# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 627cca6a-e5d2-5d66-8b10-d0552300c17f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.02.2022 200 2021 841
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-841_2022-02-10.pdf

## Full Text

200 21 841 ALV
KNB/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. Februar 2022

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch B.________ AG, C.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 9. November 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2022, ALV/21/841, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit dem 1. Februar 2007 bei der D.________ AG (Arbeitgeberin) als 
.../D.________ AG angestellt (Akten des Amtes für Arbeitslosenversiche-
rung des Kantons Bern, Arbeitslosenkasse [AVA bzw. Beschwerdegegner], 
Antwortbeilage [AB] 179 Ziff. 16, 184-186). Die Arbeitgeberin kündigte die-
ses Arbeitsverhältnis am 18. März 2021 per 30. Juni 2021 unter gleichzeiti-
ger Freistellung des Versicherten (AB 182-183). Am 1. Juni 2021 stellte der 
Versicherte einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (AB 178-181). Mit 
Schreiben vom 4. Juni 2021 (AB 156-157) forderte das AVA die Arbeitge-
berin auf, Angaben zum Kündigungsgrund zu machen, was sie mit E-Mail 
vom 21. Juni 2021 (AB 134, 140-148) tat. Daraufhin gab das AVA dem 
Versicherten mit Schreiben vom 22. Juni 2021 (AB 138-139) Gelegenheit, 
sich ebenfalls zum Kündigungsgrund resp. zur allfälligen selbstverschulde-
ten Arbeitslosigkeit zu äussern, wovon dieser am 23. Juni 2021 Gebrauch 
machte (AB 113-115). Mit Verfügung vom 25. Juni 2021 (AB 110-112) stell-
te das AVA den Versicherten wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 
36 Tage ab dem 1. Juli 2021 in der Anspruchsberechtigung ein. Die dage-
gen erhobene Einsprache (AB 69-75, 100-101) wies das AVA mit Ent-
scheid vom 9. November 2021 (AB 43-49) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, 
Rechtsanwältin C.________, mit Eingabe vom 3. Dezember 2021 Be-
schwerde und beantragte, dass in Aufhebung des Einspracheentscheides 
vom 9. November 2021 die Einstelltage wegen selbstverschuldeter Arbeits-
losigkeit ersatzlos aufzuheben seien; dies unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen.

Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerdeantwort vom 23. Dezem-
ber 2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2022, ALV/21/841, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 9. Novem-
ber 2021 (AB 43-49). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner 
den Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
im Umfang von 36 Tagen ab dem 1. Juli 2021 in der Anspruchsberechti-
gung eingestellt hat. 

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 36 Tagen und einem 
Taggeld von Fr. 346.05 (vgl. AB 93) bzw. Fr. 373.85 (vgl. AB 39, 50, 65, 

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68) unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die ein-
zelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG sind Versicherte in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos sind. Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als 
selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, 
insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem 
Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat 
(Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a 
AVIV setzt jedoch keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen 
Gründen gemäss Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 OR voraus. Es genügt, dass 
das allgemeine Verhalten Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben 
hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen 
haben. Mithin gehören dazu auch charakterliche Eigenschaften im weiteren 
Sinne, die den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin für den Betrieb als 
untragbar erscheinen lassen (BGE 112 V 242 E. 1 S. 244; ARV 2016 S. 60 
E. 5; SVR 2006 ALV Nr. 15 S. 51 E. 1). 

2.2 Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt 
dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der 
Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in 
einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren 
Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die 
Haftung nicht übernimmt. Dieses Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des 
Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) 
über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit 
vorsätzlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz genügt. Folglich reicht es 
aus, dass das allgemeine Verhalten am Arbeitsplatz aus sachlich 

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gerechtfertigten Gründen vom Arbeitgeber missbilligt wurde und die 
versicherte Person trotz Wissens um diese Missbilligung ihr Verhalten nicht 
geändert hat, womit sie dem Arbeitgeber Anlass zur Kündigung gab bzw. 
eine solche in Kauf nahm. Ausschlaggebend ist, ob die versicherte Person 
wissen konnte und musste, dass sie durch ihr Handeln womöglich eine 
Kündigung bewirkt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. 
November 2007, 8C_466/2007, E. 3.1; ARV 2016 S. 60 E. 5).

2.3 Eine versicherte Person kann nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in der 
Anspruchsberechtigung nur eingestellt werden, wenn das ihr zur Last ge-
legte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststeht. Anders ausge-
drückt darf nicht einzig auf die Aussagen des Arbeitgebers zu den Umstän-
den der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, 
insbesondere nicht, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizi-
en gestützt werden (BGE 112 V 242 E. 1 S. 245; ARV 1999 S. 39 E. 7b). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten 
ist, dass die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2021 mit der 
Begründung, der Beschwerdeführer habe zweifach gegen den 
Verhaltenskodex – und damit gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten – 
verstossen (vgl. AB 182-183), auflöste. Gestützt darauf stellte der 
Beschwerdegegner den Beschwerdeführer für 36 Tage in der 
Anspruchsberechtigung ein, da er die Arbeitslosigkeit selber verschuldet 
habe (AB 43-49, 110-112).

3.2 Gemäss der Aktennotiz „Verwarnung mit Androhung von 
arbeitsrechtlichen Folgen von A.________, ..., D.________ AG“ vom 
17. Februar 2021 (AB 147-148) – vom Beschwerdeführer am 18. Februar 
2021 vorbehaltlos unterzeichnet (vgl. E. 3.3.1 hiernach) – fand am 
17. August 2020 ein Gespräch zwischen dem Beschwerdeführer und der 
HR Geschäftspartnerin sowie dem Leiter „...“ statt, anlässlich welchem es 
zu einer Verwarnung mit Androhung von arbeitsrechtlichen Folgen 
gekommen sei. Dabei umfasste die Verwarnung im Kern drei – vom 
Beschwerdeführer am 18. Februar 2021 unwidersprochen gebliebene – 

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Verstösse gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten bzw. gegen den 
Verhaltenskodex: Nichtmelden bzw. zu spätes Melden einer 
meldepflichtigen Nebenbeschäftigung, eine illegale Tätigkeit als ... ohne 
entsprechende Bewilligung und einen Verstoss gegen das 
Konkurrenzverbot und damit gegen die Sorgfalts- und Treuepflicht durch 
den Firmenzweck der durch den Beschwerdeführer gegründeten GmbH. 
Unter Zielsetzungen an den Mitarbeiter wurde aufgeführt, dass die am 
12. Mai 2020 (vorerst) bewilligte Nebentätigkeit als Mitinhaber der 
E.________ GmbH als nicht bewilligt gelte und eine sofortige Sistierung 
sämtlicher Geschäftstätigkeiten im Zusammenhang mit E.________ 
erwartet werde. Eine erneute Prüfung der Bewilligung der Nebentätigkeit 
setze einerseits eine Bewilligung als ... und andererseits die Änderung des 
Gesellschaftszwecks voraus. Seit dem 9. November 2020 liege die 
definitive Aktennotiz unter Würdigung der Stellungnahme des 
Beschwerdeführers (AB 114-115) vor. Die Verstösse gegen den 
Verhaltenskodex würden bestätigt. Die am 17. August 2020 
ausgesprochene Verwarnung behalte ihre Gültigkeit mit einer Laufzeit von 
zwei Jahren, d.h. bis am 16. August 2022. Ferner wurden als 
Konsequenzen unter anderem festgehalten, dass das vorgenannte 
Verhalten des Beschwerdeführers nicht geduldet werde und gegen den 
Verhaltenskodex der Arbeitgeberin verstosse. Sollte sich ein gleiches oder 
ähnliches Verhalten, welches sich gegen den Verhaltenscodex der 
Arbeitgeberin richte, wiederholen, würden arbeitsrechtliche Schritte 
eingeleitet. Der Beschwerdeführer werde (hiermit) verwarnt und 
aufgefordert, sein Verhalten entsprechend dem Verhaltenscodex der 
Arbeitgeberin auszurichten.

3.3

3.3.1 Nachdem der Beschwerdeführer mit E-Mail vom 21. August 2020 
(AB 114-115) gegenüber seiner Arbeitgeberin Stellung zum Gespräch vom 
17. August 2020 (vgl. AB 147-148) genommen und ausgeführt hatte, dass 
er alle drei Vorwürfe anders beurteile und insbesondere die Meldepflicht 
und die Verletzung der Sorgfalts- und Treuepflichtverletzung nicht 
nachvollziehen könne, unterzeichnete er dennoch unbestrittenermassen 
am 18. Februar 2021 ohne weiteres die Aktennotiz „Verwarnung mit 

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Androhung von arbeitsrechtlichen Folgen von A.________, ..., D.________ 
AG“ vom Vortag (d.h. vom 17. Februar 2021; AB 147-148), welche explizit 
unter Hinweis resp. in Würdigung der Stellungnahme des 
Beschwerdeführers (AB 114-115) verfasst worden war. Mit der 
vorbehaltlosen Unterzeichnung dieser Aktennotiz anerkannte der 
Beschwerdeführer den Vorwurf des Verstosses gegen den 
Verhaltenskodex (vgl. hierzu auch „Der Verhaltenskodex der D.________ 
AG; Grundlage für unser Handeln“ [abrufbar unter: <www. ... .pdf>] und 
„Leitfaden D.________ AG; Ergänzung zum Verhaltenskodex“ [abrufbar 
unter: <www. ... .pdf>; nachfolgend Leitfaden Verhaltenskodex]) bzw. die 
arbeitsvertraglichen Pflichten. Mithin war es ihm, anders als 
beschwerdeweise vorgebracht (Beschwerde S. 3 Ziff. 3), nicht gelungen, 
die durch die ehemalige Arbeitgeberin an ihn gerichteten Vorwürfe zu 
entkräften, so dass als erstellt gilt, dass die ehemalige Arbeitgeberin die 
erwähnte Verwarnung zu Recht ausgesprochen hatte. Daran vermag auch 
der durch den Beschwerdeführer eingereichte Chatverlauf (Akten des 
Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 7) nichts zu ändern. Denn die 
Vorgesetzte nahm lediglich zur Kenntnis, dass sich der Beschwerdeführer 
aktuell im Eröffnungsprozess einer „GmbH für E.________“ befinde, ohne 
dies zu irgendeinem Zeitpunkt zu bewilligen. Folglich konnte er 
diesbezüglich nicht von einer Bewilligung ausgehen. Zudem hielt der 
Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 21. August 2020 (AB 114-
115) ausdrücklich fest, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, dass er die 
Nebenbeschäftigung bereits zum Zeitpunkt (gemeint sei der 1. November 
2019) seines ersten proaktiven Hinweises an die D.________-Leitung über 
das Vorhaben, die Existenz und den „Betrieb von E.________“ über das 
HR-Tool hätte melden müssen. Mithin anerkennt er grundsätzlich, dass er 
bei der von ihm in seiner Position zu erwartenden Achtsamkeit seine 
Nebenbeschäftigung von Anfang an hätte melden müssen. Dass ein 
Arbeitgeber die Ausübung einer Nebenbeschäftigung von einer 
vorgängigen Bewilligung abhängig macht, ist denn auch durchaus üblich 
und zulässig (vgl. Art. 321a des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 be-
treffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter 
Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220]; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Ar-
beitsvertrag, 7. Aufl. 2012, Art. 321a N. 10 f.). Durch die Unterzeichnung 
der Aktennotiz am 18. Februar 2021 (AB 147-148) mussten dem 

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Beschwerdeführer schliesslich die arbeitsrechtlichen Konsequenzen 
allfälliger weiterer Verstösse gegen den Verhaltenskodex bzw. gegen die 
arbeitsvertraglichen Pflichten klar gewesen sein. 

3.3.2 Die ehemalige Arbeitgeberin begründete die Kündigung denn auch 
mit einem zweifachen, d.h. einem erneuten Verstoss gegen den 
Verhaltenskodex bzw. die arbeitsvertraglichen Pflichten, indem sie am 
2. März 2021 habe feststellen müssen, dass der Beschwerdeführer seine ... 
bei Drittpersonen nicht offengelegt habe (AB 134), was vom 
Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten wird. Vielmehr macht er 
geltend, es sei ihm (auch diesbezüglich) nicht bewusst gewesen, dass 
auch ... bei Drittanbietern unter die Deklarationspflicht fallen (vgl. AB 113, 
Beschwerde S. 4 Ziff. 4). In dieser Hinsicht kann ihm jedoch (ebenfalls) 
nicht gefolgt werden. Denn im Einzelarbeitsvertrag vom 14. Mai 2020 
(AB 184-186) wurde explizit auf eine (allfällige) Offenlegungspflicht im 
Zusammenhang mit Mitarbeitergeschäften hingewiesen (vgl. hierzu auch 
Leitfaden Verhaltenskodex S. 22 ff.). Mit einem Mindestmass an 
Aufmerksamkeit hätte sich der in der ... tätige Beschwerdeführer somit 
vorgängig, d.h. vor Erwerb und Geschäften mit ..., bei den Vorgesetzten 
informieren müssen, ob diesbezüglich eine Deklarationspflicht bestehe. 
Dies umso mehr als er nach dem Gespräch vom 17. August 2020 um die 
Möglichkeit wissen musste, bei einem erneuten Verstoss gegen seine 
Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis die Kündigung zu bewirken (vgl. hierzu 
auch Leitfaden Verhaltenskodex S. 38), waren ihm doch arbeitsrechtliche 
Schritte angedroht worden (vgl. AB 147-148). Durch sein Verhalten nahm 
der Beschwerdeführer eine Kündigung zumindest in Kauf (vgl. E. 2.2 
hiervor). Insofern er unter Hinweis auf einen Chatverlauf mit einem 
ehemaligen Arbeitskollegen (BB 9) vorbringt, andere Mitarbeiter hätten 
bezüglich Offenlegung von ... keine Sanktionen oder Rückmeldungen 
erhalten (vgl. auch AB 113), ist dies vorliegend nicht von Bedeutung, da 
einzig die Umstände betreffend den bereits verwarnten Beschwerdeführer 
von Relevanz sind. 

3.3.3 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, der 
Beschwerdegegner habe seine Abklärungspflicht verletzt (Beschwerde S. 4 
Ziff. 5), ist ihm entgegen zu halten, dass der Beschwerdegegner bei der 

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ehemaligen Arbeitgeberin nachgefragt hatte, ob die Stelle des 
Beschwerdeführers ersetzt worden sei, was bejahte wurde (AB 134). In 
tatsächlicher Hinsicht bestreitet er denn auch die Neubesetzung seiner 
ehemaligen Stelle nicht (Beschwerde S. 4 Ziff. 5). Vielmehr bringt er vor, im 
Nachgang hierzu sei die betreffende untergeordnete Stelle „nicht 
nachbesetzt“ worden (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 5). Dies betrifft jedoch nicht 
die vorliegend einzig interessierende (ehemalige) Stelle des 
Beschwerdeführers. Mithin ist der Beschwerdegegner seiner 
Abklärungspflicht genügend nachgekommen.

3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
durch sein Verhalten der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses gab. Er nahm durch sein Verhalten – trotz vorgängiger 
Verwarnung – eine Kündigung zumindest in Kauf, zumal ihm 
arbeitsrechtliche Massnahmen bei einem erneuten Verstoss angedroht 
worden waren (vgl. AB 147-148). Folglich wurde der Beschwerdeführer 
vom Grundsatz her zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
i.S.v. Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. E. 2.1 hiervor) in der 
Anspruchsberechtigung eingestellt.

4.

Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 36 
Einstelltagen.

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des 
Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 
das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 
141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage 
bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt 
nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der 
Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG). 

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Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.2 Bei der mit Verfügung vom 25. Juni 2021 (AB 110-112) und mit Ein-
spracheentscheid vom 9. November 2021 (AB 43-49) bestätigten Einstell-
dauer von 36 Tagen geht der Beschwerdegegner von einem schweren 
Verschulden im unteren Bereich des Sanktionsrahmens von Art. 44 Abs. 1 
lit. a i.V.m. Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV aus (vgl. auch Einstellraster gemäss 
AVIG-Praxis ALE Rz. D75 1.B; abrufbar unter <www.arbeit.swiss>; zur 
Verbindlichkeit von Verwaltungsweisungen für das Gericht vgl. BGE 146 V 
224 E. 4.4.2 S. 228, 132 V 121 E. 4.4 S. 125) und trägt den Umständen 
angemessen Rechnung. Denn wenn – wie hier – trotz vorgängiger Verwar-
nung i.S.v. Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV klar gegen eine arbeitsvertragliche 
Pflicht verstossen wird, liegt ein schweres Verschulden gemäss Art. 45 
Abs. 3 lit. c AVIV vor. Es besteht kein triftiger Grund, in das Ermessen der 
Verwaltung einzugreifen (vgl. E. 4.1 hiervor). Vielmehr ist die verfügte Ein-
stelldauer von 36 Tagen zu bestätigen.

5.

Nach dem Dargelegten ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
sowohl in grundsätzlicher als auch in masslicher Hinsicht nicht zu bean-
standen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

http://www.arbeit.swiss

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6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.