# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 194e9199-7a38-5338-8e1f-0d803e5f233a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.08.2020 SK 2019 349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-349_2020-08-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 349

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. August 2020 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schwendener (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Gerber, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiber Ruch 

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________
privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
 

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 27. Juni 2019 (PEN 18 670/671)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung, fällte am 
27. Juni 2019 folgendes Urteil (pag. 3205 ff.; Hervorhebungen im Original): 

[A. rechtskräftiges Urteil betreffend D.________]

B. A.________ 

I. 

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 29.08.2015 
in Zürich durch Konsum einer unbekannten Menge Amphetamingemisch (AKS Ziff. 1.7);

wird eingestellt, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
angeblich begangen am 09.12.2016 und vorher in U.________ durch Anstalten treffen zum Veräussern 
von 3‘000 g Amphetamingemisch an D.________ (AKS Ziff. 1.3.4.);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

III. 

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifi-
ziert und teilweise bandenmässig begangen durch:

1.1. Einfuhr von 18‘000 g Amphetamingemisch, bandenmässig gemeinsam mit E.________, in der 
Zeit von Anfang 2016 bis 19.09.2016 (fünfmal) an der Grenze Deutschland / Schweiz (AKS 
Ziff. 1.3.);

1.2. Veräussern bzw. Verschaffen von mind. 10‘660 g Amphetamingemisch, wie folgt:

1.2.1. an F.________, 2 g Amphetamingemisch, im Herbst 2014 an einem unbekannten Ort 
(AKS Ziff. 1.1.1.);

1.2.2. an G.________, 1 g Amphetamingemisch, in den Jahren 2014/2015 in Y.________ 
(AKS Ziff. 1.1.2.);

1.2.3. an H.________, 50 g Amphetamingemisch, im Juli 2015 und im Herbst 2016 in 
Z.________ (AKS Ziff. 1.1.3., 1.3.15.);

1.2.4. an I.________, 51 g Amphetamingemisch, im Jahr 2015 in Bern (AKS Ziff. 1.1.4.);

3

1.2.5. an J.________, eine unbekannte Menge Amphetamingemisch, in der Zeit von 2015 
und Anfang 2016 bis August 2016 in AA.________ (AKS Ziff. 1.1.5., 1.3.12.);

1.2.6. an E.________, eine unbekannte Menge Amphetamingemisch, im Herbst 2014, 
2015, 2016 in U.________ und anderswo (AKS Ziff. 1.1.6., 1.3.16.);

1.2.7. an D.________, 6‘000 g Amphetamingemisch, in der Zeit von Anfang 2016 bis Herbst 
2016 in AB.________ und anderswo (AKS Ziff. 1.3.7.);

1.2.8. an K.________, 1‘500 g Amphetamingemisch, in der Zeit von März 2016 bis Ende 
2016 in AC.________, AA.________ und AD.________ (AKS Ziff. 1.3.8.);

1.2.9. an L.________, 2‘346 g Amphetamingemisch, in der Zeit von Frühling 2016 bis 
03.11.2016 in AJ.________, AD.________, AE.________, AF.________ und 
AG.________ (AKS Ziff. 1.3.9.);

1.2.10. an M.________, 500 g Amphetamingemisch, im Juli 2016 in AJ.________ (AKS Ziff. 
1.3.10.);

1.2.11. an N.________, 60 g Amphetamingemisch, in der Zeit von Anfang 2016 bis Sommer 
2016 in AC.________ (AKS Ziff. 1.3.11.);

1.2.12. an O.________, 50 g Amphetamingemisch, im Mai 2016 in Bern (AKS Ziff. 1.3.13.);

1.2.13. an P.________, 100 g Amphetamingemisch, in der Zeit von Mitte 2016 bis Herbst 
2016 in AH.________ (AKS Ziff. 1.3.14.);

1.3. Anstalten treffen zum Verschaffen bzw. zum Veräussern von 3‘249 g Amphetamingemisch wie 
folgt:

1.3.1. an K.________, 1‘000 g Amphetamingemisch, im Sommer 2015 in Bern (AKS Ziff. 
1.2.);

1.3.2. an Q.________, 985 g Amphetamingemisch, am 09.12.2016 bzw. vorher in 
U.________ (AKS Ziff. 1.3.1.);

1.3.3. an L.________, 300 g Amphetamingemisch, am 09.12.2016 bzw. vorher und vom 
05.12.2016 - 09.12.2016 in AC.________ (AKS Ziff. 1.3.2., 1.3.3.);

1.3.4. an M.________, 964 g Amphetamingemisch, am 09.12.2016 bzw. vorher in 
AI.________ (AKS Ziff. 1.3.6.);

1.4. Besitz von 5‘036 g Amphetamingemisch, bis 09.12.2016 in U.________ (AKS Ziff. 1.3.);

2. der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
durch:

2.1. Einfuhr einer unbekannten Menge MDMA-Tabletten sowie MDMA-Kristall, in der Zeit von An-
fang 2016 bis 19.09.2016 an der Grenze Deutschland / Schweiz (AKS Ziff. 1.3.);

2.2. Besitz von 356 MDMA-Tabletten und 124 g MDMA-Kristall, bis 09.12.2016 in U.________ 
(AKS Ziff. 1.3.);

2.3. Anstalten treffen zum Veräussern von 10 MDMA-Tabletten an L.________, in der Zeit vom 
05.12.2016 - 09.12.2016 in AC.________ (AKS Ziff. 1.3.5.);

2.4. Veräussern von 81 MDMA-Tabletten sowie 23 g MDMA-Kristall an L.________, in der Zeit 
vom 13.05.2016 bis 02.11.2016 in AJ.________ und AE.________ (AKS Ziff. 1.3.17.);

4

2.5. Veräussern von 15 MDMA-Tabletten sowie Verschaffen von ½ g MDMA-Kristall an 
R.________, in der Zeit von Mitte 2016 bis Ende 2016 in AK.________ (AKS Ziff. 1.3.18.);

2.6. Verschaffen von 4 g Marihuana an J.________, in der Zeit von Anfang 2015 bis August 2016 
in AA.________ (AKS Ziff. 1.4.);

2.7. Veräussern einer unbekannten Menge Marihuana im Wert von CHF 60.00 an S.________, vor 
dem 19.07.2015 an einem unbekannten Ort (AKS Ziff. 1.5.);

2.8. Veräussern einer unbekannten Menge Marihuana im Wert von CHF 50.00 an P.________, in 
der Zeit von Mitte 2016 bis Herbst 2016 in AH.________ (AKS Ziff. 1.6.);

und in Anwendung der Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB; Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c, d und g, Abs. 2 Bst. a 
und b BetmG; Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 52 Monaten. 

Die Untersuchungshaft von 84 Tagen wird an die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 17‘050.00 und Auslagen von CHF 1‘941.00, insgesamt bestimmt auf CHF 18‘991.00 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung). 

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

IV.

[amtliche Entschädigung]

V.

Weiter wird verfügt: 

1. Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 
StGB).

2. Folgender Gegenstand wird zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB): 

- 1 Mobiltelefon iPhone 6 weiss mit schwarzer Hülle.

3. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 320.55 wird mit den Verfahrenskosten verrechnet (Art. 
442 Abs. 4 StPO).

4. Der restliche beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 7‘415.85 wird als Drogenerlös eingezogen 
(Art. 70 StGB).

[Verfügungen betreffend DNA und der biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sowie Eröffnungs-
formel]

Mit gleichem Urteil wurde auch D.________ wegen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittegesetz (mehrfach und mengenmässig qualifizierte Widerhandliun-
gen, einfache mehrfache Widerhandlungen, Besitz und Eigenkonsum) sowie wegen 
falschen Anschuldigungen schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 54 
Monaten und einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 verurteilt. Auf eine Landes-
verweisung wurde verzichtet. Ihr wurde die andere Hälfte der Verfahrenskosten 

5

(ebenfalls CHF 18'991.00) zur Bezahlung auferlegt und betreffend zwei Vorstrafen 
der bedingt gewährte Vollzug widerrufen. 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigte), amtlich ver-
teidigt durch Rechtsanwältin B.________, mit Schreiben vom 3. Juli 2019 fristgerecht 
die Berufung an (pag. 3219). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung 
mit Verfügung vom 10. September 2019 (pag. 3328 f.) erklärte die Beschuldigte mit 
Eingabe vom 30. September 2019 form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt 
auf die Schuldsprüche gemäss Ziff. B.III.1, S. 8-9 des Dispositivs und die Sanktion 
(Ziff. B.III.1, S. 10 des Dispositivs; pag. 3336 f.). Mit Eingabe vom 11. Oktober 2019 
verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Erklärung einer Anschlussberu-
fung sowie auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (pag. 3342 f.).

Mit Schreiben vom 19. Juni 2020 teilte Rechtsanwalt C.________ – unter Beilage 
einer entsprechenden Vollmacht – mit, dass die Beschuldigte ihn mit der Vertretung 
im Berufungsverfahren als Wahlverteidiger beauftragt habe (pag. 3373). Daraufhin 
wurden die amtliche und die private Verteidigung mit Verfügung vom 7. Juli 2020 
aufgefordert, dem Gericht innert Frist mitzuteilen, wer im oberinstanzlichen Termin 
die Beschuldigte an der Verhandlung vom 6. August 2020 vertreten werde (pag. 
3388 ff.). Rechtsanwältin B.________ ersuchte mit Schreiben vom 16. Juli 2020 um 
Sistierung ihres amtlichen Mandats (pag. 3396). Mit Eingabe vom 19. Juni 2020 teilte 
Rechtsanwalt C.________ mit, dass er die Beschuldigte an der Berufungsverhand-
lung vertreten werde und keine Einwände gegen eine Sistierung der amtlichen Ver-
teidigung bestünden (pag. 3398 f.). Mit Verfügung vom 22. Juli 2020 wurde das amt-
liche Mandat von Rechtsanwältin B.________ mit Wirkung ab 16. Juli 2020 sistiert.   

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 6. August 2020 statt 
(pag. 3457 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Auf Antrag der Beschuldigten wurden die Akten des Strafverfahrens gegen 
E.________ beim Regionalgericht Bern-Mittelland (PEN 17 1066) ediert und ihr per-
sönliches Schreiben vom 30. Juli 2020 («Chronologie meines Lebens, Erklärung für 
Gericht»; pag. 3418 ff.) zu den Akten erkannt.  

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden sodann von Amtes wegen 
ein aktualisierter Leumundsbericht vom 21. Juli 2020 (inkl. Erhebungsformular der 
wirtschaftlichen Verhältnisse vom 9. Juli 2020; pag. 3404 ff.) sowie ein aktualisierter 
Strafregisterauszug vom 23. Juli 2020 (pag. 3412) über die Beschuldigte eingeholt. 
Schliesslich wurde die Beschuldigte in der oberinstanzlichen Verhandlung nochmals 
einvernommen (pag. 3459 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt C.________ stellte namens der Beschuldigten anlässlich der oberin-
stanzlichen Berufungsverhandlung vom 6. August 2020 folgende Anträge (pag. 3477 
und 3480 ff.): 

6

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 27. Juni 2019 und 
die zugehörigen Erwägungen in dessen Begründung vom 9. September 2019 (Geschäfts-Nr.: PEN 
18 670 UVG) im Schuldspruch in den Dispositiv-Ziff. B.I., B.II., B.III.2, B.IV.-V. in Rechtskraft er-
wachsen ist. 

II. Unter vollständiger Ersetzung der Dispositiv-Ziff. B.III.1 des Schuldspruches des Urteils des Regio-
nalgerichts Bern-Mittelland vom 27. Juni 2019 und der zugehörigen Erwägungen in dessen Begrün-
dung vom 9. September 2019 (Geschäfts-Nr.: PEN 18 670 UVG) sei 

1. A.________ in den Anklagepunkten 1.1.1-4 wegen einfachen Widerhandlungen im Sinne von 
Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG sowie in den Anklagepunkten 1.3.7-15 hier in Verbindung mit dem 
Anklagepunkt 1.3 wegen der mehrfachen mengenmässig qualifizierten Veräusserung einer Ge-
samtmenge von mind. 10'660 g Amphetamingemisch im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, Abs. 2 
lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

2. Weiter sei A.________ wegen der mengenmässig qualifizierten Einfuhr von 4-5 kg Amphetamin-
gemisch am 19. September 2016 sowie des Besitzes von 5'036 g Amphetamingemisch im An-
klagepunkt 1.3 im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d, Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

3. Überdies sei A.________ in den Anklagepunkten 1.2, 1.3.1-3 sowie 6 wegen mehrfachen, men-
genmässig qualifizierten Anstaltentreffens zur Veräusserung einer Gesamtmenge von 3'249 g 
Amphetamingemisch im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, g, Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu spre-
chen. 

III. Unter vollständiger Ersetzung der Dispositiv-Ziff. 1 der Verurteilung im Urteil des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 27. Juni 2019 und die zugehörigen Erwägungen in dessen Begründung vom 9. 
September 2019 (Geschäfts-Nr.: PEN 18 670 UVG) sei A.________ mit einer teilbedingten Frei-
heitsstrafe von 30 Monaten, davon 9 Monate unbedingt, zu bestrafen. Die Probezeit sei mit zwei 
Jahren zu bemessen. 

IV. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

V. A.________ sei für die Inanspruchnahme einer erbetenen Verteidigung im Berufungsverfahren eine 
Entschädigung auf Grundlage der heute von mir eingereichten Honorarnote zu gewähren. 

Staatsanwältin T.________ stellte in der Berufungsverhandlung vom 6. August 2020 
namens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 3483 ff.; Hervorhe-
bungen im Original): 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt in Fünferbesetzung) vom 27. Juni 2019 betreffend A.________ insofern in Rechtskraft erwachsen 
ist, als 

1. das Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich began-
gen am 29. August 2015 in Zürich durch Konsum einer unbekannten Menge Amphetamingemisch 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung eingestellt 
wurde; 

2. A.________ von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, angeblich begangen am 9. Dezember 2016 und vorher in U.________ durch Anstalten 
treffen zum Veräussern von 3'000 g Amphetamingemisch an D.________ ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung freigesprochen wurde. 

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3. A.________ schuldig erklärt wurde der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz, mehrfach begangen durch Einfuhr, Besitz, Anstalten treffen, Veräussern und Verschaffen 
einer insgesamt unbekannten Menge MDMA-Tabletten, MDMA-Kristall und Marihuana im Zeitraum 
von Anfang 2016 bis 9. Dezember 2016 (Ziff. B.3.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

4. die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 18'991.00 (exklusive Kosten für die amt-
liche Verteidigung) A.________ zur Bezahlung auferlegt wurden; sowie

5. weiter verfügt wurde, dass die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien sowie ein iPhone 6 
zur Vernichtung und das beschlagnahmte Bargeld im Umfang von CHF 7'415.85 als Drogenerlös 
eingezogen werden und das restliche Bargeld im Umfang von CHF 320.55 mit den Verfahrenskos-
ten verrechnet wird.  

II.

A.________ sei weiter schuldig zu erklären: 

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach mengenmässig qualifiziert und 
teilweise bandenmässig begangen durch

1.1. Anstalten treffen zum Verschaffen bzw. zum Veräussern von 1'000 g Amphetamingemisch an 
K.________ im Sommer 2015 in Bern; 

1.2. Einfuhr von insgesamt 18'000 g Amphetamingemisch, bandenmässig begangen gemeinsam 
mit E.________, in der Zeit von Anfang 2016 bis 19. September 2016 (fünfmal) an der Grenze 
Deutschland/Schweiz wovon sie anschliessend

1.2.1. mind. 10'576 g Amphetamingemisch in der Zeit von Anfang 2016 bis am 9. Dezember 
2016 an verschiedene Abnehmer veräusserte bzw. verschaffte; 

1.2.2. Anstalten traf zum Verschaffen bzw. zum Veräussern von insgesamt 2'249 g Amphet-
amingemisch am 9. Dezember 2016 an verschiedene Abnehmer; sowie 

1.2.3. 2'787 g Amphetamingemisch bis am 9. Dezember 2016 in U.________ besass; 

2. der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch 
Veräussern bzw. Verschaffen

2.1. von 2 g Amphetamingemisch an F.________ im Herbst 2014 an einem unbekannten Ort; 

2.2. von 1 g Amphetamingemisch an G.________ in den Jahren 2014/2015 in Y.________; 

2.3. von ca. 30g Amphetamingemisch an H.________ ca. im Juli 2015 in Z.________; 

2.4. von 51g Amphetamingemisch an I.________ im Jahr 2015 in Bern;

2.5. von einer unbekannten Menge Amphetamingemisch an J.________ im Jahr 2015 in 
AA.________ und anderswo; 

2.6. von einer unbekannten Menge Amphetamingemisch an E.________ im Herbst 2014 und 2015 
in U.________; 

A.________ sei gestützt auf diese sowie die rechtskräftigen Schuldsprüche und in Anwendung der 
Artikel 40, 51 aStGB; 2 Abs. 2, 47, 49 Abs. 1 StGB; Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c, d und g, Abs. 2 Bst. a und 
b [BetmG]; 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

zu verurteilen: 

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1. zu einer Freiheitsstrafe von 52 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft von 84 Tagen; 

2. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

[III.]

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die vorzeitige Zustimmung zu erteilen zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. 
.________) und der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist (Art. 16 Abs. 1 Bst. e DNA-ProfilG und Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der 
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

2. Das Honorar der (sistierten) amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

3. Das Urteil sei der Bundesanwaltschaft mitzuteilen (Art. 28 Abs. 2 BetmG). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung der Beschuldigten (siehe oben Ziff. 2) sind die 
Verfahrenseinstellung samt Kostenfolgen gemäss Ziff. I, der Freispruch samt Kos-
tenfolgen gemäss Ziff. II., die Schuldsprüche wegen einfachen Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. III.2, die Verurteilung zu den anteils-
mässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie die weiteren Verfügungen 
gemäss Ziff. V.1 - 4 des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen. 

Von der Kammer zu überprüfen sind die Schuldsprüche gemäss Ziff. III.1 des erst-
instanzlichen Urteils und die Strafzumessung/Sanktion. Nicht der Rechtskraft 
zugänglich sind die Verfügungen betreffend DNA sowie der biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten, weshalb auch darüber neu zu befinden ist. Schliesslich ist 
auf die unangefochten gebliebene Höhe der Entschädigung von Rechtsanwältin 
B.________ für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten im erstinstanzlichen 
Verfahren nur dann zurückzukommen, falls die Vorinstanz das ihr bei der Honorar-
festsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 
6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). Die Kammer verfügt bei der Überprüfung 
der angefochtenen Punkte als Berufungsgericht über umfassende Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]).

Aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten darf das Urteil nicht zu deren 
Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot zu beachten (Art. 
391 Abs. 2 StPO). 

6. Verletzung des Anklagegrundsatzes (betreffend Bandenmässigkeit) 

6.1 Vorbringen der Parteien 

Die Beschuldigte rügt den Anklagegrundsatz als verletzt. Die für die Qualifikation der 
Bandenmässigkeit wesentlichen Sachverhaltselemente seien in der Anklageschrift 
vom 23. August 2018 nicht umschrieben. Die Anklageschrift erwähne zwar, dass die 
Beschuldigte teilweise bandenmässig gehandelt habe. Es fehle jedoch an Aus-
führungen dazu, mit welcher Person – und bei welchen in der Anklage aufgeführten 

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Handlungen – die Beschuldigte konkret bandenmässig gehandelt haben solle. Auch 
ansonsten fehlten jegliche tatsächlichen Angaben, die man benutzen könnte, um sie 
unter die rechtlich anerkannte Definition der Bandenmässigkeit zu subsumieren. 
Eine angemessene Verteidigung sei so nicht möglich. 

Die Generalstaatsanwaltschaft ist demgegenüber der Ansicht, dass aus der Ankla-
geschrift klar hervorgehe, was der Beschuldigten vorgeworfen werde. Die Zusam-
menarbeit gehe aus der Anklage genügend klar hervor, zumal darin exemplarisch 
umschrieben werde, was die Beschuldigte und E.________ gemeinschaftlich ge-
macht hätten, nämlich die Importe. 

6.2 Theoretische Ausführungen 

6.2.1 Zum Anklagegrundsatz 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 so-
wie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a sowie Bst. b EMRK). Das Gericht 
ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitäts-
prinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. 
Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 133 IV 235 E. 6.3; 126 I 19 E. 2a). Die Anklage hat darin 
die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Da-
tum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung möglichst kurz, aber genau zu bezeich-
nen (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO). Sodann hat die Anklage gemäss Art. 325 Abs. 1 
Bst. g StPO die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände 
unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen anzugeben. Die der be-
schuldigten Person zur Last gelegten Delikte sind in ihrem Sachverhalt so präzise 
zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-
gungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches 
Gehör (Informationsfunktion). Unter diesem Gesichtspunkt muss die beschuldigte 
Person aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Dies bedingt 
eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene ge-
nau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt wird und welchen Straftat-
bestand er durch sein Verhalten erfüllt haben soll, damit er sich in seiner Verteidi-
gung richtig vorbereiten kann (BGE 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1; 133 IV 235 
E. 6.2 f.; je mit Hinweisen).

Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der der beschuldigten Person zur 
Last gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den gesetzli-
chen Tatbestand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als erfüllt zu be-
trachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzelnen Vorgänge und Sachverhalte 
den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen (Urteile des Bundes-
gerichts [BGer] 6B_434/2019 vom 5. Juli 2019 E. 2.1; 6B_217/2019 vom 4. April 
2019 E. 1.1, je mit Hinweisen). Zu den gesetzlichen Merkmalen der strafbaren Hand-
lung gehören neben den Tatbestandsmerkmalen die Schuldform (sofern vorsätzli-
ches und fahrlässiges Verhalten strafbar ist), die Teilnahmeform (Mittäterschaft, An-
stiftung, Gehilfenschaft), die Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes Delikt) 
und allfällige Konkurrenzen. Die tatsächlichen Umstände der Tat – Zeit, Ort, Art der 

10

Begehung und Form der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einsch-
liesslich Kausalzusammenhang) – sind anzugeben und die einzelnen rechtlichen 
Elemente des Delikts hervorzuheben (BGer 6B_638/2019 vom 17. Oktober 2019 E. 
1.4.2; 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.3.2 und 6B_633/2015 vom 12. Januar 
2016 E. 1.3.2). Bei qualifizierten Straftatbeständen sind die qualifizierenden Mo-
mente genau zu umschreiben (vgl. SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 8 zu Art. 325 StPO; LANDSHUT/BOSS-
HARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 
15 zu Art. 325 StPO). 

6.2.2 Zur Bandenmässigkeit (Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG)

Gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG liegt ein qualifizierter Fall der Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz vor, wenn der Täter als Mitglied einer Bande 
handelt, die sich zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten 
Betäubungsmittelhandels zusammengefunden hat. Nach der Rechtsprechung ist 
Bandenmässigkeit anzunehmen, wenn zwei oder mehr Täter sich mit dem 
ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur 
Verübung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen noch unbestimmter Straftaten 
zusammenzuwirken. Eine Bande kann schon beim Zusammenschluss von zwei 
Tätern gegeben sein, wenn nur gewisse, über die blosse Mittäterschaft 
hinausgehende Mindestansätze einer Organisation (etwa eine Rollen- oder 
Arbeitsteilung) vorliegen oder die Intensität des Zusammenwirkens ein derartiges 
Ausmass erreicht, dass von einem bis zu einem gewissen Grade fest verbundenen 
und stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses allenfalls nur 
kurzlebig war. In subjektiver Hinsicht muss sich der Täter des Zusammenschlusses 
und der Zielrichtung der Bande bewusst sein. Sein Vorsatz muss die die Banden-
mässigkeit begründenden Tatumstände umfassen. Das Qualifikationsmerkmal ist 
erst anzunehmen, wenn der Wille der Täter auf die gemeinsame Verübung einer 
Mehrzahl von Delikten sowie auf eine Mitwirkung am gemeinsamen, übergeordneten 
Bandeninteresse gerichtet ist (BGE 135 IV 158 E. 2 und E. 3.4; 124 IV 86 E. 2b; 
6B_115/2019 vom 15. Mai 2019 E. 2.2; ALBRECHT, Stämpflis Handkommentar, Die 
Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes, 3. Aufl. 2016, N. 250 zu Art. 19 
BetmG).

6.3 Erwägungen der Kammer 

Bezüglich eines bandenmässigen Zusammenwirkens der Beschuldigten und 
D.________ kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, auf die zutreffenden 
vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (pag. 3269 und 3298, S. 31 und 60 
der Urteilsbegründung). Die Vorinstanz hat hier die Bandenmässigkeit zutreffend 
verneint. Dabei hat es – auch mit Blick auf das Verschlechterungsverbot – sein Be-
wenden. Oberinstanzlich steht somit einzig noch die Zusammenarbeit der Beschul-
digten und E.________ zur Diskussion. 

Der Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG setzt – wie erwähnt –  einen Zu-
sammenschluss von mindestens zwei Personen zwecks fortgesetzter Ausübung des 
unerlaubten Betäubungsmittelhandels voraus. In Ziff. 1 der Anklageschrift vom 23. 
August 2018 wird einleitend in allgemeiner Weise erwähnt, die Beschuldigte habe 

11

«teilweise bandenmässig» gehandelt, dies ohne weitere Ausführungen dazu. Bezüg-
lich der ersten Phase – also derjenigen vor den Drogenimporten aus Holland – sind 
der Anklageschrift keine sachverhaltlichen Hinweise auf eine Bandenmässigkeit zu 
entnehmen (Ziff. B.1.1 und B.1.2. der Anklageschrift). Anhaltspunkt für ein banden-
mässiges Vorgehen finden sich dann einzig in Ziff. 1.3 der Anklageschrift, wo der 
Vorwurf erhoben wird, die Beschuldigte habe von ca. Anfang 2016 bis am 19. Sep-
tember 2016 an der Schweizer Grenze und in U.________ delinquiert, indem sie 
insgesamt sechsmal – für sich und D.________ – zusammen mit E.________ nach 
Holland zu einem unbekannten «V.________» gefahren sei, bei welchem sie (die 
Beschuldigte und E.________) Amphetamin geholt hätten; diese Drogen hätten die 
beiden dann jeweils auf zwei Autos aufgeteilt und anschliessend in die Schweiz im-
portiert. Weitere sachverhaltliche Hinweise in Bezug auf ein bandenmässiges Vor-
gehen enthält die Anklageschrift nicht. Insbesondere wird darin in keiner Wiese 
aufgezeigt, dass sich die Beschuldigte und E.________ zusammengeschlossen 
hätten, dies mit dem Willen, mehrere selbständige, im Einzelnen noch unbestimmte 
Straftaten zu verüben. Aus der Anklage ergeben sich sodann keine Hinweise, 
inwiefern die beiden konkret planmässig zusammenwirkten und wie sie ihre 
verschiedenen Rollen aufgeteilt hatten. Schliesslich ergibt sich aus der Anklage auch 
nicht, dass die beiden Täterinnen besonders intensiv zusammengewirkt, einen 
höheren Organisationsgrad gehabt oder die Betäubungsmittel-Transporte speziell 
geplant hätten. Der Verteidigung ist daher zuzustimmen, dass die für die Beurteilung 
des Qualifikationsmerkmals der Bandenmässigkeit relevanten Tatsachen in der An-
klageschrift sachverhaltsmässig nicht hinreichend umschrieben werden. Dass  die 
Beschuldigte und E.________ gemeinsam nach Holland fuhren und die Drogen 
jeweils auf zwei Autos verteilten, zeigt nicht rechtsgenüglich auf, dass sich die beiden 
als Bandenmitglieder zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten 
Betäubungsmittelhandels zusammengeschlossen hätten. Insgesamt geht das in der 
Anklage umschriebene Zusammenwirken der Beschuldigten und E.________ nicht 
über jenes einer Mittäterschaft hinaus. Mithin werden in der Anklageschrift die 
wesentlichen, für die Beurteilung des Qualifikationsmerkmals der Bandenmässigkeit 
notwendigen Tatsachen, nicht hinreichend umschrieben/genannt. 

Zusammenfassend fehlt es somit an einer Darstellung der Qualifikationsmerkmale 
des bandenmässigen Handelns. Ein Schuldspruch wegen bandenmässiger 
Tatbegehung kommt daher nicht in Betracht. Indem die Vorinstanz die Beschuldigte 
wegen Bandenmässigkeit verurteilte, hat sie folglich das Anklageprinzip verletzt. Es 
sei zudem darauf hingewiesen, dass E.________ als angebliches Bandenmitglied 
der Beschuldigten von derselben Strafverfolgungsbehörde in ihrem abgetrennten 
Verfahren nicht wegen Bandenmässigkeit angeklagt wurde (pag. 1263 ff.). Diese Un-
gleichbehandlung ist stossend und lässt sich mit der materiellen Wahrheit und dem 
Gerechtigkeitsgedanken – wie die Verteidigung zu Recht vorbringt – kaum vereinba-
ren. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Anklageschrift be-
treffend E.________ anders als hier mit Blick auf ein abgekürztes Verfahren erfolgte. 

12

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Ausgangslage 

Die Beschuldigte anerkennt, die einzelnen Taten gemäss den Schuldsprüchen im 
erstinstanzlichem Urteilsdispositiv begangen zu haben. Der von der Beschuldigten 
mengenmässig betriebene Drogenhandel – soweit oberinstanzlich noch von Inter-
esse – ist mithin unbestritten und es kann deshalb – mit Ausnahme des Reinheits-
grades – von den Sachverhaltskomplexen ausgegangen werden, wie sie die Vorin-
stanz als erwiesen erachtetet hat. Zum besseren Verständnis der nachfolgenden 
Strafzumessung seien hier die einzelnen, unbestrittenen Drogengeschäfte der Be-
schuldigten nochmals im Detail aufgeführt, wobei zwei Phasen auseinanderzuhalten 
sind:

Die Beschuldigte tätigte in einer ersten Phase von ca. Ende 2014/Anfang 2015 bis 
ca. Ende 2015 sechs Drogengeschäfte, indem sie verschiedenen Abnehmern über 
ein Jahr lang in unregelmässigen Abständen kleinere Mengen Amphetamingemisch 
veräusserte bzw. verschaffte. Konkret veräusserte/verschaffte sie die Drogen wie 
folgt (Anklageschrift Ziff. B.1.1):  

- im Herbst 2014 an einem unbekannten Ort: 2 g Amphetamingemisch an 
F.________, 

- in den Jahren 2014/2015 in Y.________: 1 g Amphetamingemisch an 
G.________,

- im Juli 2015 in Z.________: 30 g Amphetamingemisch an H.________, 
- im Jahr 2015 in Bern: 51 g Amphetamingemisch an I.________,
- im Jahr 2015 in AA.________: eine unbekannte Menge Amphetamingemisch an 

J.________,
- im Herbst 2014 und 2015 in U.________: eine unbekannte Menge Amphetamin-

gemisch an E.________. 

Zudem traf die Beschuldigte in dieser ersten Phase (Sommer 2015) Anstalten zum 
Verkauf von 1'000 g Amphetamingemisch an K.________ (Anklageschrift Ziff. B.1.2). 

In einer zweiten Phase (Anklageschrift Ziff. B.1.3), d.h. in der Zeit von ca. Anfang 
2016 bis am 19. September 2016, fuhr die Beschuldigte zusammen mit E.________ 
insgesamt fünf Mal nach Holland und importierte mit dieser total 18'000 g Amphet-
amingemisch, welches die beiden zuvor bei einer unbekannten Person in Holland 
(«V.________») abgeholt hatten. Von diesen aus Holland importierten Drogen (Am-
phetamingemisch) gab die Beschuldigte dann anschliessend mindestens 10'576 g 
an verschiedene Abnehmer ab. In Bezug auf 2'249 g Amphetamingemisch traf die 
Beschuldigte zwar entsprechende Absatzbemühungen, konnte die fragliche Menge 
der importierten Drogen aber nicht veräussern (Anstaltentreffen). Schliesslich befan-
den sich von den importierten Drogen noch rund 5’036 g in ihrem Besitz. 

13

8. Zum Reinheitsgrad des Amphetamingemischs 

8.1 Vorbringen der Parteien 

Wie bereits erwähnt, anerkennt die Beschuldigte den von ihr betriebenen Drogen-
handel. Sie bestreitet einzig den von der Vorinstanz festgestellten Reinheitsgrad des 
Amphetamingemischs. Sie bringt hierzu vor, in den Akten befänden sich zu den si-
chergestellten Betäubungsmitteln zwar zwei Analyse-Berichte des Instituts für 
Rechtsmedizin (IRM). Diese beiden Analysen seien jedoch mangels ordnungs-
gemässer Erhebung nicht verwertbar, da sie nicht von der Staatsanwaltschaft, son-
dern der Polizei angeordnet worden seien. Selbst wenn man die Analyse-Berichte 
aber als Beweismittel verwerten könnte, sei der von der Vorinstanz angenommene 
Wirkstoffgehalt unzutreffend, da sie auf den Amphetamin-Sulfatwert sowie die An-
gaben von E.________ abgestellt habe. Vom IRM sei nicht der Gehalt von Amphetamin-
Sulfat gemessen worden, sondern derjenige von Amphetamin-Base (die Base sei 
der körperwirksame Stoff). Den Gehalt an Amphetamin-Sulfat habe das IRM lediglich 
aufgrund eines Umrechnungsfaktors von 1.31 errechnet. Es sei vorliegend auf den 
niedrigeren Basenwert abzustellen, der vom IRM auch tatsächlich gemessen worden 
sei (Verweis auf das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 7. August 2017 
E. III, SK 17 94+95 und BGer 6B_1040/2017 vom 14. Februar 2018 E. 1.4; für diese 
Annahme spreche auch BGE 113 IV 32). Zu berücksichtigen sei weiter, dass man 
bei den Messwerten immer einen Vertrauensbereich habe. Gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung sei dabei in «dubio pro reo» von der unteren Grenze dieses 
Bereiches auszugehen (Verweis auf BGer 6B_632/2019 vom 20. August 2020 E. 
1.2.1). Unter Berücksichtigung der IRM-Analysen (Basenwert gemäss IRM Gutach-
ten 25% - 29% [+/- 3% resp. +/- 3.5%]) und des Vertrauensbereichs ergäben sich 
vorliegend also Gehaltswerte von 22% bis 25.5%. Diese Werte liessen sich auch als 
Beispielswerte für die Drogenqualität nehmen, welche die Beschuldigte vor Septem-
ber 2016 in die Schweiz importiert habe. Nach den statistischen Erhebungen der 
SGRM (Marktgegebenheiten in den Jahren 2015 - 2016) habe der Wirkstoffgehalt 
bei Amphetamin-Base bei Konfiskationsgrösse bis 1 kg im Mittelwert 25% (Standard-
abweichung von 13%; im Jahr 2015) resp. 17% (Standardabweichung von 14%; im 
Jahr 2016) betragen. Diese Werte würden den Werten des vorliegenden Falls ähneln 
und gälten auch als mittlere Qualität (Verweis auf BGE 138 IV 100 E. 3.5). 

Die Generalstaatsanwaltschaft ist demgegenüber der Ansicht, dass nebst den IRM-
Analysen etliche Aussagen vorlägen, welche sich auf den Reinheitsgrad beziehen 
würden. Wenn man alle Beweismittel umfassend würdige, sei klar, dass der Rein-
heitsgrad zu Gunsten der Beschuldigten auf lediglich 1/3 festgelegt worden sei, zu-
mal die Beschuldigte selber von einem Reinheitsgrad von bis zu 90% gesprochen 
habe. Im Übrigen seien sich alle einig gewesen, dass der Stoff – mit Ausnahme einer 
Einfuhr – von guter bis sehr guter Qualität gewesen sei. Daher könne vorliegend 
nicht «nur» von einer mittleren Qualität ausgegangen werden. 

8.2 Erwägungen der Kammer

8.2.1 Zur Verwertbarkeit der IRM-Analysen 

Die Beschuldigte bringt wie erwähnt vor, die Analyse-Berichte des IRM seien 
unverwertbar. Die Polizei und nicht die Staatsanwaltschaft habe die Gehaltsanalysen 

14

angeordnet, was gegen die in Art. 184 Abs. 1 StPO vorgesehene 
Anordnungskompetenz verstosse.  

Im vorinstanzlichen Verfahren brachte die – bereits damals anwaltlich vertretene – 
Beschuldigte nicht vor, die IRM-Analysen seien unter Verletzung der 
Anordnungskompetenz durchgeführt worden. Im Gegenteil: Im Rahmen ihres 
erstinstanzlichen Parteivortrages liess die Beschuldigte über ihre Verteidigerin 
verlauten, es sei von einem Reinheitsgrad von durchschnittlich 35% auszugehen 
(vgl. pag. 3139), womit sie die vom IRM festgestellten (Sulfat-)Werte implizit als 
richtig anerkannte. Die Beschuldigte bringt die Rüge an der Beweiserhebung des 
Reinheitsgrads im oberinstanzlichen Verfahren zum ersten Mal vor, weshalb darauf 
nicht mehr einzutreten ist. Es verstösst gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, 
verfahrensrechtliche Mängel erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar 
erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon 
vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Hinzu kommt, dass die 
Beschuldigte im erstinstanzlichen Verfahren wie erwähnt selber auf die vom IRM 
festgestellten Sulfatwerte abstellte. Im Übrigen stützt sich die Beschuldigte auch in 
ihren oberinstanzlichen Parteivorbringen auf die Analyse-Berichte des IRM ab, 
indem sie die darin festgestellten Basen-Werte zur Bestimmung des Reinheitsgrades 
des hier fraglichen Amphetamingemischs heranzieht, was – in Anbetracht der an 
anderer Stellte geltend gemachten Unverwertbarkeit der fraglichen Analysen – als 
widersprüchlich imponiert. 

Dass die IRM-Analysen nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von der Polizei 
angeordnet wurden, würde vorliegend ohnehin nicht zu einem Verbot der 
Verwertung der erwähnten Analysen führen. Das Einholen eines Gutachtens zwecks 
Bestimmung des Reinheitsgrades des Amphetamins war vorliegend offensichtlich 
angezeigt, erforderlich und auch verhältnismässig. Anhaltspunkte dafür, dass sich 
die Beamten vorsätzlich und rechtsmissbräuchlich über die gesetzliche 
Zuständigkeitsordnung im Sinne von Art. 182 resp. 184 Abs. 1 StPO hinwegsetzten, 
bestehen nicht. Die konkret von der Polizei angeordneten Laboruntersuchungen 
betreffen standardisierte Expertisen (vgl. Art. 184 Abs. 3 StPO), welche aufgrund 
allgemein anerkannter Methoden in weitgehend technisch vorgegebener Weise 
erstellt wurden. Im Kanton Bern ist gesetzlich ausdrücklich vorgesehen, dass die 
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IRM amtliche 
Sachverständige für die Bereiche der forensischen Medizin, Bildgebung, Chemie 
und Toxikologie sowie Molekularbiologie sind; das IRM ist namentlich für die Bestim-
mung der Blutalkoholkonzentration oder des Reinheitsgrads von Stoffen und den 
Nachweis von Betäubungsmitteln zuständig (Art. 36 Abs. 1 Bst. b EG ZSJ). Entspre-
chend werden Gehaltsanalysen im Kanton Bern durchwegs – wie auch vorliegend – 
vom IRM vorgenommen; diesbezüglich besteht kein Handlungsspielraum. Vor 
diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der konkreten Umstände stellt das 
Erfordernis der staatsanwaltschaftlichen Anordnung einer solchen Analyse im 
vorliegenden Fall eine blosse Ordnungsvorschrift im Sinne von Art. 141 Abs. 3 StPO 
dar. Demnach sind die IRM-Analysen verwertbar. Selbst wenn jedoch von einer 
Gültigkeitsvorschrift auszugehen wäre, dürften die Analysen verwertet werden, da 
die Aufklärung schwerer Straftaten (qualifizierte Wiederhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz) zur Diskussion stehen (vgl. Art. 141 Abs. 2 StPO). 

15

Nicht ersichtlich ist, weshalb den Laborergebnissen des IRM, welche von 
Fachpersonen erstellt wurden, nicht der Wert eines Gutachtens zukommen sollte, 
zumal die Analysen nicht von einer Partei, sondern von einem – zwar hierfür 
grundsätzlich nicht zuständigen – Staatsorgan, der Polizei, bei der gesetzlich 
vorgesehenen Stelle in Auftrag gegeben wurden. 

8.2.2 Zum Reinheitsgrad in concreto 

Die Beschuldigte ist der Ansicht, dass für die Bestimmungen der reinen Wirkstoff-
menge nicht auf den Sulfat-Wert, sondern auf den (niedrigeren) Basen-Wert abzu-
stellen sei. 

Zu dieser Thematik lässt sich den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft 
für Rechtsmedizin (SGRM) zur Abgabe der Messergebnisse für Gehaltsbestimmun-
gen von Stoffproben vom 21. März 2014 in den einleitenden Ausführungen u.a. das 
Folgende entnehmen: «Im BGE 119 IV 180 ff. und 185 f. wird festgehalten, dass für 
die Beurteilung der Menge, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu 
bringen vermag, der reine Stoff, also die Qualität des auf dem Markt vorliegenden 
Materials ohne Verschnittmittel und andere Verunreinigungen massgebend ist. Bei 
den marktüblichen Stoffproben wäre dies bei Heroin die Base (entgegen der Präzi-
sierung des BGE 109 IV 143 ff.), bei Cocain das Hydrochloridsalz und bei Amphet-
amin das Sulfatsalz». Unter dem Titel «Beispiele für die Resultatangabe» lässt sich 
den Empfehlungen in Bezug auf den Wirkstoffgehalt von Amphetamin sodann das 
Folgende entnehmen: «Im BGE 113 IV 32, wurde die Menge an Amphetamin für die 
Beurteilung der „die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringenden Menge“ fest-
gelegt. Das Amphetamin liegt gassenüblich in der Sulfatform vor. Der Umrechnungs-
faktor von der Amphetamin-Base zum Amphetamin-Sulfat beträgt 1.31. Um den Ge-
halt oder die Menge an Amphetamin-Sulfat zu berechnen, sind die in der Tabelle 
aufgeführten Werte mit diesem Faktor zu multiplizieren».

Die SGRM empfiehlt zwar, die Wirkstoffgehalte in einer einheitlichen Weise in der 
salzfreien Form (Basen-Wert) anzugeben, damit die Resultate der einzelnen Labo-
ratorien einfach und korrekt miteinander verglichen werden können. Jedoch wird in 
den erwähnten Empfehlungen keineswegs postuliert, dass für die Bestimmung des 
reinen Stoffes von Amphetamingemisch auf den Basen-Wert abzustellen wäre. Im 
Gegenteil muss aufgrund der Empfehlungen davon ausgegangen werden, dass für 
die Bestimmung der reinen Wirkstoffmenge von Amphetamin der Sulfat-Wert mass-
gebend ist, wird doch ausdrücklich festgehalten, dass das Amphetamin üblicher-
weise («gassenüblich») in der Sulfatform vorliege. Entsprechend definierte der 
SGRM denn auch einen Umrechnungsfaktor, damit der Basen-Wert, welcher der 
Einheitlichkeit halber immer anzugeben ist, in den Sulfat-Wert umgerechnet werden 
kann. Auch daraus ergibt sich, dass auf den Sulfat-Wert abzustellen ist, würde das 
Festlegen eines Umrechnungsfaktors doch keinen Sinn ergeben, wenn ohnehin der 
Basenwert (welcher empfehlungsgemäss immer anzugeben ist) massgebend wäre. 
Mit diesen Feststellungen stimmt überein, dass auch die Experten des IRM für die 
Bestimmung des Reinheitsgrades des Amphetamingemischs auf den Sulfatwert ab-
stellten resp. in ihren Analyse-Berichten die reine Wirkstoffmenge jeweils in der Sul-
fatform aufführten (siehe Spalten «Wirkstoffmenge» auf pag. 2361 und pag. 2368). 

16

Aufgrund dessen folgt die Kammer der Ansicht der Vorinstanz, wonach für die Be-
stimmung des reinen Amphetaminwerts auf den Sulfatwert abzustellen ist. 

Gemäss dem forensisch-chemischen Abschlussbericht des IRM vom 19. Dezember 
2016 wurden von den – anlässlich der Anhaltung der Beschuldigten – sichergestell-
ten 964 g Amphetamingemisch (2 Minigrips; Paste feucht weiss) ein Aliquot von 
9.8 g analysiert und für dieses ein Gehalt von Amphetamin Base von 29% (+/- 3.5 %) 
resp. ein Gehalt von Amphetamin Sulfat von 38% (29 % [Gehalt von Amphetamin 
Base] x 1.31 [Umrechnungsfaktor gemäss SGRM]) ermittelt (pag. 506 f.). Hinsicht-
lich der in einem ca. 200 m von der Wohnung entfernten Waldstück sichergestellten 
Drogen (insgesamt 4'072 g Amphetamingemisch; es handelt sich dabei um Drogen 
von den Hollandimporten) resultierten gemäss IRM-Bericht Gehalte von Amphet-
amin Base von 25% bis 28% resp. Gehalte von Amphetamin Sulfat von 33% bis 
37%. Auf die vom IRM ermittelten Sulfat-Werte kann vorliegend ohne weiteres ab-
gestellt werden, und zwar für die importierte Gesamtmenge von 18’000 g (18 kg) 
Amphetamingemisch (Hollandimporte) sowie für die in der ersten Phase gehandel-
ten Drogen. Dies entspricht auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach 
der Richter vernünftigerweise davon ausgehen darf, dass die Drogen von mittlerer 
Qualität sind, solange es keine Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte 
Substanz gibt (BGE 138 IV 105). Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Be-
schuldigte ansonsten besonders gestrecktes Amphetamin importiert, übergeben 
oder verschafft hätte. Im Gegenteil: In Überstimmung mit den IRM-Analysen führte 
E.________ – welche das importierte Amphetamin jeweils bei «Rave it Safe» auf die 
Qualität überprüfen liess – zur Qualität des Amphetamins aus, der Reinheitsgrad sei 
so um die 30% gewesen. Einmal sei zwar etwas Schlechtes dabei gewesen, 
glaublich Ware mit einem Reinheitsgrad um die 17%; dieses Päckli hätten sie als 
Beweis zurückgebracht und sei von ihm («V.________») dann glaublich auch ersetzt 
worden (pag. 1912 Z. 507 und 516 f.). Sonst – so E.________ weiter – sei der 
Reinheitsgrad immer um die 30 bis 31% gewesen; einmal sei auch noch Ware mit 
einem Reinheitsgrad von 78% dabei gewesen (pag. 1912 Z. 507 ff.). Die 
Beschuldigte selber gab auf Frage zum Reinheitsgrad an, dazu könne E.________ 
nähere Angaben machen. Ihres Wissens habe die schlechte Ware einen 
Reinheitsgrad zwischen 20 - 25% und die gute Ware einen solchen von 50 - 90% 
aufgewiesen (pag. 1777 Z. 593 ff.). In einer späteren Einvernahme meinte sie dann, 
E.________ habe das Amphetamin jeweils testen lassen, der Reinheitsgrad sei 
immer so um 26%, einmal auf 90% gewesen (pag. 1825 Z. 189 ff.). Die Kammer geht 
aufgrund der IRM-Analysen und der glaubhaften Aussagen von E.________ (welche 
das Amphetamin jeweils testen liess) davon aus, dass das aus Holland importierte 
Amphetamingemisch einen Reinheitsgrad von mindestens 30% aufgewiesen haben 
muss, zumal auch die Beschuldigte – wie soeben ausgeführt – von einem Reinheits-
grad bis zu 90% gesprochen hat. Von diesem Reinheitsgrad ist auch für die von der 
Beschuldigten in der ersten Phase gehandelten Drogen auszugehen. Zu bemerken 
gilt, dass die Verteidigung in erster Instanz wie bereits erwähnt noch für einen Rein-
heitsgrad von 35% plädierte. Der von der Kammer angenommene Reinheitsgrad von 
30% erscheint daher als Annahme stark zugunsten der Beschuldigten. 

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die genaue Betäubungsmittelmenge und ihr 
Reinheitsgrad ohnehin umso weniger wichtig sind, je deutlicher der Grenzwert im 

17

Sinne von Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG – wie vorliegend – überschritten ist (BGer 
6B_720/2018 vom 3. Oktober 2018 E. 1.3). Vorliegend hat es auf die rechtliche Wür-
digung keinen und auf die Strafzumessung keinen spürbaren Einfluss, ob die Be-
schuldigte die Schwelle zum schweren Fall um das 125-Fache resp. 7-Fache (bei 
Annahme eines Reinheitsgrads von 25%) oder um das 150-Fache resp. 8.3-Fache 
(bei Annahme eines Reinheitsgrads von 30%) überschritt (zur Berechnung vgl. Ziff. 
9 f. und 15 f. hiernach mit Hinweis auf die Tabelle FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER). 
Hinzu kommt, dass die Kammer vorliegend im Rahmen der Strafzumessung in Ab-
weichung von ihrer Praxis nicht die sogenannte Tabelle HANSJAKOB, sondern dieje-
nige von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER als Orientierungshilfe zur Ermittlung der un-
gefähren Strafhöhe heranzieht, was der Beschuldigten zugute kommt (bei Annahme 
eines Reinheitsgrades von 25% resultierte vorliegend in Bezug auf die Hollandim-
porte gestützt auf die Tabelle HANSJAKOB nämlich bereits eine «Ausgangsstrafe» 
von 60 Monaten; vgl. dazu nachfolgend Ziff. 16). 

III. Rechtliche Würdigung

9. Grundlagen 

Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz wird vorab auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (pag. 3299 ff., S. 61 ff. der Urteilsbegründung). Wiederholt und 
ergänzt wird Folgendes: 

Gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG wird bestraft, wer unter anderem Betäubungsmittel 
unbefugt einführt (Bst. b), veräussert oder auf andere Weise einem anderen ver-
schafft (Bst. c), besitzt (Bst. d) oder Anstalten zum Verschaffen bzw. Veräussern von 
Betäubungsmitteln trifft (Bst. g). Subjektiv ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvor-
satz genügt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Den qualifizierten Tatbestand von Art. 19 
Abs. 2 Bst. a BetmG erfüllt, wer weiss oder annehmen muss, dass die Widerhand-
lung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen 
kann. Eine mengenmässige Qualifikation wird bei Amphetamin ab einer Reinheits-
menge von 36 g angenommen (BGE 145 IV 312 E. 2.1.1).

Eine Addition der Betäubungsmittelmengen aus verschiedenen Handlungen zur Er-
reichung der Schwelle eines schweren Falles ist grundsätzlich nicht zulässig (HUG-
BEELI, Betäubungsmittelgesetz Kommentar, 2016, N. 879 zu Art. 19 BetmG). Im 
Falle einer wiederholten Tatbegehung kommt es darauf an, ob man diese als 
(Handlungs-)Einheit betrachten kann oder nicht. Eine (natürliche) Handlungseinheit 
wird allgemein angenommen, wenn mehrere Einzelhandlungen auf einem einheitli-
chen Willensakt beruhen und wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusam-
menhangs bei objektiver Betrachtung als einheitliches Geschehen erscheinen (vgl. 
BGE 133 IV 256 E. 4.5.3 sowie BGer 6B_1248/2017 E. 4.7). Liegt eine solche Hand-
lungseinheit vor, ist hinsichtlich der Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
eine Addition der Einzelmengen geboten. Andernfalls ist die Zusammenrechnung 
unzulässig und echte Konkurrenz anzunehmen (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, 
BetmG Kommentar, 3. Aufl. 2016, N. 193 zu Art. 19 BetmG mit Hinweisen). Nicht 
erfüllt ist die Qualifikation, wenn eine Handelstätigkeit nicht auf einem einheitlichen 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/35231ad9-af87-48a4-aa2b-8c296978e652/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/35231ad9-af87-48a4-aa2b-8c296978e652/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/lawdoc/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/9ef6007a-011a-470b-8bc8-cf43b2c63fcf/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link

18

Willensentschluss beruht, insbesondere wenn der Täter nur unregelmässig und bei 
Gelegenheit tätig ist. Letzternfalls kann aufgrund des immer wieder neu zu fassen-
den Vorsatzes nicht mehr von einer Widerhandlung die Rede sein. So scheidet eine 
Zusammenrechnung mangels einheitlichen Willensakts z.B. dann aus, wenn der 
Täter im Abstand von mehreren Monaten auf Bestellung von Kollegen immer einmal 
wieder kleinere Mengen an Betäubungsmitteln kauft und für Partys ausliefert (FIN-
GERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 196 zu Art. 19 BetmG mit Hinweisen). 

10. Subsumtion 

Wie in sachverhaltsmässiger Hinsicht festgestellt wurde, sind vorliegend in zeitlicher 
und sachlicher Hinsicht zwei Phasen zu unterscheiden. In einer ersten Phase von 
ca. Ende 2014/Anfang 2015 bis ca. Ende 2015 beging die Beschuldigte sechs klei-
nere Drogengeschäfte, indem sie verschiedenen Abnehmern geringe Mengen Am-
phetamingemisch verschaffte/veräusserte. Diese einzelnen, kleineren Drogenge-
schäfte, welche die Beschuldigte in der ersten Phase beging (Anklageschrift Ziff. 
B.1.1 und B.1.2), überschreiten für sich alleine die Schwelle zum schweren Fall – mit 
Ausnahme des Anstaltentreffens zum Verkauf von 1'000 g Amphetamin ca. im Som-
mer 2015 an K.________ (Ziff. B.1.2 der Anklageschrift; Ziff. 1.3.1 des erstinstanzli-
chen Urteils; vgl. dazu sogleich) – nicht. Es stellt sich die Frage, ob diese Tathand-
lungen mit den anderen Widerhandlungen (insb. auch den Importhandlungen) eine 
Handlungseinheit bilden und deshalb nicht selbständig betrachtet, sondern zum Er-
reichen der relevanten Schwelle zu den übrigen Betäubungsmittelmengen hinzuge-
rechnet werden können. Dies ist zu verneinen. Die Beschuldigte hat – wie bereits 
erwähnt – vor den Drogenimporten aus Holland zunächst mit Kleinmengen gehan-
delt. Die einzelnen Tätigkeiten in der ersten Phase beruhten dabei nicht auf einem 
einheitlichen Willensentschluss, da die Beschuldigte in dieser Phase nur unregel-
mässig und bei Gelegenheit kleinere Mengen Amphetamingemisch veräusserte. 
Eine Zusammenrechnung der in der ersten Phase gehandelten Drogenmengen fällt 
mangels eines einheitlichen Willensakts ausser Betracht. Es liegt eine Handlungs-
mehrheit vor, weshalb in Bezug auf die einzelnen Tathandlungen gemäss Ziff. B.1.1 
der Anklageschrift jeweils ein selbständiger Schulspruch wegen einfacher Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG) zu 
erfolgen hat. 

In dieser ersten Phase (Sommer 2015) traf die Beschuldigte sodann Anstalten zum 
Verkauf 1‘000 g Amphetamingemisch an K.________. Auch hierbei handelt es sich 
um ein einzelnes Drogengeschäft, welches auf einem einzelnen Willensentschluss 
beruht. In Bezug auf die Ziff. B.1.2 hat also ebenfalls ein separater Schuldspruch zu 
erfolgen, und zwar wegen mengenmässig qualifizierter Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Bst. g BetmG). Der 
Reinheitsgrad des von der Beschuldigten gehandelten Amphetamins lag bei 30%, 
was bei 1’000 g Amphetamingemisch 300 g reines Amphetamin ergibt. Die bundes-
gerichtliche Qualifikationsgrenze von 36 g ist damit bezüglich dieses Anklagepunktes 
klar überschritten. 

In einer zweiten Phase, in der Zeit von Anfang 2016 bis 19. September 2016, fuhr 
die Beschuldigte dann zusammen mit E.________ insgesamt fünf Mal nach Holland 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/9ef6007a-011a-470b-8bc8-cf43b2c63fcf/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link

19

und importierte mit dieser total 18'000 g Amphetamingemisch, welches die beiden 
jeweils bei einer unbekannten Person in Holland («V.________») bezogen hatten. 
Die Kammer geht mit der Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigten einig, 
dass hier, d.h. bezüglich der Drogenimporte und der damit zusammenhängenden 
Drogengeschäfte der Beschuldigten, eine Handlungseinheit vorliegt, da die Tätigkei-
ten von einem generellen Vorsatz getragen wurden. Die Beschuldigte und 
E.________ importierten innert kurzer Zeit (innert 9 Monaten) fünf Mal grössere 
Megen an Amphetamingemisch aus Holland, wobei sie die Drogen immer bei der 
gleichen Quelle («V.________») bezogen. Die imporiterten Drogen wurden 
anschliessend jeweils bei der Beschuldigten resp. E.________ gelagert. Davon 
verkaufte/verschafft die Beschuldigte im fraglichen Zeitraum insgesamt 10’576 g an 
verschiedene Abnehmer, wobei ihr die aus Holland importierten Drogen als Vorrat 
für die sukzessiven Verkäufe diente. In Bezug auf 2'249 g des importierten/gelager-
ten Amphetamingemischs traf die Beschuldigte sodann Anstalten zur Verschaf-
fung/Veräusserung. Schliesslich befanden sich aus den Importen noch 5‘036 g Am-
phetamingemisch in ihrem Besitz/Lager. Aus dem Gesagten ergibt sich ohne weite-
res, dass die Beschuldigte ab dem Jahr 2016 einer von einem generellen Vorsatz 
getragenen, laufenden Handelstätigkeit nachging. Innerhalb dieser zweiten Phase 
liegt folglich aufgrund des räumlich und zeitlich engen Zusammenhangs sowie des 
einheitlichen Willensentschlusses der Beschuldigten eine Handlungseinheit vor. Die 
Drogenmengen der einzelnen Drogenimporte sind daher zusammenzuzählen, womit 
der Beschuldigten in Bezug auf die zweite Phase insgesamt 5'400 g reines Amphet-
amin (18'000 g Amphetamingemisch mit einem Reinheitsgrad von 30%) zuzuordnen 
sind. Damit ist die bundesgerichtliche Qualifikationsgrenze von 36 g um ein Vielfa-
ches überschritten und der mengenmässig qualifizierte Fall erfüllt. Die Beschuldigte 
hat sich somit gestützt auf Art. 19 Abs. 2 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Bst. b (Einfuhr von 
mind. 18 kg Amphetamingemisch), c (Veräussern/Verschaffen von mind. 10’576 g 
Amphetamingemisch), d (Besitz von 5‘036 g Amphetamingemisch) und g (Anstalten 
treffen zum Verschaffen bzw. zum Veräussern von 2‘249 g Amphetamingemisch) 
der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
schuldig gemacht. 

11. Konkurrenzen 

Obwohl den in Art. 19 Abs. 1 Bst. a-e BetmG geregelten Tatbeständen die Bedeu-
tung von selbstständigen Tathandlungen zukommt, schützen sie das gleiche Rechts-
gut gegen verschiedene Angriffe oder verschiedene Angriffsstadien. Begeht der 
Täter mehrere Widerhandlungen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. a-e BetmG, ist 
demnach zu prüfen, ob (echte) Realkonkurrenz im Sinne einer wiederholten Delikts-
begehung vorliegt. Echte Idealkonkurrenz ist demgegenüber grundsätzlich nicht 
möglich (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 155 zu Art. 19 BetmG). 

Die Erwerbshandlungen (z.B. Kauf) stehen zu den zeitlich daran anschliessenden 
Weitergabehandlungen (z.B. Verkauf) im Verhältnis der Subsidiarität. Es handelt 
sich dabei um verschiedene Entwicklungsstufen derselben deliktischen Tätigkeit. So 
bildet die Tathandlung des Erwerbs oder der Beförderung eine Vorstufe zur unkon-
trollierten Verbreitung der Betäubungsmittel. Konkret bedeutet dies beispielsweise, 
dass lediglich ein Schuldspruch wegen Veräusserung erfolgt, falls jemand Haschisch 

20

im Ausland erwirbt, anschliessend in die Schweiz einführt und hier – wie von Anfang 
an geplant – an Konsumenten verkauft (vgl. BGer 6B_518/2014 vom 4. Dezember 
2014 E. 10.4.3). Demgegenüber konsumiert ein späterer Drogentransport einen vor-
angegangenen Erwerb nicht, weil ein Transporteur die Drogen nicht zwingend für 
den Transport erworben haben muss (BGer 6B_885/2015 vom 15. Januar 2016 
E. 3.2). In der Gerichtspraxis wird eine solche Konkurrenzausscheidung allerdings 
teilweise nicht vorgenommen, sondern es erfolgt ein Schuldspruch wegen Wider-
handlung gegen Art. 19 Abs. 1 Bst. b (Einfuhr), Bst. c (Veräusserung) und Bst. d 
(Besitz) BetmG. Von relevanter praktischer Bedeutung wäre dies indes nur, wenn 
die Anführung der verschiedenen Tatbestände im Schulddispositiv zu einer Straf-
schärfung i.S.v. Art. 49 StGB führte. Das wäre unzulässig (FINGERHUTH/SCHLE-
GEL/JUCKER, a.a.O., N. 157 zu Art. 19 BetmG).

Die Vorinstanz hat – wie die Verteidigung richtig erkannt hat – bei den Schuld-
sprüchen keine Konkurrenzausscheidung vorgenommen. In Bezug auf die importie-
ren Drogen (welche die Beschuldigte anschliessend teilweise veräusserte usw.) er-
folgten Schuldsprüche wegen Einfuhr, Veräussern/Verschaffen resp. des Anstalten-
treffens dazu sowie wegen Besitzes. Dieses Vorgehen erscheint zweckmässig, ent-
spricht der Praxis der Strafkammern des Obergerichts des Kantons Bern und ist un-
problematisch, da es – wie im Rahmen der Strafzumessung noch aufzuzeigen sein 
wird – nicht zu einer Strafschärfung führt. 

IV. Strafzumessung

12. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuchs in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbrechen 
oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind gemäss 
Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für ihn milder 
sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt sich nicht nach 
einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkreten Fall 
(Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 S. 87). Aus-
schlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu beurteilende Tat besser 
wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8 mit Hinweisen). Anzuwenden ist in Bezug auf 
ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte 
Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 
mit Hinweisen).

Mit den neu in Kraft getretenen Änderungen des Sanktionenrechts wurde vor allem 
der Anwendungsbereich der Geldstrafe eingeschränkt und derjenige der Freiheits-
strafe ausgeweitet. Die hier zur Diskussion stehende Strafzumessung betrifft Delikte, 
die allesamt vor dem 1. Januar 2018 begangen wurden. Bei konkreter Prüfung wür-
den in beiden Fällen – d.h. bei einer Beurteilung nach altem wie nach neuem Recht 
– einerseits eine (unbedingte) Freiheitsstrafe und andererseits eine bedingte Gelds-
trafe, nach altem und nach neuem Recht je in derselben Höhe, resultieren. Da das 
neue Recht auch sonst nicht zu einer milderen Sanktion führen würde, ist das zum 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/f65a8a4e-2ed2-4f4d-b8a7-324baaed1abd/citeddoc/7762fcb0-65d0-4249-b4a3-4d8ac40635e1/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/4e5f4e33-d63b-44ce-9409-cf36d19bd1a7/citeddoc/83ab2493-9b71-4cce-880e-5a3e158a211d/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/lawdoc/dc7d633a-570c-4a17-82db-e7c4fab33616/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/b5c83e9f-b261-48a2-98d5-ec0c20a58774/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link

21

Tatzeitpunkt geltende Recht, das StGB in seiner bis am 31. Dezember 2017 gelten-
den Fassung (aStGB), anzuwenden (Art. 2 Abs. 2 StGB).

Betreffend die relevanten BetmG-Bestimmungen hat es seit Beginn des deliktischen 
Zeitfensters vorliegend keine Veränderung ergeben. Die Prüfung des anwendbaren 
Rechts erübrigt sich diesbezüglich. Es kommt das BetmG in seiner aktuell gültigen 
Fassung zur Anwendung. 

13. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 3307 f., S. 69 f. der Urteilsbegründung). Die 
Strafkammern des Obergerichts verfügen als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Das 
gilt auch für die Strafzumessung.

Ergänzend ist sodann festzuhalten, dass die Kammer wie bereits erwähnt das Verbot 
der reformatio in peius zu beachten hat. Die Gesamtstrafe darf daher insgesamt nicht 
höher als im angefochtenen Urteil ausfallen, da nur der Beschuldigte Berufung erho-
ben hat (Art. 391 Abs. 2 StPO). Sie kann mithin eine Freiheitsstrafe von maximal 52 
Monaten aussprechen. Demgegenüber können in der Berechnung die Strafanteile 
für einzelne Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt werden, als sie von der 
Vorinstanz festgesetzt wurden; denn das Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf 
das Ergebnis, mithin das Dispositiv des Urteils aus, nicht auf dessen Begründung 
(BGE 139 IV 282, E. 2.6).

14. Zur Gesamtstrafenbildung 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 
angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 aStGB).  

Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB ist nur bei gleich-
artigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das 
Asperationsprinzip kommt nur zur Anwendung, wenn das Gericht im konkreten Fall 
für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Dass die anzuwen-
denden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht 
(BGE 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). Geldstrafe und Frei-
heitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 aStGB (vgl. 
BGE 138 IV 120 E. 5.2; 137 IV 57 E. 4.3.1). Grundsätzlich kann das Gericht nur auf 
eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, wenn es für jede Tat eine Freiheitsstrafe aus-
fällen würde (konkrete Methode, BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_523/2018 vom 
23. August 2018 E. 1.2.2; je mit Hinweisen).  

Das Bundesgericht hielt jüngst im Leitentscheid BGE 144 IV 217 unter Hinweis auf 
den Gesetzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am 
Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-265%3Ade&number_of_ranks=0#page265
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-120%3Ade&number_of_ranks=0#page120
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-120%3Ade&number_of_ranks=0#page120
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-57%3Ade&number_of_ranks=0#page57
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_523%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-120%3Ade&number_of_ranks=0#page120

22

Anwendung der konkreten Methode fest (E. 3.3.4 und 3.5.4). Gemäss diesem Lei-
tentscheid soll es grundsätzlich keine Ausnahmen von der konkreten Methode ge-
ben. Zum methodischen Vorgehen präzisierte das Bundesgericht, dass in einem 
ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind und 
anschliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu 
bilden sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der 
einzelnen Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder 
geringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten 
Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, 
dass der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, 
wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen 
(BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). 

15. Strafrahmen, Strafart und konkretes Vorgehen 

Die Beschuldigte hat sich der mehrfachen einfachen (Art. 19 Abs. 1 BetmG) sowie 
der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Art. 19 Abs. 2 BetmG) schuldig gemacht. Die Strafrahmen dafür betragen: 

▪ mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG): Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr und bis zu 
20 Jahren, wobei das Gericht für das Anstaltentreffen die Strafe nach freiem Er-
messen mildern kann (Art. 19 Abs. 3 Bst. a BetmG; vgl. dazu auch FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 245 zu Art. 19 BetmG); 

▪ einfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 
BetmG): Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.  

Die Vorinstanz beurteilte im Rahmen der Strafzumessung sämtliche Verbrechen und 
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemeinsam und sprach für alle Delikte 
– im Sinne einer Gesamtbetrachtung – eine Einheitsfreiheitsstrafe bzw. Gesamtfrei-
heitsstrafe aus (vgl. pag. 3317 ff., S. 79 ff. der Urteilsbegründung). Dieses Vorgehen 
ist nach der Rechtsprechung nicht korrekt; wie oben unter Ziff. 14 dargelegt, sind 
Ausnahmen von der «konkreten Methode» bzw. die Gesamtbetrachtung aller zu be-
urteilenden Delikte grundsätzlich nicht zulässig (BGE 144 IV 217 E. 3.5, BGer 
6B_241/2018 vom 4.10.2018 E. 1.3.2 ff., 6B_559/2018 vom 26.10.2018 E. 1.1.1 ff, 
6B_436/2018 E. 1.2). Angesichts des Umstandes, dass vorliegend sowohl die bei-
den Phasen (Handel mit Kleinmengen im Jahr 2015; Drogenimporte im Jahr 2016) 
einerseits als auch die Drogengeschäfte der ersten Phase untereinander anderer-
seits keinen inneren Zusammenhang im Sinne eines einheitlichen Tatentschlusses 
aufweisen und daher deutlich auseinander zu halten sind, kommt vorliegend eine 
Gesamtbetrachtung aller Delikte resp. ein Abweichen von der konkreten Methode 
nicht in Betracht. In Bezug auf die fünf Drogenimporte aus Holland liegt jedoch eine 
natürliche Handlungseinheit vor, weshalb hierfür, d.h. in Bezug auf die fünf Importe 
sowie die damit zusammenhängenden Absatzgeschäfte der Beschuldigten, eine ein-
zige Strafe auszufällen ist. Entsprechend ist nachfolgend für diese Handlungseinheit 
und alsdann für jeden weiteren Normverstoss eine Strafe auszufällen. Danach wäre 
grundsätzlich – je einzeln – deren Strafart zu bestimmen und das Asperationsprinzip 

23

(Art. 49 Abs. 1 aStGB) anzuwenden, wenn gleichartige Strafen auszufällen sind (zur 
Strafart siehe sogleich).

Obwohl methodisch – wie soeben erwähnt – zuerst die Strafe für jedes einzelne De-
likt festzusetzen und erst danach deren Strafart zu bestimmen wäre, kann an dieser 
Stelle bereits vorweggenommen werden, dass für die beiden qualifizierten Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz die Freiheitsstrafe die einzige zuläs-
sige Strafart ist. Für diese beiden Delikte ist daher in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 
aStGB eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen. Auszugehen ist dabei vom – ver-
schuldensmässig – abstrakt schwersten Delikt. Dies stellt vorliegend mit Blick auf die 
der Beschuldigte zurechenbare Menge von insgesamt 18 kg Amphetamingemisch, 
bei 30% Reinheitsgrad ausmachend 5.4 kg reines Amphetamin, die Handlungsein-
heit gemäss Ziff. B.1.3/1.3.1 bis 1.3.16 der Anklageschrift dar. Hierfür wird die Ein-
satzstrafe zu bestimmen sein, welche anschliessend in Anwendung von Art. 49 
Abs. 1 aStGB infolge des weiteren Schuldspruches wegen qualifizierter Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. B.1.2 angemessen zu erhöhen 
ist. 

Hinsichtlich der einzelnen einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz gemäss Ziff. B.1.1 der Anklageschrift sind hingegen keine Gründe ersicht-
lich, die eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe rechtfertigen würden, weshalb für 
diese Normverstösse eine Gesamtstrafe in Form einer Geldstrafe auszusprechen ist. 
Dabei wird wiederum die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt festzusetzen sein 
(Verschaffen/Verkauf von total 51 g Amphetamingemisch an I.________, 
Ziff. B.1.1.4 der Anklageschrift). Diese ist anschliessend in Anwendung des Aspera-
tionsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 aStGB aufgrund der restlichen Vergehen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz angemessen zu erhöhen. 

Abschliessend ist auf das Doppelverwertungsverbot hinzuweisen: Umstände, die zur 
Anwendung eines höheren oder tieferen Strafrahmens führen, dürfen innerhalb des 
geänderten Strafrahmens nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminde-
rungsgrund berücksichtigt werden. Sonst würde dem Täter der gleiche Umstand 
zwei Mal zur Last gelegt oder zugute gehalten. Indes ist es dem Gericht nicht ver-
wehrt, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifi-
zierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist (BGer 6B_592/2014 vom 25. 
September 2014 E.2.). Ergänzend ist ferner festzuhalten, dass der ordentliche Straf-
rahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe (wie beispielsweise 
Art. 49 Abs. 1 aStGB und Art. 19 Abs. 3 Bst. b BetmG) nicht automatisch erweitert 
wird. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Um-
stände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall 
zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Vorliegend sind keine aus-
sergewöhnlichen Umstände ersichtlich, auf Grund welcher der ordentliche Strafrah-
men zu verlassen wäre.

24

16. Einsatzstrafe: Mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG 
(Handlungseinheit gemäss Ziff. B.1.3/1.3.1-1.3.16 der Anklageschrift) 

16.1 Objektive Tatkomponenten 

16.1.1 Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 IV 
211 E. 4. S. 222). Bei Drogendelikten spielt die Menge der Betäubungsmittel für die 
Beurteilung der objektiven Tatschwere eine wichtige Rolle (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc 
S. 206; BGer 6B_780/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 2.1; 6B_687/2016 vom 12. Juli 
2017 E. 1.4.3; je mit Hinweisen). Mit der qualifizierten Strafbestimmung von Art. 19 
Abs. 2 BetmG deutet der Gesetzgeber an, dass die Menge der gehandelten Drogen 
für die Einordnung des Unrechtsgehalts wesentlich ist. Je grösser die in Verkehr ge-
brachte Betäubungsmittelmenge ist, desto mehr Menschen werden in ihrer Gesund-
heit gefährdet. Wer sich wissentlich darüber hinwegsetzt, hat sich dementsprechend 
einen schwereren Schuldvorwurf gefallen zu lassen (MATHYS, Leitfaden Strafzumes-
sung, 2. Aufl. 2019, N. 107). Die Drogenmenge darf aufgrund des Doppelverwer-
tungsverbots zwar insoweit nicht noch einmal straferhöhend berücksichtigt werden, 
als sie schon zur Anwendung des mengenmässig qualifizierten Falls gemäss Art. 19 
Abs. 2 BetmG geführt hat. Hingegen darf innerhalb des qualifizierten Strafrahmens 
berücksichtigt werden, in welchem Ausmass die Grenze zur mengenmässig qualifi-
zierten Widerhandlung überschritten worden ist.

Die Beschuldigte hat in der zweiten Phase eine reine Wirkstoffmenge von 5.4 kg 
Amphetamin zu verantworten. Damit hat sie die Grenze zur mengenmässig qualifi-
zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (36 g reinen Amphet-
amins; vgl. oben Ziff. 9 sowie BGE 145 IV 312 E. 2.1, BGE 113 IV 32 E. 4a;) um das 
150-Fache überschritten und die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr gebracht. 
Entsprechend ist von einem hohen Gefährdungspotenzial auszugehen. Nichtsdes-
totrotz ist im Verhältnis zum ausserordentlich weiten Strafrahmen das Ausmass des 
verschuldeten Erfolges als leicht, mit einer klaren Tendenz zu mittelschwer, zu be-
zeichnen. Ausgehend von der reinen Wirkstoffmenge erachtet die Kammer in Anleh-
nung an die modifizierte Mengentabelle zur Strafzumessungsempfehlung gemäss 
FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER (FINGERHUTH/ SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 43 ff. zu 
Art. 47 StGB) ein Einstiegsstrafmass von 58 Monaten Freiheitsstrafe als angemes-
sen. 

Soweit die Verteidigung vorbringt, das Gefährdungspotenzial von Amphetamin sei 
nicht besonders hoch und liege deutlich unter demjenigen von Kokain und Heroin, 
ist zu bemerken, dass der geringere Gefährlichkeitsgrad der fraglichen Droge im Ver-
hältnis zu anderen Betäubungsmitteln bereits in der Tabelle FINGERHUTH/SCHLE-
GEL/JUCKER berücksichtigt ist: Beim Handel der gleichen Mengen von Heroin und 
Kokain würden gemäss Tabelle deutlich höhere Strafen resultieren. 

16.1.2 Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung resp. Verwerflich-
keit des Handelns (kriminelle Energie)

Die Beschuldigte legte eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag. Sie unternahm 
in einem Zeitraum von 9 Monaten insgesamt fünf Fahrten nach Holland und impor-

25

tiert von dort jeweils grosse Mengen Amphetamingemisch, welches sie dann an ver-
schiedene Abnehmer abgab resp. abzugeben versuchte. Sie war über einen länge-
ren Zeitraum in einer Vielzahl von Einzelgeschäften (Verkauf/Verschaffen der impor-
tierten Drogen an etliche Abnehmer usw.) deliktisch tätig und betrieb einen florieren-
den Drogenhandel. Wird die Menge, für die sich die Beschuldigte zu verantworten 
hat, in Verbindung gesetzt zur zeitlichen Dauer der deliktischen Tätigkeit, dann ergibt 
sich ohne weiteres die beachtliche Intensität des von ihr betriebenen Drogenhandels. 
Die mehrfache Herbeiführung der Rechtsgutverletzung fällt vorliegend verschulden-
serhöhend ins Gewicht. Hinzu kommt, dass sich die Beschuldigte mit E.________ 
zusammenschloss, um effizienter bedeutende Mengen Amphetamin – nämlich ins-
gesamt 18 kg Amphetamingemisch – in die Schweiz einführen zu können. Dieses 
mittäterschaftliche Zusammenwirken ist ebenfalls wesentlich straferhöhend zu 
berücksichtigen. Die Beschuldigte nahm in diesem Zweiergespann zudem die Kopf-
position ein und war die treibende Kraft. Sie ging dabei sogar so weit, dass sie ihre 
Komplizin teilweise auch ausnützte und hinterging und dieser schliesslich auch die 
Hauptverantwortung für die Drogentransporte zuzuschieben versuchte. Weiter han-
delte die Beschuldigte professionell und ging in Bezug auf die Einfuhr doch mit eini-
ger Raffinesse vor. Die grosse Menge der umgesetzten Drogen darf hier in Anbe-
tracht des Doppelverwertungsverbots nicht noch einmal massgeblich ins Gewicht 
fallen. 

Leicht strafreduzierend wirkt sich demgegenüber aus, dass die Beschuldigte einen 
Teil des eingeführten Amphetamingemischs nicht absetzte bzw. nicht absetzen 
konnte (in Bezug auf 2'249 g Amphetamingemisch traf sie «bloss» Anstalten zur Ver-
äusserung/Verschaffung; 5’036 g Amphetamingemisch befanden sich im Zeitpunkt 
ihrer Anhaltung noch in ihrem Besitz). Dieser Aspekt vermag die straferhöhenden 
Elemente aber bei Weitem nicht auszugleichen. Die Art und Weise des Vorgehens 
führt im Ergebnis zu einer Erhöhung des objektiven Tatverschuldens um 4 Monate 
auf 62 Monate.

16.2 Subjektive Tatkomponenten 

16.2.1 Willensrichtung und Beweggründe 

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz, was tatbestandsimmanent und des-
halb verschuldensmässig neutral zu gewichten ist. 

Die Beschuldigte beging das Delikt in der Absicht, ihren Lebensunterhalt sowie ihre 
Hunde zu finanzieren. Darüber hinaus wollte sie sich mit dem erlangten Geld ein 
Stück weit auch eine Art familiäres Umfeld mit wirklicher Zuneigung erkaufen. Mass-
geblich altruistische oder selbstlose Ziele sind im Handeln der Beschuldigten – wie 
die Vorinstanz zutreffend erwägt (vgl. pag. 3319, S. 81 der Urteilsbegründung) – 
nicht zu erkennen. Die finanziellen und damit egoistischen Beweggründe sind aber 
tatbestandsimmanent und wirken sich deshalb ebenfalls neutral aus.

16.2.2 Vermeidbarkeit 

Äussere oder innere Umstände, die es der Beschuldigten verunmöglicht oder er-
schwert hätten, sich rechtmässig zu verhalten, sind keine ersichtlich, zumal die Be-

26

schuldigte nicht drogenabhängig war. Zum Zeitpunkt der deliktischen Tätigkeit be-
fand sie sich zwar in einem finanziellen Engpass, wurde aber von der IV/EL unter-
stützt. Die vorhandene Vermeidbarkeit wirkt sich neutral auf das Verschulden aus.  

16.3 Fazit Tatverschulden / Einsatzstrafe 

Insgesamt wiegt das Tatverschulden – in Relation zum weiten Strafrahmen von ei-
nem Jahr bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe – noch leicht. Unter Berücksichtigung 
sämtlicher Umstände erachtet die Kammer für den hier fraglichen Schuldspruch we-
gen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Strafe von 
62 Monaten als dem Tatverschulden der Beschuldigten angemessen. 

17. Asperation für die weitere mengenmässige qualifizierte Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Anklageschrift Ziff. B.1.2)

Im Sommer 2015 traf die Beschuldigte Anstalten zur Verschaffung/Veräusserung 
von 1'000 g Amphetamingemisch (Reinheitsgrad 30%) an K.________. Die vorlie-
gende Menge von 300 g reinen Amphetamins übersteigt die Qualifikationsgrenze 
rund um das 8-Fache. Entsprechend ist auch hier von einem relativ hohen Gefähr-
dungspotenzial auszugehen. Die Tabelle FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER sieht bei 
einer Menge von 300 g reinen Amphetamins eine (interpolierte) Referenzstrafe von 
rund 22 Monaten vor (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 45 zu Art. 47 
StGB). 

Beim vorliegenden Schuldspruch wegen Anstaltentreffens zur Verschaffung/Veräus-
serung von 300 g reinen Amphetamins ist in Anwendung von Art. 19 Abs. 3 Bst. a 
BetmG jedoch zu berücksichtigen, dass die Drogen faktisch nicht in Umlauf gebracht 
worden sind. Es war jedoch nicht der Verdienst der Beschuldigten, dass es beim 
Anstaltentreffen blieb, denn das Unterfangen scheiterte einzig daran, dass 
K.________ den Deal letztendlich platzen liess. Dennoch erscheint für dieses Ge-
schäft ein Abzug, wenn auch nur ein geringer von 2 Monaten, gerechtfertigt. 

In subjektiver Hinsicht liegen wiederum direkter Vorsatz und egoistische Beweg-
gründe vor. Die subjektiven Tatkomponenten wirken sich daher neutral aus (vgl. 
dazu oben Ziff. 16.2). 

Das Tatverschulden der Beschuldigten ist auch bezüglich dieses Delikts – in Relation 
zum weiten Strafrahmen bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe – als leicht zu bezeichnen. 
Die Kammer erachtet eine Strafe von 20 Monaten als angemessen, wovon – in An-
betracht des zeitlich, sachlich und situativ engen Zusammenhangs dieses Delikts zu 
den Drogenimporten aus Holland und zum Ausgleich der Unzulänglichkeit der 
Tabelle in solchen Fällen – lediglich 10 Monate Freiheitsstrafe (50%) asperierend zu 
berücksichtigen sind. 

18. Fazit Strafe und Asperation 

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass für die beiden qualifizierten Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgrund der Tatkomponenten eine Strafe 
von 72 Monaten Freiheitsstrafe verschuldensangemessen ist. 

27

19. Täterkomponenten 

19.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann 
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 3320 f.). Die beiden Vorstrafen der Beschuldigten sind nicht einschlägig. Er-
gänzend kann auf das Schreiben der Beschuldigten vom 30. Juli 2020 («Chronologie 
meines Lebens, Erklärung für Gericht»; pag. 3418 ff.) hingewiesen werden, worin sie 
ihr bisheriges Leben nochmals eindrücklich schilderte. Beizufügen bleibt, dass die 
Beschuldigte kürzlich ihre dreijährige Lehre abgeschlossen hat und mittlerweile die 
Hochfachschule W.________ besucht, wobei sie gleichzeitig als Landwirtin weitera-
rbeitet. Es ist festzustellten, dass sie konkrete und nachhaltige Pläne betreffend ihr 
berufliches Fortkommen hat und diese auch auf lobenswerte Weise umsetzt. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist der Beschuldigten aufgrund ihres schwe-
ren Lebenswegs resp. ihrer tragischen Vorgeschichte eine Strafreduktion zu ge-
währen. 

19.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Hinsichtlich des Verhaltens nach der Tat und im Strafverfahren kann vorab wiederum 
vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 3322 f., 
S. 84 f. der Urteilsbegründung). Die Beschuldigte verhielt sich gegenüber den Straf-
verfolgungsbehörden korrekt und anständig. Weiter trifft es zwar zu, dass die Be-
schuldigte teilweise geständig war. Ihre Geständnisbereitschaft wird jedoch dadurch 
getrübt, als sie die Hauptverantwortung für die deliktischen Tätigkeiten anfänglich 
von sich gewiesen und anderen Personen, insbesondere E.________ und 
D.________, zugeschoben hat. Hervorzuheben gilt, dass die Beschuldigte seit ihrer 
Haftentlassung am 2. März 2017 nicht mehr straffällig wurde und sich seither ein 
neues, geordnetes Leben aufgebaut hat. Sie lebt heute in geordneten Verhältnissen, 
ist berufstätig, hat wie erwähnt erfolgreich eine Lehre abgeschlossen und sich von 
ihrem bisherigen Umfeld (Drogenmilieu) distanziert. Sie liess sich auch nicht von er-
neuten Rückschlägen (Tod von X.________, schwerer Arbeitsunfall usw.) von ihrem 
Weg abbringen und steht heute – anders als noch vor vier Jahren – sowohl in privater 
als auch in beruflicher Hinsicht mit beiden Beinen im Leben. Diese Entwicklung ist – 
insbesondere auch mit Blick auf ihre Vorgeschichte – beeindruckend und wirkt sich 
deutlich strafmindernd aus. 

19.3 Strafempfindlichkeit 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (BGer 6B_1095/2014 vom 24. März 
2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Beschuldigte hat in den letzten Jahren eindrücklich 
gezeigt, dass sie eine Kehrtwende einschlagen und ihr Leben in den Griff bekommen 
will und auch kann. Eine Haftstrafe trifft die Beschuldigte in dieser höchst positiven 
Entwicklung besonders hart. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist diese er-
höhte Strafempfindlichkeit leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

28

19.4 Fazit Täterkomponenten 

Die Täterkomponenten wirken sich nach dem Gesagten insgesamt erheblich straf-
mindernd aus. Konkret erachtet die Kammer eine Reduktion von 27 Monaten auf 45 
Monate Freiheitsstrafe als angemessen.  

20. Strafmass und Strafvollzug 

Zusammenfassend erachtet die Kammer für die Schuldsprüche wegen qualifizierter 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe von 45 Mo-
naten als angemessen. 

Die Untersuchungshaft von 84 Tagen wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe an-
gerechnet (Art. 51 aStGB).

21. Einfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

21.1 Vorbemerkungen 

Die Beschuldigte hat sich sodann der mehrfachen einfachen Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht. Für die entsprechenden Verge-
hen ist eine Gesamtstrafe in Form einer Geldstrafe auszusprechen. 

21.2 Einsatzstrafe für das Verschaffen/Veräussern von 51 g Amphetamingemisch 
im Jahr 2015 (Ziff. B.1.1.4 der Anklageschrift)

Die Beschuldigte übergab I.________ im Jahr 2015 einmal 50 g und einmal 1 g Am-
phetamingemisch (Reinheitsgrad von 30%). Die Menge von 15 g reinen Amphet-
amins entspricht im nicht qualifizierten Bereich des BetmG einem nicht unerhebli-
chen Verschulden. Nach der Tabelle FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER resultiert bei 
einer Menge von 15 g reinen Amphetamins eine Strafe von 150 Strafeinheiten (5 Mo-
nate). 

Die Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus egoistischen sowie finanziellen 
Gründen. Diese Handlungsweise ist im Betäubungsmittelhandel üblich, weshalb sie 
sich auch hier neutral auf das Verschulden auswirkt. Betreffend Vermeidbarkeit des 
Handelns kann auf die Ausführungen unter Ziff. 16.2.2 hiervor verwiesen werden. 

Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten sowie mit 
Blick auf die Tabelle FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER liegt das Verschulden der Be-
schuldigten im leichten Bereich. Dies entspricht beim vorliegend zu berücksichtigen-
den Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe einer Strafe von 150 Strafein-
heiten. 

21.3 Asperation für das Verschaffen/Veräussern von 30 g Amphetamingemisch 
(Ziff. B.1.1.3 der Anklageschrift) 

Die Beschuldigte veräusserte im Juli 2015 und in der Zeit davor insgesamt ca. 30 g 
Amphetamingemisch an H.________ (Ziff. B.1.1.3 der Anklageschrift). Das objektive 
Tatverschulden liegt mit Blick auf die Menge der in Verkehr gesetzten Drogen im 
leichten Bereich. Auch hier handelte die Beschuldigte mit direktem Vorsatz und aus 
egoistischen Motiven. Das subjektive Tatverschulden wirkt sich insofern neutral aus. 
Nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere sowie der Tabelle 

29

FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER erachtet die Kammer folglich eine Strafe von 90 
Strafeinheiten (3 Monaten) als angemessen, wovon 60 Strafeinheiten (2 Monate) 
asperierend zu berücksichtigen sind – was ein Zwischentotal von 210 Strafeinheiten 
(7 Monaten) ergibt. 

21.4 Asperation für den Besitz, den Verkauf und das Anstaltentreffen zum Verkauf 
von MDMA (Ziff. B.1.3, 1.3.5 und 1.3.17 und 1.3.18 der Anklageschrift) 

Bei der Beschuldigten konnten insgesamt 356 Tabletten MDMA und 124 g Kristall 
MDMA sichergestellt werden (Ziff. B.1.3 der Anklageschrift). Über einen Zeitraum 
von rund 6 Monaten (13. Mai 2016 bis 3. November 2016) veräusserte/verschaffte 
die Beschuldigte sodann insgesamt 81 Tabletten MDMA und 23 g Kristall MDMA an 
einen bestimmten Abnehmer (Anklageschrift Ziff. B.1.3.17). Weiter verschaffte die 
Beschuldigte in der Zeit von ca. Mitte 2016 bis Ende 2016 ca. 15 Tabletten MDMA 
und 0.5 g Kristall MDMA (Ziff. B.1.3.18 der Anklageschrift). Schliesslich traf die Be-
schuldigte Anstalten zum Verkauf von 10 Tabletten MDMA, wobei sie den Stoff nicht 
ausliefern konnte, da sie verhaftet wurde (Ziff. B.1.3.5 der Anklageschrift). Die Be-
schuldigte importierte das erwähnte MDMA im Jahr 2016 zusammen mit dem Am-
phetamingemisch aus Holland (2. Phase), weshalb auch hier von einer Handlungs-
einheit auszugehen ist, so dass betreffend MDMA die Drogen für die Strafzumes-
sung zusammenzurechnen sind. Ausgehend von einem Gewicht von 0.4 g pro Pille 
entsprechen die Kristalle ca. 310 (Besitz von 124 g Kristall MDMA) und 58 Tabletten 
(Verschaffung/Veräusserung von 23.5 g Kristall MDMA), was zu einer ungefähren 
Gesamtmenge von 830 Tabletten MDMA führt. Die Tabelle Hansjakob sieht ab einer 
Menge von 1'200 Ecstasy-Tabletten eine Strafe von mindestens 180 Strafeinheiten 
vor. In Anbetracht der von der Beschuldigten umgesetzten Menge und der konkreten 
Umstände (insbesondere längere deliktische Tätigkeit) erachtet die Kammer eine 
Strafe von 150 Strafeinheiten angemessen, die jedoch um 30 Strafeinheiten zu re-
duzieren ist, da die Beschuldigte teilweise bloss Anstalten zu einer späteren Veräus-
serung getroffen hat. Von den 120 Strafeinheiten sind 60 Strafeinheiten (2 Monate) 
zu asperieren, so dass sich die Gesamtstrafe auf 270 Strafeinheiten (9 Monate) er-
höht. 

21.5 Asperation für die weiteren Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Schliesslich verschaffte/veräusserte die Beschuldigte Amphetamingemisch 
(Ziff. B.1.1.1, 1.1.2, 1.1.5, 1.1.6 der Anklageschrift) und Marihuana (Ziff. 1.4 - 1.6 der 
Anklageschrift) in Kleinstmengen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diesen Verge-
hen im Gesamtkontext kaum eigenständige Bedeutung zukommt. Sie führen daher 
nur zu einer marginalen Erhöhung der Gesamtstrafe. 

21.6 Täterkomponenten / Fazit Gesamtstrafe 

Hinsichtlich der Täterkomponenten kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter 
Ziff. 19 hiervor verwiesen werden. Auch hier sind die Täterkomponenten strafmin-
dernd zu berücksichtigen. Konkret erachtet die Kammer aufgrund der Täterkompo-
nenten eine Reduktion von rund 90 Strafeinheiten als angemessen, so dass eine 
Gesamtstrafe von 180 Strafeinheiten resultiert.   

30

21.7 Tagessatzhöhe 

Gemäss Art. 34 Abs. 2 aStGB bestimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes nach 
den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-
teils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Fami-
lien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. 

Die Beschuldigte hat ihre Lehre abgeschlossen und wird – gemäss ihren Angaben – 
fortan ein monatliches Einkommen von ca. CHF 1'200.00 erzielen. Unklar ist, ob die 
Beschuldigte künftig weiterhin IV und EL erhalten wird. Angesichts dieser unklaren 
Ausgangslage ist von einem monatlichen Einkommen von CHF 1'200.00 auszuge-
hen. Unter Berücksichtigung eines pauschalen Abzugs von 20% führt dies zu einem 
Tagessatz von CHF 30.00. 

21.8 Strafvollzug 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter 
von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Schiebt das Ge-
richt den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit 
von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünsti-
ger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 6).

Bei Kumulation von ungleichartigen Strafen ist jede Strafe für sich zu betrachten. 
Nach der Rechtsprechung kann insbesondere die Geldstrafe bei kumulierten un-
gleichartigen Strafen, unabhängig von der Höhe der gleichzeitig ergangenen Frei-
heitsstrafe, bedingt ausgesprochen werden, wenn die übrigen Voraussetzungen 
hierfür erfüllt sind. Für die Zulässigkeit des bedingten oder teilbedingten Vollzugs von 
Freiheitsstrafen ist entscheidend, dass diese die Höchstgrenze von zwei bzw. drei 
Jahren gem. Art. 42 bzw. Art. 43 StGB nicht übersteigen. Für die Vollzugsfrage ist 
damit nicht auf die sich aus Freiheitsstrafe und Geldstrafe zusammensetzende Ge-
samtdauer abzustellen. Vielmehr sind die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe je für 
sich zu betrachten (BGE 138 IV 120, E. 6; SCHNEIDER/GARRÉ, in: Basler Kommentar, 
Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 1 zu Art. 42 StGB).

Bei den einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sind keine 
Anhaltspunkte ersichtlich, welche die zu vermutende günstige Prognose der Be-
schuldigten in Zweifel ziehen könnten. Die Voraussetzungen für die Gewährung des 
bedingten Vollzugs sind gegeben. Der Vollzug der Geldstrafe wird daher aufgescho-
ben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

21.9 Konkrete Strafe 

Die Beschuldigte ist nach dem Gesagten zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen 
zu CHF 30.00, ausmachend 5'400.00, zu verurteilen. Der Vollzug der Geldstrafe wird 
aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. 

31

V. Kosten und Entschädigung

22. Verfahrenskosten 

Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des 
Aufwands und den Auslagen im konkreten Fall (Art. 422 Abs. 1 StPO). Fällt die 
Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über 
die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Ver-
fahrenskosten werden grundsätzlich vom Kanton getragen, der das Verfahren ge-
führt hat (Art. 423 Abs. 1 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, 
wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 
428 Abs. 1 StPO).

Die Beschuldigte wurde zu den anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 18'991.00 verurteilt. Dieser Punkt ist in Rechtskraft erwachsen. 

Die Beschuldigte unterliegt mit ihren Anträgen im oberinstanzlichen Verfahren weit-
gehend. Zwar wird der Qualifikationsgrund der Bandenmässigkeit oberinstanzlich 
nicht mehr angenommen. Im Übrigen werden die Schuldsprüche aber bestätigt. Zu-
dem wurde das Strafmass oberinstanzlich nur leicht reduziert. Umgekehrt unterliegt 
aber auch die Generalstaatsanwaltschaft teilweise. Entsprechend rechtfertigt es 
sich, der Beschuldigten 3/4 der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt be-
stimmt auf CHF 4‘000.00 (Art. 24 Bst. b des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 
161.12]), aufzuerlegen, ausmachend CHF 3‘000.00. Der verbleibende Viertel der 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 1’000.00, trägt der Kanton 
Bern. 

23. Amtliche Entschädigung 

Für ein Rückkommen auf die Höhe der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwältin 
B.________ für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten im erstinstanzlichen 
Verfahren besteht kein Anlass. Aufgrund ihrer Verurteilung wird die Beschuldigte – 
unter den Voraussetzungen von Art. 135 Abs. 4 StPO – voll rück- und nachzahlungs-
pflichtig. 

In oberer Instanz macht Rechtsanwältin B.________ einen Zeitaufwand von 8.7 
Stunden geltend. Dies erscheint der Kammer als angemessen. Der Kanton Bern ent-
schädigt Rechtsanwältin B.________ für ihren Aufwand in oberer Instanz mit CHF 
1'981.70 (inklusive Auslagen und MWST); das volle Honorar wird auf CHF 2’450.20 
bestimmt. Da die Kostenauflage die Entschädigungsfrage präjudiziert (BGE 137 IV 
352 E. 2.4.2), wird die Beschuldigte – unter den Voraussetzungen von Art. 135 Abs. 
4 StPO – im Umfang von 3/4 rück- und nachzahlungspflichtig. Hinsichtlich des ver-
bleibenden Viertels besteht keine Rück- und Nachzahlungspflicht.

24. Entschädigung 

Für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte im oberinstanzlichen Ver-
fahren ist der Beschuldigten – entsprechend der Verteilung zu den Verfahrenskosten 
– eine anteilsmässige Entschädigung auszurichten.

32

Rechtsanwalt C.________ macht in seiner Honorarnote vom 6. August 2020 einen 
eigenen Aufwand von 44.91 Stunden zu CHF 300.00 sowie einen Aufwand seiner 
Assistenz von 0.68 Stunden zu CHF 100.00, Auslagen von 1'667.70 und Mehrwert-
steuer von CHF 1'171.05 geltend, was eine beantragte Entschädigung von CHF 
16'379.75 ergibt. 

Die Kammer berücksichtigt, dass Rechtsanwalt C.________ erst im Verlaufe des 
oberinstanzlichen Verfahrens als amtlicher Verteidiger der Beschuldigten mandatiert 
wurde und er sich für das Berufungsverfahren neu in den Fall einarbeiten musste. 
Dennoch erachtet die Kammer den geltend gemachten Aufwand in Anbetracht des 
gebotenen Zeitaufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses als zu hoch. Insbesondere macht Rechtsanwalt C.________ allein für die 
Vorbereitung der Berufungsverhandlung (Aktenstudium, Verfassen Plädoyer) einen 
Aufwand von rund 27 Stunden geltend. Angesichts des Umstandes, dass im oberin-
stanzlichen Verfahren einzig die Bandenmässigkeit sowie die Strafzumessung Streit-
thema waren, erscheint dieser Aufwand als deutlich zu hoch. Weiter hat Rechtsan-
walt C.________ den Reiseweg (Zürich-Bern-Zürich) als Stundenaufwand (2 Stun-
den zu CHF 300.00, total CHF 600.00) geltend gemacht. Gemäss Ziff. 2 des Kreis-
schreibens Nr. 15 des Obergerichts des Kantons Bern vom 25. November 2016 ist 
die Reisezeit eines Anwalts nicht als Arbeitszeit sondern mit einem Honorarzu-
schlag, ab einer totalen Reisezeit von zwei Stunden (Hin- und Rückreise zusammen-
gezählt) bestimmt auf pauschal CHF 150.00 zu entschädigen. Schliesslich ist darauf 
hinzuweisen, dass sich der nach kantonaler Praxis übliche Stundenansatz auf CHF 
250.00 beläuft. Ein Ansatz von CHF 300.00 ist in Strafverfahren unüblich. Vorliegend 
handelt es sich zudem um eine Streitsache von durchschnittlicher Bedeutung und 
einen Prozess von höchstens durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad. Vor diesem 
Hintergrund erscheint ein Stundenansatz von CHF 300.00 unangemessen. 

Nach dem Gesagten ist die von Rechtsanwalt C.________ geltend gemachte Ent-
schädigung deutlich zu kürzen. Mit Blick auf den Umstand, dass er sich für das Be-
rufungsverfahren neu in den Fall einarbeiten musste, erachtet die Kammer vorlie-
gend jedoch eine Entschädigung von pauschal CHF 12'000.00 (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer) immer noch als angemessen. Für 1/4 davon, ausmachend 
CHF 3'000.00, ist die Beschuldigte zu entschädigen (zur Verrechnung siehe sogleich 
Ziff. 28).

VI. Verfügungen

25. Verrechnung 

Die Strafbehörden können ihre Forderungen aus Verfahrenskosten mit Entschädi-
gungsansprüchen der zahlungspflichtigen Partei aus dem gleichen Strafverfahren 
sowie mit beschlagnahmten Vermögenswerten verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO). 

Gestützt darauf ist die der Beschuldigten auszurichtende Entschädigung von CHF 
3‘000.00 mit den vom ihr zu bezahlenden anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfah-
renskosten von CHF 3‘000.00 zu verrechnen. Die von der Beschuldigten zu bezah-
lenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten sind damit getilgt. 

33

26. Weitere Verfügungen 

Hinsichtlich der weiteren Verfügungen wird auf das Dispositiv verwiesen. 

34

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 27. Juni 
2019 (PEN 18 670/671) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als: 

1. das Strafverfahren gegen A.________ wegen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich begangen am 29. August 2015 in Zürich durch Konsum 
einer unbekannten Menge Amphetamingemisch (AKS Ziff. 1.7), eingestellt wurde, ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ur-
teilsdispositiv Ziff. I). 

2. A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen am 9. Dezember 2016 
und vorher in U.________ durch Anstalten treffen zum Veräussern von 3‘000 g Am-
phetamingemisch an D.________ (AKS Ziff. 1.3.4.), ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Urteilsdispositiv Ziff. II).

3. A.________ schuldig erklärt wurde der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch (Urteilsdispositiv Ziff. III.2): 

3.1. Einfuhr einer unbekannten Menge MDMA-Tabletten sowie MDMA-Kristall, in der 
Zeit von Anfang 2016 bis 19. September 2016 an der Grenze Deutschland / 
Schweiz (AKS Ziff. 1.3.);

3.2. Besitz von 356 MDMA-Tabletten und 124 g MDMA-Kristall, bis 9. Dezember 2016 
in U.________ (AKS Ziff. 1.3.);

3.3. Anstalten treffen zum Veräussern von 10 MDMA-Tabletten an L.________, in der 
Zeit vom 5. Dezember 2016 - 9. Dezember 2016 in AC.________ (AKS Ziff. 
1.3.5.);

3.4. Veräussern von 81 MDMA-Tablett