# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad595f37-3ca9-5d7a-b6a2-36dca542cc53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2023 E-3582/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3582-2023_2023-06-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3582/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiber Nassim Safai-Rad. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und seine Tochter,   

B._______, geboren am (…), 

beide Afghanistan,   

vertreten durch Kerstin Krüger, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 15. Juni 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3582/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer und seine Tochter am 6. Februar 2023 in der 

Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass der Beschwerdeführer am 15. Februar 2023 der im Bundesasylzent-

rum (BAZ) C._______ tätigen Rechtsvertretungsorganisation Vollmacht er-

teilte,  

dass dem Beschwerdeführer am 1. März 2023 anlässlich des Dublin-Ge-

sprächs das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Kroatiens 

und zum Gesundheitszustand gewährt wurde, 

dass er gemäss der Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) 

am (…) in Kroatien ein Asylgesuch eingereicht hatte, das SEM gestützt 

hierauf am 5. April 2023 die kroatischen Behörden um Übernahme des 

Beschwerdeführers und seiner Tochter ersuchte und die kroatischen Be-

hörden das Ersuchen am 19. April 2023 guthiessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 15. Juni 2023 (eröffnet am 16. Juni 

2023) auf die Asylgesuche des Beschwerdeführers und seiner Tochter 

nicht eintrat, deren Wegweisung aus der Schweiz nach Kroatien anord-

nete, eine Ausreisefrist ansetzte, den zuständigen Kanton mit dem Vollzug 

der Wegweisung beauftragte, die editionspflichtigen Akten aushändigte 

und feststellte, der Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juni 2023 unter Beilage 

einer E-Mail von D._______ vom 1. Juni 2023 beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde einreichte, 

dass er beantragte, es sei die Verfügung des SEM vollständig aufzuheben 

und das SEM anzuweisen, auf die Asylgesuche einzutreten sowie das 

Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen,  

dass er eventualiter beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-

heben und die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts so-

wie zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen, 

dass er subeventualiter beantragte, es sei die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, eine individuelle und konkrete 

Garantieerklärung bei den kroatischen Behörden einzuholen, aus welcher 

hervorgehe, dass er und seine Tochter im Falle einer Überstellung einen 

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fairen und diskriminierungsfreien Zugang zum Asylverfahren sowie seine 

Tochter eine angemessene medizinische Versorgung erhalten würden, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und es seien im Sinne einer superpro-

visorischen Massnahme die Vollzugsbehörden unverzüglich anzuweisen, 

bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts über die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung von einer Überstellung abzusehen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht weiter beantragte, es sei die un-

entgeltliche Prozessführung zu gewähren und eventualiter auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass der Instruktionsrichter mit superprovisorischer Massnahme vom 

26. Juni 2023 den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus-

setzte, 

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Re-

gel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen des SEM entscheidet (vgl. dazu Art. 105 des Asylgesetzes [AsylG, 

SR 142.31] i.V.m. Art. 31‒33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),  

dass sich die Kognition des Gerichts beziehungsweise die zulässigen Rü-

gen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, 

dass der Beschwerdeführer und seine Tochter zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG), ihre Eingabe nach dem 

Gesagten den formellen Anforderungen an eine Beschwerde genügt 

(Art. 52 Abs. 1 VwVG) und sie ihre Beschwerde fristgerecht eingereicht ha-

ben (Art. 108 Abs. 3 AsylG), womit auf diese einzutreten ist, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die 

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Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. 

BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2),  

dass sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich 

unbegründet erweist, weshalb über diese in einzelrichterlicher Zuständig-

keit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten Richters 

zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass gleichzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Ent-

scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  

dass der Beschwerdeführer eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und Rückweisung der Sache beantragt, weil die Vorinstanz es unterlassen 

habe, sich vertieft mit dem psychischen Zustand seiner Tochter auseinan-

derzusetzen beziehungsweise sich lediglich auf den Arztbericht vom 

11. Mai 2023 gestützt habe, womit diese den Sachverhalt nicht rechts-

genüglich festgestellt habe, 

dass die Vorinstanz aufgrund des vorliegenden Arztberichtes vom 11. Mai 

2023 davon ausgehen durfte (vgl. SEM-eAkten 41/2), der medizinische 

Sachverhalt sei vollständig erstellt,  

dass sie aufgrund der gesundheitlichen Situation der Tochter des Be-

schwerdeführers nicht gehalten war, allfällige weitere ärztliche Abklärun-

gen zu treffen, um die Überstellungsfähigkeit des Beschwerdeführers und 

seiner Tochter zu beurteilen, 

dass die Vorinstanz sämtliche aktenkundigen, wesentlichen medizinischen 

Vorbringen sowie Unterlagen würdigte und sich mit diesen ausreichend 

auseinandersetzte (vgl. angefochtene Verfügung insb. S. 7 f.),  

dass sich entgegen den Ausführungen in der Beschwerde nicht auf einen 

von der Vorinstanz unvollständig festgestellten Sachverhalt schliessen 

lässt,  

dass im Übrigen die Würdigung der medizinischen Vorbringen in Bezug auf 

die Anwendung der Souveränitätsklausel (Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311] i.V.m. Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO) materieller Natur ist, weshalb an entsprechender Stelle da-

rauf einzugehen sein wird,  

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dass die formelle Rüge folglich unbegründet ist, weshalb eine Rückwei-

sung an die Vorinstanz ausser Betracht fällt und das Eventualbegehren 

abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG),  

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien nach der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (Dublin-III-VO) prüft, 

dass, wenn diese Prüfung zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitglied-

staat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, das SEM, nachdem 

der betreffende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Wiederaufnahme ex-

plizit oder implizit zugestimmt hat, auf das Asylgesuch grundsätzlich nicht 

eintritt (vgl. BVGE 2015/41 E. 3.1), 

dass jeder Mitgliedstaat beschliessen kann, einen bei ihm von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen 

Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgeleg-

ten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1  

Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass die Vorinstanz anhand der Angaben in der Zentraleinheit Eurodac zu 

Recht die Zuständigkeit Kroatiens erkannte und die kroatischen Behörden 

– gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO – um Wiederaufnahme der 

Beschwerdeführer ersuchte (sog. take-back-Verfahren), 

dass die kroatischen Behörden diesem Gesuch am 19. April 2023 explizit 

zustimmten, 

dass damit die staatsvertragliche Zuständigkeit Kroatiens grundsätzlich ge-

geben ist, 

dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 

1. März 2023 mit der Begründung gegen eine Überstellung nach Kroatien 

aussprach, er und seine Tochter hätten nicht dort bleiben wollen, die 

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Schweiz sei das Zielland gewesen, er habe dafür einen mühsamen Reise-

weg mit vielen Schwierigkeiten auf sich genommen, die kroatischen Behör-

den hätten sie schlecht behandelt und auch Gewalt ausgeübt, wobei ihm 

auch die Fingerabdrücke mit Gewalt abgenommen worden seien und sie 

hätten Kroatien aufgrund der schlechten Bedingungen verlassen,  

dass der Beschwerdeführer in gesundheitlicher Hinsicht ausführte, er habe 

abends immer Kopfschmerzen, weshalb er zum Arzt gehen würde, er habe 

sich in Afghanistan an Kopf, Schulter und Hand verletzt, weswegen er ei-

nen Arzttermin habe, um dies zu untersuchen, er kurzfristig lindernde 

Schmerzmittel einnehme und dass es seiner Tochter nicht gut gehe, sie 

abends wie in einem Schockzustand zittere, sie Alpträume habe, sich mor-

gens jedoch nicht mehr an diese erinnern würde,  

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde ergänzte, dass seine Toch-

ter ein Kind sei und diesem Umstand aufgrund systemischer Mängel im 

kroatischen Asylverfahren im Falle einer Wegweisung kaum Rechnung ge-

tragen würde,  

dass weiter die Vorinstanz gestützt auf eine nicht mehr aktuelle Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts davon ausgegangen sei, in Kroa-

tien bestehe eine ausreichende medizinische Versorgung von Asylsuchen-

den, was jedoch, wie das ins Recht gelegte E-Mail von D._______ vom 

1. Juni 2023 zeige, nicht mehr zutreffe, weshalb das Einholen von indivi-

duellen Garantien in Bezug auf die medizinische Behandlung der Tochter 

notwendig gewesen wäre,  

dass zudem auch das Non-Refoulement-Gebot durch die kroatischen Be-

hörden verletzt werde (vgl. Beschwerde S. 4 ff.),  

dass nach Auffassung des Gerichts aufgrund der Aktenlage indessen keine 

Sachverhaltsumstände ersichtlich sind, die in rechtserheblicher Weise ge-

gen eine Wegweisung in den für den Beschwerdeführer und seine Tochter 

zuständigen Dublin-Vertragsstaat sprechen, 

dass es namentlich nicht von Belang ist, wenn sich der Beschwerdeführer 

in Kroatien nicht registrieren lassen wollte, zumal die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den Antrag prüfenden Staat aus-

zuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass selbst wenn zutreffen würde, dass er seine Fingerabdrücke nicht frei-

willig, sondern unter Zwang abgegeben hätte, eine Anwendung von Art. 3 

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Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt wäre, da sich aus einem solchen 

Vorkommnis nicht ableiten liesse, dass systemische Schwachstellen be-

stünden, welche nahelegen, dass er und seine Tochter bei einer Rückkehr 

nach Kroatien mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einer Art. 3 EMRK 

widersprechenden Behandlung ausgesetzt wären, 

dass in dieser Hinsicht festzuhalten ist, dass Kroatien Signatarstaat der 

EMRK (SR 0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zu-

satzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, wobei  

Kroatien nach Auffassung der Schweiz seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner jüngst bestätigten Recht-

sprechung nicht davon ausgeht, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-

dingungen in Kroatien wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. Referenzurteil des 

BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 und insb. für take-back-Verfahren: 

Urteile des BVGer F-638/2023 vom 16. Februar 2023 E. 6.3, F-69/2023 

vom 25. Januar 2023 E. 5.1, F-37/2023 vom 6. Januar 2023 E. 6.2, 

F-5582/2022 vom 13. Dezember 2022 E. 4.2, E-4341/2022 vom 8. Dezem-

ber 2022 E. 6.3), 

dass die Vorinstanz in Beachtung der aktuellen Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts eine Einzelfallprüfung vorgenommen hat und unter 

Verweis auf Abklärungen durch die Schweizerische Botschaft in Kroatien 

zum Schluss gekommen ist, dass Personen, welche im Rahmen eines 

Dublin-Verfahrens nach Kroatien zurückgeführt werden, nicht von der prob-

lematischen Push-back-Praxis betroffen sind (vgl. Urteile des BVGer  

E-1488/2020 E. 9.5, F-37/2023 vom 6. Januar 2023 E. 6.2, E-5787/2022 

vom 19. Dezember 2022 E. 7.4, D-4160/2022 vom 28. September 2022 

E. 7.3.1), 

dass auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer geschilder-

ten Erlebnisse nicht davon auszugehen ist, Kroatien verstosse systema-

tisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen, weshalb die Anwendung 

von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass daran auch die Beschwerdevorbringen zu den systemischen Män-

geln, der nicht ausreichenden medizinischen Versorgung von Asylsuchen-

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den im kroatischen Asylsystem sowie der Missachtung des Non-Refoule-

ment-Gebots durch die kroatischen Behörden (vgl. Beschwerde S. 4 ff.) 

nichts zu ändern vermögen,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann, 

dass eine solche Situation vorliegend nicht gegeben ist, 

dass beim Beschwerdeführer aus dem medizinischem Datenblatt für in-

terne Arztbesuche im BAZ E._______ hervorgeht, dass er wegen eines 

HWS-Syndroms in physiotherapeutischer und medikamentöser Behand-

lung ist, unter Furunkeln und Atheromen an der Kopfhaut leidet sowie auf-

grund einer Weiterbehandlung eines aurikulären Lipoms an die Dermato-

logie der F._______ verwiesen wurde (vgl. SEM-eAkten, 40/8), 

dass es sich gemäss dem Arztbericht vom 11. Mai 2023 bei der Tochter 

des Beschwerdeführers um ein gesundes Mädchen handelt (vgl.  

SEM-eAkten, 41/2), 

dass um Wiederholungen zu vermeiden vorab auf die diesbezüglich zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist (vgl. angefochtene 

Verfügung S. 7 f.), 

dass sodann die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers 

und die bezüglich seiner Tochter vorgebrachten kein Hindernis für eine 

Überstellung nach Kroatien darstellen, zumal Kroatien über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt (auch für psychische Leiden) 

und es – ungeachtet der entsprechenden Ausführungen des Beschwerde-

führers – keinen Grund zur Annahme gibt, ihnen werde dort im Rahmen 

ihrer Aufnahme notwendige medizinische Behandlung beziehungsweise 

Weiterbehandlung verweigert (zur medizinischen Versorgung in Kroatien 

vgl. statt vieler Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 

E. 10.2 und Urteil des BVGer D-735/2022 vom 28. Februar 2022 E. 6.7.3), 

dass sich der Beschwerdeführer im Übrigen bei Bedarf an die kroatischen 

Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf 

dem Rechtsweg einfordern kann (vgl. insb. Art. 26 der Richtlinie des Euro-

päischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur 

Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationa-

len Schutz beantragen, sog. Aufnahmerichtlinie), 

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Seite 9 

dass für das weitere Dublin-Verfahren im Übrigen einzig die Reisefähigkeit 

ausschlaggebend ist, welche – wie in der angefochtenen Verfügung zu-

treffend ausgeführt (vgl. angefochtene Verfügung S. 9) – erst kurz vor der 

Überstellung definitiv beurteilt wird, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerde-

führer Rechnung zu tragen und die kroatischen Behörden vorgängig in ge-

eigneter Weise über die spezifischen Umstände zu informieren haben (vgl. 

Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

dass sich aus der Überstellung nach Kroatien mithin auch unter Berück-

sichtigung der gesundheitlichen Vorbringen des Beschwerdeführers und 

seiner Tochter keine Verletzung von Art. 3 EMRK oder anderer völkerrecht-

licher Verpflichtungen ergibt, 

dass demgemäss kein Grund für eine Anwendung der Ermessensklausel 

nach Art. 17 Dublin-III-VO besteht und keine Ermessensfehler in Bezug auf 

humanitäre Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 festzustellen sind, 

dass für das Einholen von individuellen Zusicherungen der kroatischen Be-

hörden namentlich bezüglich des Zugangs des Beschwerdeführers und 

seiner Tochter zu einem fairen und diskriminierungsfreien Asylverfahren 

sowie bezüglich einer angemessenen medizinischen Behandlung seiner 

Tochter nach dem Gesagten keine Veranlassung besteht (vgl. hierzu auch 

Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der Nichteintretensentscheid in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG in keinem Punkt zu bemängeln ist, 

dass gleichzeitig die Anordnung der Wegweisung nach Kroatien der Sys-

tematik des Dublin-Verfahrens entspricht und im Einklang mit der Bestim-

mung von Art. 44 (erster Satz) AsylG steht, 

dass nach vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung zu be-

stätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich unbegründet 

abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb die Begehren auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit ent-

sprechender Anweisung an die zuständigen Behörden und auf Erlass des 

Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, 

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dass der am 26. Juni 2023 angeordnete Vollzugsstopp mit dem vorliegen-

den Urteil dahinfällt,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten von 

Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Nassim Safai-Rad 

 

 

Versand: