# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe44f593-1804-5a11-b760-ea6fcc1b6446
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.07.2021 200 2021 360
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-360_2021-07-13.pdf

## Full Text

200 21 360 UV
KNB/ISD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juli 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1995 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war seit November 2016 bei der B.________ in … als … angestellt und 
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert. Gemäss der "Bagatel-
lunfall-Meldung UVG" vom 3. Juli 2018 (Akten der Suva, Antwortbeilage 
[AB] 1) zog sich die Versicherte bei einem Sturz mit dem Motorrad am 
1. Juli 2018 unter anderem eine Zerrung am linken Oberarm zu. Die Suva 
anerkannte für dieses Ereignis ihre Leistungspflicht und erbrachte die ge-
setzlichen Versicherungsleistungen (vgl. AB 2-4). Der Fall wurde in der 
Folge formlos abgeschlossen.

Am 6. Juli 2020 zeigte die Versicherte der Suva an, dass sie sich wieder in 
ärztlicher Behandlung befinde (AB 6). In der Folge traf die Suva medizini-
sche Abklärungen, namentlich holte sie zwei kreisärztliche Beurteilungen 
ein (vgl. AB 16, 24), und verneinte mit formlosen Schreiben vom 24. Juli 
2020 (AB 19) und vom 31. Juli 2020 (AB 25) ihre Leistungspflicht, da kein 
sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Er-
eignis vom 1. Juli 2018 und den ab April 2020 geltend gemachten Schul-
terbeschwerden bestehe. Nachdem die Versicherte eine einsprachefähige 
Verfügung verlangt hatte (AB 29), hielt die Suva nach Einholung einer wei-
teren ärztlichen Beurteilung ihres Agenturärztlichen Dienstes (AB 34) mit 
Verfügung vom 26. Oktober 2020 (AB 37) an ihrer Beurteilung fest und 
verneinte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem geltend ge-
machten Rückfall zum Ereignis vom 1. Juli 2018. Die dagegen erhobene 
Einsprache (AB 40) wies die Suva, nach Einholung einer orthopädisch-
chirurgischen Beurteilung ihres Kompetenzzentrums für Versicherungsme-
dizin (AB 43) und Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. AB 44 f.), mit 
Einspracheentscheid vom 19. April 2021 (AB 47) ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 14. Mai 2021 Beschwer-
de und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspra-
cheentscheids sowie die Übernahme der Behandlungskosten ab April 2020 
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1. Juli 2018.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2021 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. April 
2021 (AB 47). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 4

hang mit den am 6. Juli 2020 als Rückfall zum Ereignis vom 1. Juli 2018 
gemeldeten Beschwerden an der linken Schulter (AB 6).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch 
bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnüt-
zung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a), Verren-
kungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), 
Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), Trommel-
fellverletzungen (lit. h).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 5

hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

2.2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 
S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55).

2.4 Die Versicherungsleistungen werden grundsätzlich auch für Rück-
fälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 Teilsatz 1 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Bei 
einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeint-
lich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher-
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht 
man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 6

sche oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearte-
ten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254, 118 V 293 
E. 2c S. 296).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen 
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi-
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der Unfallversiche-
rer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall 
oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV 
Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfol-
gen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen 
Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem 
Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Be-
einträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus 
(SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des BGer vom 19. Dezem-
ber 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

3.

3.1 Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin am 1. Juli 
2018 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und da-
nach unter anderem unfallkausale Beschwerden an der linken Schulter 
aufgetreten sind (AB 1). Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entspre-
chende Versicherungsleistungen erbracht (vgl. AB 2 f.).

Streitig ist, ob es sich bei den von der Beschwerdeführerin am 6. Juli 2020 
geltend gemachten Beschwerden an der linken Schulter um einen Rückfall 
bezüglich des Unfalls vom 1. Juli 2018 im Sinne von Art. 11 UVV handelt 
(vgl. E. 2.4 hiervor). Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die geklagten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 7

Beschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum besagten 
Unfall stehen. Den medizinischen Unterlagen ist diesbezüglich im Wesent-
lichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 1. Juli 2020 (AB 14) diagnostizierten die Dres. med. 
C.________ und D.________, beide Fachärzte für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein posttraumatisches suba-
cromiales Impingement-Syndrom der linken Schulter nach einem Sturz am 
1. Juli 2018. Radiologisch hätte bereits vor eineinhalb Jahren mittels Ar-
thro-MRI vom 16. November 2018 (vgl. dazu AB 11) eine strukturelle Läsi-
on ausgeschlossen werden können. Klinisch zeige sich aktuell ein post-
traumatisches Impingement-Syndrom mit typischen klinischen und ana-
mnestischen Befunden. 

3.1.2 Der Kreisarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in der Beurtei-
lung vom 23. Juli 2020 (AB 16) fest, die ab April 2020 geltend gemachten 
Beschwerden an der linken Schulter seien nicht mindestens mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1. Juli 2018 zurückzu-
führen. Im Jahr 2018 seien keine richtunggebenden strukturellen Läsionen 
objektiviert worden. Es handle sich somit um eine vorübergehende Ver-
schlimmerung, die nach drei bis vier Monaten ausgeheilt gewesen sei. 

In einer weiteren Beurteilung vom 31. Juli 2020 (AB 24) führte der Kreisarzt 
Dr. med. E.________ aus, hinsichtlich des Motorradsturzes vom 1. Juli 
2018 hätten die MRI-Untersuchungen des linken Schultergelenks und des 
linken Ellbogens vom 16. bzw. 19. November 2018 keine richtunggebende 
strukturelle Unfallfolge ergeben. Es hätten sich völlig unauffällige Weichteil- 
und knöcherne Verhältnisse an beiden Gelenken gezeigt. Insbesondere 
habe offensichtlich die Bursa subacromiales keinen Schaden genommen, 
da hier eine Kontrastmittel- oder Flüssigkeitsanreicherung nicht nachweis-
bar gewesen sei. Es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
angenommen werden, dass das im Juni 2020, also circa zwei Jahre nach 
dem Ereignis, diagnostizierte Impingement-Syndrom unfallkausal zum Er-
eignis vom 1. Juli 2018 sei. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 8

3.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt 
im Bericht vom 10. August 2020 (AB 28/1) fest, die Beschwerdeführerin sei 
seit dem Unfall vom 1. Juli 2018 betreffend die linke Schulter nie be-
schwerdefrei gewesen. Bei glücklicherweise fehlenden strukturellen Läsio-
nen im MRI vom 16. November 2018 seien die Beschwerden seither mittels 
Physiotherapie und später Osteopathie behandelt worden, wobei aus den 
Krankenakten nicht hervorgehe, ob diese Behandlungen über die Unfall-
versicherung oder die Krankenversicherung abgerechnet worden seien. Bei 
persistierenden Beschwerden habe nun im Juni 2020 ein orthopädisches 
Konsilium stattgefunden mit der Diagnose eines posttraumatischen suba-
cromialen Impingements und Behandlung mittels Infiltration mit Kenacort. 

3.1.4 Die Dres. med. C.________ und D.________ erweiterten im Bericht 
vom 31. August 2020 (AB 32) ihre Diagnose auf eine posttraumatisch de-
kompensierte multidirektionale Hyperlaxität mit sekundärem subacromialen 
Impingementsyndrom der linken Schulter nach einem Sturz am 1. Juli 
2018. Leider habe die subacromiale Infiltration nicht den gewünschten Er-
folg gebracht. Zu Grunde liegend sei bei der Pathologie eine seit Geburt 
bestehende, beidseitige, multidirektionale Hyperlaxität, wobei die Be-
schwerdeführerin auf der Gegenseite (rechts) keine Beschwerden habe. 
Auslösend für die Schmerzen sei somit mit mindestens überwiegender 
Wahrscheinlichkeit der Unfall, worauf die Beschwerdeführerin die Schulter 
nie mehr richtig zu stabilisieren vermochte. Die Problematik sei daher abso-
lut kausal zum Unfall vom 1. Juli 2018. Bei fehlender struktureller Läsion 
könne operativ keine Hilfe geboten werden. Es werde daher eine Fort-
führung der Physiotherapie empfohlen. Verlaufskontrollen seien keine ver-
einbart worden.

3.1.5 Der Kreisarzt Dr. med. E.________ hielt in der ärztlichen Beurtei-
lung vom 21. Oktober 2020 (AB 34) unter Bezugnahme auf seine frühere 
Beurteilung vom 31. Juli 2020 (AB 24) fest, es lägen keine richtunggeben-
den strukturellen Unfallfolgen aus dem Ereignis vom 1. Juli 2018 vor. Es 
handle sich somit um eine vorübergehende Verschlimmerung in Form einer 
Schulterkontusion/-Distorsion. Eine solche heile innerhalb von drei bis vier 
Monaten aus. Möglicherweise sei nach dem Ereignis vom 1. Juli 2018 eine 
bis dahin symptomlose multidirektionale Instabilität des linken Schulterge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 9

lenks zu Tage getreten, jedoch sei diese durch dieses Ereignis nicht her-
vorgerufen worden und auch eine richtunggebende Verschlimmerung sei 
aufgrund des Fehlens richtunggebender struktureller Unfallfolgen nicht 
überwiegend wahrscheinlich. Die multidirektionale Instabilität bestehe an 
beiden Schultergelenken und sei angeboren.

3.1.6 Die Ärzte vom Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin der 
Beschwerdegegnerin, PD Dr. med. G.________ und Dr. med. H.________, 
beide Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates, hielten in der orthopädisch-chirurgischen Beurteilung 
vom 8. März 2021 (AB 43) fest, dass das Vorliegen eines symptomatischen 
Impingementsyndroms trotz positiver klinischer Tests der behandelnden 
Ärzte bei einem negativen Infiltrationsergebnis unwahrscheinlich sei. Be-
treffend die neu festgehaltene Instabilität der linken Schulter würden Betrof-
fene typischerweise über ein Unsicherheitsgefühl bei speziellen Bewegun-
gen oder Haltungen klagen und nicht – wie die Beschwerdeführerin – über 
nächtliche Schmerzen. Auch in den Krankengeschichte-Einträgen fänden 
sich keine Hinweise, dass die Beschwerdeführerin an einer instabilen 
Schulter leiden würde. Im Kontext der fehlenden klinischen Instabilitätstests 
und fehlenden anamnestischen Hinweisen könne nicht schlüssig nachvoll-
zogen werden, warum die Beschwerdeführerin gemäss Angaben der 
Dres. med. C.________ und D.________ seit dem Unfall die Schulter nie 
mehr richtig zu stabilisieren vermochte. Zusammenfassend seien durch das 
als Bagatellunfall gemeldete Ereignis vom 1. Juli 2018 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit keine strukturellen Verletzungen eingetreten, wie dies 
auch von Dr. med. F.________ bestätigt werde. Zum Zeitpunkt der mit 
dessen Zeugnis vom 16. Juli 2020 für den 7. April 2020, also 21 Monate 
später, angegebenen Erstbehandlung hätten mit weit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolgen bestanden. Damit seien die von der 
Beschwerdeführerin rückfallweise ab April 2020 geltend gemachten Schul-
terbeschwerden links mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den 
Unfall vom 1. Juli 2018 zurückzuführen.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 10

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer 
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 
Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern 
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 
Person in den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Urteilt 
das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die 
aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an 
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 
58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 11

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat in medizinischer Hinsicht im angefoch-
tenen Einspracheentscheid vom 19. April 2021 (AB 47) massgeblich auf die 
orthopädisch-chirurgische Beurteilung ihrer Ärzte PD Dr. med. G.________ 
und Dr. med. H.________ vom 8. März 2021 (AB 43) abgestellt. Diese Be-
urteilung erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines versicherungsinternen medizinischen Berichts gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Dabei ist insbesondere 
nicht zu beanstanden, dass die Ärzte im Rahmen der orthopädisch-
chirurgischen Beurteilung vom 8. März 2021 (AB 43) nicht zusätzlich eine 
persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vornahmen, da sie sich 
auf die umfassenden medizinischen Akten inklusive der bildgebenden Ab-
klärungen stützen konnten (vgl. etwa AB 43/1-4), womit vorliegend die Vor-
aussetzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt sind. Insbe-
sondere sind Anamnese, Verlauf und die bildgebenden Abklärungen aus-
führlich in den Akten dokumentiert. Hinzu kommt, dass sowohl Kreisärzte 
wie auch die Fachärzte des Kompetenzzentrums für Versicherungsmedizin 
der Beschwerdegegnerin nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung als 
Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin ausschliesslich Unfallpatienten, 
Körperschädigungen im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG (früher: unfallähnliche 
Körperschädigungen gemäss Art. 9 Abs. 2 aUVV) und Berufskrankheiten 
diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, sodass sie über be-
sonders ausgeprägte spezifische Fachkenntnisse und Erfahrungen verfü-
gen (vgl. Entscheid des BGer vom 14. April 2020, 8C_59/2020, E. 5.2 mit 
Hinweisen). Die Beurteilung ist schliesslich in sich schlüssig und überzeu-
gend.

3.3.2 PD Dr. med. G.________ und Dr. med. H.________ haben sich in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den von der Beschwer-
deführerin geklagten gesundheitlichen Einschränkungen auseinanderge-
setzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf die bildge-
benden Untersuchungen der linken Schulter vom 16. November 2018 
(AB 11) und des linken Ellbogens vom 19. November 2018 (AB 12), die 
verschiedenen Berichte der behandelnden Ärzte (vgl. AB 14 f., 28, 32) so-
wie die versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Kreisarzt Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 12

E.________ vom 31. Juli 2020 (AB 24) und vom 21. Oktober 2020 (AB 34) 
getroffen. Dabei haben sie unter Bezugnahme auf die Anamnese bzw. die 
Schilderung des Ereignisses vom 1. Juli 2018, die klinischen Befunde und 
die Bildgebung nachvollziehbar begründet dargelegt, dass anlässlich des 
besagten Ereignisses mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine struktu-
rellen Veränderungen der linken Schulter eingetreten sind. Die initialen, 
lediglich konservativ mittels Physiotherapie und Osteopathie behandelten 
Unfallfolgen haben demnach bloss eine vorübergehende, jedoch keine rich-
tunggebende Verschlimmerung des Gesundheitszustandes begründet (vgl. 
auch AB 34/2). Dabei ist vorliegend (Frage eines Rückfalls im Jahr 2020) 
nicht entscheidend, ob die gesundheitliche Beeinträchtigung bereits nach 
drei bis vier Monaten ausgeheilt war, wie dies Kreisarzt Dr. med. 
E.________ anhand von Erfahrungswerten annahm (vgl. AB 16/1, 34/2), 
sondern vielmehr, dass nach der überzeugenden Einschätzung von PD 
Dr. med. G.________ und Dr. med. H.________ zumindest die rund 
21 Monate nach dem Unfallereignis ab April 2020 (wiederum) geltend ge-
machten Beschwerden an der linken Schulter mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfaller-
eignis stehen. Hiermit ist gleichsam der Nachweis dafür erbracht, dass un-
abhängig davon, ob es sich bei den von der Beschwerdeführerin geklagten 
Schulterbeschwerden um eine Listenverletzung (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG) 
handelt, der geltend gemachte Gesundheitsschaden vorwiegend auf Ab-
nützung respektive Erkrankung zurückzuführen ist. Ein anderweitiges initia-
les Ereignis nach jenem vom 1. Juli 2018 wird von der Beschwerdeführerin 
nicht geltend gemacht und ist aus den Akten auch nicht ersichtlich. Folglich 
fällt eine Leistungspflicht für den gemeldeten Rückfall bei fehlendem natür-
lichem Kausalzusammenhang sowohl unter dem Titel eines Unfalls (Art. 6 
Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG) als auch aus unfallähnlicher Körperschädi-
gung ausser Betracht (vgl. BGE 146 V 51 E. 9.2 S. 71). 

3.3.3 Soweit die Beschwerdeführerin demgegenüber – im Wesentlichen 
unter Bezugnahme auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte (vgl. zur 
beweisrechtlichen Bedeutung der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung 
von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3) Dres. med. C.________ und 
D.________ vom 31. August 2020 (AB 32) – das Bestehen eines unfall-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 13

kausalen Gesundheitsschadens damit begründet, dass sie bis zum Zeit-
punkt des Ereignisses vom 1. Juli 2018 nie Probleme mit der betreffenden 
Schulter gehabt habe, vermag dies keine Unfallkausalität zu begründen. 
Denn beweisrechtlich gilt eine gesundheitliche Schädigung nicht schon 
dann als durch den Unfall verursacht, wenn sie nach diesem aufgetreten ist 
(vgl. zur Unzulässigkeit der Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc": 
vgl. BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). 
Ebenso lässt sich aus dem Umstand, dass ein allfälliger stummer, unfall-
fremder Vorzustand erst nach einem Unfallereignis symptomatisch wird, 
nicht auf einen unfallbedingten, anspruchsbegründenden Kausalzusam-
menhang schliessen (Entscheid des BGer vom 29. Mai 2020, 
8C_241/2020, E. 6.1), was auch im Kontext eines streitigen Rückfalls zu 
gelten hat. Hinsichtlich der abweichenden (diagnostischen) Einschätzung 
der behandelnden Ärzte legten PD Dr. med. G.________ und Dr. med. 
H.________ zudem schlüssig begründet dar, dass einerseits ein Impinge-
mentsyndrom bei einem negativen Infiltrationsergebnis unwahrscheinlich 
sei und andererseits die von den behandelnden Ärzten gestützt auf die 
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin behauptete eingeschränkte 
Möglichkeit zur Stabilisierung der linken Schulter bei fehlenden klinischen 
und anamnestischen Hinweisen für eine Instabilität der Schulter nicht 
nachvollzogen werden könne (vgl. AB 43/6), was überzeugt. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass gestützt auf die beweiskräf-
tige Aktenbeurteilung der Versicherungsmediziner PD Dr. med. 
G.________ und Dr. med. H.________ vom 8. März 2021 (AB 43) zwi-
schen dem Ereignis vom 1. Juli 2018 und den von der Beschwerdeführerin 
rückfallweise ab April 2020 geltend gemachten Beschwerden an der linken 
Schulter nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dem-
nach hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 19. April 2021 (AB 47) ihre Leistungspflicht für die ab April 2020 gel-
tend gemachten Schulterbeschwerden zu Recht verneint. Die Beschwerde 
ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, UV/21/360, Seite 14

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.