# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3dc1dd0c-dc0b-5e48-8f8e-25b594c1dad3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.05.2025 SK 2024 230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-230_2025-05-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 24 230 VTV

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Mai 2025  

Besetzung Oberrichterin Gutmann (Präsidentin i.V.), Oberrichter Knecht, 
Oberrichterin Bochsler
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Zivilklägerin

Gegenstand Raub und Hausfriedensbruch

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 19. Dezember 2023 (PEN 22 784)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung [nachfol-
gend: Vorinstanz]) erkannte mit Urteil vom 19. Dezember 2023 Folgendes 
(pag. 448 ff. [Hervorhebungen im Original]):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von C.________, DB: CHF 
1'600.00 (AKS Ziff. I./1.)

2. des Hausfriedensbruchs, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von 
C.________ (AKS Ziff. I./2.)

und in Anwendung der:
Art. 34, 40, 42, 43, 44, 47, 140 Ziff. 1, 186 StGB
Art. 426 ff. StPO 

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total CHF 3'600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet (übergeordnetes Recht, FZA). 

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 12'500.00 und Aus-
lagen von CHF 13'049.05, insgesamt bestimmt auf CHF 25'549.05.

[Tabelle Verfahrenskosten]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 24'549.05.

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

[Tabelle amtliche Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 12'849.45.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 3'901.95 zwischen der amtlichen Entschädigung 

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und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 1'600.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2019 an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 5'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2019 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

3. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 11'847.00 (inkl. Auslagen und MWST) an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________ v.d. Rechtsanwalt D.________.

4. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- 2 Plastiklebeband braun (Ass.-Nr. 008 und Ass.-Nr. 011)

2. Das DNA-Profil und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN ________) 
sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 10 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 
16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. Abs. 4 lit. a StGB).

3. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel] 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 28. Dezem-
ber 2023 (pag. 457) und Rechtsanwalt B.________ für A.________ (nachfolgend: 
Beschuldigter) mit Schreiben vom 29. Dezember 2023 (pag. 458) fristgerecht Beru-
fung an.

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 14. Mai 2024 (pag. 464 ff.) und wur-
de Rechtsanwalt B.________ am 15. Mai 2024 (pag. 537) und der Generalstaats-
anwaltschaft am 16. Mai 2024 (pag. 538) zugestellt.

Mit Eingabe vom 24. Mai 2024 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft form- und 
fristgerecht die Berufung und beschränkte diese auf die Strafzumessung sowie die 
Nichtanordnung der Landesverweisung (pag. 539 ff.). Rechtsanwalt B.________ 
erklärte namens und im Auftrag des Beschuldigten mit Schreiben vom 4. Juni 2024 
form- und fristgerecht die vollumfängliche Berufung (pag. 542 ff.).

Mit Eingabe vom 20. Juni 2024 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, sie ver-
zichte angesichts der Hauptberufung auf die Erklärung der Anschlussberufung und 
es bestehe kein Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten 
(pag. 551 f.). Rechtsanwalt D.________ verzichtete namens der Zivilklägerin 
C.________ (nachfolgend: Zivilklägerin) mit Schreiben vom 2. Juli 2024 auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nichteintreten 

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auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten geltend 
(pag. 553). Der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht zur Berufung der Staats-
anwaltschaft vernehmen (vgl. pag. 556). 

Am 19. August 2024 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vom 
8./9. Mai 2025 vorgeladen, wobei der Zivilklägerin das Erscheinen freigestellt wur-
de (pag. 575 ff.). 

Mit Schreiben vom 20. August 2024 teilte Rechtsanwalt D.________ mit, die Zivil-
klägerin verzichte auf die persönliche Teilnahme an der Berufungsverhandlung und 
werde voraussichtlich schriftliche Anträge einreichen (pag. 581).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten aktuelle Straf- und Betreibungs-
registerauszüge (datierend vom 22. bzw. 23. April 2025 [pag. 662 f. bzw. 
pag. 666]), ein Führungsbericht beim F.________ (Gefängnis) (datierend vom 
17. April 2025 [pag. 664 f.]) und bei der Direktion Sicherheit und Soziales, 
Migrationsdienst der Stadt Thun (nachfolgend: Migrationsdienst der Stadt Thun) ein 
ergänzender Bericht hinsichtlich der Prüfung einer strafrechtlichen Landesverwei-
sung (datierend vom 14. April 2025 [pag. 656 ff.]) eingeholt. Der Migrationsdienst 
der Stadt Thun stellte der Kammer als Beilage zum erwähnten Bericht vom 
14. April 2025 zudem sämtliche Akten seit Dezember 2021 auf CD zu. Weiter wur-
den bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland aus dem Verfahren 
O 24 10599 die bis am 2. Mai 2025 vorhandenen Akten ediert. Schliesslich wurde 
die Zivilklägerin aufgefordert, innert gesetzter Frist Belege zur geltend gemachten 
Zivilklage einzureichen (pag. 575 ff.), was ihr jedoch nicht gelang (vgl. pag. 606).

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur 
Sache befragt (pag. 788 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte für den Beschuldigten in der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 804 f. [Hervorhebungen im Original]):

I.

A.________ sei 

freizusprechen: 

1. vom Vorwurf des Raubes, angeblich begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort), zum 
Nachteil von C.________, DB: CHF 1'600.00 (I. Ziff. 1 des Urteils);

2. vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 11. Juni 2019 in E.________ 
(Ort), zum Nachteil von C.________ (I. Ziff. 2 des Urteils);

unter Auferlegung der erst- sowie der oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern, sowie 
unter Ausrichtung einer Parteientschädigung in der Höhe der gesamten Verteidigungskosten gemäss 
eingereichter Honorarnote (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

Die Zivilklage sei abzuweisen.

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II.

Weiter sei zu verfügen:

1. Über die beschlagnahmten Gegenstände sei von Amtes wegen zu verfügen.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die eingereichte Honorarnote gerichtlich 
zu bestimmen. 

3. Allfällige weitere Verfügungen (insbes. Löschung DNA-Profil) seien von Amtes wegen zu treffen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in der Berufungsverhandlung Folgendes 
(pag. 802 f. [Hervorhebungen im Original]):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Raubes, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von C.________, 
DB: CHF 1'600.00;

2. des Hausfriedensbruchs, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von 
C.________.

II.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 41, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 50, 140 Ziff. 1, 186 StGB; 
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:
1. zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten;

2. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die beschlagnahmten Gegenstände (2 Plastikbeutel [recte: Plastikklebeband] braun) seien ein-
zuziehen und zu vernichten (Art. 69 StGB).

2. Das DNA-Profil und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN ________) 
seien nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 lit. h i.V.m. 
Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 lit. a StGB).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Rechtsanwalt D.________ stellte für die Zivilklägerin mit Schreiben vom 
5. Mai 2025 folgende Anträge (pag. 676):

1. A.________ sei schuldig zu sprechen

1.1 des Raubes, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von C.________

1.2 des Hausfriedensbruchs, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) z.N. von C.________

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2. A.________ sei zu verurteilen

2.1 zu einer angemessenen Strafe

2.2 zur Bezahlung von CHF 1'600.00 Schadenersatz zzgl. 5% Zins seit dem 11. Juni 2019 an 
C.________

2.3 zur Bezahlung von CHF 5'000.00 Genugtuung zzgl. 5% Zins seit dem 11. Juni 2019 an 
C.________

2.4 zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 15'956.35 an C.________

2.5 zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). 

Der Beschuldigte hat das Urteil der Vorinstanz – mit Ausnahme der Höhe der Ent-
schädigung von Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten im erstinstanzlichen Verfahren – vollumfänglich angefochten. Die 
Kammer hat somit – bis auf erwähnte Ausnahme – das gesamte erstinstanzliche 
Urteil zu überprüfen. Was die Höhe der erstinstanzlich festgesetzten Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung angeht, ist das Urteil der Vorinstanz in Rechtskraft 
erwachsen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 und 
Ziff. II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 450]). Insoweit hat die Kammer 
einzig über eine allfällige Rück- und Nachzahlungspflicht zu befinden.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung über volle Kognition (Art. 398 
Abs. 2 StPO) und ist infolge der selbständigen Berufung der Staatsanwaltschaft in 
Bezug auf die Strafzumessung und die Landesverweisung nicht an das Ver-
schlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Bezüglich der 
rechtlichen Qualifikation und im Zivilpunkt gilt mangels eigenständiger Berufung 
oder Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft resp. der Zivilklägerin indes das 
Verschlechterungsverbot, d.h. die Kammer darf das Urteil insoweit nicht zu Un-
gunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Anklagesachverhalt

Mit Anklageschrift vom 2. September 2022 (pag. 251 ff.) wird dem Beschuldigten 
vorgeworfen, am 11. Juni 2019 von 9.00 bis 9.27 Uhr im Einfamilienhaus am 
G.________ (Weg) in E.________ (Ort) einen Raub und einen Hausfriedensbruch 
zum Nachteil der Zivilklägerin begangen zu haben. Konkret soll er maskiert durch 
die offenstehende Terrassentüre in das Einfamilienhaus der Zivilklägerin einge-
schlichen und dort der sich in der Küche befindenden, linksseitig gelähmten Zivil-
klägerin den Mund, die Nase und die Augen zugedrückt haben. Anschliessend ha-
be er die Zivilklägerin zu Boden gedrückt und am ganzen Körper gefesselt, indem 
er sie ab dem Bereich ein paar Zentimeter über den Fussgelenken bis zum Kopf 

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mit mitgebrachtem Klebeband eingewickelt – insbesondere deren Arme fest an den 
Körper geklebt – und ihr auch den Mund zugeklebt habe. Dadurch habe er Gewalt 
gegen die Zivilklägerin angewandt und sie zum Widerstand unfähig gemacht. In der 
Folge habe der Beschuldigte die gefesselte Zivilklägerin von der Küche ins Wohn-
zimmer geschleppt und auf den Boden gelegt, ehe er diverse Räume sowie Möbel 
im Haus durchsucht und die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände resp. 
Schmuck im Gesamtwert von CHF 1'600.00 entwendet habe. Schliesslich habe er 
das Klebeband, mit dem die Zivilklägerin gefesselt gewesen sei, im Bereich deren 
Oberarms resp. Schulter mit einem Messer eingeschnitten, damit sich die Zivilklä-
gerin habe befreien können, und das Haus mit der Beute über die Terrassentüre 
verlassen. Die Zivilklägerin habe sich nur mit grossem Kraftaufwand aus der Fes-
selung befreien können und durch den Vorfall einen Kratzer an der linken Wange 
sowie Schmerzen an der linken Schulter erlitten. Der Beschuldigte habe das hier-
vor Ausgeführte getan, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf den er 
keinen Anspruch gehabt habe.

7. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt
Unbestritten ist, dass der Beschuldigte und der Sohn der Zivilklägerin, H.________, 
sowie dessen Ehefrau seit Jahren befreundet sind resp. waren. Der Beschuldigte 
und die Zivilklägerin kennen sich ebenfalls, weil der Beschuldigte durch Vermittlung 
von H.________ im Sommer 2017 Gartenarbeiten im resp. ums Haus der Zivilklä-
gerin verrichtete sowie einen Balkon und eine Mauer bei der Terrasse neu anstrich. 
Im Rahmen dieser Arbeiten hielt sich der Beschuldigte im Sommer 2017 teilweise 
im Haus der Zivilklägerin – insbesondere in der Küche und im 1. Obergeschoss – 
auf.

Bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen die Täterschaft des Beschul-
digten, mithin aus dessen Sicht der gesamte Anklagesachverhalt. Der Beschuldigte 
stellt sich auf den Standpunkt, er sei im Tatzeitpunkt bei seiner Schwester in 
Deutschland gewesen und habe für I.________ in dessen Tätowierstudio in Mün-
chen Umbauarbeiten durchgeführt. Die von ihm am Tatort aufgefundene DNA an 
einem Stück Klebeband sei insofern erklärbar, als dass er im Jahr 2017 Gartenar-
beiten für die Zivilklägerin ausgeführt und insbesondere einen Balkon neu gestri-
chen habe. Dabei habe er Klebeband verwendet, das sich bei der Zivilklägerin in 
einem Schrank befunden habe. 

8. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel korrekt aufgeführt und ausführlich 
zusammengefasst; darauf wird integral verwiesen (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 472 ff.). Auf eine erneute Auflistung und Zusammenfassung 
der Beweismittel wird verzichtet und es wird – soweit relevant – direkt im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung (E. 9 unten) darauf eingegangen. Ferner wird auf 
die amtlichen Akten verwiesen.

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9. Würdigung durch die Kammer

9.1 Vorbemerkung / Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussa-
genanalyse

Vorab ist festzuhalten, dass die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen zum 
Sachverhalt und der Beweiswürdigung aus Sicht der Kammer nachvollziehbar und 
in den Schlussfolgerungen grundsätzlich korrekt sind. Es rechtfertigt sich daher, 
nachfolgend punktuell darauf zu verweisen. 

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Beweiswürdigung und zur Aus-
sagenanalyse sind ebenfalls zutreffend; darauf wird integral verwiesen (S. 6 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 469 ff.). 

9.2 Aussagen der Zivilklägerin

Die Zivilklägerin wurde dreimal – konkret am 11. Juni 2019 unmittelbar nach dem 
Vorfall delegiert durch die Polizei (pag. 16 ff.), am 7. Dezember 2021 parteiöffent-
lich durch die Staatsanwaltschaft (pag. 23 ff.) und in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 13. Dezember 2023 (pag. 366 ff.) – befragt. Die Vorinstanz wür-
digte ihre Aussagen wie folgt (S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 496 f.): 

Die Privatklägerin wurde zum Ablauf des Überfalls vom 11. Juni 2019 mehrfach befragt und konnte 
diesen stets stringent, nachvollziehbar und ohne Abweichungen im Tathergang anlässlich der ver-
schiedenen Befragungen schildern. Obwohl sie sich in einer extremen Ausnahmesituation befunden 
hat, konnte sie genaue Angaben zum Tatvorgehen machen. Die Aussagen der Privatklägerin weisen 
sowohl bezüglich des Kerngeschehens als auch bezüglich der Vorgeschichte hinsichtlich der vom Be-
schuldigten im Sommer 2017 verrichteten Arbeiten eine logische Konsistenz auf. Zudem fällt insbe-
sondere auf, dass sie Einzelheiten wie namentlich die Fesselung vom 11. Juni 2019 anschaulich und 
detailgetreu wiedergeben konnte. Ihre Aussagen sind zudem frei von wesentlichen Widersprüchen, 
Diskrepanzen oder Ungereimtheiten. Vielmehr räumte die Privatklägerin Erinnerungslücken ein, wenn 
sie etwas nicht wusste. So konnte sie beispielsweise nicht mehr sagen, mit welcher Hand der Täter 
ihr Nase und Mund zugedrückt habe. Sodann ergeben sich zwar einige – jedoch mit Blick auf das 
Kerngeschehen unwesentliche – Ungereimtheiten, was angesichts der während des Überfalls emp-
fundenen Anspannung und Angst indes nachvollziehbar erscheint und letzten Endes an der Richtig-
keit und Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zum Kerngeschehen keine Zweifel hervorruft. Ebenso glaub-
haft sind die Aussagen der Privatklägerin, wonach der Täter das Klebeband aus einem Sack aus sei-
ner Kleidung genommen hatte und dieses nicht aus dem Keller stammen könne, weil dieser vorher 
nicht im Keller gewesen sei. Auch ihre Antwort auf Vorhalt des Polizeirapports, gemäss welchem sie 
noch vor ihrer Befreiung aus dem Klebeband die entwendeten Schmuckstücke genannt habe, ist 
glaubhaft. So ist jedenfalls denkbar, dass sie wie angegeben zu einem späteren Zeitpunkt einen Bo-
gen mit den entwendeten Gegenständen hat ausfüllen müssen und die Polizei diese Informationen 
demzufolge im Polizeirapport festgehalten hat. Denkbar ist jedoch auch, dass die Privatklägerin der 
Polizei bei deren Eintreffen tatsächlich wie im Anzeigerapport festgehalten unaufgefordert die ent-
wendeten Gegenstände genannt hat bzw. geraten hat, welche Gegenstände der Täter entwendet ha-
ben könnte. Dass diese teilweise mit dem tatsächlich entwendeten Deliktsgut übereinstimmten, lässt 
sich damit erklären, dass die Privatklägerin die entwendeten Schmuckstücke aufgrund der bevorste-
henden Hochzeit ihrer Tochter zuvor bewusst bereitgelegt hatte und daher zum Schluss gekommen 
ist, der Täter müsse diese entwendet haben, lagen sie doch offen und beinahe zum Mitnehmen einla-

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dend da. Weiter schilderte die Privatklägerin wahrgenommene Geräusche sowie eigene Gedanken-
gänge und Gefühle, welche sie während des Überfalls hatte. Insbesondere erwähnte diese, anfäng-
lich davon ausgegangen zu sein, es handle sich bei der unbekannten Person um ihren Stiefsohn, 
weshalb sie diese begrüsst habe. Sodann habe sie, nachdem der Täter verschwunden sei, aus Angst 
vor dessen Rückkehr noch etwas gewartet, ehe sie die Polizei verständigt habe. Ein Motiv für eine 
falsche Anschuldigung ist nicht erkennbar und liegt nach Ansicht des Gerichts nicht vor. Den Aussa-
gen der Privatklägerin sind darüber hinaus auch keinerlei gegenüber dem Täter empfundene ableh-
nende Emotionen und Gedanken wie Hass, Abscheu, Rachegedanken und dergleichen zu entneh-
men. Vielmehr betonte die Privatklägerin die gegenüber dem Beschuldigten empfundene Dankbarkeit 
für die von ihm im Jahre 2017 verrichteten Gartenarbeiten mehrfach und mit Nachdruck. So habe die-
ser gemäss ihren Aussagen die Arbeiten besser verrichtet als jeder Gärtner. Eine vorgängig vorhan-
dene und gegenüber diesem empfundene negative Einstellung lässt sich den Akten jedenfalls nicht 
entnehmen. Schliesslich weisen die Aussagen der Privatklägerin auch keine Aggravierungen auf. 
Vielmehr schildert sie das Erlebte sachlich und gibt auf Frage an, nicht verletzt worden zu sein – sie 
habe lediglich einen Kratzer an der linken Wange und ihre Schulter sei etwas angeschlagen. 

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motiv-
lage der Privatklägerin, ist es ausgeschlossen, dass diese ihre Aussagen gemacht hat, ohne auf Erin-
nerungen hinsichtlich des Erlebten zurückgreifen zu können. Vielmehr ist erstellt, dass die Privatklä-
gerin ihre Aussagen auf einen realen Erlebnishintergrund stützt. Schliesslich decken sich diese auch 
mit den objektiven Beweismitteln. 

Zusammenfassend erachtet das Gericht die Aussagen der Privatklägerin folglich als authentisch und 
plausibel, weshalb auf diese abzustellen ist.

Die Kammer erachtet die Aussagen der Zivilklägerin nach eigens vorgenommener 
Würdigung wie die Vorinstanz als glaubhaft und schliesst sich den hiervor zitierten, 
vorinstanzlichen Erwägungen integral an. 

Ergänzend und präzisierend resp. teilweise wiederholend ist festzuhalten, dass die 
Zivilklägerin den Vorfall in sämtlichen Einvernahmen im Wesentlichen gleichblei-
bend, nachvollziehbar, differenziert und sachlich schilderte. So erzählte sie kon-
stant und ohne das Geschehen zu aggravieren, der maskierte Täter sei ins Haus 
gekommen, kurz nachdem sie die Terrassentüre zum Lüften geöffnet habe. Er ha-
be sie gepackt, ihr die Augen sowie den Mund zugehalten und sie mit Klebeband, 
das er aus seiner Jacken- oder Hosentasche hervorgenommen habe, zu fesseln 
begonnen. Dabei habe er sie am ganzen Körper eingewickelt und ihr auch den 
Mund zugeklebt. Das Klebeband habe er mit einer Schere, die er zielgerichtet aus 
einer Küchenschublade behändigt habe, abgeschnitten. Er habe ihr stets die Au-
gen und den Mund zugehalten – «mit seinen ekligen Handschuhen». Erst als sie 
sich ohnmächtig gestellt habe, habe er damit aufgehört. Dann habe er sie von der 
Küche ins Wohnzimmer geschleppt, unters Spinett gelegt, sei «sofort» in den obe-
ren Stock gegangen und habe die Räume durchsucht. Anschliessend sei er im 
Wohnzimmer sowie im Keller gewesen und habe auch im Wohnzimmer Schränke 
geöffnet und wieder geschlossen. Schliesslich habe er ihr mit einem Messer das 
Klebeband leicht gelöst und sei gegangen. Er habe die ganze Zeit kein Wort gesagt 
und sei allein gewesen (zum Ganzen u.a. pag. 17 f. Z. 37 ff., pag. 18 Z. 97 ff., 
pag. 19 Z. 117 f., pag. 20 Z. 165, pag. 25 f. Z. 79 ff., pag. 395 Z. 20 ff. und Z. 28, 
pag. 398 Z. 7 ff. und pag. 403 Z. 3 ff.; ferner pag. 404 Z. 24 und Z. 28 f.). Betreffend 

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die Folgen des Vorfalls führte die Zivilklägerin sodann ehrlich und verständlich aus, 
sie habe sich beim Vorfall an der linken Gesichtshälfte einen Kratzer zugezogen, 
der vermutlich vom Klebeband komme. Zudem habe ihr am Anfang die linke Schul-
ter geschmerzt. Jetzt schmerze diese nicht mehr, dafür fühle sie sich noch lahmer 
an als vorher (zum Ganzen pag. 19 Z. 136 f.). Sie könne seit dem Vorfall nächte-
lang nicht schlafen (pag. 28 Z. 190 f. und pag. 395 Z. 32 f.) und erschrecke, wenn 
sie Leute mit einer schwarzen Maske sehe oder ein Geräusch höre, das sie nicht 
einordnen könne (pag. 28 Z. 194 ff.). Schliesslich habe sie immer noch Angst, 
wenn sie die Terrassentüre zum Lüften geöffnet habe, weshalb sie innen alles ab-
schliesse (pag. 395 Z. 31 f.). 

Nebst dem die Zivilklägerin das Geschehen mithin widerspruchsfrei erzählte, er-
wähnte sie diverse originelle Details und schilderte eindrücklich, was sie während 
des Vorfalls fühlte und welche Gedanken sie sich machte. So erklärte sie bei-
spielsweise in der tatnächsten Einvernahme unmittelbar nach dem Vorfall, der 
Täter habe ihre Arme «ganz fest» an den Körper geklebt. Dazu habe er ihr immer 
die Augen zugehalten, so dass sie nicht viel habe sehen können. Er sei komplett 
schwarz gekleidet gewesen, unter der schwarzen Kapuze habe jedoch noch «et-
was Weisses» hervorgeschaut. Nachdem er sie gefesselt und ins Wohnzimmer ge-
zogen habe, sei er die Treppe hochgegangen und sie habe gehört, wie es oben 
«gräblet» habe (zum Ganzen pag. 17 Z. 40 ff.). Als er alles durchsucht und ihr mit 
einem Messer beim rechten Oberarm ein Stück des Klebebandes aufgeschnitten 
habe, sei er in die Küche gegangen und habe das Haus durch die dortige Terras-
sentüre verlassen wollen. Dies habe er aber nicht geschafft, weil es «einen Trick 
brauche», um diese Türe zu öffnen, den nur ihr Sohn und sie beherrschen würden. 
Er sei daher wieder zurückgekommen und durch die Türe rausgegangen, durch die 
er auch reingekommen sei. Sie habe dann noch etwas gewartet, weil sie «Angst 
gehabt» habe, er würde wieder zurückkehren. Nach einiger Zeit habe sie versucht, 
sich zu befreien (zum Ganzen pag. 17 f. Z. 53 ff.). Der Täter habe die ganze Zeit 
«wahnsinnig laut ein- und ausgeatmet» (pag. 18 Z. 87). Als er sie gefesselt habe, 
habe er sie «sogar hochgehoben», damit er sie besser habe «umwickeln» können. 
Sie sei «so schockiert» gewesen und habe gedacht, er bringe sie um resp., das mit 
ihrer Behinderung – dem Gelähmt sein – hätte nun ein Ende (zum Ganzen pag. 18 
Z. 95 f. und Z. 101 f.). Als sie sich von der Fesselung befreit habe, habe sie wahn-
sinnig «geknorzt». Das Band habe sich immer mehr zusammengefaltet und sich in 
ihre Hand eingeschnitten. Zuerst habe sie ihre rechte Hand befreien können. Mit 
dieser habe sie sich dann weiter so befreien können, dass sie sich irgendwie in die 
Küche habe schleppen können. Der Täter habe zwar oben im Bereich ihrer Schul-
ter eine Umrundung des Klebebandes durchgeschnitten, das habe aber nichts ge-
bracht. Sie habe sich ohne diesen «Hilfsschnitt» befreien müssen (zum Ganzen 
pag. 19 Z. 145 ff.). Auf Frage, wie lange sich der Täter ungefähr im Haus befunden 
habe, schilderte die Zivilklägerin, sie denke, dies sei gut eine Stunde gewesen. Ihre 
mittlere Tochter rufe sie eigentlich jeden Morgen um ca. 9.30 Uhr an. Es sei aber 
auch schon halb zwölf geworden, bis sie sie angerufen habe und manchmal ver-
gesse sie es auch. Sie habe natürlich gehofft, dass sie endlich anrufe, aber «aus-
gerechnet heute» habe sie vergessen, anzurufen (zum Ganzen pag. 19 Z. 153 ff.). 
In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärte die Zivilklägerin auf Frage, ob 

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sie ihre gegenüber der Polizei gemachten Aussagen bestätige, eindrücklich, sie 
habe damals nicht alles gesagt, weil sie unter Schock gestanden habe. So habe sie 
beispielsweise nicht erwähnt, dass sie, als der Täter ihr die Nase und den Mund 
zugehalten habe, gedacht habe, dass ihre Tochter Ende Woche heirate und es ja 
nicht sein könne, dass man alles absagen müsse, weil sie tot sei, weshalb sie sich 
ohnmächtig gestellt habe (zum Ganzen pag. 25 Z. 68 ff.). In der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung berichtete sie ferner lebensnah, der Täter habe ihr so lange die 
Luft «abgeschnürt», dass sie gedacht habe, er bringe sie um. Dann habe sie so ge-
tan, als wäre sie ohnmächtig geworden und habe sich fallen lassen, worauf er auf-
gehört habe, «zuzuhalten» (zum Ganzen pag. 395 Z. 20 ff.). All diese von der Zivil-
klägerin authentisch und lebensnah geschilderten Gefühle, Gedanken und Details 
indizieren, dass sie Selbsterlebtes berichtete.

Im Weiteren gibt es – wie die Vorinstanz zutreffend festhielt – keine Hinweise, dass 
die Zivilklägerin den Beschuldigten absichtlich zu Unrecht beschuldigte resp. be-
schuldigt. Sie machte ihn keineswegs übermässig schlecht, sondern lobte im Ge-
genteil dessen Arbeit als Gärtner (vgl. pag. 27 Z. 161). Weiter äusserte sie am Tag 
des Vorfalls nicht einmal gegenüber ihrem Sohn, beim Täter handle es sich vermut-
lich um den Beschuldigten (vgl. pag. 39 Z. 47 ff.). Hätte sie den Beschuldigten be-
wusst falsch beschuldigen wollen, hätte sie dies jedoch mit grosser Wahrschein-
lichkeit getan, zumal ihr Sohn seit Jahren mit dem Beschuldigten befreundet war 
und diesen im Jahr 2017 wie erwähnt auch für die Verrichtung von Gartenarbeiten 
vermittelte. Im Übrigen wäre zu erwarten gewesen, dass die Zivilklägerin den Be-
schuldigten, hätte sie diesen zu Unrecht belasten wollen, gleich zu Beginn der ers-
ten Einvernahme unmittelbar nach dem Vorfall in ihrer freien Erzählung als Täter 
bezeichnet hätte, zumal sie ihn ja kannte. Dies tat sie entgegen der Behauptung 
der Verteidigung indessen nicht (vgl. pag. 17 f. Z. 37 ff.), sondern gab vielmehr an, 
sie habe «bei dem Gegenlicht» zuerst gemeint, es handle sich bei dem Mann um 
ihren ältesten Sohn, weshalb sie «ah hallo» gesagt habe, worauf der Typ dann 
schnell auf sie losgegangen sei (pag. 19 Z. 126 ff.). Auch in ihrer Antwort auf die 
spätere Frage in derselben Einvernahme, ob sie den Täter gesehen habe resp. ein 
Signalement desselben angeben könne, sprach sie allgemein von der «Täter-
schaft» (pag. 18 Z. 83 ff.) und erst als die Polizei sie fragte, ob sie einen Verdacht 
habe, um wen es sich bei der bislang unbekannten Täterschaft handeln könnte, 
nannte sie den Namen des Beschuldigten resp. führte Folgendes aus (pag. 20 
Z. 180 ff.):

Ja, ich habe einen Verdacht. Ich kenne nur den Vornamen. Er heisst «J.________ (Spitzname von 
A)». Er ist Serbe, Kroate oder Bosnier, er kommt einfach aus einem Land von Ex-Jugoslawien. Im 
Moment wohnt er vermutlich in Thun. Er gleicht ein bisschen dem James Bond Darsteller Daniel 
Craig. Aber ganz so hübsch ist er nicht. Die Körpergrösse und Statur passen jedoch.

Auf Nachfrage, woher sie diesen «J.________ (Spitzname von A)» kenne, erklärte 
die Zivilklägerin, er sei angeblich der Cousin ihrer Schwiegertochter (pag. 20 
Z. 187 f.), und auf Frage, wie sie darauf komme, dass es sich bei diesem Mann um 
den Täter handeln könnte, schilderte sie, er sei schon des Öfteren bei ihr zu Hause 
gewesen (pag. 20 Z. 193). Er habe Arbeiten bei ihr am Haus und im Garten ausge-
führt. Er kenne ihr Zuhause. Ihre Schwiegertochter habe zudem gewusst, wo sich 

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ihre Schatulle mit viel Bargeld, die ihr im Jahr 2017 gestohlen worden sei, befunden 
habe. Weil sie die Cousine von «J.________ (Spitzname von A)» sei, habe sie den 
Verdacht, dass sie ihm erzählt habe, wo sich ihre Wertsachen befänden. Ausser-
dem sehe er von der Statur und der Grösse her so aus wie der Täter und dieser 
habe gewusst, in welcher Schublade [in der Küche] sich die Schere befinde. 
«J.________ (Spitzname von A)» habe vermutlich auch schon die Schere ge-
braucht, als er [im Jahr 2017] Arbeiten an ihrem Haus ausgeführt habe (zum Gan-
zen pag. 20 Z. 193 ff.). «Diesen» Sommer habe «J.________ (Spitzname von A)» 
sie zudem via ihren Sohn anfragen lassen, ob er wieder für sie arbeiten dürfe. Sie 
habe dies aber abgelehnt (zum Ganzen pag. 21 Z. 218 ff.). «J.________ (Spitzna-
me von A)» habe vermutlich Geldprobleme. Seine Freundin K.________ habe je-
denfalls schon verlauten lassen, sie müsse ihn finanziell unterstützen (zum Ganzen 
pag. 21 Z. 228 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ergänzte und prä-
zisierte die Zivilklägerin, sie sei auf den Beschuldigten als Täter gekommen, weil er 
als erstes nach oben ins Schlafzimmer gegangen sei und sie sich gefragt habe, ob 
er noch wisse, wo sich ihre Schatulle mit den Wertsachen befinde. Auch die Figur 
und Grösse des Täters hätten sie an den Beschuldigten erinnert. Anfangs 2019 
habe dieser zudem erneut Gartenarbeiten für sie verrichten wollen, was sie aber 
nicht gewollt habe, und kurz darauf sei der Überfall gewesen (zum Ganzen pag. 26 
Z. 111 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte sie, sie habe zuerst 
gemeint, der Mann, der durch die Terrassentüre reingekommen sei, sei ihr Stief-
sohn, weil dieser öfters in seiner Motorradmontur, mithin schwarz angezogen, vor-
beikomme. Zudem sei er in etwa gleich gross wie der Täter und habe den Türrah-
men direkt ausgefüllt, als er durch die Küche ins Wohnzimmer gekommen sei. Als 
der Mann auf sie losgegangen sei, habe sie aber sofort gedacht, dass es sich da-
bei nicht um ihren Stiefsohn handle (zum Ganzen pag. 403 Z. 3 ff. und Z. 21). Auf 
Frage, ob sie ihren Stiefsohn vom Aussehen her als möglichen Täter habe aussch-
liessen können oder, weil sie gedacht habe, dieser würde so was nicht tun, erklärte 
die Zivilklägerin nachvollziehbar (pag. 403 Z. 25 f.): «Ah nein, ich habe ihm in die 
Augen geschaut und habe gesehen, dass dieser helle Augen hat und gar nicht so 
dunkle wie der L.________ (Stiefsohn).». Die Zivilklägerin leitete mithin verständ-
lich her und erklärte plausibel, weshalb resp., dass sie den Beschuldigten insbe-
sondere aufgrund dessen Lebensumstände, in denen er sich ihrer Ansicht nach im 
Jahr 2019 befand, des Verhaltens des Täters, welches offenbar so wirkte, als dass 
er mit dem Haus vertraut war, sowie der Statur, die sie an den Beschuldigten erin-
nerte, als Täter vermutete, ohne ihn von Anfang an und direkt von sich aus als 
Täter zu beschuldigen. Dies spricht zweifellos für die Glaubhaftigkeit ihrer Anga-
ben.

Die Aussagen der Zivilklägerin sind denn auch logisch und stimmig. So sprechen 
beispielsweise die von ihr erwähnten Umstände, wonach der Täter vermummt ge-
wesen sei, kein Wort gesprochen und ihr stets die Augen zugehalten habe, dafür, 
dass es sich bei diesem um eine der Zivilklägerin bekannte Person handelt. Weiter 
entspricht das von der Zivilklägerin beschriebene Signalement der Statur des Be-
schuldigten. Schliesslich decken sich ihre Angaben zum Rahmengeschehen mit 
den vorhandenen objektiven Beweismitteln, insbesondere dem Anzeigerapport 
vom 17. Juni 2019 (pag. 3 ff.), den Nachträgen vom 18. Oktober 2019 (pag. 6 ff.) 

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und vom 12. Oktober 2021 (pag. 11 ff.), dem KTD-Rapport vom 6. August 2019 
(pag. 66 ff.) und den Fotos des Tatorts (pag. 80 ff.). Dem Anzeigerapport vom 
17. Juni 2019 – dessen Ausführungen grundsätzlich nicht zu bezweifeln sind – ist 
nämlich zu entnehmen, dass sich die Zivilklägerin am 11. Juni 2019 um 9.27 Uhr 
telefonisch bei der Einsatzzentrale gemeldet und sich vor Ort auf Klingeln der aus-
gerückten Patrouille am Küchenfenster bemerkbar gemacht habe. Die ausgerückte 
Patrouille habe das Haus anschliessend durch die angelehnte Terrassentüre auf 
der Hinterseite des Hauses betreten können, wo sie in der Küche auf die am 
Oberkörper, an den Unterarmen und der Hüfte mit braunem Klebeband nur noch 
lose gefesselte Zivilklägerin getroffen seien, die sich bereits teilweise habe befreien 
können. Als das Haus anschliessend nach einer möglichen Täterschaft durchsucht 
worden sei, hätten im Obergeschoss diverse durchsuchte Möbel festgestellt wer-
den können (zum Ganzen pag. 3 f.). Aus dem KTD-Rapport vom 6. August 2019, 
dessen Ausführungen mangels entsprechender Hinweise ebenfalls nicht zu be-
zweifeln sind, geht ausserdem hervor, dass die am 11. Juni 2019 nach Meldungs-
eingang ausgerückten Polizisten vor Ort eine nahezu unveränderte Situation vorge-
funden hätten. Im Obergeschoss seien die Räume offensichtlich durch die unbe-
kannte Täterschaft durchsucht worden und «im 4. Zimmer des 1. OG» sei ein kurz-
es Stück braunes Plastikklebeband unter einer am Boden liegenden Schublade ge-
funden worden (zum Ganzen pag. 66). Ferner stimmen die Vermutungen der Zivil-
klägerin betreffend die Person der Täterschaft – wie die nachfolgenden Ausführun-
gen unter Erwägung 9.3 zeigen – mit den nicht zu bezweifelnden Ergebnissen der 
forensisch-molekularbiologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin Bern 
(nachfolgend: IRM) vom 9. April 2021 (pag. 94 ff.) resp. vom 6. Mai 2021 
(pag. 104 ff.) und den drei Forensik-Rapporten resp. Nachträgen zum KTD-Rapport 
vom 6. August 2019 (nachfolgend: Forensik-Rapport) vom 16. April 2021 
(pag. 99 ff.), vom 18. März 2022 (pag. 84 ff.) und vom 16. August 2022 
(pag. 234 ff.) überein. Gesamthaft ergeben die Angaben der Zivilklägerin mithin ein 
stimmiges, logisches Ganzes, was deren Glaubhaftigkeit indiziert.

Was den Vermerk im Anzeigerapport angeht, wonach die Zivilklägerin bereits beim 
Eintreffen der Polizei – mithin, als sie noch gar keine Zeit gehabt habe, nachzu-
schauen, was ihr entwendet worden sei – angegeben habe, was gestohlen worden 
sei, ist schliesslich festzuhalten, dass die Zivilklägerin nach Konfrontation mit die-
sem Vermerk bestritt, bereits zu diesem Zeitpunkt gesagt zu haben, was ihr ge-
stohlen worden sei. Sie erklärte nachvollziehbar, sie habe dies damals ja noch gar 
nicht wissen können und verstehe nicht, weshalb dies so vermerkt worden sei. Sie 
habe dies den Polizisten nie gesagt, sondern erst später in einem Bogen ausfüllen 
müssen, was alles weggekommen sei (zum Ganzen pag. 397 Z. 16 ff.). Was die 
Zivilklägerin gegenüber den vor Ort eingetroffenen Polizisten unmittelbar nach dem 
Vorfall genau sagte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Die Schlussfolgerung der 
Vorinstanz, wonach die Zivilklägerin womöglich erklärt habe, was ihr annahmewei-
se gestohlen worden sei, ist aber insofern verständlich und überzeugend, als dass 
die Zivilklägerin gegenüber der Polizei den aufgrund der bevorstehenden Hochzeit 
ihrer Tochter offenbar bereits bereitgelegte Schmuck erwähnte (vgl. pag. 396 
Z. 15 f.; ferner pag. 397 Z. 7 f.) und es für den Täter, von dem sie hörte, dass er im 
oberen Stock war, somit ein Leichtes war, diesen zu behändigen.

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Zusammenfassend enthalten die Aussagen der Zivilklägerin mithin zahlreiche 
Realkennzeichen, weshalb darauf abgestellt und insbesondere das Rahmenge-
schehen als erstellt erachtet werden kann.  

9.3 Klebeband 

9.3.1 Zum Fundort der sichergestellten Klebebandstücke und zur Frage, ob diese zu-
sammengehören

Dem KTD-Rapport vom 6. August 2019, dessen Ausführungen wie erwähnt nicht 
zu bezweifeln sind, ist zu entnehmen, dass unmittelbar nach der Tat an zwei Orten 
im Haus der Zivilklägerin je ein Stück Klebeband gefunden wurde: einerseits das 
Asservat 008, mit dem die Zivilklägerin gefesselt wurde und das beim Eintreffen der 
Polizei zumindest teilweise noch um die Zivilklägerin gewickelt war, andererseits 
das Asservat 011, welches im 4. Zimmer des 1. Obergeschosses unter einer am 
Boden liegenden Schublade sichergestellt wurde (pag. 66; vgl. ferner Fotos auf 
pag. 81 ff.). Aus den Forensik-Rapporten vom 18. März 2022 und vom 16. Au-
gust 2022, deren Ausführungen mangels gegenteiliger Hinweise ebenfalls nicht in 
Zweifel zu ziehen sind, ergibt sich sodann, dass es sich bei beiden sichergestellten 
Klebebandstücken um dasselbe braune PVC-Verpackungsband handelt und beide 
Stücke mikroskopisch sowie analytisch übereinstimmen. Die Vergleiche der beiden 
Asservate seien ausgezeichnet und es gebe keine unerklärliche Diskrepanz. Darü-
ber hinaus habe ein Passstück erbracht werden können, was äusserst selten sei. 
Die beiden Klebebandstücke hätten sich vor der Trennung unmittelbar nebenein-
ander auf derselben Klebebandrolle befunden und seien direkt hintereinander – 
ohne dass ein Zwischenstück fehle – abgeschnitten worden. Ausserdem seien auf 
beiden Stücken dieselben zwei Arten von Fasern – Kleiderfasern (PET und Baum-
wolle) – zu finden gewesen (zum Ganzen pag. 85 f. und pag. 236 ff.; ferner Foto 
auf pag. 91). Gemäss dem Schreiben von M.________, KTD, vom 11. April 2023 
handelt es sich schliesslich bei keinem der beiden Klebebandstücke um den An-
fang einer Rolle (pag. 323), weshalb anzunehmen ist, dass die Rolle nicht neu war. 

In Würdigung dieser Ausführungen ist für die Kammer – entgegen der Ansicht der 
Verteidigung – erstellt, dass die sichergestellten Klebebandstücke von derselben 
Rolle stammen und sich darauf unmittelbar nebeneinander befanden resp. direkt 
hintereinander abgeschnitten wurden. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass 
keines der sichergestellten Klebebandstücke – wie die Verteidigung einwandte – 
einen geraden Rand resp. einen sauberen Schnitt aufwies, spricht dies entgegen 
der Ansicht der Verteidigung doch nicht gegen die Aussagen der Zivilklägerin, wo-
nach die Täterschaft das Klebeband mit einer Schere abgeschnitten habe. 
Schliesslich ist allgemein bekannt, dass es beim Schneiden von Klebeband selten 
einen exakten, geraden Schnitt gibt, sondern regelmässig der erste Schnitt gerade 
ist, ehe eine Art Bogen erfolgt, wie er auf dem Foto auf pagina 91 zu sehen ist. 

9.3.2 Zu den DNA-Spuren auf den sichergestellten Klebebandstücken

Auf der Oberseite des im 4. Zimmer des 1. Obergeschoss sichergestellten Klebe-
bandstückes (Asservat 011) konnte gemäss Forensik-Rapport vom 18. März 2022 
eine DNA-Spur (Asservat 011.2) resp. ein DNA-Mischprofil gesichert werden, wo-
bei sowohl die DNA der Zivilklägerin als auch diejenige des Beschuldigten mit allen 

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im Spurenbild vorhandenen Merkmalen übereinstimmten (pag. 86 und pag. 90). 
Dem forensisch-molekularbiologischen Gutachten des IRM vom 9. April 2021, auf 
welches mangels gegenteiliger Hinweise ohne Weiteres abzustellen ist, ist sodann 
zu entnehmen, dass die Merkmale des DNA-Profils des Beschuldigten – wie ein Di-
rektvergleich zeige – in 10-14 der 16 STR-Loci in der Nebenkomponente ersichtlich 
seien und der Beschuldigte als Spurengeber mithin nicht ausgeschlossen werden 
könne (pag. 95). Gemäss dem Forensik-Rapport vom 16. April 2021 spreche die-
ses Resultat dafür, dass die ab dem erwähnten Klebeband gesicherte DNA-Spur 
vom Beschuldigten stamme. Weil es sich jedoch um ein Mischprofil resp. ein Profil 
mit weniger als 12 Loci handle, sei der Beweiswert der Übereinstimmung reduziert 
(zum Ganzen pag. 100). In der Folge wurde daher mittels forensisch-
molekularbiologischem Gutachten des IRM vom 6. Mai 2021, auf dessen Ergebnis-
se mangels gegenteiliger Anhaltspunkte abzustellen ist, der Beweiswert berechnet 
und festgehalten, sowohl unter der Annahme, dass die Hauptkomponente von der 
Zivilklägerin stamme, als auch unter der Annahme, dass diese von einer unbekann-
ten Person rühre, liege der «Likelihood Ratio», dass der andere Spurengeber der 
Beschuldigte sei, bei einer Milliarde (pag. 106 f.). Mit anderen Worten ist es eine 
Milliarde Mal wahrscheinlicher, dass der Beschuldigte das Klebeband berührt hat, 
als dass dies eine Drittperson tat. 

Nach diesen Erwägungen ist für die Kammer erstellt, dass die ab dem im 1. Ober-
geschoss sichergestellten Klebebandstück gesicherte DNA-Spur vom Beschuldig-
ten stammt. Dies wird im Übrigen auch vom Beschuldigten nicht bestritten. Er 
macht jedoch geltend, seine DNA sei im Sommer 2017, als er insbesondere den 
Balkon des Hauses der Zivilklägerin gestrichen habe, und nicht im Tatzeitpunkt auf 
das Klebebandstück gelangt (u.a. pag. 794 Z. 23 ff.), weshalb sich folgende ansch-
liessend zu klärende Fragen stellen:

1. Woher stammt das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebebandstück mit der 
DNA des Beschuldigten: Hat die Täterschaft das Klebeband selbst mitgebracht 
oder befand es sich im Tatzeitpunkt bereits irgendwo im Haus resp. den Ge-
genständen der Zivilklägerin (siehe dazu E. 9.3.3 unten)?

2. Wann gelangte das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebebandstück mit 
der DNA des Beschuldigten an den Fundort: Liegt es erst seit dem Tatzeit-
punkt oder bereits seit dem Sommer 2017 dort (siehe dazu E. 9.3.4 unten)?

9.3.3 Zur Frage, woher das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebebandstück stammt

Die Zivilklägerin erwähnte in der tatnächsten Einvernahme unmittelbar nach dem 
Vorfall im freien Bericht – mithin ohne danach gefragt worden zu sein –, der Täter 
sei, nachdem er eingedrungen sei, sofort auf sie losgegangen, habe ihr mit einem 
Handschuh die Luft abgedrückt und sie zu Boden gedrückt (pag. 17 Z. 37 f.). Dann 
habe er ein Klebeband hervorgenommen und ihr den Mund zugeklebt (pag. 17 
Z. 39). Auf Nachfrage, ob der Täter das Klebeband mitgebracht oder ein Klebeband 
aus ihrem Haushalt verwendet habe, erklärte sie nachvollziehbar und authentisch, 
sie hätte schon solches Klebeband, dieses liege aber im Keller. Das Klebeband, 
das der Täter zum Fesseln gebraucht habe, habe er selbst mitgenommen (zum 
Ganzen pag. 19 Z. 117 f.). Auf Vorhalt dieser Aussage und auf Frage, wie sie dar-

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auf komme, dass der Täter das Klebeband selbst mitgebracht habe, äusserte die 
Zivilklägerin in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, als er angefangen habe, 
sie einzubinden, habe er es aus einem Sack seiner Kleidung genommen. Er habe 
glaublich in seiner «Kutte» und in der Hose Taschen gehabt. Eine separate Tasche 
habe er nicht dabeigehabt (zum Ganzen (pag. 26 Z. 122 ff.). Auf Vorhalt, dass sie 
solches Klebeband gemäss eigenen Aussagen im Keller habe und auf Frage, ob es 
nicht möglich sei, dass es sich beim fraglichen Klebeband um jenes aus ihrem Kel-
ler gehandelt habe, schilderte sie zudem verständlich (pag. 26 Z. 128 f.): «Ja, wie 
hätte er denn dazu kommen sollen. Er war vorher nicht unten im Keller.». In der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte sie schliesslich, sie gehe nicht davon 
aus, dass sich in ihrem Gartenhäuschen Klebeband befunden habe resp. befinde, 
wie der Beschuldigte behaupte. Ausserdem sei dieses Gartenhäuschen stets ver-
schlossen und auch nie aufgebrochen worden (zum Ganzen pag. 400 Z. 23 ff., 
Z. 36 und Z. 45 ff. sowie pag. 401 Z. 22 ff. und Z. 28 ff.). Dies bestätigte im Übrigen 
auch ihr Sohn H.________ (pag. 43 Z. 205 f.). Ferner findet sich in den Akten kein 
dahingehender Hinweis resp. beispielsweise kein polizeilicher Nachtrag, wonach 
die Zivilklägerin der Polizei nach dem Vorfall gemeldet hätte, dass ihr Gartenhäu-
schen aufgebrochen und ihr daraus Gegenstände entwendet worden seien. Insge-
samt äusserte die Zivilklägerin mithin konstant, nachvollziehbar und widerspruchs-
frei, der Täter habe das Klebeband selbst mitgebracht. 

Dafür spricht des Weiteren auch der Umstand, dass die Täterschaft – wie alle Par-
teien annahmen – geplant handelte. Sie stand, kaum nachdem die Zivilklägerin die 
Terrassentüre zum Lüften geöffnet hatte, im Juni mit einer Maske oder einem Hals-
tuch vermummt sowie mit Handschuhen ausgerüstet in der Küche der Zivilklägerin 
und überwältigte sowie fesselte diese. Dass die planmässig handelnde Täterschaft 
ausgerechnet das Fesselungswerkzeug vergisst, obwohl sie damit rechnen muss, 
dass die Zivilklägerin zuhause ist – sie wartete ja darauf, dass die Zivilklägerin die 
Terrassentüre öffnet, um so ins Haus zu gelangen – ist unrealistisch. Zudem hätte 
die Täterschaft nach dem von der Zivilklägerin glaubhaft geschilderten Ablauf – der 
Täter sei reingekommen, sofort auf sie losgegangen, habe ihr die Nase und den 
Mund zugehalten, das Klebeband hervorgenommen und sie gefesselt (vgl. u.a. 
pag. 17 Z. 37 ff.) – gar keine Zeit gehabt, um das Klebeband nach dem Eintreten 
und vor dem Fesseln der Zivilklägerin irgendwo im Haus, namentlich im Keller, zu 
suchen. Die Variante, dass die Täterschaft das Klebeband kurz vor dem Überfall 
aus dem Gartenhäuschen entwendete und die Zivilklägerin anschliessend damit 
fesselte, ist schliesslich zwar theoretisch möglich, angesichts der Gesamtumstände 
aber höchst unwahrscheinlich. Zum einen befand sich gemäss den glaubhaften 
Aussagen der Zivilklägerin wohl kein solches Klebeband im Gartenhäuschen. Zum 
anderen war resp. ist dieses – wie sowohl die Zivilklägerin als auch deren Sohn 
glaubhaft schilderten – stets verschlossen und wurde auch nicht aufgebrochen, 
womit kurz vor dem Vorfall auch keine Gegenstände daraus behändigt werden 
konnten. Schliesslich erscheint es schlicht lebensfremd, dass die planmässig han-
delnde Täterschaft vor dem Eindringen ins Haus der Zivilklägerin bemerkte, dass 
sie das Fesselungswerkzeug vergass, danach aus dem stets verschlossenen, nicht 
aufgebrochenen Gartenhäuschen ein Klebeband, auf welchem sich ausgerechnet 
bereits die DNA des Beschuldigten befand, entwendete, dieses anschliessend in 

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der Jacken- oder Hosentasche verstaute, um es sogleich als Fesselungswerkzeug 
wieder herauszunehmen. Ferner sprechen auch die Aussage des Beschuldigten 
gegen diese unwahrscheinliche Variante, erklärte er – wie die Generalstaatsan-
waltschaft zurecht vorbrachte – doch, er habe das Klebeband weggeworfen, nach-
dem er es für die Malerarbeiten auf dem Balkon gebraucht habe (pag. 376 Z. 14 f. 
und Z. 19 f.). 

In Würdigung dieser Ausführungen ist für die Kammer erstellt, dass die Täterschaft 
das Klebeband selbst an den Tatort mitbrachte, um die Zivilklägerin damit zu fes-
seln. Dass nach dem Vorfall nicht kontrolliert wurde, ob sich im Keller und/oder im 
Gartenhäuschen der Zivilklägerin Klebeband befand, wie die Verteidigung monier-
te, ändert daran nichts. Schliesslich wäre es unerheblich, wenn an diesen Orten 
Klebeband gefunden worden wäre, ist es einerseits doch möglich, dass an ver-
schiedenen Orten Klebeband aufbewahrt wird und andererseits kaum anzuneh-
men, dass die Täterschaft das von ihr in den Gegenständen der Zivilklägerin 
behändigte und zum Fesseln derselben verwendete Klebeband nach dem Überfall 
wieder verräumt hätte. 

9.3.4 Zur Frage, wann das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebeband mit der DNA 
des Beschuldigten an den Fundort gelangte

Der Beschuldigte macht wie erwähnt geltend, das im Obergeschoss sichergestellte 
Klebeband mit seiner DNA stamme noch aus der Zeit, als er im Sommer 2017 Ar-
beiten für die Zivilklägerin verrichtet resp. insbesondere deren Balkon gestrichen 
habe (u.a. pag. 794 Z. 33 ff.). Dagegen sprechen allerdings bereits die Umstände, 
dass die nach dem Vorfall sichergestellten Klebebandstücke erwiesenermassen 
zusammengehören resp. sich unmittelbar nebeneinander auf derselben Klebeban-
drolle befanden und dieselben Fasern enthielten (siehe E. 9.3.1 oben) sowie die 
Tatsache, dass die Täterschaft das Klebeband am Tattag nachweislich selbst an 
den Tatort mitbrachte (siehe E. 9.3.3 oben).

Sodann legen der Fundort und die Fundsituation des fraglichen Klebebandstückes 
(vgl. dazu die Fotos auf pag. 82 f.) nahe, dass dieses am 11. Juni 2019 bzw. im 
Tatzeitpunkt ins 4. Zimmer des 1. Obergeschosses gelangte. Gemäss den akten-
kundigen Fotos befand sich das Klebebandstück zusammengeknüllt am Boden un-
ter einer herausgezogenen, ebenfalls am Boden liegenden Schublade. Es klebte 
mithin nicht unter der Schublade an dieser fest, sondern befand sich lose auf dem 
Spannteppich. Dass das Klebebandstück seit zwei Jahren so dort lag, ist nicht an-
zunehmen, zumal gestützt auf das Foto auf pagina 80, das ein sehr ordentliches 
Wohnzimmer zeigt, davon auszugehen ist, dass das Haus der Zivilklägerin regel-
mässig aufgeräumt und geputzt wird. Ferner machte auch der Beschuldigte nicht 
geltend, die Zivilklägerin sei eine unordentliche Person. 

Im Weiteren erklärte der Beschuldigte – wie die Generalstaatsanwaltschaft zurecht 
ausführte –, er sei im Jahr 2017 jeweils über das Badezimmer auf den Balkon ge-
langt, um diesen zu streichen (pag. 373 Z. 20). Beim verwüsteten Zimmer, in dem 
das Klebebandstück gefunden wurde, handelt es sich indes zweifellos nicht um ein 
Badezimmer (vgl. pag. 82). Weiter handelt es sich dabei auch nicht um das Schlaf-
zimmer der Zivilklägerin, vor dem sich der Balkon offenbar befand, welcher der Be-

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schuldigte gestrichen hat. Schliesslich verfügt das Schlafzimmer über eine Bal-
kontüre (vgl. pag. 18 Z. 70 f.), das verwüstete, in den Akten stets als «4. Zimmer im 
1. OG» – mithin nicht als Schlafzimmer – bezeichnete Zimmer enthält jedoch nur 
ein Fenster (vgl. dazu das Foto auf pag. 82). Daher und weil der Beschuldigte im 
Sommer 2017 offenbar nur wegen der besagten Malerarbeiten am Balkon im 
Obergeschoss war, ist nicht erklärbar, wie das sichergestellte Klebeband ins fragli-
che 4. Zimmer gekommen sein soll, wenn nicht am Tattag, als die Täterschaft es 
nach Wertgegenständen durchsuchte, nachdem sie die Zivilklägerin mit Klebeband 
derselben Rolle gefesselt hatte. 

Im Übrigen ist unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte bei seinen Malerarbeiten 
im Jahr 2017, wie er behauptet, das sichergestellte Klebeband verwendete. Einer-
seits macht es schlicht keinen Sinn, dafür das stark anhaftende, braune Klebeband 
und nicht das dafür geeignete Malerband zu brauchen. Andererseits erklärte auch 
die Zivilklägerin glaubhaft, der Beschuldigte habe zum Malen Maler- und nicht 
braunes Klebeband verwendet (pag. 27 Z. 141 f.). Schliesslich machte der Be-
schuldigte in diesem Zusammenhang widersprüchliche Angaben, indem er in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte, er habe das braune Klebeband bei 
seinen Malerarbeiten zum Abkleben der Eisenstangen verwendet (pag. 376 Z. 15), 
und in der Berufungsverhandlung äusserte, er habe es zum Abdecken bzw. Abkle-
ben des Bodens gebraucht (pag. 795 Z. 28). 

Insgesamt erscheint es entgegen der Ansicht des Beschuldigten und der Verteidi-
gung daher höchst unlogisch, lebensfremd und unwahrscheinlich, dass der Be-
schuldigte das sichergestellte Klebeband bei seinen Malerarbeiten im Jahr 2017 
benutzte und es sich deshalb noch zwei Jahre später in einem Zimmer – in dem er 
im Zusammenhang mit diesen Arbeiten nota bene gar nie war – lose und zusam-
mengeknüllt unter einer herausgezogenen, am Boden liegenden Schublade be-
fand. Für die Kammer ist in Würdigung der voranstehenden Ausführungen im Ge-
genteil vielmehr erstellt, dass das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebebands-
tück mit der DNA des Beschuldigten anlässlich der Tat durch die Täterschaft an 
den Fundort gelangte. 

9.4 Zwischenfazit und weitere Indizien, die für die Täterschaft des Beschuldigten spre-
chen

Nach den voranstehenden Ausführungen ist erwiesen, dass die Täterschaft das 
Klebeband, mit dem die Zivilklägerin gefesselt wurde, am Tattag selbst mitbrachte. 
Weiter ist erstellt, dass das im 1. Obergeschoss sichergestellte Klebebandstück mit 
der DNA des Beschuldigten von derselben Klebebandrolle stammt wie dasjenige, 
mit dem die Zivilklägerin gefesselt wurde, und anlässlich der Tat an den Fundort 
gelangte. Bereits aufgrund dieser Umstände existiert grundsätzlich keine realisti-
sche Alternative, wie das Klebebandstück mit der DNA des Beschuldigten an den 
Fundort kam, ohne dass der Beschuldigte der Täter ist. Weiter untermauern fol-
gende Indizien, dass die DNA des Beschuldigten auf das besagte Klebebandstück 
gelangte, weil er der Täter ist:

Zunächst ist gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Zivilklägerin davon auszu-
gehen, dass die Täterschaft die Räumlichkeiten kannte. Anders wäre nicht zu er-

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klären, dass sie zielgerichtet eine Schere aus einer Schublade behändigte (pag. 18 
Z. 104 f. und pag. 25 Z. 86 f.; ferner pag. 20 Z. 200 f.) und anschliessend zielstre-
big in das obere Stockwerk in denjenigen Raum ging, in dem sich früher die Scha-
tulle mit dem Bargeld der Zivilklägerin befand (pag. 25 Z. 89 und pag. 26 Z. 111; 
ferner pag. 20 Z. 198 f., pag. 24 Z. 52 f. und pag. 26 Z. 118). Zudem legen die von 
der Zivilklägerin geschilderten Umstände, wonach der Täter ihr stets die Augen zu-
gehalten und kein Wort gesprochen habe (u.a. pag. 17 Z. 41 und pag. 18 Z. 92), 
nahe, dass es sich bei der Täterschaft um eine der Zivilklägerin bekannte Person 
handelt. Eine der Zivilklägerin unbekannte Täterschaft hätte dieser nämlich weder 
die Augen zuhalten noch schweigen müssen, hätte die Zivilklägerin sie aufgrund ih-
rer Vermummung (vgl. pag. 18 Z. 85) doch nicht erkannt. Der Beschuldigte kannte 
bekanntlich sowohl die Räumlichkeiten und Gegebenheiten vor Ort als auch die Zi-
vilklägerin. Zudem war ihm klar, dass deren Haus über eine Alarmanlage verfügt 
(vgl. pag. 54 Z. 144 ff.), und es somit unter Umständen risikoreicher wäre, ins Haus 
zu gelangen, wenn die Zivilklägerin nicht zuhause ist. Zwar kennen neben dem Be-
schuldigten noch andere Personen, insbesondere die nahen Verwandten der Zivil-
klägerin, dieselbe und die Gegebenheiten vor Ort. Jedoch spricht dieser Aspekt 
nicht gegen die Täterschaft des Beschuldigten, zumal es keine Hinweise dafür gibt, 
dass die Tat von einem Familienmitglied der Zivilklägerin verübt wurde. 

Des Weiteren passt das von der Zivilklägerin beschriebene Signalement der Täter-
schaft, insbesondere die von ihr genannte Grösse, Statur und Augenfarbe 
(vgl. pag. 18 Z. 86 und pag. 403 Z. 25 f.; ferner pag. 25 Z. 69 und pag. 395 Z. 22) 
zum Beschuldigten. Ferner legt die Tatsache, dass der Beschuldigte im Som-
mer 2019 gemäss den übereinstimmenden, glaubhaften Aussagen der Zivilklägerin 
(pag. 21 Z. 218 ff. und pag. 26 Z. 113 f.) und deren Sohn (pag. 43 Z. 177 f.) erneut 
bei der Zivilklägerin arbeiten wollte, seine Täterschaft nahe, hatte er im Tatzeit-
punkt doch zumindest einen finanziellen Engpass und damit – entgegen der An-
sicht der Verteidigung – ein Motiv. 

Schliesslich benötigt es zum Öffnen der abgeschlossenen Küchen-Terrassentüre 
gemäss den Aussagen der Zivilklägerin einen Trick (pag. 17 f. Z. 57 ff. und 
pag. 398 Z. 21 ff. sowie Z. 31 ff.). Im Tatzeitpunkt war diese Küchen-Terrassentüre 
laut der überzeugenden Schilderung der Zivilklägerin abgeschlossen (pag. 399 
Z. 3 ff.) und die Täterschaft konnte das Haus nicht dadurch verlassen (pag. 17 f. 
Z. 55 ff.). Dies legt nahe, dass die Täterschaft den besagten Trick nicht kannte, 
was indes nicht per se dafür spricht, dass der Beschuldigte der Täter ist, zumal 
wohl auch ein anderer Täter resp. eine andere Täterin den Trick nicht gekannt hät-
te. Auffallend und interessant ist jedoch, dass der Beschuldigte in der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung vorgab, den besagten Trick zu kennen (vgl. pag. 374 
Z. 39 ff.) – was angesichts dessen, dass bereits aktenkundig war, dass es zum 
Öffnen der Türe einen Trick benötigt, nicht erstaunt –, er ihn in der Folge entgegen 
der Ansicht der Verteidigung aber nicht richtig beschreiben konnte (vgl. pag. 375 
Z. 3 ff.), mithin – mit dem vermeintlichen Kennen des Tricks – erneut erfolglos ver-
suchte, seine Unschuld zu beweisen.

Zusammengefasst sprechen neben den glaubhaften Aussagen der Zivilklägerin 
und der am Tatort sichergestellten DNA des Beschuldigten somit zahlreiche weite-

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re Faktoren für die Täterschaft des Beschuldigten. Damit bleibt im Folgenden zu 
klären, ob dessen Aussagen etwas an diesem Ergebnis zu ändern vermögen und 
er für den Tattag, wie er behauptet, ein Alibi hatte.

9.5 Aussagen des Beschuldigten und angebliches Alibi

Der Beschuldigte wurde fünfmal – konkret am 9. Februar 2021, mithin 1.75 Jahre 
nach dem Vorfall polizeilich als Auskunftsperson (pag. 45 ff.), am 22. Juni 2021 po-
lizeilich als beschuldigte Person (50 ff.), am 7. Dezember 2021 durch die Staats-
anwaltschaft (pag. 60 ff.), am 13. Dezember 2023 durch die Vorinstanz (pag. 369 ff. 
und pag. 406 ff.) und am 8. Mai 2025 in der Berufungsverhandlung (pag. 788 ff.) – 
befragt. Die Vorinstanz würdigte seine Aussagen wie folgt (S. 36 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 499 ff.):

Den Aussagen des Beschuldigten sind zahlreiche Lügensignale und Schutzbehauptungen zu ent-
nehmen. 

[…]

Gemäss den Aussagen des Beschuldigten habe er diese Klebebandrolle im Jahre 2017 beim Haus 
der Privatklägerin zurückgelassen bzw. in einem Schrank hinter dem Haus deponiert. 

[…]

Der Beschuldigte bestreitet die Tat […] vehement und beteuerte, an diesem Tag in München gewesen 
zu sein. Es stellt sich folglich die Frage, ob dessen Aussagen und Argumente so stark überzeugen, 
dass eine der weniger plausiblen Erklärungen für die DNA-Spuren und das Passstück der Klebeband-
rolle in den Vordergrund rückt. Mit diesen Fragen hat sich das Gericht intensiv auseinandergesetzt.

Anlässlich der Analyse der Aussagen des Beschuldigten, welcher mehrfach zu den ihm vorgehaltenen 
Vorwürfen befragt worden ist, konnte das Gericht feststellen, dass dieser in wichtigen Punkten wider-
sprüchlich oder unlogisch ausgesagt hat. Auch überzeugen seine Entlastungsbeweise nicht, was 
nachfolgend aufgezeigt wird.

Zunächst beteuerte der Beschuldigte, im Jahre 2017 nie im Haus der Privatklägerin drin gewesen zu 
sein, schon gar nicht im ersten Stock, sondern höchstens in der Küche fürs Essen oder für einen Kaf-
fee. In den späteren Einvernahmen räumte dieser jedoch ein, auch im oberen Stock bzw. im ganzen 
Haus gewesen zu sein. Dies erscheint insofern logisch und nachvollziehbar, hatte er doch den oberen 
Balkon neu gestrichen. Die neuen Aussagen, wonach er im ganzen Haus gewesen sei, hat er getätigt, 
nachdem er hat zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Aussagen von H.________ und jene der Pri-
vatklägerin nicht mit seinen eigenen übereinstimmen. Der Beschuldigte passte seine Aussagen folg-
lich dem ihm bekannten Ermittlungsstand an. Sodann erschliesst sich dem Gericht nicht, aus wel-
chem Grund sich der Beschuldigte offenbar Unwahrheiten bediente, wenn er, wie von ihm behauptet, 
für die Tat tatsächlich nicht infrage kommt. So erscheinen seine Erklärungsversuche nicht logisch, 
wonach er zwar in der Küche – wo nota bene die Fesselung stattgefunden hat und somit auch DNA-
Spuren vorhanden sein könnten – gewesen sei, nicht jedoch im restlichen Teil des Hauses. Diese 
Aussagen sind somit widersprüchlich, unglaubhaft und als blosse Schutzbehauptungen zu werten.

In seiner ersten Einvernahme hat der Beschuldige als Grund, warum er die Tat nicht begangen haben 
könne, erklärt, nicht einmal gewusst zu haben, dass die Privatklägerin noch lebe. Vielmehr habe er 
gedacht, sie sei inzwischen verstorben. Dem ist zu entgegen, dass er zumindest bis zum Raubüberfall 
eng mit deren Sohn, H.________, befreundet gewesen ist und mit diesem in regelmässigem Kontakt 

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gestanden hat. Damit ist es kaum denkbar, dass er nicht gewusst hat, dass die Privatklägerin weiter-
hin in ihrem Haus lebt. Auch hier liegt folglich eine Schutzbehauptung vor, um den Eindruck zu vermit-
teln, er könne gar nicht der Täter gewesen sein, weil er damals davon ausgegangen sei, die Privat-
klägerin sei verstorben. Sowohl diese als auch ihr Sohn haben ausgesagt, dass sich der Beschuldigte 
im Sommer 2019 erkundigt hat, ob er im Haus der Privatklägerin wieder Arbeiten ausführen dürfe. 
Diese Aussagen erachtet das Gericht als überzeugend. Der Beschuldigte bestritt diese indessen mit 
dem Hinweis, er habe damals gar keine Zeit dafür gehabt – was wiederum nicht mit seinen Aussagen 
übereinstimmt, wonach er die Privatklägerin für bereits verstorben gehalten hat. Wäre dies der Fall 
gewesen, hätte er erneut darauf hinweisen können, statt mangelnde Zeit zu erwähnen. Sodann war er 
wie den objektiven Beweismitteln entnommen werden kann, im Frühjahr und Sommer 2019 auf Ar-
beitssuche und hat sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Auch hier liegt folglich erneut ein 
Versuch vor, von seinem Interesse an der Privatklägerin bzw. deren Vermögenswerten abzulenken.

Anlässlich der zweiten Einvernahme sagte der Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Klebeband 
aus, er habe die Gegenstände, die er zum Malen gebraucht habe, in einem Schrank in der Garage 
versorgt. In den späteren Einvernahmen erklärte er, die Malersachen in einem Schrank hinter dem 
Haus deponiert zu haben. Auch da passte er seine Aussagen dem ihm bekannt gewordenen Ermitt-
lungsstand an: Die Privatklägerin hatte in der Zwischenzeit ausgesagt, dass es in der Garage gar kei-
nen Schrank gäbe und H.________ erwähnte einen Schrank hinter dem Haus. Auch hier liegt eine 
Schutzbehauptung des Beschuldigten vor.

Weiter hat der Beschuldigte geltend gemacht, im Winter und Frühjahr des Jahres 2019 zwecks Ar-
beitssuche noch in der Schweiz gewesen zu sein. Mangels Erfolg sei er zu seiner Schwester nach 
Deutschland gegangen, habe bei dieser gewohnt und sich mit Chauffeurarbeiten und mit seinem 
Schwager bei Trockenbauarbeiten über Wasser gehalten. Nach April 2019 sei er erst im Oktober 
2019 in die Schweiz zurückgekehrt. Andere Male hat er jedoch erklärt, bereits im September 2019 in 
die Schweiz zurückgekommen zu sein. Allerdings ist den Akten ein zwischen dem Beschuldigten und 
der N.________ (AG) abgeschlossener Arbeitsvertrag vom 30. August 2019 zu entnehmen, welcher 
am 30. August 2019 unterzeichnet worden ist. Offensichtlich weilte der Beschuldigte damit bereits vor 
dem 1. September bzw. vor Oktober 2019 wieder in der Schweiz. Dessen ungeachtet war er auch 
damals bereits mit seiner aktuellen Lebenspartnerin liiert, was es umso wahrscheinlicher erscheinen 
lässt, dass er ihr bisweilen in der Schweiz einen Besuch abgestattet hat. Wenig plausibel erscheint 
dem Gericht jedenfalls, dass er in der Zeit ab April bis September 2019 nie bei dieser in der Schweiz 
gewesen ist.

Der Beschuldigte führte sodann aus, nicht der Täter gewesen sein zu können, weil er den Trick zum 
Öffnen der Terrassentüre in der Küche kenne, wohingegen der Täter es offenbar nicht geschafft habe, 
diese zu öffnen. Nach dem Trick gefragt, hat er beschrieben, wie sich diese Terrassentüre öffnen lies-
se und dabei zweifelsfrei erwidert, dass der Trick auch dann benötigt werde, wenn die Türe nicht mit 
einem Schlüssel verschlossen sei. Die Privatklägerin hingegen hat ebenso klar ausgeführt, dass für 
das Öffnen der Terrassentüre in der Küche kein Trick benötigt werden, wenn diese nicht mit Schlüssel 
geschlossen sei. Auch hier liegt erneut ein offensichtlicher Widerspruch vor und das Gericht erachtet 
es als erstellt, dass der Beschuldigte – identisch mit dem Täter vom 11. Juni 2019 – eben gerade 
nicht wusste, wie sich die verschlossene Terrassentüre öffnen lässt.

Sonderbar erscheint dem Gericht sodann die Tatsache, dass sich der Beschuldigte kurz vor dem ers-
ten Hauptverhandlungstermin plötzlich daran erinnert haben will, vom 9. bis 13. Juni 2019 in München 
im Tattoostudio «O.________» Bodenbeläge herausgerissen und eine neue Zwischenwand aufgezo-
gen zu haben. Insbesondere sei er auch am 11. Juni 2019 in München mit diesen Arbeiten beschäftigt 

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gewesen. Auf Frage anlässlich der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte ergänzend aus, er ha-
be den Plattenboden im ganzen Studio herausgespitzt. Auf explizite Frage bestätigte dieser, es sei 
um einen Plattenboden gegangen, welchen er herausgespitzt habe, nicht um einen Parkett- bzw. 
Holzboden. Die Hauptarbeit sei zudem das Herausspitzen des Plattenbodens gewesen, nicht das 
Aufziehen der neuen Wand. Wie der Würdigung der Aussagen von I.________ gemäss Ziff. II.2.4.2.4. 
hiervor entnommen werden kann, ist das Gericht überzeugt, dass der Beschuldigte im Juni 2019 bei 
keinem Umbau des Tattoostudios «O.________» in München mitgeholfen hat bzw. im Juni 2019 gar 
kein Umbau stattgefunden hat. Eine solche Schlussfolgerung wird sodann auch durch die wider-
sprüchlichen Aussagen des Beschuldigten untermauert. Diese sind unglaubhaft und stellen – wie jene 
von I.________ – erfolglose Versuche des Beschuldigten dar, sich ein Alibi für den Tatzeitraum zu 
verschaffen.

Zusammenfassend erachtet das Gericht die Aussagen des Beschuldigten folglich als nicht glaubhaft, 
weshalb auf diese nicht abzustellen ist.

Die Kammer kann sich diesen vorinstanzlichen Erwägungen nach eigens vorge-
nommener Würdigung der Aussagen des Beschuldigten vollumfänglich anschlies-
sen. 

Zu ergänzen resp. teilweise zu präzisieren und zu wiederholen ist, dass der Be-
schuldigte mehrfach widersprüchlich aussagte und seine Angaben – wie die Vorin-
stanz zurecht festhielt – stets dem Ermittlungsstand anpasste. So gab er zunächst 
an, er habe nur Arbeiten ausserhalb des Hauses der Zivilklägerin ausgeführt und 
sei im Haus nur in der Küche gewesen, um Kaffee zu trinken (pag. 48 Z. 107 und 
pag. 53 Z. 82 f.). Als er wenig später gefragt wurde, ob er jemals im 1. Oberge-
schoss des Hauses der Zivilklägerin gewesen sei und damit konfrontiert wurde, 
dass ab einem sichergestellten Klebebandstück seine DNA gesichert worden sei, 
räumte er plötzlich ein, als die Zivilklägerin einmal im Spital gewesen sei, sei die 
Alarmanlage ihres Hauses losgegangen, und da sei er mit H.________ hingegan-
gen und sie hätten gemeinsam das ganze Haus durchsucht. Er habe damals das 
erste und letzte Mal das ganze Haus betreten. Dies sei gewesen, bevor er im 
Sommer 2017 Arbeiten für die Zivilklägerin verrichtet habe (zum Ganzen pag. 54 
Z. 143 ff. und pag. 61 Z. 35 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er 
schliesslich aus, er sei jeweils über das Badezimmer im 1. Obergeschoss auf den 
Balkon gelangt, als er diesen im Jahr 2017 gestrichen habe (pag. 373 Z. 20). Wei-
ter behauptete der Beschuldigte zunächst, er habe die Gegenstände, die er zum 
Malen gebraucht habe, in einem Schrank in der Garage versorgt (pag. 53 
Z. 124 ff.), ehe er in der nächsten Einvernahme – nachdem die Zivilklägerin ausge-
sagt hatte, sie habe keinen Schrank in der Garage (pag. 27 Z. 141 f.) – erklärte, er 
habe sämtliches Material in einem kleinen Schrank hinter dem Haus im Garten de-
poniert (pag. 63 Z. 111 f.). Angesprochen auf diesen Widerspruch äusserte er so-
dann ausweichend und wahrheitswidrig, er habe nie ausgesagt, der Schrank befin-
de sich in der Garage, sondern lediglich erwähnt, das Material, also die Farbkübel, 
befänden sich in der Garage (pag. 375 Z. 42 ff.). Auch betreffend die Verwendung 
des braunen Klebebandes für die Malerarbeiten am Balkon im Obergeschoss 
machte der Beschuldigte divergierende und unlogische Angaben. So behauptete er 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wie erwähnt, er habe das Klebeband zur 
Abdeckung der Eisenstangen am Balkon gebraucht (pag. 376 Z. 15). In der Beru-

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fungsverhandlung erklärte er demgegenüber, er habe damit den Boden resp. den 
Zement abgedeckt (pag. 795 Z. 28). Weiter beteuerte er in seiner ersten Einver-
nahme, im Haus der Zivilklägerin würden viele Menschen verkehren (pag. 49 
Z. 158 f.), während er in der Berufungsverhandlung sagte, die Zivilklägerin lebe al-
lein und erhalte praktisch keinen Besuch. Sie sei eine «korrekte» Person und wolle 
nicht viel Besuch (zum Ganzen pag. 794 f. Z. 43 ff.). Schliesslich gab der Beschul-
digte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erwiesenermassen wahrheitswidrig 
an, ausserhalb der Schweiz noch nie in ein Strafverfahren verwickelt gewesen zu 
sein (pag. 410 Z. 17), und als er in der Berufungsverhandlung mit dieser Falsch-
aussage konfrontiert wurde, behauptete er ausweichend, er sei nie präzise gefragt 
worden, ob es im Ausland Verfahren gegen ihn gebe (pag. 790 Z. 35 f.); eventuell 
habe er die Frage auch nicht richtig verstanden (pag. 790 Z. 39 f.). Im Übrigen wi-
dersprach er sich insbesondere in Bezug auf die Frage, wie es dazu gekommen 
sei, dass er von I.________ Dokumente erhalten habe, die seine vermeintliche 
Anwesenheit in dessen Tätowierstudio im Tatzeitpunkt belegen sollten. In der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung erklärte er diesbezüglich, er habe I.________ ge-
fragt, wann sie die Umbauarbeiten gemacht hätten, worauf dieser im Computer 
nachgeschaut und ihm dann «den Plan» geschickt habe (pag. 372 Z. 15 ff.). In der 
Berufungsverhandlung gab er demgegenüber an, I.________ habe ihn auf den 
Umbau aufmerksam gemacht, als er diesem von seinen Problemen in der Schweiz 
erzählt habe (pag. 796 Z. 5 ff.; ferner pag. 795 Z. 37 ff.). 

Insgesamt äusserte sich der Beschuldigte mithin mehrfach widersprüchlich. Da er 
erstmals fast zwei Jahre nach dem Vorfall befragt wurde, sind Erinnerungslücken 
verständlich und ist nachvollziehbar, dass er nicht gleich detailliert aussagen konn-
te wie eine Person, die unmittelbar nach einem Ereignis befragt wurde resp. wird. 
Auffallend ist indes, dass der Beschuldigte gerade nicht Erinnerungslücken ein-
räumte und anschliessend versuchte, gewisse Umstände herzuleiten, wie es ande-
re Personen tun würden, die erstmals nach so langer Zeit befragt würden. Er gab 
im Gegenteil vielmehr vor, sich noch genau an etwas zu erinnern, und machte an-
schliessend widersprüchliche Angaben. Der Grund für die zahlreichen Ungereimt-
heiten ist entgegen der Ansicht der Verteidigung mithin nicht der Zeitablauf, son-
dern der Umstand, dass der Beschuldigte etwas erzählte, das so nie stattfand. 

Weiter fällt bei der Analyse seiner Aussagen auf, dass er teilweise sehr spezielle, 
nicht nachvollziehbare und ausweichende Aussagen machte. So erklärte er in der 
ersten Einvernahme beispielsweise, er kenne den Sohn der Zivilklägerin seit 
30 Jahren (pag. 46 Z. 50) und sie hätten nach wie vor ein gutes Verhältnis (pag. 47 
Z. 69). Als er kurz darauf gefragt wurde, wann er letztmals bei der Zivilklägerin im 
Haus gewesen sei, gab er an, das sei im Juli 2017 gewesen, seither habe er die 
Zivilklägerin nicht mehr gesehen, er habe gedacht, sie sei gestorben (pag. 48 
Z. 115). Diese Aussage erstaunt, hätte der Beschuldigte aufgrund seines engen 
Verhältnisses zum Sohn der Zivilklägerin höchstwahrscheinlich doch erfahren, 
wenn diese verstorben wäre. Auf Vorhalt, dass sich die Zivilklägerin am 11. Ju-
ni 2019 telefonisch bei der Polizei gemeldet und angegeben habe, ausgeraubt 
worden zu sein, und auf Frage, was er dazu sage, erklärte der Beschuldigte so-
dann (pag. 48 Z. 123): «Nichts. Das interessiert mich nicht.». Und als er daraufhin 
gefragt wurde, was er am 11. Juni 2019 getan habe, äusserte er, er sei in Deutsch-

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land gewesen. Sowas mache er nicht. Er sei ein Ex-Sportler (zum Ganzen pag. 48 
Z. 126). Weiter behauptete er zusammenhangslos, die Zivilklägerin habe im Spital 
einen Liebhaber gehabt, der Geld von ihr kriege und er wisse nicht, weshalb er 
vorgeladen worden sei (pag. 49 Z. 160 f.). Als er erneut damit konfrontiert wurde, 
dass seine DNA am Tatort gefunden worden sei, fragte er schliesslich, ob diese im 
Haus oder auf der Zivilklägerin gefunden worden sei (pag. 53 Z. 92). Sollte seine 
DNA ab den Gegenständen, die er zum Malen gebraucht habe, gesichert worden 
sein, dann sei ihm dies egal. Sollte sie auf der Zivilklägerin gefunden worden sein, 
dann sei er schuldig (zum Ganzen pag. 53 Z. 126 f.). Diese nicht von Mitgefühl 
zeugenden, unlogischen Antworten und Aussagen stellen Schutzbehauptungen dar 
und sprechen gegen die Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschuldigten. 

Nicht überzeugend sind schliesslich auch seine Aussagen zum vermeintlichen Ali-
bi:

So mutet zunächst seltsam an, dass der Beschuldigte in seiner ersten Einvernah-
me seine Schwester und seinen Schwager als mögliches Alibi nannte (vgl. pag. 48 
Z. 126 ff.), aber weder er noch seine Schwester belegen konnten, dass er sich in 
der fraglichen Zeit in Deutschland aufhielt. Seine Schwester erklärte gegenüber 
dem sie anrufenden Polizisten zwar, der Beschuldigte sei vom 1. Mai 2019 bis En-
de Oktober 2019 bei ihr und ihrem Ehemann in München gewesen. Allerdings 
räumte sie auch ein, sie könne dies nicht mit Fotos oder Dokumenten belegen und 
der Beschuldigte habe sie vorgängig informiert, dass er ihre Nummer der Polizei 
gegeben habe (zum Ganzen pag. 12). Dass diese telefonische Aussage der 
Schwester dem Beschuldigten – auch wenn er sich von Frühling bis Herbst 2019 
teilweise in München aufgehalten haben mag – kein genügendes Alibi verschafft, 
bedarf keiner weiteren Ausführungen. 

Kurz vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung resp. vier Jahre nach dem Vorfall 
behauptete der Beschuldigte sodann, er habe im Tatzeitpunkt in München Arbeiten 
für I.________ ausgeführt resp. diesem beim Umbau seines Tätowierstudios gehol-
fen (vgl. u.a. pag. 297 ff.). Diese Aussage ist bereits aufgrund ihrer Entstehungsge-
schichte fragwürdig. Einerseits äusserte sich der Beschuldigte wie erwähnt erst-
mals kurz vor der Hauptverhandlung entsprechend. Andererseits erwähnte er zuvor 
andere Gelegenheitsjobs, die er in der Tatzeit ausgeübt haben will, indem er bei-
spielsweise angab, er habe im Jahr 2019 in München als Securitas, Chauffeur und 
mit seinem Cousin im Trockenbau gearbeitet (pag. 62 Z. 63). Es mag zwar sein, 
dass er in der ersten Einvernahme rund zwei Jahre nach dem Vorfall nicht mehr 
genau wusste, was er im Juni 2019 arbeitete. Allerdings wäre zu erwarten gewe-
sen, dass er dies zu rekonstruieren versucht hätte, unmittelbar nachdem er erfuhr, 
dass – seines Erachtens zu Unrecht – ein Strafverfahren wegen Raubes gegen ihn 
eröffnet wurde. Schliesslich handelte es sich bei den angeblich getätigten Umbaua-
rbeiten – wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend ausführte – nicht um einen 
alltäglichen Gelegenheitsjob, zumal der Beschuldigte dafür anstelle von Lohn in 
Geld ein Tattoo erhalten haben will (u.a. pag. 370 Z. 19 ff. und Z. 26 ff. sowie 
pag. 300), weshalb damit zu rechnen gewesen wäre, dass er sich bereits in der 
ersten Einvernahme oder zumindest kurz danach an diese Arbeit erinnert hätte. 
Des Weiteren widersprechen die von ihm gemachten Aussagen bezüglich die an-

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geblich durch ihn getätigten Umbauarbeiten denjenigen des Zeugen I.________. 
So erklärte dieser, wie sich im Folgenden zeigen wird, der Beschuldigte habe ihm 
eine Wand «hochgezogen» resp. es sei beim Beschuldigten eigentlich nur darum 
gegangen, ihm die Wand gerade «hochzuziehen» (u.a. pag. 382 Z. 21 und 
Z. 26 f.), wohingegen der Beschuldigte behauptete, seine Hauptarbeit sei es gewe-
sen, sämtliche Bodenplatten wegzuspitzen (pag. 370 Z. 34, pag. 371 Z. 2 und 
pag. 377 Z. 18 ff.). Gemäss I.________ hatte es im Tätowierstudio im Juni 2019 
aber noch gar keine Bodenplatten, sondern einen Holzboden (pag. 383 Z. 13 f., 
pag. 387 Z. 33 f. und pag. 388 Z. 12), wovon auch der Facebook-Post vom 
24. April 2020 zeugt, der ein Foto des fraglichen Studios mit einem Holzboden zeigt 
(pag. 435). Ausserdem ist aufgrund des Facebook-Posts vom 5. Mai 2020 mit dem 
Titel «new studio look» und einem Bild, das einen grauen Plattenboden zeigt 
(pag. 437), davon auszugehen, dass dieser entgegen der Aussage des Beschuldig-
ten nicht im Sommer 2019, sondern im Frühling 2020 entfernt wurde. Die Aussa-
gen des Beschuldigten zu seinen angeblich für I.________ geleisteten Umbauar-
beiten überzeugen mithin nicht. Zudem wird seine Behauptung, am 11. Juni 2019 
für I.________ gearbeitet zu haben, entgegen der Ansicht der Verteidigung auch 
nicht durch die insoweit vorhandenen Beweismittel belegt:

Was den eingereichten und von I.________ am 25. Februar 2023 unterzeichneten 
Kalenderauszug des Junis 2019 angeht (pag. 301), ist zunächst festzuhalten, dass 
dieser an den Tagen vom 9. Juni 2019 (Pfingstsonntag) bis am 16. Juni 2019 ledig-
lich den Vermerk «Umbau 12:00» enthält und sich darin beispielsweise kein Hin-
weis befindet, dass auch der Beschuldigte am vermeintlichen Umbau beteiligt war. 
Sodann deckt sich die Zeitspanne des angeblichen Umbaus gemäss dem Kalende-
reintrag nicht mit der Realität, hatte das Tätowierstudio am 15. Juni 2019 doch un-
bestrittenermassen bereits wieder geöffnet und fand ein sog. «walk in day» statt 
(pag. 434 und pag. 386 Z. 12). Schliesslich ist unklar, wann der Kalendereintrag 
verfasst wurde, und allgemein bekannt, dass ein digitaler Kalender auch im Nach-
hinein bearbeitet werden kann. 

Betreffend die aktenkundige «Arbeitsbestätigung» von I.________, in der dieser 
festhielt, der Beschuldigte habe vom 9. Juni 2019 bis am 13. Juni 2019 bei Umbau-
ten an seinem Tätowierstudio in München mitgearbeitet und als Bezahlung ein Tat-
too am Bein bekommen (pag. 300), ist sodann zu erwähnen, dass diese Bestäti-
gung undatiert und eher offengehalten ist. Sie nennt lediglich eine Zeitspanne 
(9.-13. Juni 2019), was nicht heisst, dass der Beschuldigte am 11. Juni 2019 
tatsächlich Umbauarbeiten leistete. Ausserdem lässt sich weder nachvollziehen 
noch rekonstruieren, wann die besagte Bestätigung verfasst wurde. 

Was die Aussagen des erstinstanzlich als Zeugen befragten I.________ angeht, 
kann vorab schliesslich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 35 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 498 f.):

Anlässlich der Hauptverhandlung erklärte der Zeuge I.________, es habe im Juni 2019 einen Umbau 
gegeben, anlässlich welchem der Beschuldigte hauptsächlich die Gipswand hochgezogen habe. Erst 
auf explizites Nachfragen hat er erwidert, möglicherweise habe er ihm auch beim Boden geholfen, 
wobei es sich um das Herausschneiden eines Holzbodens gehandelt habe. Fliesen oder Platten habe 
er damals gar keine gehabt, daher könne es nur um einen Holzboden gegangen sein. Auf Frage er-

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wähnte I.________ zunächst, es habe nur einen einzigen Studioumbau gegeben, dies ab dem 9. Ju-
ni 2019 während etwa 10 Tagen. Das Studio sei während der gesamten Umbauzeit geschlossen ge-
wesen. Auf Vorhalt des Facebook-Posts vom 15. Juni 2019, mit welchem ein Walk-in Day für den 
15. Juni 2019 angekündigt worden ist, war er zunächst ratlos und meinte schliesslich, dann seien sie 
mit den Umbauarbeiten eben etwas früher fertig geworden. Walk-ins würden gemacht werden, wenn 
kurzfristig Termine frei würden. So müsse es gewesen sein. Auf Vorhalt von weiteren Facebook-Posts 
bzw. Bildern und Videos vom April und Mai 2020 hat I.________ einräumen müssen, dass im 
April 2020 auch ein Umbau stattgefunden habe. Im Juni 2019 seien nur der Boden im Arbeitsbereich 
hinten und die neu aufgezogene Wand gemacht worden. Da habe der Beschuldigte mitgeholfen. Im 
April 2020 habe es anschliessend einen weiteren Umbau gegeben. Da sei die Werbung neu gemacht, 
der Holzboden im Eingangsbereich herausgeschnitten und überall Fliesen verlegt worden. Hinter der 
Gipswand, welche vom Beschuldigen hochgezogen wurde, seien keine Arbeiten mehr gemacht wor-
den, dort sei der Boden ja bereits neu gewesen. Dass diese Aussage nicht der Realität entspricht, 
wird im Facebook-Video vom 24. April 2020 deutlich. In diesem ist erkennbar, dass am Boden im Be-
reich des Arbeitsplatzes hinter der neuen Wand, in welchem der Beschuldigte angeblich im Juni 2019 
den Holzboden herausgeschnitten haben soll, auch Arbeiten verrichtet wurden. So ist am Rand des 
Parketts der Absatz zum Unterlagsboden ersichtlich. Damit steht unzweideutig fest, dass der Holzbo-
den beim Arbeitsplatz hinter der Wand auch erst im April 2020 durch einen Platten- bzw. Fliesenbo-
den ersetzt worden ist.

Nach vorangehenden Ausführungen entsteht zweifelsfrei der Eindruck, dass der Zeuge I.________ 
zuerst versucht hat, dem Gericht glaubhaft zu machen, es habe im Juni 2019 einen einzigen Stu-
dioumbau gegeben, anlässlich welchem der Beschuldigte hauptsächlich die Gipswand als Abtrennung 
zum Arbeitsplatz hochgezogen habe. Zudem soll damals auch der Holzboden herausgeschnitten und 
durch einen Plattenboden ersetzt worden sei. Von einem weiteren Umbau hat er anfänglich auch auf 
Frage hin nichts wissen wollen. Erst nach Vorhalt diverser Posts, Fotos und Videos hat er sich ange-
sichts der offensichtlichen Widersprüche plötzlich «erinnert», dass im Juni 2019 nur die Wand hoch-
gezogen und der dahinterliegende Bereich mit Platten saniert worden sei. Der Rest des Bodens sei 
erst im April 2020 erneuert, mithin der Holzboden durch Plattenboden ersetzt worden.

Angesichts dieses widersprüchlichen Aussageverhaltens des Zeugens, den Unstimmigkeiten zum 
vorgehaltenen Bildmaterial, den Widersprüchen zwischen den angeblich vom Beschuldigten ausge-
führten Arbeiten – Herausschneiden des Parketts bzw. Herausspitzen von Platten – sowie dem Um-
stand, dass im Juni 2019 gemäss Facebook-Post während der Umbauzeit ein Walk-in Day durchge-
führt worden ist, ergeben sich grosse Zweifel an der Richtigkeit der Angaben von I.________. Diese 
sind unglaubhaft und stellen nach Ansicht des Gerichts missglückte Versuche dar, dem Beschuldigten 
ein Alibi für den Tatzeitraum zu verschaffen. 

Die Kammer kann sich diesen Erwägungen nach eigens vorgenommener Würdi-
gung der Aussagen von I.________ vollumfänglich anschliessen. Die Angaben von 
I.________ sind bereits in sich selbst widersprüchlich. Einmal sagte er, der Umbau 
sei viel aufwändiger gewesen als gedacht (pag. 382 Z. 15 ff. und pag. 385 Z. 43 f.). 
Wenig später, als ihm vorgehalten wurde, dass gemäss dem Facebook-Post be-
reits am 15. Juni 2019 ein «walk in day» stattgefunden habe, erklärte er, demnach 
seien sie wohl früher fertig geworden (pag. 386 Z. 11 ff.). Weiter ist unklar, ob es 
nun tatsächlich sowohl im Jahr 2019 als auch im Jahr 2020 je einen Umbau gab, 
wie I.________ behauptete. Der Umbau im Jahr 2020 ist wie hiervor erwähnt durch 
Facebook-Posts belegt (pag. 435 und pag. 437). Betreffend einen vermeintlichen 

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Umbau im Jahr 2019 wird auf der entsprechenden Facebook-Seite indessen nichts 
erwähnt. I.________ vermochte sodann nicht nachvollziehbar zu erklären, wann 
und wie oft er sein Tätowierstudio in der Vergangenheit umbaute und was dabei 
jeweils konkret geändert wurde (u.a. pag. 383 Z. 38 ff., pag. 384 Z. 12, pag. 386 
Z. 40 ff., pag. 387 Z. 2 ff., pag. 388 Z. 2 f. und Z. 15 ff., pag. 389 Z. 3 ff. und 
pag. 392 Z. 1 ff.). Weiter passte er seine Aussagen auf Vorhalt der Facebook-Posts 
wiederholt an und machte teilweise ausweichende, missverständliche Angaben 
(vgl. pag. 384 Z. 32 ff., pag. 386 Z. 8 ff. und Z. 40 ff. sowie pag. 388 Z. 39 ff.). Fer-
ner betonte er mehrfach, er müsste lügen, wenn er diese Frage beantworten müss-
te, weil er etwas nicht mehr wisse. Er könne beispielsweise nicht mehr sagen, wer 
den Boden rausgespitzt habe, wie lange der Umbau im Jahr 2019 gedauert habe 
und was genau umgebaut worden sei, zumal es schon vier Jahre her sei (zum 
Ganzen u.a. pag. 383 Z. 9 f. und pag. 385 Z. 41 ff.; ferner pag. 381 Z. 33, pag. 388 
Z. 15 f. und pag. 391 Z. 4 f.). Dass der Beschuldigte ausgerechnet am 11. Ju-
ni 2019 Umbauarbeiten für ihn tätigte, da war er sich erstaunlicherweise aber 
«ziemlich sicher», weil sie bereits am Samstag begonnen hätten und daher am 
Montag und Dienstag die meiste Arbeit angefallen sei (pag. 385 Z. 6 ff. und 
Z. 36 f.). Diese Erklärung ist allerdings insofern fragwürdig, als dass am fraglichen 
Montag Pfingstmontag war, der gemäss Google-Recherche in ganz Deutschland 
ein Feiertag ist, und I.________ zudem erklärte, am Sonntag habe wegen des 
Lärms nicht viel gearbeitet werden können resp. hätten nur leise Arbeiten verrich-
ten werden dürfen (pag. 385 Z. 7 ff.). Im Übrigen widersprechen I.________’s Aus-
sagen auch seinem Kalendereintrag. So soll der Umbau gemäss seinen Aussagen 
am Samstag begonnen haben und sie hätten jeweils um 9.00 Uhr resp. 9.30 Uhr zu 
arbeiten angefangen (pag. 384 Z. 36). Im Kalender sind ausgerechnet für diesen 
Samstag aber noch Kundentermine eingetragen und es ist wie erwähnt jeweils 
«Umbau 12:00» vermerkt (pag. 301), was einen Arbeitsbeginn um 12.00 Uhr – und 
nicht um ca. 9.00 Uhr – nahelegt. Schliesslich widersprach sich I.________ auch in 
Bezug auf die vom Beschuldigten angeblich verrichtete Arbeit. So erklärte er 
zunächst, beim Beschuldigten sei es eigentlich nur darum gegangen, die Wand ge-
rade «hochzuziehen» (pag. 382 Z. 21 und Z. 26 f.). Unmittelbar daraufhin erwähnte 
er jedoch, der Beschuldigte habe auch noch andere Arbeiten – Kleinigkeiten – aus-
geführt (pag. 382 Z. 30), und in der Folge betonte er wiederum mehrfach, beim Be-
schuldigten sei es nur um die Wand gegangen, am Boden habe er nichts gemacht 
resp. er wisse nicht, ob er am Boden auch was gemacht habe (pag. 383 Z. 28 ff., 
pag. 387 Z. 2 und pag. 388 Z. 15). Ferner divergieren I.________’s Aussagen in 
wichtigen Punkten auch denjenigen des Beschuldigten, der im Gegensatz zu 
I.________ wie erwähnt behauptete, seine Hauptarbeit bei den vermeintlichen Um-
bauarbeiten sei es gewesen, sämtliche Bodenplatten wegzuspitzen (pag. 370 
Z. 34, pag. 371 Z. 2 und pag. 377 Z. 18 ff.). Gesamthaft erweisen sich I.________’s 
Aussagen zu den vermeintlich vom Beschuldigten im Tatzeitpunkt geleisteten Um-
bauarbeiten – entgegen der Ansicht der Verteidigung – somit als unglaubhaft. Ob 
sein Tätowierstudio im Jahr 2019 effektiv umgebaut wurde, kann offenbleiben, zu-
mal für die Kammer in Würdigung der voranstehenden Ausführungen erstellt ist, 
dass der Beschuldigte an einem allfälligen Umbau nicht mitarbeite. 

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In der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte – nachdem er als Alibi 
zunächst seine Schwester und kurz vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
sodann die angeblich für I.________ geleisteten Umbauarbeiten als Alibi nannte – 
schliesslich geltend, der Sohn der Zivilklägerin, H.________, habe ebenfalls erklärt, 
dass er im Tatzeitpunkt nicht in der Schweiz gewesen sei und zu 100% nicht als 
der Täter in Frage komme (vgl. pag. 792 Z. 19 ff.). Dies trifft indessen nicht zu. 
H.________ gab in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 2. Febru-
ar 2022, mithin dreieinhalb Jahre nach dem Vorfall, als Zeuge vielmehr ehrlich und 
verständlich zu Protokoll, er sei entsetzt, dass der Beschuldigte seine Mutter aus-
geraubt haben soll. Er könne es fast nicht glauben, dass ein Mensch, mit dem er so 
viel gemacht habe, so etwas getan haben soll (zum Ganzen pag. 39 Z. 35 ff.). Wei-
ter erklärte er auf Frage, ob er angeben könne, wo sich der Beschuldigte im Juni 
2019 aufgehalten habe, nachvollziehbar und differenziert, für den Sommer könne 
er dies nicht sagen, weil er ihn (den Beschuldigten) nicht viel gesehen habe. Im 
August/September 2019 habe sich der Beschuldigte bei seiner Partnerin 
K.________ in Thun aufgehalten (zum Ganzen pag. 41 Z. 125 ff.). Beim Verlesen 
des Protokolls korrigierte er diese Aussage und erklärte, der Beschuldigte habe 
sich ca. im September 2019 bei seiner Partnerin aufgehalten (pag. 41 Z. 130). Mitte 
August 2019 habe ihn ein Polizist mitten in einer Turnlektion angerufen und gefragt, 
wer «J.________ (Spitzname von A)» sei. Da habe er dem Polizisten wohl den 
Namen des Beschuldigten genannt, damit dieser befragt werden könne. Er habe 
damals nicht gedacht, dass der Beschuldigte belangt werden könne, und sei der 
Meinung gewesen, dieser sei unschuldig. Anlässlich dieses Telefongesprächs habe 
er geäussert, der Beschuldigte sei in der fraglichen Zeit gar nicht in der Schweiz, 
sondern in Deutschland gewesen (zum Ganzen pag. 42 Z. 132 ff.). Auf Frage, 
weshalb er dies gewusst habe, führte er weiter aus (pag. 42 Z. 147 ff.): «Weil ich 
ihn nicht mehr gesehen habe und er mir sagte, dass er nach Deutschland gegan-
gen sei. Und ca. September 2019 war er wieder da, da ich ihm geholfen habe, Be-
werbungen zu schreiben.». Schliesslich räumte H.________ ein, der Beschuldigte 
sei im Jahr 2019 zeitweise in Deutschland gewesen, er könne aber nicht genau sa-
gen, von wann bis wann (pag. 42 Z. 156 f.). Dass H.________ dreieinhalb Jahre 
nach dem Vorfall nicht mehr präzise angeben konnte, wann der Beschuldigte im 
Jahr 2019 in der Schweiz resp. in Deutschland war, ist angesichts des Zeitablaufs 
verständlich. Ausserdem stellt auch ein grundsätzlicher Aufenthalt in München kein 
Hindernis dar, von Zeit zu Zeit in die Schweiz zu reisen. Eine Fahrt von München 
nach Bern dauert gemäss Google Maps rund fünf Stunden. Zudem war der Be-
schuldigte in der fraglichen Zeit unbestrittenermassen mit der in Thun wohnhaften 
K.________ liiert und es ist anzunehmen, dass er sie gelegentlich besuchte. 

Zusammenfassend erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten somit als wi-
dersprüchlich, unlogisch, ausweichend und unplausibel. Sie vermögen die über-
zeugenden Aussagen der Zivilklägerin und die für seine Täterschaft sprechenden 
Indizien nicht zu entkräften; der Beschuldigte verfügt für den Tatzeitpunkt erwiese-
nermassen über kein Alibi.

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9.6 Deliktsbetrag

Gemäss dem Nachtrag vom 18. Oktober 2019 zum Anzeigerapport wurde der Zivil-
klägerin Schmuck im Gesamtwert von CHF 1'600.00 entwendet (pag. 7 f.). Die ent-
sprechende Auflistung basiert auf den Angaben der Zivilklägerin. Sie vermochte 
keine Kaufbelege, Echtheitszertifikate oder ähnliche Dokumente einzureichen, die 
den Wert der anscheinend entwendeten Gegenstände belegen könnten 
(vgl. pag. 606). Allerdings erklärte sie nachvollziehbar, authentisch und differen-
ziert, welche Schmuckstücke ihr von wo resp. aus welchem Zimmer entwendet 
worden seien. So beschrieb sie verständlich und eindrücklich, einerseits sei der 
Schmuck, den sie im Schlafzimmer vorbereitungsweise für die Hochzeit ihrer Toch-
ter am 14. Juni 2019 hingelegt habe, fortgekommen. Andererseits habe sie «im 
mittleren Zimmer» auf dem Pult und Büchergestell verschiedene Sachen gehabt, 
die entwendet worden seien, «aber eigentlich nur so» Swarovski Geschenke ihrer 
jüngsten Tochter. Schliesslich habe es dort noch Goldketten und ein silbernes Ge-
schenk ihres ältesten Sohns gehabt, die auch weggekommen seien (zum Ganzen 
pag. 396 Z. 15 ff.). Die Zivilklägerin räumte des Weiteren von sich aus ein, was der 
Beschuldigte übersehen und glücklicherweise nicht mitgenommen habe. Sie ag-
gravierte den Vorfall mithin keineswegs und erklärte beispielsweise vielmehr, ein 
griechisches Collier und eine Armspange, die im Büchergestell «ganz hinten weg 
von den Büchern versteckt» gewesen seien, habe er zum Glück nicht gefunden 
(pag. 396 Z. 28 ff.). Zudem habe sie für die Hochzeit ein paar Sachen in einem 
kleinen Säckchen ins Necessaire getan und dort habe er auch nicht reingeschaut 
(pag. 396 Z. 30 f.). Schliesslich hätte es im Wohnzimmer noch ein Portemonnaie 
«mit ein paar 100.00 Franken» gehabt, die er» übersehen habe (pag. 396 Z. 36 f. 
und Z. 40). Damit sind auch die Aussagen der Zivilklägerin zu den ihr weggenom-
menen Schmuckstücken als glaubhaft zu qualifizieren und die Kammer erachtet es 
gestützt darauf als erwiesen, dass der Zivilklägerin am 11. Juni 2019 die von ihr 
aufgelisteten Schmuckstücke im Gesamtwert von CHF 1'600.00 entwendet wur-
den.

9.7 Beweisergebnis

Nach den voranstehenden Ausführungen ist erstellt, dass der Beschuldigte am 
11. Juni 2019 zwischen 9.00 Uhr und 9.27 Uhr mit dem Ziel, einen finanziellen Vor-
teil zu erlangen, maskiert durch die offenstehende Terrassentüre in das Einfamili-
enhaus der Zivilklägerin am G.________ (Weg) in E.________ (Ort) einschlich. 
Dort hielt er der sich in der Küche befindenden, linksseitig gelähmten Zivilklägerin 
den Mund, die Nase und die Augen zu, drückte die Zivilklägerin zu Boden und fes-
selte sie am ganzen Körper, indem er sie ab dem Bereich ein paar Zentimeter über 
den Fussgelenken bis zum Kopf mit mitgebrachtem Klebeband einwickelte und 
insbesondere deren Arme fest an den Körper klebte sowie den Mund zuklebte. An-
schliessend schleppte er die Zivilklägerin von der Küche ins Wohnzimmer, legte sie 
auf den Boden, durchsuchte diverse Räume sowie Möbel im Haus und behändigte 
die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände resp. Schmuck im Gesamtwert 
von CHF 1'600.00. Schliesslich schnitt er das Klebeband, mit dem er die Zivilkläge-
rin gefesselt hatte, im Bereich deren Oberarms resp. Schulter mit einem Messer ein 
und verliess das Haus mit der Beute durch die offenstehende Terrassentüre. Die 

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Zivilklägerin konnte sich in der Folge mit grossem Kraftaufwand zumindest teilwei-
se aus der Fesselung befreien. Sie erlitt durch den Vorfall einen Kratzer an der lin-
ken Wange und Schmerzen an der linken Schulter. Zudem dachte sie während des 
Geschehens, der Beschuldigte bringe sie um, und kann seither nächtelang nicht 
schlafen, erschrickt, wenn sie Leute mit einer schwarzen Maske sieht oder ein 
Geräusch hört, das sie nicht einordnen kann und hat immer noch Angst, wenn sie 
die Terrassentüre zum Lüften geöffnet hat.  

III. Rechtliche Würdigung

10. Raub

10.1 Theoretische Grundlagen

Des Raubes macht sich nach Art. 140 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetz-
buchs (StGB; SR 311.0) schuldig, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter 
Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betrof-
fenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht. Die theoreti-
schen Erwägungen der Vorinstanz zum objektiven und subjektiven Tatbestand von 
Art. 140 Ziff. 1 StGB sind korrekt; darauf wird integral verwiesen (S. 42 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 505 f.).

10.2 Subsumtion

Nachdem der Beschuldigte am 11. Juni 2019 in das Einfamilienhaus am 
G.________ (Weg) in E.________ (Ort) einschlich (siehe dazu E. 11 unten), hielt er 
der linksseitig gelähmten Zivilklägerin den Mund, die Nase und die Augen zu, 
drückte die Zivilklägerin zu Boden, fesselte sie am ganzen Körper mit Klebeband 
und klebte ihr den Mund zu. Anschliessend schleppte er sie von der Küche ins 
Wohnzimmer, legte sie auf den Boden, durchsuchte diverse Räume sowie Möbel 
im Haus und behändigte Schmuck im Gesamtwert von CHF 1'600.00. Schliesslich 
schnitt er das Klebeband, mit dem er die Zivilklägerin gefesselt hatte, im Bereich 
deren Oberarms resp. Schulter ein und verliess das Haus mit der Beute. Der Be-
schuldigte übte gegen die Zivilklägerin mithin Gewalt im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 
StGB aus und machte sie zum Widerstand unfähig. Anschliessend brach er ihren 
Gewahrsam an den in der Anklageschrift aufgeführten Schmuckstücken und be-
gründete eigenen, neuen Gewahrsam an denselben. Der objektive Tatbestand des 
Raubes ist somit erfüllt. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich sowie in Aneignungs- und unrechtmäs-
siger Bereicherungsabsicht. Der subjektive Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 StGB ist 
ebenfalls erfüllt.

Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan worden 
noch ersichtlich.

Der Beschuldigte ist des Raubes, begangen am 11. Juni 2019 in E.________ (Ort) 
zum Nachteil der Zivilklägerin, schuldig zu erklären.

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11. Hausfriedensbruch

11.1 Theoretische Grundlagen

Des Hausfriedensbruchs macht sich schuldig, wer gegen den Willen des Berechtig-
ten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses 
oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder 
Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforde-
rung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt (Art. 186 StGB). Betref-
fend die theoretischen Grundlagen von Art. 186 StGB wird vollumfänglich auf die 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (S. 44 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 507). 

11.2 Subsumtion

Es liegt ein gültiger Strafantrag vor (pag. 14). 

Der Beschuldigte betrat am 11. Juni 2019 das Einfamilienhaus der Zivilklägerin am 
G.________ (Weg) in E.________ (Ort), um darin, wie hiervor beschrieben, einen 
Raub zu begehen (siehe E. 10 oben). Er drang mithin gegen den Willen der Zivil-
klägerin in deren Haus ein. Dass die Terrassentüre offenstand, ist – wie die Vorin-
stanz zurecht festhielt (siehe S. 44 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 507) – unerheblich. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Der objektive 
und subjektive Tatbestand von Art. 186 StGB sind somit erfüllt. 

Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind weder dargetan worden 
noch ersichtlich. 

Der Beschuldigte ist des Hausfriedensbruchs, begangen am 11. Juni 2019 in 
E.________ (Ort) zum Nachteil der Zivilklägerin, schuldig zu erklären.

12. Fazit

Der Beschuldigte hat sich somit wie in erster Instanz des Raubes und Hausfrie-
densbruchs schuldig gemacht. Zwischen den beiden Tatbeständen besteht zufolge 
Verschiedenartigkeit der geschützten Rechtsgüter echte Konkurrenz. 

IV. Strafzumessung

13. Theoretische Grundlagen / Strafrahmen / Strafart / Vorgehen der Kammer

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zu den allgemeinen Grundlagen 
der Strafzumessung, zum Strafrahmen und zur Gesamtstrafenbildung, wenn für 
mehrere Delikte gleichartige Strafen ausgefällt werden, sind korrekt; darauf wird in-
tegral verwiesen (S. 45 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 508 ff.).

Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe drei bis 180 Tagessätze und 
die Freiheitsstrafe dauert nach Art. 40 StGB grundsätzlich drei Tage bis 20 Jahre. 
Für Sanktionen von drei bis 180 Tagessätzen bzw. von drei Tagen bis sechs Mona-
ten sieht das Gesetz somit sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen vor. Sind beide 
Sanktionen hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalent, dann ist in der Regel eine 
Geldstr