# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fa003a9-daa3-511b-893b-c67a86618389
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1997-03-26
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekuskommission des Bundesgerichts 26.03.1997 JAAC 61.62II
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_022_JAAC-61-62II--_1997-03-26.pdf

## Full Text

JAAC 61.62II

Auszug aus einem Urteil des Schweizerischen
Bundesgerichts vom 26. März 1997

Ecole polytechnique fédérale de Zurich (EPFZ). Diplôme de la section
d’informatique.

I. Décision de la Commission de recours des EPF concernant le refus
d’un diplôme.

Cf. JAAC 61.62 I.

II. Confirmation par le Tribunal fédéral.

Art. 84 OJ. Irrecevabilité du recours de droit public contre les décisions
de la Commission de recours des EPF.

Art. 99 let. f OJ. Recevabilité conditionnelle du recours de droit
administratif contre une décision sur le résultat d’examens
professionnels, d’examens de maîtrise ou d’autres examens de capacité,
lorsque la question soulevée porte par exemple sur les conditions
juridiques auxquelles le résultat des examens conduit à l’octroi ou au
refus d’un diplôme.

Art. 4 Cst. Egalité de traitement. Bonne foi.

- Le droit constitutionnel n’impose pas l’obligation d’adopter la
même réglementation pour l’appréciation d’examens ayant une
structure semblable (en l’espèce, pour ingénieurs en informatique et en
électronique).

- Des notices ne peuvent constituer la base d’une confiance digne
de protection que si elles communiquent des renseignements d’une
détermination telle que leur destinataire peut s’y fier en toute bonne foi.

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003551.pdf?ID=150003551

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ). Diplom der
Abteilung für Informatik.

I. Entscheid der ETH-Rekurskommission betreffend
Diplomverweigerung.

Vgl. VPB 61.62 I.

II. Bestätigung durch das Bundesgericht.

Art. 84 OG. Unzulässigkeit der staatsrechtlichen Beschwerde gegen
Entscheide der ETH-Rekurskommission.

Art. 99 Bst. f OG. Bedingte Zulässigkeit der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen eine Verfügung über das
Ergebnis von Berufs-, Fach- oder anderen Fähigkeitsprüfungen, wenn
es beispielsweise um die Frage der rechtlichen Voraussetzungen
geht, unter denen das Prüfungsergebnis zur Diplomerteilung oder
-verweigerung führt.

Art. 4 BV. Rechtsgleichheit. Treu und Glauben.

- Keine verfassungsrechtliche Pflicht, die Bewertung von strukturell
ähnlichen Prüfungen (in casu für Informatik- und Elektroingenieure)
gleich zu regeln.

- Merkblätter können ein schutzwürdiges Vertrauen nur begründen,
wenn sie derart bestimmte Auskünfte erteilen, dass sich der Empfänger
in guten Treuen darauf verlassen darf.

Politecnico federale di Zurigo (PFZ). Diploma della sezione di
informatica.

I. Decisione della Commissione di ricorso dei politecnici federali
concernente il diniego di un diploma.

Cfr. GAAC 61.62 I.

II. Conferma del Tribunale federale.

Art. 84 OG. Irricevibilità di un ricorso di diritto pubblico contro una
decisione della Commissione di ricorso dei politecnici federali.

Art. 99 lett. f OG. Ricevibilità condizionata di un ricorso di diritto
amministrativo contro una decisione inerente al risultato di un
esame di professione, di maestria o di capacità, quando ad esempio la
questione sollevata riguarda le condizioni legali alle quali il risultato
d’esame conduce al rifiuto o al conferimento di un diploma.

Art. 4 Cost. Uguaglianza davanti alla legge. Buona fede.

- Non esiste alcun obbligo costituzionale di adottare i medesimi criteri
per la valutazione di esami aventi una struttura simile (in casu per
ingegneri informatici e elettronici).

- I fogli di comunicazioni possono fondare un aspettativa degna di
protezione solo se essi impartiscono informazioni di una portata tale
che il destinatario poteva in buona fede farvi affidamento.

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003551.pdf?ID=150003551
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Eine gegen den in VPB 61.62 I wiedergegebenen Entscheid der
Rekurskommission der Eidgenössischen Technischen Hochschulen
erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht aus folgenden
Erwägungen ab:

1. Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei ihm eingereichten
Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 122 I 39 E. 1,
S. 41, mit Hinweisen).

a. Der Beschwerdeführer hat staatsrechtliche Beschwerde erhoben. Diese
steht indessen nur gegen kantonale Erlasse oder Verfügungen offen,
nicht gegen Akte der Bundesbehörden (Art. 84 OG). Gegen Entscheide der
ETH-Rekurskommission ist sie offensichtlich unzulässig. Die unrichtige
Bezeichnung des Rechtsmittels schadet dem Beschwerdeführer jedoch nicht,
sofern seine Eingabe die formellen Anforderungen an ein anderes zulässiges
Rechtsmittel erfüllt (BGE 118 Ib 326 E. 1b, S. 330).

b. Gegen Entscheide eidgenössischer Rekurskommissionen ist die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulässig (Art. 97 OG in Verbindung mit
Art. 5 VwVG und Art. 98 lit. e OG), sofern kein Ausschlussgrund (Art. 99-102
OG) vorliegt. Nach Art. 99 lit. f OG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde
unzulässig gegen Verfügungen über das Ergebnis von Berufs-, Fach- oder
anderen Fähigkeitsprüfungen. Fällt die Verweigerung des Diploms unter diese
Bestimmung, ist der Entscheid der ETH-Rekurskommission endgültig (Art. 37
Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Eidgenössischen
Technischen Hochschulen, SR 414.110; vgl. auch Art. 74 lit. c VwVG). Das gilt
auch dann, wenn eine formelle Rechtsverweigerung gerügt wird (Art. 101 lit. a
OG; vgl. BGE 119 Ia 424 E. 3d, S. 428 f., mit Hinweisen).

c. Der in Art. 99 OG vorgesehene Ausschluss von der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist hauptsächlich darin begründet,
dass es sich bei diesen Gegenständen um ausgesprochene Ermessensfragen
oder technische Aspekte handelt, die kaum justiziabel sind und bei denen
daher eine gerichtliche Überprüfung schwer möglich ist (Alfred Kölz / Isabelle
Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
Zürich 1993, S. 222 f.). Das gilt insbesondere auch für die Beurteilung von
Prüfungsleistungen (BGE 107 Ib 279 E. Ib, S. 282; Kölz/Häner, a. a. O., S. 226).
Art. 99 lit. f OG schliesst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde indessen nur
aus, wenn das Prüfungsergebnis als solches umstritten ist. Zulässig ist die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde hingegen, wenn es beispielsweise um
die Zulassung zu einer Ausbildung oder Prüfung oder um die Frage der
Anrechnung früherer Lehrveranstaltungen und Examina geht (BGE 105 Ib 399
E. 1, S. 401; nicht publizierte Urteile des Bundesgerichts i. S. F. vom 9. Juli 1996,
E. 1a; i. S.M. vom 17. Mai 1991, E. 1a; i. S. G. vom 23. Dezember 1983, E. 2a).

d. Vorliegend beanstandet der Beschwerdeführer nicht die Notengebung
für seine Leistung in den einzelnen Fächern. Er macht vielmehr geltend,
der auf ihn angewendete Art. 12 des Diplomprüfungsreglements 1989 der
Abteilung für Informatik (DR IIIC) widerspreche übergeordnetem Recht. Bei

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003551.pdf?ID=150003551
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_122_I_39&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_118_Ib_326&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_119_Ia_424&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_107_Ib_279&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_105_Ib_399&resolve=1

dieser Frage geht es nicht um Prüfungsergebnisse, sondern um die rechtlichen
Voraussetzungen, unter denen das Prüfungsergebnis zur Diplomerteilung oder
-verweigerung führt. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher zulässig.

2. Es ist unbestritten, dass nach der im Diplomprüfungsreglement IIIC
enthaltenen Regelung der Beschwerdeführer die Prüfung nicht bestanden
hat. Fraglich ist, ob dieses Reglement übergeordnetem Recht widerspricht.

a. Die Rekurskommission ist davon ausgegangen, dass auf die Prüfung
des Beschwerdeführers die Allgemeine Prüfungsverordnung in der
ursprünglichen Fassung vom 17. September 1986 (AS 1986 1966) anwendbar
sei und dass nach dieser Verordnung die Prüfung bestanden wäre. Jedoch
gehe das Diplomprüfungsreglement als speziellere und spätere Norm (lex
specialis et posterior) der Allgemeinen Prüfungsverordnung vor.

b. Die Ausführungen der Rekurskommission zur lex specialis und lex posterior
sind zutreffend. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sind die
Allgemeine Prüfungsverordnung und das Diplomprüfungsreglement IIIC
gleichrangig, da beide von der gleichen Behörde erlassen wurden. Wohl
legt die Allgemeine Prüfungsverordnung Grundsätze und gemeinsame
Bestimmungen fest, doch kann es einer Behörde nicht verwehrt werden,
in einer späteren Spezialregelung von diesen Grundsätzen abzuweichen.
Eine Vorschrift, die gemäss ihremWortlaut und Sinn eine allgemeine
Geltung beansprucht, kann wohl massgebend sein für die Auslegung
unbestimmter - auch späterer - Regelungen; weicht jedoch eine formell
gleichrangige spätere Vorschrift klar und eindeutig von einer allgemeinen
Regelung ab, so geht diese Spezialregelung vor (vgl. statt vieler BGE 121
II 190, nicht publizierte E. 2; 121 II 156, nicht publizierte E. 2b; 120 Ia 101
E. 2a, S. 105, 157 E. 2c, S. 162; 120 Ib 287 E. 3a, S. 292; 120 V 65 E. 5c, S. 73;
118 Ib 417 E. lc, S. 421). Die vom Beschwerdeführer zitierte Aussage in BGE
115 Ib 424 E. 4c, S. 432, wonach (gemäss Art. 4 VwVG) spezialgesetzliche
Verfahrensvorschriften nur noch Anwendung finden, solange sie dem
Verwaltungsverfahrensgesetz nicht widersprechen, gilt in dieser absoluten
Form nur hinsichtlich älterer Spezialgesetze; doch geht auch nach diesem
Entscheid eine neue Spezialregelung vor, wenn sie unmissverständlich
Abweichungen enthält (a. a. O., S. 433). Analog verhält es sich hier: das
Diplomprüfungsreglement IIIC legt unmissverständlich fest, dass die beiden

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_II_190&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_II_190&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ib_424&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ib_424&resolve=1

Teile der Fachprüfung separat bewertet werden. Eine derart klare Aussage in
einer gleichrangigen Norm geht den generellen Grundsätzen der Allgemeinen
Prüfungsverordnung vor.

3. Der Beschwerdeführer erblickt in den unterschiedlichen Regelungen für
Informatikingenieure und Elektroingenieure einen Verstoss gegen Art. 4 BV,
indem für Elektroingenieure gemäss dem Diplomprüfungsreglement 1990 der
Abteilung für Elektrotechnik (DR IIIB) die Fachprüfungen nur gesamthaft den
Notendurchschnitt von 4,0 ergeben müssen.

a. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit seinen Noten die
Prüfung bestanden und das Diplom erhalten hätte, wenn in der Abteilung
Informatik die gleiche Regelung gälte wie in der Abteilung Elektrotechnik.
Zu prüfen ist, ob in der unterschiedlichen Regelung eine verfassungswidrige
Ungleichbehandlung liegt.

b. Ein Erlass verletzt den Grundsatz der Rechtsgleichheit und damit
Art. 4 Abs. 1 BV, wenn er rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein
vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich
ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse
aufdrängen. Die Rechtsgleichheit ist verletzt, wenn Gleiches nicht nach
Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe
seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass sich
der unbegründete Unterschied oder die unbegründete Gleichstellung auf eine
wesentliche Tatsache bezieht. Die Frage, ob für eine rechtliche Unterscheidung
ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen ersichtlich ist,
kann zu verschiedenen Zeiten verschieden beantwortet werden je nach den
herrschenden Anschauungen und Zeitverhältnissen. Dem Gesetzgeber bleibt
im Rahmen dieser Grundsätze und des Willkürverbots ein weiter Spielraum
der Gestaltungsfreiheit (BGE 121 I 102 E. 4a, S. 104, mit Hinweisen).

c. Der ETH-Rat rechtfertigt die Unterschiede in den Prüfungsreglementen
damit, dass die im ersten Teil der Schlussdiplomprüfungen geprüften Fächer
den Kern mit dem für Informatiker grundlegenden Wissen umfassen; die
separate Bewertung soll deshalb sicherstellen, dass die Kandidaten ein
ausreichendes Basiswissen besitzen. Diese Überlegung ist sachlich haltbar.
Allerdings enthält auch bei der Prüfung der Elektroingenieure der Block B
der Schlussdiplom-Fachprüfungen den Stoff der Vertiefungsfächer (Art. 17
DR IIIB). Indessen muss in der Gestaltung von Studienlehrgängen und
Prüfungsordnungen den zuständigen Hochschulorganen ein erheblicher
Spielraum zugestanden werden. Es ist nicht Sache der Gerichte, ihr
Ermessen an die Stelle desjenigen der Fachinstanzen zu stellen. Das
Rechtsgleichheitsgebot ist nicht schon verletzt, wenn verschiedene Regelungen
bestehen für Bereiche, in denen eine Gleichbehandlung denkbar wäre oder
gar plausibel erschiene, sondern erst dann, wenn die Verschiedenheit der
Regelungen zweckfremde Ziele verfolgt, sachfremd und geradezu willkürlich
erscheint.

Dass die Absolventen verschiedener Studienrichtungen, selbst wenn sie
teilweise gleiche Fächer belegen, unterschiedliche Anforderungen zu
erfüllen haben, erscheint jedenfalls nicht als völlig unhaltbar. Auch wenn,
wie der Beschwerdeführer vorbringt, sich die Prüfungen der Informatik-
und der Elektroingenieure strukturell ähneln, so folgt daraus noch keine

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_I_102&resolve=1

verfassungsrechtliche Pflicht, die Bewertung in beiden Abteilungen gleich zu
gestalten. Die unterschiedliche Ausgestaltung der beiden Reglemente verletzt
demnach Art. 4 BV nicht.

4. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf Treu
und Glauben, da er im Vertrauen auf ein von der Abteilung erhaltenes
Merkblatt davon ausgegangen sei, die Allgemeine Prüfungsverordnung sei
dem Diplomprüfungsreglement übergeordnet.

a. Die Rekurskommission hat den Anspruch auf Vertrauensschutz schon
deshalb abgelehnt, weil nicht ersichtlich sei, welche nachteiligen Dispositionen
der Beschwerdeführer getroffen haben soll. Diese Auffassung erscheint
fragwürdig, hat doch der Beschwerdeführer nach dem nicht bestandenen
ersten Teil noch den zweiten Teil der Fachprüfungen absolviert und eine
Diplomarbeit verfasst, was notorisch einen erheblichen zeitlichen und
finanziellen Aufwand mit sich bringt. Hingegen ist zu prüfen, ob die übrigen
Voraussetzungen des Vertrauensschutzes gegeben sind.

b. Damit ein Anspruch auf Vertrauensschutz besteht, muss in der Regel eine
konkrete Auskunft an eine bestimmte Person erteilt worden sein (BGE 116 Ib
185 E. 3c, S. 187; 115 Ia 12 E. 4a, S. 18). Wohl vermögen ausnahmsweise auch
allgemein gehaltene Informationen wie Merkblätter und dergleichen einen
Vertrauenstatbestand zu begründen (BGE 113 Ia 225 E. Ib/bb, S. 228 f.; 101
Ia 116 E. 2b, S. 120 f.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i. S.
L. vom 24. Februar 1994, publiziert in: Sozialversicherungsrecht [SVR], 1994
AHV 11 25, E. 4b). Kriterium ist, ob die erhaltene Auskunft derart bestimmt
war, dass sich der Empfänger in guten Treuen darauf verlassen durfte (Georg
Müller, Kommentar zu Art. 4 BV, Überarbeitung 1995, Rz. 63).

c. Das fragliche Merkblatt enthält den Satz: «Dem Diplomprüfungsreglement
unserer Abteilung ist die Allgemeine Prüfungsverordnung der ETHZ (APrV
ETHZ) vom 17. September 1986 übergeordnet». Dieser Satz bezieht sich nicht
auf die Bewertung der Schlussprüfung, sondern steht im Zusammenhang
mit der Regelung, innert welcher Frist eine nicht bestandene Prüfung oder
Prüfungsstufe wiederholt werden kann. Angesichts der klaren Regelung im
Diplomprüfungsreglement IIIC, welches eine separate Bewertung der beiden
Prüfungsteile vorsieht, durfte der Beschwerdeführer nicht ohne weiteres
davon ausgehen, dass seine Interpretation richtig war. Wollte er sich auf eine
so allgemeine und unpräzise Aussage in einem Merkblatt verlassen, hätte
er zumindest die zuständigen Stellen auf die fehlende Übereinstimmung
hinweisen und um eine verbindliche Auskunft nachsuchen sollen. Dass
er das getan hätte, bringt er nicht vor. Im Gegenteil räumt er ein, dass in
den Gesprächen, die er nach seinem erstmaligen Nichtbestehen führte,
das Verhältnis zwischen der Allgemeinen Prüfungsverordnung und dem
Diplomprüfungsreglement nicht bzw. «nur am Rande» zur Sprache gekommen
sei.

d. Das Merkblatt war unter diesen Umständen nicht geeignet, ein
schutzwürdiges Vertrauen zu begründen. Es kann deshalb offenbleiben,
ob - was eine weitere Voraussetzung für den Vertrauensschutz wäre - die
Annahme, die Prüfungen würden gesamthaft bewertet, für die Dispositionen
des Beschwerdeführers kausal war.

5. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich daher als unbegründet.
(...)

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_Ib_185&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_Ib_185&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_113_Ia_225&resolve=1

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http://www.bger.ch/fr/index.htm

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 61.62II - Auszug aus einem Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 26. März

1997

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1997
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Band 61
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Ref. No 150 003 548

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 26. März 1997