# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 904709f1-c720-59be-9d1d-be0c43c0a2e0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.03.2010 C-5842/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5842-2009_2010-03-16.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-5842/2009/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, 
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiber Daniel Stufetti.

P._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claude Wyssmann, 
Hauptstrasse 36, Postfach 114, 4702 Oensingen,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 23. Juli 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5842/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (IVSTA) mit  Verfügung 
vom 23. Juli 2009 das erstmalige Gesuch von P._______ (nachfolgend 
Beschwerdeführer),  schweizerischer  Staatsangehöriger  mit  Wohnsitz 
in Frankreich seit 1999 (vgl. IV/1, 3 und 15), um Gewährung einer In-
validenrente abwies, 

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 14. 
September  2009  (Datum  Postaufgabe)  anfocht  und  beantragte,  die 
Verfügung sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen 
nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40% zuzüg-
lich einem Verzugszins zu 5% ab wann rechtens zuzusprechen (act. 
1),

dass  er  eventualiter  beantragte,  die  Beschwerdesache  sei  zur  Neu-
abklärung  (Erstellung  eines  fachärztlichen  Gutachtens  und  zur 
korrekten  Festlegung  des  Invaliditätsgrades)  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,

dass er am 19. Oktober 2009 aufforderungsgemäss eine Anwaltsvoll-
macht  sowie  einen  ergänzenden  ärztlichen  Befundbericht  zu  den 
Akten reichte (act. 3),

dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom  10.  März  2010  unter 
Bezugnahme auf den Bericht des ärztlichen Dienstes der IV-Stelle vom 
6. März  2010 beantragte,  die  Beschwerde sei  gutzuheissen,  die an-
gefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  im  Sinne  der  er-
wähnten Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31  des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)  in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IVSTA  zuständig  ist,  und  vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom  6.  Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

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dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 
ATSG, Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]),  weshalb  auf  sie  einzu-
treten ist,

dass Dr. H._______ vom medizinischen Dienst der IV-Stelle in seiner 
Stellungnahme  vom  6.  März  2010  (IV/52)  gestützt  auf  die  früheren 
Stellungnahmen  des  medizinischen  Dienstes  vom  22.  April  2009 
(IV/32) und 8. Juli 2009 (IV/40) hinsichtlich der Herzerkrankung auf die 
Ausübung  einer  zumutbaren  Verweistätigkeit  zu  100%  schliesst, 
jedoch  bezüglich  der  vom Hausarzt  weiter  genannten  Erkrankungen 
(Hüftarthrose,  Rückenleiden,  allgemeine  Schwäche,  psychische 
Belastung)  ausführt,  in  den  eingereichten  ärztlichen  Zeugnissen 
würden  nur  kurze  Diagnosen  genannt  ohne  weitere  Angaben  von 
Schweregrad  oder  funktionellen  Einschränken,  weshalb  eine 
abschliessende  Beurteilung  nicht  möglich  sei  und  eine 
plurisdisziplinäre Untersuchung des Versicherten in der Schweiz vor-
geschlagen werde, 

dass sich die IVSTA in ihrer  Stellungnahme vom 10. März 2010 der 
Beurteilung des ärztlichen Dienstes anschloss und damit sinngemäss 
feststellte, dass die Verfügung vom 23. Juli 2009 auf einem mangelhaft 
eruierten  medizinischen  Sachverhalt  beruhte  und  sich  die  Durch-
führung entsprechender medizinischer Abklärungen in der Schweiz als 
notwendig erweist, 

dass  der  Beschwerdeführer  seinerseits  in  der  Beschwerde  einen 
Eventualantrag auf fachärztliche Begutachtung stellte,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei-
ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem Antrag der IVSTA nicht 
entsprochen werden sollte,

dass Art  49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass  die  Beschwerde  deshalb  gutzuheissen,  die  angefochtene  Ver-
fügung vom 23. Juli 2009 aufzuheben und die Sache zur Feststellung 

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des rechtserheblichen Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Ver-
fügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde 
führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2 VwVG),

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der  ganz 
oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Be-
gehren eine Entschädigung für  ihr  erwachsene notwendige und ver-
hältnismässig hohe Kosten zusprechen kann,

dass dem vertretenen Beschwerdeführer – unter Berücksichtigung des 
vom Gericht  als  notwendig  erachteten  Aufwandes  –  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'400.- auszurichten ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde wird  insoweit  gutgeheissen,  als  die  Verfügung vom 
23. Juli  2009  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurück-
gewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Er-
wägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'400.- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilagen im Doppel: Ver-
nehmlassung  und  Stelllungnahme  des  ärztlichen  Dienstes  vom 
6. März 2010 zur Kenntnisnahme)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)

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- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Stufetti

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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