# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a8a9bfc-e3aa-5374-a66b-60d0667edf6f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 21.12.2023 R 2022 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-112_2023-12-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 112 und R 22 117

5. Kammer 

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn Brun und Audétat

Aktuar Ott

URTEIL
vom 21. Dezember 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer 1 (Verfahren R 22 112)

gegen 

Gemeinde B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Gian Luca Peng,

Beschwerdegegnerin 1 (Verfahren R 22 112 und R 22 117)
und

C._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mathias Kuster,

Beschwerdegegner 2 (Verfahren R 22 112)

sowie

D._____,

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Beigeladener (Verfahren R 22 112)

und

C._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mathias Kuster,

Beschwerdeführer 2 (Verfahren R 22 117)

gegen 

Gemeinde B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Gian Luca Peng

Beschwerdegegnerin 1 (Verfahren R 22 112 und R 22 117)

und

A._____,

Beschwerdegegner 3 (Verfahren R 22 117)

betreffend Baueinsprache/Baugesuch (Auflage)

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I. Sachverhalt:

1. C._____ ist gemäss seinen Angaben Berechtigter eines lebenslänglichen 

unentgeltlichen Nutzniessungsrechts an der Parzelle 2418 in E._____, die 

im Eigentum von D._____ steht. Die Parzelle 2418 befindet sich in der 

Wohnzone (WZ) gemäss Art. 25 des für diese Fraktion geltenden 

kommunalen Baugesetzes vom 5. Oktober 2018 (BG).

2. Am 10. Dezember 2021 bewilligte die Baukommission B._____ das 

Baugesuch von C._____ (Bauherr) vom 8. November 2021 für 

Änderungen an der Umgebung (Betonplatte für Terrasse; Erhöhung 

Mauer und Erneuerung Treppe) des Gebäudes mit der Vers. 

Nr. Z.1._____ auf der Parzelle 2418 (Entscheid Nr. Z.2._____). Die zur 

Bewilligung ersuchten Umgebungsarbeiten betrafen dabei ausschliesslich 

den Sitzplatz im westlichen Teil der Parzelle. 

3. Am 5. April 2022 reichte C._____ eine Projektänderung zum am 

10. Dezember 2021 bewilligten Bauvorhaben für einen "Betonsockel 

ebenerdig" ein, welche durch die Baukommission B._____ im 

vereinfachten Baubewilligungsverfahren mit Verfügung vom 27. April 2022 

bewilligt wurde (Entscheid Nr. Z.3._____). Gemäss dem eingereichten und 

bewilligten Plan war als Standort des Sockels die nordöstliche Ecke der 

Parzelle 2418 bezeichnet, welche ihrerseits an die Parzellen 2184 

(Norden) und 2428 (Osten) grenzt.

4. Mit Baugesuch vom 28. April 2022 ersuchte C._____ um die Bewilligung 

der "Montage Solar-Tracker auf Sockel (bewilligt)" auf der Parzelle 2418. 

Gemäss dem eingereichten Plan war als Standort des Solartracker die 

nordöstliche Ecke der Parzelle 2418 auf Höhe des im Rahmen des im 

Verfahren Z.2._____ bewilligten Sockels bezeichnet. Der bewegliche 

Solartracker der Firma F._____, G._____ soll gemäss den damaligen 

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Baugesuchsunterlagen mit einer PV-Modulfläche von maximal ca. 4 m x 

5 m sowie einer Gesamthöhe von maximal 5.5 m an einer Standsäule 

montiert werden, die mit einem Stahlkorb in einem Betonsockel von 1.5 m 

Höhe und 2 m Breite betoniert werden muss. Dieses Baugesuch wurde 

amtlich publiziert und lag ab dem 6. Mai 2022 öffentlich auf.

5. Gegen das Baugesuch vom 28. April 2022 erhob A._____, Eigentümer 

des Nachbargrundstücks Parzelle 2428, fristgerecht am 20. Mai 2022 

Einsprache und beantragte, das Baugesuch sei nicht zu bewilligen. Im 

Wesentlichen wurde die Einsprache damit begründet, der Bauherr sei 

nicht Besitzer der Parzelle 2418 und der gesetzliche Grenzabstand von 3 

Meter werde nicht eingehalten. Die Solarmodule könnten bei Sturm 

weggerissen werden und die Liegenschaft auf der Parzelle 2428 stark 

gefährden. Schliesslich störe die geplante Anlage das Orts- und 

Landschaftsbild massiv. 

6. Am 20. Juni 2022 wurde ein durch den Grundeigentümer 

mitunterzeichnetes Baugesuch nachgereicht. 

7. Mit Entscheid vom 12. Juli 2022 wies die Baukommission B._____ die 

Einsprache von A._____ ab und erteilte die Baubewilligung unter 

Auflagen, insbesondere betreffend die Erstellung und Betrieb des 

Solartracker und Elektroinstallationen. Weiter wurde die Beibringung eines 

Herstellernachweises hinsichtlich der Sturmsicherheit des Solartracker 

verlangt. Vor Baubeginn sei zudem das Grundbuchamt B._____ 

anzuweisen, das am 6. Juni 2022 mit der Eigentümerin der Parzelle 2184 

vereinbarte Näherbaurecht im Grundbuch einzutragen.

8. Gegen diesen Entscheid der Baukommission vom 12. Juli 2022 erhob 

A._____ am 20. Juli 2022 Einsprache im Sinne von Art. 110 Abs. 1 BG. Er 

rügte, dass eine sachliche Überprüfung infolge mangelhafter 

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Baugesuchsunterlagen nicht möglich sei. Er stellte ausserdem die 

Zonenkonformität des geplanten Solartracker in Frage. Dieser sei kein 

Wohnobjekt und das Aufstellen in der WZ daher nicht erlaubt. 

9. Mit Vereinbarung vom 23. Juli 2022 erteilte H._____ als Eigentümerin der 

Parzelle 2184 zugunsten der Parzelle 2418 die Zustimmung, für das 

Bauprojekt betreffend die Montage und Aufstellung eines Solartracker den 

minimale Grenzabstand zur gemeinsamen Grenze von 3 m um 1.75 m 

unterschreiten zu dürfen sowie die Erlaubnis, dass die beweglichen Teile 

der Anlage bei Drehung zeitweise über die gemeinsame Grenze streichen 

dürfen.

10. Mit zwei separaten, inhaltlich weitestgehend identischen Bau- und 

Einspracheentscheiden vom 24. November 2022 (Entscheid-

Nr. Z.4._____ und Z.5._____) wies der Gemeindevorstand B._____ als 

Baubehörde und Rechtsmittelinstanz im Sinne von Art. 6 Abs. 1 und 110 

Ab. 1 BG die Einsprache von A._____ erneut ab und erteilte C._____ die 

Baubewilligung unter Auflagen, insbesondere dürften die beweglichen 

Teile des Solartracker in der Ruhestellung (0° gegenüber der 

Horizontalen) – vorbehaltlich nachbarschaftlicher Vereinbarungen – bis 

maximal auf 1.5 m an die Grundstücksgrenzen zu den Nachbarparzellen 

ragen. 

11. Dagegen erhob am 10. Dezember 2022 A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer 1 bzw. Beschwerdegegner 3) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren R 22 112) und 

beantragte sinngemäss den Bauabschlag unter kostenfälliger Aufhebung 

des Bau- und Einspracheentscheids vom 24. November 2022. Im 

Wesentlichen wiederholte er die Rüge, ein Solartracker sei kein 

Wohnobjekt und ein Aufstellen in der WZ nicht erlaubt. Es fehle der 

Nachweis, dass in der Schweiz in der WZ ein (Solar-)Tracker stehe. Das 

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Projekt entspreche nicht den Vorschriften des Kantons betreffend 

Solaranlagen und die Nachführung zum Sonnenstand erbringe eine 

geringe Mehrleistung von einigen hundert Watt. Das Aufstellen eines 

derartigen Ungetüms direkt vor der Nase des Nachbarn sei ein feindseliger 

Akt. 

12. Mit Beschwerde vom 22. Dezember 2022 gelangte C._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer 2 bzw. Beschwerdegegner 2) ebenfalls an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren R 22 117) und 

beantragte die kosten- und entschädigungspflichtige Aufhebung der 

Auflage Nr. 2 betreffend den Grenzabstand gemäss (Dispositiv-)Ziffer 2 

(recte Ziffer III[.2]) des Bau- und Einspracheentscheids vom 24. November 

2022 der Gemeinde B._____ und es sei die Baubewilligung ohne eine 

entsprechende Auflage zu erteilen. Dabei stellte er sich im Wesentlichen 

auf den Standpunkt, mangels gesetzlicher Grundlage würden für eine 

freistehende Photovoltaikanlage keine einzuhaltenden Grenzabstände 

gelten und ohnehin würde dieser Auflage auch der Vertrauensschutz 

entgegenstehen.

13. In seiner Vernehmlassung vom 12. Januar 2023 zum Verfahren R 22 112 

beantragte der Beschwerdeführer 2, es sei auf die Beschwerde des 

Beschwerdeführers 1 nicht einzutreten; eventuell sei die Beschwerde des 

Beschwerdeführers 1 vollumfänglich abzuweisen. Im Wesentlichen führte 

er aus, der Solartracker, der unmittelbar dem Wohnzwecke diene, sei 

zonenkonform. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 1sei 

schweizweit mindestens ein weiterer Solartracker in einer WZ bewilligt 

worden. Sofern der Beschwerdeführer 1 auf den kantonalen Leitfaden für 

Solaranlagen vom Juli 2022 verweise, so regle dieser lediglich, dass 

freistehende Solaranlagen dem ordentlichen Baubewilligungsverfahren 

unterliegen würden und bewilligt werden könnten, sofern keine 

überwiegenden Interessen entgegenstünden. Beide Voraussetzungen 

- 7 -

seien vorliegend erfüllt. Die Gemeinde habe sich intensiv mit der 

Eingliederung der Anlage beschäftigt und habe die Frage, ob die 

Gestaltung der Anlage einer Bewilligung entgegenstehen würde, verneint. 

Der Beschwerdeführer 1 würde die Anlage lediglich von seinem hinteren 

Fenster aus sehen und seine Aussicht werde keinesfalls beeinträchtigt. 

14. In seiner Vernehmlassung vom 19. Januar 2023 zum Verfahren R 22 117 

beantragte der Beschwerdeführer 1 die Abweisung der Beschwerde des 

Beschwerdeführers 2. Er brachte drin vor, gemäss kantonalem Leitfaden 

für Solaranlagen müsse eine separate Baugenehmigung für das Aufstellen 

von Solarpanels eingereicht werden. Eine Verknüpfung mit dem Verfahren 

R 22 112 sei unzulässig. Der gesetzliche Grenzabstand von 3 Meter 

werde nicht eingehalten. Es existiere keine Verbindung zur Zeit und dass 

der Abstand zeitweise eingehalten werde, sei unerheblich. Die Aussage, 

der Tracker habe kaum negative Auswirkungen auf das 

Nachbargrundstück sei falsch und realitätsfremd. Die Leistung des 

Projekts sei bescheiden. Mit einer Alternative beispielsweises auf dem 

Dach könne ein Mehrfaches an Leistung erzeugt werden ohne die 

Wohnqualität der Nachbarn zu beeinträchtigen. 

15. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Februar 2023 beantragte die Gemeinde 

B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) die kostenfällige 

Abweisung der beiden Beschwerden. Zur Begründung wurde im 

Wesentlichen ein – wie in den angefochtenen Entscheiden – analog zu 

Art. 19 Abs. 5 BG ermittelten Grenzabstand von den beweglichen 

Anlageteilen von 1.5 m als sachgerechtes Ergebnis angeführt und 

zusätzlich auf die Möglichkeit einer analogen Anwendung von Art. 19 

Abs. 8 BG i.V.m. Art. 75 f. KRG hingewiesen, welche zum selben Ergebnis 

führt. Hinsichtlich des vom Beschwerdeführer 2 angeführten 

Vertrauensschutz verneinte die Beschwerdegegnerin 1 das Vorliegen 

einer Vertrauensgrundlage für den Standort des strittigen Solartracker. 

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Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer 1 in Abrede gestellten 

Zonenkonformität war sie demgegenüber der Ansicht, dass der mit dem 

Solartracker produzierte Strom der Versorgung des auf der Parzelle 2418 

stehenden Hauses diene und das Vorhaben somit zonenkonform sei.

16. In seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2023 zur Vernehmlassung des 

Beschwerdeführers 1 vom 19. Januar 2023 hielt der Beschwerdeführer 2 

unverändert an seinen Begehren gemäss Beschwerde fest. Zur 

Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass der Solartracker 

zweifelsfrei zonenkonform sei und auch keine negativen Auswirkungen auf 

das Grundstück des Beschwerdeführers 1 habe.

17. Am 1. März 2023 hielt der Beschwerdeführer 2 in Bezug auf die 

Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 1 vom 10. Februar 2023 

replicando an seinen Anträgen fest und bekräftigte unter anderem seine 

bereits in der Beschwerde geltend gemachten Standpunkte.

18. Während sich der Beschwerdeführer 1 nicht mehr vernehmen liess, hielt 

die Beschwerdegegnerin 1 am 10. März 2023 duplicando fest, dass die 

Nichteinhaltung eines Grenzabstandes für den bewilligten Solartracker mit 

solchen Dimensionen im Ergebnis krass unverhältnismässig wäre. Für die 

Bemessung des Grenzabstandes seien denn auch baurechtlich immer die 

äussersten Punkte einer Baute oder Anlage massgebend. Es sei nicht 

ersichtlich, wie eine Meldung eines Sockels durch die Bauherrschaft an 

die Baukommission und angebliche Aussage des Bauamts eine 

Vertrauensgrundlage für eine Baubewilligung eines Solartracker in 

irgendeiner Grösse sowie einen abweisenden Einspracheentscheid des 

zuständigen Gemeindevorstands in Missachtung der baurechtlichen 

Vorschriften und des nachbarrechtlichen Rechtsschutzes bilden soll. 

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19. Mit Schreiben vom 15. August 2023 liess die Instruktionsrichterin aus den 

Händen der Beschwerdegegnerin 1 die eingereichten Pläne und Fotos 

zum Projektänderungsgesuch vom 5. April 2022, sämtliche bewilligten 

Pläne sowie allfällige Begehungsprotokolle edieren. Die edierten 

Unterlagen stammen aus dem Verfahren zu den Baugesuchen vom 

8. November 2021, 5. April 2022 und 28. April 2022 und wurden den 

Parteien zur Kenntnis gebracht. 

20. Mit Verfügung vom 28. September 2023 ersuchte die Instruktionsrichterin 

das Amt für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) um Erstattung eines 

Amtsberichts bezüglich die Sonnenlichtreflexion der fraglichen 

Photovoltaikanlage. Der durch das ANU erstattete Amtsbericht, datierend 

auf den 7. November 2023, wurde den Parteien zur Stellungnahme zur 

Kenntnis gebracht. Die Gemeinde B._____ liess sich am 16. November 

2023 dazu fristgerecht vernehmen. 

21. Dazu liessen sich die Parteien nicht mehr vernehmen. Der 

Grundeigentümer der Parzelle 2418, D._____ (nachfolgend 

Beigeladener), liess sich während des gesamten Verfahrens nicht 

vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, die 

angefochtenen Bau- und Einspracheentscheide vom 24. November 2022 

sowie die weiteren Akten, wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Vorliegend sind die jeweils an den Beschwerdeführer 1 bzw. 

Beschwerdegegner 3 und den Beschwerdeführer 2 bzw. -gegner 2 

adressierten und eröffneten Bau- und Einspracheentscheide des 

Gemeindevorstandes B._____, jeweils vom 24. November 2022 

angefochten (Entscheid-Nr. Z.5._____ in den Akten des 

Beschwerdeführers 1 im Verfahren R 22 112 [Bf1-act.] 1 und Z.4._____ in 

den Akten der Beschwerdegegnerin 1 in den Verfahren R 22 112 und R 22 

117 [Bg1-act.] 9). Dabei handelt es sich um Entscheide, die der 

Gemeindevorstand B._____ gestützt auf Art. 110 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 

Abs. 1 BG und auf die innert 20 Tagen zu erhebende Einsprache des 

Beschwerdeführers 1 (im Sinne einer verwaltungsinternen Beschwerde) 

gegen den Entscheid der Baukommission vom 12. Juli 2022 hin gefällt hat. 

Damit ist auch der verwaltungsinterne, kommunale Instanzenzug gemäss 

Art. 110 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 BG ausgeschöpft und die kommunalen 

Entscheide sind weder nach eidgenössischen oder kantonalen Recht 

endgültig. Da beide Entscheide materiell identisch sind, formell von einer 

Instanz (dem Gemeindevorstand) im selben Verfahren zum selben 

Zeitpunkt entschieden worden sind, denselben Adressatenkreis betreffen 

und ihnen ein und dasselbe Anfechtungsobjekt zugrunde liegt, werden sie 

der Logik halber fortan als ein einziger, im Sinne von Art. 46 KRVO 

ergangener Entscheid bezeichnet und als solcher behandelt. Es handelt 

sich dabei um ein zulässiges Anfechtungsobjekt im Rahmen der 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerde (Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG). Auch 

wenn der Entscheid über das Bauvorhaben des Beschwerdeführers 2 mit 

Dispositivziffer III.2 eine Nebenbestimmung im Sinne einer 

aufschiebenden Bedingung mit Umsetzungsspielraum enthielte, ist 

weiterhin von einem verfahrensabschliessenden Entscheid und nicht von 

einem nur unter spezifischen Voraussetzungen anfechtbaren Entscheid im 

Sinne von Art. 49 Abs. 4 VRG auszugehen (vgl. Urteil des 

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Verwaltungsgericht [VGU] R 21 108 vom 3. Oktober 2023 E.1; vgl. aber 

betreffend Art. 93 Abs. 1 BGG und das bundesgerichtliche Verfahren: 

BGE 149 II 170).

1.2. Der erwähnte kommunale Entscheid ist sowohl vom im vorinstanzlichen 

Verfahren zumindest teilweise unterlegenen Beschwerdeführer 1 als 

vormaliger Einsprecher als auch vom Beschwerdeführer 2 als Bauherr für 

den strittigen Solartracker angefochten worden. Letzterer wurde im 

angefochtenen Entscheid – abweichend vom Entscheid der 

Baukommission B._____ vom 12. Juli 2022 (vgl. Bg1-act. 7 S. 3 f.) – 

insbesondere unter Dispositivziffer III.2 auflageweise und unter Vorbehalt 

einer nachbarschaftlichen Vereinbarung für einen geringeren Abstand zur 

Einhaltung eines Abstandes von mindestens 1.5 m des Solartracker in 

Ruhestellung (0° gegenüber der Horizontalen) zu den 

Grundstücksgrenzen verpflichtet. Vor Baubeginn sei – unter Einreichung 

eines entsprechenden Situationsplans zur Genehmigung – ein Nachweis 

über die Einhaltung dieses Abstandes gegenüber der Parzelle 2428 

beizubringen. Die Beschwerdeführer 1 und 2 haben sich somit am 

vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und sind Grundeigentümer und 

Einsprecher der unmittelbar angrenzenden Nachbarparzelle 2428 bzw. 

als Nutzungsberechtigter der zu bebauenden Parzelle 2418 und Bauherr 

mit ihren Positionen vorinstanzlich nicht vollständig durchgedrungen. Sie 

sind somit gemäss Art. 50 Abs. 1 VRG vom angefochtenen Entscheid 

besonders berührt, haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung und sind somit zur Beschwerde legitimiert. Die 

Beschwerde des Beschwerdeführers 1 enthält – auch angesichts des im 

angefochtenen Entscheid vom 24. November 2022 zumindest teilweise 

abgewiesenen Antrages gemäss Einsprache vom 20. Juli 2022 – 

zumindest sinngemäss einen Antrag auf Nichtbewilligung des Solartracker 

auf der Parzelle 2418. Zur Begründung rügt er zwar sehr knapp, aber doch 

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hinreichend erkennbar zum Beispiel, dass ein solcher Solartracker nicht 

zonenkonform sei und die Installation des Solartracker am vorgesehenen 

Standort eine grosse Beeinträchtigung seiner Wohnlichkeit darstelle. 

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die Beschwerde des 

Beschwerdeführers 1 ohne rechtskundige Vertretung eingereicht wurde, 

ist ein hinreichender Anfechtungswille erkennbar und auch aus welchen 

Gründen der Entscheid angefochten wird. Auf die form- und fristgerechten 

Beschwerden vom 10. und 22. Dezember 2022 ist somit einzutreten.

1.3. Der Beschwerdeführer 1 stellt in seiner Beschwerde vom 10. Dezember 

2022 den Antrag, dass wegen Befangenheit ein deutschsprachiges 

Gericht gewünscht sei. Die Verfahrenssprache richtet sich in der Regel 

nach der im angefochtenen Entscheid verwendeten Amtssprache bzw. 

nach der Amtssprache, welcher die beklagte Partei mächtig ist (Art. 8 

Abs. 2 des Sprachengesetzes des Kantons Graubünden [SpG; 

BR 492.100]; vgl. auch Art. 3 Abs. 3 in fine SpG). Die angefochtenen 

Entscheide des Gemeindevorstands vom 24. November 2022 sind in 

deutscher Sprache verfasst (Bf1-act. 1 und Bg1-act. 9). Deutsch ist eine 

Amtssprache des Kantons (Art. 3 Abs. 1 der Verfassung des Kantons 

Graubünden; BR 110.100). Damit gilt Deutsch im vorliegenden Verfahren 

als Verfahrenssprache, weshalb auch das vorliegende Urteil in deutscher 

Sprache ergeht (Art. 7 Abs. 3 SpG). Gemäss Art. 8 Abs. 1 SpG können 

die Parteien am Verwaltungsgericht für ihre Rechtsschriften und Eingaben 

eine kantonale Amtssprache ihrer Wahl verwenden. Die 

Beschwerdeführer als auch die Gemeinde B._____ durften demnach ihre 

Rechtsschriften in deutscher Sprache einreichen (vgl. PVG 2019 Nr. 25). 

Dem vom Beschwerdeführer 1 geäusserte Wunsch nach einen Verfahren 

und Urteil in deutscher Sprache, wird somit entsprochen. Soweit mit dem 

beschwerdeführerischen Antrag eine Besetzung des Gerichts durch nur 

deutschsprachige Richterinnen und Richter beabsichtigt war, wird in der 

- 13 -

Beschwerde nicht begründet, und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb die 

vorliegend mitwirkenden Richterinnen und Richter im Rahmen der 

anzuwenden Amts- und Verfahrenssprache befangen sein sollen. Insoweit 

wäre der Antrag als unbegründet abzuweisen.

1.4. Die Verfahren R 22 112 und R 22 117 wurden am 29. Dezember 2022 

vereinigt, womit diese mit vorliegendem Urteil in der ordentlichen 

Besetzung gemäss Art. 43 Abs. 1 VRG gemeinsam erledigt werden.

2. Angesicht der im angefochtenen Bau- und Einspracheentscheid vom 

24. November 2022 geregelten Rechtsverhältnisse und der in den 

Verfahren R 22 112 und R 22 117 gestellten Rechtsbegehren bildet 

vorliegend Streitgegenstand, ob das Bauvorhaben gemäss Baugesuch 

vom 28. April 2022 betreffend die freistehende Photovoltaikanlage bzw. 

den Solartracker zu Recht in (grundsätzlicher) Abweisung der dagegen 

erhobenen Einsprache bewilligt und mit der Auflage zur Einhaltung eines 

Abstandes von – vorbehältlich einer nachbarlichen Vereinbarung – 

mindestens 1.5 m der beweglichen Teile des Solartracker in horizontaler 

Ruhestellung zu den Grundstücksgrenzen der Nachbarparzellen versehen 

worden ist.

3. Zum anwendbaren Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Juli 2022 die 

revidierten Bestimmungen der eidgenössischen 

Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) betreffend Solaranlagen in 

Kraft sind. Der hier beschriebene Sachverhalt hatte seinen Beginn mit dem 

Baugesuch vom 28. April 2022 und mündete im vorliegend angefochtenen 

Bau- und Einspracheentscheid vom 24. November 2022, womit das neue 

Recht anwendbar ist (Art. 89 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]; vgl. VGU R 20 105 vom 

1. November 2022 E.4.2, R 20 102 vom 8. Februar 2022 E.6.1 und VGU 

R 20 73 vom 1. Dezember 2020 E.5.5 f.).

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4. Im Zusammenhang mit der Baubewilligungspflicht umschreibt das 

Bundesgericht Bauten und Anlagen im Sinne von Art. 22 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) als künstlich 

geschaffene und auf Dauer angelegte Einrichtungen, die in fester 

Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellung über 

die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum 

äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die 

Umwelt beeinträchtigen (BGE 139 II 134 E.5.2; HÄNNI, Planungs-, Bau- 

und Besonderes Umweltschutzrecht, 7. Auf., Bern 2022, S. 334 f.). 

Gemäss Art. 86 Abs. 1 KRG dürfen Bauten und Anlagen (innerhalb und 

ausserhalb der Bauzone) grundsätzlich nur mit einer schriftlichen 

Baubewilligung der kommunalen Baubehörde errichtet, geändert, 

abgebrochen oder in ihrem Zweck geändert werden (PVG 2007 Nr. 28 

E.2; VGU R 21 98 vom 6. Dezember 2022 E.2.1). Vorliegend steht 

aufgrund der vorliegenden Baugesuchsunterlagen die Installation einer 

freistehenden Photovoltaikanlage (PV-Anlage) mit einer beweglichen PV-

Modulfläche zwischen 15 m2 und maximal 20 m2 zur Diskussion (vgl. 

Datenblatt der F._____ GmbH zum "Solar Tracker Modell: […]", in: Bg1-

act. 5 und der am 12. Juli 2022 genehmigte Konstruktionsplan mit 

Detailangaben [Bg1-act. 18], wonach die PV-Modulfläche ca. 3.5 m x 

4.2 m bzw. die maximale Fläche des Trägergestelles ca. 3.2 m x 5 m 

beträgt). Es handelt sich also nicht um eine Photovoltaikanlage an einer 

Fassade mit einer Absorberfläche bis maximal 6 m² pro Fassade innerhalb 

der Bauzonen oder bis maximal 2 m² ausserhalb der Bauzonen, welche – 

unter Vorbehalt von Art. 40 Abs. 2 und 3 der Raumplanungsverordnung 

für den Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) – als grundsätzlich nicht 

baubewilligungspflichtige, aber in jedem Falle anzeigepflichtige 

Bauvorhaben i.S.v. Art. 86 Abs. 2 KRG i.V.m. Art. 40 Abs. 1 Ziff. 16 und 

Art. 40a Abs. 1 zu qualifizieren wäre. Der kantonalen Anzeigepflicht nach 

Art. 40a KRVO unterliegen auch Solaranlagen auf Dächern (Art. 40b 

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Abs. 1 KRVO). Anlagen, welche die Anforderungen von Art. 18a Abs. 1 

RPG i.V.m. Art. 32a Abs. 1 RPV respektive nach Art. 40 Abs. 1 Ziff. 16 

KRVO nicht erfüllen oder diese zwar erfüllen, aber auf Kultur- und 

Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung geplant 

(Art. 18a Abs. 3 RPG i.V.m. Art. 32b RPV) sind oder für die gemäss 

Grundordnung eine spezifische Schutz- oder Erhaltungsregelung gilt und 

einer Baubewilligungspflicht unterstellt worden sind (Art. 18a Abs. 2 lit. b 

RPG i.V.m Art. 40b Abs. 4 KRVO), bedürfen grundsätzlich einer 

Baubewilligung im ordentlichen Baubewilligungsverfahren (vgl. Art. 22 

Abs. 1 RPG; Art. 86 Abs. 1 KRG). Die Notwendigkeit der Durchführung 

des ordentlichen Baubewilligungsverfahrens nach Art. 92 KRG und Art. 41 

ff. KRVO für die Installation des Solartracker ist vorliegend unbestritten 

und auch erfolgt (vgl. VGU R 22 1 vom 23. November 2023 E.5.2; Urteil 

V 20-2018 des Kantonsgerichts Appenzell-Innerrhoden vom 24. Juni 2019 

E.2.2, in SJZ 2020 S. 394; Urteil 602 2014 148 des Kantonsgericht 

Freiburg vom 19. August 2015 E.3b f.; EnergieSchweiz, Leitfaden zum 

Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen vom Juni 2023 

[nachfolgend Leitfaden EnergieSchweiz], S. 27 und 50, abrufbar unter: 

https://pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/10403; Amt für 

Raumentwicklung Graubünden [ARE GR], Leitfaden für Solaranlagen vom 

Juli 2022 [nachfolgend Leitfaden ARE GR], 3. Aufl. S. 5, abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/diem/aev/dokumentation/St

romversorgungDokumente/20220824_leitfaden_fuer_solaranlagen_de.p

df; JÄGER, Photovoltaikanlagen auf Bauten in der Landwirtschaftszone, in: 

Streiff [Hrsg.], Schriften zum Energierecht, Raumplanung und 

Photovoltaik, Zürich 2021, Rz. 23 ff.; JÄGER, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: 

Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren [nachfolgend 

Praxiskommentar RPG: Verfahren], Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 18a 

Rz. 17 und 37; GIOVANNINI, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], 

- 16 -

Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 5.294). 

Gemäss Art. 89 Abs. 1 KRG werden Bauvorhaben bewilligt, wenn alle 

Vorschriften des kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Rechts 

eingehalten sind. Im Kanton Graubünden gibt es für freistehende 

Solaranlagen keine spezielle gesetzliche Regelung. Die 

rechtsanwendenden (Bau-)Behörden können sich aber namentlich auf 

den Leitfaden für Solaranlagen im Kanton Graubünden stützen. Der 

Leitfaden des ARE GR soll Grundregeln zur Planung von Solaranlagen 

aufzeigen, mit welchen eine hohe Qualität erzielt werden kann. Im 

Leitfaden selbst wird von Gestaltungsempfehlungen gesprochen, welche 

nicht abschliessend seien. Es müsse im Einzelfall, abgestimmt auf die 

Bedürfnisse der Gesuchstellenden, dem Gebäude und dessen 

charakteristischen Eigenschaften wie auch der Umgebung beurteilt 

werden (Leitfaden ARE GR, S. 1 und 14). Im vorliegenden Fall hat die 

Gemeinde den Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für 

Solaranlagen von EnergieSchweiz herangezogen (Bg1-act. 7 S. 2 und 

Bg1-act. 9 S. 4). Demgemäss bedürften freistehende Anlagen eines 

Baubewilligungsverfahrens, welches sich nach kantonalem Recht richtet. 

Die Durchführung des Baubewilligungsverfahrens stellt dabei sicher, dass 

das Vorhaben vorgängig unter den massgeblichen Gesichtspunkten auf 

seine Rechtskonformität überprüft und soweit erforderlich eine 

Interessenabwägung vorgenommen werden kann (vgl. BGE 139 II 134 

E.5.2 und 123 II 256 E.3; VGU R 21 98 vom 6. Dezember 2022 E.2.2; 

HÄNNI, a.a.O., S. 363 ff.; RUCH, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen 

[Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Verfahren, Art. 22 Rz. 6 ff.; 

STALDER/TSCHIRKY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], 

Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 2.1 ff.). 

5.1. Der Beschwerdeführer 1 bestreitet die Zonenkonformität des geplanten 

Solartracker in der Wohnzone (WZ) gemäss Art. 27 (recte Art. 25) BG, da 

- 17 -

es sich nicht um ein Wohnobjekt handle. Das Aufstellen des Solartracker 

sei daher nicht erlaubt.

5.2. Der Beschwerdeführer 2 bzw. -gegner 2 als Bauherr sowie die 

Beschwerdegegnerin 1 hingegen erachten den geplanten Solartracker als 

zonenkonform. Der auf der Bauparzelle 2418 mit der geplanten Anlage 

produzierte Strom, diene der Stromversorgung des darauf befindlichen 

Gebäudes. Damit bestehe ein unmittelbarer funktioneller Zusammenhang 

zum Solartracker. Der Beschwerdeführer 2 hielt in seiner Stellungnahme 

vom 17. Februar 2023 fest, es entspreche der einhelligen Lehrmeinung 

und der steten Rechtsprechung, dass Anlagen, welche Wohnzwecken 

dienen bzw. einen positiven, funktionalen Zusammenhang zum 

Wohnzweck aufwiesen, in der WZ zonenkonform seien, was beim 

geplanten Solartracker zweifelsfrei gegeben sei. Die Behauptungen des 

Beschwerdeführers 1 über allfällige negative Auswirkungen seien nicht 

substantiiert und es sei anzumerken, dass das Haus des 

Beschwerdeführers 1 tatsächlich im Schattenwurf des Wohnhauses des 

Beschwerdeführers 2 liege. Da sich der Solartracker weit hinter dem Haus 

des Beschwerdeführers 1 gegen Nordwesten befinde, beeinflusse dies 

nicht den am Nachmittag eintretenden Schattenwurf des Wohnhauses des 

Beschwerdeführers 2 auf das Wohnhaus des Beschwerdeführers 1. 

Dieser Schattenwurf würde durch Sonnenkollektoren auf dem Hausdach 

verstärkt werden. Das Dach des Beschwerdeführers 2 sei aufgrund seiner 

Ost-West-Ausrichtung weniger geeignet zur Bebauung mit einer 

Solaranlage, da auf der westlichen Seite eine Lukarne erstellt worden sei, 

welche das Anbringen einer Solaranlage zusätzlich erschwere. Der 

Solartracker ermögliche hingegen bis zu 60 % mehr Ertrag. Die 

Beschwerdegegnerin 1 führte in ihrer Vernehmlassung vom 10. Februar 

2023 aus, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die zur 

Versorgung einer bestimmten Zone erforderlichen Infrastrukturanlagen 

- 18 -

innerhalb der Bauzone zonenkonform seien, soweit sie hinsichtlich 

Standort und Ausgestaltung in einer unmittelbaren funktionellen 

Beziehung zum Ort stehen, an dem sie errichtet werden sollen, und im 

wesentlichen Bauzonenland abdeckten. Der geplante Solartracker sei 

zonenkonform, da der dadurch produzierte Strom der Versorgung des auf 

der Parzelle 2418 stehenden Hauses diene und damit ein unmittelbarer 

funktioneller Zusammenhang gegeben sei. 

5.3. Unbestrittenermassen befindet sich die Parzelle 2418 in der WZ gemäss 

Art. 25 BG. Sie grenzt zwar ans Nichtbaugebiet an, liegt aber immer noch 

innerhalb der Bauzone. Gemäss Art. 25 Abs. 1 BG ist die WZ für 

Wohnzwecke bestimmt. Dienstleistungs-, Produktions- sowie 

Gastgewerbebetriebe sind zulässig, sofern sie auf Grund ihrer optischen 

Erscheinung, ihres Charakters und ihrer Auswirkungen auf Raum, Umwelt 

und Erschliessung in ein Wohnquartier passen. Bauten und Anlagen sind 

so zu gestalten, dass sie vom Wesen und Ausdruck her in eine attraktive 

Wohnsiedlung passen (Art. 25 Abs. 3 BG). In der WZ gilt für die 

Nachbarschaft E._____ gemäss Art. 14 BG die 

(Lärm-)Empfindlichkeitsstufe II nach Art. 43 Abs. 1 lit. b der 

eidgenössischen Lärmschutzverordnung (LSV; SR 814.41), womit 

lärmrechtlich betrachtet keine störenden Betriebe zulässig sind. Gemäss 

Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG kann eine Baubewilligung dann erteilt werden, 

wenn die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone 

entsprechen. Dabei ist es Sache des kantonalen und kommunalen Rechts, 

die in den einzelnen Zonen zugelassenen Nutzungen zu umschreiben 

(BGE 141 II 245 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 1C_325/2021 vom 

25. Oktober 2021 E.7.1 und 1C_266/2020 vom 4. Januar 2021 E.3.3.1). 

Wohnzonen sind primär für den dauernden oder vorübergehenden 

Aufenthalt von Menschen im Sinne des Wohnens, wozu etwa Erholung, 

Schlafen, Essen, Hausarbeit und Freizeitbeschäftigung zu rechnen sind 

- 19 -

(vgl. RUCH, a.a.O. Art. 22 Rz. 79; STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., Rz. 3.19, 

HETTICH/MATHIS, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], 

Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Rz. 1.60 ff. und WALDMANN/HÄNNI, 

Handkommentar RPG, Bern 2006, Art. 22 Rz. 25). Die Verwirklichung 

dieses Aufenthalts-, Beherbergungs-, Erholungs- und Betätigungszwecks 

kann dabei auch auf Nebenbauten und -anlagen angewiesen sein (vgl. 

FRITSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 2, 

6. Aufl., Wädenswil 2019, Rz.14.2.2.1 und WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., 

Art. 22 Rz. 33). So ist davon auszugehen, dass beispielsweise im 

Aussenbereich aufgestellte (Bestandteile einer) Luft/Wasser-

Wärmepumpen namentlich für die Wärmeerzeugung in Wohnbauten in 

zum Wohnen bestimmten Grundnutzungszonen – bei eingehaltenen 

Vorschriften über den Umweltschutz und insbesondere betreffend Lärm – 

als eigenständige, zonenkonforme (haustechnische Neben-)Anlagen zu 

beurteilen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_204/2015 vom 

18. Januar 2016 E.2.2 und LGVE 2016 IV Nr. 4 E.4.4.2, wonach die 

Leitungen zum Hauptgebäude eine Wärmepumpe nicht zu deren 

Bestandteil hinsichtlich der Bemessung der Grenzabstände machen und 

VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 E.5.3 ff.). Mit dem Erlass von Art. 18a 

RPG, welcher namentlich genügend angepasste Solaranlagen auf Dächer 

in Bauzonen grundsätzlich von der Baubewilligungspflicht nach Art. 22 

Abs. 1 RPG ausnimmt und lediglich einer Meldepflicht unterstellt, muss 

der Bundesgesetzgeber ebenfalls davon ausgegangen sein, dass solche 

solaren Energiegewinnungsanlagen mit dem Zweck der jeweiligen 

Nutzungszonen in der Regel vereinbar sind. Denn die Vereinbarkeit mit 

dem Zonenzweck setzt nämlich voraus, dass trotz solcher Anlagen bzw. 

Nutzungen in der fraglichen Zone der qualitative Schutz vor 

Beeinträchtigungen, namentlich durch Licht-, Lärm- oder anderen 

Immissionen, hinreichend gewährleistet bleibt und auch die verfügbaren 

Nutzflächen dem eigentlichen Wohnzweck nicht entzogen werden 

- 20 -

(quantitativer Schutz; vgl. JÄGER, a.a.O., Art. 18a Rz. 11 ff. und RUCH, 

a.a.O., Art. 22 Rz. 79). Ausserdem sind namentlich unter dem Aspekt des 

raumplanerischen Trennungsgrundsatzes für Infrastrukturanlagen der 

Erschliessung und Versorgung wie etwa Mobilfunkanlagen und 

Erschliessungsstrassen im Rahmen einer umfassenden Planungs- und 

Koordinationspflicht sachgerechte Standorte zu suchen. 

Dementsprechend sind solche Anlagen in der Regel möglichst in diesen 

Bereichen zu erstellen, denen sie dienen sollen bzw. zu denen sie eine 

(unmittelbare) funktionelle Beziehung aufweisen (vgl. BGE 141 II 245 

E.2.1 f., 138 II 173 E.5.3 und 133 II 321 E.4.3.1 ff. m.H.a. BGE 118 Ib 497 

E.4a sowie Art. 2 i.V.m. Art. 3 Abs. 4 und Art. 6 Abs. 3 RPG). Jedenfalls 

mit dem Wohnzweck in unmittelbarer funktioneller Beziehung stehende 

Bauten und Anlagen können somit als zonenkonform betrachtet werden 

(vgl. WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 22 Rz. 22 und 33). Ausweislich der 

verfügbaren Baugesuchsunterlagen ist von einer PV-Modulfläche von 

maximal 20 m2 auszugehen. Bei 12 Modulen à 0.33 kWp resultierte eine 

Spitzennennleistung von 3.96 kWp (vgl. Bg1-act. 5). Gemäss Swisssolar 

weisen heutige Solarmodule eine (Spitzennenn-)Leistung von ca. 0.38 bis 

0.42 kWp auf (siehe 

https://www.swissolar.ch/de/wissen/solartechnologien/photovoltaik/komp

onenten). Als Faustregelt kann von einem Energieertrag von 200 kWh pro 

m2 ausgegangen werden, wodurch mit ca. 20 m2 Modulfläche der 

Haushaltsstrombedarf für einen typischen 4-Personenhaushalt gedeckt 

werden könne (entsprechend also ca. 4'000 kWh/Jahr; siehe 

https://www.swissolar.ch/de/wissen/solartechnologien/photovoltaik > 

Häufig gestellte Fragen > Wie viel Energie produziert eine 

Solarstromanlage?; EnergieSchweiz, Stromverbrauch eines typischen 

Haushalts, Faktenblatt vom August 2021, abrufbar unter: 

https://www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/news-und-

medien/publikationen.exturl.html/aHR0cHM6Ly9wdWJkYi5iZmUuYWRta

- 21 -

W4uY2gvZGUvcHVibGljYX/Rpb24vZG93bmxvYWQvMTA1NTk=.html; 

Leitfaden ARE GR, S. 8). Selbst wenn vorliegend das 

Herstellerversprechen von bis zu 60 % mehr Energieertrag durch die 

Nachführung der Solarmodule nach dem Sonnenstand erreicht werden 

könnte (vgl. Akten des Beschwerdeführers 2 im Verfahren R 22 117 [Bf2-

act. 6]), änderte sich dadurch noch nichts am Charakter des geplanten 

Solartracker als eine für ein normales Einfamilienhaus dimensionierte 

Netzverbundanlage mit einer PV-Modulfläche von in der Regel maximal 

20 m2 (siehe zu diesem Begriff der Netzverbundanlage bzw. des 

Netzbetriebes: 

https://www.swissolar.ch/de/wissen/solartechnologien/photovoltaik/anwe

ndung > Netzverbundanlagen; wobei heute für die Wirtschaftlichkeit der 

PV-Anlage vornehmlich der Eigenverbrauch massgebend sei). 

5.4. Betreffend die nördliche, in der Landwirtschaftszone gelegenen 

Parzelle 2184 liegt eine Vereinbarung vom 23. Juli 2022 über die 

Unterschreitung des (als minimalen Abstand deklarierten kleinen) 

Grenzabstandes von 3 m (gemäss Art. 14 BG) um 1.75 m inkl. Erlaubnis 

des zeitweisen Überstreichens der gemeinsamen Grenze durch die 

beweglichen Teile der Anlage beim Drehen in den Akten (Bf2-act. 7). Die 

Beschwerdegegnerin 1 verfügte in Ziffer III.2 des angefochtenen 

Entscheids vom 24. November 2022 auflageweise, dass die beweglichen 

Teile des Solartracker in Ruhestellung (0° von der Horizontalen bzw. 90° 

vom Nadir aus gemessen) bis maximal 1.5 m an die Nachbarparzellen 

ragen dürfen. Ausser wenn eine entsprechende nachbarschaftliche 

Vereinbarung einen kleineren Abstand zulasse. Vor Baubeginn sei der 

Nachweis zu erbringen, dass der minimale Abstand von 1.5 m gegenüber 

der Parzelle 2428 eingehalten werde. Dazu sei ein entsprechender 

Situationsplan zur Genehmigung einzureichen. Wenn der Abstand nicht 

eingehalten werde, sei ein Näherbaurecht erforderlich oder eine 

- 22 -

Verlegung der Standsäule, um den Abstand der beweglichen Teile von 

1.5 m (in der horizontalen Nacht-/Sturmstellung) von der 

Grundstücksgrenze zu gewährleisten. Gemäss Art. 77 KRG kann die 

kommunale Baubehörde die Unterschreitung der im KRG oder im BG 

festgelegten Bauabstände bewilligen, wenn eine Vereinbarung zwischen 

den Betroffenen vorliegt und keine überwiegenden Interessen 

entgegenstehen. Die Unterschreitung ist im Grundbuch anzumerken. 

Bauten die sich über mehrere Zonen erstrecken, müssen die 

Bestimmungen aller betroffenen Zonen entsprechen. Dabei ist nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG nicht 

einzig der Standort der Baute massgebend, sondern es sind 

einzelfallweise auch die Auswirkungen auf die Nachbarzonen zu 

berücksichtigen, die das Vorhaben nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge mit sich bringt. Bei baulichen Vorkehrungen, die direkt oder ganz 

nahe an die Grenze zu einer anderen Zone gestellt werden sollen, kann 

die Prüfung der Zonenkonformität demnach auch den Einbezug ihrer 

Auswirkungen auf die Umgebung erfordern. Sind nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung keine oder nur unbedeutende Auswirkungen auf die 

benachbarte Zone zu erwarten, genügt es, wenn das Vorhaben dem 

Zweck der Zone entspricht, in die es zu liegen kommt. Sind dagegen von 

einer Baute auf oder ganz nahe an der Grenze Auswirkungen auf eine 

Nachbarzone wahrscheinlich, hat die Baubehörde (allenfalls unter 

Einbezug der dafür zuständigen kantonalen Behörden) die Konformität 

auch mit der benachbarten Zone zu prüfen (vgl. BGE 145 I 156 E.6.2 f. 

und Urteil des Bundesgerichts 1C_12/2022 vom 23. Januar 2023 E.8.1 

und 8.4). Vorbehältlich von entgegenstehenden öffentlichen Interessen 

erlaubt das vereinbarte Näherbaurecht die Installation der strittigen 

baulichen Vorkehrung an die nördlich Parzellen- und zugleich 

Bauzonengrenze in einer Distanz von 1.25 m, wobei aber nicht klar 

geregelt ist, wie dieser Abstand zu messen ist bzw. unter welchen 

- 23 -

Bedingungen dieser gilt. Gemäss dem am 12. Juli 2022 von der 

Baukommission genehmigten Situationsplan weist ein vermasster Punkt 

gegenüber der Parzelle 2184 einen Grenzabstand von 1.6 m und 

gegenüber der Parzelle 2428 einen solchen von 3.1 m auf (Bg1-act. 17). 

Dass der Mastfuss gemäss Konstruktionsplan mit Detailangaben vom 

12. Juli 2022 (Bg1-act. 18) einen Durchmesser von ca. 0.5 m hat, lässt 

sich dem Situationsplan nicht entnehmen bzw. weist er dessen genauen 

Umriss und Radius, ebenso wie die Nulllage des Schwenkbereiches und 

die (maximale) Ausdehnung der beweglichen Teile des Solartracker bei 

den technisch möglichen Positionsvarianten, nicht aus. Weiter erlaubt das 

Näherbaurecht vom 23. Juli 2022 auch das zeitweise Überstreichen der 

Parzellen- und Bauzonengrenze durch die beweglichen Teile des 

Solartracker vom Typ I._____. Soweit die Auswirkungen des geringen 

Abstandes zur Parzellen- und Bauzonengrenze bzw. sogar deren 

zeitweises Überstreichen als nicht nennenswert oder unbedeutend zu 

beurteilen wäre, könnte dem Solartracker – entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers 1 – die Zonenkonformität nicht abgesprochen werden. 

Dies wäre aber möglicherweise anders, wenn die landwirtschaftliche 

Bewirtschaftung nennenswert beeinträchtigt würde und der Solartracker in 

der Landwirtschaftszone nach Art. 32 KRG selber nicht zonenkonform 

oder standortgebunden wäre (vgl. BGE 145 I 156 E.6.4 f.; Art. 16a und 24 

RPG sowie Art. 32c RPV). Angesichts der vorinstanzlichen Beurteilung 

durch die Beschwerdegegnerin 1, stünden der Unterschreitung des 

Grenzabstandes gegenüber der Parzelle 2184 dann auch keine 

überwiegenden öffentlichen Interessen im Sinne von Art. 77 Abs. 1 KRG 

entgegen. Andererseits geht aus den Baugesuchsunterlagen nicht 

eindeutig und verbindlich hervor, in welcher Distanz sich schliesslich der 

Solartracker in den verschiedenen möglichen PV-Modulpositionen 

befinden bzw. in welchem Umfang und in welchen Konstellationen er sich 

über die Parzellen- und Bauzonengrenzen auf die Parzelle 2184 

- 24 -

erstrecken wird (vgl. immerhin die Auflage III.5 des angefochtenen 

Entscheids vom 24. November 2022 [Bg1-act. 9]). Die 

Beschwerdegegnerin 1 thematisierte die Rechtsprechung des 

potenziellen bundesrechtlichen Abstandserfordernisses zur 

Bauzonengrenze bzw. sogar die Überschreitung der Zonengrenze durch 

beweglich Teile des Solartracker weder im angefochtenen Entscheid noch 

im verwaltungsgerichtlichen Verfahren. Angesichts der ohnehin 

erforderlichen Rückweisung an die Gemeinde (siehe nachstehende 

Erwägung 5.6), hat sie anhand der nachgebesserten 

Baugesuchsunterlagen im neuen Entscheid zu diesem Aspekt ebenfalls 

Stellung zu nehmen.

5.5. Der Beschwerdeführer 1 rügte ausserdem bereits in der Einsprache i.S.v. 

Art. 110 BG an den Gemeindevorstand vom 20. Juli 2022 gegen den 

Entscheid der Baukommission, dass anstelle professioneller 

Planungsunterlagen nur ein Prospekt eingereicht worden sei. Eine 

sachliche Überprüfung sei nicht möglich bzw. die Planunterlagen 

entsprächen nicht den Vorgaben von Art. 75 BG. Das in den Akten 

liegende Baugesuch vom 28. April 2022 umfasst neben dem Formular, 

einen Situationsplan mit der Vermassung eines Punktes gegenüber den 

Parzellen 2184 und 2428, ein schematisches Datenblatt des Lieferanten 

des Solartracker mit einigen generellen technischen Daten eines 

Solartracker-Modells und einige Fotografien des geplanten Standortes 

bzw. Fotomontagen sowie ein Beispielbild eines Solartracker (siehe Bg1-

act. 5). Auf entsprechende Edition hin reichte die Beschwerdegegnerin 1 

im vorliegenden Verfahren noch einen am 12. Juli 2022 von der 

Baukommission genehmigten Situationsplan für einen vermassten Punkt 

ein, der gegenüber der Parzelle 2184 nur noch einen auf 1.6 m reduzierten 

und gegenüber der Parzelle 2428 weiterhin einen Grenzabstand zu 

diesem Punkt von 3.1 m auswies (Bg1-act. 17). Ausserdem reichte auch 

- 25 -

noch einen ebenfalls am 12. Juli 2022 genehmigten Konstruktionsplan mit 

Detailangaben zum Solartracker (Bg1-act. 18) ein. Aus all diesen 

Unterlagen ist aber wie bereits erwähnt in keiner Weise ersichtlich, wie die 

Nullstellung des Schwenkbereichs und somit der Solartracker ausgerichtet 

sein wird. Nachvollziehbar wäre zwar eine vollständige Südausrichtung 

(vgl. auch die nachstehende Erwägung 6.6.4), doch ist dies angesichts der 

vorliegenden Planunterlagen nicht verbindlich dokumentiert bzw. nicht 

sichergestellt. Ebenfalls unklar ist, ob der erwähnte Konstruktionsplan vom 

12. Juli 2022 wirklich die genaue Grösse der PV-Modulfläche zeigt und um 

welche Module es sich genau handelt. Ausserdem weist der am 12. Juli 

2022 genehmigte Situationsplan auch keine genaue Vermassung und 

Positionierung des Mastfusses mit einem Durchmesser von ca. 50 cm 

(gemäss Konstruktionsplan mit Detailangaben vom 12. Juli 2022 [Bg1-

act. 18]) und ihm lassen sich auch keine Aussagen über die (maximale) 

Ausdehnung der beweglichen Teile des Solartracker gegenüber den 

Nachbarparzellen entnehmen. Im Sinne einer Nebenbestimmung von 

Art. 90 Abs. 1 KRG verpflichtete die Beschwerdegegnerin 1 den 

Beschwerdeführer 2 mit Dispositivziffer III.2 im angefochtenen Entscheid 

vom 24. November 2022 noch einen Situationsplan zur Genehmigung 

einzureichen, welcher die Einhaltung des erforderlichen Grenzabstandes 

gegenüber der Parzelle 2428 nachweise. Gemäss Art. 42 Abs. 1 KRVO 

haben Baugesuchen die für die Beurteilung notwendigen Unterlagen 

beizuliegen. Die Gemeinden bestimmen unter Beachtung des 

übergeordneten Rechts, welche Unterlagen und Nachweise dem 

Baugesuch beizulegen sind (Art. 42 Abs. 2 KRVO). Art. 75 BG umschreibt 

den Inhalt eines Baugesuches im kommunalen Recht. Nach Art. 75 Abs. 2 

Ziff. 1 BG sind dem Baugesuch, soweit erforderlich, namentlich ein 

massstäblicher Situationsplan beizulegen. Dieser hat insbesondere den 

Grenzverlauf, die überbaute Fläche sowie Grenz- und Gebäudeabstände 

auszuweisen. Das Baubewilligungsverfahren soll es der Behörde 

- 26 -

ermöglichen, das Bauvorhaben im Interesse der Öffentlichkeit und der 

Nachbarschaft vor seiner Ausführung auf die Übereinstimmung mit der 

raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen einschlägigen 

Gesetzgebung zu überprüfen (vgl. BGE 139 II 134 E.5.2 und 123 II 256 

E.3). Ein Baugesuch hat alle für die Beurteilung des Vorhabens 

erforderlichen Angaben zu enthalten. Insbesondere sind für die 

Beurteilung des Projektes erforderlichen Masse anzugeben. Nur was aus 

den Plänen mit hinreichender Klarheit hervorgeht, kann von der Behörde 

bewilligt und rechtskräftig werden. Bloss schematische Darstellungen in 

Projekteingabeplänen genügen in der Regel nicht (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1C_581/2022 vom 25. April 2023 E.4.1, 1C_448/2017 

vom 3. Juli 2018 E.2.2, 1C_344/2017 vom 17. April 2018 E.3.1 und 

1P.791/2006 vom 13. November 2007 E.3.3; VGU R 20 99 und R 20 100 

vom 30. Juni 2022 E.7.3 und R 20 71 vom 28. September 2021 E.4.2; 

HÄNNI, a.a.O. S. 372; DUSSY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], 

Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz.7.101 

und 7.105; BERNER, Luzerner Planungs- und Baurecht, Bern 2012, 

Rz. 921 ff.). Die Aufhebung einer Baubewilligung infolge eines 

unzureichenden Baugesuches kann sich zwar als unverhältnismässig 

erweisen. Dies setzt aber in jedem Fall voraus, dass die Überprüfung des 

Vorhabens mit dem massgebenden Recht auf andere Weise möglich ist 

(Urteile des Bundesgerichts 1C_413/2020 vom 3. November 2021 E.5.3 

und 1C_218/2008 vom 13. Oktober 2008 E.2.2). Mängeln eines 

Bauvorhabens kann gemäss Art. 90 Abs. 1 KRG mit Nebenbestimmungen 

im Entscheid darüber begegnet werden, soweit damit inhaltliche oder 

formale Mängel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten 

behoben werden können. Nach der Rechtsprechung können durch 

Nebenbestimmungen lediglich untergeordnete Mängel eines Baugesuchs 

behoben werden. Die Möglichkeit, nach Art. 90 Abs. 1 KRG vorzugehen, 

entfällt, wenn die Mängel eine wesentliche Projektänderung bzw. eine 

- 27 -

konzeptionelle Überarbeitung des Projekts erfordern. Nachgelagerte 

Verfahren sind im Kontext von Art. 25a RPG nur dann zulässig, wenn dies 

von der Sache her sinnvoll ist – so etwa wenn die Beurteilung der Farb- 

und Materialwahl während der Bauausführung besser möglich ist – und 

sich daraus keine wesentlichen neuen Auswirkungen oder Änderungen für 

das Projekt ergeben oder ergeben können. Nebenbestimmungen weichen 

zudem vom Grundsatz ab, wonach für nicht mit den gesetzlichen 

Anforderungen übereinstimmende Baugesuche eigentlich der 

Bauabschlag zu erteilen ist (eher unklar nun aber BGE 149 II 170 E.1.7 f.). 

Dementsprechend steht auch Art. 90 Abs. 1 KRG nicht für Mängel zu 

Verfügung, welche wesentliche Projektänderungen bzw. eine 

konzeptionelle Überarbeitung des Projektes bedingen. Die Anordnung von 

Nebenbestimmungen fällt gemäss Bundesgericht auch nicht in Betracht, 

wenn ohne grösseren planerischen Aufwand nicht beurteilbar ist, wie die 

Mängel zu beheben sind und welche baurechtlichen, konzeptionellen und 

gestalterischen Auswirkungen dies nach sich zieht (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1C_348/2022 vom 2. Februar 2023 E.1.3.2, 1C_72/2021 

vom 12. September 2022 E.4.2 ff., 1C_287/2021 vom 25. Juli 2022 E.5.1, 

1C_25/2019 vom 5. März 2020 E.8.2 sowie 1C_615/2017 vom 

12. Oktober 2018 E.2.1 und 2.4 f; PLETSCHER, Mangelhaftes Bauprojekt, 

Baubewilligung verweigern oder unter Auflagen und Bedingungen 

erteilen?, in BR 2/2023, S. 89 f.; vgl. zum Ganzen auch VGU R 21 108 

vom 3. Oktober 2023 E.4.4). Mit der erwähnten Nebenbestimmung fordert 

die Beschwerdegegnerin 1 den Beschwerdeführer 2 im Ergebnis dazu auf, 

einen Situationsplan zur Genehmigung (in einem nachgelagerten 

Verfahren) einzureichen, der die Einhaltung eines Grenzabstandes des 

Solartracker von 1.5 m in der horizontalen Nacht-/Sturmstellung 

nachweist. Angesichts der "Breite" der PV-Modulfläche von ca. 3.5 m 

gemäss Konstruktionsplan vom 12. Juli 2022 ist selbst bei einer parallel 

zur Parzelle 2428 erfolgten Positionierung des Solartracker mit Nulllage 

- 28 -

des Schwenkbereichs nach Südosten von einem Abstand des 

Mittelpunktes der Standsäule von ca. 1.75 m (3.5 m / 2) nach (Nord-)Osten 

(vgl. Bg1-act. 18) zuzüglich des gemäss der Beschwerdegegnerin 1 

einzuhaltenden von 1.5 m ab dem grenznächsten Punkt der beweglichen 

Anlageteile auszugehen. Dies ergäbe eine Minimaldistanz vom Mittelpunkt 

des Mastes von ca. 3.25 m in der Nacht-/Sturmposition. Der 

Beschwerdeführer 2 beantragte aber vor der Baukommission gemäss 

dem Situationsplan vom 12. Juli 2022 (Bg1-act. 17) die Positionierung des 

Solartracker mit einer Distanz des Mittelpunktes des Mastes nur 3.1 m von 

der Parzelle 2428 entfernt. Dies wohl deshalb, weil er sich im 

vereinfachten Verfahren mit Projektänderungseingabe vom 5. April 2022 

(Bg1-act. 3 und 13) in der nordöstlichen Ecke der Parzelle 2418 einen 

(ebenerdigen) Betonsockel von der Baukommission bewilligen liess 

(Entscheid Nr. Z.3._____ vom 27. April 2022). Dieser Mittelpunkt befindet 

sich sowohl gegenüber der Parzelle 2428 als auch der Parzelle 2184 ca. 

3 m entfernt. Inwieweit dieser von der Baukommission im vereinfachten 

Verfahren (ohne öffentliche) Auflage als Projektänderung zum Baugesuch 

vom 8. November 2021 (Bg1-act. 1 und 10 ff.) bewilligte Betonsockel 

(Bg1-act. 4 S. 1) für die notwendige Verankerung des Solartracker auch 

unter Berücksichtigung der erwähnten Nebenbestimmung im 

angefochtenen Entscheid weiterverwendet werden kann, ist infolge der 

wohl erforderlichen Umpositionierung des Mastes unklar (vgl. die 

Vorgaben zur Mastverankerung in Bg1-act. 5, wonach ein Stahlkorb in 

einem ca. 2 m breiten, und 1.5 m tiefen Betonerdsockel einbetoniert 

werden muss). Angesichts des in den Baugesuchsunterlagen 

angegebenen Gewichts von über 1'000 kg (inkl. PV-Module), erscheint 

jedenfalls eine Verankerung mittels Stahlkorbs und (Gewinde-)Stangen in 

einem Betonsocken gemäss Herstellervorgaben unter dem Aspekt der 

Standsicherheit als erforderlich (vgl. auch die Mastbefestigung gemäss 

Konstruktionsplan vom 12. Juli 2022 in Bg1-act. 18). Dies alles zeigt auf, 

- 29 -

dass die Baugesuchsunterlagen klarerweise unzureichend sind, um die 

Rechtmässigkeit des geplanten Solartracker umfassend beurteilen zu 

können. Damit handelt es sich nicht bloss um einen untergeordneten 

Mangel des Baugesuches, welcher mit einer Nebenbestimmung im Sinne 

von Art. 90 Abs. 1 KRG behoben werden könnte. Wie in den 

nachstehenden Erwägungen 6.1 ff. noch dargelegt wird, erübrigt sich die 

Rückweisung auch nicht infolge einer fehlenden gesetzlichen Grundlage 

für die Verpflichtung zur Einhaltung eines Grenzabstandes ab den 

beweglichen Teilen oder infolge von Vertrauensschutzüberlegungen. Die 

Angelegenheit ist somit in Aufhebung des angefochtenen Entscheides an 

die Beschwerdegegnerin 1 zurückzuweisen, damit sie den 

Beschwerdeführer 2 zur Verbesserung seines Baugesuches auffordere 

und gestützt auf die dannzumal vorliegenden, aussagekräftigen und 

vollständigen Baugesuchsakten über das Baugesuch für den strittigen 

Solartracker unter Wahrung des rechtlichen Gehörs des 

Beschwerdeführers 1 und den Erwägungen dieses Urteils neu entscheide.

6.1. Der Beschwerdeführer 2 wendet sich gegen die in die angefochtenen 

Entscheide aufgenommene Nebenbestimmung bezüglich des 

einzuhaltenden Grenzabstandes (Ziffer III.2) und stellt sich im 

Wesentlichen auf den Standpunkt, mangels gesetzlicher Grundlage 

würden für eine freistehende Photovoltaikanlage keine einzuhaltenden 

Grenzabstände gelten. Zur Begründung führt er an, dass es sich 

unbestrittenermassen um eine Anlage handle. Es stelle sich die Frage, 

welche Regelung betreffend Grenzabstände anwendbar sei. Sowohl das 

kommunale als auch das kantonale Recht würden keine expliziten 

gesetzlichen Grundlagen bezüglich der Grenzabstände von technischen 

Anlagen enthalten. Dabei handle es sich nicht um eine zu füllende 

Gesetzeslücke, sondern um ein qualifiziertes Schweigen. Die Gemeinde 

habe in unzulässiger Weise für technische Anlagen analog die für Mauern 

- 30 -

und Böschungen geltenden Grenzabstände herangezogen. Mangels 

gesetzlicher Grundlage sei die Auflage zur Einhaltung eines 

Grenzabstandes von 1.5 m nicht zulässig. Gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung würden Abstandsvorschriften 

mangels Sondervorschriften nur für eigentliche Gebäude oder zumindest 

überdachte bauliche Anlagen gelten, nicht jedoch für freistehende 

technische Anlagen, wie beispielsweise Mobilfunkmasten. Da sich der 

Solartracker aus Sicht des Grundstücks des Beschwerdeführers 1 auf 

dessen nordwestliche Seite befinde, werde die Belichtung des 

Nachbargrundstücks nicht negativ beeinflusst. Replicando hielt der 

Beschwerdeführer 2 fest, dass für den Solartracker keine Grenzabstände 

einzuhalten seien. Sollte trotzdem ein Grenzabstand gelten, was bestritten 

werde, so sei dieser von den ortsfesten Bauteilen des Solartracker aus zu 

bemessen, da dessen Einfluss auf die Nachbargrundstücke mit jenem 

eines Baumes vergleichbar sei. Dementsprechend sei bereits in der 

Baubewilligung (der Baukommission) vom 12. Juli 2022 festgehalten 

worden, dass der Grenzabstand von den ortsfesten Bauteilen, nämlich der 

Säule des Solartracker, zu messen sei (Bg1-act. 7 S. 2).

6.2. Der Beschwerdeführer 1 bringt in seiner Vernehmlassung vom 19. Januar 

2023 vor, dass der (kleine) Grenzabstand gemäss Art. 14 BG 

(Zonenschema) nicht eingehalten werde. Es existiere keine Verbindung 

zur Zeit und dass der Abstand zeitweise eingehalten werde, sei 

unerheblich.

6.3. Die Beschwerdegegnerin 1 bringt in ihrer Vernehmlassung vom 

10. Februar 2022 vor, dass sich der einzuhaltende Grenzabstand für eine 

freistehende Solaranlage nicht unmittelbar den bau- und 

planungsrechtlichen Vorschriften entnehmen lasse. Dennoch sei ein 

Grenzabstand aufgrund der Dimension der Anlage mit einer Panelfläche 

von rund 20 m2 einzuhalten. Betrachte man die beweglichen Teile des 

- 31 -

Solartracker als "vorspringende Anlageteile", so sei gemäss Art. 19 Abs. 5 

BG analog ein (Mindest-)Grenzabstand von 1.5 m einzuhalten, was 

angemessen erscheine, und die Mittelsäule müsse bei einer Breite der 

beweglichen Anlageteile von ca. 4 bis 5 Meter entsprechend von der 

Grenze um 3.5 bis 4 Meter rückversetzt werden. Gemäss Art. 19 Abs. 8 

BG gälten, wo das Baugesetz keine Grenzabstände vorschreibe, ohnehin 

die minimalen kantonalen Abstandsvorschriften. Entsprechend könnten 

auch die einschlägigen Bestimmungen gemäss Art. 75 f. KRG analog 

herangezogen werden. Zusammenfassend erscheine der gestützt auf 

Rechtsgrundlagen herleitbare Grenzabstand von 1.5 m als sachgerecht. 

Duplicando hält die Beschwerdegegnerin 1 am 10. März 2023 fest, dass 

die Nichteinhaltung eines Grenzabstandes für den bewilligten Solartracker 

mit einer Gesamthöhe von 5 bis 5.5 m und einer Panelfläche von ca. 20 m2 

im Ergebnis krass unverhältnismässig wäre. Der auflageweise verlangte 

(moderate) Grenzabstand von 1.5 m ab den beweglichen Anlageteilen 

erscheine angesichts der Dimensionen und den Auswirkungen auf das 

Nachbargrundstück ohne weiteres als angemessen. Für die Bemessung 

des Grenzabstandes seien denn auch baurechtlich immer die äussersten 

Punkte einer Baute oder Anlage massgebend. 

6.4. Nebenbestimmungen wie Auflagen und Bedingungen unterliegen 

grundsätzlich denselben rechtsstaatlichen Anforderungen wie andere 

hoheitliche Akten. Sie bedürfen namentlich einer gesetzlichen Grundlage 

und müssen verhältnismässig sein. Dabei können sich 

Nebenbestimmungen auch aufgrund des mit dem Gesetz verfolgten 

Zwecks oder aus einem mit der Hauptanordnung unmittelbar 

zusammenhängenden öffentlichen Interesse oder als milderes Mittel zu 

einem Bauabschlag aufdrängen. Denn erfüllt ein Baugesuch die 

gesetzlichen Anforderungen nicht, ist grundsätzlich der Bauabschlag zu 

erteilen. Gesetzmässig ist eine Nebenbestimmung, die im Rahmen eines 

- 32 -

gesetzlich gewährten Ermessenspielraumes von der Behörde angeordnet 

wird. Art. 90 Abs. 1 KRG stellt eine unmittelbar anwendbare kantonale 

formell-gesetzliche Grundlage des vereinheitlichen formellen Baurechts 

dar (vgl. Art. 5 Abs. 1 KRG und übergangsrechtlich Art. 107 Abs. 2 Ziff. 6 

KRG), um eine Baubewilligung namentlich infolge untergeordneter, ohne 

besondere Schwierigkeiten behebbaren inhaltlichen oder formellen 

Mängel des Bauvorhabens oder Erhaltung des rechtmässigen Zustandes 

mit Nebenbestimmungen zu verknüpfen (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts 1C_72/2021 vom 12. September 2022 E.4.2, 

1C_287/2021 vom 25. Juli 2022 E.5.1 und 1C_615/2017 vom 12. Oktober 

2018 E.2.2 und 2.5; PVG 2008 Nr. 21 E.2c; VGU R 23 13 vom 

1. November 2023 E.3, R 21 108 vom 3. Oktober 2023 E.4.4 und R 20 88 

vom 23. August 2022 E.4.1 f.; HÄNNI, a.a.O. S. 377 f. und 385; RUCH, 

a.a.O., Art. 22 Rz. 18 ff; STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., Rz. 2.36 und 2.58 ff.). 

Die Verpflichtung zur Einhaltung von Grenzabständen beschränkt die sich 

aus der Eigentumsgarantie (Art. 26 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) gebende Baufreiheit 

und deren Zulässigkeit misst sich an den Voraussetzungen von Art. 36 BV 

(BGE 145 I 156 E.4.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 1C_135/2020 vom 27. 

Oktober 2020 E.2.2). Während der Beschwerdeführer 2 von einem 

qualifizierten Schweigen des Gesetzgebers betreffend Grenzabstände für 

technische Anlagen ausgeht, erachtet die Beschwerdegegnerin 1 sowohl 

gestützt auf eine analoge Anwendung von Art. 19 Abs. 5 BG betreffend 

den minimalen Grenzabstand bei vorspringenden Gebäudeteilen als auch 

Art. 19 Abs. 8 BG i.V.m. Art. 75 f. KRG angesichts der Dimensionen des 

Solartracker als sachgerecht. Durch Grenzabstände sollen in erster Linie 

vielfältige Einflüsse von Bauten und Anlagen ihrer Benutzung auf 

Nachbargrundstücke gemindert werden und haben insoweit 

nachbarschützende Funktion. Sie dienen daneben aber auch öffentlichen 

Interessen wie der guten Gestaltung des Ortsbildes, der Ästhetik sowie 

- 33 -

der Gesundheits- und Feuerpolizei (vgl. BGE 127 I 44 E.2d und 119 Ia 113 

E.3b; Urteile des Bundesgerichts 1C_93/2020 vom 19. Juni 2020 E.4.3.3; 

1C_8/2019 vom 20. Mai 2019 E.5.3 und 1C_100/2012 vom 16. Oktober 

2012 E.5). 

6.5. Es fragt sich, unter welchem Begriff des Baurechts ein Solartracker zu 

subsumieren ist, da in materieller Hinsicht der von Gesetzes wegen 

einzuhaltende minimale Grenzabstand zwischen den betroffenen 

Parzellen im Wesentlichen von der Qualifikation des Bauvorhabens 

abhängt (LGVE 2016 IV Nr. 4 E.4.4 und VGU R 10 112 vom 5. April 2011 

E.3a). Das KRG enthält den Begriff der Anlage in verschiedenen 

Bestimmungen, definiert ihn indes nicht genauer. Dasselbe gilt auch für 

das BG. Art. 12 Abs. 2 BG und Art. 36 Abs. 2 KRVO verweisen für die 

harmonisierten Baubegriffe auf die Interkantonale Vereinbarung über die 

Harmonisierung der Baubegriffe vom 22. September 2005 (IVHB). In 

Anhang 1 zur IVHB sowie der Erläuterung dazu, findet sich aber ebenfalls 

keine Definition für den Begriff der Anlage. Demgegenüber ist gemäss 

IVHB ein Gebäude (als Oberbegriff) eine ortsfeste Baute, die zum Schutz 

von Menschen, Tieren oder Sachen eine feste Überdachung und in der 

Regel weitere Abschlüsse aufweist (IVHB vom 22. September 2005, 

Anhang 1, Ziff. 2.1 sowie die Erläuterung vom 3. September 2013 zu den 

Ziff. 2.0 und 2.1; beide abrufbar unter: 

https://www.bpuk.ch/bpuk/konkordate/ivhb). Gemäss Rechtsprechung 

und Literatur ist eine Anlage eine technische oder andere Einrichtung, die 

geeignet ist, sich auf Raum und/oder Umwelt auszuwirken 

(STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., Rz. 2.89 m.w.H.; vgl. auch BERNER, a.a.O., 

Rz. 758 ff.). Im Zusammenhang mit der Frage der Baubewilligungspflicht, 

umschreibt das Bundesgericht baubewilligungspflichtige Bauten und 

Anlagen integral als "jene künstlich geschaffenen und auf Dauer 

angelegten Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen 

- 34 -

und geeignet sind, die Vorstellung über die Nutzungsordnung zu 

beeinflussen, sei es, dass sie den Raum äusserlich erheblich verändern, 

die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen" (BGE 139 II 

140 E.5.2; siehe auch bereits die vorstehend Erwägung 4). Nach Art. 7 

Abs. 7 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG, SR 814.01) 

sind Anlagen Bauten, Verkehrswege und andere ortsfeste Einrichtungen 

sowie Terrainveränderungen. Den Anlagen sind Geräte, Maschinen, 

Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge gleichgestellt (GRIFFEL, 

Umweltrecht in a Nutshell, 3. Auf., Zürich/St. Gallen 2023, S. 87). Der 

umweltrechtliche Begriff der Anlage gemäss Art. 7 Abs. 7 Satz 1 USG 

umfasst nach KELLER diejenigen künstlich geschaffenen Einrichtungen, 

die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind die 

Umwelt zu beeinträchtigen. Der umweltrechtliche Anlagenbegriff ist mit 

dem Anlagenbegriff im Zusammenhang mit der Baubewilligungspflicht 

nach Art. 22 Abs. 1 RPG somit nicht ganz identisch (BERNER, a.a.O., 

Rz. 749 f. und WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 22 Rz. 9, je m.H.a. KELLER, 

Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Auf., Zürich 2002, Art. 7 Rz. 38). 

Insofern kann der fragliche Solartracker im Rahmen der Anwendung des 

KRG und des BG zwar nicht als Gebäude (gemäss IVHB) betrachtet 

werden (vgl. Art. 2 Abs. 2 IVHB, Art. 12 Abs. 2 BG und Art. 36 Abs. 2 

KRVO). Aufgrund seiner künstlich geschaffenen Struktur, der festen 

Beziehung zum Boden, seinen Dimensionen und potenziellen 

Auswirkungen auf den Raum und die Umwelt, ist der Solartracker aber als 

(ortsfeste technische) Baute bzw. Anlage im Sinne des KRG zu 

qualifizieren.

6.6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob für den geplanten Solartracker gesetzliche 

Grenzabstände gelten.

6.6.1. In VGU R 11 133 vom 22. Mai 2012 subsumierte das Verwaltungsgericht 

eine auf einer Böschung angebrachte, freistehende Solaranlage unter 

- 35 -

Art. 76 KRG und diese hatte die Grenzabstände für eine Böschung 

einzuhalten, weil die nach aussen wahrnehmbare Abstandswirkung 

dieselbe sei. Einen Gebäudeabstand habe sie aber nicht einzuhalten 

(VGU R 11 133 vom 22. Mai 2012 E.3b). In VGU R 15 21 vom 

29. September 2015 bestätigte das Verwaltungsgericht im Ergebnis einen 

gestützt auf PVG 2007 Nr. 26 ergangenen kommunalen Entscheid, 

wonach Moloks (Niederflurentsorgungsbehälter) keine Hochbauten und 

auch keine Bauten und Anlagen im Sinne von Art. 75 und 76 KRG seien. 

Das Verwaltungsgericht überprüfte aber den konkreten Standort des nur 

1.5 m aus dem Erdreich ragenden Moloks – unter Berücksichtigung der 

umweltschutzrechtlichen Vorgaben – anhand eines kommunalen 

Standortkonzeptes und den Kriterien gemäss PVG 2007 Nr. 26, 

insbesondere einer Alternativstandortprüfung in der unmittelbaren Nähe 

(VGU R 15 21 vom 29. September 2015 E.2a f. und 4a ff. m.H.a. PVG 

2007 Nr. 26 E.5a ff.). In VGU R 22 1 vom 23. November 2022 E.6.5 

erachtete das Verwaltungsgericht eine kommunale Situierungsvorschrift 

bezüglich Besonnung für Bauten und Anlagen mit der Verpflichtung zur 

Einhaltung der Grenzabstände gemäss Zonenschema auf eine 

freistehende Solaranlage als anwendbar und prüfte deren Einhaltung auf 

Basis des kantonalen minimalen Grenzabstandes von 2.5 m. Im Verfahren 

R 22 34 entschied das Verwaltungsgericht, dass eine Luft/Wasser-

Wärmepumpen-Splitanlage in einer Einhausung keine Kleinbaute im 

Sinne der IVHB darstelle, sondern eine technische (ortsfeste) Anlage im 

Sinne der Umweltschutzgesetzgebung bilde (vgl. VGU R 22 34 vom 

13. Juni 2023 E.5.3 f. und 6.7). Dabei ist zu beachten, dass das dort 

anwendbare kommunale Baugesetz in Art. 100 eine Situierungsvorschrift 

für technische Anlagen wie Antennen, Lüftungen und Wärmepumpen 

enthielt. Ausserdem wurde in Art. 23 Abs. 6 des Baugesetzes explizit ein 

Grenzabstand für die Erdsonden von Wärmepumpen statuiert. Nach 

Art. 95 Abs. 1 des erwähnten Baugesetzes gilt für die Errichtung von 

- 36 -

Solaranlagen unter Vorbehalt der Absätze 2 und 3 das übergeordnete 

Recht. Auch wenn die Luft/Wasser-Wärmepumpe (mit nur im minimal 

nötigen Umfang übersteigenden Abmessungen der Einhausung) keine 

baugesetzlichen Abstände einhalten musste, ergaben sich aber Vorgaben 

betreffend die Positionierung dieser Anlage gegenüber der Nachbarschaft 

aus den Vorschriften über den umweltschutzrechtlichen Immissionsschutz 

(VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 E.5.6 und 7.1 ff.).

6.6.2. Der Beschwerdeführer 2 ist insbesondere der Ansicht, dass 

Abstandsvorschriften, ähnlich wie Höhenvorschriften, aufgrund von 

Wortlaut und Gesetzeszweck in der Regel – also in Fällen ohne 

Sondervorschriften – nur für eigentliche Gebäude oder zumindest 

überdachte bauliche Anlagen gelten würden, nicht jedoch für freistehende 

technische Anlagen, wie beispielsweise Mobilfunkmasten. Soweit er sich 

auf die Kommentierung des Urteils des Bundesgerichts 1A.57/2006, 

1P.167/2006 vom 6. September 2006 durch MARTI, in ZBl 108/2007, 

S. 453, 462 beruft, unterschlägt er die weiteren Ausführungen von MARTI, 

wonach aber eventuell die zum Antennenmast gehörende 

Steuerungseinheit (ca. so gross wie ein Doppelschrank) einen 

Grenzabstand (für Kleinbauten) einhalten müsse. Das Bundesgericht 

bestätigte im Übrigen unter Willkürgesichtspunkten einzig die 

Schlussfolgerungen des Verwaltungsgerichts Luzern, dass die kantonalen 

Grenzabstände nach ständiger verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

nur auf Gebäude, Unterniveaubauten und Bauten Anwendung fänden und 

als Baute nur Gebäude und überdachte bauliche Anlagen qualifiziert 

würden. Zudem werde der Immissionsschutz bei der 25 m hohen Antenne 

bereits über die Vorgaben des geltenden Umweltrechts, namentlich der 

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierende Strahlung (NISV; 

SR 814.710), gewährleistet. Das Bundesgericht merkte dazu noch an, 

dass die Antenne in einem Abstand von 5.15 m von der Grenze entfernt 

- 37 -

errichtet werde und sich damit keine Probleme bei der Überbauung auf der 

Nachbarparzelle ergäben (Urteil des Bundesgerichts 1A.57/2006, 

1P.167/2006 vom 6. September 2006 E.7.1 ff.; MARTI, in: ZBl 108/2007, 

S. 453 ff., 458 f. und 462). § 120 des Planungs- und Baugesetzes für den 

Kanton Luzern (PBG-LU, SRL 735) definierte den Grenzabstand vor der 

Anpassung des PBG-LU an die IVHB per 1. Januar 2014 als die kürzeste 

horizontale Entfernung zwischen der Grundstücksgrenze und der 

Fassade. Die §§ 121 ff. PBG-LU regelten die (ordentlichen) 

Grenzabstände unter anderem abhängig von der Bauart der Bauten 

(Massiv- oder Weichbaute; Kleinbaute oder Unterniveaubaute). 

Ausserdem wurde (nur) für Stützmauern, freistehende Mauern und 

Einfriedungen sowie sinngemäss für Böschungen und Aufschüttungen ein 

Grenzabstand verlangt. Sofern Stützmauern, freistehende Mauern und 

blickdichte Einfriedungen mehr als 2 m über das gewachsene Terrain 

hinausragten, waren die Abstandsvorschriften für Bauten massgebend. 

Auch in LGVE 2016 IV Nr. 4 ging das Kantonsgericht Luzern wieder von 

einer an Merkmalen für Gebäude angelehnten Definition für Bauten im 

Sinne des PBG-LU aus. Die fragliche Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 

Aussenhülle und einer Höhe von nur 1.2 m, einer Breite von 1.7 m und 

einer Tiefe von 1.5 m sei angesichts des nicht bezweckten (überdachten) 

Schutzes von Menschen, Tier oder Sachen vor äusseren Einflüssen nicht 

als Baute im Sinne der Abstandsvorschriften, sondern als Anlage zu 

qualifizieren. Allerdings merkte das Kantonsgericht Luzern noch an, dass 

bei einer wesentlich grösseren Pumpe zu prüfen wäre, ob eine solche 

Maschine noch als Anlage qualifiziert werden könnte, oder diese nicht 

vielmehr als Kleinbaute mit der gesetzlichen Folge der 

Abstandsvorschriften zu betrachten wäre (LGVE IV 2016 Nr. 4 E.4.4.1; 

vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau 

WBE.2018.330 vom 3. Dezember 2018 E.3.1 in fine). Mit Urteil 

1C_93/2020 vom 19. Juni 2020 bestätige des Bundesgericht einen 

- 38 -

Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden vom 13. Mai 

2019, welches bei vergleichbarer Definition des Grenzabstandes in 

Art. 144 des dazumal für diese Gemeinde noch gültigen Gesetzes über 

die Raumplanung und das öffentliche Baurecht des Kantons Nidwalden 

vom 24. April 1988 (Baugesetz, BauG) ebenfalls entschieden hatte, dass 

die 25 m hohe Mobilfunkanlage bzw. der Antennenmast zwar eine 

erhebliche Baute und Anlage sei, aber keine Fassade aufweise. Unter 

Annahme einer echten Lücke erkannte das Verwaltungsgericht 

Nidwalden, dass bei baubewilligungspflichtigen Bauten und Anlagen ohne 

Fassaden in analoger Anwendung von Art. 145 Abs. 1 (Satz 1) 2. Satzteil 

BauG ein Grenzabstand von 3 m einzuhalten sei. Dabei handelt es sich 

um den ordentlichen kantonalen Mindestabstand. Weil die geplante 

Mobilfunkantenne einen Abstand von 5.65 m einhielt, wurde die 

Beschwerde in diesem Punkt abgewiesen (Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Nidwalden VA 18 14 vom 13. Mai 2019 E.9.2.1 ff.). Das 

Bundesgericht kam zum Schluss, dass angesichts der 

nachbarschützenden Funktion von Grenzabständen diese nicht nur im 

allgemeinen öffentlichen Interesse lägen, sondern auch die rechtlich 

geschützte Sphäre der Nachbaren umschreibe. Die Vorinstanz habe mit 

ihrer Lückenfüllung diese nachbarschützende Funktion von Grenz- und 

Gebäudeabständen nicht ausgeblendet und somit nicht ausschliesslich 

auf das öffentliche Interesse an der Versorgung mit 

Mobilfunkantennen(dienst-)leistungen abgestellt. Vielmehr habe die 

Vorinstanz auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die 

Mobilfunkanlage in einer Industriezone geplant sei. Diese Nutzungszone 

sei für industrielle Anlagen und gewerbliche Bauten bestimmt, die in 

anderen Zonen nicht gestattet seien und es müsse dort mit vermehrten 

Immissionen gerechnet werden. Der Immissionsschutz sei nicht derselbe 

wie in einer Wohnzone. Diese Erwägungen der Vorinstanz wurden vom 

Bundesgericht nicht als willkürlich beurteilt (Urteil des Bundesgerichts 

- 39 -

1C_93/2020 vom 16. Juni 2020 E.4.3.3). Dies Ausführungen zeigen, dass 

die Schlussfolgerung der Beschwerdeführers 2 in dieser Absolutheit nicht 

zutrifft. Selbst im aktuellsten erwähnten Fall im Kanton Nidwalden, wurde 

eine Abstandsprivilegierung (3 m als ordentlicher kantonaler 

Mindestgrenzabstand anstatt die von den dortigen Beschwerdeführern 

geforderten 40 % der [Fassaden-]Höhe von 25 m = 10 m im Rahmen einer 

Lückenfüllung) davon abhängig gemacht, ob die fragliche Anlage aufgrund 

ihrer Dimensionen eine fassadenähnliche Wirkung zu bewirken vermag. 

Hinzu kam noch die Lage in einer Industriezone, wo mit gebündelten 

Immissionen zu rechnen ist, die Anwendung der Grenzabstände für 

Gebäude infolge der sehr grossen Höhe von Mobilfunkmasten die 

Versorgung mit Mobilfunkdienstleistungen erheblich erschwert würde und 

die Strahlenschutz (abschliessend) in der NISV geregelt wird (Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden VA 18 14 vom 13. Mai 2019 

E.9.2.1 ff.; vgl. auch Urteile des Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz 

III 2021 197 vom 30. März 2022 E.3.2.1 ff. und III 2017 16 vom 28. Juni 

2017 E.7.2 m.H.a. Entscheide der Gerichts- und Verwaltungsbehörden 

des Kantons Schwyz [EGV-SZ] 2004 B 8.6 E.4.3). Wie nachstehend noch 

dargelegt wird, hat der fragliche Solartracker angesichts der Rechtslage 

im Kanton Graubünden, seinen Dimensionen und dem daraus möglichen 

Erscheinungsbild in jedem Fall einen Grenzabstand einzuhalten (siehe 

nachstehende Erwägungen 6.6.3 f.).

6.6.3. Nach Art. 22 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 24 sowie Art. 25 KRG bestimmen die 

Gemeinden in ihren Baugesetzen die Regelbauweise, welche namentlich 

Grenz- und Gebäudeabstände umfassen kann. In Art. 19 Abs. 8 BG wird 

für den Fall, dass das Baugesetz keinen Grenzabstand vorschreibt, in 

generalklauselartiger Weise auf die minimalen kantonalen 

Abstandsvorschriften (Art. 75 ff. KRG) verwiesen. Ausserdem sind die 

Art. 75 ff. KRG als kantonale Bauvorschriften gemäss Art. 107 Abs. 2 

- 40 -

Ziff. 5 (übergangsrechtlich) unmittelbar anwendbar bzw. gemäss Art. 22 

Abs. 3 KRG als übergeordnetes kantonales Recht durch die Gemeinden 

zu berücksichtigen. Gemäss Botschaft der Regierung an den Grossen Rat 

vom 11. Mai 2004 zur Revision des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG-Revision; Heft Nr. 3/2004-2005, S. 257 ff., 

[Botschaft KRG 2004]) wurden unter anderem die Grenzabstände des 

damaligen kantonalen Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 

Zivilgesetzbuch vom 12. Juni 1994 (EGzZGB; BR 210.100) im Sinne eines 

Mindeststandards mehr oder weniger ins KRG überführt (PKG 2013 Nr. 5 

E.4d). Der heute aufgehobene Art. 90 EGzZGB bezog sich gemäss der 

Botschaft KRG 2004 auf alle Hochbauten (vgl. dazu auch PKG 1998 Nr. 6 

Erwägung a und c sowie PVG 1987 Nr. 17 m.H.a. PVG 1983 Nr. 19) und 

somit auch auf andere Bauten und Anlagen. Wie sich aus der damaligen 

Definition des Grenzabstandes (= waagrecht gemessene kürzeste 

Entfernung zwischen der Umfassungswand des zu erstellenden 

Gebäudes und der [Parzellen-]Grenze; siehe Art. 90 Abs. 3 Satz 1 

EGzZGB, aufgehoben per 1. November 2005 sowie auch Art. 37 Abs. 1 

KRVO in der bis am 30. September 2011 geltenden Fassung) bereits 

ergeben habe, betreffe der Hauptanwendungsfall von Art. 90 EGzZGB 

aber fraglos die "Gebäude". Soweit diese Regelungen noch "andere 

Bauten und Anlagen" als Gebäude – wie zum Beispiel Mauern von 

Tiefbauten, welche den Erdboden überragen – im Auge hatten, wurden 

diese, soweit ein gesamtkantonales Interesse an einer Abstandregelung 

bestand, in Art. 78 E-KRG geregelt (Botschaft KRG 2004, S. 345 f. und 

411; vgl. auch Art. 92 Abs. 3 EGzZGB, aufgehoben per 1. November 

2005). Im Übrigen stünde es den Gemeinden gestützt auf Art. 24, 26 

Abs. 3 und Art. 27 Abs. 1 E-KRG (heute Art. 22, Art. 24 Abs. 3 und 25 

Abs. 1 KRG) frei, für zusätzliche Bauten und Anlagen besondere 

Abstandsregelungen zu erlassen. Der Titel von Art. 78 E-KRG lautete 

"Weitere Bauten und Anlagen". Weiter sollte die heute Art. 76 Abs. 2 KRG 

- 41 -

entsprechende Bestimmung den "Grenzabstand bei Vorkehrungen wie 

freistehende Mauern, hinterfütterte Mauern (= Futtermauern; vgl. 

PVG 1987 Nr. 17), Schüttung von Böschungen etc." regeln (vgl. auch PKG 

1998 Nr. 6 Erwägung a und c sowie PVG 1983 Nr. 19 betreffend den 

damaligen Anwendungsbereich von Art. 90 EGzZGB bzw. Art. 114 Abs. 1 

des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 

5. März 1944 [aEGzZGB] generell auf Hochbauten). Die Einhaltung eines 

Grenzabstands bei solchen den Erdboden überragenden Vorkehrungen 

führe in der Praxis immer wieder zu Diskussionen und Rückfragen und bei 

Fehlen einer ausdrücklichen Regelung nicht selten zu gerichtlichen 

Auseinandersetzungen. Als häufig vorkommendes Beispiel werde die 

hinterfüllte Mauer, die sogenannte Futtermauer, ausdrücklich (im Gesetz) 

erwähnt. Nicht unter den Absatz 2 fielen hingegen die eigentlichen 

Stützmauern, d.h. Mauern, die lediglich zur Stützung des natürlichen 

Bodens errichtet werden und die natürliche Bodenoberfläche nicht 

überragten. Diese fielen unter Absatz 3. Mauern mit reinem 

Einfriedungscharakter fielen unter Absatz 4 (Botschaft KRG 2004, S. 347). 

Der heutige Wortlaut von Art. 76 Abs. 1, 2, 4 und 5 KRG unterscheidet sich 

nicht vom Entwurf in Art. 78 E-KRG und wurden anlässlich der 

Detailberatungen im Grossen Rat am 24. August 2004 und 6. Dezember 

2004 (2. Lesung) ohne weitere Diskussion so beschlossen 

(Grossratsprotokoll Augustsession 2004, S. 204 und 348 und 

Grossratsprotokoll Dezembersession 2004, S. 710 und 830). Die nach der 

Aufzählung in der Botschaft mit "etc." bereits offen gehaltene Formulierung 

fand sodann im Gesetz seinen Niederschlag, indem die Aufzählung in 

Art. 76 Abs. 2 KRG infolge des Zusatzes "und dergleichen" nicht 

abschliessend ist. Darin ist auch der Wille des Gesetzgebers erkennbar, 

dass er bewusst nicht alle Begriffe von unter diese Bestimmung fallenden 

Bauten und Anlagen aufnehmen wollte. Eine teleologische Auslegung 

dieser Bestimmung erhellt den Zweck der Norm, für verschiedene, 

- 42 -

vergleichbare Bauten und Anlagen, welche nicht Gebäude i.S. von Art. 75 

KRG sind, einen entsprechenden, kantonalen Minimalgrenzabstand 

festzulegen. Der Begriff "Weitere Bauten und Anlagen" findet sich auch im 

Titel von Art. 76 KRG wieder. Angesichts des Titels, des Wortlautes der 

Bestimmung und der Entstehungsgeschichte ergibt sich somit, dass der 

Gesetzgeber auch für (ortsfeste technische) Bauten bzw. Anlagen mit 

gewichtigen Auswirkungen – namentlich aufgrund ihrer (oberirdisch in 

Erscheinung tretenden) Dimensionen – auf die Nachbargrundstücke ein 

Grenzabstand statuieren wollte. Dabei muss angesichts der ratio legis 

dieser Bestimmung, welche auch nachbarliche Konflikte vermeiden sollte 

(vgl. Botschaft KRG 2004, S. 347), auch die fassadenähnliche bzw. 

bedrückende Wirkung von solchen Vorkehrungen auf die 

Nachbargrundstücke ein zentrales Element darstellen. Dies neben der 

Begründung von Grenzabständen aus Gründen der Sicherheit, der 

Gestaltung des Siedlungs- und Ortsbildes und unter Umständen auch des 

Licht- und Aussichtentzuges. Ein solcher Schutz der Nachbarn ist auch bei 

vergleichbaren (ortsfesten, technischen) Bauten bzw. Anlagen zu 

gewährleisten, weshalb es sich auch hier – unbesehen der in der Botschaft 

erwähnten, den Gemeinden verbleibenden Regelungszuständigkeit für 

besondere Abstandsregelungen – nicht um eine Lücke im Gesetz handelt. 

Dies zumal gemäss Art. 22 Abs. 3 KRG strengere Bestimmungen 

(gegenüber den Regelungen im KRG) vorbehält, soweit es die örtlichen 

Verhältnisse erfordern und das übergeordnete Recht dem nicht 

entgegensteht (vgl. bereits Art. 107 Abs. 2 letzter Satz KRG als 

Übergangsregelung). Das kommunale Baurecht und das (unmittelbar) 

anwendbare kantonale Recht enthält somit insbesondere keine Lücke 

bezüglich der Grenzabstände von (weiteren Bauten und) Anlagen mit 

fassadenähnlichen bzw. als bedrückend zu empfindenden Auswirkungen 

auf die Nachbargrundstücke. Der einzuhaltende Grenzabstand für den als 

(ortsfeste technische) Baute bzw. Anlage i.S. des KRG zu qualifizierenden 

- 43 -

Solartracker (siehe vorstehende Erwägung 6.5) bestimmt sich somit 

anhand von Art. 19 Abs. 8 BG i.V.m. Art. 76 Abs. 2 KRG. VGU R 22 34 

vom 13. Juni 2023 steht diesem Ergebnis nicht entgegen. Zum einen war 

dort primär die Qualifikation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 

Einhausung als Kleinbaute und die Anwendbarkeit von Art. 75 Abs. 1 KRG 

strittig und die Einhausung der zu beurteilenden 

Luft/Wasser-Wärmepumpen-Splitanlage darf namentlich die Masse für die 

Ausseneinheit nur minimal übersteigen (VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 

E.5.2 ff., 6.7 und 7.5). Die Ausseneinheiten von solchen Splitanlagen 

umfassen im Wesentlichen den Verdichter, den Verdampfer sowie einen 

Ventilator und weisen in der Regel im Vergleich zum vorliegend zu 

beurteilenden Solartracker erheblich geringere Dimensionen auf (vgl. auch 

LGVE IV 2016 Nr. 4 E.4.4.1). Hinzu kommt, dass für die Luft/Wasser-

Wärmepumpen-Splitanlage unter umweltschutz- bzw. lärmrechtlichen 

Emissions- bzw. Immissionsgesichtspunkten – auch gegenüber den 

Nachbarn und wie ähnlich wie in den in der vorstehenden Erwägung 6.6.2 

erwähnten Fälle zu Mobilfunkanlagen – eine konkrete 

Standortüberprüfung anhand des Vorsorgeprinzips durchzuführen war 

(VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 E.5.6 und 7.1 ff.). Die Erwägungen 5.5 

f. in VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 setzten sich angesichts der 

erhobenen Rügen allerdings nicht mit allen in Frage kommenden Normen 

des Baugesetzes detailliert auseinander und thematisierten auch nicht die 

Fragestellung nach einer potenziell zu füllenden Lücke. Ausserdem ist 

noch zu bemerken, dass das Verwaltungsgerichts des Kantons Aargaus 

im Urteil WBE.2018.330 vom 3. Dezember 2018 in zutreffender Weise auf 

potenzielle Unterschiede bei der Vergleichbarkeit der gesetzlichen 

Bestimmungen und der dazu ergangenen Rechtsprechung verschiedener 

Kantone hingewiesen hat und zu einem anderen Schluss als das 

Kantonsgericht Luzern betreffend das Abstandserfordernis einer 

Wärmepumpe kam (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargaus 

- 44 -

WBE.2018.330 vom 3. Dezember 2018 E.3.1 m.H.a. LGVE 2016 IV Nr. 4). 

Insofern sind die Erwägungen 5.5 f. in VGU R 22 34 vom 13. Juni 2023 im 

Sinne des vorstehend Ausgeführten zu präzisieren.

6.6.4. Der fragliche, zweiachsig astronomisch nachgeführte Solartracker weist 

die Besonderheit auf, dass sich dessen Silhouette gegenüber den 

Nachbargrundstücken – abhängig von den äusseren Umständen wie etwa 

der Tageszeit bzw. des Sonnenstandes oder dem Wetter – kontinuierlich 

verändern kann. Gemäss den vorliegenden Baugesuchsunterlagen sowie 

dem angefochtenen Entscheid vom 24. November 2022 bewegen sich die 

Solarmodule in der Nacht sowie ab einer Windgeschwindigkeit von 

70 km/h zur Minimierung der Windangriffsfläche in eine waagerechte 

Position über den Mast (bzw. 30° von der Horizontalen bei Schneefall), 

welche sich gemäss dem am 12. Juli 2022 von der Baukommission 

bewilligten Plan (mindestens) ca. 3.4 m über dem Boden bzw. Mastfuss 

befindet (vgl. auch Bg1-act. 5 und 18 sowie und Bf2-act. 6). Gemäss den 

technischen Angaben des Anbieters weist der zweiachsig astronomisch 

nachgeführte Solartracker einen horizontalen Schwenkbereich von 

insgesamt 100° (Horizontalwinkel; Software- und Hardware Limit 50°E bis 

50°W) und eine Elevation (Höhenwinkel) von 15° bis 90° auf (siehe 

https://www.F._____.ch/...). In Anbetracht des mechanischen Aufbaus des 

Solartracker im genannten Plan vom 12. Juli 2022 bedeutet dies, dass die 

zwischen 15 m2 und maximal ca. 20 m2 PV-Modulfläche über den am Mast 

befestigten L-förmigen Träger von der Horizontalposition (90°) bis auf 15° 

(jeweils vom Nadir aus gemessen) mittels Linearantrieben nach unten 

gesenkt werden kann. Am L-förmigen Träger wiederum ist am Ausleger 

ein zweiter Linearantrieb befestigt, welcher das über zwei Drehpunkte am 

Träger befestigte Trägergestelle mit den PV-Modulfläche in einem 

Schwenkbereich von maximal 100° "abkippen" kann. Gemäss dem 

angefochtenen Entscheid vom 24. November 2022 beträgt die maximale 

- 45 -

Höhe (bei vertikaler Ausrichtung und Verkantung auf der Diagonale des 

Rechtecks der PV-Modulfläche) ca. 6.2 m bzw. gemäss dem Plan vom 

12. Juli 2022 ca. 6.5 m bei Berücksichtigung des Trägergestelles (vgl. 

Bg1-act. 9 S. 4 und Bg1-act. 18). Dies bei einer Breite des Trägergestelles 

bzw. der im Plan eingezeichneten PV-Modulfläche von 3.2 bis 3.5 m. 

Wenn man davon ausginge, dass der Solartracker in Nullstellung gegen 

Süden oder Südosten hin installiert würde (= Schwenkbereich von 50° 

nach Osten und 50° nach Westen), ergäbe sich gemäss Plan vom 12. Juli 

2022 für die Ostansicht des Solartracker bei einer weitgehenden 

Schwenkung nach Osten oder Westen vom Grundstück des 

Beschwerdeführers 1 (Parzelle 2428) aus eine sich über den Boden 

erhebende mehrheitlich blickdichten Konstruktion mit einer (auch 

abhängig von der eingestellten Elevation) Höhe von über 6 m und einer 

Breite von jeweils ca. 2.1 m bis 2.5 m nach Norden bzw. Süden vom 

Mittelpunkt des Mastes aus. Angesichts dieser Dimensionen und der auch 

nachbarschützenden Intention von Art. 76 Abs. 2 KRG sind solche 

ortsfeste, technischen Bauten und Anlagen den explizit in Art. 76 Abs. 2 

KRG genannten Vorkehrungen gleichzustellen. Angesichts der 

aktenkundigen maximalen Höhe von gegen 6.5 m, wäre der Solartracker 

an sich um die Mehrhöhe ab 1 m, als über 5 m von der Grenze 

zurückzuversetzen. Allerdings beschränkt Art. 76 Abs. 2 KRG im Sinne 

einer kantonalen Minimalvorschrift für derartige Bauten und Anlagen den 

ordentlichen kantonalen Grenzabstand auf 2.5 m. Soweit der 

Beschwerdeführer 1 von einem Grenzabstand von 3 m gemäss 

Zonenschema in Art. 14 BG ausgeht, betrifft dieser den kleinen 

Grenzabstand in der WZ. Für die Definition wird auf Ziffer 7.1 des 

Anhanges 1 zum BG verwiesen, die wiederum auf derjenigen der IVHB 

basiert. Der so definierte (kleine) Grenzabstand bezieht sich aber 

vornehmlich auf Gebäude (siehe nachstehende Erwägung 6.7.3). Damit 

erweist sich der kleine Grenzabstand für die WZ in E._____ gemäss 

- 46 -

Art. 19 Abs. 1 und 2 BG i.V.m. Art. 14 BG – unter Berücksichtigung der 

Regelung von Art. 19 Abs. 8 BG – für den Grenzabstand des Solartracker 

als nicht einschlägig.

6.7. Es stellt sich die Folgefrage, wie der Grenzabstand bei diesem 

Solartracker mit beweglichen Anlagenteilen zu bestimmen ist bzw. welcher 

Punkt – neben der Parzellengrenze – für die Bemessung des 

Grenzabstandes massgebend ist. 

6.7.1. Der Beschwerdeführer 2 zieht unter Hinweis auf die Erwägungen im 

Bauentscheid der Baukommission vom 12. Juli 2022 eventualiter den 

Vergleich zu einem Baum bzw. dessen Stamm, welcher für die 

Bestimmung des Abstandes zur Parzellengrenze massgeblich sein soll. 

Massgebend sollen also nicht die beweglichen Teile des Solartracker sein, 

sondern die fixe Säule des Solartracker. Die Baukommission hatte am 

12. Juli 2022 dazu ausgeführt, dass von der ortsfesten Säule aus zu 

messen sei, woran die beweglichen Teile des Solartracker befestigt seien. 

Dabei dürften die beweglichen Teile, vorbehältlich einer entsprechenden 

Vereinbarung mit dem betroffenen Nachbarn – die Grundstücksgrenzen 

nicht überragen oder angrenzende Grundstücke überstreichen. Dabei ging 

die Baukommission (fälschlicherweise) von einem einzuhaltenden 

Grenzabstand gemäss Art. 19 Abs. 1 und 2 BG i.V.m. Art. 14 BG (kleiner 

Grenzabstand gemäss Zonenschema für die WZ in E._____) aus (Bg1-

act. 7 S. 2).

6.7.2. Die Beschwerdegegnerin 1 bzw. die Baubehörde stellt sich im 

angefochtenen Entscheid vom 24. November 2022 und im vorliegenden 

Verfahren hingegen auf den Standpunkt, dass eine Messweise analog zu 

derjenigen für den Grenzabstand für Pflanzungen (Art. 96 EGzZGB) etwas 

ausgefallen sei. Ausserdem könne der Solartracker auch nicht als offene 

überdachte Fläche im Sinne von Art. 76 Abs. 1 KRG beurteilt werden, weil 

- 47 -

nur die Standsäule ortsfest angebracht sei. Jedenfalls erweise sich ein 

Grenzabstand wie bei einem Unterstand als unverhältnismässig. Aufgrund 

von Art. 19 Abs. 5 BG dürften die Solarmodule eine Aufdachsolaranlage 

maximal bis auf 1.5 m an die Parzellengrenze reichen. Dies würde 

bedeuten, dass eine mobile (recte wohl bewegliche) PV-Anlage den 

gesetzlichen Grenzabstand zu allen Anlageteilen einhalten müsste, eine 

fix (auf dem Dach) installierte PV-Anlage hingegen nicht. Deshalb sei ein 

Grenzabstand von nicht unter 1.5 m zu fordern. 

6.7.3. Für die weiteren Bauten und Anlagen i.S. von Art. 76 KRG findet sich 

ausser in Art. 76 Abs. 1 und Art. 76 Abs. 3 Satz 1 KRG keine genaue 

Vorgabe, von welchem Punkt aus der Grenzabstand bis zur Parzellen- 

bzw. Grundstücksgrenze zu messen ist. Die Regelungsabsicht hinter 

Art. 76 Abs. 1 KRG war, dass für offene überdeckte Flächen wie 

Fahrzeugunterstände und dergleichen eine Sonderregelung eingeführt 

werden sollte. Solche Unterstände führten in der Praxis häufig zu 

Streitigkeiten und es dränge sich eine besondere Regelung in Bezug auf 

die Bemessung des Grenzabstandes auf. Der Grenzabstand sei von der 

Dachtraufe bzw. dem äussersten Dachrand anstelle der fehlenden 

Umfassungswand zu messen. Der Begriff der Umfassungswand stammte 

aus der damals noch in Art. 77 Abs. 1 und 2 E-KRG enthaltenden 

Definition des Grenz- und Gebäudeabstandes, welche im Rahmen der 

zweiten Lesung dort gestrichen und gestützt auf Art. 25 Abs. 5 KRG 

(vormals Art. 27 Abs. 5 E-KRG) in der bis am 30. September 2011 gültigen 

Fassung von Art. 37 KRVO definiert wurden. Per 1. Oktober 2011 wurden 

diese Definitionen – jedenfalls betreffend das kantonale 

Raumplanungsrecht – im Rahmen der Teilrevision der KRVO zur 

Umsetzung des Beitrittes zu IVHB durch Art. 36 Abs. 2 KRVO abgelöst, 

welche auf die Begrifflichkeiten gemäss IVHB verweist. Bei den in Art. 76 

Abs. 2 KRG exemplarisch genannten Beispiele einer freistehenden 

- 48 -

Mauer, einer Futtermauer oder einer (aufgeschütteten) Böschung ist in der 

Regel klar, dass der Grenzabstand dieser baulichen Vorkehrung vom 

grenznächsten, sich über den natürlichen Boden erhebenden Punkt bis 

zur Parzellengrenze zu messen ist. Gleiches gilt wohl auch für 

Einfriedungen gemäss Art. 76 Abs. 4 KRG. Art. 19 Abs. 5 BG bezieht sich 

rein vom Wortlaut her auf vorspringende Gebäudeteile. Diese werden 

unter Ziff. 3.4 des Anhangs 1 zur IVHB dem 3. Titel "Gebäudeteile" 

zugeordnet. Vorspringende Gebäudeteile ragen höchstens bis zum 

zulässigen Mass (für die Tiefe) über die Fassadenflucht hinaus und dürfen 

– mit Ausnahme der Dachvorsprünge – das zulässige Mass (für die 

Breite), beziehungsweise den zulässigen Anteil bezüglich des 

zugehörigen Fassadenabschnitts, nicht überschreiten. Gemäss Ziff. 7.1 

des Anhangs 1 zur IVHB ist der Grenzabstand die Entfernung zwischen 

der projizierten Fassadenlinie und der Parzellengrenze (siehe auch 

Ziff. 7.1 des Anhanges 1 zum BG). Die projizierte Fassadenlinie (Ziff. 3.3 

des Anhangs 1 zur IVHB unter dem 3. Titel "Gebäudeteile") lässt sich auf 

die Fassadenflucht (Ziff. 3.1 des Anhangs 1 zur IVHB, ebenfalls unter dem 

3. Titel "Gebäudeteile") zurückführen, welche die Mantelfläche, gebildet 

aus den lotrechten Geraden durch die äussersten Punkte des Baukörpers 

über dem massgebenden Terrain bildet. Dabei werden vor- und 

unbedeutend zurückspringende Gebäudeteile nicht berücksichtigt. Die 

Regelung von Art. 19 Abs. 5 BG steht also vornehmlich im 

Zusammenhang mit dem Abstand von Gebäuden zu den 

Parzellengrenzen. Art. 19 Abs. 5 BG verlangt also, dass selbst diese 

abstandsprivilegierten Gebäudeteile in jedem Fall einen Abstand von 

1.5 m zu Parzellengrenzen einzuhalten haben (vgl. auch Art. 75 Abs. 3 

KRG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 KRG bei Anwendung des kantonalen 

Mindestabstandes von 2.5 m). Die Bestimmung der Messpunkte für die 

Beurteilung der Grenzabstände bei Gebäuden bereitet angesichts der 

Definition dieses Begriffes in der Ziff. 7.1 des Anhangs 1 zur IVHB i.V.m. 

- 49 -

Art. 36 Abs. 2 KRVO in der Regel keine Probleme (vgl. vorliegend auch 

Art. 12 Abs. 2, Art. 20 Abs. 1 Ziffer 4 und Art. 81 BG sowie Ziff. 7.1 des 

Anhangs 1 zum BG; Art. 14 Abs. 2 des Musterbaugesetzes für Bündner 

Gemeinden [MuBauG] 2014 und Art. 23 Abs. 2 MuBauG 2020). Aufgrund 

der Definition der projizierten Fassadenlinie, der Fassadenlinie, der 

Fassadenflucht und der vorspringenden Gebäudeteile in den Ziff. 3.1 bis 

3.4 des Anhangs 1 zur IVHB ist neben der Parzellengrenze also die 

Mantelfläche aus den lotrechten Geraden durch die äussersten Punkte 

des Baukörpers über dem massgebenden Terrain der zweite 

Referenzpunkt für den Grenzabstand (vgl. VGU R 21 47 vom 

13. September 2022 E.4.2 sowie die Erläuterung zur IVHB vom 

3. September 2013, S. 5 f. und 15).

6.7.4. Der strittige Solartracker besteht aus einem fixen Mast und daran ist das 

in zwei Achsen bewegliche Trägergestell angebracht, welches die PV-

Module trägt. Der astronomisch nachgeführte Solartacker wird morgens 

seine PV-Module mit der für die Jahreszeit optimalen Elevation maximal 

nach Osten ausrichten (Morgenposition) und im Verlaufe des Tages bis 

zum maximalen Schwenkbereich von 100° nach Westen (Abendposition) 

schwenken. Aufgrund der in der vorstehenden Erwägung 6.6.4 erläuterten 

Mechanik, ist davon auszugehen, dass der Solartracker seine maximale 

horizontale Ausdehnung in alle vier Himmelsrichtungen dann erreichen 

wird, wenn sich die PV-Module in Nacht-/Sturmstellung horizontal über 

dem Mast befinden. Wie in der vorstehenden Erwägung 6.6.3 dargelegt, 

wird für den vorliegend zu beurteilenden Solartracker gestützt auf Art. 76 

Abs. 2 KRG (i.V.m. Art. 19 Abs. 8 BG) ein Grenzabstand verlangt. Die 

Bestimmung der Messpunkte bei den in Art. 76 Abs. 2 KRG exemplarisch 

genannten baulichen Vorkehrung gemäss der vorstehenden 

Erwägung 6.7.3 bereitet in der Regel keine grösseren Probleme. Wie aber 

bei sich vertikal über den natürlichen Boden aufrichtenden und somit 

- 50 -

beispielsweise mit Futtermauern oder aufgeschütteten Böschungen 

vergleichbaren (ortsfesten, technischen) Bauvorhaben mit beweglichen 

Bestandteilen umzugehen ist, antizipierte der Gesetzgeber nicht. Er regelt 

hingegen in Art. 75 Abs. 3 KRG, dass vorspringende Gebäudeteile wie 

etwa Dachvorsprünge oder Vordächer bis zu 1 m in den (von der 

Umfassungswand zu messenden) Grenzabstand hineinragen dürfen, 

sofern der vorspringende Gebäudeteil nach aussen keine 

Umfassungswand bilde. Diese Regelung wurde aus Art. 90 Abs. 4 

EGzZGB übernommen (Botschaft KRG 2004, S. 347). Ausserdem regelt 

der Gesetzgeber in Art. 76 Abs. 1 KRG den Spezialfall von überdachten 

Flächen, denen definitionsgemäss die Umfassungswände fehlen. 

Angesichts des Umstandes, dass es sich bei Solartrackern eher um eine 

neuere Erscheinung handelt (vgl. Amtsbericht des Amtes für Natur und 

Umwelt Graubünden [ANU] vom 7. November 2023, S. 3), liegt es nahe, 

dass der Gesetzgeber im Jahre 2004 die Messweise hinsichtlich des 

Grenzabstandes für solche baulichen Vorkehrungen mit beweglichen 

Bestandteilen nicht im Sinne eine qualifizierten Schweigen mitbeantworten 

wollte und einzig über diesen Teilaspekt des Grenzabstandes die 

Anwendbarkeit von Grenzabständen auf solche baulichen Vorkehrungen 

mit beweglichen Bauteilen mangels deren Messbarkeit verunmöglichen 

wollte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er diese technische 

Entwicklung nicht antizipieren konnte. Lücken können oftmals über den 

Weg der Analogie geschlossen werden, wobei auch die dem Gesetz 

zugrundeliegenden Zielsetzungen und Werte als Massstab heranzuziehen 

sind (vgl. BGE 146 III 426 E.3.1 und 144 IV 97 E.3.1.2).

6.7.5. Der Beschwerdegegnerin 1 steht allgemein in Bereich des 

Raumplanungsrecht und auch im Anwendungsbereich von Art. 33 Abs. 2 

und 3 RPG ein geschützter Beurteilungsspielraum zu, welcher von der 

Rechtsmittelinstanz zu respektieren ist, sofern die Gemeinde in ihrem 

- 51 -

Entscheid übergeordnete, vom Kanton zu wahrende Interessen 

angemessen berücksichtigte, die Entscheide nicht gegen übergeordnetes 

Recht verstossen, in Entscheiden betreffend die Auslegung eines 

unbestimmten Rechtsbegriffes nicht grundlos von Grundsätzen 

abgewichen wird, welche Rechtsprechung und Lehre zur Auslegung 

dieser Begriffe entwickelt haben, sich die Gemeinde nicht von 

unsachlichen, dem Zweck dieser Regelung fremden Erwägungen leiten 

lässt oder die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit 

verletzt hat (vgl. VGU R 23 6 und R 23 7 vom 12. Dezember 2023 E.2.4 

und R 22 10 vom 7. Juni 2022 E.2.1 ff. m.H. BGE 146 II 367 E.3.1.4 und 

145 I 52 E.3.6). Die Autonomie (im Rahmen des übergeordneten Rechts) 

kann sich dabei sowohl auf den Erlass oder Vollzug eigener kommunaler 

Vorschriften beziehen, als auch einen entsprechenden Spielraum bei der 

Anwendung kantonaler oder eidgenössischer Vorschriften eröffnen (vgl. 

BGE 147 I 433 E.4.1, 147 I 136 E.2.1 und 145 I 52 E.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_323/2022 vom 9. Mai 2023 E.7.3). Die 

Beschwerdegegnerin 1 verneinte die analoge Anwendung von Art. 76 

Abs. 1 KRG für überdachte Fläche, weil beim Solartacker nur die 

Standsäule ortsfest sei. Die Anwendung von Grenzabständen für 

Gebäude scheide somit aus (Bg1-act. 9 S. 3). Aufgrund des Vergleiches 

einer Aufdachsolaranlage auf einem Gebäudedach inkl. Dachvorsprung 

(als abstandsprivilegierter vorspringender Gebäudeteil [vgl. Art. 75 Abs. 3 

KRG und Art. 12 Abs. 2, Art. 19 Abs. 5 und Art. 20 Abs. 1 Ziffer 4 BG]) mit 

der beweglichen PV-Modulfläche gelangte sie ausserdem zum Schluss, 

dass ein derart grosser Grenzabstand unverhältnismässig und eine 

entsprechende Differenzierung zwischen einer beweglichen Anlage und 

einer festen (Aufdach-)PV-Anlage eher nicht nachvollziehbar wäre. Die 

Beschwerdegegnerin 1 verlangte schliesslich – vorbehältlich einer 

nachbarschaftlichen Vereinbarung – einen minimalen Grenzabstand von 

1.5 m von den beweglichen Anlagenteilen zu den Grundstücksgrenzen. 

- 52 -

Betreffend die nördliche, in der Landwirtschaftszone gelegenen 

Parzelle 2184 liegt eine Vereinbarung vom 23. Juli 2022 über die 

Unterschreitung des (als minimalen Abstand deklarierten kleinen) 

Grenzabstandes von 3 m (gemäss Art. 14 BG) um 1.75 m inkl. Erlaubnis 

des zeitweisen Überstreichens der gemeinsamen Grenze durch die 

beweglichen Teile der Anlage bei der Drehung in den Akten (Bf2-act. 7). 

Dementsprechend verfügte die Beschwerdegegnerin 1 auflageweise 

unter Ziffer III.2 im angefochtenen Entscheid vom 24. November 2022, 

dass die beweglichen Teile des Solartracker in Ruhestellung (0° von der 

Horizontalen bzw. 90° vom Nadir aus gemessen) bis maximal 1.5 m an die 

Nachbarparzellen ragen dürfen. Ausser eine entsprechende 

nachbarschaftliche Vereinbarung lasse einen kleineren Abstand zu. Vor 

Baubeginn sei der Nachweis zu erbringen, dass der minimale Abstand von 

1.5 m gegenüber der Parzelle 2428 eingehalten werde. Dazu sei ein 

entsprechender Situationsplan zur Genehmigung einzureichen. Wenn der 

Abstand nicht eingehalten werde, sei ein Näherbaurecht erforderlich oder 

eine Verlegung der Standsäule, um den Abstand der beweglichen Teile 

von 1.5 m (in der horizontalen Nacht-/Sturmstellung) von der 

Grundstücksgrenze zu gewährleisten. Insofern versuchte die 

Beschwerdegegnerin 1 einen Ausgleich zwischen den sich 

widerstreitenden Interessen der Nachbarn an einer gewissen Fernhaltung 

von baulichen Vorkehrungen mit Einfluss auf ihre Parzellen und der nicht 

übermässigen Erschwerung der Erstellung einer besonderen Art von 

Solaranlage. In diesem Zusammenhang kann auf Art. 18a Abs. 4 RPG 

hingewiesen werden, welcher eine gese