# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4228a6be-eb46-58b6-b9b9-70c1c9ba92cb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.05.2020 IV 2017/337
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2017-337_2020-05-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/337

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.09.2020

Entscheiddatum: 12.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
Art. 28 IVG. Würdigung zweier Gutachten. Überzeugendes erstes Gutachten 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 
2020, IV 2017/337).

Entscheid vom 12. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2017/337

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ war als Produktionsmitarbeiterin bei der B.___ AG tätig, als sie am 4. Juni 

2010 bei der Reinigung ausrutschte und sich an der linken Schulter verletzte (Fremd-

act. 1-59). Bei der Erstbehandlung am 10. Juni 2010 wurden eine Verletzung der 

Rotatorenmanschette der linken Schulter und eine traumatische Inguinalhernie links 

diagnostiziert (Fremd-act. 1-94). Letztere wurde am 12. Juni 2010 im Spital C.___ 

operiert; sie heilte ohne weitere Beschwerden aus (vgl. die kreisärztliche Beurteilung 

vom 13. Dezember 2011, Fremd-act. 3-18). Aufgrund von linksseitigen 

Schulterproblemen wurde im Januar 2011 eine MR-Arthrographie der linken Schulter 

durchgeführt, welche eine höhergradige Partialruptur der Supra- und 

Infraspinatussehne ergab (Fremd-act. 1-83). Daraufhin wurde die Versicherte am 1. 

Februar 2011 an der linken Schulter operiert (Fremd-act. 6-208 ff.). Ab Anfang Juni 

2011 war die Versicherte wieder zu 25% arbeitsfähig (Fremd-act. 1-44 f.; vgl. zum 

Ganzen die Unfall-Fremdakten, Fremd act. 1-22, sowie den Entscheid des 

Versicherungsgerichtes vom 3. November 2015, UV 2014/4, Fremd-act. 22-8 ff.).

A.a. 

Im September 2011 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Die 

behandelnden Ärzte des Spitals C.___ berichteten am 20. September 2011, dass bei 

der Versicherten eine linksrotatorische HWS-Funktionsstörung C3/4 sowie ein Status 

nach einer arthoskopischen subacromialen und AC-Gelenksdekompression und nach 

einer arthroskopischen Acromioplastik, Bursektomie und AC-Resektion der linken 

Schulter am 1. Februar 2011 bestünden. Die Versicherte sei aktuell zu 75% 

arbeitsunfähig (IV-act. 16-4 f.). Am 15. November 2011 berichtete die Hausärztin der 

Versicherten, dass sich das Beschwerdebild bezüglich der linken Schulter und im 

Bereich der HWS insgesamt gebessert habe. Seit dem 2. November 2011 bestehe im 

Sinne eines Arbeitsversuchs bei der Arbeitgeberin bis Januar 2012 eine Arbeitsfähigkeit 

A.b. 

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von 100% (IV-act. 27). Nachdem dieser Arbeitsversuch gescheitert war, kündigte die 

Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2012 (vgl. IV-act. 29-3, Fremd-act. 

3-30).

Am 23. März 2012 wurde die Versicherte in der Klinik D.___ erneut an der linken 

Schulter operiert (Arthroskopie, Bursoskopie und laterale Clavicularesektion; IV-act. 

36). Im Anschluss war die Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik 

Bellikon. Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass keine namhafte Verbesserung der 

Schulterschmerzen habe erzielt werden können. Die Resultate der physischen 

Leistungstests seien für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur 

teilweise verwertbar gewesen, da eine erhebliche Symptomausweitung habe 

beobachtet werden können. Gesamthaft seien die von der Versicherten beklagten 

Beschwerden aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde im vorgebrachten 

Ausmass nicht erklärbar. Von weiteren physiotherapeutischen Massnahmen dürfe man 

sich keine Verbesserung mehr erhoffen. Eine psychische Störung liege nicht vor. Der 

Versicherten seien die berufliche Tätigkeit als Maschinenbedienerin sowie leichte bis 

mittelschwere Arbeiten ganztags ohne wiederholte Arbeiten über der Schulterhöhe und 

ohne Schläge und Vibrationen zumutbar (Austrittsbericht vom 13. September 2012, IV-

act. 43-10 f.). Am 2. November 2012 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik D.___, 

dass er zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung nehmen könne, da sich ein Teil der 

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach eingehenden klinischen und 

radiologischen Untersuchungen nicht objektivieren lasse (IV-act. 43-5 ff.).

A.c. 

Mit Verfügung vom 25. Januar 2013 sprach der zuständige Unfallversicherer der 

Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 5%igen 

Integritätseinbusse zu. Einen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung 

verneinte er bei einem Invaliditätsgrad von 4% (Fremd-act. 15). Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wies der Unfallversicherer ab (Einspracheentscheid 

vom 17. Dezember 2013, Fremd-act. 19).

A.d. 

Am 22. Februar 2013 wurde bei der Versicherten im Spital C.___ eine 

laparoskopische ventrale Rektopexie durchgeführt (IV-act. 54). Dr. med. E.___ 

berichtete der IV-Stelle, dass die Versicherte an einer Rektozele mit symptomatischer 

Enterozele und Deszensus, einer Stuhlinkontinenz, einer Intussuszeption sowie einem 

A.e. 

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Marisken- und Hämorrhoidalleiden III. Grades leide (IV-act. 63). Der behandelnde Arzt 

gab auf Nachfrage gegenüber der IV-Stelle an, dass das Leiden zurzeit keine 

Beeinträchtigung einer in jeder Beziehung vollen Arbeitsfähigkeit bewirke 

(Verlaufsbericht vom 1. Oktober 2013, IV-act. 73-4).

Die Hausärztin der Versicherten hielt in ihren Berichten vom Mai, Juni und 

September 2013 fest, dass ein Verdacht auf ein CRPS bei Schulterschmerzen links 

sowie ein Status nach einer laparoskopischen anterioren Resektion von Hämorrhoiden 

bestünden. Die Versicherte sei zu maximal 25% arbeitsfähig. Eine Beschäftigung der 

zunehmend depressiven Versicherten sei notwendig. Allerdings bestehe keine 

Möglichkeit, sie mittel- bis langfristig einzubinden, da sie schon bei kleinsten Arbeiten 

vermehrt Schmerzen habe (IV-act. 64, 70).

A.f. 

Am 19. Juli 2013 berichteten die behandelnden Fachpersonen des 

Psychiatrischen Zentrums F.___, dass die Versicherte seit dem 17. Mai 2013 in einer 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Einzeltherapie sei. Seit 2010 leide sie an einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer mittelgradig 

depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Aktuell sei die 

Versicherte stark somatisch beeinträchtigt, sodass eine Arbeitsfähigkeit nicht denkbar 

sei (IV-act. 66). Im Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2013 gaben die behandelnden 

Fachpersonen an, dass der Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei. Im 

Zeitraum von Mai bis September 2013 habe sich in den einzelnen Sitzungen keine 

Veränderung bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ergeben. Diese habe sich 

weiterhin sehr belastet durch ihre körperlichen Schmerzen und Beschwerden gezeigt, 

so dass an eine Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum nicht zu denken gewesen sei. Die 

körperlichen Beschwerden schienen die Versicherte so stark zu absorbieren, dass auch 

die Konzentrations- und Gedächtnisleistungen beeinträchtigt zu sein schienen. Zudem 

erschwere die depressive Symptomatik das Leistungs- und Konzentrationsvermögen 

(IV-act. 79).

A.g. 

Ab Ende September 2013 war die Versicherte bei Dr. med. G.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Diese berichtete am 2. Mai 2014, dass 

bei der Versicherten eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom 

sowie chronische Schmerzen mit körperlichen und psychischen Faktoren bestünden. 

A.h. 

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Die Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 50% 

arbeitsfähig. Denkbar sei ein langsamer Einstieg mit einer schrittweisen Steigerung, 

beginnend bei 20% (IV-act. 82).

Im August 2014 wurde die Versicherte durch die Medizinische Abklärungsstelle 

(MEDAS) Bern neurologisch, orthopädisch, internistisch und psychiatrisch begutachtet. 

Im Gutachten vom 6. Februar 2015 hielten die Sachverständigen fest, dass die 

bestehenden Schulterschmerzen links mit Beweglichkeitseinschränkungen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hätten. Alle weiteren 

Diagnosen, wie insbesondere eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

leichte Episode, sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, hätten keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-23). In psychiatrischer Hinsicht wurde 

festgehalten, dass im Zeitpunkt der Untersuchung eine Besserung der depressiven 

Störung habe festgestellt werden können. Der Antrieb, die Stimmung, der Appetit und 

der Schlaf seien nicht mehr beeinträchtigt gewesen. Auch habe kein sozialer Rückzug 

mehr bestanden und die Versicherte sei in der Lage gewesen, ihre Alltagsaktivitäten 

aufzunehmen. Deshalb bestehe im aktuellen Zeitpunkt eine leichte Episode der 

depressiven Störung. Für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung würden die 

Foerster-Kriterien nicht erfüllt, da kein sozialer Rückzug bestehe und die psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung noch nicht ausreichend erfolgt sei. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe in allen Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 

92-42). In orthopädischer Hinsicht wurde ausgeführt, dass die von der Versicherten 

angegebenen Beschwerden sowohl klinisch als auch radiologisch nur teilweise ein 

entsprechendes Substrat fänden. Sie seien nicht vollständig nachvollziehbar. Die 

objektiven Befunde begründeten eine reduzierte Belastbarkeit der linken Schulter. Der 

Versicherten seien das Heben und Tragen von schweren Lasten über 5kg links, 

ständige Überkopfarbeiten links sowie das Hantieren mit schlagenden, stossenden und 

vibrierenden Maschinen links nicht zumutbar. Zum Jobprofil in der angestammten 

Tätigkeit als Verpackerin bestehe entsprechend teilweise eine Inkongruenz, sofern es 

den Einsatz des linken Armes ausserhalb des Zumutbarkeitsprofils betreffe. Sollte das 

Jobprofil nicht dem Zumutbarkeitsprofil anpassbar sein, bestehe je nach Ausmass der 

Inkongruenz eine entsprechende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% 

A.i. 

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B.  

arbeitsfähig (IV-act. 92-35 f.). In neurologischer und in internistischer Hinsicht stellten 

die Gutachter keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-19, 

92-39). Die Gutachter hielten zusammenfassend fest, dass nicht klar sei, ob die 

Compliance der Versicherte tatsächlich gegeben sei, da im Labor sowohl Citalopram 

als auch Saroten unterhalb des therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen seien. Auch 

die Vielzahl der festgestellten Befundinkonsistenzen seien als Hinweis auf ein 

aggravierendes Verhalten mit reduzierter Anstrengungsbereitschaft zu deuten, auch 

wenn keine psychische Störung als Komorbidität von Relevanz der Überwindbarkeit 

der geltend gemachten Gesundheitsleiden entgegenstehe. Gesamthaft betrachtet 

bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine vollschichtig 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 92-24 f.).

Am 30. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 2% in Aussicht (IV-act. 100). 

Dagegen wandte die Versicherte am 3. Juni 2015 ein, dass ein objektives und neutrales 

interdisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen sei (IV-act. 101). Am 23. Juni 

2015 sistierte die IV-Stelle das Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid im 

Verfahren betreffend Unfallversicherung (vgl. IV-act. 102). Am 3. November 2015 wurde 

die Beschwerde der Versicherten gegen den Einspracheentscheid des 

Unfallversicherers vom 17. Dezember 2013 abgewiesen (UV 2014/4, Fremd-act. 22-8 

ff.).

A.j. 

Am 18. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass am bisherigen 

rentenabweisenden "Entscheid" festgehalten werde (IV-act. 108). Daraufhin reichte die 

Versicherte am 10. Mai 2016 einen Bericht ihres behandelnden Psychiaters Dr. med. 

H.___ ein. Dieser hatte am 11. April 2016 eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischen Symptomen, 

diagnostiziert (IV-act. 112).

B.a. 

Da der RAD wegen einer möglichen Verschlechterung eine weitere Begutachtung 

als erforderlich erachtete (vgl. IV-act. 121), wurde die Versicherte im Dezember 2016 

erneut internistisch, neurologisch, orthopädisch sowie psychiatrisch abgeklärt 

(Gutachten vom 25. Januar 2017; IV-act. 128). Die Sachverständigen der medexperts 

B.b. 

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AG nannten als Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

chronifizierte Schulter- und Nackenschmerzen myofascial/tendinogen linksbetont bei 

degenerativen Veränderungen ohne neurogene Kompressionszeichen mit 

leichtgradigem Funktionsdefizit der HWS, eine kleine Diskushernie sowie eine 

mittelgradige linksforaminale Stenose und Kompression der C7-Nervenwurzel links im 

foraminalen Verlauf (MRI der HWS 2014, unveränderter Befund im Vergleich zu 2012), 

einen Status nach einer infiltrativen Therapie und der Einleitung von mulitmodalen 

Therapien, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis 

mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1), eine leicht- bis mittelgradige 

Funktionseinschränkung der linken Schulter sowie einen Arbeitsunfall vom 20.06.2010 

mit einer Schulterkontusion links und einer Leistenzerrung links mit einer 

posttraumatischen Leistenhernien-OP 07.2010 und einer Revisionsoperation am 

03.02.2015. Ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden zudem ein 

leichtgradiges Streckdefizit des linken Ellbogengelenkes bei Schon-Beugehaltung, 

Parästhesien Dig I-III, möglicherweise im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms, eine 

Migräne ohne Aura seit der Jugend, eine mässige Adipositas sowie eine 

Obstipationsneigung und ein Hämorrhoidalleiden II° bis III° (IV-act. 128-74 ff.). Die 

orthopädische Gutachterin führte aus, dass die Versicherte bei der aktuellen klinischen 

Untersuchung in einem guten Allgemein- und einem adipösen Ernährungszustand 

gewesen sei. Das Gangbild sei uneingeschränkt gewesen und beim Ausziehen im 

Sitzen habe die Versicherte den linken Arm ohne stärkere Einschränkungen bewegt. 

Bei der Untersuchung der Wirbelsäule hätten sich eine Streckhaltung der HWS und 

eine leichte Rotation nach rechts sowie ein geringer Schultertiefstand links gezeigt. Im 

Bereich der HWS habe sich eine multiple Muskel-Triggerpunkte occipital in Höhe C4/5 

links und an der lateralen Halsmuskulatur, Trapeziusoberrand links, gezeigt. Die laterale 

Halsmuskulatur sei linksbetont hyperton gewesen. Die Seitenneige rechts und die 

Rotation seien jeweils über die Hälfte eingeschränkt gewesen. Die In- und die 

Reklination seien schmerzhaft gewesen. Im Bereich der BWS hätten sich keine 

Auffälligkeiten gefunden. Die LWS und die BWS seien in der Beweglichkeit 

uneingeschränkt gewesen. Es hätten sich keine lokalen Druck- oder Klopfdolenzen 

gefunden. Im Bereich der oberen Extremitäten sei die Funktion der rechten Schulter 

uneingeschränkt gewesen. Die Funktion der linken Schulter sei schmerzbedingt ca. ein 

Drittel eingeschränkt gewesen. Vergleiche man die Untersuchungsbefunde mit den 

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Vorbefunden, habe sich die Funktion der linken Schulter nicht wesentlich 

verschlechtert. Eine Umfangsverminderung der Armmuskulatur habe sich nicht gezeigt. 

Auffällig seien das Streckdefizit des linken Ellbogengelenks, das nur leichtgradig sei, 

und die Druckdolenz über den Extensorensehnen-Ansätzen gewesen. Dies werde auf 

die Schon-Beugehaltung zurückgeführt. Aus rein orthopädischer Sicht seien die 

Dauerschmerzen der linken Schulter mit den Funktionseinschränkungen nur teilweise 

erklärbar. Bei der klinischen Untersuchung hätten verschiedene zervikale Triggerpunkte 

vorgelegen, die die Beschwerden der Versicherten teilweise erklärt hätten. Das 

Ausmass sei aber nicht vollständig plausibel gewesen. In der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit, die einen ständigen Einsatz des linken Armes über der Tischhöhe beim 

Abpacken erfordere, sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In adaptierten leichten 

Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne einseitige repetitive 

Tätigkeiten mit dem linken Arm und ohne Heben und Tragen von Gewichten über 5kg 

werde aus orthopädischer Sicht aufgrund der leichtgradigen Funktionsstörung der 

HWS und der linken Schulter beim adominanten linken Arm sowie der 

Schmerzchronifizierung eine 30%ige Leistungsminderung angenommen. Es lägen 

mehrfach aktenanamnestische Beobachtungen aus den verschiedenen Fachgebieten 

mit Inkonsistenzen während der Untersuchung und mit einem demonstrativen 

Verhalten vor. Die subjektiv beklagte Beschwerdesymptomatik im Nacken- und 

Schulterbereich links sei schwer eindeutig zu beurteilen und aufgrund der 

durchgeführten Diagnostik nur teilweise objektivierbar (IV-act. 128-78 ff.). Der 

psychiatrische Gutachter hielt fest, dass beim Explorationsgespräch keine Befunde 

hätten erhoben werden können, die für eine Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörung 

gesprochen hätten. Das formale Denken sei einfach strukturiert, flüssig und geordnet 

gewesen. Die Versicherte habe in einer Krankheitsrolle gewirkt. Inhaltliche 

Denkstörungen oder Ich-Störungen hätten sich nicht eruieren lassen. Der affektive 

Rapport sei herstellbar und die Grundstimmung sei leicht herabgesetzt gewesen. Die 

Schwingungsfähigkeit sei nur minim eingeschränkt gewesen. Die Versicherte habe im 

Explorationsgespräch eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik mit 

herabgesetzter Grundstimmung, leicht eingeschränkter Schwingungsfähigkeit, 

eingeschränktem Antrieb und verminderter Vitalität sowie eine Schmerzproblematik, 

die durch die depressive Symptomatik verstärkt worden sei, gezeigt. Aufgrund der 

Akten und der Vorgeschichte sei davon auszugehen, dass es sich um eine 

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rezidivierende depressive Störung handle, die die Versicherte seit ca. 2013 begleite. Im 

Rahmen dieser depressiven Störung sei die Versicherte weniger belastbar und leicht 

verlangsamt. Neben den Funktionseinschränkungen im Rahmen der 

Gesundheitsschädigung lägen viele IV-fremde Faktoren vor. Neben einer fehlenden 

Ausbildung spreche die Versicherte kaum Deutsch. Daneben gebe es auch Hinweise, 

dass sich die Versicherte einsam fühle, nachdem die Kinder ausgezogen seien. Zudem 

habe es sie belastet, dass der Ehemann an Hautkrebs erkrankt sei. Als weitere 

Beeinträchtigung sei der lange Rechtsstreit mit der IV und der Unfallversicherung zu 

sehen. Zurzeit gebe es wenige persönliche Ressourcen. In der interdisziplinären 

Besprechung hielten die Gutachter fest, dass die Schmerzen der Versicherte durch die 

körperlichen und die physiologischen Prozesse mehrheitlich erklärbar seien. Im 

Rahmen der depressiven Erkrankung könne es aber zu einer vermehrten 

Schmerzwahrnehmung kommen. Andere psychiatrische Erkrankungen seien nicht 

vorhanden. Es sei davon auszugehen, dass die psychiatrische Therapie bei Dr. H.___ 

lege artis sei. Auffallend sei, dass der Blutspiegel des einen Antidepressivums deutlich 

zu niedrig sei und es stelle sich die Frage, inwieweit die Compliance ein Problem sei. 

Aktuell sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% in der bisherigen und 

in adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Zudem werde die psychische Erkrankung von 

vielen IV-fremden Faktoren wie Sprache, fehlende Schuldbildung und Selbstlimitierung 

überlagert. Im Rahmen von Belastungen könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht auch stärker eingeschränkt sein. Das heisse, dass der Krankheitsverlauf 

schwankend sei. Im Schnitt sei aber wahrscheinlich seit ca. 2013 von einer 30%igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die berufliche Eingliederung sei v.a. wegen IV-fremden 

Faktoren schwierig. Die antidepressive Therapie sei zu überdenken und ein 

genügender Blutspiegel sei anzupeilen. Die früheren psychiatrischen Einschätzungen 

seien bezüglich des Schweregrades der depressiven Erkrankung nicht immer 

nachvollziehbar. Der psychiatrische Gutachter hielt bezüglich des Vorgutachtens fest, 

dass sich der Gesundheitszustand der Versicherte seit der Begutachtung durch die 

MEDAS zwar nicht verändert habe, er aber von einer anderen Beurteilung bei gleichem 

Sachverhalt ausgehe (IV-act. 128-53 ff.). Der internistische Gutachter erhob keine 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er hielt fest, dass aus der Sicht 

seines Fachgebietes keine Arbeitsunfähigkeit vorliege. Länger dauernde, in sitzender 

Tätigkeit ausgeführte Arbeiten sollten wegen der Hämorrhoidalproblematik gemieden 

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werden (IV-act. 128-61 f.). Die neurologische Gutachterin führte aus, dass in der 

Untersuchung ein über weite Strecken inkongruenter Befund mit zum Teil ausgeprägter 

Zwangshaltung des Kopfes in Rotation und Kippung nach rechts, mit Angabe einer 

Schmerzhaftigkeit und eines Blockadegefühls insbesondere während der 

Schmerzbeschreibung, imponiert habe. Deutlich diskrepant zum Leidensprofil hätten 

sich immer wieder deutlich flüssigere Spontanbewegungen im Bereich der HWS und 

der linken Schulter ausserhalb der expliziten klinischen Untersuchung gezeigt. Im 

Rahmen der Einzelkraftprüfung habe sich immer wieder ein sakkadierter und abrupter 

Widerstandsverlust mit zum Teil auffallender Co-Innervation der antagonistischen 

Muskulatur gezeigt. Dezidierte höhergradige Paresen hätten sich nicht objektiveren 

lassen. Ohne den Nachweis von Muskelatrophien, einer Reflexdifferenz oder von 

Pyramidenbahnzeichen finde sich insbesondere kein Hinweis für eine Radikulopathie/

Plexopathie bzw. für eine periphere Nervenaffektion oder ein Anhalt für eine 

Myelopathie, kein Hinweis für eine Allodynie, eine Atrophie oder eine Störung der 

Sudomotorik und kein Anhalt für ein CRPS. Auch die angegebene Sensibilitätsstörung 

zirkulär der Schulter sowie des gesamten linken Armes und des Rumpfes könne 

keinem zentralen oder peripher neurologischen Versorgungsgebiet zugeordnet werden. 

Kernspintomographische Abklärungen cerebral sowie der HS hätten keinen 

wegweisenden Befund erbracht. Für eine mögliche Nervenwurzelaffektion C6 links 

finde sich klinisch kein entsprechendes Korrelat. Insgesamt sei festzuhalten, dass das 

von der Versicherten präsentierte Beschwerdeausmass aus neurologischer Sicht nicht 

plausibel durch einen organischen Befund erklärt werden könne. Ein solcher Befund 

könne auch nicht in der klinisch-neurologischen oder bildmorphologischen Abklärung 

objektiviert werden; dies sei bereits im Rahmen der neurologischen Voruntersuchungen 

festgestellt worden. Von neurologischer Seite bestünden keine relevanten funktionellen 

Einschränkungen. Die neurologische Gutachterin nannte keine Diagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte sei aus neurologischer Sicht sowohl in der 

zuletzt ausgeübten als auch in einer adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig 

(IV-act. 128-70 ff.). Die Gutachter hielten aus interdisziplinärer Sicht fest, dass die 

Versicherte aufgrund der orthopädischen Einschränkungen in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin spätestens ab Ende 2012 zu 100% 

arbeitsunfähig sei. In adaptierten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten mit 

vermehrten Pausen ohne repetitive Arbeiten mit dem linken Arm über Schulterhöhe, 

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C.  

ohne einseitige WS-Zwangshaltungen und ohne Heben und Tragen über 5kg sei die 

Versicherte aus polydisziplinärer Sicht seit Januar 2013 zu 70% arbeitsfähig. Aufgrund 

des chronifizierten Schmerzbildes sei eine multimodale Schmerztherapie mit 

muskulärer Konditionierung und begleitender psychiatrischer Verhaltenstherapie 

anzustreben. Die Prognose sei offen (IV-act. 128-81 ff.).

Der RAD notierte am 27. Februar 2017, dass auf das Gutachten abgestellt werden 

könne. Die Versicherte sei aus polydisziplinärer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 

70% arbeitsfähig (IV-act. 130). Am 27. Februar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie an der Rentenabweisung gemäss dem Vorbescheid vom 30. April 2015 

festhalte (IV-act. 132). Dagegen wandte die Versicherte am 28. April 2017 im 

Wesentlichen ein, dass die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters bezüglich der 

Schwere der depressiven Episode nicht fachlich begründet sei (IV-act. 135).

B.c. 

Am 14. August 2017 verfügte die IV-Stelle gemäss ihrem Vorbescheid vom 30. 

April 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 2%. 

Zu den Einwänden hielt sie fest, der psychiatrische Gutachter habe nachvollziehbar 

ausgeführt, dass neben den Funktionseinschränkungen im Rahmen der 

Gesundheitsschädigung viele IV-fremde Faktoren zu sehen seien. Die unterschiedliche 

Einschätzung durch den begutachtenden und durch den behandelnden Psychiater sei 

durch die Selbstlimitierung und die Krankheitsrolle der Versicherten erklärbar. An der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters werde festgehalten (IV-act. 138).

B.d. 

Dagegen liess die Versicherte am 12. September 2017 Beschwerde erheben. Ihr 

Rechtsvertreter beantragte, die Verfügung vom 14. August 2017 sei aufzuheben und es 

sei eine halbe Invalidenrente, eventualiter eine Viertelsrente zuzusprechen. 

Subeventualiter sei ein gerichtliches polydisziplinäres Gutachten zu erstellen. Er 

machte geltend, dass das Gutachten inhaltlich "schmal" bezüglich der Begründung der 

adaptierten 70%igen Arbeitsfähigkeit sei. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

müsse nochmals genauer unter die Lupe genommen werden; u.a. würden 

drittanamnestische Auskünfte fehlen. Dass der Gutachter immer wieder auf die 

Laborbefunde und auf eine mangelnde Compliance hinweise, könne ein Hinweis auf 

eine Voreingenommenheit sein. Darüber hinaus bestünden erhebliche Zweifel an der 

C.a. 

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Unabhängigkeit der medexperts AG, da der Delegierte des Verwaltungsrates bis 2010 

Leiter der Beschwerdegegnerin gewesen sei. Auch werde die adaptierte 

Arbeitsfähigkeit in anderen Fällen regelmässig mit 70% bewertet, weshalb anzunehmen 

sei, dass eine dementsprechende interne Anweisung bestehe, um die Auftraggeber 

nicht zu enttäuschen. Obwohl die einzelnen Gutachter zum Teil als sehr kompetent 

erachtet würden, dürften sich die Gutachter einer vorherrschenden IV-freundlichen 

Haltung nicht völlig entziehen können (act. G 1).

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. Dezember 2017 die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass das Zumutbarkeitsprofil des 

orthopädischen medexperts-Gutachters im Gegensatz zur Beurteilung durch die 

MEDAS inkonsequent sei. Die MEDAS habe die Funktionsstörung der HWS bereits bei 

ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Auch dürfe nicht auf die 

Schmerzchronifizierung abgestellt werden, da diese objektiv nicht vollumfänglich habe 

erklärt werden können. Es sei auf die Einschätzung der MEDAS-Gutachter abzustellen, 

wonach aus orthopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit bestehe. Auch in psychiatrischer Hinsicht bestehe eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit, da das Bundesgericht einer leicht- bis mittelgradigen Depression 

keine invalidisierende Wirkung zugestehe. Selbst wenn man dieser Rechtsprechung 

nicht folge, sei anzumerken, dass gestützt auf das Gutachten lediglich eine 30%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestehe. Dr. H.___ habe sich zu sehr auf die subjektiven 

Äusserungen der Beschwerdeführerin abgestützt. Zusammenfassend könne die 

Beschwerdeführerin einer angepassten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin im Umfang von 

100% nachgehen (act. G 5).

C.b. 

Am 19. Februar 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Beschwerdeanträgen 

fest und bestätigte im Wesentlichen ihre Standpunkte. Die somatischen Beschwerden 

hätten sich verschlechtert und die Schulterbeweglichkeit sei deutlich eingeschränkt. In 

psychiatrischer Hinsicht sei auf die Einschätzung von Dr. H.___ abzustellen (act. G 11). 

Sie reichte einen Arztbericht der Klinik I.___ vom 9. Januar 2018 über eine stationäre 

Behandlung vom 20. Oktober bis 16. Dezember 2017 ein. Darin war festgehalten 

worden, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren depressiven Episode ohne 

psychotische Symptome, an einem Zervikal-Syndrom sowie an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren leide. Als 

C.c. 

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Erwägungen

1.

Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente. Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss 

Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

Austrittsmedikation waren 17 verschiedene Medikamente angegeben worden (act. G 

11.1.1). 

In ihrer Duplik vom 21. März 2018 führte die Beschwerdegegnerin an, dass sich 

die Rechtsprechung bezüglich leicht- bis mittelgradigen Depressionen zwischenzeitlich 

geändert habe. Dies ändere aber nichts am Beweiswert des medexperts-Gutachtens, 

da das Gutachten bereits nach dem bundesgerichtlich vorgegebenen Beweisverfahren 

abgefasst worden sei. Unter anderem seien die Therapieoptionen noch nicht 

ausgeschöpft und die Beschwerdeführerin halte die Medikation nicht ein. Im Weiteren 

wiesen Selbstlimitierungen auf einen fehlenden Leidensdruck hin (act. G 13).

C.d. 

Am 3. Mai 2018 wandte die Beschwerdeführerin ein, sie habe auch somatische 

Probleme und man könne die verschiedenen Beschwerden nicht mit verschiedenen 

Rechtsprechungen lösen (act. G 15).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (vgl. act. G 

16).

C.f. 

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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.  

Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im 

Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen. Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin zwei Gutachten eingeholt (Gutachten 

der MEDAS Bern vom 6. Februar 2015, IV-act. 92, und medexperts-Gutachten vom 25. 

Januar 2017, IV-act. 128).

2.1. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich der Vorwurf der fehlenden Unabhängigkeit 

der medexperts AG und der Vorwurf einer vorherrschenden "IV-freundlichen Haltung" 

der Gutachter als unberechtigt erweist. Das Gutachten enthält keinerlei Indizien für eine 

unvollständige oder nicht lege artis durchgeführte Untersuchung oder für eine generelle 

Voreingenommenheit der medizinischen Sachverständigen zulasten der 

Beschwerdeführerin. Sollte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit der 

Aussage, es sei anzunehmen, dass bzgl. der Arbeitsfähigkeitsschätzungen eine 

"interne Anweisung bestehe, um die Auftraggeber [Beschwerdegegnerin] nicht zu 

enttäuschen", das Argument der "wirtschaftlichen Abhängigkeit" aufgegriffen haben, ist 

er ebenfalls nicht zu hören. Das immer wieder auftauchende Argument, die 

medizinischen Sachverständigen müssten schon deshalb zumindest dem objektiven 

Anschein nach befangen sein, weil die grösseren Begutachtungsstellen, wie die 

medexperts AG, sehr viele Gutachten zuhanden der IV-Stellen produzierten und 

deshalb von diesen wirtschaftlich abhängig seien, ist offensichtlich nicht stichhaltig, 

denn auch viele andere (kleinere) medizinische Abklärungsstellen erstellen die meisten 

ihrer Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung. Wäre das Argument der 

wirtschaftlichen Abhängigkeit stichhaltig, wäre wohl der überwiegende Teil aller 

Gutachten für die Invalidenversicherung von dem objektiven Anschein nach 

befangenen medizinischen Sachverständigen erstellt. Tatsächlich könnte nur dann von 

der wirtschaftlichen Abhängigkeit der medizinischen Abklärungsstellen auf deren 

Befangenheit zulasten der untersuchten Versicherten geschlossen werden, wenn den 

IV-Stellen unterstellt würde, sie seien ebenfalls voreingenommen zulasten der 

Versicherten. Die IV-Stellen hätten nämlich nur unter dieser Voraussetzung ein 

Interesse an einem versichertenfeindlichen Gutachten einer medizinischen 

Abklärungsstelle. Wer den medizinischen Abklärungsstellen also eine 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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Voreingenommenheit zulasten der untersuchten Versicherten und damit zugunsten der 

IV-Stellen unterstellt, behauptet notwendigerweise eine Voreingenommenheit der IV-

Stellen zulasten der Versicherten. Diese Unterstellung würde wiederum zur Schluss­

folgerung zwingen, dass auch die Aufsichtsbehörde über die IV-Stellen zulasten der 

Versicherten voreingenommen sein müsse, weil sie die Voreingenommenheit der von 

ihr zugelassenen medizinischen Abklärungsstellen ignoriere und damit de facto 

absegne. Die mit einer solchen den gesamten Abklärungsapparat der 

Invalidenversicherung betreffenden Voreingenommenheit zulasten der Versicherten 

verbundene Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes beziehungsweise der 

gesetzlichen Beweisführungs- und Beweiswürdigungsregeln würde sowohl den 

Gleichbehandlungsgrundsatz als auch das Legalitätsprinzip aushebeln, so dass die IV-

Stellen generell als objektiv „anscheinsbefangen“ zu betrachten wären, womit der 

Vollzug des IVG wohl zum Stillstand käme. Tatsächlich kann aus der wirtschaftlichen 

Abhängigkeit (was auch immer darunter zu verstehen ist) natürlich nicht auf eine 

Befangenheit der medizinischen Abklärungsstellen geschlossen werden, denn der 

Auftrag der IV-Stellen lautet immer, es sei eine streng objektive und 

unvoreingenommene Abklärung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit 

der Versicherten vorzunehmen. Einem erkennbar zulasten der untersuchten 

versicherten Person voreingenommen abgefassten Gutachten wird jede IV-Stelle den 

Beweiswert absprechen. Das gilt selbstredend auch für das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen. Daher können die medizinischen Sachverständigen der 

medexperts AG zum Vornherein keinen Anlass haben, zulasten der Beschwerdeführerin 

voreingenommen zu sein.

Zu prüfen ist, ob sich der medizinische Sachverhalt unter Berücksichtigung der 

beiden Gutachten als rechtsgenüglich abgeklärt erweist.

2.3. 

Die erste, umfassende polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin ist 

im August 2014 durch die Begutachtungsstelle MEDAS Bern erfolgt. Die MEDAS-

Sachverständigen haben im Gutachten vom 6. Februar 2015 nachvollziehbar dargelegt, 

dass lediglich die Schulterschmerzen und die damit einhergehenden 

Beweglichkeitseinschränkungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin hätten. Alle weiteren Diagnosen, wie insbesondere eine 

rezidivierende depressive Störung sowie eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-23). In 

psychiatrischer Hinsicht haben die Gutachter eine Besserung der depressiven Störung 

festgestellt und hinsichtlich der somatoformen Schmerzstörung haben sie die Foerster-

Kriterien als nicht erfüllt erachtet, da kein sozialer Rückzug bestehe und die 

2.3.1. 

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psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung noch nicht ausreichend erfolgt sei. 

Dass die Gutachter in psychiatrischer Hinsicht den sog. Indikatorenkatalog nicht 

angewendet haben, ist vorliegend nicht weiter von Relevanz, da bei einer leichten 

Depression bzw. einer somatoformen Schmerzstörung und einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit keine Ressourcen geprüft werden müssen. Die Gutachter haben im 

Weiteren zu Recht darauf hingewiesen, dass nicht klar sei, ob die Compliance der 

Beschwerdeführerin tatsächlich gegeben sei, da die Medikation unterhalb des 

therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen habe. Ebenfalls haben sie die Vielzahl der 

festgestellten Befundinkonsistenzen als Hinweis auf ein aggravierendes Verhalten mit 

reduzierter Anstrengungsbereitschaft gedeutet (IV-act. 92-42). Auch in orthopädischer 

Hinsicht haben die Gutachter mit Blick auf die klinischen und radiologischen Befunde 

plausibel dargelegt, dass die angegebenen Beschwerden nur teilweise ein 

entsprechendes Substrat fänden und nicht vollständig nachvollziehbar seien. 

Objektiviert worden ist lediglich eine reduzierte Belastbarkeit der linken Schulter. Sie 

sind zum überzeugenden Schluss gekommen, dass einzig auf dem orthopädischen 

Fachgebiet eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege und es der 

Beschwerdeführerin aufgrund dieser Diagnose der chronischen Schulterschmerzen 

nicht mehr zumutbar sei, schwere Lasten von über 5kg zu heben bzw. zu tragen, 

ständige Überkopfarbeiten links durchzuführen und mit schlagenden, stossenden und 

vibrierenden Maschinen zu hantieren. In einer entsprechend angepassten 

Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführerin vollschichtig zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 

92-22 f.).

Da im Verlauf der Abklärungen aufgrund eines Berichtes des behandelnden 

Psychiaters eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin im Raum gestanden hat, hat der RAD eine Verlaufsbegutachtung 

als erforderlich erachtet und der damit betrauten Begutachtungsstelle, der medexperts 

AG, entsprechende Zusatzfragen gestellt. Die medexperts-AG hätte dabei 

insbesondere beantworten sollen, ob sich der Gesundheitszustand respektive die 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit der Begutachtung im August 

wesentlich geändert habe (vgl. IV-act. 121). Allerdings hat sich die neue 

Begutachtungsstelle in ihrem Gutachten vom 25. Januar 2017 (IV-act. 128) nicht auf die 

Beantwortung dieser Zusatzfragen beschränkt, sondern faktisch eine zweite 

Begutachtung durchgeführt und die Beschwerdeführerin erneut umfassend 

internistisch, neurologisch, orthopädisch sowie psychiatrisch abgeklärt. Im Gegensatz 

zur Einschätzung der MEDAS-Gutachter haben die medexperts-Sachverständigen die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Gutachten vom 25. Januar 2017 

2.3.2. 

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durch die chronifizierten Schulter- und Nackenschmerzen und durch eine 

rezidivierende depressive, leichte bis mittelgradige Störung als eingeschränkt erachtet. 

Auch sie haben Tätigkeiten mit schwerem Heben und Tragen von Lasten über 5kg, 

repetitive Tätigkeiten über der Schulterhöhe und Tätigkeiten mit einseitigen 

Zwangshaltungen als unzumutbar erachtet. Im Rahmen der depressiven Störung sei 

die Beschwerdeführerin zudem verlangsamt und wenig belastbar. Aufgrund der 

orthopädischen und psychischen Einschränkungen haben die medexperts-Gutachter 

die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Tätigkeit als zu 30% eingeschränkt 

erachtet (IV-act. 128-74 f., 80 ff.).

Während die MEDAS-Sachverständigen mit Blick auf die erhobenen Befunde 

zum nachvollziehbaren Schluss gekommen sind, dass die Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei, haben die medexperts-Gutachter die 

adaptierte Arbeitsunfähigkeit trotz der ausgewiesenen Diskrepanzen und 

Inkonsistenzen auf 30% geschätzt, obwohl das medexperts-Gutachten keinerlei 

Hinweise darauf enthält, dass sich der orthopädische und der psychische 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in den ca. zwei Jahren seit der ersten 

Begutachtung so stark verändert hätte, dass die Arbeitsunfähigkeit von 0% auf 30% 

gestiegen wäre. Die orthopädische medexperts-Gutachterin hat nämlich keine 

Verschlimmerung seit der ersten Begutachtung festgestellt, sondern festgehalten, ein 

Vergleich der aktuellen Untersuchungsbefunde mit den Vorbefunden zeige, dass sich 

die Funktion der linken Schulter nicht wesentlich verschlechtert habe. Die 

unveränderten Dauerschmerzen der linken Schulter seien nur teilweise objektiv 

erklärbar (IV-act. 128-83). Der psychiatrische medexpterts-Gutachter hat sogar 

ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch die MEDAS zwar nicht verändert 

habe, er aber von einer anderen Beurteilung bei gleichem Sachverhalt ausgehe (IV-act. 

128-57). Diese "andere Beurteilung bei gleichem Sachverhalt" ist allerdings nicht 

nachvollziehbar, da es an einer Auseinandersetzung mit der – bei unverändertem 

Gesundheitszustand – abweichenden Diagnosestellung und der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten fehlt. Das medexperts-Gutachten 

vermag aber nicht nur im Hinblick auf diese fehlende Auseinandersetzung mit der 

abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung bei unverändertem Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin nicht zu überzeugen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung erscheint mit 

Blick auf die vorliegenden Akten insgesamt als nicht nachvollziehbar. Sowohl die 

MEDAS- als auch die medexperts-Gutachter haben auf Inkonsistenzen während der 

Untersuchungen, auf ein demonstratives Verhalten der Beschwerdeführerin sowie auf 

2.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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Diskrepanzen zwischen den demonstrierten Bewegungseinschränkungen und den 

objektivierbaren Untersuchungsbefunden und Röntgenbefunden hingewiesen. Beide 

Begutachtungsstellen haben festgehalten, dass die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin nur teilweise hätten objektiviert werden können und dass 

insbesondere die HWS-Symptomatik in der angegebenen Intensität nur teilweise 

erklärbar sei. Dies deckt sich auch mit den Vorakten, in denen ebenfalls auf eine 

erhebliche Symptomausweitung hingewiesen worden ist (vgl. insb. den Bericht der 

Rehaklinik Bellikon vom 13. September 2019, IV-act. 43-10 f.). Darüber hinaus ist in 

beiden Gutachten auf die fragliche Medikamenten-Compliance hingewiesen worden. 

Bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung hat die Medikation unterhalb des 

therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen (vgl. IV-act. 92-43) und bei der medexperts-

Begutachtung ist der Blutspiegel des einen Antidepressivums – bei fehlendem Hinweis 

auf eine angepasste Medikation – deutlich zu niedrig gewesen (IV-act. 128-54). Eine 

vertiefte Beurteilung dieser sich durch die gesamten medizinischen Akten ziehenden 

Hinweise auf eine Symptomausweitung der Beschwerdeführerin und deren allfälligen 

Einfluss auf die Diagnose haben die medexperts-Gutachter nicht vorgenommen; es 

scheint, als hätte man der Aggravation der Beschwerdeführerin wenig bzw. kaum 

Bedeutung beigemessen. Ebenso hat der psychiatrische medexperts-Gutachter die 

wohl fehlende Medikamenten-Compliance zwar erwähnt, aber diesbezüglich lediglich 

festgehalten, dass es "Möglichkeiten gebe, die medikamentöse Behandlung zu 

optimieren" (IV-act. 128-54). Die notwendigerweise zu stellende Frage, wie die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei einer optimierten Medikation bzw. einer 

guten Compliance einzuschätzen wäre, hat der Gutachter nicht beantwortet. Während 

die Medikamenten-Compliance im MEDAS-Gutachten insofern keine Berücksichtigung 

hat finden müssen, als die Gutachter von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen sind, stellt sich hinsichtlich des medexperts-Gutachten die Frage, ob es 

dem psychiatrischen Gutachter bei einer fraglichen Compliance überhaupt möglich 

gewesen ist, eine plausible Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Insgesamt erweist 

sich damit die Arbeitsfähigkeitsschätzung der medexperts-Gutachter im Gegensatz zu 

derjenigen der MEDAS-Gutachter als nicht überzeugend.

Der RAD hat den Umstand, dass die medexperts-AG nicht nur eine 

Verlaufsbegutachtung, sondern auch eine Art "Oberbegutachtung" durchgeführt hat, 

ohne Weiteres akzeptiert, in dem er – ohne jede Begründung – die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der medexperts-Gutachter als richtig und die frühere 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter im Ergebnis als falsch erachtet hat. 

Mit den verschiedenen Ungereimtheiten im medexperts-Gutachten hat er sich 

überhaupt nicht auseinandergesetzt. Dass die medexperts-AG, die eigentlich mit einer 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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3.  

Verlaufsbegutachtung betraut worden ist, an deren Stelle eine Art "Oberbegutachtung" 

durchgeführt hat, wäre wohl tatsächlich zu akzeptieren gewesen, wenn sich die 

medexperts-Gutachter mit den vorausgegangenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

auseinandergesetzt und überzeugend begründet hätten, dass ihre Einschätzung richtig 

und die der Vorgutachter falsch sei. Dies haben sie jedoch nicht getan.

Zusammenfassend ist mit Blick auf das überzeugende MEDAS-Gutachten mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in adaptierten 

Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig ist. Dies wird durch das medexperts-Gutachten 

bestätigt, das belegt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 

der ersten Begutachtung nicht verändert hat. Nachdem der Sachverhalt als umfassend 

abgeklärt zu erachten und von weiteren medizinischen Abklärungen keine 

verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erwarten ist, ist dem Antrag der 

Beschwerdeführerin, es sei eine gerichtliche Oberbegutachtung in Auftrag zu geben, 

nicht stattzugeben (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).

2.5. 

Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bleiben 

die erwerblichen Auswirkungen der qualitativen Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. 

Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt und ist seit 2004 als 

Maschinenführerin bzw. Produktionsmitarbeiterin und damit als Hilfsarbeiterin tätig 

gewesen. Dabei ist davon auszugehen, dass sie bei fiktiv erhaltener Gesundheit 

weiterhin eine solche durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeitertätigkeit ausgeführt hätte. 

Der Beschwerdeführerin kann die Verrichtung einer adaptierten Hilfsarbeit ohne 

Weiteres zugemutet werden. Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen) 

Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe 

Tätigkeitsbereich zugrundegelegt werden kann (Hilfsarbeitertätigkeiten), ist für das 

Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung des 

Invalideneinkommens vom selben Wert auszugehen. Sind die beiden Einkommen 

ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und 

es rechtfertigt sich ein sog. Prozentvergleich. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines zusätzlichen 

Abzuges. Ein solcher zusätzlicher Abzug ist vorliegend nicht zu berücksichtigen. 

Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten 

Hilfsarbeitertätigkeit betriebswirtschaftlich-ökonomisch gesehen nur noch eine 

unterdurchschnittliche Arbeitsleistung erbringen könnte, sind nämlich nicht ersichtlich. 

Zusammenfassend ergibt sich bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad 

von 0%. Damit hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Im 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.

Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

Übrigen würde selbst bei der Annahme einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit in 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30% resultieren. Die angefochtene 

Verfügung erweist sich deshalb als rechtmässig.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die vollständig unterliegende Beschwerdeführerin hat die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

wird ihr daran angerechnet. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

4.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
	Art. 28 IVG. Würdigung zweier Gutachten. Überzeugendes erstes Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2017/337).

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		2024-05-27T00:08:08+0200
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