# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76c39cd0-3ae3-5349-a6f4-6ffd8f142f67
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-06
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 06.07.2021 608 2021 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2021-63_2021-07-06.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2021 63
608 2021 64

Urteil vom 6. Juli 2021

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Johannes Frölicher 
Richterinnen: Daniela Kiener

Anne-Sophie Peyraud
Gerichtsschreiber: Mischa Poffet

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Elmar 
Wohlhauser

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung - Rentenanspruch

Beschwerde vom 22. März 2021 gegen die Verfügung vom 18. Februar 
2021 (608 2021 63)

Gesuch um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege 
vom selben Tag (608 2021 64)

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Sachverhalt

A. A.________ ist im Jahr 1963 in Südafrika geboren. Im Alter von 30 Jahren reiste er in die 
Schweiz ein und heiratete. 1997 und 1998 wurde er Vater. 1999 folgte die Einbürgerung.

A.________ verfügt über einen Studienabschluss der Technical High School Port Elizabeth (1978-
1981) und der University of Pretoria (1985-1987). Nach seiner Einreise in die Schweiz war er seit 
1995 selbständig erwerbstätig (Dienstleistungen im Computerbereich, 3D-Druckerei). Neben 
seiner selbständigen Erwerbstätigkeit betätigte er sich als Hausmann.

Im Oktober 2017 wurde bei A.________ eine akute Promyelozyten-Leukämie entdeckt. Kurz 
darauf trennte sich das Ehepaar. Seit Mai 2019 wird A.________ vom Sozialdienst unterstützt.

B. Am 6. Juli 2018 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherungsstelle Freiburg 
(nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Am 19. Juli 2018 fand eine erste Standortbestim-
mung statt, anlässlich welcher der Versicherte angab, dass er neben der akuten Promyelozyten-
Leukämie auch unter Hautkrebs, Schlafapnoe, Depressionen mit Suizidgedanken, Panikattaken 
und Übergewicht sowie daraus resultierenden Knieproblemen leide. Ausserdem habe er mit den 
Nebenwirkungen der Chemotherapie (Diabetes, Knochenschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen) zu 
kämpfen.

Die IV-Stelle klärte die medizinische und finanzielle Situation des Versicherten ab und gab, auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD), ein 
psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Dieses wurde am 28. Juli 2020 von Dr. med. B.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattet. Der Gutachter diagnostizierte eine kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung (F61.0) mit depressiven, vermeidenden, impulsiven/aggressiven, 
narzisstischen und histrionischen Anteilen, einem gegenwärtig regelmässigen Gebrauch von ärzt-
lich verordneten Sedativa (Tranxilium®/Corazepat) und einem unregelmässigen Gebrauch von 
Alkohol und verwies auf belastende Lebenserfahrungen und aktuelle soziale Schwierigkeiten. Als 
weitere Diagnosen werden genannt: Obstruktives Schlafapnoe-/Hypopnoe-Syndrom, St.n. akuter 
Promyelozyten-Leukämie (Oktober 2017 bis Juni 2018), Steroid-induzierter Diabetes mellitus 
(2017), Asthma bronchiale, Adipositas sowie Hiatushernie. Der Versicherte sei seit 5. Juli 2018 zu 
70 Prozent (bisherige Tätigkeit) resp. 100 Prozent (angepasste Tätigkeit) arbeitsfähig.

Nachdem die IV-Stelle eine weitere Stellungnahme des RAD eingeholt hatte, unterbreitete sie dem 
Gutachter Ergänzungsfragen, die dieser am 1. Oktober 2020 beantwortete. Dabei bestätigte der 
Gutachter, dass der Versicherte wegen Defiziten in den Bereichen Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, 
Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit, Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen, 
einer Antriebs- bzw. Motivationsstörung sowie einer reduzierten Stressresistenz und Anpassungs-
fähigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Wegen dieser Defizite sei ihm eine selbstän-
dige Tätigkeit seit Juli 2018 nicht mehr vollzeitig zumutbar. Zumutbar sei ihm indessen eine Tätig-
keit in einem Angestelltenverhältnis. Die beschriebenen Defizite seien von den Geschäftspartnern 
resp. dem Arbeitgeber des Versicherten zu tolerieren und es sei seinen persönlichen Wünschen 
entgegenzukommen. Dabei sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht eine Willensan-
strengung zur Bewältigung der Defizite zumutbar und tatsächlich möglich.

Am 9. Dezember 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das 
Rentenbegehren abzuweisen. In Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensver-

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gleichs, unter Berücksichtigung der statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhe-
bung (LSE) 2018 und nach Gewährung eines zusätzlichen Abzugs vom Tabellenlohn von 
10 Prozent errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 37 Prozent. Dieser sei ungenügend, 
um einen Rentenanspruch zu begründen.

Gegen diesen Vorentscheid erhob der Versicherte am 7. Januar 2021 schriftliche Einwände. Am 
27. Januar 2021 wurde ein Bericht des behandelnden Psychiaters, Dr. med. C.________, Stv. 
Oberarzt des D.________, zu den Akten gereicht. Der Psychiater kritisierte im Wesentlichen, dass 
wichtige Elemente, namentlich die ADHS- und PTBS-Symptome, die einen grossen Teil der aktuel-
len Symptomatik darstellen würden, weder spezifisch untersucht noch im Gutachten berücksichtigt 
worden seien. Der Versicherte leide vor allem unter massiven Gedächtnisstörungen und Aufmerk-
samkeitsdefiziten, die wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Chemotherapie entstanden seien 
(Neurotoxizität der Chemotherapie) und seine Arbeitsfähigkeit stark einschränken würden. 

Mit Verfügung vom 18. Februar 2021 wies die IV-Stelle den Rentenanspruch des Versicherten ab. 
Sie erwog, dass die Kritik des behandelnden Psychiaters dem Gutachter unterbreitet worden sei. 
Dieser habe in seiner Stellungnahme festgehalten, dass anlässlich der Untersuchung vom 25. Juni 
2020 keine Störungen des Bewusstseins, der Intelligenz, der Mnestik (inkl. Gedächtnis und 
Aufmerksamkeit), der Wahrnehmung und der Kognition zu erkennen gewesen seien. Zudem seien 
im Gutachten die Verdachtsdiagnosen einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 
(ADHS) und einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit Bezug auf die ICD-10 und die 
dort genannten Kriterien erörtert worden. Beide Diagnosen hätten aus versicherungspsychiatri-
scher Sicht nicht bestätigt werden können. Gestützt auf das Gutachten sei deshalb davon auszu-
gehen, dass der Versicherte sowohl in der zuletzt ausgeübten selbständigen Tätigkeit wie auch in 
jeder anderen, den gesundheitlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit zu maximal 
30 Prozent in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Da der errechnete Invaliditätsgrad mit 
37 Prozent unter 40 Prozent liege, sei ein Rentenanspruch zu verneinen.

C. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Elmar Wohl-
hauser, mit Eingabe vom 22. März 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Er stellt den 
Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm mindestens eine Viertelsrente der 
Invalidenversicherung zuzusprechen. Subsidiär sei ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, 
subsubsidiär die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ein weiteres 
Gutachten einhole. Schliesslich wird beantragt, es sei ihm für das Gerichtsverfahren die vollständi-
ge unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser zu seinem 
amtlichen Rechtsbeistand zu ernennen. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine 
Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, da die Vorinstanz nicht rechtsgenüglich resp. 
gar nicht begründet habe, weshalb sie ihm einen leidensbedingten Abzug von lediglich 10 Prozent 
gewährt habe. Ausserdem habe die Vorinstanz ohne jegliche Begründung vorbehaltlos auf das 
versicherungspsychiatrische Gutachten abgestellt und die ansonsten umfangreiche Akte nicht 
gewürdigt. In materieller Hinsicht wird vorgebracht, dass dem Beschwerdeführer viel zu viel zuge-
mutet werde. Das Gutachten sei einseitig und teilweise widersprüchlich und stehe in eklatantem 
Widerspruch zu den Feststellungen der behandelnden Psychiater, welche ihn seit Jahren begleiten 
würden. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der Gutachter auf eine Arbeitsunfähigkeit von bloss 
30 Prozent schliessen könne, während die behandelnden Ärzte von einer vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit ausgingen. Im Lichte der Umstände dränge sich eine unabhängige Beurteilung seines 
Gesundheitszustandes geradezu auf. Auch die Berechnung des Invaliditätsgrades sei fehlerhaft. 
Namentlich sei ihm ein zu hohes Invalideneinkommen angerechnet und ein zu tiefer Leidensabzug 
gewährt worden.

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In ihrer Stellungnahme vom 25. Mai 2021 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der 
Beschwerde.

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.

D. Die weiteren Elemente des Sachverhalts finden sich, soweit für die Urteilsfindung massge-
bend, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 22. März 2021 gegen die Verfügung vom 18. Februar 2021 wurde durch den 
ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich 
zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht. Der Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Inte-
resse daran, dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die Vorinstanz 
seinen Leistungsanspruch zu Recht abgelehnt hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er vertritt den 
Standpunkt, die angefochtene Verfügung der Vorinstanz sei nur ungenügend begründet worden.

2.1. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verletzung der Begründungspflicht ist Teilge-
halt des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) und dieser wiederum Teil-
gehalt des allgemeinen Grundsatzes des fairen Verfahrens gemäss Art. 6 Ziff. 1 der Konvention 
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) und Art. 29 Abs. 1 BV.

Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt – 
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst – zur Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im 
konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die 
Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht. Nach der Rechtspre-
chung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs als 
geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdein-
stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die 
Heilung eines – allfälligen – Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 431 E. 3d/aa; 
126 V 130 E. 2b mit Hinweisen). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtli-
chen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwer-
wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs – aber dann abzusehen, wenn und soweit die Rück-
weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 
die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Person an einer möglichst 
beförderlichen Beurteilung ihres Begehrens nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1).

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2.2. Vorliegend erweist sich der Einwand des Beschwerdeführers, die Begründungspflicht sei 
verletzt worden, weil in der angefochtenen Verfügung auf das versicherungspsychiatrische 
Gutachten abgestellt und die abweichende Meinung der behandelnden Ärzte nicht diskutiert 
werde, als nicht stichhaltig. Die Begründungspflicht verlangt nicht, dass sich die Begründung mit 
allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 
widerlegt. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Partei den Entscheid 
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Diesen Anforderungen wird die angefochtene Verfü-
gung, welche auf das Gutachten von Dr. med. B.________ abstellt, das die abweichende Meinung 
der behandelnden Ärzte widergibt und fachspezifisch widerlegt, ohne Weiteres gerecht. Das 
Gutachten wurde nicht nur dem Beschwerdeführer, sondern auch seinem behandelnden Psychia-
ter zugestellt, weshalb der Beschwerdeführer durchaus in der Lage war, Stellung dazu zu nehmen 
und aufzuzeigen, mit welchen Punkten des Gutachtens (und der angefochtenen Verfügung) er 
nicht einverstanden ist.

Was den dem Beschwerdeführer gewährten Abzug vom Tabellenlohn von 10 Prozent anbelangt, 
so lässt die angefochtene Verfügung eine Begründung tatsächlich vermissen. Vielmehr wird lapi-
dar auf die «gesamten Umstände» verwiesen. Nichts desto trotz war der Beschwerdeführer in der 
Lage, diesen Punkt der Verfügung anzufechten und aufzuzeigen, weshalb er der Ansicht sei, es 
sei ein höherer Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt (Beschwerde S. 11-13). Da dem Gericht 
volle Überprüfungsbefugnis zukommt, kann damit die Verletzung des rechtlichen Gehörs als 
geheilt gelten. Mithin kann der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass die Vorinstanz den 
ihm gewährten Abzug vom Tabellenlohn von 10 Prozent nicht weiter begründete, nichts zu seinen 
Gunsten ableiten.

3.

In materieller Hinsicht ist streitig, ob die Vorinstanz zu Recht auf das von ihr eingeholte psychiatri-
sche Gutachten von B.________ abgestellt und gestützt darauf den Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers abgewiesen hat.

3.1. Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwen-
dung kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsge-
brechen, Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, 
wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 
40 Prozent invalid sind.

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3.2. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche 
Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG bewirken. 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrecht-
lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte; das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (Art. 7 Abs. 2 zweiter 
Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 3.7.1 mit Hinweisen). Gemäss bisheriger Rechtsprechung begrün-
deten eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychoso-
matische Leiden als solche noch keine Invalidität. Es bestand die Vermutung, die Störung oder 
ihre Folgen seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Dennoch wurde bei 
solchen Leiden ausnahmsweise eine Invalidität angenommen, was anhand der sog. Förster-Kriteri-
en geprüft wurde. Im Vordergrund stand die Feststellung einer psychischen Komorbidität von 
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer (BGE 130 V 352).

In BGE 141 V 281 wurde diese Rechtsprechung teilweise geändert und dabei namentlich die 
Überwindbarkeitsvermutung aufgehoben. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells trat 
ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den 
funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungs-
vermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belas-
tungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird. Die auf Begrifflichkeiten 
des medizinischen Klassifikationssystems abstellende Diagnose einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen Leidens kann indes nur zu einer 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung führen, wenn sie unter 
dem Gesichtspunkt der – bis anhin in der Praxis zu wenig beachteten – Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen 
Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (Urteil BGer 
9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 2.2, 3 und 4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Gemäss BGE 143 
V 418 sind sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 
281 zu unterziehen.

Das Invalidenversicherungsrecht klammert soziale Faktoren so weit aus, als es darum geht, die für 
die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben. Die funk-
tionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden hingegen auch mit Blick auf psychosoziale 
und soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen einer 
Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle 
Folgen zeitigen, bleiben sie mithin ausser Acht. Andererseits können psychosoziale Belastungsfak-
toren mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer eigentlichen Beeinträchtigung 
der psychischen Integrität führen, welche ihrerseits eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
bewirkt, wenn sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den 
Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern (Urteil BGer 9C_680/2017 vom 22. Juni 2018 E. 5.2 mit Hinweisen).

3.3. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
der Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(Befunderhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch 
das Leiden eingeschränkt, d.h. arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 130 V 97 E. 3.3.2). Der Grad 
der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem die versicherte Person aus 

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gesundheitlichen Gründen an ihrem angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutz-
bringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medizinisch-theoretische Schät-
zung der Arbeitsunfähigkeit (Urteil BGer 9C_48/2015 vom 1. Juli 2015 E. 3.3.3). Bei langdauernder 
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat die versicherte Person andere ihr offenstehende 
Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumutbar-
keit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sach-
verhalt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; 
OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbesondere ist 
dabei nicht auf das subjektive Empfinden der versicherten Person abzustellen, hätte es doch diese 
ansonsten in der Hand, ihren Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

3.4. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von 
wem sie stammen, und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander wider-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma-
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen). 
Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt 
(Urteil BGer 8C_913/2013 vom 11. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen).

4.

4.1. Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer unter diversen gesundheitlichen 
Beschwerden leidet:

So befand er sich von Oktober 2017 bis Juni 2018 wegen einer akuten Promyelozyten-Leukämie in 
stationärer (20. Oktober 2017 bis 7. November 2017) und anschliessend ambulanter (8. November 
2017 bis 11. Juni 2018) Behandlung. Der Verlauf zeigte aus onkologischer Sicht eine sehr erfreuli-
che Entwicklung. Die Konsolidationsbehandlung mit Arsentrioxid und Vesanoid wurde insgesamt 
sehr gut toleriert, aussergewöhnliche Infektkomplikationen oder Organtoxizitäten traten nicht auf, 
weshalb die Behandlung bei normalem peripherem Blutbild sowie einer anhaltenden molekularen 
kompletten Remission nach insgesamt 4 Konsolidationszyklen abgeschlossen werden konnte. Die 
behandelnden Ärzte gingen davon aus, dass der Beschwerdeführer im Verlauf wieder seine volle 
Arbeitsfähigkeit erlangen werden (Dr. med. E.________, Oberärztin an der Universitätsklinik für 
Medizinische Onkologie des F.________, Berichte vom 14. Juni 2018 und 12. Oktober 2018, IV-
Akten 29-30 und 43-46). 

Ausserdem leidet der Beschwerdeführer unter einem sehr schweren obstruktiven Schlafapnoe-/ 
Hypopnoe-Syndrom. Am 25. Oktober 2016 wurde die AutoSet-CS-Therapie (adaptive Servoventi-

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lation) mit dem Gerät Resmed AirCurve 10 initialisiert, mit aktuell optimalem Therapieerfolg, trotz 
der akuten Leukämie mit zahlreichen onkologischen Therapien und mehrerer privater Schicksals-
schläge. Die Diagnose habe keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Dr. med. G.________, 
Facharzt für Pneumologie und Innere Medizin, Berichte vom 8. Mai 2018, 5. September 2018 und 
18. Mai 2020, IV-Akten 26-28, 37-40 und 227).

Für die übrigen, vom Beschwerdeführer genannten somatischen Leiden (Hautkrebs, Diabetes 
mellitus, Asthma bronchiale, Adipositas, Knieschmerzen und Hiatushernie) finden sich in den 
vorliegenden Akten keine medizinischen Unterlagen. Zwar werden in gewissen Arztberichten 
einzelne dieser Leiden erwähnt, eine fachärztliche Abklärung oder medizinische Behandlung 
dieser Leiden scheint aber nie zur Diskussion gestanden zu haben. Es muss somit davon ausge-
gangen werden, dass diese Leiden nicht derart stark ausgeprägt sind, dass sie sich auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirken könnten. Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.

4.2. Aktuell stehen also die psychischen Beschwerden im Vordergrund. Hierzu finden sich in 
den vorliegenden Akten die folgenden medizinischen Berichte:

4.2.1. Den Berichten des D.________ lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 5. 
oder 11. Juli 2018 einmalig in Konsultation gewesen sei. Dem Beschwerdeführer wurde Temesta®-
Expidet® verschrieben, eine Diagnose wurde aber nicht gestellt (Dr. med. H.________, Oberärztin, 
Verordnung vom 12. Juli 2018 und Bericht vom 12. Dezember 2018, IV-Akten 20-22 und 50; Tele-
fonnotiz, IV-Akten 59).

Nach dieser Erstkonsultation reiste der Beschwerdeführer für 6 Monate nach Südafrika zu seiner 
betagten und kranken Mutter. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz stellte er sich am 30. Januar 
2019 erneut beim D.________ vor und berichtete über eine gedrückte Stimmungslage, Energie- 
und Interessenverlust, allgemeine Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit, Angstzustände mit Panikatta-
cken, innere Unruhe, Konzentrations- sowie Schlafstörungen und Suizidgedanken ohne konkreten 
Plan. Es wurden die folgenden psychiatrischen Diagnosen gestellt: F33.2 Rezidivierende depressi-
ve Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptomatik (am 5. Juli 2018 bei 
der Erstuntersuchung: F33.1 Mittelgradige Episode) sowie F10.1 V.a. schädlicher Alkoholgebrauch 
(zwischen Februar und Mai 2019). Der Patient zeige unter antidepressiver Behandlung keine 
Besserung der depressiven Symptome. Eine stationäre Aufnahme wäre sinnvoll, werde aber von 
ihm abgelehnt (Dr. med. I.________, Stv. Oberarzt, Bericht vom 4. November 2019, IV-Akten 112-
117; Dr. med. C.________, Stv. Oberarzt, Berichte vom 27. Februar 2020 und 13. Juli 2020, IV-
Akten 143-148 und 242-244).

Den Einträgen von Dr. med. C.________ vom 10. Februar 2020 bis 18. Juni 2020 (IV-Akten 239-
240) lässt sich weiter entnehmen, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabil sei, 
er sowohl gute Momente habe (wenn er seine Spielzeugautos sehe, mit seiner Mutter spreche, 
Kontakt mit Freunden aus Südafrika habe, am Computer arbeite, Pläne für die Zukunft mache) als 
auch schlechte (Erinnerungen an Kriegserlebnisse, Misshandlungen in der Kindheit und Mobbing, 
Angst um seine Mutter wegen Corona, Scheidung, Hausverkauf, Schulden).

Am 13. Juli 2020 wurden sodann – ohne weitere Begründung – die folgenden psychiatrischen 
Diagnosen gestellt: F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung (mehrere Traumata in der Kind-
heit), F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung und F10.1 Psychische und Verhal-
tensstörungen durch Alkohol (schädlicher Gebrauch) (IV-Akten 242-244).

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Dem Beschwerdeführer wurde vom 11. Juli 2018 bis 13. August 2018 sowie vom 30. Januar 2019 
bis auf Weiteres eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-Akten 22, 112-114 und 143-
144; vgl. auch diverse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse, IV-Akten 98-101). Im Rahmen von Wiederein-
gliederungsmassnahmen sei jedoch eine Tätigkeit an einem angepassten Arbeitsplatz (reduzierte 
Erwartungen, tiefes Stressniveau, weniger Verantwortung) während 2-4 Stunden täglich denkbar; 
der genaue Prozentsatz sei aber noch zu evaluieren (Dr. med. C.________, Bericht vom 
27. Februar 2020, IV-Akten 143-148).

4.2.2. Am 28. Juli 2020 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med. B.________ psychiatrisch 
begutachtet (IV-Akten 174-217). Es wurden die folgenden Diagnosen gestellt (IV-Akten 192-193):

Kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0)

mit depressiven, vermeidenden, impulsiven/aggressiven, narzisstischen und histrionischen Anteilen

mit gegenwärtig regelmässigem Gebrauch von ärztlich verordneten Sedativa (Tranxilium®/Clorazepat) und 
unregelmässigem Gebrauch von Alkohol

bei belastenden Lebenserfahrungen und aktuellen sozialen Schwierigkeiten

obstruktives Schlafapnoe-/Hypopnoe-Syndrom

St.n. akuter Promyelozyten-Leukämie (Oktober 2017 bis Juni 2018)

Steroid-induzierter Diabetes mellitus (2017), Asthma bronchiale, Adipositas, Hiatushernie

Im Fall des Exploranden sei eine leicht ausgeprägte, kombinierte (depressiv, vermeidend, impul-
siv/aggressiv, narzisstisch, histrionisch) Persönlichkeitsstörung (F61.0) festzustellen, die in Form 
eines depressiven Syndroms in der Folge einer akuten Promyelozyten-Leukämie und sozialer 
Belastungen (aussereheliche Beziehung der Ehefrau, Trennung von Ehefrau und beiden Kindern, 
geplante Scheidung, Firma verloren, finanzielle Sorgen/Schulden) in den Jahren 2017/2018 
dekompensiert sei, was erstmals durch eine fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutische Beur-
teilung anlässlich einer Konsultation am 5. Juli 2018 dokumentiert werde. Hinzuweisen sei ferner 
auf den gegenwärtig regelmässigen Gebrauch von ärztlich verordneten Sedativa (Clorazepat), den 
unregelmässigen Gebrauch von Alkohol sowie belastende Lebenserfahrungen bereits vor 2017 
(körperliche Stigmata, Ehekonflikt und Trennung der Eltern, sexueller Übergriff im Kleinkindalter, 
«Mobbing» zur Schul- und Militärzeit, Kriegserlebnisse, Migration). Anlässlich der Untersuchung 
vom 25. Juni 2020 würden subjektiv ein Vermeidungsverhalten Menschen gegenüber und eine 
Vergesslichkeit im Vordergrund stehen. Objektive psychopathologische Befunde seien mit einer 
deprimierten, klagsamen und jammerigen Affektivität nur leicht ausgeprägt. Namentlich hätten 
keine Bewusstseinsstörungen, Orientierungsstörungen, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörun-
gen, formale Denkstörungen, Befürchtungen, Zwangshandlungen, Wahnphänomene, (weiteren) 
Affektivitätsstörungen, Antriebs- und psychomotorische Störungen vorgelegen. Auch habe keine 
Aggressivität, Suizidalität, Selbstbeschädigung, Mangel an Krankheitsgefühl und -einsicht oder 
Ablehnung der Behandlung bestanden. Eine Untersuchung des Urins sowie eine Blutentnahme sei 
vom Exploranden mehrfach ausdrücklich abgelehnt worden. Bei der MADRS-Testung sei ein 
Summenwert von 16 Punkten erreicht worden; ein leicht ausgeprägtes depressives Syndrom 
könne somit objektiviert werden (IV-Akten 189-190, 193; vgl. auch IV-Akten 200, 210 und 212).

Weitere (allfällig versicherungsmedizinisch relevante) Störungen gemäss ICD-10 (Kapitel F, 
psychische und Verhaltensstörungen) könnten im Fall des Exploranden nicht begründet werden. 
Der gegenwärtig regelmässige Gebrauch von ärztlich verordneten Sedativa und der unregelmässi-
ge Gebrauch von Alkohol würden insbesondere aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht 
kein Suchtleiden gemäss ICD-10 begründen. Auch eine tatsächlich relevante Verhaltenssucht 

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(«Gamesucht») könne nicht angenommen werden. Ebenso wenig seien die ICD-10-Kriterien einer 
eigenständigen depressiven Episode erfüllt, da die Diagnose jeweils weder mit noch ohne Bezug 
zum Klassifikationssystem beschrieben resp. diskutiert werde und objektive psychopathologische 
Befunde, wenn sie überhaupt ausgewiesen seien, stets spärlich und unspezifisch seien. Der 
Schweregrad erreiche nicht das notwendige Ausmass und es würden auch keine Symptome in 
ausreichender Schwere bzw. in ausreichender Länge bestehen, um eine lang dauernde depressi-
ve Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können. Zudem seien die in den Akten 
postulierten depressiven Syndrome spätestens ab Februar 2020 anhaltend remittiert. So seien die 
depressiven Syndrome im Fall des Exploranden Ausdruck seiner Überforderung aufgrund der 
Persönlichkeitsmerkmale (narzisstisches Selbstverständnis, histrionische Selbstdarstellung, gerin-
ge Frustrationstoleranz) und zudem als normalpsychologische Reaktion auf soziale Schwierigkei-
ten einzuordnen (IV-Akten 194-196; vgl. auch IV-Akten 210-212). Weiter könne auch der Verdacht 
auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung nicht bestätigt werden. Eine solche 
Störung sei gegenwärtig nicht (mehr) ausgeprägt, dementsprechend hätten sich auch anlässlich 
der Untersuchung vom 25. Juni 2020 trotz fehlender spezifischer Psychopharmakotherapie keine 
diesbezüglichen objektivierbaren psychopathologischen Befunde gezeigt (IV-Akten 196; vgl. auch 
IV-Akten 201). Schliesslich lasse sich auch die (Verdachts-) Diagnose einer posttraumatischen 
Belastungsstörung (F43.1) aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht hinreichend begründen. 
Auch diese Diagnose werde weder mit noch ohne Bezug zum Klassifikationssystem beschrieben 
resp. diskutiert. Zudem ergebe eine Analyse der von der ICD-10 aufgestellten Kriterien, dass sich 
eine posttraumatische Belastungsstörung aus rein versicherungspsychiatrischer Sicht nicht hinrei-
chend begründen lasse und sich die vom Exploranden aufgeführten psychopathologischen 
(subjektiven) Beschwerden und die geringen (objektiven) Befunde weit überwiegend aufgrund der 
kombinierten Persönlichkeitsstörung (insbesondere der histrionischen und narzisstischen Anteile) 
erklären würden (IV-Akten 196-199). 

Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Exploranden wird wie folgt beurteilt: In der zuletzt ausge-
übten Tätigkeit sei eine ganztägige Anwesenheit zumutbar. Aufgrund eines vermehrten Betreu-
ungsaufwands und einer eingeschränkten Belastbarkeit bei Defiziten in den Bereichen Flexibili-
tät/Umstellungsfähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit (vgl. hierzu IV-Akten 
206-209) sei jedoch eine Einschränkung der Leistung von durchschnittlich 30 Prozent (von 
100 Prozent) anzunehmen. Insgesamt werde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf 
70 Prozent geschätzt. In einer angepassten Tätigkeit (wohlwollende Führung am Arbeitsplatz) 
bestehe indessen eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leistungsminderung. Höhere Arbeitsfähigkeiten 
könnten nicht bestätigt werden, auch wenn die depressiven Syndrome, welche Ausdruck der Über-
forderung des Exploranden seien, aus therapeutischer Sicht allenfalls eine kurzfristig erhöhte 
Arbeitsunfähigkeit begründen würden. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei jedoch als nicht 
kritisch differenziert diskutierte und mangels bzw. aufgrund sehr spärlicher unspezifischer objekti-
ver psychopathologischer Befunde nicht nachvollziehbare Meinung der behandelnden Fachperso-
nen zur Kenntnis zu nehmen; diese würden dabei aber fast vollständig allein auf die Selbstein-
schätzung des Exploranden abstellen und insbesondere soziale Aspekte nicht kritisch abgrenzen. 
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (sowohl bezüglich bisheriger wie auch bezüglich angepasster 
Tätigkeit) gelte aus versicherungspsychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit 
5. Juli 2018 (IV-Akten 210-212).

Die ihm unterbreiteten Ergänzungsfragen beantwortete der Gutachter am 1. Oktober 2020 wie 
folgt: Eine selbständige Tätigkeit, wie sie der Beschwerdeführer zuletzt ausgeübt habe, sei ihm 
aufgrund einer Dekompensation der Persönlichkeitsstörung seit Juli 2018 nicht mehr vollumfäng-

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lich zumutbar. Im Vordergrund würden Defizite in den Bereichen Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, 
Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit stehen. Im Fall des Beschwerdeführers sei 
insbesondere zu berücksichtigen, dass Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen und eine 
Antriebs- bzw. Motivationsstörung bestünden. Die Stressresistenz und die Anpassungsfähigkeit 
seien reduziert. Der Beschwerdeführer müsse von einer wohlwollenden Grundhaltung seiner 
Geschäftspartner profitieren können; seine Defizite sollten toleriert werden und seinen persönli-
chen Wünschen entgegengekommen werden. Eine Willensanstrengung zur Bewältigung dieser 
Defizite sei jedoch aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht zumutbar und tatsächlich 
möglich (vgl. auch IV-Akten 200). Gleiches gelte hinsichtlich einer Tätigkeit in einem Angestellten-
verhältnis, die als zumutbar erachtet werde. Der regelmässige Gebrauch von ärztlich verordneten 
Sedativa und der unregelmässige Gebrauch von Alkohol würden aus psychiatrisch-psychothera-
peutischer Sicht kein Suchtleiden gemäss ICD-10 begründen. Es sei auch nicht davon auszuge-
hen, dass eine nachgewiesene Dauerabstinenz von Alkohol und Sedativa die Leistungs- bzw. 
Arbeitsfähigkeit erheblich verbessern würde (IV-Akten 256-258).

4.2.3. Am 27. Januar 2021 erhob der behandelnde Psychiater, Dr. med. C.________, Einwände 
gegen das Gutachten. Er moniert, dass wichtige Elemente im Gutachten nicht berücksichtigt oder 
genau untersucht worden seien. Obschon ADHS- sowie PTBS-Symptome einen grossen Teil der 
aktuellen Symptomatik darstellen würden, seien sie nicht spezifisch untersucht worden. Der 
Patient leide vor allem unter massiven Gedächtnisstörungen und Aufmerksamkeitsdefiziten, die 
seine Arbeitsfähigkeit stark beeinflussen würden. Es werde um eine erneute Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit gebeten, die seiner Meinung nach deutlich über dem Invaliditätsgrad von 
37 Prozent liege (IV-Akten 277).

4.2.4. In seiner Stellungnahme vom 9. Februar 2021 verweist der Gutachter darauf, dass anläss-
lich der Untersuchung vom 25. Juni 2020 ausdrücklich keine Störungen des Bewusstseins, der 
Intelligenz, der Mnestik (inkl. Gedächtnis und Aufmerksamkeit), der Wahrnehmung und der Kogni-
tion zu erkennen gewesen seien. Ausserdem sei im Gutachten auf die Verdachtsdiagnosen einer 
einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS, F90) und einer posttraumatischen 
Belastungsstörung (PTBS, F43.1) Bezug genommen und die Kriterien der ICD-10 erörtert worden. 
Beide Diagnosen hätte aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht bestätigt werden können. Am 
Gutachten werde deshalb festgehalten (IV-Akten 279-280).

5.

5.1. Vorliegend ist festzustellen, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.________ 
auf das dem Gutachter vollständig zur Verfügung gestellte Dossier mit sämtlichen bisherigen ärztli-
chen Zeugnissen, welche fachspezifisch wiedergegeben und ausführlich diskutiert werden, sowie 
auf einer zweistündigen Exploration vom 25. Juni 2020 beruht. Das Gutachten ist für die streitigen 
Belange umfassend, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden, wurde in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und ist in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion sowie der medizinischen Zusammenhänge plausibel und absolut überzeugend.

Dass der Gutachter sowohl bezüglich Diagnose wie auch bei der Beurteilung der dem Beschwer-
deführer verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu anderen Schlussfolgerungen kommt als die behandeln-
den Ärzte des D.________, vermag am Beweiswert des Gutachtens nichts zu ändern, legt doch 
der Gutachter ausführlich und glaubhaft begründet dar, weshalb er sich deren Meinung nicht 
anschliessen kann. Er erwägt namentlich, dass sich die Diagnose einer eigenständigen depressi-
ven Episode nicht bestätigen lasse, da die ICD-10-Kriterien nicht erfüllt seien. Es würden eine 

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tatsächliche schwere Antriebshemmung und eine ausgeprägte Affektstarre fehlen. Auch würden 
keine Symptome in ausreichender Schwere bzw. in ausreichender Länge bestehen, um eine lang 
dauernde depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können. Zudem seien 
die in den Akten postulierten depressiven Symptome spätestens ab Februar 2020 anhaltend remit-
tiert (vgl. IV-Akten 195 und 210-211). Auch der gegenwärtig regelmässige Gebrauch von ärztlich 
verordneten Sedativa und der unregelmässige, selbst modifizierte, gegenwärtig sozial übliche 
Gebrauch von Alkohol würden aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht kein Suchtleiden 
gemäss ICD-10 begründen. Schliesslich könne auch keine relevante Verhaltenssucht («Game-
sucht», die er gemäss eigenen Angaben zurzeit nicht auslebe; vgl. IV-Akten 191) angenommen 
werden (vgl. IV-Akten 194-195; vgl. auch IV-Akten 200). Was die von den behandelnden Psychia-
tern zwar erwähnte, aber nicht weiter begründete ADHS- und PTBS-Symptomatik anbelangt, so 
legt der Gutachter unter Bezugnahme auf die einzelnen ICD-10-Kriterien ausführlich dar, weshalb 
sich diese Diagnosen nicht bestätigen liessen (vgl. IV-Akten 196-199). Zu guter Letzt begründet 
der Gutachter auch, weshalb dem Beschwerdeführer nicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit 
attestiert werden könne. Die diesbezügliche Meinung der behandelnden Fachpersonen sei nicht 
kritisch differenziert und auch nicht nachvollziehbar, da keine bzw. sehr spärliche, unspezifische 
objektive psychopathologische Befunde vorliegen würden. Die Meinung der behandelnden Ärzte 
stelle fast vollständig allein auf die Selbsteinschätzung des Patienten ab und grenze insbesondere 
soziale Aspekte nicht kritisch ab. Sie könne deshalb nicht bestätigt werden (IV-Akten 211-212).

5.2. Was die Kritik von Dr. med. C.________ am Gutachten anbelangt (Bericht vom 27. Januar 
2021, IV-Akten 277), so vermag auch diese den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern. 
Vielmehr ist darauf zu verweisen, dass der Gutachter anlässlich der Untersuchung vom 25. Juni 
2020 keine Störungen des Bewusstseins, der Intelligenz, der Mnestik (inkl. Gedächtnis und 
Aufmerksamkeit), der Wahrnehmung und der Kognition feststellen konnte (IV-Akten 189 und 279). 
Zwar wurde von den behandelnden Ärzten teilweise auf eine leicht bis mässig reduzierte Konzen-
trations-, Aufmerksamkeits-, Merk- und Gedächtnisfähigkeit sowie auf eine Antriebsstörung 
(Bericht vom 4. November 2019; IV-Akten 112, 115 und 116) resp. auf eine Konzentrations- und 
Anpassungsstörung, einen Antriebsmangel und massive mnestische Defizite im Kurz- und Lang-
zeitgedächtnis (Bericht vom 27. Februar 2020, IV-Akten 143 und 145) hingewiesen, dann aber 
wiederum auch festgehalten, dass Auffassung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration 
unauffällig seien (Berichte vom 4. November 2019 und 13. Juli 2020, IV-Akten 115 und 243). Die 
Meinung der behandelnden Ärzte ist somit nicht kohärent. Zudem hat der Gutachter glaubhaft 
begründet dargelegt, weshalb sich die Diagnosen eines ADHS resp. einer PTBS nicht bestätigen 
liessen (vgl. IV-Akten 196-199). Es bestand somit unter den gegebenen Umständen kein Anlass 
für weitergehende spezifische Untersuchungen.

5.3. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 
Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, praxisgemäss volle Beweiskraft zuzuerkennen ist, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. Urteil BGer 
8C_426/2011 vom 29. September 2011 E. 6.1; BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 125 V 351 E. 3b/bb). Dies 
ist nach dem Gesagten vorliegend gerade nicht der Fall.

5.4. Zusammenfassend ist also festzustellen, dass das von der Vorinstanz in Auftrag gegebene 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.________ den an ein Gutachten gestellten Anforderun-
gen entspricht, weshalb ohne Weiteres darauf abgestellt und von weiteren Beweismassnahmen, 
wie sie der Beschwerdeführer beantragt, abgesehen werden kann.

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Damit ist gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die bisheri-
ge Tätigkeit weiterhin zu 70 Prozent ohne zusätzliche Leistungseinschränkung zumutbar ist. In 
einer angepassten Tätigkeit (wohlwollende Führung am Arbeitsplatz) besteht gar eine volle 
Arbeitsfähigkeit ohne Leistungsminderung.

6.

6.1. Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommensver-
gleichs grundsätzlich Vorrang zu (Art. 16 ATSG). Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen 
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall 
bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu 
vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffern-
mässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstel-
lung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbsein-
kommen ist alsdann mit 100 Prozent zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen 
entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der 
Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; Urteil BGer 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 
E. 10.2.1 mit Hinweisen, bestätigt in Urteil BGer 9C_267/2018 vom 29. Juni 2018 E. 2.1; vgl. auch 
Urteil BGer 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 3.1 und BGE 114 V 310 E. 3a mit weiteren 
Hinweisen).

6.2. Vorliegend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit seiner selbständigen Erwerbs-
tätigkeit in den vergangenen Jahren sehr unregelmässige Betriebsergebnisse erzielte (2018: 
minus CHF 18'378.86; 2017: CHF 47'464.19; 2016: CHF 29'974.31; 2015: CHF 21'092.92; 2014: 
CHF 42'231.02; 2013: CHF 3'731.74; 2012: CHF 2'553.13; 2011: minus CHF 29'109.79) (vgl. die 
Jahresrechnungen 2018, 2016, 2014 und 2012, jeweils mit Vorjahreszahlen, IV-Akten 62-83). Auf 
diese Zahlen kann aber nicht abgestellt werden, da sie zu unregelmässig sind, die Schwankungen 
invaliditätsfremd sind und sie auch nicht mit den Zahlen auf dem Auszug aus dem individuellen 
Konto (IV-Akten 33) übereinstimmen (2016: CHF 31'800.-; 2015: CHF 22'200.-; 2014: CHF 45'400; 
2013: CHF 9'333.-; 2012: CHF 9'094.-; 2011: CHF 9'094.-). Kommt hinzu, dass unklar ist, zu wie 
viel Prozent der Beschwerdeführer in diesen Jahren arbeitstätig war, gibt er doch selbst an, auch 
seine Ehefrau sei arbeitstätig gewesen und habe Karriere gemacht, während er sich um die Kinder 
gekümmert habe (vgl. IV-Akten 24). Zudem hat sich die familiäre Situation mit fortschreitendem 
Alter der Kinder und dem Auszug der Ehefrau und Kinder massgeblich verändert, weshalb davon 
ausgegangen werden muss, dass der Beschwerdeführer auch im Gesundheitsfall keine Kinder 
mehr zu betreuen hätte und nunmehr zu 100 Prozent arbeitstätig wäre.

Unter diesen Umständen und da dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als selbständi-
ger Unternehmer (Dienstleistungen im Computerbereich, 3D-Druckerei) nach wie vor im Umfang 
von 70 Prozent zumutbar ist, kann der Invaliditätsgrad mittels eines Prozentvergleichs ermittelt 
werden (vgl. Urteile BGer 8C_157/2021 vom 8. Juni 2021 E. 4.3.3; 9C_267/2018 vom 29. Juni 
2018 E. 4.1.2 und 4.2; 9C_804/2016 vom 10. April 2017 E. 3.2; 9C_780/2011 vom 6. Dezember 
2011 E. 1.2.2). Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil keine Gründe ersichtlich sind, weshalb der 
Beschwerdeführer ausser Stande sein sollte, trotz einer Restarbeitsfähigkeit von 70 Prozent in der 
angestammten Tätigkeit ein entsprechendes Invalideneinkommen zu erzielen. Namentlich lässt 
sich dem Gutachten nicht entnehmen, dass der Beschwerdeführer konkrete Arbeiten seiner selb-
ständigen Tätigkeit nicht mehr ausführen kann, so dass das Betriebsergebnis stärker abnimmt als 
im Umfang des attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrads. Der Invaliditätsgrad liegt damit seit 5. Juli 

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2018 bei 30 Prozent und ist ungenügend, einen Rentenanspruch zu begründen (vgl. Art. 28 Abs. 2 
IVG).

7.

Folglich ist die angefochtene Verfügung vom 18. Februar 2021 nicht zu beanstanden, weshalb sie 
zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

8.

Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm für das vorliegende Beschwerdeverfahren die voll-
ständige unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

8.1. Da der Beschwerdeführer finanziell bedürftig ist und die gegen die angefochtene Verfügung 
vom 18. Februar 2021 erhobene Beschwerde nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet 
werden kann, ist dem Gesuch stattzugeben und Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser zum unentgeltli-
chen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers zu ernennen (vgl. Art. 142 Abs. 1 und 2 und Art. 143 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]).

8.2. Die Gerichtskosten für das vorliegende Verfahren, welche auf CHF 800.- festgesetzt 
werden, sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, aber zufolge der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen nicht zu erheben.

Sodann ist Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser im Rahmen der gewährten vollständigen unentgeltli-
chen Rechtspflege eine Entschädigung von CHF 2'672.90, davon CHF 2'467.80 für Honorar 
(13,71 Stunden à CHF 180.-) und CHF 14.- für Auslagen sowie CHF 191.10 für Mehrwertsteuer 
(7,7 Prozent von CHF 2'481.80), zuzusprechen. Diese Entschädigung ist vom Staat zu überneh-
men.

8.3. Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln oder wird nachgewiesen, 
dass seine Bedürftigkeit nicht bestand, so kann das Gemeinwesen, innert zehn Jahren seit 
Abschluss des Verfahrens, von ihm die Vergütung seiner Leistungen verlangen (vgl. Art. 145b Abs. 
3 VRG).

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen (608 2021 63).

II. Das Gesuch um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheis-
sen und Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser zum amtlichen Rechtsbeistand von A.________ 
ernannt (608 2021 64).

III. Die Verfahrenskosten von CHF 800.- werden A.________ auferlegt, zufolge der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege aber einstweilen nicht erhoben.

IV. Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser wird im Rahmen der gewährten vollständigen unentgeltli-
chen Rechtspflege eine Entschädigung von insgesamt CHF 2'672.90, davon CHF 191.10 
Mehrwertsteuer (7.7 Prozent), zugesprochen. Diese ist vom Staat zu übernehmen.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesge-
richt ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 6. Juli 2021/dki

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: