# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2df4d6a-0460-573d-a1ca-624d8933c1a2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.11.2010 SK.2010.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2010-8_2010-11-04.pdf

## Full Text

Entscheid vom 4. November 2010 
und Berichtigung vom 6. Juli 2011 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Sylvia Frei, Vorsitzende, 
Miriam Forni  und  Giuseppe Muschietti,     
Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch  
Adrian Ettwein, Staatsanwalt des Bundes, 

 gegen 

 
 

A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Adriel Caro, 

und als Geschädigte: 
1. B. S.A., 
2. C. S.A., 
beide vertreten durch Rechtsanwalt Eric Buis,  

und als Drittbetroffene: 
1. D., 
2. E., 
3. F., 
4. G., 
alle vertreten durch Rechtsanwalt Peter Burckhardt,  

Gegenstand 
 

Urkundenfälschung, Gehilfenschaft zu Betrug,  
Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung, 
Geldwäscherei 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer: SK.2010.8 
 

 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft (cl. 127 pag. 127.910.19): 

A. sei schuldig zu erklären: 

1. der Urkundenfälschung, begangen gemäss Anklageschrift; 

2. der Gehilfenschaft zu qualifiziertem Betrug zu Lasten des Staates Griechenland, 
begangen gemäss Anklageschrift; 

3. der Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung zu Lasten 
der griechischen Gesellschaften B. S.A. und der C. S.A., begangen gemäss An-
klageschrift; 

4. der qualifizierten Geldwäscherei, begangen gemäss Anklageschrift; 

und es sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen zu verur-
teilen: 

A. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, abzüglich einem Tag Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen in gerichtlich zu bestimmender 
Höhe sowie zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestim-
mender Höhe. 

 

Anträge der Verteidigung (cl. 127 pag. 127.910.20): 

1. Es sei der Angeklagte vollumfänglich freizusprechen. 

2. Es sei dem Angeklagten nach Ermessen des Gerichts eine angemessene Ge-
nugtuung für die erlittene Unbill zuzusprechen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse. 

- 3 - 

Anträge der Geschädigten B. S.A.   
(cl. 127 pag. 127.601.3): 

1. B. S.A. sei als Geschädigte anzuerkennen. 

2. Von einer Einziehung der in der Schweiz beschlagnahmten Vermögenswerte sei 
zu Gunsten einer Herausgabe an die Geschädigte B. S.A. abzusehen (Art. 70 
Abs. 1 StGB). 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse.  

 

Anträge der Geschädigten C. S.A. (cl. 127 pag. 127.602.3): 

1. C. S.A. sei als Geschädigte anzuerkennen. 

2. Von einer Einziehung der in der Schweiz beschlagnahmten Vermögenswerte sei 
zu Gunsten einer Herausgabe an die Geschädigte C. S.A. abzusehen (Art. 70 
Abs. 1 StGB). 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse.  

 

Anträge der Drittbetroffenen D., E., F. und G. (cl. 127 pag. 127.910.21 f.): 

1. Von einer Einziehung der auf Konti bei der H. Bank AG beschlagnahmten Ver-
mögenswerte von D., E., F. und G. (Anklageschrift S. 33 Ziff. III.) sei entgegen 
den Anträgen der Bundesanwaltschaft abzusehen und die genannten Vermö-
genswerte seien unverzüglich und vollumfänglich freizugeben. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse. 

 

- 4 - 

Prozessgeschichte: 

A. Am 29. Juli 2002 erstattete die Firma I. AG in Bezug auf ihren griechischen Ver-
tragspartner J. bei der Meldestelle für Geldwäscherei eine Verdachtsmeldung ge-
mäss Art. 9 des Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung der 
Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor (Geldwäscherei-
gesetz, GwG, SR 955.0; cl. 1 pag. 4.00.3 ff.).  

B. Gestützt auf die Meldung der I. AG eröffnete die Schweizerische Bundesanwalt-
schaft (nachfolgend: BA) am 7. August 2002 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungs-
verfahren gegen J. wegen Verdachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB), wel-
ches sie am 23. Juli 2003 auf den Verdacht des Betrugs (Art. 146 StGB) und der 
Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) ausdehnte (cl. 1 pag. 1.00.1.1, 1.00.1.2). Am 
4. August 2003 eröffnete sie in diesem Zusammenhang ein gerichtspolizeiliches 
Ermittlungsverfahren gegen A. wegen Verdachts der Geldwäscherei (Art. 305bis 
StGB), eventualiter der mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften und Mel-
derecht (Art. 305ter StGB; cl. 1 pag. 1.00.1.3).  

C. Am 28. August 2003 eröffnete das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt 
(nachfolgend: URA) eine Voruntersuchung gegen J. und A., je in Bezug auf die 
vorstehend genannten Tatbestände (cl. 1 pag. 1.00.5 f.). Am 25. April 2005, 
12. Januar 2006 und 27. April 2009 wurde die Voruntersuchung gegen A. auf die 
Tatbestände der Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 37 GwG, der Urkunden-
fälschung (Art. 251 StGB), der Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung 
(Art. 25 StGB i.V.m. Art. 158 StGB) und der qualifizierten Geldwäscherei 
(Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB; cl. 1 pag. 1.00.11, 1.00.20; cl. 3 pag. 13.3.87; cl. 4 
pag. 16.00.55 f.), gegen J. auf die Tatbestände der ungetreuen Geschäftsbesor-
gung, eventuell der Gehilfenschaft dazu, und der qualifizierten Geldwäscherei 
ausgedehnt (cl. 4 pag. 16.00.55). Am 23. Mai 2005 erfolgte die Ausdehnung der 
Voruntersuchung auf den Eventualtatbestand des gewerbsmässigen Betrugs (cl. 3 
pag. 13.2.87; cl. 7 pag. 24.00.10). Ab 25. April 2005 wurde die Voruntersuchung 
hinsichtlich mehrerer Tatbestände auf K. ausgedehnt (cl. 1 pag. 1.00.11, 1.00.20; 
cl. 3 pag. 13.3.87; cl. 4 pag. 16.00.55 f.).  

D. Mit Verfügung vom 27. April 2009 stellte das URA mit Bezug auf den Verdacht der 
mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften (Art. 305ter StGB) den Eintritt der Ver-
jährung fest (cl. 4 pag. 16.00.55). 

E. Am 30. Juni 2009 erliess das URA die Schlussverfügung und stellte den Schluss-
bericht vom „Februar/April/Juni 2009“ der BA zu (cl. 7 pag. 24.01.1 f., 24.00.1 ff.). 

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F. Mit Verfügung vom 25. März 2010 trennte die BA das Verfahren gegen J. und K. 
ab (cl. 126 pag. AV22.00.1 f., AV22.00.4 f.). 

G. Mit Datum vom 31. März 2010 erhob die BA gestützt auf Art. 26 lit. a und Art. 27 
Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafge-
richt (SGG, SR 173.71) beim Bundesstrafgericht Anklage gegen A. betreffend 
Gehilfenschaft zu Betrug, Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung, qua-
lifizierte Geldwäscherei sowie Urkundenfälschung (cl. 127 pag. 127.100.1 ff.). Mit 
Präsidialverfügung vom 26. April 2010 wurde die Anklageschrift zur Ergänzung 
oder Berichtigung zurückgewiesen. Das Gerichtsverfahren blieb bis zur Wieder-
einbringung der Anklage sistiert (cl. 127. pag. 127.410.1 ff.). 

H. Mit Datum vom 1. Juni 2010 reichte die BA beim Bundesstrafgericht eine neue 
Anklageschrift (bezeichnet als „ergänzte Fassung der Anklageschrift vom 
31. März 2010“) gegen A. betreffend Urkundenfälschung, Gehilfenschaft zu quali-
fiziertem Betrug, Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung 
sowie qualifizierte Geldwäscherei ein (cl. 127 pag. 127.110.1 ff.). 

I. Der Beweisantrag der BA vom 1. Juni 2010 (cl. 127 pag. 127.110.32) und 26. Au-
gust 2010 (cl. 127 pag. 127.510.5 f.), lautend auf Edition und Übersetzung der 
griechischen Anklageschrift vom 24. September 2009 gegen J., F., L., E., M. und 
D. wegen fortgesetztem Betrug und fortgesetzter gewerbsmässiger Geldwäsche-
rei „im Zusammenhang mit der B. S.A.“ sowie Edition allfälliger bereits in dieser 
Sache ergangener Entscheide oder weiterer Anklagen, „insbesondere im Zusam-
menhang mit einer C. S.A.“, wurde mit Verfügung der Vorsitzenden vom 
8. September 2010 abgewiesen (cl. 127 pag. 127.430.1 f.). Die Verteidigung stell-
te vor der Hauptverhandlung keine Beweisanträge (cl. 127 pag. 127.521.10 ff.). 

J. Die BA wurde mit Verfügungen der Vorsitzenden vom 16., 17. und 23. September 
2010 aufgefordert, Nachweise zum griechischen Strafrecht samt deutscher Über-
setzung zu erbringen (cl. 127 pag. 127.430.3-7). Mit Eingaben vom 22. und 
29. September 2010 kam sie dieser Aufforderung nach (cl. 127 pag. 127.510.8-
71). 

K. Die Hauptverhandlung fand vom 2. bis 4. November 2010 in Anwesenheit der 
Parteien am Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt. Das Gericht behielt 
sich im Sinne von Art. 170 BStP vor, die angeklagte Urkundenfälschung auch als 
Gehilfenschaft dazu und die angeklagte Gehilfenschaft zu Betrug auch als Gehil-
fenschaft zu Leistungsbetrug im Sinne von Art. 14 des Bundesgesetzes über das 
Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR, SR 313.0) zu prüfen (cl. 127 
pag. 127.910.6). Die Akten wurden um Auskünfte von Behörden zu den persönli-
chen Verhältnissen ergänzt (cl. 127 pag. 127.231.3, 127.271.3, 127.271.4-10). 

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Die Strafkammer erwägt: 

I.  

1. Zuständigkeit 

1.1 Der Angeklagte war in der anklagerelevanten Zeit für die Firma I. AG in Zürich 
tätig. Diese gründete und verwaltete für den Kunden J. die auf der Isle of Man an-
gesiedelten Offshore-Gesellschaften N. Ltd. und O. Ltd. J. und dessen Offshore-
Gesellschaften standen in Geschäftsbeziehung mit den griechischen Firmen 
B. S.A. und C. S.A., welche zur P.-Group bzw. der griechischen Familie Q. gehö-
ren.  

1.2 Dem Angeklagten wird zusammengefasst vorgeworfen, in der Zeit vom 30. Ju-
li 1996 bis Juli 2000 als Direktor der I. AG in Zürich Urkundenfälschung begangen 
zu haben, indem er im Namen der Firmen N. Ltd. und O. Ltd. Rechnungen erstellt 
habe, die für die griechischen Firmen B. S.A. und C. S.A. bestimmt gewesen sei-
en und Forderungen ausgewiesen hätten, die in etwa den doppelten Rechnungs-
betrag der von N. Ltd. und O. Ltd. bei Drittfirmen für die B. S.A. und C. S.A. einge-
kauften Ware ausgewiesen hätten, dies, obwohl keine entsprechenden Mehrwert-
leistungen erbracht worden seien (Anklageschrift vom 1. Juni 2010 [bei nachfol-
genden Verweisen: Ank] Ziffer 1; cl. 127 pag. 127.110.21-23). Der Angeklagte ha-
be sich dadurch zudem der Gehilfenschaft zu Betrug zum Nachteil des griechi-
schen Staates strafbar gemacht, da die gefälschten Rechnungen von den Firmen 
B. S.A. und C. S.A. bzw. deren Geschäftsführern und Eigentümern (Mitglieder der 
Familie Q.) den griechischen Behörden zur Untermauerung von Subventionsan-
trägen eingereicht worden seien und an diese Firmen aufgrund der überhöhten 
Rechnungen entsprechend höhere Subventionen ausbezahlt worden seien (Ank 
Ziffer 2, cl. 127 pag. 127.110.23-26). Sodann soll der Angeklagte in der Zeit vom 
22. August 1996 bis zum 22. Dezember 2000 Gehilfe zu qualifizierter ungetreuer 
Geschäftsbesorgung gewesen sein, da die Firmen B. S.A. und C. S.A. die ge-
fälschten (und überhöhten) Rechnungen der Firmen N. Ltd. und O. Ltd. bezahlt 
hätten (Ank Ziffer 3, cl. 127 pag. 127.110.26-29). Weiter wird ihm vorgeworfen, er 
habe in der Zeit vom 30. Juli 1996 bis Januar 2001 aus dieser qualifizierten unge-
treuen Geschäftsbesorgung stammende Gelder von den Schweizer Konti der Fir-
men N. Ltd. und O. Ltd. auf andere Konti in der Schweiz (in Y. und Z.), Griechen-
land und den USA weitertransferieren lassen. Dadurch habe er sich der qualifizier-
ten Geldwäscherei schuldig gemacht (Ank Ziffer 4, cl. 127 pag. 127.11.21-31). 

1.3 Die Straftatbestände des zweiten und elften Titels des Zweiten Buches des Straf-
gesetzbuches (Art. 137 bis Art. 172ter bzw. Art. 251 bis Art. 257), worunter Betrug 

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(Art. 146 StGB), ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und Urkunden-
fälschung (Art. 251 StGB) fallen, unterstehen der Bundesgerichtsbarkeit, wenn die 
strafbare Handlung zu einem wesentlichen Teil im Ausland oder in mehreren Kan-
tonen begangen wurde und dabei kein eindeutiger Schwerpunkt in einem Kanton 
besteht, sofern keine kantonale Strafverfolgungsbehörde mit der Sache befasst ist 
oder die zuständige kantonale Strafverfolgungsbehörde die Bundesanwaltschaft 
um Übernahme des Verfahrens ersucht (Art. 337 Abs. 2 lit. a und b StGB). Der 
Straftatbestand der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) untersteht der Bundesge-
richtsbarkeit, wenn die strafbare Handlung zu einem wesentlichen Teil im Ausland 
oder in mehreren Kantonen begangen wurde und dabei kein eindeutiger Schwer-
punkt in einem Kanton besteht (Art. 337 Abs. 1 lit. a und b StGB). Ist in einer Bun-
desstrafsache sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kantonale Gerichtsbarkeit 
gegeben, kann der Bundesanwalt die Vereinigung der Verfahren in der Hand der 
Bundesbehörde oder der kantonalen Behörden anordnen (Art. 18 Abs. 2 BStP). 

1.4 Der Angeklagte soll die ihm vorgeworfenen Handlungen in X. und damit in der 
Schweiz vorgenommen haben. Der Betrug und die ungetreue Geschäftsbesor-
gung, zu denen der Angeklagte Hilfe geleistet haben soll, sollen hingegen in Grie-
chenland und damit im Ausland begangen worden sein. Keine kantonale Strafver-
folgungsbehörde hat sich mit der Sache befasst. Die Strafverfolgungsbehörde des 
Kantons Zürich hat auf Anfrage der BA ausdrücklich auf die eigene Strafhoheit 
verzichtet (cl. 127 pag. 127.110.36 ff., 127.110.46), was einer Vereinigung der 
Verfahren in der Hand der Bundesbehörde gleichkommt (Art. 18 Abs. 2 BStP). Die 
Bundeszuständigkeit ist demzufolge hinsichtlich aller Anklagepunkte gegeben. Die 
von der Verteidigung an der Hauptverhandlung diesbezüglich aufgeworfene Vor-
frage (cl. 127 pag. 127.910.3 f., 127.910.13 ff.) betrifft die Strafhoheit der Schweiz 
und damit materiellrechtliche Gesichtspunkte der Strafbarkeit. Die diesbezügli-
chen Voraussetzungen sind bei den einzelnen Anklagepunkten zu prüfen.  

2. Anklageprinzip 

2.1 Gemäss Art. 126 Abs. 1 Ziff. 2 BStP bezeichnet die Anklageschrift das strafbare 
Verhalten, dessen der Angeklagte beschuldigt wird, nach seinen tatsächlichen 
und gesetzlichen Merkmalen. Das Gericht hat nur die Tat zu beurteilen, auf die 
sich die Anklage bezieht (Art. 169 Abs. 1 BStP). Der Anklagegrundsatz bestimmt, 
dass die Anklageschrift die dem Angeklagten zur Last gelegten strafbaren Hand-
lungen in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben hat, dass die Vorwürfe im 
objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind (BGE 126 I 19 
E. 2a; 120 IV 348 E. 2b); aus ihr muss sich erhellen, welcher Lebensvorgang Ge-
genstand der Beurteilung bilden soll und welcher strafrechtliche Tatbestand darin 
zu finden ist (BGE 120 IV 348 E. 3c). Konkretisiert wird der Anklagegrundsatz im 

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Wesentlichen durch die formellen Anforderungen, welche das anwendbare Ver-
fahrensrecht an die Anklageschrift stellt (Urteil des Bundesgerichts 6B_8/2008 
vom 28. August 2008, E. 3.1). Diese dient demnach einerseits der Bestimmung 
des Prozessgegenstandes (Umgrenzungsfunktion) und vermittelt andererseits 
dem Angeklagten die für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung 
notwendigen Informationen (Informationsfunktion) und fixiert somit das Verfah-
rens- und Urteilsthema (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafpro-
zessrecht, 6. Aufl., Basel/Genf/München 2005, § 50 N. 6, 8). Gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung hat die Strafkammer des Bundesstrafgerichts im Falle 
einer mangelhaften Anklageschrift diese zur Verbesserung zurückzuweisen oder 
den Angeklagten freizusprechen (BGE 133 IV 93 E. 2.2.2). 

2.2 Die ursprüngliche Anklageschrift vom 31. März 2010 wurde mit Präsidialverfügung 
vom 26. April 2010 zur Ergänzung oder Berichtigung an die BA zurückgewiesen 
(cl. 127 pag. 127.410.1 ff.), worauf diese am 1. Juni 2010 eine neue bzw. ergänzte 
Anklageschrift einreichte (Prozessgeschichte Buchstaben G., H.). Verletzt auch 
diese ergänzte oder berichtigte Anklageschrift das Anklageprinzip, hat im Sinne 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich ein Freispruch zu erfolgen.  

3. Anwendbares Recht 

3.1 Der Angeklagte soll die strafbaren Handlungen zwischen dem 30. Juli 1996 und 
Januar 2001 begangen haben, somit vor dem am 1. Januar 2007 in Kraft getrete-
nen revidierten Allgemeinen Teil des Strafgesetzbuchs. Gemäss dem strafrechtli-
chen Rückwirkungsverbot gilt grundsätzlich das alte Recht (Art. 2 Abs. 1 StGB). 
Art. 2 Abs. 2 StGB sieht jedoch vor, dass das neue Recht anwendbar ist, wenn es 
für den Täter das mildere ist (sog. lex mitior). Welches Recht das mildere ist, er-
gibt sich aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Vorschriften des Besonde-
ren Teils (beziehungsweise des Nebenstrafrechts) und des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entwe-
der das alte oder das neue Recht (Grundsatz der Alternativität); eine kombinierte 
Anwendung ist ausgeschlossen. Konkret ist zu prüfen, ob der Angeklagte nach 
dem neuen Recht milder bestraft wird als nach dem alten Recht (BGE 134 IV 82 
E. 6.2.3 mit Hinweisen; unveröffentlichte E. 8.1 von TPF 2009 25, mit Hinweisen). 

3.2 Der Grundsatz der lex mitior findet auch auf die Verjährungsvorschriften Anwen-
dung (Art. 389 Abs. 1 StGB, Art. 337 aStGB; RIEDO, Basler Kommentar, 2. Aufl., 
Basel 2007, Art. 389 StGB N. 3 f. mit Hinweisen). Bis zum 30. September 2002 
betrug die relative Verfolgungsverjährungsfrist von Straftaten mit einer Strafdro-
hung im hier massgebenden Rahmen 10 Jahre (Art. 70 Abs. 3 aStGB), die abso-
lute Verfolgungsverjährungsfrist 15 Jahre (Art. 72 Ziff. 2 Abs. 1 und 2 aStGB). Seit 

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dem 1. Oktober 2002 beträgt die Verjährungsfrist für die angeklagten Handlungen, 
d.h. für die Straftatbestände der Urkundenfälschung, des qualifizierten Betrugs, 
der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung und der qualifizierten Geldwä-
scherei, 15 Jahre (Art. 70 Abs. 1 lit. b aStGB in der bis am 31. Dezember 2006 
geltenden Fassung; Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB). Die Verjährungsvorschriften haben 
bei der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Revision des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuchs keine inhaltliche Änderung erfahren; es wurden lediglich die für 
die Verjährung massgeblichen Strafen an das neue Sanktionensystem angepasst. 

3.3 In Bezug auf die einzelnen Straftatbestände stellten die für den Zeitraum der an-
geklagten Handlungen massgeblichen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs die-
selben Handlungen unter Strafe wie die am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen 
neuen Art. 251, 146, 158 und 305bis StGB (vgl. AS 2006 S. 3502). Im Rahmen der 
Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs wurden lediglich die Straf-
drohungen dem neuen Sanktionensystem angepasst; die Tatbestandsmerkmale 
blieben unverändert. Die Bestimmung des anwendbaren Rechts hängt demnach 
davon ab, ob andere Vorschriften zur Anwendung kommen, die zu einem anderen 
Ergebnis hinsichtlich der Strafbarkeit führen. Dies ist für jede der angeklagten Ta-
ten gesondert zu bestimmen. Indessen hat sich gezeigt, dass die revidierten Be-
stimmungen des Allgemeinen Teils für den Täter oftmals mildere Rechtsfolgen 
haben. Davon ist grundsätzlich auch vorliegend auszugehen, da alle Straftatbe-
stände in der angeklagten Variante heute auch eine pekuniäre Sanktion vorsehen, 
während früher eine Freiheitsstrafe zwingend auszusprechen bzw. der bedingte 
Vollzug der pekuniären Sanktion nicht möglich war. Zudem wurde das Rechtsinsti-
tut des bedingten Strafvollzugs ausgebaut und jenes der teilbedingten Strafe ge-
schaffen (Art. 42 und 43 StGB). Neu ist sodann bei Gehilfenschaft eine Milderung 
der Strafe zwingend, während diese früher gemäss Art. 25 aStGB fakultativ war 
(Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuchs 
vom 21. September 1998 [Botschaft 1998], BBl 1999 S. 1979 ff., 1984 ff., 2013, 
2017 ff., 2024 ff.). Deshalb wird zunächst von der Anwendung des neuen Rechts 
ausgegangen und erst anschliessend, soweit bei den einzelnen Anklagepunkten 
erforderlich, ein Vergleich mit den Rechtsfolgen nach altem Recht vorgenommen. 

II.   

4. Urkundenfälschung (Ank Ziffer 1)  

4.1 Zusammengefasst wirft die Anklagebehörde dem Angeklagten Urkundenfälschung 
im Sinne von Art. 251 StGB in der Form der Falschbeurkundung durch Erstellen 
und Zustellen überhöhter Rechnungen an die griechischen Firmen B. S.A. und 
C. S.A. in der Zeit vom 30. Juli 1996 bis Juli 2000 vor. Konkret habe der Ange-

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klagte im Namen der (durch die I. AG verwalteten) Offshore-Gesellschaften 
N. Ltd. und O. Ltd. im Auftrag von J. und für dessen Kunden B. S.A. und C. S.A. 
Maschinen und Anlagen bei verschiedenen Verkäuferfirmen in Europa erworben 
und diese den Käuferfirmen B. S.A. und C. S.A., ohne dass ihnen ein Mehrwert 
verschafft worden wäre, in der Regel zum doppelten Ursprungswert in Rechnung 
gestellt. Dabei habe er in der Absicht gehandelt, den Firmen B. S.A., C. S.A., 
N. Ltd. und O. Ltd. einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, wobei dieser für 
die beiden erstgenannten Firmen darin bestanden habe, dass sie durch Auswei-
sen eines höheren Kaufpreises beim griechischen Wirtschaftsministerium ihnen in 
dieser Höhe nicht zustehende Subventionen hätten geltend machen können und 
auch ausbezahlt erhalten hätten, womit sie einen unrechtmässigen Vorteil von 
GRD 1’682'070'533 erhalten hätten, während den zwei letztgenannten Firmen ein 
solcher von GRD 3'918'158’452 verschafft worden sei. Durch diese Vorgänge sei-
en die Erfolgsrechnung und die Bilanz des griechischen Wirtschaftsministeriums 
wie auch die Erfolgsrechnungen und die Bilanzen der B. S.A. und der C. S.A. ver-
fälscht worden (Ank Ziffer 1). 

4.2  
4.2.1 Der Angeklagte bestreitet diesen Vorwurf insofern, als er zusammengefasst einer-

seits sowohl eine Mehrleistung als auch einen berechtigten Gewinn sowie steuer-
optimierende Strategien geltend macht und andererseits in Abrede stellt, Kenntnis 
von Subventionsanträgen der griechischen Firmen B. S.A. und C. S.A. an den 
griechischen Staat gehabt zu haben. Insbesondere sagte er aus, D. (Anmerkung: 
Leiter der Firmen B. S.A. und C. S.A.) habe J. als Ingenieur und Generalunter-
nehmer beauftragt, Maschinen für die griechischen Firmen zu beschaffen (cl. 3 
pag. 13.1.5). J. habe die (Offshore-)Firmen N. Ltd. und O. Ltd. besessen; die Fir-
ma I. AG habe für diese Firmen die administrativen Arbeiten erledigt (cl. 127 
pag. 127.910.25; cl. 3 pag. 13.1.6). J. habe die Verhandlungen mit der Hersteller-
firma der Maschinen geführt und die Maschinen über seine Offshore-
Gesellschaften gekauft (cl. 127 pag. 127.910.25). Schliesslich habe er sie zu ei-
nem höheren, doppelten Preis an die Firma B. S.A. weiterverkauft. Das sei ein 
normales Geschäft gewesen (cl. 3 pag. 13.1.6 f.). J. habe eine Zwischengesell-
schaft eingeschaltet, um einen Zwischengewinn zu erzielen, welcher aus der Dif-
ferenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis und allfälligen Kommissionen be-
standen habe (cl. 3 pag. 13.1.29). Die Rechnungen an die Käuferfirmen und die 
Provisionen seien auf Anweisung von J. erstellt bzw. ausbezahlt worden (cl. 3 
pag. 13.1.5, 13.3.17). J. habe nach Belieben über den Gewinn von N. Ltd. und 
O. Ltd. verfügen dürfen (cl. 127 pag. 127.910.28). J. habe der I. AG in der Regel 
per Fax einen Rechnungsentwurf für den Weiterverkauf der Ware zukommen las-
sen; diesen hätten die Mitarbeiter der I. AG abgeschrieben und die Rechnung an 
den Käufer weitergeleitet. In gewissen Fällen habe es mehr als vier Jahre gedau-
ert, bis alles abgewickelt gewesen sei. Dann habe die I. AG die Lieferanten be-

- 11 - 

zahlt. Der Gewinn sei nach Anweisung von J. verwendet worden (cl. 127 
pag. 127.910.25). Da die Zahlungen an die Offshore-Firmen N. Ltd. und O. Ltd. 
teilweise auf Konti der Familie Q. oder auf solche von J. weitertransferiert worden 
seien, sei den Firmen N. Ltd. und O. Ltd. im Durchschnitt ein Gewinn von etwa 3% 
verblieben. J. habe dabei einen steuerlichen Vorteil erzielen wollen (cl. 3 
pag. 13.3.17 und cl. 127 pag. 127.910.26). Vom Bezug von Subventionen bzw. 
von einem Subventionsbetrug habe er (der Angeklagte) vor dem 5. April 2002 
nichts gewusst. Er habe D. nicht gekannt und ihn nie gesehen; dieser bzw. des-
sen griechische Firmen seien bei der N. Ltd. (recte wohl: I. AG) kein Thema ge-
wesen. Als es mit J. in Bezug auf die Auftragserteilungen ein paar Probleme ge-
geben habe, habe am 5. April 2002 bei der I. AG ein Gespräch mit ihm stattgefun-
den, dessen Inhalt in einem Memo vom 9. April 2002 festgehalten worden sei. An 
dieser Besprechung habe er (der Angeklagte) erstmals von den Subventionsbe-
zügen erfahren (cl. 3 pag. 13.1 4, 13.1.9, 13.3.22 und cl. 127 pag. 127.910.26). In 
der Folge habe die I. AG die Geschäftsbeziehung mit J. abgebrochen (cl. 3 pag. 
13.3.19). Die I. AG habe im Zusammenhang mit den beiden Offshore-
Gesellschaften N. Ltd. und O. Ltd. insgesamt Fr. 190'000.– Honorar eingenom-
men; dies sei nicht separat erfasst worden (cl. 127 pag. 127.910.26). 

4.2.2 J. sagte in der Untersuchung als Beschuldigter aus, als Ingenieur im Bereich Stu-
dienentwurf und Bau von Industriestätten tätig gewesen zu sein. Als Projektver-
antwortlicher habe er Projektstudien durchgeführt, Maschinenbelieferungen ge-
macht, diese installiert und die Inbetriebnahme vollzogen. Insbesondere sei er im 
Bereich der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie, im pharmazeutischen Be-
reich und im Abschluss im Bereich Verpackung/Abpackung für die entsprechen-
den Fabriken tätig gewesen. Nachdem er die Notwendigkeit einer Koordination im 
europäischen Bereich erkannt habe, habe er sich vom Direktor der Filiale der 
Bank H. in Z., bei welcher er bereits Kunde gewesen sei, beraten lassen. Dieser 
habe ihm empfohlen, sich an die I. AG zu wenden (cl. 3 pag. 13.2.3-4). Dort habe 
er hauptsächlich mit dem Angeklagten Kontakt gehabt (cl. 3 pag. 13.2.80). Er ha-
be die I. AG mit der Gründung der Firmen N. Ltd. und O. Ltd. auf der Isle of Man 
beauftragt. Der Zweck dieser Firmen habe darin bestanden, im Rahmen der Grün-
dung von Industriestätten in Griechenland Informationen zu beschaffen, Studien 
zu tätigen, Maschinen zu kaufen und zu verkaufen sowie Techniker und Experten 
zu bezahlen. Es sei notwendig gewesen, diese Aktivitäten zu koordinieren. Die 
Gründung der Firmen im Ausland sei erfolgt, weil das Banksystem die Lohnzah-
lungen und die Einkäufe im Zusammenhang mit den Projekten vereinfacht habe 
(cl. 3 pag. 13.2.5-6.). Die Studien im Zusammenhang mit den Maschinen habe er 
– J. – vorgenommen (cl. 3 pag. 13.2.6, 13.2.33). Die Studie habe neben der Prü-
fung der Eignung der Maschinen Weiteres wie Marktforschung, Budgetierung der 
Installierungs- und Betriebskosten oder Personalausbildung enthalten. Die ent-
sprechende Entschädigung habe die Käuferfirma an die N. Ltd. oder die O. Ltd. 

- 12 - 

überwiesen, und diese hätten ihm seinen Lohn und die übrigen Entschädigungen 
ausbezahlt (cl. 3 pag. 13.2.6). Beim Projekt mit der Firma B. S.A. habe es sich um 
die Planung und die Realisierung einer grossen, innovativen Industriestätte auf 
einem Areal gehandelt, das Ackerland gewesen und starken Temperaturschwan-
kungen ausgesetzt sei. Die B. S.A. habe von der O. Ltd. Maschinen, Studien, 
Know-how und alles, was für den Fabrikbetrieb nötig gewesen sei, bezogen. Für 
die Bewilligung der Fabrikgründung durch die griechischen Behörden habe er zu-
nächst die entsprechende Zeckmässigkeitsstudie und eine Marktforschung betrie-
ben. Sodann habe +R. (Anm.: Vater von D., bis zu seinem Tod Leiter der Firmen 
B. S.A. und C. S.A.) Kontakte zu europäischen Firmen mit einem ähnlichen Pro-
duktionsbereich aufgenommen, welche er – J. – schliesslich besichtigt habe (cl. 3 
pag. 13.2.6-7). Die Preisdifferenz zwischen dem Kauf der Maschinen durch die 
O. Ltd bei der Firma S. (Anm.: Verkäuferin) und deren Weiterverkauf durch die 
O. Ltd. an die B. S.A. sei dadurch begründet gewesen, dass die B. S.A. nicht 
bloss die Maschinen, sondern die gesamte Dienstleistung bezahlt habe (cl. 3 pag. 
13.2.7). Auch Transport, Versicherung, Installierung, Anschliessung und Inbe-
triebnahme hätten Kosten verursacht. Sodann seien Ausgaben für Hilfsmaschinen 
wie Druckvorrichtungen, Transformatoren, elektrische Anlagen, Abwassersystem, 
Dampfbehälter usw. entstanden (cl. 3 pag. 13.2.7). Diese Kosten seien im Kauf-
preis, den die Firma S. von der O. Ltd. verlangt habe, nicht enthalten gewesen. 
Zwischen der O. Ltd. und der B. S.A. bzw. +R. hätten sodann neben schriftlichen 
auch mündliche Absprachen bestanden (cl. 3 pag. 13.2.8). Der Käufer habe ge-
wünscht, dass die Auslagen in den Pro-forma-Rechnungen zwar enthalten seien, 
aber nicht gesondert ausgewiesen würden (cl. 3 pag. 13.2.75). Zwischen ihm (J.) 
und +R. habe eine mehrjährige Vertrauensbeziehung bestanden; sie hätten disku-
tiert, er habe Vorschläge getätigt, dann hätten sie sich die Hand gereicht und es 
sei vollbracht gewesen (cl. 3 pag. 13.2.10). Die Firmen O. Ltd. und N. Ltd. seien 
aus steuertechnischen Überlegungen auf der Isle of Man gegründet worden; es 
sei darum gegangen, Steuerbelastungen aus überhöhtem Gewinn zu umgehen 
(cl. 3 pag. 13.2.80, 13.3.17). Er habe von der Rückführung von Geldern an Perso-
nen, die den griechischen Firmen nahe gestanden seien, gewusst. Dies sei im 
Rahmen des Banksystems erfolgt (cl. 3 pag. 13.2.33 f.). Auf Anweisung des Kun-
den seien Kommissionen des Käufers dem Rechnungsbetrag hinzugefügt worden. 
Der griechische Kunde habe ein Interesse daran gehabt, Geld ins Ausland zu 
transferieren oder firmeneigene Gelder für die private Nutzung zurückzuerhalten 
(cl. 3 pag. 13.2.76, 13.2.80). Die überhöhten Rechnungen hätten den Zweck ge-
habt, Gelder ins Ausland transferieren zu können und die Dienstleistungen zu be-
gleichen (cl. 3 pag. 13.3.20). Es hätten auch Überweisungen an Personen stattge-
funden, die als Bankangestellte Konti der Kunden von N. Ltd. verwaltet hätten (cl. 
3 pag. 13.2.44). Er – J. – habe die Wünsche der Kundschaft an die I. AG weiter-
geleitet (cl. 3 pag. 13.2.79). J. erklärte, nichts über die Subventionsanträge seiner 
Kunden gewusst zu haben, und bestritt in dieser Hinsicht den Inhalt des Memos 

- 13 - 

der I. AG vom 9. April 2002, wonach er die Sitzungsteilnehmer am 5. April 2002 
dahingehend informiert habe. Die Zusammenarbeit mit der Firma I. AG habe er al-
tersbedingt abgebrochen (cl. 3 pag. 13.2.9, 13.2.11, 13.3.21, 12.3.7).  

4.2.3 D. erklärte in der Untersuchung als Auskunftsperson, nach dem Tod seines Va-
ters, +R., im Juli 1998 die Leitung der Unternehmensgruppe der Familie Q. über-
nommen zu haben (cl. 2 pag. 12.1.5). Vorher habe +R. über alle Geschäfte ge-
herrscht (cl. 2 pag. 12.1.26). Die Gruppe umfasse zwei Unternehmen, die Firmen 
B. S.A. und C. S.A. Im Verwaltungsrat dieser Firmen befänden sich – neben ihm – 
seine Schwestern E. und G. und sein Schwager M. (Ehemann von G.). Seine Mut-
ter F. sei ebenfalls Aktionärin. Die gesamten Aktienanteile würden zu 100% der 
Familie gehören (cl. 2 pag. 12.1.5 f.). Die Familie habe beschlossen, einen Teil 
der „Familiengelder“ in die Schweiz zu transferieren (cl. 2 pag. 12.1.7). Circa 
3 Mio. Dollar hätten aus dem Erlös des Verkaufs einer Spinnerei (T.), welche die 
Familie nach dem Tod von +R. geerbt habe, gestammt. Diesen Erlös habe er in 
Griechenland nicht deklariert (cl. 2 pag. 12.1.6 f., 12.1.31, 12.1.32). Ein anderer 
Anteil des in die Schweiz transferierten Geldes habe aus Handelsgeschäften ge-
stammt. Seine Firmen hätten Maschinen gekauft, wobei er einige Male einen er-
höhten Preis dafür bezahlt habe, um die Differenz in die Schweiz zu schaffen 
(cl. 2 pag. 12.1.9, 12.1.27). Er habe keinen Aktionär geschädigt, weil diese Firmen 
zu 100% der Familie gehören würden. Er und seine Familie hätten auch aus priva-
tem Geld Aktienkapitalerhöhungen getätigt. Bei dem in die Schweiz transferierten 
Geld habe es sich um sein persönliches Geld bzw. um privates Geld der Familie 
gehandelt (cl. 2 pag. 12.1.9 f., 12.1.29). Die Gelder seien auf Konti seiner 
Schwestern und seiner Mutter geflossen (cl. 2 pag. 12.1.28). Die Rechnungen hät-
ten neben dem Preis der Maschinen und des Know-how-Erwerbs auch Auslagen 
für Techniker und für die Produktionsanalyse beinhaltet (cl. 2 pag. 12.1.11). Seine 
Firmen hätten die Rechnungen bezahlt und im Anschluss sei ein Teil zurückerstat-
tet worden (cl. 2 pag. 12.1.11). J. sei Vertreter für Maschinen in der Lebensmittel-
produktion; er habe die grössten Maschinenhersteller sowie einige griechische 
Firmen vertreten (cl. 2 pag. 12.1.8, 12.1.23) und sei auch Vertreter der O. Ltd. in 
Griechenland gewesen (cl. 2 pag. 12.1.16). Die Firmen O. Ltd. und N. Ltd. hätten 
das Investitionsprogramm koordiniert (cl. 2 pag. 12.1.31). Sie hätten die Planung 
entworfen oder eine Studie für die entsprechende Fabrik erstellt, dann bei ver-
schiedenen Firmen auf der ganzen Welt die Maschinen eingekauft und sie weiter-
verkauft (cl. 2 pag. 12.1.15, 12.1.25 f.). Für diese Arbeiten habe es keine geson-
derte Fakturierung gegeben, es sei „alles zusammen“ in den jeweiligen Rechnun-
gen enthalten gewesen (cl. 2 pag. 12.1.31 f.). Die O. Ltd. oder eine andere Firma 
hätten aus der Überfakturierung keine Gewinne erzielt (cl. 2 pag. 12.1.15 f.). Bei 
der O. Ltd. habe er Maschinen für die Herstellung von Papierkisten gekauft und 
bei der N. Ltd. solche für die Herstellung von Pralinen (cl. 2 pag. 12.1.24). Die Fir-
ma I. AG habe er nicht gekannt; er sei davon ausgegangen, der Angeklagte und 

- 14 - 

dessen Mitarbeiterin seien Angestellte der O. Ltd. (cl. 2 pag. 12.1.30). D. bestritt 
einen Subventionsbetrug und gab an, für die Subventionsanträge bei den griechi-
schen Behörden die tatsächlichen Investitionsbeträge angegeben zu haben (cl. 2 
pag. 12.1.12 f., 12.1.30). Beim Differenzbetrag der Rechnungen habe es sich um 
den Gewinn gehandelt, welcher zum Teil in die Schweiz transferiert worden sei. 
Dies habe mit den Subventionen nichts zu tun gehabt (cl. 2 pag. 12.1.27 f.). 

4.2.4 K., im hier interessierenden Zeitraum Direktor bzw. Vorsitzender der Geschäftslei-
tung der I. AG (cl. 3 pag. 13.4.25), sagte in der Untersuchung als Beschuldigter 
aus, das Rechnungssystem habe dazu gedient, einen Zwischengewinn in einem 
steuergünstigen Land zu generieren. Mittels der in einem steuergünstigen Land 
gelegenen Gesellschaft sei „von rechts“ etwas für 100 erworben und „nach links“ 
für mehr als 100 verkauft worden. Durch die Preisdifferenz sei der Gewinn ent-
standen. Die Pro-forma-Rechnung sei eine Art Offerte, es sei noch keine definitive 
Rechnung (cl. 3 pag. 13.4.9). Normalerweise habe der Kunde an die I. AG den 
Auftrag zur Rechnungsstellung erteilt; diese habe dann im Namen der entspre-
chenden Gesellschaft Rechnung gestellt (cl. 3 pag. 13.4.7). 

4.2.5 AA., Assistentin des Angeklagten bei der I. AG, erklärte in der Untersuchung als 
Auskunftsperson, seitens der I. AG sei die Zusammenarbeit mit J. abgebrochen 
worden, nachdem eine Rechnung nicht habe nachvollzogen werden können und 
J. zu einer Sitzung eingeladen worden sei. Das Memo vom 9. April 2002 gebe das 
an der Sitzung vom 5. April 2002 Gesagte wieder. Sie habe es ein paar Tage 
nach der Sitzung mit dem Angeklagten verfasst. Dabei habe sie einen Entwurf 
nach ihrer Erinnerung geschrieben und der Angeklagte habe ihn überarbeitet. An 
der Sitzung selbst habe sie keine Notizen gemacht. Den Inhalt des Memos bestä-
tigte sie als korrekt (cl. 2 pag. 12.3.5-7). 

4.2.6 BB., CC. und DD., im Juli 2002 Mitglieder des Verwaltungsrates der I. AG, erklär-
ten in der Untersuchung als Zeugen, anlässlich einer Verwaltungsratssitzung vom 
26. Juli 2002 sei im „Fall N. Ltd.“ bzw. im „Fall J.“ eine allfällige Verletzung der 
Geldwäschereigesetz-Richtlinien besprochen worden (cl. 2 pag. 12.5.4 f., 12.6.5, 
12.7.4 f.). CC. und DD. erklärten, der Geldwäschereiverdacht habe sich aus der 
Überfakturierung für den EU-Subventionsbetrug ergeben; Ersterer präzisierte, er 
habe vom Memo vom 9. April 2002 erst nach bzw. nicht vor dem 26. Juli 2002 er-
fahren (cl. 2 pag. 12.6.5-6, 12.6.9, 12.7.10 f.). 

4.2.7 EE., bei der I. AG bis Juni 2002 im Bereich Geldwäschereiverhinderung ange-
stellt, erklärte in der Untersuchung als Auskunftsperson, er habe an der Sitzung 
vom 5. April 2002 teilgenommen. Er sei der Meinung gewesen, das Mandat mit J. 
sei aufgrund von Überfakturierung und Subventionsbetrug illegal (cl. 2 
pag. 12.4.11 f.). 

- 15 - 

4.3 Der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer in 
der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder 
sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Ur-
kunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen 
eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich 
erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt oder eine Urkun-
de dieser Art zur Täuschung gebraucht. Urkunden sind Schriften, die bestimmt 
und geeignet sind, oder Zeichen, die bestimmt sind, eine Tatsache von rechtlicher 
Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Ziff. 5 aStGB bzw. Art. 110 Abs. 4 StGB).  
 
Die Urkundenfälschung im engeren Sinn erfasst das Herstellen einer unechten 
Urkunde, deren wirklicher Aussteller mit dem aus ihr ersichtlichen Urheber nicht 
identisch ist. Demgegenüber betrifft die Falschbeurkundung die Errichtung einer 
echten, aber unwahren Urkunde, bei der also der wirkliche und der in der Urkunde 
enthaltene Sachverhalt nicht übereinstimmen. Die Falschbeurkundung erfordert 
eine qualifizierte schriftliche Lüge. Eine solche wird nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nur angenommen, wenn der Urkunde eine erhöhte Glaubwürdig-
keit zukommt und der Adressat ihr daher ein besonderes Vertrauen entgegen-
bringt. Das ist der Fall, wenn allgemein gültige objektive Garantien die Wahrheit 
der Erklärung gegenüber Dritten gewährleisten, wie sie unter anderem in der Prü-
fungspflicht einer Urkundsperson oder in gesetzlichen Vorschriften wie den 
Art. 958 ff. OR liegen, die gerade den Inhalt bestimmter Schriftstücke näher fest-
legen (BGE 131 IV 125 E. 4.1 mit Hinweisen). Die kaufmännische Buchführung 
und ihre Bestandteile (Belege, Bücher, Buchhaltungsauszüge über Einzelkonten, 
Bilanzen oder Erfolgsrechnungen) sind mithin im Rahmen der Falschbeurkundung 
als Absichtsurkunden kraft Gesetzes (Art. 662a ff. und Art. 957 ff. OR) bestimmt 
und geeignet, Tatsachen von rechtlicher Bedeutung beziehungsweise die in ihr 
enthaltenen Tatsachen zu beweisen, wobei für ihren Urkundencharakter der mit 
der Buchführung verfolgte Zweck keine Rolle spielt (BGE 132 IV 12 E. 8.1;  
122 IV 25 E. 2b). Blosse Erfahrungsregeln hinsichtlich der Glaubwürdigkeit ir-
gendwelcher schriftlicher Äusserungen genügen dagegen nicht, mögen sie auch 
zur Folge haben, dass sich der Geschäftsverkehr in gewissem Umfang auf die 
entsprechenden Angaben verlässt (BGE 131 IV 125 E. 4.1 mit Hinweisen). Der 
subjektive Tatbestand der Urkundenfälschung verlangt Vorsatz hinsichtlich aller 
objektiven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz genügt. Verlangt wird 
des Weiteren ein Handeln in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an ande-
ren Rechten zu schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen 
Vorteil zu verschaffen. Der erstrebte Vorteil beziehungsweise die Schädigung 
müssen sich aus der zumindest in Kauf genommenen Verwendung der unechten 
beziehungsweise unwahren Urkunde ergeben. Dies setzt eine Täuschungsabsicht 
voraus, die sich regelmässig aus dem Willen des Täters ergibt, die Urkunde als 
echt beziehungsweise wahr zu verwenden. Dass eine Person tatsächlich ge-

- 16 - 

täuscht wird, ist nicht erforderlich, denn es entspricht dem Wesen der abstrakten 
Gefährdungsdelikte, dass nicht von Anbeginn an ersichtlich ist, in welcher Weise – 
d.h. bei welchen Personen und in welchem konkreten Sachzusammenhang – sich 
die dem Delikt innewohnende Gefahr auswirken kann (vgl. BGE 129 IV 53 E. 3.5). 

4.4 Die Anklagebehörde bezieht in den Unterziffern von Ank Ziffer 1 den Vorwurf der 
Falschbeurkundung auf sieben so genannte Pro-forma-Rechnungen und auf vier 
weitere Rechnungen (cl. 44 pag. 1.2.24 [zu Ziffer 1.1], pag. 1.2.62 [zu Ziffer 1.2], 
pag. 1.2.92 [zu Ziffer 1.3]; cl. 45 pag. 1.3.114 [zu Ziffer 1.4]; cl. 44 pag. 1.2.249 [zu 
Ziffer 1.5]; cl. 25 pag. BKP 18.72 [zu Ziffer 1.6]; cl. 44 pag.1.2.286 [zu Ziffer 1.6]; 
cl. 45 pag. 1.3.17 [zu Ziffer 1.6]; cl. 46 pag. 1.4.211 [zu Ziffer 1.7]; cl. 21 
pag. BKP 14.127 [zu Ziffer 1.8]; cl. 27 pag. BKP 20.417 [zu Ziffer 1.8]).  

4.4.1 Die in den Anklage-Unterziffern 1.4 und 1.5 als „Proforma-Invoice“ bezeichneten 
Rechnungen vom 5. August 1998 bzw. vom 30. Dezember 1998 sowie die in den 
Anklage-Unterziffern 1.6 und 1.7 als „Invoice“ bezeichneten Rechnungen 1 vom 
18. August 1999 bzw. 2 vom 24. Juli 2000 sind nicht durch den Angeklagten un-
terschrieben worden, sondern durch einen anderen Vertreter der Firmen N. Ltd. 
bzw. O. Ltd. (cl. 45 pag. 1.3.114; cl. 44 pag. 1.2.249; cl. 25 pag. BKP 18.84, 
18.89; cl. 46 pag. 1.4.211 und cl. 22 pag. BKP 15.150). Es kann offen gelassen 
werden, ob diesen Schriftstücken Urkundencharakter zukommt und/oder ob deren 
Inhalt unwahr ist. Soweit dem Angeklagten mit Bezug auf diese Schriftstücke eine 
Falschbeurkundung vorgeworfen wird, hat schon mangels einer Urheberschaft 
des Angeklagten ein Freispruch zu ergehen.  

4.4.2 Bezüglich der behaupteten inhaltlichen Unwahrheit der weiteren in der Anklage-
schrift genannten Schriftstücke ist festzuhalten, dass eine Rechnung in Bezug auf 
den in ihr genannten Preis unwahr sein kann, wenn der in Rechnung gestellte 
Preis nicht dem wirtschaftlichen Wert des Kaufgegenstandes entspricht. Allein 
aufgrund der Tatsache, dass die Herstellerfirma einen tieferen Preis als der Zwi-
schenhändler in Rechnung stellt, kann nicht geschlossen werden, dass der durch 
den Zwischenhändler dem Endabnehmer in Rechnung gestellte Preis nicht dem 
Markt- oder dem wirtschaftlichen Wert des Verkaufsgegenstandes entspricht. Die 
Festsetzung des Kaufpreises richtet sich vor dem Hintergrund der freien Markt-
wirtschaft unter anderem nach dem Willen der Vertragsparteien. Fallen beim Zwi-
schenhändler Aufwendungen wie beispielsweise für Vertragsverhandlungen, Be-
ratungen, Analysen oder weitere Dienstleistungen an und werden diese Auslagen, 
der wirtschaftliche Wert der Maschine für den Abnehmer sowie der durch den 
Zwischenhändler angestrebte Gewinn berücksichtigt, kann sich der Preis des 
Kaufgegenstandes erheblich vergrössern, ohne dass der Kaufpreis unwahr ist, 
d.h. nicht dem wirtschaftlichen Wert des Kaufgegenstandes entspricht. Der Ange-
klagte, J. und D. sagten denn auch übereinstimmend aus, dass J. im Zusammen-

- 17 - 

hang mit dem Weiterverkauf der Maschinen Dienstleistungen etc. erbracht habe, 
welche in den Rechnungen zwar nicht gesondert ausgewiesen worden seien, aber 
in dem in Rechnung gestellten Preis mitenthalten gewesen seien (E. 4.2.1.-4.2.3). 
Die in der Anklageschrift – auf der (blossen) Basis des den Käuferinnen in doppel-
ter Höhe des Einstandspreises der Maschinen in Rechnung gestellten Betrags – 
aufgestellte pauschale Behauptung der Unwahrheit der Preisangaben führt daher 
nicht schon zum Ergebnis, dass die hier interessierenden Schriftstücke inhaltlich 
unwahr sind. Ob und inwiefern diese Preisangaben unwahr sind, kann offen blei-
ben, da – wie nachfolgend auszuführen ist – bereits aus anderen Gründen in Be-
zug auf die vom Angeklagten unterzeichneten Rechnungen und Pro-forma-
Rechnungen ein Freispruch zu erfolgen hat. 

4.4.3 Zunächst ist festzuhalten, dass der Angeklagte keinerlei Einfluss darauf hatte, ob 
die fraglichen Rechnungen Bestandteil der Buchhaltung der griechischen Unter-
nehmen oder des griechischen Staates (wie von der Anklagebehörde behauptet) 
werden sollten oder gar wurden. Gemäss konstanter Rechtsprechung kann Täter 
nur der Aussteller des Dokuments oder der Prüfer der Rechnung sein, sofern das 
Schriftstück für die eigene Buchhaltung bestimmt ist und in die Buchhaltung integ-
riert wird. Daraus ergibt sich, dass der Angeklagte lediglich als Gehilfe in Frage 
kommen könnte. Ob diese Form der Beteiligung am eingeklagten Urkundendelikt 
in der Anklageschrift rechtsgenügend umschrieben ist, kann jedoch offen bleiben, 
da, wie noch zu zeigen sein wird, ohnehin ein Freispruch zu erfolgen hat. 

4.4.4 Die Anklage umschreibt die Haupttat als im Ausland begangen: so seien die Do-
kumente für die Übernahme in die Buchhaltung der griechischen Behörden sowie 
der Firmen B. S.A. und C. S.A. bestimmt gewesen und hätten darin auch Eingang 
gefunden. Damit stellt sich die Frage nach der schweizerischen Strafhoheit. Nach 
Art. 7 Abs. 1 StGB (bzw. Art. 6 Ziff. 1 aStGB) ist dem StGB unterworfen, wer im 
Ausland ein Verbrechen oder Vergehen begeht, ohne dass die Voraussetzungen 
der Artikel 4, 5 oder 6 erfüllt sind, sofern (a) die Tat auch am Begehungsort straf-
bar ist oder der Begehungsort keiner Strafgewalt unterliegt; (b) der Täter sich in 
der Schweiz befindet oder ihr wegen dieser Tat ausgeliefert wird; und (c) nach 
schweizerischem Recht die Tat die Auslieferung zulässt, der Täter jedoch nicht 
ausgeliefert wird. Bei der Urkundenfälschung handelt es sich um ein abstraktes 
Gefährdungsdelikt und damit um ein Tätigkeitsdelikt. Haben die Haupttäter in 
Griechenland gehandelt, so wäre zunächst zu prüfen, ob und inwiefern die Tat am 
Begehungsort strafbar ist bzw. war. Den fraglichen Dokumenten kommt indes, wie 
nachfolgend zu zeigen ist, bereits nach schweizerischem Recht kein Urkunden-
charakter zu; sie können somit nicht Objekt einer Urkundenfälschung bilden. Eine 
Prüfung der vorgeworfenen Handlungen nach griechischem Recht erübrigt sich. 

- 18 - 

4.4.5 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird Rechnungen in der Regel kei-
ne erhöhte Glaubwürdigkeit zuerkannt. Ein Eingang der Rechnungen in die Buch-
haltung ändert daran nichts, wenn diese nicht für die Buchhaltung bestimmt waren 
und der Täter mit ihnen auch nicht in erster Linie die Buchhaltung fälschen wollte 
(BGE 131 IV 125 E. 4.2, betätigt mit Urteil des Bundesgerichts 6B_421/2008 vom 
21. August 2009 E. 5.4, 5.5; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_1019/2009 
vom 11. März 2010 E. 1.2 und 2).  
 
Pro-forma-Rechnungen legen schon durch ihre Bezeichnung nahe, dass die darin 
enthaltenen Angaben weder unabänderlich noch bindend sind; ihre Bezeichnung 
weist gerade auf eine Nichtverbindlichkeit hin. Pro-forma-Rechnungen sind daher 
nicht für die Buchhaltung geeignet oder bestimmt, sondern haben meistens eine 
offerten-ähnliche Bedeutung. Dass den Pro-forma-Rechnungen auch in casu die 
Bedeutung einer Offerte zukam und diese teilweise als Grundlage für eine even-
tuelle Anzahlung dienten, bestätigten sowohl der Angeklagte als auch K. (vgl. vor-
ne E. 4.2.1 und 4.2.4). Den Akten ist sodann nicht zu entnehmen, dass Pro-forma-
Rechnungen oder andere Rechnungen der N. Ltd. und O. Ltd. an die C. S.A. und 
B. S.A. Eingang in deren Buchhaltungen oder diejenige des griechischen Wirt-
schaftsministeriums gefunden hätten. Es ist mithin weder erstellt noch davon aus-
zugehen, dass diese Schriftstücke Bestandteil von Buchhaltungen wurden. Im Üb-
rigen weisen die Papierfakturen keine besonderen Merkmale auf, welche für eine 
erhöhte Glaubwürdigkeit der Angaben der Verkäuferfirmen sprechen würden. 
Auch liegen keine allgemein gültigen objektiven Garantien, welche die Wahrheit 
der Erklärungen gegenüber Dritten gewährleisten sollen, vor. Die Rechnungen der 
Verkäuferfirmen N. Ltd. oder O. Ltd. enthalten im Wesentlichen den Namen des 
Adressaten (B. S.A. oder C. S.A.), das Datum, die Rechnungsnummer, die Ware, 
den Kaufpreis und allfällig bereits geleistete Zahlungen. 

4.4.6 Selbst wenn erwiesen wäre, dass die fraglichen Dokumente Bestandteil der vor-
genannten Buchhaltungen wurden, hätte ein Freispruch zu erfolgen. Wie bereits 
ausgeführt, stellten die Pro-forma-Rechnungen laut Aussage des Angeklagten Of-
ferten dar, was durch die Aussagen von J. und D. in Bezug auf die Kenntnisse der 
I. AG über die Geschäfte der B. S.A. und der C. S.A. sowie durch die Aussagen 
von Mitarbeitern der I. AG untermauert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ange-
klagte weder davon ausging noch davon ausgehen musste, dass die fraglichen 
Rechnungen oder Pro-forma-Rechnungen als Buchhaltungsbelege des griechi-
schen Wirtschaftsministeriums und/oder der griechischen Firmen B. S.A. und 
C. S.A. bestimmt gewesen waren. Es fehlt ihm daher am Vorsatz hinsichtlich einer 
Beweisbestimmung dieser Dokumente. 

4.5 Der Angeklagte ist nach dem Gesagten im Anklagepunkt der Urkundenfälschung 
(Ank Ziffer 1) vollumfänglich freizusprechen. 

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5. Gehilfenschaft zu qualifiziertem Betrug (Ank Ziffer 2) 

5.1 Zusammengefasst wirft die Anklagebehörde dem Angeklagten Gehilfenschaft zu 
qualifiziertem Betrug zum Nachteil des Staates Griechenland durch Gründung der 
Firmen N. Ltd. und O. Ltd. und Zwischenschaltung dieser Firmen im Rahmen der 
Kaufverträge mit den Käuferfirmen B. S.A. und C S.A. sowie durch Erstellen über-
höhter Rechnungen an diese Käuferfirmen in der Zeit vom 30. Juli 1996 bis Ju-
li 2000 vor, wobei er diese Handlungen jeweils im Auftrag von J. und für dessen 
Kundinnen (B. S.A. und C. S.A. bzw. deren Geschäftsführer und Eigentümer) aus-
geführt habe, damit die Käuferfirmen die überhöhten Rechnungen für einen Sub-
ventionsantrag beim griechischen Staat hätten einreichen und Subventionen in 
einer ihnen nicht zustehenden Höhe hätten erhalten können bzw. solche erhalten 
hätten. Dem griechischen Staat sei dadurch ein Gesamtschaden in der Höhe von 
GRD 1'682'070'533 entstanden (Ank Ziffer 2).  
 
Der Angeklagte bestreitet, Kenntnis von Subventionsanträgen der griechischen 
Firmen B. S.A. und C. S.A. gehabt zu haben bzw. vor April 2002 gewusst zu ha-
ben, dass die von ihm erstellten Dokumente von diesen Firmen für entsprechende 
Antragsstellungen verwendet werden würden (vgl. vorne E. 4.2.1). 

5.2 Der Teilnehmer in der Schweiz ist nur unter der Voraussetzung zu verfolgen, dass 
er nach schweizerischem Recht für Auslandstaten strafbar ist. Die in der Schweiz 
begangene Teilnahme an einer im Ausland ausgeführten Haupttat gilt nach dem 
Grundsatz der Akzessorietät als im Ausland verübt. Damit wird vermieden, den in 
der Schweiz handelnden Anstifter oder Gehilfen im Inland zu verfolgen und zu be-
strafen, gleichgültig, ob die Haupttat im Ausland strafbar ist oder nicht (BGE 80 IV 
34; 81 IV 37 f.; 104 IV 86; TPF 2009 3 E. 3.1.1). Ist die Haupttat im Ausland verübt 
worden, ist der Schweizer Teilnehmer in der Schweiz demnach nur strafbar, wenn 
die Tat am Begehungsort strafbar ist, der Teilnehmer sich in der Schweiz befindet 
oder der Eidgenossenschaft wegen dieser Tat ausgeliefert wird und wenn nach 
schweizerischem Recht die Tat die Auslieferung zulässt (Art. 7 Abs. 1 StGB bzw. 
Art. 6 Ziff. 1 aStGB). Die dem Angeklagten vorgeworfene Gehilfenschaft fand vor 
dem Inkrafttreten des revidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs statt, 
weshalb zu prüfen ist, ob das neue Recht als das mildere anwendbar ist (Art. 2 
Abs. 2 StGB). Der altrechtliche Art. 6 Ziff. 1 aStGB gebietet die Anwendung des 
Rechts am Begehungsort, sofern es milder ist, wogegen das neue Recht in Art. 7 
Abs. 3 StGB vorschreibt, dass die Sanktion nach inländischem Recht insgesamt 
nicht schwerer wiegen darf als die Sanktion nach dem Recht des Begehungsorts. 
Das bedeutet, dass nicht mehr ausländisches Recht als solches, sofern es milder 
als das schweizerische ist, zur Anwendung gelangt, sondern es wird lediglich 
noch auf dessen Auswirkungen (Sanktionen) abgestellt. Der Grundsatz des milde-
ren Rechts gelangt mithin erst auf der Rechtsfolgeebene zur Anwendung 

- 20 - 

(TPF 2009 3 E. 3.1.2; TRECHSEL/VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis-
kommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 7 N. 15 i.V.m. Art. 6 N. 4). 

5.3 Des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der 
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in ei-
nem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, 
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Gewerbs-
mässiges Handeln wird gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB qualifiziert bestraft. Wegen 
Gehilfenschaft ist strafbar, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich 
Hilfe leistet (Art. 25 StGB). Darunter fällt jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, 
so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte (FORS-
TER, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, vor Art. 24 StGB N. 39). Auf der 
subjektiven Seite ist der Vorsatz, die Haupttat zu fördern, erforderlich. Es genügt, 
dass der Gehilfe über die Haupttat in groben Zügen orientiert ist; deren Einzelhei-
ten braucht er nicht zu kennen (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 25 N. 10). Geht es um 
arglistig erschlichene Leistungen des Gemeinwesens oder arglistig vorenthaltene 
Abgaben, stellt sich die Frage nach der Anwendung des spezialgesetzlichen Tat-
bestands des Leistungs- und Abgabebetrugs gemäss Art. 14 VStrR (vgl. E. 5.6.1). 

5.4 Zunächst ist zu prüfen, ob die Tat in ihren Tatbestandsmerkmalen und in Bezug 
auf den jeweiligen spezifischen Haupttäter in der Anklageschrift rechtsgenügend 
umschrieben ist (vgl. E. 2). Mit Rückweisungsverfügung vom 26. April 2010 wurde 
die Anklagebehörde darauf hingewiesen, dass aus der Anklageschrift ersichtlich 
sein müsse, welches historische Ereignis, welcher Lebensvorgang, welche Hand-
lung oder Unterlassung Gegenstand der gerichtlichen Beurteilung bilden soll, und 
welches Delikt, welcher strafrechtliche Tatbestand in dieser Handlung zu finden 
ist, daher einerseits die Tat individualisiert sein muss, d.h. die tatsächlichen Ver-
umständungen oder Tatbestandsmerkmale – Zeit, Ort, Art der Begehung, Form 
der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einschliesslich Kausalzu-
sammenhang) – angegeben werden müssen, und andererseits die einzelnen 
rechtlichen Elemente des Delikts hervorzuheben sind. Weiter wurde daran erin-
nert, dass die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs auf den gesetzlichen Tat-
bestand auszurichten ist, d.h. anzugeben ist, welche einzelnen Vorgänge und 
Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen, wo-
bei zu den gesetzlichen Merkmalen des Straftatbestandes – neben den Tatbe-
standsmerkmalen – auch die Umschreibung der Teilnahmeform (Mittäterschaft, 
Anstiftung, Gehilfenschaft) gehört. Dies bedingt die Umschreibung der Haupttat 
(Handlung, Handlungsort, Handlungszeit) bezogen auf den bestimmten Haupttäter 
(wer hat was, wann, wo gemacht) und – im Hinblick auf im Ausland begangene 
Taten – deren Strafbarkeit im Sinne eines Verbrechens oder Vergehens. 

- 21 - 

5.4.1 Als Haupttäter eines Betrugs werden in der Anklageschrift E., +R., M., D. und G. 
genannt (Ank Ziffer 2 S. 23). Diese hätten als Geschäftsführer bzw. Eigentümer 
der Firmen B. S.A. und C. S.A. dem griechischen Wirtschaftministerium die vom 
Angeklagten erstellten, überhöhten Rechnungen eingereicht, wodurch sie die Ver-
treter des griechischen Staates über den effektiven Wert der erworbenen Maschi-
nen getäuscht und in einen Irrtum versetzt hätten, was zur Leistung von Subventi-
onen in unberechtigter Höhe an die Firmen B. S.A. und C. S.A. geführt habe (Ank 
Ziffer 2 S. 25). 

5.4.2 Die Haupttat ist nicht anklagegenügend umschrieben: Ob alle fünf vorgenannten 
Personen als Haupttäter die Rechnungen gemeinsam an das griechische Wirt-
schaftsministerium eingereicht oder dies veranlasst haben, bzw. welche Handlung 
jede einzelne dieser Personen vorgenommen haben soll, und ob alle als Haupttä-
ter genannten Personen die Absicht hatten, ungerechtfertigte staatliche Subventi-
onen für die Firmen B. S.A. und C. S.A. zu erhalten, bzw. inwiefern jede einzelne 
Person über diesen Vorgang Kenntnis gehabt haben soll, ist der Anklageschrift 
nicht zu entnehmen. Schon aus diesem Grund hätte ein Freispruch zu erfolgen.  

5.5 Gemäss Anklage wurden von den griechischen Firmen B. S.A. und C. S.A. bzw. 
deren Verantwortlichen im Zusammenhang mit dem Kauf von Maschinen und An-
lagen in betrügerischer Absicht Subventionsleistungen bei einer griechischen Be-
hörde beantragt und alsdann auf Konti dieser Firmen ausbezahlt. Grundsätzlich 
wäre zunächst zu prüfen, ob die im Ausland begangene Haupttat am Begehungs-
ort (Art. 8 StGB bzw. Art. 7 aStGB) als Verbrechen oder Vergehen bestraft wird 
und nicht verjährt ist. Für die Strafbarkeit am Begehungsort hat, als Sachverhalts-
element, die Anklagebehörde Beweis zu führen (TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 7 
StGB N. 11). Ob im griechischem Recht eine zum Betrug gemäss Art. 146 StGB 
oder Leistungsbetrug gemäss Art. 14 VStrR spiegelbildliche Bestimmung besteht, 
kann offen gelassen werden, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt.  

5.6 Zunächst ist festzustellen, dass die angeklagten Betrugshandlungen verjährt sind: 

5.6.1 In der Schweiz wird ein Betrug zum Nachteil des Bundes, bzw. wer die Verwal-
tung, eine andere Behörde oder einen Dritten durch Vorspiegelung oder Unter-
drückung von Tatsachen arglistig irreführt oder sie in einem Irrtum arglistig be-
stärkt und so für sich oder einen andern unrechtmässig eine Konzession, eine 
Bewilligung oder ein Kontingent, einen Beitrag, die Rückerstattung von Abgaben, 
eine andere Leistung des Gemeinwesens erschleicht, oder bewirkt, dass der Ent-
zug einer Konzession, einer Bewilligung oder eines Kontingents unterbleibt, ge-
mäss Art. 14 Abs. 1 VStrR mit Gefängnis, d.h. Freiheitsstrafe bis drei Jahre 
(Art. 36 aStGB), oder Busse bestraft. Es handelt sich demnach um ein Vergehen 
(Art. 10 Abs. 3 StGB bzw. Art. 9 Abs. 2 aStGB). Der Leistungsbetrug im Sinne von 

- 22 - 

Art. 14 Abs. 1 VStrR geht als Spezialgesetzgebung dem gemeinrechtlichen, als 
Verbrechen ausgestalteten (Art. 10 Abs. 2 StGB bzw. Art. 9 Abs. 1 aStGB) Betrug 
im Sinne von Art. 146 StGB vor, sofern es um das Erschleichen einer Leistung 
des Bundes geht und sich die strafbare Handlung im Leistungsbetrug erschöpft. 
Wer vom Bund eine Subvention betrügerisch erhältlich macht, wird gemäss 
Art. 37 des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 1990 über Finanzhilfen und Abgel-
tungen (Subventionsgesetz, SuG; SR 616.1) nach Art. 14 Abs. 1 VStrR bestraft. 
Angeklagt ist vorliegend ein Betrug zum Nachteil des Staates Griechenland 
(vgl. Ank Ziffer 2). Dieser ist gleich zu behandeln wie ein Subventionsbetrug zu 
Lasten der Eidgenossenschaft, mithin gemäss Art. 14 VStrR zu beurteilen 
(BGE 112 Ib 55 E. cc). Die Strafverfolgung richtet sich nach den Bestimmungen 
des Verwaltungsstrafrechtsgesetzes (Art. 39 Abs. 1 SuG). Die allgemeinen Be-
stimmungen des Strafgesetzbuches sind anwendbar, soweit das Verwaltungs-
strafrechtsgesetz oder das einzelne Verwaltungsgesetz nichts anderes bestimmt 
(Art. 2 VStrR). In Art. 11 Abs. 3 VStrR besteht eine Spezialregelung in Bezug auf 
die Verjährung: diese ruht bei Vergehen oder Übertretungen während der Dauer 
eines Einsprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Verfahrens über die 
Leistungs- oder Rückleistungspflicht oder über eine andere nach dem einzelnen 
Verwaltungsgesetz zu beurteilende Vorfrage oder solange der Täter im Ausland 
eine Freiheitsstrafe verbüsst. Die Frage der Verjährung ist vom Gericht von Amtes 
wegen zu prüfen (BGE 116 IV 80 E. 2a S. 81 f.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, 
a.a.O., § 41 N. 13). 

5.6.2 Die BA behauptet zwar eine Auszahlung von Subventionen durch den griechi-
schen Staat an die Firmen B. S.A. und C. S.A. sowie ein damit in Zusammenhang 
stehendes Strafverfahren wegen Betrugs und Geldwäscherei in Griechenland, 
aber weder ein Verwaltungs- oder gerichtliches Verfahren i.S.v. Art. 11 Abs. 3 
VStrR noch eine Strafverbüssung der Haupttäter (vgl. Ank S. 6, 25 f.). Die Vor-
aussetzungen für ein allfälliges Ruhen der Verjährung sind mithin nicht erwiesen. 
Die in der Anklageschrift umschriebenen Handlungen fanden – soweit dazu zeitli-
che Angaben gemacht werden (Ank Ziff. 2 S. 23, ferner S. 6 und FN 12, 14) – bis 
Juli 2000 und damit allesamt vor dem Inkrafttreten der neuen Verjährungsbestim-
mungen am 1. Oktober 2002 statt. Es kann offen bleiben, ob das alte oder das 
neue Recht als milderes Recht anwendbar ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Allein schon 
nach dem heute geltenden Verjährungsrecht ist ein allfälliger Subventionsbetrug 
verjährt. Aufgrund der Strafdrohung für Leistungsbetrug beträgt die Verjährungs-
frist sieben Jahre (Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB). Die Verjährung beginnt mit dem Tag, 
an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt bzw. mit dem Tag, an dem er die 
letzte Tätigkeit ausführt, bzw. mit dem Tag, an dem das strafbare Verhalten auf-
hört (Art. 98 StGB). Auf Grund der zeitlichen Angaben in der Anklageschrift ist 
festzustellen, dass die Verjährung nach schweizerischem Recht spätestens Ende 
Juli 2007 eintrat. Die Prüfung der Strafbarkeit der Haupttat nach griechischem 

- 23 - 

Recht erübrigt sich bei dieser Sach- und Rechtslage. Infolge Verjährung hat somit 
in diesem Anklagepunkt gemäss Praxis der Strafkammer ein Freispruch zu erfol-
gen (nicht veröffentlichte E. 1.5.7 von TPF 2009 151). Selbst wenn von einem 
(nicht verjährten) gemeinrechtlichen statt von einem Leistungsbetrug auszugehen 
wäre, änderte sich an diesem Ergebnis nichts, wie nachfolgend aufzuzeigen ist. 

5.7 Erblickte man in der Anklageschrift eine rechtsgenügende Umschreibung der 
Haupttat (vgl. E. 5.4), so könnte die Erfüllung des Betrugstatbestands bei keiner 
der als Haupttäter bezeichneten Personen als nachgewiesen erachtet werden.  

5.7.1 D. bestritt eine Betrugsabsicht (vorne E. 4.2.3), und Aussagen der allfälligen wei-
teren Haupttäter finden sich nicht in den Akten. Zwar wurde laut BA in Griechen-
land Anklage gegen J., F., L., E., M. und D. in Bezug auf die Firma B. S.A. wegen 
Betrugs und Geldwäscherei erhoben (Ank S. 6), und der in der Hauptverhandlung 
diesbezüglich gestellte Beweisantrag wurde insoweit gutgeheissen, als die von 
der BA eingereichten Dokumente zu den Akten genommen worden sind (cl. 127 
pag. 127.910.7, 127.910.16 f., 127.510.75-166, 127.910.9). Auch diese vermögen 
jedoch keinen Nachweis der Haupttat zu erbringen, denn eine Anklageschrift gibt 
lediglich den Vorwurf der Anklagebehörde wieder.  

5.7.2 Sodann ist das im schweizerischen Recht sowohl beim Leistungsbetrug gemäss 
Art. 14 VStrR als auch beim gemeinrechtlichen Betrug gemäss Art. 146 StGB vor-
ausgesetzte objektive Tatbestandsmerkmal der Arglist vorliegend nicht erfüllt.   
 
Ob eine Täuschung arglistig ist, hängt nicht davon ab, ob sie gelingt. Wesentlich 
ist, ob die Täuschung in einer hypothetischen Prüfung unter Einbezug der dem 
Opfer nach Wissen des Täters zur Verfügung stehenden Selbstschutzmöglichkei-
ten als nicht oder nur erschwert durchschaubar erscheint (Ursula CASSANI, Der 
Begriff der arglistigen Täuschung als kriminalpolitische Herausforderung,  
ZStrR 117/1999 S. 164; Willi WISMER, Das Tatbestandselement der Arglist beim 
Betrug, Diss. Zürich 1988, S. 117). Der Tatbestand des Betruges fusst auf dem 
Gedanken, dass nicht jegliches täuschende Verhalten im Geschäftsverkehr straf-
rechtliche Folgen nach sich ziehen soll. Aus Art und Intensität der angewendeten 
Täuschungsmittel muss sich eine erhöhte Gefährlichkeit ergeben (betrügerische 
Machenschaften, Lügengebäude). Einfache Lügen, plumpe Tricks oder leicht  
überprüfbare falsche Angaben genügen demnach nicht. Andererseits erfolgt die 
Eingrenzung über die Berücksichtigung der Eigenverantwortlichkeit des Opfers. 
Danach ist ausgehend vom Charakter des Betrugs als Beziehungsdelikt, bei wel-
chem der Täter auf die Vorstellung des Opfers einwirkt und dieses veranlasst, sich 
selbst durch die Vornahme einer Vermögensverfügung zugunsten des Täters oder 
eines Dritten zu schädigen, zu prüfen, ob das Opfer den Irrtum bei Inanspruch-
nahme der ihm zur Verfügung stehenden Selbstschutzmöglichkeiten hätte ver-

- 24 - 

meiden können. Bei der Berücksichtigung der Opfermitverantwortung ist allerdings 
nicht aufgrund einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein 
durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hät-
te. Das Mass der vom Opfer erwarteten Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr 
nach einem individuellen Massstab. Arglist wird – soweit das Opfer sich nicht in 
leichtfertiger Weise seiner Selbstschutzmöglichkeiten begibt – in ständiger Recht-
sprechung bejaht, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet (BGE 119 
IV 28 E. 3c) oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe (manoeuvres frau-
duleuses, mise en scène; BGE 133 IV 256 E. 4.4.3; BGE 132 IV 20 E. 5.4 mit Hin-
weisen) bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffi-
niert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, 
dass sich selbst ein kritisches Opfer täuschen lässt (BGE 119 IV 28 E. 3c). Als 
besondere Machenschaften (machinations) gelten Erfindungen und Vorkehren 
sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt durch Lügen 
oder Kniffe geeignet sind, das Opfer irrezuführen. Es sind eigentliche Inszenie-
rungen, die durch intensive, planmässige und systematische Vorkehren, nicht  
aber notwendigerweise durch eine besondere tatsächliche oder intellektuelle 
Komplexität gekennzeichnet sind (BGE 122 IV 197 E. 3d). Arglist wird aber auch 
schon bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht  
oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Tä-
ter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen 
voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben auf Grund eines besonde-
ren Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 128 IV 18 E. 3a; BGE 126 
IV 165 E. 2a; BGE 125 IV 124 E. 3; BGE 122 IV 246 E. 3a). Der Gesichtspunkt 
der Überprüfbarkeit der falschen Angaben erlangt nach der Rechtsprechung auch 
bei einem Lügengebäude oder bei betrügerischen Machenschaften Bedeutung 
(BGE 126 IV 165 E. 2a ). Auch in diesen Fällen ist das Täuschungsopfer somit zu 
einem Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet und scheidet Arglist aus (zum 
Ganzen mit weiteren Hinweisen: BGE 135 IV 76 E. 5.2).  
 
Gemäss Anklage geht es um das Erschleichen ungerechtfertigter Subventions-
zahlungen in der Höhe von GRD 1'682'070'533 bzw. von ca. 4,9 Mio. Euro (ge-
mäss dem vom Rat der Europäischen Union am 31. Dezember 1998 festgelegten 
Umrechnungskurs von 340,750 Griechische Drachmen zu 1 Euro; siehe z.B. 
http://jumk.de/calc/waehrung.shtml). Die zuständige griechische Behörde soll ge-
stützt auf eingereichte Pro-forma-Rechnungen und Rechnungen im Gegenwert 
von insgesamt GRD 7'751'146'557 (mithin über 22 Mio. Euro) zweier auf der Isle 
of Man ansässigen, von der Schweiz aus verwalteten Verkäuferfirmen den grie-
chischen Käuferfirmen B. S.A. und C. S.A. Subventionen in der Höhe von mehre-
ren Millionen Euro ausbezahlt haben. Das (blosse) Einreichen von Pro-forma-
Rechnungen und anderen Rechnungen kann hinsichtlich der darin genannten 
Kaufpreise in Bezug auf die Auszahlung von Subventionen der genannten Grös-

http://jumk.de/calc/waehrung.shtml)

- 25 - 

senordnung – zumal gemäss Aussage von D. in Einzelfällen 40% des von der Be-
hörde genehmigten Investitionsbetrags als Subvention ausbezahlt wurden (cl. 2 
pag. 12.01.29) – das Tatbestandselement der Arglist wohl schwerlich erfüllen. Ei-
ne inhaltliche Prüfung der Subventionsanträge hätte bereits durch Klärung der in-
ternationalen Geschäftsabläufe, insbesondere durch Eruieren der Herstellerfirma 
bzw. der tatsächlichen Lieferantin mittels entsprechender Nachfragen, erfolgen 
können. Nach den Umständen gebotene, umfassende Kontrollen und/oder Bewer-
tungen der Investitionsgüter wurden offenbar nicht vorgenommen; diesbezügliche 
Abklärungen der griechischen Subventionsbehörde werden in der Anklageschrift 
jedenfalls nicht behauptet. Wohl sagte D. aus, dass die Beamten des Wirt-
schaftsministeriums in die Räumlichkeiten seiner Fabriken gekommen seien und 
jede Maschine einzeln vor Ort geprüft hätten (cl. 2 pag. 12.01.13). Dabei ging es 
offenbar um (nachträgliche) Kontrollen, ob die Lieferung und Installation der Ma-
schinen, für welche Subventionen gesprochen worden waren, tatsächlich erfolg-
ten. Auch die gemäss Aussage des Zeugen FF., ab 1995 CFO der C. S.A. und 
seit 2000 CFO der P.-Group, bei diesen Firmen erfolgten behördlichen Kontrollen 
der Investitionsprogramme betreffen offenbar nachträgliche Überprüfungen (cl. 2 
pag. 12.2.4 f.). Das blosse Einreichen der in der Anklageschrift genannten Rech-
nungen und Pro-forma-Rechnungen bei der zuständigen griechischen Subventi-
onsbehörde stellt nach dem Gesagten keine arglistige Täuschung dar, womit kein 
Betrug gegeben ist. Da keine strafbare Haupttat vorliegt, ist der Angeklagte von 
der Gehilfenschaft hierzu freizusprechen. 

5.8 Im Weiteren fällt eine Verurteilung des Angeklagten in Bezug auf Subventionsan-
träge der B. S.A. und C. S.A. mittels Pro-forma-Rechnungen und Rechnungen, 
soweit diese nicht von ihm erstellt bzw. unterschrieben wurden (vorne E. 4.4.1), 
schon mangels unterstützender Handlung des Angeklagten nicht in Betracht. 

5.9 Schliesslich ist festzustellen, dass es am erforderlichen Vorsatz fehlt. Die Aussage 
des Angeklagten, wonach er erst anlässlich der Sitzung vom 5. April 2002 mit J. 
bei der Firma I. AG erfahren habe, dass die Käuferfirmen beabsichtigt hätten, die 
Rechnungen im Rahmen von Subventionsanträgen beim griechischen Staat ein-
zureichen, ist glaubhaft. Untermauert wird dies durch die Aussagen von J., D. und 
der Mitarbeiter der I. AG (vgl. vorne E. 4.2.2-4.2.7). Nichts deutet darauf hin, dass 
den Mitarbeitern der I. AG vor dem 5. April 2002 bekannt war, dass die Verant-
wortlichen der Firmen B. S.A. und C. S.A. diese Rechnungen im Zusammenhang 
mit Subventionsanträgen verwenden würden und auch verwendet haben. Die 
griechischen Endkäuferinnen B. S.A. und C. S.A. waren auch nicht Kundinnen der 
Firma I. AG; Kunde der I. AG war J., der Inhaber der Verkäuferfirmen. J. gab an, 
nichts von einem Subventionsbetrug gewusst zu haben (E. 4.2.2). Der Wahrheits-
gehalt dieser Aussage ist nicht zu prüfen; Tatsache ist, dass J. den Angeklagten 
nicht belastet. Es ist zudem nicht ersichtlich, weshalb J. den Angeklagten in Sub-

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ventionsverfahren hätte einweihen sollen. Auch D. belastet den Angeklagten 
nicht. Er will mit diesem gar keinen Kontakt gehabt haben und stellt einen Subven-
tionsbetrug gänzlich in Abrede (E. 4.2.3). Auch hier gibt es keinen Grund, weshalb 
er bzw. die Firmen B. S.A. und C. S.A. den Angeklagten über die Verwendung der 
Rechnungen oder über die Subventionsanträge hätten informieren sollen. Gegen 
einen Vorsatz sprechen sodann die nach der Sitzung vom 5. April 2002 durch den 
Angeklagten und weitere Verantwortliche der I AG getätigten Massnahmen, die 
letztlich zur Verdachtsmeldung vom 29. Juli 2002 an die Meldestelle für Geldwä-
scherei führten (vgl. Prozessgeschichte Buchstabe A.). Ob diese Meldung mit der 
nötigen Eile erfolgte, kann hier offen bleiben, denn die angeklagten Betrugshand-
lungen betreffen ohnehin eine frühere Zeitspanne; daraus allein könnte nicht auf 
ein früheres Wissen des Angeklagten geschlossen werden. Auch das Memo vom 
9. April 2002 betreffend die Sitzung vom 5. April 2002 mit J. bei der I. AG (cl. 53 
pag. 3.2.3) weist darauf hin, dass J. (erst) an dieser Sitzung die Hintergründe der 
Überfakturierung im Zusammenhang mit den EU-Finanzierungen erklärt hat. Es ist 
daher mit der Bemerkung des Untersuchungsrichters im Schlussbericht vom “Feb-
ruar/April/Juni 2009“ einig zu gehen, wonach der Angeklagte erst anlässlich der 
Sitzung vom 5. April 2002 Kenntnis über (allfällige) erhöhte Subventionsbezüge 
erhielt (cl. 7 pag. 24.00.99). Aus dem Gesagten lässt sich auch kein Eventualvor-
satz ableiten. Vielmehr ist erstellt, dass der Angeklagte davon ausging, die Kauf-
vertragsabwicklungen durch die I. AG zur Steueroptimierung und (verdeckten) 
Gewinnausschüttung vorzunehmen. Dem erwähnten Memo vom 9. April 2002 ist 
überdies zu entnehmen, wie fremd dem Angeklagten bzw. seiner Assistentin die 
Fragen rund um die EU-Subventionen waren.  

5.10 Nach dem Gesagten ist der Angeklagte im Anklagepunkt der Gehilfenschaft zu 
qualifiziertem Betrug (Ank Ziffer 2) vollumfänglich freizusprechen. 

6. Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung   
(Ank Ziffer 3) 

6.1 Zusammengefasst wirft die Anklagebehörde dem Angeklagten Gehilfenschaft zu 
ungetreuer Geschäftsbesorgung zu Lasten der Firmen B. S.A. und C. S.A., be-
gangen in der Zeit vom 22. August 1996 bis 22. Dezember 2000, vor. Insbesonde-
re habe er im Auftrag von J. und für dessen Kundinnen B. S.A. und C. S.A. (bzw. 
deren Geschäftsführer und Eigentümer) überhöhte Rechnungen an die Käuferfir-
men gestellt, welche diese als Aufwand erfasst und an die N. Ltd. und O. Ltd. be-
zahlt hätten. Damit hätten die Käuferfirmen einen Schaden von insgesamt 
GRD 3'857'406'157 (B. S.A.) bzw. GRD 60'752'295 (C. S.A.) erlitten (Ank Ziffer 3).
  
Der Angeklagte bestreitet diesen Vorwurf (vgl. vorne E. 4.2.1). 

- 27 - 

6.2 Hinsichtlich der Strafbarkeit des Teilnehmers in der Schweiz für eine im Ausland 
begangene Tat wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen (vorne E. 5.2).  

6.3 Der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
macht sich strafbar, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages 
oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwal-
ten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter 
Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen 
geschädigt wird. Wer als Geschäftsführer ohne Auftrag gleich handelt, wird mit der 
gleichen Strafe belegt (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Handelt der Täter in der Ab-
sicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, wird er qualifiziert be-
straft (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Wegen Gehilfenschaft ist strafbar, wer zu ei-
nem Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet (Art. 25 StGB). Darunter 
fällt jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung 
des Gehilfen anders abgespielt hätte (FORSTER, a.a.O., vor Art. 24 StGB N. 39). 
Auf der subjektiven Seite ist der Vorsatz, die Haupttat zu fördern, erforderlich. Es 
genügt, dass der Gehilfe über die Haupttat in groben Zügen orientiert ist; deren 
Einzelheiten braucht er nicht zu kennen (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, a.a.O., Art. 25 
StGB N. 10). 

6.4 Zunächst ist zu prüfen, ob die Tat in ihren Tatbestandsmerkmalen und in Bezug 
auf den jeweiligen spezifischen Haupttäter in der Anklageschrift rechtsgenügend 
umschrieben ist. Die Anklageschrift spricht sich nur rudimentär zur Haupttat aus. 
Aus der Umschreibung, dass „Gelder durch die zuständigen Geschäftsverantwort-
lichen […] als Aufwand erfasst und durch die Bezahlung anschliessend […] aus-
geschleust und auf Konti der Offshore-Gesellschaften N. Ltd. und O. Ltd. in die 
Schweiz abdisponiert wurden“ (Ank Ziffer 3 S. 27 [Hervorhebungen durch die Ur-
teilsredaktion]) geht nicht hervor, wer genau und unter Verletzung welcher Pflich-
ten bewirkt oder zugelassen haben soll, dass die Firmen B. S.A. und C. S.A. am 
Vermögen geschädigt wurden. Zwar werden an anderer Stelle E., +R., D., M. und 
G. als „Geschäftsführer und Eigentümer“ der griechischen Firmen bezeichnet (Ank 
Ziffer 3 S. 26 f.); unklar bleibt indessen, ob alle diese Personen oder einzelne von 
ihnen mit der Aufwanderfassung und der Rechnungsbezahlung betraut oder dar-
an irgendwie beteiligt waren und gegebenenfalls wie, sowie welchen Pflichten sie 
unterstellt waren und welche dieser Pflichten sie inwiefern verletzt haben sollen. 
Hinsichtlich der allgemeinen Anforderungen an die Anklageschrift kann auf die 
vorstehenden Ausführungen verwiesen werden (E. 2.1). Nachdem der Anklage-
behörde durch Rückweisung der Anklageschrift vom 31. März 2010 Gelegenheit 
zu deren Verbesserung gegeben wurde, hätte schon in Folge der nicht hinrei-
chend behobenen Mängel der Anklageschrift ein Freispruch zu erfolgen (E. 2.2). 

- 28 - 

6.5 Gemäss Anklageschrift ist die Haupttat im Ausland verübt worden. Bei der Berei-
cherungsabsicht im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB handelt es sich – im 
Gegensatz zum Grundtatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB – 
nicht um ein Tatbestandselement, sondern um ein Qualifizierungselement. Dieses 
schützt nicht ein zusätzliches Rechtsgut, sondern wirkt sich lediglich auf das Straf-
mass aus, analog zu einem schweren Betäubungsmitteldelikt gemäss Art. 19 
Ziff. 2 BetmG (vgl. BGE 129 IV 188 E. 3.3 und Urteil des Bundesgerichts 
6B_699/2010 vom 13. Dezember 2010, E. 4). Der Ort des Eintritts der Bereiche-
rung kann somit keinen Tatort begründen, so wie das beim kupierten Erfolgsdelikt 
der Fall ist. Demnach ist der Schweizer Teilnehmer in der Schweiz nur strafbar, 
wenn die Tat auch am Begehungsort strafbar ist, er sich in der Schweiz befindet 
oder ihr wegen dieser Tat ausgeliefert wird und wenn nach schweizerischem 
Recht die Tat die Auslieferung zulässt (Art. 7 Abs. 1 StGB; Art. 6 Ziff. 1 aStGB).  
 
Vorab ist zu prüfen, ob die Haupttat am Begehungsort (Art. 8 StGB bzw. Art. 7 
aStGB) als Verbrechen oder Vergehen bestraft wird und nicht verjährt ist. Gemäss 
Art. 390 des griechischen Strafgesetzbuches (in der im Zeitraum der angeklagten 
Tat geltenden Fassung) wird mit Gefängnis bestraft, wer wissentlich dem Vermö-
gen eines anderen, welches er aufgrund eines Gesetzes oder eines Rechtsge-
schäfts (vollständig, teilweise oder für eine bestimmte Handlung) zu pflegen oder 
zu verwalten hat, Schaden zufügt (cl. 7 pag. 19.00.14). Die Dauer der Gefängnis-
strafe beträgt gemäss Art. 53 des griechischen Strafgesetzbuches (in der seit 
1952 geltenden Fassung) 10 Tage bis 5 Jahre (cl. 7 pag. 19.00.17). Seit 2004 
droht Art. 390 des griechischen Strafgesetzbuches eine Mindeststrafe von 3 Mo-
naten Gefängnis, bei qualifizierter Tatbegehung – d.h. bei Verursachung eines 
Schadens von mehr als 15'000 Euro – eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren 
an (cl. 7 pag. 10.00.17; cl. 127 pag. 127.510.41 f.). In Bezug auf das griechische 
Recht ist das zur Tatzeit geltende Recht milder im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StGB. 
Gehilfenschaft ist gemäss Art. 46 und 47 des griechischen Strafgesetzbuches 
strafbar (cl. 126 pag. AV16-01-66 f.; cl. 127 pag. 127.510.34 f.). Mit Gefängnis ge-
ahndete Taten verjähren 5 Jahre, schwerer geahndete Taten (Zuchthausstrafen) 
15 Jahre nach ihrer Ausführung; wo die Todesstrafe oder eine lebenslange Frei-
heitsstrafe angedroht ist, beträgt die Verjährungsfrist 20 Jahre (Art. 18 i.V.m. 
Art. 111 und 112 des griechischen Strafgesetzbuches; cl. 127 pag. 127.510.33, 
127.510.36). Nachdem in Griechenland mit Bezug auf den Tatbestand der „Un-
treue“ gemäss Art. 390 des griechischen Strafgesetzbuches offenbar keine Ankla-
ge erhoben wurde (E. 5.7.1), fällt eine Aufschiebung der Verjährungsfrist gemäss 
Art. 113 des griechischen Strafgesetzbuches (cl. 127 pag. 127.510.37) nicht in 
Betracht. Eine vor dem 4. November 2005 begangene ungetreue Geschäftsbe-
sorgung ist demnach verjährt. Die Folge ist ein Freispruch (vgl. vorne E. 5.6.2). 

- 29 - 

6.6 Auch die Anwendung des schweizerischen Rechts ergäbe einen Freispruch. 
Art. 158 StGB stellt lediglich pflichtverletzende Handlungen unter Strafe. Dadurch 
soll der Kreis der vermögensschädigenden Verhaltensweisen eingegrenzt werden. 
Ein strafrechtlich relevanter Pflichtverstoss im Sinne von Art. 158 StGB setzt die 
Verletzung einer regelmässig ausserstrafrechtlichen Pflicht, in der Regel also ei-
ner zivilrechtlichen Pflicht, voraus (Andreas DONATSCH, Aspekte der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung nach Art. 158 StGB, in: ZStrR 114 [1996] S. 210 f.). Der In-
halt der Treuepflicht des Geschäftsbesorgers ergibt sich aus dem jeweiligen 
Grundverhältnis und ist im Einzelfall näher zu konkretisieren. Massgebliche Basis 
sind insbesondere gesetzliche und vertragliche Bestimmungen, aber auch Statu-
ten, Reglemente oder Beschlüsse der Generalversammlung, der Gesellschafts-
zweck oder branchenspezifische Usanzen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_294/2008 vom 1. September 2008 E. 5.3.2). Der Inhalt der Treuepflicht des 
Geschäftsbesorgers richtet sich nach dem jeweiligen Grundverhältnis. Die Pflich-
ten und Obliegenheiten der Verantwortlichen griechischer Gesellschaften richten 
sich nach griechischem Recht und nach deren Statuten. Diese – und dementspre-
chend auch deren allfällige Verletzung – sind vorliegend nicht erstellt. Nachdem 
das Tatbestandselement der Pflichtverletzung des Haupttäters nicht erfüllt ist, ist 
infolge der Akzessorietät ein Schuldspruch gegen den Gehilfen ausgeschlossen.  

6.7 Im Übrigen fällt eine Verurteilung des Angeklagten in Bezug auf allfällige Unter-
stützungshandlungen mittels Pro-forma-Rechnungen und Rechnungen, die nicht 
von ihm erstellt bzw. unterschrieben wurden (vorne E. 4.4.1), nicht in Betracht. 

6.8 Der Angeklagte ist demzufolge vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu qualifizierter 
ungetreuer Geschäftsbesorgung (Ank Ziffer 3) vollumfänglich freizusprechen. 

7. Qualifizierte Geldwäscherei (Ank Ziffer 4) 

7.1 Zusammengefasst wirft die Anklagebehörde dem Angeklagten Geldwäscherei, 
begangen in der Zeit vom 30. Juli 1996 bis Januar 2001, vor. Insbesondere habe 
er im Auftrag von J. die durch ungetreue Geschäftsbesorgung aus dem Ge-
schäftsvermögen der Firmen B. S.A. und C. S.A. erlangten Gelder (insgesamt 
GRD 3'857'406'157 von B. S.A. und GRD 60'752'295 von C. S.A.) auf Konti der 
Offshore-Gesellschaften N. Ltd. und O. Ltd. in der Schweiz gutschreiben und auf 
andere Konti bzw. an andere Empfänger im In- und Ausland weitertransferieren 
lassen (Ank Ziffer 4). Der Angeklagte bestreitet diesen Vorwurf (vgl. E. 4.2.1). 

7.2 Der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB macht sich schuldig, wer eine 
Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung 

- 30 - 

oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder 
annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren (Art. 305bis Abs. 1 StGB). 

7.3 Da eine (qualifizierte) ungetreue Geschäftsbesorgung nicht erstellt ist (vorne E. 6), 
fehlt es an der Vortat bzw. einem Verbrechen im Sinne von Art. 305bis Abs. 1 
StGB. Der Angeklagte ist somit vom Vorwurf der Geldwäscherei freizusprechen.  

III.   

8. Einziehung 

8.1 Das Gericht verfügt die Einziehung von Vermögenswerten, die durch eine Straftat 
erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder 
zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 59 Ziff. 1 aStGB; Art. 70 Abs. 1 
StGB). 

8.2 In Bezug auf die beschlagnahmten Vermögenswerte auf Konti bei der Bank 
H. AG, namentlich Konto Nr. 3, lautend auf D., Konto Nr. 4, lautend auf E., Konto 
Nr. 5, lautend auf F., Konto Nr. 6, lautend auf G. und Konto Nr. 7, lautend auf E. 
(cl. 4 pag. 16.06.28 f.; cl. 7 pag. 24.00.12), ist keine strafbare Herkunft erstellt. Ei-
ne Einziehung fällt daher nicht in Betracht. Die beschlagnahmten Vermögenswer-
te sind somit zu Handen der Berechtigten freizugeben.  

8.3 Damit sind die Anträge der B. S.A. und der C. S.A. in Bezug auf die vorgenannten 
beschlagnahmten Vermögenswerte obsolet, zumal diese kein besseres Recht an 
jenen Vermögenswerten geltend machen, sondern ihre Anträge bloss eventualiter 
für den Fall einer Einziehung stellen (cl. 127 pag. 127.601.2, 127.602.2). 

9. Kosten  

Der Angeklagte wird in allen Anklagepunkten freigesprochen. Es bestehen keine 
Anhaltspunkte in den Akten für eine allfällige Kostenauferlegung gemäss Art. 173 
BStP. Die Verfahrenskosten sind demnach von der Eidgenossenschaft zu tragen.  

10. Entschädigung 

10.1 Das Gericht hat über die Entschädigung an den Freigesprochenen nach den 
Grundsätzen von Art. 122 Abs. 1 BStP zu entscheiden (Art. 176 BStP). Diesem ist 

- 31 - 

i.d.R. auf Begehren eine Entschädigung für seinen Aufwand für die Verteidigung, 
die Untersuchungshaft und andere erlittene Nachteile, wie immaterielle Unbill, 
auszurichten (Art. 122 Abs. 1 BStP; TPF 2008 121 E. 3.1, TPF 2008 165 E. 4.1). 

10.1.1 Der Antrag auf Entschädigung, darunter auch auf Genugtuung für erlittene Unbill, 
wurde anlässlich der Hauptverhandlung gestellt (cl. 127 pag. 127.910.20). In der 
vom erbetenen Verteidiger eingereichten Kostennote sind ein pauschales Honorar 
von Fr. 207'636.65 (inkl. MWST) und Spesen von Fr. 3'170.– aufgeführt, somit ein 
Gesamtbetrag von Fr. 210'806.65. Darin eingeschlossen ist auch der gesamte 
Aufwand des früheren Verteidigers. Allerdings sind Zeitaufwand, einzelne Tätig-
keiten und Auslagen der Verteidigung nicht spezifiziert (cl. 127 pag. 127.721.2). 

10.1.2 Die Entschädigung ist nach dem notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand 
des Anwalts zu bemessen; der Stundenansatz beträgt mindestens Fr. 200.– und 
höchstens Fr. 300.–. Mangels spezifizierter Kostennote ist das Honorar vorliegend 
nach Ermessen festzusetzen (Art. 3 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 26. Sep-
tember 2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht, 
SR 173.711.31 [Entschädigungsreglement]). Bei Fällen im ordentlichen Schwie-
rigkeitsbereich beträgt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Straf-
kammer Fr. 230.– für Arbeitszeit und Fr. 200.– für Reisezeit (Entscheid des Bun-
desstrafgerichts SK.2009.15 vom 12. Mai und 24. September 2010 E. 9.2.3). In 
Berücksichtigung der mehr als siebenjährigen Verfahrensdauer (Verfahrenseröff-
nung gegen den Angeklagten: 4. August 2003; Mitteilung Eröffnung der Vorunter-
suchung: 28. August 2003; cl. 1 pag. 1.00.1.3, 1.00.6), der sukzessiv erfolgten 
Ausdehnung des Verfahrens auf weitere Tatbestände mit entsprechender Akten-
produktion, wobei der Vorwurf der Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesor-
gung als Vortat der (qualifizierten) Geldwäscherei erst im April 2009 erhoben wur-
de, der getätigten Einvernahmen und der Hauptverhandlung sowie der sich im or-
dentlichen Bereich befindenden tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten des 
Falles erscheint ein Verteidigungsaufwand von 400 Stunden (inkl. Reisezeit) an-
gemessen. Dieser wird mit Fr. 230.– pro Stunde entschädigt. Die Spesen in der 
Höhe von Fr. 3'170.– liegen im ordentlichen Bereich und sind anzurechnen. Der 
Angeklagte wurde anlässlich der Einvernahme vom 25. April 2004 während meh-
rerer Stunden in Haft genommen (cl. 1 pag. 1.0.11 ff.; cl. 3 pag. 13.3.32, 13.3.87). 
Für diese Unbill ist ihm eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 200.– zuzusprechen. 
Somit ist dem Freigesprochenen zu Lasten der Eidgenossenschaft eine Entschä-
digung von total Fr. 95'370.– ([400 x Fr. 230.–] + Fr. 3'170.– + Fr. 200.–) zuzu-
sprechen. Auf dem Betrag von Fr. 95'170.– ist die Mehrwertsteuer anzurechnen.  

10.2 Die Drittbetroffenen obsiegen mit ihrem Antrag auf Freigabe der beschlagnahmten 
Vermögenswerte, weshalb sie antragsgemäss Anspruch auf Entschädigung ha-
ben.  

- 32 - 

10.2.1 Hinsichtlich der Bemessungsgrundsätze für die Entschädigung der anwaltlich ver-
tretenen Drittbetroffenen kann auf das Ausgeführte verwiesen werden (E. 10.1.2). 

10.2.2 Der Vertreter der Drittbetroffenen macht gemäss Kostennote für das gesamte 
Verfahren einen nicht näher spezifizierten Aufwand von 462 Stunden (einge-
schlossen der Aufwand des früheren Vertreters) bzw. ein pauschales Honorar von 
Fr. 188'296.02 sowie Auslagen von Fr. 4'724.05 geltend; ausserdem beantragt er 
die Berücksichtigung eines zusätzlichen Aufwands durch Vertretung griechischer 
Anwälte in unbezifferter Höhe (cl. 127 pag. 127.723.01 ff.). Mangels spezifizierter 
Kostennote ist das Honorar nach Ermessen festzusetzen (vgl. E. 10.1.2). Die 
Drittbetroffenen sind seit dem 22. Dezember 2003 (D.) bzw. seit dem 15. Septem-
ber 2008 anwaltlich vertreten (cl. 4 pag. 16.6.1 ff., 16.06.37 ff.). An der Hauptver-
handlung wurde der Vertreter der Drittbetroffenen durch einen griechischen An-
walt assistiert; eine Vertretung durch zwei Anwälte wurde nicht beantragt (cl. 127 
pag. 127.651.4, 127.910.6). Der Aufwand des griechischen Anwalts ist nicht ent-
schädigungsberechtigt, da nur ein Rechtsanwalt zur Vertretung zugelassen wur-
de. In Berücksichtigung der aufgeführten, grundsätzlich auch hier massgeblichen 
Umstände (E. 10.1.2) erscheint ein Aufwand von 90 Stunden (inkl. Reisezeit) an-
gemessen. Dieser ist mit Fr. 230.– pro Stunde zu entschädigen. Die Spesen in der 
Höhe von Fr. 4'724.05 liegen im ordentlichen Bereich und sind anzurechnen. So-
mit ist den Drittbetroffenen D., E., F. und G. zu Lasten der Eidgenossenschaft ge-
samthaft eine Entschädigung von Fr. 25'424.05 ([90 x Fr. 230.–] + Fr. 4'724.05) 
zuzusprechen. Die Drittbetroffenen als Leistungsempfänger ihres schweizerischen 
Vertreters haben weder Wohnsitz noch eine Betriebsstätte in der Schweiz. Ent-
sprechend unterliegen Honorar und Auslagen ihres Vertreters nicht der Mehr-
wertsteuerpflicht. 

10.3 Die Firmen B. S.A. und C. S.A. haben sich je mit Eingabe vom 30. Oktober 2010 
am Verfahren beteiligt (cl. 127 pag. 127.601.1 ff., 127.602.1 ff.). Nachdem von ei-
nem Verzicht auf die Geltendmachung privatrechtlicher Ansprüche auszugehen ist 
(vorne E. 8.3), entbehrt der Anspruch der B. S.A. und der C. S.A. auf Zuspre-
chung einer Parteientschädigung einer Grundlage (Art. 175 Abs. 1 BStP). 

11. Berichtigung 

11.1 Eine Norm, die es der Strafkammer erlaubt, inhaltliche Korrekturen an einem ver-
kündeten Urteil vorzunehmen, besteht nicht. Die Strafkammer ist wie jedes erken-
nende Gericht an ihre veröffentlichten Entscheide gebunden, und zwar selbst 
dann, wenn der Entscheid unrichtig ist. Von inhaltlichen Mängeln sind jedoch of-
fensichtliche und versteckte Fehler zu unterscheiden: Offensichtliche Fehler erge-
ben sich ohne weiteres direkt aus dem Dispositiv selbst, indem dieses in sich wi-

- 33 - 

dersprüchlich ist (z.B. Rechen- oder Schreibfehler); versteckte Mängel liegen 
dann vor, wenn der Entscheid nicht den wirklichen Willen des Gerichts wiedergibt, 
wobei der tatsächliche Wille aus den Erwägungen selbst oder im Zusammenhang 
mit Aktenstücken, auf welche Bezug genommen wird, nachvollziehbar ist. Die Be-
richtigung solcher Fehler ist nach ständiger Praxis der Strafkammer zulässig und 
von dieser selbst vorzunehmen, da hierdurch dem Entscheid lediglich die Formu-
lierung gegeben wird, die gedacht und beabsichtigt war. Damit wird gerade kein 
Mangel in der Willensbildung korrigiert und der Entscheid erfährt keine inhaltliche 
Änderung, da diesem nichts beigefügt wird, was nicht bereits Inhalt der richterli-
chen Entscheidfindung gewesen ist (zum Ganzen: Entscheide des Bundesstrafge-
richts SK.2004.3-7 vom 11. März 2005 E. 1-3 und SK.2009.15 vom 12. Mai und 
24. September 2010 E. 11). 

11.2 Bei Vertretung von in der Schweiz wohnhaften Mandanten ist die Mehrwertsteuer 
anzurechnen. Diese schlägt bei der Verteidigung mit Fr. 7'232.90 zu Buche. Die-
sen Willen des Gerichts gibt das in der Hauptverhandlung am 4. November 2010 
eröffnete Urteil in Ziffer 4 des Dispositivs nicht wieder (cl. 127 pag. 127.910.11 f.). 
Es handelt sich insoweit um ein offensichtliches Versehen, welches gemäss Ent-
scheid des Gerichts vom 6. Juli 2011 (cl. 127 pag. 127.910.31 f.) wie folgt zu be-
richtigen ist:  

„4.  A. wird zu Lasten der Eidgenossenschaft eine Entschädigung in der Höhe 
von Fr. 102'602.90.– zugesprochen.“ 

- 34 - 

 
Die Strafkammer erkennt: 

I.  

1. A. wird freigesprochen. 

2. Die folgenden beschlagnahmten Vermögenswerte (Konti bei der Bank H. AG) wer-
den nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zu Handen der Berechtigten 
freigegeben:  

- Konto Nr. 3, lautend auf D. 

- Konto Nr. 4, lautend auf E. 

- Konto Nr. 5, lautend auf F. 

- Konto Nr. 6, lautend auf G. 

- Konto Nr. 7, lautend auf E. 

3. Die Verfahrenskosten trägt die Eidgenossenschaft.  

4. A. wird zu Lasten der Eidgenossenschaft eine Entschädigung in der Höhe von 
Fr. 102'602.90.– zugesprochen.  

5. Den Drittbetroffenen D., E., F. und G. wird zu Lasten der Eidgenossenschaft ge-
samthaft eine Entschädigung von Fr. 25'424.05 zugesprochen. 

II. 

Dieser Entscheid wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch die Vorsitzende 
mündlich begründet.  

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 

Die Vorsitzende   Der Gerichtsschreiber 

i.V. Giuseppe Muschietti 

- 35 - 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 
- Bundesanwaltschaft 
- Rechtsanwalt Adriel Caro (Verteidiger von A.) 
 
Eine auszugsweise Ausfertigung (E. 8-11 und Dispositiv) wird mitgeteilt an:  
- Rechtsanwalt Eric Buis (Vertreter der B. S.A. und der C. S.A.) 
- Rechtsanwalt Peter Burckhardt (Vertreter von D., E., F., G.) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 
- Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig)  
- Bank H. AG (auszugsweise – Ziff. 2 des Dispositivs) 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Urteilsausfertigung Be-
schwerde eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG). 

Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 BGG). 
Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf 
einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den 
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). 

 

 

 

Versand: 18. August 2011