# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d80ab0c-ec77-5919-b632-30c9ca9b7fd7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2015 E-4601/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4601-2014_2015-10-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4601/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, Richter Jean-Pierre Monnet,    

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, Advokaturbüro 

Kernstrasse,  

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylverfahren  

(Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Juli 

2014 / N […]). 

 

 

 

E-4601/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

Der Gesuchsteller verliess eigenen Angaben zufolge die Türkei am 23. Juli 

(…), reiste am 29. Juli (…) in die Schweiz ein und suchte gleichentags um 

Asyl nach. Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er aus, er sei alevi-

tischer Kurde und stamme aus B._______ in der Provinz C._______. Seine 

Familie sei im Heimatstaat politisch aktiv und seitens türkischer Sicher-

heitskräfte Behelligungen ausgesetzt gewesen. Auch er selbst sei Mitglied 

der (…) gewesen und habe sich engagiert. Aufgrund seines Hintergrundes 

sei er verschiedentlich misshandelt worden und staatlicher Verfolgung aus-

gesetzt. 

B.  

Mit Verfügung vom 9. September 2013 lehnte die Vorinstanz das Asylge-

such ab und ordnete die Wegweisung des Gesuchstellers aus der Schweiz 

und deren Vollzug an. 

Dieser Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, die vorgebrach-

ten Vorfälle lägen entweder bereits lange zurück und stünden deshalb in 

zeitlicher oder sachlicher Hinsicht nicht in einem hinreichend engen Kau-

salzusammenhang zur Flucht oder wiesen die geforderte Intensität nicht 

auf, weshalb sie nicht asylrelevant seien. Sodann lägen keine Anhalts-

punkte vor, dass der Gesuchsteller wegen seiner Tätigkeiten für die (…) 

beziehungsweise wegen des politischen Umfeldes – Freunde und Familie 

– in absehbarer Zukunft mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit staatlicher Re-

flexverfolgung ernsthaften Ausmasses ausgesetzt sein könnte.   

C.  

Mit Urteil E-5393/2013 vom 16. Juli 2014 wies das Bundesverwaltungsge-

richt die vom Gesuchsteller am 25. September 2013 erhobene Beschwerde 

gegen die vorinstanzliche Verfügung ab. 

Es hielt in seinem Urteil fest, es sei unbestritten, dass der Gesuchsteller 

aus der in B._______ wohnhaften Familie D._______ stamme, welche auf-

grund ihres politischen und teilweise militanten Engagements beobachtet, 

behelligt und teilweise verfolgt worden sei. Trotz dieses Hintergrundes, sei 

die Furcht vor einer Reflexverfolgung unter den gegebenen Umständen 

unbegründet. 

E-4601/2014 

Seite 3 

II. 

D.  

Mit Eingabe vom 18. August 2014 beantragte der Gesuchsteller beim Bun-

desverwaltungsgericht, das Urteil vom 16. Juli 2014 sei in Revision zu zie-

hen. In formeller Hinsicht beantragte er, dem Revisionsbegehren sei die 

aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Sodann sei dem Gesuchsteller die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm der rubrizierte 

Anwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 

Als Revisionsgrund berief sich der Gesuchsteller auf neue erhebliche Be-

weismittel, die er im bisherigen Verfahren nicht habe beibringen können. 

Als solche reichte er einen Fahndungsauftrag des Präsidenten des 3. 

Schwurgerichts E._______ an die Staatsanwaltschaft E._______ sowie ei-

nen Fahndungsauftrag und einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft 

E._______ an die Polizeidirektion C._______, alle vom 15. Mai 2014, je in 

Kopie und mit deutscher Übersetzung, ein. Damit sei belegt, dass die tür-

kischen Behörden ihn verfolgten. 

Auf die weitere Begründung der Eingabe wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

E.  

Am 19. August 2014 setzte die zuständige Instruktionsrichterin des Bun-

desverwaltungsgerichts [nachgehend: Instruktionsrichterin] den Vollzug 

der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. August 2014 forderte die Instruktionsrich-

terin den Gesuchsteller auf, die in Kopie eingereichten Beweismittel im Ori-

ginal und zusammen mit den zugehörigen Zustellungscouverts einzu-

reichen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete sie vorläu-

fig.  

G.  

Mit Eingabe vom 18. September 2014 reichte der Gesuchsteller die drei 

benannten Beweismittel in Original zu den Akten und machte geltend, sie 

seien ihm von einer Vertrauensperson überbracht worden.  

H.  

Mit Eingabe vom 23. September 2014 reichte der Gesuchsteller zwei wei-

E-4601/2014 

Seite 4 

tere Aktenstücke – einen ärztlichen Bericht von Dr. med. F._______, Fach-

spezialist FMH in Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. August 2014 

(im Original) sowie ein undatiertes Schreiben von G._______, dem Dorf-

vorsitzenden (Muhtars) des Dorfes B._______ (im Original, samt Überset-

zung in die deutsche Sprache) zu den Akten.  

Dem ärztlichen Schreiben ist namentlich zu entnehmen, der psychische 

Gesundheitszustand des Gesuchstellers habe sich verschlechtert; er leide 

an Konzentrationsproblemen und habe Suizidgedanken. Diagnostisch hält 

der zuständige Arzt fest, der Gesuchsteller leide unter einer Posttraumati-

schen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10; F43.1). 

Das Schreiben von G._______ hält fest, dass Polizeiangestellte im Hei-

matdorf des Gesuchstellers alle zwei Monate nach ihm fragen würden. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2014 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes wies sie ab. Gleichzeitig 

setzte sie den Vollzug der Wegweisung für die Dauer des Revisionsverfah-

rens aus und stellte fest, der Gesuchsteller könne den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten.  

Schliesslich lud die Instruktionsrichterin das damalige BFM ein, zum Revi-

sionsbegehren Stellung zu nehmen.  

J.  

Mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2014 beantragte das BFM, das Re-

visionsbegehren sei abzuweisen. Die Vorinstanz begründete ihr Begehren 

insbesondere damit, dass es sich bei den eingereichten Gerichtsakten um 

Totalfälschungen handle, was eine interne Dokumentenprüfung ergeben 

habe.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2014 gab die Instruktionsrichterin 

dem Gesuchsteller die Gelegenheit, zur Vernehmlassung vom 22. Okto-

ber 2014 Stellung zu nehmen.  

L.  

Mit Eingabe vom 11. November 2014 reichte der Gesuchsteller ein unda-

tiertes Schreiben von H._______ in fremder Sprache und in Kopie ein. Der 

E-4601/2014 

Seite 5 

Gesuchsteller führte dazu aus, es handle sich beim Dokument um ein 

Schreiben seines türkischen Anwalts, welches er bis heute noch nicht habe 

übersetzen lassen können. Gleichzeitig ersuchte er mit Blick auf die Stel-

lungnahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung um Fristerstreckung, 

welches die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 13. Novem-

ber 2014 ablehnte. 

M.  

Mit Eingaben vom 17. November 2014 und vom 26. November 2014 

reichte der Gesuchsteller eine amtliche Übersetzung des undatierten 

Schreibens von H._______ sowie das Schreiben im Original nach. 

Diesem ist zu entnehmen, dass in der Türkei gegen den Gesuchsteller ein 

Verfahren des 3. Strafgerichts E._______ wegen (…) eröffnet worden und 

er zur Verhaftung ausgeschrieben sei. 

Ergänzend hielt er fest, der von der Vorinstanz in der Vernehmlassung er-

hobene Fälschungsvorwurf sei nicht hinreichend begründet.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG auf 

dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun-

desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es ist aus-

serdem zuständig für die Revision von Urteilen, die es in seiner Funktion 

als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1). Das Verfah-

ren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-

verwaltungsgerichts die Art. 121-128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-

such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-

teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. 

E-4601/2014 

Seite 6 

ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 5.36). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus 

den in Art. 121-123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-

sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-

tend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). Das Verlangen einer 

neuen Würdigung der Vorbringen stellt ebenfalls kein Revisionsgrund dar, 

sondern ist als appellatorische Kritik zu werten.  

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Besetzung mit drei 

Richterinnen oder Richtern (Art. 21 Abs. 1 VGG), sofern das Revisionsge-

such nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsweise der Ein-

zelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VGG). 

2.  

2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun. 

2.2 Vorliegend machte der Gesuchsteller den Revisionsgrund neuer Tatsa-

chen und Beweismittel (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG) geltend. Dafür liess er 

zusammen mit dem Revisionsbegehren einen Fahndungsauftrag des Prä-

sidenten des 3. Schwurgerichts E._______ an die Staatsanwaltschaft 

E._______ sowie einen Fahndungsauftrag und einen Haftbefehl der 

Staatsanwaltschaft E._______ an die Polizeidirektion C._______, alle vom 

15. Mai 2014, zunächst in Kopie, später in Original, einreichen. Im Verlaufe 

des weiteren Verfahrens reichte er einen ärztlichen Bericht vom 28. August 

2014, ein undatiertes Schreiben von G._______ (der Dorfvorsteher seines 

Heimatdorfes) und von H._______ (sein türkischer Rechtsanwalt) ein. 

2.3 Bezüglich der Rechtzeitigkeit des Revisionsgesuchs ist festzuhalten, 

dass ein solches in entsprechender Anwendung von Art. 124 Bst. d BGG 

innerhalb von 90 Tagen nach der Entdeckung des Revisionsgrundes ein-

zureichen ist. Die wesentlichen Beweismittel datieren vom 15. Mai 2014, 

eingereicht hat der Gesuchsteller diese am 18. August 2014 mit dem Hin-

weis darauf, sie eben erst erhalten und umgehend an das Gericht weiter-

geleitet zu haben. Damit kann von der Fristwahrung im Sinne von Art. 124 

Bst. d BGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG ausgegangen werden. Auf 

die Revision ist einzutreten. 

E-4601/2014 

Seite 7 

3.  

3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich entscheidende Beweismittel auffindet, die sie 

im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Be-

weismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. 

3.2 Das Revisionsgesuch wurde im Wesentlichen damit begründet, der 

Gesuchsteller sei in den Besitz von erheblichen Beweismitteln gelangt, die 

seine asylrelevante Verfolgung zu begründen vermöchten. Dabei sei es 

ihm nicht möglich gewesen, die neuen Dokumente noch während des or-

dentlichen Asylverfahrens beziehungsweise während des anhängigen Be-

schwerdeverfahrens einzureichen. Zwar sei (…) (…) von türkischen Si-

cherheitskräften aufgesucht und nach dem Verbleib des Gesuchstellers 

befragt worden. An die ständigen Heimsuchungen durch türkische Solda-

ten und Behörden gewöhnt, habe sie die Fragen der Soldaten aber nicht 

als aussergewöhnlich oder besonders einschneidend empfunden. Deshalb 

habe sie weder ihre Familienangehörigen noch (…) informiert. Erst als sich 

dieser nach dem negativen Beschwerdeurteil bei den Angehörigen in der 

Türkei erkundigt habe, ob er risikolos in die Türkei zurückkehren könne, sei 

ein Anwalt für die nötigen Abklärungen engagiert worden. Erst so habe er 

in Erfahrung bringen können, dass gegen ihn ein Strafverfahren wegen (…) 

hängig sei und daraufhin die nun vorliegenden Beweismittel erhältlich ma-

chen können. 

4.  

4.1 Der Gesuchsteller beruft sich auf den Revisionsgrund des nachträglich 

aufgefundenen entscheidenden Beweismittels. Aus dem Wortlaut von Art. 

123 Abs. 2 Bst. a BGG geht klar hervor, dass die als Revisionsgrund taug-

lichen Tatsachen und Beweismittel vor dem Urteil entstanden sein müssen, 

welches revidiert werden soll. Die Neuheit beschränkt sich in diesem Zu-

sammenhang darauf, dass die Tatsachen bisher nicht bekannt waren oder 

die Beweismittel für die gesuchstellende Person nicht greifbar waren.  

 

4.2 Als Revisionsgründe können nur solche gelten, welche die Partei, die 

um Revision nachsucht, nicht bereits im ordentlichen Beschwerdeverfah-

ren hätte geltend machen können (Art. 46 VGG, ferner sinngemäss 

Art. 125 BGG und den vor Inkrafttreten des VGG auf Revisionen anwend-

bare Art. 66 Abs. 3 VwVG). Vorliegend ist nicht ersichtlich, weshalb der 

Gesuchsteller die beiden Fahndungsaufträge sowie den Haftbefehl nicht 

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Seite 8 

bereits im Beschwerdeverfahren hätte einbringen können, zumal (…) of-

fenbar bereits (…) von türkischen Sicherheitskräften aufgesucht und nach 

dem Verbleib des Gesuchstellers befragt worden sei. Dass sie dies nicht 

als aussergewöhnlich oder besonders einschneidend empfunden und des-

halb niemanden darüber informiert habe, vermag als Erklärungsversuch 

nicht zu überzeugen. Vielmehr wäre es dem Gesuchsteller –, die von ihm 

zu erwartende Mitwirkung und Bemühung vorausgesetzt – möglich gewe-

sen, die neuen Umstände und Beweismittel bereits im Verlaufe des Be-

schwerdeverfahrens einzubringen, das nach der angeblichen Entstehung 

der Beweismittel noch während rund zwei Monaten anhängig war. Es lie-

gen somit keine entschuldbaren Gründe dafür vor, dass der Gesuchsteller 

die Beweismittel erst nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens bei-

brachte. Die eingereichten Beweismittel sind bereits deshalb im Ergebnis 

revisionsrechtlich nicht erheblich. 

4.3 Dasselbe gilt für die undatierten Schreiben des Dorfvorstehers und des 

türkischen Anwalts, unabhängig von ihrem ohnehin geringen Beweiswert, 

sofern sie überhaupt vor Ergehen des Urteils des Bundesverwaltungsge-

richts entstanden sein sollten. Sollten sie später entstanden sein, käme 

ihnen schon deshalb vorliegend keine Relevanz zu, weil nachträglich ent-

standene Beweismittel vom Gericht weder im Rahmen eines Revisionsge-

suches entgegenzunehmen noch von Amtes wegen der Vorinstanz zur 

wiedererwägungsweisen Prüfung zu überweisen sind (vgl. BVGE 2013/22 

E. 3-13). Letzteres gilt schliesslich auch hinsichtlich des Arztzeugnisses 

vom 28. August 2014. 

4.4 Unabhängig vom unter E. 4.2 Gesagten, überzeugen die von der Vo-

rinstanz in der Vernehmlassung vorgebrachten Argumente, weshalb es 

sich bei den eingereichten Gerichtsdokumenten um Fälschungen handle 

das Gericht; auf die dort im einzelnen aufgezeigten Fälschungsmerkmale 

kann verwiesen werden und der Gesuchsteller nimmt bezeichnenderweise 

dazu im Rahmen der Replik keinerlei Stellung. Der erst nach Ablauf der 

Frist erhobene lapidare Einwand der mangelhaften Begründung des Fäl-

schungsvorwurfes verfängt offensichtlich nicht. In seiner Eingabe vom 17. 

November 2014 wird darauf verwiesen, der Gesuchsteller werde weitere 

Dokumente aus dem Gerichtsverfahren beschaffen und nachreichen. Dass 

dies bis heute nicht geschehen ist, stützt den Fälschungsvorwurf zusätz-

lich. Die entsprechenden Dokumente sind demzufolge vom Gericht einzu-

ziehen (Art. 10 Abs. 4 AsylG). 

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Seite 9 

5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Gesuchsteller nicht ge-

lungen ist, revisionsrechtlich relevante Gründe darzutun. Das Gesuch um 

Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts E-5393/2013 vom 16. 

Juli 2014 ist demzufolge abzuweisen. 

 

6.  

Der am 7. Oktober 2014 verfügte Vollzugsstopp wird mit dem vorliegenden 

Entscheid in der Hauptsache hinfällig. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten grundsätzlich dem 

Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Zwar wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2014 

gutgeheissen. Die Beurteilung der Aussichtslosigkeit erfolgte nach einer 

summarischen Prüfung der damals bestehenden Aktenlage. Nachdem sich 

die im Original eingereichten Beweismittel als Fälschung erwiesen haben, 

ist die Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung zu widerrufen. Die Verfahrenskosten sind demnach vom Be-

schwerdeführer zu tragen. Da davon auszugehen ist, dass die Fälschun-

gen vom Gesuchsteller zu verantworten sind beziehungsweise er darüber 

bei ihrer Einreichung im Bilde gewesen ist, ist auf mutwillige Prozessfüh-

rung zu erkennen (vgl. u.a. BGE 128 V 323 E. 1b mit Hinweisen). Dement-

sprechend sind die Kosten in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 VGKE gegen-

über der üblichen Gebühr zu erhöhen und auf Fr. 2000.– festzusetzen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4601/2014 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Der eingereichte Fahndungsauftrag des Präsidenten des 3. Schwurge-

richts E._______ an die Staatsanwaltschaft E._______, der Fahndungs-

auftrag und der Haftbefehl der Staatsanwaltschaft E._______ an die Poli-

zeidirektion C._______, alle vom 15. Mai 2014, in Original, werden vom 

Gericht eingezogen. 

3.  

Die mit Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2014 gewährte unentgeltliche 

Prozessführung wird widerrufen. Die Verfahrenskosten von Fr. 2000.– wer-

den dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab 

Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die zuständige kan-

tonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Sibylle Dischler 

 

 

Versand: