# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fc3837f-4f4c-5708-908c-9e7e0446c0e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 15.11.2017 110 2017 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-72_2017-11-15.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2017/343 vom 31.7.2018). Das Bundesgericht hat die Beschwerde 

gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_460/2018 vom 

14.3.2019).

RA Nr. 110/2017/72 Bern, 15. November 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

beide vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

und

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, Schloss 1, 3800 Interlaken

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Innertkirchen, Gemeindeverwaltung, 
Grimselstrasse 1, 3862 Innertkirchen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 12. Juni 
2017 (bbew 72/2017; Neubau Betriebsleiterwohnung mit landwirtschaftlicher Einstellhalle 
und Werkstatt)

I. Sachverhalt

1. Im Jahr 2014 übernahm der Beschwerdeführer 1 zusammen mit seiner Partnerin 

(Beschwerdeführerin 2) den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters im D.________, 

RA Nr. 110/2017/72 2

Ortsteil E.________ bei Innertkirchen. Vier Jahre zuvor hatte der Vater des 

Beschwerdeführers ein leerstehendes Wohn- und Ökonomiegebäude samt Umschwung 

von den landwirtschaftlichen Parzellen Innertkirchen Gbbl. Nrn. F.________ und 

G.________ abparzellieren lassen und dem Bruder des Beschwerdeführers übereignet, 

der nicht in der Landwirtschaft tätig ist. Im bodenrechtlichen Gesuch für die 

Ausnahmebewilligung vom Realteilungs- und Zerstückelungsverbot nach Art. 60 BGBB1 

und die Nichtunterstellung unter das BGBB hatte der Vater des Beschwerdeführers erklärt, 

im Bauernhaus bestünden zwei Wohnungen, es verbleibe somit genügend Wohnraum für 

den landwirtschaftlichen Betrieb. Für den Abbruch des älteren Gebäudes und den Neubau 

eines Wohnhauses erteilte das Amt für Gemeinden und Raumordnung eine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG2. Das neue Wohnhaus Nr. 567 auf Parzelle Nr. 

H.________ wird vom Bruder des Beschwerdeführers und dessen Familie bewohnt. Die 

Eltern des Beschwerdeführers bewohnen die untere Wohnung im Bauernhaus (Gebäude 

Nr. 568 auf Parzelle Nr. G.________), die Wohnung im Obergeschoss steht leer. 

2. Die Beschwerdeführenden bewirtschaften das landwirtschaftliche Gewerbe zurzeit 

von ihrem Wohnort Meiringen aus. Nachdem das AGR mehrere Voranfragen für ein neues 

Betriebsleitergebäude im D.________ negativ beantwortet hatte, reichten die 

Beschwerdeführenden am 7. März 2017 bei der Gemeinde Innertkirchen ein generelles 

Baugesuch ein für den Neubau einer Betriebsleiterwohnung mit landwirtschaftlicher 

Einstellhalle und Werkstatt (Parzelle Innertkirchen Gbbl. Nr. G.________). 

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) hielt fest, dass auf den Parzellen 

Nrn. G.________ und H.________ mit gesamthaft drei Wohnungen bereits genügend 

Wohnraum vorhanden sei. Eine zusätzliche Betriebsleiterwohnung sei landwirtschaftlich 

nicht begründbar. Die Beschwerdeführenden verlangten daraufhin einen 

beschwerdefähigen Entscheid. Mit Verfügung vom 23. Mai 2017 stellte das AGR fest, dass 

das Bauvorhaben nicht zonenkonform im Sinne von Art. 16a RPG ist und auch keine 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. in Frage kommt. Mit Verfügung vom 12. Juni 2017 

erteilte der Regierungsstatthalter von Interlaken-Oberhasli den Bauabschlag.

1 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11)
2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

RA Nr. 110/2017/72 3

3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 13. Juli 2017 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung der Verfügung vom 12. Juni 2017 und die Erteilung der Baubewilligung. 

Eventualiter sei der Bauentscheid vom 12. Juni 2017 zur rechtlichen Begründung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. 

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. 

Mit Stellungnahme vom 20. Juli 2017 beantragt das Regierungsstatthalteramt Interlaken-

Oberhasli die Abweisung der Beschwerde. Das AGR beantragt mit Stellungnahme vom 

8. August 2017 ebenfalls, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Gemeinde Innertkirchen 

beantragt in ihrer Eingabe vom 10. August 2017, die Beschwerde sei gutzuheissen und der 

Bauabschlag der Vorinstanz sei aufzuheben. 

Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Bauentscheide sowie Entscheide über die Zonenkonformität bei Bauvorhaben ausserhalb 

der Bauzone können nach Art. 40 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 84 Abs. 4 BauG4 innert 30 

Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist 

somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die 

Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und 

die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren 

Baugesuch abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und 

3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten.

2. Betriebsleiterwohnung

a) Die Beschwerdeführenden machen insbesondere geltend, der Neubau einer 

Betriebsleiterwohnung in der Landwirtschaftszone sei betriebsnotwendig und dringend 

nötig. Das Betriebskonzept der Mutterkuhhaltung mit extensiver Krippenfütterung erfordere 

eine hohe Präsenzzeit. Aufgrund der grossen Distanz könne der landwirtschaftliche Betrieb 

im D.________ längerfristig nicht von Meiringen aus geführt werden, zumal das 

D.________ abgelegen und im Winter nur schwer zugänglich sei. Die leerstehende 

Wohnung im Obergeschoss des Bauernhauses sei baufällig und für ihre Familie zu klein. 

Ohne Betriebsleiterwohnung sei die Existenz des Bauernbetriebes gefährdet. Die 

Vorinstanz und das AGR hätten das Wohnhaus des Bruders zu Unrecht mitberücksichtigt. 

Es bestehe keine gesetzliche Grundlage dafür, das abparzellierte, dem BGBB nicht mehr 

unterstellte und in fremdem Eigentum befindliche Grundstück Nr. H.________ zu ihrem 

Betrieb zu zählen. Weder das Regierungsstatthalteramt noch das AGR hätten dafür eine 

rechtliche Begründung genannt und damit das rechtliche Gehör verletzt. 

Die Gemeinde bringt vor, dass sie auf eine funktionierende Landwirtschaft angewiesen sei. 

Die Notwendigkeit der Wohnsitznahme des Betriebsleiters im D.________ sei unbestritten. 

In unmittelbarer Nähe des Hofes gebe es keine Bauzone mit verfügbarem Bauland und das 

Bauvorhaben entspreche dem Gemeindebaureglement. Im Jahr 2010 habe die Gemeinde 

den Abbruch und Wiederaufbau des Wohnhauses auf Parzelle Nr. H.________ gestützt 

auf die Ausnahmebewilligung des AGR bewilligt.

b) In der Landwirtschaftszone sind Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur 

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind 

(Art. 16a Abs. 1 RPG). Das trifft auch für Bauten zum Wohnen zu, soweit der Bedarf für 

den Betrieb des landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, einschliesslich des 

Wohnbedarfs der abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 RPV5). Es bestehen hohe 

Anforderungen an die betriebliche Notwendigkeit. Eine grosszügige Bewilligungspraxis für 

5 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)

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landwirtschaftliche Wohnbauten trüge zur raschen Beschleunigung der Zersiedelung der 

Landwirtschaftszonen bei.6 Die Wohnung muss für die in Frage stehende Bewirtschaftung 

objektiv notwendig sein. Die Zonenkonformität darf nur bejaht werden, wenn nicht wichtige 

Anliegen der Raumplanung einer Bewilligung entgegenstehen.7 

c) Die Beschwerdeführenden führen im D.________ einen landwirtschaftlichen Betrieb, 

für den rund 1,7 Standardarbeitskräfte (SAK)8 erforderlich sind. Dies liegt deutlich über der 

für das Berg- und Hügelgebiet definierten Mindestgrösse von 0,75 SAK (vgl. Art. 7 BGBB 

i.V.m. Art. 1 BPG9). Der Bedarf einer Betriebsleiterwohnung ist für diesen abgelegenen 

landwirtschaftlichen Betrieb unbestritten. Grundsätzlich unbestritten ist auch der 

Wohnraumanspruch für die abtretende Generation, d.h. für die Eltern des 

Beschwerdeführers. Hauptfrage ist, ob das AGR zu Recht davon ausgegangen ist, dass 

bereits genügend landwirtschaftlich begründeter Wohnraum vorhanden ist.

 

d) Bis 2010 gehörte zum landwirtschaftlichen Gewerbe im D.________ ein offenbar seit 

langem nicht mehr bewohntes, baufälliges Wohn- und Ökonomiegebäude, dessen 

anrechenbare Bruttogeschossfläche 149.2 m2 und die Brutto-Nebenfläche rund 101 m2 

betrugen.10 Dieses Wohngebäude ‒ bzw. ein Neubau anstelle des alten Gebäudes ‒ hätte 

den Beschwerdeführenden als Betriebsleiterwohnung dienen können. Vor der 

Abparzellierung stand somit ausreichend landwirtschaftlicher Wohnraum zur Verfügung. 

Dem Bruder des Beschwerdeführers wurde ein Neubau von über 198 m2 

Bruttogeschossfläche bewilligt (Gebäude Nr. 567 auf Parzelle Nr. H.________).11 Es war 

von Beginn an klar, dass der Bruder, der in einem Sanitär-Installationsgeschäft tätig ist, 

den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb nicht übernehmen will.12 Der Bruder war und ist 

daher nicht auf ein Wohngebäude in der Landwirtschaftszone angewiesen. Solange 

vorhandener Wohnraum von nicht überwiegend in der Landwirtschaft und auf dem Betrieb 

tätigen Personen bewohnt wird, darf kein neuer, landwirtschaftlich begründeter Wohnraum 

6 Ruch/Muggli, Praxiskommentar RPG. Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 16a N. 52
7 BGE 121 II 307 E. 5e
8 Amt für Landwirtschaft und Natur, Fachbericht zur Zonenkonformität vom 29. Oktober 2015, in den Vorakten 
des AGR, Geschäfts-Nr. 381 2016 2629
9 Gesetz vom 21.06.1995 über das bäuerliche Boden- und Pachtrecht (BPG; BSG 215.124.1)
10 Vgl. Flächenberechnung in den Vorakten des AGR, Geschäfts-Nr. 381 2009 1900; Akten des 
Regierungsstatthalteramtes, bgbb 1223/2010, pag. 6 
11 Vgl. Flächenberechnung in den Vorakten des AGR, Geschäfts-Nr. 381 2009 1900
12 Vgl. Beschwerde S. 10

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erstellt werden. Bestehender Wohnraum, der zur Bewirtschaftung erforderlich ist, muss der 

Landwirtschaft vorbehalten bleiben.13 Wird ausserhalb der Bauzone bestehender, 

zonenkonformer Wohnraum abparzelliert und zonenfremd genutzt, folgt daraus nicht, dass 

für den verbleibenden Bauernbetrieb eine neue Wohnbaute bewilligt werden kann. 

Andernfalls könnten die Vorschriften zur Zonenkonformität leicht umgangen werden, indem 

ältere Gebäude abparzelliert und veräussert würden und für den landwirtschaftlichen 

Betrieb neuer Wohnraum geltend gemacht würde. Dies widerspricht dem Ziel des 

Raumplanungsrechts, das die Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet bezweckt. 

Nach langjähriger, konstanter Rechtsprechung besteht kein Anspruch auf die Erstellung 

eines zweiten Wohnhauses, wenn ein Heimwesen, zu dem ein der Betriebsgrösse 

entsprechendes Wohnhaus gehört, freiwillig aufgetrennt wird. Eine Gesetzesumgehung soll 

verhindert werden.14 

Vorliegend spielt es daher keine Rolle, dass das abparzellierte Grundstück Nr. H.________ 

mit dem Wohngebäude Nr. 567 nicht mehr dem Geltungsbereich des BGBB untersteht, 

dass es dem Bruder gehört und dass es für die Beschwerdeführenden nicht nutzbar ist. 

Massgebend ist einzig, dass vom landwirtschaftlichen Gewerbe freiwillig ein bestehendes 

Wohngebäude abgetrennt und an eine Drittperson veräussert wurde, die keinen Anspruch 

auf landwirtschaftlichen Wohnraum hat. Das Wohnhaus Nr. 567 zählt raumplanerisch 

daher weiterhin zum landwirtschaftlichen Betrieb.15 Die rechtliche Grundlage für die 

Zurechnung der abparzellierten und veräusserten Wohnliegenschaft Nr. 567 (Parzelle Nr. 

H.________) zum Betrieb der Beschwerdeführenden ergibt sich somit aus Art. 16a RPG 

und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs. Dies ist auch der Verfügung des AGR vom 

23. Mai 2017 zu entnehmen, die für die Vorinstanz massgebend war. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs oder Willkür liegen nicht vor. 

e) Der Vater des Beschwerdeführers war zwar Gesuchsteller für die 

Ausnahmebewilligungen nach Art. 60 BGBB und die Nichtunterstellung der neuen Parzelle 

unter das BGBB. Die bodenrechtliche Verfügung des Regierungsstatthalteramtes bezieht 

sich aber auf die Grundstücke Innertkirchen Gbbl. Nr. G.________ und F.________ bzw. 

13 Themenblatt L2 über das Landwirtschaftliche Wohnen der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des 
Kantons Bern, aufrufbar unter: 
http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone/Themen_ue
bersicht.html
14 Vgl. zum Ganzen BGE 103 Ib 115 E. 2b; VGE 2010/490 vom 11.07.2011, E. 2.2
15 Vgl. BGE 103 Ib 115 E. 2b; VGE 2016/342 vom 22.09.2017, E. 2.4.3; VGE 2010/490 vom 11.07.2011, E. 2.2

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berechtigt den jeweiligen Grundeigentümer, die Parzellierung vorzunehmen. Der 

Beschwerdeführer hat den Parzellierungs- und Abtretungsvertrag mitunterzeichnet, er war 

aber nicht direkt Vertragspartei. Die Mitunterzeichnung diente vor allem dazu, dass er über 

die Abtretung des Grundstücks auf Rechnung künftiger Erbschaft und die spätere 

Ausgleichspflicht des Bruders informiert war. Insofern kann ihm die Mitunterzeichnung nicht 

entgegengehalten werden, er hatte aber immerhin Kenntnis des Rechtsgeschäfts. 

Inzwischen hat er zusammen mit seiner Partnerin den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb 

übernommen und ist mit seinem Bruder Grundeigentümer der Parzellen Nrn. G.________ 

und F.________. Als Rechtsnachfolger muss sich der Beschwerdeführer die 

Rechtshandlungen des Vaters anrechnen lassen.16 

f) Zusammenfassend gehört das ursprünglich zonenkonforme Wohngebäude Nr. 567 

ungeachtet der Parzellierung und der bestehenden Eigentumsverhältnisse zum 

landwirtschaftlichen Betrieb der Beschwerdeführenden. Hinzu kommen die beiden 

kleineren Wohnungen im Bauernhaus Nr. 568 (Parzelle Nr. G.________). Aus 

raumplanungsrechtlicher Sicht sind somit für den landwirtschaftlichen Betrieb insgesamt 

drei anrechenbare Wohnungen vorhanden, was für die Betriebsleiterfamilie und die 

abtretende Generation genügt. Solange mit den Gebäuden Nr. 567 und 568 genügend 

Wohnraum vorhanden ist, darf deshalb kein weiterer Wohnraum erstellt werden.17 Auch 

wenn die aktuelle Situation für die Betriebsführung zweifellos schwierig ist, vermag dies 

keinen zusätzlichen Wohnraum zu begründen. Das AGR hat die Zonenkonformität des 

Bauvorhabens zu Recht verneint.

 

g) Die Beschwerdeführenden rügen, die Behörden hätten sie über die weitreichenden 

rechtlichen Folgen der Abparzellierung aufklären müssen. Wären sich die Parteien der 

Tragweite bewusst gewesen, hätten sie die Parzellierung nicht beantragt. Die Behörden 

hätten merken müssen, dass nach der Abparzellierung des Grundstücks Nr. H.________ 

nicht mehr genügend Wohnraum für einen Betriebsnachfolger zur Verfügung stehen 

würde, weil der Bruder die Übernahme des Betriebs von Anfang an ausgeschlossen habe. 

Die Behörden hätten die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung verletzt. Die behördlichen 

Versäumnisse dürften nun nicht ihnen angelastet werden. 

 

16 VGE 2010/490 vom 11.07.2011, E. 2.2
17 VGE 2010/490 vom 11.07.2011, E. 2.2

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Die Abparzellierung des Grundstücks mit dem alten Wohngebäude, die Entlassung des 

neuen Grundstücks aus dem Geltungsbereich des BGBB und die Übereignung an den 

Bruder des Beschwerdeführers betreffen andere Verfahren und andere Parteien. Es 

braucht deshalb hier nicht untersucht zu werden, aus welchen Gründen und mit welchen 

Kenntnissen die damaligen Parteien handelten. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass es 

nicht Aufgabe der Behörden ist, einen durch seinen Notar vertretenen Gesuchsteller über 

die Folgen der beantragten bodenrechtlichen Bewilligungen und die Abparzellierung 

aufzuklären. Obwohl der Beschwerdeführer damals noch nicht beabsichtigte, den 

Landwirtschaftsbetrieb zu übernehmen, stellte sich trotzdem die Frage, ob das nicht mehr 

genutzte landwirtschaftliche Wohn- und Ökonomiegebäude inskünftig für die 

Landwirtschaft nicht doch wieder benötigt werden könnte. Der behördlichen Pflicht, den 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen, steht die Mitwirkungspflicht der Parteien 

gegenüber, welche die Gesuchsvoraussetzungen belegen müssen (vgl. Art. 20 VRPG18). 

Die Abparzellierung und Nichtunterstellung der neuen Parzelle unter das BGBB ‒ und 

damit verbunden die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für den Neubau ‒ standen 

unter der Voraussetzung, dass das Wohngebäude für das landwirtschaftliche Gewerbe 

nicht (mehr) betriebsnotwendig war. Denn die Abparzellierung darf nicht den Grundstein für 

ein Bedürfnis nach Neubauten legen.19 Der Vater des Beschwerdeführers hatte nach 

eigenen Angaben damals ein landwirtschaftliches Gewerbe mit 1,2 SAK. Im BGBB-Gesuch 

erklärte er ausdrücklich, er bewohne das Wohnhaus Nr. 568, das zwei Wohnungen habe. 

Er verfüge somit über genügend Wohnraum für sein landwirtschaftliches Gewerbe.20 Auch 

wenn die Beschwerdeführenden nun geltend machen, dass diese Aussage für die Eltern, 

nicht aber für sie zutreffe, ändert dies nichts daran, dass das Regierungsstatthalteramt die 

Bewilligungsvoraussetzungen im Zeitpunkt des Gesuchs beurteilte und als erfüllt erachtete. 

Falls die Ausnahmebewilligungen vom Realteilungs- und Zerstückelungsverbot zu Unrecht 

erteilt worden wären, würde sich die Frage eines Widerrufs der bodenrechtlichen 

Verfügung vom 30. Juni 2010 oder der Nichtigkeit der Rechtsgeschäfte (vgl. Art. 70 ff. 

BGBB) stellen. Es wäre nicht Sache der BVE, dies zu beurteilen. Ausserdem würde eine 

allfällige Aufhebung der Abparzellierung erst recht nichts daran ändern, dass das 

Wohngebäude Nr. 567 zum landwirtschaftlichen Betrieb der Beschwerdeführenden zählt.

   

18 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
19 Herrenschwand/Bandli, Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum Bundesgesetz über das bäuerliche 
Bodenrecht vom 4. Oktober 1991, 2011, Art. 60 N. 2a 
20 Akten des Regierungsstatthalteramtes, bgbb 1223/2010, pag. 6

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h) Die Beschwerdeführenden machen geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass zwar 

die landwirtschaftliche Einstellhalle für sich allein bewilligungsfähig wäre, nicht aber ein 

darauf stehendes Betriebsleiterwohnhaus. Der Boden wäre durch die Erstellung der 

Einstellhalle ohnehin für die Landwirtschaft verloren. Weiter bringen sie vor, im 

D.________ habe es vor 150 Jahren mehrere Häuser gegeben.

 

Das Bauvorhaben umfasst die Erstellung einer Betriebsleiterwohnung mit 

landwirtschaftlicher Einstellhalle und Werkstatt, nur dies ist vorliegend 

Verfahrensgegenstand. Sofern die Voraussetzungen für die Betriebsleiterwohnung nicht 

gegeben sind, kann sie nicht bewilligt werden. Im Weiteren lässt sich vorliegend nichts aus 

der früheren Bebauung des D.________ ableiten. Diese Häuser wurden längst entfernt, für 

neue Gebäude gelten die raumplanungsrechtlichen Voraussetzungen.

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

3. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV21). 

Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 3 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes 

Interlaken-Oberhasli vom 12. Juni 2017 und die Verfügung des AGR vom 23. Mai 

2017 werden bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

21 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt C.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Innertkirchen, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

Zur Kenntnis:

- Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat), Abteilung Hochbau und Bodenrecht

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin