# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e6eca36-9da0-5bdd-be30-75883c1ab1a6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2010 D-6893/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6893-2008_2010-03-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6893/2008
law/bah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Fulvio Haefeli, 
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A.___________, geboren (...),
Irak,
(...)  
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6893/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Kurde mit  letztem Wohnsitz in 
B.__________  (Provinz  Dohuk/Nordirak),  verliess  sein  Heimatland 
eigenen Aussagen gemäss am 7. September 2008 und gelangte am 
28. September 2008 in die Schweiz, wo er am folgenden Tag um Asyl 
nachsuchte. 

A.a Am 3. Oktober 2008 wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen zu seinen Personalien, dem 
Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt. Er  sagte 
aus, er habe nie einen Reisepass besessen. Seine Identitätskarte be-
finde sich  zu  Hause in  B.__________. Auf  die Frage,  warum er der 
Aufforderung, innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitätspapiere 
abzugeben, nicht nachgekommen sei, antwortete er, er habe die Auf-
forderung  in  arabischer  Sprache  erhalten  und  nicht  verstanden. 
Daraufhin  erklärte  ihm  der  anwesende  Dolmetscher  den  Inhalt  der 
Aufforderung; der Beschwerdeführer sagte, er werde versuchen, seine 
Identitätskarte und den Nationalitätenausweis zu beschaffen.

A.b Am 13. Oktober 2008 hörte das BFM den Beschwerdeführer ein-
lässlich  zu  seinen Asylgründen  an. Er  machte  im Wesentlichen gel-
tend,  er  sei  von  seinem  Vater  und  seinem  älteren  Bruder 
C.__________,  die  der  islamistischen  Partei  Yekgertu  angehörten, 
immer wieder geschlagen worden, weil er weder gefastet noch gebetet 
habe. Bereits im Jahr 2006, aber auch noch kurz vor seiner Ausreise 
habe  er  sich  tätowieren lassen. Am 6. September  2008  hätten  sein 
Vater und C.__________ dies entdeckt. Sie hätten ihn geschlagen und 
mit dem Tod bedroht. Aus diesem Grund habe er den Irak verlassen.

B.
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2008 – eröffnet am 24. Oktober 2008 – 
trat das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Gleichzeitig verfügte es 
die Wegweisung aus der Schweiz und forderte den Beschwerdeführer 
– unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die 
Schweiz am Tag nach Eintritt  der  Rechtskraft  der  Verfügung zu ver-
lassen.

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C.
Am 23. Oktober 2008 liess der Beschwerdeführer beim BFM (Eingang: 
27. Oktober  2008)  die  in  Aussicht  gestellte  Identitätskarte,  einen 
Nationalitätenausweis  und  die  zugehörigen  Shipping-Papiere  ein-
reichen.

D.
Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 31. Oktober 2008 
beantragte der Beschwerdeführer, es sei Asyl zu gewähren. Die Ziffern 
2  bis  4  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  (Vollzug  der 
Wegweisung) seien aufzuheben. Es sei festzustellen, dass der Vollzug 
der Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei. Könne kein Asyl ge-
währt werden, sei die vorläufige Aufnahme zu erteilen. Es seien ihm 
die Bezahlung von Verfahrenskosten sowie eines Kostenvorschusses 
zu  erlassen.  Der  Eingabe  lag  eine  Bestätigung  der  Fürsorgeab-
hängigkeit des Beschwerdeführers vom 31. Oktober 2008 bei.

E.
Der  Instruktionsrichter  verzichtete  mit  Zwischenverfügung  vom 
5. November  2008  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und 
überwies die Akten zur Vernehmlassung an das BFM.

F.
F.a Das  BFM  übermittelte  die  eingereichte  Identitätskarte  und  den 
Nationalitätenausweis am 17. November 2008 an das Urkundenlabor 
der  Kantonspolizei  Zürich  und  ersuchte  dieses,  die  Dokumente  auf 
Fälschungsmerkmale hin zu untersuchen.

F.b Das Urkundenlabor  teilte dem BFM am 18. November  2008 mit, 
bei  beiden  Dokumenten  könnten  keine  objektiven  Fälschungsmerk-
male festgestellt werden.

G.
Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  25.  November 
2008 die Abweisung der Beschwerde.

H.
In  seiner  Stellungnahme  vom  12.  Dezember  2008  hielt  der  Be-
schwerdeführer an seinen Anträgen fest.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  Das 
Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, so-
weit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 
AsylG).

1.2 Die  zu  beurteilende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  eine  Ver-
fügung,  laut  deren Dispositiv  das  BFM auf  das  Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist (Ziffer 1 des Verfügungsdisposi-
tivs).  Die  Verfügung  bildet  als  Anfechtungsgegenstand  in  der 
Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren  Rahmen,  innerhalb 
welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur 
Beurteilung  unterbreiten  können.  Der  durch  die  Parteibegehren 
definierte  Streitgegenstand  darf  nicht  über  den  Anfechtungs-
gegenstand  hinaus  reichen.  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens 
kann  grundsätzlich  nur  sein,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein 
sollen (vgl. ANDRÉ MOSER,  in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich 
2008,  Rz. 3 zu  Art. 52,   CHRISTOPH AUER,  Streitgegenstand und Rüge-
prinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen  Prozess-
maximen, Bern 1997,  S. 63;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungs-
verfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Aufl.,  Zürich 
1998,  S. 149).  Werden Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 
BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit 
hin zu überprüfen (Art. 32-35a AsylG), mit  Beschwerde angefochten, 
so  ist  stets  nur  zu  beurteilen,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist. Kommt die Beschwerdeinstanz zum 
Schluss, dass das Nichteintreten auf das Asylgesuch zu Unrecht er-
folgt ist, so hat sie sich konsequenterweise einer materiellen Prüfung 

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zu enthalten,  die angefochtene Nichteintretensverfügung aufzuheben 
und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück-
zuweisen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.).

1.3 Vorliegend enthält  die  angefochtene Verfügung vom 22. Oktober 
2008 keine Regelung betreffend (Nicht-)Gewährung von Asyl. Mit dem 
Begehren,  es  sei  Asyl  zu gewähren,  wird  demnach der  Streitgegen-
stand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung 
geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert.  Auf  das  Be-
gehren,  es sei  Asyl  zu gewähren, ist  demnach nicht einzutreten.  Mit 
dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretensgrund von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG hat der Gesetzgeber indes ein 
Verfahren  geschaffen,  in  welchem  über  das  Bestehen  beziehungs-
weise Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft  abschliessend mate-
riell  zu  entscheiden  ist,  soweit  dies  im  Rahmen  einer  bloss  sum-
marischen  Prüfung  eben  geschehen  kann  (vgl.  BVGE  2007/8  insb. 
E. 5.6.5). Dementsprechend ist in einem diesbezüglichen Beschwerde-
verfahren ungeachtet  der  vorzunehmenden Überprüfung  eines  förm-
lichen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1). Nicht beschränkt ist die 
Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zudem  in 
der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs,  weil  das  BFM sich 
diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG materiell  zur Sache zu äussern 
hat.

1.4 Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  dem  BFM  teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung. Er  ist  daher  zur  Einreichung der  Beschwerde legi-
timiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 
2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 
ist  –  mit  Ausnahme  des  Antrags,  es  sei  Asyl  zu  gewähren  –  ein-
zutreten. 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Gemäss  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  wird  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere 
abgeben.  Keine  Anwendung  findet  diese  Bestimmung,  wenn  Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  dass  sie  aus  entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind, innerhalb von 48 Stunden nach Ein-
reichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitätspapiere  abzugeben 
(Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  wenn  auf  Grund  der  Anhörung  sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  wenn  sich  auf  Grund  der 
Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

4.  
4.1 Zur  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer  entschuldbare  Gründe  im 
Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG glaubhaft  machen kann, führt 
das BFM in der angefochtenen Verfügung aus, die Aussagen des Be-
schwerdeführers,  er  habe  nie  einen  Reisepass  besessen  und  seine 
Identitätskarte  sowie  sein  Nationalitätenausweis  befänden  sich  zu 
Hause,  seien  stereotyp  und  nicht  überzeugend.  Der  von  ihm  ge-
schilderte Reiseweg sei vage und unsubstanziiert. In der Türkei, durch 
die  er  mit  dem  Bus  gereist  sei,  würden  viele  Personen-  und  Aus-
weiskontrollen durchgeführt; es könne nicht geglaubt werden, dass er 
diese  weite  Reise  in  einem  öffentlichen  Bus  ohne  Ausweispapiere 
unternommen habe. Ebenso realitätsfremd seien seine Erklärungen, er 
sei von zu Hause geflohen, habe eine Nacht bei seiner Tante verbracht 
und sei  am nächsten Tag bereits  ausgereist. Es sei  nicht  glaubhaft, 
dass der Bruder des Beschwerdeführers in  nicht  einmal  24 Stunden 
einen Schlepper habe finden und die illegale Reise organisieren und 
finanzieren können. Es müsse demnach davon ausgegangen werden, 
dass er nicht in der von ihm geltend gemachten Weise, sondern mit 
eigenen Reisepapieren legal nach Europa gereist sei.

4.2 In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  die  angeforderten 
Reisepapiere seien am 22. Oktober 2008 in der Schweiz eingetroffen. 
Der Beschwerdeführer habe seine Identität offengelegt, womit sich die 
Situation grundlegend geändert habe. 

4.3 Das  BFM vertritt  in  seiner  Vernehmlassung  die  Auffassung,  der 
Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG sei trotz 

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der mittlerweile eingetroffenen Identitätspapiere zu Recht erfolgt. Dies 
obwohl  der  Beschwerdeführer  Ausweispapiere  in  Aussicht  gestellt 
habe,  zumal  viele  Asylgesuchsteller  Ausweispapiere  in  Aussicht 
stellten, diese jedoch nie beim BFM einträfen.

4.4 In  der  Stellungnahme  wird  geltend  gemacht,  der  Beschwerde-
führer  sei  am  13.  Oktober  2008  zur  Beschaffung  von  Identitäts-
papieren aufgefordert worden und habe noch gleichentags mit seinem 
Bruder  D.__________  telefoniert.  Die  Papiere  seien  ihm  rasch 
zugesandt worden und er habe sie umgehend an das BFM gesendet.

5.
5.1 Der  Beschwerdeführer  hat  bei  der  Einreichung  seines  Asylge-
suchs im EVZ Kreuzlingen am 29. September 2008 keine Reise- oder 
Identitätspapiere abgegeben. Auch in den folgenden 48 Stunden hat er 
kein entsprechendes Dokument eingereicht. Damit ist die Nichtabgabe 
von Reise- oder Identitätspapieren innert 48 Stunden ab Einreichung 
des Asylgesuchs als Grundtatbestand für die Anwendung von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG gegeben.

5.2 Bei  der  Erstbefragung  vom  3.  Oktober  2008  machte  der  Be-
schwerdeführer geltend, er habe die Aufforderung zur Papierschaffung 
in arabischer Sprache erhalten und nicht verstanden (act. A1/9 S. 5). 
Sowohl auf dem Personalienblatt, das er am 29. September 2008 aus-
füllte, als auch bei der Erstbefragung gab er an, seine Muttersprache 
sei das Kurdische (act. A1/9 S. 3 und A2/2). Seine Aussage, er habe 
den arabischen Text nicht verstanden, ist somit nicht abwegig. Bei der 
Anhörung  vom  13.  Oktober  2008  sagte  er,  er  habe  kurz  nach  der 
Erstbefragung mit seinem Bruder gesprochen, der ihm die Dokumente 
schicken werde. Er wurde vom Befrager aufgefordert, die Dokumente 
abzugeben,  sobald  sie  bei  ihm  einträfen  (act.  A8/7  S.  3).  Die  an-
geforderten Dokumente gingen am 27. Oktober 2008 beim BFM ein. 

5.3
5.3.1 Gemäss  Praxis  ist  die  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a 
AsylG gestützt auf Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ausgeschlossen, wenn 
die asylsuchende Person einerseits glaubhaft macht, dass sie nicht in 
der Lage ist, Reise- oder Identitätspapiere innerhalb von 48 Stunden 
seit  Einreichung  des  Gesuchs  abzugeben,  weil  sie  ohne  ihre  im 
Heimatland zurückgelassen Papiere in die Schweiz gereist ist und sie 
sich andererseits umgehend und ernsthaft darum bemüht, die zurück-
gelassenen Papiere innert angemessener Frist zu beschaffen (vgl. das 

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zur Publikation vorgesehene Urteil BVGE D-6069/2008 vom 3. Februar 
2010 insb. E. 6)

5.3.2 Vorliegend machte der Beschwerdeführer geltend, er habe seine 
Identitätskarte  und  den  Nationalitätenausweis  im  Irak  gelassen  und 
könne diese Dokumente deshalb nicht abgeben. Er versicherte bereits 
bei der Erstbefragung vom 3. Oktober 2008, er werde versuchen, die 
gewünschten  Dokumente  zu  beschaffen  (act.  A1/9  S.  5).  Bei  der 
Anhörung vom 13. Oktober  2008  führte  er  aus,  er  habe bereits  mit 
seinem  Bruder  gesprochen,  der  die  Dokumente  in  die  Schweiz 
schicken werde (act. A8/7 S. 3). Die beim BFM am 23. Oktober 2008 
eingereichten  Dokumente  (Identitätskarte  und  Nationalitätenausweis) 
wurden  dem  Beschwerdeführer  gemäss  den  Shipping-Papieren  am 
14. Oktober  2008  aus  dem Irak  in  die  Schweiz  übermittelt.  Der  Be-
schwerdeführer  hat  die  erwähnten  Dokumente  somit  umgehend 
beschafft  und innert  angemessener  Frist  eingereicht. Mit  seinen An-
gaben zur Organisation und zum Ablauf der Reise vermag er jedoch 
nicht  glaubhaft  zu  machen,  dass  er  tatsächlich  ohne  ein  gültiges 
Identitäts- oder Reisepapier (wie insbesondere etwa einem Reisepass) 
in die  Schweiz gelangt  ist. So machte er  geltend,  er  sei  nach einer 
tätlichen  Auseinandersetzung  mit  seinem  Vater  und  seinem  Bruder 
C.__________,  die  am  6.  September  2008  stattgefunden  habe,  zu 
seiner Tante gegangen und bereits am folgenden Tag ausgereist (act. 
A1/9  S. 5,  A8/7  S.  4).  Die  Darstellung,  wonach  es  seinem  Bruder 
D.__________  gelungen  sei,  innerhalb  weniger  Stunden  einen 
Schlepper aufzutreiben,  sein Auto zu verkaufen und den Betrag von 
12'500  Dollar  bereitzustellen  (act.  A1/9  S. 6,  A8/7  S. 5),  überzeugt 
nicht,  da  die  Planung  und  Vorbereitung  einer  solchen  Reise 
realistischerweise  mehr  Zeit  in  Anspruch  nimmt.  Es  drängt  sich 
deshalb der Verdacht auf, der Beschwerdeführer habe bereits vor dem 
6. September  2008  beabsichtigt,  den  Irak  zu  verlassen.  Hinsichtlich 
der  Reiseroute  machte  er  alsdann  zwar  grundsätzlich 
übereinstimmende, indessen durchwegs stereotype Angaben. Ferner 
gab  er  bei  der  Erstbefragung  an,  er  sei  ab  Istanbul  mit  einem 
Lastkraftwagen gereist, der auf ein Schiff gefahren sei. Nach einigen 
Tagen  auf  See  habe  man  ihn  im  gleichen  Lastkraftwagen  in  die 
Schweiz gebracht (act. A1/9 S. 6). Im Rahmen der Anhörung erklärte 
er indessen divergierend, er sei in zwei verschiedenen Lastkraftwagen 
in  die  Schweiz  gebracht  worden  (act.  A8/7  S.  4).  Unter  diesen 
Umständen ist  davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer  nicht 
auf  die  geschilderte  Art  und  Weise  und  ohne  ein  Identitäts-  oder 
Reisepapier in die Schweiz gelangt ist. Vielmehr muss angenommen 

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werden,  dass  er  bei  Gesuchseinreichung  im  Besitz  eines 
authentischen  Identitäts-  oder  Reisepapiers  war,  welches  er  den 
Asylbehörden innerhalb von 48 Stunden nicht abgegeben hat, obwohl 
er  dazu  in  der  Lage  gewesen  wäre. Es  liegen  demnach  keine  ent-
schuldbaren  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs. 3  Bst.  a  AsylG vor, 
welche  der  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  entgegen 
stehen. 

5.4 Hinsichtlich  der  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  ist  dem 
BFM beizupflichten, wenn es diese als haltlos wertet. So ist es in der 
Tat nicht nachvollziehbar, dass es ihm gelungen ist, seine bereits im 
Jahr 2006 vorgenommenen Tätowierungen während zweier Jahre vor 
seinen im gleichen Haushalt lebenden Verwandten zu verbergen. Des 
Weiteren ist  nicht  glaubhaft,  dass der  Vater  des Beschwerdeführers, 
der  einer  islamistischen  Bewegung  angehören  soll,  seine  weitere 
Anwesenheit  im Haus der  Familie  geduldet  hätte,  wenn er  sich  seit 
geraumer  Zeit  geweigert  hätte,  den  religiösen  Pflichten  nachzu-
kommen.  Schliesslich  erscheint  auch  realitätsfremd,  dass  der  Be-
schwerdeführer  sein  Heimatland  unmittelbar  nach  einem  Streit  mit 
seinem Vater und seinem Bruder C.__________ überstürzt verlassen 
haben will,  ohne andere  Optionen zumindest  zu  prüfen. Wie  bereits 
vorstehend ausgeführt, ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer  seine  Ausreise  aus  dem  Irak  bereits  vor  dem  6. September 
2008 geplant hat, was die Haltlosigkeit der genannten Ausreisegründe 
unterstreicht.  Schliesslich  ist  den  Shipping-Papieren  zu  entnehmen, 
dass ihm die Identitätskarte und der Nationalitätenausweis von einer 
Person namens E.__________ (act. A17/4 S. 2) zugestellt wurden. Bei 
der  Anhörung  erklärte  der  Beschwerdeführer,  sein  Bruder 
D.__________  werde  ihm  die  Dokumente  schicken  und  sein  Vater 
dürfe  davon  nichts  erfahren  (act.  A8/7  S. 3).  Es  erstaunt,  dass  der 
Bruder  des  Beschwerdeführers,  der  Polizeibeamter  sei,  dessen 
persönliche Dokumente  einer  Drittperson zum Versand  aushändigen 
würde,  zumal  gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers  äusserste 
Diskretion geboten sei. Insgesamt gesehen entsteht der Eindruck, bei 
den vom Beschwerdeführer  geschilderten Vorbringen handle es  sich 
um  ein  Konstrukt,  und  er  habe  seine  Heimat  aus  anderen  als  den 
genannten Gründen verlassen.

5.5 Das  BFM  hat  nach  dem  Gesagten  zu  Recht  festgestellt,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich 
nicht. Aufgrund der Aktenlage durfte es ebenso davon ausgehen, dass 
keine  weiteren  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-

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schaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  notwendig  sind. 
Das  BFM  ist  somit  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht nicht eingetreten. 

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  un-
menschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Be-
schwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr  des Beschwerdeführers in  den Nordirak ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer Ausschaffung in den Nordirak dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen). Dies ist ihm aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht 
gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Nordirak 
lässt  den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  nicht  als  un-
zulässig erscheinen (vgl. auch BVGE 2008/4 E. 6 S. 40 ff.). Nach dem 
Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  im  Frühjahr  2008  aufgrund 
einer  umfassenden  Beurteilung  der  Situation  in  den  nordirakischen 
Provinzen  Dohuk,  Suleimaniya  und  Erbil  zum  Schluss  gekommen, 
dass in den drei kurdischen Provinzen keine Situation allgemeiner Ge-
walt herrscht, und die politische Lage nicht dermassen angespannt ist, 
dass  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet 
werden müsste (vgl. BVGE 2008/5). Zudem ist die Region mit Direkt-
flügen  aus  Europa  und  aus  den  Nachbarstaaten  erreichbar.  Zu-
sammenfassend wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die 
Anordnung des Wegweisungsvollzugs in der Regel für alleinstehende, 
gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der 
drei Provinzen stammen oder eine längere Zeit dort gelebt haben und 
dort nach wie vor über ein soziales Netz oder Parteibeziehungen ver-
fügen,  zumutbar  ist. Für  alleinstehende Frauen und für  Familien  mit 
Kindern,  sowie  für  Kranke  und  Betagte  ist  bei  der  Feststellung  der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  dagegen  grosse  Zurück-
haltung  angebracht  (vgl. BVGE 2008/5  E. 7.5  und  insbesondere 
E. 7.5.8 S. 65 ff.).

7.4.2 Die Sicherheitssituation im Nordirak hat sich seit Publikation des 
erwähnten Urteils nicht verschlechtert. In der überwiegenden Mehrheit 
der Berichte von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen so-
wie des UN-Sicherheitsrats wird eine insgesamt stabile Situation be-
schrieben (vgl. UK Home Office, Country of Origin Information Report 
vom  16. September  2009  über  die  Kurdistan  Regional  Government 
Area  of  Iraq,  Ziff.  8.01  bis  8.16).  Auch  die  Schweizerische  Flücht-
lingshilfe (SFH) spricht in einem Lagebericht vom Sommer 2008 von 
einer  "vergleichsweise  friedlichen  und  stabilen  Situation".  Die  2007 
begonnene  und  2008  fortgesetzte  türkische  Militäroffensive  gegen 
PKK-Stellungen  im  Nordirak  sowie  grenzübergreifende  Bomben-
angriffe des iranischen Militärs hätten die allgemeine Sicherheitslage 
nicht  beeinflusst  (MICHAEL KIRSCHNER,  SFH, Irak,  Update: Aktuelle Ent-
wicklungen, vom 14. August 2008, Ziff. 3.1, S. 9).

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Aus den Akten und den Angaben des Beschwerdeführers ergeben sich 
keine  hinreichend  konkreten  Anhaltspunkte,  die  darauf  schliessen 
liessen,  der  junge,  alleinstehende Beschwerdeführer  gerate  im Falle 
der  Rückkehr  in  die  nordirakische  Provinz  Dohuk  aus  individuellen 
Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine 
existenzbedrohende  Situation.  Er  verfügt  über  ein  familiäres 
Beziehungsnetz, auf das er nach seiner Rückkehr zurückgreifen kann, 
denn sein Vorbringen, er werde von seinem Vater und einem Bruder 
misshandelt und bedroht, hat sich als haltlos erwiesen. Zudem verfügt 
er bereits über Berufserfahrung, hat er doch seit  dem Jahr 2006 bis 
kurz  vor  der  Ausreise  auf  dem Bau  gearbeitet  (act.  A8/7  S. 4).  Der 
Vollzug der Wegweisung erweist sich somit nicht als unzumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass das BFM den Vollzug der Weg-
weisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  somit  nicht  in  Betracht 
(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG).  Da  er 
keiner  Arbeitstätigkeit  nachgeht  und  sich  die  Beschwerde  nicht  als 
aussichtslos  darstellte,  sind  ihm  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 
VwVG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

Versand: 

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