# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9426a714-7ff4-5900-9cbe-4fda2f75422f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 03.02.2023 SBK.2022.377
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-377_2023-02-03.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

 

SBK.2022.377  

(STA.2022.3747)  

Art. 43 

 

 

Entscheid vom 3. Februar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Kabus  

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____,  

[…]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg,  

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Rheinfelden- 

Laufenburg vom 24. Oktober 2022 

 

in der Strafsache gegen die Richter B._____, C._____ und D._____ sowie 

die Anwälte E._____, F._____ und G._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 22. September 2022 beanzeigte die Beschwerdeführerin bei der 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg die Richter B., C. und D. des 

Landgerichts I. (D) sowie die Anwälte E., F. und G. Zur Begründung führte 

sie aus, dass das Verfahren 4 O 58/5 von Anwälten und Richtern am Land-

gericht I. "angezettelt" worden sei, um ihre familienrechtlichen Ansprüche 

der Ermittlung durch das Familiengericht zu entziehen und sie zu betrügen. 

 

2. 

Am 24. Oktober 2022 verfügte die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufen-

burg die Nichtanhandnahme dieser Strafanzeige. 

 

Die Nichtanhandnahmeverfügung wurde am 31. Oktober 2022 von der 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt.  

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihr am 4. November 2022 zugestellte Nichtanhandnahmever-

fügung erhob die Beschwerdeführerin am 14. November 2022 bei der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die Nichtanhandnahmeverfü-

gung sei aufzuheben und das Strafverfahren fortzuführen. Des Weiteren 

verlangte sie eine Fristerstreckung für die Begründung der Beschwerde. 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 28. November 2022 verlangte die Verfahrensleiterin der 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

von der Beschwerdeführerin eine Leistung von Fr. 800.00 als Sicherheit für 

allfällige Kosten. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2022 beantragte die Beschwerdeführerin 

die unentgeltliche Rechtspflege, welche mit Verfügung vom 14. Dezember 

2022 von der Verfahrensleiterin der Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau abgewiesen wurde. In der Folge be-

zahlte die Beschwerdeführerin die verlangte Sicherheit am 27. Dezember 

2022. 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 6. Januar 2023 erstattete die Staatsanwaltschaft Rhein-

felden-Laufenburg die Beschwerdeantwort. Sie beantragte die Abweisung 

der Beschwerde, unter Kostenfolgen. Diese Eingabe wurde der Beschwer-

deführerin mit Verfügung vom 9. Januar 2023 zur Kenntnisnahme zuge-

stellt. 

 - 3 - 

 

 

 

 

3.5. 

Am 16. Januar 2023 (Postaufgabe) ersuchte die Beschwerdeführerin um 

eine Fristerstreckung. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Verfügungen der Staatsanwaltschaft betreffend die Nichtanhandnahme ei-

nes Strafverfahrens sind gemäss Art. 310 Abs. 2 i.V.m. 322 Abs. 2 und 

Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Vorliegend beste-

hen keine Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO. Damit ist 

die Beschwerde zulässig.  

 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen 

Bemerkungen Anlass. Auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. 

Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist somit einzutreten.  

 

1.2. 

1.2.1. 

Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Be-

schwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Diese gesetzliche 

Frist kann nicht erstreckt werden (Art. 89 Abs. 1 StPO). Die Partei, die das 

Rechtsmittel ergreift, hat in der Beschwerdeschrift genau anzugeben, wel-

che Punkte des Entscheids sie anficht, welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahelegen, und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 

StPO). Erfüllt die Eingabe diese Anforderungen nicht, so weist die Rechts-

mittelinstanz sie zur Verbesserung innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück. 

Genügt die Eingabe auch nach Ablauf der Nachfrist den Anforderungen 

nicht, so tritt die Rechtsmittelinstanz auf das Rechtsmittel nicht ein (Art. 385 

Abs. 2 StPO). 

 

Nicht jeder Begründungsmangel, der nicht mehr innert der gesetzlichen 

Rechtsmittelfrist behebbar ist, kann indessen zu einer Nachfrist nach 

Art. 385 Abs. 2 StPO führen. Es kann nicht Sinn und Zweck einer Nachfrist 

sein, grundlegend mangelhafte Rechtsschriften gegenüber prinzipiell 

rechtsgenüglichen Eingaben zu privilegieren, zumal Letztere unter Um-

ständen die inhaltlichen Eintretenserfordernisse auch nicht in allen Punkten 

erfüllen. Die Beschwerdemotive müssen daher in jedem Fall, auch in Lai-

enbeschwerden, bis zum Ablauf der zehntägigen Frist (Art. 396 Abs. 1 

StPO) so konkret dargetan sein, dass klar wird, aus welchen Gründen der 

angefochtene Entscheid falsch sei. Ebenso müssen sich die innert gesetz-

licher Frist gemachten Ausführungen wenigstens ansatzweise auf die Be-

 - 4 - 

 

 

 

gründung des angefochtenen Entscheids beziehen. Anträge indessen kön-

nen insbesondere in Laieneingaben auch aus der Begründung hervorge-

hen (Urteil des Bundesgerichts 6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.2; 

PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-

nung, 2. Aufl. 2014, N. 9c und 9e zu Art. 396 StPO). 

 

1.2.2. 

Aus der soeben zitierten Lehre und Rechtsprechung folgt, dass der Be-

schwerdeführerin entgegen ihrem in der Beschwerde vom 14. November 

2022 gestellten Antrag keine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung gewährt 

werden konnte. Daran ändert auch nichts, dass sie gemäss ärztlichem 

Zeugnis von med. pract. H. bis am 18. Dezember 2022 arbeitsunfähig ge-

wesen sein soll. Dies zum einen, weil sich aus dem Zeugnis keine Begrün-

dung für die attestierte Arbeitsunfähigkeit entnehmen lässt. Zum andern 

aber vor allem deshalb, weil eine Arbeitsunfähigkeit nicht zwangsläufig 

auch die Unfähigkeit, sich im schriftlichen Verkehr mit den Behörden aus-

einanderzusetzen, beinhalten muss. So war die Beschwerdeführerin denn 

auch in der Lage, trotz bescheinigter Arbeitsunfähigkeit bis am 18. Dezem-

ber 2022 sowohl am 14. November 2022 als auch am 10. Dezember 2022 

Eingaben zu erstatten.  

 

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 24. Oktober 2022 wurde der Be-

schwerdeführerin am 4. November 2022 zugestellt. Die zehntägige Be-

schwerdefrist begann somit am 5. November 2022 zu laufen und endete 

am 14. November 2022. Nach diesem Datum war eine Ergänzung der Be-

schwerdebegründung demnach nicht mehr möglich. Die Eingabe der Be-

schwerdeführerin vom 10. Dezember 2022 ist daher samt Beilagen aus 

dem Recht zu weisen, soweit mit ihr die Begründung der Beschwerde er-

gänzt wurde, was mit Ausnahme des Gesuchs um unentgeltliche Rechts-

pflege ausschliesslich der Fall ist. Aus demselben Grund war auch nicht 

auf das mit Eingabe vom 16. Januar 2023 gestellte Fristerstreckungsge-

such einzugehen. Dies selbst dann nicht, wenn die Beschwerdeführerin mit 

der "zeitnah" angekündigten weiteren Eingabe auf die Beschwerdeantwort 

der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 6. Januar 2023 hat 

reagieren wollen. Diese hat in der Beschwerdeantwort bloss den Antrag auf 

Abweisung der Beschwerde gestellt und zur Begründung hierfür auf die 

Nichtanhandnahmeverfügung vom 24. Oktober 2022 verwiesen. Es ist 

nicht ersichtlich, was hierzu von Seiten der Beschwerdeführerin zu erwi-

dern gewesen wäre. Eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin wäre 

daher unweigerlich auf eine Ergänzung der Beschwerde vom 14. Novem-

ber 2022 hinausgelaufen, was nach dem Gesagten unzulässig ist. 

Schliesslich bedurfte es auch keiner förmlichen Behandlung des Frister-

streckungsgesuchs, nachdem die Beschwerdeführerin die Eingabe darin 

bereits angekündigt hatte. 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg nahm die Strafanzeige der 

Beschwerdeführerin mit der Begründung, es liege keine schweizerische 

Gerichtsbarkeit vor, nicht an die Hand (Art. 310 Abs. 1 lit a StPO). Dem 

schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen sei, wer in der Schweiz ein 

Verbrechen oder Vergehen begehe (Art. 3 StGB). Der Tatort bezüglich der 

angeblichen Tat sei in Deutschland, am Sitz des Landgerichts I. bzw. alter-

nativ am jeweiligen Sitz der beanzeigten Anwälte in Deutschland. Insofern 

lasse sich gestützt auf Art. 3 StGB keine schweizerische Zuständigkeit be-

gründen. Art. 4, 5, 6, 7 Abs. 1 und 2 oder Art. 8 Abs. 1 StGB schieden 

ebenfalls aus.  

 

Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um Beistand durch ei-

nen Juristen fasste die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg als Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege auf. Sie wies dieses mit der Begrün-

dung ab, dass eine allfällige Zivilforderung aussichtslos sei.  

 

2.2. 

In der Beschwerde vom 14. November 2022 geht die Beschwerdeführerin 

nur insoweit auf die Begründung in der Nichtanhandnahmeverfügung ein, 

als sie ausführt, für sie sei die Akte Tatort des Verbrechens. Im Übrigen 

macht sie geltend, dass sie über zwanzig Jahre an verschiedenen Gerich-

ten reiner Willkür und Schikane ausgesetzt gewesen sei. Das permanente 

Unrecht sei nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Vor allem deshalb habe 

sie um Beistand durch einen Juristen ersucht. Sie verweise auf die überge-

ordneten Menschenrechte Art. 6, 7, 8, 10, 14 und 17. Während jeder Straf-

täter einen Juristen an seine Seite bekomme, müsse sie als Opfer die Be-

weisführung der Straftat ohne Hilfe bewältigen.  

 

Die Beschwerdeführerin legt mit diesen Ausführungen nicht dar, weshalb, 

entgegen der korrekten Darlegung in der Nichtanhandnahmeverfügung, 

eine schweizerische Gerichtsbarkeit in der von ihr beanzeigten Strafsache 

vorliegen soll. Dass "die Akte" Tatort des Verbrechens sein soll, trifft offen-

sichtlich nicht zu, ist für die Zuständigkeit doch einzig das Gesetz massge-

bend. Unbehelflich ist die Beschwerde auch insofern, als damit die von der 

Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg in der angefochtenen Verfü-

gung abgelehnte unentgeltliche Rechtsvertretung angefochten wird. Be-

steht keine schweizerische Gerichtsbarkeit, ist eine allfällige Zivilklage of-

fensichtlich aussichtslos, womit kein Anspruch auf unentgeltliche Rechts-

pflege besteht (Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO).  

 

3. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfah- 

rensausgang wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 

StPO). Anspruch auf Entschädigung besteht nicht.   

 - 6 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 600.00 sowie den Auslagen von Fr. 57.00, zusammen 

Fr. 657.00, werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der von ihr 

geleisteten Sicherheit von Fr. 800.00 verrechnet. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 3. Februar 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Kabus