# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9a38cfc-eb95-5db9-bdfa-81b552f0aba1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.05.2015 UV 2014/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-29_2015-05-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2015

Entscheiddatum: 27.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2015
Art. 6 UVG, Art. 4 ATSG, Art. 9 Abs. 2 UVV: Unfalltatbestandsmerkmal des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors sowie unfallähnliche Körperschädigung 
gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f und lit. g UVV verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Mai 2015, UV 
2014/29).Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), 
VersicherungsrichterJoachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; 
Gerichtsschreiber Philipp GeertsenEntscheid vom 27. Mai 2015in 
SachenA.___Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Stephanie Bialas, Oberer Graben 44, Postfach, 9001 St. Gallen,gegenHelsana 
Unfall AG, Recht, Postfach, 8081 Zürich 
Helsana,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungen 
(Heilungskosten und Taggeld)Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war aufgrund ihrer Anstellung als 

Krankenpflegerin bei der B.___ bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie laut Angaben einer der 

Helsana am 21. November 2013 zugestellten undatierten Unfallmeldung am 15. 

November 2013 beim Mobilisieren eines Klienten, der einen ruckartigen Widerstand/

Gegendruck leistete, einen Zwick in der rechten Schulter verspürte (act. G 3.1/K1 f.).

A.b  Dr. med. C.___, FMH Allgemeine Medizin, stellte im Arztzeugnis vom 21. 

Dezember 2013 die Diagnose Distorsion Schulter rechts (traumatisch bedingtes 

Impingement-Syndrom; act. G 3.2/M1).

A.c  Gestützt auf die Unfallmeldung sowie die Angaben der Versicherten im "Frage­

bogen: Verhebetrauma" (nachfolgend: Fragebogen) der Helsana vom 20. Dezember 

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2013 (act. G 3.1/K6) lehnte die Helsana mit Verfügung vom 14. Januar 2014 den 

Anspruch der Versicherten auf Versicherungsleistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung mit der Begründung ab, beim Ereignis vom 15. November 2013 

handle es sich nicht um einen Unfall im Rechtssinn und es sei auch keine unfallähnliche 

Körperschädigung diagnostiziert worden (act. G 3.1/K10).

B.    

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 25. Januar 2014 Einsprache (act. G 

3.1/K14), welche die Helsana mit Entscheid vom 14. März 2014 abwies (act. G 3.1/

K17). Am 4. Februar 2014 hatte auch die ÖKK als Krankenversicherer der Versicherten 

gegen die ablehnende Verfügung der Helsana vorsorglich Einsprache erhoben (act. G 

3.1/K15).

C.      

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 14. März 2014 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. S. Bialas, 

St. Gallen, am 1. Mai 2014 Beschwerde mit den folgenden Anträgen: Der 

Einspracheentscheid der Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 14. März 

2014 sei aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der 

Beschwerdeführerin sämtliche aus dem Unfallereignis vom 15. November 2013 

resultierenden und von ihr selbst getragenen Kosten der Heilbehandlung im Betrag von 

derzeit Fr. 308.-- zu bezahlen. Die Beschwerdegegnerin sei weiter zu verpflichten, der 

Beschwerdeführerin Unfall-Taggelder für die Dauer der auf das Unfallereignis vom 15. 

November 2013 zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit in Höhe von Fr. 2'921.-- 

auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur vollständigen 

Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 3. Juli 2014 liess die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin an 

ihren Anträgen festhalten (act. G 7).

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C.d  Mit Duplik vom 7. Juli 2014 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin ihren Antrag 

auf Beschwerdeabweisung, soweit auf die Beschwerde einzutreten sei (act. G 9).

C.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses 

vom 15. November 2013 leistungspflichtig ist.

2.       

2.1   Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

2.2   Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

2.3   Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

enthält eine abschliessende Aufzählung von Körperschädigungen, welche auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen im Sinn von Art. 4 ATSG gleichgestellt 

sind, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration 

zurückzuführen sind. Dazu zählen unter anderem Verrenkungen von Gelenken (lit. b), 

Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f) sowie Bandläsionen (lit. 

g).

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2.4   Die weiteren Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Unfallversicherung, 

wie u.a. die Anspruchsvoraussetzungen für die konkreten Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung, Taggeld), müssen erst geprüft werden, wenn eine versicherte Person 

einen Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung im Rechtssinn erlitten hat.

3.     

Der Hergang des Ereignisses vom 15. November 2013 an sich ist unbestritten und hat 

als überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen zu gelten (vgl. dazu RKUV 1990 Nr. U 

86 S. 50; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29; Thomas Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.; BGE 117 V 360 

E. 4a mit Hinweisen). In der Unfallmeldung wurde angegeben, dass die 

Beschwerdeführerin einen Zwick in der rechten Schulter verspürt habe, als sie einen 

Klienten mobilisiert und dieser dabei ruckartigen Widerstand/Gegendruck geleistet 

habe (act. G 3.1/K1). Laut Angaben der Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2013 

im Fragebogen der Beschwerdegegnerin erfolgte der Gegendruck des Patienten bei 

dessen Aufsetzen an den Bettrand. Der Patient sei ungefähr 85-90 kg schwer gewesen 

(act. G 3.1/K6). Um einen Patienten aufzusetzen, umgreift eine Pflegerin diesen laut der 

nachvollziehbaren Beschreibung der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der 

Replik vom 3. Juli 2014 mit dem Arm und hilft mit (act. G 7).

4.       

4.1   Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob hinsichtlich des Ereignisses vom 15. 

November 2013 von einem Unfall im Rechtssinn auszugehen ist. Die 

Beschwerdegegnerin sieht beim vorliegenden Sachverhalt das Unfallbegriffsmerkmal 

des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht als erfüllt an. Demgegenüber erachtet die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin den ungewöhnlichen äusseren Faktor darin 

gegeben, dass der Patient plötzlich und nicht voraussehbar Gegenwehr leistete, als 

ihm die Beschwerdeführerin beim Aufsitzen half.

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4.2   Nach der Definition des Unfalls bezieht sich das Unfallbegriffsmerkmal des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende Folgen nach sich zieht. Der 

äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (SVR 

2001 KV Nr. 50 S. 145 E. 3a, BGE 122 V 233 E. 1 = Pra 1997 Nr. 823 S. 415 f.). Nach 

Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche äussere Faktor 

liegt in solchen Fällen darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas 

"Programmwidriges", "Sinnfälliges" gestört wird, sodass Muskeln, Knochen, Gelenke 

usw. des Körpers übermässig oder in unphysiologischer Weise beansprucht werden 

(RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Dies trifft 

beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen 

Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 

Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Die Rechtsprechung bejaht das 

Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ausserdem dann, wenn beim Heben 

oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und es 

so zu einer Schädigung kommt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4a, RKUV 1994 Nr. U 

180 S. 38 E. 2; BGE 116 V 136 E. 3b; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, a.a.O., S. 40 f.).

4.3    

4.3.1         Aus dem geschilderten Hergang des Ereignisses vom 15. November 2013 

(vgl. Erwägung 3) ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bei der Mobilisation bzw. 

beim Aufsetzen des Patienten an den Bettrand diesen mit dem Arm umgreifen musste. 

Somit ist die geltend gemachte Verletzung der rechten Schulter nicht auf die 

unmittelbare kraftmässige Einwirkung des Körpers des Gegendruck leistenden 

Patienten auf den Körper der Beschwerdeführerin zurückzuführen. Zu prüfen ist damit, 

ob die Beschwerdeführerin auf den unbestrittenermassen äusseren Faktor des 

Gegendrucks durch den Patienten mittels einer unkoordinierten Bewegung - welche 

allenfalls ihrerseits als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu bewerten wäre - reagiert 

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oder ihre rechte Schulter durch eine Reaktion auf den Gegendruck überanstrengt hat 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_444/2009, E. 4.1 f., und vom 

22. September 2008, 8C_827/2007, E. 4).

4.3.2         Der Vorgang, einem Patienten beim Aufsitzen zu helfen, stellt im Rahmen der 

beruflichen Tätigkeit der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen eine alltägliche und 

übliche Verrichtung dar. Dem Bewegungsablauf haftet nichts Ungewöhnliches an. 

Entgegen der Argumentation der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin kann in der 

im konkreten Fall zusätzlich erfolgten, überraschenden Gegenwehr des Patienten keine 

programmwidrige Störung gesehen werden. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass eine 

Schulter geschaffen ist, im alltäglichen Bewegungsablauf verschiedenste Bewegungen 

und Kraftaufwendungen zu tolerieren bzw. auszuhalten, ohne dass sie Schaden nimmt. 

Dies ist auch für den ruckartigen Gegendruck durch die Gegenwehr des Patienten 

anzunehmen. Der Argumentation der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, mit der 

Anmerkung im Fragebogen - es habe sich um eine gewohnte, unter normalen äusseren 

Bedingungen verlaufende Tätigkeit gehandelt (act. G 3.1/K6) - sei gemeint gewesen, 

dass sich der Vorfall bei der gewohnten Berufstätigkeit der Beschwerdeführerin als 

Fachfrau Gesundheit ereignet habe und die äusseren Bedingungen ansonsten, d.h. 

abgesehen von der plötzlichen und ruckartigen Gegenwehr des Patienten beim 

Aufsitzen, normal gewesen seien (act. G 1, S. 7), kann zwar gefolgt werden. Gleichwohl 

stellt die fragliche Gegenwehr für sich keinen programmwidrigen Bewegungsablauf in 

der Wirkungsstärke eines Unfalls dar (vgl. dazu A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, a.a.O., S. 

40). Damit die durch die Gegenwehr des Patienten beeinflusste körpereigene 

Schulterbewegung das gemäss Art. 4 ATSG erforderliche Tatbestandselement der 

Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich aus einer eindeutig programmwidrigen 

Bewegung im Sinn der Erwägung 4.2 hervorgegangen sein. Ein nicht ganz 

reibungsloser Verlauf genügt für sich allein nicht für die Annahme einer 

Programmwidrigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 

6.2). Inwiefern die Schulter durch die Gegenwehr des Patienten eine klar abgegrenzte, 

unkoordinierte Bewegung ausgeführt hätte, die nicht im Rahmen des üblichen 

Bewegungsablaufs passiert ist, wird aber nicht bestimmbar ausgeführt. Die Erklärung 

der Beschwerdeführerin im Fragebogen vom 20. Dezember 2013, der Patient habe 

mehrmalig Gegendruck geleistet (act. G 3.1/K6), stützt diese Beurteilung, indem damit 

gerade keine Zuordnung zu einer einzelnen unnatürlichen bzw. unkoordinierten 

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Bewegung der Schulter erfolgt, sondern vielmehr eine wiederholte, normale Bewegung 

derselben beschrieben wird. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass eine 

Programmwidrigkeit in der Körperbewegung nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht 

zur Anwendung gelangenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 

120 V 37 E. 3c; Th. Locher, a.a.O., S. 451 f.) nachgewiesen ist.

4.4   Ob ein Unfallereignis aufgrund einer aussergewöhnlichen Anstrengung gegeben 

ist, muss rechtsprechungsgemäss in Würdigung der gesamten Umstände des 

Einzelfalls entschieden werden. Dabei spielt etwa die von der versicherten Person 

eingenommene Körperstellung eine Rolle (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 

2012, 8C_611/2011, E. 5.2). Zu prüfen ist insbesondere auch, ob die Anstrengung im 

Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der 

betreffenden Person ausserordentlich war (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2; BGE 116 V 

139 E. 3b; A. Rumo-Jungo/ A.P. Holzer, a.a.O., S. 41 f.). Im Hinblick auf die berufliche 

Gewöhnung und die körperliche Konstitution wurde eine Überanstrengung und damit 

ein Unfallereignis verneint, als eine 39-jährige, 62 Kilogramm schwere 

Krankenschwester, unversehens das Gewicht einer 66 Kilogramm schweren Patientin 

auffangen musste (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 15. Januar 2003, 

U 421/01, E. 3). Ebenfalls verneint wurde eine Überanstrengung in einem Fall, bei dem 

eine Schwesternhilfe zusammen mit einer Praktikantin eine ca. 90 Kilogramm schwere, 

kollabierende Patientin aufgefangen hatte (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 

2010, C_444/2009, E. 4.3 mit einer Zusammenfassung der Kasuistik). In einem ähnlich 

gelagerten Fall, bei dem ein Krankenpfleger einen rund 120 Kilogramm schweren 

Patienten mittels eines Bettlakens vom Operationstisch auf ein Krankenbett umlagern 

musste, wurde eine Überanstrengung verneint, weil diese Betätigung zur täglichen 

Arbeit des Krankenpflegers gehörte, dieser über eine gesunde körperliche Verfassung 

verfügte und zu keinem Zeitpunkt das gesamte Körpergewicht des Patienten heben 

musste (BGE 116 V 139 E. 3c). Die Beschwerdeführerin beschrieb im Fragebogen vom 

20. Dezember 2013, wie bereits erwähnt, einen vom Patienten mehrmalig geleisteten 

Gegendruck; stufte den von ihr eingesetzten Kraftaufwand zwischen normal und gross 

(also weder uneingeschränkt gross und schon gar nicht ausserordentlich) ein; erklärte, 

diesen Kraftaufwand täglich bei einzelnen Patienten anzuwenden; beschrieb den 

Patienten als ca. 85 bis 90 kg schwer; schilderte, sie sei bei der Mobilisation neben 

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dem Patienten gesessen, wobei es sich um die gewohnte Körperhaltung gehandelt 

habe; und sagte aus, der Patient habe sich ein wenig gewehrt (act. G 3.1/K6). Unter 

den dargelegten Umständen und mit Blick auf die diesbezügliche Rechtsprechung 

kann das Ereignis vom 15. November 2013 nicht als Überanstrengung gewertet 

werden. Die Beschwerdeführerin drückt nämlich mit keiner ihrer Angaben aus, dass auf 

ihre rechte Schulter eine einmalige, ungewöhnliche bzw. ausserordentliche Kraft 

gewirkt hätte, welche den Rahmen des in ihrer Tätigkeit als Fachangestellte 

Gesundheit Alltäglichen oder Üblichen überschritten hätte. Der Patient befand sich im 

Übrigen bei der Hilfestellung durch die Beschwerdeführerin auf dem Bett, wodurch zu 

keinem Zeitpunkt sein gesamtes Gewicht auf die Beschwerdeführerin wirken konnte. 

Das konkrete Gewicht und damit die Wirkung bei der Gegenwehr des Patienten war bei 

gegebener Sachlage derart reduziert, dass die Annahme eines Unfalls wegen eines 

ausserordentlichen Kraftaufwands nicht gerechtfertigt wäre. Es kann auch nicht 

argumentiert werden, die Aussagen der Beschwerdeführerin seien allesamt nicht auf 

den konkreten Fall mit Gegenwehr, sondern in Bezug auf die normale Verrichtung des 

Helfens beim Aufsitzen eines Patienten erfolgt. Die Beschwerdeführerin erwähnt die 

Gegenwehr explizit zu Beginn des Fragebogens und beschreibt diese später, wie 

gesagt, als "ein wenig". Ausserdem stimmen auch die verschiedenen, weiteren 

Angaben der Beschwerdeführerin insgesamt ohne weiteres überein. Die Schilderung 

eines mehrmaligen Gegendrucks ist sodann - gleich wie im Rahmen der 

unkoordinierten Bewegung - als Hinweis gegen einen einmalig erfolgten, 

ausserordentlichen Kraftaufwand zu werten. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 15. November 2013 zu Recht nicht als 

Unfall qualifiziert hat.

5.       

5.1   Nachdem ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG zu verneinen ist, bleibt zu prüfen, ob 

das bei der Beschwerdeführerin festgestellte Beschwerdebild allenfalls eine 

unfallähnliche Körperschädigung darstellt, welche die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zu begründen vermag.

5.2   Als unfallähnliche Körperschädigung kommt eine Bandverletzung im Sinn von Art. 

9 Abs. 2 lit. g UVV in Frage, welche auch im Bereich der Schulter vorkommen kann. Bei 

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einer nach einer Gelenksverrenkung auftretenden Distorsion handelt es sich 

definitionsgemäss um eine solche(vgl. A. Maurer, a.a.O., S. 205; Urteil des EVG vom 

30. August 2001, U 277/99, Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 21. März 2007, UV 2006/74; LGVE 2004 II Nr. 43, S. 367). Dr. C.___ stellte in 

seinem Arztzeugnis vom 21. Dezember 2013 nur die Diagnose einer Distorsion der 

rechten Schulter (act. G 3.2/M1). Dass diese aus einer Gelenksverrenkung resultierte, 

erscheint im konkreten Fall als fraglich und kann damit nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Der von der 

Beschwerdeführerin beschriebene Unfallmechanismus mit Gegenwehr des Patienten 

lässt vielmehr eine Zugwirkung bzw. Axialbelastung auf die Schulter annehmen. Dr. 

C.___ dokumentierte sodann keine solchen für eine Distorsion typischen Befunde einer 

Schwellung oder eines Ergusses (vgl. dazu Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 

2003, S. 441). Die von ihm erhobenen Befunde - Kribbeln bis Finger, positiver Jobe- 

und Neer-Test, passive Elevation bis 100° möglich - betreffen das von ihm ausserdem 

diagnostizierte Impingement-Syndrom, welches eine häufige degenerative Erkrankung 

im Bereich des Schultergelenks darstellt. Ein Impingement-Syndrom als sekundäre 

Folge einer primären traumatischen Verletzung kommt zwar vor, doch ist hierbei von 

einer vorausgegangenen strukturellen Verletzung und nicht "nur" von einer Distorsion 

auszugehen (vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 727 f.; Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 2013, 264. Aufl., S. 992; Roche Lexikon, a.a.O., S. 915). Der von Dr. C.___ 

der Diagnose zugefügte Ausdruck "traumatisch bedingt" vermag angesichts der 

dargelegten Sachlage nicht zu überzeugen. Es ist nicht auszuschliessen, dass besagter 

Umstand einfach auf der subjektiven Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin 

basiert. Im Übrigen ergeben sich aus dem Arztzeugnis von Dr. C.___ auch keine 

Anhaltspunkte für das Vorliegen einer anderen der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend 

(BGE 116 V 140 E. 4a, 145 E. 2b, S. 147, je mit Hinweisen) aufgezählten unfallähnlichen 

Körperschädigungen; insbesondere auch keine solchen für einen Sehnenriss. 

Abgesehen davon, dass die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen solchen 

ebenfalls nur als möglich und damit nicht als überwiegend wahrscheinlich bestehend 

betrachtet, kennt das Bundesgericht betreffend die Sehnenpathologie eine restriktive 

Praxis. Entsprechend lassen sich blosse Sehnenzerrungen nicht unter den Begriff 

"Sehnenrisse" im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. fUVV subsumieren (BGE 114 V 302 E. 3d). 

Bei Sehnenteilrissen fällt eine Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in 

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Betracht, wenn die Teilruptur als solche medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies 

intraoperativ oder durch Kontrastmitteldarstellung. Kann dieser Nachweis nicht 

erbracht werden, so hat der Leistungsansprecher die Folgen zu tragen (BGE 114 V 306 

E. 5c). Das Arztzeugnis von Dr. C.___ enthält keinerlei Hinweise auf das Vorliegen eines 

Sehnenrisses. Aufgrund der obigen Darlegungen muss damit in Bezug auf die rechte 

Schulter der Beschwerdeführerin das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung 

aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV verneint werden.

6.     

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 14. März 2014 (act. G 3.1/K17) abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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