# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f330fa4d-1953-5721-95d8-b70b247d296c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.01.2018 IV 2015/131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-131_2018-01-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/131

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 15.01.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 15.01.2018
Art. 28 IVG. Art. 17 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Auswirkungen einer 
depressiven Störung in einer Tätigkeit mit erhöhten Anforderungen an die 
Konzentration. Eingliederung vor Rente. Umschulung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Januar 2018, IV 
2015/131).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2015/131

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch den Rechtsdienst Inclusion Handicap, Rechtsanwältin lic.iur. Petra 

Kern, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im Juli 2011 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 3). Sie gab an, sie habe (nach der Geburt einer 

Tochter im Juli 2002) im August 2004 eine Ausbildung zur Pharma-Assistentin 

begonnen, die sie im August 2007 mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis 

abgeschlossen habe. Anschliessend habe sie im Lehrbetrieb als ausgebildete Pharma-

Assistentin in einem Pensum von 80 Prozent gearbeitet. Am 9. August 2011 gab Dr. 

med. B.___ vom psychiatrischen Zentrum C.___ telefonisch an (IV-act. 17), die 

Versicherte leide an einer mittelgradigen Depression und an einer Panikstörung. Es 

bestehe der Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen, 

narzisstischen und histrionischen Zügen. Zudem liege eine Somatisierungsstörung 

(Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Tinnitus, Übelkeit etc.) vor. Die 

Versicherte befinde sich seit Dezember 2010 in Behandlung. Die psychiatrische 

Therapie sei im März 2011 begonnen worden. Ein Arbeitsversuch von vier Stunden pro 

Tag sei gescheitert. Zur Zeit arbeite die Versicherte zweimal zwei Stunden pro Woche 

am angestammten Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber sei aber unzufrieden; es drohe eine 

Kündigung. Grundsätzlich sei die Versicherte mit ihrer Berufswahl zufrieden, weshalb 

keine Umschulung notwendig sei. Die Prognose sei offen und mittelfristig verhalten 

positiv. Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung untersuchte der Psychiater Dr. 

med. D.___ die Versicherte im September 2011. In seinem Untersuchungsbericht vom 

17. September 2011 hielt er fest (Fremdakten), die Versicherte leide an einer 

mittelgradigen depressiven Störung, die erst teilweise in Remission begriffen sei. 

Trotzdem sei er bezüglich des weiteren Verlaufs zuversichtlich. Ab November 2011 

könne das Arbeitspensum schrittweise gesteigert werden; ab Februar 2012 sollte die 

Versicherte wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sein. Am 21. April 2012 erstellte Dr. 

D.___ einen Verlaufsbericht (Fremdakten). Darin führte er aus, der objektive klinische 

Befund habe weitgehend jenem entsprochen, den er bei der ersten Untersuchung 

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erhoben habe. Ihren eigenen Angaben zufolge habe die Versicherte ihr Pensum wie 

ursprünglich geplant gesteigert. Sie habe aber Mühe mit der Konzentration gehabt und 

wiederholt Panikattacken erlitten. Ihr Arbeitgeber habe das Arbeitsverhältnis per Ende 

April 2012 gekündigt. Im Februar 2012 sei der Vater der Versicherten bei einem Unfall 

ums Leben gekommen, was sie mitgenommen habe. Seit Ende März befinde sich die 

Versicherte in einer tagesklinischen Behandlung. Diese Behandlung dürfte noch zwei, 

drei Monate dauern. Vorerst sei weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu 

attestieren. Nach dem Abschluss der tagesklinischen Behandlung müsse ein 

aussagekräftiger Verlaufsbericht eingeholt werden. Im August 2012 berichtete Dr. B.___ 

über einen stationären Zustand mit einer andauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

der Versicherten (IV-act. 41).

A.b  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die asim am 10. September 2014 ein 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 79). Der rheumatologische Sachverständige führte 

aus, hinter den ein autoimmun-entzündliches Systemleiden suggerierenden 

Beschwerden der Versicherten stehe keine entsprechende Krankheit. Trotzdem sei aus 

musculo-skelettaler Sicht zweifellos eine verminderte Belastbarkeit des 

Bewegungsapparates zuzuerkennen. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien der 

Versicherten aus rheumatologischer Sicht aber uneingeschränkt zumutbar. Der 

neurologische Sachverständige hielt fest, aus rein neurologischer Sicht bestehe eine 

Kopfschmerzsymptomatik von klinisch eher untergeordneter Relevanz, die wohl 

analgetikainduziert sei. Unter Berücksichtigung der Kopfschmerzen sei für sämtliche 

Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent zu attestieren. Die psychiatrischen 

Sachverständigen führten aus, die Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung bei einer gegenwärtig mittelgradigen Episode sowie an einer 

chronischen Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren. Aus 

psychosomatisch-psychiatrischer Sicht sei für die Zeit ab Januar 2011 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent zu attestieren. Eine Ärztin des IV-internen regionalen 

ärztlichen Dienstes (RAD) qualifizierte das Gutachten der asim als überzeugend (IV-act. 

80). Mit einem Vorbescheid vom 8. Dezember 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit (IV-act. 86), dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe. Zur 

Begründung führte sie an, dass leicht- bis mittelgradige depressive Episoden gemäss 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit einer „Willensanstrengung“ überwunden 

werden könnten, weshalb sie keine „invalidisierende Wirkung“ hätten. Dagegen liess 

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die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 21. Januar 2015 und am 24. Februar 2015 

einwenden (IV-act. 87 und 90), die von der IV-Stelle angeführte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung beziehe sich auf depressive Episoden im Zusammenhang mit einer 

somatoformen Schmerzstörung. Sie finde keine Anwendung auf eigenständige 

depressive Erkrankungen. Da die Versicherte an keiner somatoformen Schmerzstörung 

leide, sei auf das Gutachten der asim abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit von 

50 Prozent auszugehen. Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes der IV-Stelle notierte am 

16. März 2015 (IV-act. 91), die Versicherte leide an einer Schmerzstörung. Die 

depressive Episode stehe in einem engen Zusammenhang mit dieser Schmerzstörung, 

weshalb die bundesgerichtliche Rechtsprechung entgegen der Ansicht der 

Versicherten zur Anwendung kommen müsse. Mit einer Verfügung vom 17. März 2015 

wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 92).

B. 

B.a  Am 24. April 2015 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. März 2015 erheben (act. G 1). Ihre 

Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Zusprache einer halben Rente. Zur Begründung führte sie an, die Beschwerdeführerin 

leide nicht an einem pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild 

ohne eine nachweisbare Genese („Päusbonog“), weshalb sich die Frage nach der 

Überwindbarkeit des Leidens gar nicht stelle. Die Fachärzte hätten übereinstimmend 

eine depressive Störung diagnostiziert. Die Sachverständigen der asim hätten das 

Vorliegen eines „Päusbonog“ sogar explizit verneint. Der Invaliditätsgrad müsse folglich 

ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent berechnet werden.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 5. Juni 2015 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie aus, die 

Sachverständigen der asim hätten nebst einer depressiven Störung auch eine 

chronische Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren diagnostiziert. 

Diese gehöre zum Formenkreis der somatoformen Störungen. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerin gelange deshalb die „Päusbonog“-Rechtsprechung zur 

Anwendung.

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B.c  Am 30. Juni 2015 liess die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag festhalten (act. G 

10). Ihre Rechtsvertreterin wies auf ein Urteil des Bundesgerichtes vom 3. Juni 2015 hin 

(mittlerweile als BGE 141 V 281 amtlich publiziert), mit dem das Bundesgericht seine 

„Überwindbarkeitsvermutung“ beziehungsweise die „Päusbonog“-Rechtsprechung 

aufgegeben habe. Damit sei die Begründung für die Ablehnung des Rentenbegehrens 

der Beschwerdeführerin dahingefallen.

B.d  Die Beschwerdegegnerin hielt am 10. August 2015 fest (act. G 10), laut der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien leichte bis mittelschwere depressive 

Störungen „im Prinzip therapeutisch angehbar“, weshalb die Beschwerdeführerin trotz 

der Rechtsprechungsänderung keinen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung haben könne.

B.e  Am 20. Oktober 2017 bot das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin die 

Gelegenheit, Stellung zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum BGE 141 V 

281 zu nehmen (act. G 15). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme 

(act. G 16). Sie reichte eine Kostennote ein (act. G 16.1).

Erwägungen

1. 

Die Beschwerdeführerin hat ihren Wohnsitz im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung im 

Kanton Zürich gehabt. Gestützt auf den Art. 58 Abs. 1 ATSG wäre folglich das 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich für die Behandlung der Beschwerde 

örtlich zuständig gewesen. Allerdings sieht das IVG eine Abweichung vom Art. 58 Abs. 

1 ATSG vor: Gemäss dem Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist nämlich das Versicherungsgericht 

am Ort der IV-Stelle örtlich zuständig. Vorliegend hat die IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin geprüft, weil diese im Zeitpunkt 

der Anmeldung ihren Wohnsitz noch im Kanton St. Gallen gehabt hatte (vgl. Art. 55 

Abs. 1 IVG). Folglich ist das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gestützt auf 

den Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde örtlich 

zuständig.

2. 

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2.1  Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird gemäss dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zu 

jenem Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre. Der Art. 8 Abs. 3 ATSG sieht nur für jene Versicherten, die vor 

dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen sind und 

denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, eine alternative 

Invaliditätsbemessungsmethode vor.

2.2  Die Beschwerdeführerin ist vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung in 

einem Pensum von 80 Prozent erwerbstätig gewesen. Sie hat zwar Betreuungspflichten 

gegenüber ihrer minderjährigen Tochter erfüllen müssen. Das hat sie aber nicht daran 

gehindert, rund zwei Jahre nach der Geburt der Tochter eine dreijährige Berufslehre 

erfolgreich mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abzuschliessen. Sie ist also 

vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbstätig gewesen und es sind 

keine Gründe ersichtlich, die (im Rahmen der gesundheitlichen Möglichkeiten) gegen 

die objektive Zumutbarkeit einer weiteren Erwerbstätigkeit sprechen würden. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad deshalb vorliegend zu Recht anhand 

eines (reinen) Einkommensvergleichs berechnet (vgl. zum Ganzen auch das Urteil IV 

2014/125 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 24. Mai 2016, E. 2.2).

2.3  Gestützt auf das überzeugende Gutachten der asim steht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin 

im hier massgebenden Zeitraum von Januar 2011 bis März 2015 an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses sowie an einer 

Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren gelitten hat. Die 

Beschwerdegegnerin hat zunächst – vor der Aufgabe der „Päusbonog“-Praxis – 

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argumentiert, die Schmerzstörung sei willentlich überwindbar, weil es sich bei der diese 

begleitenden depressiven Störung nicht um eine Comorbidität von ausreichender 

Intensität handle. Nachdem das Bundesgericht seine „Päusbonog“-Praxis aufgegeben 

hatte, hat sie ihre Argumentation „auf den Kopf gestellt“ und geltend gemacht, die (von 

ihr nun offenbar als eigenständige Erkrankung qualifizierte) depressive Störung sei 

„therapeutisch angehbar“ und habe deshalb keine „invalidisierende Wirkung“. Dabei 

hat die Beschwerdegegnerin nicht nur übersehen, dass das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen in ständiger Rechtsprechung sowohl die „Päusbonog“- als auch die 

„Post-Päusbonog“-Praxis (soweit diese leicht- bis mittelschwere depressive Störungen 

pauschal als „nicht invalidisierend“ abstempelt) als gesetzwidrig qualifiziert, sondern 

auch, dass die Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

nicht etwa kognitiv eher anspruchslose Hilfsarbeiten verrichtet hatte, sondern vielmehr 

als gelernte Pharma-Assistentin in einer Apotheke erwerbstätig gewesen war. Diese 

Tatsache ist von wesentlicher Bedeutung, weil sich die von den Sachverständigen der 

asim festgestellten objektiven klinischen Befunde, namentlich die 

Konzentrationsstörungen und die Antriebsschwäche, erfahrungsgemäss je nach Beruf 

unterschiedlich stark auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Eine Pharma-Assistentin ist 

unter anderem für die Abgabe von Medikamenten und Heilmitteln zuständig. Dabei 

sind die Anforderungen an die Konzentration überdurchschnittlich hoch. Eine Apotheke 

kann sich keine unkonzentrierte Pharma-Assistentin leisten, denn jedes Versehen kann 

gesundheitsschädigende oder gar tödliche Folgen für die Kunden zur Folge haben. 

Angesichts der von den Sachverständigen der asim beschriebenen 

Konzentrationsstörungen und Antriebsschwäche der Beschwerdeführerin bestehen 

ernsthafte Zweifel an der attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für die erlernte 

Tätigkeit als Pharma-Assistentin. Als wahrscheinlicher erscheint die Vermutung, dass 

die Beschwerdeführerin als Pharma-Assistentin gar nicht mehr arbeitsfähig sein 

könnte. Allerdings fehlen in den Akten Hinweise, die diese Vermutung bestätigen 

würden. Folglich steht nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad fest, in welchem 

Umfang die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen 

Verfügung als Pharma-Assistentin arbeitsfähig gewesen ist. Die Verfügung vom 17. 

März 2015 beruht also auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt, weshalb sie in 

Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und als 

rechtswidrig aufzuheben ist.

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2.4  Von einer weiteren rein medizinischen Abklärung kann keine überwiegend 

wahrscheinlich richtige Arbeitsfähigkeitsschätzung für die erlernte Tätigkeit als Pharma-

Assistentin erwartet werden. Bevor die Beschwerdeführerin nochmals medizinisch 

untersucht wird, muss eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung für eine in einer 

Apotheke tätige Pharma-Assistentin erstellt werden. Diese muss sich insbesondere zur 

besonderen Sorgfaltspflicht im Umgang mit Arzneimitteln auseinandersetzen. Dafür ist 

wohl zunächst eine berufsberaterische Abklärung notwendig. Erst anschliessend kann 

(beispielsweise mit einer Rückfrage an die psychiatrischen Sachverständigen der asim) 

die Frage nach der Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf als Pharma-Assistentin aus 

medizinischer Sicht beantwortet werden. Sollte sich ergeben, dass die 

Beschwerdeführerin tatsächlich nicht mehr als Pharma-Assistentin tätig sein kann, läge 

für den erlernten Beruf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. Dem allgemeinen 

Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

2015, Vorbemerkungen, N 81 ff., mit Hinweisen) folgend müsste in dieser Situation vor 

der (erneuten) Rentenprüfung eine Umschulung in einen gleichwertigen Beruf (Art. 17 

IVG) geprüft werden. Da also nicht nur eine aufwendige weitere Sachverhaltsabklärung 

notwendig ist, sondern allenfalls noch berufliche Massnahmen im Sinne einer 

„Eingliederung vor Rente“ anstehen, kann das Versicherungsgericht nicht direkt über 

das Rentenbegehren entscheiden. Die Sache ist folglich an die Beschwerdegegnerin 

zur weiteren Abklärung und zur allfälligen Durchführung von beruflichen Massnahmen 

zurückzuweisen.

3. 

Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Abklärung gilt rechtsprechungsgemäss 

hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der 

beschwerdeführenden Partei. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind deshalb der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Diese hat der Beschwerdeführerin 

eine Parteientschädigung auszurichten. Gestützt auf die Kostennote vom 14. 

November 2017 ist von einem erforderlichen Vertretungsaufwand von 10,5 Stunden 

auszugehen. Der übliche Stundenansatz liegt bei 250 Franken. Zusammen mit den 

geltend gemachten Barauslagen von 45 Franken ergibt sich ein Honorar von 2'670 

Franken ohne Mehrwertsteuer. Unter Berücksichtigung des geltenden 

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Mehrwertsteuersatzes von acht Prozent beläuft sich das Honorar für die erforderliche 

Vertretung auf 2'883.60 Franken.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 17. 

März 2015 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 2'883.60 zu entschädigen.

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