# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f02055fc-bdc1-52ca-b662-7774479dc5ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-10-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 20.10.2004 SB 2004 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-24_2004-10-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 20. Oktober 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 24 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Riesen-Bienz und Vital 
Aktuar ad hoc Pinchera

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In der strafrechtlichen Berufung

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Berufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses CM. vom 2. April 2004, mitgeteilt am 15. 
Juni 2004, in Sachen des X., Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Andrea Wieser, Anwaltsbüro Wieser & Wieser, Dimvih, 7524 Samedan, 

betreffend vorsätzliches Fahren in angetrunkenem Zustand,

hat sich ergeben:

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A. X. kam am xx.xx.xxxx als erstes von fünf Kindern der Eheleute EX. zur 
Welt. Gemeinsam mit seinen vier jüngeren Geschwistern wuchs er im Elternhaus in 
A. in geordneten Verhältnissen auf. Der Vater war Inhaber eines S.-Betriebes, die 
Mutter führte den Haushalt. An seinem Wohnort besuchte X. während sechs Jahren 
die Primar- und anschliessend drei Jahre die Realschule. Nach der Schulentlassung 
absolvierte er bei der S.-Firma SD. in CS. eine Lehre, welche er erfolgreich ab-
schloss. Anschliessend arbeitete er im Betrieb seines Vaters. In den Jahren 1985 
und 1986 liess er sich zusätzlich zum DD. ausbilden. Die Fachschule besuchte er 
in B. Nach einem zweijährigen Aufenthalt im Unterland kehrte X. 1990 wieder ins C. 
zurück, wo er erneut im Geschäft seines Vaters arbeitete. Im Jahre1997 übernahm 
er dessen Geschäft. X. beschäftigt zurzeit vier Angestellte. In seiner Wohngemeinde 
geniesst er einen guten Ruf und Leumund.

Dem Steuerregisterauszug des Kantons Graubünden kann entnommen wer-
den, dass X. im Jahre 2002 ein Reineinkommen von Fr. 60'000.-- versteuerte.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist der Berufungsbeklagte mit einer 
Verurteilung registriert. Der Kreispräsident OC. bestrafte ihn am 28. Mai 2001 we-
gen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit einer bedingten Gefängnisstrafe von 
60 Tagen, wobei die Probezeit auf drei Jahre angesetzt wurde. Zusätzlich wurde er 
mit Fr. 500.-- gebüsst.

Aus dem ADMAS-Registerauszug ergibt sich, dass X. bisher der Führeraus-
weis vier Mal wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand abgenommen werden 
musste (1980, 1982/84, 1992/93, 2000/01).

B. Am 24. Februar 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand etc. 
(act. 1.1). Mit Verfügung des Strassenverkehrsamtes des Kantons Graubünden vom 
1. April 2003 wurde ihm der Führerausweis für sämtliche Kategorien, Unterkatego-
rien und Spezialkategorien vorsorglich für unbestimmte Zeit entzogen (act. 1.2). Am 
23. Oktober 2003 erliess das Untersuchungsrichteramt CS. die Schlussverfügung 
(act. 1.4). Sodann wurde X. mit Verfügung vom 16. Februar 2004 wegen vorsätzli-
chen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG sowie Verei-
telung der Blutprobe gemäss Art. 91 Abs. 3 SVG in den Anklagezustand versetzt 
(act. 1.5). Dieser Anklage zu Handen des Bezirksgerichtsausschusses CM. liegt 
nach Anklageschrift vom 16. Februar 2004 folgender Sachverhalt zu Grunde (act. 
1.6): 

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„Am Samstag, 11. Januar 2003, ging beim Polizeiposten CS. die Meldung über 
einen Verkehrsunfall auf der Umfahrungsstrasse bei CC. ein. Die zur Unfall-
stelle ausgerückten Polizeibeamten trafen dort den Lenker des Unfallfahrzeu-
ges nicht mehr an. Die Erhebungen vor Ort ergaben, dass dieser unmittelbar 
vor dem Eintreffen der Polizei von X. mit dessen Fahrzeug, KZ XXXXX, abge-
holt worden war. Auf der Suche nach dem Unfallverursacher konnte X. im Re-
staurant Y. in CC. angetroffen werden. Sein Fahrzeug war hinter dem Restau-
rant in einer Seitengasse abgestellt. Während des Gesprächs wurde beim An-
geklagten unverkennbarer Alkoholmundgeruch festgestellt. Ein in der Folge 
durchgeführter Atemlufttest fiel positiv aus. Der durch die Polizeibeamten an-
geordneten Blutprobe im Kreisspital CS. widersetzte sich X., indem er erklärte, 
dass er sich keiner Blutprobe unterziehen werde. Dabei blieb er trotz Hinwei-
sen auf die rechtlichen Folgen seines Verhaltens. Hierauf wurde X. auf den 
Polizeiposten CS. mitgenommen, wo um 10.40 Uhr nach einer Mundspülung 
ein erneuter Alcotest durchgeführt wurde, welcher einen Wert von 1.35 Ge-
wichtspromille ergab. Dieser Wert wurde X. gezeigt und von ihm anerkannt. 
Gemäss eigenen Aussagen, welche von zwei Zeugen bestätigt werden, will X. 
im Restaurant Y. in CC., nachdem er T. von der Unfallstelle abgeholt hatte, 
vier Kaffee Luz getrunken haben. Der WO., die GG. sowie die Ehefrau des 
WO. sagten als Zeugen hingegen aus, dass X. lediglich einen Kaffee Luz zu 
sich genommen hatte.“ 

C. In der Ergänzung der Anklageschrift vom 16. Februar 2004 stellte 
die Staatsanwaltschaft folgende Anträge (act. 1.7):

„1. X. sei des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss 
Art. 91 Abs. 1 SVG sowie der Vereitelung einer Blutprobe gemäss Art. 
91 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 120 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 800.-- zu 
bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von fünf Jahren. Ebenso sei der Eintrag der Busse im Strafre-
gister bei Wohlverhalten nach dieser Probezeit zu löschen.

4. Die mit Urteil des Kreispräsidenten OC. am 28. Mai 2001 bedingt aus-
gesprochene Gefängnisstrafe von 60 Tagen sei zu vollziehen.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche.“ 

D. Mit Urteil vom 2. April 2004, mitgeteilt am 15. Juni 2004, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss CM. (act. 1.9):

„1. X. ist schuldig der Vereitelung einer Blutprobe im Sinn von Art. 91 Abs. 
3 SVG.

2. X. wird vom Vorwurf des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinn 
von Art. 91 Abs. 1 SVG freigesprochen.

3. Dafür wird X. mit 30 Tagen Gefängnis bestraft.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von fünf Jahren aufgeschoben.

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5. Die mit Entscheid des Kreispräsidenten OC. vom 28. Mai 2001 ausge-
fällte bedingte Freiheitsstrafe von 60 Tagen Gefängnis wird nicht wider-
rufen und damit deren Vollzug nicht angeordnet.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:                            
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'350.00 
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 118.00    
- der Gerichtsgebühr CHF 1'000.00    
Total CHF 2'468.00    
werden X. auferlegt.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden 
mit Eingabe vom 5. Juli 2004 Berufung beim Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren: 

„1. Das Urteil sei aufzuheben.

2. X. sei des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss 
Art. 91 Abs. 1 SVG sowie der Vereitelung der Blutprobe gemäss Art. 91 
Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er mit 120 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 800.-- zu 
bestrafen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von fünf Jahren. Ebenso sei der Eintrag der Busse im Strafre-
gister bei Wohlverhalten nach fünf Jahren zu löschen.

5. Die mit Urteil des Kreispräsidenten OC. am 28. Mai 2001 ausgespro-
chene Gefängnisstrafe von 60 Tagen sei zu vollziehen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

F. Mit Berufungsantwort vom 27. Juli 2004 liess X. die Abweisung der 
Berufung beantragen.

G. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im ange-
fochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-

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ausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Ent-
scheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
des Gesetzes über die Strafrechtspflege [StPO; BR 350.000]). Diesen Anforderun-
gen vermag die im Übrigen form- sowie fristgerecht eingereichte Berufung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. Juli 2004 zu genügen, weshalb auf sie ein-
zutreten ist.

2.a) Der Kantonsgerichtspräsident kann eine mündliche Verhandlung von 
sich aus oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung 
des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 
StPO). Findet keine mündliche Berufungsverhandlung statt, so trifft der Kantonsge-
richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von 
der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der Konven-tion zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) einen An-
spruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise und öffentlich gehört wird. Dieser 
Anspruch ist Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein faires Verfahren. Das Ge-
bot der Verfahrensöffentlichkeit gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstin-
stanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Strafver-
fahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungs-
verfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Die Art der Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
auf ein Verfahren vor einer Rechtsmittelinstanz hängt von deren Besonderheiten 
ab. Von einer mündlichen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz kann etwa ab-
gesehen werden, soweit die erste Instanz tatsächlich mündlich verhandelt hat, wenn 
nur Rechtsfragen oder Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den 
Akten beurteilen lassen, ferner wenn die Sache von geringer Tragweite ist und sich 
keine Fragen zur Person und deren Charakter stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; 
ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem nicht öffentlichen Verfahren kein wichtiges 
öffentliches Interesse entgegenstehen. Der Betroffene kann auch von sich aus auf 
eine mündliche Verhandlung verzichten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts 
ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen des Betrof-
fenen eindeutig ergibt. 

b) Im vorliegenden Fall beantragte der Rechtsvertreter des Berufungsbe-
klagten in der Berufungsantwort keine mündliche Berufungsverhandlung. Ebenso 
wenig beantragte die Staatsanwaltschaft eine mündliche Verhandlung. Indem der 

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Berufungsbeklagte betreffend das Berufungsverfahren zu keinem Zeitpunkt eine 
mündliche Verhandlung beantragte, kann davon ausgegangen werden, dass auf die 
Durchführung einer solchen verzichtet wird. Im Folgenden stellt sich daher die 
Frage, ob auch die weiteren Voraussetzungen für einen wirksamen Verzicht auf 
eine mündliche Berufungsverhandlung erfüllt sind. 

c) Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses CM. wurde 
am 2. April 2004 im Anschluss an eine mündliche Hauptverhandlung erlassen. Im 
anstehenden Rechtsmittelverfahren wurde die rechtliche Qualifikation des Tatbe-
standes der Vereitelung der Blutprobe nicht angefochten. Gegenstand des Beru-
fungsverfahrens bildet vielmehr zum einen die sich leicht aufgrund der Akten beur-
teilbare Tatfrage, ob X. im Restaurant Y. einen oder mehrer Kaffee Luz konsumierte. 
Gestützt auf die Beantwortung der vorgenannten Tatfrage ist sodann die Rechtfrage 
zu prüfen, ob sich X. des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand schuldig 
gemacht hat. Zum anderen stellt sich die Rechtsfrage nach einem allfälligen Auf-
schub des Vollzugs der vorliegend auszusprechenden Freiheitsstrafe unter Anset-
zung einer Probezeit sowie die Rechtsfrage nach dem Widerruf der durch Entscheid 
des Kreispräsidenten OC. vom 28. Mai 2001 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe. 
Der Kantonsgerichtsausschuss hat sich demnach vorwiegend mit Rechtsfragen so-
wie einer sich leicht aufgrund der Akten beurteilbaren Tatfrage auseinanderzuset-
zen. Zudem stellen sich – dazu konnte sich der Berufungsbeklagte einlässlich äus-
sern – keine weiteren Fragen zur Person oder zum Charakter von X. Auch steht im 
zu beurteilenden Fall einem nicht öffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches 
Interesse entgegen. Der Kantonsgerichtsausschuss kommt demnach zum Schluss, 
dass die streitige Strafsache gestützt auf die vorliegenden Akten ohne mündliche 
Verhandlung sachgerecht entschieden werden kann. Von einer mündlichen Beru-
fungsverhandlung ist demzufolge abzusehen. 

3. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognition zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil 
grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft. Die 
Staatsanwaltschaft beantragt in ihrer Berufungsschrift vom 5. Juli 2004 sinngemäss, 
der Berufungsbeklagte sei neben der vorinstanzlichen Verurteilung vom 2. April 
2004 wegen Vereitelung der Blutprobe auch des vorsätzlichen Fahrens in angetrun-
kenem Zustand schuldig zu sprechen. Demnach sei die Strafzumessung des sich 
auf das Erkenntnis der Vereitelung der Blutprobe stützenden vorinstanzlichen Ur-
teils anzupassen und die Strafe auf 120 Tage Gefängnis festzusetzen. Diese Strafe 

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sei unter Ansetzung einer Probezeit aufzuschieben, wohingegen die mit Urteil des 
Kreispräsidenten OC. vom 28. Mai 2001 ausgesprochene bedingte Gefängnisstrafe 
von 60 Tagen zu vollziehen sei. Der Schuldspruch betreffend Vereitelung der Blut-
probe ist im vorliegenden Fall unbestritten. In Anbetracht der Berufungsanträge gilt 
es allerdings zu berücksichtigen, dass der Kantonsgerichtsausschuss, wenn durch 
die Abänderung einzelner Urteilspunkte der Würdigung aller Umstände unzurei-
chend Rechnung getragen würde beziehungsweise einzelne Fragen aus dem Sach-
zusammenhang gerissen würden und damit Bundesrecht verletzt würde, auch wei-
tere Urteilspunkte abändern kann und muss (analog BGE 117 IV 97, 104 ff.). Dies 
bedeutet insbesondere, dass bei Verweigerung des bedingten Strafvollzuges allen-
falls auch die Strafzumessung sowie bei einer Widerhandlung während der Probe-
zeit die Frage des Widerrufs des bedingten Strafvollzuges und die Wirkung dessel-
ben zu prüfen ist. 

4. Der Bezirksgerichtsausschuss CM. sprach X. vom Vorwurf des Fah-
rens in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG frei und schob 
den Vollzug der ausgesprochenen Strafe von 30 Tagen Gefängnis unter Ansetzung 
einer Probezeit von fünf Jahren auf. Die mit Entscheid des Kreispräsidenten OC. 
vom 28. Mai 2001 ausgefällte bedingte Freiheitsstrafe von 60 Tagen Gefängnis 
wurde nicht widerrufen und damit deren Vollzug nicht angeordnet. Die Staatsan-
waltschaft erhebt dagegen mit Eingabe vom 5. Juli 2004 Berufung. Sie beantragte, 
das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben und X. sei neben vorsätzlichem Fahren in 
angetrunkenem Zustand auch der Vereitelung der Blutprobe schuldig zu sprechen. 
Dafür sei er mit 120 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 800.-- zu bestrafen. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit 
von fünf Jahren. Ebenso sei der Eintrag der Busse im Strafregister bei Wohlverhal-
ten nach fünf Jahren Probezeit zu löschen. Demgegenüber sei die mit Urteil des 
Kreispräsidenten OC. am 28. Mai 2001 ausgesprochene bedingte Gefängnisstrafe 
von 60 Tagen zu vollziehen. Dazu brachte die Staatsanwaltschaft im Wesentlichen 
begründend vor, dass die Berechnung der Vorinstanz unter der Annahme, der Be-
rufungsbeklagte hätte im Restaurant Y. lediglich einen Kaffee Luz getrunken, falsch 
sei. Im Zeitpunkt der Fahrt sei gemäss ihrer eigenen Berechnung vielmehr von einer 
überhöhten Blutalkoholkonzentration, d.h. von 0.88 ‰ auszugehen. Zudem würden 
unter Berücksichtigung aller Umstände die Aussagen des Berufungsbeklagten so-
wie der Zeugen S. und T. den überzeugenden, übereinstimmenden, glaubhaften 
und in sich geschlossenen Aussagen der Zeugen W., EW. und ZW. nicht standhal-
ten. Überdies würden die vom Bezirksgerichtsausschuss CM. vorgenommene Straf-
zumessung und die Gewährung des bedingten Strafvollzuges der gerichtlichen Pra-

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xis widersprechen, selbst wenn der Berufungsbeklagte nur wegen Vereitelung der 
Blutprobe schuldig gesprochen werde. So würde in Anbetracht der Tatsachen, dass 
der durchgeführte Atemlufttest eine Blutalkoholkonzentration von 1.35 ‰ ergeben 
habe und der Berufungsbeklagte am Vorabend eine erhebliche Menge Alkohol ge-
trunken habe – trotz seiner Beteuerungen, er habe nach der fraglichen Fahrt meh-
rere Kaffee Luz getrunken – offensichtlich die Möglichkeit bestehen, dass er infolge 
ordnungsgemäss durchgeführter Blutprobenanalyse wegen Fahrens in angetrunke-
nem Zustand hätte verurteilt werden können. Durch die Verweigerung der Blutprobe 
habe er sich diesem Risiko entzogen. Die Verurteilung des Berufungsbeklagten we-
gen Vereitelung der Blutprobe sei daher in Bezug auf die Strafzumessung und ins-
besondere auch hinsichtlich der Frage der Gewährung des bedingten Strafvollzu-
ges gleich zu behandeln wie eine Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem 
Zustand. Des Weiteren hätte der Berufungsbeklagte während der Probezeit delin-
quiert. Zumal kein leichter Fall anzunehmen sei und keine besonderen Umstände 
vorlägen, sei die mit Urteil des Kreispräsidenten OC. vom 28. Mai 2001 bedingt 
ausgesprochene 60-tägige Gefängnisstrafe zu vollziehen. In Abwägung der Vor-
strafen und der Straffälligkeit während laufender Probezeit, des guten allgemeinen 
Leumunds, der fehlenden Alkoholproblematik und der Warnwirkung des Vollzugs 
der bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 60 Tagen sei jedoch der Vollzug 
der Freiheitsstrafe von 120 Tagen Gefängnis unter Ansetzung einer Probezeit von 
fünf Jahren aufzuschieben. 

In seiner Berufungsantwort vom 27. Juli 2004 führte X. diesbezüglich aus, 
dass die Beweiswürdigung der Staatsanwaltschaft insoweit einseitig und unhaltbar 
sei, als darin nur für den Berufungsbeklagten Belastendes berücksichtigt würde. 
Entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft könnte ein allfälliger Schuld-
spruch wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand nur aufgrund der Aussage des 
WO. W. sowie aufgrund des einen Kaffee Luz aufweisenden Kassastreifens erfol-
gen. Es sei notorisch, dass in der Restaurationsbranche nicht immer alles getippt 
würde. Auch müsse nicht angenommen werden, ein WO. würde der Sachverhalts-
aufklärung zuliebe zugeben, dass er nicht immer alles getippt habe. Ausserdem 
könne nicht behauptet werden, der Berufungsbeklagte habe am Vorabend eine er-
hebliche Menge Alkohol konsumiert. Habe dieser doch zwischen 22.00 Uhr und 
02.00 Uhr fünf Alkopops getrunken und hernach bis zur fraglichen Fahrt rund sieben 
Stunden geschlafen. Es sei daher ungewiss, ob der Berufungsbeklagte bei insge-
samt elf Stunden Alkoholabbau überhaupt noch unter Alkoholeinfluss gestanden 
habe. Mit der Verweigerung der Blutprobe habe sich der Berufungsbeklagte daher 
mitnichten dem Risiko einer Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zu-

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stand entziehen wollen. Zumal er den fraglichen Alkohol nach der betreffenden 
Fahrt konsumiert habe, habe der Berufungsbeklagte gar keine Veranlassung ge-
habt, sich einer Blutprobe zu unterziehen. Hat er doch im Übrigen die Angetrunken-
heit in keinem Zeitpunkt bestritten und den gemessenen Atemtestwert ohne weite-
res anerkannt. Die Berechnung der Staatsanwaltschaft, aus welcher ein Alkoholi-
sierungsgrad von 0.88 ‰ resultierte, reiche nicht für eine Verurteilung, da er auf 
Schätzwerten und der Annahme basiere, X. hätte im Restaurant Y. nur einen Kaffee 
Luz konsumiert. Stattdessen sei völlig unklar, ob der Berufungsbeklagte nicht meh-
rere Kaffee Luz getrunken habe. Falls das Gericht zum Schluss käme, der Beru-
fungsbeklagte habe die fragliche Menge Alkohol nach der Fahrt konsumiert, würde 
sich eine Gleichstellung der Tatbestände – die Vereitelung der Blutprobe und das 
Fahren in angetrunkenem Zustand – nicht rechtfertigen, weshalb der bedingte Straf-
vollzug zu gewähren wäre. Zudem sei im Falle einer Verurteilung wegen Fahrens in 
angetrunkenem Zustand zu berücksichtigen, dass der Berufungsbeklagte aus ach-
tenswerten Beweggründen handelte, d.h. seinen Kollegen uneigennützig und aus 
Gefälligkeit von der Unfallstelle abgeholt habe, weshalb die Strafe im Sinne von Art. 
64 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) zu mildern sei. Ent-
gegen dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft müsse im Zusammenhang mit der 
Beurteilung eines leichten Falles eine unverhältnismässige Härte angenommen 
werden, weil sich der Berufungsbeklagte als Inhaber einer DD.-Firma oft bis späta-
bends auf Baustellen aufhalte und weil er zum Anwärterkreis für die Charge des 
künftigen FK. der Z.-Gemeinden gehöre, was bei einer Haftstrafe illusorisch wäre. 
Aus den genannten Gründen und aufgrund der widersprüchlichen Beweislage 
müsse der Berufungsbeklagte in Anwendung der Unschuldsvermutung vom Vorhalt 
des Fahrens in angetrunkenem Zustand freigesprochen werden.

Entsprechend den Rügen der Staatsanwaltschaft Graubünden gilt es im Fol-
genden zunächst zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht zur Überzeugung gelangt 
ist, dass X. – seinen Wagen lenkend – den Kollegen T. nicht mit überhöhter Blutal-
koholkonzentration von der Unfallstelle abholte. Anlässlich dieser Prüfung ist eine 
Würdigung der vorliegenden Beweismittel vorzunehmen und gestützt darauf zu be-
urteilen, ob die Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft oder jene von X. 
überzeugend erscheint. Für den konkreten Fall bedeutet dies, dass die Aussagen 
sowohl des Berufungsbeklagten als auch jene der Zeugen sowie die weiteren Be-
weismittel und Umstände frei zu würdigen sind, um dann nach gesamthafter Be-
trachtung entscheiden zu können, welche Sachverhaltsdarstellung zu überzeugen 
vermag.

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a) Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, Ziff. 2 zu Art. 125). Bei der Würdigung der 
Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung 
mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener Über-
zeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, N 286). 
Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des 
Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP; SR 312.0). Das Gericht 
hat von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach sei-
ner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden 
Beweise darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht 
(vgl. BGE 115 IV 267, 268 f.). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die 
materielle Wahrheit wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie Meinung 
des Gerichts massgebend sein (vgl. Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafpro-
zessrecht, 5. Aufl., Basel/Genf/München 2002, § 54 N 2). Allein auf diese Weise 
kann das Gericht ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen.

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich 
und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri, a.a.O., § 54 N 11). 
Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen zu 
stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein abso-
luter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Beweis-
regeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für 
einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung 
objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich 
dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in aus-
schliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Schmid, 
a.a.O., N 289). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Be-
weiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von 
der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzun-
gen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 86 E. 2a). Bloss theo-
retische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer 

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möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich 
vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst 
um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 
2c). Die genannte allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, 
wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus 
den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage 
oder jene des Angeklagten das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine sol-
che Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen 
ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten güns-
tigere Sachverhalt angenommen werden (Padrutt, a.a.O., Ziff. 2 zu Art. 125).

Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichtsverfahrens 
interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen, son-
dern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage. Als Kenn-
zeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und 
Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und an-
schauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten. Die Schilderung des Vorfalles in so 
charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall 
selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die 
Korrektheit einer Aussage sprechen im Weiteren die Kenntlichmachung der psychi-
schen Situation von Täter, Opfer und Zeuge, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte 
Darstellung der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschul-
digten und die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahr-
heitswidrigen Bekundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für be-
wusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Wider-
sprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen 
oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwom-
mene oder ausweichende Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussa-
gen. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit 
den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft 
werden (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System 
der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993, S. 15 ff.; Hauser, Der Zeu-
genbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, 
S. 311 ff.). 

b)aa) In der Einvernahme der Kantonspolizei Graubünden vom 11. Januar 
2003 sagte X. im Wesentlichen aus, dass er am Vorabend bis nach 22.00 Uhr ge-
arbeitet hätte. Danach habe er sich in die Bar des Restaurants SB. begeben, wo er 

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in der Zeit bis ca. 02.00 Uhr fünf sogenannte Alcopops mit Wodka à drei Deziliter 
getrunken haben will. Sodann sei er nach Hause gegangen und habe keine alkoho-
lischen Getränke mehr zu sich genommen. Am Morgen des 11. Januar 2003 habe 
er – er habe sich fit und fahrfähig gefühlt – auf Anruf hin seinen Kollegen T. mit 
seinem Fahrzeug vom Unfallort abgeholt. Nachdem sein Kollege ausgestiegen sei, 
wäre er einige hundert Meter weiter zum Restaurant Y. gefahren und dort einge-
kehrt. Hernach sei T. für etwa zehn Minuten im besagten Lokal erschienen und habe 
am Stammtisch eine Runde und ihm einen Kaffee Luz bezahlt. Bis zum Eintreffen 
der Polizei habe er drei oder vier Kaffee Luz konsumiert. Mit der Zeugenaussage 
konfrontiert, er hätte lediglich einen Kaffee Luz im Restaurant Y. getrunken, gab er 
zu Protokoll, er habe zuerst einen Luz, danach deren zwei, für sich und den Tisch-
nachbarn S., bestellt. Da Letzterer seinen Kaffee Luz nicht getrunken habe, hätte er 
ihn selbst getrunken. Schliesslich sei T. gekommen und habe ihm den vierten Luz 
bezahlt. Ein weiteres Mal mit der Aussage konfrontiert, nur einen Kaffee Luz getrun-
ken zu haben, meinte X., er habe mit Sicherheit mindestens zwei Kaffee Luz kon-
sumiert. Er sei ausserdem nicht bereit gewesen, sich freiwillig einer Blutprobe zu 
unterziehen. Daher habe er diese in Kenntnis einer Anzeige wegen Vereitelung der 
Blutprobe verweigert (act. 3.2).

bb) In der polizeilichen Einvernahme vom 13. Januar 2003 wurde W., WO. 
des Restaurants Y., als Zeuge in Sachen X. befragt. Dieser legte sinngemäss dar, 
dass der ihm bekannte X. um etwa 09.30 Uhr ins Restaurant Y. gekommen sei und 
sich an einen Nebentisch des Stammtischs gesetzt habe. Letzterer habe „irgendwie 
übermüdet“ ausgesehen und habe den Eindruck vermittelt, nicht viel geschlafen zu 
haben. Er sei der Meinung, dass X. zu diesem Zeitpunkt bereits etwas Alkohol kon-
sumiert gehabt habe. Trotz seines Vorschlages, einen schwarzen Kaffee zu trinken, 
habe X. einen Kaffee Luz bestellt. An diesem Vormittag habe er nur diesen einen 
Kaffee Luz serviert. Weder X. noch andere Gäste hätten an diesem Vormittag wei-
tere Kaffee Luz getrunken. T., welcher für etwa zehn Minuten im Lokal auftauchte, 
habe zwei schwarze Kaffee konsumiert und ein Päckchen Zigaretten gekauft. We-
der habe dieser Alkohol getrunken noch jemandem etwas bezahlt (act. 3.3). 

cc) Gemäss Polizeirapport vom 17. Januar 2003 rückten die Polizeibeam-
ten Wm P1. und Wm mbA P2. nach eingegangener Unfallmeldung unverzüglich 
nach CC. aus. Die Erhebungen am Unfallort hätten ergeben, dass der den Unfall 
verursachende Fahrzeuglenker unmittelbar vor Eintreffen der Polizei – vor 09.05 
Uhr – von X. abgeholt worden sei. Im Zuge der Ermittlungen sei Letzterer im Re-
staurant Y. in CC. angetroffen worden. Aufgrund des bei X. festgestellten Alkohol-

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mundgeruchs sei ein Atemlufttest durchgeführt worden, welcher positiv ausgefallen 
sei. Trotz Orientierung bezüglich Pflichten und Straffolgen habe sich X. geweigert, 
sich einer Blutprobe zu unterziehen. Ein zweiter Atemlufttest auf dem Polizeiposten 
habe den vom Berufungsbeklagten anerkannten Wert von 1.35 Promille ergeben. 
Daneben wurde festgehalten, dass sich die Angaben von X. und des WO. bezüglich 
Alkoholkonsums im Restaurant Y. widersprechen würden (act. 3.1).

dd) Am 15. April 2003 wurde X. durch das Untersuchungsrichteramt CS. 
einvernommen; er gab zu Protokoll, dass er sich, als er seinen Kollegen von der 
Unfallstelle abgeholt habe, fit und fahrtauglich gefühlt hätte. Er will im Restaurant Y. 
drei bis vier Kaffee Luz konsumiert haben. Am Abend des 10. Januar 2003 habe er 
sich vorwiegend in der Pizzeria N. in A., unterhalb des Restaurants SB. aufgehalten. 
Dort habe er den ganzen Abend ausschliesslich Alkopops konsumiert. Zudem sei 
er für etwa drei Viertel Stunden bei SR. in der SB. gewesen, wo er ausschliesslich 
Mineralwasser konsumiert haben will. Um ca. 02.00 Uhr sei er zu Fuss nach Hause 
gegangen. Im Übrigen anerkenne er den anlässlich des Alkotests gemessenen Wert 
von 1.35 Promille. Allerdings habe er kein Alkoholproblem. Er sei ferner bereit, sich 
einer psychiatrischen Begutachtung zu unterziehen (act. 3.4).

ee) In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 19. Juni 
2003 wurden T. und W. als Zeugen zur Sache befragt. Der mit X. befreundete T. 
sagte aus, dass er seinem Kollegen etliche Kaffee Luz offeriert habe, welche durch 
die GG. serviert worden seien. W. widersprach den Aussagen von T. und brachte 
vor, dass T. einen Kaffee Luz bezahlt und selbst einen schwarzen Kaffee getrunken 
hätte. Zudem habe er an diesem Morgen alleine Dienst gehabt, während die GG. 
frei gehabt hätte. Demgegenüber hielt T. daran fest, von der GG. bedient worden 
zu sein. Er sei in diesem Lokal schon des Öfteren von mehreren Personen bedient 
worden. Ebenso blieb W. bei seiner Aussage, alleine im Restaurant bedient zu ha-
ben; die GG. habe frei gehabt und seine Frau sei nach C. gefahren (act. 3.5).

ff) In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 6. Oktober 2003 
gab S. bekannt, dass er sich am Morgen des 11. Januar 2003 ins Restaurant Y. (Y.) 
begeben habe, wo er unter anderem T. und seinen Arbeitgeber X. getroffen habe. 
Letzteren kenne er seit mindestens sechs Jahren. T. kenne er schon über zehn 
Jahre. Er sei sich nicht sicher, ob die GG. oder die Chefin im Lokal gewesen sei. Er 
selbst habe ein Bier, T. habe einen normalen Kaffee und X. hätte einen Kaffee Luz 
getrunken. Er sei überzeugt, dass X. mehrere Kaffee Luz konsumiert habe. Dage-

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gen könne er sich weder daran erinnern, wie viele Kaffee Luz sein Arbeitgeber kon-
sumiert habe, noch, wer serviert habe (act. 3.6).

gg) Am 6. Oktober 2003 wurde SR. untersuchungsrichterlich einvernom-
men. Dieser gab zu Protokoll, dass er X. seit frühester Jugend kenne und sie Kolle-
gen wären. Er habe X. am Abend des 10. Januar 2003 in der SB. nur einmal gese-
hen. Dieser sei im Gegensatz zu T., der bis 06.00 Uhr anwesend gewesen wäre, 
nicht den ganzen Abend, sondern nur kurz im Lokal gewesen (act. 3.7).

hh) Das Untersuchungsrichteramt CS. befragte am 6. Oktober 2003 EW., 
GG./GG. im Restaurant Y. Sie gab zu Protokoll, dass sie X. lediglich vom Sehen 
her kenne. Am Morgen des 11. Januar 2003 habe sie nicht im Restaurant serviert, 
sondern sie habe sich um Zimmer und Wäsche gekümmert. Sie erinnere sich nicht 
mehr daran, ob der WO. oder die W1. an diesem Morgen im Restaurant gearbeitet 
hätte (act. 3.8).

ii) In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 22. Oktober 2003 
sagte die Ehefrau des WO., ZW., aus, sie kenne X. nur vom Sehen her. Am 11. 
Januar 2003 sei sie mit ihrem Sohn um ca. 09.00 Uhr nach C. gefahren, um ihrem 
Mann, welcher am folgenden Tag seinen Geburtstag gefeiert habe, ein Geschenk 
zu beschaffen. Sie habe X. nicht gesehen. Gemäss Registrierstreifen der Kasse sei 
um 09.35 Uhr ein einziger Kaffee Luz bestellt worden. Andere Getränke dieser Art 
seien nicht registriert (bestätigend act. 3.10). An diesem Morgen habe ihr Mann ser-
viert. Es sei unmöglich, dass das GG. X. weitere Kaffee Luz serviert habe. Dieses 
bringe in der Regel die Zimmer in den oberen Stockwerken in Ordnung. Danach 
komme es herunter und löse sie ab. An diesem Morgen sei X. durch ihren im Re-
staurant allein arbeitenden Mann bedient worden (act. 3.9).

c)aa) Ausgangspunkt der Beweiswürdigung bilden die Aussagen von X.. 
Dieser gab in der polizeilichen Einvernahme vom 11. Januar 2003 zu Protokoll, er 
hätte im Restaurant Y. drei oder vier Kaffee Luz getrunken. Daran hielt er fest, nach-
dem er erstmals mit der Zeugenaussage, er hätte nur einen Kaffee Luz konsumiert, 
konfrontiert wurde. Als X. hingegen ein zweites Mal mit der genannten Zeugenaus-
sage konfrontiert worden war, liess er verlauten, mindestens zwei Kaffee Luz ge-
trunken zu haben. In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 15. April 
2003 machte der Berufungsbeklagte wieder den Konsum von drei bis vier Kaffee 
Luz geltend. Somit ergibt sich in der wesentlichen Frage nach der Anzahl getrunke-
ner Kaffee Luz insoweit ein erheblicher Widerspruch, als X. drei Mal behauptete, 

15

drei oder vier Kaffee Luz getrunken zu haben und einmal den Konsum von mindes-
tens zwei solcher Getränke einräumte. Seine Angaben, drei oder vier Luz getrunken 
zu haben, erscheinen indes nicht glaubhaft. So liegt zum einen eine erhebliche Dif-
ferenz zwischen den Aussagen X.s und denjenigen des WO. sowie den Angaben 
auf dem Registrierstreifen der Kasse – der WO. wie auch der Kassastreifen bestäti-
gen den Konsum eines Kaffee Luz. Dass dem WO. entfallen sei, am fraglichen Vor-
mittag zwei oder gar drei Kaffee Luz mehr serviert zu haben und zu tippen oder 
dass er mit Blick auf die schweren Vorwürfe gegen den Berufungsbeklagten nicht 
bereit gewesen wäre, der Sachverhaltsaufklärung zuliebe in seinen Einvernahmen 
den Konsum mehrerer Kaffee Luz am fraglichen Vormittag zuzugestehen, ist nicht 
nachvollziehbar. Ist doch kein Grund ersichtlich, warum der WO., der auf die Straf-
folgen von Falschaussagen aufmerksam gemacht wurde, X. wahrheitswidrig den 
Konsum von drei oder vier Kaffee Luz absprechen sollte. Demgegenüber erscheint 
bezüglich Anzahl Kaffee Luz nicht ausgeschlossen – wie im Folgenden auszuführen 
ist –, dass der WO. vergass, einen zweiten Kaffee Luz zu registrieren und einen 
solchen serviert zu haben. Zum anderen darf infolge der einschlägigen Erfahrungen 
des Berufungsbeklagten mit Fahren unter Alkoholeinfluss in Verbindung mit den Wi-
dersprüchen bezüglich Anzahl konsumierter Kaffee Luz unter Berücksichtigung der 
Umstände durchaus davon ausgegangen werden, dass X. einen möglichst hohen 
Nachtrunk anzugeben versuchte, um einer denkbaren Verurteilung wegen Fahrens 
in angetrunkenem Zustand zu entgehen. Daraus ist zu schliessen, dass die Aus-
sage des Berufungsbeklagten in der polizeilichen Einvernahme vom 11. Januar 
2003, mindestens zwei Kaffee Luz getrunken zu haben, die wahrscheinlichere Va-
riante darstellt. Dagegen dürfte seine Darlegung, drei oder vier Kaffee Luz konsu-
miert zu haben, als eine Schutzbehauptung gedeutet werden. Ansonsten ist zu be-
tonen, dass X. im Wesentlichen bei seinen Aussagen blieb. So legte er bezüglich 
Vorabend übereinstimmend und konstant dar, dass er ausschliesslich Alcopops – 
gemäss polizeilicher Einvernahme waren es deren fünf – konsumiert hätte und un-
gefähr um 02.00 Uhr zu Fuss nach Hause und zu Bett gegangen sei. Auch der 
diesbezüglich am 6. Oktober 2003 untersuchungsrichterlich befragte Zeuge SR. 
machte dazu keine zu einem anderen Schluss führenden Angaben. X. gab zudem 
die Vorkommnisse am Morgen des 11. Januar 2003 anschaulich wieder. Dem-
gemäss und weil zum vorabendlichen Alkoholkonsum aus den weiteren Akten 
nichts zu Ungunsten des Berufungsbeklagten abgeleitet werden kann, ist entgegen 
der staatsanwaltlichen Vorbringen auch nicht auf einen übermässigen vorabendli-
chen Alkoholkonsum und auf eine am darauf folgenden Morgen für das Führen ei-
nes Fahrzeuges überhöhte Blutalkoholkonzentration zu schliessen. Selbst wenn 
fünf Alcopops als eine erhebliche Menge Alkohol zu qualifizieren wäre, müsste ent-

16

sprechend den Vorbringen des Rechtsvertreters des Berufungsbeklagten davon 
ausgegangen werden, dass nach den geltend gemachten zirka sieben Stunden 
Schlaf und insgesamt zirka elf Stunden Alkoholabbau bei der fraglichen Fahrt um 
ca. 09.00 Uhr mitnichten ein überhöhter Restalkoholgehalt im Blut des Berufungs-
beklagten zu finden gewesen wäre. In Anbetracht der Ausführungen ist festzustel-
len, dass die Depositionen des Berufungsbeklagten abgesehen von der wider-
sprüchlichen Anzahl Kaffee Luz keine wesentlichen Widersprüche aufweisen und 
innerlich geschlossen und konstant erscheinen. Daher kann nicht ohne weiteres die 
Glaubhaftigkeit der Aussagen des Berufungsbeklagten in Zweifel gezogen werden. 

bb) Die Zeugen S. und T., welche am fraglichen Morgen im Restaurant Y. 
anwesend waren, äusserten sich anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 6. Oktober 2003 bzw. der untersuchungsrichterlichen Konfronteinver-
nahme vom 19. Juni 2003 mit dem WO. des Restaurants Y. betreffend die vom 
Berufungsbeklagten konsumierten Kaffee Luz in übereinstimmender Weise dahin-
gehend, dass X. mehrere der genannten alkoholischen Getränke konsumiert habe. 
Allerdings sagte T. in der genannten Konfronteinvernahme aus, er habe etliche Kaf-
fee Luz offeriert. Dazu ist zu bemerken, dass diese Aussage derjenigen des Beru-
fungsbeklagten, der angab, dass T. ihm lediglich einen Kaffee Luz offeriert habe, 
widerspricht. Die Deposition steht ausserdem im Widerspruch zu den Angaben des 
WO., der in der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit T. vom 19. 
Juni 2003 darlegte, dass T. lediglich einen Kaffee Luz bezahlt und selber einen 
schwarzen Kaffee getrunken habe. Infolge der sich widersprechenden Aussagen 
von T. einerseits und X. und des WO. andererseits kann der Kantonsgerichtsaus-
schuss den Angaben von T. betreffend offerierter Kaffee Luz nicht folgen. Es ist 
davon auszugehen, dass T. – den Aussagen von X. und des WO. entsprechend – 
dem Berufungsbeklagten lediglich einen Kaffee Luz offerierte.

cc) Wie der Staatsanwalt richtig ausführte, ist nicht von der Hand zu wei-
sen, dass S. und T. Kollegen von X. sind. Letztgenannter ist gar Arbeitgeber von S. 
Des Weiteren ist festzustellen, dass T. verlauten liess, dass sie von der GG. bedient 
worden seien, während X., der WO., dessen Ehefrau und mit Vorbehalt das GG. 
angaben, dass der WO. am fraglichen Vormittag die Gäste bediente. Dahingegen 
vermochte sich S. nicht zu erinnern, ob die GG. oder die W1. im Lokal anwesend 
war. Aus dem Wortlaut der Deposition von S. ist jedoch nicht abzuleiten, dass der 
Genannte am fraglichen Vormittag die Bedienung durch den WO. ausschloss. Aus 
den persönlichen Beziehungen der drei Männer, den Depositionen des WO. sowie 
den dem Berufungsbeklagten widersprechenden Aussagen von T. betreffend Be-

17

dienung und Anzahl offerierter Luz kann nicht generell auf die Unglaubhaftigkeit der 
Aussagen von X., T. und S. geschlossen werden. Dies umso mehr, als sich – wie 
noch ausgeführt wird – die Depositionen des WO., seiner Ehefrau und des GG. nicht 
als dermassen überzeugend, übereinstimmend und in sich geschlossen erweisen, 
dass nicht auf die Aussagen von X., T. und S. abgestellt werden könnte. Ausserdem 
ist neben den gemachten Ausführungen nicht ausser Acht zu lassen, dass neben 
den anderen Zeugen auch S. und T. bei den Einvernahmen auf Art. 307 Abs. 1 
StGB und die Folgen wissentlicher Falschaussagen hingewiesen worden sind.

dd) Wie der Rechtsvertreter von X. richtig bemerkte, vermögen einzig die 
Aussagen des WO. W. und der Registrierstreifen der Kasse, wonach nur ein Kaffee 
Luz serviert worden sei, den Berufungsbeklagten direkt zu belasten, wohingegen 
die weiteren Zeugen, die Ehefrau des WO., ZW., und das GG. EW., die am besag-
ten Vormittag nicht im Lokal weilten, keine erhebliche, den Berufungsbeklagten be-
lastende Angaben beibrachten. Betreffend WO. ist auszuführen, dass dieser in der 
polizeilichen Einvernahme aussagte, dass der Berufungsbeklagte „irgendwie über-
müdet“ ausgesehen habe und wahrscheinlich schon Alkohol konsumiert gehabt 
hätte und dennoch einen Kaffee Luz bestellt habe. Weitere Kaffee Luz seien nicht 
serviert worden. Im Übrigen habe T. niemandem etwas offeriert. Dahingegen äus-
serte sich der WO. in der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit T. 
vom 19. Juni 2003 insofern, dass T. einen Kaffee Luz bezahlt und selber einen 
schwarzen Kaffee getrunken habe. Der WO. habe an diesem Morgen alleine Dienst 
gehabt, während die GG. frei gehabt hätte. Werden die verschiedenen Depositionen 
des WO. verglichen, sind ebenfalls wesentliche Widersprüche auszumachen. 
Während W. in der ersten Einvernahme sagte, T. habe niemandem etwas offeriert 
und der Berufungsbeklagte habe seinen Kaffee Luz selbst bezahlt, gab er in der 
Konfronteinvernahme sinngemäss zu Protokoll, T. habe X. einen Kaffee Luz offe-
riert. Zudem vertritt der WO. die Auffassung, die GG. hätte am besagten Morgen 
frei gehabt, wohingegen dieselbe und seine Ehefrau davon ausgehen, die GG. hätte 
sich am fraglichen Vormittag im oberen Stock um Zimmer und Wäsche gekümmert. 
Angesichts dieser Widersprüche erscheinen die Aussagen des WO. nicht dermas-
sen in sich geschlossen. Auch wenn der Registrierstreifen der Kasse die Aussage 
des WO., nur einen Kaffee Luz serviert zu haben, bestätigt, kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass X. nach der fraglichen Fahrt im Restaurant Y. gemäss seinem 
Vorbringen zumindest zwei Kaffee Luz zu sich genommen hat; einen, den er selbst 
bezahlte, und einen zweiten, der ihm von T. offeriert wurde. Angesichts des Wider-
spruchs der Deposition des WO. und der Tatsache, dass drei Personen von meh-
reren konsumierten Kaffee Luz ausgingen, erscheint es durchaus möglich, dass der 

18

WO. vergass, einen Kaffee Luz – denjenigen, den X. selbst bezahlte oder aber den 
von T. offerierten – abzutippen, so dass der behauptete Konsum von zwei Kaffee 
Luz durch den Berufungsbeklagten keinesfalls auszuschliessen ist.

ee) Auch wenn die Ehefrau des WO., ZW., und das GG. EW., die am be-
sagten Vormittag nicht im Lokal weilten, keine Angaben aus eigener unmittelbarer 
Wahrnehmung zur Anzahl Kaffee Luz zu machen und den Berufungsbeklagten nicht 
direkt zu belasten vermögen, ist im Folgenden auf ihre Depositionen einzugehen. 
Gemäss Protokoll der untersuchungsricherlichen Einvernahme vom 22. Oktober 
2003 berief sich ZW., die am fraglichen Tag nach C. fuhr, lediglich auf den nur einen 
Kaffee Luz aufweisenden Kassastreifen und darauf, dass an diesem Vormittag der 
WO. die Gäste bediente. Das GG. EW. dagegen konnte in der Einvernahme des 
Untersuchungsrichters vom 6. Oktober 2003 weder bezüglich konsumierte Kaffee 
Luz sachdienliche Hinweise machen noch vermochte es sich zu erinnern, ob der 
WO. oder die W1. am besagten Vormittag servierte. Immerhin stimmen seine An-
gaben insoweit mit denjenigen des W.-Ehepaars überein, als es sich zu jener Zeit 
in der Regel um die Zimmer und die Wäsche kümmerte und folglich nicht die Kunden 
im Restaurant bediente. Daraus kann hingegen, zumindest die Alkoholmenge be-
treffend, nichts zu Lasten des Berufungsbeklagten abgeleitet werden.  

ff) In Anbetracht der Ausführungen erscheinen die Depositionen der Zeu-
gen W., ZW. und EW. entgegen dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft nicht der-
massen überzeugend, übereinstimmend, glaubhaft und in sich geschlossen, dass 
dadurch den Vorbringen von X., S. und T. kein Glaube geschenkt werden könnte. 
Es kann mithin nicht gesagt werden, dass keine erheblichen Zweifel mehr bestehen 
würden. Vielmehr kann infolge der verschiedenen widersprüchlichen Aussagen 
nicht ausgeschlossen werden, dass der Berufungsbeklagte nach der fraglichen 
Fahrt im Restaurant Y. mindestens zwei Kaffee Luz getrunken hat. Somit bestehen 
bei der Würdigung der vorliegenden Beweise erhebliche Zweifel, so dass der Kan-
tonsgerichtsausschuss nicht auf die Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwalt-
schaft betreffend Anzahl konsumierter Kaffee Luz abstellen kann. Er kommt dem-
gemäss nicht umhin, im Sinne des Grundsatzes „in dubio pro reo“ den Konsum von 
(mindestens) zwei Kaffee Luz durch X. anzunehmen.

gg) Ist zu Gunsten des Berufungsbeklagten davon auszugehen, dass er 
im Restaurant Y. zwei Kaffee Luz getrunken hatte, ist die vorinstanzliche und staats-
anwaltliche Berechnung der Blutalkoholkonzentration nach Konsum eines Kaffee 
Luz im Restaurant Y. obsolet. Zwar widerlegt die im Übrigen korrekt vorgenommene 

19

Rechnung der Staatsanwaltschaft mit einer bei der fraglichen Fahrt ausgewiesenen 
Blutalkoholkonzentration von 0.88 ‰ so gesehen die Berechnung des Bezirksge-
richtsausschusses CM. Da sie jedoch nicht auf der Annahme zweier konsumierter 
Kaffee Luz zu Gunsten des Berufungsbeklagten basiert, ist sie vorliegend ohne Be-
lang. Der Vollständigkeit halber ist zudem zu erwähnen, dass auch die Vorinstanz 
nicht auf die Rechnung zu behaften ist, zumal sie in ihrem Urteil nicht von einem 
Kaffee Luz ausgeht. Stattdessen wollte sie, wie der Rechtsvertreter richtigerweise 
vorbringt, mit der Rechnung lediglich aufzeigen, dass es zweifelhaft ist, ob der Be-
rufungsbeklagte überhaupt angetrunken gefahren sein kann, wenn er nur einen Kaf-
fee Luz konsumiert hätte. 

5.a) Gemäss Art. 91 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 
741.01) wird mit Busse oder Gefängnis bestraft, wer in angetrunkenem Zustand ein 
Motorfahrzeug führt. Die Fahrunfähigkeit wegen Alkoholeinwirkung gilt gemäss Art. 
2 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) in jedem Fall als erwie-
sen, wenn der Fahrzeugführer eine Blutalkoholkonzentration von 0.8 oder mehr Ge-
wichtspromille aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen 
Blutalkoholkonzentration führt. In BGE 103 IV 110 hielt das Bundesgericht fest, dass 
schon eine Blutalkoholkonzentration ab 0.5 Promille unter ungünstigen Umständen 
wie Krankheit, Übermüdung, Beeinträchtigung durch beruhigende Medikamente 
usw. dieselben Wirkungen zeitigen kann, wie sie bei einem gesunden, ausgeruhten 
Menschen unter „normalen“ Verhältnissen erst bei 0.8 Promille auftreten.

b) Wird die polizeilich mittels Atemlufttest gemessene und vom Beru-
fungsbeklagten anerkannte Blutalkoholkonzentration von 1.35 ‰ berücksichtigt und 
wird davon im Sinne von BGE 127 IV 172, 176 f. 20 % abgezogen, liegt im Zeitpunkt 
des Alkotests eine minimale Blutalkoholkonzentration von 1.08 ‰ vor. Weiter ist 
gemäss oberwähnter Ausführungen anzunehmen, dass der Berufungsbeklagte 
nach der fraglichen Fahrt und vor dem Atemlufttest mindestens zwei Kaffee Luz 
getrunken hat. Wird gestützt auf die Berechnung der Staatsanwaltschaft davon aus-
gegangen, dass sich in einem Kaffee Luz 0.4 Zentiliter Schnaps befunden hätten – 
dies ist nicht die doppelte, sondern die gemäss Rezept übliche Menge Schnaps für 
einen Kaffee Luz – und wird ein Körpergewicht von 100 Kilogramm angenommen, 
so ergäbe dies bei zwei Kaffee Luz nach Widmarkscher Formel eine Blutalkohol-
konzentration von ca. 0.4 ‰. Damit hätte im Zeitpunkt der Fahrt eine Blutalkohol-
konzentration von 0.68 ‰ vorgelegen. Demnach wurde der in Art. 2 Abs. 2 VRV 
statuierte Wert von 0.8 ‰ nicht überschritten. 

20

Immerhin sagte jedoch der WO. des Restaurants Y. in der polizeilichen Ein-
vernahme vom 13. Januar 2003 aus, dass X. „irgendwie übermüdet“ ausgesehen 
und den Eindruck vermittelt habe, nicht viel geschlafen zu haben. Deshalb habe er 
ihm denn auch einen schwarzen Kaffee empfohlen. Diese Vorbringen entsprechen, 
wie schon die Vorinstanz zu Recht ausführte, der subjektiven Wahrnehmung des 
WO., welche Letzterer mit keinen weiteren Angaben – so zum Beispiel, der Beru-
fungsbeklagte sei unsicher gefahren – zu untermauern vermag. Demgegenüber 
legte X. in den Einvernahmen konstant dar, dass er um 02.00 Uhr die SB. verlassen 
habe und nach Hause gegangen sei. Bis zur Autofahrt um etwa 09.00 Uhr hätte er 
somit zirka sieben Stunden schlafen können, was in der Regel keine Übermüdung 
hervorrufen dürfte. Eine solche ist auch nicht anzunehmen, zumal sich aus den Ak-
ten keine weiteren, eine Übermüdung bestätigende Anhaltspunkte als diejenigen 
des WO. entnehmen lassen. Stützt sich die Übermüdung lediglich auf die Aussagen 
des WO. und fehlen weitere darauf hindeutende Anhaltspunkte, ist der rechtsgenüg-
liche Nachweis einer Übermüdung nicht erbracht. In Anbetracht dessen zeigt sich 
der Kantonsgerichtsausschuss nicht davon überzeugt, dass die Blutalkoholkonzen-
tration von 0.68 ‰ die gleiche Wirkung zeitigt, wie sie unter normalen Verhältnissen 
erst bei 0.8 ‰ auftritt. X. ist somit vom Vorwurf des Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand freizusprechen und das vorinstanzliche Urteil ist in diesem Punkt zu bestäti-
gen. 

6. Obgleich die vorinstanzliche Verurteilung wegen Vereitelung der Blut-
probe weder in der staatsanwaltlichen Berufungsschrift gerügt noch vom Berufungs-
beklagten bestritten wird, ist in der Folge darauf einzugehen. 

a) Der Vereitelung der Blutprobe gemäss Art. 91 Abs. 3 SVG macht sich 
schuldig, wer sich vorsätzlich einer Blutprobe, die angeordnet wurde oder mit deren 
Anordnung er rechnen musste oder einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung wi-
dersetzt oder entzieht oder den Zweck dieser Massnahmen vereitelt. Die Vereite-
lung der Blutprobe ist ein Erfolgsdelikt. Schutzobjekt von Art. 91 Abs. 3 SVG bildet 
die ungehinderte und einwandfreie Abklärung des Zustandes des Täters (PKG 1986 
Nr. 30). Das Gesetz erfasst drei Tatvarianten: den aktiven Widerstand gegen die 
Untersuchung, das Ausweichen vor einer solchen und die Vereitelung des Untersu-
chungserfolgs durch geeignete Massnahmen (z.B. Nachtrunk). Vorausgesetzt ist, 
dass der Täter nach den Umständen des Falles mit einer Blutprobe rechnete oder 
mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen musste (vgl. zum Ganzen: Giger, SVG Kom-
mentar, 6. Auflage, Zürich 2002, Art. 91 Abs. 3).

21

b) Nachdem die Polizei im Restaurant Y. beim Berufungsbeklagten Alko-
holmundgeruch feststellte und Letzterer unbestrittenermassen zuvor sein neben 
dem Restaurant parkiertes Fahrzeug gelenkt hatte, führten die Polizisten vor-
schriftsgemäss einen Alkotest durch. Dieser fiel positiv aus, weshalb dem Verhält-
nismässigkeitsprinzip entsprechend nach einer Mundspülung ein zweiter Atemluft-
test durchgeführt wurde. Da auch dieser positiv ausfiel, kamen die Beamten nicht 
umhin, eine Blutprobe anzuordnen. Trotz des Hinweises auf die Folgen einer Ver-
weigerungshaltung liess sich der Berufungsbeklagte nicht dazu bewegen, zur 
Blutentnahme ins Spital CS. mitzukommen. Damit hat er ohne Zweifel den objekti-
ven Tatbestand der Vereitelung der Blutprobe erfüllt. Ebenso musste der Berufungs-
beklagte subjektiv mit einer Blutentnahme durch die Polizei rechnen. Hatte er doch 
am Vorabend Alcopops mit Wodka konsumiert und bestand, wie die Vorinstanz rich-
tig ausführte, keinesfalls absolute Gewissheit, dass er nicht unter Alkoholeinfluss 
stehe. Daher war er denn auch verpflichtet, der Aufforderung der Polizei nachzu-
kommen, sich mithin einer Blutentnahme zwecks Feststellung der Blutalkoholkon-
zentration zu unterziehen. In Anbetracht dessen wurde X. vom Bezirksgerichtsaus-
schuss CM. zu Recht wegen Vereitelung einer Blutprobe für schuldig befunden. 

7.a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Bei der Strafzumes-
sung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom Verschulden des Täters auszugehen 
und insbesondere die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhält-
nisse zu berücksichtigen. Was im Einzelnen über das Mass des Verschuldens ent-
scheidet, lässt sich kaum in allgemeiner Weise umschreiben. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung bezieht sich der Begriff des Verschuldens indessen auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Bei der Tatkom-
ponente hat der Richter insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, 
die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolges, die Willensrichtung, mit welcher 
der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen zu berücksichtigen. 
Bei Letzterem gilt der Grundsatz: Je geringer und je weniger legitim die Interessen 
sind, desto krasser ist die Missachtung der Norm, die er ihretwegen übertritt. Die 
Täterkomponente demgegenüber umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhält-
nisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie beispielsweise 
Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit (BGE 120 IV 137 ff.; 117 IV 112 ff.). Inner-
halb des gesetzlichen Rahmens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschulden-
sgerechte Strafe zu finden.

22

Weil mit dem Straftatbestand der Vereitelung der Blutprobe gemäss Art. 91 
Abs. 3 SVG das Gesetz verhindern will, dass der sich korrekt einer Blutprobe unter-
ziehende Fahrer schlechter wegkommt als derjenige, der sich ihr entzieht oder sonst 
wie vereitelt, wird in der Praxis die Vereitelung der Blutprobe hinsichtlich der Straf-
zumessung grundsätzlich gleich behandelt wie das Fahren in angetrunkenem Zu-
stand (BGE 117 IV 297, 300). Diese Gleichstellung rechtfertigt sich nach Sinn und 
Zweck von Art. 91 Abs. 3 SVG dann, wenn einerseits der Fahrzeuglenker aufgrund 
der vorhandenen Beweismittel, die weniger genau sind als die Blutprobenanalyse, 
nicht des Fahrens in angetrunkenem Zustand überführt werden kann und wenn an-
dererseits aber die Möglichkeit besteht, dass der Fahrzeuglenker bei korrektem Ver-
halten aufgrund des Ergebnisses der Analyse der ihm abgenommenen Blutprobe 
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilt worden wäre, er sich also 
durch eine Vereitelungshandlung einem solchen Risiko entzogen hat. In diesem Fall 
hat der Fahrzeuglenker, soweit es um die Strafzumessung geht, keinen Anspruch 
darauf, dass er so behandelt werde, als ob auch durch Analyse der Blutprobe, die 
ihm bei korrektem Verhalten abgenommen worden wäre, Angetrunkenheit nicht 
hätte nachgewiesen werden können. Die Gleichbehandlung einer Verurteilung we-
gen Vereitelung einer Blutprobe mit einer Verurteilung wegen Fahrens in angetrun-
kenem Zustand ist dann aber nicht gerechtfertigt, wenn der Fahrzeuglenker zur Zeit 
der Fahrt erwiesenermassen nüchtern war und ihm daher nicht der Vorwurf ge-
macht werden kann, er habe sich in alkoholisiertem Zustand ans Steuer gesetzt. 
Eine Gleichbehandlung rechtfertigt sich gegebenenfalls auch dann nicht, wenn trotz 
der Vereitelungshandlung erwiesen ist, dass der Fahrzeugführer im massgebenden 
Zeitpunkt einen Blutalkoholgehalt von weniger als 0.8 Gewichtspromille aufwies; in 
einem solchen Fall hat objektiv kein Risiko einer Verurteilung wegen Fahrens in 
angetrunkenem Zustand bestanden. Alsdann kann sich der Fahrzeuglenker durch 
sein pflichtwidriges Verhalten auch nicht einem solchen Risiko entzogen haben 
(BGE 117 IV 297, 301).

b) Wie bereits erwähnt, ist nicht davon auszugehen, dass X. im Sinne 
des Gesetzes betrunken war, als er sich ans Steuer setzte. So ergab die ober-
wähnte, auf den Konsum zweier Kaffee Luz basierende Berechnung eine Blutalko-
holkonzentration von 0.68 Gewichtspromille. Zudem konnte eine Übermüdung, die 
zusammen mit dem genannten Blutalkoholgehalt zu einer Verurteilung wegen Fah-
rens in angetrunkenem Zustand geführt hätte, nicht rechtsgenüglich nachgewiesen 
werden. Eine Gleichbehandlung der Vereitelung der Blutprobe mit einer Verurtei-
lung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand bei der Strafzumessung ist demzu-
folge im konkreten Fall gestützt auf die Aktenlage nicht gerechtfertigt. Dem Beru-

23

fungsbeklagten kann mithin nicht vorgeworfen werden, er habe sich erneut betrun-
ken ans Steuer gesetzt, womit eine entsprechende Straferhöhung wegen Spezial-
rückfalls nach früherer Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand aus-
ser Betracht fällt. Dennoch wiegt das Verschulden von X. nicht leicht. Hat er sich 
doch trotz Hinweisen, unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug gelenkt zu haben, und 
trotz Wissens um die Straffolgen seiner Verweigerungshaltung einer Blutentnahme 
widersetzt. Erheblich straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass der Berufungsbe-
klagte bereits am 28. Mai 2001 mit Entscheid des Kreispräsidenten OC. wegen Fah-
rens in angetrunkenem Zustand mit einer bedingten Gefängnisstrafe von 60 Tagen 
mit einer angesetzten dreijährigen Probezeit verurteilt wurde. Zudem wurde dem 
Berufungsbeklagten bereits mit Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 5. März 
1980, vom 21. September 1982, vom 25. November 1992 und vom 16. Mai 2001 
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand der Führerausweis entzogen. Somit 
wurde dem Berufungsbeklagten der Führerausweis bereits vier Mal wegen Fahrens 
in angetrunkenem Zustand abgenommen. Zu diesen Führerausweisentzügen hinzu 
erfolgten auch entsprechende Verurteilungen. Dies ist zu berücksichtigen, auch 
wenn die drei erstgenannten Vorstrafen relativ weit zurückliegen (BGE 121 IV 3 ff.). 
Trotz seiner früheren Verurteilungen und den vier Führerausweisentzügen wegen 
Fahrens in angetrunkenem Zustand hat X. nicht die nötigen Konsequenzen gezo-
gen und verstiess im vorliegenden Fall erneut gegen die Vorschriften des Strassen-
verkehrsrechts. In diesem Zusammenhang ist entsprechend zu Ungunsten des Be-
rufungsbeklagten zu berücksichtigen, dass er innerhalb der Probezeit der am 28. 
Mai 2001 ausgesprochenen Verurteilung in einem ähnlichen Delikt straffällig wurde, 
was mithin von Einsichtslosigkeit und Unbelehrbarkeit des Berufungsbeklagten 
zeugt. Offenbar vermochte das damalige Strafverfahren gegen ihn die nötige Warn-
wirkung nicht zu entfalten. Strafmindernd ist demgegenüber der gute allgemeine 
Leumund des Berufungsbeklagten, sein korrektes Verhalten während des Verfah-
rens und seine vorliegende Strafempfindlichkeit zu veranschlagen. So kann er als 
Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens nicht ohne Folgen im Betrieb fehlen. 
Zudem hat er als designierter FK. der Z. Nachteile zu gewärtigen. Im selben Sinne 
ist zu berücksichtigen, dass das Strassenverkehrsamt Graubünden dem Berufungs-
beklagten gestützt auf die Ereignisse vom 11. Januar 2003 am 1. April 2003 den 
Führerausweis entzogen hat. Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind 
demgegenüber keine ersichtlich. 

c) In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet der Kan-
tonsgerichtsausschuss eine Strafe von 30 Tagen Gefängnis – wie von der Vorin-
stanz ausgesprochen – dem Verschulden des Berufungsbeklagten als angemes-

24

sen. Den Strafminderungsgründen, so dem allgemeinen guten Leumund und dem 
Umstand, dass dem Berufungsbeklagten der Führerausweis entzogen wurde, ste-
hen mehrere erhebliche Straferhöhungsgründe wie die Vorstrafen auf ähnlichem 
Gebiet (Fahren in angetrunkenem Zustand), vier Führerausweisentzüge durch das 
Strassenverkehrsamt wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und der sich dar-
aus ergebende getrübte automobilistische Leumund gegenüber. Eine mildere Be-
strafung erscheint dementsprechend nicht vertretbar. Damit ist das vorinstanzliche 
Urteil auch bei der Strafzumessung zu schützen.

8.a) Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten durch die Gewährung der Rechts-
wohltat des bedingten Strafvollzuges aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder 
Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub 
einer Freiheitsstrafe bzw. die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von Geset-
zes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor 
der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine 
Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. 

Da der Berufungsbeklagte innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheits-
strafe von einer solchen Dauer verbüssen musste und beim hier zu behandelnden 
Fall eine Strafe von nicht mehr als 18 Monaten verhängt wird, sind die objektiven 
Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gegeben.

b) In subjektiver Hinsicht kann der Richter die Strafe aufschieben, wenn 
Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von 
weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. In diesem Sinne ist zu prüfen, ob 
dem Berufungsbeklagten eine günstige Prognose für sein künftiges Wohlverhalten 
gestellt werden kann. Dabei ist für die Bewährungsaussichten in erster Linie der 
Grundsatz der Spezialprävention massgebend, wobei aber nicht einzelnen Umstän-
den – auch nicht der Besonderheit des Straftatbestands und dem Rückfall – eine 
vorrangige Bedeutung beizumessen ist, sondern auch bei Strassenverkehrsdelikten 
nebst den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tat-
sachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und seine Aussichten 
auf Bewährung zulassen, in die Beurteilung mit einzubeziehen sind, um aufgrund 
einer Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob der Verurteilte für dauerndes Wohlver-
halten Gewähr bietet oder nicht (BGE 118 IV 97 E. 2; PKG 1993 Nr. 24). Unter dem 
Gesichtspunkt des Vorlebens ist weiterhin auch die erneute Straffälligkeit auf glei-

25

chem oder ähnlichem Gebiet nach früherer Verurteilung von Bedeutung (vgl. BGE 
105 IV 225 f.; 100 IV 132). Aus den konkreten Tatumständen der erneuten Tat und 
dem Vorleben lassen sich möglicherweise Rückschlüsse auf den Charakter und die 
Persönlichkeit des Täters ziehen (BGE 101 IV 327, 330). Dabei sind zudem die 
persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides zu beachten (BGE 
128 IV 193, 198 f.). Aufgabe des Richters ist es dabei zu prüfen, ob dem Verurteilten 
trotz unsicherer Zukunftsaussichten nochmals Vertrauen geschenkt werden soll. 
Kann der Richter entsprechendes Vertrauen mit Begründung gewinnen, soll der 
Vollzug der Strafe aufgeschoben werden (vgl. Urteil des Kantonsgerichtsausschus-
ses vom 19. April 1999 in Sachen D. E. B., SB 22/99). Der Richter muss aber von 
den dauernden Besserungsaussichten mit Begründung überzeugt sein. Bleiben Be-
denken, so ist die Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht angezeigt (BGE 
102 IV 62, 63).

X. wurde mit Entscheid des Kreispräsidenten OC. vom 28. Mai 2001 wegen 
Fahrens in angetrunkenem Zustand mit einer bedingt ausgesprochenen Gefäng-
nisstrafe von 60 Tagen, einer Probezeit von drei Jahren, und einer Busse von Fr. 
500.-- verurteilt. Des Weiteren wurde dem Berufungsbeklagten wegen Fahrens in 
angetrunkenem Zustand am 5. März 1980, am 21. September 1982, am 25. No-
vember 1992 und am 16. Mai 2001 der Führerausweis entzogen. Zu diesen Füh-
rerausweisentzügen hinzu erfolgten auch entsprechende Verurteilungen. Im vorlie-
genden Fall wurde dem Berufungsbeklagten mit Verfügung des Strassenverkehrs-
amtes vom 1. April 2003 der Führerausweis vorsorglich für unbestimmte Zeit entzo-
gen. Im zweiten Jahr der Probezeit hat X. nun erneut insoweit gegen Strassenver-
kehrsvorschriften verstossen, als er nicht bereit war, sich freiwillig einer Blutprobe 
zu unterziehen. Zwar kann im vorliegenden Fall nicht davon ausgegangen werden, 
dass der Berufungsbeklagte betrunken war, als er sich ans Steuer seines Wagens 
setzte, womit vorliegend eine Gleichbehandlung der Verurteilung wegen Vereite-
lung einer Blutprobe mit dem Fahren in angetrunkenem Zustand auszuschliessen 
ist. Das bedeutet konkret, dass der Berufungsbeklagte dem Vorwurf des Spezial-
rückfalls nach früherer Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand ent-
geht. Im Weiteren ist festzuhalten, dass gemäss ärztlichem Zeugnis vom 27. Januar 
2004 beim Berufungsbeklagten keine Alkoholproblematik vorliegt. Demgegenüber 
ist jedoch entsprechend zu berücksichtigen, dass sich X. wiederum auf dem Gebiete 
des Strassenverkehrsrechts strafbar gemacht hat. Dieser Umstand spricht denn 
auch besonders gegen eine günstige Prognose. Zwar begründen Vorstrafen von 
weniger als drei Monaten nicht grundsätzlich eine negative Prognose (BGE 98 IV 
313; Schneider, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 90 zu Art. 41). 

26

Erscheint ein Verurteilter auf ein ganz bestimmtes Delikt anfällig, wird es jedoch 
schwierig, einen ins Gewicht fallenden Zusammenhang zwischen einem sonst gu-
ten Leumund und einer günstigen Prognose zu sehen (PKG 1993 Nr. 24 mit Hin-
weisen). Die Umstände der erneuten Tat können zusammen mit dem Vorleben An-
lass zu negativer Bewertung der Bewährungsaussichten geben (BGE 101 IV 327, 
330). Dementsprechend dokumentiert der Umstand, dass X. sich bereits mehrfach 
über gesetzliche Vorschriften aus dem Strassenverkehr hinweggesetzt hat deutlich 
das Vorliegen einer erheblichen Uneinsichtigkeit des Berufungsbeklagten gegenü-
ber den Verkehrsregeln. Offenbar vermochte X. weder aus den früheren Verurtei-
lungen noch aus der am 28. Mai 2001 ausgesprochenen bedingten Gefängnisstrafe 
noch aus der Busse die nötigen Lehren zu ziehen. Ebenso liessen nicht nur die vier 
früheren Führerausweisentzüge keine Wirkung verspüren, sondern hat ihn auch ein 
weiterer drohender Entzug in keiner Weise beeindruckt. Der Berufungsbeklagte ist 
trotz seiner einschlägigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Strassenverkehrsrechts 
abermals straffällig geworden und legt somit in dieser Hinsicht eine erhebliche Cha-
rakterschwäche an den Tag. Zwar spricht der gute Ruf und Leumund sowie die Tat-
sache, dass der Angeschuldigte ein geselliger Typ ist und in verschiedenen Verei-
nen tätig ist, für eine günstige Prognose. Im Weiteren ist positiv zu bewerten, dass 
er sich am Arbeitsplatz bewährt und er vier Angestellte beschäftigt. Unter den ge-
gebenen Umständen kann jedoch dem guten allgemeinen Leumund keine dominie-
rende Rolle zuerkannt werden; er vermag den nicht leicht angeschlagenen automo-
bilistischen Leumund des Berufungsbeklagten nicht aufzuwiegen. Auch wenn der 
erneute Führerausweisentzug X. relativ hart trifft, bleiben unter diesen Umständen 
doch erhebliche Bedenken in Bezug auf die Aussicht des Berufungsbeklagten auf 
dauerhafte Besserung. Die Anhaltspunkte für eine negative Prognose erhalten ein 
deutliches Übergewicht, so dass der Kantonsgerichtsausschuss nicht die Überzeu-
gung zu gewinnen vermag, dass X. künftig ohne eindrückliche Sanktion und War-
nung für dauerhaftes Wohlverhalten im Strassenverkehr Gewähr zu bieten vermag. 
Mit anderen Worten kann dem Berufungsbeklagten in Gesamtwürdigung der we-
sentlichen Umstände ein begründetes Vertrauen auf sichere Zukunftsaussichten 
nicht geschenkt werden. Wo zwischen vager Hoffnung und Bedenken geschwankt 
wird, ist die Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht angezeigt (vgl. dazu 
Schneider, a.a.O., N 84 ff. zu Art. 41, mit zahlreichen Hinweisen; ferner PKG 1993 
Nr. 24, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

c) Im Lichte dieser Ausführungen kann dem Berufungsbeklagten keine 
günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden, womit eine subjek-
tive Voraussetzung für den Aufschub des Vollzuges der ausgefällten Freiheitsstrafe 

27

von 30 Tagen im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB nicht erfüllt ist. Somit kann die 
Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges nicht gewährt werden.

9. Zwischen der Strafzumessung und dem Entscheid über den bedingten 
Strafvollzug besteht grundsätzlich kein Zusammenhang in dem Sinne, dass bei Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges eine höhere, bei Verweigerung eine gerin-
gere Strafe angemessen wäre. Allerdings wird in der Praxis bisweilen eine gewisse 
Ausgleichung vorgenommen. Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung 
ist bei Strafen, welche im Bereich von 18 Monaten Gefängnis oder in jenem Bereich 
liegen, in welchem die Strafe nicht mehr in Halbgefangenschaft verbüsst werden 
kann, ein Ausgleich vorzunehmen, wenn die Voraussetzungen etwa des bedingten 
Strafvollzuges oder der beruflichen Integration erfüllt sind (BGE 118 IV 337; 118 IV 
342). Nachdem im Ergebnis die Gewährung des bedingten Strafvollzuges unzwei-
felhaft eine wesentliche Milderung der strafrechtlichen Sanktion unter das der 
Schuld entsprechende Mass bedeutet, kann eine solche Rücksichtnahme auf spe-
zialpräventive Überlegungen auch bei unbedingten Freiheitsstrafen möglich sein, 
wenn sie im Einzelfall sinnvoll ist (vgl. Schneider, a.a.O., N 42 zu Art. 41). Allerdings 
gilt es beim Vollzug kurzer Freiheitsstrafen, welche in Halbgefangenschaft verbüsst 
werden können, zu berücksichtigen, dass sich diese aufgelockerte Form des Voll-
zuges in ihrer freiheitsbeschränkenden Wirkung einer bedingten Verurteilung an-
genähert hat (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 
1998, S. 109 f. und 247 f.). Der Kantonsgerichtsausschuss sieht denn auch keine 
Veranlassung, kurze Freiheitsstrafen in jenen Fällen, da der bedingte Strafvollzug 
verweigert wird, im Dienste der Resozialisierung generell tiefer anzusetzen. Ob die 
Voraussetzungen dazu erfüllt sind, ist vielmehr im Einzelfall zu prüfen. 

Im vorliegenden Fall bestehen keine ausserordentlichen Umstände, die es 
rechtfertigen würden, die Strafe tiefer anzusetzen. Selbst mit Blick auf die Tatsache, 
dass die Strafe von 30 Tagen Gefängnis zu vollziehen ist, können keine ausseror-
dentlichen Umstände ausgemacht werden. X. führt derweilen als S./DD. den Betrieb 
seines Vaters. Soweit der Berufungsbeklagte einen Führerausweisentzug hinzu-
nehmen hat, sind dessen Auswirkungen auf seine berufliche Tätigkeit demzufolge 
sicherlich nicht derart, wie sie beispielsweise bei einem Berufschauffeur anzuneh-
men sind. X. hat, selbst wenn er verschiedene Baustellen an verschiedenen Orten 
betreuen muss, grundsätzlich die Möglichkeit, seine Arbeitsorte mittels öffentlicher 
Verkehrsmittel zu erreichen. Wäre dies nicht der Fall, hat er immer noch die Gele-
genheit auf einen Dritten, beispielsweise einen seiner Arbeitnehmer, zurückzugrei-
fen, welcher ihn an seine Arbeitsstelle fährt. Diese Möglichkeiten bleiben demge-

28

genüber einem Berufschauffeur verwehrt, liegt doch dessen Arbeitstätigkeit gerade 
im Führen eines Fahrzeuges. Von ausserordentlichen Umständen kann demnach 
unter diesem Gesichtspunkt betrachtet im konkreten Fall nicht die Rede sein. Ganz 
abgesehen davon wurde der Führerausweisentzug bei der Strafzumessung bereits 
entsprechend strafmindernd berücksichtigt. Auch im Weiteren weist der Berufungs-
beklagte im Vergleich zu anderen Straffälligen keine erhöhte Strafempfindlichkeit 
aus. Ausserdem steht im konkreten Fall eine Freiheitsstrafe zur Diskussion, welche 
in Halbgefangenschaft (vgl. Art. 22 Abs. 1 der Verordnung über den Straf- und 
Massnahmenvollzug im Kanton Graubünden [VSM; BR 350.460]; Art. 4 Abs. 3 der 
Verordnung [1] zum Schweizerischen Strafgesetzbuch [VStGB 1; SR 311.01]) ver-
büsst werden kann, womit entsprechend zu berücksichtigen ist, dass diese aufge-
lockerte Form des Vollzuges im Hinblick auf ihre freiheitsbeschränkende Wirkung 
dem bedingten Strafvollzug sehr nahe kommt. Zudem wird der Berufungsbeklagte 
seine Arbeit unter diesen Umständen während des Strafvollzuges verrichten kön-
nen. Zwar kann er darin allenfalls insoweit eingeschränkt sein, als er nicht bis späta-
bends auf den Baustellen anwesend sein kann und als sich allenfalls Schwierigkei-
ten bezüglich der Stelle eines künftigen FK. der Z.-Gemeinden ergeben können. 
Diese Erschwernisse, die bereits strafmindernd berücksichtigt wurden, lassen eine 
zu vollziehende 30-tätige Gefängnisstrafe indes nicht als unhaltbar erscheinen. Eine 
tiefere Ansetzung des Strafmasses im Ausgleich zur Verweigerung des bedingten 
Strafvollzuges erscheint in Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung unter 
den gegebenen Umständen somit nicht als gerechtfertigt. 

10.a) Gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB lässt der Richter im Falle der ge-
währten Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges die Strafe vollziehen, wenn der 
Verurteilte unter anderem während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 
begeht. Indessen kann von einem Widerruf des gewährten bedingten Strafvollzugs 
abgesehen werden, wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht und ein 
leichter Fall vorliegt (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Für die Frage, ob eine Straftat als 
leichter Fall anzusehen ist, kommt dem Strafmass die massgebliche Bedeutung zu. 
Dabei ist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten in der Regel als leicht im Sinne 
von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB anzusehen, wobei davon abgewichen werden kann, 
wenn besondere objektive und subjektive Umstände dies rechtfertigen (BGE 122 IV 
156, 161 f.; 117 IV 97, 102). Die Anforderungen an die Bewährung des Verurteilten 
entsprechen jenen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges im Sinne von 
Art. 41 Ziff. 1 StGB, denn nach seinem Wesen ist der Entscheid des Richters nach 
den beiden Bestimmungen kein grundsätzlich anderer; verlangt wird also eine güns-
tige Prognose für dauernde Bewährung (Schneider, a.a.O., N 239 f. zu Art. 41, mit 

29

Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Bei der Beurteilung der Be-
währungsaussichten im Rahmen von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB muss die mögliche 
Warnwirkung der neuen zu vollziehenden Strafe mitberücksichtigt werden (BGE 116 
IV 177; 116 IV 97 je mit Hinweisen). 

b) X. wurde mit Strafmandat vom 28. Mai 2001 wegen Fahrens in ange-
trunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG verurteilt und mit 60 Tagen 
Gefängnis und einer Busse von Fr. 500.-- bestraft, wobei der Vollzug der Freiheits-
strafe für die Dauer von drei Jahren aufgeschoben wurde. Die im vorliegenden Fall 
zur Diskussion stehende Straftat, welche im Sinne von Art. 91 Abs. 3 SVG als Ver-
gehen zu qualifizieren ist, hat der Berufungsbeklagte am 11. Januar 2003 verübt. 
Er ist also noch in der Probezeit wieder straffällig geworden. Allerdings ist in diesem 
Zusammenhang zu beachten, dass die vorliegend zu verbüssende Freiheitsstrafe 
von 30 Tagen Gefängnis deutlich unter drei Monaten liegt. Es liegen zudem keine 
besonderen subjektiven und objektiven Umstände vor, welche ein Abweichen von 
der oben genannten Regel rechtfertigen würde. In Übereinstimmung mit der bun-
des- und kantonsgerichtlichen Rechtsprechung ist somit vom Vorliegen eines leich-
ten Falles auszugehen. Zur Beantwortung der Frage, ob von einer günstigen Pro-
gnose über das künftige Wohlverhalten ausgegangen werden kann, sind dieselben 
in Ziffer 8b genannten Gründe für den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Strafe 
heranzuziehen, welche auch gegen die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
für die vorliegend beurteilte Straftat sprechen. Im vorliegenden Fall stellt sich aber 
die Frage, ob beide Strafen zu vollziehen sind oder ob bei dieser Konstellation nur 
eine der beiden Strafen zu vollziehen ist. Das Bundesgericht hat die bessernde Wir-
kung kurzer Freiheitsstrafen in BGE 116 IV 97, 100 zwar in Frage gestellt, gleich-
zeitig aber betont, dass der Vollzug kurzer Freiheitsstrafen gerade bei sozial inte-
grierten Verurteilten, die sich noch nie (oder schon lange nicht mehr) im Strafvollzug 
befunden haben, eine Schock- und Warnwirkung hinterlassen könnte. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Bewährungsaus-
sichten die mögliche Warnwirkung der neuen zu vollziehenden Strafe mitzuberück-
sichtigen. Gleiches gilt umgekehrt in Bezug auf die Wirkung des Vollzuges einer 
Strafe aufgrund des Widerrufs des bedingten Strafvollzuges (BGer, KassH, 
06.06.2000, 6S.895/1999; 30.05.1997, 6S.285/1997; 27.10.1992, 6S. 454/1992; 
BGE 116 IV 177; 116 IV 97).

Die Staatsanwaltschaft hat für die neue Tat eine Strafe von 120 Tagen Ge-
fängnis beantragt und – weil sie länger ist als die am 28. Mai 2001 verhängten 60 
Tage Gefängnis – dafür den Aufschub des Vollzuges beantragt. Demgegenüber hat 

30

sie jedoch den Vollzug der 60 Tage Gefängnis beantragt. Da nun aber die Strafe für 
die neue Tat mit 30 Tagen Gefängnis kürzer ist als die am 28. Mai 2001 verhängte 
Strafe von 60 Tagen Gefängnis, ist in Beachtung des in Erwägung 3 sowie des eben 
voranstehend Gesagten umgekehrt zu verfahren. Das heisst mit anderen Worten, 
dass die kürzere Strafe von 30 Tagen Gefängnis zu vollziehen ist und dafür vom 
Vollzug der früher ausgefällten Strafe von 60 Tagen Gefängnis abzusehen ist. 

Im vorliegenden Fall ist der Berufungsbeklagte zum wiederholten Mal auf 
dem Gebiete des Strassenverkehrsrechts straffällig geworden. Die bisherigen Ver-
urteilungen und Führerausweisentzüge sowie die Verurteilung vom 28. Mai 2001 
wegen Verfehlung gegen das Strassenverkehrsrecht vermochten X. nicht von ei-
nem weiteren einschlägigen Verstoss abzuhalten. Diesbezüglich gilt es jedoch ent-
sprechend zu berücksichtigen, dass der Berufungsbeklagte am 28. Mai 2001 (ledig-
lich) mit einer bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe gewarnt wurde. Unter dem 
Gesichtspunkt, dass X. einen gesicherten Arbeitsplatz hat und auch sonst in gere-
gelten Verhältnissen lebt, sowie in Berücksichtigung der im Vergleich zu einer le-
diglich bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe erhöhten Warnwirkung eines ef-
fektiven Freiheitsentzuges kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich der 
Berufungsbeklagte unter dem Eindruck der zu verbüssenden Freiheitsstrafe von 30 
Tagen Gefängnis in Zukunft wohl verhalten wird. Vom Widerruf der mit Strafmandat 
vom 28. Mai 2001 bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 60 Tagen Gefäng-
nis ist demnach abzusehen. Nach Auffassung des Kantonsgerichtsausschusses ist 
daher dem Vollzug der neu ausgefällten Gefängnisstrafe von 30 Tagen unter Ver-
zicht auf den Widerruf der früher verhängten Strafe von 60 Tagen Gefängnis der 
Vorzug zu geben. 

11. Der Schuldspruch der Vorinstanz ist – abgesehen vom unbedingten 
Vollzug der 30-tägigen Gefängnisstrafe – vollumfänglich bestätigt worden. Bei die-
sem Ausgang des Verfahrens sind die erstinstanzlichen Kosten vom Verurteilten zu 
tragen. Dementsprechend ist der vorinstanzliche Kostenspruch zu schützen. Be-
züglich der Kosten des Berufungsverfahrens ist zu beachten, dass die Berufungs-
klägerin mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils im Punkt des 
vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand und der darauf beruhenden Straf-
zumessung nicht durchgedrungen ist. Hingegen hat sie zwar nicht den Vollzug der 
60-tägigen Gefängnisstrafe, wohl aber den Vollzug der gestützt auf die Vereitelung 
der Blutprobe ausgesprochenen 30-tätigen Gefängnisstrafe bewirkt. Es erscheint 
daher angemessen, die Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln dem Kan-
ton Graubünden und zu einem Drittel dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Zu-

31

dem hat der Kanton Graubünden den Berufungsbeklagten für die Aufwendungen im 
Berufungsverfahren ausseramtlich reduziert angemessen mit Fr. 600.-- zu entschä-
digen (Art. 160 StPO).

32

Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird dahin entschieden, als die Ziffer 4 des angefochtenen Ur-
teils aufgehoben wird.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu 1/3 zu Lasten 
von X. und zu 2/3 zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher X. für das 
Berufungsverfahren mit Fr. 600.-- zu entschädigen hat.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: