# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7ab5acf-5800-5d01-9f19-92e03d3aae19
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 04.07.2023 S 2023 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-62_2023-07-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 62

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Paganini

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 4. Juli 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1985, war zeitweise ungelernt als selbstständig 

Erwerbender in der Autobranche tätig und wird aktuell öffentlich-rechtlich 

unterstützt. Im Dezember 2019 meldete er sich unter Hinweis auf 

Depressionen, Panikattacken, Angstzustände und Herzprobleme bei der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an (berufliche Integration/Rente). Diese tätigte 

erwerbliche und medizinische Abklärungen. Dabei holte sie insbesondere 

neben einem neuropsychologischen Untersuchungsbericht von lic. phil. 

B._____ vom 16. November 2020 ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. 

med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein, das am 

1. Dezember 2020 erstattet wurde. Darin stellte Dr. med. C._____ keine 

Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest und erachtete 

A._____ zu 100 % arbeitsfähig. Mit Verfügung vom 10. Mai 2021 verneinte 

die IV-Stelle einen Anspruch von A._____ auf Leistungen der 

Invalidenversicherung. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

2. Im April 2022 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an, nachdem er im September 2021 aufgrund einer 

akuten und ausgeprägten Symptomverschlechterung in stationärer 

Behandlung bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden (PDGR) 

gewesen war. Oberarzt E._____ sowie Psychologin F._____ wiesen mit 

Bericht vom 23. Februar 2022 neben einer schweren depressiven 

Episode, einer generalisierten Angststörung und einer Panikstörung 

aufgrund der stationär durchgeführten ausführlichen 

Persönlichkeitsdiagnostik eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

paranoiden, zwanghaften, selbstunsicheren und Borderline-Anteilen aus. 

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3. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ bei der medexperts AG 

psychiatrisch begutachten und bei lic. phil. G._____ neuropsychologisch 

untersuchen. In der am 18. November 2022 erstatteten Expertise 

diagnostizierte die medexperts-Gutachterin Dr. med. univ. H._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit misstrauischen/paranoiden, ängstlich-

vermeidenden, ablehnenden/oppositionellen und perfektionistischen 

Anteilen sowie eine Panikstörung mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. Aktuell sei von einer Eingliederungsfähigkeit von 50 % 

auszugehen, beginnend im geschützten Rahmen mit dem Ziel einer 

Eingliederung in der freien Wirtschaft. Bei weiterer Stabilisierung sei eine 

schrittweise Steigerung des Arbeitspensums auf 80 % bis 100 % innert ein 

bis zwei Jahren anzustreben. Auf die Frage, ob sich der 

Gesundheitszustand seit der Erstbegutachtung im Jahr 2020 wesentlich 

verschlechtert habe, antwortete Dr. med. univ. H._____, dass sich der 

medizinische Sachverhalt im Vergleich zur Begutachtung bei Dr. med. 

C._____ nicht wesentlich verändert habe. Es handle sich um eine andere 

Beurteilung eines über die letzten drei Jahre (seit Ende 2018) weitgehend 

unveränderten Gesundheitszustands.

4. Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2023 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Gemäss den 

umfangreichen Abklärungen habe sich der medizinische Sachverhalt nicht 

wesentlich verändert. Es liege eine andere Beurteilung des unveränderten 

Gesundheitszustands vor. Die Voraussetzungen für einen Leistungsbezug 

seien weiterhin nicht gegeben. Dagegen liess A._____ am 19. Januar 

2023 und am 6. Februar 2023 Einwand erheben. Mit Verfügung vom 

24. April 2023 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte 

einen Anspruch von A._____ auf Leistungen der Invalidenversicherung. 

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Gleichentags trat die IV-Stelle auf das hinsichtlich der Verfügung vom 

10. Mai 2021 gestellte Wiedererwägungsgesuch nicht ein.

5. Gegen die Leistungsabweisung liess A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 25. Mai 2023 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben und in Aufhebung 

der Verfügung vom 24. April 2023 beantragen, ihm seien ab dem 

1. Februar 2023 eine Invalidenrente auszurichten und 

Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. In prozessualer Hinsicht 

ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. Zur 

Begründung brachte er im Wesentlichen vor, hinsichtlich seines aktuellen 

Gesundheitszustands liege keine abweichende Beurteilung durch den 

behandelnden Psychiater und das Gutachten der medexperts AG vor. 

Was jedoch die gesundheitliche Situation im Dezember 2020 anbelange, 

lägen zwei sich widersprechende Beurteilungen vor: Während Dr. med. 

C._____ keine IV-relevante Diagnose habe stellen können und von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei, werde im medexperts-Gutachten 

angenommen, dass die heute diagnostizierten Gesundheitsschädigungen 

und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit bereits damals bestanden 

hätten. Da Dr. med. C._____ (damals) eine echtzeitliche Beurteilung 

vorgenommen habe, sei wohl zu Recht nicht auf das 

Wiedererwägungsgesuch eingetreten bzw. die erste 

Ablehnungsverfügung vom 10. Mai 2021 zu Recht als korrekt beurteilt 

worden. Ebenso sei aber bei der Beurteilung des heutigen 

Gesundheitszustands auf das Ergebnis des medexperts-Gutachtens 

abzustellen. Aus der Differenz ergebe sich unbestreitbar eine wesentliche 

Verschlechterung des Gesundheitszustands und zwar in 

anspruchsrelevanter Weise.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juni 2023 schloss die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und 

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verwies zur Begründung auf die Verfügung vom 24. April 2023, an welcher 

sie vollumfänglich festhielt.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 24. April 2023. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und 

sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 

lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.

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2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

mit Verfügung vom 24. April 2023 zu Recht einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint 

hat. Nicht davon erfasst ist – wie aus der Beschwerde vom 25. Mai 2023 

ausdrücklich hervorgeht – die von der Beschwerdegegnerin ebenfalls 

abgelehnte Wiedererwägung der Verfügung vom 10. Mai 2021. Uneins 

sind sich die Verfahrensbeteiligten insbesondere hinsichtlich des 

Vorliegens eines Revisionsgrunds: Die Beschwerdegegnerin verneint 

einen solchen, da die Gutachterin der medexperts AG, Dr. med. univ. 

H._____, in voller Kenntnis der Revisionsregeln klar festgehalten habe, 

dass sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert habe, 

weshalb eine andere Beurteilung eines rechtskräftig festgestellten 

Sachverhalts vorliege (vgl. angefochtene Verfügung vom 24. April 2023 

[IV-act. 101 S. 3]). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, 

dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit Dezember 2020 in 

anspruchsrelevanter Weise verschlechtert habe. 

2.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Weil in zeitlicher Hinsicht – 

vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (statt vieler: BGE 148 V 174 E.4.1, 146 V 

364 E.7.1 und 144 V 210 E.4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_521/2021 

vom 22. März 2022 E.2.2), die angefochtene Verfügung nach dem 

Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 19. Juni 2020 datiert und 

vorliegend die erneute Anmeldung zum Leistungsbezug im April 2022 

erfolgte, sind die ab dem 1. Januar 2022 geltenden Normen anwendbar 

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(vgl. Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 

und Übergangsbestimmungen der IVV zur Änderung vom 3. November 

2021; siehe ferner Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, Rz. 9100).

3. Hinsichtlich des Vorliegens eines Revisionsgrundes ist zu prüfen, ob eine 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 

beeinflussen.

3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen 

oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers sich um 

mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 % erhöht (lit. b). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer versicherten Person demnach 

erheblich, wird die Rente entsprechend angepasst (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 87, Art. 88a und Art. 88bis IVV). Anlass für eine 

solche Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 

beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch etwa dann 

revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich 

gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. 

BGE 147 V 167 E.4.1, 144 I 103 E.2.1, 141 V 9 E.2.3, 134 V 131 E.3, 133 

V 545 E.6.1 und 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichts 

8C_220/2019 vom 26. Juni 2019 E.3.2, 8C_322/2018 vom 12. Dezember 

2018 E.2.2, 8C_192/2017 vom 25. August 2017 E.7.1, 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.1 und 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). 

Dagegen bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die 

Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich 

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allein genommen keinen Revisionsgrund (vgl. BGE 112 V 371 E.2b; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_679/2019 vom 22. Januar 2020 E.4.2, 

8C_289/2019 vom 18. September 2019 E.3.1, 8C_114/2019 vom 5. Juli 

2019 E.3.1.1, 8C_133/2013 vom 29. Mai 2013 E.4.1 und 9C_552/2007 

vom 17. Januar 2008 E.3.1.2). Weder eine im Vergleich zu früheren 

ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch 

eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten 

Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten 

Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine 

veränderte Befundlage (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_253/2021 vom 21. Juli 2021 E.3.1, 9C_59/2019 vom 

29. Mai 2019 E.4.3.2, 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E.5.3.2.1 und 

8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 E.4.3).

3.2. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht 

(vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 17 

Rz. 49 sowie BGE 133 V 108 E.5; Urteile des Bundesgerichts 

8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E. 3.2.1, 9C_346/2019 vom 6. September 

2019 E.2.1.1, 9C_23/2019 vom 10. Mai 2019 E.4.2.2, 9C_800/2016 vom 

9. Mai 2017 E.4.2.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.3.1). Wird 

bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_519/2015 vom 16. November 2015 E.3.2 und 

8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen 

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eines Revisionsgrundes zu bejahen. Der Rentenanspruch ist dabei in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, 

wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 

E.2.3, 6.1 und 6.4, 117 V 198 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 

8C_198/2021 und 8C_200/2021 vom 15. September 2021 E.6.2.3, 

9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 E.2, 9C_11/2019 vom 16. Juli 

2019 E.3.3 und 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7).

4.1.1. Im hier zu beurteilenden Fall ist als Vergleichsbasis auf die rechtskräftige 

Verfügung vom 10. Mai 2021 abzustellen, mit welcher das 

Leistungsbegehren des Beschwerdeführers nach einlässlichen 

medizinischen Abklärungen abgewiesen wurde (vgl. IV-act. 46). Diesem 

Entscheid zugrunde lag insbesondere das psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. C._____ vom 1. Dezember 2020. Darin stellte dieser keine 

Diagnosen mit funktionellen Auswirkungen. Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien psychische und Verhaltensstörungen durch 

Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 

F12.20), sowie ein Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0). Dazu führte 

Dr. med. C._____ namentlich aus, zum Zeitpunkt der Untersuchung am 

27. August 2020 sei die Grundstimmung des Exploranden euthym, die 

affektive Modulationsfähigkeit aber etwas eingeschränkt gewesen. Der 

Beschwerdeführer habe berichtet, dass seine Stimmung schwankend sei, 

sie würde mehrmals am Tag wechseln. Damit komme die Diagnose einer 

depressiven Episode nach ICD-10 nicht in Frage. Gefordert werde dazu 

eine depressive Verstimmung in einer gewissen Ausprägung, die über 

mindestens 14 Tage anhaltend bestehe, und die Stimmung dürfe während 

dieser Zeit nicht auf die jeweiligen Lebensumstände reagieren (abgesehen 

vielleicht von den charakteristischen Tagesschwankungen). Der 

Explorand habe nicht über ein anhaltendes Stimmungstief berichtet (vgl. 

IV-act. 32 S. 35 f.). Dr. med. C._____ gelangte letztlich zum Schluss, dass 

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er aufgrund der sehr unklaren bis widersprüchlichen Aktenlage, der 

Angaben des Beschwerdeführers bei der aktuellen Untersuchung sowie 

der Resultate der neuropsychologischen Untersuchung bei lic. phil. 

B._____ nicht vom Vorliegen einer affektiven Störung ausgehe, auch 

wenn es möglich sei, dass in der Vergangenheit vorübergehend 

tatsächlich die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt gewesen seien 

(vgl. IV-act. 32 S. 37). 

Des Weiteren führte Dr. med. C._____ aus, dass zum Zeitpunkt der 

Untersuchung sicherlich die Kriterien einer Panikstörung nicht erfüllt 

gewesen seien. Die Akten und die Angaben des Beschwerdeführers 

sprächen aber dafür, dass dies früher der Fall gewesen sei (allerdings 

auch schon zu der Zeit, als er noch gearbeitet habe und nicht 

krankgeschrieben gewesen sei). Der Explorand habe eindeutig berichtet, 

dass in der letzten Zeit keine Panikattacken aufgetreten seien. Die letzte 

Panikattacke habe er vor zwei oder drei Monaten gehabt. Daraus werde 

klar, dass aktuell die Kriterien einer Panikstörung nicht erfüllt seien. 

Aufgrund der Angaben des Exploranden müsse aber doch davon 

ausgegangen werden, dass dies früher vorübergehend der Fall gewesen 

sei. Er habe zwar über weitere Ängste berichtet, die in Zusammenhang 

mit der Arbeitstätigkeit auftreten würden. Die diesbezüglichen Angaben 

seien jedoch unklar bis widersprüchlich, so dass hier von einer 

Verdeutlichung bis hin zur Aggravation ausgegangen werden müsse. Er 

habe Angstgefühle und sei nervös, wenn er etwas machen müsse, 

ansonsten aber eigentlich nicht. In seinem Alltag sei er nicht nervös, weil 

er nichts mache. Vor einer Woche sei sein Kollege gekommen und habe 

ihn gefragt, ob er ihm nicht die Bremsen (eines Fahrzeugs) machen könne. 

Aber bei der ersten Schraube, die nicht so gewollt habe, wie sie hätte 

sollen, sei er schon in helle Panik geraten. Diesbezüglich wies Dr. med. 

C._____ darauf hin, dass der Explorand angegeben habe, seit zwei bis 

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drei Monaten keine Panikattacke mehr erlitten zu haben. Er habe die 

Bremsen dann mit Ach und Krach fertiggemacht. Aufgrund dieser 

Probleme habe auch die Eingliederung abgebrochen werden müssen. Dr. 

med. C._____ folgerte daraus, dass es um eine Symptomatik gehe, die 

sich exklusiv auf die Arbeitstätigkeit beziehe, und auch hier, wie im 

Gespräch klar werde, deutlich aggraviert werde (vgl. IV-act. 32 S. 37 f.). 

Zu den im Bericht vom 19. Mai 2020 der PDGR von Oberärztin I._____ 

und Psychologin F._____ ausgewiesenen Hinweisen auf eine komplexe 

Traumatisierungsstörung (vgl. IV-act. 22) merkte Dr. med. C._____ an, 

dass diese Diagnose bisher nicht Eingang in das internationale 

Klassifikationssystem der WHO gefunden habe. Dies werde erst bei der 

nächsten Revision (ICD-11) der Fall sein. Daher mache es jetzt keinen 

Sinn, darüber zu diskutieren. Für das Vorliegen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung fänden sich keine Hinweise (vgl. IV-act. 32 S. 38 f.). 

Zum Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung ging Dr. med. C._____ 

wiederum auf den Bericht vom 19. Mai 2020 von Oberärztin I._____ und 

Psychologin F._____ ein, in welchem von einer paranoiden 

Persönlichkeitsstörung ausgegangen wurde, welche sich durch folgende 

Symptome kennzeichne: eine übertriebene Empfindlichkeit auf 

Rückschläge und Zurücksetzungen, ein Misstrauen und eine anhaltende 

Tendenz, Erlebtes zu verdrehen, indem neutrale oder freundliche 

Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich missdeutet würden, ein 

streitsüchtiges und beharrliches sowie situationsunangemessenes 

Bestehen auf eigene Rechte, häufige Beschäftigung mit unbegründeten 

Gedanken an "Verschwörungen" als Erklärung für Ereignisse in der 

näheren Umgebung oder der Welt allgemein sowie eine Neigung, 

dauerhaft Groll zu hegen, d.h. Beleidigungen, Verletzungen oder 

Missachtungen würden nicht vergeben (vgl. IV-act. 22). Dazu merkte Dr. 

med. C._____ an, damit werde mehr oder weniger aus den diagnostischen 

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Leitlinien gemäss ICD-10 zitiert, wobei offenbleibe, wie sich dies nun 

genau im Verhalten des Exploranden niederschlagen soll. Zu betonen sei, 

dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nur dann gestellt werden 

könne, wenn die eingehenden Kriterien der spezifischen 

Persönlichkeitsstörungen erfüllt seien (deutliche Unausgeglichenheit in 

den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktionsbereichen wie 

Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmung und Denken sowie in 

den Beziehungen zu anderen; andauernde und gleichförmige sowie 

tiefgreifende, auffällige Verhaltensmuster, die in vielen persönlichen und 

sozialen Situation eindeutig unpassend seien; Beginn der Störung in der 

Kindheit und Jugend mit Manifestation im Erwachsenenalter; Störung 

führe zu deutlichem subjektiven Leiden und sei meist mit deutlichen 

Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit 

verbunden). Dazu sei zu sagen, dass bisher nur in einem Bericht davon 

ausgegangen werde, dass die Kriterien einer paranoiden 

Persönlichkeitsstörung erfüllt seien. Im Falle des Beschwerdeführers gebe 

es aber noch andere mögliche Erklärungen für seine Schwierigkeiten. So 

beschreibe lic. phil. B._____ in seiner neuropsychologischen Abklärung 

eine unterdurchschnittliche Intelligenz mit einem Gesamt-IQ von 77 und 

eine leichte neuropsychologische Hirnfunktionsstörung mit 

Beeinträchtigungen in Teilbereichen attentionaler, mnestischer und 

exekutiver Funktionen. Die unterdurchschnittliche Intelligenz liege im 

Bereich der Lernbehinderung. Es handle sich dabei nicht um ein 

psychisches Leiden von Krankheitswert. Die Diagnose einer 

Intelligenzminderung könne bei einem Gesamt-IQ von 77 nicht gestellt 

werden. Trotzdem erkläre die Lernbehinderung verschiedene 

Schwierigkeiten und könne auch mit unterdurchschnittlichen Resultaten in 

weiteren neuropsychologischen Leistungsbereichen verbunden sein. Hier 

könne auch der durchgemachte Cannabiskonsum eine gewisse Rolle 

spielen. Abgesehen davon, dass nicht davon ausgegangen werde, dass 

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alle auf das Bestehen einer paranoiden Persönlichkeitsstörung 

hinweisenden Züge tatsächlich so bestünden, weil sie in der Untersuchung 

nicht feststellbar gewesen seien, müsse doch gesagt werden, dass die 

Lernbehinderung zu gewissen Schwierigkeiten führe bzw. geführt habe; 

dies im Umgang mit anderen, mit der Emotionsregulation, der 

Impulskontrolle und der Hilflosigkeit. Auch könne das die Tendenz des 

Exploranden erklären, bei Schwierigkeiten eher mit somatischen 

Symptomen zu reagieren. Dr. med. C._____ ging letztlich davon aus, dass 

die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt seien (vgl. IV-act. 32 

S. 38 ff.).  

4.1.2. In funktioneller Hinsicht wies Dr. med. C._____ in seinem Gutachten vom 

1. Dezember 2020 aus, dass die zuletzt ausgeübte, ungelernte 

Aushilfstätigkeit in der Autobranche ideal adaptiert sei, so dass keine 

Einschränkungen bestünden. Als leidensangepasste Tätigkeiten 

erachtete er einfache, den intellektuellen Voraussetzungen des 

Beschwerdeführers Rechnung tragende handwerkliche Arbeiten, bei 

denen er sich an den Vorgaben von Vorgesetzten orientieren könne, keine 

Multitasking-Aufgaben erledigen müsse, mit konkreten Arbeitsmaterialien 

in seinem Tempo arbeiten könne und wenig mit neuen Informationen 

konfrontiert sei, sondern eher praktische Routinetätigkeiten erledigen 

könne. Solche Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zu 100 % 

zumutbar (vgl. IV-act. 32 S. 48 f.).

4.2. Seit der letzten materiellen Prüfung, welche mit Verfügung vom 10. Mai 

2021 zur Abweisung des Leistungsbegehrens führte, sind folgende 

wesentliche (Facharzt-)Berichte aktenkundig:

4.2.1. Oberarzt E._____ und Psychologin F._____ wiesen mit Bericht vom 

23. Februar 2022 eine deutliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auf. Aufgrund einer akuten 

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und ausgeprägten Symptomverschlechterung habe eine stationäre 

psychiatrische Behandlung vom 7. September 2021 bis zum 

21. September 2021 in der Klinik J._____ der PDGR stattgefunden. 

Während des stationären Aufenthalts sei es leider zu einer weiteren 

Verschlechterung seines psychischen Befindens gekommen. Es hätten 

sich massive Ängste mit deutlicher Einschränkung in der alltäglichen 

Lebensführung und ausgeprägte depressive Symptome mit 

Suizidgedanken gezeigt. Darüber hinaus hätten vielfältige somatische 

Beschwerden wie Gesichtsfeldeinschränkungen, Taubheitsgefühle in den 

Fingern, Kurzatmigkeit, extreme Leistungsminderung und kardiale 

Beschwerden bestanden. Ein durchgeführtes Schädel-MRI habe in den 

Nativsequenzen einen unauffälligen Befund gezeigt. Leider habe das MRI 

aufgrund massiver Angstzustände des Beschwerdeführers ohne 

Konstrastmittel durchgeführt werden müssen. Es sei eine schwere 

depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine generalisierte Angststörung 

(ICD-10 F41.1) und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) diagnostiziert 

worden. Im stationären Rahmen sei zudem eine ausführliche 

Persönlichkeitsdiagnostik durchgeführt worden mit Auffälligkeiten in vielen 

Bereichen. Es sei von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 

auszugehen mit paranoiden, zwanghaften, selbstunsicheren und 

Borderline-Anteilen (ICD-10 F61.0). Es bestehe nunmehr ein sehr 

ausgeprägter Krankheitswert sowie ein erheblicher Leidensdruck (vgl. IV-

act. 50). 

4.2.2. Am 11. Mai 2022 wies Oberarzt E._____ in seinem Bericht neben den 

vorgenannten, funktionelle Auswirkungen zeitigenden Diagnosen 

insbesondere eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung aus. 

Der Beschwerdeführer sei aufgrund der psychiatrischen Multimorbidität 

mit schwerer Angststörung, depressiver Episode, kombinierter 

Persönlichkeitsstörung und posttraumatischer Belastungsstörung derzeit 

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zu 100 % arbeitsunfähig. Wegen dieser derzeitigen Konstellation sei es für 

ihn extrem schwierig, Vertrauen zum Therapeuten zu fassen. Immer 

wieder kämen automatische dysfunktionale Kognitionen hoch verbunden 

mit negativen Emotionen der Enttäuschung, Furcht vor Ablehnung sowie 

der Befürchtung, in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt zu werden. 

Falls es gelingen sollte, mit dem Beschwerdeführer eine vertrauensvolle 

therapeutische Beziehung zu knüpfen, könnten schrittweise 

stabilisierende Massnahmen etabliert werden. Diesfalls wäre sicherlich ein 

stationärer psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Aufenthalt zu 

präferieren (vgl. IV-act. 65 S. 6 f.).

4.2.3. In seinem Bericht vom 26. Juni 2022 wies der behandelnde Psychiater 

K._____ eine Angst- und Panikstörung (ICD-10 F41.1) sowie eine 

chronische Depression vom Schweregrad einer mittelschweren 

Depression (ICD-10 F33.1) aus. Der Beschwerdeführer lebe derzeit sehr 

zurückgezogen und habe täglich Angstattacken mit längerer Dauer. Es 

bestehe eine chronische Depressivität mit den dazu passenden 

interpersonellen Problemen sowie Störungen der Belastungsfähigkeit, des 

Antriebs, der Konzentration und der Daueraufmerksamkeit (vgl. IV-

act. 63).

5. In der angefochtenen Verfügung vom 24. April 2023 wies die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren mangels Revisionsgrunds 

erneut ab. Die begutachtende Ärztin Dr. med. univ. H._____ habe in voller 

Kenntnis der Revisionsregeln klar festgehalten, dass sich der 

Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert habe. Bei der 

Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit der Gutachterin handle es sich 

lediglich um eine andere Beurteilung eins im Wesentlichen unverändert 

gebliebenen Sachverhalts, was im revisionsrechtlichen Kontext 

unbeachtlich sei (vgl. IV-act. 101 S. 3). Demgegenüber ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, dass sich sein psychischer 

- 16 -

Gesundheitszustand seit dem letzten rechtskräftigen Entscheid 

wesentlich, d.h. in anspruchsrelevanter Weise verschlechtert habe. 

5.1.1. Im medexperts-Gutachten vom 18. November 2022 wies Dr. med. univ. 

H._____ eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

misstrauischen/paranoiden, ängstlich-vermeidenden, 

ablehnenden/oppositionellen und perfektionistischen Anteilen (ICD-10 

F61.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Ohne Einfluss darauf seien psychische und 

Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, gegenwärtig abstinent (ICD-10 

F12.20), sowie ein Verdacht auf eine Lernbehinderung (vgl. IV-act. 94 

S. 19). 

Zur Diagnoseherleitung führte Dr. med. univ. H._____ namentlich aus, das 

Vorliegen einer Panikstörung könne aus gutachterlicher Sicht bestätigt 

werden. Wesentliche Kennzeichen seien wiederkehrende Angstattacken 

(Panik), die sich nicht auf eine bestimmte Situation oder besondere 

Umstände beschränken liessen und deshalb auch nicht vorhersehbar 

seien. Der Explorand beschreibe Angstattacken ohne erkennbare 

Ursache, gleichsam "aus heiterem Himmel" oder an bestimmte 

Situationen gebunden, zuletzt mehrfach auf dem Weg zur gutachterlichen 

Untersuchung. Weiter bestehe ein Gefühl der Unsicherheit und Ohnmacht, 

einer existentiellen Bedrohung hilflos ausgeliefert zu sein, eine 

Benommenheit, ein undefinierbares Unwohlsein bzw. Enge in der Brust, 

eine Beklemmung, ein inneres Zittern, Missempfindungen und ein 

Herzklopfen. Daraus resultiere eine Erwartungsangst im Sinne einer 

"Angst vor der Angst". Früher seien Selbstbehandlungsversuche mit 

Cannabis erfolgt. Es bestünden depressive Verstimmungen, Resignation 

und Hoffnungslosigkeit. Das Vorliegen einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung könne im Rahmen der aktuellen 

Begutachtung nicht vollumfänglich bestätigt werden, zumal zwar 

- 17 -

Emotions- und Affektregulationsstörungen vorlägen, jedoch die 

klassischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung mit 

Intrusionen, Vermeidungsverhalten und Hyperarousal nicht geschildert 

würden. Dennoch weise der Explorand Folgen von schweren, anhaltenden 

und wiederholten Überlastungen des stressverarbeitenden Systems in der 

Kindheit und Jugend auf. Er berichte über wiederholt stattgefundene 

Übergriffe durch den alkoholisierten Vater aus heiterem Himmel und ohne 

für ihn als Kind erkennbare, in gewissem Rahmen nachvollziehbare 

Gründe sowie später im Rahmen von Heimaufenthalten, nachdem er sich 

im Alter von 13 Jahren aus Angst vor dem Vater nicht mehr nach Hause 

getraut und versucht habe, sich selbst durchzuschlagen. Dies verursache 

eine tiefe Verunsicherung und Störung in der Entwicklung der eigenen 

Person, wenn praktisch jedes Verhalten (das reine Dasein) eine potentielle 

Gefahr für gewalttätige Übergriffe der Bezugsperson darstelle. Es bleibe 

der Zweifel am eigenen Verhalten, an der eigenen Persönlichkeit bis ins 

Erwachsenenalter. Der Explorand beschreibe Veränderungen der 

Impulskontrolle und Emotionsregulation bzw. Selbstregulation, wie 

Schwierigkeiten im Umgang mit negativen, belastenden, unangenehmen 

Gefühlen, eine fehlende Distanz zu inneren Vorgängen sowie eine 

fehlende Möglichkeit, sich selbst zu "beruhigen". Dadurch komme es zu 

unverhältnismässigen emotionalen Reaktionen (z.B. Wutausbrüche bis 

hin zu Kontrollverlust oder extreme Unterdrückungsbemühungen und 

"Selbstberuhigungsversuchen", früher mit Substanzen wie Cannabis) und 

manchmal zu autodestruktiven Impulsen. So sei seit zwei Jahren das 

Nägelkauen besonders schlimm geworden, wobei er nun teilweise kaue 

bis es blute. Er berichte zudem von lebensmüden Aktionen, wie auf der 

Staumauer zu stehen. Der Explorand beschreibe ferner Veränderungen in 

der Aufmerksamkeit und im Bewusstsein (Bewusstseinsphänomene), wie 

dissoziative Episoden, in denen sich das bewusste Erleben von der 

Aussenwelt abspalte bzw. zurückziehe, und ausgeprägte 

- 18 -

Erinnerungslücken sowie Derealisations- bzw. Depersonalisationserleben 

(die Umwelt erscheine distanziert und unwirklich). Er berichte, dass er 

teilweise am linken Auge für ein bis zwei Stunden nur schwarz sehe und 

auch die Sehschärfe schwanke. Die Augenärzte würden aber nichts 

finden. Teilweise habe er kein Gefühl in den Fingern, und es fühle sich 

komisch an, wenn er etwas angreife. Im Weiteren beschreibe der 

Explorand Veränderungen der Selbstwahrnehmung, wie ein Gefühl der 

Hilflosigkeit und Fremdbestimmtheit sowie von Isolation, Schuldgefühle 

und ein Gefühl, dass ihn niemand verstehe. Er beschreibe auch 

Veränderungen in Beziehungen zu anderen, indem er Probleme habe, 

anderen zu vertrauen. Es bestehe ein allgemeines Misstrauen aufgrund 

der negativen Vorerfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich. Weiter 

bestünden Schwierigkeiten mit Konflikten bzw. Konfliktängste und wenig 

Gespür für die eigenen Grenzen. Manchmal übernehme er die Täterrolle 

und ein übergriffiges Verhalten gegenüber anderen. Zudem träten 

körperliche Symptome, für die keine organische Erklärung gefunden 

werde (Somatisierung), sowie chronische Schmerzen auf. Auch 

beschreibe der Explorand Veränderungen in der Lebenseinstellung mit 

Gefühlen von grosser Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sowie 

Resignation. Mehrfache und langdauernde Traumatisierungen hätten 

beim Exploranden zu einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung geführt, 

welche im Rahmen der aktuellen Untersuchung als kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit misstrauisch/paranoiden, ängstlich-

vermeidenden und ablehnenden/oppositionellen Anteilen diagnostiziert 

werden könne. Auch die Ergebnisse der aktuellen neuropsychologischen 

Untersuchung wiesen auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsproblematik 

hin. Im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung werde 

festgehalten, dass der Explorand im affektiven Bereich stark dysphorisch 

und kaum schwingungsfähig wirke, sich im sozialen Kontext distanziert bis 

abweisend gebe, sich im Verlauf der Untersuchung genervt zeige und am 

- 19 -

Ende die Sinnhaftigkeit, Relevanz und Aussagekraft der 

neuropsychologischen Begutachtung in Frage gestellt habe. Zu dieser 

Haltung habe offenbar das Lesen des neuropsychologischen 

Vorgutachtens bzw. dessen Beurteilung (unterdurchschnittliche 

Intelligenz) geführt, was beim Exploranden Unverständnis und 

möglicherweise eine gewisse Kränkung hervorgerufen habe. Vor diesem 

Hintergrund wenig überraschend seien in der aktuellen Untersuchung zwei 

voneinander unabhängige Leistungsvalidierungsverfahren deutlich 

auffällig und ein Beschwerdevalidierungsverfahren auffällig gewesen. Es 

bestünden klare Hinweise für eine ungenügende 

Anstrengungsbereitschaft. Dabei sei im oben erwähnten Kontext nicht von 

Aggravation im Sinne übertriebener Beschwerdedarstellung auszugehen, 

sondern viel mehr von einer Malcompliance durch Unlust oder ein Stück 

weit oppositionelles Verhalten. Letztlich unabhängig von der genauen 

Ursache der ungenügenden Anstrengungsbereitschaft könnten die 

erhobenen Testbefunde nicht als valide gewertet werden. Auf rein formaler 

Befundebene ohne Berücksichtigung des Validitätsaspekts liege der 

Gesamt-IQ mit 74 im Bereich einer unterdurchschnittlichen Intelligenz. Da 

dieser Wert trotz deutlichen Hinweisen für eine ungenügende 

Anstrengungsbereitschaft erreicht worden sei, sei anzunehmen, dass der 

wahre IQ-Wert höher liegen dürfte. Eine genaue Einschätzung sei unter 

den gegebenen Umständen nicht möglich. Die Einschätzung einer 

unterdurchschnittlichen Intelligenz im neuropsychologischen 

Vorgutachten sei dadurch aber in Frage gestellt. Das Vorgutachten sei in 

sich zwar schlüssig, müsse aber kritisch hinterfragt werden, ob damals 

Validierungsverfahren von ausreichender Sensitivität zur Anwendung 

gekommen seien (vgl. auch neuropsychologisches Fachgutachten von lic. 

phil. G._____ vom 23. September 2022 [IV-act. 94 S. 34 f.]). Aus 

psychiatrischer Sicht könne eine Lernbehinderung über Berücksichtigung 

des schulischen und beruflichen Werdegangs nicht ganz ausgeschlossen 

- 20 -

werden. Die deutlich feststellbare Persönlichkeitsproblematik lasse sich 

durch das eventuelle Vorliegen einer Lernbehinderung jedoch nicht 

erklären. Eine Suchterkrankung könne gegenwärtig verneint werden. 

Bezüglich Cannabiskonsum sei der Explorand in der gutachterlichen 

Untersuchung abstinent (vgl. zum Ganzen: IV-act. 94 S. 17 f.).

5.1.2. Zur Persönlichkeit des Beschwerdeführers führte Dr. med. univ. H._____ 

weiter insbesondere aus, im Gutachten von Dr. med. C._____ vom 

1. Dezember 2020 werde das Vorliegen einer paranoiden 

Persönlichkeitsstörung verneint, da die diagnostischen Kriterien gemäss 

ICD-10 nicht vollumfänglich erfüllt und die Verhaltensauffälligkeiten auf 

eine Lernbehinderung zurückzuführen seien. Aus aktueller gutachterlicher 

Sicht sei auf dem Boden von traumatisierenden Erfahrungen in der 

Kindheit bzw. Jugend von einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung 

auszugehen. Diagnostisch seien aus gutachterlicher Sicht die Kriterien für 

eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit misstrauisch/paranoiden, 

ängstlich-vermeidenden, ablehnenden/oppositionellen und 

perfektionistischen Anteilen erfüllt. Diese Kategorie sei vorgesehen für 

Persönlichkeitsstörungen, die häufig zu Beeinträchtigungen führten, aber 

nicht die spezifischen Symptombilder der in F60.-beschriebenen 

Störungen aufwiesen. Es liege eine Mischung aus Misstrauen und der 

Neigung vor, sich von anderen Menschen ungerecht behandelt zu fühlen, 

bzw. sich selbst als Objekt von Feindseligkeiten und Angriffen zu sehen. 

Mit Autoritätspersonen bestünden ebenfalls Schwierigkeiten. Der 

Beschwerdeführer reagiere teilweise mit negativem, trotzigem oder sogar 

feindseligem Verhalten. Unbekannte Aufgaben würden vermieden, weil er 

die Furcht vor Fehlern und damit eine Beschämung als unüberwindbar 

empfinde, so dass er namentlich Aufgaben – als fatale Schlussfolgerung 

– lieber erst gar nicht antrete. Zudem beschreibe er ein Gefühl von Zweifel 

- 21 -

verbunden mit einem Hang zu übertriebener Gewissenhaftigkeit, 

ständigen Kontrollen und Über-Vorsicht (vgl. IV-act. 94 S. 18 f.). 

5.1.3. In ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt Dr. med. univ. 

H._____ ferner fest, im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung seien 

die diagnostischen Kriterien für eine komplexe posttraumatische 

Belastungsstörung, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine 

Panikstörung erfüllt. Retrospektiv ausgelöst durch eine schwierige 

Beziehung und Trennungssituation sei die zuvor schon fragile 

Lebenssituation Ende 2018 dekompensiert. Seither sei es dem 

Beschwerdeführer nicht mehr möglich, beruflich Fuss zu fassen. Aus 

gutachterlicher Sicht sei eine schrittweise und begleitete berufliche 

Wiedereingliederung empfehlenswert (vgl. IV-act. 94 S. 21). In Würdigung 

der Belastungsfaktoren merkte Dr. med. univ. H._____ des Weiteren an, 

der Explorand weise eine reduzierte psychische Stabilität und 

Impulskontrolle sowie ein reduziertes Durchhaltevermögen, eine 

mangelnde Schlafdauer und -qualität, Unruhezustände (Panik), teilweise 

mangelnde Affektkontrolle und eine Einengung der Denkinhalte auf das 

Körpererleben auf. Es lägen Beeinträchtigungen vor, mit Stress- und 

Krisensituationen umzugehen, sich angemessen mitzuteilen, 

wirtschaftlich eigenständig zu sein sowie Probleme zu lösen. Zudem lägen 

mangelnde Entscheidungs- und Entschlusskraft sowie mangelnde 

Aufmerksamkeitsfokussierung vor (vgl. IV-act. 94 S. 22). 

5.1.4. In funktioneller Hinsicht führte Dr. med. univ. H._____ aus, aktuell helfe 

der Beschwerdeführer ab und zu einem Kollegen in der Autowerkstatt aus. 

Das löse aber wieder Angst, Panik und Unsicherheit aus, da er Angst 

habe, etwas zu übersehen oder einen Fehler zu machen. Aus 

gutachterlicher Sicht liege als Autotuner bzw. -mechaniker keine 

verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft vor (vgl. IV-act. 94 

S. 23). Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit befand Dr. med. univ. 

- 22 -

H._____, dass aktuell von einer Eingliederungsfähigkeit von 50 % 

auszugehen sei, beginnend im geschützten Rahmen mit dem Ziel einer 

Eingliederung in der freien Wirtschaft. Bei weiterer Stabilisierung sei eine 

schrittweise Steigerung des Arbeitspensums auf 80 % bis 100 % innert ein 

bis zwei Jahren anzustreben. Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und 

Termindruck, mit hohem Publikumsverkehr, mit 

Verantwortungsübernahme für Personen und mit hohen Anforderungen an 

die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit sollten vermieden werden. Klar 

strukturierte Tätigkeiten in ruhiger und emotional spannungsarmer 

Atmosphäre mit der Möglichkeit zur Fremdkontrolle sowie Tätigkeiten, 

welche keine erhöhten Anforderungen an die emotionale Flexibilität, die 

soziale Kompetenzen und die Stress- und Frustrationstoleranz stellten, 

wäre theoretisch zumutbar (vgl. IV-act. 94 S. 23). 

5.1.5. Auf die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

seit der Erstbegutachtung im Jahr 2020 wesentlich verschlechtert habe, 

antwortete Dr. med. univ. H._____ was folgt: "Der medizinische 

Sachverhalt hat sich im Vergleich zur Begutachtung bei Dr. C._____ nicht 

wesentlich verändert. Es handelt sich um eine andere Beurteilung eines 

über die letzten 3 Jahre (seit Ende 2018) weitgehend unveränderten 

Gesundheitszustandes. Aus heutiger gutachterlicher Sicht erfüllt der 

Explorand – auf dem Boden früher und anhaltender Traumatisierungen – 

die diagnostischen Kriterien für eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung 

im Sinne einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und einer 

Panikstörung. Diagnostisch kann die im Gutachten [von] Dr. C._____ 

festgehaltene Lernbehinderung nicht eindeutig festgestellt werden; jedoch 

auch nicht ausgeschlossen werden. Neuropsychologisch waren die 

Befunde bei uns leider nicht vollumfänglich valide – allerdings weniger 

durch übermässige Beschwerdebetonung, sondern durch Unlust, 

oppositionelles Verhalten und ablehnende Haltung gegenüber der 

- 23 -

Testuntersuchung, was für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung 

spricht" (vgl. IV-act. 94 S. 24). 

5.2.1. Die vorgenannte, in revisionsrechtlicher Hinsicht relevante Aussage von 

Dr. med. univ. H._____ im Gutachten vom 18. November 2022 (vgl. 

vorstehende Erwägung 5.1.5) vermag bei näherer Betrachtungsweise 

nicht zu überzeugen, obschon ihre übrigen Ausführungen zur Herleitung 

der Diagnosen und zu deren funktionellen Auswirkungen nachvollziehbar 

begründet sind. Die Schlussfolgerung, wonach ein im Wesentlichen 

unveränderter Gesundheitszustand vorliegt, scheint von der 

anamnestischen Angabe des Beschwerdeführers geleitet worden zu sein, 

dass er schon seit 15 Jahren an Panik leide, das Angstgefühl in den letzten 

drei Jahren aber schlimmer geworden sei. Er habe im Grunde genommen 

dauernd Angst, egal vor was und wo; er fühle sich nirgends daheim. 

Begonnen habe es, als er sich vor drei Jahren von seiner damaligen 

Freundin getrennt habe und diese ihm anschliessend drei Jahre lang das 

Leben zur Hölle gemacht habe, indem sie ihn gestalkt habe (vgl. IV-act. 94 

S. 9 und S. 16; siehe ferner Berichte von Dr. med. L._____ vom 

26. Februar 2020 [IV-act. 11 S. 2 f.] und vom 14. November 2018 [IV-

act. 11 S. 7], Bericht der PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin 

F._____ vom 27. Dezember 2019 [IV-act. 9 S. 3] und Bericht der PDGR 

von Dr. med. M._____ und Psychologin N._____ vom 21. Januar 2019 [IV-

act. 11 S. 9]; vgl. sodann psychiatrisches Gutachten von Dr. med. C._____ 

vom 1. Dezember 2020 [IV-act. 32 S. 17, S. 19 und S. 43 f.]). Obgleich die 

Panikattacken und das Angstgefühl gemäss diesen anamnestischen 

Angaben ihren Ursprung noch vor der Begutachtung durch Dr. med. 

C._____ Ende 2020 haben (vgl. IV-act. 32 S. 1 f.), präsentiert sich 

hinsichtlich der Panikstörung bei einer genauen Würdigung der Aktenlage 

aus dem Vergleich der im Verfügungszeitpunkt am 24. April 2023 

gegebenen medizinischen Situation und derjenigen, wie sie sich anlässlich 

- 24 -

der Verfügung vom 10. Mai 2021 bot, dass sich die entsprechenden 

tatsächlichen Verhältnisse überwiegend wahrscheinlich wesentlich 

verändert haben. 

So anerkannte Dr. med. C._____ in seinem psychiatrischen Gutachten 

vom 1. Dezember 2020 zwar, dass früher vorübergehend eine 

Panikstörung bestanden habe (vgl. IV-act. 32 S. 37 f. und S. 45). Dies 

ergibt sich denn auch nachweislich (aktenanamnestisch) aus den damals 

bereits im Recht gelegenen Berichten der behandelnden Fachpersonen 

(vgl. Bericht der PDGR von Dr. med. O._____ und Assistenzärztin 

P._____ vom 3. Juni 2020 [IV-act. 32 S. 69 f.], Bericht der PDGR von 

Oberärztin Q._____ und Psychologin R._____ vom 4. Mai 2020 [IV-act. 32 

S. 71 f.], Berichte der PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin 

F._____ vom 19. Mai 2020 [IV-act. 22] und vom 9. April 2020 [IV-act. 14], 

Bericht der PDGR von Dr. med. M._____ und Psychologin N._____ vom 

21. Januar 2019 [IV-act. 11 S. 9 ff.]; siehe ferner Berichte von Dr. med. 

L._____ vom 26. Februar 2020 [IV-act. 11 S. 2] und vom 14. November 

2018 [IV-act. 11 S. 7]). Im Untersuchungszeitpunkt verneinte Dr. med. 

C._____ indes das Vorliegen einer Panikstörung in erster Linie aus dem 

Grund, da der Beschwerdeführer ausdrücklich angegeben habe, dass die 

letzte Panikattacke zwei oder drei Monate zuvor aufgetreten sei, womit die 

diagnostischen Kriterien nicht erfüllt würden (vgl. psychiatrisches 

Gutachten vom 1. Dezember 2020 [IV-act. 32 S. 38]; siehe ferner Bericht 

der PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin F._____ vom 

27. Dezember 2019 [IV-act. 9 S. 3], worin von einer Reduktion der 

Panikattacken berichtet wurde). Entsprechend wies er lediglich einen 

Status nach Panikstörung als Diagnose ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus (vgl. IV-act. 32 S. 42). Soweit Dr. med. C._____ 

aufgrund des Umstands, dass sich die Ängste des Beschwerdeführers 

lediglich auf die Arbeitstätigkeit (in der Autobranche bzw. im 

- 25 -

Eingliederungsprogramm) bezögen, von einer Verdeutlichung bis hin zur 

Aggravation ausging (vgl. IV-act. 32 S. 38 und S. 46), ist dies insoweit zu 

relativieren, als namentlich aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer 

auch Angst vor einer negativen Diagnose habe und deshalb hinsichtlich 

Terminvereinbarungen Handlungsblockaden aufweise (vgl. Bericht der 

PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin F._____ vom 

27. Dezember 2019 [IV-act. 9 S. 3]). Dies tat der Beschwerdeführer 

während des Explorationsgesprächs auch gegenüber Dr. med. C._____ 

kund, indem er ausführte, auch im Alltag nervös zu sein, wenn er etwas 

mache (vgl. IV-act. 32 S. 17), und innerlich unruhig zu sein, wenn er zu 

einem Termin erscheinen müsse (vgl. IV-act. 32 S. 21). Entsprechend hielt 

Dr. med. C._____ in seiner Beurteilung fest, dass der Beschwerdeführer 

Unruhe verspüren bzw. zittern würde und innerlich nervös sei, wenn er 

etwas machen oder zu einem Termin erscheinen müsse (vgl. IV-act. 32 

S. 45). Somit sind mit diesen (gesundheitsbezogenen) Ängsten auch 

andere Lebensbereiche betroffen als lediglich die Arbeitstätigkeit. 

Abgesehen davon zeigten die von lic. phil. B._____ anlässlich der 

neuropsychologischen Abklärung durchgeführten 

Symptomvalidierungstests unauffällige Resultate, weshalb er keine 

Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten oder Aggravation 

feststellte (vgl. neuropsychologischer Untersuchungsbericht vom 

16. November 2020 [IV-act. 32 S. 57 und S. 60 f.]). Mit Blick auf die 

Intensität der Panikattacken gab der Beschwerdeführer anlässlich der 

gutachterlichen Exploration bei Dr. med. C._____ an, dass eine solche 

etwa zehn Minuten dauern würde und dann vorbeigehe. Das Einzige, was 

er versuchen könne, sei sich abzulenken, was manchmal funktioniere (vgl. 

IV-act. 32 S. 19 und S. 44). 

Demgegenüber tat der Beschwerdeführer anlässlich der gutachterlichen 

Untersuchung bei Dr. med. univ. H._____ kund, dass die anfangs während 

- 26 -

zehn bis 15 Minuten anhaltende Panik nun teilweise stundenlang 

andauere, wobei er nicht viel dagegen machen könne (vgl. IV-act. 94 S. 9 

und S. 16; vgl. auch Bericht des behandelnden Psychiaters K._____ vom 

26. Juni 2022 [IV-act. 63 S. 3] und Bericht von dipl. med. S._____ vom 

10. Juni 2022 [IV-act. 62 S. 2]). An anderer Stelle gab er an, dass ihn die 

Angst und Panik lähmen und ihn überall einschränken würden; er habe 

Angst, Fehler zu machen (vgl. IV-act. 94 S. 12). Diese Ausprägung der 

Angst und Panikattacken spricht im Vergleich zum Zustand, wie er von Dr. 

med. C._____ in seinem Gutachten vom 1. Dezember 2020 beurteilt 

wurde, für eine Verstärkung der Symptomatik der bereits bekannten 

Panikstörung. Im medexperts-Gutachten vom 18. November 2022 konnte 

Dr. med. univ. H._____ denn auch das Vorliegen einer Panikstörung 

bestätigen, welche funktionelle Auswirkungen zeitigt (vgl. IV-act. 94 S. 17 

und S. 19). Dies stimmt auch mit der Beurteilung der behandelnden 

Fachpersonen überein (vgl. Bericht des behandelnden Psychiaters 

K._____ vom 26. Juni 2022 [IV-act. 63], Bericht der PDGR von Oberarzt 

E._____ vom 11. Mai 2022 [IV-act. 65 S. 6], Bericht der PDGR von 

Oberarzt E._____ und Psychologin F._____ vom 23. Februar 2022 [IV-

act. 50], Bericht von dipl. med. S._____ vom 10. Juni 2022 [IV-act. 62], 

Bericht der PDGR von Oberarzt T._____ vom 23. September 2021 [IV-

act. 65 S. 11 f.]). Sie erachtete das wesentliche Kennzeichen einer 

Panikstörung mit wiederkehrenden Angstattacken, die sich nicht auf eine 

bestimmte Situation oder besondere Umstände beschränkten, als erfüllt, 

da der Beschwerdeführer Angstattacken ohne erkennbare Ursache 

beschrieben habe, zuletzt mehrfach auf dem Weg zur gutachterlichen 

Untersuchung. Weiter bestehe ein Gefühl der Unsicherheit und Ohnmacht, 

einer existentiellen Bedrohung hilflos ausgeliefert zu sein, eine 

Benommenheit, ein undefinierbares Unwohlsein bzw. eine Enge in der 

Brust, eine Beklemmung, ein inneres Zittern, Missempfindungen und ein 

Herzklopfen, woraus eine Erwartungsangst im Sinne einer "Angst vor der 

- 27 -

Angst" resultiere (vgl. IV-act. 94 S. 17). Damit liegt eine funktionelle 

Auswirkungen zeitigende Befundlage vor, welche sich in dieser Art und 

Weise anlässlich der Begutachtung durch Dr. med. C._____ nicht bot und 

somit auch nicht in den letzten rechtskräftigen Rentenentscheid vom 

10. Mai 2021 eingeflossen ist. Insofern liegt bereits in dieser Hinsicht eine 

wesentliche Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes vor.   

5.2.2. Was die vorbefundlich ausgewiesenen Hinweise auf eine komplexe 

posttraumatische Belastungsstörung anbelangt (vgl. hierzu Bericht der 

PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin F._____ vom 19. Mai 

2020 [IV-act. 22] sowie Bericht der PDGR von Oberarzt E._____ vom 

11. Mai 2022 [IV-act. 65 S. 6]), verzichtete Dr. med. C._____ in seinem 

psychiatrischen Gutachten vom 1. Dezember 2020 darauf, dazu vertieft 

Stellung zu nehmen, da diese Diagnose noch nicht offiziell eingeführt 

worden war (vgl. IV-act. 32 S. 38 f.). Dr. med. univ. H._____ konnte in 

ihrem Gutachten vom 18. November 2022 das Vorliegen einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung nicht vollumfänglich bestätigen (vgl. 

aber ihre Ausführungen auf S. 21 des Gutachtens), ordnete aber die 

Folgen von schweren, anhaltenden und wiederholten Überlastungen des 

stressverarbeitenden Systems in der Kindheit und Jugend im Rahmen 

einer sich daraus ergebenen Persönlichkeitsentwicklungsstörung ein, 

welche sie anlässlich ihrer gutachterlichen Untersuchung als kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit misstrauisch/paranoiden, ängstlich-

vermeidenden und ablehnenden/oppositionellen Anteilen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit auswies (vgl. IV-act. 94 S. 17 ff.). Demgegenüber 

verneinte Dr. med. C._____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 

1. Dezember 2020 noch das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (vgl. 

IV-act. 32 S. 38 ff.). Soweit er die im Bericht der PDGR von Oberärztin 

I._____ und Psychologin F._____ vom 19. Mai 2020 beschriebene 

paranoide Persönlichkeitsstörung damit abtat, dass sie mehr oder weniger 

- 28 -

bloss aus den diagnostischen Leitlinien zitiert hätten (vgl. IV-act. 32 S. 39), 

ist seine Aussage zu relativieren. Denn die beiden Fachpersonen nahmen 

in ihrer diagnostischen Herleitung mit der beim Beschwerdeführer 

vorliegenden übertriebenen Empfindlichkeit auf Rückschläge und 

Zurücksetzungen, dem Misstrauen und der anhaltenden Tendenz, 

Erlebtes zu verdrehen, indem neutrale oder freundliche Handlungen 

anderer als feindlich oder verächtlich missdeutet würden, dem 

streitsüchtigen und beharrlichen sowie situationsunangemessenen 

Bestehen auf eigene Rechte, der häufigen Beschäftigung mit 

unbegründeten Gedanken an "Verschwörungen" als Erklärung für 

Ereignisse in der näheren Umgebung oder der Welt allgemein sowie der 

Neigung, dauerhaft Groll zu hegen hinreichend klar Bezug zu dessen 

Verhalten (vgl. IV-act. 22). Auch wurde die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung inzwischen durch verschiedene behandelnde 

Fachpersonen bestätigt (vgl. Bericht der PDGR von Oberarzt E._____ 

vom 11. Mai 2022 [IV-act. 65 S. 6], Bericht der PDGR von Oberarzt 

E._____ und Psychologin F._____ vom 23. Februar 2022 [IV-act. 50], 

Bericht von dipl. med. S._____ vom 10. Juni 2022 [IV-act. 62] und Bericht 

der PDGR von Oberarzt T._____ vom 23. September 2021 [IV-act. 65 

S. 11 ff.]). Wenn Dr. med. C._____ ferner daran zweifelte, dass die auf 

eine Persönlichkeitsstörung hinweisenden Züge tatsächlich so bestünden, 

weil sie in der Untersuchung nicht feststellbar gewesen seien (vgl. IV-

act. 32 S. 41), steht dies in einem Spannungsverhältnis zu seiner 

Anamneseerhebung. Denn so gab der Beschwerdeführer an mehreren 

Stellen an, in Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und Streitereien mit 

seinem ehemaligen Arbeitgeber, seiner Therapeutin, seinem Beistand 

oder seiner damaligen Freundin verwickelt gewesen zu sein, wobei auch 

extreme Aggressionen hervorgekommen seien (vgl. IV-act. 32 S. 19 f., 

S. 25, S. 27 und S. 43). Auch bestätigte er, es könne schon sein, dass er 

häufig mit Verschwörungen beschäftigt sei. Es habe viele solche Dinge 

- 29 -

gegeben. Er habe schon immer das Gefühl, dass sein Gegenüber gegen 

ihn sei. Bei den Kollegen habe er das nicht, aber bei Ämtern, öffentlichen 

Sachen etc. Er habe schnell mal den Eindruck, dass man es nicht gut mit 

ihm meine (vgl. IV-act. 32 S. 20; siehe ferner Bericht der PDGR von 

Oberarzt E._____ vom 11. Mai 2022 [IV-act. 65 S. 6 f.], Berichte der 

PDGR von Oberärztin I._____ und Psychologin F._____ vom 9. März 

2021 [IV-act. 45 S. 3 ff.], vom 9. April 2020 [IV-act. 14] und vom 

27. Dezember 2019 [IV-act. 9 S. 3], Bericht des behandelnden 

Psychiaters K._____ vom 26. Juni 2022 [IV-act. 63 S. 6], Bericht der 

PDGR von Oberärztin Q._____ und Psychologin R._____ vom 4. Mai 

2020 [IV-act. 32 S. 72] und Bericht der PDGR von Dr. med. M._____ und 

Psychologin N._____ vom 21. Januar 2019 [IV-act. 11 S. 9 ff.]). Diese 

Umstände sprechen für die vorgenannte Diagnosebeschreibung der 

beiden behandelnden Fachpersonen in ihrem Bericht vom 19. Mai 2020. 

Der Beurteilung von Dr. med. C._____ in seinem Gutachten vom 

1. Dezember 2020, wonach die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers 

im Wesentlichen in der Lernbehinderung ihre hinreichende Erklärung 

finden sollen (vgl. IV-act. 32 S. 40 f. und S. 44 f.), konnte Dr. med. univ. 

H._____ in ihrem Gutachten vom 18. November 2022 nicht beipflichten. 

So hielt sie fest, die deutlich feststellbare Persönlichkeitsproblematik lasse 

sich durch das eventuelle Vorliegen einer Lernbehinderung nicht erklären 

(vgl. IV-act. 94 S. 18). In ihrer Herleitung der Diagnose einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit misstrauisch/paranoiden, ängstlich-

vermeidenden und ablehnenden/oppositionellen Anteilen wies sie 

nachvollziehbar auf die sich beim Beschwerdeführer entwickelten 

Veränderungen der Impulskontrolle und Emotions- bzw. Selbstregulation 

mit Schwierigkeiten im Umgang mit negativen, belastenden und 

unangenehmen Gefühlen und dadurch auftretenden 

unverhältnismässigen emotionalen Reaktionen (z.B. Wutausbrüche bis 

- 30 -

hin zu Kontrollverlust oder extremen Unterdrückungsbemühungen) und 

autodestruktiven Impulsen hin. Gleiches gilt für die eingetretenen 

Veränderungen in der Aufmerksamkeit und im Bewusstsein mit 

Bewusstseinsphänomenen, wie dissoziativen Episoden, ausgeprägten 

Erinnerungslücken und Derealisations- bzw. Depersonalisationserleben, 

den Veränderungen in der Selbstwahrnehmung mit namentlich Gefühlen 

der Hilflosigkeit, Fremdbestimmtheit und Isolation, den Veränderungen in 

den Beziehungen zu anderen mit allgemeinem Misstrauen und 

Schwierigkeiten mit Konflikten, der aufgetretenen Somatisierung und den 

Veränderungen in der Lebenseinstellung mit Gefühlen von grosser 

Verzweiflung und Resignation (vgl. IV-act. 94 S. 17 f.). Zudem wertete sie 

die in der von lic. phil. G._____ durchgeführten neuropsychologischen 

Untersuchung festgestellten auffälligen Resultate der 

Beschwerdevalidierungstests (vgl. hierzu neuropsychologisches 

Fachgutachten vom 23. September 2022 [IV-act. 94 S. 35]) nicht im Sinne 

einer Aggravation, sondern ebenfalls als Hinweis auf das Vorliegen einer 

Persönlichkeitsstörung (vgl. IV-act. 94 S. 18). Soweit diese gemäss Dr. 

med. univ. H._____ deutlich feststellbare und funktionelle Auswirkungen 

zeitigende Persönlichkeitsproblematik mangels wesentlicher Veränderung 

des medizinischen Sachverhalts seit der Begutachtung durch Dr. med. 

C._____ bereits damals vorgelegen haben soll, sind diese Zustandsbilder 

und Verhaltensmuster des Beschwerdeführers in der Verfügung vom 

10. Mai 2021, welche von keiner Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. IV-act. 46), unberücksichtigt geblieben. 

Damit darf dieses psychische Leiden nicht in den Bestand derjenigen 

Tatsachen einbezogen werden, anhand derer zu ermitteln ist, ob eine 

anspruchserhebliche Änderung des Sacherhalts eingetreten ist (vgl. 
Urteile des Bundesgerichts 9C_262/2019 vom 23. März 2020 E.3.2 und 

4.3 f. sowie 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E.2.3.2), womit bei 

nunmehr in Übereinstimmung mit den behandelnden Fachpersonen 

- 31 -

diagnostizierter kombinierter Persönlichkeitsstörung mit massgeblichen 

funktionellen Auswirkungen im Ergebnis auf eine wesentliche 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers zu schliessen ist. Dasselbe ergibt sich, wenn 

angenommen wird, dass es seit dem letzten rechtskräftigen 

rentenablehnenden Entscheid zu einer Verstärkung der Symptomatik der 

bereits bekannten Persönlichkeitsproblematik gekommen ist, welche so 

jedoch noch nicht in die gutachterliche Beurteilung durch Dr. med. 

C._____ und in die damalige funktionelle Folgeabschätzung eingeflossen 

ist. Hinzu kommt, dass Dr. med. univ. H._____ in diesem Zusammenhang 

in ihrem Gutachten vom 18. November 2022 namentlich mit dem extremen 

Nägelkauen als autodestruktiver Impuls, den teilweise auftretenden 

Gesichtsfeldstörungen bzw. -einschränkungen auf einem Auge und der 

schwankenden Sehschärfe oder den Sensibilitätsstörungen in den Fingern 

auch neue Elemente tatsächlicher Natur benennt, welche für eine 

zunehmende Verschlechterung sprechen (vgl. IV-act. 94 S. 17; siehe auch 

Bericht der PDGR von Oberarzt E._____ und Psychologin F._____ vom 

23. Februar 2022 [IV-act. 50]). Letztlich ging Dr. med. C._____ in seinem 

Gutachten vom 1. Dezember 2020 beim Beschwerdeführer von einer im 

Grunde genommen gesunden und voll leistungsfähigen Person aus, 

während Dr. med. univ. H._____ in ihrem Gutachten vom 18. November 

2022 wesentliche psychische Leiden mit Krankheitswert diagnostizierte, 

welchen sie massgeblichen Einfluss auf die funktionelle Leistungsfähigkeit 

beimass.

5.2.3. Demnach geht es gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht 

an, wie die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Revisionsgrundes 

mit der Argumentation zu verneinen, es liege eine im revisionsrechtlichen 

Kontext unbeachtliche Andersbeurteilung eines bereits mit Verfügung vom 

10. Mai 2021 rechtskräftig beurteilten, im Wesentlichen unverändert 

- 32 -

gebliebenen Sachverhalts vor. Vielmehr ist gestützt auf das medexperts-

Gutachten von Dr. med. univ. H._____ vom 18. November 2022 

überwiegend wahrscheinlich, dass seit dem letzten, auf einer materiellen 

Prüfung des rechtserheblichen Sachverhalts beruhenden Entscheid am 

10. Mai 2021 beim Beschwerdeführer eine relevante Verschlechterung 

des psychischen Gesundheitszustands eingetreten ist. Daher ist das 

Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen.

6. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde vom 25. Mai 2023, 

dass ihm sowohl eine Invalidenrente als auch 

Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen seien. Nach dem Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" werden Rentenleistungen nur erbracht, wenn 

die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse 

eingegliedert werden kann (vgl. BGE 148 V 397 E.6.2.4; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_585/2021 vom 6. Januar 2022 E.5.1, 9C_689/2019 

vom 20. Dezember 2019 E.3.1, 9C_450/2019 vom 14. November 2019 

E.3.3.1 und 8C_842/2016 vom 18. Mai 2017 E.5.3.1). Eine Invalidenrente 

soll erst und nur dann gesprochen werden, wenn die Möglichkeiten 

ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung 

der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (vgl. 

BGE 145 V 2 E.4.3.2 mit Hinweisen). Wie der Beschwerdeführer bereits in 

seinem Einwand vom 6. Februar 2023 ausführte, attestiere ihm die 

Gutachterin Dr. med. univ. H._____ eine Eingliederungsfähigkeit (vgl. IV-

act. 99 S. 4). Konkret ist dem medexperts-Gutachten vom 18. November 

2022 zu entnehmen, dass von einer Eingliederungsfähigkeit von 50 % 

auszugehen sei, beginnend im geschützten Rahmen mit dem Ziel einer 

Eingliederung in der freien Wirtschaft, wobei bei weiterer Stabilisierung 

eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums auf 80 % bis 100 % 

innert ein bis zwei Jahren anzustreben sei (vgl. IV-act. 94 S. 23). Insofern 

erweist es sich als verfrüht, bereits im jetzigen Zeitpunkt über den 

- 33 -

Rentenanspruch zu entscheiden, unabhängig von allfälligen 

Eingliederungsmassnahmen (vgl. BGE 148 V 397 E.6.2.4; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_585/2021 vom 6. Januar 2022 E.5.1, 8C_204/2021 

vom 26. Mai 2021 E.4.2.2 und 8C_691/2015 vom 11. Februar 2016 E.4, je 

mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 9C_207/2018 vom 

16. April 2018 E.3.2.4 und 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015 E.3.2.1, je mit 

Hinweisen). Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass bei fehlendem 

Eingliederungswillen bzw. einer fehlenden subjektiven 

Eingliederungsfähigkeit der Anspruch auf solche entfällt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.7.2 mit 

Hinweisen). Demnach obliegt es der Beschwerdegegnerin, berufliche 

Massnahmen zu prüfen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese 

berufliche Eingliederungsmassnahmen einleite und alsdann – soweit die 

Eingliederung nicht bzw. nur teilweise glücken sollte – nach externer 

fachärztlicher Abklärung des medizinischen Sachverhalts bzw. nach 

Einholung einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung bei der 

medexperts AG (und unter Gewährung des rechtlichen Gehörs) gestützt 

auf die dannzumal aktualisierten medizinischen Unterlagen über den 

Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide. Insofern 

erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers 

einzugehen.

7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde demnach gutzuheissen, die 

angefochtene Verfügung vom 24. April 2023 aufzuheben und die 

Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

8.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

- 34 -

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als vollständiges Obsiegen der 

beschwerdeführenden Partei bezüglich der Verteilung der Gerichtskosten 

und der Zusprache einer Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 

137 V 210 E.7.1 und 132 V 215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des 

Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach 

der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

8.2. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 

Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig 

durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird 

die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG 

nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.6.1 und 9C_688/2009 vom 19. November 2009 

E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers machte in seiner Eingabe vom 13. Juni 2023 

insgesamt einen Aufwand von 10.09 Stunden à CHF 250.-- 

- 35 -

(CHF 2'522.50) zuzüglich einer Spesenpauschale von 3 % (CHF 75.70) 

und 7.7 % MWST (CHF 200.05) geltend, insgesamt somit ein Honorar von 

CHF 2'798.25. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 

10.09 Stunden erscheint dem Gericht als angemessen (vgl. Art. 2 Abs. 2 

Ziff. 2 HV), wobei auch der veranschlagte Stundenansatz (siehe die im 

Recht liegende Honorarvereinbarung, worin ein Stundenansatz von 

CHF 270.-- vereinbart wurde) von CHF 250.-- üblich ist (vgl. Art. 2 Abs. 2 

Ziff. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 HV). Die Beschwerdegegnerin hat den 

Beschwerdeführer somit aussergerichtlich mit CHF 2'798.25 (inkl. MWST 

und Barauslagen) zu entschädigen. 

8.3. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und 

Verbeiständung für das vorliegende verwaltungsgerichtliche 

Beschwerdeverfahren wird bei diesem Verfahrensausgang 

gegenstandslos.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. April 2023 aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der 

Erwägungen an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ aussergerichtlich mit 

CHF 2'798.25 (inkl. MWST und Barauslagen) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittebelehrung]

5. [Mitteilung]