# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fabc0453-046f-5aad-8dbc-efae093ec351
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.04.2014 100 2013 417
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-417_2014-04-17.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 10. November 2014 abgewiesen 
(2C_513/2014).

100.2013.417U
VBL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. April 2014

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Müller, a.o. Verwaltungsrichterin von Büren
Gerichtsschreiberin Baldegger 

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung infolge 
Verschweigens wesentlicher Tatsachen (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 29. Oktober 2013; BD 110/12)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der marokkanische Staatsangehörige A.________, geboren am … 1973, reiste am 
21. September 2003 in die Schweiz ein. Am 22. Dezember 2003 heiratete er die 
deutsche Staatsangehörige B.________ und erhielt eine in der Folge bis zum 
9. Oktober 2008 verlängerte Aufenthaltsbewilligung EG(EU)/EFTA. Nach Auflösung der 
Ehegemeinschaft im August 2008 erhielt A.________ am 9. Dezember 2008 gestützt 
auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) eine zuletzt bis 21. Dezember 2012 
gültige Aufenthaltsbewilligung. Am 27. Juli 2009 wurde die Ehe A.___/B.___ 
geschieden. Am 22. März 2010 heiratete A.________ in seinem Heimatland die ma-
rokkanische Staatsangehörige C.________, mit der er bereits zwischen 2006 und 2008 
bzw. 2009 (in sog. ziviler Vollmachtsehe nach marokkanischem Recht) verheiratet war 
und mit der er einen gemeinsamen Sohn hat (D.________, geb. …. 2005). Am 
21. März 2011 ersuchte A.________ um Nachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes; 
dieses Verfahren wurde mit Blick auf die Prüfung eines Widerrufsgrunds am 20. Januar 
2012 sistiert. Am … 2012 kam die gemeinsame Tochter E.________ zur Welt. 

Mit Verfügung vom 26. März 2012 widerrief das Amt für Migration und Personenstand 
des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), die Aufenthaltsbewilligung von 
A.________, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm eine Ausreisefrist an.

B.

Die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM) wies die gegen diese 
Verfügung erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 29. Oktober 2013 ab und setzte 
A.________ eine neue Ausreisefrist an.

C.

Dagegen hat A.________ am 27. November 2013 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Er beantragt, der Entscheid der POM vom 29. Oktober 2013 sei aufzuheben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 3

und der Aufenthalt sei ihm weiter zu bewilligen. Die POM beantragt mit 
Vernehmlassung vom 13. Dezember 2013 die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin. Gerügt werden können somit die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie andere Rechtsverletzungen 
einschliesslich Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens (Art. 80 Bst. a und b 
VRPG).

2.

2.1 Die POM hat ihren Entscheid damit begründet, dass der Beschwerdeführer im 
Bewilligungsverfahren gegenüber den Behörden wesentliche Tatsachen – das 
Vaterschaftsverhältnis zu seinem 2005 geborenen Sohn D.________ sowie die 
(erneute) Heirat mit C.________ im März 2010 – verschwiegen und damit den 
Widerrufsgrund von Art. 62 Bst. a AuG gesetzt habe. – Der Beschwerdeführer macht 
geltend, bis zur Trennung von der deutschen Staatsangehörigen B.________ im Jahr 
2008 habe sich die Aufenthaltsregelung nach dem Abkommen vom 21. Juni 1999 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 4

(Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) gerichtet. Dieses mache das von 
einer Unionsbürgerin bzw. einem Unionsbürger abgeleitete Aufenthaltsrecht nur vom 
rechtlichen Bestand der Ehe abhängig. Zwar dürfe die Berufung auf die Ehe nicht 
rechtsmissbräuchlich sein, doch kenne das FZA den Widerrufsgrund des 
Verschweigens wesentlicher Tatsachen bzw. einen ähnlichen Grund für die Aufhebung 
von Aufenthaltsbewilligungen nicht. Zudem bestehe gemäss Art. 13 Abs. 2 Bst. a der 
Richtlinie (RL) 2004/38/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 
2004 über das Recht der Unionsbürger und ihrer Familienangehörigen, sich im 
Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten (ABl. Nr. L 158 vom 
30.4.2004, S. 77, bzw. in berichtigter Fassung ABl. Nr. L 229 vom 29.6.2004, S. 35 ff.; 
sog. Unionsbürgerrichtlinie), das Aufenthaltsrecht von Familienangehörigen einer 
Unionsbürgerin bzw. eines Unionsbürgers nach der Scheidung weiter, wenn die Ehe 
bis zur Einleitung des gerichtlichen Scheidungsverfahrens mindestens drei Jahre 
bestanden habe. Dieses Gemeinschaftsrecht sei für die Auslegung des FZA relevant 
(Beschwerde, S. 6 f.).

2.2 Der Beschwerdeführer ist seit dem 27. Juli 2009 nicht mehr mit einer 
Unionsbürgerin verheiratet (vorne Bst. A). Er kann sich deshalb nicht mehr auf die 
Regeln über den Familiennachzug gemäss FZA (Art. 7 Bst. d i.V.m. Art. 3 Abs. 1 und 2 
Bst. a Anhang I FZA) berufen; der bzw. die dauerhaft von einer EU-Bürgerin bzw. 
einem EU-Bürger getrennt lebende Ehegatte bzw. Ehegattin aus einem Drittstaat kann 
sich (unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, vgl. BGE 139 II 393 E. 2.1, 130 II 113 
E. 9 [Pra 93/2004 Nr. 171]) längstens bis zur Ehescheidung auf ein abgeleitetes EU-
Aufenthaltsrecht berufen, danach erlöscht dieses (BGE 139 II 393 E. 2.1, 130 II 113 
E. 8.3 mit Hinweisen [Pra 93/2004 Nr. 171]; BGer 2C_213/2012 vom 13.3.2012, 
E. 2.2.1; VGE 2011/398 vom 31.8.2012, E. 2.2, 2011/71 vom 29.11.2011, E. 3.1). Seit 
der Scheidung von B.________ im Juli 2009 kann der Beschwerdeführer somit aus 
dem FZA kein Anwesenheitsrecht mehr ableiten. Er kann sich auch nicht auf Art. 13 
Abs. 2 der Unionsbürgerrichtlinie berufen, wonach (u.a.) bei Scheidung das Aufent-
haltsrecht weiter gilt, wenn die Ehe mindestens drei Jahre gedauert hat, wovon 
zumindest eines im Aufenthaltsstaat verbracht worden sein muss. Diese Richtlinie gilt 
im Verhältnis mit der Schweiz nicht und ihr Art. 13 ist auch nicht auf dem Weg der 
Auslegung massgebend, weil er einen neuen, an die EU-Bürgerschaft anknüpfenden 
weiterführenden Aspekt der Personenfreizügigkeit innerhalb der Union enthält (vgl. 
BGer 2C_213/2012 vom 13.3.2012, E. 2.2.1, vgl. auch 2C_487/2012 vom 2.4.2013, 
E. 4.4.3; VGer ZH 2.10.2013 [VB.2013.00335] E. 2.2; Marc Spescha, in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 5

Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar zum Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, 
Art. 4 FZA Anhang I N. 6; Christina Schnell, Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Schweiz – 
Ausgewählte rechtliche Aspekte zum Personenfreizügigkeitsabkommen, Diss. Zürich 
2010, S. 254 f.). Der Beschwerdeführer kann sich somit aktuell weder auf das FZA 
noch auf die Unionsbürgerrichtlinie berufen. Ein allfälliges nacheheliches Bleiberecht 
richtet sich vielmehr nach Art. 50 AuG, der auf den Beschwerdeführer als ehemaligen 
Angehörigen einer EU-Bürgerin zur Anwendung gelangt (BGer 2C_213/2012 vom 
13.3.2012, E. 2.2.2, 2C_886/2011 vom 28.2.2012, E. 4; VGE 2011/398 vom 31.8.2012, 
E. 2.4; Martina Caroni, in Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar AuG, 
2010, Art. 50 N. 6; Marc Spescha, a.a.O., Art. 50 AuG N. 3 und 6). Dieser 
nacheheliche Aufenthaltsanspruch steht jedoch – wovon die POM zu Recht 
ausgegangen ist – unter dem Vorbehalt des Vorliegens eines Widerrufsgrunds (Art. 51 
Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 62 AuG; BGer 2C_213/2012 vom 13.3.2012, E. 2.2.2). 
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers braucht die Frage des 
Rechtsmissbrauchs im Rahmen des FZA somit nicht geprüft zu werden. Das Vorgehen 
der POM, welche die Nichtverlängerung der Bewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a 
AuG bloss unter dem Aspekt des Vorliegens eines Widerrufsgrunds geprüft hat 
(angefochtener Entscheid, E. 6b und c), ist insofern nicht zu beanstanden.

3.

Zu prüfen ist zunächst das Vorliegen eines Widerrufsgrunds. 

3.1 Der nacheheliche Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 AuG erlischt gemäss Art. 51 Abs. 2 Bst. b AuG, 
wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 vorliegen. Gemäss Art. 62 Bst. a AuG kann die 
Bewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer im 
Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen 
verschwiegen hat. Die falsche Angabe oder das Verschweigen wesentlicher Tatsachen 
muss in der Absicht erfolgt sein, gestützt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung 
bewilligt zu erhalten (vgl. BGE 135 II 1 E. 4.1, noch zum Bundesgesetz vom 26. März 
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG; BS 1 S. 121]; jüngst 
zum AuG statt vieler BGer 2C_944/2013 vom 21.3.3014, E. 2.1; VGE 2009/447 vom 
17.3.2010, E. 5.1 mit Hinweisen). Gemäss Art. 90 Abs. 1 Bst. a AuG ist eine 
ausländische Person verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 6

und insbesondere zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung des 
Aufenthalts wesentlichen Tatsachen zu machen. Kraft des im Verwaltungsverfahren 
geltenden Untersuchungsgrundsatzes obliegt es allerdings primär den Behörden, 
entsprechende Fragen an den Ausländer zu richten oder auf ihren Formularen einen 
entsprechenden Hinweis anzubringen. Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht, die 
gemäss Art. 62 Bst. a AuG zum Widerruf der Bewilligung führt, liegt erst dann vor, 
wenn die ausländische Person aufgrund von ihr zu vertretenden Umständen bei den 
Behörden einen falschen Anschein über Tatsachen erweckt hat oder durch 
Verschweigen aufrechterhält, von denen sie offensichtlich wissen muss, dass sie für 
den Bewilligungsentscheid bedeutsam sind (vgl. BGE 135 II 1 E. 4.1; 
BGer 2C_214/2013 vom 14.2.2014, E. 2.2 mit Hinweisen). Es ist nicht erforderlich, 
dass die Bewilligung bei richtigen und vollständigen Angaben notwendigerweise zu 
verweigern gewesen wäre (BGE 135 II 1 E. 4.1). Vielmehr genügt, dass der Anspruch 
auf eine Bewilligung bei Offenlegung der Verhältnisse ernsthaft in Frage gestellt 
gewesen wäre. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Gesuchsteller parallel zur Ehe mit einer 
Schweizer Bürgerin eine Beziehung zu einer Frau im Heimatstaat unterhält und mit 
dieser Kinder gezeugt hat (BGer 2A.485/2003 vom 20.2.2004, E. 2.3, 2A.10/2005 vom 
2.5.2005, E. 2.3; Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 62 N. 22). 

3.2 Wesentliche Umstände, von denen die gesuchstellende Person wissen muss, 
dass sie für den Bewilligungsentscheid massgeblich sein können, sind insbesondere 
vor- bzw. aussereheliche Kinder, das Bestehen einer stabilen ausserehelichen 
Beziehung oder innere Tatsachen wie die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen 
bzw. der Begründung einer neuen Ehe (vgl. BGer 2C_214/2013 vom 14.2.2014, E. 2, 
2C_374/2013 vom 8.1.2014, E. 2.1, 2C_299/2012 vom 6.8.2012, E. 4.1, 2C_403/2011 
vom 2.12.2011, E. 3.3.2, 2A.511/2001 vom 10.6.2002, E. 3.2; VGE 2012/169 vom 
13.3.2013, E. 4.3; Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 62 N. 19 mit Hinweisen; Marc Spescha, 
a.a.O., Art. 62 N. 4). Eine ausländische Person trifft im Bewilligungsverfahren zwar 
keine generelle Pflicht, auf vor- oder aussereheliche Kinder hinzuweisen, da die 
Existenz von Kindern im Heimatland für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht 
in jedem Fall relevant ist. Anders ist dies aber in Konstellationen, bei denen das 
Vorhandensein von Kindern auf eine Parallelbeziehung im Heimatland hinweisen 
könnte (BGer 2C_214/2013 vom 14.2.2014, E. 2.2 mit Hinweisen). 

3.3 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die schweizerischen Behörden bis 
zur Einreichung des Familiennachzugsgesuchs im März 2011 weder über die 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 7

mehrjährige (Vollmachts-)Ehe bzw. den neuerlichen Eheschluss mit C.________ noch 
über seinen 2005 geborenen Sohn D.________ informierte (Beschwerde, S. 4 f.). Ob 
der Beschwerdeführer damit bereits unter der Geltung des bis Juli 2009 auf ihn 
anwendbaren FZA (vorne E. 2.2) einen «Widerrufsgrund» gesetzt hat und ob die 
Berufung auf die Ehe A.___/B.___ unter diesen Umständen als rechtsmissbräuchlich 
zu betrachten ist, braucht aufgrund der nachfolgenden Ausführungen nicht 
abschliessend beurteilt zu werden. Auch nach der Trennung bzw. Scheidung von 
B.________ – und damit unter der ausschliesslichen Geltung des AuG – hat der 
Beschwerdeführer im Rahmen der Erteilung (am 9.12.2008) bzw. der Verlängerungen 
(am 9.11.2009 und 27.10.2010) der Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 
Bst. a AuG falsche Angaben gemacht bzw. wesentliche Tatsachen nicht offengelegt: 
Zum einen verschwieg er weiterhin – obwohl es gegenüber seiner Exfrau in der 
Schweiz nichts mehr zu verheimlichen gab (vgl. Beschwerde, S. 8) – das 
Vaterschaftsverhältnis zu seinem Sohn, den er in Marokko öfters besuchte und 
wirtschaftlich unterstützte und mit dem er zusammenzuleben wünschte (vgl. Vorakten 
MIDI [act. 3B], pag. 160, 169, 171; vgl. Beschwerde, S. 4, 7 f.). Zum andern machte er 
im Rahmen der Bewilligungsverlängerung falsche Angaben im Sinn von Art. 62 Bst. a 
AuG, indem er die am 22. März 2010 erneut und diesmal offenbar aus freien Stücken 
eingegangene und seit längerer Zeit ins Auge gefasste Ehe mit C.________ (vgl. 
Vorakten MIDI [act. 3B], pag. 168, 169, 170) nicht angab. Im Verlängerungsgesuch 
vom 27. Oktober 2010 (Verfallsanzeige) gab er als Zivilstand «geschieden» an und 
täuschte die Behörden damit über seine wahre – seit März 2010 eheliche – Beziehung 
zu C.________ (Akten MIDI [act. 3B], pag. 139). Diese beiden Umstände – 
Vaterschaftsverhältnis und (erneuter) Eheschluss mit der Mutter seines Sohnes – 
stellen ausländerrechtlich wesentliche Tatsachen dar, was auch dem 
Beschwerdeführer klar sein musste (vgl. BGer 2C_396/2013 vom 7.1.2014, E. 3.5, 
2C_672/2013 vom 27.11.2013, E. 5.2, 2C_72/2009 vom 5.3.2009, E. 3.2 mit 
Hinweisen, wonach das Vorhandensein einer ausserehelichen Beziehung und ausser-
ehelicher Kinder «derart offensichtlich» relevant sei, dass dies selbst einer gänzlich 
rechtsunkundigen Person klar sein müsse). Denn Partnerinnen bzw. Partner oder 
Kinder im Ausland können – wie vorliegend geschehen – früher oder später zu 
Gesuchen um Gewährung des Familiennachzugs Anlass geben, weswegen die 
Migrationsbehörden über die Umstände umfassend und wahrheitsgetreu aufzuklären 
sind (BGer 2C_915/2011 vom 24.4.2012, E. 3.2). Zudem handelt es sich bei der 
Wiederverheiratung mit der früheren Ehefrau und Mutter seines Sohnes grundsätzlich 
um einen für die Erteilung oder die Verlängerung der Bewilligung gemäss Art. 50 AuG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 8

objektiv wesentlichen Umstand, da die Ausländerbehörde in diesen Konstellationen mit 
Blick auf ein allfälliges rechtsmissbräuchliches Verhalten vertiefte Abklärungen 
vornimmt (vgl. BGer 2A.485/2003 vom 20.2.2004, E. 2.3 betreffend 
Niederlassungsbewilligung; VGE 2009/447 vom 17.3.2010, E. 5.2.1 betreffend 
Familiennachzug; BVGer C-3842/2010 vom 29.10.2013, E. 8.3 betreffend Art. 50 
AuG). Schliesslich können sich unter Umständen Fragen zur Integration im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG stellen, wenn Ehefrau und Kinder im Ausland leben. 

Somit wäre der gestützt auf die Ehe mit der EU-Bürgerin B.________ bestehende 
nacheheliche Bewilligungsanspruch gemäss Art. 50 AuG und damit die Grundlage für 
einen späteren Familiennachzug – anders als der Beschwerdeführer meint 
(Beschwerde, S. 10) – zumindest in Frage gestellt gewesen, wenn die Behörden 
Kenntnis davon gehabt hätten, dass der Beschwerdeführer einen Sohn hat, mit dessen 
Mutter er schon einmal über mehrere Jahre verheiratet war und die er erneut zu 
heiraten gedenkt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde, 
S. 9) ist unter diesen Umständen auch von einer Täuschungsabsicht auszugehen: Es 
ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan, aus welchen 
anderen Gründen, wenn nicht um seinen Bewilligungsanspruch gemäss Art. 50 AuG 
sicherzustellen bzw. nicht zu gefährden, er die Existenz seines Sohnes und 
insbesondere den neuerlichen Eheschluss mit der Kindsmutter nicht nur konsequent 
verschwieg, sondern dazu aktiv falsche Angaben machte. Gegenüber seiner 
deutschen Exfrau gab es nichts mehr zu verbergen und der Beschwerdeführer strebte 
klarerweise das Zusammenleben mit dem Sohn und dessen Mutter in der Schweiz an. 
Dass er im Familiennachzugsgesuch seine persönlichen Verhältnisse dann offengelegt 
hat, ändert daran nichts.

3.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, es könne nicht sein, dass ein Sachverhalt, der 
während viereinhalb Jahren unter dem FZA betrachtet worden sei, «wieder aufgerollt 
und nach den strengeren Regeln des AuG neu beurteilt werde» (Beschwerde, S. 7). Er 
übersieht, dass der Widerrufsgrund von Art. 62 AuG vorliegend darin zu erblicken ist, 
dass er mit der neuerlichen Heirat von C.________ im März 2010 und der Absicht, mit 
ihr und dem gemeinsamen Sohn in der Schweiz zusammenzuleben, wesentliche 
Tatsachen verschwiegen hat, die sich nach der Scheidung von B.________ und damit 
unter der Geltung des AuG neu entwickelt haben und die für sein nacheheliches 
Bleiberecht von Bedeutung waren. Zudem kann der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 
Bst. a AuG auch dann erfüllt sein, wenn Angaben, auf welche sich die Behörden bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 9

der seinerzeitigen Erteilung der Bewilligung gestützt hatten oder die bei späteren 
Verlängerungen mangels anderer Angaben immer noch als massgebend betrachtet 
werden konnten, falsch oder unvollständig waren (BGer 2C_472/2007 vom 25.2.2008, 
E. 2.1, 2C_734/2009 vom 19.4.2010, E. 2.2; Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 62 N. 20). 

3.5 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Widerrufsgrund von Art. 62 
Bst. a AuG erfüllt ist.

4.

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Entfernungsmassnahme.

4.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds ist lediglich Grundvoraussetzung für den 
Bewilligungswiderruf bzw. für die Nichtverlängerung. Art. 62 AuG räumt den Behörden 
ein Entscheidungsermessen ein (Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 62 N. 6 ff.). Dieses 
Ermessen ist in Berücksichtigung der öffentlichen Interessen, der persönlichen 
Verhältnisse sowie des Grades der Integration der betroffenen Person auszuüben 
(Art. 96 Abs. 1 AuG). Ein Widerruf bzw. eine Nichtverlängerung muss sich zudem im 
Rahmen der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig 
erweisen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] sowie Art. 96 Abs. 2 AuG; 
im Zusammenhang mit Art. 62 Bst. a AuG statt vieler BGer 2C_214/2013 vom 
14.2.2014, E. 2.1; allgemein zur Verhältnismässigkeit des Widerrufs BVR 2011 S. 289 
E. 4.2, 2008 S. 193 E. 5.1). Dabei sind nebst dem Grad der Integration der 
ausländischen Person bzw. der Dauer ihrer Anwesenheit in der Schweiz das Alter im 
Zeitpunkt der Einreise und die Chancen einer Wiedereingliederung im Heimatland zu 
berücksichtigen (zum Ganzen VGE 2011/398 vom 31.8.2012, E. 2.5, 2010/64 vom 
27.9.2010, E. 4.4.1, je mit Hinweisen).

4.2 Der Beschwerdeführer hält sich seit September 2003 ununterbrochen in der 
Schweiz auf. Im Zeitpunkt seiner Einreise war er knapp 30 Jahre alt. Mit der Vorinstanz 
positiv zu würdigen sind die bisherigen Integrationsleistungen in beruflicher und 
wirtschaftlicher Hinsicht: Der Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben fliessend 
deutsch und perfekt französisch spricht, ist stets einer Erwerbstätigkeit nachgegangen 
und arbeitet seit Juni 2006 in unbefristeter Anstellung als Mitarbeiter … im Bereich 
Hotellerie für die «…» (Beschwerdebeilage 12). Zudem erteilt er [Sport]-Unterricht. Er 
vermochte seinen Lebensunterhalt bis anhin selber zu bestreiten und bezog weder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 10

Sozialhilfeleistungen noch ist er im Betreibungsregister verzeichnet. Wie die Vorinstanz 
zu Recht ausführt, hat sich der Beschwerdeführer jedoch nicht gänzlich klaglos 
verhalten; gegen ihn liegen Strafbefehle vom März 2009 sowie vom März und 
November 2011 zu Bussen zwischen Fr. 600.-- und Fr. 850.-- wegen Widerhandlungen 
gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung vor (angefochtener Entscheid, E. 7b; 
Vorakten MIDI [act. 3B], pag. 137, 151, 156). Der Beschwerdeführer gibt an, in der 
Schweiz über ein grosses Netz an Freunden und Bekannten zu verfügen (Beschwerde, 
S.10). Besonders enge Beziehungen zu in der Schweiz lebenden Personen sind aber 
nicht konkret vorgebracht und – abgesehen von offenbar hier lebenden Geschwistern 
des Beschwerdeführers (Vorakten MIDI [act. 3B], pag. 170 unten) – auch nicht 
ersichtlich. Insbesondere leben seine Frau und seine beiden Kinder nicht in der 
Schweiz. Mit Blick auf die genannten Umstände kann beim Beschwerdeführer somit 
nicht von einer überdurchschnittlichen Integration oder einer eigentlichen Verwurzelung 
in der Schweiz gesprochen werden. Weiter ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer mit den Verhältnissen in Marokko nach wie vor gut vertraut 
ist und ihm die Rückkehr ohne weiteres zumutbar ist. Er verfügt dort über ein intaktes 
soziales Beziehungsnetz, bestehend aus seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern 
sowie seiner Mutter und weiteren Verwandten, die er über all die Jahre regelmässig 
besucht hat (vgl. angefochtener Entscheid, E. 7b). In beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht 
dürfte die Wiedereingliederung in Marokko zwar unter Umständen mit gewissen 
Schwierigkeiten verbunden sein, doch kommt dem Beschwerdeführer die hier 
gemachte Berufserfahrung zugute und ist er von der schwierigeren Wirtschaftslage in 
Marokko nicht stärker betroffen als die dort ansässige Bevölkerung. Insgesamt vermag 
das private Interesse des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der Schweiz das 
in Art. 62 Bst. a AuG zum Ausdruck kommende öffentliche Interesse an der 
Nichtverlängerung nicht aufzuwiegen. Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach sich die 
Wegweisung als verhältnismässig erweise, ist folglich nicht zu beanstanden, zumal der 
Beschwerdeführer nicht darlegt, inwiefern die Erwägungen der Vorinstanz zur Verhält-
nismässigkeit inhaltlich falsch sein sollen. Die Ausländerbehörden haben unter diesen 
Umständen auch ihr Entscheidungsermessen nicht rechtswidrig ausgeübt und eine 
ermessensweise Bewilligungsverlängerung durch die Vorinstanz fiel ausser Betracht 
(vgl. BVR 2011 S. 289 E. 6).

4.3 An diesem Ergebnis ändert nichts, dass der MIDI die Aufenthaltsbewilligung am 
7. Dezember 2011 und somit in Kenntnis der familiären Verhältnisse nochmals 
verlängert hat. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 10) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 11

liegt darin kein Verstoss gegen Treu und Glauben (Art. 9 BV). Zwar wirft dieses 
Vorgehen Fragen auf (vgl. auch angefochtener Entscheid, E. 7c). Die einmalige, zu 
Unrecht gewährte Bewilligungsverlängerung stellt jedoch keine vertrauensbildende 
Zusicherung dar, welche den MIDI daran hinderte, in Neubeurteilung der Sachlage die 
Bewilligung zu widerrufen, zumal die Behörden, eingeschlossen die schweizerische 
Vertretung in Rabat (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B], pag. 158 ff.), umfangreiche 
Abklärungen zu den beiden Ehen des Beschwerdeführers getroffen hatten, deren 
Ergebnisse Ende 2011 unter Umständen noch nicht zweifelsfrei feststanden.

5.

Die Vorinstanz hat somit kein Recht verletzt, indem sie dem Beschwerdeführer den 
weiteren Aufenthalt in der Schweiz verweigert hat. Die Beschwerde erweist sich damit 
als unbegründet und ist abzuweisen. Da die von der Vorinstanz angesetzte 
Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine neue festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine neue 
Ausreisefrist angesetzt auf den 5. Juni 2014.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 2'500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.04.2014, Nr. 100.2013.417U, Seite 12

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.