# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f09c478d-ffaa-5f8b-96d7-6a9af826e88f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-01-25
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 25.01.2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_empfehlung-vom-25jan_2013-01-25.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB  

 

 Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 

 Bern, 25.1.2013 
 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 

armasuisse, 
Eidgenössisches Departement für Verteidigung,  

Bevölkerungsschutz und Sport VBS  
 
 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

 
1. Der Antragsteller (Verein) hat mit E-Mail vom 6. August 2012, gestützt auf das Bundesgesetz 

über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ, SR 152.3), bei 
armasuisse um Zugang zu folgenden amtlichen Dokumenten ersucht: 

− Aktuelle Benützungsvereinbarung in Sachen zivile Mitbenützung des Militärflugplatzes 
Buochs zwischen armasuisse und der zivilen Flugplatzbetreiberin Airport Buochs AG 
(ABAG). 

− Alle dazugehörigen Anhänge und Beilagen. 

2. Mit E-Mail vom 29. August 2012 lehnte armasuisse den Zugang zu den bezeichneten amtlichen 
Dokumenten unter Hinweis auf Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGÖ (freie Meinungs- und Willensbildung 
der Behörde) sowie auf Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ (Berufs-, Geschäfts- oder 
Fabrikationsgeheimnisse) vollumfänglich ab.  

3. Am 17. September 2012 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim 
Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein.  

4. Mit Schreiben vom 18. September 2012 bestätigte der Beauftragte dem Antragsteller den 
Eingang des Schlichtungsantrages. Gleichentags wurde armasuisse aufgefordert, dem 
Beauftragten alle relevanten Dokumente sowie eine ausführliche und detailliert begründete 

 

 

 

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Stellungnahme zur Verweigerung des Zugangs einzureichen.  

5. Nach mehrmaliger erfolgloser Aufforderung zur Einreichung der bezeichneten amtlichen 
Dokumente sowie einer Stellungnahme (E-Mail vom 18.09.2012, Telefon vom 11.12.2012, 
E-Mail vom 11.12.2012) setzte der Beauftragte mit E-Mail vom 14. Januar 2013 eine letzte Frist 
bis zum 21. Januar 2013 zur Einreichung dieser Unterlagen. Auch diese Frist verstrich 
unbenutzt. 

II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

6. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten 
einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt 
oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine 
Stellungnahme abgibt.  

7. Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur aufgrund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.1

8. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ bei armasuisse eingereicht und 
eine ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen 
Gesuchsverfahren ist er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Der 
Schlichtungsantrag wurde formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  

 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, 
die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für 
den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorgehen, 
dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 

9. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens im 
Detail obliegt alleine dem Beauftragten.2

10. Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 
Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 
Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

 

B. Materielle Erwägungen  

11. Trotz mehrmaliger telefonischer und schriftlicher Aufforderung unterliess es armasuisse 
vorliegend, dem Beauftragten die bezeichneten amtlichen Dokumente sowie eine detailliert 
begründete Stellungnahme zur Zugangsverweigerung zukommen zu lassen. Da die Beweislast 
zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs, die durch das Öffentlichkeitsgesetz 
aufgestellt wird, der Behörde obliegt, muss sie beweisen, dass die in Art. 7 – 9 BGÖ 
aufgestellten Ausnahmeklauseln gegeben sind.3

                                                      
1 BBl 2003 2023. 

 Da armasuisse dem Beauftragten gegenüber 

2 BBl 2003 2024. 
3  Urteil des BVGer A-1135/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6 sowie A-3443/2010 vom 18. Oktober 2010 E. 3.1; BBl 2003 

2002. 

 

 

 

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weder die Verweigerung des Zugangs begründet noch das Vorliegen eines 
Ausnahmetatbestandes aus Art. 7 – 9 BGÖ bewiesen hat, wurde zudem die Pflicht der Behörde 
zur Mitwirkung am Schlichtungsverfahren gemäss Art. 12b Abs. 1 der Verordnung über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 152.31) verletzt.  

12. Nach Art. 12 Abs. 1 VBGÖ hat der Beauftragte im Rahmen des Schlichtungsverfahrens 
abzuklären, ob die Behörde das Zugangsgesuch rechtmässig und angemessen bearbeitet hat. 
Ohne Kenntnis der betroffenen amtlichen Dokumente und der detailliert begründeten 
Stellungnahme zur Zugangsverweigerung durch die Behörde kann der Beauftragte dieser 
Verpflichtung nicht nachkommen. Eine Schlichtung fällt damit von vornherein ausser Betracht. 

13. Es ist davon auszugehen, dass die vom Antragsteller verlangten Dokumente 
(Benützungsvereinbarung inklusive Anhänge und Beilagen) Personendaten der Airport Buochs 
AG (ABAG) enthalten. Gemäss Art. 7 Abs. 2 BGÖ wird der Zugang zu amtlichen Dokumenten 
eingeschränkt, aufgeschoben oder verweigert, wenn durch seine Gewährung die Privatsphäre 
Dritter beeinträchtigt werden kann. Ausnahmsweise kann jedoch das öffentliche Interesse 
überwiegen. Dies kann unter anderem dann der Fall sein, wenn die Person, deren Privatsphäre 
durch die Zugänglichmachung beeinträchtigt werden könnte, zu einer dem Öffentlichkeitsgesetz 
unterstehenden Behörde in einer rechtlichen oder faktischen Beziehung steht, aus der ihr 
bedeutende Vorteile erwachsen (Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ).  

14. Es kann zumindest vermutet werden, dass eine solche spezielle Beziehung zwischen der 
Airport Buochs AG (ABAG) und armasuisse besteht. Zudem ist mit einer gewissen 
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Airport Buochs AG (ABAG) als zivile 
Flugplatzhalterin aus dieser Vertragsbeziehung Vorteile erwachsen. Dies liegt bereits deshalb 
nahe, weil der Militärflugplatz Buochs nach wie vor im Infrastrukturbestand des VBS verbleibt 
und somit zumindest teilweise durch den Bund, und damit durch Steuergelder, finanziert wird. 
Im Ergebnis kann somit davon ausgegangen werden, dass ein überwiegendes öffentliches 
Interesse an den verlangten amtlichen Dokumenten bestehen könnte. 

15. Vorliegend kann sich der Beauftragte materiell nicht abschliessend zur Zugangsverweigerung 
durch armasuisse äussern, da er zu keinem Zeitpunkt des Schlichtungsverfahrens im Besitz der 
verlangten amtlichen Dokumente war. Weiter hat er keinerlei Kenntnis über die genauen 
Gründe von armasuisse, die zu einer vollständigen Verweigerung des Zugangs geführt haben. 

16. Abschliessend hat der Beauftragte vorliegend keine andere Möglichkeit, als entsprechend dem 
Grundprinzip des Öffentlichkeitsgesetzes, nämlich der gesetzlichen Vermutung des Zugangs 
mit  Geheimhaltungsvorbehalt, im Zweifel für die Transparenz4

III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragte:  

 und somit zugunsten eines 
Zugangs zu den verlangten amtlichen Dokumenten zu entscheiden. 

17. Armasuisse gewährt dem Antragsteller – unter Vorbehalt allfälliger Ausnahmebestimmungen 
des Öffentlichkeitsgesetzes (insb. Art. 7–9 BGÖ) – Zugang zu den vom ihm verlangten 
amtlichen Dokumenten.  

18. Armasuisse erlässt eine Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), wenn es in Abweichung von Ziffer 17 den Zugang 
nicht gewähren will. Es erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser 

                                                      
4  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, in: Brunner/Mader (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 7 Rz. 4; 

Empfehlung vom 29. August 2008 Ziff. II.B.4, Empfehlung vom 21. Oktober 2010, Ziff. II.B.8. 

 

 

 

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Empfehlung (Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

19. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung bei armasuisse 
den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 VwVG verlangen, wenn er mit der Empfehlung nicht 
einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

20. Die Airport Buochs AG (ABAG) kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung 
bei armasuisse den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 VwVG verlangen, wenn sie mit der 
Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

21. Gegen die Verfügung kann sowohl der Antragsteller als auch die Airport Buochs AG (ABAG) 
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde führen (Art. 16 BGÖ).  

22. Armasuisse stellt dem Beauftragten eine Kopie seiner Verfügung und allfällige Entscheide der 
Beschwerdeinstanzen zu (Art. 13a VBGÖ).  

23. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 
Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 
3 VBGÖ). 

24. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- X 
 

- Airport Buochs AG  
 

- armasuisse 
3003 Bern 
 

 
 
 
Jean-Philippe Walter 
 

 
 
 

	I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte: