# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51e5c8ac-55a2-5047-beae-c26145f01b9b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2023 B-3290/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3290-2018_2023-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Entscheid angefochten beim BGer 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3290/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Stephan Breitenmoser, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber David Roth. 
 

 
 

Parteien 
 Lazzarini AG,  

Cho d'Punt 11, 7503 Samedan,   

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Amstutz,  

Amstutz Greuter Rechtsanwälte,  

Hallerstrasse 6, Postfach, 3001 Bern,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission WEKO, 

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Untersuchung 22-0458 betreffend Hoch- und  

Tiefbauleistungen «Engadin I» wegen unzulässiger 

Wettbewerbsabreden gemäss Art. 5 Abs. 3 KG  

(Sanktionsverfügung vom 26. März 2018). 

 

 

 

B-3290/2018 

Seite 2 

Inhaltsverzeichnis: 

 

Sachverhalt……......…………………………………………………..........................5 

Erwägungen…........……………………………………… ………….......................16 

I. Prozessvoraussetzungen .............................................................................. 16 

II. Geltung und Anwendbarkeit des Kartellgesetzes ......................................... 18 

III. Vorliegen von (Gesamt- bzw. Dauer-)Abreden ............................................. 19 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) ................................................ 19 

a) Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts:  

Bestimmung des Gesamtkonsenses ..................................................... 19 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung........................................ 19 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerin ........................................................ 23 

iii) Vorliegende Beweismittel ......................................................................... 25 

iv) Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweismass ..... 36 

v) Würdigung des Gerichts .......................................................................... 37 

b) Qualifikation als Wettbewerbsabrede.................................................... 53 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) ................................ 60 

a) Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts:   

Bestimmung des Gesamtkonsenses ..................................................... 60 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung........................................ 60 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerin ........................................................ 62 

iii) Vorliegende Beweismittel ......................................................................... 65 

iv) Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweismass ..... 89 

v) Würdigung des Gerichts .......................................................................... 90 

b) Qualifikation als Wettbewerbsabrede.................................................. 108 

3) 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG,  

der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG 

(1999 – 2008) ...................................................................................... 110 

IV. Unzulässigkeit der (Gesamt- bzw. Dauer-)Abreden .................................... 117 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) .............................................. 117 

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Seite 3 

a) Qualifikation als horizontale Geschäftspartnerabrede  

(Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG) ...................................................................... 117 

b) Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs 

sowie Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung ...................... 122 

c) Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) ............. 122 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) .............................. 123 

a) Qualifikation als horizontale Preis- und Geschäftspartnerabrede  

(Art. 5 Abs. 3 Bst. a und Bst. c KG) ..................................................... 124 

b) Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs 

sowie Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung ...................... 127 

c) Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) ............. 127 

3) 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG,  

der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG  

(1999 – 2008) ...................................................................................... 128 

a) Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung  (Art. 5 Abs. 1 KG) .. 128 

b) Unzulässigkeit mangels Rechtfertigung (Art. 5 Abs. 1 f. KG) ............. 133 

V. Sanktionierung ............................................................................................. 135 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG  

und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) .............................................. 135 

a) Ergebnis der angefochtenen Verfügung ............................................. 135 

b) Vorbringen der Beschwerdeführerin ................................................... 136 

c) Würdigung des Gerichts ...................................................................... 137 

i) Sanktionsbemessung............................................................................. 137 

ii) Erlass oder Reduktion der Sanktion ....................................................... 142 

2) 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) .............................. 145 

a) Ergebnis der angefochtenen Verfügung ............................................. 145 

b) Vorbringen der Beschwerdeführerin ................................................... 146 

c) Würdigung des Gerichts ...................................................................... 146 

3) Zurechenbarkeit der Verstösse der Kollektivgesellschaft Frars Buchli 

bzw. Fabio Bau GmbH ........................................................................ 148 

a) Ergebnis der angefochtenen Verfügung ............................................. 148 

b) Vorbringen der Beschwerdeführerin ................................................... 151 

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Seite 4 

c) Würdigung des Gerichts ...................................................................... 152 

VI. Ergebnis und Bestätigung der Unterlassungsanordnung ............................ 161 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................. 162 

1) Vorinstanzliches Verfahren ................................................................. 162 

2) Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ........................................... 163 

Dispositiv 165 

 

  

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Seite 5 

Sachverhalt: 

A. Vorinstanzliches Untersuchungsverfahren  

A.a Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekreta-

riat) eröffnete am 30. Oktober 2012 im Einvernehmen mit einem Mitglied 

des Präsidiums der Wettbewerbskommission (nachfolgend: WEKO) gegen 

19 im Unterengadin tätige Unternehmen der Baubranche die Untersu-

chung 22-0433: Bau Unterengadin. Gegenstand der Untersuchung bildete 

die Frage, ob zwischen den besagten Bauunternehmen unzulässige Wett-

bewerbsabreden i.S.v. Art. 5 des Kartellgesetzes vom 6. Oktober 1995 

(KG, SR 251) stattgefunden haben. Insbesondere sollte abgeklärt werden, 

ob sie bei Ausschreibungen von Hoch- und Tiefbauleistungen Vereinbarun-

gen über die designierten Zuschlagsempfänger sowie die jeweiligen Ange-

botspreise getroffen haben. Untersuchungsgegenstand war zudem, ob 

Kies- und Betonwerke solche Absprachen im Unterengadin begünstigt ha-

ben. Mit Schreiben vom 22. April 2013 und 23. November 2015 dehnte das 

Sekretariat die vorerwähnte Untersuchung in örtlicher Hinsicht auf den ge-

samten Kanton Graubünden und in persönlicher Hinsicht auf weitere Ge-

sellschaften aus. Mit Zwischenverfügung ebenfalls vom 23. November 

2015 wurde die gegenständliche Untersuchung 22-0458: Hoch- und Tief-

bauleistungen Engadin I von der Untersuchung 22-0433: (nun) Bauleistun-

gen Graubünden getrennt. 

A.b Untersuchungsadressatinnen der hier streitbetroffenen Untersuchung 

22-0458: Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I war insbesondere die Be-

schwerdeführerin Lazzarini AG. Die Lazzarini AG zweckt den Betrieb einer 

Bauunternehmung sowie die Entwicklung, Realisierung, Bewirtschaftung 

und Veräusserung von Bauten. Die Fabio Bau GmbH bezweckt die Über-

nahme und Ausführung von Hoch- und Tiefbauten aller Art. Sie wurde per 

1. Januar 2013 in die Lazzarini AG integriert und übte seither keine Ge-

schäftstätigkeit mehr aus (act. II.2, Rz. 72 f.). Daneben waren u.a. die Foffa 

Conrad-Gruppe, bestehend aus Foffa Conrad AG, Bezzola Denoth AG und 

Zeblas Bau AG Samnaun, sowie die Koch AG Ramosch Untersuchungs-

adressatinnen. Die Foffa Conrad AG als Muttergesellschaft der Foffa Con-

rad-Gruppe bezweckt die Übernahme und Ausführung von Hoch- und Tief-

bauten aller Art sowie den Handel mit Baumaterialien. Auch die erste Toch-

tergesellschaft Bezzola Denoth bezweckt, Hoch- und Tiefbauten aller Art 

auszuführen und den Handel mit Baumaterialien zu betreiben. Die Bezzola 

Denoth AG ist seit dem Jahr 2005 eine hundertprozentige Tochtergesell-

schaft Foffa Conrad AG (act. IV.002, Rz. 11-13). Die zweite 

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Tochtergesellschaft Zeblas Bau AG Samnaun bezweckt den Betrieb einer 

Bauunternehmung, wobei sie sich auf die Ausführung von Hochbauprojek-

ten im Raum Samnaun beschränkt (act. VII.B.8, Rz. 586 f.). Seit Ende der 

Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hält die Foffa Conrad AG 96 % 

der Aktien der Zeblas Bau AG Samnaun; [...], welcher als Verwaltungsrats-

präsident der Zeblas Bau AG Samnaun fungiert (act. VII.B.8, Rz. 593 ff. 

[sowie Zefix-Auszug]). Die Koch AG Ramosch schliesslich bezweckte den 

Betrieb einer Bauunternehmung sowie einer Reparaturwerkstatt für Motor-

geräte. Sie wurde per 5. Juli 2019 mit ihrer Muttergesellschaft Resgia Koch 

SA fusioniert (Absorptionsfusion) und im Handelsregister gelöscht. 

A.c Vom 30. Oktober bis 1. November 2012 führte das Sekretariat insge-

samt dreizehn Hausdurchsuchungen durch, darunter namentlich bei der 

Lazzarini AG und der Fabio Bau GmbH (siehe act. II.22 f. und act. II.18). 

Dabei nahm das Sekretariat zugleich erste Partei- und Zeugeneinvernah-

men vor. Mit Fax-Bonusmeldung vom 1. November 2012 reichte die Be-

schwerdeführerin und mit Fax-Bonusmeldung vom 9. November 2012 die 

Foffa Conrad-Gruppe Selbstanzeige ein (act. IX.B.1 und act. IX.C.3). Das 

Sekretariat führte in der Folge weitere 23 Partei- und Zeugeneinvernahmen 

durch, erhielt im Rahmen der Amtshilfe Informationen zu Ausschreibungen 

in der Baubranche vom Kanton Graubünden sowie diversen Unterengadi-

ner Gemeinden und richtete rund 40 Auskunftsbegehren an Parteien und 

Dritte (u.a. Bauherren, Architekten und Ingenieure). Die Verfahrensparteien 

konnten die Verfahrensakten im Juni 2016 sowie die Beilagen zu den 

Selbstanzeigen bzw. die eigentlichen Selbstanzeigen Ende März 2017 und 

ab Mai 2017 einsehen.  

A.d Der Antrag des Sekretariats an die WEKO wurde den Parteien am 

16. November 2017 zur Stellungnahme zugestellt. Die Beschwerdeführerin 

begehrte in ihrer Stellungnahme vom 7. Februar 2018, die vom Sekretariat 

beantragte solidarische Sanktionsbelastung mit Fr. 2'304'293.– sei ange-

messen zu reduzieren, es sei davon abzusehen, die Beschwerdeführerin 

mit Bussgeldbeträgen der Fabio Bau GmbH zu belasten und es sei von der 

vom Sekretariat beantragten Aufhebung des Verfahrens betreffend die 

Fabio Bau GmbH abzusehen. 

 

 

 

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B. Angefochtene Verfügung 

B.a Im Anschluss an die Anhörung der Beschwerdeführerin sowie die Be-

ratung erliess die WEKO mit Verfügung vom 26. März 2018 mit Bezug auf 

die Beschwerdeführerin das folgende (gekürzte) Dispositiv:  

«1. Der [...] Lazzarini AG [...] wird untersagt: 

1.1. Konkurrenten und Konkurrentinnen im Zusammenhang mit der Erbringung von 

Hoch- und Tiefbauleistungen um Schutz, Stützofferten oder den Verzicht einer 

Offerteingabe anzufragen oder derartiges anzubieten; 

1.2. sich im Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und Tiefbauleistungen 

mit Konkurrenten und Konkurrentinnen vor Ablauf der Offerteingabefrist – oder, 

sofern nicht vorhanden, vor rechtskräftiger Auftragserteilung – über Offert-

preise, Preiselemente sowie die Zu- und Aufteilung von Kunden und Kundin-

nen und Gebieten auszutauschen. Davon ausgenommen ist der Austausch un-

abdingbarer Informationen im Zusammenhang mit: 

a) der Bildung und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE); sowie 

b) der Mitwirkung an der Auftragserfüllung als Subunternehmer. 

2. Wegen Beteiligung an gemäss Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG unzulässigen Wettbe-

werbsabreden (vgl. die Übersicht in Abschnitt C.3.6 [recte: C.4.6]) mit folgenden Beträ-

gen nach Art. 49a Abs. 1 KG belastet werden: 

[...] 

2.4. die Lazzarini AG mit einem Betrag von CHF 2'251'353.–. 

[...] 

3. [...] 

4. Die Verfahrenskosten betragen CHF 730'000 und werden folgendermassen auferlegt: 

[...] 

4.7  Die Lazzarini AG trägt CHF175’000, davon CHF 58'000 solidarisch mit der 

Fabio Bau GmbH. 

[...] 

[...]» 

B.b Dabei setzt sich die der Beschwerdeführerin auferlegte Sanktion von 

Fr. 2'251'353.– aus den folgenden Beträgen zusammen: 

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Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und  
Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) 

Fr. 601'748.– 

Vorversammlungen (1997 – 2008), eigene Beteiligung Fr. 800'317.– 

Vorversammlungen (1997 – 2008), Beteiligung der Kollektivgesell-
schaft Frars Buchli bzw. Fabio Bau GmbH 

Fr. 806'426.– 

Zusammenarbeit zwischen der Foffa Conrad AG, der Bezzola Denoth 
AG, der Lazzarini AG und der Alfred Laurent AG (1999 – 2008) 

Fr. 16'240.– 

Zusammenarbeit bei einzelnen Bauprojekten, Beteiligung der  
Fabio Bau GmbH 

Fr. 26'622.– 

B.c Mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa 

Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) führte die WEKO zur 

Begründung zusammenfassend aus, zwischen den Beteiligten habe ein 

Konsens bestanden, ihre Wettbewerbsverhältnisse betreffend Hoch- und 

Tiefbauleistungen im Unterengadin im Einvernehmen zu regeln, welcher 

als Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG zu qualifizieren sei. 

Die Wettbewerbsabrede sei als horizontale Geschäftspartnerabrede zu 

werten. Zeitlich habe sie von (spätestens) 2008 bis Oktober 2012 Bestand 

gehabt. Sie weise daher die Merkmale eines Dauerverstosses auf. Weiter 

habe es dem Willen der Abredeteilnehmer entsprochen, ihr Marktverhalten 

im Unterengadin projektübergreifend zu koordinieren. Demnach liege eine 

Gesamtabrede vor. Sie erfülle den Tatbestand von Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG. 

Es greife gemäss Art. 5 Abs. 3 KG die Vermutung, dass der wirksame Wett-

bewerb beseitigt sei. Diese Vermutung lasse sich zwar vorliegend widerle-

gen. Allerdings liege kein Bagatellfall vor. Die Gesamtabrede sei daher als 

erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG zu 

werten. Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gemäss Art. 5 Abs. 2 KG 

seien nicht ersichtlich und auch nicht vorgebracht worden. Die Gesamtab-

rede stelle deshalb eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne 

von Art. 5 Abs. 3 Bst. c in Verbindung mit Abs. 1 KG dar. 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Beschwerdeführerin führte die WEKO 

zusammenfassend aus, der Umsatz der Beschwerdeführerin im Unteren-

gadin in den Jahren 2010 – 2012 der Beschwerdeführerin habe 

Fr. 9'551'549.– betragen, wobei ein eher schwerer Kartellrechtsverstoss 

anzunehmen sei und bei einem angemessenen Satz von 7 % gestützt auf 

Art. 3 der KG-Sanktionsverordnung vom 12. März 2004 (SVKG, SR 251.5) 

ein (gerundeter) Basisbetrag von Fr. 668'608. – resultiere. Aufgrund der 

Dauer des Verstosses sei eine Erhöhung des Basisbetrags um 50 % an-

gemessen ([gerundetes] Zwischenergebnis: Fr. 1'002'912.–); es lägen 

keine erschwerenden oder mildernden Umstände vor, und die 

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Maximalsanktion gemäss Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 SVKG werde offen-

sichtlich nicht überschritten Dem Beitrag der Beschwerdeführerin zum 

Nachweis des Wettbewerbsverstosses sei mit einer Sanktionsreduktion in 

der Höhe von 40 % Rechnung zu tragen (Art. 12 SVKG). 

B.d Mit Bezug auf den 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

führte die WEKO zusammenfassend aus, dass die festgestellte unzuläs-

sige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und 

Bst. c in Verbindung mit Abs. 1 KG (siehe Sachverhaltsbst. B.a hiervor) die 

Merkmale eines Dauerverstosses aufweise, indem sie zeitlich spätestens 

seit 1997 bis Mai 2008 bestanden habe. Weiter habe es dem Willen der 

Abredeteilnehmer entsprochen, generell die im Unterengadin zu realisie-

renden Hoch- und Tiefbauprojekte aufzuteilen und die entsprechenden An-

gebotspreise zu koordinieren. Die Vereinbarung sei daher als Gesamtab-

rede zu qualifizieren. Diese Vermutung der Beseitigung des wirksamen 

Wettbewerbs gemäss Art. 5 Abs. 3 KG lasse sich zwar vorliegend widerle-

gen. Allerdings liege kein Bagatellfall vor. Die Gesamtabrede sei daher als 

erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 zu 

werten. Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gemäss Art. 5 Abs. 2 KG 

seien nicht ersichtlich und auch nicht vorgebracht worden. Abredeteilneh-

mer seien bis Mai 2008 unter anderen die Beschwerdeführerin und die 

Fabio Bau GmbH gewesen (bzw. bis Ende 2007 die Kollektivgesellschaft 

Frars Buchli, welche das entsprechende Bauunternehmen zuvor getragen 

habe). 

Hinsichtlich der Sanktionierung der Beschwerdeführerin führte die WEKO 

zusammenfassend aus, der Umsatz der Beschwerdeführerin im Unteren-

gadin in den Jahren 2006 bis 2008 der Beschwerdeführerin habe 

Fr. 8'406'688.– und derjenige der Fabio Bau GmbH bzw. der Kollektivge-

sellschaft Frars Buchli in den Jahren 2006 und 2007 habe Fr. 7'200'234.– 

betragen. Es sei grundsätzlich ein schwerer Kartellrechtsverstoss aufgrund 

der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs bis 2006 anzunehmen. Zu-

gunsten der Parteien sei zu berücksichtigen, dass der Umsetzungsgrad 

der Gesamtabrede in den Jahren 2007 und 2008 stark zurückging. Bei ei-

nem angemessenen Satz von 8 % resultiere gestützt auf Art. 3 KG ein Ba-

sisbetrag für die Beschwerdeführerin von Fr. 672'535.– und die Fabio Bau 

GmbH von Fr. 576'019.–. Aufgrund der Dauer des Verstosses sei eine Er-

höhung des Basisbetrags um 40 % angemessen (Zwischenergebnis für die 

Beschwerdeführerin: Fr. 941'549.–, für die Fabio Bau GmbH:  

Fr. 806'426.–). Es lägen keine erschwerenden oder mildernden Umstände 

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vor, und die Maximalsanktion gemäss Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 SVKG 

werde offensichtlich nicht überschritten. 

In ihrer Selbstanzeige vom 1. November 2012 habe die Beschwerdeführe-

rin ihre Beteiligung an der Zusammenarbeit im Rahmen von Vorversamm-

lungen nicht angezeigt. Die Beschwerdeführerin habe anschliessend ihre 

Beteiligung an der Gesamtabrede nur teilweise anerkannt, nämlich bis 

2005. Zudem habe sie wesentliche Elemente des relevanten und erwiese-

nen Sachverhalts bestritten oder sich nicht dazu geäussert. Dies betreffe 

namentlich den Zweck sowie die tatsächlichen und potenziellen Auswirkun-

gen ihres Verhaltens. Ihre Eingaben würden den Anforderungen an eine 

Selbstanzeige nicht genügen. Auf Grundlage von Art. 49a Abs. 2 KG i.V.m. 

Art. 12 SVKG sei ihr daher keine Sanktionsreduktion zu gewähren. Soweit 

die Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Teilnahme an Vorversammlun-

gen bis 2005 geständig sei und zutreffende, wenn auch vage Angaben zum 

Gegenstand, den Teilnehmern und zum Ablauf der Vorversammlungen ge-

macht habe, habe sie sich im Verfahren durchaus kooperativ gezeigt. Die-

sem kooperativen Verhalten sei gestützt auf Art. 6 SVKG mit einer Sankti-

onsreduktion in der Höhe von 15 % Rechnung zu tragen. Mit Bezug auf die 

Fabio Bau GmbH hat die Vorinstanz keine Sanktionsreduktion gestützt auf 

Art. 6 SVKG vorgenommen. 

B.e Mit Bezug auf den 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Lau-

rent AG (1999 – 2008) führte die WEKO zur Begründung zusammenfas-

send aus, zwischen der Alfred Laurent AG auf der einen Seite und der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG und der Beschwerdeführerin auf der 

anderen Seite hätten tatsächlich übereinstimmende Willenserklärungen 

über ihre Zusammenarbeit in der Baustoff- und Baubranche im Unterenga-

din vorgelegen. Damit sei das Tatbestandsmerkmal der Vereinbarung im 

Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG erfüllt. Die zu beurteilende Abrede habe bein-

haltet, zwischen den Unternehmen ihre Wettbewerbsverhältnisse im Ein-

vernehmen zu regeln. Ein solcher Abredeinhalt sei in objektiver Hinsicht 

geeignet, eine Wettbewerbsbeschränkung zu bewirken. Es sei zudem er-

wiesen, dass die Abredeteilnehmer mit ihrer Zusammenarbeit auch in sub-

jektiver Hinsicht unter anderem bezweckt hätten, sich betreffend Hoch- und 

Tiefbauleistungen und den Vertrieb von Baustoffen nicht zu konkurrenzie-

ren. Damit liege eine Wettbewerbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG vor. Die 

vorliegende Wettbewerbsabrede stelle eine horizontale Gebiets- und Ge-

schäftspartnerabrede dar, weise die Merkmale eines Dauerverstosses auf 

und sei als erhebliche Wettbewerbsbeschränkung zu werten sowie nicht 

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zu rechtfertigen. Infolgedessen stelle die Abrede eine unzulässige Wettbe-

werbsabrede im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. c in Verbindung mit Abs. 1 KG 

dar.  

Hinsichtlich der Sanktionierung führte die WEKO zusammenfassend aus, 

die Beschwerdeführerin habe im vorliegenden Verfahren am 1. November 

2012 formell Selbstanzeige eingereicht, ihre Beteiligung am zu beurteilen-

den Wettbewerbsverstoss zunächst aber nicht angezeigt. Hingegen 

komme den Einräumungen in der Eingabe vom 10. Juli 2017 Selbstanzei-

gegehalt zu. Somit sei die Beschwerdeführerin zweite Selbstanzeigerin 

(nach Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG). Es erscheine in Anwen-

dung von Art. 12 Abs. 2 SVKG eine Sanktionsreduktion von 30 % ange-

messen.  

B.f Mit Bezug auf die Zurechenbarkeit der Wettbewerbsverstösse der Kol-

lektivgesellschaft Frars Buchli bzw. Fabio Bau GmbH führte die Vorinstanz 

zusammenfassend aus, es sei eine wirtschaftliche Kontinuität zwischen 

der Kollektivgesellschaft Frars Buchli und der Fabio Bau GmbH gegeben. 

Weiter habe die Beschwerdeführerin die zuvor von der Fabio Bau GmbH 

geführte Bauunternehmung – wirtschaftlich betrachtet – übernommen. Aus 

diesen Gründen sei die Beschwerdeführerin für sämtliche Verstösse der 

Fabio Bau GmbH (bzw. der Kollektivgesellschaft Frars Buchli) ins Recht zu 

fassen. Dies betreffe neben der vorerwähnten Beteiligung am 2. Tatkom-

plex Vorversammlungen (1997 – 2008) insbesondere die Wettbewerbs-

verstösse «Fassadensanierung [...], Scuol (2010)», «Haus [...], Verputzte 

Aussenwärmedämmung, Scuol (2011)», «Neubau Mehrfamilienhaus [...], 

Scuol (2011)», «Waldweg Kurhaus, Val Sinestra (2011)». 

C. Beschwerdeverfahren 

C.a Gegen die Verfügung vom 26. März 2018 (nachfolgend: angefochtene 

Verfügung) erhob die Beschwerdeführerin am 4. Juni 2018 Beschwerde an 

das Bundesverwaltungsgericht. 

C.b Die Beschwerdeführerin stellt folgende Rechtsbegehren: 

«1. Die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 26. März 2018 sei bezüglich der 

Dispositiv-Ziffn. 1.2, 2.4 und 4.7 aufzuheben. 

2. Die Beschwerdeführerin sei mit einer gerichtlich neu festzusetzenden Sanktion zu 

belegen. 

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3. Die Verfahrenskosten für das vorinstanzliche Verfahren seien neu zu verlegen. 

4. Eventualiter sei die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 26. März 2018 

bezüglich der Dispositiv-Ziffn. 1.2, 2.4 und Ziff. 4.7 aufzuheben und an die Wettbe-

werbskommission zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft –»  

Zudem stellt die Beschwerdeführerin die folgenden prozessualen Anträge: 

«1. Es seien für das vorliegende Verfahren die gesamten amtlichen Akten der Verfah-

ren Untersuchung 22-0433: Bau Unterengadin sowie Untersuchung 22-0458: 

Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I bei der Vorinstanz zu edieren. 

2. Es sei mit der Beschwerdeführerin eine öffentliche Parteiverhandlung durchzufüh-

ren.  

3. Es seien alle von der Beschwerdeführerin als Geschäftsgeheimnisse bezeichneten 

Angaben und Beilagen als Geschäftsgeheimnisse zu behandeln sowie die gesam-

ten Aktenstücke im Rahmen der Selbstanzeige der Beschwerdeführerin gegenüber 

Dritten und im Fall einer Entscheidpublikation nicht offen zu legen.» 

C.c Die Beschwerdeführerin macht mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zu-

sammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG 

(2008 – 2012) zusammenfassend geltend, der insinuierte Gesamtplan 

habe nicht vorgelegen. Unbestritten sei jedoch, dass es bei einzelnen Pro-

jekten zumindest zu einem Informationsaustausch gekommen sei. Die von 

der Vorinstanz genannten «Einzelthemata» hätten sich insgesamt nicht so 

zugetragen bzw. es sei ihnen nicht die unterstellte Bedeutung zuzumes-

sen. Der Vollbeweis für das Vorliegen einer Gesamtabrede sei misslungen. 

Die Subsumtion unter Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG sei fehlerhaft erfolgt. Die Pro-

jekte hätten einzeln gewürdigt werden müssen. Die Beschwerdeführerin 

habe sich immer so verhalten, dass sie die Ausschreibungen nicht ge-

winne, was das Spiel von Angebot und Nachfrage nicht erheblich habe be-

einflussen können. Gegebenenfalls wäre höchstens ein symbolischer 

Sanktionsbetrag angemessen. 

C.d Mit Bezug auf den 2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) 

macht die Beschwerdeführerin zusammenfassend geltend, die unvollstän-

digen und in sich widersprüchlichen Beweisergebnisse würden in keiner 

Weise den Schluss erlauben, dass von 2004 bis 2008 an 

B-3290/2018 

Seite 13 

Vorversammlungen immer oder auch nur partiell Preise abgesprochen 

bzw. konkrete Projekte zugeteilt worden seien. Gemäss den Jahresberich-

ten des GBV und hätten zumindest ab Mitte 2005 (spätestens aber ab 

2007) keine Vorversammlungen mehr im Unterengadin stattgefunden und 

gemäss mehrheitlichen Parteiaussagen, welche offensichtlich irrtümlicher-

weise von Vorversammlungen ab 2006 sprächen, sei die Einigung an sol-

chen Vorversammlungen praktisch nicht mehr erreicht worden. Damit sei 

in jedem Fall die Verjährung nach Art. 49a Abs. 3 Bst. b KG eingetreten. 

Die Bereitschaft zur Diskussion sei, sofern überhaupt vorhanden, offenbar 

stark projektabhängig gewesen. Von einem Grundkonsens könne aufgrund 

der diffusen Ermittlungsergebnisse überhaupt nicht die Rede sein. Es spre-

che im Übrigen diametral gegen einen Grundkonsens, dass der GBV der 

Treiber solcher Diskussionen gewesen sei. Damit unterscheide sich der 

vorliegende Fall von anderen, bei welchen für den Nachweis einer Gesamt-

abrede von den Parteien selbst institutionalisierte Systeme erstellt worden 

seien. 

Bestehe nun jedoch keine Gesamtabrede, so müsse – wie die Vorinstanz 

dies in den meisten vorangehenden vergleichbaren Fällen getan habe – 

der relevante Markt gemäss den einzelnen Ausschreibungsprojekten defi-

niert werden. Das Dilemma der Vorinstanz sei nun aber darin zu erkennen, 

dass sie keine einzige Vorversammlung konkret nachweisen vermöge, an 

welcher nachweislich die Preise abgesprochen bzw. das Projekt konkret 

zugeteilt worden sei. Dieser Mangel könne nicht dadurch «geheilt» werden, 

dass nun einfach mit einer oberflächlichen und widersprüchlichen Sachver-

haltserhebung eine Gesamtabrede konstruiert werde. Bereits die straf-

rechtsähnliche Natur der kartellrechtlichen Sanktionen verbiete eine solche 

Vorgehensweise. 

C.e Betreffend den 3. Tatkomplex Zusammenarbeit zwischen der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred Lau-

rent AG (1999 – 2008) bringt die Beschwerdeführerin zusammenfassend 

vor, es könne keinesfalls von einem zusammenhängenden Vertragsgefüge 

ausgegangen werden, das erst in der Gesamtbetrachtung seine tatsächli-

che Bedeutung offenbare. Dies mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 

schon alleine deshalb nicht, weil diese – anders als die Foffa Conrad AG, 

Bezzola Denoth AG und die Alfred Laurent AG keine weiteren Verträge mit 

diesen Parteien eingegangen sei. Mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 

könne deshalb keine Rede von einer gemeinsamen Gesamtstrategie sein. 

Die Vorinstanz gehe zudem in ihrer rechtlichen Würdigung von einer zu 

unbestimmten Vereinbarung aus. Der angebliche Konsens zwischen der 

B-3290/2018 

Seite 14 

Beschwerdeführerin und den übrigen Parteien, «ihre Wettbewerbsverhält-

nisse im Einvernehmen zu regeln, sei begrifflich zu unbestimmt, um eine 

bezweckte oder bewirkte Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 4 

Abs. 1 KG überhaupt prüfen zu können. Vorliegend hätte zudem zwingend 

eine genaue Marktabgrenzung erfolgen müssen. Bei der Anwendung von 

Art. 5 Abs. 2 hätten die Wertungen und Überlegungen der Verordnung (EU) 

Nr. 1218 vom 14. Dezember 2010 betreffend Spezialisierungsabreden 

sinngemäss berücksichtigt werden müssen. Das Vertragswerk sei unter 

dem Spezialisierungsaspekt auf jeden Fall sinnvoll und effizient gewesen. 

Vor diesem Hintergrund sei von einer Sanktionierung der Beschwerdefüh-

rerin als ungerechtfertigt abzusehen. Vielmehr sei die Untersuchung zur 

Zusammenarbeit zwischen der Alfred Laurent AG einerseits und der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG sowie der Beschwerdeführerin ande-

rerseits ohne Folgen einzustellen. 

C.f Mit Bezug auf die Zurechenbarkeit der Wettbewerbsverstösse der Kol-

lektivgesellschaft Frars Buchli bzw. Fabio Bau GmbH führte die Beschwer-

deführerin zusammenfassend aus, es verstosse gegen die bisherige Pra-

xis der Vorinstanz, die klare Praxis des EuGH sowie massgebliche, aktuelle 

Lehrmeinungen, wenn sie (die Beschwerdeführerin) mit Sanktionen zu-

folge von Wettbewerbsverstössen der Fabio Bau GmbH belastet würde. 

Sanktionen nach Art. 49a KG würden sich immer an das beteiligte Unter-

nehmen richten. Dies bedeute, dass ein Unternehmen solange für sein Ver-

halten einzustehen habe, als es rechtlich existiere. Es bestehe im schwei-

zerischen Kartellrecht keine gesetzliche Grundlage für eine Auferlegung ei-

ner Bussgeldsanktion bei (partiellem) Wechsel der Unternehmensträger-

schaft im Rahmen eines Asset deals und rechtlichem Fortbestand des Ver-

äusserers. Das Vorgehen der Vorinstanz verletze den Grundsatz «nulle po-

ena sine lege». Dies decke sich auch mit der Rechtspraxis in der EU: Die 

Voraussetzungen der Anic-Praxis seien in casu nicht erfüllt.  

C.g Mit Vernehmlassung vom 4. September 2018 beantragte die Vo-

rinstanz, es sei unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin auf 

das Rechtsbegehren Nr. 1 der Beschwerde nicht einzutreten, soweit darin 

die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 1.2 und 4.7 der angefochtenen Verfü-

gung verlangt werde (Antrag Nr. 1), sowie es sei auf das Rechtsbegehren 

Nr. 2 der Beschwerde nicht einzutreten (Antrag Nr. 2). Im Übrigen – und 

eventualiter bezüglich der Anträge Nr. 1 und Nr. 2 – sei die Beschwerde 

vollumfänglich abzuweisen. Mit Replik vom 12. November 2018 und Duplik 

vom 5. Februar 2019 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Mit Ver-

fügung vom 4. April 2019 räumte der Instruktionsrichter den Parteien die 

B-3290/2018 

Seite 15 

Gelegenheit ein, im Licht des Zwischenentscheids des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 12. Februar 2019 im Verfahren B-3096/2018 zum Fort-

gang des vorliegenden Verfahrens Stellung zu nehmen. Mit Stellungnahme 

vom 17. Mai 2019 zog die Vorinstanz ihren teilweisen Nichteintretensan-

trag angesichts des besagten Zwischenentscheids zurück. Mit Stellung-

nahme vom 20. Juni 2020 nahm die Beschwerdeführerin vom vorinstanzli-

chen Rückzug des teilweisen Nichteintretensantrags Kenntnis und hielt an 

ihren Rechtsbegehren und prozessualen Anträgen fest.  

C.h Dem prozessualen Antrag der Beschwerdeführerin auf Beizug der  

vorinstanzlichen Akten wurde mit deren angeordneten Edition durch die 

Vorinstanz zusammen mit der Vernehmlassung am 4. September 2018 

entsprochen. Dem Verfahrensantrag auf Durchführung einer öffentlichen 

Parteiverhandlung mit der Beschwerdeführerin wurde entsprochen; die öf-

fentliche Parteiverhandlung fand am 29. Juni 2023 statt. Anlässlich der öf-

fentlichen Parteiverhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen vollum-

fänglich fest. Antragsgemäss wurden weiter alle von der Beschwerdefüh-

rerin als Geschäftsgeheimnisse bezeichneten Angaben und Beilagen als 

Geschäftsgeheimnisse behandelt sowie die gesamten Aktenstücke im 

Rahmen der Selbstanzeige der Beschwerdeführerin gegenüber Dritten 

nicht offengelegt. Mit Blick auf die Urteilspublikation ist festzuhalten, dass 

das Bundesverwaltungsgericht die für die Wettbewerbsbehörden nach 

Art. 25 Abs. 1 und Abs. 4 KG ex lege geltende Pflicht zur Wahrung von Ge-

schäftsgeheimnissen sinngemäss befolgt (vgl. Urteil des BVGer  

B-126/2019 vom 1. September 2020 E. 1.4). 

C.i Auf die weiteren urteilserheblichen Vorbringen der Parteien sowie ein-

gereichten Akten wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

  

B-3290/2018 

Seite 16 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

I. PROZESSVORAUSSETZUNGEN 

1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und inwieweit auf 

eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 

2. Die Beschwerde vom 4. Juni 2018 richtet sich gegen die vorinstanzliche 

Verfügung vom 26. März 2018 und damit gegen ein Beschwerdeobjekt im 

Sinne von Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 5 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwal-

tungsgericht ist gemäss Art. 33 Bst. f VGG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 

Bst. b VwVG zur Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zu-

mal keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Die Beschwerde-

führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die angefochtene Verfügung wurde am 4. Mai 2018 

zugestellt, infolgedessen die Beschwerdefrist gewahrt wurde (Art. 50 

Abs. 1 i.V.m. Art. 20 f. VwVG). Der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig be-

zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

3. Die Vorinstanz hat ihren – zwischenzeitlich zurückgezogenen (siehe 

Sachverhaltsbst. C.g hiervor) – Antrag auf teilweises Nichteintreten damit 

begründet, dass das Rechtsbegehren Nr. 1 hinsichtlich der Aufhebung der 

Dispositivziffern 1.2 und 4.7 der angefochtenen Verfügung unbegründet so-

wie das Rechtsbegehren Nr. 2 ungenügend bestimmt sei (siehe Rz. 13 ff. 

der Vernehmlassung). Hingegen erachtet das Bundesverwaltungsgericht 

die Rechtsbegehren Nr. 1 und Nr. 2 vorliegend zum einen als eintretens-

würdig (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-3096/2018 vom 12. Februar 

2019 E. 5 mit Hinweisen), da die Beschwerdeführerin einen reformatori-

schen Antrag stellt sowie aus der Beschwerdebegründung hinreichend er-

sichtlich wird, dass und weshalb im Hauptbegehren sinngemäss ein voll-

ständiger Sanktionserlass angestrengt wird: Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, es seien ihr mit Bezug auf die Tatkomplexe Zusammenar-

beit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012), 

Vorversammlungen (1997 – 2008) und Zusammenarbeit zwischen der 

Foffa Conrad AG, der Bezzola Denoth AG, der Lazzarini AG und der Alfred 

Laurent AG (1999 – 2008) keine Wettbewerbsverstösse anzulasten sowie 

«allfällige Wettbewerbsverstösse» der Kollektivgesellschaft Frars Buchli 

bzw. Fabio Bau GmbH anlässlich der Beteiligung am 2. Tatkomplex 

B-3290/2018 

Seite 17 

Vorversammlungen (1997 – 2008) und vier einzelnen Bauprojekten seien 

ihr nicht zurechenbar. Demnach bestreitet sie die Sanktionsgrundlage 

gänzlich. Zum anderen erhellt im Licht dieser Rügen, weshalb die Be-

schwerdeführerin die Grundlagen für die Anordnungen in den Dispositivzif-

fern 1.2 und 4.7 der angefochtenen Verfügung in Abrede stellt. Die gericht-

liche Würdigung der letzteren Vorbringen findet sich in E. 204 und E. 206 ff. 

hiernach. 

4. Wohlgemerkt hat die Beschwerdeführerin indes nicht bestritten, dass 

sich die Fabio Bau GmbH bezüglich der vier einzelnen Bauprojekte unzu-

lässig im Sinne der angefochtenen Verfügung verhalten hat. Betreffend den 

2. Tatkomplex Vorversammlungen (1997 – 2008) vermöchte die sinnge-

mässe Rüge in Rz. 55 der Beschwerde (siehe E. 88 hiernach) in Bezug auf 

die Beteiligung der Kollektivgesellschaft Frars Buchli bzw. Fabio Bau 

GmbH den Substantiierungsanforderungen wohl nicht zu genügen. Das 

Bundesverwaltungsgericht wird nichtsdestotrotz in Anwendung von Art. 37 

VGG in Verbindung mit Art. 49 VwVG namentlich in persönlicher und zeit-

licher Hinsicht die tatsächlichen Voraussetzungen für den rechtlichen 

Schluss auf einen Wettbewerbsverstoss der Kollektivgesellschaft Frars 

Buchli bzw. Fabio Bau GmbH mit Bezug auf den 2. Tatkomplex Vorver-

sammlungen (1997 – 2008) nachprüfen (siehe E. 87 ff. hiernach).  

5. Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  

B-3290/2018 

Seite 18 

II. GELTUNG UND ANWENDBARKEIT DES KARTELLGESETZES 

6. Das Kartellgesetz vom 6. Oktober 1995 gilt für Unternehmen des priva-

ten und öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden 

treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unternehmenszusammen-

schlüssen beteiligen (Art. 2 Abs. 1 KG). Es trat am 1. Februar 1996 bzw. 

am 1. Juli 1996 in Kraft. Art. 49a KG als Rechtsgrundlage für eine direkte 

Sanktionierung trat am 1. April 2004 in Kraft, wobei eine Belastung nach 

dieser Bestimmung entfällt, wenn eine Wettbewerbsbeschränkung innert 

eines Jahres nach Inkrafttreten gemeldet oder aufgelöst wurde (Schluss-

bestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2003 des KG). Das Kartellgesetz 

ist auf Sachverhalte anwendbar, die sich in der Schweiz auswirken, auch 

wenn sie im Ausland veranlasst werden (Art. 2 Abs. 2 KG). Vorbehalten 

sind Vorschriften, soweit sie auf einem Markt für bestimmte Waren oder 

Leistungen Wettbewerb nicht zulassen (Art. 3 Abs. 1 KG); nicht unter das 

Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Ge-

setzgebung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 3 Abs. 2 Satz 1 KG). 

7. Der Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes sind unbe-

strittenermassen eröffnet; dessen Anwendung wird nicht durch andere 

Rechtsvorschriften vereitelt.  

  

B-3290/2018 

Seite 19 

III. VORLIEGEN VON (GESAMT- BZW. DAUER-)ABREDEN 

1) 1. Tatkomplex Zusammenarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG 
und Bezzola Denoth AG (2008 – 2012) 

8. Die Beschwerdeführerin stellt mit Bezug auf den 1. Tatkomplex Zusam-

menarbeit Lazzarini AG, Foffa Conrad AG und Bezzola Denoth AG (2008 

– 2012) in Abrede, dass zwischen den Beteiligten eine Gesamtabrede be-

standen habe. 

a) Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts: 
Bestimmung des Gesamtkonsenses 

9. Nachfolgend ist zu untersuchen, ob ausgehend vom Beweisergebnis der 

angefochtenen Verfügung (E. 10 hiernach) sowie der bestehenden einzel-

nen Beweismittel (E. 15 hiernach) ein Gesamtkonsens zwischen der Foffa 

Conrad AG, der Bezzola Denoth AG und der Beschwerdeführerin gegeben 

war, sich im fraglichen Zeitraum projektübergreifend bezüglich Marktver-

halten zu koordinieren. Dabei ist das Beweisergebnis der vorinstanzlichen 

Verfügung im Licht der gesamten Beweismittel und der Rügen der Be-

schwerdeführerin mit uneingeschränkter Kognition «Punkt für Punkt» auf 

seine Stichhaltigkeit zu überprüfen (vgl. BGE 139 I 72 Publigroupe E. 4.5; 

Urteil des BVGer B-807/2012 Erne E. 8, je mit Hinweisen). 

i) Beweisergebnis der angefochtenen Verfügung 

10. Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Beweis-

ergebnis, dass zwischen der Beschwerdeführerin, der Foffa Conrad AG 

und der Bezzola Denoth AG tatsächlich übereinstimmende Willenserklä-

rungen über die Zusammenarbeit betreffend Hoch- und Tiefbauleistungen 

im Unterengadin vorlagen (natürlicher Konsens). Dieser Konsens beinhalte 

den Willen der beteiligten Unternehmen, ihre Wettbewerbsverhältnisse be-

treffend Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin im Einvernehmen 

zu regeln. Damit hätten die beteiligten Unternehmen bezweckt, sich betref-

fend Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin nicht zu konkurrenzie-

ren. Dieser Konsens hätte von spätestens 2008 bis Oktober 2012 bestan-

den (angefochtene Verfügung, Rz. 307).  

Die Beschwerdeführerin, die Foffa Conrad AG und die Bezzola Denoth AG 

hätten sich entsprechend ihrem Konsens zur Zusammenarbeit betreffend 

Hoch- und Tiefbauleistungen im Unterengadin verhalten. Im Zeitraum von 

2008 bis Oktober 2012 hätten sie ihre Wettbewerbsverhältnisse in diesen 

Bereichen weitgehend im Einvernehmen geregelt. Konkret hätten die 

B-3290/2018 

Seite 20 

beteiligten Unternehmen an Treffen zwischen den Geschäftsführern ihre 

Strategie festgelegt, projektübergreifend ihre Interessen an gemeinsamen 

Jahresstartsitzungen abgeglichen, systematisch gemeinsame ARGE gebil-

det und bei einer Vielzahl von Einzelprojekten ihre Angebotspreise koordi-

niert. Dies habe in den betroffenen Fällen im internen Verhältnis zu einer 

Projektaufteilung geführt. Dadurch sei der Wettbewerb zwischen ihnen in 

wesentlichen Teilen ihrer Tätigkeit in den Bereichen Hoch- und Tiefbauleis-

tungen im Unterengadin ausgeschlossen worden (angefochtene Verfü-

gung, Rz. 308).  

11. Nach Auffassung der Vorinstanz basierte die Zusammenarbeit zwi-

schen der Beschwerdeführerin, der Foffa Conrad AG und der Bezzola De-

noth AG in den Jahren 2008 bis 2012 im Wesentlichen auf den drei Ele-

menten «Gemeinsame Jahresstartsitzungen», «Gemeinsame Arbeitsge-

meinschaften» sowie «Koordination der Angebotspreise bei einzelnen Pro-

jekten». Die Vorinstanz begründet den fraglichen Gesamtkonsens mit ei-

nem Indiziengefüge, welches die nachfolgenden Elemente umfassen soll: 

− Besprechungsnotiz von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) im Hinblick 

auf ein Treffen mit B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola 

Denoth AG) und C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Be-

schwerdeführerin) am 23. Januar 2012; 

− Treffen zwischen A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) und D._____ (da-

maliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin); 

− Regelmässigkeit der Koordination der Angebotspreise bei einzelnen 

Projekten; 

− Aussagen von C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der  

Beschwerdeführerin); 

− Systematische Bildung von gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften; 

− Übereinstimmende Interessenlage der Beschwerdeführerin, der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG; 

− Wahrnehmungen des Architekten E._____; 

− Dauer und Konstanz der Zusammenarbeit; 

B-3290/2018 

Seite 21 

− Tragweite der praktizierten Zusammenarbeit. 

Aus der Besprechungsnotiz vom 23. Januar 2012 von A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola 

Denoth AG) gehe hervor, dass sich die Beschwerdeführerin sowie die Foffa 

Conrad AG und die Bezzola Denoth AG bei dieser «Jahresstartsitzung» 

projektübergreifend ausgetauscht hätten und zwar zu einem Zeitpunkt, in 

dem die betreffenden Projekte noch gar nicht ausgeschrieben gewesen 

seien. Die Berechnung der auf die drei Bauunternehmen fallenden Ge-

samtsummen belege, dass an der Besprechung auch die Kapazitäten und 

Auslastung der Unternehmen zur Sprache kommen sollten. Dies habe 

nicht bloss die Bildung von ARGE betroffen, sondern umfassend das Jahr 

2012 für jedes beteiligte Unternehmen. 

Die jährlich rund drei- bis viermal stattfindenden «Strategietreffen» zwi-

schen A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) und D._____ (damaliger Geschäfts-

führer der Beschwerdeführerin) würden dem Wettbewerbsgedanken dia-

metral zuwiderlaufen. Die eigene Geschäftsstrategie sei der Kern, um in 

einer wettbewerblichen Wirtschaftsordnung bestehen zu können. Die Tref-

fen liessen sich nur durch den Willen zu einer koordinierten Strategie er-

klären. Insbesondere gebiete die fallbezogene Bildung von ARGE keine 

solchen Strategietreffen. 

Die Regelmässigkeit der Koordination (betreffend sowohl eingestandene 

und als auch in Abrede gestellte Absprachebemühungen in den Jahren 

2008 bis 2012) umfasse einerseits einen Zeitraum von mehreren Jahren 

und andererseits mehrere preisliche Abstimmungen bei einzelnen Projek-

ten in sämtlichen Jahren. 

Gemäss vorinstanzlicher Auffassung zeigen die Aussagen von C._____ 

(damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) auf, dass die Zu-

sammenarbeit mit der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG nicht 

bei einzelnen Projekten stets von Neuem begründet werden mussten, son-

dern auf einem Konsens zur projektübergreifenden Zusammenarbeit be-

ruht haben. 

Weiter hätten die Beschwerdeführerin, die Foffa Conrad AG und die Bez-

zola Denoth AG systematisch ARGE gebildet. Die Vorinstanz habe zwar 

darauf verzichtet, die ARGE unter dem Gesichtspunkt einer allenfalls un-

zulässigen Dauerarbeitsgemeinschaft zu würdigen. Dies sei aber auch 

B-3290/2018 

Seite 22 

nicht notwendig gewesen, da die systematisch gemeinsam gebildeten 

ARGE einen integrierenden Bestandteil der Gesamtabrede gebildet hätten. 

Deshalb sei auch nicht zu prüfen gewesen, ob die Bildung einzelner ARGE 

zulässig war oder nicht. Hingegen hätten diese den regen Informationsaus-

tausch zwischen der Beschwerdeführerin, der Foffa Conrad AG und der 

Bezzola Denoth AG sowie eine weitere Koordination der Angebote bei Pro-

jekten ausserhalb der ARGE begünstigt.  

Die übereinstimmende Interessenlage der Beschwerdeführerin, der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG war nach vorinstanzlicher Auffas-

sung geeignet, die individuellen Interessen zu vereinen und gemeinsam zu 

verfolgen. Die projektübergreifende Zusammenarbeit habe der Beschwer-

deführerin den Vorteil geboten, dass sie ihre beschränkten Ressourcen im 

Unterengadin relativ stabil und mit einer gewissen Sicherheit habe auslas-

ten können. Der Nutzen habe für die Foffa Conrad AG und die Bezzola 

Denoth AG habe darin bestanden, dass mit der systematischen Einbindung 

der Beschwerdeführerin in ARGE deren Ressourcen gebunden und damit 

möglicher Konkurrenzdruck verringert worden sei. Diese Zusammenhänge 

würden sich im Übrigen mit den Wahrnehmungen des Architekten E._____ 

decken.  

Mit dem Indiz «Dauer und Konstanz der Zusammenarbeit» verweist die 

Vorinstanz auf den unveränderten Kooperationsmodus und die Identität 

der beteiligten Unternehmen und Personen. Die Stabilität sei dadurch be-

günstigt worden, dass stets A._____ für die Foffa Conrad AG, B._____ für 

die Bezzola Denoth AG und C._____ für die Beschwerdeführerin involviert 

gewesen seien.  

Die Tragweite der praktizierten Zusammenarbeit wiederum bezieht sich 

laut der Vorinstanz auf die bedeutenden Umsatzanteile der Beschwerde-

führerin aus ARGE mit der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG. 

Infolgedessen sei die Beschwerdeführerin jeweils weitgehend ausgelastet 

gewesen und habe deshalb nicht mit der Foffa Conrad und der Bezzola 

Denoth AG in Konkurrenz treten können. Daneben sei es zu Angebotsko-

ordinierungen bei einzelnen Projekten gekommen. Auch dies spreche für 

einen projektübergreifenden Konsens zur Zusammenarbeit. Die betreffen-

den Unternehmen hätten sich nicht konkurrenzieren wollen (Konsens) und 

hätten sich im Wesentlichen tatsächlich nicht konkurrenziert (Umsetzung 

des Konsenses). 

  

B-3290/2018 

Seite 23 

ii) Vorbringen der Beschwerdeführerin 

12. Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, der von der Vorinstanz insinu-

ierte Gesamtplan habe nicht vorgelegen. Ohnehin sei es nur schwer nach-

vollziehbar, wie ein im Unterengadin mit lediglich 10 bis 12 Mitarbeitern und 

ohne eigenen Werkhof präsentes Bauunternehmen aus dem Oberengadin 

mit den beiden um ein Vielfaches grösseren Platzhirschen Foffa Conrad 

AG und Bezzola Denoth AG den Markt für Hoch- und Tiefbauleistungen im 

Unterengadin im Rahmen eines Gesamtplans hätte aufteilen können. Sie 

(die Beschwerdeführerin) sei im Grunde genommen im Unterengadin gar 

kein Wettbewerber gewesen bzw. hätte kein Wettbewerber sein können, 

und damit scheide eine horizontale Abrede im Sinne eines Gesamtplans 

aus. Sie (die Beschwerdeführerin) habe sich im Unterengadin auf Tiefbau-

arbeiten im Rahmen von ARGEs konzentriert. 

Das Inventar im Oberengadin habe nicht ausgereicht, um im Unterengadin 

konkurrenzfähige Offerten einzureichen. Der «Distanzschutz» (steigende 

Kosten/sinkende Rentabilität aufgrund von Fahrt- und Transportkosten 

ohne lokalen Werkhof) habe es ihr – so die Beschwerdeführerin weiter – 

verunmöglicht, sich im Unterengadin auf kleinere bzw. mittelgrosse Tief- 

oder Hochbauprojekte im Alleingang zu konzentrieren. Soweit die Vor-

instanz ein solches Vorgehen fordere, überschiesse sie ihre Kompetenzen 

bei Weitem, denn es sei nicht die Aufgabe der Wettbewerbsbehörden, in 

die Strategie eines Unternehmens einzugreifen. Die Aussagen von 

E._____ würden zudem auf blossem Hörensagen beruhen. 

Unbestritten sei jedoch, dass es bei einzelnen Projekten zumindest zu ei-

nem Informationsaustausch gekommen sei. Unbestritten sei weiter, dass 

in den Jahren 2008 bis 2012 sog. «Dreiergespräche» stattgefunden hätten. 

Diese seien jedoch nicht Teil eines Gesamtplans gewesen, und es sei auch 

keine Marktaufteilung bezweckt gewesen. Die handschriftliche, interne No-

tiz von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) habe entgegen den vorinstanzlichen 

Ausführungen einen Bezug zu ARGEs gehabt; es sei um die Erörterung 

möglicher ARGEs gegangen. Hingegen sei auch nicht nachgewiesen, dass 

solche Sitzungen jedes Jahr stattgefunden hätten.  

Betreffend die Koordination der Angebotspreise bei einzelnen Bauprojek-

ten macht die Beschwerdeführerin geltend, das Spiel von Angebot und 

Nachfrage werde nicht beeinträchtigt, wenn es einem Bauunternehmen – 

wie vorliegend in ihrem Fall – an personeller Kapazität oder generell an der 

Fähigkeit mangle, ein Bauvorhaben zu realisieren und es sich deswegen 

B-3290/2018 

Seite 24 

in jedem Fall so verhalte, dass es den Zuschlag nicht erhalte (entweder, 

indem es kein Angebot einreicht oder ein Angebot so gestaltet, dass es den 

Zuschlag nicht erhält). Es bleibe jedenfalls unklar, wie die tabellarisch auf-

geführten Projekte (siehe angefochtene Verfügung, Rz. 288) sich in einen 

Gesamtplan einfügen liessen. Die Vorinstanz habe relevante Informationen 

unterschlagen bzw. den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig erho-

ben und lege nicht dar, worin konkret eine Koordination zu ersehen sei. 

Immerhin bedürfe eine Koordination mehr als nur eine blosse Mitteilung 

des Preises.  

Die Vorinstanz habe darüber hinaus den Untersuchungsgrundsatz verletzt, 

indem sie fälschlicherweise eine Gesamtabrede angenommen und deswe-

gen auch nicht geprüft habe, inwiefern diese Form von Zusammenarbeit 

nicht aus Effizienzgründen zu rechtfertigen gewesen wäre. Sie habe gleich-

zeitig elementare Beweisregeln verletzt, indem sie einen Gesamtplan an-

nahm, ohne dessen wesentliche Element so zu erstellen, dass keine ver-

nünftigen Zweifel mehr bestehen. Es müsse der Vollbeweis erbracht wer-

den. Selbst wenn die Vorinstanz vorliegend den Vollbeweis nicht hätte er-

bringen müssen und ein reduziertes Beweismass gelten würde, hat die Vo-

rinstanz den Nachweis nach beschwerdeführerischer Auffassung in jedem 

Fall nicht erbracht. Die Vorinstanz habe keinen Grundkonsens zur Projek-

taufteilung bzw. Preisabsprache nachzuweisen vermögen; zu unterschied-

lich seien die Motive der Zusammenarbeit bzw. des Informationsaus-

tauschs der an der angeblichen Gesamtabrede beteiligten Bauunterneh-

men bzw. deren unternehmerische Möglichkeiten. In Abwesenheit einer 

Gesamtabrede hätte die Vorinstanz, wie sie dies in den meisten vorange-

henden vergleichbaren Fällen getan habe, den relevanten Markt gemäss 

den einzelnen Ausschreibungsprojekten definieren müssen.  

13. Ohne Nachweis einer Gesamtabrede sei aber mit Bezug auf die ein-

zelnen Aspekte zu fragen, ob überhaupt unzulässige Abreden im Sinne von 

Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG vorliegen würden. Sowieso kann nach Auffassung 

der Beschwerdeführerin überhaupt nur ein «Endpreis, d.h. der Betrag, wel-

cher für ein Gut bezahlt werden muss, [...] begriffslogisch als Preis im Sinne 

von Art. 5 Abs. 3 lit. a KG verstanden werden» (Beschwerde, Rz. 26 

1. Lemma). Fraglich sei zudem, ob Hoch- und Tiefbauleistungen in dem-

selben sachlich relevanten Markt zusammengefasst werden könnten. Un-

zulässige Gesamtabreden seien bei den gemeinsamen Jahresstartsitzun-

gen – aufgrund fehlender konkreter, definitiver Projektzuteilung – gar nicht 

möglich gewesen; bei den ARGEs sei bereits fraglich, ob Wettbewerbsab-

reden nach Art. 4 Abs. 1 KG vorliegen würden. Umso weniger hätten in 

B-3290/2018 

Seite 25 

diesen Fällen erhebliche Wettbewerbsbeschränkungen vorliegen können. 

Auch die einzelnen Bauprojekte müssten fallweise untersucht werden. 

Selbst wenn sie im Sinne von Art. 5 Abs. 3 Bst. a oder c KG zu würdigen 

wären, was sie (die Beschwerdeführerin) im Übrigen in Abrede stellt, wäre 

der Verstoss ihrer Ansicht nach jedenfalls nicht schwerwiegend. Die Erheb-

lichkeit wäre einzelfallweise zu prüfen. Es wäre eventualiter bloss ein sym-

bolischer Sanktionsbetrag angemessen. Bei einer Sanktion wäre nach Auf-

fassung der Beschwerdeführerin zudem die unterschiedliche Interessen-

lage der an der angeblichen Abrede beteiligten Unternehmen derart zu be-

rücksichtigen, dass ihr (der Beschwerdeführerin) ein ungleich tieferer Ba-

sisprozentsatz aufzuerlegen wäre.  

14. Die umfassende Auseinandersetzung mit den beschwerdeführerischen 

Vorbringen erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Würdigung (siehe E. 21 ff. 

hiernach). 

iii) Vorliegende Beweismittel 

15.  

15.1 Die von A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Con-

rad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) handschriftlich erstellten Notiz 

ist mit «TBA Bez. 4 Bespr. 23/01/2012 RC/MH/DD – Budget 2012» betitelt. 

Das Dokument listet verschiedene Bauprojekte sowie dazugehörige Sum-

men auf. Daneben finden sich jeweils die Bezeichnungen «FC», «BeDE» 

und «Laz» bzw. mit Querstrichen verbundene Kombinationen der letzteren. 

Teilweise sind diese Bezeichnungen umkreist; teilweise finden sich dazu-

gehörige Häckchen. Das Dokument enthält zudem eine mit «Total» be-

zeichnete Summenangabe von ungefähr «24'000'000» sowie daneben die 

Angaben «F+L 8,65», «BeDe 7,40» und «Laz 3,10» (act. III.C.007; siehe 

die Abbildung in Rz. 252 der angefochtenen Verfügung).  

15.2 In ihrer Eingabe vom 7. Dezember 2012 im Nachgang zur Bonusmel-

dung vom 1. November 2012 (act. IX.B.7) bemerkte die Beschwerdeführe-

rin: «Aufgrund fehlender eigener Infrastruktur und des knappen Personals 

im Unterengadin [...] war es der Lazzarini selten möglich[,] bei den an-

spruchsvollen Bauvorhaben der öffentlichen Hand und/oder [der Rhäti-

schen Bahn; nachfolgend RhB] allein zu offerieren. Aus besagten Gründen 

sowie in Folge Fehlens qualifizierten Personals kamen die meisten im Un-

terengadin ansässigen Baumeister auch nicht als Partner in Frage. Über 

die Jahre haben sich daher die Foffa Conrad SA, Zernez [...] und die Bez-

zola Denoth AG, Scuol [...] als einzige valable Partner im von Lazzarini 

B-3290/2018 

Seite 26 

angestrebten Bausegment herauskristallisiert» (act. IX.B.7 pag. 7). Weiter 

habe sich aufgrund der regelmässigen projektbezogenen Kooperation der 

drei Unternehmen im Einzelfall jedenfalls firmenübergreifend über die 

Jahre eine gut eingespielte, routinierte Zusammenarbeit ergeben, welche 

sich letztlich auch für die Bauherren durch Terminsicherheit und Qualität 

ausbezahlt gemacht habe (act. IX.B.7 pag. 8).  

Zudem benennt die Beschwerdeführerin ausdrücklich Bauprojekte, bei 

welchen Offertsummen ausgetauscht wurde. Mit Bezug auf das Projekt 

«Innviadukt Cinuos-chel» im Jahr 2008 führt die Beschwerdeführerin aus: 

«Infolge der sehr guten Auslastung bestand nur ein mässiges Interesse an 

den Arbeiten. Um gegenüber dem Schlüsselkunden [RhB] jedoch nicht 

etwa Desinteresse zu signalisieren, hat Lazzarini eine Offerte eingereicht 

und daher eigens das ganze Projekt kalkuliert und die umfangreichen Of-

fertbeilagen (u.a. Technischer Bericht) erarbeitet [...]. Der Konkurrenz wa-

ren die gute Auslastung und damit auch die fehlenden Ressourcen der La-

zzarini allerdings bestens bekannt. Herr [A._____] hat sich bei Herrn 

[C._____] denn auch telefonisch nach dem Offertpreis der Lazzarini erkun-

digt und seinerseits seinen (tieferen) Preis bekannt gegeben» (act. IX.B.7 

pag. 15). Auch mit Bezug auf das Bauprojekt «H27 Engadinerstrasse» in 

Lavin im Jahr 2009 bemerkt die Lazzarini AG: «[...] Herr [A._____] [hat sich] 

bei [C._____] allerdings telefonisch nach dem Offertpreis erkundigt und 

seinerseits seinen tieferen Preis bekannt gegeben» (act. IX.B.7 pag. 16). 

Zum Bauprojekt «Mauerkordon Plan d’En-Chavrigls» bei Ardez-Scuol im 

Jahr 2011 führt die Beschwerdeführerin aus: «Dem Vertreter von Bezzola 

Denoth wurde der kalkulierte Preis telefonisch mitgeteilt, ohne dass Lazza-

rini weiss, wo Bezzola Denoth mit ihrer eigenen Kalkulation lag, welche 

weiteren Offerten eingegangen sind und wer letztlich den Zuschlag erhal-

ten hat» (act. IX.B.7 pag. 19). 

15.3 In ihrer Antwort vom 16. Oktober 2015 auf den Fragebogen vom 

16. September 2015 (act. IX.B.28) ergänzte die Beschwerdeführerin ihre 

Auskünfte zur Zusammenarbeit mit der Foffa Conrad AG und der Bezzola 

Denoth AG wie folgt: «Ab 2006 haben sich jedoch Vertreter der Lazzarini 

AG, Foffa Conrad AG sowie Bezzola Denoth AG jährlich getroffen (sog. 

‘Dreiergespräche’). In dieser Sitzung wurde in Kenntnis der anstehenden 

Grossprojekte im Unterengadin projektspezifisch die Möglichkeit einer ge-

meinsamen [ARGE] sondiert. Wenn in Bezug auf einzelne Projekte das 

gemeinsame Interesse bestand, wurde eine Vereinbarung zur Eingabe als 

ARGE abgeschlossen (sog. ARGE-Vorvertrag). Sofern ein Unternehmen 

kein Interesse an einer ARGE hatte, waren alle frei, das Objekt im 

B-3290/2018 

Seite 27 

Alleingang oder in einer anderen ARGE-Konstellation zu offerieren. Eine 

Aufteilung einzelner Projekte oder gar eine Preisabsprache fand jedoch 

anlässlich dieser ‘Dreiergespräche’ nicht statt. Sofern sich im Verlauf der 

Bausaison zeigte, dass Lazzarini ihre Ressourcen im Unterengadin mehr-

heitlich ausgelastet hatte und daher keine weiteren grösseren Projekte 

mehr realisieren konnte, wurde in Einzelfällen eine Schutzofferte zu Guns-

ten der Unternehmen Foffa Conrad AG oder Bezzola Denoth AG abgege-

ben. Die Motivation zur Abgabe von Schutzofferten lag aus Sicht der Laz-

zarini darin, sich durch eigene Offerte[n] beim [Tiefbauamt, nachfolgend 

TBA] als wichtigstem Bauherren für Lazzarini im Unterengadin ‘im Ge-

spräch zu halten’. Dazu kam, dass eine Offerteingabe von diesem Bau-

herrn eigentlich auch erwartet wurde. Gleichzeitig wurden die drei Unter-

nehmen von verschiedener Seite darauf hingewiesen, dass das TBA nur 

bei Vorliegen mehrerer Offerten überhaupt einen Vergabeentscheid treffen 

würde und andernfalls sich zu einem Verfahrensabbruch genötigt sehe. Da 

neben den drei Unternehmen keine weiteren Unterengadiner Unterneh-

mungen über die notwendigen Ressourcen und/oder Referenzen verfügten 

und Unternehmen aus Nordbünden, dem Oberengadin oder auch dem 

Ausland regelmässig nicht mitofferierten, war somit aus Sicht des TBA min-

destens eine zweite Offerteingabe erwünscht, wenn nicht sogar gefordert. 

Vor demselben Hintergrund sind auch allfällige Eingaben der Foffa Conrad 

AG resp. Bezzola Denoth AG zu sehen, welche zusätzlich zu einer Eingabe 

seitens einer ARGE Lazzarini mit Foffa Conrad AG resp. Bezzola Denoth 

AG erfolgten und jeweils teurer als die ARGE-Offerte waren» (act. IX.B.28, 

zu Frage 16).  

Weiter bemerkte die Beschwerdeführerin im erwähnten Antwortschreiben: 

«Allfällige Absprachen für Projekte des TBA zwischen Lazzarini und Foffa 

Conrad AG und/oder Bezzola Denoth AG fanden mit Aufnahme der ‘Drei-

ergespräche’ und damit im Zeitraum 2006 bis 2012 statt» (act. IX.B.28, zu 

Frage 18). Damit sei keine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt gewesen 

(act. IX.B.28, zu Frage 16): «Ein allfälliger Austausch von Preisen, Kalku-

lationen oder SIA-Schnittstellen in einzelnen Projekten des TBA erfolgte 

aus Sicht von Lazzarini einzig deshalb, weil man am Auftrag (in ARGE) 

selbst nicht interessiert war (insbesondere mangels verfügbarer Ressour-

cen), sich gleichzeitig durch eine Eingabe aber ‘im Gespräch halten’ wollte. 

Dank der Schutzofferte konnte zudem der Erwartung des TBA nach meh-

reren Eingaben entsprochen werden. Dem TBA war sicherlich bekannt, 

dass die Foffa Conrad AG sowie die Bezzola Denoth AG seit 2005 wirt-

schaftlich verbunden waren. Offenbar hat sich das TBA aber nicht daran 

gestört, wenn z.B. zusätzlich zu einer Offerte der ARGE Lazzarini und 

B-3290/2018 

Seite 28 

Bezzola Denoth AG als weitere Offerte einzig noch eine höhere der Foffa 

Conrad AG vorlag (vgl. u.a. Mitteilung Auftragsvergabe vom 7.5.2009 i.S. 

H28c, Ofenbergstrasse Korr. Ova dal Sagl. Oder Mitteilung Auftrags-

vergabe vom 10.9.2009 i.S. H27, Engadinerstrasse Anschluss Scuol Ost)[.] 

Eine künstliche Erhöhung des Marktpreises war dadurch aber nicht be-

zweckt. Die vom ‘Geschützten’ errechnete Offerte entsprach jeweils den 

Marktpreisen und deren Preisniveau wurde dank der höheren Schutzof-

ferte nicht zusätzlich erhöht. Dies war allein schon deshalb nicht möglich, 

weil mit anderen Unternehmen eben gerade keine entsprechenden Ge-

spräche stattfanden und daher nie ausgeschlossen werden konnte, dass 

auch Dritte (z.B. aus dem Oberengadin oder Nordbünden [bzw. aus dem 

Raum Davos und/oder Klosters]) eine Offerte abgeben» (act. IX.B.28, zu 

Frage 22). Zudem seien die Marktpreise dem TBA ja bekannt gewesen 

(act. IX.B.28, zu Frage 23). 

Schliesslich führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei im Unterengadin 

immer als eine «aussenstehende» Unternehmung wahrgenommen worden 

und habe sich daher auf grössere (Tief-)Bauprojekte konzentriert. Aufgrund 

der fehlenden Infrastruktur im Unterengadin sei sie (die Beschwerdeführe-

rin) für Projekte zwangsläufige auf eine Zusammenarbeit in ARGE ange-

wiesen. Im Fokus hätten grössere Projekte gestanden, welche vornehmlich 

vom TBA oder der Rhätischen Bahn realisiert worden seien. Die langjähri-

gen Partner seien hierbei stets die Foffa Conrad AG sowie die Bezzola De-

noth AG gewesen. Bereits bei ein bis zwei gleichzeitig laufenden Projekten 

im Unterengadin sei sie (die Beschwerdeführerin) mit ihren beschränkten 

personellen Ressourcen ausgelastet gewesen, weshalb an weiteren paral-

lel laufenden Baustellen kein grosses Interesse bestanden habe. Sie – so 

die die Beschwerdeführerin weiter – habe sich daher in der Regel nicht 

aktiv um weitere Projekte bemüht, sei aber immer wieder zu Submissionen 

eingeladen worden und/oder sei aufgrund geschäftspolitischer respektive 

strategischer Überlegungen an einer Eingabe – wenn auch ohne Zuschlag 

– interessiert gewesen. Die ARGE-Partner Foffa Conrad AG und Bezzola 

Denoth AG ihrerseits seien dagegen als hauptsächlich im Unterengadin tä-

tige Unternehmen an den meisten Bauprojekten interessiert gewesen und 

hätten daher die meisten Offerten gerechnet. Es sei daher ab und an vor-

gekommen, dass sie (die Beschwerdeführerin) in einzelnen Projekten eine 

dieser beiden Unternehmungen geschützt hätte. Eine systematische Ab-

sprache habe es jedoch nicht gegeben, eine allfällige Schutzofferte habe 

sich immer nur auf ein konkretes Projekt bezogen (act. IX.B.28, zu Frage 

46). 

B-3290/2018 

Seite 29 

15.4 Per E-Mail vom 5. Februar 2010 teilte D._____ (damaliger Geschäfts-

führer der Beschwerdeführerin) u.a. A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) 

und B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) Folgen-

des mit: «Geschätzte Kollegen Gestützt auf die aktuellen Erkenntnisse wie 

Anzahl Arbeitsstellen, Eignungs- und Zuschlagskriterien, Ressourcenbe-

darf und die Vorgabe[,] keine ARGE’s, schlage ich vor, das[s] wir nachwie-

vor miteinander ‘kooperieren’ und wir 2 (je BD [Bezzola Denoth AG] je LA 

[Lazzarini AG]) koordinierte Angebote machen mit dem Hinweis im TB 

[wohl Technischer Beschrieb]: Leitung und Führung und somit Ansprech-

partner ist die eingebende Firma. Infolge des intensiven Ressourcenein-

satzes innerhalb der kurzen Bauzeit kann/wird ein/der lokale Partner mit-

einbezogen […]. Was meint ihr? Wenn i.O[.], sollte nächste Woche ein Ter-

min vereinbart werden […]» (act. III.D.020). 

15.5 In seiner E-Mail vom 17. März 2010 an B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Bezzola Denoth AG) betreffend «EKW Flachdachsanie-

rung Zentrale Pradella» äusserte sich C._____ (damaliger Niederlassungs-

leiter der Beschwerdeführerin) wie folgt: «Hallo [B._____], in der Beilage 

beide Schlusszusammenstellungen unsererseits, der oben genannten 

Baustelle. Ich möchte die Arbeit nicht ausführen, darum wäre ich Dir dank-

bar, wenn Du mir Deine Eingabesumme mitteilst oder mir Morgen […] bei 

der Sitzung […] angibst» (act. IX.C.35 pag. 31). 

15.6 In der E-Mail vom 14. Februar 2011 betreffend «Postautogarage 

Scuol» an B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) 

führte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) 

Folgendes aus: «Hallo Marcus, hier noch unseres Angebot Nr. 2 der Bau-

meisterarbeiten als .pdf. Baugrubenaushub folgt. Gruss […]».  

Daraufhin antwortete B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola De-

noth AG) C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdeführe-

rin) gleichentags was folgt: «Bist somit ca. 5 % über meinem Preis. Passe 

meinen noch um ca. 1.5 % nach oben an» (act. IX.C.35 pag. 32-35). 

15.7 Mit E-Mail vom 24. Mai 2011 wandte sich B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Bezzola Denoth AG) wie folgt an C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Beschwerdeführerin): «Hallo Dani. Nehme an[, Dein] 

Interesse an der Lehnbrücke Pischött wird nicht gerade sehr gross sein. 

Könntest du mir gegebenenfalls eine Schutzofferte einreichen? Wäre froh 

[…]». Daraufhin hat C._____ den B._____ mit E-Mail vom 27. Mai 2011 um 

B-3290/2018 

Seite 30 

Herausgabe mehrerer technischer Unterlagen ersucht, welche er denn 

auch gleichentags elektronisch mehrheitlich erhalten hat (act. IX.C.35 pag. 

40 f.). 

15.8 In seiner E-Mail vom 9. August 2011 an F._____ (damaliger Bauführer 

der Beschwerdeführerin) bittet B._____ (damaliger Geschäftsführer der 

Bezzola Denoth AG) in Sachen «Offerten» um Rückruf bezüglich «Offerte 

Via Porta 2011» und sagt: «Falls ihr diese […]of[f]eriert[,] nehme ich an[,] 

Ihr lasst mich vor der Haustüre von Armon A`Porta in Ruhe. Habe die Of-

ferte gerechnet und falls du möchtest[,] kann ich dir eine SIA zustellen. Be-

züglich Brücke St. Valentin wurde ja bereits etwas vorbesprochen. Wäre 

froh um Rückmeldung betreffend weiterem Vorgehen […]» (act. III.D.071). 

15.9 Per E-Mail vom 7. September 2011 übermittelte C._____ (damaliger 

Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) an B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Bezzola Denoth AG) die Eingabe der Lazzarini AG be-

treffend «Submission St. Valentin» mit dem Hinweis «[w]ie immer gebe ich 

‘KEIN’ Rabatt und Skonto!» (act. III.D.106). 

15.10 Im E-Mailverkehr vom 25. September 2012 zwischen B._____ (da-

maliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) und C._____ (damaliger 

Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) mit Kopie an A._____ (da-

maliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Be-

zzola Denoth AG; act. III.D.060) schrieb B._____ (damaliger Geschäftsfüh-

rer der Bezzola Denoth AG) an C._____ (damaliger Niederlassungsleiter 

der Beschwerdeführerin): «Guten Morgen Dani. Denke[,] Ihr habt gestern 

auch eine Offerte Panaglia erhalten. Baubeginn allen Anschein nach sofort. 

Wäre schön[,] könntest du mich da in Ruhe lassen. Denke[,] alle andern 

tun es. Bitte um Antwort..[...]». Darauf antwortete C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Beschwerdeführerin): «Hallo [B._____], habe bis jetzt 

noch keine Offerte erhalten. [F._____] ist in den Ferien. Mir ist im Moment 

viel wichtiger, wie die ‘Zusammenarbeit Coop’ aussieht. Ich bitte Dich um 

Vorschläge. [...]». Dies erwiderte B._____ (damaliger Geschäftsführer der 

Bezzola Denoth AG) wie folgt, wobei er A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) in 

Kopie setzte: «Hallo Dani. Falls du eine Offerte erhalten solltest. Bitte mel-

den. Betreffend Coop müssen wir wohl bei Gelegenheit zusammensitzen 

und auch [G]rundsätzliches bezüglich Marktverhalten und Zusammenar-

beit diskutieren. Werde schauen[,] ob [A._____] gelegentlich Zeit findet. 

Melde mich bei Dir […]» (act. IX.C.35 pag. 54). 

B-3290/2018 

Seite 31 

15.11 Die Wahrnehmungen des Architekten E._____ betreffen seine Aus-

künfte vom 17. November 2016 und vom 7. Dezember 2016 auf die vo-

rinstanzlichen Fragebogen vom 10. November 2016 und 7. Dezember 

2016 (act. III.21 und III.25). Zusammenfassend stellte der Architekt 

E._____ fest, dass die Beschwerdeführerin immer höhere Preise offerieren 

würde als die Bezzola Denoth AG, obwohl sein Nachbar und damaliger 

Bauführer der Beschwerdeführerin, F._____, ihn jeweils angefragt habe, 

ob die Beschwerdeführerin offerieren dürfe. F._____ habe ihm darauf mit-

geteilt, dass C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdefüh-

rerin) ihm (F._____) deswegen geantwortet habe, dass die Beschwerde-

führerin und die Bezzola Denoth AG vereinbart hätten, dass die Beschwer-

deführerin sich im Hochbau im Unterengadin nicht einsetze (siehe hierzu 

E. 24 hiernach).  

15.12 Anlässlich der mündlichen Ergänzung der Selbstanzeige der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG vom 27. Oktober 2015 

(act. IX.C.61) bemerkte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) auf Vorhalt seiner 

handschriftlich erstellten Notiz «TBA Bez. 4 Bespr. 23/01/2012 RC/MH/DD 

– Budget 2012» (siehe im Text hiervor): «Das ist ein Marktbearbeitungsdo-

kument. Das Budget des Tiefbauamtes Graubünden ist ja bekannt. Man 

weiss, was ungefähr kommt und schaut in erster Linie, wo ARGE’s ange-

bracht sind und wo man etwas gemeinsam machen kann» (act. IX.C.61, 

Rz. 724-726). Weiter führte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer 

der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) mit Bezug auf 

die Vermerke «F + C 8,65», «Bede 7,40» und «Laz 3,10» aus: «Die Zahlen 

unten sind die Zusammenfassungen der Beträge, wenn es auch so kommt. 

Dies ist natürlich fiktiv. Es gibt noch viele andere Mitbewerber, welche sich 

um die Aufträge streiten. Ich weiss gar nicht, was ich hier alles zusammen-

gerechnet habe. Die Beteiligung innerhalb der ARGE’s ist nicht definiert. 

Es ist fiktiv. Es handelt sich um ein Arbeitspapier» (act. IX.C.61, Rz. 738-

742). A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) bemerkte mit Blick auf die deutlich 

tiefere Zahl für die Beschwerdeführerin: «Das Unterengadin ist der Haupt-

markt der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG. Entsprechend 

sind die Zahlen der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG auch 

höher als diejenige der Lazzarini AG. Wir arbeiten schon länger mit der 

Lazzarini AG zusammen. Es ist ein Arbeitspapier. Man klärte ab, wo 

ARGE’s sinnvoll sind. Beispielsweise wo man aufgrund der Kapazitäten 

und der Erfahrung zusammenarbeiten wollte. Dies sind meine persönli-

chen Notizen, welche das Gegenüber nicht hatte. Ob es dann tatsächlich 

B-3290/2018 

Seite 32 

so rausgekommen ist, ist auch noch eine andere Frage» (act. IX.C.61, 

Rz. 760-767).  

Auf der Besprechungsnotiz seien alle Projekte des Tiefbauamtes Graubün-

den für den Bezirk 4 des Jahres 2012 aufgeführt, die sie in Erfahrung ge-

bracht hätten. Es sei denn auch nicht gesagt, dass diese dann tatsächlich 

alle so ausgeschrieben worden seien. Dies sei in der Regel nicht der Fall 

(act. IX.C.61, Rz. 770-772). Schliesslich legte A._____ (damaliger VRP 

und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth 

AG) dar: «Ein solches Papier wie das vorliegende habe ich ein einziges 

Mal gemacht. Es gibt keine Systematik dahinter. [...] Eine solche systema-

tische Besprechung wie diese vom 23. Januar 2012 [...] war die letzte in 

diesem Umfang» (act. IX.C.61, Rz. 853-857).  

15.13 Anlässlich der mündlichen Ergänzung zur Selbstanzeige der Foffa 

Conrad AG und der Bezzola Denoth AG vom 9. Februar 2018 

(act. VII.B.49) bemerkte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der 

Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG): «[Ich kenne] 

[D._____] [damaliger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin] und wir 

[hatten] 3–4mal pro Jahr Kontakt [...]. Bei diesen Treffen sprachen wir über 

die Aussichten und die Frage, ob wir in Zukunft in ARGE zusammenarbei-

ten. Es ging darum, die Strategie festzulegen» (act. VII.B.49, Rz. 586 ff.). 

Weiter legte A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Con-

rad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) dar: «[An solchen Besprechun-

gen wurde [d]ie Aussicht auf Bauvorhaben in der Region, welche im Raum 

standen, [...] besprochen, nicht Projekte, die unmittelbar bevorstanden. Je-

der hatte Informationen über die Gemeinden, die RhB usw. und man 

tauschte sich aus. Es wurde in einem frühen Stadium besprochen, wo eine 

ARGE sinnvoll sein könnte» (act. VII.B.49, Rz. 618 ff.). 

15.14 A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) gab weiter zu Protokoll: «Die Strategie 

der Lazzarini AG von 2006 bis 2011 war klar. Sie hatte sehr wenig Personal 

im Unterengadin, 10 bis 12 Mitarbeiter. Denn sie offerierte praktisch aus-

schliesslich im Tiefbau. Im Hochbau war die Lazzarini in dieser Zeit prak-

tisch untätig. Im Hochbau war die Lazzarini AG daher keine Konkurrentin 

und keine Mitbewerberin. Im Tiefbau war die Lazzarini unter Umständen 

Konkurrentin. [...] Die Lazzarini AG hat sich vornehmlich für grössere Tief-

bauprojekte interessiert, aber nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit 

der Foffa Conrad-Gruppe. Wenn ihre Kapazitäten in diesem Bereich ge-

bunden waren, hat sie sich für den übrigen Markt im Unterengadin nicht 

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Seite 33 

mehr interessiert [...] Im Lauf des Jahres 2012 stellten wir fest, dass die 

Lazzarini AG ihre Strategie anpasste. Der Grund war, dass sie Ende 2012 

die Fabio Bau GmbH übernommen hatte. Mit der Fabio Bau GmbH hatte 

sie andere Möglichkeiten im Unterengadin. Sie verhielt sich dementspre-

chend anders am Markt» (act. VII.B.49, Rz. 129 ff.; siehe auch ebendort, 

Rz. 953-957). 

15.15 Anlässlich derselben Befragung bemerkte B._____ (damaliger Ge-

schäftsführer der Bezzola Denoth AG), Gründe für die Bildung von ARGE 

in den Jahren 2008 seien für die Foffa Conrad-Gruppe u.a. «eine Risikom-

inimierung der Unternehmen [gewesen]. Wir sprechen von komplexen Pro-

jekten, die nicht alltäglich sind. Eventuell hat man einen Partner, der dies 

bereits ausgeführt hat. Wir hatten teilweise auch verbesserte Einkaufskon-

ditionen während des Submissionsverfahrens bei einer ARGE» 

(act. VII.B.49, Rz. 463-467). Mit Bezug auf die «Dreiergespräche» gemäss 

der Antwort vom 16. Oktober 2015 auf den Fragebogen vom 16. Septem-

ber 2015 der Beschwerdeführerin (siehe E. 15.3 hiervor) gab B._____ (da-

maliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) zu Protokoll: «Wenn La-

zzarini dies [einmal jährliche Treffen in den Jahren 2006 bis 2012] so aus-

sagt, ist das nicht richtig. Ich kenne den Begriff ‘Dreiergespräche’ nicht. Wir 

sassen zwei oder maximal drei Mal in irgendeiner Form zusammen» 

(act. VII.B.49, Rz. 732-734). 

15.16 Zudem führte B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola De-

noth AG) anlässlich der mündlichen Ergänzung zur Selbstanzeige der Be-

zzola Denoth AG vom 18. August 2015 (act. IX.C.49) aus, an der Bespre-

chung vom 23. Januar 2012 hätten A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG), 

möglicherweise C._____ (ehemaliger Niederlassungsleiter der Beschwer-

deführerin) sowie er selbst teilgenommen (act. IX.C.49, Rz. 345-263). Auf 

die Frage, weshalb es im Jahr 2013 keine solche Besprechungen mehr 

gegeben habe, bemerkte B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola 

Denoth AG): «Uns wurde bewusst, dass wir dies nicht dürfen. Wir haben 

uns dann vorher für uns überlegt, wo es Sinn macht, dass wir für eine 

ARGE mit Lazzarini zusammenspannen» (act. IX.C.49, Rz. 383 f.).  

15.17 Anlässlich der mündlichen Ergänzung der Bonusmeldung der Be-

schwerdeführerin vom 1. November 2012 (act. IX.B.4) bemerkte C._____ 

(damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) auf die Frage, ob 

die ARGE jeweils offengelegt worden seien: «Ja, das ist normal. Zu 95 % 

arbeiten wir so» (act. IX.B.4, Rz. 22 f.). Auf die anschliessende Frage, was 

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die andere, nicht normale Arbeitsweise sei, führte C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Beschwerdeführerin) aus: «Im Unterengadin haben 

die öffentliche Hand und die Rhätische Bahn das Problem, dass sie zu we-

nig Anbieter haben. Dies ist wegen den Vorbedingungen so. Die öffentliche 

Hand hat häufig nur eine Offerte gekriegt und sich darüber beklagt[, e]s 

habe zu wenig Konkurrenz[, d]a meist die Foffa Conrad und die Bezzola 

[Denoth einreichten]. Die öffentliche Hand beklagte sich. Damit hat sie 

keine Auswahl bei Submissionen. Das ist speziell im Unterengadin so, das 

gibt es so nirgends. Wir haben dann abgemacht, eine zweite Offerte ein-

zureichen, das war dann eine Schutzofferte. Das ist ja gemäss WEKO nicht 

ganz zulässig. Wir mussten quasi so reagieren. Die öffentliche Hand hat 

zeitweise das Verfahren abgebrochen, sodass wir einen Notstand hatten. 

Es musste eine zweite Offerte her, die dann mit Foffa oder Bezzola ge-

macht wurde» (act.IX.B.4, Rz. 24-34). Das Zustandekommen solcher Of-

ferten beschrieb C._____ wie folgt: «Foffa oder wir haben uns um die Of-

ferte bemüht. Man hat sich da gegenseitig abgestimmt. Für die zweite Of-

ferte hat man dem anderen die Daten der ersten Offerte geschickt und 

meistens die zweite Offerte bereits zugestellt. Damit hat man dem anderen 

die Arbeit erspart [...] Wenn wir Kapazitäten hatten, dann haben wir eine 

ARGE gemacht und andernfalls eine Schutzofferte. Das geschah eben aus 

dem genannten Notstand heraus» (act. IX.B.4, Rz. 35-42). «Wir wussten 

voneinander, wie die Kosten und Preise aussahen […] Die Schutzofferte 

lag 3-5 Prozent höher» (act. IX.B.4, Rz. 50 und 53). Dies sei «seit 

2007/2008 so [gelaufen]» (act. IX.B.4, Rz. 74 f.). Auf die Frage, mit wem er 

sich bezüglich Schutzofferten austausche, sagte C._____ (damaliger Nie-

derlassungsleiter der Beschwerdeführerin) aus, [mit der] «Foffa und Bez-

zola, sonst mit niemandem», wobei man sich zum Teil treffe und es zum 

Teil auch telefonisch gehe (act. IX.B.4, Rz. 108-111). Auf die Frage, wer 

seine Ansprechpartner seien, führt C._____ (damaliger Niederlassungslei-

ter der Beschwerdeführerin) schliesslich aus: «Ich nenne den Namen, es 

sind [A._____] bei Foffa Conrad, bei Bezzola Denoth ist es [B._____]. Mit 

diesen Personen habe ich Kontakt» (act. IX.B.4, Rz. 112 und 119 f.). 

15.18 Anlässlich der Zeugeneinvernahme von C._____ vom 10. Septem-

ber 2015 (act. IV.023) bestätigte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter 

der Beschwerdeführerin), dass er an der Besprechung vom 23. Januar 

2012 anwesend war (act. IV.023, Rz. 224). Auf die Frage, in welchen Jah-

ren solche Besprechungen stattgefunden hätten, führte er aus: «Dies kann 

ich nicht abschliessend sagen. Ich weiss es nur für diejenige Zeit, als ich 

bei der Lazzarini AG tätig war. Wir sind maximal einmal pro Jahr 

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Seite 35 

zusammengesessen und haben die Interessen bekundet» (act. IV.023, 

Rz. 266-270). 

15.19 Anlässlich der Zeugeneinvernahme von C._____ vom 23. Januar 

2017 (act. II.11) bemerkte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der 

Beschwerdeführerin), ARGE im Unterengadin im Bereich Tiefbau seien 

seines Wissens ausschliesslich im «Dreierteam: Lazzarini AG, Foffa Con-

rad AG und Bezzola Denoth» gebildet worden (act. II.11, Rz. 362-364). Auf 

die Frage, ob es zutreffe, dass die Beschwerdeführerin mit der Bezzola 

Denoth AG vereinbart habe, sich im Hochbau im Engadin «nicht einzuset-

zen», bemerkte C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Lazzarini 

AG): «Nein. Die Lazzarini AG hat auch Hochbauprojekte ausgeführt». 

15.20 Zudem analysierte die Vorinstanz insbesondere die Offertöffnungs-

protokolle des Kantons Graubünden und der Gemeinden im Untersu-

chungsgebiet, um weitere Informationen zur Baubranche im Unterengadin 

zu erhalten («Datensatz der Offertöffnungsprotokolle [DOP]»; act. III.38). 

Danach vergaben die öffentlichen Beschaffungsstellen im Unterengadin in 

den Jahren 2004 bis 2012 total 170 Projekte an insgesamt 35 Unterneh-

men. Die Parteien der Untersuchung 22-0458 bezeichneten den Preis 

durchwegs als das wichtigste Zuschlagskriterium. Gemäss den Angaben 

der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG habe im Bereich Tiefbau 

ungefähr in 90 % der Fälle dasjenige Unternehmen mit dem tiefsten Ange-

bot den Zuschlag erhalten; im Bereich Hochbau habe dies in ungefähr 

80 % der Fälle zugetroffen. Die Bezzola Denoth AG erzielte mit Abstand 

den meisten Umsatz (ungefähr Fr. 45.3 Mio. bei 58 Zuschlägen bzw. 

40.4 % Umsatzanteil). An zweiter Stelle folgt die Foffa Conrad AG (unge-

fähr Fr. 25.1 Mio. bei 34 Zuschlägen bzw. 22.4 % Umsatzanteil). Die Be-

schwerdeführerin rangiert an vierter Stelle (ungefähr Fr. 7.2 Mio. bei 7 Zu-

schlägen bzw. 6.5 % Umsatzanteil). Diesbezüglich gilt es indes zu beach-

ten, dass jeweils der gesamte Umsatz von ARGE bzw. der dazugehörige 

Umsatz dem federführenden Bauunternehmen zugerechnet wird. In allen 

bis auf einem ARGE-Projekt zwischen der Beschwerdeführerin und der 

Foffa Conrad AG sowie der Bezzola Denoth AG oblag die Federführung 

jeweils den letzteren, weshalb die Beschwerdeführerin tatsächlich einen 

höheren Umsatz erwirtschaftete als soeben erwähnt. Bei öffentlichen Sub-

missionen mit einem Bauvolumen über Fr. 500'000.– vereinten die Foffa 

Conrad AG, die Bezzola Denoth AG sowie die Beschwerdeführerin gar ei-

nen Umsatzanteil von 83.7 % auf sich (Bezzola Denoth AG: ungefähr 

Fr. 37.4 Mio. bei 25 Zuschlägen bzw. 48.2 % Umsatzanteil; Foffa Conrad 

AG: ungefähr Fr. 21.5 Mio. bei 14 Zuschlägen bzw. 27.7 % Umsatzanteil; 

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Beschwerdeführerin: ungefähr Fr. 6 Mio. bei 3 Zuschlägen bzw. 7.8 % Um-

satzanteil).  

iv) Beweisthema, Zulässigkeit des Indizienbeweises sowie Beweis-
mass 

16. Das Beweisthema ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin tatsäch-

lich einen Konsens mitgetragen hat, welcher in sachlicher Hinsicht die pro-

jektübergreifende Koordination des Marktverhaltens betreffend Hoch- und 

Tiefbauleistungen (siehe E. 21 ff. hiernach) und in räumlicher Hinsicht das 

Unterengadin umfasste (siehe E. 35 ff. hiernach) sowie in zeitlicher Hin-

sicht im Zeitraum von 2008 bis Oktober 2012 bestand (siehe E. 37 ff. hier-

nach; nachfolgend: Gesamtkonsens). Gegebenenfalls ist alsdann zu erwä-

gen, ob und wie der besagte Gesamtkonsens unter den Begriff der Wett-

bewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG zu subsumieren ist (siehe 

E. 43 ff. hiernach). 

17. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang Verletzun-

gen des Untersuchungsgrundsatzes, des Grundsatzes der freien Beweis-

würdigung sowie des rechtlichen Gehörs rügt, werden ihre diesbezüglichen 

Vorbringen im Rahmen der materiellen Beurteilung, d.h. nicht in einem se-

paraten Abschnitt unter dem Gesichtspunkt eines formellen Rechtsfehlers, 

zu prüfen sein. Dies zumal ihre Rügen betreffend die rechtsgenügliche Ab-

klärung des Sachverhalts, das anwendbare Beweismass (siehe sogleich 

E.19 hiernach) bzw. den allenfalls unzureichenden Nachweis einer Ge-

samtabrede sowie den Gehörsanspruch einen engen Bezug zum (eigent-

lichen) Inhalt der angefochtenen Verfügung haben. Demgegenüber sind 

Hinweise auf eine Rechtsverletzung der Vorinstanz im formellen Sinn we-

der mit Bezug auf den Untersuchungsgrundsatz noch die Unschuldsver-

mutung ersichtlich (vgl. Urteil des BVGer B-829/2012 vom 26. Juni 2018 

Granella Holding AG et al. E. 6.3 mit Hinweisen; siehe E. 21 ff. hiernach). 

18. Die Vorinstanz führte einen Indizienbeweis für den Nachweis eines Ge-

samtkonsenses anhand der hiervor wiedergegebenen neun Elemente 

(siehe E. 11 f. hiervor) Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleich-

wertig und auch im Kartellrecht grundsätzlich zulässig (vgl. BGE 144 II 246 

Altimum SA E. 6.4.3; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 Erne 

Holding AG et al. E. 8.4.4.6, je mit Hinweisen), was die Beschwerdeführerin 

im Übrigen nicht bestreitet.  

19. Ordentliches Beweismass (oder Regelbeweismass) in Kartellverfahren 

ist das Beweismass der (vollen) Überzeugung. Eine ausnahmsweise 

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Seite 37 

Beweismassreduktion kann nach der Rechtsprechung bei «komplexen 

wirtschaftlichen Sachverhalten mit multiplen Wirkungszusammenhängen» 

erfolgen, nicht hingegen bei «gewöhnlichen» Lebenssachverhalten 

(vgl. BGE 139 I 72 Publigroupe E. 8.3.2). In Kartellsanktionsverfahren dür-

fen namentlich auch beim Vorliegen von Selbstanzeigen die Anforderun-

gen an das Beweismass nicht aus prozessökonomischen Gründen herab-

gesetzt werden (Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 Erne Hol-

ding AG et al. E. 8.5.4.1 bis E. 8.5.4.5 mit Hinweisen). Mit Blick auf das 

vorliegende Beweisthema (Bestehen des Gesamtkonsenses) ist demzu-

folge – in Übereinstimmung mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin in 

Rz. 134 der Beschwerde – der Überzeugungsbeweis zu erbringen. Die ge-

richtliche Überzeugung muss auf Grundlage des vollständigen Indizienge-

füges zustande kommen. Zu prüfen ist, ob in der Gesamtheit keine ver-

nünftigen Zweifel am vorinstanzlichen Beweisergebnis (hierzu E. 5 bis 9) 

bestehen. Dabei kann mit Bezug auf einzelne (Beweis-)Elemente die Mög-

lichkeit des sachverhaltlichen Andersseins wohl offenbleiben (vgl. Urteile 

des BGer 6B_824/2016, 6B_844/2016, 6B_946/2016, 6B_960/2016 vom 

10. April 2017 E. 12.1; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 

Erne Holding AG et al. E. 8.4.4.6, je mit Hinweisen); sie dürfen derweil die 

richterliche Überzeugung, wie sie aus den übrigen Indizien gewonnen 

wurde, nicht erschüttern, indem sie in tatsächlicher Hinsicht ein Anderssein 

nahelegen (vgl. BGE 144 II 246 Altimum SA E. 6.4.3). 

20. Die Beantwortung der Frage, ob der Gesamtkonsens, wie ihn die Vo-

rinstanz der Beschwerdeführerin sowie der Foffa Conrad AG und der Bez-

zola Denoth AG unterstellt, mittelbar überzeugend nachgewiesen ist, setzt 

demnach eine hiernach zu erfolgende integrale Würdigung sämtlicher Vor-

bringen und Entgegnungen zu den jeweiligen (Beweis-)Elementen sowie 

der weiteren Argumente voraus (vgl. HANS WALDER, Der Indizienbeweis im 

Strafprozess, Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht [ZStrR] 109/1991 

S. 303 ff.). Als Ausfluss der Sachverhaltserstellung von Amtes wegen 

(vgl. Art. 37 VGG in Verbindung mit Art. 12 VwVG) sind zudem namentlich 

die diesbezüglichen Einwände der Foffa Conrad-Gruppe im Parallelverfah-

ren B-3096/2018 mitzuberücksichtigen, welche den Gesamtkonsens 

gleichsam zurückweist.  

v) Würdigung des Gerichts 

21. In sachlicher Hinsicht bezieht sich der unterstellte Gesamtkonsens auf 

die projektübergreifende Koordination des Marktverhaltens betreffend 

Hoch- und Tiefbauleistungen (siehe E. 10 und E. 16 hiervor). Wie 

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Seite 38 

nachfolgend aufzuzeigen ist, vermögen einige Elemente des vorgebrach-

ten Indiziengefüges – zumindest bei isolierter Betrachtung – den sachli-

chen Gesamtkonsens nicht überzeugend nachzuweisen. 

22. So lassen sich aus der Notiz von A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) im 

Hinblick auf ein Treffen mit B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bez-

zola Denoth AG) und C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Be-

schwerdeführerin) vom 23. Januar 2012 (dazu oben E. 15.1) für sich ge-

nommen keine Schlüsse auf wiederholte «Jahresstartsitzungen» ziehen. 

Sie beschränkt sich inhaltlich auf das Thema «Budget 2012» und nimmt 

lediglich Bezug auf die eine Besprechung am besagten Datum. Die Vo-

rinstanz selbst räumt denn auch ein, dass sich ein jährliches Stattfinden 

von «Jahresstartsitzungen» nicht mit Sicherheit eruieren lasse (siehe an-

gefochtenen Verfügung, Rz. 278 3. Lemma). Die Feststellung von A._____ 

(damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der 

Bezzola Denoth AG) anlässlich der mündlichen Ergänzung zur Selbstan-

zeige vom 9. Februar 2018 (act. VII.B.49, Rz. 735 ff.) ist zutreffend, dass 

man anhand der Aussagen von C._____ (damaliger Niederlassungsleiter 

der Beschwerdeführerin) nicht mit Klarheit sagen kann, wann und wie oft 

«Dreiergespräche» tatsächlich stattgefunden haben. Letzterer bemerkte in 

seiner Zeugeneinvernahme vom 23. Januar 2017 lediglich, dass es in 

manchen Jahren ein paar solcher Besprechungen und in anderen Jahren 

keine solchen Besprechungen gegeben habe (act. II.11, Rz. 181 ff.; siehe 

auch act. IV.23, Rz. 261 ff.). Damit vermag dieses Element keinen sachli-

chen Gesamtkonsens zu indizieren. Zudem können die Umsatzprognosen, 

welche A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG 

sowie VRP der Bezzola Denoth AG) auf dem fraglichen vorgeblichen «Ar-

beitspapier» bzw. «Marktbearbeitungsdokument» im Hinblick auf das Tref-

fen vom 23. Januar 2012 vorgenommen hat, für sich genommen auch le-

diglich die persönlichen, fiktiven Schätzungen zur Auftragslage einer um-

triebigen, sich Überblick verschaffenden Person darstellen. Es ist nicht er-

stellt, dass es sich hierbei um ein eigentliches Sitzungsprotokoll handelt, 

welches ausnahmslos während der Besprechung aufgesetzt worden ist. 

Immerhin hat aber die Beschwerdeführerin das Stattfinden von mehreren 

sog. «Dreiergesprächen» zwischen A._____ (damaliger VRP und Ge-

schäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG), 

B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) und C._____ 

(damaliger Niederlassungsleiter der Beschwerdeführerin) jeweils zu Be-

ginn des Jahres im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 im vorinstanzlichen 

Verfahren eingeräumt sowie in Rz. 81 der Beschwerde nochmals bestätigt. 

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Seite 39 

23. Weiter lassen sich die regelmässig gebildeten ARGE insbesondere 

auch mit den im fraglichen Zeitraum beschränkten Kapazitäten der Be-

schwerdeführerin im Unterengadin erklären. Es ist an sich ohne Weiteres 

denkbar, dass die Beschwerdeführerin lediglich ihre vorhandenen Res-

sourcen möglichst effizient einzusetzen versuchte, indem sie sich auf grös-

sere (Tief-)Bauprojekte konzentrierte. Dies kann gerade auch dem bloss 

einseitigen Willen eines profitorientierten Unternehmens entsprechen, und 

die Beschwerdeführerin war grundsätzlich nicht verpflichtet, auf eine Ver-

änderung ihrer Wettbewerbsfähigkeit hinzuwirken. Wie auch die Be-

schwerdeführerin vorbringt, hat die Vorinstanz – eingestandenermassen 

sowie wissentlich und willentlich (siehe die vorinstanzliche Vernehmlas-

sung vom 4. September 2018, Rz. 78 5. Lemma) – nicht aufgezeigt, dass 

die ARGE systematisch gebildet wurden, um konkurrierende Einzelofferten 

zu verhindern. Insoweit die Zulässigkeit der ARGE aber nicht beurteilt 

wurde, können sie keine eindeutigen Indizwirkungen entfalten. In dieser 

Hinsicht enthält im Übrigen auch der «Datensatz der Offertöffnungsproto-

kolle [DOP]» (siehe E. 15.20 hiervor) keine einschlägigen Angaben. Damit 

bleibt zugleich offen, ob die ARGE tatsächlich – wie die Foffa Conrad-

Gruppe im Parallelverfahren B-3096/2018 geltend macht – in jedem Ein-

zelfall unbedenklich waren.  

24. Mit Vorsicht sind zudem die Elemente «Übereinstimmende Interessen-

lage der Beschwerdeführerin, der Foffa Conrad AG und der Bezzola De-

noth AG» und «Wahrnehmungen des Architekten E._____» zu würdigen. 

Ersteres stellt ein eher schwaches Indiz dar, weil das Verhalten der fragli-

chen Beteiligten auch den marktimmanenten Verhältnissen (relative Abge-

schiedenheit des Unterengadins; beschränkte Kapazitäten sowie schwa-

che Nachfrage namentlich im Hochbau mit Blick auf die Beschwerdeführe-

rin) geschuldet sein kann. Tatsächlich war die Beschwerdeführerin – wie 

soeben dargelegt (siehe E. 23 hiervor) – unter wettbewerbsrechtlichen Ge-

sichtspunkten grundsätzlich ebenso wenig gehalten, ihre Marktstellung zu 

forcieren.  

E._____ wiederum betrieb im fraglichen Zeitraum ein Architekturbüro im 

Unterengadin im Bereich Hochbau. Er bemerkte, dass die Beschwerdefüh-

rerin bei Hochbauprojekten im Unterengadin immer höhere Preise offerie-

ren würde als die Bezzola Denoth AG. Dies, obwohl F._____, sein damali-

ger Nachbar und Bauführer bei der Beschwerdeführerin, ihn jeweils ange-

fragt habe, ob die Beschwerdeführerin bei von ihm betreuten Projekten of-

ferieren dürfe. Eines Tages habe F._____ (damaliger Bauführer der Be-

schwerdeführerin) ihm (dem Architekten E._____) mitgeteilt, dass er 

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Seite 40 

diesbezüglich mit C._____ (damaliger Niederlassungsleiter der Beschwer-

deführerin) gesprochen und letzterer ihm (F._____) Folgendes mitgeteilt 

habe: Die Beschwerdeführerin habe mit der Bezzola Denoth AG vereinbart, 

sich im Hochbau im Unterengadin nicht einzusetzen. Die Beschwerdefüh-

rerin wolle die Zusammenarbeit im Bereich Tiefbau mit der Bezzola Denoth 

AG in ARGE nicht gefährden (siehe E. 15.11 hiervor). Hingegen betreffen 

diese Aussagen des Architekten E._____ – wie auch die Beschwerdefüh-

rerin in Rz. 123 der Beschwerde ausführt – wiederum weitgehend Wahr-

nehmungen vom Hörensagen (angebliche Bemerkungen von F._____ [da-

maliger Bauführer der Beschwerdeführerin], welcher diesbezüglich nicht 

selbst befragt wurde); darüber hinaus sind die persönlichen Beweggründe, 

welche den Architekten E._____ zu den fraglichen Stellungnahmen veran-

lasst haben können, ungeklärt geblieben. 

25. Die in den Erwägungen 22 bis 24 hiervor gewürdigten Beweiselemente 

haben mit Blick auf das Beweisthema (Vorliegen eines sachlichen Gesamt-

konsenses) wie gesehen einen neutralen Charakter. Sie lassen ein Anders-

sein (kein Vorliegen eines sachlichen Gesamtkonsenses) offen. Sie be-

gründen für sich genommen derweil ebenso wenig erhebliche Zweifel bzw. 

legen ein Anderssein keineswegs nahe. Anhand des vollständigen Indizi-

engefüges bzw. der hiernach zu würdigenden Beweiselemente kann der 

Überzeugungsbeweis infolgedessen grundsätzlich weiterhin gelingen 

(siehe E. 19 f. hiervor). Tatsächlich führt – wie nachfolgend zu zeigen ist – 

die Gesamtheit der von der Vorinstanz angeführten sowie ersichtlichen In-

dizien denn auch zum überzeugenden Schluss, dass zwischen der Be-

schwerdeführerin sowie der Foffa Conrad AG und der Bezzola Denoth AG 

in sachlicher Hinsicht ein Gesamtkonsens bestand. 

26. Ein erstes Indiz für das Bestehen des sachlichen Gesamtkonsenses 

stellen die jährlich mehrmalig stattfindenden Treffen von D._____ (damali-

ger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin) und A._____ (damaliger 

VRP und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola 

Denoth AG) zwecks Festlegung der «Strategie» dar (siehe E. 15.13 hier-

vor). Gemäss A._____ (damaliger VRP und Geschäftsführer der Foffa Con-

rad AG sowie VRP der Bezzola Denoth AG) fanden die besagten Treffen 

ungefähr drei- bis viermal pro Jahr statt, und es wurde jeweils «in einem 

frühen Stadium besprochen, wo eine ARGE sinnvoll sein könnte» 

[act. VII.B.49, Rz. 611 und 622 f.]. D._____ (damaliger Geschäftsführer der 

Beschwerdeführerin) und er (A._____) hätten jeweils «Informationen über 

die Gemeinden, die RHB usw. [gehabt] und man tauschte sich aus» (eben-

dort, Rz. 621 f.). Regelmässige Treffen zur gemeinsamen 

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Seite 41 

Strategiefestlegung gestützt auf geteilte Informationen lassen den Willen 

zu einer koordinierten Zusammenarbeit erkennen, welche über die fallbe-

zogene Bildung von ARGE und projektspezifische Absprachebemühungen 

hinausgeht. Entgegen Rz. 59 der beschwerdeführerischen Replik ging es 

anlässlich dieser Treffen nicht bloss «um die Strategie in Bezug auf [...] 

ARGE». Der hohe Grad an projektübergreifendem Koordinationswillen 

wird zudem aus der E-Mail vom 5. Februar 2010 von D._____ (damaliger 

Geschäftsführer der Beschwerdeführerin) u.a. an A._____ (damaliger VRP 

und Geschäftsführer der Foffa Conrad AG sowie VRP der Bezzola Denoth 

AG) und B._____ (damaliger Geschäftsführer der Bezzola Denoth AG) er-

sichtlich. Darin schlug D._____ den beiden vorgenannten Adressaten vor, 

angesichts der Vorgabe, keine ARGE, nach wie vor miteinander zu koope-

rieren und sich gegebenenfalls an einem Termin zu besprechen (siehe 

E. 15.4 hiervor). Der besagte Koordinationswille wird weiter durch die E-

Mail vom 9. August 2011 von B._____ (damaliger Geschäftsführer der Be-

zzola Denoth AG) an F._____ (damaliger Bauführer der Beschwerdeführe-

rin) in Sachen «Offerten» bestätigt, welche sowohl das Projekt «Via Porta 

2011» als auch das Projekt «Brücke St. Valentin» betrifft (siehe E. 15.8 

hiervor). Die Beschwerdeführerin bzw. die Foffa Conrad AG und die Bez-

zola Denoth AG mussten in ihren gegenseitigen E-Mails nicht auf Details 

eingehen. Vielmehr reichte eine schlichte Anfrage, und die betreffende 

Kontaktperson wusste aufgrund der geführten Vorbesprechungen und 

Strategiefestlegungen meist sogleich, was bei fehlendem Interesse (z.B. 

an einer ARGE bzw. infolge anderweitiger Auslastung) zu tun ist. Dies zu-

mal eine Stützofferte preislich 3 bis 5 % höher einzureichen war, wobei 

man sich mit den üblichen Berechnungen und technischen Dokumenten 

bediente. 

27. Ein weiteres Indiz für das Bestehen eines sachlichen Gesamtkonsen-

ses stellt folgendes Muster im Vorgehen dar: Namentlich bei Submissions-

ausschreibungen für Tiefbauleistungen haben die Beschwerdeführerin und 

die Foffa Conrad AG sowie die Bezzola Deno