# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4997d173-9d2a-5470-a6d5-98bcea58ce6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2010 A-6743/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6743-2010_2010-12-13.pdf

## Full Text

Abtei lung I

Postfach
CH-3000 Bern 14
Telefon +41 (0)58 705 25 02
Fax +41 (0)58 705 29 80
www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts-Nr. A-6743/2010
{T 0/2}

Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m 
1 3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), 
Richterin Kathrin Dietrich, Richter Alain Chablais, 
Gerichtsschreiber Alexander Misic.

In der Beschwerdesache

A._______ und B._______, ...,
beide vertreten durch ...,
Beschwerdeführende,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Amtshilfe (DBA-USA),

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6743/2010

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest:

A.
Am 19. August 2009 schlossen die Schweizerische Eidgenossenschaft 
(Schweiz)  und  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  (USA)  in  engli-
scher Sprache ein Abkommen über ein Amtshilfegesuch des Internal 
Revenue  Service  der  USA  (IRS)  betreffend  UBS  AG,  einer  nach 
schweizerischem Recht errichteten Aktiengesellschaft (AS 2009 5669, 
Abkommen 09).  Darin verpflichtete sich die Schweiz,  anhand im An-
hang festgelegter Kriterien und gestützt auf das geltende Abkommen 
vom  2. Oktober  1996  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der 
Doppelbesteuerung  auf  dem  Gebiet  der  Steuern  vom  Einkommen 
(SR 0.672.933.61, DBA-USA 96) ein Amtshilfegesuch der USA zu be-
arbeiten.

B.
Unter  Berufung  auf  das  Abkommen 09  richtete  die  amerikanische 
Steuerbehörde IRS am 31. August 2009 ein Ersuchen um Amtshilfe an 
die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). 

C.
Am  21. Januar  2010  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil 
A-7789/2009 (teilweise veröffentlicht in BVGE 2010/7) eine Beschwer-
de gegen eine Schlussverfügung der ESTV gut, welche einen Fall der 
in  Ziff. 2  Bst. A/b  beschriebenen  Kategorie  (nachfolgend:  Kategorie 
2/A/b) im Anhang des Abkommens 09 betraf. Dies geschah mit der Be-
gründung,  das  Abkommen  09  sei  eine  Verständigungsvereinbarung 
und habe sich an das Stammabkommen (DBA-USA 96) zu halten, wel-
ches  Amtshilfe  nur  bei  Steuer-  oder  Abgabebetrug,  nicht  aber  bei 
Steuerhinterziehung vorsehe.

Daraufhin  schloss  der  Bundesrat  nach  weiteren  Verhandlungen  mit 
den USA am 31. März 2010 in englischer  Sprache ein Protokoll  zur 
Änderung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über ein Amtshil-
fegesuch des Internal  Revenue Service  der  Vereinigten Staaten von 
Amerika  betreffend  UBS AG,  einer  nach  schweizerischem Recht  er-
richteten Aktiengesellschaft,  unterzeichnet in Washington am 19. Au-
gust 2009 (Änderungsprotokoll Amtshilfeabkommen; am 7. April 2010 
im  ausserordentlichen  Verfahren  veröffentlicht,  mittlerweile  AS 2010 

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A-6743/2010

1459, nachfolgend: Protokoll 10). Gemäss Art. 3 Abs. 2 Protokoll 10 ist 
dieses ab Unterzeichnung und damit ab dem 31. März 2010 vorläufig 
anwendbar.

D.
Das oben genannte  Abkommen 09 samt Protokoll 10  wurde von der 
Bundesversammlung mit Bundesbeschluss vom 17. Juni 2010 über die 
Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz und den Verei-
nigten  Staaten  von  Amerika  über  ein  Amtshilfegesuch  betreffend 
UBS AG sowie  des Änderungsprotokolls  (AS 2010  2907)  genehmigt 
und  der  Bundesrat  wurde  ermächtigt,  die  beiden  Verträge  zu  ratifi-
zieren (die konsolidierte Version des Abkommens 09 und des Proto-
kolls 10  findet  sich  in  SR 0.672.933.612  und  wird  nachfolgend  als 
Staatsvertrag 10 bezeichnet; die Originaltexte sind in englischer Spra-
che). Der genannte Bundesbeschluss wurde nicht dem Staatsvertrags-
referendum gemäss Art. 141 Abs. 1 Bst. d Ziff. 3 der Bundesverfassung 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV, 
SR 101) unterstellt.

E.
Mit Urteil A-4013/2010 vom 15. Juli 2010 entschied das Bundesverwal-
tungsgericht vorfrageweise über die Gültigkeit des Staatsvertrags 10.

F.
Nachdem  die  UBS  AG  am  2. Dezember  2009  das  Dossier  von 
A._______  der  ESTV  übermittelt  hatte,  gelangte  letztere  in  ihrer 
Schlussverfügung  vom  16. August  2010  (aus  näher  dargelegten 
Gründen) zum Ergebnis, es handle sich um einen Fall, für den gemäss 
dem  Abkommen 09  in  der  revidierten  und  von  der  Bundes-
versammlung genehmigten Fassung Amtshilfe zu gewähren sei.

G.
Mit  Eingabe  vom  16. September  2010 liess  A._______  (Beschwer-
deführer  1)  zusammen  mit  B._______  (Beschwerdeführerin  2;  zu-
sammen:  Beschwerdeführende)  gegen  die  Schlussverfügung  der 
ESTV  vom  16. August  2010  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde  erheben  und in  materieller  Hinsicht  (neben  weiteren 
Eventual-  bzw. Subeventualbegehren)  im  Wesentlichen  beantragten, 
die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Amtshilfe-
ersuchen  abzuweisen,  soweit  überhaupt  darauf  eingetreten  werden 
könne. 

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Darüber  hinaus  stellten  die  Beschwerdeführenden  den  Verfahrens-
antrag,  das  vorliegende Verfahren  sei  zu  sistieren,  bis  das  Bundes-
strafgericht bzw. das Bundesgericht rechtskräftig über die Schlussver-
fügung  der  ESTV  vom  16. August  2010  entschieden  hätten; 
eventualiter  sei  über  die  Frage  der  Zuständigkeit  ein  Meinungsaus-
tausch  in  (analoger)  Anwendung  von  Art. 8  Abs. 2  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) mit dem Bundesstrafgericht zu pflegen und – im 
Fall  der  Bejahung  der  eigenen  Zuständigkeit  –  eine  selbständige 
Zwischenverfügung betreffend die Zuständigkeit zu erlassen.

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom 23. September  2010  wies  das  Bundes-
verwaltungsgericht  sämtliche,  vorstehend  aufgeführten  Verfahrens-
anträge  ab,  teilte  den Prozessbeteiligten die  Zusammensetzung des 
Spruchkörpers  für  den  Entscheid  in  der  Sache  mit  und  verlangte 
überdies einen Kostenvorschuss.

I.
Mit  Entscheid  vom  13. Oktober  2010  erkannte  die  II.  Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts, auf die bei ihr separat eingereichte 
(und ebenfalls gegen die Schlussverfügung der ESTV vom 16. August 
2010  gerichtete)  Beschwerde  der  Beschwerdeführenden  vom 
16. September 2010 sei nicht einzutreten.

J.
Am  25. Oktober  2010  beantragte  der  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführenden innert der ihm erstreckten Frist den Ausstand des 
gesamten  Spruchkörpers,  bestehend  aus  den  Richtern  Michael 
Beusch,  Pascal  Mollard  und  Daniel  Riedo  sowie  der  Gerichts-
schreiberin  Susanne  Raas  (nachfolgend  auch:  Spruchkörper  1); 
eventualiter seien (zumindest) die beiden Richter Michael Beusch und 
Daniel Riedo sowie Gerichtsschreiberin Susanne Raas zu verpflichten 
in den Ausstand zu treten. Zur Begründung machte er im Wesentlichen 
geltend,  die  abgelehnten  Richter  seien  befangen,  da  sie  bereits  im 
besagten  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4013/2010  vom 
15. Juli 2010 mitgewirkt hätten; bei Richter Pascal Mollard sowie den 
anderen Richtern des Bundesverwaltungsgerichts bestehe die Gefahr 
der Voreingenommenheit aufgrund von (näher dargelegten) politischen 
und faktischen Hintergründen.

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K.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2010 bestätigte das Bundes-
verwaltungsgericht  den  Eingang  des  vorerwähnten  Ausstands-
begehrens  und  teilte  den  Verfahrensbeteiligten  die  Besetzung  des 
Spruchkörpers für den diesbezüglichen Zwischenentscheid mit.

Auf  entsprechende  Aufforderung  des  für  jenen  Zwischenentscheid 
eingesetzten Instruktionsrichters hin, verneinten Richter Daniel Riedo, 
Richter Michael Beusch und Gerichtsschreiberin Susanne Raas, je mit 
Stellungnahmen vom 29. Oktober 2010, sowie Richter Pascal Mollard 
mit  Stellungnahme vom 1. November 2010 das Bestehen eines Aus-
standsgrundes und beantragten die Abweisung des Gesuchs.

L.
Mit  Eingabe vom 19. November 2010 beantragte der Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführenden – innert der ihm abermals erstreckten Frist 
–  (erneut)  den  Ausstand  des  für  den  Zwischenentscheid  über  das 
Ausstandsbegehren  betreffend  den  Spruchkörper  1 vorgesehenen 
Spruchkörpers,  bestehend  aus  Richter  Daniel  de  Vries  Reilingh, 
Richterin  Kathrin  Dietrich,  Richter  Lorenz  Kneubühler  und  Gerichts-
schreiber Keita Mutombo (nachfolgend auch: Spruchkörper 2); es sei 
ein  Verfahren  gemäss  Art. 38  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  i.V.m. Art. 37  Abs. 3  des  Bundes-
gerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (BGG,  SR  173.110)  zur  Be-
stimmung  von  ausserordentlichen  nebenamtlichen  Richtern  und 
Richterinnen  durchzuführen,  welche  die  Ausstandsfrage  und  die 
Hauptsache  beurteilen;  eventualiter  sei  der  Spruchkörper  2  zu  ver-
pflichten,  für  den  Zwischenentscheid  über  das  Ausstandsbegehren 
betreffend den Spruchkörper 1 in den Ausstand zu treten.

M.
Mit  Verfügung  vom 23. November  2010  (Postaufgabe  25. November 
2010)  bestätigte  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Eingang  des 
(zweiten)  Ausstandsbegehrens  vom 19. November  2010; im Übrigen 
hielt es fest, dass über das weitere Vorgehen zu einem späteren Zeit -
punkt entschieden werde.

Auf entsprechende Aufforderung des für den vorliegenden Zwischen-
entscheid neu eingesetzten Instruktionsrichters hin, verneinten (auch) 
Richter  Daniel  de  Vries  Reilingh  und  Gerichtsschreiber  Keita 
Mutombo, je mit Stellungnahmen vom 25. November 2010, das Beste-

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hen eines Ausstandsgrundes und beantragten die Abweisung des Ge-
suchs.

N.
Mit  Schreiben  vom  26. November  2010  wies  der  Vertreter  der  Be-
schwerdeführenden  darauf  hin,  dass  sowohl  im  Ausstandsbegehren 
vom  25. Oktober  2010  als  auch  in  jenem  vom  19. November  2010 
ausdrücklich  beantragt  worden  sei,  es  sei  über  die  Ausstandsfrage 
eine selbständig zu eröffnende Zwischenverfügung zu erlassen.

Auf  die  weiteren  Begründungen  in  den  Gesuchseingaben  der  Be-
schwerdeführenden wird – soweit  entscheidwesentlich – im Rahmen 
der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Zu  den  beim 
Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehört auch die 
Schlussverfügung der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe 
(Art. 32 VGG e contrario und Art. 20k Abs. 1 Vo DBA-USA). Im Rah-
men  des  Beschwerdeverfahrens  ist  das  Bundesverwaltungsgericht 
ebenfalls zur Beurteilung von Fragen formeller Natur und damit auch 
zum Entscheid über Ausstandsbegehren zuständig (vgl. BVGE 2007/4 
E. 1.1). Auf die beiden form- und fristgerecht eingereichten Ausstands-
begehren  ist  somit  –  mit  der  nachfolgend  in  E. 2  gemachten  Ein-
schränkung – einzutreten. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, 
richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem VwVG. 

Die  Bestimmungen  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 
(BGG,  SR 173.110)  über  den  Ausstand  (Art.  34  ff. BGG)  gelten  im 
Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  sinngemäss  (Art. 38 
VGG).

1.2 Bestreitet die Gerichtsperson, deren Ausstand verlangt wird, oder 
ein  Richter  beziehungsweise  eine  Richterin  der  Abteilung  den  Aus-
standsgrund,  so  entscheidet  die  Abteilung unter  Ausschluss  der  be-
troffenen  Gerichtsperson  über  den  Ausstand  (Art.  37  Abs.  1  BGG). 
Diese Bestimmung äussert  sich nicht  darüber, in welcher Besetzung 

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der  Entscheid  über  ein  Ausstandsbegehren zu ergehen hat. Die  all-
gemeinen  Bestimmungen zur  Bildung der  Spruchkörper  in  Verfahren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht sehen in der Regel die Besetzung 
mit drei Richtern oder Richterinnen vor (Art. 21 Abs. 1 und Art. 24 VGG 
i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für 
das Bundesverwaltungsgericht [VGR, SR 173.320.1]). Beim Entscheid 
über  ein  Ausstandsbegehren  handelt  es  sich  zwar  um  einen 
Zwischenentscheid  (vgl.  Art.  45  Abs.  1  VwVG  bzw.  Art.  92  Abs.  1 
BGG).  Da  aber  mit  diesem Entscheid  abschliessend  über  das  Vor-
liegen  von  Ausstandsgründen  befunden  wird,  erscheint  es  auch  in 
diesen Fällen angebracht, den Spruchkörper gemäss den allgemeinen 
Bestimmungen  zu  bilden.  Entsprechend  ist  auch  über  Ausstands-
begehren  in  der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder 
Richterinnen  zu  entscheiden  (Zwischenentscheide  des  Bun-
desverwaltungsgerichts A-3001/2010 vom 20. September 2010 E. 1.2 
und A-6345/2010 vom 16. September 2010 E. 1.2). 

1.3 Über  die  Ausstandsfrage  kann  ohne  Anhörung  der  Gegenpartei 
entschieden werden (Art. 37 Abs. 2 BGG). Vorliegend wird deshalb von 
einer vorgängigen Anhörung der Vorinstanz abgesehen.

2.
2.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 BGG haben Gerichtspersonen u.a. dann in 
den  Ausstand  zu  treten,  wenn  sie  in  der  Sache  ein  persönliches 
Interesse haben (Bst. a), in einer anderen Stellung, insbesondere als 
Mitglied einer Behörde, in der gleichen Sache tätig waren (Bst. b) oder 
aus anderen Gründen, insbesondere wegen besonderer Freundschaft 
oder  persönlicher  Feindschaft  mit  einer  Partei  oder  ihrem Vertreter, 
befangen sein könnten (Bst. e). Es handelt  sich beim letztgenannten 
Ausstandsgrund  um  einen  Auffangtatbestand,  der  im  Sinn  der  bis -
herigen  Rechtsprechung  (zum alten  Bundesrechtspflegegesetz  vom 
16. Dezember  1943  [OG,  BS  3  521])  auszulegen  ist  (ANDREAS 
GÜNGERICH,  in:  Seiler/von  Werdt/Güngerich,  Bundesgerichtsgesetz 
[BGG]: Bundesgesetz über das Bundesgericht, Handkommentar, Bern 
2007,  N 5 f.  zu  Art. 34;  Urteil  des  Bundesgerichts  2F_2/2007  vom 
25. April 2007 E. 3.2). Danach liegt eine Befangenheit vor, wenn Um-
stände  dargetan  sind,  die  bei  objektiver  Betrachtung  geeignet  er-
scheinen,  Misstrauen  in  die  Unparteilichkeit  eines  Richters  zu  er-
wecken (BGE 133 I 1 E. 5.2 und 6.2, 131 I  113 E.  3.4). Solche Hin-
weise  können  in  einem  bestimmten  Verhalten  oder  in  gewissen 
äusseren  Gegebenheiten  funktioneller  und  organisatorischer  Natur 

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begründet liegen. Nicht entscheidend ist das subjektive Empfinden der 
Parteien (BGE 131 I 24 E. 1.1 mit Hinweisen); das Misstrauen in die 
Unbefangenheit  muss  in  objektiver  Weise  gerechtfertigt  erscheinen. 
Der  Richter  braucht  nicht  tatsächlich  befangen  zu  sein;  es  genügt,  
wenn  hinreichende  Anhaltspunkte  hierfür  sprechen  (BGE  128  V  82 
E. 2a, 124 I 121 E. 3a, je mit weiteren Hinweisen). Da die Ausstands-
regelung in einem gewissen Spannungsverhältnis  zum Anspruch auf 
den gesetzlichen Richter steht, muss sie eine Ausnahme bleiben, soll  
die  Zuständigkeitsordnung nicht  ausgehöhlt  werden. Die  persönliche 
Unbefangenheit des gesetzlichen Richters ist deshalb im Grundsatz zu 
vermuten (vgl. BGE 114 Ia 50 E. 3b); von der regelhaften Zuständig-
keitsordnung  darf  –  auch  im  Interesse  einer  beförderlichen  Rechts-
pflege  (vgl.  Art. 29  Abs. 1  BV)  –  nicht  leichthin  abgewichen  werden 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2C_171/2007  und  2C_283/2007  vom 
19. Oktober 2007 E. 5.1 mit  Hinweisen; vgl. auch Zwischenentscheid 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6354/  2010  vom  16. September 
2010 E. 2 mit Hinweis).

2.2 Nach höchstrichterlicher  Rechtsprechung kann unter  Umständen 
ein Ausstandsgrund gegeben sein, wenn eine sog. Vorbefassung vor-
liegt,  d.h. wenn sich  der  Richter  oder  die  Richterin  schon  zu einem 
früheren Zeitpunkt mit  der Angelegenheit  befasst hat (BGE 126 I 68 
E. 3c  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bundesgerichts  1P.2/2004  vom 
18. Februar  2004).  Das  Verfahren  über  den  Ausstand  von  Gerichts-
personen  ist  jedoch  nicht  dazu  bestimmt,  die  Recht-  oder  Ver-
fassungsmässigkeit  eines  früheren  Urteils,  an  dem  bestimmte  Ge-
richtspersonen mitgewirkt  haben, in  Frage zu stellen. Eine den Aus-
stand begründende Voreingenommenheit  ist  diesfalls nur dann anzu-
nehmen, wenn besonders krasse und wiederholte Irrtümer vorliegen, 
diese  einer  schweren  Amtspflichtverletzung  gleichkommen  und  sich 
einseitig zu Lasten einer der Prozessparteien auswirken können (BGE 
125  I  119  E. 3e;  vgl.  statt  vieler:  Urteile  des  Bundesgerichts 
1B_164/2009  vom 31. August  2009  E. 2.1,  1B_60/2008  vom 4. Juni 
2008  E. 4;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
6262/2010 vom 20. Oktober 2010). Die Beteiligung an einem früheren 
Verfahren gemäss Art. 34 Abs. 2 BGG bildet für sich allein denn auch 
keinen Ausstandsgrund, sofern nicht ein Tatbestand von Art. 34 Abs. 1 
Bst. a-e BGG erfüllt  ist  (GÜNGERICH,  a.a.O., N 7 zu Art. 34; Zwischen-
entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-787/2008  vom 
29. Februar  2008).  Dementsprechend  kann  ein  Ausstandsbegehren 
grundsätzlich nicht mit dem Ergebnis bzw. dem Inhalt bereits gefällter 

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Entscheidungen  begründet  werden  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2E_1/2008  vom  29. Mai  2008  E. 2.1.4,  2C_253/2007  vom  26. Juni 
2007  E. 2;  Zwischenentscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
6262/2010  vom 20. Oktober  2010,  A-3001/2010  vom 20. September 
2010  E. 4.1).  Namentlich  auch  die  Verbundenheit  von  Gerichts-
personen mit einem Kanton, ihre Zugehörigkeit zu einer Partei oder zu 
einer Kirche vermögen für sich allein keinen Ausstandsgrund zu bilden 
(Urteile  des  Bundesgerichts  2C_466/2010  vom  25. Oktober  2010 
E. 2.4.5, 2C_71/2010 vom 22. September 2010, je mit Hinweisen).

3.
3.1 Im  vorliegenden  Fall  verlangen  die  Beschwerdeführenden  zum 
einen  den  Ausstand  der  Bundesverwaltungsrichter  Michael  Beusch, 
Daniel Riedo, Pascal Mollard sowie Gerichtsschreiberin Susanne Raas 
(Ausstandsbegehren vom 25. Oktober 2010); zum anderen seien die 
Bundesverwaltungsrichter  Daniel  de  Vries  Reilingh,  Lorenz 
Kneubühler,  die  Bundesverwaltungsrichterin  Kathrin  Dietrich  sowie 
Gerichtsschreiber  Keita  Mutombo zu verpflichten,  für  den Zwischen-
entscheid über das Ausstandsbegehren betreffend die erstgenannten 
Gerichtspersonen  (Spruchkörper  1)  in  Ausstand  zu  treten  (Aus-
standsbegehren vom 19. November 2010). Mit Bezug auf die Bundes-
verwaltungsrichter Michael  Beusch,  Daniel  Riedo,  Daniel  de  Vries 
Reilingh, Lorenz Kneubühler sowie Gerichtsschreiberin Susanne Raas 
und  Gerichtsschreiber  Keita  Mutombo  machen  die  Beschwerde-
führenden u.a. geltend, diese seien befangen, da sie entweder bereits 
im besagten Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-4013/2010 vom 
15. Juli  2010  oder  in  anderen  "Parallelverfahren"  (damit  meinen  die 
Beschwerdeführenden  namentlich  ergangene  Sachentscheide,  Ab-
schreibungsentscheide,  Zwischenentscheide  über  Ausstands-
begehren,  etc.)  mitgewirkt  hätten.  Dabei  hätten  die  besagten  Ge-
richtspersonen ohne Anhörung der Beschwerdeführenden und offen-
sichtlich ohne den mit der Abgrenzung der Rechts- von der Amtshilfe 
in Verbindung stehenden Fragekomplex zu sehen bereits mehrfach in 
"Parallelverfahren"  die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
bejaht.  Damit  bestehe  objektiv  die  Gefahr,  dass  diese  Gerichts-
personen die neuen Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht mehr 
unbefangen  überprüfen,  sondern  möglichst  ihren  bisherigen,  un-
kritischen Standpunkt zur Zuständigkeitsfrage beibehalten würden.

Zwar trifft es zu, dass der vorliegend für den Entscheid in der Sache 
vorgesehene, mit  Gesuch vom 25. Oktober 2010 abgelehnte Spruch-

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körper 1 – davon ausgenommen ist einzig Richter Pascal Mollard – am 
besagten Piloturteil beteiligt war. Gleichermassen zutreffend hat – mit 
Ausnahme von Richterin Kathrin Dietrich – auch der mit Gesuch vom 
19. November  2010  abgelehnte  Spruchkörper  2  bereits  an  ver-
schiedenen  "Parallelverfahren"  (Sachentscheide  [insb.  auch  Rück-
weisungen an die Vorinstanz zur Gewährung des rechtlichen Gehörs],  
Abschreibungsentscheide  und  Zwischenentscheide  über  Ausstands-
begehren)  mitgewirkt.  Das  Verfahren  über  den  Ausstand  von  Ge-
richtspersonen ist  indes wie gesagt nicht  dazu bestimmt,  die Recht- 
oder Verfassungsmässigkeit eines früheren Urteils, an dem bestimmte 
Gerichtspersonen mitgewirkt haben, in Frage zu stellen (E. 2.2). Schon 
deshalb kann vorliegend nicht auf die Rüge eingegangen werden, die 
abgelehnten Gerichtspersonen hätten die Frage der Zuständigkeit des 
Bundesverwaltungsgerichts  bzw.  bereits  jene  der  Zulässigkeit  des 
Amtshilfegesuchs unkritisch und im Ergebnis falsch beurteilt. An dieser 
Stelle sei lediglich darauf hingewiesen, dass sich die II. Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts für die Beurteilung der von den Be-
schwerdeführenden  bei  ihr  eingereichten  Beschwerde  vom 
16. September  2010  mit  Entscheid  vom  13. Oktober  2010  als  "ein-
deutig  nicht  zuständig"  erachtet  hat  und  demzufolge  auf  die  Be-
schwerde  nicht  eingetreten  ist  (unveröffentlichter  Entscheid  des 
Bundesstrafgerichts vom 13. Oktober 2010 [RR.2010.211+212],  nicht 
rechtskräftig; vgl. oben Bst. I). Soweit  die hier  zu beurteilenden Aus-
standsbegehren  ausschliesslich  mit  der  Mitwirkung  der  abgelehnten 
Gerichtspersonen  namentlich  am  besagten  Piloturteil  oder  an  be-
stimmten "Parallelverfahren" begründet werden, sind sie als untauglich 
und  mithin  unzulässig  zu  qualifizieren,  und  die  vom  Begehren  be-
troffenen Gerichtspersonen dürfen an der Feststellung von deren Un-
zulässigkeit  mitwirken  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_253/2007  vom 
26. Juni 2007 E. 2 mit Hinweisen insb. auf BGE 114 Ia 278 E. 1, 105 Ib 
301  E. 1c;  vgl.  ferner  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_463/2009  vom 
20. Juli  2009 E. 2.3.3). Auf  die Ausstandsbegehren ist  insoweit  nicht 
einzutreten.

3.2 Die  Beschwerdeführenden  machen  weiter  geltend,  bei  Bundes-
verwaltungsrichter Pascal Mollard wie auch bei allen anderen Richtern 
des  Bundesverwaltungsgerichts  bestehe  die  Gefahr  der  Vorein-
genommenheit  insbesondere  aufgrund  des  politischen  Drucks,  der 
faktischen Bindung an den Pilotentscheid sowie aufgrund öffentlicher 
Äusserungen  des  Bundesverwaltungsgerichtspräsidenten  Christoph 
Bandli.  Namentlich  mit  Bezug  auf  die  Äusserungen  des  (zurzeit 

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amtierenden)  Gerichtspräsidenten  bringen  sie  vor,  dieser  habe 
öffentlich der Presse gegenüber erklärt, dass zwar nicht der Bundes-
rat, hingegen aber das Parlament die Kompetenz habe, das UBS-Ab-
kommen  abzuschliessen.  Nach  diesem  öffentlichen  und  vom  Parla-
ment  umgesetzten  Ratschlag  werde  nun  allerdings  kein  Bundesver-
waltungsrichter  seinem Präsidenten in den Rücken fallen wollen und 
die Rügen der Beschwerdeführenden unbefangen prüfen.

Trotz  und  gerade  aufgrund  der  zahlreichen  und  mannigfaltigen  Ein-
flüsse  (wie  gesellschaftliche  Sitten,  Gewohnheiten,  Werturteile,  die 
öffentliche Meinung oder bestimmte politische Ereignisse), die auf die 
Unabhängigkeit des richterlichen Urteils einwirken und die Freiheit des 
Richters beeinträchtigen können, kann und muss von diesem erwartet  
werden, dass er seine Unvoreingenommenheit wahrt (BGE 104 Ia 272 
E. 3a).  Dies  ergibt  sich  direkt  aus  der  verfassungsmässigen  Um-
schreibung der richterlichen Unabhängigkeit,  in  dem in Art. 191c  BV 
festgehalten  wird,  dass  die  richterlichen  Behörden  in  ihrer  recht-
sprechenden  Tätigkeit  unabhängig  und  nur  dem  Recht  verpflichtet 
sind.  Schon  deshalb  vermag  nicht  jeder  beliebige  Einfluss  der  vor-
genannten  Art,  dem der  Richter  im  täglichen  Leben  ausgesetzt  ist, 
eine Befangenheit  zu begründen, welche ihn unfähig macht,  in einer 
Streitsache  als  Richter  zu  amten.  Wie  bereits  erwähnt  (vgl.  E. 2.1), 
muss  das  Misstrauen  in  den  Richter  zudem in  objektiver  Weise  als  
begründet  erscheinen  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_466/2010  vom 25. Oktober  2010 E. 2.4.2  mit  Hinweisen). In  An-
lehnung an die  höchstrichterliche Rechtsprechung bildet  sodann die 
Zugehörigkeit  der  Richter  an  eine  Gerichtsbehörde  wie  namentlich 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  verbunden  mit  irgendwelchen 
öffentlichen Äusserungen von deren Präsidenten, für sich allein keinen 
Ausstandsgrund. Zu beurteilen wäre ohnehin nur, ob die Gefahr  der 
Befangenheit  bezüglich  der  mit  der  Beurteilung  des  vorliegenden 
Falles  betrauten  Gerichtsperson  besteht.  Ob  allenfalls  andere  Mit-
glieder  des Gerichts  (einschliesslich  dessen Präsident)  sich  in  einer 
Weise  geäussert  haben,  welche  Anlass  zur  Annahme  einer  vor-
gefassten Meinung geben könnte,  ist  daher  grundsätzlich ebenso ir-
relevant, wie es die Äusserungen von Politikern für die dessen Partei 
angehörenden Richter sind. Anders wäre die Situation allenfalls dann 
zu  beurteilen,  wenn  eine  Richterin  oder  ein  Richter  selber  in  einer  
Weise aktiv geworden oder sich geäussert hätte, die ein berechtigtes 
Misstrauen in ihre bzw. seine Unvoreingenommenheit erwecken könnte 
(vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_466/2010  vom 

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25. Oktober  2010  E. 2.4.4  mit  Hinweisen).  Die  diesbezüglichen  Vor-
bringen der Beschwerdeführenden vermögen daher den Ausstand von 
vornherein  nicht  zu  begründen,  weshalb  (auch)  hierzu  kein  Aus-
standsverfahren nach Art. 37  BGG durchgeführt  zu  werden  braucht. 
Vielmehr ist auf das gestellte Ausstandsbegehren, soweit dieses sich 
neben  Richter  Pascal  Mollard  auch  global  auf  "alle  Richter  des 
Bundesverwaltungsgerichts" und damit auch auf die am vorliegenden 
Zwischenentscheid  mitwirkenden  Richterinnen  und  Richter  bezieht, 
nicht  einzutreten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_71/2010  vom 
22. September 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).

3.3 Zusammenfassend vermag weder die Mitwirkung der abgelehnten 
Gerichtspersonen  namentlich  am  besagten  Piloturteil  oder  an  be-
stimmten  "Parallelverfahren"  noch  die  Zugehörigkeit  der  Richter  an 
eine Gerichtsbehörde wie namentlich dem Bundesverwaltungsgericht, 
verbunden  mit  irgendwelchen  öffentlichen  Äusserungen  deren 
Präsidenten, für sich allein einen Ausstandsgrund zu begründen. Auf 
die gestellten Ausstandsbegehren ist insoweit nicht einzutreten.

Da namentlich gegen den Spruchkörper 2 (Richter Lorenz Kneubühler, 
Richterin Kathrin Dietrich und Richter Alain Chablais) – wie gesehen 
(E. 3.1 und 3.2)  – nur pauschale bzw. untaugliche und damit  im Er-
gebnis unzulässige Ausstandsgründe geltend gemacht wurden, durfte 
dieser  Spruchkörper  2  nicht  nur  an  der  Feststellung  von  deren  Un-
zulässigkeit mitwirken (E. 3.1 in fine), sondern ist im Folgenden (E. 4) 
auch zur Beurteilung der geltend gemachten spezifischen Ausstands-
gründe gegen den Spruchkörper 1 legitimiert.

4.
4.1 Die  Beschwerdeführenden  begründen  ihre  beiden  Ausstands-
begehren im Übrigen wie folgt: 

Neben  der  Mitwirkung  der  abgelehnten  Gerichtspersonen  am Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-4013/2010 vom 15. Juli 2010 sei zu 
beachten,  dass  der  vorliegende  Sachverhalt  mit  demjenigen  im  be-
sagten Pilotentscheid in den allermeisten entscheidrelevanten Punkten 
identisch sei. Auch die Rechtsfragen, die sich in den beiden Prozessen 
stellten,  seien  grundsätzlich  identisch.  Damit  habe  das  Bundesver-
waltungsgericht  im  Pilotentscheid  theoretisch  sämtliche  relevanten 
Rechtsfragen,  die  sich  im  Zusammenhang  mit  der  angefochtenen 
Schlussverfügung stellten, bereits geprüft und jene Schlussverfügung 
als  rechtmässig  eingestuft.  Es  sei  deshalb  von  vornherein  nicht  zu 

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erwarten, dass diejenigen Mitglieder des Spruchkörpers 1, die bereits  
am  Pilotentscheid  mitgewirkt  hätten,  sich  in  Widerspruch  zu  ihrem 
damaligen  Entscheid  setzen  und  diejenigen  Rügen  und  Be-
gründungen,  die  zusätzlich  zu  denjenigen der  Beschwerde im Pilot -
entscheid  vorgebracht  würden,  ernsthaft  prüfen  und  möglicherweise 
als berechtigt  beurteilen würden. Insofern erscheine das vorliegende 
Verfahren  aufgrund  der  Vorbefassung  der  abgelehnten  Richter  bzw. 
Gerichtsschreiberin nicht mehr offen; die Mitglieder des Spruchkörpers 
1  hätten  infolge  ihrer  Teilnahme  am  Pilotentscheid  keinen  Ent-
scheidungsspielraum  mehr,  ohne  sich  zu  ihrer  früheren  Haltung  in 
Widerspruch zu setzen und unter grosser öffentlicher Beachtung eine 
Fehlbeurteilung  eingestehen  zu  müssen.  Es  sei  daher  nicht  zu  er -
warten,  dass  sie  die  neu  von  den  Beschwerdeführenden  auf-
geworfenen Rechtsfragen unbefangen prüfen würden. Hinzu komme, 
dass im Schrifttum in der Zwischenzeit berechtigte Kritik am Pilotent -
scheid ergangen sei, insbesondere in Bezug auf die vorliegend eben-
falls massgebende Frage der fiktiven Kapitalgewinne, die effektiv gar 
keine  gewesen  seien.  Die  fundierte  Kritik  der  betreffenden  Autoren 
verlange  eine  neue  Auseinandersetzung  mit  der  absolut  entscheid-
relevanten  Kapitalgewinnfrage  durch  ein  unvoreingenommenes 
Gremium.  Im  Übrigen  weisen  die  Beschwerdeführenden  darauf  hin, 
das  Bundesverwaltungsgericht  habe,  um  dem  zeitlichen  Druck  der 
Politik  nachkommen  zu  können,  gemäss  Aussage  von  dessen 
Präsidenten mit  Pilotfällen nach Kategorien gearbeitet. Die Tatsache, 
dass ein Fall zum Pilotentscheid deklariert worden sei, zeige, dass er  
als  Präjudiz  für  die  übrigen  Verfahren  diene.  Der  Pilotfall  gebe  den 
Rahmen für vergleichbare Fälle vor. Die Offenheit des einzelnen Ver-
fahrens sei auch darum nicht mehr gewährleistet.

4.2 Der  Umstand,  dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Be-
wältigung der bekanntlich zahlreichen Amtshilfeverfahren auf einzelne 
Piloturteile stützt, ist nicht zu beanstanden; dies namentlich auch an-
gesichts  der  mittels  Staatsvertrag  10  eigens  vorgesehenen  Unter-
teilung der amtshilfefähigen Fälle in bestimmte Kategorien (2Aa, 2Ab, 
2Ba, 2Bb) und der damit verbundenen Vielzahl grundsätzlich, d.h. mit 
Blick  auf  die  im  Anhang  zum  Staatsvertrag  10  beschriebenen  vier 
Konstellationen  gleich  gelagerter  Fälle. Die  behaupteten  inhaltlichen 
Fehler  oder Verfassungswidrigkeiten des ergangenen Pilotentscheids 
vermögen  für  sich  allein  gesehen  ohnehin  keinen  Ausstandsgrund 
darzustellen  (vgl. E. 2.2  und E. 3.1). Vielmehr  handelt  es  sich  dabei 
offensichtlich um appellatorische Kritik am genannten Urteil, worauf im 

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vorliegenden  Rahmen  –  gleich  wie  auf  die  von  den  Beschwerde-
führenden geltend gemachte, gegen das Urteil ergangene Kritik in der 
Lehre  –  nicht  einzugehen  ist.  Die  Beschwerdeführenden  vermögen 
damit  nicht  aufzuzeigen,  inwiefern  die  einzelnen am besagten Pilot -
urteil mitwirkenden Personen sich in einer Art festgelegt haben sollen, 
dass sie einer anderen Bewertung der  Sach- und Rechtslage – ins-
besondere  bezüglich  neuer  Vorbringen  seitens  der  Beschwerde-
führenden – nicht mehr zugänglich sein sollten. Zwar trifft es zu, dass 
aus  Gründen  der  Rechtssicherheit  (auch)  das  Bundesverwaltungs-
gericht den in früheren Entscheidungen eingenommenen Standpunkt 
innerhalb  bestimmter  Grenzen  grundsätzlich  übernimmt  und  eine 
Änderung der Praxis regelmässig nur als begründet erachtet, wenn die 
neue  Lösung  besserer  Erkenntnis  der  ratio  legis,  veränderten 
äusseren  Verhältnisses  oder  gewandelter  Rechtsanschauung  ent-
spricht. Dies bedeutet – nach den Worten des Bundesgerichts – aber  
einerseits,  dass auch für  einen anders  zusammengesetzten Spruch-
körper eine solche beschränkte Befolgungspflicht bestünde, anderer-
seits,  dass es sowohl für  einen anders zusammengesetzten Spruch-
körper wie auch für den damaligen durchaus möglich wäre, bei  Vor-
liegen der genannten Voraussetzungen die Rechtslage in einem neuen 
Fall anders zu beurteilen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 
2C_466/2010 vom 25. Oktober 2010 E. 2.3.2).  Es ist  darüber hinaus 
nicht  ersichtlich,  inwieweit  den  betreffenden  Richtern  bzw.  der  Ge-
richtsschreiberin  besonders  schwere und  wiederholte  Fehler  im Ver-
fahren  oder  bei  der  rechtlichen  Beurteilung  im  Sinn  einer  schwer-
wiegenden Pflichtverletzung vorzuwerfen wären, die auf eine fehlende 
Distanz oder Neutralität schliessen lassen würden (E. 2.2). Insoweit ist 
dem Anspruch auf ein faires Verfahren ohne weiteres Genüge getan 
worden. Unter  diesen  Umständen  kann  –  entgegen  der  Ansicht  der 
Beschwerdeführenden  –  auch  nicht  von  einer  Vorbefassung  gespro-
chen werden, selbst wenn sich dieselben Rechtsfragen erneut stellen 
sollten. Vielmehr ist es als Prozessrisiko der Beschwerdeführenden zu 
qualifizieren,  wenn sie  trotz  des rechtskräftigen Urteils  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-4013/2010  vom  15. Juli  2010  den  Be-
schwerdeweg  beschreiten  und  unter  Umständen  dieselben  Rügen 
vorbringen. Jedenfalls ist darin keine den Ausstand begründende Vor-
eingenommenheit der abgelehnten Richter bzw. Gerichtsschreiberin zu 
sehen  (vgl.  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
6262/2010  vom 20. Oktober  2010).  In  Bezug  auf  neu  aufgeworfene 
Rechtsfragen  sind  sodann  von  vornherein  keine  Widersprüche  zum 

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ergangenen Piloturteil zu erwarten. Nach dem Gesagten ist eine Be-
fangenheit im Sinn von Art. 34 Abs. 1 Bst. a-e BGG nicht ersichtlich.

4.3 Damit bleibt festzuhalten, dass auch mit Bezug auf das zu fällende 
Urteil in der Streitsache keine Gründe für einen Ausstand von Richter  
Michael  Beusch,  Richter  Pascal  Mollard,  Richter  Daniel  Riedo  und 
Gerichtsschreiberin Susanne Raas vorliegen. Insofern sind die beiden 
Ausstandsbegehren  der  Beschwerdeführenden  abzuweisen,  soweit 
auf diese überhaupt eingetreten werden kann.

5.
Die Kosten für diesen Zwischenentscheid bleiben bei der Hauptsache.

6.
Dieser Entscheid kann nicht  mit  Beschwerde in  öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art.  83 
Bst. h BGG).

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Ausstandsbegehren vom 25. Oktober 2010 und vom 19. November 
2010 werden abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Die Kosten dieses Zwischenentscheids bleiben bei der Hauptsache.

3.
Diese Verfügung geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die  Vorinstanz  (Ref-Nr.  ...;  Einschreiben;  Beilage:  Schreiben  der 

Beschwerdeführenden vom 26. November 2010)

Der Instruktionsrichter:  Der Gerichtsschreiber:

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Lorenz Kneubühler  Alexander Misic

Versand: 

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