# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f73169e8-32c2-5094-98e6-af6fe07a2c88
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-16-11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-16-11_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
vertreten durch: RA B___  
 
 

 
Vorinstanz Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden , 

Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau 
 
 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 16. Mai 2017  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, H.P. Fischer, Ch. Wild, 
Dr. F. Windisch 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 16 11 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand IV-Rente 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Die Verfügung vom 16. März 2016 sei aufzuheben, und der Beschwerdeführerin mit 

Wirkung spätestens ab Mai 2013 mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen; 

 2. Eventualiter sei unter Aufhebung der Verfügung vom 16. März 2016 eine 

polydisziplinäre, insbesondere auch handchirurgische Begutachtung vorzunehmen; 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1960 geborene A___ meldete sich am 29. September 2003 wegen 

Kopfschmerzen, psychischen Problemen, Rückenbeschwerden, Gallensteinen sowie 

Venenleiden bei der IV-Stelle Appenzell Innerrhoden an und beanspruchte Leistungen.1 Die 

IV-Stelle führte in der Folge medizinische Abklärungen durch. Mit Verfügung vom 2. Juni 

2005 sprach die IV-Stelle ihr ab 1. September 2003 eine ganze Invalidenrente zu.2 Am 17. 

März 2008 teilte ihr die IV-Stelle mit, dass weiterhin Anspruch auf die bisherige 

Invalidenrente bestehe.3 Im Rahmen des von Amtes wegen eingeleiteten 

Revisionsverfahrens führte die IV-Stelle erneut medizinische Abklärungen durch, unter 

anderem holte sie ein Gutachten beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, ABI, Basel, 

ein. Mit Verfügung vom 28. Januar 2011 hob die IV-Stelle daraufhin die Invalidenrente auf.4 

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Appenzell Innerrhoden am 

4. Oktober 2011 ab.5 

 

B. A___ war als Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert, als sie am 10. Juli 2011 zu 

Hause ausrutschte und sich an der rechten Hand verletzte.6 Die SUVA kam im 

                                                
1  IV-act. 1.3-443/445 
2  IV-act. 1.3-311/445 
3  IV-act. 1.3-289/445 
4  IV-act. 1.3-95/445 
5  IV-act. 1.3-16ff/445 
6  Vgl. Verfahren O3V 14 22; IV-act. 16.2-5/562; IV-act. 16.2-73/562 

Seite 3 

Zusammenhang mit diesem Nichtberufsunfall für Behandlungskosten auf – unter anderem 

auch einer Operation des rechten Handgelenkes – und richtete Taggelder aus.7 

 

C. Am 30. Oktober 2012 meldete sich A___ wegen Rückenproblemen, psychischen 

Problemen, Arthrose und zwei Unfällen im Jahr 2010 und 2011 bei der IV-Stelle Appenzell 

Ausserrhoden an.8 Die IV-Stelle holte in der Folge die SUVA-Akten ein.9 Am 12. Dezember 

2012 führte die IV-Stelle ein Assessmentgespräch und nachfolgend medizinische 

Abklärungen durch.10 

 

D. Am 15. Januar 2013 verletzte sich A___ erneut, als sie zu Hause im Badezimmer 

ausrutschte und das rechte Knie anschlug.11 Im September 2013 stellte die SUVA nach 

medizinischen Abklärungen – unter anderem holte sie ein Gutachten der Rehaklinik 

Bellikon ein, führte kreisärztliche Untersuchungen durch und holte eine Beurteilung bei der 

Versicherungsmedizin in Luzern ein – die Heilkosten- und Taggeldleistungen ein.12 Mit 

Verfügung vom 17. April 2014 sprach die SUVA A___ eine Integritätsentschädigung von 

5% zu, lehnte aber die Ausrichtung einer Invalidenrente ab.13 Die dagegen erhobene 

Einsprache wies die SUVA mit Einpracheentscheid vom 13. August 2014 ab.14 Am 

10. September 2014 liess A___ gegen den Einspracheentscheid Beschwerde beim 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden erheben. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 

19. August 2015 ab.15 Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. 

 

E. Mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2015 kündigte die IV-Stelle A___ an, es bestehe kein 

Rentenanspruch.16 Dagegen liess A___ am 25. Januar 2016 Einwand erheben. Mit 

Verfügung vom 16. März 2016 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und wies das 

Leistungsbegehren ab.17  

 

F. Gegen die Verfügung vom 16. März 2016 liess A___ am 26. April 2016 mit den eingangs 

wiedergegebenen Anträgen Beschwerde beim Obergericht des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden erheben. 

                                                
7  Vgl. IV-act. 16.2-28/562 
8  IV-act. 2-5ff/7 
9  IV-act. 16.1 
10  IV-act. 19 
11  Vgl. Verfahren O3V 14 22 
12  IV-act. 40.2-654ff/702; IV-act. 40.2-685ff/702; IV-act. 46.2-36ff/49; IV-act. 67.2-15ff/173 und 

IV-act. 42.1-1 
13  IV-act. 49 
14  IV-act. 56 
15  Vgl. Verfahren O3V 14 22; IV-act. 75-2ff/21 
16  IV-act. 69 
17  IV-act. 77 

Seite 4 

G. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2016 die Abweisung der 

Beschwerde.  

 

H. Am 22. September 2016 reichte A___ die Replik ein. Die IV-Stelle verzichtete 

stillschweigend auf eine Duplik. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles  

 

Gemäss Art. 57 ATSG18 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b JG19 beurteilt das Obergericht als 

kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. 

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG20). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.21  

 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

 

2. Materielles 

 

 2.1 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht liegt eine Neuanmeldung vom Oktober 2012 vor,22 

nachdem das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Innerrhoden vom 4. Oktober 2011 in 

Rechtskraft erwuchs.23 Die Vorinstanz (seit 1. Januar 2017: Sozialversicherungen 

Appenzell Ausserrhoden) erachtete aufgrund von Unfallfolgen eine anspruchsrelevante 

                                                
18  Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) 
19  Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) 
20  Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 
21 Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 

und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, 
bGS 143.1) 

22  IV-act. 2 
23  IV-act. 1.3-16ff/445 

Seite 5 

Änderung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV24 für 

glaubhaft ausgewiesen und trat auf das neue Gesuch ein.25 Daher ist die angefochtene 

Verfügung vom 16. März 2016 umfassend materiell zu prüfen. 

 

 

 2.2 

Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 

IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

 

 Nach Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu 

mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe 

Rente, wenn sie zu mindestens 50 %, und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 

40 % invalid sind. 

 

 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

der Person noch zugemutet werden können.26 

 

 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht die Beweismittel 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

                                                
24  Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) 
25  Urteil des Bundesgerichts 8C_746/2013 vom 10. Juni 2014 E. 2 mit Hinweisen 
26  BGE 132 V 99 E. 4 

Seite 6 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 

medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere 

medizinische These abstellt.27  

  

 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 

notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. 

Es liegt im Ermessen des Versicherungsträgers, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln 

die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen zu erfolgen hat. Im Rahmen der 

Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, 

Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, 

ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der 

Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann.28 

 

 

2.3 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin. Uneinigkeit herrscht zwischen den Parteien über die Frage der 

Abklärungspflicht. Während die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sowie in der 

Vernehmlassung die Ansicht vertritt, es bestehe kein weiterer medizinischer 

Abklärungsbedarf, wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, aufgrund der 

Einschränkungen mit dem rechten Arm bzw. der rechten Hand sei eine manuelle Tätigkeit 

ausgeschlossen und es sei eine polydisziplinäre Begutachtung inklusive einer 

handchirurgischen Beurteilung notwendig. 

 

 2.3.1 

 Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:29  

 

2.3.1.1 

Der erstbehandelnde Dr. med. C___, Facharzt FMH Medizinische Onkologie und 

Allgemeine Innere Medizin, Appenzell, führte im Arztzeugnis UVG vom 25. November 2011 

als Befund eine intakte ossäre Struktur ohne Nachweis einer Fraktur auf und diagnostizierte 

eine Handgelenksdistorsion rechts.30 

                                                
27  BGE 125 V 351 E. 3a 
28  Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom 5. Juli 2011 E. 3.2 
29  Vgl. Verfahren O3V 14 22 Ziff. 2.2.1ff  
30  IV-act. 16.2-22/562 

Seite 7 

 

2.3.1.2 

In der handchirurgischen Sprechstunde vom 1. Dezember 2011 des Spitals Herisau stellte 

Dr. med. D___, Fachärztin FMH Chirurgie und Handchirurgie, folgende Diagnose: unklare 

ulnocarpale Handgelenksschmerzen rechts, Status nach Hyperextensionstrauma am 15. 

Juli 2011, DD: Bone bruise Lunatum mit TFCC-Läsion, traumatisierte Lunatummalazie. In 

der Beurteilung führte sie aus, die Beschwerdeführerin gebe explizit an, vor dem Unfall 

keine ulnaren Handgelenksbeschwerden gehabt zu haben, weshalb eine echte TFCC-

Problematik vor dem Unfall ausgeschlossen werden könne.31 Im Bericht vom 15. Dezember 

2011 führte Dr. med. D___ aus, dass es der Beschwerdeführerin etwas besser gehe, sie 

aber nicht beschwerdefrei sei. Sie glaube, man könne davon ausgehen, dass das Problem 

eine Läsion im Bereich des TFCC sei.32 

 

2.3.1.3  

Dr. med. E___, Klinik für Chirurgie und Orthopädie, Spital Walenstadt, diagnostizierte im 

Bericht über die Untersuchung vom 11. Januar 2012 ein posttraumatisches TFCC-Syndrom 

rechts, DD: Lunatum-Malazie, residuelle Bone bruise, Ulna-Impingement.33 

 

2.3.1.4 

Im Bericht über die Operation vom 18. April 2012 stellte Dr. med. F___, Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, die Diagnosen 

traumatische TFCC Läsion palmar 1b rechts sowie ulnokarpales Impingementsyndrom 

rechts.34 

 

2.3.1.5 

In der Nachkontrolle vom 3. September 2012 im Kantonsspital St. Gallen wurde insgesamt 

eine etwas verbesserte Situation festgestellt, die Hand könne aber für Arbeiten nach wie 

vor nicht eingesetzt werden.35 Im Bericht über die Nachkontrolle vom 8. Oktober 2012 

wurde bei ansonsten gleichbleibender Diagnose neu ein CRPS diagnostiziert. Weiter wurde 

festgehalten, dass die Beschwerdeführerin über eine zwar langsame, aber für sie sehr wohl 

wahrnehmbare Besserung der Schmerz- und Bewegungssituation berichte.36 Den 

Berichten der Nachkontrollen vom 19. November 2012 sowie vom 17. Dezember 2012 lässt 

sich bei gleichbleibenden Diagnosen im Wesentlichen entnehmen, dass insgesamt im 

                                                
31  IV-act. 16.2-41/562 
32  IV-act. 16.2-44/562 
33  IV-act. 16.2-51f/562 
34  IV-act. 16.2-73f/562 
35  IV-act. 16.2-533f/562 
36  IV-act. 16.2-551f/562 

Seite 8 

Vergleich zur Erstkonsultation eine Verbesserung der Beschwerden und Schmerzen 

eingetreten sei.37 

 

2.3.1.6 

In der Nachkontrolle vom 16. Januar 2013 in der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, wurden bei ansonsten 

gleichbleibender Diagnose neu aktuell Knieschmerzen rechts, stockmobil, diagnostiziert. In 

Bezug auf letztere Diagnose wurde im Bericht erwähnt, dass diesbezüglich bereits eine 

Konsultation vereinbart sei, weshalb ihrerseits auf weitere Abklärungen verzichtet werde. 

Weiter wurde im Verlaufsbericht darauf hingewiesen, dass heute kaum mehr ein CRPS 

bestehe. Als Procedere wurde festgehalten, dass, sollte die Wirkung der Testinfiltration 

typisch sein, nun nach abgeklungenem CRPS eine partielle Handgelenksdenervation zu 

besprechen sei.38 Im Bericht über die Nachkontrolle vom 13. Februar 2013 wurde bei 

gleichbleibender Diagnose festgehalten, dass sich nun im Langzeitverlauf doch deutliche 

Fortschritte feststellen liessen. Das CRPS sei zumindest deutlich rückläufig. Als Procedere 

wurde vorgesehen, die CRPS Therapie mit DMSO Salbe, Redoxon und intensiver 

Erghotherapie weiterzuführen.39 In der Nachkontrolle vom 25. März 2013 wurde bei 

ansonsten gleichbleibender Diagnose ein neu aufgetretenes, dorsales 

Handgelenksganglion rechts diagnostiziert.40 In der folgenden Nachkontrolle vom 22. April 

2013 wurde als neue Diagnose ein bekanntes chronisches multilokuläres nozizeptives 

Schmerzsyndrom in der ansonsten gleichbleibenden Diagnoseliste aufgenommen. Weiter 

wurde ausgeführt, dass die Schmerzen weitgehend unverändert geblieben seien. Die 

Beweglichkeit sei aber etwas besser als zuletzt.41 

 

2.3.1.7 

Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wird in der zusammenfassenden Beurteilung 

darauf hingewiesen, es sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin schon seit 

vielen Jahren unter anderem an einem chronischen Schmerzsyndrom leide. Es bestehe 

eine deutliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und dem subjektiven 

Beschwerdebild. Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm 

hätten auf eine erhebliche Symptomausweitung hingewiesen. Diese sei teilweise auf eine 

psychische Störung zurückzuführen. Für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen 

Belastbarkeit seien daher die Resultate der physischen Leistungstests nicht verwertbar. Die 

Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische 

                                                
37  IV-act. 40.2-568f/702 und IV-act. 40.2-580f/702 
38  IV-act. 29-7f/13 
39  IV-act. 40.2-597/702 
40  IV-act. 40.2-625/702 
41  IV-act. 40.2-636/702 

Seite 9 

Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

Behandlungsprogramm. Die berufliche Tätigkeit als Textil-Fabrikmitarbeiterin sei nicht 

zumutbar. Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Arbeit, ganztags, ohne repetitiven 

Krafteinsatz der rechten Hand, wechselbelastend, ohne Einnahme von Zwangshaltungen 

wie Knien, Kauern und Hocken.42 

 

2.3.1.8 

Im Bericht über die Nachkontrolle vom 12. Juni 2013 in der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, wurde bei gleichbleibender Diagnose 

ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin subjektiv über einen ungefähr stationären Verlauf 

mit immer noch starken Beschwerden im Handgelenk bei jeglichen Arbeiten berichte. Aus 

ärztlicher Sicht ergebe sich zumindest aus den klinischen Parametern ein deutlicher 

Fortschritt. So seien die Zeichen des CRPS zwar nicht vollständig regredient, aber deutlich 

rückläufig.43  

 

2.3.1.9 

In der ärztlichen Abschlussuntersuchung der SUVA vom 16. Juli 2013 durch med. pract. 

G___ wurde in der Beurteilung festgehalten, es bestünden objektiv Dauerschmerzen und 

Kraftlosigkeit im Handgelenksbereich rechts sowie belastungsabhängige Knieschmerzen 

rechts. Eine konklusive Untersuchung vor allem des rechten Kniegelenks sei aufgrund 

ausgeprägter Schmerzen nicht möglich gewesen, eine gewisse Aggravation sei nicht 

auszuschliessen. Auffällig auch das übertriebene Schonverhalten mit Tragen der 

Handgelenksmanschette und übertriebenem Schonhinken. Hierzu korreliere die 

seitengleiche palmare und plantare Beschwielung sowie die fehlenden muskulären 

Atrophiezeichen nicht. Zeichen eines CRPS fänden sich aktuell nicht. Aufgrund der 

durchgeführten Untersuchung sei die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon zu 

übernehmen. Bezüglich des Kniegelenks sei keine Integritätsentschädigung geschuldet.44 

 

2.3.1.10 

Gemäss dem Bericht über die Nachkontrolle vom 12. September 2013 in der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, gab die 

Beschwerdeführerin bei gleichbleibender Diagnose an, es bestehe keine wesentliche 

Verbesserung ihrer Schmerzen im Handgelenk.45 In der Nachkontrolle vom 7. Oktober 

2013 berichtete die Beschwerdeführerin über eine deutliche Zunahme der Schmerzen. Im 

                                                
42  IV-act. 40.2-656f/702 
43  IV-act. 40.2-678f/702 
44  IV-act. 40.2-690ff/702 
45  IV-act. 42.2-714f/730 

Seite 10 

Befund wurde ein ungefährer Status idem mit Zeichen des Vollbildes eines CRPS auf der 

rechten Seite mit allerdings nur moderat geschwollenem Handgelenk und Handrücken bei 

deutlicher Bewegungseinschränkung aller Langfinger und Schmerzhaftigkeit bei Bewegung, 

Hyperhidrosis und Hyperämie der Haut erwähnt.46 

 

2.3.1.11 

Im Bericht über die zweite kreisärztliche Untersuchung vom 26. November 2013 durch 

med. pract. G___ wird ausgeführt, dass subjektiv Dauerschmerzen und 

belastungsabhängig zunehmende Beschwerden im Bereich des rechten Handgelenks 

beständen, ausserdem Schwellneigung, intermittierende Verfärbung und 

Bewegungseinschränkung. Gemäss diagnostischen Kriterien für CRPS finde sich ein 

Spontanschmerz sowie intermittierend auftretende Verfärbung verbunden mit einem 

Anschwellen und fraglich auch verändertem Schwitzverhalten. Ausser der diskreten 

Schwellung über dem Handrücken seien keine weiteren Befunde am Untersuchungstag 

verifizierbar. Radiologisch beständen keine Hinweise auf fleckförmige Veränderungen, 

welche auf ein CRPS hinweisen könnten.47 

 

2.3.1.12 

Im Gutachten der SUVA, Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin, vom 4. April 2014 

über die chirurgische und neurologische Beurteilung mit Untersuchung vom 5. März 2014 

führten Dr. med. H___, Facharzt für Neurologie, sowie Dr. med. J___, Fachärztin FMH für 

Chirurgie, in Bezug auf die TFCC-Läsion aus, dass diese mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht in Zusammenhang mit dem Hyperextensionstrauma des rechten 

Handgelenks vom 10. Juli 2011 stehe. Ursächlich liege ein ulnocarpales 

Impaktionssyndrom zugrunde bei Ulna-plus-Variante. Ferner kamen die Gutachter zum 

Schluss, dass kein CRPS vorliege im Bereich der rechten oberen Extremität. Anlässlich der 

interdisziplinären Untersuchung hätten sich keine pathologischen neurovegetativen Zeichen 

betreffend der Trophik, Sudomotorik oder der Vasomotorik finden lassen. Eine 

Hyperalgesie und Allodynie habe die Beschwerdeführerin nicht angegeben. Eine 

Temperaturdifferenz als Zeichen einer neurovegetativen Funktionsstörung könne 

ausgeschlossen werden. Eine von der Beschwerdeführerin angegebene zirkuläre 

inkomplette Hypästhesie am Unterarm rechts mit Begrenzung nach kranial in der 

Ellenbeuge und distal am Handgelenk könne neuroanatomisch weder einer Nervenwurzel 

noch einem sensiblen peripheren Nerv zugeordnet werden. Des Weiteren seien die in der 

Labordiagnostik nachgewiesenen Medikamentenspiegel diskrepant zur der 

Medikamentenanamnese. Die Budapest Kriterien zur Diagnose eines CRPS seien aktuell 

                                                
46  IV-act. 44-2f/7 
47  IV-act. 46.2-36ff/49 

Seite 11 

nicht erfüllt. Eine unfallbedingte Läsion des peripheren Nervensystems als Ursache 

chronischer neuropahtischer Schmerzen könne aktuell nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Das anlässlich der 

Untersuchung festgestellte Erythem stehe nicht in Zusammenhang mit einer 

neurovegetativen Funktionsstörung, sondern habe seine Ursache sehr wahrscheinlich in 

der lokalen Applikation der DMSO-Salbe und sei differenzialdiagnostisch als allergische 

Reaktion zu interpretieren.48 In der psychiatrischen Beurteilung durch Dr. med. K___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wurde eine Somatisierungsstörung (ICD-10: 

F45.0) sowie eine vorwiegend histrionische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4) 

diagnostiziert.49 

 

 2.3.1.13 

 Im Schreiben vom 9. Februar 2015 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

berichtete Dr. med. F___ und Prof. Dr. med. L___, Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, dass sich in der 

Röntgenuntersuchung eine (nicht seltene) Überlänge der Elle im Vergleich zur Speiche 

herausgestellt habe, welche in diesem Bereich des Handgelenkes bereits eine starke 

chronische Schmerzsymptomatik aufgrund einer „Einklemmung“ hervorgerufen habe. 

Zwischen dem körperfernen Ellenköpfchen und dem Handgelenk befinde sich ein so 

genannter Handgelenksmeniskus oder TFCC, welcher als Stossdämpfer diene. In der 

vorliegenden Situation könne davon ausgegangen werden, dass aufgrund der 

angeborenen Konstellation bereits ein abnutzungsbedingter Vorschaden dieses Meniskus 

vorgelegen habe. Komme nun ein Sturz hinzu wie bei der Beschwerdeführerin könne dieser 

Vorschaden allerdings akut werden und zu massiven Schmerzen sowie starken 

Funktionseinschränkungen führen. Zusammenfassend lasse sich sagen, dass der TFCC-

Schaden mit grosser Wahrscheinlichkeit schon vorher bestanden habe, stelle nicht die 

eigentliche Pathologie dar. Vielmehr handle es sich um ein durch den Unfall ausgelöstes 

komplex regionales Schmerzsyndrom oder Morbus Sudeck, welches ohne den Unfall nicht 

entstanden wäre.50 

 

 2.3.1.14 

 Im Kurzaustrittsbericht vom 9. März 2015 der Orthopädie des Spitals Herisau wurde ein 

symptomatischer Hallux valgus rechts mit begleitender Transfermetatarsalgie bei 

                                                
48  IV-act. 67.2-15ff/173 
49  IV-act. 67.2-45/173 
50  IV-act. 73-7f/9 

Seite 12 

Spreizfussdeformität sowie Morton Neurome interdigital I/II, II/III Fuss rechts 

diagnostiziert.51 

  

                                                
51  IV-act. 73-5/9 

Seite 13 

 2.3.2 

 Die Beschwerdeführerin bringt grundsätzlich gegen die vorliegenden Arztberichte keine 

Einwendungen vor und reicht auch keine neuen ärztliche Berichte ein, welche die 

vorliegenden Unterlagen in Zweifel ziehen oder Hinweise auf allfällige weitere 

gesundheitliche Beschwerden liefern könnten. Sie weist darauf hin, dass sie zwar an einer 

Verletzung der rechten Hand und des rechten Knies, an chronischen Rückenschmerzen 

und Problemen mit dem rechten Fuss leide, jedoch beim heute vorhandenen 

Beschwerdebild die Einschränkungen mit dem rechten Arm/der rechten Hand und die damit 

verbundene Schmerzsymptomatik im Vordergrund ständen, keine psychische 

Problematik.52 Im Wesentlichen kritisiert die Beschwerdeführerin, dass ihr trotz der von ihr 

geschilderten und auch von aussenstehenden Ärzten beschriebenen objektivierbaren 

Beschwerden bzw. Einschränkungen – unvollständiger Faustschluss, Kraftlosigkeit der 

rechten Hand, eingeschränkte Beweglichkeit der Finger, Tendenz zum Anschwellen des 

Handrückens und der Verstärkung des Ruheschmerzes – eine volle Arbeitsfähigkeit 

attestiert worden sei.53 Die Vorinstanz kam unter Berücksichtigung der Stellungnahme ihres 

RAD-Arztes zur Ansicht, dass aufgrund der vorhandenen Akten bereits eine 

rechtsgenügliche Beurteilung vorgenommen werden könne, weil keine neuen 

medizinischen Tatsachen im Raum ständen.54 Da von weiteren medizinischen Abklärungen 

keine entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten waren, hat die Vorinstanz darauf 

verzichtet. Dies verstösst entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht gegen den 

Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf Beweisabnahme.55 Sodann ist aufgrund der 

vorliegenden Umstände – es liegen gegenüber dem der Rentenaufhebung im Jahr 2011 

zugrundeliegenden medizinischen Sachverhalt als veränderte medizinische Gesichtspunkte 

einzig reine Unfallfolgen vor56 – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz den Fallabschluss des SUVA-Verfahrens abwartete. 

Dass im vorliegenden Fall der RAD keine eigene ärztliche Untersuchung der 

Beschwerdeführerin durchführte, trifft zu. Ebenso, dass das im Wesentlichen die 

Lendenwirbelsäule betreffende Gutachten des ABI schon längere Zeit zurückliegt.57 Diesen 

Vorbringen der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass in Bezug auf die hier 

massgebenden Einschränkungen des rechten Armes/der rechten Hand aktuellere 

medizinische Berichte – Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon,58 Berichte der Kreisärztin 

                                                
52  Act. 1/2f. und act. 11/3 
53  Act. 1/5 und act. 11/3 
54  Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 2; IV-act. 76 und IV-

act. 77 
55  Act. 1/6; Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2016 vom 3. März 2017 E. 7.6 mit Hinweis auf 

BGE 136 I 229 E. 5.3 
56  IV-act. 31-4/4 
57  Act. 11/4 
58  E. 2.3.1.7 

Seite 14 

der SUVA med. pract. G___59 sowie das SUVA-Gutachten ihres Kompetenzzentrums 

Versicherungsmedizin60 – vorliegen. Insofern bestand überhaupt kein Bedarf nach einer 

persönlichen RAD-Untersuchung.61 Auch der Vorwurf, die medizinischen Unterlagen seien 

nicht mehr aktuell bzw. ihr aktueller Zustand sei praktisch nicht bekannt, vermag die 

Feststellungen der Vorinstanz nicht in Frage zu stellen, nachdem selbst die 

Beschwerdeführerin nicht geltend macht, ihr Gesundheitszustand habe sich seither 

massgeblich verändert bzw. es seien dauerhafte gesundheitliche Probleme 

hinzugekommen.62 Soweit die Beschwerdeführerin eine zu kurze Dauer der SUVA-

Untersuchung bemängelt und die fehlende Überprüfung der funktionellen 

Leistungsfähigkeit,63 ist ihr entgegenzuhalten, dass es für den Aussagegehalt eines 

medizinischen Gutachtens nicht auf die Untersuchungsdauer ankommt. Zwar muss der zu 

betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Pathologie 

angemessen sein; zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob 

sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist.64 Dies trifft vorliegend für die SUVA-

Untersuchung zu. Durch die Beurteilung des RAD-Arztes, wonach das SUVA interne 

polydisziplinäre Gutachten sowohl hinsichtlich des Gesundheitsschadens als auch 

hinsichtlich der Auswirkungen auf das Erwerbsleben zu überzeugen vermöge, wurde auch 

die funktionelle Leistungsfähigkeit beurteilt.65 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass die 

SUVA-Beurteilungen nicht auf das vorliegende Verfahren übertragbar seien.66 Soweit die 

Beschwerdeführerin damit geltend macht, es bestehe keine Bindungswirkung der 

Vorinstanz an die Beurteilung der SUVA, ist ihr zuzustimmen.67 Andererseits können im 

Rahmen eines SUVA-Verfahrens erstellte überzeugende fachärztliche Einschätzungen für 

das Invalidenverfahren übernommen werden.68 Schliesslich kann der Ansicht der 

Beschwerdeführerin, wonach ihr aufgrund ihrer Einschränkungen im rechten Arm/in der 

rechten Hand keine manuelle Tätigkeit mehr zugemutet werden kann,69 nicht gefolgt 

werden. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung begründet die faktische 

Einarmigkeit zwar praxisgemäss eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der 

Arbeitsfähigkeit, doch offeriert der ausgeglichene Arbeitsmarkt durchaus Stellen mit 

                                                
59  E. 2.3.1.9 und E. 2.3.1.11 
60  E. 2.3.1.12 
61  Vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV 
62  Act. 1/6 
63  Act. 11/6 
64  Urteil des Bundesgerichts 8C_71/2017 vom 20. April 2017 E. 6 mit Hinweis 
65  IV-act. 68-2/2; IV-act. 76-2/2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_904/2009 vom 7. Juni 

2010 E. 2.2 
66  Act. 1/6 
67  BGE 133 V 549 E. 6 
68  Vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_905/2014 vom 23. Juli 2015 E. 5.2.1 
69  Act. 11/6 

Seite 15 

niedrigem intellektuellem Anforderungsprofil, die sogar einhändig ausgeführt werden 

können.70  

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass – was im Wesentlichen unbestritten war 

– sich das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin im Vergleich zur Einstellungsverfügung 

der IV-Stelle Appenzell Innerrhoden im Jahr 2011 geändert hat. Aufgrund der vorliegenden 

Akten, insbesondere der Berichte der Rehaklinik Bellikon, der SUVA-Kreisärztin med. pract. 

G___ sowie des SUVA-Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin, ist von Schmerzen im 

rechten Handgelenksbereich und Einschränkungen im rechten Knie rechts auszugehen. 

Weitere medizinische Abklärungen sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht 

vorzunehmen, zumal auch aufgrund der Akten hierzu kein Anlass besteht.71 Nach 

übereinstimmender Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik Bellikon, der SUVA-Kreisärztin 

sowie des RAD-Arztes ist aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden der 

Beschwerdeführerin eine berufliche Tätigkeit als Fabrikmitarbeiterin im Bereich Textil nicht 

mehr zumutbar. Zumutbar ist eine leichte bis mittelschwere Arbeit, ganztags, ohne 

repetitiven Krafteinsatz der rechten Hand, wechselbelastend, ohne Einnahme von 

Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und Hocken.72 Somit sind entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin ihre gesundheitlichen Einschränkungen nicht derart, dass sich daraus 

ein Anspruch auf eine Invalidenrente ergäbe. Der Rüge der Beschwerdeführerin, wonach 

die angefochtene Verfügung kein Einkommensvergleich enthalte, ist entgegenzuhalten, 

dass sich aufgrund der vorliegenden Umstände die Durchführung eines 

Einkommensvergleichs erübrigt. Mit Blick auf die von den Ärzten festgelegte zumutbare 

Arbeitsfähigkeit und mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin seit Herbst 2002 nie 

mehr erwerbstätig war und für den Einkommensvergleich daher auf Tabellenwerte 

abzustellen wäre, resultiert in jedem Fall – selbst unter Berücksichtigung eines allfälligen 

10%-igen Leidensabzugs für ihre faktische Einhändigkeit – kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von mindestens 40%.73 

 

Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

  

                                                
70  Urteil des Bundesgerichts 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 4.3, Urteil des 

Bundesgerichts 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 3.3, beide zuletzt bestätigt in Urteil des 
Bundesgerichts 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen  

71  Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 12. März 2010 E. 4.1 
72  IV-act. 40.2-655f/702; IV-act. 40.2-691/702 und IV-act. 76 
73  Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2011 vom 9. Februar 2012 E. 4.3, Urteil des 

Bundesgerichts I 1/03 vom 15. April 2003 E. 5.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2011 
vom 9. Februar 2012 E. 4.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_366/2013 vom 18. Juni 2013 
E. 4.2 

Seite 16 

3. Kosten und Entschädigung  

 

 3.1 

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt.  

 

Da die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen unterliegt, sind die Kosten ihr aufzuerlegen. 

Im vorliegenden Fall erscheint die in vergleichbaren Fällen übliche Entscheidgebühr von 

Fr. 800.-- als angemessen, unter Verrechnung mit dem von der Beschwerdeführerin in 

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss. 

 

 3.2 

Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine Entschädigung 

zuzusprechen. Der obsiegenden Vorinstanz werden unabhängig vom Verfahrensausgang 

keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschädigungen zugesprochen.74  

 

 

 

                                                
74  BGE 126 V 143 E. 4; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 58 und N. 199 f zu 

Art. 61 ATSG 

Seite 17 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. Die Beschwerde von A___ wird abgewiesen. 
 
 
2. Der Beschwerdeführerin wird eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- auferlegt, unter 

Verrechnung mit dem von ihr in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss.  
 
 
3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel:   

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über ihren Anwalt, die Vorinstanz und das 

Bundesamt für Sozialversicherungen. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
 
 
 
 
versandt am: 25.08.17