# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da9a542d-ca37-5e34-bd3f-3c2a18a20a7a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 01.02.2024 S 2023 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2023-11_2024-02-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 11

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuar Gross

URTEIL        

vom 30. Januar 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, 

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1997, wohnhaft in B._____, ist seit dem 1. August 

2014 als Unterhaltsangestellter bei der Gemeinde C._____ angestellt und 

über seine Arbeitgeberin obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (fortan Suva) gegen die Folgen von Berufs- 

und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 

17. August 2022 habe A._____ am 14. August 2022 auf dem Sofa eine 

ruckartige Bewegung gemacht und dabei an der rechten Schulter 

unverhofft starke Schmerzen verspürt. Offenbar habe sich das 

Schultergelenk ausgekugelt und gleich wieder eingerenkt. Kurzzeitig habe 

er einen sehr starken Schmerz verspürt.

Die Erstversorgung erfolgte durch den Notfallarzt des D._____ und die 

Weiterbehandlung durch Dipl. med. E._____, F._____, G._____, welcher 

am 24. August 2022 eine MR-Arthrographie veranlasste und mit Bericht 

(Arztzeugnis UVG) vom 19. September 2022 eine SLAP-Läsion posterior-

superior mit Subluxation der Lendenwirbelsäule (LWS) bei Pulley-

Verletzung nach möglicher Schulterluxation am 14. August 2022 mit 

Spontanreposition diagnostizierte. Dem Bericht über die MR-

Arthrographie vom 24. August 2022, Dr. med. H._____, ist folgende 

Beurteilung zu entnehmen: Zeichen einer SLAP-Läsion posterosuperior 

an der Schulter rechts. Zusätzlich Verdacht auf eine Läsion des Bizeps-

Pulley mit nicht sicher durchgängig abgrenzbaren Bandstrukturen und 

leichter Tendinopathie der langen Bizepssehne. Die Rotatorenmanschette 

intakt, kein Hinweis auf eine stattgehabte Luxation. 

Gemäss Konsultationsbericht von Dr. med. I._____, J._____, vom 15. 

September 2022 müsse von einem generalisiert etwas laxem 

Bandapparat gesprochen werden, das Ereignis der Schulterluxation sei 

allerdings fraglich, zumal in der MRI-Untersuchung keinerlei 

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Anhaltspunkte für eine derartige Auslenkung der Schulter gesehen werden 

könne. Klinisch könne allerdings die SLAP-Läsion mit der Problematik der 

langen Bizepssehne klar reproduziert werden. Durch die nun vierwöchige 
Ruhigstellung der Schulter ohne Bewegungstherapie bestehe aktuell 

gleichzeitig eine deutliche Bewegungseinschränkung. Der behandelnde 

Arzt verordnete Physiotherapie und Bedarfsanalgesie. Die behandelnden 

Ärzte attestierten A._____ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 15. 

August 2022 bis 2. November 2022.  

Der Versicherungsmediziner Dr. med. K._____, Facharzt für Orthopädie, 

stellte mit Stellungnahme vom 19. Oktober 2022 fest, der MR-

morphologische Befund (Leicht degeneriertes Labrum anteroinferior) 

entspreche einer Körperschädigung, welche auf Abnützung 

zurückzuführen sei. 

2. Mit Verfügung vom 1. November 2022 (Ablehnung vom 19. Oktober 2022; 

Einwand mit E-Mail vom 25. Oktober 2022) lehnte die Suva die Erbringung 

von Leistungen ab, da aus dem gemäss Fragebogen vom 29. August 2022 

geschilderten Sachverhalt sowie den medizinischen Unterlagen 

hervorgehe, dass die Beschwerden weder auf einen Unfall noch auf eine 

unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen seien. 

Gemäss Verlaufsbericht von Dr. med. I._____ vom 2. November 2022 

habe die Physiotherapie deutlich zur Verbesserung der 

Schultergelenksbeweglichkeit wie auch der Schmerzen beitragen können, 

die schulterstabilisierende Muskulatur erscheine allerdings immer noch 

hypertroph; sollte im weiteren Verlauf ein subjektives Instabilitätsgefühl 

persistieren oder eine eigentliche Schulterluxation auftreten, müsste eine 

Stabilisierung diskutiert werden. 

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3. Gegen die Verfügung vom 1. November 2022 liess A._____, nunmehr 

vertreten durch seine Rechtsschutzversicherung, Einsprache erheben und 

beantragte in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Ausrichtung 

der gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 14. August 2022, und 

reichte einen Bericht des beratenden Arztes Dr. med. L._____ vom 16. 

November 2022 ein. 

4. Mit Einspracheentscheid vom 11. Januar 2023 wies die Suva die 

Einsprache ab. Zur Begründung ihres Entscheids hielt die Suva fest, es 

liege unbestrittenermassen kein Unfall vor. Streitig und zu prüfen sei, ob 

die Schulterbeschwerden eine unfallähnliche Körperschädigung darstelle. 

Die Diagnose einer SLAP-Läsion posterosuperior am rechten 

Schultergelenk sei gestützt auf die medizinischen Berichte des Radiologen 

und Dr. med. I._____ genügend dargelegt. Eine SLAP-Läsion stelle 

rechtsprechungsgemäss keinen Sehnenriss und folglich auch keine 

Listenverletzung dar. Selbst wenn die diagnostizierte Körperschädigung 

als Listenverletzung subsumiert würde, wäre diese vorwiegend 

degenerativer Natur. Der Stellungnahme von Dr. med. L._____ könne 

nicht gefolgt werden. 

5. Dagegen liess A._____ (fortan Beschwerdeführer) am 10. Februar 2023 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben 

und beantragte die kosten- und entschädigungsfällige Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 11. Januar 2023 sowie die Ausrichtung der 

gesetzlichen Leistungen. Eventuell sei ein externes medizinisches 

Gutachten einzuholen. Im Wesentlichen verwies er auf den Bericht von 

Dr. med. L._____ vom 16. November 2022, wonach eine SLAP-Läsion 

Typ II und damit ein Sehnenriss im Sinne einer Listenverletzung vorliege. 

Eine degenerative Vorschädigung sei den Akten nicht zu entnehmen. 

Gemäss Bericht von Dr. med. L._____ vom 16. Januar 2023 habe dieser 

in Rücksprache mit Dr. med. M._____, N._____, nochmals bestätigen 

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können, dass eine klare SLAP-Läsion Typ II vorliege. Gemäss ständiger 

Praxis bestehe somit eine Listenverletzung. Sollte diese ständige Praxis 

als gesetzeswidrig gewertet werden, habe die Beschwerdegegnerin im 

Sinne des Gleichbehandlungsgebots Leistungen zu erbringen, da sie in 

ähnlich gelagerten Fällen die gesetzlichen Leistungen erbracht habe. Die 

SLAP-Läsion Typ II sei vorwiegend auf das Ereignis vom 14. August 2022 

zurückzuführen. Wenn trotz des Berichts von Dr. med. L._____ darauf 

abgestellt werde, dass die SLAP-Läsion Typ II auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen sei, werde die Einholung eines 

versicherungsexternen medizinischen Gutachtens beantragt. 

6. Mit Eingabe vom 23. Februar 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

unter Verweis auf die Begründung im Einspracheentscheid auf die 

Einreichung einer umfassenden Beschwerdeantwort und beantragte die 

Abweisung der Beschwerde. Ergänzend führte die Beschwerdegegnerin 

an, dass die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach gewisse Arten 

von SLAP-Läsionen eine Listenverletzung darstellen würden, nicht mit 

entsprechender Rechtsprechung zu belegen sei. Zu erwähnen sei, dass 

eine unfallähnliche Körperschädigung selbst bei gegebener 

Listenverletzung zu verneinen wäre, zumal die Körperschädigung gemäss 

versicherungsmedizinischer Beurteilung vorwiegend auf Abnützung 

zurückzuführen sei. Die Degeneration des Labrums anteroinferior sei denn 

auch im Bericht über die Arthrographie vom 24. August 2022 

entsprechend festgehalten worden.

7. Mit Eingabe vom 2. März 2023 verzichtete der Beschwerdeführer auf die 

Einreichung einer Replik. 

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 11. Januar 2023 (vgl. Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 2; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

41). Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in 

welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung 

ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden, 

womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren 

unterlegener, formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon berührt und weist 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 

ATSG). Die fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 10. Februar 2023 

wird gestützt auf die Offizialmaxime (vgl. Art. 43 ATSG) als Aufhebungs- 

und Leistungsbegehren entgegengenommen und somit seitens des 

Gerichts darauf eingetreten.

2. Streitig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 14. August 2022 eine 

unfallähnliche Körperschädigung ist und somit eine 

versicherungsrelevante Listenverletzung (Sehnenriss) nach Art. 6 Abs. 2 

lit. f UVG vorliegt. Es stellt sich folglich die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin aufgrund der vorliegenden und bekannten 

medizinischen Abklärungen und Berichte zu Recht die Leistungen aus 

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dem Unfallversicherungsgesetz abgelehnt hat und ihr Entscheid demnach 

rechtmässig oder andernfalls aufzuheben ist.

3. Zum Streitgegenstand gilt es vorweg festzuhalten: Der Beschwerdeführer 

anerkennt implizit, dass das Ereignis vom 14. August 2022 kein Unfall im 

Sinne von Art. 4 ATSG darstellt (Beschwerde Seite 3). Demnach ist der 

Hergang des Ereignisses vom 14. August 2022 unerheblich. Trotzdem sei 

an dieser Stelle festgestellt, dass sich der Beschwerdeführer bezüglich 

des Hergangs der Geschehnisse mehrfach widerspricht. So wird im 

Arztbericht UVG (siehe Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 13) der 

Hergang so beschrieben: "Auf der Couch rechten Arm nach hinten 

gestreckt um etwas zu greifen, dann plötzlicher Zwick". Gegenüber Dr. 

med. I._____ sagte der Beschwerdeführer laut Konsultationsbericht vom 

15. September 2022 (Bg-act. 18), er habe seinem Vater ein Telefon rüber 

strecken wollen und es sei dabei zu einem Knall in der rechten Schulter 

gekommen. In einem E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 25. Oktober 

2022 (Bg-act. 25) schrieb der Beschwerdeführer was folgt: "Es war eine 

Ruckartige Bewegung wegen eines fallenden Gegenstandes." 

Auszugehen ist von der Aussage der ersten Stunde, mithin vom 

Fragebogen vom 29. August 2022 (Bg-act. 9), wonach der Hergang wie 

folgt beschrieben worden ist: "Ruckartige Bewegung auf dem Sofa und 

Schulter ausgerenckt". Unbestritten ist auch die Tatsache, dass vorliegend 

eine SLAP-Läsion an der rechten Schulter vorliegt (Einspracheentscheid 

Ziff. 4.3). Es stellt sich hier einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht die Leistungen aus dem Unfallversicherungsgesetz aufgrund 

dieser Faktenlage verweigert hat. 

4. Vorweg gilt es die Voraussetzungen der Leistungspflicht (hiernach E.4.1), 

der Kausalität (E.4.2) und die geltenden Beweisregeln (E.4.3-4.7) 

darzulegen; anschliessend wird zur unfallähnlichen Körperschädigung 

nach Art. 6 Abs. 2 UVG Stellung genommen (E.4.8). Es gilt dabei 

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insbesondere auf die Ergänzung bezüglich des Gegenbeweises und den 

Begriff der Abnützung hinzuweisen sowie die Notwendigkeit der 

Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden 

unfallähnlichen Körperschädigungen von der abnützungs- und 

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung (initiales Ereignis) 

und damit letztlich der Leistungspflicht des Krankenversicherers 

aufzuzeigen; die UVG-Revision hat daran nichts verändert (E.4.9).

4.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers nach UVG 

setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 148 V 356 E.3, 142 V 435 E.1, 

129 V 177 E.3.1 f. mit weiteren Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

Einführung in das schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, 

Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann (siehe statt vieler: BGE 148 V 356 

E.3 mit weiteren Hinweisen). Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass das Unfallereignis die alleinige oder unmittelbare Ursache der 

gesundheitlichen Störungen und Beschwerden ist; vielmehr genügt es, 

dass das Unfallereignis eine Teilursache des Gesundheitsschadens ist 

(HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: 

HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass der Unfall nicht 

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weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele (BGE 147 V 161 E.3.2 m.w.H.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E.3.1).

4.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden 

Person nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher 

besteht, den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1, 

129 V 177 E.3.1; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, 

a.a.O., Art. 6 Rz. 53). Untauglich für den Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist das Argument, die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten und daher auf 

das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post hoc ergo 

propter hoc" ist unzulässig (BGE 142 V 325 E.2.3.2.2, 119 V 335 E.2b/bb; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_809/2021 vom 24. Mai 2022 E.5.5.2, 

8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.6.4; HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53).

4.3. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 

und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im 

Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 

Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das 

Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet 

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(BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.1.3, 9C_439/2020 vom 18. August 

2020 E.1.3). Darüber hinaus gilt es festzuhalten, dass praxisgemäss die 

versicherte Person die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens 

glaubhaft zu machen hat. D.h. sie muss über das konkrete Geschehen 

wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft 

machen, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich 

über die Tatumstände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise 

abzuklären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2018 vom 

17. Dezember 2018 E.4.2). Kommt die versicherte Person dieser 

Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder 

widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen 

Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 298 E.5b; vgl. auch 

Urteile des Bundesgerichts 8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E.3, 

8C_358/2016 vom 28. September 2016 E.3.4).

4.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

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auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2, 

125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_879/2014 vom 26. März 

2015 E.5.2, 8C_419/2014 vom 23. September 2014 E.6.2). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 

8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_448/2020 vom 3. März 

2021 E.2.5, 8C_662/2020 vom 13. Januar 2021 E.3.2 und 8C_51/2019 

vom 11. Juni 2019 E.3.2). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). 

Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen).

4.5. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_382/2021 vom 19. Oktober 2021 E.3.2, 8C_131/2021 

vom 2. August 2021 E.3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 

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einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 135 V 465 

E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). Trotz dieser grundsätzlichen 

Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer 

Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem 

gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom 

Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 

Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 m.w.H., 

139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.3, 

8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E.7.1 und 8C_143/2021 vom 7. Juni 

2021 E.2.4 m.w.H.).

4.6. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

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Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Januar 2022 

E.7.2, 8C_819/2019 vom 26. Februar 2020 E.6.3.3, 8C_900/2017 vom 

30. Mai 2018 E.4.2.2), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache 

einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 

kaum je in Frage kommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 

1. Januar 2022 E.7.2). Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht 

indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei 

der auch die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte zu wecken 

vermögen (BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7, 8C_499/2020 vom 19. November 

2020 E.4.2, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.2, 8C_160/2012 vom 

13. Juni 2012 E.3.1.2 und 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

4.7. Gemäss Rechtsprechung ist auch eine reine medizinische 

Aktenbeurteilung beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind, sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_476/2021 vom 2. März 2022 E.5.1), mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.2, 

8C_787/2020 vom 26. Mai 2021 E.4.2, 8C_527/2020 vom 2. November 

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2020 E.3.2, 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3 und 8C_788/2019 vom 

30. Juni 2020 E.3 m.w.H.).

4.8. Nach Art. 6 Abs. 2 UVG ist der Unfallversicherer auch bei bestimmten 

Körperschädigungen (Listenverletzung gemäss lit. a-h) leistungspflichtig, 

sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind. Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen 

Körperverletzung besteht darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen 

Unfall und Krankheit zugunsten des Versicherten zu vermeiden (vgl. BGE 

139 V 327 E.3.1, 123 V 43 E.2b), spielen doch bei Eintritt eines solchen 

Gesundheitsschadens praktisch immer krankheits- und/oder degenerative 

(Teil-)Ursachen mit (vgl. BGE 146 V 51 E.8.4, 129 V 466 E.2.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

[VGU] S 2022 29 vom 27. Juni 2023 E.3.3.1).

4.9. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Neuregelung der 

unfallähnlichen Körperschädigung in der am 1. Januar 2017 in Kraft 

getretenen Bestimmung von Art. 6 Abs. 2 UVG gilt es dabei Folgendes zu 

beachten: Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer 

Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine 

allgemein gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 

9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202, 

in der bis 31. Dezember 2016 geltenden Fassung) mehr vorausgesetzt. 

Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 

2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur 

Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche 

Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. 

Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen 

Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der 

Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden 

unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 

- 15 -

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich 

zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach 

einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis auch nach der 

UVG-Revision relevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2020 vom 

3. Dezember 2020 E.3.2). Zu betonen ist aber, dass der Unfallversicherer 

bei Vorliegen einer Listenverletzung grundsätzlich in der Pflicht steht, 

Leistungen zu erbringen, solange er nicht den Nachweis für eine 

vorwiegende Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung erbringt. Dies 

setzt voraus, dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 

1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die 

Begleitumstände der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein 

initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter 

resp. harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den 

Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von 

medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das 

gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu 

berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. 

September 2019 E.8.6). Nebst dem Vorzustand sind somit auch die 

Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu 

beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung 

oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet 

werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer 

gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass 

die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten 

Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen ist. Der Begriff "vorwiegend" wird nicht näher definiert. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Nachweis von 

Berufskrankheiten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG, die auch im 

Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 UVG Geltung hat, ist eine 

- 16 -

"vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe 

oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als 

alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten 

Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (vgl. BGE 146 V 51 

E.8.2.2.1, 119 V 200 E.2a mit Hinweis; HOFER, in: Frésard-

Fellay/Leuzinger/Pärli [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N 58). Demnach ist der 

Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendiagnose 

zu mehr als 50 % auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (vgl. 

BGE 146 V 51 E.8.2.2.1; GEHRING, in: Kieser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], 

Kommentar KVG UVG, Zürich 2018, Art. 6 UVG N 8 und 11; NABOLD, in: 

Frésard-Fellay/Leuzinger/Pärli, Basler Kommentar UVG-

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N 44; HÜSLER, Erste UVG-

Revision, in: SZS 1/2017, S. 26, 34). Besteht das Ursachenspektrum 

einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so 

folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des 

Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen 

(zum Ganzen BGE 146 V 51 E.8.6; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 

8C_679/2022 vom 6. April 2023 E.3, 8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 

E.2.3, 8C_630/2020 vom 28. Januar 2021 E.3.2 und 8C_267/2019 vom 

30. Oktober 2019 E.6 mit weiteren Hinweisen). Nach GEHRING ist der 

Begriff der "Abnützung" mit Abrieb, Verschleiss und in fachlich-

medizinischer Terminologie "Usur" gleichzusetzen (vgl. GEHRING, a.a.O., 

Art. 6 UVG N 9 f.). Dies führt zum Ausschluss derjenigen Sachverhalte, 

bei denen Körperschädigungen durch wiederkehrende, immer gleiche 

Belastungen entstehen. Folgen solcher Vorgänge sollen nach der 

Wertung des Gesetzgebers nicht von der Unfallversicherung übernommen 

werden (BGE 146 V 51 E.8.2.2.2).

- 17 -

5. Nach dem Wortlaut von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG und der dazu entwickelten 

Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil 8C_245/2015 vom 19. August 

2015 E.2) beschränkt sich die Leistungspflicht streng auf Sehnenrisse. 

Ausgeschlossen ist insbesondere der Einbezug der übrigen 

Sehnenpathologie, einschliesslich der Krankheiten des Begleitgewebes. 

Ein partieller Sehnenriss reicht für die Übernahme von Leistungen nur 

dann aus, wenn er zweifelsfrei nachgewiesen ist. Keine Diagnosen nach 

Art. 6 Abs. 2 UVG sind Sehnenläsionen (Zerrungen und Dehnungen). Ein 

Einriss des Labrum glenoidale, mithin eine SLAP-Läsion (Superior Labrum 

[von] Anterior [bis] Posterior), stellt keinen Sehnenriss im Sinne von aArt. 

9 Abs. 2 lit. f der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV), 

entsprechend dem heutigen Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG, dar und ist somit keine 

Listenverletzung (Urteil des Bundesgerichts 8C_835/2013 vom 28. Januar 

2014 E.4). Laut jüngerer Rechtsprechung gelang dem Versicherer der 

Entlastungsbeweis über die vorwiegend degenerative Ursache bei einer 

Antero-superioren Rotatorenmanschettenläsion mit Pulleyläsion und eine 

Instabilität der langen Bizepssehne Schulter rechts (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_25/2023 vom 26. April 2023).

5.1. Zur Begründung ihres Entscheids beruft sich die Beschwerdegegnerin auf 

die Einschätzung des Versicherungsmediziners Dr. med. K._____ vom 

19. Oktober 2022 (Bg-act. 20). Es ist unbestritten, dass an der beruflichen 

Kompetenz von Dr. med. K._____ als Facharzt keine Zweifel bestehen 

und eine reine Aktenbeurteilung im vorliegenden Fall ohne Weiteres 

zulässig ist. Es gilt jedoch zu prüfen, ob dessen Einschätzung für die 

Begründung der Leistungsablehnung genügt. 

5.2. Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung der Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin auf die beiden Einschätzungen von Dr. med. 

L._____, wonach vorliegend eine SLAP-Läsion des Typs II vorliege, und 

dass eine solche eine Listenverletzung darstelle. In der ersten 

- 18 -

Einschätzung, datierend vom 16. November 2022, hält Dr. med. L._____ 

fest, dass nach dem Bericht Orthopädie J._____ die Problematik der 

SLAP-Läsion I gut reproduzierbar sei; dies obwohl Dr. med. I._____ bloss 

von einer SLAP-Läsion berichtete, ohne dabei eine Typisierung 

vorzunehmen. Wie Dr. med. L._____ dann doch von einer SLAP-Läsion 

des Typs II ausgeht, ist nicht nachvollziehbar. In seiner Einschätzung vom 

16. Januar 2023 übernimmt Dr. med. L._____ die Diagnose der SLAP-

Läsion Typ II und führt an, eine solche werde aufgrund eines 

Bundesgerichtsentscheids als Sehnenriss anerkannt. Der 

Beschwerdeführer übernimmt sodann unreflektiert die durch den 

Mediziner vorgenommene rechtliche Subsumption einer medizinischen 

Tatsache vor dem Hintergrund eines nicht näher bezeichneten 

Bundesgerichtsurteils. Dass ein Mediziner rechtliche Einschätzungen 

abgibt, ist unzweifelhaft verkehrt, besteht doch seine Aufgabe in der 

medizinischen Beantwortung einer Tatfrage, die es der 

rechtsanwendenden Behörde ermöglicht, die rechtlichen Konsequenzen 

daraus zu schliessen. In dieser Hinsicht vermag die Einschätzung von Dr. 

med. L._____ keine geringen Zweifel an der Einschätzung von Dr. med. 

K._____ zu begründen. Zudem übersieht der Beschwerdeführer, dass 

aufgrund der SLAP-Läsion allein keine Listendiagnose vorliegt. Eine 

SLAP-Läsion ist die Verletzung des Labrum glenoidale (Gelenklippe) des 

Schultergelenks durch Trauma oder Verschleiss, sodass der Oberarmkopf 

nicht mehr hinreichend fixiert werden kann (Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 268. Aufl., 2020, S. 1646). Das Labrum ist ein Knorpel. 

Allfällige Knorpelschäden sind jedoch keine Listenschädigungen i.S.v. Art. 

6 Abs. 2 UVG. Aus diesem Grund wäre die Beschwerde per se von 

vorneherein abzuweisen.

5.3. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist jedoch die Einschätzung 

des Versicherungsmediziners äusserst kurz ausgefallen. Der 

- 19 -

Versicherungsmediziner begnügt sich mit der Feststellung, dass keine 

Hinweise für eine Schulterluxation bestünden, was zwar zutreffend ist, 

allerdings zu kurz greift. Einerseits besteht eine nicht nachvollziehbare 

Diskrepanz zwischen der Diagnose des behandelnden Arztes, Dipl. med. 

E._____, der mit Bericht (Arztzeugnis UVG) vom 19. September 2022 von 

einer "SLAP-Läsion posterosueperior" spricht, und der Schlussfolgerung 

von Dr. med. K._____, der von einem degenerierten "Labrum 

anteroinferior" ausgeht. Eine posterosueperiore Läsion ist nicht an der 

anteroinferioren Stelle des Labrums zu verorten. Auf der anderen Seite 

äussert sich Dr. med. K._____ auch nicht zur Diagnose der SLAP-Läsion 

und zum MR-morphologischen Verdacht einer Läsion des Bizepspulley. 

So ist es für das streitberufene Gericht nicht möglich zu beurteilen, ob 

bloss von einer Labrumschädigung im Sinne einer SLAP-Läsion 

auszugehen ist, welche rechtsprechungsgemäss keine Listenverletzung 

darstellt, oder ob auch eine eventuell kausale Läsion der Bizepspulley 

ausgeschlossen werden kann. Des Weiteres verweist der 

Versicherungsmediziner auf eine Abnützung hin, konkretisiert jedoch nicht 

deren Schwere, was für die Erbringung des Entlastungsbeweises jedoch 

unverzichtbar ist. 

5.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass an der Zuverlässigkeit der 

Beurteilungen von Dr. med. K._____, wonach das MR-morphologisch 

befundete Labrum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich 

degenerativ sei, zumindest Zweifel bestehen, weil in Bezug auf den 

konkreten Fall eine traumatische Verletzung mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, jedoch 

die Begründung des vorbestehenden degenerativen Zustandes nicht 

hinreichend begründet und weitere MR-morphologische Befunde nicht 

berücksichtigt worden sind. Da jedoch auch die Ausführungen von Dr. 

med. L._____ nicht stichhaltig sind, um darauf im Rahmen der 

- 20 -

Kausalitätsprüfung abstellen zu können, ist die Sache zur 

abschliessenden Klärung der medizinischen Kausalitätsfrage an die 

Versicherung zurückzuweisen. Für die Beurteilung der vorwiegenden 

Verursachung (Abnützung grösser 50%) sind weitere fachärztliche 

Abklärungen – zumindest radiologischer und orthopädischer Natur – 

vorzunehmen. Demgemäss ist die vorliegende Beschwerde im Sinne einer 

Rückweisung gutzuheissen und ein neuer Entscheid zu erlassen. 

5.5. Nachdem, wie zur Beweiswürdigung von Arztberichten (E.4.6 in fine, 

hiervor) ausgeführt, bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte ergänzende 

Abklärungen erforderlich machen, wird die Beschwerdegegnerin solche 

nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung einer 

solchen und zu erneutem Entscheid über ihre Leistungspflicht an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerde erweist sich damit 

in dieser Hinsicht als begründet und ist in diesem Punkt gutzuheissen. Im 

Lichte dessen erübrigt sich das Eventualbegehren des Beschwerdeführers 

um Einholung eines externen medizinischen Gutachtens.

5.6. Unzutreffend ist indessen die Rüge des Beschwerdeführers, wonach der 

Grundsatz der Gleichbehandlung (Art. 8 Bundesverfassung [BV; SR 101]) 

verletzt sei, da die Beschwerdegegnerin in ähnlich gelagerten Fällen beim 

Vorliegen von SLAP-Läsionen Typ II angeblich die gesetzlichen 

Leistungen erbringe. Eine solche, von der Beschwerdegegnerin 

bestrittene Praxis, ist weder seitens des Beschwerdeführers genügend 

dargelegt noch höchstrichterlich gefestigt. Das Leistungsbegehren des 

Beschwerdeführers ist damit abzuweisen.

6. Es ist damit noch über die Kosten- und Entschädigungsfolge zu befinden.

- 21 -

6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG 

sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen 

weiterhin kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge 

mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 

61 lit. fbis in fine ATSG), was im konkreten Fall nicht zutrifft. Somit sind für 

das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 

6.2. Ein allfälliger Parteikostenersatz ist in Art. 61 lit. g ATSG geregelt. Der 

Beschwerdeführer dringt vorliegend nur teilweise durch. Laut 

Bundesgericht gilt für die Frage der Kostenverlegung sowie 

Parteientschädigung als (vollständiges) Obsiegen, wenn eine 

Rückweisung für neue Abklärungen (mit noch offenem Ausgang) erreicht 

werden konnte (vgl. dazu BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 V 

215 E.6.1 sowie 110 V 54 E.3a), was hier der Fall ist. Der 

Beschwerdeführer beantragt mit Eingabe vom 2. März 2023, eine allfällige 

aussergerichtliche (Partei-)Entschädigung nach Ermessen festzulegen. 

Ausgehend von einem (reduzierten) Stundenansatz von CHF 160.00 für 

Rechtsschutzversicherungen (vgl. PVG 2010 Nrn. 31 und 32; VGU S 21 

54 vom 18. Oktober 2022 E. 7) erscheint unter Berücksichtigung des 

Umfangs der Akten sowie des Schriftenwechsels eine aussergerichtliche 

Entschädigung in der Höhe von CHF 700.00 (inkl. Spesen und 

Mehrwertsteuer [MWST]) angemessen.        

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 11. Januar 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zu ergänzenden 

medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend 

- 22 -

neuem Entscheid an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Aussergerichtlich hat die Schweizerische Unfallversicherungsgesellschaft 

(Suva) A._____ mit CHF 700.00 zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]