# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a042b267-b743-5967-b0ae-35ddf308bc08
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2008 D-3632/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3632-2006_2008-08-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3632/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, Richter Bendicht Tellenbach; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller, 
Freiplatzaktion Basel, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
2. April 2004 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3632/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin, eine Tami-
lin  islamischen  Glaubens  aus  B._______,  ihre  Heimat  am 2. August 
2003  und  gelangte  am  gleichen  Tag in  die  Schweiz,  wo  sie  am  6. 
August 2003 ein Asylgesuch stellte. Nach einer Kurzbefragung in der 
Empfangsstelle C._______ (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum; 
EVZ) vom 13. August 2003 wurde die Beschwerdeführerin für die Dau-
er des Verfahrens dem Kanton C._______ zugewiesen. Die zuständige 
kantonale  Behörde  hörte  sie  am  6. November  2003  zu  den  Asyl-
gründen an. Die Beschwerdeführerin machte bei den Befragungen im 
Wesentlichen geltend, sie habe im Jahr 1987 ohne Zustimmung ihrer 
Eltern ihren ersten Mann, einen Muslimen, geheiratet und sei zum Is-
lam konvertiert. Deshalb habe sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Fami-
lie. Ihr Mann, ein Führer der PLOTE, sei im April 1989 vor ihren Augen 
von Angehörigen der LTTE erschossen worden. Ihre Schwiegerfamilie 
habe sie nicht gemocht und sie sei mit ihrem ersten Kind alleine gewe-
sen. So habe sie im Februar 1990 ihren zweiten Mann geheiratet. Die-
ser sei bei der ENDLF gewesen und im Juli 1990 anlässlich von Unru-
hen durch die srilankische Armee festgenommen und verbrannt wor-
den.  Sie  sei  mit  der  Familie  des  zweiten  Mannes  nach  D._______ 
geflohen,  wo sie  bis  ins  Jahr  1994 in  einem Flüchtlingslager  gelebt 
hätten  und  wo  im  August  1990  auch  ihr  zweites  Kind  geboren  sei. 
1994 sei sie nach B._______ zurückgekehrt, habe das Haus repariert 
und die Ländereien ihres ersten Ehemannes bewirtschaftet. Sie sei oft 
zur Mutter des zweiten Ehemannes gegangen und habe dessen Hüh-
nerfarm und dessen Geschäft, die ihr nun gehört hätten, betrieben. So 
habe sie mit ihren Kindern leben können. Ebenfalls im Jahr 1994 habe 
sie die Tochter ihres Onkels adoptiert. In derselben Zeit sei die LTTE 
zu  ihr  gekommen,  um  nach  Waffen  der  PLOTE  zu  suchen,  die  ihr 
erster Ehemann versteckt haben sollte. Wegen der LTTE-Besuche sei 
sie 1994 dreimal durch die srilankische Armee befragt worden. 1995 
habe  diese  sie  festgenommen,  sechs  Monate  festgehalten  und 
wiederholt vergewaltigt. Nach ihrer Freilassung habe sie bis 1999 einer 
Meldepflicht unterstanden. Danach habe sie mit der Armee keine Pro-
bleme mehr gehabt. Nach den Friedensgesprächen zwischen der sri-
lankischen Armee und der LTTE sei diese im Jahr 2002 in ihr Gebiet 
zurückgekehrt. Im Juli  2003 seien mehrmals LTTE-Angehörige zu ihr 
gekommen,  hätten  nach  Waffen  ihres  verstorbenen  Ehemannes  ge-
sucht,  sie aufgefordert,  ins Camp zu kommen und sie mit  dem Tode 

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bedroht. Aus Angst habe sie B._______ am 31. Juli  2003 verlassen, 
sei ohne Kontrollen passieren zu müssen nach Colombo gelangt und 
von dort direkt in die Schweiz geflogen. Sie habe mehrmals versucht, 
sich das Leben zu nehmen, nur ihre Kinder hätten sie daran gehindert. 
Sie müsse psychiatrisch behandelt werden, es gehe ihr im Kopf und im 
Bauch  nicht  gut  und  sie  habe  auch  Probleme  mit  dem Herzen. Sie 
habe sich in Sri Lanka im Jahr 1995 nach ihrer Haftentlassung heim-
lich  im  Spital  behandeln  lassen  müssen. Für  die  übrigen  Aussagen 
wird auf die Akten verwiesen.

B.
Auf entsprechende Aufforderung des BFF vom 8. Januar 2004 liess die 
Beschwerdeführerin  am  6.  Februar  2004  (Poststempel)  einen  ärztli-
chen Bericht ihrer behandelnden Fachärztin für Gynäkologie und Ge-
burtshilfe,  mit  Zusatzausbildung  in  Psychotherapie  sowie  mit  Fähig-
keitsausweis in  psychosomatischer  und psychosozialer  Medizin,  ein-
reichen. Darin werden der Beschwerdeführerin eine posttraumatische 
Belastungsstörung,  eine  mittelschwere  depressive  Episode  sowie 
psychosomatische  Beschwerden  attestiert.  Weiter  stellte  die  behan-
delnde  Ärztin  fest,  eine  Suizidgefährdung  sei  im  Fall  einer  Wegwei-
sung nicht mit Sicherheit auszuschliessen, da eine extreme Angst vor 
erneuter  Traumatisierung  bestehe.  Eine  Zusammenführung  der  Be-
schwerdeführerin mit ihren Kindern könnte ihren Gesundheitszustand 
erheblich positiv beeinflussen.

C.
Mit Verfügung vom 2. April 2004 stellte das BFF fest, die Beschwerde-
führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge-
führt,  die Vorbringen der Beschwerdeführerin  vermöchten weder den 
Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) an die Flüchtlingseigenschaft noch jenen von Art. 7 AsylG 
an die Glaubhaftigkeit  zu genügen. Ganz abgesehen von Widersprü-
chen, in die sich die Beschwerdeführerin bezüglich der Anzahl Besu-
che der LTTE-Angehörigen bei ihr verwickelt habe, vermöge es nicht 
zu überzeugen, dass die LTTE sich mehr als zehn Jahre nach dem Tod 
ihres ersten Mannes noch um Waffen gekümmert haben soll, die jahre-
lang im Garten unter der Erde gelegen hätten und damit sowieso un-
brauchbar geworden wären. Auch habe sich  die Beschwerdeführerin 
persönlich nie für die LTTE engagiert,  weshalb nicht einzusehen sei, 
was diese nach so langer Zeit noch von ihr hätte wollen. Im Weiteren 

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vermöchten auch die Schilderungen der Reise nach Colombo nicht zu 
überzeugen.  Obwohl  seit  Beginn  der  Friedensgespräche  zahlreiche 
Checkpoints  aufgehoben worden seien,  gebe es  auf  der  Reise  vom 
Osten oder Norden ins südliche Regierungsgebiet  immer noch meh-
rere  strenge  Kontrollpunkte  zu  passieren. Persönliche  Nachteile,  die 
sich aus Kriegsereignissen in einem Land ergäben, könnten nicht als 
Verweigerung staatlichen Schutzes betrachtet werden und seien damit 
nicht asylrelevant. Darunter fielen beispielsweise die Ermordungen der 
Ehemänner der Beschwerdeführerin sowie die Unruhen, wegen denen 
sie  nach  D._______  habe  fliehen  müssen. Im  Übrigen  hätten  diese 
Vorkommnisse zum Zeitpunkt der Ausreise der Beschwerdeführerin zu 
weit  zurückgelegen,  sodass  der  erforderliche  Kausalzusammenhang 
ohnehin  fehle.  Die  der  Beschwerdeführerin  widerfahrenen  Vergewal-
tigungen stellten  Amtsmissbräuche einzelner  Angehöriger  der  srilan-
kischen Armee dar und könnten nicht als von staatlicher Seite veran-
lasst oder gebilligt betrachtet werden. Es bestünden in Sri Lanka ver-
schiedene  Gesetze  und  Institutionen,  welche  die  Verfolgung  solcher 
Übergriffe zum Ziel hätten. Der gesetzliche Auftrag der seit 1997 be-
stehenden Human Rights Commission bestehe darin, Regierung und 
Behörden  bezüglich  der  Einhaltung  der  Menschenrechte  zu  kont-
rollieren.  Fehlbare  Angehörige  der  Sicherheitskräfte,  die  sich  Miss-
handlungen zu Schulden hätten kommen lassen,  seien zu Schaden-
ersatzzahlungen  oder  exemplarisch hohen Strafen verurteilt  worden. 
Für die Beschwerdeführerin wäre es also durchaus möglich gewesen, 
sich in ihrer Heimat gegen die erlittenen Misshandlungen zu wehren. 
Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Eine 
Niederlassung  der  Beschwerdeführerin  im  Norden  oder  Osten  des 
Landes  könnte  trotz  der  Entspannung  der  Lage  infolge  des  Ende 
Februar  2002  beschlossenen  unbefristeten  Waffenstillstands  noch 
schwierig sein, es sei  ihr aber gestützt auf die mit  ihrer Staatsange-
hörigkeit  verbundene  Niederlassungsfreiheit  unbenommen,  sich  in 
einem anderen Teil ihrer Heimat aufzuhalten. Die Beschwerdeführerin 
verfüge  über  eine  mehrjährige  Schulbildung sowie  über  Berufs-  und 
Geschäftserfahrung,  was  ihr  gute  Voraussetzungen  für  ein  Zurecht-
finden im Raum Colombo schaffe. Die Beschwerdeführerin könne zu-
dem in Sri Lanka auf ein soziales Beziehungsnetz zurückgreifen. Ihre 
gesundheitlichen Probleme seien in Sri  Lanka behandelbar, es gebe 
sogar  in  B._______  ein  Zentrum  für  physisch  und  psychisch  ge-
schädigte Menschen. Allfällige Suizidabsichten der Beschwerdeführe-
rin könnten sowohl in der Schweiz als auch in Sri Lanka medikamen-
tös gedämpft  werden. Insgesamt könne der Vollzug der Wegweisung 
als zumutbar betrachtet werden.

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D.
Mit Beschwerde vom 3. Mai 2004 liess die Beschwerdeführerin bei der 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorins-
tanz zur erneuten Beurteilung beantragen. Es sei  festzustellen, dass 
der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin unzumutbar sei. 
Es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewäh-
ren. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Vom Vollzug 
der Wegweisung sei abzusehen. Es seien ein psychiatrisches Gutach-
ten und ein ethnologischer Bericht anzuordnen. Es sei die ernsthafte 
Gefährdung bei einer Rückkehr in den Heimatstaat anzuerkennen, und 
es seien die frauenspezifischen Fluchtgründe zu berücksichtigen. Der 
Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  zu gewähren, und es sei 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Be-
gründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2004 wies der zuständige Instruk-
tionsrichter  das  Gesuch um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechts-
pflege aufgrund der fehlenden Voraussetzung der Bedürftigkeit ab und 
verzichtete angesichts des in genügender Höhe vorhandenen Betrags 
auf  dem Sicherheitskontos  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschus-
ses.

F.
Das BFF beantragte in seiner Vernehmlassung vom 2. Juni 2004 die 
Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit Eingabe vom 7. Oktober 2004 wurde ein ärztlicher Bericht der psy-
chiatrischen Universitätspoliklinik des Kantonsspitals  C._______ vom 
27. September 2004 eingereicht, der über eine Verschlimmerung des 
Zustandes  der  Beschwerdeführerin  und  eine  notwendig  gewordene 
Einweisung in die Kriseninterventionsstation berichtet. Ferner wird die 
Beschwerdeführerin darin als derzeit nicht reisefähig beschrieben.

H.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 28. April 2005 an seinem 
Standpunkt fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur 

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Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die auf Beschwerde-
ebene  eingereichten  Arztberichte  enthielten  keine  neuen  Tatsachen 
betreffend  des  Gesundheitszustands  der  Beschwerdeführerin.  Nach 
wie vor gelte, dass die von ihr benötigten medizinischen Behandlun-
gen grundsätzlich auch in Sri Lanka möglich seien. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 29. April 2005 wurde der Beschwerdefüh-
rerin die Vernehmlassung der Vorinstanz zur Replik zugestellt.

J.
Nach  gewährter  Fristverlängerung  liess  die  Beschwerdeführerin  am 
14. Juni 2005 die Stellungnahme einreichen. Unter anderem fand ein 
detaillierter, die Beschwerdeführerin betreffender ärztlicher Bericht der 
behandelnden Fachärztin (vgl. Bst. B) vom 10. Juni 2005 Eingang in 
die Akten. Zudem wurde unter Verweis auf ein ethnologisches Gutach-
ten  von  Dr.  D. L.  auf  die  gesellschaftliche  Stellung  einer  Frau,  die 
ausserhalb ihrer Kaste geheiratet hat und auf die Stellung einer Witwe 
in der srilankischen Gesellschaft hingewiesen. Auf die übrige Begrün-
dung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegan-
gen.

K.
Im Rahmen eines weiteren Schriftenwechsels zog das BFM mit Verfü-
gung vom 14. März 2008 seinen Entscheid vom 2. April 2004 teilweise 
in Wiedererwägung und nahm die Beschwerdeführerin in der Schweiz 
vorläufig auf. 

L.
Mit  Schreiben  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  17.  März  2008 
wurde  die  Beschwerdeführerin  angefragt,  ob  sie  unter  diesen  Um-
ständen  an  der  Beschwerde  festhalten  wolle  oder  diese  zurückzu-
ziehen gedenke. 

M.
Unter  Beilage  eines  die  Beschwerdeführerin  betreffenden  ärztlichen 
Berichts der behandelnden Fachärztin vom 20. März 2008 wurde mit 
Eingabe  vom 4. April  2008  mitgeteilt,  dass  an der  Beschwerde  hin-
sichtlich  der  Begehren  um  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und Asylgewährung festgehalten werde.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das Bundesamt für 
Migration  (BFM)  gehört  zu  den  Behörden nach  Art. 33  VGG und ist 
daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin ist daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss Art.  6  AsylV  1  werden Asylsuchende  von einer  Person 
gleichen  Geschlechts  angehört,  wenn  konkrete  Hinweise  auf  ge-
schlechtsspezifische  Verfolgung vorliegen oder  die  Situation  im Her-
kunftsland auf geschlechtsspezifische Verfolgung hindeutet. Diese Vor-
schrift ist grundsätzlich von Amtes wegen anzuwenden. Allerdings darf 
wohl  davon  ausgegangen  werden,  dass  ein  Verzicht  angenommen 
werden kann, wenn er ausdrücklich erklärt wird (Entscheidungen und 

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Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2003 Nr. 2 E. 5c).

3.2 Die  Beschwerdeführerin  hatte  bereits  in  der  Empfangsstelle  auf 
die  erlittenen  Vergewaltigungen  aufmerksam  gemacht.  Klarerweise 
hätte sie  demzufolge beim Kanton durch ein reines Frauenteam be-
fragt werden müssen. Die neben der Beschwerdeführerin bei der Be-
fragung anwesenden Frauen waren die Vertreterin des Flüchtlingshilfs-
werks  und  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  (vgl.  kant. 
Protokoll S. 1 und 8). Der kantonale Beamte machte die Beschwerde-
führerin vor Beginn der Befragung zu den Asylgründen auf die Mög-
lichkeit einer erneuten Befragung durch eine Frau aufmerksam, worauf 
sie zur Antwort gab, sie möchte lieber nicht nochmals kommen, son-
dern heute alles erzählen. Im Protokoll wurde anschliessend noch ver-
merkt,  die  Rechtsvertreterin  und die  Hilfswerkvertreterin  seien damit 
einverstanden,  dass  unter  diesen  Bedingungen  die  Befragung  fort-
gesetzt  werde (vgl. kant. Protokoll  S. 9). Da aufgrund des Protokolls 
zudem der  Eindruck  entsteht,  die  Befragung  habe  in  einer  nicht  zu 
beanstandenden Atmosphäre  stattgefunden und die  Beschwerdefüh-
rerin habe über die erlittenen Vergewaltigungen, wenn auch nicht sehr 
ausführlich,  berichtet,  kann der  Sachverhalt  diesbezüglich  als  genü-
gend erstellt betrachtet werden und eine Rückweisung der Sache zur 
erneuten Befragung erscheint im Sinne von EMARK 2003 Nr. 2 nicht 
notwendig, dies nicht zuletzt auch, da in der Beschwerde im Kontext 
zur  geltend  gemachten  Vergewaltigung  keine  verfahrensrechtlichen 
Rügen angebracht wurden. Im Übrigen werden die Vergewaltigungen 
weder  von  der  Vorinstanz  noch  vom  Bundesverwaltungsgericht  in 
Zweifel gezogen.

4.
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

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4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, lagen die von der Be-
schwerdeführerin geltend gemachten Ereignisse bis zum Jahre 1999 
- so tragisch sie auch gewesen sein mögen - bei ihrer Ausreise zu weit 
zurück,  um  in  diesem  Zeitpunkt  Asylrelevanz  entfalten  zu  können. 
Mithin fehlt  es an dem vom Gesetz geforderten zeitlichen Kausalzu-
sammenhang zwischen den diesbezüglich geschilderten Verfolgungs-
vorbringen und der Ausreise. Die Beantwortung respektive Beurteilung 
der  Frage  hinsichtlich  der  Möglichkeit,  Zumutbarkeit  und  allfälliger 
Erfolgsaussichten,  sich  gegen  die  erlittenen  Vergewaltigungen  zur 
Wehr zu setzen und die betreffenden Männer strafrechtlich verfolgen 
zu lassen, kann bei dieser Sachlage letztlich offen gelassen werden. 

5.2 Ungeachtet der der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz vorge-
worfenen Unglaubwürdigkeitselemente handelt es sich bei den von ihr 
erwähnten  Nachstellungen  durch  LTTE-Angehörige  zwischen  dem 
Jahr  2002  und  der  Ausreise  um  Handlungen  einer  nicht-staatlichen 
Gruppierung.   So  gilt  in  diesem  Zusammenhang  festzustellen,  dass 
zum einen der Beschwerdeführerin grundsätzlich eine die Flüchtlings-
eigenschaft ausschliessende innerstaatliche Fluchtalternative offenge-
standen  hätte,  um derartigen  Übergriffen  zu  entgehen  (vgl.  EMARK 
1996 Nr. 1) und zum anderen es ihr möglich und zumutbar gewesen 
wäre,  sich  um staatlichen  Schutz  vor  solchen  Benachteiligungen  zu 
bemühen, was ihr insbesondere gegen LTTE-Angehörige gewährt wor-
den wäre (vgl. EMARK 2006 Nr. 18). Dieses Vorbringen erweist  sich 
somit als nicht asylbeachtlich. 

5.3 Nach dem Gesagten ist  sodann auch festzuhalten,  dass die Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllte, weshalb sie sich - ungeachtet der 
ihr  medizinisch  attestierten  posttraumatischen  Belastungsstörung  - 
nicht  auf  "zwingende  Gründe"  im  Zusammenhang  mit  früherer  Ver-
folgung berufen kann (vgl. EMARK 1997 Nr. 7 und EMARK 2000 Nr. 2). 

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Angesichts  dieser  Sachlage  -  der  Sachverhalt  kann  als  genügend 
erstellt betrachtet werden - ist der Antrag auf Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz abzuweisen und auf die übrigen Vorbringen in der 
Rechtsmitteleingabe ist nicht einzugehen. 

5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft 
machen konnte. Sie kann daher nicht als Flüchtling anerkannt werden. 
Das BFF hat ihr Asylgesuch demnach  zu Recht abgelehnt. 

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Das  BFM  nahm  die  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom 
14. März 2008 in der Schweiz vorläufig auf. Damit ist die Beschwerde 
im Vollzugspunkt  gegenstandslos  geworden (vgl. Bst.  K). Angesichts 
dieser Sachlage erübrigen sich somit weitere Erörterungen. Insbeson-
dere sind Ausführungen hinsichtlich des Gesundheitszustands der Be-
schwerdeführerin respektive solche zu einer allfälligen medizinischen 
Behandlung in ihrem Heimatland hinfällig geworden. 

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-

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schwerde ist nach dem Gesagten, soweit nicht gegenstandslos gewor-
den, abzuweisen.

9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die reduzierten Kosten 
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
auf  insgesamt  Fr. 300.--  festzusetzen (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

9.2 Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Rechtsbegehren (Vollzug der 
Wegweisung)  teilweise  durchgedrungen.  Diesfalls  ist  praxisgemäss 
von einem hälftigen Obsiegen auszugehen und der Beschwerdeführe-
rin  eine Parteientschädigung für  die ihr  notwendigerweise erwachse-
nen Parteikosten zuzusprechen,  welche praxisgemäss um die Hälfte 
herabzusetzen  ist  (Art. 64  Abs. 1  VwVG sowie  Art. 7  Abs. 2  VGKE). 
Nachdem keine Kostennote zu den Akten gereicht worden ist und sich 
der  notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  hinrei-
chend zuverlässig abschätzen lässt, ist die von der Vorinstanz auszu-
richtende, reduzierte Parteientschädigung unter Berücksichtigung der 
massgebenden Berechnungsfaktoren von Amtes wegen auf Fr. 750.-- 
festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos 
geworden ist.

2.
Die reduzierten Verfahrenskosten in  der  Höhe von Fr. 300.--  werden 
der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab 
Versand dieses Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe 
von Fr. 750.-- zugesprochen, welche ihr durch das BFM zu entrichten 
ist.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beila-
gen: angefochtene Verfügung im Original, Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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