# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe91cee1-8b26-5889-88ce-7b2610b4621b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2009 C-1294/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1294-2008_2009-08-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1294/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
vertreten durch SYNA - die Gewerkschaft, 
Regionalsekretariat, Kantonsstrasse 11, Postfach, 
3930 Visp,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1294/2008

Sachverhalt:

A.
Am 28. September 2007 beantragte der sri lankische Staatsangehöri-
ge  B._______  (geboren  1949;  nachfolgend  Gesuchsteller)  bei  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  ein  Visum  für  einen  drei-
monatigen  Besuchsaufenthalt  bei  seiner  im  Kanton  Wallis  lebenden 
Tochter  A._______  (nachfolgend  Beschwerdeführerin)  und  deren 
Familie.  Nach  formloser  Verweigerung  des  Visums  übermittelte  die 
Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die 
Vorinstanz.

B.
Nachdem sich die Migrationsbehörde des Kantons Wallis mit der Be-
gründung, beim Gastgeber handle es sich um einen ehemaligen Asyl-
suchenden, gegen die Bewilligung der Einreise ausgesprochen hatte, 
wies die Vorinstanz das Gesuch mit  Verfügung vom 30. Januar 2008 
ab.  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  an,  die  allgemeine 
Lage im Herkunftsland und die persönlichen Verhältnisse der Gesuch-
stellerin  liessen  den  Schluss  auf  eine  fristgerechte  Wiederausreise 
nicht zu.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  27.  Februar  2008  beantragt  die 
Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 
die Erteilung eines Besuchervisums an den Gesuchteller. Zur Begrün-
dung bringt sie im Wesentlichen vor, dass der Gesuchsteller seine seit 
17 Jahren in der Schweiz lebende Tochter und deren Ehemann besu-
chen sowie die inzwischen 5 Enkelkinder ein erstes Mal sehen möchte. 
Vor vier Jahren sei bereits die Ehefrau des Gesuchstellers drei Monate 
in der Schweiz gewesen und anstandslos wieder ausgereist.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2008 beantragt die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde.

E.
Mit  Verfügung  vom  7.  Mai  2008  wurde  der  Beschwerdeführerin  die 
Möglichkeit gegeben, sich bis zum 9. Juni 2008 zur Vernehmlassung 
der  Vorinstanz  zu  äussern.  Von  dieser  Möglichkeit  wurde  kein 
Gebrauch gemacht.

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F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde  berechtigt.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 - 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

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3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung  eines  Visums.  Die  Schweiz  ist  daher  –  wie  alle  anderen 
Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Am  1.  Januar  2008  ist  das  Bundesgesetz  vom  16. Dezember  2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  in  Kraft 
getreten.  Mit  der  Inkraftsetzung  des  Abkommens  vom  26. Oktober 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europä-
ischen  Union  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Assozi-
ierung dieses Staates bei  der Umsetzung,  Anwendung und Entwick-
lung des Schengen-Besitzstands (SAA, SR 0.360.268.1)  am 12. De-
zember  2008,  hat  sich  die  Rechtslage  erneut  geändert.  Ungeachtet 
der Übergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 1 AuG sind  Verfahren, 
die  am  12. Dezember  2008  hängig  sind,  nach  neuem  (Schengen-) 
Recht fortzuführen (Art. 57 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 
die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR  142.204];  vgl.  dazu 
ausführlich  statt  vieler  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-450/2008 vom 4. April 2009 E. 4).

5.  
5.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a  AuG,  Art. 2  Abs. 1  VEV  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der 
Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des 
Rates  vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

5.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 

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Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Sri Lanka findet sich im Anhang I, so dass der Gesuchsteller 
der Visumspflicht unterliegt.

7.
7.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles 
zu würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage des Herkunfts-  oder Heimat-
staates der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers ergeben. Kommt 
die  gesuchstellende  Person  aus  einem Land  oder  einer  Region  mit 
politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhält-
nissen,  so  kann  dies  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Inter-

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essenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

7.2.1 Die  Wirtschaft  Sri  Lankas  ist  im  Jahre  2007  real  um  7,4 % 
gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 1'350 USD, das Brutto-
inlandprodukt (BIP) 27 Mrd. USD. Für das Jahr 2008 wird erneut ein 
hohes  Wirtschaftswachstum von über  6 % erwartet.  Ein  Problem für 
die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist zunehmend die Inflation, die 
2007 mit einer Jahresrate von deutlich über 15 % nicht unter Kontrolle 
gebracht werden konnte. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit 
etwa 7 %. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist allerdings 
grosse  regionale  Unterschiede  auf.  Wirtschaftliches  Zentrum  ist  die 
Region  rund  um  Colombo,  die  fast  die  Hälfte  der  gesamten  Wirt-
schaftsleistung erbringt. Demgegenüber bleiben breite Bevölkerungs-
schichten vor allem im Norden und Osten des Landes von vergleichs-
weise  schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen 
betroffen (Quelle:  Länder-  und Reiseinformationen  auf  der  Webseite 
des  deutschen  Auswärtigen  Amtes:  www.auswaertiges-amt.de  >  Sri 
Lanka  >  Wirtschaft,  Stand:  November  2008,  besucht  am  7.  August 
2009).

Darüber hinaus hat sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit An-
fang  2006  wieder  verschlechtert,  nachdem erneut  Kämpfe zwischen 
dem Militär und der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) ausge-
brochen waren. Davon besonders betroffen waren der Osten und der 
Norden Sri Lankas. Am 17. Mai 2009 legten die LTTE nach einem über 
zwanzigjährigen bewaffneten Konflikt die Waffen nieder, woraufhin die 
Regierung den Krieg für beendet erklärte. Die Lage im ganzen Land ist 
aber  nach  wie  vor  angespannt  und  mit  Anschlägen  –  auch  in  der 
Hauptstadt Colombo – muss weiterhin gerechnet werden. Auch kann 
nicht  ausgeschlossen werden, dass einzelne Gruppen der LTTE den 
Guerilla-Krieg weiterführen (Quellen: Länder- und Reiseinformationen 
des Deutschen Auswärtigen Amtes, a.a.O., Rubrik Reise- und Sicher-
heitshinweis/Teilreisewarnung, Stand 5. Juni 2009, Reisehinweise des 
Eidgenössischen  Departements  für  auswärtige  Angelegenheiten 
[EDA], www.eda.admin.ch, Stand 22. Mai 2009, beide Seiten besucht 
am 7. August 2009; vgl. auch BVGE 2008/2 E. 7.2 bis 7.5).

7.2.2 Die  Tendenz  zur  Auswanderung  zeigt  sich  zwar  erfahrungs-
gemäss besonders stark  bei jüngeren und ungebundenen Personen, 
aber  auch  sozial  eingebundene Menschen  reiferen  Alters  fassen  oft 

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diesen  Weg ins  Auge. Ein  im Ausland  bereits  bestehendes soziales 
Beziehungsnetz (Freunde oder Verwandte) ist ein wichtiges Element, 
das den Entscheid auszuwandern erleichtern kann. Es gilt nach Mög-
lichkeit  zu  verhindern,  dass  Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  –  entgegen  ihrer  ursprünglichen  Absichtserklärung  –  dazu 
nutzen,  ein  Asylgesuch  einzureichen  oder  die  fristgerechte  Wieder-
ausreise auf andere Weise zu umgehen. Die schwierige Lage des Lan-
des spiegelt sich übrigens in der schweizerischen Asylstatistik wider, 
in der Sri  Lanka im Jahre 2008 mit  1'262 Gesuchen die fünftgrösste 
Gruppe von Asylsuchenden stellte, wobei sich die Anzahl der Gesuche 
wegen  der  Eskalation  des  bewaffneten  Konflikts  im  Vergleich  zum 
Vorjahr fast verdoppelt hat. Dieser Trend setzte sich auch in den ersten 
sieben Monaten dieses Jahres fort: Im genannten Zeitraum des Jahres 
2008  reichten  572  Personen  aus  Sri  Lanka  ein  Asylgesuch  ein,  im 
gleichen Zeitraum 2009 waren es 954 (vgl. BFM-Asylstatisik 2008 vom 
12. Januar 2009, S. 4 und S. 9, Monatsstatistiken 2008 und 2009, im 
Internet unter: www.bfm.admin.ch > Themen > Statistiken, besucht am 
7. August 2009).

7.3 Angesichts der  schwierigen Lage im Herkunftsland des Gesuch-
stellers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer 
nicht  fristgerechten  Wiederausreise  von  Besuchern  aus  Sri  Lanka 
generell  als  hoch  einschätzt.  Bei  der  Risikoanalyse  sind  allerdings 
nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch 
sämtliche  Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berück-
sichtigen.  Obliegt  dem  Gesuchsteller  oder  der  Gesuchstellerin  im 
Heimat- oder Herkunftsstaat beispielsweise eine besondere berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung,  kann dieser Umstand 
durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begün-
stigen. Umgekehrt  muss bei  Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern, 
die keine besonderen Verpflichtungen haben, die sie von einer mög-
lichen Emigration abhalten  könnten,  aufgrund entsprechender  Erfah-
rungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen 
Verhaltens  nach bewilligter  Einreise  zu  einem Besuchsaufenthalt  als 
hoch eingeschätzt werden.

7.4 Der Gesuchsteller ist 60 Jahre alt und verheiratet. Im Formular des 
Visumsgesuches  gab  er  an,  pensioniert  zu  sein.  Zudem  machte  er 
geltend, Eigentümer eines Hauses in Colombo zu sein. Weitere Infor-
mationen  über  die  persönlichen  Verhältnisse  in  Sri  Lanka  sind  den 
Akten nicht zu entnehmen. Aus diesen wenigen Angaben ergeben sich 

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keine Anhaltspunkte  für  besondere  gesellschaftliche,  berufliche oder 
familiäre  Verpflichtungen  des  Gesuchstellers  im  Heimatland,  die  ihn 
nachhaltig  von  einer  Emigration  abzuhalten  vermöchten.  Dass  der 
Gesuchsteller alleine in die Schweiz kommen soll, seine Ehefrau also 
in Sri  Lanka zurückbleiben würde, kann an dieser Beurteilung nichts 
ändern,  da  erfahrungsgemäss  zurückbleibende  Angehörige  keinen 
Hinderungsgrund für eine Emigration darstellen. Zudem leben mit der 
Beschwerdeführerin und ihrem Mann sowie deren fünf Kindern nahe 
Verwandte hier, eine Tatsache, die es dem Gesuchsteller, nicht zuletzt 
angesichts der angespannten politischen bzw. wirtschaftlichen Verhält-
nisse  in  Sri  Lanka,  erleichtern  könnte,  den  Entschluss  für  eine 
Emigration zu fällen.

7.5 Unter den gegebenen Umständen ist die Vorinstanz zu Recht da-
von ausgegangen, dass nicht genügend Gewähr für die fristgerechte 
Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  bestehe.  An  dieser 
Einschätzung  vermag  der  für  den  Besuchsaufenthalt  angegebene 
Grund  nichts  zu  ändern.  Angesichts  der  schwierigen  Lage  im  Her-
kunftsland  und  der  spärlichen  Informationen  über  die  persönlichen 
Verhältnisse  des  Gesuchstellers,  kann  auch  der  an  sich  nachvoll-
ziehbare Wunsch danach, die inzwischen fünf Enkelkinder kennenzu-
lernen, an der Beurteilung nichts ändern.

8.
Aus  den  vorangegangen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene 
Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwer-
de ist daher abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 9)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind von dem am 28. März 2008 einbezahlten Kosten-
vorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- die Dienststelle für Bevölkerung und Migration des Kantons Wallis

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand:

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