# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d43b978-93b6-58d2-b1a2-2c711c5df525
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-26
**Language:** de
**Title:** Wiedererwägungsweise Aufhebung einer Rente nicht geschützt, da der rentenzusprechenden Verfügung eine vertretbare Ermessensausübung zugrunde lag. Revision mangels Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht möglich. Gutheissung und unveränderter Rentenanspruch.
**Docket/Reference:** IV.2015.00429
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00429.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00429
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Pfefferli
Urteil
vom
26. Oktober 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1957, hat nach einer Lehre als Elektromonteur (Urk. 8/7/4) diverse Weiterbildungen (Urk. 8/7/2)
absolviert und ist seit dem 1.
Februar 1995 als Leiter Technik, Sicherheit und Dienste im
Y.___
tätig (
Urk.
8/11). Am 8. Mai 2008 meldete er sich wegen einer Burnout-Erkran
kung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische (Urk. 8/8, 8/18, 8/25) sowie erwerbliche (Urk. 8/6, 8/11) Abklärun
gen und zog die Akten der Pensionskasse (Urk. 8/1) bei.
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 20. Mai 2009 ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 8/28), das er am 14. Juni 2009 ergänzte (Urk. 8/31).
Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2009 (Urk. 8/35) stellte die
IV-Stelle
dem Versicherten die Ausrichtung einer befristeten
Viertelsrente
zwischen 1. Mai 2008 und 31. März 2009 in Aussicht. Der Versicherte erhob am 20. Juli 2009
Einwände
(Urk. 8/37) und
liess einen Bericht seines behandelnden Psychi
aters,
Dr.
med. A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. August 2009 (
Urk.
8/39) einreichen. Mit unangefochten geblieb
ener Verfügung vom
10. Mai 2010
sprach die
IV-Stelle
dem Versicherten eine unbe
fristete
Viertelsrente
ab 1. Mai 2008 zu
(Urk. 8/4
4
).
2.
Im Rahmen des im Oktober 2014 eingeleiteten Revisionsverfahrens
tätigte
die
IV-Stelle
wiederum erwerbliche
(Urk. 8/58, 8/59)
und
medizinische (Urk. 8/67) Abklärungen
. Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2015 (Urk. 8/69) stellte sie dem Versicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung vom 10. Mai 2010 und damit die Einstellung der bisherigen Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht. Mit Verfügung vom 23. März 2015 (Urk. 8/71 = Urk. 2) entschied sie wie ange
kündigt und stellte die Rente per Ende April 2015 ein.
3.
Mit Beschwerde vom 17. April 2015 (Urk. 3) beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die weitere Aus
richtung der bisherigen Rente. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2015 (Urk. 7) beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Mai 2015 (Urk. 9) unter Ansetzung einer ungenutzt abgelaufenen Frist zur Replik zur Kenntnis gebracht.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, dass
die im Rahmen des Revisionsverfahrens getätigten Abklärungen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit seit Januar 2009 wieder in einem Pensum von 80 % ausübe. Damit
habe
der seit Mai 2008 bestehende Anspruch auf eine
Viertelsrente
Ende März 2009
geendet,
weshalb
die renten
-
zusprechende Verfügung wiedererwägungsweise aufgehoben werde
.
2.2
Der Beschwerdeführer führt
sinngemäss aus, da er bereits jetzt eine weit grös
sere Arbeitsleistung erbringe, als es seinem vertraglichen Pensum von 80 % entspreche, könne er sein Arbeitspensum sowohl aus psychischen als auch aus physischen Gründen nicht erhöhen
,
und beantragt
sinngemäss die weitere Aus
richtung der bisherigen
Viertelsrente
.
3.
3.1
Die medizinischen Akten enthielten im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
von der Pensionskasse beigezogene
vertrauensärztliche
Berichte
vom 16. Juli 2007 (Urk. 8/1/2-9)
und
31. März 2008 (Urk. 8/1/10-16) von
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin, ärztliche Berichte des behandelnden Psychiaters Dr.
A.___
vom 15. Juni 2008 (Urk. 8/8),
21. November 2008 (Urk. 8/18), 9. März 2009 (Urk. 9/25) sowie vom 30. August 2009 (Urk. 8/39) sowie ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
Z.___
vom 20. Mai 2009 (Urk. 8/28) mit Ergänzung vom 14. Juni 2009 (Urk. 8/31).
3.2
In seinem Bericht vom 16. Juli 2007 (Urk. 8/1/2-9)
zuhanden der Pensionskasse des Beschwerdeführers stellte
Dr.
B.___
die Diagnose einer psycho
physischen Erschöpfung im Sinne einer Anpassungsstörung mit Depression und Angst. Er hielt fest, dass
A
nfang
2007 erste Krankheitssymptome aufgetreten seien und seit 18. Mai 2007 eine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Er verneinte den Einfluss psychosozialer Faktoren auf die Arbeitsfähigkeit
ebenso w
ie
einen
Bedarf für weitere medizinische Abklärungen und empfahl eine gemeinsame Unterstützung des Beschwerdeführers durch die
Personalver
antwortliche
und den behandelnden Psychiater. Zudem hielt er fest, dass die
100%ige
Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich noch bis
Ende August
2007 fortbe
stehen werde.
Im September 2007 erachtete er eine Arbeitsfähigkeit von
20-30 % als möglich und im Oktober 2007
eine solche
von mindestens 50 %.
3.3
Mit
seinem
wiederum zuhanden der Pensionskasse des Beschwerdeführers
(Urk. 8/1/10-16)
verfassten
Bericht vom 31. März 2008 stellte
Dr.
B.___
die Diagnosen
-
1. Mittelschweres, zeitweise schweres depressives Zustandsbild im Rah
men einer Lebenskrise bei / mit
-
sensitiver Persönlichkeitsstruktur
-
Aethylabusus
- psychosozialer Belastungssituation
-
2.
Diagnose Hepatitis C im Jahr 2005
-
3.
Nikotinabusus
Er berichtete über psychosoziale Belastungsfaktoren und empfahl dem Beschwer
deführer
,
in Bezug auf die diagnostizierte Hepatitis C und den
Aethyl
abusus
den Hausarzt aufzusuchen. Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 80 % ab 1. April 2008 und empfahl eine erneute Anmel
dung bei der Pensionskasse für den Fall, dass im Verlauf des Monats Juli 2008 keine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden sollte.
3.4
Mit ärztlichem Bericht vom 15. Juni 2008 (Urk. 8/8) diagnostizierte
Dr.
A.___
beim Beschwerdeführer rezidivierende depressive
Episoden
,
welche in
den Jah
ren 1994, 2000 sowie 2007 aufgetreten seien.
Die im Mai 2007 in Erscheinung getretene depressive Episode habe sich als Burn-Out-
Symptomatik
manifestiert. Zudem bestehe eine sensitive Persönlichkeitsstörung mi
t
Tendenz zu paranoider Verarbeitung.
Er attestierte folgende Grade der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit:
-
100 % zwischen 18. Mai und 16. September 2007
-
80 % zwischen 17. September und 31. Oktober 2007
-
60 % zwischen 1. November 2007 und 6. Januar 2008
-
40 % zwischen 7. Januar und 31. März 2008
-
20 % zwischen 1. April und 1. Juni 2008
-
40 % ab 2. Juni 2008 und bis auf
W
eiteres
.
Er berichtete über ein depressives Zustandsbild, welches sich im Mai 2007 ent
wickelt habe und im Rahmen der Umbaumassnahmen am Kunsthaus zur Erschöpfung geführt habe, da der Beschwerdeführer
bis zum Zusammenbruch praktisch
Tag und Nacht gearbeitet
habe
. Er sei antriebslos und mit 80 Unter
stellten und ohne Unterstützung durch die Vorgesetzten hoffnungslos überfor
dert gewesen
. Dies habe dazu geführt, dass er praktisch 24 Stunden geschlafen
habe. Die Psychotherapie werde durch eine Pharmakotherapie mit
Rebalance
gegen das depressive Zustandsbild und
Seroquel
gegen die gleichzeitig auftre
tende Psychose ergänzt.
3.5
Mit ärztlichem Bericht vom 21. November 2008 (Urk. 8/18) informierte
Dr.
A.___
die Beschwerdegegnerin darüber, dass der Beschwerdeführer aus finanziellen Gründen auf ein Pensum von 80 % angewiesen sei. Um ein solches zu erreiche
n, beziehe er bei einer aktuell
en Arbeitsfähigkeit von 60 % wöchent
lich einen Ferientag. Dadurch sei er aufgrund der bestehenden Umstände gezwungen, ab Januar 2009 in einem effektiven Pensum von 70 bis 80 % zu arbeiten.
3.6
Dr.
A.___
berichtete der Beschwerdegegnerin am 9. März 2009 (Urk. 8/25) über die weitere Behandlung des Beschwerdeführers. Er stellte die Diagnosen einer
rezidividierenden
depressiven Störung (ICD-10: F33.10) sowie einer nar
zisstischen, schwer sensitiven Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägter para
noider Verarbeitung (ICD-10: F60.8).
Der Beschwerdeführer arbeite seit 1. Januar 2009 in einem realen Pensum von 80 %, da dies der Arbeitgeber auf
grund der Führungstätigkeit voraussetze. Aus psychiatrischer Sicht bestehe jedoch seit dem 2. Juni 2008 und bis auf weiteres eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 60 %. Dem Entscheid zur Erbringung des geforderten 80%igen Pen
sums mit aller Kraft stehe er aus ärztlicher Sicht sehr kritisch gegenüber, da damit zu rechnen sei, dass in kürzerer Frist ein erneutes Ausbrennen drohe.
3.7
Dr.
Z.___
erstattete der Beschwerdegegnerin am 20. Mai 2009 gestützt auf seine am 5. und 13. Mai 2009 durchgeführten Explorationen, die ihm zur Verfügung gestellten Verfahrensakten sowie telefonische Auskünfte des behandelnden Psy
chiaters,
Dr.
A.___
, ein psychiatrisches Gutachten. Der Versicherte neige dazu, seine Arbeitskraft über alle Massen auszubeuten
,
und habe dies während der Umbauphase des
Y.___
jahrelang getan. Er habe alle Warnsignale einer Überarbeitung missachtet, was im Mai 2007 zu einem Zusammenbruch geführt habe. Nachdem er zunächst während drei Monaten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, sei er in reduziertem Pensum wieder in den Beruf eingestiegen
, wobei er erneut dazu geneigt habe, sich zu überfordern. Er entwickle
Versa
gensängste
und massive Existenzängste. Die ständige latente Suizidalität könne er durch den Arbeitseinsatz unter Kontrolle halten.
In Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater habe die Erfahrung der letzten Monate gezeigt, dass eine Arbeitsfähigkeit von 40 % dauerhaft vertret
bar sei, ohne dass es zu einer erneuten Erschöpfung und Überforderung komme. Er diagnostizierte eine vitale Depression mit intermittierenden psychotischen
Symptomen (ICD-10: F32), verheimlichte Homosexualität sowie eine
zwangs
hafte
leistungsbetonte Charakterstruktur (ICD-10: F60.5)
Mit Ergänzung vom 14. Juni 2009 (Urk. 8/31) präzisierte er, dass sich die
Krank
heit
aus dem depressiven Formenkreis auf den ICD-10-Code F32.3 beziehe
,
und führte aus, dass sich der Beschwerdeführer nicht an die Abma
chung mit dem behandelnden Psychiater halte und erheblich mehr arbeite, bis er wieder zusammenbreche und wieder 100 % arbeitsunfähig werde.
3.8
Die Ärzte des Regional
en
Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin
(RAD)
, Dr. med.
C.___
, Facharzt für Innere Medizin, und Dr. med.
D.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beurteilten das Gutachten von Dr.
Z.___
am 24. Juni 2009 (Urk. 8/32/7) auch nach den Ergänzungen vom 14. Juni 2009 als widersprüchlich in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit und nicht nachvollziehbar betreffend Diagnose.
3.9
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
berichtete
Dr.
A.___
am 30. August 2009
(Urk. 8/39)
der Beschwerdegegnerin über den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Bei unveränderten Diagnosen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von knapp 60 %. Real arbeite der Beschwerdeführer seit 1. Januar 2009 in einem Pensum von 80 %, wie es der Arbeitgeber aufgrund der Führungsposition von ihm verlange.
3.10
Mit Stellungnahme vom 11. September 2009 (Urk. 8/40/2)
führte RAD-Arzt
Dr.
C.___
aus, dass
a
us medizinischer Sicht dem Einwand stattgegeben und in Abweichung von der Stellungnahme vom 24. Juni 2009
(Urk. 8/32/7)
fest
gestellt werden
könne
, dass ab Januar 2009 sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe.
4.
Im Rahmen des im Oktober 2014 eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin einen Verlaufsbericht beim behandelnden Psychiater
Dr.
A.___
ein, welcher am 19. Dezember 2014 / 24. Januar 2015 (Urk. 8/67) erstattet wurde. Er berichtete, dass
sich der Gesundheitszustand des
Beschwer
deführer
s seit 2009 verschlechtert habe, dieser aber
weiterhin in einem Pensum von 80 % seiner bisherigen Tätigkeit als Leiter Technik, Sicherheit und Dienste nachgehe. Er berichtete von einem Behandlungsintervall von zwei bis drei Wochen und darüber, dass aktuell keine Medikation bestehe, nachdem
Seroquel
ohne Effekt geblieben sei und Nebenwirkungen gezeitigt habe.
Die Arbeits
fähigkeit habe mit 80 % ihren maximalen Wert erreicht, wobei in nächster Zeit eine Verschlechterung drohe.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung implizit davon aus, dass kein Revisionsgrund im Sinne einer im Vergleich zum Zeitpunkt der
rentenzu
sprechenden
Verfügung bestehenden, anspruchsrelevanten Veränderung des erwerblichen oder medizinischen Sachverhalts bestehe. Dies ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden.
Stattdessen ging sie von einer zweifellosen Unrichtigkeit der rentenzusprechenden Verfügung
aus, was nachfolgend zu überprüfen ist.
5.2
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Renten
-
verfü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a mit Hin
weisen).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestim
mungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wieder
-
erwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B.
Inva
liditäts
-
bemessung, Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungszu
sprechung
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtig
keit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2010 vom 1. Juli 2010 E. 3 mit Hin
weisen).
5.
3
M
it Verfügung vom
10. Mai 2010
(Urk. 8/4
4
)
wurde dem Beschwerde
führer
eine
unbefristete
Viertelsrente
ab Mai 2008
zu
gesprochen
.
Diese Verfügung blieb unangefochten, weshalb deren wiedererwägungsweise Aufhebung in formeller Hinsicht grundsätzlich möglich ist.
Die Beschwerdegegnerin
ging
nun
in der
in diesem Verfahren
angefochtenen Verfügung implizit davon aus, dass die der rentenzusprechenden Verfügung zugrunde liegende Annahme
zweifellos unrichtig gewesen sei, wonach eine
Arbeitsfähigkeit von 60 % in der ange
stammten Tätigkeit auch nach dem 1. Januar 2009
bestanden habe
.
Gestützt auf die getroffenen Abklärungen
hatte
die Beschwerdegegnerin
mit Vorbescheid vom 2. Juli 2009 (Urk. 8/35)
schon so argumentiert und
die Aus
richtung einer
bloss
befristeten
Viertelsrente
für den Zeitraum zwischen Mai 2008 und März 2009 in Aussicht
gestellt
.
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
berichtete
in der Folge
Dr.
A.___
am 30. August 2009 (
Urk.
8/39) der Beschwerdegegnerin über den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerde
führers.
Er führte aus, dass bei
unveränderten Diagnosen
ein
e Arbeitsfähigkeit von knapp 60
%
bestehe
.
Zwar arbeite
der Beschwerdeführer seit
dem
1.
Januar 2009
tatsächlich
wieder in einem Pensum von 80
%,
dies stelle jedoch eine Konzession an den
Arbeitgeber
dar, welcher
aufgrund der Führungsposition
mindestens ein solches Pensum
verlange.
RAD-Arzt
Dr.
C.___
beurteilte
als Folge dieses Einwandes
mit Stellungnahme vom 11. September 2009 (Urk. 8/40/2)
neu
eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ab Januar 2009 aus medizinischer Sicht als plausibel und führte aus, dass die Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit erfolgt sei, da dies der Realität entsprochen habe. Es sei davon ausgegangen worden, dass die Tatsache, dass der Versicherte über ein halbes Jahr tatsächlich 80 % gearbeitet habe, ein Hinweis dafür sei, dass dies auch möglich sei. Dies werde durch den Bericht von
Dr.
A.___
plausibel in Frage gestellt, weshalb die Arbeitsfähigkeit für die angestammte wie auch für angepasste Tätigkeiten ab Januar 2009 auf 60 % festgelegt werde.
D
ie
Beschwerdegegnerin
legte ihrer Verfügung
die Einschätzung
des
RAD
zugrunde
und ging
in der Verfügung vom 10. Mai 2010 nunmehr
von einer Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätig
keit
von 60 % aus
.
Sie
trug
damit
den Umständen des Einzelfalles
entsprechend dem Einwand von
Dr.
A.___
Rechnung und übte in vertretbarer Weise
ihr
Ermessen
aus
.
Von
eine
r
zweifellose
n
Unrichtigkeit der rentenzusprechenden Verfügung
kann
unter diesen Umständen
deshalb nicht
aus
gegangen werden
, weshalb die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit ausscheidet
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_421/2010 vom 1
. Juli 2010 E. 3 mit Hinweisen)
.
Damit ist die
Beschwerde
gutzuheissen,
die angefochtene Verfügung
aufzuheben
und festzu
stellen, dass
unverändert ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
besteht
, zumal sich aus den Akten keine
Hinweise für eine Besserung des Gesundheitszustandes ergeben und damit auch keine Gründe für eine Revision bestehen.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise
auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten de
r
B
eschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom
23. März 2015 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der
Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GrünigPfefferli