# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9ed02bc-3473-5f64-8ace-5cb3e66e9bd7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 26.01.2021 U 2020 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2020-49_2021-01-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 20 49

3. Kammer 

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 26. Januar 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

B._____,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominic Nellen,

Beschwerdeführerin

gegen

Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Tierschutz

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I. Sachverhalt:

1. A._____ und B._____ übernahmen am 1. Januar 2016 einen Bauernhof in 

C._____. Ihr Betrieb umfasste rund 200 Milchschafe, eine kleine 

Ziegenherde, zwei Pferde und zwei Herdenschutzhunde der Rasse 

Kangal. Daneben hielten sie Border Collies als Koppelgebrauchshunde für 

die Arbeit mit den Schafen und auch zur Zucht, wofür sie auf ihrem Hof in 

der Nähe des Stalls eine Zwingeranlage gebaut hatten.

2. Am 15. April 2019 wurde B._____ dabei gefilmt, wie er den Border Collie 

D._____ misshandelte. Am 16. April 2019 wurde dieser Missbrauch auf 

dem Polizeiposten in E._____ gemeldet und das Amt für Lebensmittel und 

Tiergesundheit Graubünden (ALT) einbezogen. Die Auswertung der drei 

Videosequenzen von einer Gesamtdauer von 2 Minuten und 26 Sekunden 

zeigte, wie B._____ zehn Faustschläge auf den liegenden Hund sowie 

einen Faustschlag auf dessen Kopf ausübte, vier Mal den Hund mit dem 

Rücken auf den Boden schlug, den Hund zwei Mal auf den Boden drückte 

und einmal mit dem Fuss trat sowie diesen in der Luft hängend über mehr 

als eine Minute strangulierend transportierte. Auf den Tonaufnahmen war 

das Jaulen des Hundes während der Gewaltanwendung zu vernehmen.

3. Daraufhin kontrollierten das ALT und die Kantonspolizei am 17. April 2019 

die Hundehaltung auf dem Hof in C._____. Die zwei Kangal 

Herdenschutzhunde wurden im Stall bei der Schafherde angetroffen, die 

acht Border Collies im Zwinger. Der Zwinger bot für jeden Hund einen 

Auslauf und einen geschlossenen Bereich mit einer Boxe, welche mit einer 

Gummimatte ausgelegt war. Zwei Welpen im Alter von etwa zwei Wochen 

wurden in der Box ihrer Mutter liegend vorgefunden. Die 

Aussentemperatur betrug 4°C. Auf die in den Videoaufnahmen 

dokumentierte Misshandlung angesprochen, gab B._____ an, dass sich 

der Hund D._____ am Nachmittag des 15. April 2019 selbstständig von 

ihm entfernt habe und er den Hund deshalb zu erzieherischen Zwecken 

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etwas hart korrigiert habe. Daraufhin beschlagnahmte das ALT alle zehn 

Hunde vorsorglich und brachte sie im Tierheim F._____ in G._____ unter. 

Mit vorsorglicher Verfügung vom 18. April 2019 bestätigte das ALT die 

Beschlagnahme der Hunde und verbot B._____ bis auf Weiteres, in 

eigener Verantwortung weitere Hunde anzuschaffen. 

4. Die beschlagnahmten Hunde wurden am 18. April 2019 tierärztlich 

untersucht. Beim Hund D._____ wurden unter anderem ein massiver 

Bluterguss im linken Auge und eine Schürfverletzung auf dem 

Nasenrücken festgestellt. 

5. Am 18. April 2019 trat B._____ nach einem Suizidversuch freiwillig zur 

stationären psychiatrischen Behandlung in eine Klinik ein. Es wurde eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, dia-

gnostiziert und eine antidepressive Therapie durchgeführt. Nach etwa drei 

Wochen konnte B._____ die Klinik mit guter Prognose wieder verlassen, 

als Nachsorge waren nebst Medikamenten regelmässige psychothera-

peutische Sitzungen vorgesehen. Seit Juni 2019 ist B._____ nicht mehr in 

Therapie.

6. Bereits am 18. April 2019 wurde die Border Collie Hündin H._____ vom 

ALT auf den Betrieb zurückgebracht, um A._____ die Arbeit mit den 

Schafen während der Abwesenheit von B._____ zu erleichtern.

7. Mit Schreiben vom 24. April 2019 forderte das ALT B._____ zur Stellung-

nahme auf. Man sehe vor, ihm ein zeitlich unbefristetes Hundehalterverbot 

aufzuerlegen. 

8. Am 25. April 2019 wurde im Tierheim F._____ eine Standortbestimmung 

für die beschlagnahmten Hunde vorgenommen. Gemäss dem entspre-

chenden Bericht zeigten die Tiere durchs Band eine Demut beziehungs-

weise eine Unterwürfigkeit in der Nähe von Personen oder an der Leine, 

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am Anfang auch beim Betreten der Boxen. Ein Urinieren in Demut sei öfter 

vorgekommen. Alle Hunde zeigten gegenüber dem Personal einen liebe-

vollen Charakter und das Vertrauen sei jetzt sehr gut. Bei einem der Kan-

gals wurde eine Fehlstellung der rechten Vorderpfote festgestellt, die von 

einer älteren, bereits verknöcherten Fraktur zweier Matacarpalknochen 

herrührte.

9. Mit Stellungnahme vom 12. Mai 2019 erklärte B._____, er habe Probleme 

gehabt, Abnehmer für seine Schafmilch beziehungsweise seinen 

Schafkäse zu finden. Die Misserfolge hätten ihn sehr belastet und der 

finanzielle Druck sei enorm gewesen. Es habe sich eine innere Unruhe 

und eine ständige Müdigkeit eingeschlichen. Der Vorfall am 15. April 2019 

sei ein Ausraster gewesen, den er in dieser Form und in diesem Ausmass 

noch nie gehabt habe. Er schäme sich für sein Verhalten gegenüber dem 

Hund D._____.

10. Mit Verfügung vom 16. Mai 2019 beschied das ALT was folgt:

1. B._____ wird ab sofort ein zeitlich unbefristetes Hundehalteverbot auferlegt.

2. B._____ wird ab sofort ein zeitlich unbefristetes Betreuungs- und Führverbot für 

Hunde Dritter auferlegt. Jegliches Halten, Betreuen, Führen, Handeln und Züchten 

von Hunden und der Umgang mit Hunden wird ihm untersagt.

3. Es dürfen keine Hunde im Haushalt und Betrieb der Familie von B._____ gehalten, 

gezüchtet oder betreut werden. Für die Arbeit mit den Schafen ist es Frau A._____ 

gestattet, die Hündin H._____, die sich in ihrem Besitz befindet, zu halten. Es ist die 

Pflicht von A._____, die Hündin H._____ vor Übergriffen durch B._____ zu schützen.

4. A._____ stellt sicher, dass B._____ die Hündin H._____ nicht führt oder betreut. Sie 

stellt die ausserfamiliäre Betreuung von H._____ sicher, wenn sie sich selber nicht um 

H._____ kümmern kann.

5.- 9. (…)

11. Gegen diese Verfügung erhoben A._____ und B._____ am 17. Juni 2019 

Beschwerde an das Departement für Volkswirtschaft und Soziales 

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Graubünden (DVS). Sie beantragten zur Hauptsache die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Erteilung der aufschiebenden Wirkung und 

die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. 

12. Mit Strafbefehl vom 29. Juni 2019 wurde B._____ für die Misshandlung 

des Border Collies D._____ am 15. April 2019 von der Staatsanwaltschaft 

Graubünden der Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a des 

Tierschutzgesetzes für schuldig befunden und mit einer Busse bestraft.

13. Mit Verfügung vom 3. Juli 2019 hiess das DVS das Gesuch um 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die Kostenfolgen 

des vorinstanzlichen Verfahrens gut und lehnte es ansonsten ab.

14. Am 20. April 2020 wies das DVS mit der Departementsverfügung 

betreffend Tierschutz/Hundehaltung die Beschwerde und mit der 

Departementsverfügung betreffend unentgeltliche Rechtspflege auch das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab.

15. Gegen diese beiden Verfügungen erhoben A._____ und B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführende) am 22. Mai 2020 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Dabei beantragten sie was 

folgt:

1. Die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 sei aufzuheben und den 

Beschwerdeführenden sei das Halten, Betreuen, Führen und Züchten von Hunden 

ohne Auflagen zu gestatten;

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 aufzuheben und 

den Beschwerdeführenden sei das Halten, Betreuen, Führen und Züchten von 

Hunden für die Dauer eines halben Jahres unter der Auflage zu gestatten, ihren 

Hundebestand einmal wöchentlich durch eine Fachperson begutachten und 

beurteilen zu lassen;

3. Subeventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 aufzuheben 

und dem Betriebshelfer sei für die Arbeit mit den Schafen die Haltung eines Hundes 

auf dem Betrieb der Familie zu erlauben, eventualiter unter der Auflage, den Hund 

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einmal alle zwei Wochen durch eine Fachperson begutachten und beurteilen zu 

lassen;

4. Subsubeventualiter zu Ziff. 1 sei die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;

5. Die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 betreffend unentgeltliche Rechtspflege 

sei aufzuheben und den Beschwerdeführenden sei für das vorinstanzliche 

Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und 

Rechtsanwalt Dominic Nellen als amtlicher Rechtsanwalt zu bestellen, unter 

Ausrichtung der Parteientschädigung und der amtlichen Entschädigung gemäss 

Honorarnote vom 5. Januar 2020;

6. Eventualiter zu Ziff. 5 sei die Verfügung des DVS vom 20. April 2020 betreffend 

unentgeltliche Rechtspflege aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen;

7. Dem Beschwerdeführer sei vorsorglich für die Dauer dieses Beschwerdeverfahrens 

für die Arbeit mit den Schafen die Haltung eines Hundes zu erlauben, eventualiter 

unter der Auflage, den Hund einmal alle zwei Wochen durch eine Fachperson 

begutachten und beurteilen zu lassen.

8. Eventualiter zu Ziff. 7 sei dem Betriebshelfer vorsorglich für die Dauer dieses 

Beschwerdeverfahrens für die Arbeit mit den Schafen die Haltung eines Hundes auf 

dem Betrieb der Familie zu erlauben, eventualiter unter der Auflage, den Hund einmal 

alle zwei Wochen durch eine Fachperson begutachten und beurteilen zu lassen;

9. Den Beschwerdeführenden sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und Rechtsanwalt Dominic Nellen als 

amtlicher Rechtsanwalt zu bestellen.

Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, das DVS sei von 

falschen Tatsachen ausgegangen. Die beschlagnahmten Border Collies 

seien korrekt gehalten und nicht misshandelt worden. Zum Beweis hierfür 

verwiesen sie auf die bereits im Vorverfahren eingereichten 

Stellungnahmen von Tierärzten, Fachleuten für die Arbeit mit Hunden und 

Nachbarn, welche dem Beschwerdeführer einen einwandfreien 

tierschutzrechtlichen Leumund attestieren. In ihm schlummere auch kein 

Gewaltpotenzial. Ebenso wenig habe er eine tierärztliche Behandlung 

seines Kangal Herdenschutzhundes I._____ unterlassen, noch die rund 

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zwei Wochen alten Welpen tierschutzwidrig gehalten. Weitere Verstösse 

gegen das Tierschutzgesetz seien nicht dokumentiert. Die 

Beschwerdeführenden machten auch unrichtige Rechtsanwendung 

geltend. Mit dem Vorfall vom 15. April 2019 liege keine schwere 

Zuwiderhandlung gegen die Tierschutzvorschriften im Sinne von Art. 23 

Abs. 1 lit. a des Tierschutzgesetzes vor. Ausserdem sei das verfügte 

Hundehalteverbot unverhältnismässig, da diverse mildere Mittel in 

Betracht fielen. Zudem sei die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung sowie die fehlende Zusprechung einer 

Parteientschädigung im Umfang des Obsiegens unhaltbar. Zu den 

vorsorglichen Anträgen führten die Beschwerdeführenden aus, sie seien 

für die Arbeit mit den Schafen auf Herdenschutz- und 

Koppelgebrauchshunde angewiesen. Die Schafe seien von Wölfen 

bedroht und seit dem Wegzug der Beschwerdeführerin ins J._____ fehle 

ein Hund auf dem Hof.

16. Das DVS (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte in seiner 

Vernehmlassung vom 8. Juni 2020 die Abweisung der Beschwerde, soweit 

auf sie eingetreten werden könne. Eventualiter sei dem Betriebshelfer zu 

gestatten, auf dem Betrieb der Beschwerdeführenden einen eigenen Hund 

zu halten. Der Betriebshelfer sei durch das Gericht oder durch eine von 

ihm bezeichnete Behörde darüber zu informieren, dass es dem 

Beschwerdeführer untersagt sei, Hunde zu halten. Das Gesuch um Erlass 

vorsorglicher Massnahmen sei abzuweisen. Zur Begründung wurde im 

Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdeführer habe den Hund D._____ 

nachweislich äusserst schwer misshandelt, wofür er denn auch von der 

Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Tierquälerei schuldig gesprochen 

worden sei. Wer einen Hund derart misshandle, erfülle den Tatbestand 

einer schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 23 Abs. 1 lit. a des 

Tierschutzgesetzes. Weiter bestünden eindeutige Hinweise, dass der 

Beschwerdeführer nicht nur den Hund D._____, sondern auch weitere 

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Hunde misshandelt habe. Es bestehe die nahe Gefahr, dass er trotz der 

beigebrachten Schreiben diverser Personen erneut seine Hunde auf 

schwerwiegende Weise misshandeln würde. Angesichts der familiären 

Entwicklung und der neuen Kosten für den Betriebshelfer könne nicht von 

einer erheblichen Entspannung der finanziellen, betrieblichen und 

familiären Situation gesprochen werden. Da völlig ungewiss sei, ob der 

Beschwerdeführer wieder in der Lage sein werde, Hunde 

tierschutzkonform zu halten, komme nur ein unbefristetes 

Hundehalteverbot in Frage.

17. Mit Schreiben vom 9. Juni 2020 teilte die Instruktionsrichterin den 

Beschwerdeführenden mit, dass die Beschwerde betreffend 

Tierschutz/Hundehaltung und diejenige betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege in einem Verfahren behandelt würden.

18. Mit Verfügung vom 10. Juni 2020 hiess die Instruktionsrichterin das 

Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen insoweit gut, als es dem 

Betriebshelfer einstweilen gestattet wurde, für seine Arbeit auf dem 

Betrieb des Beschwerdeführers einen eigenen Hund zu halten, unter der 

Auflage, dass er sicherstellt, dass der Beschwerdeführer nicht auf den 

Hund zugreifen kann. Das ALT wurde verpflichtet, den Betriebshelfer 

darüber zu informieren, dass es dem Beschwerdeführer untersagt ist, 

Hunde zu halten, zu betreuen oder zu führen. Für den Fall eines 

Verstosses wurde das Dahinfallen der vorsorglichen Massnahme im Sinne 

einer Resolutivbedingung verfügt. Die Kostenregelung wurde dem 

Entscheid in der Hauptsache vorbehalten.

19. Mit Replik vom 22. Juni 2020 hielten die Beschwerdeführenden an ihren 

Rechtsbegehren fest und vertieften ihre Argumentation punktuell. Auf die 

vom Beschwerdegegner eingereichte Duplik vom 22. Juli 2020 triplizierten 

die Beschwerdeführenden am 18. August 2020. Der Beschwerdegegner 

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verzichtete mit Schreiben vom 31. August auf die Einreichung einer 

Quadruplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

den angefochtenen Departementsverfügungen sowie auf die im Recht lie-

genden Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Geprüft wird zunächst, ob und inwieweit auf die vorliegende Beschwerde 

eingetreten werden kann.

1.1 Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des kantonalen Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht 

Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Departemente, soweit 

diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind 

oder bei einer anderen Instanz angefochten werden können. Die vorlie-

gend angefochtene Verfügung vom 20. April 2020 betreffend Tier-

schutz/Hundehaltung ist eine individuell-konkrete Anordnung in 

Anwendung von öffentlichem Recht und stammt vom Departement für 

Volkswirtschaft und Soziales Graubünden (DVS). Sie ist nicht endgültig, 

weder nach eidgenössischem Tierschutzrecht, noch nach dem einschlägi-

gen kantonalen Recht (Tierschutzgesetz [TSchG; SR 455], Tierschutzver-

ordnung [TSchV; SR 455.1], Veterinärgesetz [VetG; BR 914.000], Vete-

rinärverordnung [VetV; 914.100]). Die angefochtene Departementsverfü-

gung kann auch nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden. Im 

VetG und in der VetV findet sich keine Bestimmung, welche bei einem 

Tierhalteverbot einen vom VRG abweichenden Instanzenzug vorsehen 

würde (nota bene anders als bei Departementsverfügungen im Beitrags-

wesen, welche gemäss Art. 73 VetG an die Regierung weitergezogen wer-

den können). Das angerufene Gericht ist somit sachlich, funktionell und 

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örtlich zuständig. Dies gilt auch für die ebenfalls angefochtene Verfügung 

des DVS vom 20. April 2020 betreffend unentgeltliche Rechtspflege.

1.2. Gemäss Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den ange-

fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an sei-

ner Aufhebung oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift 

dazu ermächtigt ist. Der Beschwerdeführer ist als formeller und materieller 

Adressat der angefochtenen Entscheide durch diese unmittelbar betroffen 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher Überprüfung. 

Seine Beschwerdelegitimation ist folglich zu bejahen. Auf die von ihm 

zudem frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 38 VRG und Art. 52 VRG).

1.3. Näher zu prüfen ist die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin. 

Nach der Rechtsprechung muss das Interesse an der Behandlung der Be-

schwerde aktuell und praktisch sein. Mit diesem Erfordernis soll sicherge-

stellt werden, dass die Gerichte konkrete und nicht bloss theoretische Fra-

gen entscheiden. Es dient damit der Prozessökonomie (BGE 140 IV 74 

E.1.3.1). Auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses wird 

lediglich ausnahmsweise verzichtet, so wenn sich die aufgeworfenen 

Fragen unter gleichen oder ähnlichen Umständen jederzeit wieder stellen 

können, eine rechtzeitige Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre 

und die Beantwortung wegen deren grundsätzlicher Bedeutung im 

öffentlichen Interesse liegt (BGE 135 I 79 E.1.1). Im vorliegenden Fall fehlt 

es an diesen speziellen Voraussetzungen. Die Beschwerdelegitimation ist 

mit anderen Worten nur insoweit gegeben, als die Beschwerdeführerin im 

Zeitpunkt der Urteilsfällung vom angefochtenen Entscheid konkret und di-

rekt nachteilig betroffen ist. Dies ist im Zusammenhang mit der Verfügung 

betreffend Tierschutz/Hundehaltung nicht der Fall. Das Hundehalteverbot 

wurde nur dem Beschwerdeführer auferlegt, die Beschwerdeführerin ist 

davon nicht direkt betroffen (Verfügung des Amtes für Lebensmittelsicher-

heit und Tiergesundheit Graubünden [ALT] vom 16. Mai 2019; Akten des 

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Beschwerdegegners [Bg-act.] Nr. 2.1, Ziff. 1 und 2). Das Verbot, Hunde 

im Haushalt und im Betrieb in C._____ zu halten (Verfügung ALT, Bg-act. 

2.1, Ziff. 3) würde die Beschwerdeführerin in schutzwürdigen Interessen 

betreffen, wenn sie noch in C._____ leben würde. Dies ist aber nicht der 

Fall, ist sie doch gemäss den Ausführungen in der Beschwerde bereits vor 

längerer Zeit zusammen mit ihrer Tochter zurück ins J._____ gezogen. 

Ihre Behauptung, sie halte sich noch regelmässig auf dem Hof auf und es 

sei möglich, dass sie wieder ganz nach C._____ zurückkehre, vermag 

daran nichts zu ändern. Für diesen Fall ist ihr ja gestattet, ihre Hündin 

H._____ auf dem Hof in C._____ für die Arbeit mit den Schafen einzuset-

zen (Verfügung ALT, Bg-act. 2.1, Ziff. 3). Das Vorbringen, sie sei als 

Ehefrau des Beschwerdeführers weiterhin am Erfolg oder Misserfolg des 

Hofbetriebs beteiligt, begründet mangels direkten Kausalzusammenhangs 

kein unmittelbares Interesse an der Aufhebung oder Änderung des dem 

Beschwerdeführer auferlegten Verbots, war doch der Betrieb bereits 

überschuldet, als die Beschwerdeführenden noch über ihren gesamten 

Hundebestand verfügten (vgl. betriebswirtschaftlicher Bericht der 

Schweizer Berghilfe vom 1. Juni 2017, Bg-act. 2.7). Zu ergänzen bleibt, 

dass das gegenüber dem Beschwerdeführer ausgesprochene Verbot nur 

in der Schweiz und nicht auch am aktuellen Wohnort der 

Beschwerdeführerin im J._____ gültig ist (Art. 23 Abs. 2 TschG). 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die 

Beschwerdeführerin zur Beschwerde gegen die Departementsverfügung 

betreffend Tierschutz/Hundehaltung nicht legitimiert ist, da es ihr an einem 

aktuellen, direkten schutzwürdigen Interesse fehlt.

1.4. Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin im Zusammenhang 

mit der Departementsverfügung betreffend unentgeltliche Rechtspflege ist 

hingegen gegeben. Durch die Abweisung des Gesuches um 

unentgeltliche Rechtspflege wurde die Beschwerdeführerin verpflichtet, 

unter solidarischer Haftung die Hälfte der Kosten für das vorinstanzliche 

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Verfahren zu übernehmen und die Anwaltskosten zusammen mit dem 

Beschwerdeführer selber zu tragen. Eine aktuelle, direkte nachteilige 

Betroffenheit liegt damit offensichtlich vor.

1.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass auf die Beschwerde 

des Beschwerdeführers vollumfänglich einzutreten ist, auf die Beschwerde 

der Beschwerdeführerin insoweit, als sie die unentgeltliche Rechtspflege 

betrifft.

2. Die Beschwerdeführenden haben die zwei separaten Departementsverfü-

gungen betreffend Tierschutz/Hundehaltung und betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege mit einer einzigen Beschwerde angefochten und die Verei-

nigung der beiden Verfahren beantragt. Der Beschwerdegegner hat dage-

gen keine Einwände erhoben. Die Instruktionsrichterin hat darauf im Inter-

esse einer zweckmässigen Erledigung gestützt auf Art. 6 VRG verfügt, 

dass die Angelegenheit in einem Verfahren behandelt wird (Beilage des 

Gerichts D3).

3. Streitgegenstand bildet in der Hauptsache die Frage, ob der 

Beschwerdegegner das dem Beschwerdeführer vom ALT auferlegte, 

zeitlich unbefristete Hundehalte-, Betreuungs-, Führ-, Zucht- und 

Handelsverbot (nachfolgend kurz: Hundehalteverbot) zu Recht geschützt 

hat (dazu nachfolgend E.4 ff.). Zu klären ist zudem, ob das Gesuch der 

Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege für das vorinstanzliche 

Beschwerdeverfahren zu Recht abgewiesen wurde (dazu unten E.12 ff.).

4. Das Tierschutzgesetz bezweckt den Schutz der Würde und des 

Wohlergehens der Tiere (Art. 1 TSchG). Wer mit Tieren umgeht, hat ihren 

Bedürfnissen Rechnung zu tragen und, soweit es der Verwendungszweck 

zulässt, für ihr Wohlergehen zu sorgen (Art. 4 Abs. 1 TschG). Niemand 

darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden 

zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde 

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missachten; das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige 

Überanstrengen von Tieren ist verboten (Art. 4 Abs. 2 TschG). Wer Tiere 

hält oder betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die für ihr 

Wohlergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie 

soweit nötig Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG). Diese 

Vorschriften werden auf Verordnungsstufe konkretisiert. So sieht Art. 3 

Abs. 1 TSchV vor, dass Tiere so zu halten sind und mit ihnen so 

umzugehen ist, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört 

werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird. Unterkünfte 

und Gehege müssen mit geeigneten Futter-, Tränke-, Kot- und 

Harnplätzen, Ruhe- und Rückzugsorten mit Deckung, 

Beschäftigungsmöglichkeiten, Körperpflegeeinrichtungen und 

Klimabereichen versehen sein (Art. 3 Abs. 2 TSchV). Fütterung und Pflege 

gelten dann als angemessen, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung 

und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene 

den Bedürfnissen der Tiere entsprechen (Art. 3 Abs. 3 TSchV). 

Spezifische Mindestanforderungen an die Haltung von Haushunden finden 

sich in Art. 69 ff. TSchV. So müssen Aufzucht und Erziehung der Hunde 

sowie der Umgang mit ihnen die Sozialisierung gegenüber Artgenossen 

und Menschen sowie die Gewöhnung an die Umwelt gewährleisten; für 

Nutzhunde ist die Sozialisierung dem Einsatzzweck anzupassen (Art. 73 

Abs. 1 TSchV). Massnahmen zur Korrektur des Verhaltens von Hunden 

müssen der Situation angepasst erfolgen; verboten sind u.a. übermässige 

Härte, wie das Schlagen mit harten Gegenständen (Art. 73 Abs. 2 TSchV). 

5. Gemäss Art. 23 Abs. 1 TSchG kann die zuständige Behörde das Halten 

oder die Zucht von Tieren, den Handel oder die berufsmässige 

Beschäftigung mit Tieren auf bestimmte oder unbestimmte Zeit den 

Personen verbieten, die wegen wiederholter oder schwerer 

Zuwiderhandlung gegen Vorschriften des Tierschutzgesetzes und seiner 

Ausführungserlasse oder gegen Verfügungen bestraft worden sind (lit. a), 

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oder die aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten oder zu 

züchten (lit. b). Im vorliegenden Fall geht es um ein Hundehalteverbot 

gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG. Eine Unfähigkeit im Sinne von Art. 

23 Abs. 2 lit. b TSchG, mithin die Unfähigkeit, die grundsätzlichen 

Verhaltensgebote und -verbote des Tierschutzgesetzes zu befolgen, steht 

nicht zur Debatte (Urteil des Bundesgerichts 2C_72/2020 vom 1. Mai 2020 

E.5.1). Das Tierhalteverbot hat die Wahrung oder die Wiederherstellung 

des Tierwohls zum Ziel (Urteil des Bundesgerichts 2C_416/2020 vom 10. 

November 2020 E.4.2.3). Die Massnahme bezweckt nicht die Bestrafung 

der Tierhalterin oder des Tierhalters, sondern ist auf den Schutz und die 

Wiederherstellung der tierschutzrechtlich korrekten Haltebedingungen 

ausgerichtet (Urteile des Bundesgerichts 2C_72/2020 vom 1. Mai 2020 

E.5.1; 2C_7/2019 vom 14. Oktober 2019 E.3.1.1; 2C_958/2014 vom 31. 

März 2015 E.2.1 und 2C_378/2012 vom 1. November 2012 E.3.1).

6. Tierquälerei wird in Art. 26 TSchG unter Strafe gestellt. Als Tierquälerei 

gilt u.a. die vorsätzliche Misshandlung eines Tieres, dessen 

Vernachlässigung oder unnötige Überanstrengung sowie die Missachtung 

der Würde der Tiers in anderer Weise (Art. 26 Abs. 1 lit. a. TSchG). Als 

Misshandlung gilt dabei jedes Verhalten, mit dem einem Tier Schmerzen, 

Leiden, Schäden oder Ängste von einer gewissen Erheblichkeit zugefügt 

werden (Bollinger/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, Schweizer 

Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis, Band 1, zweite Auflage 2019, 

S. 120). Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 29. 

Juni 2019 der Tierquälerei für schuldig befunden und mit einer bedingten 

Geldstrafe und einer Busse bestraft (Bg-act. 3.34). Der zugrundeliegende 

Sachverhalt wurde im Strafbefehl wie folgt umschrieben. 

Der Beschwerdeführer befand sich am 15. April 2019, gegen 14:45 Uhr, zusammen mit 

einigen Ziegen und seinem 9-monatigen Border Collie D._____ (…) auf einer seiner Wei-

den in der Nähe der Örtlichkeit K._____ in C._____. Weil der Hund nicht gehorchte und 

eine der Ziegen in Richtung Bach trieb, rannte der Beschwerdeführer diesem nach. Als 

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er den jungen Border Collie D._____ weiter unten zu fassen kriegte, traktierte er ihn wie-

derholt mit Faustschlägen und Fusstritten und schlug ihn mehrmals gewaltsam mit dem 

Rücken auf den Boden, was von lautem Jaulen des Hundes begleitet war. Schliesslich 

trug er den Border Collie insgesamt 65 Sekunden am Halsband in der Luft hängend, 

wobei der Hund stranguliert wurde.

Dieser Sachverhalt ist unbestritten, die gut zweieinhalb Minuten dauernde 

Gewaltanwendung gegenüber dem Hund D._____ ist in einer Videoauf-

nahme zweifelsfrei dokumentiert (Bg-act. 3.1). Diese Videoaufnahme 

zeigt, wie der Beschwerdeführer den Hund zuerst anlockt und ihm dann 

insgesamt zehn Faustschläge verpasst, einer davon auf den Kopf, wie er 

den Hund viermal äusserst heftig mit dem Rücken auf den Boden schlägt 

und ihn zweimal auf den Boden drückt, wie er den Hund mit dem Fuss tritt 

und ihn während ca. 65 Sekunden in der Luft hängend strangulierend 

hangaufwärts transportiert. Diese massive Gewaltanwendung war unter-

brochen von kurzen Pausen und wurde auch auf die Zurufe der filmenden 

Person hin nicht eingestellt. Die Staatsanwaltschaft wertete dieses Verhal-

ten des Beschwerdeführers als lang dauernde und massive Misshandlung 

und Missachtung der Würde des Tiers mit der unhaltbaren Begründung, 

den Hund erziehen zu wollen (Strafbefehl, Bg-act. 3.34). Damit bezog sie 

sich auf die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der Kontrolle auf 

dem Hof am 17. April 2019, wonach er den Hund zu erzieherischen 

Zwecken etwas hart korrigiert habe (Verfügung des ALT vom 18. April 

2019, Bg-act. 3.3).

7. Der Beschwerdegegner ist der Ansicht, die Tat des Beschwerdeführers 

vom 15. April 2019 sei als schwere Zuwiderhandlung gegen Vorschriften 

des Tierschutzgesetzes einzustufen, was bereits genüge, um ein 

Hundehalteverbot im Sinne von Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG auszusprechen. 

Dies trifft zu, aus den nachfolgend aufgezeigten Gründen.

7.1. Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG sieht wie erwähnt ein Tierhalteverbot gegen 

Personen vor, die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung 

- 16 -

gegen tierschutzrechtliche Vorschriften bestraft worden sind. Der Wortlaut 

dieser Bestimmung mit dem Singular für die schwere Zuwiderhandlung 

lässt klar darauf schliessen, dass eine einzelne schwere Zuwiderhandlung 

gegen die Tierschutzgesetzgebung für die Anordnung eines 

Hundehalteverbots ausreicht. Die historische Auslegung führt zum selben 

Ergebnis. Der Wortlaut von Art. 23. Abs. 1 lit. a TSchG ist seit dem Inkraft-

treten des Tierschutzgesetzes im Jahr 1978 unverändert. In den Botschaf-

ten zum Gesetz (BBl 1977 I 1075 S. 1106 und 1094) und zu den Revisio-

nen von 2003 (BBl 2003 657 S. 681) und 2011 (BBl 2011 7055 S. 

7065) finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass eine Bestrafung für eine 

einzelne schwere Zuwiderhandlung nicht genügen würde. In 

systematischer Hinsicht spricht Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG alternativ von 

wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen die 

Tierschutzvorschriften, weshalb naheliegt, dass einer einzigen schweren 

Zuwiderhandlung dieselbe Tragweite beigemessen wird wie mehreren 

minder schweren Zuwiderhandlungen, was denn auch der 

verfassungskonformen Auslegung in Sinne einer tiergerechten Haltung 

entspricht (Art. 80 Abs. 2 lit. a der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft [BV; SR 101] i.V.m. Art. 1 TSchG). Entsprechend geht 

denn auch das Bundesgericht davon aus, dass ein Tierhalteverbot im 

Prinzip nur eine einzige krasse Verletzung des Tierschutzgesetzes 

voraussetzt (Urteile des Bundesgerichts 2C_72/2020 vom 1. Mai 2020 

E.5.1 und 2C_689/2020 vom 17. September 2020 E.5.3 mit Verweisen).

7.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, einem Hundehalteverbot gingen in 

der Regel diverse Verstösse gegen das Tierschutzrecht voraus, welche 

die zuständige Behörde in der Vergangenheit dazu veranlasst hätten, 

spezifische Anordnungen zur nachhaltigen Verbesserung der Tierhaltung 

zu treffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_122/2019 vom 6. Juni 2019 

E. 5.3). Dies mag zutreffen. Dennoch ist mit dem Beschwerdegegner 

davon auszugehen, dass es - wie vorliegend - durchaus 

- 17 -

Fallkonstellationen gibt, in denen aufgrund der Heftigkeit der 

Gewaltanwendung sowie der Begleitumstände von einer vorgängigen 

Abmahnung abgesehen und ein Verbot bereits aufgrund einer ersten 

schwerwiegenden Zuwiderhandlung verhängt werden kann (Urteile des 

Bundesgerichts 2C_72/2020 vom 1. Mai 2020 E.5.1 f., 2C_689/2020 vom 

17. September 2020 E.5.3 und 2C_635/2011 vom 11. März 2012 E.3.2). 

Denn schliesslich bezweckt das Verbot der Tierhaltung, das Tierwohl zu 

wahren oder wiederherzustellen, unabhängig davon, ob es sich um eine 

wiederholte oder einmalige Tat handelt (Urteil des Bundesgerichts 

2C_416/2020 vom 10. November 2020 E.4.2.3). Ausserdem ergibt sich 

das Tierhalteverbot als verwaltungsrechtliche Massnahme als direkte 

Konsequenz aus der Bestrafung durch die Strafjustiz (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_7/2019 vom 14. Oktober 2019 E.3.4.2). 

7.3. Nach der Lehre ist bei der Beurteilung der Schwere einer 

Zuwiderhandlung im Sinne von Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG in erster Linie 

auf den Grad der von den Tieren erlittenen Schmerzen oder Schäden 

abzustellen. Daneben können die Begleitumstände berücksichtigt werden, 

wie die Art der Begehung, Persönlichkeit, Vorleben und Beweggründe des 

Täters und Schwere des Verschuldens (A. GOETSCHEL, Kommentar zum 

Eidgenössischen Tierschutzgesetz, Bern/Stuttgart 1986, S. 176). Der 

Beschwerdeführer hat den Border Collie D._____ am 15. April 2019 

zunächst angelockt, um ihm sodann mit massiver Gewaltanwendung über 

eine längere Zeitdauer erhebliche Schmerzen und grosses Leid 

zuzufügen. Der Beschwerdeführer hat den Hund nicht in einem Moment 

des Kontrollverlustes geschlagen, vielmehr ist er ihm gefolgt mit der 

Absicht, ihn zu bestrafen. Bei der Bestrafung selber ist er weit über das 

zulässige Mass hinausgeschossen, sowohl was die Art der Bestrafung als 

auch was die Zeitdauer betrifft. Der Gewaltakt war unterbrochen von 

Pausen und auch die Zurufe der filmenden Person brachten den 

Beschwerdeführer nicht zur Besinnung. Die Tat erscheint dadurch nicht 

- 18 -

als Affekthandlung, sondern als Gewaltexzess. Der Hund D._____ hat 

nebst der Verletzung seiner Würde einen Bluterguss im linken Auge, eine 

Schürfung auf der Schnauze und Prellungen am ganzen Körper erlitten, 

auch schwere innere Verletzungen wären angesichts der Heftigkeit der 

Gewalteinwirkung möglich gewesen (Dokumentation der tierärztlichen 

Untersuchung vom 18. April 2019, Bg-act. 3.6). Durch das Zerren und 

Tragen am Halsband wurde dem Hund immer wieder über längere Zeit 

das Atmen verunmöglicht, was ihn in Angst und Schrecken versetzten 

musste und wahrscheinlich nachteiligen Einfluss auf seine charakterliche 

Entwicklung hatte, umso mehr, da D._____ ein Jungtier von neun Monaten 

war. Selbst wenn man dem Beschwerdeführer zugesteht, dass er zum 

Zeitpunkt der Misshandlung durch finanzielle und persönliche Probleme 

stark belastet war, muss dieses Verhalten als qualifizierter Verstoss gegen 

zentrale Prinzipien der Tierschutzgesetzgebung gewertet werden. 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es deshalb 

gerechtfertigt, von einer schweren Zuwiderhandlung auszugehen, welche 

ein Hundehalteverbot grundsätzlich rechtfertigt, unabhängig davon, ob 

noch weitere Verstösse gegen tierschutzrechtliche Vorschriften vorliegen 

oder nicht. 

7.4. Bei den Akten befinden sich zahlreiche Stellungnahmen von Tierärzten, 

Nachbarn und „Hundefachleuten“, welche dem Beschwerdeführer in 

einem allgemeinen Sinn einen tadellosen tierschutzrechtlichen Leumund 

attestieren (Bg-act. 2.10 ff. und 3.11 ff.). Im Zusammenhang mit der Frage, 

ob das Hundehalteverbot grundsätzlich gerechtfertigt ist, kann der 

Beschwerdeführer aus diesen Stellungnahmen nichts zu seinen Gunsten 

ableiten, vermögen sie doch nichts an der Schwere der Zuwiderhandlung 

vom 15. April 2019 zu ändern. Ein Teil der Stellungnahmen geht denn 

auch gar nicht auf die Misshandlung des Hundes D._____ ein (Bg-act. 

2.10, 2.11, 2.15, 2.18, 2.19, 2.20, 2.21, 2.22 und 2.23). Der andere Teil 

der Stellungnahmen stellt den Vorfall verharmlosend als Moment des 

- 19 -

Nervenverlusts oder als unerklärliche, einmalige Handlung dar (Bg-act. 

2.13, 2.14, 2.16, 2.17, 2.24, 3.11, 3.12, 3.16). Dabei bleibt unklar, welchen 

Kenntnisstand die Stellungnehmenden von der massiven Misshandlung 

des Hundes D._____ hatten. Im Zusammenhang mit der noch zu 

prüfenden Frage der Verhältnismässigkeit wird noch im Detail auf die 

Stellungnahmen einzugehen sein (vgl. unten E.9.2.2).

7.5. Anlässlich der Kontrolle auf dem Hof durch das ALT und die Polizei am 

17. April 2019 begründete der Beschwerdeführer die mit übertriebener 

Härte ausgeübte Tat gegenüber seinem Hund D._____ noch mit 

erzieherischen Motiven (Verfügung des ALT vom 18. April 2019, Bg-act. 

3.3). Später machte er dann geltend, dass er im Frühling 2019 aufgrund 

der Schuldensituation und der Überforderung auf dem Hof an einem 

Burnout gelitten habe und dass die Tat ein Ausraster gewesen sei 

(Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 12. Mai 2019, Bg-act. 3.20). 

Widersprechen sich - wie vorliegend - die Aussagen einer Person, so wird 

in der Regel den sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" 

ein grösseres Gewicht beigemessen als den späteren, im Wissen um die 

rechtlichen Konsequenzen getätigten Aussagen (BGE 143 V 168 E.5.2.2, 

Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E.3). 

Aus der Aussage des Beschwerdeführers, er habe «den Hund aus erzie-

herischen Zwecken etwas hart korrigiert», schloss der Beschwerdegegner 

deshalb zu Recht, dass der Beschwerdeführer damals Schläge und Ge-

walteinwirkung als legitimes Erziehungsmittel betrachtet und bei seinen 

Hunden eingesetzt hatte. Dies wiederum liess den Beschwerdegegner zu 

Recht befürchten, dass ohne das Hundehalteverbot auch inskünftig 

Widerhandlungen gegen die Tierschutzgesetzgebung nicht 

auszuschliessen gewesen wären. 

7.6. Die Vermutung, dass die Gewaltanwendung vom 15. April 2019 

gegenüber dem Hund D._____ kein einmaliger Ausraster war, sondern 

dass der Beschwerdeführer mit grosser Wahrscheinlichkeit schon zuvor 

- 20 -

seinen Hunden gegenüber eine übermässige Härte angewendet hatte, 

stützte der Beschwerdegegner zu Recht auch auf die Ergebnisse der 

Standortbestimmung im Tierheim F._____ vom 25. April 2019. Bei dieser 

Standortbestimmung zeigten die beschlagnahmten Border Collies durchs 

Band eine auffällige Demut bzw. Unterwürfigkeit, öfters urinierten sie 

sogar in Demut (Bg-act. 3.7). Entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers ist diese Standortbestimmung nicht lediglich eine 

Momentaufnahme, sondern eine Beurteilung durch Fachpersonen, die das 

Verhalten der beschlagnahmten Hunde über acht Tage beobachtet hatten 

und die Erfahrung im Umgang mit schwierigen und teilweise 

traumatisierten Tieren hatten. Es trifft auch nicht zu, dass die Hunde bei 

der Standortbestimmung durch die Verlegung ins Heim gestresst waren, 

fand sie doch erst nach einer achttägigen Eingewöhnungszeit statt. Die 

Gründe für das massive und - nach der überzeugenden Stellungnahme 

des Kantonstierarztes vom 23. Juli 2019 (Bg-act. 1.7) - nicht der Natur der 

Border Collies entsprechende Demutsverhalten sah der 

Beschwerdegegner deshalb zu Recht nicht in der Umplatzierung, sondern 

in einer problematischen Behandlung durch den Beschwerdeführer 

zumindest in der letzten Zeit vor der Beschlagnahme, mithin in der Zeit, in 

welcher der Beschwerdeführer mit einer übermässigen Arbeitslast und 

massiven finanziellen Problemen konfrontiert war. Für Gewaltanwendung 

und übermässige Härte spricht sodann auch, dass bei der tierärztlichen 

Untersuchung vom 18. April 2019 beim Border Collie D._____ Blutwerte 

erhoben wurden, die auf eine Muskelschädigung hinwiesen, wie sie bei 

erhöhtem Training und Schlägen auftritt (Bg-act. 3.6). An all dem 

vermögen die vom Beschwerdeführer beigebrachten Stellungnahmen 

nichts zu ändern (vgl. vorne E.7.4). Diese Stellungnahmen attestieren ihm 

zwar alle einen guten Umgang mit den Hunden, sie stützen sich aber 

überwiegend auf Erfahrungen in der Zeit vor dem Auftreten der 

Überlastungssituation und tragen der schwierigen finanziellen, familiären 

- 21 -

und psychischen Situation, in welcher sich der Beschwerdeführer im 

Frühjahr 2019 befunden hat, nicht gebührend Rechnung.

7.7. Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Misshandlung des Hundes 

D._____ nach eigenen Angaben mit der Arbeit auf den Hof überfordert und 

konnte die produzierte Schafmilch nur zu einem kleinen Teil verkaufen, so 

dass er in eine Überschuldungssituation geraten war, welche ihn als 

jungen Familienvater sehr belastete (Stellungnahme des 

Beschwerdeführers vom 12. Mai 2019, Bg-act. 3.20). In der 

psychiatrischen Klinik, in welche er nach der Beschlagnahme der Hunde 

am 18. April 2019 und nach einem Suizidversuch freiwillig eingetreten war, 

wurde bei ihm eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig 

schwerer Episode festgestellt und er wurde mit einer antidepressiven 

Therapie behandelt (Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden 

[PDGR] vom 14. Mai 2019, Bg-act. 2.8). Die rezidivierende depressive 

Störung ist durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert (ICD-

10: F.33.-; <www.icd-code.de/icd/code/

F33.-.html>, zuletzt besucht am 8. März 2021). Das Risiko, dass ein 

Patient nach einer ersten depressiven Episode im Lauf der Zeit weitere 

solche Episoden entwickelt, ist entsprechend hoch, umso mehr, wenn 

psychosoziale Belastungsfaktoren vorliegen. Dem Beschwerdeführer 

wurde von den PDGR eine günstige Prognose gestellt, allerdings unter der 

Voraussetzung, dass er nicht wieder in eine Überforderungssituation 

gerät, dass er einen gesunden Ausgleich zwischen Arbeit, Familienleben 

und Freizeit hat und dass er regelmässig ambulante psychotherapeutische 

Sitzungen besucht (Bg-act. 2.8). In Bezug auf die Arbeitsbelastung hat 

sich die Situation des Beschwerdeführers wohl etwas gebessert, seit er im 

Mai 2019 einen Betriebshelfer angestellt hat. Positiv wirkt sicher auch, 

dass er mit der Bio-Käserei L._____ einen Milchliefervertrag abschliessen 

konnte und dadurch nun deutlich mehr von seiner Schafmilch verkaufen 

kann. Ansonsten ist die Situation aber nach wie vor schwierig. Der Betrieb 

- 22 -

ist noch immer überschuldet (Jahresrechnung 2018, Bg-act. 2.26; 

Unterstützungsgesuch und betriebswirtschaftlicher Bericht Berghilfe, Bg-

act. 2.27). Zudem lebt der Beschwerdeführer nun getrennt von der 

Beschwerdeführerin und der gemeinsamen Tochter, welche vom Hof weg 

ins J._____ gezogen sind. Dies stellt einerseits eine beträchtliche 

emotionale Belastung dar, andererseits verschärft es auch die finanzielle 

Problematik, da der Beschwerdeführer nun verpflichtet ist, 

Unterhaltszahlungen von CHF 30‘000.00 bis 50‘000.00 pro Jahr zu leisten. 

Überdies hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben die von den 

PDGR dringend empfohlenen ambulanten psychotherapeutischen 

Sitzungen bereits im Juni 2019 aufgegeben. Damit ist die aus 

medizinischer Sicht erforderliche, stabilisierend wirkende 

Behandlungsstruktur weggefallen, was angesichts der erheblichen 

familiären und finanziellen Belastungssituation ein Risiko für den 

Beschwerdeführer und dessen Fähigkeit, sich sorgsam um den Hof und 

die Hunde zu kümmern, darstellt. 

7.8. Im Bericht der PDGR vom 14. Mai 2019 wird ausgeführt, im Rahmen der 

diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

schwere Episode, könne es bei Überforderungssituationen zu 

impulshaftem Verhalten kommen (Bg-act. 2.8). Dies vermag den 

gewalttätigen Ausbruch gegenüber dem Hund D._____ nicht in vollem 

Umfang zu erklären. Depressive Episoden zeichnen sich für gewöhnlich 

durch eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und 

einen verminderten Antrieb mit erhöhter Ermüdbarkeit und 

Aktivitätseinschränkungen aus (ICD-10: F.33.2 mit Verweis auf F.32 und 

F.32.2, DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation 

psychischer Störung, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 

Leitlinien, 9. Auflage, Bern 2014). Jedenfalls ist mit Blick auf den Vorfall 

vom 15. April 2019 dem Beschwerdegegner darin beizupflichten, dass die 

gegenüber dem Hund D._____ angewendete Gewalt weit darüber 

- 23 -

hinausgeht, was gemeinhin noch unter impulshaftem Verhalten 

verstanden wird. Zusammenfassend gab es somit hinreichende Gründe 

dafür, dass der Beschwerdegegner befürchtete, der Beschwerdeführer 

würde sich nicht an die tierschutzrechtlichen Vorgaben halten können, 

solange sich seine Situation nicht stabilisiert hatte.   

7.9. Die Befürchtung von zukünftigem tierschutzwidrigem Verhalten stützte der 

Beschwerdegegner zudem darauf, dass es bei der Hundehaltung des 

Beschwerdeführers Anzeichen der Vernachlässigung gab, insbesondere 

die nachfolgend dargelegten.

7.9.1. Bei der Kontrolle auf dem Hof am 17. April 2019 traf das ALT bei einer 

Aussentemperatur von 4°C zwei Welpen im Alter von ca. 2 Wochen im 

Zwinger an (Bg-act. 3.2). Der Beschwerdeführer rechtfertigt diese Art der 

Haltung damit, dass sich die Welpen in einer durch einen Vorhang 

abgeschlossenen Box auf einer 2 cm dicken Gummimatte im Innenbereich 

eines durch eine kleine Türe zum Aussenraum abgetrennten, isolierten 

Zwinger befunden hätten, wobei ihre Mutter ebenfalls im Zwinger gewesen 

sei und sich praktisch konstant in der Welpenbox aufgehalten habe. Somit 

sei die Temperatur für die Welpen immer warm gewesen. Es könne nicht 

pauschal von der Aussen- auf die Innentemperatur geschlossen werden. 

Letztere sei nie gemessen worden. Aus der bei den Akten liegenden 

Fotodokumentation (Bg-act. 3.2) lässt sich die beschwerdeführerische 

Beschreibung der Welpenbox und des Zwingers nachvollziehen. Seinem 

Schluss, die Welpen hätten es stets warm gehabt, kann aber nicht gefolgt 

werden. Die Welpenbox war nur durch einen Vorhang vom Innenbereich 

und dieser durch ein Loch in der Türe vom Aussenbereich abgetrennt und 

eine Wärmequelle war nicht vorhanden. Dies legt nahe, dass die 

Temperatur in der Box nicht massgeblich höher war als im Freien. 

Ausserdem erscheint es plausibel, dass sich das Muttertier gelegentlich 

von den Welpen entfernte. Inwiefern unter diesen Umständen die für 

Welpen empfohlene Umgebungstemperatur von 26°C bis 29°C (für die 

- 24 -

zweite Lebenswoche) bzw. von 23°C bis 26°C (für die dritte Lebenswoche) 

hätte erreicht werden sollen, ist nicht nachvollziehbar (Stellungnahme des 

Kantonstierarztes vom 23. Juli 2019, Bg-act. 1.7). Vielmehr ist dem 

Beschwerdegegner darin beizupflichten, dass es aus tierschutzrechtlicher 

Sicht notwendig gewesen wäre, eine Wärmequelle im Zwinger 

anzubringen und die Welpenbox mit einer wärmenden Unterlage statt nur 

mit einer Gummimatte auszukleiden, so dass das Liegematerial durch die 

Körperwärme des Muttertiers hätte erwärmt werden können. Die vom 

Beschwerdeführer praktizierte Art der Welpenhaltung ist mit Art. 6 Abs. 1 

TSchG sowie mit Art. 3 Abs. 1, Art. 6 und Art. 72 Abs. 2 TSchV nicht 

vereinbar. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang zudem, dass 

das ALT das Muttertier in einem besorgniserregenden Zustand antraf. Die 

Hündin benötigte Hilfe beim Säugen, war leicht unterernährt, produzierte 

zu wenig Milch für die zwei Welpen und war, wie die anderen Hunde auch, 

von Ektoparasiten befallen (Stellungnahme des Kantonstierarztes vom 23. 

Juli 2019, Bg-act. 1.7).

7.9.2. Der Kangal Herdenschutzhund I._____ lebte von Januar 2019 bis zum 17. 

April 2019 auf dem Hof des Beschwerdeführers. Er leidet an einer 

Fehlstellung der rechten Vorderpfote, welche gemäss tierärztlicher 

Abklärung auf eine ältere, bereits verknöcherte Fraktur zweier 

Metacarpalknochen zurückzuführen ist (Bg-act. 3.17). Der 

Beschwerdegegner erblickt darin zu Recht eine eventuelle Widerhandlung 

gegen die tierschutzrechtlichen Pflegevorschriften gemäss Art. 5 Abs. 1 

bzw. 2 TSchV, weil der Beschwerdeführer die Fehlstellung entweder nicht 

bemerkt oder es unterlassen hat, diese dem Tierarzt zu zeigen. Denn - wie 

bereits im angefochtenen Departementsentscheid nachvollziehbar 

ausgeführt - geht aus den geordnet wirkenden Unterlagen der 

behandelnden Tierarztpraxis im hier massgeblichen Zeitraum ab Anfang 

2019 kein Nachweis dafür hervor, dass die Verletzung der rechten 

Vorderpfote von I._____ dem Tierarzt tatsächlich gezeigt worden wäre und 

- 25 -

dieser entsprechende klinische oder bildgebende Befunde erhoben hätte 

(Bg-act. 3.2). Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe diese alte 

Verletzung schon wahrgenommen, als er I._____ im Alter von vier 

Monaten erworben habe, und er habe sie dem Bestandestierarzt gezeigt, 

mutet folglich als blosse Schutzbehauptung an. Insofern ist nicht erwiesen, 

dass der Beschwerdeführer seiner Pflicht zur Pflege und Behandlung 

gebührend nachgekommen ist. Ob letztlich eine orthopädisch-chirurgische 

Abklärung zu empfehlen gewesen wäre, ist demnach genauso 

unwesentlich, wie die Ursache für die Fehlstellung der rechten 

Vorderpfote. 

7.10. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der 

Beschwerdegegner das vom ALT verhängte Hundehalteverbot im 

Grundsatz zu Recht geschützt hat. Der Beschwerdeführer hat mit der 

Misshandlung des Hundes D._____ eine schwere Zuwiderhandlung im 

Sinne von Art. 23 Abs. 1 lit. a TSchG begangen, was für sich allein 

betrachtet bereits für ein Hundehalteverbot genügt. Hinzu kommen diverse 

weitere Vorkommnisse, welche befürchten lassen, dass der 

Beschwerdeführer - jedenfalls aktuell - nicht in der Lage ist, Hunde in 

Übereinstimmung mit den tierschutzrechtlichen Vorgaben zu halten.

8. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Landwirt ist vom Schutzbereich 

des Grundrechts auf Wirtschaftsfreiheit erfasst (Art. 27 Abs. 1 BV; Urteile 

des Bundesgerichts 2C_689/2020 vom 17. September 2020 E.5.2 und 

2C_958/2014 vom 31. März 2015 E.5.1). Das verhängte Hundehalteverbot 

erschwert dem Beschwerdeführer die Arbeit auf seinem Hof mit rund 200 

Schafen enorm und verhindert, dass er einen Teil seines Einkommens 

durch die Zucht von Border Collies erwirtschaften kann. Das Grundrecht 

auf Wirtschaftsfreiheit ist indessen nicht absolut, es kann - wie jedes 

verfassungsmässige Grundrecht – unter strengen Voraussetzungen 

eingeschränkt werden. Gemäss Art. 36 BV bedürfen Einschränkungen 

von Grundrechten einer gesetzlichen Grundlage (Abs. 1), müssen durch 

- 26 -

ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Drit-

ter gerechtfertigt sein (Abs. 2), müssen verhältnismässig sein (Abs. 3) und 

dürfen nicht in ihrem Kerngehalt angetastet werden (Abs. 4). Vorliegend 

ist eine gesetzliche Grundlage mit Art. 23 Abs. 1 TSchG 

unbestrittenermassen gegeben. Dass am Schutz des Wohlergehens und 

der Würde der Hunde bzw. an einer tiergerechten Haltung ein gewichtiges 

öffentliches Interesse besteht, wird ebenfalls nicht in Abrede gestellt (Art. 

80 Abs. 2 lit. a BV i.V.m. Art. 1 TSchG). Streitig ist hingegen die Frage der 

Verhältnismässigkeit, diese wird nachfolgend geprüft.

9. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass behördliche Mass-

nahmen für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse 

liegenden Zieles geeignet und erforderlich sind und sich für die 

Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als 

zumutbar erweisen. Es muss eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vor-

liegen. Eine Massnahme ist unverhältnismässig, wenn das angestrebte 

Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann 

(Art. 36 Abs. 3 und Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 140 I 2 E.9.2.2, 137 I 31 E.7.5.2, 

136 I 87 E.3.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_122/2019 vom 6. Juni 2019 

E.5.1 und 2C_545/2014 vom 9. Januar 2015 E.5). Nachfolgend wird 

geprüft, ob das gegen den Beschwerdeführer verhängte unbefristete 

Hundehalteverbot die Voraussetzungen der Geeignetheit (vgl. 

nachfolgend E.9.1), der Erforderlichkeit (vgl. unten E.9.2) und der 

Zumutbarkeit (vgl. unten E.9.3) zu erfüllen vermag.

9.1. Das Hundehalteverbot ist zweifellos geeignet, die Einhaltung der 

tierschutzrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Kann der 

Beschwerdeführer keine Hunde halten, so kann er offensichtlich auch 

keine Hunde in tierschutzwidriger Weise behandeln.

9.2. Streitig ist die Frage, ob das verhängte Hundehalteverbot erforderlich ist. 

Der Beschwerdeführer verneint dies mit der Begründung, ein 

- 27 -

unbeschränktes Hundehalteverbot sei in zeitlicher Hinsicht 

unverhältnismässig, es handle sich dabei nicht um die mildeste 

Massnahme. Dieser Sichtweise ist - aus den nachfolgend dargelegten 

Gründen - zu folgen.

9.2.1. Nach der Rechtsprechung fehlt es an der Erforderlichkeit, wenn mildere 

Massnahmen zur Erreichung des angestrebten Zwecks genügen (BGE 

146 I 97 E.2.3). Eine behördliche Massnahme ist unter dem Blickwinkel 

der Erforderlichkeit nur zulässig, wenn sie in sachlicher, zeitlicher und per-

sönlicher Hinsicht das mildeste Mittel darstellt, mit dem der Zweck gerade 

noch erreicht werden kann (BGE 142 I 49 E.9.1, Urteil des Bundesgerichts 

2C_1106/2018 vom 4. Januar 2019 E.3.3). Dabei ist zu berücksichtigen, 

ob die betroffene Person einsichtig und kooperationswillig ist (Urteile des 

Bundesgerichts 2C_122/2019 vom 6. Juni 2019 E.5.4 und 2C_958/2014 

vom 31. März 2015 E.4.3).

9.2.2. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners ist nicht anzunehmen, 

dass der Beschwerdeführer in Zukunft grundsätzlich ausser Stande ist, 

Hunde entsprechend den Regeln des Tierschutzes zu halten. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass die Misshandlung des Hundes D._____ und die 

weiteren tierschutzrechtlich problematischen Vorkommnisse in 

Zusammenhang stehen mit der schwierigen finanziellen, familiären und 

psychischen Situation, wie sie sich im Frühjahr 2019 einstellte und wie sie 

seither weiterbesteht. Diese Sichtweise drängt sich auf, weil bis zum 

Vorfall vom 15. April 2019 keine tierschutzrechtlich relevanten 

Sachverhalte dokumentiert sind, und weil dem Beschwerdeführer in 

zahlreichen glaubwürdigen Stellungnahmen eigentlich ein guter Umgang 

mit Tieren attestiert wird (so er sich in einem ausgeglichenen und nicht in 

einem Überlastungszustand befindet). Nachfolgend werden die 

wesentlichen Passagen aus den aussagekräftigsten Stellungnahmen 

zitiert:

- 28 -

- Der Tierarzt Dr. med. vet. M._____ gab in seiner Stellungnahme vom 8. 

Juni 2019 an, seit Anfang der Niederlassung des Beschwerdeführers in 

der N._____ habe er die Hundezucht tierärztlich betreut. In dieser Zeit 

habe er den Beschwerdeführer als begeisterten, kompetenten und 

engagierten Hundezüchter kennengelernt. Im Verlauf der Jahre habe er 

oft mit erwachsenen Hunden und Welpen die Praxis besucht. Dabei 

habe er ihn als einen stets offenen, angenehmen und hilfsbereiten 

Hundezüchter kennengelernt. Die Hunde seien gut erzogen gewesen, 

vertraut und nie aggressiv. Die Welpen seien verspielt, aktiv und 

unternehmenslustig gewesen (Bg-act. 2.10).

- Die Tierärztin Dr. med. vet. O._____ gab an, sie kenne den 

Beschwerdeführer als Kunden der Praxis und habe ihn näher 

kennengelernt, als er ihrem Mann einen seiner Border Collies als 

Hütehund verkauft habe. Sie habe den Beschwerdeführer als offenen, 

umgänglichen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt, dem seine 

Hunde am Herzen lägen. Er sei mit seinen Hunden ruhig und freundlich 

umgegangen. Die erwachsenen Hunde seien ruhig und gut erzogen 

gewesen, nicht ängstlich, nicht aggressiv, und am Pflege- und 

Nährzustand habe es nichts auszusetzen gegeben (Bg-act. 2.11).

- Der Herdenschutzbeauftragte des Kantons Graubünden führte in seiner 

Stellungnahme vom 10. Juni 2019 aus, er habe den Beschwerdeführer 

in den Beratungsgesprächen als äusserst engagierten, initiativen und 

umtriebigen Landwirt erlebt, der bemüht gewesen sei, sich für die 

Haltung von Herdenschutzhunden optimal vorzubereiten. Der 

Beschwerdeführer habe im Rahmen der Schafhirtenausbildung als 

Gruppenleiter gearbeitet und er habe dabei einen sehr positiven 

Eindruck gemacht (Bg-act. 2.12).

- Herr P._____ der Swiss Sheepdog Society gab in seiner Stellungnahme 

vom 10. Juni 2019 an, der Beschwerdeführer geniesse als 

Hundeausbildner und als Hundeführer einen hervorragenden Ruf, 

- 29 -

untermauert durch mehrere sehr gute Klassierungen in den 

Arbeitsprüfungen für Herdengebrauchshunde. Sein Umgang mit den 

Hunden an den Arbeitsprüfungen sei vorbildlich (Bg-act. 2.13).

- Dr. med. vet. Q._____ kennt den Beschwerdeführer seit 2016 und teilt 

mit ihm die Leidenschaft für Hundezucht und -ausbildung. In seiner Stel-

lungnahme vom 8. Juni 2019 gab er an, der Beschwerdeführer sei ein 

ruhiger und feiner Hundeführer. Bei der gemeinsamen Arbeit mit dem 

Beschwerdeführer habe er immer gesunde, gut gepflegte Hunde gese-

hen (Bg-act. 2.14).

- Der Landwirt R._____ hatte die beiden beschlagnahmten Kangal Her-

denschutzhunde des Beschwerdeführers übernommen. In seiner Stel-

lungnahme vom 12. Juni 2019 gab er an, die zwei Hunde hätten sich 

gleich in den Betrieb integriert, seien in guter Verfassung und gut 

genährt gewesen. Er sei der Überzeugung, dass der vorherige Eigentü-

mer mit diesen Hunden einen tollen Job gemacht habe (Bg-act. 2.16).

- S._____ aus C._____ ist eine Nachbarin des Beschwerdeführers. Sie 

betreibt eine Tierheilpraxis und engagiert sich im Tierschutz. In ihrer 

Stellungnahme vom 9. Juni 2019 gab sie an, nach ihrer Beobachtung 

führe der Beschwerdeführer den Hof gewissenhaft und gut. Im Umgang 

mit seinen Hunden habe sie ihn als verantwortungsvollen und konse-

quenten Führer erlebt, er liebe und fordere seine Hunde (Bg-act. 2.19).

- Der Landwirt T._____ ist ein Nachbar des Beschwerdeführers. In seiner 

Stellungnahme vom Juni 2019 bestätigte er, dass der Beschwerdefüh-

rer im Umgang mit seinen Tieren, insbesondere auch den Hunden, im-

mer liebevoll gewesen sei (Bg-act. 2.21).

9.2.3. Nachdem der Beschwerdeführer die Misshandlung des Hundes D._____ 

zunächst noch als etwas zu harte Erziehungsmassnahme verharmlost 

hatte (vgl. vorne E.7.5), zeigte er in der Folge eine gewisse Einsicht. In 

seiner Stellungnahme ans ALT vom 12. Mai 2019 erklärte er glaubhaft, 

- 30 -

dass er sich sehr für seine Tat schäme und dass eine solche Tat nicht 

vorkommen dürfe (Bg-act. 3.20). Zudem informierte er Herrn P._____ der 

Swiss Sheepdog Society über die Misshandlung und entschuldigte sich 

(Stellungnahme P._____, Bg-act. 2.13). Sodann zeigte er sich sowohl im 

vorinstanzlichen als auch im vorliegenden Verfahren bereit, sich bei der 

Haltung von Hunden regelmässig durch Fachpersonen kontrollieren zu 

lassen und Vorgaben für die Verbesserung der Hundehaltung umzuset-

zen.

9.2.4. Angesichts dieser Umstände vermag das unbefristete Hundehalteverbot 

die Voraussetzung der Erforderlichkeit nicht zu erfüllen. Als mildere Mass-

nahme, die dennoch den Zweck erfüllt, drängt sich ein befristetes Hunde-

halteverbot auf, das aufgehoben wird, sobald sich der Zustand und die 

Situation des Beschwerdeführers hinreichend und nachweislich stabilisiert 

haben. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners kann eine Befris-

tung auch auf einen ungewissen Zeitpunkt festgesetzt werden, wenn die 

Bedingungen für das Wegfallen des Verbots ausreichend klar formuliert 

sind. Dem Beschwerdeführer sind deshalb Auflagen zu stellen, die 

geeignet sind, eine mit der Tierschutzgesetzgebung vereinbare 

Hundehaltung längerfristig sicherstellen. Sobald diese Auflagen erfüllt 

sind, muss dem Beschwerdeführer das Halten, Betreuen, Führen, 

Handeln und Züchten von Hunden wieder erlaubt werden. Zu denken wäre 

dabei zum Beispiel an:
 Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, welches dem Beschwerdeführer 

attestiert, dass sich sein Gesundheitszustand stabilisiert hat und dass von ihm keine 

Gefahr mehr ausgeht für von ihm gehaltene Hunde

 Nachweis einer regelmässigen ambulanten psychiatrischen bzw. 

psychotherapeutischen Behandlung mit erfolgreichem Verlauf

 Nachweis für eine geordnete finanzielle Situation
 Auflagen zum Besuch von Kursen zum tiergerechten Umgang mit Hunden, zum 

Umgang mit Stresssituationen, zur landwirtschaftlichen Betriebsführung etc.

 Auflagen zur Verbesserung der Haltung und Pflege der Hunde auf dem Betrieb

 Anordnung von notwenigen Instandstellungsarbeiten in den Hundezwingern

- 31 -

9.2.5. Die Auflagen, mit welchen das befristete Hundehalteverbot zu versehen 

ist, können nicht in diesem Verfahren festgelegt werden. Sie bedürfen 

einer fachkundigen Beurteilung und sind deshalb durch das ALT 

festzulegen. Ihm kommt dabei ein erheblicher Ermessensspielraum zu 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_416/2020 vom 10. November 2020 

E.4.2.4 und 2C_122/2019 vom 6. Juni 2019 E.5.3 mit Hinweisen).

9.3. Zu prüfen bleibt die dritte Voraussetzung für die Rechtmässigkeit des 

Grundrechtseingriffs, mithin die Zumutbarkeit des Hundehalteverbots in 

der korrigierten, mit Auflagen versehenen und befristeten Form. Dabei 

sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers den öffentlichen In-

teressen des Tierschutzes gegenüberzustellen. Unter dem Aspekt der Zu-

mutbarkeit ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer durch das Hunde-

halteverbot bei seiner Arbeit mit den Schafen sehr stark eingeschränkt ist. 

Dies wird dadurch relativiert, dass es dem Betriebshelfer erlaubt ist, einen 

Hund auf dem Hof zu halten und mit diesem zu arbeiten, so dass die 

Schafhaltung auf dem beschwerdeführerischen Hof ohne allzu gravie-

rende Einschränkungen weitergeführt werden kann (siehe dazu unten 

E.11). Weil der Beschwerdeführer über eine gewisse Zeit nicht mehr wie 

zuvor Hunde züchten und verkaufen kann, sind zudem finanzielle Einbus-

sen zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer legt zudem glaubhaft dar, 

dass ihm die Hundehaltung und die Hundezucht am Herzen liegt. Dies 

wird von zahlreichen Stellungnahmen (vgl. oben E.9.2.2) bestätigt, so 

dass auch der vorübergehende Verlust der Möglichkeit, eine geliebte 

Tätigkeit auszuüben, in Betracht zu ziehen ist. Diese privaten Interessen 

vermögen indessen die öffentlichen Interessen am Tierschutz nicht zu 

überwiegen. Mit der Tat vom 15. April 2019 hat sich der Beschwerdeführer 

der Tierquälerei schuldig gemacht. Die massive und über eine längere 

Zeitdauer vorgenommene Gewaltanwendung stellt eine schwere 

Misshandlung dar und zeugt von einem hohen Mass an 

Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Tierwohl. Der Gewaltausbruch des 

- 32 -

Beschwerdeführers nahm ein erschreckendes Ausmass an Brutalität an, 

was erhebliche physische, psychische und entwürdigende Folgen für den 

Hund D._____ zur Folge hatte. Negativ ins Gewicht fallen zudem die 

weiteren Vorkommnisse, welche Anlass zu Beanstandungen gaben (vgl. 

vorne E.7.9 ff.). Das Hundehalteverbot erweist sich somit als zumutbar, 

umso mehr, da es nun in befristeter Form verhängt wird.

9.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das angefochtene 

unbefristete Hundehalteverbot nicht verhältnismässig und deshalb 

aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist an den Beschwerdegegner 

zurückzuweisen. Dieser hat unter Mitwirkung des ALT das 

Hundehalteverbot mit einer Befristung und mit geeigneten Auflagen zu 

versehen.

10. Mit Eventualantrag verlangte der Beschwerdeführer, das 

Hundehalteverbot sei aufzuheben und es sei ihm für die Dauer eines 

halben Jahres zu gestatten, Hunde zu halten, zu betreuen, zu führen und 

zu züchten. Dies unter der Auflage, dass die Hunde einmal alle zwei 

Wochen durch eine Fachperson begutachtet würden. Diesem Antrag kann 

nicht gefolgt werden. Die Auflage ist nicht geeignet, einen Zustand 

herbeizuführen, wie es der Tierschutz als Minimalvorgabe in der 

vorliegenden Angelegenheit erfordert. In seiner Stellungnahme vom 27. 

Juni 2019 erklärte der Kantonstierarzt überzeugend und nachvollziehbar, 

dass das Verhalten des Beschwerdeführers und sein Umgang mit den 

Hunden anlässlich von regelmässigen Kontrollen nicht beurteil- und 

messbar wären (Bg-act. 1.3). 

11. Für den - nun eingetretenen - Fall, dass das Hundehalteverbot nicht 

aufgehoben wird, beantragt der Beschwerdeführer, dass dem 

Betriebshelfer für die Arbeit mit den Schafen die Haltung eines Hundes auf 

seinem Betrieb zu erlauben ist. Diesem Antrag kann gefolgt werden. Dem 

Betriebshelfer wurde bereits mit vorsorglicher Verfügung vom 10. Juni 

- 33 -

2020 für die Dauer des Verfahrens das Recht eingeräumt, mit einem Hund 

auf dem beschwerdeführerischen Hof zu arbeiten, und es liegen keine 

Hinweise darauf vor, dass es mit dieser vorsorglichen Massnahme 

Probleme gegeben hätte. Sodann ist offensichtlich, dass die Arbeit mit 200 

Schafen ohne Hund enorm erschwert wäre, insbesondere angesichts der 

Tatsache, dass die Schafe sich zu gewissen Zeiten auch auf Weiden 

aufhalten, die rund 1.5 km vom Hof entfernt sind. Würde dem 

Betriebshelfer die Haltung des Hundes nicht zugestanden, so würde dies 

die Existenz des Betriebes gefährden, was unverhältnismässig wäre. Dem 

Betriebshelfer wird deshalb für seine Arbeit auf dem Betrieb des 

Beschwerdeführers die Haltung eines eigenen Hundes erlaubt, dies unter 

der Auflage, dass er sicherstellt, dass der Beschwerdeführer keinen 

Kontakt zu dem Hund hat. Er ist durch das ALT darüber zu unterrichten, 

dass es dem Beschwerdeführer vorübergehend bis auf Weiteres untersagt 

ist, Hunde zu halten, zu betreuen oder zu führen. Die Gutheissung dieses 

Rechtsbegehrens steht jedoch insgesamt unter der Resolutivbedingung, 

dass die Anordnung endigt, sofern anlässlich von unangekündigten 

behördlichen Kontrollen festgestellt werden sollte, dass gegen die 

Auflagen verstossen worden ist.

12. Zu klären ist nun der zweite Streitgegenstand, nämlich die Frage, ob der 

Beschwerdegegner das Gesuch der Beschwerdeführenden um 

unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung für das vorinstanzliche 

Verfahren zu Recht abgewiesen hat.

12.1. Nach Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 76 VRG hat jede Person, die nicht über 

die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht offensichtlich mutwillig ist 

oder von vornherein aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer 

Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen 

unentgeltlichen Rechtsbeistand. Aussichtslos ist ein Prozess, wenn die 

Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so 

- 34 -

dass die Gewinnchancen kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. 

Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn 

sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder 

jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die 

über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 

Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf 

eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb an-

strengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4). Ob im 

Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund 

einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wo-

bei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massge-

bend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4). 

12.2. Der Beschwerdegegner hat die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Verbeiständung infolge Aussichtslosigkeit verweigert. 

Zur Begründung führte er zur Hauptsache an, die Beweislage bezüglich 

des Vorfalls vom 15. April 2019 sei klar, es liege eine schwere 

Misshandlung des Hundes D._____ vor, welche das Hundehalteverbot 

rechtfertige. Die von den Beschwerdeführenden dagegen geltend 

gemachte Argumentation sei in objektiver Hinsicht schlicht nicht 

nachvollziehbar. Ausserdem sei das ALT differenziert vorgegangen und 

habe der Beschwerdeführerin sogar einen Hund belassen. Daher sei nicht 

ersichtlich, inwiefern der Beschwerde hätte Erfolg beschieden sein 

können. Schliesslich hätten die Beschwerdeführenden aufgrund der 

diversen Stellungnahmen, welche sich grösstenteils nicht bzw. nur 

oberflächlich mit den festgestellten Sachverhalten auseinandergesetzt 

hätten, nicht erwarten dürfen, dass sich diese erheblich positiv auswirken 

würden. Der beschwerdegegnerischen Sichtweise kann nicht gefolgt 

werden, aus diesen Gründen:

- Im vorliegenden Verfahren hat sich gezeigt, dass das zeitlich 

unbefristete Hundehalteverbot nicht rechtmässig ist. Angesichts dieses 

- 35 -

Ergebnisses kann nicht die Rede davon sein, dass die Rechtsbegehren 

der Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren aussichtslos 

waren.

- Das ALT hatte die vorgesehenen Massnahmen gegen den 

Beschwerdeführer der Beschwerdeführerin nicht zur Stellungnahme 

unterbreitet, obwohl die Massnahmen damals, als die 

Beschwerdeführerin noch auf dem Hof in C._____ lebte, auch 

Auswirkungen auf sie hatten. Der Beschwerdegegner anerkannte diese 

Gehörsverletzung im vorinstanzlichen Verfahren und heilte sie 

(angefochtene Departementsverfügung betreffend 

Tierschutz/Hundehaltung, Bg-act. 1.22 S. 28). Damit war die 

Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren in einem Nebenpunkt 

erfolgreich.

- Für die Beschwerdeführenden stand aufgrund ihrer beachtlichen 

betrieblichen und wirtschaftlichen Interessen im Verfahren um das 

Hundehalteverbot viel auf dem Spiel. Es kann deshalb davon 

ausgegangen werden, dass Personen mit den nötigen Mitteln in 

vergleichbaren Situationen auf eigene Rechnung und Gefahr ebenfalls 

einen solchen Prozess angestrebt hätten.

12.3. Somit ergibt sich, dass den Beschwerdeführenden für das vorinstanzliche 

Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche 

Verbeiständung zu bewilligen ist. Angesichts der Komplexität der sich 

stellenden Fragen, wie sie sich ja auch in den vorstehenden Erwägungen 

gezeigt hat, war es gerechtfertigt, einen Anwalt beizuziehen. Insgesamt 

hat der Beschwerdegegner somit das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung für das 

Verwaltungsbeschwerdeverfahren zu Unrecht abgewiesen. Die 

Departementsverfügung vom 20. April 2020 betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege ist daher aufzuheben. Im Sinne des 

beschwerdeführerischen Eventualantrags ist die Angelegenheit an den 

- 36 -

Beschwerdegegner zurückzuweisen, damit er über die Voraussetzung der 

Bedürftigkeit befindet. Dabei hat sich die Beurteilung der Bedürftigkeit an 

der nachfolgenden Prüfung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 

und Verbeiständung für das vorliegende Verfahren zu orientieren (siehe 

unten E.16); Abweichungen davon sind in den Punkten vorzunehmen, in 

welchen tatsächliche Unterschiede vorliegen. Solche Unterschiede 

können insbesondere daraus resultieren, dass für die Beurteilung des 

Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung die 

Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgebend sind 

(BGE 140 V 521 E.9.1; Urteile des Bundesgerichts 5A_144/2010 vom 22. 

März 2010 E.2.1.2 und 5A_511/2016 vom 9. Mai 2017 E.6.1.3). 

12.4. Die Beschwerdeführenden sind der Ansicht, für die Begründetheit ihrer 

Gehörsrüge im vorinstanzlichen Verfahren stehe ihnen eine 

Parteientschädigung zu. Dies trifft im Grundsatz zu. Nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung ist nämlich dem Umstand, dass ein Beschwer-

deführer nur deshalb unterliegt, weil ein Verfahrensfehler von der Rechts-

mittel-instanz geheilt wird, bei der Regelung der Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen angemessen Rechnung zu tragen (Urteile des Bundesge-

richts 1C_143/2019 vom 12. Dezember 2019 E.2.7, 1C_254/2017 vom 5. 

Januar 2018 E.3.2 und 1C_255/2017 vom 24. Oktober 2017 E.7.3). Der 

Beschwerdegegner hat also die Begründetheit der Gehörsrüge zu berück-

sichtigen, wenn er die Kosten- und Entschädigungsfrage für das vorin-

stanzliche Verfahren im Lichte des vorliegenden Entscheides neu regelt.

13. Insgesamt ist die Beschwerde daher teilweise gutzuheissen und die ange-

fochtene Departementsverfügung vom 20. April 2020 betreffend Tier-

schutz/Hundehaltung insoweit aufzuheben, als darin das dem Beschwer-

deführer auferlegte zeitlich unbefristete Hundehalte-, Betreuungs-, Führ-, 

Zucht und Handelsverbot geschützt wurde. Dieses ist vom Beschwerde-

gegner durch ein befristetes Verbot zu ersetzen, wobei dem Beschwerde-

führer das Halten, Betreuen, Führen, Handeln und Züchten von Hunden 

- 37 -

wieder zu erlauben ist, sobald im Sinne der Erwägungen nach Anordnung 

geeigneter Vorkehrungen und Massnahmen durch das ALT feststeht, dass 

er eine mit der Tierschutzgesetzgebung vereinbare Hundehaltung sicher-

stellen kann. Bis dahin ist dem Betriebshelfer zu gestatten, für seine Arbeit 

auf dem Betrieb des Beschwerdeführers einen eigenen Hund zu halten, 

unter der Auflage, dass er gewährleistet, dass der Beschwerdeführer nicht 

auf den Hund zugreifen kann. Der Betriebshelfer ist vom ALT darüber zu 

informieren, dass es dem Beschwerdeführer bis auf Weiteres untersagt 

ist, Hunde zu halten, zu betreuen oder zu führen. Sollte dagegen verstos-

sen werden, fällt diese Anordnung im Sinne einer Resolutivbedingung da-

hin. Zudem ist die Departementsverfügung vom 20. April 2020 betreffend 

unentgeltliche Rechtspflege aufzuheben und die Angelegenheit ist zur 

Prüfung der Bedürftigkeit im Sinne der Erwägungen an den Beschwerde-

gegner zurückzuweisen. Dieser hat zudem die Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen der vorangegangenen Verfahren neu zu verlegen. Im Übrigen 

ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

14. Bei diesem Verfahrensausgang obsiegen die Beschwerdeführenden 

teilweise. Es rechtfertigt sich deshalb, die Gerichtskosten zu zwei Dritteln 

den Beschwerdeführenden und zu einem Drittel dem Beschwerdegegner 

aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr beträgt dabei 

CHF 5'000.00. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus CHF 4'000.00 für 

das vorliegende Beschwerdeverfahren und CHF 1'000.00 für die 

Verfügung betreffend vorsorgliche Massnahmen. Für den 

Gerichtskostenanteil, welchen die Beschwerdeführenden übernehmen 

müssen, haften sie solidarisch. Der Beschwerdeführer hat davon drei 

Viertel zu tragen, die Beschwerdeführerin einen Viertel.

15. Angesichts des teilweisen Obsiegens hat der Beschwerdegegner den 

Beschwerdeführenden einen Drittel der durch den vorliegenden 

Rechtsstreit verursachten aussergerichtlichen Kosten zu erstatten (Art. 78 

Abs. 1 VRG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden macht in 

- 38 -

seiner ergänzten Honorarnote vom 18. August 2020 einen Aufwand von 

CHF 7'732.86 geltend, bestehend aus seinem Zeitaufwand von 26.93 

Stunden à CHF 250.00 und einem solchen von 0.68 Stunden à 

CHF 125.00 für einen Rechtsanwaltskandidaten, Auslagen von CHF 

362.50 sowie 7.7 % Mehrwertsteuer von CHF 552.86. Der Rechtsvertreter 

legte zudem eine Honorarvereinbarung über einen Stundenansatz für 

Rechtsanwälte von CHF 250.00 bzw. für Rechtsanwaltskandidaten von 

CHF 125.00 ins Recht. Dieses Honorar erscheint angemessen. 

Demzufolge hat der Beschwerdegegner den Beschwerdeführenden eine 

Parteientschädigung inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer im Betrag 

von CHF 2'577.62 zu bezahlen (CHF 7'732.86 x 1/3). Dem 

Beschwerdegegner steht als einer mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisation keine Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2 

VRG).

16. Die Beschwerdeführenden haben auch für das vorliegende Verfahren ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gestellt. 

Soweit sie obsiegen, ist dieses Gesuch gegenstandslos. Für den Teil ihres 

Unterliegens ist das Gesuch nachfolgend zu prüfen. 

16.1. Wie bereits erwähnt hat nach Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 76 VRG jede Per-

son, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unent-

geltliche Rechtspflege und Verbeiständung, wenn ihr Rechtsbegehren 

nicht offensichtlich mutwillig ist oder von vornherein aussichtslos er-

scheint. Mutwilligkeit und Aussichtslosigkeit sind vorliegend offensichtlich 

nicht gegeben, zu klären bleibt somit einzig die Frage der Prozessarmut. 

Diese Frage ist bei getrenntlebenden Ehegatten rechtsprechungsgemäss 

in getrennten Einzelrechnungen zu klären. Es ist also nur das Einkommen 

und das Vermögen der jeweiligen gesuchstellenden Person selbst sowie 

deren eigener Bedarf zu berücksichtigen. Nötigenfalls ist aber in einem 

zweiten Schritt jener Anteil des Einkommens oder Vermögens des 

anderen Ehegatten hinzuzurechnen, den dieser entbehren kann, ohne 

- 39 -

selber prozessarm zu werden. Bei den finanziellen Verhältnissen der 

Gesuchsteller sind die familienrechtlichen Unterhaltsansprüche zu 

berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_432/2010 vom 8. Juli 2010 

E. 5.2 f.).

16.2. Beim Beschwerdeführer stehen monatliche Einnahmen von CHF 4‘188.15 

monatlichen Ausgaben von CHF 5‘346.20 gegenüber, so dass ein Manko 

von CHF 1‘158.05 resultiert. Grundlage für die Bestimmung der 

monatlichen Einnahmen ist dabei die definitive Veranlagungsverfügung für 

die Kantons- und Gemeindesteuer 2018 (Bg-act. 2.31, dies nota bene weil 

die Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2019 noch nicht vorliegt). Die 

monatlichen Auslagen errechnen sich wie folgt: CHF 1‘200.00 

(Grundbetrag) + CHF 240 (Zuschlag von 20% des Grundbetrags) + 

CHF 199.00 (monatliche Krankenkassenprämie) + CHF 800.00 (Miete) + 

CHF 2‘500.00 (Unterhaltsbeitrag für die Beschwerdeführerin und das 

gemeinsame Kind). Namhaftes liquides Vermögen hat der 

Beschwerdeführer wie er glaubhaft darlegt und mit einem Bankauszug 

belegt nicht (Bg-act. 2.29). Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist 

somit gegeben.

16.3. Bei der Beschwerdeführerin steht ein monatliches Einkommen von 

CHF 1‘900.00 monatlichen Ausgaben von CHF 2‘742.00 gegenüber. Sie 

hat damit ein monatliches Manko von CHF 842.00. Die Einnahmen 

resultieren aus dem vom Beschwerdeführer geleisteten Unterhaltsbeitrag 

von CHF 2‘500.00 minus CHF 600.00 für die Tochter. Ein 

Erwerbseinkommen hat die Beschwerdeführerin nicht. Es gelang ihr 

wegen der Coronapandemie nicht, im J._____ eine Anstellung in der 

Gastronomie zu finden. Die Ausgaben umfassen den Grundbetrag für 

Alleinerziehende von CHF 1‘350.00, den Zuschlag zum Grundbetrag von 

20% im Betrag von CHF 270.00, die Miete von CHF 582.00 und Kosten 

für Kinderbetreuung, Schule etc. von CHF 540.00. Weil auch die 

- 40 -

Beschwerdeführerin über kein namhaftes liquides Vermögen verfügt, ist 

bei ihr die Prozessarmut ebenfalls gegeben.

16.4. Es hat sich gezeigt, dass sowohl beim Beschwerdeführer als auch bei der 

Beschwerdeführerin Prozessarmut vorliegt. Ihr Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung ist deshalb für den Teil ihres 

Unterliegens gutzuheissen. Entsprechend sind die den 

Beschwerdeführenden auferlegten Gerichtskosten vorläufig auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Bei den Anwaltskosten verbleibt nach Abzug 

des Anteils, welchen der Beschwerdegegner übernehmen muss, ein 

Betrag von CHF 5‘155.24. Dieser Betrag ist indessen nicht vollumfänglich 

auf die Gerichtskasse zu nehmen, weil ihm ein Stundenansatz von CHF 

250.00 zu Grunde liegt. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege wird 

aber nur ein reduzierter Stundenansatz von CHF 200.00 ausgerichtet (Art. 

5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, BR 310.250). Mit diesem 

reduzierten Stundenansatz ergibt sich ein Betrag von CHF 4‘246.15, der 

vorläufig auf die Gerichtskasse zu nehmen ist. Dieser Betrag errechnet 

sich wie folgt. CHF 3‘590.65 (Anwaltshonorar für 17.95 h [= 2/3 von 26.93 

h] à CHF 200.00) + CHF 45.30 (Anwaltskandidatenhonorar für 0.45 h [= 

2/3 von 0.68 h] à CHF 100.00) + CHF 241.65 (2/3 der Auslagen) + CHF 

368.55 (2/3 der Mehrwertsteuer).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, ansonsten wird die Be-

schwerde abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. 

2. Die Departementsverfügung vom 20. April 2020 betreffend Tier-

schutz/Hundehaltung wird insoweit aufgehoben, als darin das B._____ 

auferlegte zeitlich unbefristete Hundehalte-, Betreuungs-, Führ-, Zucht und 

Handelsverbot geschützt wurde. Die Angelegenheit wird an das Departe-

- 41 -

ment für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden zurückgewiesen, damit 

dieses das unbefristete durch ein befristetes Verbot im Sinne der Erwä-

gungen ersetzt. 

3. Dem Betriebshelfer wird gestattet, für seine Arbeit auf dem Betrieb von 

B._____ einen eigenen Hund zu halten, unter der Auflage, dass er ge-

währleistet, dass B._____ nicht auf den Hund zugreifen kann. Der Be-

triebshelfer ist vom Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des 

Kantons Graubünden darüber zu informieren, dass es B._____ bis auf 

Weiteres untersagt ist, Hunde zu halten, zu betreuen oder zu führen. Sollte 

dagegen verstossen werden, fällt diese Anordnung im Sinne einer Reso-

lutivbedingung dahin. 

4. Die Departementsverfügung vom 20. April 2020 betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege wird aufgehoben und die Angelegenheit wird zur Prüfung der 

Bedürftigkeit im Sinne der Erwägungen an das Departement für Volkswirt-

schaft und Soziales Graubünden zurückgewiesen. Das Departement hat 

zudem die Kosten- und Entschädigungsfolgen der vorangegangenen Ver-

fahren neu zu verlegen. 

5. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 5'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 788.00

zusammen CHF 5'788.00

gehen zu einem Drittel, mithin im Betrag von CHF 1'935.35, zulasten des 

Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden.

6. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

zwei Drittel der Gerichtskosten, mithin der Betrag von CHF 3'870.65 zulas-

ten von A._____ und B._____ von der Gerichtskasse übernommen.

- 42 -

7. A._____ und B._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Dominic 

Nellen ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird 

durch die Gerichtskasse mit CHF 4'246.15 (inkl. MWST) entschädigt.

8. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

und B._____ gebessert haben und sie hierzu in der Lage sind, haben sie 

das Erlassene und die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 

VRG).

9. Das Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden entschä-

digt A._____ und B._____ aussergerichtlich mit CHF 2'577.60.

10. [Rechtsmittelbelehrung]

11. [Mitteilungen]