# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c626605f-4885-5e0b-bfcb-c2f2832a3ecf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.08.2010 IV 2009/420
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-420_2010-08-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/420

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 23.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2010
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gestützt auf die in den RAD-Stellungnahmen 
und in den Berichten des behandelnden Arztes bescheinigte 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ist ein 
Rentenanspruch und ein weiterer Abklärungsbedarf zu verneinen (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. August 2010, IV 
2009/420).

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2010

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 23. August 2010

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a K.___, geboren 1955, meldete sich am 25. April 2008 zum Bezug von IV-Leistungen 

an (act. G 4.1). Der RAD-Arzt Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte 

im Frühinterventions-Gesprächsprotokoll vom 19. Mai 2008 unter Hinweis auf 

fachärztliche Beurteilungen des Kantonsspitals St. Gallen folgende Diagnosen: eine 

Arthrose des rechten USG, eine spastische Monoparese des rechten Beins ungeklärter 

Ätiologie und ein Lumbovertebralsyndrom. In der bisherigen Tätigkeit des Versicherten 

als temporärer Produktionsmitarbeiter, die vorwiegend auch aus wirtschaftlichen 

Gründen verloren gegangen sei, bestünden Einschränkungen bei der Fortbewegung. 

Wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange Gehstrecken seien dem Versicherten 

vollschichtig zumutbar (act. G 4.6). Auch für den behandelnden Hausarzt stehe ausser 

Zweifel, dass der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei 

(vgl. Aktennotiz von Dr. A.___ vom 19. Mai 2008, act. G 4.7).

A.b Im Vorbescheid vom 2. Juni 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, 

einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu verneinen (act. G 4.18). Dagegen erhob der 

Versicherte am 11. Juni 2008 Einwand (act. G 4.21). Ferner nahm der behandelnde 

Dr. med. B.___ am 11. Juni 2008 Stellung zum Vorbescheid. Der Versicherte sei für 

angepasste Tätigkeiten vollschichtig einsatzfähig und Früh-Interventionsmass-nahmen 

seien sehr sinnvoll. Deshalb sollten berufliche Massnahmen getroffen werden (act. 

G 4.19). Am 5. Juni 2009 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung bestehe (act. G 4.31).

A.c Mit Vorbescheid vom 11. September 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (act. G 4.37). Dr. B.___ 

berichtete am 29. September 2008, dass der Versicherte gemäss den orthopädischen 

und rheumatologischen Abklärungen in einer leidensadaptierten Tätigkeit zeitlich voll 

arbeitsfähig sei. Er solle eine Arbeit in vorwiegend sitzender Stellung zeitlich voll 

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ausführen können und zwar ab dem 1. Dezember 2008, leistungsmässig zu 50%. Er 

habe dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit bis 30. November 2008 attestiert, um 

ihn psychiatrischerseits zu behandeln und ihn auf die neue Situation im Dezember 2008 

einzustellen. Die bis anhin attestierten Arbeitsunfähigkeiten hätten sämtliche 

Tätigkeiten, nicht nur die bisherige betroffen (act. G 4.40). Am 9. Oktober 2008 erhob 

der Versicherte Einwand und beantragte, dass seine Erwerbsfähigkeit gutachterlich 

abzuklären und ihm die gesetzlichen Rentenleistungen zuzusprechen seien (act. 

G 4.38).

A.d In der RAD-Stellungnahme vom 22. Oktober 2008 empfahl Dr. A.___ weitere 

Abklärungen (Einholen Bericht bei Dr. B.___ sowie Nachfrage beim Versicherten 

bezüglich psychiatrischer, orthopädischer oder sonstiger fachärztlicher Behandlung; 

act. G 4.41).

A.e Im Arztbericht vom 30. Oktober 2008 diagnostizierte Dr. B.___ mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit eine USG-Arthrose rechts, Monoparese der rechten unteren 

Extremität ungeklärter Ätiologie; eine arterielle Hypertonie; eine 

Schallleitungsschwerhörigkeit links bei Zustand nach Ohroperation ca. 1980; eine Otitis 

media chronica symplex rechts. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bescheinigte er 

dem Versicherten für den Zeitraum vom 19. November 2007 bis 30. November 2008 

eine 100%ige, für die Dauer vom 1. Dezember 2008 bis auf weiteres eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei stationär. Jegliche vorwiegend 

sitzende Tätigkeiten seien dem Versicherten ohne Verminderung der Leistungsfähigkeit 

zumutbar (act. G 4.46). Der Versicherte teilte am 23. Dezember 2008 mit, dass er 

ausschliesslich bei Dr. B.___ in Behandlung stehe (act. G 4.49).

A.f   In der RAD-Stellungnahme vom 13. Januar 2009 kam Dr. A.___ zum Schluss, dass 

der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine bezüglich der zeitlichen 

Präsenz und der Leistungsfähigkeit vollumfängliche Arbeitsfähigkeit verfüge. Es 

bestünden keine neuen Gesundheitsschäden (z.B. psychiatrische), die eine 

gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche nahe legen würden (act. 

G 4.52). Im Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 10. Juli 2009 führten die 

Projektleiter aus, dass der Versicherte bei einer körperlich leichten Arbeit eine 

durchschnittliche Leistungsfähigkeit zwischen 20 und 40% gezeigt habe (act. G 4.57). 

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Im Verlaufsbericht vom 12. August 2009 gab Dr. B.___ an, dass der 

Gesundheitszustand des Versicherten stationär sei (act. G 4.60).

A.g Die IV-Stelle teilte dem Versicherten im Vorbescheid vom 31. August 2009 mit, 

dass sie einen Anspruch auf eine IV-Rente ablehne (act. G 4.66). Im dagegen 

gerichteten Einwand beantragte der Versicherte eine medizinische Abklärung seiner 

Erwerbsfähigkeit sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Rentenleistungen mit Wirkung 

ab 1. November 2008 (act. G 4.67).

A.h Mit Verfügung vom 9. Oktober 2009 lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des 

Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, dass es dem Versicherten möglich sei, 

in einer leichten, vorwiegend im Sitzen auszuübenden Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsleistung zu erbringen. Bei der Verwertung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

ergäbe sich keine Erwerbseinbusse. Für weitere medizinische Abklärungen bestehe 

keine Veranlassung (act. G 4.69).

B.     

B.a Gegen die Verfügung vom 9. Oktober 2009 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 6. November 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Rückweisung der 

Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen. Im 

Wesentlichen macht er geltend, dass der medizinische Sachverhalt nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt worden sei (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. Januar 

2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der 

Beschwerdeführer gestützt auf die Einschätzungen des RAD sowie des behandelnden 

Arztes für leidensadaptierte Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge 

(act. G 4).

B.c In der Replik vom 5. Februar 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

unverändert fest (act. G 7).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer begründeten Duplik 

(act. G 9).

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Erwägungen:

1.      

Zwischen den Parteien strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die medizinische 

Aktenlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers 

ausreichend ist.

2.       

2.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf 

eine Viertelsrente.

2.2   Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).

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2.3   Gemäss Art. 59 Abs. 2  IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den 

IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine 

zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in 

ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die RAD die 

medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten 

Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der 

allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Sie können 

bei Bedarf selbst ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten 

die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).

2.4   Sinn und Zweck von Art. 59 Abs. 2  IVG sowie von Art. 49 IVV liegen darin, dass 

die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene 

Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen 

versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die 

Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten 

verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten 

zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Bestimmung 

der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen 

die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer 

allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine 

erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen 

Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des 

RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht 

noch zumutbar ist und was nicht (Botschaft vom 23. Juni 2005 zur Änderung des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [5. Revision], BBl 2005 4572 und 4577; 

Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/09, E. 4.1 f. mit weiteren 

Hinweisen auf die Materialien und Literatur).

2.5   Auf Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den 

allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (vgl. 

bis

bis

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hierzu vorstehende E. 2.2). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person 

untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der 

medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" selbst 

ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf 

die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab (BBl 2005 4572). Das Absehen von eigenen 

Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu 

stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit 

der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

14. Juli 2009, 9C_323/09, E. 4.3.1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).

3.       

Die Beschwerdegegnerin legte der angefochtenen Verfügung die Stellungnahmen des 

RAD sowie des behandelnden Arztes zugrunde. Gestützt darauf ging sie von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten aus (act. G 4.69).

3.1   Der Beschwerdeführer bringt gegen diese Schlussfolgerung der 

Beschwerdegegnerin vor, zur Abklärung der invalidisierenden Wirkung sei eine 

fachärztliche Expertise angezeigt (act. G 1). Dem kann nicht gefolgt werden. In den 

Akten liegen diverse fachärztliche Berichte (rheumatologisch, neurologisch und 

orthopädisch). Gemäss rheumatologischem Bericht vom 15. Oktober 2007 konnte 

keine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis gefunden werden (act. 

G 4.14-27 f.; vgl. act. G 4.14-9). Auch aus neurologischer Sicht konnten die vom 

Beschwerdeführer geklagten Leiden keiner Krankheitsentität zugeordnet werden (act. 

G 4.14-20; vgl. auch act. G 4.14-15). Im Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 7. Februar 2008 wurde dagegen eine 

schwerste USG-Arthrose rechts diagnostiziert (act. G 4.14-9). Es liegen damit 

ausreichende, auf eigenen Untersuchungen beruhende fachmedizinische 

Einschätzungen vor, die sich zum Gesundheitszustand und dem Beschwerdebild des 

Beschwerdeführers äussern. Es ist nicht ersichtlich, welche Gesichtspunkte die 

einzelnen Fachmediziner ausser Acht gelassen hätten. Weitere medizinische 

Abklärungen erübrigen sich daher. Damit geht einher, dass auch Dr. B.___ einen 

weiteren Abklärungsbedarf verneint (act. G 4.46-4).

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3.2   Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, dass der RAD keine eigenen 

Untersuchungen vorgenommen habe und der RAD-Arzt nicht über einen erforderlichen 

Facharzttitel verfüge (act. G 1).

3.2.1         Vorliegend ging es um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts (vgl. vorstehende E. 3.1), weshalb eine direkte ärztliche Befassung des 

RAD-Arztes bzw. eine eigene Untersuchung zur Würdigung der medizinischen 

Grundlagen nicht erforderlich war (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 

9C_323/09, E. 4.3.1 am Schluss).

3.2.2         Der RAD-Arzt Dr. A.___ verfügt bereits seit mehreren Jahrzehnten über den 

Facharzttitel der Inneren Medizin. Er hat zwar damit nicht spezielle rheumatologische, 

orthopädische oder neurologische Fachkenntnisse. Aus deren Fehlen vermag aber der 

Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, lagen doch bereits 

umfassende fachmedizinische Berichte in dem vom RAD-Arzt zu würdigenden 

Aktendossier. Dessen Stellungnahmen hatten darüber hinaus nicht den Zweck, die 

fachmedizinischen Beurteilungen durch eine eigene zu ersetzen. Vielmehr beschränkte 

er sich auf die Würdigung einer feststehenden medizinischen Aktenlage hinsichtlich der 

Frage der beim Beschwerdeführer bestehenden Leistungsfähigkeit. Vor diesem 

Hintergrund ist in der fehlenden fachärztlichen Qualifikation von Dr. A.___ kein 

wesentliches Indiz gegen seine auf fachmedizinischen Beurteilungen beruhende 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu sehen, zumal keine psychiatrischen Befunde 

aktenkundig sind.

3.3   Einen weiteren Mangel an der RAD-Einschätzung sieht der Beschwerdeführer da-

rin, dass sich der RAD-Arzt nicht detailliert zum funktionellen Leistungsvermögen 

geäussert habe (act. G 1). Der RAD-Arzt hielt nach Rücksprache mit dem 

behandelnden Arzt wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange Gehstrecken dem 

Leiden des Beschwerdeführers angepasst (act. G 4.6, G 4.41 und G 4.52). Auch der 

behandelnde Dr. B.___ ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer jegliche, 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar seien (act. G 4.46-7). Weitere limitierende 

Gesichtspunkte benannte auch er nicht. Aus den übrigen medizinischen Akten ergeben 

sich ebenfalls keine weiteren bei der Umschreibung einer Verweisungstätigkeit zu 

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berücksichtigende Einschränkungen. Es bestehen damit keine Zweifel an den vom 

RAD-Arzt festgestellten Anforderungen an eine leidensadaptierte Tätigkeit.

3.4   Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilungen von Dr. B.___ stützt, 

rügt der Beschwerdeführer, sie habe dabei ausser Acht gelassen, dass Dr. B.___ im 

Bericht vom 29. September 2008 zwar eine ganztägige Arbeit in sitzender Position als 

zumutbar bewertet, allerdings dabei lediglich eine um 50% eingeschränkte 

Leistungsfähigkeit attestiert und darüber hinaus ab 1. Dezember 2008 bis auf weiteres 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt habe (act. G 1).

3.4.1         Im von Dr. B.___ unterzeichneten Frühinterventions-Gesprächsprotokoll vom 

19. Mai 2008 war die Rede davon, dass wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange 

Gehstrecken "vollschichtig" zumutbar seien und dass der Beschwerdeführer schnell 

wieder seine ursprüngliche Arbeitsfähigkeit erreichen werde (act. G 4.14-1 f.). Damit 

geht einher, dass der RAD-Arzt in der Aktennotiz vom 19. Mai 2008 festhielt, auch für 

Dr. B.___ stehe ausser Zweifel, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (act. G 4.7). Im Bericht vom 12. Februar 2008 gab 

Dr. B.___ an, dass die gesundheitlichen Beschwerden wieder den Zustand "vom März 

2007 erreicht haben, als der Patient noch arbeitete. Er glaubt nun, die Arbeit nicht 

wieder aufnehmen zu können" (act. G 4.14-8). Ferner berichtete er am 10. Mai 2008 

über weitere Zweifel an den Angaben des Beschwerdeführers: "Nach meinen 

Beobachtungen haben sich die Beschwerden eigentlich - entgegen den subjektiven 

Angaben - nicht verschlechtert" (act. G 4.14-4). Am 11. Juni 2008 bestätigte er ohne 

Angabe von Beschränkungen der Leistungsfähigkeit nochmals, dass der 

Beschwerdeführer vollschichtig einsatzfähig sei (act. G 4.19).

3.4.2         Angesichts dieser Äusserungen bezüglich einer uneingeschränkten 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist in der Tat nicht nachvollziehbar, wenn 

Dr. B.___ gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers im 

Schreiben vom 29. September 2008 ohne weitere Begründung davon spricht, dieser 

könne eine Arbeit in vorwiegend sitzender Stellung erst ab 1. Dezember 2008 zeitlich 

voll ausführen, aber leistungsmässig nur zu 50%. Dem Schreiben und der darin 

enthaltenen Leistungsfähigkeitsbeurteilung fehlt es aber auch deshalb an Schlüssigkeit, 

weil Dr. B.___ - in Abweichung zu seinen Äusserungen gegenüber der 

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Beschwerdegegnerin - ausführt, die bislang seit 19. November 2007 bescheinigte 

100%ige Arbeitsunfähigkeit hätte jede Tätigkeit, nicht nur die ursprüngliche betroffen 

(act. G 4.40). Ins Gewicht fällt dabei auch, dass Dr. B.___ im Bericht vom 30. Oktober 

2008 wiederum angibt, dass dem Beschwerdeführer jegliche vorwiegend sitzende 

Tätigkeit ohne Leistungseinschränkung zumutbar sei (act. G 4.46-7 f.). Das Schreiben 

vom 29. September 2008 ist daher mit Blick auf die übrige - vor allem von ihm selbst 

erstellte, gegenteilige - medizinische Aktenlage nicht geeignet, eine Einschränkung in 

einer leidensangepassten Tätigkeit zu belegen.

3.5   Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerung eines invalidisierenden Leidens 

den Bericht des Verzahnungsprogramms vom 10. Juli 2009 ins Feld führt, so ist vorweg 

auf dessen fehlende medizinische Aussagekraft hinzuweisen. Die Projektleiter enthalten 

sich überdies einer schlüssigen Einschätzung der für leidensangepasste Tätigkeiten 

bestehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Vielmehr hielten sie fest, dass 

der Beschwerdeführer "schwer zu fassen" sei. So habe dieser die ihm aufgetragene 

Arbeit erledigt, jedoch ohne grosse Begeisterung und ohne erkennbare Motivation, 

seine Grenzen auszuloten. Er sehe "sich als kranken, leidenden Mann" (act. G 4.57-8).

3.6   Insgesamt erscheint die Beurteilung der medizinischen Aktenlage durch den RAD-

Arzt, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine 

uneingeschränkte Leistungsfähigkeit verfügt, als schlüssig. Ins Gewicht fällt dabei, 

dass sie mit den Angaben des behandelnden Arztes korrespondiert (vgl. vorstehende 

E. 3.4.1 sowie act. G 4.46-7 f.) und in Berücksichtigung der diversen fachmedizinischen 

Abklärungen erfolgte. Aus den Akten ergeben sich darüber hinaus keine 

überzeugenden Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei vorwiegend 

sitzenden Tätigkeiten über eine relevante Leistungseinschränkung verfügt. Mit dem im 

Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit steht demnach fest, dass der Beschwerdeführer trotz der geltend 

gemachten gesundheitlichen Leiden in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht 

eingeschränkt ist. Die Verneinung eines Rentenanspruchs sowie eines weiteren 

Abklärungsbedarfs durch die Beschwerdegegnerin erfolgte daher zu Recht.

4.       

4.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

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4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen, wobei der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

anzurechnen ist. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird daran angerechnet.

bis

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