# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8c1308f-bdd4-5fc4-a8ac-8ac24d78d460
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 27.01.2022 S2 21 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S2-21-46_2022-01-27.pdf

## Full Text

S2 21 46 

 

 

URTEIL VOM 27. JANUAR 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Candido Prada und Thomas Brunner, 

Kantonsrichter; Renata Kreuzer, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Mischa Mensik 

 

gegen 

 

SCHWEIZERISCHE UNFALLVERSICHERUNG (SUVA), 6002 Luzern, 

Beschwerdegegnerin  

 

 

(adäquater Kausalzusammenhang / Invaliditätsgrad / Integritätsentschädigung) 

Beschwerde gegen den Entscheid vom 4. März 2021 

  

- 2 - 

 

Sachverhalt 

A. 

Der 1967 geborene Beschwerdeführer war über seine Arbeitgeberin obligatorisch bei 

der SUVA gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankhei-

ten versichert, als er am 24. Februar 2014 bei der Arbeit aus einer Höhe von 1.8m von 

einer Leiter stürzte (SUVA-Dossier act. 1). Die SUVA anerkannte den Berufsunfall und 

sprach die gesetzlichen Leistungen zu. Im Inselspital wurde eine inkomplette superiore 

Berstungsfraktur LWK 2 diagnostiziert und konservativ behandelt. Aufgrund eines 

schweren chronischen Schmerzsyndroms am thorakolumbalen Übergang beidseits 

wurde am 26. Januar 2015 durch Dr. A _________, Facharzt für Orthopädische Chirur-

gie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, eine ventrale und monosegmen-

tale Stabilisation und Spondylodese an L1/L2 sowie eine Nervenwurzeldekompres-

sion/Neurolyse beidseits an L5 durchgeführt. Vom 2. Februar 2015 bis zum 10. März 

2015 folgte eine stationäre Rehabilitation. Nachdem in einigen Arztberichten psychische 

Probleme thematisiert worden waren, liess die SUVA die Akten durch ihren beratenden 

Psychiater beurteilen. Dieser kam am 19. Januar 2016 zum Schluss, aufgrund der noch 

nicht stabilisierten somatischen Situation mit den fortdauernden Schmerzen sei die di-

agnostizierte mittelschwere depressive Episode als unfallkausal zu beurteilen (a.a.O. 

act. 267). Am 25. Januar 2016 wurden durch Dr. A _________ eine dorsoventrale Sta-

bilisation mit Pedikelschrauben und Stäben an L4/L5 und L5/S1, sowie eine Laminekto-

mie an L5 und eine Nervenwurzeldekompression L5 und S1 beidseits, sowie L4 von 

distal nach proximal und eine Unterschneidung der Neuroforamen L4/L5 beidseits vor-

genommen. Im weiteren Verlauf diagnostizierte Dr. A _________ ein chronisches 

Schmerzsyndrom L3/L4 mit Reizung der abgehenden Nervenwurzeln L4 beidseits und 

ISG-Schmerzen vor allem links. Aufgrund der bereits früh entwickelten Anschlusspatho-

logie L3/L4 beurteilte er die Prognose betreffend eine Reintegration in den Arbeitspro-

zess als infaust (a.a.O. act. 357). Der Regionale Ärztliche Dienst der IV untersuchten 

den Beschwerdeführer am 17. Januar 2017 und kam zum Schluss, seit dem Unfall be-

stehe sowohl in der angestammten sowie auch in jeder anderen Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Eine Verbesserung der medizinisch-theoretischen sei im Laufe der 

Zeit möglich, weshalb kurzfristig eine Revision empfohlen wurde (a.a.O. act. 380). Es 

folgte eine stationäre Schmerztherapie vom 5. bis zum 7. Februar 2018. Der behan-

delnde Psychiater und Neurologe beurteilte die Situation am 4. Juni 2018 (a.a.O. act. 

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508) ungünstig. Die Schmerzsymptomatik verstärke immer wieder die depressive Symp-

tomatik und trotz entsprechender antidepressiver Behandlung gelinge es nicht, eine an-

haltende Besserung zu erreichen. Am 5. November 2018 wurde das Metall bei L4 bis S1 

entfernt, eine dorsoventrale Stabilisation und Spondylodese L3/L4 und eine Nervenwur-

zeldekompression beidseits an L4 sowie neuroforaminal links an L3 durchgeführt. Mit 

Verfügung vom 18. Februar 2019 sprach die IV dem Beschwerdeführer eine ganze 

Rente ab dem 1. Februar 2015 (Ablauf des Wartejahres ab dem 24. Februar 2014) zu. 

Aus dem Sprechstundenbericht von Dr. A _________ vom 21. März 2019 (a.a.O. act. 

574) ging hervor, dass sich die Situation nach der letzten Operation signifikant verbes-

sert habe. Nachdem praktisch die ganze Wirbelsäule versteift sei, erscheine eine voll-

ständige Besserung der Beschwerden indessen unwahrscheinlich. Es sei gut möglich, 

dass weitere Operationen notwendig würden, da Anschlusspathologien entstünden. Am 

17. Oktober 2019 (a.a.O. act. 626) berichtete Dr. A _________, der Patient habe weiter-

hin starke Schmerzen und benötige Morphine. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit daure an. 

Der Kreisarzt der SUVA, Facharzt für Chirurgie FMH, untersuchte den Beschwerdefüh-

rer am 18. November 2019 und empfahl eine erneute stationäre Rehabilitation. Diese 

fand vom 8. Januar 2020 bis zum 12. Februar 2020 statt. Interdisziplinär kamen die be-

handelnden und beurteilenden Ärzte aus neurologischer, somatischer und psychosoma-

tischer Sicht zu Schluss, neben der Rückenproblematik bestehe eine schwere depres-

sive Episode und der Verdacht auf Opiatabhängigkeit (a.a.O. act. 663). Die psychische 

Problematik wirke sich in somatischer Hinsicht stark aus. Es gab Hinweise auf eine er-

hebliche Symptomausweitung und es wurde auf die Gefahr einer Schmerzchronifizie-

rung durch die opiatbasierten Schmerzmittel hingewiesen. Der behandelnde Orthopäde 

Dr. B _________ beurteilte die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Rückenschmerzen am 13. 

Mai 2020 (a.a.O. act. 699) als theoretisch für leichte Arbeiten gegeben. Die durchge-

führte Szintigraphie habe keine Hinweise auf eine akute Lockerung oder Überlastung 

der Nachbarsegmente, auch nicht des ISG, gezeigt. Dr. A _________ sah den Be-

schwerdeführer am 6. Juli 2020 (a.a.O. act. 711) in seiner Praxis. Er berichtete, die letzte 

Operation im November 2018 habe eine signifikante Verbesserung der Situation ge-

bracht. Der Patient könne aufrecht gehen, die Sensomotorik in den Beinen sei erhalten. 

Wahrscheinlich bestehe eine Überlastung des noch beweglichen Segmentes L2/L3, 

nachdem die Nachbarsegmente versteift worden seien. Am 17. Juni 2020 und am 

22. September 2020 nahm der Kreisarzt der SUVA Stellung. Er formulierte das Zumut-

barkeitsprofil für den Rücken und erachtete eine angepasste Tätigkeit für vollschichtig 

zumutbar (a.a.O. act. 726). Die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung ver-

neinte der Kreisarzt. 

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B. 

Mit Verfügung vom 24. September 2020 sprach die SUVA dem Beschwerdeführer aus 

dem Unfall vom 24. Februar 2014 ab dem 1. Oktober 2020 eine Invalidenrente in der 

Höhe von 21% zu und verneinte den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Die 

dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 4. März 2021 ab. 

Mit Verfügung vom 18. November 2020 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf eine 

ganze Rente. 

C. 

Gegen den Einspracheentscheid der SUVA wurde am 20. April 2021 (Poststempel) Be-

schwerde bei der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Wallis 

erhoben. Der Beschwerdeführer beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids 

und die Ausrichtung der beantragten IV-Rente und Integritätsentschädigung. Zwecks 

Feststellung und Bestätigung des anspruchsbegründenden Sachverhaltes sei von Am-

tes wegen ein gerichtliches polydisziplinäres Sachverständigengutachten bei der Uni-

versitätsklinik Balgrist in Auftrag zu geben. Im Bestreitungsfall sei Dr. A _________ als 

sachverständiger Zeuge zu befragen. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein 

Schreiben seiner Hausärztin vom 24. März 2021 sowie eine «medizinische Gegendar-

stellung zum Einspracheentscheid der SUVA», verfasst von Dr. A _________ am 

19. April 2021, zu den Akten. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2021 hielt die SUVA am Einspracheentscheid 

fest und beantragte die Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde. Sie verneinte 

den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und 

dem mittelschweren Unfall. Die kreisärztliche Beurteilung erfülle die Kriterien der Recht-

sprechung, ihr könne voller Beweiswert zugemessen werden. 

Der Beschwerdeführer replizierte am 25. Juni 2021. Er hielt an seinen Vorbringen fest 

und beantragte neu die Zeugeneinvernahmen seines behandelnden Neurologen und 

Psychiaters sowie seiner Hausärztin. Als Beweismittel reichte er Berichte der Hausärztin 

und des behandelnden Neurologen und Psychiaters vom 17. Juni 2021 ein. 

Mit Duplik vom 12. August 2021 bestätigte die SUVA ihre bisherigen Vorbringen und 

Anträge und verwies auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang. 

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Auf die weiteren Vorbringen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

Erwägungen 

1. 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 

1981 (UVG) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) auf das UVG anwendbar, 

soweit dieses nicht ausdrücklich etwas Anderes bestimmt. Das Kantonsgericht prüft die 

Prozessvoraussetzungen, namentlich die Partei- und Prozessfähigkeit, die Zulässigkeit 

des Rechtsweges, die Zuständigkeit der angerufenen Instanz, das Rechtsschutzinte-

resse sowie die formrichtige und rechtzeitige Rechtsvorkehr von Amtes wegen (BGE 131 

V 202 E. 1, 130 V 514 E. 1 und 126 V 30). Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz 

im Wallis, weshalb die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts ge-

stützt auf Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 

(RPflG), Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) i.V.m. Art. 1 Abs. 2 des Verfahrensregle-

ments vom 2. Oktober 2001 (RVG) und Art. 81a des Gesetzes über das Verwaltungs-

verfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG) als kantonales 

Versicherungsgericht für die Behandlung von Beschwerden auf dem Gebiet des Sozial-

versicherungsrechts zuständig ist (BGE 127 V 176 E. 2). Der Beschwerdeführer ist durch 

den Einspracheentscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-

hebung, weshalb auf seine form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 

ist (Art. 59, Art. 60 i.V.m. Art. 38 ATSG). 

2. 

2.1  Die Beschwerdeinstanz hat nicht zu prüfen, ob sich der angefochtene Entscheid 

unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im 

Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen zu untersuchen (Rügeprinzip). Von den 

Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwer-

deinstanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 

1a). 

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2.2  Streitig und zu prüfen ist, ob die SUVA den Fall zu Recht per 30. September 2020 

abgeschlossen und ab dem 1. Oktober 2020 eine Rente für eine Erwerbsunfähigkeit von 

21% zugesprochen, sowie den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneint hat. 

3. 

3.1  Die Änderung des UVG vom 25. September 2015 trat am 1. Januar 2017 in Kraft. 

Gemäss den Übergangsbestimmungen dazu werden Versicherungsleistungen für Un-

fälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser Änderungen ereignet haben, und für Berufs-

krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht ge-

währt. 

3.2  Nach Unfallversicherungsgesetz sind grundsätzlich Berufs- und Nichtberufsunfälle 

versichert. Dem Berufsunfall gleichgestellt werden Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 und 

Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981, 

UVG). Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Das Ereignis muss da-

bei die Ursache einer gesundheitlichen Störung sein. Somit ist der Kausalzusammen-

hang erforderlich. 

3.3  Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in 

der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent-

sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-

hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund-

heitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit an-

deren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträch-

tigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 

die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b 

mit Hinweisen). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein na-

türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. 

im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b mit 

- 7 - 

Hinweisen). Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Me-

dizin ist die Verwaltung bzw. der Richter bisweilen auf Angaben ärztlicher Experten an-

gewiesen (BGE 118 V 290 E. 1b). 

3.4  Der weiteren Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt sowohl 

im Sozialversicherungs- als auch im Haftpflichtrecht die Funktion einer Haftungsbegren-

zung zu. Die Adäquanz dient als Korrektiv zum naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, 

der unter Umständen der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortung 

tragbar zu sein. Als adäquate Ursache eines Erfolgs hat ein Ereignis dann zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser-

fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, 

der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 

(Bundesgerichtsurteil 8C_537/2009 vom 3. März 2010 E. 5.2). 

Innerhalb des Sozialversicherungsrechts spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung 

der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallver-

sicherers im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen praktisch keine Rolle, 

da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Für die Beur-

teilung der Adäquanz von organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden nach 

einem Unfall hat die Rechtsprechung besondere Kriterien entwickelt. Von organisch ob-

jektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei an-

gewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Bundesge-

richtsurteil 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis). Sind die geklagten 

Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, 

so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-

hen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Nach 

der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis wer-

den diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 

V 133). Dies im Gegensatz zur sog. Schleudertraumapraxis bei Verletzungen der HWS 

sowie Schädel-Hirn-Traumen, wo auf eine Differenzierung zwischen physischen und 

psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1). 

3.5  Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund-

heitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr 

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gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hier-

bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei 

der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Der Unfallversiche-

rer hat nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob 

die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung ver-

loren haben, also dahingefallen sind (Bundesgerichtsurteil U 141/05 vom 21. September 

2005 E. 2.2). 

4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozial-

versicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so-

wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet 

dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, vom 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. 

Insbesondere darf er bei sich widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-

geben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f.). Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung 

der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160f E. 1c mit weiteren Hinweisen).  

5. 

5.1  Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 24. Februar 2014 objektiv ausgewie-

sene Wirbelsäulenverletzungen, die mehrere Operationen und Behandlungen nach sich 

zogen. Die letzte Operation vor Erlass der Verfügung vom 24. September 2020 erfolgte 

- 9 - 

im November 2018. Danach hatte sich die Situation signifikant verbessert. Der behan-

delnde Orthopäde Dr. B _________ kam zum Schluss, die noch vorhandenen Beschwer-

den seien weitestgehend unverändert, momentan gebe es von orthopädischer Seite kei-

nen weiteren therapeutischen Ansatz. Der Patient sei theoretisch für leichte Arbeiten 

einsetzbar, jedoch nicht für schwere oder mittelschwere (a.a.O. act. 699). Gestützt auf 

diesen Bericht, seine persönliche Untersuchung, die entsprechende Bildgebung und auf 

die Berichte von Dr. A _________, der die Situation des Beschwerdeführers als signifi-

kant verbessert beschrieb, formulierte der Kreisarzt der SUVA das im Hinblick auf die 

Rückenproblematik zumutbare Tätigkeitsprofil. Die kreisärztliche Beurteilung legt die 

medizinischen Zusammenhänge und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen in 

nachvollziehbarer Weise dar. Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht vom vollen Beweis-

wert derselben ausgegangen und hat gestützt darauf für die verbleibenden Beeinträch-

tigungen die Rente festgesetzt. 

5.2  Die Ärzte der Reha-Klinik, wo sich der Beschwerdeführer auf Anraten des Kreisarz-

tes der SUVA vom 8. Januar 2020 bis zum 12. Februar 2020 aufgehalten hatte, kamen 

aus neurologischer, somatischer und psychosomatischer Sicht zum Schluss, neben der 

Rückenproblematik bestehe eine schwere depressive Episode und der Verdacht auf Opi-

atabhängigkeit. Die psychische Symptomatik wirke sich in somatischer Hinsicht stark 

aus. Es gebe Hinweise auf eine erhebliche Symptomausweitung. 

5.3  Bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Be-

schwerden ist bei der Adäquanzprüfung vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-

hen, wobei zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen an-

derseits und schliesslich dem dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden 

wird, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psy-

chischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-

schluss psychischer Aspekte geprüft (sog. Psycho-Praxis; BGE 115 V 133). 

Da objektiv ausgewiesene organische Unfallfolgen als Ursache für die depressive Stö-

rung verneint wurden, aber die natürliche Unfallkausalität der Beschwerden nicht ausge-

schlossen werden konnte, nahm die SUVA eine Adäquanzprüfung vor. Sie ging dabei 

unbestritten und zu Recht davon aus, dass auf die vorliegende Konstellation die Recht-

sprechung, welche mit BGE 115 V 133 begründet worden ist, Anwendung findet. Danach 

ist zwischen dem natürlichen (nicht publ. E. 4) und dem adäquaten Kausalzusammen-

hang zu unterscheiden. Im Folgenden sind daher die Voraussetzungen der Adäquanz 

separat zu prüfen. 

- 10 - 

5.4  Bei Unfällen, die zu psychischen Fehlreaktionen führen, stellt das Unfallereignis 

selten die alleinige Ursache, sondern meistens nur eine Teilursache dar. Die Bejahung 

des adäquaten Kausalzusammenhanges in Fällen, in denen für einen psychischen Ge-

sundheitsschaden mit Krankheitswert der konstitutionellen Prädisposition grösseres Ge-

wicht zukommt als dem Unfallereignis, setzt voraus, dass der Unfall eine massgebende 

Teilursache für das psychische Leiden ist (BGE 115 V 133 E. 4.c). Die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychischer Schädigung bildet das Korrek-

tiv, das für eine Tragbarkeit der rechtlichen Verantwortung sorgt, denn es kann nicht 

sein, dass die obligatorische Unfallversicherung für psychische Schäden einzustehen 

hat, welche zum Unfallereignis in einem krassen Missverhältnis stehen. Damit die Adä-

quanz bejaht werden kann, muss dem Unfallereignis mit seinen Begleitumständen eine 

massgebende Bedeutung zukommen. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse 

Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Andernfalls ist 

eine so weitreichende psychische Störung wie eine länger dauernde ganze oder teil-

weise Arbeitsunfähigkeit zum Unfallereignis nicht mehr adäquat, d.h. auch in einem wei-

ten Sinne nicht mehr angemessen und „einigermassen typisch“ (Bundesgerichtsurteil 

8C_380/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 6.2.2). 

Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfaller-

eignis, nicht jedoch das Unfallerlebnis. Im Rahmen einer objektivierten Betrachtungs-

weise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer 

erscheint (BGE 115 V 133 E. 6), wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere 

Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. 

Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den 

sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien, die bei 

der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden; dies gilt etwa 

für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versicherte 

Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere 

Umstände (Bundesgerichtsurteil 8C_170/2014 vom 4. Juli 2014 E. 8.1.1). Der Unfall vom 

24. Februar 2014, bei dem der Beschwerdeführer auf der Baustelle aus ca. 1.8m von 

einer Leiter stürzte, ist unbestrittenermassen als mittelschwer im mittleren Bereich zu 

qualifizieren. 

Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung 

einzubeziehen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 

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V 356 E. 5.1). Während bei leichten Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang zwi-

schen Unfall und nachfolgenden Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver-

neint werden kann, ist er bei schweren Unfällen regelmässig zu bejahen. Bei Unfällen 

aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adä-

quater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beant-

worten. Das Bundesgericht hat daher festgehalten, dass weitere, objektiv erfassbare 

Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte 

oder indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind 

(BGE 134 V 109). Als massgebende Kriterien sind zu nennen: besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder beson-

dere Art der erlittenen Verletzungen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand-

lung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Der Einbezug sämtlicher ob-

jektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich (BGE 

115 V 140 E. 6c). Hingegen müssen sie in gehäufter Weise oder in besonders ausge-

prägter Form bejaht werden können, damit die anspruchsbegründende Adäquanz als 

gegeben erachtet werden kann. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. aus-

schlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezo-

gen werden. Rechtsprechungsgemäss kann bei einem mittelschweren Unfall die Adä-

quanz der gesundheitlichen Beschwerden nur bejaht werden, wenn mindestens drei der 

sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 

115 V 133 E. 6c/aa; Bundesgerichtsurteil 8C_66/2021 vom 6. Juli 2021 E. 7.3). 

5.4.1  Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls erfüllt ist, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub-

jektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Bundesgerichtsurteil 

8C_279/2011 vom 6. Juli 2011 E. 10.2). Das Bundesgericht hat das Kriterium unter an-

derem verneint bei Rissquetschwunden oder Frakturen im Gesichtsbereich, bei einer 

Commotio cerebri, bei Rippenfrakturen, diversen Kontusionen und Kopfprellungen u.a. 

(BGE 140 V 356 E. 5.5.1). In casu ist ein Vorliegen besonders dramatischer Begleitum-

stände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, welche über das Mass dessen 

herausgeht, das bei jedem mittelschweren Unfall gegeben ist, nicht ersichtlich. Bei einer 

inkompletten superioren Berstungsfraktur LWK 2 handelt es sich rechtsprechungsge-

mäss nicht um eine schwere Verletzung oder um eine solche besonderer Art (Bundes-

gerichtsurteil U 197/06 vom 2. Oktober 2006 E. 2). 

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5.4.2  Die vom Beschwerdeführer beim Unfall erlittene somatische Verletzung wurde 

zuerst konservativ behandelt und anschliessend operativ behoben. Sie war nicht von 

besonderer Schwere und Art bzw. insbesondere nicht erfahrungsgemäss dazu geeignet, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen. 

5.4.3  Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung ist in casu – entgegen 

der Ausführungen der Beschwerdegegnerin – zu bejahen. Aufgrund der Versteifung ein-

zelner Rückwirbel kam es zu Anschlusspathologien, die erneute Behandlungen erforder-

lich machten. Die letzte Operation, die signifikante Verbesserungen brachte, fand im No-

vember 2018 statt. 

5.4.4  Der Beschwerdeführer macht körperliche Dauerschmerzen geltend. Diese wurden 

von den beurteilenden Ärzten anlässlich der stationären Rehabilitation zumindest teil-

weise auf die psychische Problematik zurückgeführt und es wurde eine erhebliche 

Symptomausweisung vermutet. Da die Adäquanzkriterien unter Ausschluss der psychi-

schen Aspekte des Gesundheitsschadens geprüft werden, ist das Vorliegen dieses Kri-

teriums zu verneinen. 

5.4.5  Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, 

wird vom Beschwerdeführer behauptet. Dr. A _________ hielt in seiner Gegendarstel-

lung vom 19. April 2021 fest, die schwere L2-Fraktur, die sich der Beschwerdeführer 

beim Unfall zugezogen habe, sei initial falsch behandelt worden. Es habe damals eine 

komplette Lähmung beider Beine vorgelegen und in der Folge über mehrere Tage Ge-

fühlsstörungen und eine Kraftlosigkeit beider Beine. Die Fraktur hätte nicht konservativ 

behandelt werden dürfen, sondern umgehend operativ versorgt werden müssen. Auf-

grund dieses Versäumnisses hätten sich die chronischen Schmerzen und damit das psy-

chische Leiden entwickelt. Diese Behauptungen finden in den medizinischen Akten keine 

Stütze. Aus dem Austrittsbericht des Inselspitals vom 28. Februar 2014 (a.a.O. act. 14) 

geht hervor, dass der Patient an Stöcken mobilisiert wurde und keine neurologischen 

Auffälligkeiten an den Extremitäten festgestellt wurden. Ebenfalls aus dem Bericht des 

nachbehandelnden Spitals ergibt sich nichts Gegenteiliges, eine Kraftminderungen an 

den Extremitäten wurde hier ausdrücklich verneint (a.a.O. act. 32). Das Vorliegen dieses 

Kriteriums ist damit zu verneinen. 

5.4.6  Die Erfüllung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 

Komplikationen muss ebenfalls verneint werden, die Verletzung war objektiv innert einer 

- 13 - 

normalen Frist abgeheilt. Die einzelnen Folgeoperationen zeigten zufriedenstellende Er-

gebnisse, der Zustand des Beschwerdeführers besserte sich in somatischer Hinsicht 

signifikant. 

5.4.7  Das Kriterium einer länger dauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist 

aufgrund der Anschlusspathologien der Wirbelsäule zu bejahen. 

5.5  Damit sind zwei der vom Bundesgericht aufgestellten Kriterien erfüllt, keines davon 

in besonders ausgeprägter Weise. Die Beschwerdegegnerin hat die adäquate Unfallkau-

salität der psychischen Beschwerden (inkl. Symptomausweitung) und eine entspre-

chende Leistungspflicht über den Zeitpunkt des Fallabschlusses per 30. September 

2020 hinaus, zu Recht verneint. 

5.6  Zu den auf Beschwerdeebene eingereichten Berichten der Hausärztin, des behan-

delnden Neurologen und Psychiaters und von Dr. A _________ ist festzuhalten, dass 

darin die psychische Komponente der Beschwerden sehr stark gewichtet wird, dieser 

jedoch, wie obenstehend aufgezeigt, der adäquate Kausalzusammenhang zum Unfall 

abgesprochen werden muss. Zudem sagen Hausärzte und behandelnde Ärzte aufgrund 

ihrer besonderen Stellung zum Patienten mitunter in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aus. Das Auftragsverhältnis zwischen Patient und Hausarzt, bzw. behandeln-

dem Arzt, beruht auf gegenseitigem Vertrauen, weshalb der Hausarzt vorweg selten 

Gründe hat, die Angaben seines Patienten über die Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. 

Er vertraut seinem Patienten, was im Auftragsverhältnis auch erwünscht ist. Dies beein-

trächtigt jedoch seine Objektivität. Er tritt in der Regel bei der Begutachtung seines Pa-

tienten in den Ausstand (AHI 2003 S. 112 E. 3b/cc). 

Es kann daher festgehalten werden, dass aufgrund der gegebenen Sachlage auf die 

kreisärztliche Beurteilung und die korrekt erfolgte Adäquanzprüfung abzustellen ist und 

sich die vom Beschwerdeführer beantragten weiteren medizinischen Abklärungen (wie 

die Einholung eines Gutachtens) erübrigen. Dies trifft auch auf die beantragten Zeugen-

befragungen zu. Das Gericht betrachtet in antizipierter Beweiswürdigung den rechtser-

heblichen Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich erstellt (BGE 144 II 427 E. 3.1.3 

und 141 I 60 E.3.3). Dieses Vorgehen verstösst nicht gegen das rechtliche Gehör ge-

mäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BGE 122 V 157 E. 1d). 

5.7  Validen- und Invalidenlohn, versicherter Jahresverdienst, Leidensabzug, sowie die 

daraus resultierende Berechnung des Invaliditätsgrades und der Rentenhöhe blieben 

unbestritten. Es ergeben sich für das erkennende Gericht aus den Akten keine Hinweise 

- 14 - 

auf eine rechtsfehlerhafte Berechnung des Invaliditätsgrades oder der Höhe der dem 

Beschwerdeführer zustehenden Rente. Demzufolge besteht kein Anlass, darauf weiter 

einzugehen. 

6. 

Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Integritätsentschädi-

gung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Subjektive Faktoren sind dabei gänzlich 

ausser Acht zu lassen, da es ausschliesslich um die medizinisch-theoretische Ermittlung 

der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität geht (Urteil des Bundes-

gerichtes 8_C10/2010 vom 26. Mai 2010 E. 2.2.1). 

Die SUVA stützt sich für die Festsetzung der Integritätsentschädigung auf die 

Beurteilung ihres Kreisarztes, der in nachvollziehbarer Weise davon ausging, dass in 

casu, insbesondere aufgrund der festgestellten erheblichen Symptomausweitung, die 

Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht sei. Die Beschwerde ist mithin auch in diesem Punkt 

abzuweisen. 

7. 

Aufgrund des Gesagten erweist sich der Entscheid der SUVA als rechtens, weshalb die 

Beschwerde in allen Punkten abzuweisen ist. 

8. 

Den im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde obsiegenden Behörden oder mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen darf in der Regel keine Partei-

entschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eid-

genössische Versicherungsgericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie 

- von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren 

sind (BGE 123 V 309 E. 10 mit Hinweisen). Das Verfahren ist, von hier nicht massge-

benden Ausnahmen abgesehen, kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

- 15 - 

 

Demnach wird erkannt 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen ausgerichtet. 

Sitten, 27. Januar 2022