# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c2d2e1c-eb81-5e9c-b33f-514899d19cd9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-6453/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6453-2009_2012-01-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6453/2009

U r t e i l   v om   1 9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

Parteien A._______, geboren B._______,
Äthiopien, 
vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), 
C._______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2009 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  17.  März  2003  ein  erstes  Mal  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass  dieses  Asylgesuch  mit  Verfügung  des  Bundesamtes  vom 
29.°Januar  2004  mit  der  Begründung  abgelehnt  wurde,  die  Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  an  den 
Flüchtlingsbegriff  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31)  nicht  standzuhalten,  und der Beschwerdeführer  aus 
der Schweiz weggewiesen wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
27.°Februar  2004  bei  der  damals  zuständigen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  anfocht,  welche  mit  Urteil  vom  20.  April 
2004  auf  die  Beschwerde  mangels  Leistung  des  verlangten 
Kostenvorschusses nicht eintrat, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  27.  Dezember  2006  beim  BFM  ein 
Wiedererwägungsgesuch  einreichen  liess,  das  mit  Verfügung  vom 
9.°Januar 2007 abgewiesen wurde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  sodann  auf  eine  gegen  diese 
Verfügung  erhobene  Beschwerde  mit  Urteil  vom  20.  April  2007  nicht 
eintrat,  da  der  Beschwerdeführer  den  Kostenvorschuss  nicht  geleistet 
hatte, 

dass  eine  als  "Neues  Asylgesuch"  bezeichnete  und  mit  exilpolitischen 
Tätigkeiten  begründete  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  27. 
Dezember  2007  vom BFM als  zweites Asylgesuch  entgegengenommen 
und  der  Beschwerdeführer  zur  Leistung  eines  Gebührenvorschusses 
aufgefordert wurde,

dass  das  BFM  infolge  Nichtbezahlung  des  Gebührenvorschusses  mit 
Verfügung vom 13. Februar 2008 auf das zweite Asylgesuch nicht eintrat 
und  feststellte,  die  Verfügung  vom  29.  Januar  2004  sei  rechtskräftig 
sowie  vollstreckbar  und  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  dagegen  eingereichte 
Beschwerde  mit  Urteil  vom  3.  März  2008  guthiess  und  die  Sache  zur 
Neubeurteilung an das BFM zurückwies, 

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dass  das  BFM  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung vom 16. Juli 2008 ablehnte und die Wegweisung sowie deren 
Vollzug  anordnete  und  das Bundesverwaltungsgericht  diesen Entscheid 
mit Urteil vom 10.°März 2009 bestätigte,  indem es die Beschwerde vom 
14. August 2008 abwies,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  am  11. 
September 2009 (Poststempel) eine als "Wiedererwägung/2. Asylgesuch" 
bezeichnete Eingabe einreichen und beantragen  liess, die ursprüngliche 
Verfügung  des  BFM  vom  29.  Januar  2004  sei  aufzuheben,  es  sei 
festzustellen,  dass  seit  Erlass  der  ursprünglichen  Verfügung  eine 
wiedererwägungsrechtlich  massgebliche  Änderung  der  Sachlage 
eingetreten sei, es sei die Flüchtlingseigenschaft und die Unzulässigkeit 
des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen,  es  sei  dem  Gesuch  die 
aufschiebende Wirkung zu gewähren und das Migrationsamt des Kantons 
D._______  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen, 
den Vollzug während der Behandlung des Gesuchs auszusetzen, es sei 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, 

dass das BFM diese Eingabe als drittes Asylgesuch entgegennahm und 
mit  Verfügung  vom  6.  Oktober  2009  –  eröffnet  am  folgenden  Tag – 
gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  darauf  nicht  eintrat,  den 
Beschwerdeführer  aus  der  Schweiz  wegwies,  den  Kanton  D._______ 
verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  dem 
Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 
aushändigen liess und eine Gebühr in der Höhe von Fr.°600.– erhob,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13.  Oktober  2009  durch 
seine Rechtsvertreterin  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess,  der 
Entscheid des BFM vom 6. Oktober 2009 sei aufzuheben, die Sache sei 
zwecks neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, auf das 
Asylgesuch sei einzutreten, es sei Asyl zu gewähren oder  jedenfalls die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen,  eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit, 
allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und 
die vorläufige Aufnahme anzuordnen, auf die Erhebung der Gebühr sowie 
eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und es sei die unentgeltliche 
Prozessführung zu gewähren, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Instruktionsverfügung  vom 
16.°Oktober 2009 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete 

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und den Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  auf  einen 
späteren Zeitpunkt verschob, 

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2009  durch 
seine  Rechtsvertreterin  eine  Taufurkunde  einreichen  liess,  wonach  die 
am 11. September 1985 in E._______ durchgeführte Taufe in F._______ 
registriert worden sei,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in 
casu nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig 
entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  –  unter 
Vorbehalt  nachfolgender  Einschränkung  –  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 
AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 

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einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  grundsätzlich  nur  sein  kann, was 
Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in: 
Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52, CHRISTOPH 
AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der 
verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern 1997,  S. 63;  ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149), 

dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend die Gewährung von 
Asyl enthält, 

dass  mit  dem  Begehren,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  Asyl  zu  gewähren,  der 
Streitgegenstand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung 
geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O., 
S. 63;  BGE  110  V  51  E.  3.c)  –  im  Gesuch  vom  11. September  2009  wurde 

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ohnehin  lediglich  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  beantragt  –, 
weshalb auf dieses Beschwerdebegehren nicht einzutreten ist,

dass  in  der  Beschwerde  indessen  geltend  gemacht wird,  der  Beschwerdeführer 
erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  obwohl  er  in  Äthiopien  geboren  und 
aufgewachsen  sei  –  nämlich eritreischer Herkunft  sei  und  ihm bei  einer 
Wegweisung  nach  Eritrea  unmittelbar  die  Zwangsrekrutierung  in  die 
Armee drohe, 

dass der Beschwerdeführer die Behauptung seiner eritreischen Herkunft 
mit der seiner Eingabe vom 11. September 2009 beigelegten Kopie des 
eritreischen Identitätsausweises seines Vaters belegen könne, 

dass  er  mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2009  zusätzlich  eine  vom  28. 
Oktober  2009  datierende  Taufurkunde  der  Diözese  von  F._______  zu 
den Akten reichte,

dass  praxisgemäss  ein  weiteres  Gesuch  um  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  nach  erfolglosem  Durchlaufen  eines  Asylverfahrens  als 
neues  Asylgesuch  zu  behandeln  ist,  solange  darin  nicht  zur  Hauptsache 
Revisionsgründe geltend gemacht werden  (vgl. EMARK 2006 Nr. 20 E. 2.3 S. 
214, EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 S. 5 ff.), 

dass  im vorliegenden Verfahren die Staatsangehörigkeit  des Beschwerdeführers 
sowohl  im  ersten  Asyl­  als  auch  im  Wiedererwägungsverfahren 
Prüfungsgegenstand war, 

dass  das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  vom 10. März  2009  im Rahmen 
des  vom  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14.  August  2008  eingeleiteten 
zweiten Asylverfahrens rechtskräftig feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, 

dass das Bundesverwaltungsgericht dabei die äthiopische Staatsangehörigkeit des 
Beschwerdeführers  voraussetzte,  nicht  ohne  sich mit  seinem Vorbringen,  er  sei 
eritreischer Herkunft, eingehend auseinanderzusetzen, 

dass  der  erneute Antrag  auf  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft mit 
der  Behauptung  der  eritreischen  Herkunft  des  Beschwerdeführers 
begründet und mit zwei neuen Dokumenten belegt werden soll, 

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dass  der  Beschwerdeführer  dabei  insbesondere  vorbringt,  er  habe  die 
Kopie  der  Identitätskarte  seines  Vaters,  die  aus  dem  Familiendossier 
stamme, erst jetzt von seiner Mutter erhalten können, 

dass der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 11. September 2009 
somit  Gründe  gemäss  Art.  66  Abs.  2  Bst.  a  VwVG  ("neue  erhebliche 
Tatsachen oder Beweismittel") vorbringt, 

dass  gemäss  der  erwähnten  Praxis  der  ARK,  an  der  das 
Bundesverwaltungsgericht  festhält,  das  BFM  die  Eingabe  des 
Beschwerdeführers daher zu Recht gemäss der Bestimmung von Art. 32 
Abs. 2 Bst. e AsylG behandelte, 

dass – selbst wenn mit der Eingabe vom 11. September 2009  in Bezug 
auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  10.  März  2009  ein 
revisionsrechtlich  relevanter  Sachverhalt  im  Sinne  von  Art.  123  Abs.  2 
Bst. a  BGG  geltend  gemacht  worden  wäre,  indem  nachträglich  ein  vor 
diesem  Urteil  entstandenes  Beweismittel  (die  Identitätskarte  wurde  am 
20.  November  1992  ausgestellt)  eingereicht  wurde,  das  im  früheren 
Verfahren  nicht  beigebracht  werden  konnte  –  aufgrund  der 
nachfolgenden  Erwägungen  davon  abzusehen  ist,  diesen  Aspekt  in 
einem Revisionsverfahren zu prüfen,

dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  der 
Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des 
hängigen Asylverfahrens in den Heimat­ oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, 
ausser  es  gebe Hinweise,  dass  in  der Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind, 
die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die 
Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind  (Art.  32  Abs.  2  Bst.  e 
AsylG),

dass  der  Nichteintretenstatbestand  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  somit  ein 
formelles  (früheres  Asylverfahren)  und  ein  materielles  Erfordernis  (fehlende 
Hinweise) enthält, welche im Einzelfall beide gleichzeitig erfüllt sein müssen, 

dass  das  formelle  Erfordernis  eines  in  der  Schweiz  erfolglos  durchlaufenen 
Asylverfahrens offensichtlich erfüllt ist, da das BFM das zweite Asylgesuch des 
Beschwerdeführers vom 27. Dezember 2007 mit Verfügung vom 16. Juli 2008 
ablehnte  und  dieser  Entscheid  mit  dem  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­5263/2008  vom  10. März  2009  in 
Rechtskraft  erwuchs  (vgl.  hierzu  auch  EMARK  2006 Nr.  20  E.  2.1.  S.  213, 
EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 S. 5 ff.),

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dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche  geeignet 
sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, vom engen Verfolgungsbegriff im 
Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist, 

dass  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung  reduzierter 
Beweismassstab  zur  Anwendung  kommt,  weshalb  auf  ein  Asylgesuch  bereits 
dann  eingetreten  werden  muss,  wenn  sich  Hinweise  auf  eine  relevante 
Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein  haltlos  sind  (vgl.  BVGE 
2009/53 E. 4.2 S. 769 mit weiteren Hinweisen),

dass  gemäss  Art. 36  Abs. 1  Bst. b  AsylG  in  Fällen  nach  Art. 32  Abs. 2 
Bst. e AsylG eine Anhörung zu den Asylgründen im Sinne von Art. 29 und 
30 AsylG nur dann stattfindet, wenn die asylsuchende Person aus ihrem 
Heimat­ oder Herkunftsstaat in die Schweiz zurückgekehrt ist,

dass  der  asylsuchenden  Person,  welche  in  der  Schweiz  bereits  ein 
Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat und in der Schweiz verblieben ist, 
vor  Erlass  eines  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. e  AsylG  gestützten 
Nichteintretensentscheides das rechtliche Gehör zu gewähren ist (Art. 36 
Abs. 2 AsylG),

dass  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  in  der  Regel  von  der 
gesuchstellenden  Person  mit  der  Gesuchseinreichung  wahrgenommen 
wird (BVGE 2009/53 E. 5.5 S. 771) und das BFM nach Treu und Glauben 
auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 36 Abs. 2 AsylG 
verzichten kann, wenn der Sachverhalt als vollständig erstellt zu erachten 
ist (BVGE 2009/53 E. 5.7 S. 772),

dass  der  Beschwerdeführer  im  schriftlich  eingereichten  dritten 
Asylgesuch  vom  11. September  2009  die  Tatsachen,  aufgrund  derer  er 
bei  einer  Rückkehr  in  seine  Heimat  von  Verfolgung  bedroht 
beziehungsweise  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  sein  sollte, 
verständlich  darlegte  und  Beweismittel  zur  Stützung  seiner  Vorbringen 
einreichte,

dass  das  BFM  unter  diesen  Umständen  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  als  vollständig  erstellt  erachten  durfte  und  von  einer 
zusätzlichen Gewährung des rechtlichen Gehörs – sei es schriftlich oder 
im Rahmen einer mündlichen Anhörung – absehen konnte,

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dass  das  BFM  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  keine  Hinweise  darauf 
entnehmen  konnte,  es  seien  in  der  Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten,  die 
geeignet sind, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, 

dass  der  Umstand,  dass  in  einem  weiteren,  insbesondere  schriftlich 
eingereichten  Asylgesuch  die  eritreische  Herkunft  der  asylsuchenden 
Person mit einer Kopie der eritreischen  Identitätskarte des Vaters und – 
im  Beschwerdeverfahren  –  einer  Taufurkunde  dokumentiert  wird,  nicht 
bedeutet,  dass  auf  das  Asylgesuch  im  Sinne  eines  Automatismus 
einzutreten ist,

dass  das BFM  in  seiner Verfügung  vom 6. Oktober  2009 diesbezüglich 
anführte,  die  geltend  gemachte  eritreische  Herkunft  sei  nicht  glaubhaft, 
da es sich bei der  Identitätskarte des Vaters nur um eine Kopie handle, 
und dieser Ausweis nicht den Beschwerdeführer selber betreffe, 

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  in  seinem  ersten  Asylverfahren  zu 
Protokoll  gegeben  habe,  sein  Vater  sei  äthiopischer  Staatsangehöriger, 
und  es  nicht  ersichtlich  sei,  weshalb  er  die  eritreische  Herkunft  seines 
Vaters  hätte  verschweigen  sollen,  wenn  diese  effektiv  den  Tatsachen 
entsprechen würde, 

dass  seine  Erklärung,  er  habe  dies  im  Jahr  2003  aus  Angst  vor  einer 
Rückweisung  nach  Eritrea  verschwiegen,  der  Logik  widerspreche  und 
angesichts  der  Aktenlage  nicht  zu  überzeugen  vermöge,  sondern 
vielmehr als reine Schutzbehauptung zu werten sei, denn es bestehe der 
Verdacht,  dass  er  durch  das  nachträgliche  Vorbringen  ein 
Aufenthaltsrecht zu erlangen versuche, 

dass  aufgrund  der  Aktenlage  davon  auszugehen  sei,  der 
Beschwerdeführer  sei  äthiopischer  Staatsangehöriger,  weshalb  nach 
Abschluss  des  ersten  und  zweiten  Asylverfahrens  keine  Ereignisse 
eingetreten  seien,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu 
begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes 
relevant seien, 

dass diese Erwägungen des BFM zutreffen und zu bestätigen sind und es 
insbesondere  nicht  zu  beanstanden  ist,  dass  das  BFM  davon  ausging, 
der Beschwerdeführer sei äthiopischer Staatsangehöriger, 

dass die behauptete eritreische Herkunft nicht glaubhaft ist und auch die 
mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2009  eingereichte  Taufurkunde  nicht 

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geeignet  ist,  diese  glaubhaft  erscheinen  zu  lassen,  zumal  darin  als Ort 
der Taufe E._______ angegeben ist, 

dass dieses Dokument ohnehin kein Identitätspapier im Sinne von Art. 1a 
Bst. c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 
(AsylV 1,  SR  142.311)  darstellt,  da  es  zu  einem  anderen  Zwecke 
ausgestellt wurde (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 69 f.),

dass  die  Kopie  des  Identitätsausweises  des  Vaters  ebenfalls  nicht 
geeignet ist, die eritreische Herkunft des Beschwerdeführers glaubhaft zu 
machen, 

dass  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen und festzustellen  ist, dass sich 
aus  dem  schriftlichen  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom 
11. September 2009 keine Hinweise auf  in der Zwischenzeit  – seit dem 
Urteil 
D­5263/2008  vom  10.°März  2009  –  eingetretene  Ereignisse  ergeben, 
welche geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die 
für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733, 
EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit 
den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 

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Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, Hinweise  im Sinne von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  vorzubringen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte 
für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die dem Beschwerdeführer in Äthiopien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen 
verwiesen werden kann, 

dass  in  Äthiopien  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht, 
weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des 

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Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien ausgegangen wird (vgl. Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­588/2010  vom  14.  April  2010  E.  8.2, 
D­7334/2008 vom 25. März 2010 E. 6.3.1),

dass auch keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung des 
Beschwerdeführers  im Falle  einer Rückkehr  schliessen  lassen, weshalb 
der Vollzug der Wegweisung vorliegend nicht unzumutbar ist,

dass  auch  diesbezüglich  auf  die  zutreffende  Würdigung  in  der 
vorinstanzlichen Verfügung und auf die entsprechenden Ausführungen im 
den  Beschwerdeführer  betreffenden  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts 
D­5263/2008 vom 10. März 2009 verwiesen werden kann, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

dass somit die  vorinstanzliche Verfügung zu Recht getroffen wurde und 
das BFM mithin befugt war, eine Gebühr zu erheben (vgl. Art. 17b Abs. 4 
AsylG), weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zufolge  des  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos wird,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde als 
aussichtslos darstellte,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

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SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

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