# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff577003-492f-5b25-b292-55f57f2e14bb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.04.2024 200 2024 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-90_2024-04-17.pdf

## Full Text

200 24 90 SH
FRC/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. April 2024

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Isliker
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Sozialdienst B.________
Beschwerdegegner

Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli
Schloss 1, 3800 Interlaken
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalter-Stv. des Verwaltungskrei-
ses Interlaken-Oberhasli vom 23. Januar 2024 (…)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, SH/24/90, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der am 2. Februar 1960 geborene A.________ (Beschwerdeführer) wurde 
vom Sozialdienst B.________ (Beschwerdegegner) wirtschaftlich unter-
stützt (Akten des Regierungsstatthalters des Verwaltungskreises Interla-
ken-Oberhasli [Vorinstanz; act. II], Akten des Sozialdienstes [weisses 
Mäppchen], unpaginiert). Mit E-Mail vom 22. Juni 2023 (act. II, weisses 
Mäppchen, unpaginiert) informierte die für A.________ zuständige Fach-
person Soziale Arbeit der Justizvollzugsanstalt … den Sozialdienst darü-
ber, dass sie (aufforderungsgemäss) versucht habe, mit der Bezugsperson 
von A.________ die Formulare für den Vorbezug der AHV-Altersrente aus-
zufüllen, wobei er die Unterschrift verweigert habe. In der Folge ermahnte 
der Sozialdienst A.________ mit Schreiben vom 30. November 2023 (act. 
II, weisses Mäppchen, unpaginiert), die AHV-Anmeldung per 1. Januar 
2024 vorzunehmen, womit er seine Existenz ab diesem Zeitpunkt sichern 
könne und somit keinen Anspruch mehr auf Sozialhilfe habe. Die Sozialhil-
feleistungen würden per 31. Dezember 2023 eingestellt. Gleichzeitig gab 
der Sozialdienst A.________ Gelegenheit, sich dazu schriftlich zu äussern 
(Gewährung rechtliches Gehör). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2023 
(act. II, weisses Mäppchen, unpaginiert) machte er davon Gebrauch und 
bestätigte, seine AHV-Altersrente erst mit dem Erreichen des 65. Altersjah-
res zu beantragen. In der Folge verfügte der Sozialdienst am 12. Dezember 
2023 (act. II pag. 1 - 3) die definitive Einstellung der Sozialhilfeleistungen 
per 31. Dezember 2023. Die dagegen bei der Vorinstanz erhobene Be-
schwerde (act. II pag. 4 f.) wies erstere mit Entscheid vom 23. Januar 2024 
(act. II pag. 14 - 19) ab.

B.

Hiergegen erhob A.________ am 28. Januar 2024 mit einer in Kopie einge-
reichten Eingabe Beschwerde. Er beantragt, die "Verfügung" der Vor-
instanz sei abzuweisen, er werde seine AHV-Altersrente erst mit 65 Jahren 
beziehen. 

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Mit Eingabe vom 1. Februar 2024 reichte der Beschwerdeführer aufforde-
rungsgemäss das Original der Beschwerde vom 28. Januar 2024 inklusive 
Originalunterschrift ein.

Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner beantragten mit Vernehmlas-
sung vom 6. Februar 2024 bzw. Beschwerdeantwort vom 1. März 2024 die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 Abs. 2 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 18 Abs. 2a des Organi-
sationsreglements vom 22. September 2010 des Verwaltungsgerichts 
(OrR VG; BSG 162.621) zuständig (vgl. auch Art. 52 Abs. 3 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe [Sozialhilfegesetz, SHG; 
BSG 860.1]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid der Vorinstanz vom 23. Ja-
nuar 2024 (act. II pag. 14 - 19). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf 
wirtschaftliche Sozialhilfe ab dem 1. Januar 2024. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, SH/24/90, Seite 4

offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, 
hat nach Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 29 Abs. 1 
der Kantonsverfassung (KV; BSG 101.1) – dieser geht nicht über die bun-
desverfassungsrechtliche Garantie hinaus – Anspruch auf Hilfe und Be-
treuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein 
unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche Anspruch ist beschränkt auf 
ein absolutes Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe", was Ausdruck 
des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich bedeutet, dass Schutzbe-
reich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zusammenfallen (BGE 142 I 1 
E. 7.2.1 S. 6 und E. 7.2.4 S. 7, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 7. Juni 2023, 8C_717/2022 [zur Publikation vorge-
sehen], E. 5.1 und E. 10.1.1; BVR 2019 S. 383 E. 2.1, 2016 S. 352 E. 2.1, 
2005 S. 400 E. 5.2). Als Grundprinzip im Sozialhilferecht meint die Subsi-
diarität, dass Sozialhilfe oder Nothilfe (Art. 12 BV) prinzipiell nur gewährt 
werden, soweit der Einzelne keinen Zugang zu einer anderweitigen, zu-
mutbaren Hilfsquelle hat. Es ist damit Ausdruck der Pflicht zur Mitverant-
wortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft, wie sie in Art. 6 BV 
verankert ist. Das Bestehen eines Anspruchs auf Sozialhilfe (oder Nothilfe) 
ist daher mit Blick auf den Subsidiaritätsgrundsatz zu klären (BGE 141 I 
153 E. 4.2 S. 156; BGer 8C_717/2022 [zur Publikation vorgesehen], 
E. 10.1.2).

2.2 Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet 
jeder bedürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 
Abs. 1 SHG). Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hin-
reichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann 
(Art. 23 Abs. 2 SHG). Auch die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unter-
liegen demnach dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, SH/24/90, Seite 5

SHG); sie werden nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich nicht 
selbst helfen kann oder Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig 
erhältlich ist (Art. 9 Abs. 2 und Art. 23 Abs. 2 SHG). Die betroffene Person 
hat namentlich vorhandenes Einkommen und Vermögen sowie die eigene 
Arbeitskraft einzusetzen, um die drohende oder bestehende Notlage abzu-
wenden oder zu beheben (BVR 2013 S. 463 E. 3.2, 2011 S. 368 E. 4.1). 

2.3 Dem Subsidiaritätsgrundsatz kommt eine wesentliche Bedeutung 
mit Blick auf die Schnittstelle zwischen Sozialhilfe und Sozialversicherung 
zu. Eine Hilfe suchende Person hat sämtliche Sozialversicherungsan-
sprüche geltend zu machen, über die sie verfügt. Daraus folgt, dass 
grundsätzlich kein Wahlrecht zwischen Sozialversicherungs- und Sozialhil-
feleistungen besteht (vgl. BVR 2013 S. 45 E. 5.2; GUIDO WIZENT, Sozialhil-
ferecht, 2020, N. 420; Ders., Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Diss. 
Basel 2014, S. 233 mit Hinweisen).

2.4 Für die Ausrichtung und Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe sind 
gemäss Art. 31 SHG i.V.m. Art. 8 der Verordnung vom 24. Oktober 2001 
über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111) 
die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe über die Aus-
gestaltung und Bemessung der Sozialhilfe in der Fassung der fünften über-
arbeiteten Ausgabe vom 1. Januar 2021 (SKOS-Richtlinien [nachfolgend: 
SKOS-RL]) verbindlich, soweit das SHG und die SHV keine abweichende 
Regelung vorsehen (BVR 2021 S. 530 E. 2.2). 

2.5 Bis zum 31. Dezember 2023 war der Vorbezug der AHV-Altersrente 
wie folgt geregelt:

Männer und Frauen, welche die Voraussetzungen für den Anspruch auf 
eine ordentliche Altersrente erfüllen, können die Rente ein oder zwei Jahre 
vorbeziehen. Der Rentenanspruch entsteht in diesen Fällen für Männer am 
ersten Tag des Monats nach Vollendung des 64. oder 63. Altersjahres, für 
Frauen am ersten Tag des Monats nach Vollendung des 63. oder 62. Al-
tersjahres (aArt. 40 Abs. 1 Satz 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; 
SR 831.10], in der bis 31. Dezember 2023 gültigen Fassung [AS 1996 
2466]).

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Ab dem 1. Januar 2024 ist der Vorbezug der AHV-Altersrente wie folgt ge-
regelt:

Personen, welche die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Alters-
rente erfüllen, können ab dem vollendeten 63. Altersjahr die ganze Rente 
oder einen Anteil zwischen 20 % und 80 % davon vorbeziehen. Sie können 
den Vorbezug der Rente jederzeit auf den Anfang des Folgemonats bean-
tragen (Art. 40 Abs. 1 Satz 1 und 2 AHVG, in der ab 1. Januar 2024 gülti-
gen Fassung).

2.6 Laut den SKOS-RL gehen Leistungen der Alters- und Hinterlasse-
nenversicherung (AHV) der Sozialhilfe vor. Unterstützte Personen sind 
deshalb grundsätzlich zum frühstmöglichen Vorbezug verpflichtet (SKOS-
RL D.3.3. Ziff. 2). Gemäss SKOS-RL F.3. Ziff. 3 lit. c ist die teilweise oder 
vollumfängliche Einstellung von Leistungen zulässig, wenn sich die unter-
stützte Person weigert, einen ihr zustehenden, bezifferbaren und durch-
setzbaren Rechtsanspruch auf Unterhaltsbeiträge oder ein Ersatzein-
kommen geltend zu machen. Das Einstellen von Leistungen ist nur bei 
Verletzung der Subsidiarität zulässig und kann nicht als Sanktion verfügt 
werden (SKOS-RL F.3. Ziff. 4). 

3.

3.1

3.1.1 Der Beschwerdeführer wurde am 2. Februar 1960 geboren (act. II 
pag. 1) und vollendete am 2. Februar 2023 das 63. Altersjahr. Somit hätte 
ab dem 1. März 2023 die AHV-Altersrente vorbezogen werden können (vgl. 
E. 2.5 hiervor). Der Beschwerdegegner forderte den Beschwerdeführer 
wiederholt auf, die AHV-Altersrente per 1. Januar 2024 vorzubeziehen, so 
im Juni 2023 via die für den Beschwerdeführer zuständige Fachperson 
Soziale Arbeit der Justizvollzugsanstalt … unter Ansetzung einer Frist bis 
Ende November 2023 und mit Mahnschreiben vom 30. November 2023 
unter Gewährung des rechtlichen Gehörs und Androhung des Leistungs-
entzugs bei Nichtbefolgung der Androhung (act. II, weisses Mäppchen, 
unpaginiert). Dies entspricht dem gemäss SKOS-RL F.3. Erläuterungen lit. 

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b vorgesehenen Vorgehen beim Einstellen von Leistungen. Den erwähnten 
Aufforderungen widersetzte sich der Beschwerdeführer explizit (E-Mail der 
für den Beschwerdeführer zuständigen Fachperson Soziale Arbeit der Jus-
tizvollzugsanstalt … vom 22. Juni 2023 und Schreiben des Beschwerdefüh-
rers vom 4. Dezember 2023 [act. II, weisses Mäppchen, unpaginiert]), 
wobei die Anmeldung zum Rentenvorbezug grundsätzlich nur der Be-
schwerdeführer selber vornehmen kann (Art. 67 Abs. 1bis der Verordnung 
vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
[AHVV; SR 831.101]; BGE 138 V 58 E. 4.3 S. 61). Mit Verfügung vom 
12. Dezember 2023 (act. II pag. 1 - 3) stellte der Beschwerdegegner so-
dann die Leistungen per 31. Dezember 2023 ein.

3.1.2 Mit dem Vorbezug der AHV-Altersrente wäre der Existenzbedarf 
des Beschwerdeführers ab Januar 2024 (grundsätzlich bereits ab März 
2023) gesichert gewesen und es hätte keine sozialhilferechtliche Bedürftig-
keit mehr vorgelegen, was den Anspruch auf Sozialhilfe ausschliesst. 
Gemäss SKOS-Budget vom 7. Juni 2023 (act. II, weisses Mäppchen, un-
paginiert) beläuft sich der monatliche Fehlbetrag auf Fr. 86.20. Es ist ohne 
Weiteres davon auszugehen, dass dieser Fehlbetrag mit der ab 1. Januar 
2024 vorbezogenen AHV-Altersrente gedeckt gewesen wäre, obwohl of-
fenbar nur während zwanzig Jahren Beiträge geleistet wurden, wie der Be-
schwerdeführer geltend macht (act. II pag. 4). Denn gemäss der 
Rentenskala 20 beträgt die Minimalrente Fr. 557.-- monatlich (vgl. Renten-
tabellen 2023 AHV/IV des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV], 
S. 68, abrufbar unter https://sozialversicherungen.admin.ch > AHV > 
Grundlagen AHV > Weisungen Renten > "Rententabellen 2023"). Solange 
der Beschwerdeführer inhaftiert ist, besteht kein Anspruch auf Ergänzungs-
leistungen, da die Insassen den Existenzbedarf bereits dank Kost und Lo-
gis erreichen (STEFAN KELLER, Lücken und Tücken der Deckung der 
Sozialversicherung und Sozialhilfe im Freiheitsentzug, in SZK [Schweizeri-
sche Zeitschrift für Kriminologie], 1/2018 S. 26 Ziff. 2.2.3). Nach Haftaustritt 
besteht die Möglichkeit – soweit notwendig – Ergänzungsleistungen (vgl. 
Art. 112a BV) zu beziehen. Die aufgrund des Vorbezuges lebenslang resul-
tierende prozentuale Kürzung der AHV-Altersrente wird grundsätzlich un-
mittelbar durch Ergänzungsleistungen kompensiert (Entscheid des BGer 
vom 1. Februar 2024, 8C_333/2023 [zur Publikation vorgesehen], E. 7.3.4; 

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Art. 11 Abs. 1 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über Er-
gänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
[ELG; SR 831.30]; Art. 15a der Verordnung vom 15. Januar 1971 über die 
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche-
rung [ELV; SR 831.301]).

3.1.3 Wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 3.1.2 hiervor), wäre der Exis-
tenzbedarf jedoch bereits ohne den Bezug von Ergänzungsleistungen allein 
durch den Rentenvorbezug gesichert. Ansprüche gegenüber Sozialversi-
cherungen gehen im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips denn auch sozial-
hilferechtlichen Ansprüchen vor; anders als der Beschwerdeführer anzu-
nehmen scheint, besteht diesbezüglich kein Wahlrecht (vgl. E. 2.3 und 2.6 
hiervor). Er ist verpflichtet, die Sozialversicherungsansprüche geltend zu 
machen. Würde die Anmeldung zum Rentenvorbezug dem Gutdünken der 
berechtigten Person überlassen, käme es zu einer stossenden Besserstel-
lung gegenüber jenen Personen, welche die AHV-Altersrente weisungs-
gemäss vorbeziehen. Es ist dem Beschwerdeführer zuzumuten, dass er die 
wirtschaftlichen Konsequenzen selber trägt, wenn er auf den Vorbezug der 
AHV-Altersrente verzichtet (vgl. auch Entscheid der Vorinstanz Ziff. 9 in 
fine [act. II pag. 18]). 

3.1.4 Schliesslich ist festzuhalten, dass die Leistungseinstellung auf der 
Verletzung des Subsidiaritätsgrundsatzes durch den Beschwerdeführer in 
Form des verweigerten Rentenvorbezuges basiert und somit keine Sankti-
on darstellt (vgl. E. 2.6 hiervor), sondern sie ist Folge der fehlenden Bedürf-
tigkeit (vgl. BVR 2021 S. 530 E. 4.1).

3.2 Der Zeitpunkt der Einstellung der Sozialhilfe per 31. Dezember 2023 
(act. II pag. 1) ist mit Blick auf die seit März 2023 bestehende Möglichkeit 
eines Vorbezuges der AHV-Altersrente (vgl. E. 3.1 hiervor) und der im Juni 
2023 erstmals durch den Beschwerdegegner erfolgten Aufforderung zum 
Vorbezug (act. II, weisses Mäppchen, unpaginiert) nicht zu beanstanden. 

3.3 Der angefochtene Entscheid vom 23. Januar 2024 (act. II pag. 14 - 
19) hält nach dem Gesagten einer Rechtskontrolle stand; die dagegen er-
hobene Beschwerde vom 28. Januar 2024 ist offensichtlich unbegründet 
und dementsprechend abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, SH/24/90, Seite 9

4.

4.1 Gemäss Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 53 SHG werden in Verfahren 
vor den Sozialdiensten und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich (hier 
nicht erfüllter) mutwilliger oder leichtfertiger Prozessführung keine Verfah-
renskosten erhoben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 2 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Sozialdienst B.________  
- Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, SH/24/90, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.