# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad48fdc5-b628-51b3-8df3-e5297e695dac
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.06.2015 U 2015 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-33_2015-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 33

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuar ad hoc Bott

URTEIL

vom 16. Juni 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ SA,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Brunner, 

Beschwerdeführerin
gegen 

Meliorationskommission X._____, 

Beschwerdegegnerin 1
und

B._____ SA, 

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Die Meliorationskommission X._____ schrieb am 5. Februar 2015 im 

Rahmen der 11. Etappe der Gesamtmelioration X._____ im offenen Ver-

fahren unter anderem die Baumeisterarbeiten für das Los 2, 

G._____strasse Nr. 2, aus. Als Zuschlagskriterien wurden der Preis 

(60 %), Qualität (20 %), Termine (10 %), Referenzen (5 %) und Personal-

bestand/Lernende (5 %) angegeben. Innert Frist gingen sechs Angebote 

ein. Die Offertöffnung am 3. März 2015 zeigte folgendes Bild (total netto 

inkl. MWST):

A._____ SA: Fr. 726'384.60

B._____ SA: Fr. 731'064.75

C._____ AG: Fr. 732'602.40

D._____ AG: Fr. 756'704.25

E._____ SA: Fr. 790'342.75

F._____ SA: Fr. 806'342.20

Die Auswertung der Angebote ergab für die B._____ SA 461 und für die 

A._____ SA 460 Punkte.

2. Mit Verfügung vom 18. März 2015 vergab die Meliorationskommission 

X._____ gestützt auf die Offertbeurteilung den Zuschlag an die B._____ 

SA, welche das wirtschaftlich günstigste Angebot ausgewiesen habe.

3. Dagegen erhob die A._____ SA (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

7. April 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit folgenden Anträgen:

„1. Die angefochtene Arbeitsvergabe sei aufzuheben und die Sache zur 
Zuschlagserteilung an die Beschwerdeführerin an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, bzw. das Gericht habe der Beschwerdeführerin den 
Zuschlag für die ausgeschriebenen Baumeisterarbeiten, Los 2, 
G._____strasse Nr. 2, Gesamtmelioration X._____, zu erteilen.

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2. Der vorliegenden Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu ertei-
len, und es sei der Vorinstanz zu untersagen, pendente lite mit der 
Firma B._____ SA, einen Werkvertrag für die ihr im strittigen Verfah-
ren zugeschlagenen Arbeiten abzuschliessen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge plus 8% Mehrwertsteuer.“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdefüh-

rerin sei zu Unrecht beim Zuschlagskriterium „Termine“ nur mit der Note 

3.5 anstatt wie alle anderen mit der Note 4 bewertet worden. Diese Unter-

scheidung sei sachlich nicht gerechtfertigt, zumal sie sich strikt an die 

Vorgaben gemäss Devis gehalten habe. Die schlechtere Bewertung habe 

die Beschwerdeführerin, welche das preislich günstigste Angebot einge-

reicht habe, entscheidende Punkte gekostet.

4. Mit der Aufforderung zur Vernehmlassung untersagte der Instruktionsrich-

ter der Meliorationskommission X._____ superprovisorisch jegliche Voll-

zugshandlungen bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung.

5. Die Meliorationskommission X._____ (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin 1) beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2015 die Abwei-

sung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Beschwerdeführerin. Unter dem Kriterium „Termine“ seien zwei Un-

terkriterien, nämlich die „Einhaltung der vorgegebene Termine“ sowie die 

„bisherige Termineinhaltung“ bewertet worden. Während die Beschwerde-

führerin bei den vorgegebenen Terminen wie alle anderen Offerenten die 

Note 4 erhalten habe, habe sich für sie negativ zu Buche geschlagen, 

dass sie bei früheren Bauaufträgen der Melioration X._____ verschiedent-

lich die in den Offertunterlagen vorgegebenen und anschliessend in den 

Werkverträgen unter den Beteiligten vereinbarten Termine bezüglich 

Baubeginn und Bauabschluss nicht eingehalten habe. Aufgrund dessen 

sei die Beschwerdeführerin bei der bisherigen Termineinhaltung nur mit 

der Note 3 bewertet worden. Somit habe sie beim Kriterium „Termine“ ei-

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ne Gesamtnote von 3.5 erzielt. Die B._____ SA (nachfolgend Beschwer-

degegnerin 2) reichte keine Vernehmlassung ein.

6. Nachdem der Instruktionsrichter mit Schreiben vom 24. April 2015 die 

Beschwerdegegnerin 1 ersuchte, die Unterlagen des Submissionsverfah-

rens einzureichen und die Beschwerdegegnerin 2 am 29. April 2015 

bestätigte, kein Geheimhaltungsinteresse in Bezug auf ihre Offertunterla-

gen geltend zu machen, wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.

7. In ihrer Replik vom 21. Mai 2015 vertiefte und ergänzte die Beschwerde-

führerin ihre Rügen. Es sei zwar zu Terminüberschreitungen bei früheren 

Bauaufträgen gekommen, dies jedoch aufgrund von Zusatzaufträgen und 

Vertragsänderungen seitens der Beschwerdegegnerin 1, weshalb die Be-

schwerdeführerin daran keine Schuld treffe und bei ihr deswegen auch 

keine Punktabzüge vorgenommen werden dürften. Weiter sei sie beim 

Kriterium „Personalbestand/Lernende“ ungerecht behandelt worden. So 

habe sie die gleiche Bewertung (3) wie die Beschwerdegegnerin 2 erhal-

ten, obwohl ihr Betrieb deutlich mehr Lehrabschlüsse und Lehrstellen 

ausweisen könne als die Beschwerdegegnerin 2.

8. In ihrer Duplik vom 30. Mai 2015 wies die Beschwerdegegnerin 1 sämtli-

che Vorwürfe von sich. Es treffe zwar zu, dass bei der zum Punktabzug 

führenden früheren Arbeitsvergabe Zusatzaufträge auszuführen gewesen 

seien, doch hätten sich diese im Rahmen des Üblichen bewegt. Zudem 

habe die Beschwerdeführerin in Kenntnis des Zusatzauftrags eine Ter-

minzusicherung gemacht, welche sie dann nicht eingehalten habe. Betref-

fend des Zuschlagskriteriums „Personalbestand/Lernende“ sei nicht in 

absoluten, sondern in relativen Zahlen zu rechnen, also im Verhältnis zur 

Belegschaft. Vor diesem Hintergrund lasse sich die gleiche Bewertung 

der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin 2 sachlich begrün-

den.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Bewei-

se wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung vom 18. März 2015, mit welcher die Beschwerdegegnerin 1 die 

Baumeisterarbeiten für das Los 2, G._____strasse Nr. 2, zum Nettobetrag 

von Fr. 731'064.75 (inkl. MWST) an die Beschwerdegegnerin 2 vergeben 

hat. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieses Vergabebe-

schlusses. 

2. a) Unbestritten kommt vorliegend das kantonale Submissionsgesetz (SubG; 

BR 803.300) einschliesslich zugehöriger Submissionsverordnung (SubV; 

BR 803.310) zur Anwendung. Vorab gilt es die Eintretensfrage zu klären. 

Gemäss Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen Verfügungen des Auftragge-

bers Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden. Nach Art. 25 

Abs. 2 lit. c SubG gilt als durch Beschwerde selbständig anfechtbare Ver-

fügung unter anderem der Zuschlag. Gemäss Art. 26 Abs. 1 SubG sind 

Beschwerden schriftlich und begründet innert zehn Tagen sei Eröffnung 

der Verfügung einzureichen. Vorliegend ist erstellt, dass die Beschwerde-

führerin am offenen Verfahren (Art. 13 Abs. 1 lit. a SubG) teilgenommen 

hat und durch die Auftragsvergabe an die Beschwerdegegnerin 2 nachtei-

lig betroffen ist, weshalb sie im Sinne von Art. 50 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Erhebung der Be-

schwerde legitimiert ist. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des 

streitberufenen Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ist eben-

falls gegeben. Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten.

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b) Vorweg ist festzuhalten, dass sich die Überprüfung von Verfügungen im 

Submissionsverfahren nach Art. 27 SubG gleich wie nach Art. 51 VRG 

auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens sowie auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts beschränkt. Das Verwaltungsgericht kann 

dagegen nicht sein Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, 

sondern es hat Lösungen der Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachli-

chen Gründen vertretbar sind, selbst wenn eine andere Lösung als 

zweckmässiger erschiene. Bei Fragen technischer, technologischer, 

(bau)physikalischer und methodologischer Art oder bei Eignungs- und 

Angebotsbewertungen ist die Kognition - wie bei Examina - praktisch auf 

Willkür begrenzt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] U 12 29 vom 12. Juli 2012 E.2a mit Hinweisen auf 

u.a. VGU U 07 25 E.3). Mit Blick auf ein verwendetes Bewertungs- und 

Benotungssystem wird entsprechend verlangt, dass es sachlich haltbar ist 

und auf alle Anbietenden in gleicher Weise und nach gleichen Massstä-

ben angewendet wird (VGU U 12 29 E.2a mit Hinweis auf VGU U 04 134 

E.2).

c) In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es weiter festzuhalten, dass mit dem 

vorliegenden Entscheid in der Hauptsache der beschwerdeführerische 

Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung obsolet wird. 

3. Das Vergaberecht unterscheidet im Sinne der Zweistufentheorie zwischen 

dem Zuschlag des Auftrags und dem Abschluss des Vertrags. Der Zu-

schlag ist eine Verfügung des öffentlichen Rechts, die dem Vertragsab-

schluss vorausgeht und mit der sich die Vergabebehörde entscheidet, mit 

wem und worüber ein Vertrag abgeschlossen werden soll. Gemäss 

Art. 21 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag 

(Abs. 1). Dabei kann die Vergabebehörde insbesondere Kriterien wie 

Qualität, Preis, Erfahrung, Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, 

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Ästhetik, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, Kundendienst, Infra-

struktur und Lehrlingsausbildung berücksichtigen (Abs. 2). Der Auftragge-

ber gibt in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die 

zur Anwendung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung 

oder der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). Vorliegend wur-

den als Zuschlagskriterien der Preis mit 60 %, Qualität mit 20 %, Termine 

mit 10 %, Referenzen mit 5 % und Personalbestand/Lernende mit 5% 

vorgegeben.

4. a) Die Beschwerdeführerin stellt sich hinsichtlich des Zuschlagskriteriums 

Termine auf den Standpunkt, sie habe zu Unrecht eine um 0.5 Bewer-

tungspunkte tiefere Gesamtbewertung als die Beschwerdegegnerin 2 er-

halten, zumal sie sich diesbezüglich wie ihrer Konkurrentinnen strikt an 

die Vorgaben gemäss Devis der Beschwerdegegnerin 1 gehalten habe. 

Insbesondere sei die Abstellung auf angebliche Erfahrungen betreffend 

die bisherige Termineinhaltung nicht zulässig. Dies schon deshalb nicht, 

weil die Beschwerdegegnerin 1 gar nicht mit allen Anbietern zusammen-

gearbeitet habe und somit nicht in jedem Fall über einschlägige Erfahrun-

gen verfüge. Die erst noch recht massive Gewichtung dieses Unterkriteri-

ums habe vorliegend eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung zur Folge. 

Überdies hielten die der Beschwerdeführerin vorgeworfenen Terminüber-

schreitungen einer objektiven Beurteilung nicht stand. So seien diese zum 

Teil auch auf Zusatzaufträge und Vertragsänderungen seitens der Be-

schwerdegegnerin 1 zurückzuführen (vgl. Replik S. 2 f.). Dem entgegnet 

die Beschwerdegegnerin 1, die Vergabepraxis gehe davon aus, dass die 

Anbieter in der Lage seien, die Terminvorgaben einzuhalten. Eine andere 

Handhabung sei gar nicht möglich, weil der Nachweis nicht erbracht wer-

den könne, dass ein Unternehmen, welches noch keine Bauaufträge für 

eine Vergabebörde ausgeführt habe, die Termine nicht einhalten würde. 

Dass die Beschwerdeführerin die bei einem früheren Auftrag vorgegebe-

nen und in der Folge vertraglich vereinbarten Termine trotz mehrfacher 

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Interventionen der Bauleitung und der Bauherrschaft nicht eingehalten 

habe, könne keinesfalls mit den erfolgten Zusatzaufträgen begründet 

werden (vgl. Duplik S. 2 f.)

b) Unter- und Teilkriterien sind als ein methodisches Hilfsmittel zur Bewer-

tung der eingereichten Angebote grundsätzlich zulässig und müssen vor-

her weder bekannt gegeben noch in ihrer Bedeutung aufgelistet werden 

(VGU U 13 68 E.4d mit Hinweis auf VGU U 00 129 E.4b). Die einzelnen 

Kriterien müssen sich aber einem in den Ausschreibungsunterlagen auf-

geführten Zuschlagskriterium zuordnen lassen; es dürfen also nicht 

nachträglich neue Zuschlagskriterien geschaffen werden, sondern die 

Vergabebehörde ist vielmehr an ihre bekannt gegebenen Kriterien ge-

bunden (VGU U 13 68 E.4d). Unterkriterien können also durchaus einge-

führt werden, solange sie in einem sachlichen Zusammenhang mit dem in 

der Ausschreibung kommunizierten Zuschlagskriterium stehen. Zudem 

müssen die Unterkriterien innerhalb der Gewichtung des Zuschlagskriteri-

ums bleiben, dürfen also nicht zu einer Verzerrung der Punktvergabe 

führen. Beides ist vorliegend nicht der Fall, sodass grundsätzlich nichts 

dagegen einzuwenden ist, wenn das Zuschlagskriterium „Termine“ je zur 

Hälfte einerseits aus der „Termineinhaltung gemäss Devis“ und ander-

seits aus der „bisherigen Termineinhaltung“ besteht. Zwar wäre eine bis-

herige Termineinhaltung tendenziell eher unter dem Zuschlagskriterium 

„Referenzen“ zu erwarten, doch kommt diesbezüglich der Vergabebehör-

de ein gewisser Ermessensspielraum zu, welcher vorliegend jedoch auf-

grund des sachlichen Zusammenhanges nicht überschritten worden ist.

c) Bezüglich des Vorwurfs der Beschwerdegegnerin 1, wonach sich die Be-

schwerdeführerin bei einem früheren Auftrag nicht an Termine gehalten 

habe, gilt es festzuhalten, dass vorliegend sowohl unbestritten ist, dass 

die Beschwerdeführerin bei einem früheren Auftrag Termine nicht einge-

halten hat (vgl. Replik S. 3. f.) als auch, dass bei diesem Auftrag Zusatz-

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aufträge seitens der Beschwerdegegnerin 1 erteilt worden sind (vgl. Du-

plik S. 2 Ziff. 4). Strittig ist jedoch, ob diese Terminüberschreitungen auf 

die Zusatzaufträge der Beschwerdegegnerin 2 zurückzuführen sind oder 

nicht. Diesbezüglich stimmen die Aussagen der Beschwerdeführerin und 

der Beschwerdegegnerin 1 immerhin bezüglich der anlässlich der Sitzung 

der Meliorationskommission vom 10. September 2014 gemachten Ter-

minzusage der Beschwerdeführerin überein, den angepassten Auftrag bis 

Ende Oktober 2014 erfüllt zu haben (vgl. Protokoll Meliorationskommissi-

on vom 10. September 2014, Akten der Beschwerdegegnerin 1 [Bg1- 

act.] 2 und Replik S. 3 unten: „Die Kontrahenten haben somit diese neue 

Terminierung unter Berücksichtigung der verschiedenen Einflüsse (Bau-

grund, Witterung etc.) untereinander einvernehmlich abgesprochen […]“). 

Tatsächlich präsentierte sich dann am 3. November 2014 das Bild einer 

andauernden Baustelle (vgl. Bilder u. Protokoll Meliorationskommission 

vom 3. November 2014, Bg1- act. 3 und 4). Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, dass der Umstand, wonach der Auftrag bis Ende Oktober 

2014 nicht ganz fertig gestellt gewesen sei, an den anfangs September 

noch nicht bekannten Zusatzaufträgen gelegen habe, weshalb ihr diese 

Terminüberschreitung nicht angelastet werden dürfe (vgl. Replik S. 3 f.). 

Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin 1 fest, dass der Beschwer-

deführerin die Zusatzaufträge an der Sitzung der Meliorationskommission 

vom 10. September 2014 erteilt worden seien, da die zusätzlich zu tref-

fenden Massnahmen wegen der vertragswidrigen wochenlangen Arbeits-

einstellungen der Beschwerdeführerin seit Baubeginn erst dann zu erken-

nen gewesen seien (vgl. Duplik S. 2). Diese Behauptung blieb in der Fol-

ge von der Beschwerdeführerin unbestritten. Den Akten ist nicht zu ent-

nehmen, dass es seit der Terminzusicherung der Beschwerdeführerin am 

10. September 2014 und den gleichentags an sie erteilten Zusatzaufträ-

gen seitens der Beschwerdegegnerin 1 zu weiteren Zusatzaufträgen ge-

kommen ist. Somit steht vorliegend fest, dass die Beschwerdeführerin ih-

re Zusicherung, den angepassten Auftrag bis Ende Oktober 2014 erfüllt 

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zu haben, nicht eingehalten hat und diese Terminüberschreitung nicht auf 

Zusatzaufträge seitens der Beschwerdegegnern 1 zurückzuführen ist. 

Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach nicht auf die bisherige 

Erfahrung mit einem Offerenten zurückgegriffen werde dürfe, wenn mit 

anderen Offerenten gar keine Erfahrung vorhanden sei, ist ebenfalls un-

begründet. Es ist selbstverständlich ohne weiteres zulässig, sowohl posi-

tive als auch negative Erfahrungen mit einem Offerenten beim Zuschlag 

zu berücksichtigen, unabhängig davon ob bei allen Offerenten bisherige 

Erfahrungen vorhanden sind oder nicht. Somit steht nach dem Gesagten 

fest, dass der bei der Beschwerdeführerin im Unterkriterium „bisherige 

Termineinhaltung“ durch die Beschwerdegegnerin 1 vorgenommene Ab-

zug von einem Bewertungspunkt und der daraus im Zuschlagskriterium 

„Termineihaltung“ resultierende Abzug von 0.5 Bewertungspunkten nicht 

zu beanstanden sind.

5. a) Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, sie betreibe eine viel intensivere 

Lehrlingsausbildung als die Beschwerdegegnerin 2. Aus den vorhande-

nen Aufstellungen über erfolgreiche Lehrabschlüsse ergebe sich nämlich, 

dass im Zeitraum der Jahre 2010 bis 2014 insgesamt fünf Mau-

rer/Baupraktiker, ein Gipser sowie eine Kauffrau aus dem Betrieb der Be-

schwerdeführerin ihren Lehrabschluss bestanden hätten, während die 

Beschwerdegegnerin 2 gerade mal im Jahr 2011 einen Abschluss zu ver-

zeichnen gehabt habe. Zurzeit beschäftige die Beschwerdeführerin vier 

Lehrlinge, während die Beschwerdegegnerin 2 bestenfalls zwei Lehrlinge 

angestellt habe. Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin 1 fest, es 

sei selbsterklärend, dass ein Unternehmen mit einem tieferen Personal-

bestand in absoluten Zahlen weniger Lernende einstellen könne, als ein 

Unternehmen mit einem höheren Personalbestand. Das Zuschlagskriteri-

um Personalbestand/Lernende stütze sich deshalb nicht auf absolute 

Zahlen, sondern auf das Verhältnis der Lernenden zur gesamten Beleg-

schaft. Bei der Beschwerdeführerin betrage dieses 5 % (4 von 80) und bei 

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der Beschwerdegegnerin 2 7.1 % (2 von 28). Die für dieses Zuschlagskri-

terium festgelegte Bewertungsskala sehe unter anderem die Vergabe der 

Note 3 bei einem Wert zwischen 5 und 9.99 % vor (Note 1 bei keinen An-

gaben; Note 2 bei 0 bis 4.99 %; Note 3 bei 5 bis 9.99 %; Note 4 bei 10 bis 

14.99 % und Note 5 bei mehr als 15 %). Sowohl die Beschwerdeführerin 

als auch die Beschwerdegegnerin 2 hätten aufgrund dieser Skala die No-

te 3 erhalten, wobei die Beschwerdeführerin gerade noch den tiefsten 

Wert der Bandbreite erreicht habe, die Beschwerdeführerin hingegen ei-

nen Mittelwert (vgl. Duplik vom 30. Mai 2015 S. 3 f.).

b) Die Vorbringen der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Zuschlagskrite-

rium „Personalbestand/Lernende“ sind nicht zielführend. Vielmehr kann 

vorliegend auf die oben in Erwägung 5a erwähnten zutreffenden Aus-

führungen der Beschwerdegegnerin 1 abgestellt werden. Die von ihr auf-

gezeigte Bewertungsskala ist nicht zu beanstanden, zumal die von der 

Beschwerdeführerin gewählte Vorgehensweise, die Bewertung der An-

zahl Lernenden im Verhältnis zur gesamtem Mitarbeiterzahl eines Unter-

nehmens vorzunehmen, eine Selbstverständlichkeit darstellt. Wie die Be-

schwerdegegnerin 1 nachvollziehbar und begründet darlegt, erreichte die 

Beschwerdeführerin in der Bewertungsskala gar einen tieferen Prozent-

wert als die Beschwerdegegnerin 2. Somit ist nicht zu beanstanden, dass 

die Beschwerdeführerin hier die gleiche Note wie die Beschwerdegegne-

rin 2 erhalten hat.

6. a) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Rügen der Beschwer-

deführerin vorliegend nicht verfangen. Die Beschwerdegegnerin 1 hat sich 

bei der Bewertung der strittigen Punkte im Rahmen ihres Ermessensspiel-

raums bewegt. Der angefochtene Vergabeentscheid vom 18. März 2015 

erweist sich damit als rechtens, was zur umfassenden Bestätigung des-

selben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

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b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Unter Berück-

sichtigung des Auftragsvolumens von rund Fr. 730'000.-- und der Tatsa-

che, dass es sich vorliegend nicht um einen inhaltlich komplexen Fall 

handelt, wird die Staatsgebühr auf Fr. 3'500.-- festgelegt. Eine ausserge-

richtliche Entschädigung an die obsiegende Beschwerdegegnerin 2 ist 

nicht zuzusprechen, da sie nicht anwaltlich vertreten ist. Der ebenfalls ob-

siegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin 1 steht 

gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG ebenfalls keine Parteientschädigung zu, da 

sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 3'795.--

gehen zulasten der Beschwerdeführerin und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]