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**Case Identifier:** e53216f0-2b20-554e-889e-e72c14481efd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2024 IV 2023/140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-140_2024-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/140

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2024

Entscheiddatum: 25.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2024
Art. 28 IVG: Beweiskraft des Gutachtens bejaht. Unbefristeter 
Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2024, IV 
2023/140).

Entscheid vom 25. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2023/140

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im November 2020 unter Hinweis 

auf psychische Erkrankungen/Störungen zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).

A.a. 

Der Versicherte hatte nach dem Besuch der obligatorischen Schulen die Lehre 

zum uniformierten Postbeamten bei der PTT absolviert (IV-act. 1-5, 3). Seit dem ___ 

arbeitete er bei der Z.___ im Aussendienst (IV-act. 1-6, 12-2) und erzielte im Jahr 2020 

ein (Brutto-)Jahreseinkommen von Fr. 89'700.-- (IV-act. 12-5).

A.b. 

Ab dem 11. Mai 2020 hatte sich der Versicherte in die ambulante Behandlung bei 

Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Mag. C.___, 

Psychologischer Psychotherapeut, Psychotherapie D.___, begeben (act. G 1.8). Vom 

21. Juli bis 24. August 2020 war der Versicherte in stationärer Behandlung in der Klinik 

E.___ gewesen. Im Austrittsbericht vom 2. September 2020 war ihm eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie eine einfache Aktivitäts- 

und Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert worden. Zudem war ein Verdacht auf eine 

emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ, geäussert worden (IV-act. 

8). Mit Bericht vom 1. Dezember 2020 diagnostizierte Dr. B.___ eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom bei 

multifaktorieller psychosozialer Belastung, sowie eine einfache Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung. Es bestehe seit dem 22. Juni 2020 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 %, sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit. Der Versicherte 

leide unter einer depressiven Beschwerdesymptomatik und einer starken emotionalen 

und körperlichen Erschöpfung. Er zeige sich kaum belastbar und gedanklich eingeengt 

auf die eigene Situation und die Zukunftsperspektive. Für Anfang Dezember 2020 sei 

A.c. 

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ein Arbeitsversuch mit einem Pensum von 20 % geplant (IV-act. 14). In der Folge holte 

die IV-Stelle beim Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F.___, Facharzt Innere Medizin 

FMH, die medizinische Krankengeschichte des Versicherten ein (IV-act. 22 ff.). Am 19. 

Februar 2021 wurde der Versicherte im Auftrag des Krankentaggeldversicherers, 

elipsLife, Zürich, durch Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, untersucht. Im Bericht vom 26. Februar 2021 kam dieser zum Schluss, 

dass die mittelgradige depressive Episode mittlerweile am Zurückgehen und eine 

psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung vorläufig weiterhin angezeigt sei. Ab 

Anfang Juni 2021 sei, bei stufenweiser Steigerung, von einer vollen Arbeitsfähigkeit in 

angestammter Tätigkeit auszugehen (Fremdakten act. 2-11 ff.). Mit Verlaufsbericht vom 

6. Juli 2021 führte Dr. B.___ aus, dass der Versicherte nach wie vor unter einer 

depressiven Beschwerdesymptomatik und einer starken emotionalen und körperlichen 

Erschöpfung mit verschiedenen körperlichen Beschwerden leide. Er sei in seinem 

gesamten Alltag deutlich eingeschränkt. Es bestünden grosse Einschränkungen der 

allgemeinen Belastbarkeit. Im Verlauf habe sich deutlich gezeigt, dass sich die 

psychische Störung schon chronifiziert habe. Die Arbeitsfähigkeit in angestammter und 

angepasster Tätigkeit schätzte Dr. B.___ auf 50 % (IV-act. 56). In einem Gespräch teilte 

der Versicherte der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle im November 2021 

mit, dass er plane, per März 2022 in Frühpension zu gehen (IV-act. 59, 60-6). Mit 

Mitteilung vom 2. Dezember 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 61) und schritt zur Rentenprüfung (IV-act. 60-6, 62). 

Im Verlaufsbericht vom 7. Februar 2022 führte Dr. B.___ aus, dass der Versicherte nach 

wie vor unter einer depressiven Beschwerdesymptomatik und einer starken 

emotionalen und körperlichen Erschöpfung mit verschiedenen wechselnden 

körperlichen Beschwerden leide. Die Arbeitsfähigkeit betrage maximal 50 % in 

angestammter und adaptierter Tätigkeit (IV-act. 69). Vom 22. Juni bis 3. August 2022 

war der Versicherte in stationärer Behandlung in der Klinik H.___. Im Austrittsbericht 

vom 22. August 2022 wurde dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome, ein Burnout Syndrom sowie ein Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert (IV-act. 114).

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B.  

Bereits ab dem 5. August 2022 hatte die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten 

bei Prof. Dr. med. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, inklusive 

neuropsychologischer Exploration/Zusatzuntersuchung bei Frau J.___, veranlasst (IV-

act. 90 ff., 102). Die Untersuchungen wurden am 19. September und 10. November 

2022 durchgeführt (IV-act. 113-1, 113-37); das Gutachten datiert vom 2. Dezember 

2022 (IV-act. 113). Diagnostiziert wurden eine rezidivierende depressive Störung, zum 

Untersuchungszeitpunkt remittiert, im Verlauf mit unterschiedlichen Schweregraden, 

eine leichte kognitive Störung in der visuellen Wahrnehmung, ein chronifiziertes 

Erschöpfungssyndrom, differentialdiagnostisch ein postinfektiöses Fatiguesyndrom im 

Rahmen einer 2004 erlittenen Borrelieninfektion sowie Probleme in der Beziehung zum 

Ehepartner (IV-act. 113-30). Unter Berücksichtigung des positiven und negativen 

Leistungsprofils sei der Versicherte angestammt und adaptiert zu 100 % arbeitsfähig. 

Verlaufsmässig habe ab dem 22. Juni 2020 eine 100%-ige, ab dem 21. Februar 2021 

eine 80%-ige, ab Februar 2022 eine 50%-ige und spätestens ab dem 

Begutachtungszeitpunkt keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen (IV-act. 113-34 f.).

A.d. 

In der Folge wurde das Gutachten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

vorgelegt (IV-act. 116). Mit Vorbescheid vom 15. Dezember 2022 stellte die IV-Stelle 

dem Versicherten ab 1. Juni 2021 bis 31. Mai 2022 eine ganze Rente und vom 1. Juni 

2022 bis 31. Dezember 2022 eine halbe Rente in Aussicht. Danach entfalle ein 

Rentenanspruch (IV-act. 119). Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt Lorenz Gmünder, St. Gallen, am 6. und 21. Februar 2023 Einwände 

erheben (IV-act. 124). Aufgrund dieser Einwände wurde der Fall nochmals dem RAD 

vorgelegt (IV-act. 128). Mit Verfügung vom 29. Juni 2023 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten ab 1. Juni 2021 bis 31. Mai 2022 eine ganze Rente und vom 1. Juni 2022 

bis 31. Dezember 2022 eine halbe Rente zu. Ab dem 1. Januar 2023 entfalle ein 

Rentenanspruch (IV-act. 137).

A.e. 

Gegen die Verfügung vom 29. Juni 2023 reichte der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gmünder, am 30. August 

2023 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ein (act. G 1). Die 

Verfügung vom 29. Juni 2023 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab Juni 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

2022 unbefristet eine ganze Invalidenrente zu gewähren. Eventualiter seien weitere 

medizinische Abklärungen vorzunehmen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zulasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Nicht angefochten werde 

die Zusprache der ganzen Invalidenrente von Juni 2021 bis Mai 2022. Mit der 

Beschwerde liess der Beschwerdeführer unter anderem Berichte der behandelnden 

Fachpersonen Dr. B.___ und Mag. C.___ vom 20. Februar und 8. August 2023 

einreichen (act. G 1.7 f.).

Mit Beschwerdeantwort vom 2. November 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.b. 

Mit Replik vom 7. Dezember 2023 liess der Beschwerdeführer unverändert an 

seinen Anträgen festhalten (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin hat am 20. Dezember 

2023 auf die Einreichung einer Duplik verzichtet und unverändert an den Ausführungen 

in der Beschwerdeantwort und am Antrag auf Beschwerdeabweisung festgehalten (act. 

G 8).

B.c. 

Mit Eingabe vom 16. Januar 2024 beantragte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers eine Parteientschädigung von mindestens Fr. 5'000.-- zzgl. MwSt. 

und Barauslagen (act. G 10).

B.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

B.e. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich 

zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 

1.1. 

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213 E. 4.3.1). Vorliegend besteht ein allfälliger Rentenanspruch bei ab 22. Juni 2020 

attestierter Arbeitsunfähigkeit frühestens ab Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG, mithin ab Juni 2021. Demnach sind die Bestimmungen in der bis 31. 

Dezember 2021 gültigen Fassung anwendbar, da die angefochtene Verfügung vom 29. 

Juni 2023 einen noch unter Geltung des alten Rechts entstandenen Rentenanspruch 

zum Gegenstand hat (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). Sie werden nachfolgend in dieser Fassung 

zitiert.

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 

8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt definiert. Der Invaliditätsgrad ist grundsätzlich durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann (sogenanntes 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung – und im 

Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

1.3. 

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2.

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss der medizinische Sachverhalt 

hinlänglich abgeklärt sein resp. die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die 

Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer für den Zeitraum Juni 2021 bis 

und mit Mai 2022 eine ganze und von Juni 2022 bis und mit Dezember 2022 eine 

befristete halbe Rente zu. Sie stützte sich bei ihrem Entscheid entscheidend auf das 

durch eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung ergänzte externe psychiatrische 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Die Rechtsprechung hat es als mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht 

das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von 

der Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab. Weiter darf es den von 

Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen 

der Rechtsprechung genügenden Gutachten externer Spezialärzte vollen Beweiswert 

zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann sodann 

nicht abgestellt werden und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. Was 

schliesslich die Berichte von behandelnden Ärzten anbelangt, so sind diese zwar nicht 

von vornherein ohne Beweiswert, doch ist bei ihnen der Erfahrungstatsache Rechnung 

zu tragen, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Stellung mitunter 

im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 469 ff. E. 4.4 und 

4.6; 125 V 351). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen 

tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als 

schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 

4.3.2 mit Hinweisen).

1.4. 

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Administrativgutachten von Prof. I.___ vom 2. Dezember 2022, welches dem 

Beschwerdeführer ab Juni 2020 keine, ab Februar 2021 eine 20%-ige, ab Februar 2022 

eine 50%-ige und ab dem Begutachtungszeitpunkt (19. September 2022) eine volle 

Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit bescheinigte. Der 

Beschwerdeführer beantragt eine unbefristete ganze Invalidenrente ab Juni 2021. 

Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zu prüfen ist 

nachfolgend vorab, ob dem Gutachten von Prof. I.___ materiell-rechtlich gefolgt 

werden kann oder ob konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen (vgl. 

vorstehende E. 1.4).

In der Beschwerde vom 30. August 2023 lässt der Beschwerdeführer mehrere 

Einwände gegen die Verwertbarkeit resp. die Beweistauglichkeit des psychiatrischen 

Administrativgutachtens von Prof. I.___ vortragen (act. G 1).

2.1. 

Vorab macht der Beschwerdeführer geltend, der Experte sei anlässlich der 

Begutachtung sehr gestresst gewesen. Nach kurzer Zeit habe er ihm schon gesagt, 

dass er sehr jung aussehe und arbeiten solle. Diese unschöne Erfahrung widerspiegle 

sich in der Qualität des Gutachtens. Auf den Seiten 4 und 5 schildere Prof. I.___ den 

Anlass und die Umstände der Begutachtung, wobei dort eine andere Person als der 

Beschwerdeführer beschrieben werde. Dies werfe kein gutes Licht auf das Gutachten 

(act. G 1 S. 6). Es trifft zu, dass im schriftlichen Gutachten auf den Seiten 4 und 5 unter 

dem Titel "1.2 Anlass und Umstände der Begutachtung" nicht der Beschwerdeführer 

beschrieben wird (IV-act. 113-4 f.). Dabei handelt es sich offenkundig um ein Versehen 

im formellen Teil des schriftlichen Gutachtens. Dieses führt nicht dazu, dass dem 

Gutachten per se der Beweiswert abzusprechen wäre, zumal es keinen Einfluss auf die 

materielle Beurteilung des Experten hatte. Aufgrund der Tonaufnahme der 

psychiatrischen Exploration lassen sich im Weiteren die Vorwürfe des 

Beschwerdeführers nicht erhärten, wonach das Interview von Prof. I.___ 

voreingenommen resp. nicht fair abgehalten worden wäre. Zwar wies Prof. I.___ zu 

Beginn der Exploration mehrfach darauf hin, dass der Beschwerdeführer abschweife 

und die Exploration/Verständigung und Protokollierung dadurch erheblich erschwert 

würden (Tonaufnahme Minuten 9 bis 16); verständlicherweise interpretierte der 

Beschwerdeführer dies in dem Sinne, dass er den Experten als "gestresst" erlebte. 

Insgesamt konnte der Beschwerdeführer indes seine Anliegen ausreichend vortragen 

und es sind keine Gründe erkennbar, dass Prof. I.___ seine Beurteilung in 

voreingenommener Weise abgegeben hätte. Bezüglich des Aussehens führte der 

Experte gemäss der Tonaufnahme im Sinne eines Kompliments und wertfrei lediglich 

2.1.1. 

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aus, dass der Beschwerdeführer gut und jünger aussehe (Tonaufnahme ab Minute 81). 

Auch diesbezüglich ist eine Voreingenommenheit nicht erkennbar.

Wie der Beschwerdeführer richtig ausführt, ist der Austrittsbericht der Klinik 

H.___ vom 22. August 2022 (IV-act. 114) im Aktenauszug des Gutachtens von Prof. 

I.___ nicht aufgeführt (vgl. IV-act. 113-70 f.). Er wurde indes an mehreren Stellen im 

Gutachten zitiert (IV-act. 113-28 f., 31) und der stationäre Aufenthalt in H.___ wurde 

gemäss Tonaufnahme auch im Rahmen der Exploration thematisiert (Tonaufnahme ab 

Minute 2 [Bericht eingereicht], Tonaufnahme ab Minute 36, 68). Damit ist ohne weiteres 

davon auszugehen, dass die stationäre Behandlung und der Austrittsbericht 

hinreichend gewürdigt wurden. Entsprechend vermag auch dieser Einwand des 

Beschwerdeführers den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern.

2.1.2. 

Es trifft zu, dass Prof. I.___ im Gutachten ausführte, im Rahmen der ambulanten 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bei Dr. B.___ und Psychotherapeut 

C.___ sei keine leitliniengerechte Medikation aufgegleist worden (IV-act. 113-28). Dies 

trifft nachweislich nicht zu. Im Bericht vom 1. Dezember 2020 nennt Dr. B.___ als 

Medikation Brintellix (IV-act. 14-2) und im Bericht vom 6. Juli 2021 Trittico (IV-act. 

56-2). Im Verlaufsbericht vom 7. Februar 2022 wird schliesslich keine Medikation mehr 

aufgeführt (IV-act. 69-1). Diesen dokumentierten Verlauf bestätigten die Behandler mit 

Bericht vom 20. Februar 2023. Es seien verschiedene Versuche einer antidepressiven 

Medikation unternommen worden. Die Antidepressiva seien vom Beschwerdeführer 

aber nicht toleriert worden. In der Klinik H.___ sei schliesslich die Einstellung mit 

Wellbutrin gelungen (act. G 1.7). Damit ist hinlänglich erstellt, dass die Behandler 

(leitliniengerecht) zumindest versucht haben, eine medikamentöse Behandlung 

aufzugleisen. Mit Verlaufsbericht vom 7. Februar 2022 wird schliesslich aber eine 

Medikation ausdrücklich verneint, so dass die Ausführung auf S. 28 des Gutachtens 

zwar nicht in dieser absoluten Form zutrifft, diese Ungenauigkeit aber nicht dazu führt, 

dass dem Gutachten der Beweiswert abzusprechen wäre. Tatsache ist, dass der 

Beschwerdeführer im Begutachtungszeitpunkt erfolgreich auf ein Antidepressivum 

(Wellbutrin) eingestellt war und diese Medikation eine nachhaltige Besserung in Bezug 

auf die depressive Symptomatik bewirkte, was vom Beschwerdeführer anlässlich der 

Exploration bestätigt (IV-act. 113-12) und von Prof. I.___ medizinisch nachvollziehbar 

berücksichtigt wurde.

2.1.3. 

Im Weiteren bemängelt der Beschwerdeführer, dass im Gutachten von Prof. I.___ 

keine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert worden sei. 

Nach Ansicht der langjährigen Behandler liege diese Diagnose vor (act. G 1 S. 7). Im 

2.1.4. 

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Rahmen der ausführlichen validen (IV-act. 113-42) neuropsychologischen 

Untersuchung resp. Testung (IV-act. 113-37 ff.) bei der Fachpsychologin J.___ ergaben 

sich keine Auffälligkeiten, welche auf eine Aufmerksamkeitsstörung im Sinne eines 

ADHS hindeuten würden. Anders gesagt liessen sich die vom Beschwerdeführer 

subjektiv beklagten Aufmerksamkeitsdefizite nicht mittels neuropsychologischen 

Befunden objektivieren (IV-act. 113-41, 46). Die Testresultate zeigten fast durchwegs 

unauffällige Resultate (IV-act. 113-43). Einzig beim Beurteilen von visuellen Vorgaben 

schnitt der Beschwerdeführer unterdurchschnittlich ab (IV-act. 113-43, 47). Gestützt 

auf diese Ergebnisse diagnostizierte Prof. I.___ medizinisch nachvollziehbar kein ADHS 

(IV-act. 113-29), auch wenn er aufgrund der Klinik im Rahmen der psychiatrischen 

Exploration vom 19. September 2022 ein ADHS für naheliegend hielt und es deshalb 

abklären liess (Tonaufnahme ab Minute 36, 66). An der Schlüssigkeit des Gutachtens 

ändert nichts, dass die Behandler dem Beschwerdeführer eine solche Störung seit 

Behandlungsbeginn attestierten und in ihrem Bericht vom 20. Februar 2022 ausführten, 

dass er schon seit seiner Kindheit unter typischen Symptomen einer ADHS gelitten 

habe, was sich auch während der Behandlung sehr deutlich gezeigt habe und unter 

anderem in Fragebogentestungen habe bestätigt werden können (act. G 1.7). Weder 

untermauern sie ihre andere Einschätzung mit objektivierbaren Befunden noch 

benennen sie Aspekte, welche seitens Prof. I.___ und der Fachpsychologin J.___ 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Es kommt hinzu, dass der 

Beschwerdeführer im Rahmen der Exploration bei Prof. I.___ ausführte, dass der 

behandelnde Psychologe (C.___) kein relevantes ADHS festgestellt habe und 

Medikamente für nicht indiziert halte (Tonaufnahme ab 65:50). Schliesslich leuchtet 

auch die Beurteilung des RAD-Arztes K.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, ein, wonach Verhaltensauffälligkeiten allein zur Diagnosestellung nicht 

ausreichen, sondern bei einem ADHS immer bestimmte Aufmerksamkeitsdefizite 

vorliegen müssen (IV-act. 128-2). Solche Defizite konnten auch nicht durch die 

Behandler plausibilisiert werden. Entsprechend vermögen deren Berichte keine 

konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens zu begründen.

Schliesslich lässt der Beschwerdeführer sinngemäss vortragen, im Zeitpunkt der 

Begutachtung durch Prof. I.___ habe ein instabiler Gesundheitszustand vorgelegen, 

welcher keine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zugelassen habe. 

Prof. I.___ habe den Beschwerdeführer am 19. September 2022, etwas mehr als sechs 

Wochen nach dessen stationärem Aufenthalt in der Klinik H.___ begutachtet. Die lange 

Arbeitsunfähigkeit mit schwankendem Verlauf und den vielen Rückschlägen hätte von 

Prof. I.___ berücksichtigt werden müssen. Es widerspreche den medizinischen 

2.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/16

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Erfahrungswerten und auch dem gesunden Menschenverstand, dass eine seit über 

zwei Jahren aus psychischen Gründen arbeitsunfähige Person, welche soeben eine 

über sechswöchige stationäre Therapie wegen schwerer Depression absolviert habe, 

nur sechs Wochen nach dem Klinikaustritt für jede Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig 

sein solle. Es hätte über einen viel längeren Zeitraum beobachtet werden müssen, ob 

der Beschwerdeführer tatsächlich anhaltend von der Behandlung profitiert hätte, was 

gestützt auf die Berichte der Behandler nicht der Fall gewesen sei (act. G 1 S. 8 f.). 

Prof. I.___ stützte sich bei seiner Beurteilung, wonach im Untersuchungszeitpunkt keine 

relevante psychische Störung mit Krankheitswert (mehr) vorlag resp. von einer 

weitestgehend remittierten depressiven Störung auszugehen war, auf den erhobenen 

psychopathologischen Befund in Anlehnung an das AMDP-System (IV-act. 113-15 ff.). 

Dieser zeigte zwar in bestimmten Bereichen Auffälligkeiten (Unkonzentriertheit, 

verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration, sprunghafter und ablenkbarer 

Gedankengang, gesteigerte Psychomotorik, leicht eingeschränkte Freudfähigkeit und 

Interessen), weshalb Prof. I.___ eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung 

(abgehalten am 10. November 2022; IV-act. 113-37) für notwendig erachtet hat (IV-act. 

101). Im Rahmen dieser (knapp zwei Monate nach der psychiatrischen Exploration vom 

19. September 2022) zeigte sich indes ein grösstenteils unauffälliger 

psychopathologischer Befund (gepflegtes Erscheinungsbild, altersgemässer 

Kleidungsstil; im Kontakt freundlich, mitteilungsbedürftig logorrhoisch, zugewandt; 

Stimme in unauffälliger Lautstärke, Sprachmodulation unauffällig; wach und 

bewusstseinsklar; zu allen Qualitäten voll orientiert; Lang- und Kurzzeitgedächtnis 

sowie Konzentration subjektiv unauffällig; Auffassung ungestört; formales Denken 

geordnet, von unauffälliger Geschwindigkeit; keine inhaltlichen Denkstörungen; 

Stimmung euthym; gute affektive Schwingungsfähigkeit; Antrieb, Interesse und 

Freudempfinden ungestört; psychomotorisch unauffällig; Krankheitseinsicht und 

Behandlungsbereitschaft gegeben [IV-act. 113-40]), weshalb es zum einen 

nachvollziehbar erscheint, dass Prof. I.___ von einer weitestgehend remittierten 

psychischen Störung und damit einem weitgehend wieder stabilen Zustand nach der 

Episode ausging. Im Weiteren konnten im Rahmen der neuropsychologischen 

Untersuchung/Testung auch relevante kognitive Einschränkungen aufgrund der 

festgestellten Auffälligkeiten ausgeschlossen werden. Auch diesbezüglich ist nicht 

erkennbar, dass im Untersuchungszeitpunkt ein instabiler Gesundheitszustand 

vorgelegen haben soll, womit Prof. I.___ eine zuverlässige 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung abgeben konnte.

Gestützt auf das vorstehend ausgeführte sind die vom Beschwerdeführer 

beanstandeten Punkte für sich, aber auch bei gesamthafter Betrachtung, nicht 

2.2. 

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3.

Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen würde, dass er im 

"Validenfall" weiterhin bei der Z.___ tätig wäre und jenes Einkommen erzielen könnte 

(BGE 139 V 30 E. 3.3.2) resp. die Z.___ das Arbeitsverhältnis mit dem 

Beschwerdeführer aufgrund dessen langen gesundheitlichen Einschränkungen – und 

nicht aus wirtschaftlichen Gründen, wie es das Zwischenzeugnis vom 11. November 

geeignet, konkrete Zweifel an der Zuverlässigkeit der Expertise von Prof. I.___ zu 

begründen. Insgesamt ist festzuhalten, dass das Gutachten vom 2. Dezember 2022 die 

rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien an ein beweiskräftiges 

verwaltungsexternes Gutachten erfüllt. Es erging nach einer vertiefenden persönlichen 

Befragung (IV-act. 113-7 bis 14), in Auseinandersetzung mit den anlässlich der 

Exploration erhobenen Untersuchungsbefunden (IV-act. 113-15 bis 17), in Würdigung 

verschiedener Zusatzuntersuchungen (Urindrogenscreening und Laboruntersuch, EEG, 

ACE-D-Fragebogen, neuropsychologischer Zusatzuntersuch; IV-act. 113-18 bis 26) 

sowie in Beachtung der persönlichen und beruflichen Entwicklung und der gesamten 

Krankengeschichte (IV-act. 113-27 bis 28, 54 ff.). Der Experte setzte sich mit den teils 

anderslautenden Beurteilungen und Diagnosen der Behandler auseinander und 

begründete seine divergierenden Einschätzungen medizinisch nachvollziehbar (IV-act. 

113-31). Es ist darauf abzustellen, sowohl in Bezug auf die Diagnosestellungen als 

auch bezüglich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen im Verlauf und ab dem 

Begutachtungszeitpunkt. Damit ist hinlänglich erstellt, dass der Beschwerdeführer 

medizinisch-theoretisch ab dem 22. Juni 2020 als zu 100 %, ab dem 21. Februar 2021 

als zu 80 % und ab Februar 2022 als zu 50 % arbeitsunfähig, in angestammter und 

adaptierter Tätigkeit, zu qualifizieren ist. Ab dem Begutachtungszeitpunkt im 

September 2022 lag medizinisch-theoretisch keine Arbeitsunfähigkeit mehr vor, weder 

in der angestammten noch in adaptierter Tätigkeit (IV-act. 113-34 f.). Entsprechend 

verfügte die Beschwerdegegnerin zu Recht per Juni 2021 (nach Ablauf der einjährigen 

Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) bis und mit Mai 2022 (die Verbesserung wird 

gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV erst nach drei Monaten berücksichtigt) eine befristete 

ganze Rente und danach ab Juni 2022 bis und mit Dezember 2022 eine befristete 

halbe Rente. In diesem Zeitraum arbeitete denn der Beschwerdeführer auch zu 50 % in 

seiner angestammten Tätigkeit bei der Z.___ (IV-act. 113-11). Ab dem 1. Januar 2023 

besteht bei voller Arbeitsfähigkeit auch in angestammter Tätigkeit in Anwendung des 

Prozentvergleichs (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts vom 12. September 2017, 

8C_852/2016, E. 4.4.4) offenkundig kein Rentenanspruch mehr. Das Begehren um 

Ausrichtung einer unbefristeten ganzen Rente ab 1. Juni 2022 ist demnach 

abzuweisen.

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2022 vermuten lässt ("Dieses Zwischenzeugnis wird aufgrund der bevorstehenden 

Auflösung des Aussendienstes erstellt"; act. G 1.5) – per 28. Februar 2023 (IV-act. 

124-2) kündigte, resultierte gestützt auf nachfolgende Ausführungen kein 

Rentenanspruch mehr per 1. Januar 2023.

Vorab bestreitet der Beschwerdeführer die Verwertbarkeit der gutachterlich 

attestierten Arbeitsfähigkeit.

3.1. 

Massgeblich für die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG), der als theoretische 

Grösse durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 

Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten 

aufweist. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Die Frage, ob die 

medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich noch verwertbar sei, 

bestimmt sich bezogen auf den Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit 

feststeht (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.), d. h. vorliegend den Zeitpunkt des Gutachtens 

von Prof. I.___ vom 2. Dezember 2022 (IV-act. 113).

3.1.1. 

Nach der Kündigung durch die Z.___ kann der Beschwerdeführer diese 

spezifische Tätigkeit, welche er ohne entsprechende Ausbildung als 

Aussendienstmitarbeiter über viele Jahre ausübte (Besuch und Beratung bei Kunden 

sowie Bearbeitung von Reklamationen [IV-act. 12]; vgl. zu den weiteren Aufgaben das 

Zwischenzeugnis in act. G 1.5), zwar nicht mehr ausführen. Es steht ihm aber nach wie 

vor ein breites Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten offen, insbesondere auch im 

Aussendienst. Zumutbar sind ihm auch Hilfsarbeitertätigkeiten in vollem Pensum. 

Entsprechend ist nicht erkennbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar sein 

sollte. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer in dem für die Beurteilung der 

Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt fast 61-jährig war. Ihm 

blieb eine Aktivitätsdauer von gut vier Jahren, wobei die Rechtsprechung bereits eine 

verbleibende Aktivitätsdauer von zweieinhalb Jahren als für die Verwertbarkeit 

grundsätzlich ausreichend taxiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2018, 

3.1.2. 

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8C_645/2017, E. 4.3.2). Damit schliesst auch das Alter des Beschwerdeführers die 

Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nicht aus. Zwar trifft es zu, dass dieses seine 

Chancen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, schmälert. Hilfsarbeitertätigkeiten, wozu 

der Beschwerdeführer im Minimum eingesetzt werden kann, werden auf dem 

hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt aber grundsätzlich altersunabhängig 

nachgefragt (BGE 146 V 26 ff. E. 7.2.1). Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer 

nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig ist und die zumutbaren 

Tätigkeiten keinen resp. kaum Einschränkungen unterliegen. Zudem bedarf es bei den 

meisten Hilfsarbeitertätigkeiten nur wenig Einarbeitungsaufwand. Einzig hohe 

Ansprüche an die Verarbeitung von kontextreichen visuellen Informationen sind nicht 

mehr zumutbar. Solche Anforderungen werden bei Hilfsarbeiten kaum je vorausgesetzt. 

Damit ist im vorliegenden Fall eine (neue) Anstellung auch bei fortgeschrittenem 

Erwerbsalter ohne weiteres als realistisch zu bezeichnen und die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers verwertbar.

Ausgehend von einer verwertbaren 100%-igen Arbeitsfähigkeit ist im Rahmen 

eines Einkommensvergleichs schliesslich der Invaliditätsgrad ab 1. Januar 2023 zu 

ermitteln (vgl. dazu vorstehende E. 1.2).

3.2. 

Der Beschwerdeführer erzielte bei seiner letzten Tätigkeit bei der Z.___ im Jahr 

2020 ein Einkommen von jährlich Fr. 89'700.-- (IV-act. 12-5). Nominallohnindexiert 

(-0.7 %; Nominallohnindex Männer) resultiert für das Jahr 2021 ein Einkommen von 

Fr. 89'076.-- (Fr. 89'700.-- / 1.007; https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/

arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten/lohnindex.assetdetail.

24745562.html; eingesehen am 25. April 2024). Das Valideneinkommen ist demnach 

auf dieser Höhe festzulegen.

3.2.1. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie 

nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders 

stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können 

rechtsprechungsgemäss Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 75). Der 

3.2.2. 

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Beschwerdeführer arbeitet seit dem ___ für die Gemeinde Y.___. Der 

Beschäftigungsgrad beträgt ca. 20 % (act. G 1.6). Mit dieser Tätigkeit schöpft er die 

ihm zumutbare Arbeitsfähigkeit/Erwerbsfähigkeit offenkundig nicht aus. Entsprechend 

ist zur Festlegung des Invalideneinkommens auf den statistischen Zentralwert der LSE 

abzustellen. Gestützt auf das Belastungsprofil sind dem Beschwerdeführer als 

Verweistätigkeiten zumindest Hilfsarbeitertätigkeiten zuzumuten (vgl. vorstehende 

E. 3.1.2). Der LSE-Hilfsarbeiterlohn (Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, 

Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art], 

Totalwert) hat im Jahr 2020 Fr. 65'815.-- (Fr. 5'261.-- / 40 x 41.7 x 12 Monate; vgl. 

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/aktuell/neue-veroeffentlichungen.assetdetail.

22988243.html; eingesehen am 25. April 2024), im Jahr 2021 nominallohnindexiert 

(-0.7 %) Fr. 65'357.-- betragen (Fr. 65'815.-- / 1.007). Zur Beurteilung steht schliesslich 

ein Abzug vom Tabellenlohn. Wird das Invalideneinkommen auf Grundlage von 

statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert 

(Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, 

dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 

Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 

entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind 

und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird 

dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale 

einer versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 

301 E. 5.2). Selbst bei Gewährung eines im vorliegenden Fall maximal denkbaren 

Abzugs vom Tabellenlohn in der Höhe von 15 % würde ab dem 1. Januar 2023 kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % resultieren ([Fr. 89'076.-- - 

Fr. 65'357.-- x 0.85] / Fr. 89'076.-- = aufgerundet 38 %). Gestützt darauf kann die 

genaue Festsetzung des Tabellenlohnabzugs unterbleiben. Denn ein höherer Abzug ist 

vor dem Hintergrund dessen, dass der Beschwerdeführer bei den ihm zumutbaren 

Tätigkeiten, namentlich auch bei Hilfsarbeitertätigkeiten, kaum beeinträchtigt ist und 

weitere Merkmale, welche Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben könnten, nicht 

erkennbar sind, jedenfalls zu hoch. Dies gilt auch in Beachtung der weiteren 

Anpassung der IVV per 1. Januar 2024 (Pauschalabzug von 10 %; https://

www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation

/medienmitteilungen.msg-id-98253.html; eingesehen am 25. April 2024). Jedenfalls 

steht auch gestützt auf Art. 26  Abs. 3 IVV in der ab 1. Januar 2024 geltenden 

Fassung bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit kein Abzug vom Tabellenlohn von 20 % zur 

bis

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4.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 29. Juni 2023 nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran 

anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

3.

Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

Diskussion. Entsprechend besteht auch bei der für den Beschwerdeführer günstigen 

Sachverhaltsvariante mit unterschiedlichen Vergleichseinkommen ab 1. Januar 2023 

kein Anspruch mehr auf eine Rente.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2024
	Art. 28 IVG: Beweiskraft des Gutachtens bejaht. Unbefristeter Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2024, IV 2023/140).

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