# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b03b3ac-5386-5039-8641-505024fce84d
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-04-03
**Language:** de
**Title:** Quartierplan. Erschliessung. Verbindlichkeit des Quartierplankonzeptes bei einer Gesamtüberbauung eines an verschiedene Strassen anstossenden Areals.
**Docket/Reference:** BRKE II Nrn. 0061-0063/2001
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_61-63_2001_958.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 61-63/2001 vom 3. April 2001 in BEZ 2001 Nr. 59

(bestätigt mit VB.2001.00149,150,152 vom 26. September 2001)

Die F- und die A-strasse, an welche das Bauareal anstösst, wurden im Rahmen des 
Quartierplanes O geplant und realisiert («Erschliessungsstrassen A und B»). Beide wur-
den als Stichstrassen mit einer 5 m breiten Fahrbahn und einem 1.75 m breiten Trottoir 
konzipiert.

Sollten künftig auch die verbleibenden 4400 m2 des Baugrundstückes überbaut und 
auch  auf  den  übrigen  bestehenden,  grundsätzlich  überbauten  Parzellen  an  der  F-
strasse  einige  Wohneinheiten  realisiert  werden,  ergäbe  sich  zusammen  mit  der  heute 
strittigen  Arealüberbauung  mit  11  Wohneinheiten ein Total von kaum über 30 über die 
F-strasse  erschlossenen  Einheiten.  Angesichts  des  Ausbaustandards  könnte  das  ent-
sprechende  Verkehrsaufkommen  bei  weitem  von  der  F-strasse  aufgenommen  werden, 
da  deren  Erschliessungskapazitäten  nicht  annähernd  ausgeschöpft  würden.  Aus  auf 
den Ausbaugrad der Quartierstrassen beschränkter verkehrstechnischer Sicht wird das 
Quartierplankonzept bei einem vollumfänglichen Anschluss der Arealüberbauung an die 
F-strasse und unter prospektiver Mitberücksichtigung weiterer Überbauungsmöglichkei-
ten offensichtlich nicht in Frage gestellt, zumal die A-strasse mit zwei Grossüberbauun-
gen  heute  deutlich  mehr  Wohneinheiten  (ca.  50)  erschliesst  als  die  F-strasse  (§  128 
Abs. 2 PBG i.V.m. § 237 PBG).

Bei  der  Aufstellung  des  Quartierplanes  O  wurden  in  Berücksichtigung  der  damals 
bestehenden  Parzellarordnung  wie  üblich  Überbauungsannahmen  getroffen  und  zur 
Herbeiführung  der  Erschliessung  des  weitgehend  unüberbauten  Ostteils  des  Quartier-
plangebietes zwei neue Strassenzüge angelegt. Die heute von der strittigen Arealüber-
bauung beanspruchten Flächen waren den Grundstücken 1 und 2 zugeschlagen. Wäh-
rend  das  Grundstück  1  auf  die  A-strasse hin orientiert wurde, richtete der Plan die Er-
schliessung des Grundstückes 2 im Umfang von zwei Bautiefen auf die F-strasse und im 
übrigen  auf  die  B-strasse (Sammelstrasse) aus. Entsprechend erfolgten die Beteiligun-
gen  an  den  Strassenerstellungskosten. Mit den im Plan Strassenperimeter eingezeich-
neten  Pfeilen  wurde  dies  entsprechend  der  Legende  dargestellt,  da  die  farbliche  Ein-
rahmung  der  Parzellen(teile)  nicht  strassenbezogen  erfolgte.  Aus  diesen  Pfeilen  eine 
absolut zwingende Erschliessungsvorgabe ableiten zu wollen, geht daher nicht an. Sol-
ches  ergibt  sich  auch  nicht aus  dem  Technischen  Bericht.  Wenn  dort  ausgeführt  wird, 
dass der nördliche Teil des Quartierplangebietes durch die Erschliessungsstrasse A (F-
strasse) und der zentrale und südliche Teil über die Erschliessungsstrasse B (A-strasse) 
erschlossen werden, ist damit nur das Quartierplankonzept umschrieben. Anhaltspunkte 
dafür, dass dieses bei der nachfolgenden konkreten Planung von Bauvorhaben auf den 
Anstossgrundstücken  aus  verkehrstechnischen  oder  anderen  Gründen  unumstösslich 
sein sollte, ergeben sich aber nicht.

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Bei  einer  Gesamtüberbauung  eines  an  verschiedene  Strassen  anstossenden  Are-
als kann es den Grundeigentümern in der Regel nicht verwehrt werden, eine einheitliche 
Parkierungslösung  anzustreben,  statt  nach  Massgabe  des  ursprünglichen,  auf  den  da-
mals  getroffenen Überbauungsannahmen basierenden Konzeptes verschiedene grund-
stücksinterne  Zufahrten  anzulegen  und  eine  entsprechende  Verteilung  von  Abstellplät-
zen vorzunehmen. Vorliegend sollen drei Gebäude mit insgesamt 11 Wohneinheiten re-
alisiert  werden.  Da  somit  eher  eine  kleinere  Überbauung  ansteht,  kann  nicht  ernsthaft 
behauptet  werden,  das  Quartierplankonzept  gerate  aus  dem  Lot,  wenn  die  Erschlies-
sung dieser Einheiten vollumfänglich über die F-strasse erfolgt und nicht auch noch ent-
sprechend  der  beanspruchten Grundflächen  auf  die  A- oder  gar  die  B-strasse  ausge-
richtet wird. Je nach den gegebenen erschliessungstechnischen Verhältnissen und ins-
besondere  bei  grösseren  Überbauungen  können  den  Überbauungsplanungen  der 
Grundeigentümer allerdings im Einzelfall durchaus Grenzen gesetzt sein und beispiels-
weise  nicht  in  jedem  Fall  Verkehrslenkungen  auf  eine  beliebige  Erschliessungsachse 
ins Auge gefasst werden. Derartige die Bauherrschaft einschränkende Gründe sind hier 
aber nicht erkennbar. Eine Revision des Quartierplanes ist in solchen Fällen nicht nötig, 
und es kommt insbesondere die Festlegung eines neuen Kostenverteilers aufgrund der 
nach  der  vollständigen  Überbauung  des  Quartierplangebietes  tatsächlich  erfolgten  Er-
schliessung nicht in Betracht. Die Grundeigentümer haben allesamt Erschliessungsbei-
träge geleistet, und es gelten deren Grundstücke als erschlossen. Die Strassen wurden 
erstellt, ins Eigentum der Gemeinde überführt und sind dem Gemeingebrauch gewidmet.

Mit den Rekurrenten ist allerdings festzuhalten, dass eine bergseitige, seitliche Zu-
fahrt zu einer Unterniveaugarage an einer Hanglage selten anzutreffen ist. Im Regelfall 
erfolgt die Zufahrt talseits und wird eine Unterniveaugarage im untersten Geschoss ge-
plant.  Wenn die Bauherrschaft vorliegend einem anderen Projekt den Vorzug gegeben 
hat und die Unterniveaugarage in der dritten Geschossebene im bereits wieder flacher 
werden  Teil  des  Baugrundstücks  anlegen  will,  weil  auch  talseits  schon  eine  der  Über-
bauung an der A-strasse dienende Unterniveaugarage auf dem Baugrundstück besteht, 
ist dies nicht zu beanstanden. Es steht grundsätzlich im Belieben der Bauherrschaft, in 
welcher Weise sie ihr Grundstück im Rahmen der gesetzlichen Regelungen überbauen 
will. Richtig ist zwar auch der Vorhalt der Rekurrenten, dass es verkehrsmässig vorteil-
hafter  erschiene,  das  Baugrundstück  über  die  A-strasse  zu  erschliessen,  da  der  An-
schluss an das übergeordnete Strassennetz der Gemeinde X kürzer wäre. Bei Fahrten 
in Richtung X über die P- und die B-strasse zur C-strasse entsteht ein Mehrweg von 500 
m.  Werden  bei  Fahrten  in  Richtung  Z  ebenfalls  diese  Strassenzüge  benutzt,  fiele  der 
nämliche  Umweg  an.  Indessen  steht  den  Verkehrsteilnehmern  von  den  fraglichen 
Wohngebieten von X nach Z der kürzeste Weg über das Gemeindegebiet von Y offen, 
indem sie über die P- und die S-strasse fahren. Dieser Durchgangsverkehr ist aus Sicht 
der  Gemeinde  Y  allerdings  unerwünscht,  ohne  dass  mit  entsprechenden  Fahrverboten 
darauf reagiert worden wäre. Die mit diversen Massnahmen (versetzte Verschmälerun-
gen  etc.)  verkehrsberuhigte  Ausgestaltung  der  beiden  Strassen  lässt  indessen  deren 
Benützung, wie sich die Delegation der Baurekurskommission überzeugen konnte, auch 
bei einem in Kauf zu nehmenden kleineren Umweg bereits heute nicht gerade als sehr 
attraktiv  erscheinen.  Angesichts  des  in  Rede  stehenden  Verkehrsaufkommens  können 
jedenfalls  weder  raumplanerische  oder  immissionsmässige  Überlegungen  die  Bauherr-
schaft zu einer anderen Erschliessung zwingen.

Dass  die  F-strasse  angesichts  des  heute  äusserst  geringen  Verkehrsaufkommen 
den rekurrentischen Kindern als Spielraum dient, kann der Bauherrschaft ebenfalls nicht 
entgegengehalten werden. Auch deren Grundstück befindet sich an der F-strasse und in 

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der Bauzone.

Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass die gewählte Erschliessungslösung auch of-
fensichtlich  nicht  dazu  führt,  dass  dem  Projekt  die  Arealüberbauungswürdigkeit  nach  § 
71 PBG abzusprechen wäre. Sodann ist auch keine Lärmprognose erforderlich. Selbst 
mit  den  Fahrzeugbewegungen  von  11  Wohneinheiten  zugehörigen  33  Abstellplätzen 
kann  klarerweise  immer  noch  von  einer  äusserst  ruhigen  und  privilegierten  Wohnlage 
gesprochen werden.

Somit erweist sich die Erschliessung des Vorhabens über die F-strasse unter allen 

Titeln als rechtskonform.