# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1397d50-95f1-5fdf-a35a-86a1f2f12510
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-02-02
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (ab 1.1.2002)
**Docket/Reference:** ST.2008.198
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2008_198_fa.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2008.198 

Entscheid 

2. Februar 2010 

Mitwirkend: 

Präsident R. Oesch, die Mitglieder W. Balsiger, R. Schircks Denzler und Sekretärin 
S. Weigold 

X ,    

vertreten durch Z,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.1.2002) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  X  AG  (nachfolgend  kurz:  X-T)  wurde  am  …  1996  gegründet  und  be-

zweckt die Entwicklung sowie die Herstellung von und den Handel mit elektronischen 

Geräten  und  Anlagen  sowie  die  Erbringung  von  Dienstleistungen  auf  dem  Gebiet  der 

Telekommunikation.  Ihr  statutarischer  Sitz  befand  sich  vorerst  in  A  (Kt.  ZH);  seit  … 

1997 ist sie in der Gemeinde B (Kt. C) domiziliert. Sie ist eingebettet in den Verbund 

der X Group Holding (C), welche über zahlreiche Tochtergesellschaften verfügt, darun-

ter die Pflichtige sowie die 1990 gegründete X Elektronik AG in A (nachfolgend kurz: X-

E). Diese betreibt ebenfalls die Entwicklung und die Herstellung von sowie den Handel 

mit elektronischen Geräten und Anlagen. Im Ausland unterhält die X-Gruppe zahlreiche 

Ländergesellschaften.  Sie  ist  laut  eigener  Angabe  der  weltweit  führende  Anbieter  für 

…;  zudem  ist  sie  in  den  Bereichen  …  tätig.  Sie  beschäftigt  heute  weltweit  rund  100 

Mitarbeitende. Kerngesellschaft ist die X-E, welche für die Entwicklung, die Produktion 

und  den  Verkauf  zuständig  ist.  Die  X-T  ihrerseits  ist  eine  Handelsfirma,  welche  die 

Produkte und Lösungen der X-E international vertreibt.  

Im Zusammenhang mit der steueramtlichen Prüfung der Geschäftsabschlüsse 

2004  und  2005  der  X-E  untersuchte  das  kantonale  Steueramt,  ob  die  tatsächlichen 

Voraussetzungen  für  eine  unbeschränkte  Steuerpflicht  der  X-T  ab  der  Steuerperiode 

2002 am statutarischen Sitz in B weiterhin gegeben seien oder ob diese aufgrund per-

sönlicher  Zugehörigkeit  nicht  vielmehr  im  Kanton  Zürich  steuerpflichtig  sei.  Nach  Ab-

schluss  umfangreicher  Untersuchungen,  welche  nach  steueramtlicher  Angabe  auch 

eine  "Domizilbesichtigung"  umfasste  (was  allerdings  bestritten  wird),  kam  das  hiesige 

Steueramt  im  Vorentscheid  vom  5. Oktober  2007  zum  Schluss,  der  Ort  der  tatsächli-

chen Verwaltung der X-T befinde sich in A, nämlich am Sitz der X-E, und beanspruchte 

daher  "die  Steuerhoheit  des  Kantons  Zürich  und  der  Steuergemeinde  A  …  ab  der 

Steuerperiode 2002, pflichtig ab 1.1.2002". Damals hatte der Sitzkanton  C die X-T für 

die  Steuerperioden  2002  -  2004  bereits  definitiv  eingeschätzt  und  dabei  für  sich  die 

unbeschränkte  und  alleinige  Steuerhoheit  über  diese  Gesellschaft  in  Anspruch  ge-

nommen.  

B.  Gegen  den  Zürcher  Vorentscheid  hat  die  X-T  am  7. November  2007  Ein-

sprache erhoben, mit dem Antrag, "die Steuerhoheit sei am statutarischen Sitz zu be-

lassen". Gleichzeitig ersuchte sie um Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung des 

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Veranlagungsorts für die direkte Bundessteuer. Nachdem das Steueramt diese Gesell-

schaft am 5. November 2007 zur Einreichung von Steuererklärungen 2002 - 2006 auf-

gefordert hatte, liess sie am 12. November 2007 wissen, sie werde den Ausgang des 

hängigen  Vorentscheids  über  die  Steuerhoheit  abwarten;  gegebenenfalls  werde  sie 

dereinst diese Forderung erfüllen.  

Das  kantonale  Steueramt  verzichtete  auf  die  Überweisung  der  Sache  an  die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zwecks Feststellung des Veranlagungsorts. 

Hingegen wies sie die Einsprache am 20. Mai 2008 ab. 

C. 1. Mit hiergegen gerichtetem Rekurs wandte sich die X-T am 24. Juni 2008 

an  die  Steuerrekurskommission  und  beantragte,  das  Verfahren  zu  sistieren,  bis  das 

gleichentags der ESTV eingereichte Gesuch um Bestimmung des Veranlagungsorts für 

die  direkte  Bundessteuer  abgeschlossen  sei;  im  Weiteren  erneuerte  sie  in  materieller 

Hinsicht den Einspracheantrag.  

Mit  Rekursantwort  vom  21. Juli  2008  widersetzte  sich  das  kantonale  Steuer-

amt dem Sistierungsbegehren. Sodann schloss es auf Abweisung des Rechtsmittels.  

2. Mit  Verfügung  vom  6. August  2008  sistierte der  Präsident  der  Rekurskom-

mission II das Verfahren antragsgemäss und lud die ESTV sinngemäss ein, den Ent-

scheid über den Veranlagungsort zu treffen und Bericht zu erstatten, sobald deren Ent-

scheid in Rechtskraft erwachsen sei. 

Am  30. Oktober  2009  hat  die  ESTV  verfügt,  der  Veranlagungsort  gemäss 

Art. 108 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 

1990 (DBG) befinde sich für die Steuerperioden 2004 und 2005 im Kanton C. Sie be-

diente  die  Rekurskommission  am  2. November  2009  mit  einem  Exemplar  der  Verfü-

gung.  Ebenso  liess  das  kantonale  Steueramt  dem  Gericht  am  9. November  2009  da-

von eine Kopie zukommen, begleitet von Ausführungen dazu.  

Am 11. November 2009 hob der Präsident der Rekurskommission II die Sistie-

rung auf und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an.  

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Mit Replik vom 4. Januar 2010 hielt die X-T sinngemäss an ihrem Rekursan-

trag fest, wonach auf eine Besteuerung im Kanton Zürich ab 2002 vollständig zu ver-

zichten sei.  Das  kantonale  Steueramt  verwies  in  der  Duplik  vom  14. Januar  2010  auf 

die Ausführungen in der Eingabe vom 9. November 2009. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a)  Streitig  ist,  ob  die  X-T  ab  Steuerperiode  2002  im  Kanton  Zürich  unbe-

schränkt  steuerpflichtig  sei,  nachdem  sie,  soweit  erkennbar,  seit  der  Sitzverlegung 

nach B im Jahr 1997 bis und mit Steuerjahr 2001 unbestrittenermassen einzig im Kan-

ton C der Besteuerung unterlag. Fest steht sodann, dass die Veranlagungshoheit des 

Kantons  C  jedenfalls  bis  und  mit  Bundessteuerperiode  2003  unbestritten  war  und die 

ESTV  diesen  Stand  am  30. Oktober  2009  zuständig  für  die  Veranlagungen  2004 und 

2005 erklärt hat. Die entsprechende Verfügung ist mangels Anfechtung in Rechtskraft 

erwachsen.  

b)  Der  Kanton  C  hat  die  X-T  für  die  Kantons-  und  Gemeindesteuern  2002-

2004  rechtskräftig  eingeschätzt  und  dabei  für  sich  die  unbeschränkte  Steuerhoheit  in 

Anspruch genommen. Beansprucht der Kanton Zürich für dieselben Perioden, wie ge-

schehen, ebenfalls die unbeschränkte Steuerhoheit, so liegt eine nach Art. 127 Abs. 3 

BV untersagte aktuelle interkantonale Doppelbesteuerung vor.  

2.  a)  Gemäss  § 54  Abs. 1  lit. a  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG) 

werden  als  juristische  Personen  u.a.  die  Kapitalgesellschaften  (Aktiengesellschaften 

usw.) besteuert. Juristische Personen sind kraft § 55 StG aufgrund persönlicher Zuge-

hörigkeit steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton 

befindet.  Diesfalls  ist  ihre  Steuerpflicht  nach  § 57  Abs. 1  StG  unbeschränkt  (Halbsatz 

1);  hingegen  erstreckt  sie  sich  nicht  auf  Betriebsstätten  und  Grundstücke  ausserhalb 

des Kantons (Halbsatz 2). 

aa)  Im  interkantonalen  Verhältnis  greift  das  harmonisierte  Steuerrecht.  Juristi-

sche  Personen  wie  namentlich  Kapitalgesellschaften  sind  nach  Art. 20  Abs. 1  des 

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Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Ge-

meinden  vom  14. Dezember  1990  (StHG)  steuerpflichtig,  wenn  sich  ihr  Sitz  oder  ihre 

tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet. Nur dann darf der Kanton zu einer unbe-

schränkten Besteuerung schreiten. Dabei sind laut Art. 22 Abs. 1 StHG die Verhältnis-

se  am  Ende  der  Steuerperiode  massgebend  (Satz  1).  Veranlagungsbehörde  ist  jene 

des Kantons des Sitzes bzw. der tatsächlichen Verwaltung am Ende der Steuerperiode 

(Satz 2). Sitz der juristischen Person ist der Ort, den die Statuten als Sitz bezeichnen 

(vgl. Art. 56 ZGB). Aufgrund von Art. 20 Abs. 1 StHG bzw. dessen Umsetzung im kan-

tonalen  Recht  kann  es  vorkommen,  dass  sowohl  der  Sitzkanton  als  auch  der  Kanton 

der  tatsächlichen  Verwaltung  die  Steuerpflicht  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit,  

d.h. das Hauptsteuerdomizil für die nämliche Steuerperiode beanspruchen. In der Fol-

ge  resultiert  eine  unerlaubte  Doppelbesteuerung.  Dieser  Konflikt  ist  nach  den  Regeln 

zu  lösen,  welche  die  Praxis  zum  interkantonalen  Steuerrecht  als  Kollisionsrecht  ent-

wickelt hat (Athanas/Widmer, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band 

I/1, 2. A., 2002, Art. 20 N. 37 ff. StHG; Peter Locher, in: Einführung in das interkantona-

le Steuerrecht der Schweiz, 3.A., 2009, S. 47). 

bb)  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (zu  Art. 46  Abs. 2  aBV 

bzw.  Art. 127  Abs. 3  BV)  befindet  sich  das  Hauptsteuerdomizil  einer  juristischen  Per-

son  im  interkantonalen  Verhältnis  grundsätzlich  an  ihrem  durch  die  Statuten  und  den 

Handelsregistereintrag  bestimmten  Sitz.  Auf  diesen  zivilrechtlichen  Sitz  wird  jedoch 

dann nicht abgestellt, wenn ihm in einem anderen Kanton ein Ort gegenübersteht, an 

dem die normalerweise am statutarischen Sitz sich abspielende Geschäftsführung und 

Verwaltung, d. h. die leitende Tätigkeit, in Wirklichkeit vor sich geht (StE 2009 A 24.22 

Nr. 6 E. 2.2). Dann wird dieser Ort als (Haupt-)Steuerdomizil betrachtet. Ob der Wahl 

des  statutarischen  Sitzes  fiskalische  oder  andere  Erwägungen  zugrunde  liegen,  ist 

unerheblich; es genügt, dass dieser Sitz den wirklichen Verhältnissen in keiner Weise 

entspricht  und  als  künstlich  geschaffen  erscheint.  Entscheidend  sind  die  gesamten 

Umstände  des  Einzelfalls  (vgl.  u.  a.  ASA  56,  85  E.  3;  StE 2002  A  24.22  Nr. 4  E.  2a; 

StE 1999 A 24.22 Nr. 3 E. 2a; je mit Hinweisen). Als rein künstlich geschaffen gilt ein 

statutarischer  Sitz,  wenn  zu  ihm  keinerlei  nähere  Beziehung  besteht.  Dann  liegt  ein 

sog. Briefkastendomizil vor (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4.A., 2000, § 8 

N 3,  auch  zum  Folgenden).  Dieses  besteht  darin,  dass  ein  Anwalt,  Treuhänder  oder 

anderer  Beauftragter  (infrage  kommen  auch  entsprechende  juristische  Personen)  im 

Wesentlichen lediglich seine Geschäftsadresse zur Verfügung stellt und er für die Ge-

sellschaft  die  Post  entgegennimmt.  Der  Ort  der  wirklichen  Leitung  ist  (nur)  dann  ent-

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scheidend, wenn sich am statutarischen Sitz keine Leitung und keine Geschäftseinrich-

tungen  befinden  (in  diesem  Sinn  wohl  Höhn/Mäusli,  § 8  N 1).  Gemäss  Bundesgericht 

ist mithin primär auf den Ort des statutarischen Sitzes abzustellen. Der Ort der tatsäch-

lichen Leitung ist allein dann massgeblich, wenn dem statutarischen Sitz bloss formelle 

Bedeutung zukommt (Locher, S. 48).  

Der Begriff der tatsächlichen Verwaltung ist nicht scharf umschrieben; er deckt 

sich mit dem Begriff der tatsächlichen Geschäftsleitung (S. 108 der Botschaft zu Bun-

desgesetzen über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein-

den sowie über die direkte Bundessteuer vom 25. Mai 1983, auch zum Folgenden; so 

letztlich  auch  Peter  Mäusli,  Die  Ansässigkeit  von  Gesellschaften  im  internationalen 

Steuerrecht,  1993,  S. 160,  auch  zum  Folgenden).  Die  Tätigkeit  der  obersten  Gesell-

schaftsorgane  gehört  nicht  dazu,  falls  sie  die  reine  Kontrolle  der  eigentlichen  Ge-

schäftsleitung  betrifft  und  sich  auf  gewisse  Grundsatzentscheide  beschränkt  (Wid-

mer/Moser,  ST  2005,  499;  auch  zum  Folgenden).  Ebenso  wenig  ist  auf  die 

administrative  Verwaltung  bzw.  eine  untergeordnete  Geschäftstätigkeit  abzustellen. 

Entscheidend  ist  jener  Ort,  wo  "die  Fäden  der  Geschäftsführung  zusammenlaufen 

(und) die wesentlichen Unternehmensentscheide fallen". Abzustellen ist somit auf den 

Ort  der  Führung  der  laufenden  Geschäfte  im  Sinn  der  obersten  Leitung  der  operatio-

nellen Betriebsführung. Findet sie an verschiedenen Orten statt, so kommt es auf das 

Zentrum, d.h. den Mittelpunkt dieser Tätigkeit an. Der Ort der wirklichen Leitung kann 

ausnahmsweise bei einer Drittperson angesiedelt sein (Mäusli, S. 63). 

b)  Befindet  sich  das  primäre  Steuerdomizil  einer  juristischen  Person  ausser-

halb  des  Kantons,  sei  es  qua  Sitz,  sei  es  aufgrund  der  tatsächlichen  Verwaltung,  so 

besteht im Kanton kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit laut § 56 Abs. 1 lit. b StG (siehe 

auch Art. 21 Abs. 1 lit. b StHG) namentlich dann eine beschränkte Steuerpflicht, wenn 

die juristische Person hier eine Betriebsstätte unterhält. In diesem Fall ist sie im Kanton 

gemäss  § 57  StG  für  den  Gewinn  und  das  Kapital – nur,  aber  immerhin – insoweit 

steuerpflichtig  (Abs. 2  StG).  Die  Steuerausscheidung  erfolgt  auch  dann  nach  den 

Grundsätzen  des  Bundesrechts  über  das  Verbot  der  interkantonalen  Doppelbesteue-

rung (Abs. 3; Art. 22 Abs. 3 StHG).  

Die Betriebsstätte begründet ein Nebensteuerdomizil im Sinn eines sekundä-

ren Steuerdomizils. Eine solche liegt vor, wenn sich im Kanton ständige Anlagen oder 

Einrichtungen  befinden,  mittels  deren  sich  ein  quantitativ  und  qualitativ  wesentlicher 

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Teil des Betriebs vollzieht (BGE 134 I 303). Dabei ist nicht erforderlich, dass die Anla-

gen und Einrichtungen im Eigentum des Unternehmens stehen; ein blosses Nutzungs-

recht an bestimmten Räumlichkeiten kann genügen (Locher, S. 45). 

3. a) In Bezug auf die Beweislast gilt grundsätzlich, dass es der Behörde ob-

liegt, den Sitz als steuerbegründende Tatsache darzutun. Dem  Steuerpflichtigen kann 

freilich der Gegenbeweis für die von ihm behauptete subjektive Steuerpflicht an einem 

neuen Ort auferlegt werden, wenn die von der Behörde angenommene bisherige sub-

jektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (vgl. schon ASA 39, 284 E. 3c). Wenn 

der frühere (Wohn-)Sitzkanton seit mehreren Jahren anerkennt, dass sich das Haupt-

steuerdomizil (namentlich dank einer Sitzverlegung) nunmehr in einem anderen Kanton 

befindet,  ist  es  ihm  gleichwohl  unbenommen,  trotz  unverändertem  Sitz  auf  eine  neue 

Steuerperiode hin die unbeschränkte Besteuerungshoheit wieder in Anspruch zu neh-

men (BGr, 16. Juni 2009, 2C_827/2008, www.bger.ch, auch zum Folgenden). Gemäss 

der genannten Grundregel liegt es in einem solchen Fall aber nicht am  Steuerpflichti-

gen,  das  Weiterbestehen  einer  unbeschränkten  Steuerpflicht  im  anderen  Kanton  zu 

belegen,  sondern  am  wieder  besteuerungswilligen  Kanton,  eine  zu  seinen  Gunsten 

massgeblich veränderte Faktenlage darzutun und nachzuweisen. Gelingt es ihm indes 

nicht, den erneuten Wohnsitzwechsel zu belegen, bleibt es bei der vorherigen Domizil-

zuordnung.  Gleich  verhält  es  sich  bezüglich  des  Orts  der  tatsächlichen  Verwaltung 

einer juristischen Person. All das gilt jedenfalls dann, wenn der Steuerpflichtige seiner 

Mitwirkungspflicht  im  Rahmen  des  Zumutbaren  nachgekommen  ist  (vgl.  zum  Ganzen 

AJP  2008,  1288  E.  2.3;  StE 2008  A  24.21  Nr. 18  E.  2.3;  Pra  2000  Nr. 7  S. 29  E.  3c; 

BGr, 4. März 2009, 2C_770/2008 E. 3, www.bger.ch, mit weiteren Hinweisen). 

b) Selbst wenn eine juristische Person ihren statutarischen Sitz verlegt und zu 

prüfen ist, ob sie erstmals primär am neuen  Sitz  unbeschränkt steuerpflichtig ist, ver-

bietet  es  sich,  vorschnell  auf  eine  bloss  formelle  Gestaltung  der  Verhältnisse  zu 

schliessen.  Unterhält  sie  am  Ort  ihres  neuen  statutarischen  Sitzes  eine  wesentliche 

Büroinfrastruktur (Büroräumlichkeiten, Personal, etc.) für ihren Geschäftsbetrieb, so ist 

anzunehmen, dass sich dort auch der effektive Sitz befindet. Es obliegt dann dem Kan-

ton  des  früheren  Sitzes,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  sich  die  eigentliche  Ge-

schäftsführung  und  Verwaltung,  d.  h.  die  leitende  Tätigkeit,  in  Wirklichkeit  weiterhin 

unter  seiner  Steuerhoheit  abspielt  (StE 2009  A  24.22  Nr. 6  E.  2.3;  StE 1984  A  24.22 

Nr. 1 E. 2b). 

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4. a) Die Rekurrentin ist seit ihrem Wegzug im Jahr 1997 nach B im Kanton C 

der unbeschränkten Steuerpflicht unterworfen. Alsdann war sie im Kanton Zürich nicht 

mehr  steuerpflichtig.  Das  hat  sich  nun  insofern  geändert,  als  das  hiesige  kantonale 

Steueramt ab der Steuerperiode 2002 die unbeschränkte Steuerpflicht für den Kanton 

beansprucht. Es begründet dies damit, dass der statutarische Sitz rein formeller Natur 

sei und der Ort der tatsächlichen Leitung der Gesellschaft sich in A befinde. 

b) Vorab ist festzuhalten, dass das Steueramt zu diesem Zweck am 5. Oktober 

2007  richtigerweise  einen  Vorentscheid  erlassen  hat.  Wird  eine  Person  zur  Veranla-

gung herangezogen und bestreitet sie – wie hier – die Steuerhoheit des Kantons, muss 

nämlich  grundsätzlich  in  einem  Vorentscheid  rechtskräftig  über  die  subjektive  Steuer-

pflicht  im  Kanton  entschieden  werden,  bevor  das  Veranlagungsverfahren  fortgesetzt 

werden kann (BGE 131 I 145 E. 2.1, 125 I 54 E. 1a, mit weiteren Hinweisen). Nur wenn 

das Bundesgericht bei gleicher  Sachlage  die Steuerhoheit  des Einschätzungskantons 

bereits  bejaht  hat,  kann  auf  die  Vorausbeurteilung  verzichtet  werden  (BGE  123  I  289  

E. 1a). Diese letztgenannte Voraussetzung ist hier nicht erfüllt. 

c)  Beweismässig  gilt  unter  den  gegebenen  Umständen  das  vorhin  Gesagte 

(E. 3).  Befindet  sich  der  statutarische  Sitz  der  Rekurrentin  in  B,  obliegt  es  demnach 

dem Kanton Zürich nachzuweisen, dass sich die tatsächliche Verwaltung (ab) 2002 in 

seinem Hoheitsgebiet abgewickelt hat. 

5. a)  Im  Wesentlichen  führt  das  kantonale  Steueramt  dazu  aus,  die  X-T  

habe  in  B  lediglich  ein  kleines  Büro.  Dieses  werde  zudem  mit  einer  anderen  Gesell-

schaft (namens D) geteilt. Allein schon in Anbetracht der Millionenwerte der X-T beste-

he ein krasses Missverhältnis zwischen Umsatz und Gewinnen sowie der Grösse des 

Büros. Dort würden weder die Geschäfte geleitet noch administrative Arbeiten erledigt. 

Es werde lediglich die für die Gesellschaft eingehende Post durchgesehen und (an den 

Ort der tatsächlichen Bearbeitung der Geschäfte) weitergeleitet. Im Grunde handle es 

sich um ein reines Briefkastendomizil. Ort der tatsächlichen Verwaltung sei A. Sämtli-

che Geschäftsaktivitäten wie Anfragen, Bestellungen, Produktion und Versand wickel-

ten  sich  dort  ab,  wo  sich  das  gesamte  Warenlager  der  X-T  und  der  X-E  befinde.  Die 

Rechnungsstellung für Lieferungen der X-T erfolge ebenfalls von dort aus. Das Büro in 

B  bilde  nicht  Arbeitsstätte  der  Mitarbeiter  dieser  Gesellschaft,  sondern  diese  hielten 

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sich  im  Ausland,  nämlich  in  M  und  E  auf.  Die  Trennung  der  Aufgaben  unter  den 

Schwestergesellschaften – hier 

die  X-E 

für 

die  Herstellung, 

dort 

die  

X-T für den Handel und Verkauf – bestehe einzig auf dem Papier. Der umfangreiche E-

Mail-Verkehr  aus  dem  Privatbüro  von  F,  dem  Präsidenten  des  Verwaltungsrats,  und  

G, dem Delegierten, zeige lediglich, dass in B keine Infrastruktur bestehe bzw. dort gar 

keine benötigt werde.  

b) Dieser Argumentation tritt die X-T entschieden entgegen. Sie hält dafür, sie 

teile  seit  der  Sitzverlegung  im  Jahr  1997  mit  der  D  in  B  ein  Büro  mit  der  Fläche  von 
rund  200  (bzw.  netto  150)  m2. Von  den  monatlichen  Bürokosten  von  rund  Fr. 3'000.- 

trage  sie  ca.  einen  Drittel.  Dort  würden  Besprechungen  der  Geschäftsleitung  sowie 

administrative  Arbeiten  ausgeführt.  Die  Geschäftsleitung  bestehe  aus  den  Herren  F 

und G; sie erfolge zunehmend elektronisch und namentlich auch von den Heimen der 

beiden  aus.  Diese  Personen  hätten  eigenständige  Wohnsitze  (in  H  und  I),  was  die 

Feststellung eines Gesellschaftssitzes im Sinn der Konzentration der Leitungstätigkeit 

erschwere. Am Sitz der Gesellschaft fänden Besuche der ausländischen Geschäftsfüh-

rer, Generalversammlungen, Budgetbesprechungen, Ressourcenplanung, Verwaltung, 

Planung von Marktexpansionen sowie des "non financial Business" statt. Sodann wür-

den wesentliche Teile der Verwaltung wie das Führen und der Abschluss der Bücher, 

die  Erledigung  von  Steuer-  und  Sozialversicherungsangelegenheiten  in  K  durch  die 

Treuhandgesellschaft  L  erledigt.  In  A  würden  lediglich  Verwaltungstätigkeiten  von  un-

tergeordneter Bedeutung entfaltet. Die X-T sei eine reine Handelsfirma. Die X-E hinge-

gen sei Produktionsgesellschaft, Lager und Versandcenter. Ungefähr bis ins Jahr 2000 

habe  diese  rund  4'000  der  ca.  6'500  …  Arbeitsplätze  eines  spezifischen  Dienstleis-

tungszweigs in der Schweiz ausgerüstet. Damals hätten sich hier gewisse Sättigungs-

anzeichen  bemerkbar  gemacht,  weshalb  die  X-T  das  Auslandsgeschäft  forciert  habe. 

Bei solchen Aktivitäten falle der erhebliche Projektaufwand im Ausland an; dort werde 

er von den Ländergesellschaften der X-Gruppe getragen. Die X-T fakturiere die Liefe-

rungen ins Ausland; entsprechend gingen die Zahlungen auf deren Konti ein. Die Aus-

landaktivitäten würden über sie abgewickelt. Naturgemäss würden die diesbezüglichen 

Tätigkeiten  vornehmlich  im  Ausland  anfallen.  Dies  gelte  teilweise  auch  für  die  beiden 

einzigen Schweizer Mitarbeiter (nämlich die genannten F und G). Nicht zuletzt wegen 

der  Zeitverschiebung  würden  sie  einen  Grossteil  der  hiesigen  Aktivitäten  ausserhalb 

der  Bürozeit  zu  Hause  bewerkstelligen.  Die  Infrastruktur  der  Gesellschaft  in  B  werde 

erst  beansprucht,  wenn  ein  Verkaufsgeschäft  zustande  gekommen  sei.  Im  Ausland 

habe die X-T im streitbetroffenen Zeitraum bis zu 26 Verkäufer beschäftigt. Der intern-

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schweizerische  Verkauf  sei  vom  Auslandverkauf  vollständig  getrennt  und  werde  von 

der X-E wahrgenommen.  

c)  Die  ESTV  hat  sich  mit  all  diesen  Argumenten  in  ihrer  Verfügung  vom 

30. Oktober 2009 einlässlich auseinandergesetzt. Darin ist sie im Wesentlichen zu fol-

genden Erkenntnissen gelangt: 

aa) Massgeblich sei nicht der Umfang  der Geschäftstätigkeit am Sitz der Ge-

sellschaft;  entscheidend  sei  allein,  ob  der  statutarische  Sitz  als  künstlich  geschaffen 

erscheine  oder  nicht.  Diese  Frage  sei  hier  klar  zu  verneinen.  Die  X-T  verfüge 

in  B  über  möblierte  und  ausgerüstete  Büroräumlichkeiten,  welche  sie  gemeinsam  mit 

der  D  benutze.  Diese stelle  das  Empfangspersonal  und  habe  während  der  Abwesen-

heit  der  Schweizer  Mitarbeiter  der  X-T  die  anfallenden  administrativen  Arbeiten  erle-

digt.  Dort  würden  verschiedene  Verwaltungstätigkeiten  ausgeübt.  Namentlich  würden 

ausländische  Geschäftsführer  empfangen  und  Besprechungen  der  Geschäftsleitung 

und Generalversammlungen abgehalten. Von einer Absenz jedwelcher Aktivitäten am 

statutarischen  Sitz  könne  keine  Rede  sein.  Dass  ein  grosser  Teil  der  Arbeiten  durch 

Dritte  wie  namentlich  die  X-E  gegen  Entschädigung  ausgeführt  werde,  sei  ohne  Be-

lang.  Zwar  wecke  der  Umstand,  dass  namentlich  zufolge  pauschaler  Rechnungsstel-

lung für Warenbezüge eine klare ("korrekte") Abgrenzung zwischen der X-E und der X-

T  fehle,  Bedenken.  Ob  dies  einen  Durchgriff  erlaube,  mit  der  Folge,  dass  ihnen  die 

Anerkennung als je eigenständige Steuersubjekte versagt bleiben müsse, brauche die 

ESTV  im  Rahmen  des  Verfahrens  von  Art. 108  DBG  nicht  zu  klären.  Schliesslich  sei 

die  Behauptung,  die  Räume  in  B  würden  laut  Aussagen  Dritter  kaum  genutzt  und  es 

seien keine Arbeitsräume eingerichtet, nicht belegt.  

bb) Obgleich mit der Schlussfolgerung nicht einverstanden, hat es das kanto-

nale Steueramt unterlassen, diese Verfügung auf dem ihm offenstehenden Rechtsmit-

telweg anzufechten. Mithin hat es sich der Festsetzung des Veranlagungsorts im Kan-

ton  C  nicht  widersetzt.  Somit  steht  als  Rechtstatsache 

fest,  dass  die 

Bundessteuerveranlagung  für  die  Steuerperioden  2004  und  2005  dort  vorzunehmen 

ist. 

d)  aa)  Laut  Art. 216  DBG  erheben  die  kantonalen  Behörden  die  direkte  Bun-

dessteuer  von  den  juristischen  Personen,  welche  am  Ende  der  Steuerperiode  ihren 

Sitz oder den Ort der tatsächlichen Verwaltung im Kanton haben. Gemäss Art. 50 DBG 

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besteht die Steuerpflicht einer juristischen Person aufgrund persönlicher Zugehörigkeit, 

wenn sich ihr Sitz oder die tatsächliche Verwaltung in der Schweiz befindet. Diese Be-

stimmung deckt sich insofern mit der Norm von Art. 20 Abs. 1 Satz 1 StHG. Der Ort der 

tatsächlichen Verwaltung bestimmt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

zu Art. 127 Abs. 2 BV in beiden Gesetzen nach denselben Kriterien (StE 2005 B 71.31 

Nr. 1).  Massgeblich  ist  demnach  auch  nach  DBG-Recht  der  Ort,  wo  die  Gesellschaft 

den  wirtschaftlichen  und  tatsächlichen  Mittelpunkt  ihrer  Existenz  hat  und  wo  ihre  Ge-

schäftsführung  im  Sinn  der  Führung  der  laufenden  Geschäfte  besorgt  wird  (Atha-

nas/Giglio,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.A.,  2008, 

Art. 50  N 10  ff.  DBG,  auch  zum  Folgenden).  Entfaltet  sich  die  Geschäftstätigkeit  an 

verschiedenen Orten, ist der Ort massgeblich, wo sich der Schwerpunkt der Geschäfts-

führung befindet. Dass diesbezüglich kein Unterschied besteht, ist sachgerecht. Denn 

es wäre nicht einzusehen, dass der eine Kanton für die Veranlagung zur direkten Bun-

dessteuer  zuständig  ist,  ein  anderer  hingegen  die  Einschätzung  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern  trifft.  Nicht  nur  wären  damit  administrative  Doppelspurigkeiten  ver-

bunden, sondern es bestünde auch die Gefahr einer gänzlich unterschiedlichen Fest-

setzung  der  Steuerfaktoren  für  ein  und  dieselbe  Steuerperiode  nach  kantonalem  und 

Bundessteuerrecht  bei  nämlichen  tatsächlichen  Verhältnissen.  Ein  solches  Vorgehen 

liefe dem Gedanken der (vertikalen) Steuerharmonisierung entgegen; zudem versties-

se es gegen das bundesgerichtliche Gebot, die Einschätzung für die kantonalen Steu-

ern und die Veranlagung für die direkte Bundessteuer gleichzeitig zu treffen, um allfäl-

lige anschliessende Rechtsmittel zu koordinieren (StE 2005 B 96.21 Nr. 12).  

  Gelten die nämlichen Regeln, so ist unverständlich, weshalb sich das kantona-

le Steueramt dem Verdikt der ESTV vom 30. Oktober 2009 unterworfen und auf einen 

Weiterzug  verzichtet  hat,  auf  der  unbeschränkten  Steuerhoheit  bei  den  kantonalen 

Steuern  indes  gleichwohl  weiterhin  besteht.  Zwar  betrifft  die  ESTV-Verfügung  (aus 

nicht ersichtlichen Gründen abweichend) die Steuerperioden 2004 und 2005, wohinge-

gen hier die Steuerperioden ab 2002 streitig sind. Doch macht das kantonale Steuer-

amt  nicht  geltend,  die  Verhältnisse  hätten  sich  später  (ab  2004)  zugunsten  des  Kan-

tons C verschoben. 

bb)  Das  kantonale  Steueramt  begründet  seine  Haltung  damit,  dass  sich  das 

Steuerdomizil  zufolge  persönlicher  Zugehörigkeit  im  Recht  der  Bundessteuer  nach 

anderen  Kriterien  definiere  als  nach  den  Harmonisierungsrecht  bzw.  der  bundesge-

richtlichen  Rechtsprechung  zum 

interkantonalen  Kollisionsrecht.  Dass  dieser 

2 ST.2008.198 

 
 
 
 
 
 
 
 
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Rechtsauffassung  nicht  zu  folgen  ist,  hat  die  Rekurskommission  bereits  ausgeführt. 

Das  kantonale  Steueramt  weiss  denn  auch  keine  sachliche  Begründung  vorzutragen, 

welche in dieser Hinsicht einen Unterschied zu rechtfertigen vermöchte.  

Sodann  hält  das  kantonale  Steueramt  dafür,  gewisse  "Feststellungen"  der 

ESTV  seien  bloss  Parteibehauptungen.  Dieser  Einwand  betreffe  namentlich  die  Be-

merkungen, in B habe die Ressourcenplanung, die Verwaltung, die Planung der Markt-

expansion  Süd  sowie  die  Planung  des  "non  financial  business"  stattgefunden.  Dabei 

verkennt  das  Amt  namentlich,  dass  es  nicht  genügt,  all  das  zu  bestreiten.  Vielmehr 

obliegt  es  unter  den  gegebenen  Umständen  dem  kantonalen  Steueramt,  den  Gegen-

beweis zu leisten. Das aber ist nicht geschehen. Zwar ist nicht zu verkennen, dass sich 

in B nur ein Teil der Geschäftstätigkeit abspielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass 

in der X-Gruppe eine klare Aufgabentrennung besteht. So ist die X-E für den Einkauf, 

die  Produktion,  das  Lager,  die  Disposition,  die  Lieferung,  die  Installation,  die  Prüfung 

und die Nachbearbeitung einerseits und das Projektmanagement, den Verkauf und die 

Wartung Schweiz sowie den Support Ausland anderseits zuständig. Die X-T ihrerseits 

betreibt die Koordination der Auslandprojekte, den Verkauf Ausland sowie die Betreu-

ung  und  Unterstützung  der  Auslandgesellschaften.  Die  ausländischen  Tochtergesell-

schaften sind im Verkauf und im Marketing, im Projektmanagement, bei der Installation 

und der Wartung in den jeweiligen lokalen Märkten aktiv. Diese Aufteilung der Aufga-

ben und Kompetenzen bringt es mit sich, dass die Geschäftstätigkeit der X-T im Ver-

gleich  zu  jener  der  anderen  Gesellschaften  bescheiden  ausfällt.  Im  Wesentlichen  be-

schränkt  sie  sich  auf  den  Vertrieb  und  die  Lieferung  von  Produkten,  welche  die  X-E 

herstellt  oder  bezieht,  im  bzw.  ins  Ausland,  wo  die  örtliche  Repräsentanz  die  Kund-

schaft  akquiriert  und  betreut.  Demzufolge  geht  es  darum,  die  Aufträge  aus  dem  Aus-

land  entgegenzunehmen  und  zur  Ausführung  an  die  X-E  weiterzuleiten  und  hernach 

die Belieferung zu überwachen und sicherzustellen. Dass diesbezüglich Arbeiten auch 

in  B  stattgefunden  haben,  ist  aktenkundig  und  wird  nicht  bestritten.  Das  kantonale 

Steueramt wendet einzig ein, dabei habe es sich nicht um geschäftsleitende Aktivitäten 

gehandelt. Es übersieht aber, dass sich die Geschäftsleiter wiederholt in B aufgehalten 

und  dort  wesentliche  Dispositionen  getroffen  haben;  dabei  haben  die  Generalver-

sammlungen keine Rolle gespielt. Im Weiteren bemängelt das Steueramt, dass die X-T 

keine eigenen Büroräumlichkeiten gemietet, sondern den Büroraum sich mit einer an-

deren Gesellschaft geteilt habe. Damit anerkennt sie zumindest, dass die unabdingba-

re  Voraussetzung  einer  festen  Einrichtung  am  statutarischen  Sitz  vorhanden  war. 

Ebenso wenig bestreitet sie, dass dort Personal der X-T beschäftigt war. Dass dieses, 

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soweit  in  der  Schweiz  tätig  und  ansässig,  nicht  ausschliesslich  dort  anwesend  war, 

sondern  bei  Abwesenheit  Drittpersonen  den  notwendigen  Kontakt  nach  aussen  be-

werkstelligt haben, schadet der Gesellschaft im streitbetroffenen Zusammenhang nicht. 

Von wesentlicher Bedeutung ist, dass F und G, welche wirtschaftlich Eigentümer der X-

T und von ihr angestellt sind, die Geschäftsleitung gebildet haben, dort aktiv waren und 

wesentliche Entscheide dort gefällt haben; Gegenteiliges wird seitens des Fiskus ledig-

lich behauptet und ist nicht erstellt. Dass diese Personen auch anderen Gesellschaften 

der  X-Gruppe  vorstanden  und  die  Natur  der  Geschäftstätigkeit  brachten  es  mit  sich, 

dass  sie  nur  zeitweise  am  statuarischen  Sitz  anwesend  waren.  Auch  ist  darum  ver-

ständlich,  dass  sie  wesentliche  Geschäfte  von  Ferne  erledigt  haben.  Der  Umstand, 

dass  die  massgeblichen  Aktivitäten  nicht  an  einem  einzigen  Ort  konzentriert  waren, 

erschwert  die  Ermittlung  des  Zentrums.  Daraus  zu  schliessen,  es  habe  sich  nicht  am 

statutarischen  Sitz  befunden,  geht  nicht  an.  Anders  wäre  nur  dann  zu  entscheiden, 

wenn  dort  keine  oder  höchstens  eine  unbedeutende  Führung  Platz  gegriffen  hätte. 

Davon, dass dem so gewesen sei, kann indes aufgrund der Akten nicht die Rede sein.  

cc)  Nach  alledem  ist  dem  kantonalen  Steueramt  der  Nachweis  misslungen, 

dass sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung ab 2002 (neu) nicht am statutarischen 

Sitz,  sondern  im  Kanton  Zürich  befunden  hat.  Darum  verbietet  es  sich,  die  unbe-

schränkte  Steuerhoheit  hier  zu  beanspruchen.  Dass  die  X-T  sich  geweigert  habe,  an 

der Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse gebührend mitzuwirken, wirft ihr das kan-

tonale Steueramt zu Recht nicht vor. 

e)  Anzufügen  ist,  dass  das  kantonale  Steueramt  nicht  dafür  hält,  angesichts 

der engen Beziehungen zwischen der X-E und der X-T und der teilweise mangelhaften 

Abgrenzung der Leistungen und in der Folge davon der zum Teil bloss summarischen 

Abrechnung  darüber müsse steuerlich durch die juristisch eigenständige  Existenz  der 

X-T  durchgegriffen  und  deren  Steuersubjektivität  aberkannt  werden.  Das  würde  dazu 

führen, dass aus fiskalischer Sicht bloss die X-E existieren würde. Denn die strengen 

Voraussetzungen  für  einen  Durchgriff  (BGr,  30. Januar  2006,  2P.92/2005  und 

2A.145/2005, E. 7.2, www.bger.ch; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9.A., 2001, 

§ 17 N 11) sind nicht erfüllt. Es kann daher offenbleiben, ob ein Durchgriff nur auf na-

türliche Personen als Anteilseigner möglich ist oder auch – wie hier – unter Schwester-

gesellschaften. Immerhin sei in diesem Zusammenhang bemerkt, dass die Rechtsauf-

fassung  der  ESTV,  wonach  diese  Frage  erst  im  Veranlagungsverfahren  und  nicht 

schon  im  Verfahren  zur  Festsetzung  des  Veranlagungsorts  zu  klären  wäre,  nicht  zu 

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überzeugen  vermag.  Denn  befindet  sich  der  Veranlagungsort  der  Person,  auf  welche 

durchgegriffen wird, im Kanton A, wogegen jene Gesellschaft, durch welche durchge-

griffen  und  die  mithin  kein  eigenständiges  Steuersubjekt  darstellt, 

im  Kanton 

B "domiziliert" ist, so fehlt es in diesem Kanton eben an einem Veranlagungsort. 

6. Ergibt sich nach alledem, dass sich aus heutiger Sicht nicht nur der statuta-

rische Sitz, sondern auch der Ort der tatsächlichen Verwaltung in B befand, unterstand 

die  X-T  für  die  Steuerperiode  2002  weiterhin  der  unbeschränkten  Steuerpflicht  des 

Kantons C. Zwei andere Fragen sind indes damit nicht beantwortet:  

a) Angesichts des Umstands, dass die im Kanton domizilierte X-E als Schwes-

tergesellschaft  einen  wesentlichen  Teil  der  Arbeiten  für  die  X-T  erledigt,  stellt  sich 

ernsthaft die Frage, ob sich an deren Sitz in A nicht eine Betriebsstätte der X-T befin-

det.  Gemäss  Dienstleistungsvertrag  vom  4. Februar  2002  ist  die  X-E  verpflichtet,  in 

unbeschränktem Umfang für die X-T die Logistik für den internationalen Versand sowie 

den Zahlungsverkehr mit Debitoren und Kreditoren zu bewerkstelligen; zudem hat sie 

deren Projekt Management zu unterstützen und die IT-Infrastruktur in deren Dienst zu 

stellen.  Die  Entschädigung  hat – mit  Ausnahme  der  Abgeltung  der  Mitbenützung  der 

IT – auf  der  Grundlage  der  effektiv  geleisteten  Stunden  und  zum  voraus  bestimmter 

Ansätze  zu  erfolgen.  Laut  Aussage  der  X-T  in  der  Rekursschrift  vom  24. Juni  2008 

befanden sich die projektrelevanten Ressourcen in A; erst im Zug einer Neupositionie-

rung aufgrund eines Auftrags der X-E in den Jahren 2002 und 2003 sei die X-Gruppe 

"kontinuierlich  an  der  Planung  der  Verlagerung"  dieser  Ressourcen  nach  B  (S. 11). 

Dies  führe  dazu,  dass  nicht  mehr  die  X-E  diese  Kosten  zu  tragen  haben  werde,  was 

sich letztlich auf deren zu versteuernden Gewinn (sc. positiv) auswirken werde. Für all 

diese  Dienste  wendet  die  X-T  jährlich  zwischen  Fr.  400'000.-  und  Fr. 500'000.-  auf; 

eine  detaillierte,  nach  Sparten  aufgeteilte  Abrechnung  für  2004  (Zahlen  für  2005  in 

Klammer) weist gesamthaft Fr. 295'000.- aus (Fr. 460'000.-). Davon entfielen auf Ver-

kaufsunterstützung  Fr. 24'840.-  (Fr. 46'920.-)  und  auf  Unterstützung  im  Projekt  Mana-

gement  Fr. 40'080.-  (Fr. 54'360.-).  Jedenfalls  solche  Tätigkeiten  lassen  sich  im  Kon-

zernverbund  nicht  ohne  Weiteres  auf  eine  Schwestergesellschaft  auslagern,  gehören 

sie doch nach eigener Aussage zur Kernkompetenz der X-T. Dies umso mehr, als die 

Leistungen zum Teil von F und G erbracht worden sind, welche beide die einzigen hie-

sigen  Mitarbeiter  dieser Gesellschaft  sind.  Solche  Leistungen  sind  direkt  dieser  zuzu-

rechnen,  freilich  gegen  Abgeltung  an  die  X-E,  soweit  es  sich  um  Personen  handelt, 

welche  diesbezüglich  diese  entlöhnt.  Nicht zu  beanstanden  ist  eine  Arbeitsteilung;  in-

2 ST.2008.198 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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des muss sie klar, sachgerecht und funktional sein. Insofern kann die X-E durchaus als 

Produktions-,  Lager-  und  Auslieferungsunternehmung  für  Geschäfte  agieren,  welche 

die  X-T  tätigt.  Hingegen  kann  es  nicht  angehen,  dass  sie  daneben  im  Auftrag  dieser 

Gesellschaft  Produkte  ins  Ausland  verkauft.  Die  genannten  Umstände  legen  den 

Schluss  nahe,  dass  die X-T  in  A  eine  Betriebsstätte  unterhält  bzw.  unterhielt.  Das  zu 

prüfen,  wird  Aufgabe  des  kantonalen  Steueramts  sein,  an  welches  das  Geschäft  zu 

diesem  Zweck  zurückzuweisen  ist.  In  diesem  Kontext  kann  auch  dem  Umstand  der 

offenbar  mitunter  mangelhaften  Abgrenzung  in  der  Rechnungsstellung  Rechnung  ge-

tragen  werden.  In  jenem  Verfahren  wird  sich  die  X-T  zu  dieser  neu  aufgeworfenen 

Problematik  äussern  können.  Nach  allenfalls  notwendigen  weiteren  Untersuchungen 

wird das Steueramt diesbezüglich einen neuen Entscheid fällen müssen. 

  Weil bei dieser Lage der Dinge nicht von vornherein auszuschliessen ist, dass 

im  Kanton  wenigstens  insofern  ein  steuerlicher  Anknüpfungspunkt  besteht  bzw.  be-

stand, ist der Rekurs lediglich teilweise gutzuheissen. 

b) Bei summarischer Prüfung der Zahlen erstaunt, dass die Gewinne bei ver-

hältnismässig  bescheidenem  eigenem  Aufwand  dank  hoher  Verkaufsmarge  haupt-

sächlich  bei  der  X-T  angefallen  sein  sollen,  wohingegen  die  X-E  im  Vergleich  dazu 

eher  tiefe  Reingewinne  ausweist.  Es  drängt  sich  daher  geradezu  auf,  die  Verrech-

nungspreise für die Lieferungen und die Dienstleistungen der X-E einer kritischen und 

sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Dies zu tun, obliegt der kantonalen Steuerverwal-

tung vorab im Rahmen der Einschätzung der X-E. Sie wird dabei darauf zu achten ha-

ben, dass in jeglicher Hinsicht eine marktgerechte Ab- und Verrechnung zwischen bei-

den Gesellschaften erfolgt. 

7. Demnach  ist  der  Rekurs  teilweise  gutzuheissen.  Festzuhalten  ist,  dass  die 

X-T in der Steuerperiode 2002 (1.1. - 31.12.) im Kanton Zürich nicht der unbeschränk-

ten Steuerhoheit untersteht. Hingegen wird es Sache der kantonalen Steuerverwaltung 

sein  abzuklären,  ob  die  Gesellschaft  in  dieser  Periode  qua  Betriebsstätte  im  Kanton 

beschränkt steuerpflichtig sei.  

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  anteilsmässig  zu  verle-

gen, wobei der Rekursgegner sie mehrheitlich zu tragen hat (§ 151 Abs. 1 StG). Der X-

T  steht  eine – allerdings  reduzierte – angemessene  Parteientschädigung  zu  (§ 151 

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i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959/8. Juni 

1997). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass die Rekurrentin 

in  der  Steuerperiode  2002  (1.1. -  31.12.)  nicht  der  unbeschränkten  Steuerhoheit 

des  Kantons  Zürich  untersteht.  Das  Geschäft  wird  im  Sinn  der  Erwägungen  zur 

weiteren  Untersuchung  und  zum  Neuentscheid  an  das  kantonale  Steueramt  

zurückgewiesen. 

[…] 

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