# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2a120a5-e358-5548-b2c6-230d6a8d894e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-11-13
**Language:** de
**Title:** Fehlende Beitragszeit und arbeitgeberähnliche Stellung; keine Verletzung der Beratungs- und Aufklärungspflicht; Abweisung.
**Docket/Reference:** AL.2020.00234
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2020.00234.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2020.00234
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Brühwiler
Urteil
vom
13. November 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus Krapf
Sintzel
Krapf Widmer Rechtsanwälte
Stampfenbachstrasse
42, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Einkaufszentrum Neuwiesen
Zürcherstrasse
8, Postfach 474, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1984, meldete sich am 18. März 2020 beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und
gleichen
tags
zum Bezug von Arbeits
losenentschädigung (vgl. Urk. 8/72
).
Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachfolgend: Kasse) verneinte mit Verfügung
en
vom 17. Juni 2020
aufgrund seiner arbeitgeberähnliche
Stellung
(Urk. 11)
und ungenügender Beitragszeit
(Urk. 8/30-31)
die Anspruchsberechti
gung
. Die dagegen erhobene Einsprache
(Urk. 8/22-23) wies sie mit
Einsprache
entscheid
vom 4. August 2020 ab (Urk. 8/17-20).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 4. August 2020 (Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am 10. September 2020 Beschwerde mit dem Antrag, dieser sei aufzuheben und es sei ihm ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 18. März 2020,
eventuell
ab dem 23. April 2020 zuzuerkennen (Urk. 1 S. 2).
Die Kasse beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2020 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 13. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 31 Abs. 3
lit
. c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entschei
dungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, so
wie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsent
schädi
gung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
).
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Ent
schei
dungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erfor
derlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a).
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mitar
beitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein solches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche
Umgehung der Regelung des Art. 31 Abs. 3
lit
.
c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchsverhütung dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhä
rent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 25. Januar 2006 und C 92/02
vom 14. April 2003; vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung,
5
.
Auflage, Zürich/Basel/
Genf 2019, S. 18
ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung).
1.2
Nach Art. 9 Abs. 1 AVIG gelten - soweit das Gesetz nichts
anderes
vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen. Die Rah
menfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG).
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre
vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchs
voraus
set
zungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
1.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im angefochten
en Entscheid (Urk. 2) da
von aus
,
ein allfälliger Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung lasse sich erst ab 8. Mai 2020 prüfen,
da der
Beschwerdeführer am 7. Mai 2020 den sofortigen Rücktritt als Mitglied des Verwaltungsrates
bei der
Y.___
AG
erklärt habe und die Löschung des Eintrags beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich beantragt worden sei
(S. 2 f.). Die zweijährige Rahmenfrist für die Beitragszeit dau
e
re somit vom 8. Mai 2018 bis 7. Mai 2020. Das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers sei per 30. April 2019 aufgelöst worden und die letzte Lohnzahlung sei bis zu diesem Tag erfolgt. Es fänden sich keine Beweise, dass das Arbeitsverhältnis bis Ende Mai 2019 gedauert habe.
Damit habe der Beschwerdeführer während der
massgebenden Rahmenfrist lediglich 11.84 Monate an beitragspflichtigen Beschäf
tigungen ausgewiesen, womit keine genügende Beitragszeit vorliege (S. 3 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin hätte ihn auf seine Rechte und Pflichten, insbesondere über das Verfahren der Anmeldung und über die Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und zu verkürzen
,
a
ufklären müssen
(S. 4). Demnach hätte sie ihn auf die dro
hende Anspruchsverwirkung infolge des Eintrags als Verwaltungsrats und die Gefahr der ungenügenden Beitragszeit infolge Verschiebung der Rahmenfrist für die Beitragszeit hinweisen und ihm raten müssen, noch vor dem 30. April 2020 aus dem Verwaltungsrat zurückzutreten (S.
5). Dies
habe sie nicht ausreichend getan (S. 5 ff.), womit der Grundsatz von Treu und Glauben verletzt worden sei, zumal er bei korrekter Information sofort aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten wäre (S. 8). Da die Information schon am 18. März 2020 möglich gewesen wäre, sei sein Anspruch ab diesem Datum zu bejahen (S. 8 unten). Schliesslich
gehe zwar aus den eingereichten Unterlagen hervor, dass vereinbart worden sei, das Arbeitsverhältnis auf den 30. April 2019 aufzulösen. In Tat und Wahrheit sei es aber noch einen Monat verlängert worden, damit er seine Ferien habe beziehen
können. Dementsprechend habe die Arbeitgeberin ihm im Mai 2019 einen Mona
ts
lohn ausgerichtet, womit belegt sei, dass mit der Verlängerung des Arbeits
ver
hältnisses über den 30. April hinaus bis zum 31. Mai 2019 das Erfordernis der Beitragszeit erfüllt sei (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeits
losen
entschädigung.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war vom 1. Juni 2006 bis 30. April 2019 als Arbeitnehmer
bei der
Y.___
AG angestellt
(Urk. 8/55; Urk. 8/70-71).
V
om
23. November 2011 bis 20. Mai 2020
war er zudem
als Mitglied
des Verwaltungsrates mit Kollektivunterschrift zu zweien im Handelsregister des Kantons Zürich einge
tragen (
Urk. 8/54; vgl. Handelsregistereintrag), deren Löschung am 7. Mai 2020 beantragt worden war (Urk. 8/43).
3.2
Wie bereits dargelegt, haben Arbeitnehmer, welche in ihrer Eigenschaft als
Ver
waltungsrat die Entscheidungen des Arbeitgebers massgeblich beeinflussen können,
keinen Anspruch auf Arbeitslosentschädigung
(vorstehend E. 1.1)
. Der Leistungsausschluss, welcher der Verhütung von Missbräuchen dient, ist absolut zu verstehen, ohne dass die Möglichkeit besteht, den betroffenen Personen unter bestimmten Voraussetzungen im Einzelfall Leistungen zu gewä
hren (BGE 113 V 74 =
Pra
77 Nr.
70,
bestätigt mit BGE 123 V 237 E. 7a; 122 V 272 E 3; 120 V 523 E. 1; ARV 1996/97 Nr. 10 S. 52 E.
2).
Nachdem der Rücktritt aus dem Verwaltungsrat
erklärt
und
die
Löschung aus dem Handelsregister am 7. Mai 2020 beantragt worden war (Urk. 8/43)
,
ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdeführer
grundsätzlich
frühestens ab dem 7. Mai 2020 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend machen kann, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
4.
4.1
Der
Beschwerdeführer
machte
eine
Verletzung der
Beratungs- und
Aufklä
rungs
pflicht in Form einer Aufklärung hinsichtlich der drohenden Anspruchsverwir
kung infolge des Eintrags als Verwaltungsrat im Handelsregister und Hinweis auf die Gefahr der ungenügenden Beitragszeit infolge Verschiebung der Rahmenfrist
geltend
(Urk. 1 S.
4 ff.
)
.
4.2
Gemäss Art. 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
siche
rungsrechts (ATSG)
in Verbindung mit Art. 1 Abs.
1
AVIG
sind die Bestimmung
en des ATSG im Bereich der Arbeitslosenversicherung anwendbar
.
Art. 27 Abs.
1
ATSG stipuliert eine allgemeine und permanente Aufklärungspflicht der Versi
che
rungsträger und Durchführungsorgane, die nicht erst auf persönliches Ver
langen der interessierten Personen zu erfolgen hat, und hauptsächlich durch die
Abgabe von Informationsbroschüren, Merkblättern und Wegleitungen erfüllt wird
(vgl. auch Ausführungen der Beschwerdegegnerin; Urk. 7 S. 3 Ziff. 2)
.
Der Absatz
2
derselben Bestimmung beschlägt dagegen ein individuelles Recht auf Beratung durch den zuständigen Versicherungsträger. Jede versicherte Person kann von diesem im konkreten Einzelfall eine unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflich
ten verlangen (BGE 131 V 472 E.
4.1). Der Sinn und Zweck der Bestimmung liegt darin, der versicherten Person ein Verhalten zu ermöglichen, das zum Ein
tritt einer Rechtsfolge führt, welche dem gesetzgeberischen Ziel des betreffenden Erlass
es entspricht (BGE 131 V 472 E.
4.3). Es gehört zum Kern der Beratungs
pflicht des Versicherungsträgers, die versicherte Person darauf aufmerksam zu machen, ihr Verhalten könne eine der Voraussetzungen des Leistungsanspruchs gefährden (Urteil des Bundesgerichts
8C_438/2018
vom 1
0. August 2018 E.
3.3). Im Zusammenhang mit der gestützt auf BGE 123 V 234 begründeten Recht
sprechung für Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung hat die Beratungs
pflicht einen besonderen Stellenwert. Die strenge Rechtsprechung wird dadurch gemildert, dass das zuständige Durchführungsorgan die arbeitslose Person in Nachachtung der Aufklärungs- und Beratungspflicht auf die weiterhin an
dau
ernde arbeitgeberähnliche Stellung und den dadurch bedrohten Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung aufmerksam machen muss (Urteil des Bundesgericht
s C 157/05 vom 28. Oktober 2005 E.
6.2; Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in:
SBVR, Soziale Sicherheit, 3. Aufl.
2016,
S. 2350
Rz
276). Solange aber der Versicherungsträger bei einem durchschnittlichen Mass an Aufmerksamkeit noch nicht erkennen kann, dass die Situation einer ver
si
cherten Person den Leistungsanspruch zu gefährden vermag, trifft ihn auch noch keine Aufklärungs- und Ber
atungspflicht im Sinne von Art. 27 ATSG (BGE 133 V 249, E.
7.2).
4.3
Aus den Akten ergibt sich, dass sich der Beschwerdeführer
am 18. März 2020 zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung gemeldet hat (Urk. 8/7
2). Erst nach Eingang des Antrags auf Arbeitslosenentschädigung vom 8. April 2020 (Urk. 8/39-42) war die Beschwerdegegnerin
im Rahmen des arbeits
losenversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahren
s in der Lage, zu erkennen, dass der Beschwerdeführer im relevanten Zeitraum eine arbe
itgeberähnliche Stel
lung aufweisen könnte
, da dieser im Antrag die Frage Nummer 28
nach der Zu
gehörigkeit einem obersten betrieblic
hen Entscheidungsgremium bejahte
(Urk. 8/41). Diese Erkenntnis verpflichtete
die Beschwerdegegnerin, den Beschwer
deführer
gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG
auf die weiterhin andauernde arbeitge
berähnliche Stellung und den dadurch bedrohten Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung aufmerksam zu machen
(vgl. vorstehend E. 4.2).
4.4
Dieser Pflicht ist die Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom 23. April 2020
(Urk. 8/52-53)
nachgekommen.
In diesem Schreiben
machte
sie den Beschwerde
führer
auf
die Auswirkungen dieses Handelsregistereintrags auf den Anspruch auf Arbeitslosenentsc
hädigung aufmerksam
, woraufhin der
Beschwerdeführer
am 7. Mai 2020 seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat erklärte (Urk. 8/38) und seine ehemalige Arbeitgeberin gleichentags
die Löschung im Handelsregister be
antragte (Urk. 8/43).
Schliesslich geht aus dem Eintrag vom
2. April 2020
im «Prozessorientierten Beratungsprotokoll» hervor, dass
mit de
m Beschwerdeführer
das Merkblatt «Rechte & und Pflichten» besprochen und abgegeben wurde
(Urk. 8/4-5). Damit
ist die Beschwerdegegnerin ihrer Aufklärungs- und Bera
tungs
pflicht gemäss Art. 27
Abs. 1 und 2
ATSG ausreichend
und rechtzeitig
nach
ge
kommen, dies auch vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer
im Rah
men
seiner
Anmeldung vom 18. März 2020
zusätzlich
das elektronische Lernpro
gra
mm «Pflichtinformationen - online» durchgearbeitet und verstanden hat
, in welchem
unter anderem im
Kapitel «Ihre Rechte: Was Sie erhalten» auch die Anspruchs
voraussetzungen für den Taggeld-Bezug aufgeführt sind (Urk. 8/6 sowie Abruf auf der Website info-rav-zh.ch)
.
Folglich war der Beschwerdeführer genügend über
s
eine Rechte und Pflichten bei der Arbeitslosenversicherung infor
miert
und
es wäre ihm bei Unklarheiten offen gestanden, bei der Beschwerde
geg
nerin nac
h
zufragen
.
Daran
können
auch die zwei Anmeldungsformular
e und
die
darauf bezogen geltend gemachte
Un
wissenheit
nichts ändern (Urk. 1 S. 9 Ziff. 47 ff.).
Ebenso vermögen d
as Abstellen auf die Mitteilung vom 23. April
2020 (Urk. 8/52-53) und deren Auslegung und Deutungsversuche vor dem Hintergrund der
übrigen Aufklärungen und Beratungen seitens der Beschwerdegegnerin (Bera
tungsgespräch, online Lernprogramm) nicht zu überzeugen, womit der Vorwurf der Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht
vorliegend
unbegründet ist.
4.5
Dementsprechend
bleibt es bei der mit Verfügung vom 17. Juni 2020 festge
stellten zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 8. Mai 2018 bis 7. Mai 2020 (Urk. 8/30-31), innerhalb welcher
der Beschwerdeführer
eine mindestens zwölfmonatige beitragspflichtige Beschäftigung ausweisen muss, um Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu erhalten.
5.
5.1
Während der massgebenden Rahmenfrist weist der Beschwerdeführer gemäss Aufstellung der Beschwerdegegnerin 11.840 Monate an beitragspflichtigen Be
schäftigungen aus
(vgl. Urk. 7/31)
.
Zu prüfen bleibt die Rüge des Beschwerdeführers, dass das Arbeitsverhältnis über den 30. April 2019 hinaus bis zum 31. Mai 2019 verlängert worden sei, damit er seine Ferien habe beziehen können
, womit eine genügende Beitragszeit
(12.840 Monate)
vorliege
n würde
.
5.2
Den Akten lässt sich entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis
gemäss Kündi
gungs
bestätigung vom 25. Januar 2019 (Urk. 8/71)
per
30. April 2019 aufgelöst wurde. Dieses Datum lässt sich auch dem
Antrag auf Arbeitslosentschädigung vom 8. April 2020 (Urk. 8/40 Ziff. 16 und Ziff. 18-19)
und
der Arbeitgeberbe
scheini
gung vom 8. April 2020 (Urk. 8/55 Ziff. 2 und 10) entnehmen.
Erst i
m
Rahmen des Beschwerdeverfahrens
reichte der Beschwerdeführer eine Lohnabrechnung vom 31. Mai 2019 ein, auf welcher die
Y.___
AG die Auszahlung eines Monatslohnes für den Monat Mai 2019
im Betrag von
b
rutto Fr. 5'000.--
beziehungsweise nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge von
n
etto Fr. 4'388.10 respektive unter Berücksichtigung von nicht näher ausge
führten Akontozahlungen
von
Fr. 3'000.55 auswies (Urk. 3/5).
Die Zahlungsan
weisung auf das Konto des Beschwerdeführers erfolgte gemäss Vergütungsauftrag der
Y.___
AG am 23. Mai 2019 (Urk. 3/6).
5.3
Damit lässt sich indes die Erfüllung der erforderlichen Beitragszeit nach dem Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
sowie gestützt auf
die Beweis
maxime der
«
Aussage der ersten Stunde
»
(vgl. vorstehend E. 1.3)
nachträglich nicht belegen.
Einerseits
lässt sich den übrigen Akten
keine Lohnbuchung für den Monat Mai 2019
entnehmen. Weder finden sich auf dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) des Beschwerdeführers
(Urk. 8/8-9) noch dem eingereichten Lohnjournal der
Y.___
AG (Urk. 8/59) die geltend gemachte
Lohnzahlung, beziehungsweise die dort deklarierten Zahlungen entsprechen der Abrechnung
per Ende April 2019.
Auch gab die ehemalige Arbeitgeberin
,
ein Familien
unter
nehmen des Beschwerdeführers
,
auf der Arbeitgeberbescheinigung vom 8. April 2020 an, dass die Lohnzahlung bis zum 30. April 2019 erfolgt sei (Urk. 8/56 Ziff. 15).
Eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb der Monat Mai 2019 nicht ordentlich verbucht
worden sein sollte
,
brachte
der Beschwerdeführer nicht
vor
.
Andererseits spricht auch das Verhalten des Beschwerdeführers gegen den
nun
vorgebrachten
Ferienbezug.
De
m Antrag auf Arbeitslosenentschädigung zufolge hielt sich der Beschwerdeführer vom 1. Mai bis
20. Januar 2020
in Südafrika und Botswana auf und absolvierte dort
vom 1. Mai bis 22. Dezember 2019
die Aus
bildung zum «Professional Field Guide» (Urk. 8/41 Ziff.
31; Urk. 8/42 Ziff. 32; Urk. 8/44
). Der
unter anderem
von Eco Training angebotene und durchgeführte
Professional African Field Guide Course in Südafrika
dauert
hingegen
rund ein Jahr
mit Startdaten
jeweils
Anfangs Januar
bzw. Februar sowie in der zweiten Jahreshälfte
(vgl. Website
http://www.ecotraining.co.za/programs-courses/pro
fes
sio
nal-guide/
; abgerufen im November 2020)
,
womit der Beschwerdeführer
die Weiterbildung
bereits früher
als angegeben
aufgenommen haben m
usste. Dies geht auch aus seinem Profil auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn
(https://ch.linke
din.com)
hervor, in welchem er angibt, von Januar bis Dezember 2019 in Süd
afrika den Field Guide-Kurs absolviert zu haben
(Urk. 13)
. Ebenso finden
sich auf seiner persönlichen Website Blog-Einträge, in welchen er die Ankunft in Südafrika im
Januar 2019 und die ersten Woche
n seiner Ausbildung beschreibt
.
Und schliesslich ver
merkte die Sachbearbeiterin im
«Prozessorientierten Beratungsprotokoll»
mit Ein
trag vom 2. April 2020 bei der Standortbestimmung, dass der Beschwerdeführer von Januar 2019 bis Januar 2020 in Südafrika gewesen sei (Urk. 8/4)
.
5.4
Im
Lichte dieser Umstände vermag der Beschwerdeführer die Erfüllung der not
wendigen zwölfmonatigen Beitragszeit
, mithin
eine beitragspflichtige Beschäfti
gung
über den 30. April 2019 hinaus,
nicht zu beweisen
beziehungsweise sind seine hierzu eingereichten Beweismittel (Urk. 3/5-6)
und Vorbringen
nicht glaub
würdig
.
6.
Zusammenfassend
hat
der Beschwerdeführer aufgrund seiner arbeitgeberähn
lichen Stellung bis 7. Mai 2019
während
der dadurch massgeben
d
en Rahmenfrist vom 8. Mai 2018 bis 7. Mai 2020
nicht eine zwölfmonatige beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt, weshalb er die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt. Da auch sonst keine Gründe für die Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit ersichtlich sind und solche
überdies
auch nicht geltend gemacht werden, hat der
Beschwerdeführer somit
keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr. Markus Krapf
unter Beilage einer Kopie von Urk. 13
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
unter Beilage einer Kopie von Urk. 13
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrühwiler