# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a18f8515-4ea5-5d24-b93c-f3eaeb1899aa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.02.2013 IV 2012/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-22_2013-02-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/22

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.02.2013

Entscheiddatum: 15.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 15.02.2013
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Das Verlaufsgutachten berücksichtigt 
den seit der Erstbegutachtung eingetretenen Sachverhalt, namentlich eine 
stationäre und eine teilstationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik, 
nicht. Auch zu weiteren Einwänden des behandelnden Arztes nehmen die 
Gutachter keine Stellung. Rückweisung zur ergänzenden 
Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 15. Februar 2013, IV 2012/22).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-Voney,

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

 

Entscheid vom 15. Februar 2013

in Sachen

A.____,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Stadt Wil, Departement Soziales, Poststrasse 10, 9500 Wil SG 2,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rentenrevision

 

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ meldete sich am 20. September 2004 wegen Rücken- und psychischen 

Problemen erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 

(Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Rente [act. G 13.1/40]). In der Folge 

ordnete die IV-Stelle St. Gallen eine medizinische Begutachtung an. Die Gutachter des 

Zentrums für Medizinische Begutachtung, Basel, (ZMB) diagnostizierten (mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit) Störungen durch Alkohol bei ständigem Substanzgebrauch, 

eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, Angst und Depression gemischt, ein 

chronisches Lumbovertebralsyndrom bei/mit Verspannungen der gesamten 

Rückenmuskulatur. Aus somatischen Gründen seien dem Versicherten schwere 

körperliche Tätigkeiten mit dem repetitiven Heben von Lasten über 10 kg, dem Arbeiten 

in Zwangshaltung oder dauernd gebückter Haltung nicht mehr zumutbar. Auch das 

Besteigen von Leitern und Gerüsten und das Führen von Fahrzeugen seien wegen der 

Alkoholproblematik nur bedingt zumutbar. Die bisherige Tätigkeit als Gipser und Maler 

sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Andere Tätigkeiten, die obige Bedingungen 

erfüllten, seien dem Versicherten rein somatisch voll zumutbar. Auf Grund der 

Persönlichkeitsstörung, der depressiven und ängstlichen Symptomatik sowie des 

sekundären Alkoholkonsums sei der Versicherte jedoch auch in Verweistätigkeiten um 

30 % eingeschränkt (Gutachten vom 5. Januar 2007 [act. G 13.1/99.20 ff.]).

A.b  Mit Verfügungen vom 9. und 18. Juli 2007/14. August 2007 sprach die IV-Stelle 

St. Gallen dem Versicherten basierend auf einem Invaliditätsgrad von 42 % eine 

Viertelsrente ab 1. Oktober 2004 zu und lehnte die Kostengutsprache für berufliche 

Massnahmen ab (act. G 13.1/115, 117 und 119). Die dagegen beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde wurde mangels 

Leistung des Kostenvorschusses abgeschrieben (act. G 13.1/123).

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A.c  Am 2. Mai 2008 machte der Versicherte eine massive Verschlechterung seines 

Gesundheitszustands geltend und verwies auf seinen Hausarzt Dr. med. B.___, 

Allgemeine Medizin FMH (act. G 13.1/127). Dieser führte in seinem Bericht vom 6. Juni 

2008 aus, es bestehe seit Ende 2007 eine schwere depressive Verstimmung mit 

suizidalen Absichten. Dadurch sei der Versicherte seit Anfang April 2008 nicht mehr 

arbeitsfähig (act. G 13.1/133). Der Psychotherapeut des Versicherten, C.___, 

Psychotherapeut SPV, Psychologe BPS/UKCP, führte in seinem Bericht vom 7. Juli 

2008 aus, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Indikation F33.2. Dem 

Versicherten seien im Moment weder die angestammte noch andere Tätigkeiten 

zumutbar. Nach erfolgreicher Therapie in zwei Jahren könnte allenfalls ein neuer 

Arbeitsversuch gewagt werden (act. G 13.1/138). Der Versicherte war vom 21. Juli 

2008 bis zum 17. Oktober 2008 in der Psychiatrischen Klinik Wil hospitalisiert und am 

27. Oktober 2008 in die Tagesklinik eingetreten. Im Verlaufsbericht vom 15. Dezember 

2008 ging die Klinik von einem stationären Gesundheitszustand aus. Der Versicherte 

leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (F33.2), psychischen und Verhaltensstörungen durch 

Benzodiazepine sowie einem Abhängigkeitssyndrom (F13.2). Aus jetziger Sicht 

benötige der Versicherte einen geschützten Arbeitsplatz. Eine Stabilisierung des 

Gesundheitszustands und damit eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit seien aber 

durchaus denkbar. Eine erneute Überprüfung der Arbeitsfähigkeit und 

Wiedereingliederungsfähigkeit sei in 6 Monaten vorzunehmen (act. G 13.1/144). Auf 

Anregung des RAD Ostschweiz holte die IV-Stelle im Juni 2009 bei den behandelnden 

Ärzten weitere Verlaufsberichte ein. In einem weiteren Verlaufsbericht vom 6. Juli 2009 

gab die Psychiatrische Klinik Wil an, der Gesundheitszustand sei stationär, die 

Diagnose unverändert. Sie ging unverändert von einer rezidivierenden Störung, 

allerdings gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), aus. Der Versicherte benötige 

weiterhin einen engen, stützenden, strukturierenden Rahmen und konstante Betreuung. 

Er sei nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 13.1/153). Nachdem der RAD 

zunächst von einer Verschlechterung ausgegangen war (act. G 13.1/145), die Situation 

aber weiterhin als labil erachtete (act. G 13.1/154) und weitere Abklärungen bei den 

behandelnden Stellen nicht die gewünschte Klarheit gebracht hatten (act. G 13.1/166), 

ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung an.

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A.d  Diese erfolgte wiederum im ZMB. Die Experten diagnostizierten in ihrem 

Gutachten vom 20. April 2010 (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine mittelgradige 

depressive Episode, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit andauerndem 

Substanzgebrauch, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, ein chronisches 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS sowie 

ein Impingementsyndrom beider Schultergelenke. Die angestammte Tätigkeit als Maler 

und Gipser könne der Versicherte unverändert nicht mehr ausüben. Ebenso sahen die 

Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit unverändert durch die 

psychiatrischen Befunde um 30 % eingeschränkt. Die Gutachter wiesen darauf hin, 

dass auf Grund der inkonsistenten Angaben des Versicherten und der verweigerten 

Blutentnahme das Ausmass des Alkoholkonsums schwierig abschätzbar sei (act. 

G 13.1/172.27 ff.). Der RAD ging von einem nicht signifikant veränderten 

Gesundheitszustand aus, worauf die IV-Stelle das Revisionsgesuch mit Verfügung vom 

13. Dezember 2010 abwies (act. G 13.1/173.2 und 183).

B.      

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 18. Januar 

2011 samt Ergänzung vom 11. März 2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Dem Beschwerdeführer sei eine volle (gemeint: ganze) 

Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zudem sei ihm die 

unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Zur Begründung wird im Wesentlichen 

vorgebracht, dass betreffend die psychische Krankheit in den Akten widersprüchliche 

Ansichten beständen. So werde im Gutachten vom 5. Januar 2007 ausgeführt, der 

übermässige Alkoholkonsum sei ein untauglicher Selbstheilungsversuch, der als 

sekundärer Ausdruck einer erheblich gestörten neurotischen Persönlichkeit betrachtet 

werden müsse. Demgegenüber werde im Gutachten vom 20. April 2010 erwähnt, dass 

dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zuzumuten seien, wenn zuvor ein 

Alkoholentzug durchgeführt werde. Hier bestehe ein Widerspruch, wäre doch ein 

Entzug für eine bessere berufliche Eingliederung kaum erfolgreich, wenn ein allfälliger 

Alkoholkonsum eine Sekundärproblematik darstellte. Das Verhalten des 

Beschwerdeführers sei als iv-relevante psychische Krankheit zu betrachten und nicht 

als soziale Auffälligkeit. Ausserdem wird geltend gemacht, dass auf die wirtschaftlichen 

Gegebenheiten zu wenig Rücksicht genommen worden sei. Auf Grund der erschwerten 

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Vermittelbarkeit sei schliesslich ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (act. G 1 und 

9). Der Beschwerdeergänzung beigelegt wurde eine kritische Stellungnahme zum 

Verlaufsgutachten ZMB von Dr. med. D.___, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik Wil, 

vom 4. März 2011 (act. G 9.2). Bereits am 7. März 2011 hatte der Hausarzt dem 

Versicherungsgericht eine ärztliche Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers zukommen lassen (act. G 8).

B.b  In der Folge nahm die IV-Stelle beim ZMB ergänzende Abklärungen vor und liess 

sich am 24. Juni 2011 vernehmen. Sie beantragte Abweisung der Beschwerde. Auf das 

Gutachten vom 20. April 2010 sei vollumfänglich abzustellen. Die von der 

Psychiatrischen Klinik Wil (Dr. D.___) angebrachten Bemerkungen seien thematisiert 

und widerlegt worden. Mithin seien keine anspruchsändernden Tatsachen eingetreten 

(act. G 13).

B.c  Mit Schreiben der zuständigen Abteilungspräsidentin vom 27. Juni 2011 wurde die 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt (act. G 15).

 

Erwägungen:

1.       

1.1   Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der 

ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung), wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente zugesprochen.

1.2   Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität 

bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

1.3   Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt 

jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher 

Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte 

(der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten 

bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 

108 E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen 

eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die 

Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 

Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, 

E. 2.1).

2.       

2.1   Vorliegend gelangten die Gutachter des ZMB zum Schluss, beim 

Beschwerdeführer liege eine mittelgradige depressive Episode, ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom mit andauerndem Substanzgebrauch, eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei 

degenerativen Veränderung der LWS sowie ein Impingementsyndrom beider 

Schultergelenke vor. Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand seit der letzten 

Begutachtung vom September 2006 relevant verändert habe, bejahten die Gutachter 

zwar, führten dies aber im Wesentlichen auf das neu diagnostizierte 

Impingementsyndrom und den Diabetes zurück, während sie den psychischen 

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Gesundheitszustand als im Wesentlichen unverändert einstuften. Hingegen sei in 

diagnostischer Hinsicht aktuell eher von einer mittelgradigen depressiven Episode als 

von einer Angst und Depression gemischt auszugehen (act. G 13.1/172.28 ff). 

Insgesamt verneinten die Gutachter eine massgebliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands und gingen dementsprechend - wie bei der Vorbegutachtung - in 

einer körperlich adaptierten Tätigkeit von einer Einschränkung aus psychischen 

Gründen um 30 % aus (act. G 13.1/172.31). Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der 

letzten Begutachtung im September 2006 könne aufgrund der unpräzisen und 

inkonsistenten Angaben des Beschwerdeführers nicht definitiv Stellung genommen 

werden (act. G 13.1/172.32).

2.2   Demgegenüber gehen die behandelnden Ärzte von einer erheblichen 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab April 2008 aus. Der den 

Beschwerdeführer ab 29. April 2008 behandelnde Psychotherapeut verwies auf einen 

gescheiterten Arbeitsversuch und ging von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus 

wegen einer schweren depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden 

depressiven Störung (act. G 13.1/138). Dieser Beurteilung schloss sich die 

psychiatrische Klinik Wil im Verlaufsbericht vom 15. Dezember 2008 im Wesentlichen 

an. Sie verwies auf die stationäre Hospitalisation vom 21. Juli bis 17. Oktober 2008 und 

die anschliessende teilstationäre Behandlung ab 27. Oktober 2008 in der Tagesklinik 

(act. G 13.1/144). Im Bericht vom 6. Juli 2009 führte Dr. D.___ aus, der 

Beschwerdeführer leide an einer mittelschweren bis schweren depressiven Erkrankung 

mit mehr oder weniger deutlich ausgeprägter Suizidalität. Aufgrund der Schwere der 

Erkrankung sei der Beschwerdeführer aktuell nicht in der Lage, eine andere als die 

momentan bestehende Tätigkeit in einem geschützten, klinikinternen Atelier auszuüben 

(act. G 13.1/153). Am 1. September 2009 erfolgte eine notfallmässige Verlegung in das 

Spital Wil wegen einer diabetischen Entgleisung (act. G 13.1/159 und 165.1). Von dort 

konnte er am 14. September 2009 wieder entlassen werden, wobei im Bericht 

zuhanden der Psychiatrischen Klinik angemerkt war, der Beschwerdeführer weise keine 

Symptome einer Depression mehr auf (act. G 13.1/165.4). Ob und wieweit der 

Beschwerdeführer anschliessend weiterhin in der Tagesklinik betreut wurde bzw. 

werden musste, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Der Beschwerdeführer selber 

erklärte am 20. Oktober 2010, er sei weiterhin in der Tagesklinik betreut (act. G 

13.1/182).

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2.3    Im Beschwerdeverfahren äusserte sich Dr. D.___ in einer ausführlichen 

Stellungnahme vom 4. März 2011 zum Gutachten (act. G 9.2). Er hält daran fest, dass 

es zu einer signifikanten Verschlechterung gekommen sei. Die Interpretation der 

Befunde im Gutachten seien nicht schlüssig; auch sei im Gutachten selber von einer im 

Vergleich zur Erstbegutachtung schwerwiegenderen Diagnose ausgegangen worden. 

Ferner könne von einer Diagnose nicht auf die Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, 

wie das die Gutachter mit Bezug auf seine Diagnose einer mittelgradigen Episode 

machen würden. Unzulässig sei es auch, aus den im Kreativatelier und in der 

Bewältigung des Alltags gezeigten Ressourcen auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zu 

schliessen.

2.4    Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin nahmen die Gutachter am 23. Mai 2011 

nochmals Stellung (act. G 13.1/200). Die Angaben des Beschwerdeführers zum 

Alkoholkonsum seien inkonsistent und widersprüchlich; dennoch dürfe davon 

ausgegangen werden, dass der Alkoholkonsum keinen bedeutenden Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit mehr habe. Die Befunde sprächen im Weiteren für einen 

mittelschweren, nicht aber schweren Grad der Depression, seien doch weder ein 

Interessenverlust noch eine Freudlosigkeit zu erkennen. Unter Berücksichtigung der 

Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Klinik und zu Hause würden sie an der 

Einschätzung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit "in einer alternativen Tätigkeit" 

festhalten (act. G 13.1/203).

2.5   Damit liegt eine erhebliche Diskrepanz in der Beurteilung der Auswirkungen der 

psychischen Beeinträchtigung vor, während bei der Diagnose offenbar keine 

entscheidenden Differenzen bestehen (vgl. act. G 9.2). Unbestrittenermassen verläuft 

die psychische Erkrankung wellenförmig (act. G 13.1/172/31). Dabei wechseln sich 

gemäss behandelndem Facharzt mittelgradige und schwergradige Episoden ab, 

während die Gutachter keine schwergradigen Episoden für gegeben erachten (act. G 

13.1/200.4f.). Die im Vergleich zum Erstgutachten unverändert übernommene 

psychiatrische Beurteilung erscheint vor dem Hintergrund des dokumentierten Verlaufs 

(vgl. oben E. 2.2) zweifelhaft, zumal sich die Gutachter zu den von Dr. D.___ erhobenen 

Einwänden nicht explizit äusserten. So gingen sie nicht auf dessen Behauptung ein, 

wonach die neue Diagnose einer mittelschweren Depression im Verlaufsgutachten eine 

schwerwiegendere Diagnose darstelle als die im Erstgutachten diagnostizierte Angst 

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und Depression gemischt (vgl. act. G 13.1/200.4f.). Zudem nehmen die Gutachter auch 

keine Stellung zur Kritik Dr. D.___s, es könne nicht auf Grund der vorhandenen 

Ressourcen des Beschwerdeführers im Kreativatelier und in der Alltagsbewältigung auf 

eine weitgehende Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Vor allem erweist sich das 

Verlaufsgutachten insoweit als lückenhaft, als es keine erschöpfende Antwort bezüglich 

des Verlaufs des Gesundheitszustandes gibt. Weshalb die Gutachter den 

Gesundheitsverlauf allein anhand der Angaben des Beschwerdeführers als nicht 

konklusiv beurteilen (act. G 13.1/172.32), ohne in dieser für die Gutachter offenbar 

unklaren Situation bei den behandelnden Ärzten nachzufragen, erscheint nicht 

nachvollziehbar. Sodann findet keine Auseinandersetzung mit anderslautenden 

Meinungen statt. Jedenfalls stellt der knappe Hinweis auf die Beurteilung der 

Psychiatrischen Klinik Wil "von Juli 2009", wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

wegen der diagnostizierten mittelgradigen Episode nicht nachvollziehbar sei, keine 

Auseinandersetzung dar. Mit diesem Hinweis übergehen die Gutachter die inhaltlich 

anderslautende Beurteilung durch den Facharzt, ohne sich mit ihr auseinanderzusetzen 

(act. G 13.1/172.31). Es fehlt denn auch die Würdigung der Fakten, wonach der 

Beschwerdeführer vom 21. Juli bis 17. Oktober 2008 in der Psychiatrischen Klinik Wil 

hospitalisiert war und anschliessend in der Tagesklinik weiter betreut wurde, und zwar 

auch noch im Juli 2009. Wenn die Gutachter eine (vorübergehende) Verschlechterung 

lediglich wegen der diabetischen Entgleisung in der Zeit von Juli bis September 2009 

als nachgewiesen erachten, erscheint dies wenig plausibel. Zumindest fehlt es an einer 

Begründung, weshalb die stationäre und die nachfolgende teilstationäre Behandlung 

gewissermassen in diesem Umfang überflüssig gewesen wäre und der 

Beschwerdeführer stattdessen praktisch durchgehend seit der letzten Begutachtung im 

September 2006 ohne weiteres einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 70% hätte 

nachgehen können. Die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer seit der letzten 

Begutachtung zumindest bis zur Verlaufsbegutachtung im Februar 2010 aus 

psychiatrischer Sicht für eine längere Zeit in höherem Mass arbeitsunfähig gewesen sei 

(wovon ursprünglich auch der RAD ausgegangen war, vgl. act. G 13.3/145.2f.), wurde 

von den Gutachtern offenbar nicht in Betracht gezogen.

2.6   Zusammenfassend vermag das Gutachten in psychiatrischer Hinsicht nicht zu 

überzeugen. Nachdem vorliegend namentlich der seit der letzten Beurteilung 

eingetretene Verlauf unberücksichtigt geblieben ist, erscheint die Rückweisung an die 

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Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung an eine bislang nicht involvierte 

Gutachterperson angemessen, sodass bei gleicher Gelegenheit zusätzlich der seit 

Verfügungserlass vom 13. Dezember 2010 eingetretene Sachverhalt in die ergänzende 

Begutachtung mit einbezogen werden kann.

3.     

3.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache zur 

ergänzenden Abklärung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

3.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Beim 

vorliegenden Verfahrensausgang ist die Gerichtsgebühr rechtsprechungsgemäss der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht 

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 13. Dezember 

2010 aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Abklärung im Sinn der Erwägungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

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