# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e8b0a1c-d718-5e1c-b38d-7dd5f92706e5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 30.01.2014 S 2013 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2013-109_2014-01-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 13 109

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Aktuarin Bernhard

URTEIL
vom 30. Januar 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. Mit Mitteilung vom 27. August 2001 wurde das Gesuch von A._____ vom 

18. August 2000 betreffend berufliche Massnahmen von der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) als gegenstandslos abgeschrieben, da 

der Gesuchsteller seit 1. Oktober 2000 in vollem Umfang als Lastwagen-

chauffeur tätig sei.

2. Mit rechtskräftigen Verfügungen vom 20. November 2007 und 21. No-

vember 2007 wurden ein Anspruch auf berufliche Massnahmen sowie auf 

eine Invalidenrente von der IV-Stelle verneint und damit das Leistungsbe-

gehren vom 6. Mai 2007 abgewiesen. Gemäss den Abklärungen sei 

A._____ seit dem 2. März 2007 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich einge-

schränkt. Ab dem 2. August 2007 habe er jedoch die angestammte Tätig-

keit als Chauffeur wieder wie im bisherigen Rahmen aufgenommen, wes-

halb die gesetzlich erforderliche Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 

mindestens 40 % während eines Jahres nicht erfüllt sei.

3. Am 16. November 2012 meldete sich A._____ erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an, aufgrund von zunehmenden, seit Juli 2012 erneuten Be-

schwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule bei bereits im Jahr 2007 

operativ behandelter Diskushernie im Segment L3/4. Gemäss ärztlichem 

Bericht von Dr. med. B._____ vom 4. Dezember 2012 war A._____ seit 

3. September 2012 als LKW-Chauffeur 100 % arbeitsunfähig. Am 26. Fe-

bruar 2013 wurde eine ärztliche Untersuchung durch den Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) vorgenommen.

4. Mit Verfügung vom 29. Juli 2013 wurde das Leistungsbegehren von 

A._____ abgewiesen beziehungsweise der Anspruch auf eine IV-Rente 

verneint. Aus medizinischer Sicht könne ihm seine angestammte Tätigkeit 

als Chauffeur nicht mehr zugemutet werden. In Bezug auf eine angepass-

te Tätigkeit sei auf den Untersuchungsbericht des RAD vom 13. März 

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2013 abzustellen, wonach A._____ seit dem 26. Februar 2013 in einer 

behinderungsgeeigneten (= rückenschonenden) Tätigkeit 70 % (ganztags 

verwertbar) arbeitsfähig sei. A._____ habe keine ärztlichen Berichte oder 

anderen Dokumente eingereicht, welche die Einschätzung des RAD in 

Frage stellten oder eine seit dem 26. Februar 2013 eingetretene Ver-

schlechterung des Gesundheitszustands bestätigten. Das Validenein-

kommen in der Höhe von Fr. 54'111.-- sei unbestritten. Das hier für das 

Jahr 2013 relevante Invalideneinkommen belaufe sich auf Fr. 41'906.85 

gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2010, indexiert, bei einem Leidensabzug 

von 5 % für körperlich leichte Arbeiten. Folglich bestehe ein Invaliditäts-

grad von 22.55 %, was keinen Rentenanspruch zur Folge habe. Aller-

dings bestehe ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, 

sofern A._____ solche beanspruchen möchte und in der Lage sei, einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen.

5. Am 16. September 2013 erhob A._____ (Beschwerdeführer) Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 29. Juli 2013 und beantragte, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine volle IV-

Rente zuzusprechen. Überdies sei ein neutrales interdisziplinäres Gut-

achten einzuholen über die gesundheitlichen Beschwerden und über die 

Auswirkungen der Beschwerden auf eine berufliche Tätigkeit und über 

das Ausmass der verbleibenden Erwerbsfähigkeit (a) sowie über die seit 

der letzten Beurteilung eingetretenen Veränderung des gesundheitlichen 

Zustands und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (b). Der Be-

schwerdeführer sei mit den Erkenntnissen der IV-Stelle und der Berech-

nung des IV-Grades von 23 % nicht einverstanden. Tatsächlich bewirkten 

die gesundheitlichen Schwierigkeiten, dass der Beschwerdeführer prak-

tisch über keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr verfüge. Aufgrund 

der persönlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen sei es völlig 

ausgeschlossen, dass er ein Invalideneinkommen von Fr. 41'906.85 er-

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zielen könne. Die im angefochtenen Entscheid auf Seite 4 erwähnten Ar-

beiten seien zu wenig konkret beschrieben, als dass der Beschwerdefüh-

rer daraus etwas ableiten könnte. Er führe seit 12 Jahren seine bisherigen 

körperlich belastenden Arbeiten aus. Beim heute 62 Jahre alten Be-

schwerdeführer könne deshalb nicht ohne seine geistige und psychische 

Verfassung und seine Fähigkeiten für solche Arbeiten genau zu ermitteln 

und zu prüfen, davon ausgegangen werden, dass er körperlich und geis-

tig überhaupt fähig wäre, in jedem beliebigen Arbeitsumfeld "leichte, ein-

fache und repetitive Tätigkeiten" auszuüben. Darauf sei der RAD gar nicht 

eingegangen. Deshalb sei ein umfassendes neutrales interdisziplinäres 

medizinisches Gutachten unumgänglich.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 25. September 2013 beantragte die IV-

Stelle (Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der Be-

schwerdeführer habe auch im vorliegenden Verfahren keine Arztberichte 

eingereicht, welche die Einschätzung des RAD vom 13. Mai 2013 in Fra-

ge stellten oder eine seit dem 26. Februar 2013 eingetretene Verschlech-

terung des Gesundheitszustands bestätigten. Weshalb es dem Be-

schwerdeführer infolge fehlender Beweglichkeit unzumutbar sein solle, 

eine behinderungsgeeignete, das heisst für ihn neue Tätigkeit auszuüben, 

sei trotz seines Alters nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil habe der ge-

lernte Maurer – mit Schweizer Bürgerrecht und deutscher Muttersprache 

– in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er genügend beweglich 

sei, neue berufliche Tätigkeiten auszuüben. Schliesslich gebe es keinen 

Grund, vom ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 41'906.85 abzuwei-

chen.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die angefochtene Ver-

fügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegan-

gen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 29. Juli 2013 be-

treffend IV-Rente stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die 

sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle 

den Anspruch auf eine IV-Rente zu Recht verneint hat. Umstritten ist ei-

nerseits die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit 

und anderseits das Invalideneinkommen. Nicht streitig ist das für das Jahr 

2013 relevante Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 54'111.-- sowie 

die seit 3. September 2012 bestehende Arbeitsunfähigkeit in der ange-

stammten Tätigkeit als LKW-Chauffeur und Bergbahnmitarbeiter aufgrund 

der Rückenbeschwerden.

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen Gesund-

heitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und 

Art. 4 IVG). Der Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf ei-

nes Jahres, sofern ohne wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsfähigkeit 

von durchschnittlich mindestens 40 % vorgelegen hat und anschliessend 

eine rentenbegründete Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der 

Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG, 

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Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtige trotz Be-

hinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinde-

rung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten 

den IV-Grad ergibt. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertels-

rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf 

eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. 

b) Für die Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an 

(BGE 132 V 395 E.2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestim-

mung der prozentualen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (Zumutbar-

keitsprofil als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Ermittlung der Er-

werbsunfähigkeit (IV-Grad) indes von vorneherein gar nicht möglich (BGE 

125 V 261 E.4, 122 V 160 f. E.1c, 115 V 134 E.2). Aufgabe der Ärzte und 

Ärztinnen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen (Befunderhebung, 

Diagnosestellung) und anzugeben, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztli-

chen Auskünfte bilden eine wichtige Grundlage für die von der Verwaltung 

oder dem Gericht zu beantwortende Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person zugemutet werden können (vgl. SVR 2008 IV Nr. 40 

S. 133 E.3.2). Das Bundesrecht schreibt dabei nicht vor, wie die in den 

Akten liegenden Arztberichte oder medizinischen Unterlagen als Beweis-

mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungs-

gerichtsbeschwerdeverfahren gilt daher der allgemeine Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozial-

versicherungsrichter die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmli-

che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für 

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das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Versicherungsgericht 

alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen ei-

ne zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be-

richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 

würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 

die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a).

3. a) Vorliegend ist primär die Frage nach der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten beziehungsweise rückenschonenden Tätigkeit 

zu klären. Die Beschwerdegegnerin stellt diesbezüglich auf das Gutach-

ten der RAD-Ärztin C._____ vom 13. März 2013 ab (IV-act. 62). Vorerst 

ist folglich zu beurteilen, ob das Gutachten den praxisgemäss geforderten 

Kriterien genügt. Für den Beweiswert von Arztberichten ist entscheidend, 

ob die Berichte für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen 

Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der Beur-

teilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situa-

tion einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet 

sind, so dass sie für die Verwaltung und das Gericht überprüfbar sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten 

(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; MEYER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich 2010, S. 252; KIESER, ATSG-

Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 32 zu Art. 44).

Vorliegend hat die RAD-Ärztin C._____, Fachärztin für Physikalische Me-

dizin und Rehabilitation, Sozialmedizin sowie zertifizierte medizinische 

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Gutachterin SIM, den Beschwerdeführer am 26. Februar 2013 selber un-

tersucht und folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

festgehalten (IV-act. 62 S. 5/6): reduzierte Belastbarkeit der Lendenwir-

belsäule bei St. n. lateraler Foraminotomie links mit Entfernung einer Dis-

kushernie vom 5. April 2007 sowie multisegmentalen degenerativen Ver-

änderungen L1/2-L3/4 und Osteochondrose, geringe Spinalkanalstenose 

(unter Verweis auf das MRI vom 2. Oktober 2012 [vgl. IV-act. 49]). Sen-

somotorische Defizite wurden nicht festgestellt. Ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit wurde eine arterielle Hypertonie diagnostiziert. Der aus-

führlich festgehaltenen Anamnese kann entnommen werden, dass auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt wurden. Die im Gutachten 

wiedergegebenen Ergebnisse aus dem Aktenstudium zeigen zudem, 

dass die Anamnese in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist. Die 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation leuchtet überdies ein und die Schlussfolgerung der RAD-Ärztin 

C._____, dass ein deutliches Belastungsdefizit im Bereich der Lenden-

wirbelsäule bestehe, welches die angestammte Tätigkeit als LKW-

Chauffeur ab 3. September 2012 im Weiteren überdauernd ausschliesse, 

ist nachvollziehbar. Ebenso wird von der RAD-Ärztin begründet und 

nachvollziehbar dargelegt, dass beim Beschwerdeführer nicht solche er-

heblichen funktionellen Einschränkungen bestünden, insbesondere keine 

relevanten sensomotorischen Defizite, die ab 26. Februar 2013 eine lei-

densadaptierte Tätigkeit unter Beachtung des Belastungs- und Ressour-

cenprofils zu 100 % verunmöglichen würden. Einem erhöhten Pausenbe-

darf werde bei ganztägiger Präsenz durch eine Leistungsminderung von 

30 % Rechnung getragen. Aus medizinischer Sicht seien mindestens 

leichte ausschliesslich frei wählbare wechselbelastende Tätigkeiten ohne 

Heben und Tragen über 10 kg, ohne Zwangshaltungen für die Wirbelsäu-

le sowie unter Vermeidung von Erschütterungen und Vibrationen zumut-

bar. Das Gutachten der RAD-Ärztin C._____ ist folglich als genügend um-

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fassend, nachvollziehbar und schlüssig zu beurteilen und es ist ihm somit 

voller Beweiswert zuzusprechen (BGE 125 V 351 E.3a; vgl. auch das Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2007).

b) Der Beschwerdeführer ist mit dieser Einschätzung der RAD-Ärztin nicht 

einverstanden. Er lehne die Auffassung ab, dass er für eine angepasste 

Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % aufweise, verbunden mit 

einer Leistungsminderung von 30 %. Wegen seiner gesundheitlichen 

Probleme mit dem Rücken verfüge er praktisch über keine verwertbare 

Restarbeitsfähigkeit mehr. Allerdings reichte der Beschwerdeführer keine 

Arztberichte ein, welche seine Behauptung stützen beziehungsweise die 

RAD-Beurteilung in Zweifel ziehen könnten oder eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustands seit der Beurteilung durch die RAD-Ärztin am 

26. Februar 2013 belegen würden. Auch die ärztlichen Berichte der Uni-

klinik X.____ vom 5. Oktober 2012 (IV-act. 35 S. 1 f.) beziehungsweise 

vom 4. Dezember 2012 (IV-act. 50) und des Hausarztes Dr. med. 

B._____ vom 13. November 2012 (IV-act. 58 S. 3) widersprechen dem 

RAD-Gutachten vom 13. März 2013 (IV-act. 62) in keiner Weise. Dr. med. 

B._____ verweist in seinem Bericht auf die Einschätzung der Ärzte der 

Uniklinik X.____, welche wie die RAD-Ärztin eine Wiederaufnahme der 

Arbeit als Chauffeur mit schwerem körperlichen Einsatz verneinen, dem 

Beschwerdeführer jedoch Eingliederungsmassnahmen zumuten. Dr. med. 

B._____ hält zudem fest, es müsse abgeklärt werden, welche leidensan-

gepassten Tätigkeiten der Beschwerdeführer ab wann ausführen könne. 

Dieser Empfehlung wurde mit der Einholung des RAD-Gutachtens Rech-

nung getragen.

Wie vorstehend in Erwägung 3a gezeigt, ist das RAD-Gutachten insge-

samt schlüssig und nachvollziehbar und es ist ihm voller Beweiswert zu-

zusprechen. Demgegenüber sind die Einwände des Beschwerdeführers 

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nicht stichhaltig und die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht auf 

das RAD-Gutachten abgestellt, wonach der Beschwerdeführer in rücken-

schonender Tätigkeit ganztags verwertbar zu 70 % arbeitsfähig ist.

c) Nach dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung ist auf die Ab-

nahme weiterer Beweise zu verzichten, wenn ein bestimmter Sachverhalt 

als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist und wenn anzunehmen 

ist, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 

nichts mehr ändern können (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90 E.4b, 

122 II 464 E.4a). Vorliegend ist der Sachverhalt genügend abgeklärt und 

die medizinischen Berichte und damit die bisherige Aktenlage lassen eine 

ausreichende Aussage über den Gesundheitszustand und dessen Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu. Zusam-

menfassend bleibt somit festzuhalten, dass das vom Beschwerdeführer 

beantragte interdisziplinäre Gutachten nicht angezeigt ist, zumal davon 

keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind.

4. a) Es ist sodann die wirtschaftliche Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers zu beurteilen. Für die Invaliditätsbemessung ist 

nicht massgeblich, ob die invalide Person unter den konkreten Arbeits-

marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr 

verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die ver-

fügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür-

den (AHI 1998 S. 287 E.3b). Das invalidenversicherungsrechtlich festge-

legte Invalideneinkommen wird auf der Grundlage eines ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes (Art. 16 ATSG) ermittelt. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete 

Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch 

tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlen-

den oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeig-

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nete Arbeitsstelle zu finden, ab. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ge-

kennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und 

Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer von verschiedenen 

Tätigkeiten auf (vgl. BGE 110 V 273 E.4b sowie 134 V 64 E.4.2.1). Dies 

gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeits-

plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit ei-

nem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen 

können (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 29. August 

2007 E.4.3 mit weiteren Hinweisen). Es darf nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere können nur 

Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten ob-

jektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind. An 

die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten 

sind jedoch gemäss Rechtsprechung keine übermässigen Anforderungen 

zu stellen (vgl. SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203 sowie das Urteil des Bundes-

gerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.5.1 mit weiteren Hinweisen). 

Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, 

wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form mög-

lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt  

oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-

schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer Stelle da-

her von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. u.a. die Urteile des 

Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 28. April 2010 E.3.3 mit weiteren 

Hinweisen, 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E.5.5 sowie I 45/06 vom 

5. März 2007 E.4.2.3, I 617/02 vom 10. März 2003 E.3.1).

b) Im konkreten Fall schlägt die Beschwerdegegnerin folgende Einsatzmög-

lichkeiten für den Beschwerdeführer vor: leichte Maschinenbedienung, 

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Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie 

leichtere Arbeiten im Bereich der (zum Teil maschinell, mit Hubstapler 

usw. unterstützten) Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung (vgl. die Aus-

führungen der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 29. Juli 2013 

S. 4 und der Vernehmlassung vom 25. September 2013 S. 3 unter Ver-

weis auf SVR 2001 IV Nr. 10 E.4a). Fraglich ist, ob es dem Beschwerde-

führer tatsächlich möglich ist, die von der Beschwerdegegnerin vorge-

schlagenen Arbeiten auszuführen.

c) Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die angenommene 100%ige Ar-

beitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 30 % sei nicht umsetzbar 

und entspreche rein theoretischen, nur der Rentenvermeidung dienenden 

Annahmen ohne jeden Bezug zur Realität und zum vorliegenden Fall. Die 

im angefochtenen Entscheid erwähnten Arbeiten seien zu wenig konkret 

beschrieben, als dass der Beschwerdeführer daraus etwas für sich ablei-

ten könne. Er sei nicht geeignet für kaufmännische und ähnliche Tätigkei-

ten. Der Hinweis der Beschwerdegegnerin, dass er einen Lebensmittella-

den geführt habe, sei insofern nicht dienlich, als er auch da für das "Gro-

be" zuständig gewesen sei, während die anderen Arbeiten von seiner 

Frau und den Hilfskräften erledigt worden seien. Aus demselben Grund 

habe er seinen Abstecher ins Versicherungsgeschäft erfolglos und bald 

beenden müssen. Hubstapler fahren und Gewichte heben dürfe er nicht. 

Wegen der Rückenprobleme könne er auch nicht an einer leichten Arbeit 

verweilen, sondern müsse sich ständig in Gang halten. Er habe seit 

12 Jahren seine bisherigen körperlich belastenden Arbeiten ausgeführt 

und sei dabei als Chauffeur und Pistenfahrzeugfahrer immer unterwegs 

und auf sich alleine gestellt gewesen und habe sich seine Arbeit selber 

einteilen können. Mit fortgeschrittenem Alter entwickelten sich die körper-

lichen und geistigen Fähigkeiten (das heisse auch die für einen Stellen-

wechsel notwendige "Beweglichkeit" im eigentlichen und übertragenen 

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Sinne) nicht mehr weiter. Wer, wie der Beschwerdeführer, in diesem fort-

geschrittenen Alter sei, Maurer gelernt habe und die Arbeit draussen seit 

Jahren gewohnt sei und sich dort mehr oder weniger "frei" fühlen könne, 

sei kaum noch zu den von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Ar-

beiten befähigt.

Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung 

vom 25. September 2013 unter Verweis auf die allgemeine Schadenmin-

derungspflicht die Ansicht, der Beschwerdeführer habe in der Vergangen-

heit mehrfach bewiesen, dass er genügend beweglich sei, neue berufliche 

Tätigkeiten auszuüben (vgl. dazu das Protokoll der Früherfassung vom 

15. November 2012 [IV-act. 47 S. 2]). Es sei nicht ersichtlich, weshalb die 

Anpassungsfähigkeit in seinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr möglich 

sein sollte. Der gelernte Maurer mit Schweizer Bürgerrecht und deutscher 

Muttersprache habe mit seinen Schul- und Berufskenntnissen auf dem 

vorliegend relevanten Anforderungsniveau 4 trotz fortgeschrittenem Alter 

eher Wettbewerbsvorteile.

d) Wie soeben dargelegt, wird in Bezug auf die wirtschaftliche Verwertbar-

keit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von den Parteien 

insbesondere das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers themati-

siert. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-

der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-

sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 

führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Rester-

werbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise 

nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt 

auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

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begründet (vgl. das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

I 831/05 vom 21. August 2006 E.4.1.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des 

Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach ei-

ner allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen 

des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persön-

lichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E.3.1 sowie die Urteile des 

Bundesgerichts 9C_153/2011 vom 22. März 2012 E.3.1, 9C_918/2008 

vom 28. Mai 2009 E.4.2.2 mit Hinweisen).

Schliesslich hängt die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, nicht zuletzt davon ab, 

welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und 

vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung 

steht (BGE 138 V 457 E.3.2). Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage 

nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter 

beantwortet wird, wird auf das Feststehen der medizinischen Zumutbar-

keit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abgestellt. Diese steht fest, sobald die 

medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhalts-

feststellung erlauben (BGE 138 V 457 E.3.3). Vorliegend erachtet die Be-

schwerdegegnerin den Beschwerdeführer spätestens seit dem 26. Febru-

ar 2013, dem Tag der Untersuchung durch die RAD-Ärztin, für 70 % ar-

beitsfähig (ganztags verwertbar). In diesem Zeitpunkt liessen die medizi-

nischen Unterlagen eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung zu und es 

bestehe somit ab 26. Februar 2013 eine medizinische Zumutbarkeit einer 

(Teil-)Erwerbsfähigkeit. Der Beschwerdeführer, geboren am 19. August 

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1951, war zu diesem Zeitpunkt 61 ½ Jahre alt. Es standen ihm somit noch 

3 ½ Jahre für eine berufliche Tätigkeit beziehungsweise einen allfälligen 

Berufswechsel bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters zu Verfü-

gung. Trotz der verbleibenden – relativ kurzen – Aktivitätsdauer von 

3 ½ Jahren scheint es nicht unrealistisch und unmöglich, dass der Be-

schwerdeführer aufgrund seiner Ausbildung als Maurer, als Schweizer mit 

deutscher Muttersprache und mit langjähriger Berufserfahrung als Polier, 

als Mitarbeiter einer Versicherung, als Geschäftsführer eines Ladens, als 

Lastwagenchauffeur und Bergbahnenmitarbeiter (vgl. das Protokoll der 

Früherfassung vom 15. November 2012 [IV-act. 47 S. 2]) im Rahmen sei-

ner (Rest-)Arbeitsfähigkeit von 70 % eine neue Arbeitsstelle finden könn-

te. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf verwiesen, dass der Be-

schwerdeführer in der Vergangenheit mehrfach bewiesen habe, dass er 

genügend beweglich sei, um neue berufliche Tätigkeiten in Angriff zu 

nehmen. Wie vorstehend in Erwägung 3a dargelegt, sind auch die ge-

sundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht derart gra-

vierend, dass keine seinen Leiden angepasste Tätigkeit mehr möglich wä-

re. So stellte die RAD-Ärztin fest, dass nicht solche erheblichen funktio-

nellen Einschränkungen bestünden, insbesondere keine relevanten sen-

somotorischen Defizite, die eine leidensadaptierte Tätigkeit unter Beach-

tung des Belastungs- und Ressourcenprofils verunmöglichen würden (vgl. 

das Gutachten der RAD-Ärztin C._____ [IV-act. 62 S. 5 f.]). Zwar weist 

der Beschwerdeführer zu Recht daraufhin, dass sowohl sein Alter als 

auch die Arbeitsmarktlage seine Chancen, eine neue Stelle zu finden, 

schmälern. Indessen schränken die dargelegten persönlichen und berufli-

chen Gegebenheiten seine Möglichkeiten nicht derart ein, dass es ihm 

unmöglich wäre, auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

eine Arbeitsstelle zu finden beziehungsweise er auf das nicht realistische 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitsgebers angewiesen 

wäre (vgl. das Urteil des Bundesgerichts I 831/05 vom 21. August 2006 

- 16 -

E.4.2 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend verfügt der Beschwerdeführer 

mit seinen Erfahrungen in verschiedenen beruflichen Tätigkeiten (vgl. das 

Protokoll der Früherfassung vom 15. November 2012 [IV-act. 47 S. 2]) 

über weit intaktere Chancen als im Falle eines über 61-jährigen Versi-

cherten, dem das Eidgenössische Versicherungsgericht die Verwertbar-

keit seiner Restarbeitsfähigkeit verneint hat, weil er über keine Berufs-

ausbildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang 

von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnis-

se besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Ein-

schränkungen unterlag und dem von den Fachleuten die für einen Be-

rufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (vgl. 

die Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 392/02 vom 

23. Oktober 2003 sowie I 831/05 vom 21. August 2006 E.4.1.2). Anders 

sah es das Bundesgericht in Bezug auf einen 60-jährigen Versicherten 

mit einer unter anderem wegen rheumatologischer und kardialer Proble-

me um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit, dessen Restarbeits-

fähigkeit als arbeitsmarkttauglich angesehen wurde (vgl. Das Urteil des 

Bundesgerichts I 304/06 vom 22. Januar 2007 E.4.2). Auch im Falle eines 

60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilin-

dustrie tätig gewesen war, erwog das Eidgenössische Versicherungsge-

richt, dieser sei zwar nicht leicht vermittelbar. Mit Bezug auf den hypothe-

tischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestünden indessen gleichwohl 

Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothe-

tischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig 

nachgefragt würden, der Versicherte nach wie vor im Rahmen eines Voll-

pensums arbeitsfähig sei und die ihm zumutbare Tätigkeit nicht so vielen 

Einschränkungen unterliege, dass eine Anstellung nicht mehr als realis-

tisch zu bezeichnen wäre (vgl. die Urteile des Bundesgerichts I 376/05 

vom 5. August 2005 E.4.1 mit weiteren Hinweisen sowie I 831/05 vom 

21. August 2006). Ebenso wurde die Restarbeitsfähigkeit eines ebenfalls 

- 17 -

60-jährigen Versicherten, dem trotz verschiedener Rückenschäden ein 

vergleichsweise weites Spektrum zumutbarer Hilfstätigkeiten offenstand, 

als arbeitsmarkttauglich angesehen (vgl. die Urteile das Bundesgerichts 

9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E.4.3 sowie 9C_124/2010 vom 21. Sep-

tember 2010 E.5.2 mit weiteren Hinweisen). 

Die zitierten Bundesgerichtsentscheide zeigen, dass sich der Einfluss des 

Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, nicht nach einer allge-

meinen Regel bemessen lässt, sondern von den Umständen des Einzel-

falls abhängt. Unter Würdigung aller Umstände kann es vorliegend nicht 

als bundesrechtswidrig bezeichnet werden, wenn die Beschwerdegegne-

rin bei einer verbleibenden Restaktivitätsdauer von 3 ½ Jahren einen in-

validitätsrechtlich erheblichen fehlenden Zugang des Beschwerdeführers 

zum Arbeitsmarkt im Sinne des Art. 16 ATSG verneint hat (vgl. das Urteil 

des Bundesgerichts 9C_471/2007 vom 21. Februar 2008 E.5.1). Folglich 

ist die wirtschaftliche Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers von der Beschwerdegegnerin zu Recht bejaht worden 

und die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt abzuweisen.

5. a) Schliesslich bleibt die Frage des Invalideneinkommens zu klären. Nicht 

streitig ist das für das Jahr 2013 relevante Valideneinkommen in der Höhe 

von Fr. 54'111.--. Die Beschwerdegegnerin berechnete das Invalidenein-

kommen in der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2013 gestützt auf 

die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik (BGE 135 V 297 E.5.2) wie folgt: Gemäss Tabelle TA 1 der 

LSE 2010 belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer 

wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für einfache und repetitive 

Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei Männern im 

Jahr 2010 auf Fr. 4'901.--. Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-297

- 18 -

Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden und bei der 70%igen Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers ergebe dies in Berücksichtigung der Loh-

nentwicklung von je 1 % in den Jahren 2011 bis 2013 sowie eines ange-

messen Leidensabzugs von 5 % (für körperlich leichte Arbeiten) das hier 

für das Jahr 2013 relevante Invalideneinkommen von Fr. 41'906.85 

(Fr. 4'901.-- : 40 x 41.6 x 12 x 0.7 x 1.01 x 1.01 x 1.01 x 0.95). Diese Be-

rechnung ist an sich korrekt und wurde vom Beschwerdeführer als solche 

zu Recht nicht beanstandet. Der Beschwerdeführer macht lediglich gel-

tend, dass es für ihn mit seinen persönlichen und gesundheitlichen Vor-

aussetzungen ausgeschlossen sei, ein Invalideneinkommen in der Höhe 

von Fr. 41'906.85 zu erzielen.

b) Angesichts der soeben in den Erwägungen 3 und 4 eingehend dargeleg-

ten (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungs-

geeigneten beziehungsweise rückenschonenden Tätigkeit sowie deren 

wirtschaftlichen Verwertbarkeit ist die Berechnung des Invalideneinkom-

mens durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Aus der Ge-

genüberstellung des unbestrittenen Valideneinkommens und des soeben 

errechneten Invalideneinkommens ergibt sich somit ein IV-Grad von 

22.55 % respektive 23 % (vgl. BGE 130 V 121 E.3). Nur am Rande sei 

bemerkt, dass die Kognition des kantonalen Versicherungsgerichts in Be-

zug auf die Überprüfung des Leidensabzugs nicht auf Rechtsverletzung 

beschränkt ist, sondern sich auch auf die Beurteilung der Angemessen-

heit der Verwaltungsverfügung erstreckt (BGE 137 V 71 = Pra 2011 

Nr. 91 E.5.2; MEYER, a.a.O., S. 315 f.). Der von der Beschwerdegegnerin 

hier gewährte – vom Beschwerdeführer nicht beanstandete – Leidensab-

zug von 5 % (für leichte Arbeiten) ist nach der Praxis des Verwaltungsge-

richts grundsätzlich zu tief (vgl. dazu das Urteil des Verwaltungsgerichts 

S 13 50 vom 1. Oktober 2013 E.4 sowie MEYER, a.a.O., S. 314 ff.). Die 

Frage nach dem Leidensabzug kann indessen offen gelassen werden, 

- 19 -

denn selbst wenn von einem maximalen Leidensabzug von 20 % ausge-

gangen würde, hätte der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine IV-

Rente (das Invalidenkommen würde dann Fr. 35'290.-- betragen 

[Fr. 4'901.-- : 40 x 41.6 x 12 x 0.7 x 1.01 x 1.01 x 1.01 x 0.80] und es re-

sultierte ein IV-Grad von 35 %). Zusammenfassend bleibt somit festzuhal-

ten, dass der Beschwerdeführer folglich – wie die Beschwerdegegnerin in 

ihrer Verfügung vom 29. Juli 2013 feststellte – keinen Anspruch auf eine 

IV-Rente hat.

6. In Bezug auf den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen 

bejaht die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 

29. Juli 2013 zu Recht, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

berufliche Eingliederungsmassnahmen hat, sofern er sich in der Lage 

fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und berufliche Eingliede-

rungsmassnahmen beanspruchen möchte. Darauf kann verwiesen wer-

den.

7. Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass die Verfügung vom 

29. Juli 2013 zu Recht ergangen ist und der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine IV-Rente hat. Indessen hat der Beschwerdeführer ei-

nen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, sofern er sich 

in der Lage fühlt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und berufliche Ein-

gliederungsmassnahmen beanspruchen möchte. Die Beschwerde ist folg-

lich insgesamt abzuweisen.

8. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-

weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge-

- 20 -

legt. Angesichts des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vor-

liegend, die Kosten in der Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer zu 

überbinden. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]