# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ffa000a-bc1f-5598-a81a-e2bd27391ae3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.01.2013 UV 2011/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-91_2013-01-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/91

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 23.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2013
Art. 6 UVG. Versicherungsinterner Aktenbericht für die Beantwortung der 
Frage nach der natürlichen Unfallkausalität nicht beweiskräftig. 
Rückweisung zur auf einer persönlichen Untersuchung des 
Beschwerdeführers beruhenden gutachterlichen Beurteilung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Januar 2013, UV 
2011/91).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 23. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Diggelmann, Neugasse 14, 9401 Rorschach,

gegen

CSS Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war als unselbstständig Erwerbender obligatorisch bei der CSS 

Versicherung AG gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als 

er am 10. Januar 2009 ein Trauma im Rahmen einer Gasexplosion in einer Grossküche 

erlitt. Die am 12. Januar 2009 behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) diagnostizierten im Bericht vom 13. Januar 2009 

einen Verdacht auf eine traumatische Innenohrläsion, einen Verdacht auf eine 

Ulnarisläsion links und einen Verdacht auf eine arterielle Hypertonie (act. G 8.10; zum 

Unfallhergang vgl. auch den Rapport der Kantonspolizei vom 26. Januar 2009, act. 

G 8.13). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG 

diagnostizierten im Bericht vom 19. Januar 2009 eine HWS-Distorsion Grad I, einen 

sensomotorischen Ausfall C8 links, ein Knalltrauma am linken Ohr sowie eine 

Hypästhesie in der linken Gesichtshälfte (act. G 8.2). Am 2. Februar 2009 wurde der 

Versicherte in der Klinik für Neurologie des KSSG erneut untersucht. Im Bericht vom 

6. Februar 2009 hielten die medizinischen Fachpersonen fest, klinisch sei der Befund 

vereinbar mit einer Läsion des Nervus ulnaris proximal des Handgelenks. Differential­

diagnostisch müsse eine präganglionäre Läsion bedacht werden (act. G 8.30). Der 

Unfallversicherer erbrachte vom 13. Januar bis 19. Februar Taggeld- und 

Heilbehandlungsleistungen. In der am 23. Februar 2009 begonnenen Kalenderwoche 

nahm der Versicherte die Arbeit wieder zu 100% auf (act. G 8.14).

A.b  Am 23. November 2009 berichtete der Hausarzt des Versicherten Dr. med. B.___, 

Facharzt FMH für Innere Medizin, dass trotz sechsmonatiger Ruhigstellung in der 

Schiene eine unveränderte Nervus ulnaris-Symptomatik bestehe (act. G 8.46). Vom 

13. bis 15. Januar 2010 befand sich der Versicherte in der Klinik für Neurologie des 

KSSG (vgl. Austrittszeugnis vom 19. Januar 2010, act. G 8.53). Der dort behandelnde 

Arzt diagnostizierte im Bericht vom 22. Februar 2010 eine axonale Läsion des 

Faszikulas medialis des Plexus brachialis links mit Beteiligung der C8- und Th1-Fasern. 

Diese Läsion sei am ehesten mit dem Unfallereignis in Verbindung zu bringen. Ferner 

bestünden ein Verdacht auf eine Gehörknöchelluxation links und eine traumatische 

Innenohrläsion bei Status nach Gasexplosionstrauma am 10. Januar 2009 sowie eine 

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arterielle Hypertonie (act. G 8.57; vgl. auch Berichte vom 14. Dezember 2009, vom 

15. Januar und vom 9. Februar 2010, act. G 8.82). Dr. B.___ bescheinigte dem 

Versicherten im Bericht vom 1. April 2010 für leidensangepasste Tätigkeiten eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 8.67). Im Bericht vom 19. Mai 2010 diagnostizierte 

Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Ohren-Nasen-Halskrankheiten, eine 

posttraumatische Mittelohrschwerhörigkeit links. Das Trommelfell sei beidseits reizlos 

und intakt (act. G 8.75).

A.c  Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Abteilung 

Arbeitsmedizin der Suva, berichtete am 29. Juli 2010, dass der Hörverlust links, 

begleitet von Tinnitus und Drehschwindel, keinen Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung begründe (act. G 8.85). Im Schreiben vom 16. August 2010 

teilte die Unfallversicherung mit, sie übernehme die Kosten für eine 

Hörgeräteversorgung (act. G 8.86).

A.d  Dr. med. E.___, u.a. Facharzt für Neurologie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin 

der Suva, kam im Aktenbericht vom 9. September 2010 zum Schluss, mit 

wahrscheinlich unfallbedingten strukturellen Schädigungen des zentralen und 

peripheren Nervensystems könne keine Einschränkung der zeitlichen oder 

leistungsmässigen Arbeitsfähigkeit des Versicherten und kein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung begründet werden (act. G 8.88).

A.e  Mit Schreiben vom 15. Oktober 2010 teilte der Unfallversicherer dem Versicherten 

mit, dass der Fall mangels Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 

10. Januar 2009 und den ab Februar 2010 geklagten Symptomen und Beschwerden 

per 31. Januar 2010 abgeschlossen und die Versicherungsleistungen (Taggeld und 

Heilkosten) eingestellt würden. Davon ausgenommen sei der linksseitige Hörschaden 

(act. G 8.90). Hierzu nahm der Versicherte am 7. Februar 2011 Stellung, wobei er um 

die Einholung eines unabhängigen Gutachtens ersuchte (act. G 8.98). Gemäss 

Arbeitsvertrag vom 4. März 2011 nahm der Versicherte am 1. Januar 2011 eine 

Vollzeittätigkeit im Bereich Bauführung auf (act. G 8.101).

A.f Am 28. Februar 2011 verfügte der Unfallversicherer die Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 31. Januar 2010. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente 

bestehe nicht (act. G 8.102).

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A.g  Die dagegen gerichtete - nicht in den Akten liegende - Einsprache vom 30. März 

2011 wies der Unfallversicherer mit Entscheid vom 7. Oktober 2011 ab (act. G 8.106).

B.

B.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Oktober 2011 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 9. November 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin dessen 

Aufhebung und die Erbringung von Versicherungsleistungen über den 31. Januar 2010 

hinaus, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er bringt im Wesentlichen vor, dass 

der Aktenbericht von Dr. E.___ nicht beweiskräftig und die darin vorgenommene 

Verneinung einer natürlichen Unfallkausalität unzutreffend sei (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. März 2012 

die Abweisung der Beschwerde. Sie hält den Aktenbericht von Dr. E.___ für 

beweiskräftig. Gestützt darauf sei die natürliche Kausalität zu Recht verneint worden. 

Im Übrigen sei auch die adäquate Kausalität zu verneinen, da das Unfallereignis vom 

10. Januar 2009 aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet gewesen 

sei, die vom Beschwerdeführer ab Februar 2010 geltend gemachten Beschwerden zu 

verursachen (act. G 8).

B.c  In der Replik vom 16. Juli 2012 hält der Beschwerdeführer unverändert an den 

gestellten Anträgen fest (act. G 18).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik vom 20. September 2012 an 

der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 22).

Erwägungen:

1. 

Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf UVG-Leistungen 

umstritten.

1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

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Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 und 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 und 119 V 337 f. E. 1).

1.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt 

die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht 

etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

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nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen 

oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 329 E. 3b).

1.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2. 

Zwischen den Parteien ist vorab die Frage nach dem Vorhandensein der natürlichen 

Kausalität zwischen den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 10. Januar 2009 umstritten. Die Beschwerdegegnerin verneinte 

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diese Frage gestützt auf den Aktenbericht von Dr. E.___ vom 9. September 2010 (act. 

G 8.106). Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, der 

Sachverhalt sei diesbezüglich medizinisch noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt und 

der Bericht von Dr. E.___ sei nicht beweiskräftig (act. G 1).

2.1 Bei der Würdigung des Aktenberichts von Dr. E.___ ist zu beachten, dass es sich 

hierbei um eine versicherungsinterne ärztliche Stellungnahme handelt. Soll ein Ver­

sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, sind an 

die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 

mit Hinweis; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 

8C_592/2012, E. 5.3).

2.2 Gegen die Beweiskraft des Berichts von Dr. E.___ bringt der Beschwerdeführer 

zunächst vor, dass er nicht auf eigenen Untersuchungen beruhe (act. G 1, S. 4).

2.2.1 Eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten sind nicht an sich 

beweisuntauglich. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden 

Person rückt dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die 

Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich neue 

Untersuchungen erübrigen; in einem solchen Fall kann auch ein reines Aktengutachten 

voll beweiswertig sein (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, 

E. 4.1 mit Hinweisen).

2.2.2 Dr. E.___ begründete seine Auffassung, dass es sich bei den Kopfschmerzen des 

Beschwerdeführers nicht um einen chronischen auf den Unfall zurückzuführenden 

Gesundheitsschaden handle u.a. damit, dass im Lauf des Jahres 2009 kein die 

Arbeitsfähigkeit einschränkendes Kopfschmerzsyndrom geklagt wurde (act. G 8.88, 

S. 5). Vorab ist zu bemerken, dass in den Akten kein medizinischer Bericht vorliegt, der 

aussagekräftige Feststellungen zu den Schmerzempfindungen des Beschwerdeführers 

enthalten würde. Es wäre allein schon deshalb angezeigt gewesen, bezüglich des 

Kopfschmerzverlaufs den Beschwerdeführer persönlich zu befragen. Aus den Akten 

ergibt sich im Übrigen, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall durchaus 

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regelmässig an starken, leistungsbeeinträchtigenden Kopfschmerzen litt (E-Mail vom 

25. Februar 2010, act. G 8.58, worin der Beschwerdeführer auch auf alltäglichen 

Schwindel hinweist; Rapporte vom 10. November 2009, act. G 8.43, und vom 20. April 

2009, act. G 8.25; zum Hinweis des Beschwerdeführers, wonach die Beschwerden 

immer noch dieselben seien und er deswegen seiner Haupterwerbstätigkeit nicht mehr 

habe nachgehen können vgl. E-Mails vom 17. Oktober 2009, act. G 8.40, vom 31. Juli 

2009, act. G 8.38, und vom 12. Juni 2009, act. G 8.35), was zusätzlich gegen die 

Beurteilung von Dr. E.___ spricht.

2.2.3 Ebenfalls keine Stütze in den Akten findet die Annahme von Dr. E.___, der 

Beschwerdeführer habe im Februar 2010 über "spontan aufgetretene, neuartige 

Symptome" im Bereich des linken Arms und der linken Hand (act. G 8.88, S. 7) 

berichtet, was der Beschwerdeführer zu Recht beanstandet. Das Gesagte gilt im 

Übrigen auch für die Aussage von Dr. E.___, die ursprünglichen Unfallfolgen seien 

zunächst weitgehend abgeklungen und dann später erneut beklagt worden (act. 

G 8.88, S. 7). Vielmehr ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer an der 

linken Hand unter anhaltenden Beschwerden litt (Bericht der Klinik für Neurologie des 

KSSG vom 14. Dezember 2009, worin von einer sich seit dem Unfallereignis 

zunehmenden Beschwerdeintensität die Rede war).

2.2.4 Damit kann Dr. E.___ der Vorwurf nicht erspart bleiben, seiner 

Kausalitätsbeurteilung eine teilweise nicht mit den Akten zu vereinbarende 

anamnestische Ausgangslage zu Grunde gelegt zu haben. Dies weckt erhebliche 

Zweifel an seiner Beurteilung und zeigt für den vorliegenden Fall gerade die Wichtigkeit 

der persönlichen Befragung und Kenntnis des Exploranden für eine sorgfältige 

Anamneseerhebung. Hinzu kommt, dass Dr. E.___ die medizinische Voraktenlage 

teilweise hinterfragte und er darin

gemachte Feststellungen korrigierte bzw. davon abwich (vgl. etwa betreffend 

chronisch-neurogene Veränderungen, act. G 8.88, S. 6; Korrektur der Diagnose einer 

Plexus brachialis-Schädigung zur Verdachtsdiagnose, act. G 8.88, S. 6 und S. 7 unten; 

betreffend unfallbedingter chronisch-neurogener Veränderung bzw. axonaler Läsion 

des Faszikulus medialis des Plexus brachialis links mit Beteiligung der C8- und Th1-

Fasern vgl. act. G 8.88, S. 6, und den Bericht des KSSG vom 22. Februar 2010, act. 

G 8.57), weshalb nicht die Rede davon sein kann, er habe einen feststehenden 

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Sachverhalt beurteilt. Dies umso weniger, als die Akten teilweise gegensätzliche 

Auffassungen enthalten (vgl. bezüglich der Frage nach der Unfallkausalität der 

Hypertonie S. 5 des Berichts von Dr. E.___, act. G 8.88).

2.3 Schliesslich bildeten die vom Beschwerdeführer geklagten Handschwellungen 

bislang noch nicht Gegenstand einer auf einer persönlichen Untersuchung beruhenden 

fachärztlichen neurologischen Einschätzung. Die Verneinung einer neurologischen 

Unfallfolge durch Dr. E.___ (act. G 8.88, S. 7) fehlt die Beweiskraft, da sie ohne 

Begründung sowie ohne eigene Untersuchung erfolgte und hierzu auch keine 

verlässliche Voraktenlage besteht.

2.4 In den Akten fehlt bislang auch eine eingehende Beurteilung des von der 

Beschwerdegegnerin als unfallbedingt anerkannten Gehörschadens (act. G 8.86 und 

G 8.106, S. 8, Rz 2.10; zur kurzen versicherungsinternen Stellungnahme von Dr. D.___ 

betreffend apparative Hörgeräteversorgung und Integritätsschaden vom 29. Juli 2010 

vgl. act. G 8.85). Es wurde bislang nicht abgeklärt, ob und in welchem Zusammenhang 

der Gehörschaden zu einer - insbesondere qualitativen - Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führt.

2.5 Nach dem Gesagten lässt die medizinische Aktenlage nicht darauf schliessen, dass 

das Unfallereignis vom 10. Januar 2009 mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit per Ende Januar 2010 jede - auch nur teilweise - 

kausale Bedeutung hinsichtlich der darüber hinaus vom Beschwerdeführer geklagten 

Leiden verloren hat. Der von der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung, wonach 

von weiteren Abklärungen keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu 

erwarten wären (act. G 8.106, Rz 2.8, S. 7), kann unter den gegebenen Umständen 

nicht gefolgt werden. Die Sache ist daher zur - auf einer persönlichen Untersuchung 

des Beschwerdeführers beruhenden - gutachterlichen Beurteilung der Unfallkausalität 

der ab 1. Februar 2010 geklagten Beschwerden an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Es kann vor diesem Hintergrund offen gelassen werden, ob die vom 

Beschwerdeführer zusätzlich gegen die Einschätzung von Dr. E.___ erhobenen Rügen 

(etwa bezüglich Unfallhergang) zutreffen.

3. 

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Da die medizinische Aktenlage unvollständig ist, kann insbesondere das Bestehen 

somatischer Unfallfolgen nicht ausgeschlossen werden. Die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen spielt 

praktisch keine Rolle, weil sich hier adäquate und natürliche Kausalität weitgehend 

decken (BGE 134 V 112 E. 2). Deshalb kann - entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 8, S. 8 unten) - ohne eine umfassend medizinisch 

abgeklärte Situation die Verneinung eines Leistungsanspruchs nicht allein und 

unabhängig des Vorliegens der natürlichen Kausalität mit dem Fehlen der Adäquanz 

begründet werden.

4. 

4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 9. November 2011 

unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 7. Oktober 2011 

teilweise gutzuheissen und die Streitsache zu ergänzender Abklärung im Sinn der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen

4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

4.3 Die obsiegende Beschwerde führende Partei hat gemäss Art. 61 lit. g ATSG 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/

bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit 

des Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 7. Oktober 2011 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

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Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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