# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e27de7d0-04f3-5a45-afbb-c8dc5c87638e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2008 C-3131/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3131-2008_2008-11-20.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3131/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

H._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
P._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3131/2008

Sachverhalt:

A.
Anfangs  2008  beantragte  die  20-jährige,  aus  Ecuador  stammende 
P._______  (nachfolgend:  Gesuchstellerin)  bei  der  Schweizerischen 
Botschaft  in  Quito  die  Erteilung  eines  Einreisevisums für  die  Dauer 
eines Monats. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab sie an, ihren 
55-jährigen  Freund,  den  im  Kanton  Zürich  wohnhaften 
Schweizerbürger  H._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer  bzw. 
Gastgeber)  zu  besuchen.  Nach  formloser  Verweigerung  leitete  die 
Schweizerische Vertretung das Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung 
und zum formellen Entscheid weiter.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber er-
gänzende Auskünfte  eingeholt  und an das BFM weitergeleitet  hatte, 
wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 7. April 
2008 ab. Als Begründung legte sie dar, die Ausstellung einer Einreise-
bewilligung sei unter anderem dann zu verweigern, wenn die fristge-
rechte Wiederausreise der  Gesuch stellenden Person nicht  als  gesi-
chert  betrachtet  werden  könne,  sei  es  als  Folge  der  in  ihrem  Ur-
sprungsland  herrschenden  politischen  oder  sozioökonomischen  Ver-
hältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situation. Wie die in zahlrei-
chen  Fällen  gemachte  Erfahrung  zeige,  würden  insbesondere 
Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von Personen, welche sich 
eigentlich  dauerhaft  hierzulande  niederlassen  möchten,  für  eine  er-
leichterte  Einreise  in  die  Schweiz  missbraucht.  Die  Gesuchstellerin 
stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck nach 
wie  vor  stark  anhalte.  Sodann  oblägen  ihr  in  ihrer  Heimat  weder 
zwingende gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwort-
lichkeiten. Nur solche könnten jedoch gegebenenfalls Gewähr für eine 
fristgerechte Rückkehr  bieten. Schliesslich lägen auch keine Gründe 
vor, die eine Einreise trotz dieser Bedenken als notwendig erscheinen 
liessen. 

C.
Mit  Beschwerde  vom 10. Mai  2008  beantragt  der  Beschwerdeführer 
sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Er-
teilung des gewünschten Besuchervisums. Hierbei macht er insbeson-
dere  geltend,  die  Gesuchstellerin  lebe  mit  ihrem  Sohn  C._______ 
(geboren am 2. Dezember 2004) im gemeinsamen Haushalt und habe 

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aufgrund dieser  familiären Verpflichtung sehr  wohl  einen  Grund,  um 
fristgerecht  nach  Ecuador  zurückzukehren.  Zudem  nimmt  der 
Beschwerdeführer  Bezug  auf  die  vorinstanzliche  Begründung,  es 
lägen keine Gründe vor, welche eine Einreise der Gesuchstellerin als 
zwingend  erscheinen  liessen  und  weist  hierzu  darauf  hin,  dass  er 
beabsichtige,  seiner  Freundin  sein  Heimatland  zu  zeigen  und  sie 
ausschliesslich zum Zweck von Ferien in der Schweiz weilen würde. Er 
sei  selbst  bereits schon mehrmals im Heimatland seiner Freundin in 
deren Haus zu Gast gewesen; er sei auch immer wieder aus familiären 
und  gesellschaftlichen  Gründen  in  die  Schweiz  zurückgekehrt  und 
könne deshalb die Rückreise der Gesuchstellerin garantieren. 

D.
Mit Eingabe vom 14. Juni 2008 ergänzte der Beschwerdeführer seine 
eingereichte Beschwerde. Darin verweist er auf das feste Anstellungs-
verhältnis  und  das  geregelte  Einkommen  der  Gesuchstellerin  sowie 
den Umstand, dass diese nach ihrem geplanten Ferienaufenthalt von 
Seiten ihres Arbeitgebers (Appartementhotel V._______ in A._______) 
unbedingt zurück erwartet würde. Sowohl die Gesuchstellerin – mittels 
ihrer Ersparnisse – als auch der Beschwerdeführer selbst stünden in 
finanzieller Hinsicht für deren geplanten Ferienaufenthalt  Gewähr. Im 
Weiteren  bekräftigt  der  Beschwerdeführer,  die  fristgerechte  Wieder-
ausreise  der  Gesuchstellerin  garantieren  zu  können.  Er  würde  sich 
ebenfalls mit einer Visumserteilung von kürzerer Dauer (drei Wochen) 
zufrieden geben,  da es aufgrund der im Jahr 2009 geplanten Heirat 
primär  das  nachvollziehbare  Anliegen  seiner  Freundin  sei,  das  Her-
kunftsland ihres künftigen Ehemannes kennenlernen zu wollen.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2008 hält die Vorinstanz an ihrer 
Verfügung  fest  und  beantragt,  die  Beschwerde  abzuweisen,  mit  der 
Begründung, die Gesuchstellerin vermöge unter Berücksichtigung der 
gesamten Verhältnisse nicht  genügend Gewähr für eine fristgerechte 
Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweist auf die Erfahrung, 
ein Kind stelle nicht ohne Weiteres einen Hinderungsgrund für Perso-
nen dar, die sich in einem insbesondere wirtschaftlich besseren Um-
feld eine neue Existenz aufbauen wollen. Sodann wird die berufliche 
Situation der Gesuchstellerin nicht als gefestigt beurteilt und überdies 
seien  auf  Seiten  des  Gastgebers  bzw.  Beschwerdeführers  gewisse 
Fragen (u.a. Garantieerklärung) unbeantwortet geblieben.

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F.
Am  22. Juli  2008  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Akten  des 
Migrationsamtes des Kantons Zürich bei.

G.
Auf den übrigen Akteninhalt wird, sofern rechtserheblich, in den Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungericht  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 48 ff. 
VwVG).

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-

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scheides  (vgl.  E. 1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

2.
2.1 Die Schweiz ist – wie alle anderen Staaten – grundsätzlich nicht 
gehalten,  Ausländerinnen und Ausländern  die  Einreise  zu gestatten. 
Vorbehältlich der völkerrechtlichen Verpflichtungen handelt es sich da-
bei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3774; BGE 133 I 185 E. 2.3). Dies bedeutet, dass die schweizerische 
Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt noch 
einen besonderen Anspruch auf  Erteilung eines Visums gewährt. Im 
Falle einer Einreisebewilligung kommt hinzu,  dass der Spielraum für 
das  behördliche Ermessen (vgl. Art. 96 Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG, SR 142.20]) umfangreicher ist, als beispielsweise bei der Verlän-
gerung  einer  Anwesenheitserlaubnis. Während  es  im  letztgenannten 
Fall zu bedenken gilt, dass ein bereits anwesender Ausländer auf sein 
Bleiberecht  vertraut  und  insoweit  einen  gewissen  Schutz  geniesst, 
kann  im  Falle  einer  Einreisebewilligung  jedes  gegen  den  Aufenthalt 
sprechende öffentliche Interesse entscheiderheblich sein. Dies gilt na-
mentlich für die Beurteilung von Einreisegesuchen für touristische Auf-
enthalte von bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei sind, aber der Vi-
sumpflicht unterliegen.

2.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein 
Visum,  sofern  sie  nicht  von der  Visumpflicht  befreit  sind  (vgl. Art. 5 
Abs. 1 Bst. a AuG i.V.m. Art. 3 ff. der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Sie müs-
sen ferner die für den Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel besit-
zen (Art. 5 Abs. 1 Bst b AuG), dürfen keine Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  sowie  die  internationalen  Beziehungen  der 
Schweiz darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG) und dürfen nicht von ei-
ner  Fernhaltemassnahme betroffen  sein  (Art.  5  Abs. 1  Bst. d  AuG). 
Schliesslich  müssen  sie  für  die  gesicherte  Wiederausreise  Gewähr 
bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist (Art. 5 
Abs. 2 AuG). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Visum 
verweigert (vgl. Art 16 Abs. 1 Bst. a VEV). Für die Visumerteilung ist – 
unter  Vorbehalt  der  Zuständigkeiten  des  Eidgenössischen  Departe-

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ments  für  auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  sowie  der  kantonalen 
Ausländerbehörden – das BFM zuständig (vgl. Art. 23 Abs. 1 VEV).

3.
3.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einrei-
se in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

3.2 Wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  das  Kriterium  der  gesicherten 
Wiederausreise  erfüllt  ist,  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt 
werden. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellun-
gen,  sondern  lediglich  Prognosen  treffen.  Dabei  rechtfertigt  es  sich 
durchaus,  Einreisegesuchen  von  Bürgerinnen  und  Bürgern  aus 
Staaten  oder  Regionen  mit  politisch  respektive  wirtschaftlich  ver-
gleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhal-
tung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen 
häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreise-
bewilligung in Einklang steht.

3.3 Einen wichtigen Aspekt, der dagegen spricht, die Gesuchstellerin 
in  die Schweiz einreisen zu lassen,  stellt  im dargelegten Kontext  ihr 
Herkunftsland dar. Die Wirtschaft Ecuadors ist 2007 real um 2,7% ge-
wachsen (Vorjahr: 3,9%). Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 3270 USD 
(Vorjahr: 3088 USD) und das Bruttoinlandprodukt (BIP) 44 Mrd. USD. 
Breite  Bevölkerungsschichten  sind  von  vergleichsweise  schwierigen 
wirtschaftlichen  und  sozialen  Lebensbedingungen  betroffen.  Das 
Klimaphänomen "El Niño", die Auswirkungen der Asienkrise von 1997, 
der  Erdölpreiszerfall  von  1998/99,  vor  allem  aber  gravierende 
Schwächen der eigenen Wirtschaftspolitik und -strukturen haben das 
Land  zwischen  1998  und  2000  in  die  schwerste  Wirtschafts-  und 
Finanzkrise seit  70 Jahren geführt. Unter  der Regierung des Staats-
präsidenten Noboa kam es zu einer Verbesserung der ökonomischen 
Lage.  Der  Erholungsprozess  setzte  sich  auch  unter  den  folgenden 
Regierungen  trotz  innenpolitischer  Instabilität  weiter  fort  (Quelle: 
Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der  Website  des  Auswärtigen 
Amtes, <http://www.auswaertiges-amt.de>, Stand: März 2008, besucht 
am  12. Oktober  2008).  Dies  ändert  allerdings  nichts  daran,  dass 
Ecuador nach wie vor als  eines der ärmsten Länder Lateinamerikas 
gilt. Gemäss dem Schweizerischen Roten Kreuz leben zwei Drittel der 

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Bevölkerung  unter  der  Armutsgrenze.  Die  schwierigen  Verhältnisse 
manifestieren sich unter anderem in einem gewissen Migrationsdruck, 
wobei  nicht  nur  Nordamerika,  sondern  auch  Europa  und  damit  die 
Schweiz zu den Wunschdestinationen der Ausreisewilligen zählen. Die 
Bereitschaft,  das  Land  auf  der  Suche  nach  besseren 
Lebensbedingungen zu verlassen,  wird erfahrungsgemäss dort  noch 
begünstigt,  wo  durch  die  Anwesenheit  von  Verwandten  oder 
Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland 
besteht. Im Falle der Schweiz führen diese Verhältnisse angesichts der 
restriktiven  Zulassungsregelung  nicht  selten  zur  Umgehung 
ausländerrechtlicher  Bestimmungen.  Es  gilt  nach  Möglichkeit  zu 
verhindern,  dass  Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der  Schweiz  – 
entgegen  der  ursprünglichen  Absichtserklärung  –  dazu  nutzen,  ein 
Asylgesuch  einzureichen  oder  die  Pflicht  zur  fristgerechten 
Wiederausreise auf andere Weise zu umgehen. Solche Umstände und 
Erfahrungen  sind  beim  Visumsentscheid  zu  berücksichtigen.  Dies 
umso mehr, als dass es um die Beurteilung eines künftigen Verhaltens 
geht,  bezüglich dessen in  der Regel  keine gesicherten Erkenntnisse 
vorliegen. 

4.
4.1 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt  einem  Gesuchsteller  oder 
einer  Gesuchstellerin  im Heimatstaat  beispielsweise  eine  besondere 
berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser 
Umstand durchaus die Prognose für eine fristgerechte Wiederausreise 
begünstigen. Andererseits muss bei Gesuchstellern, die in der Heimat 
keine  der  erwähnten  Verpflichtungen  haben,  die  sie  von  einer 
möglichen  Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  entsprechender 
Erfahrungen  das  Risiko  eines  fremdenpolizeilich  nicht  vorschriftsge-
mässen Verhaltens nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufent-
halt hoch eingeschätzt werden. 

4.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine ledige, 20-jährige 
Frau,  welche  in  A._______  wohnhaft  ist,  wo  gemäss  Angaben  des 
Beschwerdeführers  gegenüber  der  kantonalen  Migrationsbehörde 
auch sämtliche ihrer  Angehörigen leben. Erst  auf  Beschwerdeebene 
wird  erstmals  erwähnt,  dass  die  Gesuchstellerin  einen  vierjährigen 
Sohn hat, was jedoch für Personen aus Regionen mit hohen Emigrati-
onstendenzen keineswegs eine zwingende familiäre Verpflichtung dar-

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stellt,  wenn sich für  diese die Möglichkeit  bietet,  sich in  einem wirt-
schaftlich besseren Umfeld eine neue Existenz aufzubauen, um dann 
zu einem späteren Zeitpunkt weitere Familienmitglieder nachziehen zu 
lassen. So wäre es im vorliegenden Fall möglich, dass die Gesuchstel-
lerin die Betreuung ihres Sohnes vorübergehend durch ihre Familien-
angehörigen  vor  Ort  sicherstellen  könnte,  was erfahrungsgemäss  in 
ähnlichen Konstellationen nicht selten geschieht. 

4.3 Über die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich die Gesuch-
stellerin befindet,  ist  nur wenig bekannt. Eine Arbeitsbestätigung des 
Hotels V._______ in A._______ bescheinigt der Gesuchstellerin eine 
Anstellung  als  Zimmermädchen  und  Aushilfe-Rezeptionistin.  Die 
Vorinstanz stellte zu Recht  fest,  dass die vorliegende Arbeitsbestäti-
gung weder Angaben zum Lohn noch zur Dauer des Arbeitsverhältnis-
ses enthalte. Eine Botschaftsnotiz bestätigt jedoch einen monatlichen 
Verdienst der Gesuchstellerin von lediglich 120.- USD pro Monat. Auf-
grund dieser unsicheren wirtschaftlichen Situation sowie der Tatsache, 
dass die Gesuchstellerin noch nie eine Auslandreise angetreten hat, 
kann ihre fristgerechte Wiederausreise deshalb nicht als gesichert be-
trachtet  werden.  Diese  Einschätzung  deckt  sich  mit  derjenigen  der 
Schweizerischen Botschaft, welche mit den Verhältnissen vor Ort gut 
vertraut ist und sich aufgrund einer persönlichen Begegnung ein Bild 
von der Gesuchstellerin machen konnte und eine Erteilung des Visums 
in eigener Kompetenz bereits abgelehnt hat.

4.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz 
zu Recht davon ausgehen, es bestehe zu wenig Gewähr für eine frist-
gerechte  Wiederausreise.  An  der  Richtigkeit  dieser  Einschätzung 
ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer die recht-
zeitige Rückkehr der Gesuchstellerin zusichert,  wobei es zu betonen 
gilt,  dass die Integrität  des Beschwerdeführers in  seiner Eigenschaft 
als Gastgeber in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen wird. So ist 
denn bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise nicht so sehr die Einstellung oder die Absichten eines Gast-
gebers,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des  Gastes 
selbst  von  Bedeutung.  Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend 
Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten.

4.5 Laut Angaben des Beschwerdeführers gegenüber dem kantonalen 
Migrationsamt  ist  dieser  mit  der  Gesuchstellerin  zum  heutigen  Zeit-
punkt  seit  über eineinhalb Jahren befreundet. Auf  Beschwerdeebene 

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macht  der  Beschwerdeführer  den  Hinweis,  dass  er  und  die 
Gesuchstellerin im Jahr 2009 beabsichtigen, zu heiraten. Schliesslich 
lässt diese geäusserte Absicht gewisse Zweifel am Aufenthaltszweck 
bzw. einer  fristgerechten  Wiederausreise  aufkommen. Sollte  denn  in 
absehbarer Zeit eine solche Heirat wirklich bevorstehen, so wäre über 
die Einreise der Gesuchstellerin nämlich unter einem anderen Aspekt 
sowie  in  einem  andersartigen  Verfahren  zu  befinden.  Aufgrund  des 
Status und der  beruflichen Tätigkeit  des Beschwerdeführers im Her-
kunftsland  der  Gesuchstellerin  hat  dieser  die  Möglichkeit,  seine 
Freundin vorderhand in deren Heimat zu treffen. Aus den Akten erge-
ben sich  keine Hinweise,  wonach dem Beschwerdeführer in  näherer 
Zukunft der Aufenthalt in Ecuador verwehrt sein sollte. Die Visumsver-
weigerung erscheint unter diesem Gesichtspunkt auch nicht unverhält-
nismässig.

5.
Gemäss  Art. 6  Abs. 1  VEV  i.V.m.  Art. 5  Abs. 1  Bst. b  sowie  Art. 6 
Abs. 3 AuG kann die zuständige Behörde – zum Nachweis ausreichen-
der finanzieller  Mittel  – von einer Ausländerin oder einem Ausländer 
die unterzeichnete Verpflichtungserklärung einer zahlungsfähigen na-
türlichen oder juristischen Person (Garantin) in der Schweiz verlangen, 
um allfällige Betreuungs- und Rückreisekosten der Gesuch stellenden 
Person  zu  decken.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  Vernehmlassung  zu 
Recht  auf  das  fehlende  Vorliegen  einer  beglaubigten  Garantieerklä-
rung des Beschwerdeführers  hin,  worauf  dieser  bereits  vom Migrati-
onsamt vor Weiterleitung der Akten an die Vorinstanz im schriftlichen 
Verkehr  hingewiesen  worden  war. Der  befristete  Aufenthalt  der  Ge-
suchstellerin ist darum auch in finanzieller Hinsicht nicht als gesichert 
zu betrachten.

6.
Aus den vorangegangenen Erwägungen folgt, dass die angefochtene 
Verfügung Bundesrecht  nicht  verletzt. Der  rechtserhebliche Sachver-
halt  wurde richtig  und vollständig festgestellt  und die  Vorinstanz  hat 
das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und  zutreffend ausgeübt 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
die Kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.- 
festzusetzen  (Art. 1,  Art. 2  und  Art. 3  Bst. b  des  Reglements  vom 

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21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 11)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ZEMIS [...])
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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