# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ac4f561-040d-5e55-a0c7-bab8633f87fe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.09.2023 200 2023 483
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-483_2023-09-01.pdf

## Full Text

200 23 483 IV
SCP/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. September 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 2001 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im März 2020 (Postaufgabe) unter 
Verweis auf eine seit August 2018 bestehende Psoriasis mit Psoriasis-
Arthritis unter immunsupressiver Therapie und einer seit dem 1. Oktober 
2019 bestehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nach getätigten beruflichen und 
medizinischen Abklärungen stellte die IVB mit Vorbescheid vom 15. Mai 
2020 (AB 25) in Aussicht, mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens einen Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung zu verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(AB 28) veranlasste die IVB auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; vgl. Stellungnahme vom 25. Juni 2020 [AB 33]) eine 
bidisziplinäre dermatologisch-rheumatologische Begutachtung durch die 
C.________ (MEDAS; vgl. Gutachten vom 16 Dezember 2020 [AB 44.1-
44.5]). In der Folge gewährte die IVB Berufsberatung (vgl. Mitteilung vom 3. 
März 2021; AB 49). Am 9. Dezember 2021 (AB 62) teilte sie mit, gemäss 
den erfolgten Abklärungen könnten zurzeit keine 
Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden, 
weshalb das Dossier in der Abteilung „berufliche Eingliederung“ 
diesbezüglich abgeschlossen werde und weitere Leistungen geprüft 
würden. Nach weiteren Abklärungen, insbesondere dem Einholen einer 
Aktenbeurteilung beim RAD vom 19. Dezember 2022 (AB 77), ersetzte die 
IVB mit Vorbescheid vom 19. Januar 2023 (AB 78) ihren Vorbescheid vom 
15. Mai 2020 und stellte die Verneinung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 10. Februar 2023 (AB 81) 
Einwand, welchen der zwischenzeitlich beigezogene Rechtsvertreter, 
Rechtsanwalt B.________ (AB 83, 85), am 16. März 2023 (AB 88) 
ergänzte. Mit Schreiben vom 29. März 2023 (AB 89) informierte die IVB 
den Rechtsvertreter, das Dossier in der Eingliederungsabteilung wieder 
eröffnet zu haben. Weiter führte sie aus, dies hindere jedoch die Prüfung 
des Rentenanspruchs nicht, da unabhängig von der Durchführung von 

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Eingliederungsmassnahmen ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 
erstellt sei. Mit Schreiben vom 27. April 2023 (AB 91) bemängelte der 
Rechtsvertreter eine unzulässige verfrühte Prüfung eines Rentenspruchs 
sowie einen ungenügend abgeklärten medizinischen Sachverhalt. Am 23. 
Mai 2023 (AB 94) verfügte die IVB dem Vorbescheid vom 19. Januar 2023 
entsprechend.

B.

Mit Eingabe vom 22. Juni 2023 erhob die Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 23. Mai 2023 sei 
aufzuheben.

2. Ev.: Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 23. Mai 2023 sei 
aufzuheben und die Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen vornehme und 
anschliessend neu verfüge.

Ein gleichzeitig gestelltes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zog die 
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 23. Juni 2023 zurück.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2023 
auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 23. Mai 2023 (AB 
94). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere 
die Frage, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt 
wurde.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer 
übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert 
die angefochtene Verfügung (vom 23. Mai 2023 [AB 94]) nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Der frühestmögliche 

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Zeitpunkt der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs liegt jedoch 
mit Blick auf das Leistungsbegehren vom März 2020 und Art. 29 IVG, 
wonach der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, frühestens im 
September 2020. Für die Zeit vor dem 1. Januar 2022 ist grundsätzlich das 
alte Recht anwendbar; vorbehalten bleiben Revisions- und 
Neuanmeldungsgründe nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle. Damit 
erübrigen sich grundsätzlich auch Ausführungen zum Einwand des 
Beschwerdeführers einer unzulässigen verfrühten Rentenprüfung bzw., 
dass nach dem per 1. Januar 2022 eingeführten neuen Abs. 1bis von Art. 28 
IVG eine Rente nicht zugesprochen werde, solange die Möglichkeiten zur 
Eingliederung nicht ausgeschöpft seien (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2). 
Diesbezüglich gilt es zudem zu beachten, dass es berufliche Massnahmen 
gibt, welche grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse voraussetzen, die 
zuerst ermittelt werden muss, d.h. einer Invaliditätsgradberechnung 
bedürfen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. Dezember 
2022, 8C_128/2022, E. 7.1).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 6

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im 
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Aus medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der 
angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf folgende Akten (vgl. AB 
94/2):

3.1.1 In der interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 16. 
Dezember 2020 (AB 44.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 6 Ziff. 4.2):

1. Psoriasis pustulosa palmoplantaris mit Psoriasis inversa-Komponente 
(ICD-10 L40.3)

2. Psoriasisarthritis (Erstdiagnose im Juli 2019; ICD-10 M07.39)

- Basistherapie mit Cosentyx seit dem 30. Dezember 2019

- hierunter klinisch und labortechnisch geringe Entzündungsaktivität

- HLA-B27 negativ

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 7

- kernspintomographisch Synovialitis im Bereich der 
Sternoklavikulargelenke, Zeichen einer Sekundärarthrose bei 
früherer beidseitiger Sacroiliitis mit Restaktivität links (MRI im 
September 2019)

- radiologisch unauffälliger Befund ohne Nachweis von 
entzündlichen oder degenerativen Veränderungen (Röntgen 
Hände und Vorfüsse im Juli 2019)

3. Hypermobilität (ICD-10 M35.7)

4. Knick-Senkfuss beidseits (ICD-10 Q66.6)

Aus dermatologischer Sicht beeinflusse die Psoriasis pustulosa 
palmoplantaris mit Psoriasis inversa-Komponente die Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten. Tätigkeiten mit mechanischer Belastung der Haut, mit langem 
Stehen oder auch Feuchtarbeiten sollten gemieden werden. Somit bestehe 
aus dermatologischer Sicht in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als … eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bei leichten, sitzenden Tätigkeiten ohne 
mechanische Belastung der Haut und ohne Feuchtarbeiten sei die 
Arbeitsfähigkeit aus dermatologischer Sicht jedoch nicht relevant 
eingeschränkt.

Aus rheumatologischer Sicht führten die Psoriasisarthritis, die 
Hypermobilität und der Knick-Senkfuss beidseits zu einer qualitativen 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Körperlich schwer belastende 
Tätigkeiten seien der Versicherten nicht zumutbar. In der Tätigkeit als … 
und in anderen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten bestehe 
jedoch aus rheumatologischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit.

Insgesamt könne somit aus bidisziplinärer dermatologisch-rheumatologi-
scher Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als … und eine 
uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in körperlich leichten, 
adaptierten Verweistätigkeiten festgestellt werden (S. 6 f. Ziff. 4.3). 
Körperlich schwer belastende Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Ideal 
angepasst wäre eine leichte, sitzende Tätigkeit ohne mechanische 
Belastung der Haut und ohne Feuchtarbeiten (S. 7 Ziff. 4.7). Die 
Gesamtarbeitsunfähigkeit sei in erster Linie durch die dermatologische 
Diagnose begründet. Die rheumatologischen Diagnosen schränkten die 
Arbeitsfähigkeit qualitativ ein (S. 8 Ziff. 4.8).

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3.1.2 Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
sowie Hämatologie vom RAD, stellte in der Aktenbeurteilung vom 19. 
Dezember 2022 (AB 77) folgende Diagnosen:

1. Axiale und periphere Psoriasis-Arthritis, Erstdiagnose Psoriasis im 
August 2018, Arthritis im September 2019

2. Psoriasis pustulosa palmoplantaris mit Psoriasis inversa-Komponente

3. Hypermobilität, Erstdiagnose am 28. Oktober 2020

4. Knick-Senkfuss beidseits, Erstdiagnose am 28. Oktober 2020

5. Akne inversa mit Befall der Achselhöhlen

6. Zustand nach mittelgradiger depressiver Episode, Trauerreaktion im 
Mai 2019

7. Nebendiagnosen:

- Aktenanamnestisch Zustand nach Uvetitis im Januar 2022

- Zustand nach Fraktur Digitus IV rechts im Oktober 2021, konservativ 
behandelt

- Zustand nach lokaler subcutaner Infektion Kniekehle rechts im April 
2021, Differentialdiagnose: Thrombophlebitis; Punktion am 29. April 
2021 mit anschliessender Antibiotika-Therapie

Zur aktuellen psychischen und sozialen Situation der Versicherten fänden 
sich dahingehend Auffälligkeiten, dass 2019 gemäss Akten eine – 
zumindest vorübergehende – Sozialhilfeabhängigkeit bestanden habe und 
eine vorübergehende psychiatrische Behandlung bei psychosozialer 
Belastungssituation mit depressiver Episode durchgeführt worden sei.

Somatisches Hauptproblem sei eine Hauterkrankung im Sinne einer Psori-
asis, welche sich im vorliegenden Fall invers mit Befall von Handflächen 
und Fusssohlen manifestiere, darüber hinaus mit einer sogenannten Psori-
asis-Arthritis, d.h. mit Befall von Gelenken bzw. im vorliegenden Falle vor 
allem Befall des Achsenskeletts. Unter immunsuppressiver Therapie mit 
Cosentyx seit Dezember 2019 sei der Verlauf rheumatologisch stabil, 
jedoch sprächen die Hautläsionen nur teilweise auf das Basis-Immunsup-
pressivum an, so dass zusätzlich eine lokale Therapie (Daivobet) 
durchgeführt werde, dies mit Stabilisierung der Situation bis zur letzten 
aktenkundigen Kontrolle vom 8. Juni 2022. Es bestehe damit für eine 
angepasste Tätigkeit gemäss MEDAS-Gutachten keine Einschränkung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit, was durch die behandelnde 

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Rheumatologin, welche primär auch die dermatologischen Läsionen 
mitbehandle, im letzten Arztbericht vom Juni 2022 weiterhin bestätigt 
werde. Damit erscheine die praktisch gleichzeitig durch die Hausärztin 
angegebene persistierende Arbeitsunfähigkeit, welche gemäss dieser 
durch die behandelnde Rheumatologin attestiert worden sei, nicht 
plausibel. 

Der im Dossier dokumentierte Verlauf sei insgesamt nachvollziehbar. 
Inkonsistenzen fänden sich lediglich bezüglich der durch die Hausärztin 
angegebenen Arbeitsunfähigkeit. Weniger nachvollziehbar erschienen im 
Gegensatz zu den Angaben in den medizinischen Berichten die subjektiv 
im Rahmen der Berufsberatung angegebenen wiederholten Absagen von 
Terminen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen sowie die Angaben 
eines Telefonats mit dem Sozialdienst vom 1. November 2021, wonach 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestehe, was 
medizinisch nicht dokumentiert sei, sondern im Gegenteil mit expliziter 
Angabe durch die behandelnde Rheumatologin, es bestehe ein stabiler 
Verlauf mit vollständiger Arbeitsfähigkeit, der medizinischen Beurteilung 
widerspreche, sodass die entsprechenden Angaben der Versicherten an 
Berufsberaterin und Sozialdienst wenig plausibel erschienen.

Eine Arbeitsunfähigkeit sei seit 2021 keine mehr dokumentiert. Folgende 
funktionellen Einschränkungen bestünden: Minderbelastbarkeit der 
Gelenke bei Psoriasis-Arthritis mit Einschränkungen für körperlich schwere 
Tätigkeiten, Minderbelastbarkeit der Haut von Händen und Füssen bei 
Psoriasis mit Einschränkung beim Stehen (zusätzlich bei Hypermobilität 
und Knick-Senkfuss) und mechanischer Beanspruchung von Händen sowie 
Einschränkung von Arbeiten in feuchtem Milieu. Aufgrund der Akten seien 
die Ressourcen nicht klar eruierbar. Als Risikofaktor sei die beschriebene 
psychosoziale Belastungssituation gemäss Diagnoseliste zu nennen. Seit 
November 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als … und 
eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in angepasster 
körperlich leichter, adaptierter Verweistätigkeit im Sinne einer überwiegend 
sitzenden leichten Tätigkeit ohne mechanische Belastung der Haut und 
ohne Feuchtarbeiten bei Psoriasis inversa und auch rheumatologisch für 
lediglich leichte, gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten bei 

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Psoriasisarthritis, Hypermobilität und Knick-Senkfuss beidseits. Soweit 
aufgrund der Akten beurteilbar, könne am Zumutbarkeitsprofil des 
bidisziplinären MEDAS-Gutachtens weiterhin festgehalten werden. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das bidisziplinäre rheumatologisch-dermatologische MEDAS-Gut-
achten vom 16. Dezember 2020 (inkl. interdisziplinärer Gesamtbeurteilung 
und Teilgutachten; AB 44.1-44.5) erweist sich bezogen auf den 
Begutachtungszeitpunkt (Oktober/November 2020) und die untersuchten 
Fachdisziplinen – jedenfalls was Befunderhebung und Diagnostik betrifft – 
als voll beweiskräftig. Darin wird nachvollziehbar begründet, dass die 
ausgeprägten palmoplantaren Hautveränderungen therapieresistent sind 
und es auch unter einer intensiven systemischen Therapie nicht zu einer 
kompletten Stabilisierung des Befundes gekommen ist, was aus 
gutachterlicher Sicht sicherlich zu deutlichen Einschränkungen im privaten 
und beruflichen Leben vor allem bei manuellen Tätigkeiten und längerem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 11

Stehen führen kann. In der aktuell ausgeübten Tätigkeit als … in einem 
Pensum von 20% bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit; generell 
sollten Tätigkeiten mit mechanischer Belastung der Haut, langem Stehen 
oder auch Feuchtarbeiten gemieden werden. Bei leichten, sitzenden 
Tätigkeiten ohne mechanischer Belastung der Haut und ohne 
Feuchtarbeiten (z.B. im Büro) bestehe eine vollständige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit (dermatologisches MEDAS-Teilgutachen [AB 44.4/4 f. 
Ziff. 7.4 und 8). Weiter wird aus rheumatologischer Sicht überzeugend 
dargelegt, dass hinsichtlich der Gelenksbeschwerden die therapeutischen 
Massnahmen erfolgreich waren, mithin aus rheumatologischer Sicht für 
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit besteht (AB 44.3/4 Ziff. 3.1, 44.3/7 Ziff. 7.1, 44.3/8 f. Ziff. 
8). Letzteres wird denn auch von der behandelnden Rheumatologin Dr. 
med. E.________, Fachärztin für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere 
Medizin, im Bericht vom 20. Juni 2022 bestätigt (AB 70/3 Ziff. 11). 
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. etwa 
Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 3) gilt diese Zustimmung jedoch nicht 
uneingeschränkt, denn Dr. med. E.________ hielt bereits im Bericht vom 
16. März 2022 auch fest, dass die Auswirkungen der Grunderkrankung, 
namentlich die schwere Akne im Bereich der Achselhöhlen (was bei der 
MEDAS-Begutachtung bereits bekannt und ein Thema war [AB 44.4/3 f. 
Ziff. 4.3 und Ziff. 7.3.2]) sowie die unklaren Befunde in der Kniekehle einer 
weiteren dermatologischen Abklärung bedürfen (AB 70/7). Wie bereits von 
der dermatologischen MEDAS-Gutachterin festgehalten, erweist sich die 
bisherige Behandlung aus dermatologischer Sicht als therapieresistent und 
die dermatologische Situation nicht stabil (vgl. etwa AB 44.4/2 ff. Ziff. 3.1 f. 
sowie 7.1 f. und 7.4). Es wurde sowohl von ihr wie auch von der 
behandelnden Rheumatologin eine Umstellung der Therapie erwogen 
(bspw. auf Taltz [AB 44.4/5 Ziff. 8.1.4] bzw. Stelera oder Tremfya [Berichte 
von Dr. med. E.________ vom 15. Februar 2021 [61/14] und 12. Juli 2021 
[AB 61/6]). Weiter unklar erscheint, wie es sich mit den von der 
Dermatologin als zu berücksichtigenden Arbeitsausfällen aufgrund der 
Exazerbation des Hautbefundes (AB 44.4/5 Ziff. 8.2.3) verhält, namentlich 
ob es sich dabei um regelmässig wiederkehrende krankheitsbedingte 
Absenzen vom Arbeitsplatz handelt, welche grundsätzlich bei der 
Festlegung des zeitlich zumutbaren Umfangs der Arbeitsfähigkeit zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 12

berücksichtigen sind, oder um nicht vorhersehbare und schwer 
kalkulierbare Absenzen, wie sie durch Krankheitsschübe verursacht 
werden können und bei der Berechnung des Invalideneinkommens bei 
einem allfälligen Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen wären (vgl. 
Entscheid des BGer vom 22. Mai 2018, 8C_179/2018, E. 4.2). Damit 
erweist sich der Sachverhalt zumindest aus dermatologischer Sicht und 
was die Zeit nach der Begutachtung betrifft als nicht rechtsgenüglich 
abgeklärt. 

Weiter ergibt sich das Folgende: Sowohl die Dermatologen des Spitals 
F.________ (vgl. Bericht der Klinik G.________ des Spitals F.________ 
vom 8. Januar 2020 [AB 17/13]) als auch die dermatologische MEDAS-
Gutachterin (vgl. AB 44.4/2 Ziff. 3.1) halten dafür, dass das schlechte 
Ansprechen auf die angeschlagenen Therapien in einer psychischen 
Überlagerung begründet sein könnte. Im Bericht vom 23. Mai 2021 (AB 55) 
wies auch die behandelnde Psychologin H.________ auf psychische 
Befunde und eine komplexe psychosoziale Situation hin (Mai 2019: 
mittelgradige depressive Episode, Trauerreaktion vor dem Hintergrund des 
Todes des Halbbruders durch Suchterkrankung, Belastung durch 
Aufwachsen mit psychisch kranker Mutter [Depression mit 
Arbeitsunfähigkeit], welche zu einer Entwicklungsverzögerung geführt habe 
[S. 5 Ziff. 2.4 f.]), die durchaus geeignet sind, sowohl die somatische 
Grunderkrankung zu triggern als auch für sich allein die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Daran ändert das Vorbringen der 
Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin habe zu diesem Zeitpunkt 
weder eine psychologische Behandlung noch weitere 
psychotherapeutische Massnahmen in Anspruch genommen (vgl. etwa AB 
89/1, 94/2), nichts. Denn im Beschwerdeverfahren reichte die 
Beschwerdeführerin einen aktuellen Bericht der behandelnden Psychologin 
vom 17. Juni 2023 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage 
[BB] 3) ein. Danach finden offenbar seit Oktober 2022 und damit auch im 
für die hier angefochtene Verfügung massgebenden Zeitraum bis 23. Mai 
2023 (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 2008 IV 
Nr. 8 S. 25 E. 3.4) wieder ca. monatliche Konsultationen statt (Ziff. 1.2). Die 
Psychologin berichtet denn auch, die Beschwerdeführerin habe eine sehr 
belastende Kindheit erlebt (psychische Erkrankung der Mutter wegen 

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schwerer Depression und vollständiger Arbeitsunfähigkeit, frühe sehr 
konflikthafte Trennung der Eltern, Wohnen mit Stiefbruder [massive ADHS-
Problematik mit Fremdplatzierung in Schulheim, später Suchtproblematik, 
psychiatrische Behandlungen, Aufenthalt in Suchtkliniken, früher Tod des 
Bruders 2019, sehr enge Beziehung zu diesem] beim Vater, sehr instabile 
Beziehung zur Mutter, mit Zunahme der psychischen Symptomatik beim 
Halbbruder auch Zunahme von Vermeidungsverhalten bei der 
Beschwerdeführerin [2017 Abbruch …-Austauschjahr, 2017 Schulabbruch, 
2019 Ausbildungsabbruch, darauffolgend vermehrt psychosomatische 
Symptomatik, seither schwere Psychosomatik]; S. 4 Ziff. 2.1). Aktuell 
bestünden eine schwere psychosomatische Symptomatik (Psoriasis), eine 
Angst und depressive Symptomatik mit Freudlosigkeit, eine 
Antriebslosigkeit, eine erhöhte Ermüdung, eine Selbstwertproblematik, ein 
Vermeidungsverhalten, Schlafstörungen, soziale Verlustängste, eine 
Trauer um den verstorbenen Bruder und ein hohes Stresserleben (Ziff. 
2.2). Als objektive Befunde listete die Psychologin u.a. eine Unsicherheit im 
Sozialkontakt, eine gelegentliche Derealisation abends im Bett, eine 
bedrückte Stimmung, eine Ängstlichkeit, eine innere Unruhe, ein 
vermindertes Selbstwertgefühl, ein Gefühl der inneren Leere, eine Angst 
vor Bindungsverlust und vor neuen Situationen, einen reduzierten Antrieb, 
eine Freudlosigkeit, einen Interessensverlust, wenig Eigeninitiative, 
Schlafstörungen mit Albträumen, schwere psychosomatische Symptome 
sowie ein sozialvermeidendes Verhalten auf (S. 5 Ziff. 2.4). Weiter lägen 
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
mittelgradig und Angst gemischt (ICD-10 F41.2), einer psychosomatischen 
Hauterkrankung Psoriasis (ICD-10 F54.0, L40.0) sowie einer komplexen 
Traumafolgestörung vor (ICD-10 F43.8; Ziff. 2.5). Die Prognose zur 
Arbeitsfähigkeit sei bei einer regelmässigen integrierten psychiatrisch-
psychotherapeutischen sowie psychosomatischen Behandlung plus einem 
sukzessiv aufbauenden Belastungstraining mit enger sozialpsychiatrischer 
Begleitung günstig (Ziff. 2.7). Als Funktionseinschränkungen nannte die 
Psychologin psychosomatische Symptome unter Stress, Versagensängste, 
Angst vor Kontrollverlust, sozialvermeidendes Verhalten sowie eine 
reduzierte Belastbarkeit (S. 6 Ziff. 3.4). Die Beschwerdeführerin sei 
dringend auf eine regelmässige integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Unterstützung sowie sozialpsychiatrisch begleitete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 14

berufliche Massnahmen angewiesen, um bei dieser komplexen Störung in 
diesem jungen Alter eine positive berufliche Entwicklung machen zu 
können (S. 8 Ziff. 5). Trotz dieser Umstände und der in den Akten durchs 
Band erwähnten Hinweise auf eine (mögliche) psychische Komponente 
(vgl. neben den bereits zitierten Aktenstücken u.a. Berichte der Klinik 
G.________ des Spitals F.________ vom 8. Januar 2020 [AB 17/13] und 
der I.________ vom 25. März 2020 [AB 16/3], RAD-Beurteilungen vom 21. 
April 2020 [AB 21/3] und 25. Juni 2020 [AB 33/2], Berichte von Dr. med. 
J.________, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, 
vom 15. Februar 2021 [AB 61/14], 15. März 2021 [AB 61/12], 10. Mai 2021 
[AB 61/10] und 17. Mai 2021 [AB 61/8], E-Mail der Beschwerdeführerin 
vom 11. April 2021 [AB 51], Berichte von Dr. med. E.________ vom 16. 
Juni 2021 [AB 61/4], 12. Juli 2021 [AB 61/6] und 16. März 2022 [AB 70/7], 
Einwand der Beschwerdeführerin vom 10. Februar 2023 [AB 81] sowie 
Assessment-Bericht vom 9. Mai 2023 [92/2 ff.]) hat es die 
Beschwerdegegnerin unterlassen, eine umfassende psychiatrische 
Abklärung zu veranlassen oder zumindest bei der behandelnden 
Psychologin vor Verfügungserlass einen Verlaufsbericht einzuverlangen. 
Dies wäre umso mehr angezeigt gewesen, zumal die Beschwerdeführerin 
im bereits erwähnten Einwand vom 10. Februar 2023 (AB 81) zum 
Vorbescheid ihre psychischen Einschränkungen darlegte und die 
Beschwerdegegnerin für weitere Informationen an die behandelnde 
Psychologin verwies und alsdann auch der Rechtsvertreter im 
ergänzenden Einwand vom 16. März 2023 (AB 88) psychiatrische 
Abklärungen verlangte bzw. in seiner Stellungnahme vom 27. April 2023 
(AB 91) unmissverständlich vorbrachte, die Auffassung der 
Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin nicht mehr bei der 
Psychologin in Behandlung sei, entspreche bereits seit Längerem nicht 
mehr den Tatsachen und sei überholt, weshalb bei dieser ein aktueller 
Bericht einzuverlangen sei. Damit hat die Beschwerdegegnerin ihre 
Abklärungspflicht verletzt. Insbesondere geht es bei dieser Sachlage nicht 
an, das Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens im Rahmen 
der antizipierten Beweiswürdigung in Abrede zu stellen (vgl. diesbezüglich 
Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 12). Vielmehr war die Beschwerdegegnerin 
insbesondere auch in Anbetracht des jungen Erwachsenenalters der 
Beschwerdeführerin verpflichtet, eine ergänzende psychiatrische Abklärung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Sept. 2023, IV/23/483, Seite 15

mit anschliessender interdisziplinärer Diskussion der Auswirkungen der 
psychischen, rheumatologischen und dermatologischen Einschränkungen 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Dies wird die 
Beschwerdegegnerin nun nachzuholen haben. 

3.4 Zusammenfassend lassen die medizinischen Akten eine 
zuverlässige Überprüfung des von der Beschwerdegegnerin verneinten 
invalidisierenden Gesundheitsschadens namentlich auch deshalb nicht zu, 
weil es der Beschwerdeführerin möglicherweise bereits aufgrund ihrer 
somatischen Erkrankung bislang nicht gelungen ist, eine berufliche 
Erstausbildung erfolgreich zu absolvieren und hinsichtlich beruflicher 
Eingliederungsmassnahmen die anspruchsbegründende Schwelle tiefer als 
beim verneinten Rentenanspruch liegt. In Gutheissung der Beschwerde ist 
damit die angefochtene Verfügung vom 23. Mai 2023 (AB 94) aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den 
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist die-
sem nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

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sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 21. Juli 2023 wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 3‘285.50 (Honorar von Fr. 3‘015.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 35.60 
und Mehrwertsteuer von Fr. 234.90) festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 23. Mai 2023 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie weitere Abklärungen 
im Sinne der Erwägungen vornehme und hiernach über den Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Der vom Anwalt der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- wird diesem nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘285.50 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

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Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.