# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1245f245-7b07-5fc8-85ab-0069712fd7a3
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.10.2011 BP.2011.45
**Docket/Reference:** BP.2011.45
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BP-2011-45_2011-10-26

## Full Text

Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).;;Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV).

Beschluss vom 26. Oktober 2011  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud, 
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A., 

 
Gesuchsteller 

 
   

Gegenstand  Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BP.2011.45 
(Hauptverfahren: BG.2011.36)  
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Staatsanwaltschaft Abteilung 3 Sursee mit Verfügung vom 16. Au-
gust 2011 das gegen A. geführte Strafverfahren in Anwendung von Art. 34 
Abs. 2 StPO an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland abtrat 
(BG.2011.36, act. 1.2); 

 
- A. hiergegen am 25. August 2011 gestützt auf die unzutreffende Rechtsmit-

telbelehrung beim Bundesgericht Beschwerde erhob (BG.2011.36, act. 1); 
 

- das Bundesgericht auf diese Beschwerde mit Urteil 1B_445/2011 vom 
6. September 2011 nicht eintrat und sie zur weiteren Behandlung der I. Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts überwies (BG.2011.36, 
act. 1.1); 

 
- A. hierauf von der I. Beschwerdekammer am 15. und am 30. Septem-

ber 2011 aufgefordert wurde, einen Kostenvorschuss zu leisten 
(BG.2011.36, act. 2 und 3); 

 
- er mit Eingabe vom 4. Oktober 2011 „Beschwerde gegen den Kostenvor-

schuss Entscheid“ erhob, wobei er eventualiter um unentgeltliche Rechts-
pflege ersuchte und diesbezüglich die Einreichung der hierzu notwendigen 
Unterlagen in Aussicht stellte (act. 1); 

 
- er am 6. Oktober 2011 von der I. Beschwerdekammer ersucht wurde, bis 

17. Oktober 2011 das Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege voll-
ständig und wahrheitsgetreu auszufüllen und inklusive der benötigten Un-
terlagen einzureichen (act. 2); 

 
- er hierbei darauf aufmerksam gemacht wurde, dass unvollständige oder 

nicht mit den erforderlichen Beilagen versehene Gesuche ohne weiteres 
abgewiesen werden können (act. 2); 

 
- A. die ihm anberaumte Frist ungenutzt verstreichen liess.  

 
 
 

- 3 - 

 

 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf 
unentgeltliche Rechtspflege hat, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichts-
los erscheint (Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV); 

 
- es hierbei grundsätzlich dem Gesuchsteller obliegt, seine Einkommens- 

und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen und soweit als möglich 
zu belegen, wobei die Belege über sämtliche finanziellen Verpflichtungen 
des Gesuchstellers sowie über seine Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse Aufschluss zu geben haben; 

 
- das Gesuch mangels ausreichender Substanziierung oder mangels Bedürf-

tigkeitsnachweis abgewiesen werden kann, wenn der Gesuchsteller der 
ihm obliegenden Pflicht zur Offenlegung seiner finanziellen Situation nicht 
nachkommt bzw. wenn die vorgelegten Urkunden und die gemachten An-
gaben kein kohärentes und widerspruchsfreies Bild seiner finanziellen Ver-
hältnisse ergeben (vgl. hierzu zuletzt die Beschlüsse des Bundesstrafge-
richts BP.2011.39 vom 4. Oktober 2011, E. 1.4; BP.2011.31 vom 13. Ju-
li 2011; vgl. zum Ganzen auch MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgelt-
liche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 77 f. m.w.H.; MÜL-
LER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 902 
m.w.H.); 

 
- der Gesuchsteller vorliegend innerhalb der ihm hierzu anberaumten Frist 

keinerlei Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen machte und diesbe-
züglich keine Unterlagen einreichte; 

 
- er seiner Mitwirkungsobliegenheit demzufolge gar nicht nachgekommen 

und es nicht möglich ist, sich ein kohärentes und widerspruchsfreies Bild 
über seine finanziellen Verhältnisse zu machen; 

 
- sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege demzufolge 

abzuweisen ist; 
 

- dem Gesuchsteller bis 7. November 2011 Frist gesetzt wird zur Leistung 
eines Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--; 

 
- die Kosten des vorliegenden Beschlusses bei der Hauptsache verbleiben; 

 
 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewie-

sen. 
 
2. Dem Gesuchsteller wird bis 7. November 2011 Frist gesetzt zur Leistung ei-

nes Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--. 
 

3. Die Kosten des vorliegenden Beschlusses bleiben bei der Hauptsache. 
 
 

Bellinzona, 26. Oktober 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A. 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.