# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5d78a71-e839-5f01-947d-7ef39d43c83f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.04.2025 100 2024 179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2024-179_2025-04-15.pdf

## Full Text

100.2024.179U
STN/BTA/AMA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. April 2025

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Stohner, Verwaltungsrichter Tissot
Gerichtsschreiberin Bader-Gnägi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks 
Regularisierung der vorläufigen Aufnahme (Entscheid der 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 27. Mai 2024; 2023.SIDGS.41)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2025, Nr. 100.2024.179U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der afghanische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1988) reiste am 8. No-
vember 2015 in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. Mit 
Entscheid vom 6. April 2018 stellte das Staatssekretariat für Migration (SEM) 
fest, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab 
und wies ihn aus der Schweiz weg. Infolge Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs verfügte es die vorläufige Aufnahme von A.________, die bis 
heute besteht. 

Mit Gesuch vom 3. Januar 2022 beantragte A.________ die Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung (Härtefallbewilligung). Das Amt für 
Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), 
wies dieses Gesuch am 20. September 2022 formlos und am 6. Dezember 
2022 mit Verfügung ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 6. Januar 2023 Beschwerde 
bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Gleichzeitig ersuchte er 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin 
als amtliche Anwältin. Die SID wies die Beschwerde mit Entscheid vom 
27. Mai 2024 ab; das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hiess sie gut. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 27. Juni 2024 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Er beantragt, der Entscheid der SID sei aufzuheben und 
ihm sei eine Härtefallbewilligung zu erteilen; eventuell sei die Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig hat er für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin ersucht.

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Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 24. Juli 2024, die Beschwerde 
sei abzuweisen; zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege enthält sie 
sich eines Antrags. Am 18. März 2025 hat der MIDI dem Verwaltungsgericht 
einen Arztbericht der Universitätsklinik für Neurologie des Inselspitals zuge-
stellt. Die SID hat auf weitere Bemerkungen verzichtet. A.________ hat 
seine Anträge implizit bestätigt. 

Erwägungen:

1. 

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig ist die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwer-
deführer.

2.1 Der Beschwerdeführer hält sich seit dem 8. November 2015 in der 
Schweiz auf (Akten MIDI pag. 15). Am 6. April 2018 wurde er vorläufig auf-
genommen (Akten MIDI pag. 273 ff.). Die vorläufige Aufnahme ist kein Auf-
enthaltstitel. Sie setzt im Gegenteil einen (nicht vollziehbaren) Aus- oder 
Wegweisungsentscheid voraus und vermittelt der oder dem Betroffenen nur 

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einen vorübergehenden Status (Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 
Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]; Art. 44 und 
Art. 46 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31]; 
BGE 147 I 268 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 141 I 49 E. 3.5 [Pra 104/2015 
Nr. 82], 137 II 305 E. 3.1). Eine allfällige Verweigerung der nachgesuchten 
ausländerrechtlichen Bewilligung führt deshalb nicht dazu, dass der Be-
schwerdeführer die Schweiz verlassen muss.

2.2 Nach Art. 84 Abs. 5 AIG werden Gesuche um Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung von vorläufig aufgenommenen Ausländerinnen und Auslän-
dern, die sich – wie der Beschwerdeführer – seit mehr als fünf Jahren in der 
Schweiz aufhalten, unter Berücksichtigung der Integration, der familiären 
Verhältnisse und der Zumutbarkeit einer Rückkehr in den Herkunftsstaat ver-
tieft geprüft. Diese Vorschrift bildet nach ständiger Rechtsprechung keine ei-
genständige Rechtsgrundlage für die Bewilligungserteilung. Ob eine Bewilli-
gung erteilt werden kann, beurteilt sich vielmehr auf der Grundlage von 
Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG, der keinen Rechtsanspruch verschafft, sondern die 
ermessensweise Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen aus 
Härtefallgründen ermöglicht (BGer 2C_939/2020 vom 18.11.2020 E. 2, 
2C_589/2019 vom 21.6.2019 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 137 II 345 E. 3.2.1 
[Umkehrschluss]; BVR 2020 S. 443 E. 4.5). Einen Bewilligungsanspruch 
wollte der Gesetzgeber, wie die Materialien zeigen, ausdrücklich nicht schaf-
fen, sondern lediglich eine Prüfungspflicht (BVR 2020 S. 443 E. 4.3 mit Hin-
weisen). Vor diesem Hintergrund hat das Verwaltungsgericht die Meinung 
verworfen, wonach vorläufig aufgenommenen Ausländerinnen und Auslän-
dern, die sich seit mindestens fünf Jahren in der Schweiz aufhalten, die Auf-
enthaltsbewilligung «in aller Regel» zu erteilen sei (so Peter Bolzli, in 
Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 84 AIG N. 11; vgl. 
VGE 2023/68 vom 19.9.2024 E. 2.2, 2022/202 vom 27.2.2024 E. 3.1 mit wei-
teren Hinweisen). Die Normen des AIG vermitteln dem Beschwerdeführer 
somit keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.

2.3 In Fällen langjähriger Anwesenheit können vorläufig Aufgenommene, 
deren Rückkehr nach wie vor nicht absehbar ist, allerdings gestützt auf das 
Recht auf Privatleben nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonven-

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tion (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101) grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewil-
ligung geltend machen. Damit eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, den recht-
mässigen, aufenthaltsrechtlich gesehen aber prekären Aufenthalt zu regula-
risieren. Das Bundesgericht hat einen solchen (potenziellen) Anspruch in 
seiner jüngeren Rechtsprechung anerkannt (vgl. BGE 149 I 72 E. 2.2, 
147 I 268 E. 1.2.7), auch wenn es in der erwähnten Konstellation um die erst-
malige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geht (vgl. BGE 149 I 207 
E. 5.3.4 [Pra 113/2024 Nr. 9]; BGE 2C_157/2023 vom 23.7.2024 E. 5.6 ff.). 
Ob der Aufenthalt zu bewilligen ist, beurteilt sich anhand einer Interessenab-
wägung bzw. nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 8 Ziff. 2 
EMRK und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Von besonderer Bedeutung ist dabei 
die Integration der betroffenen Person (vgl. BGE 147 I 268 E. 4). – Der Be-
schwerdeführer hat zu Recht keinen Anspruch auf eine Regularisierung ge-
stützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV geltend gemacht, ist er 
doch (erst) seit knapp 7 Jahren in der Schweiz vorläufig aufgenommen. Sein 
Aufenthalt übersteigt den vom Bundesgericht festgelegten Richtwert von 
zehn Jahren damit (noch) nicht (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9). Die SID hat das 
Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers mithin zu Recht nach den Vor-
gaben von Art. 84 Abs. 5 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG geprüft. 

3.

Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht als Teilgehalt seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er macht 
geltend, die SID habe ihren abweisenden Entscheid lediglich mit wenigen 
Sätzen begründet und sich nicht spezifisch mit seinen Verhältnissen ausein-
andergesetzt (Beschwerde Rz. 27 ff.).

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 26 Abs. 2 
der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1], Art. 21 ff. VRPG) ver-
langt unter anderem, dass die Behörde die Vorbringen der in ihrer Rechts-
stellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung 
berücksichtigt. Daraus folgt die Begründungspflicht (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 
Bst. b VRPG). Die Behörde muss die Begründung ihres Entscheids zumin-

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dest so abfassen, dass die Betroffenen die Verfügung oder den Entscheid 
gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dies bedingt, dass wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 
hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (statt vieler 
BGE 142 I 135 E. 2.1; BVR 2022 S. 51 E. 2.3, 2021 S. 285 E. 3.4.2). Dage-
gen wird nicht verlangt, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 
widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesent-
lichen Punkte beschränken (BGE 146 II 335 E. 5.1; BVR 2021 S. 285 
E. 3.4.2). Die Anforderungen an die Begründung steigen tendenziell, je grös-
ser der Handlungsspielraum der Behörde ist und je vielfältiger die tatsächli-
chen Voraussetzungen sind, die bei der Konkretisierung offener Normen und 
bei der Ermessensbetätigung zu berücksichtigen sind. Beurteilungs- oder Er-
messensspielräume der Behörden sprechen damit nicht gegen, sondern in 
der Regel für eine verhältnismässig strenge Begründungspflicht. Gerade in 
solchen Fällen trägt die Begründungspflicht im Sinn einer Selbstkontrolle zur 
Rationalisierung der Entscheidfindung bei und kann verhindern, dass sich 
die Behörde von unsachlichen Erwägungen leiten lässt. Weiter ist zu beden-
ken, dass eine sachgerechte Anfechtung und Überprüfung von Ermessens-
entscheiden nur möglich sind, wenn die zuständige Behörde die Gründe für 
ihren Entscheid darlegt (vgl. BGE 142 II 324 E. 3.6, 129 I 232 E. 3.3; 
BVR 2012 S. 109 E. 2.3.3; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 30). Der Gehörsan-
spruch ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der materiellen 
Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids, sofern die Rechtsmittelinstanz 
den Gehörsmangel nicht nachträglich heilen kann (BGE 148 IV 22 E. 5.5.2, 
142 II 218 E. 2.8.1; BVR 2021 S. 285 E. 3.4.3).

3.2 Der Bewilligungsbehörde kommt in der Frage, ob ein Härtefall im Sinn 
von Art. 84 Abs. 5 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG vorliegt, grundsätzlich ein 
grosser Ermessensspielraum zu. Sie hat diesen Spielraum pflichtgemäss 
auszufüllen, d.h. im Rahmen von Verfassung und Gesetz nach sachlichen 
Grundsätzen. Namentlich sind die gesetzlichen Vorgaben und die dort ange-
legten öffentlichen Interessen, das Gebot der rechtsgleichen Behandlung, 
die Verhältnismässigkeit und das Willkürverbot zu beachten (vgl. BVR 2020 

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S. 443 E. 4.4 mit Hinweis auf BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.1, 
2010 S. 481 E. 6.1). Die SID überprüft die Verfügung mit voller Kognition, 
d.h. sowohl auf Rechtsverletzungen als auch auf Angemessenheit hin 
(Art. 66 Abs. 1 VRPG). Sie ist dabei grundsätzlich verpflichtet, ihre Überprü-
fungsbefugnis auszuschöpfen. Aufgrund des grossen Ermessensspielraums 
sind verhältnismässig strenge Anforderungen an die Begründungsdichte zu 
stellen (vgl. E. 3.1 hiervor). – Das Verwaltungsgericht beschränkt sich im Be-
schwerdefall nebst der Sachverhaltskontrolle auf die bei Ermessensent-
scheiden massgebliche Rechtskontrolle (Art. 80 Bst. a und b VRPG): Es 
überprüft die Ermessensausübung und die damit verbundene Interessenab-
wägung vorab unter methodischen Gesichtspunkten, d.h. es überprüft, ob 
die Vorinstanz die allgemeinen Rechtsprinzipien zur Ermessensausübung 
missachtet oder gegen materielle oder formelle Rechtsregeln verstossen hat 
(vgl. BVR 2020 S. 443 E. 4.4).

3.3 Die Würdigung der Vorinstanz beschränkt sich auf eine Untererwä-
gung (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.2). Darin hält sie mit einem Satz 
fest, dass der Beschwerdeführer «an erheblichen gesundheitlichen Beein-
trächtigungen [leidet], weshalb er keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, von der 
Sozialhilfe abhängig ist und keine Landessprache erlernt». Sie verweist da-
bei auf die Akten des MIDI. Weiter führt die SID aus, dass «keine intensiven 
sozialen Bindungen zur einheimischen Bevölkerung dargetan» seien, um 
alsdann zu schliessen, dass «bei dieser Ausgangslage nicht gesagt werden 
[kann, dass] die Lebens- und Existenzbedingungen des Beschwerdeführers 
[…] gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Perso-
nen in einer vergleichbaren Situation in gesteigertem Mass in Frage gestellt» 
sind.

3.4 Gemäss ärztlichen Befunden leidet der Beschwerdeführer unter einer 
Intelligenzminderung mit Verhaltensstörung. So weist er kognitiv den Stand 
eines ca. 6-jährigen Kindes auf. Er versteht einfachste Aussagen nicht und 
spricht nur gebrochen Persisch (Muttersprache Dari). Er ist ausserdem pfle-
gebedürftig aufgrund eines schweren, im Jahr 2011 erlittenen Schädel-Hirn-
Traumas. Weiter leidet er an einer Anpassungsstörung sowie an einer struk-
turellen Epilepsie. Verdacht besteht sodann auf dissoziativen Stupor und 
Schlafstörungen aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung 

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(PTBS; Arztzeugnis vom 9.5.2017, Akten MIDI pag. 108 ff.; Arztbericht vom 
17.5.2019, Akten MIDI pag. 547 ff; Arztbericht vom 2.8.2019, Akten MIDI 
pag. 343 f.; Arztbericht vom 30.3.2021, Akten MIDI pag. 536 ff.; vgl. auch 
Arztzeugnis vom 3.5.2022, Akten MIDI pag. 614). Nach Einschätzung eines 
Oberarzts des universitären Schlaf-Wach-Epilepsie-Zentrums des Inselspi-
tals kann der Beschwerdeführer aufgrund einer traumatischen Hirnschädi-
gung mit schweren psychischen und kognitiven Störungen weder eine 
Fremdsprache erlernen, noch ist er für den ersten Arbeitsmarkt geeignet 
(Arztbericht vom 27.4.2022, Akten MIDI pag. 576 f.). Die Invalidenversiche-
rung (IV) attestierte dem Beschwerdeführer am 26. Januar 2023 sodann eine 
langandauernde Erwerbsunfähigkeit mit einem Invaliditätsgrad von 100 % 
seit anfangs 2012 (Akten SID pag. 36). Der Beschwerdeführer ist verbeistän-
det (Ernennungsurkunde vom 7.10.2021, Akten MIDI pag. 581) und lebt in 
einem Wohnheim, wo er professionell betreut wird (Arztbericht vom 
2.8.2019, Akten MIDI pag. 343 f.; vgl. auch Bericht des Wohnheims vom 
1.12.2021, Akten MIDI pag. 520 ff.). Er befindet sich in ambulanter psychia-
trischer Behandlung (Bericht vom 2.8.2019, Akten MIDI pag. 343 f.; Bericht 
vom 16.6.2021, Akten MIDI pag. 613) und besucht regelmässig eine epilep-
tologische Sprechstunde (vgl. etwa Berichte vom 25.9.2020, 30.3.2021, 
27.10.2021, Akten MIDI pag. 536 ff., 540 ff., 562 ff.; zum Ganzen auch Be-
schwerde Rz. 6 ff.). 

3.5 Die Würdigung der Vorinstanz ist wie gesehen sehr kurz ausgefallen 
(vgl. vorne E. 3.3). Zwar nahm die SID Einsicht in die Akten der IV-Stelle des 
Kantons Bern und erkannte diese zu ihren Akten (Verfügung vom 24.4.2023, 
Akten SID pag. 30). Sie hat es aber im Anschluss unterlassen, diese und die 
zahlreichen weiteren aktenkundigen ärztlichen Berichte und Zeugnisse in 
ihre Begründung einfliessen zu lassen und zu würdigen und auf die ausführ-
lichen Vorbringen in der Beschwerde einzugehen. Vielmehr belässt es die 
SID bei einem pauschalen Hinweis auf einzelne Aktenstücke, obwohl die ge-
sundheitlichen und kognitiven Einschränkungen des Beschwerdeführers 
ausgeprägt sind (E. 3.4 hiervor) und es sich dabei um einen für den Ent-
scheid wesentlichen Punkt handelt. Weiter berief sich der Beschwerdeführer 
in diesem Zusammenhang in seiner Beschwerde ausdrücklich auf Art. 58a 
Abs. 2 AIG i.V.m. Art. 77f der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulas-
sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201). Nach Art. 58 

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Abs. 2 AIG ist der Situation von Personen, welche die Integrationskriterien 
von Abs. 1 Bst. c (Sprachkompetenzen) und Abs. 1 Bst. d (Teilnahme am 
Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung) aufgrund einer Behinderung 
oder Krankheit oder anderen gewichtigen persönlichen Umständen nicht 
oder nur unter erschwerten Bedingungen erfüllen können, angemessen 
Rechnung zu tragen. Art. 77f Bst. a VZAE hält sodann fest, dass eine Ab-
weichung von den Integrationskriterien gemäss Art. 58a Abs. 1 Bst. c und d 
AIG möglich ist, wenn die Ausländerin oder der Ausländer sie nicht oder nur 
unter erschwerten Bedingungen erfüllen kann aufgrund einer körperlichen, 
geistigen oder psychischen Behinderung. Auf beide Bestimmungen ist die 
SID in ihrer Entscheidbegründung nicht eingegangen.

3.6 Insgesamt lässt sich aufgrund der Begründung nicht nachvollziehen, 
wie die SID zum Ergebnis kommt, dass die Lebens- und Existenzbedingun-
gen des Beschwerdeführers gemessen am durchschnittlichen Schicksal von 
ausländischen Personen in einer vergleichbaren Situation nicht in gesteiger-
tem Mass in Frage gestellt seien. Die Begründung erlaubt nicht, die Ermes-
sensausübung und die damit verbundene Interessenabwägung zu überprü-
fen, d.h. zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gebot der rechtsgleichen Behand-
lung, die Verhältnismässigkeit und das Willkürverbot beachtet hat. Zusam-
menfassend ist deshalb festzuhalten, dass die SID die Begründungspflicht 
als Teilgehalt des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör 
verletzt hat. Da die Kognition des Verwaltungsgerichts auf die Rechtskon-
trolle beschränkt und demnach enger ist als jene der SID (vgl. vorne E. 1.2 
und 3.2), fällt eine Heilung dieses Mangels durch das Verwaltungsgericht 
von vornherein ausser Betracht (vgl. BGE 145 I 167 E. 4.4 [Pra 108/2019 
Nr. 119]; BVR 2016 S. 318 [VGE 2015/335 vom 22.4.2016] nicht publ. 
E. 2.1). Es wäre im Übrigen auch nicht Sache des Verwaltungsgerichts, eine 
kantonale Praxis vorzuzeichnen zur Frage, wie hinsichtlich der Regularisie-
rung der vorläufigen Aufnahme mit psychischen oder kognitiven Störungen 
umzugehen ist, welche die wirtschaftliche und soziale Integration Betroffener 
mehr oder weniger stark erschweren (vgl. Ruth Herzog, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 25 f., 
Art. 84 N. 10 mit Praxisnachweisen).

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4.

4.1 Die Beschwerde ist somit dahin gutzuheissen, dass der angefoch-
tene Entscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Behandlung im Sinn 
der Erwägungen an die SID zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Be-
schwerde abzuweisen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt der Beschwerdeführer mit 
seinem Rechtsmittel nur teilweise durch. Nach der Praxis des Verwaltungs-
gerichts ist indes im Kostenpunkt von einem vollumfänglichen Obsiegen aus-
zugehen, sofern bei Vorliegen eines reformatorischen (Haupt-)Antrags ein 
Rückweisungsentscheid ergeht und die infolge Rückweisung vorzuneh-
mende Neubeurteilung – wie hier – noch zu einer vollständigen Gutheissung 
der Begehren führen kann (BVR 2022 S. 19 [VGE 2020/188 vom 5.10.2021] 
nicht publ. E. 8.2; BVR 2016 S. 222 E. 4.1). Demnach ist der Beschwerde-
führer für die Kostenverlegung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren als 
vollständig obsiegend zu betrachten. Für das Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht sind keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG) 
und der Kanton Bern (SID) hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Kostennote der 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gibt zu keinen Bemerkungen An-
lass (act. 8A). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist als gegen-
standslos geworden abzuschreiben (vgl. Art. 39 Abs. 1 VRPG).

4.3 Die SID wird die im vorinstanzlichen Verfahren entstandenen Kosten 
neu zu verlegen haben; dazu hat sich das Verwaltungsgericht im Rückwei-
sungsentscheid nicht zu äussern (vgl. BVR 2022 S. 19 [VGE 2020/188 vom 
5.10.2021] nicht publ. E. 8.3; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 7).

5.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) als Zwischenentscheide. Sie können unter den Voraussetzun-
gen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der Hauptsache offenstehenden 
Rechtsmittel selbständig angefochten werden (statt vieler BGE 140 V 282 

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E. 2 mit Hinweisen). Materiell geht es um die ermessensweise Erteilung ei-
ner Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AIG i.V.m. Art. 30 
Abs. 1 Bst. b AIG, womit die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offen steht 
(Art. 39 ff. und 113 ff. BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern vom 27. Mai 2024 aufgehoben und die 
Sache zur weiteren Behandlung im Sinn der Erwägungen an die Vor-
instanz zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewie-
sen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf 
Fr. 1'568.90 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht wird als gegenstandslos geworden vom Geschäfts-
verzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. BGG geführt werden.