# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faf8dadf-47df-586c-b2d0-7a55eca4c1df
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2025 IV 2024/217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-217_2025-05-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/217

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.06.2025

Entscheiddatum: 06.05.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2025
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 6. Mai 2025, IV 2024/217).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/11 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 6. Mai 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/217 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf,  
graf niedermann büchel fachanwälte, St. Leonhard-Strasse 20,  
Postfach 728, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/217 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Oktober 2019 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(IV-act. 1). Sie gab an, sie habe in ihrem Herkunftsland eine Ausbildung zur „Textilkonfektionärin“ 

absolviert. Im Jahr 2017 habe sie eine halbjährige Zertifikatsausbildung zur Pflegehelferin 

abgeschlossen. Anschliessend habe sie in einem Vollpensum als Pflegehelferin gearbeitet. Der Internist 

Dr. med. B.___ berichtete im Oktober 2019 (IV-act. 13), die Versicherte leide an unklaren 

Handgelenksschmerzen rechts. Sie sei zu 50 Prozent arbeitsunfähig. Rheumatologische Abklärungen 
seien im Gange. Mit einer Mitteilung vom 22. Februar 2021 wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Eingliederungsmassnahmen mit der Begründung ab, aktuell stünden medizinische 

Behandlungsmassnahmen im Vordergrund (IV-act. 51). 

A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die estimed AG am 23. Mai 2022 ein polydisziplinäres 
Gutachten (IV-act. 103). Der fallführende allgemein-internistische Sachverständige hielt fest, auf 

seinem Fachgebiet bestünden keine wesentlichen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 

Der orthopädisch-rheumatologische Sachverständige führte aus, die Versicherte habe sowohl bei der 

Befragung als auch bei der körperlichen Untersuchung bereitwillig mitgewirkt. Das Gangbild sei 

unauffällig gewesen. Das Entkleiden sei zügig und unbehindert erfolgt. Die Finger, Hände und 

Handgelenke seien flink eingesetzt worden. Die Versicherte habe teilweise den Einbeinstand 

eingenommen. Auch die Überkopfentkleidung sei problemlos gelungen. Beim späteren Ankleiden seien 

die Finger wiederum flink eingesetzt worden. Der (im Gutachten detailliert beschriebene) objektive 

klinische Befund sei unauffällig gewesen. Eine Diagnose könne nicht gestellt werden. Die Versicherte 

sei aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig. Bezüglich des bisherigen 
Verlaufs sei zu betonen, dass zu keiner Zeit rheuma-serologische Auffälligkeiten festgestellt worden 

seien. Sämtliche „verzweifelten“ Versuche mit einer rheumatischen Basistherapie seien gescheitert. 

Selbst die Gabe von Cortison habe angeblich keine Linderung verschafft. Das spreche eindeutig gegen 

das Vorliegen eines rheumatischen Geschehens. Die bei einer im Rahmen der Begutachtung 

durchgeführten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) beobachtete Belastbarkeit hatte 

im Wesentlichen einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ganztags mit zusätzlichen Pausen über 

den gesamten Tag verteilt von fünf Stunden entsprochen. Den Pausenbedarf hatten die 

Physiotherapeuten mit einer erheblichen Zunahme der Beschwerden und einer Verschlechterung der 

Funktionsfähigkeit bei einer länger dauernden Belastung begründet. Hierzu führte der orthopädisch-

rheumatologische Sachverständige aus, die Beurteilung der EFL könne nicht nachvollzogen werden, 

da die körperliche Untersuchung völlig unauffällige Befunde geliefert habe. Die Ergebnisse der EFL 

beruhten vorwiegend auf den Angaben der Versicherten. Zudem müsse eine Selbstlimitierung 

unterstellt werden. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, die Kontaktaufnahme sei gut möglich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gewesen. Die Versicherte sei „gut im Rapport“ gewesen. Sie sei immer freundlich und zugewandt, 

höflich und bemüht gewesen, alle Fragen zu beantworten. Das Gespräch habe sich offen und 

kooperativ gestaltet. Die Gestik und die Mimik seien eher wenig lebhaft gewesen. Bei der Besprechung 

belastender biographischer Gegebenheiten habe die Versicherte Tränen gezeigt. Auch wenn sie 

anfänglich scherzhaft gewirkt habe, seien die Belastung und die Bedrücktheit im Verlauf der 
Untersuchung und Exploration deutlich geworden. Die Stimme sei soweit gut moduliert, die 

Sprechweise unauffällig gewesen. Die Aufmerksamkeit, die Konzentration, die Merkfähigkeit und das 

Gedächtnis seien unauffällig gewesen. Psychomotorisch habe die Versicherte teilweise etwas 

angespannt gewirkt. Die Affektivität sei zum depressiven Pol hin verschoben gewesen. Die Versicherte 

habe belastet, dysthym, depressiv und herabgestimmt gewirkt, wobei dies aber auch etwas larviert 

gewirkt habe. Die Schwingungsfähigkeit sei geringfügig eingeschränkt gewesen. Diagnostisch leide die 

Versicherte an einer leichten depressiven Episode. Sie sei zu 80 Prozent arbeitsfähig. Nach der 

Konsensbesprechung führten die Sachverständigen aus, der Versicherten sei die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Pflegehelferin wie auch eine andere leidensadaptierte Tätigkeit zu 80 Prozent zumutbar. 

Im Juni 2022 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), die 

Beurteilung des rheumatologischen Sachverständigen sei leider sehr knapp ausgefallen, weshalb 

dieser aufgefordert werden sollte, ausführlicher Stellung zu den Ergebnissen der EFL sowie zu den 

Hinweisen in den Vorakten auf eine mögliche entzündliche Erkrankung zu nehmen (IV-act. 106). Im 
August 2022 hielt der orthopädisch-rheumatologische Sachverständige fest (IV-act. 111), in den 

Berichten der behandelnden Ärzte fänden sich zwar Hinweise auf eine mögliche rheumatische 

Erkrankung, aber eine solche sei bislang von keinem Arzt „wirklich untermauert“ worden. Besonders 

auffällig sei, dass keine Behandlung eine Schmerzlinderung mit sich gebracht habe. Der Umstand, dass 

selbst Cortison die Schmerzen nicht gelindert habe, sei als für eine rheumatisch-entzündliche 

Erkrankung „eigenartig“ zu bewerten. Seit November 2021 finde keine Behandlung auf orthopädisch-

rheumatologischem Gebiet mehr statt. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung hätten weder 

funktionelle Einschränkungen noch sonstige Auffälligkeiten festgestellt werden können. Insbesondere 

seien keine Gelenksschwellungen oder teigigen rheumatischen Gelenksveränderungen an den Händen 

aufgefallen. Die Resultate der EFL seien aus objektiv-medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die 

RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte im Oktober 2022, dass unter Berücksichtigung der ergänzenden 

Ausführungen des rheumatologischen Sachverständigen auf das Gutachten der estimed AG abgestellt 

werden könne (IV-act. 114). 

A.c Am 23. Oktober 2022 berichtete der behandelnde Psychiater Prof. Dr. med. Dr. scient. med. Dr. 
iur. Dr. phil. D.___ (IV-act. 130–5 ff.), die Versicherte leide an einer gegenwärtig mittelgradigen 

depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom sowie an einem psycho-physischen 

Erschöpfungszustand. Zudem bestehe der Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren. Eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Sicht sei bislang nicht erforderlich gewesen, da der behandelnde Rheumatologe bereits eine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Allein rein aus psychiatrischer Sicht könne ein Patient mit einer 

mittelgradigen depressiven Episode nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, häusliche und 

berufliche Aktivitäten fortsetzen. Das psychiatrische Teilgutachten der estimed AG überzeuge nicht. Mit 

einer Verfügung vom 14. Dezember 2022 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten 
mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 132). Die Versicherte liess am 27. 

Januar 2023 eine Beschwerde gegen diese Verfügung erheben (vgl. IV-act. 146). Am 24. April 2023 

widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung, um weitere Abklärungen zu tätigen (IV-act. 153). 

Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (vgl. IV-act. 171). Am 18. Mai 2023 

berichtete Prof. Dr. mult. D.___ (IV-act. 168), im vergangenen halben Jahr sei der Verlauf weiterhin 

wechselhaft gewesen, wobei sich aber insgesamt eine Chronifizierungs- und 

Verschlechterungstendenz gezeigt habe. Die depressive Symptomatik sei weiterhin mittelgradig 

ausgeprägt. Die IV-Stelle gab am 7. Dezember 2023 eine bidisziplinäre rheumatologische und 

psychiatrische Begutachtung in Auftrag (IV-act. 189). Das Gutachten wurde am 4. April 2024 

fertiggestellt (IV-act. 202). Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. E.___ hielt fest, Anhaltspunkte 

für Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen hätten sich nicht feststellen lassen. Konzentrations- 

oder Gedächtnisstörungen seien klinisch nicht zu beobachten gewesen. Im formalen Denken habe ein 

Grübeln bestanden, das mit den Insuffizienzen beschäftigt gewesen sei. Zwänge hätten nicht 
vorgelegen. Ein Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen hätten nicht bestanden. Affektiv sei die 

Versicherte leichtgradig deprimiert, teilweise affektlabil respektive weinerlich, insgesamt aber normal 

schwingungsfähig gewesen. Der Antrieb sei leicht reduziert gewesen. Die depressive Symptomatik sei 

ähnlich stark ausgeprägt gewesen, wie sie im Vorgutachten aus dem Jahr 2022 beschrieben worden 

sei. Diagnostisch leide die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer 

gegenwärtig leichtgradigen Episode. Sie sei aus psychiatrischer Sicht zu 80 Prozent arbeitsfähig. Der 

rheumatologische Sachverständige Dr. med. F.___ führte aus, der (im Gutachten detailliert 

beschriebene) objektive klinische Befund sei abgesehen von einer leicht teigigen, diffusen Schwellung 

der Hände, die nicht zu einer entzündlichen Veränderung oder zu einer Kollagenoseveränderung 

gepasst habe, unauffällig gewesen. Die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis oder einer 

Kollagenoseerkrankung könne nicht mit Sicherheit gestellt werden, da aktuell (bei regelmässiger 

Einnahme oder Applikation von immunmodulierenden Medikamenten) kein Hinweis auf eine floride 

Entzündung habe festgestellt werden können. Bildgebend hätten sich keine postentzündlichen 

Veränderungen nachweisen lassen. Bei klar erfüllten Kriterien des ACR 2010/2016 sei die 
Wahrscheinlichkeit, dass eine widespread pain-Symptomatik respektive eine Fibromyalgie vorliege, 

hoch. Die andauernden und insbesondere belastungsabhängig zunehmenden Schmerzen sowie die 

sich ausweitenden Schmerzen „gesamt muskulo-skelettal“ seien untypisch für eine Arthritis. Die 

Wirkungslosigkeit der immunmodulierenden Medikamente belege, dass keine relevante Arthritis 

respektive autoimmune Gelenkserkrankung vorliege. Die aktuelle leichte Linderung der Beschwerden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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durch ein neues Medikament sei nicht grösser als ein erwarteter Placebo-Effekt. Die geklagten 

Beschwerden seien ihrer Art und Lokalisation nach nicht mit objektivierbaren Befunden in Einklang zu 

bringen. Die gutachterliche Beurteilung aus dem Jahr 2022 sei nachvollziehbar. Diagnostisch leide die 

Versicherte im Wesentlichen an einem widespread pain syndrome. Die angestammte Tätigkeit als 

Pflegehelferin sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit sei zu 
80 Prozent zumutbar. Nach der Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, die 

Versicherte sei für leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent arbeitsfähig. „Dabei addieren sich die 

Teilgutachten nicht“ (IV-act. 202–130). Die RAD-Ärztin Dr. C.___ qualifizierte das Gutachten als 

überzeugend, wies aber auf eine Widersprüchlichkeit bezüglich der Frage, ob der Serumspiegel von 

Wellbutrin erhoben worden sei, hin (IV-act. 204). Die IV-Stelle forderte die Sachverständigen am 13. 

Juni 2024 auf anzugeben, ob der Serumspiegel von Wellbutrin erhoben worden sei (IV-act. 211). Der 

Sachverständige Dr. E.___ antwortete am 2. Juli 2024, die Laboruntersuchung sei nicht durchgeführt 

worden, weshalb der Serumspiegel von Wellbutrin nicht habe erhoben werden können; die Bemerkung 

in der Konsensbeurteilung, dass ein suffizienter Wellbutrin-Spiegel vorgelegen habe, sei folglich 

unzutreffend (IV-act. 214). Die Versicherte liess am 9. Juli 2024 geltend machen, das Gutachten 

überzeuge nicht, weshalb nicht auf es abgestellt werden könne (IV-act. 215). Sie liess einen Bericht 

des Rheumatologen Prof. Dr. med. G.___ vom 21. Mai 2024 einreichen, laut dem sie an einer 

rheumatoiden Arthritis sowie an einer Fibromyalgie litt (IV-act. 216). Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hielt am 
26. Juli 2024 fest (IV-act. 218), die Kritik der Versicherten und der Bericht von Prof. Dr. G.___ weckten 

keinen Zweifel am Gutachten. In seinem Bericht vom 21. Mai 2024 habe Prof. Dr. G.___ keine neuen 

Befunde erwähnt. Der Entzündungswert (CRP) habe sich wiederum auf dem gewohnten niedrigen 

Niveau bewegt. 

A.d Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle errechnete unter Berücksichtigung eines 
Arbeitsfähigkeitsgrades von 80 Prozent und eines Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent einen 

Invaliditätsgrad von 32 Prozent (IV-act. 220). Mit einem Vorbescheid vom 23. August 2024 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 221). Dagegen liess die Versicherte am 30. 

August 2024 einwenden (IV-act. 225), die Konsensbeurteilung im Rahmen der bidisziplinären 

Begutachtung sei ungenügend. Die Sachverständigen hätten sich nicht fachübergreifend mit den 

funktionellen Einschränkungen von Schmerz und Erschöpfung auseinandergesetzt. Der Bericht von 

Prof. Dr. G.___ vom 21. Mai 2024 belege eine hoch aktive rheumatoide Arthritis. Die RAD-Ärztin Dr. 

C.___ notierte am 1. Oktober 2024 (IV-act. 226), die Diagnose einer Fibromyalgie sei eine 
Ausschlussdiagnose, die bei chronischen, primär muskulo-skelettalen Schmerzen ohne eine 

strukturelle Pathologie zur Anwendung komme. Der rheumatologische Sachverständige habe explizit 

festgehalten, dass die Funktionalität im Bereich des Bewegungsapparates altersentsprechend 

gewesen sei und dass keine Hinweise auf eine aktive entzündlich-rheumatische Erkrankung vorgelegen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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hätten. Der vom Rechtsvertreter der Versicherten unter Hinweis auf den Bericht vom 21. Mai 2024 

erwähnte CDAI-Score sei ein Instrument zur Erfassung der Krankheitsaktivität bei einer entzündlich-

rheumatischen Erkrankung. Der Sachverständige habe aber überzeugend aufgezeigt, dass im 

Begutachtungszeitpunkt keine Gelenksentzündungen festzustellen gewesen seien. Die chronischen 

funktionellen Fibromyalgiebeschwerden seien durch eine Anpassung der Tätigkeitskonditionen und 
durch den zugestandenen höheren Pausen- und Erholungsbedarf angemessen berücksichtigt worden. 

Mit einer Verfügung vom 1. Oktober 2024 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten bei 

einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 32 Prozent ab (IV-act. 227). 

B.  

B.a Am 31. Oktober 2024 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 1. Oktober 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente ab Oktober 2020 beantragen. Zur 

Begründung liess sie ausführen, das bidisziplinäre Gutachten überzeuge nicht. Die 

Medikamentenspiegel seien nicht gemessen worden. Die Ergebnisse der EFL seien nicht diskutiert und 

gewürdigt worden. Eine EFL sei verlässlicher und aussagekräftiger als eine medizinisch-theoretische 

Beurteilung durch einen rheumatologischen Sachverständigen. Weshalb der CDAI-Score nicht 

berücksichtigt worden sei, könne nicht nachvollzogen werden. Dabei handle es sich um einen 

Summenwert von druckdolenten und geschwollenen Gelenken von 28 beurteilten Gelenken. Er sei 
spezifischer als der CRP-Wert. Der Bericht von Prof. Dr. G.___ vom 21. Mai 2024 belege also eine 

hohe Aktivität der rheumatischen Arthritis. Die funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

sei zudem durch die massiven Schmerzen beeinträchtigt. Eine eigentliche Konsensbesprechung, die 

gerade in Bezug auf die Schmerzen erforderlich gewesen wäre, sei nicht durchgeführt worden. Das 

Valideneinkommen sei höher als die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) angenommen 

habe. 

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. Februar 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. 
G 6). Zur Begründung führte sie an, das bidisziplinäre Gutachten sei zwar insofern unvollständig, als 

die Sachverständigen den Serumspiegel von Wellbutrin nicht erhoben hätten. Aber der psychiatrische 

Sachverständige habe anschaulich und überzeugend aufgezeigt, dass die depressive Störung, an der 

die Beschwerdeführerin gelitten habe und zu deren Behandlung sie wohl Wellbutrin eingenommen 

habe, nur leichtgradig ausgeprägt gewesen sei. Die Antwort auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

bezüglich der Einnahme des Medikamentes compliante sei, sei irrelevant. Entgegen der Behauptung 

des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin hätten sich die Sachverständigen mit den Ergebnissen 
der EFL auseinandergesetzt. Bezüglich des CDAI-Scores sei darauf hinzuweisen, dass gemäss dem 

überzeugenden rheumatologischen Teilgutachten keine rheumatologisch-entzündliche Erkrankung 

vorgelegen habe. Deshalb sei der CDAI-Score vom Sachverständigen zu Recht nicht ermittelt worden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Das Gutachten überzeuge in jeder Hinsicht. Das Valideneinkommen sei tatsächlich leicht höher 

anzusetzen. Nach wie vor resultiere aber kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. 

B.c Die Beschwerdeführerin liess am 11. Februar 2025 an ihren Anträgen festhalten (act. G 8). Die 
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10). 

Erwägungen 
1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 
entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 22. Februar 2021 auf die Prüfung des im Oktober 2019 eingereichten 

Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

frühestens ab dem 1. April 2020 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) beschränkt. 

2.  

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie während eines 

Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 

gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die 

Bemessung der Invalidität wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, 
das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

3.  

Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Herkunftsland eine Ausbildung zur „Textilkonfektionärin“ 

absolviert. Sie verfügt zwar über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss, aber sie dürfte 

wohl in der Lage sein, als „Textilkonfektionärin“ zu arbeiten und einen entsprechenden Lohn zu erzielen. 

Dieser ist allerdings nach der allgemeinen Lebenserfahrung sehr tief. Die Beschwerdeführerin hat hier 

in der Schweiz einen Zertifikatskurs zur Pflegehelferin absolviert und anschliessend als Pflegehelferin 

einen leicht über dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne liegenden Lohn erzielt. Ohne 

die Gesundheitsbeeinträchtigung wäre sie nicht in den erlernten Beruf zurückgekehrt, sondern hätte 

weiterhin als Pflegehelferin gearbeitet. Der Jahreslohn 2019 hat nämlich 56’550 Franken betragen (IV-

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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act. 9–5), während sich der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne im Jahr 2019 auf 55’222 

Franken belaufen hat (Informationsstelle AHV/IV, Textausgabe des IVG, 11. Aufl. 2022, Anh. 2). Für 

die Bemessung des Invaliditätsgrades ist auf den effektiven Lohn abzustellen. 

4.  

4.1 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 
welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zugemutet 

werden können. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung dieser Frage ein polydisziplinäres 

Gutachten bei der estimed AG und, weil sie dieses nicht in allen Punkten überzeugt hatte, ein 

bidisziplinäres Gutachten bei den Sachverständigen Dres. E.___ und F.___ eingeholt. Die beiden 

Sachverständigen Dres. E.___ und F.___ haben die Beschwerdeführerin umfassend psychiatrisch und 

rheumatologisch untersucht und sie haben die massgebenden Vorakten, insbesondere auch das 

polydisziplinäre Gutachten der estimed AG, eingehend gewürdigt. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die Sachverständigen hätten sich nicht hinreichend mit den 

Ergebnissen der EFL, die im Rahmen der Begutachtung durch die estimed AG durchgeführt worden 

war, auseinander gesetzt. Das trifft allerdings nicht zu, denn Dr. F.___ hat sich (wie bereits der 

orthopädisch-rheumatologische Sachverständige der estimed AG) mit den Ergebnissen der EFL 

befasst und begründet, weshalb er sich der Einschätzung der Physiotherapeuten nicht angeschlossen 

hat. Er hat nämlich bei seiner fachärztlichen Untersuchung einen vollständig unauffälligen objektiven 
klinischen Befund erhoben, was bedeutet, dass in rheumatologischer Hinsicht jedenfalls keine so 

schwere Gesundheitsbeeinträchtigung vorgelegen haben kann, dass sie sich auf die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin ausgewirkt hätte. Zudem hat er anschaulich aufgezeigt, dass in den 

medizinischen Vorakten kein Beleg für eine objektive rheumatische Erkrankung zu finden gewesen ist, 

dass die geltend gemachte Belastungsabhängigkeit der Schmerzen eindeutig gegen eine rheumatische 

Erkrankung gesprochen hat und dass mindestens einer der zahlreichen anti-rheumatischen 

Therapieversuche ein positives Ergebnis hätte zeitigen müssen, wenn die Beschwerdeführerin wirklich 

an einer rheumatischen Erkrankung gelitten hätte, was aber nicht der Fall gewesen ist. Seine 

Schlussfolgerung, es liege keine somatische Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die die im Rahmen der 

EFL gezeigte funktionelle Leistungseinschränkung erklären könnte, überzeugt deshalb. Zu bedenken 

ist, dass die EFL ohne eine ärztliche Supervision durchgeführt worden war, was bedeutet, dass die 

EFL-Spezialisten lediglich ihre medizinisch laienhaften Beobachtungen hatten festhalten können. Zur 

Frage, ob und inwiefern die Leistungseinschränkung medizinisch bedingt gewesen war, hatten sie sich 

naturgemäss nicht äussern können. Das ist die Aufgabe des rheumatologischen Sachverständigen 
gewesen. Beide rheumatologischen Sachverständigen haben anschaulich und überzeugend 

aufgezeigt, dass eine rheumatologische Ursache der Leistungseinschränkung ausgeschlossen ist. 

Beide rheumatologischen Teilgutachten sind in sich widerspruchsfrei, schlüssig, gut nachvollziehbar 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und überzeugend. Die Kritik des behandelnden Rheumatologen ist nicht geeignet, Zweifel an der 

Überzeugungskraft der beiden rheumatologischen Teilgutachten zu wecken. Zwar haben die 

rheumatologischen Sachverständigen den CDAI-Score nicht erhoben, aber ihren Teilgutachten lässt 

sich entnehmen, dass sie keine Schwellungen der Gelenke haben feststellen können, weshalb der 

CDAI-Score, wenn sie ihn erhoben hätten, sehr tief ausgefallen wäre. Zusammenfassend steht gestützt 
auf das in jeder Hinsicht überzeugende Teilgutachten von Dr. F.___ sowie gestützt auf die somatischen 

Teilgutachten der estimed AG mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin, abgesehen von einem widespread pain 

syndrome, nicht an einer somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die sich auf ihre 

Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätte, und dass das widespread pain syndrome lediglich eine erhöhte 

Ermüdbarkeit respektive einen zusätzlichen Pausenbedarf im Umfang von 20 Prozent hat begründen 

können.  

4.2 Der psychiatrische Sachverständige Dr. E.___ hat, wie bereits der psychiatrische 
Sachverständige der estimed AG, einen in psychiatrischer Hinsicht weitgehend unauffälligen Befund 

erhoben. Er hat lediglich Symptome einer leichtgradig ausgeprägten depressiven Störung objektivieren 

können. Eine relevante funktionelle Leistungsbeeinträchtigung, die durch ein objektiv fassbares 

Schmerzerleben begründet gewesen wäre, hat er nicht feststellen können, wie er in seinem 

Teilgutachten anschaulich aufgezeigt hat. Bereits der psychiatrische Sachverständige der estimed AG 
hatte einen vergleichbaren, ebenfalls weitgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund 

beschrieben und festgehalten, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht 

lediglich durch eine leichtgradig ausgeprägte depressive Störung beeinträchtigt. Beide psychiatrischen 

Teilgutachten sind in sich widerspruchsfrei, gut nachvollziehbar und überzeugend. Der behandelnde 

Psychiater Prof. Dr. mult. D.___ hat keine objektiven klinischen Befunde genannt, die Zweifel an der 

Überzeugungskraft der beiden psychiatrischen Teilgutachten wecken würden. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hat sich auf den Standpunkt gestellt, die Konsensbesprechung zwischen den 

beiden Sachverständigen Dres. E.___ und F.___ sei ungenügend gewesen, was insbesondere deshalb 

schade, weil bei einem Schmerzgeschehen wie hier eine bidisziplinäre Konsensbesprechung von 

entscheidender Bedeutung sei. Diese Kritik verfängt aber nicht, denn die beiden Sachverständigen 

Dres. E.___ und F.___ haben gemäss den expliziten Ausführungen im Gutachten eine 

Konsensbesprechung durchgeführt. Ohne diese Konsensbesprechung hätte ihr Gutachten nämlich an 

einem unauflöslichen Widerspruch gelitten, denn der psychiatrische Sachverständige Dr. E.___ hat die 

Schmerzen als somatisch bedingt qualifiziert, während der rheumatologische Sachverständige Dr. 
F.___ die Schmerzen auf eine psychiatrische Ursache zurückgeführt hat. Anlässlich der 

Konsensbesprechung sind die Sachverständigen zum Schluss gekommen, dass die Symptome aus 

bidisziplinärer Sicht nur mit der Diagnose einer Fibromyalgie zu erklären seien und dass der objektiven 

Gesundheitsbeeinträchtigung mit einem zusätzlichen Pausenbedarf von 20 Prozent Rechnung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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getragen sei, dass also der vom rheumatologischen Sachverständigen Dr. F.___ mit dem 

Schmerzerleben begründete Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 Prozent nicht zu jenem zu addieren sei, 

den der psychiatrische Sachverständige Dr. E.___ mit den depressiven Symptomen begründet hat. Das 

leuchtet ein, weil beide Sachverständigen nur einen erhöhten Pausenbedarf (und nicht etwa eine 

ausgeprägte Verlangsamung oder ähnliches) haben begründen können und weil ein und dieselbe 
(zusätzliche) Pause sowohl in psychiatrischer als auch in rheumatologischer Hinsicht der 

krankheitsbedingt notwendigen Erholung dienen kann. Der Umstand, dass sich die Sachverständigen 

in ihrer schriftlichen Beurteilung kurz gefasst haben, schadet nicht, denn entscheidend ist nicht die 

Länge des schriftlichen Gutachtens, sondern die Qualität der Untersuchungen, die im hier zu 

beurteilenden Fall sowohl bei der bidisziplinären als auch bei der polydisziplinären Begutachtung 

(mindestens) ausreichend gewesen ist. Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten steht also mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin 

im Untersuchungszeitpunkt zu 80 Prozent arbeitsfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen ist. 

Der behandelnde Psychiater Dr. mult. D.___ hat durchgehend eine mittelgradige depressive Episode 

diagnostiziert. Seinen Berichten lässt sich kein Hinweis auf eine relevante Veränderung des 

Gesundheitszustandes und damit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im hier massgebenden 

Zeitraum entnehmen. Das bedeutet, dass die von den Sachverständigen Dres. E.___ und F.___ 

attestierte Arbeitsfähigkeit nicht nur bezogen auf den Untersuchungszeitpunkt, sondern vielmehr für 
den gesamten hier massgebenden Zeitraum überwiegend wahrscheinlich richtig ist.  

4.3 Da der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin nicht mehr zumutbar ist, 
besteht die Invalidenkarriere in der Verrichtung einer leidensadaptierten Hilfsarbeit. Der Ausgangswert 

des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens entspricht folglich dem statistischen 

Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne. Allerdings kann aus dem Umstand, dass der allgemeine und 

ausgeglichene Arbeitsmarkt leidensadaptierte Tätigkeiten bereit hält, nicht abgeleitet werden, dass die 

Beschwerdeführerin an einer solchen Arbeitsstelle einen dem statistischen Zentralwert entsprechenden 

Lohn erzielen könnte. Deshalb muss bei der Berechnung des Invaliditätsgrades die Berücksichtigung 

eines dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzuges geprüft werden. Nach der ständigen 

Praxis der Abteilung II des St. Galler Versicherungsgerichtes ist ein solcher Abzug zu berücksichtigen, 

wenn davon ausgegangen werden muss, dass die versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit 

demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine gesunde, im selben Pensum tätige Person, 

das heisst wenn anzunehmen ist, dass ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, also 

keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber der versicherten Person keinen durchschnittlichen, 
sondern nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen würde, um seinen aus der Anstellung der 

versicherten Person resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz zwischen dem ökonomischen 

Wert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten Lohn- und Lohnnebenkosten – auf einen 

durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. In Bezug auf die Beschwerdeführerin fallen diesbezüglich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/217 
 

 

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insbesondere die depressionsbedingt typische überdurchschnittlich starke Schwankung der 

Arbeitsleistung sowie das Risiko überdurchschnittlich häufiger krankheitsbedingter Absenzen in 

Betracht. Diese fallen angesichts der leichtgradigen Ausprägung der depressiven Störung allerdings 

nicht allzu stark ins Gewicht, weshalb der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 

zehn Prozent als zwar eher zu hoch, aber noch im zulässigen Ermessensspielraum liegend zu 
qualifizieren ist (vgl. den Entscheid IV 2021/26 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 3. März 2022, 

E. 2.5). Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 Prozent, einem Tabellenlohnabzug von zehn Prozent 

und einem Valideneinkommen, das lediglich rund 2,4 Prozent höher als der statistische Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne gewesen ist (56’550 Franken ÷ 55’222 Franken = 102,4 Prozent), ergibt sich 

ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30,7 Prozent (= 102,4% – 97,7% × 90% × 80%). Die 

Löhne haben sich im hier massgebenden Zeitraum nicht so unterschiedlich entwickelt, dass sich der 

Invaliditätsgrad im Verlauf je auf 40 Prozent oder mehr erhöht hätte. Die angefochtene Verfügung ist 

folglich rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

5.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind 

durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Die unterliegende 

Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind durch den 

von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. 

3.  
Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2025
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2025, IV 2024/217).

		2026-01-28T04:28:11+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen