# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 746078c4-3b27-540f-a9ac-bfbef8ef85a3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.07.2009 UV 2008/137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-137_2009-07-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/137

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 07.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2009
Art. 4 ATSG: Beweislosigkeit hinsichtlich Vorliegens eines Unfallereignisses, 
was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt. 
Verneinung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2009, UV 
2008/137).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 7. Juli 2009

in Sachen

Progrès Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach, 

3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

und

W.___,

Beigeladener,

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betreffend

Versicherungsleistungen i/S W.___

Sachverhalt:

A.       

Der 1971 geborene W.___ war bei der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfällen und 

bei der Progrès Versicherungen AG (nachfolgend: Progrès) krankenversichert, als er 

laut Angaben in der Bagatellunfall-Meldung vom 28. Mai 2008 am 7. Oktober 2007 das 

Fahrrad umstellen wollte, dabei hinfiel und sich eine Rückenverletzung zuzog (UV-act. 

UM/A). Am 12. Juni 2008 reichte die Arbeitgeberin des Versicherten der Mobiliar die 

von jenem bezahlte Rechnung von Dr. A.___, Chiropraktor, Rorschach, vom 11. 

Dezember 2007 für Behandlungen eines lumbovertebralen sowie ischioradikulären 

Syndroms vom 26. Oktober bis 6. Dezember 2007 ein. Sie verwies auf das Schreiben 

der Progrès vom 22. Januar 2008 (UV-act. 2), die den Versicherten für die Übernahme 

des Rechnungsbetrags an den Unfallversicherer verwiesen hatte (UV-act. 3). Nach 

Vornahme entsprechender Abklärungen - Einholung von Arztzeugnissen beim 

erstbehandelnden sowie nachbehandelnden Arzt (UV-act. M1, M3), ergänzenden 

Erkundigungen beim Versicherten zum Unfallablauf (UV-act. UM/B) - lehnte die Mobiliar 

mit Verfügung vom 10. September 2008 den Anspruch des Versicherten auf 

Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der 

Begründung ab, der gemeldeten Gesundheitsschädigung liege weder ein Unfall noch 

eine unfallähnliche Körperschädigung zugrunde (UV-act. 19).

B.       

Gegen diese Verfügung erhob die Progrès am 19. September 2008 vorsorglich 

Einsprache (UV-act. 21). Am 19. bzw. 25. September 2008 liess sie dann der Mobiliar 

eine begründete Einsprache zukommen (UV-act. 23, 24), welche diese mit 

Einspracheentscheid vom 6. November 2008 abwies (UV-act. 32).

C.       

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C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 4. Dezember 

2008 mit den Anträgen, die Beschwerde sei gutzuheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid und die Verfügung vom 10. September 2008 seien aufzuheben, 

und die Beschwerdegegnerin habe die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

C.b   Mit Schreiben der Gerichtsleitung vom 8. Dezember 2008 wurde W.___ die 

Beschwerde zur Stellungnahme zugestellt und die Gelegenheit eingeräumt, im 

anhängig gemachten Verfahren Parteirechte wahrzunehmen. Der Beigeladene hat sich 

in der Folge nicht vernehmen lassen.

C.c   In der Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.d   Mit Replik vom 10. Februar 2009 und Duplik vom 16. Februar 2009 hielten die 

Verfahrensbeteiligten an ihren bisherigen Anträgen fest.

Erwägungen:

1.        

1.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. 

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal 

der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den 

Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der 

äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. 

Ein äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit 

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Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten 

Bewegung bestehen. So kann der Körper als Ganzes in Bewegung kommen, indem er 

- z.B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und Schaden nimmt. Der 

äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres gegeben. Dies trifft 

auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes, bloss 

einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der Aussenwelt 

liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 

E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 176 f.; Rumo-Jungo, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 27 f.). Weiter bejaht die Rechtsprechung 

das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder 

Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, 

gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von 

Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und 

berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich 

war (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Der Bundesrat kann 

sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die 

Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat er in einer abschliessenden Aufzählung 

folgende Körperschäden auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen 

gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration 

zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, 

Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen sowie 

Trommelfellverletzungen.

1.2    Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die 

leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die 

Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, 

indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das 

Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 

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besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem 

Gericht, zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 

Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen 

Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen (RKUV 

1990 Nr. U 86 S. 50). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person 

über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, 

wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel 

unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit 

wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel 

grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des 

Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene 

Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigt. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im 

Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine 

Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 2b). Wird 

also auf dem Wege der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (Th. 

Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, 3. Aufl., S. 451 f.), so hat 

dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden 

Person auswirkt.

2.        

In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass der Versicherte am 10. Oktober 2007 wegen 

Schmerzen über dem Iliosakralgelenk (ISG) links Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin 

FMH, konsultierte und dieser eine Lumbago diagnostizierte (UV-act. M3). Unbestritten 

ist im Weiteren, dass er wegen gleicher Beschwerden bzw. eines lumbovertebralen 

sowie ischioradikulären Syndroms erstmals am 26. Oktober 2007 Dr. A.___ aufsuchte 

(UV-act. M1). Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, wie es zu dieser gesundheitlichen 

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Störung, die grundsätzlich in Folge eines Unfalls auftreten bzw. durch einen Unfall 

ausgelöst oder verschlimmert werden kann (vgl. A. Maurer, a.a.O., S. 167), jedoch 

häufig krankhaften Veränderungen in der Lendenwirbelsäule (LWS) bzw. im ISG 

zuzuschreiben ist (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl., Bern 2002, S. 848 ff., 904 f.), gekommen ist. Während die Beschwerdeführerin 

geltend macht, die behandelten Rückenbeschwerden seien auf einen drei Tage vor der 

Konsultation bei Dr. B.___, d.h. am 7. Oktober 2007, erlittenen Unfall im Sinn von Art. 4 

ATSG zurückzuführen, vertritt die Beschwerdegegnerin die Ansicht, das Vorliegen eines 

Unfallereignisses sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt. Fest steht demgegenüber, dass es sich bei einer Lumbago bzw. einem 

lumbovertebralen sowie ischioradikulären Syndrom nicht um eine Körperschädigung im 

Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV handelt und damit eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung von 

vornherein entfällt.

3.        

3.1    Die Beschwerdeführerin führt die Rückenbeschwerden des Versicherten auf ein 

Ereignis zurück, wie es von diesem am 2. Juni 2008 gegenüber der 

Beschwerdegegnerin beschrieben wurde. Der Versicherte habe sein Fahrrad umstellen 

und dabei auch eine Runde fahren wollen. Als er auf das Fahrrad gestiegen sei, sei 

jedoch der Gang nicht richtig drin gewesen. Er habe mit der Pedale durchgedreht und 

sei hierauf auf die rechte Seite gefallen. Danach habe er Schmerzen im Rücken 

verspürt. Diese hätten sich anfangs noch im Rahmen gehalten, seien dann jedoch von 

Tag zu Tag stärker geworden, worauf er zum Arzt gegangen sei (UV-act. UM/B). - 

Unstreitig ist, dass mit einem Sturz ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper 

einwirkt und das eben beschriebene Ereignis damit einen Unfalltatbestand im Sinn von 

Art. 4 ATSG darstellt. Der Hergang des angeblichen Ereignisses vom 7. Oktober 2007 

ist in den Akten weitere Male beschrieben. In der Bagatellunfallmeldung vom 28. Mai 

2008 wurde kurz angegeben, der Versicherte habe das Fahrrad umstellen wollen und 

sei hingefallen (UV-act. UM/A). Dr. A.___ hielt sodann im Arztzeugnis vom 5. Juni 2008 

fest, der Versicherte habe ca. drei Wochen vor seiner ersten Behandlung am 26. 

Oktober 2007 ein Verhebetrauma erlitten. Konkret wurde ein Verhebetrauma bei der 

Arbeit notiert. Ein Unfall als Ursache der Beschwerden wurde nicht markiert (UV-act. 

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M1). Dr. B.___ vermerkte schliesslich im Arztzeugnis vom 23. Juli 2008 

Rückenschmerzen nach Zügeln und verneinte das Stattfinden eines Traumas (UV-act. 

M3).

3.2    Tatsächlich wurden die Arztzeugnisse von Dr. A.___ und Dr. B.___ erst am 5. Juni 

bzw. 23. Juli 2008 und damit in etwa zeitgleich mit der Bagatellunfallmeldung sowie der 

ergänzenden Sachverhaltsdarstellung des Versicherten vom 2. Juni 2008 verfasst. 

Dieser Umstand ist jedoch einzig darauf zurückzuführen, dass die Ärzte von der 

Beschwerdegegnerin erst im fraglichen Zeitpunkt zum Schadenfall des Versicherten 

befragt wurden. Die zuhanden des Unfallversicherers einzureichenden, mit 

vorgegebenen Rubriken vorgedruckten Arztzeugnisse geben jedoch die von den Ärzten 

anlässlich konkreter - allenfalls eben früherer - Untersuchungen eines Patienten 

notierte Krankengeschichte mit den damals erhobenen Befunden, Diagnosen sowie 

angeordneten Therapien usw. wieder. Die - wenn auch erst - in einem später 

ausgestellten Arztzeugnis enthaltenen Vermerke stellen insofern echtzeitliche Berichte 

bzw. Beurteilungen dar. So lassen auch die Arztzeugnisse von Dr. A.___ und Dr. B.___ 

den Schluss zu, dass sie nicht den gegenwärtigen Status des Versicherten, sondern 

dessen Anamnese wiedergeben. Dass bei der Übertragung der ursprünglich notierten 

Krankengeschichte in das Arztzeugnis Fehler unterlaufen können oder ärztliche 

Fachmeinungen nicht überzeugen, ist nicht auszuschliessen. Grundsätzlich ist jedoch 

von der Richtigkeit des in den Arztzeugnissen Notierten auszugehen. Die 

Beweiswertigkeit einer ärztlichen Fachmeinung ist sodann im Rahmen der 

beweisrechtlichen Würdigung zu prüfen. Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Arzt bei 

der Rubrik "Angaben der Patientin/des Patienten: Unfallhergang und Beschwerden, 

Rückfall?" eine Sachverhaltsfrage und keine medizinische Frage beantwortet. Die 

diesbezüglichen ärztlichen Vermerke basieren zwingend auf den Darstellungen der 

Patientin bzw. des Patienten oder allenfalls Dritter. In diesem Sinn sind sämtliche in 

Erwägung 3.1 dargelegten Sachverhaltsschilderungen als solche des Versicherten zu 

betrachten. Diese weisen nun aber hinsichtlich der Frage, was sich am 7. Oktober 2007 

ereignet haben soll - Sturz oder Verhebetrauma -, massgebende Abweichungen auf.

3.3    Bauen spätere Aussagen auf früheren Aussagen auf bzw. zeichnen sich erstere 

einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad aus, kann auch ein späterer Sachverhalt 

als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden. Die verschiedenen Aussagen 

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müssen jedoch in sich kongruent und logisch betrachtet werden können. Wird dagegen 

zu einem späteren Zeitpunkt ein vollkommen neuer Sachverhalt hinzugefügt, ist dessen 

überwiegend wahrscheinliches Geschehen als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu 

betrachten. - Die Arztzeugnisse von Dr. A.___ und Dr. B.___ enthalten zwei 

echtzeitliche Sachverhaltsschilderungen des Versicherten (vgl. Erwägung 3.2), die sich 

insofern decken, als sie das Geschehen eines Verhebetraumas beinhalten. In den mehr 

als ein halbes Jahr nach dem Unfall in der Bagatellunfallmeldung sowie in der 

Ergänzung des Versicherten vom 2. Juni 2008 notierten bzw. geschilderten 

Sachverhalten ist von einem solchen in keiner Weise mehr die Rede. Vielmehr wurde 

hier ein vollkommen neuer Sachverhalt, nämlich ein Sturz, hinzugefügt. Nachdem es 

sich hierbei zweifellos - offensichtlich auch für den Versicherten und die 

Beschwerdeführerin - um das wesentliche Element des Vorfalls vom 7. Oktober 2007 

handelt und gerade dieses den Unfalltatbestand zu begründen vermag, kann dessen 

Nichterwähnung - bei Zutreffen - bereits in den anfänglichen Unfallschilderungen in 

keiner Weise nachvollzogen werden. Es ist zudem nicht davon auszugehen, dass das 

fragliche Element bei Nennung durch den Versicherten von den behandelnden Ärzten 

nicht in die Anamnese aufgenommen worden wäre. Nachdem zwei Ärzte 

übereinstimmend und offensichtlich unabhängig voneinander von einem 

Verhebetrauma - wenn auch vom einen Arzt als beim Zügeln und vom anderen als bei 

der Arbeit geschehen - berichten, besteht kein Anlass, die Richtigkeit dieser ärztlichen 

und auf den ersten Patientenaussagen beruhenden Angaben in Zweifel zu ziehen. Dass 

das Verhebetrauma einen Unfall darstellen würde bzw. beim Heben oder Tragen einer 

Last, beispielsweise beim Umstellen des Fahrrads, ein ganz ausserordentlicher 

Kraftaufwand erfolgt wäre, wird weder von der Beschwerdeführerin noch vom 

Versicherten geltend gemacht. Im Arztzeugnis von Dr. B.___ wird zudem ein Trauma - 

offensichtlich auch auf Befragung des Versicherten - explizit verneint.

3.4    Insgesamt ist damit ein Sturz bzw. ein Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG, 

von dem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, er treffe zu, vorliegend 

nicht ausgewiesen. Auszugehen ist von den echtzeitlichen Angaben des Versicherten 

gegenüber den behandelnden Ärzten, welche einzig ein Verhebetrauma beinhalten. Die 

Beschwerdeführerin wendet zwar überzeugend ein, dass der Versicherte im Zeitpunkt 

der Bagatellunfallmeldung sowie seiner ergänzenden Unfallschilderung nicht wusste, 

dass die Beschwerdegegnerin den Fall mangels Unfallereignisses ablehnen würde. Er 

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war jedoch durch die Beschwerdeführerin davon informiert, dass nach deren 

Beurteilung die Kosten der Behandlung von Dr. A.___ zu Lasten des Unfallversicherers 

gehen würden und er deshalb dessen Arztrechnung an diese Stelle senden sollte (UV-

act. 2). Ansprechpartnerin war für den Versicherten also fortan die 

Beschwerdegegnerin, womit eine Beeinflussung der weiteren Aussagen des 

Versicherten durch versicherungsrechtliche Überlegungen nicht auszuschliessen ist 

bzw. zumindest hinsichtlich der echtzeitlichen Aussagen eine solche nicht 

ausgeschlossen werden kann. Der Einwand der Beschwerdeführerin, es sei dem 

Versicherten offensichtlich nicht klar gewesen, dass er den Nichtberufsunfall dem 

Unfallversicherer hätte melden können, vermag den Wahrscheinlichkeitsbeweis 

ebenfalls nicht herbeizuführen. Der Versicherte war bei seiner Arbeitgeberin vollzeitlich 

angestellt, womit bei ihm arbeitszeitmässig kein Grenzfall hinsichtlich 

Versicherungsdeckung für Nichtberufsunfall vorlag. Die Beweislosigkeit für den vom 

Versicherten bzw. von der Beschwerdeführerin nachträglich geltend gemachten Sturz 

führt demnach zu einem Entscheid zu Ungunsten der Beschwerdeführerin, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

ableiten wollte (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 21).

3.5    Nachdem ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG zu verneinen ist, erübrigen sich 

weitere Ausführungen zur Kausalität als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG) An dieser Stelle bleibt höchstens nochmals 

zu erwähnen, dass die beim Versicherten erhobene Gesundheitsstörung häufig 

krankheitsbedingt auftritt (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 848 ff., 904 f.).

4.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 11. November 2008 zu bestätigen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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