# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfa50777-ae73-5c92-ab7f-fa5f108f0b99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.08.2011 D-6242/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6242-2008_2011-08-12.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­6242/2008

U r t e i l   v om   8 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Markus König, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren X._______,
Türkei,
vertreten durch Samuel Häberli,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. 
September 2008 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Türke  alevitischen  Glaubens  mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______,  verliess  die  Türkei  eigenen  Angaben 
zufolge am Y._______ auf dem Landweg. Über C._______ und weitere, 
ihm unbekannte Länder sei er am 3. Januar 2005  illegal  in die Schweiz 
gelangt, wo er am 4. Januar 2005 um Asyl nachsuchte.

A.a  Bei  der  Erstbefragung,  die  am  6.  Januar  2005  im  D._______ 
durchgeführt  wurde,  sagte  er  aus,  er  sei  wegen  des  Vorwurfs  der 
Mitgliedschaft  bei  der  E._______  angeklagt  und  zu  einer  langjährigen 
Haftstrafe  verurteilt  worden.  Im  Jahre  (...)  habe  er  seine  Haftstrafe 
angetreten,  welche  im  Jahre  (...)  geendet  hätte.  Er  habe  sich  am 
Todesfasten beteiligt, welches er  im F._______  in B._______ begonnen 
und  im  (...)  von  G._______  fortgesetzt  habe.  Am  (...)  Tag  des 
Todesfastens  sei  er  vom  Gefängnis  aus  ins  Spital  eingeliefert  worden, 
weil  er  am Sterben  gewesen  sei.  Er  habe  jedoch  nichts  realisiert,  auch 
nicht, dass er einen Monat  lang  im Spital gewesen sein soll. Vom Spital 
habe man  ihn  erneut  ins  (...)  von G._______  gebracht, wobei  er  einige 
Tage später beziehungsweise am (...) entlassen worden sei. Er habe sich 
daraufhin  im  H._______  behandeln  lassen,  zumal  er  schwere 
gesundheitliche  Beeinträchtigungen  davongetragen  habe.  Nach  der 
Haftentlassung  sei  er  wiederholt  von  der  Polizei  schikaniert  und 
eingeschüchtert  worden.  Auch  seine  Ehefrau  und  eine  seiner  Töchter 
seien von der Polizei befragt worden. Da sein Anwalt gestorben sei, sei 
seine  Ehefrau  einmal  noch  während  seiner  Haft  zum 
Staatssicherheitsgericht  gegangen  und  habe  seine  Gerichtsunterlagen 
verlangt.  Man  habe  ihr  jedoch  nichts  ausgehändigt.  Wenn  sein 
Gesundheitszustand  es  wieder  erlaube,  müsse  er  wieder  zurück  ins 
Gefängnis.  Er  habe  von  seiner  Familie  erfahren,  dass  er  im  Jahre  (...) 
während  (...)  Tagen  gefoltert  worden  sei  und man  ihm  dabei  (Nennung 
der  zugefügten  Verletzung).  Er  habe  auch  eine  (Nennung  weitere 
Verletzung) und die Knochen seien dort heute noch nicht verheilt. Ferner 
habe ihm seine Familie noch erzählt, dass er in den Jahren (...) bis (...) im 
Gefängnis gewesen sei.

A.b  Am  13.  Januar  2005  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  zu 
seinen  Asylgründen  angehört.  Er  machte  in  Ergänzung  zu  seinen 
Ausführungen im Empfangszentrum geltend, er könne eigentlich nur noch 
die  Ereignisse  wiedergeben,  welche  nach  dem  Jahre  (...)  geschehen 

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seien. Die Sachen, die die Zeit vorher beträfen, seien die Angaben seiner 
Familie, die ihm noch in Erinnerung geblieben seien. Dies könne nur mit 
den  (...)  Tagen  Todesfasten  zusammenhängen.  Ein  Arzt  habe  ihm 
gesagt, er  leide am Wernicke­Korsakow­Syndrom, das mit  teilweiser bis 
ganzer Amnesie einhergehe. Nach seiner Entlassung sei er nur noch 36 
kg  schwer  gewesen  und  habe  ein  Jahr  lang  im  Rollstuhl  verbracht. 
Anschliessend habe er begonnen, mit Stöcken zu gehen. Er habe von der 
Staatsanwaltschaft  jeweils  einen  Haftaufschub  von  (...)  erhalten,  was 
bedeute,  dass  das  gerichtsmedizinische  Institut  spätestens  alle  (...) 
Monate  seinen  Gesundheitszustand  habe  beurteilen  müsse.  Je  nach 
Untersuchungsergebnis  der  Ärzte  hätte  er  bei  attestierter 
Hafterstehungsfähigkeit  wieder  ins  Gefängnis  zurückkehren  und  erneut 
die Haft antreten müssen. Er sei von I._______ wegen Mitgliedschaft bei 
der  E._______  zu  einer  lebenslangen  Haftstrafe  verurteilt  worden.  Er 
solle  sich  politisch  betätigt  und  für  die Unterdrückten  eingesetzt  haben. 
Der  Grund  für  die  lange  Haftstrafe  stehe  gemäss  Auskunft  seiner 
Familienangehörigen  in den Unterlagen, welche man  ihm aus Rücksicht 
auf  seine  Gesundheit  nicht  habe  zeigen  wollen.  Man  werde  ihm  den 
Grund  erst  dann  nennen,  wenn  er  wieder  gesund  wäre  und  die  Sache 
verstehen würde. Er habe sich nach dem Urteil mit Hilfe eines Anwalts an 
den  Kassationshof  gewendet,  der  jedoch  das  Urteil  des  I._______ 
bestätigt habe. Er sei letztlich aus der Türkei ausgereist, weil er nicht bis 
im  Jahre  (...)  im Gefängnis  bleiben wolle  und  sowohl  er  als  auch  seine 
Familienangehörigen  nach  der  befristeten  Entlassung  von  der  Polizei 
wiederholt aufgesucht, schikaniert und auch bedroht worden seien. Auch 
Personen, welche  ihm Medikamente nach Hause gebracht hätten, seien 
von der Polizei bedroht worden und diese habe gewollt, dass niemand ihn 
besuchen  komme.  Er  habe  sich  wegen  des  ausgeübten  Drucks  an 
mehrere Staatsanwälte gewendet. Diese hätten aber seine Beschwerden 
nicht ernst genommen. Da er in seiner Heimat erst nach seinem Tod von 
den  Sicherheitskräften  in  Ruhe  gelassen  würde,  habe  er  sich  zur 
Ausreise entschlossen. Ferner sei er  in den frühen (...)jahren wegen der 
J._______  –  dies  sei  früher  der  Name  der  E._______  gewesen – 
inhaftiert worden.

A.c  Mit  Entscheid  des  BFM  vom  14.  Januar  2005  wurde  der 
Beschwerdeführer  für  den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem 
Kanton K._______ zugewiesen.

A.d Mit Schreiben vom 10. August 2005 teilte die Schweizer Vertretung in 
Ankara  dem  BFM  mit,  dass  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers 

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(L._______) mit Eingabe vom  (...)  ein Asylgesuch gestellt  habe und um 
eine Anhörung ersuche.

A.e  Am  30.  August  2005  unterzog  die  Vorinstanz  die  vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  Gerichtsunterlagen  einer  amtsinternen 
Dokumentenprüfung,  wobei  sie  als  Resultat  festhielt,  dass  keine 
objektiven Fälschungsmerkmale vorliegen würden.

A.f Am 25. Oktober 2005 ersuchte das BFM die Schweizer Vertretung in 
Ankara, L._______ anzuhören, und lieferte der Botschaft gleichzeitig eine 
Zusammenfassung des Sachverhalts betreffend den Beschwerdeführer.

A.g Mit Schreiben vom 2. Dezember 2005 übermittelte die Botschaft das 
Protokoll  der  mit  L._______  durchgeführten  Befragung  sowie  die  von 
L._______  der  Botschaft  ausgehändigten  Beweismittel  (Auflistung 
Beweismittel).

A.h  Am  23.  Januar  2006  informierten  die  zuständigen  Behörden  des 
Kantons K._______ die Vorinstanz darüber, dass der Beschwerdeführer 
gegen (...) Morddrohungen geäussert habe, und  legten  ihrem Schreiben 
ein (Nennung Beweismittel) bei.

A.i  Das  BFM  wandte  sich  am  28.  März  2006  an  die  Schweizerische 
Botschaft  in  Ankara  und  ersuchte  diese  um  die  Vornahme  von 
Abklärungen in der Türkei betreffend den Beschwerdeführer.

A.j  Mit  Schreiben  vom  1.  November  2006  brachte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  das  Abklärungsergebnis  der  Botschaft  vom  12. 
Oktober  2006  zur  Kenntnis  und  räumte  ihm  dazu  das  rechtliche Gehör 
ein.

A.k Mit  Eingabe  vom  17.  November  2006  legte  der  Beschwerdeführer 
– unter Beilage diverser bereits im Verfahren eingereichter Beweismittel – 
seine Stellungnahme  ins Recht. Mit  Eingaben  vom 24. November  2006 
und  10.  Mai  2008  wurden  den  Beschwerdeführer  betreffende  ärztliche 
Berichte (Auflistung der medizinischen Unterlagen) eingereicht.

B. 
Mit Verfügung vom 2. September 2008 – eröffnet am 3. September 2008 
– stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31). Gestützt auf Art. 53 AsylG  lehnte es 

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das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Der 
Vollzug  der  Wegweisung  wurde  zufolge  Unzulässigkeit  desselben 
zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben.

C. 
Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 30. September 2008 
beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der Ziffern 2 bis 7 des 
Dispositivs  der  angefochtenen Verfügung und die Gewährung  von Asyl. 
Ferner  sei  ihm  die  Bezahlung  des  Kostenvorschusses  sowie  der 
Verfahrenskosten zu erlassen und das Beschwerdeverfahren sei prioritär 
zu  behandeln.  Auf  die  Begründung  und  die  eingereichten  Beweismittel 
wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit Schreiben  vom 8. Oktober  2008  teilte  der Beschwerdeführer mit,  er 
lasse  dem  Bundesverwaltungsgericht  in  der  Beilage  die  in  Aussicht 
gestellte Fürsorgebestätigung zukommen.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  23.  Oktober  2008 
wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, das seiner Beschwerdeschrift 
beigelegte  fremdsprachige Beweismittel  (handschriftlicher Brief)  bis  zum 
7.  November  2008  in  eine  Amtssprache  übersetzen  zu  lassen.  Im 
Unterlassungsfall werde das Verfahren aufgrund der Akten weitergeführt. 
Ferner  wurde  festgehalten,  dass  sich  die  mit  Eingabe  vom  8.  Oktober 
2008  eingereichte  Fürsorgebestätigung  –  wohl  versehentlich  –  nicht  in 
der betreffenden Postsendung befunden habe.

F. 
Mit Eingabe vom 5. November 2008 reichte der Beschwerdeführer die in 
seiner Rechtsmitteleingabe in Aussicht gestellte Fürsorgebestätigung und 
die deutsche Übersetzung des von ihm handschriftlich verfassten Briefes 
zu den Akten.

G. 
Der Instruktionsrichter verzichtete mit Zwischenverfügung vom 5. Januar 
2009  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  verwies  die 
Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

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auf  einen  späteren  Zeitpunkt  und  übermittelte  die  Akten  zur 
Vernehmlassung an die Vorinstanz.

H. 
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 20. Januar 2009 die 
Abweisung der Beschwerde.

I. 
Der  Instruktionsrichter  brachte  dem  Beschwerdeführer  die 
Vernehmlassung am 26. Januar 2009 zur Kenntnis.

J. 
Mit Verfügung vom 5. Mai 2009 – eröffnet am 6. Mai 2009 –  lehnte das 
BFM  das  Kantonswechselgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  25. 
November  2008  ab.  Dieser  Entscheid  erwuchs  unangefochten  in 
Rechtskraft.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Ein solches Auslieferungsbegehren besteht nicht, weshalb das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 

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108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 
und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

2.3.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Nach Art. 53 AsylG wird  indes Flüchtlingen kein Asyl 
gewährt,  wenn  sie  wegen  verwerflicher  Handlungen  dessen  unwürdig 
sind  oder  wenn  sie  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz 
verletzt haben oder gefährden.

2.4. Nachdem das BFM den Beschwerdeführer als Flüchtling anerkannt 
hat  und  die  angefochtene  Verfügung  diesbezüglich  in  Rechtskraft 
erwachsen ist, beschränkt sich der Prozessgegenstand vorliegend auf die 
Frage, ob  ihm zu Recht das Asyl verwehrt worden  ist, beziehungsweise 
ob  zu  Recht  vom  Bestehen  des  Asylausschlussgrundes  der 
Asylunwürdigkeit gemäss Art. 53 AsylG ausgegangen worden ist.

3.  

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3.1. Das  BFM  begründete  seinen  Entscheid  betreffend  die  Anwendung 
von  Art.  53  AsylG  damit,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  dem 
Gerichtsurteil des  I._______ B._______ vom (...) des Versuchs schuldig 
gesprochen worden sei, die Verfassung mit Waffengewalt ausser Kraft zu 
setzen  und ein marxistisch­leninistisches System zu errichten. Überdies 
seien  ihm die Mitgliedschaft  bei  der E._______  sowie  die Erschiessung 
eines  Verräters  der  Organisation  vorgeworfen  worden.  Der  Mord  des 
Beschwerdeführers  an  einem  Verräter  –  im  Urteil  einer  eigentlichen 
Hinrichtung ähnlich dargestellt – bleibe in den Akten unwidersprochen. Es 
gebe keinerlei Hinweise darauf, dass dieser Tatbestand fingiert oder von 
einer  anderen  Person  ausgeführt  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer 
habe  sich  somit  eines  Verbrechens  im  Sinne  von  Art.  10  des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs  vom 21. Dezember  1937  (StGB,  SR 
311.0) schuldig gemacht.

Art. 53 AsylG finde in der Praxis des BFM keine Anwendung, wenn eine 
aylsuchende Person  in  ihrem Heimatsaat eine Strafe verbüsst habe und 
aufgrund der Umstände des Einzelfalles davon auszugehen sei, dass sie 
resozialisiert  sei.  Der  Beschwerdeführer  wäre  gemäss  ausgefälltem 
Strafmass  frühestens  im  Jahre  (...)  entlassen  worden.  Er  habe  im 
Gefängnis in F._______ und in G._______ während (...) am Todesfasten 
teilgenommen und sei im (...) aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft 
entlassen  worden.  Die  Haftentlassung  des  Beschwerdeführers  sei 
demnach  nicht  wegen  seiner  Strafverbüssung  geschehen,  sondern weil 
er  nicht  mehr  hafterstehungsfähig  gewesen  sei.  Es  sei  aufgrund  der 
Aktenlage  nicht  von  einer  Resozialisierung  des  Beschwerdeführers 
auszugehen.  Zwar  vermöchten  die  ärztlichen  Berichte  dem 
Beschwerdeführer  eine  retrograde  Amnesie  zu  bestätigen,  seine 
Urteilsfähigkeit werde  jedoch nicht  in Frage gestellt. So wäre es  für den 
Beschwerdeführer  beispielsweise  naheliegend gewesen,  sich  zumindest 
die  Urteilsschrift  anzusehen,  sollte  er  sich  tatsächlich  an  nichts  mehr 
erinnern  können.  Seine  Aussagen  und  späteren  Eingaben  würden  sich 
aber  darauf  beschränken,  sich  als  Opfer  seines  Heimatstaates 
darzustellen.  Eine  kritische  Auseinandersetzung  mit  seinen  eigenen 
Taten  fehle  gänzlich  und  es  entstehe  der  Eindruck,  dass  er  dazu  nicht 
bereit  sei.  In  dieser  Haltung  werde  der  Beschwerdeführer  von  seiner 
Ehefrau L._______ und seinen Verwandten bestärkt. So habe sich auch 
L._______  zu  den  Vorwürfen  nicht  äussern  wollen.  Ausserdem  sei  der 
Vorfall  in  der  Schweiz  nicht  zu  bagatellisieren,  auch  wenn  sich  der 
Beschwerdeführer  in  einer  schlechten  psychischen  Verfassung  befinde. 
Er  habe  gegen  den  (...)  eine Morddrohung  ausgesprochen  und mit  (...) 

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zur Tat  schreiten wollen, weil  (...) wegen  (...)  nicht Wort  gehalten habe. 
Aufgrund  seines  Verhaltens  sei  somit  nicht  davon  auszugehen,  dass 
beim  Beschwerdeführer  eine  Resozialisierung  und  kritische  Reflexion 
seines eigenen Handelns stattgefunden habe.

Sodann sei die Anwendung von Art. 53 AsylG nicht als Strafe anzusehen. 
Der Sinn von Ausschlussgründen liege nicht in einer Bestrafung, sondern 
im  Schutz  des  Instituts  Asyls.  Dem  Beschwerdeführer  werde  wegen 
fehlender Einsicht und Resozialisierung der privilegierte Status des Asyls 
vorenthalten.  In  Anbetracht  dieser  Überlegungen  würden  die  Elemente, 
die eine Anwendung von Art. 53 AsylG rechtfertigten, überwiegen. Auch 
die  zu  den  Akten  gereichten  Beweismittel  vermöchten  an  dieser 
Schlussfolgerung nichts zu ändern.

3.2.  In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, dass sich 
sein  Fall  insofern  als  Sonderfall  präsentiere,  als  der  asylrelevante 
Sachverhalt  von  ihm  nicht  wiedergegeben  werden  könne,  da  er  sich 
aufgrund  des  bei  ihm  bestehenden  sogenannten  Wernicke­Korsakow­
Syndroms  an  die  Ereignisse  vor  dem  Jahre  (...)  nicht  mehr  erinnern 
könne.  Im  beigelegten  Artikel  der  Zeitung  (...)  vom  (...)  werde  als 
wichtigstes  Symptom  dieser  Krankheit  ein  gänzlicher  Verlust  des 
Erinnerungsvermögens  vom bisherigen  Lebensabschnitt  genannt.  Seine 
Ausführungen  würden  denn  auch  nur  auf  den  Aussagen  seiner 
Familienangehörigen  basieren,  aus  welchen  jedoch  auch  nicht  viele 
Informationen  über  seine  politischen  Tätigkeiten  und  die  danach 
erlittenen  Inhaftierungen  sowie  Folterungen  hervorgehen  würden,  da 
seine Familie von den ihn behandelnden Ärzten angewiesen worden sei, 
sein  Gedächtnis  nicht  mit  früheren  komplexen  Geschehnissen  zu 
belasten.  Zudem  habe  er  gemäss  Aussagen  von  L._______  im 
Anhörungsprotokoll der Schweizer Vertretung in der Türkei seiner Familie 
nie  über  seine  politischen  Handlungen  erzählt,  weshalb  L._______ 
diesbezüglich  nicht  über  viel  Wissen  verfüge.  Der  vorliegend 
asylrelevante  Sachverhalt  könne  demnach  nur  aus  den  sich  bei  den 
Akten  befindlichen  Beweismitteln  entnommen  werden.  Das  von  der 
Vorinstanz  für  die  Begründung  einzig  herbeigezogene  Urteil  des 
I._______  B._______  stelle  ein  mit  den  Grundsätzen  der 
Rechtsstaatlichkeit  in  keiner Weise  vereinbarendes  Urteil  dar.  So  gehe 
daraus  hervor,  dass  er  den  ihm  vorgeworfenen  Mord  anlässlich  der 
Gerichtsverhandlung stets bestritten habe. Weiter erscheine es auffällig, 
dass sich das Gericht bei seiner Beweiswürdigung vor allem auf die den 
Beschwerdeführer  belastenden  Zeugenaussagen  der  Familie  der 

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getöteten Person gestützt habe. Er habe vor seiner Ausreise von früheren 
Freunden erfahren, dass er die ihm vorgeworfene Tat nur auf Bitten von 
M._______ – seiner angeblichen Gehilfin bei der Begehung des Mordes – 
zunächst  gestanden  habe,  um  sie  vor  weiteren  Folterungen  und  einer 
angedrohten  Vergewaltigung  zu  schützen.  Die  beiden  Hauptindizien  für 
seine Verurteilung würden  demnach  nicht  beweiskräftig  erscheinen.  Als 
weiteres  Indiz  gegen  seine Schuld  gehe  aus  dem Gerichtsurteil  hervor, 
dass  er  ein  gefälschtes  Identitätsdokument  auf  sich  getragen  habe.  In 
welchem Zusammenhang dieser Umstand mit dem Vorwurf des Mordes 
stehe, bleibe dabei  jedoch unklar. Als weiteres  Indiz werde vorgebracht, 
die  Beschreibung  des  Tatherganges  durch  den  Beschwerdeführer 
entspreche den gerichtsmedizinischen Ergebnissen. Dass er  in der Haft 
die  Schuld  auf  sich  genommen,  in  der  Gerichtsverhandlung  jedoch 
verneint  habe,  weise  auf  Unregelmässigkeiten  im  türkischen 
Strafverfahren  und  die  offensichtlich  gegebene  Möglichkeit  von  unter 
Folter erzwungenen Geständnissen hin. Es müsse aufgrund des auf  ihn 
während  der  Haft  ausgeübten  Drucks  und  der  Bitten  von  M._______ 
davon ausgegangen werden, dass er sich gezwungen gesehen habe, die 
von ihm nicht begangene Tat so zu beschreiben, wie wenn er sie wirklich 
ausgeführt  hätte,  was  dann  in  der  Verhandlung  gegen  ihn  verwendet 
worden sei. Hinzu komme, dass das Gerichtsurteil  in seiner Gesamtheit 
nicht ernst genommen werden könne, da sich die relevanten Erwägungen 
auf  eine  Seite  beschränkten  und  keine  konkreten  Hinweise  auf  die 
angebliche Tat  ersichtlich  seien;  so  sei  etwa  die  Tatwaffe  nicht  bei  ihm 
gefunden  worden.  Es  fänden  sich  im  Gerichtsurteil  keine  konkreten 
Ausführungen  zu  seinen  jeweiligen  politischen  Handlungen.  Es  werde 
darin  lediglich festgehalten, dass er gemäss eigenen Angaben  innerhalb 
der  J._______  an Demonstrationen  und Sitzungen  teilgenommen  habe. 
Alleine  aus  diesen  Informationen  könne  nicht  mit  letzter  Sicherheit  auf 
eine  förmliche  Mitgliedschaft  bei  dieser  Organisation  geschlossen 
werden.  Sein  individueller  Tatbeitrag  innerhalb  derselben  sei  demnach 
als  gering  einzustufen,  weshalb  diese  blosse  Zugehörigkeit  zur 
J._______  respektive  zur  E._______  zur  Annahme  für  den 
Asylausschluss ausreichender  "verwerflicher Handlungen" nicht  genüge. 
Auch  habe  das  Bundesverwaltungsgericht  in  einem  Urteil  vom  7.  März 
2008 betreffend die Mitgliedschaft  bei  der  J._______  festgehalten,  dass 
das  Aufkleben  von  Plakaten,  das  Verteilen  von  Flugblättern  und  das 
Anwerben neuer Mitglieder keine verwerflichen Handlungen im Sinne von 
Art. 53 AsylG darstellten. Es sei zu betonen, dass es sich beim gegen ihn 
gefällten  Gerichtsurteil  offensichtlich  um  ein  politisch  motiviertes  Urteil 
handle,  und  es  sei  grundsätzlich  fragwürdig,  bei  der  Beurteilung  von 

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Asylausschlussgründen  im  schweizerischen  Asylverfahren  auf  Urteile 
türkischer  Staatssicherheitsgerichte  abzustellen,  wovon  auch  die 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  ausgegangen  sei,  indem 
sie  die  Aussagekraft  eines Urteils mit  dem Hinweis  auf  die  notorischen 
Misshandlungen  bei  Polizeiverhören  als  "fraglich"  eingestuft  habe 
(Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr.  40  S.  351/352).  Im Weiteren 
sei  es  grundsätzlich  fragwürdig,  bei  der  Prüfung  des  Asylgesuches 
vollumfänglich  auf  dasjenige  Urteil  des  Verfolgerstaates  abzustellen, 
welches  letztlich  auch  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
geführt  habe.  Zudem  sei  allgemein  bekannt,  dass  die  türkischen 
I._______  zahlreiche  „politische  Gegner“  unter  konstruierten  Vorwürfen 
der  „terroristischen  Umtriebe“  und  damit  in  rein  politisch  motivierten 
Urteilen  zu  drakonischen  Strafen  verurteilt  hätten.  Das  vom  BFM 
angeführte  Kriterium  der  Verbüssung  der  Strafe  im  Rahmen  der 
Verhältnismässigkeitsprüfung sei weder  in der Rechtsprechung der ARK 
noch  in  derjenigen  des  Bundesverwaltungsgerichts  bekannt  und 
erscheine  angesichts  obiger  Ausführungen  als  absurd.  Nach  der 
Rechtsprechung  der  vormaligen  ARK  werde  die  Asylunwürdigkeit  nach 
dem  Gefährdungspotenzial  des  Asylunwürdigen  aufgrund  begangener 
Straftaten  begründet,  weshalb  auch  zu  berücksichtigen  sei,  ob  vom 
Betreffenden  weiterhin  die  Gefahr  ausgehe,  „weitere“  Straftaten  zu 
begehen,  und  ob  dadurch  mit  der  Gefahr  für  die  innere  und  äussere 
Sicherheit  der  Schweiz  zu  rechnen  sei.  Aufgrund  des  Todesfastens  sei 
aber sein psychischer und physischer Gesundheitszustand äusserst labil, 
was dem Arztbericht vom (...) (vgl. act. A31/4) entnommen werden könne. 
Er  verfüge nicht mehr  über  den Willen und die Kraft  zur Ausübung  von 
Gewaltakten,  zumal  das  Todesfasten  aus  ihm  eine  kränkliche,  fast 
kindisch  anmutende Person  gemacht  habe. Es  sei  zu  betonen,  dass  er 
keinem Menschen etwas Nachteiliges zufügen möchte, und er sei darauf 
bedacht,  Stresssituationen  zu  vermeiden,  in  welchen  er  gegebenenfalls 
aufgrund  seines  labilen  psychischen  Zustandes  die  Kontrolle  über  sich 
verlieren könne. Vor diesem Hintergrund sei auch der von der Vorinstanz 
erwähnte  Zwischenfall  mit  (...)  zu  erklären.  Ausser  diesem  Vorfall, 
welcher  zu  keinen  strafrechtlichen  Folgen  geführt  habe,  habe  er  sich 
während seines Aufenthaltes in der Schweiz keinerlei Straftaten oder gar 
Gewaltakte  zuschulden  kommen  lassen.  Auch  von  seinen  politischen 
Aktivitäten habe er sich gänzlich abgewendet. Da er die Ereignisse in der 
Vergangenheit  vergessen  möchte,  setze  er  sich  mit  diesen  nicht 
auseinander, weshalb er sich denn auch beispielsweise nicht einmal das 
Urteil,  mit  welchem  er  zu  einer  lebenslänglichen  Haftstrafe  verurteilt 

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worden  sei,  ansehen möchte.  Sodann  sei  die  Verhältnismässigkeit  des 
Asylausschlusses  auch  unter  Berücksichtigung  der  erlittenen  Nachteile 
(während  diverser  Inhaftierungen  Opfer  von  Misshandlungen)  und  der 
Folgen  des  Todesfastens  zu  würdigen,  zumal  er  deswegen 
lebenslänglich  schwerwiegende  Folgen  davontragen  werde.  Damit 
verletze der angefochtene Entscheid das Verhältnismässigkeitsprinzip.

3.3. Die Vorinstanz hielt  in  ihrer Vernehmlassung  vom 20.  Januar  2009 
vollumfänglich  an  ihren  Erwägungen  fest  und  führte  an,  dass  die 
Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel 
enthalte,  welche  eine  Änderung  des  vorinstanzlichen  Standpunktes  zu 
rechtfertigen vermöge.

4.  
4.1. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss,  dass  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  zu  Unrecht 
verwerfliche Handlungen im Sinne von Art. 53 AsylG vorwirft.

4.2.  Nach  ständiger  Rechtsprechung  (vgl.  beispielsweise  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­3444/2006  vom  3.  Juli  2009 mit  weiteren 
Kasuistikhinweisen)  fallen unter den  in Art. 53 AsylG enthaltenen Begriff 
der  "verwerflichen  Handlungen"  auch  Delikte,  die  nicht  ein  schweres 
Verbrechen  im Sinne  von Art.  1 F Bst.  b  des Abkommens  vom 28.  Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30) 
darstellen würden, solange sie dem abstrakten Verbrechensbegriff von alt 
Art.  9  StGB  in  dessen  bis  zum  31.  Dezember  2006  gültigen  Fassung 
respektive  dem Verbrechensbegriff  gemäss  Art.  10  Abs.  2  StGB  in  der 
seit 1. Januar 2007 gültigen Fassung entsprechen, mithin als Verbrechen 
– einer seinerzeit mit Zuchthaus, heute mit einer Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Jahren bedrohten Straftat – zu betrachten sind. Diese Ordnung ist 
vom  Gesetzgeber  bei  der  Totalrevision  des  Asylgesetzes  bewusst 
übernommen worden  (vgl. Botschaft  zur Totalrevision  des Asylgesetzes 
sowie  zur  Änderung  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995 , BBl 1996 II 71 ff.). 
Dabei  ist  es  irrelevant,  ob  die  verwerflichen  Handlungen  einen 
ausschliesslich  gemeinrechtlichen  Charakter  haben  oder  als  politisches 
Delikt  aufzufassen  sind  (vgl.  EMARK  2002  Nr.  9  E.  7b  S.  79  f.). 
Hinsichtlich des anzuwendenden Beweismasses ist bei Straftaten, die im 
Ausland begangen wurden,  kein  strikter Nachweis erforderlich;  vielmehr 
genügt auch die überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Person 

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einer  Straftat  im  erwähnten  Sinn  schuldig  gemacht  hat  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 73).

4.3. Gemäss Art. 260ter StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 
bestraft,  wer  sich  an  einer  Organisation  beteiligt,  die  ihren  Aufbau  und 
ihre  personelle  Zusammensetzung  geheim  hält  und  die  den  Zweck 
verfolgt,  Gewaltverbrechen  zu  begehen  oder  sich  mit  verbrecherischen 
Mitteln  zu  bereichern,  oder  eine  solche  Organisation  in  ihrer 
verbrecherischen Tätigkeit unterstützt. Somit gilt die Beteiligung an einer 
solchen  Organisation  beziehungsweise  die  Unterstützung  derselben  in 
ihrer  verbrecherischen  Tätigkeit  als  Verbrechen  und  würde  demzufolge 
einen Asylausschluss begründen (vgl. EMARK 2002 Nr. 9 E. 7c S. 80 ff.). 
Es  genügt  die  Beteiligung  oder  Unterstützung  ohne  Nachweis  des 
individuellen  Tatbeitrages  an  einem  konkreten  Delikt.  Der  Begriff  der 
kriminellen Organisation  im  Sinne  von  Art.  260ter  StGB  umfasst  neben 
den  mafiaähnlichen  Verbrechersyndikaten  auch  hochgefährliche 
terroristische  Gruppierungen.  Nicht  dazu  gezählt  werden  hingegen 
(grundsätzlich) extremistische Parteien, oppositionelle politische Gruppen 
sowie  Organisationen,  die  mit  angemessenen  (nicht  verbrecherischen) 
Mitteln  um  die  politische Macht  in  ihrem  Heimatland  ringen  oder  einen 
Freiheitskampf gegen diktatorische Regimes führen (vgl. BGE 130 II 337 
E. 6 S. 344 f.; BGE 131 II 235 E. 2.12 S. 240 ff.; BGE 133 IV 58 E. 5 S. 
63 ff.).

4.4. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts handelte es 
sich bei der J._______, aus der die E._______ hervorgegangen  ist,  um 
eine  illegale  Organisation  mit  dem  Ziel,  das  bestehende  türkische 
Staatsgefüge  durch  bewaffnete  Revolution  zu  zerschlagen  und  ein 
sozialistisches System einzurichten. Um ihre Ideologie dem Volk nahe zu 
bringen  und  neue  Anhänger  zu  gewinnen,  führte  sie  auch  legale 
Aktivitäten  durch und arbeitete  in  legalen und demokratischen Vereinen 
mit. Aufgrund interner Streitigkeiten spaltete sie sich im Jahre (...) in zwei 
verfeindete  Flügel,  die N._______  und  die  (...)  entstandene E._______. 
Letztere  teilte  sich  wiederum  in  einen  politischen  (...)  und  einen 
militärischen  Flügel  (...),  wobei  sie  weiterhin  die  Ziele  der  ehemaligen 
J._______  verfolgte  (…).  Die  E._______  hat  sich  massgeblich  an  den 
Hungerstreiks  und  Todesfasten  in  türkischen  Gefängnissen  ab  (...) 
beteiligt  und  als  einzige  Organisation  noch  bis  Anfang  2007  daran 
festgehalten.  Daneben  führte  sie  aber  auch  Anschläge  durch,  die  sich 
gegen  Personen  und  Einrichtungen  der  türkischen  Regierung  und 
Sicherheitskräfte sowie gegen "Zeichen des Imperialismus" richteten. Bei 

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den Todesfasten  sind an die hundert Mitglieder  gestorben, wodurch die 
Organisation  zunehmend  geschwächt  wurde.  Zudem  ist  sie  heute  vom 
türkischen  Geheimdienst  unterlaufen,  der  ihre  geplanten  Aktionen  zu 
verhindern  weiss,  sodass  ihnen  in  letzter  Zeit  keine  spektakulären 
Operationen  mehr  gelungen  sind.  Dennoch  geht  von  der  E._______ 
weiterhin  ein Gefährdungspotenzial  aus  und  sie  steht  nach wie  vor  auf 
der europäischen Liste der Terrororganisationen vom 20. Dezember 2007 
des Rats der Europäischen Union (…).

4.5.  Eine  eingehende  Auseinandersetzung  mit  der  Frage,  ob  die 
E._______ im massgeblichen Zeitpunkt der mutmasslichen Mitgliedschaft 
des  Beschwerdeführers  als  eine  kriminelle  Organisation  im  Sinne  der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 260ter StGB zu qualifizieren 
wäre,  kann – wie nachfolgend aufgezeigt  –  im vorliegenden Fall  jedoch 
unterbleiben.  Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das 
Bundesverwaltungsgericht  nämlich  zum  Schluss,  dass  die  bestehende 
Beweislage nicht ausreicht, um dem Beschwerdeführer die Beteiligung an 
der  E._______  oder  die  Unterstützung  dieser  Organisation  in  ihren 
verbrecherischen  Tätigkeiten  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit 
vorzuhalten.

Aus den Angaben des Beschwerdeführers wird  ersichtlich,  dass  er  sich 
an  die  Ereignisse  vor  seiner  Haftentlassung  im  Jahre  (...)  nicht  mehr 
erinnern  könne,  da  er  aufgrund  des  Todesfastens  das  Wernicke­
Korsakow­Syndrom – eine Hirnerkrankung, die unter anderem mit einem 
Gedächtnisverlust  einhergehe  –  erlitten  habe.  Daher  basieren  die 
Aussagen des Beschwerdeführers zu den hier  interessierenden Punkten 
(Vorwurf  der  Mitgliedschaft  zur  E._______  und  damit  verbundene 
Tätigkeiten)  ausschliesslich  auf  den  Aussagen  seiner 
Familienangehörigen.  Diesbezüglich  ist  hinsichtlich  des  sogenannten 
Wernicke­Korsakow­Syndrom  anzuführen,  dass  als  Folge  dieses 
Syndroms  nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
strukturelle  Gehirnveränderungen  eintreten  können,  was  mit  der 
Zerstörung  der  für  die  Erinnerung  wichtigen  Regionen  des  Gehirns 
einhergehen  kann.  Zudem  besteht  keine  Möglichkeit  der  vollständigen 
Regenerierung  (vgl.  Pschyrembel,  Klinisches Wörterbuch,  261.  Auflage, 
Berlin/New York 2007, S. 1034). Hinweise auf eine mögliche Verbindung 
zu dieser Partei ergeben sich damit einzig aus den von ihm eingereichten 
türkischen  Gerichtsakten.  Diesbezüglich  ist  indessen  angesichts  der  in 
der  Türkei  vorkommenden  Praxis,  mutmassliche  politische  Aktivisten  in 
der Untersuchungshaft unter Folter zu Geständnissen zu bewegen – wie 

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es der Beschwerdeführer  auch  in  seinem Falle  sinngemäss  vorbringt  –, 
sowie  der  rechtsstaatlich  fragwürdigen  Verfahren  vor  den  türkischen 
Staatssicherheitsgerichten  (vgl.  dazu  HELMUT  OBERDIECK, 
Rechtsstaatlichkeit  politischer  Verfahren  in  der  Türkei,  Gutachterliche 
Stellungnahme  im  Auftrag  von  Amnesty  International,  Januar  2006), 
anzumerken,  dass  die  entsprechenden  Strafverfahrensakten  nicht 
unbesehen  als  Grundlage  für  die  Einschätzung  allfälliger  verwerflicher 
Handlungen  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG  herangezogen  werden  dürfen 
und  vorliegend  auch  nicht  heranzuziehen  sind.  Insofern  ist  den 
Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe, wonach das Gerichtsurteil des 
I._______  B._______  vom  (...)  vorliegend  nicht  als 
Argumentationsgrundlage  dienen  dürfe,  zu  folgen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  stützt  sich  zur  Beurteilung  der  in  Frage 
stehenden  (politischen)  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  daher 
ausschliesslich auf die protokollierten Aussagen. Soweit das Bundesamt 
in  der  angefochtenen  Verfügung  die  angebliche  Mitgliedschaft  des 
Beschwerdeführers  und  die  mit  ihr  verbundenen  Aktivitäten, 
insbesondere  die  Erschiessung  eines  Verräters  mit  dem  Urteil  des 
I._______ B._______ vom (...) begründet, ist ihm daher nicht zu folgen.

Zwar sind vorliegend einige Unstimmigkeiten in den Aussagen respektive 
dem  Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  auszumachen.  So  ist 
vorliegend zunächst einmal der klare Schnitt der vorgebrachten Amnesie 
auffallend  (keine  Erinnerung  vor  dem  Jahre  (...)  respektive  der 
Haftentlassung in diesem Jahr). Jedoch soll nach den Erkenntnissen des 
Bundesverwaltungsgerichts  das  Wernicke­Korsakow­Syndrom,  nebst 
einer  geistigen  Verwirrung,  einer  Beeinträchtigung  des  Sehvermögens 
und des Gangverhaltens, meist mit einer  isolierten Beeinträchtigung des 
Kurzzeitgedächtnisses  einhergehen.  In  diesem  Zusammenhang  führte 
der Beschwerdeführer an,  seine Erinnerungen vor dem Jahre  (...)  seien 
nicht mehr vorhanden  (vgl. act. A11/16, S. 2); über die Ereignisse nach 
seiner  Haftentlassung  bis  zu  seiner  drei  Jahre  später  durchgeführten 
Ausreise  vermochte  der  Beschwerdeführer  dann  aber  offensichtlich 
problemlos  zu  berichten.  Damit  würde  der  Beschwerdeführer  aber – 
entgegen  obigen  Feststellungen  –  über  keinen  Verlust  des 
Kurzzeitgedächtnisses,  jedoch  über  ein  Defizit  des 
Langzeitgedächtnisses  verfügen.  Diesbezüglich  ist  aber  einschränkend 
anzufügen,  dass  vorliegend  für  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht 
abschätzbar  bleibt,  welche  Veränderungen  im  Gehirn  des 
Beschwerdeführers genau stattgefunden haben und welche Erinnerungen 
konkret noch vorhanden sein können.

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Weiter  erscheint  dem  Bundesverwaltungsgericht  befremdlich,  dass  der 
Beschwerdeführer  den  Grund  der  Verurteilung  nicht  nennen  konnte 
respektive  die  Ärzte  seine  Familienangehörigen  angewiesen  haben 
sollen,  ihm  diesen  zwecks Schonung  seiner Psyche  vorzuenthalten.  So 
ist  in  diesem  Zusammenhang  nicht  einsehbar,  weshalb  sich  der 
Beschwerdeführer  nicht  für  den  Grund  der  Verurteilung  hätte 
interessieren  sollen,  zumal  er  deswegen  seiner  Freiheit  beraubt,  zum 
Tode verurteilt, vom Staatspräsidenten begnadigt worden und schliesslich 
aus  der  Heimat  ausgereist  sei.  Weiter  gab  der  Beschwerdeführer 
diesbezüglich an, seine Familie wolle ihm nichts über den Grund der Haft 
erzählen  beziehungsweise  erst  dann,  wenn  er  wieder  gesund  sei; 
gleichzeitig führte er an,  ihm sei von den Ärzten gesagt worden, dass er 
nicht  mehr  gesund  werde  (vgl.  act.  A11/16,  S.  5  oben).  In  diesem 
Zusammenhang  ist  es  immerhin  denkbar,  dass  der  Beschwerdeführer 
diesen  Umstand  selbst  in  Anbetracht  seines  angeschlagenen 
Gesundheitszustandes  seiner  Familie  hätte  mitteilen  können.  Zudem 
bestand  die  Möglichkeit,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei  einer 
allfälligen  Besserung  seiner  Gedächtnisleistung  wieder  an  Teile  der 
Vergangenheit  hätte  erinnern  können, weshalb  nicht  einsichtig  ist,  dass 
ihm  dieses  Sachverhaltselement  hätte  vorenthalten  werden  sollen 
respektive  die  Ärzte  seiner  Familie  gesagt  haben  sollen,  er  solle  sich 
nicht  mit  Fragen  im  Zusammenhang  mit  seiner  Haft  beschäftigen 
respektive er solle nicht an komplizierte Sachen denken (vgl. act. A11/16, 
S. 9).  Ob  die  Mitteilung  des  Deliktes,  das  zur  Verurteilung  geführt  hat, 
eine  "komplizierte"  Sache  darstellt,  wie  es  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Bundesanhörung  angibt,  kann  vorliegend  offengelassen 
werden.  Jedenfalls  verweist  er  bei  der  Frage,  warum  er  nicht  habe 
erfahren  wollen,  weshalb  er  verurteilt  worden  sei,  wiederholt  auf  die 
Antworten  seiner  Familie  und  die  Empfehlungen  der  Ärzte  (vgl.  act. 
A11/16, S.  9).  Jedoch  vermögen diese Ungereimtheiten  angesichts  des 
dargelegten  und mit  ärztlichen  Zeugnissen  belegten  Krankheitsbildes  in 
casu nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit darzulegen, dass er sich 
bewusst  und  wider  besseres  Wissen  nicht  an  die  Ereignisse  vor  dem 
Jahre  (...), welche  zu  seiner Verurteilung geführt  haben sollen,  erinnern 
kann.  Demzufolge  kann  angesichts  der  vorliegenden  Aktenlage  auch 
nicht  von  Unterstützungshandlungen  des  Beschwerdeführers  für  die 
J._______  respektive  die  E._______  oder  gar  einer  Mitgliedschaft  bei 
denselben ausgegangen werden.

Ferner  ergibt  sich  vorliegend  eine  allfällige  Asylunwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers  auch  nicht  aus  dessen  (...)  Tage  dauernder 

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Teilnahme  an  einem Hungerstreik  in  F._______  und G._______  in  den 
Jahren  (...),  woraus  eine  Verbundenheit  mit  der  J._______ 
beziehungsweise  der  E._______  hergeleitet  werden  könnte. 
Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  die  Beteiligung  des 
Beschwerdeführers am besagten Hungerstreik nicht genügt, um  ihm ein 
Verbrechen  im  Sinne  von  Art. 260ter  StGB  vorzuhalten.  Gemäss  Art. 
260ter  StGB  bedarf  es  einer  Unterstützung  oder  Beteiligung  an  der 
Organisation, worunter eine funktionale Eingliederung in die Organisation 
zu  verstehen  ist  –  blosses  Sympathisieren  oder  Mitlaufen  genügt  nicht 
(vgl.  BGE  133  IV  58  S.  74).  Allein  vom  Hungerstreik  jedoch  auf  die 
funktionale  Eingliederung  in  eine  terroristische  Organisation  zu 
schliessen,  vermag  nicht  zu  überzeugen;  so  ist  der  Hungerstreik 
angesichts  der  Situation  politischer  Häftlinge  in  den  türkischen 
Gefängnissen  grundsätzlich  als  ein  Protest  gegen  die  herrschenden 
Zustände  zu werten  und  eine Verweigerung  der Nahrungsaufnahme  an 
sich  kommt  nicht  einer  verwerflichen  Handlung  im  Sinne  von  Art.  53 
AsylG  gleich  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­
3444/2006 vom 3. Juli 2009 mit weiteren Hinweisen). Aus der Teilnahme 
am  Hungerstreik  kann  jedenfalls  nicht  abgeleitet  werden,  der 
Beschwerdeführer habe eine  terroristische Organisation unterstützt  oder 
sich an ihr beteiligt.

4.6. Insgesamt reicht damit die Aktenlage nicht aus, um auf eine erstellte 
oder  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  feststehende  Mitgliedschaft 
des  Beschwerdeführers  bei  einer  terroristischen  Organisation  zu 
schliessen.

4.7. Sodann  vermag auch  der Umstand, wonach  der Beschwerdeführer 
im (...) eine Morddrohung gegen (...) ausgesprochen, diese jedoch infolge 
Abwesenheit  des  (...)  nicht  habe umsetzen  können  (vgl.  act. A19/1  und 
A20/1), angesichts der ärztlich attestierten Diagnose (Nennung Diagnose) 
nicht  zu einer anderen Einschätzung zu  führen. Auch wenn ein  solches 
Verhalten  des  Beschwerdeführers  in  der  Tat  nicht  bagatellisiert  werden 
darf,  erscheint  dieser  Vorfall  –  der  in  der  Folge  keine  strafrechtlichen 
Folgen zeitigte – angesichts obiger Umstände noch nicht geeignet, eine 
Gefährdung  der  inneren  Sicherheit  der  Schweiz  im  Sinne  von  Art.  53 
AsylG zu bewirken.

4.8.  Das  Bundesamt  hat  dem  Beschwerdeführer  demnach  zu  Unrecht 
verwerfliche Handlungen im Sinne von Art. 53 AsylG vorgehalten.

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5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  verletzt  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  nach  dem 
Gesagten gutzuheissen, die Verfügung des BFM vom 2. September 2008 
teilweise – soweit die Dispositiv­Ziffern 2­7 betreffend – aufzuheben und 
das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.

6.  
6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 
(Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG);  das  vom  Beschwerdeführer  gestellte 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 
65 Abs. 1 VwVG wird damit hinfällig.

6.2. Angesichts seines Obsiegens ist dem Beschwerdeführer sodann eine 
angemessene  Parteientschädigung  für  die  ihm  durch  das 
Beschwerdeverfahren  erwachsenen  notwendigen  Kosten  zuzusprechen 
(Art.  64  Abs. 1  VwVG).  In  der  Beschwerde wird  die  Zusprechung  einer 
Parteientschädigung von Fr. 1'000.­ beantragt, unter Vorbehalt zusätzlich 
aufgelaufener Kosten und der Einreichung einer Kostennote. Eine solche 
wurde in der Folge nicht eingereicht. Der notwendige Vertretungsaufwand 
lässt  sich  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend  zuverlässig  abschätzen 
(vgl.  Art. 14  Abs.  2  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 
SR  173.320.2).  In  Berücksichtigung  der  praxisgemässen 
Bemessungsgrundsätze  (Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  8  ff. 
VGKE)  ist  die  beantragte  Parteientschädigung  auf  Fr.  600.­  (inklusive 
Auslagen) festzusetzen. Die gegenwärtige Rechtsvertretung wurde am 5. 
November  2007  mandatiert  (Datum  der  Vollmacht),  weshalb  davon 
auszugehen ist, dass bereits  im vorinstanzlichen Verfahren hinreichende 
Kenntnis  zumindest  des  Sachverhaltes  bestand  und  sich 
dementsprechend der Aufwand  für die Beschwerdeerhebung  reduzierte. 
Unter Berücksichtigung des üblichen Aufwandes in vergleichbaren Fällen 
und des Umstandes, dass die Einreichung der nachfolgenden Eingaben 
(Zustellung einer Fürsorgebestätigung und einer Übersetzung; Ersuchen 
um  beschleunigte  Behandlung  der  Beschwerde)  keine  hohen  Kosten 
verursachte,  wurde  die  mit  der  Rechtsmitteleingabe  beantragte 
Parteientschädigung gekürzt. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die Verfügung des BFF vom 2. September 2008 wird  teilweise – soweit 
die  Dispositiv­Ziffern  2­7  betreffend  –  aufgehoben  und  das  BFM  wird 
angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.

3. 
Es werden keine Kosten erhoben.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung von Fr. 600.­ zu entrichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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