Schwester wären bereit gewesen, im Falle einer gütli-
chen Einigung betreffend eine Scheidung der Ehefrau die eheliche Wohnung auch 
über die Scheidung hinaus zur Verfügung zu stellen; nachdem eine solche nicht 

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zustande gekommen sei, bestehe selbstverständlich keine entsprechende Bereit-
schaft mehr. Die Sperrung seines Schlüssels sei von der Ehefrau veranlasst wor-
den. Es sei klar, dass er auch bei einem vorübergehenden Auszug seine Kleidung 
und persönlichen Gegenstände benötige, und auch für die Umleitung der Post und 
die Beschriftung des Briefkastens bestünden rein praktische Gründe; daraus kön-
ne kein definitiver Auszug abgeleitet werden (act. A.2, II.59 ff. [186]).

4.4.2. Der Ehemann macht weiter geltend, entgegen der Behauptung der 
Ehefrau stehe ihm die aktuell bewohnte Wohnung nicht längerfristig zur Verfü-
gung. Diese sei zuvor von seiner Mutter benutzt worden, welche vorläufig auf ihr 
Wohnrecht verzichte; längerfristig sei dies aber nicht zumutbar. Ausserdem habe 
auch die Ehefrau die Möglichkeit, vorübergehend eine Wohnung ihrer Familie zu 
beziehen (act. A.2, II.66 ff. [186]). Der Umstand, dass die Ehefrau bei einem Aus-
zug eine komplett neue Wohnung suchen und dabei eventuell in eine andere Ge-
meinde oder einen anderen Kanton ziehen müsse, sei nicht relevant, zumal sie 
spätestens bei der Scheidung ohnehin aus der ehelichen Wohnung ausziehen 
müsse (act. A.2, II.69 [186]). Für die Ehefrau sei ein kurzfristiger Auszug in eine 
angemessene Wohnung möglich; ihre Bedürfnisse nach einer Luxus-
Ferienwohnung vermöchten kein überwiegendes Interesse an der ehelichen Woh-
nung zu begründen (act. A.2, II.70 [186]). Die Ehefrau könne auch nicht mit den 
Interessen der Kinder argumentieren, zumal die mündigen Kinder in Bezug auf die 
Interessenabwägung ohnehin keine Rolle spielten und sich für E._____ kaum et-
was ändere (act. A.2, II.71 [186]). Die Ehefrau habe damit kein überwiegendes 
Interesse an der ehelichen Wohnung dargetan (act. A.2, II.72 [186]). Auch in Be-
zug auf die Zumutbarkeit eines Auszugs könne die Behauptung der Ehefrau, sie 
könne keine angemessene Wohnung finden, keine Rolle spielen. Erstens werde 
sie ohnehin ausziehen und eine Wohnung finden müssen und zweitens führten 
ihre Bedürfnisse nach einer Luxus-Ferienwohnung anstelle einer verfügbaren an-
gemessenen Wohnung nicht zur Unzumutbarkeit des Auszugs aus der ehelichen 
Wohnung. Auch die Behauptung der Ehefrau betreffend ihren angeblichen An-
spruch auf eine Wohnung in G._____ bzw. bezüglich der Senkung ihres Lebens-
standards aufgrund eines notwendigen Wegzug aus G._____ würden bestritten 
(act. A.2, II.73 f. [186]). Zudem werde bestritten und sei bereits widerlegt worden, 
dass die Ehefrau eine Investition von CHF 250'000.00 getätigt und sich alleine um 
den Umbau gekümmert habe sowie dass die Umgestaltung der ehelichen Woh-
nung nach ihren Wünschen erfolgt sei. Sie versuche, eine besondere Affektion zu 
kreieren, indem sie die Tatsachen verdreht wiedergebe. Entgegen ihren Behaup-
tungen habe er ein engeres Verhältnis zur ehelichen Wohnung als die Ehefrau 
(act. A.2, II.75 ff. [186]). Er wolle seine Wohnung wieder bewohnen sowie endlich 

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aus der Wohnung seiner Mutter ausziehen können und habe keine Absicht, die 
eheliche Wohnung zu vermieten (act. A.2, II.79 [186]). Die Ehefrau könne sich ei-
nen "günstigen" Hausrat beschaffen oder jenen aus dem Ferienhaus der Familie 
benutzen (act. A.2, II.80 [186]). Bei einem (höchst unwahrscheinlichen) Umzug der 
Ehefrau in einen anderen Kanton könne E._____ seinen Wohnsitz problemlos in 
der ehelichen Wohnung behalten und müsse nicht umgemeldet werden. Die Ehe-
frau könne aus der Kostenbeteiligung des Kantons an den Schulkosten von 
E._____ nichts zu ihren Gunsten ableiten (act. A.2, II.81 [186]). Die Vorinstanz 
habe korrekt festgestellt, dass keine der Parteien ein überwiegendes Interesse an 
der ehelichen Wohnung habe, und habe diese aufgrund der Eigentumsverhältnis-
se und der voraussehbar längeren Aufhebung des gemeinsamen Haushalts zu 
Recht ihm zugewiesen (act. A.2, II.82 f. [186]).

4.5. Beurteilung durch die Berufungsinstanz

4.5.1. Die streitige Wohnung verfügt über eine Fläche von insgesamt über 
400 m2 und umfasst sechs Schlafzimmer, ein grosses Wohn-Esszimmer mit 
Küche, zwei Garderobenräume, drei Badezimmer, eine Gästetoilette, zwei Kel-
lerräume, einen Skiraum, vier Garagenparkplätze, einen Aussenparkplatz und ei-
ne gemeinsam genutzte Waschküche (vgl. RG act. I.1, II.16). Sie steht im Eigen-
tum der Erbengemeinschaft I._____. Der Ehemann darf die Wohnung mit seiner 
Familie unentgeltlich bewohnen; dessen Schwester bewohnt dafür unentgeltlich 
eine Wohnung der T._____ Co., deren Mietzins von der Erbengemeinschaft ge-
tragen wird (vgl. RG act. I.1, II.12 u. II.31; RG act. III.110, S. 13). 

4.5.2. Was die Behauptung der Ehefrau anbelangt, der Ehemann habe die 
eheliche Wohnung freiwillig und definitiv verlassen, so ist zwar zutreffend, dass 
der Ehemann in einem ersten Schritt auszogen ist. Hingegen ist nicht glaubhaft, 
dass es sich dabei um einen definitiven Auszug gehandelt hat. Die erwähnten 
Handlungen des Ehemannes (Mitnahme persönlicher Gegenstände, Beschriftung 
des Briefkastens und Mitteilung der Adressänderung bei der Post) sind auch bei 
einem vorübergehenden Auszug notwendig und vorzunehmen, zumal eine Tren-
nung in der Regel nicht nur wenige Tage dauert. Ein dauerhafter Verzicht kann 
daraus nicht abgeleitet werden. Auch aus dem Umstand, dass der Ehemann sich 
der (durch die Ehefrau veranlassten [vgl. RG act. III.13]) Sperrung seines Schlüs-
sels nicht widersetzte, kann nicht zwingend auf ein definitives Verlassen der Woh-
nung geschlossen werden. Sodann stellt das im März 2021 durch den Ehemann 
geäusserte Einverständnis mit einem Verbleib der Ehefrau in der vormaligen ehe-
lichen Wohnung auch nach der Scheidung (vgl. RG act. III.7) keine bedingungslo-
se bzw. definitive Einwilligung des Ehemannes dar, die Wohnung zu verlassen 

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und diese der Ehefrau zu überlassen, sondern erfolgte diese Äusserung im Hin-
blick auf eine – damals noch möglich erscheinende – einvernehmliche Scheidung 
der Ehegatten. Der Ehemann brachte durch das Einreichen des Eheschutzgesu-
ches vom 22. Dezember 2021, mit welchem er unter anderem die Zuweisung der 
ehelichen Wohnung zur alleinigen Benützung für sich und E._____ verlangte 
(RG act. I.1, Rechtsbegehren Ziff. 5), jedenfalls klar zum Ausdruck, dass er keinen 
Willen zum dauerhaften Auszug besitzt. Auch das Einverständnis der Schwester 
des Ehemannes (vgl. RG act. III.7) war an ein Zusammenwohnen mit E._____ 
geknüpft und wurde (infolge dessen Umzugs in das Internat nach V._____) 
spätestens im Oktober 2021 widerrufen (vgl. RG act. II.1). Entgegen der Ehefrau 
und in Übereinstimmung mit der Vorinstanz liegen somit keine Indizien für einen 
freiwilligen, definitiven Auszug des Ehemannes vor. Sodann vermag sie aus der 
Tatsache, dass der konkret vorliegende Sachverhalt und jener, welcher dem von 
der Vorinstanz zitierten Bundesgerichtsentscheid (BGer 5A_298/2014 
v. 24.7.2014) zugrunde lag, nicht (unmittelbar) vergleichbar sind, nichts zu ihren 
Gunsten abzuleiten. So erwog die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (unter 
Verweis auf den genannten Bundesgerichtsentscheid) denn im Wesentlichen ein-
zig, dass die tatsächliche vorübergehende Nutzung der Wohnung nach der Tren-
nung bis zum rechtskräftigen Entscheid nach Art. 176 ZGB kein Zuteilungskriteri-
um ist. Auf die Hintergründe dieses (nicht ausschlaggebenden) temporären Aus-
zugs einer der Ehegatten nimmt die Vorinstanz keinen Bezug, da sie an der fragli-
chen Stelle (act. B.1, E. 3.1.2) lediglich die rechtlichen Grundlagen erläutert, diese 
indes noch nicht auf den konkreten Fall anwendet (die Subsumtion erfolgt erst in 
act. B.1, E. 3.4.1). Es ist deshalb nicht relevant, dass der Ehemann die Wohnung 
vorliegend aus anderen Gründen vorübergehend verlassen hat als in dem vom 
Bundesgericht beurteilten Fall. Dass die diesbezügliche bundesgerichtliche Recht-
sprechung (vgl. auch BGer 5A_291/2013 v. 27.1.2014 E. 5.4; 5A_78/2012 
v. 15.5.2012 E. 3.2) vorliegend nicht anwendbar wäre, bringt die Ehefrau zu Recht 
nicht vor. Der Schluss der Vorinstanz, wonach der Ehemann die Wohnung nicht 
definitiv und freiwillig verlassen habe, ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden. 
Demnach kann vorliegend nicht auf eine Interessenabwägung verzichtet werden.

4.5.3. Somit ist zu prüfen, ob die eheliche Wohnung einem der Ehegatten ei-
nen grösseren Nutzen verschafft als dem anderen.

4.5.3.1. Bei der Beurteilung des Nutzens der ehelichen Wohnung ist nach dem 
Gesagten in erster Linie auf die (aktuellen) Interessen der Kinder abzustellen. Die 
frühere Betreuungssituation ist in Bezug auf das aktuelle Interesse an der Woh-
nung hingegen nicht ausschlaggebend. Vorliegend sind die beiden älteren Kinder 

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der Parteien, C._____ und D._____, bereits volljährig, weshalb ihren Bedürfnissen 
bei der Zuteilung der Wohnung nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt. Die 
beiden mündigen Kinder verfügen ausserdem unabhängig davon, welcher Eltern-
teil die eheliche Wohnung übernimmt, über eine Übernachtungsgelegenheit in 
G._____. Auch in Bezug auf den jüngsten Sohn E._____ ist nicht glaubhaft, dass 
dessen Interessen durch ein Verbleiben der Mutter in der ehelichen Wohnung 
während der Dauer des Getrenntlebens besser gewahrt würden, als wenn der Va-
ter die Wohnung in dieser Zeit bewohnen würde. So würde E._____ auch im letz-
teren Fall nach wie vor über ein Zimmer in der Wohnung an der F._____ verfügen 
und hätte er darüber hinaus ein Zimmer in der neuen Wohnung der Mutter. Ohne-
hin aber hält sich E._____ mehrheitlich im Internat U._____ auf und besucht seine 
Eltern jeweils (nur) jedes dritte Wochenende sowie während der Ferien (vgl. act. 
A.1, I.14 [186]; act. A.2, I.34 [186]; act. B.1, Dispositivziff. 1.1). Dass Kinder ihre 
Eltern in getrennten Wohnungen besuchen müssen, ist Folge jeder Trennung. Es 
besteht ausserdem kein Anspruch der Kinder darauf, dass die Eltern am gleichen 
Ort wohnen. Vielmehr ist es ihnen zumutbar, diese (ebenso wie ihre Freunde) an 
verschiedenen Orten in näherer Distanz zu besuchen. Damit ist selbst für den Fall, 
dass die Ehefrau keine Wohnung in G._____, sondern an einem anderen Ort in 
der Umgebung beziehen würde, nicht davon auszugehen, dass die Interessen von 
E._____ (und der mündigen Kinder) für eine Zuteilung der Wohnung an die Ehe-
frau sprechen. In diesem Zusammenhang ist auch auf das von der Ehefrau vorge-
brachte Argument der Schulkostenbeteiligung des Kantons einzugehen. Wie so-
gleich noch näher auszuführen sein wird, ist einerseits nicht damit zu rechnen, 
dass die Ehefrau keine Wohnung in G._____ oder der näheren Umgebung finden 
wird; noch weniger ist davon auszugehen, dass sie (gegen ihren Willen) eine 
Wohnung ausserhalb des Kantons Graubünden beziehen muss. Für den Fall, 
dass die Ehefrau dennoch eine Wohnung in einem anderen Kanton beziehen wür-
de, ist anderseits mit dem Ehemann darauf hinzuweisen, dass dem von der Ehe-
frau genannten Risiko des Verlustes der Kostenbeteiligung des Kantons dadurch 
begegnet werden könnte, dass die in der Teil-Trennungsvereinbarung vom 
17. März 2022 getroffene Wohnsitzregelung (vgl. act. B.1, Dispositivziff. 1.2) derart 
angepasst würde, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz von E._____ künftig beim 
Vater anstatt bei der Mutter befindet. Insgesamt lässt sich aus den Interessen der 
Kinder kein grösserer Nutzen für eine der beiden Parteien ableiten. Dass gesund-
heitliche, berufliche oder sonstige Gründe für eine bestimmte Zuteilung sprechen 
würden, wurde durch keine der Parteien vorgebracht. Auf die Behauptung der 
Ehefrau, sie würde keine mit der ehelichen Wohnung vergleichbare Wohnung in 
G._____ finden, ist nachfolgend im Rahmen der Ausführungen zur Zumutbarkeit 
eines Auszugs einzugehen.

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4.5.3.2. Zu prüfen ist auch, ob allenfalls einem Ehegatten ein besonderes 
bzw. überwiegendes affektives Interesse an der Wohnung zukommt. Vor der 
Trennung wohnten die beiden Ehegatten gemeinsam in der vormaligen Familien-
wohnung. Die sich aus diesem Umstand ergebende Verbundenheit mit der Woh-
nung ist daher für beide Ehegatten als gleich gross einzuschätzen. Hingegen ist 
davon auszugehen, dass der Ehemann vorliegend eine enge Verbindung zur 
Wohnung aufweist, da diese sich seit mehreren Generationen im Eigentum seiner 
Familie (aktuell im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft I._____) befindet und 
er in seiner Kindheit teilweise dort gewohnt hat (vgl. RG act. VII.1, II.25; act. A.1, 
II.36 [186]; act. A.2, II.76 [186]). Daran ändert auch nichts, dass die Wohnung zwi-
schenzeitlich aufgestockt wurde und nicht mehr die ursprüngliche Form aufweist. 
Es bestehen keine Hinweise dafür, dass das Interesse des Ehemannes – wie von 
der Ehefrau behauptet – rein finanzieller Natur sein soll. Vielmehr ist von einem 
nicht unerheblichen affektiven Interesse des Ehemannes an der Wohnung auszu-
gehen. Die Ehefrau dürfte ihrerseits zwar tatsächlich einen erheblichen Betrag in 
eine eigens für die Wohnung angefertigte und teilweise eingebaute Einrichtung 
investiert haben. Der exakte Betrag dieser Investitionen ist jedoch nicht ermittel-
bar. Die Behauptung der Ehefrau, den gesamten Erbvorbezug in Höhe von 
CHF 250'000.00 (vgl. RG act. III.21 f.) in die Umgestaltung und Einrichtung der 
Wohnung investiert zu haben, ist jedenfalls nicht glaubhaft. So ergibt sich aus den 
eingereichten Rechnungen (RG act. II.23 ff.) insgesamt kein Betrag in dieser 
Höhe; insbesondere aber lauten die Rechnungen jeweils auf beide Parteien, wo-
mit keine Zahlung durch die Ehefrau alleine ausgewiesen ist. Auch die vom Ehe-
mann bestrittene ausserordentliche Involvierung der Ehefrau im Zusammenhang 
mit dem Umbau der Wohnung konnte nicht glaubhaft gemacht werden. Die Ehe-
frau behauptete ausserdem selbst nicht, sich von Beginn an alleine um den ge-
samten Umbau gekümmert zu haben, sondern machte insbesondere geltend, sie 
habe in Bezug auf die Details als Ansprechperson fungiert (vgl. act. A.6, II.28 
[186]). Eine Gegenüberstellung der Interessen zeigt auf, dass das aus der finanzi-
ellen und zeitlichen Beteiligung am Umbau und an der Einrichtung der ehelichen 
Wohnung resultierende affektive Interesse der Ehefrau jenes des Ehemannes 
nicht zu überwiegen vermag. Die Ehefrau konnte mit anderen Worten nicht dartun, 
dass ihre Beziehung zur Wohnung enger wäre als die Beziehung familiärer Natur 
des Ehemannes. Insgesamt resultiert somit kein klares Ergebnis, welchem Ehe-
gatten die Wohnung einen grösseren Nutzen bringt bzw. wem sie besser dienen 
würde.

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4.5.4. Da sich bei der vorangehenden Prüfung des grösseren Nutzens kein 
klares Resultat ergeben hat, ist nachfolgend die Zumutbarkeit eines Auszugs für 
die beiden Ehegatten zu prüfen.

4.5.4.1. Mit der Ehefrau ist zunächst festzuhalten, dass ein Auszug aus der ehe-
lichen Wohnung dem Ehemann aufgrund der konkreten Umstände zumindest 
kurzfristig wohl zumutbarer war als ihr. So war es dem Ehemann möglich, vorü-
bergehend die Wohnung an der H._____ zu benutzen; seine Mutter verzichtete für 
diese Zeit auf die Ausübung ihres Wohnrechts. In diesem Zusammenhang ist je-
doch darauf hinzuweisen, dass allein aufgrund der Tatsache, dass der Ehemann 
(temporär) ausgezogen ist, nicht bereits darauf geschlossen werden kann, dass 
ihm ein Auszug allgemein zumutbarer wäre als der Ehefrau; ansonsten käme es 
im Falle eines vorübergehenden Auszugs überhaupt nie zu einer Prüfung und ei-
nem Vergleich der Zumutbarkeit. Das Argument der Zumutbarkeit eines kurzfristi-
gen Auszugs hat sodann mittlerweile an Bedeutung verloren, da der Berufung der 
Ehefrau mit Bezug auf die Zuweisung der ehelichen Wohnung aufschiebende Wir-
kung erteilt wurde und die Ehefrau daher über mehr Zeit verfügte bzw. verfügt, um 
nach einer neuen Wohnung zu suchen. Ausserdem kann der Ehefrau eine ange-
messene Auszugsfrist angesetzt werden. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass 
auch der Ehefrau ein "familiäres" Wohnobjekt zur Verfügung steht, welches sie für 
den Fall, dass sie innert der Auszugsfrist keine geeignete neue Wohnung finden 
würde, zumindest vorübergehend bewohnen könnte, da der Vater der Ehefrau 
seine Liegenschaft in G._____ offenbar der gesamten Familie zur Verfügung stellt 
(vgl. act. A.6, II.22 [186]).

4.5.4.2. Zutreffend ist, dass die Ehefrau grundsätzlich Anspruch auf die Fort-
führung des ehelichen Standards und damit auf eine vergleichbare Wohnung an 
einer ähnlichen Lage wie bisher hat; bei einer Zuteilung der ehelichen Wohnung 
an den Ehemann verlangt dies auch der Grundsatz der Gleichbehandlung der 
Ehegatten. Es besteht aber kein bedingungsloser Anspruch auf eine identische 
Wohnung, zumal die Ehefrau künftig lediglich noch mit E._____ zusammenwoh-
nen wird (vgl. E. 11.2.3). Selbst wenn der Wohnungsmarkt in G._____ momentan 
angespannt ist, ist ferner nicht ausgeschlossen, dass die Ehefrau im Raum 
G._____ eine angemessene Wohnung finden kann, dies insbesondere unter 
Berücksichtigung der den Ehegatten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel. 
Es ist nicht glaubhaft, dass sowohl in G._____ als auch in der näheren Umgebung 
keine grundsätzlich vergleichbaren Wohnungen vorhanden sein sollen. Der An-
spruch der Ehefrau auf eine angemessene Wohnung bedeutet in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz nicht, dass ihre neue Wohnung sich zwingend in 

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G._____ selbst befinden müsste. Vielmehr ist die Zumutbarkeit eines Wohnsitzes 
der Ehefrau in der näheren Umgebung von G._____ ebenfalls als gegeben zu er-
achten, da ihr der Besuch von Shops, Restaurants und Events sowie die Pflege 
von Beziehungen zu Personen in G._____ auch dann weiterhin möglich sein wird, 
dies beispielsweise durch die Benützung des öffentlichen Verkehrs, ihres eigenen 
Fahrzeugs oder eines Taxis. Soweit die Ehefrau Ausführungen betreffend die 
Höhe der Mietkosten von verfügbaren Wohnungen macht, handelt es sich dabei 
um eine im Rahmen der Berechnung des ehelichen Unterhalts zu berücksichti-
gende Frage. Dem Umstand, dass nur wenige vergleichbare Wohnungen vorhan-
den sind, kann im Weiteren mit einer längeren Auszugsfrist Rechnung getragen 
werden. Schliesslich führt auch die Tatsache, dass die Ehefrau über keinen zwei-
ten Hausrat verfügt, nicht dazu, dass die Zumutbarkeit ihres Auszugs zu verneinen 
wäre. Dies gilt insbesondere deshalb, weil der Ehemann ihr die Benützung des 
Hausrats des Ferienhauses der Familie zugesteht und demnach keine vorüberge-
hende Neueinrichtung notwendig würde.

4.5.4.3. Davon, dass dem Ehemann ein Auszug auch längerfristig zumutbarer 
wäre, kann nicht gesprochen werden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, 
dass auch der Ehemann Anspruch auf ein mit dem ehelichen Standard vergleich-
bares Wohnobjekt und daher, sofern die Erbengemeinschaft I._____ über keine 
entsprechende Wohnung verfügt, dieselben Schwierigkeiten wie die Ehefrau hat, 
eine neue Wohnung zu finden. Dass ihm aus der Erbengemeinschaft längerfristig 
eine grundsätzlich vergleichbare Wohnung zur Verfügung stehen würde, behaup-
tet die Ehefrau nicht substantiiert. Sie äussert sich weder zur Grösse dieser Woh-
nungen noch zu deren Verfügbarkeit. Letzteres gilt auch in Bezug auf die gemäss 
Noveneingabe der Ehefrau neu entstehende Wohnung der Erbengemeinschaft an 
der H._____. Aktuell wohnt der Ehemann, wie bereits erwähnt, in der Wohnung 
seiner Mutter. Selbst wenn diese Wohnung an der H._____ eine Fortführung des 
ehelichen Standards ermöglichen würde, ist zu berücksichtigen, dass sie mit ei-
nem Wohnrecht belastet ist und daher nicht dauerhaft zur Verfügung steht. Der 
Ehemann ist vielmehr darauf angewiesen, dass seine Mutter für die Dauer der 
Benützung durch ihn auf die Ausübung ihres Wohnrechts verzichtet. Dies gilt un-
abhängig davon, wie oft und für welche Zeitdauer die Mutter die Wohnung bis an-
hin benutzt hat bzw. ansonsten benutzen würde (vgl. act. A.8, III.8; act. A.9, 
III.15 f.). Was andere Wohnungen der Erbengemeinschaft betrifft, so ist zwar nicht 
zu übersehen, dass der Ehemann für die Liegenschaftsverwaltung der Erbenge-
meinschaft zuständig ist und daher auch auf die Vermietung deren Wohnungen 
Einfluss nehmen bzw. sich in eine der Wohnungen einmieten könnte. Es ist ihm 
aber nicht zumutbar, (einzig) für den vorübergehenden Gebrauch einer Wohnung 

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bis zur Scheidung Mietverhältnisse zu kündigen; zudem wäre dann mit Einkom-
mensausfällen aus der Erbengemeinschaft zu rechnen. Schliesslich kann der 
Ehemann auch nicht allein über die Mietverhältnisse entscheiden, sondern ist er 
dafür auf das Einverständnis seiner Schwester angewiesen. Im Ergebnis müsste 
der Ehemann für den Fall eines nicht bloss temporären Auszugs aus der eheli-
chen Wohnung ebenfalls auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nach einer neuen, 
vergleichbaren Wohnung suchen, womit er sich in derselben Lage wie die Ehefrau 
befinden würde bzw. mit denselben Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche zu 
rechnen hätte. Damit ist längerfristig nicht von einer höheren Zumutbarkeit eines 
Auszugs beim Ehemann auszugehen. Da auch sonst keine Faktoren ersichtlich 
sind bzw. vorgebracht wurden, welche für eine erhöhte oder verminderte Zumut-
barkeit des Auszugs bei einem der Ehegatten sprechen würden, ergibt sich auch 
in dieser Hinsicht kein eindeutiges Resultat.

4.5.5. Da vorliegend weder das Kriterium des grösseren Nutzens noch die 
Prüfung der Zumutbarkeit zu einem eindeutigen Ergebnis führen, ist auf die Eigen-
tumsverhältnisse abzustellen. Dies rechtfertigt sich insbesondere in Anbetracht 
der Tatsache, dass die Parteien bereits seit dem 14. März 2021 und damit seit 
über zweieinhalb Jahren getrennt leben, zumal die Eigentumsverhältnisse nach 
dem Gesagten mit zunehmender Dauer der Trennung an Gewicht gewinnen. Da 
die eheliche Wohnung im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft I._____ steht, 
an welcher der Ehemann zur Hälfte beteiligt ist, führt die Berücksichtigung der Ei-
gentumsverhältnisse dazu, dass die Wohnung für die weitere Dauer der Trennung 
dem Ehemann zuzuweisen ist. Nachdem die Ehefrau mittlerweile bzw. bis zum 
Auszug rund drei Jahre in der ehelichen Wohnung verbleiben durfte, entspricht 
dieses Resultat auch dem Gebot der Gleichbehandlung der Ehegatten. Demnach 
ist die eheliche Wohnung an der F._____ in G._____ mitsamt Hausrat und Keller 
dem Ehemann für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benützung für sich 
und E._____ zuzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid in dieser Hinsicht zu 
schützen. Ob die Ehefrau mittlerweile faktisch einen neuen Wohnsitz im Kanton 
W._____ begründet hat, wie der Ehemann in seiner Noveneingabe vom 29. Ju-
ni 2023 vorbrachte (act. A.11, Rz. 3 f.; vgl. auch act. A.17, III.6 ff.), kann unter die-
sen Umständen offen bleiben. Dementsprechend kann auch auf die durch den 
Ehemann in diesem Zusammenhang beantragten Zeugeneinvernahmen 
(act. A.11, S. 3; vgl. E. 3.2) verzichtet werden. Die Berufung der Ehefrau ist in die-
sem Punkt abzuweisen und Dispositivziffer 2 des angefochtenen Entscheids zu 
bestätigen.

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4.6. Auszugsfrist

Da an der vorinstanzlichen Regelung festzuhalten ist, hat die Ehefrau die bisher 
bewohnte eheliche Wohnung zu verlassen. Gemäss dem angefochtenen Ent-
scheid, welcher den Parteien am 28. Oktober 2022 mitgeteilt wurde, wurde die 
Ehefrau verpflichtet, die Wohnung bis 31. Dezember 2022, mithin innert rund zwei 
Monaten, zu verlassen. Die Auszugsfrist für die Ehefrau ist von Amtes wegen an-
zupassen. Vor dem Hintergrund des wohl eher knappen Angebots an dem eheli-
chen Standard entsprechenden Wohnungen im Raum G._____ sowie unter 
Berücksichtigung des Umstands, dass der Ehemann vorübergehend die Wohnung 
an der H._____ benutzen kann, rechtfertigt es sich, der Ehefrau eine etwas länge-
re Auszugsfrist anzusetzen, wie dies bereits die Vorinstanz tat. Konkret erscheint 
es, auch mit Blick auf die ortsüblichen Kündigungstermine, als angezeigt, der Ehe-
frau für den Auszug aus der Wohnung (samt Mitnahme sämtlicher persönlicher 
Gegenstände sowie Übergabe aller Wohnungsschlüssel an den Ehemann) eine 
Frist bis zum 31. März 2024 einzuräumen. Dispositivziffer 3 des angefochtenen 
Entscheids ist von Amtes wegen entsprechend anzupassen.

4.7. Herausgabe von Gegenständen aus dem Keller

4.7.1. Rechtliche Grundlagen

Die Zuteilung des Hausrats – welcher sowohl die sich im eigentlichen Haushalt 
befindliche Fahrnis als auch weitere, vormals von der ganzen Familie genutzte 
Gegenstände, nicht aber Sachen zum persönlichen Gebrauch der Ehegatten um-
fasst – richtet sich (ebenso wie die Zuteilung der ehelichen Wohnung) zunächst 
grundsätzlich nach der grösseren Zweckmässigkeit bzw. danach, von welchem 
Ehegatten ein bestimmter Gegenstand genutzt wird, respektive wem er besser 
dient. Eine vollständige Aufteilung des ehelichen Hausrats ist unnötig und wider-
spricht dem vorsorglichen Charakter des Eheschutzes. Namentlich in Bezug auf 
luxuriöse, nicht als Kompetenzstücke zu qualifizierende Gegenstände dürfen auch 
hier die Eigentums- oder andere rechtlich geordnete Nutzungsverhältnisse 
berücksichtigt werden (BGE 114 II 18 E. 4; OGer ZH LE190013 v. 12.7.2019 
E. III.B.3; Maier/Vetterli, a.a.O., N 19 zu Art. 176 ZGB m.w.H.).

4.7.2. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz verpflichtete den Ehemann zur Herausgabe derjenigen herausver-
langten Gegenstände aus dem Keller der ehelichen Wohnung an die Ehefrau, de-
ren Eigentum unbestritten war; dies unter Hinweis darauf, dass keine Zweckmäs-

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sigkeitsgründe für die Herausgabe der Gegenstände geltend gemacht worden sei-
en (act. B.1, E. 4.3 u. Dispositivziff. 4).

4.7.3. Rüge des Ehemannes

Der Ehemann rügt im Wesentlichen, dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid ver-
schiedene Gegenstände als Geschenke oder als Eigentum der Eltern der Ehefrau 
bezeichnet habe. Da es sich vorliegend um ein Eheschutzverfahren handle, könne 
die Vorinstanz im Dispositiv jedoch gar nicht feststellen, wer Eigentum an den Ge-
genständen habe. Entsprechend seien diese Zusätze im Dispositiv des angefoch-
tenen Entscheids zu streichen (act. A.1, II.5 f. [184]).

Die Ehefrau bringt in diesem Zusammenhang vor, es handle sich beim Vorbringen 
des Ehemannes um ein unzulässiges Novum. Im Übrigen fechte der Ehemann nur 
lit. a und lit. b der Dispositivziffer 4 an, weshalb deren lit. c bis lit. g ohnehin nicht 
anzupassen seien. Folglich sei die Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Ent-
scheids zu bestätigen (act. A.2, II.11 ff. [184]).

4.7.4 Beurteilung durch die Berufungsinstanz

Es ist zutreffend, dass im Eheschutzverfahren nicht über die Eigentumsverhältnis-
se an Gegenständen entschieden wird und es lediglich um die Benützung des 
Hausrats während der Trennung geht. Da keine Partei einen grösseren Nutzen an 
den fraglichen Gegenständen geltend gemacht hatte, stützte sich die Vorinstanz 
für die Zuteilung auf das Kriterium des Eigentums und ordnete bezüglich der Ge-
genstände, an denen das Eigentum der Ehefrau bzw. ihrer Eltern unbestritten war, 
die Herausgabe zur Benützung gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB an. Die Her-
ausgabepflicht als solche ist unbestritten und die Herausgabe zumindest teilweise 
auch bereits erfolgt, auch wenn in Bezug auf deren Umfang Uneinigkeit zwischen 
den Parteien besteht (vgl. RG act. V.13 u. V.19). Der Ehemann strebt denn auch 
lediglich die Streichung der Klammerbemerkungen betreffend die Eigentumsver-
hältnisse an den Gegenständen im Entscheiddispositiv an. Eine verbindliche Ei-
gentumsfeststellung wurde von der Vorinstanz aber, wie soeben erwähnt, nicht 
getroffen und konnte von dieser mangels entsprechender Kompetenz auch gar 
nicht getroffen werden. Den Klammerbemerkungen im Dispositiv kommt daher 
lediglich deklaratorischer Charakter zu. Handelt es sich somit nicht um eine ver-
bindliche Eigentumsfeststellung, ist ein Rechtsschutzinteresse des Ehemannes an 
der Streichung der Klammerbemerkungen zu verneinen. Ein solches ist auch des-
halb nicht erkennbar, weil der Ehemann das Eigentum der Ehefrau an den fragli-
chen Gegenständen erstinstanzlich anerkannte (vgl. RG act. V.13) und dieses im 

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Berufungsverfahren ebenfalls nicht bestritt, sodass auch im Hinblick auf eine künf-
tige güterrechtliche Auseinandersetzung keine Nachteile ersichtlich sind. Ob die 
Einwände des Ehemannes verspätet erfolgten, wie dies die Ehefrau vorbringt, 
kann unter diesen Umständen offen gelassen werden. Auf die Berufung des Ehe-
mannes ist in diesem Punkt folglich mangels Beschwer nicht einzutreten und Zif-
fer 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils ist zu bestätigen.

4.8. Sperrung und Ersatz eines verlorenen Schlüssels

4.8.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz verpflichtete den Ehemann dazu, innert 10 Tagen ab Rückgabe 
bestimmter Gegenstände durch die Ehefrau die Sperrung eines von ihr verlorenen 
Schlüssels zu veranlassen und ihr einen neuen Schlüssel zukommen zu lassen, 
dies auf Kosten der Ehefrau (act. B.1, E. 5.2 u. Dispositivziff. 6).

4.8.2. Rüge des Ehemannes

Der Ehemann macht geltend, die Ehefrau benötige keinen neuen Schlüssel, da 
ihm die Wohnung von der Vorinstanz zur Benützung zugeteilt worden sei (act. A.1, 
II.7 [184]).

Die Ehefrau bestreitet die Ausführungen des Ehemannes und bringt zusammen-
gefasst vor, dass ihr – entgegen dem vorinstanzlichen Entscheid – die eheliche 
Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benützung zuzuteilen 
sei, weshalb sie sehr wohl auf einen neuen Schlüssel für die Wohnung angewie-
sen sei. Der Ehemann habe dies im vorinstanzlichen Verfahren auch nie bestrit-
ten, weshalb es sich bei seinem Vorbringen um ein unzulässiges Novum handle 
(act. A.2, II.15 ff. [184]).

4.8.3. Beurteilung durch die Berufungsinstanz

Die in Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils enthaltene Verpflichtung des 
Ehemannes, die Sperrung des von der Ehefrau verlorenen Schlüssels zu veran-
lassen und dieser einen neuen Schlüssel zukommen zu lassen, gilt – legt man das 
vorinstanzliche Urteil umfassend bzw. unter Berücksichtigung der übrigen darin 
getroffenen Regelungen aus – (lediglich) für die Zeit, in welcher die Ehefrau noch 
in der Wohnung bleiben darf. Beim Auszug hat sie nämlich sämtliche Wohnungs-
schlüssel an den Ehemann zu übergeben (act. B.1, E. 3.4.5 i.f. u. Dispositivziff. 3). 
Demnach besteht kein Anlass, Ziffer 6 des Dispositivs des angefochtenen Ent-

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scheids aufzuheben. Die Berufung des Ehemannes ist folglich in diesem Punkt 
abzuweisen.

5. Rechtliche Grundlagen der Unterhaltsberechnung

Nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB setzt das Gericht bei Getrenntleben der Ehegat-
ten auf Begehren die Unterhaltsbeiträge an die Kinder und an den Ehegatten fest. 

5.1. Haben die Eltern minderjährige Kinder, trifft das Gericht nach den Be-
stimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses die nötigen Massnah-
men (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Der Unterhalt der Kinder wird durch Pflege, Erziehung 
und Geldzahlung geleistet. Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach 
seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbeson-
dere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmass-
nahmen (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Der gebührende Unterhalt umfasst zunächst 
den Barunterhalt, welcher den unmittelbaren Lebensunterhalt der Kinder sowie 
deren spezifische Bedürfnisse abdeckt, aber auch den Betreuungsunterhalt, mit 
welchem die zur erforderlichen persönlichen Betreuung der Kinder notwendige 
physische Präsenz des betreuenden Elternteils sichergestellt werden soll (BGE 
147 III 265 E. 5.3). Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags ist ein Ermessensent-
scheid, bei dem alle bedeutsamen Umstände zu berücksichtigen sind (BGer 
5A_513/2020 v. 14.5.2021 E. 2.1, 5A_1017/2014 v. 12.5.2015 E. 4.1).

Teilen sich die Eltern die Betreuung des Kindes hälftig und tragen sie damit in 
gleichem Masse zur Pflege und Erziehung des Kindes bei, so sind allein ihre je-
weiligen finanziellen Möglichkeiten massgebend für die Frage, in welchem Umfang 
jeder Elternteil für den Geldbedarf des Kindes aufkommen muss (BGE 147 III 265 
E. 5.5; BGer 5A_330/2022 v. 27.3.2023 E. 4.1.1; 5A_952/2019 v. 2.12.2020 E. 
6.3.1; 5A_926/2019 v. 30.6.2020 E. 6.3). Jeder Elternteil muss somit nach seinen 
Möglichkeiten für die Bedürfnisse des Kindes aufkommen, wenn es sich bei ihm 
und beim anderen Elternteil aufhält. Der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge steht 
gemäss Art. 289 Abs. 1 ZGB dem Kind zu. Ist es minderjährig, so wird der An-
spruch durch Leistung an dessen gesetzlichen Vertreter oder an den Inhaber der 
Obhut erfüllt. Sind beide Eltern obhutsberechtigt, wird die Unterhaltspflicht durch 
Leistung an den jeweils anderen Elternteil erfüllt (BGE 147 III 265 E. 5.5 in fine). 
Da die direkten Kosten des Kindes bei jedem Elternteil in der Regel unterschied-
lich hoch sind, muss bestimmt werden, welche Ausgaben von welchem Elternteil 
getragen werden und welcher Elternteil Leistungen für das Kind im Sinne von Art. 
285a ZGB erhält. Beide Elternteile übernehmen insbesondere – grundsätzlich im 
Umfang ihres Betreuungsanteils – Ausgaben, die durch den Grundbetrag für das 

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Kind gedeckt sind (Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel etc.). Ausserdem haben sie 
jeweils Anspruch auf eine Beteiligung des Kindes an ihren Mietkosten. Dagegen 
bezahlt in der Regel nur ein Elternteil die Rechnungen für Kosten, die nicht ver-
nünftig teilbar sind, wie beispielsweise die Krankenversicherungsprämien oder 
Drittbetreuungskosten. Auch das Kindergeld, das vom Bedarf des Kindes abgezo-
gen werden muss, wird nur an einen Elternteil gezahlt. Diese Besonderheiten 
müssen bei der Bestimmung der Beteiligung jedes Elternteils an den direkten Kos-
ten des Kindes berücksichtigt werden (BGer 5A_330/2022 v. 27.3.2023 E. 4.1.1; 
5A_952/2019 v. 2.12.2020 E. 6.3.1; 5A_743/2017 v. 22.5.2019 E. 5.4.3).

5.2. Der Anspruch eines Ehegatten auf Unterhaltsbeiträge während der 
Dauer des Scheidungsverfahrens ist Ausfluss der ehelichen Beistands- und Un-
terhaltspflicht nach Art. 163 ZGB, geht es doch um die Regelung der Folgen des 
Getrenntlebens während bestehender Ehe. Die erwähnte Bestimmung bleibt 
Grundlage der gegenseitigen Unterhaltspflicht der Ehegatten, selbst wenn nicht 
mehr ernsthaft mit einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens zu rechnen ist. 
Nach Art. 163 ZGB sorgen die Ehegatten gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräf-
ten, für den gebührenden Unterhalt der Familie. Grundsätzlich hat das Eheschutz-
gericht bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 
ZGB von der ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinbarung der Ehegatten 
betreffend die Aufteilung von Aufgaben und Geldmitteln untereinander auszuge-
hen. Damit ist in einer ersten Phase nach der Trennung im Prinzip das während 
des Zusammenlebens gewählte Lebens- und Beziehungsmodell der Ehegatten 
fortzuführen. Das Gericht hat aber auch zu berücksichtigen, dass der Zweck von 
Art. 163 ZGB, für den gebührenden Unterhalt der Familie zu sorgen, im Falle der 
Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes einen jeden Ehegatten verpflichtet, 
nach seinen Kräften an die Bestreitung der Mehrkosten beizutragen, die das Ge-
trenntleben verursacht. Daraus kann folgen, dass das Gericht die von den Ehegat-
ten geschlossene Vereinbarung ändern muss, um sie den neuen Lebensverhält-
nissen anzupassen. Kann mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haus-
halts nicht mehr ernsthaft gerechnet werden, hat das Gericht in einer zweiten 
Phase die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien gemäss Art. 125 
Abs. 2 ZGB, namentlich den Vorrang der Eigenversorgung, miteinzubeziehen und 
aufgrund der neuen Lebensverhältnisse zu prüfen, ob und in welchem Umfang 
vom Ehegatten, der bisher den gemeinsamen Haushalt geführt hat, davon aber 
nach dessen Aufhebung entlastet ist, erwartet werden kann, dass er seine Ar-
beitskraft anderweitig einsetze und eine Erwerbstätigkeit aufnehme oder ausdeh-
ne. Dass eine vorhandene Arbeitskapazität auszuschöpfen ist, entspricht denn 
auch einem allgemeinen Grundsatz im Unterhaltsrecht (BGE 138 III 97 E. 2.2; 

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BGer 5A_565/2022 v. 27.4.2023 E. 3.1.1.1; 5A_42/2020 v. 30.3.2021 E. 5.5; 
5A_800/2019 v. 9.2.2021 E. 6.2; Michael Affolter, Das hypothetische Einkommen 
im Familienrecht – ein Überblick, AJP 2020, S. 838 f.; Maier/Schwander, a.a.O., N 
2 f. zu Art. 176 ZGB, je m.w.H.).

Auf den ehelichen Unterhalt gemäss Art. 163 ZGB findet demnach in bestimmten 
Konstellationen der aus dem Scheidungsunterhalt stammende Grundsatz, wonach 
beide Ehegatten ihren gebührenden Unterhalt (vgl. dazu sogleich E. 5.5) nach 
Möglichkeit aus eigener Anstrengung erwirtschaften sollen (sogenanntes Primat 
der Eigenversorgung) Anwendung. Nach konstanter Rechtsprechung ist bereits im 
ehelichen Verhältnis die Möglichkeit und Zumutbarkeit der Wiederaufnahme oder 
Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit zu prüfen, wenn in tatsächlicher Hinsicht er-
stellt ist, dass mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes nicht 
mehr ernsthaft gerechnet werden kann; dem betroffenen Ehegatten ist zur Umstel-
lung seiner Lebensverhältnisse jedoch eine angemessene Übergangsfrist zu be-
lassen, welche gerade bei guten finanziellen Verhältnissen grundsätzlich grosszü-
gig zu bemessen ist. Hingegen ist dem ehelichen Unterhaltsrecht eine zeitliche 
Limitierung des zur Erreichung des gebührenden Unterhaltes notwendigen Unter-
haltsbeitrages fremd; solange das Eheband besteht (und damit insbesondere im 
Eheschutzverfahren), kommt der Art. 163 ZGB zugrunde liegende Gleichbehand-
lungsgedanke zum Tragen, gemäss welchem beide Ehegatten in gleicher Weise 
und grundsätzlich unabhängig von Kriterien wie Lebensprägung und Ehedauer im 
Rahmen der verfügbaren Mittel Anspruch auf die Fortsetzung des gemeinsam ge-
lebten Standards haben (vgl. dazu sogleich E. 5.5); unterhaltsbegrenzend wirkt 
hier einzig eine tatsächliche oder hypothetische Eigenversorgung (BGE 148 III 358 
E. 5; BGer 5A_144/2023 v. 26.5.2023 E. 5.2; 5A_850/2020 v. 4.7.2022 E. 3 u. 4.3, 
je m.w.H.; vgl. BGE 138 III 97 E. 2.2; BGer 5A_108/2020 v. 7.12.2021 E. 4.5.4; 
Maier/Schwander, a.a.O., N 2a zu Art. 176 ZGB).

5.3. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Unterhalts-
berechnung im gesamten Unterhaltsbereich nach der zweistufigen Methode vor-
zunehmen. Dabei sind zum einen die den beteiligten Personen zur Verfügung ste-
henden finanziellen Mittel, in erster Linie die effektiven oder hypothetischen Ein-
kommen, festzustellen (vgl. sogleich E. 5.4). Zum anderen wird der Bedarf der von 
der Unterhaltsberechnung betroffenen Personen ermittelt (sogenannt gebührender 
Unterhalt; vgl. sogleich E. 5.5). Schliesslich werden die vorhandenen Ressourcen 
auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in einer bestimm-
ten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das fami-
lienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und alsdann ein verblei-

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bender Überschuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt wird 
(vgl. sogleich E. 5.6; zum Ganzen BGE 147 III 265 E. 6.1 ff.; BGer 5A_144/2023 
v. 26.5.2023 E. 4.3.1; BGE 147 III 301 E. 4.3; 147 III 293 E. 4.5). Nach der bun-
desgerichtlichen Methode ist demnach vorab der gebührende Unterhalt zu be-
stimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen 
sind. Sodann muss geprüft werden, inwiefern dieser durch die Eigenversorgung 
der unterhaltsberechtigten Person gedeckt wird respektive zu decken ist. Bleibt 
eine Unterdeckung, wird die Leistungsfähigkeit der unterhaltspflichtigen Person 
ermittelt und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt. In Bezug auf das 
hypothetische Einkommen (vgl. sogleich E. 5.4.4) ist demgemäss ein solches vor-
ab beim Berechtigten und erst anschliessend – sofern notwendig – beim Pflichti-
gen zu prüfen. Zu berücksichtigen bleibt, dass Wechselwirkungen zwischen den 
genannten Variablen bestehen, weshalb es stets einer Gesamtwürdigung bedarf 
(Affolter, a.a.O., S. 834 f.).

5.4. Wie bereits erwähnt sind zum einen die zur Verfügung stehenden fi-
nanziellen Mittel festzustellen. In die Einkommensermittlung einzubeziehen sind 
sämtliche Erwerbseinkommen, Vermögenserträge und Vorsorgeleistungen, in 
Ausnahmefällen auch die Vermögenssubstanz (BGE 147 III 265 E. 7.1; OGer ZH 
LE210001 v. 8.12.2021 E. 6.1.5.2).

5.4.1. Bei unselbständig Erwerbstätigen besteht das massgebliche Einkom-
men im Wesentlichen aus dem monatlichen Nettolohn (inklusive anteilsmässiger 
Anrechnung des 13. Monatslohns, Bonus, Gewinnbeteiligung) gemäss Lohnaus-
weis. Bei unregelmässigen Einkünften ist von Durchschnittswerten auszugehen. 
Entschädigungen für geleistete Überstunden, Nebenverdienste, Trinkgelder, AHV- 
und IV-Renten, Erwachsenen-Hilflosentschädigung, Vermögenserträge, Bonus-
zahlungen, Gratifikationen und Abgangsentschädigungen gelten ebenfalls als Ein-
kommen (OGer ZH LY210018 v. 20.12.2021 E. 3.2.4; Maier/Schwander, a.a.O., 
N 4a zu Art. 176 ZGB; Maier/Vetterli, a.a.O., N 32a zu Art. 176 ZGB).

5.4.2. Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit gilt der Reingewinn, 
der entweder als Vermögensstandsgewinn (Differenz zwischen dem Eigenkapital 
am Ende des laufenden und am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres) 
oder als Gewinn in einer ordnungsgemässen Gewinn- und Verlustrechnung aus-
gewiesen wird. Weil bei selbständiger Erwerbstätigkeit die finanzielle Verflechtung 
zwischen Unternehmerhaushalt und Unternehmung gross und intensiv ist und weil 
der Gewinnausweis sich relativ leicht beeinflussen lässt, kann sich die Bestim-
mung der Leistungskraft eines Selbständigerwerbenden als äusserst schwierig 
erweisen. Um ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu erreichen und nament-

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lich um Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, sollte auf das Durch-
schnittsnettoeinkommen mehrerer – in der Regel der letzten drei – Jahre abge-
stellt werden. Auffällige, d.h. besonders gute oder besonders schlechte Abschlüs-
se können unter Umständen ausser Betracht bleiben. Nur bei stetig sinkenden 
oder steigenden Erträgen gilt der Gewinn des letzten Jahres als massgebendes 
Einkommen, korrigiert insbesondere durch Aufrechnungen von ausserordentlichen 
Abschreibungen, unbegründeten Rückstellungen und Privatbezügen, d.h. nicht 
geschäftlich begründeter Aufwendungen. Ein einzelner besonders guter oder 
schlechter Jahresabschluss begründet keine dauerhafte Veränderung. Nur wenn 
die Behauptungen über die Höhe des Einkommens nicht plausibel sind und die 
vorgelegten Unterlagen nicht überzeugen – so beispielsweise bei fehlenden Er-
folgsrechnungen –, ist für die Feststellung des Einkommens auf den Lebensstan-
dard der Ehegatten während des Zusammenlebens abzustellen. Privatentnahmen 
sind dann ein Indiz für die Bestimmung dieses Lebensstandards, der als Referenz 
für die Festlegung des geschuldeten Beitrags dienen kann. Die Bestimmung des 
Einkommens eines Selbstständigen kann folglich entweder anhand des Reinge-
winns oder der Privatentnahmen erfolgen, wobei sich diese beiden Kriterien ge-
genseitig ausschliessen; es kann also nicht geschlossen werden, dass das Ein-
kommen eines Selbstständigen aus seinem Reingewinn zuzüglich seiner Priva-
tentnahmen besteht (BGE 143 III 617 E. 5.1; BGer 5A_565/2022 v. 27.4.2023 E. 
3.1.1.1; 5A_1048/2021 v. 11.10.2022 E. 4.2; 5A_621/2021 v. 20.4.2022 E. 3.2.3; 
OGer ZH LE160021 v. 23.9.2016 E. 6.2.4; Maier/Schwander, a.a.O., N 4a zu 
Art. 176 ZGB; Maier/Vetterli, a.a.O., N 32b zu Art. 176 ZGB; Six, a.a.O., Rz. 2.141, 
je m.w.H.). Besteht zwischen einer Aktiengesellschaft und einem Allein- oder 
Hauptaktionär eine wirtschaftliche Einheit, kann es in familienrechtlichen Prozes-
sen gerechtfertigt sein, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Person, welche 
die Gesellschaft wirtschaftlich beherrscht, nach den Regeln für Selbständigerwer-
bende zu bestimmen (BGer 5A_1048/2021 v. 11.10.2022 E. 4.2; 5A_683/2021 v. 
3.5.2022 E. 4.3; 5A_392/2014 v. 20.8.2014 E. 2.2; vgl. Maier/Vetterli, a.a.O., N 
32b zu Art. 176 ZGB i.f.; Six, a.a.O., Rz. 2.140). Im summarischen Eheschutzver-
fahren müssen keine umfangreichen Abklärungen vorgenommen werden. Für die 
Ermittlung des Einkommens eines Selbständigerwerbenden ist grundsätzlich auf 
Steuererklärungen, Geschäftsabschlüsse, Bilanzen und Erfolgsrechnungen abzu-
stellen. Nur bei gewichtigen Anhaltspunkten, dass die daraus hervorgehenden 
Zahlen nicht der Realität entsprechen bzw. diese nicht schlüssig sind, ist Einsicht 
in die einzelnen Kontoblätter zu nehmen (OGer ZH LE190018 v. 29.11.2019 E. 
4.3.2; LE160021 v. 23.9.2016 E. 6.2.4; Maier/Vetterli, a.a.O., N 32b zu Art. 176 
ZGB).

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5.4.3. Beim Kind werden die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen (Art. 285a 
Abs. 1 ZGB) sowie allfällige Sozialversicherungsrenten (Art. 285a Abs. 2 ZGB), 
Vermögenserträge (Art. 319 Abs. 1 ZGB), Erwerbseinkommen (Art. 276 Abs. 3 
u. Art. 323 Abs. 2 ZGB), Stipendien und dergleichen als Einkommen eingesetzt 
(BGE 147 III 265 E. 7.1; Affolter, a.a.O., S. 837 f.; Maier/Schwander, a.a.O., N 4a 
zu Art. 176 ZGB).

5.4.4. Der durch Geldleistungen zu begleichende Unterhalt ist primär durch 
das effektive Nettoeinkommen zu decken. Soweit dieses Einkommen allerdings 
nicht ausreicht und ein Ehegatte seine Erwerbskraft nicht voll ausschöpft, kann 
unter bestimmten Umständen von der Massgeblichkeit des tatsächlichen Einkom-
mens abgewichen und ein hypothetisches Einkommen angenommen werden. Im 
Eheschutzverfahren ist eine Pflicht zur Aufnahme oder Ausdehnung einer Er-
werbstätigkeit nur zu bejahen, wenn keine Möglichkeit besteht, auf eine während 
des gemeinsamen Haushalts gegebene Sparquote oder vorübergehend auf Ver-
mögen zurückzugreifen, und wenn die vorhandenen finanziellen Mittel – allenfalls 
unter Rückgriff auf das Vermögen – trotz zumutbarer Einschränkungen für zwei 
getrennte Haushalte nicht ausreichen. Sodann kann nur der bei gutem Willen 
bzw. bei zumutbarer Anstrengung künftig mögliche Lohn berücksichtigt werden, 
nicht aber ein unrealistischer oder fiktiver Verdienst. Ein höheres als das tatsäch-
lich erzielte Einkommen darf also nur angerechnet werden, wenn eine entspre-
chende Einkommenssteigerung tatsächlich möglich und zumutbar ist. Zu den Be-
urteilungskriterien gehören insbesondere die berufliche Qualifikation, das Alter und 
der Gesundheitszustand des betreffenden Ehegatten sowie die Lage auf dem Ar-
beitsmarkt. Welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint, ist eine 
Rechtsfrage. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit 
möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 143 III 233 
E. 3.2 m.w.H.; 130 III 537 E. 3.2; BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4; 5A_340/2018 
v. 15.1.2019 E. 4; Affolter, a.a.O., S. 838; Maier/Vetterli, a.a.O., N 34 f. zu 
Art. 176 ZGB; Bernhard Isenring/Martin A. Kessler, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 24 f. zu 
Art. 163 ZGB, je m.w.H.).

Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vor-
handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. 
Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegrün-
denden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufheben-
den bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei 
liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder 

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Durchsetzbarkeit bestreitet. Geht es um die (erstmalige) Festsetzung des Unter-
halts, obliegt es demnach grundsätzlich der fordernden Partei zu beweisen, wie 
gross ihre wirtschaftliche Leistungskraft (Eigenversorgungskapazität) ist. Nament-
lich trifft die unterhaltsfo