# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a724649f-e514-597e-9e98-7d6594704084
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230316-O1
**Docket/Reference:** SB230316-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230316-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230316-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Oberrichterin Dr. iur. 

E. Borla und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Kümin

Urteil vom 13. März 2025

in Sachen

Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK, 

Untersuchungsbehörde und Berufungsklägerin

sowie

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 

Anklägerin

A._____,

gegen

Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____, 

betreffend Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Geldspiele 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil 

vom 16. Dezember 2022 (DG220007)

-   2   -

Anklage: 
(Urk. 3)

Die  Anklageschrift  der  Eidgenössischen  Spielbankenkommission  (ESBK)  vom 

27. Januar 2022 ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 97 S. 62 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der  Beschuldigte  A._____  ist  der  Übertretung  des  Spielbankengesetzes  im  Sinne 

von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG wie folgt schuldig:





B._____-strasse 1, C._____, "D._____" [Lokal], bezüglich der Geräte 

U18756, U18757, U28773, U28778, U28779, U28783, U28784, U28788. 

B._____-strasse 2, C._____, "E._____" [Lokal], bezüglich der Geräte 

U23988, U23989, U23990, U23992, U23993, U23994. 

Einer weiteren Übertretung oder eines weiteren Vergehens ist der Beschuldigte nicht 

schuldig. 

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 45'000.–, wovon bis und mit 

heute Fr. 42'100.– durch 421 Tage Haft erstanden sind. 

3.

4.

5.

6.

Die Busse ist zu bezahlen.

Die  in  den  fünf  Lokalen  beschlagnahmten  Barschaft  von  insgesamt  Fr. 13'589.30 

wird zuhanden der Bundeskasse eingezogen.

Auf die Festsetzung einer Ersatzforderung wird verzichtet. 

Folgende, mit Verfügungen der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK 

vom 15. Dezember 2017, 7. April 2018 und 12. Januar 2019 beschlagnahmten Ge-

genstände werden bei den Akten belassen:







Div. Schlüssel, SD Card U21153,

Div. Dokumente U21154,

Div. Home-bet-Karten U21155,

-   3   -



























Div. Mappen/Ordner U21157,

Mappe U21165,

Unterlagen U21167,

Adressbuch U28775,

Abrechnung U28781, 

Div. Zettel U7176,

Notizzettel U7177,

Div. Notizzettel U7178,

Couvert mit Notizzettel U7179,

Notizzettel U7180,

Notizzettel U7182,

Notizzettel U7183

Notizzettel U21684.

7.

Folgende, mit Verfügungen der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK 

vom 6. Juli 2015, 31. März 2016, 4. Januar 2017, 27. Juni 2017 

15. Dezember 2017, 7. April 2018, 24. September 2018, 11. Januar 2019, 

12. Januar 2019 und 15. Februar 2021 beschlagnahmten Gegenstände werden 

eingezogen und der Eidgenössischen Spielbankenkommission zur Vernichtung 

respektive zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

































Tischgerät U21156,

USB-Stick U21166,

PC-Terminal U12887 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12888 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12889 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12890 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18943 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18945 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18942 inkl. Zubehör, 

Tischgerät U18947, 

Tischgerät U18948, 

Tischgerät U18946, 

Geräteschlüssel,

USB-Stick (Schlüsselanhänger),

PC-Terminal U21690 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21691 inkl. Zubehör, 

-   4   -

PC-Terminal U21694 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21695 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21696 inkl. Zubehör, 

Tischgerät U21692, 

Tischgerät U21693, 

Serviceportemonnaie U21688,

Fernbedienung U21687 aus Serviceportemonnaie U21688,

USB-Stick U21683,

USB-Stick U21689 aus Serviceportemonnaie U21688,

Funksteckdose U21685,

Funksender U21686,

Recorder Überwachungskamera U21682,

PC-Terminal U5277 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18756 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18757 inkl. Zubehör, 

USB-Stick,

PC-Terminal U28770 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28771 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U28777,

PC-Terminal U28773 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28778 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28779 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28783 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28784 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28788 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U28772,

USB-Stick U28787,

iPhone U28775,

Nokia U28786,

Videorekorder U28769,

PC-Terminal U40122 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U40123 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U40154,

Laptop HP U23982 inkl. Zubehör,

PC-Terminal U23988 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23989 inkl. Zubehör, 









































































-   5   -





































PC-Terminal U23990 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23991 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23992 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23993 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23994 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U10111 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U10114 inkl. Zubehör, 

Mobiltelefon Samsung U10113,

PC-Terminal U10115 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U23983,

USB-Stick U23984,

USB-Stick U23985,

USB-Stick U23986,

USB-Stick U23987,

Tischgerät U7427 inkl. Schlüssel,

Tischgerät U7428 inkl. Schlüssel,

PC-Terminal U7429 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U7430 inkl. Zubehör.

8.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

2'000.– ; Gebühr UB220033-O

1'000.– ; Gebühr UB220085-O

1'600.– ; Gebühr UB220143-O

4'600.–

Barauslagen Vorverfahren

83'740.–

Aufwand Vorverfahren

2'380.–

Schreibgebühren Strafuntersuchung

58'523.65

Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt) 

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie die Hälfte der Gebühr aus dem Verfah-

ren UB220143-O, werden dem Beschuldigten zu einem Drittel auferlegt und zu 

zwei Drittel auf die Staatskasse genommen.

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

im Betrag von Fr. 2'990.60 definitiv.

-   6   -

Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO für 

einen Drittel der restlichen Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 18'511.– 

(nämlich Fr. 58'523.65 abzügl. Fr. 2'990.60, entsprechend Fr. 55'533.05, davon ein 

Drittel) bleibt vorbehalten. 

11.

(Mitteilungen)

12.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 135 S. 4 f., 139 S. 10 ff.)

1.

Es sei der Beschuldigte, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

der  qualifizierten  Widerhandlung  gegen  das  Geldspielgesetz  i.S.v.  Art. 130 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 BGS nicht schuldig zu erkennen und freizusprechen.

2.

Es sei der Beschuldigte, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

der Widerhandlung gegen das Spielbankengesetz i.S.v. Art. 56 Abs. 1 lit. a 

SBG schuldig zu erkennen. 

3.

Es sei der Beschuldigte, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

mit einer Busse von CHF 45'000.00 zu bestrafen, die durch Haft erstanden 

ist.

4.

Es seien die Tischgeräte U21156, U21692, U21693, U7427 und U7428 ein-

zuziehen und zu vernichten.

5.

Es  seien  die  USB-Sticks  U21166,  U28777,  U28772,  U40154,  U23983-

U23987, U10110 einzuziehen und zu vernichten.

6.

Es  seien  die  PC-Terminals  U18756,  U18757.  U28770,  U28771,  U28773, 

U28778,  U28779,  U28783,  U28784,  U28788,  U40122,  U40123,  U23988, 

U23989, U23990, U23991, U23992, U23993, U23994, U23982, die Schlüs-

sel, die SD-Card U21153, Dokumente U21154, HomeBet-Karten U21155, das 

-   7   -

Tischgerät U21156, die Mappen und Ordner U21157, die Mappe U21165, der 

USB-Stick  U21166,  die  Unterlagen  U21167,  der  PC-Terminal  Ul  2887  inkl. 

Zubehör und Kasseninhalt von CHF 10.00, der PC-Terminal Ul 2888 inkl. Zu-

behör, der PC-Terminal U12889 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U12890 inkl. 

Zubehör,  der  PC-Terminal  U18943  inkl.  Zubehör,  der  PC-Terminal  U18945 

inkl. Zubehör, der PC-Terminal U18942 inkl. Zubehör, das Tischgerät U18947 

inkl. Kasseninhalt von CHF 70.00, das Tischgerät U18948 inkl. Kasseninhalt 

von CHF 180.00, das Tischgerät U18946 inkl. Kasseninhalt von CHF 110.00, 

der Geräteschlüssel, der USB-Stick (Schlüsselanhänger), das Bargeld in der 

Höhe  von  CHF  3'425.00  aus  dem  Serviceportemonnaie  und  ab  Person 

F._____, der PC-Terminal U21690 inkl. Zubehör, PC-Terminal U21691 inkl. 

Zubehör, der PC-Terminal U21694 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U2169 5 

inkl. Zubehör, der PC-Terminal U21696 inkl. Zubehör, das Tischgerät U21692 

inkl. Kasseninhalt von CHF 200.00, das Tischgerät U21693, das Servicepor-

temonnaie 

U21688, 

die 

Fernbedienung 

U21687 

aus 

dem 

Serviceportemonnaie U21688, der USB-Stick U21683, der USB-Stick U21689 

aus  dem  Serviceportemonnaie  U21688,  der  Notizzettel  U21684,  die 

Funksteckdose  U21685,  der  Funksender  U21686,  der  Recorder  der 

Überwachungskamera U21682, das Bargeld ab dem Pokertisch in der Höhe 

von CHF 400.00, das Bargeld aus dem Serviceportemonnaie U21688 in der 

Höhe von CHF 700.00, das Bargeld ab Person F._____ in der Höhe von CHF 

4'950.00,  der  PC-Terminal  U5277  inkl.  Zubehör,  der  PC-Terminal  U18756 

inkl. Zubehör, der PC-Terminal U18757 inkl. Zubehör, der USB-Stick, das Bar-

geld in der Höhe von CHF 1'914.30, der PC-Terminal U28770 inkl. Zubehör, 

der PC-Terminal U28771 inkl. Zubehör, die USB-Sticks U28777, der PC-Ter-

minal U28773 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U28778 inkl. Zubehör, der PC-

Terminal U28779 inkl. Zubehör, PC-Terminal U28783 inkl. Zubehör, der PC-

Terminal U28784 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U28788 inkl. Zubehör, der 

USB-Stick U28772, der USB-Stick U28787, das Adressbuch U28775, das Mo-

biltelefonat der Marke iPhone® U28780, das Mobiltelefon der Marke Nokia® 

U28786,  der  Videorekorder  U28769,  die  Abrechnung  U28781,  das  Bargeld 

aus  Serviceportemonnaie  in  der  Höhe  von  CHF 360.00,  der  PC-Terminal 

-   8   -

U40122 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U40123 inkl. Zubehör, der USB-Stick 

U40154,  das  Bargeld  in  der  Höhe  von  CHF  700.00,  der  Laptop  der  Marke 

HP® U23982 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U23988 inkl. Zubehör, der PC-

Terminal U23989 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U23990 inkl. Zubehör, der 

PC-Terminal U23991 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U23992 inkl. Zubehör, 

der PC-Terminal U23993 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U23994 inkl. Zube-

hör, der PC-Terminal U 10111 inkl. Zubehör, der PC-Terminal U10114 inkl. 

Zubehör, das Mobiltelefon der Marke Samsung ® U10113, der PC-Terminal 

U10115  inkl.  Zubehör,  der  USB-Stick  U23983.  der  USB-Stick  U23984,  der 

USB-Stick U23985, der USB-Stick U23986, der USB-Stick U2 3987, die Zettel 

U7176, die Notizzettel U7177, die Notizzettel U7178, das Couvert mit Notiz-

zettel  U7179,  der  Notizzettel  U7180,  der  Notizzettel  U7182,  der  Notizzettel 

U7183,  das  Bargeld  beim  Mobiltelefon  des  Beschuldigten  in  der  Höhe  von 

CHF  430.00,  das  Tischgerät  U7427  inkl.  Schlüssel,  das  Tischgerät  U7428 

inkl.  Schlüssel  und  Kasseninhalt  von  CHF 140.00,  der  PC-Terminal  U7429 

inkl.  Zubehör  und  der  PC-Terminal  U7430  inkl.  Zubehör  nach  Eintritt  der 

Rechtskraft dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herauszugeben.

7.

Es  seien  dem  Beschuldigten  Gerichtskosten  sowie  die  Verfahrenskosten  in 

der Höhe von CHF 5'000.00 aufzuerlegen. Im Übrigen seien die Verfahrens-

kosten der Anklägerin zur Abschreibung zu belassen. 

8.

Es  seien  die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  der  Schweizerischen  Eid-

genossenschaft aufzuerlegen.

9.

Es  sei  dem  Beschuldigten,  Berufungsbeklagten  und  Anschlussberufungs-

kläger  zulasten  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  eine  persönliche 

Umtriebsentschädigung in der Höhe von CHF 1'000.00 zulasten der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft zuzusprechen.

10. Es  sei  dem  Beschuldigten,  Berufungsbeklagter  und  Anschlussberufungs-

kläger eine Genugtuung in der Höhe von CHF 66'200.00 zzgl. Zins zu 5 % seit 

17. März  2022  (mittleres  Verfallsdatum)  zulasten  der  Schweizerischen  Eid-

genossenschaft zuzusprechen.

-   9   -

b)

Der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK):

(Urk. 136 S. 38 f.)

1.

Es sind die Dispositiv-Ziffern 1., 2., 3., 4., 5. und 9. des Urteils des Bezirks-

gerichts Hinwil vom 16. Dezember 2022 aufzuheben. 

2.

A._____ ist der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 29. September 

2017 über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51) gemäss Artikel 130 

Absatz  1  Buchstabe  a  i.V.m.  Absatz  2  BGS  wegen  gewerbsmässigen 

Organisierens,  Durchführens  und  Zurverfügungstellens  von  Spiel-

bankenspielen,  ohne  die  dafür  notwendige  Konzession  zu  besitzen,  be-

gangen  an  der  G._____-strasse  3,  an  der  B._____-strasse  2  und  1  in 

C._____, an der B._____-strasse 4 in I._____ sowie an der J._____-strasse 5 

in K._____, mindestens in der Zeit vom 01. Februar 2015 bis 13. August 2020, 

schuldig zu sprechen; 

eventualiter

ist A._____ der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 

1998  über  Glücksspiele  und  Spielbanken  (Spielbankengesetz,  SBG,  SR 

935.52) gemäss Artikel 55 Absatz 1 Buchstabe a i.V.m. Absatz 2 SBG wegen 

vorsätzlichen  Betreibens  einer  aus  mindestens  fünf  Lokalen  bestehender 

Spielbank ohne Vorliegen der dafür notwendigen Konzessionen oder Bewilli-

gungen, begangen an der G._____-strasse 3, an der B._____-strasse 2 und 1 

in  C._____,  an  der  B._____-strasse  4  in  I._____  sowie  an  der  J._____-

strasse 5  in  K._____,  mindestens  in  der  Zeit  vom  01. Februar  2015  bis 

13. August 2020, schuldig zu sprechen;

-   10   -

subeventualiter

ist A._____ der vorsätzlichen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 

18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spielbankengesetz, 

SBG, SR 935.52) gemäss Artikel 56 Absatz 1 Buchstabe a SBG wegen Or-

ganisierens und gewerbsmässigen Betriebs von Glücksspielen ausserhalb ei-

ner konzessionierten Spielbank, begangen an der G._____-strasse 3, an der 

B._____-strasse 2 und 1 in C._____, an der B._____-strasse 4 in I._____ so-

wie an der J._____-strasse 5 in K._____, mindestens in der Zeit vom 01. Fe-

bruar 2015 bis 13. August 2020, schuldig zu sprechen.

3.

A._____ ist zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten zu verurtei-

len, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft.

Die Strafe ist gemäss Artikel 43 Absatz 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch 

vom 21. Dezember 1937 (Strafgesetzbuch, StGB, SR311.0) teilweise aufzu-

schieben, wobei der unbedingt vollziehbare Teil der Strafe 18 Monate betra-

gen soll.

Die Probezeit für den bedingt vollziehbaren Teil der Strafe ist gemäss Artikel 

44 Absatz 1 StGB auf drei Jahre festzulegen;

eventualiter

ist A._____ zu einer angemessenen, vom Gericht festzusetzenden Geld- oder 

Freiheitsstrafe  zu  verurteilen,  unter  Anrechnung  der  erstandenen  Untersu-

chungs- und Sicherheitshaft;

subeventualiter

ist A._____ zu einer angemessenen, vom Gericht festzusetzenden Busse zu 

verurteilen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicher-

heitshaft.

4.

Die  zum  Zeitpunkt  des  Urteils  vorhandenen  beschlagnahmten  Vermögens-

werte  (Kasseninhalt,  Bargeld)  in  der  Gesamthöhe  von  CHF  3'899.30  sind 

-   11   -

vorab zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden. Betreffend einen all-

fälligen  Restbetrag  sind  die  Beschlagnahmen  im  Hinblick  auf  die  Durchset-

zung der Ersatzforderung aufrechtzuerhalten.

5.

A._____  ist  zu  Zahlung  einer  Ersatzforderung  von  CHF  584'719.70  zu  ver-

pflichten;

eventualiter

ist A._____ zu Zahlung einer angemessenen, vom Gericht festzusetzenden 

Ersatzforderung zu verpflichten.

Unter Kostenfolge zu Lasten von A._____.

-   12   -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 97 S. 6 f.). 

2. Die Vorinstanz fällte am 16. Dezember 2022 das eingangs im Dispositiv wieder-

gegebene  Urteil  (Urk.  97).  Die  Eidgenössische  Spielbankenkommission  (nach-

folgend: ESBK) meldete innert Frist Berufung an (Urk. 88 f.). Nach Zustellung des 

begründeten Urteils reichte die ESBK am 26. Mai 2023 ihre Berufungserklärung ein 

(Urk. 100). Mit Präsidialverfügung vom 8. Juni 2023 wurde dem Beschuldigten die 

Berufungserklärung der ESBK zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob 

Anschlussberufung erhoben oder ob begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

beantragt  wird  (Urk. 102).  Gleichzeitig  wurde  der  Beschuldigte  aufgefordert,  das 

"Datenerfassungsblatt"  sowie  verschiedene  Unterlagen  einzureichen  (ebd.).  Der 

Beschuldigte liess mit Eingabe vom 29. Juni 2023 Anschlussberufung erklären und 

Beweisanträge stellen (Urk. 104). Diese Eingabe wurde mit Präsidialverfügung vom 

3. Juli  2023  der  ESBK  und  der  Oberstaatsanwaltschaft  in  Kopie  zugestellt  unter 

Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zu den Beweisanträgen des Beschuldig-

ten  (Urk. 106).  Die  Oberstaatsanwaltschaft  verzichtete  auf  eine  Vernehmlassung 

(Urk. 108), während die ESBK am 26. Juli 2023 ihre Stellungnahme zu den Bewei-

santrägen  des  Beschuldigten  einreichte  (Urk. 109).  Mit  Präsidialverfügung  vom 

28. Juli  2023  wurde  die  ESBK  ersucht,  entsprechend  den  Beweisanträgen  des 

Beschuldigten  dem  Gericht  das  Video  einer  bestimmten  Überwachungskamera 

sowie  die  im  Büro  von  L._____  beschlagnahmte  "Kundenliste"  zuzustellen 

(Urk. 110).  Der  Beweisantrag  des  Beschuldigten  auf  Einvernahme  von  M._____ 

und N._____ wurde abgewiesen (ebd.). Mit Eingabe vom 21. August 2023 reichte 

die  ESBK  einen  USB-Stick  ein,  beinhaltend  eine  Kopie  der  verlangten 

Videoaufnahme  ab  Überwachungskamera  sowie  eine  Kopie  der  besagten 

"Kundenlisten"  (Urk.  112  f.).  Auf  entsprechende  Fragen  der  Verfahrensleitung 

bezeichnete  die  Verteidigung  mit  E-Mail  vom  18.  März  2024  sich  selber  als 

Zustellungsempfängerin  zuhanden  des  Beschuldigten  und  beantragte  sie  die 

-   13   -

Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung (Urk. 117). Am 4. April 2024 

wurden die Parteien auf den 16. Mai 2024 zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 115). Am 10. Mai 2024 ging ein Verschiebungsgesuch der Verteidigung ein, 

weil der Beschuldigte bis anhin kein Visum für die Einreise aus der Türkei erhalten 

habe  (Urk. 120).  Darauf  wurde  den  Parteien  die  Ladung  für  die  Berufungsver-

handlung abgenommen (Urk. 123). Mit Präsidialverfügung vom 13. Mai 2024 wurde 

die  Vorladung  für  eine  neue  Berufungsverhandlung  in  Aussicht  gestellt.  Zudem 

wurde der Beschuldigte aufgefordert zu belegen, welche tauglichen Bemühungen 

er seit Erhalt der Vorladung für die Verhandlung vom 16. Mai 2024 unternommen 

hat,  um  rechtzeitig  eine  Einreisebewilligung  in  die  Schweiz  erhältlich  zu  machen 

(Urk.124).  Nachdem  der  Beschuldigte  der  besagten  Aufforderung  keine  Folge 

geleistet hatte, wandte sich die Verfahrensleitung per E-Mail an die Verteidigung 

mit  den  Fragen,  ob  sich  der  Beschuldigte  nicht  von  der  Teilnahme  an  einer  neu 

anzusetzenden  Berufungsverhandlung  dispensieren  lassen  wolle,  und  ob  man 

nicht - das Einverständnis beider Parteien vorausgesetzt - mit einem schriftlichen 

Verfahren einverstanden wäre (Urk. 126). Mit Eingabe vom 26. August 2024 liess 

der  Beschuldigte  um  Erlass  des  persönlichen  Erscheinens  an  der  Berufungs-

verhandlung  ersuchen  (Urk. 128),  worauf  die  Parteien  -  mit  Ausnahme  des 

Beschuldigten  -  am  27. Dezember  2024  auf  den  13.  März  2025  zur  Berufungs-

verhandlung vorgeladen wurden (Urk. 131). 

3. Zur Berufungsverhandlung vom 13. März 2025 erschienen der amtliche Vertei-

diger sowie die Vertreter der ESBK. Die Parteien erstatteten ihre Parteivorträge zu 

den  Beweisanträgen,  Vorfragen  und  der  Berufung  resp.  Anschlussberufung.  Zu-

dem wurden dem Verteidiger die mit Präsidialverfügung vom 28. Juli 2023 von der 

ESBK eingeforderte Videosequenz und die beschlagnahmte "Kundenliste" in Form 

eines  Memorysticks  (Urk.  113)  zur  Einsicht  übergeben,  wozu  dieser  sogleich 

Stellung nahm (Prot. II S. 23 f.). Das Urteil wurde gleichentags beraten, jedoch in 

der Folge auf schriftlichem Weg eröffnet (Prot. II S. 7 ff.). 

-   14   -

II.Prozessuales

1. Umfang der Berufung

Gemäss den Berufungs- resp. Anschlussberufungsanträgen der Parteien gilt ledig-

lich Dispositiv-Ziffer 8 (Kostenfestsetzung) des erstinstanzlichen Urteils als gänzlich 

unangefochten  und  erwächst  damit  in  Rechtskraft,  was  vorab  mittels  Beschluss 

festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Im übrigen Umfang steht der angefochtene 

Entscheid im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition. 

Bereits  an  dieser  Stelle  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  sich  die  urteilende  Instanz 

nicht  mit  allen  Parteistandpunkten  einlässlich  auseinandersetzen  und  jedes  ein-

zelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen  muss  (BGE  141  IV  249  E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsin-

stanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken.

Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  angeklagten  Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet.

2. Vorfragen des Beschuldigten 

2.1. Vor erster Instanz liess der Beschuldigte diverse Vorfragen stellen, über welche 

mit Beschluss vom 9. August 2022 entschieden wurde (Urk. 49). Die Begründung 

erfolgte  im  erstinstanzlichen  Endentscheid  vom  16.  Dezember  2022  (Urk. 97 

S. 8 ff.). Die Berufung der ESBK richtet sich auch gegen diesen Vorfrageentscheid 

der  Vorinstanz  (Urk. 100  S. 2).  Der  Beschuldigte  stellte  in  der  Berufungs-

verhandlung  vorfrageweise  dieselben  Anträge  wie  vor  Vorinstanz  und  ergänzte 

diese  um  den  Antrag,  es  sei  festzustellen,  dass  die  Beschlagnahme  der  Geräte 

Nr. U12887, U12888, U12889 und U12890 unverwertbar sei (Urk. 138 S. 2 ff.). 

-   15   -

2.2. Verletzung des Akkusationsprinzips bzw. Aktenführungspflicht

2.2.1. Die Verteidigung bringt - wie bereits vor Vorinstanz - vor, die Anklageschrift 

der ESBK vermöge den Anforderungen an eine Anklageschrift weitgehend nicht zu 

genügen. Es gehe beispielsweise nicht daraus hervor, ob dem Beschuldigten eine 

vorsätzliche oder fahrlässige Tatbegehung vorgeworfen werde. Die Anklageschrift 

sei zudem kaum verständlich abgefasst und bestehe aus überlangen Sätzen und 

vielen Fachbegriffen. Überdies sei die Aktenführung mangelhaft und unübersicht-

lich, weshalb es dem Beschuldigten kaum möglich sei, sich genügend gegen die 

umschriebenen Vorwürfe zu verteidigen (Urk. 138 S. 7 ff.). 

2.2.2. Hinsichtlich der formellen Voraussetzungen einer Anklageschrift ist auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 97 S. 14 f.). Eben-

falls von der Vorinstanz zu übernehmen sind deren detaillierte und korrekte Erwä-

gungen hierzu (Urk. 97 S. 15 f.). Zusammenfassend und in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz ist festzuhalten, dass in der Anklageschrift der ESBK der dem Be-

schuldigten vorgeworfene Sachverhalt detailliert mit genauer Auflistung aller Spiel-

geräte  und  den  darauf  betriebenen  einzelnen  Spielen  dargelegt  ist.  Trotz  den 

seitens  des  Beschuldigten  kritisierten  Formulierungen  ist  die  Anklageschrift 

verständlich  formuliert,  sodass  es  dem  Beschuldigten  möglich  war,  dieser  zu 

entnehmen, was ihm vorgeworfen wird (vgl. im Übrigen Urk. 97 S. 15 f.). Wenn die 

Akten auch nicht alle systematisch abgelegt sind – was angesichts der verschieden, 

parallel geführten Untersuchungen nicht möglich war – , so können diese dennoch 

über die Aktenverzeichnisse und die mit Dossiernummern angeschriebenen Ordner 

gefunden werden. Mit der Vorinstanz ist daher die Aktenführungs- und Dokumen-

tationspflicht als erfüllt zu erachten (Urk. 97 S. 16). Eine Rückweisung der Anklage 

an die ESBK kommt daher nicht in Betracht. 

2.3. Unverwertbarkeit von Beweismitteln betreffend Dossier 62-2015-052

2.3.1. Die  Verteidigung  machte  vor  beiden  Instanzen  zusammengefasst  geltend, 

es habe für keine der im "O._____" [Lokal] durchgeführten Hausdurchsuchungen 

ein rechtmässiger Durchsuchungsbefehl vorgelegen. Weder sei ersichtlich, was die 

Stadtpolizei  Wetzikon  am  5.  März  2015  und  am  20.  Oktober  2016  gewollt  noch 

-   16   -

aufgrund welcher Grundlage sie die Räumlichkeiten betreten habe. Es liege eine 

rechtswidrig  angewandte  Zwangsmassnahme  vor,  in  welche  nicht  eingewilligt 

werden  könne,  was  zur  Unverwertbarkeit  der  erlangten  Beweise  führe  (Urk. 33 

S. 6 ff., Urk. 138 S. 13 ff.). 

2.3.2. In  Bezug  auf  die  erste  zur  Diskussion  stehende  Hausdurchsuchung  vom 

5. März 2015 anerkannte die ESBK an der Berufungsverhandlung die Argumenta-

tion der Vorinstanz, wonach kein Durchsuchungsgrund ersichtlich sei, die Polizei-

kontrolle zu Unrecht erfolgt sei und die daraus gewonnenen Beweise unverwertbar 

seien (Urk. 135 S. 1; Prot. II S. 12). Wie die Vorinstanz zurecht folgerte, können 

auch  die  anlässlich  jener  Haudurchsuchung  beschlagnahmten  Geräte  U12887, 

U12888, U12889 und U122890 nicht verwertet werden (Urk. 97 S. 17), was auch 

dem Antrag der Verteidigung entspricht und zu übernehmen ist. Zudem bezeich-

nete  die  Vorinstanz  auch  die  Einvernahmeprotokolle  des  Beschuldigten  vom 

5. März 2015 und 22. April 2021 sowie jenes von P._____ vom 22. April 2021 als 

unverwertbar, soweit die Einvernahme einen Bezug zur Kontrolle vom 5. März 2015 

aufweise (ebd.). Die von der Stadtpolizei Wetzikon noch am Tag der Hausdurchsu-

chung vor Ort durchgeführte Befragung des Beschuldigten (Urk. 01 005 ff., Ordner 

1/1 zu Dossier 62-2015-052) fand einzig aufgrund der zuvor entdeckten Beweismit-

tel statt. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zusätzlich eine Aussonderung des Pro-

tokolls angeordnet, was ebenfalls zu bestätigen ist. Konsequenterweise ist der Ent-

scheid der Vorinstanz schliesslich auch bezüglich der Einvernahmeprotokolle von 

P._____ und des Beschuldigten vom 22. April 2021 zu übernehmen und diese als 

unverwertbar  zu  bezeichnen,  soweit  ein  Konnex  zur  Hausdurchsuchung  vom 

5. März 2015 besteht.

2.3.3. Die Vorinstanz führte die rechtlichen Grundlagen bezüglich der Verwertung 

von  durch  Hausdurchsuchungen  erlangten  Beweisen  zutreffend  auf,  worauf  ver-

wiesen werden kann (Urk. 97 S. 16 f.). Präzisierend ist festzuhalten, dass Folgebe-

weise, die im Anschluss an die rechtswidrige Beschaffung eines primären Beweis-

mittels  an  sich  legal  erhoben  werden,  unverwertbar  sind,  sofern  sie  ohne  den 

rechtswidrig beschafften primären Beweis nicht hätten erhältlich gemacht werden 

können. Von der Unverwertbarkeit ist auszugehen, wenn "der ursprüngliche, un-

-   17   -

gültige  Beweis  Bestandteil  sine  qua  non  des  mittelbar  erlangten  Beweises  ist" 

(Urteil  des  BGer  6B_684/2012  vom  15.05.2013,  Erw.  33.2;  BGE  138  IV  169 

Erw. 3.1. mit Hinweisen). 

2.3.4. Zur  weiteren  Hausdurchsuchung  im  "O._____"  vom  20.  Oktober  2016 

brachte die Verteidigung an der Berufungsverhandlung insbesondere vor, F._____ 

sei vom Beschuldigten für eine Einverständniserklärung betr. Hausdurchsuchung 

nicht  bevollmächtigt  gewesen  und  es  sei  nicht  auszuschliessen,  dass  F._____ 

diese erst nachträglich unterzeichnet habe (Urk. 138 S. 14 ff.). 

2.3.5. F._____ gab in seiner polizeilichen Kurzeinvernahme an, er sei bereits einen 

Monat im O._____ tätig gewesen, um von 18 Uhr bis 24 Uhr "hier [zu] schauen", er 

habe einen Schlüssel zum Lokal gehabt (Urk. 01 034, Ordner 1/1, Dossier 62-2015-

052). Indem er vom Beschuldigten damit beauftragt worden war, in dessen Abwe-

senheit im Lokal nach dem Rechten zu schauen, hatte er implizit das Hausrecht 

inne.  Er  war  somit  Träger  des  Hausrechts.  Die  bei  den  Akten  liegende  Einwilli-

gungserklärung von F._____ datiert vom 20. Oktober 2016 und somit vom Tag der 

besagten Hausdurchsuchung. Art. 49 Abs. 2 VStrR führt nicht auf, wann die Zu-

stimmung zu erfolgen hat. Im Übereinstimmung mit der Ansicht der Vorinstanz kön-

nen die Resultate dieser Hausdurchsuchung deshalb verwendet werden. Der An-

trag des Beschuldigten auf Aussonderung der erlangten Beweise wurde von der 

Vorinstanz zurecht abgewiesen. 

2.4. Unverwertbarkeit von Beweismitteln betreffend Dossier 62-2017-099

2.4.1. Der Beschuldigte machte an der Berufungsverhandlung wie schon vor Vor-

instanz mit gleichgelagerter Begründung geltend, die beiden Hausdurchsuchungen 

im "D._____" vom 15. Dezember 2016 und 13. August 2020 seien ebenfalls ohne 

rechtliche  Grundlage  durchgeführt  worden  (vgl.  die  detaillierte  Begründung  in 

Urk. 97 S. 11 f. und Urk. 138 S. 20 ff.). 

2.4.2. Die Vorinstanz erachtete die beiden Hausdurchsuchungen mit zutreffender 

Begründung als zulässig (Urk. 97 S. 18 f.). Im ersten Fall liegt eine Einverständnis-

erklärung der verantwortlichen Person, N._____, vor (Urk. 01004 und 02 0056, Ord-

-   18   -

ner 1/2, Dossier 62-2017-099). Im zweiten Fall wurde die Kontrolle aufgrund des 

Verdachts auf Wirten ohne Patent durchgeführt, wobei Hinweise auf eine Straftat 

im Zusammenhang mit verbotenen Onlineglücksspielen festgestellt wurden. Zumal 

die Zwangsmassnahme, anlässlich derer der Zufallsfund gemacht wurde, zulässig 

war,  sind  die  gemachten  Funde  gemäss  Verwaltungsstrafrecht  verwertbar 

(vgl. ausführlicher Vorinstanz Urk. 97 S. 19). Die Vorinstanz wies den Antrag auf 

Aussonderung der Akten resp. Beweismittel im Zusammenhang mit den beiden ge-

nannten Hausdurchsuchungen daher zurecht ab (Urk. 97 S. 18 f.). 

2.5. Unverwertbarkeit  von  Beweismitteln  infolge  fehlender  notwendiger  Ver-

teidigung

2.5.1. Die  Verteidigung  machte  auch  vor  Berufungsinstanz  geltend,  es  habe  seit 

Anfang 2017 in erkennbarer Weise ein Fall notwendiger Verteidigung vorgelegen, 

weshalb  die  entsprechenden  Einvernahmen  als  rechtswidrig  erhobene  Beweis-

mittel auszusondern seien (Urk. 138 S. 25 ff.). 

2.5.2. Die ESBK machte in ihrer Berufungsbegründung geltend, dass am 1. Januar 

2017  lediglich  vier  Kontrollen  in  drei  verschiedenen  Lokalen  mit  insgesamt 

11 Automaten vorgelegen hätten, was noch nicht ausreiche, um einen qualifizierten 

Fall im Sinne von Art. 55 Abs. 2 SBG anzunehmen. Eine solche Diskussion hätte 

frühestens nach der Hausdurchsuchung vom 11. Januar 2019 im O._____ geführt 

werden müssen, als das Verfahren acht Kontrollen in fünf Lokalen mit insgesamt 

34 Automaten umfasst habe (Urk. 136 S. 9 f.). 

2.5.3. Zu  den  rechtlichen  Grundlagen  und  den  Bedingungen  für  die  Anordnung 

einer  notwendigen  Verteidigung  ist  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  im  ange-

fochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 97 S. 19 f.).

2.5.4. Die ESBK beantragt in ihrer Anklageschrift eine Bestrafung wegen gewerbs-

mässiger Widerhandlung gegen das Geldspielgesetz im Sinne von Art. 55 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Abs. 2 BGS, resp. eventualiter wegen gewebsmässiger Widerhandlung 

gegen das Spielbankengesetz i.S.v. Art. 55 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 SBG (Urk. 3), 

welche  Tatbestände  nach  BGS  mit  einer  Freiheitsstrafe  bis  zu  fünf  Jahren  oder 

-   19   -

Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen resp. nach SBG mit Zuchthaus bis zu fünf 

Jahren oder Gefängnis nicht unter einem Jahr (sowie allenfalls zusätzlicher Busse) 

geahndet werden. Wie die Vorinstanz richtig folgerte, ist der beschuldigten Person 

in solchen Fällen von Amtes wegen eine Verteidigung zu bestellen (Urk. 97 S. 20).

2.5.5. Die entscheidende Frage ist hier, ab welchem Zeitpunkt eine Verteidigung 

hätte bestellt werden müssen, resp. wann die Untersuchungsbehörde hätte erken-

nen sollen, dass der Beschuldigte von Amtes wegen verteidigt werden musste (vgl. 

auch  Urk.  97  S.  20).  Die  Vorinstanz  wies  darauf  hin,  dass  der  Beschuldigte  am 

17. Oktober 2018 mit Strafbescheid der ESBK wegen Widerhandlung gegen das 

SBG mit einer Busse von Fr. 22'000.– bestraft wurde und dass das damalige Ver-

fahren Sachverhalte aus den Jahren 2014 und 2015 betraf, welche praktisch iden-

tisch waren mit den vorliegend zu beurteilenden Delikten (Urk. 97 S. 20, Urk. 38, 

vgl. auch Urk. 133). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass 

die ESBK bereits am 5. März 2015 nach den Erkenntnissen aufgrund der besagten 

Hausdurchsuchung im "O._____" zumindest hätte in Erwägung ziehen sollen, dass 

allenfalls ein Fall von Gewerbsmässigkeit vorliegen könnte (Urk. 97 S. 20 f. mit wei-

teren Hinweisen). Zutreffend zeigte die Vorinstanz zudem auf, dass nur wenig spä-

ter, am 29. Oktober 2015, ein weiteres Verfahren, in welches der Beschuldigte in-

volviert war, eröffnet wurde, nachdem im "Q._____" [Lokal] bei einer Hausdurch-

suchung ein Gerät mit verschiedenen Glückspielen sichergestellt worden war (vgl. 

Urk.  01  002  ff.,  Dossier  62-2015-129).  Sodann  wurden  anlässlich  der  zweiten 

Durchsuchung  im  "O._____"  vom  20.  Oktober  2016  ein  grösserer  Bargeldbetrag 

und neun Computerterminals, davon sechs mit Glücksspielen, sichergestellt, wor-

auf der Beschuldigte wiederum als Beschuldigter befragt wurde (Urk. 01 026, Ord-

ner 1/1, Dossier 62-2015-052; Urk. 07 022 f., Ordner 2/2, Dossier 62-2015-052). 

Bei der Kontrolle vom 15. Dezember 2016 im "D._____" wurden zwei mutmassliche 

Geldspielautomaten  und  fünf  PC-Terminals  angetroffen.  Im  entsprechenden  Be-

richt der Kantonspolizei Zürich vom 23. Februar 2017 zuhanden der ESBK wurde 

der  Beschuldigte  als  Mieter  des  Lokals  und  Vorsitzender  des  Vereins  [D._____] 

neben einer weiteren Person wiederum als Beschuldigter aufgeführt. Er wurde am 

6. Januar 2017 ein erstes Mal befragt (Urk. 01 001 ff., Ordner 1/2, Dossier 62-2017-

099). Wenn die Vorinstanz festhält, der ESBK habe allerspätestens ab Eröffnung 

-   20   -

dieses Verfahrens, somit ab dem 1. Januar 2017, klar gewesen sein müssen, dass 

ein gravierender Verdacht auf gewerbsmässigen Verstoss gegen das Bundesge-

setz über die Geldspiele bzw. das Spielbankengesetz vorlag (Urk. 97 S. 21 f.), ist 

zu präzisieren, dass die ESBK den besagten Bericht der Kantonspolizei Zürich erst 

am 3. März 2017 entgegen nahm (vgl. Poststempel auf Urk. 01 001, Ordner 1/2, 

Dossier 62-2017-099), womit sie ab diesem Datum Kenntnis hatte von jenem vier-

ten Fall betreffend den Beschuldigten und hätte handeln müssen. Demzufolge hätte 

die ESBK dem Beschuldigten ab März 2017 eine Verteidigung bestellen müssen. 

Dies tat sie jedoch erst mit Verfügung vom 20. Juli 2021 (Urk. 06 079, Aufsteller-

dossier, Ordner 2/2, Dossier 62-2018-080). 

2.5.6. Unter Hinweis auf Art. 131 Abs. 1 und Art. 141 Abs. 5 StPO erachtete die 

Vorinstanz  sämtliche  vor  der  Bestellung  der  notwendigen  Verteidigung  durchge-

führten Einvernahmen des Beschuldigten, einschliesslich Konfrontationseinvernah-

men,  bei  denen  der  Beschuldigte  involviert  war,  zutreffend  als  unverwertbar 

(Urk. 97 S. 22, Urk. 49 S. 2 f.). Dies betrifft - im Vergleich zur Vorinstanz, welche 

ab 1. Januar 2017 rechnete - die Einvernahmen zwischen dem 3. März 2017 und 

dem 20. Juli 2021 resp. die folgenden Protokolle:











Konfrontationseinvernahme des Beschuldigten mit P._____ durch die ESBK 

vom 22. April 2021

Konfrontationseinvernahme des Beschuldigten mit F._____ durch die ESBK 

vom 25. Juni 2018

Polizeiliche  Einvernahme  des  Beschuldigten  vom  11.  Januar  2019  (recte: 

23. Januar 2019)

Konfrontationseinvernahme  des  Beschuldigten  mit  F._____  vom  22.  April 

2021

Delegierte polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 8. April 2021

-   21   -















[nicht  aber  die  polizeiliche  Einvernahme  des  Beschuldigten  vom  6.  Januar 

2017 (Urk. 01 026, Ordner 1/2, Dossier 62-2017-099), welche Aussagen je-

doch ohnehin nicht zu seinen Lasten verwertet werden können]

Einvernahme des Beschuldigten durch die ESBK vom 8. Juli 2021

Einvernahme des Beschuldigten durch die ESBK vom 15. Dezember 2017

Polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 14. August 2020

Einvernahme des Beschuldigten durch die ESBK vom 6. April 2018

Polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 14. August 2018

Delegierte polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 10. März 2021

Die Vorinstanz entschied zudem die Aussonderung der ebengenannten Protokolle 

mit Ausnahme der Konfrontationseinvernahmen (Urk. 97 S. 23, Urk. 49 S. 3), was 

zu übernehmen ist. 

2.5.7. Ferner stellte die Vorinstanz unter Hinweis auf Art. 147 Abs. 4 StPO resp. die 

Verletzung der Teilnahmerechte zutreffend fest, dass folgende Einvernahmen nur 

zu Gunsten des Beschuldigten verwertet werden können (Urk. 97 S. 23 f., Urk. 49 

S. 3 f.): 











Delegierte polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten (recte: von R._____) 

vom 2. Februar 2019

Konfrontationseinvernahme von P._____ mit dem Beschuldigten durch die 

ESBK vom 22. April 2021

Konfrontationseinvernahme von F._____ mit dem Beschuldigten durch die 

ESBK vom 25. Juni 2018

Einvernahme von S._____ durch die ESBK vom 16. Juli 2018

Einvernahme von T._____ durch die ESBK vom 11. Januar 2019

-   22   -



























Einvernahme von U._____ durch die ESBK vom 11. Januar 2019

Einvernahme von F._____ durch die ESBK vom 11. Januar 2019

Konfrontationseinvernahme von F._____ mit dem Beschuldigten vom 22. 

April 2021

Delegierte polizeiliche Einvernahme von V._____ vom 8. April 2021

Einvernahme von N._____ durch die ESBK vom 8. Juli 2021

Einvernahme von W._____ durch die ESBK vom 15. Dezember 2017

Einvernahme von M._____ durch die ESBK vom 15. Dezember 2017

Einvernahme von M._____ durch die ESBK vom 8. Juli 2021

Einvernahme von N._____ durch die ESBK vom 15. Dezember 2017

Einvernahme von AA._____ durch die ESBK vom 15. Dezember 2017 

(recte: 8. Juli 2021)

Einvernahme von AB._____ durch die ESBK vom 6. April 2018

Einvernahme von AC._____ durch die ESBK vom 6. April 2018

Delegierte polizeiliche Einvernahme von AD._____ vom 10. März 2021

Dies ist zu übernehmen. 

2.6. Verwertbarkeit der Migrationsakten

Ebenfalls  vorfrageweise  beantragte  die  Verteidigung  vor  zweiter  wie  schon  vor 

Vorinstanz,  die  Akten  des  Migrationsamts  seien  auszusondern  (Urk.  33  S. 3, 

Urk. 138  S. 30 ff.).  Diese  dokumentierten  unter  anderem  bereits  aus  den  Straf-

registern gestrichene frühere Urteile (Urk. 33 S. 20, Urk. 138 S. 34). Unter Hinweis 

auf  den  in  Art. 113  Abs. 1  StPO  verankerten  Grundsatz  "nemo  tenetur  se  ipsum 

accusare"  und  das  "privilege  against  self-incrimination"  sowie  die  Haltung  des 

-   23   -

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, wonach durch staatlichen Zwang 

in Form von erzwingbarer verwaltungsrechtlicher Mitwirkung erlangte Beweismittel 

nicht verwertbar seien, stellte die Vorinstanz fest, dass die Akten des Migrations-

amts  des  Kantons  Zürich  unverwertbar  seien,  soweit  sie  Informationen  beträfen, 

die  nur  durch  oder  mit  dem  Willen  des  Beschuldigten  beschafft  worden  seien 

(Urk. 97 S. 24 f.). Diese Erwägungen sind korrekt und damit zu übernehmen. 

3. Beweisantrag der Verteidigung

3.1.  Die  Verteidigung  beantragte  an  der  Berufungsverhandlung  -  wie  schon  mit 

Eingabe vom 29. Juni 2023 (Urk. 104) -, es seien M._____ und N._____ als Zeugen 

einzuvernehmen, weil es sich dabei um essentielle Zeugen betreffend den Vorwurf 

des  Aufstellens  von  Spielgeräten  mit  illegalem  Glücksspiel  im  Lokal  "D._____" 

handle, der Beschuldigte aber nicht mit diesen Personen konfrontiert worden sei, 

und dies schon gar nicht im Beisein einer amtlichen Verteidigung (Urk. 134 S. 3; 

Prot. II S. 14). Die Vertretung der ESBK brachte vor, das Teilnahmerecht sei dem 

Beschuldigten  gewährt  worden,  dieser  habe  aber  darauf  verzichtet.  Dem 

Beschuldigten und dessen Verteidiger sei eine Vorladung zugestellt worden, diese 

hätten sich aber von den Einvernahmen dispensieren lassen (Prot. II S. 14). 

3.2. Wie vorstehend unter Ziff. 2.5.7. gezeigt, dürfen - in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz (Urk. 97 S. 23 f.) - die Aussagen von M._____ und N._____ nur zu Guns-

ten des Beschuldigten verwertet werden, weshalb Letzterem aufgrund der unter-

bliebenen  Konfrontation  kein  Rechtsnachteil  erwächst  (vgl.  auch  Urk. 110  S. 3). 

Der Beschuldigte und die Oberstaatsanwaltschaft beantragten keine Wiederholung 

der Einvernahmen. Wie bereits in der Präsidialverfügung vom 28. Juli 2023 festge-

halten,  wäre  im  Übrigen  ohnehin  fraglich,  welche  sachdienlichen  Erkenntnisse 

heute, mehrere Jahre nach dem angeklagten Zeitraum, noch erwartet werden dürf-

ten (ebd.). Der Beweisantrag des Beschuldigten ist daher erneut abzuweisen. 

-   24   -

III.Sachverhalt

1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, in fünf verschiedenen 

Lokalen im Kanton Zürich zwischen dem 18. November 2014 und dem 13. August 

2020  Spielbankenspiele  gewerbsmässig  organisiert,  zur  Verfügung  gestellt  und 

durchgeführt zu haben. Dabei habe er vorsätzlich ohne Konzession insgesamt 40 

Spielgeräte betrieben und einen Bruttospielertrag von mindestens Fr. 602'858.95 

erzielt (Urk. 3). 

2. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf weitgehend. Lediglich in Bezug auf das 

Lokal "E._____" ist er im Umfang des durch die Vorinstanz erstellten Sachverhalts 

geständig (Urk. 104). Die ESBK vertritt jedoch weiterhin die Ansicht, dass der Be-

schuldigte in sämtlichen in der Anklage aufgeführten Lokalen vorsätzlich und ge-

werbsmässig durch konkrete Organisations- und Durchführungshandlungen sowie 

durch  Zurverfügungstellen  von  Räumlichkeiten  die  entsprechenden  Lokale  als 

Spiellokale  hergerichtet  und  darin  Dritten  ausserhalb  konzessionierter  Casinos 

Spielbankensiele zugänglich gemacht habe (Urk. 136 S. 3 f.). Demgemäss ist be-

züglich  sämtlicher  Lokale  zu  prüfen,  inwiefern  der  eingeklagte  Sachverhalt  auf-

grund der verwendbaren Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente 

erstellt  und  dem  Beschuldigten  mit  rechtsgenügender  Sicherheit  nachgewiesen 

werden kann.

3. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend wiedergege-

ben, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 97 

S. 26 ff.). 

4. Vorwurf betreffend "O._____" 

4.1. Gemäss Anklage soll der Beschuldigte im "O._____" in C._____ zwischen dem 

18. November 2014 und dem 11. Januar 2019 gewerbsmässig Spielbankenspiele 

durchgeführt  haben,  dies  auf  15  Spielgeräten  à  jeweils  bis  zu  45 verschiedenen 

Glücksspielen. 

4.2. Die Vorinstanz hat die in den Akten vorhandenen sowie die vorliegend noch 

relevanten resp. (zugunsten des Beschuldigten oder gar nicht) verwertbaren Be-

-   25   -

weismittel gestützt auf die vorgängige Bestimmung der un-/verwertbaren Beweis-

mittel (vgl. vorstehend unter Ziff. II./3.2.) detailliert und korrekt aufgeführt, worauf 

zu verweisen ist (Urk. 97 S. 28 ff.). Neu eingereicht wurde im Berufungsverfahren 

das Video der Überwachungskamera 1 ab Videorekorder U21682 im Zeitraum von 

27. Dezember 2018, 12:05 Uhr, bis 27. Dezember 2018, 22:13 Uhr, welches auf 

Antrag der Verteidigung (Urk. 104) und auf entsprechendes Ersuchen der hiesigen 

Kammer (Urk. 110) seitens der ESBK ins Recht gereicht wurde (Urk. 112 f.).

4.3. Als Folge der Unverwertbarkeit der Beweise, welche aufgrund der unrechtmäs-

sigen  Hausdurchsuchung  vom  15.  März  2015  erlangt  wurden,  fallen  die  Tatvor-

würfe bezüglich die Geräte U12887, U12888 und U12890 dahin, wobei mit der Vor-

instanz festzuhalten ist, dass das Gerät U12889 in der Anklage gar nicht erst er-

wähnt worden ist (Urk. 97 S. 29). 

4.4. Die  Geräte  U18943,  U18945,  U18946,  U18947  und  U18948  wurden  bei  der 

Hausdurchsuchung  im  "O._____"  vom  20.  Oktober  2016  rechtmässig  sicher-

gestellt. Auf sämtlichen Geräten waren Glücksspiele gespeichert, welche durch die 

ESBK als Glücksspiele im Sinne von Art. 3 Abs. 1 SBG qualifiziert wurden (Urk. 07 

031, Ordner 2/2, Dossier 62-2015-052). 

4.5. Die Vorinstanz untersuchte diesbezüglich zurecht, wer resp. ob der Beschul-

digte für die Durchführung dieser Spiele verantwortlich war. Sie führte die Aussagen 

des Beschuldigten hierzu auf, worauf verwiesen wird (Urk. 97 S. 30 f.). Zusammen-

gefasst gab er an, nichts mit Glücksspielen zu tun zu haben. Er habe das Lokal 

gemietet, es aber anschliessend an verschiedene Personen teils formlos weiterge-

geben und die Miete einkassiert. 

4.6. P._____ erklärte, vom 1. April 2014 bis Ende Februar 2015 Mieter gewesen zu 

sein.  Nachdem  der  bei  den  Akten 

liegende  Mietvertrag  zwischen  dem 

Beschuldigten  und  der  Vermieterin  des  Lokals  als  Mietbeginn  den  1.  März  2015 

ausweist (Urk. 01 020, Ordner 1/1, Dossier 62-2015-052), kann dem Beschuldigten 

in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  nicht  angelastet  werden,  vor  März  2015 

etwas  mit  dem  "O._____"  zu  tun  gehabt  zu  haben  (Urk.  97  S.  31).  Aus  den 

verwertbaren Aussagen diverser Befragter (vgl. im Detail die korrekte Darstellung 

-   26   -

im vorinstanzlichen Entscheid, Urk. 97 S. 31) geht weiter hervor, dass der Beschul-

digte  das  Lokal  "O._____"  an  verschiedene  Personen  weitervermietet  hatte,  für 

deren Geschäftstätigkeit er grundsätzlich nicht einzustehen hat. Unter Verweis auf 

die im Berufungsverfahren eingereichten Printscreens ab Überwachungskamera 1 

beim "O._____" verneint die Verteidigung, dass darauf der Beschuldigte zu sehen 

sei  (Urk.  104  N  6-11),  wie  es  die  ESBK  vor  Vorinstanz  mittels  bei  den  Akten 

liegenden Printscreens behauptete (Urk. 78 S. 11). Auch bezüglich der auf Antrag 

der  Verteidigung  edierten  Videosequenz  (Urk.  113)  stellte  sich  diese  an  der 

Berufungsverhandlung auf den Standpunkt, die seitens der ESBK nachgereichte 

Videosequenz belege, dass es sich bei der auf dem Printscreen sehr undeutlich zu 

sehenden Person offensichtlich nicht um den Beschuldigten handle, jedenfalls sei 

diese Person nicht als der Beschuldigte identifizierbar (Prot. II S. 24). Seitens des 

Berufungsgerichts ist eine Identifizierung der Person auf den Printscreens und der 

Videosequenz  mit  dem  Beschuldigten  nicht  möglich  und  selbst  wenn  damit 

festgestellt werden könnte, dass sich der Beschuldigte dreimal auf dem Gang vor 

dem "O._____" aufgehalten hat, könnte daraus nicht abgeleitet werden, dass er für 

den "O._____" verantwortlich gewesen wäre. Dass der Beschuldigte den "O._____" 

ausgestattet und / oder tatsächlich geführt hatte, kann daher nicht mit an Sicherheit 

grenzender  Wahrscheinlichkeit  als  erwiesen  erachtet  werden,  weshalb  der 

Beschuldigte freizusprechen ist.

5. Vorwurf betreffend "D._____"

5.3. Diesbezüglich  wird  dem  Beschuldigten  zusammengefasst  vorgeworfen,  im 

"D._____" in C._____ zwischen dem 1. Februar 2015 und dem 13. August 2020 

Spielgeräte aufgestellt und gewerbsmässig auf 9 Spielgeräten illegale Glücksspiele 

durchgeführt zu haben.

5.4. Die Vorinstanz hat die in den Akten vorhandenen sowie die vorliegend relevan-

ten resp. (zugunsten des Beschuldigten oder gar nicht) verwertbaren Beweismittel 

wiederum detailliert und korrekt aufgeführt, worauf zur Vermeidung unnötiger Wie-

derholungen  zu  verweisen  ist  (Urk.  97  S.  32  ff.).  Im  Berufungsverfahren  kommt 

diesbezüglich als Beweismittel eine ebenfalls auf Antrag der Verteidigung seitens 

-   27   -

der ESBK edierte, von L._____ geführte Kundenliste vom 1. Juni 2016 (Urk. 104 N 

12-15, USB-Stick Urk. 113) hinzu. 

5.5. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass der Beschuldigte bereits mit 

Strafbescheid vom 17. Oktober 2018 wegen illegaler Glücksspiele in diesem Lokal 

(damals noch Internet Café "AE._____" genannt) verurteilt wurde, wobei sich der 

Sachverhalt auf  die  Jahre  2014 und  2015 bezog (Urk.  97 S.  34, Urk.  38).  Diese 

Zeitperiode wurde damit bereits im Sinne einer "res iudicata" abgedeckt (Urk. 97 

S. 34). Bezüglich des vorliegenden Vorwurfs bestreitet der Beschuldigte wiederum, 

verantwortlich für das Lokal gewesen zu sein resp. stellte in Abrede, alles organi-

siert und eingerichtet zu haben. Demgegenüber ist - unter Verweis auf die detail-

lierte Herleitung im erstinstanzlichen Entscheid (Urk. 97 S. 34 f. mit weiteren Hin-

weisen) - festzuhalten, dass der Beschuldigte offensichtlich über N._____ stand, 

welcher seinerseits M._____ (im Lokal) eingeführt habe. Insbesondere hat der Be-

schuldigte N._____ angewiesen, einem Dritten einen fünfstelligen Geldbetrag zu 

geben,  und  Ende  2015  -  mithin  am  Tag  der  Hausdurchsuchung  und  Beschlag-

nahme der Geräte - gefragt, wie viele PC's mitgenommen worden seien; er bestelle 

neue (Urk. 35/8, Urk. 78 N 100). Der Beschuldigte vermietete das Lokal als Haupt-

mieter per 1. März 2016 an den Verein "D._____", wobei der Mietzins gemäss An-

merkung im Mietvertrag an den Beschuldigten zu entrichten war (Urk. 01 020 f. = 

01  066  f.,  Ordner  1/2,  Dossier  62-2017-099).  Gemäss  Protokoll  der  Generalver-

sammlung des Vereins vom 15. Juli 2017 war der Beschuldigte bis dahin Präsident 

und wollte er diese Funktion nicht weiter ausüben (Urk. 02 006, Ordner 1/2, Dossier 

62-2017-099). Aus der Befragung des Beschuldigten vor erster Instanz geht hervor, 

dass es in jener Zeit im besagten Lokal eine Zusammenarbeit mit L._____ gegeben 

hatte (vgl. Prot. I S. 46 f.). Die von L._____ per 1. Juni 2016 erstellte und als Be-

weismittel edierte Kundenliste (USB-Stick Urk. 113) soll gemäss Verteidigung be-

weisen, dass L._____ der Aufsteller resp. Distributor der Spielgeräte gewesen sei 

(Urk.  104  N  12 ff.,  Prot. II  S. 24).  Angesichts  der  besagten  Zusammenarbeit  von 

L._____ und dem Beschuldigten vermag die Liste den Beschuldigten jedoch nicht 

zu entlasten. Mit L._____ kam es gemäss seinen Aussagen erst im Juni 2017 zu 

Unstimmigkeiten  und  der  Beschuldigte  wollte/sollte  sich  vom  Lokal  lösen  (Prot. I 

-   28   -

S. 46 f.). Für die Zeit davor ist der Beschuldigte aufgrund des Ausgeführten als für 

die Betreibung der Spielautomaten verantwortlich zu bezeichnen. 

In Bezug auf die Zeit danach gab der Beschuldigte an, ab Frühling 2018 wieder im 

Lokal  gearbeitet  zu  haben,  jedoch  widerwillig  und  ohne  Verantwortung  (Prot. I 

S. 48 f.). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist bezüglich der Zeit nach seiner 

Rückkehr ab ca. April 2018 nicht zweifelsfrei bewiesen, dass der Beschuldigte mehr 

als ein Arbeitnehmer war (Urk. 97 S. 35 mit weiteren Hinweisen). 

5.6. Die Vorinstanz folgerte daraus zutreffend, dass der Beschuldigte in der Zeit ab 

Vereinsgründung vom tt.mm.2016 bis zu dessen Abgabe des Präsidiums über den 

"D._____" am 15. Juli 2017 für die Tätigkeit des Vereins verantwortlich war. Eben-

falls zutreffend erwog die Vorinstanz, dass bezüglich des Geräts U40122, welches 

gemäss Anklage vom 13. August 2019 bis zum 13. August 2020 in Betrieb gewe-

sen war (Urk. 3 S. 6), nicht von der Verantwortung des Beschuldigten für den Be-

trieb auszugehen ist (Urk. 97 S. 35). Hingegen wurden die restlichen acht in der 

Anklage bezüglich den "D._____" aufgeführten Geräte während der Zeit betrieben, 

in welcher der Beschuldigte als Verantwortlicher tätig war (vgl. Urk. 3 S. 4 ff.). Die 

Vorinstanz  hält  hierzu  präzisierend  fest,  dass  der  Beschuldigte  mit  WhatsApp-

Nachricht  vom  15. Dezember  2016  und  damit  am  Tag  der  ersten  Hausdurchsu-

chung um sieben PCs mit Monitoren bat, womit zumindest erstellt sei, dass er für 

das Aufstellen der sechs Geräte U28773, U28778, U28779, U28783, U28784 so-

wie U28788, welche ab Ende Dezember 2016 resp. Januar 2017 betrieben wurden, 

verantwortlich  sei.  Die  beiden  Geräte  U18756  und  U18757  wurden  gemäss  An-

klage bereits zuvor betrieben, womit der Beschuldigte nicht für das Aufstellen son-

dern nur für das Betreiben verantwortlich gemacht werden kann. 

6. Vorwurf betreffend "E._____"

6.3. Dem  Beschuldigten  wird  diesbezüglich  zusammengefasst  vorgeworfen,  im 

Lokal  "E._____"  in  C._____  zwischen  dem  1.  September  2017  und  dem  6. April 

2018  sechs  Spielgeräte  aufgestellt  und  gewerbsmässig  Spielbankenspiele 

angeboten und durchgeführt zu haben.

-   29   -

6.4. Die  in  den  Akten  vorhandenen  sowie  die  vorliegend  relevanten  resp.  (zu-

gunsten  des  Beschuldigten  oder  gar  nicht)  verwertbaren  Beweismittel  sind  im 

erstinstanzlichen Entscheid wiederum detailliert und korrekt aufgeführt, worauf zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 97 S. 36 f.).

6.5. Der Beschuldigte erklärte sich bezüglich des diesbezüglichen Vorwurfs grund-

sätzlich geständig (vgl. Prot. I S. 37, Urk. 139 S. 46 f.) und focht das vorinstanzliche 

Urteil in diesem Punkt auch nicht an. Wenn die Vorinstanz den Sachverhalt gemäss 

Anklageschrift als erstellt erachtete (Urk. 97 S. 37 f.), ist dies - auch angesichts der 

anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. April 2018 im Lokal "E._____" sicherge-

stellten Spielgeräte (Urk. 02 005, Dossier 62-2018-024) - zu übernehmen. 

7. Vorwurf betreffend "Q._____"

7.3. Diesbezüglich  wird  dem  Beschuldigten  zusammengefasst  vorgeworfen,  im 

"Q._____"  in  I._____  zwischen  dem  29.  September  2015  und  dem  29. Oktober 

2015 auf einem Spielgerät insgesamt 24 Spielbankenspiele angeboten zu haben.

7.4. Wiederum sind die in den Akten vorhandenen sowie die vorliegend relevanten 

resp. (zugunsten des Beschuldigten oder gar nicht) verwertbaren Beweismittel im 

erstinstanzlichen Entscheid detailliert und korrekt aufgeführt, worauf zu verweisen 

ist (Urk. 97 S. 38 f.). 

7.5. Gemäss  Untermietvertrag  vom  31.  Juli  2014  mietete  der  Beschuldigte  die 

Räumlichkeiten  von  AF._____  als  Untermieter  zwecks  Betreibung  eines 

Internetcafés/Spielsalons per 1. August 2014 (Urk. 01 032, Dossier 62-2015-129). 

Weitere Indizien, welche auf eine Täterschaft des Beschuldigten hindeuten würden, 

liegen angesichts der unverwertbaren Aussagen von Befragten nicht vor (vgl. 97 

S. 39 f.).  An  der  Hauptverhandlung  machte  der  Beschuldigte  keine  klaren  Aus-

sagen hierzu resp. wich der Frage, wie er sich zum Vorwurf betreffend "Q._____" 

stelle, aus (Prot. I S. 36 f.). 

7.6. Wie die Vorinstanz zutreffend folgerte, bleiben die tatsächlichen Verhältnisse 

unklar und steht lediglich fest, dass der Beschuldigte während einer gewissen Zeit 

in die Begebenheiten involviert war. Ebenfalls zu übernehmen ist, dass seine ge-

-   30   -

naue Stellung nicht verifiziert werden kann, womit der Sachverhalt nicht erstellt ist. 

Der Beschuldigte ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz von diesem Vorwurf 

freizusprechen (Urk. 97 S. 40). 

8. Vorwurf betreffend "AG._____"

8.3. Dem Beschuldigten wird diesbezüglich vorgeworfen, im Lokal "AG._____" in 

K._____ zwischen dem 1. April 2018 und dem 8. August 2018 teilweise mit Unter-

brüchen auf vier Spielgeräten illegale Glücksspiele angeboten zu haben. 

8.4. Auch hier ist auf die detaillierten und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

zu den in den Akten vorhandenen und den vorliegend relevanten resp. (zugunsten 

des Beschuldigten oder gar nicht) verwertbaren Beweismittel zu verweisen (Urk. 97 

S. 40 f.). 

8.5. Angesichts der sehr eingeschränkten Verwertbarkeit der vorliegenden Beweis-

mittel aus der Untersuchung kann nicht geschlossen werden, dass sich der Sach-

verhalt wie eingeklagt zugetragen hat (vgl. im Detail Urk. 97 S. 42). An der Haupt-

verhandlung  erklärte  der  Beschuldigte,  er  habe  lediglich  dem  Lokalbesitzer 

AH._____ einen Betreiber, AI._____, vermittelt. Selber sei er nie im Lokal gewesen 

und habe dort auch keinen einzigen Franken verdient (Prot. I S. 49 ff.). 

8.6. Dem Beschuldigten kann demzufolge betreffend das Lokal "AG._____" keiner-

lei deliktische Tätigkeit nachgewiesen werden (so auch Urk. 97 S. 42). Er ist somit 

in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auch diesbezüglich freizusprechen. 

9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass - auch nach den vor Berufungsinstanz 

seitens der Parteien vorgebrachten, jedoch nicht neuen Argumenten (vgl. Urk. 136, 

139 und 141, Prot. II S. 14 ff.) - die genauen Verhältnisse in Bezug auf die verschie-

denen Lokalitäten weitgehend ungeklärt  gebelieben sind  und  damit die Anklage-

sachverhalte ausser betreffend "E._____" und "D._____" nicht als erstellt erachtet 

werden können. Nur weil Hinweise dafür vorliegen, dass der Beschuldigte in irgend 

einer Form an kriminellen Machenschaften bezüglich der Lokale beteiligt gewesen 

sein könnte, genügt dies noch nicht für die rechtsgenügende Erstellung des einge-

klagten  Sachverhalts.  Dies  gilt  auch  bezüglich  des  von  der  ESBK  eingereichten 

-   31   -

Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau vom 20. Februar 2024, wonach be-

reits durch das "in Kauf nehmen", dass in den zur Verfügung gestellten Räumlich-

keiten durch Dritte illegale Spielbankenspiele angeboten werden, der Tatbestand 

der  "Zurverfügungsstellung"  von  Räumlichkeiten  erfüllt  sei  (Urk.  135  S.  2, 

Urk. 137/2 S. 13 f.). Selbst dass der Beschuldigte bezüglich der fraglichen Lokale 

solcherlei in Kauf genommen hat, kann nicht erstellt werden, womit das Argument 

der ESBK unter Hinweis auf das besagte Urteil nicht weiter zu verfolgen ist. Erstellt 

ist jedoch zum einen, dass der Beschuldigte im "D._____" in C._____ die Geräte 

U28773, U28778, U28779, U28783, U28784 und U28788 aufgestellt und auf die-

sen  sowie  zusätzlich  auf  den  Geräten  U18756  und  U18757  darauf  geladene 

Glücksspiele  angeboten  hat,  und  zum  anderen,  dass  er  im  Lokal  "E._____"  in 

C._____ die Geräte U23988, U23989, U23990, U23992, U23993 und U23994 auf-

gestellt  und  die  darauf  geladenen  Glücksspiele  angeboten  hat.  In  den  übrigen 

Punkten kann der Anklagesachverhalt nicht erstellt werden, weshalb der Beschul-

digte hierfür nicht als schuldig befunden werden kann. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Anwendbares Recht

1.1. Gemäss Art. 57 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Glücksspiele und Spielban-

ken (Spielbankengesetz; nachfolgend SBG) ist das Verwaltungsstrafrechtsgesetz 

vom  22. März 1974  (nachfolgend  VStrR)  anwendbar  (vgl.  auch  Art. 1 VStR), 

welches sowohl materielle (Verwaltungsstrafrecht; Art. 2 ff. VStrR) als auch prozes-

suale Bestimmungen (Verwaltungsstrafverfahren; Art. 19 ff. VStrR) beinhaltet. Ge-

gen  Entscheide  der  kantonalen  Gerichte  können  die  Rechtsmittel  der  StPO 

ergriffen werden (Art. 80 Abs. 1 VStrR). Darüber hinaus regelt Art. 82 VStrR, dass 

für das Verfahren vor den kantonalen Gerichten die entsprechenden Vorschriften 

der StPO gelten, soweit die Artikel 73-81 VStrR nichts anderes bestimmen. 

1.2. Per 1. Januar 2019 ist sodann das neue Bundesgesetz über Geldspiele vom 

29.  September  2017  (Geldspielgesetz;  BGS)  in  Kraft  getreten,  welches  die  Be-

stimmungen  des  Lotterie-  und  Spielbankengesetzes  ersetzt.  Die  Übergangsbe-

stimmungen  in  diesem  Gesetz  betreffen  die  Strafbestimmungen  nicht.  Dement-

-   32   -

sprechend  kommen  nach  Art. 2  VStrR  die  Bestimmungen  des  allgemeinen  Teils 

des  Strafgesetzbuches  zur  Anwendung,  weshalb  auf  Fälle,  welche  sich  wie  der 

vorliegende  vor  dem  1. Januar  2019  zugetragen  haben,  das  neue  Gesetz  nur 

anzuwenden ist, wenn es gemäss Art. 2 StGB das mildere ist. Diese Bestimmung 

gilt  kraft  Verweisung  gemäss  Art.  104  StGB  auch  für  Übertretungen.  Entsprech-

endes  wird  auch  in  der  Botschaft  zum  BGS  festgehalten.  Gemäss  der  Botschaft 

gelten für die laufenden Verfahren wie auch für die Verfolgung von Straftaten, die 

vor  dem  Inkrafttreten  des  neuen  Gesetzes  begangen  wurden,  die  Strafbe-

stimmungen  des  bisherigen  Rechts,  ausser  die  Anwendung  des  neuen  Rechts 

würde  zu  einer  milderen  Sanktion  führen  (Anwendung  des  Grundsatzes  der  lex 

mitior; Botschaft vom 21. Oktober 2015 zum Geldspielgesetz, BBI 2015 S. 8506).

1.3. Ob das neue Gesetz im Vergleich zum alten milder ist, beurteilt sich nicht nach 

einer  abstrakten  Betrachtungsweise,  sondern  in  Bezug  auf  den  konkreten  Fall 

(Konkrete  Vergleichsmethode).  Grundsätzlich  müssen  in  erster  Linie  die  rechtli-

chen Bedingungen der streitigen Straftat geprüft werden. Ist das Verhalten sowohl 

nach altem als auch nach neuem Recht strafbar, muss ein Vergleich der insgesamt 

zu gewärtigenden Sanktionen vorgenommen werden. Der Richter hat die Tat so-

wohl nach altem als auch nach neuem Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch 

Vergleich der Ergebnisse festzustellen, nach welchem der beiden Rechte der Täter 

besser  fährt.  Massgeblich  sind  alle  anwendbaren  Strafzumessungsregeln.  Der 

Richter hat deshalb den Sachverhalt in umfassender Weise sowohl nach dem alten 

als auch nach dem neuen Recht zu beurteilen und die Ergebnisse miteinander zu 

vergleichen  (Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_115/2011  vom  26.  Juli  2011  E. 3.5; 

BSK StGB I-Popp/Berkemeier, 4. Aufl., 2019, Art. 2 N 11 ff.). Das Bundesgericht 

bestätigte in seinem Urteil 6B_144/2021 vom 9. Dezember 2022, Erw. 2.4.3., dar-

über hinaus einen früheren bundesgerichtlichen Entscheid (BGE 147 IV 471), wo-

nach  die  Busse  nach  SBG  unabhängig  von  der  Strafvollzugsmodalität  und  der 

Höhe des Betrags stets die mildere Strafe als die Geldstrafe nach BGS darstelle. 

1.4. Wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird, ist das Verhalten des Beschuldigten 

bei Anwendung des alten Rechts unter Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG zu subsumieren, 

wonach derjenige, der Glücksspiele ausserhalb konzessionierter Spielbanken or-

-   33   -

ganisiert oder gewerbsmässig betreibt, mit Haft oder mit Busse bis zu Fr. 500'000.– 

bestraft wird. Bei einer Strafandrohung mit Haft oder Busse liegt gemäss Art. 333 

Abs. 3 StGB eine Übertretung vor, wobei Art. 106 StGB zur Anwendung kommt. 

Bei einer Anwendung des neuen Rechts, resp. des BGS, müsste das Verhalten des 

Beschuldigten unter Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS subsumiert werden. Diesfalls wäre 

derjenige mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe zu bestrafen, 

wer vorsätzlich ohne die dafür nötigen Konzessionen oder Bewilligungen Spielban-

kenspiele oder Grossspiele durchführt, organisiert oder zur Verfügung stellt. Zumal 

das Verhalten des Beschuldigten – wie noch zu zeigen sein wird (vgl. Ziff. IV./2.2.) – 

bei Anwendung des alten Rechts nicht unter Art. 55 Abs. 1 lit. a SBG zu subsumie-

ren ist, resp. nicht als Vergehen gewertet wird, erweist sich das alte Recht, nach 

welchem sich der Beschuldigte einer Übertretung schuldig gemacht hat, angesichts 

der  milderen  Bestrafung  als  deutlich  günstiger.  Die  Schlussfolgerung,  dass  eine 

Sanktionierung  nach  dem  Übertretungstatbestand  von  Art. 56  Abs. 1  lit. a  SBG 

milder ist als nach dem Vergehenstatbestand von Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS, steht 

ferner auch im Einklang mit dem vom Gesetzgeber intendierten Zweck der Schär-

fung der Strafnormen im BGS (Botschaft a.a.O., S. 8497). Nicht entscheidend ist, 

dass bei der schärferen Strafart der Freiheits- oder Geldstrafe im Gegensatz zur 

Busse der bedingte Vollzug möglich wäre, da sich bereits der Schuldspruch wegen 

eines Vergehens an sich - unabhängig von der ausgefällten Sanktion - als für den 

Beschuldigten ungünstiger erweist. 

1.5. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das SBG das mildere Gesetz 

ist und somit gestützt auf Art. 2 VStrR i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StGB auf den vorliegen-

den Fall zur Anwendung gelangt (so auch Vorinstanz, Urk. 97 S. 45).

2. Tatbestandsmässigkeit

2.1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG ist zu bestrafen, wer Glücksspiele ausserhalb 

konzessionierter  Spielbanken  organisiert  oder  gewerbsmässig  betreibt.  Glücks-

spiele sind Spiele, bei denen gegen Leistung eines Einsatzes ein Geldgewinn oder 

ein anderer geldwerter Vorteil in Aussicht steht, der ganz oder überwiegend vom 

Zufall abhängt (Art. 3 Abs. 1 SBG). Glücksspielautomaten wiederum sind Geräte, 

die  ein  Glücksspiel  anbieten,  das  im  Wesentlichen  automatisch  abläuft  (Art. 3 

-   34   -

Abs. 2  SBG).  Nach  Art.  55  Abs.  1  lit.  a  SBG  wird  als  Vergehen  gewertet,  wenn 

jemand eine Spielbank errichtet, betreibt, dazu Raum gibt oder Spieleinrichtungen 

beschafft, ohne dass die dafür notwendigen Konzessionen oder Bewilligungen vor-

liegen. 

2.2. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, steht ausser Frage, dass der Beschul-

digte über keine Konzession für den Betrieb von Glücksspielen verfügte (Urk. 97 

S. 45). Dass es sich bei den Lokalen "D._____" und "E._____" nicht um Spielban-

ken (Unternehmungen, welche gewerbsmässig Gelegenheit zum Glücksspiel an-

bieten) handelt, steht ebenfalls ausser Frage, zumal es sich bei den Lokalen nicht 

um Unternehmungen im Sinne eines Spielkasinos handelt. Eine Anwendung des 

Vergehenstatbestands im Sinne von Art. 55 Abs. 1 lit. a SBG ist somit nicht weiter 

zu prüfen (so auch Vorinstanz, Urk. 97 S. 50). 

2.3. Der Beschuldigte hat im "D._____" an der B._____-strasse 1 in C._____ die 

Geräte  U18756,  U18757,  U28773,  U28778,  U28779,  U28783,  U28784  sowie 

U28788 und im Lokal "E._____" an der B._____-strasse 2 ebenfalls in C._____ die 

Geräte U23988, U23989, U23990, U23992, U23993 sowie U23994 betrieben. Die 

auf diesen Geräten vorgefundenen Spiele wurden mit Verfügungen der ESBK vom 

26. Februar 2014, 4. April 2014, 17. Dezember 2014 und 24. Juni 2015, als Glücks-

spiele  resp.  Glücksspielautomaten  im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  2  SBG  qualifiziert 

(Urk. 05  091  ff.,  Urk.  05  128  ff.,  Urk. 05  153  ff.  und  Urk.  05  186  ff.,  Ordner  2/2, 

Dossier 62-2018-80). Die Vorinstanz führte die entsprechend qualifizierten Glücks-

spiele unter den jeweiligen vorliegend relevanten Geräten korrekt auf, worauf zur 

Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen  zu  verweisen  ist  (Urk.  97  S.  46-48).  Sie 

hielt zudem zurecht fest, dass diejenigen Spiele, die nur aufgrund eines Referenz-

berichts der ESBK und nicht mittels Verfügung als faktisch gleich qualifiziert worden 

seien, im Tatzeitpunkt nicht mittels rechtskräftiger Verfügung als Glücksspiele bzw. 

Glücksspielautomaten  qualifiziert  worden  seien  und  deshalb  unberücksichtigt  zu 

bleiben hätten. Es könne nicht Aufgabe des Strafrichters sein, vorfrageweise dar-

über zu entscheiden, ob ein Gerät respektive Spiel als Glückspielautomat zu quali-

fizieren sei (Urk. 97 S. 48, mit Hinweis auf das Urteil der hiesigen Kammer vom 

8. Dezember 2020, SU200015, Erw. III./4.4.). 

-   35   -

2.4. Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG sanktioniert das Organisieren und gewerbsmässige 

Betreiben  von  Glücksspielen.  Gemäss  ESBK,  resp.  der  von  dieser  in  ihrem  vor-

instanzlichen Plädoyer zitierten Definition der Botschaft vom 21. Oktober 2015 zum 

Geldspielgesetz  (15.069),  S.  8498,  bedeutet  "Organisieren"  die  Struktur  aufzu-

bauen, die es braucht, um Glücksspiele zu ermöglichen, und fallen unter "Betrei-

ben" sämtliche Handlungen, die es für das Funktionieren der Unternehmung benö-

tigt und die in engem Zusammenhang mit der konkreten Umsetzung von Glücks-

spielen  bzw.  mit  dem  öffentlich  Zugänglichmachen  von  solchen  stehen  (Urk. 78 

N 166, Urk. 97 S. 49). Die Vorinstanz hielt zurecht fest, dass der Beschuldigte beim 

"D._____" sechs Geräte bestellt und aufgestellt sowie die Spiele auf acht Geräten 

zur  Benützung  angeboten  hat.  Ebenfalls  zutreffend  wies  sie  darauf  hin,  dass  er 

beim "E._____" sechs Automaten aufgestellt und Spiele darauf angeboten hat. Da-

mit ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte Glücksspiele 

organisiert und betrieben hat, weshalb der objektive Tatbestand der genannten Be-

stimmung erfüllt ist. 

2.5. Unter Verweis auf die vorinstanzlichen Ausführungen zur Gewerbsmässigkeit 

und  mit  Blick  darauf,  dass  der  Beschuldigte  insgesamt  14  Spielgeräte  betrieben 

hat, sich der Deliktszeitraum über einige Monate bis zu rund einem Jahr erstreckte, 

eine weitere Tätigkeit des Beschuldigten in der fraglichen Zeit nicht bekannt ist und 

er mit seinen Einnahmen zumindest einen Teil seines Lebensunterhalts bestritten 

haben muss, ist mit der Vorinstanz Gewerbsmässigkeit zu bejahen (Urk. 97 S. 49). 

2.6. Unter  Hinweis  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  im  angefochtenen 

Entscheid, ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG als erfüllt 

zu betrachten (Urk. 97 S. 49). 

2.7. Der Beschuldigte ist somit der Übertretung des Spielbankengesetzes im Sinne 

von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG schuldig zu sprechen. 

V. Strafzumessung

1. Die Vorinstanz belegte den Beschuldigten mit einer Busse von Fr. 45'000.– unter 

Anrechnung  von  Fr. 42'100.–,  welche  bis  und  mit  erstinstanzlichem  Urteilsdatum 

-   36   -

(16.  Dezember  2022)  durch  421 Tage  Haft  erstanden  seien.  Wie  dargelegt  ist 

vorliegend das alte Recht, resp. das SBG anwendbar; eine Geldstrafe fällt daher 

ausser Betracht. 

2. Die Grundlagen der Strafzumessung wurden im angefochtenen Entscheid um-

fassend dargelegt, weshalb darauf verwiesen wird (Urk. 97 S. 50 f.). Auch wurde 

zutreffend festgehalten, dass heute - wenn auch von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG vor-

gesehen - eine Haftstrafe ausgeschlossen ist (ebd.). 

3. Tatkomponente

3.1. Bezüglich der objektiven Tatschwere ist  festzuhalten, dass der Beschuldigte 

im  "D._____"  acht  und  im  "E._____"  sechs  Glücksspielautomaten  betrieben  hat. 

Insgesamt waren darauf deutlich über 200 verbotene Spiele geladen. Der delikti-

sche Zeitraum bezieht sich beim "D._____" auf die Zeit zwischen dem 20. Juni 2016 

(Gerät U18756) bis 15. Juli 2017 (Geräte U28778, U28779, U28783, U28784 und 

U28788) und beim "E._____" auf die Periode zwischen dem 1. September 2017 

(Geräte  U23988,  U23989,  U23990  und  U23992)  und  dem  6.  April  2018  (Geräte 

U23988, U23989, U23990, U23992, U23993 und U23994). Wie die Vorinstanz zu-

treffend erwog, hat er damit eine recht hohe Gefährdung für Personen geschaffen, 

die zu Spielsucht neigen (Urk. 97 S. 52). Andererseits ist aber zu beachten, dass 

der Beschuldigte die Geräte mit den Glücksspielen nicht in einem öffentlich zugäng-

lichen Lokal aufgestellt hat, sondern sich diese in Vereinslokalen befanden, die ei-

nem  eingeschränkten  Personenkreis  zugänglich  waren.  Eine  besonders  grosse 

Gefahr für die Bevölkerung ist somit nicht zu erkennen, auch wenn auf den einzel-

nen Geräten mehrere Spiele gespielt werden konnten. In Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz erscheint das Ausmass der Delinquenz des Beschuldigten als noch re-

lativ gering (Urk. 97 S. 52). 

3.2. In Bezug auf die subjektive Tatschwere hat die Vorinstanz zutreffend festge-

halten, dass der Beschuldigte aus rein finanziellen Motiven gehandelt habe und es 

ihm darum gegangen sei, mit dem Betreiben der Spielgeräte zu einem Einkommen 

zu gelangen, um so seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er habe mit Wissen und 

Willen und damit direktvorsätzlich gehandelt. Richtigerweise mass die Vorinstanz 

-   37   -

dem  Beschuldigten  eine  beträchtliche  kriminelle  Energie  zu.  Sie  wies  dabei 

beispielhaft  darauf  hin,  dass  der  Beschuldigte  noch  am  Tag,  als  die  Geräte  im 

"D._____"  beschlagnahmt  worden  waren,  dem  dort  Verantwortlichen  N._____ 

mitteilte,  er  werde  gleich  wieder  neue  Geräte  bestellen.  Die  Sicherstellung  der 

Geräte  habe  ihn  offensichtlich  nicht  beeindruckt  (Urk. 97  S. 52).  Die  subjektive 

Tatschwere vermag somit das objektive Tatverschulden keinesfalls zu relativieren. 

3.3. Wenn die Vorinstanz das Tatverschulden insgesamt als "noch leicht" beurteilte 

und die Strafe des Beschuldigten im untersten Drittel des möglichen Strafmasses 

ansiedelte, ist dies zu übernehmen. 

4. Täterkomponente

4.1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse und des Vorlebens des Beschuldig-

ten  kann  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden  (Urk. 97  S. 53). 

Mittlerweile  lebt  der  Beschuldigte  in  der  Türkei  (Urk.  114,  Urk.  128).  Über  seine 

aktuellen finanziellen Verhältnisse ist nichts bekannt. Zu seinen Gunsten ist jedoch 

davon auszugehen, dass diese nicht sonderlich gut sind. 

4.2. Die Vorinstanz hielt richtigerweise fest, dass der Beschuldigte während laufen-

der Strafuntersuchungen delinquierte, dass die erste Strafuntersuchung bezüglich 

des vorliegenden Verfahrens bereits im Anschluss an die Kontrolle vom 15. März 

2015  im  "O._____"  in  C._____  eröffnet  wurde  und  dass  im  Zusammenhang  mit 

dem  späteren  Strafbescheid  vom  17.  Oktober  2018  schon  eine  Untersuchung 

durch  die  ESBK  ebenfalls  wegen  Übertretung  des  Spielbankengesetzes  geführt 

wurde (Urk. 97 S. 53 mit weiteren Verweisen). Mit der Vorinstanz sind diese Um-

stände, wie auch die genannte einschlägige Vorstrafe, straferhöhend zu gewichten 

(ebd.). Der Beschuldigte hat bis heute keine Reue gezeigt, jedoch immerhin bezüg-

lich der Übertretung im Zusammenhang mit dem Lokal "E._____" ein Geständnis 

abgelegt, welches strafmindernd zu berücksichtigen ist. 

5. Angesichts  sämtlicher  vorliegend  relevanter  Strafzumessungsgründe  erscheint 

eine Busse in der Höhe von Fr. 45'000.–, wie sie die Vorinstanz ausfällte (Urk. 97 

S. 54), dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

-   38   -

angemessen.  Überdies  wurde  diese  Busse  seitens  der  Verteidigung  akzeptiert 

(Urk. 139 S. 67). 

6. Mit der Verteidigung ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 421 Tage in 

Haft verbracht hat (Urk. 139 S. 70). Diese beantragt im Berufungsverfahren, diese 

Zeit sei dem Beschuldigten höchstens im Umfang von drei Monaten an die auszu-

fällende Busse anzurechnen; im darüberhinausgehenden Umfang verlangt die Ver-

teidigung eine angemessene Genugtuung für eine besonders schwere Verletzung 

seiner persönlichen Verhältnisse durch die erlittene Haft (Urk. 104 N 4, Urk. 139 

S. 70). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Anrechnung der Haft 

an  eine  (Übertretungs-)Busse  mit  Blick  auf  den  Verweis  von  Art. 104  StGB  auf 

Art. 51 StGB in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 StGB zulässig. Der Anrechnungs-

faktor,  mit  welchem  die  Untersuchungshaft  an  eine  Busse  anzurechnen  ist,  ent-

spricht gemäss Bundesgericht jenem Faktor, nach welchem der Richter die Ersatz-

freiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse gemäss Art. 106 Abs. 3 

StGB bestimmt (BGE 135 IV 126, Erw. 1.3.9.). Dabei gilt - wie nachfolgend unter 

Ziff. V./8. noch zu zeigen sein wird - ein starrer Umwandlungsschlüssel von einem 

Tag Haft pro Fr. 30.– Busse und eine Obergrenze von maximal drei Monaten. An-

gerechnet  werden  können  dem  Beschuldigten  somit  -  im  Gegensatz  zur  Ansicht 

der  Vorinstanz,  welche  unbeschränkt  und  mit  einem  Umrechnungssatz  von 

Fr. 100.–  pro  Tag  Haft  rechnete  (vgl.  Urk.  97  S.  54)  -  lediglich  Fr. 2'700.–  (90  x 

Fr. 30.–). Damit verbleiben 331 Tage erstandene Haft, die nicht an die genannte 

Sanktion angerechnet werden können; es handelt sich dabei nicht um Überhaft. Da 

es aber nicht sein kann, dass der Beschuldigte einerseits mit Busse bestraft wird, 

nachdem  er  bereits  eine  Freiheitsstrafe  verbüsst  hat,  ist  konsequenterweise  die 

Busse zu reduzieren. Bei 331 Tagen Haft und einem Tagessatz analog der verwal-

tungsrechtlichen Grundlage von Fr. 30.– resultieren Fr. 9'930.–. Es rechtfertigt sich, 

die zuvor festgesetzte Strafhöhe von Fr. 45'000.– um diese Fr. 9'930.– zu reduzie-

ren, womit eine revidierte Strafhöhe von Fr. 35'070.– resultiert. Wie erwähnt dürfen 

daran die Fr. 2'700.–, welche als durch Haft abgegolten abgezogen werden dürfen, 

angerechnet werden. 

-   39   -

7. Die Busse - das heisst vorliegend Fr. 32'370.– (Fr. 35'070.– minus Fr. 2'700.–) - 

ist zwingend zu bezahlen (vgl. insb. Art. 10 Abs. 1 VStrR sinngemäss). Ein Auf-

schub ist nicht möglich.

8. Die Umwandlung einer Busse in Haft wegen einer Übertretung im Anwendungs-

bereich des VStrR richtet sich nach Art. 10 VStrR. Diese Bestimmung sieht ein von 

den allgemeinen Bestimmungen des StGB abweichendes Sonderregime betreffend 

Umwandlung  einer  Busse  in  Haft  vor,  soweit  sie  nicht  eingebracht  werden  kann 

(Art. 10 Abs. 1 VStrR). Insbesondere gelten ein starrer Umwandlungsschlüssel von 

einem Tag Haft pro Fr. 30.– Busse und eine Obergrenze von maximal drei Monaten 

(Art. 10  Abs. 3  VStrR).  Gestützt  auf  Art. 91  VStrR  ist  eine  Ersatzfreiheitsstrafe 

allerdings nicht schon mit heutigem Urteil, sondern erst in einem allfälligen Nach-

verfahren, d.h. nach Rechtskraft des Bussenentscheides und nach dem Nachweis 

der  Uneinbringlichkeit  der  Busse,  festzusetzen.  Heute  ist  daher  keine  Ersatzfrei-

heitsstrafe festzusetzen.

VI. Beschlagnahmungen

1. Beschlagnahmte Barschaft

1.1. Hierzu beantragte der Verteidigung, es handle sich nicht um deliktisch erlangte 

Geldbeträge,  weshalb  diese  dem  Beschuldigten  herauszugeben  seien,  zumal 

dieser auf dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum lebe (Urk. 139 S. 67 f.). 

1.2. Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid sämtliche Geldbeträge auf, welche im 

Verlauf  der  verschiedenen  Untersuchungsverfahren  beschlagnahmt  wurden. 

Hierauf wird verwiesen (Urk. 97 S. 55). Die Geldbeträge wurden aus den Kassen 

verschiedener Tischgeräte, aus Serviceportemonnaies oder sonst wo in den betref-

fenden Lokalen sichergestellt. Die Vorinstanz ging offensichtlich davon aus, dass 

es sich dabei um nicht nachweislich aus den Delikten stammende Vermögenswerte 

handelte  und  ordnete  eine  Einziehung  zuhanden  der  Bundeskasse  an  (Urk. 97 

S. 54 f. und S. 63). Zwar dürfte zumindest bei den in den einschlägigen Tischgerä-

ten sichergestellten Geldbeträgen davon ausgegangen werden, dass diese auf de-

liktischem  Weg  erlangt  wurden,  jedoch  wurden  solche  nur  in  Lokalen  gefunden, 

-   40   -

bezüglich welcher vorliegend kein Schuldspruch erfolgt. Dem Bargeld, welches in 

den Lokalen "D._____" und "E._____" sichergestellt wurde, kann kein deliktischer 

Zusammenhang nachgewiesen werden. Daher ist unter Hinweis auf die zutreffen-

den Erläuterungen der Vorinstanz zu den formellen Voraussetzungen einer Einzie-

hung zur Kostendeckung (Urk. 97 S. 54 f. m.w.H.) die gesamte beschlagnahmte 

Barschaft in der Höhe von Fr. 13'589.30 zuhanden der Staatskasse resp. zur De-

ckung der Verfahrenskosten, Ersatzforderung und Busse einzuziehen. Dafür, dass 

der Beschuldigte auf dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum lebe, bestehen 

keine Anhaltspunkte. 

2. Beschlagnahmte Gegenstände 

2.1. Die Vorinstanz führte zudem diverse zu Beweiszwecken beschlagnahmte Ge-

genstände wie Schlüssel, Dokumente, Notizzettel etc. auf, worauf verwiesen wird 

(Urk. 97  S.  57  f.),  und  ordnete  an,  diese  bei  den  Akten  zu  belassen.  Dies  ist  zu 

übernehmen. 

2.2. Schliesslich ist über die beschlagnahmten Tischgeräte und die dazugehören-

den Utensilien zu entscheiden. Auch hier ist auf die Auflistung im angefochtenen 

Entscheid zu verweisen (Urk. 97 S. 58 ff.). 

2.3. Der Beschuldigte ficht den diesbezüglichen vorinstanzlichen Entscheid betref-

fend Einziehung nicht an hinsichtlich der Tischgeräte U21156, U21692, U21693, 

U7427  und  U7428  sowie  der  USB-Sticks  U21166,  U28777,  U28772,  U40154, 

U23983, U23987 und U10110 (Urk. 104 N 2, Urk. 139 S. 10). Wie schon vor erster 

Instanz erhebt der Beschuldigte jedoch Anspruch auf die übrigen Geräte und Uten-

silien (Urk. 79 S. 8 ff., Urk. 139 S. 11 ff.). Die Vorinstanz wies dabei zurecht darauf 

hin, dass der Beschuldigte stets aussagte, er habe mit diesen Geräten nichts zu 

tun; er wisse nicht, wer sie aufgestellt habe. Da diese Gegenstände somit nicht ihm 

gehören, können sie ihm auch nicht herausgegeben werden (so auch Vorinstanz, 

Urk. 97 S. 58). Unter Hinweis auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz zur 

Sicherungseinziehung und insbesondere die Art. 2 VStrR i.V.m. Art. 69 Abs. 1 StGB 

sind daher sämtliche beschlagnahmten Geräte und dazugehörenden Utensilien der 

-   41   -

Vorinstanz folgend einzuziehen und der ESBK zur Vernichtung resp. zur gutschei-

nenden Verwendung zu überlassen (Urk. 97 S. 58 ff.). 

VII. Ersatzforderung

1. Hinsichtlich der Voraussetzungen für eine Ersatzforderung des Staats resp. eine 

entsprechende (Ausgleichs-)Einziehung ist auf die zutreffenden Erläuterungen im 

angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 97 S. 60 f.). 

2. Unbestritten und klar ist, dass der durch den Betrieb der Glücksspielgeräte er-

zielte Gewinn gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB der Einziehung unterliegt. Ebenfalls 

ist davon auszugehen, dass die Einnahmen daraus nicht mehr vorhanden sind. 

3. Die  ESBK  machte  vor  erster  Instanz  eine  Ersatzforderung  in  der  Höhe  von 

Fr. 583'219.70  (Urk. 78  S. 44)  und  vor  Berufungsinstanz  eine  solche  von 

Fr. 584'719.70  (Urk.  136  S.  37  ff.)  geltend.  Diese  bezogen  sich  allerdings  auf 

sämtliche eingeklagten Sachverhalte. Erstellt sind vorliegend bekanntlich nur jene 

bezüglich  der  Lokale  "D._____"  und  "E._____".  Folglich  ist  von  einer  geringeren 

Ersatzforderung auszugehen, welche nur schwer ermittelt werden kann. Gemäss 

Art. 70 Abs. 5 StGB kann das Gericht in solchen Fällen eine Schätzung vornehmen. 

Dabei  kann  gemäss  Bundesgerichtsurteil  6B_393/2020,  Erw.  3.4.,  vom  26. Juli 

2021  die  Ersatzforderung  auf  der  Grundlage  von  unbestrittenen  Tatsachen  und 

Beweismitteln auf die einschlägigen Spielgeräte hochgerechnet werden. 

4. Der  Beschuldigte  erklärte  vor  erster  Instanz,  er  beabsichtige,  die  Schweiz  zu 

verlassen und dann längerfristig in der Türkei ein Café zu übernehmen (Prot. I S. 

29 f.). Nach seiner Haftentlassung ist der Beschuldigte offenbar tatsächlich in die 

Türkei gereist und aktuell dort wohnhaft (vgl. Urk. 114). Gemäss seinen Aussagen 

am 9. August 2022 vor erster Instanz hat er zwar keine Schulden, verfügt er jedoch 

auch nicht über Vermögen (Prot. I S. 33). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass 

das Lohnniveau in der Türkei um einiges tiefer ist als in der Schweiz (Urk. 97 S. 61). 

Neben der Bestreitung des Lebensunterhalts und allfälliger Rückzahlung von ver-

bleibenden  Verfahrenskosten  etc.  wird  dem  Beschuldigten  somit  wohl  nur  wenig 

Einkommen verbleiben, auf welches zur Deckung der Ersatzforderung zugegriffen 

-   42   -

werden könnte. Angesichts dieser Umstände rechtfertigt es sich, in Anwendung von 

Art. 71  Abs.  2  StGB  von  einer  Ersatzforderung  abzusehen  (so  auch  Vorinstanz, 

Urk. 97 S. 61).

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens

Da  die  durch  die  Vorinstanz  vorgenommene  Aufteilung  der  Kosten  angemessen 

erscheint, ist die Kostenauflage gemäss Dispositiv-Ziffern 9 und 10 des angefoch-

tenen Entscheids zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Kosten des Berufungsverfahrens

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'500.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 Abs. 1 lit. b 

GebV OG). 

2.2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auf-

erlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Demgemäss rechtfertigt es sich, die Kosten 

des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, 

zu  einem  Viertel  dem  Beschuldigten  aufzuerlegen  und  zu  drei  Vierteln  auf  die 

Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind unter Vor-

behalt der Rückzahlungspflicht zu einem Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO einst-

weilen und zu drei Vierteln definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

3. Honorar der amtlichen Verteidigung

3.1. Der amtliche Verteidiger reichte an der Berufungsverhandlung zwei Honorar-

noten in der Höhe von insgesamt Fr. 16'950.75 (inkl. MwSt.) ins Recht (Urk. 140/1-

2). 

3.2. Die  Entschädigung  der  amtlichen  Verteidigung  richtet  sich  im  Strafverfahren 

insbesondere  nach  den  §§ 1,  16  und  17  der  Anwaltsgebührenverordnung  (Anw-

GebV). Gemäss § 1 Abs. 2 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus der Gebühr 

und den notwendigen Auslagen zusammen. Die Grundgebühr ist dabei nach den 

-   43   -

besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen und 

Schwierigkeiten des Falles, zu bemessen (§ 2 Abs. 1 AnwGebV). Entschädigungs-

pflichtig sind all jene Aufwendungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der 

Wahrung  der  Rechte  im  Strafverfahren  stehen,  notwendig  und  verhältnismässig 

sind. Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staatskasse 

aufzuerlegen (BGE 141 I 124 E. 3.1 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist es grundsätzlich zulässig, für das Anwaltshonorar Pauschalen 

vorzusehen.  Honorarpauschalen  dienen  dabei  der  gleichmässigen  Behandlung 

und  begünstigen  eine  effiziente  Mandatsführung.  Bei  einer  Honorarbemessung 

nach  Pauschalbeträgen  werden  alle  prozessualen  Bemühungen  zusammen  als 

einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen 

des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmentarifen erweisen sich 

aber  als  verfassungswidrig,  wenn  sie  auf  die  konkreten  Verhältnisse  in  keiner 

Weise  Rücksicht  nehmen  und  im  Einzelfall  ausserhalb  jedes  vernünftigen  Ver-

hältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen (BGE 143 IV 453 

E. 2.5.1; BGE 141 I 124 E. 4.3 mit Hinweis).

3.3. Rechtsanwalt MLaw X._____ führt in seinen Honorarnoten Aufwendungen auf, 

die sich auf die Zeit vom 22. Dezember 2022 (das vorinstanzliche Urteil erging am 

16.  Dezember  2022)  bis  und  mit  Berufungsverhandlung  vom  13.  März  2025  be-

ziehen (vgl. Urk. 140/1-2). Dabei fallen die vielen Positionen mit der Bezeichnung 

"Studium der Akten" auf. Hierzu ist anzumerken, dass Rechtsanwalt MLaw X._____ 

den Beschuldigten bereits vor Vorinstanz verteidigt hat und somit von bereits be-

stehender Aktenkenntnis auszugehen ist. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern 

eine Aktendurchsicht im geltend gemachten Rahmen nötig gewesen wäre. Ausser 

der Berufungserklärung und der Vorbereitung für die Berufungsverhandlung waren 

– abgesehen von ein paar administrativen Verfahrenshandlungen – keine prozes-

sualen Handlungen nötig. Angesichts der längeren Zeitspanne und der umfangrei-

chen  Aktenlage  rechtfertigt  sich  aber  eine  Entschädigung  in  der  Höhe  von 

Fr. 12'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.).

3.4. Der  amtliche  Verteidiger,  Rechtsanwalt  MLaw  X._____,  ist  daher  mit 

Fr. 12'000.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

-   44   -

4. Genugtuung

4.1. Der Beschuldigte macht im Berufungsverfahren im über die Anrechnung der 

Haft  an  die  auszufällende  Busse  (vgl.  vorne  Ziff.  V./6.)  hinausgehenden  Umfang 

eine  angemessene  Genugtuung  für  eine  besonders  schwere  Verletzung  seiner 

persönlichen Verhältnisse durch die erlittene Haft geltend (Urk. 104 N 4, Urk. 139 

S. 70 f.). 

4.2. Zu Unrecht erlittene Haft liegt nicht vor, mit Ausnahme der Sicherheitshaft in 

der  Zeitspanne  vom  2.  bis  9.  August  2022,  bezüglich  welcher  mit  Urteil  des 

Bundesgerichts vom 12. August 2022 ausdrücklich die Rechtswidrigkeit festgestellt 

wurde  (Urk.  66  S.  9).  Praxisgemäss  besteht  bei  rechtswidriger  Inhaftierung  ein 

Anspruch  auf  eine  Entschädigung  von  Fr.  200.–  pro  Tag,  was  vorliegend  zu 

einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'600.– (8 x Fr. 200.–) führt. Die Genugtuung 

ist  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  analog  zum  Schaden 

nach Art. 73 OR mit 5 % Zins zu verzinsen. Als mittlerer Verfalltag erscheint der 

6. August 2022 gerechtfertigt.

4.3. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten abzuweisen. 

-   45   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 16. De-

zember 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.-7.

(…)

8.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

8'000.–

; die weiteren Auslagen betragen:

2'000.–

; Gebühr UB220033-O

1'000.–

; Gebühr UB220085-O

1'600.–

; Gebühr UB220143-O

4'600.–

Barauslagen Vorverfahren

83'740.–

Aufwand Vorverfahren

2'380.–

Schreibgebühren Strafuntersuchung

58'523.65

Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt) 

9.-10.(…)

11.

[Mitteilungen]

12.

[Rechtsmittel]"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der  Beschuldigte  A._____  ist  der  Übertretung  des  Spielbankengesetzes  im 

Sinne von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG schuldig bezüglich:





"D._____", B._____-strasse 1, C._____, in Bezug auf die Geräte 

U18756, U18757, U28773, U28778, U28779, U28783, U28784, 

U28788 sowie

"E._____", B._____-strasse 2, C._____, in Bezug auf die Geräte 

U23988, U23989, U23990, U23992, U23993, U23994. 

-   46   -

Einer weiteren Übertretung oder eines weiteren Vergehens ist der Beschul-

digte nicht schuldig. 

2.

Der  Beschuldigte  wird  bestraft  mit  einer  Busse  von  Fr.  35'070.–,  wovon 

3.

4.

5.

6.

Fr. 2'700.– durch Haft abgegolten sind. 

Die restliche Busse ist zu bezahlen.

Die in den fünf Lokalen beschlagnahmte Barschaft von insgesamt 

Fr. 13'589.30 wird zuhanden der Staatskasse eingezogen.

Auf die Festsetzung einer Ersatzforderung wird verzichtet. 

Folgende,  mit  Verfügungen  der  Eidgenössischen  Spielbankenkommission 

ESBK vom 15. Dezember 2017, 7. April 2018 und 12. Januar 2019 beschlag-

nahmten Gegenstände werden bei den Akten belassen:

































Div. Schlüssel, SD Card U21153,

Div. Dokumente U21154,

Div. Home-bet-Karten U21155,

Div. Mappen/Ordner U21157,

Mappe U21165,

Unterlagen U21167,

Adressbuch U28775,

Abrechnung U28781, 

Div. Zettel U7176,

Notizzettel U7177,

Div. Notizzettel U7178,

Couvert mit Notizzettel U7179,

Notizzettel U7180,

Notizzettel U7182,

Notizzettel U7183

Notizzettel U21684.

7.

Folgende,  mit  Verfügungen  der  Eidgenössischen  Spielbankenkommission 

ESBK  vom  6. Juli  2015,  31. März  2016,  4. Januar  2017,  27. Juni  2017 

-   47   -

15. Dezember  2017,  7. April  2018,  24. September  2018,  11. Januar  2019, 

12. Januar  2019  und  15.  Februar  2021  beschlagnahmten  Gegenstände 

werden  eingezogen  und  der  Eidgenössischen  Spielbankenkommission  zur 

Vernichtung respektive zur gutscheinenden Verwendung überlassen:



























































Tischgerät U21156,

USB-Stick U21166,

PC-Terminal U12887 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12888 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12889 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U12890 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18943 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18945 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18942 inkl. Zubehör, 

Tischgerät U18947, 

Tischgerät U18948, 

Tischgerät U18946, 

Geräteschlüssel,

USB-Stick (Schlüsselanhänger),

PC-Terminal U21690 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21691 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21694 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21695 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U21696 inkl. Zubehör, 

Tischgerät U21692, 

Tischgerät U21693, 

Serviceportemonnaie U21688,

Fernbedienung U21687 aus Serviceportemonnaie U21688,

USB-Stick U21683,

USB-Stick U21689 aus Serviceportemonnaie U21688,

Funksteckdose U21685,

Funksender U21686,

Recorder Überwachungskamera U21682,

PC-Terminal U5277 inkl. Zubehör, 

-   48   -

PC-Terminal U18756 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U18757 inkl. Zubehör, 

USB-Stick,

PC-Terminal U28770 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28771 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U28777,

PC-Terminal U28773 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28778 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28779 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28783 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28784 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U28788 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U28772,

USB-Stick U28787,

iPhone U28775,

Nokia U28786,

Videorekorder U28769,

PC-Terminal U40122 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U40123 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U40154,

Laptop HP U23982 inkl. Zubehör,

PC-Terminal U23988 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23989 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23990 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23991 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23992 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23993 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U23994 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U10111 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U10114 inkl. Zubehör, 

Mobiltelefon Samsung U10113,

PC-Terminal U10115 inkl. Zubehör, 

USB-Stick U23983,

USB-Stick U23984,





































































-   49   -















USB-Stick U23985,

USB-Stick U23986,

USB-Stick U23987,

Tischgerät U7427 inkl. Schlüssel,

Tischgerät U7428 inkl. Schlüssel,

PC-Terminal U7429 inkl. Zubehör, 

PC-Terminal U7430 inkl. Zubehör.

8.

9.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

12'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. MWSt)

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung, werden zu einem Viertel dem Beschuldigten auferlegt 

und zu drei Vierteln auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden zu einem Viertel einstweilen und zu drei Vierteln 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten bleibt im Umfang von einem Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO vorbehalten.

11. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 1'600.– zzgl. Zins von 5% 

seit 6. August 2022 aus der Gerichtskasse zugesprochen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten abgewiesen.

12. Dem Beschuldigten wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.

13. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Eidgenössische Spielbankenkommission 

die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an



die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

-   50   -





die Eidgenössische Spielbankenkommission

die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Eidgenössische Spielbankenkommission mit Rechtskraftstempel 
(betr. Dispositiv-Ziff. 6 und 7)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" 

14. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 13. März 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Volken

lic. iur. S. Kümin