# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bb6570f-69da-565a-a085-0d1056af22f0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2017 D-1872/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1872-2017_2017-06-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1872/2017 
pjn 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, 

Anwältinnenbüro,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 23. Februar 2017 / N (…). 

 

 

 

D-1872/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine eritreische Staatsangehörige mit letztem 

Wohnsitz in B._______ (Distrikt Senafe, Region Debub), verliess ihr Hei-

matland eigenen Angaben zufolge Mitte des Jahres 2014 illegal in Richtung 

Sudan. Ungefähr ein halbes Jahr später sei sie zunächst nach Libyen und 

von dort aus in einem Schiff nach Italien gelangt. Am 24. August 2015 sei 

sie von Italien herkommend illegal in die Schweiz eingereist. Gleichentags 

suchte sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um 

Asyl nach. Am 26. August 2015 wurde bei der Beschwerdeführerin eine 

radiologische Handknochenanalyse durchgeführt, welche ein Knochenal-

ter von achtzehn Jahren oder mehr ergab. Nach dem Transfer ins EVZ 

D._______ wurde die Beschwerdeführerin dort am 2. Oktober 2015 zu ih-

rer Identität und zum Reiseweg befragt. Zudem wurde ihr das rechtliche 

Gehör zu allfälligen gesundheitlichen Problemen gewährt. Im Anschluss 

daran führte das SEM mit der Beschwerdeführerin eine kurze Anamnese 

sowie eine Nachbefragung zu ihrem Alter durch. Dabei wurde ihr mitgeteilt, 

sie werde aufgrund des Ergebnisses der durchgeführten Knochenaltersbe-

stimmung sowie aus weiteren Gründen als volljährig erachtet. Der Be-

schwerdeführerin wurde zu diesen Feststellungen das rechtliche Gehör ge-

währt. Ausserdem wurde ihr das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zu-

ständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens gewährt. In der Folge wurde die Beschwerdeführerin für die Dauer 

des Verfahrens dem Kanton E._______ zugewiesen. Am 7. Februar 2017 

wurde die Beschwerdeführerin ausführlich zu ihren Asylgründen angehört. 

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, sie sei im Jahr 2000 geboren worden und habe von 

Geburt bis zur Ausreise zusammen mit ihren Eltern und Geschwister in 

B._______ gelebt. Sie hätten dort Landwirtschaft betrieben. Sie spreche 

nur Saho, ihre Arabischkenntnisse seien schlecht. Die Schule, welche sie 

besucht habe, sei relativ weit entfernt gewesen, sie habe auf dem Weg 

dorthin einen Berg überqueren müssen und sei jeweils müde in der Schule 

angekommen. Sie habe daher nicht mehr zur Schule gehen wollen. Sie 

habe aber gewusst, dass man von der Armee eingezogen werde, wenn 

man nicht zur Schule gehe. Daher habe sie nicht einfach zuhause bleiben 

können. Aus diesem Grund habe sie sich zur Ausreise aus Eritrea entschie-

den. Nach den Schulferien Mitte 2014 sei sie nicht mehr in die Schule zu-

rückgekehrt, sondern sei ohne jemandem etwas zu sagen via Senafe und 

D-1872/2017 

Seite 3 

Asmara nach Tesseney gelangt und von dort aus zu Fuss zusammen mit 

anderen Ausreisewilligen illegal aus Eritrea ausgereist.  

A.c Die Beschwerdeführerin reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Ver-

fahrens lediglich eine Kopie eines Ausweispapieres ihrer Mutter zu den Ak-

ten.  

B.  

Mit Verfügung vom 23. Februar 2017 – eröffnet am 28. Februar 2017 – 

stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingsei-

genschaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz. Gleichzeitig ordnete sie infolge Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin in der 

Schweiz an.  

Zur Begründung ihres Entscheids führte die Vorinstanz im Wesentlichen 

aus, die blosse Befürchtung, in unbestimmter Zukunft festgenommen oder 

inhaftiert zu werden, sei nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG. Im 

Fall der Beschwerdeführerin habe keine begründete Annahme dafür be-

standen, dass sie allenfalls eine Verhaftung zu befürchten gehabt hätte. 

Sie habe keinen persönlichen Behördenkontakt gehabt und sei nicht von 

den eritreischen Behörden angesprochen, befragt oder auf andere Art und 

Weise behelligt worden. Betreffend die geltend gemachte illegale Ausreise 

sei auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7898/2015 vom 

30. Januar 2017 (Referenzurteil) zu verweisen. Demnach sei nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich eritrei-

sche Staatsangehörige aufgrund einer illegalen Ausreise mit Sanktionen 

ihres Heimatstaates konfrontiert sähen, die bezüglich ihrer Intensität und 

der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche 

die Beschwerdeführerin in den Augen des eritreischen Regimes als miss-

liebige Person erscheinen lassen würden, seien ebenfalls nicht ersichtlich. 

Es sei davon auszugehen, dass sie vor ihrer illegalen Ausreise keinen Be-

hördenkontakt gehabt habe. Sie sei auch nicht für den Militärdienst aufge-

boten worden. Insgesamt sei festzustellen, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin nicht asylrelevant seien und sie auch keine begründete 

Furcht habe, im Falle einer Rückkehr nach Eritrea ernsthaften Nachteilen 

im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

C.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. März 2017 liess die 

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Seite 4 

Beschwerdeführerin diesen Entscheid anfechten. Dabei wurde beantragt, 

die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und die Sache sei zur voll-

ständigen und richtigen Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts so-

wie zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin im Beisein einer Ver-

trauensperson unter Beiziehung einer Dolmetscherin oder eines Dolmet-

schers in der Sprache Saho erneut zu den Asylgründen anzuhören. Ferner 

wurde um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG sowie um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht.  

Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: die angefochtene vor-

instanzliche Verfügung (Original), eine Vollmacht vom 24. März 2017 (Ori-

ginal), eine Kopie des Rückscheins, eine Bestätigung des Bezugs von 

Asylsozialhilfe vom 27. März 2017 (Kopie) sowie eine Kostennote vom 

28. März 2017.  

D.  

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 

31. März 2017 gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 110a 

Abs. 1 AsylG wurde ebenfalls gutgeheissen, und der Beschwerdeführerin 

wurde ihre Rechtsvertreterin, Fürsprecherin Laura Rossi, als Rechtsbei-

ständin beigeordnet. Ferner wurde das SEM zur Einreichung einer Ver-

nehmlassung innert Frist aufgefordert. 

E.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 7. April 2017 vollumfänglich 

an seiner Verfügung fest. 

F.  

Der Beschwerdeführer liess darauf mit Eingabe vom 21. April 2017 repli-

zieren. 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vor-

instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sach-

gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach 

ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Be-

schwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des Asyl-

gesetzes (AsylG; SR 142.31) ergangen sind, und entscheidet in diesem 

Bereich endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme besteht 

nicht. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Mit der vorliegenden Beschwerde wird den klaren Anträgen sowie der Be-

schwerdebegründung zufolge ausdrücklich lediglich eine formelle Überprü-

fung der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. Februar 2017 verlangt, indem 

beantragt wird, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und die Sa-

che sei zur korrekten Sachverhaltserstellung und zur neuen Entscheidung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung zur 

Durchführung einer erneuten Anhörung. Gegenstand des vorliegenden Be-

schwerdeverfahrens bildet demnach lediglich die Frage, ob die angefoch-

tene Verfügung an formellen Mängeln leidet und deswegen zu kassieren 

ist.  

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Seite 6 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe den rechts-

erheblichen Sachverhalt mangelhaft festgestellt und damit den Anspruch 

der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt. Die Beschwerde-

führerin habe bereits bei der Befragung zu Person (BzP) angegeben, sie 

wolle in der Sprache Saho angehört werden, da ihre Arabischkenntnisse 

ungenügend seien. Dennoch habe die Vorinstanz die Anhörung mit einer 

Arabisch-Dolmetscherin durchgeführt. Die Beschwerdeführerin habe um-

gehend erklärt, sie spreche kein respektive nur sehr wenig Arabisch, sie 

verstehe es auch nicht gut. Im Verlauf der Anhörung habe es denn auch 

immer wieder Situationen gegeben, in welchen die Beschwerdeführerin die 

ihr gestellten Fragen nicht verstanden habe. Die Hilfswerksvertretung habe 

festgehalten, dass die Anhörung auf Arabisch durchgeführt worden sei, 

weil kein Saho-Dolmetscher vorhanden gewesen sei. Die Fragen hätten 

stark vereinfacht gestellt und oft wiederholt und umformuliert werden müs-

sen. Der Sachverhalt habe so nicht geklärt werden können. Die Beschwer-

deführerin habe so auch die Rückübersetzung nicht kontrollieren können. 

Aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten habe der rechtserhebliche 

Sachverhalt nicht richtig und vollständig erhoben werden können. Die Vor-

instanz habe damit ihre Abklärungspflicht respektive den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf rechtliches Gehör und damit indirekt auch Art. 3 

AsylG verletzt. Ferner sei das SEM zu Unrecht von der Volljährigkeit der 

Beschwerdeführerin ausgegangen. Die Beschwerdeführerin habe angege-

ben, sie sei im Jahr 2000 geboren worden. Die Knochenaltersbestimmung 

habe erheben, dass sie achtzehn Jahre oder älter sei. Eine Abweichung 

zwischen dem Knochenalter und dem tatsächlichen Alter von bis zu drei 

Jahren sei jedoch noch innerhalb des Normbereichs. Der Beschwerdefüh-

rerin könne demnach keine Täuschung über ihr Alter nachgewiesen wer-

den. Die Hilfswerksvertretung habe festgehalten, dass die Unsicherheit der 

Beschwerdeführerin sowie deren Aussehen für ihre Minderjährigkeit spre-

chen würden. Die Rechtsvertreterin habe auch den Eindruck, dass die Be-

schwerdeführerin im heutigen Zeitpunkt eher 17 als 20 Jahre alt sei. Ins-

gesamt sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin heute (noch) 

minderjährig sei, weshalb die Schutzbestimmungen zugunsten von unbe-

gleiteten minderjährigen Asylsuchenden anzuwenden seien. Die Vor-

instanz habe die Anhörung ohne Beisein einer Vertrauensperson gemäss 

Art. 17 Abs. 3 Bst. c AsylG durchgeführt und dadurch den Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt. Die Anhörung müsse daher im Beisein einer 

Vertrauensperson wiederholt werden. Aus diesen Gründen müsse die vor-

instanzliche Verfügung aufgehoben und die Sache zur vollständigen und 

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Seite 7 

richtigen Sachverhaltsermittlung und zur neuen Entscheidung an das SEM 

zurückgewiesen werden.  

4.2 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, es verfüge zurzeit nicht 

über einen Dolmetscherin oder einen Dolmetscher, welche(r) Saho spre-

che. Diese Situation werde sich auch in naher Zukunft nicht ändern, da die 

Rekrutierung von Saho-Dolmetschern sehr schwierig sei. Eine Rückwei-

sung der Sache an das SEM zwecks Wiederholung der Anhörung würde 

daher bezüglich der Anhörungssprache nicht zu einem anderen Resultat 

führen. Es sei zutreffend, dass die Beschwerdeführerin mehrmals gesagt 

habe, sie beherrsche die arabische Sprache nicht gut. Aus dem Protokoll 

gehe hervor, dass sie bisweilen Wörter oder Sätze nicht auf Anhieb ver-

standen habe. Es sei indessen daraus auch ersichtlich, dass die befra-

gende Person explizit und umsichtig auf dieses Problem eingegangen sei 

und die Fragen wiederholt und erklärt habe. Es könne daher davon ausge-

gangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Asylgründe ausrei-

chend habe darlegen können. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin die 

Rückübersetzung sehr aufmerksam verfolgt, habe auch Rückfragen ge-

stellt und Korrekturen angebracht. Im vorliegenden Fall könne daher ins-

gesamt davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Asylgründe in ausreichender Qualität habe schildern können, weshalb 

keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör begangen worden 

sei.  

4.3 In der Replik wird entgegnet, aufgrund der aktenkundigen Verständi-

gungsschwierigkeiten stehe fest, dass die Vorinstanz den rechtserhebli-

chen Sachverhalt nicht vollständig und korrekt habe erheben können. Da-

mit sei der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Diese Verlet-

zung könne nur mittels einer erneuten Anhörung der Beschwerdeführerin 

geheilt werden. Das SEM sei daher zu verpflichten, einen Saho-sprechen-

den Dolmetscher respektive eine entsprechende Dolmetscherin wenn nö-

tig im nahen Ausland zu rekrutieren. Sollte eine Anhörung in Saho tatsäch-

lich nicht möglich sein, müsse die Anhörung zumindest mit einer Arabisch-

Dolmetscherin aus der Herkunftsregion der Beschwerdeführerin durchge-

führt werden. Es müsste sichergestellt werden, dass die Beschwerdefüh-

rerin die dolmetschende Person verstehe. Ohnehin müsse aufgrund der 

Minderjährigkeit der Beschwerdeführerin die Anhörung in Anwesenheit ei-

ner Vertrauensperson wiederholt werden; die Vorinstanz habe auch in die-

sem Punkt die Verfahrensbestimmungen (Art. 17 AsylG) und den Gehörs-

anspruch verletzt.  

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Seite 8 

5.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vorinstanzliche Verfügung – wie in der 

Beschwerde gerügt wird – unter formellen Mängeln leidet, welche eine 

Kassation erforderlich machen. 

5.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, anlässlich der Anhörung sei 

es zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen der dolmetschenden Per-

son und der Beschwerdeführerin gekommen. Der rechtserhebliche Sach-

verhalt habe aus diesem Grund nicht richtig und vollständig erhoben wer-

den können. Die Vorinstanz habe demnach ihre Abklärungspflicht respek-

tive den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt. 

5.1.1 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden 

den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei 

muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter-

lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber 

ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung 

dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter 

belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sach-

verhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den 

Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für 

die Entscheidung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. 

dazu CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, 

Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV, Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und 29 AsylG) ergibt sich zudem, 

dass Asylsuchenden das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) 

sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. Die ausführliche Darlegung der 

materiellen Begründung eines Asylgesuchs erfordert ein hohes Mass an 

sprachlichem Verständnis zwischen befragender und befragter Person be-

ziehungsweise zwischen Letzterer und dem oder der allenfalls anwesen-

den Dolmetscher/Dolmetscherin. Asylsuchende haben deshalb grundsätz-

lich einen Anspruch darauf, ihre Asylgründe in einer von ihnen beherrsch-

ten Sprache vorbringen zu dürfen (vgl. dazu beispielsweise das Urteil  

E-19/2015 des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Juli 2015 mit Hinweis 

auf Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 36 E. 3 und 4). 

D-1872/2017 

Seite 9 

5.1.2 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Muttersprache 

der Beschwerdeführerin die Sprache Saho ist. Eigenen Angaben zufolge 

spricht sie ausser Saho nur ein wenig Arabisch (vgl. A12 S. 4 und A29 S. 2). 

Den Akten zufolge stand dem SEM indessen im Zeitpunkt der Anhörung 

keine Dolmetscherin respektive kein Dolmetscher für die Sprache Saho 

mehr zur Verfügung, weshalb die Anhörung auf Arabisch durchgeführt 

wurde. Die Beschwerdeführerin zeigte sich darüber verständlicherweise 

wenig erfreut. Trotzdem konnte die Anhörung in der Folge mit ihrer Einwil-

ligung durchgeführt werden. Eine Durchsicht des Anhörungsprotokolls 

zeigt sodann, dass die befragende Person die Fragen teilweise wiederho-

len und umformulieren und/oder Folgefragen stellen musste, weil die Be-

schwerdeführerin nicht alles auf Anhieb verstand. Dieser Umstand wurde 

auch von der Hilfswerksvertretung auf ihrem Unterschriftenblatt hervorge-

hoben (vgl. A29 S. 27). Dem Protokoll kann indes entnommen werden, 

dass die Beschwerdeführerin die gestellten Fragen letztlich verstanden 

hat, zumal sie darauf im Ergebnis jeweils schlüssige Antworten gab. Diese 

Einschätzung wird durch die im Anschluss an die Anhörung verfasste Ak-

tennotiz des SEM bestätigt, worin ausgeführt wird, die Beschwerdeführerin 

habe jeweils nachgefragt und die Fragen dann beantworten können, wes-

halb davon auszugehen sei, sie habe die Dolmetscherin verstanden (vgl. 

A31). Insbesondere bei den Fragen zu den Asylgründen (vgl. A29 S. 14 ff.) 

sind aus dem Protokoll keine gravierenden Verständigungsprobleme er-

sichtlich. Das Protokoll wurde der Beschwerdeführerin zudem rücküber-

setzt, wobei sie offenbar aufmerksam zugehört, Rückfragen gestellt und 

eine Korrektur angebracht habe (vgl. A31). Anschliessend bestätigte sie mit 

ihrer Unterschrift die Richtigkeit und Vollständigkeit des Protokolls (vgl. A29 

s. 26). Insgesamt kann demnach davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin dank der umsichtigen Befragungsweise trotz der un-

günstigen Ausgangslage in der Lage war, die ihr gestellten Fragen adäquat 

zu beantworten und alle relevanten Sachumstände hinreichend darzule-

gen. Diese Einschätzung wird durch den Umstand erhärtet, dass auf Be-

schwerdeebene keine weiteren Sachverhaltselemente vorgebracht wer-

den und nicht konkret dargelegt wird, inwiefern der Sachverhalt unvollstän-

dig oder unrichtig erhoben worden sei; daraus ist zu schliessen, dass die 

Beschwerdeführerin alle wesentlichen Sachverhaltselemente anlässlich 

der erfolgten Anhörung vortragen konnte. Eine erneute Anhörung erscheint 

bei dieser Sachlage wenig sinnvoll, zumal dem SEM offenbar nach wie vor 

kein(e) Dolmetscher(in) für die Sprache Saho zur Verfügung steht (vgl. 

dazu die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 7. April 2017).  

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Seite 10 

5.1.3 Die Rüge, wonach der rechtserhebliche Sachverhalt aufgrund der 

Befragung der Beschwerdeführerin in arabischer Sprache nicht vollständig 

respektive nicht richtig habe festgestellt werden können, was eine Gehörs-

verletzung darstelle, ist nach dem Gesagten als unbegründet zu qualifizie-

ren.  

5.2 In der Beschwerde wird ausserdem gerügt, die Vorinstanz sei zu Un-

recht von der Minderjährigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen und 

habe es als Folge davon unterlassen, die Anhörung der Beschwerdeführe-

rin in Anwesenheit einer Vertrauensperson durchzuführen. Auch aus die-

sem Grund habe der rechtserhebliche Sachverhalt nur mangelhaft festge-

stellt werden können.  

5.2.1 Die asylsuchende Person hat im Rahmen der ihr obliegenden Mitwir-

kungspflicht ihre Identität offenzulegen und ihre Reisepapiere und Identi-

tätsausweise abzugeben (Art. 8 Abs. 1 Bstn. a und b AsylG). Ausserdem 

hat die asylsuchende Person insbesondere die geltend gemachte Minder-

jährigkeit zu beweisen, soweit der Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen. Gemäss Rechtsprechung trägt die asylsu-

chende Person die Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit, das 

heisst die behauptete Minderjährigkeit gilt als unbewiesen, wenn weder der 

asylsuchenden Person der Nachweis gelingt, dass sie jünger als 18 Jahre 

alt ist, noch der Behörde, dass sie 18-jährig oder älter ist (vgl. dazu bei-

spielsweise das Urteil D-5785/2015 des Bundesverwaltungsgerichts vom 

10. März 2016, E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen einer Gesamt-

würdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder 

gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzuneh-

men (vgl. dazu beispielsweise das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

E-429/2015 vom 12. Februar 2015 E. 5.1 S. 9 mit Hinweis auf EMARK 

2004 Nr. 30 E. 5.2 sowie E. 5.3.4). Fehlen rechtsgenügliche Identitätsaus-

weise, so kann im Rahmen der Feststellung des Sachverhalts mit Unter-

stützung wissenschaftlicher Methoden – beispielsweise Knochenalters-

analysen – abgeklärt werden, ob die Altersangabe der asylsuchenden Per-

son dem tatsächlichen Alter entspricht (Art. 17 Abs. 3bis AsylG; Art. 7 Abs. 1 

AsylV 1). 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin erklärte anlässlich der Befragung zur Person 

(BzP) vom 2. Oktober 2015, sie kenne ihr genaues Geburtsdatum nicht, 

sie wisse aber von ihrer Mutter, dass sie im Jahr 2000 geboren worden sei. 

Somit sei sie 15 Jahre alt. Die vom SEM aufgrund von berechtigten Zwei-

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Seite 11 

feln an der behaupteten Minderjährigkeit veranlasste radiologische Unter-

suchung vom 26. August 2015 ergab dagegen ein Knochenalter der Be-

schwerdeführerin von achtzehn oder mehr Jahren (vgl. A9). Der Unter-

schied zu dem von ihr im Zeitpunkt der Durchführung der Handkno-

chenanalyse angegeben Alter beträgt somit rund drei Jahre. Zwar lassen 

die Ergebnisse einer radiologischen Untersuchung keine sicheren 

Schlüsse auf die Voll- oder Minderjährigkeit zu. Auch weisen sie generell 

nur einen beschränkten Aussagewert zur Bestimmung des tatsächlichen 

Alters auf, insbesondere dann, wenn das behauptete Alter mit dem festge-

stellten Knochenalter um weniger als drei Jahre variiert (vgl. EMARK 2000 

Nr. 19, bestätigt u.a. in EMARK 2000 Nr. 28, 2001 Nr. 23, 2004 Nr. 30). 

Dem Ergebnis der vorliegenden Handknochenanalyse kommt somit zwar 

kein erhöhter Beweiswert zu, aber es stellt durchaus ein Indiz für eine un-

zutreffende Altersangabe der Beschwerdeführerin respektive ihre mögliche 

Volljährigkeit dar. Die weiteren – äusserst vagen – Aussagen der Be-

schwerdeführerin anlässlich des ihr gewährten rechtlichen Gehörs zum Er-

gebnis der radiologischen Untersuchung sind nicht geeignet, die vorge-

brachte Minderjährigkeit plausibel zu machen. Ferner ist zu bemerken, 

dass die Beschwerdeführerin aussagte, ihr Geburtsdatum sei in ihrem 

Schulzeugnis vermerkt gewesen, sie könne sich aber nicht daran erinnern 

(vgl. A15 S. 3). Wenn jedoch im Schulzeugnis ihr genaues Geburtsdatum 

stand, erscheint es wenig glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin dieses 

nicht kannte respektive dass ihre Mutter ihr anlässlich ihrer Einschulung 

lediglich das Geburtsjahr mitgeteilt habe. Es ist zudem festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin bis heute weder Identitätspapiere noch anderwei-

tige Unterlagen einreichte, welche Rückschlüsse auf ihre Identität, insbe-

sondere ihr Alter, zulassen würden. Sie gab zwar bei der BzP zu Protokoll, 

sie habe einen Passierschein für die Schule gehabt sowie Schulzeugnisse 

(vgl. A12 S. 6), unterliess es aber, diese Dokumente zu beschaffen, obwohl 

sie dazu mehrfach aufgefordert worden war. Anlässlich der Anhörung er-

wähnte sie einen Schulausweis und führte aus, dieser sei möglicherweise 

vernichtet worden, jedenfalls könne sie ihn nicht mehr beschaffen (vgl. A29 

S. 4). Stattdessen reichte sie eine Kopie der Identitätskarte ihrer Mutter ein; 

dieses Dokument ist jedoch offensichtlich nicht geeignet, ihre angebliche 

Minderjährigkeit zu belegen. Die Hilfswerksvertretung erwähnte zum The-

ma Minderjährigkeit auf dem Unterschriftenblatt zwar, dass die Beschwer-

deführerin aufgrund ihres Aussehens und ihrem Auftreten eher einen min-

derjährigen Eindruck erwecke (vgl. A29 S. 27). Allein diese subjektive Ein-

schätzung vermag indessen die behauptete Minderjährigkeit nicht glaub-

haft zu machen, zumal das SEM im Widerspruch dazu feststellte, die Be-

D-1872/2017 

Seite 12 

schwerdeführerin sehe älter aus als angegeben (vgl. A15 S. 3). Die Vor-

bringen auf Beschwerdeebene vermögen sodann ebenfalls nicht zur Klä-

rung des wahren Alters der Beschwerdeführerin beizutragen. Das Ausrei-

semotiv der Beschwerdeführerin (Angst vor einer Einberufung in den Mili-

tärdienst) ist schliesslich ebenfalls ein – wenn auch schwaches – Indiz da-

für, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise im Jahr 2014 bereits an der Grenze 

zur Volljährigkeit stand und demnach im Asylverfahren tatsachenwidrige 

Angaben zu ihrem Alter machte.  

5.2.3 Nach Würdigung aller Umstände ist festzustellen, dass es der Be-

schwerdeführerin, welche die Beweislast trägt, nicht gelungen ist, die gel-

tend gemachte Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Das SEM ist daher 

zu Recht von der Volljährigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen. So-

mit ist auch nicht zu beanstanden, dass das SEM auf die Beiordnung einer 

Vertrauensperson im Sinne von Art. 17 Abs. 3 AsylG verzichtet hat und die 

Anhörung ohne Vertrauensperson durchgeführt wurde. Es liegt diesbezüg-

lich kein Verfahrensfehler seitens des SEM vor. 

5.3 Insgesamt erweisen sich die prozessualen Rügen der Beschwerdefüh-

rerin als unbegründet. Der rechtserhebliche Sachverhalt war und ist hinrei-

chend festgestellt, eine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin 

auf rechtliches Gehör kann nicht erkannt werden. Damit besteht kein An-

lass, die angefochtene Verfügung wegen formeller Mängel aufzuheben und 

das Dossier zur weiteren Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Rückweisungsantrag ist daher abzu-

weisen. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-

lich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr 

jedoch mit Verfügung vom 31. März 2017 die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Verfahrens-

kosten zu erheben. 

D-1872/2017 

Seite 13 

7.2 Mit derselben Verfügung wurde ferner auch das Gesuch um unentgelt-

liche Verbeiständung gestützt auf Art. 110a Abs. 1 AsylG gutgeheissen. In 

der eingereichten Kostennote vom 28. März 2017 wird seitens der Rechts-

vertretung ein Aufwand von acht Stunden sowie Auslagen von Fr. 94.90 

geltend gemacht. Diese Angaben können als angemessen erachtet wer-

den, falls – wovon vorliegend auszugehen ist – damit auch die Aufwendun-

gen für die Replik abgedeckt sind. Gemäss der bereits in der Verfügung 

vom 31. März 2017 dargelegten Praxis des Gerichts bei amtlicher Vertre-

tung (vgl. auch Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) ist der geltend gemachte Stundenan-

satz von Fr. 250.– auf Fr. 220.– zu kürzen. Das amtliche Honorar beträgt 

demnach insgesamt Fr. 2‘003.– (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne 

von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) und geht zulasten der Gerichtskasse des 

Bundesverwaltungsgerichts. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1872/2017 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin, Fürsprecherin Laura Rossi, wird zulasten 

der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein amtliches Honorar 

von Fr. 2‘003.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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