# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d70be149-88ee-5e17-97e9-67d68ac9af8d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2014 D-1778/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1778-2014_2014-11-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1778/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch,    

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Äthiopien,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 6. März 2014 / (…). 

 

 

D-1778/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine Staatsangehörige von Äthiopien – ersuch-

te am 5. Februar 2014 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des 

BFM in B._______ um die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Reise- 

oder Identitätspapiere legte sie bei dieser Gelegenheit nicht vor, jedoch 

konnte ihre Identität vom Bundesamt anhand ihrer Verzeichnung im nati-

onalen Visumsystem (ORBIS) und im zentralen Visa-Informationssystem 

der EU (CS-VIS) zweifelsfrei festgestellt werden. Nach dieser war ihr (… 

[im]) November 2013 von der schweizerischen Botschaft in Addis Abeba 

auf der Basis ihres heimatlichen Reisepasses ein vom (…) November 

2013 bis zum (…) Januar 2014 gültiges Schengen-Visa ausgestellt wor-

den. Gleichzeitig wurde vom Bundesamt aufgrund einer Abfrage der Eu-

rodac-Datenbank festgestellt, dass die Beschwerdeführerin am 22. Janu-

ar 2014 bereits in C._______ [ein anderer europäischer Staat] einen 

Asylantrag gestellt hatte. Aus den Akten folgt sodann, dass die Schweiz 

am 4. Februar 2014 von C._______ um eine Aufnahme der Beschwerde-

führerin ersucht worden war (nach den Bestimmungen zum Dublin-

Verfahren) und dass diesem Ersuchen von der Schweiz am 11. Februar 

2014 entsprochen wurde. Da sich die Beschwerdeführerin zu diesem 

Zeitpunkt bereits im EVZ B._______ aufhielt, bedurfte es einer Überstel-

lung von C._______ in die Schweiz nicht mehr.  

B.  

Am 19. Februar 2014 wurde die Beschwerdeführerin vom BFM zu ihrer 

Person, zu ihrem Reiseweg, zum Verbleib ihrer Papiere und summarisch 

zu ihren Gesuchsgründen befragt. Dabei führte sie im Wesentlichen das 

Folgende aus: Sie sei tigrinischer Ethnie und stamme aus der Stadt 

D._______ (… nördlich von Addis Abeba gelegen), wo weiterhin ihre Mut-

ter, ihre jüngere Schwester und zwei ältere Halbgeschwister mütterlicher-

seits lebten. Ihr Vater sei bereits verstorben und von seiner Seite habe sie 

nochmals vier Halbgeschwister, welche alle in E._______ (… nördlich von 

D._______) lebten. Zwar habe sie die Schule im Verlauf der zehnten 

Klasse abgebrochen, sie sei aber (… [aufgrund ihrer Ausbildung]) seit ei-

nigen Jahren (… [in einem speziellen Berufsumfeld]) tätig. Als solche sei 

sie von Dezember 2013 bis Mitte Januar 2014 mit Berufskolleginnen (…) 

sowohl in der Schweiz als auch in F._______ [ein Nachbarstaat der 

Schweiz] aufgetreten. Am Ende dieses Engagements sei ihnen gesagt 

worden, sie hätten nun bis Mitte Oktober (2014) frei und sie würden da-

nach wieder in F._______ auftreten. In Zusammenhang mit ihrer berufli-

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chen Tätigkeit sei sie schon in (… [einem asiatischen und einem arabi-

schen Staat) gewesen, und das letzte Engagement habe sie ab Dezem-

ber 2012 während acht Monaten nach G._______ [ein dritter europäi-

schen Staat] geführt, unterbrochen von einem einmonatigen Gastspiel in 

H._______ [ein vierter europäischen Staat]. Auf die Frage nach dem 

Verbleib ihres Reisepasses führte sie aus, ein Schweizer habe ihr gehol-

fen ins EVZ B._______ zu kommen. Wo ihr Pass sei, wisse sie nicht, die-

ser sei jedenfalls nicht bei ihr, und um die Beschaffung ihres Passes habe 

sie sich bisher nicht gekümmert. Im Weiteren bestätigte sie, dass sie sich 

nach Ablauf ihres Schengen-Visum (respektive kurz zuvor; vgl. nachfol-

gend) nach C._______ begeben und dort einen Asylantrag gestellt habe. 

Am 1. Februar 2014 sei sie jedoch von dort wieder in die Schweiz zu-

rückgekehrt.  

Auf die Frage nach den Gründen für ihr Asylgesuch brachte sie vor, sie 

habe während ihres zweiten Aufenthalts in G._______ eine Beziehung 

mit einer (… [Arbeitskollegin]) begonnen, einer Frau aus I._______ [ein 

Drittstaat], und sie könne nicht mehr in die Heimat zurückkehren, da die-

se Beziehung bekannt geworden sei. Sie sei deswegen unter Druck ge-

setzt worden, zumal auch ihre Familie die Beziehung nicht akzeptiert ha-

be, respektive ihre Beziehung zu der Frau in G._______ sei eigentlich in 

der Heimat nicht bekannt geworden, nach ihrer Rückkehr aus G._______ 

habe sie jedoch einen Fehler gemacht, indem sie eine (… [Berufskolle-

gin]) zu küssen versucht habe. Dadurch sei ihre Homosexualität heraus-

gekommen. Sie habe damals angenommen, diese (… [Frau]) habe ein In-

teresse an ihr, was jedoch ein Irrtum gewesen sei. Als ihre Familie und ih-

re Geschwister davon erfahren hätten, sei sie mit dem Messer bedroht 

worden, vermutlich von einem ihrer Verwandten. Zudem habe jung und 

alt von der Geschichte erfahren, da sie bei sich zuhause (…[aufgrund ih-

rer beruflichen Aktivitäten]) bekannt (…) sei. Mit den Behörden habe sie 

nie Probleme gehabt, die Bedrohung mit dem Messer aber nicht gemel-

det, da sie sich geschämt habe. Sie habe das lieber verdecken und nicht 

auch noch publik machen wollen. 

C.  

Die einlässliche Anhörung zu den Gesuchsgründen fand am 24. Februar 

2014 statt. Bei dieser Gelegenheit machte die Beschwerdeführerin noch-

mals präzise Angaben zu ihrer Person, zu ihrer Familie und zu ihrem Be-

ruf (…), dank welchem sie nicht nur ein Auskommen für sich gefunden 

habe, sondern sie auch noch ihre Familie habe unterstützen können. Zum 

Zeitpunkt und den Umständen ihrer letzten Ausreise aus Äthiopien präzi-

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sierte sie, sie sei (… [im]) November 2013 von Addis Abeba auf dem 

Luftweg in die Schweiz gereist. Dabei gab sie an, sie habe sich damals 

schon zwei Wochen vor ihrem Abflug nach Addis Abeba begeben, wo sie 

die Zeit bis zur Abreise mit einer (… [Arbeitskollegin]) in einem Hotel ver-

bracht habe, da sie in Addis Abeba keine Verwandten habe. Zu ihrem vor-

angegangenen Auslandaufenthalt führte sie auf Nachfrage hin aus, sie 

sei letztmals im Sommer 2013 in die Heimat zurückgekehrt, nach einem 

achtmonatigen Engagement in G._______, inklusive einem Monat in 

H._______. Zu ihrem Aufenthalt in C._______ präzisierte sie, sie sei 

schon am 17. Januar 2014 dorthin gereist und von dort schon am 

25. Januar 2014 wieder in die Schweiz zurückgekehrt. In der Folge habe 

sie sich mit ihrer Gesuchseinreichung in der Schweiz fast zwei Wochen 

Zeit gelassen, da sie durcheinander gewesen sei und zur Ruhe habe 

kommen wollen. Nach C._______ sei sie nur deswegen gegangen, damit 

ihr Arbeitgeber und ihre Berufskolleginnen nichts von ihrem Asylgesuch 

erfahren. Auf Nachfrage nach dem Verbleib ihres Reisepasses führte sie 

wiederum an, dieser sei bei dem Schweizer, welcher ihr geholfen habe, 

dessen Nachname sie aber vergessen habe. Da ihr Visum abgelaufen 

sei, habe sie gedacht, der Pass sei nicht mehr so wichtig, und bis dahin 

habe sie nichts gemacht, um ihren Pass wiederzubekommen. Sie könne 

eine Kopie des Passes besorgen, das Original aber nicht mehr.  

Auf die Frage zu den Gründen für ihr Asylgesuch brachte die Beschwer-

deführerin vor, sie könne nicht mehr nach Äthiopien zurückkehren, da sie 

homosexuell sei. Dabei bekräftigte sie das Vorbringen über eine erste 

lesbische Beziehung während ihres letzten Auslandaufenthaltes in 

G._______, wobei sie diese Beziehung als eine enge Freundschaft zu ei-

ner Frau aus I._______ beschrieb, in welche sie sich verliebt und mit wel-

cher sie Küsse ausgetauscht habe. Über diese streng geheime Bezie-

hung habe sie nur einer einzigen Freundin berichtet, welche darüber gar 

nicht glücklich gewesen sei und ihr davon abgeraten habe. Gleichzeitig 

führte sie an, in der Heimat seien schon mehrere Versuche unternommen 

worden, sie zu heilen, indem sie zu einem Heiler gebracht worden sei und 

man auch versucht habe, sie mit Weihwasser zu waschen. Das seien die 

Gründe, weshalb sie in der Schweiz um Asyl beantrage. Zudem habe sie 

mittlerweile erfahren, dass sie von der Frau, welche sie in der Heimat bei 

einer Party zu küssen versucht habe, angezeigt worden sei. Dabei brach-

te sie zum geltend gemachten Vorfall anlässlich eines Festes (… [offiziel-

ler Natur für einen grösseren Personenkreis vom Herbst]) 2013 im We-

sentlichen vor, sie hätten damals alle etwas getrunken und sie habe die 

Frau aus einem Impuls heraus zu küssen versucht, was von anderen Par-

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tybesuchern bemerkt worden sei. Sie sei danach von der Szene wegge-

rannt, habe aber sofort bemerkt, dass die Leute über sie getuschelt hät-

ten. Zuvor habe sie das Verhalten der Frau, von welcher sie den ganzen 

Abend begleitet worden sei, fälschlicherweise dahingehend verstanden, 

auch diese habe Lust auf Frauen. Auf ihren Kuss habe die Frau jedoch 

schockiert reagiert und sei ersichtlich sauer auf sie gewesen. Der Vorfall 

mit dem Kuss sei in der Folge überall herumerzählt worden, teils in über-

triebener Form, was alle mitbekommen hätten, auch ihre Familie. Es sei 

erzählt worden, sie sei lesbisch, was für sie sehr beschämend gewesen 

sei. Sie habe deswegen das Haus nicht mehr verlassen (…) und ihr 

Selbstwertgefühl sei am Boden gewesen. Ihre Mutter habe das Ganze 

ganz anders aufgefasst. Sie sei davon ausgegangen, sie sei vom Teufel 

besessen. Ihre ältere Schwester und ihr Bruder hätten dagegen gewollt, 

dass sie das Haus verlasse, zumal sie als junge Leute nicht gewollt hät-

ten, dass man schlecht über sie reden könnte. Nachdem auch die Familie 

der von ihr geküssten Frau von der Sache erfahren habe, sei sie zweimal 

von einem Verwandten der Frau, möglicherweise deren Bruder, mit einem 

Messer bedroht worden. Das erste Mal eine Woche nach dem Vorfall und 

das zweite Mal kurz vor dem äthiopischen Neujahr (gegen den 11. Sep-

tember 2013). Danach sei es zu keinen weiteren Vorfällen gekommen. In 

der Zwischenzeit habe sie aber anlässlich eines Telefonats mit ihrem älte-

ren Bruder erfahren, dass sie von der Frau respektive wegen dem Vorfall 

angezeigt worden sei. Näheres dazu habe sie von ihrem Bruder aber gar 

nicht erfahren wollen, da sie vor allem Angst habe, was mit dieser Ge-

schichte zu tun habe, und davon Abstand nehmen möchte.  

D.  

Mit Verfügung vom 6. März 2014 – eröffnet am gleichen Tag – lehnte das 

BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete deren 

Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Im 

Rahmen dieses Entscheides erkannte das Bundesamt die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin als insgesamt unglaubhaft, wobei es sowohl ihre 

Schilderungen zur vorgebrachten ersten Liebesbeziehung in G._______ 

als auch ihre Ausführungen zu den Umstände der behaupteten Kusssze-

ne anlässlich einer Feier als unsubstanziiert und mit Widersprüchen be-

haftet erklärte. Zudem habe die Beschwerdeführerin anlässlich der sum-

marischen Befragung vorgebracht, sie sei von ihrer eigenen Familie mit 

einem Messer bedroht worden, wogegen sie anlässlich der Anhörung gel-

tend gemacht habe, sie sei zweimal von einem Verwandten der geküss-

ten Frau bedroht worden. Das Vorbringen über eine angeblich gegen sie 

eingereichte Anzeige habe sie schliesslich erst anlässlich der Anhörung 

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eingebracht, über die angebliche Anzeige aber fast nichts sagen können. 

Ohnehin sei nicht nachvollziehbar, dass sie erst vor wenigen Tagen und 

damit Monate nach dem behaupteten Vorfall angezeigt worden sei. Ange-

sichts der Unstimmigkeiten sei das Vorbringen, sie sei homosexuell und 

sie habe deswegen in der Heimat Nachteile erlitten und solche für die Zu-

kunft zu befürchten, unglaubhaft. In seinen weiteren Erwägungen erklärte 

das Bundesamt den Wegweisungsvollzug nach Äthiopien als zulässig, 

zumutbar und möglich.  

E.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 3. April 2014 

Beschwerde, wobei sie in ihrer Eingabe die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Ge-

währung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges und die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in 

der Schweiz beantragte sowie um Erlass der Verfahrenskosten und um 

Befreiung von der Kostenvorschusspflicht ersuchte. Im Rahmen ihrer Be-

schwerdebegründung bestätigte und bekräftigte sie ihre Angaben zu ih-

rem persönlichen Hintergrund und beruflichen Werdegang, zu ihrer ersten 

Liebesbeziehung zu einer damaligen Arbeitskollegin während ihres Auf-

enthaltes in G._______ von Ende 2012 bis Mitte 2013 und namentlich zu 

den Umständen der geltend gemachten Kussszene in der Heimat und 

über die persönlichen Folgen nach diesem Vorfall. Die vorinstanzlichen 

Feststellungen über eine mangelnde Substanziierung und das Vorliegen 

von Widersprüchen erklärte sie unter Verweis auf ihre aktenkundigen 

Aussagen als überwiegend unbegründet. Zum Widerspruch betreffend die 

geltend gemachte Bedrohung mit einem Messer hielt sie fest, sie habe 

nie vorgebracht, von einem eigenen Verwandten bedroht worden zu sein. 

In diesem Punkt sei es anlässlich der Kurzbefragung zu einem Überset-

zungsfehler gekommen. Zusammenfassend hielt sie dafür, nachdem Ho-

mosexualität in ihrer Heimat sozial geächtet werde und zudem unter Stra-

fe stehe, und nachdem homosexuelle Frauen auch noch aufgrund ihres 

Geschlechts und damit in zweifacher Hinsicht diskriminiert würden, habe 

sie in der Heimat eine Bestrafung wegen ihrer sexuellen Ausrichtung zu 

gewärtigen, zumal sie von der von ihr geküssten Frau angezeigt worden 

sei und es mehrere Zeugen des Vorfalls gebe. In ihren weiteren Ausfüh-

rungen erklärte die Beschwerdeführerin einen allfälligen Wegweisungs-

vollzug in die Heimat als unzumutbar, da sie nach dem Bekanntwerden 

ihrer Homosexualität in sozialer Hinsicht vollständig isoliert sei und nicht 

mehr auf ihrem Beruf arbeiten könne. Gegen die Diskriminierung als Ho-

mosexuelle könne sie sich in der Heimat nicht wehren, es drohten ihr 

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Übergriffe, möglicherweise auch eine Zwangsverheiratung und selbst ein 

Abgleiten in die Prostitution sei nicht auszuschliessen.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. April 2014 wurde der Beschwerdeführerin 

mitgeteilt, sie könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar-

ten. Für den Entscheid über das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten 

wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, verbunden mit der Auffor-

derung, innert nützlicher Frist die im Rahmen der Beschwerde in Aussicht 

gestellte Fürsorgebestätigung nachzureichen. Dem Gesuch um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht wurde dabei entsprochen. Das BFM wur-

de sodann unter Zustellung der Akten zum Schriftenwechsel eingeladen.  

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 17. April 2014 hielt das BFM an der ange-

fochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde, 

wobei das Bundesamt seine Feststellungen betreffend das Vorliegen von 

Widersprüchen im Sachverhaltsvortrag und eine insgesamt mangelnde 

Substanziierung bekräftigte. Das Vorbringen betreffend das Vorliegen ei-

nes Übersetzungsfehlers erklärte das Bundesamt als haltlos.  

H.  

Nach Einladung zur Stellungnahme und einmalig erstreckter Frist hielt die 

Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Stellungnahme (Replik) vom 

28. Mai 2014 an ihren Sachverhaltsschilderungen fest, indem sie diese 

nochmals bestätigte und bekräftigte, wie auch das Vorbringen über das 

Vorliegen eines Übersetzungsfehlers im geltend gemachten Punkt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die 

Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei ent-

scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was 

vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens 

des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 Verwal-

tungsgerichtsgesetz [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 Bun-

desgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 

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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz 

(VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes be-

stimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG).  

1.3 Die Beschwerdeführerin ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und ihre 

Beschwerdeeingabe erfolgte frist- und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 In der angefochtenen Verfügung und im Rahmen seiner Vernehmlas-

sung hält das BFM dafür, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien 

insgesamt unglaubhaft, da sie weder über ihre angebliche Homosexuali-

tät noch über den behaupteten Vorfall anlässlich einer Party vom Herbst 

2013 und die daran anschliessenden Ereignisse hinreichend substanziiert 

und widerspruchsfrei habe berichten können. Ein offenkundiger Wider-

spruch liege namentlich vor, soweit die Beschwerdeführerin über eine an-

gebliche Messerattacke berichtet habe, und die Vorbringen über eine an-

geblich in der Heimat laufenden Anzeige seien mangels Substanziierung 

als nachgeschoben zu erkennen. Diese Schlüsse werden von der Be-

schwerdeführerin bestritten, indem sie einerseits ihre Schilderungen über 

ihre Homosexualität unter Verweis auf ihr noch jugendliches Alter sowie 

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ihre Herkunft aus Äthiopien, wo Homosexualität völlig tabuisiert sei, als 

nachvollziehbar erklärt und andererseits ihre Schilderungen über die gel-

tend gemachten Ereignisse in der Heimat bekräftigt. Am Vorbringen über 

eine zweimalige Attacke gegen ihre Person hält sie fest, wobei sie den 

vom BFM erkannten Widerspruch in ihren Schilderungen mit einem Über-

setzungsfehler erklärt. Ebenso bekräftigt sie das Vorliegen einer Anzeige 

gegen ihre Person.  

3.2 Aufgrund der Aktenlage ist – wie nachfolgend aufgezeigt – im Resul-

tat mit dem BFM darin einig zu gehen, dass der Sachverhaltsvortrag der 

Beschwerdeführerin massgebliche Mängel aufweist und den Anforderun-

gen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht genügt. Zwar 

geht das Bundesamt fehl, wenn es der Beschwerdeführerin in Zusam-

menhang mit der vorgebrachten Messerattacke das Vorliegen eines of-

fenkundigen Widerspruchs vorhält, zumal in dieser Hinsicht aufgrund der 

Schilderungen der Beschwerdeführerin respektive des gesamten Sach-

zusammenhangs tatsächlich vom Vorliegen eines Übersetzungsfehlers 

auszugehen ist. Auch weisen die Angaben und Ausführungen der Be-

schwerdeführerin an verschiedenen Stellen durchaus einen gewissen De-

taillierungsgrad auf, etwa soweit sie über die unterschiedliche Reaktion 

ihrer Mutter und ihrer zwei älteren Geschwister berichtet, aber auch so-

weit sie die lokale Verbreitung der sie betreffenden Gerüchte beschreibt. 

Die Schilderungen der Beschwerdeführerin weisen auch in weiteren 

Punkten grundsätzlich nachvollziehbare Elemente auf, und positiv ins 

Gewicht fällt, dass der Sachverhaltsvortrag keine erkennbaren Übertrei-

bungen aufweist. Allerdings ist gleichzeitig festzuhalten, dass die Be-

schwerdeführerin an kaum einer Stelle von sich aus zu detaillierten Schil-

derungen angesetzt hat. Freie Schilderungen sind kaum vorhanden, da 

sie ihren Sachverhaltsvortrag – jeweils auf Nachfrage hin – quasi nach 

und nach während der Anhörung entwickelt und ausgebaut hat. Einer nä-

heren Betrachtung hält der Sachverhaltsvortrag nicht stand, da er prak-

tisch durchwegs an der Oberfläche verbleibt.  

3.3 Von der Beschwerdeführerin wurde namentlich vorgebracht, sie habe 

sich im Verlauf der zweiten Hälfte ihres letzten Auslandaufenthalts, also 

ungefähr im Frühjahr 2013 in G._______, in eine (… [Berufskollegin aus 

einem Drittstaat]) verliebt. In diesem Zusammenhang fällt zunächst auf, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrem Bericht über diese angeblich erste 

lesbische Liebesbeziehung ihres Lebens kaum einen persönlichen Bezug 

schafft. Zwar kann sie zumindest Angaben zum Namen und zur Herkunft 

ihrer angeblich ersten Freundin machen und sie führt an, sie habe mit 

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dieser Frau Küsse ausgetauscht. Zum Zustandekommen der geltend ge-

machten Beziehung, zur Person dieser Frau und namentlich zu ihrer ei-

genen Gefühlslage führt sie jedoch nichts aus. Auch wenn davon ausge-

gangen wird, dass die Beschwerdeführerin aus einer Gesellschaft 

stammt, in welcher das Thema Homosexualität stark tabuisiert ist, so 

vermag dieser Umstand das offenkundige Fehlen von Schilderungen mit 

einem persönlichen Bezug nicht zu erklären. Da es gleichzeitig einem in 

Äthiopien offenbar weit verbreiteten Stereotyp entspricht, dass Homose-

xualität vorab im Ausland erworben wird (vgl. dazu: "Äthiopien: Homose-

xualität", Auskunft der SFH-Länderanalyse vom 13. Juli 2010), weckt die 

faktisch völlige Substanzlosigkeit der Schilderungen über die geltend ge-

machte erste Liebesbeziehung gewichtige Zweifel an den Angaben und 

Ausführungen der Beschwerdeführerin.  

3.4 Im Rahmen der Anhörung wurde der Beschwerdeführerin viel Raum 

zur Beschreibung des angeblich ausreiserelevanten Ereignisses einge-

räumt und damit die Möglichkeit geboten, das von ihr behauptete Schlüs-

selereignis – die geltend gemachte Kussszene anlässlich einer Party vom 

Herbst 2013 – detailliert zu schildern. Die Beschwerdeführerin hat in der 

Folge, auf mannigfache Nachfrage hin, mit verschiedenen Details verse-

hen über das Ereignis berichtet und dabei herausgestrichen, dass ihre 

Homosexualität den Partygästen aufgrund ihres Versuches, eine andere 

Frau zu küssen, bewusst geworden sei. Auch in diesem Zusammenhang 

fällt wiederum auf, dass sie zwar auf jeweilige Nachfrage zu verschiede-

nen Detailschilderungen in der Lage war, sie jedoch abermals nur über 

äusserliche Vorgänge berichtet hat, und zwar in einer Form, welche sehr 

wohl auch ohne persönliches Erleben der Situation möglich ist. Im Kern 

verbleibt der Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführerin beim relativ 

plakativen Vorbringen, sie habe auf einer Party eine Frau kennengelernt 

und diese bei dieser Gelegenheit in aller Öffentlichkeit zu küssen ver-

sucht, weil sie die Frau irrtümlicherweise für lesbisch gehalten habe, wor-

auf alle von ihrer sexuellen Neigung erfahren hätten. Was an dieser Frau 

für die Beschwerdeführerin anziehend war, bleibt völlig offen, zumal die 

Beschwerdeführerin über diese Frau namens K._______ praktisch nichts 

berichtet. Von der Beschwerdeführerin wurde zu dieser Frau lediglich 

ausgeführt, diese sei mit ihr den ganzen Abend unterwegs gewesen, die 

Frau sei dann aber über den versuchten Kuss erkennbar wütend gewor-

den. Soweit ersichtlich stellt körperliche Nähe in der äthiopischen Gesell-

schaft ein weitreichendes Tabu dar, welches in der Öffentlichkeit streng 

beachtet wird. Gleichzeitig gilt zu berücksichtigen, dass es in der äthiopi-

schen Gesellschaft faktisch den sozialen Tod zur Folge hat, wenn eine 

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Person sich durch ihr Verhalten als homosexuell zu erkennen gibt. Auch 

die Beschwerdeführerin hält dafür, dass Küsse in der Öffentlichkeit weder 

zwischen Frauen noch zwischen Frauen und Männern normal seien. 

Zwar macht sie zur Erklärung des versuchten Kusses geltend, sie hätten 

alle etwas getrunken. Alleine dieses Vorbringen vermag jedoch weder das 

geltend gemachte Verhalten zu plausibilisieren, noch wiegt es die fehlen-

de Substanz der diesbezüglichen Schilderungen auf.  

3.5 In Zusammenhang mit den vorgenannten Feststellungen bleibt fest-

zuhalten, dass es sich bei der Beschwerdeführerin – trotz ihres noch jun-

gen Alters und entgegen ihren anders lautenden Beschwerdevorbringen – 

um eine bereits relative weltgewandte Person handeln dürfte, kann sie 

doch bereits auf verschiedenste und zum Teil auch sehr lange dauernde 

berufliche Auslandaufenthalte zurückblicken. Das Vorbringen, aufgrund 

ihrer Herkunft falle es ihr auch heute noch schwer, über ihre Homosexua-

lität zu berichten, ist vor diesem Hintergrund massgeblich zu relativieren. 

Dabei fällt zugleich – wie nachfolgend aufgezeigt – auch das Verhalten 

der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Gesuchseinreichung für sie ne-

gativ ins Gewicht.  

3.6 Alleine der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihr Asylgesuch 

erst nach dem Ende ihres letzten beruflichen Engagements eingereicht 

hat, spricht nicht von vornherein gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbrin-

gen. Anders verhält es sich demgegenüber mit dem erkennbaren Verhal-

ten der Beschwerdeführerin kurz vor und seit ihrer Gesuchseinreichung. 

So muss aufgrund ihrer Ausführungen davon ausgegangen werden, sie 

sei im Januar 2014 nur deshalb nach C._______ weitergereist, wo sie ein 

Asylgesuch eingereicht hat, um sich das nächste berufliche Auslanden-

gagement für ihren (… [in Europa tätigen]) Arbeitgeber nicht zu verbauen. 

Dieser Aspekt wirft erhebliche Fragen nach der Ernsthaftigkeit ihres Ge-

suches auf. In gleicher Weise verhält es sich mit der Nichtvorlage ihres 

Reisepasses, zumal die Beschwerdeführerin offenkundig über einen sol-

chen verfügt, sie diesen aber weder anlässlich der Gesuchseinreichung 

noch später zu den Akten gereicht hat. Das Vorbringen, nach Ablauf ihres 

Visums habe sie gedacht, der Pass sei nicht mehr so wichtig, und sie ha-

be den Pass einem Schweizer gegeben, von dem sie jedoch nur den 

Vornamen kenne, was zugegebenermassen keine gute Idee gewesen 

sei, kann auch nicht ansatzweise überzeugen. Aufgrund ihrer umfangrei-

chen Ausland- und Reiseerfahrungen darf ohne weiteres davon ausge-

gangen werden, die Beschwerdeführerin sei sich über die hohe Bedeu-

tung der Verfügbarkeit von Reisepapieren sehr wohl im klaren. Dabei 

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muss aufgrund ihres Vorbringens, sie könne eine Kopie des Passes be-

schaffen, das Original aber nicht mehr, geschlossen werden, der Reise-

pass werde von ihr bewusst unterdrückt. Das damit erkennbare Verhalten 

der Beschwerdeführerin erschüttert ihren Sachverhaltsvortrag wiederum 

in schwerwiegender Weise.  

3.7 Der Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführerin weist schliesslich 

zumindest einen klaren inneren Widerspruch auf. So hat sie geltend ge-

macht, ihre Homosexualität sei nach der Party vom Herbst 2013 in den 

für sie relevanten Kreisen allgemein bekannt geworden, zumal sie eine 

bekannte Persönlichkeit sei. Wäre dem aber so gewesen, hätte sie kaum 

– wie von ihr angegeben – die letzten zwei Wochen vor ihrer Abreise aus 

Äthiopien zusammen mit einer (… [Berufskollegin]) in einem Hotel in Ad-

dis Abeba verbringen können, da Homosexualität in Äthiopien tatsächlich 

stark tabuisiert ist und eine bekanntgewordene Homosexualität zu einer 

sozialen Isolation führt. Vor diesem Hintergrund darf ausgeschlossen 

werden, dass eine Berufskollegin mit einer bekannten Homosexuellen 

während zwei Wochen im gleichen Hotel respektive Hotelzimmer ver-

bringt. Sodann ist das Vorbringen über eine angeblich gegen die Be-

schwerdeführerin laufende Anzeige mit dem BFM als offenkundig nach-

geschoben zu erkennen. Tatsächlich ist nicht einsichtig, dass die Be-

schwerdeführerin just in der knappen Woche zwischen dem 19. Februar 

2014 (Termin der summarischen Befragung) und dem 24. Februar 2014 

(Termin der Anhörung) über ihren Bruder von einer angeblich neu laufen-

den Anzeige gegen ihre Person erfahren haben soll, welche sich angeb-

lich auf einen zu diesem Zeitpunkt schon Monate zurückliegenden Vorfall 

beziehen soll. Der Beschwerdeführerin gelingt es denn auch auf Be-

schwerdeebene nicht, das Vorbringen über die angeblich laufende Anzei-

ge zu substanziieren. Zwar hat sie in ihrer Eingabe vom 28. Mai 2014 das 

Nachreichen von Beweismitteln in Aussicht gestellt, solche wurden aber 

nicht zu den Akten gereicht, obwohl die Beschwerdeführerin über ihre 

Familie in direktem Kontakt zu ihrer Heimat steht.  

3.8 Nach dem Gesagten kann nicht vom Vorliegen eines persönlichen Er-

lebnisberichts ausgegangen werden, womit aufgrund der Aktenlage kein 

Anlass zur Annahme besteht, die Beschwerdeführerin sei wie von ihr be-

hauptet homosexuell und sie habe deswegen vor ihrer Ausreise aus Äthi-

opien Behelligungen erlitten respektive solche für die Zukunft zu befürch-

ten gehabt. Da es der Beschwerdeführerin damit nicht gelingt, eine flücht-

lingsrechtlich relevante Gefährdungslage glaubhaft zu machen, ist die Ab-

lehnung des Asylgesuches durch das BFM zu bestätigen.  

D-1778/2014 

Seite 13 

4.  

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

Nachdem die Beschwerdeführerin weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen verfügt, ist die Anordnung der Wegweisung zu bestätigen (BVGE 

2009/50 E.9.2 S. 733). 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 

AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 Ausländergesetz [AuG, SR 142.20]).  

Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass bezüglich der Gel-

tendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der 

Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige Wegweisungshindernisse 

sind zu bewiesen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 

5.2  

5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 

Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, 

welche die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive 

Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), 

Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 

D-1778/2014 

Seite 14 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101) darf sodann niemand in einen Staat ausgeschafft 

werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder er-

niedrigender Strafe oder Behandlung droht. 

5.2.2 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asyl- respek-

tive flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaub-

haft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flücht-

lingsrechtlichen Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung 

gelangen. Der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien ist demnach unter 

dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder 

aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhalts-

punkte dafür, dass sie für den Fall einer Rückführung in den Heimatstaat 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Pra-

xis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die 

Beschwerdeführerin eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihr im Falle einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der vorste-

henden Erwägungen ist nicht davon glaubhaft, die Beschwerdeführerin 

wäre aufgrund der behaupteten Homosexualität oder aus einem anderen 

Grund mit den heimatlichen Behörden in Konflikt geraten, womit eine Ge-

fahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung nicht zu erkennen ist. 

Demgemäss ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

5.3  

5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren (BVGE 2009/51 E. 5.5; BVGE 2009/41 

E. 7.1; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-

länder vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).  

5.3.2 Im Falle der Beschwerdeführerin sprechen jedoch weder die in 

Äthiopien herrschenden allgemeinen Lebensumstände noch ihre persön-

lichen Verhältnisse gegen eine Rückkehr in ihre Heimat. Die Beschwerde-

D-1778/2014 

Seite 15 

führerin stammt eigenen Angaben zufolge aus der äthiopischen Stadt 

D._______, wo weiterhin ihre Mutter, ihre jüngere Schwester und zwei äl-

tere Halbgeschwister mütterlicherseits wohnhaft sind. Nach vorstehenden 

Erwägungen darf davon ausgegangen werden, dass sie an ihrem Hei-

matort auch weiterhin über ein funktionierendes Beziehungsnetz verfügt, 

womit ihre wirtschaftliche Existenz in Äthiopien gewährleistet sein dürfte. 

Der Wegweisungsvollzug von daher als zumutbar zu erkennen.  

5.4 Schliesslich ist auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges 

auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal die Beschwerdeführerin offen-

kundig über einen heimatlichen Reisepass verfügt. Sie ist verpflichtet, 

diesen dem BFM vorzulegen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12) 

5.5 Der Wegweisungsvollzug nach Äthiopien ist damit als zulässig, zu-

mutbar und möglich zu erkennen, womit die Anordnung einer vorläufigen 

Aufnahme in der Schweiz ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).  

6.  

Nach vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sach-

verhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

7.  

7.1 Im Rahmen der Zwischenverfügung vom 9. April 2014 wurde dem 

Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 

Abs. 4 VwVG) entsprochen. Demgegenüber wurde für den Entscheid 

über das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG) auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, verbunden mit der 

Aufforderung an die Beschwerdeführerin, innert nützlicher Frist die von ihr 

in Aussicht gestellte Fürsorgebestätigung nachzureichen. Dieser Auffor-

derung ist die Beschwerdeführerin weder in ihrer Eingabe vom 12. Mai 

2014 (Fristverlängerungsgesuch) noch in ihrer Eingabe vom 28. Mai 2014 

(Replik) nachgekommen, womit kein Beleg für die geltend gemachte pro-

zessuale Bedürftigkeit vorliegt. Unter diesen Umständen ist das Gesuch 

um Erlass der Verfahrenskosten im Urteilszeitpunkt abzuweisen.  

7.2 Bei dieser Sachlage und bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens 

sind die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 

D-1778/2014 

Seite 16 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

  

D-1778/2014 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

Versand: