# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b305f09f-9260-5a49-9d69-1c4242a2069b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 14.06.2018 FO.2016.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2016-18_2018-06-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2016.18

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 14.06.2018

Entscheiddatum: 14.06.2018

Entscheid Kantonsgericht, 14.06.2018
Art. 183 ff. ZPO: In einem Obhuts- oder Sorgerechtsstreit wird ein 
psychologisches oder psychiatrisches Gutachten nur in Ausnahmefällen 
angeordnet (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 14. Juni 2018, FO.2016.18; noch 
nicht rechtskräftig).

Aus den Erwägungen:

II.

[…]

2.    Die Mutter beantragt, es sei eine kinderpsychologische Begutachtung in Auftrag zu 

geben (…).

Während die Einholung eines Sozialberichts in einem Obhuts- oder Sorgerechtsstreit 

durchaus üblich ist, wird ein psychologisches oder psychiatrisches Gutachten nur in 

Ausnahmefällen angeordnet. Anlass können etwa Verhaltensauffälligkeiten oder die 

erhebliche Belastung des Kindes, Vorwürfe von Erziehungsunfähigkeit, 

Vernachlässigung oder Missbrauch oder eine sich zuspitzende Kampfsituation, in die 

das Kind mit einbezogen wird, sein (vgl. BGer 5P.157/2003, E. 4.4; 5C.10/2007, E. 5; 

Buchmann, Das Gutachten in Kinderbelangen, in: Vetterli, Scheidungshandbuch, 266; 

Felder, Kinderpsychiatrische Aspekte der Kinderzuteilung, SJZ 1989, 189 f.; Arntzen, 

Elterliche Sorge und Umgang mit Kindern, 69 f.). Eine kinderpsychologische Abklärung 

wäre insbesondere dann angebracht, wenn sich die Risiken für das Kindeswohl sonst 

kaum abschätzen liessen (BGer, FamPra.ch 2003, 951 f.). Eigentliche psychische 

Erkrankungen der Familienmitglieder oder Gegebenheiten von ähnlicher Tragweite sind 

hier nicht ersichtlich, und Anhaltspunkte für einen zusätzlichen Abklärungsbedarf 

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fehlen. [Die Tochter] ist zwar belastet, aber grundsätzlich (noch) gesund. Der 

Sachverhalt konnte zudem mit einem Sozialbericht, den Stellungnahmen der 

Kindesvertreterin, den Gesprächen mit den Eltern und den weiteren, umfangreichen 

Akten ausreichend ermittelt werden (vgl. dazu BGer 5P.84/2006, E. 3.2; 5A_656/2011, 

E. 2.3). Es ist dem Gericht hier durchaus möglich, in einer Bilanz für [die Tochter] Vor- 

und Nachteile einer Zuteilung an Mutter oder Vater gegeneinander abzuwägen. Von der 

Einholung eines kinderpsychologischen/kinderpsychiatrischen Gutachtens wird daher 

abgesehen. 

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	Entscheid Kantonsgericht, 14.06.2018
	Art. 183 ff. ZPO: In einem Obhuts- oder Sorgerechtsstreit wird ein psychologisches oder psychiatrisches Gutachten nur in Ausnahmefällen angeordnet (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 14. Juni 2018, FO.2016.18; noch nicht rechtskräftig).

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		2025-07-19T06:08:46+0200
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