# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a8fa5eb-1068-5bae-90f5-049dc9e5281f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2020 200 2019 640
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-640_2020-05-28.pdf

## Full Text

200 19 640 IV
SCP/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Juli 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer), gelernter ..., meldete sich im März 2004 unter Hinweis auf diverse 
gesundheitliche Beeinträchtigungen (bei Status nach einer Lungenembolie 
im Herbst 2002) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], [act. II 1]). Nachdem die IVB diverse Abklärungen 
getätigt und insbesondere eine polydisziplinäre Begutachtung in der ME-
DAS C.________ veranlasst hatte (Expertise vom 25. April 2006 [act. II 
27]), verneinte sie mit Einspracheentscheid vom 23. November 2006 (act. II 
38) mangels Vorliegens einer Invalidität einen Anspruch auf Leistungen der 
IV. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 3. 
April 2007 ab (VGE IV/67585/3/07 [act. II 46]).

B.

Im Dezember 2016 meldete sich der zuletzt (bis September 2016) bei der  
D.________ AG als ... bzw. in der ... angestellte Versicherte unter Hinweis 
auf eine Depression erneut bei der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 48; 
69; 70.4 S. 2). Nachdem die IVB Berichte behandelnder Ärzte beigezogen 
hatte, gewährte sie dem Versicherten ein Belastbarkeitstraining bei der 
Abklärungsstelle E.________ (act. II 86). Nach dessen Abschluss schätz-
ten die Eingliederungsfachpersonen die Aussicht auf eine Steigerung der 
Leistungsfähigkeit als „kaum vorhanden“ ein (act. II 109 S. 4), woraufhin die 
IVB die beruflichen Massnahmen mit unangefochten gebliebener Verfü-
gung vom 3. Oktober 2018 (act. II 130) abschloss und im Hinblick auf die 
Prüfung weiterer Leistungsansprüche bei der Medas F.________ GmbH 
(nachfolgend Medas) eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasste (Ex-
pertise vom 21. November 2018 [act. II 133.1 ff.]). Im Rahmen des (ersten) 
Vorbescheidverfahrens liess der Versicherte sodann medizinische Berichte 
einreichen (act. II 142), woraufhin die IVB eine Stellungnahme der Medas 

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einholte (Berichte vom 27. März 2019 [act. II 146]). Mit neuerlichem Vorbe-
scheid vom 24. Mai 2019 (act. II 147) stellte die IVB dem Versicherten mit 
der Begründung, es liege keine Invalidität im Rechtssinne vor, die Vernei-
nung eines Leistungsanspruchs in Aussicht. Daran hielt sie auf Einwand 
des Versicherten hin (act. II 148) mit Verfügung vom 18. Juli 2019 (act. II 
150) fest. 

C.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 27. August 2019 Beschwerde erheben. Er 
stellt die folgenden Anträge: 

Die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2019 sei aufzuheben und es sei 
dem Beschwerdeführer seit wann rechtens eine Invalidenrente auszurich-
ten.

Eventualiter sei die Verfügung vom 18. Juli 2019 aufzuheben, und es sei 
über die gesetzlichen Ansprüche des Beschwerdeführers gegebenenfalls 
unter erneuter medizinischer Begutachtung neu zu befinden. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Entsprechend dem Ersuchen des Instruktionsrichters mittels dreier separa-
ter Schreiben vom 20. September 2019, liessen die im Zeitraum von Juni 
2017 bis Juli 2019 mit der psychiatrischen/psychologischen Behandlung 
befassten Ärzte und die behandelnde Therapeutin (vgl. Schreiben des Be-
schwerdeführers vom 11. September 2019) die den Beschwerdeführer be-
treffenden Kranken- und Behandlungsgeschichten zukommen (Klinik 
G.________ – med. pract. O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie [act. III 1 - 352]; H.________, eidgenössisch anerkannte Psy-
chotherapeutin [vgl. www…./ results; act. IV 1 – 13]; med. pract. 
I.________, Praktische Ärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie [act. V 1 – 101]). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Oktober 2019 stellte der Instrukti-
onsrichter die Dokumentationen von med. pract. I.________ und 
H.________ beiden Parteien, die Dokumentation der Klinik G.________ 
(vorerst) der Beschwerdegegnerin zur Einsichtnahme zu. Zudem gewährte 
er der Beschwerdegegnerin die Möglichkeit, sich im Rahmen der Be-

http://www.psyreg.admin.ch/ui/personensearch/%20results

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schwerdeantwort unter Einbezug der durch das Verwaltungsgericht edier-
ten Akten zur Kritik des Beschwerdeführers am Medas-Gutachten vom 21. 
November 2018 (namentlich betreffend Diagnosen, iv-fremde Faktoren und 
Therapieoptionen) zu äussern. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. November 2019 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. November 2019 stellte der Instruk-
tionsrichter die Akten der Klinik G.________ dem Beschwerdeführer zur 
Einsichtnahme zu und gewährte ihm die Gelegenheit zur Replik. 

Mit Replik vom 9. Dezember 2019 und Duplik vom 14. Januar 2020 halten 
der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin an ihren in der Be-
schwerde vom 27. August 2019 bzw. in der Beschwerdeantwort vom 
21. November 2019 gestellten Rechtsbegehren und vertretenen Stand-
punkten fest. 

Mit Schreiben vom 19. Februar 2020 stellte der Instruktionsrichter dem 
psychiatrischen Teilgutachter der Medas, Dr. med. J.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, Zusatzfragen im Sinne von ergänzen-
den und erläuternden Ausführungen zum psychiatrischen Teilgutachten 
vom 23. August 2018 (act. II 133.5), welche der Gutachter am 10. März 
2020 zu Handen des Verwaltungsgerichts beantwortete (nachfolgend Stel-
lungnahme vom 10. März 2020 [in den Gerichtsakten]). 

Mit Eingabe vom 2. April 2020 bzw. 22. April 2020 liessen sich der Be-
schwerdeführer respektive die Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme 
von Dr. med. J.________ vom 10. März 2020 vernehmen. Die Parteien 
halten an ihren Rechtsbegehren fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Juli 2019 (act. II 
150). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente (vgl. Rechtsbegehren, Ziff. 1). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist jedoch noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

2.1.3 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

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bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2

2.2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]).

2.2.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.2.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Eine 

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weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich rele-
vante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine 
verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände 
den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12).

2.2.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Dezember 2016 
eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen 
ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeitpunkte bil-
den der (gerichtlich bestätigte, vgl. VGE IV/67585/3/07 [act. II 46]) Einspra-
cheentscheid vom 23. November 2006 (act. II 38) – mit welchem ein 
Anspruch auf eine Invalidenrente mangels Vorliegens einer Invalidität ver-
neint wurde – und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2019 
(act. II 150; vgl. E. 2.2.4 vorne).

3.2 Bei Erlass des Einspracheentscheids vom 23. November 2006 
(act. II 38) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der 
MEDAS C.________ vom 25. April 2006 (act. II 27). Darin wurde keine 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Insbesonde-
re wurde den psychischen Beeinträchtigungen (Anpassungsstörung mit 

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Krankheitsfehlverarbeitung, Alkoholabusus, gegenwärtig abstinent, anan-
kastische Persönlichkeitszüge ohne Vorliegen einer Persönlichkeitss-
törung) keine Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zuge-
schrieben (S. 9) und in der Folge interdisziplinär (unter Berücksichtigung 
auch der somatischen Beeinträchtigungen) eine 100%ige Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit attestiert (S. 10 f.).

3.3 Bei Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 2019 (act. II 150; BGE 
131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Vom 25. Juli bis 6. Oktober 2016 war der Beschwerdeführer in der 
Klinik K.________ hospitalisiert (act. II 66.2 S. 9). Im zu Handen des Kran-
kentaggeldversicherers verfassten Bericht vom 16. Dezember 2016 (act. II 
66.2 S. 2 – 6) wurden eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10 F33.1) bei psychosozialer Belastungssituation (Verlust des Ar-
beitsplatzes und Trennung) sowie ein episodisch schädlicher Gebrauch von 
Alkohol (ICD-10 F10.1) diagnostiziert (S. 3). Im Sommer 2016 sei der Be-
schwerdeführer nach einer längeren depressiven Entwicklung infolge Tren-
nung von seiner Partnerin und einer überraschenden Kündigung durch den 
Arbeitgeber in eine schwere Krise geraten. 2002 habe er eine Lungenem-
bolie erlitten. Aus Sicht des behandelnden Arztes sei eine 50%ige IV-
Berentung gerechtfertigt (S. 2). Ab 25. Juli 2016 bestehe eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 3). 

Vom 29. November 2016 bis 24. Februar 2017 hielt sich der Beschwerde-
führer in der Tagesklinik der Klinik K.________ auf (act. II 80 S. 8). Im Be-
richt vom 3. April 2017 (act. II 76) wurde zusätzlich die Diagnose 
„Akzentuierte Persönlichkeitszüge“ (ICD-10 Z73.1) aufgeführt (S. 2). Ab 
dem 12. März 2017 sei eine 50%ige Tätigkeit wieder zumutbar (S. 5). Das 
Tätigkeitsprofil sollte in einem „Belastungsversuch“ erarbeitet werden 
(S. 4).

3.3.2 Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, hielt im Bericht 
vom 11. April 2017 (act. V 37 f.) fest, das EEG liefere keine Anhaltspunkte 
für eine Hypersomnie oder eine stattgehabte Hirnschädigung/Enzephalo-

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pathie, könne so etwas aber nicht ausschliessen; auch das Hirn-MRI könne 
nicht formell ausschliessen, dass es im Rahmen der Lungenembolie zu 
einer hypoxischen Episode gekommen sei. Jedenfalls lieferten die Zusatz-
abklärungen dafür keinen Hinweis (38). 

3.3.3 In der zu Handen des Krankentaggeldversicherers verfassten, 
auch auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers basie-
renden „Plausibilisierungsabklärung“ vom 9. Februar 2018 (act. II 107 S. 2 
ff.) hielt Prof. Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, in der (als sehr schwierig erachteten) Beurteilung fest, es liege 
(zumindest im Sinne eines dringenden Verdachts) eine schizoide Persön-
lichkeitsstörung (lCD-10 F60.1) vor. Dazu bestehe seit Jahren eine affekti-
ve Störung mit depressiven Symptomen, offensichtlich in unterschiedlicher 
Ausprägung, aktuell eine mittelgradige depressive Episode, bei einer offen-
bar rezidivierenden (wenn auch nicht chronischen) depressiven Störung 
(ICD-10 F33.1). Ob diese Chronifizierung vor dem Hintergrund der über 
Monate geübten Zurückhaltung bei der medikamentösen Behandlung die-
ser Störung resultiere, sei schwierig zu beurteilen. Fest stehe, zumal wenn 
die Angaben der Abklärungsstelle E.________ berücksichtigt würden, dass 
der Beschwerdeführer nicht über das erforderliche Ausmass der psychi-
schen und kognitiven Funktionen und der Beziehungsfähigkeit verfüge, um 
irgendeiner Tätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen (S. 12).

3.3.4 Med. pract. I.________ hielt im Bericht vom 26. April 2017 (richtig 
wohl: 2018 [act. II 112]) als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen rezidivierende Depressionen, aktuell 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), eine kombinierte Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10 F61) mit vorwiegend ängstlich-unsicher-
vermeidender Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), schizoider 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1) und perfektionistischen Elementen 
(ICD-10 F60.5) fest (S. 6). Die geklagten Beeinträchtigungen überstiegen 
bei Weitem die Ressourcen und Kompensationsmöglichkeiten, so dass 
eine allgemeine Leistungsunfähigkeit bestehe (S. 7).

3.3.5 Im polydisziplinären Gutachten der Medas vom 21. November 
2018 (act. II 133.1 ff.) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen ge-
stellt (act. II 133.1 S. 7): 

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Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Unvollständig remittierte depressive Störung (ICD-10 F33.8), vormals zeitweise 
auf dem Niveau einer mittelgradigen, jetzt mit Restsymptomatik dysthymer und 
neurasthenischer Art

2. Dysfunktionale Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54)
3. Auffällige Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73)
4. Leichtgradiges zerviko- und lumbospondylogenes Syndrom (ICD-10 M53.5, 

M54.5) mit radiologisch Spondylose thorakolumbaler Übergang, leichtgradige 
skoliotische Fehlhaltung

5. Knick-Senk-Spreizfüsse beidseits, linksbetont

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

6. Status nach operativer Embolektomie bei zentraler Lungenembolie 2002, orale 
Antikoagulation, Thrombophilie-Abklärung 2004 unauffällig

7. Diabetes mellitus Typ 2, behandelt
8. Arterielle Hypertonie, behandelt
9. Dyslipidämie, behandelt
10. Chronisch-venöse Insuffizienz beider Beine
11. Adipositas, BMI = 30kg/m2

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, aus somati-
scher Sicht liege ein leichtgradiges zerviko- und lumbospondylogenes Syn-
drom vor, welches seit Jahren bestehe, aber nie zu längeren 
Arbeitsunfähigkeiten geführt habe. Der Diabetes mellitus Typ 2, die arteriel-
le Hypertonie und die Dyslipidämie würden lege artis behandelt und schie-
nen gut eingestellt. Es bestehe zudem eine Adipositas und der 
Beschwerdeführer werde seit der Lungenembolie 2002 antikoaguliert. Eine 
Alkoholproblematik bzw. eine relevante Abhängigkeit oder ein relevanter 
Missbrauch lägen spätestens seit Antragstellung 2016 nicht mehr vor 
(S. 7). In psychischer Hinsicht ergäben sich in der Hamilton-
Depressionsskala aktuell 8 Punkte (ab 10 Punkten sprächen die meisten 
Studien von einer leichten Depression). Dies bestätige den klaren klini-
schen Eindruck, dass weder eine mittelgradige noch eine schwergradige 
Depression vorlägen, letztlich auch keine leichte, sondern eher ein dyspho-
risches neurasthenisches Geschehen, möglicherweise auch als Restsym-
ptomatik einer vormaligen depressiven Störung. Zusammenfassend könne 
vom Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen 
werden, objektiviert auch während eines stationären Aufenthaltes, gegen-
wärtig ohne Pharmakotherapie, gegenwärtig weitgehend remittiert, mit 
neurasthenischer und dysthymer Restsymptomatik. Ebenso beständen 

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eine dysfunktionale Krankheitsverarbeitung sowie auffällige Persönlich-
keitszüge (S. 6 f.). 

Aus somatischer Sicht beständen Einschränkungen durch die verminderte 
Belastbarkeit des Achsenskelettes. Schwere körperliche Tätigkeiten könne 
der Beschwerdeführer deshalb nicht mehr ausführen. Aus psychiatrischer 
Sicht seien die Flexibilität- und Umstellungsfähigkeit erheblich einge-
schränkt, die Anwendung fachlicher Kompetenzen sei deutlich einge-
schränkt, ebenso die Durchhaltefähigkeit. Zudem seien die 
Selbstbehauptungs-, Durchsetzungs- und Gruppenfähigkeit teilweise ein-
geschränkt (S. 8). Für die letzte Tätigkeit als ... und ... bei einer 
N.________ bestehe psychisch bedingt (act. II 133.5 S. 24) und in der Fol-
ge interdisziplinär seit Juli 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer an-
gepassten Tätigkeit bestehe seit dem Zeitpunkt der Begutachtung eine 
66%ige Arbeitsfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit 34%). Diese Tätigkeit müsste 
zudem einfach strukturiert sein mit begrenzter Verantwortung (act. II 133.1 
S. 9).

3.3.6 Med. pract. O.________ (Klinik G.________, wo sich der Be-
schwerdeführer seit dem 4. Februar 2019 in stationärer Behandlung auf-
hielt) diagnostizierte im zu Handen der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers verfassten Bericht vom 18. Februar 2019 (act. II 142 S. 
14 – 16) eine mittelgradige depressive Störung (Tendenz zur Chronifizie-
rung; ICD-10 F32.1). Zu den Einweisungsumständen hielt med. pract. 
O.________ fest, der Beschwerdeführer berichte im Eintrittsgespräch, dass 
er im Januar einen Vorbescheid erhalten habe, wonach sein Antrag auf 
eine IV-Rente abgelehnt worden sei. Er habe den Eindruck, von der Medas 
nicht fair begutachtet worden zu sein. Er hätte nun gerne ein Urteil von ei-
ner anderen Stelle. Weiterhin habe er auch einen Rechtsanwalt eingeschal-
tet. Seit der Lungenembolie sei der Antrieb schlechter geworden, er habe 
sich zurückgezogen, fühle sich schnell überfordert sowohl in körperlicher 
als auch in psychischer Hinsicht. Es bestünden erhebliche Konzentrations- 
und Gedächtnisstörungen und eine vorzeitige Erschöpfbarkeit. Seine finan-
zielle Situation sei nun auch zunehmend schwierig, da er im Oktober 2018 
zuletzt Taggeld bezogen habe und nun von seinem Ersparten lebe. Even-
tuell sei er zukünftig auf Sozialhilfe angewiesen (S. 14 f.). Weiter hielt med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 13

pract. O.________ fest, es liege seit dem Eintritt keine wesentliche Verbes-
serung der depressiven Symptomatik vor, so dass bis auf weiteres eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 16).

3.3.7 Med. pract. I.________ diagnostizierte im zu Handen der Rechts-
vertreterin des Beschwerdeführers verfassten Bericht vom 22. Februar 
2019 (act. II 142 S. 8 – 13) rezidivierende Depressionen, aktuell mittelgra-
dige depressive Episode (ICD-10 F33.1) und mit latenten Suizidgedanken 
(anamnestisch seit 2002), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F61) mit vorwiegend ängstlich-unsicher-vermeidenden, perfektionistisch-
zwanghaften und teils auch schizoiden Anteilen und narzisstischer Proble-
matik, sowie eine spezifische Phobie (Menschenansammlungen wie in 
gefüllten öffentlichen Verkehrsmitteln, auf öffentlichen Plätzen (ICD-10 
F40.2 [S. 9]). Ihres Erachtens benötige der Beschwerdeführer einen ge-
schützten Arbeitsplatz, wo er ein Pensum von 3 – 4 Stunden täglich bewäl-
tigen könne (S. 13). 

Mit zwei separaten Berichten vom 27. März 2019 (act. II 146 S. 2 ff.) nahm 
die Medas aus internistischer, psychiatrischer und interdisziplinärer Sicht 
zu den im Rahmen des Vorbescheidverfahrens vorgebrachten Einwänden 
des Beschwerdeführers sowie den Berichten von med. pract. O.________ 
und med. pract. I.________ vom 18. und 22. Februar 2019 Stellung, wobei 
an den Ergebnissen im Gutachten vom 21. November 2018 festgehalten 
wurde. 

3.3.8 Im die stationäre Behandlung vom 4. Februar bis 29. März 2019 in 
der Klinik G.________ betreffenden, von med. pract. O.________ mitunter-
zeichneten Austrittsbericht vom 17. Mai 2019 (act. V 21 – 26) wurde fest-
gehalten, aufgrund der umfangreichen Medikamentenanamnese ohne 
durchgreifende Erfolge sei dem Beschwerdeführer die Durchführung einer 
Elektrokrampftherapie (EKT) vorgeschlagen worden. Zunächst habe er 
hieran Interesse gezeigt. Unmittelbar vor dem geplanten Beginn der EKT 
habe sich der Beschwerdeführer dann schliesslich gegen eine EKT ent-
schieden. Da im weiteren Verlauf eine recht gute Teilremission der depres-
siven Symptomatik eingetreten sei, sei kein weiterer medikamentöser 
antidepressiver Behandlungsversuch erfolgt (24). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 14

3.3.9 Am 18. Juni 2019 erfolgte im Spital P.________ eine neuropsy-
chologische Untersuchung. Im entsprechenden, gleichentags verfassten 
Bericht (act. V 11 – 13) wurde in der Beurteilung festgehalten, es zeigten 
sich im alters-, geschlechter- und bildungskorrigierten Normvergleich nor-
mabweichende Leistungen im Bereich der mnestischen Funktionen, dies 
bei weitgehend unauffälligen Leistungen in den übrigen Funktionsberei-
chen. Eine hirnorganische Ursache dieser Normabweichungen sei sehr 
unwahrscheinlich. Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte des Be-
schwerdeführers, der aktuell fehlenden depressiven Symptomatik, der star-
ken Fokussierung des Beschwerdeführers auf das embolische Ereignis aus 
dem Jahr 2002, dem hohen Leidensdruck sowie der Befunde mit Aggrava-
tionstendenzen werde eine Beurteilung durch die Psychosomatik mit Spe-
zialisierung auf funktionelle Störungen empfohlen (13).

3.3.10 Dr. med. Q.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, hielt im zu Handen von med. pract. I.________ verfassten Bericht 
vom 28. August 2019 (act. V 1 f.) fest, die klinische Untersuchung bestätige 
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung auf dem Boden 
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Aktuell stehe deutlich die sich 
zuspitzende konkret-finanzielle Situation im Vordergrund, so dass eine ab-
schliessende Beurteilung nicht möglich sei. Die Ordnung der äusseren 
Verhältnisse und die Fortsetzung der ambulanten Psychotherapie seien 
daher zu empfehlen (2).

3.3.11 In der zu Handen des Verwaltungsgerichts erstellten Stellungnah-
me vom 10. März 2020 (in den Gerichtsakten) hielt Dr. med. J.________ 
(Medas) in Beantwortung der vom Instruktionsrichter gestellten Fragen fest, 
im vorliegenden Fall stelle das eine Störungsbild (dysfunktionale Krank-
heitsverarbeitung) definitionsgemäss keine schwerwiegende psychiatrische 
Pathologie dar und die beschriebene depressive Störung sei zum Zeitpunkt 
der Begutachtung als unvollständig remittiert eingeschätzt worden, in je-
dem Fall nicht mehr den Kriterien einer mittelgradigen depressiven oder gar 
schwergradigen depressiven Episode entsprechend. Somit handle es sich 
nicht um zwei schwerwiegende psychiatrische Krankheitsbilder (S. 2 f.). Zu 
einer dysfunktionalen Krankheitsverarbeitung gehöre oft auch eine als legi-
tim erlebte final ausgerichtete Entschädigungshaltung, was in Bezug auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 15

den Beschwerdeführer entsprechend aktueller Unterlagen zutreffe und was 
therapeutischen und beruflichen Massnahmen mit hoher Wahrscheinlich-
keit Abbruch tue (S. 4). Vorliegend scheine das Sammeln von Material mit 
der Intention und der Begründung eines versicherungsrechtlichen Anspru-
ches im Vordergrund zu stehen und weniger das Leiden an Symptomen 
und an der Störung an sich (S. 7). Der Beschwerdeführer befinde sich in 
einem systembedingten Konflikt zwischen Wahrung legitim erlebter Versi-
cherungsansprüche und natürlichem Genesungsbestreben, was, sollte die-
ses erfolgreich sein, den versicherungsrechtlichen Ansprüchen den Boden 
entziehe. Die Verantwortung dafür, wohin Motivation und Interessen orien-
tiert würden, liege beim Beschwerdeführer. Eine psychiatrische Krankheit, 
die mit dem Verlust der Verantwortung dafür einhergehen würde, liege si-
cher nicht vor (S. 8).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 16

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

3.5 Das polydisziplinäre Gutachten der Medas vom 21. November 
2018 (act. II 133.1 ff.) erfüllt – unter Berücksichtigung der zu Handen des 
Verwaltungsgerichts erstellten Stellungnahme vom 10. März 2020 (in den 
Gerichtsakten) – grundsätzlich die Anforderungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 3.4 vorne) und erbringt Beweis. Dies trifft auch auf die 
Beantwortung der Zusatzfragen vom 27. März 2019 (act. II 146 S. 2 ff.) zu. 
Gestützt auf diese Arztberichte lassen sich im Verbund mit der Stellung-
nahme vom 10. März 2020 sämtliche vorliegend relevanten Tat- und 
Rechtsfragen zuverlässig beantworten. 

Die Gutachter gelangten in der Expertise vom 21. November 2018 zum 
Schluss, in somatischer Hinsicht lägen (mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit) ein leichtgradiges zerviko- und lumbospondylogenes Syndrom 
(ICD-10 M53.5, M54.5) mit „radiologisch Spondylose thorakolumbaler 
Übergang“ und leichtgradiger skoliotischer Fehlhaltung sowie Knick-Senk-
Spreizfüsse beidseits (linksbetont) vor, welche Beeinträchtigungen die Ar-
beitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht (act. II 133.2 S. 27; 
133.4 S. 23) und in einer den Leiden angepassten Tätigkeit allein qualitativ 
einschränkten (act. II 133.1 S. 9). In psychischer Hinsicht liegen gestützt 
auf das Gutachten eine unvollständig remittierte depressive Störung (ICD-
10 F33.8), vormals zeitweise auf dem Niveau einer mittelgradigen, jetzt mit 
Restsymptomatik dysthymer und neurasthenischer Art, eine dysfunktionale 
Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54) sowie auffällige Persönlichkeitszüge 
(ICD-10 Z73) vor, welche die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit gänzlich, in einer den Leiden angepassten Tätigkeit um 34% ein-
schränken (act. II 133.1 S. 8). An diesen Einschätzungen hielten die Gut-
achter im Rahmen ihrer Stellungnahmen vom 27. März 2019 fest (act. II 
146 S. 2 ff.). Dies trifft im Grundsatz – mithin in diagnostischer Hinsicht so-
wie bezüglich der Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeits-
fähigkeit – auch auf die von Dr. med. J.________ zu Handen des 
Verwaltungsgerichts verfasste Stellungnahme vom 10. März 2020 (in den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 17

Gerichtsakten) zu. Jedoch mass Dr. med. J.________ darin – in Kenntnis 
der gerichtlich edierten Behandlungsunterlagen – invaliditätsfremden Fak-
toren bei der Beurteilung der medizinischen Situation dergestalt nunmehr 
eine ausschlaggebende Bedeutung bei, als der Experte hinsichtlich der 
frustran verlaufenen therapeutischen Massnahmen „eher das Sammeln von 
Material mit der Inten[t]ion und der Begründung eines versicherungsrechtli-
chen Anspruchs […] und weniger das Leiden an Symptomen und Störung 
an sich“ als „im Vordergrund“ stehend qualifiziert hat (S. 7), während in der 
bereits im psychiatrischen Teilgutachten festgestellten „final ausgerichte-
te[n] Entschädigungshaltung“ (act. II 133.5 S. 16) weder aus psychiatri-
scher Sicht noch im Rahmen der Konsistenzprüfung interdisziplinär eine 
ausschlaggebende Bedeutung zugeschrieben worden war (vgl. act. II 133.1 
S. 8). 

3.6 Der Beschwerdeführer kritisiert die psychiatrischen Einschätzun-
gen im Medas-Gutachten. Damit dringt er jedoch nicht durch: 

3.6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die im Gutachten behaupteten 
psychosozialen Belastungsfaktoren (vgl. act. II 133.5 S. 19) hätten zwar vor 
drei Jahren bestanden, lägen jedoch seit einer neuen Partnerschaft nicht 
mehr vor. Insbesondere verneine die behandelnde Psychiaterin das Vorlie-
gen solcher Faktoren ausdrücklich (Beschwerde, S. 3 f.; vgl. auch Replik, 
S. 4, Ziff. 4). Diesbezüglich geht aus den Akten hervor, dass im Rahmen 
der stationären und anschliessenden, bis am 24. Februar 2017 dauernden 
teilstationären Behandlung in der Klinik K.________ (act. II 80 S. 8) erheb-
liche psychosoziale Belastungsfaktoren (Verlust des Arbeitsplatzes und 
Trennung) bestanden (act. II 66.2 S. 2, 9; 76 S. 2). Wenn med. pract. 
I.________ gegenüber der Rechtsvertreterin angab, dass psychosoziale 
Belastungsfaktoren, die sich „relevant negativ auf [die] Leistungsfähigkeit 
ausgewirkt hatten“, ihr „nicht bekannt“ seien (act. II 142 S. 12), so wider-
spricht dies den hiervor genannten Berichten, wobei die behandelnde Ärz-
tin den Beschwerdeführer bereits seit November 2016 behandelt (vgl. act. II 
66.2 S. 8; act. V 20) und demnach von den anderslautenden Berichten 
Kenntnis gehabt haben müsste. Dies gilt umso mehr, als med. pract. 
I.________ im Überweisungsscheiben an die Psychosomatik des Spitals 
P.________ vom 8. Juli 2019 (vgl. act. V 20) ausdrücklich festhielt, das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 18

depressive Geschehen sei bei Beginn einer Fernbeziehung im Sommer 
2018 mit einer ukrainischen Frau in den Hintergrund getreten. Dies bis zum 
Januar 2019, als der Beschwerdeführer von einem Besuch in der Ukraine 
zurückgekehrt und einen ablehnenden Vorbescheid der IV erhalten habe, 
wobei es zu einer weiteren mittelgradigen depressiven Episode und einer 
Hospitalisation in der Klinik G.________ gekommen sei. Jedoch sei die 
Depression erneut remittiert, nachdem die Freundin zu Besuch gekommen 
sei. Mit dem näher rückenden Abreisetermin und dem Aufbrauchen der 
finanziellen Reserven bestehe nun eine Zuspitzung der psychosozialen 
Gesamtsituation. Diese Ausführungen legen den Schluss nahe, dass auch 
med. pract. I.________ – entgegen ihrer anderslautenden Darstellung im 
Bericht vom 22. Februar 2019 (act. II 142 S. 12) – psychosozialen Faktoren 
zumindest hinsichtlich des Verlaufs des geltend gemachten depressiven 
Geschehens offensichtlich durchaus relevante Bedeutung beimass bzw. -
misst, womit der Beschwerdeführer aus ihrer gegenteiligen Einschätzung 
im vorgenannten Bericht nichts ableiten kann, was gegen den Beweiswert 
des Medas-Gutachtens sprechen könnte.

3.6.2 Hinsichtlich des Vorwurfs, im Medas-Gutachten würden die Thera-
pieoptionen zu Unrecht als nicht ausgeschöpft qualifiziert und auf den Ein-
wand von med. pract. I.________, wonach der Beschwerdeführer 
wahrscheinlich zur Gruppe der Personen gehöre, die auf eine Therapie mit 
Antidepressiva nicht ansprächen (Beschwerde, S. 4), ist auf die überzeu-
gende Antwort in der Stellungnahme von Dr. med. J.________ vom 27. 
März 2019 (act. II 146 S. 7) zu verweisen. Danach hätten zum Zeitpunkt 
der Begutachtung weder von der Behandlerin noch in der sonstigen Akte-
nanamnese Medikamentenspiegel vorgelegen, obschon ein Drug-
Monitoring beim Verlauf der Therapie ein relevantes Instrument darstelle. 
Eine aktuelle Medikamentenunverträglichkeit oder ein Nicht-Profitieren von 
sämtlichen Psychopharmaka werde letztlich auch durch die Äusserung des 
Beschwerdeführers relativiert, wonach er ohne Schlaftabletten erhebliche 
Schlafstörungen habe. Auch habe er zum Zeitpunkt der Begutachtung kei-
ne Medikamente eingenommen, bei weitgehend unauffälligem Befund. 
Diese Ausführungen blieben in der Folge aus fachmedizinischer Sicht un-
widersprochen. Im Übrigen wies Dr. med. J.________ darauf hin, dass sich 
die Therapieoptionen im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie defini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 19

tionsgemäss nicht auf die Psychopharmakotherapie reduzieren liessen, 
sondern – wie im Gutachten dargestellt – auch aus Psychotherapie und 
Soziotherapie beständen (S. 8). Soweit der Beschwerdeführer diesbezüg-
lich einwendet, solchen Therapien habe er sich unterzogen, sie seien je-
doch ohne Erfolg geblieben (Beschwerde, S. 5), so ist darauf hinzuweisen, 
dass dieser Umstand im Wesentlichen dem Beschwerdeführer respektive 
seiner insoweit gespaltenen Motivation (Motivation Richtung Therapieziel 
einerseits, Wahrung versicherungsrechtlicher Interessen andererseits [vgl. 
Stellungnahme von Dr. med. J.________ vom 10. März 2020, S. 8; in den 
Gerichtsakten]) zuzuschreiben ist (vgl. E. 3.6.3 sogleich) und somit nicht 
als Argument gegen den Beweiswert des Gutachtens ins Feld geführt wer-
den kann. 

3.6.3 Sodann bemängelt der Beschwerdeführer, das im Januar 2019 
aufgetretene Rezidiv der depressiven Störung und die Gesamtbeurteilung 
deren Schweregrades hätten im Medas-Gutachten neu bewertet werden 
müssen. Insgesamt sei die im Gutachten vorgenommene Klassifizierung 
einer weitgehend remittierten Störung nicht mehr haltbar (Beschwerde, 
S. 5). Auch diese Kritik verfängt nicht: Dr. med. J.________ hat sich in sei-
ner Stellungnahme vom 10. März 2020 (in den Gerichtsakten) – insbeson-
dere unter Mitberücksichtigung der Behandlungsdokumentation der Klinik 
G.________ (act. III), wo sich der Beschwerdeführer aufgrund einer von 
der behandelnden Ärztin diagnostizierten rezidivierenden depressiven 
Störung vom 4. Februar bis 29. März 2019 in stationärer Behandlung be-
fand (act. V 21) – ausführlich zum zur Diskussion stehenden Beschwerde-
bild und den durchgeführten Behandlungen geäussert. Mit Blick auf die 
Angaben der dort behandelnden Psychotherapeutin, wonach der Be-
schwerdeführer ihr im Gespräch immer wieder habe „beweisen“ müssen, 
unter starken Defiziten zu leiden und es ihm nach deren Einschätzung un-
ter den gegebenen Umständen „(IV-Prozess)“ nicht besser gehen dürfe 
(act. III 264), hat Dr. med. J.________ überzeugend dargelegt, dass die 
motivationale Energie des Beschwerdeführers eher für die Erzielung einer 
materiellen Entschädigung (Rente) als für den schnellstmöglichen Berufs-
wiedereinstieg aufgebracht werde (Stellungnahme vom 10. März 2020, S. 
4). Damit hat Dr. med. J.________ die vom Beschwerdeführer bemängelte 
Neubewertung der geltend gemachten Beeinträchtigung unter Einbezug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 20

der Ergebnisse des stationären Aufenthalts sehr wohl vorgenommen, je-
doch dem Umstand Rechnung getragen, dass offensichtlich andere als 
gesundheitliche Faktoren für das Beschwerdebild verantwortlich zeichnen. 
Dass er das depressive Geschehen an sich im Vergleich zu den Ergebnis-
sen im Medas-Gutachten nicht anders (im Sinne einer schwerwiegenderen 
Störung) bewertete, ist im Lichte der vom Beschwerdeführer wiederholt und 
ausdrücklich kommunizierten Rentenbegehrlichkeit (vgl. auch act. III 245) 
als iv-fremder Faktor ohne weiteres schlüssig und nachvollziehbar.

3.6.4 Sodann hat Dr. med. J.________ bereits im psychiatrischen Teil-
gutachten ausführlich und überzeugend dargelegt, warum die Diagnose 
einer (schizoiden) Persönlichkeitsstörung zu verwerfen ist. Hierzu lässt sich 
der Expertise entnehmen, sie (die Gutachter) hätten einen Beschwerdefüh-
rer erlebt, der noch gestern ins Solarium gegangen sei, seit sechs Monaten 
eine Freundin und Sexualität habe, sich von einer weiteren Person in den 
Urlaub begleiten lasse, gerne soziale Berufe ausgeübt habe, etwa auch die 
Betreuung einer behinderten Person im hauptberuflichen Umfang, sich 
wieder eine solche Tätigkeit wünsche und beim Einkaufen eine ehemalige 
Kundin seines früheren Arbeitgebers getroffen und mit ihr dann eine Stun-
de Kaffee getrunken habe. Die Diagnose einer schizoiden Persönlichkeit 
sei deshalb sehr unwahrscheinlich. Auch habe der Beschwerdeführer be-
richtet, dass während des Eingliederungsversuches bei der Abklärungsstel-
le E.________ seine sozialen Fähigkeiten erkannt worden seien und man 
ihn dort habe zum Coach machen wollen. Demnach mögen perfektionisti-
sche Elemente vorliegen, ebenso ängstlich-unsicher und vermeidende, die 
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien aber weder im Quer- noch im 
Längsschnitt belegbar. Die Annahme einer Persönlichkeitsstörung wider-
spreche sämtlichen bisherigen Tätigkeiten des Beschwerdeführers und 
seinem aktuellen Zustand und Beziehungsverhalten (act. II 133.5 S. 16 f.). 
In Anbetracht dieser hohen Begründungsdichte ist es nicht zu beanstan-
den, wenn sich Dr. med. J.________ in seiner Stellungnahme vom 
27. März 2019 auf den (korrekten) Hinweis beschränkte, auch im Rahmen 
der Hospitalisation in der Klinik G.________ sei die Diagnose – obwohl im 
Überweisungsschreiben aufgeführt (vgl. act. V 31 f.) – nicht vermerkt wor-
den (vgl. act. V 21), was zumindest gegen eine erhebliche Relevanz eines 
entsprechenden Beschwerdebildes spreche (act. II 146 S. 7). Auch spricht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 21

das Arbeitszeugnis des letzten Arbeitgebers in hohem Masse gegen eine 
Persönlichkeitsstörung, wurde dem Beschwerdeführer doch eine hoch ent-
wickelte Sozialkompetenz attestiert (vgl. act. II 81 S. 8). Soweit deshalb in 
einzelnen Berichten (vgl. act. II 107 S. 12; 112 S. 6; act. V 2) das Vorliegen 
einer Persönlichkeitsstörung postuliert wurde, kann dem nicht gefolgt und 
es kann daraus nichts gegen den Beweiswert des Medas-Gutachtens ab-
geleitet werden.

3.6.5 Schliesslich dringen auch die Einwände des Beschwerdeführers 
(vgl. Eingabe vom 2. April 2020) gegen die zu Handen des Verwaltungsge-
richts erstellte Stellungnahme von Dr. med. J.________ vom 10. März 2020 
(in den Gerichtsakten) nicht durch: 

So bedeutet entgegen der Meinung des Beschwerdeführers (S. 1 zu Frage 
1) die blosse Möglichkeit, dass sich zwei psychische Störungsbilder gegen-
seitig negativ beeinflussen können, nicht zwangsläufig, dass dies im kon-
kreten Fall stets zu einem schwerwiegenden, das funktionelle 
Leistungsvermögen erheblich beeinträchtigenden Beschwerdebild führen 
muss. Nichts anderes gilt vorliegend: Dr. med. J.________ hat in der Stel-
lungnahme vom 10. März 2020 nachvollziehbar und überzeugend darge-
legt, dass ein Zusammenkommen mehrerer psychischer Störungsmuster 
grundsätzlich ungünstig ist (S. 2), im vorliegenden Fall jedoch das eine 
Störungsbild nosologisch einem leichtgradigen Bild entspreche und das 
depressive Geschehen nicht nur zum Zeitpunkt der Begutachtung als nicht 
anhaltend schwerwiegend einzuordnen sei, weshalb von einer möglichen 
Wechselwirkung zumindest keine erwerbsrelevanten Aussagen abgeleitet 
werden könnten. 

Im Weiteren hat Dr. med. J.________ die im Jahr 2002 stattgehabte Lun-
genembolie nicht als „nicht schwerwiegend“ qualifiziert (Eingabe vom 
2. April 2020, S. 2 zu Frage 2); vielmehr bezog er sich mit dieser Beschrei-
bung auf das (aktuell) geltend gemachte körperliche Beschwerdebild (S. 3). 
Seine Einschätzung deckt sich denn auch mit jener des Medas-Internisten, 
welcher festhielt, der Beschwerdeführer sei dauerantikoaguliert, die arteriel-
le Hypertonie und der Diabetes seien gut eingestellt und die internistischen 
Erkrankungen hätten keinen Einfluss auf die Leistungs- und Funktions-
fähigkeit (act. II 133.2 S. 27). Ebenso wenig liegt in rheumatologischer (act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 22

II 133.4 S. 23) und neurologischer Hinsicht eine schwerwiegende gesund-
heitliche Beeinträchtigung vor. Insbesondere konnte die Diagnose einer 
hypoxischen Enzephalopathie verworfen werden (act. II 133.6 S. 10). Dass 
sich sodann die dysfunktionale Krankheitsverarbeitung auf psychologischer 
und auch Verhaltensebene abbildet – im Sinne von Sorgen, Konflikten und 
Erwartungen –, was sich in Bezug auf die Gesundung und Wiedereinglie-
derung negativ auswirkt (Eingabe vom 2. April 2020, S. 2 zu Frage 2), be-
deutet nicht, dass eine daraus abgeleitete Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit nicht überwindbar ist (vgl. E. 2.1.1 vorne). Vorliegend 
hielt Dr. med. J.________ denn auch fest, dass in Bezug auf die beim Be-
schwerdeführer vorliegende gespaltene Motivationslage (Gesundung ei-
nerseits, Wahrung versicherungsrechtlicher Interessen andererseits) keine 
psychiatrische Krankheit vorliege, die mit dem Verlust der entsprechenden 
Verantwortung hinsichtlich der Orientierung der Motivation einhergehe. 
Vielmehr könne die Verantwortung hierfür nur beim Beschwerdeführer lie-
gen (Stellungnahme vom 10. März 2020, S. 8). Dies deckt sich mit seiner 
Einschätzung im psychiatrischen Teilgutachten (vgl. act. II 133.5 S. 27).

Entgegen dem Beschwerdeführer (Eingabe vom 2. April 2020, S. 2 zu Fra-
ge 3) erweist sich sodann auch die Einschätzung von Dr. med. J.________, 
wonach im Falle der Verneinung eines Rentenanspruchs hinsichtlich einer 
Anpassungsleistung (im Sinne der Überwindung der psychischen Be-
schwerden) in Anbetracht der nicht schwerwiegenden psychiatrischen Pa-
thologien eine eher positive Prognose gestellt werden könne, mit Blick auf 
die Aktenlage als plausibel: So präsentierte sich im ersten (in der Folge 
auch beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern anhängig gemachten) 
Verfahren bei Status nach Arbeitsplatzverlust und Trennung von der dama-
ligen Partnerin bei in der Folge depressiver Problematik (act. II 8 S. 1; 14 S. 
3; 15 S. 1) ein ähnliches Bild wie heute. Nachdem im Gutachten der ME-
DAS C.________ vom 25. April 2006 (act. II 27) keine Diagnose mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 9) und in der Folge eine 
uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 10 f.) attestiert wurde, 
beantragte der Beschwerdeführer eine Invalidenrente (act. II 32 S. 1 f.; 43 
S. 5), welches Begehren schliesslich mit Urteil vom 3. April 2007 (VGE 
IV/67585/3/07) rechtskräftig abgewiesen wurde (act. II 46). Wie der im 
Recht liegende Lebenslauf zeigt – und was unbestritten ist – war der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 23

schwerdeführer in der Folge in verschiedenen Bereichen erwerbstätig, zu-
letzt drei Jahre bei D.________. Echtzeitliche Berichte, welche Anhalts-
punkte dafür liefern, dass der Beschwerdeführer in dieser Zeit zwecks Auf-
rechterhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit medizinischer bzw. 
namentlich psychiatrischer Behandlung bedurft hätte, liegen nicht vor, wo-
mit die von med. pract. I.________ im Bericht vom 26. April 2017 (richtig 
wohl: 2018 [act. II 112]) auch für diese Zeit angenommenen Depressionen 
und Einschränkungen (S. 4) nicht erstellt sind. Gegenteils wurde der Be-
schwerdeführer vom ehemaligen Arbeitgeber als sehr belastbar, verbind-
lich, ausdauernd und effektiv beschrieben (act. II 81 S. 8). Wenn Dr. med. 
J.________ deshalb folgert, dass eine „Rückbesinnung auf die eigenen 
Ressourcen“ zumutbar wäre (Stellungnahme vom 10. März 2020, S. 5), 
erweist sich dies im Lichte der Aktenlage als plausibel. 

Hinsichtlich des Einwandes des Beschwerdeführers, wonach ihm keine 
zurechenbare Mitverantwortung für das Scheitern der bisherigen Therapie-
bemühungen angelastet werden könne (Eingabe vom 2. April 2020, S. 3 zu 
Frage 4, S. 3 f. zu Frage 6 und S. 4 zu Frage 7), kann ihm aus den bereits 
dargelegten Gründen nicht gefolgt werden. Zu betonen ist nochmals, dass 
gemäss Dr. med. J.________ keine psychiatrische Krankheit vorliegt, wel-
che einer hinreichenden Therapieadhärenz des Beschwerdeführers respek-
tive der Überwindung der gespaltenen Motivationslage im Wege steht (vgl. 
S. 8).

Dass es dem Beschwerdeführer sodann im Wesentlichen (auch) darum 
geht, Material zur Unterstützung seines Leistungsbegehrens zu sammeln 
(Eingabe vom 2. April 2020, S. 3 zu Frage 5) – wie Dr. med. J.________ in 
der Stellungnahme vom 10. März 2020 folgert (S. 7) – ergibt sich bereits 
aus den Behandlungsunterlagen der Klinik G.________ (vgl. act. III 241). 
Aber auch aus dem Bericht der Klinik K.________ vom 25. April 2017 (act. 
II 80 S. 9), der „Plausibilisierungsabklärung“ von Prof. Dr. med. 
M.________ vom 9. Februar 2018 (act. II 107 S. 10) sowie der Medas-
Begutachtung (act. II 133.5 S. 5) folgt unmissverständlich, dass der Be-
schwerdeführer zwecks Sicherung der Existenzgrundlage den Erhalt von 
Rentenleistungen anstrebt, womit sich die gleichlautende Einschätzung von 
Dr. med. J.________ als nachvollziehbar und schlüssig erweist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 24

3.6.6 Zusammenfassend zeigen die im Recht liegenden medizinischen 
Berichte und die Vorbringen des Beschwerdeführers keine Aspekte auf, 
welche – unter Berücksichtigung der Stellungnahme von Dr. med. 
J.________ vom 10. März 2020 – im Sinne von konkreten Indizien gegen 
den Beweiswert des Medas-Gutachtens vom 21. November 2018 (inklusive 
Stellungnahme vom 27. März 2019) sprechen (vgl. E. 3.3 vorne). Damit 
bedarf es der beschwerdeweise (eventualiter) beantragten erneuten medi-
zinischen Begutachtung nicht.

3.7

3.7.1 Gestützt auf die Einschätzungen der Medas ist ein Revisionsgrund 
erstellt, ist doch eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen im Sinne 
einer die Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch einschränkenden psychi-
schen Störung, welche ihrerseits potentiell geeignet ist, den Rentenan-
spruch zu berühren (vgl. E. 2.2.3 vorne), ausgewiesen. 

3.7.2 Die Experten der Medas attestieren aus somatischer Sicht allein 
eine qualitative Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. act. 
II 133.2 S. 27; 133.4 S. 23), wobei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als ... 
und ... bei einer N.________ dem Beschwerdeführer weiterhin zumutbar 
ist. Jedoch erachten die Gutachter diese Tätigkeit aus psychischen 
Gründen bzw. interdisziplinär als nicht mehr geeignet. In einer den Leiden 
angepassten Tätigkeit attestieren sie eine (ausschliesslich psychisch 
bedingte) 34%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 133.1 S. 9; 133.5 S. 25). Zu 
prüfen bleibt, ob diese Einschätzung eine Invalidität (vgl. E. 2.1.1 vorne) 
begründet, d.h. aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht massgeblich 
ist. 

4.

4.1

4.1.1 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 25

tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

4.1.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429). 

4.1.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Trifft dies zu, erfolgt schliesslich auf der 
zweiten Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Kata-
log von Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – 
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 
294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte 
Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Ka-
tegorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ ein-
teilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 
S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 26

4.2

4.2.1 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die ver-
sicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grund-
lage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine 
davon losgelöste Parallelüberprüfung „nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen“ darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. 
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkun-
gen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts ab-
schliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 145 
V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

4.2.2 Zur Grenzziehung zwischen der freien Überprüfung durch die 
rechtsanwendende Stelle in Anwendung der Standardindikatoren gemäss 
BGE 141 V 281 auf der einen und unzulässiger juristischer Parallelbeurtei-
lung auf der anderen Seite hat das Bundesgericht Folgendes festgehalten: 
Von einer lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von BGE 141 V 
281 erfolgten medizinischen Schätzung ist aus triftigen Gründen abzuwei-
chen. Solche liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme 
einer Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 
Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenansprechen-
den Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt. Dabei ist 
zu beachten, dass die ärztliche Beurteilung Ermessenszüge aufweist, die 
auch den Rechtsanwender begrenzen. Für die Prüfung der Frage, ob und 
inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter 
Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend 
und nachvollziehbar begründet haben, ist erforderlich, dass die Sachver-
ständigen substanziiert darlegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 27

Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und 
die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hin-
sicht zu schmälern vermögen. Insbesondere hat der medizinisch-
psychiatrische Sachverständige darzutun, dass, inwiefern und inwieweit 
wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- 
und Kontrollzwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, fami-
liären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person. Kommen 
die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 
281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-
psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 
Rechtsanwenders Bestand haben (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368). Fehlt es 
daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach 
den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenan-
sprechenden Person auswirkt (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 
4.3 S. 54).

4.3 Die im Medas-Gutachten in psychiatrischer Hinsicht gestellten 
Diagnosen einer unvollständig remittierten depressiven Störung (ICD-10 
F33.8), einer dysfunktionalen Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54) sowie 
auffälliger Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73) sind in Bezug auf die 
klassifikatorischen Vorgaben nachvollziehbar begründet (vgl. E. 4.1.2 
vorne). Ferner kann zwar auf die gutachterlichen Einschätzungen, wonach 
keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation beständen (act. II 133.2 S. 
27; 133.5 S. 21) mit Blick auf die Stellungnahme von Dr. med. J.________ 
vom 10. März 2020 (in den Gerichtsakten) sowie die Ergebnisse der 
neuropsychologischen Untersuchung vom 18. Juni 2019, bei der 
Aggravationstendenzen festgehalten wurden (act. V 13), nicht abgestellt 
werden. Ob aufgrund dieser neuen Erkenntnisse in rechtlicher Hinsicht (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. November 2018, 
8C_378/2018, E. 6.2) auf einen Ausschlussgrund zu schliessen wäre, kann 
mit Blick auf das Ergebnis offen bleiben. Schliesslich haben sich die Me-
das-Gutachter in ihrer Expertise zwar an den normativen Vorgaben gemäss 
BGE 141 V 281 orientiert; insbesondere im Lichte der Stellungnahme von 
Dr. med. J.________ vom 10. März 2020 (in den Gerichtsakten) ist jedoch 
ihre Einschätzung zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit von den Organen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 28

Rechtsanwendung vertieft zu prüfen (vgl. E. 4.2 vorne). Hervorzuheben ist 
dabei, dass Hinweise auf das Vorliegen einer Aggravation, welche den 
Tatbestand des Ausschlussgrundes nicht erfüllen, nach einer vertiefenden 
Prüfung des funktionellen Schweregrads des (ärztlich festgestellten) psy-
chischen Leidens rufen (vgl. Entscheid des BGer vom 12. März 2019, 
9C_501/2018, E. 5.1). Sodann gilt auch im Rahmen eines strukturierten 
Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 der Grundsatz, wonach das Invali-
denversicherungsrecht soziale Faktoren so weit ausklammert, als es darum 
geht, die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten 
Faktoren zu umschreiben. Soweit sie direkt negative funktionelle Folgen 
zeitigen, bleiben sie mithin ausser Acht (vgl. Entscheid des BGer vom 
20. Januar 2020, 8C_559/2019, E. 3.2).

4.4

4.4.1 Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist beim 
Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) 
die Schwere des Krankheitsgeschehens anhand aller verfügbaren Elemen-
te aus der diagnoserelevanten Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisie-
ren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 299). Vorliegend zeigte sich die 
depressive Störung anlässlich der Begutachtung durch die Medas als un-
vollständig remittiert. Im Hauptgutachten wurde hierzu festgehalten, es lie-
ge weder eine leichte, mittelgradige noch schwergradige Depression vor, 
sondern eher ein dysphorisches neurasthenisches Geschehen, möglicher-
weise als Restsymptomatik einer vormaligen Depression (act. II 133.1 
S. 6 f.). Diese Einschätzung korreliert mit der bescheidenen Befundlage 
(act. II 133.5 S. 11 f.), wobei sich namentlich bei der Affektivität allein eine 
teilweise leichte Deprimiertheit präsentierte (S. 12). Wie aus dem Überwei-
sungsschreiben von med. pract. I.________ vom 8. Juli 2019 (act. V 20) 
zudem hervorgeht, steht das depressive Geschehen in wesentlicher Ab-
hängigkeit von psychosozialen Faktoren, indem die geltend gemachte 
Symptomatik jeweils remittierte, wenn der Beschwerdeführer eine Freundin 
hatte. Was sodann das geltend gemachte Rezidiv im Februar 2019 anbe-
langt, so folgt aus der Behandlungsdokumentation der K0linik G.________ 
einerseits, dass dieses wesentlich vom ausdrücklichen Rentenbegehren 
des Beschwerdeführers geprägt war (act. III 241, 245, 261), wobei der ers-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 29

te abschlägige Vorbescheid vom 4. Januar 2019 (act. II 134) gemäss dem 
Überweisungsschreiben von med. pract. I.________ der Auslöser der de-
pressiven Episode war (act. V 32). Andererseits kam es auch insoweit zu 
einer Remission, als die Freundin des Beschwerdeführers aus der Ukraine 
zu Besuch kam (act. V 20). Sodann stellt die weiter diagnostizierte dysfunk-
tionale Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54) grundsätzlich eine leichte psy-
chische Störung dar (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 268; Stellungnahme vom 10. 
März 2020, S. 2). Hierzu hielt Dr. med. J.________ bereits im Gutachten 
der Medas fest, es seien eine gewisse Symptomausweitung bei der 
Schmerzdarstellung, Hinweise auf eine Selbstlimitierung sowie eine als 
legitim erlebte final ausgerichtete Entschädigungshaltung zu erkennen (act. 
II 133.5 S. 16). Diese noch vorsichtige Einschätzung bekräftigte und 
betonte Dr. med. R.________ nach Kenntnis der 
Behandlungsdokumentationen in der Stellungnahme vom 10. März 2020 (in 
den Gerichtsakten), indem er darauf hinwies, dass in diesem Fall das 
Sammeln von Material mit der Intention und der Begründung eines 
versicherungsrechtlichen Anspruchs im Vordergrund zu stehen scheine (S. 
7), wobei dieser Umstand nicht auf eine psychiatrische Krankheit 
zurückzuführen sei (S. 8). 

Mit Blick auf die in der neuropsychologischen Untersuchung festgestellten 
Aggravationstendenzen (act. V 13), der Abhängigkeit des geltend 
gemachten (depressiven) Beschwerdebildes von psychosozialen Faktoren 
(Partnerschaft, finanzielle Situation) sowie einer mehrfach aktenmässig 
dokumentierten Rentenbegehrlichkeit (vgl. act. II 80 S. 9; 107 S. 10; act. III 
241, 245, 261) ist eine diagnosenrelevante Ätiologie bzw. ein konsistenter 
Nachweis, wonach die geltend gemachten funktionellen Ausfälle sich aus 
denjenigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der 
Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend gewesen sind, nicht erstellt. 
Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass die geklagten Beschwerden 
massgeblich auf andere als invalidenversicherungsrechtlich relevante 
Faktoren zurückzuführen sind.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 30

4.4.2 In Bezug auf den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungser-
folg oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist Folgendes fest-
zuhalten:

4.4.2.1 Nach der Rechtsprechung sagt die Therapierbarkeit eines Leidens 
für sich allein nichts über den invalidisierenden Charakter einer psychi-
schen Störung aus (BGE 143 V 409 E. 4.2.1 S. 412). Gleichwohl gilt die 
Frage, ob eine Therapie durchgeführt wird, als Indiz für den Leidensdruck 
der versicherten Person und damit den Schweregrad der Störung (BGE 
143 V 409 E. 4.2.1 S. 412 und E. 4.4 S. 414).

Zwar geht aus den von der Beschwerdegegnerin zugestellten sowie ge-
richtlich edierten Akten hervor, dass der Beschwerdeführer im Verlauf di-
verse psychiatrische bzw. psychologische Behandlungen in Anspruch 
nahm. Dabei fällt jedoch auf, dass med. pract. I.________ im Rahmen der 
Psychotherapie gemäss eigenen Angaben keinen vertieften Zugang zum 
Beschwerdeführer erhielt, wie dies aus dem Überweisungsscheiben vom 
8. Juli 2019 hervorgeht (act. V 8). Auch aus den Behandlungsaufzeichnun-
gen der Klinik G.________ ergibt sich in Bezug auf die Psychotherapie das 
gleiche Bild (act. III 264; act. V 25). Ferner lehnte der Beschwerdeführer 
eine Behandlung mittels EKT ab, obschon keine Hinweise auf Kontraindika-
tionen bestanden (act. III 207; act. V 24). Wie bereits gezeigt (vgl. E. 3.6.5 
vorne), ist abermals hervorzuheben, dass gemäss der Einschätzung von 
Dr. med. R.________ beim Beschwerdeführer unter den gegebenen Um-
ständen nicht primär die gesundheitliche Genesung, sondern das Sammeln 
von Material zwecks Wahrung der versicherungsrechtlichen Ansprüche im 
Vordergrund steht (Stellungnahme vom 10. März 2020, S. 7 [in den Ge-
richtsakten]), wobei zu wiederholen ist, dass dieser Umstand nicht mit einer 
psychiatrischen Krankheit erklärt werden kann (S. 8). Demnach lassen die 
durchgeführten Therapien keinen Rückschluss auf den effektiven Leidens-
druck des Beschwerdeführers und in der Folge auf ein invalidisierendes 
Leiden zu.

4.4.2.2 Sodann ergeben sich Rückschlüsse auf den Schweregrad einer 
Gesundheitsschädigung auch aus der Eingliederung im Rechtssinne, hat 
sich die versicherte Person in beruflicher Hinsicht doch primär selbst 
einzugliedern und, soweit angezeigt, an entsprechenden Eingliederungs- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 31

und Integrationsmassnahmen teilzunehmen. Fallen solche Massnahmen 
nach ärztlicher Einschätzung in Betracht, bietet die Durchführungsstelle 
dazu Hand und nimmt die rentenansprechende Person dennoch nicht 
daran teil, gilt dies als starkes Indiz für eine nicht invalidisierende 
Beeinträchtigung.  Umgekehrt kann eine trotz optimaler Kooperation 
misslungene Eingliederung im Rahmen einer gesamthaften, die jeweiligen 
Umstände des Einzelfalles berücksichtigenden Prüfung bedeutsam sein 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 300). 

Vom 2. August bis 5. November 2017 erfolgte in der Abklärungsstelle 
E.________ ein Belastbarkeitstraining. Im entsprechenden Bericht vom 14. 
November 2017 (act. II 109 S. 2 ff.) wurde festgehalten, das Arbeitsverhal-
ten sei mit sehr wenig Elan und Enthusiasmus verbunden gewesen (S. 3) 
und es seien eine Verlangsamung und Konzentrationsschwierigkeiten fest-
zustellen gewesen, welche der Beschwerdeführer mit psychischer und 
physischer Erschöpfung erklärt habe (S. 4). Ziel des Belastbarkeitstrainings 
bildete die Steigerung der Präsenzzeit von 2 Stunden an 5 Tagen auf 4 
Stunden an 5 Tagen pro Woche (act. II 84 S. 2). Dies entspricht einem 
50%-Pensum, welches seinerseits auf der subjektiven, gegenüber den be-
handelnden Ärzten der Klinik K.________ bekundeten Einschätzung des 
Beschwerdeführers basierte, wonach aus seiner Sicht eine 50%ige Beren-
tung gerechtfertigt sei (vgl. act. II 80 S. 9 f.). Damit kann allein aus der Tat-
sache, dass der Beschwerdeführer an Eingliederungsmassnahmen 
teilgenommen hat, in Bezug auf die Frage nach dem Vorliegen einer Invali-
dität nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Hinzu kommt, dass die 
Konzentration – soweit sie Gegenstand einer Befunderhebung bildete – vor 
der Durchführung des Belastbarkeitstrainings jeweils als grobkursorisch 
unauffällig beurteilt worden war (act. II 66.2 S. 13; 76 S. 3) und der Be-
schwerdeführer auch Auto fuhr (bzw. fährt), aber dabei gemäss pneumolo-
gischer Abklärung (welche in der Zeit des Belastbarkeitstrainings erfolgte) 
weder müde wurde noch Konzentrationsschwierigkeiten verspürte (vgl. act. 
II 106 S. 16); zudem stand, wie dargelegt, schon damals die Rentenbe-
gehrlichkeit des Beschwerdeführers im Raum (vgl. act. II 80 S. 9; 107 S. 
10). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 32

Insoweit im psychiatrischen Teilgutachten aufgrund der anlässlich der Ein-
gliederungsmassnahmen gezeigten Leistung indirekt auf einen damals 
schlechteren Gesundheitszustand geschlossen wurde (vgl. act. II 133.5 S. 
19 f.), kann dem aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht deshalb nicht 
gefolgt werden. Dies umso weniger, als auch Dr. med. J.________ nach 
Vorliegen der Behandlungsdokumentationen in der Stellungnahme vom 10. 
März 2020 (in den Gerichtsakten) im Vergleich zur vorgängigen Einschät-
zung die Rentenbegehrlichkeit des Beschwerdeführers hervorhob. Zudem 
geht aus dem den Gutachtern anlässlich der Begutachtung 2018 ebenfalls 
nicht vorgelegenen Überweisungsschreiben von med. pract. I.________ 
vom 8. Juli 2019 (act. V 20) hervor, dass dem Beziehungsstatus des Be-
schwerdeführers im Sinne eines psychosozialen Faktors bei der Aufrecht-
erhaltung des geltend gemachten depressiven Zustandsbildes eine 
prägende Rolle zukam (vgl. E. 3.6.1 vorne). In Würdigung der gesamten 
Umstände ist zwar von einer misslungenen Eingliederung auszugehen, 
jedoch fusst deren Scheitern nicht überwiegend wahrscheinlich auf (aus-
schliesslich versicherten) krankheitsbedingten Faktoren. 

4.4.3 Sodann kann offen bleiben, in welchem Verhältnis die im Medas-
Gutachten diagnostizierten psychischen Störungen zueinander stehen (act. 
II 133.1 S. 7) bzw. inwieweit sie im Sinne der Rechtsprechung gemäss 
BGE 141 V 281 als komorbid zu qualifizieren sind (vgl. Eingabe des Be-
schwerdeführers vom 2. April 2020, S. 1 zu Frage 1). Entscheidend ist, 
dass nach der überzeugenden Einschätzung von Dr. med. J.________ vom 
10. März 2020 die dysfunktionale Krankheitsverarbeitung einem leichtgra-
digen Beschwerdebild entspricht und das depressive Geschehen als nicht 
anhaltend schwerwiegend einzuordnen ist, weshalb von einer möglichen 
Wechselwirkung zumindest keine erwerbsrelevanten Aussagen abgeleitet 
werden können (S. 3). Auch wurde eine Persönlichkeitsstörung mit über-
zeugender Begründung verneint (vgl. E. 3.6.4 vorne). Sodann fällt die als 
Z-Diagnose klassifizierte Störung der auffälligen Persönlichkeitszüge (ICD-
10 Z73) nicht unter den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich 
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen (Entscheid des BGer vom 
12. November 2019, 9C_542/2019, E. 3.2; vgl. jedoch E. 4.4.4 sogleich). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 33

4.4.4 In Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) hielt Dr. med. J.________ im psychiatrischen Teilgutachten 
fest, auf der Persönlichkeitsebene ergäben sich keine schwerwiegenden 
Gründe, die mit einer reduzierten Arbeitsfähigkeit einhergingen (act. II 
133.5 S. 13). Diese Einschätzung erweist sich mit Blick auf die bisherige 
Erwerbsbiographie, wonach der Beschwerdeführer in der Vergangenheit 
verschiedenen Tätigkeiten nachgehen konnte (act. II 81 S. 2 f.), als 
schlüssig. Auch beschrieb ihn der letzte Arbeitgeber als vollkommen 
selbständig, sorgfältig, engagiert, sehr belastbar, verbindlich, ausdauernd, 
effektiv und er attestierte dem Beschwerdeführer namentlich eine hoch 
entwickelte Sozialkompetenz (act. II 81 S. 8; vgl. auch E. 3.6.4 vorne). Auf-
grund dessen können in den diagnostizierten auffälligen Persönlichkeitszü-
gen keine ausgeprägten negativen Auswirkungen der 
Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers erblickt werden. Dauerhafte 
und erhebliche ressourcenhemmende Eigenheiten werden ihnen damit 
nicht zuteil. Im Gegenteil hielt Dr. med. J.________ im psychiatrischen 
Teilgutachten fest, persönlichkeitsbezogene Ressourcen seien vorhanden 
(act. II 133.5 S. 23).

4.4.5 In Bezug auf den Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) hielt Dr. med. J.________ im psychiatrischen Teilgutachten 
fest, der soziale Kontext erscheine nicht in erwerbsrelevantem Ausmass 
gestört (act. II 133.5 S. 19). Zwar bestehen in den Akten Hinweise auf 
einen sozialen Rückzug (vgl. act. II 66.2 S. 10; 107 S. 12; 112 S. 5). Dies 
ist aber insofern zu relativieren, als der Beschwerdeführer gemäss eigenen 
Angaben stets ein Einzelgänger war (act. II 133.5 S. 12), der auch vorher 
kaum Freunde gehabt habe. Hingegen verfügt er gemäss eigenen 
Angaben über drei Kollegen und sechs Kolleginnen (act. II 133.2 S. 22), mit 
welchen er regelmässig Kontakt habe. Einerseits stellt das (seit jeher) 
sozial eher zurückhaltende Leben des Beschwerdeführers somit keinen 
wesentlichen ressourcenraubenden Umstand dar; andererseits ergibt sich 
aus den Akten, dass der Beschwerdeführer eine Freundin hat, mit welcher 
er auch Urlaubsreisen absolviert (act. II 133.5 S. 20), sowie über eine 
Kollegschaft verfügt. Insgesamt hält der Lebenskontext des Beschwerde-
führers demzufolge – insbesondere in Form einer Partnerschaft und eines 
Kollegenkreises – auch erhebliche (mobilisierbare) Ressourcen für die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 34

wältigung der geltend gemachten psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung bereit. 

4.4.6 Damit lässt sich aufgrund keines Indikators eine rechtlich relevante 
Invalidität erhärten, weshalb sich eine weitergehende Konsistenzprüfung 
(BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) erübrigt: Selbst wenn berücksichtigt 
würde, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben keinen 
Hobbys mehr nachgehen kann (act. II 133.4 S. 22), so liesse sich dies mit 
Blick auf die erfolgte Indikatorenprüfung (vgl. E. 4.4.1 – 4.4.5) respektive 
aufgrund der vorliegend ausgewiesenen Aggravationstendenzen, der 
erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren sowie einer mehrfach 
dokumentierten und psychopathologisch nicht begründbaren 
Rentenbegehrlichkeit nicht überwiegend wahrscheinlich mit einem 
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden erklären. 

4.5 Zusammenfassend ist – im Lichte der Standardindikatoren von 
BGE 141 V 281 respektive einer objektivierten Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung (vgl. E. 2.1.2 vorne) – die im Medas-Gutachten vom 21. 
November 2018 attestierte psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit und 
folglich eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Invalidität nicht 
plausibilisiert und unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 
Konsistenz und materieller Beweislast des Beschwerdeführers (vgl. 
E. 4.2.2 vorne) rechtlich nicht ausgewiesen. Eine Invalidität im Rechtssinne 
ist somit nicht erstellt (vgl. E. 2.1.1 vorne). 

4.6 Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Administrativgutachten 
gilt ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (act. II 133.1 S. 9). Die für die 
Quantifizierung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgebliche 
psychiatrische Expertisierung erfolgte im August 2018 (S. 3). Der Zeitpunkt 
des frühest möglichen Rentenbeginns ist mit Blick auf die im Dezember 
2016 erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (act. II 48 S. 8) sowie in 
Anbetracht der ab Juli 2016 attestierten Arbeitsunfähigkeit (act. II 70.3 S. 2) 
jedoch der Juli 2017 (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Ein IV-
Taggeld wurde erst ab 2. August 2017 ausgerichtet (act. II 81; 91), womit 
ein Rentenaufschub im Sinne von Art. 29 Abs. 2 IVG ausser Betracht fällt. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 35

Zu prüfen ist somit, wie es sich mit dem Vorliegen einer Invalidität für die 
Zeit zwischen Juli 2017 und August 2018 verhält.

Im Medas-Gutachten vom 21. November 2018 wird diesbezüglich 
festgehalten, die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% bis zum „Beginn der 
Integrationsmassnahme“; ab diesem Zeitpunkt betrage sie bis zur 
Begutachtung 50% (act. II 133.1 S. 9). Die Einschätzung für die Zeit vor der 
Begutachtung beruht indessen auf der vom Beschwerdeführer anlässlich 
des Aufenthalts vom 25. Juli 2016 bis 24. Februar 2017 in der Klinik 
K.________ getroffenen Selbsteinschätzung, indem er festhielt, aus seiner 
Sicht sei eine 50%ige Berentung gerechtfertigt (act. II 80 S. 9). Auf dieser 
Grundlage wurde anschliessend mit dem beruflichen Wiedereinstieg ab 
Mitte März 2017 begonnen (act. II 80 S. 10). Wie in E. 4.4.2.2 vorne 
dargelegt, ist eine Invalidität dadurch nicht erstellt. Im Weiteren ist darauf 
hinzuweisen, dass sich die Befundlage bereits anlässlich der 
Hospitalisierung in der Klinik K.________ als wenig gravierend präsentierte 
und namentlich die Stimmung als lediglich leicht zum depressiven Pol 
verschoben beschrieben wurde (act. II 66.2 S. 13). Nichts anderes ergibt 
sich aus der „Plausibilisierungsabklärung“ von Prof. Dr. med. M.________ 
(act. II 107 S. 2 ff.), wobei er eine „allenfalls […] leichte niedergeschlagene 
Stimmung“ feststellte (S. 11). Damit ist auch für die Zeit von Juli 2017 bis 
August 2018 keine Invalidität im Rechtssinne erstellt.

Demnach besteht für den gesamten Beurteilungszeitraum mangels Vorlie-
gens einer Invalidität im Rechtssinne kein Anspruch auf eine Invalidenrente 
(vgl. E. 2.1.1 vorne).

4.7 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 
2019 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 36

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

5.1.2 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, 
soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen an-
geordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen 
für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG).

Wo zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweis-
massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indes-
sen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, sind die 
Kosten der Begutachtung durch eine Medas den IV-Stellen aufzuerlegen 
(BGE 137 V 210 E. 4.4.2 S. 265; SVR 2017 IV Nr. 10 S. 25 E. 2.2). Die 
Kosten eines kantonalen Gerichtsgutachtens (Medas-Gutachten sowie mo-
no- und bidisziplinäre Gutachten) können der IV-Stelle nur dann überbun-
den werden, wenn die Abklärungen der Verwaltung lückenhaft oder klar 
ungenügend waren und das Gerichtsgutachten dazu dienen soll, die Män-
gel des Verwaltungsverfahrens zu beheben. Es muss also ein Zusammen-
hang zwischen den Mängeln der administrativen Abklärungen und der 
Notwendigkeit der Anordnung eines Gerichtsgutachtens bestehen (BGE 
140 V 70 E. 6.1 S. 75, 139 V 496 E. 4.3 f. S. 501).

Vorliegend stellte die Beschwerdegegnerin auf das Medas-Gutachten vom 
21. November 2018 (act. II 133.1 ff.) inklusive Beantwortung von Zusatz-
fragen vom 27. März 2019 (act. II 146 S. 2 ff.) ab, welche medizinischen 
Dokumente mit Blick auf die zu klärenden Tat- und Rechtsfragen in einigen 
Punkten der Ergänzung bedurften (vgl. Schreiben des Instruktionsrichters 
vom 19. Februar 2020). Damit besteht ein Zusammenhang zwischen dem 
Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine 
ergänzende Stellungnahme einzuholen, weshalb – der dargelegten höch-
strichterlichen Praxis folgend – die Kosten der Stellungnahme von Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 37

J.________ bzw. der Medas vom 10. März 2020 von Fr. 2‘481.30 (vgl. 
Rechnung vom 23. April 2020 [in den Gerichtsakten]) der Verwaltung zu 
überwälzen sind.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Auch der Untersuchungsmangel der Beschwerdegegne-
rin rechtfertigt es nicht, sie trotz ihres Obsiegens ausnahmsweise zur 
Bezahlung einer Parteientschädigung an den Beschwerdeführer zu ver-
pflichten (Entscheid des BGer vom 8. April 2020, 8C_641/2019 [zur Publi-
kation vorgesehen], E. 3.3.2). Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als 
Sozialversicherungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtli-
chem Prozessgrundsatz ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Die Kosten für die Erläuterung des psychiatrischen Teilgutachtens von 
Dr. med. J.________ (Medas) vom 10. März 2020 in der Höhe von 
Fr. 2‘481.30 werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 38

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, IV/2019/640, Seite 39

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.