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**Case Identifier:** bfcb0b40-f847-52e1-a210-424f32d3b38d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 23.04.2025 SST.2024.254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-254_2025-04-23.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.254 
(ST.2023.94) 

 

 

Urteil vom 23. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Cotti, präsidierendes Mitglied 

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichterin Hausherr 

Gerichtsschreiber i.V. Steiner 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1983, von Italien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Matthias Fricker,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Mehrfacher, teilweise versuchter Diebstahl 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob am 9. November 

2023, soweit für das Berufungsverfahren noch relevant, wie folgt Anklage 

gegen den Beschuldigten: 

 

[…] 
 
I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
  

Mehrfacher, teilweise versuchter Diebstahl 
 

Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
 
Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich, d.h. wissentlich und willentlich, jemandem 
eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung weggenommen, um sich oder einen 
andern damit unrechtmässig zu bereichern, bzw. der Beschuldigte hat mehrfach 
vorsätzlich, d.h. wissentlich und willentlich, versucht, jemandem eine fremde 
bewegliche Sache zur Aneignung wegzunehmen, um sich oder einen andern damit 
unrechtmässig zu bereichern. 
 
Sachverhalt: 
 
Straftatendossier 1: Diebstahl 
(Ordner Griff 6) 
 
Der Beschuldigte begab sich im Zeitraum zwischen Donnerstag, 23. Februar 2023, 
21:10 Uhr, und Freitag, 24. Februar 2023, 03:13 Uhr, zu dem vor der Liegenschaft an 
der N-Strasse in J._____ parkierten Personenwegen Audi A6, AG [...], des 
Strafklägers, dies mit der Absicht so viel wie möglich an Wertgegenständen aus dem 
Personenwagen zum Nachteil des Strafklägers zu behändigen und für eigene Zwecke 
zu verwenden. Er öffnete die Türe des unverschlossenen Personenwagens, 
durchsuchte ihn und entwendete daraus Bargeld (ca. Fr. 60.00) und die unten 
aufgeführten Gegenstände. 
 
Ort:  J._____, N-Strasse 
Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2023, 21:10 Uhr – Freitag, 24. Februar 

2023, 03:13 Uhr 
Strafkläger: B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Zürich, N-Strasse, J._____ 
Deliktsgut: Bargeld (ca. Fr. 60.00), schwarzes Schlüsseletui inkl. sechs 

Schlüssel (ca. Fr. 50.00), schwarzes Kartenetui SECRID Wallet ca. 
Fr. 50.00), Bankkundenkarte UBS, Visa Classic (ca. Fr. 20.00), 
Bankkundenkarte UBS, Visa Corporate Classic (ca. Fr. 20.00), 
Bankkundenkarte UBS, Visa Debit (ca. Fr. 20.00), Führerausweis 
(ca. Fr. 20.00), Kundenkarte Krankenkasse, Concordia (ca. 
Fr. 10.00), Kundenkarte Coop, Supercard (ca. Fr. 10.00), 
Kundenkarte TCS, Mitgliederkarte (ca. Fr. 10.00) 

Deliktsbetrag:  ca. Fr. 270.00 
Zivilforderung: - 
 
 

  

 - 3 - 

 

 

Straftatendossier 2: Mehrfacher versuchter Diebstahl 
(Ordner Griff 7) 
 
Der Beschuldigte begab sich am Donnerstag, 2. Februar 2023, 03:36 Uhr, sowie am 
Freitag, 24. Februar 2023 zwischen 03:15 Uhr und 03:32 Uhr zu den vor der 
Liegenschaft an der O-Strasse in J._____ parkierten Personenwagen Mini GB 
Countryman, AG [...], und Nissan Qashqai, AG [...], des Geschädigten, dies mit der 
Absicht so viel wie möglich an Wertgegenständen aus den Personenwagen zum 
Nachteil des Geschädigten zu behändigen und für eigene Zwecke zu verwenden. Er 
versuchte die Personenwagen via Türgriff zu öffnen. Da sie jedoch verschlossen 
waren, entfernte er sich wieder.  

 

Ort:  J._____, O-Strasse 
Zeit: Donnerstag, 2. Februar 2023, 03:36 Uhr  

Freitag, 24. Februar 2023, 03:15 Uhr – 03:32 Uhr 
Geschädigter: C._____, geb. tt.mm.jjjj, von Möhlin, O-Strasse, J._____ 
Deliktsgut: - 
Deliktsbetrag: - 
Zivilforderung: - 
 

 

Straftatendossier 3: Versuchter Diebstahl 
(Ordner Griff 8) 
 
Der Beschuldigte begab sich am Freitag, 24. Februar 2023, 02:57 Uhr, zu dem vor der 
Liegenschaft an der R-Strasse in J._____ parkierten Personenwagen Opel Adam, 
AG [...], der Privatklägerin, dies mit der Absicht so viel wie möglich an Wertgegenstän-
den aus den Personenwagen zum Nachteil der Privatklägerin zu behändigen und für 
eigene Zwecke zu verwenden. Er öffnete die Türe des unverschlossenen 
Personenwagens, setzte sich hinein, durchsuchte ihn und verliess ihn wieder, ohne 
etwas daraus zu entwenden. 
 
Ort:  J._____, R-Strasse 
Zeit: Freitag, 24. Februar 2023, 02:57 Uhr 
Zivil- und  
Strafklägerin: H._____, geb. tt.mm.jjjj, von Ernen, R-Strasse, J._____ 
Deliktsgut: - 
Deliktsbetrag: - 
Zivilforderung: - 
 
 
[…] 
 
 
Straftatendossier 6: Versuchter Diebstahl 
(Ordner Griff 11) 
 
Der Beschuldigte begab sich im Zeitraum zwischen Donnerstag, 23. Februar 2023, 
18:00 Uhr, und Freitag, 24. Februar 2023, 07:00 Uhr, zu dem vor der Liegenschaft an 
der P-Strasse in J._____ parkierten Personenwagen Nissan Qashqai, AG [...], der 
Geschädigten, dies mit der Absicht so viel wie möglich an Wertgegenständen aus den 
Personenwagen zum Nachteil der Geschädigten zu behändigen und für eigene Zwecke 
zu verwenden. Er öffnete die Türe des unverschlossenen Personenwagens, setzte sich 
hinein, durchsuchte ihn und verliess ihn wieder, ohne etwas daraus zu entwenden. 
Ort:  J._____, P-Strasse 
Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2023, 18:00 Uhr – Freitag, 24. Februar 

2023, 07:00 Uhr 

 - 4 - 

 

 

Geschädigte: E._____, geb. tt.mm.jjjj, von Italien, P-Strasse, J._____ 
Deliktsgut: - 
Deliktsbetrag: - 
Zivilforderung: - 
 
 
Straftatendossier 7: Mehrfacher versuchter Diebstahl 
(Ordner Griff 12) 
 
Der Beschuldigte begab sich im Zeitraum zwischen Donnerstag, 23. Februar 2023, 
23:00 Uhr, und Freitag, 24. Februar 2023, 05:00 Uhr, zu den vor der Liegenschaft an 
der Q-Strasse in J._____ parkierten Personenwagen Ford Kuga, AG [...], und BMW 
USA Z3, AG [...], des Geschädigten, dies mit der Absicht so viel wie möglich an 
Wertgegenständen aus den Personenwagen zum Nachteil des Geschädigten zu 
behändigen und für eigene Zwecke zu verwenden. Er öffnete die Türen der beiden 
unverschlossenen Personenwagen, setzte sich hinein, durchsuchte sie und verliess sie 
wieder, ohne etwas daraus zu entwenden. 
 
Ort:  J._____, Q-Strasse 
Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2023, 23:00 Uhr – Freitag,  
 24. Februar 2023, 05:00 Uhr 
Geschädigter: F._____, geb. tt.mm.jjjj, von Spanien, Q-Strasse, J._____ 
Deliktsgut: - 
Deliktsbetrag: - 
Zivilforderung: - 
 

1.2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Rheinfelden erkannte mit Urteil vom 

3. Juni 2024: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB) in Bezug auf die 
Straftatendossiers 4 und 5 von Schuld und Strafe freigesprochen.  
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 
 
3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 34, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 120 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz 
wird auf Fr. 20.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 2'400.00. 
 
4. 
Wird die Geldstrafe nicht bezahlt, so wird gestützt auf Art. 36 StGB eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 120 Tagen vollzogen. 
 
5. 
Die Haft von insgesamt 1 Tag (24. Februar 2023) wird gestützt auf Art. 51 StGB auf die zu 
vollziehende Geldstrafe angerechnet. 
 
6. 
Der mit Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 18. August 2020 für die Dauer von 
10 Monaten Freiheitsstrafe abzüglich 4 Tage Untersuchungshaft gewährte bedingte 
Vollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB nicht widerrufen. Der Beschuldigte wird 
verwarnt und die Probezeit wird um 2 Jahre verlängert. 

 - 5 - 

 

 

7. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückgegeben: 
 
1 Beutel mit Hartgeld: EUR 3.89 
1 Beutel mit Hartgeld: Fr. 190.15 
1 Etui schwarz, mit Aufschrift «LAVANDERIA» 
 
8. 
8.1. 
Die Kostennote des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, Rechtsanwalt Matthias 
Fricker, […], wird im Betrag von Fr. 7'141.70 (inkl. MwSt Fr. 525.80) richterlich genehmigt. 
 
8.2. 
Die Gerichtskasse Rheinfelden wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten, Rechtsanwalt Matthias Fricker, […], Fr. 7'141.70 (inkl. MwSt Fr. 525.80) zu 
bezahlen. 
 
9. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a)  der Gebühr von  Fr. 1'200.00 
b) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  7'141.70 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 
d) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 
e) den Kosten für Gutachten von Fr.  2'240.00 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  457.00 
g) den Spesen von Fr.  79.00 
h) andere Auslagen Fr.  0.00 
i) Anklagegebühr Fr. 1'400.00 
Total Fr.  12'517.70 
 
Dem Beschuldigten werden die Gebühr gemäss lit. a, die Anklagegebühr gemäss lit. i sowie 
die Kosten gemäss lit. e, f und g im Gesamtbetrag von Fr. 5'376.00 auferlegt. 
 
10. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung in Höhe von Fr. 7'141.70 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

2. 

2.1. 

Das Urteil wurde dem Beschuldigten am 18. Juni 2024 im Dispositiv 

zugestellt. Mit Eingabe vom 21. Juni 2024 meldete er fristgerecht Berufung 

an und ersuchte um Zustellung des begründeten Urteils. Dieses wurde ihm 

am 24. Oktober 2024 zugestellt. 

 

2.2. 

Mit Berufungserklärung vom 28. Oktober 2024 beantragte der Beschuldigte 

einen Freispruch vom Vorwurf des mehrfachen, teilweise versuchten 

Diebstahls. 

 

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2.3. 

Mit Anschlussberufungserklärung vom 6. November 2024 beantragte die 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg den Widerruf des mit Urteil 

des Gerichtspräsidiums Rheinfelden vom 18. August 2020 für die 

Freiheitsstrafe von 10 Monaten gewährten bedingten Vollzugs. 

 

2.4. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg reichte am 17. Dezember 

2024 vorgängig zur Berufungsverhandlung eine schriftliche Begründung 

der Anschlussberufung ein.  

 

2.5. 

Am 22. Januar 2025 reichte der Beschuldigte eine schriftliche Berufungs-

begründung ein.  

 

2.6. 

Am 24. Januar 2025 erstattete die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-

Laufenburg eine Berufungsantwort mit Antrag auf Abweisung der Berufung. 

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 24. Februar 2025 erstattete der Beschuldigte eine 

Anschlussberufungsantwort, mit der er die Abweisung der Anschluss-

berufung beantragte.  

 

3. 

Die Berufungsverhandlung mit persönlicher Befragung des Beschuldigten 

fand am 23. April 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen den Schuldspruch wegen mehrfachen, 

teilweise versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, und damit einhergehend das 

Strafmass. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich 

gegen den Verzicht auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der Vorstrafe. 

In diesem Umfang ist das vorinstanzliche Urteil zu überprüfen. 

Unangefochten geblieben und deshalb nicht mehr zu überprüfen sind die 

vorinstanzlichen Freisprüche vom Vorwurf des (mehrfachen) Diebstahls 

gemäss den Straftatendossiers 4 und 5, die Rückgabe von Hartgeld und 

eines Etuis an den Beschuldigten sowie das Honorar des amtlichen 

Verteidigers. Diese Punkte sind in Rechtskraft erwachsen.  

 

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2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hielt es aufgrund von Videoaufnahmen und des Gangbildes 

des Beschuldigten für erstellt, dass sich dieser am 2. und am 24. Februar 

2023 des mehrfachen versuchten Diebstahls an der O-Strasse zum 

Nachteil von C._____ (Straftatendossier 2) schuldig gemacht hat. Aufgrund 

weiterer Videoaufnahmen hielt sie es sodann für erwiesen, dass der 

Beschuldigte auch für den versuchten Diebstahl in der Nacht vom 

24. Februar 2023 an der R-Strasse zum Nachteil von D._____ 

(Straftatendossier 3) verantwortlich ist. Die Vorinstanz hielt es ebenfalls für 

erwiesen, dass der Beschuldigte in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 

2023 an der N-Strasse auch den Diebstahl zum Nachteil von B._____ 

(Straftatendossier 1) verübt hat. Sie begründete dies mit dem beim 

Beschuldigten aufgefundenen Deliktsgut, das B._____ nach eigenen 

Angaben in der Seitenablage seines Fahrzeugs zurückgelassen und nicht 

in J._____ verloren habe, sowie mit den beiden Videoaufnahmen, die den 

Beschuldigten als Täter der beiden Delikte gemäss Straftatendossier 2 

und 3 erkennen liessen, und mit dem Umstand, dass die Taten ungefähr 

im gleichen Zeitraum und in demselben Quartier verübt worden seien. Dass 

dafür eine andere Täterschaft verantwortlich sei, taxierte die Vorinstanz als 

reine Schutzbehauptung des Beschuldigten. Schliesslich sprach die 

Vorinstanz den Beschuldigten auch des mehrfachen versuchten Diebstahls 

an der P-Strasse zum Nachteil von E._____ (Straftatendossier 6) und an 

der Q-Strasse zum Nachteil von F._____ (Straftatendossier 7) schuldig, 

beide Delikte begangen in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2023. 

Diese Delikte seien zeitnah gemeldet worden und die Tatorte befänden sich 

zwischen denjenigen gemäss den Straftatendossiers 1 und 2 (siehe zum 

Ganzen vorinstanzliches Urteil E. 6.2 ff.).  

 

2.2. 

Die Verteidigung lässt in Bezug auf den Diebstahl gemäss Straftaten-

dossier 1 ausführen, der Beschuldigte habe wiederholt und konstant 

ausgesagt, dass er in der fraglichen Nacht nicht habe schlafen können, 

weshalb er ca. um 03:00 Uhr mit dem Velo von K._____ nach J._____ 

gefahren sei. Es sei denn auch belegt, dass der Beschuldigte als Folge 

seiner Autismus-Spektrum-Störung einen unregelmässigen Schlaf-/Wach-

Rhythmus habe. Im Zentrum von J._____, kurz vor der Bäckerei G._____, 

habe der Beschuldigte die drei Gegenstände von B._____ am Boden 

gefunden und aufgelesen. Entgegen der Vorinstanz sei es nicht entgegen 

jeder Lebenserfahrung, dass die beim Beschuldigten vorgefundenen 

Gegenstände zuvor von einer unbekannten Täterschaft entwendet und 

anschliessend weggeworfen oder verloren gegangen seien. Wie 

Medienberichte zeigten, sei es im Winter/Frühjahr 2023 zu diversen 

Autoeinbrüchen in der Region Fricktal/Baselland gekommen. Dass der 

Beschuldigte eine in derselben Nacht an einem anderen Tatort entwendete 

Sonnenbrille (Straftatendossier 5) nicht bei sich mitgeführt habe, sei denn 

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auch ein starkes Indiz dafür, dass eine andere Täterschaft für den Diebstahl 

gemäss Straftatendossier 1 verantwortlich sei (siehe zum Ganzen vorgän-

gige Begründung S. 4 ff.). 

 

Bezüglich der Straftatendossiers 2 und 3 vermöchten die Videoaufzeich-

nungen die Täterschaft des Beschuldigten nicht zu beweisen. Eine 

schlanke Statur sei kein Alleinstellungsmerkmal. Die Schuhe gemäss 

Videoaufzeichnung würden abgesehen von den weissen Schnürsenkeln 

nicht mit denjenigen des Beschuldigten übereinstimmen. Seine von Dosen-

bach stammenden Schuhe dürften zudem tausendfach im Umlauf sein. 

Während seine Handschuhe nur bei den Zeigefingern Löcher hätten, 

fehlten am Handschuh des Täters auf der Videoaufnahme an mehreren 

Fingern die Kuppen. Würde es sich beim Beschuldigten um den Täter 

handeln, hätte man zudem dessen Fingerabdrücke vorfinden müssen, was 

aber nicht der Fall gewesen sei. Auf der Videoaufnahme vom 2. Februar 

2023 betreffend das Straftatendossier 2 sei ferner zu sehen, dass der Täter 

einen schwarzen und einen weissen Handschuh trage, der Beschuldigte 

besitze aber keine weissen Handschuhe. Sodann würden auch die 

Rucksäcke auf den Videos nicht mit demjenigen des Beschuldigten 

übereinstimmen. Insbesondere sei der Reflektor des Schultergurts viel 

weiter oben angebracht als derjenige am Rucksack des Beschuldigten. Der 

Reflektor auf der Unterseite des Rucksackes sei zudem auf der 

Videoaufnahme viel breiter als derjenige am Rucksack des Beschuldigten. 

Es handle sich auch beim Tragen eines Rucksackes nicht um ein 

Alleinstellungsmerkmal, zumal Rucksäcke von sehr vielen Personen 

sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben getragen würden. Bei den 

Hosen des Beschuldigten handle es sich um Massenware, so dass daraus 

nichts abgeleitet werden könne. Schliesslich würden weder der 

Beschuldigte noch die Person auf den Videoaufnahmen eine besonders 

auffällige Gangart aufweisen. Zwar möge es zutreffen, dass die Anzahl der 

Speichenreflektoren gemäss Fahrrad auf den Videos mit denjenigen am 

Fahrrad des Beschuldigten übereinstimme. Das Fahrrad des Beschul-

digten sei jedoch erst Tage oder gar Wochen nach dem Deliktsdatum 

fotografiert worden, so dass anzunehmen sei, dass der zweite Reflektor am 

Vorderrad erst nach dem Deliktsdatum verloren gegangen sei. Etwas 

anderes lasse sich nicht nachweisen. Die übrigen Übereinstimmungen 

hätten keinen Erkenntniswert, verfüge doch praktisch jedes Fahrrad über 

Reflektoren an der Sattelstütze sowie an den Speichen. Beim Fahrrad des 

Beschuldigten handle es sich sodann um ein vergleichsweise günstiges, 

marktübliches Fahrrad, das weit verbreitet sei. Zudem seien Rahmenform, 

Befestigungsort der Klingel, des Schlosses und des Fahrradständers 

geradezu typisch für eine Vielzahl von Fahrrädern, weshalb diese Eigen-

schaften nicht auf eine Täterschaft des Beschuldigten hinweisen würden. 

Der Beschuldigte verfügte zudem über keinen Mantel in der Art, wie ihn die 

Täterschaft am 2. Februar 2023 verwendet habe. Der Mantel entspreche 

auch nicht demjenigen, den der Beschuldigte am 24. Februar 2023 bei 

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seiner Anhaltung getragen habe (siehe zum Ganzen vorgängige Begrün-

dung S. 6 ff.).  

 

Nachdem bezüglich der Straftatendossiers 1 und 2 von einer anderen 

Täterschaft auszugehen sei, dürften auch die Diebstähle gemäss den 

Straftatendossiers 6 und 7 auf deren Konto gehen (vorgängige Begründung 

S. 10).  

 

Der Beschuldigte sei entsprechend und in Nachachtung des Grundsatzes 

«in dubio pro reo» von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen (vorgängige 

Begründung S. 10; Plädoyer der Verteidigung S. 2).  

 

3. 

3.1.  

Des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer 

jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um 

sich oder einen andern damit unrechtsmässig zu bereichern. Der Diebstahl 

i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe bestraft. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines 

Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht 

zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein 

oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe gemäss 

Art. 22 Abs. 1 StGB mildern. 

 

3.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3). 

 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten 

Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind 

(Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache 

geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 

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oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in 

ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 

rechtsgenüglichen Beweis von Tat und Täter erlaubt (statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_527/2024 vom 20. Februar 2025 E. 2.3; 6B_390/2021 

vom 18. März 2022 E. 1.2.2 mit Hinweisen). 

 

3.3. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu Recht des Diebstahls gemäss 

Straftatendossier 1 schuldig gesprochen. Zwar gibt es keine direkten 

Beweise für die Täterschaft des Beschuldigten. Es liegt jedoch eine 

Vielzahl von Indizien vor, die in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das 

einen zuverlässigen Schluss auf die Täterschaft des Beschuldigten erlaubt. 

Im Einzelnen: 

 

In der Nacht vom 24. Februar 2023 erhielt die Polizei um 3:13 Uhr eine 

Meldung, wonach ein Fahrradfahrer, der versucht habe, Personenwagen 

zu öffnen, in Richtung Bahnhof J._____ und anschliessend in Richtung 

Wald K._____ davongefahren sei (UA act. 64). Gestützt auf diese Meldung 

rückten zwei Patrouillen der Kantonspolizei vor Ort aus, wobei der 

Beschuldigte anfangs Waldgebiet K._____ durch eine Polizeipatrouille 

angehalten werden konnte. Allein schon der Umstand, dass der Beschul-

digte kurz nach der Meldung, dass eine Person, die zuerst versucht habe 

in Fahrzeuge einzudringen, mit dem Fahrrad von J._____ in Richtung 

K._____ fahre, kurz darauf auf dieser Strecke auf dem Fahrrad angehalten 

werden konnte, stellt ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass der Beschuldigte 

in der fraglichen Nacht in J._____ versucht hatte, Wertgegenstände aus 

Fahrzeugen zu stehlen. Der Ort, an dem der Beschuldigte angehalten 

werden konnte, lag im Übrigen in einem Gebiet, das nachts um 03:48 Uhr 

wenig frequentiert sein dürfte, so dass auch eine Verwechslung des 

Beschuldigten mit einem anderen Radfahrer, der dieselbe Strecke fuhr, 

wenig wahrscheinlich erscheint (UA act. 60). Auch der Beschuldigte gab 

an, dass zu diesem Zeitpunkt niemand anderes auf der Strecke unterwegs 

war (Protokoll der Berufungsverhandlung [Protokoll] S. 10). Hinzu kommt, 

dass der Beschuldigte Wertgegenstände mit sich führte, die dem Geschä-

digten B._____ seines Wissens aus der Seitenablage seines Fahrzeuges 

(vgl. GA act. 32 f.) in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2023 gestohlen 

worden waren (UA act. 64). Darin ist ein weiteres starkes Indiz für die 

Täterschaft des Beschuldigten zu erblicken. Zwar mag es zutreffen, dass 

der Beschuldigte an Schlafstörungen leidet, dennoch erscheint wenig 

überzeugend, dass er, allein um sich «müde zu machen», in der Nacht von 

K._____ nach J._____ fuhr, wobei er ohne Not einen Rucksack mit sich 

führte. Mit der Vorinstanz ist die Aussage, er habe die Utensilien des 

Geschädigten B._____ in einem Gebüsch im Bereich der Bäckerei 

G._____ gefunden, wo die Gegenstände von einer unbekannten Täter-

schaft mutmasslich weggeworfen worden oder verloren gegangen seien, 

als blosse Schutzbehauptung zu taxieren. Vorab ergäbe es keinen Sinn, 

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dass eine unbekannte Täterschaft ein Portemonnaie mit Bargeld stiehlt, 

dann aber insbesondere das Bargeld wieder wegwirft. Sodann liegt auch 

die Annahme, eine unbekannte Täterschaft habe das Diebesgut in der 

gleichen Nacht fernab vom eigentlichen Tatort der N-Strasse (Luftdistanz 

beträgt mehr als 1 km) in ein Gebüsch geworfen oder verloren, wo es der 

Beschuldigte zufällig noch in derselben Nacht gefunden habe, ausserhalb 

einer vernünftigen Betrachtungsweise. Das gilt umso mehr, als mit den 

Videoaufzeichnungen erstellt ist, dass der Beschuldigte in derselben Nacht 

an der O-Strasse und an der R-Strasse, in unmittelbarer Nähe zum Tatort, 

tatsächlich versucht hatte, in Fahrzeuge einzudringen und Wertgegen-

stände zu stehlen. Es wird diesbezüglich auf die nachfolgenden Erwä-

gungen verwiesen. Schliesslich kann aufgrund der Aussagen von B._____ 

auch ausgeschlossen werden, dass dieser selber seine Utensilien im 

Bereich der Bäckerei G._____ verloren hat (GA act. 32 f.).  

 

Nachdem auch die Qualifikation der Tathandlung als Diebstahl nicht zu 

beanstanden ist, hat die Vorinstanz den Beschuldigten bezüglich des 

Straftatendossiers 1 zu Recht des Diebstahls schuldig gesprochen.  

 

3.4. 

3.4.1. 

Betreffend den versuchten Diebstahl vom 24. Februar 2023 an der O-

Strasse zum Nachteil von C._____ (Straftatendossier 2) liegt eine 

Videoaufnahme vom 24. Februar 2023, 03:15 Uhr (UA act. 114), vor, auf 

der eine Person zu sehen ist, die mit ihrem Fahrrad vor den Carport fährt, 

dieses abstellt und in der Folge erfolglos versucht, die Türen von zwei 

Personenwagen zu öffnen. Die Person trägt einen Kapuzenmantel in der 

Art, wie ihn der Beschuldigten bei seiner Anhaltung trug (UA act. 69 ff.). 

Ferner ist auf der Videoaufnahme erkennbar, dass die Person unter der 

Kapuze eine dunkle Mütze trägt, was ebenfalls auf eine Täterschaft des 

Beschuldigten hinweist, der bei seiner Anhaltung eine dunkle Wollmütze 

trug (UA act. 69 ff.). Während auf der Videoaufnahme zu erkennen ist, dass 

der Täter dunkle Handschuhe trägt, bei denen teilweise die Fingerkuppen 

fehlen, gab der Beschuldigte im Rahmen der Befragung vom 24. Februar 

2023 an, seine Handschuhe würden im Bereich der Zeigefinger Löcher 

aufweisen (UA act. 173, Frage 48), was wiederum auf seine Täterschaft 

hindeutet. Ferner trägt der Täter auf der Videoaufnahme dunkle Schuhe mit 

relativ hellen Sohlen, noch helleren Schnürsenkeln und einer Rundnaht im 

Zehenbereich, was exakt der Schuhart entspricht, die der Beschuldigte bei 

seiner Anhaltung trug (UA act. 79 ff.). Ausserdem führt die Person auf dem 

Video einen Rucksack mit sich, der Seitentaschen für Flaschen hat, dessen 

mittleres Rückenteil farblich abgesetzt ist, der insbesondere im unteren 

Rückenbereich Reflektoren und im Bereich des Schultergurts auffällige 

dunkle Ösen aufweist. Die Öse am rechten Schultergurt zeigt dabei nach 

unten, während die Öse am linken Schultergurt nach oben zeigt. All diese 

Merkmale stimmen exakt mit dem Rucksack überein, den der Beschuldigte 

 - 12 - 

 

 

bei seiner Anhaltung auf sich trug (UA act. 82 f.). Schliesslich verwendet 

die Täterschaft auf dem Video ein sog. Hardtail-Mountainbike mit 

Scheibenbremsen, das einen Speichenreflektor am Vorderrad, zwei 

Speichenreflektoren am Hinterrad und einen Reflektor an der Sattelstütze 

aufweist. Unterhalb des Reflektors an der Sattelstütze ist zudem ein 

weiterer Gegenstand angebracht, was entweder auf eine Lichthalterung 

oder ein Schloss hinweist. Des Weiteren sind auf der Videoaufnahme das 

Vorderlicht sowie eine Flaschenhalterung zu erkennen. Beim Fahrrad des 

Beschuldigten, das im Zeitraum zwischen dem 24. Februar 2023 und dem 

11. Mai 2023 durch die Polizei fotografiert wurde, handelt es sich ebenfalls 

um ein Hardtail-Mountainbike mit Scheibenbremsen, dessen Rahmenform 

mit demjenigen auf der Videoaufnahme übereinstimmt. Das Fahrrad des 

Beschuldigten hat am Vorderrad ebenfalls einen Speichenreflektor, am 

Hinterrad deren zwei sowie an der Sattelstütze einen weiteren Reflektor, 

eine Lichthalterung und ein Fahrradschloss sowie ein Vorderlicht und eine 

Flaschenhalterung, was sich mit den Eigenschaften des Fahrrads auf dem 

Video deckt. Sowohl das Mountainbike auf dem Video als auch dasjenige 

des Beschuldigten sind zudem mit einem Fahrradständer ausgerüstet, was 

(wie die Reflektoren und Lichter) normalerweise nicht zur gewöhnlichen 

Ausstattung beim Kauf gehört. Mithin weisen auch die zahlreichen Überein-

stimmungen beim Fahrrad eindeutig auf die Täterschaft des Beschuldigten 

hin. Aufgrund der zahlreichen Übereinstimmungen in Bezug auf die 

Kleidung und das Fahrrad bestehen keine ernstzunehmenden Zweifel 

daran, dass es sich bei der Person auf der Videoaufnahme vom 24. Februar 

2023 um den Beschuldigten handelt. Auch die Statur der Person auf dem 

Video stimmt grundsätzlich mit derjenigen des Beschuldigten überein, auch 

wenn es sich dabei nur um ein schwaches Indiz handelt.  

 

Was der Beschuldigte einwendet, führt zu keinem anderen Ergebnis. Auch 

wenn jede einzelne Übereinstimmung bei der Kleidung und beim Fahrrad 

für sich allein kaum geeignet wäre, die Täterschaft des Beschuldigten zu 

beweisen, ergibt sich aus der Summe der Übereinstimmungen ein 

Gesamtbild, das keine ernsthaften Zweifel an der Täterschaft des 

Beschuldigten offenlässt. Im Übrigen lässt sich der Videoaufnahme nicht 

entnehmen, an wie vielen Fingern der Handschuhe die Kuppen fehlen, 

weshalb der Umstand, dass die Handschuhe des Beschuldigten angeblich 

nur bei den Zeigefingern Löcher aufweisen (vgl. UA act. 173), nicht gegen 

seine Täterschaft spricht. Es trifft auch nicht zu, dass man zwingend 

Fingerabdrücke des Beschuldigten hätte finden müssen, wenn er mit 

seinen löchrigen Handschuhen versucht hätte, in die beiden Fahrzeuge 

einzudringen. Ebenso wenig entlastet die Breite der Reflektoren den 

Beschuldigten. Es ist notorisch, dass angeleuchtete Reflektoren auf Bild-

aufnahmen überstrahlen, so dass sie grösser erscheinen als sie sind. 

Dieses Phänomen zeigt sich in den Videoaufnahmen auch bei den Reflek-

toren an den Speichen und an der Sattelstütze. Ferner ist nicht ersichtlich, 

inwieweit die Lage der Reflektoren am Schultergurt den Beschuldigten 

 - 13 - 

 

 

entlasten könnte. Schliesslich vermag den Beschuldigten auch nicht 

entscheidend zu entlasten, dass es theoretisch denkbar wäre, dass er 

einen Reflektor am Vorderrad erst nach dem 24. Februar 2023 verloren hat. 

 

3.4.2. 

Bezüglich des Diebstahlversuchs vom 2. Februar 2023 zum Nachteil 

desselben Geschädigten liegt ebenfalls eine Videoaufnahme bei den Akten 

(UA act. 114). Sie zeigt, wie eine Person versucht, die beiden Fahrzeuge 

an der O-Strasse zu öffnen. Der Täter auf diesem Video trägt zwar einen 

anderen Mantel, an der linken Hand einen hellen Handschuh und keinen 

Rucksack, dennoch weist auch diese Aufnahme in klarer Weise auf die 

Täterschaft des Beschuldigten hin. Dafür spricht zunächst, dass der Täter 

auch bei dieser Gelegenheit ein Fahrrad verwendete, das wiederum die 

vorerwähnten Übereinstimmungen mit dem Fahrrad des Beschuldigten 

aufweist. Ferner ist auch auf diesem Video erkennbar, dass am rechten, 

dunklen Handschuh zumindest teilweise die Fingerkuppen fehlen. 

Schliesslich trägt die Person, deren Statur grundsätzlich mit derjenigen des 

Beschuldigten übereinstimmt, wiederum dunkle Schuhe mit hellen 

Schnürsenkeln, was zusammen mit dem identischen Tatvorgehen (Anfahrt 

mit einem Fahrrad, das unmittelbar vor dem Carport abgestellt wird; 

Tatausführung zu einer vergleichbaren Uhrzeit) eine Täterschaft des 

Beschuldigten beweist. Dass der Beschuldigte angeblich nicht über einen 

solchen Mantel und weisse Handschuhe verfügt, begründet keine 

relevanten Zweifel an seiner Täterschaft.  

 

3.5. 

Bezüglich des versuchten Diebstahls vom 24. Februar 2023 an der R-

Strasse zum Nachteil von D._____ (Straftatendossier 3) stützt sich die 

Staatsanwaltschaft ebenfalls auf eine Videoaufnahme vom 24. Februar 

2023, 02:57 Uhr (UA act. 114 und 128). Die Aufnahme zeigt eine Person, 

die sich mit einem Fahrrad der Liegenschaft annähert, dieses (nicht 

sichtbar auf der Aufnahme) auf der Quartierstrasse abstellt und in der Folge 

die Tür eines unverschlossenen Personenwagens öffnet und diesen 

durchsucht. Das Fahrrad weist am Vorderrad einen Speichenreflektor und 

am Hinterrad zwei Speichenreflektoren auf. Die Kleidung der Person 

stimmt mit derjenigen der Person überein, welche die Kamera in derselben 

Nacht rund eine Viertelstunde später an der O-Strasse erfasst hat. 

Insbesondere trägt die Person einen typengleichen Kapuzenmantel, dunkle 

Schuhe mit hellen Sohlen und die Maskierung stimmt überein. Die 

Täterschaft trägt ebenfalls einen Rucksack, der im unteren Rückenbereich 

einen reflektierenden Streifen aufweist. Aufgrund dieser Übereinstimmun-

gen, der zeitlichen und örtlichen Nähe (Luftlinie rund 320 m) zum 

Diebstahlsversuch an der O-Strasse vom 24. Februar 2023 und der identi-

schen Vorgehensweise können keine Zweifel daran bestehen, dass es sich 

bei der aufgenommenen Person um dieselbe handelt, die kurz später 

versucht hat, die beiden Fahrzeuge an der O-Strasse zu öffnen. Da es sich 

 - 14 - 

 

 

dabei nach dem zuvor Gesagten um den Beschuldigten handelte, ist seine 

Täterschaft auch bei diesem Diebstahlversuch erstellt. Das gilt umso mehr, 

als die Kleiderfarben der Person auf dem Video mit denjenigen des 

Beschuldigten bei der Anhaltung übereinstimmt (vgl. UA act. 69 ff.; act. 114 

und 128 [nach Einschalten des Lichtes]). 

 

3.6. 

Bezüglich des versuchten Diebstahls in der Nacht vom 23. auf den 

24. Februar 2023 an der P-Strasse zum Nachteil von E._____ 

(Straftatendossier 6) und des mehrfachen versuchten Diebstahls an der Q-

Strasse zum Nachteil von F._____ (Straftatendossier 7) liegen keine 

Videoaufnahmen vor, die den Beschuldigten belasten. Nachdem jedoch 

diese Delikte in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe zu den 

Tatorten gemäss den Straftatendossiers 1 und 2 sowie auch in der Nähe 

zum Tatort gemäss Straftatendossier 3 und damit allesamt in demselben 

peripher gelegenen Quartier von J._____ verübt wurden, bestehen keine 

ernsthaften Zweifel daran, dass der Beschuldigte dafür ebenfalls 

verantwortlich ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es im 

Winter/Frühjahr 2023 zu diversen Autoeinbrüchen in der Region 

Fricktal/Baselland kam, erscheint es doch gleichwohl als sehr unwahr-

scheinlich, dass in der gleichen Nacht im gleichen Quartier eine weitere 

Täterschaft am Werk war, die sich zudem (wie der Beschuldigte) auf das 

«Fällele» beschränkte und darauf verzichtete, verschlossene Fahrzeuge 

gewaltsam zu öffnen.  

 

Dass der Beschuldigte bei seiner Anhaltung nicht im Besitz einer Sonnen-

brille war, die in derselben Nacht bei einem Diebstahl an der M-Strasse 

gestohlen worden sein soll, vermag ihn nicht davon zu entlasten, sich des 

mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls betreffend den Straftaten-

dossiers 1–3 sowie 6 und 7 schuldig gemacht zu haben. Es ist gut 

vorstellbar, dass solches Deliktsgut von einem Dieb aufgrund einer ersten 

groben Sichtung zunächst mitgenommen, aber noch auf der Flucht wieder 

weggeworfen wird. Solche Gebrauchsgegenstände lassen sich denn auch 

kaum zu Geld machen, das gilt insbesondere dann, wenn sie (wie hier) 

einen sehr geringen Sachwert von Fr. 18.80 aufweisen (vgl. UA act. 139 f.).  

 

3.7. 

Zusammenfassend ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass der 

Beschuldigte für die mehrfachen, teilweise versuchten, Diebstähle gemäss 

den Straftatendossiers 1–3 und 6 sowie 7 verantwortlich ist. Die Berufung 

des Beschuldigten erweist sich insoweit als unbegründet und ist 

abzuweisen. Die vorinstanzliche Subsumtion der Delikte unter Art. 139 

Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, ist zutreffend 

und wird von der Verteidigung auch nicht in Frage gestellt.  

 - 15 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die Verteidigung macht für den Fall, dass es bei den vorinstanzlichen 

Schuldsprüchen bleibt, nicht geltend, eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

sei nicht schuldangemessen. Solches ist auch nicht ersichtlich. Es kann 

insofern auf die zutreffend erscheinenden Ausführungen der Vorinstanz zur 

Strafzumessung verwiesen werden, womit es bei einer Geldstrafe von 

120 Tagessätzen bleibt.  

 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Urteilszeit-

punkt zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und Vermögen, 

dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten 

sowie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien für die 

Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 134 IV 

60 E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Der Beschuldigte erhält aktuell IV-Taggelder von monatlich Fr. 2'358.75 

(Beilage 2 zur Berufungsverhandlung S. 1 ff.). Er bezieht Ergänzungs-

leistungen in der Höhe von Fr. 813.00; die Krankenkassenprämien von 

Fr. 536.00 sind darin bereits in Abzug gebracht (Beilage 2 zur Berufungs-

verhandlung S. 4; vgl. Protokoll S. 4). Sein monatliches Nettoeinkommen 

beläuft sich somit auf Fr. 3'171.75. Ausgehend von einem Pauschalabzug 

für Steuern von 15% und einem Abzug für die hohe Anzahl von Tages-

sätzen von 20% (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), ergibt sich ein Tagessatz 

von gerundet Fr. 70.00.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Vorinstanz hat den Vollzug der neu auszufällenden Geldstrafe 

angeordnet. Auf einen Widerruf des mit Urteil des Gerichtspräsidiums 

Rheinfelden vom 18. August 2020 für die Freiheitsstrafe von 10 Monaten 

bedingt gewährten Vollzugs verzichtete sie hingegen mit der Begründung, 

der Beschuldigte habe derzeit die Gelegenheit, mit Unterstützung der IV in 

der Berufswelt Fuss zu fassen, was sich positiv auf die Gefahr erneuter 

Delinquenz auswirken könne. Bei einem Widerruf der Freiheitsstrafe wäre 

dieser Weg hingegen erheblich erschwert. Unter diesen Voraussetzungen 

sei davon auszugehen, dass die unbedingte Geldstrafe genügend Wirkung 

zeigen werde, um den Beschuldigten von erneuten Straftaten abzuhalten. 

Durch die Verwarnung und Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre sei 

nebst der unbedingten Gelstrafe eine gewisse präventive Wirkung 

gegeben, selbst wenn die Eingliederung nicht gelingen sollte (vorin-

stanzliches Urteil E. 12.2).  

 

 - 16 - 

 

 

4.2.2. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt dagegen den Widerruf des bedingten 

Vollzugs der Vorstrafe. Indem der Beschuldigte innerhalb der Probezeit 

mehrfache, teilweise versuchte, Diebstähle begangen habe, habe er noch 

während der laufenden Probezeit erneut delinquiert. Damit habe er gezeigt, 

dass er nicht gewillt sei, sich an das Gesetz zu halten und ihn selbst ein 

drohender mehrmonatiger Freiheitsentzug nicht davon abhalten würde, 

erneut straffällig zu werden. Das Verschulden des Beschuldigten wiege 

beträchtlich. Zudem sei er nicht geständig und zeige entsprechend auch 

keine Einsicht in sein Fehlverhalten. Hinzu komme, dass sich die 

persönlichen Verhältnisse als wenig stabil präsentierten. Der Beschuldigte 

beziehe monatlich Fr. 560.00 vom Sozialamt. Zweimal pro Woche finde er 

sich im Tageszentrum ein, um ein Minimum an Tagesstruktur zu erlangen. 

Inwiefern die von der IV bewilligte Eingliederungsmassnahme tatsächlich 

die Situation zu stabilisieren vermöge, bleibe zweifelhaft. Unter diesen 

Umständen sei es angezeigt, den bedingten Vollzug der Vorstrafe zu 

widerrufen (zum Ganzen Anschlussberufungsbegründung S. 3). 

 

4.2.3. 

Der Beschuldigte wehrt sich für den Fall, dass es bei den vorinstanzlichen 

Schuldsprüchen bleibt, in seiner Berufung nicht ausdrücklich gegen den 

Vollzug der neu auszufällenden Strafe (vgl. Berufungsbegründung S. 10). 

In seiner Anschlussberufungsantwort beantragt er hingegen den Verzicht 

auf den Widerruf des Vollzugs der aufgeschobenen Vorstrafe. Zur Begrün-

dung lässt er im Wesentlichen ausführen, dass ihm erst durch die im 

April 2023 gestellte Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung die 

Gründe für seine wiederholten Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung 

klar geworden seien. Er habe nach einem erfolgreichen Vorstellungs-

gespräch und einem erfolgreich verlaufenden Schnupperpraktikum am 

1. Oktober 2024 mit einem zweijährigen Praktikum in der Stiftung L._____ 

anfangen können, wobei bei einem stabilen Verlauf ein gut begleiteter 

Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt angestrebt werde. Gemäss dem 

Zwischenbericht für die ersten drei Monate sei der Beschuldigte sehr gut in 

das Praktikum gestartet und sein Pensum habe von ursprünglich 80% per 

Januar 2025 auf 100% erhöht werden können. Entsprechend sei seine 

aktuelle Situation nicht mehr mit derjenigen im Zeitpunkt der Verurteilung 

im Jahr 2020 und der heute zu beurteilenden Straftaten zu vergleichen. Er 

arbeite heute in einem Vollpensum und gehe einem geregelten Alltag nach. 

Ein Vollzug der Freiheitsstrafe von 10 Monaten hätte zur Folge, dass er in 

seinen Bemühungen um einen beruflichen Einstieg erheblich zurückge-

worfen würde. Auch seine finanzielle Situation habe sich verbessert, 

erhalte er doch von der IV ein Taggeld von Fr. 81.70. Aufgrund dieser per-

sönlichen Entwicklung könne davon ausgegangen werden, dass er keine 

Straftaten mehr verübe (zum Ganzen Anschlussberufungsantwort S. 2 ff.). 

 

 - 17 - 

 

 

4.2.4. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der 

Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder 

unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt, so ist 

der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen 

(Art. 42 Abs. 2 StGB). Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein 

Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder 

den bedingten Teil der Strafe. Sind die widerrufene und die neue Strafe 

gleicher Art, so bildet es in sinngemässer Anwendung von Artikel 49 eine 

Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

 

Ein während der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen führt 

nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs (vgl. Art. 46 

Abs. 2 Satz 1 StGB). Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen, 

wenn wegen der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose 

besteht. Die mit der Gewährung des bedingten Vollzugs abgegebene 

Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters ist somit unter Berück-

sichtigung der neuen Straftat frisch zu formulieren. Das Nebeneinander von 

zwei Sanktionen (hier: neue Strafe und Widerrufsstrafe; siehe dazu unten) 

erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, dass der 

Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde dadurch von 

weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig erscheine, 

den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. Umgekehrt kann 

der nachträgliche Vollzug der früheren Strafe dazu führen, dass eine 

Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB 

verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen wird (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_244/2021 vom 17. April 2023 E. 5.3.5 mit Hinweisen). 

 

4.2.5. 

Das Gerichtspräsidium Rheinfelden sprach den Beschuldigten mit Urteil 

vom 18. August 2020 der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz, des gewerbsmässigen Diebstahls, des mehr-

fachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des 

mehrfachen unberechtigten Verwendens eines Fahrrads im Sinne des 

Strassenverkehrsgesetzes schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheits-

strafe von 10 Monaten, abzüglich vier Tage Untersuchungshaft, sowie 

einer Busse von Fr. 500.00. Die Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben, unter 

Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren (UA act. 1 ff.). Dem Beschuldigten 

wurden im damaligen Verfahren unter anderem sechs Einbruchdiebstähle 

in öffentliche Bauten und Gewerbelokale im Raum K._____-J._____ 

nachgewiesen, die er gewerbsmässig verübt hatte, indem er mit dem 

Deliktsbetrag einen namhaften Teil seiner Lebenshaltungskosten als 

 - 18 - 

 

 

Sozialhilfeempfänger gedeckt hatte. Auf eine Landesverweisung verzich-

tete das Gericht damals unter der Annahme eines Härtefalls. Aufgrund von 

Unsicherheiten bei der Legalprognose setzte das Gericht die Probezeit 

damals auf vier Jahre fest (UA act. 3 ff.).  

 

Der Beschuldigte ist wegen Vermögensdelikten teilweise einschlägig 

vorbestraft und verübte während laufender Probezeit erneut Verbrechen, 

was ein nicht unerhebliches Mass an Gleichgültigkeit und Unbeküm-

mertheit gegenüber der Rechtsordnung zum Ausdruck bringt. Er zeigt 

zudem in Bezug auf die neu zu beurteilenden Taten weder Einsicht noch 

Reue, wodurch sich die Bedenken an seiner Legalbewährung verstärken 

(vgl. Protokoll S. 9 ff.). Auf ein mangelndes Verantwortungsbewusstsein 

deuten auch die externalisierenden Erklärungen des Beschuldigten hin. So 

macht er für seine fehlende Ausbildung sowie seine mangelnde wirtschaft-

liche Selbstständigkeit die Schule verantwortlich, in der man ihn lediglich 

als Querulanten bzw. bösen Ausländer angesehen und ihm schlechte 

Zeugnisse ausgestellt habe (Protokoll S. 5 und 8). Die Möglichkeit, dass 

man den Vollzug der aufgeschobenen Freiheitsstrafe aufgrund seines 

Rückfalls in der Probezeit vollziehen könnte, wertet er so, dass man ihm 

noch einmal Steine in den Weg legen wolle (Protokoll S. 8), was ebenfalls 

nicht von Selbstreflexion zeugt. Die Möglichkeit, dass er infolge von 

finanziellen Problemen erneut Vermögensdelikte begehen könnte, negiert 

er, ohne ein taugliches Konzept aufzeigen zu können, das ihn in einer 

solchen Situation vor erneuten Rückfällen schützen könnte (vgl. Protokoll 

S. 7 f.). Auch wenn der Beschuldigte aktuell ein festes Einkommen hat, mit 

dem er seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, sind seine finanziellen 

Probleme noch nicht überwunden. Nach eigenen Angaben hat er (nebst 

Sozialhilfeschulden) Betreibungsschulden in fünfstelliger Höhe (UA act. 26; 

Protokoll S. 4).  

 

Körperlich bezeichnete er sich als gesund, psychisch jedoch als 

angeschlagen (GA act. 30; Protokoll S. 5). Trotz einschlägiger Vorstrafe 

wegen Betäubungsmittelkonsums gab er vor Vorinstanz an, nach wie vor 

1–2 mal pro Tag zu kiffen (GA act. 31), weil ihm dies bei Reizüberflutungen 

helfe (Protokoll, S. 7). Zwar befindet sich der Beschuldigte seit einigen 

Monaten in einem Praktikum, das erfolgreich angelaufen ist, seine 

berufliche Wiedereingliederung vorbereitet und ihm eine Tagesstruktur 

bietet, ob ihm jedoch die Eingliederung in das Erwerbsleben effektiv gelingt 

und er in ein wirtschaftlich stabiles Leben zurückfindet, wird sich erst noch 

weisen müssen (Protokoll S. 3 ff.; Plädoyer der Verteidigung S. 2). Mit der 

geplanten Integration in den ersten Arbeitsmarkt steigen zudem die 

Anforderungen an den Beschuldigten, was auch in eine psychische 

Überforderung münden und sich prognostisch nachteilig auswirken kann. 

Aufgrund des erst wenige Monate erfolgreich verlaufenden Praktikums 

kann im Moment mit dem Beschuldigten noch nicht von einer nachhaltigen 

Stabilisierung der persönlichen Situation ausgegangen werden (vgl. 

 - 19 - 

 

 

Protokoll S. 13). Angesichts der Vorstrafe, des Rückfalls während laufender 

Probezeit, des Drogenkonsums, der Schulden, der psychischen Probleme, 

die aktuell therapeutisch nicht behandelt werden, sowie der Tatsache, dass 

er weder über besonders tragfähige soziale Beziehungen zu verfügen 

scheint, die eine deliktprotektive Wirkung haben könnten (vgl. Protokoll 

S. 5 f.), noch über Strategien, um eine erneute Straffälligkeit zu vermeiden, 

ist trotz der zwischenzeitlichen Entschärfung der persönlichen Situation von 

einer eigentlichen Schlechtprognose auszugehen, zumal die positiven 

Veränderungen im Leben des Beschuldigten auch dem Druck des 

vorliegenden Verfahrens geschuldet sein dürften und nicht als Zeichen 

einer inneren Umkehr gewertet werden können. Dass der Beschuldigte 

seine Diagnose nun kennt, vermag seine Legalprognose nicht wesentlich 

zu verbessern (Anschlussberufungsantwort S. 3; Protokoll S. 12). Damit 

steht gleichzeitig fest, dass besonders günstige Umstände im Sinne von 

Art. 42 Abs. 2 StGB, die es für den Aufschub der neu auszufällenden 

Geldstrafe im konkreten Fall bräuchte, offensichtlich nicht vorliegen. Daran 

ändert auch die Möglichkeit nichts, dass eine bedingte Strafe mit einer 

verlängerten Probezeit sowie Bewährungshilfe und Weisungen kombiniert 

werden könnte, vermochte doch nicht einmal die Gefahr, die aufgescho-

bene Freiheitsstrafe verbüssen zu müssen, den Beschuldigten vor einem 

Rückfall in der Probezeit abzuhalten. Die Geldstrafe ist somit zu vollziehen.  

 

4.2.6. 

Dem Beschuldigten ist auch hinsichtlich der Widerrufsstrafe eine 

eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Daran ändert unter den vorlie-

genden Umständen auch die Berücksichtigung der Wechselwirkung des 

unbedingten Vollzugs der Geldstrafe und der Freiheitsstrafe nichts. Der mit 

Urteil des Gerichtspräsidiums Rheinfelden vom 18. August 2020 für die 

Freiheitsstrafe von 10 Monaten, abzüglich vier Tage Untersuchungshaft, 

gewährte bedingte Strafvollzug ist deshalb in Gutheissung der Anschluss-

berufung der Staatsanwaltschaft zu widerrufen. Der Umstand, dass sich 

der Beschuldigte in einem Praktikum befindet, ändert daran nichts. Die 

Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist für jede arbeitstätige Person mit einer 

gewissen Härte verbunden. Ausserdem steht nicht fest, dass eine 

Unterbrechung des Praktikums nicht möglich wäre (vgl. Protokoll S. 8 

und 13). Schliesslich hat der Beschuldigte, wenn die weiteren Voraus-

setzungen erfüllt sind, die Möglichkeit, die Strafe in Halbgefangenschaft 

(Art. 77b StGB) oder mittels elektronischer Überwachung (Art. 79b StGB) 

zu verbüssen.  

 

Eine Minderheit des Gerichts hätte angesichts der im Jahr 2023 erhaltenen 

Diagnose der Autismus-Spektrum-Störung, der zwischenzeitlich eingetre-

tenen Stabilisierung der persönlichen Situation des Beschuldigten sowie 

der Warnwirkung der unbedingt ausgefällten Geldstrafe auf den Widerruf 

des bedingten Vollzugs der Vorstrafe unter Verlängerung der Probezeit 

verzichtet.  

 - 20 - 

 

 

5. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von einem Tag (24. Februar 2023) 

ist dem Beschuldigten gestützt auf Art. 51 StGB an die zu widerrufende 

Freiheitsstrafe (vgl. BGE 135 IV 126 E. 1.3.6) anzurechnen. Da mit der 

Anrechnung der Haft an die Freiheitsstrafe ein Realersatz erfolgt, besteht 

kein Anlass für die Ausrichtung einer Entschädigung.  

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO; § 15 GebührD). 

Ob eine Partei im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, 

hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten 

Anträge gutgeheissen werden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 3.3).  

 

Die Berufung des Beschuldigten ist abzuweisen und die Anschlussberufung 

der Staatsanwaltschaft gutzuheissen. Ausgangsgemäss hat der Beschul-

digte die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 zu tragen.  

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf seine 

anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote unter 

Anpassung des für die Berufungsverhandlung geltend gemachten Aufwands 

von 3 Stunden an die effektive Verhandlungsdauer von 1.85 Stunden mit 

gerundet Fr. 4'880.00 angemessen aus der Staatskasse zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

6.3.  

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Kosten, wenn sie verurteilt wird. Wird die beschuldigte Person nur 

teilweise schuldig gesprochen, so sind ihr die Verfahrenskosten grund-

sätzlich anteilsmässig aufzuerlegen. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten 

trotz teilweisen Freispruchs sämtliche Verfahrenskosten auferlegt. Das ist 

nicht zu beanstanden, nachdem alle dem Beschuldigten zur Last gelegten 

Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen, und alle 

Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig 

waren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 

E. 3.3 mit Hinweisen). 

 

 - 21 - 

 

 

6.4. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 7'141.70 ist mit Berufung 

betragsmässig nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht mehr zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.1).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO; Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Bezug auf die Straftatendossiers 4 und 5 freigesprochen.  

 

2. 

Der Beschuldigte ist des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls 

gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB (Straftatendossiers 1–3 und 6 sowie 7) schuldig. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB 

und Art. 34 StGB 

 

zu einer unbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 70.00, d.h. 

Fr. 8'400.00, 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Der dem Beschuldigten mit Urteil des Gerichtspräsidiums Rheinfelden vom 

18. August 2020 für die Freiheitsstrafe von 10 Monaten, abzüglich vier 

Tage Untersuchungshaft, gewährte bedingte Vollzug wird gestützt auf 

Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen. 

 - 22 - 

 

 

3.3. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von insgesamt 1 Tag (24. Februar 

2023) wird dem Beschuldigten auf die zu vollziehende Freiheitsstrafe 

angerechnet. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende polizeilich sichergestellten Gegenstände werden dem Beschul-

digten auf Verlangen herausgegeben: 

 

1 Beutel mit Hartgeld: EUR 3.89 

1 Beutel mit Hartgeld: Fr. 190.15 

1 Etui schwarz, mit Aufschrift «LAVANDERIA» 

 

Verlangt der Beschuldigte diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils heraus, trifft die Staatsan-

waltschaft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 4'880.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'376.00 (inkl. Anklage-

gebühr) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – insoweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 7'141.70 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 - 23 - 

 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 23. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Das präsidierende Mitglied:  Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Cotti     Steiner