# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b3c4cce-5859-5638-ade6-a9d91f6be3d2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 E-1402/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1402-2008_2011-10-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

  

Abteilung V
E­1402/2008

U r t e i l   v om   2 4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz),
Richter Gérard Scherrer, Richterin Gabriela Freihofer,  
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…), 
seine Ehefrau B._______, geboren am (…), und 
deren Kinder C._______, geboren am (…), und D._______, 
geboren am (…), 
ohne Nationalität (Palästinenser von Libanon),
alle vertreten durch Michael Steiner, Rechtsanwalt, 
Hirschengraben 10, Postfach, 3001 Bern, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. Januar 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Die Beschwerdeführenden verliessen eigenen Angaben zufolge den 
Libanon  am  14.  Oktober  2007  über  den  Flughafen  von  Beirut.  Nach 
einem wöchigen Aufenthalt  in Algier setzten sie die Flugreise nach Wien 
fort. Am 22. Oktober 2007  reisten sie auf dem Landweg  in die Schweiz 
ein.  Gleichentags  suchten  sie  beim  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ) Chiasso um Asyl nach. 

A.b. Am 29. Oktober 2007 wurden die Beschwerdeführenden vom BFM 
im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Chiasso  zur  Person,  zum 
Reiseweg und zu den Ausreisegründen summarisch befragt. Sie machten 
geltend, palästinensischer Herkunft zu sein und aus dem Flüchtlingslager 
E._______  im Libanon zu stammen. Die Beschwerdeführenden  reichten 
ihre  im  Libanon  ausgestellten  Identitätskarten  für  Flüchtlinge  –  die 
Beschwerdeführerin  gab  dabei  ein  Original,  der  Beschwerdeführer  eine 
Kopie ab – und ihre von der United Nations Relief and Works Agency for 
Palestine Refugees (UNRWA) ausgestellten Ausweise zu den Akten. 

A.c. Das BFM führte mit den Beschwerdeführenden am 31. Oktober 2007 
Analysen  zur  Bestimmung  ihrer  Herkunft,  sog.  Lingua­Analysen,  durch, 
gemäss  der  die  Beschwerdeführenden  eindeutig  im  Libanon  in  einem 
palästinensischen  Milieu  sozialisiert  worden  seien;  beide  Geprüften 
verfügten  nach  Angaben  des  eingesetzten  Sachverständigen  über  sehr 
gute Kenntnisse über das Lager E._______.

A.d. An  den  Anhörungen  zu  den  Asylgründen  vom  5.  Dezember  2007 
durch  das  BFM  führten  die  Beschwerdeführenden  aus,  sie  hätten  nach 
der Heirat im Jahre (…) zusammen im Flüchtlingslager gelebt. 

Der  Beschwerdeführer  sei  seit  dem  Jahr  (…)  Mitglied  des  F._______. 
Seit  dem  fünften  oder  sechsten Monat  2007  habe  er  in  dessen Auftrag 
eine  im  Aufbau  befindliche  Untergruppe  der  islamistischen,  mit  der 
G._______ verfeindeten Gruppierung H._______ im Lager observiert und 
darüber seinem Auftraggeber berichtet. Die H._______­Gruppe sei für die 
Entführung und Ermordung von Leuten zuständig gewesen. Er habe nach 
der  Ermordung  seines  Arbeitskollegen  A.A.,  das  heisst  ab  (…)  2007, 
befürchten müssen,  ebenfalls  von Mitgliedern  dieser Gruppe  getötet  zu 
werden. Es sei zwar noch keine konkrete Morddrohung gegen ihn erfolgt, 
aber  die  Gefahr  habe  bestanden,  dass  er  als  Mitglied  des  F._______ 
enttarnt  und  umgebracht  werde.  Eine  andere  Untergruppe  der 

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H._______,  die  (…),  habe  ihn  als  Fünfzehnjährigen,  also  etwa  im  Jahr 
1995,  entführt,  während  fünf  Tage  eingesperrt  und  ihm  die  Haare 
angezündet.  Dieser  Vorfall  habe  ihn  seinerzeit  dazu  bewogen,  der 
G._______ beizutreten. 

Die  Beschwerdeführerin machte  keine  eigenen  Asylgründe  geltend.  Sie 
wies  aber  darauf  hin,  ihren  Mann  gebeten  zu  haben,  das  Land  zu 
verlassen, weil sie Angst um ihn und den Sohn gehabt habe. So sei in der 
letzten Zeit bekannt geworden, dass ihr Mann bei der G._______ arbeite. 
Da mehrere seiner Arbeitskollegen liquidiert worden seien, hätte ihn wohl 
dasselbe  Schicksal  erwartet.  Im  Lager  E._______  herrsche  das 
Faustrecht,  es  gebe  keine  Regeln,  kein  Gesetz  und  keine  Verwaltung. 
Aus  ihrer Sicht habe dort momentan die H._______ das Sagen. Vor der 
Heirat  habe  sie  ausserhalb  des  Lagers  bei  ihren Eltern  –  der  Vater  sei 
(…) – in (…) gewohnt. Im Flüchtlingslager habe sie nicht mehr dieselben 
Freiheiten genossen. So sei  sie oft  von Dritten wegen des Nichttragens 
eines  Kopftuchs  belästigt  worden.  Sie  habe  sporadisch  gegen  ihren 
Willen die Abaya, ein mantelartiges Übergewand, tragen müssen.

A.e.  Der  Kurzbericht  des  am  21.  Dezember  2007  um  Dossiereinsicht 
ersuchenden Dienstes für Analyse und Prävention des Bundesamtes für 
Polizei,  Sektion  Ausländerdienst,  beinhaltete  am  11.  Januar  2008  die 
Feststellung  an  das  BFM,  dass  der  Beschwerdeführer 
nachrichtendienstlich nicht nachteilig verzeichnet sei.

A.f. Mit Verfügung vom 28. Januar 2008 – eröffnet am 30. Januar 2008 – 
lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab, verfügte 
ihre  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den  Vollzug  an.  Zur 
Begründung  führte  es  aus,  dass  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  in  ihrer  Gesamtheit  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  nicht  standzuhalten  vermöchten,  so  dass  ihre 
Asylrelevanz  nicht  zu  prüfen  sei.  Infolgedessen  erfüllten  sie  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht. Der Vollzug der Wegweisung in den Libanon 
sei zulässig, zumutbar und möglich.

B. 
Die  Beschwerdeführenden  erhoben mit  Eingabe  vom  29.  Februar  2008 
und  Ergänzung  vom  6.  März  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung.  Sie  stellten  die 
Anträge,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  wegen  Verletzung  des 
rechtlichen  Gehörs  aufzuheben  und  die  Angelegenheit  dem  BFM  zur 

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korrekten Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 
respektive  zur  Neubeurteilung  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  Asyl  zu 
erteilen  beziehungsweise  subeventuell  die  vorläufige  Aufnahme  wegen 
Unzulässigkeit  oder  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
anzuordnen.  In  formeller  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung,  einschliesslich  des  Erlasses  des 
Kostenvorschusses,  um  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  und 
Ansetzung einer  sechswöchigen Frist  zur Einreichung des Originals  der 
polizeilichen Vorladung ersucht. Weiter wurde um Einsicht in die von der 
Vorinstanz nicht  offengelegten Aktenstücke A6, A8, A9, A12, A13, A15, 
A19, A23, A24, A27, A28, A31 und A32 und eventualiter um Gewährung 
des  rechtlichen  Gehörs  zu  denjenigen  Aktenstücken,  in  welche  keine 
Einsicht  gegeben werden  könne,  ersucht.  Es  sei Gelegenheit  zu  geben 
zur  anschliessenden  Einreichung  einer  Beschwerdeergänzung,  weitere 
Instruktionshandlungen seien bis zur Niederkunft der Beschwerdeführerin 
(voraussichtlich  im  […])  zu  unterlassen,  nachher  sei  eine  Frist  zur 
Einreichung  einer  Beschwerdeergänzung  anzusetzen  und  das  Gericht 
möge  dem  Rechtsvertreter  die  Gelegenheit  zur  Einreichung  einer 
Kostennote einräumen. 

Mit  den  Eingaben wurden  die  Kopie  der  angefochtenen  Verfügung  und 
ein undatiertes Schreiben der (…) eingereicht, das die Zugehörigkeit des 
Beschwerdeführers  zur  G._______  bestätigen  soll.  Weiter  wies  die 
Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  des  Durchgangszentrums  (…)  vom 
19.  Februar  2008  und  mit  Kopie  des  Schreibens  eines  Regionalspitals 
vom 16. November 2007 ihre Schwangerschaft nach. 

C. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  11.  März  2008  wies  das 
Bundesverwaltungsgericht die Gesuche um eine erweiterte Akteneinsicht, 
Sistierung  des  Verfahrens,  Abklärungen  von  Amtes  wegen  und 
Fristansetzungen  für  Beschwerdeergänzungen  ab  und  es  wurde  ein 
Kostenvorschusses von Fr. 600.– einverlangt. Von den Lingua­Analysen 
wurde der wesentliche Inhalt bekannt gegeben.

D. 
Der geforderte Kostenvorschuss wurde am 25. März 2008 geleistet. 

E. 
Im  Schreiben  vom  26.  März  2008  hielt  der  Rechtsvertreter  daran  fest, 
dass es keine andere Wohnsitzalternative  für die Beschwerdeführenden 

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als  das  Flüchtlingslager  E._______  gebe,  wo  der  Beschwerdeführer 
wegen seiner Tätigkeiten als [Tätigkeit bei G._______] an Leib und Leben 
gefährdet sei. Ohne je an einem anderen Ort gelebt zu haben, ohne die 
Existenz eines Beziehungsnetzes in einem anderen Teil Libanons und mit 
einer schwangeren Frau respektive mit einem Säugling und Kleinkind sei 
der Wegweisungsvollzug  in  den  Libanon  nicht  durchführbar.  Weiter  sei 
festzustellen,  dass  das  BFM  offenbar  die  Angaben  des 
Beschwerdeführers  geglaubt  habe,  ansonsten es wohl  darauf  verzichtet 
hätte,  beim  Bundesamt  für  Polizei  anzufragen.  Schliesslich  sei  eine 
Schwangerschaft  keine  blosse  Modalität  im  Rahmen  eines 
Wegweisungsvollzugs:  Familien  mit  Kleinkindern  stellten  eine  so 
genannte  verletzliche  Gruppe  dar,  was  bei  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs zu berücksichtigen sei. Die Lebensbedingungen im 
Flüchtlingslager  E._______  seien  prekär;  die  Mutter  und  das  Kleinkind 
seien an Gesundheit und Leben gefährdet.

F. 
Mit  Schreiben  vom  18.  Juli  2008  teilten  die  Beschwerdeführenden  dem 
Gericht die Niederkunft der D._______ vom (…) mit. Gleichzeitig wurden 
der  vom  (…)  datierte  entsprechende  Geburtsregisterauszug  vom  (…), 
zwei  weitere  Geburtsurkunden,  die  Heiratsurkunde  samt  deutscher 
Übersetzungen,  ein Urteil  des Strafrichters  von  (…)  von  1998  und  eine 
Bescheinigung  des  Strafgerichts  betreffend  ein  Verfahren  im  Jahr  2004 
nachgereicht.  Die  Einreichung  einer  Bestätigung,  wonach  der 
Beschwerdeführer sich wegen nicht näher spezifizierter gesundheitlicher 
Probleme in ärztlicher Behandlung befinde, wurde in Aussicht gestellt.

G. 
G.a. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  8.  April  2009  hielt  das  BFM  an  seinem 
Entscheid  und  dessen  Begründung  fest,  äusserte  sich  zur  Frage  der 
Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  und  beantragte  die  Abweisung 
der Beschwerde. 

G.b.  In  der  Replik  vom  27.  Mai  2009  wird  die  Vernehmlassung  so 
interpretiert,  dass  das BFM nun  von  der Glaubhaftigkeit  der Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  ausgehe  und  dessen  drohende  Verfolgung 
anerkenne,  da  es  sich  bloss  mit  der  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  in der Vernehmlassung vom 8. April 2009 befasst 
habe.  In  Zusammenhang  mit  den  eingereichten  Fotos  und  dem 
Internetauszug  betreffend  drei  Anführer  der  Bewegung  –  zwei  davon 

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seien  bereits  tot  –  sei  eine  ergänzende  Nachbefragung  des 
Beschwerdeführers  unabdingbar,  falls  nicht  aufgrund  der  bisherigen 
Aktenlage  Asyl  gewährt  werde. Namentlich  hätte  der  Beschwerdeführer 
vom  BFM  über  die  Rollen  der  Kommandanten  (…)  befragt  werden 
müssen. Weiter  sei  in  Berücksichtigung  der  Umstände  (vierköpfige  und 
nicht vollständig im Libanon registrierte Familie, schwieriger Arbeitsmarkt 
im Libanon, prekäre Situation  im Lager, Diskriminierung von aus Lagern 
stammenden  Palästinensern,  kein  Beziehungsnetz)  der 
Wegweisungsvollzug  unzumutbar.  Schliesslich  leide  der 
Beschwerdeführer  unter  zahlreichen  somatischen  Beschwerden  wohl 
psychischer  Herkunft,  weshalb  er  sich  in  ärztliche  Behandlung  habe 
begeben  müssen.  Es  werde  deshalb  die  amtliche  Einholung  eines 
Arztberichts  oder  die  Fristansetzung  eines  Einreichung  eines  solchen 
beantragt.

H. 
H.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  Juni  2009  sah  das 
Bundesverwaltungsgericht  davon  ab,  von  Amtes  wegen  ein  ärztliches 
Gutachten in Auftrag zu geben, und wies den entsprechenden Antrag ab. 
Den  Beschwerdeführenden  wurde  Gelegenheit  gegeben,  allfällige 
Wegweisungshindernisse medizinischer Natur durch ein Gutachten oder 
einen  Bericht  einer  medizinischen,  vorzugsweise  psychiatrischen 
Fachperson zu belegen und entsprechende Erklärungen einer Befreiung 
von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  gegenüber  den  Asylbehörden 
respektive  dem  Bundesverwaltungsgericht  einzureichen.  Im 
Unterlassungsfall  sei  davon  auszugehen,  dass  auf  gesundheitlicher 
Ebene kein erhebliches Wegweisungshindernis bestehen würde.

H.b.  Mit  Schreiben  vom  31.  Juli  2009  wurde  ein  vom  15.  Juni  2009 
datierter  ärztlicher  Bericht  und  eine  Entbindungserklärung  von  der 
ärztlichen Schweigepflicht vom 22. Juli 2009 nachgereicht.

I. 
Mit  Schreiben  vom  30.  April  2010  an  das  BFM  ersuchten  die 
Beschwerdeführenden  durch  einen  anderen  als  den  im  Rubrum 
angeführten  Rechtvertreter  um  Feststellung  ihrer  Staatenlosigkeit.  Das 
BFM sistierte die Behandlung dieses Gesuchs mit Verfügung vom 4. Juni 
2010 formell bis zum Abschluss des Asylverfahrens. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchen des Staates, 
vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  i.V.m.  Art  37  VGG,  Art. 108  Abs. 1 
AsylG,  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

1.4.  D._______ wird ins vorliegende Beschwerdeverfahren einbezogen.

1.5. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die  Beschwerdeführenden  haben  eine  Fülle  an  formellen  Anträgen  im 
Bereich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs,  insbesondere 
hinsichtlich der Akteneinsicht, gestellt. 

Mit der Zwischenverfügung vom 11. März 2008 wurden die Gesuche um 
eine  erweiterte  Akteneinsicht,  Sistierung  des  Verfahrens,  Abklärungen 

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von  Amtes  wegen  und  Fristansetzung  für  Beschwerdeergänzungen 
abgewiesen;  es wird  auf  die  dortigen Erwägungen  verwiesen.  Aufgrund 
des  rechtsgenüglich  erstellten Sachverhalts  sieht  sich  das Gericht  nicht 
veranlasst,  eine  Nachbefragung  des  Beschwerdeführers  ins  Auge  zu 
fassen,  weshalb  der  entsprechende  Antrag  (Replik  vom  27.  Mai  2007) 
abzuweisen  ist.  Dasselbe  gilt  auch  für  die  Einholung weiterer  ärztlicher 
Atteste,  soweit  diese  Anträge  nicht  überholt  sind  durch  die  inzwischen 
erfolgte Einreichung des Arztberichtes betreffend den Beschwerdeführer 
vom 15.  Juni  2009. Die  professionell  vertretenen Beschwerdeführenden 
haben  neben  den  gewährten  Fristengesuchen  jahrelang  Gelegenheit 
gehabt, Beweismittel nachzureichen oder Wesentliches zu den zentralen 
Punkten  ihrer  Asylbegründung  und  zum  Wegweisungspunkt 
nachzuliefern (vgl. dazu auch Art. 32 Abs. 2 VwVG), weshalb der Antrag 
auf Ansetzung einer weiteren Frist zur Ergänzung der Beschwerde (nach 
dem  Zeitpunkt  der  Niederkunft  von  D._______)  abzuweisen  ist. 
Zusammenfassend  sind  im  heutigen  Zeitpunkt  keine  Anhaltspunkte  auf 
eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung und damit Gehörsverletzung 
erkennbar,  weshalb  die  Anträge  auf  Kassation  der  Verfügung  vom  28. 
Januar  2008  und  Rückweisung  ans  BFM  (vgl.  Beschwerde  S.  2) 
abzuweisen sind. 

Schliesslich  ist  die  Rüge,  wonach  die  Vorkommnisse  von  1997 
(Verhaftung und Misshandlung […]; vgl. Protokoll A30 S. 8, was zu einer 
Datierung auf 1995  führen würde) durch das BFM  in der angefochtenen 
Verfügung nicht erwähnt und gewürdigt worden seien (Beschwerde S. 9), 
unbehelflich.  Die  Beschwerdeführenden  konnten  keinen  adäquaten 
Zusammenhang  zwischen  diesem  Vorkommnis  und  ihrem 
Fluchtentschluss aufzeigen, weshalb die Nichterwähnung und ­würdigung 
in  der  angefochtenen  Verfügung  unerheblich  ist.  Vielmehr  soll  dieses 
Vorkommnis  des  Jahres  1995  oder  1997  den  Beschwerdeführer  zum 
späteren  Eintritt  in  G._______  bewogen  respektive  zum  Widerstand 
gegen  kriminelle  Bewegungen  angespornt  haben.  Weiter  ist  keine 
ungenügende  Protollführung  darin  zu  erkennen,  dass  ein  Weinen  der 
Beschwerdeführerin  –  nota  bene  lediglich  im  Zusammenhang  mit  dem 
vom  Befrager  nicht  geglaubten  Reiseweg  –  keinen  Protokolleintrag 
gefunden hat. 

3. 
Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  (Art.  2  Abs.  1 
AsylG).  Gemäss  Art.  3  AsylG  wird  eine  ausländische  Person  als 
Flüchtling anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem 

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sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder 
begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  von  Leib,  Leben 
oder Freiheit  sowie Massnahmen,  die  einen unerträglichen psychischen 
Druck  bewirken;  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen.

Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die 
Situation  im Zeitpunkt des Asylentscheides. Ausgangspunkt der Prüfung 
ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Furcht vor 
einer  absehbaren  Verfolgung  im  Heimatstaat.  Veränderungen  der 
objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 
sind  zugunsten  und  zulasten  der  Asylgesuch  stellenden  Person  zu 
berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 und BVGE 2007/31 E. 5.3, mit 
weiteren Hinweisen). 

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen  (Art. 7 AsylG). Nach ständiger Praxis 
gelten  Vorbringen  eines  Gesuchstellers  dann  als  glaubhaft,  wenn  sie 
genügend  substantiiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen 
sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten 
nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch 
nicht  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. 
Darüber  hinaus  muss  der  Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig 
erscheinen,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  seine 
Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige 
Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum 
strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  Raum  für 
gewisse Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, 
ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung 
sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf  eine  objektivierte 
Sichtweise  abzustellen.  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft auch voraus, dass die betroffene Person  in  ihrem 
Heimatland keinen ausreichenden Schutz  finden kann (BVGE 2008/4 E. 
5.2, mit weiteren Hinweisen). 

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4.  
4.1. 
4.1.1.  Das  BFM  begründete  den  ablehnenden  Asylentscheid  mit  dem 
Umstand,  dass  keine  glaubhaften Hinweise  vorhanden  seien,  dass  den 
Beschwerdeführenden  konkrete  Nachteile  im  Heimatland  drohen 
könnten. So habe der Beschwerdeführer erstmals in der Anhörung vom 5. 
Dezember  2007  angegeben,  Mitglied  des  F._______  zu  sein,  und  sein 
Arbeitskollege  A.A.  sei  durch  die  H._______  getötet  worden.  In  der 
Erstbefragung sei nichts Derartiges zu erfahren gewesen. Da diese zwei 
zentralen  Elemente  seiner  Asylgesuchbegründung  erst  im  Verlauf  des 
späteren Asylverfahrens nachgeschoben worden seien, könnten sie nicht 
geglaubt  werden.  Zudem  könne  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers 
nicht  einer  tatsächlich  mit  einer  Liquidierung  durch  die  Islamisten 
bedrohten Person entsprechen, weil  er  sich  noch mehrere Monate  lang 
bis  zur  effektiven  Ausreise  Zeit  gelassen  habe.  Schliesslich  seien  die 
Angaben des Beschwerdeführers durchwegs undifferenziert, einfach und 
allgemein  ausgefallen.  Dies  sei  beispielsweise  der  Fall  bezüglich  der 
Angaben  zu  den Machtverhältnissen  im  Lager,  der  Kampfumstände  bei 
(…),  der  Drohungen  seitens  verfeindeter  Islamistengruppierungen  und 
der  übernommenen  Aufgaben  innerhalb  der  G._______.  Den 
Schilderungen  fehlten  subjektiv  geprägte  Wahrnehmungen.  Dasselbe 
gelte  auch  für  die  Angaben  der  Beschwerdeführerin.  Selbst  auf 
mehrmaliges  Nachfragen  hin  sei  von  den  Beschwerdeführenden  keine 
vertiefende  Substanz  und  keine  authentische  oder  erlebnisgeprägte 
Nacherzählung  von  Ereignissen  erhältlich  gewesen.  Die  Sachvorträge 
würden  damit  durchgehend  im  oberflächlichen  und  pauschalen  Bereich 
haften. Zudem hätten gemäss gesicherten Erkenntnissen des Amtes die 
vom  Beschwerdeführer  beschriebenen  Kämpfe  später  begonnen  und 
länger angedauert als angegeben. Schliesslich seien auch die Aussagen 
zum Reiseweg nicht glaubhaft, denn Reiseweg, vorgezeigte Dokumente 
und beschriebene Umstände bei  den Kontrollen  bekannter Grenzstellen 
seien  mit  den  effektiven  Verhältnissen  vor  Ort  nicht  in  Einklang  zu 
bringen.  Die  Aussagen  zur  Einreise  nach  und  Ausreise  von  Österreich 
würden  nicht  überzeugen.  Insgesamt  würden  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden der Anforderungen   an die Glaubwürdigkeit  nicht 
standhalten,  wobei  es  sich  erübrige,  auf  weitere  Ungereimtheiten 
einzugehen. 

4.1.2.  Die  Beschwerdeführenden  fokussieren  sich  in  ihrer 
Beschwerdeschrift  vorab auf  formelle Kritik und entsprechende Anträge, 
welche bereits behandelt worden sind, weshalb im Folgenden nicht mehr 

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darauf einzugehen ist. Der materiellen Argumentation des BFM wurde in 
der Beschwerdeschrift und den Ergänzungen vom 6. und 26. März 2008 
im Wesentlichen  (sinngemäss) entgegengehalten,  das BFM schätze die 
Angaben  der Beschwerdeführenden  zu Unrecht  als  unglaubhaft  ein. So 
seien  Fragen  in  Zusammenhang  mit  der  von  Lingua­Abklärungen 
bestätigten  palästinensischen  Herkunft,  den  konkreten  Umständen  der 
Beschwerdeführenden,  der  Wohnsitzalternative,  der  Schwangerschaft 
und den gesundheitlichen Problemen zu kurz gekommen. Weiter hätten 
die  Beschwerdeführenden  dem  Lingua­Sachverständigen  Angaben 
gemacht, weshalb dort weitere Hinweise zu entnehmen seien. Seit 2007 
hätten  sich  der  F._______  und  die  H._______  gegenseitig  beobachtet. 
Letztere habe mehrere Personen des F._______ enttarnt und ermordet, 
darunter  auch  A.A.,  einen  Freund  des  Beschwerdeführers.  Aufgrund 
dieser Eskalationsstufe sei mit der Enttarnung des Beschwerdeführers zu 
rechnen;  er  habe  dasselbe  Schicksal  wie  A.A.  zu  erwarten.  Das  BFM 
trage  somit  seiner  Situation  und  den  schwierigen  Umständen  einer 
Familie  mit  Kleinkindern  im  Flüchtlingslager  nicht  genügend  Rechnung. 
Dort  herrschten  prekäre  Verhältnisse.  Der  Beschwerdeführer  leide  an 
gesundheitlichen  Problemen.  Die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  seien 
getrennt,  und  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  halte  sich  im 
Flüchtlingslager E._______ auf. Im selben Lager lebe jedenfalls (…), von 
der  H._______,  der  Mann,  der  den  Beschwerdeführer  vor  15  Jahren 
misshandelt habe, seine innere Einstellung kennen dürfte und eine Rolle 
bei der Verfolgung spiele.

4.1.3.    Mit  Vernehmlassung  vom  5.  Juni  2008  machte  das  BFM 
ergänzend  geltend,  Palästinenser  im  Libanon  würden  ein  erhebliches 
Mass  an  Autonomie  besitzen.  Bewegungs­  und  Niederlassungsfreiheit 
ausserhalb  der  Lager  seien  im  Libanon  gewährleistet.  In  der  Praxis 
würden  rund  die  Hälfte  aller  Palästinenser  von  dieser  Möglichkeit 
Gebrauch machen, um ausserhalb der Lager  ihre Existenz aufzubauen. 
Die Beschwerdeführenden seien nicht gehalten, im Lager zu leben.

4.1.4.    Mit  Replik  vom  27.  Mai  2009  und  in  den  nachfolgenden 
Ergänzungen  wurde  behauptet,  das  BFM  gehe  nun  von  der 
Glaubhaftigkeit  der Angaben des Beschwerdeführers  aus,  da es  sich  in 
der  Vernehmlassung  nicht  mit  der  eingereichten  authentischen 
Bestätigung  der  G._______,  sondern  lediglich  mit  der  Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  befasst  habe.  Folglich  sei  nicht  bestritten, 
dass  die  Beschwerdeführenden  im  Libanon  verfolgt  seien  und  der 
Beschwerdeführer  durch  die  H._______  verhaftet  und  getötet  werden 

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könnte.  In  Zusammenhang  mit  den  eingereichten  Fotos  und  dem 
Internetauszug  betreffend  drei  feindliche  Anführer  –  zwei  davon  seien 
mittlerweile  tot  –  sei  eine  ergänzende  Nachbefragung  des 
Beschwerdeführers unabdingbar, falls nicht ohnehin Asyl gewährt werde. 
Namentlich  hätte  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  über  die  Rollen  der 
(…)  befragt  werden  müssen.  Aus  bekannten  Gründen  (vierköpfige  und 
nicht vollständig im Libanon registrierte Familie, schwieriger Arbeitsmarkt 
im Libanon, prekäre Situation  im Lager, Diskriminierung von aus Lagern 
stammenden  Palästinensern,  Personen  ohne  Beziehungsnetz)  sei  der 
Wegweisungsvollzug und namentlich eine Rückkehr  ins Flüchtlingslager 
unzumutbar.  Schliesslich  leide  der  Beschwerdeführer  unter  zahlreichen 
somatischen  Beschwerden  wohl  psychischer  Herkunft,  weshalb  er  sich 
mittlerweile in ärztliche Behandlung habe begeben müssen. 

4.2. 
4.2.1. Den Übersetzungen der  im  Jahr  2008 eingereichten Heirats­  und 
Geburtsurkunden  lässt  sich  entnehmen,  dass  beide 
Beschwerdeführenden  palästinensischer  Herkunft  und  (…)  sind,  wo  sie 
am  (…)  geheiratet  haben.  In  der  undatierten Bestätigung  der  (…)  steht 
gemäss  Übersetzung  im  Wesentlichen,  dass  der  Beschwerdeführer 
aktives  Mitglied  der  G._______,  (…),  sei  und  im  Flüchtlingslager 
E._______  von  der  H._______  verfolgt  werde.  Gemäss  Beschrieb  des 
Rechtsvertreters soll aus dem eingereichten Urteil des (…) betreffend ein 
Verfahren  vom  Jahr  1998  und  einer  Bescheinigung  betreffend  ein 
Verfahren vom Jahr 2004 hervorgehen, dass es (…). 

4.2.2. Es steht unter anderem aufgrund der Lingua­Ergebnisse fest, dass 
die  palästinensische  Herkunft  der  Beschwerdeführenden  und  ihr 
Aufenthalt  im  Flüchtlingslagers  E._______  erstellt  ist.  Die 
Beschwerdeführenden haben sich  im Verfahren mit UNRWA­Ausweisen 
legitimiert.  Mit  der  Anwendbarkeit  der  Flüchtlingskonvention  auf 
palästinensische Asylsuchende hat sich das Bundesverwaltungsgericht in 
seinem Urteil BVGE 2008/34 auseinandergesetzt: Bei palästinensischen 
Asylsuchenden,  die  unter  das  Mandat  der  UNRWA  fallen,  ist  kein 
genereller  Ausschluss  vom  Anwendungsbereich  der 
Flüchtlingskonvention  anzunehmen,  sondern es  ist  auch bei  ihnen  stets 
individuell  zu  prüfen,  ob  sie  die  Voraussetzungen  für  die  Anerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft erfüllen (Art. 1 D des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] i.V.m. Art. 
1 A Ziff. 2 FK, Art. 3 AsylG). 

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4.2.3. Dem Gericht  ist bekannt, dass die Bewegung H._______ (…) des 
Flüchtlingslager  E._______  im  Libanon  kontrolliert.  Diese  Bewegung  ist 
bei  diversen  ausländischen  Staaten  auf  Listen  islamistischer 
Organisationen  vermerkt,  die  sich  terroristischer  Mittel  bedienen.  Die 
H._______ versuchte diversen Berichten zufolge  ihre Kontrolle  im Lager 
– das  Lager  dürfte  über  70'000 Personen  beherbergen  –  auszudehnen. 
Dabei  tangiert  sie  Interessen  der  G._______,  eine  der  stärkeren 
Ordnungsmächte  im  Lager.  Auf  die  Sicherheit  und  Zustände  im  Lager, 
namentlich  auf  die  dort  tätigen Gruppierungen,  haben die  libanesischen 
Behörden und die  libanesische Armee praktisch  keinen Einfluss.  In den 
letzten  Jahren  war  diversen  Medienberichten  zu  entnehmen,  dass  sich 
Gewaltakte  und  Unruhen  im  Lager  ereignet  haben.  Es  gab  namentlich 
auch  Zusammenstösse,  die  sowohl  unter  der  G._______  als  auch  der 
H._______  Todesopfer  forderten.  Die  Urheberschaften  solcher 
Gewaltakte  konnten  meist  mangels  unparteiischer  Quellen  nicht  mit 
genügender Sicherheit festgestellt werden.

4.2.4.  Der  Befragung  zu  den  Ausreisegründen  in  der  Empfangsstelle 
kommt  aufgrund  des  summarischen  Charakters  für  die  Beurteilung  der 
Glaubwürdigkeit  der  vorgebrachten  Asylgründe  nur  ein  beschränkter 
Beweiswert  zu  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1993  Nr.  3). 
Angesichts  dessen  kann  es  nicht  angehen,  blossen Unvollständigkeiten 
und  unwesentlichen  Abweichungen  zu  späteren  Aussagen  eine 
entscheidende  Bedeutung  beizumessen.  Während  nicht  davon 
ausgegangen  werden  darf,  dass  Asylbewerber  im  Rahmen  dieser 
Kurzbefragung  die  Möglichkeit  oder  gar  die  Pflicht  haben,  sämtliche 
Gründe  ihres Asylgesuches abschliessend darzulegen,  ist dennoch sehr 
wohl  von Bedeutung, wenn  zentrale  Fluchtgründe  in  der Kurzbefragung 
nicht erwähnt oder klare Aussagen in der Empfangsstelle in wesentlichen 
Punkten  der  Asylbegründung  im Widerspruch  zu  späteren  Aussagen  in 
der Anhörung stehen. 

Der  Beschwerdeführer  hat  erstmals  in  der  Anhörung  vom  5.  Dezember 
2007 seine Zugehörigkeit zum F._______ und die für seine Ausreise aus 
dem  Libanon  weiteren  ausschlaggebenden  zentralen  Beweggründe 
angegeben.  Er  und  sein  Arbeitskollege  und  Freund  A.A.  hätten  in 
derselben  Funktion  beim  F._______  gearbeitet  und  den  Auftrag 
umgesetzt,  islamische  Bewegungen  wie  die  H._______  respektive  eine 
ihrer  im  Aufbau  bestehende  Untergruppe  im  Lager  zu  observieren  und 
darüber (…) zu berichten. A.A. sei von der Bewegung H._______ enttarnt 

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und  getötet  worden,  weshalb  der  Beschwerdeführer mit  seiner  eigenen 
baldigen Enttarnung und Tötung habe rechnen müssen. Da er ohne einen 
erkennbaren Grund  kein Wort  über  diese  Ausreisegründe  in  der  ersten 
Befragung hat verlauten lassen, sondern sich auf darauf beschränkt hat, 
sich  als  Sympathisanten  der  G._______  zu  bezeichnen,  der  von  der 
H._______ vor etwa zehn Jahren mitgenommen und geplagt worden sei, 
mithin  alle  für  die  Flucht  ausschlaggebenden  Gründe  nicht  einmal 
ansatzweise  erwähnt  hat,  erscheinen  die  zentralen  Fluchtgründe  als 
nachgeschoben und unglaubhaft. An diesem Schluss kann das undatierte 
Bestätigungsschreiben eines Verantwortlichen der G._______, ob es nun 
echt  ist  oder  nicht,  nichts  ändern. Es  steht  zudem  im Widerspruch  zum 
ausweichenden Aussageverhalten des Beschwerdeführers und zu seiner 
dürftigen Kenntnis über (…) Vorgänge (Protokoll A30 S. 7 ff.; siehe auch 
nachfolgende Erwägung). Schliesslich hat  er  in diesem Zusammenhang 
erklärt,  dass  ihm  die  H._______  nicht  mit  persönlichen  Nachteilen 
gedroht habe; er könne nicht einmal sagen, dass er in ihrem Fokus stehe 
(vgl. A30 S. 8). 

4.2.5.    Die  wesentlichen  Schilderungen  des  Beschwerdeführers – 
betreffend  die  Ereignisse  bei  der  G._______  und  F._______,  die 
Vorkommnissen  im  Lager,  die  zeitlichen  Angaben,  die  Schwierigkeiten 
bei  der  Umsetzung  der  Aufträge  des  (…)  und  den  damit  verbundenen 
Folgen,  die  Reisemodalitäten,  etc.  –  sind  selbst  in  den  ungesteuerten 
Phasen  der  Befragungen  durchwegs  knapp,  äusserst  vage  und  wenig 
substanziiert,  und  sie  vermitteln  nicht  den  Eindruck  selbst  erlebter 
Ereignisse.  So  nehmen  insbesondere  die  Schilderungen  eines  von  der 
G._______  angestellten  (…)  im  Lager  keine  realistisch  anmutenden 
Konturen  an.  Der  sinngemässe  Erklärungsversuch  in  der  Beschwerde, 
wonach  ein  gezielteres  Nachfragen  und  weitere  Abklärungen  des  BFM 
die  Asylgründe  der  Beschwerdeführenden  (substanziiert)  zu  Protokoll 
gebracht  hätten,  überzeugt  angesichts  der  Antworten  der 
Beschwerdeführenden in ihren Anhörungen nicht. Auch das monatelange 
Verharren  im Lager nach der Ermordung des Freundes A.A. (…) spricht 
angesichts  der  angeblich  hohen  Gefahr,  nun  ebenfalls  durch  die 
H._______  getötet  zu  werden,  erheblich  gegen  das  Bestehen  einer 
begründete  Furcht  und  die  plötzliche  Notwendigkeit  einer  Flucht.  Dass 
der  angebliche  Vorfall  mit  der  H._______  aus  dem  Jahr  1995 
(Entführung,  fünftägige  Haft  und  Anzünden  der  Haare)  aufgrund  der 
verflossenen  Zeit  bis  zur  Ausreise  nicht  ausreisebestimmend  gewesen 
war,  versteht  sich  von  selbst.  Die  zentralen  Asylangaben  des 
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau bleiben damit nicht glaubhaft, und 

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damit  erscheint  auch  die  Verfolgung  aus  den  von  ihnen  angegebenen 
Gründen, in Übereinstimmung mit der Erkenntnis der Vorinstanz, als nicht 
glaubhaft  gemacht.  Zur  Vermeidung  von Wiederholungen  in  Bezug  auf 
die Ungereimtheiten kann zudem auf die zutreffenden Erwägungen in der 
angefochtenen  Verfügung,  an  welchen  das  BFM  bei  richtiger  Lesweise 
auch in der Vernehmlassung festgehalten hat, verwiesen werden.

Die Beschwerdeführenden konnten damit keine Gründe nach Art. 3 AsylG 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen.  Die  Vorinstanz  hat  demnach  zu 
Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311).

6. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich,  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen.

6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG). So darf  keine Person  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in 
ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

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aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder in dem sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG,  Art. 33  Abs. 1  FK).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden.

Die Vorinstanz wies  in  ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin,  dass  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  nur 
Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den 
Beschwerdeführenden  keine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen  konnten,  findet  der  in  Art. 5  AsylG 
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 
keine  Anwendung.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Herkunftsstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG 
rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Herkunftsstaat  dort  mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis 
des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie 
jener des UN­Anti­Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden 
eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen, 
dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen 
Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 ­
 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  aktuelle  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im  Herkunftsstaat  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach 
dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­ 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.2.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 

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Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Die  Beschwerdeführenden  palästinensischer  Ethnie  stammen  aufgrund 
der  Lingua­Abklärungen  und  ihrer  eigenen  Angaben  aus  dem  Libanon, 
wo  sie  geboren  seien  und  bis  zur  Ausreise  gelebt  haben.  Sie  verfügen 
dort noch über ein Familiennetz (A1 S. 3; A3 S. 3; A29 S. 3 f.; A30 S. 9) 
und können daher – auch wenn sie dies in Abrede zu stellen versuchen – 
wie  andere  Personen  palästinensischer  Herkunft  sowohl  innerhalb  als 
auch  ausserhalb  des  Lagers  leben  und/oder  zu  ihren  Verwandten 
zurückkehren,  so  dass  ihre  Situation  als  relativ  gesichert  gelten  kann. 
Eigenen  Angaben  zufolge  weisen  beide  Beschwerdeführenden  zwar 
bescheidene  Schulbildungen  auf.  Der  Beschwerdeführer  ist  aber  vor 
seinem  Wegzug  aus  dem  Heimatland  als  Besitzer  eines  (…)geschäfts 
(A30 S.10), als (…) und als (…) arbeitstätig gewesen. Zudem habe sich 
die Beschwerdeführerin als  (…) ausbilden  lassen. Angesichts des Alters 
und  ihrer  bisherigen  Berufsausbildungen  oder  ­erfahrungen  ist  davon 
auszugehen,  dass  sie  sich  in  ihrer  Heimat  in  den  Arbeitsmarkt  wieder 
integrieren können.

Dem ärztlichen Bericht vom 15. Juni 2009 (act. 14) ist im Wesentlichen zu 
entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwar gewisse Schmerzen habe, 
sich  aber  in  einem  stabilen  Gesundheitszustand  befinde  und  an  keiner 
tief  greifenden  Erkrankung  leide:  Er  erscheine  psychisch  stabil,  sei 
reisefähig  und  benötige  weder  regelmässigen  Gespräche  noch  aktuell 
weitere Medikamente. Einschneidendes Erlebnis sei die  Inhaftierung ca. 
1997/98  (gemäss  Asylakten:  1995)  gewesen;  eventuell  sollte  er  einen 
Psychiater  aufsuchen.  Behandlungsmöglichkeiten  sollten  im 
Herkunftsland möglich sein. Sollte im Falle der Rückkehr die Todesangst 
wieder auftreten, drohe eine psychische Dekompensation.  Insgesamt  ist 
von  einem  genügenden  gesundheitlichen  Zustand  des 
Beschwerdeführers  auszugehen;  allfällige  gesundheitliche  Probleme 
könnten im Libanon behandelt werden. 

Die beiden Kinder sind in einem Alter, in dem sie noch voll von den Eltern 
abhängig  sind  und  in  erster  Linie  im  Familienverbund  bleiben  sollen. 
Damit  ergibt  sich  auch  unter  Berücksichtigung  des  Kindeswohls  kein 
Aspekt,  der  einem  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Libanon 
entgegensteht.

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Seite 19

6.3.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  deren  Identität 
aufgrund  ihrer UNRWA­Ausweise  und  anderer Dokumente  nachweisbar 
ist,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  Libanons  die  für  die  Rückkehr 
erforderlichen Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG, 
BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Wegweisungsvollzug auch möglich ist. 

6.4.  Zusammenfassend hat das BFM den Wegweisungsvollzug zu Recht 
als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Die  Anordnung  einer 
vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.  
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.–  festzusetzen  (Art.  1  ­  3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrenskosten 
sind  durch  den  am  25.  März  2008  bezahlten  Kostenvorschuss  von  Fr. 
600.– gedeckt und sind mit diesem zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  am  25.  März  2008  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

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