# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0eac8a14-ee43-5678-8cfb-c9e98f6d9101
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2006-09-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.09.2006 BG.2006.28
**Docket/Reference:** BG.2006.28
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2006-28_2006-09-26

## Full Text

Bestimmung des Gerichtsstandes i.S. A. (Art. 279 Abs. 1 BStP);;Bestimmung des Gerichtsstandes i.S. A. (Art. 279 Abs. 1 BStP);;Bestimmung des Gerichtsstandes i.S. A. (Art. 279 Abs. 1 BStP);;Bestimmung des Gerichtsstandes i.S. A. (Art. 279 Abs. 1 BStP)

Entscheid vom 26. September 2006  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Barbara Ott und Tito Ponti,  
Gerichtsschreiberin Lea Unseld  

   
 
Parteien 

  
KANTON FREIBURG, Präsident der Strafkammer 
des Kantonsgerichts, 

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

1. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft des 
Kantons, 

 
2. KANTON NEUENBURG, Ministère Public, 

Gesuchsgegner 
  

Gegenstand  Bestimmung des Gerichtsstandes i.S. A. 
(Art. 279 Abs. 1 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2006.28 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Seit November 2005 ermittelt der Kanton Freiburg gegen A. wegen des 
Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. A. 
wird vorgeworfen, in den Kantonen Zürich, Bern und Neuenburg sog. Thai-
Pillen verkauft zu haben (Strafverfahrensakten des Kantons Freiburg, 
act. 6613 und 6615). Der Kanton Freiburg hat insbesondere am 25. Okto-
ber 2005 in der Wohnung von A. in Z./ZH rogatorisch eine Hausdurchsu-
chung veranlasst, eine retroaktive Telefonkontrolle angeordnet und eine 
Überprüfung ihres internationalen Zahlungsverkehrs vorgenommen. A. be-
fand sich zudem vom 25. November 2005 bis am 25. Januar 2006 im Kan-
ton Freiburg in Untersuchungshaft. 

 
 
B. Am 15. März 2006 ersuchte der Kanton Freiburg den Kanton Zürich um 

Anerkennung des Gerichtsstandes bezüglich der A. vorgeworfenen Delikte. 
Der Kanton Zürich ist diesem Ersuchen nicht nachgekommen (Strafverfah-
rensakten des Kantons Freiburg, act. 9020 und 9023). 

 
Am 18. Mai 2006 ersuchte der Kanton Freiburg ferner den Kanton Neuen-
burg, welcher gegen den im genannten Drogenhandel ebenfalls involvier-
ten B. ein Strafverfahren hängig hatte, um Stellungnahme. Die Antwort des 
Kantons Neuenburg vom selben Tag fiel auch negativ aus (Strafverfah-
rensakten des Kantons Freiburg, act. 9031 und 9041).  

 
Der weitere im Juni und Juli 2006 zwischen den Kantonen Freiburg und Zü-
rich durchgeführte Meinungsaustausch führte zu keiner Einigung. 

 
 

C. Mit Gesuch vom 2. August 2006 gelangt der Präsident der Strafkammer 
des Kantonsgerichts Freiburg an die Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts und beantragt, der Kanton Zürich, eventualiter der Kanton 
Neuenburg, seien als berechtigt und verpflichtet zu bezeichnen, die A. zur 
Last gelegten Delikte zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1). 

 
In seiner Gesuchsantwort vom 9. August 2006 stellt der Kanton Zürich An-
trag auf Abweisung des Gesuchs (act. 5). Der Kanton Neuenburg beantragt 
demgegenüber in seiner Gesuchsantwort vom selben Tag, der Kanton Zü-
rich sei für die weitere Verfolgung und Beurteilung von A. für berechtigt und 
verpflichtet zu erklären (act. 6). 

 

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Der Kanton Freiburg hält in seiner Replik vom 22. August 2006 an seinen 
Anträgen fest (act. 10). Die Kantone Zürich und Neuenburg haben auf ei-
nen zweiten Schriftenwechsel verzichtet (act. 12 und 13). 
 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum 

Entscheid über Gerichtsstandsstreitigkeiten ergibt sich aus Art. 351 StGB 
i.V.m. Art. 279 Abs. 1 BStP und Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG. Voraussetzung 
für die Anrufung der Beschwerdekammer ist, dass ein Streit über den inter-
kantonalen Gerichtsstand vorliegt und hierüber ein Meinungsaustausch 
durchgeführt wurde (SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbe-
stimmung in Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, S. 195 N. 599). Eine Frist für 
die Anrufung der Beschwerdekammer besteht für die Kantone nicht 
(SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 85 N. 623). Die kantonalen Behörden sind 
nach ihren internen Zuständigkeitsordnungen berechtigt, bei interkantona-
len Gerichtsstandskonflikten ihre Kantone vor der Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts zu vertreten (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., Anhang II, 
S. 213 ff.). 

 
1.2 Die Eintretensvoraussetzungen sind vorliegend erfüllt und geben keinen 

Anlass zu weiteren Bemerkungen. Auf das Gesuch ist demnach einzutre-
ten. 

 
 
2.  
2.1 Gemäss Art. 346 Abs. 1 StGB sind die Behörden des Ortes für die Verfol-

gung und Beurteilung einer strafbaren Handlung zuständig, wo die strafba-
re Handlung ausgeführt wurde. Wird jemand wegen mehrerer, an verschie-
denen Orten verübter strafbarer Handlungen verfolgt, so sind die Behörden 
des Ortes, wo die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat verübt worden 
ist, auch für die Verfolgung und die Beurteilung der andern Taten zuständig 
(Art. 350 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Sind diese strafbaren Handlungen mit der 
gleichen Strafe bedroht, so sind die Behörden des Ortes zuständig, wo die 
Untersuchung zuerst angehoben wurde (Art. 350 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). 

 

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Art. 350 StGB kommt bloss zur Anwendung, wenn ein Angeschuldigter in 
verschiedenen Kantonen gleichzeitig verfolgt wird (SCHWERI/BÄNZIGER, 
a.a.O., S. 85 N. 269; TPF BG.2004.17 vom 30. November 2004 E. 2.3). Hat 
demgegenüber ein Täter in verschiedenen Kantonen mit der schwersten 
Strafe bedrohte Taten begangen und wurde derentwegen in keinem der 
gemäss Art. 350 Ziff. 1 StGB in Frage kommenden Kantonen eine Strafun-
tersuchung angehoben, so sind die Behörden jenes Kantons zuständig, in 
welchem ein offensichtliches Schwergewicht der deliktischen Tätigkeit liegt. 
Fehlt es an einem solchen Schwergewicht, so ist in Analogie zu Art. 350 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB jener Kanton zuständig, in dem der Beschuldigte das 
erste Delikt verübt hat (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 95 N. 306; BGE 128 
IV 216, 218 E. 2 und 3) bzw. wo er seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnli-
chen Aufenthalt hat (vgl. Feststellungen und Empfehlungen der Konferenz 
der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) vom 21. Oktober 1999, 
in SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., Anhang IV, S. 218). Gleich zu verfahren ist, 
wenn gegen den Angeschuldigten zwar bereits ein Strafverfahren eröffnet 
wurde, sich jedoch nachträglich herausstellt, dass der betreffende Kanton 
nicht zuständig ist. 

  
Zur Verfolgung und Beurteilung der Anstifter und Gehilfen sind die Behör-
den zuständig, denen die Verfolgung und Beurteilung des Täters obliegt 
(Art. 349 Abs. 1 StGB). Sind an der Tat mehrere als Mittäter beteiligt, so 
sind die Behörden des Ortes zuständig, wo die Untersuchung zuerst ange-
hoben wurde (Art. 349 Abs. 2 StGB). Wird eine Beteiligung erst nachträg-
lich bekannt, so bestimmt sich der Gerichtsstand für diesen Beteiligten  
ebenfalls nach Art. 349 StGB, es sei denn, das gegen den Täter oder die 
übrigen Beteiligten geführte Verfahren befinde sich bereits im Rechtsmittel-
stadium bzw. ein rechtskräftiges Urteil sei bereits ergangen. Eine Vereini-
gung ist diesfalls nicht mehr möglich und der Gerichtsstand bestimmt sich 
für den nachträglich bekannt gewordenen Beteiligten nach Art. 346 StGB 
(vgl. SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 74 N. 232). 

 
2.2 Aus der derzeitigen Aktenlage ergibt sich, dass A. dringend verdächtigt 

wird, für B. wiederholt grössere Mengen Thai-Pillen zwischen Y./ZH und 
Z./ZH transportiert zu haben, welche sie anschliessend an Drittpersonen, 
insbesondere C. und D., weitergab. A. hat B. von dessen Wohnort in Y./ZH 
bzw. von Z./ZH aus ebenfalls in den Städten Bern, Biel und Neuenburg mit 
Thai-Pillen beliefert. Aus den Akten geht die genaue Anzahl der je durch A. 
in den einzelnen Städten gelieferten Thai-Pillen nicht hervor. Nach Aussa-
ge von B. hat diese jedoch insgesamt ca. 7’500 Pillen für diesen transpor-
tiert, davon ca. 1'500 nach Bern.  

 

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Des Weiteren hat A. C. und D. sowie weiteren Personen an ihrem Wohnort 
in Z./ZH, aber auch in öffentlichen Lokalen in Zürich direkt und auf eigene 
Rechnung Thai-Pillen verkauft. Gemäss eigener Aussage hat A. zudem im 
November 2005 ungefähr 350 Thai-Pillen am Flughafen Zürich Kloten ein-
geführt (Strafverfahrensakten des Kantons Freiburg, act. 2600 ff.).  

 
2.3 Im Hinblick auf die Feststellung des interkantonalen Gerichtsstandes ist 

eingangs zu prüfen, ob A. allenfalls Mittäterschaft mit C. und D., gegen wel-
che im Kanton Freiburg ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verkauf von Thai-Pillen) 
hängig ist, vorgeworfen werden muss. 

2.3.1 Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer auf der Grundlage eines ge-
meinsamen Tatplanes die Durchführung der gemeinschaftlichen Tat durch 
seinen Beitrag zusammen mit den übrigen Beteiligten beherrscht; Mitherr-
schaft ist dabei jede arbeitsteilige, für den Erfolg wesentliche Mitwirkung 
im Ausführungsstadium (BGE 118 IV 397, 400 E. 2b; 120 IV 17, 23 E. 2d). 

Bei der Anwendung von Art. 19 Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 3. Okto-
ber 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäu-
bungsmittelsgesetz, BetmG; SR 812.121) sind im Interesse einer vernünf-
tigen Begrenzung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit die Anforderun-
gen an die Annahme einer Mittäterschaft eher hoch anzusetzen (BGE 106 
IV 72, 73 E. 2b). Mittäterschaft ist nur dann zu bejahen, wenn der Wieder-
verkäufer von seinem Lieferanten mehr als nur betreffend den blossen 
Bezug der Ware wesentlich abhängig ist oder nach dessen Weisungen 
handelt, und ihm dadurch die alleinige Tatherrschaft für die von ihm getä-
tigten (Weiter-) Verkäufe fehlt (BGE 118 IV 397, 401 E. 2c mit weiteren 
Hinweisen). Nach Massgabe der Feststellungen und Empfehlungen der 
Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) vom  
21. Oktober 1999 sind Mittäter im Sinne von Art. 349 StGB in der Regel 
Personen, die auf der gleichen Hierarchiestufe im Drogenhandel tätig sind 
(vgl. auch TPF BG.2005.15 vom 16. Juni 2005 E. 3.1 und 3.2). 
 

2.3.2 Vorliegend nahm A. als Lieferantin von C. und D. eine übergeordnete 
Stellung innerhalb des Drogenrings ein. Als ausschliessliche Lieferantin 
hat sie nach Übergabe der Pillen keinen Einfluss mehr auf das nachfol-
gende Agieren von C. und D. ausgeübt. Sie kann folglich nach ständiger 
Rechtsprechung nicht als Mittäterin von C. und D. angesehen werden.  

 
2.3.3 Was den Kanton Neuenburg anbelangt, so kann die Frage, ob A. und B. 

allenfalls in Mittäterschaft gehandelt haben, offen bleiben. B. ist im Kanton 
Neuenburg bereits am 31. Mai 2006 zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jah-

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ren verurteilt worden. Ein Rekurs gegen dieses Urteil ist gegenwärtig am 
Kassationshof des Kantons Neuenburg hängig (act. 6 und 6.1). Eine all-
fällige Vereinigung der gegen A. und B. laufenden Verfahren fällt dem-
nach in Anwendung der vorzitierten Lehre (supra Ziff 2.1 Abs. 3) ausser 
Betracht. 

 
Art. 349 StGB ist folglich vorliegend nicht anwendbar.  

 
2.4 Die A. zur Last gelegten Straftaten sind voraussichtlich allesamt unter den 

Tatbestand der schweren Widerhandlung gemäss Art. 19 Ziff. 1 i.V.m. 
Ziff. 2 BetmG zu subsumieren und wiegen somit gleich schwer. Ob A. 
allenfalls für sich alleine betrachtet in den Kantonen Bern und Neuenburg 
bloss eine einfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 
Sinne von Art. 19 Ziff. 1 BetmG begangen hat, ist aufgrund der derzeitigen 
Aktenlage nicht schlüssig. In Anwendung des Grundsatzes “in dubio pro 
duriore“, wonach im Zweifelsfall das schwerere Delikt gerichtsstandsrele-
vant ist (vgl. PIQUEREZ, Procédure pénale Suisse, Zürich 2000, N. 2969; 
zum Ganzen auch TPF BK_G 076/04 vom 27. Oktober 2004 E. 3.1 f. und 
BG.2006.18 vom 12. Mai 2006 E. 2.1), muss jedoch vorliegend ebenfalls 
von der schweren Widerhandlung gemäss Art. 19 Ziff. 2 BetmG in den 
Kantonen Bern und Neuenburg ausgegangen werden. Die Frage kann im 
Übrigen offen gelassen werden, da der Kanton Zürich auch aus den 
nachfolgend dargelegten Gründen für die Verfolgung und Beurteilung von 
A. als zuständig erklärt werden muss. 

 
Die Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sind Tätigkeitsdelikte 
und gelten gemäss Art. 7 Abs. 1 StGB als dort begangen, wo der Täter die 
strafbare Handlung ausgeführt hat. A. hat somit in den Kantonen Zürich, 
Bern und Neuenburg je mit der gleichen Strafe bedrohte Taten begangen.  

 
2.5 Vorliegend wurde in keinem der gemäss Art. 346 Abs. 1 und 2 StGB in Fra-

ge kommenden Kantonen Zürich, Bern und Neuenburg eine Strafuntersu-
chung angehoben. Art. 350 Ziff. 1 StGB gelangt folglich nicht zur Anwen-
dung. Gemäss der vorzitierten Doktrin und Rechtsprechung ist somit der 
Kanton zuständig, in welchem ein offensichtliches Schwergewicht der delik-
tischen Tätigkeit liegt, subsidiär der Kanton, in dem der Beschuldigte das 
erste Delikt verübt hat bzw. wo er seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnli-
chen Aufenthalt hat (supra Ziff. 2.1 Abs. 2). Vorliegend muss von einem of-
fensichtlichen Schwergewicht der deliktischen Tätigkeit im Kanton Zürich 
ausgegangen werden. A. hat nur gelegentlich, dies jedoch wiederum vom 
Kanton Zürich aus, Lieferungen in den Kantonen Bern und Neuenburg vor-
genommen. Letztere hat des Weiteren im Kanton Zürich ihre ersten delikti-

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schen Tätigkeiten verübt und in diesem Kanton auch ihren Wohnsitz und 
gewöhnlichen Aufenthaltsort. 

 
Der gesetzliche Gerichtsstand für die Verfolgung und Beurteilung der A. 
vorgeworfenen Straftaten befindet sich somit im Kanton Zürich. 

 
 
3.  
3.1 Der Gesuchsgegner 1 macht eine konkludente Gerichtsstandsanerkennung 

durch den Gesuchsteller geltend, da dieser in Kenntnis der genauen Sach-
lage die Untersuchung gegen A. während mehreren Monaten vorangetrie-
ben habe. 

 
Eine Gerichtsstandsvereinbarung zwischen zwei oder mehreren Kantonen 
kann ausdrücklich oder konkludent geschlossen werden (SCHWE-
RI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 147 N. 429, S. 149 N. 437 und S. 150 N. 440). Eine 
konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes darf hingegen nicht leicht-
hin angenommen werden. Die Behörden haben von Amtes wegen zu prü-
fen, ob ihre örtliche Zuständigkeit und damit die Gerichtsbarkeit ihres Kan-
tons gegeben ist. Diese Prüfung muss summarisch und beschleunigt erfol-
gen, um Verzögerungen des Verfahrens zu vermeiden. Die mit der Prüfung 
befasste Behörde muss alle für die Festlegung des Gerichtsstandes we-
sentlichen Tatsachen erforschen, die dazu notwendigen Erhebungen 
durchführen und insbesondere den Ausführungsort ermitteln. Hat der Be-
schuldigte in mehreren Kantonen delinquiert, so hat jeder Kanton vorerst 
die Ermittlungen voranzutreiben, die für die Bestimmung des Gerichtsstan-
des wesentlich sind. Beschränkt sich ein Kanton nicht darauf, sondern 
nimmt er während längerer Zeit weitere Ermittlungen vor, obwohl längst An-
lass bestand, die eigene Zuständigkeit abzuklären, so kann darin eine kon-
kludente Anerkennung erblickt werden (BGE 119 IV 102, 104 E. 4b). Be-
schränkt sich die Behörde dagegen im Wesentlichen auf die Abklärung von 
Tatsachen, die für die Bestimmung des Gerichtsstandes von Bedeutung 
sind oder führt eine Behörde während der Abklärung der Gerichtsstands-
frage die Strafuntersuchung mit der gebotenen Beschleunigung weiter, so 
kann darin keine konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes gesehen 
werden (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 151 N. 443). 

 
3.2 Vorliegend kann nicht von einer konkludenten Anerkennung des Gerichts-

standes gesprochen werden. Der Gesuchsteller hat im Zusammenhang mit 
dem gegen C. und D. hängigen Strafverfahren die Untersuchung gegen A. 
im eigenen Kanton vorangetrieben, dies unter anderem um abzuklären, ob 
sich A. in diesem Kanton ebenfalls strafbar gemacht hat. Es galt insbeson-

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dere, den Ort der Aushändigung der Thai-Pillen an C. und D. festzustellen. 
Der Gesuchsteller kam in der Folge zur Erkenntnis, dass keine der A. vor-
geworfenen Lieferungen an C. und D. im Kanton Freiburg stattgefunden 
hatte, A. im Kanton Freiburg auch nicht anderweitig strafrechtlich tätig ge-
wesen war und die eigene Strafverfolgungs- und Beurteilungskompetenz 
daher nicht gegeben sei. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, 
dass der Gesuchsteller bewusst während längerer Zeit weitere Ermittlun-
gen vorgenommen hätte, obwohl längst Anlass bestand, die eigene Zu-
ständigkeit abzuklären und dass er sich somit erst Monate später um die 
Abklärung der Gerichtsstandsfrage gekümmert hätte.  

 
Die Praxis zeigt des Weiteren, dass das effektive Ausmass eines Drogen-
handels oft erst im Verlaufe der Untersuchung zu Tage kommt. Der Bege-
hungsort und damit der Gerichtsstand kann sich dabei mit jeder neu aufge-
deckten Drogentransaktion ändern. Zu Recht hat der Gesuchsteller im Zu-
ge des Untersuchungsverfahrens gegen C. und D. nicht auf Anhieb ausge-
schlossen, dass A. nicht auch im Kanton Freiburg Verstösse gegen das Be-
täubungsmittelgesetz begangen hat, war sie doch die Lieferantin von C. 
und D., welche beide ihren Wohnsitz im Kanton Freiburg haben, wo sie zur 
Hauptsache die Thai-Pillen weiterverkauften. Auch erscheint ein erster Ein-
bezug vom A. im Rahmen des gegen C. und D. laufenden Strafverfahrens 
gerechtfertigt. 

 
 
4.  
4.1 Der Gesuchsgegner 1 macht weiter geltend, der Gesuchsteller sei zu Be-

ginn der Untersuchung aufgrund der damaligen Aktenlage von einer delikti-
schen Tätigkeit von A. ebenfalls im Kanton Freiburg ausgegangen, habe 
jedoch nachträglich das Verfahren gegen A. in Bezug auf einzelne Delikte 
eingestellt. Gemäss der Rechtsprechung vermag die Tatsache, dass we-
gen Einstellung des Verfahrens oder aus anderen Gründen ein Teil der in 
Untersuchung gezogenen Handlungen aus der Strafverfolgung ausscheidet 
und ausschliesslich oder grösstenteils nur noch Handlungen übrig bleiben, 
die in einem anderen Kanton ausgeführt worden sind, für sich alleine den 
nachträglichen Wechsel des Gerichtsstandes nicht zu rechtfertigen 
(SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 99 N. 319; BGE 96 IV 91, 93 E. 1). 

 
4.2 Wie bereits dargelegt (supra Ziff. 3.2) bestand der Verdacht, A. habe C. 

und D. im Kanton Freiburg mit Thai-Pillen beliefert und somit in diesem 
Kanton strafbare Handlungen begangen. Dieser Verdacht hat sich in der 
Folge nicht bestätigt. Es hat sich in der Tat herausgestellt, dass A. sämtli-
che Drogenlieferungen in den Kantonen Zürich, Bern und Neuenburg aus-

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geführt hat. Der Gesuchsgegner 1 erläutert nicht näher, inwiefern er auf-
grund der ihm zur Verfügung gestellten Akten zum Schluss kommt, das 
Verfahren gegen A. sei in Bezug auf einzelne, im Kanton Freiburg began-
gene Taten eingestellt worden. 

 
4.3 Aus dem Besagten folgt, dass vorliegend nicht von einer nachträglichen 

Einstellung des Verfahrens in Bezug auf einzelne Taten im Sinne der vom 
Gesuchsgegner 1 zitierten Rechtsprechung und Doktrin gesprochen wer-
den kann. 

 
 
5. Schlussfolgernd kann festgehalten werden, dass sich der gesetzliche Ge-

richtsstand im Kanton Zürich befindet. Es sind keine Gründe ersichtlich, 
welche vorliegend ein Abweichen vom ordentlichen Gerichtsstand rechtfer-
tigen könnten.  

 
 
6. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 2 

OG).  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Der Kanton Zürich ist berechtigt und verpflichtet, die A. zur Last gelegten 

strafbaren Handlungen zu verfolgen und zu beurteilen. 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 
 

Bellinzona, 28. September 2006 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Präsident der Strafkammer des Kantonsgerichts Freiburg 
- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 
- Ministère Public des Kantons Neuenburg 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.