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**Case Identifier:** 6e6267d7-9422-5249-aef7-9da6847d723f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2025 200 2024 383
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-383_2025-11-10.pdf

## Full Text

IV 200 2024 383 
MAK/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2025

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. April 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), gelernte ... und ... (jeweils mit schweizerischem Fähigkeitsaus-
weis), meldete sich im Dezember 2007 unter Hinweis auf eine Diskushernie 
sowie eine chronische Epikondylitis bei der IV-Stelle Freiburg zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwer-
degegnerin]; [act. II] 24.181; 24.26 S. 4 f.). Nach diversen Abklärungen 
verneinte die IV-Stelle Freiburg mit Verfügung vom 8. Juli 2008 (act. II 
24.116) einen Anspruch auf Umschulung sowie auf eine Invalidenrente 
(Invaliditätsgrad 4.33%). Im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens zog sie 
diese Verfügung in Wiedererwägung (act. II 24.62) und gewährte mit Mittei-
lung vom 17. Februar 2009 (act. II 24.64) eine Weiterbildung zur "...". Die 
Versicherte schloss diese Weiterbildung im Mai 2010 mit der Erlangung 
des entsprechenden Diploms (act. II 24.26 S. 3) erfolgreich ab (act. II 
24.41). 

Im Zuge einer im September 2012 eingereichten Neuanmeldung, mit wel-
cher die Versicherte diverse Beschwerden geltend machte (act. II 24.36), 
gewährte die IV-Stelle Freiburg nach Vorlage des Dossiers beim Regiona-
len Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 24.20) und nach erwerblichen Abklärun-
gen Arbeitsvermittlung (act. II 24.11 S. 5 f.). Ferner verneinte sie mit 
(unangefochten gebliebener) Verfügung vom 8. Juli 2013 (act. II 24.6) 
mangels einer Einkommenseinbusse und bei einem "Invaliditätsgrad unter 
40 %" einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

A.b.

Im Oktober 2022 (act. II 11) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf 
"schwere degenerative Veränderungen von Wirbelsäule + Hüfte, Arthrose" 
erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Die infolge Wohnsitzwechsels 

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der Versicherten nunmehr zuständige IVB verneinte nach Vorlage des 
Dossiers beim RAD (act. II 47) einen Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen (act. II 50). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. II 
54 ff.) verneinte sie mit Verfügung vom 30. Mai 2023 (act. II 58) auch einen 
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 22 %, hob diese jedoch im 
Zuge des anschliessenden Beschwerdeverfahrens wiedererwägungsweise 
auf (act. II 62). Mit Verfügung vom 23. August 2023 stellte sie – dem in der 
Beschwerde gestellten Eventualantrag entsprechend – weitere medizini-
sche Abklärungen in Aussicht (act. II 65). In der Folge veranlasste sie bei 
Dr. med. C.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates, eine Begutachtung (Expertise vom 16. 
Januar 2023 [richtig: 2024; act. II 90.1]). Nach weiteren erwerblichen Ab-
klärungen und erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 102 ff.) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 29. April 2024 (act. II 110) bei einem 
Invaliditätsgrad von 22 % einen Rentenanspruch.

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, mit Eingabe vom 27. Mai 2024 Beschwerde. Sie stellt die fol-
genden Anträge: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 29. April 2024 sei aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin sei rückwirkend seit dem frühestmöglichen Renten-
beginn eine Rente in gesetzlicher Höhe nebst Zins zu 5 % zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 29. April 2024 aufzu-
heben und gerichtlich eine arbeitspraktische Abklärung zu veranlassen, 
welche sich insbesondere zur Frage äussert, ob die Beschwerdeführerin ih-
re arbeitspraktischen Fähigkeiten für leichte bzw. dem medizinischen Zu-
mutbarkeitsprofil entsprechende Verweistätigkeiten unter Berücksichtigung 
ihres Lebensalters im ersten Arbeitsmarkt tatsächlich noch wirtschaftlich 
verwerten könnte oder nicht. Sodann sei neu über den Leistungsanspruch 
der Beschwerdeführerin zu entscheiden.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juli 2024 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. April 2024 (act. II 
110). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 

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Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Invali-
dität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 
Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. 
Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (vgl. BGE 149 V 177 E. 4.7 S. 184).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-

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ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 
3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb u.a. 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 
109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

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sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Oktober 2022 
(act. II 11) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichs-
zeitpunkte bilden die Verfügung vom 8. Juli 2013 (act. II 24.6) – mit welcher 
die IV-Stelle Freiburg einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem 
Invaliditätsgrad von unter 40 % verneint hatte – und die nunmehr angefoch-
tene Verfügung vom 29. April 2024 (act. II 110; vgl. E. 2.3.3 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2013 (act. II 24.6) stützte sich 
die IV-Stelle Freiburg im Wesentlichen auf den Bericht des RAD-Arztes 
Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 
28. Januar 2013 (act. II 24.20) ab. Danach lag ein Status nach Mikrodiskek-
tomie nach Nervenwurzelkompression L5-S1 links mit verbleibenden chro-
nischen Rückenbeschwerden, jetzt ohne neurologische Ausfälle, vor (S. 2). 
Die bisherige Tätigkeit als ...- und ... war nicht mehr, eine den Leiden an-
gepasste Tätigkeit dagegen im Umfang von 100 % zumutbar (S. 2 f.). 

3.3 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 29. April 2024 
(act. II 110) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das orthopädische 
Gutachten von Dr. med. C.________ vom 16. Januar 2024 (act. II 90.1). 
Diese stellte die folgenden Diagnosen (S. 15): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

Ausgeprägte Coxarthrose links (MRI vom 11. Januar 2024) 

Leicht verminderte Schulterbelastbarkeit links bei subacromialem Impinge-
ment und leichter AC-Gelenksarthrose (AC = Acromioclaviculargelenk) und 
Partialruptur der Supraspinatussehne (MRI von 2020) 

Verminderte LWS-Belastbarkeit (LWS = Lendenwirbelsäule) bei 

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- altersentsprechender Degeneration der LWS ohne Kompression von 
neurogenen Strukturen

- St. n. (= Status nach) Mikrodiskektomie in Höhe L5/S1 links am 
26. November 2010

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

Leichte Coxarthrose rechts 

St. n. Epicondylitis radialis rechts - beschwerdefrei

Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der ... sei nicht mehr zumutbar (S. 17). 
Eine den Leiden angepasste Tätigkeit sei im Umfang von 8.5 Stunden pro 
Tag möglich. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe eine Einschrän-
kung der Leistung von 20 %, womit die Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 
100%-Pensum 80 % betrage. Da die Beschwerdeführerin noch bis Oktober 
2023 zu 80 % in der ... in einem ... gearbeitet habe, seien ab dann das for-
mulierte Zumutbarkeitsprofil und auch die Arbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit anwendbar (S. 18). 

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2). 

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3.5 Das orthopädische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 16. 
Januar 2024 (act. II 90.1) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an 
Expertisen und erbringt vollen Beweis (vgl. E. 3.4 vorne). Das Gutachten ist 
in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung, welche 
sich im Wesentlichen mit jener im Bericht von Dr. med. E.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, vom 11. Januar 2023 (act. II 44 S. 2 f.) deckt, überzeugend. 
Dasselbe trifft auf die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu, 
welche mit jener des RAD im Bericht vom 7. März 2023 übereinstimmt (act. 
II 47 S. 4). Weder liegen medizinische Berichte vor, die sich kritisch zum 
Gutachten äussern, noch bestehen Anhaltspunkte in den Akten, welche 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens aufzeigen (vgl. 
E. 3.4 vorne). Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die in der Expertise 
erwähnten psychischen Probleme (act. II 90.1 S. 17) nicht gutachterlich 
abgeklärt wurden, nachdem die Beschwerdeführerin gegenüber der Be-
schwerdegegnerin auf deren Nachfrage angegeben hatte, sich nicht in 
psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung zu befinden (act. II 
96). Dies alles wird denn auch beschwerdeweise nicht in Frage gestellt. 

3.6 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 16. 
Januar 2024 ergibt sich Folgendes: 

3.6.1 Mit der seit der Referenzverfügung vom 8. Juli 2013 (vgl. E. 3.1 
vorne) hinzugetretenen und das funktionelle Leistungsvermögen beein-
trächtigenden ausgeprägten Coxarthrose links (act. II 90.1 S. 15) ist ein 
Revisionsgrund (vgl. E. 2.3.2 vorne) gegeben. Entsprechend ist der Ren-
tenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. 
E. 2.3.4 vorne).

3.6.2 Gemäss Gutachten bestehen nebst der ausgeprägten Coxarthrose 
links eine leicht verminderte Belastbarkeit der linken Schulter (bei suba-
cromialem Impingement und leichter AC-Gelenksarthrose und Partialruptur 
der Supraspinatussehne) sowie eine verminderte Belastbarkeit der LWS 
(bei altersentsprechender Degeneration ohne Kompression von neuroge-
nen Strukturen sowie einem St. n. Mikrodiskektomie in Höhe L5/S1 links 
am 26. November 2010). Die Arbeitsfähigkeit beträgt in der bisherigen 
Tätigkeit in der ... 0 % und in einer den Leiden angepassten Tätigkeit 80 %. 

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Weil die Beschwerdeführerin noch bis und mit Oktober 2023 gearbeitet hat, 
gelten die Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil gemäss Gutachten 
erst ab November 2023 (act. II 90.1 S. 17 f.). Für die Zeit davor ist seit der 
Neuanmeldung keine Arbeitsunfähigkeit erstellt. 

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Ren-
tenanspruch zu prüfen.

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die ihr beschei-
nigte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer den Lei-
den angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.6.2 vorne) sei aufgrund ihres Alters 
nicht mehr verwertbar (Beschwerde S. 6-9). 

4.2

4.2.1 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat grundsätz-
lich nicht dafür einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen 
mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine ent-
sprechende Arbeit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" 
ist nicht invaliditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 
E. 1).

4.2.2 Indessen wird das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein inva-
liditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, wel-
ches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten 
dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Rester-
werbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise 
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt 
auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Dabei umfasst der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also 
Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (BGE 148 
V 174 E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 460). 

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Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis-
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt 
sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaf-
fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-
dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 
dem angestammten Bereich sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwert-
baren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, 
die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 
E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 2022 IV Nr. 32 S. 107, 
8C_535/2021 E. 5.3.2 und 5.3.3).

4.2.3 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 
auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-
geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 
S. 25, 138 V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 19, 
8C_759/2018 E. 7.1 und Nr. 44 S. 155, 9C_644/2019 E. 4.2).

4.3 Mit dem Vorliegen des Gutachtens von Dr. med. C.________ vom 
16. Januar 2024 (act. II 90.1) war eine zuverlässige Beurteilung der medi-
zinischen Zumutbarkeit der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit möglich (vgl. 
E. 4.2.3 vorne). Das Referenzalter der am TT. Juni 1963 geborenen Be-
schwerdeführerin (act. II 11 S. 1) beträgt 64 Jahre und 9 Monate (vgl. lit. a 
lit. d der Übergangbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
[AHVG; SR 831.10] vom 17. Dezember 2021 [AHV 21]). Somit kann sie die 
AHV-Rente ab März 2028 beziehen. Damit verblieben ihr am massgeben-
den Stichtag des 16. Januar 2024 bis zum Erreichen des Referenzalters 

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gut vier Jahre, was die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht bereits 
ausschliesst, wie die Beschwerdeführerin denn auch selber anerkennt (vgl. 
Beschwerde S. 6 Ziff. 2). Entgegen der Beschwerde stehen einer Verwert-
barkeit jedoch auch die übrigen praxisgemäss zu berücksichtigenden Ge-
sichtspunkte (vgl. E. 4.2.2 vorne) nicht entgegen: Zunächst fällt ins 
Gewicht, dass die Beschwerdeführerin noch bis und mit Oktober 2023 im 
Umfang eines 80%-Pensums erwerbstätig war (act. II 90.1 S. 17) und folg-
lich von einer die Selbsteingliederung erschwerenden arbeitsmarktlichen 
Desintegration offensichtlich nicht die Rede sein kann. Für die Verwertbar-
keit spricht ferner die weiterhin zumutbare Präsenzzeit von 8.5 Stunden pro 
Tag (S. 18). In funktioneller Hinsicht ist der Beschwerdeführerin gemäss 
Zumutbarkeitsprofil das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr 
als 5 kg nicht mehr zumutbar wie auch rein gehende, rein stehende und 
rein sitzende Arbeiten wie auch Arbeiten mit Besteigen von Treppen oder 
Gerüsten, Gehen auf unebenem Grund und Arbeiten in knieender, gehock-
ter und gebückter Position oder in Zwangshaltungen des Oberkörpers. Fer-
ner ist das Hantieren mit schlagenden oder stossenden Maschinen links zu 
vermeiden (S. 16). Die sich daraus ergebenden funktionellen Einschrän-
kungen, welche sich insoweit nicht wesentlich von jenen von 2013 unter-
scheiden (act. II 24.20 S. 3), wirken sich nicht in einer selbst 
Nischenarbeitsplätze (vgl. E. 4.2.2 vorne) ausschliessenden Weise auf das 
Arbeitsplatzprofil aus. Denn die Beeinträchtigungen beruhen einzig auf we-
nig restriktiv formulierten Einschränkungen von Seiten des Bewegungsap-
parates, wogegen eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychische 
Beeinträchtigung – etwa auch seitens der Persönlichkeit – nicht vorliegt 
und auch nicht geltend gemacht wird (vgl. E. 3.5 vorne). Damit bestehen 
weder im Gutachten noch in den übrigen Akten Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschwerdeführerin eine berufliche Umstellung gesundheitsbedingt 
nicht möglich wäre. Angesichts der diversen Ausbildungen und der bis Ok-
tober 2023 ununterbrochenen Präsenz im ersten Arbeitsmarkt (act. II 23 S. 
4) ist auch nicht mit einer längeren Einführungs- und Einarbeitungszeit zu 
rechnen, was etwa auch auf allfällige Tätigkeiten im administrativen Be-
reich zutrifft. Denn die Beschwerdeführerin verfügt seit 2010 über eine von 
der IV finanzierte Ausbildung zur ... (act. II 24.26 S. 3). Ihr diesbezügliches 
Vorbringen, in dieser Tätigkeit könne sie nicht arbeiten, da sie chaotisch sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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(act. II 90.1 S. 9; Beschwerde S. 8 Ziff. 7), überzeugt nicht, konnte sie diese 
Ausbildung doch erfolgreich abschliessen.

In der Gesamtbetrachtung überwiegen somit diejenigen Punkte deutlich, 
welche gestützt auf die Selbsteingliederungslast für eine Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit von 80 % sprechen. Entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin ist denn auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwer-
degegnerin die Rentenverfügung erlassen hat, ohne vorher eine 
arbeitspraktische Abklärung durchführen zu lassen. Der diesbezügliche 
Eventualantrag auf Anordnung einer arbeitspraktischen Abklärung ist folg-
lich abzuweisen. Somit kann offen bleiben, ob eine solche Massnahme 
überhaupt dazu taugen würde, die Frage nach der Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit zu beantworten.

4.4 Ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit folglich zu bejahen, 
ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu bestimmen. 

5.

5.1 Wie in E. 2.2 vorne gezeigt, setzt der Anspruch auf eine Invaliden-
rente zunächst eine während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
bestehende durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 
ATSG) voraus (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Gemäss Grundlage der Ver-
gleichsverfügung vom 8. Juli 2013 (vgl. E. 3.1 vorne) bildendem RAD-
Bericht vom 28. Januar 2013 (act. II 24.20) war der Beschwerdeführerin die 
damalige Tätigkeit als ...- und ... nicht mehr zumutbar (S. 2). Nicht zumut-
bar waren gemäss RAD insbesondere auch Tätigkeiten mit regelmässigem 
Tragen von Lasten über 5 kg, mit Bücken, mit langem Stehen (mehr als 1 
Stunde) oder Tätigkeiten mit mehr als drei Stunden sitzen (S. 3). Dennoch 
arbeitete die Beschwerdeführerin ab 2015 wieder für die F.________ (vgl. 
act. II 23 S. 4), zuletzt in der Zeit vom 1. Januar 2020 bis Ende Februar 
2023 in einem 80%-Pensum (act. II 99). Sowohl diese Tätigkeit wie auch 
jene von August bis Ende Oktober 2023 im G.________ (act. II 101) waren 
Tätigkeiten in der ... (vgl. act. II 55 S. 1), womit sie dem RAD-ärztlichen 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. die jeweiligen Anforderungen betreffend Belastun-
gen [act. II 99 S. 5; 101 S. 3]) nicht entsprachen. Vielmehr handelte es sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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bei den bis Ende Oktober 2023 innegehabten Anstellungsverhältnissen um 
Validentätigkeiten im Sinne von Art. 6 ATSG, womit angesichts der zuletzt 
ausgeübten Pensen von 80 % die Anspruchsvoraussetzung im Sinne von 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erfüllt und die Beschwerde bereits deshalb 
abzuweisen ist. Doch selbst wenn von einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne 
von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG auszugehen wäre, änderte sich – wie nachfol-
gend zu zeigen ist – am Ergebnis nichts, da es zumindest an der An-
spruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG fehlt. 

5.2

5.2.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie er zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.2.2 Das Valideneinkommen bestimmt sich anhand des zuletzt vor Ein-
tritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Unterlag das 
in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität erzielte Erwerbseinkommen 
starken Schwankungen, so wird auf ein angemessenes Durchschnittsein-
kommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann das tatsächlich erzielte Er-
werbseinkommen nicht oder nicht hinreichend genau bestimmt werden, so 
wird das Einkommen ohne Invalidität nach statistischen Werten nach 
Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher Ausbildung und entspre-
chenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV).

5.2.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statis-
tischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 26bis Abs. 2 
Satz 1 IVV). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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Sodann galt hinsichtlich des leidensbedingten Abzugs nach Art. 26bis Abs. 3 
IVV bis 31. Dezember 2023 Folgendes: Kann die versicherte Person auf-
grund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 
nach Art. 49 Abs. 1bis  IVV von 50 % oder weniger tätig sein, so werden 
vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen. Soweit 
aufgrund der gegebenen Fallumstände, bei Beachtung von Art. 26 Abs. 2 
und Art. 26bis Abs. 3 IVV sowie der nach Art. 49 Abs. 1bis IVV ärztlich fest-
gelegten qualitativen und quantitativen Leistungsfähigkeit Bedarf an weiter-
gehender Korrektur besteht, ist, was die zu berücksichtigenden Faktoren 
und deren Gewichtung beim leidensbedingten Abzug angeht, ergänzend 
auf die bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 
S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2024 UV 
Nr. 14 S. 58, 8C_706/2022 E. 6.1.2, 2018 IV Nr. 46 S. 147, 8C_211/2018 
E. 3.3) zurückzugreifen (BGE 150 V 410 E. 10.6 S. 439).

Seit 1. Januar 2024 lautet Art. 26bis Abs. 3 IVV sodann wie folgt: Vom statis-
tisch bestimmten Wert nach Art. 26bis Abs. 2 IVV werden 10 % abgezogen. 
Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 
weniger tätig sein, so werden 20 % abgezogen. Weitere Abzüge sind nicht 
zulässig.

5.2.4 Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkom-
men statistische Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statis-
tik (BFS) massgebend. Andere statistische Werte können beigezogen wer-
den, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es 
sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische Werte zu verwenden 
(Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte nach Abs. 3 sind an die be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an die Nominal-
lohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV). In der Regel sind die 
Werte der Tabelle TA1_tirage_skill_Level (Monatlicher Bruttolohn nach 
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor) 
massgebend. 

5.3

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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5.3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte für die Ermittlung des 
Valideneinkommens auf statistische Werte gemäss LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Position 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen), 
Kompetenzniveau 2, Frauen, ab (act. II 110 S. 2; vgl. E. 5.2.2 und E. 5.2.4 
vorne). Die Beschwerdeführerin beanstandet die Zugrundelegung dieser 
Position zu Recht nicht, zumal das letzte Arbeitsverhältnis aus fachlichen 
Gründen beendet wurde (act. II 101 S. 2) und keine Anhaltspunkte in den 
Akten für eine anderweitige berufliche Entwicklung im hypothetischen Ge-
sundheitsfall bestehen. Sie macht jedoch geltend, es sei Kompetenzniveau 
4 statt 2 zu verwenden (Beschwerde S. 10 Ziff. 2). Dem kann nicht gefolgt 
werden: Kompetenzniveau 4 entspricht Tätigkeiten mit komplexer Problem-
lösung und Entscheidfindung, welche ein grosses Fakten- und theoreti-
sches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, was hier auch im 
Lichte der erfolgten Ausbildungen (act. II 24.26 S. 4 f.) nicht gegeben ist. 
Dies zeigt sich denn auch im Vergleich mit dem zuletzt erzielten Einkom-
men (vgl. act. II 99 S. 3; 101 S. 4), welches deutlich unter jenem von Kom-
petenzniveau 4 liegt. Nichts Anderes folgt aus dem Auszug aus dem 
individuellen Konto (act. II 23 S. 4). Zu diskutieren wäre mit Blick auf die 
darin dokumentierte Lohnentwicklung allenfalls ein Abstellen auf Kompe-
tenzniveau 3 statt 2, was jedoch am Ergebnis nichts ändern würde: Dies-
falls betrüge das (auf ein 100%-Pensum berechnete) Valideneinkommen 
angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (Betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Position 86-88) sowie die Nominallohnent-
wicklung 2023 (T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen, 2021-2024, Position Q; 
vgl. E. 5.2.4 vorne) Fr. 74'957.65 (Fr. 5'935.-- x 12 /40 x 41.6 / 100 x 
101.2). 

5.3.2 Indem die Beschwerdeführerin keiner (ihr zumutbaren) Erwerbs-
tätigkeit mehr nachgeht, ist hinsichtlich des Invalideneinkommens ebenfalls 
auf Tabellenlöhne gemäss LSE abzustellen (vgl. E. 5.2.3 vorne). Die Be-
schwerdegegnerin legte der Berechnung des Einkommens mit gesundheit-
licher Einschränkung Position 77-82 (Sonst. wirtschaftliche 
Dienstleistungen), Frauen, Kompetenzniveau 2, der Tabelle 
TA1_tirage_skill_level zugrunde (act. II 110 S. 2), was die Beschwerdefüh-
rerin in Bezug auf die Tabellenposition zu Recht nicht beanstandet (vgl. 
Beschwerde S. 11 Ziff. 3). Soweit sie geltend macht, es sei auf Kompe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

- 17 -

tenzniveau 1 statt 2 abzustellen, kann ihr nicht gefolgt werden: Wie in 
E. 4.3 vorne dargelegt, verfügt die Beschwerdeführerin über diverse Aus-
bildungen sowie langjährige Berufserfahrung. Sie hat somit Fertigkeiten 
und Kenntnisse, welche ihr nicht nur Hilfsarbeitertätigkeiten ermöglichen 
und damit eine Einstufung in Kompetenzniveau 2 ("Praktische Tätigkeiten 
wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von 
Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst") ohne 
weiteres rechtfertigen. 

Was sodann den leidensbedingten Abzug (vgl. E. 5.2.3 vorne) anbelangt, 
so ist gemäss der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung von Art. 26bis Abs. 
3 IVV kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, da die vorausgesetzte 
Schwelle einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit für einen Abzug von 
10 % für Teilzeitarbeit gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV nicht erreicht wird. Es 
besteht auch kein weiterer Korrekturbedarf im Sinne der bisherigen Recht-
sprechungsgrundsätze (vgl. BGE 150 V 410 E. 10.6 S. 439). Die medizi-
nisch bedingten Einschränkungen wurden namentlich bereits mit dem 
Zumutbarkeitsprofil hinreichend berücksichtigt (act. II 90.1 S. 18); eine 
doppelte Anrechnung desselben Gesichtspunktes ist unzulässig (vgl. BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182). Gegenteiliges macht die Beschwerdeführerin 
denn auch nicht geltend. Gemäss der ab 1. Januar 2024 geltenden Fas-
sung von Art. 26bis Abs. 3 IVV ist dagegen ein Abzug von 10 % vorzuneh-
men (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern IV 200 2025 
162 vom 21. August 2025 E. 5.1). Ein weitergehender Abzug ist ausge-
schlossen.

Demnach beziffert sich das Invalideneinkommen per 2023 auf 
Fr. 52'879.15 (Fr. 4'968.-- x 12 / 40 x 41.8 / 100 x 106.1 x 0.8) und per Ja-
nuar 2024 auf Fr. 47'591.25 (Fr. 4'968.-- x 12 / 40 x 41.8 / 100 x 106.1 x 0.8 
x 0.9). 

5.3.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad per 2023 gerundet (zur Rundung 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) maximal 29 % ([Fr. 74'957.65 - 
Fr. 52'879.15] / Fr. 74'957.65 x 100) und per Januar 2024 maximal 37 % 
([Fr. 74'957.65 - Fr. 47'591.25] / Fr. 74'957.65 x 100). Folglich bestünde 
selbst unter den für die Beschwerdeführerin günstigsten Annahmen kein 
Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.2 vorne).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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5.4 Zusammenfassend ist die Verfügung vom 29. April 2024 nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese sind dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe zu entnehmen.

6.2 Nach Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) 
hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 
Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch BGE 128 V 
124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2024 383

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.