# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cadbe7d-81f3-54de-b5bb-b40042ddcc6d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.12.2020 SK.2020.54
**Docket/Reference:** SK.2020.54
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2020-54_2020-12-15

## Full Text

Mehrfacher Diebstahl (Art. 139 StGB), mehrfache Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter StGB);;Mehrfacher Diebstahl (Art. 139 StGB), mehrfache Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter StGB);;Mehrfacher Diebstahl (Art. 139 StGB), mehrfache Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter StGB);;Mehrfacher Diebstahl (Art. 139 StGB), mehrfache Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Art. 321ter StGB)

Verfügung vom 15. Dezember 2020 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin Joséphine Contu Albrizio,  

Einzelrichterin  

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

wältin des Bundes Simone Meyer-Burger, 

und 

 

1. B. GMBH, vertreten durch F.,  

2. C. AG, vertreten durch G.,     

3. D. AG, vertreten durch H., 

4. E. AG, vertreten durch I.,  

 
gegen 

  
A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Marino Di 

Rocco, 

 

Gegenstand  
Mehrfacher Diebstahl, mehrfache Verletzung des Post- 

und Fernmeldegeheimnisses 

 

Rückweisung der Anklage; Sistierung 

  

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2020.54 

- 2 - 

 

 

Die Einzelrichterin erwägt: 

1. Die Bundesanwaltschaft erhob am 13. November 2020 beim Bundesstrafgericht 

Anklage im abgekürzten Verfahren (Datum der Anklageschrift: 21. Oktober 2020) 

gegen A. wegen mehrfachen Diebstahls und mehrfacher Verletzung des Post- 

und Fernmeldegeheimnisses. 

Das Verfahren wurde der Einzelrichterin zugewiesen. Die Kompetenz der Einzel-

richterin der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 

lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der 

Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG, SR 173.71). 

2. Nach Art. 329 Abs. 1 lit. a StPO prüft die Verfahrensleitung, ob die Anklageschrift 

und die Akten ordnungsgemäss erstellt wurden. Ergibt sich aus dieser Prüfung, 

dass ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann, so sistiert das Gericht das Verfahren 

und weist die Anklage zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwalt-

schaft zurück (Art. 329 Abs. 2 StPO). Das Gericht entscheidet, ob ein sistierter 

Fall bei ihm hängig bleibt. 

Das Gericht hat im abgekürzten Verfahren zu prüfen, ob die Formalien gemäss 

Art. 358-360 StPO eingehalten und den Parteien die ihnen zustehenden Rechte 

gewährt worden sind. Die Durchführung des abgekürzten Verfahrens bedingt, 

dass der Beschuldigte den für die rechtliche Würdigung wesentlichen Sachver-

halt eingesteht und die Zivilansprüche zumindest im Grundsatz anerkennt (Art. 

358 Abs. 1 StPO). Das Gericht hat an der Hauptverhandlung festzustellen, ob 

der Beschuldigte den Sachverhalt gemäss Anklageschrift anerkennt und ob dies 

mit der Aktenlage übereinstimmt (Art. 361 Abs. 2 lit. a und b StPO). 

Die Anklageschrift im abgekürzten Verfahren hat nach Art. 360 Abs. 1 StPO die 

gleichen Angaben zu enthalten wie im ordentlichen Verfahren (Art. 325 f. StPO), 

ausserdem Anträge über die Sanktion sowie die Kosten- und Entschädigungsfol-

gen. Infolgedessen ist die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat kurz, aber genau 

zu bezeichnen, namentlich durch die Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und 

Folgen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO), und es sind die nach Auffassung der Staats-

anwaltschaft erfüllten Delikte unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestim-

mungen zu nennen (Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO). Zudem haben sämtliche Privat-

kläger der Anklageschrift zuzustimmen, wobei eine fehlende schriftliche Ableh-

nung innert Frist als Zustimmung gilt (Art. 360 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). 

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Das Gericht befindet frei darüber, ob die Anklage mit den Akten übereinstimmt 

und die beantragten Sanktionen angemessen sind (Art. 362 Abs. 1 lit. a-c StPO). 

3. Die in rubriziertem abgekürztem Verfahren eingereichte Anklageschrift hält in 

den nachfolgenden Punkten einer ersten Prüfung des Gerichts nicht stand. Die 

Bundesanwaltschaft wird daher eingeladen, die Anklageschrift in diesen Punkten 

im Sinne der nachfolgenden Erwägungen zu ergänzen bzw. anzupassen. 

3.1 Unter Ziff. 1.1 der Anklageschrift werden dem Beschuldigten diverse Paketdieb-

stähle zur Last gelegt, wobei ihm auf Seite 6 f. in den Fall-Nr.n. 6-8, 10, 21, 31-

40 zudem die Verkäufe von insgesamt 15 Mobiltelefonen der Marken Apple 

iPhone, Samsung Galaxy und XIAOMI, welche er aus ihm fremden Postsendun-

gen entwendet haben soll, vorgeworfen. Diese Verwertungshandlungen sind 

zwar sachverhaltlich in der Anklageschrift umschrieben, werden bei der rechtli-

chen Qualifikation und demzufolge im Urteilsvorschlag aber nicht berücksichtigt, 

obwohl es sich dabei im strafrechtlichen Sinne um sog. Verwertungsbetrüge 

i.S.v. Art. 146 StGB handelt.  

Ein Verwertungsbetrug ist ein Betrug i.S.v. Art. 146 StGB zum Zwecke der Ver-

wertung des Gestohlenen (NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, StGB II, 4. Aufl., 

Basel 2018, Art. 139 StGB N. 230). Richtet sich der Betrug gegen das Vermögen 

eines Dritten, wie beim Verkauf einer gestohlenen Sache an einen Gutgläubigen, 

so ist mit Rücksicht darauf echte Konkurrenz (Art. 49 StGB) gegeben, auch im 

Falle gewerbsmässigen Handelns (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., 139 StGB N. 230). Dies 

hängt damit zusammen, dass das Eigentum an der verkauften gestohlenen Sa-

che nicht übertragen werden kann (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., 139 StGB N. 230). 

Der Beschuldigte hat die ihm unter Ziff. 1.1 auf S. 6 f. der Anklageschrift vorge-

worfenen fünfzehn Verwertungsbetrüge eingestanden, womit die Bundesanwalt-

schaft von diesen überhaupt erst Kenntnis erlangt hat bzw. zumindest vom Um-

fang derselben. Dieser vom Beschuldigten eingestandene Sachverhalt wäre in 

der Folge von der Bundesanwaltschaft abzuklären und mit den erforderlichen 

Untersuchungshandlungen zu verifizieren gewesen. Wie bei einem unklaren 

Sachverhalt muss die Strafverfolgungsbehörde auch nach Vorliegen eines Ge-

ständnisses weiter ermitteln, die Untersuchungsmaxime ist nicht ausser Kraft ge-

setzt, auch nicht im abgekürzten Verfahren. Zwar sind mit einem konsensualen 

Verfahren zwingend gewisse Einschränkungen der Aufklärungspflicht verbun-

den, da es gerade darum geht, die Beweisaufnahme aus Effizienzgründen vor-

zeitig zu beenden, ohne sachgerechte Ermittlung ist aber keine Sperrwirkung 

möglich (GREINER/JAGGI, Basler Kommentar, StPO II, 2. Aufl. Basel 2014, 

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Art. 358 StPO N 19 und N 40). Ebenso muss die im abgekürzten Verfahren ein-

geräumte Nichtverfolgung gewisser Sachverhalte sachlich begründet sein (GREI-

NER/JAGGI, Basler Kommentar, StPO II, 2. Aufl. Basel 2014Art. 358 StPO N 41). 

Ob und welche Ermittlungshandlungen hinsichtlich der vorgenannten Verwer-

tungsbetrüge von der Bundesanwaltschaft zur Verifizierung des Geständnisses 

des Beschuldigten vorgenommen worden sind, geht aus den Akten nicht hinrei-

chend hervor. Die Anklage ist demzufolge insofern widersprüchlich, als sie im 

Anklagesachverhalt von diversen Diebstählen, mehrfacher Verletzung des Post- 

und Fernmeldegesetzes sowie mehrfachen Betruges durch den Verkauf eines 

Teils der mutmasslich gestohlenen Mobiltelefone spricht, im Urteilsvorschlag 

aber einzig eine Verurteilung des Beschuldigten wegen mehrfachen Diebstahls 

und mehrfacher Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses verlangt. Es 

ist denn auch anhand der Akten nicht ersichtlich, inwiefern es gerechtfertigt sein 

sollte, diese fünfzehn Betrugsdelikte vollständig niederzuschlagen. Somit hat der 

Beschuldigte mehr eingestanden als im Urteilsvorschlag letztlich enthalten ist, 

womit die Anklageschrift in diesem Punkt Art. 358 Abs. 1 StPO nicht standhält.  

3.2 Mit Blick auf die vorgenannten Verwertungsbetrugshandlungen ergeben sich 

weitere Punkte, die einer gerichtlichen Überprüfung nicht vollumfänglich zugäng-

lich sind, insbesondere hinsichtlich der Wahrung der Rechte der Parteien gemäss 

Art. 360 StPO. 

Beim Verkauf von Diebesgut, wird die Sache nicht zu Eigentum übertragen, kann 

der Besitzer diese doch während fünf Jahren von jedem – auch einem gutgläu-

bigen – Empfänger abfordern (Art. 934 Abs. 1 ZGB). Allerdings hat er dem gut-

gläubigen Empfänger den vom ihm bezahlten Preis zu vergüten, wenn die Sache 

öffentlich versteigert oder auf dem Markt oder durch einen Kaufmann, der mit 

Waren der gleichen Art handelt, übertragen wurde (sog. Lösungsrecht; Art. 934 

Abs. 2 ZGB). Damit liegt beim Verkauf von Diebesgut der Schaden darin, dass 

die Sache nicht zu Eigentum übertragen wird, sondern mit einem Vindikations-

anspruch belastet ist. Dies gilt auch, wenn der Eigentümer die Sache nicht her-

ausfordert oder wenn gemäss Art. 934 Abs. 2 ZGB eine Herausgabepflicht nur 

gegen Vergütung des Kaufpreises besteht. Der Vermögensschaden ist zu beja-

hen, weil die Sache mit dem Vindikationsanspruch oder dem Lösungsrecht be-

lastet ist und insbesondere auch die erhebliche Gefahr besteht, dass der Erwer-

ber in einem allfälligen Zivilprozess unterliegt (BGE 121 IV 26 E. 2c S. 27 f.).  

Die hier interessierenden Veräusserungen der vom Beschuldigten aus den Post-

paketen entwendeten Mobiltelefone haben allesamt innerhalb der Fünfjahresfrist 

gemäss Art. 934 Abs. 1 ZGB stattgefunden. Das bedeutet, dass die rechtmässi-

gen Eigentümer der gestohlenen Mobiltelefone ihr Eigentum nicht verloren haben 

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und dieses gemäss Art. 934 Abs. 2 ZGB innert besagter Frist gegen Vergütung 

des Kaufpreises (noch) herausverlangen könn(t)en. Aufgrund der Akten geht in-

des nicht eindeutig hervor, wer im Sinne vorgenannter Bestimmung als recht-

mässiger Eigentümer der Mobiltelefone gilt und wem somit das Lösungsrecht ge-

mäss Art. 934 Abs. 2 ZGB zusteht. 

Den Akten zu Folge hat die E. AG die Absender respektive Empfänger der hier 

interessierenden Paketsendungen zwar finanziell entschädigt, dabei geht aber 

nicht klar hervor, wer in welchem Umfang eine Entschädigung der E. AG erhalten 

hat (BA pag. 15-01-0004 ff.). Grundsätzlich wurden die damit einhergehenden 

Forderungen gegen den Beschuldigten an die E. AG i.S.v. Art. 164 OR zediert. 

Gemäss den allgemeinen Geschäftsbedingungen «[…]dienstleistungen» für Ge-

schäftskunden der E. AG, steht bei Beraubung eines Pakets der Anspruch auf 

Entschädigung grundsätzlich dem Absender zu, die schriftliche Abtretung der An-

sprüche an den Empfänger vorbehalten (Ziff. 4.4.4 der AGB «[…]dienstleistun-

gen» für Geschäftskunden der E. AG). Wird eine verlorene Sendung oder ein Teil 

davon nach Zahlung der Entschädigung wieder aufgefunden, wird dem Absender 

mitgeteilt, dass die Sendung innert drei Monaten gegen Rückerstattung der Ent-

schädigung behändigt werden kann, wobei die Sendung ins Eigentum der E. AG 

übergeht, wenn sie weder vom Absender noch vom Empfänger verlangt wird 

(Ziff. 4.4.10 der AGB «[…]dienstleistungen» für Geschäftskunden der E. AG). Vor 

diesem Hintergrund könnte das Lösungsrecht i.S.v. Art. 934 Abs. 2 ZGB der E. 

AG zustehen, erwirbt sie infolge Schadloshaltung doch das Eigentum an den ge-

stohlenen Sachen. Um diese Frage abschliessend zu klären, sind die Akten je-

doch unvollständig bzw. nicht hinreichend klar. 

Unbestritten ist, dass die E. AG infolge der vertraglich vorgesehenen Schadlos-

haltung die privatrechtlichen, mit der Straftat konnexen Ansprüche zwar als Zes-

sionarin i.S.v. Art. 164 Abs. 1 OR erworben hat, dabei aber bloss mittelbar ver-

letzt und somit nicht vom persönlichen Anwendungsbereich von Art. 115 StPO 

erfasst wird. In dieser Hinsicht kann sich die E. AG nicht als Privatklägerin im 

Strafverfahren konstituieren. Hingegen bleibt der Zedent geschädigte Person 

i.S.v. Art. 115 StPO und kann die damit verbundenen Beteiligungsrechte weiter-

hin beanspruchen (zum Ganzen MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Basler Kommentar, 

2. Aufl. 2014, art. 115 N 26). 

Fest steht, dass die jetzigen Besitzer besagter Mobiltelefone aus den Fall-Nr.n. 6-

8, 10, 21 und 31-40, ein mit dem Lösungsrecht beschwertes Eigentum an den 

Mobiltelefonen erworben haben. Da sie dadurch in ihrer Rechtsposition geschä-

digt sind, werden sie vom persönlichen Anwendungsbereich von Art. 115 StPO 

erfasst und es wäre ihnen ebenfalls die Möglichkeit zu unterbreiten gewesen, 

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sich am Strafverfahren zu beteiligen. Dem Gericht ist es aufgrund der vorliegen-

den Akten nicht möglich zu prüfen, wer die aktuellen Besitzer sind. Einzig die 

Besitzer der Mobiltelefone der Fall-Nr.n. 6, 10 und 40 sind aus den Akten ersicht-

lich. Mindestens die Besitzer der Mobiltelefone gemäss Fall-Nr. 7, 8 und 21 könn-

ten anhand der IMEI-Nr. zudem ausfindig gemacht werden. Zur Klärung dieser 

Fragen ist indes die Untersuchung durch die Bundesanwaltschaft zu ergänzen 

und sämtlichen Parteien sind die ihnen zustehenden Rechte zu gewähren. 

3.3 Gemäss Art. 362 Abs. 1 lit. c StPO prüft das Gericht, ob die beantragten Sankti-

onen angemessen sind. Vorliegend erscheint die Angemessenheit der beantrag-

ten Sanktion dem Gericht prima vista zumindest fraglich. Für das Gericht ist nicht 

nachvollziehbar, wie die Strafzumessung und die Strafvollzugsform festgelegt 

worden sind, lässt sich weder den Akten noch der Anklageschrift eine summari-

sche Begründung entnehmen. 

Es trifft zwar zu, dass der Tatbestand des Diebstahls eine Freiheitsstrafe von bis 

zu fünf Jahren oder Geldstrafe, jener der Verletzung des Post- und Fernmelde-

geheimnisses eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorsieht 

(Art. 139 Abs. 1 StGB sowie Art. 321ter Abs. 1 StGB). Indes ist die im vorliegenden 

Fall beantragte Freiheitsstrafe von 13 Monaten im Vergleich zur bisherigen 

Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts wegen Verletzung des Post- und Fern-

meldegeheimnisses sowie mehrfachen Diebstahls, unter Berücksichtigung der 

herkömmlichen und zulässigen Strafzumessungsfaktoren sowie der gemäss 

Art. 49 Abs. 1 StGB notwendigen Asperation doch auffallend hoch (vgl. etwa Ur-

teil des Bundesstrafgerichts, SK.2016.25 vom 12. Dezember 2016 E. 3.5; 

SK.2017.36 vom 27. Oktober 2017, E.4, bestätigt durch Urteil des Bundesge-

richts 6B_38/2018 vom 28. November 2018 E. 5.1 f.; SK.2019.33 vom 16. Okto-

ber 2019.). Mit Blick auf den im Urteilsvorschlag nicht berücksichtigten Tatbe-

stand des mehrfachen Betrugs ist ohnehin zu prüfen, ob die Strafe insgesamt 

schuldangemessen ist. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StPO schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der 

letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe 

von mehr als sechs Monaten verurteilt, ist der Aufschub nur bei Vorliegen beson-

ders günstiger Umstände zulässig (Art. 42 Abs. 2 StPO).  

Der Beschuldigte weist diverse, teilweise einschlägige, Vorstrafen in Deutsch-

land sowie eine Vorstrafe in Österreich auf (vgl. beiliegende Strafregisterauszüge 

Deutschland und Österreich). So wurde der Beschuldigte am 6. Juni 2014 – und 

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damit weniger als 5 Jahre vor der Tat (Deliktszeitraum gemäss Anklageschrift 

01. April 2018 - 04. Dezember 2019) – vom Amtsgericht München zu einer be-

dingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt. Es ist weder den Akten noch 

der Anklageschrift zu entnehmen, inwiefern besonders günstige Umstände vor-

liegen, die einen bedingten Vollzug als angezeigt erscheinen lassen. 

In Anbetracht der vorgehenden Ausführungen, insbesondere des hinzutretenden 

Straftatbestandes des mehrfachen Betrugs, sollte die Strafzumessung als Gan-

zes sowie die Strafvollzugsform überdacht und für das Gericht in nachvollzieh-

barer Weise festgehalten werden. 

3.4 In Ziff. 7 des Urteilsvorschlags wird die Zustimmung zur Löschung der erken-

nungsdienstlichen Daten und des DNA-Profils beantragt. Gemäss Art. 16 Abs. 1 

lit. e DNA-Profil-Gesetz und Art. 17 Abs. 1 lit. e Verordnung über die Bearbeitung 

biometrischer erkennungsdienstlicher Daten werden das DNA-Profil und die er-

kennungsdienstlichen Daten fünf Jahre nach Ablauf der Probezeit bei bedingtem 

und teilbedingtem Vollzug gelöscht. Dazu holt das Bundesamt respektive die auf-

traggebende Behörde die Zustimmung der zuständigen richterlichen Behörde 

ein, wobei die Zustimmung verweigert werden kann, wenn der konkrete Verdacht 

auf ein nicht verjährtes Verbrechen oder Vergehen nicht behoben ist oder eine 

Widerholungstat befürchtet wird (Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-Gesetz; Art. 19 Abs. 1 

Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

In Anbetracht dessen, stellt sich die Frage der Löschung der erwähnten Daten 

also erst nach Ablauf vorgenannter Frist, womit eine diesbezügliche Beurteilung 

zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht ist. Die Bundesanwaltschaft ist auch in diesem 

Punkt zur freigestellten Anpassung der Anklageschrift einzuladen.  

4. Da zur Ergänzung der Anklageschrift im Sinne vorgenannter Ausführungen eine 

Aktenergänzung notwendig zu sein scheint, müsste das Vorverfahren durch die 

Bundesanwaltschaft wiederaufgenommen werden. Eine den gesetzlichen Anfor-

derungen entsprechend abgeänderte Anklageschrift im abgekürzten Verfahren 

bedürfte zudem erneut der Zustimmung durch die – jetzigen und die gegebenen-

falls hinzukommenden – Parteien (Art. 360 Abs. 2 StPO). Eine Anklage im or-

dentlichen Verfahren wiederum wäre keine Fortsetzung des bisherigen Prozes-

ses, sondern ein neues Verfahren. Somit bestehen mehrere Unsicherheiten be-

züglich Wiedereinreichung der Anklage. Unter diesen Umständen ist das gericht-

liche Verfahren zu sistieren und die Rechtshängigkeit an die Bundesanwaltschaft 

zurück zu übertragen (Art. 329 Abs. 3 StPO). 

5. Für den vorliegenden Entscheid sind keine Kosten zu erheben. 

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Die Einzelrichterin verfügt: 

1. Die Anklageschrift samt Akten (Papier und elektronische Daten) wird zur Ergän-

zung im Sinne der Erwägungen an die Bundesanwaltschaft zurückgewiesen. 

2. Das Verfahren SK.2020.54 wird sistiert. Die Rechtshängigkeit geht an die Bun-

desanwaltschaft zurück. 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

4. Diese Verfügung wird den Parteien zugestellt. 

 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Einzelrichterin Die Gerichtsschreiberin 

 
 
 
 
 
 

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Beilagen 

 Strafregisterauszug Deutschland vom 23. November 2020 

 Strafregisterauszug Österreich vom 24. November 2020 

Zustellung an 

 Bundesanwaltschaft, Frau Simone Meyer-Burger, Staatsanwältin des Bundes 

 Herrn Rechtsanwalt Marino Di Rocco, Verteidiger von A. (Beschuldigter) 

 B. GmbH, z.Hd. F. (Privatkläger) 

 C. AG, z. Hd. G. (Privatkläger) 

 D. AG, z. Hd. H. (Privatkläger) 

 E. AG, z.Hd. I. (Privatkläger)  

 

Rechtsmittelbelehrung 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versand 15. Dezember 2020