# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 126f3623-0a4c-5318-bf6e-f2cae1c19b2e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 27.09.2016 I/1-2016/50, 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2016-50--51_2016-09-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2016/50, 51

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 27.09.2016

Entscheiddatum: 27.09.2016

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 27.09.2016
Art. 115 Abs. 1 lit. a und Art. 51 StG (sGS 811.1), Art. 91 und Art. 37 DBG (SR 
642.11). Die im Fürstentum Liechtenstein wohnhafte und im Kanton St. 
Gallen unselbständig tätig gewesene Rekurrentin erhielt aufgrund eines 
gerichtlichen Vergleichs einen Nettolohn von 50‘000 Franken zugesprochen. 
Die Veranlagungsbehörde erfasste diesen mit der Quellensteuer im Monat 
der Auszahlung mit dem übrigen Monatslohn. Der Antrag der Rekurrentin, 
die Leistung sei als Genugtuung steuerfrei, ist unbegründet. Unrichtig ist 
aber die Auffassung der Veranlagungsbehörde, die Leistung sei im 
Zuflussmonat zu erfassen, weil dies bei der Quellensteuer eine übermässige 
Progression zur Folge hat. Gegenstand des Vergleichs waren rund zwölf 
Monatslöhne, weshalb die Vergleichssumme analog der Bestimmungen für 
die Besteuerung von Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen zu 
einem privilegierten Steuersatz besteuern ist (Urteil der 
Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, vom 27. September 2016, 
VRKE I/1-2016/50, 51). 

Präsident Thomas Vögeli, hauptamtlicher Richter Urs Gmünder und Richter Markus 

Frei, Gerichtsschreiber Philipp Lenz

 

 

X, Rekurrentin und Beschwerdeführerin,

vertreten durch lic.iur. Marc Weber, Rechtsanwalt, Waisenhausstrasse 14, 9000 St. 

Gallen,

gegen

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Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

Quellensteuer (Kantons- und Gemeindesteuer sowie direkte Bundessteuer)

 

Sachverhalt:

A.- X war seit 1. März 1992 für das Y-Amt S, Zweigstelle Z, tätig. Mit Verfügung vom 

21. April 2010 verzichtete das Departement des Innern des Kantons St. Gallen auf die 

Wiederwahl von X als Beamtin und löste das Beamtenverhältnis per 31. Juli 2010 auf. 

Eine dagegen erhobene Beschwerde beim Verwaltungsgericht wurde am 26. Januar 

2011 abgewiesen und vom Bundesgericht anschliessend unter Rückweisung an das 

Departement des Innern mit Urteil vom 14. September 2011 gutgeheissen. Am 

16. Oktober 2012 kündigte das Finanzdepartement das bestehende Arbeitsverhältnis 

mit X per 31. Januar 2013. Nachdem bei der Schlichtungsstelle in Personalsachen 

keine Einigung erzielt worden war, erhob X am 22. Juli 2013 Klage beim 

Verwaltungsgericht. Mit Entscheid vom 28. Juli 2015 schrieb das Verwaltungsgericht 

die Klage zufolge Gegenstandslosigkeit ab, nachdem am 30. Juni 2015 unter 

Mitwirkung des Gerichts folgender Vergleich abgeschlossen worden war:

 

1.    Der Beklagte verpflichtet sich ohne Anerkennung einer vorbestandenen 

Rechtspflicht

       zur Nachzahlung von Lohn im Nettobetrag von Fr. 50‘000.–.

2.    Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin einen Pauschalbetrag von Fr. 40‘000.–

       zu bezahlen zum Zweck der beruflichen Wiedereingliederung (z.B. Outplacement).

3.    [Schlusszeugnis]

4.    [Kosten- und Entschädigungsfolgen]

5.    Die Zahlungen gemäss Ziff. 1 und 2 erfolgen spätestens am 31. Juli 2015. […]

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6.    [Saldoklausel]

 

B.- Die Vergleichssumme von Fr. 50‘000.– wurde vom kantonalen Steueramt auf einen 

Bruttolohn von Fr. 53‘060.95 hochgerechnet und zusammen mit dem letzten 

Monatslohn von Fr. 5‘342.90 quellenbesteuert, was eine Quellensteuer von 

Fr. 16‘619.65 ergab. Mit Valuta vom 24. Juli 2015 wurden X Fr. 33‘380.35 ausbezahlt. 

Dagegen erhob sie mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 21. August 2015 

Einsprache beim kantonalen Steueramt, welche mit Entscheid vom 4. März 2016 

abgewiesen wurde.

C.- Gegen den Einspracheentscheid erhob X mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 

18. März bzw. 4. April 2016 Rekurs und Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen sei der Einspracheentscheid vom 4. März 2016 aufzuheben, es 

sei keine Quellensteuer zu erheben und es sei ihr der volle Restlohnbetrag von 

Fr. 16‘121.05 durch den Kanton St. Gallen nachzuvergüten, zuzüglich 5% Verzugszins 

ab 1. August 2015. Eventualiter sei eine Quellensteuer auf einem Monatslohn von 

Fr. 4‘166.– (1/12 von Fr. 50‘000.–) zu erheben, und zwar zum Quellensteuertarif H1Y 

geschieden mit einem unterstützungsbedürftigen Sohn im gleichen Haushalt vom 

1. August 2014 bis 31. Juli 2015. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung 

vom 4. Mai 2016 die Abweisung der Rechtsmittel. Die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin nahm am 9. Juni 2016 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung 

Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Erwägungen:

1.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis 

zur Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde 

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vom 18. März 2016 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen zusammen mit der 

noch während der laufenden Beschwerdefrist eingereichten Ergänzung vom 4. April 

2016 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 

Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 140 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.

2.- Umstritten ist, ob es sich bei der Vergleichssumme von Fr. 50‘000.– netto um eine 

Genugtuungsleistung handelt und der vorgenommene Quellensteuerabzug von 

Fr. 16‘619.65 daher zurückzuerstatten ist oder ob die Leistung als Lohn zu qualifizieren 

ist.

a) Das Verfahren bei der Erhebung der Quellensteuer folgt dem Grundsatz der 

Selbstveranlagung. Der Schuldner der steuerbaren Leistung ist dabei verpflichtet, von 

der Leistung die vom Empfänger geschuldete Steuer direkt abzuziehen und der 

Steuerbehörde zu überweisen. Die Steuerbehörde, welcher bei der Erhebung der 

Quellensteuer eine Kontroll- und Aufsichtsfunktion zukommt, prüft die Veranlagung 

nachträglich und nimmt (allenfalls) eine Berichtigung vor. Im Regelfall erfolgt keine 

Entscheidung durch die Steuerbehörde. Nur wenn die Steuerpflicht oder der 

Steuerabzug dem Grundsatz oder seiner Höhe nach umstritten ist, entscheidet die 

Steuerbehörde entsprechende Streitigkeiten durch Erlass einer Verfügung (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 136 DBG). 

Art. 186 Abs. 1 StG bzw. Art. 137 Abs. 1 DBG räumen dem Steuerpflichtigen und dem 

Schuldner für die Bestreitung des Steuerabzugs eine Frist bis Ende März des auf die 

Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres ein.

b) aa) Nach Art. 115 Abs. 1 lit. a StG bzw. Art. 91 Abs. 1 DBG unterliegen im Ausland 

wohnhafte Arbeitnehmer für ihre Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit und 

die an deren Stelle tretenden Ersatzeinkünfte einem Steuerabzug an der Quelle, wenn 

sie für kurze Dauer, als Grenzgänger oder Wochenaufenthalter oder als leitende 

Angestellte für einen Arbeitgeber mit Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Kanton 

erwerbstätig sind. Für Grenzgänger sehen die Doppelbesteuerungsabkommen 

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regelmässig eine Beschränkung des Besteuerungsanspruchs des Arbeitsortstaates vor 

(Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 320 f). Im 

Verhältnis zum Fürstentum Liechtenstein liegt aufgrund des 

Doppelbesteuerungsabkommens die Besteuerungsbefugnis grundsätzlich beim 

Wohnsitzstaat. Ein Vorbehalt besteht einzig für öffentlich Bedienstete; diese werden 

grundsätzlich vom Schuldner- bzw. Quellenstaat besteuert (Art. 7 Ziff. 1 des 

Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum 

Liechtenstein über verschiedene Steuerfragen, SR 0.672.951.43, abgekürzt: DBA-FL).

An der Quelle erfasst werden alle Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit, 

eingeschlossen die Nebeneinkünfte und Naturalleistungen, sowie die Ersatzeinkünfte. 

Die steuerbaren Erwerbseinkünfte umfassen dabei alle Leistungen, die auch im 

ordentlichen Verfahren als Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gelten (vgl. 

Art. 30 StG bzw. Art. 23 DBG). Als Ersatzeinkünfte für den Bereich des 

Quellensteuerrechts gelten alle Ersatzleistungen, die mit einer gegenwärtigen, allenfalls 

vorübergehend eingeschränkten oder unterbrochenen Erwerbstätigkeit in 

Zusammenhang stehen. Darunter fallen Leistungen aus dem Arbeitsverhältnis, die nicht 

unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit darstellen, sondern zur Abgeltung 

anderweitiger Ansprüche erbracht werden (z.B. Entschädigung für befristetes 

Konkurrenzverbot, Abfindungen), Taggelder und gewisse Renten der 

Invalidenversicherung, der Unfallversicherung, von Krankenkassen sowie Leistungen 

aus Arbeitslosen- und Haftpflichtversicherung (Art. 106 Abs. 2 lit. a StG bzw. Art. 84 

Abs. 2 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 312). Als weitere Leistungen aus dem 

früheren Arbeitsverhältnis gelten auch Entschädigungen, welche der Arbeitgeber bei 

missbräuchlicher Kündigung auszurichten hat, doch sind diese als 

Genugtuungsleistungen nach Art. 37 lit. h StG bzw. Art. 24 lit. g DBG steuerfrei 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 14 zu Art. 23 DBG).

bb) Am 22. Juli 2013 liess die Rekurrentin und Beschwerdeführerin wegen der 

Kündigung des öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnisses Klage beim 

Verwaltungsgericht erheben. Am 20. September 2013 beantragte sie unter anderem, 

dass der Arbeitgeber zu verpflichten sei, den ausstehenden Rest des 

gesetzeskonformen Lohnes für die Jahre 2010 und 2011 zu bezahlen sowie es sei die 

Nichtigkeit der per 31. Januar 2013 erklärten Kündigung festzustellen und der Lohn 

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weiterhin zu bezahlen. Im Eventualfall beantragte sie eine Lohnersatzentschädigung 

(Schadenersatz) für die nicht erfolgte Weiterbeschäftigung oder eine 

Abgangsentschädigung von einem Jahreslohn (vgl. act. 6 S. 3). Am 30. Juni 2015 fand 

unter der Leitung des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts ein 

Verständigungsversuch statt. Die Parteien einigten sich dabei darauf, dass der 

Arbeitgeber sich „ohne Anerkennung einer vorbestandenen Rechtspflicht zur 

Nachzahlung von Lohn im Nettobetrag von Fr. 50‘000.–“ verpflichtet. Zudem wurde 

vereinbart, dass der Arbeitgeber der Rekurrentin und Beschwerdeführerin einen 

Pauschalbetrag von Fr. 40‘000.– bezahlt zum Zweck der beruflichen 

Wiedereingliederung (z.B. Outplacement; vgl. VerwGE K 2013/1 vom 28. Juli 2015, 

act. 7/2b Beilage 1 S. 5). Mit E-Mail vom 30. Juli 2015 teilte das Verwaltungsgericht 

den Parteien mit, aus dem Vergleichstext seien die der Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin per 31. Juli 2015 auszurichtenden Zahlungen, sowohl was die 

Beträge als auch die Zahlungsgründe anbelange, im Detail ersichtlich (act. 7/2b Beilage 

4).

Aus dem Wortlaut des Vergleichstextes geht hervor, dass es sich bei den Fr. 50‘000.– 

um eine Nachzahlung von Lohn und nicht um eine Genugtuungsleistung handelt. Es 

darf angenommen werden, dass die Auszahlung einer Genugtuungsleistung wegen 

missbräuchlicher Kündigung ausdrücklich im Vergleichstext erwähnt worden wäre. So 

waren die Parteien in der Lage, in Ziffer 2 des Vergleiches den Zweck der Zahlung klar 

zu bezeichnen, nämlich die berufliche Wiedereingliederung. Weshalb in Ziffer 1 von 

Lohn gesprochen wird, wenn eigentlich eine Genugtuungszahlung gemeint gewesen 

wäre, ist nicht nachvollziehbar. Gegen eine Entschädigungsleistung gemäss Art. 336a 

OR spricht im Weiteren, dass eine solche den Betrag nicht übersteigen darf, der dem 

Lohn für sechs Monate entspricht (Abs. 2; vgl. auch GVP 2005 Nr. 4 E. 2h). Dieselbe 

Grenze gilt für Entschädigungen nach dem Gleichstellungsgesetz oder nach einer 

ungerechtfertigten fristlosen Kündigung (vgl. Art. 337c Abs. 3 OR). Die Bestimmungen 

des OR über den Kündigungsschutz werden dabei sachgemäss auf das öffentlich-

rechtliche Arbeitsverhältnis angewendet (vgl. Art. 25 Abs. 3 des Personalgesetzes, 

sGS 143.1). Vorliegend wurde der Arbeitgeber der Rekurrentin und Beschwerdeführerin 

aber verpflichtet, ihr eine Summe von einem Jahreslohn nachzuzahlen. Die gesamten 

Umstände sprechen daher dafür, dass es sich dabei um eine gütliche Erledigung der 

streitigen Lohnrestanz für die Zeit vom 1. August 2013 bis 31. Juli 2015 handelt (vgl. 

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act. 5 S. 8, 14 S. 4, wonach die Rekurrentin und Beschwerdeführerin während dieser 

Zeit keinen Lohn erhalten habe).

c) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass es sich bei der Vergleichssumme von 

Fr. 50‘000.– um Lohn handelt, welcher an der Quelle zu besteuern ist. Zu prüfen ist 

daher im Folgenden, ob die Berechnung der Quellensteuer korrekt erfolgt ist.

3.- Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin beantragt im Eventualfall, es sei eine 

Quellensteuer auf einem Monatslohn von Fr. 4‘166.– (1/12 von Fr. 50‘000.–) zu 

erheben, und zwar zum Quellensteuertarif H1Y.

a) Die Eidgenössische Steuerverwaltung bestimmt im Einvernehmen mit der kantonalen 

Behörde die Ansätze, die als direkte Bundessteuer in den kantonalen Tarif einzubauen 

sind (Art. 85 Abs. 2 DBG). Die Ausgestaltung des Steuerbezugs als echte Quellensteuer 

und damit als endgültige Steuerbelastung für die Einkünfte aus unselbständiger 

Erwerbstätigkeit bedingt nach Massgabe des Gleichbehandlungsgebots, dass die 

Steuerbelastung ausländischer Arbeitnehmer ohne ausländerrechtliche 

Niederlassungsbewilligung nicht wesentlich anders ausfallen darf als für die 

Steuerpflichtigen in gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen, die im ordentlichen 

Verfahren veranlagt werden. Deshalb entsprechen die Steuerabzüge grundsätzlich den 

für die Einkommenssteuer natürlicher Personen geltenden Steuersätzen (Art. 115 

Abs. 2 StG i.V.m. Art. 107 Abs. 1 erster Satz StG). In Anbetracht dessen sind seit 

1. Januar 2014 unterschiedliche Tarife für alleinstehende Steuerpflichtige (Tarifcode A), 

für alleinstehende Steuerpflichtige mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen 

Personen im gleichen Haushalt (Tarifcode H), für verheiratete Steuerpflichtige, bei 

denen nur ein Ehegatte erwerbstätig ist (Tarifcode B) und für verheiratete 

Steuerpflichtige, bei denen beide Ehegatten erwerbstätig sind (Tarifcode C), 

vorgesehen (Art. 55 Abs. 1 der Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt: StV). Diese 

Tarife sind grundsätzlich als Monatstarife ausgestaltet (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., 

S. 313). Der Tarifcode H wurde mit dem XI. Nachtrag zur Steuerverordnung, in Vollzug 

ab 1. Januar 2014, eingeführt. Zuvor wurde auf Alleinverdiener mit Kindern und/oder 

unterstützungspflichtigen Personen im selben Haushalt der Doppelverdienertarif für 

Verheiratete (Tarif B) angewandt (vgl. Weidmann/ Grossmann/Zigerlig, Wegweiser 

durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 344).

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Bei Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen und bei Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses sowie bei Entschädigungen für die Aufgabe oder Unterlassung 

einer Tätigkeit bemisst sich der Steuerabzug nach dem Satz einer entsprechenden 

wiederkehrenden Leistung (sog. Rentensatz), wobei ein Mindestsatz gilt (Art. 109 

Abs. 1 StG bzw. Art. 3 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Quellensteuer, 

SR 642.118.2, abgekürzt: QStV). Diese Regelung ist vergleichbar mit der 

entsprechenden Bestimmung im ordentlichen Veranlagungsverfahren (Zigerlig/Oertli/

Hofmann, a.a.O., S. 314). Erhält der Steuerpflichtige eine einmalige Kapitalleistung, mit 

der wiederkehrende Leistungen ausserhalb dieses Zeitraums abgegolten werden, 

würde die volle Berücksichtigung dieser Abfindungszahlung bei der Ermittlung des 

Steuersatzes angesichts des progressiven Tarifs nicht seiner wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit entsprechen. Deshalb wird die Steuer unter Berücksichtigung der 

übrigen Einkünfte zu dem Satz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der 

Kapitalabfindung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde (vgl. Art. 51 

StG, Art. 37 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 185).

b) Hintergrund der Zahlung von Fr. 50‘000.– waren strittige Lohnforderungen der 

Rekurrentin und Beschwerdeführerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin. 

Entsprechend einigten sich die Parteien in der Vereinbarung vom 30. Juni 2015 auf die 

„Nachzahlung von Lohn“ in Form einer Kapitalabfindung in der Höhe von Fr. 50‘000.– 

netto (vgl. act. 7/2b/Beilage 1 S. 5). Damit handelt es sich nicht um eine 

Kapitalabfindung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wie beispielsweise eine 

Abgangsentschädigung, sondern um eine solche für in der Vergangenheit begründete 

wiederkehrende Leistungen. Der Betrag von Fr. 50‘000.– entspricht einem 

Nettojahresgehalt der Rekurrentin und Beschwerdeführerin, weshalb die Quellensteuer 

analog Art. 51 StG bzw. Art. 37 DBG zum Satz eines monatlichen Bruttolohns zu 

berechnen ist. Unbestritten blieb, dass der letzte ausbezahlte Bruttolohn Fr. 5‘342.90 

betrug. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist daher nicht auf einen fiktiven Zeitpunkt 

abzustellen. Mit der Vereinbarung vom 30. Juni 2015 wurden Lohnansprüche 

abgegolten, die bis zum Vergleichsabschluss unsicher waren. Der Arbeitgeber 

beantragte vor Verwaltungsgericht, das Begehren der Klägerin sei abzuweisen, soweit 

überhaupt darauf eingetreten werden könne (Entscheid K 2013/1 vom 28. Juli 2015 E. 

4). Der Anspruch der Klägerin auf Lohnzahlung war somit bestritten und 

dementsprechend unsicher. Folglich ist davon auszugehen, dass der Anspruch auf 

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Lohnnachzahlung erst mit dem Vergleichsabschluss entstand, weshalb auf den 

Zeitpunkt der Erfüllung abzustellen ist (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 33 

zu Art. 41 DBG). Anzuwenden ist daher der im Jahr 2015 für alleinstehende 

Steuerpflichtige mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen im gleichen 

Haushalt geltende Tarifcode H. Im Übrigen ist der Abzug bzw. die Bemessung von 

Sozialabgaben nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Grundlage der 

Quellensteuerveranlagung sowie des Einspracheentscheids ist der Nettolohn, d.h. der 

Lohn nach Abzug der Sozialabgaben. Bemessung und Abzug von Sozialabgaben 

können nicht Gegenstand einer Veranlagung der Steuerbehörde sein. Festzuhalten ist 

ausserdem, dass der Julilohn 2013 nicht Gegenstand der streitigen 

Quellensteuerveranlagung ist. Die streitige Quellensteuer im Betrag von Fr. 16‘619.65 

umfasst nur die Lohnnachzahlung von Fr. 50‘000.–; die Quellensteuer auf dem Julilohn 

2013 wurde ausgeschieden (vgl. act 7/5 und 6).

4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass es sich bei der Vergleichssumme von 

Fr. 50‘000.– netto zwar um Lohn handelt. Die Quellensteuer auf diesem Betrag ist 

jedoch analog Art. 51 StG bzw. Art. 37 DBG zum Satz eines monatlichen Bruttolohns 

unter Verwendung des im Jahr 2015 geltenden Tarifcodes H zu berechnen. Der Rekurs 

und die Beschwerde sind dementsprechend teilweise gutzuheissen. Der 

Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts vom 4. März 2016 ist aufzuheben. In 

Anwendung von Art. 56 Abs. 2 VRP ist die Streitsache zu neuer Berechnung der 

Quellensteuer für die Lohnnachzahlung von Fr. 50‘000.– netto im Sinn der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5.- Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin unterliegt zwar mit dem Hauptantrag, 

dringt aber mit dem Eventualantrag durch, was einer weitgehenden Gutheissung des 

Rekurses und der Beschwerde entspricht. Bei diesem Verfahrensausgang sind die 

amtlichen Kosten dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144 Abs. 1 

DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben Entscheid 

behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 500.– (insgesamt Fr. 1‘000.–) 

angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von total Fr. 1'000.– ist 

der Rekurrentin und Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

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Bei diesem Verfahrensausgang hat die Rekurrentin und Beschwerdeführerin Anspruch 

auf eine volle ausseramtliche Entschädigung (Art. 98  VRP, Art. 144 Abs. 5 DBG). Im 

Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Im Verfahren vor der 

Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der 

Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt: 

HonO). Der Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein. Eine Entschädigung von 

Fr. 1‘500.– (inkl. Barauslagen) zuzgl. MWSt erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b, 

Art. 28  und Art. 29 HonO).

 

Entscheid:

1.  Der Rekurs und die Beschwerde werden teilweise gutgeheissen. Der angefochtene

     Einspracheentscheid vom 4. März 2016 wird aufgehoben und die Streitsache zu 

neuer

     Berechnung der Quellensteuer im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen.

2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.– werden dem Staat auferlegt.

3.  Der Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 1'000.– wird der Rekurrentin und

     Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4.  Der Staat (kantonales Steueramt) entschädigt die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin

     mit Fr. 1‘500.– zuzügl. MWSt.

bis

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