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**Case Identifier:** 8341d420-8d3b-5a3d-8f16-67f17ea9d7ae
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2021 C-2887/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2887-2019_2021-01-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2887/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J a n u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti, Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 
 

 
 

Parteien 
 Spitalzentrum Biel AG,  

vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, 

und lic. iur. Adrian Gautschi, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Regierungsrat des Kantons Bern,  

handelnd durch Gesundheits- und Fürsorgedirektion  

des Kantons Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Krankenversicherung, Berner Spitalliste Akutsomatik 2019 

(RRB Nr. 433 vom 8. Mai 2019). 

 

 

 

C-2887/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Spitalzentrum Biel AG (nachfolgend: Spitalzentrum Biel oder Be-

schwerdeführerin) war auf der Spitalliste Akutsomatik 2014 des Kantons 

Bern mit einem Leistungsauftrag für verschiedene Leistungsbereiche auf-

geführt. Im Leistungsbereich Gynäkologie verfügte sie über einen (unbe-

fristeten) Leistungsauftrag für die Leistungsgruppen GYN1, mit den Unter-

gruppen GYN1.1 (Maligne Neoplasien der Vulva und Vagina), GYN1.2 

(Maligne Neoplasien der Zervix), GYN1.3 (Maligne Neoplasien des Corpus 

uteri) und GYN1.4 (Maligne Neoplasien des Ovars) sowie GYN2 (Maligne 

Neoplasien der Mamma). 

B.  

B.a Der Regierungsrat des Kantons Bern (nachfolgend: Regierungsrat  

oder Vorinstanz) erliess nach Anhörung der Leistungserbringer an seiner 

Sitzung vom 8. Mai 2019 gestützt auf die Versorgungsplanung 2016 die ab 

1. Juli 2019 anwendbare neue Spitalliste Akutsomatik für den Kanton Bern 

(Spitalliste Akutsomatik 2019). Im Anhang zur neuen Spitalliste wurden auf 

der Basis der Spitalplanungs-Leistungsgruppensystematik (SPLG) Akutso-

matik verschiedene Leistungsgruppen mit leistungsspezifischen Anforde-

rungen, insbesondere bezüglich Personal und Infrastruktur, definiert. Für 

26 Leistungsgruppen wurden Mindestfallzahlen pro Spital festgelegt 

(SPLG-Systematik Akutsomatik BE, Version 2017_02.00). Die bisherigen 

Leistungsgruppen GYN1.1, GYN1.2, GYN1.3 und GYN1.4 wurden zur 

neuen Leistungsgruppe GYNT (Gynäkologische Tumore) zusammenge-

fasst, wobei auch die Erteilung eines auf die bisherigen Leistungsgruppen 

GYN1.3 und GYN1.4 eingeschränkten Teilleistungsauftrags GYNT ermög-

licht wurde (Anforderungen und Erläuterungen SPLG Akutsomatik BE des 

Kantons Bern zuhanden der Listenspitäler und Listengeburtshäuser zu den 

Leistungsaufträgen gemäss den Spitalplanungsleistungsgruppen [Version 

2017_02.00], S. 17). 

B.b Mit Beschluss Nr. 433/2019 vom 8. Mai 2019 erteilte der Regierungsrat 

dem Spitalzentrum Biel auf der Spitalliste Akutsomatik 2019 einen Leis-

tungsauftrag für diverse Leistungsbereiche gemäss der SPLG-Systematik 

Akutsomatik BE. Das Gesuch des Spitalzentrums Biel um Erteilung eines 

Leistungsauftrags GYNT wies er jedoch ab. Zur Begründung hielt er im 

Wesentlich fest, dass das Spitalzentrum Biel die in den leistungsspezifi-

schen Anforderungen festgelegte Mindestfallzahl von 20 Fällen pro Jahr im 

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Seite 3 

Durchschnitt der Jahre 2014-2016, die auch für einen Teilleistungsauftrag 

GYNT gelte, nicht erfüllt habe.  

C.  

Gegen den RRB Nr. 433/2019 vom 8. Mai 2019 erhob das Spitalzentrum 

Biel durch seine Rechtsvertreter mit Eingabe vom 7. Juni 2019 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer-act. 1). Es stellt die fol-

genden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 8. Mai 2019 (RRB Nr. 433/2019) sei auf-

zuheben, soweit der Beschwerdeführerin darin kein am 1. Juli 2019 in Kraft 

tretender unbefristeter Leistungsauftrag «GYNT Gynäkologische Tumore» 

erteilt wird. 

2.1 Es sei der Beschwerdeführerin ein am 1. Juli 2019 in Kraft tretender unbefris-

teter Leistungsauftrag «GYNT Gynäkologische Tumore» umfassend «Ma-

ligne Neoplasien des Corpus uteri» (bisher GYN1.3) und «Maligne Neopla-

sien des Ovars» (bisher GYN1.4) zu erteilen. 

2.2 Eventualiter sei der Beschwerdeführerin ein am 1. Juli 2019 in Kraft tretender 

und bis 31. Dezember 2021 befristeter (provisorischer) Leistungsauftrag 

«GYNT Gynäkologische Tumore» umfassend «Maligne Neoplasien des Cor-

pus uteri» (bisher GYN1.3) und «Maligne Neoplasien des Ovars» (bisher 

GYN1.4) zu erteilen, der ab dem 1. Januar 2022 und unter der Bedingung des 

Erreichens der Mindestfallzahl von je zwanzig Eingriffen pro Jahr (pro rata) 

während der Befristung als unbefristeter Leistungsauftrag fortgeführt wird.  

2.3 Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2.4  Sub-subeventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 8. Mai 2019 (RRB 

Nr. 433/2019) insofern abzuändern, als der Beschwerdeführerin eine Über-

gangsfrist von mindestens sechs Monaten ab Rechtskraft des Urteils des 

Bundesverwaltungsgerichts gewährt wird, um die Tätigkeiten gemäss den 

bisherigen Leistungsaufträgen in der Spitalliste Akutsomatik 2014 des Kan-

tons Bern (gültig ab 1. Mai 2014, Version 1. Februar 2019) in den Leistungs-

bereichen «Maligne Neoplasien des Corpus uteri» (GYN1.3) und «Maligne 

Neoplasien des Ovars» (GYN1.4) einzustellen. 

3. Es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 8. Mai 2019 (RRB Nr. 433/2019) 

insofern abzuändern, als dass der Beschwerdeführerin eine Übergangsfrist 

mindestens bis zum 31. Dezember 2019 gewährt wird, um die Tätigkeiten 

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gemäss den bisherigen Leistungsaufträgen in der Spitalliste Akutsomatik 

2014 des Kantons Bern (gültig ab 1. Mai 2014; Version 1. Februar 2019) in 

den Leistungsbereichen «Maligne Neoplasien der Vulva und Vagina» 

(GYN1.1) und «Maligne Neoplasien der Zervix» (GYN1.2) einzustellen. 

Zudem stellte die Beschwerdeführerin den folgenden Verfahrensantrag:  

Es sei der Beschwerdeführerin Einsicht in die Akten des vorinstanzlichen Ver-

fahrens zu gewähren, und es sei ihr nach erfolgter Akteneinsicht Frist zur er-

gänzenden Stellungnahme anzusetzen.  

Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihrer Rechtsbegehren im 

Wesentlichen vor, dass die Nichterteilung des (Teil-)Leistungsauftrages 

GYNT allein wegen des Nichterreichens der Mindestfallzahl die gesetzli-

chen Planungsgrundsätze der Wirtschaftlichkeit und der Erreichbarkeit ver-

letze. Zudem habe die Vorinstanz und das Kriterium der Mindestfallzahlen 

gesetzwidrig angewendet, indem sie eine rein vergangenheitsbezogene 

Betrachtung vorgenommen habe. 

D.  

Der mit Zwischenverfügung vom 14. Juni 2019 bei der Beschwerdeführerin 

eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5‘000.– (BVGer-act. 2) 

wurde am 25. Juni 2019 geleistet (BVGer-act. 5). 

E.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 14. August 2019 die 

Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 8). 

F.  

Auf entsprechende Einladung des Instruktionsrichters vom 21. August 

2019 (BVGer-act. 9) nahm das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am 

19. September 2019 als Fachbehörde Stellung. Es äusserte sich dahinge-

hend, dass die Beschwerde abzuweisen sei (BVGer-act. 10). 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführe-

rin antragsgemäss Einsicht in die Vorakten gewährt (BVGer-act. 16). 

H.  

Am 11. November 2019 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schlussbe-

merkungen ein (BVGer-act. 18). Die Vorinstanz hat keine Schlussstellung-

nahme eingereicht. 

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Seite 5 

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 13. November 2019 wurde der Schriften-

wechsel abgeschlossen (BVGer-act. 20). 

J.  

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten 

wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Nach Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen 

nach Art. 39 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt 

werden. Der angefochtene Beschluss Nr. 433/2019 vom 8. Mai 2019 wurde 

gestützt auf Art. 39 KVG erlassen. Das Bundesverwaltungsgericht ist des-

halb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 

KVG). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-

nommen, ist als Adressatin durch den angefochtenen Regierungsratsbe-

schluss besonders berührt und hat insoweit an dessen Aufhebung bezie-

hungsweise Abänderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formge-

recht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der Kostenvorschuss 

rechtzeitig geleistet wurde, einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und 

Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.   

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

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Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, N 51 zu Art. 49 VwVG). 

2.2 Nach der Rechtsprechung ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui gene-

ris zu qualifizieren. Für die Bestimmung des Anfechtungsgegenstandes ist 

wesentlich, dass die Spitalliste aus einem Bündel von Individualverfügun-

gen besteht (BVGE 2013/45 E. 1.1.1; 2012/9 E. 3.2.6). Anfechtungsgegen-

stand im vorliegenden Beschwerdeverfahren – und damit Begrenzung des 

Streitgegenstands – bildet nur die Verfügung, welche das die Beschwerde-

führerin betreffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Ver-

fügungen der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; 

Urteil des BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1). 

2.3 Die Beschwerdeführerin hat die sie betreffende Verfügung des  

vorinstanzlichen Spitallistenbeschlusses nicht insgesamt angefochten. Sie 

hat die Aufhebung beziehungsweise Abänderung des angefochtenen Be-

schlusses nur in Bezug auf die verweigerte Zuteilung eines Leistungsauf-

trags GYNT verlangt. Die Beschwerdeführerin beantragt beschwerdeweise 

die Erteilung eines Teil-Leistungsauftrags für die bisherigen Leistungsgrup-

pen GYN1.3 und GYN1.4 gemäss der Spitalliste Akutsomatik 2014. Pro-

zessthema bildet damit die Nichterteilung des Leistungsauftrags GYNT mit 

den genannten Einschränkungen.  

3.  

3.1 Mit Beschwerde gegen einen Spitallistenentscheid im Sinne von Art. 39 

Abs. 1 KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des 

Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens und die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Unangemessenheit 

(Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG). Bei der Spitalplanung und 

beim Erlass der Spitalliste verfügt der Kanton über einen erheblichen Er-

messensspielraum (BVGE 2018 V/3 E. 4.1 mit Hinweisen). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

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von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, N 48 zu Art. 62). 

3.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozi-

alversicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), 

nicht aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 117 Rz. 2.204 ff.; SEETHALER/PORT-

MANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, 

N 78 zu Art. 52). In Beschwerdeverfahren nach Art. 53 Abs. 1 KVG soll das 

Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tatsachen oder Beweismitteln 

konfrontiert werden, welche der vorinstanzlichen Beurteilung nicht zu-

grunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG 

liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt (vgl. 

BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer C-195/2012 vom 24. September 

2012 E. 5.1.2). 

4.  

Streitig und – unter dem Blickwinkel der eingeschränkten Kognition des 

Bundesverwaltungsgerichts in Beschwerdeverfahren betreffend Spitallis-

ten – zu prüfen ist, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin einen Teil-

leistungsauftrag für die Leistungsgruppe GYNT (GYN1.3 und GYN1.4) 

hätte erteilen müssen. Für diese Beurteilung sind namentlich die nachfol-

gend aufgeführten bundesrechtlichen Bestimmungen massgebend. 

4.1 Art. 39 Abs. 1 KVG bestimmt in Verbindung mit Art. 35 Abs. 1 KVG, 

unter welchen Voraussetzungen Spitäler zur Tätigkeit zu Lasten der obli-

gatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zugelassen werden. Dem-

nach muss ein Spital eine ausreichende ärztliche Betreuung gewährleisten 

(Bst. a), über das erforderliche Fachpersonal (Bst. b) und zweckentspre-

chende medizinische Einrichtungen verfügen und eine zweckentspre-

chende pharmazeutische Versorgung gewährleisten (Bst. c). Im Weiteren 

muss ein Spital für die Zulassung der von einem oder mehreren Kantonen 

gemeinsam aufgestellten Planung für eine bedarfsgerechte Spitalversor-

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Seite 8 

gung entsprechen, wobei private Trägerschaften angemessen in die Pla-

nung einzubeziehen sind (Bst. d). Bst. e setzt schliesslich voraus, dass die 

Spitäler oder die einzelnen Abteilungen in der nach Leistungsaufträgen in 

Kategorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind. 

4.2 Art. 39 Abs. 1 Bst. a-c KVG regeln die Dienstleistungs- und Infrastruk-

turvoraussetzungen, welche in erster Linie durch die Behörden des Stand-

ortkantons zu prüfen sind. Bst. d statuiert eine Bedarfsdeckungs- und Ko-

ordinationsvoraussetzung und Bst. e eine Publizitäts- und Transparenzvo-

raussetzung (an welche Rechtswirkungen geknüpft werden). Die Voraus-

setzungen gemäss Bst. d und e sollen eine Koordination der Leistungser-

bringer, eine optimale Ressourcennutzung und eine Eindämmung der Kos-

ten bewirken (BVGE 2010/15 E. 4.1; C-401/2012 E. 6.1; Urteil des BVGer 

C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 3.2, je m.w.H.). 

4.3 Die Kantone sind nach Art. 39 KVG zudem verpflichtet, ihre Planung zu 

koordinieren (Abs. 2) und im Bereich der hochspezialisierten Medizin ge-

meinsam eine gesamtschweizerische Planung zu beschliessen (Abs. 2bis). 

Weiter hat der Bundesrat einheitliche Planungskriterien auf der Grundlage 

von Qualität und Wirtschaftlichkeit zu erlassen, wobei er zuvor die Kantone, 

die Leistungserbringer und die Versicherer anzuhören hat (Abs. 2ter). Die-

sem Auftrag ist der Bundesrat mit dem Erlass der Art. 58a ff. KVV (SR 

832.102; in Kraft seit 1. Januar 2009) nachgekommen. 

4.4 Die Spitalplanung für eine bedarfsgerechte Versorgung im Sinne von 

Art. 39 Abs. 1 Bst. d KVG umfasst die Sicherstellung der stationären Be-

handlung im Spital für Einwohnerinnen und Einwohner der Kantone, die die 

Planung erstellen. Die Kantone haben ihre Planung periodisch zu überprü-

fen (Art. 58a KVV).  

4.5 Gemäss Art. 58b KVV ermitteln die Kantone den Bedarf in nachvoll-

ziehbaren Schritten. Sie stützen sich namentlich auf statistisch ausgewie-

sene Daten und Vergleiche (Abs. 1). Sie ermitteln das Angebot, das in Ein-

richtungen beansprucht wird, die nicht auf der von ihnen erlassenen Liste 

aufgeführt sind (Abs. 2). Sie bestimmen das Angebot, das durch die Auf-

führung von inner- und ausserkantonalen Einrichtungen auf der Spitalliste 

gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zu sichern ist, damit die Versorgung ge-

währleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem nach Art. 58b Abs. 1 KVV 

ermittelten Versorgungsbedarf abzüglich des nach Art. 58b Abs. 2 KVV er-

mittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurteilung und Auswahl des auf der 

Liste zu sichernden Angebotes berücksichtigen die Kantone insbesondere 

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die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung, den Zugang 

der Patientinnen und Patienten zur Behandlung innert nützlicher Frist so-

wie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrichtung zur Erfüllung des Leis-

tungsauftrages (Abs. 4). Weiter werden die Kriterien festgelegt, welche bei 

der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Qualität zu beachten sind, näm-

lich die Effizienz der Leistungserbringung, der Nachweis der notwendigen 

Qualität und im Spitalbereich die Mindestfallzahlen und die Nutzung von 

Synergien (Abs. 5). 

4.6 Für die Versorgung der versicherten Personen in Spitälern zur Behand-

lung von akutsomatischen Krankheiten sowie in Geburtshäusern schreibt 

Art. 58c Bst. a KVV eine leistungsorientierte Planung vor.  

4.7 Nach Art. 58d KVV müssen die Kantone im Rahmen der Verpflichtung 

zur interkantonalen Koordination der Planungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG 

insbesondere die nötigen Informationen über die Patientenströme auswer-

ten und diese mit den betroffenen Kantonen austauschen (Bst. a) und die 

Planungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation be-

troffenen Kantonen koordinieren (Bst. b). 

4.8 Art. 58e KVV sieht vor, dass die Kantone auf ihrer Liste nach Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG die inner- und ausserkantonalen Einrichtungen auffüh-

ren, die notwendig sind, um das nach Art. 58b Abs. 3 KVV bestimmte An-

gebot sicherzustellen (Abs. 1). Auf den Listen wird für jedes Spital das dem 

Leistungsauftrag entsprechende Leistungsspektrum aufgeführt (Abs. 2). 

Die Kantone erteilen jeder Einrichtung auf ihrer Liste einen Leistungsauf-

trag nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG. Dieser kann insbesondere die Pflicht 

zum Notfalldienst beinhalten (Abs. 3). 

4.9 Gemäss Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG 

vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung [nachfolgend: UeB KVG]) 

müssen die kantonalen Spitalplanungen spätestens drei Jahre nach dem 

Einführungszeitpunkt der Regelungen gemäss Abs. 1 UeB KVG (d.h. spä-

testens auf den 1. Januar 2015) den Anforderungen von Art. 39 KVG ent-

sprechen. Dabei müssen sie auf Betriebsvergleiche zu Qualität und Wirt-

schaftlichkeit abgestützt sein. 

5.  

Bei der Spitalplanung lassen sich zwei Etappen unterscheiden: die Be-

darfsermittlung und die Bedarfsdeckung. Zuerst hat der planende Kanton 

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Seite 10 

für seine Einwohnerinnen und Einwohner den Bedarf an stationärer Be-

handlung zu ermitteln. Nach der Bedarfsermittlung erfolgt die Phase der 

Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leistungserbringer (vgl. Urteil des 

BVGer C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 4.2). 

5.1 Im vorliegenden Fall ist die erste Stufe der vorinstanzlichen Spitalpla-

nung, das heisst die Bedarfsermittlung, nicht umstritten.  

5.1.1 Grundlage für die neue Spitalliste 2019 des Kantons Bern bildet ge-

mäss angefochtenem Beschluss die Versorgungsplanung 2016, die zum 

Ziel habe, im Kanton Bern für eine ausreichende und wirtschaftlich tragbare 

medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung und die Bereit-

stellung der dafür notwendigen Einrichtungen zu sorgen. Der gegenwärtige 

und künftige Bedarf der Berner Bevölkerung an stationären Leistungen im 

Bereich der Akutsomatik wurde in der Versorgungsplanung 2016 anhand 

die sieben geografischen Versorgungsräume Bern, Berner Jura, Berner 

Oberland Ost, Berner Oberland West, Biel, Emmental und Oberaargau er-

mittelt (Versorgungsplanung 2016, S. 52 f.). Zur Erreichung des Ziels einer 

stufengerechten Gesundheitsversorgung der Kantonsbevölkerung wurde 

das stationäre Angebot in die drei Versorgungsregionen regional, überre-

gional und kantonal gegliedert (abgestuftes Versorgungsmodell). Diesen 

Versorgungsregionen wurden die stationären Leistungen der Akutsomatik 

(Leistungsgruppen bzw. Leistungsbereiche der kantonalen SPLG-Syste-

matik) zugeordnet. Je allgemeiner eine stationäre Leistung sei und damit 

auch häufiger in Anspruch genommen werde, desto wohnortnäher könne 

sie in der Regel durch Spitäler erbracht werden. Je seltener eine stationäre 

Leistung erbracht werde, desto höher sei in der Regel der Spezialisierungs-

grad. Bei spezialisierten Leistungen, aber auch bei Leistungen, deren Vor-

haltekosten vergleichsweise hoch seien, könne und solle die Leistungser-

bringung nicht in jedem Fall wohnortnah erfolgen (Versorgungsplanung 

2016 S. 68 ff.).  

5.1.2 Für den Kanton Bern ist ein Leistungserbringer aufgrund seines Leis-

tungsvolumens versorgungsrelevant, wenn er (Versorgungsplanung 2016, 

S. 80): 

– im Bereich der stationären Leistungen mit einer regionalen Versor-

gungsstufe in zwei von drei aufeinanderfolgenden Referenzjahren min-

destens 10 Berner Fälle aufweist, 

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– im Bereich der stationären Leistungen mit einer überregionalen Versor-

gungsstufe in zwei von drei aufeinanderfolgenden Referenzjahren min-

destens 10 Berner Fälle und mindestens 2 Prozent aller Berner Fälle 

aufweist,  

– im Bereich der stationären Leistungen mit einer kantonalen Versor-

gungsstufe in zwei von drei aufeinanderfolgenden Referenzjahren min-

destens 10 Berner Fälle und mindestens 5 Prozent aller Berner Fälle 

aufweist. 

Bei einer fehlenden Versorgungsrelevanz für den Beitrag zur Deckung des 

gegenwärtigen Bedarfs erteile der Kanton Bern in der Regel keinen Leis-

tungsauftrag. 

5.2 Strittig ist die Auswahl der Leistungserbringer, die den ermittelten Be-

darf decken sollen, namentlich die Nichterteilung eines Teil-Leistungsauf-

trags für die Leistungsgruppe GYNT an die Beschwerdeführerin. 

5.2.1 Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Beschluss fest, dass für die 

Auswahl der Leistungserbringer, denen ein Leistungsauftrag erteilt werde, 

die Kriterien Fähigkeit (Eignung), Bedarf (an KVG-relevanten stationären 

Leistungen, Versorgungsrelevanz), Qualität (insbesondere Struktur und 

Prozessanforderungen sowie konsequente Einhaltung der Vorgaben zu 

Mindestfallzahlen), Wirtschaftlichkeit (schweregradbereinigte Fallkosten 

pro Spitalstandort) und Zugang (regionale Erreichbarkeit der stationären 

Leistungen) massgebend seien. Die Leistungserbringer für die neue Spi-

talliste seien in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt worden. Dabei 

sei zunächst anhand der generellen und leistungsspezifischen Anforderun-

gen gemäss der «SPLG-Systematik Akutsomatik BE» (Version 

2017_02.00) und den «Anforderungen und Erläuterungen SPLG Akutsom-

atik BE» (Version 2017_02.00) die Eignung eines Spitals zur Leistungser-

bringung geprüft worden. Das Eignungskriterium der Mindestfallzahlen 

stelle sicher, dass das Spital nach objektiven medizinischen Kriterien zur 

Deckung des tatsächlich vorhandenen und daher zu versorgenden Bedarfs 

beitragen könne. Aus der Eignung eines Spitals allein entstehe aber kein 

Anspruch auf einen kantonalen Leistungsauftrag. Sofern die angebotenen 

Leistungen aller interessierten und geeigneten Spitäler aber dem ermittel-

ten Bedarf entsprechen würden, erhielten alle interessierten und geeigne-

ten Spitäler einen kantonalen Leistungsauftrag. Sofern jedoch die Gesamt-

heit der zur Leistungserbringung geeigneten Spitäler insgesamt zu einem 

Überangebot führen würden, müsse der Kanton eine Auswahl treffen. In 

C-2887/2019 

Seite 12 

diesem Fall werde das Auswahlverfahren auf einer zweiten Stufe fortge-

setzt. Auf dieser zweiten Stufe würden insbesondere die Kriterien der Wirt-

schaftlichkeit, Qualität und Zugang zur Anwendung kommen. Zudem prüfe 

der Kanton, welches Spital den Versorgungszielen insgesamt und den Pla-

nungsgrundsätzen am besten gerecht werde.  

5.2.2 Weiter führte die Vorinstanz aus, die Beurteilung, ob ein Leistungser-

bringer wirtschaftlich arbeite, erfolge anhand der Rangfolge der Bewerber 

innerhalb einer Vergleichsgruppe, die sich aus der Krankenhaustypologie 

des Bundesamtes für Statistik (BFS) ergebe. Innerhalb einer Vergleichs-

gruppe würden die schweregradbereinigten Fallkosten aller Bewerber der 

Grösse nach geordnet. Leistungserbringer, die gleiche oder tiefere schwe-

regradbereinigte Fallkosten wie der Leistungserbringer auf dem mittleren 

Rang aufwiesen, würden als wirtschaftlich, Bewerber mit höheren Fallkos-

ten als der mittlere Rang, als unwirtschaftlich beurteilt. Bezüglich der Be-

schwerdeführerin habe die Wirtschaftlichkeitsprüfung ergeben, dass sie in-

nerhalb der Vergleichsgruppe der sich bewerbenden 26 Allgemeinspitäler 

auf dem 19. Platz rangiere und damit unwirtschaftlich sei. Der Bedarf der 

Berner Bevölkerung an stationärer Versorgung sei jedoch nach Abzug der 

nicht geeigneten und der nicht versorgungsrelevanten Leistungserbringer 

durch die auf der Spitalliste Akutsomatik 2019 berücksichtigten Angebote 

gedeckt. Daher sei kein Leistungsauftrag wegen fehlender Wirtschaftlich-

keit der Leistungserbringung verweigert worden. Die Nichterteilungen von 

Leistungsaufträgen stützten sich alle auf andere Gründe. Die Beschwerde-

führerin erfülle bereits andere Voraussetzungen zur Erteilung eines Leis-

tungsauftrags GYNT nicht, so dass die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeits-

prüfung keine Rolle gespielt hätten. Keinem Spital sei ein Leistungsauftrag 

wegen fehlender Wirtschaftlichkeit verweigert worden. 

5.2.3 Hinsichtlich des abgewiesenen Gesuchs der Beschwerdeführerin um 

Erteilung eines Leistungsauftrags für die neu aus den bisherigen Leis-

tungsgruppen GYN1.1, GYN1.2, GYN1.3 und GYN1.4 gebildeten Leis-

tungsgruppe GYNT hielt die Vorinstanz im angefochtenen Beschluss fest, 

dass zur Beurteilung, ob die Beschwerdeführerin die geforderten Mindest-

fallzahlen erreicht habe, die in den Jahren 2014-2016 in den ehemaligen 

Leistungsgruppen GYN1.1, GYN1.2, GYN1.3 und GYN1.4 erreichten Fall-

zahlen herangezogen worden seien. Mit dem Betrachtungszeitraum von 

drei Jahren (2014-2016) sei sichergestellt, dass keine zufälligen Schwan-

kungen die Anzahl der erbrachten Mindestfallzahlen verfälschen würden. 

Die ehemaligen Leistungsgruppen GYN1.1 und GYN1.2 würden aufgrund 

C-2887/2019 

Seite 13 

ihrer hohen Spezialisierung dem Zentrumsspital, das heisst dem Universi-

tätsspital Insel, zugewiesen. Die gemäss SPLG-Systematik Akutsomatik 

BE geforderten Mindestfallzahlen (20 MFZ) für den Leistungsauftrag GYNT 

würden wie folgt angewendet: Für die ehemaligen Leistungsgruppen 

GYN1.1 und GYN1.2 seien gesamthaft 20 MFZ und auch für die ehemali-

gen Leistungsgruppen GYN1.3 und GYN1.4 seien gesamthaft 20 MFZ er-

forderlich, um den ganzen Leistungsauftrag GYNT zu erteilen. Die Be-

schwerdeführerin habe die geforderten Mindestfallzahlen im Bereich 

GYNT im Durchschnitt der Jahre 2014-2016 nicht erreicht (GYN1.1 und 

GYN1.2: 2014-2016: je 0 Fälle; GYN1.3 und GYN1.4: 2014: 16 Fälle; 2015: 

18 Fälle; 2016: 17 Fälle [= Mittelwert 17 Fälle]). Sie erfülle deshalb die An-

forderungen zur Erbringung dieser Leistung zu Lasten der OKP nicht. Der 

Leistungsauftrag GYNT werde daher nicht erteilt. Die für den Teil-Leis-

tungsauftrag GYNT mit der Einschränkung zur ausschliesslichen Erbrin-

gung von Leistungen im Bereich der ehemaligen Leistungsgruppen 

GYN1.3 und GYN1.4 gemäss der SPLG-Systematik Akutsomatik BE eben-

falls erforderliche Mindestfallzahl von 20 Fällen pro Jahr sei von der Be-

schwerdeführerin im Zeitraum 2014-2016 ebenfalls nicht erreicht worden. 

Sie erfülle deshalb auch die Anforderungen zur Erbringung von Leistungen 

für den Teilbereich GYNT zu Lasten der OKP nicht, weshalb ihr auch kein 

Teil-Leistungsauftrag GYNT erteilt werden könne. Da die Anforderungen an 

die Leistungsaufträge, und damit auch die Mindestfallzahlen der Sicherheit 

der Patientinnen dienten, könne auch kein befristeter Teil-Leistungsauftrag 

GYNT erteilt werden.  

6.  

Die Beschwerdeführerin rügt, dass das Vorgehen der Vorinstanz bei der 

Auswahl der Leistungserbringer für die Leistungsgruppe GYNT Art. 58b 

Abs. 4 Bst. a KVV verletze, weil mit dem einseitigen Abstellen auf die Min-

destfallzahlen das zwingenden Kriterium der Wirtschaftlichkeit und Qualität 

nicht berücksichtigt worden sei.  

6.1 In ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die  

Vorinstanz das Kriterium der Mindestfallzahlen als Ausschlusskriterium 

verwendet habe. Es sei unzulässig ihr allein aufgrund des Nichterfüllens 

der Mindestfallzahl keinen Leistungsauftrag zu erteilen, ohne dabei zu prü-

fen, ob sie allenfalls wirtschaftlicher sei, als Leistungserbringer, die den 

Leistungsauftrag GYNT erhalten hätten. Die Vorinstanz habe die Ergeb-

nisse der Wirtschaftlichkeitsprüfung bei der Zuteilung gar nicht berücksich-

tigt. Sie habe weder die Angebote der berücksichtigten Leistungserbringer 

C-2887/2019 

Seite 14 

noch die Angebote der nicht berücksichtigten Bewerber hinsichtlich der Kri-

terien Wirtschaftlichkeit und Qualität umfassend miteinander verglichen. 

Mindestfallzahlen könnten die zwingende Prüfung der Wirtschaftlichkeit 

nicht ersetzen. Das Zuteilungskonzept der Vorinstanz ermögliche es, dass 

Spitälern, die im Quervergleich mit anderen Spitälern weniger wirtschaftlich 

arbeiteten, ein Leistungsauftrag erteilt werde, während wirtschaftlich arbei-

tende Spitäler (die das Kriterium der Mindestfallzahl nicht erfüllten) der 

Leistungsauftrag verweigert werde. Die Anwendung von Mindestfallzahlen 

dürfe nicht dazu führen, dass die umfassende Prüfung der übergeordneten 

Kriterien von Art. 58b Abs. 4 Bst. a-c KVV unterbleibe. Weiter kritisiert die 

Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Wirtschaftlichkeitsprüfung. Sie be-

streitet, dass sie ihre Leistungen «unwirtschaftlich» erbringe. Die durchge-

führte Wirtschaftlichkeitsprüfung sei nicht sachgerecht, da in den Betriebs-

vergleich nicht bloss jene Spitäler, die sich für die Leistungsgruppe GYNT 

beworben hätten, sondern alle (Allgemein-)Spitäler miteinbezogen worden 

seien. Relevant für die Erteilung eines Leistungsauftrags für eine be-

stimmte Leistungsgruppe könne aber nur ein Vergleich zwischen den sich 

tatsächlich um diese Leistungsgruppe bewerbenden Spitäler sein. Weiter 

sei nicht ersichtlich, wie die Vorinstanz bei der Herleitung der Kostenträ-

gerdaten vorgegangen sei, die sie in ihrem Betriebsvergleich verglichen 

habe.  

6.2 Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung zur Kritik an der Wirtschaft-

lichkeitsprüfung fest, dass die verwendete Datenbasis sowie die ange-

wandte Methodik für alle Bewerber gleich gewesen seien. Die Beschwer-

deführerin habe innerhalb der Kategorie «Allgemeinspitälern» eher unwirt-

schaftlich abgeschnitten. Dass die Wirtschaftlichkeit unter Umständen 

auch nach anderen Vorgaben (z.B. andere Vergleichsgruppe) hätte beur-

teilt werden können und dass die Beschwerdeführerin die gewählte Prüf-

weise als unzweckmässig bezeichne, bedeute noch keine Rechtsverlet-

zung. Die Vorinstanz wies zudem darauf hin, dass sie sich bei der Wirt-

schaftlichkeitsprüfung, bei der sie ein grosses Ermessen habe, an die 

GDK-Empfehlungen gehalten habe. Sie habe der Beschwerdeführerin den 

Teilleistungsauftrag aber ohnehin nicht wegen fehlender Wirtschaftlichkeit 

verweigert, sondern weil diese die Mindestfallzahlen nicht erreicht habe. 

Sie habe bei allen Bewerbern zuerst die Mindestfallzahlen und danach die 

Fallzahlen im Rahmen der Versorgungsrelevanz geprüft. Erst wenn diese 

beiden Kriterien erfüllt gewesen seien, seien die nächsten Schritte gemäss 

dem im angefochtenen Beschluss festgelegten Prüfschema erfolgt. Die 

festgelegten Mindestfallahlen seien für die Beurteilung der Eignung eines 

C-2887/2019 

Seite 15 

Leistungserbringers zentral. Mindestfallzahlen würden in erster Linie ver-

hindern, dass Patientinnen und Patienten an Spitalstandorten behandelt 

würden, bei denen eine spezialisierte stationäre Behandlung nur selten er-

bracht werde. Mit diesem (harten) Eignungskriterium werde sichergestellt, 

dass ein Listenspital geeignet sei, um nach objektiven medizinischen Kri-

terien zur Deckung des tatsächlich vorhandenen und daher zu versorgen-

den Bedarfs der Berner Bevölkerung beizutragen. Listenspitäler, die die 

Kriterien der SPLG-Systematik nicht erfüllten, würden für die Erteilung ei-

nes Leistungsauftrags ausser Betracht fallen. Da die Beschwerdeführerin 

die Mindestfallzahlen nicht erreicht habe, sei es nicht nötig gewesen, wei-

tere Zuteilungskriterien zu berücksichtigen. Weiter hält die Vorinstanz fest, 

dass es in ihrem weiten Ermessen liege und der Empfehlung der GDK ent-

spreche, dass sie die Mindestfallzahlen als Eignungskriterium konsequent 

umsetze. Es sei sachlich begründet, dass Spitäler, welche die Eignungs-

kriterien nicht erfüllten, keinen Leistungsauftrag erhielten. Die Vorinstanz 

weist darauf hin, dass sie eine Interessenabwägung vorgenommen und 

hierbei das Kriterium der Mindestfallzahlen an erste Stelle gesetzt habe. 

Die geforderte Mindestfallzahl garantierten ein Minimum an Routine und 

sichere minimale Behandlungsqualität in einem bestimmten Bereich. Das 

Nichterteilen eines (Teil-)Leistungsauftrags GYNT an die Beschwerdefüh-

rerin diene daher auch dem Schutz der Patientinnen. Falls aus dem ersten 

Prüfschritt mehrere geeignete Leistungserbringer resultiert hätten, die ins-

gesamt ein Überangebot erzeugt hätten – was jedoch nicht der Fall gewe-

sen sei – so wäre eine Auswahl zu treffen gewesen, bei welcher auch der 

Rang des Spitalstandorts in der Wirtschaftlichkeitsprüfung massgebend 

geworden wäre.   

6.3 Das BAG führt in seiner Stellungnahme aus, dass die Vorinstanz eine 

Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen habe. Ob diese bundesrechtkon-

form durchgeführt worden sei, könne im vorliegenden Fall offengelassen 

werden, da der Beschwerdeführerin der Leistungsauftrag nicht aufgrund 

der Wirtschaftlichkeitsprüfung verweigert worden sei, sondern wegen des 

Nichterreichens der Mindestfallzahlen. Es wäre daher nicht sachgerecht, 

den vorinstanzlichen Beschluss allein deshalb aufzuheben, falls der Be-

triebsvergleich betreffend Kosten den Anforderungen nicht entsprechen 

würde. Mindestfallzahlen seien vor allem zur Qualitätssicherung, also zu 

einer Absicherung eines minimalen Qualitätsstandards, vorgesehen. Da-

her könnten sie als Ausschlusskriterium angewendet werden. Dass die  

Vorinstanz der Beschwerdeführerin aufgrund des Verfehlens der Mindest-

fallzahlen keinen Leistungsauftrag GYNT erteilt habe, verstosse demzu-

folge nicht gegen Art. 58b Abs. 4 Bst. a KVV.  

C-2887/2019 

Seite 16 

6.4 Für die Auswahl der Spitäler, welchen ein Leistungsauftrag erteilt wer-

den soll, muss in der Phase der Bedarfsdeckung zwingend eine Wirtschaft-

lichkeitsprüfung durch Betriebsvergleiche vorgenommen werden (vgl. Ur-

teile des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 4.3.3;  

C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 5.2 f.; C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 

E. 5.3.1). Die im Zusammenhang mit der Spitalfinanzierung entwickelten 

Grundsätze der Wirtschaftlichkeitsprüfung (grundlegend betreffend Akut-

somatik BVGE 2014/36 E. 4 ff.; zur Zusammenfassung wichtiger Grunds-

ätze vgl. bspw. Urteil des BVGer C-4310/2013 vom 20. April 2015 E. 3 ff.) 

sind auch bei der Spitalplanung zu berücksichtigen (vgl. Urteile des BVGer 

C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 5.2; C-6266/2013 vom 29. September 

2015 E. 4.3.3). Für die Spitalplanung können an (Fall-)Kosten-Betriebsver-

gleiche aber nicht höhere Anforderungen gestellt werden als für Tariffestle-

gungen. Zu berücksichtigen ist, dass der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit 

bei der Spitalplanung durch weitere Kriterien konkretisiert und ergänzt wird 

(vgl. Art. 58b Abs. 5 KVV, vgl. oben E. 4.5) und die Spitalplanung somit 

auch auf Betriebsvergleiche zu Qualität abgestützt sein sollte. Bei Tariffest-

legungen ist hingegen primär die Preisfindungsregel von Art. 49 Abs. 1 

Satz 5 KVG, die einen Fallkosten-Betriebsvergleich gebietet, massgebend; 

die erforderliche Qualität wird bei der Preisfindung – aufgrund der Spital-

planung – vorausgesetzt (Urteil des BVGer C-4232/2014 vom 26. April 

2016 E. 5.3 mit Hinweis auf BVGE 2014/36 E. 3.5, E. 6.8.5 E. 11.3 sowie 

Urteile des BVGer C-4479/2013 vom 12. November 2015 E. 5.4 und C-

2273/2013 vom 8. Juni 2015 E. 6.5). Weiter ist zu beachten, dass – wie 

bereits erwähnt – das Bundesverwaltungsgericht eine Spitalplanung nicht 

auf ihre Angemessenheit hin überprüfen darf (siehe oben E. 3.1; zur Kog-

nition bei Tarifstreitigkeiten vgl. BVGE 2014/3 E. 1.4 [Akutsomatik]; Urteil 

BVGer C-4479/2013 vom 12. November 2015 E. 1.4 [Rehabilitation]). 

6.5 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz eine Wirtschaftlichkeitsprüfung 

vorgenommen, indem sie ein Benchmarking anhand schweregradbereinig-

ter OKP-Fallkosten (ohne Zusatzversicherung) der Bewerber durchgeführt 

hat, was grundsätzlich im Sinn der Preisfindungsregel des neuen Spitalfi-

nanzierungsrechts ist (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG). Die Vorinstanz hat dabei 

die Beschwerdeführerin im Gesamtvergleich aller Allgemeinspitäler zwar 

als unwirtschaftlich (bzw. als «eher unwirtschaftlich» [vgl. Vernehmlassung 

S. 9]) eingestuft, hat sie aber dennoch auf die Spitalliste 2019 aufgenom-

men und ihr einen Leistungsauftrag für diverse Leistungsbereiche erteilt. 

Da der Beschwerdeführerin allein wegen des Nichterfüllens der Mindest-

fallzahlen der Teilleistungsauftrag GYNT verweigert wurde, erübrigen sich 

vorliegend bereits aus diesem Grund Weiterungen zur vorinstanzlichen 

C-2887/2019 

Seite 17 

Wirtschaftlichkeitsprüfung (vgl. auch Urteil des BVGer C-4232/2014 vom 

26. April 2016 E. 5.3.1).  

6.6 Zu prüfen ist nachfolgend, ob das Kriterium der Mindestfallzahlen im 

vorliegenden Fall als Ausschlusskriterium verwendet werden durfte.  

6.6.1 Mindestfallzahlen pro Spital gemäss Art. 58b Abs. 5 KVV sind aner-

kannte Qualitätsindikatoren (BVGE 2018 V/3 E. 7.6.6; Urteil des BVGer C-

5573/2017 vom 21. November 2018 E. 11.3). Durch die Behandlung einer 

Mindestzahl von Fällen erhält ein Spital bzw. das Behandlungsteam Rou-

tine und Erfahrung, wodurch die Behandlungsqualität sichergestellt werden 

soll (vgl. Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 11.7.4). In der 

Schweiz werden zunehmend Mindestfallzahlen für Spitalbehandlungen ge-

fordert. Verschiedene Studien belegen grundsätzlich einen Zusammen-

hang zwischen Fallzahlen und Qualität. Je mehr Fälle, desto höher die 

Qualität. Allerdings lässt sich bei den meisten Behandlungen kein exakter 

Schwellenwert ableiten, das heisst es können keine Aussagen darüber ge-

macht werden, ab welcher Fallzahl die Qualität deutlich steigt bzw. unter-

halb welcher Fallzahl die Qualität eines bestimmten Eingriffs mit hoher 

Wahrscheinlichkeit nicht mehr genügt (BGE 145 V 170 E. 6.4). Die Vorgabe 

von Mindestfallzahlen soll aber nicht nur die Qualität, sondern auch die Ef-

fizienz und Wirtschaftlichkeit fördern (Urteile des BVGer C-6266/2013 vom 

29. September 2015 E. 4.3.4; C-401/2012 vom 28. Januar 2014 E. 9.2 und 

E. 14; vgl. BGE 138 II 398 E. 7.2.2). 

6.6.2 Ein Kanton kann für bestimmte Leistungsgruppen im Rahmen der 

leistungsspezifische Anforderungen Mindestfallzahlen festsetzen (BVGE 

2018 V/3 E. 7.6.6.2; vgl. Empfehlungen der GDK zur Spitalplanung, Emp-

fehlung 6, S. 14). Gemäss der Rechtsprechung ist die Mindestfallzahl ein 

zulässiges Kriterium für den Ausschluss bestimmter Leistungserbringer, 

zumal die damit verbundene Konzentration des Leistungsangebots zur 

Steigerung der Qualität beiträgt und auch der Wirtschaftlichkeit der Leis-

tungserbringung förderlich ist (Urteil des BVGer C-401/2012 vom 28. Ja-

nuar 2014 E. 9.2). Die Einhaltung von Mindestfallzahlen kann daher als 

Voraussetzung für die Zuteilung bestimmter Leistungen vorgesehen wer-

den (vgl. auch BERNHARD RÜTSCHE, Rechtsgutachten vom 20. Juni 2011 

zuhanden des Kantons Bern: Steuerung der Leistungsmenge im Spitalbe-

reich, S. 53 f.; vgl. auch Empfehlungen der GDK zur Spitalplanung 2018, 

Empfehlung 7, S. 14 f.). Mit dem Kriterium der Mindestfallzahlen haben die 

Kantone zudem einen Hebel, um auf eine Konzentration des Angebots hin-

zuwirken (vgl. RÜTSCHE/PICECCHI, a.a.O., N 44 zu Art. 39). 

C-2887/2019 

Seite 18 

6.6.3 Im vorliegenden Fall sehen die von der Vorinstanz definierten leis-

tungsspezifischen Anforderungen (SPLG-Systematik Akutsomatik BE; Ver-

sion 2017_02.00) für die Leistungsgruppe GYNT unter anderem eine Min-

destfallzahl pro Spital und Jahr von 20 Fällen vor, wobei diese Mindestfall-

zahl auch für einen Teilleistungsauftrag GYNT zu erfüllen ist. Bei der Fest-

legung von Mindestfallzahlen stünden stationäre Behandlungen mit einem 

hohen Spezialisierungsgrad im Vordergrund. Diese Mindestfallzahlen stell-

ten für die betroffenen Leistungsgruppen eine zusätzliche qualitätsorien-

tierte Mindestanforderung dar. Sie sollen in erster Linie verhindern, dass 

Patientinnen und Patienten in einem Spital behandelt würden, in welchem 

diese spezialisierten stationären Behandlungen nur alle drei bis vier Mo-

nate oder noch seltener erbracht würden. Spitalstandorte, welche die Min-

destfallzahl nicht oder nicht mehr erreichen, sollen die entsprechenden 

Eingriffe nicht (mehr) zu Lasten der Obligatorischen Krankenpflegeversi-

cherung (OKP) abrechnen dürfen. Der Regierungsrat könne den entspre-

chenden Leistungsauftrag mit einer Übergangsfrist von in der Regel 6 Mo-

naten aufheben, wenn der Leistungserbringer die Mindestfallzahlen nicht 

oder nicht mehr erfülle (vgl. Anforderungen und Erläuterungen SPLG Akut-

somatik BE» Version 2017_02.00, S. 36). 

Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die Mindestfallzahl in den 

Jahren 2014-2016 nicht erreicht hat (act. 100): 

Fallzahlen Spitalzentrum Biel 2014 2015 2016 

GYN1.1 und GYN1.2 0 0 1 

GYN1.3 und GYN1.4 17 18 16 

 

6.6.4 Die Beschwerdeführerin weist zwar zu Recht darauf hin, dass das 

Erreichen von Mindestfallzahlen keine rechtskonforme Wirtschaftlichkeits-

prüfung mittels Betriebsvergleichen ersetzen kann (vgl. Urteil des BVGer 

C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 E. 5.4.3; C-4232/2014 vom 26. April 2016 

E. 5.4.3). Aus dem Erreichen von festgesetzten Mindestfallzahlen darf da-

her nicht ohne Weiteres geschlossen werden, ein Leistungserbringer sei 

wirtschaftlich im Sinne des KVG. Diesen Schluss hat die Vorinstanz im vor-

liegenden Fall aber nicht gezogen, weshalb die Beschwerdeführerin dar-

aus nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Vielmehr hat sie der Beschwer-

deführerin die Erteilung eines Leistungsauftrags infolge Nichterreichens 

der Mindestfallzahlen verweigert. Wie sich aus der dargelegten Rechtspre-

C-2887/2019 

Seite 19 

chung ergibt, ist es zulässig, Leistungserbringer, welche die Mindestfall-

zahlen nicht erfüllen, aus der Evaluation auszuschliessen, und damit der 

Versorgungsqualität bei der Auswahl der Leistungserbringer ein hohes Ge-

wicht beizumessen (vgl. auch EUGSTER, a.a.O., S. 656 Rz. 806). Zu beach-

ten ist zudem, dass kein Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Spitalliste 

besteht (BGE 133 V 123 E. 3.3; Urteil des BVGer C-4232/2014 vom 26. Ap-

ril 2016 E. 5.4.2) und den Kantonen bei der Auswahl der Leistungserbringer 

ein erheblicher Ermessensspielraum zukommt, welcher in Bezug auf die 

Angemessenheit der Entscheidung vom Bundesverwaltungsgericht nicht 

überprüft werden kann (Art. 53 Abs. 2 Bst. 3 KVG; BVGE 2018 V/3 E. 16.5).  

6.6.5 Erreicht die Beschwerdeführerin die im Rahmen der leistungsspezifi-

schen Anforderungen festgelegten Mindestfallzahlen nicht, verletzt die  

Vorinstanz Art. 58b Abs. 4 Bst. a KVV (Wirtschaftlichkeit und Qualität) nicht, 

wenn sie ihr aus diesem Grund keinen Leistungsauftrag für die Leistungs-

gruppe GYNT erteilt (vgl. Urteile des BVGer C-4232/2014 vom 26. April 

2016 E. 5.4.6; C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 10.4.1). Damit will die  

Vorinstanz verhindern, dass Patientinnen in einem Spital behandelt wer-

den, welche Leistungen im Bereich GYNT nur selten erbringen, was nach-

vollziehbar ist und der Versorgungsqualität dient. Es ist damit aufgrund des 

dargestellten Rechts nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die festge-

legten Mindestfallzahlen als Ausschlusskriterium angewendet hat. Mithin 

ist es im vorliegenden Zusammenhang nicht entscheidend, ob die Be-

schwerdeführerin allenfalls wirtschaftlich effizienter ist als die übrigen Be-

werber für die Leistungsgruppe GYNT.  

6.7 Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Mindestfallzahl auch eine 

Schwelle darstellt, ab welcher ein Angebot für die Spitalplanung wesentlich 

und deshalb in das Evaluationsverfahren einzubeziehen ist (Urteil des 

BVGer C-401/2012 vom 28. Januar 2014 E. 9.2; vgl. auch GEBHARD EUG-

STER, Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 657 

Rz. 811). Neben dem Aspekt der Qualitätssicherung ist auch zu beachten, 

dass die Beschwerdeführerin in der Referenzperiode 2014-2016 in den 

Leistungsgruppen GYN1.3 und GYN1.4 nur 4.7 % der Berner Fälle behan-

delt hat (vgl. act. 100). Gemäss den kantonalen Vorgaben liegt das in der 

überregionalen Versorgungsstufe zwar über der Schwelle der Versor-

gungsrelevanz (2 % und 10 Berner Fälle [vgl. Versorgungsplanung S. 80]), 

laut den Empfehlungen der GKD ist ein innerkantonales Spital zur Deckung 

des Bedarfs in einer Leistungsgruppe jedoch nicht als versorgungsrelevant 

zu betrachten, wenn der Anteil dieses Spitals in der betroffenen Leistungs-

gruppe während der Referenzperiode nicht mindestens 5 % (und zugleich 

C-2887/2019 

Seite 20 

mindestens 10 Fälle) der stationären Behandlungen von Kantonseinwoh-

nerinnen und Kantonseinwohnern liegt (vgl. GDK-Empfehlungen zur Spi-

talplanung, Empfehlung 2, S. 8). Die Beschwerdeführerin spielte damit für 

die Versorgung in der Leistungsgruppe GYNT im Kanton Bern eine eher 

untergeordnete Rolle, weshalb durch die Nichterteilung des entsprechen-

den Leistungsauftrags die Gefahr von Schaffung bzw. Aufrechterhaltung 

von Überkapazitäten vermindert werden kann, was einem Ziel der Spital-

planung entspricht.   

7.  

Weiter rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Kriteriums «Zu-

gänglichkeit der Leistung» gemäss Art. 58b Abs. 4 Bst. b KVV. 

7.1 Die Beschwerdeführerin weist in ihrer Beschwerde darauf hin, dass sie 

gemäss der Spitalliste 2014 als einziges Listenspital im Versorgungsraum 

Biel berechtigt gewesen sei, die im neuen Leistungsauftrag GYNT zusam-

mengefassten Leistungen zu erbringen. Im nördlich angrenzenden Versor-

gungsraum Berner Jura finde sich auf der neuen Spitalliste kein Listenspi-

tal mit einem entsprechenden Leistungsauftrag. Die Beschwerdeführerin 

sei damit das einzige Listenspital im französischsprachigen Raum des 

Kantons Bern, das entsprechende Leistungen für Kantonsbewohnerinnen 

mit französischer Muttersprache anbiete. Daher habe die Vorinstanz das 

zwingende Zuteilungskriterium der Zugänglichkeit für die Versorgungsre-

gion Berner Jura verletzt, da Leistungen aus der Leistungsgruppe GYNT 

künftig weder in der eigenen noch in der Nachbarregion Biel angeboten 

würden. Gemäss der Versorgungsplanung 2016 sei bei Leistungsgruppen 

mit Mindestfallzahlen, wozu auch die Leistungsgruppe GYNT gehöre, ein 

Leistungsbezug in der Nachbarregion noch zumutbar. Das Kriterium der 

Zugänglichkeit könne in den Leistungsgruppen GYN1.1-GYN.1.4 für die 

Versorgungsregion Berner Jura daher nur erfüllt werden, wenn zumindest 

die Beschwerdeführerin einen Leistungsauftrag GYNT erhalte. Indem die 

Vorinstanz aber das Kriterium der Mindestfallzahlen einseitig priorisiert 

habe, verletze sie das von ihr selbst definierte Zugänglichkeitskriterium für 

die Versorgungsregion Berner Jura. Die Beschwerdeführerin macht zudem 

geltend, dass durch die Nichterteilung des Teilleistungsauftrags GYNT 

auch die Zugänglichkeit zur Leistungsgruppe GYN1 eingeschränkt werde. 

In der neuen GYNT-Systematik gebe es Unklarheiten. Nicht alle aus medi-

zinischer Sicht den bisherigen Leistungsgruppen GYN1.3 und GYN1.4 zu-

ordenbaren Fälle, passten in die neue GYNT-Systematik. Teilorganentnah-

men würden häufig in GYN1 groupiert, Vollentnahmen dagegen in GYNT. 

C-2887/2019 

Seite 21 

Für Leistungserbringer sei die vollständige Systematik kaum fassbar. Auf-

grund der fehlenden Planungs- und Rechtssicherheit bestehe vor diesem 

Hintergrund ein nicht zu unterschätzendes Risiko, das einzelne Chirurgen 

bestimmte Leistungen gar nicht mehr erbringen würden, obwohl diese un-

ter GYN1 fallen würden, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Der 

Versorgungssicherheit sei dies nicht dienlich. Die Erteilung des beantrag-

ten Leistungsauftrags GYNT würde dieses Problem lösen und garantiere 

die Versorgungssicherheit des nördlichen Kantons Bern, unter Einschluss 

der französischsprachigen Minderheit. 

7.2 Die Vorinstanz weist auch unter dem Aspekt der Zugänglichkeit und 

des französischsprachigen Angebots darauf hin, dass der Beschwerdefüh-

rerin aufgrund des Nichterreichens der Mindestfallzahl kein Leistungsauf-

trag für die Leistungsgruppe GYNT erteilt werden könne. Für den franzö-

sischsprachigen Raum könnten nicht weniger hohe Eignungsanforderun-

gen gestellt werden. Dies würde zu einer Zweiklassenmedizin führen. Mit 

dem gewählten Vorgehen sei die gleich hohe Behandlungsqualität für die 

französisch- und die deutschsprachige Bevölkerung sichergestellt. Das In-

selspital (eines der vier Berner Listenspitäler mit einem Leistungsauftrag 

GYNT) liege keine 40 Kilometer bzw. 32 Fahrminuten vom Spitalstandort 

Biel entfernt und biete stationäre Leistungen in der Regel auch in französi-

scher Sprache an. Ein zusätzlicher Teilleistungsauftrag GYNT sei daher 

weder nötig noch gerechtfertigt. Die Vorinstanz hält weiter fest, dass sie die 

Zugänglichkeit aller Spitäler geprüft habe. Aufgrund der fehlenden Eignung 

zur Leistungserbringung könne die Zugänglichkeit im vorliegenden Fall 

aber nicht berücksichtigt werden. Der Versorgung sei nicht gedient, wenn 

ein Leistungserbringer zwar innert vernünftiger Frist erreichbar sei, er je-

doch nicht zur Leistungserbringung geeignet sei. Die Konzentration und 

Erreichbarkeit spezialisierter Leistungen stünden in einem Spannungsver-

hältnis zueinander. Bei spezialisierten Leistungen, aber auch bei Leistun-

gen, deren Vorhaltekosten vergleichbar hoch seien, könne und solle die 

Leistungserbringung nicht in jedem Fall wohnortnah erfolgen. Die Erbrin-

gung gewisser Leistungen müsse konzentriert werden. Im Interesse der 

betroffenen Patientinnen sei entschieden worden, dass bei den speziali-

sierten Behandlungen aus der Leistungsgruppe GYNT der Behandlungs-

qualität und Patientensicherheit höheres Gewicht beizumessen sei, als ei-

ner ubiquitären Versorgung. Die Konzentration der Leistungsgruppe GYNT 

(ggf. auch zu Lasten einer wohnortnahen Erreichbarkeit) auf Leistungser-

bringer, welche die Mindestfallzahl erreicht haben, sei für die Qualität der 

stationären Behandlung angezeigt, weil durch allfällige zusätzliche Leis-

tungsaufträge Fälle an den Spitälern mit einem Leistungsauftrag GYNT 

C-2887/2019 

Seite 22 

verloren gingen und wegen der sehr geringen Fallzahlen schliesslich kein 

Leistungserbringer mehr die Mindestfallzahl erreichen würde. Eine Aus-

dehnung der Leistungsaufträge auf zusätzliche Listenspitäler würde des-

halb nicht zu einer verbesserten Behandlungsqualität durch eine bessere 

Erreichbarkeit führen, vielmehr zu einer Ausdünnung der Erfahrung für 

diese komplexen Fälle und zu einer erhöhten Gefahr von nicht medizinisch 

indizierten Mengenausweitungen. Mit der Konzentration dieser schwieri-

gen und seltenen Eingriffe auf wenige Leistungserbringer werde den in Art. 

58b Abs. 5 Bst. b und c KVV geforderten Mindestfallzahlen sowie der Qua-

lität Rechnung getragen. Bezüglich der Zugänglichkeit zu Leistungen der 

Leistungsgruppe GYN1 hält die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung fest, 

dass die Leistungsgruppe GYNT zu einem erheblichen Teil auch Tumore 

umfasse, bei denen technisch anspruchsvolle operative Eingriffe indiziert 

sein könnten. Dafür sei eine entsprechende Erfahrung notwendig. Auf der 

Berner Spitalliste 2019 erbringe eine grosse Mehrheit nur Leistungen aus 

der Leistungsgruppe GYN1 und verfüge über keinen spezialisierten Leis-

tungsauftrag für die Leistungsgruppe GYNT. Es sei kein Grund ersichtlich, 

weshalb die Beschwerdeführerin anders zu behandeln sei. Nicht jeder re-

gionale Spitalstandort solle ein volles Angebotsportfolio vorhalten. 

7.3 Das BAG führt dazu aus, dass die Vorgabe des Zugangs innert nützli-

cher Frist nach Art. 58b Abs. 4 Bst. b KVV in Bezug auf die zu erbringende 

Leistung zu bewerten sei. Der Leistungsauftrag GYNT gehöre nicht zur sta-

tionären Grund- und Notfallversorgung. Eine Vorgabe zur geografischen 

Erreichbarkeit gebe es im Kanton Bern bisher ausschliesslich für den Be-

reich der stationären Grundversorgung (Art. 11d Abs. 1 SpVV BE), wozu 

die Leistungsgruppe GYNT nicht gehöre. Zusätzlich werde laut der Versor-

gungsplanung 2016 eine weitere Differenzierung der Leistungsbereiche im 

Rahmen der Zugänglichkeit als sinnvoll erachtet. Demnach sei die Leis-

tungsgruppe GYNT der überregionalen Versorgungsstufe zugeordnet und 

eine Inanspruchnahme der Leistung in einem angrenzenden Versorgungs-

raum werde als möglich und zumutbar erachtet. Die Leistungsgruppe 

GYNT enthalte einen erheblichen Anteil Tumore, bei denen technisch an-

spruchsvolle operative Eingriffe indiziert sein könnten, wofür eine entspre-

chende operative Erfahrung in der aktuellen Anwendung notwendig sei. 

Die Einhaltung der Mindestfallzahlen solle die minimale Qualitätssicherung 

garantieren und überwiege das Interesse an einer wohnortnahen Versor-

gung. Aufgrund der teilweise sehr spezialisierten Eingriffe und der elektiven 

Natur der Behandlung liege vorliegend keine Verletzung des bundesrecht-

lichen Kriteriums der Zugänglichkeit der Patientinnen zur Behandlung in-

nert nützlicher Frist vor. Die bundesrechtlichen Vorgaben sähen auch keine 

C-2887/2019 

Seite 23 

Bestimmung zur Beachtung der sprachlichen Unterschiede vor. Jedenfalls 

würde es gegen die bundesrechtlichen Planungsvorgaben verstossen, 

wenn man bei der Beurteilung der Qualität und Wirtschaftlichkeit zusätzlich 

Anforderung an die Bewerber hinsichtlich sprachlicher Zugehörigkeit stel-

len würde. Der Zugang der Patientinnen des Versorgungsraums Berner 

Jura innert nützlicher Frist in der Leistungsgruppe GYNT sei nicht verletzt. 

7.4 Mit der kantonalen Spitalplanung soll nicht nur die bedarfsgerechte Spi-

talversorgung der Bevölkerung gewährleistet werden, sondern auch eine 

Kosteneindämmung und namentlich der Abbau von Überkapazitäten ange-

strebt werden. Insbesondere hat sich die Spitalplanung nicht auf die Ver-

hinderung einer Unterversorgung zu beschränken. Zur Leistungserbrin-

gung zulasten der OKP sind daher grundsätzlich nur so viele Spitäler zu-

zulassen, als für die Deckung des Bedarfs erforderlich sind. (Urteil des 

BVGer C-4232/2014 vom 26. April 2016 E. 5.4.2 mit Hinweisen). Im vorlie-

genden Fall führt die Einführung der Mindestfallzahlen pro Spital in der 

Leistungsgruppe GYNT im Kanton Bern im Vergleich zur Spitalliste 2014 

zu einer Konzentration des Angebots, was grundsätzlich nicht KVG-widrig 

ist (vgl. BVGE 2018 V/3 E. 7.6.6.3 E. 9.6; Urteil des BVGer C-4232/2014 

vom 26. April 2016 E. 5.4.3 mit Hinweisen). Dass diese Angebotskonzent-

ration bei jenen Spitälern mit der grösseren Erfahrung im Bereich GYNT 

stattfindet und zulasten der Beschwerdeführerin mit dem geringeren Leis-

tungsvolumen geht, ist nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des BVGer  

C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 11.4.4). Bei Leistungen aus der Leis-

tungsgruppe GYNT handelt es sich unbestrittenermassen nicht um Leis-

tungen der Grund- und Notfallversorgung, sondern um spezialisierte Leis-

tungen, weshalb eine Konzentration des Leistungsangebots unter dem As-

pekt der Qualitätssicherung umso mehr gerechtfertigt erscheint. Bei einem 

auf der Spitalliste 2019 aufgeführten Angebot von vier Listenspitälern in der 

Leistungsgruppe GYNT ist nicht davon auszugehen, dass im Kanton Bern 

eine Unterversorgung in dieser Leistungsgruppe droht (vgl. dazu auch  

C-6007/2016 E. 8.7), was von der Beschwerdeführerin denn auch nicht 

geltend gemacht wird.  

7.5 Die Konzentration des Angebots im Kanton Bern in der Leistungs-

gruppe GYNT auf vier Listenspitäler kann dazu führen, dass gewisse im 

Kanton wohnhafte Patientinnen für eine stationäre Behandlung in dieser 

Leistungsgruppe einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen müssen. Die 

Vorinstanz hat bei der Evaluation des Leistungsangebots die Erreichbar-

keiten der Spitäler von mehreren Siedlungsschwerpunkten im Kanton Bern 

ermittelt (act. 123 h, act. 123 i). Daraus wird ersichtlich, dass durch die 

C-2887/2019 

Seite 24 

Angebotskonzentration für Patientinnen aus der Versorgungsregion Biel 

der Zugang zu den spezialisierten Behandlungen in der Leistungsgruppe 

GYNT innert nützlicher Frist zweifellos nicht beeinträchtigt wird, steht doch 

in der benachbarten Versorgungsregion Bern das Inselspital als Leistungs-

erbringer für die entsprechenden Leistungen zur Verfügung. Was die Pati-

entinnen in der Versorgungsregion Berner Jura anbelangt, so werden die 

Leistungen aus der Leistungsgruppe GYNT künftig weder in der eigenen 

Versorgungsregion noch in der (einzigen innerkantonalen) Nachbarregion 

Biel angeboten. Für Patientinnen aus der Versorgungsregion Berner Jura 

ist das Inselspital in rund 40 Minuten (Basse Suze) bis rund 65 Minuten 

(Erguel) erreichbar (act. 123 h). Das erscheint – auch für französischspra-

chige Patientinnen – zumutbar. Im Rahmen der Planung besteht kein An-

spruch der Patientinnen, sich am Wohnort oder in der Region behandeln 

zu lassen, wenn die Hospitalisation – wie hier – an weiter entfernten Orten 

zumutbar und innert vernünftiger Frist möglich ist (vgl. EUGSTER, a.a.O., 

S. 658 Rz. 814; vgl. dazu auch Urteil C-6007/2016 E. 8.8). Aus der Versor-

gungsplanung 2016, wonach bei Leistungsgruppen mit Mindestfallzahlen 

eine Versorgung in angrenzenden Versorgungsräumen möglich und zu-

mutbar sei (Versorgungsplanung 2016 S. 69), lässt sich ebenfalls kein 

durchsetzbarer Anspruch auf eine Behandlung in der eigenen oder Nach-

barregion ableiten. 

7.6 Das Kriterium «Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behandlung 

innert nützlicher Frist», das es den Kantonen erlaubt, bei der Auswahl der 

Leistungserbringer deren geographische Nähe zur Bevölkerung zu berück-

sichtigen, steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zur Qualitätssi-

cherung, das mit dem Kriterium der Mindestfallzahlen erreicht werden soll 

(vgl. RÜTSCHE/PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversiche-

rungsgesetz und zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, N 39 

zur Art. 39 KVG). Bei der vorzunehmenden Abwägung darf dem Kriterium 

der Erreichbarkeit bei spezialisierten Leistungen weniger Gewicht beige-

messen werden, als bei Leistungen der Grund- und Notfallversorgung 

(GDK-Empfehlung zur Spitalplanung, Empfehlung 6, S. 14; vgl. auch EUG-

STER, a.a.O., S. 658 Rz. 814). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 

Vorinstanz in der spezialisierten Leistungsgruppe GYNT den für diese Leis-

tungen gesetzten Qualitätsstandard auch im Interesse eines möglichst ra-

schen Zugangs zu einem Spital nicht unterschreitet (vgl. RÜT-

SCHE/PICECCHI, a.a.O., N 39 zur Art. 39 KVG).  

C-2887/2019 

Seite 25 

7.7 Was die geltend gemachte Einschränkung des Zugangs zu Leistungen 

aus der Leistungsgruppe GYN1 anbelangt, ist festzuhalten, dass das Bun-

desverwaltungsgericht aufgrund der eingeschränkten Kognition nicht zu 

beurteilen hat (vgl. Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG), ob die Leistungsgruppen-

systematik bezüglich der Aufteilung der stationären Leistungen im Bereich 

der Gynäkologie in die Leistungsgruppen GYN1, GYNT und GYN2 zweck-

mässig ist. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass diese Aufteilung dem 

Spitalplanungs-Leistungsgruppen-Konzept (SPLG) entspricht, das von der 

GDK den Kantonen zur Anwendung empfohlen wird (GDK-Empfehlungen 

zur Spitalplanung, Empfehlung 3, S. 10). Ein Anspruch auf Erteilung eines 

Leistungsauftrags GYNT kann die Beschwerdeführer aus den geltend ge-

machtem Unklarheiten in der neuen GYNT-Systematik jedenfalls nicht ab-

leiten. 

7.8 Insgesamt ist in der Nichterteilung des Leistungsauftrags für die Leis-

tungsgruppe GYNT an die Beschwerdeführerin keine Verletzung des Krite-

riums «Zugänglichkeit der Leistung» gemäss Art. 58b Abs. 4 Bst. b KVV zu 

erblicken. 

8.  

Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz das Kriterium der 

Mindestfallzahlen gesetzwidrig angewendet habe, weil sie eine rein ver-

gangenheitsbezogene Betrachtung vorgenommen habe.   

8.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die rein vergangenheitsbezogene 

Betrachtung der Fallzahlen führe dazu, dass der Konzentrationseffekt, der 

direkt aufgrund der Spitalplanung 2019 in der Leistungsgruppe GYNT zu 

erwarten sei, unberücksichtigt bleibe. Auf der Spitalliste 2019 sei im Be-

reich GYNT in der Versorgungsregion Berner Jura kein Leistungsangebot 

mehr vorgesehen. Aufgrund der aktenkundigen Patientenbewegungen sei 

davon auszugehen, dass sich die Patientinnen aus dieser Region künftig 

bevorzugt im Spitalzentrum Biel behandeln lassen würden. Die Fallzahlen 

aus der Vergangenheit seien in der vorliegenden Konstellation daher nicht 

geeignet, Aussagen über die künftigen Fallzahlen und damit implizit über 

die künftige Qualität und Wirtschaftlichkeit der Behandlungen zu machen. 

Eine retrospektive Sichtweise sei auch deshalb unbefriedigend, weil die 

Fälle im Jahr 2019 wieder stark zugenommen hätten. Ihre Frauenklinik 

habe nach dem Wechsel des Chefarztes im Jahr 2013/2014 eine personell 

schwierige Zeit durchlaufen. Der Stellenschlüssel habe mit Ausnahme des 

Jahres 2016 nie vollständig besetzt werden können. Entsprechend hätten 

C-2887/2019 

Seite 26 

die Sprechstunden nicht im erforderlichen Umfang angeboten werden kön-

nen, wodurch auch die Zahl der Tumordiagnosen vorübergehend abge-

nommen habe. In der Folge seien auch die Zuweisungen der niedergelas-

senen Gynäkologen ausgeblieben. Dennoch sei die Mindestfallzahl im 

Zeitraum 2014 bis 2016 nur knapp verfehlt worden. Mit den neuen Kader-

ärzten unter dem Chefarzt Dr. med. A._______, der seine Tätigkeit im Ok-

tober 2018 aufgenommen habe, habe sich der Trend gekehrt. Das Kader 

sei nun vollständig, die Zuweisungen erfolgten inzwischen überregional 

(Berner Jura, Solothurn, Neuenburg) und die Hochrechnung zeige wieder 

eine Fallzahl in der Grössenordnung von vor 2013/2014. Unter dem neuen 

Chefarzt seien auch die Leistungsgruppen GYN1.1 und GYN1.2 wieder 

angeboten worden. In ihren Schlussbemerkungen hielt die Beschwerde-

führerin fest, dass sie im ersten Halbjahr 2019 in den Leistungsgruppen 

GYN1.3 neun Fälle und GYN1.4 drei Fälle behandelt habe, was hochge-

rechnet auf das ganze Jahre 2019 eine Fallzahl von 24 ergebe. Das Nicht-

erreichen der Mindestfallzahlen in der Referenzperiode sei einzig auf eine 

unglücklich verlaufene personelle Änderung zur falschen Zeit zurückzufüh-

ren. Diese Sondersituation habe aufgrund der von der Vorinstanz gewähl-

ten Beurteilungsperiode zu unverhältnismässigen Folgen geführt, nämlich 

zu einem faktischen Entzug der bisherigen Leistungsaufträge GYN1.1, 

GYN1.2, GYN1.3 und GYN1.4. Unverhältnismässig sei dieser faktische 

Entzug deshalb, weil vor dem Chefarztwechsel 2013/2014 wie auch heute 

die Mindestfallzahl ohne Probleme und bei Erfüllung aller notwendigen  

Voraussetzungen erreicht werde. Schliesslich weist die Beschwerdeführe-

rin darauf hin, dass der neue Chefarzt Dr. med. A._______ per Ende 2019 

den Schwerpunkttitel «Gynäkologische Onkologie» erlangen sollte, obwohl 

dieser im Kanton Bern für die Zuteilung des beantragten Teilleistungsauf-

trags explizit und im Gegensatz etwa zum Kanton Zürich nicht  

Voraussetzung sei. Es mache wenig Sinn, dieses wertvolle Know-how 

durch Nichterteilung des Teilleistungsauftrags GYNT brach zu legen. 

8.2 Dem hält die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung entgegen, dass für 

die Beurteilung der Mindestfallzahlen die Referenzjahre 2014 bis 2016 

massgebend seien. Dies sei allen Leistungserbringern bereits im Bewer-

bungsverfahren bekannt gewesen und gelte für alle gleich. Die Erteilung 

eines (Teil-)Leistungsauftrags an die Beschwerdeführerin trotz fehlender 

Eignung würde zu einer Ungleichbehandlung gegenüber jenen Spitälern 

führen, die den Leistungsauftrag ebenfalls aufgrund des Nichterfüllens der 

Mindestfallzahlen nicht erhalten hätten. Die Vorinstanz weist darauf hin, 

dass sie zur Trendbeurteilung auch die Fallzahlen aus dem Jahr 2017 be-

C-2887/2019 

Seite 27 

trachtet habe. Bei der Beschwerdeführerin habe das Jahr 2017 jedoch kei-

nen Trend zu ihren Gunsten gezeigt. Vielmehr sei der Trend mit acht Be-

handlungen im Jahr 2017 abnehmend. Auch die Behandlungszahlen des 

Jahres 2018, die im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Beschlus-

ses noch nicht vorgelegen hätten, bestätigten den abnehmenden Trend, 

seien in diesem Jahr doch nur noch sieben Behandlungen durchgeführt 

worden. Es sei daher nicht erkennbar, dass dank des neuen Chefarztes die 

Mindestfallzahlen künftig erreicht würden. Alleine gestützt auf die Hoffnun-

gen der Beschwerdeführerin, die Mindestfallzahlen künftig zu erreichen, 

könne aufgrund der Gefahr der Schaffung eines Überangebots kein Leis-

tungsauftrag erteilt werden. Aus den gleichen Überlegungen sei auch kein 

befristeter Leistungsauftrag zu erteilen.  

8.3 Das BAG führt aus, dass Mindestfallzahlen für ausgewählte Eingriffe 

der Sicherstellung der Patientensicherung und der Behandlungsqualität 

dienten. Aufgrund des Konzentrationseffekts wäre eine Prognose der künf-

tigen Fallzahlentwicklung an einzelnen Institutionen mit Unsicherheiten 

und viel Aufwand verbunden und daher nicht zweckmässig. Mit den Min-

destfallzahlen als minimales Qualitätskriterium solle erreicht werden, dass 

nur diejenigen Spitäler einen Leistungsauftrag erhielten, die heute schon 

genügend Fallzahlen aufweisen würden und demnach aktuell schon ein 

erfahrenes Behandlungsteam stellten. Dafür seien vergangenheitsbezo-

gene Fallzahlen besser geeignet. Die berücksichtigten Leistungserbringer 

hätten bereits in der Referenzperiode durchschnittlich mindestens 20 Be-

handlungen pro Jahr durchgeführt. Die Art und Weise der Anwendung des 

Kriteriums der Mindestfallzahlen sei daher nicht zu beanstanden. Bei künf-

tigen Zuteilungsentscheiden dürfe das Kriterium der Mindestfallzahlen für 

Neubewerber aber nicht gelten, damit diese nicht von vorneherein ausge-

schlossen würden. In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin in 

den Referenzjahren einen Leistungsauftrag bereits innegehabt habe, 

könne das Abstellen auf Fallzahlen aus der Vergangenheit aus Sicht der 

Qualitätssicherung nicht als ungeeignet angesehen werden.  

8.4 Die Evaluation des Angebots der Leistungserbringer kann systembe-

dingt nur retrospektiv erfolgen, wobei in der Regel auf die aktuellsten offi-

ziellen Zahlen abzustellen ist. Es ist zwar denkbar, dass nach Abschluss 

eines Spitalplanungsverfahrens die der Spitalplanung zugrundeliegenden 

Zahlen bereits überholt sind, zumal die Durchführung eines solchen Ver-

fahrens erfahrungsgemäss oft länger als ein Jahr dauern kann. In Fällen, 

bei denen die Spitalplanung aufgrund von zwischenzeitlich eingetretenen 

C-2887/2019 

Seite 28 

erheblichen Änderungen innert kurzer Zeit nach deren Erlass revidiert wer-

den müsste, erscheint es aus verfahrensökonomischen Gründen an sich 

sinnvoll, diese Änderungen in die laufende Planung einzubeziehen bzw. 

die Spitalplanung entsprechend zu überarbeiten (Urteil des BVGer C-

2907/2008 vom 26. Mai 2011 E. 8.3.5.1; C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 

E. 10.4.1).  

8.5 Durch die Behandlung einer Mindestzahl von Fällen erhält ein Spital 

bzw. das Behandlungsteam Routine und Erfahrung, wodurch die Behand-

lungsqualität sichergestellt werden soll (vgl. Urteil des BVGer C-3413/2014 

vom 11. Mai 2017 E. 11.7.4). Die Anzahl behandelter Fälle respektive 

durchgeführter ausgewählter Eingriffe gilt somit als ein allgemeiner Indika-

tor für die bestehende Expertise in einem Spital. Dementsprechend ist es 

nachvollziehbar, dass die Vorinstanz gestützt auf die in der Vergangenheit 

erbrachten Leistungen prüft, ob ein Leistungserbringer die massgebenden 

Mindestfallzahlen erreicht (vgl. GDK-Empfehlungen zur Spitalplanung, 

Empfehlung 7, S. 15). Mit der retrospektiven Beurteilung der Fallzahlen 

kann entsprechend sichergestellt werden, dass ein Spital bzw. deren Be-

handlungsteam über ausreichende Erfahrung in einem Leistungsbereich 

verfügt, weshalb sich das Vorgehen nicht bloss als systembedingt, sondern 

auch als sachgerecht erweist. Indem die Vorinstanz überdies die Fallzah-

len 2017 betrachtete, die jedoch einen klar negativen Trend aufzeigten 

(was sich auch anhand der Fallzahlen des Jahres 2018 bestätigte), erweist 

sich das Abstellen auf die Beurteilungsperiode 2014-2016 auch nicht als 

unhaltbar.  

8.6 Auf der Spitalliste 2014 verfügten in der Versorgungsregion Berner 

Jura noch zwei Leistungserbringer (Hôpital du Jura bernois und Hôpital de 

Moutier) über einen Leistungsauftrag für die Leistungsgruppe GYN1.3. 

Diese beiden Leistungserbringer haben gemäss der Spitalliste 2019 seit 

1. Juni 2019 keinen entsprechenden Leistungsauftrag mehr. Dadurch ist 

zwar eine Verschiebung der Fallzahlen auf die verbleibenden Leistungser-

bringer zu erwarten, was allenfalls auch bei der Beschwerdeführerin in Zu-

kunft zu einer Erhöhung der Fallzahlen geführt hätte. Eine diesbezügliche 

Prognose dürfte aber schwierig sein, worauf das BAG zu Recht hinweist. 

Eine grössere Verschiebung von Patientenströmen aus der Versorgungs-

region Berner Jura ist durch die Angebotskonzentration indes nicht zu er-

warten, ist doch gemäss der Bedarfsprognose zum 31.12.2020 in dieser 

Versorgungsregion jährlich mit lediglich 12 Behandlungen in der Leistungs-

gruppe GYN1.3 und 3 Behandlungen in der Leistungsgruppe GYN1.4 zu 

rechnen (Versorgungsplanung 2016, S. 141), weshalb die Gefahr einer 

C-2887/2019 

Seite 29 

Aufrechterhaltung von Überkapazitäten bestünde. Schliesslich betrifft die 

Frage, welcher Beurteilungszeitraum für die Ermittlung der Mindestfallzah-

len heranziehen bzw. ob es zweckmässiger wäre, einen anderen Beurtei-

lungszeitraum zu betrachten, die Angemessenheit des angefochtenen Be-

schlusses, wozu sich das Bundesverwaltungsgericht nicht zu äussern hat 

(Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG; vgl. Urteil des BVGer C-5573/2018 vom 21. 

November 2018 E. 10.4). Es ist daher nicht Sache des Gerichts zu ent-

scheiden, ob es zweckmässiger wäre, auch eine Prognose der künftigen 

Fallzahlen in die Beurteilung miteinzubeziehen, weil in diesem Zusammen-

hang keine Rechtsverletzung ersichtlich ist.  

8.7 Was die von der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Schlussbemer-

kungen eingebrachten Fallzahlen aus den Jahr 2019 anbelangt, ist darauf 

hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht in Beschwerdeverfah-

ren gemäss Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG nicht mit neuen Tatsachen oder Be-

weismitteln konfrontiert werden soll, welche der vorinstanzlichen Beurtei-

lung nicht zugrunde lagen, ausser es liege eine Ausnahmesituation im Sinn 

der genannten Bestimmung vor (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2). Die von der 

Beschwerdeführerin ins Verfahren eingebrachten Fallzahlen des ersten 

Halbjahres 2019 können vorliegend nicht berücksichtigt werden, da sie der 

Vorinstanz bei Erlass des angefochtenen Beschlusses nicht bekannt sein 

konnten und auch keine Ausnahmesituation im Sinn von Art. 53 Abs. 2 

Bst. a KVG ersichtlich ist. Im Übrigen könnte die Beschwerdeführerin aber 

selbst aus den Fallzahlen des ersten Halbjahres 2019 nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, zumal die Beschwerdeführerin selbst bei Berücksichti-

gung einer Beurteilungsperiode von 2017-2019 (wobei für das Jahr 2019 

wie erwähnt nur eine hochgerechnete Fallzahl zur Verfügung steht) die 

Mindestfallzahl von 20 im Durchschnitt dieser Jahre nicht erreicht (2017: 

8 Fälle; 2018: 15 Fälle; 2019 [hochgerechnet]: 24 Fälle). Es ist zudem da-

rauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin auch bei Einhaltung der 

Mindestfallzahlen keinen Rechtsanspruch auf Erteilung eines Leistungs-

auftrags GYNT hätte (vgl. Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 

E. 10.4.1). 

8.8 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich darauf hinweist, dass ihr 

Chefarzt Dr. med. A._______ ein ausgewiesener Fachmann sei und durch 

die Nichterteilung des Leistungsauftrags für die Leistungsgruppe GYNT 

wertvolles Wissen brachgelegt werde, vermag dies die vorliegende Nich-

terteilung eines entsprechenden Leistungsauftrags nicht als unverhältnis-

mässig erscheinen lassen (vgl. Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 

C-2887/2019 

Seite 30 

2017 E. 12). Es besteht kein Anspruch darauf, zu Lasten der obligatori-

schen Krankenversicherung Leistungen zu erbringen (vgl. BGE 132 V 6 E. 

2.5.2). Anzufügen bleibt, dass es der Beschwerdeführerin offensteht, im 

Rahmen einer neuen Spitalplanung ein Gesuch um Neuerteilung eines ent-

sprechenden Leistungsauftrags zu stellen (vgl. dazu auch die Ausführun-

gen des BAG und oben E. 8.3).  

9.  

Zusammenfassend steht damit fest, dass es aufgrund des anwendbaren 

Rechts nicht bundesrechtswidrig ist, dass die Vorinstanz der Beschwerde-

führerin infolge Nichterreichens der Mindestfallzahl auf der Spitalliste 2019 

keinen (Teil-)Leistungsauftrag für die Leistungsgruppe GYNT erteilt hat. Es 

ist nicht entscheidend, ob die Beschwerdeführerin die leistungsspezifi-

schen Anforderungen hinsichtlich Infrastruktur und erforderlichem Fach-

personal erfüllt und künftig in der Lage wäre, die Mindestfallzahlen zu er-

reichen sowie, ob sie die von der Vorinstanz festgesetzte Schwelle für die 

Versorgungsrelevanz überschreitet. Das Gesetz gibt den einzelnen Spitä-

lern keinen Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Spitalliste. Die Kantone 

haben wie bereits erwähnt auch bei der Auswahl der Leistungserbringer 

einen erheblichen Ermessensspielraum, welcher in Bezug auf die Ange-

messenheit der Entscheidung vom Bundesverwaltungsgericht nicht über-

prüft werden kann (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG; C-5603/2017 E. 16.5 mit 

Hinweisen; Urteil des BVGer C-5573/2017 vom 21. November 2018 

E. 12.8). Aufgrund ihres erheblichen Ermessensspielraums ist es auch 

nicht zu beanstanden, dass sie der Beschwerdeführerin keinen vorsorgli-

chen (befristeten) Leistungsauftrags für die Leistungsgruppe GYNT erteilt 

hat (C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 10.4.2). Die Anträge der Beschwer-

deführerin um Erteilung eines unbefristeten, eventualiter befristeten Leis-

tungsauftrags für die Leistungsgruppe GYNT durch das Bundesverwal-

tungsgericht sind daher abzuweisen. Die Beschwerde erweist sich diesbe-

züglich als unbegründet. 

10.  

Zu entscheiden bleibt die Frage, auf welchen Zeitpunkt die Nichterteilung 

bzw. Streichung des Leistungsauftrags für die Leistungsgruppe GYNT in 

Kraft treten und damit Rechtswirkungen entfalten soll. 

10.1 Da die vorliegende Beschwerde für die Beschwerdeführerin aufschie-

bende Wirkung hat, wurde die Nichterteilung bzw. Streichung der fraglichen 

Leistungsaufträge von der Liste des Kantons Bern einstweilen nicht wirk-

sam und jene blieb bis zum Entscheid über die Beschwerde im bisherigen 

C-2887/2019 

Seite 31 

Umfang als Leistungserbringerin zugelassen (vgl. BVGE 2010/15 E. 8.1; 

Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 15.1; vgl. hierzu auch 

Urteil des BVGer C-2907/2008 vom 26. Mai 2011). Da die Streichung von 

Leistungsaufträgen aufgrund der auf dem Spiel stehenden Interessen (Be-

schwerdeführer, Kanton, Versicherer, Versicherte, Spitalpersonal) praxis-

gemäss nicht rückwirkend erfolgen soll (vgl. Urteil des BVGer C-3413/2014 

vom 11. Mai 2017 E. 15.2; C-2907/2008 E. 10.3), verfügt die Beschwerde-

führerin bis zum Tag des vorliegenden Entscheides gestützt auf die Spital-

liste 2014 über einen Leistungsauftrag für die (bisherigen) Leistungsgrup-

pen GYN1.1, GYN1.2, GYN1.3 und GYN1.4. Sie war somit nicht nur be-

rechtigt, sondern auch verpflichtet, die entsprechenden Behandlungen 

durchzuführen und musste daher weiterhin die hierfür benötigte Infrastruk-

tur aufrechterhalten und das entsprechende Personal weiterbeschäftigen. 

Damit die Beschwerdeführerin die Behandlungen bereits aufgenommener 

Patientinnen und Patienten abschliessen und allenfalls erforderliche An-

passungen in betrieblicher Hinsicht (z.B. betreffend Infrastruktur und Per-

sonal) vornehmen kann, ist ihr eine Übergangsfrist einzuräumen. Die 

Dauer dieser Übergangsfrist ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der 

konkreten Umstände festzusetzen, wobei sechs Monate das Maximum 

darstellen. Bei der Übergangsfrist handelt es sich um eine Frist, die erst 

nach Abschluss des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht ihre 

rechtlichen Wirkungen entfaltet. Die Vorschrift über den Stillstand der Fris-

ten (Art. 22a VwVG) ist darauf nicht anwendbar (BVGE 2010/15 E. 8.2; 

Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 15.3). 

10.2 Im vorliegenden Fall ist diese Frist im Sinne des Sub-Subeventualan-

trags der Beschwerdeführerin auf sechs Monate festzusetzen. Die Be-

schwerdeführerin ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, während der ge-

nannten sechs Monate im bisherigen Rahmen Leistungen in den Leis-

tungsgruppen GYN1.1 (Maligne Neoplasien der Vulva und Vagina), 

GYN1.2 (Maligne Neoplasien der Zervix), GYN1.3 (Maligne Neoplasien 

des Corpus uteri) und GYN1.4 (Maligne Neoplasien des Ovars) zu Lasten 

der OKP abzurechnen. Soweit andere Vorschriften und Verpflichtungen 

nicht entgegenstehen, ist es ihr unbenommen, die entsprechenden Leis-

tungen auch vor Ablauf der Frist einzustellen (vgl. Urteil des BVGer  

C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 15.4). 

10.3 Soweit die Vorinstanz der Beschwerdeführerin im Rahmen des ange-

fochtenen Beschlusses keine Übergangsfrist eingeräumt hat, erweist er 

sich als bundesrechtswidrig und ist dementsprechend abzuändern. 

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11.  

11.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, so werden 

die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das für die Kosten-

verteilung massgebende Ausmass des Unterliegens ist aufgrund der ge-

stellten Rechtsbegehren zu beurteilen (MICHAEL BEUSCH, in: Kommentar 

zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Rz. 13 

zu Art. 63). Dabei ist auf das materiell wirklich Gewollte abzustellen (MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 256 Rz. 4.43).  

11.2 Die Beschwerdeführerinnen unterliegen fast vollständig; sie sind nur 

hinsichtlich des Sub-Subeventualantrags als obsiegend zu betrachten. 

sind als überwiegend unterliegend zu betrachten. Unter Berücksichtigung 

des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessfüh-

rung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG; zur 

Qualifikation als vermögensrechtliche Streitigkeit vgl. BVGE 2010/14 

E. 8.1.3) sind die Verfahrenskosten auf Fr. 5'000.– festzusetzen. Diese 

sind entsprechend dem Verfahrensausgang im Umfang von Fr. 4‘500.– der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Der Restbetrag von 

Fr. 500.– ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Der Vorinstanz 

sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

11.3 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf 

eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und ver-

hältnismässig hohen Kosten (vgl. auch Art. 7 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Obsiegt die Partei nur teil-

weise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 7 

Abs. 2 VGKE). Die Entschädigung wird der Körperschaft oder autonomen 

Anstalt auferlegt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie 

nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 

Abs. 2 VwVG). 

 

11.4 Dem Verfahrensausgang entsprechend hat die anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung zu 

Lasten der Vorinstanz. Die Rechtsvertreter haben keine Kostennoten ein-

gereicht, weshalb die Parteientschädigungen aufgrund der Akten zu be-

stimmen ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Ver-

fahrensausgangs (vgl. oben E. 11.2), des gebotenen und aktenkundigen 

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Seite 33 

Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vor-

liegend zu beurteilenden Verfahrens erscheint eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 800.– als angemessen. Die Vorinstanz hat keinen An-

spruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

12.  

Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die 

das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-

dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r BGG 

unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig (vgl. auch BGE 141 

V 361). 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde der Spitalzentrum Biel AG wird insoweit teilweise gutge-

heissen, als in Abänderung des angefochtenen Beschlusses Nr. 433/2019 

vom 8. Mai 2019 die Streichung bzw. Nichterteilung der Leistungsaufträge 

in den bisherigen Leistungsgruppen GYN.1.1, GYN1.2, GYN1.3 und 

GYN1.4 nach Ablauf einer Übergangsfrist von sechs Monaten ab Eröffnung 

dieses Urteils rechtswirksam wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abge-

wiesen.  

2.  

Die Vorinstanz wird aufgefordert, Ziffer 1 dieses Dispositivs im kantonalen 

Amtsblatt zu veröffentlichen. 

3.  

Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten von Fr. 4‘500.– aufer-

legt. Dieser Betrag wird dem Kostenvorschuss entnommen. Der Restbe-

trag von Fr. 500.– wird zurückerstattet. 

4.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine pauschale Par-

teientschädigung von Fr. 800.– zugesprochen. 

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Seite 34 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 433/2019; Gerichtsurkunde) 

– Das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Michael Rutz 

 

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