# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa512ab6-f87a-5691-98e7-34f8faf6810f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2018 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2018
**Docket/Reference:** DB.2020.92
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db-2020.92.-1-st.-2020.107.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2020.92 
1 ST.2020.107 

Entscheid 

16. Februar 2021 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiberin Verena Bieri 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch C AG, 

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2018 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2018 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  deklarierten  in  der  Steuererklärung 

2018 Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens von Fr. 11'384.-. In 

einer Beilage listeten sie dazu die gemäss Steuerverzeichnissen für vier verschiedene 

Bankdepots bezahlten Gebühren und Spesen von insgesamt Fr. 16'767.30 sowie das 

entsprechende Depotvermögen von total Fr. 2'344'760.17 auf; von diesen Zahlen aus-

gehend,  errechneten  sie  –  unter  Hinweis  auf  Ziff.  D.II  der  Weisung  des  kantonalen 

Steueramts über die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Verwaltung von Wertschriften 

des  Privatvermögens  vom  11.  Juli  2017  (ZStB  Nr.  30.1,  nachfolgend Weisung)  –  den 

deklarierten Betrag.  

Mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid für die Steuerperio-

de  2018  vom  31.  Januar  2020  kürzte  der  Steuerkommissär  die  deklarierten  Vermö-

gensverwaltungskosten  auf  den  Betrag  von  Fr.  6'314.-;  dies  ebenfalls  unter  Verweis 

auf  die  Weisung.  Gestützt  auf  die  entsprechende  Einkommensaufrechnung  von  rund 

Fr. 5'000.- eröffnete er den Pflichtigen für die Direkte Bundessteuer sowie die Staats- 

und Gemeindesteuern ein gleichlautendes steuerbares/satzbestimmendes Einkommen 

von  Fr.  380'400.-;  das  steuerbare/satzbestimmende  Vermögen  bei  den  Staats-  und 

Gemeindesteuern entsprach mit Fr. 5'118'000.- der Deklaration.  

B.  Die  hiergegen  am  6.  Februar  2020  erhobenen  Einsprachen,  mit  welchen 

die Pflichtigen an den deklarierten Vermögensverwaltungskosten von Fr. 11'384.- fest-

halten liessen, hiess das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 15. Mai 2020 teil-

weise  gut.  Entsprechend  einem  vorgängigen  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsvor-

schlag  (auf  welchen  die  Pflichtigen  nicht  reagiert  hatten)  liess  es  nunmehr  Fr. 8'348.- 

(statt  Fr.  6'314.-)  zum  Abzug  zu,  womit  neu  ein  steuerbares/satzbestimmendes  Ein-

kommen  von  Fr.  378'300.-  (Direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  378'400.-  (Staats-  und  

Gemeindesteuern) resultierte. 

C. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 25. Mai 2020 Beschwerde und Rekurs 

erheben  und  beantragen,  unter  Gewährung  der  deklarierten  Vermögensverwaltungs-

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kosten  von  Fr.  11'383.65  mit  einem  steuerbaren/satzbestimmenden  Einkommen  von 

Fr.  375'300.-  (Direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  375'400.-  (Staats-  und  Gemeindesteu-

ern)  veranlagt  bzw.  eingeschätzt  zu  werden.  Zudem  wurde  eine  Parteientschädigung 

beantragt. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

26. Juni  2020  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Hierzu  liessen  die  Pflichtigen  am 

14. Juli  2020  eine  Replik  einreichen,  in welcher sie  ihren  Standpunkt  bekräftigen  lies-

sen.  Das  kantonale  Steueramt  erklärte  mit  Eingabe  vom  24.  Juli  2020  Verzicht  auf 

Duplik. 

Auf  die  Parteivorbringen  in  den  verschiedenen  Rechtsschriften  wird  –  soweit 

erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Bei  beweglichem  Privatvermögen  können  die  Kosten  der  Verwaltung 

durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen werden (Art. 32 Abs. 1 des Bundesge-

setzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  [DBG]  sowie  § 30 

Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  [StG]).  Nicht  abzugsfähig  sind  Kosten 

und  Aufwendungen  für  die  Anschaffung,  Herstellung  oder  Wertvermehrung  von  Ver-

mögensgegenständen (Art. 34 lit. d DBG und § 33 lit. d StG). 

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  Vermögensverwaltung  ist  enger  als  der 

Begriff  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs.  Darunter  fallen  alle  tatsächlichen  oder 

rechtlichen  Handlungen,  die  im  Rahmen  der  Bewirtschaftung  von  Vermögensgegen-

ständen  erforderlich  sind  und  der  Sicherung  und  Erhaltung  des  ertragsbringenden 

Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 

2016, Art. 32 N 17 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 30 

N 16 StG, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Abziehbar sind demnach insbesonde-

re  Depot-,  Schrankfach-  und  Safegebühren,  Kosten  für  die  Erstellung  von Wertschrif-

tenverzeichnissen  (Steuerverzeichnis)  sowie  von  Rückforderungs-  und  Anrechnungs-

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anträgen für ausländische Quellensteuern und Inkassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). 

Dagegen  sind  Kosten  für  Finanz-  und  Anlageberatung,  für  Vermögensumlagerung, 

Finanzierungskosten,  Entschädigungen  für  Treuhandanlagen  und  Provisionen  für  den 

Erwerb  oder  die  Veräusserung  von  Vermögenswerten  nicht  als  Vermögensverwal-

tungskosten abziehbar (vgl. dazu auch lit. C der Weisung). Kosten der Anlageberatung 

im  Besonderen  dienen  –  wie  das  Bundesgericht  in  ständiger  Praxis  erkannt  hat  

(ASA 71, 44 = StR 2000, 515) – dem Erwerb bzw. der Veräusserung von Vermögens-

gegenständen und nicht primär der Werterhaltung, sondern der Wertvermehrung. Sol-

che Aufwendungen sind nach Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfähig. 

Aber  auch  wenn  mit  der  Vermögensberatung  keine  Wertvermehrung  bezweckt  wird, 

können  die  Kosten  der  Anlageberatung  nicht  einkommensmindernd  geltend  gemacht 

werden,  sofern  die  Beratung  zur  Hauptsache  auf  Erwerb  bzw.  Verkauf  und  nicht  auf 

das  Halten  des  Vermögens,  das  den  steuerbaren  Ertrag  generiert,  ausgerichtet  ist  

(Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. A., 2019, Art. 32 N 9 ff.). Denn in die-

sem  Fall  liegen  Aufwendungen  für  die  Anschaffung  und  Veräusserung  von  Vermö-

gensgegenständen vor, die nach Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfä-

hig sind. 

c) Vermögensverwaltungskosten sind als steuermindernde Umstände von den 

Steuerpflichtigen  darzutun und  nachzuweisen  (RB  1975  Nr.  64).  Die  Steuerpflichtigen 

haben  mithin  nicht  bloss  die  Kosten  als  solche,  sondern  auch  deren  Abzugsfähigkeit 

aufgrund  der  obgenannten  Kriterien  zu  beweisen.  Dazu  haben  sie  spätestens  im  Be-

schwerde-/Rekursverfahren  die  Abzüge  durch  eine  substanziierte  Sachdarstellung  zu 

behaupten  und  hierfür  beweiskräftige  Unterlagen  einzureichen  oder  zumindest  ent-

sprechende Beweismittel anzubieten.  

Sind  steuermindernde Umstände  lediglich im Grundsatz  nachgewiesen, nicht 

jedoch  im  Quantitativen,  sind  abzugsfähige  Anteile  zu  schätzen  (vgl.  Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Art. 130 N 42 ff. DBG und § 139 N 61 ff. StG).  

Die Weisung gewährt allerdings im Abschnitt D die folgenden Beweiserleichte-

rungen:  

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I. Pauschalierung der anrechenbaren Kosten 

Für  die  Verwahrung  und  Verwaltung  von  Wertschriften  (ohne  Darlehen  und 

Bankguthaben  aller  Art)  sowie  für  das  Erstellen  des  Steuerverzeichnisses 

durch Dritte können für sämtliche  abzugsfähigen  Kosten  pauschal,  d.h.  ohne 

Nachweis der tatsächlichen Kosten, 3‰ des Steuerwerts der durch Dritte ver-

walteten Wertschriften des Privatvermögens, maximal jedoch Fr. 6'000.- (ent-

spricht einem Depotwert von Fr. 2'000'000.-), abgezogen werden. 

II. Abzug der tatsächlichen Kosten 

Werden  höhere  Abzüge  geltend  gemacht,  sind  grundsätzlich  sowohl  die  tat-

sächlich  bezahlten  Kosten  für  die  Vermögensverwaltung  als  auch  deren  Ab-

zugsfähigkeit in vollem Umfang nachzuweisen. 

Kann  indessen  bei  Belastung  einer  Pauschalgebühr  durch  den  verwaltenden 

Dritten  die  Aufteilung  in  abzugsfähige  und  nicht  abzugsfähige  Kosten  nicht 

nachgewiesen  werden,  können  bei  Depotwerten  über  Fr.  2'000'000.-  als 

Vermögensverwaltungskosten Fr. 6'000.- plus die Hälfte der um den Be-

trag  von  Fr. 6'000.-  reduzierten  Pauschalgebühr  in  Abzug  gebracht  wer-

den. 

In  der  bis  und  mit  Steuerperiode  2017  geltenden  früheren  Fassung  der  Wei-

sung (auf welche nachfolgend noch zurückzukommen sein wird; vgl. E. 3.a.bb), lautete 

der vorstehend hervorgehobene Halbsatz wie folgt:  

[…],  können  auch  bei Depotwerten  über  Fr. 2'000'000.-  schätzungsweise 

3 ‰  des  Steuerwertes  des  Depots  für  Verwaltung  und  Erstellung  des 

Steuerverzeichnisses  in  Abzug  gebracht  werden,  sofern  die  bezahlte 

Pauschalgebühr  mindestens  diesen  Betrag  erreicht  und  betragsmässig 

nachgewiesen wird. 

Die  Weisung  gilt  zwar  nur  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern.  Sie  wird  in 

der  Einschätzungspraxis  jedoch  –  mangels  entsprechender  Weisung  der  Eidgenössi-

schen Steuerverwaltung – auch bei der direkten Bundessteuer angewandt. 

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2.  a)  Die  Pflichtigen  listeten  die  per  2018  angefallenen  Vermögensverwal-

tungskosten wie folgt auf: 

Bank 

Depot-Nr. 

Kosten 
    (Fr.) 

Vermögen * 
       (Fr.) 

D 

E 

F 

F 

Total 

1 

2 

3 

4 

2'726.91 

2'363.33 

1'223.87 

1'012'776.00 

379'874.00 

326'301.25 

10'453.19 

625'808.92 

16'767.30 

2'344'760.17 

*  Vermögen gemäss Steuerverzeichnis ./. Vermögen auf Bankkonti 

Von den Gesamtkosten von Fr. 16'767.30 hielten sie gestützt auf die Weisung 

einen Anteil von Fr. 11'383.65 für abzugsfähig, derweil ihnen die Vorinstanz – ebenfalls 

nach Massgabe der Weisung – lediglich Fr. 8'348.- zugestehen will.  

b)  Die  Divergenzen  der  Parteien  gründen  damit  offenkundig  auf  einer  unter-

schiedlichen Auslegung der Weisung: 

aa) Die Pflichtigen machten in der Beilage zur Steuererklärung 2018 geltend, 

das  Vermögen  auf 

ihren  vier  Bankdepots  belaufe  sich  auf 

insgesamt  über 

Fr. 2'000'000.-, weshalb sie gestützt auf Ziff. D.II der Weisung pauschal Fr. 6'000.- zu-

züglich  die  Hälfte  der  um  diesen  Sockelbetrag  gekürzten  "Pauschalgebühr  von 

Fr. 16'767.30"  zum  Abzug  bringen  könnten.  Damit  errechneten  sich  abzugsfähige 

Vermögensverwaltungskosten  von  Fr.  11'383.65 (Fr.  6'000.-  [pauschal]  +  Fr. 5'383.65 

[½ von Fr. 10'767.30]).  

Nicht verständlich war diese Berechnung von vornherein insoweit, als bei den 

vorstehend  aufgelisteten  Depots  nur  beim  letzten  (F-Bank,  Depot-Nr.  4)  eine  Pau-

schalgebühr angeführt wurde; bei den übrigen Kosten handelte es sich um die von den 

Banken  ausgewiesenen  abzugsfähigen  Kosten.  In  der  Einsprache  bemerkten  die 

Pflichtigen  zwar  ihrerseits,  dass  nur  beim  letztgenannten  Depot  eine  Pauschalgebühr 

(von Fr. 10'453.19) bezahlt worden sei; gleichwohl hielten sie an ihrer Berechnung fest 

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und qualifizierten damit die insgesamt bezahlten Gebühren von Fr. 16'767.30 als "Pau-

schalgebühr" im Sinn von Ziff. D.II der Weisung. 

bb) Das kantonale Steueramt erwog in den Einspracheentscheiden, dass die 

Berechnung  gemäss  Ziff.  D.II  der  Weisung  nur  bei  einzelnen  Depotwerten  über 

Fr. 2'000'000.- zur Anwendung kommen könne. Im hier zu beurteilenden Fall lägen alle 

Depotwerte unter diesem Schwellenwert. Zuzugestehen seien den Pflichtigen deshalb 

zunächst  die  in  den  Steuerauszügen  ausgewiesenen  abzugsfähigen  Kosten  der  De-

pots bei der D-Bank, der F-Bank (Depot-Nr. 3) und der E-Bank (Fr. 2'727.- + Fr. 1'224.- 

+ Fr. 2'363.-). Beim zweiten Depot der F-Bank (Depot-Nr. 4) könne indes nicht auf den 

im  Steuerauszug  ausgewiesenen  Betrag  von  Fr. 10'453.-  abgestellt  werden,  sondern 

seien  stattdessen  3‰  des  Depotwerts  zu  gewähren.  Dies  führe  zum  abzugsfähigen 

Betrag von Fr. 8'348.-.  

cc) Der Steuervertreter der Pflichtigen hält beschwerde- und rekursweise da-

für, diese Auslegung der Steuerbehörde sei nicht korrekt und verletzte den Grundsatz 

der  Besteuerung  nach  der  wirtschaftlichen  Leistungsfähigkeit.  Hätten  nämlich  die 

Pflichtigen ihr Wertschriftenvermögen von total Fr. 2'344'760.- auf nur einem Depot, so 

würden "analoge Verwaltungsgebühren" von Fr. 16'767.- anfallen und könnten sie also 

steuerlich die von ihnen berechneten Vermögensverwaltungskosten von Fr. 11'383.65 

absetzen.  Bei  ihrer  Vermögensverteilung  auf  vier  Depots  bei  drei  Banken  würden  je-

doch  nur  Fr.  8'348.-  zum  Abzug  zugelassen;  die  Abzugsfähigkeit  der  Vermögensver-

waltungskosten  wäre  damit  von  der  Anzahl  der Depots  abhängig.  Steuerpflichtige mit 

identischen  Vermögensverhältnissen,  jedoch  mit  unterschiedlicher  Vermögensvertei-

lung  auf  die Depots  würden damit  nicht gleich  besteuert,  wie  auch  ein  einfaches  Bei-

spiel  belege:  Wenn  ein  Ehepaar  je  ein  Depot  bei  derselben  Bank  im  Wert  von 

Fr. 1'500'000.- habe und dabei eine Pauschalgebühr von 1% bezahle, so fielen Gebüh-

ren von total Fr. 30'000.- an; hiervon wären gemäss steuerbehördlicher Auslegung der 

Weisung  alsdann  nur  Fr.  9'000.-  abziehbar,  weil  die  einzelnen  Depots  unter 

Fr. 2'000'000.- lägen. Wenn nun dasselbe Ehepaar das Geld auf einem gemeinsamen 

Depot  im  Wert  von  Fr.  3'000'000.-  anlegen  würde,  so  könnten  aber  Fr. 18'000.- 

(Fr. 6'000.-  +  ½  von  Fr.  24'000.-)  steuerlich  abgezogen  werden.  Gegen  eine  korrekte 

Auslegung der Weisung durch die Steuerbehörde spreche sodann, dass die alte Wei-

sung vom 8. August 2002 eine ähnliche Formulierung enthalten habe; dabei habe die 

Steuerbehörde 

jeweils  pauschal  berechnete  Vermögensverwaltungskosten  über 

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Fr. 6'000.- auch zugelassen, wenn bei bezahlten Pauschalgebühren sämtliche Depots 

zusammen den Wert von Fr. 2'000'000.- überschritten hätten. Schliesslich verletzte die 

steuerbehördliche Auslegung den Grundsatz der Gleichbehandlung aller Steuerpflichti-

gen, denn in mehreren Fällen (gemeint wohl "dem Vertreter der Pflichtigen bekannten 

Fällen") hätten andere Divisionen des Kantonalen Steueramts den Berechnungsmodus 

der Pflichtigen akzeptiert. 

dd) In der Beschwerde- und Rekursantwort verdeutlicht das kantonale Steuer-

amt seine Auslegung der Weisung dahingehend, dass die Berechnungsmethode (sinn-

gemäss  diejenige  von  Ziff.  D.II)  nur  bei  Depotwerten  über  Fr.  2'000'000.-  und  nur  bei 

Belastung einer Pauschalgebühr, bei welcher die Aufteilung in abzugsfähige und nicht 

abzugsfähige  Kosten  nicht  nachgewiesen  werden könne,  zur  Anwendung komme.  Im 

Fall der Pflichtigen greife deshalb die Berechnung von Ziff. D.II der Weisung nicht, weil 

nur bei einem Depot eine Pauschale erhoben worden sei und der Depotwert wesentlich 

unter Fr. 2'000'000.- liege.  

c)  Bevor  auf  die  Frage  der  korrekten  Auslegung  von  Ziff.  D.II  der  Weisung 

näher einzugehen ist, ist zu prüfen, welche Vermögensverwaltungskosten den Pflichti-

gen  nach  den  allgemeinen  Beweislastregeln  betreffend  steuermindernde  Umstände 

zuzugestehen  sind.  Dies  vor  dem  Hintergrund,  dass  steueramtliche  Weisungen  wohl 

dazu dienen, eine einheitliche, gleichmässige und sachgerechte Praxis des Gesetzes-

vollzugs sicherzustellen; als blosse Verwaltungsverordnungen statuieren sie indes kei-

ne  Rechte  und  Pflichten  der  Privaten  und  sind  sie  keine  Rechtsquellen  des  Verwal-

tungsrechts  (vgl.  Häfelin/Müller/Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7.  A.,  2016, 

Rz  81 ff. mit  Hinweisen).  Das  Steuerrekursgericht  ist  als Gericht  nicht  an  steueramtli-

che Weisungen gebunden, sondern prüft allein, ob die Veranlagung mit dem Steuerge-

setz  übereinstimmt.  Es  berücksichtigt  Verwaltungsverordnungen  bei  seiner  Entschei-

dung  allerdings,  soweit  diese  eine  dem  Einzelfall  gerecht  werdende  Auslegung  der 

massgeblichen  Bestimmung  zulassen,  weil  es  nicht  ohne  Not  von  einer  einheitlichen 

Praxis der Verwaltungsbehörden abweichen will (BGE 122 V 19, mit Hinweisen). 

aa)  Bei  den  Wertschriftendepots  der  Pflichtigen  bei  der  D-Bank,  der  F-Bank 

(Depot-Nr.3)  und  der  E-Bank  wurden  in  den  von  den  Banken  zusammengestellten 

Steuerverzeichnissen  die  steuerlich  abzugsfähigen  Vermögensverwaltungskosten  ex-

plizit  ausgewiesen  (Fr.  2'727.-  +  Fr.  1'224.-  +  Fr.  2'363.-).  Daraus  errechnet  sich  ein 

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abzugsfähiger Gesamtbetrag von Fr. 6'314.-. Hätten die Banken die steuerlich abzugs-

fähigen  Kosten  dieser  drei  Depots  im  Gesamtwert  von  Fr. 1'718'951.25  nicht  explizit 

ausgewiesen, so stünden den Pflichtigen im Rahmen der Beweiserleichterung von Ziff. 

D.I der Weisung lediglich Fr. 5'156.85 (3 ‰ des Depotvermögens) zum Abzug zu. Im 

Vergleich dazu sind die bankseitig ausgewiesenen und damit abzugsberechtigen Kos-

ten mit total Fr. 6'314.- leicht höher. Dass die Differenz zur 3‰-Pauschale vergleichs-

weise gering ist, liegt daran, dass letztere auf durchschnittlichen Erfahrungszahlen be-

ruht,  was  zeigt,  dass  die  Pauschale  den  ausgewiesenen  und  abzugsfähigen 

Vermögensverwaltungskosten betragsmässig sehr nahe kommt. 

bb) Die Pflichtigen besitzen nun aber noch ein viertes Depot, bei welchem die 

steuerlich abzugsfähigen Kosten nicht ausgewiesen worden sind. Dieses Depot mit der 

Nr. 4 liegt, wie das Depot mit der Nr. 3, bei der F-Bank. Es unterscheidet sich jedoch 

massgeblich von letzterem, welches als gewöhnliches Depot qualifiziert (Bezeichnung 

"Depot") und mithin das Wertschriftenvermögen enthält, welches die Pflichtigen bei der 

F-Bank selber verwalten (vgl. Auszug). Das Depot mit der Nr. 4 hat demgegenüber die 

Bezeichnung  "Verwaltungsdepot,  G"  (vgl.  Auszug).  Es  ist  offenkundig  mit  einem  Ver-

mögensverwaltungsauftrag an die F-Bank verbunden, was mit weit höheren, teils auch 

erfolgsabhängigen  Gebühren verbunden  ist.  Dies zeigt  sich denn  auch  in  der  diesbe-

züglichen  Abrechnung  2018  der  F-Bank,  in  welcher  anfangs  Jahr  eine  "Gebühr  Er-

folgsabhängiges  Preismodell"  (von  Fr. 2'567.93)  und  quartalsweise  ein  "Vermögens-

verwaltungspreis"  (von  Fr. 1'952.62,  Fr. 1'980.51,  Fr.  1'978.51  bzw.  Fr.  1'973'62) 

aufgeführt  wird.  Davon,  dass  in  diesen  Pauschalgebühren  von  total  Fr. 10'453.19  ne-

ben  nicht  abziehbaren  Gebühren  für  das  Portfoliomanagement  auch  abziehbare  Ver-

mögensverwaltungskosten enthalten sind, ist grundsätzlich auszugehen. Zu denken ist 

dabei an die reinen Depotgebühren und die Steuerbescheinigungsspesen, wie sie etwa 

in der Bankspesenabrechnung zum Depot bei der E-Bank (welches offensichtlich auch 

mit  einem  Vermögens-verwaltungsauftrag  verbunden  ist)  explizit  ausgeschieden  sind. 

Der Umfang des abziehbaren Anteils beim "Verwaltungsdepot, G" ist mangels entspre-

chender Transparenz in der Bankspesenabrechnung der F-Bank indes nicht bekannt. 

Bei  dieser  Ausgangslage  hat  die  Einsprachebehörde  in  Bezug  auf  dieses 

Verwaltungsdepot  schätzungsweise  3‰  des  Depotwerts  als  abzugsfähig  betrachtet, 

nachdem  zuvor  im  Veranlagungs-  und  Einschätzungsverfahren  der  Steuerkommissär 

noch  keinen  Abzug  gewährt  hatte.  Dies  erweist  sich  insoweit  als  vertretbar,  als  im 

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Rahmen  der  generellen  Beweiserleichterung  von  Ziff.  D.I  der  Weisung  auf  die  

3‰-Pauschale  abgestellt  wird  und  dieser  Ansatz  wie  gesehen  nahe  an  der  Realität 

liegt  (vgl.  E.  2/c/aa  in  fine).  Der  so  geschätzte  Abzug  von  rund  Fr.  2'000.-  hält  denn 

auch  einem  Vergleich  mit  dem  vorerwähnten  gewöhnlichen  Depot  der  Pflichtigen  bei 

der  F-Bank  stand,  bei  welchem  bei  rund  halb  so  viel  Depotvermögen  abziehbare Ge-

bühren von rund Fr. 1'000.- ausgewiesen sind. 

cc) Als Zwischenergebnis lässt sich damit festhalten, dass die Einsprachebe-

hörde  den  Pflichtigen  nach  den  allgemeinen  Beweislastregeln  die  korrekten  Vermö-

gensverwaltungskosten  zugestanden  hat,  nämlich  in  Bezug  auf  drei  gewöhnliche  

Depots die als abzugsfähig ausgewiesenen Kosten und in Bezug auf ein Verwaltungs-

depot mit Pauschalgebühr die mit dem üblichen 3‰-Ansatz pauschal geschätzten ab-

zugsfähigen Kosten. Mehr als den daraus resultierenden Gesamtabzug von Fr. 8'348.- 

haben  die für  steuermindernde  Tatsachen  beweisbelasteten  Pflichtigen  nicht  nachge-

wiesen, womit auch bereits feststeht, dass von einem Verstoss gegen den Grundsatz 

der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit keine Rede sein kann. 

3. Ungeachtet des vorstehenden klaren Beweisergebnisses halten die Pflichti-

gen  dafür,  gestützt  auf  Ziff.  D.II  der  Weisung,  ausgelegt  in  ihrem  Sinn  und  von  der 

Steuerbehörde  "in  mehreren  Fällen"  auch  in  ihrem  Sinn  angewandt,  stehe  ihnen  ein 

höherer Abzug zu.  

a)  Wie  erwähnt,  gewährt  die  Weisung  im  Abschnitt  D  den  Steuerpflichtigen 

gewisse  Beweiserleichterungen.  Dabei  ist  die  generelle  Beweiserleichterung  der  

3‰-Pauschale  in  Ziff.  I  (Titel  "Pauschalierung  der  anrechenbaren  Kosten")  an  den 

Höchstbetrag von Fr. 6'000.- gebunden, was einem Depotwert von Fr. 2'000'000.- ent-

spricht. In Ziff. II (Titel "Abzug der tatsächlichen Kosten") wird einleitend festgehalten, 

dass bei höheren Kosten (also höher als Fr. 6'000.- gemäss Ziffer I) nachzuweisen ist, 

dass sie tatsächlich bezahlt wurden und abzugsfähig sind, was der bereits abgehandel-

ten  allgemeinen  Beweispflicht  bei  steuermindernden  Umständen  entspricht.  Alsdann 

werden aber in Bezug auf Pauschalgebühren noch zusätzliche Beweiserleichterungen 

gewährt.  

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1 ST.2020.107 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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b)  Das  Steuerrekursgericht  hat  sich  mit  den  Beweiserleichterungen  im  Ab-

schnitt D der Weisung – noch unter Geltung der vormaligen, bis und mit Steuerperiode 

2017  gültigen  Weisung  –  schon  einmal  befasst  (vgl.  StRG,  31. Januar  2017, 

1 DB.2016.29 = ZStP 2017 Nr. 20).  

Es  erwog,  dass  bei  Pauschalgebühren  von  Vermögensverwaltern  bzw.  Ban-

ken,  welche  abzugsfähige  und  nicht  abzugsfähige  Kosten  enthielten,  die  Weisung  in 

Abschnitt D dem Steuerpflichtigen die Beweisführung zunächst insoweit erleichtere, als 

sie diesem in Ziff. I einen Abzug von schätzungsweise 3‰ des Steuerwerts des Depots 

zum Abzug zugestehe; dies bis zu einem Depotwert von Fr. 2'000'000.- (also maximal 

Fr. 6'000.-).  Als  Folge  dieser  Abzugspauschalierung  müsse  der  Steuerpflichtige  bei 

Depotwerten bis Fr. 2'000'000.- also in quantitativer Hinsicht nicht einmal nachweisen, 

dass er entsprechende Gebühren tatsächlich bezahlt habe. Wenn also beispielsweise 

ein  Steuerpflichtiger  mit  einem  verwalteten  Wertschriftenvermögen  in  der  Höhe  von 

Fr. 2'000'000.-  bloss Fr. 5'000.-  an  pauschalen  Verwaltungsgebühren  beglichen habe, 

könne er trotzdem Fr. 6'000.- (= 3‰ des Depotwerts) zum Abzug bringen. Auszugehen 

sei bei alledem ohne Weiteres davon, dass das kantonale Steueramt diesen Pauschal-

ansatz bis zum Maximalbetrag von Fr. 6'000.- zwecks Vereinfachung des Massenver-

fahrens eingeführt und dabei auf Erfahrungswerte abgestellt habe.  

Im  Weiteren  befasste  sich  das  Gericht  auch  mit  Ziff.  D.II,  in  welcher  die  

Abzugsfähigkeit geregelt ist, wenn der Steuerpflichtige einen den pauschalen Höchst-

betrag übersteigenden Betrag zum Abzug bringen will, wofür er gemäss Satz 1 grund-

sätzlich den vollumfänglichen Nachweis entsprechend bezahlter und auch abzugsfähi-

ger Kosten leisten muss und ihm gemäss Satz 2 aber in Bezug auf Pauschalgebühren 

wiederum  eine  Beweiserleichterung  gewährt  wird.  Diese  Beweiserleichterung  ging 

nach  der  alten  Weisung  dahin,  dass  im  Fall  solcher  Pauschalgebühren  auch  bei  De-

potvermögen  über  Fr.  2'000'000.-  ein  Pauschalabzug  von  3‰  des  Depotvermögens 

zugestanden  wurde;  dies  jedoch  nur  unter  der  Bedingung,  dass  die  bezahlte  Pau-

schalgebühr  den  entsprechenden  3‰-Betrag  erreichte  (vgl.  vorstehend  E.  1c).  Diese 

Bedingung  beanstandete  das  Steuerrekursgericht,  war  doch  nicht  einzusehen,  wieso 

beispielsweise bei einem Depotvermögen von Fr. 10'000'000.- ein Pauschalabzug von 

3‰ (= Fr. 30'000.-) zu gewähren war, wenn der Steuerpflichtige eine Pauschalgebühr 

von Fr. 30'000.- bezahlt hatte, ihm in der gleichen Konstellation ein Abzug indes gänz-

lich zu streichen gewesen wäre, wenn die Pauschalgebühr Fr. 29'900.- betragen hätte.  

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1 ST.2020.107 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Als Folge des Entscheids des Steuerrekursgerichts hat das kantonale Steuer-

amt die Weisung bzw. deren Ziff. D.II angepasst. Dabei hat es aber nicht nur der vor-

stehend  beschriebenen  rekursgerichtlichen  Beanstandung  Rechnung  getragen,  son-

dern  die  zusätzliche  Beweiserleichterung  für  Pauschalgebühren  auch  inhaltlich 

(insbesondere  quantitativ)  angepasst.  Neu  werden  bezüglich  solcher  Pauschalgebüh-

ren bei Depotvermögen über Fr. 2'000'000.- nicht mehr pauschal 3‰ des Depotvermö-

gens  gewährt,  sondern  Fr.  6'000.-  zuzüglich  die  Hälfte  der  in  Frage  stehenden  Pau-

schalgebühr, reduziert um den Betrag von Fr. 6'000.-.  

c) Aus alledem lässt sich Folgendes ableiten:  

Die  Schwelle  des  Depotvermögens  bis  Fr.  2'000'000.- für  die allgemeine  Be-

weiserleichterung gemäss  Ziff.  D.I (Abzug  der  3‰-Pauschale  bis max. Fr.  6'000.-  un-

abhängig davon, ob entsprechende abzugsfähige Kosten überhaupt ausgewiesen bzw. 

bezahlt sind) bezieht sich auf sämtliche Wertschriftendepots der Steuerpflichtigen (dies 

nach alter und neuer Weisung).  

Wenn dieser Schwellenwert bzw. der maximale Pauschalabzug von Fr. 6'000.- 

erreicht ist, kommt Ziff. D.II zum Zug. Diesfalls ist grundsätzlich und entsprechend der 

allgemeinen  Beweisregel  für  steuermindernde Tatsachen  der  Nachweis  zu  erbringen, 

dass entsprechend höhere Gebühren bezahlt worden sind und dass diese als abzugs-

fähige Vermögensverwaltungskosten qualifizieren (Satz 1).  

Mit Blick darauf, dass Vermögensverwalter und Banken bei Dienstleistungen, 

welche  über  die  Vermögensverwaltung  im  engen  steuerrechtlichen  Sinn  hinausgehen 

(mithin  die  Vermögensberatung  bzw.  das  Portfoliomanagement  umfassen),  den  Steu-

erpflichtigen oftmals Pauschalgebühren in Rechnung stellen (den Anteil der steuerlich 

abzugsfähigen Kosten mithin nicht ausscheiden), werden nun aber den Steuerpflichti-

gen mit Blick auf solche Pauschalgebühren im zweiten Satz von Ziff. D.II der Weisung 

wiederum  Beweiserleichterungen  gewährt.  Damit  soll  ihnen  ermöglicht  werden,  einen 

geschätzten  Anteil  der  in  Pauschalgebühren  enthaltenen  abzugsfähigen  Kosten  ohne 

quantitativ  exakten  Nachweis  auch  in  jenen  Konstellationen  in  Abzug  zu  bringen,  in 

welchen die allgemeine Beweiserleichterung gemäss Ziff. D.I aufgrund eines Gesamt-

Depotvermögens von über Fr. 2'000'000.- nicht mehr greift. 

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Wenn in diesem Sinn die hier anwendbare neue Weisung in Ziff. D.II nun vor-

sieht,  dass  bei  Belastung  einer  Pauschalgebühr  durch  den  verwaltenden  Dritten  bei 

Depotwerten über Fr. 2'000'000.- als Vermögensverwaltungskosten Fr. 6'000.- plus die 

Hälfte  der  um  den  Betrag  von  Fr. 6'000.-  reduzierten  Pauschalgebühr  in  Abzug  ge-

bracht  werden  können,  ist  freilich  nicht  leicht  verständlich,  was  damit  im  Kontext  mit 

den übrigen Vorgaben in Ziffer D.I und D.II gemeint ist.  

aa)  Ein  Verständnis  im  Sinn  der  Pflichtigen  ist  dabei  aber  klar  abzulehnen. 

Dieses  geht  dahin,  dass  bei  einem  Gesamt-Depotvermögen  von  über  Fr. 2'000'000.- 

sogleich die Berechnung gemäss Ziff. D.II der Weisung zur Anwendung komme, wenn 

bei einem beliebigen einzelnen Depot nur eine Pauschalgebühr ausgewiesen ist, wobei 

bei der konkreten Berechnung der Hälfte, welche gemäss dieser Berechnung dem So-

ckelbetrag von Fr. 6'000.- hinzuzufügen ist, nicht auf die Pauschalgebühr, sondern auf 

die insgesamt bezahlten Gebühren abzustellen sei.  

Auszugehen ist zunächst davon, dass sich die Beweiserleichterung in Ziff. D.II 

allein  auf  Pauschalgebühren  bezieht  und  nicht  –  wie  diejenige  in  Ziff.  D.I  –  auf  

sämtliche  Vermögensverwaltungskosten.  Die  entsprechende  Berechnungsvorgabe  in 

Ziff. D.II  beschlägt  den  abzugsfähigen  Anteil  von  Pauschalgebühren,  weshalb  denn 

auch  ebendiese  Pauschalgebühren  im  hälftigen  Umfang  dem  Sockelbetrag  von 

Fr. 6'000.-  hinzuzufügen  sind  und  nicht,  wie  von  den  Pflichtigen  vertreten,  die  Hälfte 

aller bezahlten Gebühren.  

Die  Auslegung  der  Pflichtigen  bedeutete,  dass  (im  Bereich  eines  Gesamtde-

potvermögens über Fr. 2'000'000.-) bei einem Mix von Depots mit und ohne pauschale 

Gebühren die nachgewiesenen abziehbaren Depotkosten bei der Berechnung des ins-

gesamt zulässigen Abzugs gar nicht zu beachten wären und stattdessen einer beliebi-

gen einzelnen Pauschalgebühr eine ausschlaggebende Rolle für die Berechnungsme-

thode  zukäme.  Dies  hätte  unhaltbare  Ergebnisse  zur  Folge,  wie  folgende  Beispiele 

aufzeigen: So könnten etwa abziehbare Kosten von Fr. 9'000.- betreffend verschiedene 

gewöhnliche Depots im Wert von Fr. 3'000'000.- ausgewiesen sein (= realistische 3‰), 

gepaart  mit  einer  Pauschalgebühr  von  Fr. 2'000.-  betreffend  ein  Depot  im  Wert  von 

Fr. 200'000.- (= 1%). Nach der Auslegung der Pflichtigen wäre in diesem Fall  ein Be-

trag von lediglich Fr. 8'500.- zum Abzug zuzulassen (Fr. 6'000.- + ½ von [Fr. 9'000.- + 

Fr.  2'000.-  ./.  Fr.  6'000.-.])  obwohl  nachweislich  Fr.  9'000.-  an  Gebühren  bezahlt  wor-

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- 14 - 

den  sind.  Würden  sich  hingegen  die  gewöhnlichen  Depots  auf  einen  Wert  von 

Fr. 900'000.-  mit  ausgewiesenen  abzugsfähigen  Kosten  von  Fr. 3'000.-  (=  realistische 

rund  3‰)  belaufen  und  käme  eine  Pauschalgebühr  von  Fr.  30'000.-  betreffend  ein  

Depot im Wert von Fr. 3'000'000.- (= 1%) hinzu, so wären Fr. 19'500.- zum Abzug zu-

zulassen (Fr. 6'000.- + ½ von [Fr. 3'000.- + Fr. 30'000.- ./. Fr. 6'000.-]). Hier würde im 

Ergebnis also ein Anteil von Fr. 16'500.- der Pauschalgebühr von Fr. 30'000.- zum Ab-

zug  zugelassen,  obwohl  erfahrungsgemäss  der  realistische  abzugsfähige  Anteil  bei 

Fr. 9'000.-  liegt  (=  rund  3‰  des  entsprechenden  Depotwerts).  Je  nach  Konstellation 

würde  das  Resultat  mithin  zuungunsten  oder  (wie  hier)  zugunsten  des  Steuerpflichti-

gen  ausfallen,  was  vorliegend  der  Grund  dafür  sein  dürfte,  dass  die  Pflichtigen  diese 

unhaltbare Auslegung vertreten.  

bb)  Prima  vista  naheliegender  ist  damit  die  Auslegung  der  Steuerbehörde, 

welche  dahingeht,  dass  sich  die  Beweiserleichterung  in  Ziffer  D.II  auf  eine  konkrete 

Pauschalgebühr eines Depots im Wert über Fr. 2'000'000.- bezieht. Bei einer solchen 

Pauschalgebühr  berechnete  sich dann  also  deren  abzugsfähiger  Anteil  nach  der  For-

mel: Fr. 6'000.- zuzüglich die Hälfte der darüberhinausgehenden Pauschalgebühr. Dies 

erscheint grosszügig, wenn man bedenkt, dass der Ansatz für solche Pauschalgebüh-

ren  häufig  bei  1%  (und  mehr)  des  Depotvermögens  liegt,  womit  die  hälftige  Anrech-

nung  im  Bereich  über  Fr.  6'000.-  also  5‰  (und  mehr)  entspricht  und  damit  deutlich 

über  dem  realistischen  Wert  von  3‰  liegt,  welcher  auch  der  alten  Fassung  der Wei-

sung  zugrunde  lag.  Das  hier  in  Frage  stehende  Depot  erreicht  den  Depotwert  von 

Fr. 2'000'000.-  nicht,  weshalb die so  verstandene  Beweiserleichterung  von  vornherein 

nicht in Frage steht. 

cc) Es erscheint indes fraglich, ob das kantonale Steueramt bei der Redaktion 

von Ziff. D.II der Weisung (also im Anwendungsbereich von Gesamtdepotwerten über 

Fr. 2'000'000.-) tatsächlich die vorstehende Auslegung im Auge hatte.  Dies bedeutete 

nämlich, dass es für Pauschalgebühren von Depots unter dem Wert von Fr. 2'000'000.- 

und damit wohl für die Mehrzahl der Fälle keine Regel für notwendig erachtete. Nahe-

liegender  erscheint  deshalb,  dass  bei  der  Redaktion  von  Ziff.  D.II  nur  an  Fälle  

gedacht  wurde,  in  welchen  Steuerpflichtige  –  wie  vorliegend  –  mit  einem  Gesamt-

Depotvermögen über Fr. 2'000'000.- ausschliesslich Pauschalgebühren und keine kon-

kret ausgewiesenen abziehbaren Kosten vorlegen können. In einer solchen Konstella-

tion macht die Auslegung der Pflichtigen Sinn, wonach dann generell Fr. 6'000.- zuzüg-

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lich  die  Hälfte  der  um  diesen  Betrag  reduzierten  Pauschalgebühren  zum  Abzug  ge-

bracht werden können. Allerdings sind bei diesem Verständnis dann die wohl ebenfalls 

zahlreichen Fälle nicht erfasst, in welchen Steuerpflichtige – wie vorliegend – mit einem 

Gesamt-Depotvermögen  über  Fr. 2'000'000.-  nicht  ausschliesslich  über  Depots  mit 

Pauschalgebühren verfügen. Deshalb können sich die Pflichtigen zur Berechnung der 

abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten nicht auf Ziff. D.II der Weisung stützen.  

dd)  Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten,  dass  die  seit  der  Steuerperiode 

2018 geltende Neufassung von Ziff. D.II der Weisung erneut verunglückt bzw. zumin-

dest unvollständig erscheint. Eine Auslegung im Sinn der Pflichtigen steht aber in der 

gegebenen  Konstellation  von  verschiedenen  Depots mit teils  ausgewiesenen abzugs-

fähigen und teils pauschal verrechneten Bankspesen nicht in Frage. Unter diesen Um-

ständen ist auch auf deren Vergleichsbeispiele nicht weiter einzugehen, weil diese ge-

rade  nicht  die  hier  gegebene  Konstellation  betreffen.  Bei  deren  Behauptung,  ihnen 

seien Fälle bekannt, in welchen die Steuerbehörde Ziff. D.II der Weisung in ihrem Sinn 

angewendet habe, fehlt mangels Offenlegung der Fälle ein nachgewiesener Bezug zur 

hier konkret gegebenen Konstellation; es könnten dies also gerade Fälle sein, in wel-

chen es ausschliesslich um Pauschalgebühren ging (vgl. vorstehend lit. ccc). Dass die 

Steuerbehörde  Ziff.  D.II  der  Weisung  jedenfalls  in  der  hier  gegebenen  Konstellation 

richtigerweise nicht im Sinn der Pflichtigen auslegt, zeigt der vorliegende Fall. Aus die-

sem  Grund  können  die  Pflichtigen  auch  von  vornherein  keine  Gleichbehandlung  im 

Unrecht  verlangen;  dies  selbst  wenn  die  Steuerbehörde  im  Masseverfahren  in  einem 

Einzelfall  eine  falsche  Berechnungsweise  hätte  durchgehen  lassen  sollen  (vgl.  dazu 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu § 119-131 N 111 StG).  

4. a) Nach alledem sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen.  

b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist ihnen keine Parteientschädi-

gung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes 

über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  sowie § 152 StG  i.V.m.  § 17 

Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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