# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b88c56cc-19fe-5058-a52f-9b8187211080
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.07.2020 E-3127/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3127-2020_2020-07-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3127/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richterin Mia Fuchs;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 19. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-3127/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 8. März 2020 in die Schweiz ein und er-

suchte gleichentags im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ um Asyl. Am 

28. April 2020 wurde er summarisch zu seiner Identität, dem Reiseweg und 

den Fluchtgründen befragt (Art. 26 Abs. 3 AsylG) und am 13. Mai 2020 

einlässlich zu seinen Asylgründen angehört (Art. 29 AsylG). 

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er im Wesentlichen vor, sri-

lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie zu sein und aus 

C._______ zu stammen. Sein Vater sei Gemüsehändler und er, der Be-

schwerdeführer, habe ihm im Gemüseladen und auf dem Markt geholfen, 

nachdem er die Schule zehn Jahre lang besucht habe, die O-Level-Prüfung 

aber nicht bestanden habe. Von Juli 2016 bis Mai 2017 habe er ausserdem 

im Reifengeschäft seines Onkels in D._______ gearbeitet. Im Mai 2017 sei 

er nach C._______ zurückgekehrt. In D._______ habe es neben dem Ge-

schäft seines Onkels einen Lebensmittelladen gegeben, wo mehrere Män-

ner mit einem Tuktuk vorbeigekommen seien, um Zigaretten zu kaufen und 

zu konsumieren. Diese Männer seien immer öfters auch ins Geschäft des 

Onkels gekommen und hätten ihn aufgefordert, für sie Sachen im Geschäft 

aufzubewahren. An einem Tag im April 2017 hätten die Männer eine Tasche 

vorbeigebracht und ihm mitgeteilt, dass sie diese nach ein paar Tagen wie-

der abholen würden. Danach seien die Männer noch zweimal vorbeige-

kommen. Drei Wochen später sei ein Mann der Gruppe mit anderen Per-

sonen vorbeigekommen und habe die Tasche abgeholt. Zwei Tage später 

seien die restlichen Männer der Gruppe vorbeigekommen und hätten nach 

der Tasche gefragt, woraufhin er erwidert habe, dass diese bereits abgeholt 

worden sei. Die Männer hätten ihn belästigt und bedrängt und ihn gefragt, 

ob er den Inhalt der Tasche kennen würde. Er habe dies verneint. Eine 

dieser vier Personen habe ihn mit einer Waffe bedroht und ihm mitgeteilt, 

dass in der Tasche Drogen im Wert von 20 Millionen Rupien gewesen seien 

und er, der Beschwerdeführer, diese entweder auftreiben müsse oder das 

Geld besorgen solle, ansonsten er getötet werde. Er habe daraufhin 

D._______ verlassen und sein Onkel habe den Laden während etwa zwei 

Monaten nicht mehr geöffnet und anschliessend vermietet. Nach seiner 

Rückkehr nach C._______ habe er im Lebensmittelladen seiner Tante ge-

arbeitet. Am 22. Oktober 2017 seien ca. zehn vermummte Personen mit 

Motorrädern zum Geschäft gekommen, hätten Schwerter und Petrolbom-

ben dabeigehabt und das Geschäft in Brand gesetzt. Ein Grossteil des La-

E-3127/2020 

Seite 3 

dens sei zerstört worden, er habe jedoch noch rechtzeitig durch die Hinter-

tür flüchten können. Nach dem Brandanschlag habe er mit seiner Tante auf 

dem Polizeiposten Anzeige erstattet. Nachdem er seine Eltern kontaktiert 

und informiert habe, hätten ihm diese mitgeteilt, dass sich auch vor deren 

Haus Personen aufhalten würden. Diese hätten auch gute Beziehungen 

zur Polizei, wobei Letztere teilweise mit diesen Gangs zusammenarbeiten 

würde. Aus diesem Grund habe er der Polizei auch nicht alles erzählt. Die 

Polizei habe den Fall auch nicht ans Gericht weitergeleitet und keine wei-

teren Massnahmen mehr ergriffen. Der Beschwerdeführer sei daraufhin 

nach E._______ zu Verwandten seiner Mutter gereist, wo er ungefähr zwei 

Jahre geblieben sei und auf Baustellen gearbeitet habe. Nach zwei Jahren 

habe er die Leute aus D._______ zufällig auf einer Baustelle in E._______ 

und auf der Hauptstrasse gesehen. Er habe nicht gewusst, was diese Per-

sonen gewollt oder gesucht hätten. Er habe sodann seinen Vater darüber 

informiert, der sich dann dazu entschieden habe, seine Ausreise mithilfe 

eines Schleppers zu organisieren. Nach seiner Flucht seien diese Leute zu 

seinem Arbeitsort in E._______ gegangen und hätten sich dort nach ihm 

erkundigt. Nach seiner Ausreise sei er ausserdem mehrmals pro Woche 

beziehungsweise einmal wöchentlich zuhause gesucht worden. 

B.  

Der dem Beschwerdeführer zugewiesenen Rechtsvertretung wurde am 

15. Mai 2020 ein Entwurf des ablehnenden Asylentscheids zur Stellung-

nahme unterbreitet, wobei die Rechtsvertretung mit Schreiben vom 18. Mai 

2020 auf eine Stellungnahme verzichtete. 

C.  

Mit Verfügung vom 19. Mai 2020 stellte die Vorinstanz fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, lehnte das Asylge-

such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll-

zug an. Festgehalten wurde, dass gegen die Verfügung innert 30 Tagen 

seit Entscheideröffnung Beschwerde erhoben werden kann (Art. 105 AsylG 

und Art. 10 der COVID-19-Verordnung Asyl).  

D.  

Am 20. Mai 2020 erklärte die Rechtsvertretung die Niederlegung des Man-

dats.  

E.  

Die Verfügung der Vorinstanz focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

E-3127/2020 

Seite 4 

10. Juni 2020 bei der Vorinstanz an, welche die Eingabe mangels Zustän-

digkeit mit Schreiben vom 16. Juni 2020 an das Bundesverwaltungsgericht 

weiterleitete.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer 

aufgefordert, innert Frist eine Beschwerdeverbesserung einzureichen. 

G.  

Mit Eingabe vom 30. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer entspre-

chend eine Beschwerdeverbesserung ein und beantragte die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl in der Schweiz. 

Eventualiter sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG, Art. 108 

E-3127/2020 

Seite 5 

Abs. 1 AsylG und Art. 10 COVID-19-Verordnung [SR 142.318]; Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 m.w.H.).  

E-3127/2020 

Seite 6 

5.  

5.1 Das SEM führte in seiner Verfügung aus, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht asylrelevant seien. Er habe Angriffe durch Dritte gel-

tend gemacht und habe von kriminellen Gruppierungen gesprochen, die er 

jedoch nicht habe benennen können. Es sei bereits aufgrund dieser Tatsa-

che unwahrscheinlich, dass eine gezielte, gegen seine Person gerichtete 

Verfolgung bestehen würde. Aus seinen Aussagen gehe auch nicht hervor, 

dass die vermeintlichen Angreifer ein asylrelevantes Motiv gehabt hätten. 

Bis zuletzt bleibe unklar, ob es sich bei den Vorfällen in D._______, 

C._______ und E._______ überhaupt um die gleichen Personen handle. 

Die Beschreibung des Angriffs in C._______ stimme zwar mit der Vorge-

hensweise der Aava-Gruppierung überein, die aber nicht in D._______ ak-

tiv sei und auch nicht mit anderen kriminellen Gruppierungen vernetzt sei. 

Es sei davon auszugehen, dass es sich bei den beiden Überfällen eher um 

Straftaten durch kriminelle Banden handle, als um eine Verfolgung gestützt 

auf ein asylrelevantes Motiv. Ausserdem könne der Behauptung des Be-

schwerdeführers, die Polizei arbeite mit den Angreifern zusammen, wes-

wegen er keine Unterstützung erhalten habe, entgegengehalten werden, 

dass der sri-lankische Staat in dieser Hinsicht durchaus schutzwillig und -

fähig sei. Gemäss zahlreicher Berichterstattungen gehe die Polizei in 

C._______ strikt gegen Übergriffe der Aava-Gruppierung vor. Im Weiteren 

würden die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die 

Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht genügen. So sei der Beschwer-

deführer eigenen Angaben zufolge aufgrund des Vorfalls in D._______ von 

den Personen, denen die Drogen gehören würden, auch in C._______ und 

E._______ während fast drei Jahren sporadisch gesucht worden. Seine 

Schilderungen zu den drei Vorfällen seien derart unlogisch aufgebaut, dass 

ein Zusammenhang zwischen ihnen fehlen würde. Es widerspreche jegli-

cher Logik des Handelns, dass kriminelle Verbrecher zwei Jahre nach dem 

ersten Vorfall immer noch auf der Suche nach ihm sein sollten. Er habe 

ausserdem ausgeführt, dass die Täter vielleicht wütend geworden seien, 

weil er sie angezeigt habe oder weil er die Tasche verloren habe. Auf die 

Frage hin, ob die Täter erst nach zwei Jahren wütend geworden seien, 

habe er ausweichend und verunsichert reagiert. Insgesamt seien seine 

Vorbringen nicht logisch und nicht nachvollziehbar.  

5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Beschwerde entgegen, dass 

beim ersten Vorfall in D._______ die Personen, die die Tasche mit den 

Drogen gesucht hätten, von ihm verlangt hätten, das Geld oder die Tasche 

innerhalb von zwei Tagen besorgen zu müssen, ansonsten er getötet 

werde. Die Personen hätten ihm auch gesagt, dass sie Verbindungen zur 

E-3127/2020 

Seite 7 

Polizei hätten und sie daher keine Angst davor hätten, wenn er sie anzei-

gen würde. Zum Vorfall in C._______ führte er aus, dass im Oktober 2017 

vermummte und bewaffnete Personen auf Motorrädern zum Lebensmittel-

laden seiner Tante gekommen seien und Benzinbomben in das Geschäft 

geworfen hätten. Er habe gerade noch durch die Hintertür entkommen kön-

nen. Als er zwei Stunden später zum Laden zurückgekehrt sei, sei die 

Hälfte des Ladens und ein Grossteil der Waren zerstört gewesen. Auf dem 

Polizeiposten in C._______ habe er zwar Anzeige erstattet, aber nichts 

vom Vorfall in D._______ erzählt, weil er Angst gehabt habe. Die Polizei 

habe sodann den Schaden gesichtet, sei aber nicht bereit gewesen, ein 

Gerichtsverfahren zu eröffnen. Nachdem ihm seine Eltern erzählt hätten, 

dass vor ihrem Haus Personen auf- und abgehen, sei er in der gleichen 

Nacht nach E._______ zu Verwandten geflüchtet. Dort sei er zwei Jahre 

geblieben, bis er die Personen aus D._______ von einem Dach aus, von 

wo aus er gearbeitet habe, wiedergesehen habe beziehungsweise sie 

mehrere Male bei der Baustelle gesehen habe. Sein Vater habe daraufhin 

seine Ausreise organisiert. Die Personen hätten sich ausserdem auf der 

Baustelle nach ihm erkundigt. Seine Verwandten in E._______ seien da-

nach nicht mehr bereit gewesen, ihn weiterhin zu beherbergen. Bis zum 

Lockdown aufgrund des Corona-Virus seien die Personen immer wieder 

zum Haus der Familie gekommen und hätten sich nach ihm erkundigt. Zu 

den Vorwürfen der Vorinstanz führte er aus, dass er tatsächlich nicht wisse, 

welche Gruppierung für seine Probleme verantwortlich sei. Die Leute seien 

aber sicherlich Singhalesen, hätten mit Drogen zu tun und hätten Verbin-

dungen zur Polizei, so dass es sich um eine mafiöse Gruppe handeln 

müsse. In Sri Lanka gebe es sehr viele kriminelle Gruppierungen und pa-

ramilitärische Organisationen, so beispielsweise die Aava-Gruppierung, 

welcher auch Verbindungen zu den Behörden nachgesagt würden. Da er 

Tamile sei, sei es auch verständlich, dass er von der mehrheitlich singha-

lesischen Polizei keine Hilfe erhalten habe. Aufgrund der Wahl von 

Gotayaba Rajapaksa am 16. November 2019 als Präsidenten Sri Lankas 

würden im Übrigen die tamilischen Minderheiten erneuten Verfolgungen 

und Menschenrechtsverletzungen ausgeliefert sein. Diese verschärfte Si-

tuation wie auch die Verschlechterung der Lage aufgrund der Corona-Pan-

demie sei zu berücksichtigen.  

6.  

6.1 Die vorinstanzlichen Erwägungen sind zu bestätigen. Es ist dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen, eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu 

machen.  

E-3127/2020 

Seite 8 

6.2 So ist der Vorinstanz zunächst dahingehend zuzustimmen, dass die 

Vorbringen des Beschwerdeführers weitgehend unplausibel und unglaub-

haft sind. Sein Vorbringen, er habe von Juli 2016 bis Mai 2017 im Reifen-

geschäft seines Onkels in D._______ gearbeitet, wo es zu einem Zwi-

schenfall mit Personen, die Drogen in einer Tasche im Geschäft gelagert 

hätten, gekommen sei, ist kaum nachvollziehbar. Insbesondere mutet es 

seltsam an, dass der Beschwerdeführer nicht weiss, wer die Personen hät-

ten sein können beziehungsweise welcher Gruppierung sie angehören 

könnten. So seien die Personen öfters im Geschäft vorbeigekommen, um 

Reifen reparieren zu lassen, und hätten im Laden viel Zeit verbracht. Nach 

dem Vorfall mit der Tasche sei er von ihnen ständig und stundenlang be-

lästigt und bedrängt worden und sei gar mit einer Waffe bedroht worden. 

Es ist kaum plausibel, dass der Beschwerdeführer nach all diesen Kontak-

ten nicht einmal eine Vermutung hat, wer die Personen sein könnten (SEM-

Akte […]-19/10 [nachfolgend A19/10] F46 S. 6; F48 ff.; […]-21/12 [nachfol-

gen A21/12] F23 ff.). In der Anhörung vom 13. Mai 2020 brachte er ausser-

dem zum ersten Mal vor, sein Onkel sei ebenfalls von diesen bewaffneten 

Personen gesucht worden und habe weiterhin Probleme gehabt, selbst 

nachdem er, der Beschwerdeführer, nach C._______ zurückgekehrt sei 

(A21/12 F17 ff.). Die Ausführungen hierzu sind jedoch, trotz entsprechen-

der Nachfragen durch den Sachbearbeiter, äusserst knapp und unsubstan-

ziiert ausgefallen (A21/12 F18 ff.). Ausserdem ist nicht nachvollziehbar, 

dass sein Onkel, nachdem er seinen Laden vermietet habe, keine Prob-

leme mehr gehabt haben soll, zumal er offenbar noch über weitere Ge-

schäfte (Motorrad- und Tuktukhandel) verfügt und von den Personen, hät-

ten sie tatsächlich ein Interesse an ihm gehabt, durchaus weiterhin hätte 

behelligt werden können (A19/10 F46 S. 6). Ebenfalls erscheint unlogisch, 

dass der Beschwerdeführer in D._______ keine Anzeige erstattet hat, nach 

dem Brandanschlag auf das Geschäft seiner Tante in C._______ hingegen 

schon. Die Begründung, er habe weitere Probleme verhindern wollen und 

daher in D._______ auf eine Anzeige verzichtet, erscheint vor dem Hinter-

grund, dass er hinter beiden Vorfällen dieselbe Gruppierung vermutet, nicht 

plausibel (A21/12 F22; F33 f.). Ebenfalls unlogisch erscheint sein Vorbrin-

gen, nach dem Brandanschlag auf das Geschäft seiner Tante in C._______ 

habe er im Telefongespräch mit seinen Eltern erfahren, dass dieselben 

Personen auch vor dem Haus der Familie hin und her gehen würden 

(A19/10 F46 S. 7), vor allem unter Berücksichtigung des Umstandes, dass 

er nicht weiss, was für Personen den Angriff verübt haben. Auch die weite-

ren Schilderungen, dass er während zwei Jahren in E._______ gelebt und 

auf einer Baustelle gearbeitet habe, und dort dieselben Personen wie in 

D._______ gesehen habe, ist kaum nachvollziehbar. Insbesondere vor 

E-3127/2020 

Seite 9 

dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer während zweier Jahre un-

behelligt in E._______ gelebt und gearbeitet haben soll, und in dieser Zeit 

auch seine Familie in C._______ und D._______ keine Probleme gehabt 

habe, ist es äusserst unwahrscheinlich, dass er weiterhin von einer priva-

ten kriminellen Gruppierung verfolgt worden sein soll. Des Weiteren ist kein 

Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen erkennbar. Auch der 

Beschwerdeführer kann lediglich eine Vermutung anbringen und führt zwar 

entsprechend aus, dass die Personen in C._______ Verbindungen zu den 

Personen in D._______ haben könnten, kann diese Vermutung aber nicht 

erklären (A21/12 F33 f.). Zudem sind seinen Ausführungen teils Widersprü-

che zu entnehmen. So bringt er beispielsweise an der Erstbefragung vor, 

dass die Personen in D._______ öfters in das Reifengeschäft seines On-

kels gekommen seien und ihn dort mehrmals aufgefordert hätten, gewisse 

Sachen im Geschäft aufzubewahren (A19/10 F46). An der einlässlichen 

Anhörung hingegen führte er aus, dass die Personen nur ein Mal etwas im 

Geschäft aufbewahrt hätten (A21/12 F26). Schliesslich vermochte der Be-

schwerdeführer nicht näher zu erläutern, wieso und von wem er nach sei-

ner Ausreise sowohl an seinem Arbeitsort in E._______ als auch bei seiner 

Familie in C._______ gesucht worden sein soll. Die entsprechenden Aus-

führungen an den Anhörungen sind wiederum knapp ausgefallen und er 

räumt selbst ein, dass er nicht wisse, ob diese Personen überhaupt nach 

ihm gesucht hätten (A19/10 F41 f., F46 S. 7; A21/12 F51 ff.). 

Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten mithin nicht gelungen, 

eine Verfolgung nachzuweisen beziehungsweise glaubhaft zu machen.  

6.3 Selbst bei Annahme der Glaubhaftigkeit der Vorbringen ist mit der Vor-

instanz festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte 

Verfolgung von Privaten ausgeht und nicht auf einem flüchtlingsrelevanten 

Motiv beruht. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffen-

den Ausführungen des SEM verwiesen werden (angefochtene Verfügung 

S. 3 f.). Es ist ausserdem davon auszugehen, dass der sri-lankische Staat 

schutzfähig und schutzwillig ist, was sich auch daran zeigt, dass der Be-

schwerdeführer in C._______ hat Anzeige erstatten können und der Brand-

anschlag auf das Geschäft seiner Tante auch untersucht wurde. Dass es, 

wie vom Beschwerdeführer ausgeführt, nicht zu einem Gerichtsverfahren 

gekommen sein soll, ändert an dieser Einschätzung nichts, zumal der Be-

schwerdeführer dieses Vorbringen auch nicht substanziierte. Für die vom 

Beschwerdeführer geäusserte Vermutung der Korruption und Verbindung 

der Polizei zu den von ihm nicht identifizierbaren kriminellen Gruppierun-

gen bestehen mithin keine konkreten Anhaltspunkte.  

E-3127/2020 

Seite 10 

6.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1886/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Bestimmte 

Risikofaktoren (Eintrag in die «Stop-List», Verbindung zu den LTTE und 

exilpolitische Aktivitäten) sind als stark risikobegründend zu qualifizieren, 

da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich al-

lein genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht führen können. 

Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, gut 

sichtbare Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen 

Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Dies bedeutet, dass diese 

in der Regel, für sich alleine genommen, keine relevante Furcht vor ernst-

haften Nachteilen zu begründen vermögen. Jegliche glaubhaft gemachten 

Risikofaktoren sind in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung so-

wie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprü-

fung zu berücksichtigen, mit dem Ziel zu erwägen, ob mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht 

werden muss (a.a.O. E. 8.5.5). 

6.5 Betreffend den Beschwerdeführer liegen keine Risikofaktoren im Sinne 

des genannten Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vor, aufgrund derer er bei einer Rückkehr 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnah-

men ausgesetzt wäre. Weder seine Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, 

seine Herkunft aus dem Norden – trotz allenfalls erhöhter Aufmerksamkeit 

der sri-lankischen Behörden im Rahmen der Wiedereinreise und Wieder-

eingliederung – noch seine kurze Landesabwesenheit in der Schweiz bie-

ten einen hinreichend begründeten Grund zur Annahme, er habe Mass-

nahmen zu befürchten, welche über einen sogenannten Background 

Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkei-

ten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es ist nicht davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer aus einer Familie stammt, die als den 

LTTE nahe stehend wahrgenommen wird. Er selbst war zum Zeitpunkt der 

Niederschlagung der LTTE im Jahr 2009 noch im Kindesalter und weist 

kein Profil auf, welches den Schluss zulassen könnte, dass er im Falle sei-

ner Rückkehr in den Heimatstaat als eine Person wahrgenommen werden 

könnte, deren Handeln darauf gerichtet ist, die LTTE wieder aufleben zu 

lassen. Einen Bezug zu den LTTE oder überhaupt ein flüchtlingsrelevantes 

Motiv macht der Beschwerdeführer ausserdem weder im vorinstanzlichen 

Verfahren noch auf Beschwerdeebene geltend. 

E-3127/2020 

Seite 11 

6.6 Insgesamt ergeben sich aus den Akten demnach keine hinreichenden 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt be-

gründete Furcht hat, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zukunft Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu erleiden. 

Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu 

Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-3127/2020 

Seite 12 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real 

risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.).  

8.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich 

die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter 

Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften.  

8.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-3127/2020 

Seite 13 

8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter Be-

rücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse. Nach einer eingehenden 

Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwal-

tungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvollzug in die 

Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar-

keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so-

zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). 

8.3.1 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen und gesun-

den Mann, der aus C._______ stammt. Er hat im Heimatstaat eine Schul-

ausbildung durchlaufen und sich vor seiner Ausreise bereits beruflich be-

tätigt. Seine Familie lebt nach wie vor im Heimatort beziehungsweise in 

D._______ und E._______ und besitzt eigene Geschäfte. Es ist daher da-

von auszugehen, dass er sich ohne Weiteres wieder sozial und wirtschaft-

lich wird im Heimatstaat integrieren können. Zutreffend hat die Vorinstanz 

sodann darauf verwiesen, dass trotz der jüngsten politischen Gescheh-

nisse keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder anderen 

unberechenbaren Unruhen dominierte Lage herrscht, aufgrund derer 

Rückkehrer unabhängig ihres individuellen Hintergrunds konkret gefährdet 

sind. An dieser Einschätzung vermag auch der Machtwechsel mit der er-

folgten Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 nichts zu ändern, 

ebenso wenig die Spekulationen über mögliche zukünftige politische Ent-

wicklungen. Bei der Corona-Pandemie, auf welche auf Beschwerdeebene 

hingewiesen wird, handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss tem-

poräres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmoda-

litäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa 

der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird. 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-3127/2020 

Seite 14 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich die Rechtsbegeh-

ren nach dem Gesagten als aussichtslos erwiesen haben. Auch der Antrag 

auf Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes im Sinne von Art. 102m 

Abs. 1 AsylG ist demnach abzuweisen.  

10.2 Folglich sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

10.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

wird mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3127/2020 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili