# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9adbb8c-204d-552a-9f3a-456f592e34b4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2024 E-1736/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1736-2024_2024-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1736/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; 

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Ruanda,   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 5. März 2024 / N (…). 

 

 

 

E-1736/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 22. November 2023 in der Schweiz ein 

Asylgesuch. 

B.  

B.a Am 21. Februar 2024 wurde er im Beisein seines heutigen Rechts- 

vertreters nach Art. 29 AsylG angehört. Dabei machte er im Wesentlichen 

Folgendes geltend: 

B.b Er habe seinen Heimatstaat im Oktober 2014 verlassen und sich an-

schliessend bis zu seiner Einreise in die Schweiz zu Studienzwecken in 

Deutschland aufgehalten. Sein deutsches Studentenvisum sei zwischen-

zeitlich abgelaufen. Besuchsweise sei er im Jahr 2017 und Ende 2018 / 

Anfang 2019 zweimal nach Ruanda zurückgekehrt.  

Seit etwas mehr als zwei Jahren sei er mit seiner derzeitigen Lebens- 

partnerin, einer Schweizer Staatsangehörigen, liiert. Im Juli 2023 sei das 

gemeinsame Kind zur Welt gekommen, dessen Vaterschaft er anerkannt 

habe. Sie hätten ein Eheschliessungsverfahren eingeleitet und er wolle in 

erster Linie aufgrund seiner Familienbeziehungen in der Schweiz bleiben.  

Seit 2021 habe er ausserdem Kontakt zu Personen des ruandischen  

Geheimdiensts. Diese hätten von ihm verlangt, Informationen über ge-

wisse ruandische Staatsbürger in Deutschland einzuholen und diese aus-

zuspionieren. Auch auf der ruandischen Botschaft in Deutschland habe 

man ihn im Jahr 2022 gefragt, ob er aufgrund seiner Kenntnisse im Medien-

bereich mit der Regierung zusammenarbeiten wolle. Diese Anfragen habe 

er abgelehnt. Er habe einen (…)-Kanal, auf dem er hauptsächlich Themen 

rund um Ausland-Studienaufenthalte bespreche. Er habe auch das Video 

eines Gesprächs zum Thema Migration mit einem regierungskritischen  

ruandischen Journalisten, der in Deutschland lebe, hoch- 

geladen. Daraufhin hätten die Personen vom Geheimdienst ihn erneut kon-

taktiert und ihm vorgeworfen, mit den Gegnern zusammenzuarbeiten und 

ein Staatsfeind zu sein. Auch sein Onkel sei Mitte 2023 kontaktiert und 

nach ihm gefragt worden. Der Onkel habe anschliessenden einen Bekann-

ten beim Geheimdienst zu diesen Ereignissen befragt und in Erfahrung ge-

bracht, dass er (Beschwerdeführer) auf einer Liste regierungsfeindlicher 

Personen stehe. Deswegen sei er sich schliesslich bewusst geworden, 

dass sein Leben in Gefahr sei. 

E-1736/2024 

Seite 3 

C.  

C.a Die Vorinstanz unterbreitete dem Rechtsvertreter des Beschwerde-

führers am 1. März 2024 (um 09.21 Uhr) per E-Mail den Entwurf des ab-

lehnenden Asylentscheids zur Stellungnahme. 

C.b Der Rechtsvertreter wies das SEM in einer E-Mail vom 4. März 2024 

(14.08 Uhr) darauf hin, dass er nicht in der Lage gewesen sei, die E-Mail 

vom 1. März 2024 zu öffnen. 

D.  

Mit Verfügung vom 5. März 2024 – eröffnet am 7. März 2024– verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte 

sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig stellte es fest, dass der Entscheid über 

seinen weiteren Aufenthalt in der Schweiz oder eine allfällige Wegweisung 

in die Zuständigkeit der kantonalen Behörden falle. 

E.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seines Rechtsvertreters an das 

Bundesverwaltungsgericht vom 18. März 2024 (Datum Beschwerdeein-

gang: 20. März 2024) Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung er-

heben. Darin beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Asylgewährung unter Anerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft; 

eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie um Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher 

Rechtsbeistand. 

F.  

F.a Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit Zwischen-

verfügung vom 21. März 2024 auf, die Rechtzeitigkeit seiner Beschwerde 

darzutun, zumal sich aus der Postsendung keine Rückschlüsse auf ein 

(fristgerechtes) Aufgabedatum ergaben. 

F.b Mit Eingabe vom 23. März 2024 reichte der Beschwerdeführer eine 

Quittung betreffend Frankierung und Aufgabe der Postsendung mit seiner 

Beschwerde an einem MyPost24-Automaten am 18. März 2024 zu den Ak-

ten.  

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

20. März 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG).  

E-1736/2024 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist form- und – wie sich aus der Eingabe vom 23. März 

2024 ergibt – auch fristgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer 

hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefoch-

tene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einrei-

chung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Nachdem die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 5. März 2024 festgestellt 

hat, dass der weitere Entscheid über den Aufenthalt des Beschwerde- 

führers in der Schweiz in die Zuständigkeit der kantonalen Migrations- 

behörden falle, und entsprechend auf die Anordnung der Wegweisung ver-

zichtete, beschränkt sich auch das vorliegende Beschwerdeverfahren auf 

die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und die Frage der Asylgewäh-

rung. 

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

  

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Seite 5 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist sie, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid mit der 

mangelnden Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. Nach 

seinen Asylgründen gefragt habe er zunächst mehrfach erklärt, aufgrund 

seiner Familienverhältnisse in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt und 

keine weiteren Gründe für dieses Gesuch zu haben. Erst nach einem  

kurzen Gespräch mit seinem Rechtsvertreter habe er auf die Frage nach 

seinen Befürchtungen bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat geltend 

gemacht, dass er Kontakt mit dem ruandischen Geheimdienst gehabt 

habe. Der Umstand, dass er mehrmals explizit nach Asylgründen gefragt 

worden sei und er solche nach wiederholter Verneinung schliesslich erst 

nach kurzer Rücksprache mit seinem Rechtsvertreter dargelegt habe, 

schmälere die Glaubhaftigkeit dieser Vorbringen bereits erheblich. Sodann 

sei nicht ersichtlich, weshalb der ruandische Geheimdienst an ihm hätte 

interessiert gewesen sein sollen. Es sei ihm denn auch nicht gelungen, die 

angeblichen Anwerbungsversuche überzeugend darzustellen. Schliesslich 

seien auch seine Ausführungen zu den Umständen der angeblichen Kon-

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Seite 6 

taktaufnahme mit seinem Onkel unsubstanziiert ausgefallen. Im Übrigen 

habe er gar keine konkrete Bedrohungslage durch den ruandischen  

Geheimdienst beschrieben. Insgesamt sei davon auszugehen, dass er 

durch sein Asylgesuch seine Chancen auf eine Aufenthaltsbewilligung in 

der Schweiz habe erhöhen wollen.  

6.2  

6.2.1 In seinem Rechtsmittel rügt der Beschwerdeführer zunächst eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Zustellung des Entscheidentwurfs 

sei nicht korrekt abgelaufen und das SEM habe die angefochtene Verfü-

gung in der Folge – in Kenntnis der fehlgeschlagenen Zustellung des Ent-

scheidentwurfs zur Stellungnahme – zu Unrecht erlassen. Sein Rechtsver-

treter habe dem SEM sowohl per E-Mail vom 4. März 2024 als auch mittels 

Posteingabe vom 6. März 2024 mitgeteilt, dass er nicht in der Lage gewe-

sen sei, die E-Mail vom 1. März 2024 betreffend den Entscheidentwurf zu 

öffnen. Ausserdem habe das SEM ihn nicht im Sinn von Art. 102j Abs. 1 

AsylG über das voraussichtliche Datum der Eröffnung des Entscheid- 

entwurfs informiert. 

6.2.2 Darüber hinaus führte er in materieller Hinsicht im Wesentlichen aus, 

die verspätete Erwähnung seiner Asylgründe sei auf ein sprachliches Miss-

verständnis zurückzuführen. Angesichts seines langen Aufenthalts in 

Deutschland sei er der Auffassung gewesen, rechtfertigen zu müssen, 

weshalb er in der Schweiz und nicht in Deutschland um Asyl ersuche. Des-

halb habe er zur Begründung seines Asylgesuchs zunächst wiederholt auf 

seine Familie verwiesen. Sodann sei wenig überraschend, dass der Ge-

heimdienst seine Kontaktdaten herausgefunden habe, zumal die Beschaf-

fung solcher Informationen wesentlicher Bestandteil dessen Aufgaben sei. 

Bereits nach der ersten Kontaktaufnahme habe er gewusst, dass er sich in 

Gefahr befinde, zumal er mit der Funktionsweise des Systems vertraut sei 

und man eine Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst nicht ohne Konse-

quenzen ablehnen könne.  

7.  

7.1 Soweit der Beschwerdeführer zunächst eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs im Zusammenhang mit der Zustellung des Entscheidentwurfs 

zur Stellungnahme rügt, kann dazu Folgendes festgehalten werden: 

7.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Rechtsvertreter des Beschwerde-

führers mit E-Mail des SEM vom 28. Februar 2024 über die geplante Eröff-

nung des Entscheidentwurfs (voraussichtlich; Freitag, 1. März 2024) sowie 

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Seite 7 

des Entscheids (voraussichtlich; Dienstag, 5. März 2024) informiert wurde. 

Bei dieser Gelegenheit wurde er ebenfalls auf die elektronische Übermitt-

lung der entsprechenden Akten durch das SEM sowie die geltenden Fris-

ten aufmerksam gemacht; der E-Mail war auch eine Anleitung zum techni-

schen Umgang mit der Informatik-Plattform des SEM angefügt (vgl. SEM-

act. A42). Den Akten ist ferner zu entnehmen, dass der Entscheidentwurf 

dem Rechtsvertreter in Übereinstimmung mit der angekündigten Vorge-

hensweise am Freitag 1. März 2024 um 09.21 Uhr per E-Mail übermittelt 

worden ist (vgl. SEM-act. A45). Dass diese E-Mail beim Rechtsvertreter 

angekommen ist ergibt sich im Übrigen auch aus dessen Eingabe an die 

Vorinstanz vom 6. März 2024 (vgl. SEM-act. A47). Der Rechtsvertreter 

teilte dem SEM erst am darauffolgenden Montag um 14.08 Uhr per E-Mail 

mit, dass er "das Dokument nicht eröffnen [könne]". Die Frist von einem 

ganzen Arbeitstag zur Einreichung einer Stellungnahme (vgl. Art. 52d 

Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) 

war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich bereits seit knapp fünf Stunden ab-

gelaufen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Rechtsvertreter das SEM 

innert der Frist zur Einreichung einer Stellungnahme auf die angeblichen 

technischen Schwierigkeiten hingewiesen hätte. Demnach sind weder die 

Eröffnung des Entscheidentwurfs an sich, noch das Vorgehen des SEM 

insgesamt, zu beanstanden (vgl. auch Art. 102j Abs. 3 AsylG).  

7.3 Für die eventualiter beantragte Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz besteht nach dem Gesagten keine Veranlassung. 

8.  

8.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Die Ausfüh-

rungen in der Beschwerde vermögen den Erwägungen des SEM letztlich 

nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die zutreffen-

den Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

Ergänzend hält das Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: 

8.2 Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die Schilderungen des Be-

schwerdeführers durchwegs unsubstanziiert ausgefallen sind und keine  

relevanten Realkennzeichen aufweisen. Es ist dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen, nachvollziehbar darzulegen, weshalb der ruandische Ge-

heimdienst ein besonderes Interesse an ihm gehabt haben und wie man 

überhaupt auf ihn aufmerksam geworden sein soll. Die angeblichen Anwer-

bungsversuche hat er nur äusserst rudimentär und nicht überzeugend 

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Seite 8 

beschrieben. Ebenso wenig schlüssig erscheint die Darstellung, sein Onkel 

habe einen Bekannten beim Geheimdienst kontaktiert und herausgefun-

den, dass er "auf der Liste der Feinde der Regierung stehe" (vgl. SEM-

act. A39 F85 f.). Das SEM hat ausserdem zu Recht festgestellt, dass der 

Beschwerdeführer keine konkrete Bedrohungslage oder explizite Ver- 

folgungssituation geschildert hat. Er machte geltend, letztmals im Oktober 

2023 Kontakt mit dem Geheimdienst gehabt zu haben (vgl. SEM-act. A39 

F103). 

8.3 Im Übrigen ist anzumerken, dass es auch unter Berücksichtigung all-

fälliger sprachlicher Missverständnisse einigermassen seltsam anmutet, 

dass der Beschwerdeführer, der über einen Universitätsabschluss verfügt, 

bei der Anhörung zunächst nur seine Familienverhältnisse in der Schweiz 

und nicht nur keinerlei eigentlichen Asylgründe erwähnt, sondern solche 

sogar mehrfach ausdrücklich verneint, um dann – nach einem Austausch 

mit seinem Rechtsvertreter – über die behaupteten Ereignisse im Zusam-

menhang mit dem ruandischen Geheimdienst zu berichten.  

8.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat.  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abge-

schlossen. Die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) und amtlichen 

Verbeiständung (vgl. Art. 102m Abs. 4 AsylG) sind unbesehen der finanzi-

ellen Verhältnisse des Beschwerdeführers abzuweisen, da die Begehren 

gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen 

waren und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Ge-

währung fehlt. Das Gesuch um Verzicht auf eine Kostenvorschusserhe-

bung ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

  

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Seite 9 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

Versand: