# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e8abd9e-e45f-5277-97d5-f7bb2acf33c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.07.2014 200 2014 536
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-536_2014-07-14.pdf

## Full Text

200 14 536 ALV
MAW/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. Juli 2014

Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft 
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 12. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1954 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich infolge Kündigung der bisherigen Arbeitsstel-
le am 30. Januar 2014 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) 
… zur Arbeitsvermittlung an (Akten des beco Berner Wirtschaft [nachfol-
gend beco bzw. Beschwerdegegner], Dossier RAV [act. IIA], 20). Durch 
Ankreuzen des entsprechenden Feldes im Anmeldeformular (act. IIA 19) 
äusserte er dabei den Wunsch, mittels E-Mail zum ersten Beratungsge-
spräch eingeladen zu werden, wobei er eine „Bluewin“-Adresse angab (act. 
II 20). Am 31. Januar 2014 stellte er zudem einen Antrag auf Arbeitslosen-
entschädigung ab 1. Februar 2014 (Akten des beco, Dossier Arbeitslosen-
kasse Biel [act. IIB], 2 ff.). 

Das vom RAV mit Einladung vom 31. Januar 2014 auf den 10. Februar 
2014 anberaumte erste Beratungsgespräch (Akten des beco, Dossier 
Rechtsdienst [act. II], 2) versäumte der Versicherte. Als Begründung führte 
er an, die „Bluewin“-Adresse erst neulich aktiviert und den gesamten E-
Mail-Verkehr immer noch über die alte E-Mail-Adresse geführt zu haben, 
weshalb er vergessen habe, unter der neuen Adresse nachzusehen (act. 
II 3). Am 11. Februar 2014 (act. II 4) gewährte das RAV dem Versicherten 
die Möglichkeit zur Stellungnahme bezüglich der Nichteinhaltung des Ge-
sprächstermins, wovon jener Gebrauch machte (act. II 5). 

Mit Verfügung vom 3. März 2014 (act. II 8) stellte das RAV … den Versi-
cherten mit der Begründung, das Beratungsgespräch pflichtwidrig versäumt 
zu haben, ab dem 11. Februar 2014 im Umfang von 5 Einstelltagen in der 
Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen am 20. März 2014 erhobene Ein-
sprache (act. II 10) wies das beco mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 
2014 (act. II 17) ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 3

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 3. Juni 2014 Beschwerde. 
Er stellt den Antrag, die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid sei auf-
zuheben und es sei stattdessen eine mündliche oder schriftliche Ermah-
nung auszustellen. Schliesslich seien die 5 Einstelltage bei der nächsten 
Abrechnung gutzuschreiben. In der Begründung verweist er im Wesentli-
chen auf seine Darlegungen in der Einsprache vom 20. März 2014 sowie 
seine früheren Stellungnahmen. Im Übrigen sei er sich seines Fehlers be-
wusst, finde aber nach wie vor, dass er für seine „leichte Fahrlässigkeit“ zu 
streng bestraft werde, zumal niemand zu Schaden gekommen sei. 
Schliesslich stelle sich auch die Frage, warum die Möglichkeit einer einma-
ligen Verwarnung ausgeschlossen werde. 

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2014 schliesst der Beschwerdegegner 
auf Abweisung der Beschwerde. Er macht hauptsächlich geltend, von einer 
Verwarnung sei abgesehen worden, weil der Beschwerdeführer über fast 7 
Tage hinweg seinen E-Mail-Eingang nicht auf Sendungen des RAV hin 
überprüft habe, weshalb sogar von einer groben Pflichtverletzung und nicht 
nur von einer leichten Fahrlässigkeit gesprochen werden müsste. Das Ein-
geständnis der Pflichtverletzung und das Bereuen derselben seien sodann 
für sich genommen kein Grund, um von einer Einstellung in der An-
spruchsberechtigung abzusehen, da dies nichts mit dem Verschulden zu 
tun habe. Schliesslich sei auch nicht von Belang, dass durch das Termin-
versäumnis niemand zu Schaden gekommen sei, gehe es doch vornehm-
lich darum, dass (allein) eine Verletzung der Kontrollpflicht eine Sanktion 
zur Folge habe. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 
31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 12. Mai 
2014 (act. II 17). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der Anspruchs-
berechtigung auf Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 5 Tagen.

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 5 Tagen unter 
Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 5

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG müssen Versicherte, die Versiche-
rungsleistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen 
Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu ver-
meiden oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, auf Weisung 
der zuständigen Amtsstelle an Beratungsgesprächen und Informationsver-
anstaltungen sowie an Fachberatungsgesprächen teilzunehmen (Art. 17 
Abs. 3 lit. b AVIG). 

Nach der Anmeldung muss sich der Versicherte entsprechend den 
Anordnungen des Kantons zu Beratungs- und Kontrollgesprächen 
persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Der Versicherte muss 
sicherstellen, dass er in der Regel innert Tagesfrist von der zuständigen 
Amtsstelle erreicht werden kann (Art. 21 Abs. 1 AVIV). Diese legt mit dem 
Versicherten zudem fest, wie er in der Regel innert Tagesfrist erreicht 
werden kann (Art. 22 Abs. 4 AVIV). Sowohl Art. 21 Abs. 1 als auch Art. 22 
Abs. 4 AVIV ist gesetzesmässig (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 16. September 2005, C 
171/05, E. 3.3). 

2.2 Nach Art. 30 Abs. 1 AVIG ist die versicherte Person in der An-
spruchsberechtigung unter anderem einzustellen, wenn sie die Kontrollvor-
schriften nicht befolgt (lit. d). Zu den Kontrollvorschriften gehören auch 
(erstmalige) Beratungsgespräche beim RAV. 

3.

3.1 In tatsächlicher Hinsicht steht zunächst fest und ist unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer das auf den 10. Februar 2014 via E-Mail vom 
31. Januar 2014 (act. IIA 2) anberaumte Beratungsgespräch beim RAV 
(act. II 2) versäumt hat, was er denn auch als Fehler anerkennt (vgl. act. II 
3; Beschwerde vom 3. Juni 2014). Damit steht auch ausser Frage, dass der 
Beschwerdeführer grundsätzlich gegen Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG i.V.m. Art. 
21 Abs. 1 AVIV (vgl. E. 2.1 vorne) verstossen hat. 

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3.2 Streitig und zu prüfen ist, ob das Versäumnis des Beratungsge-
sprächs in entschuldbarer Weise erfolgte. 

3.2.1 In der an den zuständigen Sachbearbeiter beim RAV gerichteten E-
Mail vom 10. Februar 2014 (act. II 3) entschuldigte sich der Beschwerde-
führer für das Nichterscheinen am Beratungsgespräch. Er habe erst neulich 
die „Bluewin“-Adresse aktiviert. Da er aber seinen ganzen E-Mail-Verkehr 
immer noch via die alte „…“-Adresse führe, habe er schlicht vergessen, 
dort nachzusehen. Auch alle Bewerbungen, die er versende, liefen über die 
„…“-Adresse. 

In der Stellungnahme vom 13. Februar 2014 (act. II 5) hielt der Beschwer-
deführer fest, zur Zeit sei er immer noch mit der Auflösung (und der damit 
verbundenen Hektik) der „…“ beschäftigt und benutze immer noch seine 
alte „…“-E-Mail-Adresse. Und so sei es passiert, dass er aus langjähriger 
Gewohnheit nur noch seine alte Adresse regelmässig konsultiert habe. 
Dabei habe er die neuaktivierte Adresse völlig ausser Acht gelassen. Auch 
seine Bewerbungen und die ganze sonstige Korrespondenz liefen immer 
noch über die alte Adresse. Da er sich gewundert habe, warum ihn bis am 
10. Februar 2014 niemand vom RAV kontaktiert habe, habe er in den Un-
terlagen nachgesehen und beim Abrufen der neuen E-Mail-Adresse die 
zwei Einladungen des RAV gesehen. Er habe den verantwortlichen Sach-
bearbeiter beim RAV sofort angerufen und ihm den Sachverhalt erklärt und 
sich für den verpassten Termin entschuldigt. 

In der Einsprache vom 20. März 2014 (act. II 10) machte der Beschwerde-
führer geltend, er sei wirklich mit der Auflösung der „…“ intensiv beschäftigt 
gewesen, was auch aus der diesbezüglichen Bestätigung des Arbeitgebers 
hervorgehe (vgl. act. II 9). Im Übrigen seien ihm die Pflichten über die Ein-
haltung und Verwaltung der RAV-Termine bekannt, aber hier handle es 
sich wirklich um ein schlichtes Versehen und es habe keine Absicht dahin-
ter gelegen, den Termin nicht wahrzunehmen. 

3.2.2 Es kann mit Blick auf die Bestätigung des ehemaligen Arbeitgebers 
vom 13. März 2014 (act. II 9) als überwiegend wahrscheinlich erstellt gel-
ten, dass der Beschwerdeführer im Januar und Februar 2014 mit der Auflö-
sung des nationalen Beschäftigungsprogramms „…“, welches er seit 1997 

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geleitet hatte (act. IIA 32), beschäftigt und dies nachvollziehbarerweise mit 
einem erheblichen Arbeitsaufwand in mannigfaltiger Hinsicht verbunden 
war. Indessen ist nicht ersichtlich, warum dem Beschwerdeführer die Orga-
nisation einer Terminverwaltung, welche die rechtzeitige Beachtung der 
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Vorgaben ermöglicht hätte, nicht 
dennoch möglich und zumutbar gewesen wäre, zumal ihm bereits am 
28. Juni 2013 (act. IIA 8) gekündigt worden war und er demnach seit ge-
raumer Zeit zumindest im Grundsatz Kenntnis vom Umfang der anstehen-
den Arbeiten gehabt haben dürfte. Jedenfalls liegt in den angeführten Um-
ständen keine hinreichende Entschuldbarkeit dafür, dass der Beschwerde-
führer, welcher gegenüber dem RAV ausdrücklich den elektronischen 
Postverkehr wünschte (act. II 19), eine E-Mail-Adresse angab, mittels wel-
cher er die rechtlichen Vorgaben betreffend (täglicher) Erreichbarkeit (Art. 
21 Abs. 1 Satz 2 AVIV) nicht zu erfüllen vermochte, zumal deren Gewähr-
leistung im Kernverantwortungsbereich des Anspruchstellers liegt (vgl. 
auch EVG, C 171/05 E. 3). Der Beschwerdeführer hätte die gegenüber 
dem RAV angegebene E-Mail-Adresse bzw. den E-Mail-Eingang analog 
postalisch zugestellter Sendungen in den Briefkasten täglich konsultieren 
müssen. Stattdessen prüfte er den E-Mail-Eingang über mehrere Tage 
hinweg gar nicht (vgl. act. II 2 und act. IIA 2). 

Unter den gegebenen Umständen liegt deshalb keine (grundsätzlich ent-
schuldbare) blosse Unaufmerksamkeit oder ein einfacher Irrtum vor, son-
dern eine pflichtwidrige Nachlässigkeit mit Bezug auf die Terminverwaltung 
und die Gewährleistung der Erreichbarkeit. 

3.3 Demnach steht fest, dass der Beschwerdeführer den Termin für das 
erste Beratungsgespräch aus unentschuldbaren Gründen versäumte. Die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist somit grundsätzlich zu Recht 
erfolgt und für die beantragte Verwarnung besteht bei festgestellter Tatbe-
standsmässigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG zum Vornherein kein 
Raum (vgl. auch D3 der Weisungen des Staatssekretariats für Wirtschaft 
[SECO; AVIG-Praxis ALE] in der seit 1. Januar 2014 gültigen und vorlie-
gend anwendbaren Fassung). 

3.4 Zu prüfen bleibt abschliessend die Angemessenheit der verfügten 
Sanktion von 5 Einstelltagen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 8

3.4.1 Im Arbeitslosenversicherungsrecht ist das sanktionsbedrohte Ver-
halten nicht auf Vorsatz beschränkt (Art. 1 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit 
Art. 21 Abs. 1 ATSG). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist 
ausdrücklich „nach dem Grad des Verschuldens“ zu bemessen (Art. 30 
Abs. 3 AVIG). Eine Absicht, das Verschulden bei leichter Fahrlässigkeit von 
jeglicher Sanktion auszunehmen, ist im Unterschied zu anderen Sozialver-
sicherungszweigen nicht erkennbar. Es widerspräche daher dem AVIG, 
wenn die leichte Fahrlässigkeit als eine der Formen des Verschuldens aus-
geklammert würde (BGE 124 V 225 E. 4d S. 232; ARV 2007 S. 212 E. 3.2).

3.4.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich-
tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 
Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV; bis 31. März 2011 aArt. 45 Abs. 
2 lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose 
Person die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 
Abs. 3 Satz 1 AVIG). Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Kasse 
nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein 
Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung 
setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen 
können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender 
erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 230 E. 2.1).

3.5 Der Beschwerdegegner hat 5 Einstelltage verfügt und damit die 
Sanktion im unteren Bereich des leichten Verschuldens festgesetzt (Art. 45 
Abs. 3 lit. a AVIV), was nicht zu beanstanden ist. Im Übrigen sieht der Ein-
stellraster des SECO bei erstmaligem, unentschuldbarem Fernbleiben vom 
Beratungsgespräch 5 bis 8 Einstelltage vor (vgl. D72 der AVIG-Praxis 
ALE). Damit liegt die Sanktion im untersten Bereich des Einstellrasters, 
was in Anbetracht der gesamten Umstände als angemessen erscheint (vgl. 
auch EVG, C 171/05 E. 5). Ein triftiger Grund, welcher eine abweichende 
Ermessensausübung gebietet, ist nicht ersichtlich. 

An diesem Ergebnis ändern auch die Vorbringen des Beschwerdeführers 
nichts: So mag es zwar zutreffen, dass durch sein Fehlverhalten der Ar-
beitslosenversicherung kein (ohne weiteres quantifizierbarer) Schaden ent-
standen ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich aber grundsätzlich nicht 

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nach der Höhe eines (allfälligen) Schadens, sondern nach Massgabe des 
pflichtwidrigen Verhaltens des Anspruchsstellers – hier das (unentschuld-
bare) Versäumnis des Termins für das Beratungsgespräch. Ebenso wenig 
massgebend ist – wie der Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort zu 
Recht festhält – das Eingeständnis der Pflichtverletzung und das Bereuen 
derselben. Sanktionsrelevant ist im Weiteren bereits die blosse leichte 
Fahrlässigkeit, wohingegen es entgegen der offenbaren Auffassung des 
Beschwerdeführers (vgl. act. II 10) keines vorsätzlichen Verhaltens bedarf 
(vgl. E. 3.4.1 vorne). Schliesslich ist die Sanktionierung mit Einstelltagen 
zwar in der Tat mit erheblichen finanziellen Konsequenzen verbunden; dies 
ändert aber nichts daran, dass dies vom Gesetz- und Verordnungsgeber so 
gewollt ist. 

3.6 Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung von 5 Tagen in der 
Anspruchsberechtigung weder vom Grundsatz noch von der Höhe her be-
anstanden. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist 
abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juli 2014, ALV/14/536, Seite 10

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

- A.________

- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung

- Staatssekretariat für Wirtschaft – seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.