# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64f381b7-e1d4-5962-9b18-8c5855fe5fc2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.01.2018 F-395/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-395-2016_2018-01-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-395/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiber Daniel Brand. 
 

 
 

Parteien 
 B._______,   

vertreten durch lic. iur. HSG Evelyne Suter, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot (Wiedererwägung). 

 

 

 

F-395/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer (geb. 1977, kosovarischer Staatsangehöriger) 

reiste am 18. Juli 1995 in die Schweiz ein und stellte in der Folge zweimal 

erfolglos ein Asylgesuch. Gestützt auf die Eheschliessung vom 14. April 

2000 mit einer Schweizer Bürgerin wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung 

für den Kanton Bern erteilt. Die Eheleute haben drei gemeinsame Söhne 

(geb. 1998, 2004 und 2005). Seit einem im Jahre 2005 erlittenen Verkehrs-

unfall leidet der Beschwerdeführer nebst den Spätfolgen der durch den Un-

fall zugezogenen Sprunggelenkfraktur an einer psychischen Erkrankung. 

Sein Gesundheitszustand hat es ihm fortan verunmöglicht, einer Erwerbs-

tätigkeit nachzugehen. Im Juni 2006 wurde ihm die Niederlassungsbewilli-

gung erteilt und seit Mai 2010 erhält er Leistungen der Invalidenversiche-

rung (IV).  

A.b Während seines Aufenthalts in der Schweiz delinquierte der Be-

schwerdeführer über mehrere Jahre hinweg. Gestützt darauf erfolgten 

mehrere Verurteilungen: 

– Strafbefehl des Bezirksamtes Aarau vom 18. Februar 2000 wegen Vergehens 

gegen das (damalige) Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der 

Ausländer (ANAG): Freiheitsstrafe von zehn Tagen. 

– Strafbefehl des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland vom 4. April 

2003 wegen Erleichterns des rechtswidrigen Aufenthalts: Freiheitsstrafe von 

zehn Tagen. 

– Strafbefehl des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland vom 13. Sep-

tember 2004 wegen einfacher Körperverletzung und Verletzung der Verkehrs-

regeln: Freiheitsstrafe von fünf Tagen. 

– Urteil des "Tribunal de Police" des Kantons Genf vom 3. Juli 2008 wegen Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121): Frei-

heitsstrafe von zwei Jahren, bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von 

fünf Jahren (Dieses Urteil wurde am 15. Dezember 2008 auf Berufung des 

Beschwerdeführers hin von der "Chambre pénale" des Kantons Genf bestä-

tigt). 

– Urteil des Kreisgerichts X Thun vom 14. November 2008 wegen gewerbs- und 

bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, 

F-395/2016 

Seite 3 

Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und Geldwäscherei: Frei-

heitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten, unter Aufschub einer Teilstrafe 

von einem Jahr und sechs Monaten bei einer Probezeit von vier Jahren. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. Juli 2009 widerrief der Migrationsdienst des Kan-

tons Bern die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, wies ihn 

aus der Schweiz weg und setzte ihm eine Ausreisefrist bis 15. September 

2009 an. Die dagegen bei der Polizei- und Militärdirektion sowie anschlies-

send beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern erhobenen Rechtsmittel 

blieben erfolglos. Mit Urteil vom 29. März 2011 (2C_782/2010) wies das 

Bundesgericht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

vom 7. Oktober 2010 letztinstanzlich ab.  

Gemäss Angaben seiner Rechtsvertreterin soll der Beschwerdeführer an-

fangs April 2011 in sein Heimatland zurückgekehrt sein (vgl. Suspensions-

gesuch vom 28. Oktober 2013 [SEM act. 18 S. 164/165]). Mit Schreiben 

der Vorinstanz vom 13. November 2012, welches ihm über die Schweizer 

Vertretung in Pristina zugestellt wurde, wurde dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zu einer allfälligen Fernhaltemassnahme gewährt. Von 

dieser Möglichkeit machte dieser indessen keinen Gebrauch.  

C.  

Gestützt auf den obgenannten Sachverhalt erliess die Vorinstanz mit Ver-

fügung vom 23. April 2013 gegen den Beschwerdeführer ein Einreiseverbot 

auf unbestimmte Dauer (SEM act. 13 S. 134/135). Dieser Entscheid er-

wuchs unangefochten in Rechtskraft. 

D.  

D.a Nachdem die Vorinstanz in den Jahren 2013 bis 2015 mehrere Gesu-

che des Beschwerdeführers um Suspension des Einreiseverbots zwecks 

Besuchs seiner Familie in Kehrsatz/BE gutgeheissen hatte, liess der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 30. November 2015 die vollumfängliche 

Aufhebung des unbefristeten Einreiseverbots, eventualiter dessen Befris-

tung auf eine Dauer von drei Jahren bzw. die Suspension der Fernhalte-

massnahme über die kommenden Festtage beantragen. In seiner Begrün-

dung berief er sich einerseits auf die Praxisänderung des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 26. August 2014, wonach sämtliche von der Vorinstanz 

ausgesprochenen Einreiseverbote zwingend auf eine bestimmte Dauer zu 

befristen seien (BVGE 2014/20 E. 6.9), andererseits darauf, dass die straf-

F-395/2016 

Seite 4 

rechtlichen Verurteilungen Taten betroffen hätten, welche vor 2008 began-

gen worden seien. Da er sich seither bewährt habe, gäbe er keinerlei An-

lass (mehr) für die Annahme einer weiteren schwerwiegenden Gefahr für 

die öffentliche Ordnung und Sicherheit. 

D.b Mit Suspensionsverfügung vom 2. Dezember 2015 setzte die Vor- 

instanz die Fernhaltemassnahme zwecks Familienbesuchs für die Zeit vom 

18. Dezember 2015 bis zum 4. Januar 2016 aus. 

E.  

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2015 hiess die Vorinstanz das vorer-

wähnte Wiedererwägungsgesuch vom 30. November 2015 unter Hinweis 

auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 

2014/20), wonach Einreiseverbote zu befristen seien, teilweise gut und be-

fristete die gegen den Beschwerdeführer verhängte Fernhaltemassnahme 

bis zum 22. April 2021. Im Weiteren nahm sie vor allem Bezug auf die bei-

den Strafurteile von 2008 wegen gewerbs- und bandenmässig begangener 

Eigentumsdelikte und Geldwäscherei bzw. wegen Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 und 2 Bst. a BetmG). Die Vor-

instanz machte dabei sinngemäss geltend, in Anbetracht der gesamten 

Umstände erachte sie die Voraussetzung zur sofortigen Aufhebung des 

Einreiseverbots – insbesondere mit Sicht auf die Schwere der erwähnten 

Strafdelikte sowie der beschränkten Bedeutung des Zeitablaufs bezüglich 

seines klaglosen Verhaltens – als nicht gegeben. Vom Beschwerdeführer 

gehe nach wie vor eine schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 

und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AuG (SR 142.20) aus. Unter Be-

rücksichtigung seiner familiären Beziehungen zur Schweiz sowie des Um-

standes, dass er die Schweiz im Jahre 2011 verlassen, das Einreiseverbot 

jedoch erst im Jahre 2013 verfügt worden sei, sei eine auf acht Jahre be-

fristete Fernhaltemassnahme verhältnismässig und angemessen. 

F.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 19. Januar 2016 an das Bundesverwaltungs-

gericht beantragt die Rechtsvertreterin, der Entscheid der Vorinstanz vom 

2. Dezember 2015 sei aufzuheben und das dem Beschwerdeführer mit 

Verfügung vom 23. April 2013 auferlegte Einreiseverbot von unbestimmter 

Dauer sei mit sofortiger Wirkung vollumfänglich aufzuheben; eventualiter 

sei das Einreiseverbot auf eine Dauer von maximal 3 Jahren, d.h. bis läng-

stens 30. April 2016, zu befristen.  

F-395/2016 

Seite 5 

Im Wesentlichen rügt die Rechtsvertreterin, die Vorinstanz sei ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachgekommen, da sie weder in ihrer ursprüngli-

chen Verfügung vom 23. April 2013 noch im nunmehr angefochtenen Ent-

scheid ausgeführt habe, inwiefern der Beschwerdeführer eine schwerwie-

gende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstelle, die ein 

mehr als fünf Jahre dauerndes Einreiseverbot rechtfertigen könne. Sie 

habe es unterlassen, die seit Ergehen der Strafurteile und seit Erlass des 

Einreiseverbots erfolgte Entwicklung in den Verhältnissen des Beschwer-

deführers zu berücksichtigen. Die von der Vorinstanz angerufenen Strafur-

teile gegen ihren Mandanten stammten aus dem Jahr 2008 und beträfen 

Taten, welche während rund sieben Monaten in den Jahren 2005 und 2006 

respektive in einem Deliktszeitraum von drei Tagen im Februar 2008 be-

gangen worden seien. Der Beschwerdeführer habe sich seither nichts 

mehr zu Schulden kommen lassen und sich bewährt, weshalb keinerlei An-

zeichen oder Gründe ersichtlich seien, welche die Annahme einer weiteren 

Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu begründen vermöch-

ten. Demgegenüber bestünden bei ihm wichtige private Interessen, lebten 

doch seine Ehefrau und die drei Söhne – allesamt Schweizer Bürger – in 

der Schweiz.  

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2016 spricht sich die Vorinstanz für 

die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, dass bereits 

das gesamte Strafmass von vier Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe 

für ein schweres Verschulden des Beschwerdeführers spreche. Zusätzlich 

sei zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer "polymorpher De-

linquenz" schuldig gemacht habe, welche von Eigentumsdelikten über 

Geldwäscherei bis zu (schweren) Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz gereicht hätten. Insbesondere bei qualifizierten Dro-

gendelikten, mit denen besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt wür-

den, müsse gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst ein relativ 

geringes Restrisiko nicht hingenommen werden.  

H.  

Mit Suspensionsverfügung vom 13. April 2016 setzte die Vor- 

instanz die Fernhaltemassnahme für einen weiteren zweiwöchigen Fami-

lienbesuch des Beschwerdeführers in der Schweiz aus. 

I.  

Mit Replik vom 1. Juni 2016 hält der Beschwerdeführer an seiner Be-

schwerde und deren Begründung fest. Im Weitern lässt er vorbringen, die 

F-395/2016 

Seite 6 

Vorinstanz habe nach wie vor nicht begründet, weshalb bei ihm im heutigen 

Zeitpunkt noch von einer aktuellen und schweren Gefährdungslage auszu-

gehen sein solle, lägen doch seine Straftaten bereits über sieben Jahre 

zurück. Das SEM komme damit der ihm obliegenden Begründungspflicht 

nicht nach. Die von der Vorinstanz erwähnten Delikte dürften auf die bei 

ihm diagnostizierte schwere Depression infolge posttraumatischer Belas-

tungsstörung zurückzuführen sein, welche auch zu einer vollständigen Ar-

beitsunfähigkeit geführt hätten. Seit 2008 befinde er sich in entsprechender 

Behandlung, welche er auch im Kosovo weiterführe.  

J.  

In ihrer ergänzenden Vernehmlassung vom 13. Juni 2016 betragt die Vor-

instanz weiterhin die Abweisung der Beschwerde und stellt in Abrede, ihrer 

Begründungspflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen zu sein.  

K.  

In einer weiteren Stellungnahme vom 14. Juli 2016 hält der Beschwerde-

führer an den bisherigen Ausführungen und den gestellten Rechtsbegeh-

ren vollumfänglich fest. 

L.  

Mit Suspensionsverfügung vom 5. Dezember 2016 setzte das SEM die 

Fernhaltemassnahme ein weiteres Mal aus, damit der Beschwerdeführer 

seine Familie über die Feiertage in der Schweiz besuchen konnte.  

Ein weiteres Gesuch des Beschwerdeführers für einen jeweils zweiwöchi-

gen Aufenthalt bei seinen Angehörigen hiess die Vorinstanz am 4. Juli 2017 

gut. 

M.  

Neben den Vorakten zog das Bundesverwaltungsgericht auch die den Be-

schwerdeführer betreffenden Akten des Migrationsdienstes des Kantons 

Bern bei. 

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

  

F-395/2016 

Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Entscheide des SEM betreffend Gesuche um wiedererwägungsweise 

Aufhebung von Einreiseverboten sind mit Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Das 

Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.3 Die Vorinstanz hat das Einreiseverbot wiedererwägungsweise auf die 

Dauer von insgesamt acht Jahre befristet (bis am 22. April 2021). Soweit 

die Beschwerde dadurch nicht gegenstandslos geworden ist, bleibt der 

Rechtsstreit aufrechterhalten (vgl. Art. 58 Abs. 3 VwVG).  

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Die Vorinstanz ist auf das Gesuch des Beschwerdeführers um wiederer-

wägungsweise Aufhebung des Einreiseverbots eingetreten, hat dieses ma-

teriell geprüft und einen neuen Sachentscheid getroffen. Das Bundesver-

waltungsgericht kann daher mit voller Kognition (vgl. Art. 49 VwVG) prüfen, 

ob sich das Einreiseverbot heute noch als bundesrechtskonform erweist. 

Die Frage, ob die ursprüngliche Verfügung zu Recht erlassen wurde, kann 

demgegenüber grundsätzlich nicht mehr Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bilden (vgl. BVGE 2008/24 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Vorab ist auf die Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, die Vor-

instanz sei ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen, da sie nicht 

ausgeführt habe, inwiefern der Beschwerdeführer eine schwerwiegende 

Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstelle, die ein mehr 

als fünf Jahre dauerndes Einreiseverbot rechtfertigen könne. In diesem Zu-

sammenhang habe sie es unterlassen, die seit Ergehen der Strafurteile 

und seit Erlass des Einreiseverbots erfolgte (positive) Entwicklung in sei-

nen Verhältnissen zu berücksichtigen.  

F-395/2016 

Seite 8 

3.2 Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst 

eine Reihe persönlichkeitsbezogener Mitwirkungsrechte der Partei eines 

Gerichts- oder Verwaltungsverfahrens. Im Zentrum steht das Recht, vor 

dem Erlass einer belastenden Verfügung angehört zu werden (Art. 30 

VwVG). Die Behörde hat die Partei jedoch nicht nur anzuhören, sondern 

sie hat das Geäusserte sorgfältig zu prüfen, zu würdigen und bei der Ent-

scheidfindung zu berücksichtigen (Prüfungs- und Berücksichtigungspflicht; 

vgl. Art. 32 VwVG). In einer engen Verbindung dazu steht die Pflicht der 

Behörde, ihren Entscheid zu begründen (Art. 35 VwVG). Die Begründungs-

pflicht dient der rationalen und transparenten Entscheidfindung und soll die 

Partei in die Lage versetzen, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Das 

setzt voraus, dass die Behörde die Überlegungen nennt, von denen sie 

sich beim Entscheid leiten liess. Dabei ist sie nicht gehalten, zu jedem Ar-

gument der Partei explizit Stellung zu nehmen. Es genügt, wenn aus der 

Gesamtheit der Begründung implizit hervorgeht, weshalb das Vorge-

brachte als unrichtig oder unwesentlich übergangen wird (vgl. BGE 137 II 

266 E. 3.2 m.H.; BVGE 2012/24 E. 3.2). 

3.3 Diesen Anforderungen wird die Begründung der angefochtenen Verfü-

gung noch gerecht. Die Vorinstanz legt verständlich dar, weshalb der Be-

schwerdeführer trotz des Zeitablaufs seit den abgeurteilten Straftaten und 

seines seitherigen Wohlverhaltens aus ausländerrechtlicher Sicht heute 

und in den nächsten Jahren als Risikofaktor für die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung betrachtet werden muss. Des Weiteren ist offensichtlich, 

dass der Schluss von der nicht sofortigen Anordnung eines Einreiseverbots 

auf das Fehlen einer relevanten Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung unzulässig ist. Schliesslich macht die Vorinstanz ausreichend 

klar, dass und aus welchen Gründen die vom Beschwerdeführer vorge-

brachten privaten Interessen gegenüber dem öffentlichen Interesse an sei-

ner Fernhaltung zurückzustehen haben. Zu beachten ist, dass im Rahmen 

des ausländerrechtlichen Verfahrens auf Widerruf der Niederlassungsbe-

willigung eine eng verwandte und sehr ausführliche Güterabwägung vor-

genommen worden war, und dem Beschwerdeführer daher klar sein 

musste, warum die Vorinstanz seinen Argumenten keine entscheidende 

Bedeutung beimass. Seine Einwände sind daher als unbegründet zurück-

zuweisen. 

4.  

4.1 Das SEM kann Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlas-

sen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen haben 

oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG). Die Regelhöchstdauer 

F-395/2016 

Seite 9 

des Einreiseverbots von fünf Jahren kann überschritten werden, wenn der 

Betroffene eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Die Behörde kann aus wichtigen 

Gründen von der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Ein-

reiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). 

Mit dieser Bestimmung existiert eine spezialgesetzliche Grundlage für die 

Wiedererwägung eines Einreiseverbots (vgl. auch Urteil des BGer 

2C_487/2012 vom 2. April 2013 E. 4.2).  

4.2 Einreiseverbote wurden gemäss alter Praxis auf unbestimmte Zeit er-

lassen, wenn zum Zeitpunkt des Erlasses keine zuverlässige Prognose ab-

gegeben werden konnte, wie lange ein relevantes Risiko für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung anzunehmen ist. Die fehlende Befristung bedeu-

tete keine Lebenslänglichkeit. Verhielt sich die betroffene Person während 

langer Zeit klaglos, so war dies ein Argument, das für den nachträglichen 

Wegfall des öffentlichen Sicherheitsbedürfnisses und damit für eine nach-

träglich wesentlich veränderte Sachlage sprechen konnte. Dabei wurde auf 

die gesamten Umstände des Einzelfalles abgestellt (vgl. BVGE 2013/4  

E. 7.3; BVGE 2008/24 E. 6.2). Gemäss neuer Praxis sind Einreiseverbote 

zwingend auf eine bestimmte Zeitdauer zu befristen (vgl. BVGE 2014/20 

E. 6 ff.). Dem hat die Vorinstanz Rechnung getragen, indem sie das Wie-

dererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 30. November 2015 

teilweise guthiess und die verhängte Fernhaltemassnahme auf acht Jahre 

befristete (vgl. Sachverhalt Bst. E.). 

5.  

Das SEM hat das gegen den Beschwerdeführer am 23. April 2013 ver-

hängte unbefristete Einreiseverbot in erster Linie mit seinen strafrechtli-

chen Verurteilungen vom 3. Juli 2008 wegen (schwerer) Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz bzw. 14. November 2008 wegen ge-

werbs- und bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruchs, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und Geld-

wäscherei begründet (vgl. Sachverhalt Bst. A.b). Beim Drogendelikt wurde 

dem Beschwerdeführer vom Strafrichter vorgeworfen, am 22. Februar 

2008 zusammen mit weiteren Personen an einem Drogentransport von 682 

Gramm reinem Heroin beteiligt gewesen zu sein. Bezüglich der Vermö-

gensdelikte hielt es das Kreisgericht X Thun für erwiesen, dass der Be-

schwerdeführer in der Zeit von März 2006 bis September 2006 zusammen 

mit anderen Personen zahlreiche Einbruchsdiebstähle mit einem Gesamt-

deliktsbetrag von Fr. 295'870.- verübt und dabei einen Gesamtsachscha-

den von über Fr. 85'000.- verursacht hatte. Die beiden Strafgerichte gingen 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/4

F-395/2016 

Seite 10 

davon aus, der Beschwerdeführer sei aus rein pekuniären Gründen straf-

fällig geworden, weshalb der Einwand der Rechtsvertreterin in der Replik, 

wonach die von ihrem Mandanten verübten Delikte auf die bei ihm diag-

nostizierte schwere Depression infolge posttraumatischer Belastungsstö-

rung zurückzuführen sein dürften, nicht zu überzeugen vermag. Nach dem 

Gesagten steht damit zweifellos fest, dass der Beschwerdeführer die öf-

fentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG 

verletzt und einen Fernhaltegrund gesetzt hat. 

6.  

6.1  Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass nach wie vor ein über-

wiegendes öffentliches Interesse daran besteht, den Beschwerdeführer 

länger als fünf Jahre von der Schweiz fernzuhalten (vgl. angefochtene Ver-

fügung vom 2. Dezember 2015). Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob 

vom Beschwerdeführer eine noch anhaltende schwerwiegende Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter 

Satz AuG ausgeht (vgl. E. 4.1).  

6.2  Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann sich die 

schwerwiegende Gefahr aus der Hochwertigkeit der deliktisch bedrohten 

Rechtsgüter (insb. Leib und Leben, körperliche und sexuelle Integrität und 

Gesundheit), aus der Zugehörigkeit der Tat zur Schwerkriminalität mit 

grenzüberschreitendem Charakter (z.B. Terrorismus, Menschenhandel, 

Drogenhandel oder organisierte Kriminalität), aus der mehrfachen Bege-

hung – unter Berücksichtigung einer allfälligen Zunahme der Schwere der 

Delikte – oder aus der Tatsache, dass keine günstige Prognose gestellt 

werden kann, ergeben. Die zu befürchtenden Delikte müssen einzeln oder 

in ihrer Summe das Potenzial haben, eine aktuelle und schwerwiegende 

Gefahr zu begründen (vgl. BVGE 2014/20 E. 5.2 m.H.; BGE 139 II 121 

E. 6.3 m.H.).  

6.3 Die Verneinung des Vorliegens einer schwerwiegenden Gefährdung ist 

erst nach einer längerfristigen Bewährung der straffällig gewordenen Per-

son möglich. Dabei ist für die Berechnung der Dauer des klaglosen Verhal-

tens nicht auf den Begehungs- oder Urteilszeitpunkt abzustellen. Ent-

scheidrelevant erscheint vielmehr, wie lange sich die betroffene Person 

nach ihrer Entlassung aus der Haft in Freiheit bewährt hat (vgl. BVGE 

2014/20 E. 5.4 m.H.; vgl. Urteil des BVGer F-7607/2015 vom 25. Juli 2016 

E. 6.7). Im Weiteren ist zu beachten, dass Strafrecht und Ausländerrecht 

unterschiedliche Ziele verfolgen. Während der Strafvollzug auch der Reso-

F-395/2016 

Seite 11 

zialisierung dient, steht für die Migrationsbehörden das Interesse der öf-

fentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund. Daraus ergibt sich im 

Ausländerrecht ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden 

strengerer Beurteilungsmassstab (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 m.H.). 

Gemäss Aktenlage dürfte der Beschwerdeführer im Verlaufe des Jahres 

2008 aus der Untersuchungshaft entlassen worden sein. Nach rechtskräf-

tigem Abschluss des fremdenpolizeilichen Verfahrens betreffend Widerruf 

der Niederlassungsbewilligung kehrte er den Angaben seiner Rechtsver-

treterin zufolge im April 2011 in sein Heimatland zurück. Obwohl er bislang 

nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten ist (vgl. den unbelasteten 

Strafregisterauszug der Republik Kosovo vom 3. November 2015), kann 

aufgrund der Schwere und Art der begangenen Delikte, insbesondere auf-

grund der zahlreichen Einbruchsdiebstähle mit einem Gesamtdeliktsbetrag 

von fast Fr. 300'000.- sowie aufgrund dessen Beteiligung am Handel von 

fast 700 Gramm reinem Heroin, eine schwere Gefährdung der öffentlichen 

Ordnung und Sicherheit nach wie vor nicht ausgeschlossen werden (vgl. 

zur Hochwertigkeit der involvierten Rechtsgüter und zum strengen Beurtei-

lungsmassstab bei Drogendelikten: BGE 139 I 145 E. 2.5 und BVGer 

F-7607/2015 vom 25. Juli 2016 E. 6.5). Dabei fällt besonders ins Gewicht, 

dass der Beschwerdeführer den schweren Verstoss gegen das BetmG 

trotz eines hängigen Strafverfahrens, ungeachtet seiner Verantwortung als 

Familienvater, mehrfachen Vorstrafen und wiederholter ausländerrechtli-

cher Verwarnungen begangen hatte. Auch wenn die besagten Straftaten 

im Jahre 2006 bzw. 2008 begangen wurden, so ist die Wahrscheinlichkeit 

der Realisierung weiterer Straftaten nach wie vor als gross zu erachten. In 

Anbetracht der Schwere seines Drogendeliktes respektive seiner began-

genen Vermögensdelikte erscheint eine Bewährungsfrist von sechs Jahren 

aus ausländerrechtlicher Perspektive als zu kurz, als dass die schwere Ge-

fährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zum heutigen Zeitpunkt 

verneint werden könnte. Demzufolge kann gegenüber dem Beschwerde-

führer gestützt auf Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG nach wie vor ein über 

fünf Jahre dauerndes Einreiseverbot erlassen werden (vgl. BVGE 2013/4 

E. 5.2 und E. 7.2; BGE 139 I 31 E. 2.3.2). Die Vorinstanz ist demzufolge zu 

Recht davon ausgegangen, vorliegend rechtfertige sich eine lange andau-

ernde Fernhaltemassnahme. 

7.  

7.1 Es bleibt folglich zu prüfen, ob das auf acht Jahre befristete Einreise-

verbot in rechtskonformer Anwendung des Ermessens ergangen und an-

F-395/2016 

Seite 12 

gemessen ist. Dabei steht der Grundsatz der Verhältnismässigkeit im Vor-

dergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung zwi-

schen dem öffentlichen Interesse an der Massnahme einerseits und den 

von der Massnahme beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen 

andererseits vorzunehmen. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten 

Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die 

persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Aus-

gangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler BVGE 2014/20 E. 8.1 m.H.). 

7.2 Das Einreiseverbot soll in seiner spezialpräventiven Wirkung weitere 

Straftaten des Beschwerdeführers in der Schweiz – und im Schengen-

Raum – verhindern und ihn dazu anhalten, bei einer allfälligen künftigen 

Wiedereinreise keine weiteren Verstösse gegen die öffentliche Ordnung 

und Sicherheit zu begehen. In generalpräventiver Hinsicht soll die öffentli-

che Sicherheit und Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis 

geschützt werden (vgl. BVGE 2014/20 E. 8.2 m.H.). Angesichts dessen so-

wie der vom Beschwerdeführer ausgehenden schwerwiegenden Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung in einem besonders sensiblen Be-

reich ist nach wie vor von einem erheblichen öffentlichen Fernhalteinte-

resse auszugehen. Soweit der Beschwerdeführer dieses mit Hinweis auf 

seine ihm regelmässig gewährten Suspensionsbewilligungen in Frage stel-

len will, gilt es in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass es sich 

dabei um streng kontrollierte und zeitlich klar begrenzte Besuchsaufent-

halte in der Schweiz handelt.  

7.3 Den öffentlichen Interessen stellt der Beschwerdeführer sein privates 

Interesse an persönlichen Kontakten zu seiner in der Schweiz lebenden 

Ehegattin und seinen drei – teilweise noch minderjährigen – Kindern ge-

genüber und macht geltend, insbesondere die beiden jüngeren Kinder lit-

ten sehr unter seiner Abwesenheit. Dabei ist vorab festzuhalten, dass die 

Pflege regelmässiger Kontakte zu seiner Familie bereits am fehlenden An-

wesenheitsrecht des Beschwerdeführers in der Schweiz scheitert (vgl. 

BVGE 2013/4 E. 7.4.1 m.H; Urteil des BVGer C-4240/2014 vom 15. Juli 

2015 E. 9.4). Es stellt sich somit die Frage, ob die über die Verweigerung 

des Aufenthaltsrechts hinausgehende, durch das Einreiseverbot zusätzlich 

bewirkte Erschwernis vor Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV stand-

hält.  

7.3.1 Der Beschwerdeführer hat das bestehende Einreiseverbot durch 

seine mehrfachen, teils schweren Straftaten über einen längeren Zeitraum 

F-395/2016 

Seite 13 

hinweg bewusst und selbstverschuldet in Kauf genommen. Er musste da-

von ausgehen, dass sein Verhalten weitreichende und langfristige Konse-

quenzen für sich und seine Familie haben wird. Die mit dem Einreiseverbot 

einhergehende Einschränkung seiner persönlichen Interessen hat der Be-

schwerdeführer hinzunehmen, zumal diese aufgrund der von ihm ausge-

henden schwerwiegenden Gefahr für hohe Rechtsgüter zum Schutz der 

öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 

EMRK). So anerkennt auch der Europäische Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) – insbesondere im Falle von Betäubungsmitteldelikten – 

ein berechtigtes Interesse der Vertragsstaaten an einem harten Durchgrei-

fen und einer damit einhergehenden zulässigen Einschränkung des Fami-

lienlebens (vgl. Urteile K.M. gegen die Schweiz vom 2. Juni 2015, 6009/10, 

Ziff. 55, Baghli gegen Frankreich vom 30. November 1999, 34374/97, 

Ziff. 48 in fine, Mehemi gegen Frankreich vom 26. September 1997, 

25017/94, Ziff. 37, je m.w.H.). Das bestehende Einreiseverbot untersagt 

dem Beschwerdeführer Besuchsaufenthalte bei seiner Familie in der 

Schweiz zudem nicht gänzlich, ist es ihm doch zumutbar, mittels Gesuch 

die zeitweilige Suspension der angeordneten Fernhaltemassnahme zu be-

antragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Von dieser Möglichkeit hat der Beschwer-

deführer in den letzten Jahren bereits mehrfach Gebrauch machen kön-

nen. Ferner stehen ihm in seinem Aufenthaltsstaat diverse Kommunikati-

onsmittel – wie etwa Briefverkehr, Videotelefonie, Telefonate – zur Verfü-

gung, um mit seinen Kindern und der Ehefrau in Kontakt zu treten (vgl. statt 

vieler BVGE 2013/4 E. 7.4.3).  

7.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt derweilen die Auswirkun-

gen des vorliegenden Einreiseverbots auf das Wohl der beiden noch min-

derjährigen Kinder, das vorrangig zu berücksichtigen ist (vgl. Art. 3 Abs. 1 

des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kin-

des [KRK, SR 0.107]), nicht. Das Interesse dieser Kinder, mit beiden El-

ternteilen Kontakte zu pflegen, bildet dennoch nur einen Gesichtspunkt un-

ter anderen, den es miteinzubeziehen gilt (vgl. BVGE 2014/20 E. 8.3.6). Im 

vorliegenden Fall kann dem Kindeswohl durch Ferienbesuche im Kosovo 

sowie – wie oben erwähnt – durch Besuchsaufenthalte des Beschwerde-

führers in der Schweiz mittels Suspensionsgesuchen Rechnung getragen 

werden. Sowohl der Besitz der Schweizer Staatsbürgerschaft der Ehefrau 

und der Kinder als auch der Einwand, wonach es der Familie unter ande-

rem wegen Kosten- und Zeitproblemen nicht möglich sei, ihn oft in seinem 

Heimatland zu besuchen, vermag die vom Beschwerdeführer beantragte 

(vollständige) Aufhebung des Einreiseverbots nicht zu rechtfertigen.  

F-395/2016 

Seite 14 

7.4 Eine Abwägung der gegenläufigen öffentlichen und privaten Interessen 

führt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass die Verfügung der 

Vorinstanz vom 2. Dezember 2015 dem Grundsatze nach zwar zu bestäti-

gen ist. Im Rahmen der notwendigen gesamthaften Betrachtung gelangt 

das Gericht aber zur Auffassung, dass die ausgesprochene Dauer von acht 

Jahren zu lang ist und dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung des 

Beschwerdeführers mit einem Einreiseverbot von sechs Jahren hinrei-

chend Rechnung getragen wird, zumal die in der Schweiz begangenen 

Straftaten mindestens zehn Jahre zurückliegen, der Beschwerdeführer 

nach bewilligten Suspensionsgesuchen stets fristgerecht in sein Heimat-

land zurückgekehrt ist, sich im Kosovo offenbar eine neue Existenz ge-

schaffen hat und ein Einkommen aus der IV bezieht, sowie Ehefrau und 

noch minderjährige Kinder in der Schweiz zurücklässt.  

8.  

Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitglied-

staats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsassozi-

ation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe der 

Bedeutung des Falles im SIS zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben 

(vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 

2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener 

Informationssystems der zweiten Generation [SIS-II], Abl. L 381/4 vom 

28.12.2006; Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 [SR 362.0]).  

Nicht zu beanstanden ist deshalb die bereits mit Verfügung vom 23. April 

2013 bewirkte Ausschreibung des Beschwerdeführers im SIS, welche un-

verändert für die Dauer des nunmehr auf sechs Jahre befristeten Einreise-

verbots weiterhin Geltung hat. Mit Verweis auf die vorangegangenen Aus-

führungen ist ein überwiegendes öffentliches Interesse nicht nur der 

Schweiz, sondern sämtlicher Schengen-Staaten an der längerfristigen 

Fernhaltung des Beschwerdeführers gegeben.  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht verletzt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher teilweise 

gutzuheissen und das Einreiseverbot bis zum 22. April 2019 zu befristen.  

10.  

10.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die reduzierten Ver-

fahrenskosten von Fr. 750.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und der 

Restbetrag des geleisteten Kostenvorschusses ist ihm zurückzuerstatten 

F-395/2016 

Seite 15 

(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

10.2 Im Umfang seines Obsiegens ist dem Beschwerdeführer zudem eine 

gekürzte Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE). Die Parteivertreterin stellte in 

der am 19. Oktober 2016 eingereichten Honorarnote eine Entschädigung 

von Fr. 4'716.15 in Rechnung ([knapp 17 Stunden] à Fr. 250.-, Auslagen 

von Fr. 349.35). Weil der Wohnsitz des Beschwerdeführers als Empfänger 

der anwaltlichen Dienstleistung im Ausland liegt, ist keine Mehrwertsteuer 

bzw. kein Zuschlag für die Mehrwertsteuer zu entrichten (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 MWSTG [SR 641.20] sowie Art. 9 Abs. 1 

Bst. c VGKE). In Würdigung aller Bemessungsfaktoren ist die Parteient-

schädigung deshalb auf Fr. 1'000.- festzusetzen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

F-395/2016 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das Einreiseverbot wird 

bis zum 22. April 2019 befristet. 

2.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.- werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Sie werden dem am 22. Februar 2016 geleisteten Kosten-

vorschuss von Fr. 1'000.- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 250.- wird 

zurückerstattet. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1'000.- zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Formular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) 

– den Migrationsdienst des Kantons Bern 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Philippe Weissenberger Daniel Brand 

 

 

Versand: