# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8704dc08-e576-50db-b996-d025d6219194
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 29.09.2009 S 2009 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-82_2009-09-29.pdf

## Full Text

S 09 82

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 29. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der am 9. Mai 1947 geborene … meldete sich am 26. Mai 2004 zum 

Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Er machte geltend, dass 

bei ihm seit 2002 ein Prostatakarzinom bekannt sei und dieses im Jahre 2003 

bestrahlt worden sei. Anschliessend habe eine Hormontherapie 

stattgefunden, welche zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit geführt habe. 

Am 8. Juli 2004 gab er an, im Hotel … in … als Hotelier gearbeitet zu haben. 

Am 27. Juli 2004 diagnostizierte der Hausarzt Dr. med. …, Innere Medizin 

FMH, ein ausgedehntes Prostatakarzinom mit Verdacht auf Einwachsen in 

der Blase mit Status nach Radiotherapie vom 1. April bis am 2. Juni 2003 und 

Hormontherapie seit März 2003. Die Arbeitsfähigkeit habe vom 20. Dezember 

2002 bis am 1. April 2003 30%, vom 2. April bis am 2. Juni 2003 100% und 

vom 3. Juni 2003 bis auf Weiteres 30% betragen. Ferner stellte der Arzt fest, 

dass wegen der Bestrahlung ein empfindlicher Darm mit Tendenz zu Infekten 

bestehe und der Patient wegen der Hormontherapie Schweissausbrüche 

habe. Der Versicherte sei vermindert belastbar, ansonsten sei er in gutem 

Allgemeinzustand und Ernährungszustand. Er arbeite ganztags als Hotelier, 

seine Arbeitsleistung sei jedoch eingeschränkt infolge vermehrter Müdigkeit. 

Die bisherige Tätigkeit sei ganztags zumutbar, wobei eine verminderte 

Leistungsfähigkeit im Umfang von 30% bestehe. Die Beurteilung stützte sich 

auf Berichte des Urologen Dr. med. … vom 19. März 2003 und des Dr. med. 

…, Leitender Arzt Radio-Onkologie des Kantonsspitals Chur vom 16. Juli 

2003. Mit Verfügung vom 30. September 2004 wurde das Rentengesuch des 

Versicherten abgewiesen. Darin wurde festgehalten, dass er als Hotelier 

weiterhin zu 70% arbeits- und erwerbsfähig sei. 

2. Am 24. September 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von 

IV-Leistungen an. Er führte aus, dass er infolge des Prostatakarzinoms bis auf 

Weiteres zu 30%, infolge eines am 15. Januar 2006 (recte 2007) erlittenen 

Herzinfarkts zu 100% arbeitsunfähig sei. Am 22. September 2008 hatte der 

neue Hausarzt Dr. med. …, Innere Medizin FMH, bestätigt, dass der 

Versicherte wegen ernsthaften Erkrankungen (Herzinfarkt, bösartiger Tumor 

der Prostata) aus medizinischen Gründen gescheiter keine Erwerbstätigkeit 

nachgehen sollte. Am 8. Oktober 2008 bestätigte Dr. med. … die bekannten 

Diagnosen sowie eine koronare Herzkrankheit mit Myokardinfarkt im Juni 

2007 mit Status nach PCI. Er sei seit dem Herzinfarkt körperlich und geistig 

eingeschränkt. Die durchgeführte kardiologische Untersuchung (Bericht vom 

3. März 2008) durch Dr. med. …, Leitender Arzt des Spitals …, habe einen 

erfreulichen Verlauf gezeigt. Dieser habe in seinem Bericht festgehalten, dass 

der Versicherte beschwerdefrei und gut leistungsfähig sei. Dr. med. … 

konstatierte am 8. Oktober 2008 allgemein einen aktuell stabilen Verlauf und 

führte aus, dass von Seiten des Herzens keine wesentliche Änderung zu 

erwarten sei. Das Prostatakarzinom sei mit Zoladex unter Kontrolle, 

insgesamt sei die Prognose günstig und es bestehe sowohl geistig als auch 

körperlich aufgrund der Erkrankungen und der Medikamente eine verminderte 

Belastbarkeit. Da die Einschätzungen des Dr. med. … für den Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz nicht nachvollziehbar waren, beauftragte 

die IV-Stelle das Spital …, den Versicherten  zu begutachten.  

3. Mit Gutachten vom 12. Januar 2009 bestätigte das Spital … die bekannten 

Diagnosen. Der Versicherte habe im Januar 2007 einen akuten inferioren 

Myokardinfarkt erlitten. Durch eine schnelle Intervention  sei es zu keiner 

Einschränkung der systolischen LV-Funktion gekommen. Der Versicherte sei 

diesbezüglich gut belastbar. Bei Kontrolle der Risikofaktoren und Einnahme 

der Medikation sei die Prognose gut und ohne weitere Infarkte sei mit keiner 

Abnahme der Leistungsfähigkeit zu rechnen. Die Tätigkeit als Hotelier sei 

deshalb nicht eingeschränkt. Bezüglich des Prostatakarzinoms zeige sich ein 

absolut stabiler Verlauf unter Zoladex-Therapie. Nach Angaben des 

Hausarztes sei das prostataspezifische Antigen (PSA) tief. Diesbezüglich sei 

die Prognose schwierig vorauszusehen. Die Arbeitsfähigkeit als Hotelier sei 

jetzt wegen des Prostatakarzinoms nicht eingeschränkt. Für schwere 

körperliche Arbeiten sei er nicht mehr arbeitsfähig, wobei die aktuelle Tätigkeit 

körperlich nicht belastend und daher zu 100% zumutbar sei. Eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit habe drei Monate nach Infarkt, d.h. bis April 2007 

bestanden. Seit damals sei er wieder normal arbeitsfähig. 

Der RAD Ostschweiz stellte am 19. Februar 2009 fest, dass das Gutachten 

des Spitals … vom 12. Januar 2009 klar gegliedert, umfassend, in sich 

schlüssig und nachvollziehbar sei. Es beruhe auf allseitigen Untersuchungen 

und berücksichtige die von der versicherten Person geklagten Beschwerden. 

Daher könne aus versicherungsmedizinischer Sicht in vollem Umfang auf 

dessen Schlussfolgerungen abgestützt werden.

4. Am 26. Februar 2009 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, worin sie 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte. Dagegen erhob der 

Versicherte keinen Einwand. 

5. Mit Verfügung vom 15. April 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

ab. Es wurde darin ausgeführt, dass der Versicherte vom 15. Januar bis Ende 

April 2007 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Seit Mai 2007 sei ihm die 

Ausübung der früheren Tätigkeit als selbständiger Hotelier weiterhin zu 100% 

zumutbar. Da er nicht während mindestens eines Jahres erheblich in der 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, bestehe kein Anspruch auf eine 

Invalidenrente. 

6. Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) am 4. Mai 

2009 (Datum des Poststempels) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er 

machte geltend, dass die Abklärungsergebnisse zu ungenau seien und ohne 

persönliche Befragung gemacht worden seien. Des Weiteren würden diese 

mit der Realität nicht übereinstimmen. Gemäss Zusammenstellung von Dr. 

med. … sei er ab Mitte Dezember 2002 wegen eines Prostatakarzinoms und 

eines Herzinfarkts in Behandlung. Er könne heute noch immer nicht arbeiten. 

Er beantragte ferner, dass sein Gesuch nochmals eingehend zu prüfen sei 

und ihm eine Übergangsrente bis zur ordentlichen Pensionierung zu 

gewähren sei. 

7. Mit Vernehmlassung vom 22. Mai 2009 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie 

aus, dass es unbestritten sei, dass der Versicherte an einer koronaren 

Eingefässerkrankung und an einem Prostatakarzinom leide und dass er seit 

dem im Januar 2007 erlittenen Herzinfarkt für körperlich schwere Arbeiten 

arbeitsunfähig sei. Unter Berücksichtigung der im September 2008 erfolgten 

Anmeldung sei nur der Zeitraum gemäss Art. 48 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ab September 2007 zu 

beachten. Für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei insbesondere auf das 

Gutachten des Spitals … abzustellen. Darin werde ihm seit April 2007 eine 

100%-ige Arbeitsfähigkeit als Hotelier attestiert. Die in der Beschwerde 

erwähnte Zusammenstellung vom Hausarzt Dr. med. … nenne nur längst 

Bekanntes. Die Zusammenstellung enthalte keinerlei Ausführungen zur 

interessierenden Arbeitsfähigkeit ab September 2007. Wenn der Versicherte 

vorbringe, er sei bereits ab Mitte Dezember 2002 wegen eines 

Prostatakarzinoms sowie wegen eines Herzinfarkts in Behandlung gewesen, 

rechtfertige dies nicht, ab September 2007 von einer Arbeitsunfähigkeit als 

Hotelier auszugehen. Die Beschwerde und die ihr beigelegte 

Zusammenstellung von Dr. med. … erschüttere die vom Spital … ab April 

2007 attestierte 100%-ige Arbeitsfähigkeit als Hotelier nicht derart, dass 

darauf nicht abgestellt werden könnte oder weitere Abklärungen 

vorzunehmen wären. Das Gutachten des Spitals … gebe ein ausreichend 

klares Bild über den Gesundheitsschaden, sodass eine zuverlässige 

Beurteilung des Leistungsanspruchs möglich sei. Auch der RAD Ostschweiz 

habe am 19. Februar 2009 erklärt, dass auf die Schlussfolgerungen dieses 

Gutachtens abgestützt werden könne. Die gesundheitlichen Beschwerden 

des Versicherten hätten keinen erwerblichen Einfluss auf die angestammte 

Tätigkeit als Hotelier und es bestehe daher kein Anspruch auf eine IV-Rente.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 15. April 2009, worin 

sie das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abwies. 

Beschwerdegegenstand bildet die Frage, ob die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer eine IV-Rente zuzusprechen hat oder nicht, wobei der vom 

September 2007 bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 15. April 2009 

sich verwirklichter Sachverhalt massgebend ist. 

2. a) Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] 

i.V.m. Art. 4 Abs. 1 IVG. Mit Bezug auf Art. 4 Abs. 1 IVG ist festzuhalten, dass 

Gegenstand der Invalidenversicherung nicht ein Gesundheitsschaden als 

solcher, sondern nur eine durch einen Gesundheitsschaden verursachte 

Arbeits- und - resultierend daraus - Erwerbsunfähigkeit sein kann. Als 

arbeitsunfähig gilt eine Person, die infolge eines Gesundheitsschadens ihre 

bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder unter der Gefahr, 

ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben kann. Der Grad der 

Arbeitsunfähigkeit wird laut der Rechtsprechung nach dem Masse bestimmt, 

in welchem die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen in ihrem 

angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig 

sein kann. Nicht massgebend ist dagegen die bloss medizinisch-theoretische 

Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 235 E. 1b S. 239 mit 

Hinweisen). Für die Gewährung von IV-Leistungen müssen somit ein 

medizinisches Element (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit) sowie ein wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger 

dauernde Erwerbsunfähigkeit) vorliegen. Sodann muss zwischen diesen 

Elementen ein Kausalzusammenhang bestehen (Kreisschreiben über 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] ab 1. Januar 

2008, N 1024 ff.; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 

3. Aufl., Bern 2003, S. 159 N 12 ff.).

b) Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 93 f. E. 4 S. 99, 125 V 256 E. 4 S. 261). Der Beweiswert eines 

ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung 

der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; AHI 2001 S. 

113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 478 S. 345 E. 5.1).

c) Zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegen 

dem Gericht für die Zeit zwischen September 2007 und dem 15. April 2009 

folgende Arztberichte vor: 

• Bericht des Dr. med. …, Leitender Arzt des Spitals … vom 3. März 2008: 

Es werden folgende Diagnosen gestellt: 

- Koronäre Eingefässerkrankung: Status nach akutem inferioren 

Myocardinfarkt und Akut PTCA proximale ACD 1/07, normale 

systolische LV-Funktion, RF: arterielle Hyperthonie, Diabetes mellitus 

Typ 2, Hypercholesterinämie, Adipositas permagna 

- Prostatakarzinom: Status nach Radiotherapie 2004 und Status nach 

Zoladex 2006

Ein Jahr nach dem akuten Myocardinfarkt und Akut-PTCA ACD zeige sich 

ein erfreulicher Verlauf. Der Patient sei beschwerdefrei und gut 

leistungsfähig. Bei sehr guter Belastbarkeit bestehen keine Hinweise für 

eine Ischämie.   

• Ärztliches Zeugnis des Dr. med. …, Innere Medizin FMH vom 22. 

September 2008: Der Patient sollte wegen ernsthaften Erkrankungen 

(Herzinfarkt, bösartiger Tumor der Prostata) aus medizinischen Gründen 

gescheiter keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. 

• IV-Bericht des Dr. med. …, vom 8. Oktober 2008: Es werden folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:

- Koronäre Herzkrankheit mit Myocardinfarkt mit Status nach PCI

- Prostatakarzinom, ED 2003, Status nach Radiotherapie und seither 

Hormontherapie

- Status nach OP einer Calcaneusfraktur rechts

- Arterielle Hypertonie

- Adipositas

- Diabetes mellitus Typ 2

Der Patient habe angegeben, dass aktuell eine Einschränkung der 

körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit seit dem Herzinfarkt und 

Müdigkeit vorliege. Aktuell sei ein stabiler Verlauf zu verzeichnen und von 

Seiten des Herzens sei keine wesentliche Änderung zu erwarten. Das 

Prostatakarzinom sei mit Zoladex unter Kontrolle. Insgesamt sei die 

Prognose günstig. Sicher bestehe auf Grund der Erkrankungen und der 

Medikamente sowohl geistig als auch körperlich eine verminderte 

Belastbarkeit. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei aber 

stationär. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen, sowie die 

Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien aufgrund rascheren 

Ermüdung eingeschränkt. Die Absenz von Arbeitstätigkeit über mehrere 

Jahre sowie die Krankheiten und Medikamente beeinflussen die 

Arbeitstätigkeit doch wesentlich (Dekonditionierung). 

• Gutachten des Spitals … des Dr. med. …, Leitender Arzt vom 12. Januar 

2009: Es werden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit gestellt: 

- Koronäre Eingefässerkrankung:

- Status nach akutem inferioren Myocardinfarkt und Akut PTCA 

proximale ACD 1/07

- Normale systolische LV-Funktion

- RF: arterielle Hyperthonie, Diabetes mellitus Typ 2, 

Hypercholesterinämie

- Prostatakarzinom: Status nach Radiotherapie 2004 und aktuell unter 

Zoladwxtherapie stabil tiefes PSA 

Die folgende Diagnose habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

- Adipositas permagna 

Im Januar 2007 habe der Patient einen akuten inferioren Myokardinfarkt 

erlitten. Durch eine schnelle Intervention sei es zu keiner Einschränkung 

der systolischen LV-Funktion gekommen. Der Patient sei diesbezüglich 

gut belastbar. Bei Kontrolle der Risikofaktoren und Einnahme der 

Medikation sei die Prognose gut und es sei ohne weitere Infarkte mit 

keiner Abnahme der Leistungsfähigkeit zu rechnen. Die Tätigkeit als 

Hotelier sei deshalb nicht eingeschränkt. Bezüglich des 

Prostatakarzinoms zeige sich ein absolut stabiler Verlauf unter Zoladex-

Therapie. Nach Angaben des Hausarztes sei das PSA tief. Diesbezüglich 

sei die Prognose schwierig vorauszusehen. Die Arbeitsfähigkeit als 

Hotelier werde zum jetzigen Zeitpunkt wegen des Prostatakarzinoms 

nicht eingeschränkt. Der Versicherte sei für schwere körperliche Arbeiten 

nicht mehr arbeitsfähig und die aktuelle Tätigkeit sei körperlich nicht 

belastend sowie zu 100% zumutbar. Eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

habe drei Monate nach Infarkt, d.h. bis April 2007 bestanden. Seit damals 

bestehe wieder eine normale Arbeitsfähigkeit.  

Das Gericht ist der Ansicht, dass für die Beurteilung der medizinischen-

theoretischen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das Gutachten des 

Spitals … vom 12. Januar 2009 abzustellen ist. Der Arzt des Spitals … hat die 

Krankengeschichte des Versicherten umfassend und detailliert evaluiert. Er 

hat sich mit früheren Befunden auseinandergesetzt und die Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit und die medizinischen Massnahmen sind klar festgelegt 

worden. Die medizinische Situation und deren Zusammenhänge sind daher in 

nachvollziehbarer Weise beurteilt worden. Die geklagten Beschwerden sind 

im Gutachten untersucht und evaluiert worden und die Schlussfolgerungen 

sind stichhaltig und nachvollziehbar begründet. Schliesslich ist das Gutachten 

aktuell, weil es den heutigen Gesundheitszustand des Versicherten 

beschreibt.

Die Berichte vom Hausarzt und Allgemeinmediziner Dr. med. … sind nicht 

umfassend und auch nicht genügend begründet. Die Einschätzungen des 

Hausarztes erschüttern das umfassende Gutachten des Spitals … in keiner 

Weise. Die Aussagen des Hausarztes sind im Übrigen unklar. Er stellte bloss 

fest, dass beim Versicherten auf Grund der Erkrankungen und der 

Medikamente sowohl geistig als auch körperlich eine verminderte 

Belastbarkeit bestanden habe. Er brachte auch vor, dass die Prognose 

insgesamt günstig sei. Es ist nicht ersichtlich, was der Hausarzt mit diesen 

Einschätzungen meint. Eine Beurteilung der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist in den Berichten des Hausarztes 

nicht enthalten. Die Beurteilung des Hausarztes ist weder schlüssig noch 

nachvollziehbar und dessen Einschätzungen wurden überhaupt nicht 

begründet. Schliesslich ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtssprechung 

darauf hinzuweisen, dass der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung 

tragen darf und soll, dass der Hausarzt in der Regel in Zweifelfällen eher zu 

Gunsten seiner Patienten aussagt (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit weiteren 

Hinweisen). 

Für die Beurteilung der restlichen Arbeitsfähigkeit des Versicherten kann somit 

vollumfänglich auf das Gutachten des Spitals … vom 12. Januar 2009 

abgestellt werden. Dieses Gutachten attestiert dem Beschwerdeführer in der 

angestammten Tätigkeit als Hotelier seit April 2007 eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit. 

d) Der Beschwerdeführer rügt, dass die Abklärungsergebnisse zu ungenau 

seien und ohne persönliche Befragung seinerseits gemacht worden seien. 

Des Weiteren führt er aus, dass die Abklärungsergebnisse nicht mit der 

Realität übereinstimmen. 

Diesem Vorbringen ist nicht zu folgen. Anlässlich der durch das Spital … 

vorgenommenen Abklärung wurde der Versicherte persönlich über seine 

gesundheitlichen Beschwerden befragt. Im Gutachten vom 12. Januar 2009 

wurde unter „subjektiven Angaben des Versicherten“ festgehalten, dass er 

sich jeweils am Abend etwas müde fühle, trotzdem aber gut leistungsfähig sei. 

Des Weiteren spaziere er jeden Tag und fahre zum Teil auch mit dem Fahrrad. 

Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich bezüglich des 

Prostatakarzinoms seit der Abweisung des Leistungsbegehrens im Jahre 

2004 nicht mehr geändert und ist gemäss allen Arztberichten - auch gemäss 

der Beurteilung des Hausarztes - stabil. Im Jahre 2007 hat der Versicherte 

einen Herzinfarkt erlitten. Gemäss den Einschätzungen des Dr. med. … 

konnte bereits am 3. März 2008 ein erfreulicher Verlauf festgestellt werden. 

Der leitende Arzt stellte zusätzlich fest, dass der Patient beschwerdefrei und 

gut leistungsfähig sei. Diese Feststellungen wurden im Gutachten vom 12. 

Januar 2009 bestätigt. Es ist somit klar, dass die Abklärungsergebnisse 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers klar und nachvollziehbar 

sind. 

e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die gesundheitlichen Beschwerden des 

Versicherten keinen Einfluss auf seine angestammte Tätigkeit als Hotelier 

haben. Die Einwände des Beschwerdeführers sind deshalb unbegründet und 

die Vorinstanz hat für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des 

Versicherten zu Recht auf das Gutachten des Spitals … vom 12. Januar 2009 

abgestellt. Es besteht demnach kein invalidisierender Gesundheitsschaden 

und dem Versicherten ist keine IV-Rente zu gewähren. Die angefochtene 

Verfügung vom 15. April 2009 erweist sich daher als rechtens. 

3. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es 

sich hier, dem unterliegenden Beschwerdeführer Kosten von Fr. 700.- zu 

überbinden. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.