# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24015d04-5f34-5e6b-a523-1d91d76419ba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.09.2018 SK 2018 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-121_2018-09-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 18 121

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. September 2018 

Besetzung Oberrichterin Hubschmid (Präsidentin i.V.), Obergerichtssuppleant 
Zuber, Oberrichter Guéra
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern und Pornografie

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 29.11.2017 (PEN 2017 31)

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 29. November 2017 des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) der sexuellen Handlungen 
mit Kind, mehrfach begangen zum Nachteil von C.________ (nachfolgend: Privat-
klägerin) und der Pornographie, ebenfalls mehrfach begangen, schuldig erklärt. 

2

Hierfür wurde der Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu CHF 
30.00, ausmachend total CHF 8‘100.00, verurteilt. Die Polizeihaft von einem Tag 
wurde im Umfang von einem Tagessatz auf die Geldstrafe angerechnet. Der Voll-
zug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festge-
setzt. Ferner wurde der Beschuldigte zu einer Verbindungsbusse von CHF 900.00 
und zu den Verfahrenskosten verurteilt. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Verbindungsbusse wurde auf 30 Tage festgesetzt (pag. 751, 
Ziff. I. des Dispositivs). Schliesslich wurde der Beschuldigte zur Bezahlung einer 
Genugtuungssumme von CHF 2‘000.00, zuzüglich Zins von 5% seit dem 6. Januar 
2014 an die Privatklägerin, verurteilt (pag. 753, Ziff. III. des Dispositivs). Weiter 
wurde verfügt, dass die beschlagnahmten Gegenstände «Originalbriefe von und an 
„C.________“» (separater Ordner) sowie die «Quittung .________ (Schuhgeschäft) 
vom .________ (pag. 27)» eingezogen werden und als Beweismittel in den Akten 
verbleiben. Der Brief von E.________, diverse Briefe von «F.________», zwei Fo-
tobücher und ein Foto mit Rahmen, 2 CD’s («G.________», «H.________») sowie 
zwei USB-Sticks Sony (schwarz) sind dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-
kraft zurückzugeben (pag. 753, Ziff. IV des Dispositivs). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten 
mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 fristgerecht Berufung an (pag. 827). Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 21. März 2018 
(pag. 863) reichte Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten am 13. 
April 2018 form- und fristgerecht eine Berufungserklärung ein. Er erklärte die voll-
umfängliche Anfechtung des Urteils (pag. 872 ff.). Mit Verfügung vom 16. April 
2018 wurde der Privatklägerin, amtlich vertreten durch Fürsprecherin D.________, 
und der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit eingeräumt, Anschlussberufung zu 
erklären oder begründet Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (pag. 876 
f.). Mit Schreiben vom 19. April 2018 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass 
sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 880 f.). Die 
Privatklägerin hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen. 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 10. September 2018 statt. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Vorladungen vom 5. Juli 2018 gab die Verfahrensleiterin bekannt, dass anläss-
lich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung die Einvernahmen der Privatklägerin 
und des Beschuldigten vorgesehen seien. Ferner wurde von Amtes wegen über 
den Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug sowie ein Leumundsbericht 
eingeholt (pag. 891 f.). 

An der oberinstanzlichen mündlichen Verhandlung vom 10. September 2018 stellte 
der Verteidiger den Beweisantrag, es sei ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend 
die Privatklägerin einzuholen. Nachdem der amtlichen Rechtsbeiständin der Privat-
klägerin Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt wurde, wies die Kammer den 
gestellten Beweisantrag vollumfänglich ab und begründete ihn mündlich. Zur Be-
gründung kann festgehalten werden, dass es primär Aufgabe des Gerichts ist, die 

3

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin zu prüfen. Vorliegend ist eine dich-
te Beweisgrundlage gegeben. Neben den Aussagen der Privatklägerin und des 
Beschuldigten liegen auch objektive Beweismittel (z.B. Briefe, Fotos, SMS/MMS) 
vor. Eine Begutachtung durch eine sachverständige Person drängt sich nach bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. Dies 
ist etwa der Fall, wenn bruchstückhafte oder schwer interpretierbare Äusserungen 
eines Kleinkindes zu beurteilen sind, bei ernsthaften Anzeichen geistiger Störungen 
oder wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Zeuge unter Einfluss 
von Drittpersonen steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_113/2017 vom 26. Juni 
2017, E. 1.2. mit Hinweisen). Es liegen keine solchen besonderen Umstände vor, 
weshalb der Beweisantrag, ein Glaubhaftigkeitsgutachten einzuholen, abgewiesen 
wurde. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 928 f.): 

«1. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen

1.1 der sexuellen Handlungen mit Kind, angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwischen 
Oktober 2013 und dem 5. Januar 2014 in I.________ z.N. von C.________;

1.2 der Pornographie, angeblich begangen am 27. Oktober 2013 in I.________. 

2. Die Zivilklage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuweisen. Eventualiter sei die Zi-
vilklage auf den Zivilweg zu verweisen.

3. Die Kosten des erst- und oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

5. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar der amtlichen Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ seien gemäss Honorarnote zu bestimmen.»

Fürsprecherin D.________ stellte und begründete ihrerseits an der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung namens der Privatklägerin folgende Anträge (pag. 936): 

«1. A.________ sei schuldig zu erklären wegen

Sexuellen Handlungen mit Kind, mehrfach begangen in der Zeit zwischen 26.10.2013 und 
05.01.2014 in I.________ zum Nachteil der Privatklägerin, und

Pornographie, mehrfach begangen am 27.10.2013 in I.________. 

2. A.________ sei zu verurteilen zu einer gerichtlich zu bestimmenden Strafe. 

3. A.________ sei zu verurteilen, der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von 
CHF 2‘000.00 zuzüglich Zins von 5% seit 06.01.2014 zu bezahlen. 

4. A.________ sei zu verurteilen, der Privatklägerin die Parteikosten für das erst- und das zweitin-
stanzliche Verfahren zu bezahlen. 

5. Das Honorar der amtlichen Anwältin der Privatklägerin für das zweitinstanzliche Verfahren sei 
gerichtlich festzusetzen.»

4

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten das ge-
samte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Sie verfügt dabei über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist 
aber aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der beschuldigten Person abän-
dern. 

II. Verletzung des Anklagegrundsatzes

Die Verteidigung rügte im Rahmen ihres oberinstanzlichen Plädoyers eine Verlet-
zung des Anklagegrundsatzes. Einerseits sei hinsichtlich der sexuellen Handlung 
mit Kindern weder ein konkretes Datum, eine Zeit noch eine Vorgehensweise um-
schrieben. Andererseits äussere sich die Anklageschrift nicht dazu, welche Bilder 
pornographisch seien (pag. 930). 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Gericht ist an 
den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprin-
zip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde 
(vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last geleg-
ten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in 
objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Das Akkusations-
prinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten 
Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die 
beschuldigte Person muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus 
der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zurei-
chende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, 
welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qua-
lifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf 
nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen 
konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Ungenauigkeiten 
sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person 
keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird (Urteile 
6B_866/2016 vom 9. März 2017 E. 2.2; 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 1.3; 
je mit Hinweisen). Die Anklageschrift bezeichnet u.a. möglichst kurz, aber genau 
die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Da-
tum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO). Ebenso 
bezeichnet sie die geschädigte Person (Art. 325 Abs. 1 Bst. e StPO).

Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Verletzung des Anklagegrundsatzes be-
fasst. Die Ausführungen, auf die hier verwiesen wird, sind nicht zu beanstanden 
(pag. 765 f., S. 8-9 der Urteilsbegründung). Zwar trifft es zu, dass die Anklage-
schrift vom 17. Januar 2017 (pag. 595 ff.) den Sachverhalt eher knapp umschreibt, 
entscheidend ist jedoch, dass der Beschuldigte zu jedem Zeitpunkt genau wusste, 

5

was ihm konkret zum Vorwurf gemacht wird und er sich entsprechend rechtzeitig 
und umfassend verteidigen konnte. Die Anklageschrift umschreibt in Ziffer I./1. die 
Tathandlung («Geschlechtsverkehr»), die Person, mit welcher der Geschlechtsver-
kehr vollzogen wurde und deren Schutzalter («mit der damals 15-jährigen 
C.________») sowie den Zeitraum («von Oktober 2013 bis 5. Januar 2014») und 
schliesslich, dass es in diesem Zeitraum mehrmals zu Geschlechtsverkehr ge-
kommen ist (pag. 595). Entgegen der Auffassung der Verteidigung bedarf es keiner 
weiteren Konkretisierung der Daten, Zeit und der Vorgehensweise. Wie die Vorin-
stanz hierzu zutreffend festhielt, werde unter «Geschlechtsverkehr» eine Vereini-
gung des männlichen und weiblichen Geschlechtsteils verstanden. Eine detaillierte 
Beschreibung einzelner Abläufe sei nicht nötig, wenn es einzig um die Frage gehe, 
ob überhaupt Geschlechtsverkehr stattgefunden habe oder nicht (pag. 765, S. 8 
der Urteilsbegründung). Die Kammer ist wie die Vorinstanz der Überzeugung, dass 
es sich bei den Tatzeiten um jene Wochenenden handelt, an welchen die Privat-
klägerin den Beschuldigten in I.________ besuchte. Die Vorinstanz wies zu Recht 
darauf hin, dass die Privatklägerin in dieser Zeit in der J.________ platziert gewe-
sen ist. In Kombination mit dem aufgeführten Tatort «I.________» kommen somit 
nur jene Zeitbereiche für die vorgeworfenen Taten in Frage, anlässlich welcher die 
Privatklägerin den Beschuldigten zu Hause in I.________ besuchte (pag. 766, S. 9 
der Urteilsbegründung). 

Dasselbe gilt für den Vorwurf der Pornographie. Dem Beschuldigten wird in Ziffer 
I./2. vorgeworfen, er habe am 27. Oktober 2013 in I.________ mehrere Fotos von 
der damals 15-jährigen C.________ gemacht, auf welchen diese lediglich in Un-
terwäsche und in eindeutig sexualbezogenen Posen zu sehen sei (pag. 596). Ort 
und Zeitpunkt der Tathandlung sind damit klar umschrieben. Die zu beurteilenden 
Fotos wurden am 27. Oktober 2013 gemacht, womit es nicht notwendig erscheint, 
in der Anklageschrift bezüglich jedes Fotos einzeln wiederzugeben, in welcher 
Garderobe und Pose die Privatklägerin darauf zu sehen ist. Dem Beschuldigten 
wurden die genannten Fotos sodann während des Verfahrens mehrfach vorgehal-
ten. Der Beschuldigte konnte die Anschuldigung der Pornographie damit sehr wohl 
erfassen. 

Damit umgrenzt und beschreibt die Anklageschrift die Sachverhalte ausreichend. 
Dem Beschuldigten war es denn auch möglich, sich ausreichend zu verteidigen. 
Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist vorliegend somit zu verneinen.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 17. Januar 2017 wird dem Beschuldigten Folgendes vorge-
worfen (pag. 595 ff.):

«1. Sexuelle Handlungen mit Kind (Art. 187 Ziffer 1 StGB)

Mehrfach begangen in der Zeit von Oktober 2013 bis 5. Januar 2014 in I.________/.________, 
zum Nachteil von C.________, indem A.________ unter mehreren Malen Geschlechtsverkehr 
mit der damals 15-järhigen C.________ hatte, dies im Wissen um deren (Schutz-)Alter.

6

2. Pornographie (Art. 197 Ziffer 3 StGB)

Mehrfach begangen am 27. Oktober 2013 in I.________ zum Nachteil von C.________, indem 
A.________ mehrere Fotos von der damals 15-jährigen C.________ machte, auf welchen die-
se lediglich in Unterwäsche und in eindeutig sexualbezogenen Posen zu sehen ist.»

7. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt
Die Vorinstanz fasste den unbestrittenen Sachverhalt korrekt zusammen. Darin 
machte sie allgemeine Ausführungen zur Bekanntschaft zwischen dem Beschuldig-
ten und der Privatklägerin sowie zu ihrer Platzierung in der J.________. Sie führte 
die Aufenthalte der Privatklägerin beim Beschuldigten (.________) sowie den wei-
teren Verlauf des Verfahrens (Hausdurchsuchung, Auswertung des FDF etc.) auf 
und fasste schliesslich die Geschichte und den gesundheitlichen Verlauf der Pri-
vatklägerin anhand der KESB-Akten zusammen (pag. 766 ff., S. 9-13 der Urteils-
begründung). Auf diese Ausführungen zum unbestrittenen Sachverhalt kann ver-
wiesen werden. 

Bestritten ist, ob es im Zeitraum von Oktober 2013 bis zum 5. Januar 2014 zwi-
schen der Privatklägerin und dem Beschuldigten in dessen Wohnung zu mehrfa-
chem Geschlechtsverkehr gekommen ist und ob der Beschuldigte am 27. Oktober 
2013 in seiner Wohnung mehrere Fotos von der Privatklägerin erstellte, auf wel-
chen diese in Unterwäsche und in eindeutig sexualbezogenen Posen zu sehen ist. 

8. Beweismittel

Die Vorinstanz beschreibt in ihrer Urteilsbegründung die vorliegenden Beweismittel, 
insbesondere den Bericht der Kantonspolizei K.________ vom 25. März 2014, den 
Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 27. November 2014, die Hausdurch-
suchung vom 20. August 2014, die Quittung aus dem .________(Schuhgeschäft), 
den Bericht der Kantonspolizei Bern vom 8. Mai 2015, den Bericht des FDF vom 8. 
Oktober 2014 zur EDV-Auswertung, den Ergänzungsbericht des FDF vom 11. Mai 
2016, die anlässlich der Fortsetzungsverhandlung eingereichten Beweismittel, die 
Auswertung des Mobiltelefons des Beschuldigten und der Privatklägerin durch den 
FDF, die Combox-Nachricht, die E-Mails des Beschuldigten an die Vormün-
din/Beiständin der Privatklägerin, die gegenseitigen Briefe des Beschuldigten und 
der Privatklägerin, den Brief von E.________ an den Beschuldigten, die Arztzeug-
nisse des Beschuldigten, die Liste der Besprechung L.________, M.________, das 
Gutachten von N.________ vom 28. April 2014 (pag. 771 ff., S. 14-23 der Urteils-
begründung) sowie die Einvernahmen von O.________, der Privatklägerin und des 
Beschuldigten ausführlich (pag. 786 ff., S. 29-48 der Urteilsbegründung). Darauf 
wird verwiesen. 

Ergänzend wird festgehalten, dass dem Anzeigerapport der Kantonspolizei 
K.________ vom 25. März 2014 zu entnehmen ist, P.________, Sozialpädagoge 
im Q.________, habe am 15. März 2014 der Polizeistation R.________ telefonisch 
gemeldet, er habe mit der Privatklägerin ein Gespräch geführt. Dabei habe ihm 
diese gesagt, dass sie im Verlauf des letzten Jahres mehrfach von ihrem damali-
gen Lehrer in AE.________ vergewaltigt worden sei. Es habe auch ein Schwan-
gerschaftsabbruch stattgefunden. Sie habe dies bereits ihrer Vormündin und ihren 

7

Vorgesetzten erzählt, diese hätten ihr jedoch nicht geglaubt. Nun wolle sie endlich 
Anzeige erstatten, da sie diese Sache sehr belaste (pag. 30). Weiter sind dem An-
zeigerapport die Zusammenfassung der Einvernahme der Privatklägerin, zusätzli-
che Abklärungen u.a. bei der Kantonspolizei Bern und die Orientierung der Vor-
mündin/Beiständin über die Einvernahme sowie Ausführungen zum Tathergang, 
Tatort und zur Täterschaft zu entnehmen (pag. 30 f.). 

Mit Verfügung vom 26. Juni 2014 wurde die vorliegende Strafsache an die Staats-
anwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, abgetreten (pag. 38). Der 
daraufhin erstellte Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 27. November 
2014 fasst die vorgenommen Untersuchungshandlungen (Festnahme des Be-
schuldigten, Einvernahmen der Privatklägerin und des Beschuldigten, Hausdurch-
suchung in den Räumlichkeiten des Beschuldigten, Auswertung der Mobiltelefone 
der Privatklägerin und des Beschuldigten sowie des Notebooks HP Pavillon und 
iMac des Beschuldigten, die gegenseitigen Briefe, weitere Ermittlungen und Er-
kenntnisse zu den Daten der Aufenthalte der Privatklägerin beim Beschuldigten, 
.________ (Schuhgeschäft)-Quittung) zusammen. 

Der Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern vom 8. Mai 2015 führt die Ermittlun-
gen betreffend die sichergestellten Briefe von S.________, der ehemaligen Partne-
rin des Beschuldigten, des Buchs «.________» und des Fotobuchs «.________» 
auf. 

Auf die in den jeweiligen Rapporten aufgeführten Beweismittel wird nachfolgend 
noch einzeln einzugehen sein, weshalb sich den erstellten Berichten keine zusätz-
lichen sachdienlichen Hinweise zur Klärung des bestrittenen Sachverhalts entneh-
men lassen. Die Arztzeugnisse des Beschuldigten vom 10. Februar 2015 (pag. 675 
ff.) vermögen ebenso wenig wie die soeben genannten Rapporte zur Klärung des 
bestrittenen Sachverhalts beitragen.

Nachfolgend werden deshalb die übrigen einleitend genannten Beweismittel einer 
eingehenden Würdigung unterzogen.

9. Beweisergebnis der Vorinstanz
Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung der objektiven Beweismittel zu folgendem 
Beweisergebnis (pag. 784 ff., S. 27-29 der Urteilsbegründung):

«Die Quittung des Schuhgeschäfts .________(Schuhgeschäft) und deren Fundort weisen klar darauf 
hin, dass der Schuhkauf in einem Zusammenhang mit gemeinsamen Aktivitäten der Privatklägerin 
und des Beschuldigten steht. Der Auffindungsort in der gemeinsamen Korrespondenz würde auch 
keinen Sinn ergeben, wenn eine der Parteien die Schuhe alleine gekauft hätte. Zudem erwähnte die 
Privatklägerin die High Heels in einem Brief an den Beschuldigten, mit dem Hinweis, diese werde in 
der J.________ niemand finden.

Am 13.10.2013 wurden in der Wohnung des Beschuldigten mit einem iPhone 4 diverse Bilder der Pri-
vatklägerin aufgenommen, auf welchen sie ein schwarzes Trägershirt und rote High Heels/Stiefel 
trägt. Am 27.10.2013 wurden – wiederum mit einem iPhone 4 – Bilder von ihr in Unterwäsche, schwa-
rzen High Heels und klar sexualbezogenen Posen (Körperhaltung) aufgenommen. Auf dem Laptop 
des Beschuldigten wurden anlässlich der Auswertung durch den FDF die entsprechenden Vorschau-
bilder aufgefunden, die Originaldateien waren auf der Festplatte seines Notebooks jedoch nicht 

8

(mehr) auffindbar. Die Privatklägerin hielt sich an den Aufnahmedaten der obgenannten Bilder 
gemäss Liste der J.________ bei ihm auf. Die objektiven Beweismittel weisen folglich klar darauf hin, 
dass der Beschuldigte diese Fotos anfertigte, denn beide Bildserien wurden in seiner Wohnung auf-
genommen und auf seinem Notebook aufgefunden. Zudem besitzt er das genannte Handymodell. Die 
Überlegung, dass während der Abwesenheit des Beschuldigten ein Dritter in seiner Wohnung und mit 
demselben Handymodell die Bilder aufgenommen haben und auf seinem passwortgeschützten HP-
Notebook abgespeichert haben könnte, ist rein spekulative Theorie. Auch die Antennendaten und der 
Bankbezug in T.________ stehen dem nicht entgegen, da beide Ereignisse (Geldbezug 17:37 Uhr 
und Einloggen 17:55 Uhr) zeitlich nach der Aufnahme der Bilder stattfanden. Dass mit dem Gerät des 
Beschuldigten an der .________ die fraglichen Fotos aufgenommen wurden, muss anhand der An-
tennenstandorte jedenfalls nicht zwingend ausgeschlossen werden. Einerseits besteht eine zeitliche 
Differenz von knapp einer Stunde, andererseits ergibt sich aus zwei Antennenstandorten noch kein 
genauer Standort des fraglichen Mobiltelefons.

Genauso unwahrscheinlich ist die These, die Privatklägerin könnte die Fotos alleine aufgenommen 
und als "Geschenk" auf dem Laptop des Beschuldigten gespeichert haben. Einerseits handelt es sich 
nicht um Selfies und andererseits macht es keinen Sinn, ihm ein Geschenk zu machen welches er 
dann gar nie sieht (weil zu gut "versteckt" oder schon wieder gelöscht). 

Bezüglich der Beziehung zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten lassen die gegenseiti-
gen Briefe keinen Interpretationsspielraum offen. Ihr Inhalt offenbart, wie sich ein Liebespaar die ge-
genseitige Zuneigung bekundet und nicht von platonischer Freundschaft, sondern eindeutig von kör-
perlicher Liebe schreibt. Die Briefe der Privatklägerin sind bezüglich der Wortwahl direkt. Sie schreibt 
wörtlich von gemeinsamem Sex. Der Beschuldigte widerspricht dem in keinem seiner Briefe. Hätte die 
Beziehung der beiden keine körperliche Komponente aufgewiesen, so würde er sich anders ausdrü-
cken oder zumindest die Verweise der Privatklägerin auf erfolgten und künftigen Geschlechtsverkehr 
dementieren, anstatt sie mit seiner Wortwahl noch zu bekräftigen. Der Briefverkehr lässt folglich nur 
einen Schluss zu, nämlich dass der Beschuldigte und die Privatklägerin ein Liebespaar und körperlich 
intim waren.

Die Kontakte im Januar und Februar 2014 (SMS/MMS etc.) zeigen, dass die Privatklägerin aufgrund 
des aufgefundenen Briefes von E.________ eifersüchtig war. Darauf und auf die Androhung von 
Konsequenzen (Leben kaputt machen) reagierte der Beschuldigte verletzt und kündigte der Privatklä-
gerin den Kontaktabbruch an. Die Nachrichten und das Verhalten beider Parteien machen deutlich, 
dass hier eine Liebesbeziehung in die Brüche ging. Zu diesem Zeitpunkt forderte die Privatklägerin ih-
re Dessous-Bilder bereits zurück, was keinen Sinn ergäbe, wenn der Beschuldigte davon gar nichts 
wissen sollte. Zudem bleibt die Forderung seitens des Beschuldigten unwidersprochen. Er dementiert 
nirgends, über die Bilder zu verfügen.

Bezüglich der wiederholten Vorwürfe der Privatklägerin gegen Drittpersonen (Pflegeeltern etc.) wird 
auf die Ausführungen zum forensisch-psychiatrischen Gutachten verwiesen. Die objektiven Beweis-
mittel enthalten keinen konkreten Hinweis, dass die Privatklägerin aus gesundheitlichen Gründen 
nachträglich und längerfristig Vorwürfe erfinden würde, welche komplette "Scheinerinnerungen" dar-
stellen, wie dies vom Verteidiger ausführlich ins Feld geführt wurde.

Im Ergebnis enthalten die objektiven Beweismittel mehrere und eindeutige Hinweise darauf, dass der 
Beschuldigte und die Privatklägerin ein Liebespaar waren und es zwischen ihnen mehrfach zu ein-
vernehmlichem Geschlechtsverkehr kam. Ebenso eindeutig ist, dass der Beschuldigte die Privatklä-
gerin in Dessous, High Heels und eindeutig sexualbezogenen Posen ablichtete. Dem gegenüber sind 

9

kaum Hinweise vorhanden, dass die Privatklägerin aus Rache für ihre verschmähte Liebe gehandelt 
und alle Vorwürfe erfunden haben könnte. In diese Richtung gehen einzig ihre Drohungen im Janu-
ar/Februar 2014, deren Unwahrheitsgehalt jedoch durch die Hinweise auf die bereits seit Oktober 
2013 bestehenden Bilder stark relativiert wird.»

Nach der Würdigung der subjektiven Beweismittel hielt die Vorinstanz folgendes 
Ergebnis fest (pag. 805, S. 48-49 der Urteilsbegründung):

«Letztendlich kann festgehalten werden, dass sich die Beweismittel wie ein Puzzle zusammenfügen 
lassen. Werden die Aussagen der Privatklägerin um die nachträgliche "Ernüchterung" (Gewalt, Ekel, 
Unfreiwilligkeit, Datendurcheinander an der Hauptverhandlung) reduziert, sind diese grundsätzlich 
glaubhaft und ergeben in Kombination mit den objektiven Beweismitteln (Briefe, SMS/MMS, Fotos, 
.________ (Schuhgeschäft)-Quittung, J.________-Liste etc.) ein stimmiges Bild. Die Aussagen des 
Beschuldigten hingegen sind in weiten Teilen nicht nur wirklichkeitsfremd und unlogisch, sondern wi-
dersprechen auch den objektiven Beweismitteln. Unter diesen Umständen besteht kein Raum für "in 
dubio pro reo", auch wenn aus unterschiedlichen Gründen keiner der Beteiligten zugibt, dass es sich 
bei ihrer Beziehung um ein gegenseitiges Liebesverhältnis gehandelt hat.

Beweismässig ist somit erwiesen, dass es zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin zu 
mehrfachen sexuellen Kontakten kam. Da bezüglich deren Anzahl keine zuverlässigen Angaben be-
stehen, geht das Gericht in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von insgesamt vier Mal 
aus (1x pro Wochenende). Ebenso ist erwiesen, dass der Beschuldigte am 27.10.2013 insgesamt 11 
Fotos aufnahm, welche die Privatklägerin in knapper Unterwäsche, High Heels und in diversen sexu-
ell bezogenen Posen zeigen. Aufgrund Fehlens anderweitiger Anhaltspunkte ist aber davon auszuge-
hen, dass der Beschuldigte diese Bilder zum Eigenkonsum erstellte.»

10. Beweiswürdigung der Kammer

10.1 Würdigung der objektiven Beweismittel

10.1.1 Rahmenbedingungen

Zum besseren Verständnis des Sachverhalts werden einleitend die Gegebenheiten 
vom Kennenlernen 2011 bis hin zur Auseinandersetzung und des Bruchs der Be-
ziehung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin im Januar 2014 dar-
gestellt. 

Die Privatklägerin und der Beschuldigte kennen sich seit 2011 und pflegten über 
längere Zeit ein gutes Verhältnis zueinander. Der Beschuldigte war Lehrer an der 
U.________ in V.________ und die Privatklägerin in der 7. Klasse seine Schülerin. 

Einer Zusammenstellung der Vormündin/Beiständin der Privatklägerin zu Handen 
der KESB AE.________ vom 28. Januar 2014 lässt sich entnehmen, dass die Pri-
vatklägerin bis zum 17. März 2012 bei der Pflegefamilie W.________ in 
V.________ platziert gewesen sei, wobei sich mehr und mehr Spannungen entwi-
ckelt hätten, weshalb es ab dem 17. März 2012 zu einer Time-Out Platzierung im 
X.________ in Y.________ gekommen sei (pag. 294). Während ihrer Platzierung 
schrieb die Privatklägerin dem Beschuldigten bereits Briefe (pag. 148 f.). Dieser 
hielt den Kontakt zu ihr aufrecht (Geburtstagskarte, pag. 125; E-Mails, pag. 127 f.). 
Persönliche Kontakte fanden in dieser Zeit nicht statt. Der Zusammenstellung der 
Vormündin/Beiständin vom 28. Januar 2014 lässt sich sodann entnehmen, dass 

10

sich die Privatklägerin ab dem 5. März 2013 bis zum 3. Mai 2013 in einem schuli-
schen Time-Out in der Z.________ in AA.________ befunden habe (pag. 294). Ab 
dem 3. Mai 2013 habe die Privatklägerin in die J.________ gewechselt. Die Privat-
klägerin sei daraufhin an Magersucht erkrankt, was eine 7-wöchige stationäre Be-
handlung im AB.________ zur Folge gehabt habe (pag. 295). Schliesslich führte 
die Vormündin/Beiständin in ihrer Zusammenstellung aus, dass die Privatklägerin 
ab ihrem Spitalaufenthalt wieder Kontakt mit dem Beschuldigten geknüpft habe 
(pag. 295). Die Privatklägerin habe sich nach ihrem Spitalaufenthalt stabilisiert und 
wolle nun mit ihrem ehemaligen Lehrer [dem Beschuldigten] Gitarre lernen und 
wieder zur Schule gehen. Die Privatklägerin sei schon früher in den Beschuldigten 
verliebt gewesen. Dieser habe ihr erklärt, dass er in einer Beziehung lebe und kein 
Interesse an einer Beziehung habe; sie jedoch gerne beim Gitarre lernen unterstüt-
zen wolle (vgl. Fallsituation der Vormündin/Beiständin, pag. 314 auf der Rückseite). 
Vor den Weihnachtsferien habe der Beschuldigte nochmals erklärt, dass er nicht an 
einer Beziehung interessiert sei (pag. 315). 

Durch diverse Gespräche in J.________ und mit der Vormündin/Beiständin habe 
ein gegenseitiges Vertrauen mit dem Beschuldigten aufgebaut werden können und 
die Privatklägerin habe in Rücksprache mit J.________ mehrere Wochenenden 
beim Beschuldigten verbringen dürfen. Die Rückmeldungen seien stets positiv ge-
wesen, die Informationen transparent, vereinbarte Zeiten seien eingehalten worden 
und die Privatklägerin schien den Umgang genossen zu haben (pag. 295). 

Weiter liegt die umfangreiche E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten 
und der Vormündin/Beiständin der Privatklägerin vor. Diese E-Mails betreffen die 
Zeitspanne vom 20. Dezember 2013 bis Ende Januar 2014. Thema sind die Ferien 
der Privatklägerin in AA.________, der Kauf eines Mobiltelefons sowie Gespräche 
mit deren Familie (pag. 110 ff.). Der Beschuldigte war auch darin involviert und 
über die neusten Vorkommnisse der Privatklägerin informiert. Er beabsichtigte zu-
sammen mit dieser für sie ein neues Mobiltelefon zu kaufen und hierfür CHF 
200.00 beizusteuern (pag. 115). 

Schliesslich kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 
und der Privatklägerin und damit zum Bruch ihrer Beziehung. 

Mit E-Mail vom 20. Januar 2014 informierte der Beschuldigte AC.________ der 
J.________ und die Vormündin/Beiständin über die neusten Vorkommnisse in 
Form eines «wüsten» Facebook-Eintrags der Privatklägerin und eines «üblen» 
Ausrasters ihrerseits. Er wolle den Kontakt zur Privatklägerin vollständig abbrechen 
(pag. 102). In diesem Facebook-Eintrag sprach die Privatklägerin den Beschuldig-
ten namentlich direkt an und verlangte ihre Sachen von diesem zurück. Sie schrieb, 
er wisse, was sonst passiere. Er habe sich seine ganze Zukunft zur Sau gemacht. 
Wie das nur habe passieren können (pag. 103). In einer E-Mail vom 17. Februar 
2014 informierte die Vormündin/Beiständin AC.________ und den Beschuldigten 
über den Umgang mit dem Vorgefallenen und zeigte die Möglichkeit einer Anzeige 
bei der Polizei auf (pag. 104). Der Beschuldigte informierte die Vormün-
din/Beiständin mit E-Mail am 29. Januar 2014 über das zwischenzeitlich Vorgefal-
lene. Die Privatklägerin habe ihm geschrieben, dass sie seinetwegen in die Psych-
iatrie komme. Seine AW.________ habe ihn informiert, dass sie von der Privatklä-

11

gerin kontaktiert worden sei und diese auf ihrem Facebook-Profil gepostet habe, 
wenn sie die Psychiatrie verlassen habe, sei er «am Arsch», sie werde ihn anzei-
gen. Ferner habe ihn die Privatklägerin angerufen und eine Combox-Nachricht mit 
Morddrohungen, üblen Beschimpfungen und dem Wunsch, dass sein Bruder bald 
sterbe, hinterlassen (pag. 106). Am 10. Februar 2014 teilte der Beschuldigte der 
Vormündin/Beiständin mit, dass er die Privatklägerin gleichentags bei der Polizei 
angezeigt habe (pag. 108). Der Beschuldigte zog seine Anzeige in seiner polizeili-
chen Einvernahme vom 20. Februar 2014 – gemäss seinen eigenen Aussagen – 
aus Rücksicht auf deren Zukunft jedoch wieder zurück (pag. 195, Z.161-165). 

Ergänzend ist festzuhalten, dass die Privatklägerin auf der vom Beschuldigten er-
wähnten Combox-Nachricht weinend und aufgebracht zu hören ist. Sie schreit ihn 
hysterisch an, beschimpft ihn als «Missgeburt», droht ihm, ihn umzubringen und 
äusserte, dass sein Bruder hoffentlich bald sterbe (pag. 100). 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der Beschuldigte und die 
Privatklägerin seit der Schulzeit der Privatklägerin im Jahr 2011, als die Privatklä-
gerin als Schülerin des Beschuldigten dessen Unterricht besuchte, kennen. Trotz 
diverser Unterbrüche hielten sie den Kontakt aufrecht, welcher sich sodann nach 
dem Einzug in die J.________ intensivierte. Die Privatklägerin konnte beim Be-
schuldigten Gitarrenunterricht nehmen, welcher sie hierfür mehrmals in der 
J.________ besuchte. Mit der Zeit konnte ein gegenseitiges Vertrauen zwischen al-
len Beteiligten aufgebaut werden, so dass die Privatklägerin in Rücksprache mit 
den Verantwortlichen mehrere Wochenenden beim Beschuldigten in dessen Pri-
vatwohnung verbringen durfte, wo sie auch übernachtete. Der Beschuldigte stellte 
folglich Teil des näheren Umfelds der Privatklägerin dar. Ob der Beschuldigte und 
die Privatklägerin eine Liebesbeziehung führten und gemeinsam Geschlechtsver-
kehr vollzogen, lässt sich den bisherigen Ausführungen nicht entnehmen. Den Ak-
ten der Vormündin/Beiständin lässt sich zwar entnehmen, dass die Privatklägerin 
bereits früher in den Beschuldigten verliebt gewesen sei. Ob dies in der Zeit vom 
Oktober 2013 bis Januar 2014 auch zutraf und ob der Beschuldigte diese Gefühle 
erwiderte, muss in den nachfolgenden Erwägungen anhand der vorliegenden Be-
weismittel eruiert werden. Der emotionale Zustand der Privatklägerin auf der Com-
box-Nachricht, deren Wut und Traurigkeit deuten immerhin darauf hin, dass eine 
sehr enge Bindung zwischen ihr und dem Beschuldigten vorhanden gewesen sein 
muss. Anders lassen sich dieser Anruf und ihre Reaktionen nicht erklären. 

10.1.2 Hausdurchsuchung / Quittung des Schuhgeschäfts .________(Schuhgeschäft)

Beweiswürdigend kann festgehalten werden, dass folgende anlässlich der beim 
Beschuldigten durchgeführten Hausdurchsuchung vom 20. August 2014 sicherge-
stellten Gegenstände für die Beantwortung der Beweisfragen von Bedeutung sind: 
Der Laptop HP, das iPhone 4 und der PC Mac sowie die Briefe der Privatklägerin 
(pag. 10 ff.). Auf die gemeinsame und gegenseitige Korrespondenz zwischen der 
Privatklägerin und dem Beschuldigten ebenso wie auf die Auswertungen des Note-
books HP, der internen Festplatte, des iMac 24 und des iPhone 4 wird nachfolgend 
noch eingegangen (vgl. Ziff. 10.1.3 und 10.1.4). Den übrigen sichergestellten Ob-
jekten lassen sich keine sachdienlichen Hinweise zur Beantwortung der sich im Zu-

12

sammenhang mit dem unbestrittenen Sachverhalt stellenden Beweisfragen ent-
nehmen. Diese werden deshalb keiner weiteren Beweiswürdigung unterzogen. 

In einem der sichergestellten Briefumschläge kam ein Kassenzettel des Schuhge-
schäfts .________(Schuhgeschäft) zum Vorschein (pag. 23). Dieser Quittung ist zu 
entnehmen, dass am .________ um .________ Uhr in AE.________ zwei paar 
Schuhe der Marken «.________» und «.________» gekauft worden sind (pag. 27). 
Der Fundort der Kaufquittung lässt darauf schliessen, dass diesem Schuhkauf eine 
gewisse Bedeutung zukommt, andernfalls hätte der Beschuldigte diese Quittung 
nicht bei den Briefen der Privatklägerin aufbewahrt. Der Beschuldigte und die Pri-
vatklägerin schilderten übereinstimmend, dass sie gemeinsam das Schuhgeschäft 
.________(Schuhgeschäft) aufgesucht haben. Welche Schuhe gekauft worden 
sind, schilderten sie dagegen unterschiedlich. Darauf wird in der Aussagenwürdi-
gung beider Parteien noch näher einzugehen sein (vgl. Ziff. 10.2.2; Ziff. 10.2.3). 

10.1.3 Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

Die Vorinstanz hat die gegenseitigen Briefe des Beschuldigten und der Privatkläge-
rin zutreffend wiedergegeben (pag. 776 ff.; S. 19-22 der Urteilsbegründung). Darauf 
wird verwiesen. 

Ergänzend ist zu den Briefen des Beschuldigten an die Privatklägerin Folgendes 
festzuhalten: Der Beschuldigte nannte die Privatklägerin seinen «Zouber-Ängu» 
(pag. 122). Im Brief aus AK.________ vom 1. Oktober 2013 schrieb er, dass er sie 
nun schon seit fast vier Stunden zeichne. Das löse bei ihm eine super gute Laune 
aus. Einleitend schrieb er, dass er sie schon unbeschreiblich vermisse. Er würde 
am liebsten bei ihr sein. Weiter nennt er sie seinen «Goldschatz». Er habe immer 
wieder eine Kerze angezündet, symbolisch, dass seine Gedanken an sie verstärkt 
würden. Er könne es kaum erwarten, sie wiederzusehen und mit ihr Zeit zu ver-
bringen. Abschliessend fügte er ein P.S. hinzu und führte aus, dass das verwende-
te Papier ihrer Person unwürdig sei (pag. 124). Neben den zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz zur Karte vom 1. November 2013 führte er zudem aus, 
dass sie [die Privatklägerin] die schönste und grösste Überraschung seines Lebens 
sei und er stolz und glücklich sei an ihrer Seite. Er wünsche sich, immer an ihrer 
Seite durchs Leben gehen zu dürfen (pag. 118). In seinen Karten vom 19. Dezem-
ber 2013 schrieb er ihr, dass sie für ihn eine riese Überraschung sei in seinem Le-
ben, ein wunderbarer Engel, eine traumhafte und liebevolle Partnerin. Es sei schön 
mit ihr, er könne es einfach nicht mit Worten beschreiben, so schön sei ihre Bezie-
hung. Neben seiner Liebesbekundung («I bi ganz fescht stouz uf di u uf üsi Liebi», 
«U i liebe di über alles») schrieb der Beschuldigte, er gebe alles dafür, dass sie an 
seiner Seite glücklich sei und unterschrieb die Karte mit «Di Stärn» (pag. 119 ff.). 

Zu den Briefen und Karten der Privatklägerin kann ergänzend zu den Ausführun-
gen der Vorinstanz Folgendes festgehalten werden: In einer undatierten Postkarte 
schrieb die Privatklägerin, dass sie ihn [den Beschuldigten] über alles liebe und 
immer für ihn da sei. Als Adresse schrieb sie «a mi gröschte Schatz uf Erde, Bi mir 
i mim Herzä 1, 7777 ½ Wulche» (pag. 146). Neben den zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz zum Brief auf pag. 132 schrieb die Privatklägerin weiter, dass er im 
Dunkeln eine Kerze anzünden und an sie denken solle, so vermisse er sie weniger. 

13

Sie nannte ihn einen mega wertvollen Schatz. Schliesslich schrieb sie, dass sie 
hoffe, er vermisse sie nicht so fest. Sie beendete den Brief mit den Worten «Ich 
han dich u huerä lieb, ä festä Kuss + Umarmig». Ebenfalls hat sie den Brief mit ih-
rem Kussmund versehen. Im P.S. führte sie aus, dass sie hoffe, ihm nicht zu nahe 
getreten zu sein mit dem Brief. Im Brief vom 23. Oktober 2013 schrieb sie zudem 
einleitend, dass sie es letzten Sonntag [d.h. 20.10.2013] sehr genossen habe bei 
ihm. Sie habe beim Abschied so gelächelt. Das sei das schönste Gefühl auf der 
Welt und schliesslich schrieb sie «Liebe A.________, i liebe di». Sie nannte ihn ih-
ren AD.________. Wenn sie könnte, würde sie für ihn alle Sterne vom Himmel auf 
die Welt holen und vor seine Türe legen, damit er jeden Tag, wenn er das Haus 
verlasse, gerade an sie denken würde. Sie hoffe, dass ihre Liebe für ihn immer er-
halten bleibe. In der Vergangenheit, Gegenwart und natürlich auch in der Zukunft 
wolle sie seine Prinzessin sein. Ferner schrieb sie «Ich vergisse immer alles um 
mich herum, wenni dich gseh, dich ufspür (din gruch ufspür!)». Seit sie im Kran-
kenhaus gewesen sei, habe sie wieder Gefühle für ihn. Sie hoffe, dass es mit ihnen 
für immer klappe. Schliesslich schrieb sie, sie hoffe, dass sie auf Facebook noch 
ihren Status ändern könne; dort werde nicht mehr «wohnt in AE.________», son-
dern «I.________» stehen, wenn sie dürfe. Abschliessend schrieb sie nochmals 
«Ich liebe dich. Je t’aime!» (pag. 133 f.). In ihrem Brief vom 9. Dezember 2013 
schrieb sie zudem, dass es bei ihnen wie blöd funkle und sie ihn liebe. Wenn es um 
den Abschied gehe, wolle er sie nicht gehen lassen. Klar, das wolle sie auch nicht 
und er werde so «härzig» verletzlich und schüchtern. Sie sei so enorm glücklich mit 
ihm. Sie schreibe ihm so gerne. Es sei wunderschön mit ihm. Sie bedanke sich, 
dass sie seine Prinzessin sein dürfe und in seinem Leben sei (pag. 138 ff.). 

Es liegen keine Gründe vor, diese Briefe in Zweifel zu ziehen. Diese Briefe wirken 
ehrlich und direkt. Beide gestehen sich gegenseitig mehrfach ihre Liebe und beto-
nen, wie schön die gemeinsame Zeit ist. Ihre Beziehung soll ewig halten. 

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Privatklägerin ein Kribbeln im Bauch 
beschreibe, wenn sie den Beschuldigten berühren dürfe und sich entschuldigt ha-
be, dass sie am Wochenende nur Sex gewollt habe und dafür, dass er an einem 
anderen Wochenende „nicht gekommen sei“. Dafür brauche er künftig kein Kon-
dom mehr anzuziehen (pag. 783, S. 26 der Urteilsbegründung). Die Ausführungen 
der Privatklägerin wirken selbsterlebt und damit glaubhaft: Sie entschuldigte sich 
für ihr Verhalten, nachdem er „nicht gekommen sei“. Die Briefe sind voller Einzel-
heiten, die nicht erfunden sein können. So als die Privatklägerin schrieb, sie freue 
sich auf das, was er ihr im Bus ins Ohr geflüstert habe (pag. 132) oder als sie aus-
führte, sie sei sehr liebesbedürftig ihm gegenüber gewesen, sie mache das gerne 
und es gehöre zu einer Beziehung (pag. 135). Ebenso als sie schrieb, sie habe 
nicht schlafen können. Jedes Mal, wenn sie von ihm zurückkomme, müsse sie sich 
wieder an das Bett gewöhnen. Sein Bett sei um einiges gemütlicher als ihres (pag. 
139). Zudem schrieb ihm die Privatklägerin im gleichen Brief, in dem sie ihm mitteil-
te, dass er künftig kein Kondom mehr anzuziehen brauche, dass es jetzt richtig ab-
gehe. Sie vermisse auch seine morgendlich verschlafenen Blicke und er sei ein 
sehr talentierter Liebhaber (pag. 140). Die Briefe der Privatklägerin sind detailliert 
und ihr Inhalt wirkt selbsterlebt. Insgesamt schilderte sie dem Beschuldigten ihre 

14

Gefühle sowie was die gemeinsame Zeit in ihr ausgelöst hat und wie es in Zukunft 
mit ihrer Beziehung weiter gehen soll. 

Es ist zutreffend, dass die Briefe des Beschuldigten nicht so sexualbezogen sind, 
wie jene der Privatklägerin. Dennoch verfasste der Beschuldigte seine Briefe in der 
gleichen Tonalität wie die Privatklägerin. Er schaffte keinerlei Distanz, sondern 
antwortete ihr auf die gleiche Art und Weise. Auch er gestand ihr mehrfach seine 
Liebe und wurde nicht müde zu betonen, was sie und die gemeinsame Zeit ihm 
bedeuten würden. Aus seinen Briefen geht diese Nähe – wie sie bereits in den 
Briefen der Privatklägerin zu finden ist – hervor. Der Beschuldigte war an der Pri-
vatklägerin interessiert und suchte ihre Nähe. So schrieb er ihr, wie heftig er das 
gemeinsame Wochenende genossen habe, dass er sie mit all seiner Liebe ver-
wöhnen wolle, sie umarme, innig küsse und über alles liebe (pag. 118). Weiter be-
dankte er sich für das Verwöhnen mit tiefer inniger Liebe und spricht die Privatklä-
gerin jeweils mit Kosenamen wie «Prinzässin» oder «Schatz» an (pag. 120). Seine 
Briefe lassen damit keinen Interpretationsspielraum offen. 

Die Kammer gelangt deshalb nach Würdigung der gegenseitigen Briefe zum 
Schluss, dass es sich beim Beschuldigten und der Privatklägerin um ein Liebes-
paar handelte, welches sich seine gegenseitige Liebe bekundete und von erlebter 
und künftiger körperlicher Liebe schrieb. Daran vermögen auch die Ausführungen 
des Beschuldigten und dessen Verteidigers nicht zu ändern. Wie nachfolgend noch 
aufgezeigt wird, führte der Beschuldigte zum Verhältnis mit der Privatklägerin und 
als Erklärung für diese Briefe aus, dass es zwischen ihnen platonische Schwingun-
gen gegeben habe, mehr jedoch nicht. An dieser Stelle sei bereits erwähnt, dass 
diese Aussagen nicht überzeugen und als Schutzbehauptungen zu qualifizieren 
sind. Ebenso wenig vermögen seine Erklärungsversuche, wonach er von der Pri-
vatklägerin erpresst worden sei, zu überzeugen. Würden diese Ausführungen 
stimmen, wäre immerhin zu erwarten gewesen, dass er sich von der Privatklägerin 
distanziert und nicht während Monaten das Bild eines glücklichen Paares aufrecht 
erhalten und ihr mehrfach seine Liebe gestanden hätte (vgl. hierzu Ziff. 10.2.3 hier-
nach). Der Verteidiger führte im Rahmen seines oberinstanzlichen Plädoyers ferner 
aus, dass eine Liebesbeziehung nicht zwingend sexueller Natur sein müsse. Der 
Beschuldigte habe nie einen Satz geschrieben, der auf sexuelle Aktivitäten schlies-
sen lasse. Was die Privatklägerin schreibe, wonach sie sich freue, neben ihm auf-
zuwachen und es wunderschön gewesen sei, sei auch ohne Sexualität möglich. Es 
würden keine Anhaltspunkte vorliegen, wonach der Beschuldigte sexuelle Gelüste 
verspürt habe (pag. 930). Aber auch aus den Briefen des Beschuldigten geht wie 
bereits erwähnt deutlich hervor, dass er und die Privatklägerin ein Liebespaar wa-
ren, welches sich seine gegenseitige Liebe bekundete und von erlebter und künfti-
ger körperlicher Liebe schrieb. Diese Liebe wurde gelebt. Es bleibt deshalb kein 
Raum, um diese Beziehung als rein platonische Freundschaft oder als Beziehung 
ohne gelebte Sexualität zu interpretieren. 

Insgesamt gelangt die Kammer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz aufgrund 
der Briefe zum Ergebnis, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin ein Liebes-
paar waren und in ihren gegenseitigen Briefen über die gemeinsam erlebte und 
künftige körperliche Liebe schrieben. 

15

10.1.4 Auswertungen des Notebooks HP, der internen Festplatte, des iMac 24 und des 
iPhone 4
Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen die Untersuchungen der Computer und de-
ren Ergebnisse korrekt wiedergegeben, so dass darauf verwiesen wird (pag. 774 f., 
S. 17-18 der Urteilsbegründung). Hervorzuheben ist Folgendes: 

«Gemäss dem Bericht des FDF würden alle im Bericht und den Beilagen aufgeführten Zeiten der 
Systemzeit des jeweiligen Geräts entsprechen. Ob diese mit der Realzeit übereinstimme, könne je-
doch nicht beurteilt werden. Auf der Festplatte des HP-Notebooks seien u.a. 38 Bilder aufgefunden 
worden, welche vermutlich die Privatklägerin zeigen würden. Dabei handle es sich um vom Betriebs-
system automatisch angelegte Vorschaubilder. Die dazugehörigen Originaldateien seien nicht mehr 
auffindbar gewesen. Auf dem iMac habe sich ein Mobiltelefon-Backup mit SMS- und MMS-
Nachrichten der Privatklägerin befunden. Diverse Bilder wurden durch den FDF ausgedruckt 
(p. 053 ff.). Sie zeigen die Privatklägerin in Unterwäsche sowie High Heels und datieren vom 
27.10.2013 (ca. 16:03-16:14 Uhr). Diverse Bilder zeigen die Privatklägerin in einem schwarzen Trä-
gershirt und datieren vom 13.10.2013 (ca. 18:00). Ein Bild der Privatklägerin in roten High Heels 
(p. 058) ist nicht datiert. Da sie auch dort das schwarze Trägershirt trägt, kann davon ausgegangen 
werden dass auch dieses Foto am 13.10.2013 aufgenommen wurde. Die Privatklägerin ist zudem auf 
drei weiteren Fotos abgebildet (p. 068, 069 und 073).

Im Ergänzungsbericht wird ausgeführt, die Bilder im Katalog "Bilder C.________" (p. 052 ff.) würden 
aus dem sog. Thumbcache stammen. Dieser enthalte Vorschaubilder von Bildern, welche bei einer 
Dateiübersicht eines Ordners angezeigt würden. Der ursprüngliche Speicherort könne aber nicht 
mehr festgestellt werden. Aufgrund des Dateipfads/Speicherorts des Bildes p. 068 in einem Ordner 
auf der Desktopoberfläche, sei davon auszugehen, dass dieses dem Benutzer bekannt sei. Das kon-
krete Aufnahmegerät könne jedoch mit den verfügbaren Mitteln nicht festgestellt werden. Zum Stand-
ort führt der Bericht zudem aus, die im Katalog "Metadaten" (p. 060 ff.) enthaltenen Bilder würden Ko-
ordinaten des Erstellungsortes enthalten (.________ / .________), welcher in einem Kartenausschnitt 
markiert wurde (p. 075.8; .________ I.________). Abweichungen um einige Meter seien jedoch mög-
lich.»

Dem Bericht vom 8. Oktober 2014 lagen zwei Bilderkataloge bei, einer mit dem Ti-
tel «Bilder C.________» und ein zweiter unter dem Titel «andere Bilder», welche 
keinen Fallbezug haben. Gemäss Bericht des FDF vom 11. Mai 2016 sei auf Nach-
frage des Einsatzleiters nach weiteren Hinweisen bezüglich dieser Bilder gesucht 
worden. Im freien Speicherbereich hätten daraufhin Bilder in voller Grösse gefun-
den werden können, welche Metadaten bezüglich ihrer Erstellung enthielten. Ein 
entsprechend neuer Bilderkatalog mit den gefundenen Metadaten sei am 11. No-
vember 2014 unter dem Titel «Metadaten wiederhergestellter Dateien» erstellt 
worden (pag. 75.5). Diese Bilder in voller Grösse hätten im Gegensatz zu den Vor-
schaubildern noch Metadaten enthalten. Eines der Bilder aus dem Katalog «andere 
Bilder» habe noch erhaltene Metadaten enthalten (Foto Nr. 31, Portraitfoto der Pri-
vatklägerin; pag. 73). Aus diesen Metadaten lasse sich das Gerätemodell ablesen 
– Apple iPhone 4. Sowohl das Gerätemodell wie auch die Pixelgrösse würden mit 
den Bildern des Katalogs «Metadaten…» übereinstimmen. Welches Gerät nun ge-
nau die fraglichen Bilder geschossen habe, könne nicht gesagt werden (pag. 75.6 
f.). Aufgrund dieser Ausführungen kann somit festgehalten werden, dass eines der 
Bilder mit einem iPhone 4 aufgenommen und schliesslich auf dem HP-Notebook 

16

des Beschuldigten gefunden wurde. Anlässlich der Hausdurchsuchung beim Be-
schuldigten vom 20. August 2016 konnte ein iPhone 4 sichergestellt werden 
(pag. 11). Ob der Beschuldigte die Fotos mit seinem iPhone 4 gemacht hat, kann 
anhand der Berichte dagegen nicht abschliessend beantwortet werden. 

Anlässlich der Fortsetzungsverhandlung reichte der Verteidiger einen Ausdruck der 
Seite 540 der Handy-Auswertungsdaten des Beschuldigten (pag. 736) und einen 
Kartenausdruck ab der Website https:\\map.geo.admin.ch mit angezeigten Anten-
nenstandorten ein (pag. 637). Der Vorinstanz ist darin beizustimmen, dass diese 
Beweismittel keine Anhaltspunkte dafür bieten, dass der Beschuldigte die Fotos 
der Privatklägerin aufgrund der Mobiltelefondaten und Antennenstandorte nicht 
gemacht haben kann (pag. 781, S. 24 der Urteilsbegründung). Der Bericht der 
ausgelesenen Daten aus dem Mobiltelefon des Beschuldigten enthält auf der ein-
gereichten Seite 540 (pag. 736) zwei Einträge vom 27. Oktober 2013 um 16:55:32 
Uhr (UTC+0). Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass sich die Schweiz in 
der Mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ) befindet. MEZ entspricht UTC+1, weshalb 
das Einloggen des Mobiltelefons um 17:55:32 MEZ erfolgt ist (pag. 755, S. 18 der 
Urteilsbegründung). Die Vorinstanz hat Abklärungen bezüglich dieser Koordinaten 
über die Website https:\\map.geo.admin.ch getätigt und festgehalten, dass der Ein-
trag Nr. 9175 auf die UTM-Koordinaten „.________, .________“ (AG.________) 
und der Eintrag Nr. 9176 auf die UTM-Koordinaten „.________, .________“ (Nähe 
AF.________, I.________), verweisen. Dieser Feststellung kann sich die Kammer 
anschliessen. 

Aus der Auswertung («Metadaten wiederhergestellte Dateien») ergibt sich, dass 
die Fotos der Privatklägerin in Unterwäsche und aufreizenden Posen ebenfalls am 
27. Oktober 2013 mit einem iPhone 4 erstellt wurden (pag. 60 ff.). Diese Fotos 
wurden zwischen 16:03:02 und 16:14:38 Uhr aufgenommen (pag. 62). Die Kammer 
schliesst sich den Ausführungen der Vorinstanz an, wonach Smartphones, d.h. 
auch ein iPhone 4, die Uhrzeit bei entsprechender Berechtigung automatisch ein-
stellen, resp. die Sommer- und Winterzeit ohne Zutun des Nutzers aktualisieren 
(pag. 781, S. 24 der Urteilsbegründung). Gemäss den Daten der Mobiltelefonaus-
wertung stimmt das Datum mit dem Auslesedatum überein. Die Zeit ging um zwei 
Minuten vor. Die Kammer geht deshalb davon aus, dass die Fotos am 27. Oktober 
2013 zwischen 16:03:02 und 16:14:38 Uhr (resp. zwei Minuten früher) aufgenom-
men wurden. Gemäss den Metadaten der wiederhergestellten Dateien befand sich 
das Aufnahmegerät bei der Bildaufnahme am Koordinationsstandort .________ 
Nord und .________ Ost. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass diese Koordina-
ten auf wenige Meter genau die Liegenschaft .________ in I.________, d.h. das 
Domizil des Beschuldigten, anzeigen (pag. 782, S. 25 der Urteilsbegründung). Die 
Privatklägerin verbrachte zudem das Wochenende vom 25. bis zum 27. Oktober 
2013 beim Beschuldigten (pag. 46). Es kann festgehalten werden, dass die Bilder 
somit am 27. Oktober zwischen 16:03:02 und 16:14:38 Uhr (resp. zwei Minuten 
früher) mit einem iPhone 4 in der Wohnung des Beschuldigten erstellt wurden und 
sich die Privatklägerin an diesem Wochenende beim Beschuldigten aufhielt. Der 
Verteidiger reichte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zudem die 
Besprechungsnotizen der L.________ vom 27. Oktober 2013, die .________ der 
L.________ vom 25. November 2013 und einen Flyer der AH.________ ein (pag. 

17

677 ff.). Im Rahmen der Fortsetzungsverhandlung wurde sodann O.________ ein-
vernommen sowie ein Kontoauszug «Detailansicht Buchung/Belastung .________ 
vom 29. Oktober 2013» zu den Akten genommen (pag. 721 ff.; pag. 738). Den Be-
sprechungsnotizen kann entnommen werden, dass die L.________ am 27. Okto-
ber 2013 besprochen wurde (pag. 677). Gestützt auf die glaubhaften Aussagen 
von O.________ (vgl. Ziff. 10.2.1 hiernach) fand diese Besprechung zwischen 
14:00 und 15:30 Uhr statt und dauerte maximal bis 16:00 Uhr. Anhand des Konto-
auszuges der .________ ist sodann erstellt, dass der Beschuldigte am 27. Oktober 
2013 um 17:37 Uhr in T.________ bei der .________ Bargeld bezog und sich sein 
Mobiltelefon um 17:55 Uhr im Umkreis der eingezeichneten Mobilfunkantenne in 
I.________ registrierte (pag. 736 f.). 

Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass es dem Beschuldigten somit oh-
ne weiteres möglich war, nach der Besprechung mit O.________ in seine Woh-
nung zurück zu kehren, die Privatklägerin zwischen ca. 16:00 und 16:15 Uhr in Un-
terwäsche und aufreizenden Posen zu fotografieren sowie anschliessend um 17:37 
Uhr in T.________ bei der .________ einen Bargeldbezug zu tätigen. 

10.1.5 Auswertungen der Mobiltelefone des Beschuldigten und der Privatklägerin 

Die Vorinstanz hielt hierzu beweiswürdigend Folgendes fest (pag. 782, S. 25):

«Die Privatklägerin war offensichtlich eifersüchtig aufgrund des Briefes von E.________, welcher an-
lässlich der Hausdurchsuchung sichergestellt wurde (siehe p. 130 f.). Bis zum Auffinden dieses Brie-
fes war sie verliebt in den Beschuldigten, danach forderte sie alle ihre Sachen inkl. Dessous-Bilder 
zurück und drohte ihm mit Konsequenzen und der Zerstörung seiner Zukunft. Auf das Herumstöbern 
in seinen Sachen und die Eifersuchtsszene reagierte er zutiefst verletzt und mit Kontaktabbruch zur 
Privatklägerin. Aus den gegenseitigen Nachrichten wird somit klar, dass hier eine Beziehung – und 
keine rein platonische Freundschaft – in die Brüche ging. In dieser Phase war auch die Polizei noch 
nicht involviert, die Privatklägerin erwähnte jedoch schon die Dessous-Fotos und gemeinsamen Ge-
schlechtsverkehr. Würden diese Fotos nicht existieren und der Beschuldigte diese nicht kennen, so 
würde auch deren Erwähnung resp. Rückforderung keinerlei Sinn ergeben. Zudem reagierte er über-
haupt nicht auf die Rückforderung, fragte nicht, von was für Fotos sie denn spreche und berichtigte 
auch nicht ihren Vorwurf bezüglich des gemeinsamen Geschlechtsverkehrs, welchen er (angeblich) 
immer gewollt habe.»

Diesen Ausführungen der Vorinstanz ist aufgrund der gegenseitigen SMS- und 
MMS-Nachrichten zuzustimmen. So schrieb die Privatklägerin dem Beschuldigten 
am 22. Januar 2014, dass sie ihre Sachen zurück wolle, was sie auch auf Face-
book postete (pag. 86). Sie erwähnte die Fotos in Dessous, welche der Beschuldig-
te von ihr gemacht habe. Schliesslich schrieb sie, dass sie mit ihm eine Beziehung 
geführt habe (pag. 78). In einer anderen Nachricht führte sie aus, dass er jedes 
Mal, wenn er im Bett gewesen sei, mit ihr habe schlafen wollen. Mit der grossen 
Liebe habe es nicht geklappt. Ihr Herz tue verdammt weh (pag. 78). Sie sprach zu-
dem von ihrem Mann, der sie liebe (pag. 80) und schickte ihm eine MMS mit dem 
Inhalt «eine eifersüchtige Frau ist eine verliebte Frau» (pag. 79). Der Beschuldigte 
antwortete ihr, dass der Brief von E.________ ein Jahr alt sei. Sie habe ihn mit ih-
rer krassen und unnötigen Eifersuchtsszene ganz fest verletzt und sein Vertrauen 
missbraucht. Sie habe ein egoistisches Spiel mit seinen Gefühlen und den Ge-

18

fühlen anderer gespielt. Sie hätten sich gegenseitig liebevoll behandelt und gross-
zügig beschenkt. Sie mache nun alles wegen dieses Freundschaftsbriefes kaputt 
(pag. 99). Doch weisen nicht nur diese SMS- und MMS-Nachrichten auf ein Lie-
besverhältnis hin; auch die Combox-Nachricht, die gegenseitigen Briefe und die er-
stellten Fotos in Unterwäsche lassen keinen anderen Schluss zu, als dass hier – 
wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – eine Beziehung und nicht eine 
platonische Freundschaft in die Brüche ging. 

10.1.6 Gesundheit der Privatklägerin 

In Bezug auf die KESB Akten und das forensisch-psychiatrische Gutachten von 
N.________ vom 28. April 2014 erschien es der Vorinstanz als unwahrscheinlich, 
dass die Privatklägerin absichtlich oder unabsichtlich «Scheinerinnerungen» erfun-
den und längerfristig aufrecht erhalten habe, um anderen damit zu schaden. Die 
Privatklägerin neige zwar zu impulsiven Verhalten sowie unwahren Behauptungen 
und suche mit diesen Aufmerksamkeit, jedoch hätten diese bisher durch Konfronta-
tion geklärt werden können. Ganz im Gegenteil würden sich im vorliegenden Fall 
viele Erzählungen der Privatklägerin mit den objektiven Beweismitteln aus ihrer 
„gemeinsamen Zeit“ mit dem Beschuldigten (Schuhkauf, Geschenke, Übernach-
tungen, Liebesbekundungen per Brief) decken (pag. 783 f., S. 26-27 der Urteilsbe-
gründung). 

Der Verteidiger brachte demgegenüber vor, dass es sich nicht um Scheinerinne-
rungen, sondern um schlichte Lügen seitens der Privatklägerin handle (pag. 930). 

Die Schlussfolgerung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Es kann festgehal-
ten werden, dass sich weder aus den KESB-Akten noch aus dem forensisch-
psychiatrischen Gutachten Hinweise entnehmen lassen, die auf eine eindeutige 
Falschbezichtigung seitens der Privatklägern gegenüber dem Beschuldigten hin-
deuten würden. Ob auf die Aussagen der Privatklägerin im Einzelnen abgestellt 
werden kann oder ob es sich um reine Lügen handelt, ist nach eingehender Würdi-
gung ihrer Aussagen zu beurteilen (vgl. Ziff. 10.2.2 hiernach). Es kann an dieser 
Stelle bereits vorweg genommen werden, dass viele ihrer Ausführungen durch die 
objektiven Beweismittel gestützt werden. 

10.2 Würdigung der subjektiven Beweismittel

Die Vorinstanz hat die subjektiven Beweismittel (Einvernahme von O.________, 
Einvernahmen der Privatklägerin und des Beschuldigten) ausführlich wiedergege-
ben (pag. 786, S. 29 der Urteilsbegründung; pag. 787 ff., S. 30-36 der Urteilsbe-
gründung; pag. 796 ff., S. 39-46 der Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen.

10.2.1 Aussagen von O.________
O.________ wurde an der Fortsetzungsverhandlung vom 29. November 2017 als 
Zeuge einvernommen. Er hatte im Januar 2014 gemeinsam mit dem Beschuldigten 
die L.________ gespielt. Der Zeuge machte differenzierte Aussagen zu den Be-
sprechungen dieser .________. So sagte er aus, dass diese einmal nach der Ar-
beit, als die Idee zustande gekommen sei, einmal in seinem .________ in 
I.________ und ein- oder zweimal beim Beschuldigten Zuhause im Dachstock 
stattgefunden hätten (pag. 722, Z. 77-79). An die Daten dieser Besprechungen 

19

konnte sich der Zeuge nicht mehr erinnern, konnte aber den Zeitraum eingrenzen. 
Es sei klar etwas vor November gewesen (pag. 722, Z. 86; pag. 724, Z. 168). Auf 
Vorhalt, ob es am 27. Oktober 2013 eine Besprechung zwischen ihm und dem Be-
schuldigten gegeben habe, antwortete er, dass sie im Oktober eine Besprechung 
gehabt hätten, es könnte dieses Datum gewesen sein (pag. 723, Z. 116). Er erklär-
te sodann, dass er es auf Vorhalt eines Datums eingrenzen könne (pag. 724, Z. 
156). Er schreibe sich auch keine Daten in die Agenda, das wisse er auswendig 
(pag. 724, Z. 162-163). Seine Aussagen sind glaubhaft und nachvollziehbar. Hin-
sichtlich der Uhrzeit (etwa 14:00 Uhr) und der Dauer (maximal anderthalb bis zwei 
Stunden) des Treffens im .________ in I.________ war sich der Zeuge relativ si-
cher (pag. 723, Z. 93-94 u. Z. 125). Er vermochte dies stimmig und detailliert darle-
gen. Er habe gewusst, dass der Beschuldigte nicht ewig Zeit gehabt habe. Das ha-
be dieser ihm so gesagt (pag. 723, Z. 126-127). Er ergänzte, dass dieser eine 
ehemalige Schülerin bei sich zu Hause zu Besuch gehabt habe (pag. 723, Z. 130). 
Die Begründung zu den von ihm genannten Besprechungszeiten ist überzeugend 
und stimmt mit den Besucherdaten der J.________ überein, wonach sich die Pri-
vatklägerin am 27. Oktober 2013 beim Beschuldigten aufgehalten habe (pag. 46). 

Zum Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin vermochte der 
Zeuge keine sachdienlichen Aussagen machen. Er habe die Privatklägerin nur 
einmal an einem Anlass gesehen und habe gewusst, dass der Beschuldigte sich 
um sie kümmere (pag. 721, Z. 21-22). 

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Besprechung der 
L.________ am 27. Oktober 2013 im .________ in I.________ stattfand und 
spätestens zwischen 15:30 und 16:00 Uhr endete. 

10.2.2 Aussagen der Privatklägerin
Die Privatklägerin wurde insgesamt sechs Mal eivernommen (pag. 151 ff.; pag. 161 
ff.; pag.169.2 ff.; pag. 650 ff.; pag. 726 f.; pag. 920). 

Das Verfahren ausgelöst hat ein Gespräch zwischen der Privatklägerin und einem 
Sozialpädagogen im Q.________, in welchem sie diesem erzählte, dass sie im 
Verlauf des letzten halben Jahres mehrfach von ihrem damaligen Lehrer vergewal-
tigt worden sei. Der Sozialarbeiter meldete dies am 15. März 2014 der Kantonspo-
lizei K.________ (pag. 30). In der darauffolgenden Einvernahme vom 20. März 
2014 bezeichnete die Privatklägerin den Beschuldigten bereits in den ersten Zeilen 
als Vergewaltiger («Herr A.________, der Vergewaltiger»; pag. 152, Frage 14). Sie 
gab an, dass dieser gegen sie eventuell eine Anzeige wegen Drohung eingereicht 
habe. Sie habe ihm gesagt, dass er ihr entweder ihre Sachen geben solle oder sie 
ihn sonst anzeigen werde. Sie habe ihm dann auf die Combox gesprochen und ihn 
beleidigt. Sie habe ihm gesagt, dass sie seinetwegen in die Psychiatrie müsse und 
ihm etwas passieren werde, wenn sie zurück sei. Auf Facebook habe sie ebenfalls 
etwas gepostet (pag. 152 f., Fragen 14 u. 15). Sie bestätigte ihre gegenüber dem 
Sozialpädagogen gemachten Aussagen, wonach sie von ihrem ehemaligen Lehrer 
mehrfach vergewaltigt worden sei (pag. 152, Frage 17). 

Wie bereits in Ziffer 8. hiervor ausgeführt, wurde die vorliegende Strafsache mit 
Verfügung vom 26. Juni 2014 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 

20

Bern-Mittelland, abgetreten (pag. 38). Diese eröffnete zunächst ein Verfahren ge-
gen den Beschuldigten wegen sexuellen Handlungen mit Kind und Pornografie 
(pag. 1) und dehnte dieses schliesslich auf Vergewaltigung aus (pag. 2). Die 
Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Vergewaltigung am 13. Dezember 
2016 ein (pag. 590 ff.) und erhob wegen sexuellen Handlungen mit Kind und Por-
nografie Anklage (pag. 595 ff.). Infolge Einstellung des Verfahrens betreffend die 
Anschuldigung der Vergewaltigung ist der Vorwurf der Vergewaltigung nicht mehr 
Gegenstand des gegenwärtigen Verfahrens. Die Privatklägerin sprach in ihren 
Aussagen ursprünglich von Vergewaltigung und hielt diesen Vorwurf in den folgen-
den Einvernahmen aufrecht. So machte sie auch nach erfolgter Einstellung in der 
erst- und oberinstanzlichen Hauptverhandlung Ausführungen hierzu, bezeichnete 
die Vergewaltigungen jedoch dann teilweise als Missbrauch. Da auch diese Aus-
führungen im Zusammenhang mit ihren Aussageverhalten stehen, werden ihre 
Aussagen zu den angeblichen Vergewaltigungen vorab einer Würdigung unterzo-
gen, bevor schliesslich auf die übrigen Aussagen eingegangen wird.  

In den darauffolgenden polizeilichen Videobefragungen schilderte die Privatkläge-
rin erneut, dass sie vom Beschuldigten während eines Zeitraums von sechs Mona-
ten vergewaltigt worden sei (pag. 162; pag. 169.4). Es kann festgehalten werden, 
dass die Privatklägerin ihre Aussagen betreffend die Vergewaltigungen im Laufe 
des Verfahrens relativierte. Anlässlich der erst- und oberinstanzlichen Hauptver-
handlung sprach sie von Missbrauch. An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
wurden der Privatklägerin ihre in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gemach-
ten Aussagen vorgehalten, wonach sie bisher von Vergewaltigung gesprochen ha-
be, es aber eigentlich eher ein Missbrauch gewesen sei. Hierzu führte die Privat-
klägerin aus, dass er [der Beschuldigte] ihre Situation ausgenutzt habe. Das sei für 
sie ein Missbrauch gewesen. Sie sei ein Heimkind ohne Eltern und Familie gewe-
sen. Sie habe den Bezug zu einem Menschen gesucht und beim ihm [dem Be-
schuldigten] gefunden. Das sei von ihm missbraucht worden. Die Frage, ob sie sich 
ausgenützt gefühlt habe, bejahte die Privatklägerin schliesslich (pag. 921). Ihren 
Aussagen lassen sich weitere Elemente entnehmen, wonach sich die Privatkläge-
rin rückblickend vom Beschuldigten ausgenutzt und «missbraucht» gefühlt hat. So 
zum Beispiel als sie angab, sie habe wie eine Prostituierte herumlaufen müssen 
(High Heels, kurzes Kleid, geschminkt; pag. 163) oder als sie sich beim Sex wie ei-
ne «Nutte» vorgekommen sei (pag. 165). Diese Aussagen sind originell und brin-
gen zum Ausdruck, wie sich die Privatklägerin in diesen Situationen gefühlt haben 
muss. Zu den Vergewaltigungen führte sie in ihrer ersten Einvernahme gegenüber 
der Polizei aus, es sei also immer so gewesen, dass sie gekocht und Musikunter-
richt gehabt hätten und der Beschuldigte sie dann vergewaltigt habe (pag. 154, 
Frage 28). Die Vergewaltigungen nannte die Privatklägerin fast beiläufig. Auf Frage 
nach dem konkreten Ablauf gab sie an, er habe sie geküsst und aufs Bett ge-
schmissen. Sie sei müde gewesen, es sei auch schon spät gewesen. Er habe ge-
sagt «C.________ ich möchte dich» und sei in sie eingedrungen (pag. 154, Frage 
29). Die Privatklägerin machte insgesamt im Zusammenhang mit den angeblichen 
Vergewaltigungen ungenaue und dürftige Aussagen. Weitere Fragen zur Vergewal-
tigung beantwortete die Privatklägerin anlässlich ihrer ersten Einvernahme vom 20. 
März 2014 dünn, detailarm und widersprüchlich. Die Privatklägerin beschrieb die 

21

Vergewaltigung auch im weiteren Verfahren detailarm und nicht überzeugend, in-
dem sie angab, er habe ihr das Kleid ausziehen wollen und habe gefragt, ob er das 
dürfe, was sie verneint habe. Er habe es trotzdem gemacht. Er habe es dann ir-
gendwie geschafft, sie wisse aber nicht mehr genau wie. Sie habe dann grosse 
Schmerzen gehabt (pag. 163). Oder aber als sie schilderte, dass es deftig gewe-
sen sei, wie die Vergewaltigung abgelaufen sei. Wie es gelaufen sei, wisse sie 
nicht mehr genau. Der Teil, als er zu ihr gekommen sei und er seinen Schwanz in 
sie reingedrückt habe, habe sehr wehgetan (pag. 169.4). Die Privatklägerin schil-
derte die Vergewaltigungen flach und ohne Details. An der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung machte die Privatklägerin ebenfalls holprige Aussagen. Sie di-
stanzierte sich etwas von den Vergewaltigungen, schilderte aber dann doch wie-
derum recht hartnäckig sinngemäss eine solche (pag. 653). Ferner gab sie an, 
dass es anfangs Januar 2014 am schlimmsten gewesen sei. Sie wisse, dass sie 
danach geblutet habe. Was sie danach gemacht habe, wisse sie nicht mehr. Sie 
seien glaublich rauchen gegangen. Sie habe es jeweils genossen, Zeit mit ihm zu 
verbringen, aber sie habe es auch nicht genossen, da sie gewusst habe, dass so 
etwas passiere (pag. 653, Z. 156-157 u. Z. 180-184). Am 4./5. oder 6. Januar sei 
es glaublich das erste Mal gewesen und danach sei es sicher zwei Mal an den 
Wochenenden passiert, an welchen sie bei ihm gewesen sei (pag 654, Z. 210-
211). Offensichtlich bringt die Privatklägerin die Daten durcheinander. Aus den 
Aufenthaltslisten der J.________ ergibt sich klar, dass sie von Oktober 2013 bis 
Januar 2014 die Wochenenden beim Beschuldigten verbrachte (pag. 40; pag. 46). 
In den übrigen Einvernahmen wurde dies denn auch so von der Privatklägerin ge-
schildert. 

Ihre Aussagen, weshalb sie – trotz der angeblichen Vergewaltigungen – weiterhin 
zum Beschuldigten gegangen ist und die Wochenenden bei ihm verbracht hat, sind 
ebenfalls nicht überzeugend. Sie gab an, dass sie sonst niemanden gehabt habe 
und sie nicht mit den «AL.________» habe alleine bleiben wollen. Sie habe Musik 
einfach gerne gehabt (pag. 155, Frage 41-43). Sie vermag keine Erklärung abzu-
geben, weshalb sie die Wochenenden beim Beschuldigten trotz der Vergewalti-
gungen dem Aufenthalt in der J.________ vorzog. Es sei die Freiheit gewesen, 
weshalb sie immer wieder zum Beschuldigten gegangen sei (pag. 169.4). Es ist 
nicht nachvollziehbar, dass die Privatklägerin die Vergewaltigungen im Gegenzug 
zur Freiheit, gemäss ihren eigenen Aussagen verbunden mit Alkoholkonsum, Rau-
chen, Geschenken sowie Musik und weiteren Freizeitaktivitäten, wie Badminton, 
erduldete. Auch die Aussagen, dass es immer so «grusig» gewesen sei mit ihm zu 
schlafen (pag. 165) oder es sie immer etwas abgestossen habe, wenn er sie als 
seine Freundin oder Partnerin bezeichnet habe (pag. 652, Z. 117-118), stimmen 
nicht mit ihrem sonstigen Verhalten (Besuche, Briefe und SMS/MMS) überein. 

Die Erklärungen der Privatklägerin für ihre widersprüchlichen Aussagen sind nicht 
nachvollziehbar. Sie sagte aus, dass sie ihn anfangs geliebt habe, dann aber nicht 
mehr (pag. 153, Frage 20). Betreffend den Brief von E.________ sei sie auch nicht 
eifersüchtig gewesen, sondern habe Angst um die anderen Frauen gehabt (pag. 
169.5). Sie sei eher schockiert gewesen (pag. 656, Z. 315). Sie habe keinen ein-
vernehmlichen Geschlechtsverkehr mit ihm gewollt und sich gewehrt (pag. 157; 
pag. 165; pag. 169.4). Es sei keine Liebesbeziehung gewesen (pag. 655, Z. 240) 

22

und die Briefe seien für sie wie eine Traumwelt gewesen (pag. 652, Z. 126-127). 
Die Kammer kommt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der 
Briefwechsel und die weiteren Nachrichten jedoch ein anderes Bild zeichnen, näm-
lich jenes einer verliebten Person, welche insbesondere eine körperliche Bezie-
hung wollte und führte (pag. 138) und keine «Nebenbuhlerin» duldete (MMS auf 
pag. 79; vgl. auch pag. 793, S. 36 der Urteilsbegründung). Die Privatklägerin führte 
weiter aus, dass sie dem Beschuldigten geschrieben habe, dass sie glücklich sei, 
obwohl sie es nicht gewesen sei. Dies sei in der Zeit gewesen, als sie vergewaltigt 
worden sei (pag. 165). Diese Aussagen widersprechen den emotional und verliebt 
verfassten Briefen diametral, weshalb sie nicht glaubhaft sind. 

Dasselbe gilt für ihre Reaktion auf den Brief von E.________. Ihre Erklärungen, 
wonach sie nicht eifersüchtig gewesen sei, sondern schockiert und sich um andere 
Frauen gesorgt habe, vermögen nicht zu überzeugen. Aufgrund ihres Verhaltens 
und der anschliessenden SMS-Korrespondenz ist vielmehr davon auszugehen, 
dass ihre Beziehung aufgrund dieses Briefes in die Brüche ging. Die Privatklägerin 
zeigte sich wütend, enttäuscht und überaus traurig. Anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung gestand sie denn auch ein, dass sie eifersüchtig gewesen 
sei. Ob es aufgrund des Briefes Streit gegeben habe, wisse sie nicht mehr ganz 
genau. Ferner bestätigte sie, dass sie und der Beschuldigte ein Liebesverhältnis 
führten (pag. 921). Die Kammer gelangt deshalb zum Schluss, dass es der Privat-
klägerin nachträglich schwer fällt, einzugestehen, mit einem damals 43-jährigen 
Mann eine Beziehung geführt und Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben. 

Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin zu den angeblichen Vergewalti-
gungen nicht glaubhaft, weshalb nicht darauf abzustellen ist. Als Zwischenfazit 
kann festgehalten werden, dass sich die Privatklägerin die Beziehung zum Be-
schuldigten nicht bzw. nicht mehr eingestehen kann. 

Abgesehen von den Ausführungen zu den angeblichen Vergewaltigungen schilder-
te die Privatklägerin den Ablauf einer Beziehung, der grösstenteils mit den objekti-
ven Beweismitteln übereinstimmt. Sie erzählte den Ablauf des Kennenlernens, die 
Phasen, in denen kein Kontakt bestand und schliesslich den immer enger werden-
den Kontakt seit dem Besuch des Beschuldigten im Spital bis hin zum Gitarrenun-
terricht und den Besuchen an den Wochenenden in I.________ mit weiteren Frei-
zeitbeschäftigungen stimmig und konstant. Diese Schilderungen korrespondieren 
zudem mit den KESB-Akten und den Unterlagen der J.________. In Anbetracht ei-
nes Liebesverhältnisses sind auch die von der Privatklägerin genannten Gründe 
(Musik [pag. 155], viele Freiheiten, Rauchen, Schuhe [pag. 158], Kochen [pag. 
163], Alkohol [pag. 166]) für den fortdauernden Aufenthalt beim Beschuldigten und 
damit ausserhalb der J.________ durchaus nachvollziehbar. Diese Aufenthalte 
sind für eine 15-jährige Jugendliche mit Freiheiten und Vergnügen verbunden. 
Dass sie den Beschuldigten deshalb gerne besuchte und er zudem eine Bezugs-
person für sie darstellte, wirkt insgesamt naheliegend. Die Privatklägerin erwähnte 
auch die Liebesbriefe aus Y.________ und die Anzeige gegen den Beschuldigten 
gegen sie. In diesem Zusammenhang gestand sie anlässlich ihrer ersten polizeili-
chen Einvernahme auch eigenes Fehlverhalten ein. Sie habe ihm gesagt, dass er 
ihr entweder ihre Sachen geben solle oder sie ihn sonst anzeigen werde. Sie habe 

23

ihm dann auf die Combox gesprochen und ihn beleidigt. Sie habe gesagt, dass sie 
seinetwegen in die Psychiatrie komme und ihm etwas passieren werde, wenn sie 
zurück sei. Auf Facebook habe sie ebenfalls noch etwas gepostet (pag. 152 f., 
Frage 15). Damit belastete sich die Privatklägerin selbst. Ihre Aussagen stimmen 
zudem mit dem Facebook-Eintrag (pag. 103) und der aufgezeichneten Combox-
Nachricht überein (pag. 100).  

Zu Beginn ihrer Beziehung haben sich die Privatklägerin und der Beschuldigte am 
Bahnhof AE.________ getroffen, um gemeinsam den Zirkus .________ zu besu-
chen. Dies wird von den Parteien übereinstimmend geschildert (pag. 154; pag. 
197.3). Sowohl die Privatklägerin als auch der Beschuldigte führten aus, dass es 
zu einem Kuss gekommen sei. Wie es zu diesem Kuss gekommen ist, wird jeweils 
unterschiedlich dargestellt. Die Privatklägerin erwähnte diese Szene und den Kuss 
bereits in ihrer ersten polizeilichen Einvernahme. Sie führte aus, dass sie am 
Bahnhof auf ihn gewartet habe. Er sei gekommen und habe sie einfach geküsst 
(pag. 154, Frage 26). Auf Frage, wie er sie geküsst habe, ergänzte die Privatkläge-
rin, dass der Beschuldigte sie auf den Mund geküsst habe. Sie seien dann etwas 
trinken gegangen und hätten gemeinsam den Zirkus .________ besucht. Er habe 
sie am Hals geküsst. Sie habe ihm gesagt, dass sie das nicht wolle (pag. 154, Fra-
ge 27). In der ersten Videoeinvernahme erwähnte sie diesen Kuss erneut und er-
gänzte, dass es ihr «huere pinlich» gewesen sei (pag. 162). Die Ausführungen der 
Privatklägerin zum Kuss sind – im Gegensatz zu den Aussagen des Beschuldigten 
(vgl. hierzu Ziff. 10.2.3 hiernach) – differenziert. Die Privatklägerin schilderte ihre 
Gefühle, wonach er sie einfach geküsst habe und ihr dies peinlich gewesen sei. 
Die Aussagen der Privatklägerin wirken selbsterlebt. Offensichtlich war sie ob die-
sem Kuss überrascht. Ihre Reaktion, wonach ihr dieser Kuss – allenfalls auch auf-
grund des Altersunterschiedes – in der Öffentlichkeit peinlich gewesen sei, ist 
schlüssig und stützt die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

Im Weiteren sind auch ihre Schilderungen zu den High Heels konstant und diffe-
renziert. Bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme erwähnte sie, dass ihr der 
Beschuldigte High Heels gekauft habe (pag. 155, Frage 35). Dabei fällt auf, dass 
die Privatklägerin die High Heels in der Antwort auf eine Frage erwähnte, in der es 
ursprünglich um den eigentlichen Geschlechtsverkehr ging. Die Frage lautete, wie 
es weiter gegangen sei, nachdem der Beschuldigte in sie eingedrungen sei. Sie 
schilderte, dass sie sich wie eine Prostituierte vorgekommen sei. Er habe ihr High 
Heels gekauft (pag. 155, Frage 35). Dadurch, dass die Privatklägerin die High 
Heels von sich aus erwähnte, ohne direkt danach gefragt worden zu sein, wirken 
ihre Aussagen ehrlich. Sie assoziiert diese Schuhe mit dem Bild einer Prostituier-
ten, was ihre Gefühle widerspiegelt und eindrücklich wirkt. In der folgenden Vi-
deoeinvernahme sprach die Privatklägerin erneut von den High Heels. Sie be-
schrieb diese als ein schwarzes und ein blaues Paar mit Nieten (pag. 164). Sie ha-
be die High Heels auch für Fotos und auch im Bett anziehen müssen (pag. 166). 
Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte sie ihre Aussagen 
(pag. 657). Durch die differenzierten und konstanten Schilderungen der Privatklä-
gerin zu den High Heels, deren Optik und zu welchem Anlass (Fotos, im Bett) sie 
diese getragen hat, erachtet die Kammer ihre Aussagen als glaubhaft. Weiter pas-
sen ihre Ausführungen nicht nur zu einer in einem Couvert aufgefundenen 

24

.________ (Schuhgeschäft)-Quittung, sondern werden auch in einem ihrer Briefe 
vom 9. Dezember 2013 thematisiert. Deren gemeinsamen Kauf im 
.________(Schuhgeschäft) erwähnte sie bereits in der ersten Videoeinvernahme 
(pag. 166). Darüber hinaus ist die Privatklägerin auf den Fotos vom 27. Oktober 
2013 in High Heels zu sehen.

Diese Fotos in Unterwäsche, welche die Privatklägerin bereits in ihrer Nachricht 
vom 22. Januar 2014 erwähnte (pag. 78, Nr. 27), sind als Vorschaubilder auf dem 
Laptop des Beschuldigten aufgefunden worden (vgl. Ziff. 10.1.4 hiervor). Die Pri-
vatklägerin schilderte differenziert den Inhalt der Fotos. Bereits in ihrer ersten Ein-
vernahme gab sie an, dass der Beschuldigte die Fotos von ihr in Unterwäsche in 
seiner Wohnung gemacht habe (pag. 158, Frage 81). Er habe die Bilder mit seinem 
Handy gemacht. Es sei ein schwarzes iPhone 4 oder 5 gewesen (pag. 158, Frage 
82 u. 83). Sie bejahte die Frage, ob sie bestimmte Posen habe machen müssen. 
Sie habe die Hand in den Schritt legen und die Brüste zusammendrücken müssen 
(pag. 159, Frage 85). Diese Ausführungen stimmen mit den aufgefundenen Bildern 
überein. Darauf ist die Privatklägerin zu sehen, wie sie die Hand in den Schritt legt 
(pag. 54) oder ihre Brüste zusammendrückt (pag. 53; pag. 56; pag. 57; pag. 61 
rechts unten). Die Beschreibung der Schuhe, wonach die roten High Heels bis zu 
den Knien gekommen und die schwarzen Schuhe tief ausgeschnitten gewesen 
seien (pag. 169.5), stimmt mit dem aufgefundenen Bildmaterial ebenfalls überein. 
Insgesamt sind die Schilderungen der Privatklägerin stimmig und passen zu den 
objektiven Beweismitteln, weshalb die Kammer darauf abstellt. Die Aussagen des 
Beschuldigten dagegen vermögen nicht zu überzeugen (vgl. Ziff. 10.2.3 hiernach). 
Die Annahme, die Privatklägerin habe diese Fotos in Abwesenheit des Beschuldig-
ten und mit Hilfe eines Dritten erstellt, ohne sein Zutun und Wissen auf seinem 
Laptop gespeichert und anschliessend wieder gelöscht, ist wirklichkeitsfremd und 
wird von der Kammer verworfen. Ebenso scheidet die Theorie aus, wonach die Pri-
vatklägerin die Fotos selbst erstellt haben könnte. Dies ist einerseits aufgrund der 
Aufnahmewinkel nur schwer vorstellbar. Andererseits macht es keinen Sinn, die 
Bilder aufzunehmen und so abzulegen, dass der Beschuldigte sie dann doch nicht 
sieht. Dies vermögen auch die Ausführungen des Verteidigers zu den EDV-
Kenntnissen der Privatklägerin im Rahmen des oberinstanzlichen Parteivortrages 
nicht zu widerlegen. Dieser führte aus, dass die Privatklägerin in einem Brief aus 
Y.________ ihre E-Mail-Adresse und ihren Facebook-Account angegeben habe. 
Sie wisse somit genau, wie mit sozialen Medien umzugehen sei und habe Zugang 
zu Computern gehabt (pag. 931). Es trifft zu, dass die Privatklägerin dem Beschul-
digten aus Y.________ schrieb und ihm ihre E-Mail-Adresse bekannt gab und das 
Wort «Facebook» notierte (pag. 149). Diese Angaben vermögen ihre bisherigen 
Aussagen jedoch nicht zu entkräften. Daraus kann lediglich abgeleitet werden, 
dass sie einen E-Mail-Account besass. Einzig aufgrund des Wortes «Facebook» 
kann nicht gefolgert werden, dass die Privatklägerin die Fotos in Eigenregie erstell-
te und auf den Laptop des Beschuldigten lud resp. wusste, wie dieser Übertra-
gungsprozess abläuft. Des Weiteren schilderte sie konstant und glaubhaft, dass die 
Bilder vom Beschuldigten gemacht wurden (pag. 158, Frage 81; pag. 164; pag. 
655, Z. 262; pag. 921). Ferner handelt es sich bei den besagten Bildern auch nicht 
um Selfies. Hinweise, dass eine Drittperson diese Bilder der Privatklägerin ge-

25

macht hätte, liegen ebenfalls nicht vor. Vielmehr ist aufgrund ihrer Ausführungen in 
Kombination mit den objektiven Beweismitteln davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte die Privatklägerin zu seiner eigenen Befriedigung in Dessous und sexu-
albezogenen Posen fotografierte. 

Zusammenfassend wird klar, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte ein Lie-
besverhältnis pflegten, welches deutlich über eine platonische Freundschaft hin-
ausging. Ihre Aussagen zu den angeblichen Vergewaltigungen sind nicht glaubhaft. 
Ihre diesbezüglichen Ausführungen sind karg, detailarm und ungenau. Ferner wie-
dersprechen sie dem Briefverkehr diametral, weshalb nicht von Zwang und Gewalt 
beim Geschlechtsverkehr auszugehen ist. Es fällt der Privatklägerin offenbar 
schwer, ihre Beziehung und den Geschlechtsverkehr zum Beschuldigten nachträg-
lich einzugestehen. Im Rahmen der oberinstanzlichen Einvernahme gesteht sie ihr 
Liebesverhältnis und die Eifersucht am Ende ihrer Beziehung sodann aber ein. Der 
Beschuldigte sei auch in sie verliebt gewesen und letztlich sei es ein Liebesver-
hältnis gewesen. Sie sei sich nicht mehr ganz sicher, ob es aufgrund des Briefes 
gewesen sei, weshalb es zum Bruch ihrer Beziehung gekommen sei. Sie bejahte 
die Anschlussfrage, ob sie eifersüchtig geworden sei (pag. 921). Sofern sich ihre 
Aussagen auf ihre Beziehung, auf den gegenseitigen Umgang und das sexuelle 
Verhältnis zueinander sowie auf den Geschlechtsverkehr selbst beziehen, sind 
diese glaubhaft. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach sich das daraus er-
gebende Gesamtbild sehr gut mit den objektiven Beweismitteln in Einklang bringen 
lässt und davon auszugehen ist, dass es zwischen den Parteien zu einvernehmli-
chen Geschlechtsverkehr kam und der Beschuldigte die Privatklägerin in Dessous 
und High Heels fotografierte, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und entspricht 
zugleich der nach Würdigung sämtlicher Beweise erlangten Überzeugung der 
Kammer. 

10.2.3 Aussagen des Beschuldigten

Noch bevor die Privatklägerin sich an einen Sozialpädagogen im Q.________ 
wandte und dieser schliesslich am 15. März 2014 die Polizei informierte, erstattete 
auch der Beschuldigte anfangs Februar 2014 Anzeige gegen die Privatklägerin. 
Gegenüber der Polizei führte er am 10. Februar 2014 aus, dass ihn die Privatkläge-
rin aufs Übelste beschimpft habe (pag. 193). Sodann habe sie auf Facebook Cy-
bermobbing betrieben. Sie habe ihn mit den Worten «süscht weisch was passiert» 
bedroht. Er habe dies der Vormündin/Beiständin und dem Heimleiter der 
J.________ gemeldet (pag. 194). Auch eine drohende SMS habe er an den Heim-
leiter der J.________ weitergeleitet. Am 27. Januar 2014 sei die Privatklägerin so-
dann vollends ausgerastet. Sie habe ihm eine Combox-Nachricht hinterlassen und 
geschrien, wenn sie aus der Psychiatrie komme, würde sie ihn umbringen und sie 
hoffe, dass sein Bruder auch bald sterben würde (pag. 194). Diese Ausführungen 
stimmen einerseits mit den Ausführungen der Privatklägerin überein, welche zu-
gab, den Beschuldigten bedroht und einen Facebook-Post aufgeschaltet zu haben. 
Ferner ist die Combox-Nachricht in den Akten hinterlegt und aus der E-Mail-
Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten und der Vormündin/Beiständin und 
dem Heimleiter der J.________ ist ersichtlich, dass sich der Beschuldigte bei die-

26

sen wegen den Drohungen meldete (pag. 104 ff.). Zuletzt verzichtete der Beschul-
digte sodann auf die Anzeige gegen die Privatklägerin (pag. 195). 

Daneben sind der zeitliche Ablauf und die Geschenke an die Privatklägerin (Bad-
mintonschläger, Turnschuhe, Eintritt in den Zirkus .________) belegt bzw. stimmen 
mit den Ausführungen der Privatklägerin überein. So schilderte auch der Beschul-
digte, dass die Privatklägerin in der .________ in V.________ seine Schülerin ge-
wesen sei und bei ihm den Unterricht besucht habe. Im Sommer 2013 habe ihn die 
Privatklägerin aus dem Kinderspital angerufen, in welchem sie wegen akuter Ma-
gersucht behandelt worden sei, und ihn gebeten, sie zu besuchen. Er habe sie be-
sucht. Er habe ihr sodann den Vorschlag gemacht, dass er ihre Beiständin kennen-
lernen wolle und sie gemeinsam zu dieser gehen würden. Im August [2013] seien 
sie zusammen zur Vormündin/Beiständin gegangen. Fortan habe er sie im Heim 
[J.________] besucht und ihr Gitarrenunterricht gegeben. Nach einer Weile habe 
sie ihn auf dem .________, wo er wohne, besuchen dürfen (pag. 193; pag. 171 f.). 
Auch bestätigte der Beschuldigte, dass die Privatklägerin bei ihm übernachtet habe 
(pag. 172). Genaue Daten konnte der Beschuldigte nicht nennen. Die Tatsache, 
dass die Privatklägerin beim Beschuldigten übernachtete, lässt sich sowohl der 
Auflistung der J.________ als auch den Aussagen der Privatklägerin entnehmen. 

Im Weiteren machte der Beschuldigte widersprüchliche und alles andere als über-
zeugende Aussagen. 

Der Beschuldigte sagte fortlaufend aus, dass es zwischen ihm und der Privatkläge-
rin nie zu sexuellen Kontakten gekommen sei (pag. 173; pag. 187; pag. 197.4; 
pag. 662; pag. 924) und es lediglich platonische Schwingungen zwischen ihnen 
gegeben habe (pag. 173). Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung führte der 
Beschuldigte erneut aus, dass er der Privatklägerin gesagt habe, dass Freund-
schaften auf der seelischen Ebene sehr schön sein können. Er habe ihr gesagt, 
dass dies alles sei, was er anbieten könne (pag. 925). Diese Ausführungen vermö-
gen aus folgenden Gründen nicht zu überzeugen: 

Es fällt auf, dass der Beschuldigte, angesprochen auf das genaue Verhältnis zwi-
schen ihm und der Privatklägerin, bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme 
eine Abwehrhaltung einnahm. Er unterliess es, das Verhältnis zwischen ihm und 
der Privatklägerin zu beschreiben. Auf erneutes Nachfragen antwortete er, dass sie 
definitiv keine Beziehung zusammen gehabt hätten. Er habe sie höchstens zur Be-
grüssung umarmt, wie er es auch bei anderen Freunden tue. Weiter führte er aus, 
dass die Privatklägerin eine Person sei, die Nähe brauche oder sogar suche. Sie 
habe sich auch ab und zu bei ihm «eingehängt». Sie habe auch Briefe bei ihm de-
poniert und ihm gesagt, dass sie ihn liebe. Er habe dies aber nie erwidert und ihr 
immer wieder gesagt, dass dies nicht gehe. Er sei in eine zusätzliche Betreuerrolle 
hineingekommen, die er gar nicht gewollt habe. Er habe ihr lediglich helfen wollen, 
dass sie in ihrem Leben weiterkomme (pag. 195). Gegenüber der Staatsanwalt-
schaft fiel es dem Beschuldigten erneut schwer, die damalige Beziehung zur Pri-
vatklägerin zu beschreiben. Er antwortete mit «Also ehm, von mir aus gesehen, 
von meiner Seite her» und betonte, dass es ganz klar ein freundschaftli-
ches/kameradschaftliches Verhältnis gewesen sei (pag. 197.2). Hätte es sich um 
ein normales freundschaftliches Verhältnis gehandelt, so erstaunt es umso mehr, 

27

dass ihm dessen Umschreibung schwer fiel. Seine Aussagen sind ausweichend 
und flach. 

In seiner ersten polizeilichen Einvernahme auf das Verhältnis zwischen ihm und 
der Privatklägerin angesprochen, führte er – anstatt das Verhältnis zu beschreiben 
– zudem aus, dass er, die Vormündin/Beiständin und die Privatklägerin an einem 
Tisch gesessen seien, um der Privatklägerin klar zu machen, dass zwischen ihnen 
keine Beziehung entstehen würde (pag. 195). Einem Bericht der Vormün-
din/Beiständin vom 22. bzw. 23. April 2014 lässt sich ebenfalls entnehmen, dass 
der Beschuldigte der Privatklägerin klar erklärt habe, dass er in einer Beziehung le-
be und kein Interesse an einer Beziehung habe. Vor den Weihnachtsferien habe er 
nochmals erklärt, dass er nicht an einer Beziehung interessiert sei (pag. 314, 
Rückseite; pag. 315). Der Inhalt dieses Gesprächs mutet merkwürdig an. Da es 
sich beim Beschuldigten um eine Betreuungs- und schliesslich Bezugsperson der 
Privatklägerin handelte, hätte sich die Frage, ob er eine Beziehung zur Privatkläge-
rin gewollt habe oder nicht, gar nicht erst stellen dürfen. Seine Ausführungen ma-
chen ihn unglaubwürdig. 

Sodann verneinte er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Frage, ob er zu 
dieser Zeit [Oktober 2013 bis Januar 2014] eine Beziehung zu einer anderen Frau 
gehabt habe (pag. 665). Auf Vorhalt des bereits erwähnten Berichts der Vormün-
din/Beiständin, wonach er angegeben habe, dass er in einer Beziehung leben wür-
de, antwortete der Beschuldigte schliesslich, dass er eine sehr enge platonische 
Beziehung zu E.________ geführt habe. Das habe ihm damals genügt. Er habe 
keine sexuelle Beziehung zu jemandem in dieser Zeit gewollt (pag. 665). Seine 
Aussagen sind widersprüchlich und unglaubhaft. Gegenüber der Vormün-
din/Beiständin und der Privatklägerin gab der Beschuldigte an, in einer Beziehung 
zu leben und deshalb nicht an einer Beziehung mit der Privatklägerin interessiert zu 
sein. Es ist offensichtlich, dass der Inhalt der Gespräche zwischen ihm, der Vor-
mündin/Beiständin und der Privatklägerin nicht die Frage gewesen sein konnte, ob 
er eine platonische Beziehung führte. Es ging einzig und allein darum, seinen effek-
tiven Beziehungsstatus abzuklären. Immerhin ging es um eine jugendliche Bewoh-
nerin, welche ihre Freizeit beim Beschuldigten verbringen und bei ihm übernachten 
sollte. Es bestand damit kein Interesse an platonischen Beziehungen. Dies musste 
auch dem Beschuldigten klar gewesen sein. Der Beschuldigte wusste, dass sich 
die Behörden lediglich dafür interessierten, ob zwischen ihm und der Privatklägerin 
eine sexuelle Beziehung hätte entstehen können. 

Seine Aussagen sind in Anbetracht der objektiven Beweismittel (insb. der Briefe) 
und der in diesem Punkt glaubhaften Aussagen der Privatklägerin, in sich wider-
sprüchlich und deshalb unglaubhaft. 

Im Verlauf der ersten polizeilichen Einvernahme entsteht weiter der Eindruck, dass 
der Beschuldigte sich zu entlasten versuchte, indem er die Verantwortung der Pri-
vatklägerin zuschob. So führte er bspw. aus, dass sie ihm bereits vorgängig aus 
dem Heim in Y.________ Liebesbriefe zugesandt habe oder dass sie angeblich be-
reits in Y.________ versucht habe, mit einem 40-jährigen Mann anzubändeln. Fer-
ner habe der Leiter der J.________ ihm gegenüber Andeutungen gemacht, dass er 
aufpassen solle, da es die Privatklägerin manchmal bei älteren Männern versuchen 

28

würde (pag. 195). Ferner räumte er ein, dass die Privatklägerin eine Person sei, die 
Nähe brauche und sogar suche und sie habe sich ab und an bei ihm «eingehängt». 
Sie habe auch Briefe bei ihm deponiert und ihm gesagt, wie sehr sie ihn liebe. Er 
habe dies aber nie erwidert und ihr auch immer wieder gesagt, dass dies nicht ge-
hen würde (pag. 195). In diesem Zusammenhang überrascht sein Verhalten ge-
genüber der Privatklägerin in der Zeit von Oktober 2013 bis Januar 2014 umso 
mehr. Liess er diese an mehreren Wochenenden bei sich übernachten, unternahm 
Freizeitaktivitäten mit ihr und schrieb ihr sodann zahlreiche Liebesbriefe, die in ei-
nem deutlichen Kontrast zu seinen Ausführungen stehen. Diese Briefe sprechen 
von tiefer, inniger Liebe (z.B. «i liebe di unändlech!», pag. 117; «I liebe di unbe-
schribelch fescht u umarme u küsse di innig u zärtlech», pag. 118; «I bi ganz fescht 
stolz uf di u uf üsi Liebi. […] «I liebe di über alles!», pag. 121), von gegenseitigem 
Vermissen und seinen Gefühlen für die Privatklägerin. Er bezeichnete diese als 
seine zauberhafte Prinzessin (pag. 117), seinen liebsten Schatz (pag. 118), eine 
traumhafte und liebevolle Partnerin (pag. 119), seine absolute attraktive Traumfrau 
(pag. 121) und er hoffe, das zwischen ihnen werden niemals enden (pag. 118; pag. 
121). Seine Briefe oder Karten unterzeichnete er mit «Di Prinz» (pag. 118) oder «Di 
Stärn» (pag. 121). Seine Briefe widersprechen seinen Aussagen und gehen deut-
lich über platonische Schwingungen hinaus. Diese Briefe können nicht als eine rein 
freundschaftliche oder platonische Beziehung interpretiert werden. Daran vermö-
gen auch seine Aussagen nichts zu ändern, wonach ihm seine AW.________ «ig 
liebe die» sage, wenn ihr etwas gefallen habe und es dabei um eine starke, plato-
nische Verbindung gehe (pag. 669). 

Der Beschuldigte führte aus, dass er die Privatklägerin auf ihre Avancen hin 
zurückgewiesen habe. Erstmals gegenüber der Staatsanwaltschaft ergänzte er, 
dass die Privatklägerin ihm gesagt habe, dass sie niemandem etwas sagen würde, 
wenn sie sexuellen Kontakt hätten. Wenn sie jedoch keinen sexuellen Kontakt hät-
ten, so würde sie einfach sagen, dass sie miteinander geschlafen hätten (pag. 
197.4). Diese Ausführungen bestätigte er sodann anlässlich der erst- und oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung (pag. 664; pag. 925). Seine diesbezüglichen Er-
klärungsversuche, wonach er Angst vor falschen Anschuldigungen gehabt habe 
sowie unter Druck gestanden sei und er deshalb den Kontakt aufrecht hielt und der 
Privatklägerin gar Liebesbriefe schrieb, sind im Kontext seiner Handlungen wirk-
lichkeitsfremd. Diesen Vorfall erwähnte der Beschuldigte sodann erstmals gegenü-
ber der Staatsanwaltschaft. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz gelangt auch 
die Kammer zum Ergebnis, dass bei solchen Befürchtungen Distanz zur Privatklä-
gerin die einzige logische Konsequenz gewesen wäre. Der Beschuldigte dagegen 
hielt den Kontakt zur Privatklägerin aufrecht, liess sie bei sich übernachten und 
schrieb ihr zahlreiche Liebesbriefe. Dieses Verhalten ist nicht nachvollziehbar, 
wenn ihn die beschriebenen Ängste plagten. Überdies widerspricht sich der Be-
schuldigte. Einerseits schilderte er die soeben genannte Drucksituation, die aus 
den sexuellen Avancen der Privatklägerin bei ihrem ersten Besuch heraus entstan-
den sein soll, andererseits will er aber erst um Weihnachten herum gemerkt haben, 
dass die Privatklägerin in ihn verliebt gewesen sei. Darüber hinaus hätte sich der 
Beschuldigte gar nicht vor falschen Anschuldigungen fürchten müssen, hat er doch 
im Beisein der Vormündin/Beiständin erklärt gehabt, dass er an einer Beziehung 

29

nicht interessiert sei. Der Beschuldigte macht sich unglaubwürdig, indem er – als 
wesentlich ältere Person – der Jugendlichen im Schutzalter die „führende Rolle“ in 
Bezug auf Sexualität zuschiebt. Mit seinen Aussagen legt sich der Beschuldigte ei-
ne Version zu Recht, die schlicht nicht nachvollzogen werden kann. Es bestehen 
zudem keine Hinweise dafür, dass die Privatklägerin zu diesem Zeitpunkt (Oktober 
2013) versucht hätte, ihn zu hintergehen und aufs Glatteis zu führen. Seine Er-
klärungsversuche sind wirklichkeitsfremd und wirken konstruiert. 

Widersprüchlich sind auch seine Aussagen zum „Verliebt-Sein“ der Privatklägerin. 
Bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme führte er aus, dass ihm die Privat-
klägerin vorgängig aus dem Heim in Y.________ Liebesbriefe geschickt habe mit 
Herzchen und so weiter (pag. 195). In der polizeilichen Einvernahme vom 20. Au-
gust 2014 bejahte der Beschuldigte aufgrund der Briefe die Frage, ob die Privat-
klägerin in ihn verliebt gewesen sei. Ferner ergänzte er, dass er sich grundsätzlich 
schon frage, weshalb sich jemanden in einen so komischen Vogel wie ihn verlieben 
könne (pag. 173). Damit war der Beschuldigte mit der Thematik des „Verliebt-
Seins“ der Privatklägerin durchaus vertraut. Sagte er doch selbst aus, dass sie eine 
Person sei, die Nähe brauche und suche (pag. 195). Insofern vermag seine Aus-
sage, wonach er der Privatklägerin ebenfalls Liebesbriefe geschrieben und es da-
mals wohl gar nicht mitbekommen habe, dass sie es wohl anders gemeint habe, 
als er, nicht zu überzeugen und widerspricht seinen bisherigen Ausführungen. Aus 
diesem Grund sind auch seine Aussagen, wonach er nach Weihnachten gemerkt 
habe, dass es die Privatklägerin wohl anders gemeint habe, als er und er um die 
Weihnachtszeit Angst gehabt habe, dass sie sich in ihn verknallen könnte 
(pag. 175), nicht stimmig sowie naiv und vermögen die Kammer nicht zu überzeu-
gen. Die Zeit in Y.________ ist dem Krankenhausaufenthalt und der erneuten Kon-
taktaufnahme zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten zeitlich vorgela-
gert, weshalb der Beschuldigte nicht erst zu Weihnachten 2013 nach unzähligen 
Briefen und gegenseitigen Liebesbekundungen gewusst haben kann, dass die Pri-
vatklägerin in ihn verliebt gewesen ist. Seine Aussage ist als Schutzbehauptung zu 
qualifizieren. 

Nicht schlüssig ist auch die Antwort des Beschuldigten, weshalb die Privatklägerin 
bei ihm habe Übernachten dürfen. Er führte aus, dass sie länger hätten proben 
wollen [Musik] und sich die Privatklägerin sehr wohl gefühlt habe. Sie hätten wirk-
lich länger proben wollen und hätten noch Badminton gespielt. Er habe gedacht, 
wenn es für die Heimleitung ok sei, könne sie auch bei ihm übernachten 
(pag. 172). Diese Antworten passen umso weniger in das vom Beschuldigten kon-
struierte Bild, wonach er von der Privatklägerin am ersten Besuchswochenende 
angeblich unter Druck gesetzt worden sein soll. In diesem Zusammenhang reagier-
te der Beschuldigte zuerst positiv auf die von der Staatsanwältin gestellte Frage, 
wie er die Idee des Übernachtens der Privatklägerin bei ihm empfunden habe. Auf 
anschliessenden Vorhalt seiner eigenen Aussagen, wonach die Privatklägern ihm 
gegenüber Avancen gemacht habe und ob er es unter diesen Umständen nach wie 
vor für eine gute Idee gehalten habe, antwortete er plötzlich «Nein nicht wirklich». 
Sodann erwähnte der Beschuldigte erstmals die angebliche Drohung seitens der 
Privatklägerin, wonach sie erzählen würde, dass sie miteinander geschlafen hätten, 

30

wenn sie dies nicht täten (pag. 197.4). Der Beschuldigte verstrickt sich in Wieder-
sprüche und Ausflüchte. 

Weiter sind die Ausführungen des Beschuldigten zu den High Heels und dem ge-
meinsamen Treffen vor dem Besuch des Zirkus .________ nicht nachvollziehbar. 
Der Beschuldigte bestritt, der Privatklägerin High Heels gekauft zu haben. Er sei 
am .________ mit ihr unterwegs gewesen, um mit ihr Hausschuhe zu kaufen. Als 
die Privatklägerin bezahlt habe, sei er hinausgegangen. Was sie sonst noch ge-
kauft habe, wisse er nicht (pag. 188, Z. 312 u. Z. 317-319). Anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung erklärte er, dass die Privatklägerin an diesem 
Nachmittag noch über eine Stunde alleine unterwegs gewesen sei. Sie sei zurück-
gekommen und habe gesagt, sie habe etwas für sich gekauft habe (pag. 668, Z. 
370-373). Seine Aussagen sind widersprüchlich und vermögen nicht zu erklären, 
warum die Quittung für zwei paar Schuhe der Marken «.________» und 
«.________» bei seinen Briefen der Privatklägerin aufgefunden wurde. Die Privat-
klägerin erwähnte die High Heels schliesslich auch in ihren Briefen und führte in ih-
ren Aussagen detailliert und bildlich aus, dass sie diese High Heels auch für Fotos 
und im Bett habe anziehen müssen (vgl. Ziff. 10.2.2 hiervor, S. 24). Ferner sind 
diese High Heels auf den Fotos ersichtlich und stimmen mit der von der Privatklä-
gerin abgegebenen Beschreibung überein. 

Den Kuss am AM.________ schilderte die Privatklägerin bereits anlässlich ihrer 
ersten polizeilichen Einvernahme. Der Beschuldigte dagegen verneinte gegenüber 
der Polizei die Frage, ob sie sich geküsst hätten. Der Beschuldigte ergänzte, dass 
e