# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6852b59-de32-5ef1-9c6a-4989a75da7a0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.01.2018 SU170036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU170036_2018-01-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SU170036-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

lic. iur. B. Gut sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 29. Januar 2018 

 

in Sachen 

 

Statthalteramt Bezirk Andelfingen,  
Verwaltungsbehörde und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend 

fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen, Einzelgericht,  
vom 11. Juli 2017 (GB170002) 

 

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Strafverfügung: 

Der Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezirks Andelfingen vom 9. Januar 2017 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 17). 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 19) 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrs-

regeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 

Ziff. 1 SVG. 

2. Die Beschuldigte wird vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von 

Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 200.–. 

4. Für den Fall der Nichtbezahlung der Busse wird an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 2 Tagen angeordnet. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 550.00   Gebühren und Auslagen Untersuchungsbehörde 

Fr. 950.00   Total 

6. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 5 werden im Umfang von Fr. 300.– der Beschuldig-

ten auferlegt und im darüber hinausgehenden Betrag auf die Staatskasse genommen. 

7. Die Beschuldigte wird mit Fr. 2'300.00 (zuzüglich 8 % MwSt.) aus der Staatskasse ent-

schädigt. 

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel) 

 

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Berufungsanträge: 

a) des Statthalteramtes Andelfingen (Urk. 20): 

1. Die Beschuldigte sei des vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall 

im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 

SVG schuldig zu sprechen. 

2. Die Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 700 zu bestrafen. 

3. Die Kosten des Verfahrens seien der Beschuldigten aufzuerlegen. 

b) der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 32): 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 11. Juli 2017 voll-

umfänglich zu bestätigen und es sei die Beschuldigte vom Vorwurf des 

pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG freizusprechen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen 

und es sei die Beschuldigte für das Berufungsverfahren angemessen zu 

entschädigen.  

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks Andelfingen vom 9. Januar 
2017 wurde die Beschuldigte wegen fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln 

gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und 

Art. 100 Ziff. 1 SVG sowie wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne 

von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG mit einer 

Busse von Fr. 700.-- bestraft (Urk. 19, beigeheftet). Nach der von der Beschuldig-

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ten gegen diesen Strafbefehl erhobenen Einsprache, überwies das Statthalteramt 

Andelfingen am 27. Februar 2017 das Verfahren zur Durchführung des Hauptver-

fahrens an das Bezirksgericht Andelfingen. Dies mit dem Antrag, den Strafbefehl 

vom 9. Januar 2017 zu bestätigen (Urk. 31). 

2. Nach der am 11. Juli 2017 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 5), 
sprach der Einzelrichter die Beschuldigte entsprechend dem Strafbefehl wegen 

fahrlässiger einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 

in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG schuldig und be-

strafte sie mit einer Busse von Fr. 200.--. Vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhal-

tens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 

und Abs. 3 SVG sprach der Einzelrichter die Beschuldigte frei (Urk. 19). Das Urteil 

wurde den Parteien vorerst unbegründet schriftlich eröffnet (Prot. I S. 9, 

Urk. 12A). Am 17. Juli 2017 liess das Statthalteramt Andelfingen fristgerecht Be-

rufung anmelden (Urk. 13/2, Urk. 14). Nachdem das Statthalteramt Andelfingen 

am 2. August 2017 das schriftlich begründete Urteil in Empfang genommen hatte 

(Urk. 18/2), reichte es unter dem Datum des 18. August 2017 fristgerecht eine 

begründete Berufungserklärung ein, welche bereits als vollständige Berufungs-

erklärung zu gelten hatte (Urk. 20, Urk. 26). Am 29. September 2017 beschloss 

die hiesige Kammer die schriftliche Durchführung des Verfahrens (Urk. 24). Die 

Beschuldigte liess am 8. November 2017 ihre Berufungsantwort einreichen. Hin-

gegen verzichtete die Vorinstanz auf eine Stellungnahme zur Berufungsschrift des 

Statthalteramtes Andelfingen (Urk. 30). 

II. Prozessuales 

3. Grundsätze 

3.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstin-
stanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen 

worden ist. Steht ein Urteil zur Überprüfung an, bei welchem lediglich Über-

tretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, so schränkt 

Art. 398 Abs. 4 StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen 

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wird das angefochtene Urteil lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehler-

haft ist oder ob eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes 

durch die Vorinstanz gegeben ist. Im letzteren Fall relevant sind insbesondere kla-

re Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie namentlich Irrtümer oder offen-

sichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweislage. Weiter in Betracht kommen 

Fälle, in denen die Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von Bundes-

recht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der StPO selbst, beruht. Ebenfalls 

unter diesen Rügegrund fällt die Situation, in welcher die an sich zur Verfügung 

stehenden Beweismittel offensichtlich ungenügend ausgeschöpft wurden, mitun-

ter der Sachverhalt unvollständig festgestellt wurde. Gesamthaft gesehen dürften 

regelmässig Konstellationen relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstel-

lung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID / JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 

2017, Art. 398 N 12 f.; EUGSTER, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Auflage, Basel 

2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der ange-

fochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation 

in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls 

vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht (vgl. BGE 138 I 305 

E. 4.3 mit Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher noch nicht will-

kürlich, auch wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls an-

ders entschieden hätte. Die Berufungsinstanz hat zu überprüfen, ob die vom Be-

rufungskläger vorgebrachten Rügen von der Überprüfungsbefugnis gemäss 

Art. 398 Abs. 4 StPO gedeckt sind. Im allenfalls über die Überprüfungsbefugnis 

hinausgehenden Umfang hat das Gericht auf die Berufung nicht einzutreten. 

3.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einläss-
lich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. 

Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und 

massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 138 IV 81 E. 2.2; 

BGE 136 I 229 E. 5.2). 

4. Das Statthalteramt ficht in der Berufungsschrift den Freispruch betreffend 
pflichtwidriges Verhalten bei Unfall (Ziff. 2) und damit in Zusammenhang stehend 

die Bussenhöhe (Ziff. 3) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgenregelung 

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(Ziff. 6 und 7) an. Zufolge Konnexität hat auch die Festsetzung der Ersatzfrei-

heitsstrafe (Ziff. 4) als angefochten zu gelten. Bei dieser Ausgangslage ist festzu-

halten, dass lediglich die Ziffern 1 (Schuldspruch) und 5 (Kostenfestsetzung) des 

vorinstanzlichen Urteils nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen 

sind, was vorab festzustellen ist (Art. 402 StPO und Art. 437 Abs. 1 und 2 StPO). 

Im Übrigen ist das erstinstanzliche Urteil angefochten und vom Berufungsgericht 

im Rahmen der oben erläuterten Kognition zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

III. Sachverhalt 

5. Rügen des Statthalteramts 

5.1. Die Statthalterin führt in ihrer Berufungsschrift aus, die Vorinstanz habe bei 
der Beantwortung der zentralen Frage, wann und wem die Beschuldigte den Un-

fall und den Schaden gemeldet habe, zu Recht auf die Angaben der Beschuldig-

ten abgestellt, wonach diese den Schaden am 20. Januar 2015 um 14.10 Uhr 

persönlich telefonisch bei der Gemeindeverwaltung B._____ gemeldet habe. Ob 

die Beschuldigte zuvor bereits versucht habe, die Gemeindeverwaltung zu errei-

chen bzw. eine unzuständige Gemeindeverwaltung kontaktiert habe, sei für das 

tatbestandsmässige Verhalten nicht von Bedeutung. Die Vorinstanz habe diese 

vorgängigen Telefonanrufe bei ihrem Entscheid zu Unrecht berücksichtigt und 

habe den Sachverhalt in diesem Punkt überdies offensichtlich unrichtig festge-

stellt (Urk. 20 Ziff. 1.2. und 1.3.). 

5.2. Demgegenüber erachtet der Verteidiger der Beschuldigten den Sachverhalt 
durch die Vorinstanz als korrekt erstellt; insbesondere habe die Vorinstanz zu 

Recht auf die widerspruchsfreien und konsistenten Angaben der Beschuldigten 

abgestellt (Urk. 32).  

5.3. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss, dass 
die Beschuldigte den Ablauf nach dem Unfall konsistent geschildert habe und die 

Aussagen des Zeugen C._____ mit jenen der Beschuldigten übereinstimmten. 

Demnach rief C._____ um 12.45 Uhr das Bauamt in D._____ an, allerdings ohne 

jemanden zu erreichen. Erst beim Anruf um 13.30 Uhr habe C._____ das Bauamt 

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erreicht, wobei man ihm gesagt habe, dass man nicht mehr zuständig sei. In der 

Folge habe die Beschuldigte um ca. 14.10 Uhr mit Frau E._____ von der Ge-

meindeverwaltung B._____ telefoniert, wobei man ihr die Nummer von Herrn 

F._____ (Forstdienst) gegeben habe. Dieser habe dann in der Folge den Pfosten 

ersetzt (Urk. 19 Ziff. 5).  

5.4. Dagegen brachte die Statthalterin vor, aufgrund der übereinstimmenden Aus-
sagen der Beschuldigten und des Zeugen C._____ sei erstellt, dass dieser am 

20. Januar 2015, um ca. 12.45 Uhr, beim Bauamt D._____ angerufen und nie-

manden erreicht habe. Auf die Aussagen der Beschuldigten zu den weiteren Tele-

fonaten könne indessen nicht abgestellt werden. Ihre Aussagen seien mit grosser 

Vorsicht zu werten, da sie als Beschuldigte direkt ins vorliegende Verfahren invol-

viert sei und ein Interesse an einem für sie günstigen Verfahrensausgang habe. 

Ihre Aussagen zu den Zeitpunkten der Telefonate seien sodann unglaubhaft, weil 

sie widersprüchlich seien. Insbesondere habe die Beschuldigte  bei der Statthalte-

rin behauptet, sie habe anlässlich des Telefonats mit G._____ um 13.15 Uhr er-

fahren, dass die Polizei vor Ort sei, wobei die Polizei gemäss Polizeirapport erst 

um 13.53 Uhr am Unfallort eingetroffen sei. Damit sei die Aussage der Beschul-

digte klar falsch. 

5.5. Die Statthalterin bringt nicht konkret vor, inwiefern die Vorinstanz die Aus-
sagen der Beschuldigten hinsichtlich der nach 12.45 Uhr getätigten Telefonversu-

che nicht als konsistent hätte beurteilen dürfen. Die Beschuldigte erwähnt in allen 

ihren Aussagen das Telefonat von Herrn C._____ an die Gemeinde D._____, an-

lässlich welchem ihm mitgeteilt worden sein soll, dass sie nicht mehr zuständig 

seien. Es erscheint daher nicht als willkürlich, wenn die Vorinstanz davon aus-

geht, um 13.30 Uhr sei das Bauamt D._____ erreicht worden. Entgegen dem 

Vorbringen der Statthalterin ändert die Tatsache, dass die Beschuldigte als Ver-

fahrensbeteiligte ein Interesse am Verfahrensausgang hat, nichts an den als 

glaubhaft eingestuften Angaben. Ebenso lassen die geringfügigen Abweichungen 

in den Aussagen der Beschuldigten betreffend die Zeitpunkte der Telefonate nicht 

auf echte Widersprüche und daraus folgend auf unglaubhafte Aussagen der Be-

schuldigten schliessen. Die Abweichungen lassen sich einerseits durch den Zeit-

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ablauf der Befragungen erklären, zumal zwischen den im Polizeirapport notierten 

Angaben der Beschuldigten und ihren Aussagen beim Statthalteramt rund ein-

einhalb Jahre vergingen; andererseits erweisen sich die zeitlichen Abweichungen 

deshalb nicht als auffällig, weil die Beschuldigte daraus nichts zu ihren Gunsten 

ableiten konnte. Dies zeigt insbesondere gerade das von der Statthalterin er-

wähnte Telefongespräch mit G._____. Hätte jenes Telefongespräch nämlich be-

reits um 13.15 Uhr stattgefunden, wie das die Beschuldigte vorerst ausführte, hät-

te sie den Vorhalt befürchten müssen, nur deshalb die Gemeinde informiert zu 

haben, weil sie durch das Telefonat von Frau G._____ Kenntnis erlangt hatte, 

dass sie beim Unfall beobachtet worden war. Vielmehr erscheint jedoch die in der 

gleichen Einvernahme später erfolgte Erklärung der Beschuldigten als nachvoll-

ziehbar, sie wisse nur noch, dass sie bei der Familie C._____ gewesen sei, als 

sie den Anruf von Frau G._____ bekommen habe, wann dies gewesen sei, könne 

sie nicht mehr genau sagen (Urk. 11 Antwort 13). 

5.6. Die Statthalterin brachte weiter vor, es sei entscheidend, dass der Zeuge 
C._____ ausgesagt habe, er habe nur einmal versucht, beim Bauamt in D._____ 

anzurufen. Die weiteren Telefonate hätten seine Frau und die Beschuldigte ge-

führt. Die Vorinstanz habe die Aussagen des Zeugen zu Unrecht nicht berücksich-

tigt und offensichtlich zu Unrecht auf die widersprüchlichen und unglaubhaften 

Aussagen der Beschuldigten abgestellt, statt auf die glaubhaften Aussagen des 

Zeugen. Auch mit dieser Rüge vermag die Statthalterin keine Willkür der Vor-

instanz bei der Sachverhaltserstellung darzutun. Die Vorinstanz nahm die Aussa-

gen des Zeugen C._____ in ihren Erwägungen auf, stellte indessen auf die Aus-

sagen der Beschuldigten ab, welche sie als konsistent erachtete. In diesem Vor-

gehen ist keine Willkür festzustellen. Überdies fanden selbst gemäss den Aussa-

gen von Herrn C._____ nach seinem Anruf um 12.45 Uhr bei der Gemeinde 

D._____ weitere Anrufe statt. So führte er in seiner Einvernahme aus, er hätte 

selber versucht, das Bauamt in D._____ telefonisch zu erreichen, die weiteren 

Anrufe hätten seine Frau und die Beschuldigte geführt (Urk. 10 S. 2 f.). Die Aus-

sage des Zeugen C._____ steht somit in Bezug auf die Tatsache, dass zwischen 

12.45 Uhr und 14.10 Uhr weitere Telefonate geführt wurden nicht in Widerspruch 

zu den Angaben der Beschuldigten. Die Statthalterin legt überdies nicht dar, in-

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wiefern es für den Ausgang des Verfahrens von Bedeutung sein könnte, wer die 

Anrufversuche an die Gemeinden unternommen hat. Soweit jedoch eine im Rah-

men der Beweiswürdigung festgestellte Tatsache letztlich für den Ausgang des 

Verfahrens unerheblich ist, verbleibt die Willkürrüge zum Vornherein ohne Wir-

kung und es ist nicht weiter darauf einzugehen. 

5.7. Gestützt auf diese Erwägungen ist für die nachfolgende rechtliche Würdigung 
von dem von der Vorinstanz erstellten Sachverhalt auszugehen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

6. Rügen der Statthalterin 

Die Statthalterin führt gegen das vorinstanzliche Urteil aus, die Meldedauer von 

zwei Stunden über die Mittagszeit sei zu Unrecht als mit der gesetzlichen Melde-

pflicht vereinbar erkannt worden. Vor dem Hintergrund der Lehre und Rechtspre-

chung stelle eine Meldedauer von zwei Stunden keine unverzügliche Meldung 

dar. Schon der Anruf um 12.45 Uhr sei zu spät erfolgt, da die Beschuldigte die 

Möglichkeit gehabt hätte, direkt von der Unfallstelle aus anzurufen. Die Un-

erreichbarkeit des Bauamts über die Mittagszeit könne nicht zugunsten der Be-

schuldigten gewertet werden. In diesem Fall hätte eben gerade sofort die Polizei 

verständigt werden müssen. Damit sei der objektive Tatbestand von Art. 92 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG erfüllt. Die Beschuldigte habe die Un-

fallstelle im Wissen um den verursachten Schaden und die Meldepflicht ver-

lassen, obschon es ihr möglich gewesen wäre, mit ihrem Mobiltelefon, welches 

sie bei sich gehabt habe, das Bauamt oder die Polizei zu verständigen. Damit sei 

auch der subjektive Tatbestand erfüllt (Urk. 20 S. 8 f.). 

7. Vorbringen der Verteidigung 

Der Verteidiger führte dagegen aus, der Meldepflichtige habe die vorgeschriebene 

Anzeige unverzüglich nach dem Unfall, d.h. so rasch als ihm nach den Um-

ständen zumutbar sei, zu erstatten. Genau dies habe die Beschuldigte getan. Das 

durch den Unfall geschädigte Gemeinwesen – zunächst vertreten durch das Bau-

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amt – habe vergleichsweise kurze Zeit nach der Sicherung und der Räumung der 

Unfallstelle Kenntnis vom Unfall und vom Schaden gehabt. Angesichts der kon-

kreten Umstände könne der Beschuldigten nicht der Vorwurf gemacht werden, sie 

habe vorsätzlich die Pflichten verletzt, die ihr das Strassenverkehrsgesetz bei ei-

nem Unfall auferlege. Anders zu entscheiden käme einem überspitzten Formalis-

mus gleich (Urk. 32 S. 7). 

8. Gesetzliche Grundlagen / Rechtsprechung 

Ereignet sich ein Unfall, an dem ein Motorfahrzeug oder Fahrrad beteiligt ist, so 

müssen alle Beteiligten sofort anhalten (Art. 51 Abs. 1 SVG). Ist nur Sachschaden 

entstanden, so hat der Schädiger sofort den Geschädigten zu benachrichtigen 

und Namen und Adresse anzugeben (Art. 51 Abs. 3 Satz 1 SVG). Wenn dies 

nicht möglich ist, hat er unverzüglich die Polizei zu verständigen (Art. 51 Abs. 3 

Satz 2 SVG). Die Bestimmung von Art. 51 Abs. 3 SVG dient der Beweissicherung 

im Hinblick auf die zivilrechtliche Auseinandersetzung und erleichtert die Gel-

tendmachung von Schadenersatzansprüchen gegenüber dem Haftpflichtigen. 

Drängen sich Erhebungen seitens der Polizei auf oder werden solche vom Ge-

schädigten verlangt, soll ein rasches Eingreifen der Polizei ermöglicht werden. 

Der Meldepflichtige hat die vorgeschriebene Anzeige sofort (unverzüglich) nach 

dem Unfall, d.h. so rasch, als ihm nach den Umständen zumutbar ist, zu erstatten, 

und zwar dem Zweck der Vorschrift entsprechend auch dann, wenn der Schaden 

ein verhältnismässig geringes Ausmass erreicht (BGE 91 IV 22). Damit stellt die 

Rechtsprechung an die Rechtzeitigkeit der Benachrichtigung hohe Anforderun-

gen. Das Bundesgericht beurteilte es beispielsweise als unzulässig, wenn nach 

einem Unfall in der Nacht mit der Benachrichtigung des Geschädigten bis am   

darauffolgenden Morgen zugewartet wird (Entscheid des Bundesgerichts 

6S.281/2004 vom 10. Februar 2005; vgl. Unseld L., in: Basler Kommentar SVG, 

Basel 2014, N 80 zu Art. 51, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung). Aus dem genannten Entscheid geht hervor, dass der Grund, weshalb der 

Schädiger einen Geschädigten nicht sofort benachrichtigt, ohne Bedeutung ist. 

 

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9. Würdigung 

9.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschuldigte habe rund eine halbe Stunde nach 
dem Unfall die vermeintliche Geschädigte zu kontaktieren begonnen. Rund zwei 

Stunden später habe sie die Gemeindeverwaltung B._____ erreicht. Die Scha-

denersatzansprüche der Gemeinde B._____ seien in concreto nie gefährdet ge-

wesen. Vor dem Hintergrund, dass die Beschuldigte mehrfach versucht habe, die 

Geschädigte telefonisch zu erreichen, erscheine die Meldedauer von zwei Stun-

den über die Mittagszeit gerade noch als mit den Pflichten gemäss Art. 51 Abs. 3 

SVG vereinbar (Urk. 19 S. 8). 

9.2. Vorab erscheint es entgegen der Rüge der Statthalterin als zulässig, dass die 
Beschuldigte die Unfallstelle nach deren Räumung verliess und sich mit Herrn 

C._____ zu ihm nach Hause begab. Angesichts des Alters der Beschuldigten und 

nachdem sie im Verlauf des Verfahrens mehrfach auf ihre beeinträchtigte Ge-

sundheit hingewiesen hat, war es der Beschuldigten insbesondere in Anbetracht 

der im Unfallzeitpunkt herrschenden winterlichen Verhältnisse nicht zumutbar, 

länger auf der Unfallstelle zu bleiben. Unter diesen Umständen verletzte die Be-

schuldigte  allein durch das Verlassen der Unfallstelle ohne vorgängige Benach-

richtigung der Geschädigten oder der Polizei ihre Pflichten gemäss Art. 51 Abs. 3 

SVG nicht. 

9.3. Hingegen kann der Auffassung der Vorinstanz, wonach eine Meldedauer von 
zwei Stunden über die Mittagszeit gerade noch als mit den Pflichten gemäss 

Art. 51 Abs. 3 SVG vereinbar erscheine, nicht gefolgt werden. Dies aufgrund des 

klaren gesetzlichen Wortlauts. Art. 51 Abs. 3 SVG spricht einerseits von sofortiger 

Benachrichtigung der Geschädigten, andererseits wird ausdrücklich geregelt, was 

zu tun ist, wenn die geschädigte Person nicht erreicht werden kann. Es hat eine 

unverzügliche Benachrichtigung der Polizei zu erfolgen. Für die Tatbestandsmäs-

sigkeit ist es nicht von Bedeutung, ob die Kontaktaufnahme ohne Verschulden 

des Unfallverursachers nicht möglich war, beispielsweise wegen geschlossener 

Büros über Mittag, oder auch, ob keinerlei Absicht vorhanden war, den Unfall-

schaden zu verheimlichen. Ebenfalls ist das Ausmass des Schaden nicht von Be-

deutung und letztlich auch nicht, ob am Geschehen nicht unmittelbar beteiligte 

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Dritte den Beizug der Polizei für erforderlich hielten oder nicht. Aufgrund des kla-

ren Gesetzeswortlauts muss bei einem misslungenen Versuch mit dem Geschä-

digten Kontakt aufzunehmen, unverzüglich die Polizei verständigt werden. Mit an-

deren Worten besteht, sobald es einem Schädiger zumutbar ist, den Geschädig-

ten zu kontaktieren, weder in zeitlicher Hinsicht noch aufgrund sonstiger Umstän-

de ein Ermessensspielraum hinsichtlich der gesetzlichen Pflichten. Somit steht 

fest, dass die Beschuldigte nach dem erfolglosen Kontaktversuch mit der Ge-

meinde nicht hätte einfach zuwarten dürfen. Vielmehr hätte sie, um ihren gesetz-

lichen Pflichten nachzukommen, unverzüglich die Polizei verständigen müssen.  

9.4. Das Urteil der Vorinstanz erweist sich somit als rechtsfehlerhaft und die Be-
rufung des Statthalteramts als begründet. Die Beschuldigte ist somit nebst der 

Verletzung von Verkehrsregeln auch des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im 

Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG schuldig zu 

sprechen. 

V. Sanktion 

10. Gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG ist mit Busse zu bestrafen, wer gesetzliche Pflich-
ten bei einem Unfall verletzt. Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG ist ebenfalls mit Busse 

zu bestrafen, wer Verkehrsregeln verletzt. Zu den theoretischen Grundsätzen der 

Strafzumessung kann im Weiteren auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 19 S. 9 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). 

11. Das Tatverschulden hinsichtlich der fahrlässigen Verkehrsregelverletzung 
(Nichtbeherrschung des Fahrzeugs im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG) wiegt noch 

leicht, zumal es sich um eine nur kurze Fehlreaktion der Beschuldigten handelte, 

indem sie einer Katze auszuweichen versuchte und deshalb den Inselschutz-

pfosten rammte. Ihre Geschwindigkeit war gering, zumal die Beschuldigte nur 

wenige Meter nach dem Rechtsabbiegen in die …-Strasse mit dem Inselschutz-

pfosten kollidierte. Der Sachschaden am Inselschutzpfosten von Fr. 390.-- liegt 

ebenfalls im geringen Bereich. Immerhin ist aber zu bemerken, dass die Beschul-

digte potentiell eine nicht unwesentliche abstrakte Gefahr heraufbeschwor, zumal 

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der Inselschutzpfosten einen Fussgängerstreifen schützte. Die Strasse war zum 

Unfallzeitpunkt am 20. Januar 2015 um 12:15 Uhr zwar nass, jedoch nicht vereist 

oder schneebedeckt (Urk. 2 S. 5). Letztlich kann aufgrund des Unfallbildes nur 

schlecht erklärt werden, weshalb die Beschuldigte bei einer niedrigen Geschwin-

digkeit ihr Auto nicht innert kürzester Distanz durch eine Bremsung anhalten 

konnte, stattdessen aber die Richtung verlor und mit ihrem Fahrzeug in den Insel-

schutzpfosten prallte. Es lässt auf eine erhebliche Unaufmerksamkeit schliessen. 

Das Aussprechen einer Busse von Fr. 500.-- erscheint daher als angemessen. 

12. Das Verschulden betreffend die Verletzung der Meldepflicht bei einem Unfall 
liegt am untersten Rand. So hat die Beschuldigte zumindest mehrfach versucht 

bzw. andere Personen versuchen lassen, die Geschädigte zu kontaktieren. Inso-

fern ist der Beschuldigten zugute zu halten, dass sie nicht die Absicht hatte, sich 

einer Schadenersatzforderung zu entziehen. Aufgrund der geringen Schadens-

höhe erscheint das Anliegen der Beschuldigten, die Sache relativ unkompliziert 

und ohne grossen Aufwand regeln zu wollen, in gewisser Weise nachvollziehbar. 

Ebenso kann in diesem Zusammenhang nicht unberücksichtigt bleiben, dass 

mehrere Personen um sie herum ebenfalls keine Veranlassung sahen, die Polizei 

zu kontaktieren. Zwar richten sich die gesetzlichen Pflichten im Verkehr nicht 

nach den Meinungen von Passanten oder Bekannten, aber letztere haben dem 

Fehlverhalten der Beschuldigten möglicherweise Vorschub geleistet. Schliesslich 

zeigt der Umstand, dass die Beschuldigte unmittelbar nach dem Unfall ihren Be-

kannten C._____ zu Hilfe rief, dieser die Unfallstelle sicherte, das Auto der Be-

schuldigten weg stellte und danach versuchte, die Geschädigte telefonisch zu   

erreichen, dass die im Ereigniszeitpunkt 78-jährige Beschuldigte nach dem Unfall 

mit der Situation etwas überfordert war. Auch deshalb erscheint das Verschulden 

der Beschuldigten in einem milderen Licht. 

13. Nicht gefolgt werden kann dem Statthalteramt, welches aufgrund eines im Un-
fallzeitpunkt laufenden Verfahrens wegen einer anderen Verkehrsregelverletzung 

eine erhebliche Straferhöhung verlangte (Urk. 20 S. 9 Erw. 3). Eine Straferhöhung 

wegen Delinquenz während laufender Strafuntersuchung ist dann vorzunehmen, 

wenn sich jemand ganz bewusst über die Warnwirkung eines laufenden Ver-

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fahrens hinwegsetzt und sich insofern unbeeindruckt vom Strafverfahren zeigt. 

Aufgrund der gesamten geschilderten Umstände kann davon im vorliegenden Fall 

keine Rede sein. 

14. Unter Berücksichtigung aller massgebender Umstände erscheint deshalb für 
das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs und die Verletzung der Meldepflicht bei   

Unfall insgesamt eine Busse von Fr. 700.-- als angemessen. 

15. Im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfreiheits-
strafe von sieben Tagen anzuordnen. 

VI. Kosten 

16. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Untersuchung und des 
erstinstanzlichen Verfahrens in vollem Umfang der Beschuldigten aufzuerlegen 

(Art. 428 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

17. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1). Das Statthalteramt obsiegt mit sei-

nem Antrag auf Schuldigsprechung der Beschuldigten und die Bemessung der 

Busse. Die Beschuldigte hingegen unterliegt mit ihrem Bestätigungsantrag voll-

umfänglich. Bei dieser Ausgangslage sind der Beschuldigten die Kosten für das 

Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'000.-- festzu-

setzen. 

18. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist der Beschuldigten für keine der In-
stanzen eine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

 

 

 

-   15   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen, vom 

11. Juli 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verletzung der Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und 

Art. 100 Ziff. 1 SVG. 

2. … 

3. … 

4. … 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 550.00   Gebühren und Auslagen Untersuchungsbehörde; 

Fr. 200.00   nachträgliche Gebühren der Untersuchungsbehörde 

Fr. 1'150.00   Total 
 

6. … 

7. … 

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel) 

2. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Urteil.  

 

 

-   16   - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig des pflichtwidrigen Verhaltens 
bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 

und Abs. 3 SVG. 

2. Die Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 700.-- bestraft.   

Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen. 

3. Die Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens sowie die Kosten des 

Statthalteramtes Andelfingen (total Fr. 1'150.--) werden der Beschuldigten 

auferlegt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

6. Der Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− den erbetenen Verteidiger RA lic. iur. X._____ (im Doppel für sich und 
die Beschuldigte) 

− das Statthalteramt des Bezirks Andelfingen 
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmass-
nahmen, Lessingstr. 33, 8090 Zürich, PIN-Nr. ... 

− die Vorinstanz 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   17   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 29. Januar 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 

 
 

	Urteil vom 29. Januar 2018
	Urteil der Vorinstanz:
	(Urk. 19)
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG.
	2. Die Beschuldigte wird vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG freigesprochen.
	3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 200.–.
	4. Für den Fall der Nichtbezahlung der Busse wird an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen angeordnet.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	6. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 5 werden im Umfang von Fr. 300.– der Beschuldigten auferlegt und im darüber hinausgehenden Betrag auf die Staatskasse genommen.
	7. Die Beschuldigte wird mit Fr. 2'300.00 (zuzüglich 8 % MwSt.) aus der Staatskasse entschädigt.
	8. (Mitteilung)
	9. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Die Beschuldigte sei des vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG schuldig zu sprechen.
	2. Die Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 700 zu bestrafen.
	3. Die Kosten des Verfahrens seien der Beschuldigten aufzuerlegen.
	b) der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 32):
	1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 11. Juli 2017 vollumfänglich zu bestätigen und es sei die Beschuldigte vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und...
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei die Beschuldigte für das Berufungsverfahren angemessen zu entschädigen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	1. Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks Andelfingen vom 9. Januar 2017 wurde die Beschuldigte wegen fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG sow...
	2. Nach der am 11. Juli 2017 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 5), sprach der Einzelrichter die Beschuldigte entsprechend dem Strafbefehl wegen fahrlässiger einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 in Verbindung mi...
	II.  Prozessuales
	3. Grundsätze
	3.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Steht ein Urteil zur Überprüfung an, bei welchem lediglich Übertretungen Gegens...
	3.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und massgeblichen ...
	4. Das Statthalteramt ficht in der Berufungsschrift den Freispruch betreffend pflichtwidriges Verhalten bei Unfall (Ziff. 2) und damit in Zusammenhang stehend die Bussenhöhe (Ziff. 3) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgenregelung (Ziff. 6 und 7) ...
	III.  Sachverhalt
	5. Rügen des Statthalteramts
	5.1. Die Statthalterin führt in ihrer Berufungsschrift aus, die Vorinstanz habe bei der Beantwortung der zentralen Frage, wann und wem die Beschuldigte den Unfall und den Schaden gemeldet habe, zu Recht auf die Angaben der Beschuldigten abgestellt, wo...
	5.2. Demgegenüber erachtet der Verteidiger der Beschuldigten den Sachverhalt durch die Vorinstanz als korrekt erstellt; insbesondere habe die Vorinstanz zu Recht auf die widerspruchsfreien und konsistenten Angaben der Beschuldigten abgestellt (Urk. 32).
	5.3. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss, dass die Beschuldigte den Ablauf nach dem Unfall konsistent geschildert habe und die Aussagen des Zeugen C._____ mit jenen der Beschuldigten übereinstimmten. Demnach rief C._____ um ...
	5.4. Dagegen brachte die Statthalterin vor, aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten und des Zeugen C._____ sei erstellt, dass dieser am 20. Januar 2015, um ca. 12.45 Uhr, beim Bauamt D._____ angerufen und niemanden erreicht habe. Auf...
	5.5. Die Statthalterin bringt nicht konkret vor, inwiefern die Vorinstanz die Aussagen der Beschuldigten hinsichtlich der nach 12.45 Uhr getätigten Telefonversuche nicht als konsistent hätte beurteilen dürfen. Die Beschuldigte erwähnt in allen ihren ...
	5.6. Die Statthalterin brachte weiter vor, es sei entscheidend, dass der Zeuge C._____ ausgesagt habe, er habe nur einmal versucht, beim Bauamt in D._____ anzurufen. Die weiteren Telefonate hätten seine Frau und die Beschuldigte geführt. Die Vorinstan...
	5.7. Gestützt auf diese Erwägungen ist für die nachfolgende rechtliche Würdigung von dem von der Vorinstanz erstellten Sachverhalt auszugehen.
	IV.  Rechtliche Würdigung
	6. Rügen der Statthalterin
	Die Statthalterin führt gegen das vorinstanzliche Urteil aus, die Meldedauer von zwei Stunden über die Mittagszeit sei zu Unrecht als mit der gesetzlichen Meldepflicht vereinbar erkannt worden. Vor dem Hintergrund der Lehre und Rechtsprechung stelle e...
	7. Vorbringen der Verteidigung
	Der Verteidiger führte dagegen aus, der Meldepflichtige habe die vorgeschriebene Anzeige unverzüglich nach dem Unfall, d.h. so rasch als ihm nach den Umständen zumutbar sei, zu erstatten. Genau dies habe die Beschuldigte getan. Das durch den Unfall g...
	8. Gesetzliche Grundlagen / Rechtsprechung
	Ereignet sich ein Unfall, an dem ein Motorfahrzeug oder Fahrrad beteiligt ist, so müssen alle Beteiligten sofort anhalten (Art. 51 Abs. 1 SVG). Ist nur Sachschaden entstanden, so hat der Schädiger sofort den Geschädigten zu benachrichtigen und Namen u...
	9. Würdigung
	9.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschuldigte habe rund eine halbe Stunde nach dem Unfall die vermeintliche Geschädigte zu kontaktieren begonnen. Rund zwei Stunden später habe sie die Gemeindeverwaltung B._____ erreicht. Die Schadenersatzansprüche der G...
	9.2. Vorab erscheint es entgegen der Rüge der Statthalterin als zulässig, dass die Beschuldigte die Unfallstelle nach deren Räumung verliess und sich mit Herrn C._____ zu ihm nach Hause begab. Angesichts des Alters der Beschuldigten und nachdem sie im...
	9.3. Hingegen kann der Auffassung der Vorinstanz, wonach eine Meldedauer von zwei Stunden über die Mittagszeit gerade noch als mit den Pflichten gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG vereinbar erscheine, nicht gefolgt werden. Dies aufgrund des klaren gesetzlichen...
	9.4. Das Urteil der Vorinstanz erweist sich somit als rechtsfehlerhaft und die Berufung des Statthalteramts als begründet. Die Beschuldigte ist somit nebst der Verletzung von Verkehrsregeln auch des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von ...
	V.  Sanktion
	10. Gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG ist mit Busse zu bestrafen, wer gesetzliche Pflichten bei einem Unfall verletzt. Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG ist ebenfalls mit Busse zu bestrafen, wer Verkehrsregeln verletzt. Zu den theoretischen Grundsätzen der Strafzumes...
	11. Das Tatverschulden hinsichtlich der fahrlässigen Verkehrsregelverletzung (Nichtbeherrschung des Fahrzeugs im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG) wiegt noch leicht, zumal es sich um eine nur kurze Fehlreaktion der Beschuldigten handelte, indem sie einer ...
	12. Das Verschulden betreffend die Verletzung der Meldepflicht bei einem Unfall liegt am untersten Rand. So hat die Beschuldigte zumindest mehrfach versucht bzw. andere Personen versuchen lassen, die Geschädigte zu kontaktieren. Insofern ist der Besch...
	13. Nicht gefolgt werden kann dem Statthalteramt, welches aufgrund eines im Unfallzeitpunkt laufenden Verfahrens wegen einer anderen Verkehrsregelverletzung eine erhebliche Straferhöhung verlangte (Urk. 20 S. 9 Erw. 3). Eine Straferhöhung wegen Delinq...
	14. Unter Berücksichtigung aller massgebender Umstände erscheint deshalb für das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs und die Verletzung der Meldepflicht bei   Unfall insgesamt eine Busse von Fr. 700.-- als angemessen.
	15. Im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen anzuordnen.
	VI.  Kosten
	16. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens in vollem Umfang der Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO).
	17. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1). Das Statthalteramt obsiegt mit seinem Antrag auf Schuldigsprechung der Beschuldigten und die Bemessung der Busse. Die Beschuldig...
	18. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist der Beschuldigten für keine der Instanzen eine Prozessentschädigung zuzusprechen.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen, vom 11. Juli 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG.
	2. …
	3. …
	4. …
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	6. …
	7. …
	8. (Mitteilung)
	9. (Rechtsmittel)
	2. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG.
	2. Die Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 700.-- bestraft.   Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen.
	3. Die Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens sowie die Kosten des Statthalteramtes Andelfingen (total Fr. 1'150.--) werden der Beschuldigten auferlegt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	6. Der Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 den erbetenen Verteidiger RA lic. iur. X._____ (im Doppel für sich und die Beschuldigte)
	 das Statthalteramt des Bezirks Andelfingen
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmassnahmen, Lessingstr. 33, 8090 Zürich, PIN-Nr. ...
	 die Vorinstanz

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.