# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c4588d1-a50c-52f3-9a9e-29c066c474c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.08.2017 200 2017 368
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-368_2017-08-16.pdf

## Full Text

200 17 368 IV
SCI/JAP/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. August 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) beschied ein Leis-
tungsgesuch der 1962 geborenen A.________ (Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 
23. September 2013 abschlägig (Akten der IVB [act. II] 6, 50). Nach einer 
Neuanmeldung vom 8. Juli 2016 (act. II 58) und durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (act. II 83) verneinte die IVB mit Verfügung vom 28. März 
2017 (act. II 86) einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens erneut.

B.

Mit Eingabe vom 11. April 2017 erhob die Versicherte Beschwerde. Am 
19. Mai 2017 reichte sie, nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, eine Beschwerdeergänzung ein. Sie beantragte, die ange-
fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihr sei ab 1. Oktober 
2015 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache 
zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
Gleichzeitig ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung 
ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2017 sowie deren Ergänzung vom 
11. Juli 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be-
schwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. März 2017 
(act. II 86). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-

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haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Ob im Vergleich zur Sachlage, wie sie der rechtskräftigen 
Verfügung vom 23. September 2013 (act. II 50) zugrunde lag, im Zeitpunkt 
der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 28. März 2017 (act. II 86) in 

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den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor), ist fraglich. Zwar wurden früher psychi-
sche Beschwerden (Burn-out, leicht- bis mittelgradige Beschwerden aus 
dem depressiven Formenkreis [ICD-10: F33.1, F32.0, F32.1], Agoraphobie 
mit Panikstörung [ICD-10: F40.01]) diagnostiziert (act. II 17.8, 20/7, 26/1 
Ziff. 2, 29/2 Ziff. 1.1, 30.3/1 Ziff. 1, 30.3/4, 42/2), während nunmehr neuro-
logische Symptome beklagt werden (act. II 61/2, 68), eine hinzugetretene 
oder weggefallene Diagnose stellte indes nicht per se einen Revisions-
grund dar (vgl. BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12). Wie es sich damit verhält, kann 
hier aber letztlich offen bleiben, denn – wie aufzuzeigen sein wird – ist ein 
Rentenanspruch auch bei allseitig freier Prüfung (vgl. BGE 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1) zu verneinen. 

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 28. März 2017 (act. II 86) basiert 
in medizinischer Hinsicht auf den RAD-Beurteilungen vom 17. Oktober 
2016 (act. II 74) und 9. Februar 2017 (act. II 82).

3.2.1 Dr. med. C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
erklärte am 17. Oktober 2016 unter anderem, nach dem früheren Burn-out 
liege keine psychische Erkrankung mehr vor, jedoch bestünden seit De-
zember 2015 ein spontaner Kopfwackeltremor sowie ein leichter idiopathi-
scher Handtremor, dazu trete eine leichte dystone Kopfschiefhaltung nach 
links. Trotz dieser Beschwerden sei die bisherige Tätigkeit vollschichtig 
zumutbar, evtl. sei das Rendement um 5-10 % vermindert, da vor allem 
beim Tastaturschreiben eine Einschränkung bestehe. Auch angepasste 
Tätigkeiten (zu empfehlen seien vor allem Arbeiten ohne direkten visuellen 
Kundenkontakt) seien zumutbar (act. II 74).

3.2.2 Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurologie sowie für Psychia-
trie und Psychotherapie, gelangte am 9. Februar 2017 zum Schluss, dass 
auf neurologischem Fachgebiet kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
bestehe. Es bestünden keine handmotorischen Einschränkung und insbe-
sondere keine Beeinträchtigungen der Handkoordination sowie der Hand-
kraft. Zudem seien weder die Augenfolgebewegungen noch die Gesichts- 
und Schlundmuskulatur beeinträchtigt. In Bezug auf den nur inkonstant 
vorhandenen Torticollis (Schiefhals) bzw. den inkonstant vorhandenen Hal-

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tetremor der Hände bestünden somit weder quantitativ noch qualitativ Leis-
tungseinschränkungen und demzufolge auch keine Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 82).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.4 Die Beurteilungen der Dres. med. C.________ und D.________ 
(act. II 74, 82) erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanfor-
derungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringen vollen Beweis. 

3.4.1 Dass die RAD-Ärztinnen keine klinische Exploration durchführten, 
ist nicht geeignet, den Beweiswert ihrer Einschätzungen zu erschüttern 

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(Beschwerdeergänzung S. 5 Ziff. III lit. B Ziff. 3), konnten sie sich anhand 
der wesentlichen Vorakten doch ein insgesamt lückenloses Bild verschaf-
fen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.4.2 Die Beurteilung von Dr. med. D.________, wonach auf neurologi-
schem Fachgebiet kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt (act. 
II 82), überzeugt und steht in absoluter Übereinstimmung mit der Einschät-
zung des behandelnden Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie. 
Der von ihm in den Konsiliarberichten vom 10. und 24. März 2016 (act. II 
61/2, 68/7 f.) diagnostizierte Torticollis spasmodicus mit leichtgradiger La-
terocollis nach rechts (vgl. dazu: PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 
266. Aufl. 2014, S. 2133 f.; LÜCKING/DEUSCHL/HEINEN, Klinische Sympto-
matologie und neurophysiologische Diagnostik des Torticollis spasmodicus, 
in: RICHTER/BRAUN [Hrsg.], Schiefhals, Behandlungskonzepte des Torticol-
lis spasmodicus, 2013, S. 1-4) konnte ätiopathogenetisch nicht erklärt wer-
den. Das Schädel-MRI vom 7. März 2016 zeigte einen weitgehend un-
auffälligen Befund (den einzelnen kleinen fleckförmigen unspezifischen 
Signalveränderungen in der äusseren Kapsel wurde keine klinische Rele-
vanz beigemessen; act. II 61/2). Dr. med. E.________ erachtete eine struk-
turelle-neurologische Erkrankung als Ursache für die Beschwerden dem-
entsprechend als unwahrscheinlich und ging folglich von einem «idiopathi-
schen» Krankheitszustand aus (act. II 61/2). Mit physiotherapeutischer Un-
terstützung konnte schliesslich in relativ kurzer Zeit eine deutliche subjekti-
ve Besserung der Verspannungsgefühle im Nackenbereich erzielt werden 
und eine tendenzielle Verbesserung zeigte sich auch anlässlich der klini-
schen Verlaufsuntersuchung vom 23. März 2016. Der Schiefhals war wenig 
stark ausgeprägt, bei der Einzelkraftprüfung der Arme ergaben sich keine 
Defizite und der Haltetremor der Hände war lediglich leichtgradig ausge-
prägt (act. II 68/7 f.). Eine weitere neurologische Kontrolle bei Dr. med. 
E.________ fand nicht statt und im Bericht vom 25. September 2016 (act. II 
72/2-4) bezeichnete er die Ursache für die (einzig von der Hausärztin Dr. 
med. F.________, Praktische Ärztin, attestierte [act. II 68/3 Ziff. 1.6, 78/2, 
79/2]) Arbeitsunfähigkeit als unklar. 

3.4.3 Die im vorliegenden Verfahren von der Beschwerdeführerin ins 
Recht gelegte Stellungnahme von Dr. med. F.________ vom 11. Mai 2017 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 9

(Akten der Beschwerdeführerin [act. IA] 13) vermag daran nichts zu än-
dern, geht diese doch entgegen den beiden auf diesem Fachgebiet spezia-
lisierten Dres. med. E.________ und D.________ von einer neurologischen 
Störung aus. Aufgrund der nachvollziehbaren Beurteilungen der beiden 
Neurologen bestehen zwar klinisch feststellbare Symptome, die an eine 
neurologische Erkrankung denken lassen, einer solchen jedoch ausdrück-
lich nicht zugeordnet werden können. Mit anderen Worten liegen ätiolo-
gisch nicht erklärbare Beschwerden vor, mithin ist auch das Vorliegen einer 
«Erbkrankheit» (Beschwerde S. 2) nicht erstellt. Auch aus dem Umstand, 
dass ein Parkinsonmedikament zu einer gewissen Verbesserung der Sym-
ptome führte (act. IA 13/1), lassen sich keine validen diagnostischen Er-
kenntnisse gewinnen. Des Weiteren ist das von der Hausärztin formulierte 
Zumutbarkeitsprofil (keine vorwiegend im Gehen ausgeübte Arbeiten; Ver-
meiden von: Bücken, Überkopfarbeiten, Kauern, Knien, Rotation im Sit-
zen/Stehen, Heben/Tragen körpernah/körperfern, auf Leitern/Gerüste stei-
gen, Treppensteigen; Gewichtslimit für die manuelle Lastenhandhabung 
von fünf Kilogramm) für die von ihr postulierte Restarbeitsfähigkeit von 
50 % auch nicht nachvollziehbar. Derartige Einschränkungen lassen sich 
mit den klinischen Befunden nicht vereinbaren, stellte Dr. med. E.________ 
doch bei der Einzelkraftprüfung keine Defizite der Extremitäten fest und 
auch das Stand- bzw. Gangbild, die Sensibilität sowie die Reflexe präsen-
tierten sich normwertig bzw. weitgehend unauffällig (act. II 72/3). 

3.4.4 Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Beschwerdeführerin 
an einer neurologischen oder einer anderen durch fachärztlich schlüssig 
feststellbare Befunde hinreichend erklärbaren Erkrankung leidet, könnte sie 
hinsichtlich der beantragten Invalidenrente daraus nichts zu ihren Gunsten 
ableiten. Denn in diesem Kontext sind nicht primär die Ätiologie und die 
diagnostische Zuordnung der Beschwerden, sondern vielmehr deren Aus-
wirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen entscheidend. Es ist 
nicht einzusehen, inwiefern sich der wenig stark ausgeprägte Schiefhals 
sowie das sporadisch auftretende (leichte) Zittern des Kopfes und der Hän-
de in erheblicher Weise auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 
der administrativ tätigen Beschwerdeführerin auswirken sollten. Dass 
gemäss Dr. med. C.________ höchstens eine geringfügige Leistungsein-
schränkung beim Tastaturschreiben auftreten könnte und Arbeiten ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 10

direkten visuellen Kundenkontakt vorteilhafter wären, leuchtet denn auch 
ein.

3.4.5 Schliesslich ist nicht zu beanstanden, dass sich die Einschätzung 
von Dr. med. D.________ auf das neurologische Fachgebiet beschränkte 
und keine ausdrückliche psychiatrische Mitbeurteilung umfasste (act. II 82). 
Wohl erwähnte Dr. med. F.________ am 21. Juli 2016, dass die Be-
schwerdeführerin wegen des Tremors psychisch wieder nicht mehr sehr 
stabil sei (act. II 68/3 Ziff. 1.4), die Hausärztin zog jedoch die Symptomatik 
auch nicht ansatzweise als (unüberwindbaren) Ausfluss einer neuen bzw. 
reaktivierten psychischen Störung in Betracht. Anhaltspunkte für eine rele-
vante psychische Beeinträchtigung ergeben sich aus den medizinischen 
Akten nicht und dass die nunmehr aufgetretenen Beschwerden einer psy-
chischen Störung zuzuordnen wären, wird auch beschwerdeweise nicht 
substanziiert geltend gemacht bzw. durch fachärztliche Berichte unterlegt. 
Allein die subjektive Angabe einer psychischen Erschöpfung (Beschwerde 
S. 1) genügt hierfür jedenfalls nicht, zumal offensichtlich auch keine psych-
iatrische-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen wird. 
Vor diesem Hintergrund besteht auch für das angerufene Gericht keine 
Veranlassung, in diese Richtung weitere Abklärungen zu treffen (antizipier-
te Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]).

3.5 Nach dem Dargelegten ist aufgrund der beweiskräftigen RAD-
Beurteilungen vom 17. Oktober 2016 (act. II 74) und 9. Februar 2017 
(act. II 82) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 
S. 221) erstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer durch fachärzt-
lich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbaren Erkrankung 
leidet und sowohl in der bisherigen Beschäftigung als auch in einer Verwei-
sungstätigkeit nicht in einem relevanten Ausmass eingeschränkt ist. Damit 
erübrigen sich Weiterungen zu den erwerblichen Aspekten der Invaliditäts-
bemessung (Beschwerdeergänzung S. 6 Ziff. III lit. B Ziff. 6). Ein invalidisie-
render Gesundheitsschaden ist nicht ausgewiesen, weshalb die Beschwer-
degegnerin einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung – 
und damit auch auf die hier beantragte Rente – mit Verfügung vom 28. 
März 2017 (act. II 86) zu Recht vereinte. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 11

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen 
und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – der unterliegen-
den Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f 
ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

4.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig (Be-
schwerde S. 7 f. Ziff. III lit. C; act. IA 14-24). Auch wenn einzelne Ausgaben 
nicht berücksichtigt werden können (insbesondere ist die «Telecom Pau-
schale» im zivilprozessualen Zwangsbedarf enthalten [vgl. Kreisschreiben 
Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern, lit. C Ziff. 1] und die auswärtige Verpflegung stellt angesichts 
des Teilzeitpensums [act. II 69/3 Ziff. 2.9, 70.1/4] bzw. der teilweisen Ar-
beitsniederlegung aufgrund der attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit 
[act. II 76/1; Beschwerde S. 2] keine unumgängliche Berufsauslage dar), 
verbleibt ein Manko (zumal die Fahrzeug-Leasingkosten zufolge der Er-
werbstätigkeit einzubeziehen sind, wenngleich insofern ein Widerspruch 
besteht, als die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben selbst nicht 
mehr Autofahren kann [act. II 76/1]). Zudem kann das Verfahren nicht als 
von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 12

ner (nachträglichen) Rechtsverbeiständung ist gerade noch zu bejahen. 
Wohl war die Laienbeschwerde vom 11. April 2017 an sich genügend und 
insoweit eine anwaltliche Vertretung prinzipiell nicht mehr erforderlich. Im-
merhin hat Rechtsanwältin B.________ in der Beschwerdeergänzung vom 
19. Mai 2017 aber die Beschwerde in rechtlicher wie sachverhaltlicher Hin-
sicht präzisiert. Zudem hat die Rechtsvertreterin die ihres Erachtens not-
wendigen weiteren Unterlagen erhoben und eingereicht; dass diese letzt-
lich unbehelflich sind (act. IA 13; vgl. E. 3.4.3 hiervor), ändert daran nichts. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechts-
anwältin B.________ ist demnach gutzuheissen. Somit ist die Beschwerde-
führerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Ver-
fahrenskosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von 
Rechtsanwältin B.________.

4.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 30. Juni 2017 macht Rechtsanwältin B.________ ei-
nen Zeitaufwand von 8.25 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 2‘062.50 zu-
züglich Auslagen von Fr. 9.30 sowie die Mehrwertsteuer von 8 % (auf 
Fr. 2‘071.80) im Betrag von Fr. 165.75, total Fr. 2‘237.55, geltend, was 
nicht zu beanstanden ist. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz 
für dieses Verfahren auf Fr. 2‘237.55 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwältin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 13

B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse ein amtliches Honorar von Fr. 1‘650.-- (8.25 h x Fr. 200.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 9.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 132.75 (8 % von 
Fr. 1‘659.30), total somit eine Entschädigung von Fr. 1‘792.05, auszurich-
ten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin 
gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘237.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘792.05 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Aug. 2017, IV/17/368, Seite 14

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.