# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2990d41-270f-504b-a2e7-43ac716f9b01
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.04.2008 D-2134/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2134-2008_2008-04-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2134/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A p r i l  2 0 0 8

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren _______, Irak,
vertreten durch lic. iur. Claudia Zumtaugwald, 
Rechtsanwältin, _______,
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern.

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
7. März 2008 / D-748/2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2134/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das BFM mit Verfügung vom 7. Januar 2008 die am 7. Dezember 
2005  angeordnete  vorläufige  Aufnahme  des  Gesuchstellers  in  der 
Schweiz aufhob und ihm Frist zum Verlassen der Schweiz ansetzte, 

dass der Gesuchsteller am 5. Februar 2008 – handelnd durch seinen 
damaligen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde einreichte, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
14. Februar 2008 festhielt, der Gesuchsteller könne den Ausgang des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten, 

dass der Gesuchsteller gleichzeitig – unter Androhung des Nichteintre-
tens im Unterlassungsfall  –  aufgefordert  wurde, bis  zum 28. Februar 
2008 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- einzuzahlen (Art. 63 Abs. 4 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren [VwVG, SR 172.021]), 

dass  der  einverlangte  Kostenvorschuss  innert  der  angesetzten  Frist 
nicht eingezahlt wurde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  in der Folge – im einzelrichterli-
chen Verfahren (Art. 111 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31]) – mit Urteil vom 7. März 2008 auf die Beschwerde 
vom 5. Februar 2008 androhungsgemäss nicht eintrat, 

dass der Gesuchsteller – handelnd durch seine derzeitige Rechtsver-
treterin – am 2. April 2008 mit zwei separaten Eingaben ans Bundes-
verwaltungsgericht gelangte, namentlich mit einer als „Fristwiederher-
stellungsgesuch“ bezeichneten Eingabe sowie einem Gesuch um Zu-
stellung eines neuen Einzahlungsscheins betreffend den am 14. Feb-
ruar 2008 einverlangten Kostenvorschuss, 

dass in der als „Fristwiederherstellungsgesuch“ bezeichneten Eingabe 
um ein Aussetzen des Wegweisungsvollzuges ersucht wurde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
4. April 2008 die als „Fristwiederherstellungsgesuch“ bezeichnete Ein-

Seite 2

D-2134/2008

gabe als Revisionsgesuch gegen das Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts vom 7. März 2008 entgegen nahm, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gleichzeitig – zufolge Aussichtslo-
sigkeit  der Begehren – das Gesuch um ein Aussetzen des Wegwei-
sungsvollzuges (im Sinne von Art. 112 AsylG) abwies, 

dass der Gesuchsteller ferner – unter Androhung des Nichteintretens 
im Unterlassungsfall – aufgefordert wurde, bis zum 21. April 2008 ei-
nen Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- einzuzahlen (Art. 37 VGG i.V.m. 
Art. 63  Abs. 4  und  68  Abs.  2  VwVG;  Art. 1-3  des  Reglements  vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass der einverlangte Kostenvorschuss am 11. April 2008 fristgerecht 
eingezahlt wurde, 

das der Gesuchsteller – handelnd durch seine derzeitige Rechtsvertre-
terin – mit Eingabe vom 17. April 2008 an seinem Gesuch um Fristwie-
derherstellung und Revision festhielt, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass es ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es 
in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. dazu BVGE 
2007/21 E. 2.1 S. 244), 

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft 
beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2005, S. 269), 

Seite 3

D-2134/2008

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile  aus 
den  in  Art. 121-123  BGG  aufgeführten  Gründen  in  Revision  zieht 
(Art. 45  VGG),  wobei  Gründe,  welche  bereits  im  ordentlichen  Be-
schwerdeverfahren hätten geltend gemacht werden können, nicht als 
Revisionsgründe gelten (Art. 46 VGG), 

dass auf Inhalt, Form, Verbesserung und Ergänzung des Revisionsge-
suches die Art. 52 und 53 VwVG Anwendung finden, wobei in der Be-
gründung insbesondere  der  angerufenen Revisionsgrund  anzugeben 
und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens (im Sinne von Art. 124 
BGG) darzutun ist (Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG), 

dass  die  als  „Fristwiederherstellungsgesuch“  bezeichnete  Eingabe 
vom 2. April 2008 offenkundig auf eine Änderung respektive auf eine 
Aufhebung des am 7. März 2008 ergangenen Prozessurteils abzielt, 

dass  sich  der  Gesuchsteller  dabei  zweifelsohne  auf  den  Revisions-
grund nach Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG beruft (nachträgliches Erfahren 
einer  erheblichen  Tatsache),  indem er  sich  auf  ein  angeblich  unver-
schuldetes Versäumen der ihm mit Zwischenverfügung vom 14. Febru-
ar 2008 angesetzten Zahlungsfrist beruft und um eine Wiederherstel-
lung derselben nach Art. 24 Abs. 1 VwVG ersucht, 

dass  im Falle  einer  Gutheissung  der  beantragten Fristwiederherstel-
lung  dem  Prozessurteil  vom 7.  März  2008  die  Grundlage  entzogen 
würde, womit das Urteil revisionsweise aufzuheben wäre, 

dass die Eingabe vom 2. April 2008 im Übrigen zweifelsohne innert der 
vorliegend zu beachtenden Fristen von 30 respektive 90 Tagen erfolgte 
(30 Tage für das Fristwiederherstellungsgesuch gemäss Art. 24 VwVG 
[gemäss  der  seit  dem 1. Januar  2008  in  Kraft  stehenden  Fassung], 
respektive 90 Tage für die Revision [Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG]), wes-
halb darauf als  form- und fristgerecht eingereichtes Revisionsgesuch 
einzutreten ist, 

dass in der Gesuchseingabe vom 2. April  2008 zur Hauptsache gel-
tend gemacht wurde, der vormalige Rechtsvertreter  des Gesuchstel-
lers habe seinem Mandanten die Zwischenverfügung vom 14. Februar 
2008 per Einschreiben zugestellt (am 16. Februar 2006), zwecks Zah-
lung des Vorschusses, der Gesuchsteller habe jedoch einerseits nicht 
mit  einer Zustellung per Einschreiben rechnen müssen,  andererseits 
habe er auch keine Abholungseinladung der Post vorgefunden, wes-

Seite 4

D-2134/2008

halb er das Schreiben vom 16. Februar 2008 nicht abgeholt habe res-
pektive nicht habe abholen können, 

dass die eingeschriebene Sendung (vom 16. Februar 2006) wieder an 
seinen vormaligen Rechtsvertreter zurückgegangen sei, womit der Ge-
suchsteller  –  in  unverschuldeter  Weise – den Kostenvorschuss nicht 
habe leisten können, 

dass das Schreiben vom 16. Februar 2008 laut  einem vom Gesuch-
steller  vorgelegten  Beweismittel  bereits  am  27.  Februar  2008  (um 
10:27 Uhr) – also während noch laufender Frist – an seinen vormali-
gen Rechtsvertreter zurückgegangen war, 

dass diesbezüglich in der Eingabe vom 17. Februar 2008 ausgeführt 
wurde,  der  vormalige  Rechtsvertreter  sei  am 27. Februar  2008  den 
ganzen Tag auswärts tätig gewesen, so dass ihm eine nochmalige Zu-
stellung per A-Post mehr möglich gewesen sei respektive eine solche 
ohnehin zu spät angekommen wäre, 

dass zu jenem Zeitpunkt nicht genügend Zeit gewesen sei, um noch 
zu handeln, mithin Anwälte darauf vertrauen dürften, eine gewisse Zeit 
zur  Verfügung zu haben,  um sich auf  unvorhergesehene  Situationen 
einzustellen, 

dass der vormalige Rechtsvertreter des Gesuchsteller in einem Bestä-
tigungsschreiben vom 15. April 2008 ferner anmerkte, er habe den Ge-
suchsteller zudem auch telefonisch nicht erreichen können, 

dass gemäss Lehre und Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 1 VwVG ein 
Fristversäumnis  nur  dann  unverschuldet  ist,  wenn  der  Partei  keine 
Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann und objektive Gründe vorlie-
gen (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtsprechung des Bundes, 2. Aufl. Zürich 1998, Rz. 345, S. 124 
f.; BGE 112 V 255, BGE 108 V 109; Verwaltungspraxis der Bundesbe-
hörden [VPB] 60.39, S. 367),

dass diesbezüglich dem behördlichen Ermessen zwar ein weiter Spiel-
raum eingeräumt ist, jedoch im Interesse der Rechtssicherheit und ei-
nes geordneten Verfahrensganges ein Hinderungsgrund nicht leichthin 
angenommen werden darf,

Seite 5

D-2134/2008

dass nach Lehre und Praxis nur solche Gründe als erheblich zu be-
trachten sind, die dem Gesuchsteller beziehungsweise dessen Rechts-
vertreter auch bei Anwendung der üblichen Sorgfalt die Wahrung sei-
ner Interessen verunmöglicht oder unzumutbar erschwert hätten, wo-
bei die Handlungen eines Rechtsvertreters seinem Mandanten anzu-
rechnen sind,

dass den Nachweis, dass die Frist wegen eines unverschuldeten Hin-
dernisses nicht gewahrt  werden konnte, der Gesuchsteller zu erbrin-
gen hat, wobei die entsprechenden Umstände zu beweisen sind und 
ein blosses Glaubhaftmachen insoweit nicht genügt (vgl. zum Ganzen: 
URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Ver-
waltungsrechtpflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 227 
ff., mit weiteren Hinweisen auf Lehre und Praxis), 

dass die Verfügung vom 14. Februar 2008 dem Rechtsvertreter rechts-
gültig eröffnet wurde,

dass sich der Gesuchsteller – dem wesentlichen Sinngehalt nach – so-
wohl in der Eingabe vom 2. April 2008 als auch in jener vom 17. April 
2008 auf blosse Kommunikationsprobleme beruft, welche zwischen ei-
nem Rechtsvertreter und seinem Mandanten durchaus entstehen kön-
nen, 

dass es indes alleine im Verantwortungsbereich der Partei liegt, in wel-
cher Form sie mit der von ihr gewählten Rechtsvertretung kommunizie-
ren will, 

dass  insbesondere  nach  rechtsgültiger  Eröffnung  einer  Verfügung 
durch die Behörden unerheblich bleiben muss, ob dessen Inhalt recht-
zeitig  auch  dem  Beschwerdeführer  zur  Kenntnis  gebracht  werden 
kann,

dass ohnehin ein angebliches Fehlverhalten der Post (angeblich feh-
lender Abholschein) nicht belegt werden konnte, 

dass  vorliegend  in  keiner  Weise  ein  unverschuldetes  Hinderniss  im 
Sinne der Praxis zu Art. 24 Abs. 1 VwVG geltend gemacht wird (vgl. zu 
den entsprechend strengen Voraussetzungen auch EMARK 2006 Nr. 
12), 

Seite 6

D-2134/2008

dass zudem - obwohl letztlich unerheblich - nicht ansatzweise nach-
vollziehbar wird, weshalb der Gesuchsteller respektive sein Rechtsver-
treter, nachdem der Rechtsvertreter schon am 27. Februar 2008 von 
der  erfolglosen  Zustellung  an  seinen  Mandanten  Kenntnis  erlangte, 
nicht eine fristwahrende Handlung – Zahlung des Kostenvorschusses, 
Gesuch  um  Fristerstreckung  oder  um  unentgeltliche  Rechtspflege  – 
hätte vornehmen können, 

dass die sinngemäss anders lautenden Vorbringen in der Eingabe vom 
17. April 2008 an der Sache vorbeigehen, 

dass schliesslich auch die versäumte Rechtshandlung innert Frist nicht 
nachgeholt wurde,

dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  die  Voraussetzungen  für 
eine Fristwiederherstellung im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG nicht er-
füllt sind, 

dass damit der angerufene Revisionsgrund nach Art. 123 Abs.2 Bst. a 
BGG – das angeblich nachträgliche Erfahren einer erheblichen Tatsa-
che – nicht gegeben ist, 

dass demnach in der Eingabe vom 2. April 2008 keine revisionsrecht-
lich relevanter Grunde dargetan wird, weshalb das Gesuch um Revisi-
on des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. März 2008 ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten,  welche  auf 
Fr. 1'200.--  bestimmt  werden,  dem  Gesuchsteller  aufzuerlegen  sind 
(Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1-3 VGKE]), 

dass die Verfahrenskosten mit dem am 11. April 2008 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 7

D-2134/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden dem Gesuchsteller auf-
erlegt.  Dieser Betrag wird mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kos-
tenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Gesuchstellers  (Einschreiben;  Beilage: 
Verfügung des BFM vom 7. Januar 2008 im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

Seite 8