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**Case Identifier:** 08989359-ed3f-5f57-b74f-66a87b248d72
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2009 A-1274/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1274-2008_2009-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1274/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______, 
vertreten durch _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Abteilung Strafsachen, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mineralölsteuer; Mehrwertsteuer (Nichteintreten).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1274/2008

Sachverhalt:

A.
X._______  ist  Geschäftsführer  der  Y._______  AG.  Die  Firma  führt 
unter anderem gewerbsmässige Transporte durch.

B.
Mit  Verfügung  der  Zollkreisdirektion  Schaffhausen  vom  7. Mai  2007 
wurde X._______ für zu Unrecht nicht entrichtete Abgaben im Betrage 
von  insgesamt  Fr. 65'302.--  leistungspflichtig  erklärt.  Die  Behörde 
stützte sich dabei auf das Schlussprotokoll desselben Datums, worin 
X._______ eine Widerhandlung gegen das Mineralölsteuergesetz vom 
21. Juni 1996 (MinöStG, SR 641.61) sowie gegen das  Bundesgesetz 
vom  2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  (Mehrwertsteuer-
gesetz, MWSTG, SR 641.20) zur Last gelegt wurde.

C.
Am  16. Mai  2007  ersuchte  der  Rechtsvertreter  von  X._______  um 
Erstreckung der Frist,  um sich zum Schlussprotokoll  zu äussern und 
Anträge  zu  stellen.  Mit  Schreiben  vom  21. Mai  2007  entsprach  die 
Zollkreisdirektion Schaffhausen dem Gesuch. Gleichzeitig machte sie 
darauf aufmerksam, dass es sich bei der in der Rechtsmittelbelehrung 
der Nachbezugsverfügung genannten Frist  um eine gesetzliche Frist 
handle, die nicht erstreckt werden könne.

Mit  Beschwerde vom 8. Juni 2007 liess X._______ bei der Oberzoll-
direktion  (OZD, Vorinstanz)  die  Aufhebung  der  genannten Verfügung 
beantragen.  Zur  Ergänzung  der  Begründung  und  zur  Nennung  und 
Einreichung  weiterer  Beweismittel  wurde  gestützt  auf  Art.  53  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021) um eine Nachfrist ersucht. Die OZD be-
stätigte den Empfang der Beschwerde am 14. Juni 2007 und gewährte 
eine einmalige Nachfrist bis zum 16. August 2007.

D.
Die OZD entschied am 28. Januar 2008,  auf  die Beschwerde werde 
nicht  eingetreten. Zur Begründung führte sie  aus,  die Verfügung der 
Zollkreisdirektion sei  am 8. Mai  2007 eröffnet  worden. Die 30-tägige 
Rechtsmittelfrist  habe demnach am 9. Mai 2007 zu laufen begonnen 
und  habe  somit  am 7. Juni  2007  geendet.  Die  der  schweizerischen 
Post  am  8. Juni  2007  (Datum  des  Poststempels)  übergebene  Be-

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schwerde sei folglich nicht innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht 
worden, weshalb darauf nicht einzutreten sei. 

Mit Eingabe vom 27. Februar 2008 liess X._______ (Beschwerdefüh-
rer) beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Beschwerdeentscheid 
der  OZD Beschwerde  erheben.  Es  wurde  –  unter  Kosten-  und  Ent-
schädigungsfolge – die Aufhebung des vorinstanzlichen Beschwerde-
entscheides  beantragt.  Die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  auf  die  Be-
schwerde  vom  8. Juni  2007  einzutreten  und  diese  materiell  zu  be-
urteilen. Zur Begründung wurde vorweg der Schutz berechtigten Ver-
trauens in  eine von den Behörden geschaffene Vertrauensgrundlage 
geltend gemacht.

In  ihrer  Vernehmlassung  vom  23. Mai  2008  schloss  die  OZD  auf 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Entscheide  der  OZD können  gemäss  Art.  31  in  Verbindung  mit 
Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, SR 173.32) 
beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Das  Verfahren 
richtet  sich  – soweit  das  VGG nichts  anderes bestimmt –  nach den 
Vorschriften  des  VwVG. Der  Beschwerdeführer  ist  durch  den  ange-
fochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung (Art. 48 VwVG). Auf die form- und fristgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten.

1.2 Streitgegenstand  bildet  vorliegend  einzig  die  Eintretensfrage. 
Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  ist  derjenige,  auf 
dessen Begehren bzw. Rechtsmittel nicht eingetreten worden ist, be-
fugt,  durch die ordentliche Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen, 
ob dieser Nichteintretensentscheid zu Recht ergangen ist (statt vieler: 
BGE 124 II 499 E. 1, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 74 
E. 1.1;  vgl.  statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1625/2006 vom 15. Dezember 2008 E. 1.2.2).

2.
2.1 Als  Prozessvoraussetzungen – auch Sachurteilsvoraussetzungen 
genannt  –  werden  die  Vorbedingungen  bezeichnet,  die  erfüllt  sein 

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müssen, damit  die Behörde eine Beschwerde zu behandeln und da-
rüber materiell zu befinden hat (vgl. THOMAS MERKLI/ARTHUR AESCHLIMANN/
RUTH HERZOG, Kommentar zum bernischen VPRG, Bern 1997, N. 6 zu 
Art. 51  Abs. 2; vgl. auch  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
S. 150). Zu den Prozessvoraussetzungen gehören unter anderem die 
Beschwerdebefugnis der ein Rechtsmittel einlegenden Person (Art. 48 
VwVG), ein form- und fristgerecht eingereichtes Rechtsmittel (Art. 50 
und 51 ff. VwVG) und das Fehlen anderweitiger Rechtshängigkeit oder 
eines rechtskräftigen  Entscheides  in  der gleichen  Sache  (vgl.  KÖLZ/ 
HÄNER,  a.a.O.,  S.  150;  MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG,  a.a.O.,  N.  10  zu 
Art. 51 Abs. 2).

Damit die Rechtsmittelinstanz auf eine Beschwerde eintritt  und diese 
materiell behandelt, müssen die Prozessvoraussetzungen nachgewie-
sen sein. Die angerufene Behörde prüft sie von Amtes wegen. Wenn 
sie die Prozessvoraussetzungen als erfüllt  erachtet, stellt  sie dies im 
Allgemeinen  nicht  gesondert  (in  einer  Zwischenverfügung),  sondern 
mit  dem  Entscheid  in  der  Sache  fest.  Fehlt  eine  Prozessvoraus-
setzung,  erlässt  sie  einen Nichteintretensentscheid. Eine Anfechtung 
wegen Fehlens einer Prozessvoraussetzung kann daher erst mit dem 
Endentscheid  erfolgen  (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  S. 150 f.;  MERKLI/AESCHLI-
MANN/HERZOG, a.a.O., N. 6 zu Art. 51 Abs. 2). 

2.1.1 Die allgemeine  Frist zur  Einreichung einer  Beschwerde gegen 
eine Verfügung beträgt 30 Tage (Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die nach Tagen 
berechnete, mitteilungsbedürftige Frist beginnt an dem auf ihre Mittei-
lung (Eröffnung) an die Partei folgenden Tag zu laufen (Art. 20 Abs. 1 
VwVG). Die Frist für eine schriftliche Eingabe ist gewahrt, wenn sie am 
letzten Tag der Frist (spätestens Mitternacht) der Behörde eingereicht 
oder zu deren Handen der schweizerischen Post oder einer schweize-
rischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung  übergeben 
wird (Art. 21 Abs. 1 VwVG; vgl.  BERNARD MAÎTRE/VANESSA THALMANN [FABIA 
BOCHSLER/KASPAR PLÜSS],  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxis-
kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/
Basel/Genf 2009, N. 5 zu Art. 21). Während die Behörden die Beweis-
last dafür tragen, dass ihre Verfügungen rechtsgültig eröffnet wurden, 
hat der Beschwerdeführer den Beweis zu erbringen, dass er die Be-
schwerdefrist  eingehalten hat (STEFAN VOGEL, in: Auer/Müller/Schindler 
[Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsver-
fahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 8 zu Art. 50). Die Rechtsmittelfris-

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ten  sind  die  wichtigsten  gesetzlichen  Fristen  (vgl.  BGE  126  III  31 
E. 1b). Sie können nicht erstreckt werden (Art. 22 Abs. 1 VwVG). 

Fristen bilden abgegrenzte rechtserhebliche Zeiträume, bei denen die 
blosse Tatsache des Zeitablaufs rechtliche Wirkungen zu entfalten ver-
mag. Im Verfahrensrecht führt  das Verstreichen der Frist regelmässig 
zu einer Sperrwirkung,  welche Rechtshandlungen nach diesem Zeit-
punkt  nicht  mehr  zulässt  (VOGEL,  a.a.O.,  Rz. 2  zu  Art. 50). Läuft  die 
Rechtsmittelfrist  unbenutzt  ab,  gilt  das Beschwerderecht  als  verwirkt 
und die Verfügung erwächst in  formelle Rechtskraft (vgl.  MAÎTRE/THAL-
MANN,  a.a.O.,  N. 16  zu  Art. 21).  Die  formelle  Rechtskraft  einer  Verfü-
gung bedeutet,  dass sie von den Betroffenen nicht mehr mit  ordent-
lichen Rechtsmitteln  angefochten werden kann (ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/ 
Basel/Genf 2006,  Rz. 990). Auf eine Beschwerde gegen eine formell 
rechtskräftige Verfügung bzw. einen formell  rechtskräftigen Entscheid 
tritt  die Beschwerdeinstanz wegen Fehlens einer der Prozessvoraus-
setzungen (es sei denn, es handle sich um ein Wiederaufnahme- bzw. 
Revisionsbegehren,  einen Widerruf,  eine  Wiedererwägung oder  eine 
Berichtigung) nicht ein (vgl. VOGEL, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 50; KÖLZ/HÄNER, 
a.a.O., S. 150; vgl. auch oben, E. 2.1).

2.1.2 In  inhaltlicher  und  formeller Hinsicht  verlangt  Art. 52  Abs. 1 
VwVG  unter  anderem,  dass  die  Beschwerdeschrift die  Begehren, 
deren Begründung mit  Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift 
des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten hat. Ge-
nügt die Beschwerde diesen Anforderungen nicht, oder lassen die Be-
gehren  des  Beschwerdeführers  oder  deren  Begründung  die  nötige 
Klarheit vermissen und stellt sich die Beschwerde nicht als offensicht-
lich  unzulässig  heraus,  so  räumt  die  Beschwerdeinstanz  dem  Be-
schwerdeführer  eine  kurze  Nachfrist  zur  Verbesserung  ein  (Art. 52 
Abs. 2 VwVG). Lediglich in  Ausnahmefällen,  nämlich dann, wenn der 
aussergewöhnliche  Umfang  oder  die  besondere  Schwierigkeit  einer 
Beschwerdesache es erfordern, gestattet die Beschwerdeinstanz dem 
Beschwerdeführer, der darum ersucht, in einer sonst ordnungsgemäss 
eingereichten Beschwerde, deren Begründung innert  einer  angemes-
senen  Nachfrist zu  ergänzen  (Art. 53  VwVG).  Die  Bestimmung  soll 
dem Umstand Rechnung tragen, dass es in komplexen Beschwerdesa-
chen mitunter  kaum machbar ist,  die Begründung innert  der gesetz-
lichen  Beschwerdefrist  vollständig  auszuarbeiten  (BGE  112  Ib  634 

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E. 2c; vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.241 f.).

2.2 Der in  Art. 9  der  Bundesverfassung der  Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerte Schutz von 
Treu und Glauben bedeutet, dass der Bürger Anspruch darauf hat, in 
seinem berechtigten Vertrauen in (selbst unrichtige) behördliche Zusi-
cherungen  oder  in  anderes,  bestimmte  Erwartungen  begründendes 
Verhalten der Behörden geschützt zu werden  (BGE 129 I 161 E. 4.1, 
126  II  377  E. 3a;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 622 ff.,  insbe-
sondere Rz. 668 ff.;  PIERRE MOOR,  Droit  administratif,  Band I,  2. Aufl., 
Bern 1994, S. 428 ff.). Zunächst einmal bedarf jedoch der Vertrauens-
schutz einer gewissen Grundlage. Die Behörde muss nämlich durch ihr 
Verhalten  beim  Bürger  eine  bestimmte  Erwartung  ausgelöst  haben. 
Dies geschieht sehr oft durch Auskünfte oder Zusicherungen, welche 
auf  Anfragen  von  Bürgern  erteilt  werden,  kann  aber  auch  durch 
sonstige  Korrespondenz  entstehen.  Nicht  jede  behördliche  Auskunft 
eignet sich als Vertrauensbasis. Notwendig ist eine gewisse inhaltliche 
Bestimmtheit; eine lediglich vage Absichtskundgabe genügt nicht.

Es  müssen  verschiedene  Voraussetzungen  kumulativ erfüllt  sein, 
damit sich der Private mit Erfolg auf Treu und Glauben berufen kann. 
Die unrichtige Auskunft der Verwaltungsbehörde ist nur bindend wenn:

• die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte 
Personen gehandelt hat;

• wenn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zustän-
dig  war  oder  wenn  der  Bürger  die  Behörde  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte;

• wenn gleichzeitig der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft  nicht 
ohne weiteres erkennen konnte; wobei auf die individuellen Fähig-
keiten und Kenntnisse der sich auf Vertrauensschutz berufenden 
Person abzustellen ist, weshalb von einem Rechtsanwalt erhöhte 
Rechtskenntnisse vorausgesetzt werden können (vgl. BGE 127 I 
36 E. 3b);

• wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositio-
nen  getroffen  hat,  die  nicht  ohne  Nachteil  rückgängig  gemacht 
werden können und

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• wenn die gesetzliche Ordnung seit  der  Auskunftserteilung keine 
Änderung erfahren hat.

Zudem muss das private Interesse am Vertrauensschutz  das  öffent-
liche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiegen, damit 
die Berufung auf Treu und Glauben durchdringen kann (BGE 129 I 161 
E. 4.1, 127 I  31 E. 3a,  Urteile des Bundesgerichts 2A.455/2006 vom 
1. März 2007 E. 3.2, 2A.83/2006 vom 18. Oktober 2006 E. 7.1; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1500/2006  vom  1. Oktober  2008 
E. 3.1, A-1419/2006 vom 31. Oktober 2007 E. 7.1, A-1520/2006 vom 
29. August  2007  E.  3;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 626 ff., 
668 ff.;  RENÉ A. RHINOW/BEAT KRÄHENMANN,  Schweizerische Verwaltungs-
rechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel/Frankfurt  am  Main  1990, 
S. 227 ff. Nr. 74 und S. 242 Nr. 75 B III/b/2; BEATRICE WEBER-DÜRLER, Ver-
trauensschutz im Öffentlichen Recht,  Basel/Frankfurt  am Main 1983, 
S. 79 ff., 128 ff.).

3.
3.1 Vorliegend  bestreitet  der  Beschwerdeführer  grundsätzlich  nicht, 
die Beschwerde am 8. Juni 2007 – und somit nach Ablauf der gesetz-
lichen  Rechtsmittelfrist  –  der  Post  übergeben  zu  haben.  Er  argu-
mentiert,  die  Vorinstanz  hätte  ihm  keine  Frist  zur  Beschwerdeer-
gänzung gemäss Art. 53 VwVG ansetzen dürfen, wenn die Beschwer-
de im Übrigen nicht  ordnungsgemäss – wozu auch die Überprüfung 
der Rechtzeitigkeit der Beschwerde gehöre – eingereicht worden sei. 
Die Vorinstanz habe dadurch eine Vertrauensgrundlage betreffend die 
ordnungsgemässe Einreichung der Beschwerde geschaffen. Wäre die 
Vorinstanz nicht dazu verpflichtet,  die ordnungsgemässe Einreichung 
einer  Beschwerde  bei  deren  Eingang  zu  prüfen,  würde  in  Kauf  ge-
nommen,  dass  dem  Rechtssuchenden  Aufwendungen  in  finanzieller 
und zeitlicher  Hinsicht  entstünden,  welche  sich  nachträglich  als  von 
vornherein  nutzlos  erweisen  würden.  Solches  Handeln  sei  stossend 
und dürfe keinen Rechtsschutz finden.

3.2 Zunächst ist  zu prüfen, ob das Schreiben der OZD vom 14. Juni 
2007 überhaupt geeignet ist,  eine Vertrauensgrundlage mit dem vom 
Beschwerdeführer behaupteten Inhalt zu schaffen. 

In dem diskutierten Schreiben wird der Empfang der Beschwerde be-
stätigt  und  eine  Nachfrist  zur  Beschwerdeergänzung  angesetzt.  Zu 
den Prozessvoraussetzungen, namentlich zur Wahrung der Beschwer-
defrist, äussert sich das Schreiben indes nicht. Der Beschwerdeführer 

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leitet vielmehr aus dem Umstand der (antragsgemäss) angeordneten 
Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung ab,  die Vorinstanz erachte 
die Prozessvoraussetzungen als  erfüllt.  Da sich das Schreiben nicht 
zur Fristwahrung äussert, erscheint bereits deshalb fraglich, ob dieses 
überhaupt als behördliche Auskunft bzw. Zusicherung gewertet werden 
kann,  die  darüber  hinaus  geeignet  ist,  die  vom  Beschwerdeführer 
geltend  gemachte  Erwartung  auszulösen,  die  OZD  erachte  die  Be-
schwerde  als  rechtzeitig  eingereicht  (vgl.  E. 2.2).  Dies  kann  jedoch 
letztlich offen bleiben, weil nach Auffassung des Bundesverwaltungs-
gerichts  jedenfalls  der  Beschwerdeführer  diesen  Schluss  daraus 
sowieso nicht hat folgern dürfen: In Fragen des Vertrauensschutzes ist 
nämlich auf  die individuellen Fähigkeiten der sich darauf berufenden 
Person abzustellen (vgl. E. 2.2). Der Beschwerdeführer ist  anwaltlich 
vertreten. Von einem Anwalt wird erwartet, dass er die im Prozess der-
art zentrale Rechtsmittelfrist korrekt berechnet. Er hat deshalb bereits 
bei Einreichung der Beschwerde wissen müssen, dass die gesetzliche, 
nicht erstreckbare Rechtsmittelfrist (worauf er im Übrigen ausdrücklich 
hingewiesen worden ist, vgl. E. C) abgelaufen und die Verfügung über 
die Leistungspflicht formell rechtskräftig geworden war (vgl. E. 2.1.1). 
Als  Rechtskundiger  kennt  er  die  an  die  formelle  Rechtskraft  ge-
knüpften  Folgen  (vgl.  E. 2.1.1).  Schon  deshalb  hat  er  aus  diesem 
Schreiben den von ihm gezogenen Schluss gar nicht ziehen dürfen. Er 
hat folglich nicht gutgläubig davon ausgehen dürfen, auf die Beschwer-
de werde trotz verspäteter Einreichung eingetreten.

3.3 Auch die übrigen vom Beschwerdeführer vorgebrachten Argumen-
te vermögen daran nichts zu ändern:

3.3.1 Der Beschwerdeführer behauptet, die Vorinstanz sei  verpflichtet 
gewesen,  die  Rechtzeitigkeit  der  Beschwerdeerhebung  im  Zeitpunkt 
des Beschwerdeeingangs zu prüfen.

Richtig ist, dass die Beschwerdeinstanz die Erfüllung der Prozessvor-
aussetzungen von Amtes wegen zu prüfen hat (vgl. E. 2.1). Die Vorins-
tanz legt zutreffend dar,  die Erfordernisse betreffend  Inhalt und Form 
der  Beschwerdeschrift  gemäss  den  Artikeln 52  und  53  VwVG  (vgl. 
E. 2.1.2)  liessen  sich  aus  der  Beschwerdeschrift  selber  erkennen, 
weshalb sie die Erfüllung dieser Voraussetzungen bei Eingang der Be-
schwerde ohne weiteres beurteilen und allenfalls entsprechend reagie-
ren  könne.  Die  Einhaltung  der  Beschwerdefrist hingegen  könne  sie 
erst nach Erhalt der Akten von ihrer Vorinstanz (der Zollkreisdirektion), 

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die die entsprechenden Belege betreffend den Zeitpunkt der von der 
Behörde nachzuweisenden Eröffnung des angefochtenen Entscheides 
enthielten, überprüfen. So kann es also dazu kommen, dass die Vor-
instanz eine Frist zur Verbesserung einer Beschwerde ansetzt, von der 
sich nachträglich herausstellt, dass – wie vorliegend – die Prozessvor-
aussetzung der Fristwahrung (vgl. E. 2.1.1) nicht erfüllt ist. Unter pro-
zessökonomischen Gesichtspunkten wäre  sicherlich  wünschbar,  der-
artige Situationen zu vermeiden, indem bei Eingang der Beschwerde 
gleichzeitig auch – allenfalls mittels umgehender Anforderung der ent-
sprechenden Angaben bei der jeweiligen Vorinstanz – die Einhaltung 
der  Beschwerdefrist  überprüft  wird.  Zugunsten  der  Vorinstanz  lässt 
sich im vorliegenden Fall  immerhin festhalten, dass die Nicht-Einhal-
tung der Beschwerdefrist nicht offensichtlich war, also quasi nicht „ins 
Auge springen“ musste. Jedenfalls erweist sich das Vorgehen der OZD 
als  in  Übereinstimmung mit  den gesetzlichen Bestimmungen. Entge-
gen der  Behauptung des Beschwerdeführers  existiert  keine (gesetz-
liche) Verpflichtung, die Prozessvoraussetzungen, namentlich die Frist-
wahrung, im Zeitpunkt  des Eingangs der Beschwerde zu prüfen und 
entsprechend  zu  reagieren.  Ob  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt 
sind, muss überdies nicht gesondert festgestellt werden. Darüber wird 
erst im Entscheid in der Sache befunden bzw. bei Fehlen der Prozess-
voraussetzungen wird ein Nichteintretensentscheid gefällt (vgl. E. 2.1, 
2.1.1).

Auch  unter  diesen  Gesichtspunkten  hat  der  Beschwerdeführer  bzw. 
sein Anwalt, aus dem Umstand der Gewährung einer Nachfrist zur Be-
schwerdeergänzung nicht folgern dürfen, die Beschwerde sei bereits 
von der angerufenen Instanz auch auf die Einhaltung der Beschwerde-
frist  hin  überprüft  und  als  rechtzeitig  erhoben  entgegen  genommen 
worden.

3.3.2 Der Beschwerdeführer leitet auch aus dem Wortlaut von Art. 53 
VwVG  ab,  die  Nachfrist  dürfe  nur  gewährt  werden,  wenn  die  Be-
schwerdefrist (Art. 50 VwVG) eingehalten sei. 

Dieser Einwand erweist sich aus gesetzessystematischen Überlegung-
en als unzutreffend. Die Artikel 53 und 52 VwVG befinden sich unter 
der Randnote G (des 3. Abschnittes) mit dem Randtitel „Beschwerde-
schrift“ („II. Inhalt und Form“ [Art. 52] und „III. Ergänzende Beschwer-
deschrift“  [Art. 53]). Art. 53 VwVG nimmt demnach auf Art. 52 VwVG 
Bezug, wenn er bestimmt, dass eine Nachfrist nur angesetzt werden 

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darf, wenn die Beschwerdeschrift  ansonsten den gesetzlichen Anfor-
derungen genügt. Diese Bestimmung kann sich somit bereits aufgrund 
ihrer systematischen Stellung nicht auf den unter der Randnote F mit 
dem Randtitel „Beschwerdefrist“ aufgeführten Art. 50 VwVG beziehen. 
Nichts  anderes  ergibt  sich  aus  dem  vom  Beschwerdeführer  ange-
rufenen  Entscheid  des  Bundesgerichts  112  Ib  634.  Dieser  bestätigt 
vielmehr die eben dargelegte Auslegung, wird doch darin ausdrücklich 
festgehalten, dass Art. 53 VwVG in aussergewöhnlich umfangreichen 
oder  besonders  schwierigen  Beschwerdesachen  der  Ergänzung  der 
(vorhandenen) Begründung einer ansonsten „ordnungsgemäss einge-
reichten,  d.h.  den  Anforderungen  von  Art.  52  VwVG  genügenden 
Beschwerde“ diene (BGE 112 Ib 634 E. 2c).

3.4 Nach dem Gesagten fehlt es an der für eine erfolgreiche Berufung 
auf  Treu und Glauben notwendigen Vertrauensgrundlage. Die Vorins-
tanz ist deshalb zu Recht auf die Beschwerde vom 8. Juni 2007 nicht 
eingetreten.

4.
Entsprechend ist  die Beschwerde abzuweisen.  Die Verfahrenskosten 
im Betrage von Fr. 1'000.-- sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 
und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 
verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Parteientschädigung an den 
Beschwerdeführer  ist  nicht  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  e 
contrario).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'000.-- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 11