# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 802d7c20-489c-5d57-862d-cb6220f8e46c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2008 D-6653/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6653-2008_2008-11-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6653/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer,Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A._______, und dessen Ehefrau B._______, sowie deren 
Kinder C._______, und D._______, Sri Lanka, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM
vom 22. September 2008 / (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6653/2008

Sachverhalt:

A.
A.a A._______ (nachstehend als Beschwerdeführer bezeichnet) such-
te am 13. Juli 2007 (Eingangsstempel: 17. Juli 2007) schriftlich bei der 
Schweizer Vertretung in Colombo um Asyl nach. Zur Begründung führ-
te er im Wesentlichen aus, da er auf von den Liberation Tigers of Tamil 
Eelam (LTTE) kontrolliertem Territorium beruflich tätig gewesen sei, sei 
es mehrmals zu Kontakten mit dieser Organisation gekommen. Diese 
habe sich damals geteilt  und die Karuna-Faktion habe Partei  für  die 
Regierung ergriffen. Viele seiner Bekannten von den LTTE befänden 
sich nun bewaffnet auf von der Armee kontrolliertem Gebiet und ge-
hörten der Karuna-Faktion an. Wegen seiner Tätigkeit auf LTTE-Gebiet 
sei er oft verdächtigt und am 18. Januar 2006 angeschossen worden. 
Dabei sei er verletzt worden und dem Tod nur knapp entronnen. In der 
Folge habe er  sich versteckt. Trotzdem sei  er  von einer bewaffneten 
Gruppe festgenommen worden. Schliesslich sei ihm die Flucht gelun-
gen. Nun halte er sich wieder versteckt (vgl. A25/1).

A.b. Die Ehefrau des Beschwerdeführers, B._______(nachstehend als 
Beschwerdeführerin bezeichnet), hatte bereits am 15. September 2005 
bei der Schweizer Vertretung in Colombo ein Asylgesuch eingereicht. 
Dieses wurde mit Verfügung des BFM vom 17. August 2007 abgelehnt. 
Zur  Begründung  wurde  seitens  des  Bundesamtes  im  Wesentlichen 
ausgeführt,  die  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  genügten 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  nicht. Diese Verfügung er-
wuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.
Mit Schreiben vom 13. August 2007 forderte die Schweizer Vertretung 
den Beschwerdeführer auf, die Vorbringen ("grievances") und allfällige 
entsprechende Beweismittel  sowie Kopien von Identitätspapieren als 
letzte und bindende Eingabe ("your final and binding submission") bis 
zum 14. September 2007 einzureichen, sofern er nach wie vor an sei-
nem Gesuch festhalten wolle (vgl. A25/2).

C.
C.a Mit Schreiben vom 24. August 2007 an die Schweizer Vertretung 
führte der Beschwerdeführer aus, er verstecke sich weiterhin vor der 
Thamil  Makkal Viduthalai  Pulikal  (T.M.V.P.) beziehungsweise Karuna-
Faktion,  welche  ihn  zum  Beitritt  dränge.  Gleichzeitig  reichte  er  zur 

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Stützung seiner Vorbringen 13 Dokumente zu den Akten (vgl. A26/1).

C.b Mit Schreiben vom 20. September 2007 lud die Schweizer Vertre-
tung  den  Beschwerdeführer  zu  einer  Anhörung  auf  den  3. Oktober 
2007 ein (vgl. A28/1). Nachdem er diesen Termin nicht gewahrt hatte, 
wurde er von der Schweizer Vertretung mit Schreiben vom selben Tag 
zur schriftlichen Beantwortung von Fragen zum Sachverhalt aufgefor-
dert  (vgl. A29/1). Mit  Telefax-Schreiben vom 8. Oktober  2007 an die 
Schweizer Vertretung entschuldigte sich der Beschwerdeführer mit der 
Begründung, dass er das Einladungsschreiben erst am selben Tag er-
halten habe (vgl. A30/2). Mit weiteren Schreiben vom 12. Oktober 2007 
und 14. November 2007 beantwortete er die ihm schriftlich gestellten 
Fragen zum Sachverhalt (vgl. A31/2 und A33/4).

C.c Am 11. Dezember 2007 wurde der Beschwerdeführer durch einen 
Mitarbeiter der Schweizer Vertretung zu seinen Asylgründen angehört 
(vgl. A34/20).

C.d Mit Schreiben des Beschwerdeführers vom 16. Januar 2008 (vgl. 
A36/5),  29. Februar 2008,  13.  März 2008,  16. April  2008 (Eingangs-
stempel; vgl. 37/13), 23. Mai 2008 (vgl. A39/12), 3./25. Juni 2008 (vgl. 
A40/8), 10. Juli 2008 (vgl. A43/3), 20. August 2008 und 2. September 
2008 (vgl.  A44/4)  sowie  der  Beschwerdeführerin  vom 24. April  2008 
(Eingangsstempel; vgl. A39/12)  wurden teilweise weitere  Dokumente 
(...) zu den Akten gereicht.

C.e Aus den schriftlichen Eingaben der Beschwerdeführer, den zu den 
Akten gereichten Beweismitteln und der Anhörung des Beschwerde-
führers durch die Schweizer Vertretung ergibt  sich folgende Begrün-
dung des Asylgesuchs: Der  Beschwerdeführer  sei  Tamile mit  – zum 
Zeitpunkt des schriftlichen Asylgesuchs – Wohnsitz in E._______ und 
habe während seiner Tätigkeit als (...) in den 1990er-Jahren die LTTE 
(...)  unterstützt. Später  hätten  die  LTTE beziehungsweise deren Ge-
heimdienst den Beschwerdeführer und seine Ehefrau, welche im Zu-
sammenhang mit ihren verstorbenen Brüdern über gute Beziehungen 
zur  srilankischen  Armee verfügt  habe,  auch  noch als  (...)  rekrutiert. 
Daraus seien dem Beschwerdeführer bis zum Jahr 2005 keine Proble-
me entstanden. Im (...) 2005 habe die Karuna-Faktion begonnen, ihn 
zu bedrohen. So sei er seitens der Karuna zunächst telefonisch aufge-
fordert worden, entweder ins Gebiet der LTTE zu ziehen oder Sri Lan-
ka zu verlassen. In der Folge hätten ihn zwei unbekannte Männer zu 

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Hause massiv bedroht. Im (...) 2006 sei er zu Hause von unbekannten 
Personen  angeschossen  und  dabei  verletzt  worden.  Bei  diesem 
Überfall  habe  seine  Schwester  eine  Augenverletzung  erlitten,  durch 
welche sie auf einem Auge erblindet sei. Im (...) 2007 sei er während 
eines  Aufenthalts  im  Flüchtlingscamp  von  F.________  von  (...) 
Männern  abgeholt  und  (...)  nach  G._______  gebracht  worden.  Dort 
habe man ihn während sechs Tagen festgehalten, bis ihm die Flucht 
gelungen sei. Später  sei  er  in  E._______ in  der Nähe der  Moschee 
einer erneuten Entführung – wiederum (...) – knapp entgangen. In der 
Folge sei  er  am Domizil  seiner  Mutter  von Angehörigen der  Karuna 
gesucht  worden. Auch einer  seiner  Brüder  sei  von Angehörigen der 
Karuna entführt und während (...) festgehalten worden. Schliesslich sei 
er von der Karuna mehrmals schriftlich aufgefordert worden, sich mit 
ihr zwecks  Gesprächen zu treffen. Unter diesen Umständen sehe er 
für sich und seine Familie in Sri Lanka keine Existenzsicherheit mehr. 
Zudem befürchte er künftig Probleme mit den LTTE und den heimatli-
chen Behörden.

D.
Mit über die Schweizer Vertretung an die Beschwerdeführer versandter 
Verfügung  vom 22. September  2008  wies  das  BFM deren  Einreise- 
und Asylgesuch ab.

E.
E.a Mit am 9. Oktober 2008 (Telefax-Empfang) bei der Schweizer Ver-
tretung  eingetroffener  und  von  dieser  am 15.  Oktober  2008  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Eingangsstempel: 28. Oktober 2008) wei-
tergeleiteter englischsprachiger Eingabe vom 8. Oktober 2008  bean-
tragten  die  Beschwerdeführer  sinngemäss,  die  angefochtene  Verfü-
gung sei aufzuheben und es sei ihnen die Einreise in die Schweiz zu 
bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren.

E.b Mit  Telefax-Schreiben  vom 20.  Oktober  2008  an  die  Schweizer 
Vertretung  (Eingangsstempel  BFM:  21.  Oktober  2008),  welches  mit 
Schreiben  des  BFM  vom  22.  Oktober  2008  an  das  Bundesverwal-
tungsgericht  weitergeleitet  wurde,  ergänzten  die  Beschwerdeführer 
ihre  Eingabe  vom 8.  Oktober  2008  und  reichten  ein  Schreiben  der 
T.M.V.P. in Kopie zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine Aus-
nahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht worden. Die 
Beschwerdeführer  sind  legitimiert  (Art. 6  AsylG i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 
sowie 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist  mithin einzutreten. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  dabei  aus  prozessökonomischen 
Gründen auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde 
zur Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet, da die Rechtsmittel-
anträge verständlich sowie begründet sind. Der vorliegende Entscheid 
ergeht  indessen in  deutscher Sprache (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. 
Art. 6 AsylG).

2.

2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 

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ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

2.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e. g. S. 131 ff., welche dort  akzentuierte Praxis angesichts bloss 
redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgeset-
zes nach wie vor Gültigkeit hat).

3.

3.1 Die Schweiz gewährt Flüchtlingen unter Vorbehalt von Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer um 
Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zu-
mindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingseigen-
schaft erfüllen Personen, welche in ihrem Heimatstaat oder im Land, 
wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-
gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer po-
litischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 
Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, 
Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-

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staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., 2005 
Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der  Subsidiarität  des flüchtlingsrechtli-
chen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  im 
Weiteren voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland kei-
nen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 
S. 193).

4.

4.1 Das BFM führte  zur  Begründung  seiner  Verfügung  im Wesentli-
chen Folgendes aus: 

4.1.1 Das erste Asylgesuch (der Beschwerdeführerin) sei wegen Un-
glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  abge-
lehnt worden. Dazu habe der Beschwerdeführer erklärt, seine Ehefrau 
habe ihm gestanden, im Rahmen ihrer Anhörung durch die Schweizer 
Vertretung aus Angst gelogen zu haben. Es sei jedoch nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb eine die Schweiz gezielt um Schutz ersuchende Per-
son bei einer Anhörung durch die zuständigen Behörden aus Angst lü-
gen müsste. Insbesondere sei auch aufgrund der aktuellen Aktenlage 
nicht  ersichtlich,  was  die  Beschwerdeführerin  zu  verbergen  gehabt 
hätte  beziehungsweise welchen Vorteil  ihr  die  angeblich  erfundenen 
Vorbringen im Vergleich zur aktuellen Aktenlage gebracht hätten. So-
mit sei die allgemeine Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin sowie 
die  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  der 
Familie bereits als eingeschränkt zu betrachten. 

4.1.2 Die Beschwerdeführer hätten nunmehr (erstes Asylgesuch des 
Beschwerdeführers, zweites Asylgesuch der Beschwerdeführerin) ge-
meinsam geltend  gemacht,  von der  Karuna-Faktion  verfolgt  und be-
droht zu werden, weil sie während Jahren für die LTTE tätig gewesen 
seien; namentlich habe die Beschwerdeführerin ausgeführt,  aufgrund 
ihrer Beziehungen zur Armee als (...)  rekrutiert  worden zu sein, und 
diese  angeblich  guten  Beziehungen  mit  ihren  bereits  Anfang  der 
1990er-Jahre  ums  Leben  gekommenen  Brüdern  begründet,  welche 
der Tamil Eelam Liberation Organisation (TELO) angehört  hätten. Es 
erscheine  jedoch  realitätsfremd,  dass  die  LTTE zur  Informationsbe-
schaffung ausgerechnet auf die Beschwerdeführerin als Hausfrau und 
Mutter  ohne  entsprechende  Vorbildung  und  Organisationsmitglied-
schaft  habe zurückgreifen müssen. Aufgrund der Aktenlage sei auch 
nicht nachvollziehbar, welche besonders wertvollen Informationen die 

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Beschwerdeführerin  über  die  Armee  hätte  liefern  können,  nachdem 
ihre Brüder schon lange verstorben seien. Dieselbe Einschätzung gel-
te  auch  für  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  angesichts  des 
sehr konspirativen Charakters der Aktivitäten der LTTE ohne formelle 
Mitgliedschaft bei dieser Organisation und ohne entsprechende Ausbil-
dung sogar Mitarbeiter und (...) gewesen zu sein. Es erscheine somit 
unglaubhaft, dass er die geschilderten Dienste für die LTTE tatsächlich 
erbracht habe. Zudem würden seine Angaben zur angeblichen Verfol-
gung und Bedrohung durch die Karuna-Faktion lebensfremd und un-
plausibel  erscheinen.  So  falle  auf,  dass  er  sich  sowohl  bei  Entfüh-
rungsversuchen als auch bei einer mehrtägigen Inhaftierung wie durch 
ein Wunder immer wieder habe retten können beziehungsweise geret-
tet worden sei. Insbesondere wirkten auch die Schilderungen des Be-
schwerdeführers,  wie  im  Januar  2006  von  der  Karuna-Faktion  aus 
nächster Nähe in angeblicher Tötungsabsicht auf ihn geschossen wor-
den sei, ohne ihn tödlich zu treffen, realitätsfremd und konstruiert. Hät-
te die notorisch äusserst rücksichtslos vorgehende Karuna-Faktion in 
Bezug auf seine Person tatsächlich ein so intensives Verfolgungsinte-
resse mit Tötungsabsichten gehabt, dann hätte sie ihr Ziel auch ent-
sprechend  durchgesetzt.  Mit  diesem intensiven  Verfolgungsinteresse 
unvereinbar  sei  zudem seine Behauptung,  von der  Karuna trotzdem 
wiederholt zu Gesprächen in ihre Geschäftsstelle aufgeboten worden 
zu sein. Insgesamt seien weder die angeblich für die LTTE geleisteten 
Unterstützungsdienste noch die angeblich daraus resultierende Verfol-
gung durch die Karuna-Faktion glaubhaft. An dieser Einschätzung ver-
möchten auch die dazu eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. 
So handle es sich bei den (...), in welchen von den Beziehungen des 
Beschwerdeführers  zu  den  LTTE  die  Rede  sei,  um  äusserst 
fälschungsanfällige  Kopien,  weshalb  sie  keinen  erheblichen  Be-
weiswert  zu  entfalten  vermöchten.  Wären  den  heimatlichen  Sicher-
heitskräften  überdies  die  Kontakte  des  Beschwerdeführers  zu  den 
LTTE – wie von diesem anlässlich der Anhörung durch die Schweizer 
Vertretung geschildert  – tatsächlich bekannt gewesen, so wären auch 
entsprechende  Verfolgungsmassnahmen gegen ihn  ergriffen  worden. 
Die  Bestätigungsschreiben  (...)  würden  lediglich  vom 
Beschwerdeführer beziehungsweise von anderen Personen gemachte 
Meldungen übernehmen, ohne deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. 
Damit  vermöchten  auch  diese  Dokumente  keinen  genügenden 
Beweiswert für die geltend gemachte Verfolgung zu erbringen. Die von 
verschiedenen  bekannten  Persönlichkeiten  ausgestellten  Be-
stätigungsschreiben seien zum einen nicht amtlich und hätten zum an-

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deren einen starken Gefälligkeitscharakter, so dass sie ebenfalls kei-
nen grossen Beweiswert zu entfalten vermöchten. Dieselbe Einschät-
zung treffe auf die angeblichen Vorladungen und Drohbriefe der Karu-
na zu.

Der Beschwerdeführer mache Furcht  vor einer zukünftigen Rekrutie-
rung durch die LTTE geltend. Diese Befürchtung sei indes nicht nach-
vollziehbar, da er behauptet habe, die LTTE während Jahrzehnten un-
terstützt und – wie aus einem entsprechenden, zu den Akten gereich-
ten Dokument hervorgehe  – in seiner Not auch freiwillig um Hilfe bei 
der Suche nach einem neuen Haus gebeten zu haben. Zudem habe er 
anlässlich der  Anhörung durch die Schweizer Vertretung erklärt,  be-
reits  früher  von  den  LTTE  um  Hilfsdienste  angegangen  worden  zu 
sein, dies jedoch mit Verweis auf seine Eigenschaft als Familienvater 
offensichtlich ohne nachteilige Folgen abgelehnt  zu haben. Schliess-
lich  habe der  Beschwerdeführer  Furcht  vor  zukünftigen Verfolgungs-
massnahmen  durch  die  srilankischen  Sicherheitskräfte  geltend  ge-
macht. Aufgrund der Aktenlage und vor dem Hintergrund der vorste-
henden Erwägungen bestünden indes keine konkreten Anhaltspunkte 
für  diese Befürchtung. Insbesondere habe er  ausdrücklich  erklärt,  in 
der Vergangenheit  keine Probleme mit  den heimatlichen Sicherheits-
kräften gehabt zu haben. Mithin würde diesbezüglich nichts vorliegen, 
was die Furcht  vor zukünftiger  einreiserelevanter  Verfolgung begrün-
den könnte. Demnach sei diese Furcht nicht nachvollziehbar.

4.2 In der Beschwerde hielten die Beschwerdeführer an ihren Vorbrin-
gen fest und führten aus, sie würden sich weiterhin verstecken. In der 
Beschwerdeergänzung wurde an den von der Beschwerdeführerin im 
Rahmen  der  Anhörung  durch  die  Schweizer  Vertretung  geltend  ge-
machten Vorbringen festgehalten. Der Beschwerdeführer  sei  von der 
bewaffneten Gruppe angeschossen worden, weil davon ausgegangen 
werde, dass er den LTTE angehöre. Auch die Zeitungen hätten darü-
ber berichtet und die Polizei habe Kenntnis von diesem Vorfall. Im Be-
richt stehe, er sei von Angehörigen der Karuna-Faktion angeschossen 
worden,  weil  er  für  die LTTE arbeite. Die Beschwerdeführer könnten 
nicht in ein mehrheitlich von der singhalesischen Bevölkerung bewohn-
tes  Gebiet  ziehen. Der  Beschwerdeführer  habe von der  T.M.V.P. ein 
(gleichzeitig im Original  zu den Akten gereichtes) Schreiben erhalten, 
in  welchem er  unter  Todesandrohung für  den Unterlassungsfall  zum 
Beitritt aufgefordert werde.

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4.3 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in 
der  angefochtenen  Verfügung  als  zutreffend  erweisen  (vgl.  E.  4.1). 
Weiter ist vorweg darauf hinzuweisen, dass auf die im (ersten) Asyl-
verfahren der Beschwerdeführerin als unglaubhaft qualifizierten Verfol-
gungsvorbringen an dieser Stelle nicht mehr eingegangen zu werden 
braucht, da die diesbezügliche Verfügung des BFM unangefochten in 
Rechtskraft erwachsen ist.

Sodann sind auch die Ausführungen in der Beschwerde und deren Er-
gänzung nicht geeignet, an den zutreffenden Erwägungen in der vor-
instanzlichen Verfügung etwas zu ändern. Darin halten die Beschwer-
deführer in erster Linie an der geltend gemachten Verfolgung durch die 
T.M.V.P. fest. Zunächst ist diesbezüglich ebenfalls auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen. So ist die Schilderung der 
angeblichen Verfolgung und Bedrohung des Beschwerdeführers durch 
die Karuna-Faktion in der Tat lebensfremd und unplausibel ausgefal-
len. Zum einen ist realitätsfremd, dass im (...) 2006 in Tötungsabsicht 
– in der Nähe des Opfers seien (...) Patronen gefunden worden – auf 
den Beschwerdeführer geschossen worden sei, ohne diesen tödlich zu 
treffen. Daran vermag nichts zu ändern, dass diese Tat in der Dunkel-
heit  – um (...)  – begangen worden sei, zumal die Schussabgabe aus 
nächster  Nähe  – (...)  – erfolgt  sei.  Die  diesbezügliche  Schilderung 
durch den Beschwerdeführer ist zudem auch insofern widersprüchlich, 
als  er  zu Protokoll  gab,  (...)  emporgestiegen zu sein,  woraufhin aus 
nächster  Nähe  auf  ihn  geschossen  worden  sei  und  die  Täter  an-
schliessend  in  (...)  hineingekommen  seien  und  auf  ihn  geschossen 
hätten, ihn jedoch wegen der Dunkelheit  nicht hätten sehen können; 
zudem habe es (...) gehabt, die Täter hätten (...) geschossen und es 
sei ihm gelungen, (...). Demgegenüber gab er auf den Vorhalt hin, die 
Täter  müssten  blind  gewesen  sein,  zumal  die  um  (...)  herrschende 
Dunkelheit bei einer Schussdistanz von (...) kein derartiges Hindernis 
dargestellt habe, an, die Täter hätten ihn wegen des (...) nicht sehen 
können und seien erst hineingekommen und hätten ihn verfolgt, als er 
weggerannt sei (vgl. A34/20, S. 10). Zudem ist in dem diesbezüglich 
vom Beschwerdeführer eingereichten Zeitungsbericht von (...) nament-
lich erwähnten verletzten Personen, darunter in erster Linie eine Frau, 
welche  Informationen  nach  H._______  weitergeleitet  habe,  jedoch 
nicht  von  seiner  Ehefrau  die  Rede.  Demgegenüber  sprach  der  Be-
schwerdeführer  stets  von  (...)  Verletzten  – sich  selbst  und  seiner 
Schwester –, und war auf einen entsprechenden Vorhalt anlässlich der 
Anhörung nicht in der Lage, diesen Widerspruch plausibel zu erklären. 

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Zum anderen vermag die äusserst unsubstanziierte Schilderung seiner 
Flucht, welche ihm (...) Tage nach seiner Entführung am (...) 2007 aus 
(...)  gelungen  sei,  nicht  zu  überzeugen.  Unter  diesen  Umständen 
wurden  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zur  angeblichen 
Verfolgung  und  Bedrohung  durch  die  Karuna-Faktion  durch  die 
Vorinstanz zu Recht als lebensfremd und unplausibel qualifiziert, wo-
bei  auffalle,  dass er sich sowohl  bei  Entführungsversuchen als auch 
aus  der  (...)  Inhaftierung  immer  wieder  wie  durch  ein  Wunder  habe 
retten können beziehungsweise gerettet worden sei. Sodann sind auch 
für die Beschwerdeinstanz die angebliche Tötungsabsicht der T.M.V.P. 
in Bezug auf den Beschwerdeführer mit den zu den Akten gereichten, 
nachträglich  an  diesen  ergangenen  Gesprächsaufgeboten  nicht 
vereinbar. Die diesbezüglichen Schreiben wurden im erstinstanzlichen 
Verfahren lediglich in Kopie eingereicht. Dies erstaunt umso mehr, als 
sich  diese  Schreiben  persönlich  an  den  Beschwerdeführer  richten. 
Unter  diesen  Umständen  kann  ihnen  zum  Nachweis  der  geltend 
gemachten  Verfolgungsvorbringen  kaum  Beweiswert  beigemessen 
werden.  Zwar  wurde  auf  Beschwerdeebene  das  jüngste,  vom  (...) 
datierende Schreiben erstmals im Original eingereicht. Diesbezüglich 
ist  indes  festzuhalten,  dass  ein  entsprechendes  Zustellcouvert  fehlt 
und  sich  die  angeblich  seit  längerer  Zeit  versteckt  haltenden 
Beschwerdeführer  mit  keinem  Wort  darüber  äussern,  wie  das 
Schreiben in ihren Besitz gelangt ist. Mithin ist auch dieses Schreiben 
zum Nachweis der geltend gemachten Verfolgungsvorbringen nicht ge-
eignet. Was schliesslich die befürchtete Verfolgung durch die LTTE an-
belangt, kann auf die zutreffenden Erwägungen in der vorinstanzlichen 
Verfügung verwiesen werden (vgl. Erw. 4.1).

4.4 Zusammenfassend  ist  deshalb  festzustellen,  dass  es  den  Be-
schwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  Verfolgung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG glaubhaft  zu machen. Es erübrigt sich,  auf  weitere Vor-
bringen in der Beschwerde und deren Ergänzung einzugehen, da sie 
am Ergebnis nichts ändern können. Das BFM hat demnach den Be-
schwerdeführern zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert be-
ziehungsweise deren Asylgesuch abgelehnt.

4.5 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

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D-6653/2008

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  3  Bst.  a  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die Er-
hebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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D-6653/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizer  Vertretung 
in Colombo (per EDA-Kurier)

- die  Schweizer Vertretung in  Colombo, mit  der  Bitte  um Eröffnung 
des Urteils an die Beschwerdeführer und um Zustellung der beilie-
genden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
(per EDA-Kurier, in Kopie)

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand:

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