# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb7f9e94-9edf-560f-8f5c-1bcd2b531ad8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.09.2021 UV 2020/59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-59_2021-09-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/25

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/59

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.02.2022

Entscheiddatum: 24.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2021
Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch 
gewisse unfallkausale somatische Beschwerden vor; die Adäquanz der 
psychischen Beschwerden ist zu verneinen. Der Beschwerdeführer war in 
somatischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Kein 
Anspruch auf eine höhere Rente und eine höhere Integritätsentschädigung 
als bereits zugesprochen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. September 2021, UV 
2020/59).

Entscheid vom 24. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja 

Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/59

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel J. Senn, Museumstrasse 47, 9000 St. 

Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der B.___ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 1. September 2015 ging er schnell eine Treppe hinauf und 

bemerkte dabei einen fehlenden Gittertritt nicht, weshalb er aus einer Höhe von rund 

3.4 Metern auf den Betonboden stürzte (Suva-act. 2, 15). Die am Unfalltag 

erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) diagnostizierten eine 

traumatische Thoraxkontusion beidseits mit Diaphragmaelevation, einen Diabetes 

mellitus Typ 2 (Erstdiagnose), eine Hyperlipidämie und im Verlauf des stationären 

Aufenthalts vom 1. bis 4. September 2015 eine einmalige Mikrohämaturie am ehesten 

posttraumatisch. Sie veranlassten eine konservative Therapie mit Analgesie, 

Atemtraining sowie Mobilisation und initiierten eine Behandlung der Diabetes (Suva-

act. 12). Dem Versicherten wurde ab dem 1. September 2015 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % attestiert (Suva-act. 15-12, 20 f.). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls 

auf (Suva-act. 3 f.).

A.a. 

Am 30. Oktober 2015 berichteten die behandelnden Ärzte des KSSG über eine 

gelenksseitige Partialruptur der Subscapularis-Sehne links mit/bei Status nach Sturz 

am 1. September 2015 mit Zuzug eines Thoraxtraumas (Suva-act. 24).

A.b. 

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Ab 11. Januar 2016 attestierte Dr. med. C.___, Praktische Ärztin FMH, dem 

Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und ab 25. Januar 2016 eine solche von 

100%, wobei schwere "Hebungen" so gut wie möglich zu vermeiden seien (Suva-act. 

26, 34, 41).

A.c. 

Aufgrund persistierender Schulterschmerzen links (vgl. Suva-act. 23 f., 42, 46, 51) 

unterzog sich der Versicherte am 2. März 2016 im KSSG einer Schulterarthroskopie, 

einer Bicepstenotomie, einem subacromialen Débridement und einer Acromionplastik 

links (Suva-act. 51). Dr. C.___ attestierte dem Versicherten nach der Operation bis zum 

5. Juni 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und ab 6. Juni 2016 eine solche von 50 

% (mit Ausnahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit am 22. Juni 2016; vgl. Suva-act. 

61 ff., 71, 84, 86, 89).

A.d. 

Am 13. Oktober 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie gewähre ihm 

Beratung und Unterstützung beim Erhalt seines derzeitigen Arbeitsplatzes (Suva-act. 

91).

A.e. 

Die behandelnden Ärzte des KSSG berichteten am 28. Oktober 2016, es persistiere 

eine schmerzhafte Impingement-Symptomatik an der linken Schulter, welche nach 

vorübergehender Besserung nun wieder progredient sei und subjektiv in etwa dem 

präoperativen Stand entspreche. Von einer erneuten Operation erhofften sie sich kein 

Verbesserungspotential, weshalb sie primär das Ausschöpfen der konservativen/

symptomatischen Therapieoptionen empfahlen (Suva-act. 95). Dr. med. D.___, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, attestierte dem Versicherten weiterhin 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Suva-act. 94). 

A.f. 

Im Sinne einer Zweitmeinung wurde der Versicherte am 31. März 2017 von Dr. 

med. E.___ und Dr. med. F.___, beide FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, Orthopädie M.___, untersucht. Diese diagnostizierten am 4. 

April 2017 eine Partialruptur der Supraspinatussehne und Beschwerden nach einer 

Tenotomie der Schulter links am 2. März 2016. Sie empfahlen dem Versicherten im 

Rahmen einer Schulterarthroskopie links die Rekonstruktion der Supraspinatussehne 

sowie die Revision der Tenotomie der langen Bicepssehne. Bis zur präoperativen 

Besprechung Anfang Mai 2017 sei er weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig (Suva-act. 110). 

A.g. 

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Am 18. Mai 2017 führten Dr. E.___ und Dr. F.___ eine Schulterarthroskopie links mit 

Rekonstruktion der Supraspinatussehne und einer subacromialen Dekompression mit 

Bursectomie und Acromio-Plastik nach Neer durch (Suva-act. 115). Dr. E.___ attestierte 

dem Versicherten ab 17. Mai 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 117, 

119, 122 f., 124, 128, 133).

Aufgrund einer Tendinopathie der Supraspinatussehne und einer Subluxation der 

langen Bicepssehne (vgl. Suva-act. 130, 137) unterzog sich der Versicherte am 14. 

Dezember 2017 in der Orthopädie St. Gallen erneut einer Schulterarthroskopie links mit 

subacromialer Bursectomie und Rekonstruktion der Supraspinatussehne (Suva-act. 

139, 153).

A.h. 

Nachdem mittels MRI-Untersuchung vom 9. März 2018 eine Reruptur der Supra­

spinatussehne ausgeschlossen worden war (vgl. Suva-act. 154), empfahl Dr. E.___ am 

28. März 2018 die Fortführung der konservativen Behandlung mit Physiotherapie und 

NSAR. Der Versicherte sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 156, vgl. Suva-

act. 166). Am 2. Juli 2018 hielt Dr. F.___ fest, der Heilungsverlauf sei harzig 

durchzogen. Es finde sich eine unbefriedigende Situation sowie eine deutliche 

Diskrepanz zwischen dem klinischen Befund und der subjektiven 

Schmerzwahrnehmung. Er habe eine weitere Sonographie veranlasst. Sollte der 

Befund normal ausfallen, müsse seiner Meinung nach der Belastungsaufbau im Sinne 

einer Wiederaufnahme der Arbeit erzwungen werden (Suva-act. 169, zur früheren 

Sonographie vgl. Suva-act. 170). Die Sonographie ergab eine intakte 

Rotatorenmanschette und ein erhebliches subacromiales entzündliches Gewebe. Eine 

am 18. Juli 2018 von Dr. F.___ durchgeführte Infiltration erbrachte über rund eine 

Woche eine fast vollständige Beschwerdefreiheit. Dr. F.___ verschrieb dem 

Versicherten am 30. Juli 2018 erneut Physiotherapie sowie eine medikamentöse 

Behandlung und attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 174).

A.i. 

Die B.___ AG kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten mit Schreiben 

vom 30. November 2018 per 28. Februar 2019 (Suva-act. 192).

A.j. 

Aufgrund persistierender Schmerzen an der Schulter links bei AC-Gelenksarthrose 

führte Dr. F.___ am 15. Januar 2019 eine Schulterarthroskopie links, ein subacromiales 

A.k. 

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und intraartikuläres Débridement sowie eine offene AC-Gelenksresektion durch (Suva-

act. 200).

Am 11. Februar 2019 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab 

(Suva-act. 206).

A.l. 

Gestützt auf eine Stellungnahme von Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt für 

Chirurgie, speziell Unfallchirurgie (Suva-act. 223), teilte die Suva dem Versicherten mit 

Schreiben vom 22. Mai 2019 mit, ab 1. Juni 2019 bestehe in einer adaptierten Tätigkeit 

eine 100%ige Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit. Sie stelle ihre Taggeldleistungen per 

31. Mai 2019 ein (Suva-act. 225).

A.m. 

Dr. F.___ befand am 22. Juni 2019, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten betrage 

per 1. Juni 2019 maximal 50 % in einer adaptierten Tätigkeit (Suva-act. 244; vgl. 

Arbeitsunfähigkeitsattest von 100 %, Suva-act. 251).

A.n. 

Im Auftrag der Suva wurde der Versicherte am 24. Juni 2019 von Dr. med. H.___, 

Fachärztin für Neurologie FMH, untersucht. Diese hielt tags darauf fest, es bestünden 

keine Anhaltspunkte dafür, dass es im Rahmen der linksseitigen Schulterproblematik 

auch zu einer Beteiligung peripherer Nerven, speziell im Plexusbereich, gekommen sein 

könnte (Suva-act. 243).

A.o. 

Nach einer kreisärztlichen Untersuchung hielt Dr. G.___ am 24. Juli 2019 fest, dass 

die klinische Untersuchung und Testung des linken Schultergelenks keine 

pathologischen Befunde ergeben habe, und beurteilte, es bestehe eine rein subjektive 

Schmerzsymptomatik des linken Schultergelenks. Es liege medizinisch ein stabiler 

Dauerzustand vor, der durch weitere Behandlungsmassnahmen nicht gebessert 

werden könne. In einer adaptierten Tätigkeit sei eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit 

mit einem Pensum von 100 % ausgewiesen (Suva-act. 254). Dr. G.___ schätzte den 

Integritätsschaden gleichentags auf 10 % (Suva-act. 253).

A.p. 

Mit Schreiben vom 18. Oktober 2019 bestätigte die Suva die Einstellung der 

Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Mai 2019. Sie kündigte jedoch an, für die 

Kosten der weiterhin notwendigen ärztlichen Kontrollen aufzukommen (Suva-act. 268).

A.q. 

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B.  

Mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 sprach die Suva dem Versicherten mit 

Wirkung ab 1. Juni 2019 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 17 % 

sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10 % 

zu (Suva-act. 271).

A.r. 

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D. J. Senn, 

St. Gallen, am 20. November 2019 Einsprache und brachte unter anderem vor, als 

mögliche objektive Ursache der persistierenden Schmerzen müsse auch eine 

unfallbedingte Schädigung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) ernsthaft in Betracht 

gezogen werden. Auch psychische Komponenten könnten nicht ausgeschlossen 

werden (Suva-act. 282, vgl. Suva-act. 291).

B.a. 

Dr. med. I.___, Facharzt für Wirbelsäulen- und Neurochirurgie, hatte nach 

Durchführung einer MRI-Untersuchung der HWS (Suva-act. 276) am 25. Oktober 2019 

berichtet, als Hauptbefund zeige sich eine Diskushernie mit konsekutiver, hochgradiger 

Spinalkanalstenose am Halswirbelkörper (HWK) 3/4. Dieser Befund sei sicher 

mitverantwortlich für die Zervikobrachialgien bzw. die chronischen Schulterschmerzen. 

Nebenbefundlich bestünden multisegmentale Einsinterungen der Grundplatte von HWK 

3, HWK 4 und HWK 5, die auf Impressionsfrakturen als Traumafolge des Arbeitsunfalls 

von 2015 zurückzuführen sein könnten. Zur Linderung der Beschwerdesymptomatik 

empfehle er eine zervikale Fusion auf der Ebene von HWK 3/4 (Suva-act. 277, vgl. auch 

Suva-act. 279). Dr. F.___ hatte am 12. November 2019 beurteilt, aufgrund des doch 

eindrücklichen Befundes glaube er, dass dem Versicherten die operative Revision der 

HWS empfohlen werden dürfe (Suva-act. 278). Dr. I.___ hatte am 15. November 2019 

festgehalten, die Operation sei für den 6. Dezember 2019 geplant (Suva-act. 279, diese 

wurde jedoch verschoben; vgl. act. G1.12 f.). Er hatte dem Versicherten ab 15. 

November 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Suva-act. 281-8).

B.b. 

Am 19. Juni 2020 entschied die Suva: "1. Die Einsprache wird abgewiesen. 2. Der 

"Einsprache" wird die aufschiebende Wirkung entzogen. 3. Es werden keine 

Verfahrenskosten erhoben; eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 4. 

Betreffend dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

erfolgt ein separater Entscheid. 5. Schriftliche Mitteilung an [...]" (Suva-act. 298).

B.c. 

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C.  

Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch 

Rechtsanwalt Senn, am 24. August 2020 Beschwerde. Er beantragte darin, Ziff. 1, Ziff. 

2 und Ziff. 3 zweiter Satzteil des angefochtenen Einspracheentscheids vom 19. Juni 

2020 seien aufzuheben. Sein Rentenanspruch wie auch seine Integritätsentschädigung 

seien nach Abschluss der ärztlichen Behandlung und eventuell Durchführung einer 

(allenfalls interdisziplinären) Begutachtung neu festzusetzen. Es seien ihm für die Dauer 

des Verfahrens mit Wirkung ab 1. Juni 2019 Taggelder zu bezahlen. Eventuell seien ihm 

für die Dauer des Verfahrens zumindest die Invalidenrente in der Höhe zu entrichten, 

wie sie aus der Verfügung hervorgehe, und es sei die Integritätsentschädigung gemäss 

der angefochtenen Verfügung von Fr. 12'600.-- auszubezahlen. Für den Fall des 

Unterliegens sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Er reichte unter anderem einen Bericht von 

Dr. I.___ über eine am 12. Juni 2020 durchgeführte zervikale Fusion HWK 3/4 und eine 

Stellungnahme desselben vom 9. Juli 2020 betreffend die Unfallkausalität der 

Wirbelsäulenbeschwerden ein (vgl. act. G1.14, G1.17).

C.a. 

Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 15. Oktober 2020 die 

Abweisung der Beschwerde. Sie hielt fest, sie habe dem Beschwerdeführer die 

verfügte Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- schon längst ausbezahlt. Ferner 

werde ihm seit 1. Juni 2019 ununterbrochen die verfügte Rente von monatlich Fr. 

816.25 ausgerichtet. Daran werde sich während der Dauer des vorliegenden 

Prozessverfahrens voraussichtlich nichts ändern (act. G6, vgl. auch act. G2). Sie reichte 

eine orthopädisch-chirurgische Beurteilung von Suva-Kreisarzt med. pract. J.___, 

Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie, vom 29. September 2020 

ein, in welcher dieser befunden hatte, strukturelle Unfallfolgen im Bereich der HWS 

sowie eine richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes an der HWS lägen 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor (act. G6.1).

C.b. 

Am 28. Oktober 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. 

G7).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf vorübergehende Leistungen über den 31. Mai 2019 hinaus, 

sowie gegebenenfalls der Anspruch auf eine höhere Rente und eine höhere 

Integritätsentschädigung, als ihm von der Beschwerdegegnerin bereits zugesprochen 

wurde.

Auf Nachfrage der Verfahrensleitung (act. G8) bestätigte Rechtsanwalt Senn am 

27. November 2020, dass der Beschwerdeführer die verfügte Integritätsentschädigung 

erhalten habe und ihm die verfügte Invalidenrente ausgerichtet werde. Sein 

Eventualantrag auf Weiterausrichtung derselben während des Beschwerdeverfahrens 

erweise sich damit als gegenstandslos. Er verlange hinsichtlich der Einstellung der 

vorübergehenden Versicherungsleistungen keinen Zwischenentscheid betreffend 

aufschiebende Wirkung der Beschwerde (act. G9).

C.d. 

Mit Replik vom 17. Februar 2021 liess der Beschwerdeführer mit Ausnahme der in 

seinem Schreiben vom 27. November 2020 erwähnten Anpassungen an seinem 

Rechtsbegehren festhalten (act. G13).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. März 2021 auf die Einreichung einer 

umfassenden Duplik (act. G15).

C.f. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Erleidet die versicherte Person durch 

den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

1.1. 

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psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage 

nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das 

Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 

6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in 

BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, 

je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, BGE 127 V 103 E. 5b/bb; 

SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine 

eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 

133, E. 6c/aa vorzunehmen.

1.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

1.3. 

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2.

Die Beschwerdegegnerin stellte die vorübergehenden Leistungen per 31. Mai 2019 ein 

(Suva-act. 225, 268). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilungen von Kreisarzt Dr. 

G.___ vom 22. Mai und 24. Juli 2019 (Suva-act. 223, 254). Der Beschwerdeführer 

spricht diesen die Beweiskraft ab und bringt insbesondere vor, er habe damals noch 

unter behandlungsbedürftigen unfallkausalen Beschwerden gelitten (act. G1, G13).

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden 

(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen 

Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).

Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen per 31. Mai 2019 unbestrittenermassen noch gewisse unfallkausale 

Beschwerden an der linken Schulter. Diese stellen jedoch den Fallabschluss nicht per 

se in Frage. Für den Anspruch auf weitere vorübergehende Leistungen wird 

rechtsprechungsgemäss vorausgesetzt, dass noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Das Kriterium beurteilt sich namentlich nach 

Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 

soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Es bedarf dabei einer ins Gewicht 

fallenden Besserung durch die ärztliche Behandlung. Eine allfällige blosse 

Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung, eine blosse 

Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die versicherte Person etwa von 

Physiotherapie profitieren kann, genügen nicht. Für den Abschluss der medizinischen 

2.1. 

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Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung somit nicht 

vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, 

E. 5.3, mit weiteren Hinweisen; KOSS UVG-Geertsen, N 7 ff. zu Art. 19).

Kreisarzt Dr. G.___ befand am 24. Juli 2019, der Versicherte habe sich beim Unfall 

vom 1. September 2015 eine Schädigung des linken Schultergelenks zugezogen. 

Diesbezüglich seien, nach mehreren, fachgerecht durchgeführten Operationen und 

gesamthaft fachgerechter Therapie, eine regelrechte physiologische Beweglichkeit 

sowie die Muskel- und Kraftverhältnisse für das linke Schultergelenk und den linken 

Arm wiederhergestellt. Im Quervergleich liege somit ein sehr gutes, 

überdurchschnittliches Behandlungsergebnis der unfallkausalen Schädigung des linken 

Schultergelenks vor. Bei der kreisärztlichen Untersuchung habe keine objektivierbare 

oder messbare, funktionelle Beeinträchtigung des linken Schultergelenks gefunden 

werden können. Dies bei quasi seitengleichen Muskelumfangswerten im Bereich des 

betroffenen linken Armes, mit sogar leichter Muskelumfangsvermehrung im Vergleich 

zur dominanten rechten Seite. Einzig für die willkürlichen Untersuchungen habe der 

Beschwerdeführer eine leichte Bewegungseinschränkung im linken Schultergelenk 

demonstriert. Dies im Gegensatz zu den mehrfach fachärztlich vorerhobenen 

Untersuchungsbefunden von Dr. F.___ mit uneingeschränkter aktiver Beweglichkeit im 

linken Schultergelenk. Dazu habe sich eine seitengleiche Handflächenbeschwielung 

und Handbinnenmuskulatur gezeigt. Bei der kreisärztlichen Untersuchung hätten sich 

somit kein objektiver klinischer Befund einer Funktionsbeeinträchtigung oder 

schmerzbedingten Schonung im Bereich der linken oberen Extremität, somit keine 

klinisch objektivierbaren Symptome für die subjektiv beklagten Beschwerden und 

Schmerzen finden lassen. Die medizinische Erfahrung zeige, dass auch im Bereich der 

oberen Extremität eine schmerzbedingte Schonung unweigerlich zu einer sekundären 

Befundsymptomatik mit Herabsetzung der Muskulatur und der 

Handflächenbeschwielung führe. Dies sei beim Beschwerdeführer nicht nachweisbar, 

im Gegenteil zeigten die Muskelumfangswerte bei der betroffenen linken Seite trotz 

Rechtsdominanz sogar eine leichte Muskelumfangsvermehrung. Daher ergebe sich 

eine erhebliche Diskrepanz und Inkonsistenz zwischen den objektiven Befunden und 

der subjektiv beklagten Beschwerdesymptomatik. Angesichts der klinisch 

objektivierbaren und bildgebenden Befunde mit Wiederherstellung einer regelrechten 

Funktion und dauerhaften Rotatorenmanschettenrekonstruktion liege aus 

medizinischer Sicht auch bezüglich der Unfallfolgen ein stabiler medizinischer 

Dauerzustand mit überdurchschnittlich gutem Ausheilungsergebnis vor, der durch 

weitere Behandlungsmassnahmen nicht gebessert werden könne (Suva-act. 254).

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/25

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Der Beschwerdeführer bringt dagegen insbesondere vor, seine 

Schulterbeschwerden seien (teilweise) auf eine unfallkausale Schädigung der HWS 

zurückzuführen (act. G1, G12).

2.3. 

Anlässlich eines Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 11. Dezember 

2015, mithin rund drei Monate nach dem Unfall vom 1. September 2015, gab der 

Beschwerdeführer an, die Ärzte hätten auch schon vermutet, dass seine Beschwerden 

eventuell von der HWS kommen könnten. Eine genauere Abklärung diesbezüglich habe 

bisher aber nicht stattgefunden (Suva-act. 31). Die behandelnden Ärzte des KSSG 

hatten am 30. Oktober 2015 berichtet, es zeige sich eine gelenkseitige Partialruptur der 

Subscapularissehne, jedoch ohne Kraftverlust. Zudem zeige sich ein deutlicher 

Hartspann der Nackenmuskulatur, der ebenfalls für die Schmerzsituation verantwortlich 

sein könnte. Zur weiteren Diagnostik werde eine diagnostisch-therapeutische 

Infiltration glenohumeral links durchgeführt. Bei negativem Infiltrationsergebnis könne 

eine weitere Abklärung der HWS erfolgen (Suva-act. 24). Am 22. Dezember 2015 

hielten die behandelnden Ärzte des KSSG sodann fest, die linksseitigen 

Schulterschmerzen beruhten einerseits auf der Partialruptur der Subscapularissehne, 

mit Linderung der Schmerzen um ca. 2/3 durch eine glenohumerale Infiltration. Die 

noch persistierende Schmerzsymptomatik interpretierten sie im Rahmen eines 

subacromialen Impingements, so dass nun die Indikation zu einer subacromialen 

Infiltration linksseitig bestehe (Suva-act. 37). Daraus ist zu schliessen, dass sich die 

erwogene Möglichkeit einer Verursachung der Schulterbeschwerden durch eine 

Problematik der HWS bzw. der Nackenmuskulatur nicht bestätigt hatte. Beschwerden 

an der HWS waren darauf in den medizinischen Akten bis zur Untersuchung durch Dr. 

I.___ vom 17. Oktober 2019 (vgl. Suva-act. 276) kein Thema mehr. Entsprechende 

Klagen des Beschwerdeführers sind ebenfalls nicht aktenkundig. Auch med. pract. 

J.___ stellte in seiner Beurteilung vom 28. September 2020 (act. G6.1) in Frage, ob die 

Schulterschmerzen links auf eine Schädigung der HWS, insbesondere die festgestellte 

Diskushernie, zurückzuführen sind. Er führte diesbezüglich aus, der am 2. März 2016 

erfolgte operative Eingriff an der Schulter links (Schulterarthroskopie, Bicepstenotomie, 

subacromiales Dédridement und Acromionplastik; vgl. Suva-act. 51) sei erfolgreich 

gewesen. Der behandelnde Arzt des KSSG habe am 18. April 2016 berichtet, der 

Beschwerdeführer sei sehr zufrieden und praktisch beschwerdefrei (vgl. Suva-act. 57). 

Wären die Schulterschmerzen links Folge eines Bandscheibenvorfalls im Segment 

HWK 3/4, so könnte nicht erwartet werden, dass die Beschwerden durch eine 

Operation an der linken Schulter erfolgreich behandelt werden könnten (act. G6.1). 

Gegen die Verursachung der geklagten Beschwerden im Bereich der linken Schulter 

2.3.1. 

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durch eine Veränderung an der HWS spreche auch, dass eine im Juli 2018 

durchgeführte Steroid-Infiltration der linken Schulter gemäss Angaben von Dr. F.___ 

über rund eine Woche eine fast vollständige Beschwerdefreiheit gebracht habe (vgl. 

Suva-act. 174). Es sei nicht zu erwarten, dass die Infiltration in die Schulter 

Beschwerden von Seiten der HWS erfolgreich beseitigen könne (act. G6.1). Ein 

weiteres Argument gegen die Verursachung der Schulterschmerzen durch eine 

Problematik im Segment HWK 3/4 sei, dass Dr. F.___ am 21. Januar 2019 berichtet 

habe, dank des "gut sitzenden" Scalenus-Blockes hätten von Seiten der linken 

Schulter postoperativ (Operation vom 15. Januar 2019) kaum Beschwerden bestanden 

(vgl. Suva-act. 201). Eine Blockade peripherer Nerven könne eine Schmerzursache im 

Bereich einer Nervenwurzel hingegen nicht blockieren, die Schmerzen wären diesfalls 

weiterhin vorhanden gewesen (act. G6.1). Zudem erläuterte med. pract. J.___ 

ausführlich, weshalb die von Dr. I.___ dokumentierten Befunde (Parästhesien in den 

Segmenten C7 und C8, Deltoideusschwäche links, Schwäche der Musculi biceps und 

triceps, Schwäche der Fingerspreizung links; Suva-act. 276) nicht einer Schädigung 

der Nervenwurzel im Segment C3/4 links entsprächen und die Schulterschmerzen nicht 

nachvollziehbar erklärten (act. G6.1). Insgesamt ist damit eine Verursachung der 

Schulterbeschwerden links durch eine Problematik der HWS nicht überwiegend 

wahrscheinlich nachgewiesen. Im Folgenden ist jedoch zu prüfen, ob die mittels MRI-

Untersuchung vom 23. Oktober 2019 (vgl. Suva-act. 313) nachgewiesene mediolaterale 

linksbetonte Diskushernie HWK 3/4 mit Myelonkompression sowie die aktivierten 

Osteochondrosen HWK 3, 4 und 5 bzw. die Impressionsfrakturen der Grundplatte HWK 

3, 4 und 5 (vgl. Suva-act. 277) als unfallkausal zu betrachten sind.

Dr. I.___ beurteilte am 25. Oktober 2019, die multisegmentalen Einsinterungen 

der Grundplatte von HWK 3, 4 und 5 könnten auf Impressionsfrakturen als Traumafolge 

des Arbeitsunfalls von 2015 zurückzuführen sein (Suva-act. 277, vgl. auch Suva-act. 

279). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt (vgl. Suva-act. 298), handelt es 

sich bei dieser Aussage lediglich um eine in Betracht gezogene Möglichkeit, welche 

eine überwiegend unfallkausale Verletzung der HWS nicht rechtsgenüglich nachweist. 

Am 9. Januar und 11. Juni 2020 hielt Dr. I.___ fest, die Ursache für die chronischen 

Zervikobrachialgien links sei eine grosse Diskushernie. Er äusserte sich jedoch nicht zu 

einer allfälligen Unfallkausalität derselben (act. G1.12 f.).

2.3.2. 

Dr. I.___ nahm am 9. Juli 2020 sodann auf Wunsch des Beschwerdeführers 

Stellung zur Unfallkausalität. Er führte aus, nach einer klinischen Untersuchung durch 

ihn sowie nach bildgebender Diagnostik mittels MRI der HWS im Oktober 2019 hätten 

mehrere Wirbelkörpereinsinterungen im Sinne einer verheilten Fraktur auf Höhe HWK3 

2.3.3. 

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bis HWK5 nachgewiesen werden können. Er habe am 12. Juni 2020 eine zervikale 

Fusion HWK 3/4 mit Cageanlage durchgeführt. Aus neurochirurgischer Sicht und 

aufgrund des radiologischen Befunds vom 23. Oktober 2019 seien die Veränderungen 

der Endplatten im Sinne von Einsinterungen bzw. Impressionsfrakturen mit hoher 

Wahrscheinlichkeit auf den Arbeitsunfall von 2015 zurückzuführen (act. G1.17). Dr. I.___ 

begründete jedoch nicht, wie er zu diesem Schluss kam. Auch dem genannten 

radiologischen Untersuchungsbericht ist keine überzeugende Begründung für eine 

Unfallkausalität der festgestellten Veränderungen an der HWS zu entnehmen. Der 

untersuchende Dr. med. K.___, Facharzt für Radiologie, Klinik L.___, hatte lediglich 

entsprechend dem Auftrag von Dr. I.___ einen "Status nach Sturz am 1. September 

2015" festgehalten (Suva-act. 313). Aufgrund der Beurteilungen der behandelnden 

Ärzte ist somit eine Unfallkausalität der Problematik an der HWS nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Dies insbesondere auch vor dem 

Hintergrund der nachfolgend thematisierten Stellungnahme von Kreisarzt med. pract. 

J.___ (vgl. act. G6.1).

Dieser beurteilte am 29. September 2020 nachvollziehbar, im Austrittsbericht des 

KSSG über die stationäre Erstbehandlung vom 1. bis 4. September 2015 seien keine 

Schmerzen oder eine Funktionsbeeinträchtigung der HWS dokumentiert (vgl. Suva-act. 

12). Solche wären im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthalts sicherlich aufgefallen. Die 

am Unfalltag durchgeführte Röntgendiagnostik habe bezüglich der HWS 

mehrsegmentale Osteochondrosen mit Punctum maximum auf Höhe HWK 3/4 und 

HWK 5-7, jedoch keinen Nachweis einer frischen Fraktur ergeben (vgl. Suva-act. 9). 

Wären beim Unfall vom 1. September 2015 Frakturen der drei benachbarten 

Wirbelkörper HWK 3-5 oder ein Bandscheibenvorfall zwischen dem dritten und vierten 

HWK entstanden, so wäre nach allgemeiner traumatologischer Erfahrung zu erwarten, 

dass akut Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der HWS eingetreten wären. 

Ein solcher Befund sei jedoch zeitnah zum Unfall von keinem der behandelnden und 

traumatologisch erfahrenen Ärzte dokumentiert worden. Zum Unfallzeitpunkt hätten 

bereits erhebliche degenerative Veränderungen der HWS vorgelegen, die auch mit dem 

radiologischen Befund vom 1. September 2015 beschrieben worden seien. So hätten 

nebst einer deutlichen Verschmälerung des Bandscheibenfachs HWK 3/4 

(Osteochondrose) Knochenanbauten (Spondylophyten) vorgelegen, welche zusätzlich 

auf einen bereits seit langer Zeit bestehenden Bandscheibenschaden in diesem 

Segment hinwiesen. Da die Form der HWK 3, 4 und 5 unverändert sei im Vergleich der 

Bilder von 2015 und 2019 und Zeichen einer frischen knöchernen Verletzung dieser 

Wirbelkörper am 1. September 2015 fehlten, sei die von Dr. I.___ postulierte Sinterung 

2.3.4. 

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dieser Wirbelkörper nicht zufolge des Ereignisses vom 1. September 2015 eingetreten. 

Ob vorgängig zum Unfall vom 1. September 2015 jemals eine Verletzung der HWS 

eingetreten sei, sei nicht bekannt. Abweichungen von der allgemeinen Form der HWK 

könnten viele Ursachen haben. Mit den radiologischen Befunden vom 1. September 

2015 und 6. Juli 2020 (vgl. Suva-act. 314) würden entgegen dem Befund vom 23. 

Oktober 2019 (vgl. Suva-act. 313) keine Zeichen einer Sinterung, sondern lediglich 

bereits am Unfalltag bestehende degenerative Veränderungen, beschrieben. Med. 

pract. J.___ schlussfolgerte überzeugend, es sei zusammenfassend nicht überwiegend 

wahrscheinlich, dass beim Unfall vom 1. September 2015 Frakturen des dritten bis 

fünften HWK eingetreten seien (act. G6.1).

Insgesamt ist entsprechend der einleuchtenden Beurteilung von med. pract. 

J.___ (act. G6.1) eine strukturelle Unfallfolge im Bereich der HWS nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Auch ist eine richtunggebende bzw. 

vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes an der HWS durch den Unfall 

vom 1. September 2015 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt. Überhaupt 

ist nicht bewiesen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden 

an der Schulter links auf die Schädigungen an der HWS zurückzuführen sind. Der 

Beschwerdeführer liess in seiner Replik vorbringen, Dr. I.___ habe sich auf Anfrage 

telefonisch sehr kritisch zur Beurteilung von med. pract. J.___ geäussert. Er habe unter 

anderem ausgeführt, eine Fraktur sei unter Umständen erst mit der Zeit radiologisch 

erkennbar. Statt der am Unfalltag durchgeführten Röntgendiagnostik wäre zum 

Nachweis einer Fraktur eine Kernspintomographie mit STIR-Sequenz nötig gewesen. 

Impressionsfrakturen gebe es zudem nach aller praktischen Erfahrung nur im 

Zusammenhang mit einem Trauma, nicht allein degenerativ (act. G13). Diesbezüglich 

ist festzuhalten, dass die erstbehandelnden Ärzte des KSSG offenbar mangels 

entsprechender Beschwerden keine Indikation für die von Dr. I.___ erwähnte 

Untersuchung der HWS sahen. Beschwerden an der HWS beklagte der 

Beschwerdeführer - wie gesagt - gegenüber Ärzten aktenkundig erst am 17. Oktober 

2019 (Suva-act. 276) und damit knapp vier Jahre nach dem Unfall. Selbst wenn die 

Impressionsfrakturen traumatisch bedingt wären, wäre damit nicht bewiesen, dass sie 

auf den Unfall vom 1. September 2015 zurückzuführen wären.

2.3.5. 

Folglich ist in somatischer Hinsicht lediglich die (gemäss Dr. G.___ rein subjektive) 

Schmerzsymptomatik an der Schulter links sowie die leicht eingeschränkte 

Beweglichkeit derselben als unfallkausale Schädigung zu berücksichtigen. Weitere 

medizinische Abklärungen erübrigen sich.

2.4. 

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3.

Weiter ist die Adäquanz allfälliger psychischer Beschwerden zu prüfen. Der 

Beschwerdeführer machte anlässlich eines Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin 

vom 18. Juli 2019 sowie in seiner Einsprache und seiner Beschwerdeschrift psychische 

Probleme geltend (Suva-act. 252, 282, act. G1). Soweit aktenkundig, befand er sich 

diesbezüglich jedoch nie in ärztlicher Behandlung (vgl. Suva-act. 267).

Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung 

der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6 

mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und 

dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung 

der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle 

nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, 

eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in 

einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen 

kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher 

Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu 

verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken.

3.1. 

Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und 

der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, 

objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang 

stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

3.2. 

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ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien 

herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung 

führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass 

nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte 

Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32).

Vorliegend erhielt ein Mitarbeiter der B.___ AG am 1. September 2015 den Auftrag, 

eine Treppe zu reinigen. Zu diesem Zweck entfernte dieser die Gitterroste der beiden 

Absätze der Treppe, um sie im Abdampfraum zu reinigen. Er vergass jedoch, die 

Treppe abzusperren und ein Gefahrensignal aufzustellen. Der Beschwerdeführer 

beging die Treppe, bemerkte beim obersten Absatz das Fehlen des Gitterrostes nicht 

und trat auf das darunterliegende, nicht trittsichere Bodenabdeckungsblech. Dieses 

gab nach, der Beschwerdeführer brach durch die Treppe durch und stürzte gemäss 

Protokoll der Kantonspolizei St. Gallen 3.4 Meter in die Tiefe auf den darunterliegenden 

Betonboden (Suva-act. 15). Damit ist vorliegend höchstens von einem mittelschweren 

Ereignis im engeren Sinn auszugehen.

3.3. 

Bei einem solchen müssen für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein einzelnes 

Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien 

sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa; Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5).

3.4. 

Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht 

was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten 

ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit 

eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann 

(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Vorliegend bestehen keine Hinweise auf eine 

3.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/25

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besondere Eindrücklichkeit im Sinne der Rechtsprechung. Insbesondere ist entgegen 

der Ansicht des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (act. G1) die Fallhöhe allein 

nicht als "eindrücklich und dramatisch" zu bezeichnen und auch die Tatsache, dass 

der Sturz unerwartet und unvorbereitet war, führt nicht zur Bejahung des Kriteriums. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend machen lässt (act. G1), die besondere 

Eindrücklichkeit sei aufgrund der erlittenen Wirbelkörperfrakturen zu bejahen, erübrigen 

sich Ausführungen dazu insoweit, als die Schädigung der HWS nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal ist (vgl. E. 2.3.6). 

Der Beschwerdeführer erlitt eine Thoraxkontusion beidseits mit 

Diaphragmaelevation sowie eine gelenksseitige Partialruptur der Subscapularis-Sehne 

links (Suva-act. 12, 24). Diese Verletzungen können weder als besonders schwer, noch 

als Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. Auch sind derartige Verletzungen in 

der Regel nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.

3.4.2. 

Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein 

der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die 

Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine 

Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V 

128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des 

Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung 

grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen 

kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Der 

Beschwerdeführer unterzog sich am 2. März 2016 einer Schulterarthroskopie, einer 

Bicepstenotomie, einem subacromialen Débridement und einer Acromionplastik links 

(Suva-act. 51). Am 18. Mai 2017 erfolgte eine Schulterarthroskopie links mit 

Rekonstruktion der Supraspinatussehne sowie einer subacromialen Dekompression mit 

Bursectomie und Acromio-Plastik (Suva-act. 115) und am 14. Dezember 2017 erneut 

eine Schulterarthroskopie links mit subacromialer Bursectomie und Rekonstruktion der 

Supraspinatussehne (Suva-act. 139, 153). Am 15. Januar 2019 unterzog sich der 

Beschwerdeführer sodann einer Schulterarthroskopie links, einem subacromialen und 

intraartikulären Débridement sowie einer offenen AC-Gelenksresektion (Suva-act. 200). 

Zwischen den operativen Eingriffen fanden diverse Abklärungen und 

Kontrolluntersuchungen statt (vgl. u.a. Suva-act. 95, 110, 154, 156, 169, 174, 243). Der 

Beschwerdeführer wurde zudem physiotherapeutisch behandelt und erhielt mehrere 

Infiltrationen in die linke Schulter (vgl. u.a. Suva-act. 37, 42, 46, 153, 156, 174). Er hatte 

3.4.3. 

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sich also in rund drei Jahren vier operativen Eingriffen zu unterziehen, ansonsten war 

die Behandlung wenig intensiv. Insgesamt ist das Kriterium der langen Dauer der 

ärztlichen Behandlung damit zwar zu bejahen, jedoch nicht in besonders ausgeprägter 

Weise.

Der Beschwerdeführer äusserte aktenkundig wiederholt Schmerzen an der 

Schulter links. Allerdings ergab sich nach den Operationen jeweils eine Besserung der 

Beschwerden (Suva-act. 57, 95, 169) und nach den Infiltrationen kurzzeitig eine fast 

vollständige Beschwerdefreiheit (Suva-act. 174, vgl. Suva-act. 37, 42, 46). Zudem 

stellte Dr. F.___ bereits am 2. Juli 2018 eine deutliche Diskrepanz zwischen dem 

klinischen Befund und der subjektiven Schmerzwahrnehmung fest (Suva-act. 169, vgl. 

auch die Beurteilung von Dr. G.___; Suva-act. 254). Das Kriterium der Dauerschmerzen 

ist damit zumindest nicht in ausgeprägter Weise zu bejahen.

3.4.4. 

Es bestehen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1) keine 

Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte. Soweit der Beschwerdeführer vorbringen lässt, trotz seiner 

Hinweise seien keine Abklärungen bezüglich der Beschwerden an der HWS gemacht 

worden, ist erneut darauf hinzuweisen, dass diese überwiegend wahrscheinlich nicht 

unfallkausal sind (vgl. E. 2.3.6) und deshalb vorliegend nicht berücksichtigt werden 

können.

3.4.5. 

Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten 

alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende 

Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert 

haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und 

vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Vorliegend liegen keine solchen besonderen 

Gründe vor. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1) lassen die 

"Ergebnisse" der Operation an der HWS vom Juni 2020 keinen anderen Schluss zu, 

zumal die Beschwerden im Bereich der HWS nicht überwiegend wahrscheinlich 

unfallkausal sind (vgl. E. 2.3.6).

3.4.6. 

Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer ab 1. September 

2015 mit Ausnahme vom 25. Januar bis 2. März 2016 (vgl. Suva-act. 41) eine 

Arbeitsunfähigkeit. Vom 11. bis 25. Januar 2016 und vom 6. Juni 2016 bis 16. Mai 2017 

gingen sie von einer solchen von 50 %, ansonsten von 100 % aus (vgl. u.a. Suva-act. 

15-12, 20 f., 26, 32, 34, 41, 61 ff., 71, 84, 86, 89, 110, 133, 151, 156, 174). Dr. C.___ 

beurteilte am 11. Februar 2016, der Beschwerdeführer sei ab 25. Januar 2016 voll 

arbeitsfähig, wobei schweres Heben so gut wie möglich zu vermeiden sei (Suva-act. 

3.4.7. 

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4.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 

30. Mai 2019 damit nicht zu beanstanden. Bezüglich der unfallkausalen Beschwerden 

an der Schulter links war damals gemäss der überzeugenden Beurteilung von Dr. G.___ 

von einer weiteren Behandlung keine massgebliche Besserung mehr zu erwarten 

(Suva-act. 223, 254). Der weitere Verlauf bezüglich der Operation und der 

Beschwerden der HWS ist insofern unerheblich, als diese - wie erwähnt (E. 2.3.6) - als 

nicht unfallkausal zu werten sind. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 30. Mai 2019 

waren auch die Eingliederungsmassnahmen der IV-Stelle abgeschlossen (vgl. Suva-

act. 206).

41). Diese Beurteilung galt bis zur Operation am 2. März 2016 (vgl. Suva-act. 51). 

Dementsprechend ist davon auszugehen, dass auch im weiteren Verlauf - abgesehen 

von den jeweiligen Erholungsphasen nach den operativen Eingriffen - zumindest eine 

adaptierte Tätigkeit (allenfalls in einem Teilzeitpensum) zumutbar gewesen wäre. Dafür 

spricht auch der Bericht von Dr. F.___ vom 2. Juli 2018, wonach eine deutliche 

Diskrepanz zwischen dem klinischen Befund sowie der subjektiven 

Schmerzwahrnehmung bestehe und - unter Vorbehalt eines normalen sonographischen 

Befunds (vgl. dazu Suva-act. 174) - ein Belastungsaufbau im Sinne einer 

Wiederaufnahme der Arbeit erzwungen werden müsste (vgl. Suva-act. 169). Ab 1. Juni 

2019 ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. G.___ 

von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit aus (Suva-act. 223, 

225). Dr. F.___ widersprach dieser Einschätzung zwar und ging von einer 

Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in einer adaptierten Tätigkeit aus (vgl. 244), seine 

Beurteilung überzeugt - wie nachfolgend ausgeführt (E. 5.2) - jedoch nicht. Es ist damit 

davon auszugehen, dass bereits vor der Beurteilung durch Kreisarzt Dr. G.___ vom 22. 

Mai 2019 (vgl. Suva-act. 223) in einer adaptierten Tätigkeit zumindest eine 

Teilarbeitsfähigkeit bestand. Dies insbesondere, zumal einzig die unfallkausalen 

Einschränkungen der Schulter links zu berücksichtigen sind. Das Kriterium der 

langdauernden Arbeitsunfähigkeit ist damit nicht erfüllt. Die nach der Beurteilung von 

Dr. G.___ erfolgten Abklärungen und Behandlungen bezüglich der Beschwerden an der 

HWS sowie eine damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit sind entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1) mangels Unfallkausalität nicht von Relevanz.

Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines 

jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 1. September 2015 und den allfälligen psychischen 

Beschwerden zu verneinen.

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/25

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5.

Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden ist nachfolgend die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen.

Dr. G.___ beurteile am 24. Juli 2019, rein unfallkausal zum Ereignis vom 1. 

September 2015 sei unter Bezug auf die objektivierbaren klinischen und bildgebenden 

Befunde der dauerhaft erfolgreich rekonstruierten Rotatorenmanschette links und der 

regelrechten, unverminderten Muskulatur der Rotatorenmanschette links für eine 

adaptierte Tätigkeit eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit ganztägig mit einem Pensum von 

100 % ausgewiesen. Es müsse sich um eine "leichte Tätigkeit links" ohne 

Zugbelastungen auf das linke Schultergelenk, ohne Schläge oder Vibrationen und ohne 

repetitive Drehbewegungen handeln (Suva-act. 254). Diese Beurteilung überzeugt 

angesichts der einzig unfallkausalen Beschwerden an der Schulter links.

5.1. 

Dr. F.___ befand am 22. Juni 2019, die Arbeitsfähigkeit betrage für eine leichte 

Tätigkeit per 1. Juni 2019 maximal 50 %. Aufgrund der vorliegenden Beschwerden sei 

dem Beschwerdeführer eine höhere Arbeitsfähigkeit derzeit sicher nicht zumutbar. Er 

bitte um eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers durch den Kreisarzt 

(Suva-act. 244). Dr. F.___ begründete seine Einschätzung jedoch nicht weiter und 

äusserte sich - abgesehen von der Vorgabe einer leichten Tätigkeit - nicht zu allfälligen 

Adaptionskriterien. Es erscheint nicht nachvollziehbar, wieso dem Beschwerdeführer 

eine ideal adaptierte Tätigkeit nicht (entsprechend der Beurteilung von Dr. G.___) zu 

100 % zumutbar sein sollte. Die Einschätzung von Dr. F.___ ist auch insofern nicht 

überzeugend, als er selbst am 27. August 2018 berichtet hatte, es finde sich eine etwas 

widersprüchliche Situation. Klinisch bestehe eine frei bewegliche linke Schulter und die 

Kraftverhältnisse seien ausgeglichen, der Beschwerdeführer berichte jedoch über 

permanente Schmerzen. Er nehme regelmässig NSAR, was die Situation nur leicht 

beeinflussen würde (Suva-act. 175). Am 29. April 2019 hatte Dr. F.___ erneut eine aktiv 

und passiv praktisch frei bewegliche linke Schulter mit zunehmend guten 

Kraftverhältnissen festgehalten. Lediglich die Bewegung des Armes von über Kopfhöhe 

nach unten würde noch relativ starke Schmerzen verursachen (vgl. Suva-act. 221). Aus 

den beiden Berichten ist zu schliessen, dass sich Dr. F.___ bei seiner Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf die subjektiven Schmerzangaben des 

Beschwerdeführers stützte. Dr. G.___ war das Schreiben von Dr. F.___ vom 22. Juni 

2019 bekannt (vgl. Suva-act. 254-6), er wich jedoch bei seiner Beurteilung bewusst 

davon ab. Eine konkrete Auseinandersetzung damit wäre zwar wünschenswert 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/25

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6.

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer ideal adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

gewesen, war angesichts der knappen und nicht überzeugenden Einschätzung von Dr. 

F.___ aber nicht zwingend notwendig.

Insgesamt bestehen damit keine begründeten Zweifel an der Beurteilung von Dr. 

G.___.

5.3. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt - d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2, 

je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1). 

Der Beschwerdeführer war zuletzt bei der B.___ AG tätig (Suva-act. 2). Gemäss 

Angaben derselben hätte er dort im Jahr 2019 einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 

5'200.--, monatliche Zulagen (Schichtzulage plus Wegentschädigung) von Fr. 456.50, 

einen 13. Monatslohn von Fr. 5'620.-- und einen "Ebit Bonus / Anwesenheitsbonus" 

von Fr. 4'200.-- erhalten (Suva-act. 260). Das Valideneinkommen ist folglich auf Fr. 

77'698.-- (Fr. 5'200.-- x 12 + Fr. 456.50 x 12 + Fr. 5'620.-- + Fr. 4'200.-) festzulegen.

6.1. 

Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht für dessen 

Ermittlung der Beizug von Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund 

(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 f. zu Art. 16).). Da dem ungelernten 

Beschwerdeführer Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt es sich, das 

Invalideneinkommen gestützt auf die LSE, Total sämtlicher Wirtschaftszweige, 

Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen. Der entsprechende Lohn belief sich im 

Jahr 2016 auf Fr. 5'340.-- monatlich bzw. Fr. 64'080.-- jährlich (die im Zeitpunkt des 

Einspracheentscheids noch nicht publizierte LSE 2018 darf rechtsprechungsgemäss 

nicht angewendet werden [vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2019, 

8C_64/2019, E. 6.2.1 mit weiteren Hinweisen]). Aufgerechnet auf die betriebsübliche 

wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (2016, total) und angepasst an die 

Nominallohnentwicklung bis 2019 (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279) ergibt sich ein 

massgebliches Jahreseinkommen von Fr. 67'997.--.

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/25

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7.

Weiter ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung zu 

beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine solche basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 10 % zu (Suva-act. 298).

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)Tätigkeiten behindert 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der 

Beschwerdeführer hat gewisse qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (nur 

"leichte Tätigkeit links" ohne Zugbelastungen auf das linke Schultergelenk, ohne 

Schläge oder Vibrationen und ohne repetitive Drehbewegungen; Suva-act. 254). Er ist 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig benachteiligt 

und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp 

Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Es rechtfertigt sich, mit der 

Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 271, 298) den Tabellenlohnabzug auf 5 % 

festzusetzen. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 64'597.-- (Fr. 67'997.-- x 

0.95).

6.3. 

Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit, 

einem Valideneinkommen von Fr. 77'698.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 

64'597.-- resultiert entsprechend der Berechnung der Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-

act. 298) ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 17 %.

6.4. 

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist 

der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des 

Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/25

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8.  

zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den 

Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als 

gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung 

der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. 

Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 

E. 1c mit Hinweis).

Dr. G.___ schätzte den Integritätsschaden am 24. Juli 2019 auf 10 %. Er führte 

aus, gemäss Tabelle 5 "Integritätsschäden bei Arthrosen" bemesse sich eine mässige 

glenohumerale Omarthrose mit 5 bis 10 %. Dies sei vergleichbar mit Tabelle 1 

"Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten", welche für 

eine mässige Form der Periarthrosis humeroscapularis einen Integritätsschaden von 10 

% vorsehe. Im Quervergleich entspreche der Röntgenbefund des Beschwerdeführers 

derzeit einem unfallkausalen Integritätsschaden von 5 %, wobei im Langzeitverlauf eine 

geringe Arthroseprogredienz nicht auszuschliessen sei, sodass der Integritätsschaden 

im oberen Bereich mit 10 % einzuschätzen sei. Darüber hinaus sei eine weitergehende 

Verschlimmerung oder Ausbildung einer schweren unfallkausalen Arthrose aus 

medizinischer Sicht unwahrscheinlich (Suva-act. 253). Diese überzeugende Beurteilung 

wurde von keiner medizinischen Fachperson in Frage gestellt. Auch der 

Beschwerdeführer liess keine konkreten Einwände dagegen vorbringen, ausser dass 

die Integritätsentschädigung erst nach weiteren Abklärungen bezüglich der 

(unfallfremden; vgl. E. 2.3.6) Problematik der HWS-Beschwerden festzulegen sei. 

Solche erübrigen sich jedoch wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 2.4).

7.2. 

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

8.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

8.2. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

8.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/25

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 

Fr. 3'207.90.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend 

anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30  HonO) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 

30. April 2021 eine Kostennote ein und machte bei einem Aufwand von 14.32 Stunden 

inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 

3'207.90 geltend (act. G17). Dieser Betrag erscheint mit Blick auf die bei einem 

durchschnittlichen Fall im Bereich der Unfallversicherung vom Versicherungsgericht 

praxisgemäss zugesprochenen Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- bzw. unter 

Berücksichtigung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung um einen Fünftel gekürzt 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70) von Fr. 3'200.-- als angemessen.

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

8.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2021
	Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse unfallkausale somatische Beschwerden vor; die Adäquanz der psychischen Beschwerden ist zu verneinen. Der Beschwerdeführer war in somatischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Kein Anspruch auf eine höhere Rente und eine höhere Integritätsentschädigung als bereits zugesprochen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. September 2021, UV 2020/59).

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