# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5135a57c-3053-528f-8801-f84393a0902c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 26.04.2013 ZK1 2012 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2012-77_2013-04-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

__________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. April 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 12 76/77

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schlenker
Aktuarin ad hoc Sonder

In den zivilrechtlichen Berufungen

des X., Gesuchsgegner, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, Quaderstrasse 18, 7002 Chur,

und

der Y., Gesuchstellerin, Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 10. Oktober 
2012, mitgeteilt am 30. Oktober 2012, 

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y., geboren am 30. März 1983, iranische Staatsbürgerin, und X., geboren 
am 9. Februar 1972, schweizerisch-iranischer Doppelbürger, heirateten am 15. 
Januar 2006 in Teheran (Iran). Im Oktober 2006 zog die Ehefrau zu ihrem Ehe-
mann nach Chur. X. arbeitete während der Ehe und arbeitet auch heute noch bei 
der G. als Informatiker. Y. war Hausfrau. Die Ehe der Parteien blieb kinderlos.

B. Nach einem gemeinsamen Ferienaufenthalt im Mai 2011 blieb die Ehefrau 
alleine im Iran zurück, während der Ehemann wieder nach Chur reiste. Die Grün-
de hierfür werden von den Parteien unterschiedlich geschildert. Im Oktober 2011 
kehrte die Ehefrau nach Chur zurück, wo sie anfänglich von der Stadt Chur unter-
stützt wurde. Seit Mitte Mai 2012 arbeitet Y. bei F., wobei sie im Stundenlohn ent-
löhnt wird und gemäss Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf ein bestimmtes Ar-
beitspensum hat. 

C. Am 12. Dezember 2011 reichte Y. beim Bezirksgericht Plessur ein Gesuch 
um Erlass von Eheschutzmassnahmen nach Art. 172 ff. ZGB mit folgenden 
Rechtsbegehren ein:

„1. Es sei gerichtlich Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit Mai 2011 
getrennt leben.

2. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren 
Unterhalt rückwirkend seit dem 12. Oktober 2011 und für die künftige 
Dauer der ehelichen Trennung monatliche, jeweils im Voraus zahlbare 
Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘500.00, zu leisten.

3. Es sei die Benützung des Hausrates zu regeln und der Gesuchgegner 
zu verpflichten, der Gesuchstellerin ihre Gegenstände herauszugeben.

4. Es sei die Gütertrennung anzuordnen.

5. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihre 
Krankenkassenprämien vom 1. Mai 2011 bis 31. Dezember 2011, CHF 
2‘738.80, zu leisten.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Gesuchgeg-
ners.“

D. In seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2012 liess X. die Abweisung des 
Gesuchs beantragen, soweit darauf einzutreten sei. Zusätzlich beantragte er die 
Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid über die von der Ehefrau im Iran an-
hängig gemachte Klage auf Aushändigung von 110 Ein-Bahare-Azadi-
Goldmünzen (sogenannte Morgengabe), welche einer Scheidungsklage gleich-
komme.

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E. Mit Schreiben vom 6. März 2012 ersuchten die beiden Parteien um Sistie-
rung des Verfahrens um sechs Monate, woraufhin das Bezirksgericht Plessur die-
ses bis am 30. September 2012 sistierte.

F. Am 24. August 2012 reichte Y. sodann eine Scheidungsklage beim Be-
zirksgericht Plessur ein und beantragte parallel dazu am 27. August 2012, das bis 
zum 30. September 2012 sistierte Eheschutzverfahren als Verfahren betreffend 
vorsorgliche Massnahmen weiterzuführen. Aufgrund der eingereichten Schei-
dungsklage lud das Bezirksgericht Plessur die Parteien gestützt auf Art. 291 Abs. 
1 ZPO zu einer Einigungsverhandlung auf den 10. Oktober 2012 ein.

G. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2012 teilte der Rechtsvertreter von X. mit, 
dass seit dem 8. August 2012 im Iran ein vom Ehemann instanziertes Eheschei-
dungsverfahren anhängig sei, weshalb die Zuständigkeit der schweizerischen Ge-
richte sowohl für Eheschutzmassnahmen als auch für eine Scheidungsklage ent-
falle. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 bestritt der Rechtsvertreter der Ehefrau die 
Beweiskraft des zum Nachweis der Rechtshängigkeit der Scheidungsklage im Iran 
eingelegten Dokuments und ersuchte unter Hinweis auf Art. 10 IPRG, welcher un-
abhängig von der Zuständigkeit für die Ehescheidung jedenfalls die Zuständigkeit 
des schweizerischen Massnahmegerichts begründe, um Durchführung der Ver-
handlung betreffend vorsorgliche Massnahmen.

H. Anlässlich der am 10. Oktober 2012 vor Bezirksgericht Plessur durchge-
führten getrennten und gemeinsamen Anhörung kam es zu keinen eigentlichen 
Einigungsverhandlungen, da - wie dies das Bezirksgericht Plessur im Protokoll 
festhielt - noch Abklärungen bezüglich Rechtshängigkeit der Scheidungsklage zu 
machen seien. Aus diesem Grund kam es lediglich zu einer Befragung beider Par-
teien und zu einem Entscheid bezüglich vorsorglicher Massnahmen. Im Hinblick 
auf diesen Entscheid reichte Y. ein neues Rechtsbegehren ein, mit welchem sie 
ihre Anträge gemäss Eheschutzgesuch vom 12. Dezember 2011 erneuerte, unter 
Ziffer 2 jedoch neu was folgt beantragte:

„2.a)Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren 
Unterhalt rückwirkend seit dem 12. Oktober 2011 bis zum April 2012 
monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘500.00 zu leisten.

   b) Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren 
Unterhalt vom 1. Mai 2012 an für die Dauer des Ehescheidungsverfah-
rens monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 
2‘700.00 zu leisten, unter Abzug der bisher geleisteten Zahlungen von 
total CHF 5‘000.00.“

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X. äusserte sich zu den Rechtsbegehren dahingehend, dass er Y. keinen 
Unterhalt schulde, da es sich um keine lebensprägende Ehe handle, er ihr bereits 
mehrmals Geld gegeben habe und sie zudem noch jung, gesund und kinderlos 
sei, womit sie ohne weiteres selber für ihren Unterhalt aufkommen könne.

I. Mit Entscheid vom 10. Oktober 2012, mitgeteilt am 30. Oktober 2012, er-
kannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. Y. und X. sind berechtigt ab dem 24. August 2012 getrennt zu leben.

2. Das Eheschutzverfahren (Proz. Nr. 135-2011-768) wird abgeschrie-
ben.

3. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens rückwirkend ab 24. August 2012 im Voraus monatlich 
CHF 2‘700.00 zu bezahlen.

4. Die Gütertrennung wird rückwirkend auf den 27. August 2012 ange-
ordnet.

5. X. wird verpflichtet, Y. die Krankenkassenprämien vom Mai 2011 bis 
31. Dezember 2011, in der Höhe von CHF 2‘738.80 zu bezahlen.

6.a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 1‘200.00 gehen zu 2/3 (CHF 
800.00) zu Lasten von X. und zu 1/3 (CHF 400.00) zu Lasten von Y..

  b) Die zu Lasten von X. gehenden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 
800.00 sind dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzah-
lungsschein zu bezahlen.

  c) Die zu Lasten von Y. gehenden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 
400.00 gehen - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kan-
tons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

  d) X. hat Y. mit CHF 500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergericht-
lich zu entschädigen.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

J. Gegen diesen Entscheid liess X. mit Eingabe vom 12. November 2012 Be-
rufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben. Dabei stellte er folgende 
Rechtsbegehren:

„1. Aufhebung der Dispositivziffern 3, 5, 6a), 6b), 6c) und 6d).

2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, sowohl die gerichtlichen, 
wie auch die aussergerichtlichen Kosten und Entschädigungen (inkl. 
Parteientschädigung zugunsten des Berufungsklägers) für die vor-
instanzlichen Verfahren sowie auch für das kantonsgerichtliche Ver-
fahren zu übernehmen.“

Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass gestützt auf Art. 8 
Abs. 3 und 4 des schweizerisch-iranischen Niederlassungsabkommens sowohl die 

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Scheidung als auch die vorsorglichen Massnahmen in Anwendung von iranischem 
Recht abzuhandeln seien. Darüber hinaus werde die Zuständigkeit der Schweizer 
Gerichte ohnehin bestritten, da er bereits am 8. August 2012 im Iran die Schei-
dungsklage instanziert habe. Aufgrund dessen habe die Vorinstanz ihn zu Unrecht 
zu hohen Unterhaltsleistungen zugunsten seiner Ehefrau verurteilt. Auch wenn 
man aber Schweizerisches Recht anwenden würde, hätte die Ehefrau keinen An-
spruch auf Unterhaltsleistungen, da sie aufgrund ihres Alters, ihrer Gesundheit 
und der Tatsache, dass sie keine Kinder haben, selbst für ihren Unterhalt auf-
kommen könne. Zudem sei aktenkundig, dass die Parteien zwischen Mai 2011 
und Dezember 2011 bereits getrennt gewesen seien, weshalb es sich nicht recht-
fertige, dass er die Krankenkassenprämien für seine Ehefrau in der Höhe von Fr. 
2‘738.80 nachzahlen müsse. Letztlich sei Y. entgegen den Ausführungen der Vor-
instanz auch nicht mehrheitlich mit ihren Rechtsbegehren durchgedrungen, wes-
halb die Verteilung der Gerichts- und Parteikosten im Schlüssel 2/3 zu 1/3 zu Las-
ten des Ehemannes nicht statthaft sei.

K. In ihrer Berufungsantwort vom 26. November 2012 beantragte Y. die Ab-
weisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge für die Verfahren 
vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichts Plessur sowie vor dem Kantonsgericht 
Graubünden zulasten des Berufungsklägers. Bezüglich der Zuständigkeit führte 
sie unter Bezugnahme auf Art. 10 IPRG aus, dass schweizerische Gerichte vor-
sorgliche Massnahmen auch dann anordnen könnten, wenn sie in der Sache 
selbst nicht zuständig seien. Zudem sei ohnehin kein Ehescheidungsverfahren im 
Iran nachgewiesen worden, bei den eingebrachten Beweismitteln des Ehemannes 
handle es sich nicht um offizielle Gerichtsurkunden oder sonstige offizielle Doku-
mente, weshalb kein Beweis vorliege, dass tatsächlich ein Ehescheidungsverfah-
ren im Iran hängig sei. Darüber hinaus sei das vom Ehemann erwähnte Niederlas-
sungsabkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem 
Kaiserreich Persien vorliegend nicht anwendbar, da der Ehemann neben der irani-
schen auch die schweizerische Staatsangehörigkeit besitze. Anwendbar sei vor-
liegend schweizerisches Recht. Y. bestätigte im Übrigen ebenfalls, dass die Par-
teien seit Mai 2011 getrennt leben würden. Die Krankenkassenprämien für den 
Zeitraum vom Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2011 seien aber trotzdem vom 
Ehemann zu bezahlen, da diese Teil der Lebenshaltungskosten der Ehefrau dar-
stellen würden und die Ehefrau für diesen Zeitraum kein Einkommen habe gene-
rieren können. Mangels ausreichender Eigenversorgungskapazität habe die Ehe-
frau Anspruch auf Unterhalt während des Ehescheidungsverfahrens. Somit recht-
fertige es sich, die Unterhaltspflicht des Ehemannes ab 12. Oktober 2011 bis April 

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2012 auf monatlich Fr. 3‘500.00 und ab Mai 2012 für die Dauer des Eheschei-
dungsverfahrens auf monatlich Fr. 2‘700.00 festzusetzen.

L. Auch Y. reichte am 12. November 2012 Berufung an das Kantonsgericht 
von Graubünden ein und stellte dabei folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Ziffern 1., 4. sowie 6. des Dispositivs des angefochtenen Ent-
scheids seien aufzuheben.

2. Die Ziffer 3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei insofern 
aufzuheben, als sie dem Antrag der Berufungsklägerin auf rückwirken-
de Ausrichtung von Unterhaltsbeiträgen für die Zeit vor dem 24. Au-
gust 2012 nicht entspricht.

3. Es sei gerichtlich Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit Mai 2011 
getrennt leben.

4. Es sei die Gütertrennung rückwirkend auf den 12. Dezember 2011 an-
zuordnen.

5.a) Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin an 
ihren Unterhalt rückwirkend seit dem 12. Oktober 2011 bis zum 30. 
April 2012 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘500.00, zu leis-
ten.

  b) Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin an 
ihren Unterhalt vom 1. Mai 2012 an für die Dauer des Ehescheidungs-
verfahrens monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von 
CHF 2‘700.00 zu leisten, unter Abzug der bisher geleisteten Zahlun-
gen von total CHF 5‘000.00.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für die Verfahren vor dem 
Einzelrichter des Bezirksgerichts Plessur sowie vor dem Kantonsge-
richt Graubünden zulasten des Berufungsbeklagten.“

Zur Begründung führte sie insbesondere aus, dass von beiden Parteien an-
erkannt sei, dass sie seit Mai 2011 getrennt leben würden. Da sie seit dem 12. 
Oktober 2011 wieder in der Schweiz lebe und seit Mai 2012 ein eigenes Einkom-
men erziele, rechtfertige es sich, die Unterhaltspflicht des Ehemannes ab 12. Ok-
tober 2011 bis zum April 2012 auf monatlich Fr. 3‘500.-- und seit Mai 2012 für die 
Dauer des Ehescheidungsverfahrens auf monatlich Fr. 2‘700.-- festzusetzen.

M. In seiner Berufungsantwort vom 26. November 2012 beantragte X. die kos-
tenfällige Abweisung der Berufung. Zur Begründung brachte er vor, dass, obwohl 
die Ehegatten tatsächlich bereits seit April 2010 getrennt leben würden, von ihm 
aus ohne weiteres festgestellt werden könne, dass die Parteien seit Mai 2011 ge-
trennt leben würden. Zudem müsse der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen 
von mindestens Fr. 3‘500.-- angerechnet werden, da sie jung, gesund und kinder-
los sei. Die Ehefrau könne durchaus für ihren eigenen Unterhalt aufkommen, wes-
halb für die Verpflichtung des Ehemannes zu weiterreichenden Unterhaltszahlun-

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gen kein Raum bestehe. Darüber hinaus sei ohnehin die Zuständigkeit der 
Schweizer Gerichte zu verneinen. Unabhängig davon seien jedoch in jedem Fall 
sowohl die Scheidung als auch vorsorgliche Massnahmen in Anwendung von ira-
nischem Recht abzuhandeln.

N. Mit Schreiben vom 29. November 2012 vereinigte die Vorsitzende der I. 
Zivilkammer die beiden Berufungsverfahren.

O. Am 10. Dezember 2012 reichte Y. ihre Replik ein und hielt an ihren am 12. 
November 2012 gestellten Rechtsbegehren fest.

P. Auch X. hielt in seiner Duplik vom 28. Dezember 2012 an seinen bereits 
gestellten Rechtsbegehren fest. Zusätzlich reichte er ein ins Englische übersetztes 
Dokument ein, wonach die Ehefrau gegen das iranische Scheidungsurteil Beru-
fung eingelegt haben soll.

Q. Am 14. Januar 2013 liess Y. eine Stellungnahme zu den von X. mit der Du-
plik eingereichten Beweismitteln einreichen. Da es sich weder um das Original 
noch um eine Kopie einer offiziellen Gerichtsurkunde des teheranischen Familien-
gerichts handle, sondern lediglich um eine Fotokopie einer angeblichen Überset-
zung einer nicht vorhandenen Gerichtsurkunde, komme dem Dokument keine Be-
weiskraft zu.

R. Am 12. bzw. 26. November 2012 reichte Y. ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege für beide Berufungsverfahren ein. Mit Verfügung vom 28. November 
2012, mitgeteilt am 29. November 2012, entsprach die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer diesem Gesuch (ERZ 12 470).

S. Mit Verfügung vom 14. November 2012 wurde X. aufgefordert, bis zum 26. 
November 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- zu leisten. Da der ent-
sprechende Kostenvorschuss nicht einging, wurde ihm mit Verfügung vom 29. No-
vember 2012 eine Nachfrist bis zum 10. Dezember 2012 angesetzt. Am 10. De-
zember 2012 ersuchte X. sodann um Bewilligung von Ratenzahlungen für die 
Leistung des Kostenvorschusses, worauf er zur Einreichung der erforderlichen 
Belege zum Nachweis der fehlenden liquiden Mittel aufgefordert wurde. Dieser 
Aufforderung kam X. nur unvollständig nach, weshalb sein Gesuch um Ratenzah-
lung mit Verfügung vom 25. Januar 2013 abgewiesen und ihm unter Hinweis auf 
die in Art. 101 Abs. 3 ZPO statuierten Säumnisfolgen eine letztmalige, nicht mehr 
erstreckbare Nachfrist bis 4. Februar 2013 zur Leistung des nach einer ersten 
Zahlung von Fr. 600.-- noch ausstehenden Kostenvorschusses angesetzt wurde. 

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Anstatt den Kostenvorschuss zu leisten ersuchte X. mit Schreiben vom 4. Februar 
2013 erneut um eine letzte Frist zur Erledigung der Restanz bis zum 28. Februar 
2013, was mit Verfügung vom 15. Februar 2013 abgelehnt wurde. Ein am 7. März 
2013 gestelltes Wiedererwägungsgesuch wies die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
mit Schreiben vom 14. März 2013 ab.

T. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Beim Verfahren betreffend Anordnung vorsorglicher Massnahmen im 
Scheidungsverfahren handelt es sich um ein selbständiges Nebenverfahren, das 
einen anderen Gegenstand behandelt als das Scheidungsverfahren und daher 
unter dem prozessualen Blickwinkel mit einem Endentscheid im Sinne von Art. 90 
des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) abgeschlossen wird (BGE 134 
III 426, E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_117/2010 vom 5. März 2010 E. 1.1). 
Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen können gemäss Art. 
308 Abs. 1 lit. b ZPO mit Berufung angefochten werden. In vermögensrechtlichen 
Angelegenheiten, wie sie vorliegend zur Diskussion stehen, ist die Berufung aller-
dings nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe-
gehren Fr. 10'000.-- übersteigt. Massgebend ist somit nicht der Streitwert, welcher 
sich anhand der Berufungsanträge der Parteien und dem vorinstanzlichen Ent-
scheid errechnet. Abzustellen ist vielmehr auf den Betrag, welcher nach den Be-
gehren der Parteien bei Erlass des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war (Karl 
Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung, Basel 2010, Art. 308 N 8; Miriam A. Gehri, in: Geh-
ri/Kramer [Hrsg.], ZPO-Kommentar, Zürich 2010, Art. 308 N 6; Reetz/Theiler, in 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 308 N 39 f.; Kurt Blickenstorfer, 
in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 308 N 24 f.). Da die Parteien ein 
Scheidungsverfahren eingeleitet haben, ist davon auszugehen, dass die streitige 
Unterhaltspflicht in jedem Fall die Dauer des erstinstanzlichen Hauptverfahrens 
umfasst. Letztlich bleibt aber der Zeitraum des Verfahrens ungewiss. Bei ungewis-
ser oder unbeschränkter Dauer ist für den Streitwert grundsätzlich auf den zwan-
zigfachen Betrag der einjährigen Nutzung oder Leistung und bei Leibrenten auf 

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den Barwert abzustellen (Art. 92 Abs. 2 ZPO). Vorliegend übersteigen allerdings 
nur schon die rückwirkend beantragten Unterhaltsbeiträge, welche Gegenstand 
der Berufung der Ehefrau sind, für die Zeit von 12. Oktober 2011 bis 23. August 
2012 den Betrag von Fr. 30‘000.--. Damit ist zum einen die Streitwertgrenze nach 
Art. 308 Abs. 2 ZPO erreicht, womit auf die im Übrigen frist- und formgerecht ein-
gereichte Berufung einzutreten ist. Zum anderen ist aber auch der in der Rechts-
mittelbelehrung anzugebende Streitwert (vgl. Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG) bestimmt.

b) Auch X. hat seine Berufung frist- und formgerecht eingereicht. Jedoch hat 
er innert der ihm angesetzten Nachfrist den Kostenvorschuss nicht geleistet. 
Gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. f ZPO ist die fristgerechte Leistung des Kostenvor-
schusses Prozessvoraussetzung und als solche von Amtes wegen zu prüfen (Art. 
60 ZPO). Die Nichtleistung des Kostenvorschusses führt somit nach Ablauf der 
Nachfrist zum Nichteintreten auf die Klage (so ausdrücklich Art. 101 Abs. 3 ZPO). 
Entsprechendes gilt auch im Rechtsmittelverfahren. Wird der vom Berufungsklä-
ger geforderte Kostenvorschuss weder innert Frist noch innert einer zwingend an-
zusetzenden Nachfrist geleistet, tritt die Berufungsinstanz auf die Berufung nicht 
ein (Peter Reetz, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-berger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2013, vor Art. 308 - 
318 N 19). Diese Säumnisfolge ist spätestens mit Ansetzung der Nachfrist anzu-
drohen (Art. 147 Abs. 3 ZPO), was vorliegend sogar mehrmals erfolgt ist. Dem-
nach kann auf die Berufung von X. nicht eingetreten werden. Als Folge davon 
kann der angefochtene Entscheid, namentlich auch die Verpflichtung des Ehe-
mannes zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 2‘700.-- mit Wir-
kung ab 24. August 2012, nicht mehr zu Ungunsten der Ehefrau geändert werden 
(Verbot der reformatio in peius). Auf die vom Ehemann erhobenen Einwendungen 
hinsichtlich der Zuständigkeit der Vorinstanz zum Erlass vorsorglicher Massnah-
men und des anwendbaren Rechts ist somit nur noch insoweit einzugehen, als sie 
einer Verpflichtung zu weitergehenden Leistungen, namentlich einer Verpflichtung 
zu Unterhaltsleistungen für die Zeit vom 12. Oktober 2011 bis zum 24. August 
2012, entgegenstehen könnten und er diese auch in seiner Berufungsantwort vor-
bringt.

2.a) Zumal die Parteien beide iranische (bzw. iranisch-schweizerische) Staats-
bürger sind und seit längerer Zeit in der Schweiz wohnen, hat die Vorinstanz zu 
Recht erwogen, es liege ein Sachverhalt mit Auslandbezug vor. Die internationale 
Zuständigkeit wurde alsdann richtigerweise nach Massgabe des Bundesgesetzes 
über das internationale Privatrecht (IPRG; SR 291) geprüft, da es im Bereich der 
internationalen Zuständigkeit für Ehescheidungsklagen weder multi- noch bilatera-

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le Staatsverträge gibt. Insofern richtet sich diese ausschliesslich nach den Be-
stimmungen des IPRG (Jametti Greimer, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], Fam-
Komm Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Auflage, Bern 2011, Anh. IPR N 5 und 
70). Hinsichtlich der Zuständigkeit findet demnach das Niederlassungsabkommen 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Kaiserreich Persien 
(SR 0.142.114.362) von vornherein keine Anwendung, da dieses nur das an-
wendbare Recht regelt. In der Folge hat die Vorinstanz offen gelassen, ob die Zu-
ständigkeit zum Erlass vorsorglicher Massnahmen auf Art. 62 Abs. 1 IPRG ge-
stützt werden könnte, und hat sie stattdessen in Anwendung von Art. 10 IPRG und 
der dazu ergangenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung bejaht (Entscheid E. 
6).

b) Im Berufungsverfahren beanstandet der Ehemann namentlich, dass die 
Vorinstanz zu Unrecht von einer längeren Dauer bis zum Vorliegen eines Schei-
dungsurteils im Iran ausgegangen sei. Bereits an der Einigungsverhandlung habe 
er dargelegt, dass in Kürze mit einem Scheidungsurteil im Iran zu rechnen sei. 
Dieses Scheidungsurteil sei dann auch tatsächlich wenige Tage nach der Zustel-
lung des angefochtenen Entscheides ergangen, könne jedoch aus übersetzungs-
technischen Gründen noch nicht mit englischer Übersetzung eingelegt werden 
(Berufungsantwort S. 6 f.). Der Ehemann beruft sich somit auf neue Tatsachen 
und Beweismittel, was gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO grundsätzlich zulässig ist. 
Jedoch ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Übersetzung eingegangen, so 
dass der Inhalt der neuen Urkunde (ZK1 12 76 act. B/2) nicht überprüft werden 
kann. In seiner Duplik vom 28. Dezember 2012 (S. 2) führte der Ehemann über-
dies unter Verweis auf ein in englischer Übersetzung vorgelegtes Dokument (act. 
C/7) selber aus, dass die Ehefrau im Iran gegen das dort ergangene Scheidungs-
urteil Berufung eingelegt habe. Falls also tatsächlich ein Scheidungsurteil im Iran 
ergangen ist, ist es jedenfalls noch nicht rechtskräftig. Der Ehemann übersieht 
zudem, dass ein allfälliges ausländisches Scheidungsurteil die schweizerische 
Zuständigkeit zum Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens nicht dahinfallen lässt, sofern die diesbezüglichen Vorausset-
zungen bis dahin gegeben waren (Urteil des Bundesgerichts 5A_677/2007 vom 
21. April 2008, E. 4).

c) Vorliegend ist sodann nach wie vor ungewiss, ob das iranische Urteil in der 
Schweiz anerkannt werden könnte. Dies hängt unter anderem davon ab, ob das 
ausländische Verfahren vor der Scheidungsklage in der Schweiz anhängig ge-
macht wurde, was primär im Hauptverfahren, das heisst im schweizerischen 
Scheidungsverfahren, zu beurteilen sein wird. Entsprechend begründet Art. 62 

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Abs. 1 IPRG eine schweizerische Zuständigkeit zum Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen, sofern die Unzuständigkeit des schweizerischen Gerichts nicht offen-
sichtlich oder nicht rechtskräftig festgestellt wurde. Allfällige Zweifel an der 
schweizerischen Zuständigkeit, wie sie im angefochtenen Entscheid (Erwägung 4) 
gestützt auf die bis zur Einigungsverhandlung vorgelegten Dokumente (Schei-
dungsverfahren act. III/1-3) geäussert werden, genügen nicht, um die Kompetenz 
des Massnahmerichters hinfällig werden zu lassen (zum Ganzen BGE 126 III 
257). Die Ehefrau hat bereits vor der Einigungsverhandlung die Beweiskraft der 
eingelegten Dokumente bestritten und namentlich eingewendet, dass die Bestäti-
gung des iranischen Anwaltes nicht zu beweisen vermögen würde, ob und wann 
im Iran ein Scheidungsverfahren anhängig gemacht worden sei (Scheidungsver-
fahren act. IV/12). Zwischenzeitlich hat der Ehemann bei der Vorinstanz zwar wei-
tere Dokumente zum Nachweis des Zeitpunktes der Rechtshängigkeit seiner 
Scheidungsklage im Iran eingereicht (act. III/4-6). Wie aber die Ehefrau in ihrer 
Replik (S. 4 ff.) zu Recht einwendet, fehlt es nach wie vor an einer durch die zu-
ständige Schweizer Botschaft beglaubigten Gerichtsurkunde samt dazugehöriger 
Übersetzung, welche sowohl den Zeitpunkt der Klageeinreichung, als auch jenen 
des Eintritts der Rechtshängigkeit bestätigen würde. Unter diesen Umständen 
kann zum jetzigen Zeitpunkt kaum schon von einer offensichtlichen Unzuständig-
keit der schweizerischen Gerichte ausgegangen werden. Letztlich kann diese Fra-
ge indessen offen gelassen werden, da selbst bei fehlender Zuständigkeit nach 
Art. 62 IPRG jedenfalls die Voraussetzungen für eine Zuständigkeit nach Art. 10 
IPRG gegeben sind.

d) Die Vorinstanz hat Art. 10 IPRG in seiner bis Ende 2010 geltenden Fassung 
zitiert und die dazu ergangene Rechtsprechung herangezogen, die im Kern den 
bereits vor Inkrafttreten des IPRG entwickelten Grundsatz des lückenlosen 
Rechtsschutzes im Sinne einer Gewährleistung des notwendigen und unverzügli-
chen Schutzes durch Massnahmen in internationalen Scheidungen bestätigte 
(BGE 134 III E. 3.4). Mit dem Inkrafttreten der schweizerischen Zivilprozessord-
nung am 1. Januar 2011 wurde Art. 10 IPRG allerdings revidiert und entspricht 
neu Art. 13 ZPO. Die Zuständigkeit schweizerischer Gerichte zur Anordnung vor-
sorglicher Massnahmen besteht demzufolge, wenn sie entweder in der Hauptsa-
che zuständig sind (lit. a) oder aber wenn die Massnahmen in der Schweiz voll-
streckt werden sollen (lit. b). Auch in der neuen Fassung begründet Art. 10 IPRG 
demnach eine von der Hauptsachenzuständigkeit unabhängige internationale Zu-
ständigkeit schweizerischer Gerichte für vorsorgliche Massnahmen. Diese Zu-
ständigkeit liegt darin begründet, dass bei vorsorglichen Massnahmen in der Re-

Seite  12 — 34

gel schnelles Handeln geboten ist (Schramm/Buhr, in: Furrer/Girsberger/Müller-
Chen, Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Internationales Privatrecht, 2. 
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 10 N 1; Berti, in: Honsell/Vogt/Schnyder/ 
Berti [Hrsg.], Basler Kommentar zum Internationalen Privatrecht, 2. Auflage, Basel 
2007, Art. 10 N 1). Die zum bisherigen Recht unter dem Aspekt des Rechts-
schutzbedürfnisses entwickelte Rechtsprechung wird in der Lehre daher auch un-
ter dem neuen Recht als massgeblich erachtet (Schramm/Buhr, a.a.O., Art. 10 N 7 
und 10). Im Ergebnis hat die Vorinstanz daher richtig erkannt, dass die Anordnung 
vorsorglicher Massnahmen durch ein schweizerisches Gericht trotz hängigem 
Scheidungsverfahren im Ausland zulässig ist, wenn eine der folgenden fünf Vor-
aussetzungen erfüllt ist: (1.) wenn das vom ausländischen Gericht anzuwendende 
Recht keine dem Art. 276 ZPO (vormals Art. 137 ZGB) vergleichbare Regelung 
kennt; (2.) wenn Massnahmenentscheide des ausländischen Scheidungsgerichts 
am schweizerischen Wohnsitz der Partei(en) nicht vollstreckt werden können; (3.) 
wenn Massnahmen zur Sicherung künftiger Vollstreckung in Vermögensobjekte in 
der Schweiz angeordnet werden sollen; (4.) wenn Gefahr in Verzug ist, oder (5.) 
wenn man nicht damit rechnen kann, dass das ausländische Gericht innert ange-
messener Frist entscheidet (BGE 134 III 326 E. 3.5.1; Urteil des Bundesgerichts 
5C.243/1990 vom 5. März 1991, E. 5a und b). Diese Rechtsprechung zum Erlass 
vorsorglicher Massnahmen gestützt auf Art. 10 IPRG für den Fall, dass im Ausland 
eine Scheidungsklage hängig ist, wird auch in der Lehre bestätigt (Ivo Schwander, 
AJP 2001, S. 609; Paul Volken, in: Zürcher Kommentar zum IPRG, 2. Auflage, 
Zürich/Basel/Genf 2004, Art. 62 N 10; Lukas Bopp, in: BSK, Internationales Privat-
recht, a.a.O., Art. 62 N 10). Vorliegend ist unbestritten, dass das iranische Gericht 
bis anhin keine vorsorglichen Massnahmen angeordnet hat. Soweit aktenkundig 
ist seitens des Ehemannes auch unbestritten geblieben, dass das iranische 
Rechtssystem gar keine Massnahmen im Sinne von Art. 276 ZPO bzw. Art. 137 
aZGB kennt. Vielmehr berief er sich für den Fall einer Zuständigkeit schweizeri-
scher Gerichte seinerseits auf die Anwendbarkeit des iranischen Rechts und 
schloss sich dabei der gegnerischen Darstellung an, wonach der Frau nach die-
sem Recht weder nach Auflösung der Ehe noch während der Dauer eines hängi-
gen Ehescheidungsverfahrens Unterhaltsansprüche gegen den Ehemann zustün-
den (Scheidungsverfahren act. IV/14 mit Verweis auf act. IV/12 sowie auch Beru-
fungsantwort S. 9). Selbst wenn aber entgegen der Darstellung der Parteien das 
iranische Recht derartige vorsorgliche Massnahmen zuliesse, wären solche in der 
Schweiz sodann kaum innert nützlicher Frist vollstreckbar (vgl. allgemein zur aus-
serhalb des Anwendungsbereichs des Lugano-Übereinkommens fraglichen Voll-
streckbarkeit ausländischer vorsorglicher Massnahmen in der Schweiz 

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Schramm/Buhr, a.a.O., Art. 10 N 1 sowie Jametti Greiner, a.a.O., N 46 und 49). 
Damit liegt zumindest eine der vom Bundesgericht definierten Fallgruppen vor, 
weshalb die schweizerische Massnahmezuständigkeit zu Recht bejaht wurde.

e) Anzumerken ist schliesslich, dass zumindest das Eheschutzgesuch in der 
Schweiz vor der Scheidungsklage im Iran anhängig gemacht wurde. Bei der Ein-
reichung dieses Gesuchs war die Zuständigkeit der Vorinstanz gestützt auf Art. 23 
ZPO zweifellos gegeben, und zwar unabhängig von der ausländischen Nationalität 
der Parteien (Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, Bern 2008, Rz. 
1.04 f.). Diese Zuständigkeit blieb trotz Einleitung einer Scheidungsklage 
grundsätzlich bestehen (sog. perpetuatio fori), beschränkte sich aber nach der 
bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichts auf Massnahmen für die Zeit vor 
Rechtshängigkeit der Scheidungsklage (BGE 129 III 60 E.2 und 134 III 326 E. 
3.2). Mit BGE 138 III 646 wurde diese Rechtsprechung nun allerdings dahinge-
hend präzisiert, dass auch ein erst nach Einleitung des Scheidungsverfahrens ge-
fällter Entscheid des Eheschutzrichters seine Wirkung über die Rechtshängigkeit 
der Scheidungsklage hinaus entfaltet, sofern kein Kompetenzkonflikt besteht, d.h. 
vor dem Entscheid des Eheschutzrichters nicht bereits ein Massnahmeverfahren 
eingeleitet wurde. Soweit diese für Binnensachverhalte vorgenommene Präzisie-
rung auch im internationalen Verhältnis gilt, wäre die im November 2011 begrün-
dete Zuständigkeit des Eheschutzrichters durch die spätere Scheidungsklage im 
Iran somit unberührt geblieben, solange von keiner Partei ein Massnahmegesuch 
gestellt wurde. Ob ein Begehren um Fortsetzung des Eheschutzverfahrens als 
Massnahmeverfahren für sich alleine zu einer Beschränkung der Zuständigkeit 
des Eheschutzrichters geführt hätte, kann in Anbetracht dessen, dass die vor-
instanzliche Abschreibung des Eheschutzverfahrens unangefochten geblieben ist 
(vgl. nachstehend E. 4), offen gelassen werden.

3. Was das anwendbare Recht anbelangt, hat sich der Ehemann bereits vor 
der Vorinstanz auf das schweizerisch-iranische Niederlassungsabkommen beru-
fen, welches auch vorsorgliche Massnahmen für die Dauer eines Scheidungspro-
zesses erfasse und hiefür die Anwendung des gemeinsamen Heimatrechts vorse-
he (Scheidungsverfahren act. IV/14). Die Vorinstanz hat die Anwendbarkeit des 
Niederlassungsabkommens mit der Begründung verneint, dass die Aufzählung in 
dessen Art. 8 Abs. 4 Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen nicht betreffe 
(Entscheid E. 6a). Diese Auslegung des Niederlassungsabkommens wird vom 
Ehemann in seiner Berufungsantwort (S. 8 f.) zu Recht kritisiert. Das Bundesge-
richt hat nämlich bereits in 5C.98/2000 in Übereinstimmung mit der auch in der 
Berufungsantwort zitierten Lehre erkannt, dass die denkbar weite Umschreibung 

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des Anwendungsbereichs im genannten Artikel (nebst Ehe, Ehescheidung und 
Trennung „alle anderen Angelegenheiten des Familienrechts“) dafür spreche, dass 
auch vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren vom Abkommen erfasst 
würden. Allerdings hilft dem Ehemann diese Feststellung nicht weiter. Denn 
gemäss einem anderen Entscheid des Bundesgerichts (5A_197/2007) scheitert 
die Anwendung des Niederlassungsabkommens nämlich an dessen persönlichem 
Geltungsbereich, der nach bundesgerichtlicher Auslegung auf Personen mit aus-
schliesslich iranischer Staatsangehörigkeit beschränkt ist. Auch Geiser/Jametti 
Greiner (BSK, Internationales Privatrecht, a.a.O., Art. 37 N 9) vertreten die Auffas-
sung, dass iranische oder schweizerische Staatsangehörige, die noch eine andere 
Bürgerschaft besitzen, aber auch schweizerisch-iranische Doppelstaater sowie 
Drittstaater vom Niederlassungsabkommen zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft und dem Kaiserreich Persien nicht erfasst werden. Vorliegend ist 
durch den mit dem Eheschutzgesuch eingereichten Familienausweis (act. II/2) 
erstellt, dass der Ehemann das Bürgerrecht von Chur besitzt und er demzufolge - 
allenfalls neben der iranischen - die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt. 
Damit entfällt eine Anwendung des Niederlassungsabkommens und es greift Art. 
62 Abs. 2 IPRG, wonach die vorsorglichen Massnahmen dem schweizerischen 
Recht unterstehen. Weshalb die Ehefrau mit ihrer Berufung auf diese Rechtslage 
rechtsmissbräuchlich handeln soll (Berufungsantwort S. 9), ist nicht nachvollzieh-
bar. Ob die Ehefrau selber nie Schweizerin werden wollte und sie die Schweiz 
hasst oder nicht, ändert nichts daran, dass der Ehemann sie nach der Heirat zu 
sich in die Schweiz geholt hat und die Ehe in der Schweiz gelebt wurde, weshalb 
es ihr nicht verwehrt sein kann, hier nach der Trennung die ihr nach hiesigem 
Recht zustehenden Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.

4. Y. beantragt in ihrer Berufung die Änderung der Ziffern 1 (Trennungszeit-
punkt), 3 (Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen mit Wirkung ab 12. Oktober 
2011), 4 (Anordnung der Gütertrennung mit Wirkung ab 12. Dezember 2011) und 
6 (Kostenpunkt). Nicht angefochten ist die ihrem Gesuch entsprechende Verpflich-
tung des Ehemannes zur Bezahlung der Krankenkassenprämien 2011 (Ziffer 5), 
welche als Folge des Nichteintretens auf die Berufung des Ehemannes im vorlie-
genden Verfahren nicht mehr zu überprüfen ist. Ebenfalls nicht angefochten wurde 
Ziffer 2, mit welcher die Vorinstanz das Eheschutzverfahren abgeschrieben hat. 
Dies erstaunt insofern, als sich die Ehefrau im Zusammenhang mit der Gütertren-
nung explizit auf den Zeitpunkt der Einreichung des Eheschutzgesuches beruft 
(Berufung S. 8), während die Vorinstanz diesbezüglich auf den Zeitpunkt des Be-
gehrens um Weiterführung des Eheschutzverfahrens als Massnahmeverfahren 

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abstellte (Entscheid E. 8). Die Vorinstanz scheint letzteres als neues Gesuch um 
Erlass vorsorglicher Massnahmen verstanden zu haben, welches an die Stelle des 
früheren, mit der Scheidungsklage hinfällig gewordenen Eheschutzgesuches ge-
treten ist. Damit wurde verkannt, dass die Einreichung der Scheidungsklage ein 
noch hängiges Eheschutzgesuch nicht einfach gegenstandslos macht, sondern 
letzteres in jedem Fall zu Ende zu führen ist. Denn auch wenn die Zuständigkeit 
des Eheschutzrichters nur für die Zeit bis zur Rechtshängigkeit der Scheidungs-
klage gegeben ist, wirkt sein Entscheid - unabhängig davon, ob er vor oder nach 
Einleitung des Scheidungsverfahrens ergangen ist - darüber hinaus, bis der für 
vorsorgliche Massnahmen während der Dauer des Scheidungsverfahrens zustän-
dige Richter, dessen Zuständigkeit seinerseits auf die Zeit nach Rechtshängigkeit 
der Scheidungsklage beschränkt ist, etwas anderes verfügt (Six, a.a.O., Rz. 1.63 f. 
mit Verweis auf BGE 129 III 60, sowie präzisierend neuerdings BGE 138 III 646). 
Soweit das Begehren auf Weiterführung des Eheschutzverfahrens als Massnah-
meverfahren samt den an der Einigungsverhandlung gestellten Anträgen (welche 
notabene nach wie vor den in die Kompetenz des Eheschutzrichters fallenden 
Zeitraum vor Rechtshängigkeit der Scheidungsklage betrafen) überhaupt als 
selbständiges Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen und nicht bloss als 
durch neue Tatsachen (Stellenantritt, bereits erbrachte Unterhaltsleistungen) be-
dingte Änderung des ursprünglichen Eheschutzgesuches gemeint war, hätte da-
her streng genommen ein neues Verfahren eröffnet werden müssen, welches in 
der Folge mit dem pendenten Eheschutzverfahren vereinigt und durch einen ge-
meinsamen Entscheid (für den ganzen Zeitraum seit Einreichung des Eheschutz-
gesuches) hätte erledigt werden können (Six, a.a.O., Rz. 1.66). Die Abschreibung 
des Eheschutzverfahrens erweist sich demzufolge als falsch, ist jedoch mangels 
formeller Anfechtung durch die Ehefrau, die sich auch in der Berufungsbegrün-
dung nirgends zu der vorstehenden Problematik äussert, für das Berufungsverfah-
ren als gegeben hinzunehmen. Auf die Konsequenzen für die Beurteilung der Be-
rufungsanträge der Ehefrau wird im Sachzusammenhang zurückzukommen sein.

5. Art. 276 ZPO regelt die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen im 
Scheidungsverfahren. Gemäss Art. 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO finden die Bestimmun-
gen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft und damit die 
Art. 271 ff. ZPO sinngemäss Anwendung. Für die vorsorglichen Massnahmen gilt 
damit wie unter dem bisherigen Recht, dass diese in einem raschen Verfahren 
erlassen werden müssen. Es kommen mithin die Vorschriften über das summari-
sche Verfahren unter Einbezug der Art. 272 und Art. 273 ZPO zur Anwendung 
(Beatrice van de Graaf in: Paul Oberhammer [Hrsg.] Kurzkommentar ZPO, Basel 

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2010, Art. 276 N 3). Art. 272 ZPO statuiert im Sinne der Wahrheitsfindung im Fa-
milienprozess die Untersuchungsmaxime für sämtliche eherechtlichen Verfahren 
im summarischen Verfahren. Dies steht im Gegensatz zu Art. 277 ZPO, der für 
das Scheidungsverfahren im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung 
und des nachehelichen Unterhalts den Verhandlungsgrundsatz vorsieht. Im Be-
reich des vorliegend im Streite liegenden vorsorglichen Ehegattenunterhalts gilt 
dabei der sogenannte beschränkte oder soziale Untersuchungsgrundsatz. Das 
Gericht hat den Sachverhalt nicht von Amtes wegen zu erforschen, sondern ledig-
lich festzustellen. Dafür hat es durch entsprechende Fragen und Aufforderungen 
auf die Vervollständigung des Sachverhalts hinzuwirken. Im Übrigen obliegt es 
den Parteien, das Tatsächliche des Rechtsstreits darzulegen und – soweit erfor-
derlich – zu belegen (Roland Fankhauser, Das Scheidungsverfahren nach neuer 
ZPO, fampra.ch 2010, S. 257 mit Hinweis; Sutter-Somm/Vontobel, in Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 272 N 14; Stefanie Pfänder Bau-
mann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 272 N 5). Als Beweismass 
genügt dabei hinsichtlich der behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftma-
chen (Art. 261 Abs. 1 ZPO; Annette Dolge, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 
DIKE-Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 
2011, Art. 276 N 14; Sutter-Somm/Vontobel, a.a.O., Art. 271 N 12). Als Folge der 
beschränkten Untersuchungsmaxime galt gemäss bisheriger Praxis der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden, dass auch die Berufungsinstanz in 
analoger Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO neue Tatsachen und/oder neue 
Beweismittel bis zum Beginn der Urteilsberatung zu berücksichtigen hat und die in 
Art. 317 ZPO statuierte Novenbeschränkung nicht zum Tragen kommt (vgl. zuletzt 
Urteil des Kantonsgerichts ZK1 12 3 vom 15. März 2012, E. 2 mit Verweis auf 
Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 317 N 14 und Spühler, a.a.O., Art. 317 N 7). Diese Pra-
xis kann in Anbetracht von BGE 138 III 625 jedenfalls in Verfahren mit beschränk-
ter Untersuchungsmaxime nicht mehr aufrecht erhalten werden. Künftig können 
Noven im Berufungsverfahren demnach nur noch unter den Voraussetzungen von 
Art. 317 ZPO zugelassen werden, wobei von der einbringenden Partei - ausser in 
offensichtlichen Fällen - jeweils darzulegen ist, dass die Voraussetzungen erfüllt 
sind. Im vorliegenden Fall stellen die vom Ehemann eingereichten Urkunden - mit 
Ausnahme der Privatkreditverträge (act. C.5 und C.6), welche allerdings bereits 
bei den Akten der Vorinstanz sind (Eheschutzverfahren act. III.10/12) - echte No-
ven dar und sind daher grundsätzlich zuzulassen. Für die Entscheidfindung sind 
diese aber ohnehin irrelevant.

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6.a) Zum anlässlich der Einigungsverhandlung erneuerten Begehren der Ehe-
frau, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit Mai 2011 getrennt 
leben, hat die Vorinstanz erwogen, dass nicht klar erstellt sei, seit wann die Par-
teien ununterbrochen getrennt leben würden. Insbesondere die Tatsache, dass die 
Parteien das bereits seit dem 13. Dezember 2011 rechtshängige Eheschutzver-
fahren am 6. März 2012 hätten sistieren lassen und erst Ende August 2012 durch 
die Ehefrau eine Scheidungsklage eingereicht worden sei, mache es nicht möglich 
einen Trennungszeitpunkt nachzuweisen. Die einzige eindeutige Komponente in 
dieser Sache sei die Scheidungsklage der Ehefrau, datierend vom 24. August 
2012, weshalb das Gericht feststelle, dass die Parteien seit diesem Zeitpunkt be-
rechtigt seien, getrennt zu leben (Entscheid E. 7a). Aufgrund derselben Überle-
gungen hat die Vorinstanz dem Begehren der Ehefrau um rückwirkende Zuspre-
chung von Unterhaltsbeiträgen nicht entsprochen (Entscheid E. 7b/bb am Ende). 
Diesbezüglich erhebt die Ehefrau in ihrer Berufung den Vorwurf einer unrichtigen, 
den Untersuchungsgrundsatz missachtenden Sachverhaltsfeststellung. Aufgrund 
der Angaben der Parteien in den Rechtsschriften des Eheschutzverfahrens sei 
von beiden Seiten anerkannt gewesen, dass sie bereits damals getrennt gelebt 
hätten. Anhaltspunkte für eine Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens 
habe es keine gegeben und hätten auch aus der Sistierung des Eheschutzverfah-
rens nicht abgeleitet werden können. Bei allfälligen Zweifeln des Vorderrichters 
hätte er die Parteien im Sinne von Art. 272 ZPO befragen müssen, was nicht ge-
schehen sei (Berufung S. 7). Der Ehemann stellt sich in seiner Berufungsantwort 
(S. 2 f.) hingegen auf den Standpunkt, die Parteien würden in Tat und Wahrheit 
bereits seit April 2010 getrennt leben. Es sei aber richtig, dass er es im vorinstanz-
lichen Verfahren offen gelassen habe, ab wann die Parteien tatsächlich getrennt 
leben würden. Da beide Parteien eine Ehescheidungsklage instanziert hätten, stel-
le das konkrete Trennungsdatum ohnehin keine relevante Grösse mehr dar. Von 
ihm aus könne aber ohne weiteres festgestellt werden, dass die Parteien seit Mai 
2011 getrennt leben würden, obwohl dies weder mit der Realität übereinstimme, 
noch die Ehefrau an einer solchen Feststellung ein Rechtsschutzinteresse habe.

b) Aufgrund der Äusserungen beider Parteien im Berufungsverfahren steht 
fest, dass die Parteien seit Mai 2011 ununterbrochen getrennt leben. Für die - so-
weit aktenkundig - erstmals in der Berufungsantwort erhobene und nicht näher 
substantiierte Behauptung eines früheren Trennungszeitpunkts gibt es in den Ak-
ten keinerlei Anhaltspunkte. Vielmehr steht sie in Widerspruch zur eigenen Dar-
stellung des Ehemannes, im März 2011 zwei Wochen gemeinsame Ferien im Iran 
gebucht und sich wegen der in dieser Zeit erfolgten Hospitalisierung des Vaters 

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kurz nach der Rückkehr zu einer erneuten gemeinsamen Reise in den Iran ent-
schlossen zu haben. Umgekehrt ist nicht ersichtlich, weshalb die Vorinstanz aus 
der blossen Sistierung des Eheschutzverfahrens auf eine mögliche Wiederauf-
nahme des gemeinsamen Haushaltes geschlossen hat, zumal die anschliessen-
den Scheidungsklagen der Parteien eher gegen eine zwischenzeitliche Wieder-
annäherung sprechen und sich auch der Ehemann nie auf eine Wiederaufnahme 
des Zusammenlebens berufen zu haben scheint. Aus seiner Stellungnahme vom 
20. Januar 2012 geht stattdessen hervor, dass er die eheliche Wohnung bereits 
aufgegeben hatte und er zur fraglichen Zeit bei seiner Mutter wohnte, was durch 
die eingereichten Lohnabrechnungen, in welchen ab August 2011 die neue Adres-
se figurierte, bestätigt wird. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz anstelle des Zeit-
punkts des tatsächlichen Getrenntlebens, wie von der Ehefrau beantragt, die Be-
rechtigung zum Getrenntleben festgestellt hat, weshalb die angefochtene Ziffer 1 
auch wegen Verletzung der Dispositionsmaxime aufzuheben ist. Beizupflichten ist 
dem Ehemann allerdings darin, dass an der selbständigen Feststellung des Zeit-
punkts des Getrenntlebens gar kein schützenswertes Interesse besteht. Soweit 
der Zeitpunkt der Trennung für eine auf Art. 114 ZGB gestützte Scheidungsklage 
relevant ist, ist ein allfälliges Feststellungsinteresse mit dem beidseits geäusserten 
Scheidungswunsch hinfällig geworden. Der Zeitpunkt des Getrenntlebens kann 
sodann für den Beginn der Unterhaltspflicht von Bedeutung sein, falls vom belang-
ten Ehegatten die Dauer des Getrenntlebens bestritten wird. Jedoch besteht auch 
dann kein eigenständiges Feststellungsinteresse, da dieses im Leistungsbegehren 
auf Unterhaltszahlungen untergeht. Fehlt es an einem rechtlich geschützten Inter-
esse an der Feststellung des Zeitpunkts des Getrenntlebens, ist auf das entspre-
chende Begehren nicht einzutreten (Six, a.a.O., Rz. 2.03 f.).

c) Die Gründe für die Trennung werden von den Parteien unterschiedlich ge-
schildert. Die Ehefrau macht insbesondere geltend, dass ihr der Ehemann, 
während eines gemeinsamen Ferienaufenthalts im Iran im Frühjahr 2011, den 
Pass sowie den Ausländerausweis B weggenommen habe. Er habe verhindern 
wollen, dass sie weiter in der Schweiz lebe. Der Ehemann sei daraufhin alleine in 
die Schweiz zurückgereist und habe die Ehefrau gegen ihren Willen im Iran 
zurückgelassen. Erst nachdem die Schweizer Botschaft in Teheran, die Fremden-
polizei Graubünden sowie weitere iranische Behörden die Situation abgeklärt hät-
ten, sei es ihr im Oktober 2011 möglich gewesen, wieder in die Schweiz zurückzu-
reisen. Der Ehemann führt hingegen aus, dass die Ehefrau ihm während ihres 
gemeinsamen Aufenthalts im Iran mitgeteilt habe, dass sie definitiv nicht mehr in 
die Schweiz zurückkehren werde. Die Mutter der Ehefrau habe ihm gegenüber 

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darauf bestanden, dass er sich von ihrer Tochter trenne. Aus diesem Grund habe 
der Ehemann, mit dem Einverständnis der Ehefrau, ihren Pass sowie den Auslän-
derausweis B mit sich in die Schweiz genommen. Diesbezüglich bleibt festzuhal-
ten, dass die Darstellung des Ehemannes wenig glaubhaft erscheint. Es ist insbe-
sondere nicht nachvollziehbar, weshalb die Ehefrau ihrem Ehemann den Reise-
pass mit in die Schweiz gegeben haben soll. Auch die Tatsache, dass die Ehefrau 
aktenkundig bereits im Juni 2011 anwaltliche Hilfe zur Organisation ihrer Rückkehr 
in die Schweiz in Anspruch genommen hat (Scheidungsverfahren act. II/11), 
spricht gegen die Darstellung des Ehemannes. Letztlich können die Gründe für die 
Trennung aber ohnehin offen gelassen werden, da jedenfalls im Zeitpunkt des 
Eheschutzgesuches eine Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens auch 
für den Ehemann nicht mehr in Frage kam und selbst für den Fall, dass die Tren-
nung ursprünglich von der Ehefrau gewünscht worden sein sollte, von einer be-
gründeten Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes im Sinne von Art. 176 ZGB 
auszugehen wäre. Nach neuerer Lehre und Rechtsprechung wird in Fällen, in de-
nen sich der Trennungswille durch Aufhebung des gemeinsamen Haushalts be-
reits manifestiert hat, nämlich regelmässig eine ernsthafte eheliche Störung be-
jaht, welche gleichzeitig als zum Getrenntleben berechtigende Gefährdung der 
Persönlichkeit gilt (Art. 175 ZGB; Six, a.a.O., Rz. 2.01 mit weiteren Hinweisen). 
Soweit der Ehemann mit seinen Ausführungen zu den Umständen der Trennung 
darauf abzielen sollte, die Voraussetzungen für Massnahmen gemäss Art. 176 
ZGB in Frage zu stellen, sind diese bereits an dieser Stelle zurückzuweisen.

7.a) Die Ehefrau beantragt ferner, die Gütertrennung rückwirkend auf den 12. 
Dezember 2011 anzuordnen, und begründet dies ausschliesslich damit, dass sie 
zu diesem Zeitpunkt das Eheschutzgesuch eingereicht habe. Die Gütertrennung 
wird nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB angeordnet, wenn dies ein Ehegatte bean-
tragt und es „die Umstände rechtfertigen“. Es muss also kein wichtiger Grund wie 
in Art. 185 ZGB vorliegen. Dient die Auflösung des gemeinsamen Haushalts der 
Vorbereitung der Scheidung, besteht in der Praxis die Tendenz, die Gütertrennung 
anzuordnen, denn bei dauerhafter Auflösung des gemeinsamen Haushaltes exis-
tiert zwischen den Ehegatten keine Schicksalsgemeinschaft mehr und es liegt kein 
hinreichender Grund mehr vor, die engen wirtschaftlichen Bindungen, die durch 
Errungenschaftsbeteiligung und Gütergemeinschaft bestehen, gegen den Willen 
eines Ehegatten aufrecht zu erhalten (Heberlein/Bräm, in: Breitschmid/Rumo-
Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Fami-
lienrecht inkl. Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 
2012, Art. 176 N 8; Vetterli, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Schei-

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dung, Band I: ZGB, 2. Auflage, Bern 2011, Art. 176 N 41). Die Ehefrau lässt bei 
ihrem Antrag jedoch ausser Acht, dass die Vorinstanz das Begehren um Weiter-
führung des Eheschutzverfahrens als selbständiges Gesuch um Erlass vorsorgli-
cher Massnamen behandelte und zum Anlass nahm, das Eheschutzverfahren ab-
zuschreiben. Ein Rückbezug der Wirkungen der im Massnahmeverfahren ange-
ordneten Gütertrennung auf den Zeitpunkt der Einreichung des Eheschutzgesu-
ches ist damit an sich ausgeschlossen. Vorliegend hat der Ehemann in seiner Be-
rufungsantwort (S. 4) allerdings ausdrücklich ausgeführt, gegen die Anordnung der 
Gütertrennung mit Wirkung ab 12. Dezember 2011 nichts einzuwenden zu haben. 
Von diesem Zugeständnis kann Vormerk genommen werden mit der Folge, dass 
Ziffer 4 des Dispositivs des angefochtenen Entscheides aufgehoben und entspre-
chend dem einvernehmlich bestimmten Stichtag neu gefasst wird (Six, a.a.O., Rz. 
2.196).

b) Was das vom Ehemann thematisierte Verhältnis des hiesigen Entscheides 
mit dem von der Ehefrau im Iran anhängig gemachten Verfahren betreffend Mor-
gengabe betrifft, ist vorab festzuhalten, dass die als vorsorgliche Massnahme er-
gangene Anordnung der Gütertrennung noch keinen definitiven Entscheid darüber 
beinhaltet, ob die güterrechtlichen Verhältnisse dem schweizerischen Recht unter-
stehen. Diese Frage wird - die internationale Zuständigkeit der schweizerischen 
Gerichte vorausgesetzt - im Hauptverfahren gestützt auf Art. 63 Abs. 2 IPRG in 
Verbindung mit Art. 52-57 IPRG zu entscheiden sein. Die Anwendung des schwei-
zerischen Rechts wird nur insoweit in Betracht kommen, als die Vereinbarung im 
„Ehevertrag“ der Parteien (Eheschutzverfahren act. II/9: lit. A der „Marriage Terms 
and Conditions“) keine Rechtswahl im Sinne von Art. 52 f. IPRG beinhaltet. Solan-
ge die Anwendung des schweizerischen Rechts nicht offensichtlich ausgeschlos-
sen ist, muss die Anordnung der Gütertrennung indessen zulässig sein. Einer sol-
chen steht auch das im Iran hängige Verfahren auf Zahlung der im „Ehevertrag“ 
vereinbarten Morgengabe („Marriage Portion“) nicht entgegen. Deren Rechtsnatur 
und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die von der Ehefrau geltend 
gemachten unterhalts- und güterrechtlichen Ansprüche werden ebenfalls im 
Hauptverfahren zu klären sein, soweit hierfür eine schweizerische Zuständigkeit 
gegeben ist. 

8.a) Zur Hauptsache wendet sich die Ehefrau mit ihrer Berufung gegen die Ab-
weisung ihrer Unterhaltsbegehren für die Zeit ab ihrer Rückkehr in die Schweiz bis 
zur Einreichung der Scheidungsklage. Die Vorinstanz führte dazu aus, dass es 
gemäss Art. 173 Abs. 3 ZGB grundsätzlich möglich sei, einen Unterhaltsbeitrag 
bis ein Jahr rückwirkend vor Einreichung des Begehrens zu verlangen. Weil aber 

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einerseits die Aussagen der Parteien betreffend Zeitpunkt der Aufnahme des Ge-
trenntlebens stark divergieren würden und ein eindeutiger Trennungszeitpunkt 
nicht ausgewiesen sei und andererseits die Scheidungsklage erst am 24. August 
2012 beim Bezirksgericht Plessur rechtshängig gemacht sowie das Eheschutzver-
fahren auf Gesuch der Parteien bis am 30. September 2012 sistiert worden sei, 
müsse das Gericht davon ausgehen, dass sich die Parteien bezüglich Bestreitung 
des ehelichen Unterhalts bis dahin einig gewesen seien. Entsprechend würden 
der Ehefrau Unterhaltsbeiträge erst ab dem Datum der Scheidungsklage, also ab 
dem 24. August 2012 gewährt (Entscheid E. 7b/bb am Ende). Diese Begründung 
der Vorinstanz vermag tatsächlich nicht zu überzeugen. Wie bereits dargelegt, 
bestand kein Grund, am tatsächlichen Getrenntleben der Parteien zu zweifeln. 
Ebenso wenig durfte die Vorinstanz aus der Sistierung des Eheschutzverfahrens 
auf eine zeitweilige Einigkeit der Parteien in der Unterhaltsfrage schliessen. An der 
Einigungsverhandlung hat die Ehefrau den bereits im Eheschutzverfahren gestell-
ten Antrag auf Zusprechung von monatlich Fr. 3‘500.-- ab 12. Oktober 2011 wie-
derholt und mit Rücksicht auf die zwischenzeitlich aufgenommene eigene Er-
werbstätigkeit mit Wirkung ab 1. Mai 2012 auf monatlich Fr. 2‘700.-- reduziert, un-
ter Anrechnung der bereits erbrachten Zahlungen von total Fr. 5‘000.-- in der Zeit 
von März 2012 bis September 2012 durch den Ehemann. Aus dem Antrag geht 
ohne weiteres hervor, dass die Ehefrau die während der Sistierung des Ehe-
schutzverfahrens erbrachten Leistungen nicht als ausreichend erachtete und aus 
ihrer Sicht damit keine einvernehmliche Regelung erfolgt war. Der Ehemann sei-
nerseits hat im Rahmen der Einigungsverhandlung die Unterhaltspflicht in 
grundsätzlicher Hinsicht bestritten und in diesem Zusammenhang auch ausge-
führt, dass die Ehefrau bereits mehrmals Geld von ihm bekommen habe (Schei-
dungsverfahren act. IV/13; Entscheid S. 3). Das Bestehen einer aussergerichtli-
chen Einigung hat er indessen nicht geltend gemacht. Auch im Berufungsverfah-
ren hat er keine dahingehenden Einwendungen erhoben. Das Begehren auf rück-
wirkende Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen ist daher zu prüfen, zumal mit der 
Abschreibung des Eheschutzverfahrens die Sperrwirkung für die Zeit vor Rechts-
hängigkeit der Scheidungsklage dahingefallen und eine rückwirkende Zuspre-
chung damit auch im Rahmen vorsorglicher Massnahmen möglich ist (BGE 129 III 
60 E. 3). Die bisherige Rechtsprechung zu dieser Frage bezieht sich zwar auf Art. 
137 Abs. 2 letzter Satz aZGB, der anders als dessen übrige Absätze nicht in Art. 
276 ZPO überführt wurde, gilt indessen auch unter dem neuen Recht (Annette 
Spycher, in: Hausheer/Walter, Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozess-
ordnung, Band II, Bern 2012, Art. 276 N 1).

Seite  22 — 34

b) Was die beantragte Höhe der Unterhaltsbeiträge betrifft, geht die Ehefrau in 
Anlehnung an die Unterhaltsbemessung der Vorinstanz für die Zeit ab Rechtshän-
gigkeit der Scheidungsklage davon aus, dass beide Parteien ungefähr denselben 
Grundbedarf von rund Fr. 3‘040.-- hätten und der resultierende Einkommensüber-
schuss hälftig zu teilen sei (Berufung S. 10 ff.). In rechtlicher Hinsicht stützt sie 
sich dabei auf ihren Unterhaltsanspruch gemäss Art. 163 und 164 ZGB, welcher 
den Ehegatten auch nach Einleitung des Scheidungsverfahrens einen Anspruch 
auf die gleiche Lebenshaltung gewährleiste (Replik S. 8 f.). Der Ehemann vertritt 
in der Berufungsantwort (S. 5) dagegen den Standpunkt, dass der Grundbedarf 
der Ehefrau maximal Fr. 2‘000.-- bis 2‘200.-- pro Monat betrage und sie bei einem 
hypothetischen Einkommen von Fr. 3‘500.--, welches sie sich als junge, gesunde 
und kinderlose Frau anrechnen zu lassen habe, ohne weiteres selber für ihren 
Unterhalt aufkommen könne. Damit spricht er sich zumindest sinngemäss gegen 
eine Unterhaltsbemessung anhand der Methode der Bedarfsberechnung mit 
Überschussteilung aus. In seiner Duplik (S. 3) wehrt er sich sodann explizit gegen 
eine hälftige Aufteilung des Überschusses, wobei er einerseits geltend macht, vor-
derhand auch noch die Steuern für die Ehefrau zu bezahlen, und andererseits 
einwendet, dass mit der Aufteilung des Überschusses die güterrechtliche Ausein-
andersetzung vorweggenommen und ihm die Finanzierung der von der Ehefrau 
abverlangten Morgengabe verunmöglicht würde.

c) Nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB, der sowohl nach bisherigem (Art. 137 
aZGB) als auch nach neuem Recht (Art. 276 ZPO) beim Erlass vorsorglicher 
Massnahmen während des Scheidungsverfahrens sinngemäss anwendbar ist, 
setzt der Richter die Geldbeträge fest, die der eine Ehegatte dem anderen schul-
det. Während der Dauer der Ehe müssen beide Ehegatten, ein jeder nach seinen 
Möglichkeiten (Art. 163 Abs. 1 ZGB), für die zusätzlichen Kosten aufkommen, die 
durch die Führung zweier paralleler Haushalte verursacht werden. Beide Ehegat-
ten haben während der ganzen Dauer der Ehe Anspruch auf grundsätzlich gleiche 
Teilhabe an der bisherigen Lebenshaltung. Das Gesetz schreibt dem Sachrichter 
keine bestimmte Methode zur Unterhaltsbemessung vor. Dieser geniesst im Rah-
men seines grossen Ermessens bei der Unterhaltsfestsetzung denn auch relativ 
weitreichende Freiheiten in der Gewichtung der relevanten Kriterien. Immerhin 
muss er sich gegebenenfalls zur angewandten Methode äussern und diese be-
gründen (Urteil des Bundesgerichts 5A_363/2010 vom 1. Dezember 2010, E. 2.1. 
mit weiteren Hinweisen). Eine in der Lehre befürwortete und grundsätzlich mit dem 
Bundesrecht vereinbare Methode besteht in der Gegenüberstellung der beidseiti-
gen Existenzminima und des Gesamteinkommens mit anschliessender Über-

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schussverteilung. Gemäss dieser Methode wird, wenn das Gesamteinkommen der 
Ehegatten das (um gewisse Positionen erweiterte) betreibungsrechtliche Exis-
tenzminimum der Parteien übersteigt, der Überschuss in der Regel hälftig zwi-
schen den Ehegatten geteilt, es sei denn, ein Ehegatte habe für unmündige Kinder 
zu sorgen oder andere wichtige Gründe würden ein Abweichen vom Grundsatz 
der Gleichbehandlung rechtfertigen. Letzteres kann namentlich bei sehr günstigen 
finanziellen Verhältnissen der Fall sein, wo das vorhandene Einkommen mehr 
ausmacht, als für die Weiterführung der bisherigen Lebenshaltung erforderlich ist. 
In derartigen Fällen ist auch der während der Ehe geschuldete Unterhaltsbeitrag 
anhand einer konkreten Berechnung der für die eheliche Lebenshaltung anfallen-
den Kosten zu bestimmen. Der bis zur Aufhebung des gemeinsamen Haushalts 
geführte Lebensstandard bildet generell – auch bereits während der Dauer des 
Scheidungsprozesses – die obere Schranke für den Unterhaltsanspruch des Ehe-
gatten. Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Ehegatten bei der Regelung des 
Getrenntlebens darf nicht dazu führen, dass über den Umweg der hälftigen Tei-
lung des den Ehegatten insgesamt zustehenden Einkommens eine Vermögens-
verschiebung eintritt, welche die güterrechtliche Auseinandersetzung vorwegneh-
men würde (Urteil des Bundesgerichts 5A_515/ 2008 vom 1. Dezember 2008, E. 
2.1, mit Verweis auf BGE 114 II 26, BGE 126 III 8 E. 3c, BGE 119 II 314 E. 4b/bb, 
BGE 115 II 424 E. 3 und BGE 118 II 376 E. 20b). 

d) Vorliegend hat sich die Vorinstanz – wie dies in Graubünden bei der Be-
messung von Unterhaltsbeiträgen sowohl im Rahmen von Eheschutzverfahren als 
auch bei Erlass vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren einer weit 
verbreiteten Praxis entspricht – ebenfalls für die Anwendung der sog. Methode 
des Existenzminimums mit Überschussteilung entschieden, wogegen grundsätz-
lich nichts einzuwenden ist. Dies bedeutet aber nicht, dass für den vorliegend strit-
tigen Zeitraum einfach auf die Unterhaltsfestsetzung der Vorinstanz für die Zeit ab 
Rechtshängigkeit der Scheidungsklage abzustellen ist. Letztere kann aufgrund 
des Verbotes der reformatio in peius zwar nicht mehr geändert werden, immerhin 
fällt aber auf, dass die Ehefrau mit dem zugesprochenen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
2‘700.-- und dem eigenen Einkommen von durchschnittlich knapp Fr. 1‘900.-- er-
heblich mehr Mittel zur Verfügung stehen dürften als während des ehelichen Zu-
sammenlebens. Wie aus den Akten (Eheschutzverfahren act. III/6-7) hervorgeht, 
wurde dem Ehemann erst kurz vor der Trennung eine markante Lohnerhöhung 
gewährt. Im Jahre 2010 lag sein Nettoeinkommen (samt 13. Monatslohn und Er-
folgsanteil) noch lediglich bei etwa Fr. 6‘500.-- pro Monat (Eheschutzverfahren act. 
III/9). Davon wurde nachweislich ein Betrag von Fr. 712.80 für die Rückzahlung 

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und Verzinsung des im Jahre 2009 eingegangenen Privatkredits verwendet (Ehe-
schutzverfahren act. III/12-13), womit noch rund Fr. 5‘800.-- für die Bestreitung 
des ehelichen Unterhaltes verblieben. Bei einem Grundbedarf von schätzungswei-
se Fr. 4‘300.--, bestehend aus dem Grundbetrag von Fr. 1‘700.--, einem ange-
messenen Betrag für Wohnkosten in der Grössenordnung von Fr. 1‘600.--, Kran-
kenkassenprämien von Fr. 640.-- (Eheschutzverfahren act. II/10) und der für ein 
steuerbares Einkommen von Fr. 63‘000.-- berechneten Steuerlast von monatlich 
ca. Fr. 430.--, resultierte ein gemeinsamer Überschuss von Fr. 1‘500.--, was in 
etwa dem von der Vorinstanz errechneten Überschussanteil für einen Ehegatten 
alleine entspricht. Diesem Umstand hätte bei der Verteilung des Überschusses an 
sich Rechnung getragen werden müssen, denn die Aufteilung des Überschusses 
soll die Beibehaltung der bisherigen Lebenshaltung ermöglichen. Soweit vor der 
Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes ein Teil des Einkommens nicht dem 
Unterhalt, sondern der Vermögensbildung (welche auch in Form der Schuldentil-
gung erfolgen kann) diente und die Mehrkosten des Getrenntlebens gedeckt sind, 
darf keine unbeschränkte Aufteilung des Überschusses stattfinden. Denn ein über 
die Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards hinausgehender Anspruch 
auf Teilhabe am Einkommen des anderen Ehegatten besteht nicht (Six, a.a.O., 
Rz. 2.171 sowie PKG 2010 Nr. 19 E. 14 mit weiteren Hinweisen). Zumindest für 
den vorliegend strittigen Zeitraum ist daher eine den Verhältnissen vor der Tren-
nung angemessene Aufteilung des Überschusses vorzunehmen. Zu beachten ist 
ausserdem, dass bei rückwirkender Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen in ver-
stärktem Masse auf die tatsächlich angefallenen Lasten Rücksicht zu nehmen ist 
und eine Anrechnung hypothetischer Bedarfspositionen für einen in der Vergan-
genheit liegenden Zeitraum im Allgemeinen nicht gerechtfertigt ist (Urteil des Bun-
desgerichts 5A_62/2007 vom 24. August 2007, E. 7).

e) Die Ehefrau macht sowohl für sich als auch für den Ehemann einen Grund-
bedarf von Fr. 3‘042.65 geltend, nämlich einen Grundbetrag von Fr. 1‘200.--, einen 
Mietzins von Fr. 1‘200.--, Krankenkassenprämien von Fr. 342.65 und Steuern von 
Fr. 300.--. Was ihre eigenen Mietkosten betrifft, wird seitens des Ehemannes in-
dessen zu Recht eingewendet, dass sie für ihr Zimmer im Hotel Schweizerhaus 
viel weniger zu bezahlen hatte. Durch den schon vor der Vorinstanz eingelegten 
Leistungsentscheid der Stadt Chur (Eheschutzverfahren act. II/4) sind Wohnkos-
ten von Fr. 660.-- ausgewiesen. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb ein höherer 
Betrag als der tatsächliche angerechnet werden sollte. Aber auch auf Seiten des 
Ehemannes fielen in fraglichem Zeitraum keine derart hohen Mietkosten an. 
Gemäss Stellungnahme vom 20. Januar 2012 wohnte er in der fraglichen Zeit bei 

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seiner Mutter, welcher er monatlich zwischen Fr. 500.-- und 1‘000.-- bezahlte. Da 
jedoch entsprechende Zahlungsbelege fehlen, ist dem Ehemann unter dem As-
pekt der Gleichbehandlung auch ein Betrag von Fr. 660.-- für Wohnkosten zuzu-
gestehen. Hinsichtlich der Krankenkassenprämien gilt zu beachten, dass der 
Ehemann gemäss Ziffer 5 des vorinstanzlichen Entscheides zur separaten Bezah-
lung von Fr. 2‘738.80 für die im Jahre 2011 angefallenen Prämien der Ehefrau 
(KVG und VVG) verpflichtet wurde. Demzufolge sind die Krankenkassenprämien 
nicht nochmals im Bedarf der Ehefrau, sondern in demjenigen des Ehemannes 
anzurechnen (auf 10 Monate verteilt Fr. 270.-- pro Monat). Im Jahre 2012 waren 
sodann die Krankenkassenprämien der Ehefrau durch die individuelle Prämien-
verbilligung gedeckt (Scheidung act. II/10), weshalb auch für dieses Jahr eine An-
rechnung entfallen muss. Für den Ehemann sind Prämien von Fr. 322.10 ausge-
wiesen (Eheschutzverfahren act. III/17). Unter vorläufiger Ausklammerung der 
Steuern belief sich der Grundbedarf der Ehefrau im vorliegend zur Diskussion ste-
henden Zeitraum demzufolge auf Fr. 1‘860.--, während beim Ehemann ein Grund-
bedarf von gerundet Fr. 2‘450.-- zu berücksichtigen ist. Zu weiteren Bedarfspositi-
onen wie etwa den vor Vorinstanz als notwendige Berufsauslage geltend gemach-
ten Autokosten äussert sich der Ehemann im Berufungsverfahren nicht mehr, 
weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Mit Bezug auf die Steuern stellt sich 
der Ehemann auf den Standpunkt, dass solche im Grundbedarf bekanntlich nicht 
berücksichtigt würden (Berufungsantwort S. 4 f.). Damit scheint er auf die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung Bezug zu nehmen, welche eine Anrechnung der 
Steuerlast im Grundbedarf bei knappen finanziellen Verhältnissen ausschliesst 
(BGE 127 III 289). Bei ausreichenden Verhältnissen, wie sie auch vorliegend ge-
geben sind, werden Steuern dagegen praxisgemäss berücksichtigt, sei dies durch 
Hinzurechnung zum Grundbedarf oder aber im Rahmen der Aufteilung des Über-
schusses (in diesem Sinne Six, a.a.O., Rz. 2.166). Von letzterem geht offenbar 
auch der Ehemann aus, der gegen die hälftige Teilung des Überschusses unter 
anderem einwendet, dass er vorderhand auch noch die Steuern der Ehefrau be-
zahle (Duplik S. 3). Diese neue, nicht näher substantiierte Behauptung ist im Beru-
fungsverfahren nicht mehr zu hören. Es liegt indessen auf der Hand, dass für den 
vorliegend zu beurteilenden Zeitraum entgegen der Darstellung der Ehefrau nicht 
von einer gleichmässigen steuerlichen Belastung der Ehegatten ausgegangen 
werden kann. Im Steuerrecht ist bekanntlich der Ende Jahr bestehende Zivilstand 
massgebend für die Besteuerung der gesamten Steuerperiode. Somit werden die 
sich im Laufe eines Jahres trennenden Ehegatten für das gesamte Jahr getrennt 
besteuert. Der Ehemann hatte daher im Jahre 2012 die Steuern für das gesamte 
Einkommen des Jahres 2011 - und zwar neu zum höheren Alleinstehendentarif - 

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zu entrichten. Ausgehend von einem im Vergleich zu 2010 um rund Fr. 15‘000.-- 
höheren steuerbaren Einkommen (Lohnerhöhung, Wegfall der Abzüge für Ehe-
frau), für welches der Online-Rechner der kantonalen Steuerverwaltung eine 
Steuerlast von gesamthaft über Fr. 12‘000.-- ausweist, ist die monatliche Steuer-
belastung des Ehemannes für den fraglichen Zeitraum daher auf rund Fr. 1‘000.-- 
zu veranschlagen. Die Ehefrau hatte dagegen im Jahre 2012 noch gar keine 
Steuern zu entrichten, so dass ihr höchstens die Rückstellungen für die im Folge-
jahr fällig werdenden Steuern angerechnet werden können. Dabei ist zu berück-
sichtigen, dass auf den im Jahr 2012 erzielten Einkünften (eigenes Einkommen 
und bereits bezahlte Unterhaltsbeiträge) noch keine nennenswerten Steuern anfal-
len, weshalb lediglich den auf den nachzubezahlenden Unterhaltsbeiträgen fällig 
werdenden Steuern Rechnung zu tragen ist. Dafür erscheint etwa die Hälfte des 
geltend gemachten Betrages als ausreichend. Der jeweilige Grundbedarf erhöht 
sich dem Gesagten zufolge auf Fr. 2‘000.-- für die Ehefrau und auf Fr. 3‘450.-- für 
den Ehemann. In Zusammenhang mit seinem Bedarf verweist der Ehemann in 
seiner Berufungsantwort (S. 6) weiter auf zwei Privatkreditverträge aus den Jahren 
2009 und 2011, deren Verwendung für gemeinsame Zwecke er bereits im vor-
instanzlichen Verfahren dargelegt habe. Sinngemäss hält er daran fest, dass die 
entsprechenden Kreditraten bei seinem Bedarf zu berücksichtigen seien. Was den 
im November 2011 aufgenommenen Kredit von Fr. 20‘000.-- betrifft, fällt eine An-
rechnung von vornherein ausser Betracht, da dieser erst nach der Aufhebung des 
gemeinsamen Haushalts abgeschlossen wurde und nach der Darstellung des 
Ehemannes in seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2012 der Finanzierung der 
von der Ehefrau im Iran geforderten Bezahlung der Morgengabe gedient haben 
soll. Der andere Kredit im Betrage von Fr. 35‘000.-- datiert hingegen aus der Zeit 
des gemeinsamen Haushaltes und wurde bis Ende 2011 nachgewiesenermassen 
vertragskonform abbezahlt (Eheschutzverfahren act. III/13). Nach der Darstellung 
des Ehemannes wurde dieser Kredit zwecks Unterstützung beider Familien der 
Parteien im Iran eingegangen, während die Ehefrau eine Verwendung für gemein-
same Bedürfnisse in Abrede stellt und - allerdings erstmals in ihrer Replik (S. 14) - 
Vermutungen äussert, dass der Ehemann den Kredit für die Finanzierung eines 
auf den Namen seines Bruders erfolgten Hauskaufes im Iran verwendet habe. Ir-
gendwelche Belege für seine Darstellung konnte der Ehemann - wie die Vorin-
stanz richtig feststellte - nicht vorlegen. Dasselbe gilt indessen für die Darstellung 
der Ehefrau. Unter diesen Umständen scheint es gerechtfertigt, dem Ehemann die 
Mittel für die Rückzahlung des Kredits zumindest insoweit zu belassen, als dies 
ohne Beeinträchtigung der dem ehelichen Standard entsprechenden Lebenshal-

Seite  27 — 34

tung der Ehefrau möglich ist. Darauf wird nach Prüfung des verfügbaren Einkom-
mens zurückzukommen sein. 

f) Die Vorinstanz hat ihrer Unterhaltsberechnung für die Zeit ab dem 24. Au-
gust 2012 ohne nähere Begründung ein Einkommen des Ehemannes von Fr. 
7‘289.40 und ein solches der Ehefrau von Fr. 1‘889.30 zugrunde gelegt. Letzteres 
entspricht in etwa dem in den Monaten Juni bis August 2012 durchschnittlich er-
zielten Nettolohn bei F. (Scheidung act. II/7 [bei korrekter Berechnung resultiert 
ein Betrag von Fr. 1990.65, wovon allerdings noch die Ferienentschädigung in 
Abzug zu bringen wäre: Six, a.a.O., Rz. 2.129]). In ihrer Berufung beziffert die 
Ehefrau ihr Durchschnittseinkommen von Juni bis Oktober 2012 neu mit Fr. 
2‘019.50, setzt in ihrer Berechnung aber wiederum den Betrag von Fr. 1‘889.30 
ein. Erst in der Replik nennt sie ein monatliches Einkommen von Fr. 1‘851.20, wo-
bei sie nunmehr den Abzug der Ferienentschädigung berücksichtigt zu haben 
scheint. Unter diesen Umständen kann für die Zeit ab Mai 2012 von einem 
tatsächlichen Einkommen von gerundet Fr. 1‘900.-- ausgegangen werden. Nicht 
eingegangen ist die Vorinstanz auf den seitens des Ehemannes bereits in der 
Stellungnahme vom 20. Januar 2012 erhobenen Einwand, der Ehefrau sei ein hy-
pothetisches Einkommen anzurechnen, welches weit mehr als „das ihr eheschutz-
rechtlich zustehende Existenzminimum“ abzudecken vermöge. In seiner Beru-
fungsantwort (S. 5) erneuert der Ehemann diesen Einwand und beziffert das der 
Ehefrau hypothetisch anzurechnende Einkommen auf mindestens Fr. 3‘500.--. 
Auch wenn das Vorgehen der Vorinstanz den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV ergeben-
den Begründungsanforderungen wohl kaum genügt, wurde im Ergebnis doch zu 
Recht von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens abgesehen. Ent-
sprechend kommt auch für den vorliegend zu Debatte stehenden Zeitraum eine 
solche nicht in Frage, zumal bei rückwirkender Unterhaltsfestsetzung die Berück-
sichtigung eines hypothetischen Einkommens auf Seiten des Unterhaltsberechtig-
ten grundsätzlich ohnehin ausgeschlossen ist (Urteil des Bundesgerichts 
5P.255/2003 vom 5. November 2003). Wie der Ehemann sodann in der Beru-
fungsantwort selber darlegt, setzt die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens nebst der Zumutbarkeit, welche vorliegend aufgrund von Alter und Gesund-
heit der Ehefrau einerseits sowie der Ehedauer anderseits zweifellos zu bejahen 
ist, auch die tatsächliche Möglichkeit einer (erweiterten) Erwerbstätigkeit voraus 
(BGE 128 III 4 E. 4a). Als Folge davon ist für die erstmalige Aufnahme einer Er-
werbstätigkeit nach einer Ehe mit traditioneller Rollenteilung eine angemessene 
Übergangsfrist zu gewähren, welche je nach konkreten Gegebenheiten bis zu ei-
nem Jahr oder mehr betragen kann (vgl. auch BGE 129 III 421 E. 2.2; Urteil des 

Seite  28 — 34

Bundesgerichts 5A_75/2007 vom 25. Mai 2007; 5A_750/2011 vom 5. Dezember 
2011; 5A_244/2012 vom 10. September 2012). Vorliegend ist unbestritten, dass 
die Ehefrau bis zur Trennung keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Nach der 
Rückkehr aus dem Iran wurde die Ehefrau zunächst von der Stadt Chur unter-
stützt, wobei die Unterstützung an die Auflage der sofortigen Arbeitsbemühungen 
unter Zuhilfenahme der zuständigen Amtsstellen geknüpft wurde. Nach rund 
sechs Monaten konnte die Ehefrau sodann eine Arbeitsstelle antreten, wenn auch 
noch ohne garantiertes Arbeitspensum. Für eine Frau ausländischer Herkunft oh-
ne Berufserfahrung in der Schweiz und - soweit aktenkundig - ohne besondere 
berufliche Qualifikationen hat sie ihre Möglichkeiten ausgeschöpft. Demnach sind 
die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens im zu 
beurteilenden Zeitraum nicht gegeben. Allerdings wird sich die Ehefrau weiterhin 
um eine Vollzeitstelle bemühen müssen, um nicht später den Vorwurf einer unge-
nügenden Ausschöpfung ihrer Eigenversorgungskapazität zu riskieren.

Das Einkommen des Ehemannes wird von der Ehefrau in ihrer Berufung auf min-
destens Fr. 7‘000.-- zuzüglich 13. Monatslohn beziffert, wobei der Unterhaltsbe-
rechnung für die Zeit bis April 2012 ein Einkommen von Fr. 7‘000.-- und danach 
ein solches von Fr. 7‘352.60 zugrunde gelegt wurde. Diese Zahlen bewegen sich 
ungefähr im Bereich des von der Vorinstanz eingesetzten Einkommens. Der Ehe-
mann macht geltend, er verdiene nachweislich nur Fr. 6‘660.-- netto pro Monat 
inklusive 13. Monatslohn. Aus den der Vorinstanz eingereichten Lohnabrechnun-
gen (Eheschutzverfahren act. III/8) ergibt sich für das Jahr 2011 - wenn man zu 
seinen Gunsten beim Januarlohn statt von Fr. 6‘000.-- noch vom tieferen Lohn von 
Fr. 5‘650.-- ausgeht - ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 7‘260.--. Darin 
eingeschlossen ist nebst dem 13. Monatslohn auch ein vom Geschäftsergebnis 
abhängiger und teilweise in Aktien ausbezahlter Erfolgsanteil. Bereits im Jahr 
2010 wurde ein solcher Erfolgsanteil ausbezahlt, zumal der Bruttolohn gemäss 
Lohnausweis (Eheschutzverfahren act. III/9) mit Fr. 89‘479.-- um rund Fr. 5‘000.-- 
über dem Soll-Lohn gemäss Arbeitsvertrag (Eheschutzverfahren act. III/6) liegt. 
Entsprechend darf angenommen werden, dass der Ehemann auch für das Jahr 
2012 einen Erfolgsanteil in ähnlicher Grösse erhalten hat, ansonsten er zweifellos 
den mit Berufungsantwort angekündigten Lohnausweis 2012 noch eingereicht hät-
te. Dass er dies unterlassen hat, lässt darauf schliessen, dass damit mindestens 
ein so hohes Einkommen, wie von der Ehefrau geltend gemacht, belegt worden 
wäre. Folglich ist auch für den in Frage stehenden Zeitraum von einem durch-
schnittlichen Einkommen von gerundet Fr. 7‘300.-- auszugehen.

Seite  29 — 34

g) Nach den vorangegangenen Ausführungen beläuft sich der Bedarf der Ehe-
frau auf Fr. 2‘000.-- (Grundbetrag Fr. 1'200.--, Miete Fr. 660.--, Steuern Fr. 140.--) 
und derjenige des Ehemannes auf Fr. 3‘450.-- (Grundbetrag Fr. 1‘200.--, Miete Fr. 
660.--, Krankenversicherungsprämien Fr. 320.--, Nachzahlung Prämien Ehefrau 
Fr. 270.--, Steuern Fr. 1‘000.--), was zu einem Gesamtbedarf beider Ehegatten 
von Fr. 5‘450.-- führt. Diesem Betrag stand in einer ersten Phase das Einkommen 
des Ehemannes von Fr. 7‘300.-- gegenüber, was zu einem Überschuss von Fr. 
1‘850.-- (Fr. 7‘300.-- - Fr. 5‘450.--) führte. Ab Mai 2012 erhöhte sich zufolge der 
Erwerbsaufnahme der Ehefrau das Gesamteinkommen auf Fr. 9‘200.-- (Ehemann 
Fr. 7‘300.--, Ehefrau Fr. 1‘900.--), so dass sich bei gleichbleibendem Bedarf ein 
Überschuss von Fr. 3‘750.-- ergab (Fr. 9‘200.-- - Fr. 5‘450.--). Bei diesen Verhält-
nissen erscheint es gerechtfertigt, dem Ehemann den für die Rückzahlung des 
Privatkredites erforderlichen Betrag von Fr. 712.80 zuzugestehen, bevor der 
Überschuss hälftig geteilt wird. Für die erste Phase wird demnach vom Über-
schuss von Fr. 1‘850.-- die Kreditrate von Fr. 710.-- abgezogen, woraus noch ein 
Betrag von Fr. 1‘140.-- bleibt, welcher hälftig zu teilen ist. Dies führt dazu, dass 
beiden Ehegatten ein Überschussanteil von Fr. 570.-- zusteht (Fr. 1‘140 / 2). Für 
die zweite Phase bedeutet dies, dass vom Überschuss von Fr. 3‘750.-- vorgängig 
ebenfalls die Kreditrate von Fr. 710.-- abzuziehen ist, bevor der Überschuss hälftig 
geteilt wird. Daraus resultiert aus dem Überschuss für jeden Ehegatten ein Anteil 
von Fr. 1‘520.-- (Fr. 3‘040 / 2). Für die Ehefrau ergibt sich damit in der ersten Pha-
se ein Gesamtanspruch von Fr. 2‘570.-- (Fr. 2‘000.-- + Fr. 570.--), was zu einem 
an die Ehefrau zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von monatlich aufgerundet Fr. 
2‘600.-- führt. Für die zweite Phase ergibt sich für die Ehefrau ein Gesamtan-
spruch von Fr. 3‘520.-- (Fr. 2‘000.-- + Fr. 1‘520.--), womit nach Abzug des eigenen 
anrechenbaren Einkommens von Fr. 1‘900.-- ein an die Ehefrau zu entrichtender 
Unterhaltsbeitrag von monatlich gerundet Fr. 1‘600.-- resultiert. Damit hat die Ehe-
frau in der ersten Phase (Gesamtanspruch Fr. 2‘570.--) im Vergleich zum eheli-
chen Lebensstandard zwar eine gewisse Einbusse hinzunehmen, welche in der 
zweiten Phase (Gesamtanspruch Fr. 3‘520.--) indessen kompensiert wird. Weitere 
Abweichungen vom Halbteilungsgrundsatz sind vorliegend nicht gerechtfertigt, da 
der hohe Überschuss hauptsächlich Folge der beidseitigen Einschränkung bei den 
Wohnkosten ist, von welcher indessen beide Ehegatten gleichermassen profitieren 
sollen. Dementsprechend sind die Unterhaltsbeiträge für die Zeit vom 12. Oktober 
2011 bis zum 30. April 2012 auf monatlich Fr. 2‘600.-- und für die Zeit vom 1. Mai 
2012 bis zum 23. August 2012 auf Fr. 1‘600.-- festzusetzen.

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9.a) Die Vorinstanz hat die Kosten nach Massgabe des Obsiegens und Unter-
liegens verteilt, wobei die Nichtgewährung der Rückwirkung für die Unterhaltsbei-
träge und der beantragten Hausratsregelung mit 1/3 gewichtet wurde. Entgegen 
der in der Berufungsantwort vertretenen Auffassung wurde die Abschreibung des 
Eheschutzverfahrens zu Recht nicht zusätzlich zu Lasten der Ehefrau bewertet. 
Bei Abschreibungen können die Kosten gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO nach 
Ermessen verteilt werden, wobei neben den Gründen, die zur Gegenstandslosig-
keit geführt haben, auch der mutmassliche Prozessausgang miteinbezogen wer-
den kann (Viktor Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, Art. 107 N 8). Vorliegend 
erfolgte die Abschreibung des Eheschutzverfahrens wegen weitgehend gleichlau-
tender Anträge im Massnahmeverfahren, in welchem auf die Eingaben der Partei-
en im vorangehenden Verfahren zurückgegriffen werden konnte. Der dort angefal-
lene Aufwand durfte daher dem Massnahmeverfahren zugerechnet und dessen 
Ausgang entsprechend verteilt werden. Unter Einbezug des Ergebnisses des Be-
rufungsverfahrens erhöht sich das Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens 
nochmals zugunsten der Ehefrau, zumal zum vollständigen Obsiegen hinsichtlich 
der Unterhaltsbeiträge ab Rechtshängigkeit der Scheidungsklage das ebenfalls 
überwiegende Obsiegen hinsichtlich der rückwirkend geforderten Unterhaltsbei-
träge hinzukommt. Allerdingt sieht Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO in familienrechtlichen 
Verfahren die Möglichkeit einer vom Verfahrensausgang abweichenden Kosten-
verteilung vor und erlaubt damit den Einbezug weiterer Umstände wie etwa die 
regelmässig beidseitige Verantwortlichkeit am das gerichtliche Verfahren auslö-
senden familienrechtlichen Konflikt, die gegenseitige Unterhalts- und Beistands-
pflicht der Ehegatten oder auch die jeweilige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 
(Rüegg, a.a.O., Art. 107 N 6). So werden namentlich in erstinstanzlichen Ehe-
schutzverfahren die Gerichtskosten regelmässig unabhängig vom Ausgang des 
Verfahrens hälftig geteilt und die Parteikosten wettgeschlagen (Six, a.a.O., Rz. 
1.68). Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Verteilungskriterien rechtfertigt 
es sich vorliegend, an der vorinstanzlichen Kostenverteilung festzuhalten.

b) Die Kostenverteilung des Berufungsverfahrens ist grundsätzlich nach den-
selben Kriterien vorzunehmen, wobei aber der Prozessausgang regelmässig stär-
ker zu gewichten ist. Hinsichtlich des Hauptstreitpunktes ist X. zu rund 70 % unter-
legen. Zudem ist auf seine eigene Berufung nicht eingetreten worden und seine 
Einwendungen betreffend internationaler Zuständigkeit und anwendbarem Recht 
wurden abgewiesen. Demnach gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu 4/5 
zulasten von X. und zu 1/5 zulasten von Y.. Für den Aufwand im Verfahren ZK1 12 

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76 ist Y. voll zu entschädigen, für den Aufwand der eigenen Berufung hat sie An-
spruch auf eine Parteientschädigung im Umfang vom 3/4 des eigenen Honorars, 
welchem die Verpflichtung zur Leistung einer Parteientschädigung im Umfang von 
1/4 des Aufwandes des gegnerischen Rechtsvertreters gegenübersteht. In der 
vom Rechtsvertreter von Y. eingereichten Honorarnote vom 9. Januar 2013 wird 
für beide Berufungsverfahren ein Aufwand von 26 h ausgewiesen. Davon entfallen 
9 h auf Arbeiten in Zusammenhang mit der Berufungsantwort im Verfahren ZK1 12 
76 (26./27. November 2012). Diesbezüglich ist allerdings zu beachten, dass ein 
grosser Teil der Berufungsantwort auch für die Replik (ZK1 12 77) verwendet wer-
den konnte, für welche nur 5.5 h in Rechnung gestellt wurden. Somit erscheint es 
als gerechtfertigt, von den für die Berufungsantwort angegebenen 9 Stunden 3 
Stunden an das eigene Berufungsverfahren anzurechnen. Die Parteientschädi-
gung für das Verfahren ZK1 12 76 ist somit auf der Basis eines Aufwandes von 6 
h festzusetzen, was bei einem ordentlichen Stundenansatz von Fr. 240.-- und un-
ter hälftiger Anrechnung der Barauslagen zu einem (abgerundeten) Total von Fr. 
1‘575.-- (inkl. 8 % MwSt.) führt. Auf das Verfahren ZK1 12 77 entfällt alsdann ein 
Aufwand von 20 h, woraus unter Einbezug der Barauslagen und der MwSt. eine 
Honorarforderung von rund Fr. 5‘200.-- resultiert. Dies erscheint in Anbetracht der 
sich stellenden, teilweise nicht alltäglichen Sach- und Rechtsfragen noch vertret-
bar. Beim Rechtsvertreter des Ehemannes ist in Anbe-tracht der viel kürzeren 
Eingaben, die sich auf weite Strecken auf Wiederholungen früherer Ausführungen 
beschränken, mit Sicherheit ein geringerer Aufwand angefallen. Mangels Einrei-
chung einer Honorarnote wird sein Aufwand in Ausübung des pflichtgemässen 
Ermessens auf 10 h geschätzt. Mit dem in der Honorarvereinbarung vom 15. De-
zember 2011 (Eheschutzverfahren act. III/18) verabredeten Stundenansatz von Fr. 
250.-- ergibt sich damit ein Honoraranspruch von rund Fr. 2‘700.-- (inkl. 8 % 
MwSt.). Nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche ergibt sich folglich ein 
Anspruch von Fr. 3‘225.-- zugunsten von Y.. Gesamthaft resultiert demnach eine 
Parteientschädigung zugunsten von Y. von Fr. 4‘800.--.

c) Y. wurde mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 28. No-
vember 2012 (ERZ 12 470) die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Rechts-
anwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann zum Rechtsvertreter ernannt. Dementspre-
chend gehen die ihr auferlegten Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten des 
Kantons Graubünden (Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Dasselbe gilt für denjenigen Teil 
der Kosten ihres Rechtsvertreters, den sie aufgrund des teilweisen Unterliegens 
selber zu tragen hat (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). Für die restlichen Kosten der 
Rechtsvertretung von Y. hat der Kanton dagegen nur aufzukommen, wenn sich 

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die ihr zugesprochene Parteientschädigung als uneinbringlich erweisen sollte (Art. 
122 Abs. 2 ZPO). Letzteres ist in der Regel durch einen Verlustschein nachzuwei-
sen. Soweit die Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung nicht geradezu ausge-
schlossen erscheint, ist aber auch für diesen Fall die aus der Gerichtskasse zu 
leistende Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung festzusetzen. Mir 
Honorarnote vom 9. Januar 2013 machte der Rechtsvertreter von Y. für beide Be-
rufungsverfahren einen Zeitaufwand von 26 h geltend, was unter Berücksichtigung 
des notwendigen Aufwandes und der Schwierigkeit der Sache noch als angemes-
sen bezeichnet werden kann. Bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- sowie Hin-
zurechnung der Auslagen von pauschal Fr. 40.-- und 8 % MwSt. resultiert damit 
ein Entschädigungsanspruch von gesamthaft Fr. 5‘659.20. Davon entfällt - ent-
sprechend den vorstehenden Überlegungen zur Verteilung des Aufwandes auf die 
einzelnen Verfahren - ein Anspruch von Fr. 4‘341.60 auf das Verfahren ZK1 12 77, 
wovon wiederum ein Betrag von Fr. 2‘581.20 (= 3/4 des Honoraranspruchs [Fr. 
3‘256.20] abzüglich der dem Ehemann geschuldeten Parteientschädigung [Fr. 
675.--]) durch die Y. zugesprochene Parteientschädigung gedeckt wird. Der als 
Folge des teilweisen Unterliegens direkt aus der Gerichtskasse zu entschädigende 
Teil der Rechtsvertretungskosten beläuft sich demnach auf Fr. 1‘760.40 (= Fr. 
4‘341.60 - Fr. 2‘581.20). Im Falle der Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung 
kann sodann die Bezahlung der restlichen Entschädigung im Umfang von Fr. 
3‘898.80 (= Fr. 5‘659.20 - Fr. 1‘760.40) aus der Gerichtskasse verlangt werden.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Berufung von X. wird nicht eingetreten.

2. Die Berufung von Y. wird teilweise gutgeheissen und Dispositiv-Ziffer 1, 3 
und 4 des angefochtenen Entscheides werden aufgehoben.

3. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 12. Dezember 2011 angeordnet.

4. X. wird verpflichtet, Y. folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

a) für die Zeit vom 12. Oktober 2011 bis 30. April 2012 Fr. 2‘600.-- pro Monat 
und ab 1. Mai 2012 bis und mit 23. August 2012 Fr. 1‘600.-- pro Monat, wo-
bei die bereits erbrachten Unterhaltszahlungen von total Fr. 5‘000.-- ange-
rechnet werden können

b) mit Wirkung ab 24. August 2012 für die weitere Dauer des Scheidungsver-
fahrens monatlich im Voraus Fr. 2‘700.--

5. Im Übrigen wird ihre Berufung abgewiesen, soweit darauf eingetreten wer-
den kann.

6.a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3‘000.-- gehen zu 1/5 zu Las-
ten von Y. und zu 4/5 zu Lasten von X., wobei der von ihm geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 600.-- mit seinem Kostenanteil verrechnet wird.

  b) X. hat Y. für das Berufungsverfahren zudem eine Parteientschädigung von 
Fr. 4‘800.-- (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

7.a) Die Y. auferlegten Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 600.-- 
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichts-
kasse genommen.

  b) Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters von Y. für das Be-
rufungsverfahren wird auf gesamthaft Fr. 5‘659.20 (inkl. Bar-auslagen und 
MwSt.) festgesetzt.

Sie wird im Umfang von Fr. 1‘760.40 dem Kanton Graubünden in Rechnung 
gestellt und aus der Gerichtskasse bezahlt.

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Im Umfang von Fr. 3‘898.80 kann die Bezahlung aus der Gerichtskasse 
verlangt werden, sofern sich die Y. zugesprochene Parteientschädigung als 
uneinbringlich erweist; die Uneinbringlichkeit ist in der Regel durch Verlust-
schein nachzuweisen.

  c) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch den Kanton Graubün-
den im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

8. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

9. Mitteilung an: