# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dea5128e-045e-5e48-bea0-d4b8c702e690
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 20.10.2021 KV 2021/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_KV-2021-2_2021-10-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/11

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2021/2

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 14.03.2022

Entscheiddatum: 20.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2021
Art. 24 ff. KVG; Art. 34 und 36 KVV: Gestützt auf die schlüssige Beurteilung 
von Dr. F.___ und unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es sich bei der im Ausland 
durchgeführten Operation um keine Notfallbehandlung und auch sonst um 
keine Pflichtleistung der Krankenpflegeversicherung, sondern um einen 
ästhetischen Eingriff gehandelt hat. Abweisung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2021, KV 
2021/2).

Entscheid vom 20. Oktober 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

KV 2021/2

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Mark A. Glavas, MLaw, Advokatur Glavas AG, 

Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,

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gegen

B.___,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (Auslandbehandlung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) gelangte mit Schreiben vom 12. August 2020 an 

ihre obligatorische Krankenpflegeversicherung, die B.___ (nachfolgend: B.___). Sie 

machte geltend, in ihren Ferien in E.___ einen Notfall erlitten zu haben. Bei der 

Diagnose eines Nabelbruchs habe sie sich am 22. Juli 2020 operieren lassen und zwei 

Tage im Spital bleiben müssen. Ihrem Schreiben legte sie eine in der Sprache E.___ 

verfasste Rechnung für Behandlungen im Zeitraum vom 22. bis 24. Juli 2020, einen 

Abbuchungsbeleg vom 24. Juli 2020 über EUR 600.-- zugunsten der C.___, einen 

ebenfalls in E.___ischer Sprache ausgefüllten Beleg über EUR 3'400.--, ein weiteres auf 

E.___isch verfasstes Dokument entsprechend einer Leistungsabrechnung sowie ein als 

"Medical Certificate" betiteltes, nicht unterzeichnetes Zeugnis einer plastischen 

Chirurgin namens D.___ vom 5. August 2020 bei (vgl. act. G 3.1-1.1). Am 28. August 

2020 reichte die Versicherte der B.___ eine Cornèrcard-Abrechnung ein, auf welcher 

eine Abbuchung vom 24. Juli 2020 zugunsten der C.___, E.___, über Fr. 668.75 

ersichtlich war, sowie eine Abrechnung der Cembra MoneyBank mit einer am 28. bzw. 

29 Juli 2020 verbuchten Belastung in der Höhe von Fr. 3'828.02 zugunsten von D.___ 

(vgl. act. G 3.1-1.1).

A.a. 

In einem Fragebogen der B.___ vom 4. September 2020 gab die Versicherte an, 

sich vom 10. Juli bis 8. August 2020 ferienhalber in E.___ aufgehalten zu haben und 

dabei eine Brucheinklemmung erlitten zu haben, wegen der sie sich bei Dr. D.___ in 

Behandlung begeben habe (vgl. act. G 3.1-1.1).

A.b. 

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B.  

Nachdem die B.___ von der Versicherten eine entsprechende Vollmacht erhalten 

hatte (vgl. act. G 3.1-1.2), holte eine Agentur im Auftrag der B.___ vom behandelnden 

Spital in E.___ medizinische Unterlagen ein und kam am 15. Dezember 2020 zum 

Schluss, dass gemäss den Patientenakten ausschliesslich eine ästhetische 

Behandlung durchgeführt worden sei (vgl. act. G 3.1-1.3).

A.c. 

Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 lehnte die B.___ die Übernahme der 

Kosten der Auslandsbehandlung ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, 

dass sie zur Abklärung ihrer Leistungspflicht eine spezialisierte Firma beauftragt habe. 

Diese sei zum Schluss gekommen, dass aus den Patientenakten keine Hernien-

Behandlung, sondern ausschliesslich eine ästhetische Behandlung hervorgehe. Im 

Operationsbericht von Dr. D.___ sei als Diagnose eine abdominale Lipodystrophie 

aufgeführt. Ausserdem gehe aus den medizinischen Unterlagen hervor, dass eine 

Bauchdeckenstraffung vorgenommen worden sei. Folglich habe es sich bei den 

Behandlungen in E.___ um keine Notfallbehandlungen gehandelt. Da keine 

Notfallsituation vorgelegen habe, gelte das Territorialitätsprinzip, wonach 

Behandlungskosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung grundsätzlich 

nur dann übernommen würden, wenn die Behandlung in der Schweiz durchgeführt 

worden sei (vgl. act. G 3.1-1.4).

A.d. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 1. Februar 2021 Einsprache. Sie 

wandte ein, dass es sich bei der Behandlung in E.___ um eine Notfalloperation 

gehandelt habe. Dem Bericht von Dr. D.___, den sie, die Versicherte, auf Englisch 

übersetzt habe, sei zu entnehmen, dass sie mit einer Brucheinklemmung in Remission 

zu Dr. D.___ gegangen sei. Die klinische Untersuchung habe gemäss der Ärztin eine 

abdominale Lipodystrophie gezeigt. Sie habe Dr. D.___ aufgesucht, da sie starke 

Schmerzen verspürt habe und die Operation sei auf Anordnung der Ärztin durchgeführt 

worden. Es habe sich nicht um eine ästhetische Behandlung gehandelt. Eine solche 

Behandlung könnte nicht in der Mitte der Sommerferien während der Covid-Pandemie 

durchgeführt werden. Die Notfallbehandlung sei von der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung zu übernehmen (vgl. act. G 3.1-1-5).

B.a. 

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C.  

Mit Einspracheentscheid vom 8. Februar 2021 wies die B.___ die Einsprache der 

Versicherten vom 1. Februar 2021 ab (vgl. act. G 1.1).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 9. März 2021 Beschwerde (vgl. act. G 1). Sie beantragte, der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Februar 2021 sei aufzuheben und die B.___ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die Kosten der 

Notfallbehandlung in E.___ zu übernehmen. Eventualiter sei die Streitsache zu weiteren 

Abklärungen (insbesondere einer neutralen Beurteilung) an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Ihrer Beschwerde legte die Beschwerdeführerin 

neben dem bereits der Beschwerdegegnerin eingereichten "Medical Certificate" vom 5. 

August 2020 (vgl. act. G 1.3 und 3.1-1.1; neu zusätzlich in Deutsch eingereicht) einen 

undatierten Bericht in E.___ischer Sprache sowie zwei undatierte, nicht unterzeichnete 

als "Übersetzung des ärztlichen Attests von Dr. D.___" bzw. "Translation of the medical 

cerificate by Dr. D.___" bezeichnete Schreiben bei (vgl. act. G 1.4)

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei und 

soweit keine Zugeständnisse enthalten seien (vgl. act. G 3). Zusammen mit der 

Beschwerdeantwort reichte die Beschwerdegegnerin das Operationsprotokoll der 

entsprechenden Klinik in E.___, einen Krankenpflegebericht, ein Behandlungsblatt, ein 

klinisches Behandlungsblatt und ein Blatt mit ärztlichen Anweisungen nach der 

Operation samt deutscher Übersetzung mit entsprechender Beglaubigung vom 8. April 

2021 ein (vgl. act. G 3.1-4.1 ff.). Überdies gab sie eine vertrauensärztliche Beurteilung 

von Dr. med. F.___, Allgemeine Innere Medizin, vom 30. April 2021 zu den Akten (vgl. 

act. G 3.1-3).

C.b. 

In ihrer Replik vom 13. September 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest und reichte einen 

E.___ischen Bericht vom 23. August 2021 sowie eine nicht unterzeichnete deutsche 

Übersetzung ein (vgl. act. G 11.1).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die in E.___ im Juli 

2020 angefallenen Heilbehandlungskosten zu übernehmen hat.

2.  

Mit Schreiben vom 23. September 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren in 

der Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest und verzichtete auf die Erstattung 

einer ausführlichen Duplik (vgl. act. G 13).

C.d. 

Gemäss Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; 

SR 832.10) übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die 

in den Art. 25-31 KVG festgelegten Leistungen nach Massgabe der in den Art. 32-34 

KVG festgelegten Voraussetzungen. Im Allgemeinen werden die Kosten namentlich für 

Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen 

dienen, übernommen (vgl. Art. 25 Abs. 1 KVG), wobei sämtliche Leistungen wirksam, 

zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen (Art. 32 Abs. 1 KVG). Für andere Kosten 

als diejenigen für die Leistungen nach Art. 25-33 KVG dürfen die Versicherer im 

Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht aufkommen (Art. 34 Abs. 

1 KVG).

2.1. 

Für Behandlungen im Ausland trägt die obligatorische Krankenpflegeversicherung 

aufgrund des Territorialitätsprinzips grundsätzlich keine Leistungspflicht, sofern keiner 

der geregelten Ausnahmetatbestände greift (vgl. Art. 34 KVG i.V.m. Art. 36 der 

Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]; Entscheide des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2013, KV 2012/19, E. 4, 

vom 16. Mai 2018, KV 2016/8, E. 2, vom 7. August 2019, KV 2018/5, E. 2.3 f. und vom 

12. Mai 2020, KV 2019/20, E. 3.1 f.; je mit Hinweisen). Ein Abweichen vom 

Territorialitätsprinzip ist namentlich für im Ausland erfolgte Notfallbehandlungen 

vorgesehen (Art. 36 Abs. 2 KVV). Ein Notfall liegt gemäss Art. 36 Abs. 2 KVV dann vor, 

wenn Versicherte bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt einer medizinischen 

Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht angemessen ist. Kein 

Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zwecke dieser Behandlung ins Ausland 

begeben haben.

2.2. 

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3.  

Während sich die Beschwerdeführerin darauf beruft, bei der in E.___ am 22. Juli 

2020 durchgeführten Operation habe es sich um eine Notfallbehandlung gehandelt, 

weshalb die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Operation zu übernehmen und für 

die mit dieser im Zusammenhang stehenden Heilbehandlungen aufzukommen habe 

(vgl. act. G 1 und 11), bestreitet die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Notfalls 

(vgl. act. G 3 und 13). Sie stützt sich dabei insbesondere auf die mittels einer Agentur 

eingeholten medizinischen Klinikberichte, die sie nach der Beschwerdeanhebung noch 

auf Deutsch hat übersetzen lassen (vgl. act. G 3-1-4), sowie auf die während des 

laufenden Beschwerdeverfahrens eingeholte vertrauensärztliche Beurteilung vom 30. 

April 2021 (act. G 3.1-3).

3.1. 

Der Beschwerde ans kantonale Versicherungsgericht als ordentlichem 

Rechtsmittel kommt grundsätzlich Devolutiveffekt zu; die Behandlung der Sache geht 

also mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es 

dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der Beschwerde 

noch weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. Allerdings wird das Prinzip 

des Devolutiveffekts durch das Recht des Versicherungsträgers, seine Verfügung bis 

zur Vernehmlassung in Wiedererwägung zu ziehen (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), 

eingeschränkt. Hinter dieser Ausnahmeregelegung steht der Gedanke der 

Prozessökonomie im Sinne der Vereinfachung des Verfahrens. Die Verwaltung soll lite 

pendente auf ihre Verfügung bzw. ihren Einspracheentscheid zurückkommen können, 

wenn sie oder er sich, allenfalls im Lichte der Vorbringen in der Beschwerde, als 

unrichtig erweist. Abklärungsmassnahmen der Verwaltung lite pendente sind somit 

nicht schlechthin ausgeschlossen. Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung 

der Frage, was noch als zulässiges Verwaltungshandeln bezeichnet werden kann, 

bilden die inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung für die Streitsache 

und die zeitliche Intensität der Abklärungsbedürftigkeit. Punktuelle Abklärungen (wie 

z.B. das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen) sind 

nach der Rechtsprechung zugelassen, nicht jedoch eine medizinische Begutachtung 

oder vergleichbare Beweismassnahmen. Zeitraubende Abklärungen lassen sich nicht 

mehr mit dem Grundsatz der Prozessökonomie in Einklang bringen (zum Ganzen BGE 

136 V 5 E. 2.5 mit Hinweis und 127 V 231 f. E. 2b/aa mit Hinweisen; Urteile des 

Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.2.3, und vom 15. Januar 

2014, 8C_410/2013, E. 5).

3.2. 

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Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die entscheidrelevante Frage, ob die in 

E.___ am 22. Juli 2020 durchgeführte Operation eine Notfallbehandlung gewesen ist, 

bereits im Verwaltungsverfahren abklären lassen, indem sie eine Agentur damit 

beauftragt hat, die einschlägigen medizinischen Berichte bei der Klinik einzuholen und 

zu würdigen (vgl. act. G 3.1-1.2 f.). Die Ablehnung der Kostenübernahme hat sie 

gestützt auf die Einschätzung dieser Agentur vorgenommen (vgl. act. G 3.1-1.4). Im 

Umstand, dass eine beglaubigte Übersetzung der bereits im Verwaltungsverfahren 

eingeholten Berichte erst während des laufenden Beschwerdeverfahrens erstellt 

worden ist (vgl. act. G 3.1-4.6), kann vorliegend keine Verletzung des Devolutiveffekts 

erblickt werden, zumal es der Beschwerdeführerin offensichtlich möglich gewesen ist, 

die in E.___ischer Sprache abgefassten medizinischen Berichte zu verstehen (vgl. dazu 

act. G 3.1-1.5, wonach sie einen Bericht auf Englisch übersetzt habe). Folglich hat sie 

sich bereits im Verwaltungsverfahren mit den seitens der Beschwerdegegnerin 

beschafften Beweismitteln auseinandersetzen können. Angesichts der 

Sprachkenntnisse der Beschwerdeführerin sowie der seitens der Agentur getroffenen 

Abklärungen ist es nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdegegnerin erst im 

Beschwerdeverfahren zu den Übersetzungen veranlasst gesehen hat, um den 

Beweismitteln vor Gericht die notwendige Beweiskraft zu verschaffen. Da die 

Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Beschwerde ein neues auf E.___isch 

abgefasstes Dokument und ein als "Übersetzung des ärztlichen Attests von Dr. D.___" 

bezeichnetes Schreiben eingereicht hat (vgl. act. G 1.4), ist es auch verständlich, dass 

die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nach der Beschwerdeanhebung noch einem 

Vertrauensarzt zur Beurteilung vorgelegt hat (vgl. act. G 3.1-3). Nach dem Gesagten 

kann der Beschwerdegegnerin nicht vorgeworfen werden, die notwendigen 

Abklärungen in ein späteres Verfahren verschoben zu haben. Dass sie im 

Verwaltungsverfahren mit Blick auf den nicht sehr hohen Streitwert ihre 

Abklärungskosten hat begrenzen wollen, ist vor dem Hintergrund des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes jedenfalls nachvollziehbar. Auch ist die interne 

versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung ohne Mitwirkung der Beschwerdeführerin 

erstellt worden und hat keine namhafte Verzögerung des Beschwerdeverfahrens 

verursacht. Schliesslich hat sich die Beschwerdeführerin in ihrer Replik auch zu der 

seitens der Beschwerdegegnerin neu eingeholten medizinischen Beurteilung und der 

Übersetzung äussern können, weshalb ihr rechtliches Gehör gewahrt worden ist. Aus 

allen diesen Gründen, rechtfertigt es sich, die beglaubigte Übersetzung der bereits im 

Verwaltungsverfahren eingeholten medizinischen Berichte aus E.___ (vgl. act. G 3.1-1.3 

und 3.1-4) sowie die vertrauensärztliche Aktenbeurteilung vom 30. April 2021 (vgl. act. 

G 3.1-3) zu berücksichtigen und in den materiellen Entscheid einzubeziehen (vgl. dazu 

auch Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.5, und 

3.3. 

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4.  

15. Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5.5; vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 27. August 2019, UV 2017/108, E. 4).

Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf die vorliegenden 

Unterlagen zu Recht davon ausgegangen ist, dass es sich bei der Operation in E.___ 

um keine Notfallbehandlung und damit um keine Pflichtleistung der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung gehandelt hat.

4.1. 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht 

haben aufgrund des im Sozialversicherungsprozess herrschenden 

Untersuchungsgrundsatzes von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt 

indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 

Parteien (Art. 43 ATSG; BGE 122 V 158 E. 1a). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 

eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel 

greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen). Das Gericht darf 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen 

überzeugt ist. Es hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 130 III 324 f. E. 

3.2 und 3.3 und 138 V 221 E. 6). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 125 V 

352, E. 3a mit Hinweis; zum Ganzen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 16. Mai 2018, KV 2016/8, E. 2.5 ff.). Um einen medizinischen 

4.2. 

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Sachverhalt beurteilen zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 

Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (vgl. dazu BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 

E. 2).

Um ihre Behauptung, es habe sich um eine Notfalloperation gehandelt, zu belegen, 

stützt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf in E.___ischer Sprache 

eingereichte ärztliche Berichte von Dr. D.___ sowie auf nicht unterzeichnete 

Übersetzungen (vgl. act. G 1, 1.3 ff., 11 und 11.1). Es ist anzunehmen, dass die 

Beschwerdeführerin, die […] ist (vgl. act. G 3.1-1.1), die Übersetzungen selber 

vorgenommen hat (vgl. dazu act. G 3.1-1.5) und in diesen, auch wenn sie formell nicht 

den Kriterien, die an eine beweiskräftige Übersetzung zu stellen sind, entsprechen, den 

Inhalt der E.___ischen Arztzeugnisse im Wesentlichen korrekt wiedergegeben hat.

4.3. 

Der übersetzte Inhalt der Arztzeugnisse von Dr. D.___, wonach bei der 

Beschwerdeführerin eine Hernie notfallmässig behandelt worden sei (vgl. act. G 1.3 f. 

und 11.1), widerspricht jedoch offensichtlich dem bei der Klinik in E.___ eingeholten 

Operationsprotokoll, in dem als Diagnosen "Fettschürze (Hängebauch) und 

Fettsklerose (Bauchfettansammlung)" genannt worden sind. Von einer Hernie oder 

einem Nabelbruch ist darin nichts zu lesen (vgl. act. G 3.1-4.1). Dazu passend hat Dr. 

F.___ in seiner vertrauensärztlichen Beurteilung ausgeführt, dass die bei der Klinik 

eingeholten Unterlagen ein komplett anderes Bild vom Eingriff als die von der 

Beschwerdeführerin eingereichten Atteste ergäben. Es werde keine 

Nabelhernienoperation beschrieben. Als Indikation werde vielmehr eine Fettschürze 

genannt. Sämtliche dokumentierten Eingriffsschritte, Materialien (z.B. Redons) und 

Verlaufsberichte beschrieben einen ästhetischen Eingriff im Umfang einer 

Fettabsaugung und Bauchhautstraffung (Abdominalplastik). Wäre eine strangulierte 

Nabelhernie behandelt worden, hätte diese vorab als Diagnose im Operationsprotokoll 

genannt werden müssen. Die Prozeduren würden in keiner Art und Weise das 

Vorgehen bei der Behebung einer Nabelhernie beschreiben. Bei der durchgeführten 

Operation handle es sich um keine Pflichtleistung der Krankenversicherung und erst 

recht nicht um einen Notfalleingriff (vgl. act. G 3.1-3). Zum gleichen Ergebnis ist bereits 

die von der Beschwerdegegnerin beauftragte Agentur gekommen (vgl. act. G 3.1-1.3). 

Auch wenn nicht auszuschliessen ist, dass Dr. D.___ Hernien operieren darf, wie dies 

die Beschwerdeführerin in ihrer Replik unter Verweis auf entsprechende Berichte 

geltend macht (vgl. act. G 11 und 11.1), ist der Umstand, wonach es sich bei ihr um 

eine plastische Chirurgin handelt, gleichwohl ein weiteres Indiz dafür, dass bei der 

Beschwerdeführerin am 22. Juli 2020 ein ästhetischer Eingriff durchgeführt worden ist, 

4.4. 

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zumal die Operation von Nabelhernien gemäss Dr. F.___ grundsätzlich der allgemeinen 

Chirurgie respektive der Viszeralchirurgie und nicht der plastischen Chirurgie 

zuzuordnen ist (vgl. act. G 3.1-3). Schliesslich hat sich die Beschwerdeführerin auch 

stationär in der Klinik aufgehalten, während die Operation einer Nabelhernie laut Dr. 

F.___ zumeist ambulant durchgeführt wird (vgl. act. G 3.1-3).

Im Übrigen hat Dr. F.___ in seiner Beurteilung vom 30. April 2021 auf weitere 

Ungereimtheiten in den von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichten 

hingewiesen. Er hat ausgeführt, dass die in den Attesten erwähnten Diagnosen und 

Zusammenhänge keinen medizinischen Sinn ergäben. Eine strangulierte Nabelhernie 

könne sich gar nicht in einem Remissionsstatus befinden. Wenn eine Nabelhernie 

umgekehrt, nicht aber stranguliert sei, ergebe sich auch keine Dringlichkeit, sondern es 

handle sich dann um einen planbaren Eingriff. Wenn eine Nabelhernie stranguliert wäre, 

könne nicht eine Woche mit der Operation zugewartet werden. Sodann werde in den 

von der Beschwerdeführerin eingereichten ärztlichen Berichten von einer leichten 

schmerzhaften Vorwölbung gesprochen, was per se keinen Notfalleingriff erfordere. 

Eine Lipodystrophie sei eine seltene Erkrankung, die eine multidisziplinäre Diagnose 

erfordere, sich über einen längeren Zeitraum entwickle und sicherlich keine 

notfallmässige Intervention erfordere. Beim verwendeten Terminus "ernste 

Lipodystrophie im Bauch" handle es sich überdies um keinen medizinischen 

Fachbegriff (vgl. act. G 3.1-3). Widersprüchlich sind schliesslich auch die Angaben zum 

Auftreten der Schmerzen. Während dem mit der Beschwerde eingereichten undatierten 

Schreiben zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin bereits eine Woche vor dem 

21. Juli 2020 an Schmerzen gelitten und ein Spital aufgesucht habe (vgl. act. G 1.4), 

führt sie in ihrer Beschwerde aus, ab dem 20. Juli 2020 starke Bauchschmerzen 

verspürt zu haben und am 21. Juli 2020 in ein mit Covid-Patienten überfülltes Spital 

gegangen zu sein, wo sie schliesslich an eine private Ärztin überwiesen worden sei (vgl. 

act. G 1 S. 3).

4.5. 

Zusammenfassend ist gestützt auf die schlüssige Beurteilung von Dr. F.___ und 

unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

anzunehmen, dass es sich bei der am 22. Juli 2020 in E.___ durchgeführten Operation 

um keine Notfallbehandlung und auch sonst um keine Pflichtleistung der 

Krankenpflegeversicherung, sondern um einen ästhetischen Eingriff gehandelt hat. 

Weitere Abklärungen drängen sich nicht auf, weshalb entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1) auch keine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes auszumachen ist (vgl. Art. 43 ATSG).

4.6. 

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen.5.1. 

Gerichtskosten sind bei der vorliegenden Leistungsstreitigkeit keine zu erheben 

(vgl. Art. 61 lit. f  ATSG). Anspruch auf eine Parteientschädigung hat die 

Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang ebenfalls nicht.

5.2. 
bis

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