# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d40a78d5-24fc-52bb-a024-50bc523f35f0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240556-O2
**Docket/Reference:** SB240556-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240556-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240556-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. R. Faga 

und Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel sowie Gerichtsschreiber 

MLaw W. Dharshing

Urteil vom 14. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, 

Privatklägerin und II. Berufungsklägerin (Nichteintreten)

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____

sowie

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin

betreffend Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 7. Oktober 2024 (GG240151)

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Anklage

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  26. Juni  2024  ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 33).

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 64 S. 33 f.)

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vollumfänglich freigesprochen.

Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird auf den Zivilweg verwiesen.

Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte ausdrücklich auf eine 

Entschädigung oder Genugtuung verzichtete.

4.

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten – neben der bereits erfolgten Akontozahlung vom 9. Februar 

2023 in der Höhe von Fr. 4'934.60 – zusätzlich mit pauschal Fr. 17'100.– (inkl. Bar-

auslagen und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

5.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (insb. Gebühr für das 

Vorverfahren von Fr. 3'000.– sowie die Auslagen im Vorverfahren von Fr. 273.35), 

ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichts-

kasse genommen.

6.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorerst auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

7.

8.

(Mitteilungssatz)

(Rechtsmittel)"

-   3   -

Berufungsanträge

Des Beschuldigten (Urk. 66 S. 2):

Disp. Ziff. 5 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelge-

richt vom 7. Oktober 2024 seien teilweise aufzuheben und es seien die "übrigen 

Kosten",  inkl.  derjenigen  der  amtlichen  Verteidigung,  vollumfänglich  auf  die 

Gerichtskasse zu nehmen. Von einer Nachforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 

StPO sei abzusehen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das  vorstehend  wiedergegebene  Urteil  vom  7. Oktober  2024  wurde  den 

Parteien  am  7. bzw.  9. Oktober  2024  eröffnet  (Prot.  I  S. 62;  Urk. 56/1+2).  Der 

Beschuldigte  und  die  Privatklägerin  B._____  meldeten  fristgerecht  Berufung  an 

(Urk. 58+59).

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 61; Urk. 63/1-3) reichte der 

Beschuldigte mit Eingabe vom 30. Dezember 2024 fristgerecht die Berufungserklä-

rung ein (Urk. 66). Die Privatklägerin reichte keine Berufungserklärung ein, weshalb 

auf  ihre  Berufung  mit  Präsidialverfügung  vom  13. Januar  2025  nicht  eingetreten 

wurde (Urk. 67). Mit Präsidialverfügung vom 17. Januar 2025 wurde die Berufungs-

erklärung des Beschuldigten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 

StPO der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin zugestellt, um gegebenenfalls 

Anschlussberufung  zu  erheben oder  Nichteintreten auf  die Berufung zu beantra-

gen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um sich zum Vorliegen 

der Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung zu äussern (Urk. 69). Nachdem 

die Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung mit Blick auf die sich stellenden 

Rechtsfragen erfüllt waren (und weiterhin sind), wurde diese nicht widerrufen. Die 

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Staatsanwaltschaft  und  die  Privatklägerin  verzichteten  auf  Anschlussberufung 

(Urk. 71+72). Mit Präsidialverfügung vom 12. Februar 2025 wurde die schriftliche 

Durchführung  des  Berufungsverfahrens  angeordnet  (Urk. 75).  Unter  Hinweis  auf 

die Berufungsbegründung des Beschuldigten vom 10. Februar 2025 (Urk. 73 S. 2 

ff.) wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft Frist zur Berufungsantwort 

angesetzt. Die Privatklägerin und die Staatsanwaltschaft liessen sich nicht verneh-

men.

2.

Umfang der Berufung

2.1. Der  Beschuldigte  stellt  im  Berufungsverfahren  folgende  Anträge  (Urk. 66 

S. 2): "Disp. Ziff. 5 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Ein-

zelgericht vom 7. Oktober 2024 seien teilweise aufzuheben und es seien die "übri-

gen Kosten", inkl. derjenigen der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich auf die Ge-

richtskasse  zu  nehmen.  Von  einer  Nachforderung  im  Sinne  von  Art. 135  Abs. 4 

StPO  sei  abzusehen.  Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der 

Staatskasse."

2.2. Unangefochten  blieben  der  Freispruch  (Dispositivziffer  1),  die  Verweisung 

der Zivilklage auf den Zivilweg (Dispositivziffer 2), die Vormerknahme des Verzichts 

des  Beschuldigten  auf  Entschädigung  und  Genugtuung  (Dispositivziffer  3)  sowie 

die  Entschädigung  des  amtlichen  Verteidigers  (Dispositivziffer  4).  In  diesem 

Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab vor-

zumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

3.

Verletzung rechtliches Gehör

3.1. Der Beschuldigte moniert zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, 

indem  die  Vorinstanz  ihm  die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  auferlegt  habe, 

ohne ihm die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äussern (Urk. 73 S. 2).

3.2. Das rechtliche Gehör erstreckt  sich  grundsätzlich  nicht  auf  die  ins  Auge 

gefasste Entscheidung. Die Behörde ist nicht gehalten, den Parteien zum Voraus 

die Überlegungen, die sie anstellen wird, zur Stellungnahme zu unterbreiten. Wenn 

sie  indessen  ihren  Entscheid  mit  einem  Rechtssatz  oder  einem  Rechtstitel  zu 

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begründen beabsichtigt, der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurde, 

auf den sich die Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erheblichkeit sie im 

konkreten Fall nicht rechnen konnten, haben die Parteien Anspruch auf eine dies-

bezügliche Anhörung (vgl. zum Ganzen BGE 145 I 167 E. 4.1 S. 171 m.w.H.)

3.3. Der Einwand des Beschuldigten ist unberechtigt. Dem anwaltlich vertretenen 

Beschuldigten stand es offen, sich anlässlich der Hauptverhandlung zu den Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu äussern. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, 

dass mit dem Endentscheid von Amtes wegen über die Auflage der Verfahrens-

kosten zu entscheiden ist und eine Kostenauflage auch im Falle eines Freispruchs 

zur  Disposition  steht  (vgl.  Art. 426  StPO).  Eine  Einladung  zur  Stellungnahme 

betreffend Kostenauflage trotz Freispruchs ist nicht erforderlich. Mithin liegt keine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. 

II.  Kostenfolgen

1.

1.1.

In  der  Sache  rügt  der  Beschuldigte  zunächst,  dass  dem  vorinstanzlichen 

Dispositiv  eine  Kostenauflage  an  ihm  nicht  entnommen  werden  könne,  weshalb 

eine  Rückerstattung  der  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  ausgeschlossen  sei 

(Urk. 73 S. 3). 

1.2. Das  Vorbringen  des  Beschuldigten  überzeugt  nicht.  Die  Entschädigung  der 

amtlichen Verteidigung gehört zwar als Auslage zu den Verfahrenskosten (Art. 422 

Abs. 2  lit. a  StPO).  Indes  gehen  die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  gemäss 

ausdrücklichem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO in Art. 426 Abs. 1 StPO trotz 

Kostenauflage  (auch)  im  Falle  eines  Schuldspruchs  vorläufig  nicht  zulasten  der 

verurteilten Person, sondern zulasten der Staatskasse. A maiore ad minus gilt dies 

ebenfalls,  wenn  in  Anwendung  von  Art. 426  Abs. 2  StPO  nur  teilweise  Kosten 

auferlegt werden. Mithin entspricht der Rückforderungsvorbehalt gemäss Art. 135 

Abs. 4  StPO  einer  "Kostenauflage"  im  Umfang  der  Kosten  der  amtlichen 

Verteidigung. Dem vorinstanzlichen Dispositiv ist zu entnehmen:

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"[1.-4.]

5.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (insb. 

Gebühr für das Vorverfahren von Fr. 3'000.– sowie die Auslagen im 

Vorverfahren von Fr. 273.35), ausgenommen derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

6.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorerst auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim 

Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

[7.-8.]"

Mit Ziff. 5 sowie Ziff. 6 bringt das vorinstanzliche Gericht klar zum Ausdruck, 

dass  die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  vorerst  auf  die  Gerichtskasse 

genommen  werden  und  die  Rückforderung  gemäss  Art. 135  Abs. 4  StPO  vorbe-

halten  wird.  Diese  Formulierung  entspricht  der  Kostenauflage  im  Umfang  der 

Kosten der amtlichen Verteidigung. Es liegt kein unklares Dispositiv vor. Im Übrigen 

ergibt sich dasselbe Ergebnis auch zweifelsfrei aus der vorinstanzlichen Erwägung, 

wonach  der  Beschuldigte  in  Berücksichtigung  der  Vernachlässigung  seiner  obli-

gationenrechtlichen Pflichten zur "teilweisen Kostenbeteiligung" zu verpflichten sei, 

indem  er  nicht  vom  Rückforderungsvorbehalt  gemäss  Art. 135  Abs. 4  StPO  zu 

befreien sei (vgl. Urk. 64 S. 32 in fine). Wenn die Vorinstanz im gleichen Zusam-

menhang erwähnt, dass dem Beschuldigten "keine Entschädigung für anwaltliche 

Verteidigung" zuzusprechen sei, mag dies mit der Verteidigung (vgl. Urk. 73 S. 3) 

zwar  terminologisch  unzutreffend  sein,  aus  dem  Gesamtzusammenhang  der 

Erwägung sowie dem Hinweis auf Art. 135 Abs. 4 StPO ist jedoch klar, dass damit 

der Verzicht auf definitive Tragung der Kosten der amtlichen Verteidigung durch die 

Staatskasse gemeint ist. 

2.

2.1. Ferner  wendet  der  Beschuldigte  ein  (Urk. 73  S. 4  f.),  der  Grund  für  die 

Einleitung  der  Strafuntersuchung  sei  nicht  die  Verletzung  obligationenrechtlicher 

Pflichten  gewesen,  sondern  der  Umstand,  dass  der  Beschuldigte  eingetragener 

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Gesellschafter  und  Geschäftsführer  der  "C._____  GmbH"  gewesen  sei  und 

zunächst  davon  ausgegangen  worden  sei,  dass  er  das  Kreditantragsformular 

eigenhändig  unterzeichnet  habe.  Ebenfalls  habe  die  Vorinstanz  nicht  dargelegt, 

inwiefern der Beschuldigte die Untersuchung durch sein Verhalten erschwert habe.

2.2. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, 

so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie 

rechtswidrig  und  schuldhaft  die  Einleitung  des  Verfahrens  bewirkt  oder  dessen 

Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zu Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 2 EMRK dürfen einer beschul-

digten  Person  bei  Freispruch  oder  Einstellung  des  Verfahrens  nur  dann  Kosten 

auferlegt werden, wenn sie durch ein unter rechtlichen Gesichtspunkten vorwerf-

bares  Verhalten  die  Einleitung  eines  Strafverfahrens  veranlasst  (prozessuales 

Verschulden  i.w.S.)  oder  dessen  Durchführung  erschwert  hat  (prozessuales 

Verschulden  i.e.S.).  Bei  der  Kostenpflicht  der  freigesprochenen  oder  aus  dem 

Verfahren entlassenen beschuldigten Person handelt es sich nicht um eine Haftung 

für  strafrechtliches  Verschulden,  sondern  um  eine  zivilrechtlichen  Grundsätzen 

angenäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten, durch das die Einleitung oder 

Erschwerung eines Strafverfahrens verursacht wurde (BGE 119 Ia 332 E. 1b). 

Zwischen  dem  zivilrechtlich  vorwerfbaren  Verhalten  und  den  durch  die 

Untersuchung  entstandenen  Kosten  muss  ein  adäquater  Kausalzusammenhang 

bestehen.  Dabei  muss  die  Kausalität  für  jede  Verfahrensstufe  gesondert  geprüft 

werden. Hat die beschuldigte Person die Einleitung des Strafverfahrens schuldhaft 

veranlasst  und  bestand  nach  dem  Ergebnis  der  Untersuchung  ein  hinreichender 

Anlass zur Anklageerhebung, können dieser sowohl die Untersuchungskosten als 

auch  die  Kosten  der  erstinstanzlichen  Gerichtsverhandlung  ganz  oder  teilwiese 

auferlegt werden (DOMEISEN, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 32 zu 

Art. 426 StPO unter Hinweis auf das Urteil 6B_175/2008 vom 20. Juni 2008 E. 2.8). 

Der  adäquate  Kausalzusammenhang  ist  zu  bejahen,  wenn  das  gegen  geschrie-

bene  oder  ungeschriebene,  kommunale,  kantonale  oder  eidgenössische  Verhal-

tensnormen  klar  verstossende  Verhalten  der  beschuldigten  Person  nach  dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung des Lebens geeignet 

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war, den Verdacht einer strafbaren Handlung zu erwecken und damit Anlass zur 

Eröffnung  eines  Strafverfahrens  zu  geben  oder  die  Durchführung  der  eröffneten 

Strafuntersuchung  zu  erschweren.  Dabei  kommt  die  Kostenauflage  nur  dann  in 

Frage,  wenn  sich  die  Behörde  aufgrund  des  normwidrigen  Verhaltens  der 

beschuldigten  Person  in  Ausübung  pflichtgemässen  Ermessens  zur  Einleitung 

eines Strafverfahrens veranlasst sehen konnte.

2.3. Die  zivilrechtlichen  Verfehlungen  des  Beschuldigten  waren  nicht  adäquat 

kausal  für  die  Einleitung  der  Strafuntersuchung.  Die  Geldwäschereimeldung  der 

D._____ vom 10. November 2021, welche via E._____ an die Staatsanwaltschaft 

weitergeleitet wurde, markierte den Beginn des Strafverfahrens (Urk. 7/2). Aus der 

Transaktionsanalyse  der  D._____  ergab  sich  gegenüber  ihrer  Kundin  C._____ 

GmbH der Verdacht der Angabe falscher Umsatzzahlen im COVID-Kredit-Formular 

sowie  der  zweckwidrigen  Verwendung  des  COVID-Kredits.  Wie  die  Vorinstanz 

zutreffend  festhielt  (Urk. 64  S. 31),  gründete  der  Anfangsverdacht  gegen  den 

Beschuldigten (alleine) in seiner Stellung als Gesellschafter und Geschäftsführer 

der  C._____  GmbH.  Die  ungenügende  Wahrnehmung  obligationenrechtlicher 

Pflichten stand zwar in einem erweiterten Zusammenhang mit dem untersuchten 

Delikt,  sie  schuf  aber  nicht  die  Verdachtslage  betreffend  den  Kreditbetrug.  Mit 

anderen  Worten  wäre  die  Strafuntersuchung  gegen  den  Beschuldigten  (ceteris 

paribus)  auch  eröffnet  und  durchgeführt  worden,  wenn  er  seine  Oberleitungs-, 

Kontroll-  und  Aufsichtspflichten  bezüglich  der  C._____  GmbH  wahrgenommen 

hätte. Damit fehlt es an der Kausalität der Verletzung von obligationenrechtlichen 

Pflichten für die Eröffnung und Durchführung der Untersuchung.

2.4. Auch eine rechtswidrige Erschwerung der Untersuchung liegt nicht vor. Der 

Beschuldigte verweigerte zwar anlässlich der Untersuchung die Aussage. Wie die 

Vorinstanz zu Recht festhielt, kann dem Beschuldigten dieses Verhalten nicht zur 

Last  gelegt  werden,  da  es  sich  dabei  um  die 

Inanspruchnahme  eines 

grundlegenden prozessualen Rechts handelt (vgl. BGE 109 IA 166 E. 2). Darüber 

hinaus  weist  die  Verteidigung  zu  Recht  darauf  hin  (vgl.  Urk. 73  S. 6),  dass  der 

Beschuldigte  zumindest  insofern  an  der  Aufklärung  der  Tat  mitwirkte,  als  er  im 

Rahmen  der  Eingabe  vom  29. September  2022  erklärte,  dass  nicht  er,  sondern 

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F._____ effektiv Geschäftsführer der C._____ GmbH gewesen sei (Urk. 9/2). Mithin 

beleuchtete  der  Beschuldigte  die  tatsächlichen  Gesellschaftsverhältnisse  bereits 

früh  in  der  Untersuchung.  Dass  er  diese  Äusserungen  nicht  im  Rahmen  einer 

Einvernahme sondern einer schriftlichen Eingabe tätigte, ändert nichts: Mit Fug darf 

angenommen werden, dass die Untersuchungsbehörde auch dann, wenn er diese 

Äusserung  im  Rahmen  einer  Einvernahme  getätigt  hätte,  nicht  ungeprüft  darauf 

vertraut  und  von  diesbezüglichen  Beweisabnahmen  abgesehen  hätte  (vgl.  Art. 6 

Abs. 1 StPO). 

2.5. Schliesslich  erscheint  fraglich,  ob  eine  vor  Einleitung  der  Untersuchung 

begangene  Pflichtverletzung  als  Erschwerung  der  Untersuchung  im  Sinne  von 

Art. 426  Abs. 2  StPO  in  Frage  kommen  kann:  Im  Vordergrund  des  sog. 

prozessualen  Verschuldens  im  engeren  Sinne  (vgl.  vorstehend  E. 2.2.)  stehen 

jedenfalls prozessuale Verhaltensweisen im fraglichen Strafverfahren, namentlich 

krass  wahrheitswidrige  oder  wiederholt  widersprüchliche  Aussagen,  welche  die 

Untersuchungsbehörde zwingt, unnötige Nachforschungen anzustellen (vgl. Urteil 

6B_300/2007 vom 13. November 2007 E. 3.1). Ob auch Handlungen vor Anhebung 

einer Strafuntersuchung relevant sein können, kann letztlich offengelassen werden: 

In  Nachachtung  des  Grundsatzes,  dass  ein  prozessuales  Verschulden  nur 

zurückhaltend  anzunehmen  ist,  hat  der  Beschuldigte  durch  seinen  relativ  frühen 

Hinweis auf die wahren Gesellschaftsverhältnisse das Zumutbare unternommen, 

um  die  Untersuchung  –  soweit  sie  durch  die  intransparenten  Gesellschaftsver-

hältnisse erschwert gewesen wäre – zu erleichtern.

2.6. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Einleitung  der  Strafuntersuch-

ung  nicht  durch  die  zivilrechtlichen  Pflichtverletzungen  des  Beschuldigten 

verursacht  wurde  und  der  Beschuldigte  seine  Mitwirkung  am  Verfahren  recht-

mässig verweigerte. Damit ist von einer Kostenauflage und einem Rückforderungs-

vorbehalt betreffend die Kosten der amtlichen Verteidigung abzusehen.

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3.

3.1. Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe  ihres  Obsiegens  und  Unterliegens  zu  tragen  (Art. 428  Abs. 1  StPO). 

Inwiefern  eine  Partei  im  Sinne  dieser  Bestimmung  obsiegt  oder  unterliegt,  hängt 

davon ab, in welchem Ausmass ihre im Berufungsverfahren gestellten Anträge gut-

geheissen  werden  (Urteil  6B_1025/2014  vom  9. Februar 2015  E.  2.4.1.).  Der 

Beschuldigte obsiegt vollständig

3.2. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  fällt  ausser  Ansatz.  Die 

übrigen  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  einschliesslich  jener  der  amtlichen 

Verteidigung, sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.

3.3. Der  amtliche  Verteidiger  des  Beschuldigten,  Rechtsanwalt  lic. iur. X._____, 

macht für seine Aufwendungen und Barauslagen im Berufungsverfahren den Be-

trag von Fr. 1'662.35 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 78). Der Aufwand ist ausgewiesen 

und  das  geltend  gemachte  Honorar  steht  im  Einklang  mit  den  Ansätzen  der  An-

waltsgebührenverordnung, weshalb Rechtsanwalt lic. iur. X._____ mit Fr. 1'662.35 

(inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. 

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Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung, vom 7. Oktober 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vollumfänglich freigesprochen.

Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird auf den Zivilweg verwiesen.

Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte ausdrücklich auf 

eine Entschädigung oder Genugtuung verzichtete.

4.

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten – neben der bereits erfolgten Akontozahlung vom 

9. Februar 2023 in der Höhe von Fr. 4'934.60 – zusätzlich mit pauschal 

Fr. 17'100.– (inkl. Barauslagen und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.

5.

6.

7.

8.

(…)

(…)

(Mitteilungssatz)

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

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Es wird erkannt:

1.

Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Gerichtsver-

fahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

2.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die Kosten für die 

amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren betragen Fr. 1'662.35.

3.

Die Kosten des zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens, einschliesslich derje-

nigen der amtlichen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse ge-

nommen.

4.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an



die Vorinstanz.

5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 14. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw W. Dharshing