# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39b0f0e1-323a-5a19-9b35-c3fcb8d1789c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2019 D-2747/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2747-2018_2019-06-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2747/2018 
mel 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), 

und deren Kinder  

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

und F._______, geboren am (…), 

Kosovo,   

alle vertreten durch Eva Gammenthaler,  

Solidaritätsnetz Bern,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisungsvollzug  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 9. April 2018 / N (…). 

 

D-2747/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der älteste Sohn beziehungsweise Bruder der Beschwerdeführenden 

G._______ (N …) am 14. Januar 2013 in der Schweiz um Asyl nachsuchte 

mit der Begründung, er sei in seinem Heimatdorf von einer Blutrache be-

troffen, 

dass am 8. September 2015 Vertreter der Schweizerischen Botschaft in 

Pristina (nachfolgend Botschaft) auf Ersuchen des SEM hinsichtlich 

G._______ Abklärungen in dessen Heimatdorf H._______ (Gemeinde 

I._______) tätigten und dabei mit dessen Vater, Beschwerdeführer 

A._______, sowie dem im gleichen Haus lebenden Grossvater J._______ 

sprachen (Bericht der Botschaft vom 9. September 2015),  

dass die Beschwerdeführenden am 22. September 2015 in der Schweiz 

um Asyl nachsuchten, 

dass sie zur Begründung ihrer Asylgesuche im Wesentlichen geltend 

machten, sich seit dem 9. Februar 2000 mit der Familie der Cousins des 

Beschwerdeführers A._______, die auch ihre Nachbarn seien, in einer 

Blutfehde zu befinden, 

dass der Beschwerdeführer A._______ nach einer Auseinandersetzung 

mit seinen Cousins einen von ihnen erschossen und zwei weitere verletzt 

habe und dafür zu sechs Jahren Haft verurteilt worden sei,  

dass er nach vier Jahren, im Jahr 2004, vorzeitig aus der Haft entlassen 

worden sei und sich seither aufgrund der zahlreichen Drohungen nur noch 

zu Hause aufgehalten habe, ohne einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu 

können, 

dass die ganze Familie isoliert gelebt habe und sein Vater angegriffen wor-

den sei,  

dass sie sich vergeblich darum bemüht hätten, den Konflikt friedlich beizu-

legen,  

dass sie zur Stützung ihrer Vorbringen zwei Bestätigungen der Blutfehde 

durch den Dorfrat sowie einen Bericht der Staatsanwaltschaft vom (…) ein-

reichten, 

D-2747/2018 

Seite 3 

dass auf Ersuchen des SEM vom 2. November 2015 von der Botschaft 

erneut Abklärungen vorgenommen wurden (Botschaftsbericht vom 2. März 

2016), 

dass der nach erfolglosem Asylverfahren am 4. Juni 2016 in den Heimat-

staat zurückgeführte G._______ bei Bekannten in Montenegro Unter-

schlupf gefunden habe,  

dass das SEM mit Verfügung vom 25. August 2016 die Asylgesuche der 

Beschwerdeführenden vom 22. September 2015 abwies, deren Wegwei-

sung aus der Schweiz anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar 

und möglich erachtete,  

dass es zur Begründung seines Entscheides festhielt, zwar hätten die Ab-

klärungen durch die Botschaft vor Ort bestätigt, dass der Beschwerdefüh-

rer A._______ tatsächlich bei einer familiären Auseinandersetzung einen 

Cousin getötet habe und ein Fall von nicht beendeter Blutfehde vorliege,  

dass sich indessen seit dem Tötungsdelikt im Jahre 2000 beziehungsweise 

seit der Entlassung des Beschwerdeführers A._______ aus dem Gefäng-

nis im Jahre 2004 keine nennenswerten Vorfälle mehr ereignet hätten und 

sich die Darstellung der Gefährdungssituation im Heimatdorf durch die Be-

schwerdeführenden als überzeichnet erwiesen habe,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-5872/2016 vom 7. De-

zember 2017 die gegen den Entscheid des SEM vom 25. August 2016 er-

hobene Beschwerde abwies, womit dieser in Rechtskraft erwuchs,  

dass es dabei unter anderem die beiden im vorinstanzlichen Verfahren ein-

gereichten Bestätigungen der Blutfehde durch den Dorfrat als unsubstan-

ziiert und in dieser Form zum Nachweis der geltend gemachten Schwierig-

keiten ungeeignet erachtete, 

dass es in Bestätigung der vorinstanzlichen Ausführungen das Vorliegen 

genügender Anhaltspunkte für eine aktuelle konkrete Bedrohungs- und 

Verfolgungssituation der Beschwerdeführenden in ihrem Heimatdorf 

H._______ verneinte und hinsichtlich der psychischen Schwierigkeiten der 

Beschwerdeführenden auf die Behandelbarkeit im Heimatstaat hinwies, 

dass die Beschwerdeführenden mit als Wiedererwägungsgesuch bezeich-

neter Eingabe vom 15. Februar 2018 mehrere, teils in deutscher Sprache 

übersetzte Dokumente einreichten, 

D-2747/2018 

Seite 4 

dass es sich hierbei um zwei schriftliche Erklärungen hinsichtlich der gel-

tend gemachten Blutfehde (notariell beglaubigte eidesstaatliche Erklärung 

vom 5. Januar 2018, unterzeichnet von K._______, L._______ und 

M.______________, und eine auf den 3. Januar 2018 datierte Erklärung 

von J._______ und F._______, bestätigt vom Bürgermeister N._______ 

von H._______, beide im Original) und ärztliche Berichte (des (…) vom 30. 

Januar 2018 betreffend den Beschwerdeführer A._______ und der (…) 

vom 17. Januar 2018 betreffend den Beschwerdeführer F._______) han-

delt,  

dass sie um Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheides ersuch-

ten mit der Begründung, mit den eingereichten Dokumenten werde bestä-

tigt, dass sie sich weiterhin in einer Situation der Blutfehde befänden und 

bei einer Rückkehr erneut unerträglichem psychischem Druck ausgesetzt 

wären, wovon auch der angeschlagene Gesundheitszustand zeuge,  

dass im vorinstanzlichen Verfahren mit Eingabe vom 15. März 2018 zwei 

weitere schriftliche Erklärungen hinsichtlich der geltend gemachten Blut-

fehde (Erklärung von O._______ und J._______ vom 21. Februar 2018, 

bestätigt vom Bürgermeister N._______ von H._______, und undatierte 

Erklärung von J._______, L._______ und O._______, beide im Original) 

und mit Eingabe vom 5. April 2018 ein psychiatrischer Konsiliumsbericht 

des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer des Schweizerischen Roten 

Kreuzes vom 15. März 2018 betreffend den Beschwerdeführer A._______ 

eingereicht wurden,  

dass die Rechtsvertreterin im Weiteren geltend machte, dass sich das Ein-

holen von Auskünften bei der Polizei von I._______ durch die Beschwer-

deführenden und ihre Vertretung als unmöglich erwiesen habe, weshalb 

Antrag gestellt werde, die «Anhandnahme eines Rechtsmittelverfahrens 

durch das SEM nach seiner Möglichkeit im vorliegenden Verfahren zu prü-

fen»,  

dass das SEM mit Entscheid vom 9. April 2018 (Eröffnung am 10. April 

2018) das Wiedererwägungsgesuch abwies, seine Verfügung vom 25. Au-

gust 2016 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärte, wobei es auf die Er-

hebung einer Gebühr verzichtete, 

dass es im Weiteren feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine 

aufschiebende Wirkung zu, 

D-2747/2018 

Seite 5 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 

10. Mai 2018 an das Bundesverwaltungsgericht gegen diese Verfügung 

Beschwerde erhoben, wobei sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde im Sinne einer vorsorg-

lichen Massnahme und unter Verzicht auf das Erheben eines Kostenvor-

schusses um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ersuchten,  

dass die zuständige Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 

14. Mai 2018 den Vollzug der Wegweisung provisorisch aussetzte,  

dass die Beschwerdeführenden mit ergänzender Eingabe vom 16. Mai 

2018 (Eingang am 17. Mai 2018) weitere Dokumente (Bestätigungsschrei-

ben vom 7. Mai 2018 von J._______, undatiertes Bestätigungsschreiben 

von P._______) einreichten, 

dass der Beschwerde mit Zwischenverfügung vom 17. Mai 2018 die auf-

schiebende Wirkung zuerkannt und auf das Erheben eines Kostenvor-

schusses verzichtet wurde mit dem Hinweis, über das weitere Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG 

werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, 

dass dabei festgehalten wurde, der Nachweis der Bedürftigkeit sei bis an-

hin noch nicht erbracht worden, 

dass indessen mit Eingabe vom 16. Mai 2018, deren Eingang sich mit dem 

Ergehen der Zwischenverfügung vom 17. Mai 2018 gekreuzt hatte, der 

Nachweis der Bedürftigkeit erbracht worden war,  

dass das SEM in seiner Vernehmlassung vom 8. Juni 2018 die Abweisung 

der Beschwerde beantragte, 

dass mit Replik vom 26. Juni 2018 betreffend die Beschwerdeführerin 

B._______ ein ärztlicher Bericht des (…) vom 8. Juni 2018 eingereicht 

wurde, 

dass die Rechtsvertreterin mit Eingaben vom 21. Dezember 2018 und vom 

10. Januar 2019 weitere ärztliche Berichte betreffend die Beschwerdefüh-

rerin B._______ und die Beschwerdeführer A._______ und F._______ ein-

reichte,  

 

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Seite 6 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass am 1. März 2019 die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten ist und für das vorliegende Verfahren 

das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-

derung des AsylG vom 25. September 2015), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten,  

dass das Wiedererwägungsverfahren im Asylrecht spezialgesetzlich gere-

gelt ist (Art. 111b ff. AsylG) und ein entsprechendes Gesuch dem SEM in-

nert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich 

und begründet einzureichen ist,  

dass sich im Übrigen das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestim-

mungen von Art. 66–68 VwVG (aArt. 111b Abs. 1 AsylG) richtet, 

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Seite 7 

dass das Wiederwägungsgesuch in seiner praktisch relevantesten Form 

die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung aufgrund einer 

nachträglich eingetretenen erheblichen Veränderung der Sachlage be-

zweckt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-

rekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 1 S. 202 ff.) und  gemäss herr-

schender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts aus Art. 29 BV 

unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch 

auf Wiedererwägung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. 

m.w.H.), 

dass danach auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten ist, wenn sich 

der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid be-

ziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechts-

mittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüng-

liche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen 

der Sachlage anzupassen ist, 

dass, falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb oder ein ein-

geleitetes Beschwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid ab-

geschlossen wurde, auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiederer-

wägung begründen (zum sogenannten «qualifizierten Wiedererwägungs-

gesuch» vgl. etwa EMARK 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. m.w.H.), 

dass ebenfalls im Rahmen einer Wiedererwägung Beweismittel geprüft 

werden können, die erst nach einem materiellen Beschwerdeentscheid des 

Bundesverwaltungsgerichts entstanden sind und daher revisionsrechtlich 

nicht von Relevanz sein können (vgl. BVGE 2013/22 E. 12.3), 

dass die Rechtsvertreterin in ihrem Wiedererwägungsgesuch vom 15. Feb-

ruar 2018 geltend machte, mit den eingereichten Dokumenten werde be-

stätigt, dass sich die Beschwerdeführenden weiterhin in einer Situation der 

Blutfehde befänden und bei einer Rückkehr erneut unerträglichem psychi-

schem Druck ausgesetzt wären, wovon auch der angeschlagene Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführenden zeuge,  

dass das SEM im angefochtenen Entscheid zu Recht die zwei schriftlichen 

Erklärungen hinsichtlich der geltend gemachten Blutfehde vom 5. Januar 

2018 und vom 3. Januar 2018, worin lediglich die nicht bestrittene Tatsache 

der nicht beendeten Blutfehde bestätigt wird, zum Nachweis der – von den 

Beschwerdeführenden überzeichnet dargestellten – Gefährdungssituation 

im Heimatdorf als nicht geeignet erachtete, 

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Seite 8 

dass diese Einschätzung auch für die zwei mit Eingabe vom 15. März 2018 

eingereichten schriftlichen Erklärungen vom 21. Februar 2018 gilt, worin 

ohne nähere Angaben die bereits im Asylverfahren behauptete Tatsache 

wiederholt wird, dass Vermittlungsversuche ohne Ergebnisse geblieben 

seien und damit eine weiterhin aktuelle Gefährdungslage bestehe, 

dass die Eingabe vom 15. März 2018 und die darin enthaltenen Dokumente 

im angefochtenen Entscheid unberücksichtigt geblieben sind, was eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellt,  

dass indessen das SEM im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens die 

Eingabe vom 15. März 2018 gewürdigt hat und die beschwerdeführende 

Partei im Rahmen des Replikrechts Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt, 

weshalb die Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu erachten ist,  

dass auf Beschwerdeebene mit ergänzender Eingabe vom 16. Mai 2018 

weitere Dokumente (Bestätigungsschreiben vom 7. Mai 2018 von 

J._______, undatiertes Bestätigungsschreiben von P._______) eingereicht 

wurden, 

dass die Beweiskraft dieser Bestätigungsschreiben vor dem Hintergrund 

der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen der Beschwerde-

führenden, sich auch heute noch aufgrund der nicht beendeten Blutfehde 

im Heimatdorf in Todesgefahr zu befinden, und der naheliegenden Mög-

lichkeit, dass es sich um blosse Gefälligkeitsschreiben handelt, als gering 

einzustufen ist,  

dass vielmehr der diesbezüglich anderslautenden Botschaftsantwort nach 

wie vor mehr Gewicht beizumessen ist, 

dass somit die genannten Bestätigungsschreiben nicht geeignet sind, zu 

einem für die Beschwerdeführenden günstigeren Entscheid zu führen, 

dass angesichts dieser fehlenden Erheblichkeit darauf verzichtet werden 

kann, auf die Frage des verspäteten Einreichens näher einzugehen, 

dass im Weiteren im Wiedererwägungsgesuch geltend gemacht wurde, der 

psychisch labile Zustand der Beschwerdeführenden begründe die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, 

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Seite 9 

dass nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen 

werden kann, wenn das Fehlen einer notwendigen medizinischen Behand-

lung im Heimatland nach der Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-

denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-

son führen würde (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., 2009/28 E. 9.3.1 

S. 367), 

dass dabei als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung erachtet wird, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdi-

gen Existenz absolut notwendig ist, und Unzumutbarkeit dann noch nicht 

vorliegt, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizeri-

schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. 

BVGE 2009/2 E. 9.3.2 und BVGE 2011/50 E. 8.3), 

dass hinsichtlich der psychischen Schwierigkeiten der Beschwerdeführen-

den mit dem Wiedererwägungsgesuch und auf Beschwerdeebene meh-

rere ärztliche Berichte eingereicht wurden (vgl. Aufzählung im Sachver-

halt), 

dass sich aus den genannten ärztlichen Berichten ergibt, dass sich der Be-

schwerdeführer A._______ in psychiatrischer Behandlung befindet und an 

einer schweren depressiven Episode mit auftretender Suizidalität sowie an 

einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet, 

dass auch der Beschwerdeführerin B._______ und dem 13-jährigen Be-

schwerdeführer F._______ das Vorliegen einer PTBS und eines depressi-

ven Zustandsbildes attestiert und im Weiteren – ohne Angaben zur Behan-

delbarkeit im Heimatstaat – auf die Notwendigkeit der Fortführung einer 

psychotherapeutischen Behandlung hingewiesen wird,  

dass in den ärztlichen Berichten keine expliziten Angaben zu den Ursachen 

der psychischen Schwierigkeiten der Beschwerdeführenden gemacht wer-

den, sondern lediglich die Schilderungen der Beschwerdeführenden der 

Situation im Heimatstaat wiedergegeben werden, indessen auf die Ver-

schlechterung des psychischen Zustands und die suizidalen Absichten der 

Beschwerdeführenden aufgrund des drohenden Wegweisungsvollzugs 

hingewiesen wird,  

dass zwar bereits im ordentlichen Verfahren psychische Probleme von 

B._______ und A._______ geltend gemacht und beurteilt worden sind, vor-

liegend aber insgesamt von einer seither erfolgten Verschlechterung aus-

gegangen werden kann,  

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Seite 10 

dass jedoch entgegen der Auffassung in der Beschwerde weiterhin von der 

Behandelbarkeit der psychischen Schwierigkeiten der Beschwerdeführen-

den im Kosovo auszugehen ist und zur Vermeidung von Wiederholungen 

auf die diesbezüglichen zu bestätigenden Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden kann,  

dass einer allfälligen zeitweiligen Verschlechterung des psychischen Zustandes 

vor und während der Rückreise in den Kosovo mit medikamentösen sowie psy-

chotherapeutischen Massnahmen begegnet werden könnte,  

dass es den mit dem Vollzug betrauten Behörden obliegt, der gesundheitlichen Si-

tuation der Beschwerdeführenden bei der Ausgestaltung der konkreten Vollzugs-

modalitäten Rechnung zu tragen, 

dass somit keine wesentlich veränderte Sachlage vorliegt, die zu einer ab-

weichenden Beurteilung der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs führt, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig oder vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten teilweise den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), indessen 

in der Beschwerde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht wurde, 

dass die Beschwerdebegehren, wie bereits mit Zwischenverfügung vom 

17. Mai 2018 festgehalten, nicht zum Vornherein aussichtslos erschienen 

und der Nachweis der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden erbracht 

wurde, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen ist und somit keine 

Verfahrenskosten zu erheben sind, 

dass einer unterliegenden Partei eine Parteientschädigung ausnahms-

weise zugesprochen werden kann, wenn das Bundesverwaltungsgericht, 

wie vorliegend, im Beschwerdeverfahren eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs durch die Vorinstanz feststellt, diese aber heilt und dann die Be-

schwerde abweist (vgl. BVGE 2008/47; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ-

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, 

S. 214 Rz. 4.65, Fn. 160), 

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Seite 11 

dass aus den genannten Gründen den Beschwerdeführenden eine Ent-

schädigung für die ihnen im Zusammenhang mit der Gehörsverletzung er-

wachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2009 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]), 

dass seitens der Rechtsvertretung keine Kostennote eingereicht wurde, in-

dessen auf die Nachforderung einer solchen verzichtet wird, weil im vorlie-

genden Verfahren der Aufwand zuverlässig abgeschätzt werden kann, 

dass gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren die 

Parteientschädigung auf Grund der Akten auf Fr.  300.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) festgesetzt wird (Art. 14 Abs. 2 VGKE).  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden eine reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 300.– auszurichten. 

5. 

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

 

Die vorsitzende Richterin:   Der Gerichtsschreiber 

 

 

Nina Spälti Giannakitsas               Daniel Merkli