# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c485f97c-8f57-5afa-82e2-76c723ff8a03
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.08.2021 SK 2020 299
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-299_2021-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 299

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. August 2021

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Guéra, Oberrichter Josi
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin/Anschlussberufungsführerin

Gegenstand einfache Körperverletzung, Drohung, Beschimpfung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 25. Mai 2020 (PEN 18 91)

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Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................4
4. Anträge der Parteien .................................................................................................5
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................6

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................6
6. Ausgangslage und Beweismittel ...............................................................................6
7. Vorwurf gemäss Ziff. 1. des Strafbefehls ..................................................................7
8. Vorwurf gemäss Ziff. 2. des Strafbefehls, Vorfall vom Dezember 2013..................11
9. Vorwurf gemäss Ziff. 2. des Strafbefehls, Vorfall vom 27. September 2016...........15
10. Vorwurf gemäss Ziff. 3. des Strafbefehls ................................................................20

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................23
11. Ziff. 1. des Strafbefehls (Einfache Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten)................23
12. Ziff. 2. des Strafbefehls (Drohung) ..........................................................................24
13. Ziff. 3. des Strafbefehls (Beschimpfung) .................................................................25

IV.Strafzumessung .............................................................................................................26
14. Anwendbares Recht ................................................................................................26
15. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen....................................................................26
16. Einsatzstrafe: Drohung vom 27. September 2016 ..................................................27
17. Asperation ...............................................................................................................28
18. Täterkomponenten ..................................................................................................29
19. Strafmilderung zufolge Zeitablaufs..........................................................................29
20. Strafmass und Strafart ............................................................................................30
21. Strafvollzug..............................................................................................................30

V. Zivilpunkt ........................................................................................................................31
VI.Kosten und Entschädigung ............................................................................................32

22. Verfahrenskosten ....................................................................................................32
23. Entschädigung des Beschuldigten ..........................................................................32
24. Entschädigung der Privatklägerin............................................................................35

VII. Dispositiv ...................................................................................................................37

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 25. Mai 2020 stellte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelge-
richt, nachfolgend: Vorinstanz) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) wegen Tätlichkeit, angeblich begangen im August 2015, infol-
ge Verjährung ein, unter Ausscheidung der anteilsmässigen Verfahrenskosten so-
wie unter Ausrichtung einer Entschädigung an Fürsprecher B.________ und 
Rechtsanwalt E.________ (pag. 445, Ziff. I. erstinstanzliches Urteil). Ferner sprach 
die Vorinstanz den Beschuldigten von der Anschuldigung der Drohung, angeblich 
begangen im Dezember 2013, und der Anschuldigung der Beschimpfung (Anspu-
cken), angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Okto-
ber 2016, frei, unter Ausscheidung der anteilsmässigen Verfahrenskosten sowie 
unter Ausrichtung einer Entschädigung an Fürsprecher B.________ und Rechts-
anwalt E.________ (pag. 445, Ziff. II. erstinstanzliches Urteil).

Hingegen sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der Drohung, begangen am 
27. September 2016, und der Beschimpfung (verbal), mehrfach begangen in der 
Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 2016, schuldig und verurteilte ihn zu einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 70.00, ausmachend total CHF 4‘200.00, 
unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von 2 Jahren. 
Ferner verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu den anteilsmässigen Ver-
fahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 2'033.30, sowie zur Bezahlung einer 
Entschädigung von CHF 10'974.40 an C.________ (Straf- und Zivilklägerin, nach-
folgend: Privatklägerin) für ihre Aufwendungen im Verfahren (pag. 446, Ziff. III. erst-
instanzliches Urteil). 

Im Zivilpunkt verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zur Bezahlung von 
CHF 200.00 Genugtuung an die Privatklägerin. Für die Beurteilung der Zivilklage 
wurden keine Kosten ausgeschieden (pag. 447, Ziff. IV. erstinstanzliches Urteil).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, mit Schreiben vom 3. Juni 2020 (pag. 450) und die Staatsanwalt-
schaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, mit Schreiben vom 12. Juni 2020 
(pag. 457) form- und fristgerecht die Berufung an. Nach Zustellung der schriftlichen 
Urteilsbegründung mit Verfügung vom 6. Juli 2020 (pag. 501 f.) erklärte der Be-
schuldigte mit Eingabe vom 22. Juli 2020 form- und fristgerecht die Berufung, be-
schränkt auf die Schuldsprüche in Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteils, den Zivil-
punkt in Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteils sowie die daraus resultierenden 
Rechts-, Kosten- und Entschädigungsfolgen (pag. 504 ff.). Die Generalstaatsan-
waltschaft erklärte nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfü-
gung vom 27. Juli 2020 (pag. 512 f.) mit Eingabe vom 3. August 2020 ebenfalls 
form- und fristgerecht die Berufung und beschränkte ihre Berufung auf die Einstel-
lung des Verfahrens wegen Tätlichkeiten, den Freispruch vom Vorwurf der Dro-
hung, die Strafzumessung sowie den Kosten- und Entschädigungspunkt (insbe-
sondere die dem Beschuldigten ausgerichtete Entschädigung; pag. 514 ff.). Mit 

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Schreiben vom 11. August 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass aus 
ihrer Sicht kein Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten 
bestehe (pag. 523). Mit Eingabe vom 12. August 2020 erklärte die Privatklägerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt D.________, Anschlussberufung, dies im gleichen 
Umfang wie die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Berufungserklärung vom 3. Au-
gust 2020 (pag. 524). Daraufhin teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben 
vom 8. September 2020 mit, dass aus ihrer Sicht kein Grund für ein Nichteintreten 
auf die Anschlussberufung der Privatklägerin bestehe (pag. 530). Dasselbe teilte 
der Beschuldigte mit Schreiben vom 24. September 2020 mit (pag. 531).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 19./20. August 2021 
statt (pag. 597 ff.).

Die Kammer klärte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vorfrageweise ab, 
ob die beiden Berufungen zurückgezogen werden könnten, womit dann auch die 
Anschlussberufung dahingefallen wäre. Auf Nachfrage und nach kurzer Diskussion 
hielten die Parteien an ihren Berufungen fest (pag. 598). 

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Leumundsbericht (inkl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse) so-
wie ein aktueller Strafregisterauszug des Beschuldigten eingeholt (pag. 572 ff.; 
pag. 577). 

Der Beschuldigte beantragte mit Schreiben vom 4. August 2021, es sei Frau 
F.________ als Zeugin vorzuladen und zu befragen. Weiter sei die Privatklägerin 
aufzufordern, ihren angeblichen Anruf an den Beschuldigten vom 27. September 
2016, damit er sie und die Tochter mit dem Auto in Muri abholen komme, zu bele-
gen, bspw. mit einem Anrufverlauf. Schliesslich sei die CD-Rom mit der Aufnahme 
vom 19. Mai 2018 zu den amtlichen Akten zu erkennen (pag. 579 ff.). Die Kammer 
wies diese Beweisanträge mit Beschluss vom 16. August 2021 ab (pag. 593 ff.) 
und gab der Verteidigung die eingereichte CD-Rom an der oberinstanzlichen Ver-
handlung zurück (pag. 598).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung reichte die Verteidigung aus dem 
Pass von F.________ einen Einreisestempel nach Serbien vom 23. September 
2016, den Einsatzplan des Beschuldigten vom September 2016 sowie den Chat-
verlauf zwischen dem Beschuldigten und der Verteidigung im Nachgang an die 
erstinstanzliche Hauptverhandlung vom 25. Mai 2020 ein (pag. 599; pag. 625 ff.). 
Diese Unterlagen wurden antragsgemäss zu den Akten erkannt (pag. 600). 

Zudem wurden die Privatklägerin, unter Beizug einer Übersetzerin in serbischer 
Sprache, und der Beschuldigte ergänzend einvernommen (pag. 602 ff.; pag. 608 
ff.). 

Schliesslich beantragte die Verteidigung an der oberinstanzlichen Verhandlung er-
neut, dass Frau F.________ als Zeugin zu befragen sei. Dieser Beweisantrag wur-
de begründet abgewiesen (pag. 615).

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4. Anträge der Parteien

Staatsanwältin G.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Ver-
handlung namens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 630 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 25. Mai 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich des Freispruchs von der Anschuldi-
gung der Beschimpfung (Anspucken), angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis 
Mitte Oktober 2016 in Utzigen und andernorts zum Nachteil von C.________. 

II. 

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der einfachen Körperverletzung, begangen im August 2015 auf der Strecke zwischen Utzigen und 
Thun zum Nachteil von C.________; 

2. der Drohung, mehrfach begangen 

2.1 im Dezember 2013 an einem unbekannten Ort zum Nachteil von C.________, 

2.2 am 27. September 2016 auf der Strecke von Muri nach Gümligen zum Nachteil von 
C.________; 

3. der Beschimpfung (verbal), mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 
2016 in Utzigen und andernorts zum Nachteil von C.________.

III.

A.________ sei in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 123, 177, 180 StGB; 
Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total CHF 9'600.00, unter 
Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von 2 Jahren; 

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD). 

IV.

Eventual-Antrag: 

Im Falle einer erneuten Einstellung des Verfahrens wegen Tätlichkeiten und/oder eines erneuten 
Freispruchs von der Anschuldigung der Drohung sei das Honorar von Fürsprecher B.________ von 
CHF 13'403.80 auf CHF 6’626.80 (inkl. Auslagen und MwSt) zu kürzen, von dem aus die anteilsmäs-
sige Entschädigung zu berechnen ist.

Fürsprecher B.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten fol-
gende Anträge (pag. 632):
1. Es sei festzustellen, dass der Freispruch gemäss Ziff. Il des Urteils vom 25.05.2020, namentlich 

von der Anschuldigung der Beschimpfung (Anspucken), angeblich mehrfach begangen in der Zeit 
vom 19.07.2016 bis Mitte Oktober 2016 in Utzigen und andernorts z.N. von C.________, in 
Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Herr A.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen der 

a) einfachen Körperverletzung, angeblich begangen im August 2015 auf der Strecke zwischen 
Utzigen und Thun z.N. von C.________ (Anklageschrift Ziff. 1), resp. sei das Verfahren in 
diesem Punkt als Tätlichkeit zu beurteilen und wegen Verjährung einzustellen; 

b) Drohung, angeblich mehrfachen begangen im Dezember 2013 sowie am 27.9.2016 an ei-
nem unbekannten Ort resp. zwischen Muri und Gümligen z.N. von C.________ (Anklage-
schrift Ziff. 2), sowie 

c) Beschimpfung (verbal), angeblich mehrfachen begangen in der Zeit von 19.7.2016 bis Mitte 
Oktober 2016, andernorts resp. in Utzigen z.N. von C.________ (Anklageschrift Ziff. 3). 

3. Der Eventualantrag der Generalstaatsanwaltschaft sei abzulehnen und A.________ sei durch den 
Kanton Bern eine Entschädigung für die notwendige Verteidigung nach deren tatsächlichen Auf-
wendungen gemäss entsprechender Honorarnote für das erstinstanzliche Verfahren auszurichten. 

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4. A.________ sei durch den Kanton Bern eine Entschädigung für die notwendige Verteidigung nach 
deren tatsächlichen Aufwendungen gemäss entsprechender Honorarnote für das oberinstanzliche 
Verfahren auszurichten. 

5. Die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche sowie das oberinstanzliche Verfahren seien dem 
Kanton Bern aufzuerlegen. 

6. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen durch das Gericht zu treffen.

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin fol-
gende Anträge (pag. 636): 
1. Das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts sei in den Ziffern III 1. + 2 Schuldpunkte und 3. Partei-

kosten zu bestätigen.

2. A.________ sei zusätzlich schuldig zu sprechen

2.1. wegen einfacher Körperverletzung gemäss Ziff. I

2.2. wegen Drohung gemäss Ziff. II.

des erstinstanzlichen Urteils und er sei angemessen zu bestrafen.

3. A.________ hat der Privatklägerin C.________ für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädi-
gung von CHF 4'878.70 für ihre Aufwendungen im obergerichtlichen Verfahren zu bezahlen. Ne-
ben den erstinstanzlichen Aufwendungen von CHF 10'974.40.

4. A.________ sei zu verurteilen zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung an die Privatklägerin 
C.________.

A.________ sei zu verurteilen zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und der beschränkten Beru-
fung der Generalstaatsanwaltschaft ist der Freispruch von der Anschuldigung der 
Beschimpfung (Anspucken) in Rechtskraft erwachsen (Ziff. II. 2. erstinstanzliches 
Urteil). Abgesehen davon hat die Kammer das Urteil des Regionalgerichts Bern-
Mittelland vom 25. Mai 2020 vollumfänglich zu überprüfen. 

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO; SR 312.0]) und ist aufgrund der Berufung der Generalstaats-
anwaltschaft nicht an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil auch zu Ungunsten 
des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage und Beweismittel

Vorliegend ist der Vorwurf der häuslichen Gewalt zu überprüfen. Wie häufig in Fäl-
len häuslicher Gewalt gibt es keine direkten Tatzeugen und es liegt eine Aussage 
gegen Aussage-Konstellation vor. Es ist unbestritten, dass es während ihrer Ehe 
zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin mehrfach zu Auseinanderset-
zungen kam. Auffallend ist, dass der Beschuldigte die Privatklägerin in seinen Aus-
sagen häufig zu diskreditieren versuchte. So führte er beispielsweise aus, seine 
Ex-Frau sei oft aggressiv gewesen, nicht nur gegen ihn und seine Eltern, sondern 
auch am Arbeitsplatz (pag. 33 Z. 121 f.). Sie sei auch gegenüber dem Kind mehr-
fach aggressiv gewesen und habe keine Geduld gehabt (pag. 427 Z. 15 f.). Aber 

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auch die Privatklägerin sparte nicht mit negativen Ausführungen den Beschuldigten 
betreffend und konfrontierte auch dessen Eltern mit schweren Vorwürfen. So habe 
ihr Schwiegervater sie gewürgt und auch ihre Schwiegermutter habe sie angegrif-
fen und geschlagen (pag. 42 Z. 55 ff.; pag. 69 Z. 82 f.). Die Aussagen der Parteien 
müssen vor dem Hintergrund dieser Auseinandersetzungen und mit Blick auf den 
Umstand, dass auch um die Obhutszuteilung für die gemeinsame Tochter gestrit-
ten wurde, gewürdigt werden. Von der Kammer zu beurteilen sind indes die im 
Strafbefehl vom 11. Januar 2018 umschriebenen Vorfälle. Sie hat dabei die sich 
widersprechenden Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten zu diesen 
Tatvorwürfen zu würdigen. 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin (pag. 40 ff.; pag. 50 ff.; pag. 67 
ff.; pag. 295 ff.; pag. 429 f.) und die Aussagen des Beschuldigten (pag. 25 ff.; 
pag. 30 ff.; pag. 422 ff.) sowie die weiteren Beweismittel (Anzeigerapport vom 
19. Oktober 2016 [pag. 60 f.], Besuchsregelung vom 30. August 2016 [pag. 325], 
Kalender Beistand vom September/Oktober 2016 [pag. 326]) ausführlich wiederge-
geben (pag. 466 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf wird 
verwiesen. Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den 
einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden 
Beweiswürdigung der Kammer.

7. Vorwurf gemäss Ziff. 1. des Strafbefehls 

7.1 Ausgangslage

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 1. des Strafbefehls vom 11. Januar 2018 (pag. 243 
f.) – der als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – einfache Köperverletzung, 
begangen im August 2015, zur Last gelegt: 

Der Beschuldigte soll der Privatklägerin im August 2015 auf der Strecke zwischen 
Utzigen und Thun, als er sie zur Arbeit gefahren habe, mit den Fäusten ins Gesicht 
geschlagen haben, so dass diese in der Folge aus der Nase geblutet habe 
(pag. 243). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist unbestritten, dass der Beschuldigte die 
Privatklägerin im August 2015 von Utzigen nach Thun zur Arbeit fuhr und es dabei 
zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam, bei der sich die Privatklägerin Nasen-
bluten zuzog. 

Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist demgegenüber, was im Auto genau pas-
sierte bzw. wie es zum Nasenbluten kam (pag. 466, S. 9 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

7.2 Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin schilderte den Vorfall vom August 2015 mehrfach detailliert, 
stimmig und konstant (pag. 44 Z. 153 ff.; pag. 68 f. Z. 68 ff.; pag. 297 ff. Z. 30 ff.). 
Das Erzählte wirkt selbst erlebt und ist individuell durchzeichnet. So führte sie an 
der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juli 2016 aus, der Beschuldigte habe ihr im 
August 2015 mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen. Ihr Gesicht sei mit Blut ver-
schmiert gewesen, als hätte sie einen Unfall erlitten. Sie sei blutüberströmt zur Ar-

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beit gegangen. Ihr Chef sei erschrocken und habe gedacht, sie hätte einen Ver-
kehrsunfall gehabt. Dies könne auch bestätigt werden, da es im McDonald’s Kame-
ras gebe. Nach diesem Vorfall sei sie eine Woche nicht nach Hause gegangen und 
habe bei einer Freundin gewohnt. Diese habe dafür gesorgt, dass sie Ruhe finden 
könne (pag. 44 Z. 153 ff.). An der polizeilichen Einvernahme vom 18. Oktober 2016 
gab die Privatklägerin ebenfalls zu Protokoll, dass der Beschuldigte sie im August 
2015 im Auto geschlagen habe (pag. 68 Z. 68 f.; pag. 69 Z. 76). Ihre Nase habe 
geblutet und auch ihr Gesicht (pag. 69 Z. 71). Gegenüber der Staatsanwaltschaft 
bestätigte sie ihre bisherigen Aussagen (pag. 54 Z. 131 ff.). Anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung schilderte die Privatklägerin, der Beschuldigte habe 
sie während der Fahrt mit seiner Faust auf die Nase und in ihr Gesicht geschlagen. 
Ihr Gesicht sei mit Blut überströmt gewesen (pag. 297 Z. 30 ff.). An der oberin-
stanzlichen Verhandlungen bestätigte die Privatklägerin ihre bisherigen Aussagen 
(pag. 603 Z. 6 ff.). 

Zu den erlittenen Verletzungen bzw. Schmerzen machte die Privatklägerin bis zur 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung keine Aussagen. Auf Frage der Gerichtspräsi-
dentin schilderte die Privatklägerin, es habe ihr weh getan und es könne sein, dass 
es geschwollen gewesen sei. Sie habe keine blauen Flecken gehabt. Wie lange sie 
Schmerzen gehabt habe, könne sie nicht mehr genau sagen (pag. 299 Z. 4 ff.). An 
der oberinstanzlichen Verhandlung gab die Privatklägerin zu Protokoll, es sei blutig 
und schmerzhaft gewesen (pag. 603 Z. 23). Ihre Nase habe nach dem Schlag weh 
getan. Sie könne aber nicht sagen, wie lange die Nase weh getan habe. Auf Frage, 
wie lange die Nase geblutet habe, erklärte die Privatklägerin, sie habe unmittelbar 
nach dem Schlag Nasenbluten gehabt und habe im Auto aus der Nase geblutet. 
Wahrscheinlich habe sie die Blutung vor oder nach der Arbeit stoppen können. Als 
sie zur Arbeit erschienen sei, sei sie blutüberströmt gewesen. Es sei schmerzhaft 
gewesen (pag. 605 Z. 6 ff.). Auf der Arbeit habe sie ihr Gesicht waschen können. 
Ihr Chef habe ihr Eis besorgt, welches sie auf die Nase habe legen können. Sie 
habe normal durch die Nase atmen können (pag. 605 Z. 34 ff.).

7.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigt bestritt den gegen ihn erhobenen Tatvorwurf in sämtlichen Einver-
nahmen. Er schilderte den Vorfall vom August 2015 wiederholt so, dass die Privat-
klägerin ihn plötzlich angegriffen und ihn während der Fahrt gewürgt habe (pag. 29 
Z. 185 f.). Er sei mit 120 km/h auf der Autobahn am Fahren gewesen, als die Pri-
vatklägerin ihn am Hals gepackt habe und angefangen habe, ihn zu schütteln 
(pag. 31 Z. 47 f.; pag. 423 Z. 29 f.; pag. 609 Z. 29 ff.). Er habe Angst um sein Le-
ben und um das Leben der Privatklägerin und aller anderen Verkehrsteilnehmer 
gehabt. Er habe versucht, sich zu wehren und habe sie einfach weggestossen 
(pag. 31 Z. 48 ff.). Sie habe dann Nasenbluten bekommen und habe das Blut im 
ganzen Gesicht verschmiert und sogleich Fotos gemacht (pag. 31 Z. 50 f.; pag. 423 
Z. 34 f.). Die Privatklägerin habe gesagt, sie werde die Fotos als Beweis brauchen, 
da er sie angegriffen habe (pag. 423 Z. 35 f.). An der Fortsetzungsverhandlung er-
gänzte der Beschuldigte, er habe sich aus Angst gewehrt und habe sie mit der 
rechten Hand weggestossen. Mit der anderen Hand habe er das Lenkrad festge-
halten. Er habe den Blick auf die Strasse gerichtet und nicht zu ihr geschaut. Damit 

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sie ihn nicht würge, habe er sie mit der rechten Hand weggestossen und habe ge-
sehen, dass sie bei der Nase geblutet habe (pag. 423 Z. 30 ff.). Er habe sich weh-
ren müssen und habe das nicht gemacht, um sie zu verletzen (pag. 423 Z. 38 f.). 
Die Privatklägerin habe ihn gewürgt, weil er irgendetwas gesagt habe, was ihr nicht 
gepasst habe. Sie sei dann sofort aggressiv geworden und ausgetickt. Dies passie-
re bei ihr sehr schnell. Er glaube, dass es damals um das Kind oder die Arbeit ge-
gangen sei (pag. 424 Z. 2 ff.). Auf Frage, ob der Stoss gegen das Gesicht der Pri-
vatklägerin gegangen sei, erklärte der Beschuldigte, er habe nach vorne geschaut 
und sich auf die Strasse konzentriert. Er habe nur gespürt, dass sie ihn gewürgt 
habe und habe sich wehren wollen. Er habe sie weggestossen und habe nicht ge-
sehen, wo er sie getroffen habe. Es sei jedoch möglich, dass er sie im Gesicht er-
wischt habe, da sie danach Nasenbluten gehabt habe (pag. 424 Z. 10 ff.). Sie habe 
normales Nasenbluten gehabt und habe sich nicht die Nase gebrochen oder Ähnli-
ches. Er habe sie nicht so stark erwischt (pag. 424 Z. 22 f.). An der oberinstanzli-
chen Verhandlung schilderte der Beschuldigte, die Privatklägerin habe ihm 
während der Fahrt mit beiden Händen an den Hals gegriffen und habe ihn geschüt-
telt (pag. 609 Z. 29 ff.). Auf Frage, ob er die Spur habe halten können, erklärte der 
Beschuldigte, er glaube nicht. Er habe in diesem Moment Angst gehabt, dass ein 
Unfall passiere und es zu einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug komme. Er 
habe Angst und Panik gehabt (pag. 609 f. Z. 45 ff.). Er habe versucht, sich zu weh-
ren und habe sie mit der rechten Hand weggestossen. Er habe sie also nicht ge-
schlagen, sondern weggestossen (pag. 610 Z. 8 ff.).

7.4 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt 

Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die Aussagen beider Parteien als erstellt, 
dass der Beschuldigte die Privatklägerin während der Autofahrt in einer Weise ver-
letzt habe, dass sie aus der Nase geblutet habe und ihr Gesicht blutverschmiert 
gewesen sei. Es sei davon auszugehen, dass die Verletzungen nicht über ein ein-
faches Nasenbluten hinausgegangen seien (pag. 472, S. 15 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Die Frage, wie es zum Nasenbluten der Privatklägerin kam, 
liess die Vorinstanz offen, da sie antizipiert würdigend von einer Tätlichkeit und 
damit vom Eintritt der Verjährung für diesen Vorfall ausging (vgl. pag. 472, S. 15 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Mit Blick auf eine Gesamtwürdigung der Glaubhaftigkeit der Aussagen erscheint es 
aber wichtig, die sich widersprechenden Aussagen der Privatklägerin und des Be-
schuldigten zu würdigen. Dabei kann festgehalten werden, dass die Version der 
Privatklägerin wesentlich plausibler erscheint als jene des Beschuldigten. Es er-
scheint wenig wahrscheinlich, dass die Privatklägerin den Beschuldigten bei 
120 km/h auf der Autobahn mit beiden Händen an den Hals griff und ihn würgte 
bzw. schüttelte und es dabei zu keiner Unsicherheit beim Fahren gekommen sein 
soll. Der Generalstaatsanwaltschaft ist beizupflichten, dass der Beschuldigte bei 
solchen Verhalten der Privatklägerin zumindest einen Schwenker gemacht hätte. 
Der Beschuldigte schilderte aber in seinen Aussagen nichts dergleichen. Erst an 
der oberinstanzlichen Verhandlung gab er auf entsprechende Frage hin an, er 
glaube nicht, dass er die Spur habe halten können (pag. 609 f. Z. 45 ff.). Zudem 
wäre ein solches Verhalten nicht nur für den Beschuldigten, sondern auch für die 

10

Privatklägerin selber sehr gefährlich gewesen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb sich 
die Privatklägerin einer solchen Gefahr hätte aussetzen sollen. Dass die Privatklä-
gerin den Beschuldigte würgte, weil er irgendetwas sagte, was ihr nicht passte, er-
scheint abwegig (vgl. pag. 424 Z. 2 ff.). 

Unwahrscheinlich erscheint auch, dass die Privatklägerin das Blut im ganzen Ge-
sicht verschmierte und sogleich Fotos machte (vgl. pag. 31 Z. 50 f.; pag. 423 Z. 34 
f.). Die Privatklägerin selber gab an, sie habe keine Fotos gemacht und könne sich 
nicht an Fotos erinnern (pag. 299 Z. 15 f.; pag. 300 Z. 13). Vielmehr erwähnte sie 
mehrfach, dass es im McDonald’s Kameras gebe, die ihre Verletzungen belegen 
könnten (vgl. pag. 44 Z. 157 f.; pag. 69 Z. 74 f.; pag. 300 Z. 11 ff.). Hätte die Privat-
klägerin tatsächlich Fotos von ihrem Gesicht erstellt, wäre es unverständlich, dass 
sie diese im Verfahren nicht eingereicht hat. 

In den Aussagen der Privatklägerin zum Vorfall vom August 2015 sind keine Ag-
gravierungstendenzen ersichtlich. So gab sie beispielsweise zu Protokoll, es habe 
keine weiteren konkreten Fälle gegeben, in denen der Beschuldigte sie geschlagen 
habe (pag. 54 Z. 135 f.). Betreffend die erlittenen Verletzungen schilderte die Pri-
vatklägerin, es könne sein, dass es geschwollen gewesen sei. Sie habe keine 
blauen Flecken gehabt (pag. 299 Z. 6 f.). Wie lange sie Schmerzen gehabt habe, 
könne sie nicht mehr genau sagen (pag. 299 Z. 12; pag. 605 Z. 8 ff.). Sie habe 
normal durch die Nase atmen können (pag. 605 Z. 39 ff.). Die Privatklägerin hätte 
mehrmals Gelegenheit gehabt, die erlittenen Verletzungen und ihre Schmerzen 
schlimmer darzustellen, als sie dies gemacht hat. Der Umstand, dass die Privatklä-
gerin den Beschuldigten nicht unnötig belastete und klar differenzierte, deutet dar-
auf hin, dass sie die Wahrheit sagt. Hätte sie den Vorfall erfunden, wäre es ein Ein-
faches gewesen, die Erzählungen aufzubauschen. 

In den Aussagen der Privatklägerin finden sich gewisse Punkte, die allenfalls als 
ungereimt bezeichnet werden können. So führte sie an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung zunächst aus, sie wisse nicht mehr, ob der Beschuldigte sie ein 
oder zwei Mal geschlagen habe (pag. 297 Z. 33 f.). Später erklärte sie, wenn je-
mand auf einen einschlage, zähle man nicht, ob dies fünf Mal oder mehr sei. Aus 
diesem Grund könne sie es auch nicht mehr sagen. Er habe sie zwei oder drei Mal 
geschlagen. Sie frage sich, welche Frau zähle, wie viele Schläge sie bekomme 
(pag. 298 Z. 9 ff.). Die Privatklägerin zeigte daraufhin vor, wie der Beschuldigte sie 
geschlagen habe. Gemäss einem Verbal im Protokoll zeigte sie zuerst zwei Faust-
schläge, einen mit der rechten und einen mit der linken Hand vor. Anschliessend 
zeigte sie es nochmals vor, diesmal zwei Schläge mit der flachen rechten Hand 
(pag. 298 Z. 14 ff.). Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung sprach die Pri-
vatklägerin von einem Schlag (pag. 605 Z. 6, Z. 14, Z. 17). 

Dass die Privatklägerin unterschiedliche Aussagen zum Verhalten des Beschuldig-
ten machte, vermag ihre Glaubwürdigkeit nicht entscheidend zu erschüttern. Ge-
stützt auf ihre konstanten und gleichbleibenden Aussagen ist davon auszugehen, 
dass der Beschuldigte sie mit der Faust schlug (vgl. pag. 44 Z. 154; pag. 297 Z. 30 
f.). Da aus den Aussagen der Privatklägerin indes nicht klar hervorgeht, ob der Be-
schuldigte sie bei diesem Vorfall mehrmals schlug, ist zu Gunsten des Beschuldig-
ten von «lediglich» einem Faustschlag auszugehen. 

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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten zum 
Vorfall vom August 2015 nicht plausibel erscheinen und den glaubhaften Aussagen 
der Privatklägerin diametral entgegenstehen. Dass der Beschuldigte die erste Per-
son war, die den Vorfall gegenüber der Polizei erwähnte (vgl. pag. 29 Z. 184 ff.), 
ändert daran nichts. Für die Kammer bestehen keine Zweifel, dass der Vorfall vom 
August 2015 so stattgefunden hat, wie er von der Privatklägerin geschildert wurde 
und wie er dem Strafbefehl vom 11. Januar 2018 zugrunde gelegt wurde. Die 
Kammer erachtet den im Strafbefehl umschriebenen Sachverhalt als erwiesen 
(pag. 243). Präzisierend ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte der Privat-
klägerin einmal mit der Faust ins Gesicht schlug. Die Privatklägerin blutete in der 
Folge aus der Nase und ihr Gesicht war blutverschmiert. Sie hatte keine Hämato-
me und konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ihr Gesicht geschwollen war. Ge-
stützt auf ihre glaubhaften Aussagen ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin 
Schmerzen an der Nase hatte. Sie konnte aber nicht sagen, wie lange die Schmer-
zen dauerten. 

8. Vorwurf gemäss Ziff. 2. des Strafbefehls, Vorfall vom Dezember 2013

8.1 Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 2. des Strafbefehls vom 11. Januar 2018 (pag. 243 
f.) Drohung, begangen im Dezember 2013, zur Last gelegt: 

Der Beschuldigte soll der Privatklägerin im Dezember 2013 an einem unbekannten 
Ort gedroht haben, dass er einen Drogenabhängigen bezahlen werde, damit dieser 
sie umbringe, womit er die Privatklägerin in Angst versetzt habe (pag. 243).

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin im Dezember 2013 
eine tätliche Auseinandersetzung hatten und die Privatklägerin daraufhin ins Frau-
enhaus ging (pag. 31 Z. 38 f., Z. 43 ff.; pag. 54 Z. 129 f., Z. 133; pag. 55 Z. 179 f.; 
pag. 69 Z. 87 ff.; pag. 425 Z. 26 ff.). 

Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschuldigte der Privatklägerin an-
lässlich dieser Auseinandersetzung drohte, er werde einen Drogenabhängigen be-
zahlen, damit dieser sie umbringe.

8.2 Aussagen der Privatklägerin

Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass die Privatklägerin eine Drohung im 
Dezember 2013 erstmals anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 
vom 19. Januar 2017 erwähnte (pag. 474, S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Auf Frage, ob es weitere konkrete Fälle gebe, bei denen der Beschul-
digte ihr mit dem Tod oder ähnlich gedroht habe, schilderte die Privatklägerin, der 
Beschuldigte habe sie mit dem Tod bedroht, als sie im Frauenhaus gewesen sei. 
Und zwar, dass er Drogenabhängige bezahlen werde, damit diese sie umbringen 
würden. Dies sei im Dezember 2013 gewesen (pag. 55 Z. 173 ff.). Auf Frage des 
Staatsanwaltes, ob der Beschuldigte zum Frauenhaus gekommen sei und ihr dort 
gedroht habe, verneinte die Privatklägerin und erklärte, das sei alles vorher ge-
schehen, als sie noch zuhause gewesen sei und der Beschuldigte sie geschlagen 
habe (pag. 55 Z. 178 ff.).

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Die Privatklägerin gab zwar bereits bei der ersten Einvernahme vom 1. Juli 2016 
an, der Beschuldigte habe ihr gedroht, wenn sie ihm das Kind wegnehme oder es 
nach Serbien mitnehme, werde etwas passieren. Er werde einen Drogenabhängi-
gen engagieren, um sie zu töten. Sie habe diese Drohungen nie ernst genommen 
(pag. 44 Z. 162 ff.). Diese Drohungen erwähnte die Privatklägerin jedoch im Zu-
sammenhang mit dem Vorfall vom August 2015 (vgl. pag. 44 Z. 153 ff.). 

An der polizeilichen Einvernahme vom 18. Oktober 2016 schilderte die Privatkläge-
rin den Vorfall vom Dezember 2013 detailliert. Sie führte aus, sie sei 2013 ins 
Frauenhaus gegangen und habe dort sechs Monate gelebt. Zuvor habe sie einen 
Konflikt mit ihrem Mann gehabt. Sie habe auf Facebook mit einem Nachbarn in 
Serbien geschrieben. Ihr Mann sei dann durchgedreht und habe sie an den Haaren 
gezogen. Er habe ihr auch in die Lenden geschlagen und in den Rücken gebissen. 
Am Morgen danach habe sie einer Kollegin telefoniert, die sie dann ins Frauenhaus 
gebracht habe. Im Spital seien Fotos von ihren Verletzungen erstellt worden. Sie 
habe damals keine Anzeige gemacht (pag. 69 Z. 87 ff.). Dass der Beschuldigte ihr 
anlässlich dieser Auseinandersetzung auch gedroht habe, erwähnte die Privatklä-
gerin nicht.

An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung schilderte die Privatklägerin, sie könne 
sich an sehr viele Drohungen immer noch gut erinnern. Der Beschuldigte habe ihr 
gedroht, sie zu töten, sie aus der Schweiz zu verweisen, ihr das Kind wegzuneh-
men oder einen Drogensüchtigen zu engagieren, um sie zu töten. Sie habe die 
ganze Zeit Angst gehabt, weil sie ihre Rechte nicht gekannt habe und nicht ge-
wusst habe, welche Rechte eine Frau in der Schweiz habe. Sie habe sich geängs-
tigt gefühlt, weil sie eine Ausländerin sei. Dies habe er ausgenutzt, damit sie mit 
ihm zusammenbleibe (pag. 301 Z. 32 ff.). In Bezug auf den Vorfall vom Dezember 
2013 konkretisierte die Privatklägerin, der Beschuldigte habe ihr gedroht, sie um-
zubringen und ihr das Kind wegzunehmen oder dass er einen Drogensüchtigen 
engagieren werde, um sie zu töten. Er habe ihr auch gedroht, sie zu vergewaltigen 
und habe ihr gesagt, sie sei eine Idiotin und eine Hure. Sie könne sich nicht mehr 
an alles erinnern (pag. 302 Z. 1 ff.). Auf Vorhalt ihrer Aussage an der Einvernahme 
vom 1. Juli 2016 (pag. 44 Z. 158 ff.) und auf Frage, ob der Beschuldigte die Dro-
hung im August 2015 oder im Dezember 2013 ausgesprochen habe, gab die Pri-
vatklägerin an, der Beschuldigte habe die Drohung an beiden Daten ausgespro-
chen (pag. 302 Z. 7 ff.). Sie habe die Drohungen ernst genommen und habe 
während ihrer Beziehung Angst gehabt. Es hätte alles passieren können. Als sie 
depressiv geworden sei, habe sie solche Sachen dann nicht mehr richtig mitbe-
kommen (pag. 302 Z. 23 ff.). Auf Vorhalt ihrer Aussage vom 1. Juli 2016, wonach 
sie die Drohungen nie ernst genommen habe (pag. 44 Z. 163 f.), erklärte die Pri-
vatklägerin, sie sei zuerst über den Vorfall von 2013 befragt worden. Deshalb habe 
sie gesagt, dass sie damals Angst gehabt habe, es jedoch später nicht mehr ernst 
genommen habe (pag. 302 Z. 28 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten 
vom 19. Januar 2017, wonach dieser ihr nie gedroht habe und er davon ausgehe, 
dass die Privatklägerin ihn nur angezeigt habe, weil er selbst eine Anzeige einge-
reicht habe (pag. 32 Z. 86 ff.), meinte die Privatklägerin: «Super. Was soll ich dazu 
noch sagen? Ich habe die Wahrheit und nur die Wahrheit gesagt. Deswegen bin 

13

ich hier. Ich will Gerechtigkeit. Daher habe ich den psychischen Druck» (pag. 303 
Z. 1 ff.). 

An der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte die Privatklägerin ihre bisherigen 
Aussagen und ergänzte, der Beschuldigte habe die gleiche Drohung sowohl 2013 
als auch 2015 auch ihrer Kollegin gegenüber geäussert. Die Kollegin, die ihr gehol-
fen habe, eine Unterkunft in einem Frauenhaus zu finden. Der Beschuldigte sei 
deswegen ziemlich verärgert gewesen. Er habe auch gesagt, dass er ihr Säure 
über das Gesicht schütten werde. Damals sei es wirklich zu heftigen Drohungen 
seinerseits gekommen. Es könne sein, dass sie das vergessen habe zu erwähnen, 
es sei aber so gewesen (pag. 603 Z. 25 ff.).

8.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte verneinte die Frage des Staatsanwaltes, ob er die Privatklägerin 
mit dem Tod oder ähnlich bedroht habe (pag. 32 Z. 73 f.). Er habe ihr im Dezember 
2013 nicht gedroht, dass er einen Junkie bezahlen werde, damit dieser sie umbrin-
ge (pag. 32 Z. 89 ff.). 

An der Fortsetzungsverhandlung und anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
brachte der Beschuldigte erneut vor, dass diese Drohung nicht passiert sei. Er ha-
be das nie gesagt. Der Beschuldigte schilderte, dass eine Kollegin der Privatkläge-
rin Probleme mit ihrem Ex-Mann gehabt habe. Durch die Privatklägerin habe er er-
fahren, dass der Ex-Mann ihrer Kollegin dieser das angedroht habe. Die Privatklä-
gerin habe ihn gefragt, ob er ihr das ebenfalls antun möchte, was er verneint habe 
(pag. 425 Z. 11 ff.; pag. 610 Z. 19 ff.).

8.4 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Aussagen der Privatklägerin zur fragli-
che Drohung wenig konstant und gleichbleibend sind (pag. 474, S. 17 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Für die Kammer ist allerdings nachvollziehbar, 
dass die Privatklägerin die Drohung in ihren ersten Aussagen zum Vorfall vom De-
zember 2013 nicht erwähnte (vgl. pag. 48 Z. 362 ff.; pag. 69 Z. 87 ff.). Es ist unbe-
stritten, dass es im Dezember 2013 zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwi-
schen den Parteien kam. Für die Privatklägerin dürften an der Einvernahme vom 
18. Oktober 2016 die Tätlichkeiten des Beschuldigten und ihre daraus resultieren-
den Verletzungen im Vordergrund gestanden sein. Auf Frage des Staatsanwaltes, 
ob es weitere konkrete Fälle gebe, bei denen der Beschuldigte ihr mit dem Tod  
oder ähnlich gedroht habe, schilderte die Privatklägerin dann, dass der Beschuldig-
te ihr im Dezember 2013 gedroht habe, er werde Drogenabhängige bezahlen, da-
mit diese sie umbringen würden (pag. 55 Z. 173 ff.). Diese Drohung ist so speziell, 
dass sie kaum erfunden sein kann. Dass die Privatklägerin gegenüber der Staats-
anwaltschaft zunächst aussagte, der Beschuldigte habe sie mit dem Tod bedroht, 
als sie im Frauenhaus gewesen sei, tangiert ihre Glaubwürdigkeit nicht, zumal es 
sich dabei um ein sprachliches Missverständnis gehandelt haben dürfte. Auf Nach-
frage des Staatsanwaltes korrigierte die Privatklägerin ihre Aussage umgehend und 
erklärte, das sei alles vorher geschehen, als sie noch zuhause gewesen sei und 
der Beschuldigte sie geschlagen habe (pag. 55 Z. 178 ff.).

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Die Privatklägerin erklärte an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, der Be-
schuldigte habe die fragliche Drohung sowohl im Dezember 2013 als auch im Au-
gust 2015 ausgesprochen (pag. 302 Z 7 ff.). Ferner bestätigte die Privatklägerin, 
dass sie die Drohung ernst nahm. Auf Vorhalt ihrer Aussage vom 1. Juli 2016, wo-
nach sie die Drohung nie ernst genommen habe (pag. 44 Z. 163 f.), erklärte die 
Privatklägerin differenziert, sie sei zuerst über den Vorfall von 2013 befragt worden. 
Damals habe sie Angst gehabt. Später habe sie es nicht mehr ernst genommen 
(pag. 302 Z. 28 ff.). Es erscheint ohne Weiteres plausibel, dass die Privatklägerin 
die fragliche Drohung im Dezember 2013 ernst nahm und Angst hatte, die gleiche 
Drohung im August 2015 dann aber nicht mehr ernst nahm. Zu berücksichtigen ist 
auch, dass die Privatklägerin eine depressive Phase erwähnte, die dazu geführt 
habe, dass sie solche Sachen nicht mehr richtig mitbekommen habe (vgl. pag. 302 
Z. 25). 

Auffallend ist, dass die Privatklägerin im Verlauf des Verfahrens weitere Drohungen 
erwähnte, die der Beschuldigte im Dezember 2013 ausgesprochen haben soll. So 
schilderte sie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, der Beschuldigte 
habe ihr im Dezember 2013 auch gedroht, sie zu vergewaltigen (pag. 302 Z. 3 f.). 
An der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzte der Privatklägerin, der Beschuldig-
te habe die gleiche Drohung (ein bezahlter Drogenabhängiger werde sie umbrin-
gen) auch ihrer Kollegin gegenüber geäussert und auch, dass er ihr Säure über 
das Gesicht schütten werde (pag. 603 Z. 34 ff.). Ob der Beschuldigte diese Dro-
hungen tatsächlich ausgesprochen hat, erscheint fraglich. Hätte er der Privatkläge-
rin und ihrer Kollegin tatsächlich derart gedroht, wäre zu erwarten, dass die Privat-
klägerin diese Drohungen bereits bei der Polizei oder zumindest gegenüber der 
Staatsanwaltschaft erwähnt hätte. Die zitierten Aussagen der Privatklägerin vermö-
gen aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zur angeklagten Drohung nicht ent-
scheidend zu erschüttern. 

Der Beschuldigte wies jegliche Vorwürfe zur angeklagten Drohung stets zurück 
(pag. 32 Z. 89 ff.; pag. 425 Z. 11 ff.; pag. 610 Z. 19 ff.). Bei seinen Aussagen fällt 
auf, dass der Beschuldigte an der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft auf 
Vorhalt, dass er der Privatklägerin gedroht habe soll, er werde einen Junkie bezah-
len, damit dieser sie umbringe, nicht erwähnte, dass der Ex-Mann einer Kollegin 
der Privatklägerin genau diese Drohung gegenüber ihrer Kollegin ausgesprochen 
habe (vgl. pag. 32 Z. 89 ff.). Sollte sich der Vorfall so abgespielt haben, wie vom 
Beschuldigten geschildert, wäre zu erwarten, dass er diese Geschichte bereits ge-
genüber der Staatsanwaltschaft vorgebrachte hätte. Die Aussagen des Beschuldig-
ten zeigen aber, dass die fragliche Drohung zwischen den Parteien offensichtlich 
ein Thema war (vgl. pag. 425 Z. 16 ff.; pag. 610 Z. 29 ff.).

Schliesslich muss davon ausgegangen werden, dass es in der Ehe der Parteien 
sehr häufig zu Auseinandersetzungen kam. Für beide dürfte es dementsprechend 
schwierig sein, einzelne Vorfälle zeitlich noch genau einzuordnen. In Erinnerung 
bleiben dabei wohl vor allem Vorfälle, bei denen etwas Ungewöhnliches gesagt  
oder getan wurde, wie vorliegend die angedrohte Tötung durch einen bezahlten 
Drogenabhängigen im Dezember 2013. 

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Die Kammer erachtet es gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin an der Ein-
vernahme bei der Staatsanwaltschaft und anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung als erstellt, dass der Beschuldigte ihr im Dezember 2013 drohte, er 
werde einen Drogenabhängigen bezahlen, damit dieser sie umbringe. Die Privat-
klägerin nahm diese Drohung ernst und erläuterte glaubhaft, dass sie Angst hatte.

9. Vorwurf gemäss Ziff. 2. des Strafbefehls, Vorfall vom 27. September 2016

9.1 Ausgangslage

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 2. des Strafbefehls vom 11. Januar 2018 (pag. 243 
f.) Drohung, begangen am 27. September 2016, zur Last gelegt: 

Der Beschuldigte soll der Privatklägerin am 27. September 2016, als sie zusam-
men im Auto von Muri nach Gümligen unterwegs gewesen seien, ihr und ihrer Fa-
milie mit dem Tod gedroht haben, womit er die Privatklägerin erneut in Angst ver-
setzt habe (pag. 243).

Der Beschuldigte bestreitet, zusammen mit der Privatklägerin im Auto von Muri 
nach Gümligen gefahren zu sein und ihr sowie ihrer Familie mit dem Tod gedroht 
zu haben. An der oberinstanzlichen Verhandlung bestritt der Beschuldigte über-
dies, dass am 27. September 2016 eine Kindsübergabe stattgefunden habe.

9.2 Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin schilderte den Vorfall vom 27. September 2016 mehrfach detail-
liert, stimmig und nachvollziehbar (pag. 70 Z. 137 ff.; pag. 55 Z. 165 ff.; pag. 297 
Z. 17 ff.; pag. 303 Z. 14 ff.; pag. 604 Z. 1 ff.). Das Erzählte wirkt selbst erlebt und ist 
individuell durchzeichnet. So führte sie an der polizeilichen Einvernahme vom 
18. Oktober 2016 aus, sie sei am Dienstag, 27. September 2016, in den Lipo und 
den Media Markt in Muri gegangen. Sie habe den Beschuldigten angerufen und 
habe ihn gefragt, ob er sie von Muri nach Gümligen fahren könne. Sie habe dann 
mit dem Zug von Gümligen nach Thun fahren wollen. Er habe dies bejaht. Im Auto 
hätten sie über die Situation bezüglich ihrer Tochter gesprochen, worauf der Be-
schuldigte ihr gesagt habe, sie sei mit einem Muslim zusammen und das sei ein 
Kampf für ihn. Er werde dies nicht akzeptieren und werde sie alle töten. Er werde 
nicht akzeptieren, dass die Tochter bei ihr bleibe. Er werde dafür kämpfen (pag. 70 
Z. 137 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft bestätigte die Privatklägerin, dass 
der Beschuldigte sie am 27. September 2016, als sie zusammen mit dem Auto von 
Muri nach Gümligen unterwegs gewesen seien, mit dem Tod bedroht habe und 
konkretisierte, der Beschuldigte habe nicht nur ihr, sondern auch ihrer Familie mit 
dem Tod gedroht (pag. 55 Z. 165 ff.). Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung schilderte die Privatklägerin, dass der Beschuldigte sie vom Media Markt zum 
Bahnhof Gümligen gefahren habe (pag. 297 Z. 17 ff.; pag. 303 Z. 17 f., Z. 20 f., 
Z. 24 f.). Ihre Tochter J.________ sei an diesem Tag bei ihr gewesen. Sie habe sie 
an diesem Tag dem Beschuldigten übergeben müssen. Sie sei mit J.________ un-
terwegs gewesen und sie hätten zusammen eingekauft. Sie habe dann den Be-
schuldigten gefragt, ob er sie zum Bahnhof Gümligen fahren könne (pag. 303 Z. 14 
ff.). Auf Nachfrage der Gerichtspräsidentin erläuterte die Privatklägerin, der Be-
schuldigte sei beim Einkaufen nicht dabei gewesen. Sie sei mit ihrer Tochter alleine 

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im Media Markt und im Lipo gewesen. Von dort habe sie den Beschuldigten ange-
rufen und ihn gefragt, ob er sie abholen und zum Bahnhof Gümligen bringen könne 
(pag. 303 Z. 20 ff.). Während der Fahrt sei es zum Streit gekommen und er habe 
ihr gesagt, er werde sie, sich selbst und das Kind umbringen. Er wolle nicht, dass 
das Kind mit ihr zusammen sei (pag. 297 Z. 21 ff.). An der Fortsetzungsverhand-
lung schilderte die Privatklägerin, die fragliche Drohung habe bei ihr Angst und Wut 
ausgelöst. Wut in dem Sinne, dass sie sich gefragt habe, weshalb er sich erlaubt 
habe, ihr auf diese Art zu drohen. Nebst diesen beiden hauptsächlichen Reaktio-
nen habe dies bei ihr auch Stress ausgelöst (pag. 429 Z. 22 ff.). An der oberin-
stanzlichen Verhandlung bestätigte die Privatklägerin ihre bisherigen Aussagen 
(pag. 604 Z. 1 ff.). Sie habe den Beschuldigten angerufen, weil sie seine Hilfe ge-
braucht habe bzw. damit er sie zum Bahnhof fahre (pag. 604 Z. 10 ff., Z. 21 ff.). 
Vom Media Markt bzw. Lipo nach Gümligen seien es ein paar Kilometer und sie 
habe Taschen und die Tochter dabeigehabt. Von Gümligen habe sie dann einen di-
rekten Zug nach Thun gehabt (pag. 604 Z. 28 f.). Die Drohung habe bei ihr Unruhe 
und Angst ausgelöst (pag. 606 Z. 12 ff.).

9.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigt bestritt den gegen ihn erhobenen Tatvorwurf in sämtlichen Einver-
nahmen (pag. 32 Z. 79, Z. 86; pag. 426 Z. 14; pag. 427 Z. 1; pag. 610 f. Z. 33 ff.; 
pag. 612 Z. 1 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin, wonach er sie am 
27. September 2016, als sie zusammen mit dem Auto von Muri nach Gümligen un-
terwegs gewesen seien, mit dem Tod bedroht habe, sagte der Beschuldigte bei der 
Staatsanwaltschaft Folgendes aus: «Nein, das ist nicht wahr. Also das war bei der 
Kindsübergabe und sie wollte das Kind sehen und fragte mich, ob ich sie nach 
Gümligen zum Bahnhof fahren kann. Ich sagte okay, aber es war ein normales Ge-
spräch, keine Bedrohung» (pag. 32 Z. 76 ff.). An der Fortsetzungsverhandlung gab 
der Beschuldigte an, er habe sein Kind gefahren, aber nicht die Privatklägerin. Das 
sei gar nicht an einem Wochenende gewesen. Mit dem Beistand sei vereinbart ge-
wesen, dass das Kind immer am Wochenende von ihm gebracht und geholt werde. 
Er habe keinen persönlichen Kontakt mit der Privatklägerin gehabt. Er habe all ihre 
Social Media Accounts blockiert und auch ihre Nummer. Sie hätten nach dem Vor-
fall im Juni 2016 keinen Kontakt mehr gehabt. Die Privatklägerin sei im Media 
Markt gewesen und habe ihre Wohnung einrichten wollen. Sie habe gewollt, dass 
er die Tochter in Gümligen abhole. Er habe dann die Tochter dort abgeholt. Die 
Privatklägerin habe wieder mit dem Zug nach Thun fahren wollen (pag. 426 Z. 14 
ff.). Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der Staatsanwaltschaft (pag. 32 Z. 79-83) er-
klärte der Beschuldigte, die Autofahrt sei nur mit der Tochter gewesen. Die Privat-
klägerin und er wären zu diesem Zeitpunkt sicher nicht im selben Auto gefahren. Er 
habe von der Tochter gesprochen (pag. 426 Z. 24 ff.). Auf Frage, weshalb er die 
Tochter bereits am Dienstag übernommen habe, gab der Beschuldigte an, die Pri-
vatklägerin habe das Kind bereits früher abgeben wollen. Sie habe seiner Mutter 
geschrieben, da er ihre Nummer blockiert habe (pag. 426 Z. 34 ff.). 

An der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte der Beschuldigte seine bisherigen 
Aussagen und bestritt mehrfach, dass es zu einer gemeinsamen Autofahrt mit der 
Privatklägerin kam (pag. 610 Z. 33 ff.; pag. 610 f. Z. 43 ff.; pag. 612 Z. 5 f., Z. 9, 

17

Z. 18, Z. 19 f., Z. 21, Z. 44). Er habe die Privatklägerin an diesem Tag nicht gese-
hen (pag. 612 Z. 11 ff.). Er könne beweisen, dass er an diesem Tag bis früh mor-
gens gearbeitet habe. Danach habe er schlafen und den nächsten Dienst vorberei-
ten müssen (pag. 612 Z. 18 ff.). Die Privatklägerin habe ihn an diesem Tag nicht 
angerufen. Er habe ihre Nummer damals blockiert gehabt (pag. 610 Z. 38 ff.; 
pag. 612 Z. 22). Die Kindsübergabe habe nicht am Dienstag, 27. September 2016, 
sondern am Wochenende stattgefunden (vgl. pag. 612 Z. 30 ff.). Auf Vorhalt seiner 
Aussagen an der Fortsetzungsverhandlung (pag. 426 Z. 19 ff. und Z. 37) bestätigte 
der Beschuldigte, dass die Übergabe früher, vor dem Wochenende, stattgefunden 
habe. Das heisse aber nicht, dass es am Dienstag, 27. September 2016, gewesen 
sei. Am Dienstag sei sein Arbeitstag gewesen. Er sei früh morgens nach Hause 
gegangen und habe noch duschen, essen und schlafen müssen (pag. 612 Z. 35 f.; 
pag. 613 Z. 5 ff.). Ob die Kindsübergabe am Mittwoch oder am Donnerstag gewe-
sen sei, könne er nicht sagen (pag. 613 Z. 10 ff.). Die Privatklägerin habe seiner 
Mutter erzählt, dass sie in den Media Markt gehe (pag. 613 Z. 16 f.). Seine Mutter 
sei am 22. September 2016 abgereist. Die Privatklägerin habe am 27. September 
2016 keinen Kontakt mit seiner Mutter aufnehmen können. Sie sei weg gewesen. 
Auf Frage, wie er dann erfahren habe, dass er seine Tochter am Bahnhof in Gümli-
gen abholen müsse, meinte der Beschuldigte, das sei an einem anderen Tag ge-
wesen. Wahrscheinlich habe die Privatklägerin seiner Mutter ein SMS geschrieben 
und diese habe dann ihm geschrieben. Eine andere Möglichkeit habe es nicht ge-
geben, um Kontakt aufzunehmen (pag. 613 Z. 30 ff.). Er wisse nicht genau, an wel-
chem Tag er seine Tochter in Gümligen abgeholt habe. Es sei aber nicht am 
27. September 2016 gewesen (pag. 614 Z. 1 ff.). Er habe glaublich ab dem 
29. September 2016 Ferien gehabt. Wahrscheinlich habe er seine Tochter am 
29. September 2016 in Gümligen abgeholt und sei dann nach Serbien abgereist. 
Am 27. und 28. September 2016 habe er gearbeitet (pag. 614 Z. 8 ff.).

9.4 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt 

Mit Blick auf die Ausführungen des Beschuldigten an der oberinstanzlichen Ver-
handlung ist zunächst zu prüfen, ob die Kindsübergabe am 27. September 2016 
oder – wie der Beschuldigte geltend machte – an einem anderen Tag stattfand. 

Die Privatklägerin schilderte an der polizeilichen Einvernahme vom 18. Oktober 
2016, mithin drei Wochen nach dem Vorfall, sie sei am Dienstag, 27. September 
2016, in den Lipo und den Media Markt in Muri gegangen (pag. 70 Z. 137). Im 
Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab sie an, dass ihre Tochter an 
diesem Tag bei ihr gewesen sei und sie diese dem Beschuldigten übergeben habe 
(pag. 303 Z. 14 f.). 

Die Aussagen des Beschuldigten zur Kindsübergabe sind widersprüchlich. So gab 
er gegenüber der Staatsanwaltschaft an, die Privatklägerin habe das Kind sehen 
wollen und habe ihn gefragt, ob er «sie» nach Gümligen zum Bahnhof fahren kön-
ne (pag. 32 Z. 79 f.). Demgegenüber führte er an der Fortsetzungsverhandlung 
aus, die Privatklägerin habe gewollt, dass er die Tochter in Gümligen abhole. Er 
habe dann die Tochter dort abgeholt (pag. 426 Z. 20 f.). Der Beschuldigte bestritt 
jedoch bis zur oberinstanzlichen Verhandlung nie, dass die Kindsübergabe am 
27. September 2016 stattfand. Dies obwohl dem Beschuldigten der Anklagesach-

18

verhalt zum 27. September 2016 an der Fortsetzungsverhandlung vorgelesen wur-
de (pag. 426 Z. 10). Er wusste somit, dass vom 27. September 2016 die Rede ist. 
Auf Frage, was er heute zu diesem Vorwurf sage, führte der Beschuldigte unter 
anderem aus, die Privatklägerin sei im Media Markt gewesen und habe ihre Woh-
nung einrichten wollen. Sie habe gewollt, dass er die Tochter in Gümligen abhole. 
Er habe dann die Tochter dort abgeholt. Die Privatklägerin habe wieder mit dem 
Zug nach Thun fahren wollen (pag. 426 Z. 12, Z. 19 ff.). Der Beschuldigte schilder-
te das Rahmengeschehen an der Fortsetzungsverhandlung somit – abgesehen von 
der gemeinsamen Autofahrt mit der Privatklägerin – sehr ähnlich wie die Privatklä-
gerin.

An der oberinstanzlichen Verhandlung machte der Beschuldigte dann geltend, die 
Kindsübergabe habe nicht am Dienstag, 27. September 2016, stattgefunden 
(pag. 612 Z. 30 ff.; pag. 613 Z. 5 ff.; pag. 614 Z. 2 f.). Er habe an diesem Tag bis 
früh morgens gearbeitet und seine Mutter sei bereits in Serbien gewesen (pag. 612 
Z. 19; pag. 613 Z. 7 f., Z. 30 f.). Die Aussagen des Beschuldigten an der oberin-
stanzlichen Verhandlung sind jedoch bereits in sich widersprüchlich. So gab der 
Beschuldigte zunächst an, die Kindsübergabe habe am Wochenende stattgefunden 
(pag. 612 Z. 31 f.). Später erklärte er, die Übergabe habe früher, d.h. vor dem Wo-
chenende, stattgefunden (pag. 613 Z. 5 ff.). Auch seine Aussage, wonach er die 
Tochter vermutlich am 29. September 2016 in Gümligen abgeholt habe, macht we-
nig Sinn (pag. 614 Z. 8 ff.). Gemäss der Besuchsregelung vom 30. August 2016 
war zwar vereinbart, dass J.________ vom 29. September 2016 bis zum 11. Okto-
ber 2016 mit ihrem Vater in Serbien in den Ferien ist (pag. 325). Auf Vorhalt dieser 
Besuchsregelung und auf Frage, weshalb er J.________ bereits am Dienstag 
übernommen habe, führte der Beschuldigte jedoch an der Fortsetzungsverhand-
lung aus, die Privatklägerin habe das Kind bereits früher abgeben wollen (pag. 426 
Z. 34 ff.). Auch anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung gab der Beschuldigte 
an, dass die Übergabe bereits früher gewesen sei (pag. 613 Z. 5 ff.). Der General-
staatsanwaltschaft ist beizupflichten, dass diese Aussagen klar dafür sprechen, 
dass die Kindsübergabe bereits vor dem 29. September 2016 stattfand (pag. 617). 

Für die Kammer bestehen gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin und die 
Aussagen des Beschuldigten an der Fortsetzungsverhandlung keine Zweifel daran, 
dass die Kindsübergabe am 27. September 2016 stattfand. Die vom Beschuldigten 
an der oberinstanzlichen Verhandlung eingereichten Unterlagen ändern daran 
nichts. Aus dem Einsatzplan vom September 2016 (pag. 626 ff.) geht hervor, dass 
der Beschuldigte in der Nacht vom 26./27. September 2016 von 20:00 Uhr bis 
04:45 Uhr gearbeitet hat (pag. 627). Er konnte somit im Verlauf des Tages ohne 
Weiteres nach Muri bzw. Gümligen fahren. Dass der Beschuldigte gemäss eigenen 
Aussagen noch duschen, schlafen, essen und den nächsten Dienst vorbereiten 
musste, ändert daran nichts (pag. 612 Z. 20; pag. 613 Z. 8). Bei der eingereichten 
Fotokopie eines Einreisestempels nach Serbien ist nicht belegt, ob dieser Stempel 
tatsächlich aus dem Pass der Mutter des Beschuldigten stammte. Zudem ist das 
Datum auf dem Stempel nur schlecht leserlich. Es könnte auch der 29. September 
2016 sein (vgl. pag. 625). Selbst wenn die Mutter des Beschuldigten tatsächlich am 
22. September 2016 nach Serbien abgereist wäre (vgl. pag. 613 Z. 30), hätte auch 
eine Drittperson zur Tochter schauen können, währenddem der Beschuldigte am 

19

28. September 2016 arbeitete (vgl. pag. 627 f.). Ab dem 29. September 2016 hatte 
der Beschuldigte Ferien und ging zusammen mit seiner Tochter nach Serbien 
(pag. 325; pag. 614 Z. 8 ff.).

Zu prüfen ist weiter, ob es am 27. September 2016 zu einer gemeinsamen Auto-
fahrt kam bzw. ob der Beschuldigte die Privatklägerin an diesem Tag von Muri 
nach Gümligen fuhr. 

Die Privatklägerin brachte diesbezüglich konstant und gleichbleibend vor, sie sei 
mit ihrer Tochter im Media Markt gewesen und habe den Beschuldigten angerufen 
und ihn gefragt, ob er sie von Muri nach Gümligen fahren könne. Von Gümligen 
habe sie einen direkten Zug nach Thun gehabt (vgl. pag. 70 Z. 137 ff.; pag. 297 
Z. 17 ff.; pag. 303 Z. 14 ff., Z. 23 ff.; pag. 604 Z. 10 ff., Z. 28 f.). 

Der Beschuldigte gab gegenüber der Staatsanwaltschaft zunächst an, die Privat-
klägerin habe das Kind sehen wollen und habe ihn gefragt, ob er «sie» nach Güm-
ligen zum Bahnhof fahren könne. Er habe okay gesagt. Es sei aber ein normales 
Gespräch gewesen, keine Bedrohung (pag. 32 Z. 79 ff.). Demgegenüber bestritt 
der Beschuldigte sowohl an der Fortsetzungsverhandlung als auch anlässlich der 
oberinstanzlichen Verhandlung mehrfach, dass es zu einer gemeinsamen Autofahrt 
mit der Privatklägerin kam (pag. 426 Z. 14, Z. 30 f.; pag. 610 f. Z. 43 ff.; pag. 612 
Z. 5 f., Z. 9, Z. 18, Z. 19 f., Z. 21, Z. 44). Er habe die Privatklägerin an diesem Tag 
nicht gesehen (pag. 612 Z. 11 ff.). Sie hätten nach dem Vorfall im Juni 2016 keinen 
persönlichen Kontakt mehr gehabt (pag. 426 Z. 16 f.; Z. 19). Die Privatklägerin ha-
be ihn an diesem Tag nicht anrufen können. Er habe ihre Nummer und all ihre So-
cial Media Acounts blockiert gehabt (pag. 426 Z. 16 f., Z. 37 f.; pag. 610 Z. 38 ff.; 
pag. 612 Z. 22 f.). 

Ob der Beschuldigte an der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft mit «sie» sei-
ne Tochter oder doch die Privatklägerin meinte, ist auch für die Kammer nicht klar 
(vgl. pag. 32 Z. 80; pag. 426 Z. 31 f.; pag. 481, S. 24 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). Unklar ist auch, wie der Beschuldigte erfahren haben will, dass die 
Privatklägerin im Media Markt ist und er seine Tochter in Gümligen abholen soll, 
wenn die Privatklägerin ihn weder anrufen konnte, weil er ihre Nummer blockiert 
hatte, noch seine Mutter kontaktieren konnte, weil diese zu diesem Zeitpunkt in 
Serbien war (vgl. pag. 426 Z. 16 f., Z. 19 ff., Z. 37 f.; pag. 612 Z. 22 f.; pag. 613 
Z. 30 f.). 

Die Aussagen des Beschuldigten zum Vorfall vom 27. September 2016 wirken 
nicht glaubhaft. Sie sind fokussiert auf Nebenschauplätze, teilweise widersprüchlich 
und nicht nachvollziehbar und stehen den glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 
diametral entgegen.

Die Privatklägerin schilderte auch den Streit mit dem Beschuldigten im Auto bzw. 
die von ihm geäusserte Drohung in ihren ersten Aussagen an der Einvernahme 
vom 18. Oktober 2016 detailliert, stimmig und nachvollziehbar (pag. 70 Z. 140 ff.). 
Die Kammer teilt die Auffassung der Vorinstanz, wonach die Aussagen der Privat-
klägerin zur geäusserten Drohung so spezifisch sind, dass sie kaum erfunden sein 
können (pag. 481, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

20

Ferner erläuterte die Privatklägerin nachvollziehbar und glaubhaft, dass die Dro-
hung bei ihr Angst, Wut und Stress bzw. Unruhe ausgelöst habe (pag. 429 Z. 19 ff.; 
pag. 606 Z. 12 ff.). Aus ihren Aussagen geht auch hervor, dass sie die Drohung 
ernst nahm (vgl. pag. 606 Z. 23 ff.). Dass die Privatklägerin auch zu Protokoll gab, 
sie habe aber immer versucht, positiv zu denken und habe gehofft, dass so etwas 
nicht passiere, ändert daran nichts (pag. 606 Z. 20 f.). 

Für die Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass der Vorfall vom 27. Septem-
ber 2016 so stattgefunden hat, wie er von der Privatklägerin geschildert wurde und 
wie er dem Strafbefehl vom 11. Januar 2018 zugrunde gelegt wurde. Die Kammer 
erachtet den im Strafbefehl umschriebenen Sachverhalt als erwiesen (pag. 243).

10. Vorwurf gemäss Ziff. 3. des Strafbefehls 

10.1 Ausgangslage

Dem Beschuldigten wird in Ziff. 3. des Strafbefehls vom 11. Januar 2018 (pag. 243 
f.) Beschimpfung, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Okto-
ber 2016, zur Last gelegt: 

Der Beschuldigte soll die Privatklägerin in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Ok-
tober 2016 in Utzigen und anderenorts mehrmals als «Hure», als «muslimische Hu-
re» und als «Versagerin» betitelt haben. Weiter soll er sie mehrfach bespuckt ha-
ben (pag. 243). 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten von der Anschuldigung der Beschimp-
fung durch Anspucken frei (pag. 445, Ziff. II. 2. erstinstanzliches Urteil). Dieser 
Freispruch ist, wie erwähnt, in Rechtskraft erwachsen (vgl. Ziff. I. 5. vorne). Die  
Vorinstanz hielt beweiswürdigend fest, obwohl die Aussagen der Privatklägerin 
konstant und im Wesentlichen widerspruchsfrei seien, könne das Gericht nicht den 
zweifelsfreien Schluss ziehen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin im ange-
klagten Zeitraum, d.h. in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 2016, mehr-
fach angespuckt habe. Dies, weil die Privatklägerin an der Einvernahme bei der 
Staatsanwaltschaft ausgesagt habe, der Beschuldigte habe sie letztmals im Juni 
2016 angespuckt (pag. 54 Z. 149). Entsprechend sei zu Gunsten des Beschuldig-
ten davon auszugehen, dass das Bespucken nicht unter den angeklagten Zeitraum 
falle (pag. 486 f., S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Freispruch 
erfolgte somit nicht, weil die Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin als un-
glaubhaft einstufte. 

Der Beschuldigte bestreitet die Privatklägerin mehrmals als «Hure», als «muslimi-
sche Hure» und als «Versagerin» betitelt zu haben. 

Die Verteidigung machte an der oberinstanzlichen Verhandlung geltend, es sei un-
klar, weshalb die Beschimpfungen plötzlich Mitte Juli 2016 hätten anfangen und 
dann Mitte Oktober 2016 wieder hätten aufhören sollen. Dies sei lebensfremd und 
fern der Realität (vgl. pag. 620). 

Die Verteidigung verkennt, dass Beschimpfung ein Antragsdelikt ist (Art. 177 Abs. 1 
des Schweizerischen Strafgesetzbuches [aStGB; SR 311.0; vgl. zum anwendbaren 
Recht Ziff. IV. 14. hinten]). Die Privatklägerin erstattete am 18. Oktober 2016 Straf-

21

anzeige gegen den Beschuldigten wegen Drohung, Beschimpfung und Tätlichkei-
ten und stellte Strafantrag (pag. 60 ff.). Dass der Zeitraum vom 19. Juli 2016 bis 
Mitte Oktober 2016 zur Anklage kam, liegt an der Strafantragsfrist von drei Mona-
ten (Art. 31 aStGB). 

10.2 Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin schilderte an der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juli 2016, der 
Beschuldigte habe sie während einer Auseinandersetzung am 24. Juni 2016 mit 
Ausdrücken beleidigt wie: «Du fickst einen Muslim, du bist eine Hure» Ihrer Tochter 
habe er auch erzählt, dass Muslime schlecht und grauenhaft seien und Menschen 
abschlachten würden (pag. 44 Z. 178; pag. 45 Z. 204 ff.). An der polizeilichen Ein-
vernahme vom 18. Oktober 2016 führte die Privatklägerin im Zusammenhang mit 
dem Vorfall vom August 2015 aus, der Beschuldigte habe sie im Auto als 
«Schlampe», «Nutte» und vieles mehr beschimpft (pag. 68 Z. 68 ff.; pag. 69 Z. 79). 
Gegenüber der Staatsanwaltschaft gab die Privatklägerin an, der Beschuldigte ha-
be sie im angeklagten Zeitraum als «Hure», als «muslimische Hure» und als «Ver-
sagerin» beschimpft. Dies habe er jedes Mal gesagt, wenn sie Kontakt gehabt hät-
ten, d.h. jedes Mal, wenn sie sich wegen ihrer Tochter gehört oder gesehen hätten 
(pag. 55 Z. 189 f., Z. 198; pag. 55 Z. 199 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung bejahte die Privatklägerin die Frage der Gerichtspräsidentin, ob sie sich 
konkret an Beleidigungen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 2016 erin-
nern könne. Eine Beschimpfung, die er mehrmals wiederholt habe sei, dass sie ei-
ne «muslimische Hure» sei (pag. 304 Z. 7 ff.). Er habe sie stets als «Hure» be-
zeichnet, vor allem als «muslimische Hure». Dies sei für sie die schwerwiegendste 
Beschimpfung gewesen und habe bei ihr eine tiefe Spur hinterlassen (pag. 304 
Z. 11, Z. 31 f.). Auf Frage der Verteidigung, ob sie den Beschuldigten während die-
ser Zeit auch beschimpft habe, gab die Privatklägerin an, sie sei generell nicht je-
mand, der Beschimpfungen im Vokabular habe. Es könne jedoch sein, dass sie 
ihm ein übles Wort gesagt habe. Was genau, könne sie nicht sagen. Wenn sie be-
schimpft werde, nehme sie dies einfach so an. Wenn der Beschuldigte sage, dass 
sie eine «Hure» sei, sage sie: «Ja, ich bin eine Hure». Es könne sein, dass sie ihn 
als «Psychopathen» bezeichnet habe (pag. 305 Z. 11 ff.). An der oberinstanzlichen 
Verhandlung bestätigte die Privatklägerin ihre bisherigen Aussagen (pag. 604 Z. 31 
ff.). 

10.3 Aussagen des Beschuldigten

Auf Frage, ob er die Privatklägerin beschimpft oder beleidigt habe, führte der Be-
schuldigte gegenüber der Staatsanwaltschaft aus, sie hätten schon Streit gehabt. 
Die Privatklägerin habe ihn mehrmals beschimpft und beleidigt. Er habe vielleicht 
etwas zurückgesagt, aber nicht so schlimme Wörter (pag. 32 f. Z. 93 ff.). Der Be-
schuldigte stritt ab, die Privatklägerin mehrmals als «Hure», «muslimische Hure» 
und Ähnliches bezeichnet zu haben (pag. 33 Z. 97 ff.). Auch an der Fortsetzungs-
verhandlung und anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung bestritt der Be-
schuldigte die angeklagten Beschimpfungen. Er habe das nie gesagt (pag. 427 
Z. 31 ff.; pag. 611 Z. 3 ff.). Die Privatklägerin sei zu dieser Zeit orthodox gewesen. 
Es hätte daher keinen Sinn gemacht, wenn er dies damals zu ihr gesagt hätte 
(pag. 427 Z. 37 ff.). Er wisse nicht, ab wann die Privatklägerin eine Beziehung zu 

22

K.________ gehabt habe. Auf Frage, ob ihn das gestört habe, erläuterte der Be-
schuldigte, es habe ihn gestört, als dieser ihn bedroht habe. Er habe gar nicht von 
der Beziehung gewusst. Seine Tochter habe diesbezüglich etwas erwähnt 
(pag. 427 f. Z. 41 f.). Auf Vorhalt seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft 
(pag. 33 Z. 94 f.) erklärte der Beschuldigte, er erinnere sich nicht mehr, was für 
schlimme Wörter von seiner Seite und welche Wörter von der Privatklägerin ge-
kommen seien. Sie hätten gestritten und es seien schlimme Wörter von beiden Sei-
ten gekommen. Aber das, was die Privatklägerin ausgesagt habe, habe er nicht 
gesagt. Er habe keine Probleme mit Muslimen oder überhaupt mit Religionen 
(pag. 611 Z. 8 ff.). 

10.4 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt 

Es ist unbestritten, dass es in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 2016 
zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin mehrfach zu Auseinanderset-
zungen kam. Gestützt auf die Aussagen beider Parteien ist davon auszugehen, 
dass es dabei auch zu gegenseitigen Beschimpfungen kam. So schilderte der Be-
schuldigte, die Privatklägerin habe ihn mehrmals beschimpft und beleidigt. Er habe 
vielleicht schon etwas zurückgesagt, aber nicht so schlimme Wörter (pag. 33 Z. 94 
f.). Sie hätten gestritten und es seien schlimme Wörter von beiden Seiten gekom-
men (pag. 611 Z. 11 ff.). Auch die Privatklägerin räumte ein, es könne sein, dass 
sie dem Beschuldigten ein übles Wort gesagt und ihn als «Psychopathen» be-
zeichnet habe (pag. 305 Z. 14 f., Z. 17 f.). Der Beschuldigte bestritt jedoch, die Pri-
vatklägerin mehrmals als «Hure», als «muslimische Hure» und als «Versagerin» 
betitelt zu haben (pag. 33 Z. 97 ff.; pag. 427 Z. 31 ff.; pag. 611 Z. 3 ff.).

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Aussagen der Privatklägerin zu den 
angeklagten Beschimpfungen detailliert und nachvollziehbar sind und im Kernbe-
reich in allen Befragungen übereinstimmen (pag. 488, S. 31 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Auch wenn die an den polizeilichen Einvernahmen geschilder-
ten Beschimpfungen Vorfälle betreffen, die nicht unter den angeklagten Zeitraum 
fallen, kann doch festgehalten werden, dass die Privatklägerin die Wortwahl des 
Beschuldigten konstant und gleichbleibend schilderte. Ferner erklärte die Privatklä-
gerin, dass die Bezeichnung als «Hure» und als «muslimische Hure» bei ihr eine 
tiefe Spur hinterlassen habe (pag. 304 Z. 31 f.). Diese Aussage wirkt authentisch 
und hinterlässt insgesamt den Eindruck von unmittelbar Erlebtem.

Nach der Trennung der Parteien im Juni 2016 hatte die Privatklägerin eine Bezie-
hung mit einem Muslim. Der Beschuldigte gab diesbezüglich an, er habe keine 
Probleme mit Muslimen (pag. 611 Z. 13 f.). Es habe ihn nur gestört, als dieser ihn 
bedroht habe (pag. 428 Z. 1). Aus den Aussagen der Privatklägerin geht jedoch 
hervor, dass der Beschuldigte Mühe mit ihrer neuen Beziehung hatte. So schilderte 
die Privatklägerin in ihren ersten Aussagen zum Vorfall vom 27. September 2016, 
der Beschuldigte habe ihr gesagt, sie sei mit einem Muslim zusammen und das sei 
ein Kampf für ihn. Er werde dies nicht akzeptieren (pag. 70 Z. 141 f.). Vor diesem 
Hintergrund erscheint es ohne Weiteres plausibel, dass der Beschuldigte die Pri-
vatklägerin unter anderem als «Hure» und als «muslimische Hure» bezeichnete. 
Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Erklärung des Beschuldigten, wonach es 
keinen Sinn gemacht hätte, die Privatklägerin so zu beschimpfen, weil sie zu dieser 

23

Zeit orthodox gewesen sei, unter den gegebenen Umständen als Schutzbehaup-
tung zu werten ist (pag. 427 Z. 37 ff.; pag. 488, S. 31 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

Die Verteidigung machte geltend, es habe ab dem 24. Juni 2016 keinen telefoni-
schen Kontakt zwischen den Parteien gegeben. Sie hätten sich einzig bei der 
Übergabe der Tochter auf Distanz gesehen. Die Vorwürfe der Beschimpfung könn-
ten daher nicht stimmen (pag. 620). Dem ist entgegenzuhalten, dass selbst der Be-
schuldigte zu Protokoll gab, sie hätten gestritten und es seien schlimme Wörter von 
beiden Seiten gekommen (pag. 611 Z. 11 ff.). 

Unter Berücksichtigung der gemachten Ausführungen erachtet es die Kammer als 
erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis 
Mitte Oktober 2016 mehrmals als «Hure», als «muslimische Hure» und als «Versa-
gerin» betitelte. 

III. Rechtliche Würdigung

11. Ziff. 1. des Strafbefehls (Einfache Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten)

Nach Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB macht sich der einfachen Körperverletzung 
schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer Weise an Körper 
oder Gesundheit schädigt.

Für die rechtlichen Grundlagen zu den Tatbeständen der einfachen Körperverlet-
zung und der Tätlichkeiten kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der     
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 488 f., S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Ergänzend und präzisierend ist auf Folgendes hinzuweisen:

Bei Blutergüssen, Schürfungen, Kratzwunden oder Prellungen ist die Abgrenzung 
der einfachen Körperverletzung zum Tatbestand der Tätlichkeiten begrifflich nur 
schwer möglich (BGE 134 IV 189 E. 1.3 S. 191 f. mit Hinweisen). Für die Abgren-
zung kommt dem Mass des verursachten Schmerzes entscheidendes Gewicht zu. 
Wenn vom Eingriff keine äusseren Spuren bleiben, genügt schon das Zufügen er-
heblicher Schmerzen als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 aStGB 
(BGE 107 IV 40 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_822/2020 vom 
13. April 2021 E. 3.3; 6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 4.2).

Das Bundesgericht hat einen Faustschlag ins Gesicht, der einen Bluterguss unter-
halb des linken Auges zur Folge hatte, als einfache Körperverletzung eingestuft 
(BGE 119 IV 25). Im Urteil 6B_151/2011 vom 20. Juni 2011 hielt das Bundesgericht 
fest, indem die Vorinstanz bei einem Faustschlag ins Gesicht, welcher eine starke 
Prellung und ausgeprägte Schwellung der Nase sowie eine Rissquetschwunde an 
der Unterlippe mit Druckdolenz des linken Mundwinkels verursacht habe, auf eine 
einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 aStGB erkenne, halte sie 
sich im Rahmen des ihr zustehenden Ermessensspielraums. Der Schuldspruch 
wegen einfacher Körperverletzung sei daher nicht zu beanstanden (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_151/2011 vom 20. Juni 2011 E. 3.4). In dem vom Bundesgericht im 
Urteil 6B_822/2020 vom 13. April 2021 zu beurteilenden Fall, erlitt der Beschwer-
degegner aufgrund eines Schlags ins Gesicht ein «blaues Auge» und eine blutende 

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24

Schramme. Der Schlag war so heftig, dass der Beschwerdegegner zu Boden ging 
und einige Zeit bewusstlos liegen blieb. Auch hier beanstandete das Bundesgericht 
den Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung nicht (Urteil des Bundesge-
richts 6B_822/2020 vom 13. April 2021 E. 3.4). 

Gemäss den tatsächlichen Feststellungen erlitt die Privatklägerin vorliegend auf-
grund des Faustschlags ins Gesicht Nasenbluten. Sie hatte keine Hämatome und 
konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ihr Gesicht geschwollen war. Die Tathand-
lung des Beschuldigten hinterliess abgesehen vom Nasenbluten keine belegbaren 
äusseren Spuren und es entstanden keine Verletzungen, die eine Behandlung oder 
Heilungszeit erforderten. Die Privatklägerin hatte zwar Schmerzen an der Nase, 
konnte aber nicht sagen, wie lange die Schmerzen dauerten. In Übereinstimmung 
mit der Vorinstanz ist daher nicht von erheblichen Schmerzen auszugehen. 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Verletzungen der Privatklägerin das 
Mass einer bloss vorübergehenden Befindlichkeitsstörung nicht überschritten. Sie 
erforderten keine Behandlung, heilten rasch aus und riefen keine erheblichen 
Schmerzen hervor (pag. 490, S. 33 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
objektiven Verletzungsfolgen sind als eher leicht zu qualifizieren und überschreiten 
die Grenze zur einfachen Körperverletzung nicht, weshalb von Tätlichkeiten auszu-
gehen ist. 

Bei Tätlichkeiten handelt es sich um Übertretungen (Art. 103 i.V.m. Art. 126 
aStGB), deren Strafverfolgung gemäss Art. 109 aStGB in drei Jahren verjährt. Als 
Tatzeitpunkt wurde im Strafbefehl vom 11. Januar 2018 «August 2015» angege-
ben. Unter Berücksichtigung der dreijährigen Frist war die Verjährung im Urteils-
zeitpunkt damit bereits erreicht. 

Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Tätlichkeiten, angeblich be-
gangen im August 2015 zum Nachteil der Privatklägerin, ist somit wegen Ver-
jährung einzustellen.

12. Ziff. 2. des Strafbefehls (Drohung)

Nach Art. 180 Abs. 1 aStGB wird bestraft, wer jemanden durch schwere Drohung in 
Schrecken oder Angst versetzt. 

Der objektive Tatbestand setzt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor-
aus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder in Aus-
sicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, die geschädigte Person 
in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist grundsätzlich ein objektiver Mass-
stab anzulegen, wobei in der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen Men-
schen mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen ist. Zu-
dem ist erforderlich, dass die betroffene Person durch das Verhalten des Täters 
tatsächlich in Schrecken oder Angst versetzt wird. Der subjektive Tatbestand ver-
langt mindestens Eventualvorsatz (Urteile des Bundesgerichts 6B_276/2021 vom 
23. Juni 2021 E. 5.2; 6B_1017/2019 vom 20. November 2019 E. 5.2; 6B_173/2019 
vom 24. Oktober 2019 E. 3.2; je mit Hinweisen).

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte der Privatklägerin im De-
zember 2013 drohte, er werde einen Drogenabhängigen bezahlen, damit dieser sie 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/6b9299dc-9867-426f-b5f5-403a5af82e1b/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/addb283d-35e3-4dbd-866a-fee212825085/citeddoc/c85dbd06-a12e-4df3-9fa9-92586693144e/source/document-link

25

umbringe. Ferner drohte der Beschuldigte der Privatklägerin am 27. September 
2016, als sie zusammen im Auto von Muri nach Gümligen unterwegs waren, ihr 
und ihrer Familie mit dem Tod. Dabei handelt es sich um die Androhung von Ver-
brechen gegen das Leben der Privatklägerin (und ihrer nahen Angehörigen), was 
ohne Weiteres ein schweres Übel im Sinne von Art. 180 Abs. 1 aStGB ist. Die Pri-
vatklägerin nahm beide Drohungen ernst und erläuterte glaubhaft, dass sie Angst 
hatte. Sie wurde durch das Verhalten des Beschuldigten somit in Angst versetzt. 
Diese Reaktion entspricht denn auch dem objektiv zu erwartenden Empfinden ei-
nes vernünftigen Menschen. Der Beschuldigte wollte der Privatklägerin mit seinen 
Äusserungen Angst machen und sie einschüchtern. Er handelte vorsätzlich. Der 
objektive und subjektive Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 aStGB ist erfüllt. Rechtfer-
tigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Auf das Stellen eines 
Strafantrags konnte vorliegend aufgrund von Art. 180 Abs. 2 Bst. a aStGB verzich-
tet werden.

Der Beschuldigte ist somit der Drohung, mehrfach begangen im Dezember 2013 
und am 27. September 2016 zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu spre-
chen. 

13. Ziff. 3. des Strafbefehls (Beschimpfung)

Nach Art. 177 Abs. 1 aStGB macht sich der Beschimpfung schuldig, wer jemanden 
in anderer Weise – als durch üble Nachrede oder Verleumdung – durch Wort, 
Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift. Hat der Beschimpf-
te durch sein ungebührliches Verhalten zur Beschimpfung unmittelbar Anlass ge-
geben (Provokation), so kann der Richter den Täter gemäss Art. 177 Abs. 2 aStGB 
von Strafe befreien. Nach Art. 177 Abs. 3 aStGB ist eine Strafbefreiung auch mög-
lich, wenn eine Beschimpfung unmittelbar mit einer Beschimpfung oder Tätlichkeit 
erwidert worden ist (Retorsion).

Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der Beschimpfung kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 492, S. 35 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte betitelte die Privatklägerin in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte 
Oktober 2016 mehrmals als «Hure», als «muslimische Hure» und als «Versage-
rin». Bei diesen Ausdrücken handelt es sich um Werturteile, die als ehrverletzend 
im Sinne von Art. 177 Abs. 1 aStGB zu qualifizieren sind. Dem Beschuldigten ging 
es darum, seiner Missachtung und Geringschätzung gegenüber der Privatklägerin 
Ausdruck zu verleihen. Er wusste um die Ehrenrührigkeit seiner Aussagen und 
wollte die Privatklägerin mit seinen Äusserungen in ihrer Ehre verletzen. Der objek-
tive und subjektive Tatbestand von Art. 177 Abs. 1 aStGB ist erfüllt. Rechtferti-
gungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Die Privatklägerin stellte am 
18. Oktober 2016 fristgerecht Strafantrag (pag. 62). 

Dass die Privatklägerin durch ungebührliches Verhalten zu den Beschimpfungen 
unmittelbar Anlass gegeben hat, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend 
gemacht. Ferner ist zwar davon auszugehen, dass es auch zu Beschimpfungen 
seitens der Privatklägerin kam. Die Privatklägerin räumte denn auch ein, es könne 
sein, dass sie dem Beschuldigten ein übles Wort gesagt und ihn als «Psychopa-

https://www.swisslex.ch/doc/aol/a549c90e-771c-4281-b15c-e4c19daa90a2/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/a549c90e-771c-4281-b15c-e4c19daa90a2/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/a549c90e-771c-4281-b15c-e4c19daa90a2/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/a549c90e-771c-4281-b15c-e4c19daa90a2/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/source/document-link

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then» bezeichnet habe (pag. 305 Z. 14 f., Z. 17 f.). Es ist allerdings nicht erstellt, 
dass die Privatklägerin bei jeder Beschimpfung des Beschuldigten mit einer Be-
schimpfung ihrerseits reagierte (vgl. pag. 305 Z. 16 f.). Das Vorliegen einer Provo-
kation respektive einer Retorsion ist zu verneinen. Der Vollständigkeit halber ist 
darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesen beiden Konstrukten um fakultative 
Strafbefreiungsgründe handelt. Ein Freispruch, wie von der Verteidigung beantragt 
(vgl. pag. 620), liesse sich somit nicht mit dem Gesetz vereinbaren und eine Straf-
befreiung bliebe selbst bei Vorliegen solcher Gründe im Ermessen des Gerichts 
(BGE 109 IV 39 E. 4b S. 43; Urteile des Bundesgerichts 6B_1056/2020 vom 
25. August 2021 E. 4.3.5; 6B_640/2008 vom 12. Februar 2009 E. 2.1; 
6B_146/2007 vom 24. August 2007 E. 5, nicht publ. in: BGE 133 IV 293).

Der Beschuldigte ist daher in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Be-
schimpfung, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 
2016 zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu sprechen. 

Der Umstand, dass es zu gegenseitigen Beschimpfungen kam, ist nachfolgend im 
Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen (vgl. Ziff. IV. 17.2 hinten).  

IV. Strafzumessung

14. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind 
gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für 
ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 
konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 S. 87). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8 mit Hinweisen). Anzu-
wenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue 
Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen 
(BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 mit Hinweisen).

Die Kammer erkennt im neuen Recht für die Schuldsprüche wegen mehrfacher 
Drohung und mehrfacher Beschimpfung keinen Ansatz für eine mildere Bestrafung, 
weshalb das zum Tatzeitpunkt geltende alte Recht, das StGB in seiner bis am 
31. Dezember 2017 geltenden Fassung (aStGB), anzuwenden ist. 

15. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 493 f., S. 36 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Drohung und der mehrfachen Beschimp-
fung schuldig gemacht. Bereits an dieser Stelle kann vorweggenommen werden, 
dass die Kammer für alle Schuldsprüche eine Geldstrafe als angemessene und 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/ac42db6b-3072-4bb5-89d1-36fa84b010a9/citeddoc/bfd8070d-fbd5-4ee3-8c92-2b3872d5a81d/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/df5a9802-8b4e-411c-90e6-d100f7f95b0f/citeddoc/f568b050-c582-4c7b-a73d-f115502752b0/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/a6459e5e-383d-49f7-b5ec-7721ed08f475/citeddoc/91885796-9a76-4e29-90d8-b2c15d75f329/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3704637e-7a07-4d37-b6ef-0169c4bd22bb/citeddoc/7210dc24-1f33-4312-ad0b-f0cddd383a2c/source/document-link

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zweckmässige Sanktion erachtet, weshalb nachfolgend das Asperationsprinzip 
gemäss Art. 49 Abs. 1 aStGB zur Anwendung gelangt. 

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 1.3 mit Hinweisen). Die abstrakt 
schwerste Straftat ist vorliegend die Drohung mit einer Strafandrohung von Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 180 Abs. 1 aStGB). Die Kammer 
erachtet vorliegend die Drohung vom 27. September 2016 als die konkret schwers-
te Straftat, weil der Beschuldigte nicht nur der Privatklägerin, sondern auch ihrer 
Familie mit dem Tod drohte. 

In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund der weiteren Schuldsprüche 
wegen Drohung und mehrfacher Beschimpfung in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 
aStGB angemessen zu erhöhen. Trotz Asperation sind vorliegend keine ausserge-
wöhnlichen Umstände ersichtlich, die es gebieten würden, den ordentlichen Straf-
rahmen zu verlassen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Der Strafrahmen reicht 
somit von einem Tagessatz Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe (Art. 180 
Abs. 1 aStGB).

16. Einsatzstrafe: Drohung vom 27. September 2016

16.1 Objektive Tatkomponenten

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (mit Änderungen vom 8. November 
2019 per 1. Januar 2020; nachfolgend: VBRS-Richtlinien) sehen für den Tatbe-
stand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 aStGB eine Referenzstrafe von 60 Stra-
feinheiten für folgenden Referenzsachverhalt vor: «In einer kriselnden Beziehung 
droht der Täter der getrenntlebenden Partnerin mündlich und/oder per Telefon mit 
dem Tod. Die Partnerin hat Angst wegen dem zur Gewalt neigenden Täter und 
traut sich kaum mehr auf die Strasse» (VBRS-Richtlinien, S. 49). 

Der Beschuldigte drohte der Privatklägerin am 27. September 2016 ihr und ihrer 
Familie mit dem Tod. Die Drohung richtete sich somit gegen die körperliche Unver-
sehrtheit bzw. Leib und Leben der Privatklägerin und ihrer Familie. Die Vorinstanz 
wies zu Recht darauf hin, dass die Folgen der Tat vorliegend weniger schwerwie-
gend waren, als die im Referenzsachverhalt der VBRS-Richtlinien umschriebenen 
(pag. 494, S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Privatklägerin schil-
derte, die Drohung habe bei ihr Angst, Wut und Stress bzw. Unruhe ausgelöst 
(pag. 429 Z. 22 ff.; pag. 606 Z. 12 ff.). Sie äusserte sich aber nie dahingehend, 
dass die Drohung ihr Verhalten beeinflusst hätte. Der Beschuldigte drohte der Pri-
vatklägerin im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung. Die Verwerflichkeit 
seines Handelns ist neutral zu werten.

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_853%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-55%3Ade&number_of_ranks=0#page55

28

16.2 Subjektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz und aus rein egoistischen Grün-
den. Er wollte der Privatklägerin Angst machen und sie einschüchtern, was indes 
tatbestandsimmanent ist und deshalb neutral zu gewichten ist. 

Der Beschuldigte hätte die Drohung ohne Weiteres unterlassen und sich rechtskon-
form verhalten können. Eine Verschuldensminderung unter dem Titel der Vermeid-
barkeit ist mithin nicht angezeigt.

16.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe insgesamt als leicht zu bezeichnen. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Umstände erachtet die Kammer für die Drohung vom 27. September 2016 eine 
Einsatzstrafe von 40 Strafeinheiten als dem Tatverschulden des Beschuldigten an-
gemessen. 

17. Asperation

17.1 Drohung vom Dezember 2013

Der Beschuldigte drohte der Privatklägerin im Dezember 2013, er werde einen 
Drogenabhängigen bezahlen, damit dieser sie umbringe. Die Drohung richtete sich 
gegen die körperliche Unversehrtheit bzw. Leib und Leben der Privatklägerin. Der 
Beschuldigte äusserte die Drohung im Rahmen einer tätlichen Auseinanderset-
zung. Die Verwerflichkeit seines Handelns ist neutral zu werten. Betreffend die sub-
jektiven Tatkomponenten kann sinngemäss auf die Ausführungen unter Ziff. IV. 
16.2 vorne verwiesen werden. Das Tatverschulden ist insgesamt als leicht zu be-
zeichnen.

Die Kammer erachtet für den Schuldspruch wegen Drohung im Dezember 2013 für 
sich alleine beurteilt eine Strafe von 40 Strafeinheiten als dem Verschulden des 
Beschuldigten angemessen. In Anwendung des Asperationsprinzips gelangt die 
Kammer zu einer asperierten Strafe von 30 Strafeinheiten, so dass die Einsatzstra-
fe von 40 Strafeinheiten auf 70 Strafeinheiten zu erhöhen ist. 

17.2 Beschimpfungen 

Die VBRS-Richtlinien sehen eine Referenzstrafe von 10 Strafeinheiten vor, wenn 
der Täter den Geschädigten in Anwesenheit einer kleinen Gruppe von Personen 
als «Arschloch», «Wixer» oder «Dumme Siech» bezeichnet (VBRS-Richtlinien, 
S. 48).

Der Beschuldigte betitelte die Privatklägerin in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte 
Oktober 2016 mehrmals als «Hure», als «muslimische Hure» und als «Versage-
rin». Abgesehen von der gemeinsamen Tochter waren jeweils keine weiteren Per-
sonen anwesend. Dass es im Rahmen der Auseinandersetzungen auch zu Be-
schimpfungen seitens der Privatklägerin kam, ist verschuldensmindernd zu berück-
sichtigen. 

29

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz und mit dem Ziel, die Privatkläge-
rin zu verunglimpfen, was indes tatbestandsimmanent ist und deshalb neutral zu 
gewichten ist.

Das Tatverschulden ist – mit Blick auf den Strafrahmen von bis zu 90 Tagessätzen 
Geldstrafe – insgesamt als leicht zu bezeichnen. Für den Schuldspruch wegen 
mehrfacher Beschimpfung erscheint eine Strafe von 20 Strafeinheiten als dem Ver-
schulden des Beschuldigten angemessen. Davon sind 3/4, ausmachend 15 Stra-
feinheiten, asperierend zu berücksichtigen, so dass die Strafe von 70 Strafeinhei-
ten auf 85 Strafeinheiten zu erhöhen ist. 

18. Täterkomponenten 

Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten geben zu kei-
nen Bemerkungen Anlass. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wirkt 
sich die Vorstrafenlosigkeit bei der Strafzumessung grundsätzlich neutral aus und 
ist deshalb nicht strafmindernd zu berücksichtigen (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4 S. 3).

Das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Strafverfahren ist nicht zu 
beanstanden. Er hat sich stets korrekt und soweit möglich auch kooperativ verhal-
ten. Ein solches Verhalten darf jedoch erwartet werden und führt deshalb gemäss 
ständiger Praxis nicht zu einer Strafminderung. Der Beschuldigte bestritt die ihm 
zur Last gelegten Taten auch im oberinstanzlichen Verfahren, was allerdings vom 
Recht des Beschuldigten, sich nicht selber belasten zu müssen, gedeckt ist und 
deshalb nicht zu seinen Ungunsten berücksichtigt werden darf. Dies bedeutet aber 
auch, dass unter dem Titel Geständnisbereitschaft keine Strafminderung erfolgen 
kann.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteile des Bundesge-
richts 6B_216/2017 vom 11. Juli 2017 E. 2.3; 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 
E. 1.3; 6B_1159/2014 vom 1. Juni 2015 E. 4.4; je mit Hinweisen). Solche Umstän-
de sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist 
deshalb als neutral zu beurteilen.

Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt neutral aus. 

19. Strafmilderung zufolge Zeitablaufs

Gemäss Art. 48 Bst. e aStGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in 
Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich 
in dieser Zeit wohl verhalten hat. Wohlverhalten bedeutet Fehlen von strafbaren Hand-
lungen (TRECHSEL/THOMMEN, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 
3. Auflage 2018, N. 25 zu Art. 48 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist dieser Strafmilderungsgrund in jedem Fall anzunehmen, wenn mindestens 
zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1 S. 148; Urtei-
le des Bundesgerichts 6B_694/2020 vom 17. Juni 2021 E. 4.2; 6B_460/2020 vom 
10. März 2021 E. 8.4.1). 

Der Beschuldigte beging die vorliegend zu beurteilenden Drohungen im Dezember 
2013 und am 27. September 2016. Die Verfolgung einer Drohung verjährt mit Ab-

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/16e5ca3e-817c-4dad-b177-4c81eb1b96fb/citeddoc/1c3772a0-6969-4836-aee7-b64dad557999/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/a8c9bbaf-7591-4e9f-9b53-74f2b965070a/citeddoc/4ebed66f-f667-4a07-96e8-7c9a07dd4aaa/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/a8c9bbaf-7591-4e9f-9b53-74f2b965070a/citeddoc/4ebed66f-f667-4a07-96e8-7c9a07dd4aaa/source/document-link

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lauf von 10 Jahren (Art. 97 Abs. 1 Bst. c i.V.m Art. 180 Abs. 1 aStGB). Im Zeitpunkt 
des oberinstanzlichen Verfahrens sind somit betreffend den Vorfall vom Dezember 
2013 über zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen. Die Beschimpfungen beging 
der Beschuldigte in der Zeit vom 19. Juli 2016 bis Mitte Oktober 2016. Die Verfol-
gung einer Beschimpfung verjährt mit Ablauf von 7 Jahren (Art. 97 Abs. 1 Bst. d 
i.V.m Art. 177 Abs. 1 aStGB). Damit sind auch betreffend die mehrfachen Be-
schimpfungen zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen.

Da sich der Beschuldigte seit den vorliegend zu beurteilenden Straftaten wohl ver-
halten hat, nimmt die Kammer unter diesem Titel eine Reduktion der Strafe um 
15 Strafeinheiten vor.

20. Strafmass und Strafart

Zusammenfassend erachtet die Kammer für die Schuldsprüche wegen mehrfacher 
Drohung und mehrfacher Beschimpfung eine Strafe von 70 Strafeinheiten als an-
gemessen.

Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich eine Geldstrafe aus-
zusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 40 und 41 Abs. 1 aStGB). Gemäss Art. 41 aStGB 
ist die Geldstrafe im Bereich leichter Kriminalität die Regelsanktion und geht bei 
Strafen bis zu sechs Monaten freiheitsentziehenden Sanktionen vor (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.3 mit Hinweis). Die Vor-
instanz hielt zutreffend fest, dass vorliegend einzig eine Geldstrafe sachgerecht 
und zweckmässig ist (pag. 494, S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Gemäss Art. 34 Abs. 2 aStGB bestimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes 
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 
des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 
allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum.

Das monatliche Nettoeinkommen des Beschuldigten beträgt CHF 3‘500.00 
(pag. 575). Abzüglich des Pauschalabzugs von 25% für Krankenkasse und Steuern 
sowie unter Berücksichtigung des Kinderunterhalts (pag. 609 Z. 17) und des 
Unterstützungsabzugs von 15% für die Tochter ist die Höhe des Tagessatzes auf 
CHF 80.00 festzusetzen. 

21. Strafvollzug

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Schiebt 
das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich 
nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 
6). 

Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die zu vermutende günstige Pro-
gnose in Zweifel ziehen könnten. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und seit den 

31

vorliegend zu beurteilenden Delikten nicht mehr straffällig geworden. Zudem lebt er 
in geordneten persönlichen und finanziellen Verhältnissen. 

Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs sind somit gege-
ben. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf das Mi-
nimum von zwei Jahren festgesetzt.

Gemäss Art. 42 Abs. 4 aStGB kann eine bedingte Geldstrafe mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 aStGB verbunden werden. Die Ver-
bindungsbusse schafft insbesondere im Bereich der Massendelinquenz die Mög-
lichkeit, eine spürbare Sanktion zu verhängen. Die Bestimmung dient in erster Linie 
dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Übertretungen) und 
der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Im Bereich der leichteren 
Kriminalität verhilft Art. 42 Abs. 4 aStGB zu einer rechtsgleichen Sanktionierung 
und übernimmt auch Aufgaben der Generalprävention. Die unbedingte Verbin-
dungsgeldstrafe bzw. -busse trägt ferner dazu bei, das unter spezial- und general-
präventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe 
zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst werden können, um ihm 
(und soweit nötig allen anderen) den Ernst der Lage vor Augen zu führen und zu-
gleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_412/2010 vom 19. August 2010 E. 2.2 mit Hinweisen). Um dem akzessorischen 
Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung sachgerecht, die Obergrenze grundsätzlich auf 
einen Fünftel beziehungsweise 20% der Strafe festzulegen. Abweichungen von 
dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der 
Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 
IV 188 E. 3.4.4 S. 191). 

Nach Auffassung der Kammer sind diese Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt. 
Bei den Schuldsprüchen wegen Drohung und Beschimpfung handelt es sich nicht 
um eigentliche Massendelikte und es liegt keine Schnittstellenproblematik vor. Zu-
dem erscheint ein Denkzettel mit Blick auf die vom Beschuldigten zu tragenden 
Verfahrenskosten und die Bezahlung einer Entschädigung an die Privatklägerin 
nicht notwendig. Von der anteilsmässigen Ausfällu