# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e8d4a07-b51e-5d5f-b1e4-51434f801716
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 15.09.2009 ZK1 2009 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2009-22_2009-09-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 15. September 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 09 22

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
RichterInnen Präsident Brunner und Kantonsrichter Hubert
Redaktion Aktuarin Duff Walser

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich 
Vogel, Schulstrasse 1, 7302 Landquart, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 17. März 2009, mitgeteilt am 18. Mai 
2009, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen B., Beklagter und 
Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, 
Alexanderstrasse 8, 7002 Chur,

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung

hat sich ergeben:

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A. B., geboren am 24. Januar 1968, und A., geboren am 4. Mai 1968, 
heirateten am 17. Juni 1993 vor dem Zivilstandsamt Zizers. Aus der Ehe gingen 
die Kinder C., geboren am 29. Juni 1990, und D., geboren am 4. Dezember 2000, 
hervor.

B. Am 21. Februar 2007 reichten die Parteien beim 
Bezirksgerichtspräsidium Imboden ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. In 
der Folge wurden sie zur getrennten und gemeinsamen Anhörung im Sinne von 
Art. 112 Abs. 2 ZGB auf den 14. März 2007 vorgeladen. Dabei bestätigten beide 
Eheleute den Willen, die Ehe aufzulösen. Nach erfolgter Anhörung wurde den 
Parteien schliesslich Frist zur Einreichung einer Ehescheidungskonvention 
gesetzt. Da jedoch eine solche nicht zustande kam, setzte der 
Bezirksgerichtspräsident den Ehegatten in der Folge die zweimonatige Bedenkfrist 
im Sinne von Art. 111 Abs. 2 ZGB an. 

C. Mit Schreiben vom 9. und 16. August 2007 bestätigten die Ehegatten 
ihren Scheidungswillen und gaben die schriftliche Erklärung zur gerichtlichen 
Behandlung der strittigen Scheidungsnebenfolgen ab. Daraufhin schrieb der 
Bezirksgerichtspräsident Imboden das Scheidungsverfahren mit Verfügung vom 
20. August 2007 ab und überwies die Beurteilung der Nebenfolgen dem 
Bezirksgericht Imboden. Gleichzeitig setzte er den Parteien Frist bis zum 8. 
Oktober 2007, um Anträge zu den strittigen Nebenfolgen einzureichen (Art. 112 
Abs. 3 ZGB und Art. 5b EGzZGB).

D. Mit Eingabe vom 1. Oktober 2007 kam A. dieser Aufforderung nach 
und stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Die Obhut über die gemeinsamen Kinder C., geb. am 29. Juni 1990, 
und D., geb. am 4. Dezember 2000, sei A. zuzuweisen und ihr die 
alleinige elterliche Sorge einzuräumen.

3. B. sei zu berechtigen, seine Kinder jedes zweite Wochenende zu sich 
auf Besuch zu nehmen. Überdies sei ihm das Recht einzuräumen, mit 
den Kindern drei Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen.

4. B. sei zu verpflichten, A. an den Unterhalt der Kinder C. und D. 
monatlich je Fr. 1'000.-- zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche 
Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils pränumerando am ersten 
eines jeden Monats.

5. B. sei zu verpflichten, A. an ihren Unterhalt monatlich Fr. 2'200.--, 
befristet bis am 31. Dezember 2016, zu bezahlen, zahlbar 
pränumerando am ersten eines jeden Monats.

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6. Die derzeitige Arbeitgeberfirma von B. sei gerichtlich anzuweisen, vom 
Lohn von B. jeden Monat Fr. 4'200.-- zuzüglich der gesetzlichen 
und/oder vertraglichen Kinderzulagen bzw. die vom Gericht 
festzusetzenden Kinder- und Frauenunterhaltsbeiträge direkt auf das 
Konto von A. bei der Postfinance zu überweisen.

7. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 4 und 5 hiervor seien zu indexieren.

8. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

9. Die während der Ehe erworbenen Beiträge der beruflichen Vorsorge 
seien gemäss Art. 120 ff. ZGB je hälftig zu teilen.

10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.6% MWSt.) zu Lasten 
von B..“

Demgegenüber liess B. mit Eingabe vom 8. Oktober 2007 beantragen:

„1. Die Ehe sei zu scheiden.

2. Die beiden Kinder C., geb. 29. Juni 1990, und D., geb. 4. Dezember 
2000, seien der Sorge und Obhut der Mutter zuzuweisen.

3. Dem Vater sei für jedes zweite Wochenende des Monats von 
Samstagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntagabend 20.00 Uhr das 
Besuchsrecht und für drei Wochen im Jahr das Ferienrecht 
zuzusprechen.

4. Der Tochter D. sei ein Erziehungsbeistand beizugeben.

5. Der Vater sei zu verpflichten, monatlich pränumerando je Kind CHF 
1'000.-- zuzüglich gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzulagen 
auszurichten.

6. Auf die Zusprechung einer Unterhaltsrente an die Ehefrau sei zu 
verzichten. Eventualiter sei die Unterhaltszahlung an die Ehefrau 
gerichtlich festzulegen und in Abstufung zeitlich zu begrenzen.

7. Die Pensionskassenguthaben seien gemäss Gesetz aufzuteilen.

8. Die Eigentumswohnung sei dem Antragsteller zuzuweisen.

9. Der Antragsteller hält allfälligen Forderungen aus Güterrecht seitens 
der Ehefrau die Verrechnung entgegen.

10. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von A..“ 

In ihren Stellungnahmen vom 20. November 2007 und 5. Dezember 2007 
sowie im weiteren Schriftenwechsel gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO (Stellungnahmen 
vom 14. Januar 2008) bestätigten beide Parteien ihre Rechtsbegehren gemäss 
Prozesseingabe.

 E. Mit Urteil vom 17. März 2009, mitgeteilt am 18. Mai 2009, erkannte 
das Bezirksgericht Imboden:

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„1. Die am 17. Juni 1993 vor Zivilstandsamt Zizers geschlossene Ehe der 
A. und des B. wird gestützt auf das gemeinsame Scheidungsbegehren 
gemäss Art. 112 ZGB geschieden.

2. Die Tochter D., geboren am 4. Dezember 2000, wird unter die alleinige 
elterliche Sorge der Mutter gestellt.

Dem Vater wird das Recht eingeräumt, seine Tochter an zwei 
Wochenenden im Monat zu besuchen bzw. zu sich auf Besuch zu 
nehmen und drei Wochen Ferien im Jahr mit ihr zu verbringen. 

Diese Regelung gilt als Minimalanspruch für den Streitfall. Im Übrigen 
können die Parteien das Besuchs- und Ferienrecht unter 
Berücksichtigung der Interessen des Kindes frei regeln.

3. B. wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter D. einen 
monatlichen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'000.00 
zuzüglich gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzulagen zu 
entrichten. Die Unterhaltspflicht dauert – vorbehältlich Art. 277 Abs. 2 
ZGB – bis zur Mündigkeit.

4. B. wird verpflichtet, A. mit Wirkung ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils bis zum 31. Dezember 2016 einen monatlich im 
Voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'315.00 zu 
entrichten. Ab diesem Zeitpunkt entfällt die Unterhaltspflicht. 

5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss den Ziffern 3 und 4 hiervor werden an 
den Landesindex der Konsumentenpreise, Basis bei Rechtskraft des 
Scheidungsurteils, gebunden. Sie werden jährlich jeweils per 1. Januar 
aufgrund des Indexstandes des Monats November des Vorjahres dem 
veränderten Indexstand angepasst, es sei denn, B. beweise, dass sein 
Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen ist. Die 
Anpassung des Unterhaltsbeitrages (UB) erfolgt nach folgender Formel.

               alter UB x neuer Index

Neuer UB  = -----------------------------------------------------------

Index bei Rechtskraft des Scheidungsurteils

6.  Die I., General Guisan-Quai 40, Postfach, 8022 Zürich, wird gerichtlich 
angewiesen, vom Pensionskassenguthaben des B. den Betrag von Fr. 
42'385.80 auf das Konto von A. bei der G. Stiftung, Berufliche Vorsorge, 
Postfach 300, 8401 Winterthur (A.) zu überweisen.

7. Das Grundbuchamt Landquart, Bahnhofplatz 1, 7302 Landquart, wird 
angewiesen, B. (unter Übertragung des Miteigentums von A.) als 
Alleineigentümer des Grundstückes Nr. 80-15 (50/1000 Miteigentum an 
Grundstück Nr. 80 Plan 6 mit Sonderrecht an der 4 ½-Zimmerwohnung 
im 4. OG NW mit Kellerabteil Nr. 15 im UG, als Nebenraum H.) und des 
Grundstückes Nr. 80-19-22 (3/66 Miteigentum an Grundstück Nr. 80-19, 
66/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. 80 Plan 6, obligationäres 
Benützungsrecht am Autoabstellplatz Nr. 11 in der unterirdischen 
Einstellhalle mit 22 Autoeinstellplätzen, H.) im Grundbuch einzutragen. 
Vorbehalten bleibt Art. 832 ZGB betreffend Schuldübernahme.

8. B. wird verpflichtet, A. als Ausgleichszahlung für die Übertragung ihres 
Miteigentumsanteils an der 4½-Zimmer-Eigentumswohnung in H. den 
Betrag von Fr. 13'500.00 zu entrichten, zahlbar nach Rechtskraft des 

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Scheidungsurteils in 24, jeweils auf den Ersten eines Monats fälligen 
Raten zu je Fr. 562.50.  

9. Im Übrigen wird die anlässlich der Hauptverhandlung abgeschlossene 
Teil-Ehescheidungskonvention im Sinne von Art. 140 ZGB genehmigt.

10. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus:

– einer Gerichtsgebühr von Fr.   3'200.00

– einer Schreibgebühr von Fr.   1'502.00

– Barauslagen von Fr.     298.00

total somit Fr.   5'000.00

gehen je zur Hälfte zu Lasten der Parteien. Sie werden dem Kanton 
Graubünden in Rechnung gestellt, zu dessen Lasten beiden Parteien 
die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde. Vorbehalten bleibt der 
Rückforderungsanspruch des Gemeinwesens.

Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

Über die Höhe der Entschädigungen der Rechtsvertreter wird im 
Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden. Rechtsanwalt lic. iur. 
E. Vogel und Rechtsanwalt lic. iur. D.R. Marty werden aufgefordert, 
innert 20 Tagen seit Mitteilung dieses Urteils eine detaillierte, dem Tarif 
der unentgeltlichen Rechtspflege entsprechende Honorarnote 
einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die Entschädigung 
nach pflichtgemässem Ermessen festgelegt.

11. (Mitteilung).“

F. Dagegen liess A. mit Eingabe vom 8. Juni 2009 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären. Ihre Rechtsbegehren lauten:

„1. Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Imboden vom 17. März 2009, 
mitgeteilt am 18. Mai 2009, sei aufzuheben.

2. B. sei zu verpflichten, A. an ihren Unterhalt monatlich Fr. 2'200.--, 
befristet bis am 31. Dezember 2016, zu bezahlen, zahlbar 
pränumerando am ersten eines jeden Monats.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % MwSt.) zu 
Lasten des Berufungsbeklagten.“

Mit der Berufungserklärung reichte der Rechtsvertreter der Ehefrau 
überdies unter dem Titel „Beweisergänzungsanträge“ verschiedene neue 
Urkunden ein. 

G. Anlässlich der Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden vom 15. September 2009 waren beide Parteien sowie deren 
Rechtsvertreter anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zuständigkeit 
und Zusammensetzung des Gerichts erhoben. Nachdem das Beweisverfahren 
unter Vorbehalt der Beweisanträge der Berufungsklägerin sowie der formfreien 
richterlichen Befragung geschlossen wurde, hielten die Parteivertreter ihre 

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Vorträge. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin bestätigte seine Anträge 
gemäss Berufungserklärung, währenddem die Gegenpartei die Abweisung der 
Berufung beantragte. Der Rechtsvertreter von A. gab zudem eine schriftliche 
Ausfertigung seines Vortrags zu den Akten. Anlässlich der anschliessenden 
formfreien Befragung der Parteien, bestätigte die Berufungsklägerin, dass sie 
nach wie vor zu 60 % erwerbstätig sei und damit ein monatliches Einkommen von 
rund Fr. 2'100.-- erziele. Auf Nachfrage der Vorsitzenden erklärte sie überdies, 
dass sie aufgrund der Arbeitseinsätze an Sonn- und Feiertagen sowie der 
unregelmässigen Arbeitszeiten, aber auch zur Abholung ihrer Tochter bei der 
Tagesmutter auf ein Auto angewiesen sei. Ausserdem müsse sie sich aufgrund 
der knappen Mittagszeit auswärts verpflegen. Der Berufungsbeklagte führte 
seinerseits aus, dass er immer noch bei der gleichen Arbeitgeberin, der E.-AG, 
beschäftigt sei, wobei er klarstellte, dass er keinen 13. Monatslohn erhalte. Auf 
den Verwendungszweck der Pauschalspesen angesprochen, erläuterte er zudem, 
dass er damit die Betriebskosten des Autos (Fahrspesen, Parkplatzgebühren etc.) 
sowie die Kosten für Restaurantbesuche mit Kunden anlässlich von 
Baustellenbesuchen decke.   

Auf die Begründung der Anträge, die Erwägungen im angefochtenen Urteil 
sowie das Ergebnis der formfreien Befragung wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die I. Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. a) Prozesserledigende Sachurteile der Bezirksgerichte bei Teileinigung 
oder Scheidung auf Klage können beim Kantonsgericht mit Berufung gemäss Art. 
218 ff. ZPO angefochten werden (Art. 5h EGzZGB). Beim angefochtenen Urteil 
des Bezirksgerichts Imboden handelt es sich um ein prozesserledigendes 
Sachurteil in einem Scheidungsverfahren mit Teileinigung. Die Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als 
Berufungsinstanz ist folglich gegeben.

b) Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit 
der schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge 
auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue 
Einreden, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). 
Die vorliegende Berufung von A. vom 8. Juni 2009  gegen das Urteil des 
Bezirksgerichts Imboden vom 17. März 2009, mitgeteilt am 18. Mai 2009, wurde 

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sowohl frist- als auch formgerecht eingereicht, so dass darauf eingetreten werden 
kann. 

2. Mit der Berufungserklärung reichte der Rechtsvertreter der Ehefrau 
neun neue Urkunden ein. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der 
Berufungsbeklagte demgegenüber geltend, diese Urkunden seien aus dem Recht 
zu weisen, da sie schon vor Vorinstanz hätten eingereicht werden können. Vorweg 
ist somit zu prüfen, ob die neuen Beweisurkunden im Berufungsverfahren 
zuzulassen sind. 

a) Gemäss der für das Ehescheidungsverfahren geltenden 
bundesrechtlichen Spezialbestimmung von Art. 138 Abs. 1 ZGB können neue 
Tatsachen und Beweismittel in der oberen kantonalen Instanz ohne 
Einschränkung vorgebracht werden. Dabei ist unerheblich, ob die neuen 
Tatsachen und Beweismittel bereits vor (unechte Noven) oder erst nach (echte 
Noven) dem erstinstanzlichen Urteil existiert haben. Mit der zitierten Bestimmung 
enthält das neue Scheidungsrecht eine Vorschrift, die eine allfällige 
kantonalrechtliche Eventualmaxime, im Sinne eines bundesrechtlichen 
Minimalstandards einschränkt (vgl. Marcel Leuenberger in: Schwenzer, 
FamKomm Scheidung, Bern 2005, N 1 zu Art. 138 ZGB). Das bedeutet also, dass 
die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 138 Abs. 1 ZGB den Bestimmungen der 
kantonalen Zivilprozessordnung vorgeht (vgl. Thomas Sutter/Dieter Freiburghaus, 
Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 7 zu Art. 138 ZGB, mit 
Hinweisen). Die Modalitäten des Rechtsmittelverfahrens richten sich indes 
grundsätzlich nach kantonalem Recht. Dies gilt auch für die Frage, bis zu welchem 
Zeitpunkt innerhalb des Rechtsmittelverfahrens neue Tatsachen, neue 
Beweismittel und neue Rechtsbegehren geltend gemacht werden können (vgl. 
Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 21 zu Art. 138 ZGB; Leuenberger, a.a.O., N 6 zu 
Art. 138 ZGB). Im Kanton Graubünden ist diese Frage in Art. 5d Abs. 2 EGzZGB 
geregelt. Danach sind die Anträge in der oberen kantonalen Instanz mit der 
Berufungserklärung beziehungsweise innert der Frist für die Anschlussberufung zu 
stellen. Dabei verlangt die zitierte Bestimmung klar, dass die neuen Anträge in der 
Berufungserklärung kurz zu begründen sind (vgl. zum Ganzen PKG 2004 Nr. 1 
Erw. 4.a S. 8 f., Erw. 5.b. S. 11). 

b) Da nach dem Gesagten im Scheidungsverfahren vor oberer Instanz  
nicht nur echte, sondern auch unechte Noven uneingeschränkt zuzulassen sind, 
erweist sich der Einwand des Berufungsbeklagten, die neuen Urkunden hätten 
bereits vor Vorinstanz eingereicht werden können, als unbehelflich. Im Übrigen 

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bleibt zwar festzustellen, dass in der vorliegenden Berufungserklärung eine kurze 
Begründung, wie sie von Art. 5d Abs. 3 EGzZGB gefordert wird, vollständig fehlt. 
Allerdings dürfte die Begründung für die Einlegung der neuen Urkunden 
vorliegend auch ohne ausdrückliche Formulierung als offensichtlich betrachtet 
werden. Bei den neu eingereichten Urkunden handelt es sich nämlich um 
Versicherungsnachweise der Krankenkasse, Belege für Wasser-/Abwasserge-
bühren, Strom- und Kinderbetreuungskosten sowie die Arbeitszeitkontrollblätter für 
die Monate Januar und März 2009 und eine Bestätigung des Arbeitgebers 
betreffend Arbeitszeiten von A.. Es liegt folglich auf der Hand, dass die 
Berufungsklägerin mittels Vorlage dieser Urkunden den Nachweis von 
zusätzlichen Bedarfspositionen erbringen will, welche zu einem höheren 
nachehelichen Unterhaltsbeitrag führen würden. Bei einem Bestehen auf einer 
expliziten Begründung für die Einreichung der neuen Urkunden müsste sich das 
Gericht daher wohl den Vorwurf des überspitzten Formalismus gefallen lassen 
(vgl. Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 11. 
November 2008 in Sachen E.T. gegen A.T. und A.T.-E. [ZF 08 38], Erw. 1. d). Die 
Frage nach der Zulässigkeit der neuen Urkunden muss jedoch nicht 
abschliessend beurteilt werden, da es  - wie sich aus den nachfolgenden 
materiellen Erwägungen ergibt - letztlich auf die von der Berufungsklägerin 
eingelegten neuen Beweismittel im Ergebnis nicht ankommt. Mangels 
Erheblichkeit der neuen Urkunden kann die Frage nach ihrer Zulassung im 
Berufungsverfahren daher offen gelassen werden. 

3. Strittig ist im vorliegenden Berufungsverfahren einzig die Höhe des 
nachehelichen Unterhalts (Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils). 
Während das Bezirksgericht Imboden A. einen Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 
1'315.-- pro Monat zugesprochen hat, fordert diese im Berufungsverfahren - gleich 
wie vor Vorinstanz - monatliche Unterhaltszahlungen von Fr. 2'200.--. Dabei bleibt 
die Befristung der nachehelichen Unterhaltspflicht bis zum 31. Dezember 2016 
(Vollendung des 16. Altersjahres der Tochter) unbestritten. Konkret beanstandet 
der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin einerseits die von der Vorinstanz 
angewandte Methode der Unterhaltsbemessung ohne Überschussbeteiligung und 
zum andern die vorinstanzliche Berechnung des Grundbedarfs der Ehefrau. Dabei 
bleibt der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass aufgrund der 
Anfechtung des Ehegattenunterhalts die Rechtskraft von Gesetzes wegen auch 
hinsichtlich des gemäss Teilkonvention auf Fr. 1'000.-- festgesetzten 
Kinderunterhaltsbeitrages (Dispositiv Ziff. 3 des angefochtenen Urteils) 
aufgeschoben ist. Für eine Neubeurteilung dieses Punktes besteht vorliegend 

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indes kein Anlass. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet mithin einzig die 
Frage, in welcher Höhe A. einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besitzt.

4. Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden 
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst 
aufzukommen, so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 
125 Abs. 1 ZGB). Der nacheheliche Unterhalt soll insbesondere den durch die 
Ehescheidung verursachten Veränderungen Rechnung tragen. Die Bestimmung 
konkretisiert die Prinzipien des sogenannten "clean break" und der nachehelichen 
Solidarität: Einerseits hat jeder Ehegatte – soweit immer möglich – für seinen 
Unterhalt selbst zu sorgen; das nacheheliche Unterhaltsrecht basiert in diesem 
Sinn auf dem Grundgedanken der Eigenversorgung der Ehegatten. Anderseits ist 
der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeiträgen an den andern verpflichtet, 
wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls beeinträchtigte wirtschaftliche 
Selbstständigkeit nicht erreichen kann (vgl. dazu BGE 132 III 598 ff. Erw. 9.1 S. 
600; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2007 5C.53/2007 Erw. 3.1, mit 
weiteren Hinweisen).

Was unter dem gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer 
angemessenen Altersvorsorge zu verstehen ist, bestimmen die Umstände des 
Einzelfalls. Massgebend beim Entscheid über einen nachehelichen 
Unterhaltsbeitrag sind die in Art. 125 Abs. 2 ZGB aufgezählten Kriterien. So sind 
die Dauer der Ehe, die von den Parteien während der Ehe vereinbarte 
Aufgabenteilung, die Lebensstellung während der Ehe, das Alter und die 
Gesundheit der Ehegatten, Einkommen und Vermögen, Umfang und Dauer der 
von den Ehegatten noch zu leistenden Betreuung der Kinder, die berufliche 
Ausbildung und die Erwerbsaussichten der Ehegatten, der mutmassliche Aufwand 
für die berufliche Eingliederung anspruchsberechtigter Personen sowie die 
Anwartschaften aus AHV und beruflicher oder privater Vorsorge, einschliesslich 
des voraussichtlichen Ergebnisses der Teilung der Austrittsleistungen zu 
berücksichtigen. Die erwähnten Kriterien sind sowohl für die Beantwortung der 
Frage, ob ein Unterhaltsanspruch besteht als auch zur Bestimmung von dessen 
Höhe und Dauer heranzuziehen. Aus dem Gesetzeswortlaut geht hervor, dass die 
Aufzählung in Art. 125 Abs. 2 ZGB nicht abschliessender Natur ist, aber je nach 
Sachlage auch nicht alle der genannten Kriterien zu berücksichtigen sind (Thomas 
Sutter/Dieter Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, 
N 76 f. zu Art. 125 ZGB). Die nacheheliche Unterhaltspflicht wird in Art. 125 ZGB 
offen umschrieben, so dass das Gericht entsprechend über einen weiten 

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Ermessensspielraum verfügt (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136, Erw. 3.a S. 141 = Pra 
2001 Nr. 148).

a) B. und A. haben am 17. Juni 1993 geheiratet. Die Trennung erfolgte 
anfangs 2005. Die Ehe der Parteien dauerte mithin über 10 Jahre, wobei daraus 
zwei Kinder hervorgegangen sind, welche heute 19 und 9 Jahre alt sind. Bei der 
Bemessung des nachehelichen Unterhalts von A. ist somit aufgrund der Dauer der 
Ehe, der beiden daraus hervorgegangenen Kinder und der während der Ehe 
praktizierten klassischen Rollenteilung - wie auch die Vorinstanz richtig festgestellt 
hat (vgl. act. I./11 Erw. 4.a S. 9 f.) - klarerweise von einer lebensprägenden Ehe 
auszugehen. 

b)  Die Vorinstanz hat sodann (vgl. vorinstanzliches Urteil [act. I./11] 
Erw. 4.d S. 11 ff.) zur Bemessung des nachehelichen Unterhaltsbeitrages in einem 
ersten Schritt den Minimalbedarf jedes Ehegatten berechnet, diesen dem 
jeweiligen Einkommen der Ehegatten gegenüber gestellt und schliesslich den 
beim    Ehemann resultierenden Überschuss unter Hinweis auf BGE 134 III 145 ff. 
vollständig dem Ehemann überlassen. Im Ergebnis hat sie demnach der 
Berufungsklägerin - abgesehen von einem Betrag von Fr. 250.-- für die 
nacheheliche Altersvorsorge (vgl. act. I./11 Erw. 4.d S. 11 und S. 13 f.) - einen nur 
gerade das blanke Existenzminimum deckenden Unterhaltsbeitrag zugesprochen. 
Demgegenüber verbleibt dem Berufungsbeklagten gemäss vorinstanzlicher 
Unterhaltsberechnung ein Überschuss von Fr. 1'203.-- (vgl. act. I./11 Erw. 4.d S. 
12) beziehungsweise unter Hinzurechnung des vorweg zugestandenen 20%-igen 
Zuschlags auf den Grundbetrag (vgl. act. I./11 Erw. 4.d S. 11) gar von Fr. 1'423.--. 
Dieses Vorgehen erweist sich aus mehreren nachfolgend darzulegenden Gründen 
als unhaltbar.

aa) Zunächst ist die vorinstanzliche Bemessung des nachehelichen 
Unterhalts für die Ehefrau allein schon deshalb zu beanstanden, weil die 
Berücksichtigung des Zuschlags von 20% auf dem Notbedarf des Ehemannes im 
klaren Widerspruch zur konstanten Praxis des Kantonsgerichts steht. Letzteres 
hat nämlich unter Hinweis auf Literatur und Rechtsprechung wiederholt 
festgehalten, dass sich die damit einhergehende Bevorzugung des wirtschaftlich 
leistungsfähigeren geschiedenen Ehegatten nach dem revidierten 
Scheidungsrecht nicht mehr rechtfertigen lasse (vgl. Urteil der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 4. April 2006 [ZF 05 80] Erw. 3.b] und vom 
30. Oktober 2000 [ZF 00 55] Erw. 5.c sowie ZBJV 1999 S. 21). In Nachachtung 

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der gefestigten Praxis des Kantonsgerichts hätte die Vorinstanz folglich von einer 
zusätzliche Erhöhung des Notbedarfs um 20% absehen müssen. 

bb) Darüber hinaus hat die Vorinstanz mit der oben dargelegten 
Vorgehensweise offensichtlich auch Sinn und Tragweite des von ihr zitierten 
Bundesgerichtsentscheides BGE 134 III 145 f. sowie der im Urteilszeitpunkt 
bereits publizierten Präzisierung in BGE 134 III 577 ff. verkannt. 

aaa) Zum einen beschränkt nämlich die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung den nachehelichen Unterhalt keineswegs auf die Deckung des 
Minimalbedarfs, wie es die Vorinstanz in der beanstandeten Berechnung getan 
hat. Vielmehr verlangt sie ausdrücklich eine Bemessung des gebührenden 
Unterhalts an dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard zuzüglich der 
scheidungsbedingten Mehrkosten (vgl. BGE 134 III 145 Erw. 4 S. 146 mit 
Hinweisen; BGE 134 III 577 Erw. 3 S. 579, Erw. 8. S. 580 f.) Dabei stellt das 
Bundesgericht klar, dass bei lebensprägenden Ehen unter der Voraussetzung 
genügender Mittel beide Teile gleichermassen Anspruch auf die Fortführung des 
genannten Standards haben. Reichen die Mittel zufolge der scheidungsbedingten 
Mehrkosten (Führung von zwei Haushalten) nicht mehr aus, um den bisherigen 
Standard weiterzuführen, besteht sodann laut Bundesgericht für den 
Unterhaltsberechtigten zumindest ein Anspruch auf gleichwertige Lebensführung 
wie der unterhaltspflichtige Ehegatte (vgl. so schon BGE 129 II 7). Beschränkt wird 
dieser Anspruch einzig insofern, als dem Unterhaltspflichtigen in jedem Fall das 
betreibungsrechtliche Existenzminimum zu belassen ist (vgl. BGE 135 III 66).

 Die Vorgehensweise der Vorinstanz, welche die Ehefrau bei der 
Berechnung des nachehelichen Unterhalts auf das Existenzminimum herabsetzt, 
steht mithin im klaren Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Sie 
erscheint im Übrigen um so unbilliger, als die Berufungsklägerin freiwillig zu 60% 
arbeitet, obschon die Tochter D. das zehnte Altersjahr noch nicht erreicht hat und 
die Mutter somit aufgrund ihrer nachehelichen Betreuungspflichten gegenüber 
ihrer erst neunjährigen Tochter nicht zu eigener Erwerbstätigkeit verpflichtet wäre 
(vgl. BGE 115 II 6).  

bbb) Soweit die Vorinstanz zudem unter Hinweis auf BGE 134 III 145 f. 
die Bemessungsmethode der hälftigen Überschussteilung von vornherein 
ausschliesst (vgl. vorinstanzliches Urteil [act. I./11] S. 14 f.), kann ihr ebenso 
wenig gefolgt werden. 

Seite  12 — 26

Zwar wurde in BGE 134 III 145 erwogen, dass die Methode der hälftigen 
Überschussteilung für die Berechnung des nachehelichen Unterhalts in der Regel 
unpassend sei. Weiter führte das Bundesgericht in diesem Zusammenhang aus, 
dass für den nachehelichen Unterhalt bei lebensprägenden Ehen in einem ersten 
Schritt anhand der Feststellung der zuletzt gepflegten gemeinsamen 
Lebenshaltung (zuzüglich der scheidungsbedingten Mehrkosten) der gebührende 
Unterhalt eines jeden Ehegatten zu ermitteln, in einem zweiten Schritt die 
beidseitige Eigenversorgungskapazität zu prüfen und in einem dritten Schritt ein 
allfälliger Unterhaltsbeitrag des einen an den andern festzusetzen sei (vgl. zum 
Ganzen BGE 134 III 145 Erw. 4 S. 146 f.). Gemäss den Ausführungen des 
Bundesgerichts in BGE 134 III 577 hängt es jedoch stets von der konkreten 
Situation der Ehegatten ab, nach welcher Methode der nacheheliche Unterhalt im 
Einzelfall zu berechnen ist, weshalb das Bundesgericht auch zwingend die 
Feststellung der relevanten Lebensverhältnisse verlangt. Entsprechend hat das 
Bundesgericht in BGE 134 III 577 f. festgehalten, dass eine schematische 
Anwendung der Methode der hälftigen Überschussteilung klar abzulehnen sei, da 
eine solche mit Blick auf die mit der Scheidung einhergehenden Veränderungen in 
der ökonomischen Situation zu unsachgemässen Ergebnissen führen würde. Dies 
heisse jedoch nicht – und insofern präzisiert das Bundesgericht seine Erwägungen 
in BGE 134 III 145 – dass  die Methode der hälftigen Überschussbeteiligung von 
vornherein nicht zur zahlenmässigen Konkretisierung des gebührenden Unterhalts 
und des allfällig geschuldeten nachehelichen Unterhaltsbeitrages herangezogen 
werden dürfte. Gerade bei langen, von klassischer Rollenverteilung geprägten 
Ehen im mittleren Einkommensbereich kann sie  - wie das Bundesgericht weiter 
ausdrücklich bestätigt - durchaus vernünftige Ergebnisse liefern und lassen sich 
insofern die in Art. 125 ZGB vorgegebenen Prinzipien rechnerisch adäquat 
umsetzen (vgl. zum Ganzen BGE 124 III 577 Erw. 3 S. 578 f.). 

Eben diese Umstände treffen aber gerade auch auf den vorliegend zu 
beurteilenden Fall zu. Wie bereits dargelegt, ist auch hier von einer 
lebensprägenden Ehe auszugehen. Dabei wird aus den Akten ersichtlich, dass die 
ehelichen (vgl. kB 3; kB 39; kB 40; bB 31.1 und 31.2) und nachehelichen 
Einkommensverhältnisse (vgl. bB 42, kB 50) offensichtlich im mittleren Bereich 
liegen und das nach der Trennung hinzugekommene Einkommen der 
Berufungsklägerin von rund Fr. 2'100.-- (vgl. kB 50) kaum mehr als die 
scheidungsbedingten Mehrkosten für die zusätzliche Führung eines zweiten 
Haushalts, die Kinderbetreuung, die auswärtige Verpflegung etc. zu decken 
vermag (vgl. dazu auch näher Erw. 5 S. 14 ff.). Entgegen der Auffassung der 

Seite  13 — 26

Vorinstanz kann daher im vorliegenden Fall die Methode der hälftigen 
Überschussteilung mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht von 
vornherein ausgeschlossen werden. 

ccc) Wohl bleibt einzuräumen, dass sich die Ehefrau selber nie auf die 
Methode der Überschussbeteilung berufen hat, sondern stets nur die Deckung des 
von ihr geltend gemachten Bedarfs einschliesslich eines Beitrages zum Aufbau 
der Altersvorsorge einforderte (vgl. Eingabe vom 1. Oktober 2007 [act. I./2] S. 7 f. 
sowie vorinstanzliches Plädoyer Rechtsanwalt Vogel [act. IV./5] S. 3 f.). Wird aber 
der nacheheliche Unterhalt nicht mittels Überschussbeteilung, sondern konkret 
berechnet, so hätte die Vorinstanz die geltend gemachten Bedarfspositionen  - wie 
oben dargelegt (vgl. Erw. 4.b.bb.aaa. S. 11 f.) - nicht nach rein 
betreibungsrechtlichen Gesichtspunkten beurteilen dürfen, sondern hätte sie 
gemäss der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche ausdrücklich 
eine Bemessung des gebührenden Unterhalts an dem in der Ehe zuletzt 
gemeinsam gelebten Standard zuzüglich der scheidungsbedingten Mehrkosten 
verlangt (vgl. BGE 134 III 145 Erw. 4 S. 146 mit Hinweisen; BGE 134 III 577 Erw. 
3 S. 579, Erw. 8. S. 580 f.), mit der vorab festzustellenden ehelichen 
Lebenshaltung vergleichen müssen. 

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass sich die Parteien 
in ihren Rechtsschriften zur massgeblichen ehelichen Lebenshaltung kaum 
geäussert haben. Immerhin hat nämlich die Berufungsklägerin, welche für den 
ehelichen Lebensstandard an sich beweispflichtig ist, in ihrer Eingabe vom 1. 
Oktober 2007 (act. I./2 S. 4) behauptet, dass sich das Nettoeinkommen des 
Ehemannes inklusive Kinderzulagen im Jahr 2004 auf Fr. 102'473.-- belaufen und 
letzterer zusätzlich Pauschalspesen von Fr. 7'200.-- bezogen habe. In ihrer 
Forderung nach einem den geltend gemachten Bedarf deckenden 
Unterhaltsbeitrag ist zudem die Behauptung, dass dieser Bedarf dem ehelichen 
Standard entspricht, zumindest implizit enthalten. Die Vorinstanz hätte sich mithin 
in Nachachtung der bundesgerichtlichen Praxis mit der in der Ehe zuletzt 
gepflegten gemeinsamen Lebenshaltung eingehend auseinandersetzen müssen. 
Damit hat sie sich jedoch nur oberflächlich befasst, indem sie in Zusammenhang 
mit der Bemessung des Vorsorgeunterhalts die dafür massgebliche 
Lebenshaltung der Ehefrau lediglich pauschal auf Fr. 2'800.-- bis Fr. 3'400.-- im 
Monat bezifferte (vgl. act. I./11 S. 14). Dabei wurde zwar zur Begründung auf das 
Einkommen des Ehemannes verwiesen. Von welcher Höhe respektive von 
welchem Zeitpunkt die Vorinstanz bei dieser Schätzung ausgegangen ist und auf 
welche weiteren Umstände sie sich dabei abstützt, lässt sich dem angefochtenen 

Seite  14 — 26

Urteil allerdings nicht entnehmen. Die vorinstanzliche Bemessung des 
nachehelichen Unterhalts an die Ehefrau ist daher auch insofern zu beanstanden, 
als der rechtserhebliche Sachverhalt - konkret der in der Ehe zuletzt erreichte 
Lebensstandard - nur ungenügend festgestellt wurde.

Der nacheheliche Unterhalt von A. ist daher im Folgenden unter 
Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung neu zu bemessen.

5. Bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts ist gestützt auf die 
bundesgerichtliche Praxis (vgl. BGE 134 III 145 ff. Erw. 4 S. 146 f.; BGE 134 III 
577 Erw. 3. S. 578 f.) zunächst in einem ersten Schritt der in der Ehe zuletzt 
gemeinsam gelebte Standard festzustellen und gestützt darauf zuzüglich der 
scheidungsbedingten Mehrkosten der gebührende Unterhalt eines jeden 
Ehegatten zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei genügenden Mitteln 
beide Teile gleichermassen Anspruch auf die Fortführung der ehelichen 
Lebenshaltung vor der Trennung haben (BGE 132 III 593 ff. Erw. 3.2 S. 594 f.), 
welche aber - zuzüglich der scheidungsbedingten Mehrkosten - gleichzeitig auch 
die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet (BGE 129 III 7 ff. Erw. 3.1.1 S. 
8 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2006 5C.43/2006 Erw. 2.2). Sodann ist 
zu prüfen, inwiefern die Ehegatten diesen Unterhalt je selber finanzieren können. 
Der Vorrang der Eigenversorgung ergibt sich direkt aus dem Wortlaut von Art. 125 
Abs. 1 ZGB. Ist diese einem Ehegatten vorübergehend oder dauerhaft nicht 
möglich beziehungsweise zumutbar, so dass er auf Unterhaltsleistungen des 
anderen angewiesen ist, muss in einem dritten Schritt dessen Leistungsfähigkeit 
ermittelt und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden. Dieser 
beruht auf dem Prinzip der nachehelichen Solidarität (BGE 127 III 289 Erw. 2a/aa 
S. 291 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2007 5C.244/2006 Erw. 
2.4.1). 

a) Die Parteien leben seit anfangs 2005 getrennt. Als Basis zur 
Feststellung des letzten gemeinsamen Lebensstandards können daher nebst der 
Eheschutzverfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 20. April 2006 (kB 1) die 
Steuererklärung 2004 (kB 38; bB 31.1) beziehungsweise die Steuerveranlagung 
aus dem Jahre 2004 (bB 31.2; bB 31.3) herangezogen werden. Dabei bleibt zu 
berücksichtigen, dass das darin ausgewiesene Einkommen des Ehemannes in 
Höhe von Fr. 106'073.-- nicht bloss den regulären Lohn umfasst. Vielmehr sind 
darin auch die Hälfte der pauschal ausgerichteten Spesen von Fr. 7'200.-- (vgl. kB 
38; kB 39; kB 40) sowie fast Fr. 35'000.-- für Überstundenentschädigungen 
enthalten, wobei letztere zu einem grossen Teil nicht für die Bestreitung des 

Seite  15 — 26

laufenden Lebensunterhalts der vierköpfigen Familie zur Verfügung standen, 
sondern für den Kauf eines Autos respektive die Bezahlung von Autoreparaturen 
verwendet wurden (vgl. bB 23.3-4). Überstundenentschädigungen sind dem 
Berufungsbeklagten sodann bereits in den Jahren 2002 und 2003, wenn auch in 
erheblich geringerem Masse, ausbezahlt worden (vgl. bB 24.1; bB 24.3; bB 25.1). 
Die Ehefrau hat allerdings in ihrer mit der Stellungnahme vom 20. November 2007 
eingereichten persönlichen Stellungnahme (vgl. kB 36) selber geltend gemacht, 
dass der Berufungsbeklagte das Überstundengeld nicht für den Unterhalt der 
Familie, sondern für Autos und teure Hobbies (Vereinsreisen, Wein) verwendet 
habe. Das in der Steuererklärung 2004 (kB 38; bB 31.1) ausgewiesene 
Einkommen der Ehefrau in Höhe von rund Fr. 3'000.--, also Fr. 250.-- im Monat 
hat letztere ihrerseits für den Unterhalt ihrer Pferde benötigt (vgl. kB 36). Unter 
diesen Umständen muss folglich davon ausgegangen werden, dass für die 
Finanzierung der gemeinsamen Lebenshaltung kaum mehr als der reguläre Lohn 
des Ehemannes von monatlich rund Fr. 6'000.-- (inkl. Kinderzulagen und Anteil 13. 
Monatslohn) zur Verfügung stand. Diesem Einkommen ist der anhand der 
Steuerunterlagen (kB 38: bB 31.1 und 31.2) ermittelte Bedarf der Familie von total 
rund Fr. 5'300.-- gegenüberzustellen, welcher sich aus dem Grundbetrag von Fr. 
2'300.--, den Wohnkosten von mindestens Fr. 1’300.-- (Hypothekarzins Fr. 975.-- 
[bB 31.1 Formular 4] + Unterhaltskosten zirka Fr. 330.-- [bB 31.1 Formular 7: bB 
31.2 Ziff. 7.1]), den Krankenkassenprämien von zirka Fr. 600.-- (bB 31.1 Formular 
5; bB 31.2 Ziff. 11.2), sowie sonstigen Versicherungen von rund Fr. 100.-- (bB 
31.1 Formular 5; bB 31.2) und den Steuern von zirka Fr. 1'000.-- (bB 31.2. und bB 
31.3) zusammensetzt. Dabei wird deutlich, dass nach Abzug der Kosten für 
Betrieb und Unterhalt zweier Autos, welche erfahrungsgemäss mindestens mit 
zirka Fr. 600.-- bis Fr. 800.-- zu veranschlagen sind, kein nennenswerter 
Überschuss verbleiben konnte, auf den die Ehefrau im Sinne eines Anteils an der 
ehelichen Lebenshaltung auch im Rahmen des nachehelichen Unterhalts 
Anspruch erheben könnte. Zumindest bleibt jedoch die Feststellung, dass der 
Berufungsklägerin auch während der Ehe ein Auto zur Verfügung stand und 
dessen Kosten demnach unabhängig davon, ob sie auf die Benützung eines Autos 
zwingend angewiesen ist, beim ehelichen Lebensstandard zu berücksichtigen 
sind.

b) Vor dem Hintergrund dieses zuletzt gemeinsam gelebten Standards 
zuzüglich der scheidungsbedingten Mehrkosten ist in einem weiteren Schritt der 
gebührende Unterhalt der Ehefrau zu ermitteln. Dabei bleibt ausgehend von dem 
von A. in ihrer Eingabe vom 1. Oktober 2007 (vgl. act. I./2 S. 7 f.) geltend 

Seite  16 — 26

gemachten nachehelichen Bedarf zunächst zu bemerken, dass die Wohnkosten 
von Fr. 1'816.-- zwar ausgewiesen sind (vgl. kB 23). Der Wohnkostenanteil der 
Tochter ist jedoch bereits durch den Kinderunterhalt gedeckt, weshalb die 
anrechenbaren Wohnkosten entsprechend der Berechnung der Vorinstanz auf Fr. 
1'500.-- zu reduzieren sind. Überdies sind die von der Berufungsklägerin geltend 
gemachten Stromkosten, Abwasser- und Abfallgebühren wie auch das Waschgeld 
bereits im Grundbetrag enthalten und können daher – wie von der Vorinstanz 
ebenfalls richtig erwogen (vgl. act.I./11 S. 13) – nicht zusätzlich berücksichtigt 
werden. Demgegenüber entspricht die gemäss Versicherungspolice 
ausgewiesene Prämie für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung von monatlich 
rund Fr. 50.-- (vgl. kB 26) dem ehelichen Standard. Entgegen der Vorinstanz, 
welche unter dem Titel Versicherungen lediglich Fr. 15.-- angerechnet hat, ist sie 
daher bei der Ermittlung des nachehelichen Bedarfs der Ehefrau in vollem Umfang 
einzurechnen. Dasselbe gilt auch für die von der Berufungsklägerin geltend 
gemachten und aktenmässig ausgewiesenen Kosten für die Zusatzversicherungen 
der Krankenkasse (vgl. kB 20). Sie entsprechen dem ehelichen Standard. In 
Abweichung zur Bedarfsberechnung der Vorinstanz sind sie daher neben den 
Kosten für die Grundversicherung zusätzlich anzurechnen. Der Selbstbehalt der 
Krankenkasse ist allerdings im Grundbetrag enthalten und kann somit nicht 
nochmals berücksichtigt werden. Bei den ausgewiesenen Kinderbetreuungskosten 
(vgl. kB 30) und den geltend gemachten Kosten für die auswärtige Verpflegung 
handelt es sich sodann um scheidungsbedingte Mehrkosten, welche grundsätzlich 
zu berücksichtigen sind, wenn der Ehefrau bei der Feststellung der 
Eigenversorgungskapazität ihr Einkommen aus der Teilzeitstelle voll angerechnet 
wird (vgl. dazu unten Erw. 5.d S. 20 f.). Auch hier bleibt allerdings einzuräumen, 
dass die Betreuungskosten teilweise bereits durch den Kinderunterhalt gedeckt 
werden. Überdies ist in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass der 
Berufungsbeklagte gemäss edierten Lohnblättern (vgl. Editionen act. IV.) und 
eigenen Ausführungen vor Schranken des Kantonsgerichts seit dem Jahre 2005 
keinen 13. Monatslohn mehr erhält, womit entgegen der Berechnung der 
Vorinstanz von einem tieferen Lohn des   Ehemannes und damit von eher 
knappen Verhältnissen ausgegangen werden muss (vgl. dazu auch unten Erw. 
5.e.aa. S. 21 f.). Aus den dargelegten Gründen erscheint es demzufolge 
angezeigt, die ausgewiesenen Kinderbetreuungskosten von zirka Fr. 400.-- 
lediglich hälftig, also im Umfang von Fr. 200.-- anzurechnen. Demgegenüber ist 
der geltend gemachte Betrag für auswärtige Verpflegung von Fr. 100.--, welcher 
den betreibungsrechtlichen Minimalansätzen (12 Tage à Fr. 8.-- [vgl. 
Kreisschreiben des Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. Januar 2001 

Seite  17 — 26

betreffend Änderung der Richtlinien für die Berechnung des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG Ziff. II.4.b]) 
entspricht, vollumfänglich einzukalkulieren. Dasselbe gilt auch für die von A. 
geltend gemachten Autobetriebskosten von Fr. 352.-- monatlich (vgl. act. I./1  S. 
8). Die Benützung eines Autos gehörte nämlich zur ehelichen Lebenshaltung der 
Berufungsklägerin, weshalb letztere auch jetzt Anrecht darauf hat. Darüber hinaus 
ist die Benützung eines Fahrzeugs der neben der Kinderbetreuung im Umfang von 
60% erwerbstätigen Berufungsklägerin auch aus zeitlichen und organisatorischen 
Gründen zuzugestehen. A. hat unregelmässige Arbeitszeiten, arbeitet an Sonn- 
und Feiertagen und ist überdies auch zur Abholung ihrer Tochter bei der 
Tagesmutter, welche beispielsweise im Krankheitsfall unmittelbar und zu jeder Zeit 
möglich sein muss, auf ein Fahrzeug angewiesen. Im Übrigen sind die von ihr 
geltend gemachten Kosten für Unterhalt und Betrieb des Personenwagens denn 
auch grösstenteils ausgewiesen (vgl. kB 25; kB 27; kB 28) und bewegen sich 
zudem mit rund Fr. 350.-- im Rahmen des ehelichen Standards, weshalb sie 
entgegen der Auffassung des Berufungsbeklagten bei der Berechnung des 
gebührenden Unterhalts voll einzubeziehen sind. Mit Bezug auf die Steuern darf 
schliesslich nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Berufungsklägerin nebst 
ihrem Erwerbseinkommen von rund Fr. 2'100.-- (vgl. kB 50) und den eigenen 
Alimenten auch den Kinderunterhalt zuzüglich der Kinderzulagen wird versteuern 
müssen. Ausgehend vom daraus resultierenden Jahreseinkommen von rund Fr. 
64'000.-- unter Berücksichtigung der Steuerabzüge für die Tochter (Sozialabzug, 
Abzug für Kinderbetreuung durch Dritte), des Pauschalabzugs für allgemeine 
Berufsauslagen und der Abzüge für Versicherungsprämien ist daher entgegen der 
Annahme der Vorinstanz von einem steuerbaren Einkommen der Ehefrau von 
rund Fr. 47'000.-- auszugehen (vgl. dazu Praxisfestlegung der Steuerverwaltung 
vom 1. Januar 2009 zu Art. 36 lit. l StG und Art. 38 Abs. 1 lit. d StG 
[www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dfg/stv/Praxisfestlegungen/038-1.pdf. und 
036-I-0.pdf.] sowie Botschaft zur Teilrevision des StG, Heft Nr. 10/2006-2007, S. 
1189). Berücksichtigt man (entgegen der neuen Einlage 01/8, welche 
offensichtlich auf dem falschen Tarif und der falschen Konfession basiert), dass 
die Berufungsklägerin als Alleinerziehende, die für die unmündige Tochter 
Kinderalimente bezieht und versteuert, Anspruch auf den Verheiratetentarif hat 
(BGE 133 II 311 f.), resultiert somit gemäss Online-Berechnung (www.stv.gr.ch) 
eine Steuerbelastung von Fr. 2'600.--, also rund Fr. 200.-- im Monat.

Ausgehend vom Grundbetrag für Alleinstehende mit 
Unterstützungspflichten gemäss Kreisschreiben des Kantonsgerichts von 

http://www.stv.gr.ch

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Graubünden vom 17. Januar 2001 betreffend Änderung der Richtlinien für die 
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (vgl. Ziff. I.2) unter 
Hinzurechnung der reduzierten Wohn- und Kinderbetreuungskosten, der 
ausgewiesenen Krankenkassen- und Versicherungsprämien sowie der dem 
ehelichen Standard entsprechenden Fahrzeugbetriebskosten, den 
scheidungsbedingten Mehrkosten für auswärtige Verpflegung und den Steuern 
ergibt sich somit folgende Berechnung für den nachehelichen Bedarf der 
Berufungsklägerin: 

Grundbetrag Fr. 1'250.--

Wohnkosten Fr. 1'500.--

Versicherungen Fr.      50.--

Krankenversicherungsprämien Fr.    260.--

Kinderbetreuungskosten Fr.    200.--

Betriebskosten Auto Fr.    350.--

auswärtige Verpflegung Fr.    100.--

Steuern Fr.    200.--

Verbrauchsunterhalt total Fr.  3'910.--

c) Wie die Vorinstanz im Grundsatz richtig erkannt hat, umfasst der 
gebührende Unterhalt im Sinne von Art. 125 ZGB sodann auch den sogenannten 
Vorsorgeunterhalt. Diesen hat das Bezirksgericht Imboden - ausgehend von einer 
auf Fr. 2'800.-- bis Fr. 3'400.-- bezifferten Lebenshaltung der Ehefrau - auf einen 
Betrag von Fr. 250.-- pro Monat geschätzt (vgl. vorinstanzliches  Urteil [act. I./11] 
S. 13 f.).

Grundlage für die Bemessung des Vorsorgeunterhalts bildet gemäss BGE 
135 III 158 Erw. 4 die Lebenshaltung, auf deren Fortführung der 
unterhaltsberechtigte Ehegatte grundsätzlich Anspruch hat, das heisst, die dem 
ehelichen Standard entsprechende Lebenshaltung einschliesslich der 
scheidungsbedingten Mehrkosten. Diese beläuft sich jedoch, wie oben ermittelt, 

Seite  19 — 26

auf rund Fr. 3'900.--, womit sich die von der Vorinstanz angenommene Basis als 
erheblich zu tief erweist. Der Vorsorgeunterhalt ist daher nachfolgend ausgehend 
von der ermittelten Lebenshaltung der Ehefrau von Fr. 3'900.-- und ihrem 
Nettoeinkommen von Fr. 2'100.-- analog der in BGE 135 III 158 Erw. 7 
angestellten Berechnungen neu zu berechnen. Dabei ist die massgebende 
Lebenshaltung in ein fiktives Bruttoeinkommen umzurechnen, von dem zunächst 
das eigene rentenbildende Bruttoeinkommen der Ehefrau in Abzug zu bringen ist 
(vgl. BGE 135 III 158 Erw. 7.3, Erw. 7.4). Darauf sind schliesslich entsprechend 
der vom Bundesgericht skizzierten Grundsätze jeweils die Arbeitgeber- und 
Arbeitnehmerbeiträge im Bereich der AHV und des BVG zu berechnen, die 
zusammen, erweitert um eine allfällige Steuerbelastung, den Vorsorgeunterhalt 
ergeben (BGE 135 III 158 Erw. 4.3). Im Bereiche der AHV bleibt dabei zu 
berücksichtigen, dass A. gemäss Art. 29sexies AHVG Erziehungsgutschriften 
zustehen, welche bei der Ermittlung des Vorsorgeunterhalts ebenfalls abgezogen 
werden müssen. Für den Vorsorgeunterhalt von A. ergibt sich demnach folgende 
Berechnung: 

aa) Im Bereich AHV (vgl. BGE 135 III 158 Erw. 7.3):

Lebenshaltung Einkommen
(rentenbildend)

Erziehungs-
gutschriften

Manko 
pro Monat

Beiträge  10%

netto (=87%) Fr. 3'900.-- Fr. 2'100.--

brutto Fr. 4'483.-- Fr. 2'414.-- Fr. 285.-- Fr. 1784.-- Fr. 178.--

bb) Im Bereich BVG (BGE 135 III 158 Erw. 7.4) :

Lebenshaltung Einkommen
(rentenbildend)

Manko 
pro Monat

brutto Fr. 4'483.-- Fr. 2'414.--

brutto Fr. 2'488.--       Fr.   419.-- Fr. 2'069.--

Seite  20 — 26

koordiniert

Altersgutschrift. auf Fr. 2'069.- 
(Art. 16 BVG) 

2010-2012 2013-2016

Ansatz (Jahrgang 1968) 10 % 15 %

Betrag     Fr.   207.-- Fr.   310.--

Jahre 3 4

Durchschnitt:             Fr. 266.--

cc) Gesamthaft betrachtet  ist somit von einem Vorsorgebedarf der 
Ehefrau von monatlich rund Fr. 450.-- (Fr. 178.-- AHV + Fr. 266.-- BVG) 
auszugehen. Aus dem für A. eingereichten Pensionskassenausweis (kB 35) geht 
allerdings hervor, dass letztere bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber über eine das 
BVG-Minimum übersteigende berufliche Vorsorge verfügt, zumal ein höherer als 
der gesetzlich koordinierte Lohn versichert ist. Es erscheint daher gerechtfertigt, 
den ermittelten Vorsorgebedarf auf zirka Fr. 300.-- zu reduzieren. Rechnet man 
diesen zum oben ermittelten nachehelichen Bedarf von Fr. 3'900.-- hinzu, ergibt 
sich demnach ein gebührender Unterhalt der Ehefrau von rund Fr. 4'200.-- pro 
Monat.

d) Mit Blick auf den Vorrang der Eigenversorgung gilt es folglich in 
einem weiteren Schritt zu prüfen, inwiefern A. diesen Unterhalt selber zu 
finanzieren vermag. Dabei ist von dem von der Berufungsklägerin bei ihrer 
gegenwärtigen 60% - Anstellung erzielten Nettoverdienst von rund Fr. 2'100.-- pro 
Monat (vgl. kB 50) auszugehen, zumal ein weiterer Ausbau des Arbeitspensums 
bis zum Erreichen des 16. Altersjahres der Tochter - wie von der Vorinstanz richtig 
erwogen (vgl. auch vorinstanzliches Urteil [act. I./11] Erw. 4.c S. 11 sowie S. 14) - 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 135 III 158 Erw. 3.2; 109 II 
186 Erw. 5. b S. 289) nicht zugemutet werden kann. Ausgehend von ihrem 
monatlichen Einkommen von Fr. 2'100.-- fehlt der Berufungsklägerin zur Deckung 
ihres gebührenden Unterhalts von Fr. 4'200.-- demnach ein Betrag von  Fr. 2'100.-
-.

e) Ist aber die Berufungsklägerin somit zur Bestreitung ihres 
gebührenden Unterhalts auf Unterhaltsleistungen des Ehemannes angewiesen, so 

Seite  21 — 26

muss in einem dritten Schritt dessen Leistungsfähigkeit ermittelt und ein 
angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden.

aa) Ausgangspunkt bildet die bei den Akten liegende Lohnabrechnung 
vom Januar 2009 (bB 42). Danach erzielt der Berufungsbeklagte ein monatliches 
Einkommen von Fr. 7'484.30 einschliesslich Kinderzulagen von Fr. 490.-- und 
einer Spesenpauschale von Fr. 500.--, was einem reinen Nettolohn von Fr. 
6'494.30 entspricht. Aus den von der Arbeitgeberin edierten Lohnblättern (vgl. 
Editionen act. IV) geht zudem hervor und der Berufungsbeklagte hat auch vor 
Schranken nochmals bestätigt, dass ihm seit dem Jahre 2005 kein 13. Monatslohn 
mehr ausgerichtet wird. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz, welche 
von einem monatlichen Nettoeinkommen des Ehemannes von Fr. 7'076.-- 
inklusive 13. Monatslohn ausgehen (vgl. act. I./11 S. 11 lit. d, S. 14), erweisen sich 
demzufolge als unzutreffend. Auf die Frage der Anrechenbarkeit der 
Spesenpauschale von Fr. 500.--, welche die Ehefrau in ihrer Eingabe vom 1. 
Oktober 2007 geltend gemacht hat, ist die Vorinstanz sodann nicht näher 
eingegangen. Der Ehemann hat jedoch bereits im Verfahren betreffend 
Ehescheidung auf gemeinsames Begehren Unterlagen über die steuerliche 
Behandlung der Pauschalspesen eingelegt (vgl. Aktendossier Proz. Nr. 130-3007-
39 act. II./8 und II./9). Diesen ist zu entnehmen, dass die Steuerverwaltung nach 
Einsprache von B. die ausbezahlten Pauschalspesen offenbar als Ersatz für 
effektive Auslagen für Kundenbesuche akzeptiert und auf eine 
Einkommensaufrechnung verzichtet hat. Es ist folglich davon auszugehen, dass 
die ausbezahlten Pauschalspesen den effektiven Auslagen entsprechen und somit 
keinen Lohnbestandteil darstellen. Eine Anrechnung der Spesen auf das 
Einkommen des Berufungsbeklagten fällt daher auch im vorliegenden Verfahren 
ausser Betracht (vgl. Urs Gloor/Annette Spycher, in: Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., Basel 2006, N 7 zu Art. 125). Bei der Prüfung der 
Leistungsfähigkeit des Ehemannes ist mithin von einem Nettoeinkommen von 
rund Fr. 6'500.-- auszugehen, womit ihm nach Abzug des zu leistenden 
Kinderunterhaltsbeitrags von Fr. 1'000.-- zirka Fr. 5'500.-- pro Monat verbleiben.

bb) Diesen Fr. 5'500.-- ist der nacheheliche Bedarf des 
Berufungsbeklagten gegenüberzustellen. Dabei bleibt ausgehend von der 
Bedarfsberechnung der Vorinstanz zunächst festzustellen, dass der darin 
eingeschlossene Betrag von Fr. 1'735.-- für Wohnkosten für einen Alleinstehenden 
bei den gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen sehr hoch erscheint. Kommt 
hinzu, dass der von der Vorinstanz ermittelte Betrag nicht vollständig 
nachvollziehbar ist. Gemäss den bei den Akten liegenden Bankunterlagen (bB 

Seite  22 — 26

35.3 und bB 35.4) belief sich der Hypothekarzins im Jahre 2007 auf total Fr.  
9'609.30 (Fr. 1'590.85 + Fr. 8’018.45), das heisst rund Fr. 800.-- pro Monat. Dazu 
kamen Nebenkosten (StWE-Beiträge) von zirka Fr. 4'000.-- (vgl. bB 36.2 [Fr. 300.-
- + Fr. 300.-- + Fr. 3'488.85]), das heisst Fr. 333.-- pro Monat, womit sich eine 
monatliche Belastung von gesamthaft rund Fr. 1'135.--  (Fr. 800.-- + Fr. 333.--) 
ergibt. Unter Berücksichtigung des leicht höheren Zinssatzes ab 14. Januar 2008 
(vgl. bB 35.1 und bB 35.2) wären die Wohnkosten sodann vorübergehend auf rund 
Fr. 1'270.-- (3.25% x [Hypothek Fr. 290'000.-- + Hypothek Fr. 55'258.--]: 12 + Fr. 
333.--) angestiegen. Heute liegen sie jedoch wieder wesentlich tiefer (vgl. 
Aktendossier Verfahren betreffend Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
[ERZ 09 168]). Der vom Bezirksgericht Imboden ermittelte Betrag für die 
Wohnkosten wird demnach nur bei Anrechnung der vertraglich vereinbarten 
Amortisation von jährlich Fr. 6'150.-- (vgl. bB 35.6 Ziff. 5 S. 6) erreicht. Dabei 
handelt es sich indessen um eine vermögensbildende Leistung, welche 
demzufolge bei der Berücksichtigung der Wohnkosten ausser Betracht bleiben 
muss (vgl. auch Kreisschreiben des Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. 
Januar 2001 betreffend Änderung der Richtlinien für die Berechnung des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums Ziff. II.1). Unter den dargelegten 
Umständen ist dem Berufungsbeklagten daher höchstens derselbe Betrag für 
Wohnkosten zuzugestehen wie der Berufungsklägerin, nämlich Fr. 1'500.-- pro 
Monat. 

Auf der anderen Seite hat auch der Ehemann grundsätzlich Anspruch auf 
Weiterführung des bisherigen Lebensstandards (vgl. BGE 132 III 593 ff. Erw. 3.2 
S. 594 f.), so dass auch sein Bedarf nicht auf das betreibungsrechtliche Minimum 
beschränkt werden darf. Entsprechend sind wie bei der Ehefrau nebst 
Grundbetrag, Wohnkosten und Steuern die ausgewiesenen 
Krankenkassenprämien von rund Fr. 190.-- (vgl. bB 37), die Kosten weiterer 
Versicherungen sowie die Betriebskosten für ein Auto und die Mehrkosten für die 
auswärtige Verpflegung  bei einem Arbeitspensum von 100% (20 x Minimalbetrag 
von Fr. 8.-- gemäss Kreisschreiben des Kantonsgerichts von Graubünden vom 17. 
Januar 2001 betreffend Änderung der Richtlinien für die Berechnung des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums Ziff. II.4.b) zu berücksichtigen. Von 
einem 20%-igen Zuschlag auf den Notbedarf ist indes entgegen der Berechnung 
der Vorinstanz aus den bereits dargelegten Gründen (vgl. oben Erw. 4.b.aa. S. 11 
mit Hinweisen auf die kantonsgerichtliche Rechtsprechung) abzusehen. 

Für den nachehelichen Bedarf von B. ergibt sich daher folgende 
Berechnung: 

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Grundbetrag Fr. 1'100.--

Wohnkosten Fr. 1'500.--

Versicherungen Fr.      50.--

Krankenversicherungsprämien Fr.    190.--

Betriebskosten Auto Fr.    350.--

auswärtige Verpflegung Fr.    160.--

Steuern Fr.    200.--

Verbrauchsunterhalt total Fr. 3’550.--

Insgesamt kommt somit auch der Berufungsbeklagte auf einen dem 
ehelichen Standard entsprechenden Bedarf von ungefähr Fr. 3'550.--, womit in 
Gegenüberstellung zu dem (nach Abzug der Kinderalimente) ermittelten 
Einkommen von monatlich rund Fr.  5'500.-- ein frei verfügbarer Betrag von zirka 
Fr. 1950.-- resultiert. Bei Zusprechung eines Unterhaltsbeitrages von Fr. 2'100.-- 
an die Ehefrau, welcher dem zur Deckung ihres gebührenden Unterhalts 
ermittelten Fehlbetrag entspricht, hätte der Berufungsbeklagte demnach eine 
Einbusse von Fr. 150.-- (Fr. 1'950.-- ./. Fr. 2'100.--) hinzunehmen. Dazu ist jedoch 
einerseits festzuhalten, dass damit  noch nicht in das betreibungsrechtliches 
Existenzminimum des Ehemannes eingegriffen würde. Überdies bleibt zu 
bedenken, dass der für den Ehemann errechneten Einbusse von Fr. 150.-- eine 
Bedarfsberechnung zugrunde liegt, in der ein Betrag von Fr. 350.-- für die 
Betriebskosten seines Autos berücksichtigt wurde, obschon diese Kosten gemäss 
eigenen Angaben des Berufungsbeklagten vor Schranken des Kantonsgerichts 
offenbar zu einem grossen Teil bereits durch die vom Arbeitgeber ausbezahlten 
Pauschalspesen gedeckt werden. In Anbetracht dessen erscheint es demzufolge 
ohne weiteres gerechtfertigt, den zur Deckung des gebührenden Unterhalts der 
Ehefrau fehlenden Betrag von Fr. 2'100.-- voll auszugleichen. 

Der Berufungsklägerin, welche einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'200.-- 
verlangt, ist daher in teilweiser Gutheissung ihrer Berufung unter Aufhebung von 

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Ziffer 4 des angefochtenen Urteils ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'100.--  pro Monat 
zuzusprechen. 

6. Gemäss Art. 126 Abs. 1 ZGB bestimmt das Gericht den Beginn der 
nachehelichen Beitragspflicht. Ist der Scheidungspunkt in Rechtskraft erwachsen, 
steht es dem Sachgericht somit im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens frei, 
hinsichtlich des Beginns der nachehelichen Unterhaltspflicht an den Zeitpunkt der 
Teilrechtskraft anzuknüpfen (vgl. BGE 128 III 121 f. insb. Erw. 3 S. 122 f.). 

Der mit vorliegendem Urteil zugesprochene nacheheliche Unterhalt von Fr. 
2'100.-- liegt über dem bis anhin vorsorglich geleisteten Unterhalt von monatlich 
Fr. 1'700.-- gemäss Eheschutzverfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 3. 
April 2007 (kB 2 Dispositiv Ziff. 2. c.). Es stellt sich daher die Frage, ob der 
nacheheliche Unterhalt an die Ehefrau in Ausübung des gemäss Art. 126 ZGB 
bestehenden Ermessens mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils 
zugesprochen werden soll. Ein expliziter Antrag zum Beginn der nachehelichen 
Unterhaltspflicht fehlt im vorliegenden Berufungsbegehren. Mit Blick auf die doch 
eher engen finanziellen Verhältnisse des Ehemannes wie auch auf den Umstand, 
dass letzterer nebst dem nachehelichen Unterhalt auch noch Ratenzahlungen für 
die güterrechtliche Ausgleichszahlung zu leisten hat (vgl. vorinstanzliches Urteil 
[act. I./11] Ziff. 8 des Urteilsdispositivs), erscheint es jedoch angezeigt, den Beginn 
der nachehelichen Unterhaltspflicht an die Rechtskraft des Berufungsurteils zu 
knüpfen. 

7. Nachdem die vorinstanzliche Kostenregelung nicht angefochten 
wurde, ist vorliegend nur über die Kosten des Berufungsverfahrens zu befinden.

a) Nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 ZPO wird der in einem 
zivilrechtlichen Verfahren unterliegende Teil in der Regel zur Übernahme 
sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, 
können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Die unterliegende Partei wird 
zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den 
Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht 
ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aussergerichtlichen 
Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden.

A. forderte mit der Berufung einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'200.-- pro 
Monat. Das Kantonsgericht hat ihr einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
2'100.-- zugesprochen. Die Berufungsklägerin ist demnach mit ihrem Begehren 
fast vollständig durchgedrungen. Bei diesem Ausgang rechtfertigt es sich daher, 

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die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich dem Berufungsbeklagten zu 
überbinden, welcher A. für das Berufungsverfahren zudem eine angemessene 
ausseramtliche Entschädigung zu bezahlen hat (Art. 223 ZPO in Verbindung mit 
Art. 122 Abs. 1 und 2 ZPO). Diese ist, da Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel keine 
Honorarnote eingereicht hat, nach richterlichem Ermessen festzulegen. Die 
ausseramtliche Entschädigung wird daher vom Kantonsgericht dem mutmasslich 
notwendigen Aufwand entsprechend und unter Einrechnung der Mehrwertsteuer 
auf Fr. 2000.-- festgesetzt.  

b) Am 24. Juni 2009 reichte A. für das Berufungsverfahren vor 
Kantonsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein. Dieses wurde mit 
Verfügung vom 7. Juli 2009 gutgeheissen. Nachdem A. für das 
Berufungsverfahren eine aussergerichtliche Entschädigung zu Lasten von B. 
zugesprochen wird, hat der Kanton Graubünden die Kosten der Rechtsvertretung 
der Berufungsklägerin allerdings nur insoweit zu tragen, als die zugesprochene 
Entschädigung diese nicht deckt oder uneinbringlich ist, sie also auch mit den 
Mitteln der Zwangsvollstreckung beim Beklagten nicht eingetrieben werden kann 
(vgl. Art. 47 Abs. 2 ZPO). Diesfalls ist die entsprechende Honorarnote zunächst 
bei der Vorsitzenden der  I. Zivilkammer des Kantonsgerichts zur Genehmigung 
einzureichen (Art. 47 Abs. 4 ZPO).

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Demnach erkennt die I. Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 4 des Dispositivs des 
angefochtenen Urteils wird aufgehoben.

2. B. wird verpflichtet, an den Unterhalt von A. mit Wirkung ab Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils bis zum 31. Dezember 2016 einen monatlich im 
Voraus zahlbaren und auf den ersten fälligen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
2'100.-- zu bezahlen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.-- zuzüglich 
Schreibgebühren von Fr. 432.--, total somit Fr. 4’432.-- gehen zu Lasten 
von B., welcher A. mit Fr. 2’000.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu 
entschädigen hat.

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass A. im Falle der nachgewiesenen 
Uneinbringlichkeit der ihr zu Lasten von B. zugesprochenen 
ausseramtlichen Entschädigung die mit Verfügung vom 7. Juli 2009 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden 
in Anspruch nehmen kann.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: