# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebd23f01-012a-5575-90a7-4a78ca6c024d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2015 SB140493
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140493_2015-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140493-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer 

 
Urteil vom 15. September 2015 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 
Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. M. Baumann,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 
 

sowie 
 
B._____,  

Privatkläger sowie Anschlussberufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  
Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  
18. September 2014 (DG130108) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 21. Novem-

ber 2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 2). 

-   2   - 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Gehilfenschaft zur qualifizierten ungetreuen Geschäfts-

besorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB 

und Art. 26 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 330 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 60.–, wovon ein Ta-

gessatz durch Haft erstanden ist. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

4. Die mit Verfügung der Anklägerin vom 16. August 2013 beschlagnahmten Unterlagen (in 

den Kartonschachteln 1 bis 8, "Sicherstellungen", befindliche Bundesordner, Hängeregister 

und Plastiksäcke) werden nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten herausgegeben. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten 

C._____ (Geschäfts-Nr. DG130107-C), dem Privatkläger Fr. 6'000.– zu bezahlen. 

Der Beschuldigte übernimmt davon ein Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ zwei Drittel. 

Im Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren abgewiesen (Rechtsbegehren Ziff. 3 u. 

4) bzw. auf den Zivilweg verwiesen (Rechtsbegehren Ziff. 1 u. 2). 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 15'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'250.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 270.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 28'000.–   amtliche Verteidigung 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 

4 StPO von der Staatskasse übernommen werden, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 28'000.–, inkl. MwSt., entschädigt. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger – unter solidarischer Haftung mit dem 

Mitbeschuldigten C._____ (Geschäfts-Nr. DG130107-C) – eine Parteientschädigung von Fr. 

10'000.–, zuzüglich 8 % MwSt., zu bezahlen. 

-   3   - 

Der Beschuldigte übernimmt davon ein Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ zwei Drittel. 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 70 S. 1) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 18. September 2014 sei auf-

zuheben und es sei der Berufungskläger 2 / Beschuldigte von Schuld und 

Strafe vollumfänglich freizusprechen.  

2. Der Berufungskläger 2 / Beschuldigte sei für die ihm entstandenen Umtriebe 

angemessen zu entschädigen.  

3. Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten.  

4. Die beschlagnahmten Gegenstände bzw. Vermögenswerte seien den Eigen-

tümern herauszugeben.  

5. Die anzupassenden Verfahrenskosten, inkl. jener der amtlichen Verteidi-

gung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 71 S. 3) 

Betreffend Berufung der Verteidigung 

1. Die Berufung des Beschuldigten A._____ sei vollumfänglich abzuweisen.  

Betreffend Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

-   4   - 

2. Der Beschuldigte A._____ sei der Gehilfenschaft zu Betrug im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB schuldig zu sprechen 

(Anklageabschnitt B). 

Eventualantrag: 

Der Beschuldigte A._____ sei der Gehilfenschaft zur qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 

StGB in Verbindung mit Art. 25 und Art. 26 StGB schuldig zu sprechen (An-

klageabschnitt B). 

3. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten zu 

bestrafen, wovon ein Tag durch Haft erstanden ist.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 

zwei Jahre festzusetzen. 

5. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

6. Hinsichtlich der Zivilforderungen wird auf die Anträge der Privatklägerschaft 

verwiesen.  

7. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  

c) Des Vertreters des Privatklägers B._____: 

(Urk. 72 S. 1 f.) 

1. Es sei Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz auf-

zuheben und der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte A._____ 

seien in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Betrag 

von CHF 289'619.–, eventualiter USD 229'110.48, zuzüglich Zins zu 5% seit 

20. Dezember 2006 zu bezahlen.  

Eventualiter: Es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte 

A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Be-

-   5   - 

trag von CHF 177'077.84, eventualiter USD 136'600.–, zuzüglich Zins zu 5% 

seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. 

Subeventualiter: Es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte 

A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Be-

trag von CHF 183'820.54, eventualiter USD 146'751.19, zuzüglich Zins zu 

5% seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. 

2. Es sei Ziff. 11 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz auf-

zuheben und es seien der Beschuldigte C._____ sowie der Beschuldigte 

A._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger Anwalts-

kosten in der Höhe von CHF 43'449.45 zu bezahlen.  

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. zu Las-

ten der beiden Beschuldigten.  

Erwägungen: 

I. Prozessverlauf und Gegenstand der Berufung 

1. Der Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem an-

gefochtenen Entscheid (Urk. 36 S. 5 f.).  

2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 18. September 

2014 wurde der Beschuldigte A._____ der Gehilfenschaft zur qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in 

Verbindung Art. 25 StGB und Art. 26 StGB schuldig gesprochen. Das Gericht be-

strafte ihn mit einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu Fr. 60.– bei bedingtem 

Vollzug und einer Probezeit von zwei Jahren. Daran angerechnet wurde ein Ta-

gessatz, der durch Haft erstanden ist. Weiter entschied das Gericht über die Her-

ausgabe beschlagnahmter Unterlagen an den Beschuldigten. Sodann wurde der 

Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ ver-

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pflichtet, dem Privatkläger Fr. 6'000.– zu bezahlen, davon ein Drittel zu Lasten 

des Beschuldigten und zwei Drittel zu Lasten des Mitbeschuldigten C._____. Im 

Mehrbetrag wies die Vorinstanz die Schadenersatzbegehren des Privatklägers ab 

(Rechtsbegehren Ziffern 3 und 4) bzw. verwies sie auf den Zivilweg (Rechtsbe-

gehren Ziffern 1 und 2). Zudem auferlegte das Bezirksgericht dem Beschuldigten 

die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, ausgenom-

men die Kosten der amtlichen Verteidigung. Schliesslich wurde der Beschuldigte 

verpflichtet, dem Privatkläger unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldig-

ten C._____ eine Parteientschädigung von Fr. 10'000.– zuzüglich 8 % Mehrwert-

steuer zu bezahlen, wovon ein Drittel den Beschuldigten treffen und zwei Drittel 

den Mitbeschuldigten C._____.   

3. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 25. Sep-

tember 2014 fristgerecht Berufung an (Urk. 30). Seine vom 30. Oktober 2014 da-

tierte Berufungserklärung erfolgte ebenfalls innert Frist (Urk. 39). Die Staatsan-

waltschaft erhob mit Eingabe vom 25. November 2014 fristgemäss Anschluss-

berufung (Urk. 43) und auch der Privatkläger liess in der Frist mit Schreiben vom 

8. Dezember 2014 Anschlussberufung erheben (Urk. 45). Beweisanträge wurden 

von keiner Partei gestellt (Prot. II S. 8 f.).  

4. Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich vollumfäng-

lich an. Er beantragt dessen Aufhebung und einen vollumfänglichen Freispruch 

sowie eine angemessene Entschädigung für die ihm entstandenen Umtriebe. Auf 

die Zivilforderungen sei nicht einzutreten, und die beschlagnahmten Gegenstände 

bzw. Vermögenswerte seien herauszugeben (Urk. 39 S. 2).  

Mit ihrer Anschlussberufung zielt die Staatsanwaltschaft einerseits auf den 

Schuldpunkt: Der Beschuldigte sei der Gehilfenschaft zu Betrug im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB schuldig zu sprechen. Even-

tuell beantragt sie die Bestätigung des erstinstanzlichen Schuldspruchs. Als 

Strafmass verlangt die Staatsanwaltschaft sodann eine Freiheitsstrafe von 

13 Monaten (Urk. 43 S. 1 f.).  

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Der Privatkläger stellt mit seiner Anschlussberufung hinsichtlich Zivilansprüchen 

und Parteientschädigung praktisch die gleichen Anträge wie schon vor Vor-

instanz (vgl. Urk. 36 S. 3), ergänzt um einen Sub-Eventualantrag zur Schaden-

ersatzhöhe (Urk. 45 S. 2 f.).  

Die Berufungsverhandlung fand am 15. Juni 2015 statt (Prot. II S. 5 ff.). Alle Par-

teien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung und Begründung des Urteils 

(Prot. II S. 11).  

5. Nicht beanstandet ist das vorinstanzliche Urteil bezüglich der Dispositiv-

Ziffern 4 (Herausgabe beschlagnahmter Unterlagen) und 8 (Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung). Insoweit ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen, was vorzumerken ist.  

6. Dem Beschuldigten werden Straftaten begangen im Jahr 2006 vorgeworfen 

(Urk. 2). Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO-

CH) in Kraft getreten; die Anklagevorwürfe gehen somit auf die Zeit vor deren Ein-

führung zurück. Da der angefochtene Entscheid am 18. September 2014 und da-

mit nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung gefällt wurde, gilt 

für das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). Ver-

fahrenshandlungen indes, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessord-

nung angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 

Abs. 2 StPO). 

7. Auf die Argumente des Beschuldigten und seiner Verteidigung ist im Rah-

men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht 

nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-

wand auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen; 

vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken (BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 I 232 E. 5.1; BGE 138 IV 

81 E. 2.2; BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hinweisen; Urteile 6B_859/2013 vom 

2. Oktober 2014 E. 1.2, 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E. 2.5 und 

6B_484 /2013 vom 3. März 2014 E. 3.2).  

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II.  Schuldpunkt 

1. Grundlagen 

1.1 Zitierweise 

Zur Zitierweise hinsichtlich der Akten des Vorverfahrens kann auf das angefoch-

tene Urteil verwiesen werden (Urk. 36 S. 4). Die Anklageschrift wird als Urk. 2 

aufgeführt.  

1.2 Anklagevorwurf 

1.2.1  Der Beschuldigte sei vom 1. September 2005 bis Juni 2006 [recte: 2007] 

als Angestellter bei der D._____ GmbH in der Funktion als Telefonverkäu-

fer/Kundenbetreuer tätig gewesen und habe im Auftrag des Mitbeschuldigten 

C._____ Kunden, wie den Privatkläger, akquiriert und betreut. Der Mitbeschuldig-

te C._____ habe, so die Anklägerin, als Geschäftsführer und Gesellschafter der 

D._____ GmbH auf Rechnung und Risiko der Kunden sog. Futures – börsenno-

tierte und standardisierte Terminkontrakte, deren Erfüllungstermin (Lieferung/ 

Zahlung) in der Zukunft liegt – gehandelt. Mit Vertragsabschluss (Kauf/Verkauf) 

verpflichte sich der Kunde, an einem bestimmten Fälligkeitstag in der Zukunft eine 

bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. 

zu verkaufen. Der Mitbeschuldigte C._____ habe die umfassende Fürsorge für 

das anvertraute Kundenvermögen übernommen und sei dabei selbständig ent-

scheidender Trader gewesen, während der Beschuldigte in untergeordneter Stel-

lung als angestellter Telefonverkäufer/Kundenbetreuer gewirkt habe (Urk. 2 S. 4, 

7 ff., 11, 17 f.). Der Mitbeschuldigte C._____ habe zwischen dem 3. Oktober und 

dem 20. Dezember 2006 mit den vom Privatkläger insgesamt zur Verfügung ge-

stellten rund USD 230'000.– (nämlich USD 229'520.–, vgl. Urk. 2 S. 21, 31, 33) an 

34 von 54 möglichen Handelstagen derart gehandelt, dass Transaktionskosten 

(Kommissionen und Börsennutzungsgebühren, sog. Exchange Fees) von knapp 

USD 170'000.– (nämlich USD 169'900.18; vgl. Urk. 2 S. 13) angefallen seien. Da-

von seien gemäss Verteilschlüssel rund USD 137'000.– (nämlich USD 136'600.–; 

vgl. Urk. 2 S. 12 f., 30, 33) als Retrozessionen an die D._____ GmbH zurückge-

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flossen. Aufgrund der Vielzahl von Kontrakten im fraglichen Zeitraum habe der 

Mitbeschuldigte C._____ das durchschnittliche Nettovermögen des Privatklägers 

54 Mal umgesetzt. Dieses hätte einer Rendite von 516 % bedurft bzw. es hätte an 

jedem der 54 möglichen Handelstage eine Rendite von 9.56 % erwirtschaften 

müssen, um nur die Transaktionskosten ohne Aufzehrung des Grundkapitals zu 

decken (Urk. 2 S. 12-14).  

1.2.2  Gemäss dem Hauptvorwurf der Anklägerin habe sich der Mitbeschuldigte 

C._____ des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gemacht 

(Urk. 2 S. 25-33). Der Mitbeschuldigte C._____ habe den Privatkläger in mehrfa-

cher Hinsicht getäuscht in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, mit Hilfe 

des Beschuldigten A._____ dem Privatkläger arglistig unter anderem die abseh-

bare Kommissionshöhe und die Retrozessionen verheimlicht und ihm dadurch ei-

ne realistische Gewinnmöglichkeit vorgespiegelt, weshalb dieser irrtümlich mehr-

mals der D._____ GmbH Gelder gegeben und sich als Folge der ausgeübten 

Handelsstrategie so geschädigt habe (Urk. 2 S. 25 ff.).  

Der Beschuldigte habe in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, dem 

Mitbeschuldigten C._____ mehrfach geholfen, so der Hauptvorwurf der Ankläge-

rin, dem Privatkläger entweder arglistig die absehbare Kommissionshöhe und die 

Retrozessionen zu verheimlichen und ihm dadurch eine realistische Gewinnmög-

lichkeit vorzuspiegeln, weshalb dieser irrtümlich Gelder der D._____ GmbH gege-

ben und sich so geschädigt habe. Der Beschuldigte habe sich daher der Gehil-

fenschaft zu mehrfachem Betrug schuldig gemacht (Urk. 2 S. 25 ff.). 

1.2.3  Laut Eventualanklage (Urk. 2 S. 34 ff.) sei der Tatbestand der qualifizierten 

ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 

StGB erfüllt. Der Mitbeschuldigte C._____ habe bei der betriebenen Vermögens-

verwaltung mehrfach die ihm auferlegte Pflicht verletzt, die anvertrauten Mittel im 

Interesse des Privatklägers zu verwalten und keine derartige Handelsstrategie zu 

wählen, dass die Verlustrisiken und Gewinnchancen nicht mehr in einem ausge-

wogenen Verhältnis zueinander stehen bzw. er habe die im Kommissionssystem 

liegenden Möglichkeiten so ausgereizt (statt massvoll davon Gebrauch gemacht), 

dass keine reale Gewinnchance mehr bestanden habe. Zudem habe der Mit-

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beschuldigte C._____ trotz wiederholter Möglichkeiten keine vollumfängliche oder 

zumindest teilweise Rückzahlung der Kapitaleinlagen an den Privatkläger gemäss 

dessen Vorgabe vorgenommen, sondern weiter gehandelt. Mit seiner Handels-

tätigkeit habe der Mitbeschuldigte C._____ seine Treue- und Sorgfaltspflichten 

gegenüber dem Privatkläger verletzt, indem er die eigenen Interessen vor diejeni-

gen des Kunden gesetzt und durch das Abschöpfen der dadurch generierten 

Kommissionen das Grundkapital des Privatklägers aufgebraucht habe, wodurch 

dieser am Vermögen geschädigt worden sei (Urk. 2 S. 22, 34 ff.).  

Eventualiter habe der Beschuldigte dem Mitbeschuldigten C._____ mehrfach ge-

holfen, die diesem auferlegte Pflicht, die anvertrauten Mittel des Privatklägers in 

dessen Interesse zu verwalten und nicht derart zu handeln, dass keine reale Ge-

winnchance mehr bestünde, zu verletzen, wodurch der Privatkläger am Vermögen 

geschädigt worden sei (Urk. 2 S. 34 ff.). So habe der Privatkläger gegenüber den 

Beschuldigten die Anweisung erteilt, mit seiner (initialen) Einlage von USD 

50'000.– kein Klumpenrisiko einzugehen und die Einlage diversifiziert anzulegen. 

Die drei Nachzahlungen am 12. Oktober 2006, 27. Oktober 2006 und 21. Novem-

ber 2006 habe der Privatkläger getätigt, um damit – wie ihn der Beschuldigte je-

weils zuvor mündlich auf diese Möglichkeit hingewiesen habe – seine bestehende 

Geldanlage abzusichern. Dabei habe der Privatkläger den Beschuldigten vor der 

Leistung eines Nachschusses gesagt, dass er die Nachzahlungen baldmöglichst 

wieder zurück haben wolle. Trotz Kenntnis, dass die Einlage des Privatklägers vor 

dem zweiten und dritten Nachschuss bis auf USD 15'160.60 bzw. USD 742.26 

definitiv verloren gewesen sei, habe der Beschuldigte gegenüber dem Privat-

kläger vorgegeben, die Nachzahlungen würden zur Sicherung der bisherigen Zah-

lungen verwendet. Die Beschuldigten hätten um das offenbare Missverhältnis ih-

rer Leistungen zum Kommissionsertrag, mithin der Leistungen des Privatklägers, 

gewusst, dies gewollt und zumindest billigend in Kauf genommen und dabei die 

Absicht gehegt, Lohnzahlungen für sich selber zu erlangen, die Geschäftstätigkeit 

der D._____ GmbH aufrecht zu erhalten und sich ungerechtfertigt besser zu stel-

len.  

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Der Beschuldigte habe sich daher – eventualiter – der Gehilfenschaft zu mehr-

facher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig gemacht (Urk. 2 

S. 25, 34 und 52). 

1.3 In den Anklageabschnitten A und B Ziffer I. (vgl. Urk. 2 S. 2-10) finden sich 

die Grundlagen zur ehemaligen Firma des Mitbeschuldigten C._____, der 

D._____ GmbH sowie zu den Positionen und Funktionen, welche die Beschuldig-

ten innehatten.  

Wie schon die Vorinstanz erwähnte (vgl. Urk. 36 S. 7 f.) ist unbestritten, dass der 

Mitbeschuldigte C._____ durchgehend einziger und allein zeichnungsberechtigter 

Geschäftsführer und Gesellschafter der am 29. August 2002 gegründeten und am 

3. Juli 2007 wegen Konkurseröffnung aufgelösten bzw. am 31. Oktober 2007 aus 

dem Handelsregister gelöschten D._____ GmbH mit Sitz in … war. Sein Anteil am 

Stammkapital betrug Fr. 10'000.–, mithin die Hälfte des Stammkapitals (Urk. 2 S. 

4-7). Zweck der Gesellschaft war unter anderem Anlageberatung, Vermögens-

verwaltung und nicht bewilligungspflichtige Vermittlung von Anlagegeschäften 

(Urk. 25-418.0001; Urk. 25-418.0003). Unbestritten ist weiter, dass der Beschul-

digte von September 2005 bis Juni 2007 und somit in der hier massgeblichen 

Zeitspanne als Telefonverkäufer/Kundenbetreuer bei der D._____ GmbH ange-

stellt war. Die Beschuldigten bestätigten ferner die in der Anklageschrift um-

schriebenen und von ihnen auch bezüglich des Privatklägers ausgeübten Funkti-

onen, nämlich dass der Mitbeschuldigte C._____ als Chef der Firma alleine für 

den – nur per Internet durchgeführten – Handel (trades) und die Marktanalysen 

(u.a. anhand von newsletters und online-Plattformen), der Beschuldigte in unter-

geordneter Position für – nur telefonisch praktizierte – Akquisition und Betreuung 

der Kunden zuständig gewesen war. Mit anderen Worten pflegte der Beschuldigte 

auch nach Vertragsschluss weiterhin den mündlichen, d.h. telefonischen Kontakt 

mit den Kunden, während der Mitbeschuldigte C._____ das bei der E._____ Cor-

poration in F._____ USA, einem amerikanischen Broker (im folgenden: E._____) 

deponierte Kundenvermögen auf Rechnung und Risiko der Kunden verwaltete 

(Urk. 2 S. 7-10; Urk. 13-401.001 S. 3-5, 7 f., 10-13, 16; Urk. 9-400.001 S. 1-3, 7 f. 

-   12   - 

und 13; Urk. 9-400.014 S. 6 und 11-13; Urk. 9-400.015 S. 19 und 24 f.; Urk. 10-

400.017 S. 27; Urk. 13-401.024 S. 3 ff.; Prot. I S. 10 ff., 21, 64 f.). 

Weiter ist unstrittig, dass – im Allgemeinen und auch bezüglich des Privatklägers 

– die D._____ GmbH, also der Mitbeschuldigte C._____, für die Kunden mit Fu-

tures handelte, wobei eine von E._____ zur Verfügung gestellte Online-Handels-

Plattform genutzt wurde. Dieser Broker führte dabei für jeden Kunden das Cash-

Konto, die offenen Positionen sowie die hierfür erforderliche sog. Margin, eine 

beim Handel mit Wertpapieren auf dem Konto hinterlegte Sicherheit bzw. Reserve 

in Geld. Ebenso unbestritten ist, dass die E._____ den Kunden für jede Transak-

tion eine Kommission von USD 59.– (für Day Trade roundturn, d.h. Kauf und Ver-

kauf eines Futures am selben Tag) oder USD 99.– (für Overnight Trade round-

turn, d.h. Kauf und Verkauf eines Futures an verschiedenen Tagen) belastete, 

wovon die E._____ an die D._____ GmbH gemäss – bilateraler – Vereinbarung 

USD 50.– bzw. 90.– rückvergütete. Hiervon erhielt der Beschuldigte stets USD 

10.– als Provision, was im vorliegend interessierenden Zeitraum seinem einzigen 

Einkommen entsprach (Urk. 13-401.001 S. 5, 7, 14-17; Urk. 9-400.003 S. 2 f.; 

Urk. 9-400.014 S. 17; Urk. 13-401.020 S. 5; Urk. 13-401.024 S. 14; Prot. I S. 12, 

14-16, 35 f., 59, 67, 79 f., 84, 129). 

2. Gehilfenschaft zu Betrug  

Im Abschnitt B der Anklageschrift wird dem Beschuldigten primär vorgeworfen, er 

habe dem Mitbeschuldigten C._____ geholfen, einen Betrug zu begehen. Auf-

grund der Akzessorietät der Gehilfenschaft ist vorab zu prüfen, ob die dafür erfor-

derliche Haupttat – Betrug des Mitbeschuldigten C._____ – überhaupt vorliegt. 

Dies ist aus den nachfolgenden Gründen zu verneinen (die Erwägungen stammen 

aus dem Parallelverfahren Proz.Nr. SB140492 gegen C._____): 

2.1 Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, wer in der  

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 

Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den  

Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen an-

dern am Vermögen schädigt. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn 

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der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaf-

ten oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart 

raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeu-

gen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Ma-

chenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Bege-

benheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den Be-

troffenen irrezuführen. Darüber hinaus wird Arglist auch bei einfachen falschen 

Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe 

möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen 

Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die 

Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses 

unterlassen werde (zum Ganzen BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. mit Hinweisen).  

Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an 

Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist die Lage und Schutzbedürf-

tigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter dem Gesichtspunkt 

der Opfermitverantwortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das Täu-

schungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vor-

kehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn das Täuschungsopfer die grund-

legendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der straf-

rechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei 

Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hinter-

grund treten lässt (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 80 f. mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.1).  

2.2  Täuschung 

Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern ei-

ne von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Sie ist eine un-

richtige Aussage über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende Geschehnisse 

oder Zustände (BGE 102 IV 84 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6S.98/2007 vom 

8. Mai 2007 E. 3.2.2).  

-   14   - 

2.2.1  Die Anklägerin wirft den Beschuldigten vor, den Privatkläger über die Ver-

wendung seiner Vermögenseinlagen und über die Häufigkeit der Handelstransak-

tionen getäuscht und ihm das Ausmass der absehbaren Kommissionshöhe sowie 

die Retrozessionen verheimlicht zu haben. Zudem hätten sie dem Privatkläger ei-

ne Vermögensverwaltung in seinem Interesse, eine realistische Gewinnmöglich-

keit und somit eine realistische Wertvermehrung seiner Vermögenseinlage und 

deren Werterhalt vorgespiegelt (Urk. 2 S. 26). 

2.2.2  Aussagen der Beschuldigten  

Der Beschuldigte (C._____) gab zu, dass mit dem Privatkläger die Kommissionen 

nicht vertraglich vereinbart worden seien (Urk. 13-401.001 S. 15). Die Kommis-

sionsansätze habe er im Rahmen der E._____ Richtlinien selbständig festgelegt, 

indem er das Formular betreffend die Kommissionsansätze (vgl. Urk. 4-

300.005/61) ausgefüllt, am 2. Oktober 2006 unterzeichnet und der E._____ zuge-

stellt habe. Darin sind unter "Comm Rate" für einen "Day Trade" USD 59.– und für 

einen "Overnight Trade" USD 99.– eingesetzt. Ferner räumte der Beschuldigte 

(C._____) ein, auch die Vereinbarung der D._____ GmbH mit der E._____ – das 

"Foreign Broker Execution Agreement", in der Anklage (und auch nachfolgend) 

Ausführungs-Vereinbarung genannt (vgl. Urk. 4-300.005/53-59; Urk. 2 S. 10) 

sowie das dazugehörige Formular "Schedule A – Addendum to FIB Agreement" 

betreffend Kommissionsgebühren ("commission rates") der D._____ GmbH, hier 

als "Foreign Introducing Broker" bzw. "FIB" aufgeführt, vom 19. Oktober 2005 / 

7. November 2005, in der Anklage und fortan als Ergänzung zur Ausführungs-
Vereinbarung bezeichnet (vgl. Urk. 4-300.005/60; Urk. 2 S. 11), unterschrieben 

zu haben. Entsprechend gab der Beschuldigte (C._____) an, dass weder der Pri-

vatkläger noch der Mitbeschuldigte A._____ diese Kommissionsstruktur mitgestal-

tet hatten (Urk. 13-401.001 S. 15; Urk. 13-401.020 S. 5 f.; Urk. 14-401.025 S. 33; 

Prot. I S. 35 f.). Aus den Darlegungen des Beschuldigten (C._____) in Verbindung 

mit den genannten Urkunden ergibt sich, dass die Kommissionshöhe pro Han-

delsgeschäft bzw. Trade und die Kommissionsstruktur einzig auf Abmachungen 

des Beschuldigten mit der E._____ beruhten. Als Telefonverkäu-

fer/Kundenbetreuer war der Mitbeschuldigte A._____ nicht an diesen Vereinba-

-   15   - 

rungen beteiligt. Die Kommissionsstruktur und die absolute Höhe der Kommissio-

nen waren ihm nicht bekannt und er wusste auch nicht, wer die Kommissions-

struktur festlegte (Prot. I S. 43, 77-81; Urk. 76 S. 11). 

Beide Beschuldigten verwiesen jedoch wiederholt auf die täglichen Kontoauszüge 

bzw. "statements" der E._____, welche ab 18. Oktober 2006 – anerkanntermas-

sen (vgl. Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Prot. I S. 113) – 

auch dem Privatkläger von der E._____ per E-Mail zugesandt wurden (vgl. 

Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) und aus denen die 

Kommissionen für den Privatkläger ersichtlich gewesen seien (Urk. 13-401.001 

S. 19; Urk. 13-401.020 S. 7; Urk. 13-401.021 S. 7 und 11; Urk. 13-401.022 S. 10; 

Urk. 9-400.014  S. 14 f.; Urk. 9-400.015 S. 3; Urk. 11-400.018 S. 18 f. und 69; 

Prot. I S. 32 f., 37, 43, 77-81). 

Der Beschuldigte (C._____) bestätigte weiter, dass die Customer Account  
Agreements (CAA; vgl. Urk. 21-1.50009 bis 50035 = das den Privatkläger betref-

fende Formular-Set) von Mitarbeitern der D._____ GmbH für die Kunden vorberei-

tet worden seien (Urk. 13-401.001 S. 14). In diesem Formular-Set liess sich die 

D._____ GmbH von den Kunden bevollmächtigen, als externe Vermögensverwal-

terin mit den deponierten Kundengeldern Handel mit Futures zu treiben. Der Be-

schuldigte (C._____) gestand ein, das vom Privatkläger am 29. September 2006 

an mehreren Stellen unterschriebene CAA (Urk. 21-1.50009 bis 50035) geprüft, 

unterzeichnet und an E._____ weitergeleitet zu haben (Urk. 13-401.020 S. 4; 

Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 14-401.025 S. 32). 

2.2.3  Aussagen des Privatklägers 

Der Privatkläger bestätigte, dass der Mitbeschuldigte A._____ ihm geraten habe, 

das Customer Account Agreement (CAA; Urk. 21-1.50009 bis 50035) gut durch-

zulesen. Ebenso bestätigte er seine Unterschriften darauf. Er habe dieses Doku-

ment, da auf Englisch verfasst, aber eigentlich nicht verstanden und sich beim 

Mitbeschuldigten A._____ darum bemüht, sich den Inhalt erklären zu lassen. Die-

ser habe ihn jedoch damit beschwichtigt, es sei bloss ein Kontoantrag, der kurz-

fristig wieder aufgelöst werden könne, und zum Abschluss gedrängt. Weiter sagte 

-   16   - 

der Privatkläger aus, er habe eine deutsche Übersetzung verlangt, jedoch nie er-

halten, und er bejahte, das Dokument dennoch an den vorgesehenen Stellen un-

terschrieben zu haben, obwohl er dies nicht hätte tun müssen (Urk. 20-1.40001 

S. 5 f.; Urk. 20-1.40007 S. 7-11 f.; Prot. I S. 103 f.).  

Während der Mitbeschuldigte A._____ in seiner ersten Einvernahme noch be-

hauptete, dem Privatkläger eine deutsche Fassung des CAA übergeben zu haben 

(Urk. 9-400.001 S. 10), gab er dann aber – wie der Beschuldigte (C._____) – 

letztlich an, dass diese im Internet abrufbar gewesen sei (Urk. 13-401.001 S. 14). 

Den entsprechenden Link habe man den Kunden auf Verlangen herausgegeben 

(Urk. 9-400.015 S. 10; Prot. I S. 69 f.). In den Akten befindet sich eine wohl aus 

dem Internet stammende deutsche Fassung eines wesentlichen Teils des CAA 

unbekannten Datums, insbesondere auch der Risikooffenlegungsmitteilungen 

(vgl. Urk. 21-1.50011 mit Urk. 4-300.005/6, mit unten angebrachter handschriftli-

cher Anmerkung des Links; vgl. Urk. 21-1.50012 mit Urk. 4-300.005/22; vgl. 

Urk. 21-1.50017 bis 50021 mit Urk. 4-300.005/7 bis 005/15; vgl. Urk. 21-1.50030 

bis 50031 mit Urk. 4-300.005/23 bis 005/27).  

Der Privatkläger führte aus, Kommissionen seien zu Beginn kein Thema gewe-

sen, er habe einfach angenommen, diese seien im üblichen Rahmen. Anlässlich 

des Treffens vom 30. Oktober 2006 sei mit den Beschuldigten über die Kommis-

sionslast gesprochen worden. Er sei davon ausgegangen, diese betrage 15 % 

des Gewinns, vielleicht mit einer Grundgebühr (Urk. 20-1.40001 S. 7 ff.; Urk. 20-

1.40007 S. 6, 14, 17 und 31; Prot. I S. 107 f.). 

Betreffend die Kontoauszüge der E._____ (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = 

Urk. 21-1.50036 bis 50103) bestätigte der Privatkläger einerseits, dass ihm diese 

ab dem 18. Oktober 2006 per E-Mail von der E._____ zugestellt wurden (vgl. 

Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Urk. 20-1.40008 S. 3 f.; 

Prot. I S. 113). Sodann sagte der Privatkläger zu diesen Kontoauszügen aus, nur 

den Saldo überwacht und primär wissen gewollt zu haben, ob jener zu- oder ab-

nehme. Er habe sich nie über den Inhalt des Auszuges informiert oder sich diesen 

erklären lassen. Er gab an, dass die anderen Zahlen ihn nicht interessiert hätten, 

es sei für ihn immer der Schlussstand entscheidend gewesen. Er habe sich auch 

-   17   - 

nicht veranlasst gesehen speziell nachzufragen (Urk. 20-1.40001 S. 9-11; Urk. 

20-1.40007 S. 37). Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Privatkläger 

das bisher Gesagte. Er habe die Auszüge angeschaut und den Saldo gelesen, 

worum es primär gegangen sei (Prot. I S. 114 -116, 120). 

2.2.4  Urkunden 

2.2.4.1  Kontoauszüge E._____ 

Die bereits mehrfach erwähnten, in den Akten befindlichen täglichen Auszüge der 

E._____ betreffend das Konto des Privatklägers (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 

= Urk. 21-1.50036 bis 50103) weisen neben den Gebühren (Fees) auch die  

erhobenen Kommissionen (Comm) einzeln und zusammengefasst (Recap of 

commissions and fees) aus. Als Beispiele zu nennen sind: Urk. 21-1.50101: 

Comm 247.50 und Comm 590.00 resp. Comm 837.50; Urk. 21-1.50094: 

Comm 295.00 und Comm 13'722.50 resp. Comm 14'017.50; Urk. 21-1.50073: 

Comm 22'420.00; Urk. 21-1.50061: Comm 11'151.00. 

2.2.4.2  Customer Account Agreement (CAA) 

Am 29. September 2006 unterzeichnete der Privatkläger das Customer Account 

Agreement der E._____ (Urk. 21-1.50009 bis 50035; vorne Ziffer II. 2.2.2). Dieses 

führt auf Seite 16 Mitte die D._____ GmbH als sog. Third Party Account  

Controller auf, bezeichnet sie als Broker und hält fest, dass der Privatkläger diese 

resp. den Beschuldigten (C._____) mit sog. "transactional commissions" für seine 

Handelstätigkeit entschädigt (Urk. 21-1.50025; Urk. 4-300.005/29 = vom Beschul-

digten (C._____) am 2. Oktober 2006 unterzeichnetes Exemplar). Wie ebenso be-

reits vorne in Ziffer II. 2.2.2 aufgezeigt, ist unbestritten, dass in diesem Formular 

Name und Daten der D._____ GmbH und des Beschuldigten (C._____) bereits 

ausgefüllt und angekreuzt waren, als der Privatkläger das CAA umfassend zur 

Unterschrift erhielt (Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 9-400.014 S. 5). 

Auf Seite 17 des CAA unterschrieb der Privatkläger u.a. eine Blanko-Vollmacht, in 

die anschliessend der Beschuldigte (C._____) bzw. die D._____ GmbH einge-

setzt wurden, so dass diese nach eigenem Ermessen über sein Konto auf seine 

-   18   - 

Rechnung und sein Risiko namentlich und ausdrücklich mit Futures und Optionen 

handeln durfte (Urk. 21-1.50027; Urk. 4-300.005/30). 

2.2.4.3  Ausführungs-Vereinbarung und dazugehörige Ergänzung  

Die vorne unter Ziffer II. 2.2.2 zitierte Ausführungsvereinbarung mit dazugehöriger 

Ergänzung vom 19. Oktober 2005 / 7. November 2005 regelte das Rechtsverhält-

nis zwischen der D._____ GmbH und E._____ (Urk. 4-300.005/53 bis 005/60) und 

wurde unbestrittenermassen vom Beschuldigten (C._____) unterzeichnet 

(Urk. 13-401.020 S. 6; Urk. 14-401.025 S. 33). Ziffer 9 der Vereinbarung räumt 

D._____ GmbH das alleinige Recht ein, gegenüber ihren Kunden Kommissionen 

einzuführen, die E._____ bei diesen erhebt. Die D._____ GmbH ihrerseits wiede-

rum hat E._____ die in der Ergänzung zur Ausführungs-Vereinbarung vereinbar-

ten Kommissionen zu bezahlen (Urk. 4-300.005/58 und 005/60).  

2.2.5  Beurteilung durch das Gericht 

2.2.5.1  Wie aufgezeigt, hat der Privatkläger die Auszüge der E._____ betreffend 

sein Konto (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) ab dem 

18. Oktober 2006 per E-Mail von der E._____ zugestellt erhalten. Auch wenn er 

nur wenig Englisch verstand und keine Erfahrungen mit dem Handel von Futures 

hatte, konnte er in Anbetracht seines persönlichen und beruflichen Hintergrunds 

aus den ihm fortan zur Verfügung stehenden Kontoauszügen die jeweils belaste-

ten Kommissionen mühelos erkennen.  

Zum Tatzeitpunkt war der Privatkläger ein 50-jähriger verheirateter Familienvater. 

Er hatte nach einer Tiefbauzeichnerlehre an einer Fachhochschule einen Ab-

schluss als Bauingenieur HTL erworben und war inzwischen Geschäftsführer der 

G._____, Strassen- und Tiefbau, in H._____. Seinen Angaben zufolge besass er 

neben einem Eigenheim noch ein Mehrfamilienhaus. Seit ca. 1995 hatte er Erfah-

rungen im Börsengeschäft gesammelt, indem er ein wenig mit Aktien und Fonds 

handelte. Er hielt auch ausländische Aktien und wenige Optionen. Zudem verfüg-

te er über einen Lombardkredit (Kredit gegen Verpfändung insbesondere von 

Wertpapieren, beim Privatkläger betraf es Gold). Im Jahre 2006 war er im Besitz 

eines Portfolios mit Aktien, Fondsanteilen und Gold im Wert von gegen 

-   19   - 

Fr. 400'000.–. Das Portfolio habe er von Fr. 200'000.– bis ins Jahr 2006 verdop-

peln können. Mit Aktien und Fonds sei er soweit zurecht gekommen, habe selber 

damit gearbeitet. Mit derivativen Finanzprodukten habe er keine Erfahrungen, 

wisse aber, was eine Option und ein Future sei, dass man mit Deckungskäufen 

einen Verlust absichern könne, dass es eine Hebelwirkung habe, dass es Fach-

leute brauche, dass es bei dieser Anlage zusätzlich um Termine gehe, die das 

ganze verkomplizieren würden (Urk. 20-1.40001 S. 1 f.; Urk. 20-1.40007 S. 41 f.).  

Der Zeuge I._____, langjähriger Kundenberater des Privatklägers bei der J._____ 

[Bank] (vgl. Urk. 17-504.001; Urk. 17-504.005), bestätigte diese Angaben im We-

sentlichen und erwähnte zusätzlich, der Privatkläger sei einst während fünf Jah-

ren in einem vom damaligen Bankverein geschaffenen Investment Club dabei 

gewesen, in welchem er (I._____) beratend tätig war und wo möglicherweise 

auch über Optionen gesprochen und investiert worden sei (bestätigt durch den 

Privatkläger, Urk. 20-1.40007 S. 41; Prot. I S. 104 f.). Den Kunden werde nicht 

empfohlen, mit Optionen und Futures zu handeln. Im Investment Club habe man 

damals einmal viel Geld damit verloren (Urk. 17-504.001 S. 1 f.; Urk. 17-504.005 

S. 14). Vor Leistung der ersten Zahlung an die D._____ GmbH habe ihn der Pri-

vatkläger angerufen und gesagt, er wolle USD 50'000.– investieren, um etwas zu  

"gamblen", er gebe das Geld einem Vermögensverwalter. Er wolle etwas riskieren 

(Urk. 17-504.001 S. 2; Urk. 17-504.005 S. 7). Der Privatkläger stellte dies nicht in 

Abrede, nahm aber vom Begriff "gamblen" Abstand (Prot. I S. 105).  

Weiter fügte der Privatkläger an, ca. ein Jahr vor seinem Engagement bei der 

D._____ GmbH einem anderen Institut – dessen Name er nicht mehr wisse –

Fr. 10'000.– übergeben zu haben, das dann aber fahrlässig damit umgegangen 

sei. Es sei um Geldanlagen gegangen, wobei in Sojabohnen und Gold investiert 

worden sei. Er habe das Gefühl gehabt, dass diese Leute gar nichts vom Bank-

geschäft verstanden; dies im Gegensatz zum Beschuldigten (C._____) und zum 

Mitbeschuldigten A._____, welche gemäss dem Privatkläger einen guten Auftritt 

hatten und einen kompetenten Eindruck hinterliessen (Urk. 20-1.40007 S. 22; 

Urk. 20-1.40008 S. 10; Prot. I S. 105-107).  

-   20   - 

Aus alledem ergibt sich, dass der Privatkläger als Anleger kein völliger Laie war, 

d.h. dass er doch über einige Erfahrung im Börsengeschäft verfügte und nicht oh-

ne Risikobereitschaft in den Handel mit Futures eingestiegen ist. Gemäss eigener 

Darstellung beauftragte er damit nach intensiven Telefonkontakten mit dem Mit-

beschuldigten A._____ die D._____ GmbH, indem er das über zwei Dutzend Sei-

ten starke Formular-Set CAA – das auf der Frontseite prägnant die Überschrift 

"E._____ Futures and Options" trägt und welche Ausdrücke gleichermassen in 

der deutschen Sprache verwendet wurden und werden – am 29. September 2006 

an den vorgesehen Stellen unterzeichnete (Urk. 21-1.50009 bis 50035). Persönli-

che Kontakte gab es bis dahin keine und der Privatkläger holte vor der Unter-

zeichnung und der Geldüberweisung keine Erkundigungen über die D._____ 

GmbH und deren Mitarbeiter ein. Über den Beschuldigten (C._____) wusste er zu 

jenem Zeitpunkt nichts. Auch stand für den Privatkläger nicht zur Diskussion, zu-

vor seinen langjährigen Berater bei der J._____, den Zeugen I._____, zu konsul-

tieren. Eine Anlagestrategie wurde mit der D._____ GmbH nicht festgelegt 

(Urk. 20-1.40007 S. 13, 22; Prot. I S. 116 f.). Wie schon im Verlaufe des Vorver-

fahrens umschrieb der Privatkläger vor Vorinstanz seine Anlageabsicht dahin, er 

habe bis Weihnachten schauen wollen, was die D._____ GmbH mit seinem Geld 

mache (Prot. I S. 102, 107).  

Dass der Privatkläger das CAA an diversen Orten unterzeichnete, obwohl er nach 

seinen Angaben das Dokument kaum verstand und keine deutsche Übersetzung 

besass, kann nicht den Beschuldigten angelastet werden. Es ist nicht erkennbar, 

inwiefern der Privatkläger unter Druck gestanden haben soll, in eine Geschäfts-

beziehung zur D._____ GmbH – von der er schon ein bis zwei Jahre zuvor wie-

derholt telefonisch kontaktiert worden sein soll – zu treten (vgl. auch Urk. 4-

300.005/5), diese als externe Vermögensverwalterin zu beauftragen und in der 

Folge (initial) USD 50'000.– zu investieren. Wie gesehen unternahm er diesen 

Schritt, weil er bereit war, etwas zu riskieren. Mit seinen Unterschriften erteilte er 

nicht nur der D._____ GmbH eine General-Vollmacht zum Handel, d.h. zum Kauf 

und Verkauf von Futures und Optionen, sondern bestätigte auch, mit je unmittel-

bar anschliessender Unterschrift die Risikooffenlegungsmitteilung ("Risk Disclo-

sure Statement"; vgl. Urk. 21-1.50011 und 50012) und die zusätzliche Ri-

-   21   - 

sikooffenlegung ("Additional Risk Disclosure"; vgl. Urk. 21-1.50033) empfangen, 

gelesen und verstanden zu haben. Darin wird der Kunde ausdrücklich darauf hin-

gewiesen, dass der Futures- und Optionenhandel generell eine risikoreiche Inves-

titionsform ("a risky form of investment") sei, dass der Handelserfolg bei Teilnah-

me an ausländischen Transaktionen nebst dem Marktgeschehen und verschiede-

nen Richtlinien und Regularien auch durch Devisenschwankungen beeinflusst 

werden kann und dass erhebliche Verluste ("substantial loss") und insbesondere 

auch ein Totalverlust ("a total loss") der investierten Gelder erlitten werden kann. 

Erwähnt wird zudem das allfällige Erfordernis erheblicher zusätzlicher Kapitalleis-

tungen ("substantial amount of additional capital") zur Abdeckung der Positionen. 

Aus diesem Grunde wird der Kunde ermahnt, nur reines Risikokapital ("purely risk  

capital") einzusetzen bzw. zu übermitteln. Der Privatkläger postuliert denn auch 

nicht generell, auf das Verlustrisiko seiner Anlagen nicht aufmerksam gemacht 

worden zu sein ("Es sei sehr schnell gegangen", Prot. I S. 103), sondern lediglich, 

dies sei nicht mündlich geschehen – was die Beschuldigten bestreiten – und es 

sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er alles verlieren könnte. Damit war dem 

Privatkläger ein Verlustrisiko bekannt, was naturgemäss auch das Risiko eines 

Totalverlustes miteinschliesst.  

2.2.5.2  Die Kontoauszüge der E._____ (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = 

Urk. 21-1.50036 bis 50103; nur der Beleg für den 20. Oktober 2006 fehlt) wiesen 

die belasteten Kommissionen aus, so dass der Privatkläger diese seit Erhalt der 

Auszüge (ab 18. Oktober 2006) erkennen konnte. Diese Abrechnungen bestehen 

weitgehend aus Zahlen, welche sprachlich neutral, einfach zu lesen und rechne-

risch nachvollziehbar sind, zumal auch (die vom Privatkläger stets geprüften) An-

fangs- und Endsaldi immer aufgelistet waren. Dass die Auszüge mit Verzögerung 

beim Privatkläger eintrafen, lag offenbar an der E._____ und nicht an den Be-

schuldigten. Nach entsprechender Reklamation beim Mitbeschuldigten A._____ 

wurden dem Privatkläger dann diese auch im CAA in Aussicht gestellten "state-

ments" der E._____ auf elektronischem Weg übermittelt (vgl. Urk. 21-1.50029). 

Die Erkennbarkeit der Kommissionsbelastungen ist gegeben.   

-   22   - 

Dass Handelsgegenstand Futures (und allenfalls auch Optionen) waren, ist neben 

dem zu Vertragsbeginn vom Privatkläger unterzeichneten CAA ebenso jedem 

einzelnen Kontoauszug der E._____ mit dem darauf vermerkten Firmenlogo zu 

entnehmen. Es kann deshalb nicht gesagt werden, die Beschuldigten hätten den 

Privatkläger über die Verwendung seiner Vermögenseinlagen zu täuschen beab-

sichtigt bzw. getäuscht. Auch die Intensität des Handelns bzw. die Häufigkeit der 

Handelstransaktionen sowie das Ausmass der totalen Kommissionshöhe lässt 

sich bei genauerem Betrachten der Kontoauszüge beurteilen, zumal die Anzahl 

Trades (Käufe und Verkäufe) offensichtlich in Korrelation zu den angefallenen 

Kommissionen steht.  

Den Beschuldigten kann daher keine Verheimlichung bzw. Verheimlichungsab-

sicht betreffend die Kommissionslast vorgeworfen werden. Der Privatkläger hätte 

die Kommissionsbelastung einzeln und totalisiert nachvollziehen und deren Ver-

hältnis zum eingesetzten Kapital erkennen können (vorne Ziffer II. 2.2.4.1; für wei-

tere Beispiele siehe die folgende Ziffer II. 2.2.5.3). Ob er gestützt auf die Abrech-

nungen auch seine realistische Gewinnmöglichkeit – bei der es sich nicht um eine 

Tatsache im Sinne von Art. 146 StGB handelt – hätte einschätzen können, ist 

beim Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu prüfen (hinten Ziffer II. 3.3).  

2.2.5.3  An den Handelstagen zwischen dem Empfang des ersten Kontoauszuges 

am 18. Oktober 2006 und der Leistung des zweiten Nachschusses über 

USD 60'000.– am 27. Oktober 2006 wurden sowohl Gewinne als auch Verluste 

erzielt (vgl. Urk. 14-1.50073 bis 50083; Urk. 2 S. 43 f.). Dabei fielen immer Kom-

missionen an, unabhängig vom jeweils erzielten Handelserfolg.  

An vier Handelstagen in dieser Zeitspanne resultierte ein Gewinn, so am 18. Ok-

tober 2006 mit einem Plus von USD 11'000.–, bei Kommissionen von nur 

USD 495.–. Weiter standen am 19. Oktober 2006 einem Gewinn von rund 

USD 3'500.– Kommissionen von USD 1'770.– gegenüber, mithin von ca. 50 %. 

Am 23. Oktober 2006 betrugen die fraglichen Zahlen rund USD 9'900.– zu 

USD 4'435.– (ca. 45 %) und am 25. Oktober 2006 rund USD 6'900.– zu 

USD 2'950.– (ca. 43 %). Die zwei Handelstage vom 24. und 26. Oktober 2006 

brachten hingegen Verluste: nämlich der 24. Oktober 2006 knapp USD 4'500.– 

-   23   - 

Verlust bei Kommissionen von USD 6'490.– (fast das Anderthalbfache) und der 

26. Oktober 2006 annähernd USD 42'000.– Verlust bei Kommissionen von 

USD 22'420.– (ca. 53 %).  

Aus diesen Darlegungen ist unschwer feststellbar – was dem Privatkläger, entge-

gen seiner wiederholt geäusserten Ansicht (Urk. 20-1.40007 S. 17; Prot. I S. 107), 

aufgrund der ihm ab 18. Oktober 2006 zugestellten Abrechnungen der E._____ 

und seiner Erfahrungen im Börsengeschäft klar sein musste –, dass nicht nur bei 

Gewinn Kommissionen verrechnet wurden, sondern auch bei erlittenem Verlust, 

und dass die Kommissionen nicht einem festen Satz von 15 % entsprachen, wo-

von der Privatkläger nach seiner Aussage ausging, sondern in der Regel viel hö-

her ausfielen und sogar das (negative) Handelsergebnis übertreffen konnten. Als 

rechnerisches Fazit ergibt sich daraus, dass Gewinne aufgrund der anfallenden 

Kommissionen um diese (erheblich) geschmälert wurden und umgekehrt Verluste 

und Kommissionen sich kumulativ auswirkten. Das Tagesergebnis umfasste somit 

jeweils Handelsgewinne und -verluste einschliesslich die Kommissionen (Prot. I 

S. 19). Einen zentralen Erfahrungswert bietet zweifellos der 26. Oktober 2006, an 

welchem Tag das Kapital von über USD 80'000.– um USD 65'000.– auf noch 

USD 15'000.– schrumpfte (vgl. die Tagesanalyse Urk. 18-900.004 S. 25), was 

dann zum zweiten Nachschuss durch den Privatkläger führte.  

2.2.5.4  Zusammengefasst kann bei dieser Ausgangslage und insbesondere auf-

grund der ab 18. Oktober 2006 regelmässig zugestellten (handels)täglichen Kon-

toauszüge den Beschuldigten – entgegen der Anklage (Urk. 2 S. 26) – keine Täu-

schung des Privatklägers über die Verwendung seiner Vermögensanlagen und 

die Häufigkeit der Handelstransaktionen vorgeworfen werden, ebenso wenig ein 

Verheimlichen der erfolgsunabhängigen Kommissionen. Insbesondere war auch 

die Geschäftsbezogenheit der anfallenden Kommissionen ersichtlich, mithin ein 

Konnex zwischen der Handelsintensität und der resultierenden Kommissionslast. 

Desgleichen erkennbar war die sukzessive Verringerung der Guthaben durch die 

repetitiven Kommissionsbelastungen. Darüber hinaus musste dem Privatkläger 

angesichts früherer Erfahrungen und der allgemeinen Lebenserfahrung bei sei-

nem beruflichen Hintergrund bewusst sein, dass Börsengeschäfte infolge der 

-   24   - 

schnell schwankenden und entsprechend unberechenbaren (globalen) Märkte 

stets risikobehaftet sind, ungeachtet der konkreten Fähigkeit und Geübtheit eines 

Vermögensverwalters bzw. Brokers. Insoweit lässt sich bei Börsengeschäften im 

(hoch)spekulativen Bereich weder eine realistische Gewinnmöglichkeit noch eine 

solche Wertvermehrung noch ein Werterhalt einer Investition garantieren oder 

versprechen, ausser die Parteien hätten ausschliesslich Investitionen in kapital-

geschützte Produkte bzw. Anlageinstrumente vereinbart, was hier niemand be-

hauptet. Soweit sich der Privatkläger über die Gewinnchancen täuschte, ist fest-

zuhalten, dass eine Täuschung darüber zu Recht nicht Bestandteil der Anklage 

bildet, da Marktchancen keine Tatsachen sind. Es kommt hinzu, dass die dem 

Privatkläger zugestellten Abrechnungen mehrfach Gewinne auswiesen, was er 

der Entwicklung seines Saldos entnehmen konnte (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37). 

Abschliessend ist daran zu erinnern, dass der Privatkläger gewisse Risiken ein-

zugehen bereit war und zumindest anfänglich den Beschuldigten volle Handlungs-

freiheit einräumte. Darauf und auf die Frage der Kommissionen ist in Ziffer II. 3. 

zurückzukommen.  

2.2.5.5  Exkurs: Frage der Retrozessionen 

2.2.5.5.1  Die Vorinstanz kam mit der folgenden Begründung (kursiv dargestellt) 

zum Schluss, es würden keine Retrozessionen vorliegen (vgl. Urk. 53 S. 13-15): 

"Unbestrittenerweise war zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten 

resp. der D._____ GmbH mündlich vereinbart, dass diese mit den vom Privatklä-

ger auf sein Konto bei E._____ einbezahlten Mitteln Anlagen tätigt (Urk. 13-

401.020 S. 4; Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 14-401.025 S. 32; Urk. 20-1.40007 

S. 9, 10; Prot. S. 30, 102, 103, 107). Nach Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauftragte 

verpflichtet, auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft 

abzulegen und alles, was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zuge-

kommen ist, zu erstatten. Das Bundesgericht hat mit wegleitendem Urteil vom 

22. März 2006 entschieden, dass indirekte Vorteile, welche in einem inneren Zu-

sammenhang zur Auftragsausführung stehen, wie Rabatte, Provisionen und sog. 

Retrozessionen, die dem Beauftragten von Dritten zukommen, gestützt auf 

Art. 400 Abs. 1 OR dem Auftraggeber abzuliefern sind. Der Beauftragte soll ab-

-   25   - 

gesehen von einem allfälligen Honorar weder gewinnen noch verlieren. Diese 

Herausgabepflicht ist zwar nicht zwingend. Doch bedingt ein im Voraus ergange-

ner Verzicht des Auftraggebers, dass er über die zu erwartenden Retrozessionen 

vollständig und wahrheitsgetreu informiert ist und dass sein Wille, auf deren Ablie-

ferung zu verzichten, deutlich aus der Vereinbarung hervorgeht (BGE 132 III 460, 

E. 4.1 und 4.2, mit weiteren Hinweisen). 

Die Verteidigung des Mitbeschuldigten A._____ ist der Auffassung, dass es sich 

vorliegend bei den Zahlungen der E._____ an die D._____ GmbH nicht um ei-

gentliche Retrozessionen handle. Jene stammten direkt aus dem Vermögen des 

Privatklägers, nicht aus jenem der E._____. D._____ GmbH habe kein Produkt 

der E._____ verkauft, sondern diese sei der Broker für den Futures-Handel ge-

wesen. Dass die Kommissionen derart flossen, sei eine reine Zahlungsmodalität 

gewesen (Urk. 43 S. 23 f.). 

Der Privatkläger unterzeichnete die im Customer Account Agreement der E._____ 

vorformulierte Erklärung, die D._____ GmbH als Drittpartei zu ernennen und zu 

bevollmächtigen sowie diese resp. den Beschuldigten als Bezugsperson mit 

transactional commissions zu entschädigen. Wenn auch einzuräumen ist, dass 

diese Erklärung als eine von mehreren im ganzen Antrag etwas verborgen ist, so 

ist diese dennoch auch bei geringen Englisch-Kenntnissen verständlich (Be-

stimmung der D._____ GmbH als sog. "Third Party Account Controller"; darauf 

sogleich folgend "My relationship to the Third Party Controller is C._____. I am … 

paying … him transactional commissions as his compensation for trading my ac-

count. [Unterschrift]"; Urk. 4-300.005/29; auf der folgenden Seite, oben, "I hereby 

authorize [… name of account controller] as my agent and attorney-in-fact … ; 

Urk. 4-300.005/30). Der Privatkläger war jedenfalls mit seinem persönlichen Hin-

tergrund und Wissen in der Lage, eine für ihn nachteilige vertragliche Abmachung 

zu erkennen und von einem Abschluss abzusehen. Es ist nicht nachzuvollziehen, 

inwiefern der Privatkläger – was bestritten ist – bei Vertragsschluss unter zeitli-

chem Druck gestanden sein soll. Der Beschuldigte unterzeichnete anschliessend 

jeweils an den entsprechend vorgesehenen Stellen (Urk. 4-300.005/29 und 30). 

Damit erklärte er sich nicht nur betreffend seine Eigenschaft als Bezugsperson 

-   26   - 

des Third Party Controller und Bevollmächtigter einverstanden, sondern insbe-

sondere auch bezüglich seiner Entschädigung für seine Handelstätigkeit mittels 

Transaktionskommissionen. E._____ überwies aufgrund der mit der D._____ 

GmbH abgeschlossenen Ausführungsvereinbarung (mit Anhang) dieser den ihre 

Kommission übersteigenden Betrag. Diese Vergütungen sind somit weder ein 

Rabatt, eine Provision noch Retrozessionen, welche an den Auftraggeber abzulie-

fern sind, sondern stellen die Entschädigung, das Honorar, dar für die geleisteten 

Dienste der D._____ GmbH bzw. des Beschuldigten, die Anlagetätigkeit. Dieses 

ist selbstredend nicht an den Auftraggeber auszurichten." 

2.2.5.5.2  Zutreffend hat die Vorinstanz zunächst die Anwendbarkeit des Auftrags-

rechts erwähnt und auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Retrozessio-

nen hingewiesen. Ferner ist ihre Ansicht zu teilen, dass der Privatkläger die 

D._____ GmbH zur Handelstätigkeit bevollmächtigt und sich verpflichtet hatte, 

dieser bzw. dem Beschuldigten (C._____) dafür eine – nicht weiter spezifizierte – 

Entschädigung zu entrichten, hier bezeichnet als Transaktionskommissionen 

("transactional commissions as his compensation for trading my account", vgl. 

Urk. 4-300.005/29; Urk. 53 S. 13 f.). Mit seinem persönlichen Hintergrund und 

Wissen und in Kombination mit den ihm seit 18. Oktober 2006 zugestellten Aus-

zügen seines Kontos bei der E._____ war der Privatkläger ab jenem Zeitpunkt 

zwar in der Lage, die ihn treffende Kommissionsbelastung insgesamt, d.h. in ab-

soluten Zahlen und auch in Relation zu seinem investierten Kapital zu erkennen, 

mithin festzustellen, dass regelmässig eine Vielzahl von Kommissionsbeträgen 

und ein hohes Total anfielen bzw. ihm verrechnet wurden. Der Privatkläger hatte 

jedoch unbestritten keinerlei Kenntnis von der Kommissionsstruktur und von ei-

nem allfälligen Verteilschlüssel. Insbesondere wusste er nicht, wieviel das Hono-

rar des Beschuldigten (C._____) für dessen Dienstleistung betragen würde bzw. 

betrug. Vielmehr waren die Kommissionsansätze pro Trade sowie die Kommissi-

onsstruktur nur zwischen der D._____ GmbH und der E._____, ohne Mitwirkung 

des Privatklägers, vereinbart worden, laut dem Beschuldigten (C._____) im Rah-

men der E._____ Richtlinien und in Anlehnung an die amerikanische Gesetzge-

bung (vgl. Ausführungsvereinbarung und Ergänzung dazu, Urk. 4-300.005/53-59; 

Urk. 4-300.005/60-61; Urk. 13-401.001 S. 15; Prot. I S. 35, 37). Es wurden keine 

-   27   - 

schriftlichen Verträge mit den Kunden abgeschlossen, auch nicht mit dem Privat-

kläger. Kommissionshöhe und -last wurden den Kunden nicht schriftlich mitgeteilt. 

Das CAA enthielt nur den Hinweis, dass im Rahmen der E._____ Richtlinien 

Kommissionen erhoben werden dürfen (Urk. 13-401.001 S. 15; Prot. I S. 20, 70). 

Daher war auch keine vorgängige Genehmigung möglich. Es lässt sich daher 

entgegen der Vorinstanz (Urk. 53 S. 15) nicht sagen, der Privatkläger habe von 

Anbeginn eine für ihn nachteilige vertragliche Abmachung (hinsichtlich der Kom-

missionen) erkennen und von einem Abschluss absehen können.  

Vorliegend bestand ein Dreiecksverhältnis zwischen dem Privatkläger als Kun-

den, dem Beschuldigten (C._____) als externem Vermögensverwalter und der 

E._____ als amerikanischem Broker und Kontoführerin: Die D._____ GmbH bzw. 

der Beschuldigte war als externer Vermögensverwalter (= Beauftragter) des Pri-

vatklägers (= Auftraggeber) tätig. Die E._____ stellte dem Beschuldigten eine On-

line-Handels-Plattform für den Handel mit Futures zur Verfügung. Gemäss seiner 

Angabe konnte der Beschuldigte (C._____) vom Computer aus die einzelnen 

Kundenkonten anklicken und die Trades eingeben. Alle Märkte waren auf der 

Plattform vorhanden und man konnte innert einer Hundertstel Sekunde am Markt 

sein (Prot. I S. 27). Der Beschuldigte (C._____) allein war für diesen Handel zu-

ständig, nahm die Marktanalyse vor und traf die Kauf- und Verkaufsentscheide, 

auch bezüglich des Privatklägers. Pro Kontrakt erhielt die D._____ GmbH Kom-

missionen, deren Höhe der Beschuldigte (C._____) zuvor gestützt auf die 

E._____ Richtlinien festgelegt hatte. Je höher das Handelsvolumen, desto höher 

waren die Kommissionen (Urk. 13-401.001 S. 12 ff., 17 und 19; Prot. I S. 14, 27 f., 

33 f., 42, 74 f., 80). Somit lag es einzig in den Händen des Beschuldigten  

(C._____), wieviel Kommissionen automatisch erzeugt wurden. Nach – bestritte-

ner – Auffassung der beiden Beschuldigten wollte der Privatkläger sein Kapital 

spekulativ anlegen, aggressiv handeln. Es sei sein Ziel gewesen, so schnell wie 

möglich sehr viel Geld zu verdienen. Er (Beschuldigter C._____) habe beim Pri-

vatkläger einen Performancedruck verspürt, der höher gewesen sei als bei andern 

Kunden. Die Vorgabe des Privatklägers sei gewesen, mit einem grossen Hebel zu 

arbeiten. Bei einem grösseren Hebel gebe es höhere Kommissionen (Prot. I 

S. 30, 33-35, 39, 43, 76; Urk. 75 S. 4 f.[= Urk. 67 S. 4 f.]; Urk. 76 S. 6 [= Urk. 68 

-   28   - 

S. 6]). Unbestrittenermassen führte die E._____ als Begünstigte der Bank, bei 

welcher der Privatkläger die Kapitaleinlagen vereinbarungsgemäss geleistet hatte 

(K._____ Bank, F._____) das Cash-Konto des Privatklägers, die offenen Positio-

nen sowie die hierfür erforderliche sog. Margin (vgl. CAA Urk. 21-1.50010; Urk. 4-

300.005/32) und war damit die Dritte im Bund. Sie belastete dem Konto ausser 

diversen Gebühren (Fees) die aus der Handelstätigkeit des Beschuldigten  

(C._____) generierten Kommissionen und vergütete diese – reduziert um ihren 

eigenen Kommissionsanteil von USD 9.– pro Trade gemäss der Ergänzung zur 

Ausführungs-Vereinbarung – an die D._____ GmbH, nämlich USD 50.– bzw. 90.– 

(Urk. 4-300.005/60-61; Urk. 13-401.001 S. 14 f.; Prot. I S. 35 f., 46).  

2.2.5.5.3  Angesichts dieser Ausgangslage erscheint fraglich, ob Retrozessionen 

vorlagen. Die E._____ entrichtete der D._____ GmbH kein Entgelt für ihre Dienste 

(aus ihrem eigenen Vermögen), sondern belastete lediglich die mit dem Beschul-

digten (C._____) vereinbarten Abzüge dem Konto des Privatklägers, die freilich 

höher waren als diejenigen, die die D._____ GmbH tatsächlich zahlen musste. In-

sofern war die E._____ lediglich die Eintreiberin der von der D._____ GmbH ge-

genüber dem Privatkläger verlangten Entschädigung. Es handelte sich mithin 

nicht um indirekte Vorteile, die dem Beauftragten infolge der Auftragserteilung von 

Dritten, hier der E._____, zukamen, sondern ganz einfach bloss (auch) Entgelt für 

die Tätigkeit der D._____ GmbH. Es waren also keine Zuwendungen der 

E._____. Ebenso wenig kann gesagt werden, die D._____ GmbH hätte sich durch 

die Zuwendungen Dritter (es waren ja Gelder des Privatklägers) veranlasst sehen 

können, die Interessen des Auftraggebers nicht ausreichend zu berücksichtigen. 

Selbst wenn man davon ausgehen wollte, es habe sich um Retrozessionen ge-

handelt, so war es im Jahre 2006 – und sogar später – branchenüblich, die Retro-

zessionen dem Auftraggeber nicht auszuliefern, weswegen den Beschuldigten da-

raus kein, insbesondere kein strafrechtlicher, Vorwurf gemacht werden kann (pro 

memoria: Der Retrozessionen-Entscheid des Bundesgericht datiert von März 

2006 [BGE 132 III 460], der Entscheid, dass die Herausgabepflicht auf sämtliche 

Auftragsverhältnisse anwendbar ist, datiert von 2012 [BGE 138 III 755 E. 5.4 

a.E.], hier steht die Zeitspanne Oktober bis Dezember 2006 zur Diskussion).  

-   29   - 

Die Frage, ob es sich um Retrozessionen handelte oder nicht, braucht indes vor-

liegend gar nicht abschliessend geklärt zu werden, da – wie noch zu zeigen sein 

wird – der Tatbestand des Betruges mangels Arglist nicht erfüllt wurde und man-

gels strafrechtlich relevanter Pflichtverletzung auch die Voraussetzungen des 

Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht erfüllt sind.  

2.2.5.6  In Würdigung aller Umstände, namentlich angesichts der grundsätzlichen 

Erkennbarkeit der schädigenden Kommissionsbelastungen, erscheint sehr zwei-

felhaft, ob eine strafrechtlich relevante Täuschung vorliegt (siehe auch vorne, Zif-

fer II. 2.2.5.4). Dies braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden. In-

soweit der Privatkläger nicht über alle Informationen verfügte, lag es offensichtlich 

auch an mangelndem Interesse und Bemühen seinerseits. Aber selbst wenn Täu-

schung als gegeben anzusehen wäre, würde es an deren Arglistigkeit fehlen.  

2.3 Arglist  

2.3.1  Anklagevorwurf 

Die Anklägerin macht geltend, das Verhalten der Beschuldigten C._____ und 

A._____ sei ein komplexes System aufeinander abgestimmter Täuschungshand-

lungen gewesen. Die Beschuldigten hätten gewusst und mit Gewissheit voraus-

gesehen oder mindestens billigend in Kauf genommen, dass für den investitions-

bereiten Privatkläger aus verschiedenen Gründen die Täuschung nicht erkennbar 

gewesen sei, eine Überprüfung der Angaben über die Verwendung seiner Einla-

gen und über die Gewinnchancen auf seiner Einlage nicht möglich oder zumutbar 

gewesen sei oder er davon absehen würde, sodass sich auch ein kritisches Opfer 

hätte täuschen lassen (Urk. 2 S. 27). 

2.3.2  Rechtliche Grundlagen 

Das täuschende Verhalten muss objektiv als arglistige Irreführung zu qualifizieren 

sein. Arglist ist gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet, d.h. 

besonders hinterhältige Lügen sind derart raffiniert aufeinander abgestimmt, dass 

sich auch ein kritisches Opfer täuschen lässt. Ebenfalls liegt ein arglistiges Vor-

gehen vor, wenn der Täter sich täuschender Machenschaften bedient, also seine 

-   30   - 

Behauptungen durch Belege oder Handlungen stützt, die sie als glaubhaft er-

scheinen lassen. Einfache Lügen sind nur arglistig, wenn sie nicht oder nur mit 

besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden können, der Täter den 

Getäuschten absichtlich von der Überprüfung abhält oder aufgrund bestimmter 

Umstände und eines besonderen Vertrauensverhältnisses voraussieht, dass der 

Getäuschte sie gar nicht überprüfen wird. Arglist scheidet jedoch aus, wenn das 

Opfer die angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhält-

nisse grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet (Donatsch, Strafrecht 

III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 224 ff.; Stratenwerth/Jenny/Bommer, 

Schweiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 2010, S. 383 ff.). 

2.3.3  Beurteilung durch das Gericht 

2.3.3.1  Unter Hinweis auf die Ausführungen zur Täuschung unter Ziffer II. 2.2 

hiervor kann nicht von einem Lügengebäude gesprochen werden. Ebenso wenig 

sind täuschende Machenschaften, d.h. durch Dokumente oder Handlungen ge-

stützte Behauptungen der Beschuldigten, ersichtlich, zumal die Parteien weitest-

gehend mündlich/telefonisch verkehrten, namentlich ohne schriftlichen Ver-

mögensverwaltungsvertrag. Arglist aus diesen Gründen scheidet somit aus. Ge-

schäftsmodell und Vorgehen der D._____ GmbH waren bei entsprechender Auf-

merksamkeit und, wo nötig, ergänzendem Nachfragen jedenfalls in groben Zügen 

erkennbar. 

2.3.3.2  Sodann kann nicht gesagt werden, die Angaben der Beschuldigten bzw. 

der D._____ GmbH seien nur mit besonderer Mühe überprüfbar gewesen. Soweit 

der Arglistvorwurf die angefallenen Kommissionen betrifft, ist wiederum auf die 

Ausführungen in Ziffer II. 2.2 hiervor zu verweisen. Danach war der Privatkläger 

ab dem 18. Oktober 2006 imstande, die Kommissionslast in den täglich (an den 

Handelstagen) erstellten Abrechnungen bzw. Kontoauszügen der E._____ selbst 

bei einer nur rudimentären Prüfung mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit 

sofort und mühelos zu erkennen. Dass – von der verzögerten Zustellung und dem 

fehlenden Auszug betreffend den 20. Oktober 2006 abgesehen – Belege fehlen 

würden oder dem Privatkläger gar bewusst vorenthalten worden wären, wurde 

nicht geltend gemacht und lässt sich auch nicht den Akten entnehmen. Ebenso 

-   31   - 

hätte der Privatkläger aus den Abrechnungen ersehen können, dass Kommissio-

nen (und Gebühren) nicht nur bei erzieltem Gewinn, sondern gleichermassen bei 

erlittenem Verlust und regelmässig in einem Umfang von deutlich mehr als den 

vermeintlichen 15 % erhoben wurden. Aufgrund der optischen Darstellung und 

trotz geringer Englischkenntnisse sowie mangelnder Erfahrung im Handel mit Fu-

tures hätte sich zudem das Verhältnis der Kommissionen zum eingesetzten Kapi-

tal und auch gemessen am jeweiligen Gewinn oder Verlust rechnerisch ungefähr 

eruieren und nachvollziehen lassen. Der Privatkläger interessierte sich nach eige-

nen Angaben indessen primär für den jeweiligen Saldo auf den Abrechnungen 

und nicht für die konkrete Höhe der Kommissionen. Folglich hatte er nie Rechen-

schaft (über die Handelstätigkeit der D._____ GmbH) verlangt oder sich nach 

dem Umfang der Transaktionskommissionen erkundigt. Weil den Beschuldigten 

ferner keine Absicht nachgewiesen werden kann, dem Privatkläger die täglichen 

Kontoauszüge vorzuenthalten oder verspätet zukommen zu lassen, würde über-

dies von Beginn weg keine Arglist vorliegen. 

2.3.3.3  Auch hinsichtlich der Rückvergütungen der E._____ kann den Beschul-

digten mangels Lügengebäude oder besonderer Machenschaften kein arglistiges 

Handeln vorgeworfen werden. Die Beschuldigten wären lediglich, aber immerhin 

der ihnen auferlegten Aufklärungspflicht nicht nachgekommen. Umgekehrt gilt als 

erstellt, dass der Privatkläger auch nie Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit 

verlangt oder sich näher betreffend die Kommissionsbelastung der D._____ 

GmbH (namentlich Umfang, Struktur, Verteilschlüssel) erkundigt hatte. Erstellt ist 

vielmehr, dass ihn sogar die konkrete Höhe der Kommissionen überhaupt nicht in-

teressierte (vgl. vorne Ziff. II. 2.2.3; Urk. 20-1.40001 S. 7 f.; Prot. I S. 108). Wie 

schon die Vorinstanz zutreffend darlegte, lässt sich nicht nachweisen, ob und in-

wieweit die Beschuldigten dieses Verhalten des Privatklägers zu verantworten 

haben oder begünstigten.  

2.3.3.4  Es bleibt die Frage zu klären, ob zwischen der D._____ GmbH bzw. den 

Beschuldigten und dem Privatkläger ein besonderes Vertrauensverhältnis be-

stand. 

-   32   - 

Ein besonderes Vertrauensverhältnis lässt sich nicht allgemein umschreiben, 

sondern es ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein solches als gegeben zu erachten ist. 

Von einem besonderen Vertrauensverhältnis ist etwa auszugehen, wenn eine 

Geschäftsbeziehung von gewisser Intensität über mehrere Jahre angedauert hat. 

Bei unterjähriger Zusammenarbeit ist ein solches zu verneinen, denn es ist (noch) 

nicht von einer langen, unproblematischen Geschäftsbeziehung auszugehen (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014). Ebenso wenig führt 

eine nicht sehr ausgeprägte (angebliche) familiäre Verbundenheit zur Annahme 

eines besonderen Vertrauensverhältnisses (Urteil des Bundesgerichts 

6S.414/2004 vom 28. Februar 2005). Ein besonderes Vertrauensverhältnis kann 

zum Beispiel entstehen zwischen Versicherung und Versicherungsnehmerin im 

Anschluss an eine Schadensmeldung. Aus der dadurch begründeten näheren 

Beziehung zur Versicherung obliegt der Versicherungsnehmerin aufgrund des 

Versicherungsvertragsgesetzes und der Allgemeinen Versicherungsbedingungen 

die auf klaren Regelungen beruhende Pflicht zu wahrheitsgemässer und vollstän-

diger Mitteilung aller für die Leistungspflicht der Versicherung massgeblicher Tat-

sachen, konkret die Mitteilung über das Auffinden der als gestohlen gemeldeten 

Gegenstände (Urteil des Bundesgerichts 6S.364/2005 vom 9. März 2006 E. 1). 

Ähnlich verhält es sich im Fall, der dem Urteil 6B_750/2012 vom 12. November 

2013 E. 2.5.4 zugrunde liegt, wo der Versicherungsnehmer in der Befragung Tat-

sachen nicht offenlegte bzw. verschwieg, die für die Leistungspflicht der Versiche-

rung massgeblich waren.  

Vorliegend kann die Arglist nicht damit begründet werden, der Privatkläger habe 

die Abrechnungen der E._____ nicht (weiter) geprüft oder beachtet, weil ein be-

sonderes Vertrauensverhältnis zwischen ihm und den Beschuldigten bestanden 

hätte. Die Beziehung basierte nicht auf einer mehrjährigen Geschäftsbeziehung 

und entsprechender Erfahrung, sondern erstreckte sich insgesamt nur über weni-

ge Wochen von Ende September 2006 bis Dezember 2006. Selbst wenn der Pri-

vatkläger bereits früher mit der D._____ GmbH bzw. den Beschuldigten Geschäf-

te abgeschlossen hätte, würde dies nicht ein besonderes Vertrauensverhältnis 

bewirken, aufgrund dessen die Beschuldigten die begründete Erwartung haben 

konnten, dass der Privatkläger jegliche Überprüfung unterlassen werde (vgl. Urteil 

-   33   - 

des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 14. Februar 2012 E. 3.4.2). Wie schon im 

angefochtenen Urteil korrekt dargelegt, war für die Beschuldigten nicht voraus-

sehbar, dass sich der Privatkläger nie nach den Kommissionen bzw. Vergütungen 

erkundigen und die Abrechnungen diesbezüglich nicht kontrollieren oder analysie-

ren werde. Entsprechend konnten sie nicht davon ausgehen, er werde die Kom-

missionen gar nicht überprüfen wollen, da ihn jeweils nur der Saldo interessierte. 

Dagegen spricht insbesondere auch der Umstand, dass der Privatkläger im Okto-

ber 2006 beim Mitbeschuldigten A._____ intervenierte, weil er zunächst (bis zum 

18. Oktober 2006) – wohl versehentlich, etwas anderes ist nicht nachweisbar – 

von der E._____ keine Abrechnungen erhalten hatte. Der vom Privatkläger ange-

brachte Wunsch nach fortlaufender Dokumentation deutet vielmehr auf einen 

Überprüfungswillen betreffend die Handelstätigkeit der D._____ GmbH hin. Da-

rauf, ob eine Überprüfung durch den Privatkläger detailliert oder eher rudimentär 

ausfallen würde, hatten die Beschuldigten keinen Einfluss. Daran ändert nichts, 

sollten die Beschuldigten allenfalls darauf spekuliert haben, dass der Privatkläger 

die Kommissionslast nicht weiter überprüfe bzw. sich nicht näher mit seiner realis-

tischen Gewinnmöglichkeit befasse. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie 

die nicht weiter dargelegte These in der Anklageschrift, im Moment der Nachzah-

lungen durch den Privatkläger habe gestützt auf das Vertragsverhältnis zwischen 

ihm und den Beschuldigten bzw. D._____ GmbH ein besonderes Vertrauensver-

hältnis bestanden (Urk. 2 S. 28 lit. m), als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Der 

Privatkläger hoffte wohl, als er die Nachschüsse leistete, offene Positionen damit 

absichern und/oder die eingefahrenen Verluste wieder wettmachen zu können. In 

diesem Sinne vertraute er letztlich in gewisser Weise auch den Fähigkeiten der 

Beschuldigten. Damit wird aber kein besonderes Vertrauensverhältnis begründet, 

das den Privatkläger davon abhielte, die laufenden Kontoauszüge – mit Ausnah-

me eines blossen Blickes auf den jeweiligen Saldo – nicht weiter zu überprüfen. 

Zudem liesse sich die Auffassung vertreten, dass der in relativ kurzer Zeit wieder-

holt stark gefallene Kontostand und die darauf basierende Frage nach weiteren 

Geldüberweisungen Anlass zu Misstrauen hätte bieten können. Schliesslich han-

delte es sich bei der D._____ GmbH resp. deren Vertretern, den Beschuldigten, 

-   34   - 

im Moment der Nachzahlungen nach wie vor um dem Privatkläger nicht näher be-

kannte Anbieter einer Finanzdienstleistung, die Kunden telefonisch anwerben.  

2.3.3.5  Andere Gründe, die für Arglist sprechen könnten, sind nicht ersichtlich. 

2.3.3.6  Abschliessend ist festzuhalten, dass selbst bei zu bejahender Täuschung 

das Erfordernis der Arglist nicht erfüllt wäre.  

2.4 Fehlt es bereits am Tatbestandsmerkmal der Arglist, erübrigt sich die Prü-

fung der weiteren Betrugsvoraussetzungen im Sinne von Art. 146 StGB. Es liegt 

kein Betrug vor. 

Soweit die Erwägungen zum Beschuldigten C._____ im Parallelverfahren 

(SB140292). 

Mangels tatbestandsmässiger Haupttat ist der Beschuldigte daher vom Vorwurf 

der Gehilfenschaft zu Betrug freizusprechen. 

3. Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung 

3.1 Anklagevorwurf 

Eventualiter wirft die Anklägerin dem Beschuldigten vor, er habe dem Mitbe-

schuldigten C._____ mehrfach geholfen, mehrfach mit Bereicherungsabsicht eine 

ungetreue Geschäftsbesorgung zu begehen und damit den Straftatbestand von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 in Verbindung mit Art. 25 und Art. 26 StGB erfüllt 

zu haben (Urk. 2 S. 34 ff.; siehe vorne Ziffer II. 1.2.3).  

Erneut ist aufgrund der Akzessorietät der Gehilfenschaft vorab zu prüfen, ob die 

dafür erforderliche Haupttat – eine qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung 

des Mitbeschuldigten C._____ – überhaupt vorliegt.  

Auch dies ist aus den nachfolgenden Gründen zu verneinen (die Erwägungen 

stammen ebenfalls aus dem Parallelverfahren Proz.Nr. SB140492 gegen 

C._____): 

-   35   - 

3.1.1  Nach dem sogenannten Treuebruchtatbestand der ungetreuen Geschäfts-

besorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes oder eines Rechtsgeschäfts 

damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermö-

gensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten 

bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. Handelt der 

Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, kann 

auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Täter kann sein, wer in tatsächlicher oder formell selbst-

ständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines andern für einen nicht 

unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Nach herrschender Lehre und 

Praxis ist der Tatbestand des Treuebruchs namentlich auf selbstständige Ge-

schäftsführer (sowie auf operationell leitende Organe) von juristischen Personen 

bzw. Kapitalgesellschaften anwendbar, unter Einschluss derjenigen, die unter Be-

nutzung von Strohmännern die tatsächliche Leitung innehaben oder die sich als 

Strohmänner benutzen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 

13. Januar 2011 E. 3.3.1 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.3.2 mit Hinwei-

sen auf Lehre und Rechtsprechung). 

3.1.2  Die Pflichtwahrnehmung bezüglich fremder Interessen muss den typischen 

und wesentlichen Inhalt des Rechtsverhältnisses bilden, und die verwalteten 

Vermögensinteressen müssen von einigem Gewicht sein. Der Inhalt der Treue-

pflicht des Geschäftsbesorgers ergibt sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis 

und ist im Einzelfall näher zu konkretisieren. Massgebliche Basis sind insbe-

sondere gesetzliche und vertragliche Bestimmungen, aber auch Statuten, Regle-

mente oder Beschlüsse der Generalversammlung, der Gesellschaftszweck oder 

branchenspezifische Usanzen. Dabei geht es in erster Linie um Treuepflichten in 

Bezug auf das Vermögen als ganzes und nur sekundär um einzelne Handlungs-

pflichten (Urteil des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.2). 

3.1.3  Ein Vermögensschaden ist unter anderem gegeben bei tatsächlicher Schä-

digung durch Verminderung der Aktiven oder Nichtvermehrung der Aktiven (BGE 

129 IV 124  E. 3.1). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermö-

-   36   - 

gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Tätigkeiten, die sich im 

Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung bewegen, sind nicht tatbe-

standsmässig, auch wenn geschäftliche Dispositionen vielfach mit Verlustrisiken 

verbunden sind. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger 

Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. In subjektiver Hin-

sicht genügt Eventualvorsatz. Dieser muss sich auf Tatmittel, Erfolg und Kausal-

zusammenhang richten. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 Ziff. 3 StGB das 

Handeln unter Bereicherungsabsicht hinzu (Urteile des Bundesgerichts 

6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.3 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 

E. 6.3.4 und 6.3.5 mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). 

3.2 Tätereigenschaft, Geschäftsführerstellung 

3.2.1  Der Anklage (Urk. 2 S. 34) und dem angefochtenen Urteil (Urk. 53 S. 19 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO) folgend, verfügte der Beschuldigte (C._____) über die von 

Art. 158 StGB geforderte selbständige Stellung als Geschäftsführer (vgl. auch 

BSK StGB II - Marcel Alexander Niggli, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 158 N 13 ff. und 

vorne Ziffer II. 1.3).   

3.2.2  Aufgrund einer Vollmacht und eines mündlichen Vermögensverwaltungs-

vertrages besass der Beschuldigte (C._____) in seiner Eigenschaft als alleiniger 

Geschäftsführer der D._____ GmbH mit Einzelunterschrift das Recht und die 

Möglichkeit, mit den vom Privatkläger auf das Konto bei der K._____ Bank zu 

Gunsten von E._____ einbezahlten Mitteln nach eigenem Ermessen, aber auf 

Rechnung und Risiko des Privatklägers mit Futures und Optionen zu handeln. Er 

verwaltete damit fremdes Vermögen in fremdem Interesse, wobei es angesichts 

der durch den Privatkläger insgesamt investierten Gelder von rund 

USD 230'000.– um Vermögensinteressen von einigem Gewicht ging (BSK StGB II 

- Niggli, a.a.O., Art. 158 N 15, 17, 19 f., 51).  

Der Privatkläger will dabei der D._____ GmbH freie Hand gegeben haben, unter 

der Bedingung, dass sie die Gelder diversifiziert anlegt, ungleiche Kontrakte ab-

schliesst und dass kein Klumpenrisiko eingegangen würde (Urk. 20-1.40001 S. 4; 

Urk. 20-1.40007 S. 4, 13 f. und 20; Urk. 20-1.40008 S. 4 f.; Prot. I S. 102 und 

-   37   - 

117). Die Beschuldigten sagten ebenfalls aus, freie Hand für den Handel gehabt 

zu haben, hoben aber stets hervor, der Privatkläger habe auf ihre Beratung hin 

einzelne Anlageentscheide getroffen oder das einzugehende Risiko definiert. Der 

Beschuldigte (C._____) habe allerdings die Anzahl Trades bestimmt (Urk. 13-

401.001 S. 17; Urk. 9-400.001 S. 8 f; Urk. 9-400.014 S. 5-8; Urk. 9-400.015 S. 17; 

Urk. 11-400.018 S. 69; Prot. I S. 25-27, 34 f., 76 f. und 80). 

Im Zentrum stand der Handel mit dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten 

Vermögen. Die Vermögensverwaltung bzw. Pflicht zur Wahrnehmung fremder 

Vermögensinteressen bildete mithin den typischen und wesentlichen Inhalt des 

Rechtsverhältnisses (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 50). Da der Beschul-

digte (C._____) allein Rechtsgeschäfte abschloss (Kauf und Verkauf von Futures) 

und damit die Handelstätigkeit festlegte, verfügte er – im Rahmen genereller Wei-

sungen des Privatklägers – über ein hohes Mass an Selbständigkeit. Die hohe 

Selbständigkeit zeigte sich vor allem darin, dass er innerhalb eines – auf seine 

Beratung bzw. jene seines Kundenbetreuers der D._____ GmbH, hier des Mitbe-

schuldigten A._____, hin (Prot. I S. 16 ff., 25) – vorgegebenen Produktes oder Ri-

sikos die Anzahl Trades bestimmte. Die Anzahl der Kontrakte wurde somit nicht 

durch den Kunden, hier den Privatkläger, definiert, sondern erfolgte einzig nach 

dem Gutdünken des Beschuldigten (C._____; Prot. I S. 27, 34 f.).  

Die generelle Weisung des Privatklägers, im Anlegen zu diversifizieren und kein 

Klumpenrisiko einzugehen, bzw. dessen vorgängig eingeholtes Einverständnis 

spricht nicht gegen die hohe Selbständigkeit des Beschuldigten (C._____). Es 

kommt hinzu, dass der Privatkläger unbestrittenermassen über keine Erfahrung 

im Handel mit Futures verfügte und entsprechend davon auszugehen ist, dass er 

die den Kontrakten zugrundeliegenden Märkte nicht kannte. Der Beschuldigte 

(C._____) konnte daher letztlich eine einzuschlagende Strategie oder einen kon-

kreten Anlageentscheid massgeblich beeinflussen und entsprechend durchführen. 

Er hatte weitgehende Freiheit in der Organisation der eigenen Tätigkeit hinsicht-

lich des zur Verfügung stehenden Vermögens des Privatklägers (Donatsch/ 

Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Aufl., 

Zürich 2013, Art. 158 N 2). 

-   38   - 

3.2.3  Dem Beschuldigten (C._____) kam somit Geschäftsführerstellung im Sinne 

von Art. 158 StGB zu, was auch die Verteidigung so sieht (Urk. 77 S. 4 [= Urk. 69 

S. 4]).  

3.3 Treuepflicht und deren Verletzung 

3.3.1  Anklagevorwurf 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten (C._____) im Zusammenhang mit dem Vor-

wurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung folgende Tathandlungen 

vor (Urk. 2 S. 37 f.): Obwohl mehrfach die Möglichkeit zur Rückzahlung von Ein-

lagen an den Privatkläger bestanden habe, sei dies in Missachtung der Vorgabe 

des Privatklägers nicht gemacht worden, sondern habe der Beschuldigte 

(C._____) damit weiter gehandelt. Ferner wird dem Beschuldigten (C._____) vor-

geworfen, mit seiner Handelstätigkeit seine Treue- und Sorgfaltspflichten gegen-

über dem Privatkläger verletzt zu haben, da er damit – wie unter Teil B Ziffer II 

aufgeführt – das Grundkapital des Kunden mit dem Abschöpfen der dadurch ge-

nerierten Kommissionen aufgebraucht habe, welches Ergebnis zwingende Folge 

dieser Handelstätigkeit gewesen sei. Damit habe der Beschuldigte (C._____) 

pflichtwidrig die eigenen Interessen vor diejenigen des Kunden gesetzt. 

3.3.2  Position der Verteidigung 

Seitens der Verteidigung wird bestritten, dass beim getätigten Handel keine realis-

tische Gewinnmöglichkeit bestanden habe. Unter Berufung auf das von ihr einge-

reichte Privatgutachten L._____ (Urk. 35; Urk. 74 [= Urk. 66]) bringt sie vor, für  

den Einzelentscheid sei der Break Even – [Die Gewinnschwelle, auch Nutzen-

schwelle (engl. break-even point), in der Wirtschaftswissenschaft der Punkt, an 

dem Erlös und Kosten einer Produktion (eines Produktes) gleich hoch  

sind und somit weder Verlust noch Gewinn erwirtschaftet wird 

(http://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnschwelle, 20.05.2015)] – des einzelnen Trades 

entscheidend und nicht die Rendite, die notwendig sei, um die aufgelaufenen Ver-

luste und Kosten zu decken. In der relevanten Zeit hätte mit den auf dem 

M._____ basierenden Futures grundsätzlich ein genügender Gewinn erzielt wer-

-   39   - 

den können (Urk. 42 S. 9 [= Urk. 24 S. 9]; Urk. 77 S. 4 [= Urk. 69 S. 4]). Ausser-

dem kritisiert die Verteidigung, dass die Anklägerin die durch den Handel entstan-

denen Gewinne nicht berücksichtige, insgesamt sei mehr Vermögen zum Handel 

zur Verfügung gestanden als das einbezahlte Kapital. Zudem wehrt sie sich ge-

gen die rückwirkende Betrachtung (Urk. 42 S. 8 f. [= Urk. 24 S. 8 f.]) mit Ergän-

zung Ziff. 2, Prot. I S. 137). Schliesslich bringt die Verteidigung vor, dem Privat-

kläger sei die Höhe der Kommissionen bekannt gewesen (Urk. 42 S. 15 [= Urk. 24 

S. 15]).  

3.3.3  Inhalt der Treuepflicht 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 53 S. 21), ergibt sich der Inhalt der 

Treuepflicht im konkreten Einzelfall aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Mass-

gebend ist, ob die Pflicht, deren Verletzung geprüft wird, von ihrem Schutzzweck 

her als Ausfluss der Schutzgarantenstellung zugunsten des fremden Vermögens 

erachtet werden kann. Das ist vorliegend der Fall: Den Beschuldigten (C._____) 

traf im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer auch eine Vermögensfürsor-

gepflicht. Er hatte der Sache nach die Stellung eines Schutzgaranten für die 

fremden Vermögensinteressen bzw. für das Vermögen des Privatklägers, d.h. er 

war verpflichtet, als Garant für den Bestand des fremden Vermögens Sorge zu 

tragen (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 158 N 1; Straten-

werth/Wohlers, Schweizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, Bern 2007 

Art. 158 N 3 mit Hinweisen; BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 12). 

Ist das Verhalten zivilrechtlich zulässig, so kann keine strafrechtliche Pflichtwid-

rigkeit vorliegen (Donatsch, Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, 

S. 307 f.; Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 

2010, S. 470 f.). Umgekehrt ist zivilrechtlich nicht zulässiges Verhalten wohl als 

pflichtwidrig im Sinne von Art. 158 StGB zu qualifizieren (BSK StGB II - Niggli, 

a.a.O., Art. 158 N 120).  

Die mündliche Vereinbarung, dass die D._____ GmbH bzw. der Beschuldigte 

(C._____) mit dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten Geld mit Futures 

handle, stellt ein Auftragsverhältnis dar, in dessen Rahmen der Beschuldigte 

-   40   - 

(C._____) unter anderem verpflichtet war, das ihm übertragene Geschäft getreu 

und sorgfältig auszuführen (Art. 398 Abs. 2 OR). Der Beschuldigte (C._____) als 

Beauftragter schuldete eine umfassend interessewahrende Tätigkeit, die sich 

nach dem Umfang des Auftrages richtet. Überdies hatte er alles zu unterlassen, 

was dem Auftraggeber Schaden zufügen könnte (BGE 115 II 62 E. 3.a). Ferner 

hatte er auch die Weisungen des Privatklägers zu beachten (Art. 397 OR).  

3.3.4  Beurteilung durch das Gericht 

3.3.4.1  Anwendbarkeit des Treuebruchtatbestandes auf den Beschuldigten  

(C._____) 

Gemäss Art. 29 lit. a und b StGB wird eine besondere Pflicht, deren Verletzung 

die Strafbarkeit begründet oder erhöht und die nur der juristischen Person obliegt, 

einer natürlichen Person zugerechnet, wenn diese unter anderem als Organ oder 

als deren Mitglied oder als Gesellschafter handelt. Wie aufgezeigt, war der Be-

schuldigte (C._____) anerkanntermassen Gesellschafter und Geschäftsführer der 

D._____ GmbH (Ziffer II. 1.3). Somit sind dem Beschuldigten (C._____) die sei-

nem Unternehmen obliegenden vertraglichen Pflichten zuzurechnen. 

3.3.4.2  Entwicklung der Anlagen des Privatklägers 

3.3.4.2.1  Aus dem Bericht N._____ (Urk. 18-900 004 S. 37) ist ersichtlich, dass 

ab 18. Oktober 2006 das Nettovermögen bis zum 23. Oktober 2006 stetig zunahm 

und am 23. Oktober 2006 USD 82'973.40 betrug. Damit war an diesem Tag das 

ganze vom Privatkläger bis zu diesem Zeitpunkt investierte Kapital (USD 50'000.– 

und USD 32'000.–) noch vorhanden und dies nota bene, obwohl auch bis zu die-

sem Tag etliche Kommissionen angefallen waren, welche vom Vermögen in Ab-

zug gebracht worden waren. Dies zeigt, dass der Beschuldigte (C._____) gut ge-

schäftete, was dem Privatkläger aufgefallen sein muss. Auch am 25. Oktober 

2006 waren nach dem Bericht N._____ – Kommissionen schon berücksichtigt, al-

so abgezogen – noch USD 80'522.20 vorhanden und zwar bei bis zu diesem 

Zeitpunkt entstandenen und belasteten Kommissionen im Betrag von über 

USD 46‘000.–. Bei diesem Stand der Dinge kann dem Beschuldigten (C._____) 

-   41   - 

nicht vorgeworfen werden, nicht im Interesse des Kunden gehandelt zu haben, 

zumal die D._____ GmbH beauftragt war, das eingebrachte Kapital für den Han-

del mit Futures, hochrisikobehaftete Papiere, zu verwenden. Angesichts der Tat-

sache, dass der Privatkläger – wie er selber und sein Bankberater erklärten – be-

reit war, mit der ersten Zahlung von USD 50'000.– zu "gamblen" bzw. etwas zu 

riskieren, ist das von der D._____ GmbH bis 25. Oktober 2006 erreichte Netto-

vermögen geradezu sensationell.  

Anzufügen ist, dass die Handelstätigkeit der D._____ GmbH nicht beurteilt wer-

den kann, weil die nötigen Informationen, insbesondere die im Verlaufe des jewei-

ligen Handelstages gemachte Entwicklung der gehandelten Papiere, nicht be-

kannt sind. Sind aber – wie aufgezeigt – die Resultate positiv, so kann dies im 

strafrechtlichen Verfahren nicht einfach ausgeblendet werden, weil das Resultat 

letztlich doch von Belang ist, zumal der Privatkläger dadurch keinen Schaden er-

litt. Wenn man sich auf den Standpunkt stellen sollte, dass die tägliche Entwick-

lung doch von Belang sein sollte, um das Handeln der Beschuldigten zu beurtei-

len, so müsste der Untersuchungsbehörde vorgeworfen werden, dass sie dieser 

Frage nicht nachgegangen ist. Jedenfalls kann dieses Versäumnis nicht den Be-

schuldigten angelastet werden. Der Privatkläger reichte erst am 19. März 2008 

seine Strafanzeige ein (vgl. 0-0000 001). Sollte diese spät eingereichte Anzeige 

der Grund dafür sein, dass eine Abklärung der täglichen Kursbewegungen nicht 

mehr möglich war, so haben dies die Beschuldigten ebenso wenig zu verantwor-

ten. 

3.3.4.2.2  Auch nach der zweiten Nachzahlung von USD 60'000.– am 27. Oktober 

2006 (zwischen dem 25. und dem 26. Oktober 2006 war das Nettovermögen von 

USD 80'522.20 auf USD 15'160.60 geschmolzen) wurden wiederum Erfolge er-

zielt, am 3. November 2006 betrug das Nettovermögen gar USD 99'844.–, was 

einem Zuwachs von über USD 16'000.– entspricht (Urk. 18-900 004 S. 37). An 

jenem 3. November 2006 waren also die zwei Nachzahlungen komplett gedeckt 

(USD 60'000.– und USD 32'000.–) und zwar trotz der abgezogenen hohen Kom-

missionen.  

-   42   - 

3.3.4.2.3  Wenn die Anklageschrift unter dem Titel "Treuepflicht (Inhalt)" (Urk. 2 

S. 36 f.) aufführt, die Beschuldigten hätten eine Handelsstrategie zu wählen ge-

habt, die nicht die in dem Kommissionssystem liegenden Möglichkeiten so aus-

reizt, dass für den Kunden keine realen Gewinnchancen mehr bestehen, so steht 

aufgrund der in der Anfangsphase erzielten Resultate fest, dass durchaus reale 

Gewinnchancen bestanden. Wenn weiter unter demselben Titel in der Anklage-

schrift behauptet wird, die Beschuldigten hätten gewusst, dass bei der betriebe-

nen Vermögensverwaltung ihre Leistungen in einem offenbaren Missverhältnis 

zum Kommissionsertrag und mithin der Leistung des Privatklägers standen, so ist 

auch dies nicht zutreffend: Wie aufgezeigt waren trotz der verrechneten Kommis-

sionen durchaus Gewinne (und zwar erhebliche) zu erzielen. Dass der Privatklä-

ger das Kommissionsrisiko nicht erkannte (vgl. Urk. 2 S. 37 Ziff. 92) ist ebenfalls 

nicht zutreffend. Wie schon im Rahmen der Erwägungen zum Betrug und auch 

nachfolgend gezeigt wird, war er anhand der ihm täglich zugestellten Abrech-

nungen (ab 18. Oktober 2006) durchaus in der Lage, das Kommissionsrisiko zu 

erkennen, und er tat dies auch. 

3.3.4.3  Aussagen des Privatklägers 

Bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13. Januar 2009 (Urk. 20-

1.40001) erläuterte der Privatkläger, der ab 18. Oktober 2006 die E._____-

Abrechnungen täglich erhielt, die Saldi vor dem zweiten Nachschuss überprüft 

und dabei festgestellt zu haben, dass der Saldo ziemlich konstant war. Dazu be-

merkte er wörtlich: "Ich hoffte dann, es würde nur gut laufen und die D._____ hat 

es im Griff" (a.a.O. S. 9 f.). Weiter erklärte er, er habe sich die E._____-Auszüge 

nicht erklären lassen. Als er vor dem zweiten Nachschuss die Auszüge ange-

schaut habe, habe es für ihn gestimmt (a.a.O. S. 10). Davon, dass er zu jenem 

Zeitpunkt die Rückzahlung des Kapitals oder aber zumindest des ersten Nach-

schusses verlangte, sprach er nicht, obwohl er täglich feststellen konnte, dass das 

Geld (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37) vorhanden war. Aber eben, wie er selber sagte, 

hoffte er, dass es gut laufen würde, bzw. es stimmte für ihn, was zumindest einer 

konkludenten Genehmigung der Handelsaktivität der Beschuldigten gleichkommt 

(deshalb auch unzutreffend, wenn die Anklage davon ausgeht, der Privatkläger 

-   43   - 

habe der Kommissionslast nie zugestimmt, vgl. Urk. 2 S. 38). Bei dieser Aus-

gangslage ist auch seine Darstellung – sollte sie überhaupt erfolgt sein –, er habe 

bei der Entrichtung der Nachschüsse deren sofortige Rückzahlung verlangt, nicht 

mehr von Relevanz. Gleich verhält es sich mit der in der Anklageschrift aufgeführ-

ten Anweisung (Urk. 2 S. 35), mit seiner Einlage von USD 50'000.– kein Klumpen-

risiko einzugehen und die Einlage diversifiziert anzulegen, weil – wie oben darge-

stellt – die Geschäfte in der Anfangsphase des Handels gut gingen und bis 

23. Oktober 2006 die Anfangszahlung und der erste Nachschuss vollkommen 

bzw. bis 25. Oktober 2006 beinahe gedeckt waren. Ein fehlbares Verhalten der 

Beschuldigten kann somit im Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt wer-

den. Jedenfalls kann den Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, weisungswid-

rig keine Rückzahlung getätigt zu haben, bzw. weisungswidrig die Nachzahlungen 

nicht vorgenommen zu haben.  

Auch nach dem zweiten Nachschuss wähnte sich der Privatkläger aufgrund der 

Saldoentwicklung bis zum 3. November 2006 offensichtlich auf einer Erfolgswelle, 

die er nicht unterbrechen wollte. Auch damals verlangte er keine Rückzahlung, 

zumindest behauptet er nicht, eine solche nach Einsicht in die E._____-

Abrechnungen verlangt zu haben. Durch sein Schweigen in Kenntnis des Handels 

und der damit erzielten Resultate genehmigte er konkludent das Tun der Be-

schuldigten.  

Der Privatkläger schritt sodann weder am 6. November 2006 (Saldo von 

USD 99'844.00 auf USD 34'298.92 geschmolzen), noch am 7. November 2006 

(Saldo auf USD 41'635.72 gestiegen) ein, obwohl er täglich die Abrechnungen er-

hielt und damit im Bilde war. Dabei zeigt die Abrechnung der E._____ deutlich 

auf, dass die am 6. November 2006 erzielten Verluste hauptsächlich auf den Wert 

der gehandelten Futures und nicht auf die Kommissionen (294 Kontrakte) anfallen 

(vgl. Urk. 14-1 50065). Die Abrechnung vom 7. November 2006 weist zudem aus, 

dass trotz des Handels mit 260 Kontrakten und unter Berücksichtigung der 

dadurch angefallenen und in Abzug gebrachten Kommissionen von USD 15'340.– 

der Saldo des Nettovermögens um über USD 7'000.– zunahm (von 

USD 34'298.92 auf USD 41'635.72). Dasselbe (Verlust resultiert nicht vorwiegend 

-   44   - 

aus belasteten Kommissionen, sondern aus Wertverlust der gehandelten Futures) 

geht aus der Abrechnung der E._____ vom 8. November 2006 (Urk. 14-1 50061) 

hervor (189 Kontrakte = USD 11'151.– Kommissionen; Reduktion des Saldos des 

Nettovermögens von USD 41'635.72 auf USD 5'991.74).  

Der Privatkläger leistete danach noch eine Nachzahlung (am 21. November 

2006). Dies zeigt, dass er nach wie vor die zuvor erzielten Verluste mit zusätz-

lichem Kapital und Handel wettmachen wollte und nicht aus dem Handel – dies 

trotz der gemachten Erfahrungen – aussteigen wollte. Es wäre ihm jederzeit frei 

gestanden, keine Nachschüsse zu tätigen und so seine bereits entstandenen Ver-

luste hinzunehmen. 

Der Privatkläger war – wie bereits beim Betrug ausgeführt (Ziff. II. 2.2.5.1) – sehr 

wohl in der Lage, die E._____-Auszüge zu verstehen, hätte ihn dies nur interes-

siert. Er erklärte in seiner polizeilichen Befragung ausdrücklich, nur den Saldo an-

geschaut zu haben, die andere Zahlen hätten ihn nicht interessiert (a.a.O. S. 11). 

An dieser Stelle ist nochmals daran zu erinnern, dass es sich beim Privatkläger 

um einen Bauingenieur HTL handelt, der bei der G._____, Strassen- und Tiefbau, 

als Geschäftsführer der Filiale H._____ amtete (vgl. a.a.O. S. 1). Das wussten 

auch die Beschuldigten, die ihn immer an seinem Arbeitsplatz kontaktiert hatten 

(vgl. a.a.O. S. 3). Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger schon bei 

seiner Hausbank mit Lombardkrediten spekulierte und er gemäss seinem Bank-

berater I._____ seinen bereits bestehenden Lombardkredit für seine Investition 

bei der D._____ GmbH erhöhte, damit er weiterhin seine Wertpapiere behalten 

konnte (vgl. Urk. 17-0504 001 S. 3). Er war also mitnichten ein gewöhnlicher An-

leger.  

3.3.4.4.  Auch die E-Mail vom 23. November 2006 zeigt deutlich, dass der Privat-

kläger nach wie vor Handel treiben wollte (Urk. 4-0300 005/45), obwohl er bis zum 

20. November 2006 bereits praktisch USD 142‘000.– (USD 50‘000.– + 

USD 32‘000.– + USD 60‘000.–) verloren hatte und am 21. November 2006 

USD 87'520.–, den dritten Nachschuss, geleistet hatte. Wie kommt ein Bauinge-

nieur dazu, nochmals USD 87‘520.– nachzuschiessen und dazu noch zwei Tage 

später zu schreiben, nur noch wenige „gute“ Kontrakte zu handeln? Weshalb stieg 

-   45   - 

er nicht spätestens vor dieser letzten Zahlung aus? I._____ führte aus, der Privat-

kläger habe ihm erklärt, den dritten Nachschuss leisten zu wollen, weil er sonst 

sämtliches Geld verlieren würde, das er bereits überwiesen hatte (vgl. Urk. 17-

0504 001 S. 3). Dies tat der Privatkläger, obwohl sein Portfolio bei der J._____ 

deswegen liquidiert werden musste. Auch dies deutet darauf hin, dass er bar je-

der Vernunft im Geschäft bleiben wollte.  

3.3.4.5  Zu den Handnotizen, dem Memo und den entsprechenden Aussagen des 

Privatklägers ist zu bemerken, dass das Handmemo äusserst rudimentär ist. Ge-

radezu peinlich ist der erste Eintrag "B._____ versteht nichts" (Urk. 39 Innenseite 

Kartondeckel [= Urk. 21]), berücksichtigt man, dass der Privatkläger dennoch ins 

Geschäft einstieg und initial immerhin USD 50'000.– überwies, selbst wenn er mit 

diesem Geld zu "gamblen" bereit war. Die Aussagen des Privatklägers bei der 

Staatsanwaltschaft, die aus unerklärlichen Gründen erst am 13. März bzw. am 

17. Oktober 2013 (vgl. Urk. 20-1 40007 und Urk. 20-1 40008), mithin 5 Jahre bzw. 

5 ½ Jahre nach der Erstattung der Strafanzeige (19. März 2008, Urk. 0-0000 

0001) erfolgten, welche Zeitverzögerung die Beschuldigten nicht zu verantworten 

haben, zeigen sein Bemühen auf, sich als unerfahrenen und ahnungslosen An-

leger zu verkaufen. Immerhin räumte er ein, über die Höhe der Rendite sei nie 

gesprochen worden (Urk. 20-1 40007 S. 13), womit ausgeschlossen ist, dass die 

Beschuldigten ihm diesbezüglich falsche Hoffnungen oder gar Zusicherungen 

machten. Weiter erklärte er, eine Anlagestrategie sei nicht festgelegt worden 

(a.a.O. S. 13). Auch diesbezüglich waren die Beschuldigten also frei. Weiter fügte 

der Privatkläger hinzu: "Hinsichtlich der Risikobereitschaft, also in dem Sinne viel-

leicht, dass ich sagte kein Klumpenrisiko und viele Kontrakte, eine möglichst 

grosse Diversifikation. Nochmals; von Futures war damals noch keine Rede" 

(a.a.O. S. 13 und später S. 20). Dazu ist zu bemerken, dass – wie bereits zum 

Betrug ausgeführt wurde – die von ihm unterzeichneten Vertragsunterlagen den 

Titel Futures und Options trugen und er zusätzlich eine überdeutliche Risiko-

offenlegung (Totalverlust, vgl. Erwägungen zum Betrug) unterzeichnete. Seine 

Aussagen erscheinen unter diesem Blickwinkel als ergebnisorientiert und nicht 

sonderlich glaubhaft. Auch zur Vergütung erklärte er, diese nicht zu kennen (vgl. 

a.a.O. S. 14), er wisse nicht, warum dies nicht vereinbart worden sei (a.a.O. 

-   46   - 

S. 14); weiter erklärte er, er habe gemeint zu wissen, was sie abzweigen würden 

(a.a.O. S. 14). Vor der Polizei hatte er noch zum Besten gegeben, er habe ge-

meint, die Kommissionen beim Handel mit Futurekontrakten betrügen 15 % vom 

Gewinn (Urk. 20-1 40001 S. 8 f.). Es steht fest, dass der Privatkläger – selbst 

wenn ihm die Kommi