# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b22d3e03-1927-5eb7-84e5-bfe9e9318823
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 09.03.2022 R 2020 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-62_2022-03-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 62

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

RichterInnen Audétat, Racioppi, von Salis und Pedretti

Aktuarin Parolini

URTEIL 

vom 9. März 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz,

und 

Mountain Wilderness Schweiz,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg,

Beschwerdeführerinnen

gegen

Regierung des Kantons Graubünden, 

vertreten durch das Departement für Volkswirtschaft und

Soziales Graubünden, Ringstrasse 10, 7001 Chur,

Beschwerdegegnerin 1

- 2 -

und

Gemeinde A.________, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reto Crameri,

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Teilrevision Ortsplanung und Rodungsbewilligung

- 3 -

I. Sachverhalt:

1. Die Gemeinde A.________ setzt sich aus den sieben Fraktionen 

B.________, C.________, D.________, E.________, F.________, 

G.________ und H.________ zusammen. Westlich der Fraktion 

C.________ befindet sich der Stausee I.________, nordwestlich davon, in 

der Nähe des Stauwehrs, die im Jahr 1868 vollendete Steinbogenbrücke 

(J.________), der K.________ Viadukt der RhB und die Strassenbrücke 

der Nationalstrasse N29. Alle drei Brücken führen über die L.________. 

2. Verschiedene Initianten lancierten das Projekt "M.________" mit der Idee, 

mittels zweier Hängeseilbrücken (mit einer Länge von 120 m und 240 m) 

über der L.________ zu einer noch zu erstellenden Kaverne in der ge-

genüberliegenden, senkrechten Felswand einen Erlebnisweg (Rundgang) 

zu realisieren und diesen, verbunden mit Restaurationsmöglichkeiten, Be-

sucherzentrum, Rastplätzen, etc. in der neuen Touristikzone, als touristi-

sche Attraktion zu nutzen. 

3. Das fragliche Gebiet I.________ befindet sich teilweise in der Bauzone 

(Gewerbezone, Wohnmischzone), im Wald und im übrigen Gemeindege-

biet. Das Projekt tangiert die im Kantonalen Richtplan (nachfolgend KRIP) 

aufgeführte qualifizierte Pufferzone des UNESCO-Welterbe-Objekts 

"Rhätische Bahn in der Landschaft N.________" und den Gewässerraum 

der O.________. Sowohl die P.________ als auch die J.________ sind im 

Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (nachfolgend 

IVS) als Objekte von nationaler Bedeutung eingetragen.

4. Die Gemeinde A.________ initiierte die für das Projekt erforderliche Teil-

revision der Ortsplanung. Nach Vorprüfung durch das Amt für Raument-

wicklung (nachfolgend ARE) legte sie den Entwurf vom 5. April bis zum 

4. Mai 2019 öffentlich auf. Am 3. Mai 2019 reichten die Umweltorganisati-

onen Pro Natura, WWF Schweiz, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und 

- 4 -

Mountain Wilderness Schweiz eine Stellungnahme ein. Andere Stellung-

nahmen gingen nicht ein.

5. Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 19. Juli 2019 stimmte die Be-

völkerung der Teilrevision der Ortsplanung zu. Am 9. August 2019 erfolgte 

die öffentliche Bekanntgabe des Gemeindeversammlungsbeschlusses, 

gleichentags, bis am 7. September 2019, die öffentliche Auflage des Ro-

dungsgesuchs. 

6. Am 6. August 2019 reichte die Gemeinde der Regierung des Kantons 

Graubünden die verabschiedeten Planungsmittel (Zonenplan 1:2000 Hän-

gebrücke I.________, Genereller Erschliessungsplan 1:2000 Hängebrü-

cke I.________, Baugesetz der ehemaligen Gemeinde C.________ Art. 7, 

Art. 10 und Art. 21a) zusammen mit dem Planungs- und Mitwirkungsbe-

richt vom 23. Juli 2019 zur Genehmigung sowie das Rodungsgesuch vom 

30. Oktober 2019 betreffend 650 m2 Wald im Bereich der Brückenköpfe 

und der ersten Meter der Hängeseilbrücken zur Bewilligung ein. 

7. Am 3. September 2019 reichten die Umweltorganisationen Pro Natura, 

WWF Schweiz, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Mountain Wilder-

ness Schweiz eine gemeinsame Stellungnahme bezüglich der Nutzungs-

planung sowie gleichentags eine Einsprache gegen das Rodungsgesuch 

ein. Im Planungsverfahren beantragten sie die Verweigerung der Geneh-

migung, eventualiter die Einholung eines Gutachtens der eidgenössischen 

Natur- und Heimatschutzkommission (nachfolgend ENHK) und eines orni-

thologischen Gutachtens, im Rodungsverfahren die Verweigerung der Be-

willigung.

8. Mit Beschluss vom 5. Mai 2020 genehmigte die Regierung des Kantons 

Graubünden die Nutzungsplanung, nämlich die Teilrevision des Baugeset-

zes, den Zonenplan 1:2000 Hängebrücke I.________ (mit Auflage) sowie 

den Generellen Erschliessungsplan 1:2000 Hängebrücke I.________ (mit 

- 5 -

Auflagen und Hinweisen) und erteilte gleichzeitig die Bewilligung zur Ro-

dung von Wald für die Realisierung der zwei Hängebrücken (unter Bedin-

gungen und Auflagen). 

9. Gegen diesen Regierungsbeschluss erhoben die Stiftung Landschafts-

chutz Schweiz und die Mountain Wilderness Schweiz (nachfolgend Be-

schwerdeführerinnen) am 8. Juni 2020 Beschwerde beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden. Sie stellten folgende Rechtsbegehren:

"1. Der angefochtene Genehmigungsbeschluss vom 5. Mai 2020, inklu-
sive integrierter Rodungsbewilligung, sei aufzuheben, und den ent-
sprechenden Planungsmitteln sowie dem entsprechenden Rodungs-
gesuch sei die Genehmigung zu verweigern.

2. Es sei ein Gutachten der ENHK oder der EKD einzuholen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-
gegner."

Im Wesentlichen begründeten sie die Beschwerde damit, dass der rechts-

erhebliche Sachverhalt teilweise falsch ermittelt worden sei, dass mit dem 

Projekt das Gewässerschutzgesetz verletzt werde, die in der qualifizierten 

Pufferzone des UNESCO-Welterbe-Objekts erforderliche Gestaltungspla-

nung nicht erfolgt sei und das Projekt auch dem KRIP UNESCO-Welterbe 

widerspreche und zu einer Beeinträchtigung des IVS-Objekts J.________ 

führe, weshalb ein Verkehrskonzept und ein Gutachten der ENHK 

oder der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (nachfolgend 

EKD) hätten eingeholt werden müssen. Auch die Vorschriften über den 

Landschaftsschutz würden verletzt, zumal die Interessenabwägung un-

vollständig und unkorrekt erfolgt sei sowie Alternativen und Ersatzmass-

nahmen fehlten. Die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung 

nach dem Waldgesetz seien nicht erfüllt, die geplante Rodung sei touris-

tisch motiviert und erfolge aus finanziellen Interessen. Im Übrigen würden 

verschiedene weitere Aspekte (Steinschlaggefahr als Sicherheitsproblem, 

- 6 -

Parkierung und Verkehrssicherheit, fehlende Angaben zum Rast-/Spiel-

platz, Vogelschutz) unzulässigerweise in das nachgelagerte Baubewilli-

gungsverfahren verlagert. 

10. Mit Vernehmlassung vom 16. Juli 2020 beantragte die Regierung des Kan-

tons Graubünden, handelnd durch das Departement für Volkswirtschaft 

und Soziales, (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) die kostenfällige Ab-

weisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie grundsätzlich auf 

die Erwägungen im angefochtenen Genehmigungsbeschluss und führte 

ferner aus, Hängebrücken seien auch andernorts in der Schweiz an viel 

schützenswerteren Orten erbaut worden. In Bezug auf die Gestaltungsbe-

ratung sei die Denkmalpflege beigezogen worden. Es reiche, dass sie de-

ren Empfehlung, die Anschlusspunkte der Hängebrücke müssten in "an-

gemessener Entfernung" von der J.________ angesetzt werden, in den 

angefochtenen Regierungsbeschluss aufgenommen habe, zumal gering-

fügige Abweichungen vom GEP im Rahmen des Baubewilligungsverfah-

rens zulässig seien. Von einer unberührten Schluchtlandschaft könne vor-

liegend nicht gesprochen werden; der Charakter der UNESCO-Welterbe-

strecke der RhB werde durch die geplanten Hängebrücken nicht beein-

trächtigt. 

11. Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2020 beantragte die Gemeinde 

A.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) die kosten- und ent-

schädigungsfällige Abweisung der Beschwerde. Sie bestritt, dass es sich 

bei den beiden Hängebrücken um eine Überdeckung handle und machte 

andernfalls geltend, dass die Voraussetzungen für die Annahme eines 

Ausnahmetatbestandes nach Gewässerschutzgesetz vorlägen, zumal es 

sich dabei auch um Verkehrsübergänge handle. Die Anliegen des KRIP 

UNESCO-Welterbe inkl. Beratungspflicht würden eingehalten, weshalb 

die Ortsplanungsrevision auch als richtplankonform beurteilt worden sei. 

Die exakte Lage der Anschlusspunkte der Hängebrücke sei noch nicht be-

kannt, in jedem Fall würde in die Substanz der historischen J.________ 

- 7 -

nicht eingegriffen. Im Nutzungsplanverfahren müssten weder ein Gutach-

ten der ENHK- oder der EKD noch ein Verkehrskonzept eingeholt werden. 

Die Ortsplanungsrevision sei im Rahmen der Gemeindeautonomie be-

schlossen worden; die Gemeinde beurteile das Projekt als sehr bedeu-

tend, was sich auch aus dem Kommunalen Räumlichen Leitbild ergebe. 

Schliesslich dürften auch touristische und finanzielle Aspekte berücksich-

tigt werden; dies legte die Beschwerdegegnerin 2 sowohl bezüglich der 

Planung wie auch der Voraussetzungen für die erforderliche Rodung 

näher dar. 

12. Am 14. September 2020 reichten die Beschwerdeführerinnen die Replik 

ein. Sie hielten an ihren in der Beschwerde formulierten Anträgen und de-

ren Begründung fest und betonten, dass es sich bei den geplanten Hän-

gebrücken nicht um einen Verkehrsübergang, sondern um eine reine Frei-

zeitanlage handle. Bezüglich des KRIP UNESCO-Welterbe sei festzuhal-

ten, dass die Denkmalpflege das Vorhaben in der vorliegenden Form nicht 

gutgeheissen habe, weshalb die Anforderungen an ein Vorhaben inner-

halb der qualifizierten Pufferzone des UNESCO-Welterbes nicht erfüllt 

seien. Was die Anschlusspunkte der Hängebrücken betreffe, zeigten die 

Beschwerdegegnerinnen nicht auf, dass eine Verschiebung im Baubewil-

ligungsverfahren noch möglich wäre. Auch müssten die erforderlichen Er-

satzmassnahmen für den Landschaftseingriff im Zeitpunkt des Planerlas-

ses sichergestellt sein, was vorliegend nicht der Fall sei.

13. Mit Schreiben vom 29. September 2020 verzichtete die Beschwerdegeg-

nerin 1 auf die Einreichung einer Duplik.

14. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin 2 

auf eine Duplik, wies jedoch darauf hin, dass sie an ihren Ausführungen 

betreffend Überdeckung von Fliessgewässern, Vereinbarkeit mit dem 

KRIP UNESCO-Welterbe und Beeinträchtigung der historischen Brücke 

festhalte.

- 8 -

15. Am 27. Oktober 2020 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin-

nen seine Honorarnote ein. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Regierungsbeschluss sowie auf 

die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 102 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. d des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen Ent-

scheide der Regierung über öffentlichrechtliche Streitigkeiten, soweit 

diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. 

Letzteres ist weder gemäss KRG noch nach dem Bundesgesetz über die 

Raumplanung (RPG; SR 700) der Fall, womit die Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichts zur Beurteilung des angefochtenen Regierungsbe-

schlusses vom 5. Mai 2020 (Akten Beschwerdeführerinnen [Bf-act.] 1, Ak-

ten Beschwerdegegnerin 1 [Bg1-act.] 7) gegeben ist. Das Verwaltungsge-

richt entscheidet gestützt auf Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG in Fünferbesetzung, 

zumal eine Beschwerde gegen den Entscheid der Regierung zu beurteilen 

ist. 

2. Was die Beschwerdelegitimation betrifft, hat das kantonale Recht gemäss 

Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG eine solche mindestens im gleichen Umfang wie 

für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bun-

desgericht zu gewährleisten, womit die Legitimationserfordernisse von 

Art. 89 i.V.m. Art. 111 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht (BGG; SR 173.110) auch für das kantonale Rechtsmittel-

verfahren gelten. Gemäss Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG sind Personen, Orga-

nisationen und Behörden zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

- 9 -

legenheiten berechtigt, denen ein anderes Bundesgesetz dieses Recht 

einräumt. Vorliegend ist die Beschwerdelegitimation der Beschwerdefüh-

rerinnen gestützt auf Art. 55 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz 

(USG; SR 814.019) und Art. 12 des Bundesgesetzes über den Natur- und 

Heimatschutz (NHG; SR 451) i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die Be-

zeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Hei-

matschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen (VBO; SR 814.01, 

Anhang Ziffn. 13 und 31) zu bejahen; im Übrigen ist die Beschwerdelegiti-

mation auch nicht bestritten. Damit ist auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde einzutreten.

3. Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG können mit der Beschwerde Rechtsverletzun-

gen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens so-

wie unrichtige (lit. a) oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts geltend gemacht werden (lit. b). 

3.1. Die Beschwerdeführerinnen rügen, die Beschwerdegegnerin 1 habe den 

Sachverhalt teilweise falsch festgestellt, weil sie im angefochtenen Be-

schluss davon ausging, die Teilrevision der Ortsplanung betreffe aussch-

liesslich die Kulturlandschaft in der "Pufferzone" anstatt in der "qualifizier-

ten Pufferzone" im Nahbereich des UNESCO-Welterbe-Objekts "RhB in 

der Landschaft N.________".

3.2. Im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 16. Juli 2020 räumt die Beschwe-

degegnerin 1 ein, dass das Vorhaben innerhalb der qualifizierten Puffer-

zone im Nahbereich des UNESCO-Welterbe-Objekts "RhB in der Land-

schaft N.________" geplant sei, was aber ihrer Ansicht nach keinen Ein-

fluss auf das Resultat des angefochtenen Regierungsbeschlusses habe. 

3.3. Aus der Interaktiven Karte des KRIP UNESCO-Welterbe (vgl. 

www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/are -> Dienstleistungen/Kan-

tonale Richtplanung/genehmigt Bund/Interaktive Karte bzw. Geoportal der 

- 10 -

Kantonalen Verwaltung/Richtplankarte/Unesco Welterbe, sowie auch Bf-

act. 12 und Bf-act. 5/Bg2-act. 1, S. 7) ergibt sich, dass sich das umstrit-

tene Vorhaben innerhalb der qualifizierten Pufferzone im Nahbereich des 

UNESCO-Welterbe-Objekts "RhB in der Landschaft N.________" befin-

det. Das Gericht geht im Nachfolgenden von diesem bereinigten Sachver-

halt aus. 

4. Die Rügen der Beschwerdeführerinnen beziehen sich auf die Themen 

Überdeckung von Fliessgewässern, KRIP UNESCO-Welterbe, IVS/Gut-

achten ENHK und EKD, Landschaftsschutz und Ersatzmassnahmen/Ge-

samtinteressenabwägung, Rodung sowie Verschiebung diverser zentraler 

Aspekte in nachgelagerte Verfahren. Im Nachfolgenden ist im Einzelnen 

auf diese einzugehen.

4.1. Art. 36a des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (GSchG; 

SR 814.22) schreibt den Kantonen die Festlegung des Raumbedarfs von 

oberirdischen Gewässern vor, der erforderlich ist für die Gewährleistung 

der natürlichen Funktionen der Gewässer (lit. a), den Schutz vor Hochwas-

ser (lit. b) und die Gewässernutzung (lit. c) (Gewässerraum). Art. 38 

Abs. 1 GSchG bestimmt zudem, dass Fliessgewässer nicht überdeckt 

oder eingedolt werden dürfen. Art. 38 Abs. 2 lit. a-e GSchG führt Ausnah-

men auf, welche die Behörde bewilligen kann (Hochwasserentlastungs- 

und Bewässerungskanäle, Verkehrsübergänge, Übergänge land- und 

forstwirtschaftlicher Güterwege, kleine Entwässerungsgräben mit zeitwei-

ser Wasserführung, Ersatz bestehender Eindolungen und Überdeckun-

gen, sofern eine offene Wasserführung nicht möglich ist oder für die land-

wirtschaftliche Nutzung erhebliche Nachteile mit sich bringt). 

4.1.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss führte die Vorinstanz mit Hinweis 

auf Art. 36a GSchG i.V.m. Art. 41a der Gewässerschutzverordnung 

(GSchV; SR 814.201) aus, das Vorhaben liege mehr als 50 m über der 

Schlucht und der Luftraum über diesem Gewässer müsse nicht mitberück-

- 11 -

sichtigt werden, weil bei einer Schlucht kein Gewässerraum festgelegt 

werde. Die Berufung auf Art. 38 GSchG ziele ins Leere.

4.1.2. Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, der Begriff der Überdeckung 

sei weit auszulegen, er umfasse auch nur eine kurze Überdeckung mit 

Brücken. Unter Hinweis auf das (Rechts-)Gutachten von Rechtsanwalt 

Dr. iur. et dipl. chem. Q.________ (zur Beurteilung der Zulässigkeit von 

geplanten Gewässerüberdeckungen bei der Abfahrtspiste der internatio-

nalen Lauberhornrennen in Wengen/BE vom 30. Januar 2007, erstellt im 

Auftrag des Amtes für Umweltkoordination und Energie des Kantons Bern; 

Bf-act. 16) sind sie der Ansicht, dass jede bauliche Konstruktion über dem 

Lichtraumprofil eines Fliessgewässers eine Überdeckung im Sinne von 

Art. 38 GSchG darstelle, weshalb die geplanten Hängebrücken als solche 

zu qualifizieren seien. Diese hätten negative Auswirkungen auf das Ge-

wässer (hinunterfallende oder -geworfene Gegenstände/Abfälle), auf des-

sen Erscheinungsbild und auf den Landschaftsschutz. Für die Bewilligung 

einer solchen Überdeckung bedürfe es eines Ausnahmetatbestands nach 

Art. 38 Abs. 2 GSchG, z.B. als Verkehrsübergang im Sinne von Art. 38 

Abs. 2 lit. b GSchG. Da die geplanten Hängebrücken als Freizeitanlagen 

dienten, nicht Bestandteil des Fuss- und Wanderwegnetzes seien und 

keine Verbindungsfunktion hätten, könnten sie nicht als Verkehrsüber-

gänge angesehen werden. Eine Ausnahmebewilligung dürfe nicht erteilt 

werden.

4.1.3. Die Beschwerdegegnerin 1 verweist zu diesem Thema auf den angefoch-

tenen Regierungsbeschluss. Zudem macht sie geltend, überall in der 

Schweiz existierten (Hänge-)Brücken als Touristenattraktion, die in bedeu-

tend schützenswerteren Gebieten als dem hier betreffenden bewilligt wor-

den seien.

4.1.4. Die Beschwerdegegnerin 2 bestreitet, dass es sich bei den beiden Hän-

gebrücken überhaupt um eine Überdeckung handle. Durch die Realisie-

- 12 -

rung der Hängebrücken, die eine gitterrostähnliche Konstruktion aufwei-

sen und in einer Höhe von 50 bis 70 m über dem Fluss erstellt werden 

sollten, würden weder die Gewässerfunktion (Schutz-, Nutz- und Wohl-

fahrtsfunktion) noch die Gestalt des Gewässerlaufs gestört. Selbst wenn 

von einer Überdeckung ausgegangen würde, liege ein Ausnahmetatbe-

stand vor. Die von Q.________ vertretene Ansicht werde in Literatur und 

Rechtsprechung nicht aufgenommen, der Schluss des Gutachters, der Be-

griff des Verkehrsübergangs müsse restriktiv ausgelegt werden, wider-

spreche der gängigen Praxis im Kanton Graubünden, in dem Skipisten 

(entgegen Q.________ und der von ihm zitierten Praxis des Kantons 

St. Gallen) als Verkehrsübergänge qualifiziert würden. Die Begriffe Eindo-

lung und Überdeckung seien weitgehend begriffsidentisch und entspre-

chend gleichbedeutend, deshalb sei eine Überdeckung erst dann rechtlich 

relevant, wenn sie die Intensität einer Eindolung erreiche, nämlich der Ver-

legung eines Gewässers in eine Röhre gleichkomme. Da die beiden Hän-

gebrücken zur Kaverne in der Felswand führten, seien sie ohne Weiteres 

auch als Verkehrsübergänge anzusehen und somit einer Ausnahmebewil-

ligung zugänglich.

4.1.5. Gemäss der Interaktiven Karte Oberflächengewässer des ANU (vgl. 

www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu -> Themen/ Wasser/ 

Oberflächengewässer /Gewässerraum) ist im fraglichen Bereich rund um 

die J.________ ein minimaler Gewässerraum im Sinne von Art. 36a 

GSchG ausgeschieden, was der Behauptung der Beschwerdegegnerin 1, 

in Schluchten müsse ein solcher nicht ausgeschieden werden (vgl. ange-

fochtener Regierungsbeschluss vom 5. Mai 2020, S. 20, Bf-act. 1/Bg1-

act. 7), entgegensteht. Dieser Punkt spielt vorliegend allerdings keine ent-

scheidende Rolle, ist doch vielmehr die Frage massgebend, ob es sich bei 

den beiden Hängeseilbrücken um eine Überdeckung im Sinne von Art. 38 

Abs. 1 GSchG handelt oder nicht. 

- 13 -

4.1.6. Der Begriff der Überdeckung wird im Gesetz nicht definiert; vorliegend ist 

strittig und unklar, welche Tragweite ihm zukommt, weshalb der Sinn von 

Art. 38 Abs. 1 GSchG durch Gesetzesauslegung zu ermitteln ist (HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich/St. Gallen 

2020, Rz. 175). Für die Normen des Verwaltungsrechts gelten die üblichen 

Methoden der Gesetzesauslegung, wobei die grammatikalische, histori-

sche, zeitgemässe, systematische und teleologische Auslegungsmethode 

zur Anwendung gelangen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 177). In 

der französischen bzw. italienischen Fassung von Art. 38 Abs.1 GSchG 

wird bestimmt, dass Gewässer "ne doivent (…) être couverts" bzw. "non 

devono essere coperti". Die Bestimmung steht im 3. Kapitel "Verhinderung 

und Behebung anderer nachteiliger Einwirkungen auf Gewässer" (1. Ka-

pitel "Reinhaltung der Gewässer", 2. Kapitel "Sicherung angemessener 

Restwassermengen"). Das heute geltende GSchG wurde 1991 erlassen, 

wobei damals der Schutzbereich durch den quantitativen Gewässerschutz 

in beachtlicher Weise erweitert worden war, während in den Jahren 1955 

der qualitative Gewässerschutz und 1971 der Schutz gegen Verunreini-

gungen im Zentrum gestanden hatten (VALLENDER, in: HETTICH/JAN-

SEN/NORER, Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserb-

augesetz, Zürich 2016, Art. 1 Rz. 1). Demnach weist das GSchG ein wei-

tes Schutzspektrum auf; bezweckt wird der Schutz vor nachteiligen Ein-

wirkungen durch den Menschen (Art. 1 Abs. 1 GSchG) (VALLENDER, 

a.a.O., Art. 1 Rz. 18 f.); Art. 1 Abs. 2 lit. a-h GSchG sagt beispielhaft, wozu 

der Schutz zu dienen hat: z.B. der Gesundheit von Menschen, Tieren und 

Pflanzen (lit. a), der Erhaltung natürlicher Lebensräume für die einheimi-

sche Tier- und Pflanzenwelt (lit. c), der Erhaltung von Fischgewässern 

(lit. d), der Erhaltung der Gewässer als Landschaftselemente (lit. e). 

In der Botschaft zur Volksinitiative "zur Rettung unserer Gewässer" und 

zur Revision des GSchG vom 29. April 1987 (vgl. BBl 1987 II 1061) wird 

im Zusammenhang mit Art. 38 GSchG nur die Eindolung näher erläutert 

- 14 -

(vgl. S. 1143 f.), das Überdecken von Fliessgewässern wird im Titel er-

wähnt, es finden sich aber keine Ausführungen dazu, auch nicht in den 

übrigen Materialien. Gemäss FRITZSCHE ist der Begriff der "Überdeckung" 

umfassend zu verstehen; er beinhaltet sowohl die längsseitige Überde-

ckung durch Plätze, ganze Strassenläufe, Gebäude, etc. wie auch die nur 

kurze Überdeckung mit Brücken (FRITZSCHE, in: HETTICH/JANSEN/NORER, 

Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 

Zürich 2016, Art. 38 Rz. 6; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 

1C_360/2017 vom 14. März 2018 E.9). Gemäss WAGNER PFEIFER umfasst 

er auch Überquerungen, namentlich durch Verkehrsanlagen (Brücken) 

(WAGNER PFEIFER, in: Umweltrecht, Besondere Regelungsbereiche, Zürich 

2021, S. 344). Das Bundesgericht hat in BGE 130 II 313 festgehalten, 

Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG lasse die Überdeckung eines Fliessgewässers 

für Verkehrsübergänge zu, d.h. um die Überquerung eines Gewässers 

durch Verkehrsanlagen zu ermöglichen, während es dagegen nicht zuläs-

sig sei, ein Gewässer neu einzudolen oder zu überdecken, um darüber 

eine Strasse zu errichten (E.3.6 [Projekt für eine provisorische Entlas-

tungsstrasse]; bestätigt in den Urteilen des Bundesgerichts 1C_533/2010 

vom 20. Juli 2022 E.4.1.1 und 1C_137/2009 vom 7. September 2009 

E.3.4). In der Rechtsprechung der Kantone scheint der fragliche Begriff 

keine grosse Bedeutung (gehabt) zu haben (vgl. HUBER-WÄLCHLI/KELLER, 

in: URP 2003, S. 1 ff., 10 Jahre Rechtsprechung zum neuen GSchG, so-

wie in: URP 2013, S. 201 ff., Rechtsprechung zum GSchG 2003-2012). In 

URP 2003, S. 47, führen HUBER-WÄLCHLI/KELLER aus, das Überdecken 

oder Eindolen von Fliessgewässern stelle einen Sonderfall einer Verbau-

ung oder Korrektion (im Sinne von Art. 37 GSchG) dar (S. 47); da es nicht 

möglich sei, beim Überdecken oder Eindolen von Fliessgewässern alle 

Anforderungen von Art. 37 Abs. 2 GSchG (Beibehaltung des natürlichen 

Verlaufs des Gewässers, der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt dienliche 

Gestaltung, Erhalten der Wechselwirkungen zwischen ober- und unterirdi-

schem Gewässer, standortgerechte Ufervegetation) zu erfüllen, habe der 

- 15 -

Gesetzgeber folgerichtig das Überdecken oder Eindolen von Fliessgewäs-

sern grundsätzlich verboten (Art. 38 Abs. 1 GSchG) (S. 50; so zitiert und 

bestätigt auch in: REGULA HUNGER, Die Sanierungspflicht im Umwelt-

schutz- und im Gewässerschutzgesetz, Schriftenreihe zum Umweltrecht, 

Bd. 22, Zürich 2010, S. 291).

Schliesslich sei noch auf das von den Beschwerdeführerinnen einge-

reichte (Rechts-)Gutachten von Rechtsanwalt Dr. iur. et dipl. chem. 
Q.________ vom 30. Januar 2007 hingewiesen (Bf-act. 16). Seiner An-

sicht nach ist der Begriff der Eindolung bzw. Gewässerüberdeckung weit 

auszulegen, um dem Gesetzeszweck Rechnung zu tragen (Bf-act. 16, 

Rz. 26, S. 8). Diesbezüglich verweist er auf das Verwaltungsgericht das 

Kantons Zürich wie auch auf die Koordinationsstelle Umweltschutz des 

Kantons Basel-Stadt, die bereits die Errichtung einer Fussgängerbrücke 

als Gewässerüberdeckung qualifiziert hätten (Bf-act. 16, Rz. 26, S. 8, mit 

Belegstellen in Fn 18). Ferner stufe zum Beispiel auch der Rechtsdienst 

des Tiefbauamts des Kantons St. Gallen alle Brücken als Gewässerüber-

deckung ein (Bf-act. 16, Rz. 26, S. 8, mit Belegstelle in Fn 19). Ebenso 

habe der Regierungsrat des Kantons Schwyz (…) angenommen, dass ins 

Lichtraumprofil eines Bachs hineinragende Balkone eine Gewässerüber-

deckung im Sinne von Art. 38 GSchG darstellten (Bf-act. 16, Rz. 26, S. 8, 

mit Belegstelle in Fn 20). Ferner hält er – zu Recht – fest, dass eine weite 

Auslegung des Begriffs der Gewässerüberdeckung auch der Praktikabilität 

in der Rechtsanwendung diene, müssten doch sonst abhängig von der je-

weiligen Konstruktion einer Baute schwierige Abgrenzungen vorgenom-

men werden (Bf-act. 16, Rz. 26, S. 8). Damit gelangt Q.________ zum 

Schluss, dass der Begriff der Gewässerüberdeckung mit Blick auf die Ziel-

setzung von Art. 38 GSchG weit auszulegen, d.h. eine solche auch schon 

bei relativ geringen Eingriffen zu bejahen sei. In diesem Sinne bilde jede 

bauliche Konstruktion, welche über dem Lichtraumprofil eines Fliessge-

wässers angebracht wird, eine Gewässerüberdeckung nach Art. 38 

- 16 -

GSchG. Dies gelte unabhängig davon, ob sie gleich gravierende Auswir-

kungen für das Fliessgewässer zur Folge habe wie eine Eindolung (Bf-

act. 16, Rz. 29). 

4.1.7. Auf der Grundlage des Ausgeführten kommt das Gericht zum Schluss, 

dass die geplanten Hängeseilbrücken über der L.________ als Überde-

ckung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 GSchG anzusehen sind, unabhängig 

davon, dass sie die O.________ in einer Höhe von 50 bis 70 m überqueren 

und dass es sich um eine gitterrostähnliche Konstruktion handelt, deren 

Auswirkungen auf das Fliessgewässer (z.B. Lichtentzug bzw. Schatten-

wurf), nicht jedoch auf dessen Gestalt (vgl. dazu auch Erwägungen 4.3, 

insbesondere 4.3.5, und 4.4.5), im konkreten Fall nicht besonders intensiv 

sein dürften. Das Gesetz trifft bezüglich des Begriffs der Überdeckung 

keine Unterscheidung, z.B. nach Höhe, Beschaffenheit oder Auswirkung, 

und auch in den Materialien und in der Rechtsprechung ist eine solche 

nicht auszumachen. Insofern vermag die Bemerkung der Beschwerdegeg-

nerin 1, in der Zwischenzeit hätten schweizweit "derart viele" Hängebrü-

cken über Flüsse bzw. Schluchten realisiert werden können (angefochte-

ner Regierungsbeschluss vom 5. Mai 2020, S. 20, Bf-act. 1/Bg1-act. 7), 

nichts daran zu ändern, dass es sich um eine dem Grundsatz nach un-

zulässige Überdeckung handelt (Art. 38 Abs. 1 GSchG), die nur gestützt 

auf einen Ausnahmetatbestand gemäss Art. 38 Abs. 2 GSchG (vgl. Erwä-

gung 4.1.8) bewilligt werden könnte. In der Tat nennt die Beschwerdegeg-

nerin 1 keine Namen oder Beispiele für die "vielen Hängebrücken" sowie 

die konkreten Umstände und die rechtlichen Grundlagen bzw. den Aus-

nahmetatbestand (Art. 38 Abs. 2 GSchG), aufgrund derer diese bewilligt 

worden wären. Erstaunlich bzw. unbefriedigend ist in diesem Zusammen-

hang, dass die Beschwerdegegnerin 1 ihre Haltung nicht mit entsprechen-

den Stellungnahmen der fachkompetenten Amtsstellen, insbesondere des 

Amtes für Natur und Umwelt (ANU), eventuell auch des Amtes für Jagd 

und Fischerei (AJF), unterlegt (solche finden sich weder für das Vorprü-

- 17 -

fungs- noch für das Genehmigungsverfahren). Darüber hinaus ergibt auch 

die ohne Belegstellen aufgestellte Behauptung der Beschwerdegegne-

rin 2, eine Überdeckung gelte erst als solche, wenn sie die Intensität einer 

Eindolung erreiche, wenig Sinn, ist doch nicht ersichtlich, weshalb in die-

sem Fall die entsprechende Unterscheidung zwischen Überdeckung und 

Eindolung überhaupt in Art. 38 GSchG aufgenommen wurde (vgl. Bot-

schaft zur Volksinitiative "zur Rettung unserer Gewässer" und zur Revision 

des GSchG vom 29. April 1987 in: BBl 1987 II 1061, Bemerkungen zu den 

einzelnen Bestimmungen ab S. 1104, insbesondere zu Art. 38 auf S. 1143 

f.).

4.1.8. Aus dem Gesagten folgt, dass die beiden Hängeseilbrücken dem Grund-

satz nach nicht bewilligungsfähig sind, weil sie mit Art. 38 Abs. 1 GSchG 

nicht vereinbar sind. Eine Ausnahmebewilligung kann erteilt werden, wenn 

ein Tatbestand im Sinne von Art. 38 Abs. 2 GSchG vorliegt. So lässt bei-

spielsweise Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG die Überdeckung eines Fliessge-

wässers für Verkehrsübergänge zu, d.h. um die Überquerung eines Ge-

wässers durch Verkehrsanlagen zu ermöglichen. Dagegen ist es gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zulässig, ein Gewässer neu 

einzudolen oder zu überdecken, um darüber eine Strasse zu errichten 

(BGE 130 II 313 E.6.3; Urteile des Bundesgerichts 1C_533/2010 vom 

20. Juli 2011 E.4.1.1 und 1C_137/2009 vom 7. September 2009 E.3.4; 

FRITZSCHE, a.a.O., Art. 38 Rz. 15, WAGNER PFEIFER, a.a.O., S. 344). So hat 

das Bundesgericht diesbezüglich auch festgehalten, dass die Erneuerung 

einer Überdeckung (samt Überdachung) nur soweit bewilligt werden kann, 

"als sie zwingend als Verkehrsfläche für den Betrieb der Beschwerdefüh-

rerin benötigt wird (…). Gründe der Bequemlichkeit (grössere Manövrier-

fläche, Schutz vor Witterung) oder andere Nutzungsmöglichkeiten (als La-

gerfläche) genügen dafür nicht" (Urteil des Bundesgerichts 1C_360/2017 

vom 14. März 2018 E.9).

- 18 -

Vorliegend soll ein neuer touristischer Rundgang, ein Erlebnispfad über 

der Schlucht realisiert werden; mittels der Hängeseilbrücken wird mithin 

weder eine bereits bestehende Strasse noch ein vorhandener Wanderweg 

weitergeführt, womit nicht von einem Verkehrsübergang gesprochen wer-

den kann. Die Voraussetzungen von Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG für eine 

Ausnahmebewilligung sind hier nicht gegeben. Anders hätte allenfalls ent-

schieden werden können, wenn die Hängeseilbrücken zur Ergänzung 

bzw. Weiterführung eines bestehenden Wanderwegnetzes notwendig ge-

wesen wären, eine solche Verbindungsfunktion kommt diesen hier aber 

(zugegebenermassen) nicht zu (vgl. Planungs- und Mitwirkungsbericht, 

Ziff. 4.1, S. 11, Bf-act.5/Bg2-act.1).

4.1.9. Sind die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung nach Art. 38 

Abs. 2 GSchG nicht gegeben, ist das Projekt "M.________" in der vorlie-

genden Version nicht bewilligbar, weshalb die Beschwerde bereits aus 

diesem Grund gutzuheissen ist. 

4.2. Die UNESCO-Konvention (Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und 

Naturgutes der Welt; SR 0.451.41) ist seit deren Ratifizierung Bestandteil 

des Schweizer Rechts. Die Konvention bezieht sich auf Kulturgüter (Denk-

mäler, Gebäudegruppen, Stätten) von aussergewöhnlichem universellem 

Wert (Art. 1) sowie auf Naturgüter (Teile der Natur, die aus physikalischen 

und biologischen Formationen oder Formationsgruppen bestehen, geolo-

gische und physiographische Formationen und genau abgegrenzte Ge-

biete, die den Lebensraum bedrohter Tier‑ und Pflanzenarten bilden, so-

wie Naturstätten oder genau abgegrenzte Naturgebiete) von in wissen-

schaftlicher Hinsicht oder im Hinblick auf ihre Erhaltung oder ihre natürli-

che Schönheit aussergewöhnlichem universellem Wert (Art. 2).

Im KRIP ist das UNESCO-Welterbe-Objekt "RhB in der Landschaft 

N.________" festgesetzt (Kapitel 8; vgl. www.gr.ch/DE/institutionen/ver-

waltung/dvs/are -> Dienstleistungen/Kantonale Richtplanung/genehmigt 

- 19 -

Bund/Interaktive Karte bzw. Geoportal der Kantonalen Verwaltung/Richt-

plankarte/Unesco Welterbe). Das Ziel dieser Festsetzung wird wie folgt 

umschrieben: Die Albula/Bernina-Linie der Rhätischen Bahn und die sie 

umgebende Kulturlandschaft sollen unter Einhaltung der Schutzbestim-

mungen eines Welterbes in einer Weise genutzt und weiterentwickelt wer-

den, dass ihre Besonderheiten und Qualitäten im Sinne der UNESCO-

Konvention langfristig erhalten bleiben. 

Unter Leitüberlegungen/Grundsätze werden Vorgaben für die hier (unbe-

strittenermassen, vgl. Erwägung 3.3) massgebliche qualifizierte Puffer-

zone formuliert: Bei Neubau, Umbau und Erneuerung von Bauten und An-

lagen gilt in Bezug auf Ausführung und Gestaltung eine erhöhte Sensibi-

lität in Bezug auf die Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild. Neue 

Bauten und Anlagen nehmen hinsichtlich Lage, Art und Gestaltung Rück-

sicht auf die Vermittlung der besonderen landschaftlichen und kulturellen 

Werte. Sie werden derart qualitätsvoll ausgeführt, dass sie den regional-

typischen Wert der Kulturlandschaft steigern oder zumindest nicht vermin-

dern. Diese Grundsätze werden schwergewichtig durch eine Gestaltungs-

beratung oder andere gleichwertige Massnahmen sichergestellt.

Die Erläuterungen dazu enthalten u.a. einen Auszug aus dem Bericht der 

Expertengruppe vom 29. November 2004: Das Rückgrat der Kulturland-

schaft an der Albula-Bernina-Linie bildet die Rhätische Bahn. (…) Die Al-

bulabahn galt schon zur Zeit ihrer Entstehung als Meisterwerk. Die Berni-

nabahn (St. Moritz-Tirano) wurde im Alpenraum Vorbild für viele projek-

tierte und einige gebaute Überlandbahnen, heute ist sie weltweit einzigar-

tig: (…) Die Kunstbauten der Bahn (Brücken, Stationsgebäude, Stell-

werke, Tunnel samt ihrer Portale) sind in der besonderen Topographie be-

gründet und bilden mit der Kulturlandschaft eine Einheit. Die Wahl der Li-

nienführung, insbesondere die der Berninastrecke, war massgeblich durch 

die Vermittlung von touristischen, d. h. landschaftlichen Attraktionen moti-

viert. (…) Hinzu kommen wichtige Ortsbilder (einige figurieren im Inventar 

- 20 -

der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz [ISOS] als von nationaler Be-

deutung) und wertvolle Einzelbauten und -anlagen; dazu im Inventar der 

historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) als von nationaler Bedeu-

tung bezeichnete Wegstrecken. Diese Elemente einer weit zurückreichen-

den Kultur von beispielhafter Kontinuität überlagern sich mit einer alpinen 

bis hochalpinen Naturlandschaft von spektakulärer Schönheit. 

4.2.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss äusserte sich die Vorinstanz 

nicht zu diesem Punkt. Sie führte unter der – nicht korrekten – Bezug-

nahme auf die Pufferzone im Nahbereich des USECO-Welterbe-Objekts 

"RhB in der Landschaft N.________" lediglich aus, die Teilrevision der 

Ortsplanung erweise sich als richtplankonform.

4.2.2. Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, das Vorhaben befinde sich 

innerhalb der qualifizierten Pufferzone des UNESCO-Welterbes "RhB in 

der Landschaft N.________" und gemäss KRIP UNESCO-Welterbe müss-

ten bei Neubau, Umbau und Erneuerung von Bauten und Anlagen be-

stimmte Kriterien hinsichtlich Ausführung und Gestaltung erfüllt werden, 

weshalb eine Gestaltungsberatung in der qualifizierten Pufferzone – im 

Gegensatz zur Pufferzone im Nahbereich – obligatorisch sei. Diesbezüg-

lich sei die Beschwerdegegnerin 1 ihrer Abklärungs- und Prüfungspflicht 

ungenügend nachgenommen. Daher sei es falsch, dass die Beschwerde-

gegnerin 1 die Ortsplanungsrevision als richtplankonform qualifiziert habe. 

Dem Orts- und Landschaftsbild müsse besondere Sorge getragen werden; 

der Bau von zwei sehr langen, gut sichtbaren Brücken, einer grossen 

künstlichen Höhle, einer Plattform an der Felswand sowie die aufgrund der 

Steinschlaggefahr wohl notwendigen Schutzbauten schmälere die land-

schaftlichen Qualitäten dieser wilden und ursprünglichen Schluchtland-

schaft.

4.2.3. Die Beschwerdegegnerin 1 legt (wie bereits erwähnt, vgl. Erwägung 3.2) 

dar, die falsche Annahme betreffend Pufferzone habe keinen Einfluss auf 

- 21 -

das Resultat des angefochtenen Beschlusses. Die im fraglichen Kapitel 

8.1 des KRIP enthaltenen Grundsätze könnten entweder durch eine Ge-

staltungsberatung oder auch durch andere gleichwertige Massnahme si-

chergestellt werden; erstere sei daher nicht obligatorisch. Abgesehen da-

von sei vorliegend eine Gestaltungsberatung effektiv durchgeführt worden, 

da die Denkmalpflege ihre Anliegen sowohl im Vorprüfungs- als auch im 

Genehmigungsverfahren deponiert habe (mit Hinweis auf den Vorprü-

fungsbericht des ARE vom 27. November 2018 und die Stellungnahme 

vom 30. September 2019 bzw. das E-Mail des ARE an die Gemeinde vom 

22. Oktober 2019).

4.2.4. Die Beschwerdegegnerin 2 macht geltend, im Planungs- und Mitwirkungs-

bericht vom 23. Juli 2019 seien die Anliegen der UNESCO thematisiert 

und berücksichtigt worden. Für die vorliegende Teilrevision gelte Kapitel 8 

des KRIP, und Art. 5 des Baugesetzes C.________ (nachfolgend BG) 

sehe für die qualifizierte Pufferzone des UNESCO-RhB-Perimeters eine 

obligatorische Beratungspflicht vor. Damit (sic!) seien die Anforderungen 

der Beschwerdeführerinnen erfüllt. Die Festlegung im KRIP enthalte kein 

Bauverbot. Von einer unnötigen Möblierung der Landschaft könne keine 

Rede sein, zumal das betreffende Gebiet ohnehin weitgehend überbaut 

sei. 

4.2.5. Gemäss Art. 5 BG besteht innerhalb der UNESCO-Kernzone und der qua-

lifizierten Pufferzone eine Bauberatungspflicht (Abs. 2 Satz 1). Demnach 

sind Bauvorhaben vor Ausarbeitung der Projektpläne der Baubehörde be-

kannt zu geben; die Bauberatung legt die Mindestanforderungen an die 

Gestaltung fest und teilt diese der Bauherrschaft mit (Art. 5 Abs. 2 Satz 2 

und Art. 3 BG). Art. 5 Abs. 3 BG präzisiert ferner, dass der im KRG vor-

kommende Begriff der Gestaltungsberatung der Bauberatung gemäss BG 

entspricht, und Art. 5 Abs. 1 BG sieht vor, dass die Baubehörde die Denk-

malpflege oder externe Fachleute zur Beurteilung und Bearbeitung von 

rechtlichen, technischen oder gestalterischen Fragen beiziehen kann.

- 22 -

Eine Pflicht zum Beizug einer Bauberatung bzw. Gestaltungsberatung er-

gibt sich somit bereits aus dem BG, während gemäss KRIP UNESCO-

Welterbe nebst der Gestaltungsberatung auch andere gleichwertige Mass-

nahmen möglich wären (vgl. Leitüberlegungen/Grundsätze). In den ent-

sprechenden Erläuterungen zur qualifizierten Pufferzone (im Nahbereich) 

wird festgehalten, dass als qualifizierte Experten auch die Denkmalpflege 

als Fachstelle, aber auch Architekten, Bauingenieure etc. beigezogen wer-

den können, wobei festgestellt worden sei, dass die nötigen planerischen 

und gesetzlichen Voraussetzungen in den Baugesetzen der Gemeinden 

bereits enthalten seien. 

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurden der Planungs- und Mit-

wirkungsbericht vom 23. Juli 2019 eingereicht (Bf-act. 5/Bg2-act. 1) sowie 

eine Stellungnahme der Denkmalpflege vom 30. September 2019 (Bf-

act. 10) eingeholt. Der von der Beschwerdegegnerin 1 ebenfalls erwähnte 

Vorprüfungsbericht des ARE vom 27. November 2018 liegt nicht bei den 

Akten. Im Planungs- und Mitwirkungsbericht vom 23. Juli 2019 (Bf-

act. 5/Bg2-act. 1) wird erwähnt, dass die Grundzüge der Gestaltung zu-

sammen mit dem zuständigen Fachausschuss der UNESCO und der Ge-

staltungsberatung im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren festgelegt 

würden (vgl. Bf-act. 5/Bg2-act. 1, S. 13). In ihrer Stellungnahme vom 

30. September 2019 (Bf-act. 10) rät die Denkmalpflege, aufgrund der Be-

deutung der J.________ sei darauf zu achten, dass das Vorhaben zu kei-

ner Beeinträchtigung des Objektes führe. Sie erachtete es als zwingend, 

dass der Anschlusspunkt der Hängebrücke West im GEP angepasst 

werde (Erfordernis einer angemessenen Entfernung; mit Hinweis auf die 

Skizze in der Stellungnahme zur Vorprüfungsvorlage vom 23. August 

2018). Sollte die Gemeinde hingegen an der vorgesehenen Linienführung 

des Erlebnisweges festhalten, müsse die ENHK einbezogen werden. Fer-

ner verlangte sie u.a., dass im Rahmen der Nutzungsplanung ein Ver-

kehrskonzept rund um die geplante Hängebrücke erarbeitet werde, um die 

- 23 -

bereits heute beeinträchtigte Substanz der Brücke trotz des zu erwarten-

den Mehrverkehrs zu erhalten. Mit dem Beizug der Denkmalpflege als not-

wendige und zulässige Fachexpertin wurde der gemäss BG und KRIP UN-

ESCO-Welterbe erforderlichen Abklärungspflicht zwar in formeller Hin-

sicht nachgekommen; allerdings wird inhaltlich nicht näher auf die bean-

standeten Punkte (Entfernung der Anschlusspunkte der Hängebrücke 

West zur J.________, Verkehrskonzept, Gesamtschau) eingegangen, 

sondern diesbezüglich auf das nachfolgende BAB-Baubewilligungsverfah-

ren verwiesen (angefochtener Regierungsbeschluss vom 5. Mai 2020, 

Ziff. G/2, S. 13, und G/4, S. 15, Bf-act. 1/Bg1-act. 7; vgl. auch E-Mail des 

ARE an die Gemeinde vom 22. Oktober 2019, Bg1-act. 6). Damit ist frag-

lich, ob der Abklärungspflicht auch in materieller Hinsicht Genüge getan 

wurde (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4.3). 

4.3. Der Bundesrat erstellt nach Anhören der Kantone Inventare von Objekten 

von nationaler Bedeutung (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 NHG). Durch die Auf-

nahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bun-

des wird dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Er-

haltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder an-

gemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient 

(Art. 6 Abs. 1 NHG). 

Ist für die Erfüllung einer Bundesaufgabe der Bund zuständig, so beurteilt 

je nach Zuständigkeit das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt 

für Kultur oder das Bundesamt für Strassen, ob ein Gutachten durch eine 

Kommission nach Art. 25 Abs. 1 NHG erforderlich ist; ist der Kanton zu-

ständig, so obliegt diese Beurteilung der kantonalen Fachstelle nach 

Art. 25 Abs. 2 NHG (Art. 7 Abs. 1 NHG). Kann bei der Erfüllung der Bun-

desaufgabe ein Objekt, das in einem Inventar des Bundes nach Art. 5 

NHG aufgeführt ist, erheblich beeinträchtigt werden oder stellen sich in 

diesem Zusammenhang grundsätzliche Fragen, so verfasst die Kommis-

- 24 -

sion zuhanden der Entscheidbehörde ein Gutachten. Die Kommission gibt 

darin an, ob das Objekt ungeschmälert zu erhalten oder wie es zu schonen 

ist (Art. 7 Abs. 2 NHG). Das Gutachten bildet eine der Grundlagen für die 

Abwägung aller Interessen durch die Entscheidbehörde (Art. 7 Abs. 3 

NHG). 

4.3.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss hielt die Vorinstanz fest, die Ge-

meinde müsse darauf achten, dass das Vorhaben zu keiner Beeinträchti-

gung der geschützten J.________ führe. Der Anschlusspunkt der westli-

chen Hängeseilbrücke müsse in angemessener Entfernung angesetzt 

werden. Sofern die Gemeinde an der exakten Linienführung gemäss GEP 

1:2000 Hängebrücke I.________ festhalte, könne eine akute Gefährdung 

des nationalen Schutzobjektes nicht ausgeschlossen werden, was mögli-

cherweise den Einbezug der ENHK erforderlich machen würde. Sie wies 

darauf hin, dass die kantonale Denkmalpflege das definitive Bauprojekt im 

BAB-Baubewilligungsverfahren unter diesem Aspekt prüfen werde und ge-

gebenenfalls den Einbezug der ENHK verlangen könne. Ebenfalls im Hin-

blick auf das BAB-Baubewilligungsverfahren sei die Ausarbeitung eines 

Verkehrskonzeptes unabdingbar.

4.3.2. Die Beschwerdeführerinnen verweisen auf die Stellungnahme der kanto-

nalen Denkmalpflege vom 30. September 2019, in der diese die akute Ge-

fährdung der J.________ monierte, eine angemessene Entfernung zwi-

schen dieser und dem Anschlusspunkt der Hängebrücke mit entsprechen-

der Anpassung im GEP sowie die Vorlage eines Verkehrskonzeptes be-

reits im Rahmen der Nutzungsplanung verlangte. Sie rügen dabei, dass 

die Vorinstanz nicht ausführe, was unter "angemessener" Entfernung zu 

verstehen sei. Zudem sei der Spielraum für eine Verschiebung der Hän-

geseilbrücke aufgrund der Rodungsbewilligung, in der die Rodungsfläche 

exakt festgelegt sei, sowie aufgrund der technischen Anforderungen und 

der geologischen Gegebenheiten gering. Daher könne nicht davon ausge-

gangen werden, dass der Anschlusspunkt der westlichen Hängebrücke 

- 25 -

noch deutlich von der J.________ weg verschoben werde. Auch sei zwei-

felhaft, ob das Bundesamt für Strassen der geplanten Neuregelung der 

Zu- und Wegfahrt (unter Schonung der J.________) voraussichtlich werde 

zustimmen können, dies sei aus verschiedenen Gründen zumindest zwei-

felhaft, weshalb zwingend bereits im Rahmen der projektbezogenen Nut-

zungsplanung ein Verkehrskonzept hätte eingereicht werden und vom 

Bundesamt zumindest hätte vorgeprüft werden müssen. Ebenfalls zwin-

gend hätte ein Gutachten der ENHK oder der EKD eingeholt werden müs-

sen; der Beizug müsse nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung frühzei-

tig erfolgen. Ohne diese Grundlagen hätten weder der GEP genehmigt 

noch die Rodungsbewilligung erteilt werden dürfen.

4.3.3. Die Beschwerdegegnerin 1 macht geltend, gemäss Art. 45 Abs. 4 KRG 

seien bei der Projektierung geplanter Anlagen geringfügige Abweichungen 

gegenüber Festlegungen im GEP zulässig, sofern die konzeptionellen 

Vorgaben gewahrt seien. Es stehe den Beschwerdeführerinnen frei, im 

Rahmen des BAB-Baubewilligungsverfahrens die erforderlichen Rechts-

mittel zu erheben, wenn im Bauprojekt aus ihrer Sicht der Vorgabe der 

"angemessenen Entfernung" nicht genügend Rechnung getragen werde. 

Bezüglich Verkehrskonzept verwies sie auf den angefochtenen Beschluss.

4.3.4. Die Beschwerdegegnerin 2 moniert, die Umweltorganisationen verkenn-

ten den Zweck der Ortsplanungsrevision, welche die Grundzüge der Ge-

staltung und Erschliessung des Gemeindegebietes bestimme. Das kon-

krete Projekt werde erst im Rahmen der Bau- und BAB-Gesuche erarbei-

tet. Deshalb sei der genaue Anschlusspunkt der westlichen Hängebrücke 

noch nicht bekannt. Es könne jedoch gesagt werden, dass die historische 

J.________ in keiner Art und Weise tangiert werde, in deren Substanz 

werde nicht eingegriffen, diese solle auch nach dem Willen der Gemeinde 

erhalten bleiben. Sowohl gemäss Gesetz wie auch verwaltungsgerichtli-

cher Rechtsprechung sei die exakte Lage einer Verkehrsanlage im GEP 

nicht erforderlich. Daher sei die Einholung eines ENHK- oder EKD-Gut-

- 26 -

achtens im jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich, ebensowenig ein vom 

Bundesamt bewilligtes Verkehrskonzept.

4.3.5. Gegenwärtig gibt es drei Bundesinventare für Objekte von nationaler Be-

deutung (Art. 5 und Art. 6 NHG): das Bundesinventar der Landschaften 

und Naturdenkmäler (BLN), das Bundesinventar der schützenswerten 

Ortsbilder (ISOS) und das Bundesinventar der historischen Verkehrswege 

der Schweiz (IVS). Die J.________ ist im IVS aufgeführt (Wegabschnitt 

GR R.________ von nationaler Bedeutung, historischer Verlauf mit viel 

Substanz), d.h. sie verdient gemäss Art. 6 Abs. 1 NHG in besonderem 

Masse ihre ungeschmälerte Erhaltung bzw. die grösstmögliche Schonung. 

Ein Eingriff in ein gemäss IVS geschütztes Objekt darf nur in Erwägung 

gezogen werden, wenn – in Erfüllung einer Bundesaufgabe (vgl. dazu 

Art. 2 NHG) – gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationa-

ler Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG). Bei der Anwendung 

von Art. 6 Abs. 2 NHG gibt es drei Kategorien von Eingriffen bzw. Beein-

trächtigungen: keine, leichte (= geringfügige) oder schwerwiegende (= 

dauerhaft in der Substanz beeinträchtigt) (Art. 7 Verordnung über das 

Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz [VIVS; 

SR 415.13]; WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1154, Fn 30).

Art. 7 Abs. 1 NHG regelt die Frage der Begutachtung entsprechender Ein-

griffe (vgl. Erwägung 4.3). Im vorliegenden Fall liegt die Zuständigkeit für 

die Genehmigung der (projektbezogenen) Nutzungsplanung sowie die Er-

teilung der Rodungsbewilligung beim Kanton (angefochtener Regierungs-

beschluss vom 5. Mai 2020, Bf-act. 1/Bg1-act. 7). Folglich lag es bei ge-

gebenen Voraussetzungen an der Kantonalen Denkmalpflege als kanto-

naler Fachstelle zu beurteilen, ob ein Gutachten der ENHK/EKD erforder-

lich ist oder nicht (WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1161 ff., insb. Rz. 1166). 

Letzteres ist der Fall, wenn einerseits die Erfüllung einer Bundesaufgabe 

in Frage steht, und andererseits, wenn dabei ein Objekt, das in einem In-

ventar des Bundes nach Art. 5 NHG aufgeführt ist, erheblich beeinträchtigt 

- 27 -

werden kann oder wenn sich in diesem Zusammenhang grundsätzliche 

Fragen stellen (Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 NHG; vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 1C_361/2008 vom 27. April 2009 E.7.4). 

Nach ständiger Rechtsprechung geht es auch dann um eine Bundesauf-

gabe, wenn eine kantonale Behörde eine bundesrechtliche Aufgabe wahr-

nimmt (BGE 138 II 281 E.4.4). Eine solche wurde beispielsweise bejaht 

bei der Erteilung einer BAB-Baubewilligung, einer Rodungsbewilligung 

(BGE 138 II 281 E.4.4, grundlegend BGE 112 Ib 70 E.4b; HÄNNI, Plan-

ungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2016, S. 423) oder 

einer kommunalen Bewilligung zum Bauen im Gewässerraum (WAGNER 

PFEIFER, a.a.O., Rz. 1148; BGE 143 II 77 E.3.1), nicht aber bei der Geneh-

migung eines Nutzungsplans (vgl. HÄNNI, a.a.O., S. 423 f.; bejaht aller-

dings im Zusammenhang mit Neueinzonungen gestützt auf Art. 15 RPG, 

vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_86/2020 vom 22. April 2020 E.4.1). Die 

Rodungsbewilligung ist in Art. 2 Abs. 1 lit. b NHG ausdrücklich erwähnt; 

darüber hinaus liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts 

eine Bundesaufgabe auch dann vor, wenn für ein Projekt eine Rodung in 

einem koordinierten Verfahren bewilligt wird oder die Rodungsbewilligung 

gemäss Art. 21 Abs. 3 der Verordnung über die Umweltverträglich-

keitsprüfung (UVPV; SR 814.011) verbindlich in Aussicht gestellt wird 

(BGE 138 II 281 E.4.4, BGE 121 II 190 E.3c/cc, BGE 120 Ib 27 E.2c/aa; 

Urteil des Bundesgerichts 1C_361/2008 vom 27. April 2009 E.7.4).

Vorliegend wurde mit dem angefochtenen Regierungsbeschluss vom 

5. Mai 2020 (Bf-act. 1/Bg1-act. 7) auch eine Rodungsbewilligung erteilt, 

d.h. die Beschwerdegegnerin 1 erfüllte damit u.a. auch eine Bundesauf-

gabe (vgl. HÄNNI, a.a.O., S. 426, WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1147 f.). Die 

kantonale Denkmalpflege wies in ihrer Stellungnahme vom 30. September 

2019 (Bf-act. 10; vgl. Erwägung 4.2.5) auf die drohende "akute Gefähr-

dung" der J.________ hin und verlangte für den Fall, dass die Linien-

führung des Erlebnisweges im GEP nicht angepasst und kein Verkehrs-

- 28 -

konzept (wegen des zu erwartenden Mehrverkehrs) erstellt würden, den 

Einbezug der ENHK. 

Unter den gegebenen Umständen durfte die Beschwerdegegnerin 1 die 

Forderungen der kantonalen Denkmalpflege bereits gestützt auf Art. 7 

NHG nicht einfach in das BAB-Baubewilligungsverfahren verweisen (vgl. 

angefochtener Regierungsbeschluss vom 5. Mai 2020, Ziff. G/2 und 4, 

S. 13, H/4, S. 20, Bf-act. 1/Bg1-act. 7) (Urteil des Bundesgerichts 

1C_361/2008 vom 27. April 2009 E.7.4), zumal im Genehmigungsverfah-

ren, entgegen der Empfehlung der Denkmalpflege, kein Verkehrskonzept 

verlangt sowie an der vorgesehenen Linienführung unverändert festgehal-

ten wurde (vgl. GEP, Bf-act. 4). Vielmehr wäre in diesem Fall die Einho-

lung eines Gutachtens der ENHK zwingend bzw. obligatorisch gewesen, 

weil die kantonale Denkmalpflege die J.________ als nationales Schut-

zobjekt als akut gefährdet einschätzte, was von der Beschwerdegegne-

rin 1 nicht in Frage gestellt wurde. Wenn die Beschwerdegegnerin 2 dem-

gegenüber mehrfach bekräftigte, in die Substanz der Brücke werde nicht 

eingegriffen, so vermag diese Aussage mangels näherer Ausführungen 

die Beurteilung der kantonalten Denkmalpflege nicht zu erschüttern. Zu 

beachten ist immerhin auch, dass eine Begutachtung durch die ENHK 

nicht erst obligatorisch ist, wenn in die Substanz eines Schutzobjektes ein-

gegriffen wird, – eine solche würde bereits eine schwerwiegende Beein-

trächtigung darstellen (WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1155; vgl. auch Art. 7 

Abs. 3 VIVS) –, sondern bereits dann, wenn eine erhebliche Beeinträchti-

gung vorliegt (Art. 7 Abs. 2 NHG). 

Darüber hinaus werden im Zonenplan im Bereich des Brückenkopfes West 

eine Zone übriges Gemeindegebiet ausgeschieden (vgl. Bg1-act. 1, Zo-

nenplan) und mit der erteilten Rodungsbewilligung gemäss Rodungsplan 

(Bf-act. 9) der Standort der Anschlusspunkte der Hängeseilbrücke West 

ziemlich genau definiert. Die Rodungsfläche befindet sich direkt neben der 

J.________; die gegenteilige Behauptung der Beschwerdegegnerin 2, 

- 29 -

man kenne den genauen Anschlusspunkt noch nicht, erweist sich unter 

diesen Umständen als unglaubhaft und eine relevante Anpassung der An-

schlusspunkte erst im BAB-Baubewilligungsverfahren erscheint kaum re-

alistisch. Dies gilt umso mehr, als dass es, den Plänen und Fotografien 

nach zu urteilen, aufgrund der topografischen Gegebenheiten (Gelände, 

Wald und Fels) schwierig sein dürfte, valable Varianten bzw. andere 

Standorte für eine Verschiebung der Anschlusspunkte der Hängeseilbrü-

cken, insbesondere der Hängeseilbrücke West, zu finden. Damit vermag 

der Einwand der Beschwerdegegnerin 1, dass gemäss Art. 45 Abs. 4 KRG 

bei der Projektierung geplanter Anlagen geringfügige Abweichungen ge-

genüber dem Generellen Erschliessungsplan zulässig sind (bei Einhaltung 

der konzeptionellen Vorgaben), nicht zu überzeugen. Abgesehen davon, 

wird in einem projektbezogenen Nutzungsplanverfahren das Baubewilli-

gungsverfahren weitgehend vorbestimmt, weshalb die Umweltauswirkun-

gen im Sinne des Koordinationsgrundsatzes (Art. 25a RPG) bereits im 

Stadium der Nutzungsplanung zu prüfen sind (Urteil des Bundesgerichts 

1C_346/2014 vom 26. Oktober 2016 E.4.4; BGE 113 Ib 225 E.3 c/aa 

S. 234; vgl. zur umfassenden Interessenabwägung nachfolgende Erwä-

gungen 4.4 ff.).

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Anhörung der Fachkom-

mission des Bundes in einem Verfahrensstadium zu erfolgen hat, in dem 

ihre Stellungnahme effektiv noch berücksichtigt werden kann (z.B. durch 

Projektänderungen oder Auflagen) (WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1166). 

Wird bereits im Rahmen eines Gestaltungsplanverfahrens in grundsätzli-

cher Weise über Fragen der Projektgestaltung entschieden, die für die Be-

urteilung des Eingriffs in ein geschütztes Objekt massgeblich sind, so darf 

mit der Einholung des Gutachtens der ENHK nicht bis zum Baubewilli-

gungsverfahren zugewartet werden (BGE 138 II 281 E.4.4.1; Urteile des 

Bundesgerichts 1C_583/2017 vom 11. Februar 2019 [= BGE 145 II 176] 

- 30 -

nicht publ. E.5.3, 1C_361/2008 vom 27. April 2009 E.7.5; WAGNER PFEI-

FER, a.a.O., Rz. 1166, vgl. auch Rz. 1169).

Damit gelangt das Gericht zum Schluss, dass die Vorinstanz bereits im 

Genehmigungsverfahren ein Gutachten der ENHK hätte einholen müssen. 

Ohne ein solches kann vorliegend nicht entschieden werden, ob gleich- 

oder höherwertige Interessen von nationaler Bedeutung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 NHG vorliegen, die eine Beeinträchtigung des Schutzobjek-

tes rechtfertigen würden (WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1156: von nationa-

ler Bedeutung ist nicht jede Bundesaufgabe; gemäss Lehre und Recht-

sprechung sind dies Infrastrukturaufgaben, Versorgungs-/Entsorgungsan-

lagen, Landesverteidigung etc.). Damit ist die Beschwerde auch in diesem 

Punkt gutzuheissen. Von einer Zurückweisung der Streitsache an die Vor-

instanz zur Einholung eines Gutachtens der ENHK bzw. zur allfälligen An-

passung des Projekts im Sinne der Stellungnahme der kantonalen Denk-

malpflege vom 30. September 2019 (Bf-act. 10) ist abzusehen, zumal das 

Projekt bzw. die Teilrevision der Ortsplanung mangels Vereinbarkeit mit 

dem Gewässerschutz ohnehin nicht genehmigt werden kann (vgl. Erwä-

gung 4.1.7). 

4.4. Baugesetz, Pläne der Grundordnung sowie Reglemente, soweit diese Be-

standteil der Grundordnung bilden, wie auch Änderungen dieser Erlasse 

bedürfen der Genehmigung durch die Regierung und treten mit dem Ge-

nehmigungsbeschluss in Kraft (Art. 49 Abs. 1 Satz 1 KRG). Die Genehmi-

gung wird erteilt, wenn keine Vorschriften verletzt sind (Art. 49 Abs. 2 

KRG). Die Genehmigungsbehörde sorgt für die inhaltliche Koordination 

der Genehmigung mit allfälligen Zusatzbewilligungen (Art. 50 Abs. 1 KRG; 

vgl. auch Art. 12 ff. der Raumplanungsverordnung für den Kanton 

Graubünden [KRVO; BR 801.110]). In diesem Zusammenhang ist die Ge-

nehmigungsbehörde zu einer umfassenden Interessenabwägung ver-

pflichtet (vgl. dazu Art. 25a Abs. 2 lit. d und Abs. 4 RPG, Art. 7 Abs. 3 

- 31 -

NHG, Art. 5 Abs. 2 und Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Wald [WaG; 

SR 921]; HÄNNI, a.a.O., S. 478 f.). 

Stehen den Behörden bei Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer Auf-

gaben Handlungsspielräume zu, so wägen sie die Interessen gegenein-

ander ab, indem sie die betroffenen Interessen ermitteln (Art. 3 Abs. 1 lit. a 

der Raumplanungsverordnung [RPV; SR 700.1]), diese Interessen beur-

teilen und dabei insbesondere die Vereinbarkeit mit der anzustrebenden 

räumlichen Entwicklung und die möglichen Auswirkungen berücksichtigen 

(lit. b) sowie diese Interessen auf Grund der Beurteilung im Entscheid 

möglichst umfassend berücksichtigen (lit. c). Sie legen die Interessenab-

wägung in der Begründung ihrer Beschlüsse dar (Abs. 2). Im Hinblick auf 

den Landschaftsschutz sorgen der Bund, seine Anstalten und Betriebe so-

wie die Kantone bei der Erfüllung der Bundesaufgaben dafür, dass das 

heimatliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- 

und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse 

an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Art. 3 Abs. 1 NHG). 

4.4.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss fällte die Vorinstanz als Geneh-

migungsbehörde einen Gesamtentscheid im Sinne von Art. 15 Abs. 3 

KRVO. In Bezug auf den Landschaftsschutz hielt sie die Gesuchstellerin 

(Beschwerdegegnerin 2) gestützt auf Art. 1 und Art. 3 NHG an, im BAB-

Baubewilligungsverfahren sicherzustellen, dass allfällige Schutzbauten 

gegen Steinschlaggefahr bei der Kaverne möglichst landschaftsschonend 

in die Felswand eingebaut würden (Ziff. E/2, S. 12). Ansonsten hielt sie 

fest, dass der Stärkung des förderungswürdigen Sommertourismus in ei-

ner eher entwicklungsschwachen Region ein hohes öffentliches Interesse 

zukomme, gegen das die von den Umweltorganisationen ins Feld geführ-

ten (ebenfalls öffentlichen) naturschützerischen, landschaftlichen und 

wildbiologischen Interessen in der Interessenabwägung nicht aufzukom-

men vermöchten.

- 32 -

4.4.2. Die Beschwerdeführerinnen bringen dagegen vor, bei der Interessenab-

wägung sei zu berücksichtigen, dass das Bauen im alpinen Raum beson-

ders heikel sei. Die beiden geplanten Hängebrücken, die Kaverne und die 

Plattform bei der Kaverne inkl. die aufgrund der Steinschlaggefahr notwen-

digen Sicherheitsmassnahmen seien in einem wilden, spektakulären und 

im betreffenden Bereich unverbauten Abschnitt der L.________ geplant. 

Das Vorhaben sei von Nah und Fern gut einsehbar; es sei mit dem Ge-

wässerschutzgesetz, den Grundsätzen und Zielen des KRIP UNESCO-

Welterbes sowie dem Schutz der historischen Verkehrswege von nationa-

ler Bedeutung nicht vereinbar. Die beeindruckende Schluchtlandschaft 

würde mit der aus landschaftlicher Sicht unerwünschten und störenden 

Möblierung stark geprägt. Die Hängebrücken würden zum dominierenden 

Element, was vermieden werden müsse (mit Hinweis auf BGE 136 II 214 

E.6/Aroser Weisshorn). Dies gelte umso mehr als den beiden Hängebrü-

cken keine Funktion als Bestandteil des Fuss- und Wanderwegnetzes 

bzw. keine Verbindungsfunktion zukomme. Die grosse künstliche Kaverne 

in der Felswand bedeute einen irreversiblen Landschaftseingriff. Für das 

Vorhaben sprächen lediglich touristische bzw. finanzielle Aspekte. Es sei 

auch nicht gewürdigt worden, dass das Vorhaben im Parc S.________ zu 

liegen käme, wo gemäss Art. 20 lit. a und lit. c der Verordnung über die 

Pärke von nationaler Bedeutung (PäV; SR 451.36) das Landschaftsbild zu 

erhalten und soweit möglich zu verbessern sowie bei neuen Bauten, An-

lagen und Nutzungen der Charakter des Landschafts- und Ortsbildes zu 

wahren und zu stärken sei (mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 

1C_528/2018 vom 17. Oktober 2019 E.6.4). Den betroffenen Interessen 

von höchster (UNESCO-Welterbe, IVS) und hoher (naturnahe Schlucht-

landschaft) Bedeutung stünden einzig touristische bzw. finanzielle As-

pekte von lokaler, maximal regionaler Bedeutung gegenüber. Wie wichtig 

diese seien, könne mangels Bedürfnisnachweises nicht beurteilt werden, 

zumal Angaben betreffend des zu erwartenden Besucheraufkommens, 

der Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit fehlten. Die Interessenabwä-

- 33 -

gung sei unvollständig, nicht nachvollziehbar, unverhältnismässig und 

rechtsfehlerhaft, weshalb der angefochtene Beschluss aufzuheben sei. Im 

Übrigen seien auch keine Alternativen und Varianten geprüft worden (z.B. 

Verzicht auf die westliche Hängebrücke) und keine Wiederherstellungs- 

bzw. Ersatzmassnahmen vorgesehen.

4.4.3. Die Beschwerdegegnerin 1 bringt vor, die beiden Hängebrücken würden 

nicht in einer unberührten Schluchtlandschaft erstellt. Das Projekt sei ein-

gebettet von einem Staudamm, einer Nationalstrasse, der RhB-Strecke, 

dem Restaurant I.________, einer überbauten Gewerbezone sowie Brü-

cken aus verschiedenen Zeitepochen. Die bestehende Infrastruktur er-

mögliche erst diesen wilden und spektakulären Schluchtabschnitt (Stau-

damm), weshalb diese Landschaft für das geplante touristische Projekt ge-

radezu prädestiniert sei. Die Hängebrücken tangierten die UNESCO-Welt-

erbestrecke der RhB nicht, diese befinde sich deutlich oberhalb der ge-

planten Hängebrücken. Diese sowie die J.________ würden durch das 

Projekt besser erlebbar gemacht. Zwar komme den Hängebrücken keine 

Verbindungsfunktion zu, doch bildeten deren Zugangsbereiche Bestand-

teile der regionalen Mountainbike- und Velostrecke von SchweizMobil so-

wie eines Bergwanderweges; diese würden durch das Projekt an Attrakti-

vität gewinnen. Das Vorhaben sei bewusst als Rundweg konzipiert, wes-

halb der Verzicht auf eine der Brücken nicht weiterverfolgt worden sei. 

Was die Ersatzmassnahmen angehe, werde das ANU wie üblich dafür sor-

gen, dass solche im erforderlichen Ausmass getroffen würden.

4.4.4. Die Beschwerdegegnerin 2 macht geltend, dass sich die beiden Hänge-

brücken bestens in die – nicht unverbaute – Landschaft einfügten. Der Ge-

meinde komme auch bei Erlass und Änderung der Grundordnung Autono-

mie zu; in diesen zulässigen Ermessensspielraum dürften die Rechtsmit-

telbehörden nicht eingreifen. Für die Gemeinde sei das Projekt sehr be-

deutend, was auch die Aufnahme in das Kommunale Räumliche Leitbild 

dokumentiere; dieses in einer wirtschaftlich und touristisch schwachen Re-

- 34 -

gion zu realisieren, sei ein Lichtblick. Touristische und finanzielle Aspekte 

seien zulässig zu berücksichtigende Interessen. Im Übrigen sei ein Aus-

bau bzw. eine Erweiterung des Wanderwegnetzes vorgesehen, weshalb 

durchaus von einer Erschliessungsfunktion der geplanten Hängebrücken 

ausgegangen werden könne.

4.4.5. Vorliegend ist nachvollziehbar, dass das Projekt "M.________" für die Be-

schwerdegegnerin 2 von grosser touristischer und damit auch finanzieller 

Bedeutung ist, auch wenn sich in den Akten keine vertiefteren Ausführun-

gen dazu finden. Zutreffend ist auch, dass sich die Landschaft nicht un-

verbaut präsentiert, wobei allerdings zumindest der Abschnitt zwischen 

J.________ und Stauwehr tatsächlich unberührt und spektakulär ist. Die 

geplanten Hängeseilbrücken würden gerade dort und die Kaverne mit 

Plattform und allfälligen Schutzbauten auf der gegenüberliegenden Seite 

in der bis anhin unberührten Felswand erstellt (vgl. Foto im Planungs- und 

Mitwirkungsbericht, Bf-act. 5/Bg2-act. 1). Gerade der Einbau der Kaverne 

stellt einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, der mit dem Schutz 

der natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und 

Landschaft (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG), einem schonenden Umgang mit der 

Landschaft (Art. 3 Abs. 2 RPG und Art. 3 Abs. 1 NHG) und einer natürli-

chen Einordnung in die Landschaft (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG) schlecht ver-

einbar ist. In diesem Zusammenhang wäre auch zu beachten, dass 

gemäss KRIP UNESCO-Welterbe (Leitüberlegungen/Grundsätze zu "Be-

sonderheiten als Teil des touristischen Angebotes konsolidieren") der Zu-

gang zu den besonderen Elementen (z.B. Kunstbauten der RhB, histori-

sche Verkehrswege, etc.) nach Möglichkeit auf das bestehende Wegnetz 

gelegt werden und sich die angebotenen, angemessenen Rastmöglichkei-

ten wie selbstverständlich in die Kulturlandschaft einfügen sollen. Da in 

einem Nutzungsplanverfahren, das ein konkretes Projekt zum Gegen-

stand hat, dessen raum- und umweltrelevante Auswirkungen bereits er-

fassbar sind, das Baubewilligungsverfahren weitgehend vorbestimmt, ist 

- 35 -

eine umfassende Interessenabwägung bereits im Stadium der Nutzungs-

planung vorzunehmen, wobei auch dafür zu sorgen ist, dass die erforder-

lichen Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen nach Art. 18 

Abs. 1bis und 1ter NHG sichergestellt werden (vgl. dazu Urteil des Bundes-

gerichts 1C_346/2014 vom 26. Oktober 2016 E.4.4). Nach dem Gesagten 

mangelt es dem angefochtenen Regierungsbeschluss an einer ausrei-

chenden, bereits im Nutzungsplanungsverfahren vorzunehmenden, um-

fassenden Interessenabwägung, insbesondere, weil zur wirtschaftlichen 

Bedeutung des Projekts und zum Landschaftsschutz keine vertiefteren 

(auch mit Zahlen untermauerten) Ausführungen gemacht wurden. Auch 

unter diesem Gesichtspunkt ist die Beschwerde daher gutzuheissen.

4.5. Gemäss Art. 5 Abs. 1 WaG sind Rodungen verboten. Eine Ausnahmebe-

willigung darf erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für 

die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walder-

haltung überwiegen und zudem die folgenden Voraussetzungen erfüllt 

sind: das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen 

Standort angewiesen sein (lit. a), das Werk muss die Voraussetzungen 

der Raumplanung sachlich erfüllen (lit. b) und die Rodung darf zu keiner 

erheblichen Gefährdung der Umwelt führen (lit. c). Nicht als wichtige 

Gründe gelten finanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nut-

zung des Bodens oder die billige Beschaffung von Land für nichtforstliche 

Zwecke (Art. 5 Abs. 3 WaG). Zudem muss dem Natur- und Heimatschutz 

Rechnung getragen werden (Art. 5 Abs. 4 WaG). 

Die Zuweisung von Wald zu einer Nutzungszone bedarf einer Rodungs-

bewilligung (Art. 12 WaG). Die Rodungsbewilligung befreit nicht von der 

Einholung der im RPG vorgesehenen Baubewilligung (Art. 11 Abs. 1 

WaG). Erfordert ein Bauvorhaben sowohl eine Rodungsbewilligung als 

auch eine BAB-Baubewilligung, so darf diese nur im Einvernehmen mit der 

nach Art. 6 WaG (Ausnahmebewilligung) zuständigen Behörde erteilt wer-

den.

- 36 -

4.5.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss wurde ausgeführt, der Bau der 

Hängebrücken sei zentraler Bestandteil des Tourismusprojekts, durch das 

die Schluchtlandschaft erlebbar gemacht werde, was nicht auf eine Mittel-

beschaffung für nichtforstliche Zwecke reduziert werden könne. Die 

Schluchtlandschaft sei nicht unberührt, zumal dort bereits ein Restaurant, 

eine Gewerbezone, ein Stauwehr, weitere Brücken und Verkehrsanlagen 

bestünden. Die Realisierung der Hängebrücken entspreche einem öffent-

lichen Interesse, welches dasjenige an der Walderhaltung überwiege. Die 

Hängebrücken seien standortgebunden, weil man nur von dort aus Ein-

blick in die von Naturkräften und menschlichen Eingriffen geprägte Land-

schaft habe. Der Erlebnisweg bzw. der Rundweg, den sie ermöglichten, 

ergänze die bestehenden Wanderwege. Das Projekt sei auch für Wande-

rer und Mountainbike- bzw. VelofahrerInnen, Familien und Schulklassen 

sehr attraktiv. Damit ergäben sich ausreichend objektive Gründe, welche 

die Interessen an der Walderhaltung überwiegen würden. Auch aus raum-

planerischer Sicht spreche nichts gegen die Erteilung der Rodungsbewil-

ligung. Eine erhebliche Umweltgefährdung könne ausgeschlossen wer-

den, dem Natur- und Heimatschutz werde genügend Rechnung getragen. 

Die Vorinstanz wies in der Folge die Einsprache gegen das Rodungsge-

such aus all diesen Gründen ab. Sie befristete die Bewilligung bis zum 

31. Dezember 2025, verpflichtete die Beschwerdegegnerin 2 zu Ersatz-

massnahmen (Auflichtung einer Waldweide, Objekt Nr. 3410 gemäss Wal-

dentwicklungsplan) und auferlegte ihr als Sicherstellungsmassnahme die 

Pflicht zur Unterzeichnung einer Leistungsverpflichtung über CHF 6'500.-

-. Ferner müsse die Steinschlaggefahr bei der Kaverne beachtet werden, 

und es müssten entsprechende Sicherungsmassnahmen vorgenommen 

werden.

4.5.2. Die Beschwerdeführerinnen halten an den in der Einsprache vorgebrach-

ten Einwänden, wonach es dem Vorhaben an überwiegenden Interessen 

mangle, fest (Rodung aus finanziellen Interessen, fehlende Erschlies-

- 37 -

sungsfunktion bzw. Standortgebundenheit, ungenügende Beachtung des 

UNESCO-Welterbes, Schmälerung der landschaftlichen Qualitäten der 

Schlucht) (Bf-act. 15). Zudem rügen sie, die Rodung sei touristisch moti-

viert und erfolge aus finanziellen Interessen, was ein besonders gewichti-

ges Bedürfnis seitens der Gemeinde voraussetze, das hier nicht gegeben 

sei. In den Akten fehle jeglicher Nachweis bezüglich Wertschöpfung und 

Wirtschaftlichkeit. Diese und auch andere Interessen vermöchten die In-

teressen an der Walderhaltung nicht zu überwiegen. Der Wald werde nicht 

nur durch die notwendigen Rodungen, sondern auch durch die geplante 

nachteilige Nutzung im Sinne von Art. 16 WaG beeinträchtigt. Im Übrigen 

habe die Vorinstanz im Rahmen der Interessenabwägung keine Alternati-

ven und Varianten geprüft und sich auch nicht mit dem Aspekt des UN-

ESCO-Welterbes auseinandergesetzt, weshalb diese unvollständig bzw. 

rechtsfehlerhaft erfolgt sei.

4.5.3. Zu dieser Rüge verwies die Beschwerdegegnerin 1 auf den angefochte-

nen Regierungsbeschluss und verzichtete auf weitergehende Ausführun-

gen.

4.5.4. Die Beschwerdegegnerin 2 erläutert, die Realisierung der geplanten Hän-

gebrücken sei für die Gemeinde sowie für die gesamte Region von grosser 

touristischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Daraus abzuleiten, es gehe 

allein um finanzielle Interessen, ziele an der Sache vorbei. Wie auch die 

Vorinstanz ausgeführt habe, gehe es darum, die Landschaft und die vor-

handenen Bauten erlebbar zu machen, somit ein einmaliges Projekt zu 

realisieren, das den Vorbeifahrenden die Schönheit der Region vermitteln 

und zum Verweilen einladen soll. Hier gehe es um ein Gebiet, das bisher 

teilweise touristisch genutzt wurde, aber kaum Wertschöpfung generiere 

und gleichzeitig das Einstiegsportal zum O.________- tal darstelle. Die 

Rodungsfläche sei auf ein Minimum begrenzt worden. Mit den Hängebrü-

cken solle ein Gebiet erlebbar gemacht werden, das bereits heute von 

Durchreisenden stark frequentiert sei, welche die imposante Landschaft 

- 38 -

und die Bauwerke bewunderten und fotografierten. Dieses vorhandene 

Potential solle ergänzt werden, was durchaus zulässige öffentliche Inter-

essen seien. Die geforderte Prüfung von Alternativen und Varianten hätte 

kaum zu einem anderen Ergebnis geführt, zumal die beiden Brücken kom-

plementär zueinander seien, wodurch ein Rundgang entstehe.

4.5.5. Wichtige Gründe, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen, 

können durchaus auch touristische Anlagen sein (WAGNER PFEIFER, 

a.a.O., Rz. 1715). Vorliegend sind die entsprechenden Interessen, wie be-

reits erwähnt, nachvollziehbar (vgl. Erwägung 4.4.5), wenn auch tatsäch-

lich keinerlei Angaben (inkl. Zahlen) zur wirtschaftlichen Wertschöpfung 

des Projekts gemacht werden (vgl. Planungs- und Mitwirkungsbericht, Bf-

act.5/Bg2-act.1, sowie Bf-act. 6, 7) und auch im Regierungsbeschluss le-

diglich unspezifisch von einem "deutlichen Mehrwert" (vgl. z.B. S. 13) die 

Rede ist. Das Kommunale Räumlichen Leitbild der Beschwerdegegnerin 2 

(Bg2-act. 4, S. 6, vgl. auch S. 17) nennt immerhin als wirtschaftliche Fak-

toren die Abnahme der Anzahl Betriebe, den Beschäftigungsrückgang, die 

Zunahme des Pendleraufkommens, etc. Dient ein Projekt als Motor für die 

touristische Förderung kann nicht einfach, wie die Beschwerdeführerinnen 

es tun, von ausschliesslich finanziellen Interessen gesprochen werden, 

geht es doch in nachvollziehbarer Weise um die Stärkung des Tourismus 

und damit auch der Wirtschaftskraft einer (strukturschwachen) Region 

(z.B. Arbeitsplätze, Bekanntheit des Ortes, etc.) (vgl. auch HÄNNI, a.a.O., 

S. 451).

Selbst wenn aber wichtige Interessen (Art. 5 Abs. 1 WaG) und die (rela-

tive) Standortgebundenheit (Art. 5 Abs. 1 lit. a WaG) angesichts der topo-

grafischen Verhältnisse bejaht würden, fehlte es vorliegend an den weite-

ren Voraussetzungen für eine Rodungsbewilligung im Sinne von Art. 5 

Abs.1 lit. b (Raumplanung) und lit. c WaG (keine Gefährdung der Umwelt, 

z.B. Gewässerverschmutzung, Naturgefahren, Lärmeinwirkungen, 

vgl. WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1723). Wie bereits ausgeführt, kann die 

- 39 -

Nutzungsplanung wegen Verletzung des GSchG und des fehlenden Gut-

achtens der ENKH nicht bewilligt werden (vgl. Erwägungen 4.1.7, 4.3.5, 

4.4.5), womit die Voraussetzungen der Raumplanung im Sinne von Art. 5 

Abs. 1 lit. b WaG nicht gegeben sind. Fraglich ist, wie ebenfalls bereits 

erwähnt, der Landschaftsschutz (vgl. Erwägung 4.4.5), zudem ist nicht er-

sichtlich, dass die erforderliche umfassende Abklärung von Alterna-

tivstandorten stattgefunden hätte (WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1718). Ob 

bzw. dass vom Projekt eine erhebliche Gefährdung der Umwelt ausgeht, 

ist zwar nicht ersichtlich, wurde aber in der fraglichen Verfügung des Am-

tes für Wald vom 27. Dezember 2019 (Bg1-act. 2) bzw. im angefochtenen 

Regierungsbeschluss vom 5. Mai 2020 (Bf-act. 1/Bg1-act. 7, S. 5) eben-

falls nicht näher ausgeführt. Was schliesslich den Natur- und Heimat-

schutz angeht (vgl. dazu WAGNER PFEIFER, a.a.O., Rz. 1716), mangelt es 

am erforderlichen Gutachten der ENHK (vgl. Erwägung 4.3.5). Zusam-

menfassend ergibt sich, dass auch die verschiedenen Voraussetzungen 

für die Erteilung einer Rodungsbewilligung nicht bzw. nicht vollständig ge-

geben sind, weshalb die Beschwerde auch diesbezüglich gutzuheissen ist.

4.6. Gemäss Art. 2 RPG erarbeiten Bund, Kantone und Gemeinden die für ihre 

raumwirksamen Aufgaben nötigen Planungen und stimmen sie aufeinan-

der ab (Abs. 1). Sie berücksichtigen die räumlichen Auswirkungen ihrer 

übrigen Tätigkeit (Art. 2 Abs. 2 RPG). Die mit Planungsaufgaben betrau-

ten Behörden achten darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den 

zur Erfüllung ihrer Aufgaben nötigen Ermessensspielraum zu lassen 

(Art. 2 Abs. 3 RPG).

4.6.1. Im angefochtenen Regierungsbeschluss hielt die Vorinstanz fest, die Na-

turgefahrenaspekte (insbesondere die Steinschlaggefahr bei der Kaverne) 

müssten im BAB-Baubewilligungsverfahren detailliert analysiert werden 

(Ziff. E/2). Auf der Fläche des vorgesehenen Parkplatzes befinde sich 

heute ein Holzlagerplatz, für den ein geeigneter Ersatzstandort zu schaf-

fen sei (Ziff. F/1). Die Lage des Parkplatzes im Bereich der Einmündung 

- 40 -

der Strasse von C.________ in die P.________ sei aus Gründen der Ver-

kehrssicherheit kritisch zu beurteilen, zumal BesucherInnen der Hänge-

brücken zu Fuss drei Fahrspuren überqueren müssten, auf denen teil-

weise mit hoher Geschwindigkeit gefahren werde. Die Vorinstanz nahm 

zur Kenntnis, dass diesbezüglich die Möglichkeit zur Langsamverkehrs-

querung unterhalb der bestehenden Brücke gegeben sei (Ziff. F/1). Sie 

wies auch darauf hin, dass der im Waldareal geplante Rast- und Spielplatz 

nicht mit der vorgesehenen Touristikzone deckungsgleich sei, weshalb 

eine forstrechtliche Bewilligung für dessen Realisierung erst nach Vorlie-

gen der Detailplanung und Nachweis der Standortgebundenheit erteilt 

werden könne (Ziff. G/1), zudem hielt sie die Gemeinde an, Massnahmen 

zur Minimierung von Kollisionen von Vögeln mit den Abspannseilen der 

Hängebrücken umzusetzen (Ziff. G/2). 

4.6.2. Die Beschwerdeführerinnen bemängeln, dass das Projekt auch aus ver-

schiedenen anderen Gründen nicht entscheidreif sei, weshalb die Geneh-

migung nicht hätte erteilt werden dürfen. So rügen sie zusätzlich, dass 

nicht geprüft wurde, ob die Steinschlaggefahr in der Felswand dem Projekt 

generell entgegenstehe, zumal bereits eine geringe Steinschlaggefahr ein 

Sicherheitsproblem darstellen würde. Als problematisch erachten sie auch 

den vorgesehenen Parkplatz auf der anderen Seite der Kantons- (bzw. 

National-)strasse; sie bezweifeln, dass eine Unter- oder Überführung fi-

nanziell tragbar sei und weiterverfolgt würde. Gerügt wird auch, dass Art 

und Ausmass des geplanten Rast-/Spielplatzes in den Unterlagen nicht 

ersichtlich sei; dies verhindere eine Gesamtbeurteilung. Zudem sei unklar 

geblieben, ob es Möglichkeiten gebe, um Kollisionen von Vögeln mit den 

Abspannseilen der Hängebrücken zu minimieren.

4.6.3. Die Beschwerdegegnerin 1 führt aus, mit der vorliegenden Teilrevision der 

Ortsplanung sei die Verankerung der geplanten Anlage in der Nutzungs-

planung sichergestellt worden. Die Standortgebundenheit sei im Rahmen 

des Genehmigungsverfahrens geprüft worden, die Gestaltung des Pro-

- 41 -

jekts (Langsamverkehrsquerung, Ausmass des Rast-/Spielplatzes, Ab-

spannseile der Hängebrücken) werde stufengerecht im BAB-Baubewilli-

gungsverfahren geprüft und festgelegt. Auf wichtige Aspekte des Land-

schafts- oder Vogelschutzes und der Verkehrssicherheit habe die Vorin-

stanz richtigerweise bereits im angefochtenen Regierungsentscheid hin-

gewiesen.

4.6.4. Auch die Beschwerdegegnerin 2 erachtet eine weitere Klärung auf Stufe 

Nutzungsplanung als nicht erforderlich. Die Zu- und Wegfahrt sei beste-

hend und es herrschten gute und übersichtliche Sichtverhältnisse. Was 

die Steinschlaggefahr betreffe, werde das BAB-Baubewilligungsverfahren 

zeigen, welche Massnahmen zu ergreifen seien. Die Fragen rund um den 

Parkplatz sowie den Rast- und Spielplatz würden in den nachfolgenden 

Verfahren geklärt. 

4.6.5. Das Gericht kann die Frage, ob die erwähnten Punkte (Naturgefahren, vgl. 

dazu Bf-act. 5/Bg2-act. 1, S. 10, Ersatz Holzlagerplatz, Lage des Parkplat-

zes, Massnahmen zum Vogelschutz, Rast- und Spielplatz im Waldareal) 

im Nutzungsplanverfahren ungeprüft gelassen bzw. erst im BAB-Baube-

willigungsverfahren geprüft werden durften bzw. dürfen, angesichts des 

Verfahrensausgangs offen lassen. 

4.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Projekt "M.________" im 

Bereich der J.________ mit den beiden Hängeseilbrücken über der 

O.________ Art. 38 GSchG widerspricht und dass damit auch die Voraus-

setzungen für die Erteilung einer Rodungsbewilligung im Sinne von Art. 5 

WaG nicht gegeben sind. Ebenso ist festzuhalten, dass die Vorinstanz ih-

rer Abklärungspflicht mit Einholung der Stellungnahme der kantonalen 

Denkmalpflege teilweise nachgekommen ist, dass jedoch gemäss Art. 7 

und Art. 25 NHG zwingend ein Gutachten der ENHK einzuholen gewesen 

wäre. Fraglich, aber letztlich offen gelassen werden kann die Frage, ob mit 

dem Projekt der Grundsatz des schonenden Umgangs mit der Landschaft 

- 42 -

eingehalten wird (Art. 3 Abs. 2 RPG und Art. 3 Abs. 1 NHG), ebenso kann 

offen gelassen werden, ob weitere Fragen (Naturgefahren, Ersatz Holzla-

gerplatz, Lage des Parkplatzes, Massnahmen zum Vogelschutz, Rast- 

und Spielplatz im Waldareal) zulässigerweise erst im BAB-Baubewilli-

gungsverfahren geklärt werden dürfen. Nach dem Gesagten ist die Be-

schwerde gutzuheissen, und der angefochtene Regierungsbeschluss vom 

5. Mai 2020 (Bf-act. 1/Bg1-act. 7) ist, zumal die Teilrevision der Ortspla-

nung die Grundlage für die Realisierung des Projekts "M.________" mit 

den beiden Hängeseilbrücken bildet, in seiner Gesamtheit aufzuheben

5. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die 

Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG), wobei mehreren Parteien die Kos-

ten zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde nichts Ande-

res entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin 1 (Kanton 

Graubünden bzw. Regierung) amtete vorliegend als Genehmigungs- und 

Bewilligungsbehörde im Sinne von Art. 26 RPG bzw. Art. 49 KRG sowie 

Art. 5 WaG. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass der Kanton 

bzw. die Regierung in dieser Eigenschaft in der Regel keine Verfahrens-

kosten zu tragen hat und auch nicht entschädigungspflichtig wird (vgl. Ur-

teile des Verwaltungsgerichts [VGU] R 21 51 vom 26. Oktober 2021 E.7.1, 

R 20 33 vom 16. Juni 2020 E.3.1, je mit weiteren Hinweisen). Die Verfah-

renskosten bestehen aus der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfer-

tigungen und Mitteilungen des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 

Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.--, sie rich-

tet sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach 

dem Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kosten-

pflichtigen (Art. 75 Abs. 2 VRG). 

5.1. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wird die Staatsgebühr im Sinne 

von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.-- festgesetzt. Sie wird zusammen 

mit den Kanzleiausgaben dem Ausgang des Verfahrens entsprechend der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.

- 43 -

5.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursach-

ten notwendigen Kosten zu ersetzen. Bund, Kanton und Gemeinden sowie 

mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird in der 

Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtli-

chen Wirkungskreis obsiegen (Art. 78 Abs. 2 VRG). 

5.2.1. Vorliegend wird die Parteientschädigung dem Ausgang des Beschwerde-

verfahrens entsprechend zu Gunsten der obsiegenden Beschwerdeführe-

rinnen und zu Lasten der unterliegenden Beschwerdegegnerin 2 zuge-

sprochen.

5.2.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen legte mit Schreiben vom 

27. Oktober 2020 eine Honorarnote über CHF 7'862.25 (Honoraraufwand 

von 26.15 Stunden à CHF 270.00 [CHF 7'087.50; vgl. auch Honorarver-

einbarung], Auslagen über CHF 212.64 + MWST über CHF 562.11 [die 

Beschwerdeführerinnen sind, soweit ersichtlich, nicht vorsteuerabzugsbe-

rechtigt, vgl. dazu VGU R 19 28 vom 25. August 2020 E.6.2.2 mit Hinwei-

sen; PVG 2015 Nr. 19]) ins Recht. Das Gericht erachtet den geltend ge-

machten Zeitaufwand angesichts der gesamten Umstände, der Schwierig-

keit der Angelegenheit und des Umfangs des Verfahrens als angemessen. 

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdegegne-

rin 2 verpflichtet, die Beschwerdeführerinnen aussergerichtlich mit 

CHF 7'862.25 zu entschädigen. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Regierungsbe-

schluss vom 5. Mai 2020 betreffend Teilrevision der Ortsplanung und Ro-

dungsbewilligung wird aufgehoben. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- 44 -

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 964.00

zusammen CHF 4'964.00

gehen zulasten der Gemeinde A.________.

3. Die Gemeinde A.________ hat die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 

und die Mountain Wilderness Schweiz mit CHF 7'862.25 aussergerichtlich 

zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 1C_315/2022 vom 10. November 2023 hat das Bundesgericht die gegen 

diesen Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gutgeheissen und die Sache zur 

Neubeurteilung an die Regierung des Kantons Graubünden zurückgewiesen.]