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**Case Identifier:** c8c9daa8-c79f-572a-b700-da3aecf6cb88
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.08.2025 200 2024 480
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-480_2025-08-29.pdf

## Full Text

IV 200 2024 480 
MAK/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. August 2025

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Juni 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte …, meldete sich erstmals im November 2017 wegen eines Rü-
ckenleidens und psychischen Beschwerden bei der IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi-
cherung an (Akten der IVB [act. II] 1/1 ff.). Die IVB veranlasste eine psych-
iatrische Begutachtung durch Dr. med. C.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie (Gutachten vom 6. Mai 2019 [act. II 83.1-83.4]) und 
erstellte einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 14. August 2019 
(act. II 90/2 ff.). Mit Vorbescheid vom 26. August 2019 (act. II 91) erklärte 
die IVB, bei einem Invaliditätsgrad von 34 % habe die Versicherte keinen 
Anspruch auf eine Rente. Hiergegen erhob die Versicherte Einwand (act. II 
93, 95, 100) und reichte einen Bericht von D.________, eidg. anerkannte 
Psychotherapeutin, vom 27. November 2019 (act. II 100/3 f.) ein. Nach 
Konsultation des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 103/3) ver-
fügte die IVB am 28. Januar 2020 (act. II 104) wie im Vorbescheid in Aus-
sicht gestellt.

Im Oktober 2023 (act. II 105) wurde die Versicherte vom Regionalen Sozi-
aldienst E.________ bei der IVB zum Bezug von Leistungen angemeldet. 
Die IVB holte Berichte von Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 27. November 2023, zusammen mit weiteren 
Berichten (act. II 116), und von Dr. med. G.________, Facharzt für Oph-
thalmologie, vom 6. März 2024 (act. II 124) ein. Weiter konsultierte sie den 
RAD (act. II 119, 120, 127). Mit Vorbescheid vom 25. April 2024 
(act. II 128) stellte die IVB in Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 39 % 
habe die Versicherte keinen Anspruch auf eine Rente. Hiergegen erhoben 
die Versicherte und der Regionale Sozialdienst E.________ Einwand 
(act. II 129); dazu reichten sie die Berichte der Stiftung H.________ vom 
14. Mai 2024 (act. II 129 = 131/4 ff.) und von Dr. med. F.________ vom 
8. Mai 2024 (act. II 129/4) ein. Am 5. Juni 2024 (act. II 133) verfügte die 
IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt.

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B.

Mit Eingabe vom 4. Juli 2024 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde. Sie beantragt das Folgende:

1. Die IV-Verfügung vom 5. Juni 2024 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführerin ei-

ne angemessene Invalidenrente auszurichten.
Eventuell: Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit sie nach Vornahme weiterer Abklärungen neu verfüge.

3. Der Beschwerdeführerin sei im vorliegenden Verfahren das Recht zur 
unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeichnenden 
als amtlicher Anwalt, zu erteilen. 

- Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen    -

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2024 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Juni 2024 
(act. II 133). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Ren-
tenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. 
Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil 
dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 
70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei 
einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen An-
teile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.2.1 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Rentenanspruch 
entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG 
beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG).

2.2.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird der 
Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In 
diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit 
im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Berei-
chen zu bemessen.

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der 
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 

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hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1). Unerheblich 
unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die 
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhaltes (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-

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ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.3.5 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Oktober 
2023 (act. II 105) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Folglich ist die Eintretensfrage durch das Gericht nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwischen der rechtskräfti-
gen Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. II 104), mit welcher die Be-
schwerdegegnerin bei einem Invaliditätsgrad von 34 % einen Rentenan-
spruch verneinte, und der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2024 
(act. II 133) eine wesentliche Änderung in medizinischer bzw. erwerblicher 
Hinsicht eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad in an-
spruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

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3.2 Die Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. II 104) basiert in medizini-
scher Hinsicht auf dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 
C.________ vom 6. Mai 2019 (act. II 83.1-83.4). Dieser nannte als Diagno-
se mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional-instabile Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10: F60.3), bestehend seit der Adoleszenz, und als 
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen schädlichen Ge-
brauch von Tabak (ICD-10: F17.1), bestehend seit Jahren (act. II 83.1/16 f. 
Ziff. 6.1 und 6.2). Weitere Diagnosen, deren Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilt würden, seien eine sym-
ptomatische Umbilikal Hernie seit Juni 2017 und ein Status nach Diskus-
hernienoperation im 2015 (act. II 83.1/17 Ziff. 6.3). Er gehe diagnostisch 
von einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung, bestehend seit der 
Adoleszenz, aus (act. II 83.1/17 f.). Klinisch finde sich keine depressive 
Störung. Weder klinisch noch anamnestisch fänden sich eindeutige Hin-
weise für eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (act. II 
83.1/18). In der klinischen Untersuchung ergäben sich keine Hinweise für 
eine eingeschränkte Konsistenz oder Plausibilität (act. II 83.1/19). Bezüg-
lich der persönlichen Ressourcen seien die Kontrollüberzeugung und die 
Flexibilität leicht eingeschränkt. Selbstwirksamkeitserwartung, Optimismus, 
Achtsamkeit, Kreativität, Hoffnung und Bedürfnis nach Autonomie seien 
gegeben. Die Beschwerdeführerin habe eine Berufsausbildung absolviert 
und verfüge über langjährige berufliche Erfahrung (act. II 83.1/20). Sie kön-
ne eine berufliche Tätigkeit in einem reduzierten Pensum ausüben (act. II 
83.1/20), dabei könne sie in der zuletzt ausgeübten und in einer angepass-
ten Tätigkeit sechs Stunden pro Tag anwesend sein (act. II 83.1/24 Ziff. 
8.1.1 und 8.2.2). In der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit be-
stehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % (act. II 83.1/24 f. 
Ziff. 8.1.3 und 8.2.4). Diese Einschätzung gelte spätestens ab der aktuellen 
Begutachtung (act. II 83.1/25 f. Ziff. 8.1.4 und 8.2.5). Er empfehle die Wei-
terführung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand-
lung. Eine regelmässige Behandlung mit einem stimmungsstabilisierenden 
Medikament sei eine sinnvolle Option (act. II 83.1/26 Ziff. 8.2.6.2).

3.3 Den medizinischen Berichten ist für den massgebenden Zeitraum 
zwischen der Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. II 104) und der ange-

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fochtenen Verfügung vom 5. Juni 2024 (act. II 133) im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Im Bericht vom 27. November 2023 (act. II 116/2 ff.) nannte die be-
handelnde Psychiaterin Dr. med. F.________ als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung (ICD-10 F61.0) mit am ehesten Ausprägungen in den Berei-
chen emotional-instabil vom impulsiven Typ, paranoiden und fraglich nar-
zisstischen Zügen sowie eine neuropsychologische Störung unklarer Ge-
nese (act. II 116/6 Ziff. 2.5). Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei schlecht. 
Nach jahrelangen Bemühungen mit ausgebautem Helfernetz (Begleitung 
durch Sozialdienst, Wohncoach, Psychologin und Psychiaterin, geschütz-
tem Arbeitsplatz und durch die Familie) sei es zu keinerlei Verbesserung 
der Belastbarkeit gekommen, vielmehr zu einer leichten Verringerung des 
Pensums am geschützten Arbeitsplatz. Es habe keine Verbesserung der 
Leistung erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin sei während 
zwei Stunden leicht eingeschränkt und danach nur noch stark einge-
schränkt leistungsfähig, dies trotz hochgradig wohlwollendem Umfeld sowie 
zahlreichen Ausnahmeregeln. Die Leistungen am aktuellen Arbeitsplatz im 
… entsprächen in keiner Weise den Anforderungen im ersten Arbeitsmarkt. 
Die Beschwerdeführerin führe Arbeiten auf eigenwillige Weise aus, obwohl 
sie die Anweisungen verstehe und sich bemühe; sie sei sehr ablenkbar und 
habe Mühe, sich im Umfeld zu integrieren, so dass sie zu auffälligen Ver-
haltensweisen neige, die auch störend sein könnten, wobei ihr das Umfeld 
wiederum sehr wohlwollend entgegenkomme. Sie nehme am Programm 
motiviert und zuverlässig teil bei bekannter Unpünktlichkeit. Im Alltag be-
stehe kein eigenständiges Wohnen mehr, die Alltagsfunktionen wie Admi-
nistration, aber auch Ernährung und Beziehungsgestaltung sowie Ordnung 
und Organisation oder ein geregelter Tagesablauf gelängen ihr in sich ver-
schlechterndem Mass oder gar nicht mehr (die Administration werde 
vollständig durch die Sozialarbeiterin und den Wohncoach erledigt). Es 
komme immer wieder zum Verlust von persönlichen Gegenständen (z.B. 
Schlüsseln) und im Umgang damit sei die Beschwerdeführerin jeweils auf 
Hilfe angewiesen. Der Umgang mit den finanziellen Mitteln falle ihr schwer, 
und es komme zu wiederholten unkontrollierten Engpässen trotz Unterstüt-
zung durch das Wohncoaching, die Sozialarbeiterin und die Angehörigen. 

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Ein bewusstes oder unvorsichtiges Geldausgeben müsse hingegen nicht 
vermutet werden, die Problematik entstehe vielmehr aus den Defiziten in 
der Selbsteinschätzung, Handlungsplanung und Selbstorganisation 
(act. II 116/7 Ziff. 2.7). Es sei der Beschwerdeführerin keine angepasste 
Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zumutbar. Eine geschützte Tätigkeit im … 
sei während zwei bis vier Stunden an drei bis vier Tagen zumutbar (act. II 
116/9 Ziff. 4.2). Es sei nicht mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu 
rechnen (act. II 116/9 Ziff. 4.3).

3.3.2 In somatischer Hinsicht – unter Berücksichtigung der Berichte von 
Dr. med. I.________, Facharzt für Ophthalmologie, L.________ AG, vom 6. 
Februar 2023 (act. II 116/21 f.), 3. März 2023 (act. II 116/19 f.), 23. Juni 
2023 (act. II 116/17 f.) und 22. November 2023 (act. II 116/12 f.) – hielt der 
RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in 
der Aktenbeurteilung vom 6. Februar 2024 (act. II 120/1 ff.) fest, die Be-
schwerdeführerin habe mehrere Augenerkrankungen gehabt, zum einen 
seien im November 2009 rechts und im August 2011 links eine Linsentrü-
bung (Katarakt) operiert worden, wobei nachfolgend das Risiko für eine 
Netzhautablösung theoretisch erhöht sei. Im weiteren Verlauf sei es zu 
mehreren Netzhautablösungen mit Makulabeteiligung (Ort des schärfsten 
Sehens in der Netzhaut) gekommen, welche im Oktober 2021, Februar und 
März sowie Juni 2023 aufgrund von Rezidiven mehrmals operativ behan-
delt worden seien; es sei jeweils das linke Auge betroffen gewesen. Auf-
grund der momentan vorliegenden Befundberichte habe der Status mit den 
Operationen nur teilweise verbessert werden können. Im Rahmen der letz-
ten Kontrolle vom 22. November 2023 habe sich funktionell eine Sehschär-
fe rechts von 1.6 und links von 0.05 ergeben, sodass zu diesem Zeitpunkt 
von einer weitgehenden Einäugigkeit habe ausgegangen werden müssen. 
Es werde ein regelrechter postoperativer Verlauf beschrieben, die Netzhaut 
zeige sich stabil und es könne nun das Silikon entfernt werden, was von 
der Beschwerdeführerin noch nicht gewünscht worden sei. Die nächste 
Verlaufskontrolle erfolge in ca. sechs Monaten (ca. Juni 2024; act. II 120/4). 
Funktionell bedinge die weitgehende Einäugigkeit eine Einschränkung beim 
räumlichen Sehen sowie eine gewisse Verlangsamung bei Tätigkeiten, 
welche diesbezüglich erhöhte Anforderungen stellten. Im Verlauf ergebe 
sich nach einigen Wochen meistens eine gewisse Anpas-

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sung/Kompensation. Inwieweit zusätzlich eine Gesichtsfeldeinschränkung 
vorliege, ergebe sich aus den Befundberichten nicht. Möglicherweise sei im 
Verlauf noch eine teilweise Besserung links zu erwarten (act. II 120/5).

In psychiatrischer Hinsicht hielt der RAD-Arzt Dr. med. K.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in der Aktenbeurteilung vom 6. 
Februar 2024 (act. II 119/3 ff.) fest, es seien keine ausreichenden Anhalts-
punkte auszumachen, wonach es zu einer relevanten Veränderung des 
Gesundheitszustandes seit der IV-Verfügung vom 28. Januar 2020 ge-
kommen sein könnte (act. II 119/5).

3.3.3 Im Bericht vom 6. März 2024 hielt der Ophthalmologe 
Dr. med. G.________ mit Verweis auf die Berichte der Augenklinik 
L.________ AG fest (act. II 124/3 ff.), die aktuelle Monokelsituation werde 
weiter bestehen. Damit bestehe kein Stereosehen mehr (act. II 124/5 Ziff. 
2.6).

3.3.4 In der Aktenbeurteilung vom 18. April 2024 (act. II 12/4) hielt 
Dr. med. K.________ fest, aus psychiatrischer Sicht könne weiterhin auf 
die Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil gemäss 
psychiatrischem Gutachten von Dr. med. C.________ vom 6. Mai 2019 
abgestellt werden. Somatisch seien nach der IV-Verfügung vom 28. Januar 
2020 drei Operationen am linken Auge im Jahr 2023 durchgeführt worden, 
welche nach vorübergehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeiten vom 28. 
Februar bis 17. März 2023 und vom 3. Juli bis 7. Juli 2023 schliesslich zu 
einer Stabilisierung geführt hätten. Allerdings bestehe eine funktionelle 
Einäugigkeit, sodass eine gewisse Verlangsamung bei Tätigkeiten, welche 
erhöhte Anforderungen an das räumliche Sehen/Stereosehen stellen, zu 
berücksichtigen sei. In Tätigkeiten, welche dem Augenleiden angepasst 
seien, bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

3.3.5 Im Bericht vom 20. Juni 2024 (act. II 139/24 ff.), erstellt gestützt auf 
eine neuropsychologische Untersuchung vom 3. Juni 2024 und eingereicht 
im vorliegenden Beschwerdeverfahren (Akten der Beschwerdeführerin 
[act. I] 4), diagnostizierten M.Sc. M.________, Fachpsychologin für Neuro-
psychologie FSP und M.Sc. N.________, Neuropsychologin, Spital 
O.________ AG, eine leichte neuropsychologische Störung mit/bei Ein-

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schränkungen in verbal mnestischen, attentionalen und exekutiven Teil-
funktionen sowie eine gemischte Ätiologie (gemäss Zuweisung bestehe 
psychiatrisch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ICD-10: F61.0), 
anamnestisch liege ein Verdacht auf Alkoholmissbrauch vor. In der aktuel-
len psychometrischen Untersuchung zeigten sich im Vergleich zu entspre-
chenden Alters- und Bildungsnormen mittelgradige bis deutliche kognitive 
Minderleistungen in den Bereichen des verbalen Gedächtnisses, der Auf-
merksamkeit sowie der Exekutivfunktionen. Die erhobenen Befunde 
sprächen insgesamt für das Vorliegen einer leichten neuropsychologischen 
Störung. Die Ätiologie der objektivierten Befunde sowie der anamnestisch 
berichteten kognitiven Leistungsverschlechterung bleibe nach der neuro-
psychologischen Untersuchung unklar (act. II 139/27).

3.4

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseig-
nung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachper-
sonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen 
oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlass-
ten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufge-
legten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichti-
gen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen 
Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden 
Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen 
auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um sol-
che Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Ge-
richtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; Urteil des 
BGer 8C_434/2023, 8C_436/2023 vom 10. April 2024 E. 4.3, nicht publ. in: 
BGE 150 V 188, aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107). 

3.5 Die Beschwerdeführerin hatte bereits im Einwand eine neuropsy-
chologische Untersuchung angekündigt und der Regionale Sozialdienst 
E.________ brachte ferner der Beschwerdegegnerin per E-Mail das Unter-
suchungsdatum zur Kenntnis (act. II 129/2; vgl. auch act. II 131/3, 132). 
Auch wenn der neuropsychologische Bericht vom 20. Juni 2024 (act. II 
139/24 ff.; act. I 4), d.h. nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. 
Juni 2024 (act. II 133) datiert, basiert er auf einer Untersuchung vom 3. 
Juni 2024, weshalb er vorliegend zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 116 V 80 
E. 6b S. 82, 99 V 98 E. 4 S. 102; ZAK 1989 S. 111 E. 3b). Damit lässt sich 
jedoch nicht ohne weiteres eine Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des seit der Verfügung vom 28. Januar 2020 (act. II 104) begründen, zumal 
– wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erwähnte (Beschwerdeantwort, 
S. 2 f. Rz. 5) – bereits Dr. med. C.________ im psychiatrischen Befund von 
einer leicht verminderten Konzentrationsfähigkeit und einer leichten Beein-
trächtigung der verbalen Merkfähigkeit ausging (act. II 83.1/15 Ziff., 4.3.1), 
keine nennenswerten Einschränkungen bezüglich der Aufmerksamkeit 
feststellte (act. II 83.1/15 Ziff. 4.3.1) und in der Folge eine Aufmerksam-
keitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung verneinte (act. II 83.1/18). Demgegenü-
ber zeigte die Beschwerdeführerin bei der neuropsychologischen Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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chung bezüglich der selektiven Aufmerksamkeit/Impulskontrolle und der 
geteilten Aufmerksamkeit eine weit unterdurchschnittliche Aufmerksam-
keitsleistung und bei der Aufmerksamkeitsaktivierung eine unterdurch-
schnittliche Aufmerksamkeitsleistung (act. II 139/26). Indessen liessen sich 
mit der neuropsychologischen Abklärung die subjektiven kognitiven Be-
schwerden im Untersuchungszeitpunkt objektivieren, fiel der Beschwerde-
führerin doch die Verarbeitung von mehreren Informationen gleichzeitig 
sowie die Konzentration auf bestimmte Informationen schwer, zudem wur-
den Probleme bei der Organisation und Planung von Aufgaben erwähnt. 
Auf diese Einschränkungen, die sich auf sämtliche Lebensbereiche aus-
wirkten (act. II 116/4 Ziff. 2.2), hatte auch die behandelnde Psychiaterin Dr. 
med. F.________ im Bericht vom 27. November 2023 hingewiesen 
(act. II 116/7 Ziff. 2.7) und dazu ausgeführt, es sei trotz jahrelanger 
Bemühungen durch ein ausgebautes Helfernetz nicht zu einer Verbesse-
rung der Belastbarkeit gekommen; vielmehr sei die Arbeitszeit am ge-
schützten Arbeitsplatz reduziert worden. Mit dieser Beurteilung der behan-
delnden Psychiaterin hat sich der RAD-Arzt Dr. med. K.________ in der 
Aktenbeurteilung vom 6. Februar 2024 (act. II 119/5) indessen nicht einge-
hend und nachvollziehbar auseinandergesetzt, ebenso wenig mit deren 
Ausführungen zu den objektiven Befunden und zu den Leistungen am ge-
schützten Arbeitsplatz. Sodann hat sich der RAD-Arzt auch nicht zu den 
Angaben der behandelnden Psychiaterin geäussert, wonach die Be-
schwerdeführerin nicht mehr eigenständig wohne und ihr die Durchführung 
der Alltagsfunktionen (Administration, Ernährung, Ordnung und Organisati-
on) nicht mehr gelinge. Er beschränkte sich – ohne eigene Untersuchung 
der Beschwerdeführerin – einzig auf die Aussage, es lägen keine ausrei-
chenden Anhaltspunkte vor, wonach es zu einer relevanten Veränderung 
des Gesundheitszustandes gekommen sein könne, ohne seine Einschät-
zung eingehend und nachvollziehbar zu begründen und aufzuzeigen, wes-
halb dem Bericht der behandelnden Psychiaterin nicht zu folgen sei. Be-
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen (E. 3.4.2); solche Zweifel liegen hier vor. In 
psychiatrischer Hinsicht kann nicht auf die Aktenbeurteilungen des RAD 
abgestellt werden, vielmehr ist der medizinische Sachverhalt in psychiatri-
scher Hinsicht ohne weitere Abklärungen nicht schlüssig erstellt. Damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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überzeugt auch die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin nicht (Be-
schwerdeantwort, S. 2 Rz. 4), dass gestützt auf die Aktenbeurteilung des 
RAD-Arztes Dr. med. K.________ vom 6. Februar 2024 (act. II 119) und 
18. April 2024 (act. II 127/4) in psychiatrischer Hinsicht einzig eine andere 
Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts vorliege.

3.6 In somatischer Hinsicht ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
funktionell einäugig ist (vgl. act. II 124/5 Ziff. 2.6; 127/4). Der RAD-Arzt 
Dr. med. J.________ ging in der Aktenbeurteilung vom 6. Februar 2024 
(act. II 120/5) davon aus, funktionell bewirke die weitgehende Einäugigkeit 
eine Einschränkung beim räumlichen Sehen sowie eine gewisse Verlang-
samung bei Tätigkeiten, welche diesbezüglich erhöhte Anforderungen stell-
ten; im Verlauf ergebe sich nach einigen Wochen meistens eine gewisse 
Anpassung. Der RAD-Arzt nahm keine eigene Untersuchung vor und stütz-
te sich einzig auf die Berichte des Ophthalmologen Dr. med. I.________, 
Augenklinik L.________ AG (act. II 116/12 ff.), welcher sich einzig zum 
Verlauf der Behandlung des linken Auges, jedoch nicht zur Arbeitsfähigkeit 
und zum Zumutbarkeitsprofil im Zusammenhang mit der festgestellten 
Einäugigkeit äusserte, und auf die Einschätzung des ophthalmologischen 
Facharztes Dr. med. G.________ vom 6. März 2024 (act. II 124/3 ff.), wo-
nach auch in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Tages-
arbeitszeit vorhanden sei (act. II 124/5 Ziff. 3.1), ab. Soweit der RAD in der 
Aktenbeurteilung vom 18. April 2024 (act. II 127/4) davon ausgeht, bei den 
dem Augenleiden angepassten Tätigkeiten bestehe keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit, lässt sich indessen nicht erkennen, welche Tätigkeiten 
und in welchem zeitlichen Umfang für die Beschwerdeführerin als Einäugi-
ge als angepasst zu gelten haben. Die Frage, wie sich die faktische Einäu-
gigkeit medizinisch theoretisch auf die Arbeitsfähigkeit in einer – noch zu 
definierenden – angepassten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und auf 
das Zumutbarkeitsprofil auswirkt, ist deshalb durch einen die Beschwerde-
führerin untersuchenden Facharzt abzuklären. 

3.7 Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 
zurzeit nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig ist, sondern in der Stiftung 
H.________, arbeitet, wobei die Beschwerdegegnerin den Bericht der Stif-
tung H.________, vom 14. Mai 2024 (act. II 129), welcher im Rahmen des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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Anhörungsverfahrens bei ihr einging (act. II 131/2), nicht in die Beurteilung 
miteinbezogen hat. Auch wenn es sich nicht um einen Arztbericht handelt, 
wäre sie gehalten gewesen, den Bericht im Rahmen des Untersuchungs-
grundsatzes (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283) ebenfalls zu würdigen, zumal 
darin über die Jahre Verhaltensbeobachtungen festgehalten wurden 
(act. II 129/8). Diese wurden bis anhin nicht in die medizinischen Abklärun-
gen und Beurteilungen einbezogen. 

3.8 Nach dem Gesagten ist entgegen der Beschwerdegegnerin (Be-
schwerdeantwort, S. 2 Rz. 4, S. 3 Rz. 10) allein gestützt auf die Aktenbeur-
teilungen des RAD vom 6. Februar und 18. April 2024 (act. II 119 f., 127) 
nicht schlüssig erstellt, dass in psychiatrischer und somatischer Hinsicht 
keine revisionsrelevante Veränderung vorliegt. Vielmehr ist der medizini-
sche Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Infolgedessen sind der Gesund-
heitszustand, die Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil unter 
Berücksichtigung der psychischen und somatischen (ophthalmologischen) 
Beschwerden sowie allfälliger Wechselwirkungen interdisziplinär zu beurtei-
len, wozu die Beschwerdegegnerin ein entsprechendes Verlaufsgutachten 
einzuholen hat.

Die Beschwerdeführerin hat die Rückweisung der Sache an die Beschwer-
degegnerin eventualiter beantragt (Rechtsbegehren Ziff. 2). Vor diesem 
Hintergrund steht die Rechtsprechung von BGE 137 V 210 der Rückwei-
sung nicht entgegen, zumal bei einer Gutachtensanordnung durch das Ge-
richt der Beschwerdeführerin eine Instanz verloren ginge, was durch die 
Beweiserhebung im Verwaltungsverfahren vermieden wird.

4.

4.1 Die IV-Stelle ermittelt den Invaliditätsgrad im Haushalt grundsätzlich 
durch eine Abklärung vor Ort. Auf eine Abklärung vor Ort kann unter Anga-
be einer kurzen Begründung im Dossier verzichtet werden, wenn der IV-
Stelle die persönlichen Verhältnisse der versicherten Person sowie die 
Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die Tätigkeiten im Aufga-
benbereich hinreichend bekannt und aktenmässig belegt sind (vgl. Kreis-
schreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR] 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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Rz. 3600; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 150 V 1 
E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 
E. 4.4.2 S. 228).

4.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 14. August 2019 
(act. II 90/2 ff.) ging die Beschwerdegegnerin von einem Status im erwerb-
lichen Bereich von 80 % und im Bereich Haushalt von 20 % aus 
(act. II 90/7 Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin verzichtete nach der Neuan-
meldung auf eine Abklärung an Ort und Stelle und begründete dies einer-
seits mit dem Fehlen einer revisionsrelevanten Veränderung, andererseits 
mit dem Umstand, dass bereits bei einer grösseren Wohnung keine Ein-
schränkungen bestanden hätten und die Beschwerdeführerin inzwischen 
eine kleinere Wohnung bezogen habe (Beschwerdeantwort, S. 3 Rz. 10). 
Dem kann nicht gefolgt werden. Seit der Verfügung vom 28. Januar 2020 
(act. II 104) ist sie in ein betreutes Wohnen eingetreten (vgl. act. II 108/3, 
116/3), weshalb auf eine entsprechende Abklärung nicht verzichtet werden 
kann (vgl. E. 4.1 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin vorab ein interdiszi-
plinäres Gutachten einzuholen und danach eine Haushaltsabklärung an Ort 
und Stelle vorzunehmen sowie anschliessend erneut über einen allfälligen 
Rentenanspruch zu verfügen. In Gutheissung der Beschwerde ist die Ver-
fügung vom 5. Juni 2024 (act. II 133) aufzuheben und die Sache ist zum 
weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei die-
sem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Kostennote vom 24. Juli 
2024 macht Rechtsanwalt B.________ bei einem Zeitaufwand von 
16 Stunden und 15 Minuten à Fr. 270.-- pro Stunde ein Honorar von 
Fr. 4'387.50, zuzüglich Auslagen von Fr. 57.60 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 360.05 (8.1 % auf Fr. 4'445.10), total Fr. 4'805.15 geltend. Der Zeitauf-
wand von 16 Stunden 15 Minuten erweist sich im Vergleich zu ähnlich ge-
lagerten Fällen als zu hoch und ist auf einen angemessenen Aufwand von 
12 Stunden zu kürzen. Damit ist das Honorar auf Fr. 3'240.-- (12 x 
Fr. 270.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 57.60 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 267.10 (8.1 % auf Fr. 3'297.60), total Fr. 3'564.70 festzulegen und von 
der Beschwerdegegnerin zu ersetzen.

6.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
ist vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2024 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2025, IV 200 2024 480

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3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'564.70 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.