# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1543af0f-04a8-515a-a0df-58bd823fc439
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.07.2021 200 2021 413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-413_2021-07-26.pdf

## Full Text

200 21 413 ALV
SCP/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 26. Juli 2021

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, ALV/21/413, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
bezieht sei Mai 2020 Arbeitslosenentschädigung (vgl. Akten des Amtes für 
Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwerdegeg-
ner], Dossier Arbeitslosenkasse Biel, act. [II] 39). 

Mit Schreiben vom 17. November 2020 teilte das Regionale Arbeitsvermitt-
lungszentrum (RAV) Biel der Versicherten mit, dass für Oktober 2020 keine 
Arbeitsbemühungen eingereicht worden seien und sie – unter Hinweis auf 
die Rechtsfolgen einer Pflichtverletzung – Gelegenheit habe, sich bis am 
27. November 2020 schriftlich zum Sachverhalt zu äussern und allfällige 
Beweismittel beizulegen (Akten des AVA, Dossier RAV-Region Seeland-
Berner Jura, act. [IIA] 136). Mit E-Mail vom 20. November 2020 reichte die 
Versicherte eine handschriftliche Auflistung der Arbeitsbemühungen für 
Oktober 2020 ein und führte aus, sie sende die Arbeitsbemühungen zum 
zweiten Mal, da es leider mit der Post nicht geklappt habe (act. IIA 120 f.). 
Am 30. Dezember 2020 verfügte das RAV die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung für sechs Tage ab dem 1. November 2020 wegen 
erstmals fehlenden respektive zu spät eingereichten Arbeitsbemühungen 
während der Arbeitslosigkeit (act. IIA 103 f.). Die hiergegen erhobene Ein-
sprache (Akten des AVA, Dossier Rechtsdienst act. [IIB] 19 - 22) wies das 
AVA mit Entscheid vom 6. Mai 2021 (act. IIB 3 - 6) ab. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. Juni 2020 (Poststem-
pel) Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Ein-
spracheentscheides und eventuell die Herabsetzung der Einstelltage. Zur 
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, sie habe die Arbeitsbemühun-
gen für den Monat Oktober 2020 rechtzeitig am 30. Oktober 2020 der Post 
übergeben, was ihre volljährige Tochter bezeugen könne. Insgesamt sei ihr 
Verschulden sehr gering.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, ALV/21/413, Seite 3

Ebenfalls am 4. Juni 2021 (Poststempel) reichte die Beschwerdeführerin 
eine „Rechtsverweigerungsbeschwerde / Aufsichtsanzeige“ gegen die zu-
ständige RAV-Beraterin ein (ALV/2021/414). Dieses Verfahren wurde mit 
Urteil vom 28. Juni 2021 infolge des Rückzuges der Beschwerde vom 
25. Juni 2021 abgeschrieben. Mit Eingabe vom 25. Juni 2021 beantragte 
die Beschwerdeführerin, zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache seien 
die Akten des abgeschriebenen Verfahrens ALV/2021/414 beizuziehen. 
Dieser Antrag wurde mit prozessleitender Verfügung vom 28. Juni 2021 
gutgeheissen.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2021 beantragt der Beschwerdegegner 
die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 

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(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 6. Mai 2021 (act. IIB 
3 - 6). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht we-
gen zu spät eingereichten Arbeitsbemühungen im Monat Oktober 2020 ab 
1. November 2020 im Umfang von sechs Tagen in der Anspruchsberechti-
gung eingestellt wurde.

1.3 Bei einer Einstellung von sechs Tagen und einem Taggeld von 
Fr. 127.80 (act. II 39) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die 
Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt 
(Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su-
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht (BGE 139 
V 524 E. 2.1.1 S. 525 und E. 2.1.4 S. 528).

2.2 Die versicherte Person muss den Nachweis der Arbeitsbemühun-
gen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Mo-
nats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die 
Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist 

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verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht (Art. 26 
Abs. 2 AVIV).

2.3 Mit der Verknüpfung von Schadenminderungspflicht und Sanktion 
will das AVIG Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine miss-
bräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung unterliegt ausschliesslich den 
spezifischen Bestimmungen der Arbeitslosenversicherung (nicht Art. 43 
Abs. 3 ATSG). Daraus folgt, dass vorbehältlich eines entschuldbaren 
Grundes eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausgesprochen 
werden kann, wenn die Nachweise der Arbeitsbemühungen nicht innert der 
Frist des Art. 26 Abs. 2 AVIV eingereicht werden, ohne dass eine zusätzli-
che Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise 
später erbracht werden, zum Beispiel in einem Einspracheverfahren (BGE 
139 V 164).

2.4 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügen-
den Behörde – ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt 
zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Re-
gel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller-
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich-
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 
S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222).

2.5 Trotz der Möglichkeit, dass bei jeder Behörde Dokumente verloren 
gehen können, hielt die Rechtsprechung fast ausnahmslos daran fest, dass 
versicherte Personen die Konsequenzen der Beweislosigkeit sowohl für die 
Einreichung von Nachweisen der Arbeitssuche als auch für das Datum der 
Einreichung zu tragen haben. Die Tatsache, dass die Vorbringen betreffend 
die Einreichung der Nachweise für die Arbeitssuche (bzw. deren Datum) 
plausibel erscheinen, genügt für den Nachweis der tatsächlichen Einrei-

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chung (bzw. dessen Datum) nicht. Notwendig ist ein auf gesicherte Ele-
mente gestützter Beweis (BGE 145 V 90 E. 3.2 S. 92).

3.

3.1 Der Beschwerdeführerin oblag es, den Nachweis der Arbeits-
bemühungen für die Kontrollperiode Oktober 2020 gemäss Art. 26 Abs. 2 
AVIV spätestens am 5. November 2020 einzureichen (vgl. E. 2.2 hiervor). 
Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist dem 
Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-
schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-
schen Vertretung übergeben werden (Art. 39 Abs. 1 ATSG).

Die Beschwerdeführerin gibt an, dass sie die persönlichen Arbeits-
bemühungen für die Kontrollperiode Oktober 2020 am 30. Oktober 2020 
(Freitag) per Post uneingeschrieben an das RAV geschickt habe, was ihre 
volljährige Tochter bezeugen könne (act. IIB 19 und Beschwerde). Der Be-
schwerdegegner gibt dazu an, dass das RAV im Rahmen eines Suchauf-
trages beim Posteingang für den Zeitraum vom 2. November 2020 (Mon-
tag) bis 5. November 2020 (Donnerstag) nichts gefunden habe (act. IIB 4; 
act. IIA 54; Beschwerdeantwort). Da der vom RAV gewählte Zeitraum auf 
den Angaben der Beschwerdeführerin beruht, ist nicht zu beanstanden, 
dass damit der bei Ausschöpfung der Einreichungsfrist (5. November 2020) 
überprüfbare Zeitraum nicht vollständig abgedeckt wird. Dies wird von der 
Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet. 

Die schriftliche Eingabe der Arbeitsbemühungen bzw. die geltend gemach-
te Postaufgabe vom 30. Oktober 2020 kann vorliegend nicht durch einen 
entsprechenden Beleg bewiesen werden, da diese offenbar nicht per Ein-
schreiben erfolgte. Es bleibt zu prüfen, ob für die Postaufgabe anderweitige 
Beweise – insbesondere eine allfällige Zeugenaussage der Tochter der 
Beschwerdeführerin – herangezogen werden können.

3.2 Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde die Be-
schwerdeführerin im Schreiben vom 17. November 2020 ausdrücklich dar-
auf hingewiesen, dass sie allfällige Beweismittel, auf welche sie sich beru-

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fen will, genau zu bezeichnen und soweit möglich der Stellungnahme bei-
zulegen hat (act. IIA 136). In der E-Mail vom 20. November 2020 erwähnt 
die Beschwerdeführerin, dass sie im Anhang zum zweiten Mal die Arbeits-
bemühungen von Oktober 2020 sende, da es leider mit der Post nicht ge-
klappt habe (act. IIA 121). In der Einsprache vom 7. Januar 2021 macht sie 
erstmals geltend, dass sie die Arbeitsbemühungen am 30. Oktober 2020 
der Post übergeben habe (act. IIB 19). Weiter führt sie dazu aus, sie habe 
die E-Mail vom 20. November 2020 an die RAV-Beraterin deshalb ge-
schrieben, weil sie vor dem 17. November 2020 keine Rückmeldung zu den 
fehlenden Angaben bekommen habe (act. IIB 19). Dass diese E-Mail aus 
eigenem Antrieb erfolgt sein soll, ist wenig wahrscheinlich und nicht über-
zeugend, ansonsten anzunehmen wäre, die Beschwerdeführerin, welche 
sowohl im Verwaltungsverfahren als auch im Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht resolut und rechthaberisch aufgetreten ist, hätte auf die – bei 
ihrer Sachverhaltsdarstellung unberechtigte Aufforderung – nochmals rea-
giert. Vielmehr ist aufgrund der chronologischen Abfolge der ergangenen 
Korrespondenz überwiegend wahrscheinlich, dass es sich bei der E-Mail 
vom 20. November 2020 um die Reaktion auf die Aufforderung vom 
17. November 2020 handelte. Aufgrund dieser Unstimmigkeiten sowie un-
ter Berücksichtigung des Grundsatzes der „Aussagen der ersten Stunde“ 
(BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47) erscheint zudem 
wenig glaubhaft, dass – wie erstmals im vorliegenden Verfahren geltend 
gemacht – die Postaufgabe in Anwesenheit ihrer volljährigen Tochter am 
30. Oktober 2020 erfolgte. Weil die Beschwerdeführerin in Anbetracht der 
Aufforderung des Beschwerdegegners, allfällige Beweismittel genau zu 
bezeichnen, diesen zu ihrer Entlastung wesentlichen Umstand nicht bereits 
im Rahmen der Stellungnahme vom 20. November 2020 oder spätestens 
im Rahmen der Einsprache erwähnte, erweist sich die erstmals im Be-
schwerdeverfahren erfolgte Beweismittelanrufung als nachgeschoben und 
damit der geltend gemachte Sachumstand als nicht überwiegend wahr-
scheinlich. Da es sich zudem bei der mit der Beschwerdeführerin in einem 
Haushalt wohnenden Tochter um eine nahe Verwandte handelt, welche 
nach der Aktenlage mutmasslich auch noch in einem gewissen Masse von 
der Beschwerdeführerin wirtschaftlich abhängig ist (vgl. act. IIA 154), ist 
von weiteren Beweiserhebungen abzusehen (vgl. Entscheid des Bundes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, ALV/21/413, Seite 8

gerichts [BGer] vom 4. September 2020, 8C_256/2020, E. 2.2 [SVR 2021 
IV Nr. 22 S. 68 E. 2.2], sowie E. 2.4 f. hiervor).

3.3 Somit liegen allein die der RAV-Beraterin per E-Mail am 20. No-
vember 2020 zugestellten Arbeitsbemühungen für den Monat Oktober 2020 
(act. IIA 120 f.) vor, deren Einreichung gemäss Art. 26 Abs. 2 AVIV ver-
spätet erfolgt ist (vgl. E. 2.2 hiervor). 

Für die verspätete Einreichung hat die Beschwerdeführerin keinen ent-
schuldbaren Grund geltend gemacht. Ein solcher ist aufgrund der Akten 
auch nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdegegner den nachgereichten 
Nachweis von Arbeitsbemühungen zu Recht nicht mehr berücksichtigte 
(Art. 26 Abs. 2 AVIV) und den Tatbestand ungenügender Arbeitsbemühun-
gen (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG) bejahte. 

3.4 Die Beschwerdeführerin rügt, die RAV-Beraterin habe ihre Auf-
klärungs- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG verletzt, indem die 
Beschwerdeführerin erstmals am 17. November 2021 auf den Nichterhalt 
der Arbeitsbemühungen aufmerksam gemacht worden sei und die RAV-
Beraterin auf ihre schriftliche Stellungnahme per E-Mail vom 20. November 
2020 nie reagiert habe (Beschwerde, S. 2; Eingabe vom 25. Juni 2021). 
Dabei verkennt die Beschwerdeführerin, dass die RAV-Beraterin – insbe-
sondere mit der Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. IIA 136) – verfah-
rensmässig korrekt vorgegangen ist. Im Übrigen hat sie die Einstellungs-
verfügung auch nicht erlassen (act. IIA 103 f.). Soweit die Beschwerdefüh-
rerin aus ihren mit der RAV-Beraterin ausgetragenen Differenzen etwas zu 
ihren Gunsten ableiten will (vgl. Eingabe vom 25. Juni 2021 sowie Verfah-
ren ALV/2021/114), ist festzustellen, dass diese Probleme für das vorlie-
genden Verfahren nicht rechtserheblich sind, haben sich diese nach der 
Aktenlage doch erst nach dem hier massgebenden Zeitpunkt vom 5. No-
vember 2020 zu entwickeln begonnen (vgl. act. IIA 48, 55 f.). Schliesslich 
wurde die Fiktion von Art. 26 AVIV vom Bundesgericht als gesetzmässig 
beurteilt (BGE 139 V 164), womit der Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 Bst. c 
AVIG vorliegend erfüllt ist.

3.5 Nach dem Gesagten ist eine Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung nicht zu beanstanden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, ALV/21/413, Seite 9

4. Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 
sechs Einstelltagen. 

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 
das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 
141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage 
bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt 
nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der An-
spruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG). Innerhalb dieses 
Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversicherung nach 
pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Er-
messen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung set-
zen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen 
können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender 
erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 ALV Nr. 11 
S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.2 Der Beschwerdegegner hat sechs Einstelltage verfügt (act. IIA 3 - 
6). Dabei ist er gemäss „Einstellraster für ALK, KAST und RAV“ der vom 
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) herausgegebenen AVIG-Praxis, 
ALE, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung (TC), vorgegangen. Da-
nach liegt bei erstmals zu spät eingereichten Arbeitsbemühungen ein leich-
tes Verschulden vor und die Anzahl der Einstelltage liegt bei fünf bis neun 
Tagen (AVIG-Praxis, ALE, Rz. D79 Ziff. 1.E/1). Da es für die Festsetzung 
der Einstelldauer einzig auf die nach dem Gesamtverhalten der versicher-
ten Person zu beurteilende Schwere ihres Verschuldens ankommt (vgl. 
E. 4.1 hiervor) ist diese an der unteren Grenze des vom SECO vorgegebe-
nen Sanktionsrahmens liegende Einstellungsdauer nicht zu beanstanden. 
Es mag zutreffen, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis der persön-
lichen Arbeitsbemühungen bis und mit September 2020 sowohl in quantita-
tiver als auch qualitativer Hinsicht immer rechtzeitig geleistet hat. Jedoch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, ALV/21/413, Seite 10

musste sie vom RAV bereits früher auf fehlende Dokumente und ungenü-
gende Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit hingewiesen werden, 
wobei sich die Beschwerdeführerin im letzten Fall trotz Aufforderung zur 
Stellungnahme nicht vernehmen liess (act. II 44; act. IIA 95, 161, 173). So-
weit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe ihre Pflichten stets 
vorbildlich erfüllt, widerspricht dies somit der Aktenlage, weshalb sie aus 
der von ihr erwähnten Rechtsprechung, wonach das Bundesgericht kanto-
nale Entscheide, mit denen die Einstelltage infolge eines minimen Ver-
schuldens reduziert wurden, nicht beanstandet hat (vgl. Entscheide des 
BGer vom 30. Dezember 2013, 8C_838/2013, E. 3.2 und vom 10. Juni 
2014, 8C_257/2014, E. 3.3), nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. 
Es besteht daher keine Veranlassung, seitens des Gerichts in das Ermes-
sen der Verwaltung einzugreifen.

4.3 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist somit weder in 
grundsätzlicher noch in masslicher Hinsicht zu beanstanden. Folglich ist die 
gegen den Einspracheentscheid vom 6. Mai 2021 (act. IIB 3 - 6) erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang unterliegt die Beschwerdeführerin, 
weshalb sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Als Sozial-
versicherungsträger und kantonale Amtsstelle steht auch dem Beschwer-
degegner keine Parteientschädigung zu (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.