# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a14dd97b-ce21-518b-9310-4e5575806097
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Generalisierte Angststörung stellt kein pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage dar. Arbeitsunfähigkeit basierte auf zwei Diagnosen, wobei die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nur auf eine Diagnose abstellte.
**Docket/Reference:** IV.2015.00428
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00428.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00428
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Schleiffer Marais
Urteil
vom
31. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Procap
Schweiz
Rechtsanwalt Daniel
Schilliger
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Helvetia Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft AG
St. Alban-Anlage 26, Postfach 3855, 4002 Basel
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1958, war
zuletzt
mit einem Pensum von 100
%
als
Verpa
ckerin
bei der
Y.___
SA angestellt (
Urk.
9/5
Ziff.
3
).
Am 1
5.
November 2013 kündigte die
Y.___
SA das Arbeitsverhältnis per 3
1.
Januar 2014 (Urk.
9/3
/1
).
Am
6.
Januar 2014 meldete
sich die Versicherte
unter Hinweis auf eine
Arthrose bei der Invalidenversicherung z
u
m Leistungsbezug an (
Urk.
9/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
9/14
und
Urk.
9/22
)
und veranlasste bei
Dr.
med. Dipl.-Psych.
A.___
eine psychiatrische Begutachtung (
Expertise vom 13. Oktober 2014,
Urk.
9/32). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/35)
und gestützt auf
die
Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
9/54) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3.
März
2015 (
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
März 2015 (
Urk.
2
) erhob die Versicherte am 20.
April 2015 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantrag
te
die Aufhebung der Verfü
gung sowie die
Zusprache
einer ganzen Rente
.
In prozessualer Hinsicht stellte sie den Antrag um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung.
Mit Vernehmlassung vom 19. Mai
2015 (
Urk.
8) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
28. Mai
2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Am 2
2
. Juni
2015 r
e
ichte die Beschwerdeführerin einen weiteren ärztlichen Bericht ein (
Urk.
14), welcher der Beschwerdegegnerin am 2
4.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Mit Verfügung vom
8.
März 2016 (
Urk.
16) wurde die Helvetia z
u
m Prozess beigeladen, welche am 1
4.
März 2016 (
Urk.
17) auf eine Stellungnahme verzichtete.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
ihren Entscheid
(
Urk.
2) damit, dass eine
(tatsächliche)
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der Daumengelenksarthrose, der mittelgradigen depressiven Episode und der Angststörung
zwar wahrscheinlich sei, diese
Leiden aus rechtlicher Sic
ht indessen keine langdauernde
n
und
schwere
n
Erkrankungen mit erhebli
cher und dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
darstellten. Es sei ins
besondere von einer reaktiven Depressivität auf die
Kündigung der Arbeitsstelle
auszugehen, weshalb kein
e
chronifizierte
, sondern ein
e
vorübergehende
und behand
elbare respektive
überwindbare gesundheitliche Beeinträchtigung
vor
liege
. Entsprechend
stehe der
Beschwerdeführerin kein Anspruch auf eine Inva
lidenrente
zu
(S.
1 f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgege
nüber in ihrer Beschwerde (Urk.
1) auf den Standpunkt, sie sei
zu 100
%
arbeitsunfähig, weshalb
sie
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Dies folge aus dem von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholte
n
Gutachten, in welchem
mit Hinweis auf eine
rezidivierende depressive Störung
und
eine generalisierte Angststörung von einer
100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werde. Die diagnostizierte Angststörung sei von der Beschwerdegegnerin
bei ihrer
Entscheidfindung indessen nicht
b
erück
sichtigt worden (S. 4 f.).
Abgesehen davon, widerspreche die
Auffassung der Beschwerdegegnerin,
es handle sich
nicht um eine rezidivierende Depression, dem
psychiatrischen
Gutachten und sei überdies rein spekulativ.
Unzutreffend sei sodann die Annahme, die Depression sei lediglich
als
Folge des
Stellenver
lusts
aufgetreten
(S.
6 f.
).
3.
3.1
Die angefochtene Verfügung basiert
im Wesentlichen
auf dem von der
Beschwer
degegnerin
veranlassten
psychiatrischen
Gutachten von
Dr.
A.___
vom 1
3.
Oktober
2014 (
Urk.
9/32), worin gestützt auf die Untersuchung vom 3
0.
September 2014 folgende Diagnose
n
gestellt w
u
rden
(S. 14)
:
-
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Generalisierte Angststörung mit paroxysmalen, agoraphobischen und generalisierten Anteilen (ICD-10 F41.1)
-
Rezidivierend depressive Störung – im Verlauf unterschiedlichen Schwere
grades, zum Untersuchungszeitpunkt
anhaltend
mittelgradi
g
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit vorrangig
dependenten
, ängstlich-ver
meidenden und selbstunsicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1)
Der Gutachter berichtete
über ein deutlich
ausgeprägtes depressives
Zustands
bild
und beschrieb die Grundstimmung der Beschwerdeführerin als gedrückt-depressiv, gehemmt, freudlos-ratlos respektive ängstlich-besorgt. Die affektive Modulationsfähigkeit sei deutlich vermindert beziehungsweise zum depressiven Pol verschoben gewesen, ohne jegliche Aufhellung im Untersuchungsverlauf.
Der
Antrieb
sei
deutlich vermindert und die Mimik sowie Gestik seien wenig mitschwingend gewesen. Formalgedanklich habe sich eine Verlangsamung,
Grübelneigung
sowie eine Einengung auf Insuffizienz
er
leben gezeigt (S. 16).
Der Gutachter führte weiter aus, die Beschwerdeführerin leide unter einer anhalten
den und auf verschiedenste Bereiche fokussierte Besorgnis, es könne etwas Schlimmes passieren,
unter
einer beständigen Anspannung, inneren Unruhe und Nervosität im
Sinne eines
Hyperarousals
, Konzentrationsprobleme
n
und un
ter Alltagsvergesslichkeit.
Des Weiteren habe
die Beschwerdeführerin über Schwin
delgefühle,
die
Unfähigkeit sich zu entspannen bei gleichzeitig rascher Ermüd
barkeit und Erschöpfung,
dem
Verlust der Kontrollfähigkeit,
Beklemmungsge
fühle
, Schwitzen sowie Ein- und Durchschlafstörungen berichtet (S. 17).
Der Gutachter attestierte der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die mittel
gra
dig ausgeprägte depressive Symptomatik
sowie
die generalisierte
Angst
störung
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
sämtliche
Tätigkeiten und wies zudem auf die im Untersuchungszeitpunkt bestehende stationäre Behand
lung in
der
Privat
Klinik
B.___
hin (S. 19). Er hielt
weiter
fest, dass
invalidi
tätsfremde
Faktoren (ungewisse berufliche Zukunft, geringer Ausbildungsstand, ungünstiges Wiedereingliederungsalter,
Dekon
ditionierung
, ausgeprägte subjek
tive Insuffizienzüberzeugung, laufendes versicherungsrechtliches Verfahren) bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt und von
invaliditätsbeding
ten
Befunden abgegrenzt worden und bei der Frage nach der medizinisch-the
oretischen Zumutbarkeit einer Tätigkeit nicht miteingeflossen seien. Aufgrund der
komorbiden
depressiven Beeinträchtigungen
und
Angststörung sowie des vor der stationären Behandlung sich
tendenziell
verschlechternden Verlaufs trotz adäquater ambulant psychiatrisch-psychotherapeutischer Therapie sei überdies von einer eher ungünstigen Prognose auszugehen und kurz- bis mittel
fristig auch unter Fortführung der adäquaten Behandlung eine Arbeitsfä
higkeit unter den Bedingungen der freien Wirtsc
haft wenig wahrscheinlich (S.
19
f
f.).
3.
2
In seiner Ste
llungnahme vom 1
5.
Oktober 2014
ging
der RAD-Arzt Dr. med.
C.___
, Facharzt Allgemeinmedizin,
unter Hinweis
auf die Vollständig- und Schlüssigkeit des Gutachtens von
Dr.
A.___
sowie
die
darin gestellten Diag
nosen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit August 2013 aus
(Urk.
9/34 S. 4)
. An dieser Einschätzung hielt der RAD-Arzt auch in seiner Stellungnahme vom 2
0.
Januar 2015 fest (
Urk.
9/54 S. 2).
Demgegenüber ging die RAD-Ärztin
Dr.
med.
D.___
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemein
medizin, in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 1
5.
Oktober 201
4
von einer vorübergehenden und behandelbaren depressiven
Störung
aus, welche
nicht
chronischer Natur
sei und überdies
reaktiv durch die überraschende Kündigung des Arbeitsverhält
nisses entstanden sei
, und verneinte einen IV-relevanten Gesundheitsschaden
(
Urk.
9/34 S. 4).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten von
Dr.
A.___
(vgl. E. 3.1) für die Bestimmung de
r
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin umfassend
ist
und auf den
erforderlichen Untersuchungen
beruht
. Besagtes Gutachten wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen des Gutachters in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dargelegt worden, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung
aufgrund
einer
rezidivierend depressiven Störung
sowie generalisierten
Angst
störung
zu 100
%
arbeitsunfähig
war
.
So beschrieb er einleuchtend die Ent
wicklung der (sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden)
Persönlichkeits
akzentuierung
vor dem Hintergrund von Problemen in der Kernfamilie (Gewalt
erfahrungen, Vater Alkoholiker, cholerisch) und früh beginnenden Auffällig
keiten (sozialphobische Ängste in der Schule), weshalb die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen sei, ein auf Nähe und Distanz ausbalanciertes Ver
hältnis zu anderen aufzubauen, auch die
dependente
Beziehungsgestaltung in ihren beiden Ehen weise in diese Richtung. Der Gutachter zeigte auf, dass es basierend auf dieser Persönlichkeitsstruktur zur Entwicklung von paroxysmalen, sozial- und agoraphobischen Ängsten kam, welche die Arbeitsfähigkeit ein
schränken (
Urk.
9/32 S. 18).
Das Gutachten erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert e
ines ärztlichen Gutachtens (BGE
125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die Entscheidfindung darauf abzustellen
ist
.
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine wie im Gutachten diagnosti
zierte generalisierte Angststörung (vgl. E. 3.1) auf Grund klinischer psychiatrischer Untersuchungen klar diagnostiziert werden und ist damit über
prüf- respektive objektivierbar. Dieses Störungsbild gehört nicht zu den
patho
genetisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern
(Urteil des Bundesgerichts 8C_371/2014 vom 2
9.
September 2014 E. 5.2.1)
, für deren Beurteilung das Bundesgericht besondere Grundsätze entwickelt hat
(zur geän
derten Rechtsprechung betreffend besagte Grundsätze vgl. BGE 141 V 281 E. 3 ff.).
Sollte die Beschwerdegegnerin mit ihrem Hinweis, die Leiden der Beschwer
deführerin stellten keine langdauernden und schweren Erkrankungen mit erheblicher und dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar (vgl.
Urk.
2 S. 2 oben), implizieren,
die diagnostizierte Angststörung sei als
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild zu qualifizieren,
steht dies im Widerspruch zur höchstrichterlichen Rechtsprechung
.
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
i
hre abweisende Verfügung damit, die diagnostizierte depressive Störung sei lediglich reaktiver Natur, sei behan
delbar und vorübergehend
,
und es bestünden zudem nicht anrechenbare psy
chosoziale Belastungen
(vgl.
Urk.
2 S. 2).
Indem die Beschwerde
gegnerin
in
ihrem Entscheid
einzig auf die depressive Störung abstellt
e
,
verkennt sie,
dass der Gutachter die 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur auf die
Depression
zur
ück
führte, sondern
auch auf die
diagnostizierte
Angststörung (vgl.
Urk.
9/32 S. 14
)
. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die Prüfung der Frage nach der Natur und des
Ausmasses
de
r
depressiven Störung
, besteht
die
Arbeitsunfähig
keit doch
bereits
aufgrund
der vom Gutachter diagnostizierten
Angststörung. Was
die von
der Beschwerdegegnerin
erwähnten
psych
osozialen Belastungen betrifft, so
hat der Gutachter
eine Abgrenzung der invaliditätsfremden
Faktoren
von den invaliditätsbedingten Befunden
vorgenommen
(
Urk.
9/3
2 S. 20 oben)
, weshalb die entsprechende Bemerkung der Beschwerdegegnerin ins Leere geht
. Bezüglich
des Hinweises
de
r
Beschwerdegegnerin auf die im Bericht d
er Privat Klinik
B.___
vom 13. November
2014
(
Urk.
9/41)
erwähnte Prognose
(
Urk.
2 S.
2)
ist
zu bemerken
,
dass die Ärzte betreffend
Hospitalisation
vom 2
9.
Juli bis
5.
November 2014 zur Hauptsache eine mittelgradige depressive Episode mit sozialen Ängsten diagnostizierten und damit eine vergleichbare Diagnose wie Gutachter Dr.
A.___
stellten. Sie schilderten eine vorhandene Tagesstruktur, eine konstante therapeutische Beziehung sowie eine ausreichende Einbettung „in soziales Gefüge“ und stellten eine günstige Prognose aufgrund der vielfälti
gen Ressourcen und des harmonisierenden Interaktionsstils der Beschwerde
führerin (S. 4). Hierzu ist festzuhalten, dass sich wohl vielversprechende Ressourcen finden, die Klinikärzte indes lediglich prognostisch auf eine massge
bende Besserungsmöglichkeit verwiesen. Mit dem Hinweis auf einen gebesserten Zustand bei Austritt ging kein Attest einer wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit einher.
Schliesslich konstatierte der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
E.___
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 2
7.
Dezember 2014 (
Urk.
9/42/1-
2), dass der mehrmonatige Klinikaufenthalt an der gesundheitlichen Verfassung der Beschwerdeführerin nichts Grundlegendes geändert habe. Die günstige Prognose habe sich nicht verwirklicht, die Beschwerdeführerin sei seit rund zwei Monaten wieder zu Hause und weise keine verbesserte gesundheitliche Verfassung aus. Die arbeitswillige Beschwerdeführerin sei weiterhin vollumfänglich arbeitsunfä
hig auf dem ersten Arbeitsmarkt. Arbeitsversuche seien nur im geschützten Rahmen möglich. Bei dieser Gesundheitsentwicklung kann nicht von der Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
4.3
Nach dem Gesagten ist erstellt, das
s die Beschwerdeführerin zu 100
% arbeitsunfä
hig ist. Entsprechend hat
sie
Anspruch auf eine ganze
Rente der Invalidenversicherung
.
Zum Eintritt der massgebenden Arbeitsunfähigkeit verwies
Dr.
E.___
auf die klinische Manifestation im September 2013 unter Hin
weis auf die schon vorher bestehende enorme Belastung bis an die Grenze der Dekompensation
aufgrund der Vorgeschichte (
Urk.
9/42/1-2 S. 2). Die Beschwer
deführerin war indes aufgrund einer am 2
2.
August 2013 durchge
führten Handoperation bereits ab diesem Datum vollumfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
9/14 S. 2 und
Urk.
9/22 S. 2
Ziff.
1.6). Auch Gutachter
Dr.
A.___
nannte unter Hinweis auf das Attest des
Dr.
E.___
und dessen anamnestischen Schilde
rungen den August 2013 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/32 S. 2
Ziff.
4). Damit ist der Beginn des Rentenanspruchs auf den
1.
August 2014 fest
zulegen (
Art.
28
Abs.
1 lit. b und c IVG). Die Beschwerde ist entsprechend gut
zuheissen.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
1‘200
.-- (inklusive Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen ist.
Damit sind die Anträge auf Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung
(Urk. 2 S.
2) gegenstandslos.
Das Gericht erkennt
:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird
die Verfügung
der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
3
.
März
20
15
aufgehoben, und es wird festgestellt
, dass
die
Beschwerdeführer
in
ab
1.
August 2014
Anspruch auf eine ganze
R
ente
der Invalidenversicherung
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1‘200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst
Procap
Schweiz
, Fürsprecher Daniel
Schilliger
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
17
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
17
-
Helvetia
Patria
Versicherungen
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchleiffer Marais