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**Case Identifier:** b1f2a9b5-d524-5a2b-a980-a1f02efa33ba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.04.2024 100 2022 294
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-294_2024-04-16.pdf

## Full Text

100.2022.294U
STE/IMA/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. April 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Imfeld

A.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Kanton Bern
handelnd durch den Regierungsrat, dieser vertreten durch die Direktion für 
Inneres und Justiz, Münstergasse 2, Postfach, 3000 Bern 8
Beschwerdegegner

und

Einwohnergemeinde Lyss
handelnd durch den Gemeinderat, Marktplatz 6, Postfach 368, 3250 Lyss

betreffend Strassenplan «Umgestaltung Bürenstrasse Lyss, Abschnitt Hir-
schenkreisel bis Einmündung Busswilstrasse» (RRB Nr. 806/2022 vom 
17. August 2022; 2021.STA.642)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.04.2024, Nr. 100.2022.294U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der Kanton Bern plant, die Bürenstrasse in Lyss (Kantonsstrasse Nr. 22) 
zwischen dem Hirschenkreisel und der Einmündung Busswilstrasse umzu-
gestalten, um die Sicherheit für den Veloverkehr zu erhöhen und den Kur-
venbereich für den Schwerverkehr zu verbreitern. Mit Verfügung vom 
27. November 2009 erliess die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 
Kantons Bern (BVE; heute: Bau- und Verkehrsdirektion [BVD]) den Stras-
senplan «Umgestaltung Bürenstrasse, Hirschenplatz – Einmündung Rosen-
gasse 2» und wies eine Einsprache der A.________ AG ab, soweit sie dar-
auf eintrat. Die A.________ AG führte dagegen erfolglos Beschwerde beim 
Regierungsrat. Die gegen dessen Entscheid erhobene Beschwerde hiess 
das Verwaltungsgericht, soweit es darauf eintrat, dahingehend gut, dass es 
den angefochtenen Entscheid aufhob und die Sache zur Neubeurteilung im 
Sinn der Erwägungen an den Regierungsrat zurückwies (Ermittlung des 
rechtserheblichen Sachverhalts insbesondere bezüglich Verkehrssicher-
heit); soweit weitergehend wies es die Beschwerde ab (VGE 2011/159 vom 
13.12.2011).

B.

Nach Abschluss eines baupolizeilichen Verfahrens zwischen der 
A.________ AG und der Einwohnergemeinde (EG) Lyss nahm die BVE Ende 
2016 das Strassenplanverfahren für die Umgestaltung der Bürenstrasse in 
Lyss erneut in Angriff. Am 30. März 2021 erliess die BVD den Strassenplan 
«Umgestaltung Bürenstrasse Lyss, Abschnitt Hirschenkreisel bis Einmün-
dung Busswilstrasse» (nachfolgend: Strassenplan) und wies die Einsprache 
der A.________ AG ab, soweit sie darauf eintrat.

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C.

Gegen diese Verfügung erhob die A.________ AG am 6. Mai 2021 Be-
schwerde beim Regierungsrat des Kantons Bern. Dieser wies die Be-
schwerde mit Entscheid vom 17. August 2022 ab.

D.

Dagegen hat die A.________ AG am 19. September 2022 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, der Entscheid des Regierungsrats 
vom 17. August 2022 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Ver-
fügung der BVD vom 30. März 2021 nichtig sei; eventuell sei die Verfügung 
aufzuheben und der Strassenplan nicht zu genehmigen (Rechtsbegehren 1). 
Allenfalls sei der Entscheid des Regierungsrats vom 17. August 2022 aufzu-
heben und die Sache zur Neubeurteilung an diesen, eventuell an die BVD, 
zurückzuweisen (Rechtsbegehren 2).

Der Kanton Bern beantragt mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2022 
die Abweisung der Beschwerde. Die EG Lyss hat mit Stellungnahme vom 
28. September 2022 keine eigenen Begehren gestellt, aber festgehalten, 
dass sie den Inhalt des Strassenplans unterstützt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 32 Abs. 2 des Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 
[SG; BSG 732.11]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfah-
ren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än-

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derung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Mit Blick auf das legitime Bedürfnis, den 
Schein einer nichtigen Anordnung ausdrücklich beseitigen zu lassen, gilt 
dies auch für das Feststellungsbegehren (vorne Bst. D; BVR 2013 S. 536 
E. 3.2). Hingegen erübrigt sich aufgrund des Devolutiveffekts die Aufhebung 
der Verfügung der BVD (vorne Bst. D). Auf die Beschwerde ist folglich inso-
weit nicht einzutreten. Im Übrigen sind die Bestimmungen über Form und 
Frist eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) und ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Es auferlegt sich aller-
dings insoweit Zurückhaltung, als für die Beurteilung besondere Sach- oder 
Fachkenntnisse erforderlich sind, über die es nicht gleichermassen verfügt 
wie die (kantonalen und kommunalen) Verwaltungsbehörden mit ihren Fach-
leuten und -stellen. Auch soweit die Beurteilung von der Würdigung der ört-
lichen Verhältnisse abhängt, welche die kantonalen und kommunalen Behör-
den besser kennen und überblicken, übt das Verwaltungsgericht eine ge-
wisse Zurückhaltung bei der Überprüfung des Entscheids (BVR 2016 S. 507 
E. 1.4, 2014 S. 451 E. 1.3; VGE 2019/428 vom 12.2.2021 E. 1.2; Ruth Her-
zog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 80 N. 14).

2.

2.1 Neubau und Änderung einer Strasse werden mit einem Strassenplan 
bewilligt (Art. 28 Abs. 1 SG). Die BVD erlässt den Strassenplan im Verfahren 
der kantonalen Überbauungsordnung, sofern die Strasse den bau-, pla-
nungs- und umweltrechtlichen sowie allen übrigen anwendbaren Bestim-
mungen entspricht (Art. 29, Art. 32 Abs. 1 und Art. 33 SG). Der Strassenplan 
hat die Wirkungen einer kantonalen Überbauungsordnung (Art. 36 Abs. 1 
SG). Er umschreibt den Zweck des Vorhabens und zeigt die Linienführung, 
die Höhenkoten, die Entwässerung, die seitlichen Zutritte und die Anpassun-
gen der benachbarten Grundstücke. Er enthält zudem eine Schätzung der 
Baukosten (Art. 35 SG). Art. 3 SG legt Wirkungsziele der Strassenplanung 
fest: Strassen sind so zu planen, dass die Summe aller Wirkungen dauerhaft 

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zu einer Verbesserung des Lebensraums führt (Bst. a), dass sie die wirt-
schaftliche und touristische Entwicklung unterstützen (Bst. b) und wirtschaft-
lich tragbar sind (Bst. c). Die Mobilitäts- und Sicherheitsbedürfnisse aller Ver-
kehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sind aufeinander abzustimmen 
(Bst. d) und die negativen Auswirkungen der Mobilität möglichst gering zu 
halten (Bst. e).

2.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; 
BSG 721.0) i.V.m. Art. 57 Abs. 1 der Bauverordnung vom 6. März 1985 
(BauV; BSG 721.1) sind bei der Erstellung von Bauten und Anlagen (und 
damit auch von Strassen) die anerkannten Regeln der Baukunde einzuhal-
ten. Personen und Sachen dürfen weder durch den Bauvorgang noch durch 
den Bestand oder Betrieb von Bauten und Anlagen gefährdet werden. Im 
Einzelnen gelten die Bestimmungen der BauV, die Vorschriften der Spezial-
gesetzgebung sowie die Vorschriften und Richtlinien der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Die Normen und Empfehlungen der 
Fachverbände sind ergänzend zu beachten (Art. 57 Abs. 2 BauV). Mangels 
konkreter Gesetzesvorschriften darüber, wie eine Strasse gebaut bzw. be-
trieben werden soll, können bei Strassenplanungen die einschlägigen Nor-
men des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute 
(VSS; im Folgenden: VSS-Normen) als Entscheidhilfe beigezogen werden. 
Es handelt sich dabei um anerkannte Regeln der Baukunde. Die VSS-Nor-
men sind aber keine Rechtsnormen, sondern lediglich Richtlinien, deren An-
wendung im Einzelfall vor den allgemeinen Rechtsgrundsätzen, insbeson-
dere vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit, standhalten müssen. Sie 
dürfen daher nicht unbesehen der konkreten Verhältnisse der Entscheidung 
zugrunde gelegt werden (etwa BGer 1C_209/2022 vom 25.8.2022 E. 6.1; 
VGE 2019/428 vom 12.2.2021 E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen; Zaugg/Lud-
wig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I/II, 5. Aufl. 2020/2024, 
Art. 21/21a N. 7). Trotz mangelnder Gesetzeskraft können auch die Arbeits-
hilfen des Tiefbauamts des Kantons Bern (TBA) mitberücksichtigt werden 
(VGE 2019/428 vom 12.2.2021 E. 2.3; zur Berücksichtigung von Verwal-
tungsverordnungen statt vieler BGE 146 I 105 E. 4.1; BVR 2018 S. 139 
E. 2.3).

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2.3 Da der Strassenplan einen Sondernutzungsplan darstellt (Zaugg/
Ludwig, a.a.O., Art. 88/89 N. 1; vorne E. 2.1), setzt sein Erlass eine umfas-
sende Interessenabwägung voraus, bei der unter anderem geprüft werden 
muss, welche Alternativen und Varianten in Betracht fallen (Art. 3 und Art. 2 
Abs. 1 Bst. b der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; 
SR 700.1]; vgl. zu Strassenplänen BGer 1C_567/2020 und 1C_568/2020 
vom 1.5.2023, in URP 2023 S. 521 E. 5.1, 1C_528/2018 und 1C_530/2018 
vom 17.10.2019, in URP 2020 S. 190 E. 4.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 88/89 N. 11; vgl. zur Methodik der Interessenabwägung namentlich Pi-
erre Tschannen, in Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, Inter-
essenabwägung, 2019, Art. 3 N. 19 ff.). Die mit der Planung befassten 
Behörden sind allerdings nur verpflichtet, ernsthaft in Betracht fallende Alter-
nativen näher zu prüfen. Varianten, die gewichtige Nachteile oder keine we-
sentlichen Vorteile aufweisen, können bereits aufgrund einer summarischen 
Prüfung ausgeschieden werden (BGE 139 II 499 E. 7.3.1; 
BGer 1C_567/2020 und 1C_568/2020 vom 1.5.2023, in URP 2023 S. 521 
E. 5.1; zum Ganzen VGE 2019/428 vom 12.2.2021 E. 2.5, 2019/388 vom 
5.10.2020 E. 2.3).

3.

Zum massgebenden Sachverhalt lässt sich den Akten Folgendes entneh-
men:

3.1 Die Bürenstrasse ist eine Kantonsstrasse, die als verkehrsorientiert 
eingestuft ist und als Velohauptroute das Dorfzentrum von Lyss mit verschie-
denen Schulanlagen und Bildungszentren verbindet. Zudem stellt sie eine 
wichtige überregionale Strassenverbindung dar. Nach der Einmündung der 
Busswilstrasse südöstlich des Bahnhofs Lyss verläuft die Bürenstrasse par-
allel zu den Gleisen der Bahnlinie Biel-Bern geradeaus Richtung Süden, be-
vor sie bei der Einmündung des südlichen Teils der Rosengasse eine Kurve 
nach Südwesten macht und durch die Bahnunterführung zum Hirschenkrei-
sel führt. Im Bereich der erwähnten Kurve verbindet ein Fussgängerstreifen 
das Trottoir auf beiden Seiten der Bürenstrasse. Südlich der Einmündung 

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der Busswilstrasse sowie vor dem Hirschenkreisel quert zudem je ein Fuss-
gängerstreifen mit Mittelinsel die Bürenstrasse. An der Bürenstrasse 1 befin-
det sich die im Eigentum der Beschwerdeführerin stehende Parzelle Lyss 
Gbbl. Nr. 1________, die nördlich durch die Verzweigung Busswil-
strasse/Bürenstrasse und südlich durch die Kurve der Bürenstrasse sowie 
die Bahnunterführung abgegrenzt wird. Zwischen der Parzelle und der 
Bürenstrasse verläuft ein Trottoir. Die Parzelle ist mit einer Gewerbeliegen-
schaft und einem Garagengebäude überbaut. Im südlichen Bereich der Pa-
rzelle befindet sich ein viertelkreisförmiger Vorplatz, der nördlich durch die 
Südfassade der Liegenschaft, westlich durch die Bahnunterführung und im 
Übrigen durch das angrenzende Trottoir der Bürenstrasse begrenzt wird. Der 
Platz wird zum Warenumschlag benutzt, wobei die Zu- und Wegfahrt über 
das Trottoir erfolgt. Auf dem Platz nördlich des Garagengebäudes zwischen 
Bürenstrasse und Bahnlinie befinden sich Parkfelder (vgl. zum Ganzen Geo-
portal des Kantons Bern, Basiskarte, einsehbar unter: 
<www.topo.apps.be.ch/pub/map>; Technischer Bericht des TBA zur Umge-
staltung Bürenstrasse Lyss, Abschnitt Hirschenkreisel bis Einmündung 
Busswilstrasse vom 10.10.2019 [nachfolgend: Technischer Bericht], Ziff. 2.3 
und Anhang 3 und 4, sowie Situationsplan Ist-Zustand 1:200 zur Umgestal-
tung Bürenstrasse Lyss, Abschnitt Hirschenkreisel-Einmündung Busswil-
strasse, beide in Akten BVD 6B, Beilagen 5 f.).

3.2 Der Strassenplan sieht unter anderem vor, das Trottoir ab dem nörd-
lichen Ende der Parzelle der Beschwerdeführerin bis zum Fussgängerstrei-
fen vor dem Hirschenkreisel aufzuheben. Es wird ersetzt durch ein schmäle-
res Bankett, das entlang des Grundstücks der Beschwerdeführerin bis zur 
Ausfahrt vom südlichen Vorplatz begehbar sein wird, von dort Richtung Krei-
sel hingegen nicht mehr. Durch die Aufhebung des Trottoirs kann die Stras-
senfläche verbreitert werden. Damit wird namentlich Platz geschaffen für 
bergaufwärts führende Radstreifen: entlang der nördlichen Strassenseite 
von der Bahnunterführung Richtung Hirschenkreisel und auf der südlichen 
Strassenseite von der Einmündung des südlichen bis zur Einmündung des 
nördlichen Teils der Rosengasse. Zudem soll der Fussgängerstreifen im Kur-
venbereich vor der Parzelle der Beschwerdeführerin aufgehoben werden 
(vgl. Technischer Bericht Ziff. 5.2; Situationsplan 1:200 [nachfolgend: Situa-
tionsplan] und Signalisations- und Markierungsplan 1:200 zur Umgestaltung 

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Bürenstrasse Lyss, Abschnitt Hirschenkreisel-Einmündung Busswilstrasse, 
beide in Akten BVD 6B, Beilagen 1 und 7).

4.

Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, es sei zu Unrecht kein separates Mit-
wirkungsverfahren durchgeführt worden (Beschwerde S. 6 ff.).

4.1 Nach Art. 58 Abs. 3 Bst. c BauG ist es zulässig, die Mitwirkung der 
Bevölkerung bei Planungen im Rahmen des Einspracheverfahrens einzuräu-
men, wenn die vorgesehene Änderung der Grundordnung oder einer Über-
bauungsordnung nicht von allgemeinem Interesse ist. Diese Vereinfachung 
ist namentlich angebracht, wenn nach der Art des Geschäfts keine für die 
Ausarbeitung der Vorlage grundlegenden Hinweise zu erwarten sind, so 
dass allfällige Anregungen oder Einwendungen nötigenfalls noch im Zug des 
Einspracheverfahrens berücksichtigt werden können. Das kann insbeson-
dere bei Änderungen der Fall sein, die nur wenige Grundstücke betreffen 
(VGE 2021/70 vom 25.5.2022 E. 3.2, 2018/244 vom 6.12.2019 E. 5.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 58 N. 6 Bst. c).

4.2 Die BVD hat bei der öffentlichen Auflage des Strassenplans auf die 
gleichzeitige Mitwirkungsmöglichkeit im Rahmen des Einspracheverfahrens 
hingewiesen (sog. kombiniertes Verfahren; Akten BVD 6C Register 1). Ne-
ben fünf Einsprachen, darunter jene der Beschwerdeführerin, ging denn 
auch eine Mitwirkungseingabe aus der Nachbarschaft ein (Akten BVD 6C 
Register 10). Der Strassenplan sieht die Umgestaltung der Bürenstrasse auf 
einer Länge von lediglich 210 m vor (vgl. Technischer Bericht Ziff. 1.2) und 
damit auf einem eher kurzen Strassenabschnitt. Insbesondere die umstrit-
tene Aufhebung des Trottoirs und des Fussgängerstreifens im Kurvenbe-
reich betrifft vorab Personen, die zu Fuss zur Liegenschaft der Beschwerde-
führerin gelangen wollen, und damit einen beschränkten Personenkreis. In 
Richtung des Hirschenkreisels oder von dort kommend werden sie einen ge-
wissen Umweg in Kauf nehmen müssen (vgl. hinten E. 5.5). Aus der anderen 
Richtung, namentlich vom Bahnhof her, ändert die Strassenplanung nichts 
für Fussgängerinnen und Fussgänger auf dem Weg an die Bürenstrasse 1. 

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Dass der Strassenabschnitt von einer unbestimmten Anzahl Verkehrsteil-
nehmerinnen und -teilnehmern genutzt wird, begründet entgegen der An-
sicht der Beschwerdeführerin kein allgemeines Interesse im Sinn von Art. 58 
Abs. 3 Bst. c BauG, wäre ein solches doch sonst bei Strassenplanungen im-
mer gegeben. Das allgemeine Interesse ist nicht gleichzusetzen mit dem öf-
fentlichen Interesse, wie es für jede Planung gegeben sein muss (vgl. 
VGE 2021/70 vom 25.5.2022 E. 3.3). Passantinnen und Passanten sind von 
der Strassengestaltung nur in geringem Ausmass betroffen. Aus objektiver 
Sicht haben die baulichen Massnahmen auf dem fraglichen Strassenab-
schnitt sowohl unter räumlichen als unter sachlichen Gesichtspunkten keine 
Bedeutung, die erheblich über den Kreis der direkt Betroffenen hinausgeht. 
Zudem sieht der Strassenplan bloss die Umgestaltung des Strassenab-
schnitts und kein gänzlich neues Verkehrsregime vor. Auch wenn eine im 
Dorfzentrum liegende wichtige Strasse betroffen ist, waren nach der Art des 
Geschäfts somit keine für die Ausarbeitung der Vorlage grundlegenden Hin-
weise zu erwarten, die nicht im Einspracheverfahren hätten berücksichtigt 
werden können. Demnach ist nicht davon auszugehen, dass ein separates 
Mitwirkungsverfahren zusätzliche Meinungen und Vorschläge aufgezeigt 
hätte, zumal sowohl der Bevölkerung als auch (Verkehrs-)Verbänden die 
Möglichkeit einer Mitwirkungseingabe und einer Einsprache in einem Zeit-
punkt offenstand, in dem eine abschliessende Interessenabwägung noch be-
vorstand (BGE 135 II 286 E. 4.2.3; vgl. auch BGE 143 II 467 E. 2.1 f. 
[Pra 107/2018 Nr. 94]). Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass 
die BVD die Mitwirkung mit dem Einspracheverfahren zusammengelegt hat. 
Eine Rechtsverletzung bzw. gar Nichtigkeit wegen eines schwerwiegenden 
Verfahrensfehlers liegt entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin 
nicht vor.

5.

In der Sache rügt die Beschwerdeführerin, die Aufhebung des Trottoirs sowie 
des Fussgängerstreifens im Kurvenbereich gefährde die Verkehrssicherheit.

5.1 Mit dem Strassenplan sollen unter anderem das Trottoir, das auf der 
nördlichen Strassenseite vom Fussgängerstreifen nach dem Hirschenkreisel 

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bis zum Fussgängerstreifen vor der Einmündung der Busswilstrasse verläuft 
(im Folgenden: nördliches Trottoir), aufgehoben und von der Bahnunter-
führung bzw. vom Kurvenbereich bei der Einmündung des südlichen Teils 
der Rosengasse bergaufwärts je ein Radstreifen erstellt werden, um die Ver-
kehrssicherheit für Velofahrende zu erhöhen (vorne E. 3.2). Die Vorinstanz 
hat erwogen, gemäss der Arbeitshilfe «Anlagen für den Veloverkehr» des 
TBA (aktuell in der Fassung vom 1.9.2021, einsehbar unter: 
<www.bvd.be.ch>, Rubriken «Themen/Mobilität/Velo- & Fussverkehr»; 
nachfolgend: Arbeitshilfe Veloverkehr) sei für Radstreifen innerorts eine Nor-
malbreite von 1,5 m vorgesehen, wobei bei Steigungen ab 4 % ein Zuschlag 
hinzugefügt werden solle. Im Signalisations- und Markierungsplan seien 
Radstreifen mit einer Breite von 1,8 m eingezeichnet. Auf der bestehenden 
Strasse fehle der erforderliche Platz hierfür und die Strasse könne auch nicht 
verbreitert werden, weshalb eines der beiden Trottoirs entlang der Büren-
strasse aufgehoben werden müsse. Das nördliche Trottoir werde durch ein 
begehbares Bankett ersetzt, das zwar schmaler sei, aber dennoch breit ge-
nug, damit Fussgängerinnen und Fussgänger problemlos zur Liegenschaft 
der Beschwerdeführerin gelangen könnten. Durch diese Massnahmen 
werde die Fahrbahn auf 8 m verbreitert, was dem Durchschnitt entspreche, 
und sei die Befürchtung unbegründet, dass Motorfahrzeugführende das Ban-
kett als erweiterten Strassenraum benutzen werden. Somit würden Fussgän-
gerinnen und Fussgänger, die das Bankett benutzen, nicht gefährdet. Würde 
das Trottoir auf der gegenüberliegenden Seite aufgehoben, wäre ein viel 
grösserer Personenkreis betroffen, da dort nicht nur eine Liegenschaft, son-
dern ein Quartier angrenze. Ausserdem sei die Aufhebung des nördlichen 
Trottoirs nötig, um den Kurvenradius zu vergrössern und so das Kreuzen von 
Lastwagen zu ermöglichen (angefochtener Entscheid E. 4.3). Die Beschwer-
deführerin macht geltend, die Massnahmen gefährdeten die Verkehrssicher-
heit. Der betroffene Strassenabschnitt sei eine wichtige Route für den Fuss-
gängerverkehr und in Zukunft sei mit einer weiteren Zunahme des Fussgän-
geraufkommens zu rechnen. Die meisten Fussgängerinnen und Fussgänger 
würden das aufzuhebende Trottoir benutzen und nicht jenes auf der anderen 
Strassenseite. Anders als das Trottoir erscheine das geplante Bankett mit 
abgeschrägtem Rand als erweiterter Strassenraum. Es sei absehbar, dass 
Fahrzeuge es befahren würden, wodurch ein neuer Gefahrenherd entstehe 
(Beschwerde S. 13 ff.). Dies gelte umso mehr, als bei der Strassenplanung 

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die Mindestfahrstreifenbreite nicht eingehalten werde. Gestützt auf die VSS-
Norm SN 640 201 müsse die Strassenseite mit dem Radstreifen mindestens 
4,85 m breit sein. Im Strassenplan sei jedoch bloss eine Breite von 4,5 m 
vorgesehen. Auch die andere Fahrbahn sei mit 3,5 m zu schmal. Die Vor-
instanz habe sich hierzu nicht geäussert und damit den Anspruch auf recht-
liches Gehör verletzt (Beschwerde S. 22 f.).

5.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt die vorgesehene Markierung der 
Radstreifen nicht grundsätzlich. Was deren Breite angeht, sind die Erwägun-
gen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Insbesondere liegen die bergauf-
wärts geführten Radstreifen von 1,75 m Breite bei einer Steigung der Strasse 
zwischen 4 und 7 % (vgl. Situationsplan) im Rahmen der vom TBA vorgese-
henen Überbreite (1,55-2,6 m; vgl. Arbeitshilfe Veloverkehr Ziff. 4.1 und 4.3). 
Eine Entflechtung des motorisierten Verkehrs vom Veloverkehr führt in der 
Regel zu einem Sicherheitsgewinn. Die geplanten Radstreifen können somit 
die Verkehrssicherheit verbessern (vgl. BVR 2022 S. 515 E. 4.1.3). Für die 
Markierung der Radstreifen muss die Strasse verbreitert werden, was die 
Aufhebung eines Trottoirs bedingt. Die Strasse wird neu 8 m breit sein (Rad-
streifen von 1,75 m, Fahrstreifen von 2,75 m und 3,5 m; vgl. Situationsplan). 
Wie die BVD vor der Vorinstanz dargelegt hat, wird damit die Mindestbreite 
der Fahrbahn für die Begegnungsfälle Velo/PW/LKW und Velo/LKW/LKW 
nach der aktuellen VSS-Norm 40 201 gewahrt (vgl. Vernehmlassung BVD 
vom 23.9.2021 S. 4 f., Akten Regierungsrat 6A pag. 45 f., auch zum Folgen-
den; VSS-Norm 40 201 «Geometrisches Normalprofil»). Zwar ist der Be-
schwerdeführerin zuzustimmen, dass eine Strassenbreite von 8 m nicht 
genügt für die Situation, dass in beiden Fahrtrichtungen auf gleicher Höhe je 
ein Lastwagen ein Velo mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h überholt. In-
sofern ist aber den Ausführungen der BVD als Fachbehörde zu folgen, wo-
nach dieser Begegnungsfall gemäss Verkehrskonzept für die Bürenstrasse 
nicht vorgesehen und das Überholen in dieser Situation auch auf vielen an-
deren Kantonsstrassen nicht möglich ist. Dies führt nicht dazu, dass die Ver-
kehrsteilnehmenden den Strassenraum verlassen und auf das Bankett vor 
der Liegenschaft der Beschwerdeführerin ausweichen. Zwar ist das Bankett 
in jenem Bereich anders als das bestehende Trottoir mit schrägen Randstei-
nen vorgesehen; angesichts der zweireihigen Randsteine und des Höhen-

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unterschieds von 4 cm ist es aber klar von der Fahrbahn der Strasse abge-
grenzt. Der Abschluss des Trottoirs auf der südlichen Seite der Fahrbahn 
wird im Übrigen auf die gleiche Weise ausgestaltet (vgl. Situationsplan; Nor-
malprofil 3, in Akten BVD 6B, Beilage 8). Zudem wird die Strasse insgesamt 
breiter, so dass neu das Kreuzen von Lastwagen in der Kurve innerhalb der 
Strassenfläche möglich ist und das Bankett – im Unterschied zum aufzuhe-
benden Trottoir – nicht mehr überfahren werden dürfte. Das hat auch die 
Vorinstanz festgehalten (angefochtener Entscheid E. 4.3). Auch wenn ihre 
Ausführungen insgesamt eher knapp sind, liegt deshalb bezüglich der Rüge 
zur Fahrstreifenbreite keine Gehörsverletzung vor.

5.3 Die Vorinstanz hat dargelegt und plausibel begründet, dass es nicht 
sinnvoll wäre, das Trottoir auf der anderen Strassenseite aufzuheben: Die-
ses liegt auf der Siedlungsseite, während das Trottoir, das aufgehoben wer-
den soll, lediglich dem Zugang zur Liegenschaft der Beschwerdeführerin 
dient. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, wäre somit von einer 
Aufhebung des anderen Trottoirs ein viel grösserer Personenkreis betroffen 
(angefochtener Entscheid E. 4.3). Für Passantinnen und Passanten macht 
es kaum einen Unterschied, auf welcher Seite das Trottoir liegt. Somit ist 
nicht von Bedeutung, dass diese gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 
aktuell mehr das nördliche Trottoir benutzen. Ebenso wenig spielt eine Rolle, 
dass das verbleibende Trottoir an den Einmündungen des südlichen und 
nördlichen Teils der Rosengasse vorbeiführt. Die Beschwerdeführerin be-
zeichnet diese mit Hinweis auf die Unfallstatistik als besonders problema-
tisch (vgl. Beschwerde S. 16 f.). Die beiden Einmündungen werden jedoch 
in einem separaten Bauprojekt ebenfalls sicherer ausgestaltet (vgl. Situati-
onsplan). Sodann wird durch die Aufhebung des Trottoirs an der Innenseite 
der Kurve deren Radius vergrössert, was neu das Kreuzen von Lastwagen 
innerhalb der Strassenfläche ermöglicht. Eine Verbreiterung der Strasse auf 
der äusseren Seite der Kurve hätte nicht denselben Effekt (vgl. Vernehmlas-
sung BVD vom 5.7.2021 S. 5, Akten Regierungsrat 6A pag. 10; Technischer 
Bericht Ziff. 5.2 und 5.4.1), was der Beschwerdeführerin an der Einsprache-
verhandlung erläutert wurde (vgl. Protokoll vom 26.8.2020 S. 4, Akten 
BVD 6C Register 8). Sie bestreitet diese Einschätzung der Fachbehörde 
nicht substanziiert (vgl. vorne E. 1.2). Nach dem Gesagten erweist sich die 
Aufhebung des nördlichen Trottoirs als klar vorteilhafter gegenüber der von 

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der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Variante. Die Vorinstanz hat die 
Alternative entgegen der Beschwerdeführerin hinreichend geprüft (vgl. Be-
schwerde S. 12, 15).

5.4 Die Beschwerdeführerin wehrt sich auch dagegen, dass der Fuss-
gängerstreifen im Kurvenbereich vor ihrer Liegenschaft aufgehoben werden 
soll. Allfälligen Sicherheitsdefiziten könne mit der Installation einer Lichtsi-
gnalanlage für den Fussgängerstreifen begegnet werden. Dessen Aufhe-
bung gefährde Fussgängerinnen und Fussgänger noch stärker, da sie die 
Strasse über die verbleibenden Fussgängerstreifen öfter überqueren müss-
ten oder gar zulässigerweise an einer Stelle ohne Fussgängerstreifen auf die 
andere Seite gelangen würden (Beschwerde S. 14 f.). Die Vorinstanz hat 
hierzu erwogen, der Fussgängerstreifen sei gemäss einer Überprüfung im 
Jahr 2013 nicht normgerecht und könne nicht saniert werden, weshalb er 
aus Sicherheitsgründen aufzuheben sei und sich die Frage nach einem Be-
trieb mit einer Lichtsignalanlage nicht stelle. Die Aufhebung führe zwar zu 
einem Umweg für Fussgängerinnen und Fussgänger, die vom Hirschenkrei-
sel herkommend zur Liegenschaft der Beschwerdeführerin gelangen wollten. 
Im Interesse der Sicherheit sei dies aber in Kauf zu nehmen (angefochtener 
Entscheid E. 4.4).

5.5 Der fragliche Fussgängerstreifen liegt direkt vor der südlichen Aus-
fahrt der Liegenschaft der Beschwerdeführerin. Wie die BVD vor der Vor-
instanz zu Recht festgehalten hat, ist der Warteraum damit nicht normge-
recht (vgl. Vernehmlassung BVD vom 5.7.2021 S. 4 f., Akten Regierungsrat 
6A pag. 9 f.), sollten Annäherungsbereiche von Fussgängerstreifen doch 
nicht überfahren werden und möglichst nicht im unmittelbaren Bereich von 
Ein- und Ausfahrten liegen (VSS-Norm 40 241 «Querungen für den Fuss-
gänger- und leichten Zweiradverkehr, Fussgängerstreifen» Ziff. 25). Dieser 
Mangel könnte mit einer Lichtsignalanlage, wie sie die Beschwerdeführerin 
vorschlägt, nicht behoben werden. Zudem müsste der Fussgängerstreifen 
aufgrund der Verkehrsmenge und der signalisierten Geschwindigkeit mit ei-
ner Fussgängerschutzinsel versehen werden. Dafür reichen die Platzverhält-
nisse im Kurvenbereich jedoch nicht aus (vgl. Technischer Bericht Ziff. 5.2; 
vgl. auch VSS-Norm 40 241 Ziff. 24). Auch in dieser Hinsicht ist der Fuss-
gängerstreifen nicht normgerecht. Demnach haben die Vorinstanzen den 

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Fussgängerstreifen zutreffend als nicht sanierbar erachtet, auch nicht durch 
Installation einer Lichtsignalanlage. Aufgrund der Aufhebung müssen Perso-
nen, die aus Richtung des Hirschenkreisels zu Fuss zur Liegenschaft der 
Beschwerdeführerin gelangen wollen, den Fussgängerstreifen bei der Ein-
mündung der Busswilstrasse benutzen, was einen gewissen Umweg dar-
stellt. Mit Blick auf die Sicherheitsdefizite des aufzuhebenden Fussgänger-
streifens ist dies jedoch in Kauf zu nehmen, zumal dieser hauptsächlich dem 
Übergang zum Gebäude der Beschwerdeführerin und damit deren privaten 
Interessen dient. Zu keiner anderen Einschätzung führt der Hinweis der Be-
schwerdeführerin, dass ohne den Fussgängerstreifen Personen die Strasse 
im Kurvenbereich dennoch überqueren würden. Selbst wenn dies aufgrund 
einer Distanz von mehr als 50 m zum nächsten Fussgängerstreifen zulässig 
sein sollte, läge dies in der Verantwortung der Fussgängerinnen und Fuss-
gänger und ist kein Grund, den nicht sanierbaren Fussgängerstreifen beizu-
behalten.

5.6 Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Aufhebung des Trot-
toirs schränke die Sichtweite bei der südlichen Ausfahrt ihrer Liegenschaft 
ein (Beschwerde S. 17, 19). – Die Parzellengrenze und die südliche Ausfahrt 
auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin werden durch das geplante 
Bankett nicht verändert. Jedoch fällt dieses schmaler aus als das Trottoir. 
Ausfahrende Fahrzeuge können entsprechend weniger weit nach vorne fah-
ren, um die beiden Strassenseiten einzusehen. Davon ist auszugehen, wo-
bei auf Weiterungen zur planerischen Visualisierung, welche die Beschwer-
deführerin eingereicht hat (Beschwerde S. 19 mit Beilage 3), verzichtet wer-
den kann. Die Sicht auf die Bürenstrasse in nördlicher Richtung ist aufgrund 
der Kurve und des Gebäudes bereits aktuell stark eingeschränkt, wie das 
Verwaltungsgericht in früheren Verfahren betreffend die Liegenschaft der 
Beschwerdeführerin festgehalten hat (vgl. VGE 2014/293 vom 6.7.2015 
E. 4.8, 2013/112 vom 1.10.2013 E. 3.3). Aus diesem Grund waren Park-
plätze auf dem südlichen Vorplatz nicht bewilligungsfähig. Zulässig ist allein 
die Zufahrt im Rahmen der bewilligten Nutzungen des Hauptgebäudes, d.h. 
namentlich für die Anlieferung und den Abtransport von Gütern zu und von 
den Lagerräumen (Warenlift; vgl. VGE 2014/293 vom 6.7.2015 E. 4.2 und 
4.8). Die Wegfahrt vom Vorplatz ist somit auf gelegentlichen Warenumschlag 

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beschränkt. Angesichts der stark eingeschränkten Sichtweiten ist die Weg-
fahrt vom südlichen Vorplatz bereits heute gefährlich und sind besondere 
Vorsichtsmassnahmen angezeigt, etwa der Beizug einer Hilfsperson. Diese 
Situation wird durch den Strassenplan nicht entscheidend verändert. Da der 
vor der Ausfahrt liegende Fussgängerstreifen mit dem Strassenplan aufge-
hoben wird, müssen wegfahrende Fahrzeuge in Zukunft immerhin nicht mehr 
gleichzeitig auf Fussgängerinnen und Fussgänger auf dem Fussgängerstrei-
fen achten, was die Situation vereinfacht. Insgesamt verschlechtert sich so-
mit die Lage bei der Ausfahrt bezüglich Verkehrssicherheit nicht.

5.7 Schliesslich kann die Beschwerdeführerin aus ihrem Hinweis auf ei-
nen ungenügenden Strassenabstand nichts zu ihren Gunsten ableiten (Be-
schwerde S. 18 f.). Für Bauten und Anlagen gilt an Kantonsstrassen ein Ab-
stand von fünf Metern ab Fahrbahnrand (Art. 80 Abs. 1 Bst. a SG). Die Vor-
instanz hat zutreffend festgehalten, dass Bauten und Anlagen diesen Ab-
stand gegenüber Strassen einzuhalten haben, nicht aber umgekehrt (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 5.2 mit Hinweis auf BVR 1992 S. 303 E. 4c; ferner 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 17). Beim (Aus-)Bau der Strasse kann sich 
die Beschwerdeführerin somit nicht auf Art. 80 Abs. 1 Bst. a SG berufen.

5.8 Zusammenfassend verbessern die vorgesehenen Massnahmen des 
Strassenplans die Verkehrssicherheit für Velofahrende sowie Fussgängerin-
nen und Fussgänger. Der nicht normgerechte Fussgängerstreifen wird auf-
gehoben und die Strasse verbreitert, so dass bergaufwärts Radstreifen mar-
kiert werden können und das Kreuzen von Lastwagen auch im Kurvenbe-
reich innerhalb der Strassenfläche möglich ist. Die Ausfahrt vom südlichen 
Vorplatz der Beschwerdeführerin wird weder aufgehoben noch verändert 
und die Sichtweiten werden durch das schmalere Bankett nicht entscheidend 
verkleinert. Die Verkehrssicherheit wird somit insgesamt verbessert. Ent-
sprechend hat die Fachstelle Verkehr, Umwelt und Prävention der Kantons-
polizei Bern das Projekt befürwortet und namentlich die Aufhebung des nörd-
lichen Trottoirs und des Fussgängerstreifens nicht beanstandet (vgl. Fach-
bericht vom 28.11.2019, Akten BVD 6C Register 4). Der für die Beurteilung 
der Verkehrssicherheit entscheidwesentliche Sachverhalt ergibt sich nach 
dem Gesagten hinreichend aus den Akten. Ein Augenschein verspricht keine 
zusätzlichen Erkenntnisse. Die Vorinstanz durfte folglich darauf verzichten, 

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ohne das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin zu verletzen (vgl. Be-
schwerde S. 4 f.). Der vor Verwaltungsgericht erneut gestellte Beweisantrag 
wird abgewiesen (Beschwerde S. 5, 18, 20; vgl. zur antizipierten Beweiswür-
digung statt vieler BVR 2022 S. 93 E. 4.5.4, 2021 S. 239 E. 5.6; Michel 
Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 18 N. 27 f.). Ebenso wenig waren Verkehrsmessungen erforder-
lich, um die Beschwerde zu beurteilen (Beschwerde S. 13).

6.

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, für das Bauvorhaben fehle es 
am Nachweis von Hochwasserschutzmassnahmen, wie ihn das kommunale 
Baureglement vorschreibe, was die Vorinstanz zu Unrecht nicht geprüft habe 
(Beschwerde S. 5 f.).

6.1 Die Vorinstanz ist auf die Rüge unter Hinweis auf Art. 33 Abs. 3 
VRPG nicht eingegangen, weil sie erst nach Ablauf der Beschwerdefrist und 
damit verspätet erhoben worden sei. Der Vollständigkeit halber hat sie fest-
gehalten, dass sich in den Unterlagen der BVD Ausführungen zu den Natur-
gefahren und den erforderlichen Massnahmen fänden (angefochtener Ent-
scheid E. 1.4). – Nach Art. 33 Abs. 3 VRPG müssen bei fristgebundenen Ein-
gaben Antrag und Begründung innert der Frist eingereicht sein. Bei der Rüge 
des fehlenden Nachweises handelt es sich allerdings um einen rechtlichen 
Einwand, der grundsätzlich – unter Vorbehalt des Gebots von Treu und Glau-
ben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) – jederzeit 
vorgebracht werden kann (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 33 N. 17). Insoweit 
erscheint daher fraglich, ob die Vorinstanz auf eine eingehende Prüfung ver-
zichten durfte. Wie es sich damit verhält, muss mit Blick auf die nachfolgen-
den Erwägungen indes nicht abschliessend geklärt werden, zumal der Kan-
ton in seiner Beschwerdeantwort zur erwähnten Rüge Stellung genommen 
hat.

6.2 Der Strassenplan betrifft ein Gebiet, das eine geringe Gefährdung 
oder bloss Restgefährdung aufweist (vgl. Technischer Bericht Ziff. 2.5.5; 
Geoportal des Kantons Bern, Naturgefahrenkarte, einsehbar unter: 

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Seite 17

<www.topo.apps.be.ch/pub/map>). Gemäss Art. 6 Abs. 3 BauG ist in Gefah-
rengebieten mit geringer Gefährdung bei besonders sensiblen Bauvorhaben 
wie beispielsweise Spitälern oder Kläranlagen sicherzustellen, dass Men-
schen und erhebliche Sachwerte nicht gefährdet sind. Die Bauherrschaft hat 
diesfalls nachzuweisen, dass die nötigen Schutzmassnahmen getroffen wer-
den (Art. 6 Abs. 5 BauG). Beim betroffenen Strassenabschnitt handelt es 
sich nicht um ein besonders sensibles Bauvorhaben. Im Technischen Bericht 
ist festgehalten, dass im Zusammenhang mit Naturgefahren keine Massnah-
men notwendig sind (Technischer Bericht Ziff. 2.5.5). Die kantonalrechtli-
chen Vorgaben sind somit eingehalten. Auf diese wird auch im kommunalen 
Baureglement verwiesen (vgl. Ziff. 551 Abs. 1 des Baureglements der EG 
Lyss vom 18. Juni 2012 [BauR]). Der in Ziff. 551 Abs. 5 und 6 BauR vorge-
sehene (zusätzliche) Nachweis betrifft Objektschutzmassnahmen bei Hoch-
wasser, namentlich die Gestaltung von Öffnungen an Gebäuden und deren 
Umgebung sowie technische Vorkehrungen, damit Wasser nicht durch Lei-
tungen eindringen kann. Für die Umgestaltung des betroffenen Strassenab-
schnitts sind diese Vorschriften nicht einschlägig. Nach dem Gesagten er-
weist sich der Strassenplan bezüglich Nachweis von Hochwasserschutz-
massnahmen als genügend.

7.

Zusammengefasst dringt die Beschwerdeführerin mit ihren Rügen zum 
Strassenplan nicht durch. Für diesen Fall macht sie eine materielle Enteig-
nung geltend und verlangt eine Entschädigung (Beschwerde S. 20 f.). Inso-
weit ist im Planerlassverfahren grundsätzlich nur zu prüfen, ob die Eigen-
tumsbeschränkung, die mit der Planung verbunden ist, rechtmässig ist (vgl. 
BVR 1996 S. 68 E. 4a/aa). Die entschädigungsrechtlichen Folgen aus mate-
rieller Enteignung sind nicht im Planerlassverfahren zu beurteilen, sondern 
im enteignungsrechtlichen Verfahren vor der Enteignungsschätzungskom-
mission (vgl. Art. 47 Abs. 2 des Gesetzes vom 3. Oktober 1965 über die Ent-
eignung [BSG 711.0]). Soweit mit den von der Beschwerdeführerin kritisier-
ten planerischen Massnahmen überhaupt in das Eigentum eingegriffen wird, 
ist die Eigentumsbeschränkung rechtmässig: Wie die Vorinstanz zutreffend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.04.2024, Nr. 100.2022.294U, 
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erwogen hat, wird das Grundstück der Beschwerdeführerin durch den Stras-
senplan nicht verändert. Das Trottoir vor ihrer Parzelle wird durch ein begeh-
bares Bankett ersetzt, womit der Zugang zur Liegenschaft für Fussgängerin-
nen und Fussgänger weiterhin gewährleistet ist. Zwar führt die Aufhebung 
des Fussgängerstreifens zu einem Umweg für Personen, die vom Hirschen-
kreisel herkommen. Das stellt aber nur einen geringfügigen Nachteil dar (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 6.2). Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-
rerin hat die Aufhebung des Trottoirs auch nicht zur Folge, dass ihr die Zu- 
und Wegfahrt auf der Nordseite der Liegenschaft verunmöglicht wird und sie 
die dort liegenden Parkplätze nicht mehr benutzen kann. Das Grundstück 
der Beschwerdeführerin gehört nicht zum Projektperimeter, womit auch die 
Parkplätze vom Strassenplan nicht berührt werden (vgl. Technischer Bericht 
Ziff. 5.4.6). Entsprechend sind auf dem Situationsplan keine Änderungen am 
nördlichen Vorplatz vorgesehen. Dabei spielt keine Rolle, dass die ausser-
halb des Projektperimeters liegenden Parkfelder nicht eingezeichnet sind. 
Das vorgesehene Bankett mit schrägem Randstein ändert im Vergleich zum 
Trottoir nichts an der Zu- und Wegfahrt zum nördlichen Vorplatz. Eine Grün-
fläche, die gemäss der Beschwerdeführerin die Zufahrt zu den Parkplätzen 
verunmögliche (vgl. Beschwerde S. 20 f.), ist im Bereich ihres Grundstücks 
nicht vorgesehen.

8.

Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 1.1). Bei diesem Aus-
gang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu 
sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.04.2024, Nr. 100.2022.294U, 
Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 4'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegner
- Einwohnergemeinde Lyss

und mitzuteilen:
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.