# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 567ce353-7f48-5d98-b700-85068822d105
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.12.2018 200 2018 398
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-398_2018-12-18.pdf

## Full Text

200 18 398 IV
FUE/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), der 
über keine Berufsbildung verfügt und zuletzt bis am 11. Oktober 2012 als 
… für die D.________ AG erwerbstätig war, meldete sich am 14. Januar 
2014 unter Hinweis auf eine Depression mit Verfolgungswahn bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV, Antwortbeilage [AB] 1, 10, 16). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) erwerbliche und medizinische Abklärun-
gen durch. Dabei veranlasste sie insbesondere eine interdisziplinäre Be-
gutachtung durch die Dres. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 13. Januar 
2015; AB 44.1). Aufgrund von Inkonsistenzen (vgl. AB 48) liess die IVB den 
Versicherten an 12 Tagen zwischen dem 26. Januar und 24. November 
2016 observieren (Bericht über die Beweissicherung vor Ort [BvO] vom 
12. Dezember 2016; AB 81) und durch Dr. med. G.________, Praktischer 
Arzt und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD), untersuchen (Bericht vom 15. Mai 2017; AB 80). In der Folge 
legte die IVB die Ergebnisse der Observation dem RAD-Psychiater 
Dr. med. G.________ zur Stellungnahme vor (Bericht vom 8. August 2017; 
AB 83) und stellte mit Vorbescheid vom 8. November 2017 (AB 84) die 
Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie berufliche Ein-
gliederungsmassnahmen bei einem Invaliditätsgrad von 19% in Aussicht. 
Nach Einwand des Versicherten (AB 87, 92) und Stellungnahme des (ehe-
maligen RAD-Psychiaters) Dr. med. G.________ vom 22. März 2018 
(AB 97) verfügte die IVB am 24. April 2018 wie angekündigt und wies das 
Leistungsbegehren ab (AB 98).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________ der B.________, am 23. Mai 2018 Beschwerde und beantrag-

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te die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer 
Invalidenrente. Gleichzeit stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher An-
walt. Ferner reichte er am 6. Juni 2018 eine weitere Unterlage ins Recht.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2018 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. April 2018 (AB 98). 
Streitig und zu prüfen ist aufgrund des Rechtsbegehrens des Beschwerde-
führers einzig der Rentenanspruch. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

3.1.1 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 19. April 2014 (AB 25) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine schizotype Störung (ICD-10 F21), differentialdia-
gnostisch eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), bestehend seit 
13. April 2011 (S. 2 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer leide seit ca. drei Jah-
ren unter einer Depression mit Verfolgungswahn. Trotz dieser Erkrankung 
habe er dank einer medikamentösen Behandlung und kognitiver Therapie 
die Arbeitsfähigkeit bis am 23. April 2013 aufrechterhalten können. Seit 
diesem Datum sei er aufgrund einer offensichtlichen Psychose zu 100% 
arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.4). 

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3.1.2 Im Bericht des Spitals I.________ vom 12. Mai 2014 (AB 28 S. 2 f.) 
wurden Spinalkanalstenosen C3/4, C5/6 und C6/7 mit Diskushernie C5/6 
links mit neuroforaminaler Kompression sowie mehretagere Osteochondro-
sen Modic Grad II mit Punctum maximum C6/7 und C3/4 diagnostiziert. Für 
die Armschmerzen auf der linken Seite seien sehr wahrscheinlich die Dis-
kushernien C5/6 und C6/7 verantwortlich (S. 2). 

3.1.3 Im orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. Januar 2015 
(AB 44.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Cervicobra-
chialgie rechts (bei Osteochondrose C3/4 mit Facettengelenksarthrose, 
Bandscheibenprotrusion und Kompression Nervenwurzel C4 links mehr als 
rechts, Facettengelenksarthrose und Diskushernie C5/6 mit Kompression 
der Nervenwurzel C6 links, fortgeschrittene Osteochondrose mit Diskuspro-
trusion C6/7 und Kompression der Nervenwurzel C7 links mehr als rechts 
sowie Diskusprotrusion C7/Th1 mit Nervenwurzelkompression C8 rechts 
mehr als links ohne Myelopathie), eine Lumboischialgie links (bei Dis-
kusprotrusion L4/5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L4 beidseits) und eine 
paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) diagnostiziert. Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Präadipositas aufgeführt (S. 32 Ziff. 11).

Aus orthopädischer Sicht könnten die bestehenden Nackenschmerzen und 
die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule (HWS) im We-
sentlichen auf die mehretageren degenerativen Veränderungen der HWS 
und die bildgebend dargestellten Nervenwurzelkompressionen zurückge-
führt werden. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven 
Befunde der Lendenwirbelsäule (LWS) seien zumindest teilweise mit der 
bildgebend nachgewiesenen Diskusprotrusion L4/5 mit Nervenwurzelkon-
takt L4 beidseits bedingt. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das 
zu einer vermehrten Belastung der abgenützten Bandscheibe führen kön-
ne. Körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vor-
wiegend sitzend oder stehend ausgeübt werden müssten und die mit häufi-
gen inklinierten, reklinierten und rotierten Körperhaltungen verbunden sei-
en, könnten wegen der bestehenden Cervicobrachialgie rechts und der 
Lumboischialgie links nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden (S. 8 
Ziff. 7.2 f.). In der angestammten Tätigkeit als … bestehe spätestens seit 
Mai 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 75%. Körperlich leichte Tätigkeiten in 

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temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend aus-
geübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte, reklinierte und 
rotierte Körperhaltungen eingenommen werden müssten, seien seit Mai 
2014 bei vermehrtem Pausenbedarf bei voller Stundenpräsenz zu 90% 
zumutbar (S. 9 Ziff. 8.1 f.).

Aus psychiatrischer Sicht lasse sich seit der Scheidungssituation 2009 eine 
psychische Verschlechterung mit paranoider Schizophrenie erheben. Diese 
sei gekennzeichnet durch Affektstörungen mit teils vermindertem Mit-
schwingen bis teils bizarrem Gesichtsausdruck mit wiederholtem Fletschen 
der Zähne sowie Neigung zu Unruhe- und Anpassungszuständen mit Reiz-
barkeit. Im Vordergrund stünden vor allem eine paranoide Erlebnisverarbei-
tung mit Beobachtungs-, Verfolgungs-, Beziehungs- und Beeinträchtigungs-
ideen sowie akustische Halluzinationen mit Stimmenhören. Hinzu kämen 
fehlende Zukunftsperspektiven sowie -ängste, aber auch diffuse Ängste mit 
Misstrauen gegenüber allen und sozialem Rückzug mit Vermeidungsver-
halten. Daneben würden ausgeprägte Schlafstörungen mit Ein- und Durch-
schlafstörungen angegeben, aber auch Albträume mit Schreckhaftigkeit 
und vegetativen Symptomen. Zudem liessen sich auch depressive Ver-
stimmungen mit Affektstörungen feststellen, wobei diese als Begleitsym-
ptomatik anzusehen seien (S. 24 f. Ziff. 7.2). Aufgrund des psychotischen 
Zustandsbildes im Sinne einer paranoiden Schizophrenie mit ausgeprägter 
wahnhafter Erlebnisverarbeitung und akustischer Halluzination seien die 
emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interes-
sen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit, die Anpassungsfähigkeit und die 
Dauerbelastbarkeit erheblich beeinträchtigt und es liessen sich nur wenige 
Ressourcen erheben (S. 25 f. Ziff. 7.3). Die berichteten und beklagten Be-
schwerden seien in sich weitgehend konsistent und es liessen sich nach 
den zu beobachtenden Beschwerden und präsentierten Symptomen keine 
wesentlichen Diskrepanzen oder Widersprüche erheben. Trotz des psycho-
tischen Zustandsbildes sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, im 
Januar 2014 nach … zu reisen und seine jetzige Frau zu heiraten, wobei er 
sich auch während der Reise beobachtet gefühlt habe. Auch auffallend sei, 
dass er trotz des angeblich seit etwa 2009 bestehenden psychotischen 
Zustandsbildes imstande gewesen sei, bis Oktober 2012 einer beruflichen 
Tätigkeit nachzugehen (S. 26 Ziff. 7.4). Aus psychiatrischer Sicht sei dem 

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Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als …seit ca. Januar 2013 
nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit (ohne erhöhte emotio-
nale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexi-
bilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, ohne überdurchschnittliche Dauer-
belastung, mit Einzelarbeitsplatz) bestehe seit ca. Januar 2013 eine 80%-
ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Arbeitspensum in geschütztem Rahmen 
(S. 27 f. Ziff. 8.1 f.).

Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, die ange-
stammte Tätigkeit sei seit Januar 2013 nicht mehr zumutbar. In einer ange-
passten Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung der somatischen und 
psychischen Beeinträchtigungen eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bei voller 
Stundenpräsenz in geschütztem Rahmen (S. 33 Ziff. 12).

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im Bericht vom 28. Mai 2015 (AB 48) aus, die von 
ihm bereits zuvor (vgl. AB 31) angesprochenen Zweifel seien nach der 
Durchsicht des Gutachtens eher stärker. Das psychiatrische „Krankheits-
bild“ sei weiterhin unklar, dies insbesondere in Hinsicht auf die Plausibilität 
der psychiatrischen Diagnose. Auf dem psychiatrischen Fachgebiet habe 
es lediglich die Auskünfte des behandelnden Psychiaters und diejenigen 
des psychiatrischen Gutachters. Es gebe keine Dokumente über den Be-
ginn der Erkrankung. Diese soll zwar ca. 2010 begonnen haben, der Be-
schwerdeführer habe aber trotzdem (unter medikamentöser und kognitiver 
Therapie) noch drei Jahre unverändert weiterarbeiten können. Eine statio-
näre psychiatrische Behandlung habe offenbar nie stattgefunden (S. 2).

3.1.5 Dr. med. H.________ bezeichnete den Gesundheitszustand im Be-
richt vom 28. November 2016 (AB 65) als verschlechtert. Mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er zusätzlich eine Diskushernie 
HWK 5/6 und eine spondylotische Vorwölbung HWK 6/7. Der Beschwerde-
führer leide aktuell an akustischen Halluzinationen, Wahrnehmungsstörun-
gen, Störungen der Stimmung und des Antriebs, Denkstörungen, Furcht-
samkeit und Misstrauen sowie an einem paranoiden Delirium (S. 2). Ferner 
attestierte er ab dem 13. April 2011 bis heute in der Tätigkeit als … eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Im derzeitigen Zustand sei nur eine Beschäf-
tigungsarbeit mit Sozialisierung möglich (S. 3).

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3.1.6 Im weiteren Verlauf wurde der Beschwerdeführer durch den RAD-
Psychiater Dr. med. G.________ untersucht. Dieser diagnostizierte im Un-
tersuchungsbericht vom 15. Mai 2017 (AB 80) einen Verdacht auf Simulati-
on (ICD-10 Z76.5) bei vorbeschriebener paranoider Schizophrenie (ICD-10 
F20.0), eine iatrogene Abhängigkeit von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.24) 
und einen Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10 
F12.1). Die als schlecht beschriebene Konzentrationsfähigkeit habe sich im 
Rahmen der Exploration nicht als derart schlecht objektivieren lassen und 
sei höchstens leichtgradig vermindert gewesen, dies trotz angegebenem 
andauernden Hören von Stimmen und dem nachweislich hohen Blutspiegel 
von Benzodiazepinen. Spontan habe der Beschwerdeführer von Sympto-
men wie Stimmenhören, Beeinträchtigungserleben, Gedankeneingebung 
sowie Verfolgungs- und Beobachtungsideen berichtet (S. 10 unten). Diese 
Wahrnehmungen habe er selbst als Halluzinationen bezeichnet, so dass 
am ehesten von Pseudohalluzinationen gesprochen werden müsse, wenn 
er die Sensationen selbst als irreal interpretieren könne. Es habe insge-
samt so gewirkt, als ob alle gängigen Symptome aus einem psychiatri-
schen Lehrbuch aufgezählt würden. Einzig formale Denk- und Bewegungs-
störungen seien nicht feststellbar gewesen. Formal seien unter Berücksich-
tigung der Angaben des Beschwerdeführers die diagnostischen Kriterien 
für die Diagnosestellung einer paranoiden Schizophrenie erfüllt. Aufgrund 
der Untersuchungsbefunde, des Verhaltens des Beschwerdeführers, der 
angegebenen Symptome sowie der festgestellten Inkonsistenzen ergäben 
sich jedoch erheblich Zweifel, dass eine Störung aus dem schizophrenen 
Formenkreis in derartiger Ausprägung vorliegen soll. Personen mit solch 
akuter Symptomatik fänden sich meist in psychiatrischen Kliniken, da sie 
ausserhalb nicht funktionieren könnten. Auch sei das Fehlen formaler 
Denkstörungen angesichts der restlichen Symptomatik untypisch. Zusam-
menfassend fänden sich verschiedene Diskrepanzen, die an eine Simulati-
on einer psychischen Erkrankung denken liessen. So bestehe zwischen 
den subjektiven und massiven Beschwerden und dem Verhalten des Be-
schwerdeführers in der Untersuchungssituation eine deutliche Diskrepanz. 
Er mache wenig präzise Angaben zum bisherigen Krankheitsverlauf. Das 
Ausmass der geschilderten Beschwerden stehe nicht in Übereinstimmung 
mit der entsprechenden Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe. Das psy-
chosoziale Funktionsniveau, zumindest im familiären Rahmen, bei der All-

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tagsbewältigung scheine weitgehend intakt. Er könne sich gemäss eigenen 
Angaben auch auf der Strasse bewegen und kleinere Besorgungen ma-
chen. 2014 sei er in der Lage gewesen, nach … zu reisen und dort zu hei-
raten. Ferner habe er sich angesichts der Abklärungen durch die IV auch 
sehr zielgerichtet verhalten können. Die vorgebrachten Klagen wirkten ap-
pellativ, demonstrativ und theatralisch. Die Angaben des Beschwerdefüh-
rers würden in einigen Fällen von früheren Angaben gemäss Aktenlage 
abweichen. Es sei auf jeden Fall von einer deutlichen Aggravation der gel-
tend gemachten Beschwerden auszugehen (S. 11). Zur Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit liessen sich derzeit, insbesondere auch wegen des regel-
mässigen Konsums von Benzodiazepinen, keine verlässlichen Angaben 
machen. Diesbezüglich sei zunächst eine qualifizierte Entzugs- und Ent-
wöhnungstherapie in einem stationären Rahmen notwendig (S. 12). 

Am 8. August 2017 nahm der RAD-Psychiater nochmals Stellung (AB 83), 
nachdem ihm die Observationsergebnisse zur Beurteilung vorgelegt wor-
den waren. Dr. med. G.________ gelangte zum Schluss, es sei unter 
Berücksichtigung der Untersuchungsbefunde vom 11. April 2017 (vgl. AB 
80) und der zusätzlichen Erkenntnisse aufgrund des Berichtes der BvO 
vom 12. Dezember 2016 (AB 81) wegen der feststellbaren und ausgepräg-
ten Diskrepanzen des Verhaltens in beobachteten Situationen und des 
Verhaltens in unbeobachtet geglaubten Situationen aus medizinischer Sicht 
nicht davon auszugehen, dass objektiv eine schwere und in allen Lebens-
bereichen (privat, beruflich, familiär) stark beeinträchtigende psychische 
Störung vorliege, wie es eine paranoide Schizophrenie mit florider Posi-
tivsymptomatik sei. Dagegen spreche insbesondere auch das Verhalten 
des Beschwerdeführers im öffentlichen Raum, welches als geordnet und 
zielstrebig und für Laien als unauffällig beurteilt werden müsse. Das Verhal-
ten im Rahmen der beobachteten Situationen weiche doch deutlich davon 
ab und müsste mit dem sehr auffälligen und demonstrativen Charakter und 
den subjektiv angegebenen, ausgeprägten Beschwerden auch in anderen 
Lebenssituationen beobachtet werden können (z.B. auf der Strasse; S. 4 
unten). Damit sei davon auszugehen, dass eine bewusste Erzeugung psy-
chischer Symptome bestehe, die auch zielgerichtet (Erhalt von Leistungen) 
sei. Aus psychiatrischer Sicht liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
keine schwerwiegende psychische Störung im Sinne einer Erkrankung aus 

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dem schizophrenen Formenkreis vor. Es sei auch mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nie eine solche Störung vor-
gelegen habe. Die bestehende (iatrogene) Benzodiazepinabhängigkeit und 
der Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden hätten per se 
keine längerdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5).

3.1.7 Im Bericht vom 15. Januar 2018 (AB 92 S. 2) bestätigte Dr. med. 
H.________ die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie. Eine seit einem 
Jahr anhaltende Verschlechterung des Zustandsbildes sei in Anbetracht 
der Observationen verständlich. Aktuell bestehe eine Schwierigkeit in der 
Kommunikation mit dem Beschwerdeführer, da dieser denke, dass 
Dr. med. H.________ falsche Informationen an die IV übermittle. Er denke 
auch, dass in den Medikamenten, die er verschrieben bekomme, Mikro-
chips enthalten seien, welche die Beschwerdegegnerin über seine Hand-
lungen informierten. Aus der Familienanamnese des Beschwerdeführers 
sei bekannt, dass die Mutter und der ältere Bruder an einer Schizophrenie 
leiden würden und in … in Behandlung seien. 

3.1.8 Auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin nahm Dr. med. G.________ 
am 22. März 2018 zu den einwandweise erhobenen Vorbringen Stellung 
(AB 97). Er legte dar, insbesondere aus dem Bericht von Dr. med. 
H.________ vom 15. Januar 2018 ergäben sich keine neuen relevanten 
Informationen. Darin werde lediglich eine Reaktion des Beschwerdeführers 
nach Bekanntwerden der BvO beschrieben, die in gewissem Masse nach-
vollziehbar sei. Das Gutachten von Dr. med. F.________ aus dem Jahre 
2015 basiere vor allem auf subjektiven Beschwerdeschilderungen und 
anamnestischen Angaben. Es hätten zum damaligen Zeitpunkt keine objek-
tiven Angaben (z.B. BvO) zur Verfügung gestanden. Unter Berücksichti-
gung der eigenen Untersuchung und der Ergebnisse der BvO seien die 
Schlussfolgerungen von Dr. med. F.________ wenig plausibel. Aus versi-
cherungspsychiatrischer Sicht könne weiterhin auf die bisherigen RAD-
Beurteilungen abgestellt werden (S. 4).

3.1.9 Dr. med. H.________ bestätigte im – im Beschwerdeverfahren ein-
gereichten – Bericht vom 4. Juni 2018 (Beschwerdebeilage [BB] 4) erneut 
die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie. Es handle sich um eine fa-
miliäre Krankheit. Er wies darauf hin, dass er dem Beschwerdeführer Tran-

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xilium (Benzodiazepine) verschreibe. Es sei unabdingbar, dass eine neutra-
le und universitäre Expertise durchgeführt werde, mit welcher die Diagnose 
auf eine seriöse und unparteiische Weise belegt werden könne.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2017 IV Nr. 13 S. 31 E. 3, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 13

der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3 In beweisrechtlicher Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob die im Rahmen 
der BvO erlangten Beweismittel (schriftlicher Bericht der Beobachtungen 
vom 12. Dezember 2016 [AB 81] sowie Videoaufzeichnungen in Form von 
zwei DVDs) im vorliegenden Verfahren verwertet werden können.

3.3.1 Sowohl in der Unfall- wie auch in der Invalidenversicherung fehlt es 
– jedenfalls bis zum Inkrafttreten der an der eidgenössischen Abstimmung 
vom 25. November 2018 angenommenen Änderung des ATSG (Art. 43a 
und 43b ATSG) – an einer genügenden gesetzlichen Grundlage, welche 
die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regelt (BGE 143 
I 377 E. 4 S. 384). Eine unter geltendem Recht durchgeführte Observation 
verletzt damit Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und ist rechts-
widrig. Ob die Ergebnisse von Observationen trotz festgestellter Rechtswid-
rigkeit in einem konkreten Verfahren beweismässig verwertbar sind, beur-
teilt sich allein nach dem schweizerischen Recht. Dazu ist eine Abwägung 
zwischen den privaten Interessen des Betroffenen und dem öffentlichen 
Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs durchzu-
führen (BGE 143 I 377 E. 5.1.1 S. 385 f.).

Von einem absoluten Verwertungsverbot ist im Sozialversicherungsrecht 
insoweit auszugehen, als es um Beweismaterial geht, das im nicht öffent-
lich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde. Wurde der IV-
Bezüger demgegenüber nur im öffentlichen Raum, ohne äussere Beein-
flussung und ohne dass ihm eine Falle gestellt wurde, überwacht, war er 
zudem weder einer systematischen noch ständigen Überwachung ausge-
setzt und wurde die Observation aufgrund ausgewiesener Zweifel eingelei-
tet, überwiegt grundsätzlich das erhebliche öffentliche Interesse an der 
Verhinderung eines Versicherungsmissbrauchs, womit der Observationsbe-
richt inkl. Foto- und Videoaufnahmen in die Beweiswürdigung miteinbezo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 14

gen werden dürfen (BGE 143 I 377 E. 5.1.2 f. S. 386; Entscheide des Bun-
desgerichts [BGer] vom 9. November 2017, 9C_328/2017, E. 5, und vom 
15. Februar 2018, 8C_2/2018, E. 4.3).

3.3.2 Vorliegend ist der RAD-Arzt Dr. med. J.________ im Bericht vom 
28. Mai 2015 (AB 48 S. 2) nach Vorlage des orthopädisch-psychiatrischen 
Gutachtens vom 13. Januar 2015 (AB 44.1) zum Schluss gekommen, die 
darin erfolgte psychiatrische Beurteilung sei unklar. Dabei äusserte er ins-
besondere Bedenken an der Plausibilität der psychiatrischen Diagnose. 
Zudem wies Dr. med. F.________ im Gutachten vom 13. Januar 2015 
(AB 44.1 S. 26 Ziff. 7.4) auf Diskrepanzen bzw. Auffälligkeiten hin, beson-
ders dass der Beschwerdeführer trotz des angeblich seit etwa 2009 beste-
henden psychotischen Zustandsbildes imstande war, bis Oktober 2012 
einer beruflichen Tätigkeit als … nachzugehen sowie im Januar 2014 nach 
… zu reisen und seine jetzige (zweite) Ehefrau zu heiraten. Aufgrund die-
ser Widersprüchlichkeiten sind Zweifel entstanden, ob der Beschwerdefüh-
rer tatsächlich in dem von ihm geltend gemachten Ausmass gesundheitlich 
eingeschränkt ist. Damit bestand – entgegen der Auffassung in der Be-
schwerde (S. 5 Ziff. 5) – eine objektive Gebotenheit der Observation („An-
fangsverdacht“; BGE 137 I 327 E. 5.4.2.1 S. 332; Entscheid des BGer vom 
20. Dezember 2017, 8C_515/2017, E. 5.3).

Hinsichtlich des beanstandeten Überwachungszeitraums (Beschwerde S. 5 
Ziff. 5) ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass sich die 
Überwachung über einen eher langen Zeitraum erstreckte (26. Januar bis 
24. November 2016; AB 81 S. 3). Dabei war sie jedoch auf 12 Tage 
begrenzt. Der zeitliche Umfang des Eingriffs in die Privatsphäre des Be-
schwerdeführers war somit gering (vgl. auch BGer 8C_2/2018, in dem das 
Bundesgericht eine Observation während insgesamt 13 Monaten als zuläs-
sig qualifiziert hat). Ferner erfolgten die Beobachtungen einzig im öffentli-
chen, frei einsehbaren Raum, wobei hauptsächlich zu sehen ist, wie der 
Beschwerdeführer – ohne dass er ein aussergewöhnliches Verhalten an 
den Tag legen würde – herumspaziert, Fahrrad fährt, das Mobiltelefon und 
den Bus oder Zug benutzt, mit Drittpersonen Gespräche führt, sich Zigaret-
ten dreht, an Haltestellen wartet oder einkaufen geht (AB 81 S. 3 ff.). Auch 
die Auswertung von öffentlich zugänglichen, nicht passwortgeschützten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 15

Einträgen auf „…“, wo u.a. zu sehen ist, wie der Beschwerdeführer mit ei-
nem anderen Mann Gemüse rüstet bzw. kocht und sich dabei angeregt und 
lachend unterhält (AB 81 S. 29), kann nicht als Verletzung der Privatsphäre 
qualifiziert werden (Entscheid des BGer vom 25. August 2017, 
8C_192/2017, E. 5.4.3.2). Ferner gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschwerdeführer Beeinflussungsversuchen ausgesetzt gewesen (Be-
schwerde S. 5 Ziff. 5) oder ihm gar eine Falle gestellt worden wäre. Eben-
falls nicht gefolgt werden kann dem Einwand, dass die Überwachung bei 
diesem Krankheitsbild unzulässig sei (Beschwerde S. 5 Ziff. 5), zumal – wie 
nachfolgend dargelegt wird – hier gar keine psychiatrische Störung erstellt 
ist resp. – wie dargelegt – Zweifel an deren Bestehen vorlagen.

Damit und vor allem mit Blick auf die aufgezeichneten alltäglichen Verrich-
tungen und Handlungen kann insgesamt bei bloss geringfügiger Tangie-
rung der Privatsphäre jedenfalls nicht von einer schweren Verletzung der 
Persönlichkeit ausgegangen werden. Demgegenüber wiegt das Interesse 
des Versicherungsträgers, unrechtmässige Leistungsbezüge abzuwenden, 
schwerer als das Interesse des Beschwerdeführers an einer unbehelligten 
Privatsphäre. Damit können die vorliegend ohne ausreichende gesetzliche 
Grundlage erhobenen Observationsergebnisse in Form des entsprechen-
den Berichts sowie der Foto- und Videoaufnahmen verwertet werden.

3.4 Aus somatischer resp. orthopädischer Sicht erfüllt das orthopädisch-
psychiatrische Gutachten vom 13. Januar 2015 (AB 44.1) die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Dr. med. 
E.________ hat sich in seiner fachärztlichen Beurteilung in Kenntnis der 
medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen (somatischen) 
Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und seine 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf seine eigene Untersuchung 
getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusam-
menhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Der Gutachter hat schlüs-
sig dargelegt, dass der Beschwerdeführer (aus somatischer Sicht) mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer Cervicobrachialgie rechts und 
einer Lumboischialgie links leidet und dass die angestammte Tätigkeit als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 16

… seit Mai 2014 noch zu 25% zumutbar ist. Ferner hat er nachvollziehbar 
begründet, dass in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit (in tem-
perierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufig 
inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen) eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 90% besteht (AB 44.1 S. 7 Ziff. 6.1, S. 9 Ziff. 8.1 f.). Die-
se Beurteilung findet in den vorliegenden medizinischen Akten Rückhalt 
und wird auch nicht bestritten. Darauf ist abzustellen.

3.5 Soweit im Gutachten vom 13. Januar 2015 aus psychiatrischer Sicht 
aufgrund der diagnostizierten paranoiden Schizophrenie in der angestamm-
ten Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten 
Tätigkeit im geschützten Rahmen eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert 
worden ist (AB 44.1 S. 23 Ziff. 6, S. 27 f. Ziff. 8.1 f.), kann dem nicht gefolgt 
werden. 

Zum einen hat sich Dr. med. F.________ in seiner Beurteilung primär auf 
die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Dabei hat er es 
jedoch unterlassen, sich mit den von ihm selber erwähnten (vgl. AB 44.1 
S. 26 f. Ziff. 7.4 f.), offensichtlich bestehenden Widersprüchlichkeiten aus-
einanderzusetzen. So geht aus dem Gutachten nicht schlüssig hervor, 
weshalb der Beschwerdeführer trotz der angeblich 2009 eingetretene psy-
chischen Verschlechterung mit paranoider Schizophrenie in der Lage ge-
wesen sein soll, bis Oktober 2012 ohne Einschränkung zu arbeiten 
(AB 44.1 S. 24). Weiter ist nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer 
ausgehend von dem von Dr. med. F.________ geschilderten psychoti-
schen Zustandsbild imstande gewesen sein soll, im Jahr 2014 nach … zu 
reisen und seine zweite Ehefrau zu heiraten (AB 44.1 S. 26 Ziff. 7.4), was 
mit erheblichem administrativen Aufwand verbunden gewesen sein dürfte. 
Des weiteren hat der Gutachter auch keine Laborkontrolle vorgenommen, 
womit er die Medikamenten-Compliance nicht beurteilen bzw. andere Ein-
flüsse (Cannabis) nicht ausschliessen konnte (vgl. dazu DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT [Hrsg.], Internationale Klas-
sifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Diagnostische Krite-
rien für Forschung und Praxis, 6. Aufl. 2016, S. 98, wonach ein Aus-
schlussvorbehalt dergestalt besteht, dass die Schizophrenie nicht einer 
Substanzintoxikation o.ä. zugeordnet werden darf).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 17

Zum anderen hat der RAD-Psychiater Dr. med. G.________ im Bericht 
vom 8. August 2017 (AB 83) unter Berücksichtigung seiner eigenen Unter-
suchung vom 11. April 2017 und der Ergebnisse der BvO in schlüssiger 
und nachvollziehbarer Weise aufgezeigt, weshalb der Einschätzung von 
Dr. med. F.________ nicht gefolgt werden kann. Dabei legte er dar, dass 
das Verhalten des Beschwerdeführers während der psychiatrischen Unter-
suchung am 11. April 2017 im Widerspruch mit demjenigen Verhalten steht, 
das dieser anlässlich der Observation präsentiert hat. Während der Unter-
suchung vom 11. April 2017 und im Rahmen des Standortgesprächs bei 
der Beschwerdegegnerin vom 19. Juli 2016 (AB 59) habe sich der Be-
schwerdeführer sehr auffällig verhalten („schaute sich im Raum um, auch 
unter der Tischplatte“), spontan verschiedene psychiatrische Symptome 
(Halluzinationen, Verfolgungs- und Beeinträchtigungsideen, Ich-Störungen 
etc.) geäussert und sich als sehr beeinträchtigt dargestellt (AB 83 S. 3 f.). 
Entsprechend auffällig hatte sich der Beschwerdeführer im Übrigen bereits 
anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. F.________ am 15. Dezember 
2014 verhalten („schaut ... misstrauisch und suchend herum. Dabei sieht er 
einen Gegenstand an der Wand, den er als Überwachungskamera interpre-
tiert. Er erschrickt und möchten den Raum verlassen“; „beobachtet ständig 
skeptisch den Untersuchungsraum“; AB 44.1 S. 22 Ziff. 5.1 und S. 25). In 
unbeobachteten Situationen habe der Beschwerdeführer dagegen ein ge-
ordnetes und zielstrebiges, für Laien unauffälligen Verhalten gezeigt. So 
habe er sich insbesondere einen Tag vor und nach dem Standortgespräch 
(18. und 20. Juli 2016) ausserhalb der IV-Stelle unauffällig verhalten, mithin 
nicht so, wie das bei schizophrenen Personen mit ähnlich florider Sympto-
matik zu erwarten gewesen wäre. Der RAD-Psychiater erachtete es als 
unwahrscheinlich, dass bei solch starker subjektiver Beeinträchtigung und 
Symptomatik – wobei zu erwähnen sei, dass Personen mit ähnlich ausge-
prägter Symptomatik meistens in stationärem Rahmen anzutreffen seien – 
eine derartige Verhaltenskontrolle im öffentlichen Raum möglich sein sollte 
(AB 83 S. 4). Überzeugend kam Dr. med. G.________ zum Schluss, dass 
aufgrund dieses Widerspruchs auf die willentliche Präsentation der subjek-
tiven Symptomatik geschlossen werden muss und dass somit aus psychia-
trischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit be-
steht, zumal auch die bestehende iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 18

und der Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden keine län-
gerdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben (AB 83 S. 5). 

Die zahlreichen Berichte des behandelnden Psychiaters (AB 25, 65, 92 
S. 2; BB 4), in welchen als psychiatrische Diagnose eine paranoide Schi-
zophrenie aufgeführt und eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wor-
den ist, vermögen die schlüssige Beurteilung des RAD-Psychiaters nicht in 
Zweifel zu ziehen. Denn der behandelnde Psychiater hat sich in seinen 
Einschätzungen – wie Dr. med. F.________ – hauptsächlich auf die subjek-
tiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt und sich insbesondere 
nicht mit dem während der BvO gezeigten (unauffälligen) Verhalten des 
Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Darüber hinaus erweisen sich die 
Berichte auch als widersprüchlich, da der Psychiater den Beginn der attes-
tierten 100%-Arbeitsunfähigkeit einerseits auf den 23. April 2013 (AB 25 
S. 3) und andererseits auf den 13. April 2011 (AB 65 S. 3; vgl. auch AB 56 
S. 3) gelegt hat.

3.6 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass aus psychiatri-
scher Sicht kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. 
Aufgrund der bestehenden somatischen Einschränkungen ist dem Be-
schwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als … seit Mai 2014 noch zu 
25% zumutbar. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit ist dage-
gen von einer 90%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Der 
Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb in antizipierter Beweis-
würdigung auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist.

Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs zu er-
mitteln.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 19

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300; 129 V 222). Vorliegend ist aufgrund der bestehenden somatischen 
Einschränkungen seit Mai 2014 in der angestammten Tätigkeit als … eine 
75%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.4 und 3.6 hiervor). Der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 20

frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der IV-Anmeldung im Januar 2014 (AB 1) in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf das Jahr 2015 festzuset-
zen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen.

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Tabellenlöhne ermittelt (AB 98 S. 2). Dies ist – mangels einer Tätigkeit, 
die der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich weitergeführt hät-
te – nicht zu beanstanden und wird denn auch nicht bestritten. Dabei ist 
angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keine Berufsausbil-
dung abgeschlossen hat und er seit seiner Einreise in die Schweiz 2004 als 
… für diverse Firmen sowohl im …- als auch … tätig war (AB 1, 10, 13, 15, 
16, 21), auf das Total des Kompetenzniveaus 1 (einfache Arbeiten körperli-
cher oder handwerklicher Art) der LSE 2014 abzustellen. 

Ferner hat der Beschwerdeführer, der in einer angepassten, körperlich 
leichten Tätigkeit zu 90% arbeits- und leistungsfähig ist (vgl. E. 3.4 und 3.6 
hiervor), keine Verweisungstätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenom-
men. Damit ist das hypothetische Invalideneinkommen anhand des glei-
chen Tabellenlohnes zu bestimmen (vgl. E. 4.1.2 hiervor), zumal dem Be-
schwerdeführer diverse Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeitsgebieten 
offen stehen.

Da somit sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf der 
gleichen Basis zu ermitteln ist, erübrigt sich die Durchführung eines zah-
lenmässigen Einkommensvergleichs. Der Invaliditätsgrad entspricht dem 
Umfang der Arbeits- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung eines 
allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 4. August 
2017, 8C_358/2017, E. 2.2; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesge-
setz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 323). Der von 
der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 10% (AB 98 S. 2; vgl. 
E. 4.1.2 hiervor) ist nicht zu beanstanden. Ein höherer Abzug ist nicht ge-
rechtfertigt, weil ein Teil der behinderungsbedingten (somatischen) Ein-
schränkungen (vermehrter Pausenbedarf) bereits mit der um 10% vermin-
derten Leistungsfähigkeit berücksichtigt wurden und allfällige invaliditäts-
fremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Be-
schäftigungsgrad) hier bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 21

(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Damit re-
sultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 19% (Leistungs-
minderung von 10% und behinderungsbedingter Abzug von 10%).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und 
– unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (E. 5.3 hiernach) – dem 
unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG).

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege:

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

5.3.2 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der Akten und 
angesichts der Sozialhilfeabhängigkeit ausgewiesen (BB 3). Im vorliegen-
den Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 22

zeichnen. Weiter war eine anwaltliche Verbeiständung geboten, so dass 
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist 
unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt.

Damit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) i.V.m. Art. 113 VRPG – 
von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. 

5.3.3 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

5.3.4 Die von Rechtsanwalt C.________ eingereichte Kostennote vom 
9. August 2018 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Entsprechend dem 
geltend gemachten Aufwand von 9.20 Stunden à Fr. 130.-- wird das amtli-
che Honorar auf Fr. 1‘196.--, zuzüglich Fr. 83.-- Auslagen und Fr. 98.50 
Mehrwertsteuer, somit total auf Fr. 1‘377.50 festgesetzt und Rechtsanwalt 
C.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 
ZPO (Art. 113 Abs. 1 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘377.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Dieser Betrag wird Rechtsanwalt C.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/18/398, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.