# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 098fca45-6ebd-51f5-9967-a020b3bae758
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2010 A-654/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-654-2008_2010-09-07.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-654/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richterin Marianne Ryter Sauvant, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Meier.

X._______ AG, vormals: X._______,...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST; Subventionen (1/1995 - 2/2001).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-654/2008

Sachverhalt:

A.
Die X._______ wurde ab 1. Januar 1995 ins Register der Mehrwert-
steuerpflichtigen der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  ein-
getragen.  Im  Anschluss  an  die  Kontrollen  zwischen  5.  und 
13. September  2001  stellte  die  ESTV am 18. September  2001  zwei 
Ergänzungsabrechnungen  (EA)  aus:  EA  Nr. ***'***(1)  betreffend  die 
Steuerperioden  vom  1. Januar  1995  bis  31. Dezember  2000 
(1. Quartal  1995  bis  4.  Quartal  2000)  über  Fr. 135'538.--  und  EA 
Nr. ***'***(2)  für  die Steuerperioden vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 
2001 (1. und 2. Quartal 2001) über Fr. 10'208.--, beide zuzüglich Ver-
zugszins  von  5%.  Die  Positionen  3a  der  Nachbelastungen  von 
Fr. 81'279.--  (EA  Nr. ***'***[1])  sowie  Fr. 5'627.--  ([EA  Nr.  ***'***[2]]; 
beide  nebst  Verzugszins)  waren  auf  Vorsteuerabzugsberichtigungen 
durch die ESTV zurückzuführen. Nach Auffassung der ESTV waren die 
aufgrund  der  Treibstoffzoll-  bzw.  Mineralölsteuer-Rückerstattungen 
vorzunehmenden  Vorsteuerabzugskürzungen  durch  die  Be-
schwerdeführerin nicht korrekt berechnet worden.

B.
Mit  den  Entscheiden  vom 24. Januar  2003  bestätigte  die  ESTV die 
Steuernachforderungen in der Höhe von Fr. 135'538.--, zuzüglich Ver-
zugszins von Fr. 18'598.--, sowie Fr. 10'208.--, zuzüglich Verzugszins 
von Fr. 103.--.

C.
Dagegen  erhob  die  Schifffahrtsgesellschaft  des  Vierwaldstättersees 
(SGV)  mit  einer  Eingabe  vom 26. Februar  2003  bei  der  ESTV Ein-
sprache.

D.
Mit  Einspracheentscheid der  ESTV (Vorinstanz)  vom 9. Januar  2008 
wurden  die  "Entscheidverfahren"  der  ESTV  vom  24. Januar  2003 
vereinigt. Weiter  wurde festgestellt,  dass  die  Steuernachbelastungen 
im  Umfang  von  Fr. 54'259.--  (EA  Nr. ***'***[1])  und  Fr. 4'581.--  (EA 
Nr. ***'***[2])  in  Rechtskraft  erwachsen  seien.  Die  Einsprache  der 
X._______ wurde vollumfänglich abgewiesen.

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E.
Gegen  diesen  Einspracheentscheid  gelangte  die  X._______; 
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingaben vom 31. Januar 2008 
und  11.  Februar  2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  bean-
tragte insbesondere, der Entscheid der ESTV vom 9. Januar 2008 sei 
aufzuheben. Weiter sei festzustellen, dass es sich bei den Treibstoff-
zoll- bzw. Mineralölsteuer-Rückerstattungen nicht um Subventionen im 
mehrwertsteuerlichen Sinne handle, weshalb keine Kürzung des Vor-
steuerabzuges  durch  die  ESTV  erfolgen  dürfe  –  unter  Kosten-  und 
Entschädigungsfolge.

F.
Mit Eingabe vom 3. März 2008 beantragte die Vorinstanz sinngemäss 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit  Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts  vom 6. März 
2008 wurde das Verfahren auf Antrag der Beschwerdeführerin bis zum 
Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids im Verfahren A-1668/2006 
sistiert.

H.
Die Vorinstanz wurde mit Verfügung vom 3. Februar 2010 aufgefordert,  
zu  den  Auswirkungen  des  in  der  Zwischenzeit  ergangenen  Urteils 
A-1668/2006  vom 16.  November  2009  (BVGE  2010/6)  auf  das  vor-
liegende Beschwerdeverfahren Stellung zu nehmen bzw. gegebenen-
falls den Einspracheentscheid vom 9. Januar 2008 in Wiedererwägung 
zu ziehen.

I.
Die Vorinstanz reichte ihre Stellungnahme am 23. Februar 2010 ein. 
Sie beantragte grundsätzlich weiterhin die Abweisung der Beschwer-
de. Implizit  stimmte sie jedoch einer teilweisen Gutheissung der Be-
schwerde  dahingehend  zu,  als  sie  für  den  Zeitraum  von  1.  Januar 
1995 bis 31. Dezember 2000 die Pauschalabzüge von 2,2% bzw. 2,7% 
anerkannte  und  somit  nicht  an  der  die  Korrekturen  der  Vorsteuer-
abzugskürzungen betreffenden Steuernachforderung in der Höhe von 
Fr. 81'279.-- festhielt. Des Weiteren brachte sie vor, die Beschwerde-
führerin  sei  bei  der  Berechnung  der  Vorsteuerabzugskürzungen  von 
einer zu hohen Grundlage ausgegangen; ihr sei folglich ein Betrag von 
rund  Fr. 42'670.--  zu  erstatten.  Für  die  Steuerperioden  des  Jahres 

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2001 hielt  die Vorinstanz an der Rechtmässigkeit  der Steuernachbe-
lastungen fest.

J.
Mit Eingabe vom 18. März 2010 erklärte sich die Beschwerdeführerin 
mit dem Inhalt der vorinstanzlichen Stellungnahme einverstanden.

Auf die Begründung der Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht wird 
– soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwä-
gungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV und damit eine 
Verfügung nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-
waltungsgericht ist  zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31, Art. 32 e 
contrario und Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]). Das vorliegende Verfahren richtet sich nach dem VwVG, 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.2 Am 1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar  (Art.  112  Abs.  1  MWSTG).  Soweit  der  Sachverhalt  vom 
1. Januar 2001 bis 30. Juni 2001 betroffen ist,  untersteht das vorlie-
gende  Verfahren  deshalb  in  materieller  Hinsicht  dem Bundesgesetz 
vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 
1300). Für die Zeit vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 2000 finden 
ferner die Bestimmungen der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die 
Mehrwertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464) Anwendung (Art. 93 und 94 
aMWSTG).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In -
krafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 

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Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer An-
wendung von neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte 
kommen  darf  (ausführlich:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3.3.2).

1.3 Anfechtungs-  und  Beschwerdeobjekt  ist  vorliegend  der  Einspra-
cheentscheid  der  Vorinstanz  vom  9.  Januar  2008.  Gegenstand  des 
vorliegenden Verfahrens bilden die Nachbelastungen von Fr. 81'279.-- 
(EA  Nr. ***'***[1],  Position  3a)  sowie  Fr. 5'627.--  (EA  Nr. ***'***[2], 
Postion  3a),  welche  auf  Vorsteuerabzugsberichtigungen  durch  die 
ESTV zurückzuführen sind; nicht hingegen die Steuernachbelastungen 
im  Umfang  von  Fr. 54'259.--  (EA  Nr. ***'***[1])  und  Fr. 4'581.--  (EA 
Nr. ***'***[2]), die offensichtlich in Rechtskraft erwachsen sind.

1.4 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  die  gesuchstellende 
Person ein entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer 
Feststellungsverfügung subsidiär gegenüber einer Leistungs- oder Ge-
staltungsverfügung.  Eine  Feststellungsverfügung  ist  nur  zu  treffen, 
wenn das Interesse daran nicht  durch eine rechtsgestaltende  Verfü-
gung gewahrt werden kann (BGE 132 V 257 E. 1 und 119 V 11 E. 2a;  
statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5460/2008  vom 
12. Mai  2010  E. 1.4;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN,  Schweizerische 
Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel  1990,  S. 109  f; 
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.30).  Die  Beschwerde-
führerin beantragt, es sei festzustellen, dass es sich bei den Treibstoff-
zoll- bzw. Mineralölsteuer-Rückerstattungen nicht um Subventionen im 
mehrwertsteuerrechtlichen Sinne handle, weshalb keine Kürzung des 
Vorsteuerabzuges  durch  die  ESTV  erfolgen  dürfe.  Dieses  Fest-
stellungsbegehren  ist  gegenüber  dem negativen  Leistungsbegehren, 
dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Steuernachforderungen 
(durch Aufhebung des Einspracheentscheids) subsidiär. Es kann be-
reits anhand des Leistungsbegehrens entschieden werden, ob es sich 
bei  den Treibstoffzoll-  bzw. Mineralölsteuerrückerstattungen  um Sub-
ventionen handelt oder nicht, was das Feststellungsinteresse hinfällig 
werden lässt.

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Mit diesen Einschränkungen ist auf die grundsätzlich form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde einzutreten.

2.
2.1 Lieferungen und Dienstleistungen unterliegen der Mehrwertsteuer 
nur, wenn sie gegen Entgelt erbracht werden (Art. 4 aMWSTV, Art. 5 
aMWSTG).  Damit  überhaupt  ein  steuerbarer  Umsatz  vorliegt,  ist  ein 
Austausch von Leistungen notwendig. Dies verlangt, dass einer Leis-
tung eine Gegenleistung (Entgelt) gegenüber steht. Die Entgeltlichkeit 
–  vom Eigenverbrauch  abgesehen –  stellt  ein  unabdingbares  Tatbe-
standsmerkmal einer mehrwertsteuerlichen Leistung dar. Besteht zwi-
schen Leistungserbringer und -empfänger kein Austauschverhältnis in 
diesem Sinne,  ist  die  Aktivität  mehrwertsteuerlich  irrelevant  und fällt 
nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer (statt vieler:  Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 2.2 
f. und A-6213/2007 vom 24. August 2009 E. 2.2.1). Die Annahme eines 
solchen  Leistungsaustauschs  setzt  voraus,  dass  zwischen  Leistung 
und Gegenleistung eine  innere  wirtschaftliche  Verknüpfung  gegeben 
ist (BGE 132 II 353 E. 4.1 und 126 II 443 E. 6a; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts A-5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 2.3).

2.2 Subventionen und andere Beiträge der öffentlichen Hand gehören 
hingegen nicht zum Entgelt. Diese fliessen nicht in die Bemessungs-
grundlage ein und unterliegen der Steuer nicht (Art.  26 Abs. 6 Bst. b 
aMWSTV, Art. 33 Abs. 6 Bst. b  aMWSTG). Die Steuerbefreiung des 
von  den  Konzessionierten  Transportunternehmungen  (KTU)  verwen-
deten Treibstoffs, welche über den Weg der Rückerstattung der Treib-
stoffzölle,  der Mineralölsteuern und der Mineralölsteuerzuschläge er-
folgt,  stellt  gemäss Rechtsprechung eine Subventionen im mehrwert-
steuerlichen Sinne dar (vgl. BVGE 2010/6 E. 6; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts  A-6834/2007  und  A-6835/2007  vom 14.  Juni  2010 
E. 3.1).

2.3 Der  Vorsteuerabzug  ist  verhältnismässig  zu  kürzen,  wenn  ein 
Steuerpflichtiger  Subventionen oder andere Beiträge der öffentlichen 
Hand erhält (Art. 30 Abs. 6 aMWSTV, Art. 38 Abs. 8 aMWSTG). Das 
Bundesgericht hat die Verfassungsmässigkeit  dieser Bestimmung be-
stätigt (BGE 126 II 443 E. 6b, c und 132 II 353 E. 4.3, 7.1). Subven-
tionen, die als echte Zuschüsse nicht im Rahmen eines Leistungsaus-
tauschverhältnisses zwischen Zuschussgeber und -empfänger stehen, 
stellen kein steuerbares Entgelt dar. Damit stehen sie ausserhalb des 

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Mehrwertsteuersystems und könnten im Grunde auch keine verhältnis-
mässige  Vorsteuerabzugskürzung  zur  Folge  haben  (zum  Ganzen 
BVGE 2010/6  E. 3.2.1;  DANIEL RIEDO,  Vom Wesen der Mehrwertsteuer 
als  allgemeine  Verbrauchsteuer  und  von  den  entsprechenden 
Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 247 ff.; DIEGO 
CLAVADETSCHER,  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 5 ff. zu Art. 38 Abs. 8; Botschaft des 
Bundesrats zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer vom 26. Juni 2008, 
BBl 2008 S. 6979). Die Vorsteuerabzugskürzung bei Subventionen ist 
aber  wie  gezeigt  in  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  für  die 
Herrschaft  der  aMWSTV  und  durch  den  Gesetzgeber  für  jene  des 
aMWSTG geschützt worden.

2.4 Für den Zeitraum von 1995-2000 war gemäss Branchenbroschüre 
"konzessionierte  Transportunternehmen"  (herausgegeben  von  der 
ESTV im Februar 1995) zur aMWSTV eine besondere Berechnung der 
Vorsteuerabzugskürzung  bei  Subventionen  noch  nicht  vorgesehen 
(vgl. Ziff. 2.20). Beruhend auf  einer Abmachung mit  dem Bundesamt 
für  Verkehr  (BAV)  aus  dem  Jahr  1995,  hat  die  ESTV  dennoch  die 
Vorsteuerabzugskürzung anhand eines Pauschalsatzes von 2,2% be-
rechnet. Der Pauschalsatz galt uneingeschränkt für alle Subventionen 
für  den Betrieb von KTU und somit  auch für  Steuerrückerstattungen 
der  Treibstoffzölle,  der  Mineralölsteuern  und  der  Mineralölsteuerzu-
schläge. Die Berechnung erfolgte anhand einer Multiplikation der Be-
triebsbeiträge inklusive der Steuerrückerstattungen mit dem Pauschal-
satz. Dieser  betrug  von 1995-1998  2,2% und  von 1999-2000  2,7%. 
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Pauschalsatzmethode zur Be-
rechnung der Vorsteuerabzugskürzung zum Satz von 2,2%, respektive 
2,7% als zulässig anerkannt (vgl. dazu BVGE 2010/6 E. 7.3 und 7.4.2; 
Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-6834/2007 und A-6835/2007 
vom 14. Juni 2010 E. 3.4).

2.5 Vor kurzem hat  das Bundesverwaltungsgericht  in  einem weitest-
gehend gleich gelagerten Fall A-6834/2007 und A-6835/2007 im Urteil 
vom  14.  Juni  2010  betreffend  die  Steuerperioden  1.  Quartal  bis 
4. Quartal 2001 erwogen, was folgt (E. 4.2):

"Für die Steuerperioden 1. Quartal  bis 4. Quartal 2001 war 
die  Branchenbroschüre  Nr.  10,  Konzessionierte  Transport-
unternehmungen (KTU),  Seilbahnen und  Sportbahnen,  von 
August 2000 massgeblich. Diese sah Folgendes vor: Erhielt 

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eine KTU Betriebsbeiträge der  öffentlichen Hand,  hatte  sie 
die  Vorsteuerabzugskürzung  nach  dem  von  der  ESTV 
zusammen  mit  dem  Bundesamt  für  Verkehr  (BAV)  festge-
legten Pauschalsatz zu  ermitteln. Die  Berechnung der  Vor-
steuerkürzung erfolgte aufgrund der erhaltenen Betriebssub-
ventionen multipliziert mit dem Pauschalsatz von 2,7% (vgl. 
BB  Nr.10/2000  Ziff.  4.2).  Für  Rückerstattungen  von  fiska-
lischen  Belastungen  auf  Treibstoffen,  welche  die  KTU  auf 
konzessionierten Fahrten für motorische Zwecke verwenden, 
bestimmte die BB Nr. 10/2000 (Ziff. 8.15) ausdrücklich, dass 
die Vorsteuerabzugskürzung mit  dem anzuwendenden Pau-
schalsatz  von  2,7%  nicht  abgegolten  war.  Im  angeführten 
Berechnungsbeispiel  erfolgte  die  Vorsteuerkürzung  infolge 
Mineralölsteuerrückerstattungen  zum  Satz  von  7,6%  (der 
Rückerstattung brutto) [...].

Die ESTV stützte seine Praxis auf technisches Fachwissen, 
weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Praxis  nur 
zurückhaltend prüft [...].

Aus dem Umstand, dass sich die Berechnung der Vorsteuer-
abzugskürzung  per  1.  Januar  2004  erneut  änderte,  kann 
nicht abgeleitet werden, dass die in den Jahren 2001-2003 
geltende  Praxis  nicht  sachgerecht  gewesen  wäre.  Für  die 
Zeitspanne von 2004-2009 wurde der  Pauschalsatz für  die 
Vorsteuerabzugskürzung  infolge  Betriebsbeiträgen  der  öf-
fentlichen Hand von bisher 2,7% auf 3,5% angehoben. Neu 
waren für  die Berechnung der  Vorsteuerabzugskürzung nur 
die erhaltenen Betriebssubventionen, nicht aber die Mineral-
ölsteuerrückerstattungen mit dem Pauschalsatz von 3,5% zu 
multiplizieren,  da  diese  darin  bereits  berücksichtigt  waren 
(vgl. Praxismitteilung vom 30. Januar 2004; Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1668/2006  vom  16.  November 
2009 E. 7.4.2). Die Vorsteuerabzugskürzung berechnete sich 
demnach durch Multiplikation der Betriebsbeiträge exklusive 
Steuerrückerstattungen mit dem Pauschalsatz von 3,5% (vgl. 
BB Nr. 10/2008,  Transportunternehmungen des öffentlichen 
und des touristischen Verkehrs, gültig ab 1. Januar 2008 bis 
31. Dezember 2009). Der tiefere Satz von 3,5% ab dem Jahr 
2004  ergibt  sich  aus  der  unterschiedlichen  Berechnungs-
weise der Vorsteuerabzugskürzung (Betriebsbeiträge exklusi-

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ve Steuerrückerstattungen multipliziert mit 3,5%) und besagt 
nicht, dass die Berechnung von 2001-2003 (7,6% für Steuer-
rückerstattungen,  2,7%  für  die  übrigen  Betriebsbeiträge) 
nicht sachgerecht gewesen wäre. Insgesamt ist nicht ersicht-
lich, inwiefern die in den Jahren 2001-2003 zur Anwendung 
gelangte Berechnungsweise zu einer unverhältnismässigen, 
Art. 38 Abs. 8 aMWSTG verletzenden oder sonstigen nicht 
sachgerechten Vorsteuerabzugskürzung geführt hätte."

3.
3.1 Im  vorliegenden  Fall  stellt  die  Steuerbefreiung  des  von der  Be-
schwerdeführerin  verwendeten  Treibstoffs  auf  dem Weg der  Rücker-
stattung der Treibstoffzölle, Mineralölsteuern und -zuschläge entgegen 
den Vorbringen der Beschwerdeführerin eine Subvention im mehrwert-
steuerlichen Sinne dar (E. 2.2). Der Vorsteuerabzug ist in der Folge zu 
kürzen (E. 2.3).

3.2
3.2.1 Für die Steuerperioden 1. Quartal 1995 bis 4. Quartal 1998 ist 
gemäss Rechtsprechung der Vorsteuerabzug mit einem Pauschalsatz 
von 2,2%, für die Steuerperioden 1. Quartal 1999 bis 4. Quartal 2000 
mit einem solchen von 2,7% zu kürzen (E. 2.4). Entsprechend ist die 
Beschwerde  in  diesem  Punkt  gutzuheissen  und  Ziffer  5  des  ange-
fochtenen  Einspracheentscheides  aufzuheben.  Der  Beschwerdefüh-
rerin  sind Fr. 81'279.--,  zuzüglich des anteilmässigen Verzugszinses, 
zurückzuerstatten. Die ESTV hat zudem den gesetzlich geschuldeten 
Vergütungszins auszurichten (BVGE 2010/6 E. 7.5).

3.2.2 Die  Vorinstanz  bringt  vor,  die  Berechnungen  der  Vorsteuer-
abzugskürzungen durch  die  Beschwerdeführerin  beruhten auf  "einer 
zu  hohen  Basis";  anstelle  der  Berechnungsgrundlage  "Zollrückerst. 
konz. Fahrten"  sei  "Total  Zollrückerstattung"  als  Basis  herangezogen 
worden.  Die  Vorinstanz  errechnete  gestützt  auf  die  Berechnungs-
grundlage  "Zollrückerst.  konz. Fahrten"  eine  der  Beschwerdeführerin 
zu  erstattende  Differenz  von  Fr. 42'669.01. Die  Beschwerdeführerin 
hat sich mit Eingabe vom 18. März 2010 mit den durch die Vorinstanz 
vorgenommenen Korrekturen damit auch betragsmässig einverstanden 
erklärt. Der Pauschalsatz von 2,2% bzw. 2,7% kann demnach auf der 
Grundlage  "Zollrückerst.  konz.  Fahrten"  berechnet  werden  und  der 
Beschwerdeführerin  ist  folglich  ein  Betrag  in  der  Höhe  von 

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Fr. 42'669.01  zurückzuerstatten,  zuzüglich  des  darauf  gesetzlich  ge-
schuldeten Vergütungszinses.

3.3 Schliesslich  ist  betreffend  die  Steuerperioden  des  Jahres  2001 
gänzlich  auf  das  in  E.  2.5  zitierte  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-6834/2007 und A-6835/2007 vom 14. Juni 2010 zu verweisen. 
Der Vorsteuerabzug ist demgemäss und entsprechend der vorinstanz-
lichen Praxis in diesem Zeitraum um 7,6% zu kürzen. Insoweit dringt 
die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde nicht durch und die Be-
schwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.

4.
Die Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen teilweise gutzuheissen, 
soweit darauf einzutreten ist. Im Übrigen ist sie aber abzuweisen.

4.1 Angesichts der  teilweisen Gutheissung werden der  Beschwerde-
führerin die Kosten für das vorliegende Verfahren (inkl. Zwischenver-
fügung vom 6. März 2008) von Fr. 6'000.-- im reduzierten Umfang von 
Fr. 1'000.-- auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

4.2 Die obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Parteientschädigung 
für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei -
tere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 i.V.m. Art. 9 ff. und Art. 13 
VGKE). Zu den weiteren notwendigen Auslagen gehören die Spesen 
der Partei, soweit  sie 100 Franken übersteigen, sowie der Verdienst-
ausfall  der Partei,  soweit  er  einen Tagesverdienst  übersteigt  und die 
Partei in bescheidenen finanziellen Verhältnissen lebt (Art.  13 VGKE). 
Darunter fallen allerdings lediglich die tatsächlichen Auslagen für un-
umgänglichen Aufwand. Der reine Zeitaufwand einer Partei selber wird 
dagegen in der Regel nicht entschädigt (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O., Rz. 4.83). Die Beschwerdeführerin hat keinen Vertreter beige-
zogen, sodass ihr hieraus keine Kosten entstanden sind. Weitere not-
wendige Auslagen (Spesen oder Verdienstausfall) werden weder näher 
substantiiert noch sind solche ersichtlich. Eine Parteientschädigung ist 
deshalb nicht auszurichten.

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A-654/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gutge-
heissen, soweit darauf eingetreten wird. Die ESTV hat der Beschwer-
deführerin Fr.  81'279.--, zuzüglich des anteilmässigen Verzugszinses, 
und Fr. 42'669.01, beide zuzüglich des gesetzlich geschuldeten Vergü-
tungszinses,  zu  bezahlen.  Im  Übrigen  wird  die  Beschwerde  abge-
wiesen und der Einspracheentscheid soweit bestätigt.

2.
Die Verfahrenskosten werden in reduziertem Umfang von Fr. 1'000.-- 
der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr.  6'000.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von 
Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt  der Rechtskraft 
zurückerstattet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Gabriela Meier

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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