# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ea09a02-565c-5182-ad64-a9c121bbb246
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2010 C-4610/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4610-2008_2010-11-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4610/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

Gemeinde A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

B._______,
vertreten durch lic. iur. Michael Kummer, Rechtsanwalt,
Beschwerdegegnerin,

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4610/2008

Sachverhalt:

A.
Die ukrainische Staatsangehörige B._______ (geb. 1969; nachfolgend 
Beschwerdegegnerin) gelangte erstmals im Jahre 1997 in die Schweiz 
und arbeitete jeweils  während acht  Monaten im Jahr  als  Striptease-
tänzerin,  wobei  sie  jährlich  wieder  in  die  Ukraine  zurückkehrte.  Am 
21. März 2003 heiratete sie in A._______ (SZ) den Schweizer Bürger 
J._______ (geb. 1948). Seither arbeitet sie während mehrerer Monate 
im  Jahr  weiterhin  als  Tänzerin  irgendwo  in  der  Schweiz,  wobei  sie 
unter der Woche jeweils am Arbeitsort wohnt. 

B.
Gestützt  auf  ihre  Ehe  stellte  die  Beschwerdegegnerin  am  18.  April 
2007  ein  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung.  Am  28.  Dezember 
2007  unterzeichneten  die  Eheleute  B._______ eine  Erklärung  über 
das  Bestehen  einer  tatsächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen 
Gemeinschaft.  Gleichentags  unterschrieb  die  Ehefrau  ebenfalls  eine 
Erklärung betreffend Beachtung der Rechtsordnung. Nach Einholung 
weiterer Erkundigungen wurde die Beschwerdegegnerin von der Vor-
instanz am 26. Juni 2008 nach Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 
29. September  1952  (BüG,  SR  141.0)  erleichtert  eingebürgert  und 
erhielt die Bürgerrechte des Kantons und der Stadt Zürich.

C.
Mit Beschwerde vom 9. Juli 2008 beantragt die Gemeinde A._______ 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  erleichterten  Einbürgerung,  weil  es 
sich bei der Ehe der Beschwerdegegnerin um eine Scheinehe handle. 
Jene arbeite als Tänzerin in verschiedenen Clubs in der Ostschweiz, 
so  im  Jahre  2007  während  sieben  Monaten  in  St.  Gallen,  Wil  und 
Frauenfeld. Einen Teil der restlichen fünf Monate habe sie ohne ihren 
Ehemann  in  der  Ukraine  verbracht.  In  der  Wohngemeinde  sei  der 
Ehemann  immer  alleine  unterwegs.  Dieser  habe  am  Schalter  des 
Einwohneramts selbst gesagt, dass sich seine Ehefrau oft im Zimmer 
seines  Hauses  einschliesse,  wenn  sie  sich  in  A._______ aufhalte. 
Zudem habe sich der Ehemann 2007 beim Steueramt gemeldet und 
die Ausstellung getrennter Steuerrechnungen verlangt, da seine Ehe-
frau selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen müsse.

D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 31. Juli 2008 auf 

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Abweisung  der  Beschwerde,  wobei  sie  insbesondere  auf  den  Er-
hebungsbericht der Kantonspolizei Schwyz vom 9. Juli 2007 zum Ein-
bürgerungsgesuch  der  Beschwerdegegnerin  sowie  auf  die  von  ihr 
selbst durchgeführten Erhebungen (Einholen von Referenzauskünften) 
verweist.

E.
In  einer  Stellungnahme  vom  5.  Januar  2009  bestreitet  die  Be-
schwerdegegnerin  das  Vorliegen  einer  Scheinehe  und  bringt  im 
Wesentlichen vor, dass sie jedes Wochenende sowie den grössten Teil 
der Zeit, in der sie nicht arbeite, zuhause beim Ehemann in A._______ 
verbringe.  Dass  sie  sich  oft  im  Zimmer  einschliesse,  wenn  sie  in 
A._______ sei,  treffe  ebensowenig  zu  wie  die  Behauptung  der  Be-
schwerdeführerin, der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe beim 
Steueramt das Ausstellen getrennter Steuerrechnungen verlangt. Sie 
und ihr Mann würden – wenn immer es neben ihrer Arbeit möglich sei 
–  ein  normales  Eheleben  führen.  Oft  würden  sie  an  Wochenenden 
gemeinsam  Ausflüge  unternehmen  oder  Freunde  in  ihr  Haus  zum 
Essen einladen, wenn sie nicht bei diesen eingeladen seien, was die 
Freunde  bestätigen  könnten.  Der  Grund,  weshalb  die  Be-
schwerdegegnerin  seit  2007  mehr  arbeite  und  somit  zwangsweise 
weniger zuhause in A._______ sein könne, liege darin, dass sich die 
finanzielle Situation des Ehepaars verschlechtert  habe, insbesondere 
aufgrund  einer  Einkommenseinbusse  des  Ehemannes. Mit  einer  an-
geblichen  Scheinehe  oder  irgendwelchen  Trennungsabsichten  habe 
dies aber nichts zu tun. Zudem sei sie auch während dieser Zeit  an 
jedem Wochenende nach A._______ zurückgekehrt,  um ihre Freizeit 
mit ihrem Ehemann zu verbringen.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 12. Januar 2009 lehnte das Bundesver-
waltungsgericht  die  von  der  Beschwerdegegnerin  beantragten 
Zeugeneinvernahmen und eine Parteibefragung ab, räumte ihr jedoch 
die  Möglichkeit  ein,  schriftliche  Stellungnahmen  der  betreffenden 
Personen nachzureichen, wovon sie mit Eingabe vom 28. Januar 2009 
Gebrauch  machte  (vgl.  Stellungnahme  des  Ehemannes  vom 
25. Januar 2009).

G.
Mit  Replik  vom 2.  März  2009  und  weiteren  Eingaben  vom 17.  Juni 
2009 und 30. Oktober 2009 hält die Beschwerdeführerin am gestellten 

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Begehren und ihrer Begründung (Scheinehe) fest. Ergänzend wird im 
Wesentlichen  ausgeführt,  dass  die  Beschwerdegegnerin  ihren  Ehe-
mann noch nie finanziell unterstützt habe. Obwohl das Vermögen des 
arbeitslosen und ausgesteuerten Ehemannes verbraucht sei, wolle sie 
sich nicht an den Hypothekarzinsen beteiligen.

H.
In  ihrer  Duplik  vom 16.  Dezember  2009  beantragt  die  Beschwerde-
gegnerin  die  vollumfängliche  Abweisung  der  Beschwerde  und  weist 
dabei  den  Vorwurf,  die  eheliche  Unterhaltspflicht  verletzt  zu  haben, 
entschieden zurück. Sie habe im Gegenteil sowohl finanzielle Beiträge 
(z.B. die Bezahlung der Rechnungen für  Wasser und Abwasser oder 
die Tankanlage des Hauses, der gemeinsamen Steuerraten, der Tele-
fon- und Stromrechnungen, der Rechnungen der Billag usw.) als auch 
nicht  finanzielle  Leistungen  (Führung  des  Haushaltes,  Wäsche-
waschen, Erledigung von Gartenarbeiten) an den ehelichen Haushalt 
erbracht.  Sie  und  ihr  Ehemann  hätten  sich  eigenständig  über  die 
Leistung von Beiträgen geeinigt. Bis jetzt seien sämtliche Kosten – in-
klusive Hypothekarzins – denn auch bezahlt worden.

I.
Auf die weiteren Vorbringen und die mit den verschiedenen Eingaben 
eingereichten  Belege  (u.a.  das  Schreiben  des  Sozialdienstes  der 
Gemeinde A._______ vom 26. Oktober 2009, die Stellungnahme der 
Beschwerdegegnerin vom 15. November 2009 sowie die zahlreichen 
Rechnungsbelege und Kontoauszüge der Beschwerdegegnerin) wird, 
soweit entscheiderheblich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 
VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen gemäss 
Art. 51 Abs. 1 BüG Verfügungen des BFM betreffend Nichtigerklärung 
einer erleichterten Einbürgerung nach Art. 41 Abs. 1 BüG.

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1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, sofern das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3 Die Gemeinde A._______ ist als Wohngemeinde der Beschwerde-
gegnerin gemäss Art. 51 Abs. 2 BüG zur Beschwerde legitimiert (vgl.  
Urteil  des  BVGer  C-1212/2006  vom  24.  Juni  2008  E.  1.4;  zur 
Legitimation  des  Gemeinderates  und  der  für  den  Gemeinderat 
handelnden  Personen  vgl.  §  89  der  Verfassung  des  eidgenössichen 
Standes Schwyz vom 23. Oktober 1898 [SRSZ 100.000] und § 31 des 
Gesetzes  über  die  Organisation  der  Gemeinden  und  Bezirke  vom 
29. Oktober  1969  [SRSZ  152.100]  sowie  Protokollauszug  der  Ge-
meinderatssitzung vom 4. August 2008). Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum Zeitpunkt  seines  Ent -
scheids (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Die  in  den  Art.  27  bis  31b  BüG geregelten  Tatbestände der  er-
leichterten  Einbürgerung  setzen  nach  Art.  26  Abs.  1  BüG  in  all-
gemeiner  Weise  voraus,  dass  die  gesuchstellende  Person  in  der 
Schweiz integriert  ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung be-
achtet  (Bst. b)  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz 
nicht gefährdet (Bst. c). Nach Art. 27 Abs. 1 BüG können ausländische 
Ehegatten  von  schweizerischen  Staatsangehörigen  erleichtert  ein-
gebürgert werden, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-
wohnt  haben,  seit  einem Jahr  hier  wohnen  und  seit  drei  Jahren  in 
ehelicher  Gemeinschaft  mit  einem  Schweizer  Bürger  bzw.  einer 

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Schweizer Bürgerin leben. Nach dem Wortlaut und Wortsinn der Be-
stimmung müssen sämtliche Voraussetzungen sowohl im Zeitpunkt der 
Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung 
erfüllt sein (BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen).

3.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe. Verlangt  wird  eine  tatsächliche  Lebensgemeinschaft,  ge-
tragen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 135 
II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen). Der Gesetzgeber wollte dem aus-
ländischen  Ehegatten  eines  Schweizer  Bürgers  die  erleichterte  Ein-
bürgerung  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürgerrechts  der  Ehe-
gatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu fördern (Botschaft 
des Bundesrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 27. Au-
gust 1987, BBl 1987 III 293 ff., S. 310).

3.3 Der  in  Art.  8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom 
10. Dezember  1907  (ZGB,  SR  210)  festgehaltene,  allgemeine 
Rechtsgrundsatz,  wonach derjenige  die  objektive Beweislast  für  das 
Vorliegen  einer  Tatsache  trägt,  der  aus  ihr  Rechte  ableitet  (ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes, 2. Aufl. Zürich 1998, Rz 269),  gilt  auch für  die Voraus-
setzungen der erleichterten Einbürgerung nach Art. 26 Abs. 1 und Art.  
27 Abs. 1 BüG. Die Beweislast für deren Vorliegen trägt der Gesuch-
steller  bzw.  die  Gesuchstellerin.  Gelangt  die  Behörde  nach  Durch-
führung des Beweisverfahrens im Rahmen der freien Beweiswürdigung 
nicht  zur  Überzeugung,  dass  die  Voraussetzungen  der  erleichterten 
Einbürgerung erfüllt sind, hat sie entsprechend dieser Beweislastregel 
so  zu  entscheiden,  wie  wenn  deren  Nichtvorliegen  erwiesen  wäre. 
Gegenstand der behördlichen Überzeugung ist grundsätzlich nicht die 
mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeit  eines bestimmten Sach-
verhalts, sondern seine tatsächliche Verwirklichung. Dabei sind bloss 
abstrakte  oder  theoretische  Zweifel,  die  immer  möglich  sind,  nicht 
massgebend. Es muss sich um begründete Zweifel handeln, das heisst 
solche, die sich nach den gesamten Umständen aufdrängen.

4.
Unbestritten – auch seitens der Beschwerdeführerin – ist vorliegend, 
dass  die  Beschwerdegegnerin  die  Voraussetzungen  für  eine  er-
leichterte  Einbürgerung nach Art. 26 Abs. 1 BüG erfüllt. Weder liegt  
gegen sie in strafrechtlicher Hinsicht etwas vor noch gefährdet sie die 

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innere und äussere Sicherheit der Schweiz. Auch ist sie in die hiesigen 
Verhältnisse  in  ausreichendem  Masse  eingegliedert.  Sie  geht  einer 
geregelten  Erwerbstätigkeit  nach,  spricht  gut  Deutsch  (Absolvierung 
von  Deutschkursen)  und  hat  auch  freundschaftliche  Kontakte  zu 
schweizerischen Bekannten (vgl. Referenzschreiben vom 22., 24. und 
25. September 2007 sowie vom 14. Oktober 2007).

5.
Die  beschwerdeführende  Gemeinde  stützt  ihre  Beurteilung,  wonach 
die  Beschwerdegegnerin  und  ihr  Ehegatte  eine  Scheinehe  führen 
würden,  vorab  auf  die  mit  deren  Tätigkeit  als  Tänzerin  in  der  Ost -
schweiz  verbundene  Abwesenheit  vom  gemeinsamen  Wohnsitz  im 
Jahre 2007. Einen Teil der restlichen Zeit in jenem Jahr habe sie ohne 
ihren Ehemann in der Ukraine verbracht. Ferner habe der Ehegatte am 
Schalter  des  Einwohneramts  selber  ausgesagt,  dass  sie  sich  oft  im 
Zimmer einschliesse, wenn sie sich in A._______ aufhalte. Ausserdem 
habe  der  Ehemann  beim  Steueramt  der  Gemeinde  die  Ausstellung 
getrennter Steuerrechnungen verlangt.

5.1 Die  Beschwerdegegnerin  bestreitet  die  von  der  Beschwerde-
führerin vorgenommene Beurteilung. In einer schriftlich festgehaltenen 
Stellungnahme vom 25.  Januar  2009  führt  der  Ehemann  dazu  aus, 
dass  die  Abwesenheit  seiner  Frau  berufsbedingt  sei.  Alle  Wochen-
enden würden sie jedoch gemeinsam verbringen, sei es zuhause oder 
auf Ausflügen. Ab Dezember 2006 sei er arbeitslos gewesen, weshalb 
seine Frau mehr habe arbeiten müssen. Sie besitze ein Auto, welches 
sie für die Arbeit brauche. Er selber habe kein Auto, weshalb er unter 
der Woche alleine (zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehrsmittel) 
unterwegs sei. Dies sei  auch der  Grund, weshalb sie im Dorf  wenig 
zusammen gesehen würden. Dass sich seine Ehefrau im Zimmer ein-
schliesse, wenn sie sich in A._______ aufhalte, stimme nicht und habe 
er  auch  nicht  gegenüber  dem  Einwohneramt  gesagt.  Ebenfalls  un-
zutreffend  sei,  dass  er  beim  Steueramt  die  Ausstellung  getrennter 
Steuerrechnungen verlangt habe.

5.2 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes 
zu  ihrem  Eheleben  sind  nachvollziehbar  und  lassen  nicht  auf  eine 
Scheinehe  schliessen.  Durch  die  berufsbedingte  Abwesenheit  der 
Beschwerdegegnerin unter der Woche und die gemeinsamen Ausflüge 
an den Wochenenden ausserhalb des Dorfes liegt  es auf  der Hand,  
dass  die  Ehegatten  in  A._______ nicht  oft  gemeinsam  gesehen 

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werden. Während die Beschwerdegegnerin für ihre Version des Ehe-
lebens (gemeinsame Ausflüge und Besuch von Veranstaltungen, Ein-
ladung von Freunden bei den Ehegatten zuhause usw.) entsprechende 
Referenzschreiben vorlegen kann (vgl. E. 4 vorstehend; nochmals be-
stätigt  durch  die  am  5.  Januar  2009  eingereichten  Schreiben  vom 
21. und 22. November sowie vom 16. Dezember 2008), stellt  die Be-
schwerdeführerin lediglich Mutmassungen auf. Auch wenn davon aus-
zugehen  ist,  dass  ein  Bürgerrechtsbewerber  in  aller  Regel  nur 
Referenzen  von  ihm wohlgesinnten  Personen  zu  den  Akten  reichen 
wird,  schliesst  dieser  Umstand  nicht  aus,  dass  aus  den  ent-
sprechenden Auskünften zuverlässige Rückschlüsse auf das Eheleben 
gezogen  werden  können.  Vorliegend  ergeben  diese  Referenzen 
durchaus  ein  kohärentes  Bild  über  das  von  beiden  Ehegatten 
übereinstimmend  dargelegte  Eheleben.  Dass  die  Beschwerde-
gegnerin, obwohl sie aufgrund ihrer Arbeit nicht oft mit ihrem Ehemann 
zusammen  sein  kann,  einmal  im  Jahr  allein  in  ihr  Herkunftsland 
(Ukraine) reist, spricht ebenfalls nicht gegen ein intaktes Eheleben.

5.3 Ob der  Ehemann  tatsächlich  die  Ausstellung  getrennter  Steuer-
rechnungen verlangt hat (gemäss den Ausführungen der Beschwerde-
führerin  soll  er  dies  sogar  mehrmals  verlangt  haben),  kann  letztlich 
offenbleiben. Schliesslich können daraus – wie im Übrigen auch aus 
einer  Ehe,  bei  der  die  Güter  getrennt  sind  –  keine  direkten  Rück-
schlüsse auf das Eheleben bzw. auf das Führen einer Scheinehe ge-
zogen werden.

6.
6.1 In ihrer Replik vom 2. März 2009 sowie in den ergänzenden Ein-
gaben  vom 17.  Juni  und  30.  Oktober  2009  bringt  die  Beschwerde-
führerin  erstmals  vor,  dass  die Beschwerdegegnerin  ihren  Ehemann 
noch nie unterstützt  habe. Insbesondere sei sie nicht  bereit,  sich an 
den  Kosten  des  Hauses  (Hypothekarzinsen)  zu  beteiligen.  Die  Be-
schwerdeführerin  stützt  sich  dabei  auf  ein  Schreiben  des  Sozial-
dienstes der Gemeinde, welcher der Beschwerdegegnerin in diesem 
Zusammenhang  einen  Verstoss  gegen  Art.  163  ZGB  vorwirft 
(Verletzung der familiären Unterhaltspflicht).

6.2 Auch  dieser  Vorwurf  der  Beschwerdeführerin  überzeugt  nicht. 
Einerseits legt die Beschwerdegegnerin glaubhaft dar, dass sie schon 
durch  die  Mitarbeit  im  Haushalt  (u.a.  Wäschewaschen  und  Garten-
arbeiten) einen nicht-finanziellen Beitrag zum gemeinsamen Haushalt 

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erbringt.  Andererseits  beweist  sie  mit  den  am  16.  Dezember  2009 
eingereichten  Rechnungskopien,  Quittungen  und  Kontoauszügen  im 
Gegenteil  klar,  dass  sie  sehr  wohl  einen  massgeblichen  Teil  an  die 
Kosten  des  gemeinsamen  Haushalts  beiträgt  (u.a.  Bezahlung  der 
Steuerraten,  der  Fernseh-  und  Telefongebühren  sowie  der  Strom-
rechnungen,  Bezahlung  der  Rechnungen  für  Wasser  und  Abwasser 
und  für  die  Anschaffung  von  verschiedenen  Haushaltsartikeln  und 
-geräten). Wenn man berücksichtigt,  dass  der  Ehemann,  seitdem er 
arbeitslos ist und kein Vermögen mehr hat, lediglich noch Einnahmen 
von Fr. 2'208.- pro Monat für die Vermietung eines Teils seines Hauses 
erzielt, was nicht einmal ganz für die Bezahlung der Hypothekarzinsen 
(Fr. 27'500.-  pro Jahr)  ausreicht,  so liegt  es auf  der Hand, dass der 
ganze  Rest  der  Haushaltskosten  von  der  Beschwerdegegnerin  ge-
tragen wird. Bis jetzt wurden denn auch – soweit bekannt – sämtliche 
Rechnungen (inkl. die Raten für die Hypothekarzinsen) bezahlt und die 
Ehegatten mussten keine Sozialhilfe beziehen. Hinzu kommt, dass der 
Sohn des Ehemannes, der ebenfalls im gleichen Haushalt lebt, offen-
bar  keinen  Beitrag  für  Kost  und  Logis  leistet,  was  von  der  Be-
schwerdegegnerin akzeptiert  wird. Vor diesem Hintergrund ist  es un-
erfindlich,  wie die Beschwerdeführerin überhaupt dazu kam, der Be-
schwerdegegnerin  vorzuwerfen,  sie  habe  ihren  Ehemann  noch  nie 
unterstützt und gegen Art. 163 ZGB verstossen. 

7.
Aufgrund  der  vorliegenden  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  zum  Schluss,  dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  dem 
schweizerischen Ehegatten in einer tatsächlichen ehelichen Gemein-
schaft  lebt,  welche  vom beidseitigen  Willen  getragen  wird,  die  Ehe 
auch  zukünftig  aufrecht  zu  erhalten.  Begründete  Zweifel  bezüglich 
eines solchen Willens sind nicht vorhanden bzw. konnten nicht glaub-
haft dargelegt werden. Auch reichen die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten Umstände, soweit sie nicht entkräftet wurden (Arbeit als 
Tänzerin bzw. die dadurch bedingte Abwesenheit vom Familienwohn-
sitz  unter  der  Woche,  Ferienaufenthalt  der  Beschwerdegegnerin  in 
ihrem Herkunftsland ohne den Ehegatten) bei Weitem nicht aus, um 
auf das Führen einer Scheinehe zu schliessen. Die Voraussetzungen 
der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art.  27  Abs.  1  BüG  sind 
demnach erfüllt.

8.
Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  die  angefochtene  Verfügung  als 

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bundesrechtskonform (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist  daher 
abzuweisen.

9.
Die  Verfahrenskosten  sind  grundsätzlich  der  unterliegenden  Partei 
aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2).  Von Vorinstanzen  oder  beschwerdeführenden  und  unter-
liegenden Bundesbehörden werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
Anderen  als  Bundesbehörden,  die  Beschwerde  führen  und  unter-
liegen,  werden nur Verfahrenskosten auferlegt,  soweit  sich der Streit 
um  vermögensrechtliche  Interessen  von  Körperschaften  oder  auto-
nomen Anstalten dreht  (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Im Falle der Be-
schwerdeführerin ist daher auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 
verzichten.  Hingegen  hat  die  unterliegende  Beschwerdeführerin  der 
obsiegenden Beschwerdegegnerin  für  die  durch die  anwaltliche Ver-
tretung erwachsenen notwendigen Kosten eine Parteientschädigung in 
gerichtlich festgelegter Höhe zu entrichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 
i.V.m. Art. 7 ff. VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'000.- zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung,  Akten  Ref-Nr.  [..] 

zurück)
- das Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abteilung Einbürgerungen, 

Postfach, 8090 Zürich

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Rudolf Grun

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 11