# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a064b69a-5060-50f1-bbbe-baa0eaec78a3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.12.2022 SBK.2022.320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-320_2022-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

 

SBK.2022.320 
(STA.2022.7175)  

Art. 420 

 

 

Entscheid vom 13. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____, […] 

[…]  

 

 
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau vom 14. September 2022 

 

in der Strafsache gegen A._____ betreffend Widerhandlung  

gegen das Betäubungsmittelgesetz 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt gegen A. (Beschwerdeführe-

rin) eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz. 

 

2. 

2.1. 

Am 14. September 2022 ordnete die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

mündlich die Hausdurchsuchung am Wohnort der Beschwerdeführerin in-

klusive Estrich- und Kellerräume, die Durchsuchung der von ihr verwende-

ten Mobiltelefone und Fahrzeuge sowie die Beschlagnahme von allfällig 

vorgefundenen Betäubungsmitteln, Betäubungsmittelutensilien, für den 

Betäubungsmittelhandel bestimmte Barschaften sowie Mobiltelefonen an.  

 

2.2. 

Mit schriftlichem Befehl vom 14. September 2022 bestätigte die Staatsan-

waltschaft Lenzburg-Aarau die zuvor mündlich angeordnete (Haus-)Durch-

suchung und die Beschlagnahmen. 

 

3. 

3.1. 

Gegen den ihr am 16. September 2022 zugestellten Durchsuchungs- und 

Beschlagnahmebefehl vom 14. September 2022 erhob die Beschwerde-

führerin mit Eingabe vom 26. September 2022 bei der Beschwerdekammer 

in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde. Sinn-

gemäss beantragte sie die Aufhebung der Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau vom 14. September 2022 sowie die Herausgabe 

des beschlagnahmten Bargeldes in Höhe von Fr. 330.00 und der beschlag-

nahmten Waage und Drogenersatzmedikamente. Die Beschwerdeführerin 

machte ausserdem geltend, die (Haus-)Durchsuchung vom 14. Septem-

ber 2022 sei nicht ordnungsgemäss abgelaufen, sie sei bedroht und wie 

eine Schwerverbrecherin behandelt worden. Des Weiteren beantragte sie 

die Bekanntgabe der Namen und Dienstgrade der an der (Haus-)Durchsu-

chung anwesenden Polizisten.  

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ersuchte mit Beschwerdeantwort 

vom 17. Oktober 2022 um Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.  

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Durchsuchungs- und 

Beschlagnahmebefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 

14. September 2022, der gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Be-

schwerde anfechtbar ist. Nachdem vorliegend keine Beschwerdeaus-

schlussgründe gemäss Art. 394 StPO bestehen, ist die Beschwerde zuläs-

sig.  

 

1.2. 

1.2.1. 

Für die Herausgabe der Namen und Dienstgrade der an der (Haus-)Durch-

suchung beteiligten Polizisten ist die Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau nicht zuständig. Diesbezüglich ist 

die Beschwerdeführerin an die Kantonspolizei Aargau bzw. an die Staats-

anwaltschaft Lenzburg-Aarau (für die Einsicht in die Akten, worin die Anga-

ben ersichtlich sind) zu verweisen. Auf die Beschwerde ist diesbezüglich 

nicht einzutreten.  

 

1.2.2. 

Die Ausführungen in der Beschwerde richten sich auch gegen die Art und 

Weise der Durchführung der (Haus-)Durchsuchung vom 14. Septem-

ber 2022 sowie das Verhalten der Polizei. Bei der (Haus-)Durchsuchung 

vom 14. September 2022 handelt es sich um eine bereits durchgeführte 

Zwangsmassnahme. In solchen Fällen fehlt es in der Regel an einem aktu-

ellen und praktischen Interesse an der Aufhebung oder Änderung der An-

ordnung (vgl. PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer 

Strafprozessordnung, 2011, N. 244; Beschluss der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts BB.2018.89 vom 14. Juni 2018 E. 1.2.2). Aller-

dings kann die Frage, ob die (Haus-)Durchsuchung rechtens war, in einem 

Entsiegelungsverfahren oder Beschwerdeverfahren gegen eine Beschlag-

nahme geprüft werden, da es jedenfalls in der Regel unzulässig wäre, 

rechtswidrig erlangte Beweismittel ins Strafverfahren einzuführen (Be-

schluss der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts BB.2018.89 vom 

14. Juni 2018 E. 1.2.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_310/2012 vom 

22. August 2022 E. 2). Somit wird vorliegend auch auf die Kritik der Be-

schwerdeführerin hinsichtlich der (Haus-)Durchsuchung vom 14. Septem-

ber 2022 und des Verhaltens der anwesenden Beamten einzugehen sein 

(nachstehende E. 4.1).  

 

1.2.3. 

Ein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung ihrer Beschwerde 

hat die Beschwerdeführerin, soweit sich die Beschwerde gegen die Durch-

führung (Verhalten der anwesenden Polizisten) sowie die Sicherstellungen 

 - 4 - 

 

 

 

und Beschlagnahmen der anlässlich der (Haus-)Durchsuchung vorgefun-

denen Gegenstände bzw. des von der Beschwerdeführerin anlässlich der 

Kontrolle am Bahnhof Aarau mitgeführten Bargeldes in Höhe von 

Fr. 330.00 richtet (vgl. Verzeichnis der sichergestellten Gegenstände vom 

14. September 2022 in den Untersuchungsakten [UA] Dossier Zwangsmass-

nahmen sowie betreffend das Bargeld die Einvernahme mit der Beschwer-

deführerin vom 14. September 2022 in UA Straftatendossier). Auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 385 Abs. 1 StPO) ist insoweit einzutreten.  

 

2. 

Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, sie habe die 

schriftliche Bestätigung der am 14. September 2022 mündlich angeordne-

ten (Haus-)Durchsuchung erst am Freitag, 16. September 2022 auf der 

Post abholen können. Durchsuchungen können in dringenden Fällen 

mündlich angeordnet und nachfolgend schriftlich bestätigt werden (Art. 241 

Abs. 1 StPO). Um zu verhindern, dass die Beschwerdeführerin am 14. Sep-

tember 2022 an ihrem Wohnort deliktsrelevante Gegenstände beiseite-

schaffen kann, war es notwendig, die (Haus-)Durchsuchung umgehend 

nach der im Anschluss an die Polizeikontrolle am Bahnhof Aarau durchge-

führten Einvernahme mit der Beschwerdeführerin vorzunehmen. Damit ist 

das Vorgehen der Kantonspolizei Aargau und der Staatsanwaltschaft Lenz-

burg-Aarau (mündliche Anordnung der (Haus-)Durchsuchung mit nachfol-

gender schriftlicher Bestätigung) nicht zu beanstanden.  

 

3. 

3.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führte zur Begründung der ange-

fochtenen Verfügung aus, die Beschwerdeführerin stehe im Verdacht, sich 

wegen einer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz strafbar 

gemacht zu haben. Gemäss den Aussagen von C. und den Feststellungen 

der Kantonspolizei Aargau soll sie am 14. September 2022 am Bahnhof 

Aarau insgesamt vier Briefchen Heroin an C. abgegeben haben. Deshalb 

sei zu vermuten, dass sich am Wohnort der Beschwerdeführerin Betäu-

bungsmittel sowie Betäubungsmittelutensilien befänden. Ihr Mobiltelefon 

bzw. ihre Mobiltelefone seien auf weitere Hinweise zu durchsuchen. Ge-

genstände, die als Beweismittel gebraucht würden bzw. voraussichtlich ein-

zuziehen seien und Vermögenswerte, die der Kostensicherung dienten, 

seien zu beschlagnahmen.  

 

3.2. 

Die Beschwerdeführerin machte dagegen im Wesentlichen geltend, die 

diensthabenden Beamten der Kantonspolizei Aargau hätten sie am 

14. September 2022 wie eine Schwerverbrecherin behandelt und ihr sogar 

Freiheitsberaubung angedroht, sofern sie der Durchsuchung nicht zu-

stimme. Das beschlagnahmte Bargeld in Höhe von Fr. 330.00 habe sie in 

 - 5 - 

 

 

 

den Tagen vor der (Haus-)Durchsuchung von ihrem Bankkonto abgeho-

ben. Die ebenfalls beschlagnahmte Waage sowie die Drogenersatzmedi-

kamente fordere sie umgehend zurück.  

 

3.3. 

Mit Beschwerdeantwort hielt die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau dem 

entgegen, dass aufgrund der Feststellungen der Kantonspolizei Aargau am 

Bahnhof Aarau sowie der Aussagen von C. konkrete Anhaltspunkte dafür 

bestanden hätten, dass sich die Beschwerdeführerin durch die Veräusse-

rung von Heroin eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

schuldig gemacht haben könnte. Aufgrund dessen habe die Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau mündlich eine Hausdurchsuchung am Wohnort der 

Beschwerdeführerin angeordnet. Anschliessend sei die Anordnung schrift-

lich bestätigt worden. Anlässlich der (Haus-)Durchsuchung seien Heroin, 

eine Präzisionswaage und mehrere hundert rezeptpflichtige, betäubungs-

mittelhaltige Medikamente gefunden worden. Weiter habe die Beschwer-

deführerin Bargeld in Höhe von Fr. 330.00 in Gassenstückelung mit sich 

geführt.  

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdeführerin führt nicht näher aus, inwiefern sie anlässlich der 

(Haus-)Durchsuchung von den beteiligten Polizisten bedroht bzw. unpro-

fessionell behandelt worden sein soll. Aus dem Vollzugsbericht vom 

21. September 2022 (Ziff. 3 und 4) ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass 

es anlässlich der (Haus-)Durchsuchung zu Problemen bzw. Ausfälligkeiten 

zwischen der Beschwerdeführerin und den beteiligten Polizisten gekom-

men sein soll (Vollzugsbericht in UA Dossier Zwangsmassnahmen). Die 

(Haus-)Durchsuchung lief ordnungsgemäss und ruhig ab. Die Beschwer-

deführerin habe die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe (Betäubungsmittel-

handel) vehement bestritten (Vollzugsbericht Ziff. 4), was jedoch keinen 

Grund für ein unsachgemässes Verhalten der beteiligten Polizisten ihr ge-

genüber darstellt. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die beteiligten Polizis-

ten aufgrund von Äusserungen oder dem Verhalten der Beschwerdeführe-

rin entsprechende Massnahmen hätten ergreifen müssen. Schliesslich war 

die Hausdurchsuchung vorschriftsgemäss zunächst mündlich angeordnet 

und anschliessend schriftlich bestätigt worden. Zusammenfassend erge-

ben sich keine Hinweise für ein unsachgemässes Verhalten der an der 

(Haus-)Durchsuchung beteiligten Polizisten oder eine rechtswidrige, mittels 

Drohungen durchgesetzte Durchsuchung oder Anordnung derselben. Dass 

die Voraussetzungen für die Anordnung einer Hausdurchsuchung nicht vor-

lagen, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, weshalb sich eine wei-

tergehende Prüfung erübrigt. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, 

soweit sie sich gegen die Art und Weise der Durchführung der Zwangs-

massnahme richtet.  

 

 - 6 - 

 

 

 

4.2. 

Die Beschwerdeführerin verlangt die Herausgabe der anlässlich der  

(Haus-)Durchsuchung sichergestellten und beschlagnahmten Präzisions-

waage und Medikamente sowie des anlässlich der Polizeikontrolle am 

Bahnhof Aarau mitgeführten Bargeldes in Höhe von Fr. 330.00. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Strafprozessuale Zwangsmassnahmen wie die Beschlagnahme (Art. 263 

ff. StPO) dürfen gemäss Art. 197 Abs. 1 StPO nur ergriffen werden, wenn 

sie gesetzlich vorgesehen sind (lit. a), ein hinreichender Tatverdacht vor-

liegt (lit. b), die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen 

erreicht werden können (lit. c) und die Bedeutung der Straftat die Zwangs-

massnahme rechtfertigt (lit. d).  

 

4.3.2. 

Für die Annahme eines hinreichenden Tatverdachts i.S.v. Art. 197 Abs. 1 

lit. b StPO genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wo-

nach das inkriminierte Verhalten die fraglichen Tatbestandsmerkmale er-

füllen könnte. Dabei muss sich der Tatverdacht aus konkreten Tatsachen 

ergeben, die eine vorläufige Subsumption unter einen bestimmten Tatbe-

stand erlauben. Zu klären ist mithin, ob aufgrund der bisherigen Untersu-

chungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat vor-

liegen, die Strafverfolgungsbehörden somit das Bestehen eines hinreichen-

den Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_516/2011 vom 17. November 2011 E. 2.1; 

BGE 141 IV 87 E. 1.3.1).  

 

Anlässlich einer Präventionskontrolle der Kantonspolizei Aargau vom 

14. September 2022 am Bahnhof Aarau wurde beobachtet, dass die Be-

schwerdeführerin Betäubungsmittel, abgepackt in kleine Briefchen, an di-

verse Personen übergeben hat (Vollzugsbericht vom 21. September 2022 

Ziff. 1 in UA Dossier Zwangsmassnahmen; Fotomappe mit Aufnahmen vom 

Geschehen in der Beilage zur Beschwerdeantwort). Zudem hatte die Be-

schwerdeführerin Bargeld in Höhe von Fr. 330.00 in gassenüblicher Stü-

ckelung (3 x Fr. 50.00, 7 x Fr. 20.00, 4 x Fr. 10.00) bei sich (Einvernahme 

mit der Beschwerdeführerin vom 14. September 2022 in UA Straftatendos-

sier Frage 26). Weiter sagte der vermeintliche Käufer der Betäubungsmit-

tel, C., aus, dass er Heroin bei der Beschwerdeführerin bezogen habe (Voll-

zugsbericht vom 21. September 2022 Ziff. 2 in UA Dossier Zwangsmass-

nahmen; Einvernahme mit C. vom 14. September 2022 in UA Straftaten-

dossier Fragen 24 ff.). Diese Umstände sprechen dafür, dass die Be-

schwerdeführerin mit Betäubungsmitteln handeln könnte, was unabhängig 

vom Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe das Bargeld von ihrem 

Bankkonto abgehoben, gilt. Ein hinreichender Tatverdacht i.S.v. Art. 197 

Abs. 1 lit. b StPO liegt damit vor. 

 - 7 - 

 

 

 

4.4. 

4.4.1. 

Gemäss Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO können Gegenstände und Vermögens-

werte einer beschuldigten Person oder einer Drittperson beschlagnahmt 

werden, wenn diese voraussichtlich als Beweismittel gebraucht werden.  

 

Die Beschlagnahme dient dazu, dass der Sachrichter anlässlich der Haupt-

verhandlung über die relevanten Beweismittel verfügen kann, welche die 

Strafverfolgungsbehörden aufgefunden haben (HEIMGARTNER, Strafpro-

zessuale Beschlagnahme, 2011, S. 73 f., 131 f.). Im Zeitpunkt der Untersu-

chung genügt eine Wahrscheinlichkeit, dass ein Objekt zur Beweisführung 

gebraucht wird. Regelmässig handelt es sich um Objekte, die wahrschein-

lich in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit der zu untersu-

chenden Tat stehen, aber auch um solche, die zur Erhellung der Tatum-

stände im weiteren Sinne dienen oder für die Strafzumessung relevante 

Informationen über persönliche Verhältnisse des Täters liefern können 

(HEIMGARTNER, a.a.O., S. 74 f., 131 f.). 

 

4.4.2. 

Die anlässlich der (Haus-)Durchsuchung sichergestellten Medikamente, 

die Präzisionswaage (Verzeichnis der Zufallsfunde vom 14. Septem-

ber 2022; Vollzugsbericht vom 21. September 2022 S. 2, beides in UA Dos-

sier Zwangsmassnahmen) sowie das im Rahmen der Präventionskontrolle 

bei der Beschwerdeführerin gefundene Bargeld in Höhe von Fr. 330.00 

(Einvernahme mit der Beschwerdeführerin vom 14. September 2022 in 

UA Straftatendossier Frage 26) sind geeignet und erforderlich, um den Be-

weis dafür zu sichern, dass die Beschwerdeführerin mit Betäubungsmitteln 

handelt. Insbesondere aufgrund der grossen Menge an rezeptpflichtigen 

Medikamenten (circa 100 Pillen) sowie des Bargeldes in gassenüblicher 

Stückelung liegt es nahe, dass die Beschwerdeführerin mit Betäubungsmit-

teln Handel betreiben könnte. 

 

Demnach ist die Beschlagnahme der Präzisionswaage, der Medikamente 

sowie der Barschaft, gegen welche die Beschwerdeführerin sich wehrt, ge-

stützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO nicht zu beanstanden. Insofern die Be-

schwerdeführerin auf gewisse der beschlagnahmten Medikamente ange-

wiesen ist, ist im Hinblick auf die Verhältnismässigkeit der Beschlagnahme 

festzuhalten, dass ihr bis zum nächsten Abgabetermin durch die Apotheke 

eine ausreichende Menge an Medikamenten belassen wurde (Vollzugsbe-

richt vom 21. September 2022 Ziff. 3 in UA Dossier Zwangsmassnahmen).   

 

4.5. 

4.5.1. 

Gegenstände und Vermögenswerte einer beschuldigten Person können im 

Rahmen einer Deckungsbeschlagnahmung zur Sicherstellung von allfälli-

 - 8 - 

 

 

 

gen (der beschuldigten Person aufzuerlegenden) Verfahrenskosten, Geld-

strafen, Bussen und Entschädigungen (Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO) vorläufig 

konfisziert werden. Gemäss Art. 268 Abs. 1 StPO kann vom Vermögen der 

beschuldigten Person grundsätzlich (vorbehältlich der Schranken von 

Abs. 2 und 3) so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich zur De-

ckung dieser Kosten und Sanktionen nötig ist. Für die Deckungsbeschlag-

nahmen kann auch das rechtmässig erworbene Vermögen eines Beschul-

digten herangezogen werden (Urteil des Bundesgerichts 1B_250/2015 

vom 21. Januar 2016 E. 5.1). Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäs-

sigkeit (Art. 36 Abs. 3 BV) muss die Beschlagnahme geeignet und erfor-

derlich sein, um die Kostendeckung sicherzustellen. Ob die Deckungsbe-

schlagnahme in diesem Sinne verhältnismässig ist, beurteilt sich zunächst 

danach, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich der Beschuldigte sei-

ner möglichen Zahlungspflicht entziehen könnte, sei dies durch Flucht oder 

durch Verschiebung, Verschleierung oder gezielten Verbrauch seines Ver-

mögens (Urteil des Bundesgerichts 1B_250/2015 vom 21. Januar 2016 

E. 5.3 mit weiteren Hinweisen).  

 

4.5.2. 

Des Weiteren ist eine Beschlagnahme auch im Hinblick auf eine allfällige 

Einziehung durch den Strafrichter zulässig (Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt die Einziehungsbe-

schlagnahme voraus, dass ein begründeter, konkreter Tatverdacht besteht, 

die Verhältnismässigkeit gewahrt wird und die Einziehung durch den Straf-

richter nicht bereits aus materiellrechtlichen Gründen als offensichtlich un-

zulässig erscheint. Entsprechend ihrer Natur als provisorische (konserva-

tive) prozessuale Massnahme hat die Beschwerdeinstanz bei der Beurtei-

lung der Zulässigkeit der Beschlagnahme – anders als der für die (defini-

tive) Einziehung zuständige Sachrichter – nicht alle Tat- und Rechtsfragen 

abschliessend zu prüfen (BGE 139 IV 250 E. 2.1 m.w.H.). 

 

Für eine Einziehungsbeschlagnahme fallen insbesondere Gegenstände in 

Betracht, die mutmasslich der Vermögenseinziehung gemäss Art. 70 

Abs. 1 StGB unterliegen (HEIMGARTNER, a.a.O., S. 82 f.). Vermögensein-

ziehungen setzen voraus, dass Vermögenswerte mit der begangenen Tat 

in einem Zusammenhang i.S.v. Art. 70 Abs. 1 StGB stehen. Ohne diesen 

Deliktskonnex fällt eine Einziehung ausser Betracht. Für eine Beschlag-

nahme bedarf es entsprechend einer voraussichtlichen adäquaten, we-

sentlichen Kausalität zwischen der möglichen Straftat und dem erlangten 

Vermögenswert. Demgemäss müssen konkrete Anhaltspunkte für die Hy-

pothese bestehen, dass betreffende Vermögenswerte in relevantem Zu-

sammenhang mit einem inkriminierten Verhalten stehen (HEIMGARTNER, 

a.a.O., S. 144 f.).  

 

 - 9 - 

 

 

 

4.5.3. 

Die Beschlagnahme des Bargeldes erweist sich nicht nur gestützt auf 

Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO als zulässig, sondern auch gestützt auf Art. 263 

Abs. 1 lit. b und lit. d StPO. Wie in E. 4.3.2 dargelegt, besteht der hinrei-

chende Verdacht, dass die Beschwerdeführerin Handel mit Betäubungs-

mitteln betreiben könnte. Bei dem bei der Beschwerdeführerin sicherge-

stellten Bargeld in Höhe von Fr. 330.00 handelt es sich um Vermögens-

werte, die mutmasslich aus der Erfüllung des Straftatbestands stammen, 

der Gegenstand der vorliegenden Untersuchung bildet. Es unterliegt daher 

allenfalls der Vermögenseinziehung gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB. Der defi-

nitive Entscheid darüber obliegt dem Strafrichter.  

 

Die Beschlagnahme der Vermögenswerte ist auch geeignet und erforder-

lich, um die Einziehung gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB sicherzustellen. Das 

öffentliche Interesse an der Sicherstellung der Einziehung überwiegt so-

dann das private Interesse der Beschwerdeführerin an der Herausgabe der 

Vermögenswerte. Die Verhältnismässigkeit i.e.S. ist daher ebenfalls zu be-

jahen. 

 

Zudem ist die Beschlagnahme des Bargeldes in Höhe von Fr. 330.00 zur 

Sicherstellung von Verfahrenskosten und/oder einer allfälligen Busse/Geld-

strafe geeignet. Da die Beschwerdeführerin das Geld verbrauchen wollte, 

unter anderem für einen Grosseinkauf (Einvernahme mit der Beschwerde-

führerin vom 14. September 2022 in UA Straftatendossier Frage 28), ist die 

Beschlagnahme zur Kostendeckung auch verhältnismässig.  

 

Demnach ist die Beschlagnahme des Bargeldes gestützt auf Art. 263 

Abs. 1 lit. b und d StPO nicht zu beanstanden.  

 

4.6. 

Zusammenfassend sind die angefochtenen Beschlagnahmen (Präzisions-

waage, Medikamente, Bargeld) nicht zu beanstanden. Demzufolge ist die 

Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. 

 

5. 

Bei diesem Ausgang hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Be-

schwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und es ist ihr keine 

Entschädigung auszurichten.  

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

 - 10 - 

 

 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 39.00, zusammen 

Fr. 839.00, werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 13. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli