# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e367fe42-18e2-595f-8693-0839b188ad66
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 11.03.2024 B 2023/181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-181_2024-03-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/181

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 05.04.2024

Entscheiddatum: 11.03.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 11.03.2024
Gebäudeversicherung. Art. 34 Abs. 1 GVG, Art. 36 GVG und Art. 50 Abs. 1 VO 
GVG. Ein Teilschaden an einem zum Neuwert versicherten Gebäude wird 
nach den Wiederherstellungskosten berechnet. Die Versicherungsleistung 
darf in keinem Fall die wirklichen Kosten der Wiederherstellung übersteigen. 
(Verwaltungsgericht B 2023/181). Auf eine gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 2. Mai 2024 nicht ein 
(Verfahren 2C_179/2024)

Entscheid vom 11. März 2024

Besetzung

Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter 

Steiner; Gerichtsschreiber Geertsen

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch F.__,

gegen

Gebäudeversicherung St. Gallen, Verwaltungsrat, Davidstrasse 37, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenstand

Blitzschaden vom 22. September 2020, Schadenersatz für eine Luftwärmepumpe

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

Das Wohn- und Geschäftshaus an der B.__-strasse 001_, Z.__, Vers.-Nr. 0000_, steht 

im Eigentum der Stockwerkeigentümergemeinschaft C.__, bestehend aus D.__, E.__ 

und F.__ (fortan: StWEG). Am 22. September 2020 schlug ein Blitz in das Dach des 

Gebäudes ein, wodurch dieses beschädigt wurde und Regenwasser in das Haus 

eindrang (siehe hierzu das Schadenermittlungsprotokoll vom 15. Oktober 2020, 

act. 8.6.3, sowie die Fotodokumentation, act. 8.6.1). Die Gebäudeversicherung des 

Kantons St. Gallen (fortan: Gebäudeversicherung) anerkannte mit Verfügung vom 

15. Oktober 2020 eine Leistungspflicht für die am Gebäude ermittelte 

Nettoschadenssumme von CHF 12'187 (act. 8.6.5). In der Folge übernahm die 

Gebäudeversicherung zusätzlich die Kosten für die Instandstellung der vom Blitzschlag 

beschädigten Elektroanlagen (act. 8.6.11 f.) sowie für Nebenleistungen (Türnotöffnung 

im Brandfall, act. 8.6.13; siehe zum Ganzen die Verfügung vom 18. März 2022 

betreffend «Schlusszahlung», act. 8.6.14).

A.a. 

Die Gebäudeversicherung «sistierte» am 7. April 2022 die «Einsprachefrist der 

Verfügung über die Schlusszahlung», bis der Sachverhalt bezüglich des durch den 

Blitzschlag an der Wärmepumpe entstandenen Schadens geklärt sei (act. 8.6.25; zur 

am 29. Januar 2022 erfolgten Reparatur mit u.a. Austausch der Umwälzpumpe siehe 

die Rechnung des Einzelunternehmens G.__ vom 31. Januar 2022, act. 8.6.35). F.__ 

reichte der Gebäudeversicherung am 9. Juni 2022 ein Angebot der H.__ AG über 

CHF 65'794.30 für den Ersatz der gesamten Wärmepumpe ein (siehe hierzu act. 8.6.29; 

zum «Nachtragsangebot» der H.__ AG für eine Reparatur der Wärmepumpe in Form 

des Ersatzes zweier Kompressoren [«Verdichter»] im Betrag von CHF 11'308.50 siehe 

act. 8.6.32). Die Gebäudeversicherung erwiderte am 11. Juni 2022, sie werde die 

Kosten für die Reparatur der Wärmepumpe (Ersatz eines Kompressors) von 

CHF 5'368.65 gemäss der Offerte des Einzelunternehmens G.__ übernehmen 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Den dagegen gerichteten Rekurs vom 29. Juli 2022 (act. 8.6.42) wies der 

Verwaltungsrat der Gebäudeversicherung mit Entscheid vom 23. August 2023 ab. 

Zusammengefasst vertrat er die Auffassung, bei einem Teilschaden bestehe lediglich 

Anspruch auf Reparatur bzw. Ersatz der beschädigten Gebäudeteile und dieser werde 

bei einem zum Neuwert versicherten Gebäude nach den (effektiven) 

Wiederherstellungskosten berechnet. Vorliegend betreffe der umstrittene Schaden zwei 

defekte Kompressoren der Wärmepumpe. Mit der zugesprochenen 

Versicherungsleistung würden diese durch zwei neuwertige Kompressoren ersetzt. 

Demgegenüber bestehe kein Anspruch auf Ersatz der unbeschädigten Teile bzw. der 

gesamten Wärmepumpe. Für den Fall, dass trotz der Reparatur der Kompressoren 

weitere durch den Blitzschlag verursachte Schäden entdeckt würden, habe die 

Gebäudeversicherung ausserdem die Prüfung weitergehender Versicherungsleistungen 

zugesichert (act. G 2).

C.  

(act. 8.6.28). Nach einer Besprechung vom 17. Juni 2022 stellte die 

Gebäudeversicherung in Aussicht, die Kosten für den Ersatz von zwei Kompressoren 

von CHF 9'000 gemäss Offerte des Einzelunternehmens G.__ zu vergüten (act. 8.6.30; 

zur Offerte siehe act. 8.6.31). Sie verfügte am 20. Juni 2022 Versicherungsleistungen 

von nunmehr insgesamt CHF 19'526.80 (act. 8.6.33).

Die A.__ erhob dagegen am 21. Juni 2022 Einsprache und beantragte die Übernahme 

der Kosten für den Ersatz der Wärmepumpe (act. 8.6.39). Die Gebäudeversicherung 

wies die Einsprache ab (Einspracheentscheid vom 19. Juli 2022, act. 8.6.41).

A.c. 

Gegen den Rekursentscheid vom 23. August 2023 erhob die A.__ am 6. September 

2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte dessen Aufhebung sowie 

sinngemäss die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen für den durch 

den Blitzschlag an der Wärmepumpe entstandenen Schaden. Zur Begründung der 

Rechtsbegehren brachte er im Wesentlichen vor, der inzwischen vorgenommene Ersatz 

der gesamten Wärmepumpe sei notwendig gewesen. Insbesondere habe nur dadurch 

die Funktions- und Betriebssicherheit gewährleistet werden können. Gebäudeschäden 

seien zum Neuwert versichert. Die Höhe des Schadens dürfe in der Beurteilung nicht 

zu einer Kürzung der Versicherungsleistung führen und nicht gewichtet werden. 

Kürzungsgründe bestünden vorliegend nicht (act. G 1).

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 56 des 

Gesetzes über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, GVG, in Verbindung mit Art. 59

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerdeführerin ist als Versicherungsnehmerin im Verfahren unter ihrem Namen 

beteiligungsfähig (Art. 64 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 VRP in 

Verbindung mit Art. 712l Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB; 

VerwGE B 2006/59 vom 24. August 2006 E. 1b/aa sowie Entscheid des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau VG.2019.210/E vom 27. August 2020, 

publiziert in: TVR 2020 Nr. 4) und zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Im Weiteren erfüllt die Beschwerde vom 

6. September 2023 zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Demnach ist darauf 

einzutreten.

2.

Vorliegend umstritten ist einzig der Umfang der Leistungspflicht der Vorinstanz für den 

durch Blitzschlag vom 22. September 2020 entstandenen Schaden an der 

Wärmepumpe des Gebäudes an der B.__-strasse 001_, Z.__. Zu Recht unbestritten ist, 

dass es sich bei der Wärmepumpe um einen mitversicherten Gebäudeteil handelt 

(siehe hierzu Art. 11 Abs. 1 lit. a der Verordnung zum Gesetz über die 

Gebäudeversicherung, sGS 873.11 [fortan: VO GVG]) und der dort entstandene 

Schaden auf ein versichertes Ereignis (Blitzschlag; Art. 31 Abs. 1 Ziff. 2 GVG) 

zurückzuführen ist.

Unter Verweis auf die Begründung des angefochtenen Rekursentscheids beantragte 

die Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 19. Oktober 2023 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7).

C.b. 

bis

Ein Gebäudeschaden wird nach dem Neuwert ermittelt (Art. 34 Abs. 1 GVG; zur 

grundsätzlichen Versicherung zum Neuwert siehe auch Art. 19 Abs. 1 VO GVG). Soweit 

keine abweichenden gesetzlichen Bestimmungen bestehen, gilt als Grundsatz für die 

Leistungsbemessung, dass die Gebäudeversicherung den ermittelten Schaden 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vergütet (Art. 36 Abs. 1 GVG). Die Versicherungsleistung darf in keinem Fall die 

wirklichen Kosten der Wiederherstellung übersteigen (Art. 36 Abs. 3 GVG).

Ein Totalschaden liegt vor, wenn das Gebäude ganz zerstört ist oder vorhandene 

Überreste weder für den Wiederaufbau noch für andere Zwecke verwendet werden 

können (Art. 49 Abs. 1 VO GVG). Aus dieser Legaldefinition ergibt sich, dass Schäden 

am Gebäude, welche die Tatbestandsmerkmale von Art. 49 Abs. 1 VO GVG nicht 

erfüllen, als Teilschaden im Sinn von Art. 50 VO GVG gelten. Gemäss Art. 50 Abs. 1 VO 

GVG wird ein Teilschaden an einem zum Neuwert versicherten Gebäude nach den 

Wiederherstellungskosten berechnet. Diese werden nach ortsüblichen Ansätzen zur 

Zeit der Schadenermittlung bestimmt (Art. 50 Abs. 2 Satz 1 VO GVG).

2.2. 

Wesen einer Neuwertversicherung ist, dass bei der im Rahmen einer Differenzrechnung 

vorzunehmenden Bemessung des Schadens und der diesen entschädigenden 

Versicherungsleistung die übliche alters- und nutzungsbedingte Entwertung des 

versicherten Gebäudes bzw. Gebäudeteils ausser Acht bleibt. Die Neuwertversicherung 

gewährleistet dadurch, dass der Gebäudeschaden ohne Zuschuss der versicherten 

Person in gleicher Art und Grösse behoben werden kann (vgl. auch A. Rüegg, in: 

Glauss/Honsell [Hrsg.], Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, 2009, 

N 4.2.16). Darüber hinausgehende Leistungsansprüche können aus einer 

Neuwertversicherung nicht abgeleitet werden. Insbesondere sind die bei der 

Wiederherstellung verwendbaren unbeschädigt gebliebenen Teile von der 

Leistungspflicht auszuklammern (vgl. BGer 2C_702/2010 vom 21. Juni 2011 E. 4.6, 

worin das Bundesgericht mit der st.gallischen Regelung vergleichbare Bestimmungen 

des Kantons Graubünden zu beurteilen hatte).

2.3. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der Umfang der durch den Blitzschlag verursachten 

Beschädigung der Wärmepumpe spruchreif erstellt ist.

2.4. 

Der Untersuchungsgrundsatz begründet auch in Verfahren, die – wie vorliegend – 

durch ein Begehren der Parteien eingeleitet werden, eine behördliche Abklärungspflicht 

(BGer 2C_105/2023 vom 7. September 2023 E. 4.1.3). Die Abklärung 

rechtsbegründender Tatsachen im Bereich eines Versicherungsvertrags ist regelmässig 

mit Beweisschwierigkeiten verbunden, weshalb für den Nachweis der 

Anspruchsvoraussetzungen der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

2.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

massgebend ist (VerwGE B 2018/174 vom 3. Dezember 2018 E. 3.1.5 mit Hinweis auf 

u.a. BGE 130 III 321 E. 3.2). Demgegenüber genügt die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts den Beweisanforderungen nicht. Die rechtsanwendende 

Behörde hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen 

möglichen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6). Das Beweismass 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hat ausserdem zur Folge, dass die Behörde der 

Untersuchungspflicht genügt, wenn sie den Sachverhalt so weit untersucht, bis eine 

Aussage über die Anspruchsvoraussetzungen mit der erforderlichen überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit möglich ist (vgl. BGer 2C_105/2023 vom 7. September 2023 

E. 4.1.3).

Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 ZGB hat derjenige das Vorhandensein einer 

behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Auch im 

Privatversicherungsrecht gilt der Grundsatz, wonach Personen, die gegenüber einem 

Versicherer einen Versicherungsanspruch erheben, im Sinn von Art. 8 ZGB bezüglich 

des Vorhandenseins der Anspruchsvoraussetzungen grundsätzlich behauptungs- und 

beweispflichtig sind. Behauptet der Versicherer indessen eine die Leistungspflicht 

ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, ist es an ihm, diese zu beweisen. Diese 

Beweislastverteilung gilt auch im öffentlichen Recht, insbesondere im öffentlichen 

Gebäudeversicherungsrecht (VerwGE B 2018/174 vom 3. Dezember 2018 E. 3.1.5; 

siehe zur Bedeutung der Beweislastverteilung nach Art. 8 ZGB für das öffentliche 

Recht BGer 2C_988/2014 vom 1. September 2015 E. 3.1).

2.4.2. 

Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist von Bedeutung, dass der Inhaber des 

Einzelunternehmens G.__ – der bereits am 29. Januar 2022 eine erste Reparatur an der 

Wärmepumpanlage vorgenommen hatte (act. 8.6.35) und an einem Augenschein vor 

Ort am 7. April 2022 beteiligt gewesen war (siehe hierzu die Darstellung im Rekurs vom 

29. Juli 2022, act. 8.6.42, S. 1 unten) – über den Kompressorenbereich hinaus keinen 

Ausbesserungsbedarf erkannte und nach der Behebung der dortigen Beschädigung 

wieder von einer vollen Leistungsfähigkeit der Wärmepumpenanlage ausging (siehe E-

Mail vom 11. Juni 2022, act. 8.6.27; vgl. auch die E-Mail der Vorinstanz vom 17. Juni 

2022 samt Offerte des Einzelunternehmens G.__ act. 8.6.30 f.). Weder aus den 

Ausführungen von F.__ (siehe etwa die Einsprache vom 21. Juni 2022, act. 8.6.39, S. 2, 

den Rekurs vom 29. Juli 2022, act. 8.6.42, insbesondere S. 3, oder die Stellungnahmen 

vom 27. September 2022, act. 8.8, S. 2 f., vom 17. November 2022, act. 8.15, 

insbesondere S. 2 f., und vom 30. Dezember 2022, act. 8.21, S. 2 f.) noch den Offerten 

2.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der H.__ AG (act. 8.6.28 f. und act. 8.6.32) ergeben sich objektive Anhaltspunkte, 

welche die Einschätzung des Inhabers des Einzelunternehmens G.__ in Zweifel ziehen. 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, kann namentlich aus dem Umstand, dass die 

Wärmepumpanlage vor dem Ersatz der beschädigten Kompressoren nicht 

ordnungsgemäss funktionierte, nicht auf die Funktionsunfähigkeit der übrigen 

Bestandteile geschlossen werden (act. 8.13, S. 2 unten). Ausserdem fehlen objektiv 

nachvollziehbare Belege für die Aussage der Beschwerdeführerin (act. 1, zu 3.aa), es 

sei unumgänglich gewesen, die Wärmepumpanlage gänzlich zu ersetzen. Im Licht 

dieser Umstände betrachtet ist – bei allem Verständnis für das von F.__ geäusserte 

Unbehagen hinsichtlich der nachhaltigen Funktionsfähigkeit der Wärmepumpanlage 

nach Ersatz beider Kompressoren – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass abgesehen von den Kompressoren keine weiteren durch den 

Blitzschlag verursachten Beschädigungen an der Wärmepumpanlage bestanden. Im 

Übrigen sicherte die Vorinstanz eine weitergehende Leistungserbringung für den (nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmenden) Fall zu, dass nach Ersatz der 

Kompressoren weitere versicherte Schäden entdeckt bzw. auftreten würden (act. 2, 

E. 2.3b/cc).

Selbst wenn im Übrigen davon ausgegangen würde, die Vorinstanz hätte nicht 

sämtliche angezeigten Abklärungsbemühungen zur Schadensermittlung vorgenommen, 

gilt es das Folgende zu beachten: Wie sich den Ausführungen in der Beschwerde 

entnehmen lässt, ist inzwischen die gesamte Wärmepumpanlage ersetzt worden 

(act. 1, zu 3aa: «Nur so [durch den vollständigen Ersatz der Wärmepumpanlage] konnte 

die Funktions- und Betriebssicherheit der Heizungsanlage wieder hergestellt werden.»; 

zur ausstehenden Abnahme der neuen Anlage durch das Bauamt siehe act. 1, zu 3bb; 

siehe auch act. 1, S. 4 oben). Einerseits sind bei diesem Ersatz offenbar keine weiteren 

sichtbaren durch den Blitzschlag verursachten Schäden entdeckt worden. Jedenfalls 

wurde nichts dergleichen von der Beschwerdeführerin vorgebracht. Andererseits 

erfolgte der Ersatz bzw. die Veränderung der bestehenden Wärmepumpanlage ohne 

Zustimmung der Vorinstanz, mithin in Missachtung des Veränderungsverbots nach 

Art. 44 GVG. Dieses bestimmt, dass an der beschädigten Liegenschaft – ohne 

Zustimmung der Vorinstanz (Art. 65 Abs. 1 VO GVG) – keine Veränderungen 

vorgenommen werden dürfen, durch welche die Abklärung der Schadenursache oder 

die Schätzung des Schadens verunmöglicht oder erschwert wird (Art. 44 Abs. 1 Satz 1 

GVG; zu den vorliegend nicht einschlägigen Ausnahmen von diesem Verbot siehe 

Art. 44 Abs. 1 Satz 2 GVG und Art. 65 Abs. 2 VO GVG). Die Nichtbeachtung des 

2.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die amtlichen 

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind mit Blick auf den Verfahrensausgang 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von CHF 1'500 ist ihr daran vollumfänglich anzurechnen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 

Veränderungsverbots kann zu einem Verlust der Versicherungsleistungen führen 

(Art. 44 Abs. 2 GVG). Wird das Veränderungsverbot übertreten, so wird der Schaden 

berücksichtigt, der sich noch zuverlässig feststellen lässt (Art. 46 Abs. 2 GVG). Deshalb 

und weil die vom Blitzschlag betroffene Wärmepumpanlage nicht mehr besteht, kann 

von weiteren Abklärungen keine zusätzliche Erkenntnis zur Beschädigung mehr 

erwartet werden. Die Folgen der daraus resultierenden, von der Beschwerdeführerin zu 

verantwortenden Beweislosigkeit hat sie sowohl nach den allgemeinen Regeln zur 

Beweislastverteilung (siehe E. 2.4.2 hiervor) als auch nach den spezifisch 

gebäudeversicherungsrechtlichen Bestimmungen (Art. 46 Abs. 2 GVG) zu tragen.

Bezüglich der Beschädigung der Wärmepumpe ist somit festzustellen, dass eine 

solche nur an den Kompressoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen ist. 

Da eine Beschädigung an den restlichen Bestandteilen der Wärmepumpe nicht 

nachgewiesen ist, besteht für deren Ersatz von vornherein kein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen (Art. 36 Abs. 1 GVG; vgl. BGer 2C_702/2010 vom 21. Juni 

2011 E. 4.6). Denn bei einem Teilschaden wie dem vorliegenden sind die bei der 

Wiederherstellung verwendbaren Teile (also konkret die noch verwendbaren Teile der 

Wärmepumpanlage) von der Leistungspflicht auszuklammern. Würde in einem solchen 

Fall wie beim Totalschaden der volle Versicherungswert als Schaden anerkannt, würde 

dies im Ergebnis zu einer Überentschädigung des Geschädigten, der eben bloss einen 

Teil- und keinen Totalschaden erlitten hat, führen (vgl. BGer 2C_702/2010 vom 21. Juni 

2011 E. 4.6). Darin wäre eine Verletzung des Überentschädigungsverbots im Sinn von 

Art. 36 Abs. 3 GVG zu erblicken. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin folglich zu 

Recht (nur) die Kosten für einen neuwertigen Ersatz beider Kompressoren (siehe etwa 

act. 2, E. 2.3b/aa) und damit die wirklichen Kosten der Wiederherstellung der 

Wärmepumpanlage zugesprochen. Es verhält sich hier nicht anders als bei den von der 

Vorinstanz zutreffend als Vergleich herangezogenen Versicherungsleistungen für die 

Dachreparatur (act. 8.13, S. 2 Mitte).

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf eine Entschädigung ausseramtlicher Kosten bzw. auf eine Umtriebsentschädigung 

(Art. 98  VRP).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird ihr daran 

angerechnet.

3.

Es werden keine ausseramtlichen Entschädigungen zugesprochen.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 11.03.2024
	Gebäudeversicherung. Art. 34 Abs. 1 GVG, Art. 36 GVG und Art. 50 Abs. 1 VO GVG. Ein Teilschaden an einem zum Neuwert versicherten Gebäude wird nach den Wiederherstellungskosten berechnet. Die Versicherungsleistung darf in keinem Fall die wirklichen Kosten der Wiederherstellung übersteigen. (Verwaltungsgericht B 2023/181). Auf eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 2. Mai 2024 nicht ein (Verfahren 2C_179/2024)

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2026-01-28T05:29:52+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen