# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbe0ecb2-559e-5dc1-ba48-cfacc623d11a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.05.2024 SK.2024.7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2024-7_2024-05-29.pdf

## Full Text

Urteil vom 29. Mai 2024 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Sylvia Frei, Vorsitz 
Stefan Heimgartner und Stephan Zenger, 
Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 
Staatsanwalt des Bundes Kaspar Bünger 
 
und 
 
als Privatklägerschaft: 
 
ZEITUNGSVERLAG B., vertreten durch 
Generaldirektor C. 
 

 gegen 
 

  A., syrischer Staatsangehöriger, amtlich verteidigt durch 
Rechtsanwalt Martin Gärtl 
 

Gegenstand  Verfahren bei einer schuldunfähigen Person, 
versuchte Nötigung, Anordnung einer stationären 
therapeutischen Massnahme, Landesverweisung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2024.7 

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SK.2024.7 

Anträge der Bundesanwaltschaft 

1. Für A. sei eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen (Art. 59 Abs. 1 StGB). 
 
2. A. sei für die Dauer von 10 Jahren des Landes zu verweisen (Art. 66abis StGB). 
 
3. Für den Vollzug des Urteils sei der Kanton Aargau als zuständig zu erklären (Art. 74 

Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 StPO). 
 
4. Von den auferlegbaren Verfahrenskosten sei A. ein Anteil in gerichtlich zu bestim-

mender Höhe aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
5. Die Beschlagnahme des Asservates 27812 (Laptop-Computer Modell […], Serien-Nr. […]) 

sei aufzuheben und nach Löschung sämtlicher darauf befindlicher Daten an A. zu-
rückzugeben. Mit dem Vollzug sei die Bundeskriminalpolizei zu beauftragen. 

 
6. Das Asservat 27813 (1 blaues Heft und lose A4 beschriftet in arabischer Schrift) sei 

einzuziehen und zu vernichten. 
 
7. Das Asservat 15805 (Brauner Papiersack «[…]» mit diversen Handnotizen) sei ein-

zuziehen und zu vernichten (Art. 69 StGB). 
 
8. Die amtlichen Verteidiger von A., Rechtsanwälte Martin Gärtl und E., seien in gericht-

lich zu bestimmender Höhe zu entschädigen (Art. 135 Abs. 2 StPO), unter Anrech-
nung bereits geleisteter Akontozahlungen. 

 
9. A. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 

in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 426 Abs. 1 
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Anträge der Privatklägerin 

A. sei schuldig zu sprechen (sinngemäss: BA 05-02-0018, -0021). 

Anträge der Verteidigung 

I. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte, A., den Tatbestand der versuchten Nöti-
gung, begangen am 2. Januar 2023, in schuldunfähigem Zustand (Art. 19 Abs. 1 
StGB) erfüllt hat. 

 
II. Es sei für A. eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB anzuordnen und A. sei 

unverzüglich aus der Sicherheitshaft zu entlassen. 
 

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III. Auf die Anordnung einer nicht obligatorischen Landesverweisung sei zu verzichten. 
 
IV. Die Verfahrenskosten seien dem Bund aufzuerlegen (Art. 419 StPO). 
 
V. Das Honorar der Verteidigung des Beschuldigten, A., sei gemäss separat eingereich-

ter Honorarnote gerichtlich festzusetzen. 
 
VI. Der Privatklägerschaft sei keine Parteientschädigung zuzusprechen. 
 
VII. Die beschlagnahmten Gegenstände (Ziff. III. der Anklageschrift) seien dem Beschul-

digten wieder herauszugeben. 
 
VIII. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils und der erhobenen erken-

nungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen. 
 

Prozessgeschichte: 

A. Am 1. Februar 2023 eröffnete die Bundesanwaltschaft gestützt auf ein Ersuchen 
um stellvertretende Strafverfolgung des französischen Justizministeriums vom 
10. Januar 2023 sowie auf einen Amtsbericht des Nachrichtendienstes des Bun-
des (nachfolgend: NDB) vom 12. Januar 2023 ein Strafverfahren gegen A. (nach-
folgend: Beschuldigter) wegen Verdachts der Beteiligung an bzw. Unterstützung 
einer terroristischen Organisation (Art. 260ter StGB), der Widerhandlung gegen 
Art. 2 des Bundesgesetzes vom 12. Dezember 2014 über das Verbot der Grup-
pierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-
nen (SR 122; nachfolgend Al-Qaïda/IS-Gesetz) sowie Drohung (Art. 180 StGB) 
(BA 01-01-0001; 05-01-0001, -0006; 05-02-0007). Es bestand der Verdacht, der 
Beschuldigte habe am 2. Januar 2023 im Rahmen von Unterstützungstätigkeiten 
für die verbotene terroristische Gruppierung «Islamischer Staat» (nachfolgend: 
IS) oder für eine mit dieser verwandten Organisation per E-Mail der Redaktion 
des französischen Satire-Magazins D. gedroht, er oder andere Muslime würden 
jede Person umbringen, die eine Karikatur des Propheten Mohammed zeichnen 
würde. 

B. Gleichentags ordnete die Bundesanwaltschaft die Verhaftung des Beschuldigten, 
eine Durchsuchung seines Domizils, seine erkennungsdienstliche Erfassung und 
die Auswertung seines DNA-Profils an. Die Zwangsmassnahmen wurden noch 
am selben Tag durch die Bundeskriminalpolizei (nachfolgend: BKP) vollzogen. 
Am 27. Februar 2023 wurde in der Haftzelle des Beschuldigten im Regionalge-
fängnis Bern eine Durchsuchung durchgeführt und weitere Gegenstände sicher-
gestellt (BA 06-01-01-0001 ff.; 08-01-0001 ff.; 08-02-001 ff.; 10-01-207 ff.; 17-01-
0001 f.). 

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C. Am 6. Februar 2023 beauftragte die Bundesanwaltschaft die Psychiatrische Uni-
versitätsklinik Zürich mit der Erstellung einer forensischen Risikoeinschätzung 
bezüglich der vom Beschuldigten ausgehenden Selbst- und Fremdgefährdung. 
Mit Datum vom 28. März 2023 wurde ein forensisch-psychologischer Befundbe-
richt erstellt (BA 11-01-0001, -0007; 11-01-0020, -0049). Am 28. September 2023 
erstellte die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich im Auftrag der Bundesan-
waltschaft ein forensisch-psychiatrisches Gutachten unter anderem zur Frage 
der Schuldfähigkeit des Beschuldigten (BA 11-01-0082, -0136). 

D. Die Bundesanwaltschaft dehnte das Strafverfahren mit Verfügung vom 22. De-
zember 2023 auf den Tatbestand der versuchten Nötigung (Art. 181 StGB i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB) aus (BA 01-02-0001). 

E. Mit Verfügung vom 26. Januar 2024 stellte die Bundesanwaltschaft das Verfah-
ren gegen den Beschuldigten betreffend die anfänglich unter Verdacht stehen-
den Unterstützungshandlungen zugunsten einer terroristischen Gruppierung 
bzw. Organisation teilweise ein. Der Sachverhaltskomplex betreffend die mut-
masslichen Morddrohungen gegenüber den Redaktionsmitgliedern des französi-
schen Satire-Magazins D. blieb von der Teileinstellungsverfügung unberührt 
(BA 03-00-0005, -0011). 

F. Der Beschuldigte befand sich vom 4. Februar 2023 bis 11. Februar 2024 in Un-
tersuchungshaft. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons 
Bern vom 12. Februar 2024 wurde auf Antrag der Bundesanwaltschaft die Si-
cherheitshaft angeordnet und der Beschuldigte wegen Fluchtgefahr bis am 2. Mai 
2024 in Sicherheitshaft versetzt. Auf Gesuch der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts verlängerte das Zwangsmassnahmengericht mit Entscheid vom 24. April 
2024 die Sicherheitshaft wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr bis zur ange-
setzten Hauptverhandlung vom 29. Mai 2024. Der Beschuldigte befand sich ins-
gesamt rund 9½ Monate (erstmals am 7. März 2023) in Einzelhaft (BA 06-01-01-
0072 ff.). 

G. Die Bundesanwaltschaft reichte am 2. Februar 2024 im Strafverfahren gegen den 
Beschuldigten wegen versuchter Nötigung die Anklageschrift im Sinne eines An-
trags auf Anordnung einer Massnahme im Verfahren bei einer schuldunfähigen 
Person bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ein. 

H. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte die Strafkammer von Amtes wegen die 
erforderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen 
des Beschuldigten (Strafregisterauszug, Steuerunterlagen, Betreibungsregister-
auszug), Führungsberichte von Haftanstalten und Unterlagen über den Aufent-
haltsstatus ein (TPF 7.231.1.001 ff.; 7.231.2.001 ff.; 7.231.3.001 ff.; 7.231.7.001 ff.; 
7.262.1.001). 

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I. Die Hauptverhandlung fand am 29. Mai 2024 vor der Strafkammer in Anwesen-
heit der Bundesanwaltschaft sowie des Beschuldigten und seines Verteidigers 
am Sitz des Bundesstrafgerichts statt (TPF 7.720.001, -011). Die Privatkläger-
schaft verzichtete auf eine Teilnahme. Das Urteil wurde gleichentags eröffnet. Im 
Anschluss an die Urteilseröffnung wurde der vorzeitige Massnahmenantritt be-
willigt und die Sicherheits- und Einzelhaft bis zum 28. August 2024 verlängert 
(TPF 7.912.2.004; 7.912.3.001 ff.). 

J. Am 7. Juni 2024 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen das Urteil 
an (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO). 

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 3 aAl-Qaïda/IS-Ge-
setz die strafbaren Handlungen gemäss diesem Gesetz. Gemäss Art. 24 Abs. 1 
StPO unterstehen der Bundesgerichtsbarkeit zudem Handlungen nach Art. 260ter 
StGB, wenn die strafbaren Handlungen zu einem wesentlichen Teil im Ausland 
begangen worden sind (lit. a) oder wenn sie in mehreren Kantonen begangen 
worden sind und dabei kein eindeutiger Schwerpunkt in einem Kanton besteht 
(lit. b). Vorliegend hat sich der Verdacht auf Unterstützungsaktivitäten zugunsten 
einer terroristischen Organisation bzw. Gruppierung entsprechend den genann-
ten Tatbeständen nicht erhärtet. Für die Beurteilung des Tatbestands der Nöti-
gung bestünde grundsätzlich kantonale Gerichtsbarkeit (Art. 22 StPO). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 133 IV 235 E. 7.1; 132 IV 89 
E. 2) darf die Strafkammer des Bundesstrafgericht ihre (sachliche) Zuständigkeit 
nur verneinen, wenn diese von der Bundesanwaltschaft in missbräuchlicher 
Weise und in Verletzung ihres Ermessens geltend gemacht wurde. Dies ist vor-
liegend nicht der Fall. Es bestand ein hinreichender Anfangsverdacht auf besagte 
Unterstützungstätigkeiten, welcher sich auf erhebliche und konkrete Hinweise 
stützte (siehe E. 2.1). Die im Vorverfahren begründete Bundeszuständigkeit 
bleibt daher bestehen. Für das dem Beschuldigten zur Last gelegte Delikt der 
(versuchten) Nötigung besteht die sachliche Zuständigkeit aufgrund der Verfü-
gung der Bundesanwaltschaft vom 22. Dezember 2023 (vgl. Lit. D.). Demnach 
ist die Bundesgerichtsbarkeit gegeben. 

1.2 Die internationale Zuständigkeit der schweizerischen Strafbehörden ergibt sich 
originär aus Art. 3 ff. StGB. Primärer Anknüpfungspunkt bildet das Territorialitäts-
prinzip (BGE 121 IV 145 E. 2b/bb). Nach Art. 3 Abs. 1 StGB ist dem Strafgesetz-
buch unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder Vergehen begeht. Mit 
der Verankerung des Ubiquitätsprinzips in Art. 8 StGB öffnet sich der Anwendungs-

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bereich des Strafgesetzbuches allerdings auch in Bezug auf Taten mit Ausland-
bezug. Nach Art. 8 Abs. 1 StGB gilt ein Verbrechen oder Vergehen nicht nur als 
da begangen, wo der Täter es ausführt oder pflichtwidrig untätig bleibt (Bege-
hungsort), sondern auch da, wo der Erfolg eingetreten ist (Erfolgsort). Der Ort der 
Begehung einer Nötigung mittels über das Internet versandter Nachrichten ist der 
Ort, an dem diese versandt wurden (Beschluss des Obergerichts des Kantons 
Zürich, III. Strafkammer, UE210385 vom 14. Juni 2022 E. II. 1.5). Der Versuch 
gilt nach Art. 8 Abs. 2 StGB als da begangen, wo der Täter ihn ausführt, und da, 
wo nach seiner Vorstellung der Erfolg hätte eintreten sollen. 

Laut Anklage habe der Beschuldigte am 2. Januar 2023 von der Schweiz aus 
versucht, die Redaktion der Satire-Zeitschrift D. in Paris mittels Eintrags auf de-
ren Internetseite und versandter Nachrichten via Facebook zu nötigen, etwas zu 
unterlassen (siehe E. 3.1). Die Schweizerische Zuständigkeit ergibt sich aus dem 
mutmasslichen Begehungsort in der Schweiz. 

1.3 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer ergibt sich aus Art. 19 
Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Orga-
nisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

1.4 Verwertbarkeit der schriftlichen Aussagen 

1.4.1 Der Verteidiger wandte anlässlich der Hauptverhandlung ein, er habe in Bezug 
auf die schriftlichen Aussagen von C., Vertreter der Privatklägerin, vom 24. Juli 
2023 kein Fragerecht gehabt (TPF 7.721.023). Es sei somit fraglich, ob der 
schriftliche Bericht (Art. 145 StPO) verwertbar sei. 

1.4.2 Gemäss Art. 6 Ziff. 2 lit. d EMRK hat die beschuldigte Person als Teilgehalt des 
Rechts auf ein faires Verfahren Anspruch darauf, den Belastungszeugen Fragen 
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 
E. 4.2.2). Dieser Anspruch ist ein besonderer Aspekt des rechtlichen Gehörs 
(Art. 29 Abs. 2 BV) und auch durch Art. 32 Abs. 2 BV geschützt (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1394/2020 vom 13. Dezember 2021 E. 1.2.1; BGE 131 I 476 
E. 2.2; 129 I 151 E. 3.1). Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur 
verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal während des Ver-
fahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zwei-
fel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 4.2.2 m.w.H.). Dieselben 
Rechtsgarantien hat die beschuldigte Peron bei Einvernahmen von Auskunfts-
personen. 

Auf die Teilnahme resp. das Konfrontationsrecht kann vorgängig oder auch im 
Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet werden, wobei der Ver-
zicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger ausgehen kann. Der 

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Beschuldigte kann den Behörden nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich 
nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu ha-
ben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge 
zu stellen (Urteile des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 
E. 4.2.2 m.w.H.; 6B_1394/2020 vom 13. Dezember 2021 E. 1.2.2; BGE 143 IV 
397 E. 3.3.1). 

1.4.3 Nachdem die geplante Einvernahme des in Paris wohnhaften Generaldirektors 
der Zeitschrift D., Vertreter der Privatklägerin, durch die Bundesanwaltschaft am 
27. Juni 2023 vor Ort in Bern nicht durchgeführt werden konnte, holte sie aus 
organisatorischen und Effizienzgründen von ihm einen schriftlichen Bericht im 
Sinne von Art. 145 StPO ein (BA 12-01-0003; 15-04-0001; TPF 7.720.009). Die 
Verteidigung war mit diesem Vorgehen einverstanden. Auf Einladung der Bundes-
anwaltschaft hin hat sie darauf verzichtet, allfällige Ergänzungsfragen an den 
Vertreter der Privatklägerin in seiner Funktion als Auskunftsperson zu stellen 
(BA 16-01-0055 f.). Sie hat auch keine Konfrontationseinvernahme in Bern oder 
eine rechtshilfeweise Einvernahme in Paris beantragt. 

1.4.4 Eine Konfrontationseinvernahme mit der Auskunftsperson wurde keine durchge-
führt. Der Verteidigung wurde allerdings bei der Einholung des Berichts das 
rechtliche Gehör in Form eines Fragerechts gewährt (BA 16-01-0055 f.). Nach-
dem die Verteidigung im Rahmen der schriftlichen Befragung auf Ergänzungs-
fragen verzichtete und auch keine Durchführung einer Konfrontationseinver-
nahme verlangte, ist von einem Verzicht auf das Konfrontationsrecht auszuge-
hen. Es liegt somit keine Verletzung des Konfrontationsanspruchs und infolge-
dessen auch kein daraus abgeleitetes Verwertungsverbot vor. 

2. Anklagerelevante Vorbemerkungen 

2.1 Ausgangslage bei Eröffnung der Strafuntersuchung 

Laut Anklage soll die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat vornehmlich einen 
ideologischen Hintergrund haben. Zum besseren Verständnis des Tatmotivs 
bzw. der Tathintergründe ist daher einleitend die Ausgangslage bei Eröffnung der 
Strafuntersuchung aufzuzeigen: 

Am 12. Januar 2023 übermittelte der NDB der Bundesanwaltschaft einen Amts-
bericht über den Beschuldigten. Der NDB machte auf Äusserungen des Beschul-
digten aus Social-Media Plattformen aufmerksam, die so gedeutet werden konn-
ten, dass er eine salafistisch-dschihadistische Gesinnung vertritt und eventuell 
die Absicht hegt, sich in Syrien einer dschihadistischen Gruppierung anzuschlies-
sen. Die Ermittlungen des NDB ergaben, dass sich der Beschuldigte ab Novem-
ber 2021 vermehrt in den sozialen Medien mit teils radikal-islamistischem Gehalt 
positionierte. Äusserungen des Beschuldigten in den sozialen Medien vor der Tat 

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liessen darauf schliessen, dass er nicht nur eine ausgeprägt anti-westliche Hal-
tung vertritt, sondern auch der salafistisch-dschihadistischen Ideologie nach-
lebte, die namentlich die Errichtung eines weltumspannenden Kalifats durch die 
kombattante Eroberung von Territorium propagiert, welches aus seiner Sicht 
durch Un- resp. Andersgläubige kontrolliert wird. Der Beschuldige propagierte in 
seinen Posts mehrere Male als Mittel zum Zweck den bewaffneten Kampf gegen 
die Ungläubigen der westlichen Welt. 

Zu Beginn der Ermittlungen bestand für die Ermittlungsbehörden aufgrund der 
vom Beschuldigten in den sozialen Medien geposteten Texte eine gewisse Un-
sicherheit betreffend die Zuordnung des Beschuldigten zum IS oder zu einer mit 
dieser verwandten Organisation. In gewissen Beiträgen in den sozialen Medien 
schien sich der Beschuldigte vom IS zu distanzieren. Andererseits machte es den 
Anschein, als habe er zeitweise sein Facebook-Accout unter dem Namen eines 
IS-Exponenten geführt. Da die im Amtsbericht des NDB enthaltenen Verdachts-
elemente nicht wirklich eindeutig waren, beauftragte die Bundesanwaltschaft zur 
weiteren Abklärung der Verdachtslage vor Eröffnung eines allfälligen Strafver-
fahrens am 31. Januar 2023 die BKP damit, ergänzende polizeiliche Vorermitt-
lungen zum Beschuldigten durchzuführen, insbesondere zu dessen Online-Akti-
vitäten. 

Am selben Tag, an welchem die Bundesanwaltschaft den Ermittlungsauftrag an 
die BKP erteilt hatte, übermittelte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend: BJ) der 
Bundesanwaltschaft im vorliegenden Kontext ein Strafübernahmebegehren der 
französischen Behörden. Laut Rechtshilfeersuchen habe eine Person, welche 
als A. in der Schweiz habe identifiziert werden können, am 2. Januar 2023 per 
E-Mail der Redaktion der Satire-Zeitschrift D. gedroht, deren Zeichner umzubrin-
gen, sollte sie weitere Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed ver-
öffentlichen. Die französische Behörde wies darauf hin, dass es gewisse Bezüge 
des Facebook-Profils von A. zur terroristischen Organisation IS gebe.  

Mit dem Rechtshilfeersuchen änderte sich die Ausgangslage für die Bundesan-
waltschaft grundlegend. In Anbetracht der zusätzlich gewonnenen Erkenntnisse 
erachtete die Bundesanwaltschaft einen hinreichenden Tatverdacht gegeben, 
dass die mutmasslich vom Beschuldigten geäusserte Drohung gegenüber der 
Redaktion des französischen Satire-Magazins D. im Rahmen von Unterstüt-
zungstätigkeiten für die verbotene terroristische Gruppierung IS oder für eine mit 
dieser verwandten Organisation erfolgte. Ausserdem stand sie nach damaligem 
Ermittlungsstand im Kontext mit dem dschihadistisch motivierten terroristischen 
Anschlag am 7. Oktober 2015 auf deren Redaktionsräume, bei welchem zwei 
Attentäter zwölf Personen töteten. 

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Am 1. Februar 2023 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung 
gegen den Beschuldigten. Im Zuge der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht 
der Urheberschaft des Beschuldigten bezüglich des an die Zeitschrift D. gesand-
ten E-Mails. Der Beschuldigte wies in der Hafteinvernahme vom 1. Februar 2023 
indes den Vorwurf, ein Unterstützter des IS zu sein, von sich. Er bekannte sich 
aber zu seinen Äusserungen in den sozialen Medien (siehe E. 6.2.1.4), mit denen 
er seiner Befürwortung der salafistischen-dschihadistischen Ideologie Ausdruck 
verliehen wollte. Nicht erhärten liess sich allerdings der Verdacht, der Beschul-
digte habe dabei in Unterstützung einer verbotenen terroristischen Organisation 
gehandelt oder darüber hinaus Aktivitäten zugunsten einer solchen Organisation 
entfaltet. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger (Computer, Handy) 
brachte keinerlei dahingehenden Indizien hervor. Sie hat namentlich keine Hin-
weise auf Kontakte mit Anhängern des IS oder einschlägige propagandistische 
Inhalte ergeben. Das Verfahren wurde daher in dieser Hinsicht im Vorverfahren 
rechtskräftig eingestellt. 

Aufgrund des Amtsberichts des NDB vom 12. Januar 2023 ist jedoch erstellt, 
dass es sich beim Beschuldigten um einen salafistischen Fundamentalisten han-
delt, welcher der gewaltextremistischen Ideologie des salafistischen Dschihadis-
mus anhängt und eine anti-westliche Gesinnung vertritt (siehe E. 6.2.1.4). Laut 
Einschätzung des NDB gilt der Beschuldigte als unberechenbar und kann auf-
grund seiner ideologischen Gesinnung eine mögliche Bedrohung für die innere 
Sicherheit der Schweiz darstellen (BA 05-01-0006; E. 6.2.1.4). Unklar ist, in wel-
chem Ausmass die geschilderte weltanschauliche Gesinnung einen Zusammen-
hang mit der schweren psychischen Krankheit steht, welche beim Beschuldigten 
gutachterlich diagnostiziert worden ist (siehe E. 2.2; 4.4; BA 11-01-0127). 

2.2 Zur Schuldunfähigkeit 

Aufgrund der klaren und konsistenten Ausführungen von Dr. med. F., Leitender 
Arzt, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie, 
vom 28. September 2023, ist erstellt, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt unter 
einer paranoiden Schizophrenie von schwerem Ausprägungsgrad litt. Die Erkran-
kung hat seine Gedankenwelt verzerrt, die Realitätskontrolle aufgehoben und sei-
ne psychosoziale Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Der Beschuldigte war 
aufgrund der schweren und bislang unbehandelten schizophrenen Erkrankung mit 
hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Stande das Unrecht seiner Tat zu verstehen. 
Der Gutachter kam zum Schluss, dass die Einsichtsfähigkeit aufgehoben war. 
Selbst wenn man, da die Handlungsmotive mangels konkreter Angaben des Be-
schuldigten vage bleiben, von einer abstrakten Unrechtseinsicht ausgehen möch-
te, hat die schwerwiegende psychische Störung seine Steuerungsfähigkeit aus 
psychiatrischer Sicht aufgehoben. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht war der 
Beschuldigte zum Tatzeitpunkt schuldunfähig (BA 11-01-0133 f.). Es liegen keine 
Gründe vor im Rahmen der rechtlichen Würdigung von dieser Einschätzung abzu-

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weichen. Es ist mithin beim Beschuldigten im Tatzeitpunkt von einem Zustand der 
Schundfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB auszugehen. Im Hinblick auf 
die eventuelle Verhängung einer Massnahme bei schuldunfähigen beschuldigten 
Personen (Art. 19 Abs. 3 StGB; Art. 375 StPO) ist nachfolgend gleichwohl die Tat-
bestandsmässigkeit und Rechtswidrigkeit der inkriminierten Handlung zu prüfen. 

3. Versuchte Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) 

3.1 Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 2. Januar 2023 
von der Schweiz aus versucht, die Redaktion der französische Satire-Zeitschrift 
D. in Paris durch Androhung ernstlicher Nachteile zu nötigen, etwas zu unterlas-
sen. Er habe dazu am Tattag um 17.43 Uhr via das Kontaktformular auf der In-
ternetseite der Zeitschrift D. folgende Nachricht abgesetzt: 

«Moi et d’autres musulmans tuerons quinconque dessine / Un vilain dessin et il a dit que c’est le 
Messager Muhammad […] mais nous attendons le bon / moment et la bonne opportunité […] / Je 
suis situé en Suisse très proche / […] G. ok ok ok …/ Je vous conseille de ne pas informer la police 
afin que vous n’ayez pas d’autres problèmes de moi et de mes frères […] / […] G. / The Islam is 
the right religion in all ovr th world, the all anothr religions have alot of wrongs but Islam has not / 
wrongs, be muslem so you will go to paradis after the live for ever, without Islam you will go to Hell 
for ever after the / live / […] [sic]». 

Der Beschuldigte habe im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der be-
schriebenen Nachricht via Facebook drei Nachrichten mit insgesamt praktisch 
identischem Inhalt an das Facebook Account der Zeitschrift D. gesandt. Mit den 
Nachrichten habe er gegenüber den Mitgliedern der Redaktion der Zeitschrift D., 
insbesondere deren Karikaturisten, die Drohung zum Ausdruck gebracht, dass er 
oder andere Glaubensgenossen all jene Personen, welche Karikaturen des islami-
schen Propheten Mohammed zeichnen würden, bei passender Gelegenheit um-
bringen würde. Die von der Zeitschrift D. sehr ernstgenommenen Morddrohungen 
hätten psychologische Auswirkungen auf die Belegschaft gehabt und drei Mitar-
beitende seien nach Bekanntwerden aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen. 
Die Morddrohungen hätten jedoch die Redaktion der Zeitschrift D. und deren He-
rausgeberin nicht veranlasst, an der journalistischen Praxis Änderungen vorzu-
nehmen und von der Veröffentlichung islamkritischer Karikaturen abzusehen. In 
subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte wissentlich und willentlich gehandelt. 
Er habe in der Absicht gehandelt, die Redaktion der Zeitschrift D. dazu zu bewe-
gen, künftig von der Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten 
Mohammed abzusehen. Im Zeitpunkt der Morddrohungen habe er beabsichtigt, 
diese wahrzumachen. Er habe von dieser Umsetzungsabsicht jedoch kurz darauf 
wieder Abstand genommen. 

Der Beschuldigte anerkennt den angeklagten Sachverhalt. 

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3.2 Rechtliches 

3.2.1 Nötigung (Art. 181 StGB) 

Der Nötigung macht sich schuldig, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung 
ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit 
nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden (Art. 181 StGB). Geschütztes 
Rechtsgut ist die Handlungsfreiheit beziehungsweise die Freiheit der Willensbil-
dung und -betätigung des Einzelnen (BGE 129 IV 6 E. 2.1 mit Hinweisen). An-
drohung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach Darstellung des Täters der 
Eintritt des Nachteils als von seinem Willen abhängig erscheint und wenn die 
Androhung geeignet ist, den Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit einzu-
schränken (BGE 120 IV 17 E. 2a/aa). Die Tatbestandsmässigkeit der Nötigung 
indiziert die Rechtswidrigkeit nicht; diese muss vielmehr positiv begründet wer-
den (DELNON/RÜDY, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 181 StGB N. 56 mit 
Hinweisen). Rechtswidrig ist eine Nötigung, wenn das Mittel oder der Zweck un-
erlaubt ist oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhält-
nis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel 
und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 141 
IV 437 E. 3.2.1; BGE 129 IV 6 E. 3.4; TRECHSEL/MONA, Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 181 StGB N. 10). Ob die Be-
schränkung der Handlungsfreiheit anderer eine rechtswidrige Nötigung ist, hängt 
somit vom Mass der Beeinträchtigung, von den dazu verwendeten Mitteln bezie-
hungsweise den damit verfolgten Zwecken ab (BGE 129 IV 262 E. 2.1 mit Hin-
weisen). Ob missbräuchliche oder sittenwidrige Mittel eingesetzt oder rechtsmiss-
bräuchliche Zwecke angestrebt wurden und wie sich diese im Kontext zueinan-
der verhalten, ist immer an der geschützten Freiheit des Betroffenen zu messen 
(DELNON/RÜDY, a. a. O., Art. 181 StGB N. 57). 

Nötigung verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss sich 
auf die Einflussnahme und das abzunötigende Verhalten beziehen. Die Täter-
schaft will den Willen ihres Opfers beugen und es dadurch in dessen rechtlich 
geschützter Freiheit beschränken oder nimmt dies zumindest in Kauf (DEL-
NON/RÜDY, a. a. O., Art. 181 StGB N. 55). 

3.2.2 Versuch 

Der Versuch ist in Art. 22 StGB geregelt. Das Gesetz enthält hierfür keine eigent-
liche Definition. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt Versuch vor, 
wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tat-
entschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerk-
male verwirklicht wären (statt vieler: BGE 140 IV 150 E. 3.4; BGE 131 IV 100 
E. 7.2.1). 

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SK.2024.7 

3.3 Beweiswürdigung und erstellter Sachverhalt 

3.3.1 In der Hafteinvernahme durch die Bundesanwaltschaft vom 2. Februar 2023 gab 
der Beschuldigte auf Vorhalt der inkriminierten E-Mail zu, dass er diese Nachricht 
spontan per E-Mail auf das Kontaktformular der Internetseite der Zeitschrift D. ge-
sandt habe. Zu seinen Motiven befragt gab er an, dass ein Karikaturist eine häss-
liche Zeichnung vom Propheten Mohammed gemacht habe. Mohammed sei der 
Sohn von Allah. Alle Muslime würden sich durch die Karikaturen der Zeitschrift D. 
beleidigt fühlen. Er habe daher die Nachricht an die Zeitschrift D. geschrieben und 
gesagt, es werde derjenige, welcher den Propheten hässlich darstelle, getötet. Der 
Beschuldige gab weiter zu, dass er dieselbe Drohung auch noch via Facebook an 
die Zeitschrift D. geschickt habe. Er habe im Zeitpunkt der Morddrohung durch-
aus die Absicht gehegt, diese in die Tat umzusetzen. Er habe aber davon abge-
sehen, weil Scheichs ihm davon abgeraten hätten (BA 06-01-01-0012 f.). 

In der Hauptverhandlung vom 29. Mai 2024 machte der Beschuldigte bei der Be-
fragung zum Anklagevorwurf von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 
(TPF 7.731.004). 

3.3.2 Das Geständnis in der Voruntersuchung deckt sich mit folgender Aktenlage 

3.3.2.1 Am 5. Januar 2023 wurde der Generaldirektor der Zeitschrift D. als Vertreter der 
Privatklägerin von der zuständigen Polizei in Paris zum inkriminierten Vorfall vom 
2. Januar 2023 einvernommen und in diesem Rahmen erstattete dieser Strafan-
zeige. Er gab zu Protokoll, dass am 2. Januar 2023 auf dem Kontaktformular der 
Redaktion per E-Mail eine Nachricht eingegangen sei. Die Nachricht sei von einer 
Person namens A. gesandt worden. Die E-Mail Adresse habe gelautet: a.@hot-
mail.com. Der Inhalt der Nachricht sei unter anderem gewesen: «Moi ou d’autres 
musulmans tuerons quiconque dessine un vilan dessin et il a dit que c’est le 
messager Muhammad, mais nous attendons le bon moment et la bonne oppor-
tunité.» In der Nachricht werde G. erwähnt. Es handle sich um einen ehemaligen 
Karikaturisten der Zeitschrift D. Er sei der Karikaturist gewesen im Zusammen-
hang mit dem Attentat auf die Redaktion der Zeitschrift D. vom 7. Januar 2015. 
Sie hätten am 2. Februar 2023 auf dem Facebook Account der Zeitschrift festge-
stellt, dass mehrere Nachrichten eingegangen seien. Auf diesem seien die glei-
chen Drohungen erschienen, wie in der vorherigen Mail. Die Nachricht sei auf 
Arabisch, Englisch und Französisch gesandt worden (BA 05-02-0047). 

Der Vertreter der Zeitschrift D. übergab der Polizei die IP-Adresse des Compu-
ters […], von welcher aus die Drohung versandt wurde. Ausserdem gab er eine 
Fotokopie der inkriminierten E-Mail sowie einen Screenshot der Facebook Nach-
richt sowie das Facebook Account des Absenders an (BA 05-02-0047). 

Am 24. Juli 2023 erstattete die Zeitschrift D. auf Ersuchen der Bundesanwalt-
schaft einen schriftlichen Bericht im Sinne von Art. 145 StPO zum inkriminierten 

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SK.2024.7 

Vorfall vom 2. Januar 2023. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Zeitschrift D. 
auf dem Kontaktformular der Zeitschrift eine Todesdrohung erhalten habe. Auf 
dem Facebook Account habe die Zeitschrift D. drei weitere entsprechende Nach-
richten erhalten. Die Morddrohung des Beschuldigten habe die Redaktion derart 
ernst genommen, dass die gesamte Belegschaft darüber informiert worden sei. 
Die Zeitschrift D. sei regelmässig Ziel von Drohungen wie diejenigen des Be-
schuldigten und daher gezwungen, massive Sicherheitsvorkehrungen in Kauf zu 
nehmen. In Anbetracht des Anschlags von 2015 auf die Zeitschrift D. und in Ab-
sprache mit den zuständigen Behörden von Frankreich für die innere Sicherheit 
gäben sie aufgrund der höchsten Sicherheitsstufe beispielsweise keine Namen 
und Adressen von Mitarbeitern weiter. Der erhöhte Polizeischutz sowie die pri-
vaten Sicherheitsvorkehrungen ermöglichten es, mit solchen Bedrohungen mit 
einer gewissen Gelassenheit umzugehen. Sie hätten jedoch psychologische 
Auswirkungen auf die Mitarbeiter der Zeitung. Es sei kurz nach den Drohungen 
zu drei Arbeitsausfällen gekommen. Sie hätten sich aber in Bezug auf ihre redak-
tionelle Linie niemals Drohungen gebeugt. Die Zeitschrift D. setze sich weiterhin 
unerschütterlich für das Recht auf freie Meinungsäusserung ein. Sie hätten daher 
an ihrer journalistischen Praxis keine Änderungen vorgenommen (BA 12-01-
0010). 

3.3.2.2 Dem Ersuchen um stellvertretene Strafverfolgung des französischen Justizminis-
teriums vom 6. Januar 2023 ist zu entnehmen, dass die inkriminierte Nachricht 
vom Absender «A., in Z.» über die E-Mail Adresse «a.@hotmail.com» versandt 
worden ist (BA 05-02-0041). 

3.3.2.3 Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 1. Februar 2023 am Domizil des Beschul-
digten wurden physische und elektronische Datenträger sichergestellt. Dem Be-
richt der BKP über die Auswertung der physischen und elektronischen Asservate 
vom 21. April 2023 ist zu entnehmen, dass die webbezogenen Daten auf dem 
Laptop (Lifebook) des Beschuldigten vom 2. Januar 2023, 16.43 Uhr, («A.», 
«a.@hotmail.com»; «in Z.») im Zusammenhang mit der Erstellung und dem Ver-
sand des inkriminierten E-Mails vom 17.43 Uhr an die Zeitschrift D. stehen. Der 
Zeitunterschied von einer Stunde erklärt sich mit der Einstellung Sommer-/Win-
terzeit. Die ausgewerteten Webdaten auf dem Laptop des Beschuldigten erga-
ben zudem, dass fünf Chrom-Webbesuchen nach dem Facebook Account der 
Zeitschrift D. (www.facebook.com/[…]) vorhanden waren. 

3.3.2.4 Aufgrund der Angaben der Zeitschrift D. zum Absender und Inhalt der inkrimi-
nierten Nachrichten und dem Bericht der BKP zu den ausgewerteten Daten ist 
erwiesen, dass die inkriminierten Nachrichten vom Laptop des Beschuldigten 
– von der Schweiz aus – am 2. Januar 2023 auf das Kontaktformular und den 
Facebook Account der Satire-Zeitschrift D. versandt wurden. 

3.3.3 Das Geständnis des Beschuldigten ist glaubhaft. Es deckt sich mit weiteren Er-
kenntnissen aus der Untersuchung, insbesondere den Resultaten der BKP, 

- 14 - 

SK.2024.7 

basierend auf den sichergestellten Ausdrucken der Facebook-Nachrichten an die 
Adresse der Zeitschrift D., der IP-Adresse des Computers (identisch mit derjeni-
gen des Computers des Beschuldigten), ab welchem die Drohungen versandt 
wurden und den nachfolgend auf dem Laptop des Beschuldigten vorgefundenen, 
ausgewerteten Dateien. 

Der angeklagte Sachverhalt ist mithin erstellt. 

3.4 Subsumtion 

In rechtlicher Hinsicht handelt es sich bei den Nachrichten des Beschuldigten mit 
Todesdrohungen klarerweise um Androhungen ernstlicher Nachteile. Mit den 
Nachrichten gegenüber den Mitgliedern der Redaktion der Zeitschrift D. brachte 
der Beschuldigte die Drohung zum Ausdruck, dass er oder andere Glaubensge-
nossen all jene Personen, welche Karikaturen des islamischen Propheten Mo-
hammed zeichnen, umbringen würde. Der Beschuldigte verknüpfte die Todes-
drohung mit der Handlungsanweisung, bestimmte Zeichnungen zu unterlassen. 
Es besteht aufgrund der Reaktion der Mitarbeiter kein Zweifel, dass die Drohung 
ernst genommen wurde, kam es doch zu Arbeitsausfällen dreier Mitarbeiter der 
Zeitschrift D. aufgrund der damit einhergehenden psychischen Belastung. Die 
Androhung hatte daher eine hohe Intensität und die Qualität einer rechtswidrigen 
Nötigung. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte sowohl vorsätzlich in 
Bezug auf seine Einflussnahme wie auch auf das abzunötigende Verhalten. 

Ein Nötigungserfolg in Form des Bewirkens einer Unterlassung ist nicht eingetre-
ten. Da die Drohung des Beschuldigten die Redaktion der Zeitschrift D. sowie 
deren Herausgeberin jedoch nicht dazu veranlasste, an der journalistischen Pra-
xis Änderungen vorzunehmen, namentlich von der Veröffentlichung islamkriti-
scher Karikaturen abzusehen, liegt eine versuchte Nötigung im Sinne von 
Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB vor. Rechtfertigungsgründe liegen offensicht-
lich keine vor und werden auch nicht geltend gemacht. 

3.5 Im Ergebnis hat der Beschuldigte den Tatbestand der versuchten Nötigung im 
Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt (vgl. E. 2.2). Indes hat er sich 
aufgrund des zum Tatzeitpunkt vorliegenden Zustands der Schuldunfähigkeit 
(vgl. E. 2.2) nicht strafbar gemacht (Art. 19 Abs. 1 StGB). 

4. Massnahme bei Schuldunfähigkeit (stationäre Massnahme nach Art. 59 
StGB) 

4.1 Standpunkte der Parteien und Gegenstand der Prüfung 

4.1.1 Die Bundesanwaltschaft beantragt für den Beschuldigten eine stationäre thera-
peutische Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB. Sie stützt sich im Wesentlichen 

- 15 - 

SK.2024.7 

auf die nachfolgend noch aufzuzeigenden gutachterlichen Erkenntnisse und 
Empfehlungen von Dr. med. F. im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 
28. September 2023 (E. 4.4). 

4.1.2 Der Verteidiger beantragt, es sei für A. eine ambulante Massnahme nach Art. 63 
StGB anzuordnen. Er anerkennt die gutachterliche Einschätzung betreffend die 
Rückfallgefahr des Beschuldigten, allerdings nur in Bezug auf weitere Drohun-
gen. Dass dem Beschuldigten betreffend Gewaltdelikte eine negative Prognose 
gestellt worden sei, hänge gemäss Gutachten insbesondere damit zusammen, 
dass eine Krankheits- und Behandlungseinsicht fehle (BA 11-01-0046). Er 
machte geltend, dass sich dies geändert habe. So habe der Beschuldigte auf-
grund der gewonnenen Einsicht in der Sicherheitshaft explizit ein Gesuch um 
Bewilligung des vorzeitigen Massnahmenantritts gestellt. Es könne daher nicht 
von einer fehlenden Krankheits- und Behandlungseinsicht gesprochen werden. 
Auch habe der Beschuldigte in der Vergangenheit gut auf eine medikamentöse 
Behandlung angesprochen. Da es bei der Rückfallgefahr effektiv nur um Drohun-
gen gehe, könne nicht von einem grossen öffentlichen Interesse zum Schutz von 
Drittpersonen gesprochen werden. Eine stationäre Massnahme sei aufgrund des 
massiven Eingriffs in die Freiheit des Beschuldigten nicht verhältnismässig. Es 
sei daher die mildere Behandlung in Form einer ambulanten Massnahme anzu-
ordnen (TPF 7.721.026 f.). 

4.1.3 Die Strafkammer hat vor dem Hintergrund der gutachterlichen Schlussfolgerung 
zu prüfen, ob die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 
StGB aufgrund des psychischen Gesundheitszustandes des Beschuldigten 
(siehe E. 2.2; 4.3 f.) angezeigt ist. 

4.2 Rechtliches 

4.2.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine Strafe 
allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen 
(Iit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicher-
heit dies erfordert (Iit. b), und die Voraussetzungen von Art. 59–61, 63 oder 64 
erfüllt sind (Iit. c). Die Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr 
verbundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die 
Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist 
(Art. 56 Abs. 2 StGB; vgl. Art. 36 BV). Das Gericht stützt sich beim Entscheid 
über die Anordnung einer Massnahme nach Art. 59–61, 63 und 64 StGB auf eine 
sachverständige Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB); diese äussert sich über die 
Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des Täters (Iit. a), die 
Art und die Wahrscheinlichkeit der Begehung weiterer möglicher Straftaten (Iit. b) 
und die Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme (Iit. c). Sind mehrere Mass-
nahmen in gleicher Weise geeignet, ist aber nur eine notwendig, so ordnet das 
Gericht diejenige an, die den Täter am wenigsten beschwert (Art. 56a Abs. 1 
StGB). 

- 16 - 

SK.2024.7 

4.2.2 Für eine Massnahme nach Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störun-
gen) gilt: Ist der Täter psychisch schwer gestört, so kann das Gericht gemäss 
Art. 59 Abs. 1 StGB eine stationäre Behandlung anordnen, wenn: a. der Täter 
ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Stö-
rung in Zusammenhang steht; und b. zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Ge-
fahr der Begehung weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang 
stehender Taten verhindern. Voraussetzung ist somit ein Zusammenhang zwi-
schen psychischer Abnormalität und Anlasstat. Wie bei allen Massnahmen setzt 
auch die Anordnung einer stationären Massnahme eine Gemeingefährlichkeit 
des Täters für die Allgemeinheit voraus. (HEER/HABERMEYER, Basler Kommentar, 
4. Aufl. 2019, Art. 59 StGB N. 47 f.). 

Ob eine stationäre oder eine ambulante Massnahme angezeigt ist, beurteilt sich 
zunächst rein nach ärztlichen Kriterien. Nicht jede psychische Störung rechtfertigt 
die Anordnung einer stationären Massnahme. Jede Einweisung gestützt auf 
Art. 59 Abs. 1 lit. a und b StGB setzt eine schwere psychische Störung und damit 
eine Krankheit im medizinischen Sinne voraus und bezweckt die Behandlung und 
damit die Besserung des Täters (BGE 141 IV 236 E. 3.7; 127 IV 154; Urteil des 
Obergerichts des Kantons Zürich SB190419-O/U/cwo vom 30. Januar 2020 
E. 3.2.1; HEER/HABERMEYER, a.a.O., 59 StGB N. 6 ff.). Das Besserungsziel allein 
rechtfertigt die Anordnung einer Massnahme jedoch nicht. Sie stellt lediglich ein 
Mittel dar, mit welchem das Ziel, die Verhinderung oder Verminderung künftiger 
Straftaten, erreicht werden soll. Oberstes Ziel deliktpräventiver Therapien ist die 
Reduktion des Rückfallrisikos bzw. die künftige Straflosigkeit des Täters, mithin 
Schutz der Öffentlichkeit vor weiterer Delinquenz. Damit wird bei stationären the-
rapeutischen Massnahmen nach Art. 59 StGB – im Hinblick auf die Gefahr wei-
terer Straftaten – stets an die Gefährlichkeit des Täters angeknüpft und geht es 
bei der Anordnung der Massnahme immer auch um Sicherung (BGE 141 IV 236 
E. 3.7 f. mit Hinweisen). 

4.2.3 Die stationäre therapeutische Massnahme muss verhältnismässig sein (Art. 36 
Abs. 2 und 3 BV; Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, 
dass die Massnahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose zu ver-
bessern. Die Eignung der Massnahme setzt aber auch die Therapierbarkeit des 
Täters voraus. Dies bedingt, dass die betroffene Person einer Behandlung über-
haupt zugänglich ist (HEER/HABERMEYER, a.a.O., 59 StGB N. 58, 63). Weiter 
muss die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich 
geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen 
würde. Dieses Kriterium trägt dem Aspekt des Verhältnisses zwischen Strafe und 
Massnahme bzw. der Subsidiarität von Massnahmen Rechnung. Schliesslich 
muss zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Re-
lation bestehen (Verhältnismässigkeit i.e.S.). Das bedeutet, dass die betroffenen 
Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen. Bei einer Prüfung des 
Zweck-Mittel-Verhältnisses fallen im Rahmen der Gesamtwürdigung auf der 

- 17 - 

SK.2024.7 

einen Seite insbesondere die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte des 
Betroffenen in Betracht. Auf der anderen Seite sind das Behandlungsbedürfnis 
sowie die Schwere und die Wahrscheinlichkeit künftiger Straftaten relevant 
(BGE 142 IV 105 E. 5.4; 137 IV 201 E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts 
6B_835/2017 vom 22. März 2018 E. 5.2.2 mit Hinweisen, nicht publiziert in: 
BGE 144 IV 176). Die Umwandlung einer Massnahme nach weitgehender oder 
vollständiger Strafverbüssung stellt zudem erhöhte Anforderungen an die Beur-
teilung der Verhältnismässigkeit (Urteil des Bundesgerichts 6B_409/2017 vom 
17. Mai 2017 E. 1.4.3 und 1.5). 

Stationäre therapeutische Massnahmen nach Art. 59 StGB sind im Unterschied 
zu Strafen zeitlich relativ unbestimmt. Ihre Dauer hängt vom Behandlungsbedürf-
nis des Massnahme-Betroffenen und den Erfolgsaussichten der Massnahme, 
letztlich also von den Auswirkungen der Massnahme auf die Gefahr weiterer 
Straftaten, ab (BGE 145 IV 65 E. 2.3.3 mit Hinweisen; BGE 136 IV 156 E. 2.3). 
Der mit ihr verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel maximal fünf Jahre 
und kann – wenn nötig mehrfach – um jeweils höchstens fünf Jahre verlängert 
werden (Art. 59 Abs. 4 StGB). Das Ende der Massnahme wird damit im Unter-
schied zum Ende der Strafe nicht durch simplen Zeitablauf bestimmt. Ihre Dauer 
hängt letztlich von den Auswirkungen der Massnahme auf die Gefahr weiterer 
Straftaten ab, wobei die Freiheit dem Betroffenen nur so lange entzogen werden 
darf, als die von ihm ausgehende Gefahr dies zu rechtfertigen vermag. Die Mass-
nahme dauert aber grundsätzlich so lange an, bis ihr Zweck erreicht ist oder sich 
eine Zweckerreichung als aussichtslos erweist (BGE 145 IV 65 E. 2.3.3; BGE 142 
IV 105 E. 5.4; 141 IV 236 E. 3.5; 141 IV 49 E. 2.1 f.; je mit Hinweisen). 

Eine stationäre Behandlung verlangt vom Betroffenen zwar ein Mindestmass an 
Kooperationsbereitschaft. Jedoch ist festzuhalten, dass an die Massnahmenwillig-
keit im Zeitpunkt des richterlichen Entscheids nicht allzu strenge Anforderungen 
gestellt werden dürfen (Urteil des Bundesgerichts 6B_835/2017 vom 22. März 
2018 E. 5.2.2; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB190419-O/U/cwo 
vom 30. Januar 2020 E. 6.2; TRECHSEL/BORER, Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 59 StGB N. 9). Eine Massnahmenwillig-
keit muss nicht in einer Art manifestiert werden, welche einer eigentlichen Über-
zeugung entspricht (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB190419 vom 
30. Januar 2020 E. 6.4). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es 
dem Betroffenen aufgrund der psychischen Erkrankung an der Fähigkeit fehlen 
kann, die Notwendigkeit und das Wesen einer Behandlung abschätzen zu kön-
nen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1287/2017 vom 18. Januar 2018 E. 1.3.3). 

Von der Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme ist nicht be-
reits deshalb abzusehen, weil der Betroffene diese kategorisch ablehnt. Ein erstes 
Therapieziel besteht oft darin, Einsicht und Therapiewilligkeit zu schaffen, was 
gerade im Rahmen stationärer Behandlungen Aussicht auf Erfolg hat. Ob eine 
Massnahme anzuordnen ist, entscheidet sich somit nach objektiven Gesichts-

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SK.2024.7 

punkten (Urteil des Bundesgerichts 6B_1287/2017 vom 18. Januar 2018 E. 1.3.3; 
Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB190419 vom 30. Januar 2020 
E. 6.2). 

Zum Zeitpunkt des Entscheids über die Anordnung muss zumindest eine hinrei-
chende Wahrscheinlichkeit dafür bestehen, dass sich mit der stationären thera-
peutischen Massnahme innerhalb des Zeitraums von höchstens fünf Jahren die 
Gefahr weiterer Straftaten und damit das Rückfallrisiko deutlich verringern lässt, 
das heisst sich die Legalprognose entsprechend verbessert, indem eine wesent-
liche Verbesserung des deliktskausalen schweren psychischen Störungsbildes 
bewirkt werden kann. Eine lediglich vage, bloss theoretische, Erfolgsaussicht ge-
nügt für die Anordnung einer therapeutischen Massnahme nicht (BGE 141 IV 236 
E. 3.7; 140 IV 1 E. 3.2.4; 134 IV 315 E. 3.4.1; Urteile des Bundesgerichts 
6B_237/2019 vom 21. Mai 2019 E. 2.2.1; 6B_300/2017 vom 6. Juni 2017 E. 3.2; 
je mit Hinweisen). 

4.3 Psychiatrische Vorgeschichte 

Ein Blick auf das Vorleben des Beschuldigten zeigt auf, dass er schon vor der 
vorliegend zu beurteilenden Tat wegen schwerer psychischer Probleme behan-
delt werden musste. So wurde der Beschuldigte am 26. April 2020 mittels fürsor-
gerischer Unterbringung wegen latenter Fremdgefährdung in die Psychiatrische 
Dienste Aargau (nachfolgend: PDAG) eingewiesen und nach einer Entweichung 
am 17. Mai 2020 am selben Tag von der Polizei wieder in die Klinik zurückgeführt 
(siehe Rapport der Kantonspolizei Aargau vom 18. Mai 2020, BA 10-01-0118; 
11-01-0098). Dem Austrittsbericht der PDAG vom 23. März 2021 ist zu entneh-
men, dass der Beschuldigte im Juni 2020 und vom 7. Februar 2021 bis 19. März 
2022 in der dortigen stationär-psychiatrischen Klinik behandelt wurde. Beim Be-
schuldigten wurde eine paranoide Schizophrenie (IDC-10: F20.0) diagnostiziert 
(BA 11-01-0099; 10-01-0053; 10-01-0094). Gemäss Austrittsbericht der PDAG 
vom 21. April 2021 wurde der Beschuldigte in der Zeit vom 22. März bis 8. April 
2021 wegen einer bipolaren affektiven Störung stationär behandelt (BA 10-01-
0112; 11-01-0103). 

Der Beschuldigte befand sich im Vorverfahren während der Untersuchungshaft 
durch Zuweisung vom behandelnden Gefängnispsychiater des Regionalgefäng-
nisses Thun vom 15. Juni 2023 bis 26. Juli 2024 zur Krisenintervention in der 
geschlossenen psychiatrischen Abteilung der Universitären Psychiatrischen 
Dienste Bern (UPD), Forensikstation Etoine (BA 06-01-01-0199, -0202). Die vo-
rübergehende Unterbringung in der geschlossenen psychiatrischen Einrichtung 
wurde aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht und Kooperationsbereitschaft 
des Beschuldigten abgebrochen (BA 06-01-01-0273; 11-01-0132). 

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4.4 Ärztlicher Befund 

Psychiatrische Diagnose 

Dr. med. F. erstellte im Anschluss an zwei Begutachtungen des Beschuldigten 
im Juli und September 2023 am 28. September 2023 ein psychiatrisches Gut-
achten über den Beschuldigten (BA 11-01-0082, -0136; vgl. E. 2.2). Im foren-
sisch-psychiatrischen Gutachten wird zu den Fragen einer psychischen Störung, 
Abhängigkeit von Suchtstoffen, Schuldfähigkeit, Rückfallgefahr und zur Notwen-
digkeit einer therapeutischen Massnahme Stellung bezogen. 

Der Gutachter diagnostizierte eine schwere paranoide Schizophrenie. Er stellte 
fest, dass sich der Beschuldigte seit 2020 fast durchwegs in einem hoch psycho-
tischen Zustand befand und wiederholt ähnlich geartete Drohungen (so etwa im 
Mai 2020 eine Drohung gegen den israelischen Ministerpräsidenten) wie beim 
inkriminierten Delikt ausgestossen hat. Der Beschuldigte hat im Tatzeitpunkt un-
ter einer paranoiden Schizophrenie von schwerem Ausprägungsgrad gelitten. 
Die Erkrankung hat seine psychosoziale Leistungsfähigkeit massiv beeinträch-
tigt. Der Gutachter hob hervor, dass beim Beschuldigten eine Psychose mit 
Wahnwahrnehmungen und Sinnestäuschungen vorliegt, woraus ein dauerhaftes 
Potential von Ärger, Gereiztheit, Impulsivität und Aggressivität mit Gewaltbereit-
schaft resultiert. Aus gutachterlicher Sicht bestehen keine Zweifel, dass sich der 
Beschuldigte im Tatzeitpunkt in einem akut psychotischen Zustand befunden hat. 
Die adäquate Realitätswahrnehmung und -einschätzung war nicht gegeben, was 
die Wirksamkeit rationaler Kontrollmechanismen aufgehoben hat. Die Einsichts-
fähigkeit des Beschuldigten in das Unrecht seiner Tat war daher aufgehoben. 
Auch hat die schwerwiegende und bislang unbehandelte psychische Störung die 
Steuerungsfähigkeit aufgehoben (BA 11-01-0128 f., -0133). 

Der Gutachter stellte in Bezug auf den Deliktskonnex fest, dass die Erkrankung 
in einem unmittelbaren Zusammenhang zur vorgeworfenen Straftat steht, die 
sich unter dem direkten Einfluss von Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen, 
formalen Denkstörungen, Affekt- und Antriebsstörungen ereignet hat. Der Be-
schuldigte zeigt eine ausgeprägte psychotische Symptomatik, welche mit ag-
gressiv ablehnendem Verhalten eingehergeht und ursächlich für die vorgeworfe-
nen Taten war (BA 11-01-0129). 

Was die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Massnahme anbelangt, 
so kam der Gutachter zu Schluss, dass das festgestellte Störungsbild, das zum 
Tatzeitpunkt vorhanden war, fortbestehe. Zur Therapierbarkeit äusserte sich der 
Gutachter dahingehend, dass es für die festgestellte psychische Störung effektive 
medizinische und kriminalpräventiv wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt. 
Die empirische Befundlage zur Therapie chronischer schizophrener Psychosen 
sei nicht pauschal als ungünstig zu bezeichnen. Die Basis besteht in einer lang-
fristig angelegten Psychopharmaka-Therapie mit Antipsychotika (Neuroleptika). 

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Hierbei wirken sich das relativ junge Alter des Beschuldigten und das in vergan-
genen Behandlungen positive Ansprechen auf Medikation günstig auf die Prog-
nose aus. Dabei sollte eine kontinuierliche und langfristige medikamentöse Be-
handlung stattfinden. Parallel geht es um psychoedukative, milieu- und psycho-
therapeutische Interventionen und soziale Hilfsmassnahmen. Das Therapiekon-
zept sollte sich an den individuellen Verhältnissen des Beschuldigten (Defizite, 
Ressourcen, Bedürfnisse) orientieren (BA 11-01-0130 f., -0135). 

Hinsichtlich der Massnahmenbereitschaft stellte der Gutachter fest, dass der Be-
schuldigte derzeit keine diesbezügliche Motivation erkennen lässt. Er verfüge 
über keine Krankheits- und Behandlungseinsicht. Er sei vielmehr auf die negati-
ven Auswirkungen der Behandlung fixiert und hat die psychiatrische Behandlung 
in der Station Etoine abgebrochen. Im Rahmen der ausgeprägten Symptomatik 
könne der Beschuldigte unbehandelt die Konsequenzen seiner Behandlung nicht 
erkennen (BA 11-01-0132, -0135). 

Zur Frage, ob die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59-
60 StGB, eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB oder mehrere 
Massnahmen im Sinne von Art. 56a StGB zweckmässig sind, äusserte sich der 
Gutachter ebenfalls. Er kam zum Schluss, dass eine stationäre therapeutische 
Massnahme im Sinne von Art. 59-60 StGB geeignet ist, die Erkrankung des Be-
schuldigten zu behandeln und das Risiko für weitere Straftaten zu reduzieren. 
Aufgrund der Schwere der Erkrankung bei fehlender Krankheits- und Behand-
lungseinsicht, der isolierten sozialen Situation und dem bei ausbleibender Be-
handlung hohen Risiko weiterer Straftaten des Beschuldigten ist aus psychiatri-
scher Sicht ausschliesslich eine «intensive» stationäre Massnahme umsetzbar. 
Der Beschuldigte bedarf dringend einer langfristigen stationär-psychiatrischen 
Behandlung (BA 11-01-0132, -0136). 

Der Gutachter stellte weiter fest, dass angesichts der Risikofaktoren (Vorliegen 
einer Psychose mit Wahrnehmungs- und Sinnestäuschungen; keine Krankheits- 
und Behandlungseinsicht; soziale Isolation; Mitführen von Messern bzw. Waffen; 
seit Jahren bestehendes aggressives Verhalten; Identifikation mit radikal-islami-
schen Kreisen; kein Wunsch nach Integration in der hiesigen Gesellschaft) aktuell 
eine ungünstige Legalprognose zu stellen ist. Dies mache deutlich, dass für die 
Verbesserung der Legalprognose eine intensive, konsequente und individuell aus-
gerichtete Behandlung der Schizophrenie von zentraler Bedeutung ist. Diese kann 
aus Sicht des Gutachters nur in einer forensisch-psychiatrischen Klinik mit einer 
stationär-psychiatrischen Behandlung erfolgen (BA 11-01-0129, -0130, -0136). 

Zur Ausführungsgefahr und Gefahr weiterer Delikte ist dem Gutachten zu entneh-
men, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass der Beschul-
digte unbehandelt weiter in seiner psychotischen Eigenwelt gefangen bleibt und 
es im Rahmen psychotisch verzerrter Wahrnehmung der Umwelt schon kurzfris-
tig, d.h. innerhalb von Tagen und Wochen, zu weiteren Drohverhalten kommen 

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kann. Der Gutachter hob wiederholt hervor, dass bei mangelnder oder fehlender 
Behandlung eine hohe Gefahr weiterer Straftaten besteht. Dabei erscheint ein 
Fortsetzen bisheriger Verhaltensmuster und Drohgebärden vor allem via digitale 
Medien und Briefen sehr wahrscheinlich. Weiter ist problematisch zu erwähnen, 
dass der Beschuldigte wiederholt Messer bzw. Waffen mit sich geführt hat. Auf-
grund einer weiteren Progression seiner Erkrankung und Intensivierung seiner 
Radikalisierung muss bei aktiver Opposition von Dritten von einer Gefahr der An-
wendung von Waffengewalt ausgegangen werden (BA 11-01-0129 f.; 11-01-0134). 

4.5 Würdigung 

4.5.1 Beweistauglichkeit des Gutachtens 

Die im Sinne von Art. 56 Abs. 3 StGB notwendige fachärztliche Begutachtung 
wurde durchgeführt und die erforderlichen Kriterien sind gutachterlich ausführlich 
abgehandelt worden. Der Gutachter zeigt verständlich auf, auf welche Grundlagen 
er seine Beurteilung stützte (psychiatrische Vorgeschichte, aktuelle Anamnese, 
standardisiertes Prognoseinstrument HCR-20V3 für die Erstellung der Risikoana-
lyse und Legalprognose etc., BA 11-01-0098 ff.). Relevante Anhaltspunkte, die eine 
Ergänzung und Verbesserung des Gutachtens indizieren würden, liegen nicht vor 
(vgl. Art. 189 StPO). Vielmehr ist das Gutachten insgesamt vollständig, klar, inhalt-
lich stimmig und ohne Widersprüche, womit darauf abgestellt werden kann. 

4.5.2 Anlasstat 

Nachdem der Beschuldigte gemäss den vorstehenden Erwägungen die nach sei-
nem Tatentschluss erforderlichen objektiven Tatbestandselemente der Nötigung 
gemäss Art. 181 StGB im Sinne eines Versuchs erfüllte, liegt ein (versuchtes) 
Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB), mithin eine Anlasstat vor, die eine solche 
Massnahme grundsätzlich rechtfertigt (vgl. E. 3.4 f.). 

4.5.3 Schwere psychische Störung 

Gemäss dem überzeugenden Gutachten leidet der Beschuldigte an einer schwe-
ren psychischen Störung mit einer chronisch paranoiden Schizophrenie von 
schwerem Ausprägungsgrad (ICD-10: F20.0). 

Das Vorliegen einer schweren psychischen Störung von Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB 
ist demzufolge zu bejahen. 

4.5.4 Zusammenhang zwischen psychischer Störung und Anlasstat 

Das durch den Beschuldigten begangene Delikt steht gemäss den überzeugen-
den Ausführungen des Gutachters in einem unmittelbaren kausalen Zusammen-
hang mit der diagnostizierten psychischen Erkrankung des Beschuldigten. Das 
Delikt ereignete sich aufgrund des damaligen akuten psychotischen Zustands, 

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d.h. unter direktem Einfluss von Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen, forma-
len Denkstörungen, Affekt- und Antriebsstörungen (BA 11-01-0129). 

Der erforderliche Zusammenhang zwischen der Anlasstat und der schweren psy-
chischen Störung ist nach dem Gesagten gegeben (Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB). 

4.5.5 Behandlungsbedürftigkeit aufgrund der Gefahr für die öffentliche Sicherheit (Le-
galprognose) 

Die Massnahmenbedürftigkeit ist gemäss den überzeugenden Feststellungen 
des Gutachters aufgrund der schizophrenen Erkrankung mit ihrer massiven 
Symptomatik und einhergehenden Gefährdungsaspekten eindeutig zu bejahen, 
was auch seitens der Verteidigung anerkannt wird. Aufgrund der Schwere der 
Erkrankung besteht ein hohes Risiko der Begehung weiterer Straftaten. 

Anhand des vom Gutachter angewandten standardisierten Prognoseinstruments 
HCR-20V3 zur Beurteilung der Gefahr für die Öffentlichkeit geht vorliegend aus 
dem Gutachten schlüssig hervor, dass aufgrund der so erfassten Risikomerk-
male des Beschuldigten ein hohes Risiko für weitere Straftaten (insbesondere 
Drohungen) aufgrund der vorliegenden psychotischen Symptomatik vorliegt 
(BA-11-01-0132, -0134). Ausserdem sind die auf dem Spiel stehenden Rechts-
güter (Leib und Leben; Gefahr für die öffentliche Sicherheit) besonders hoch zu 
gewichten, was bei der Beurteilung der Rückfallgefahr ebenfalls zu berücksichti-
gen ist. Der Gutachter erachtet die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte zur 
Anwendung tatsächlicher physischer Gewalt schreiten könnte, zwar lediglich als 
leicht bis mittelgradig erhöht (BA-11-01-0134). Prognostisch ungünstig ist indes, 
dass er sich in der Vergangenheit wiederholt in der Öffentlichkeit bewaffnet hat 
(vgl. Berichte der Gewaltschutzstelle des Kantons Aargau, BA 10-01-0094 ff.). 
Vor allem eine Progression zu direkten Drohungen ist laut Gutachten sehr gut 
möglich, was der Beschuldigte im Rahmen des Haftregimes – wie unten aufge-
zeigt wird – hinlänglich unter Beweis gestellt. Ebenso ist erwiesen, dass die 
Wahrscheinlichkeit für die Begehung von Gewaltdelikten mittels Waffen, insbe-
sondere bei aktiver Opposition Dritter, gegeben ist und die diesbezügliche Krimi-
nalprognose eben massgeblich von der Behandlung der psychischen Grunder-
krankung abhängt. Aufgrund des Gutachtens ist zweifelsfrei erstellt, dass ohne 
angemessene Behandlung von einer hohen Rückfallgefahr und mithin auch von 
einer nach wie vor hohen Ausführungsgefahr auszugehen ist. 

Die diagnostizierte Rückfallgefahr, wird durch das Verhalten des Beschuldigten, 
seine Aggressivität in der Haft, durch das Verfassen der jüngsten wirren Briefe, 
das Basteln einer Faustschusswaffe auf Papier/Karton untermauert 
(TPF 7.231.7.014 ff.). Dass der Beschuldigte zurzeit eine hohe Gefahr für die 
Öffentlichkeit darstellt, belegt sein äusserst gewaltbereites Verhalten in Sicher-
heitshaft, was aus den genannten Führungs-/Verlaufsberichten des Regionalge-
fängnisses Burgdorf von 2024 deutlich hervorgeht. Laut eingeholten Führungs-

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/Verlaufsberichten des Regionalgefängnisses Burgdorf vom 28. Februar 2024, 
13. März 2024 und 27. März 2024, 19. April 2024 und 30. April 2024 verhält sich 
der Beschuldigte unberechenbar und gewaltbereit. Es besteht insgesamt ein sich 
akzentuierendes hohes Fremdgefährdungspotential. Regelmässig werden beim 
Beschuldigten ausgebaute Rasierklingen, versteckte Scherben von Geschirr, zu-
gespitzte Gegenstände und dergleichen gefunden, mit denen es ein Leichtes 
wäre, gravierende körperliche Schäden zuzufügen. 

Die Vorfälle in der Haft decken sich grundsätzlich mit den Feststellungen im Gut-
achten (siehe E. 4.4) und geben ein in sich stimmiges Bild von der akuten Fremd-
gefährdung des Beschuldigten. Die Massnahmenbedürftigkeit ist klar erstellt. 

4.5.6 Verhältnismässigkeit 

4.5.6.1 Vermeidung weiterer Straftaten durch eine Behandlung der psychischen Störung 
(Erforderlichkeit) 

Um das geschilderte Rückfallrisiko (E. 4.5.5) zu verringern, bedarf es gemäss den 
überzeugenden Feststellungen des Gutachters einer stationären Massnahme. 
Angesichts der jüngsten negativen Entwicklung beim Beschuldigten ist – ohne 
adäquate Behandlung – von einer hohen Rückfallgefahr und auch von einer nach 
wie vor hohen Ausführungsgefahr in Bezug auf ideologisch motivierte (Todes-)Dro-
hungen auszugehen. Indem das Gutachten die Notwendigkeit einer stationären 
Massnahme ausführlich abhandelt und eindeutig bejaht, ist die Vorfrage der gene-
rellen Notwendigkeit hinreichend beantwortet und sind die Voraussetzungen da-
mit als erfüllt zu betrachten. Die Erforderlichkeit einer Massnahme – und zwar 
gemäss Gutachter in einer geschlossenen Anstalt – wird durch das Verhalten 
des Beschuldigten in der Sicherheitshaft eindrücklich illustriert (vgl. E. 4.5.5). 

Dass die stationäre Massnahme der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung 
zusammenhängender Taten begegnet, steht ausser Frage (vgl. E. 4.4). Zum jetzi-
gen Zeitpunkt ist die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung indiziert, 
ansonsten die Gefahr bestünde, dass das Massnahmenziel der Verhinderung 
weiterer (in Zukunft eventuell schwerer) Straftaten durch Flucht des Beschuldig-
ten vereitelt werden könnte. Angesichts der jüngsten negativen Entwicklung beim 
Beschuldigten ist umso mehr ohne adäquate Behandlung von einer hohen Rück-
fallgefahr und auch von einer nach wie vor hohen Ausführungsgefahr in Bezug 
auf ideologisch motivierte (Todes-)Drohungen auszugehen. Um weitere Delikte 
abzuwenden ist aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine stationäre Massnahme 
nach Art. 59 StGB erforderlich. 

4.5.6.2 Erfolgsaussichten der Behandlung (Eignung) 

Die psychiatrische Massnahme ist zweifelsohne geeignet, der Gefahr weiterer 
mit dem Zustand des Beschuldigten im Zusammenhang stehenden Taten zu 

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begegnen. Der Sachverständige geht mit nachvollziehbaren Argumenten von 
einer Therapierbarkeit der Störung im Rahmen einer kontrollierten und kontinu-
ierlichen stationären Behandlung in einer psychiatrischen Klinik aus. Gemäss 
dem Gutachten gibt es für die beim Beschuldigten diagnostizierte Schizophrenie 
effektive medizinische und kriminalpräventiv wirksame Behandlungsmöglichkei-
ten. Eine Behandlung des beim Beschuldigten diagnostizierten Krankheitsbildes 
in stationärem Rahmen ist laut Gutachten erfolgversprechend, da er in vergan-
genen Behandlungen positiv auf entsprechende Medikation ansprach. Aufgrund 
der diagnostizierten Störung ist aber «ausschliesslich» eine stationäre Behand-
lung geeignet und zweckmässig, der Gefahr weiterer Straftaten zu begegnen 
(BA 11-01-0130 f.). Schliesslich konnte der Gutachter mehrere geeignete kon-
krete forensisch-psychiatrische Therapieeinrichtungen benennen, in welchen 
eine auf den Beschuldigten zugeschnittene Massnahme vollzogen werden 
könnte (BA 11-01-0136). 

Zusammenfassend steht fest, dass grundsätzlich eine geeignete Behandlung 
existiert und dadurch das Rückfallrisiko des Beschuldigten vermindert wird, wo-
bei von einem langen und schwierigen Behandlungsverlauf auszugehen ist. 

4.5.6.3 Massnahmenfähigkeit und -willigkeit 

Gemäss Gutachten fehlt beim Beschuldigten das Bewusstsein der Notwendigkeit 
einer stationären Massnahme; ebenso wenig besteht eine Massnahmenwillig-
keit. Am 8. Mai 2024 (Eingang Strafkammer: 14. Mai 2024) ersuchte der Beschul-
digte – entgegen der Einschätzung des Gutachters – um Gewährung des vorzei-
tigen Massnahmenantritts. Damit hat der Beschuldigte zumindest eine gewisse 
Behandlungsbereitschaft signalisiert. Es kann allerdings offen bleiben, ob das Ge-
such als Einsichtsfähig- und -willigkeit des Beschuldigten, sich einer Massnahme 
zu unterziehen, im Sinne einer inneren Überzeugung gewertet werden kann oder 
dieses bloss aus taktischen Gründen erfolgt ist, etwa um ein vermeintlich ange-
nehmeres Setting zu erlangen. Die Anordnung einer stationären Massnahme ist 
aus nachfolgenden Gründen auch ohne (Massnahmen-)Einsicht und -Willigkeit 
möglich: 

Das Gutachten weist daraufhin, dass beim Beschuldigten eine Massnahmenbe-
reitschaft fehle. Er verfüge weder über ein Krankheitsgefühl noch über eine Krank-
heitseinsicht. Diese Haltung ist bei Menschen mit einer Erkrankung aus dem schi-
zophrenen Formenkreis nicht ungewöhnlich. Das bisherige Verhalten des Be-
schuldigten darf daher nicht per se als eine gänzlich fehlende Massnahmenwillig-
keit interpretiert werden, sondern als Teil seiner Krankheit. Die Behandlung mit 
Psychopharmaka ist laut Gutachten essenziel, damit die betroffene Person ihre 
Situation reflektiere und sich auf das Behandlungsteam einlassen könne und dann 
Schritt für Schritt an einer Krankheitseinsicht und schliesslich Behandlungseinsicht 
gearbeitet werden könne. So stellte der Gutachter fest, dass der Beschuldigte eine 

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langfristig angelegte Pharmakotherapie mit Antipsychotika (Neuroleptika) benö-
tigt, um die akuten Symptome zu behandeln. Für eine solche Behandlung benötigt 
der Beschuldigte laut Gutachter längerfristig ausgerichtete Behandlungsmass-
nahmen mit psychoedukativen, milieu- und psychotherapeutischen Hilfsmassnah-
men im Rahmen eines stationären Settings. Da der Beschuldigte mit Bezug auf sei-
ne Störung und die Notwendigkeit einer Behandlung nicht einsichtig ist, kann eine 
stationäre therapeutische Massnahme auch gegen seinen Willen angeordnet wer-
den. Von der Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme wäre nicht 
bereits deshalb abzusehen, weil der Beschuldigte diese kategorisch ablehnt. 

Dass vorliegend objektive Gesichtspunkte für die Anordnung einer Massnahme 
sprechen, steht ausser Frage. In casu ist die Anordnung einer stationären Mass-
nahme aufgrund des Sicherheitsinteresses der Gesellschaft indiziert (vgl. 
E. 6.2.1.4 [betreffend öffentliches Interesse an der Landesverweisung]). Die An-
ordnung ist aber auch im Interesse des Beschuldigten selbst, was dem Gutach-
ten hinlänglich zu entnehmen ist. 

4.5.6.4 Verhältnismässigkeit der Anordnung der Massnahme im engeren Sinne 

Eine Abwägung des mit einer Massnahme einhergehenden Eingriffes in die Per-
sönlichkeitsrechte des Beschuldigten und der Gesamtheit der Indikatoren (Be-
handlungsbedürftigkeit, fehlende Massnahmenwilligkeit [vgl. E. 4.4; 4.5.7], Legal-
prognose [E. 4.5.5] etc.) sowie der Schwere der Anlasstat (E. 4.5.2) führt zu fol-
gendem Ergebnis: 

Die vom Beschuldigten in schuldunfähigem Zustand begangene versuchte Nöti-
gung im Sinne von Art. 181 StGB (Aussprechen von Morddrohungen) ist aus 
Sicht des Sicherheitsinteresses der Gesellschaft und vor seinem ideologischen 
Hintergrund nicht zu bagatellisieren. Zudem geht aus dem vom Gutachter ange-
wandten standardisierten Prognoseinstrument HCR-20V3 zur Beurteilung der Ge-
fahr für die Öffentlichkeit hervor, dass aufgrund der Risikomerkmale des Beschul-
digten ein Risiko für interpersonelle Gewalt aufgrund der psychotischen Sympto-
matik vorliegt. Dies wird durch verschiedene Berichte, aber auch seines aktuellen 
aggressiven, auffälligen Verhaltens gegenüber dem Gefängnispersonal mani-
fest. Vor dem Hintergrund seines ganzen Verhaltens, nicht zuletzt seiner ideolo-
gischen Gesinnung, der Anlasstat und der Legalprognose, des hohen Rückfallri-
sikos – inklusive potentieller Gefährdung von Leib und Leben Dritter –, erscheint 
der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht verhältnismässig. 

Der Einwand des Verteidigers, dass es vorliegend «nur» um ein einzelnes ver-
suchtes Nötigungsdelikt geht (TPF 7.721.026), lässt somit eine stationäre Mass-
nahme per se nicht unverhältnismässig erscheinen. Die hohe Wahrscheinlichkeit 
weiterer Delinquenz, wie gutachterlich prognostiziert und die realen Erfolgsaus-
sichten einer Therapie begründen vorliegend klar die Verhältnismässigkeit des 
tiefen Eingriffs in die Grundrechte des Beschuldigten. 

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Insgesamt ist nicht ersichtlich, welche Umstände ohne adäquate stationäre Be-
handlung gegen eine Rückfall- und Ausführungsgefahr in Bezug auf eine neuer-
liche Eskalation mittels Drohung sprechen würden. Die Anordnung einer ambu-
lanten Massnahme oder gar das Absehen von einer Massnahme auf Grund der 
angeblichen Geringfügigkeit der begangenen Tat ist – angesichts der dargeleg-
ten Gefährlichkeit – mithin vorliegend nicht weiter zu diskutieren. Aufgrund des 
erwähnten Krankheitsbildes des Beschuldigten sind die Voraussetzungen für 
eine stationäre Massnahme klar erfüllt, so dass unter diesem Aspekt keine Ab-
grenzungsproblematik hinsichtlich einer ambulanten Massnahme besteht. 

Der Eingriff in die Freiheitsrechte ist unter diesen Umständen insgesamt verhält-
nismässig. Ein mit einer Massnahme einhergehender Eingriff in die Persönlich-
keitsrechte erscheint im Grundsatz nicht als unangemessen schwer. 

4.5.7 Fazit 

Aus den obenstehenden Erwägungen (E. 4.5.1 ff.) und in Nachachtung der Aus-
führungen im Gutachten ergibt sich, dass eine stationäre Massnahme geeignet 
und notwendig ist, der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Beschul-
digten in Zusammenhang stehender Taten zu begegnen (Art. 59 Abs. 1 lit. b 
StGB). Es empfiehlt sich nicht zuletzt aufgrund der psychischen Verfassung des 
Beschuldigten eine Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung. Im Ergebnis 
ist für den Beschuldigten eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 
gemäss den vorstehenden Erwägungen (E. 4.5.2 ff.) anzuordnen. Ob diese Mass-
nahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB in einer geschlossenen Anstalt zu erfolgen hat, 
ist nicht vom Gericht, sondern von der Vollzugsbehörde zu entscheiden 
(BGE 142 IV 1 E. 2.4.4). 

5. Anrechnung erstandener Freiheitsentzug 

5.1 Die ausgestandene Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 
483 Tagen ist auf die angeordnete Massnahme anzurechnen. 

5.2 Da laut Gutachten eine längerfristig angelegte stationär-psychiatrische Behand-
lung des Beschuldigten angezeigt ist, sind in Bezug auf die Anrechnung und die 
Höchstdauer der stationären Massnahme folgende Anmerkungen angebracht:  

Der mit der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der 
Regel höchstens fünf Jahre (Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB). Gestützt auf die jüngste 
Rechtsprechung des Bundesgerichts ist in Bezug auf die Anrechnung von bereits 
erstandenem Freiheitsentzug (Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzei-
tigem Massnahmenvollzug) grundsätzlich davon auszugehen, dass es sich dabei 
jeweils um eine «pro forma» Anrechnung zur Verhinderung von Entschädigungs-
ansprüchen handelt (vgl. BGE 141 IV 236; BGE 145 IV 65 E. 2.3.4). Entspre-
chend bleibt die Höchstdauer der stationären Massnahme (5 Jahre ab Datum 

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des in Rechtskraft erwachsenen Anordnungsentscheids) von einer Anrechnung 
der Haft unberührt. Die Anrechnung des erstandenen Freiheitsentzugs verkürzt 
die Höchstdauer der stationären Massnahme nicht. 

6. Landesverweisung 

6.1 Der Beschuldigte ist syrischer Staatsangehöriger und verfügt nicht über eine 
schweizerische Staatsangehörigkeit. Es ist folglich die Anordnung einer Landes-
verweisung gemäss Art. 66a ff. StGB zu prüfen. 

6.2 Rechtliches 

6.2.1 Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen 
einer im Gesetz aufgelisteten Katalogtat verurteilt wird, unabhängig von der Höhe 
der Strafe für 5–15 Jahre des Landes. Es handelt sich hierbei entsprechend der 
gesetzlichen Marginalie um die obligatorische Landesverweisung. 

6.2.2 Gemäss Art. 66abis StGB kann das Gericht einen Ausländer für 3–15 Jahre des 
Landes verweisen, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das nicht 
von Art. 66a StGB erfasst wird, zu einer Strafe verurteilt oder gegen ihn eine 
Massnahme nach den Art. 59–61 oder 64 angeordnet wird. Es handelt sich hier-
bei um die Möglichkeit des Gerichts, eine fakultative Landesverweisung anzuord-
nen. 

6.2.3 Aus dem Völkerrecht kann sich für ausländische Personen ein Aufenthaltsrecht 
oder ein Rückschiebungsverbot ergeben. In beiden Fällen steht eine Landesver-
weisung im Konflikt mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen. Es muss das Ver-
hältnis zwischen den völkerrechtlichen Normen, die ein Recht auf Aufenthalt oder 
ein Rückschiebungsverbot enthalten und der Landesverweisung ermittelt wer-
den. Besteht aus völkerrechtlichen Gründen ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz, 
darf keine Landesverweisung ausgesprochen werden (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, 
Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Vor Art. 66a–66d StGB N. 78, 82). Gemäss 
dem Non-refoulement-Gebot darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, 
in dem ihm Folter oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Behand-
lung oder Bestrafung droht (Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 EMRK, Art. 7 UNO-Pakt II, 
Art. 3 des UN-Übereinkommens gegen Folter und andere grausame, unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe vom 10. Dezember 1984 [Anti-
Folter-Konvention; SR 0.105]). 

6.3 Die Möglichkeit zur Anordnung einer fakultativen Landesverweisung bei der An-
ordnung einer freiheitsentziehenden Massnahme zielt in erster Linie auf schuld-
unfähige Täter ab, bei denen eine obligatorische Landesverweisung ausge-
schlossen ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 
schuldunfähig war, es daher zu keiner Verurteilung zu einer Strafe kommt, geht 

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es vorliegend nicht um einen Anwendungsfall der obligatorischen Landesverwei-
sung i.S. von Art. 66a StGB. Anwendung findet vielmehr Art. 66abis StGB. 

6.4 Keine Vollzugshindernisse 

Der Beschuldigte reiste am 19. November 2013 in die Schweiz ein und stellte ein 
Asylgesuch. Die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt er nicht. Sein Asyl-
gesuch wurde am 17. Oktober 2014 vom Bundesamt für Migration (nachfolgend: 
BFM) abgewiesen, dieser Entscheid ist rechtskräftig. Die Wegweisung wurde im 
Zeitpunkt des Asylentscheids und bis heute wegen Unzumutbarkeit (Sicherheits-
lage in Syrien) nicht vollzogen und der Vollzug zugunsten einer vorläufigen Auf-
nahme im Sinne von Art. 83 Abs. 4 aAuG (Ausländergesetz; SR 142.20) aufge-
schoben (BA 18-02-0055). Gemäss den Erwägungen des BFM erfüllt der Beschul-
digte die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG (Asylgesetz; SR 142.31) 
nicht, weil keine persönliche Verfolgungssituation vorliegt. Was seinen Aufent-
haltsstatus in der Schweiz anbelangt, so verfügt der Beschuldigte laut Auskunft 
des Amtes für Migration und Integration, Asyl und Rückkehr des Kantons Aargau 
vom 27. Mai 2024 aktuell über den Ausländerausweis der Kategorie F (vorläufige 
Aufnahme von Ausländern).  

Die Frage, ob eine Landesverweisung bei Syrern (mit Ausweis F) aufgrund der 
unsicheren zukünftigen Lage in Syrien überhaupt möglich ist, haben mehrere 
zweitinstanzliche Gerichte in jüngsten Entscheiden rechtskräftig klar bejaht (statt 
vieler: Urteil des Obergerichts Bern, 1. Strafkammer, SK 18 208, vom 27. Mai 
2019 E. 12.2; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich mit Urteil (SB 170394) 
vom 16. Oktober 2018, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 6B_1245/2018 
vom 20. Mai 2019). Es ist Aufgabe der die Landesverweisung vollziehenden Be-
hörde, allfällige Rückschiebungsverbote im Zeitpunkt des Vollzugs zu prüfen. 

Vorliegend sind jedenfalls keine völkerrechtlichen Verpflichtungen und Normen 
(EMRK; FK [Abkommen über die Rechtstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951, 
SR 0.142.30]), so beispielsweise das Refoulement-Verbot, ersichtlich, die einer 
Landesverweisung entgegenstehen könnten. Ebenso wenig besteht aus völker-
rechtlichen Gründen ein Aufenthaltsrecht für den Beschuldigten in der Schweiz, 
welches einer Landesverweisung entgegenstünde. Es bestehen zurzeit keine 
Vollzugshindernisse. 

6.5 Interessenabwägung 

6.5.1 Ausgangslage 

Der 30-jährige Beschuldigte ist syrischer Staatsangehöriger, unverheiratet und 
kinderlos. Er wuchs in einem Vorort von Damaskus/SYR mit seinen Eltern und 
vier Geschwistern auf. In Damaskus ging er in eine Scharia Schule und hat 2012 

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den Schulabschluss gemacht (BA 06-01-01-0019). Der Beschuldigte wohnte bis 
zu seiner Verhaftung am 2. Februar 2023 bei seinen Eltern in Z., welche beide 
ebenfalls über den Ausweis F verfügen. 

Vor diesem Hintergrund ist zu prüfen, ob das Interesse des Beschuldigten am 
Verbleib in der Schweiz höher zu gewichten ist als das öffentliche Interesse an 
der Landesverweisung zur Wahrung der öffentlichen Ordnung (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.1; 6B_607/2018 vom 
10. Oktober 2018 E. 1.4.1; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich 
SB190151, I. Strafkammer, vom 15. August 2019 E. VI.3.1). 

6.5.2 Wie jeder staatliche Entscheid hat die nicht obligatorische Landesverweisung un-
ter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips nach Art. 5 Abs. 2 und 
Art. 36 Abs. 2 und 3 BV zu erfolgen. Mit Blick auf die formale Ausgestaltung der 
Landesverweisung als «andere Massnahme» darf eine fakultative Landesverwei-
sung nur angeordnet werden, wenn diese verhältnismässig ist und insbesondere 
notwendig erscheint. Die Interessenabwägung hat sich an der Verhältnismässig-
keitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK und damit den Anforderungen an einen 
Eingriff in das Privat- und Familienleben zu orientieren. Das Recht auf Achtung 
des Familienlebens nach Art. 8 EMRK ist dann berührt, wenn die staatliche Ent-
fernungs- und/oder Fernhaltemassnahme i.S. der Landesverweisung eine nahe, 
echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigten 
anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt und es ihr nicht ohne Weiteres 
zumutbar bzw. möglich wäre, das Familienleben andernorts zu pflegen. Neben 
der Kernfamilie können gemäss EGMR bei hinreichender Intensität auch Bezie-
hungen zwischen nahen Verwandten vom Schutzbereich erfasst sein (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1144/2021 vom 24. April 2023 E. 1.2.4). Bei der Verhältnis-
mässigkeitsprüfung sind auch die Art und Schwere des Verschuldens, die seit 
der Tatbegehung verstrichene Zeit und das bisherige Verhalten der betreffenden 
Person, die Dauer des bisherigen Aufenthalts in der Schweiz und die Intensität 
ihrer sozialen, kulturellen und familiären Bindungen sowohl im Gastgeberstaat 
als auch im Heimatland zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_140/2021 vom 24. Februar 2022 E. 6.2; 6B_342/2021 vom 27. Januar 2022 
E. 1.1; 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.1; 6B_1005/2020 vom 22. Dezem-
ber 2020 E. 1.1; 6B_1054/2020 vom 30. November 2020 E. 1; 6B_528/2020 vom 
13. August 2020 E. 3.2; je mit Hinweisen). 

6.5.3 Persönliches Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz 

Der Beschuldigte hat sich – trotz seines mehrjährigen Aufenthalts und an sich 
günstigen Voraussetzungen (vgl. unten) – nicht einmal ansatzweise in der 
Schweiz sozial und beruflich integriert. Auch zu seinen Eltern im Kanton Aargau 
unterhält er praktisch keinen Kontakt (BA 06-01-01-0038). Seine drei Schwestern 
und sein Bruder wohnen ebenfalls in der Schweiz (BA 06-01-01-0020). In seinem 

- 30 - 

SK.2024.7 

Heimatland Syrien hat er Verwandte (BA 18-02-0020) und gemäss seinen eige-
nen Angaben möchte er sehr gerne zu seiner Tante nach Syrien ziehen. In der 
Schweiz verfügt er, wie er selbst ausführte, über einen Freund, zu dem er wenig 
Kontakt pflegt. Dies korrespondiert einigermassen mit den Aussagen seiner 
Eltern, wonach er einen guten Kontakt zu seinem Schwager pflege, ansonsten 
über keine Freunde in der Schweiz verfüge (BA 11-01-0108). Es kann somit nicht 
von einer echten und tatsächlich gelebten familiären Beziehung in der Schweiz 
die Rede sein. 

Was seine Integrationsbemühungen anbelangt, ist festzuhalten, dass er relativ 
gut deutsch spricht. Demgegenüber gibt es keinerlei Anzeichen, welche darauf 
schliessen liessen, dass sich der Beschuldigte in die schweizerische Gesell-
schaft integrieren möchte resp. dies versucht. Er selbst äusserte sich dahinge-
hend, er sei ein strenggläubiger Moslem, Salafist und habe Probleme mit den 
christlichen Werten in der Schweiz und Europa. Es liegt auf der Hand, dass ihm 
mit einer solchen Grundeinstellung eine Integration in der Schweiz kaum gelingen 
wird. Aufgrund seines Glaubensfanatismus hat er denn auch Lehr- und Arbeits-
stellen verloren. So ging er während den Arbeitszeiten seinen Gebeten nach und 
hielt trotz drohender Kündigungen daran fest (BA 05-01-0002). Er ist arbeitslos 
und lebt von der Sozialhilfe. Insgesamt ist dem Beschuldigten eine schlechte so-
ziale und wirtschaftliche Integration zu attestieren. Um eine echte Integration in 
das hiesige Wertesystem bemühte er sich zu keiner Zeit. 

Laut Gewaltschutzbericht des Kantons Aargau vom 15. Dezember 2024 ist eine 
Eingliederung des Beschuldigten aufgrund seiner salafistischen Gesinnung «un-
denkbar» (TPF 10-01-0094). Diese Folgerung deckt sich insoweit mit den Fest-
stellungen des Gutachters, wonach beim Beschuldigten überhaupt kein Wunsch 
nach Integration vorhanden sei (BA 11-01-0129). Vielmehr äusserte der Beschul-
digte immer wieder den Wunsch, in ein muslimisches Land auszureisen, was 
seine fehlende Integrationswilligkeit und soziale Verwurzelung in der Schweiz, 
manifestiert resp. verdeutlicht, dass er nicht in der Schweiz verbleiben will (statt 
vieler. BA 06-01-01-0017 [Ausreise in ein islamisches Land]; 11-01-0087, -0103, 
-0108). In der Hauptverhandlung wurde ihm Gelegenheit gegeben, sich zu einer 
allfälligen fakultativen Landesverweisung zu äussern. Er gab an, dass er von der 
Schweiz nach Syrien weggehen wolle (TPF 7.731.005). Seine Ausreisewilligkeit 
nach Syrien zeigt sich aber auch dadurch, dass er mit der Rückkehrberatungs-
stelle des Amtes für Migration und Integration des Kantons Aargau (MIKA) Kon-
takt aufnahm, seinen Rückkehrwillen bekräftigte und eine Freiwilligkeitserklärung 
unterzeichnete. Letztmals hatte der Beschuldigte im Februar 2023 einen Termin 
bei der Rückkehrberatungsstelle, welcher er indes zufolge zwischenzeitlicher In-
haftierung nicht wahrnehmen konnte (TPF 7.262.2.001). 

Andere Gründe persönlicher Natur, die gegen die Anordnung der Landesverwei-
sung sprechen, sind nicht ersichtlich und werden seitens des Beschuldigten auch 
nicht vorgebracht. Das persönliche Interesse des Beschuldigten am Verbleib in 

- 31 - 

SK.2024.7 

der Schweiz ist insgesamt als äusserst gering einzustufen. Im Ergebnis liegt kein 
persönlicher (echter) Härtefall vor. 

6.5.4 Interesse der Öffentlichkeit an Sicherheit und Ordnung 

Gemäss Strafregisterauszug vom 30. April 2024 bestehen gegen den Beschul-
digten zwei Verurteilungen wegen Vergehen (Widerhandlung gegen das Bundes-
gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; Sachbeschädigung), welche von 
den jeweiligen kantonalen Staatsanwaltschaften pekuniär sanktioniert wurden 
(TPF 7.231.1.001 f.). Bei der vorliegenden Straftat liegt ein erheblicher Verstoss 
gegen die Schweizerische Rechtsordnung vor, da es sich immerhin um eine To-
desdrohung gegen mehrere Personen handelte. Im Rahmen der Risikobeurtei-
lung ist relevant, dass laut Einschätzung des NDB wie auch des Gutachters der 
Beschuldigte als unberechenbar und als Bedrohung für die innere Sicherheit der 
Schweiz eingestuft wird (BA 05-01-0006). Dies deckt sich mit dem Gewaltschutz-
bericht der Kantonspolizei Aargau vom 15. Dezember 2021, wonach aufgrund 
seiner salafistischen Gesinnung und seinen Problemen mit den christlichen Wer-
ten der Schweiz und Europa ein latentes Risiko einer Gefährdung Dritter besteht. 
Die aargauischen Behörden stützen ihre Einschätzung unter anderem auf die 
bewaffneten Auftritte des Beschuldigten in der Öffentlichkeit und die Äusserung 
des Beschuldigten, wonach er wahllos Menschen umbringen wolle (BA 10-01-
0093 f.). 

Die Risikoeinschätzung des NDB stützt sich auf Äusserungen des Beschuldigten 
in den sozialen Medien (vgl. E. 2.1). So teilte er beispielweise in Internet mit, dass 
er beabsichtige, selber «[…]» (BA 05-01-0006; 06-01-01-0016). Als glühender 
Verehrer des Dschihads regte er sich in einem Post sehr darüber auf, dass […]. 
In den sozialen Medien zeigte er sich oftmals mit […] und teilweise in Kleidern 
mit […]. Mehrere Posts dokumentieren seine abschätzige Haltung gegenüber 
Europäern und deren westlichen Werte, indem er beispielsweise am 29. Novem-
ber 2023 mitteilte, die «[…]». Im Januar 2022 hat der Beschuldigte seinen bishe-
rigen Usernamen «H.» um den Zusatz «[…]» ergänzt. Der Begriff ist laut NDB in 
den letzten Jahren vermehrt von dschihadistischen Gruppierungen in Syrien und 
im Irak als Synonym für das Märtyrertum verwendet worden und beschreibt – 
vereinfacht gesagt – in einem militärischen bzw. dschihadistischen Kontext den 
Akt, sein eigenes Leben zu opfern, damit andere vordringen können. Zudem wird 
er von dschihadistischen Kämpfern als Kampfname verwendet. Am 23. Juni 2022 
postete der Beschuldigte sinngemäss, dass sich viele Muslime – so wie er – […]. 
Ausserdem wünsche er sich den Kampf gegen die […]. […] Allah […] (BA 05-01-
0005; 06-01-01-0016, -0032). Auffällig ist, dass sich der Schreibstil des Beschul-
digten zuletzt in Sicherheitshaft zunehmend radikalisierte und er die westlichen 
Werte kategorisch ablehnt (statt vieler: «[…]» (vgl. Bemerkung des Überset-
zungsdienstes: «Je remarque que l’auteur Monsieur A. s’est beaucoup radicalisé 
dans ses dernières lettres» (TPF 7.231.7.062 ff.). 

- 32 - 

SK.2024.7 

Bei dieser Ausgangslage besteht ein hohes Risiko, dass der Beschuldigte selbst 
nach erfolgreich abgeschlossener Therapie nach wie vor eine Gefahr für die öffent-
liche Ordnung und Sicherheit darstellt, selbst wenn unklar bleibt, in welchem Um-
fang seine salafistische Gesinnung (allenfalls in Kombination mit der schweren 
psychischen Störung) für die Tatbegehung (mit-)ursächlich war. Jedenfalls ist an-
gesichts seiner inneren Einstellung die Wahrscheinlichkeit äusserst hoch, dass 
der Beschuldigte selbst nach einer erfolgreichen Therapie eine grosse Gefahr für 
die innere Sicherheit der Schweiz darstellen wird. Das öffentliche Interesse an 
der Landesverweisung zur Wahrung der öffentlichen Ordnung ist daher als ge-
wichtiger einzustufen, als das Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der 
Schweiz. 

Nach Würdigung sämtlicher Faktoren erweist sich die Anordnung einer Landes-
verweisung als verhältnismässig. 

6.6 Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte des Landes zu verweisen. Unter Be-
rücksichtigung sämtlicher Umstände (schuldunfähige Tatbegehung; kein persön-
licher Härtefall; Einstufung als Gefährder) ist die Dauer der Landesverweisung 
auf 5 Jahre festzulegen. 

7. Vollzugskanton 

Als Vollzugskanton ist der Kanton Aargau zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 StBOG). 

8. Einziehung 

8.1 Ist die Beschlagnahme eines Gegenstandes oder Vermögenswertes nicht vorher 
aufgehoben worden, so ist über seine Rückgabe an die berechtigte Person, seine 
Verwendung zur Kostendeckung oder über seine Einziehung im Endentscheid zu 
befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). 

Das Gericht verfügt ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person 
die Einziehung von Gegenständen, die zur Begehung einer Straftat gedient haben 
oder bestimmt waren oder die durch eine Straftat hervorgebracht worden sind, 
wenn diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die 
öffentliche Ordnung gefährden (Art. 69 Abs. 1 StGB). Das Gericht kann anord-
nen, dass die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet 
werden (Art. 69 Abs. 2 StPO). 

8.2 Unter den beim Beschuldigten sichergestellten und beschlagnahmten Gegen-
ständen befinden sich persönliche Gegenstände ohne deliktischen Bezug (Heft, 
Papiersack etc.). Diese Gegenstände sind dem Beschuldigten zurückzugeben 
(Art. 267 Abs. 3 StPO). Im Einzelnen werden die an den Beschuldigten zurück-
zugebenden Gegenstände in Ziffer 6.1 des Dispositivs aufgeführt. 

- 33 - 

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8.3 Der beschlagnahmte Laptop, Modell […], wurde zur Begehung der Straftat ver-
wendet. Die beweisrelevanten Daten wurden forensisch gesichert und befinden 
sich bei den Akten. Der Laptop ist daher dem Beschuldigten nach dauerhafter 
Löschung sämtlicher Daten mit deliktischem Inhalt ebenfalls herauszugeben. 

9. Verfahrenskosten 

9.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 
des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 
Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 
die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 
SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, 
die im Vorverfahren von der Bundeskriminalpolizei und von der Bundesanwalt-
schaft sowie im erstinstanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer durchge-
führt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 BStKR). Die Höhe der Gebühr 
richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der Vorgehensweise 
der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); 
sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR. Die Auslagen umfassen die vom 
Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die Kosten für die amtliche Verteidi-
gung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer Behörden, Porti, Tele-
fonspesen und andere entsprechende Kosten (Art. 422 Abs. 2 StPO; Art. 1 Abs. 3 
BStKR). 

9.2 Die Bundesanwaltschaft macht für das Vorverfahren gegen den Beschuldigten 
Gebühren von Fr. 15'000.-- sowie auferlegbare Auslagen von Fr. 38'391.80 gel-
tend. Die Gebühr liegt im gesetzlichen Rahmen (Art. 6 Abs. 3 lit. b, Abs. 4 lit. c 
und Abs. 5 BStKR) und Gebühr und Auslagen erscheinen angemessen. Sie sind 
daher in der beantragten Höhe festzusetzen. Die Gebühr für das erstinstanzliche 
Hauptverfahren ist auf Grund der Bedeutung und Schwierigkeit der Sache in tat-
sächlicher Hinsicht sowie des angefallenen Aufwands auf Fr. 6'000.-- festzuset-
zen (Art. 5 i.V.m. Art. 7 lit. b BStKR). Die Verfahrenskosten betragen somit 
Fr. 59'391.80. 

9.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 
Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung; die erbeten vertei-
digte beschuldigte Person ist demgegenüber vollumfänglich kostenpflichtig 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Wurde das Verfahren wegen Schuldunfähigkeit der be-
schuldigten Person eingestellt, so können ihr die Kosten auferlegt werden, wenn 
dies nach den gesamten Umständen billig erscheint (Art. 419 StPO). 

9.4 Obwohl die Voraussetzungen von Art. 419 StPO vorliegend nicht gegeben sind, 
ist diese Norm analog anzuwenden. Vorliegend ist aus Billigkeitsgründen jedoch 

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davon abzusehen, dem Beschuldigten die Kosten aufzuerlegen, was auch dem 
Resozialisierungsgedanke widerspräche. Die Verfahrenskosten von insgesamt 
Fr. 59'391.80 trägt somit die Eidgenossenschaft. 

10. Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

10.1 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird in Bundesstrafverfahren 
nach dem Anwaltstarif des Bundes – gemäss BStKR – festgesetzt (Art. 135 
Abs. 1 StPO). Die Entschädigung wird durch die Staatsanwaltschaft des Bundes 
oder das urteilende Gericht am Ende des Verfahrens festgelegt (Art. 135 Abs. 2 
StPO). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Ausla-
gen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Telefon-
spesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und 
ausgewiesenen Zeitaufwand bemessen. Der Stundenansatz beträgt mindestens 
Fr. 200.-- und höchstens Fr. 300.-- (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Bei Fällen im ordentli-
chen Schwierigkeitsbereich, d.h. für Verfahren ohne hohe sachliche oder rechtli-
che Komplexität, beträgt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Straf-
kammer Fr. 230.-- für Arbeitszeit und Fr. 200.-- für Reise- und Wartezeit (Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.21 vom 24. April 2012 E. 2.1; Urteil 
des Bundesstrafgerichts SN.2011.16 vom 5. Oktober 2011 E. 4.1). Der Stunden-
ansatz für Praktikanten beträgt praxisgemäss Fr. 100.-- (Urteil des Bundesstraf-
gerichts SK.2015.4 vom 18. März 2015 E. 9.2). Die Auslagen werden im Rahmen 
der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). 
Gemäss Art. 14 BStKR kommt die Mehrwertsteuer zum Honorar und den Ausla-
gen hinzu. 

Nach Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO hat die beschuldigte Person, welche zu den 
Verfahrenskosten verurteilt wird, dem Bund die Entschädigung der amtlichen 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben. 

10.2 Das vorliegende Verfahren stellte in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht keine 
überdurchschnittlichen Anforderungen an die Verteidigung. Der Stundenansatz 
ist daher praxisgemäss für die anwaltliche Tätigkeit auf Fr. 230.--, für die Tätigkeit 
der Praktikanten auf Fr. 100.-- sowie auf Fr. 200.-- für die Reisezeit festzusetzen 
(vgl. E. 10.1). 

10.3  
10.3.1 Mit Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 13. Februar 2023 wurde Rechtsan-

walt E. in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 130 lit. b StPO 
rückwirkend für den Zeitraum vom 1. Februar 2023 bis 2. Februar 2023 als amt-
licher Verteidiger des Beschuldigten bestellt (TPF 16-01-0007 f.). 

- 35 - 

SK.2024.7 

Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt E. für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten von der Eidgenossenschaft mit Fr. 743.15 (inkl. MWST) vollständig 
entschädigt wurde. 

10.3.2 Mit Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 13. Februar 2023 wurde Rechtsan-
walt Martin Gärtl in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 130 
lit. b StPO rückwirkend ab dem 2. Februar 2023 als amtlicher Verteidiger des 
Beschuldigten bestellt (TPF 16-01-0007 f.). Die amtliche Verteidigung im Vorver-
fahren erstreckt sich auf das gerichtliche Verfahren (in fine Art. 134 StPO). Die 
Strafkammer ist zur Festlegung der amtlichen Verteidigung zuständig (Art. 135 
Abs. 2 StPO). 

10.3.3 Der Verteidiger beantragt mit Kostennote vom 27. Mai 2024 die Ausrichtung 
eines Honorars von Fr. 29'987.10 (inkl. MWST), inklusive des geschätzten Auf-
wands für die Teilnahme an der Hauptverhandlung, Sichtung des Urteils und 
Nachbesprechung (TPF 7.821.003, -010). Das geltend gemachte Honorar setzt 
sich aus einem Zeitaufwand von 114.20 Stunden Arbeits- und Reisezeiten zu 
einem Ansatz von Fr. 230.-- bzw. Fr. 200.---, Auslagen von Fr. 2'350.70 sowie 
der Mehrwertsteuer (7.7 % bzw. 8.1 %) von Fr. 2'192.40 zusammen. Der ausge-
wiesene Zeitaufwand sowie die Auslagen erscheinen gerechtfertigt. 

10.3.4 Zusammengefasst ist das Honorar von Rechtsanwalt Martin Gärtl auf 
Fr. 29'987.10 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen. 

 
  

- 36 - 

SK.2024.7 

Die Strafkammer erkennt: 

I.       

1. Es wird festgestellt, dass A. im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbestand 
der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllte. 

2. Es wird eine stationäre Massnahme i.S.v. Art. 59 StGB angeordnet. 

3. Die ausgestandene Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 
483 Tagen wird auf die angeordnete Massnahme angerechnet. 

4. A. wird für die Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

5. Der Kanton Aargau wird als Vollzugskanton bestimmt (Art. 74 Abs. 1 StBOG 
i.V.m. Art. 31 Abs. 1 StPO). 

6.  
6.1 Die nachgenannten beschlagnahmten Gegenstände werden nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils an A. herausgegeben: 
 

Ass.-ID Gegenstände 
 

   27813 1 blaues Heft und lose A4 beschriftet in arabischer Schrift 
   15805 Brauner Papiersack «[…]» mit diversen Handnotizen 

6.2 Der Laptop-Computer, Modell […], Serien-Nr. […], wird nach Löschung der inkri-
minierten Daten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an A. herausgegeben 
(Ass-ID 27812). 

7. Die Verfahrenskosten von Fr. 59'391.80 (Vorverfahren: Gebühr Fr. 15'000.--, 
Auslagen Fr. 38'391.80; Gerichtsgebühr Fr. 6'000.--) trägt die Eidgenossen-
schaft. 

8.  
8.1 Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt E. für die amtliche Verteidigung von A. 

von der Eidgenossenschaft mit Fr. 743.15 (inkl. MWST) vollständig entschädigt 
wurde. 

8.2 Rechtsanwalt Martin Gärtl wird für die amtliche Verteidigung von A. durch die 
Eidgenossenschaft mit Fr. 29'987.10 (inkl. Auslagen und MWST), abzüglich be-
reits geleisteter Zahlungen, entschädigt. 

- 37 - 

SK.2024.7 

II.  

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch die Vorsitzende mündlich 
begründet. Den Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt; der nicht anwesenden 
Privatklägerschaft wird es schriftlich zugestellt. 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 
 
 
 
 

Die schriftliche Begründung des Urteils wird später zugestellt. 
 
Zustellung in vollständiger Ausfertigung an: 
− Bundesanwaltschaft 
− Rechtsanwalt Marin Gärtl, amtlicher Verteidiger von A. (Beschuldigter) 
− Zeitungsverlag B., vertreten durch Generaldirektor C. (Privatklägerin) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 
− Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug (vollständig) 
− Bundesamt für Polizei (fedpol) (vollständig; Art. 68 Abs. 1 StBOG) 
− Amt für Justizvollzug (Straf- und Massnahmenvollzug) des Kantons Aargau (AJV) 

(vollständig) 
− Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau (MIKA) (vollständig; 

Art. 82 VZAE) 

Rechtsmittelbelehrung 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 
sowie gegen selbstständige nachträgliche Entscheide und gegen selbstständige Einziehungsentscheide kann 
innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder schriftlich Beru-
fung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 
 
Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 
gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-
wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  

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SK.2024.7 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-
kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 
ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 
sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 
anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO).