# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 283fd1d9-7cff-537c-8bf0-1fec3dada46a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 09.12.2010 R 2010 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-79_2010-12-09.pdf

## Full Text

R 10 79

5. Kammer 

URTEIL
vom 9. Dezember 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Korrektion

1. Die vom … nach … führende …strasse quert beim Dorfeingang von … das 

Trassee der Rhätischen Bahn. Aufgrund des ausgewiesenen Bedürfnisses, 

die Kreuzung zwischen Bahn und Strasse zu entflechten, wurden 2008 

verschiedene Varianten für diese Verkehrsentflechtung untersucht. Dabei 

zeigte sich, dass eine Lösung mit Führung der RhB über die …strasse 

unmittelbar östlich des Bahnhofs … vorteilhafter ist als Varianten, die die 

Kantonsstrasse westlich und in grösserer Entfernung vom heutigen Trassee 

überqueren. Für diese Bestvariante wurde im März 2009 ein Vorprojekt 

ausgearbeitet, später das Auflageprojekt. Das Projekt beinhaltet die neue 

Kantonsstrasse mit Unterquerung der RhB vom … bis zur …strasse in ... 

Gestützt darauf beschloss die Gemeinde, zwischen dem …weg und der 

neuen Strassenführung die neue …strasse sowie im Trassee der heutigen 

Kantonsstrasse eine kombinierte Fussgänger-/Fahrradunterführung zu 

bauen.

Vom 5. Oktober bis 5. November 2009 lag das – kantonale - Auflageprojekt 

für die Korrektion der …strasse, Teilstrecke …-…, Abschnitt RhB-

Unterführung …, Kilometer 1.06 bis Kilometer 1.38, dargestellt in den Plänen 

vom September 2009 sowie im Planausschnitt vom Mai 2010, öffentlich auf. 

Vom 2. bis 22. Oktober 2009 lagen das – kommunale - Baugesuch der 

Gemeinde … betreffend Erstellung der Fussgänger- und Velounterführung, 

…strasse und …strasse, …, sowie das – kommunale - Baugesuch betreffend 

den Neubau der …strasse, …, öffentlich auf. Am 14., mitgeteilt am 18. Juni 

2010, genehmigte die Regierung des Kantons Graubünden das aufgrund der 

Einsprachen und Stellungnahmen geänderte Auflageprojekt für die Korrektion 

der …strasse, Teilstrecke …-…, Abschnitt RhB-Unterführung …, Kilometer 

1.06 bis Kilometer 1.38, dargestellt in den Plänen vom September 2009 sowie 

im Planausschnitt vom Mai 2010, unter Auflagen und spezialrechtlichen 

Bewilligungen und wies unter anderem die von … sowie … dagegen erhobene 

Einsprache im Sinne der Erwägungen ab. 

2. Dagegen erhoben … und … am 17. August 2010 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid 

aufzuheben und das aufgelegte Projekt RhB-Bahnunterführung inklusive 

Verlegung der Kantonsstrasse nicht zu genehmigen. Der angefochtene 

Entscheid missachte die formelle und materielle 

Verfahrenskoordinationspflicht. Weil die vorliegenden Projekte mit zwei 

Unterführungen bezüglich der Verkehrsführung zu wesentlichen 

Veränderungen gegenüber der heutigen Situation führten, seien sie zu 

koordinieren und könnten nicht in Einzelprojekten direkt im 

Baubewilligungsverfahren umgesetzt werden. Es müsse eine Gesamtplanung 

erfolgen. Dies sei eine Nutzungsplanung. Art. 1 Abs. 3 des kantonalen 

Strassengesetzes (StrG) lasse die sich aus Art. 1 und 2 des eidgenössischen 

Raumplanungsgesetzes (RPG) ergebende Verfahrenskoordinationspflicht 

nicht entfallen. Durch das Vorgehen werde Bundesrecht verletzt. Die 

Abstimmung der kommunalen und kantonalen raumwirksamen Aufgaben 

habe nicht stattgefunden. Irgendwelche Kontakte zwischen Gemeinde, dem 

Tiefbauamt und der RhB genügten nicht. Es werde der Beizug eines 

unabhängigen Verkehrsplaners zur Erstellung eines 

Gesamtentwicklungskonzeptes Verkehr beantragt. Es gebe kein öffentliches 

Interesse für den Bau zweier Bahnunterführungen und der Trennung des 

motorisierten vom anderen Verkehr. Es sei nicht nötig eine neue, viel längere 

Streckenführung zu erstellen (Mehrdistanzen, Landverlust). Es sei 

ungerechtfertigt, die Zufahrt zum Dorf so zu verbreitern, wenn ab Dorfeingang 

die Strassenbreite wieder wesentlich geringer werde. Es sei unglaubhaft, dass 

eine einzige Unterführung im bisherigen Strassenzug teurer wäre als die 

geplanten beiden Unterführungen. Auch die geplante Zufahrt in die …strasse 

sei unnötig. Das Quartier sei über den …weg erschlossen. Es sei 

unverhältnismässig, Parzelle 1248 entzweizuschneiden, zudem ohne 

landwirtschaftliche Zufahrt. Die Zufahrtsregelung hätte bereits Teil der 

Gesamtplanung bilden sollen. Beim Kindergarten ergäben sich Gefährdungen 

und Verkehrsprobleme. Würde die Unterführung im Bereich der heutigen 

Strassenführung erstellt, könnte dies vermieden werden. Die Tempo-30-Zone 

könnte schon vor Unterführungsbeginn angeordnet und der Verkehr auf einer 

geraden Strecke beruhigt werden. Hier gehe es ohnehin in erster Linie um 

den Komfort und nicht um eine notwendige Projektierung. Deshalb sei eine 

Notwendigkeit des Bauvorhabens infolge gelegentlicher Wartezeiten nicht 

gegeben. Auch wegen der finanziellen Beteiligung des Bundes sei das 

Bauvorhaben nicht notwendig. Den erheblichen Kosten in Millionenhöhe 

stehe kein adäquater Nutzen gegenüber. Es gebe nur zusätzliche 

Immissionen und Kulturlandverlust. Würde eine Unterführung auf der 

bisherigen Strassenführung erstellt, könnte dagegen von einem geeigneten 

Mitteleinsatz gesprochen werden. Die gewählte Variante sei nicht eingehend 

fachlich abgeklärt worden. Man habe keine Machbarkeitsstudie für die 

naheliegendste Variante einer Unterführung an der heutigen 

Bahnüberquerung erstellt. Die Behauptung, auf der bestehenden 

Linienführung sei eine Unterführung technisch nicht möglich, sei nicht belegt. 

Diese Variante würde keine privaten Grundstücke tangieren, nur Gemeinde- 

und Kantonsland. Es müsste kein Landwirtschaftsland verbaut werden. Die 

Bushaltestellen liessen sich problemlos versetzen. Auch bei der beantragten 

Variante müsse der Mühlbach unterquert werden. Es stimme nicht, dass eine 

Unterführung am heutigen Standort das bestehende Niveau erst im Bereich 

des …weges wieder erreichte und es stimme auch nicht, dass mit einer 

Bahnhofsunterführung die Parkplätze, der …weg und die …strasse nicht mehr 

direkt erreichbar seien. Es werde ein Fachgutachten bezüglich der 

Zweckmässigkeit einer einzigen Unterführung unter Beibehaltung der 

heutigen Linienführung beantragt. 

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. Die Projekte seien gleichzeitig publiziert worden. Zudem 

müssten sie nur mit der kantonalen Richtplanung abgestimmt werden. Im 

GEP der Gemeinde habe eine kantonale Strasse hinweisenden Charakter. 

Eine Abstimmung mit der kommunalen Nutzungsplanung sei nicht 

vorgesehen. Es gälten Art. 19 ff. StrG. Die Varianten seien in enger 

Zusammenarbeit studiert worden. Das gewählte Projekt sei das beste. Würde 

das kantonale Projekt nicht realisiert, würde auch die kommunale 

Unterführung hinfällig. Hingegen würde die neue …strasse, mangels 

Kantonsstrasse, bis zur heutigen Strassenführung der Kantonsstrasse, 

erstellt (Vollausbau). Weil der heutige Übergang nicht mehr genüge, habe 

man schon 2008 mit der RhB die Realisierung einer Unterführung erörtert. 

Alsdann habe man die Machbarkeitsstudie ausgearbeitet. Dann habe man die 

Bevölkerung informiert und am 3. Dezember 2009 abgestimmt. Der Beizug 

eines weiteren Verkehrsplaners wäre eine Farce. Die Entflechtung 

Bahn/Strasse sei im öffentlichen Interesse. Der private und der öffentliche 

Verkehr würden behindert. Auch die öffentlichen Dienste würden 

eingeschränkt. Die Gemeindeversammlung habe sich eindeutig für das 

vorliegende Gesamtkonzept ausgesprochen. Das nun vorliegende Projekt 

benötige im Vergleich zu einem Vollausbau der …strasse nur unwesentlich 

mehr Land. Der Eingriff ins Ortsbild sei verhältnismässig. Bereits westlich des 

Kindergartens bleibe die Linienführung der Kantonsstrasse unverändert. Es 

ändere sich nichts. Im Bereich des Kindergartens gelte bereits heute Tempo 

30. Die Tempo-30-Zone werde auf die Südseite der RhB-Unterführung 

ausgedehnt. Die drei unbewachten Bahnübergänge auf …gebiet würden 

2010 mit Schranken versehen. Die Gemeinde … sei dannzumal nur noch über 

… barrierenfrei erreichbar. Die Barrierenschliesszeiten würden sich in Zukunft 

zwangsläufig erhöhen. Das Dorf werde dann 20-30 min pro Stunde 

abgeschnitten sein. Die Variante Unterführung auf dem bisherigen Trasse sei 

eingehend geprüft und aus verkehrstechnischen Gründen verworfen worden. 

4. Die Regierung beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung 

brachte sie im Wesentlichen die gleichen Argumente wie die Gemeinde vor.

5. Die RhB beantragte in ihrer Vernehmlassung ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Die Bahnlinie ins … 

sei eine der am stärksten frequentierten Linien der RhB. Es verkehrten im 

Grundangebot sechs Reisezüge pro Stunde und zusätzlich weitere Züge. Mit 

der geplanten Einführung eines 1/2-Stundentaktes solle das Grundangebot 

auf acht oder 10 Reisezüge pro Stunde gesteigert werden. Dies führe zu 

unerträglich langen Schliesszeiten der Schrankenanlage. Das Restrisiko 

schwerer Unfälle auf dem Bahnübergang wachse mit zunehmendem Verkehr. 

Das Bauvorhaben sei breit abgestützt, koordiniert und verhältnismässig sowie 

im öffentlichen Interesse. 

6. Am 23., mitgeteilt am 27. September 2010, wies die Baukommission der 

Gemeinde … die gegen den Neubau der …strasse gerichtete Einsprache von 

… und … ab, soweit sich diese gegen den ausserhalb der Bauzone gelegenen 

Teil der …strasse richte und erteilte - gestützt auf die Zustimmung des Amtes 

für Raumentwicklung vom 14. September 2010 - die BAB-Bewilligung für den 

Neubau der …strasse unter Bedingungen und Auflagen. Der Entscheid 

erwuchs in Rechtskraft.

7. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien, soweit sie nicht 

überhaupt auf eine Stellungnahme verzichteten, an ihren Standpunkten fest, 

ohne wesentliche neue Gesichtspunkte aufzuzeigen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Zu den Sondernutzungsplänen im Sinne von Art. 14 RPG zählen u.a. auch 

projektbezogene Spezialpläne etwa über die Errichtung von Strassen (vgl. 

Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, 2006, Art. 14 N. 13). Das 

Auflageprojekt für eine Kantonsstrasse nach kantonalem Strassengesetz 

bildet daher einen Sondernutzungsplan im Sinne von Art. 14 RPG. Dazu ist 

zunächst in materieller Hinsicht festzuhalten, dass dem Verwaltungsgericht 

bei der Überprüfung von Sondernutzungsplänen aufgrund von Art. 33 RPG 

eine uneingeschränkte Kognitionsbefugnis zusteht. Das Verwaltungsgericht 

hat mithin nicht nur zu prüfen, ob die den Plan festsetzende Behörde das ihr 

zustehende Planungsermessen überschritten oder missbraucht, also eine 

Rechtsverletzung begangen hat. Zu prüfen ist vielmehr ebenso, ob das 

Planungsermessen richtig und zweckmässig ausgeübt worden ist. Die mit 

voller Kognition betraute Behörde hat einzuschreiten, wenn sich die 

angefochtene Planfestsetzung als unzweckmässig oder unangemessen 

erweist. Diese Prüfung setzt eine bestmögliche Abwägung der 

schutzwürdigen öffentlichen und privaten Interessen voraus und verlangt die 

Beantwortung der Frage, ob bei der umstrittenen Planung in Beachtung des 

Verhältnismässigkeitsprinzipes im Rahmen des Planungszweckes jene 

Anordnungen getroffen wurden, die in ihrer gesamten Auswirkung alle 

Betroffenen am wenigsten belasten. Diese gegenüber der früheren Regelung 

erweiterte Kognitionsbefugnis bedeutet nun aber nicht, dass das 

Verwaltungsgericht als Rechtsmittelinstanz die Stellung einer oberen 

Planungsbehörde einnimmt. So kann es bei zwei oder mehreren Varianten, 

die vor der Zweckmässigkeitsprüfung standhalten, die gemeindliche Lösung 

nicht einfach aufheben und eine andere der zweckmässigen Lösungen an die 

Stelle einer angemessenen kommunalen Planfestsetzung setzen. Insofern 

hat das Verwaltungsgericht die Entscheidungsfreiheit, die den 

Planungsträgern zusteht, zu respektieren (VGU R 08 50, R 07 65; PVG 1993 

Nr. 43).

b) Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, dass es mit den 

Rechtsschutzerfordernissen von Art. 33 RPG vereinbar sei, wenn die 

Beschwerdebehörde zwar die angefochtene Nutzungsplanung voll überprüfe, 

sich aber nach Massgabe ihrer Rolle, die sie als Rechtsmittelinstanz im 

betreffenden Sachzusammenhang sachlich und institutionell erfüllt, bei der 

Überprüfung zurückhalte (vgl. BGE 114 Ia 247). Dies gilt sachlich 

insbesondere dort, wo es um lokale Anliegen geht, bei deren Wahrnehmung 

Sachnähe, Ortskenntnis und örtliche Demokratie von Bedeutung sein sollen. 

Die Rechtsmittelinstanz hat aber soweit auszugreifen, dass die 

übergeordneten vom Kanton zu sichernden Interessen, wie etwa dasjenige 

an der Bauzonenbegrenzung, einen angemessenen Platz erhalten. Sie hat 

sich zudem - institutionell - auf ihre Kontrollfunktion zu beschränken, d.h. sie 

darf nichts Neues schöpfen, sondern sie hat die Planungen an einem 

Sollzustand zu messen. Fehlt es an dem dazu erforderlichen Massstab, so 

kann die Natur der Sache einer Nachprüfung entgegenstehen. Hier nicht 

einzugreifen, verstösst nicht gegen den Auftrag, voll zu prüfen (vgl. BGE 114 

Ia 248; VGU R 07 65). Bei der umstrittenen Strassenplanung geht es nicht 

primär um übergeordnete Interessen, sondern um lokale Anliegen. So soll 

insbesondere eine barrierenfreie Anbindung der Gemeinde an das kantonale 

Strassennetz gewährleistet und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit bewirkt 

werden. Die aufgeworfenen Fragen sind daher mit der umschriebenen 

Zurückhaltung zu prüfen.

2. a) Die Beschwerdeführer beklagen eine Verletzung der Koordinationspflicht. Die 

vom Bundesgericht in BGE 116 lb 50 (Entscheid „…“) entwickelte 

Koordinationspflicht ist im Baubewilligungsverfahren von zentraler 

Bedeutung. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung unterscheidet zwischen 

der materiellen und der formellen Koordination. Die materielle Koordination 

soll gewährleisten, dass die Rechtsanwendung inhaltlich abgestimmt erfolgt, 

wenn für die Verwirklichung eines Projektes verschiedene materiellrechtliche 

Vorschriften anzuwenden sind und zwischen diesen Vorschriften ein derart 

enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht getrennt und unabhängig 

voneinander angewendet werden dürfen. Um die verschiedenen 

anwendbaren Rechtsnormen in einer gesamtheitlichen Betrachtung zu 

verbinden, bedarf es einer umfassenden Interessenabwägung, welche 

entweder von einer einzigen Behörde vorgenommen wird oder von mehreren 

Verwaltungseinheiten im gegenseitigen Einvernehmen. Sind in Anwendung 

verschiedener Gesetzesbestimmungen mehrere Entscheide notwendig, 

dürfen diese nicht widersprüchlich sein. Die inhaltliche Abstimmung in der 

Sache kann nur erreicht werden, wenn die verschiedenen, für die 

Projektverwirklichung erforderlichen Bewilligungsverfahren und 

Bewilligungsentscheide auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht abgestimmt, 

d.h. formell koordiniert werden. In einem Koordinationsverfahren hat die für 

die Koordination zuständige Behörde dafür zu sorgen, dass sich alle 

betroffenen Behörden aus ihrer Sicht bzw. unter den in ihren 

Zuständigkeitsbereich fallenden Aspekten zum geplanten Projekt äussern 

können. Im Koordinationsverfahren sind zudem sich allenfalls 

widersprechende Interessen bzw. Entscheide einer umfassenden 

Interessenabwägung zuzuführen. Mehrere getrennt zu treffende Entscheide 

sind gleichzeitig zu eröffnen, am besten gesamthaft und zusammengefasst 

durch eine einzige Behörde. Die einheitlich und gleichzeitig eröffneten 

Bewilligungsentscheide müssen in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren 

angefochten werden können (vgl. PVG 2009 Nr. 27).

b) Auf Grund ihrer Bedeutung wurden die eben umschriebenen Grundsätze der 

Koordination im Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG; Art. 25a und Art. 

33 Abs. 4 RPG; Art. 22 Abs. 3 RPG) und im Raumplanungsgesetz für den 

Kanton Graubünden (KRG; Art. 86 und 88 KRG, Art. 89 sowie Art. 92 Abs. 1 

und 2 KRG) bzw. der dazu gehörenden Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO; Art. 52 ff. KRVO: Verfahrenskoordination; Art. 

55 ff. KRVO: Entscheidkoordination) ausdrücklich gesetzlich verankert; 

insbesondere die Einzelheiten der Koordination wie auch die 

Verfahrensabläufe sind auf Verordnungsstufe geregelt (Art. 55 Abs. 3 KRVO). 

Das Verwaltungsgericht hat sich dazu umfassend im erwähnten PVG 2009 

Nr. 27 geäussert, worauf verwiesen werden kann.

3. Die Frage der Koordinationspflicht stellt sich nur noch in Bezug auf das 

angefochtene kantonale Projekt und das kommunale Projekt einer 

Unterführung für Fussgänger und Radfahrer. Das Projekt Neubau …strasse 

ist rechtskräftig bewilligt. 

Die beiden Projekte wurden gleichzeitig aufgelegt. Dagegen wurden sie nicht 

gleichzeitig eröffnet und können so nicht zusammen beim Verwaltungsgericht 

angefochten werden. Insofern wurde die Koordinationspflicht verletzt. Fraglich 

ist indessen, ob der Sachzusammenhang der Projekte tatsächlich so eng ist, 

dass den Beschwerdeführern durch die fehlende Koordination ein Nachteil 

entsteht. Dies ist zu verneinen. Angefochten ist das kantonale Projekt. Würde 

die Beschwerde gutgeheissen und der Genehmigungsentscheid der 

Regierung aufgehoben, fiele nach Angaben der Gemeinde auch ihr Projekt 

einer Unterführung für Fussgänger und Radfahrer dahin. Dies ist ohnehin klar, 

weil bei Aufhebung des kantonalen Projekts bezüglich Strassenführung alles 

beim Alten bleibt und die Unterführung für Radfahrer und Fussgänger bereits 

aus technischen Gründen gar nicht gebaut werden könnte. Das Gleiche gilt 

im Übrigen letztendlich für den Neubau der …strasse. Die dafür rechtskräftig 

erteilte Baubewilligung betrifft lediglich den Teil bis zur neuen Linienführung 

der Kantonsstrasse. Würde das Gericht das kantonale Projekt aufheben, 

müsste die neue …strasse bis zur heutigen Kantonsstrasse vorgezogen 

werden (Vollausbau), wofür eine mindestens teilweise neue Bewilligung nötig 

wäre. Wird die Beschwerde gegen das kantonale Projekt hingegen 

abgewiesen, können die Beschwerdeführer immer noch das kommunale 

Projekt einer Fussgänger- und Radfahrerunterführung anfechten. Den 

Beschwerdeführern entsteht also durch den nicht gleichzeitigen Entscheid 

über die beiden Projekte kein Nachteil. Die beiden Projekte erweisen sich 

folglich - zumindest aus Sicht der Beschwerdeführer - als nicht 

koordinationsbedürftig, weil zwischen ihnen kein derart enger 

Sachzusammenhang besteht, dass sie - im Fall einer Abweisung der 

vorliegenden Beschwerde - nicht getrennt und unabhängig voneinander 

beurteilt werden könnten. Im Fall einer Gutheissung der vorliegenden 

Beschwerde müsste nach den vorstehenden Ausführungen ohnehin wieder 

bei Null begonnen werden. Die diesbezügliche Argumentation der 

Beschwerdeführer zielt folglich ins Leere.

4. Die Rüge, das Projekt sei nicht im öffentlichen Interesse, ist offensichtlich 

vollumfänglich unbegründet. Es gibt einmal ein generelles öffentliches 

Interesse an der Entflechtung von Bahn und Strasse (Unfallgefahr). Sodann 

gibt es ein öffentliches Interesse an einer ungestörten Erschliessung der 

Gemeinde …. Sind die Barrieren pro Stunde auch nur 20 Minuten 

geschlossen, wird der private und der öffentliche Verkehr sowie die 

öffentlichen Dienste (Notfalldienst, Feuerwehr, Winterdienst etc.) auf dieser 

prioritären Erschliessungsstrasse stark behindert. Auch die Trennung des 

motorisierten vom nicht motorisierten Langsamverkehr kann ohne Willkür als 

im öffentlichen Interesse liegend beurteilt werden. Die Beschwerdegegner tun 

überzeugend dar, dass die für den motorisierten Verkehr vorgesehene 

Unterführung auf dem heutigen Trassee nur möglich ist, wenn der nördliche 

Ausläufer zirka 130 m in das Dorf hineinreicht. Indessen beträgt die Distanz 

zwischen Bahnübergang und der Einmündung der …strasse in die …strasse 

nur 40 m. Somit muss, wenn verhindert werden soll, dass der nördliche 

Ausläufer der Unterführung diesen Teil des Dorfes praktisch entzwei 

schneidet, eine andere Linienführung gewählt werden. Die Einwendungen, 

dass …quartier sei bereits genügend erschlossen, hat die Gemeinde 

überzeugend widerlegt und gleichzeitig dargetan, dass der grösste Teil des 

durch die neue Unterführung entstehenden Kulturlandverlustes durch den 

ohnehin notwendigen Neubau der …strasse gleichwohl entstehen würde. Die 

Gemeindeversammlung hat zudem mit grossem Mehr für das vorliegende 

Konzept gestimmt. Dagegen kommen die privaten Interessen der 

Beschwerdeführer (Landverlust, ehemals geplante Schutzzone, mehr 

Immissionen) nicht auf. Das angefochtene Projekt stellt damit klar eine dem 

öffentlichen Interesse dienende Anlage dar.

5. Auch was die Verhältnismässigkeit anbelangt, erweist sich das Projekt als 

zweckmässig und angemessen und ist geeignet, den Bahn- und 

Strassenverkehr zu entflechten. Es ermöglicht eine barrierefreie Anbindung 

der Gemeinde an das übergeordnete Strassennetz. Die Gemeinde hat auch 

verschiedene Varianten abgeklärt und dafür einen renommierten, auch dem 

Gericht aus anderen Fällen bekannten Verkehrsplaner, beigezogen. Dass 

dabei gründlich vorgegangen wurde, ergibt sich klar aus der bei den Akten 

liegenden Machbarkeitsstudie des Verkehrsplaners. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführer wurde dabei auch der Nachweis erbracht, dass die 

bisherige Streckenführung nicht optimiert werden kann. Die 

Beschwerdeführer kritisieren einfach die gewählte Linienführung, ohne jedoch 

überzeugende Argumente gegen die gewählte Lösung zu präsentieren. Wie 

von ihnen gewünscht, wird zudem nach Angaben der Gemeinde die Tempo-

30-Zone bereits vor Unterführungsbeginn angeordnet. Das Problem der 

Wartezeiten vor der Barriere wird zudem von den Beschwerdeführern 

verniedlicht. Es genügt auch nicht, pauschal und unbegründet zu behaupten, 

die vorgesehene Variante stelle einen erheblichen Eingriff in das Ortsbild von 

… dar und die Notwendigkeit der gewählten Variante sei sachlich nicht 

ausgewiesen. Zudem werden im Rahmen der Bauausführung 

landwirtschaftliche Zufahrten zum Grundstück eines Beschwerdeführers 

erstellt. Nach dem Gesagten ist es auch klar, dass das angefochtene Projekt 

einem Ausbau auf der bisherigen Streckenführung bei weitem überlegen ist. 

Der Beizug eines Gutachters erübrigt sich folglich. Den Beschwerdeführern 

ist der Nachweis, dass das umstrittene Projekt unzweckmässig oder 

unangemessen ist, in keiner Weise gelungen. Offenbar bestehen auch keine 

in gleicher Weise zweckmässige und kostengünstigere Alternativen, weshalb 

die Beschwerde abzuweisen ist. 

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftung 

zulasten der Beschwerdeführer.

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird dagegen gemäss Art. 78 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) in der Regel keine 

Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 6'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 416.--

zusammen Fr. 6'416.--

gehen unter solidarischer Haftbarkeit zulasten der Beschwerdeführer und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 26. April 2011 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (1C_14/2011).