# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13b5502c-4d98-5f30-a78f-c775c3c7475f
**Source:** Zürich (entscheidsuche) (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.11.2025 UE240361
**Docket/Reference:** UE240361
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE240361_2025-11-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240361-O/U/JST

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, die Oberrichterinnen 

lic. iur. A. Meier und lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreibe-

rin lic. iur. Ch. Negri 

Beschluss vom 18. November 2025

in Sachen

A._____, 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Beschwerdegegner

betreffend Einstellung  

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Sihl vom 25. September 2024 (Dossier 1)

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Erwägungen:

I.

1. Am 5. September 2022 liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Strafanzeige erstatten bzw. Strafantrag stellen gegen B._____ (nachfolgend: Be-

schwerdegegner 1) wegen diverser Delikte (Urk. 15/D1/1). Mit Verfügung vom 25. 

September 2024 stellte die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staats-

anwaltschaft) das Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 1 betreffend fal-

sches Zeugnis etc. ein (Urk. 6).

2. Hiergegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Oktober 2024 in-

nert Frist Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen (Urk. 2 S. 2):

"1. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 
25. September 2024 (Referenz: …) sei aufzuheben.

 2. Es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren mit 
der Verfahrens-Nr. … gegen den Beschuldigten weiterzuführen.

 3. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Staats-
kasse."

3. Innert der mit Verfügung vom 17. Oktober 2024 angesetzten Frist leistete 

der Beschwerdeführer eine Prozesskaution von Fr. 3'000.– (Urk. 7, Urk. 10). Mit 

Verfügung vom 4. November 2024 wurde der Staatsanwaltschaft sowie dem Be-

schwerdegegner 1 Frist zur (freigestellten) Stellungnahme angesetzt (Urk. 11). 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 7. November 2024 auf Vernehmlassung 

(vgl. Urk. 14). Der Beschwerdegegner 1 liess sich innert Frist nicht vernehmen.

4. Soweit erforderlich, d. h. für die Entscheidfindung notwendig, ist nachfolgend 

auf die Begründung der Staatsanwaltschaft sowie die Vorbringen des Beschwer-

deführers näher einzugehen. 

II.

1.1. Die Staatsanwaltschaft resümiert den gegen den Beschwerdegegner 1 erho-

benen Vorwurf der falschen Anschuldigung, der Begünstigung, des falschen 

Zeugnisses, Verleumdung und der üblen Nachrede in der angefochtenen Verfü-

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gung wie folgt: Am 29. August 2022, ca. 09:03 - 11:02 Uhr, habe der Beschwerde-

gegner 1 in den Büroräumlichkeiten der Staatsanwaltschaft im Rahmen seiner 

Zeugeneinvernahme im Zusammenhang mit einem Strafverfahren gegen 

C._____, wobei er auf die Pflicht zur wahrheitsgemässen Aussage aufmerksam 

gemacht worden sei, in Anwesenheit von C._____, dessen Verteidiger lic. iur. 

Y._____, des Beschwerdeführers, dessen Rechtsbeistand Dr. iur. X._____, der 

Auditorin MLaw D._____ sowie der Staatsanwältin lic. iur. E._____ (angeblich 

wahrheitswidrig) Folgendes ausgeführt (Urk. 6 S. 1 f.): Der Beschwerdeführer 

habe unheimliche Drohungen rausgelassen. Vor drei bis vier Jahren habe er in 

seinem Büro an der …-strasse gesagt, man könne C._____ eliminieren, beseiti-

gen. Er habe Freunde, welche einwirken könnten. Zwei Jahre später habe er 

diese Aussagen wiederholt. Sodann habe der Beschwerdeführer ihm – dem Be-

schwerdegegner – am 24. August 2022 gedroht; er habe ihm ein WhatsApp mit 

einem Bild mit einem Sarg und einem Bild mit einem Kreuz geschickt. Im Weite-

ren – so die Staatsanwaltschaft – habe der Beschwerdegegner 1 verneint, dem 

Beschwerdeführer im Rahmen einer Sitzung im April 2022 mehrmals gesagt zu 

haben, dass dieser getötet werde. Weiter habe er verneint, den Beschwerdeführer 

am Ende dieser Sitzung im Büro, draussen auf der Strasse, beim Laufen, in der 

Bar und bei der Verabschiedung bei einem Parkhaus bei der Gessnerallee mehr-

mals bedroht zu haben. Ferner habe er verneint, dem Beschwerdeführer von An-

fang an, ab 2015, gesagt zu haben, dass C._____ ihn eliminieren oder töten wolle 

(Urk. 6 S. 2).

Der Beschwerdegegner 1 habe diese Aussagen getätigt, obwohl der Beschwerde-

führer weder dem Beschwerdegegner 1 noch C._____ gedroht habe bzw. habe er 

die zitierten Aussagen verneint, obwohl er dem Beschwerdeführer mitgeteilt habe, 

dass dieser getötet werde, C._____ ihn eliminieren oder töten wolle und er dem 

Beschwerdeführer im April 2022 gedroht habe, wobei der Beschwerdegegner 1 

gewusst habe, dass seine Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen würden (fal-

sches Zeugnis). Mit diesen wahrheitswidrigen Aussagen habe der Beschwerde-

gegner 1 bezweckt, C._____ zu decken bzw. das gegen diesen geführte Strafver-

fahren mit seinen Aussagen zur Einstellung zu bringen (Begünstigung), und dass 

durch die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer zu 

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seinem Nachteil und jenem von C._____ in die Wege geleitet werde (falsche An-

schuldigung). Durch die angeblich wahrheitswidrigen Äusserungen des Be-

schwerdegegners 1, dass der Beschwerdeführer Morddrohungen ausgesprochen 

habe, sei der Beschwerdeführer zudem in seiner Ehre verletzt worden, was der 

Beschwerdegegner 1 zumindest in Kauf genommen habe (Verleumdung). 

Schliesslich habe der Beschwerdegegner 1 im Rahmen der gleichen Einver-

nahme ausgeführt, dass der Beschwerdeführer gemäss seiner subjektiven Wahr-

nehmung ein kranker, psychisch kranker Mensch sei, dieser ein psychisches Pro-

blem habe. Durch diese Äusserung sei der Beschwerdeführer in seiner Ehre ver-

letzt worden, was der Beschwerdegegner 1 zumindest in Kauf genommen habe 

(üble Nachrede; Urk. 6 S. 2 f.).

Die Staatsanwaltschaft erwägt sodann bezüglich des Vorwurfs der üblen Nach-

rede im Wesentlichen zusammengefasst, der Beschwerdegegner 1 habe seine 

Aussage, dass der Beschwerdeführer ein kranker Mensch sei, also psychisch 

krank, im Rahmen seiner Einvernahme als Zeuge getätigt. Als solcher sei er ge-

mäss Art. 163 StPO zur Aussage verpflichtet gewesen. Ein Zeuge handle auf-

grund seiner Zeugnispflicht rechtmässig, wenn er aussage, was er für wahr halte. 

Die Aussagen des Beschwerdegegners 1 seien weder unnötig verletzend noch 

sei erwiesen, dass sie falsch seien und der Beschwerdegegner 1 die Aussagen 

trotz Kenntnis ihrer Falschheit zu Protokoll gegeben habe. Insgesamt seien keine 

missbräuchlichen Absichten in den Aussagen des Beschwerdegegners 1 erkenn-

bar. Es liege somit ein Rechtfertigungsgrund im Sinne von Art. 14 StGB für die 

Aussagen des Beschwerdegegners 1 zum psychischen Zustand des Beschwer-

deführers vor (Urk. 6 S. 4).

Im Weiteren habe der Beschwerdegegner 1 die ihm gemachten Vorwürfe betref-

fend falsche Anschuldigung, Begünstigung, falsches Zeugnis und Verleumdung 

bestritten und geltend gemacht, dass die von ihm anlässlich der Zeugeneinver-

nahme vom 29. August 2022 getätigten Aussagen der Wahrheit entsprechen wür-

den (Urk. 6 S. 4). Die Aussagen des Beschwerdegegners 1 liessen sich – zusam-

mengefasst – nicht widerlegen bzw. stehe hinsichtlich der Drohung betreffend 

C._____ Aussage gegen Aussage, wobei die Aussagen des Beschwerdeführers 

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nicht in jeder Hinsicht als unbefangen und zuverlässig erscheinen würden, wes-

wegen kein anklagegenügender Sachverhalt erstellt werden könne (Urk. 6 S. 9 

ff.).

Es könne somit nicht anklagegenügend nachgewiesen werden, dass der Be-

schwerdegegner 1 am 29. August 2022 bewusst falsche Aussagen betreffend 

Drohungen durch den Beschwerdeführer und Bestreiten der Drohungen zum 

Nachteil des Beschwerdeführers getätigt habe. Deswegen sei das wegen falscher 

Anschuldigung, Begünstigung und falschen Zeugnisses geführte Verfahren ohne 

Weiterungen einzustellen. Aus den gleichen Gründen und unter Verweis auf den 

Rechtfertigungsgrund im Sinne von Art. 14 StGB aufgrund der Aussagepflicht als 

Zeuge sei auch das wegen Verleumdung geführte Verfahren ohne Weiterungen 

einzustellen (Urk. 6 S. 11).

1.2. Der Beschwerdeführer wirft dem Beschwerdegegner 1 im Weiteren ver-

suchte Nötigung und Drohung vor. Die Staatsanwaltschaft fasst diesen Vorwurf 

wie folgt zusammen: Der Beschwerdegegner 1 habe am 19. August 2022 in sei-

nem Wohnzimmer in F._____ zum Beschwerdeführer gesagt, dass er diesen so-

wie dessen beide Brüder umbringen werde, wenn die aussergerichtliche Einigung 

nicht zustande komme. Sodann habe er sich erhoben, aus einer Kommode eine 

Pistole behändigt und die vorgenannten Worte – die Pistole immer noch in der 

Hand haltend, diese jedoch nicht auf den Beschwerdeführer gerichtet – wieder-

holt. Dies habe der Beschwerdegegner 1 mit der Absicht gemacht, dass der Be-

schwerdeführer das von ihm vorbereitete Dokument "Aussergerichtliche Erbtei-

lung" unterzeichne. Aufgrund dieser Worte und der Pistole in der Hand des Be-

schwerdegegners 1 habe sich der Beschwerdeführer in seinem Sicherheitsgefühl 

zwar beeinträchtigt gefühlt, was der Beschwerdegegner 1 mit seinem Verhalten 

zumindest in Kauf genommen habe (Drohung), er habe das Dokument jedoch 

trotzdem nur nach Anbringung einer handschriftlichen erheblichen Korrektur der 

im Dokument festgehaltenen Differenzsumme (Fr. 10'000'000.– statt 

Fr. 5'769'195.–) und damit nicht im Sinne der geplanten aussergerichtlichen Erb-

teilung unterzeichnet (versuchte Nötigung; Urk. 6 S. 3).

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Die Staatsanwaltschaft erwägt hierzu im Wesentlichen, der Beschwerdegegner 1 

bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vollumfänglich. Es würden weder 

Aufzeichnungen vom Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Wohnung des Be-

schwerdegegners 1 existieren noch seien Drittpersonen anwesend gewesen. Den 

bestreitenden Aussagen des Beschwerdegegners 1 stünden somit nur die Aussa-

gen des Beschwerdeführers gegenüber (Urk. 6 S. 17). Sodann sei festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer ein grosses Interesse an einer Verurteilung des Be-

schwerdegegners 1 wegen Drohung und Nötigung im Zusammenhang mit der Un-

terzeichnung des Dokuments "Aussergerichtliche Erbteilung" habe. Davon hänge 

nämlich die Gültigkeit des Dokuments ab, welches der Beschwerdeführer gemäss 

seinen E-Mails vom 22. bis 25. August 2022 an den Beschwerdegegner 1 als zu-

rückgezogen bzw. nichtig eingestuft haben wolle. In diesem Zusammenhang sei 

zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit nicht davor zu-

rückgeschreckt habe, in einem gegen seinen Bruder angehobenen Strafverfahren 

falsche Anschuldigungen zu machen, nur um an das von ihm angestrebte Ziel zu 

kommen. Insgesamt erschienen die Aussagen des Beschwerdeführers daher 

nicht in jeder Hinsicht als unbefangen und zuverlässig. Zudem fänden seine An-

schuldigungen in der Untersuchung keine objektive Bestätigung und existierten 

weder unbeteiligte Tatzeugen noch Beweismittel, welche die Aussagen des Be-

schwerdeführers stützen würden. Die Erstellung eines anklagegenügenden Sach-

verhalts sei somit auch in Bezug auf die über den Einsatz der Pistole hinausge-

henden Vorwürfe nicht möglich. Somit sei auch das wegen Drohung und versuch-

ter Nötigung gegen den Beschwerdegegner 1 geführte Verfahren ohne Weiterun-

gen einzustellen (Urk. 6 S. 19).

2. Der Beschwerdeführer lässt hierzu zusammengefasst Folgendes ausführen: 

Der Beschwerdegegner 1 habe den aussergerichtlichen Vergleich unbedingt von 

ihm unterzeichnet haben wollen, weil er im Falle eines erfolgreichen Vermittlungs-

auftrags ein substantielles Honorar erhalten sollte. Er (der Beschwerdeführer) sei 

mit diesem Vergleich jedoch nicht einverstanden gewesen und habe ihn nicht un-

terzeichnen wollen. In der Folge habe der Beschwerdegegner 1 immer wieder 

Druck auf ihn ausgeübt und habe ihn zur Unterzeichnung des Vergleichs drängen 

wollen; Druck in Form von Anspielungen auf sein Ableben im Falle des Nichtun-

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terzeichnens sowie auf das Nichtstattfinden eines Termins in G._____, um die 

verschwundenen Bilder zu sehen (Urk. 2 S. 7). Im Weiteren lässt der Beschwer-

deführer im Wesentlichen vorbringen, die Würdigung der Staatsanwaltschaft sei 

willkürlich, seine Aussagen nicht unglaubhaft und die Würdigung der Beweismittel 

dem Gericht zu überlassen. Die Staatsanwaltschaft könne nicht gestützt auf den 

eigenen Eindruck das Verfahren einstellen. Die Verfahrenseinstellung verletze 

den Grundsatz in dubio pro duriore (Urk. 2 S. 11 ff.).

III.

1.1. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO eine Einstel-

lung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage recht-

fertigt (lit. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen 

Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv 

nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder 

nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet wer-

den kann (lit. e). Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens richtet sich 

nach dem aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz "in dubio pro duriore" 

(vgl. Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i. V. m. Art. 319 Abs. 1 StPO und 

Art. 324 Abs. 1 StPO). Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 

grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozess-

voraussetzungen angeordnet werden. Erscheint eine Verurteilung wahrscheinli-

cher als ein Freispruch, ist Anklage zu erheben, sofern die Erledigung mit einem 

Strafbefehl nicht in Frage kommt. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten eines Frei-

spruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Re-

gel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf. 

Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über 

die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur 

materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 138 IV 186 E. 4.1, BGE 143 IV 

241 E. 2.2.1).

1.2. Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber ("Aussage gegen Aus-

sage"-Situation) und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter 

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oder weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach dem Grundsatz "in dubio pro duri-

ore" in der Regel Anklage zu erheben. Dies gilt insbesondere, wenn typische 

"Vier-Augen-Delikte" zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Be-

weise vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der 

Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbarte und seine Aussa-

gen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der 

gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich 

erscheint (BGE 143 IV 241 E. 2.2.2 m.w.H.).

2. Zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit der Zeugeneinvernahme vom 

29. August 2022 (üble Nachrede, falsche Anschuldigung, Begünstigung, falsches 

Zeugnis, Drohung und Verleumdung)

2.1.1. Der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB ist, auf Antrag, 

strafbar, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder 

anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 

verdächtigt oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterver-

breitet. Handelt er wider besseres Wissen, ist er, ebenfalls auf Antrag, der Ver-

leumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 StGB strafbar. Wer jemanden in anderer 

Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre an-

greift, macht sich, auf Antrag, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB 

strafbar.

Vom strafrechtlichen Ehrbegriff wird die sogenannte sittliche Ehre im Sinne des 

Rufs als ehrbarer Mensch erfasst. Die Persönlichkeit ist in ihrer menschlich-sittli-

chen Bedeutung berührt. Gemeint ist die ethische Integrität. Strafbar ist insbeson-

dere die Bezichtigung moralisch verwerflicher Handlungen. Nicht geschützt ist 

nach der bundesgerichtlichen Praxis hingegen der gesellschaftliche Ruf, nament-

lich die berufliche Geltung. Eine Rechtsverletzung liegt namentlich dann vor, 

wenn ein individual- oder sozialethisch verpöntes Verhalten vorgeworfen, wenn 

jemand charakterlich als nicht einwandfreier, als nicht anständiger, integrer 

Mensch dargestellt wird. Der Vorhalt, jemand sei krank, namentlich nerven- oder 

geisteskrank, ist an sich nicht ehrverletzend, da eine Erkrankung, für die der Be-

troffene nicht verantwortlich ist, keine moralisch verwerfliche, den Ruf als ehrbarer 

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Mensch herabsetzende Tatsache darstellt. Es ist jedoch im Einzelfall gründlich zu 

prüfen, ob mit diesem Vorhalt nicht zugleich ein Angriff auf die persönliche Ehren-

haftigkeit verbunden ist. Im Ergebnis ist nicht jede Kritik oder negative Darstellung 

eine Ehrverletzung, auch nicht jede unwahre Behauptung. Massgebend bei der 

Beurteilung einer Äusserung ist nicht der Wertmassstab des Betroffenen oder des 

Verletzers, sondern derjenigen, die von der Eingriffshandlung Kenntnis erhalten, 

d. h. in der Regel eine "Durchschnittsmoral" bzw. eine "Durchschnittsauffassung" 

über die Bedeutung der zur Diskussion stehenden Ausdrucksweisen. Es kommt 

auf den Sinn an, den ein unbefangener Adressat einer Aussage nach den Um-

ständen beilegen muss (BSK StGB-Riklin, 4. Aufl., Basel 2019, Vor Art. 173 

N 16 f., N 20, N 26 ff. m. H.).

2.1.2. Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde   

eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine 

Strafverfolgung gegen ihn herbeizuführen, macht sich der falschen Anschuldigung 

im Sinne von Art. 303 StGB strafbar. Der Begünstigung im Sinne von Art. 305 

StGB macht sich strafbar, wer jemanden der Strafverfolgung, dem Strafvollzug 

oder dem Vollzug einer der in den Artikeln 59-61, 63 und 64 vorgesehenen 

Massnahmen entzieht. Des falschen Zeugnisses im Sinne von Art. 307 StGB 

macht sich strafbar, wer in einem gerichtlichen Verfahren als Zeuge zur Sache 

falsch aussagt.

2.2.1. Der Beschwerdegegner 1 gab in der Zeugeneinvernahme vom 29. Au-

gust 2022 auf die Frage, wie er den Beschwerdeführer subjektiv wahrgenommen 

habe, Folgendes zu Protokoll: Er sei ein kranker Mensch, also psychisch krank. 

Mit den Äusserungen, die er mache, er sei viel alleine und gehe alleine nachts 

spazieren. Das sei eine Nebensache. Aber aufgrund der Reaktionen, wie er 

manchmal reagiere. Er habe ihm das Telefon aufgehängt, sei aggressiv gegen ihn 

gewesen. Man könne mit ihm auch nicht Essen gehen, ohne dass es Probleme 

mit dem Personal gebe. Er glaube, dass der Beschwerdeführer im Kern ein guter 

Mensch sei, aber er habe ein psychisches Problem. Seiner Meinung nach sollte 

er schon seit Jahren Hilfe haben. Das habe er ihm bereits mehrmals gesagt. Sein 

Anwalt wisse z.B. genau, dass er ein Problem habe (Urk. 15/D1/2/2 S. 5). In der 

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staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. November 2022 bestätigte der 

Beschwerdegegner 1, diese Aussagen gemacht zu haben. Er ergänzte im We-

sentlichen, dass dies seine persönliche Meinung sei. Dies sei nicht im Bösen, 

sondern im Guten gemeint (Urk. 15/D1/3/1 S. 9)

2.2.2. Wie bereits ausgeführt, ist der Vorhalt, jemand sei krank, namentlich 

nerven- oder geisteskrank, an sich nicht ehrverletzend. Zu berücksichtigen ist, 

dass der Beschwerdegegner 1 die Äusserung, der Beschwerdeführer sei psy-

chisch krank, im Rahmen einer Zeugenaussage getätigt hat, als er nach seinem 

persönlichen Eindruck des Beschwerdeführers gefragt wurde. Entsprechend ist 

die Aussage auch einzuordnen. In der Zeugenaussage war er – unter Vorbehalt 

der Zeugnisverweigerungsrechte – zur Wahrheit verpflichtet (Art. 163 Abs. 2 

StPO). Er hat die Äusserung gemacht, um zu erklären, wie er den Beschwerde-

führer bzw. seine psychische Gesundheit wahrgenommen hat. Dass er dabei un-

nötig übertrieben hätte oder die Ehre des Beschwerdeführers hätte angreifen wol-

len, ist nicht erkennbar. Dies wird durch seine Aussagen in der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 29. November 2029 gestützt, als er erklärte, dass 

dies seine persönliche Meinung sei (Urk. 15/D1/3/1 S. 9). Die Äusserung des Be-

schwerdegegners 1, der Beschwerdeführer sei psychisch krank, ist somit nicht 

ehrverletzend im Sinne von Art. 173 ff. StGB. Die Staatsanwaltschaft hat das Ver-

fahren insofern somit zu Recht eingestellt.

2.3.1. Im Weiteren bejahte der Beschwerdegegner 1 in der Zeugeneinver-

nahme vom 29. August 2022 die Frage, ob der Beschwerdeführer ihm gegenüber 

betreffend C._____ je Aussagen gemacht habe, welche bei ihm Bedenken in Be-

zug auf dessen Sicherheit ausgelöst hätten. Er erklärte im Wesentlichen, das 

habe dieser ein paar Mal gemacht. Der Beschwerdeführer habe unheimliche Dro-

hungen, auch Morddrohungen, rausgelassen. Auf Nachfrage führte er aus, es sei 

immer das gleiche mit dem Beschwerdeführer. Wenn es normal zu- und hergehe, 

könne man mit ihm reden. Aber wenn er in den roten Bereich komme, dann be-

ginne er zu schreien und werde auch aggressiv. Er habe ihn mal vor drei bis vier 

Jahren getroffen. Dabei habe der Beschwerdeführer gesagt, man könne "den" 

[gemeint C._____] eliminieren, beseitigen. Auf die Frage, ob er je von einem Auf-

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tragskiller gesprochen habe, gab der Beschwerdegegner 1 zu Protokoll, nicht di-

rekt, aber, dass er Freunde habe, welche einwirken könnten. Dies sei auf 

C._____ bezogen gewesen (Urk. 15/D1/2/2 S. 4). Das vor drei bis vier Jahren sei 

im Büro des Beschwerdeführers an der …-strasse gewesen. Das habe er zuerst 

nicht so ernst genommen. Als der Beschwerdeführer es zwei Jahre später, als er 

im roten Bereich gewesen sei, wiederholt habe, habe er dann schon Bedenken 

gehabt und dies C._____ mitgeteilt. Er habe dem Beschwerdeführer gesagt, er 

müsse aufpassen mit solchen Worten (Urk. 15/D1/2/2 S. 5). Ferner habe der Be-

schwerdeführer ihm (dem Beschwerdegegner 1) gedroht, indem er ihm eine 

WhatsApp-Nachricht mit einem Sarg und einem Kreuz geschickt habe 

(Urk. 15/D1/2/2 S. 6). 

Auf entsprechende Frage verneinte der Beschwerdegegner 1 sodann, in einer Sit-

zung im April (2022) im Büro des Beschwerdeführers zu diesem gesagt zu haben, 

dass er getötet werde. Er führte aus, als der Beschwerdeführer wieder etwas ge-

gen die Brüder gesagt habe, habe er, um es zu entschärfen, gesagt, dass es 

heute kein Problem sei, jemanden vom Ostblock zu organisieren. Er habe dem 

Beschwerdeführer damit mitgeteilt, dass er nicht der einzige sei, welcher solche 

Dinge organisieren könne (Urk. 15/D1/2/2 S. 7 f.). Der Beschwerdegegner 1 be-

stritt im Weiteren, den Beschwerdeführer am Ende dieser Sitzung im Büro mehr-

mals und dann auf der Strasse, beim Laufen, sowie in der Bar und bei der Verab-

schiedung bei einem Parkhaus bei der Gessnerallee nochmals bedroht zu haben. 

Ebenfalls bestritt er, von Anfang an, seit 2015, gesagt zu haben, dass C._____ 

ihn, den Beschwerdeführer, eliminieren oder töten wolle (Urk. 15/D1/2/2 S. 8). Im 

Weiteren bestritt der Beschwerdegegner 1, dem Beschwerdeführer gesagt zu ha-

ben, er werde den Frühling nicht erleben, wenn keine Einigung gefunden werde 

(Urk. 15/D1/2/2 S. 11).

2.3.2. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. November 2022 

bestätigte der Beschwerdegegner 1 – auf entsprechenden Vorhalt der gegen ihn 

erhobenen Vorwürfe – die Aussagen in der Zeugeneinvernahme vom 29. August 

2022. Diese würden der Wahrheit entsprechen (Urk. 15/D1/3/1 S. 3 ff.). Im Weite-

ren gab er zusammengefasst zu Protokoll, der Beschwerdeführer habe vor x Jah-

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ren einmal zu ihm gesagt, wenn "diese" [gemeint wohl dessen Brüder ]noch lange 

mit ihm streiten würden, würde er sie eliminieren lassen. Zwischendurch habe der 

Beschwerdeführer auch ihm gedroht. Letztes Jahr, als der Beschwerdeführer rich-

tig bösartig gewesen sei, habe er rausgelassen, dass er nur noch Bitcoins einbe-

zahlen müsse, dann seien die beiden weg (Urk. 15/D1/3/1 S. 5). Auf Vorhalt, dass 

der Beschwerdeführer bezüglich der Drohung mittels WhatsApp (Bilder mit Sarg 

und Kreuz), welche er gemäss Beschwerdegegner 1 ausgesprochen haben solle, 

ausgeführt habe, dass er mit den Bildern lediglich bildlich mitgeteilt habe, dass 

der Deal beerdigt sei, weil er von den Brüdern nicht, wie von ihm offeriert, akzep-

tiert worden sei, erklärte der Beschwerdegegner 1 Folgendes: Der Beschwerde-

führer habe ihn ja ein oder zwei Tage zuvor angerufen. Er habe zu ihm gesagt, 

zwei Mal 25'000 Bitcoins für die Brüder. Er müsse nochmals 15'000 Bitcoins da-

zulegen, dann sei er (der Beschwerdegegner 1) auch dabei. Einen oder zwei 

Tage später sei dann dieses WhatsApp gekommen. Klar habe er in dieser Zeit die 

Vereinbarung verneint. Aber im Zusammenhang mit dem soeben erwähnten Tele-

fonat sei klar gewesen, dass das gegen ihn (den Beschwerdegegner 1) sei. Das 

sei für ihn 100 %ig klar gewesen, dass das für ihn gewesen sei und nicht wegen 

der aussergerichtlichen Erbteilung. Er habe ihm bereits damals gesagt, als er dies 

mit den Bitcoins betreffend seine Brüder gesagt habe, dass er nun zu weit gegan-

gen sei. Er habe ihm das auch einmal geschrieben. Der Beschwerdeführer habe 

ihm auch schon vor August 2022 mit den Bitcoins gedroht, einfach ohne Summe. 

Dies könne man aus einem Mail, das er dem Beschwerdeführer im August 2021 

geschickt habe, sehen (Urk. 15/D1/3/1 S. 6). Er habe die beiden Bilder als Dro-

hung gegen ihn aufgefasst, da seien ihm die Bitcoins wieder in den Sinn gekom-

men. Im Weiteren bestritt der Beschwerdegegner 1, zum Beschwerdeführer ge-

sagt zu haben, dass ihn dessen Brüder eliminieren wollten. Er habe einzig einmal, 

als der Beschwerdeführer mit der Eliminierung von C._____ gedroht habe, erwi-

dert, es sei heutzutage generell kein Problem, Leute über das Internet zu rekrutie-

ren und die beiden dies auch tun könnten, wenn sie wollten. Dies sei aber als Ge-

genpendel zu den Aussagen des Beschwerdeführers betreffend Eliminierung von 

C._____ und dessen Bruder gewesen (Urk. 15/D1/3/1 S. 7). Er verneinte, den Be-

schwerdeführer jemals bedroht zu haben. Er habe ihm in x Mails und WhatsApp-

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Nachrichten geschrieben, dass wenn das so weiter gehe, sie das alle nicht mehr 

erleben würden und sie längst alle gestorben seien. Dies sei nie eine Morddro-

hung gewesen, nicht die kleinste Drohung (Urk. 15/D1/3/1 S. 8).

2.3.3. Auch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2023 

bestritt der Beschwerdegegner 1 die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusam-

menhang mit der Zeugenaussage vom 29. August 2022 und erklärte, alles, was er 

zu Protokoll gegeben habe, sei zu 100 % wahr (Urk. 15/D1/3/2 S. 4 f.). Betreffend 

den Sarg und das Kreuz sage der Beschwerdeführer nun im Nachhinein, das sei 

die Deal-Absage gewesen. Dabei habe er im letzten Protokoll noch bestätigt, 

dass er ihn danach noch angerufen habe. Er habe ihm damals am Telefon ge-

sagt, dies werde alles passieren, wenn er (der Beschwerdegegner 1) seine unter-

schriebene Erklärung nicht widerrufe (Urk. 15/D1/3/2 S. 2 f.).

2.3.4. Der Beschwerdeführer bestritt in der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 26. Januar 2023, gesagt zu haben, dass er seinen Bruder 

C._____ eliminieren würde sowie gegenüber dem Beschwerdegegner 1 je von 

Bitcoins gesprochen bzw. gesagt zu haben, dass er nur Bitcoins bezahlen müsste 

und dann er bzw. seine Brüder weg seien. Er räumte hingegen ein, dem 

Beschwerdegegner 1 Bilder mit einem Sarg bzw. einem Kreuz sowie zwei 

YouTube-Videos mit Trauermärschen geschickt zu haben. Damit habe er dem 

Beschwerdegegner 1 signalisieren wollen, dass diese Variante und auch seine 

Funktion als Mediator damit beendet seien (Urk. 15/D1/4/1 S. 32). Auf die Frage, 

ob er den Beschwerdegegner 1 je bedroht habe, erwiderte der Beschwerdeführer: 

"Morddrohungen nie.". Auf die Frage nach anderen Drohungen erklärte er, er 

wisse nicht, ob es eine Drohung gewesen sei, als er ihm gesagt habe, sein 

Mandat sei beendet. Nein, er habe ihm nur gesagt, das Mandat sei beendet. Dies 

sei aber schon 2019 gewesen. Er habe ihm mehrmals gesagt, er würde sein 

Mandat kündigen wollen (Urk. 15/D1/4/1 S. 33).

2.3.5. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2023 

erklärte der Beschwerdeführer auf die Frage, ob er in Sitzungen in seinem Büro 

auch schon aufgestanden sei und dem Beschwerdegegner 1 mit der Faust 

gedroht habe, er habe ihm schon mehrmals gesagt, dass er nichts mehr mit ihm 

- 14 -

zu tun haben wolle und seine Funktion als Mentor für ihn aufgelöst sei; auch 

schriftlich, mit E-Mails und WhatsApp. Aber er sei nicht aufgestanden und habe 

dem Beschwerdegegner 1 die Faust gezeigt (Urk. 15/D1/4/3 S. 11). Der 

Beschwerdeführer blieb auch bei seiner Aussage, wonach er dem 

Beschwerdegegner 1 gegenüber nie davon gesprochen habe, dass er nur 

Bitcoins bezahlen müsse und dann die beiden Brüder weg seien und er nur noch 

weitere Bitcoins dazulegen müsste und dann auch er weg sei. Sodann wurde der 

Beschwerdeführer gefragt, ob er nach den Bildern vom Sarg und Kreuz und den 

Videos mit Trauermärschen, den Beschwerdegegner 1 im Rahmen eines 

Telefonats konkret auf diese Bilder und Videos angesprochen und diesem gesagt 

habe, dass das alles passieren werde, wenn er seine unterschriebene Erklärung 

nicht annulliere (Urk. 15/D1/4/3 S. 20). Darauf antwortete der Beschwerdeführer 

zusammengefasst, das seien alles verdrehte Fragen, die von einer gefälschten 

Situation ausgehen würden. Der Beschwerdegegner 1 habe gesagt, sie würden 

alle tot sein, bevor die Teilung am Ende zustande komme. Man müsse immer den 

Kontext sehen. Diese Bilder, diese Melodie sollten bedeuten, dass der Deal nicht 

zustande komme. Er frage sich, wie ein normaler Mensch denke, dass das 

bedeuten könne, dass er jemanden umbringen könne (Urk. 15/D1/4/3 S. 20 f.).

2.3.6. Vorweg ist festzuhalten, dass aufgrund ihrer prozessualen Stellung we-

der der Beschwerdeführer noch der Beschwerdegegner 1 als völlig unbefangen 

erscheinen. Der Beschwerdegegner 1 bestreitet die gegen ihn erhobenen 

Vorwürfe. Es steht Aussage gegen Aussage. Objektive Hinweise, dass der 

Beschwerdegegner 1 zum Beschwerdeführer gesagt haben soll, dass er von 

irgendjemandem – insbesondere seinem Bruder C._____– umgebracht werden 

soll, liegen keine vor. Ebenso wenig liegen objektive Anhaltspunkte vor, dass der 

Beschwerdegegner 1 den Beschwerdeführer bedroht haben soll. Dass der 

Beschwerdegegner 1 mit seiner Äusserung, dass sie längst alle gestorben seien, 

bis die Erbteilung über die Bühne sei, gemeint habe, dass bis dahin viel Zeit 

vergangen sei (vgl. Urk. 15/D1/3/1 S. 8), ist im Zusammenhang mit dem offenbar 

lange dauernden Prozess der Ausarbeitung einer aussergerichtlichen Einigung 

hinsichtlich der Erbteilung zu sehen, nachvollziehbar und als objektive 

Feststellung und nicht als Androhung einzuordnen. Bezüglich der per WhatsApp 

- 15 -

geschickten Bilder mit dem Sarg und dem Kreuz sowie der YouTube-Videos mit 

den Trauermärschen (vgl. Urk. 15/D1/5/1 S. 10 f.) hat der Beschwerdegegner 1 

plausibel ausgeführt, dass für ihn im Zusammenhang mit einem Telefonat klar ge-

wesen sei, dass das gegen ihn, den Beschwerdegegner, gerichtet gewesen sei 

und nicht im Zusammenhang mit der aussergerichtlichen Erbteilung gestanden 

habe (vgl. Urk. 15/D1/3/1 S. 6). Insgesamt liegen keine objektiven Anhaltspunkte 

vor, dass der Beschwerdegegner 1 in der Zeugenaussage wahrheitswidrig ausge-

sagt hätte. Auch die eingereichten E-Mails und WhatsApp-Konversationen kön-

nen keine Hinweise für die vom Beschwerdeführer gegen den Beschwerdegegner 

1 erhobenen Vorwürfe liefern. So handelt es sich auch bei den Ausführungen des 

Beschwerdeführers im E-Mail an seinen Rechtsvertreter vom 28. April 2025 (vgl. 

Urk. 15/D1/2/3) lediglich um Behauptungen seinerseits. Diese vermögen seine 

Sachdarstellung nicht zu beweisen. Ferner lassen sich – entgegen den Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 2 S. 11 f.) – aus dem Umstand, dass dieser 

in einem anderen Verfahren, welches mit dem vorliegenden in keinem Zusam-

menhang steht, die Verurteilung eines Mannes für eine Tätlichkeit "erwirkt" haben 

soll, keine Schlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers 

im vorliegenden Verfahren ziehen.

Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdegegner 1 die beanstan-

deten Äusserungen im Rahmen einer Zeugenaussage getätigt hat und nicht von 

sich aus zur Polizei gegangen ist. Zudem musste er in der Zeugenaussage einer-

seits keine Aussagen machen, wenn er sich damit selbst derart belastet hätte, 

dass er strafrechtlich hätte verantwortlich gemacht werden können (vgl. Art. 169 

Abs. 1 lit. a StPO). Anderseits war er aber gemäss Art. 163 Abs. 2 StPO unter 

Vorbehalt der Zeugnisverweigerungsrechte zum wahrheitsgemässen Zeugnis ver-

pflichtet. 

2.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Entscheid über die Ein-

stellung eines Verfahrens zwar grundsätzlich – wie bereits ausgeführt – nach dem 

Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten hat. Eine Verurteilung des Beschwer-

degegners 1 erscheint jedoch aufgrund der gesamten Umstände unwahrschein-

lich. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren betreffend die Vorwürfe im Zusam-

- 16 -

menhang mit der Zeugeneinvernahme vom 29. August 2022 (üble Nachrede, fal-

sche Anschuldigung, Begünstigung, falsches Zeugnisses und Verleumdung) so-

mit zu Recht eingestellt. Der Beschwerdeführer liess nichts vorbringen, das an 

diesem Ergebnis etwas zu ändern vermöchte. 

3. Zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Besuch des Beschwerdefüh-

rers beim Beschwerdegegner 1 vom 19. August 2022 (versuchte Nötigung und 

Drohung)

3.1. Der Drohung macht sich, auf Antrag, strafbar, wer jemanden durch schwere 

Drohung in Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Eine Drohung 

besteht darin, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder 

in Aussicht stellt (BSK StGB-Delnon/Rüdy, a.a.O., Art. 180 N 13 m.H.). Der Nöti-

gung macht sich strafbar, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher 

Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas 

zu tun, zu unterlassen oder zu dulden (Art. 181 StGB). Das Gesetz schützt nicht 

jegliche Freiheit der Willensbildung und Willensbetätigung einer Person. Strafbar 

ist nur eine unzulässige Freiheitsbeschränkung (vgl. BSK StGB-Delnon/Rüdy, 

a.a.O., Art. 181 N 8). 

3.2.1. Der Beschwerdeführer warf dem Beschwerdegegner 1 in der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 26. Januar 2023 im Wesentlichen vor, der Be-

schwerdegegner 1 habe vom Treffen am 19. August 2022 das Zusammentreffen 

mit einer ihm unbekannten Person in G._____ abhängig machen wollen 

(Urk. 15/D1/4/1 S. 6 f.). Zusammengefasst sei die Erbteilung gestorben, wenn er 

(der Beschwerdeführer) nicht an diesen Termin kommen wolle, und er werde nicht 

mehr Zugang haben zu den Bildern, die zur Erbmasse gehören würden und wel-

che diese Person habe, die der Beschwerdegegner 1 aufgrund seiner Recherche 

herausgefunden habe (Urk. 15/D1/4/1 S. 7). Er sei am 19. August 2022 mit dem 

Beschwerdegegner 1 nach dem Mittagessen in dessen Wohnung gegangen, und 

der Beschwerdegegner 1 habe ihn gebeten, sich an einen grossen Tisch im 

Wohnraum zu setzen. Dann habe er diese wichtigen Themen angesprochen im 

Zusammenhang mit der Erbteilung. Der Beschwerdegegner 1 habe Druck ge-

macht betreffend eine Lösung, welche er (der Beschwerdeführer) schon lange re-

- 17 -

füsiert habe. Er (der Beschwerdeführer) solle unterschreiben, sonst… Einerseits 

hätte er die Bilder im Zusammenhang mit dem Termin in G._____ nicht mehr se-

hen dürfen; anderseits, dass er ihn und auch seine Brüder getötet hätte. Während 

des Gesprächs sei der Beschwerdegegner 1 aufgestanden, in Richtung eines 

Schranks gegangen und habe dort eine Pistole genommen, aber ohne diese ge-

gen ihn zu richten. Er (der Beschwerdeführer) habe gesehen, dass der Handgriff 

braun und der Lauf schwarz gewesen sei. Der Beschwerdegegner 1 habe gesagt, 

er würde ihn umbringen, sie alle drei. Der Beschwerdegegner 1 habe sich dann 

ein bisschen beruhigt, die Pistole wieder im Schrank deponiert, sei wieder zu sei-

nem Stuhl am Tisch gekommen und habe sich hingesetzt (Urk. 15/D1/4/1 S. 8 f.). 

Er (der Beschwerdeführer) habe dann die Vereinbarung mit einer Anpassung 

trotzdem unterschrieben. Damit habe er zeigen wollen, dass er trotzdem zu einer 

Lösung bereit sei und vor allem, damit er die Bilder in G._____ zu sehen be-

komme. Der Beschwerdegegner 1 habe ihm mehrmals garantiert, dass der Mann, 

welchen er am Flughafen treffen sollte, diese Bilder mitbringen würde (Urk. 

15/D1/4/1 S. 9). Auf entsprechende Frage erklärte der Beschwerdeführer, man 

könne darüber diskutieren, ob er das Dokument, mit den Änderungen, aus freiem 

Willen unterschrieben habe. Der Beschwerdegegner 1 habe ihm mehrfach ge-

droht, er werde ihn und seine Brüder umbringen – mit einer Pistole, auch wenn 

sie nicht auf ihn gerichtet gewesen sei (Urk. 15/D1/4/1 S. 12). Der Beschwerde-

gegner 1 habe zu ihm gesagt, er werde ihn umbringen, wenn er die Vereinbarung 

nicht unterzeichne. Er werde sie alle drei umbringen und der Besichtigungstermin 

am Flughafen G._____ werde nicht stattfinden. Der Beschwerdegegner 1 habe es 

mehrmals gesagt, im Sitzen mehrmals und dann im Stehen mit der Pistole in der 

Hand (Urk. 15/D1/4/1 S. 13 f.). Er habe sich nie vorstellen können, dass er so et-

was Schlimmes machen würde, aber wie er so insistiert habe, dass er ihn, sie um-

bringen würde, habe ihn etwas verängstigt. Es habe ihm etwas Sicherheit gege-

ben, dass er die Pistole nicht gegen ihn gerichtet gehabt habe. Das sei für ihn ein 

Zeichen gewesen, dass er sicher nicht vorgehabt habe, ihn umzubringen 

(Urk. 15/D1/4/1 S. 14 f.). Wenn er vorgehabt hätte, ihn zu töten, hätte er den Lauf 

der Pistole gegen ihn und nicht gegen den Schrank gerichtet gehabt. Der Be-

schwerdegegner 1 habe damit seine Macht demonstrieren, seinen Willen durch-

- 18 -

setzen wollen. Er (der Beschwerdeführer) habe befürchtet, dass diese Person die 

Kontrolle verlieren, die Pistole gegen ihn richten und ihn anschiessen würde. Auf 

Nachfrage erklärte er, die Pistole habe auf einem Tablar gelegen. Aber er habe es 

nicht gut sehen können. Die Schranktür habe den Inhalt des Schranks verdeckt. 

Er vermute, die Pistole sei auf einem Tablar im Schrank deponiert gewesen. Dar-

auf angesprochen, dass in der Strafanzeige ausgeführt werde, der Beschwerde-

gegner 1 habe die Waffe aus einer Kommode genommen, gab der Beschwerde-

führer zu Protokoll, er habe gemeint, es sei ein Schrank mit einem Tablar. Es 

könnte auch eine Kommode gewesen sein (Urk. 15/D1/4/1 S. 15). Auf Nachfrage, 

gemäss Anzeige habe der Beschwerdegegner 1 die Pistole bei der Kommode aus 

einer Schublade genommen, machte der Beschwerdeführer geltend, auch diese 

Variante sei möglich. Er könne sich an die Details nicht genau erinnern. Er habe 

den Beschwerdegegner 1 zu beruhigen versucht, was ihm auch tatsächlich gelun-

gen sei. Denn er habe die Waffe zurück aufs Tablar gelegt und sei wieder an sei-

nen Platz am Tisch zurückgekommen. Dann habe er nach weiteren Gesprächen 

diese Vereinbarung mit der Anpassung unterzeichnet. Als der Beschwerdegeg-

ner 1 wieder am Tisch gesessen sei, habe dieser ihn auch stark bedroht 

(Urk. 15/D1/4/1 S. 16). Als er die Wohnung des Beschwerdegegners 1 verlassen 

habe, sei es ihm nicht sehr gut gegangen. Er habe sich unwohl, erniedrigt und be-

trübt gefühlt. Auf Nachfrage bejahte er, auch eine gewisse Angst gehabt zu ha-

ben. Er sei verängstigt, verbittert und schwer enttäuscht gewesen (Urk. 15/D1/4/1 

S. 17). Er sei damit einverstanden gewesen, dass ihn der Beschwerdegegner 1 

an den Bahnhof gefahren habe. Er habe dem Beschwerdegegner 1 offeriert, dass 

sie noch eine Stunde dort in einer Bar sitzen könnten. Der Beschwerdegegner 1 

habe dies nicht gewollt und ihn beim Parkplatz neben dem Bahnhof ausgeladen. 

Auf die Frage, weshalb er mit ihm einen Kaffee habe trinken gehen wollen, wenn 

dieser ihn vorher mit dem Tod bedroht habe und er verängstigt gewesen sei, er-

klärte er, er habe die Hoffnung gehabt, dass sie noch eine Variante oder Verein-

barung treffen könnten, die für ihn und auch für seine Brüder in Ordnung wäre. Er 

habe auch gewollt, dass sie sich im Guten verabschieden würden und der Be-

schwerdegegner 1 ihn nicht einfach auf dem Parkplatz abladen würde 

(Urk. 15/D1/4/1 S. 18).

- 19 -

Auf Nachfrage bestätigte er, dass er sich beim Beschwerdegegner 1 in einer 

Sprachnachricht auf dem Weg nach Hause für seine Gastfreundschaft bedankt 

habe. Er habe sich für die Einladung ins Restaurant und für die angenehme Zeit, 

die sie im Grotto verbracht hätten, bedankt. Danach gefragt, weshalb er dies ge-

tan habe, wenn der Beschwerdegegner 1 ihn kurz davor doch mit dem Tod be-

droht habe, führte der Beschwerdeführer aus, er sei ein "ziviler" Mensch. Er sei 

gut erzogen. Einerseits hätte er etwas dagegen gehabt, es mit einer Person zu 

tun zu haben, die jemanden umbringen könnte, anderseits habe er versucht, sich 

auf seine Qualitäten zu fokussieren, damit die nächsten Schritte in die richtige 

Richtung gehen würden, und sich darauf zu konzentrieren, dass er ein positiver 

Mensch sei und gesunde Prinzipien habe (Urk. 15/D1/4/1 S. 19).

3.2.2. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2023 wie-

derholte der Beschwerdeführer, dass der Beschwerdegegner 1 die Waffe aus 

dem Schrank im Salon seiner Wohnung genommen habe. Er habe sie so genom-

men, dass der Lauf der Waffe nicht gegen ihn gezeigt habe. Der Beschwerdegeg-

ner 1 sei vier bis fünf Meter von ihm entfernt gestanden, aber so, wie er habe er-

kennen können, habe die Pistole einen bräunlichen Griff gehabt. Der Lauf und der 

Rest der Pistole seien schwarz gewesen. Er glaube, der Beschwerdegegner 1 

habe die Waffe in der rechten Hand gehabt. Er vermute, er habe die Waffe die 

ganze Zeit in der gleichen Hand gehabt und er glaube, der Lauf habe die ganze 

Zeit nach links, Richtung Fenster, gezeigt (Urk. 15/D1/4/3 S. 4). Bezüglich der Bil-

der gab er im Wesentlichen zu Protokoll, der Beschwerdegegner 1 habe insistiert, 

dass er am 19. August 2022 vorbeikomme und den Vorschlag annehme, dann 

würden sie diesen Termin in G._____ machen, und er würde diese Bilder in 

G._____ sehen (Urk. 15/D1/4/3 S. 13). Nach dem Treffen in F._____ habe er 

nicht noch eine Stunde am Bahnhof herumlungern wollen, bis der Zug fahre. Er 

hätte gerne in einer Bar noch etwas getrunken, das sei auch eine Frage des An-

standes. Es sei nicht seine Absicht gewesen, in wenigen Sekunden eine Verein-

barung zu finden, nachdem sie jahrelang verhandelt hätten. Das Problem seien 

die Bilder gewesen. Er habe diese sehen wollen und deswegen versucht zu ver-

stehen, ob es eine Möglichkeit gebe, auch ohne Unterzeichnung dieser Vereinba-

rung die Bilder sehen zu können. Die WhatsApp-Sprachnachricht, in welcher er 

- 20 -

sich für die freundliche Gesellschaft bedankt habe, habe er so gemacht, damit er 

den Termin in G._____ schaffe (Urk. 15/D1/4/3 S. 16 f.). Im Weiteren erklärte er, 

er habe nach dem Termin in ein Lokal mit dem Beschwerdegegner 1 gehen wol-

len, damit sie noch über andere Themen sprechen könnten. Er habe ihm auch sa-

gen wollen, er solle ruhig bleiben, sie seien vernünftige Menschen, er übertreibe 

jetzt, und er solle sich einfach beruhigen (Urk. 15/D1/4/3 S. 22).

3.2.3. Der Beschwerdegegner 1 gab in der Zeugeneinvernahme vom 29. Au-

gust 2022 hinsichtlich der Bilder im Wesentlichen zu Protokoll, er habe zum Be-

schwerdeführer gesagt, dass sie zuerst die aussergerichtliche Erbteilung machen 

und sie sich dann um die Bilder kümmern würden. Der Beschwerdeführer habe 

dann aber auf der aussergerichtlichen Erbteilung mit Kugelschreiber den Betrag 

überschrieben. Daraufhin habe er ihm gesagt, dass er ihm nochmals ein nicht un-

terzeichnetes Exemplar schicken werde. Er müsse dieses aber so unterzeichnen, 

dann würden sie einen Termin machen, und er könne Bilder und Inventarliste 

bringen. Dann seien die Bilder sofort da (Urk. 15/D1/2/2 S. 9). Auf die Frage, ob 

er dem Beschwerdeführer gesagt habe, dass er die Bilder nur zu Gesicht be-

komme, wenn er dieses Dokument unterzeichne, erklärte der Beschwerdegeg-

ner 1, das habe er falsch verstanden. Er habe keine Bilder. Er habe ihm nur ge-

sagt, wenn er Fotos und Inventar von diesen Bildern habe, könnten sie jemanden 

treffen, welcher sich mit solchen Bildern auskenne. Der könne dann sagen, wo 

diese Bilder seien (Urk. 15/D1/2/2 S. 11). 

3.2.4. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. November 2022 

bestritt der Beschwerdegegner 1 die gegen ihn erhobenen Vorwürfe betreffend 

das Treffen in F._____ am 19. August 2022. Bezüglich der Pistole erklärte er im 

Wesentlichen, er habe dem Beschwerdeführer vor drei bis vier Jahren mal ge-

sagt, dass er eine Pistole habe. Am 19. August 2022 in F._____ hätten sie weder 

von einer Pistole gesprochen noch habe er diese hervorgenommen 

(Urk. 15/D1/3/1 S. 11 f.). Er verneinte auf entsprechende Frage, bei diesem Ge-

spräch irgendwie Druck auf den Beschwerdeführer ausgeübt zu haben, damit er 

das Dokument unterzeichne. Ebenso bestritt er, während des Gesprächs die 

Waffe zur Hand genommen zu haben. Er habe diese Pistole seit drei Jahren nicht 

- 21 -

mehr in der Hand gehabt. Als sie vor Jahren über die Pistole gesprochen hätten, 

habe er ihm, glaube er, auch gesagt, dass es eine ältere mit Holzgriff sei 

(Urk. 15/D1/3/1 S. 12 f.). Die beiden Brüder des Beschwerdeführers hätten ihm 

gesagt, das Dokument sei nun so im gerichtlichen Erbteilungsverfahren aufge-

nommen worden. Wenn der Beschwerdeführer nun behaupte, er (der Beschwer-

degegner 1) habe ihn mit der Pistole bedroht, damit er dieses unterzeichne, wisse 

er nicht, ob es noch gültig sei. Er habe es aber unter friedlichen Umständen unter-

zeichnet. Der Beschwerdeführer habe sich dann auf dem Heimweg noch mit drei 

Sprachnachrichten bei ihm gemeldet, sich darin für die Gastfreundschaft bedankt 

und über das unterzeichnete Dokument gesprochen. Er habe ihn auch mehrmals 

herzlich gegrüsst und ihm ein schönes Wochenende gewünscht. Er habe mit kei-

nem Wort eine Drohung oder eine Waffe erwähnt. In der ersten Nachricht sei er 

sehr ruhig und nett gewesen. In den nächsten Nachrichten in der Nacht sei er et-

was erregt gewesen, vermutlich, weil er gemerkt habe, dass er – wie immer – et-

was anderes gewollt habe, als er unterzeichnet habe (Urk. 15/D1/3/1 S. 13).

3.2.5. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2023 gab 

der Beschwerdegegner 1 im Wesentlichen zu Protokoll, der Beschwerdeführer 

habe ausgesagt, er habe die Pistole in der rechten Hand gehabt. Er sei aber 

Linkshänder. Die Pistolengeschichte habe der Beschwerdeführer erfunden, um 

sich herauszuwinden aus dem, was er unterschrieben habe (Urk. 15/D1/3/2 S. 2). 

Bezüglich der Bilder habe er – zusammengefasst – immer gesagt, sie würden zu-

erst die Erbteilung machen und dann das mit den Bildern. Aber sie hätten immer 

schon gewusst, dass keine Inventarliste vorhanden sei und keine Schätzung, 

keine Fotos und niemand habe etwas gewusst, nur der Beschwerdeführer alleine. 

Er (der Beschwerdegegner 1) habe ihm gesagt, wenn er Fotos oder irgendwelche 

Unterlagen habe, sei dies überhaupt kein Problem. Er würde einen Kunsthändler 

kennen. Dann könnten sie einen Termin in G._____  abmachen, und dieser könne 

sofort sagen, wo diese Bilder seien. Und, es stimme, sie hätten bereits einen Ter-

min gehabt (Urk. 15/D1/3/2 S. 3).

3.3. Auch bezüglich des Vorfalls vom 19. August 2022 in F._____ steht Aussage 

gegen Aussage. Wie von der Staatsanwaltschaft festgehalten, existieren weder 

- 22 -

Aufzeichnungen vom Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Wohnung des Be-

schwerdegegners 1 noch sind an jenem Nachmittag Drittpersonen anwesend ge-

wesen, welche zu den angezeigten Vorkommnissen Angaben machen könnten. 

Der Beschwerdegegner 1 bestreitet die Vorwürfe des Beschwerdeführers. Seine 

Aussagen sind im Kerngeschehen ohne Widersprüche und in sich stimmig. Be-

züglich der Aussagen des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass diese insge-

samt widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sind. Insbesondere ist es schlicht-

weg lebensfremd, wenn sich jemand von einer Person, die ihn gerade mit einer 

Pistole bedroht haben soll, an den Bahnhof fahren lässt und ihr dann offeriert, 

dass sie noch eine Stunde dort in einer Bar sitzen könnten. Dies steht auch im 

Widerspruch zu seiner Aussage, wonach der Beschwerdeführer angab, es sei ihm 

nicht sehr gut gegangen, als er die Wohnung des Beschwerdegegners 1 verlas-

sen habe; er habe sich unwohl, erniedrigt, betrübt, verängstigt und verbittert ge-

fühlt und sei schwer enttäuscht gewesen (Urk. 15/D1/4/1 S. 17 f.). Seine Erklärun-

gen für dieses Verhalten sind ebenfalls nicht stimmig und vermögen nicht zu über-

zeugen. Insbesondere ist es keine Frage der Erziehung bzw. des Anstandes, mit 

jemandem, von dem man soeben bedroht wurde, noch in eine Bar zu gehen (vgl. 

Urk. 15/D1/4/1 S. 19, Urk. 15/D1/4/3 S. 16). Zudem hat der Beschwerdeführer ei-

nerseits erklärt, er habe eine Möglichkeit gesucht, auch ohne Unterzeichnung der 

Vereinbarung die Bilder sehen zu können (Urk. 15/D1/4/3 S. 16). Anderseits gab 

er an, er habe nach dem Termin mit dem Beschwerdegegner 1 in ein Lokal gehen 

wollen, damit sie noch über andere Themen sprechen könnten. Er habe ihm auch 

sagen wollen, er solle ruhig bleiben, sie seien vernünftige Menschen, er über-

treibe jetzt und er solle sich einfach beruhigen (Urk. 15/D1/4/3 S. 22). Auch seine 

Ausführungen bezüglich der WhatsApp-Sprachnachrichten, in welchen er sich für 

die Gastfreundschaft, freundliche Gesellschaft etc. bedankt habe (Urk. 15/D1/4/3 

S. 16 f.), vermögen nach dem Ausgeführten nicht zu überzeugen. 

Auffällig ist sodann, dass der Beschwerdeführer in den von ihm eingereichten E-

Mails vom 22. bzw. 25. August 2022 den Beschwerdegegner 1 – zusammenge-

fasst – bat, ihm zu bestätigten, dass seine Brüder die von ihm am 19. August 

2022 unterzeichnete Offerte nicht angenommen hätten. Zudem teilte er dem Be-

schwerdegegner 1 mit, dass die Offerte nicht mehr gelte, er diese per sofort zu-

- 23 -

rückziehe bzw. diese aus den dem Beschwerdegegner 1 bekannten Gründen 

nichtig sei. Ferner bezog er sich in den E-Mails mehrfach auf die Bilder und den 

Termin in G._____. Todesdrohungen durch den Beschwerdegegner 1 oder eine 

Waffe erwähnte der Beschwerdeführer jedoch mit keinem Wort (vgl. 

Urk. 15/D1/4/2/5). Die E-Mails zeigen, dass der Beschwerdeführer offenbar daran 

interessiert war, dass die von ihm am 19. August 2022 unterzeichnete Vereinba-

rung für ungültig bzw. nichtig erklärt würde. Deshalb wäre zu erwarten, dass er in 

diesen E-Mails die angeblichen Drohungen des Beschwerdegegners 1 – die ein 

Argument für die Ungültigkeit bzw. Nichtigkeit der Vereinbarung gewesen wären – 

erwähnt hätte. Dass er in den E-Mails dennoch keine Drohungen oder Waffen er-

wähnte, spricht gegen seine Darstellung.

Widersprüchlich sind die Aussagen des Beschwerdeführers sodann insofern, als 

er in der Einvernahme vom 26. Januar 2023 erklärt hat, der Lauf der Pistole sei 

gegen den Schrank gerichtet gewesen (Urk. 15/D1/4/1 S. 15) und in der Einver-

nahme vom 23. März 2023 zu Protokoll gab, er glaube, der Lauf habe die ganze 

Zeit nach links, Richtung Fenster, gezeigt (Urk. 15/D1/4/3 S. 4). Auf einem Foto 

des Wohnzimmers des Beschwerdeführers ist zudem ersichtlich, dass der 

Schrank an einer Wand steht, an welcher sich kein Fenster befindet, und sich in 

dem Raum nur hinter dem Tisch (an welchem der Beschwerdeführer sass) bzw. 

gegenüber vom Schrank Fenster befinden (Urk. 15/D1/5/14). Ferner lässt sich 

aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer die Pistole beschreiben konnte 

(vgl. Urk. 15/D1/4/1 S. 8), nichts zu Gunsten seiner Sachdarstellung ableiten, gab 

der Beschwerdegegner 1 doch zu Protokoll, dass er dem Beschwerdeführer Jahre 

zuvor seine Pistole beschrieben habe (vgl. Urk. 15/D1/3/1 S. 12 f., Urk. 15/D1/3/2 

S. 2). Im Weiteren liess der Beschwerdeführer in der Strafanzeige geltend ma-

chen, der Beschwerdegegner 1 habe die Pistole aus einer Schublade einer Kom-

mode genommen (Urk. 15/D1/1 S. 13). In den Einvernahmen gab er sodann zu 

Protokoll, der Beschwerdegegner 1 habe die Pistole aus einem Schrank genom-

men und mutmasste, dass er sie von einem Tablar genommen habe. Auf den Wi-

derspruch angesprochen, brachte er vor, sich nicht genau erinnern zu können 

(Urk. 15/D1/4/1 S. 8 und 15 f., Urk. 15/D1/4/3 S. 4). Ferner ist – entgegen den 

Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 2 S. 19) – nicht nachvollziehbar, in-

- 24 -

wiefern aus einem Verfahren, welches mit dem vorliegenden in keinerlei Zusam-

menhang steht, irgendwelche Schlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des 

Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren gezogen werden könnten (vgl. 

Urk. 2 S. 11 f. und S. 19). Abschliessend ist festzuhalten, dass keine weiteren Un-

tersuchungshandlungen ersichtlich sind, deren Ergebnisse die Sachdarstellung 

des Beschwerdeführers zu stützen vermöchten.

3.4. Aufgrund ihrer prozessualen Stellung erscheinen weder der Beschwerdefüh-

rer noch der Beschwerdegegner 1 als völlig unbefangen. Das Aussageverhalten 

des Beschwerdeführers ist jedoch insgesamt widersprüchlich und seine Angaben 

sind nicht nachvollziehbar. Daran vermag auch nichts zu ändern, wenn der Be-

schwerdeführer vorbringt, der Beschwerdegegner 1 habe ein offensichtliches Mo-

tiv gehabt, da er für eine erfolgreiche aussergerichtliche Erbteilung eine Pau-

schale von Fr. 700'000.– erhalten sollte (vgl. Urk. 2 S. 20). Zudem hat der Be-

schwerdeführer, wie bereits ausgeführt, offenbar ein Interesse daran, dass das 

von ihm unterzeichnete Dokument "Aussergerichtliche Erbteilung" vom 19. August 

2022 für ungültig bzw. nichtig erklärt wird bzw. wurde. Inwiefern es eine Verlet-

zung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör darstellen soll, 

dass die Staatsanwaltschaft das von ihm vorgebrachte Motiv des Beschwerde-

gegners 1 in der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt habe, wie der Beschwer-

deführer vorbringen lässt (vgl. Urk. 2 S. 20), ist im Übrigen nicht ersichtlich, muss 

sich die Staatsanwaltschaft doch nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen, son-

dern kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. 

BGE 136 I 229 E. 5.2, BGE 147 IV 409 409 E. 5.3.4).

3.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Verurteilung angesichts des 

insgesamt widersprüchlichen Aussageverhaltens des Beschwerdeführers und un-

ter Einbezug der gesamten Umstände als unwahrscheinlich erscheint. Die Staats-

anwaltschaft hat das Verfahren betreffend die Vorwürfe im Zusammenhang mit 

dem Besuch des Beschwerdeführers beim Beschwerdegegner 1 vom 19. August 

2022 (versuchte Nötigung und Drohung) mithin zu Recht eingestellt. Der Be-

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schwerdeführer liess nichts vorbringen, das an diesem Ergebnis etwas zu ändern 

vermöchte. 

4. Die Beschwerde ist entsprechend abzuweisen. Aufgrund des Verfahrens-

ausgangs kann offen gelassen werden, ob hinsichtlich sämtlicher Vorwürfe auf die 

Beschwerde einzutreten gewesen wäre.

IV.

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von 

§ 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) ist die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 2'000.– festzusetzen und mit der geleisteten Kaution zu ver-

rechnen. Im Mehrbetrag ist die Kaution dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten, 

vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates.

2. Mangels Umtrieben – der Beschwerdegegner 1 liess sich nicht vernehmen – 

ist diesem keine Entschädigung zu bezahlen.

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Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'000.– festgesetzt und dem Beschwerde-

führer auferlegt.

3. Die Gerichtsgebühr wird mit der geleisteten Kaution verrechnet. Im Mehrbe-

trag wird die Kaution dem Beschwerdeführer zurückerstattet, vorbehältlich 

allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates.

4. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.

5. Schriftliche Mitteilung an:

 den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, zweifach, für sich und 
den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)

 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Rücksendung der beigezoge-
nen Akten (Urk. 15; gegen Empfangsbestätigung)

6. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

- 27 -

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 18. November 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. D. Oehninger

Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Negri