# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b515eb1-4169-5b33-b1b2-21571f51e765
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-21
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2006 und 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006 und 2007
**Docket/Reference:** DB.2011.143
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_143_144_gn.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213 

Entscheid 

21. Dezember 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichter 
Anton Tobler und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

1.  AA,    

2.  AB,    

vertreten durch RA lic.iur. Karl Sommer, 
Künzli Kaufmann & Partner, Rechtsanwälte, 
Gottfried Keller-Strasse 5, Postfach, 8024 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2006 und 2007 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2006 und 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Der  in  AC  wohnhafte  AA  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  zusammen  mit  

seiner Ehefrau AB die Pflichtigen) ist im Bereich Treuhand sowie Unternehmens- und 

Steuerberatung tätig. Dabei ist er Inhaber und Angestellter der AD AG, in AC, und be-

sitzt  er  zudem  die  AE  GmbH,  in  AC. Weiter  betreibt  er  als  Selbstständigerwerbender 

die Einzelfirma AF sowie die Einzelfirma AG. In Rahmen der letzteren Tätigkeit fordert 

er  insbesondere  für  im  Aviation-Bereich  tätige  Auftraggeber  in-  und  ausländische 

Mehrwertsteuerguthaben  zurück;  dies  nach  eigenen  Angaben  in  Zusammenarbeit  mit 

der AH, welche in AI (Fürstentum Liechtenstein) domiziliert ist. An der letzteren Gesell-

schaft besitzt der Pflichtige ebenfalls die Mehrheitsbeteiligung (60%).  

Mit Auflage vom 9. Juli 2010 forderte der Steuerkommissär u.a. die Buchhal-

tungen 2006 und 2007 samt Belegen der Einzelfirma AG ein. Dem kam der Pflichtige 

am  26.  August  2010  nach.  Bei  der  Rückgabe  der  Buchhaltung  per  13.  Oktober  2010 

verlangte der Steuerkommissär noch zusätzliche Unterlagen, welche ihm der Pflichtige 

am 15. Oktober 2010 zukommen liess. Nach Einsicht in die erhaltenen Unterlagen er-

liess der Steuerkommissär am 8. November 2010 eine  weitere Auflage, wobei er ins-

besondere  die  von  der  AG  verbuchten  Ertragsminderungen  –  enthaltend  die  gross-

mehrheitliche  Weiterleitung  der  vereinnahmten  Provisionen  an  die  AH  –  untersuchte. 

Zudem  richtete  er  sein  Augenmerk  auf  Rückstellungen  und  Privatanteile  im  Ge-

schäftsaufwand  sowie  auf  die  vermögenssteuerlich  relevante  Bewertung  der  AH.  Der 

Pflichtige beantwortete die Auflage mit Eingabe vom 18. November 2010 bzw. – nach 

Mahnung der Auflage vom 28. Februar 2011 – mit weiterem Schreiben vom 11. März 

2011.  

Gestützt auf das Untersuchungsergebnis setzte der Steuerkommissär mit Ein-

schätzungsentscheid  bzw.  Hinweis  vom  30.  März  2011  die  Steuerfaktoren  für  die 

Steuerperioden 2006 und 2007 in Abweichung zur Selbstdeklaration wie folgt fest: 

Steuerperiode 2006   

      Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Fr. 

Fr. 

Steuerbares Einkommen 

692'500.- 

692'100.- 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

692'500.- 

1'287'000.- 

1'490'000.- 

Steuerperiode 2007   

      Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

1'286'600.- 

1'294'600.- 

2'966'000.- 

3'236'000.-. 

Fr. 

1'293'900.- 

Ausgehend von der Selbstdeklaration der Pflichtigen hob er dabei die Einkünf-

te  des  Pflichtigen  aus  der  AG  von  Fr.  774'043.-  auf  Fr.  1'281'651.-  (2006)  bzw.  von 

Fr. 100'416.- auf Fr. 1'113'130.- (2007) an. Die diesbezüglichen Aufrechnungen basier-

ten auf der Nichtberücksichtigung der untersuchten gewinnschmälernden Rechnungs-

positionen  (Ertragsminderungen,  Rückstellungen,  Privataufwand).  Ins  Gewicht  fielen 

dabei  insbesondere  die  Ertragsminderungen  bzw.  die  Weiterleitung  von  Provisionen 

nach  Liechtenstein,  wozu  der  Steuerkommissär  bemerkte,  es  sei  nicht  beweiskräftig 

nachgewiesen  worden,  dass  die  AH  in  irgendeiner  Form  Dienstleistungen  für  die  AG 

erbracht  habe.  Die  Aufrechnungen  bei  den  Vermögenseinschätzungen  basierten  auf 

der steuerbehördlichen Höherbewertung der deklarierten Anteile an der AH. 

Die  Bundessteuerveranlagungen  wurden  mit  Schlussrechnungen  vom  

30. März 2011 formell eröffnet. 

B. Die hiergegen von den Pflichtigen am 2. Mai 2011 erhobenen Einsprachen, 

mit welchen die Vornahme deklarationsgemässer Veranlagungen und Einschätzungen 

beantragt wurde, wies das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom  5. Juli 2011 ab.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 5. August 2011 liessen die Pflichtigen im 

Hauptantrag die Festsetzung folgender Steuerfaktoren beantragen: 

Steuerperiode 2006   

    Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Fr. 

188'900.- 

Fr. 

188'200.- 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

188'900.- 

30'000.- 

49'000.- 

Steuerperiode 2007   

      Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

275'300.- 

281'000.- 

0.- 

0.- 

Fr. 

280'300.- 

Diese Faktoren gründeten im Wesentlichen auf der Nichtakzeptanz sämtlicher 

Aufrechnungen  mit  Ausnahme der  Umqualifikation  eines  Betrags  von  rund Fr.  4'000.-  

im Geschäftsaufwand 2006 der AG in Privataufwand.  

Eventualiter  wurden  folgende  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsanträge  ge-

stellt:  

Steuerperiode 2006   

    Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

347'500.- 

499'600.- 

33'000.- 

49'000.- 

Fr. 

346'400.- 

498'600.- 

Steuerperiode 2007   

      Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Fr. 

470'900.- 

1'326'800.- 

0.- 

0.-. 

Fr. 

469'200.- 

1'326'100.- 

Begründet wurden die Eventualanträge damit, dass bei Abstellen auf die wirt-

schaftliche Betrachtungsweise der Steuerbehörde von einer Betriebsstätte der AG in AI 

auszugehen wäre, was entsprechende Gewinnausscheidungen nach Liechtenstein zur 

Folge haben müsste. 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Schliesslich  wurde  beantragt,  die  in  der  Steuerperiode  2007  deklarierten 

Krankheitskosten  (einkommensangepasst)  zum  Abzug  zuzulassen.  Zudem  wurde  je-

weils die Zusprechung einer Parteientschädigung verlangt.  

Das kantonale Steueramt schloss in seiner Vernehmlassung vom 5. Septem-

ber  2011  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 

(ESTV) liess sich nicht vernehmen. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  erforderlich,  in  den  nachstehenden  Er-

wägungen eingegangen.   

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Im Streit liegen primär die Gewinne 2006 und 2007 der AG, welche als Ein-

kommen  des  Pflichtigen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von  Art.  18  des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. 

§ 18 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) qualifizieren. 

Die von der Steuerbehörde vorgenommenen Gewinnaufrechnungen betreffen  

einerseits  verbuchten  Aufwand  und  andrerseits  verbuchte  Ertragsminderungen.  Die 

Letzteren fallen betragsmässig am stärksten ins Gewicht und sind damit vorab zu prü-

fen.  

2.  a)  Der  Pflichtige  erbringt  über  die  AG  Dienstleistungen  im  Bereich  der  in- 

und  ausländischen  Mehrwertsteuer  (Value  Added  Tax  [VAT]).  Dabei  berät  er  insbe-

sondere Firmen aus dem Bereich der Luftfahrt (Aviation) und fordert er für diese im In- 

und  Ausland  Mehrwertsteuerguthaben  zurück.  Neben  Beratungshonoraren  verein-

nahmt  er  schwergewichtig  Provisionen.  Die  Letzteren  beruhen  auf  Kundenverträgen, 

welche  ihm  im  Zusammenhang  mit  der  Rückforderung  von  Mehrwertsteuerguthaben 

Provisionsanteile  bis  zu  20%  sichern.  Die  vertragsgemäss  geschuldeten  Provisionen 

hat  die  AG  ihren  Kunden  in  Rechnung  gestellt  und  nach  dem  Zahlungseingang  er-

folgswirksam  über  das  Konto  "3420  Bruttoertrag  Provisionen  MWST-Rückforderung" 

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verbucht  (vgl. z.B.  Vertrag  Nr.  2005-004  mit  der  AJ  AG  vom  3./4.  März  2005,  Rech-

nung an diese Gesellschaft vom 11. Dezember 2007, und Auszüge Kto. 3420). Diese 

Provisionserträge  erreichten  (unter  Einschluss  der  Abgrenzungen  zum  Vorjahr  bzw. 

Folgejahr)  Beträge  von  Fr.  725'203.75  (2006)  bzw.  Fr.  1'468'947.50  (2007).  Insoweit 

liegt mithin ein Einkommenszufluss beim Pflichtigen vor.  

b) Ertragsmindernd wurden über das Erfolgskonto 3420 nun aber auch "Gut-

schriften"  an  die  AH  von  insgesamt  Fr. 646'673.-  (2006)  bzw.  Fr. 1'365'714.-  (2007) 

verbucht. Im Ergebnis wurden damit jahresbezogen rund 91 - 93% der erzielten Provi-

sionen an die vom Pflichtigen beherrschte Gesellschaft in Liechtenstein weitergeleitet. 

Nach  den  allgemeinen  Beweisregeln  im  Steuerrecht  haben  die  Pflichtigen  die  ge-

schäftsmässige Begründetheit dieser den hiesigen Gewinn schmälernden Belastungen 

nachzuweisen.  

Zu  prüfen  ist  nachfolgend,  ob  das  kantonale  Steueramt  zu  Recht  dafür  hält, 

dass dieser Nachweis nicht erbracht worden ist bzw. eine unrechtmässige Gewinnab-

führung ins Ausland vorliegt (vgl. Besprechungsprotokoll vom 16. Dezember 2010) und 

deshalb die verbuchten Ertragsminderungen aufzurechnen sind. 

3. a) Bei der AH, welche die im Streit liegenden Gutschriften aus dem Provisi-

onsertrag der AG erhalten hat, handelt es sich um eine juristische Person nach liech-

tensteinischem  Gesellschaftsrecht  bzw.  um  ein  mit  eigener  Rechtspersönlichkeit  aus-

gestattetes  "Treuunternehmen  reg."  (englisch  =  Trust  reg.).  Eine  solche  Gesellschaft 

verfügt über ein in Anteile (Treugeberrechtsanteile) zerlegtes Kapital. Die Treugeberan-

teile lauten  auf  einen bestimmten  Namen.  Die  Anteile  qualifizieren als Wertpapiere  in 

der Form von so genannten Orderpapieren. Die AH ist daher im Schweizer Recht mit 

einer schweizerischen Aktiengesellschaft vergleichbar, welche über Namenaktien ver-

fügt, oder mit einer GmbH, deren Gesellschafteranteile in der Form von auf den Namen 

lautenden Wertpapieren ausgestaltet sind. Nicht vergleichbar ist die AH mit einer über 

keine  Rechtspersönlichkeit  verfügenden  Treuhänderschaft  (Trust)  nach  liechtensteini-

schem  Recht  (vgl.  die  diesbezüglich  vom  Pflichtigen  eingereichte  Stellungnahme  des 

liechtensteinischen Anwaltsbüros AK AG vom 14. Oktober 2010).  

Gegründet  wurde  die  AH  im  Oktober  2003.  In  der  Gründungsurkunde  ist  als 

Gründer  die  AL  (zeichnend  durch  AM),  vermerkt  (vgl.  "Treusatzungen"  der  AH).  Im 

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Oktober 2003 wurde die AH als Treuunternehmen ins "Öffentlichkeitsregister Liechten-

stein,  Hauptregister"  eingetragen;  dies  mit  der  Adresse "c/o  AL,  in  AI".  Die  Zweckbe-

stimmung  zielt  insbesondere  auf  den  Warenhandel,  Finanz-  und  Handelsgeschäfte 

sowie  die  Unternehmensberatung;  zur  Letzteren  gehört  gemäss  Eigenbeschrieb  der 

AH  insbesondere  auch  der  Bereich  Mehrwertsteuerrückforderung.  Das  Kapital  betrug 

ursprünglich Fr. 30'000.-  (30  Anteile à Fr. 1'000.-);  per  2008  und  damit  nach  den hier 

zu beurteilenden Steuerperioden erfolgte eine Aufstockung auf Fr. 50'000.-. Als einzel-

zeichnungsberechtigte Gesellschafter ("Treuhänder") eingetragen sind AA (der Pflichti-

ge) und dessen Sohn AN (beide in AC) sowie der bereits erwähnte AM (AI). Der Pflich-

tige  hielt  per  2006  und  2007  jeweils  18  der  insgesamt  30  Anteile,  was  einer 

Mehrheitsbeteiligung  von  60%  entspricht  (vgl.  Wertschriftenverzeichnis  2006  und 

2007).   

Die  AH  wurde  in  Liechtenstein  mit  Wirkung  ab  Oktober  2003  im  Mehr-

wertsteuer-Register  sowie  im  Steuerregister  eingetragen  (vgl.  die  entsprechenden 

steuerbehördlichen Bestätigungen). Entsprechende Steuerrechnungen aus den Jahren 

2006 und 2007 sind ebenfalls aktenkundig.  

b) Damit ist zunächst einmal davon auszugehen, dass es sich bei der AH um 

eine  tatsächlich  existierende,  in  Liechtenstein  domizilierte  und  vom  Pflichtigen  be-

herrschte (Treuhand-) Gesellschaft handelt und also nicht bloss um ein ausländisches 

Briefkastendomizil, welches der Pflichtige für seine Einzelfirma oder eine seiner hiesi-

gen Gesellschaften benützt haben könnte. Letzteres macht die Steuerbehörde (unge-

achtet  ihrer  Argumentation  betreffend  die  Gewinnabführung  ins  Ausland)  denn  auch 

nicht geltend,  hat  sie doch die Gesellschaft  mit Blick  auf  die Vermögenssteuer  selber 

bewertet, was deren Existenz voraussetzt. Die streitbetroffene Weiterleitung der Provi-

sionen  beschlägt  damit  ein  internationales  Verhältnis  unter  nahestehenden  Gesell-

schaften,  welche  im  gleichen  Bereich  tätig  sind  (Rückforderung  von  Mehrwertsteuer-

guthaben  im  In-  und  Ausland).  Geschäftsmässig  begründet  sind  die  verbuchten 

Gutschriften  bzw.  Provisionsweiterleitungen  mithin  nur,  soweit  sie  auf  tatsächlich  für 

die AG erbrachten bzw. nachgewiesenen Leistungen der AH beruhen und in quantitati-

ver Hinsicht einem Drittvergleich standhalten. 

4.  a)  Die  AG  wurde  gemäss  den  vom  Pflichtigen  vorgelegten  Verträgen  von 

verschiedenen  in-  und  ausländischen  Kunden  beauftragt,  die  Abwicklung  der  Mehr-

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wertsteuer-Rückerstattung  in  der  Schweiz,  in  EU-Ländern  und  anderen  "Ländern  mit 

VAT" vorzunehmen (vgl. z.B. Vertrag mit der AO AG, AP AG oder Vertrag mit der AQ). 

Als Honorar erhält der Pflichtige für diese Dienstleistungen Provisionen im Umfang von 

bis zu 20% der vereinnahmten Rückerstattungen. Dass es sich hierbei um normalübli-

che %-Ansätze handelt, ergibt sich aus den zahlreichen Verträgen der AG sowie dem 

eingereichten  Vertrag  einer  im  gleichen  Bereich  tätigen  Zuger  Beratungsgesellschaft 

(vgl. Kundenvertrag der AR AG, in AS).  

In den Verträgen ist jeweils festgehalten, dass die AG das Recht hat, das Ver-

tragsverhältnis  oder  einzelne  Forderungen  daraus  an  "AA  International  oder  andere 

Landesgesellschaften  der  Unternehmensgruppe"  abzutreten;  dies  insbesondere,  um 

einen  notwendigen  Kontakt  mit  ausländischen  Behörden  zu  gewährleisten  oder  eine 

rationelle  Abwicklung  der  Rückerstattung  zu  ermöglichen.  Eingeräumt  wurde  der  AG 

zudem  das  Recht,  Untervertreter  zu  benennen  und  einzusetzen.  Diesen  Abtretungs-

rechten folgend, hat die AG mit der AH jeweils pro Kunde einen Vertrag abgeschlossen 

(vgl. z.B. Vereinbarung Nr. 003-3 betreffend den Kunden AJ AG, in AT). In diesem wird 

einleitend  auf  den  kundenspezifischen  Vertrag  bzw.  das  "Agreement"  der  AG  betref-

fend  die  Mehrwertsteuer-Rückerstattung  verwiesen.  Alsdann  wird  angeführt,  dass  die 

AH  beabsichtige,  der  AG  bei  der  Erfüllung  des  Agreements  "behilflich  zu  sein". 

Schliesslich  wird festgehalten,  dass  die  AH  die AG  bei  der  Erfüllung des  Agreements 

"durch  das  Zurverfügungstellen  von  Know-How  und  die  Pflege  und  Aufrechterhaltung 

des Kundenkontaktes" unterstütze und für diese Dienstleistung 90% der zwischen der 

AG und ihren Kunden vereinbarten Provisionen erhalte.  

Worin genau  die Dienstleistungen  der  AH  an  die  AG  bestanden  haben,  lässt 

sich aufgrund dieser wenig konkreten vertraglichen Umschreibungen nicht sagen. Nicht 

nachvollziehbar ist sodann, wie Leistungen im Sinn von "behilflich sein" und "unterstüt-

zen" dazu führen können, dass im Ergebnis nahezu der gesamte Provisionsertrag der 

AG  der  AH  zukommt,  zumal  der  Pflichtige  selber  Spezialist  im  Bereich  der  Mehr-

wertsteuer-Rückerstattung ist und von daher sein Bedarf an Hilfe- und Unterstützungs-

leistungen aus diesem Bereich nicht auf der Hand liegt. Zu Recht ist folglich die Steu-

erbehörde diesen Fragen im Rahmen ihrer weiteren Untersuchung nachgegangen und 

hat sie den Pflichtigen insbesondere angehalten, substanziiert darzulegen, welche Art 

von Leistungen die AH unter den Titeln "Zurverfügungstellen von Know-How" und "Auf-

rechterhaltung  des  Kundenkontaktes"  erbracht  habe.  Zudem  verlangte  sie  Belege  zu 

den von der AH geleisteten Arbeitsstunden pro Mandat (unter der Angabe, was wann 

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gemacht  worden  sei)  sowie  zum  Korrespondenz-  und  Mailverkehr  betreffend  die  be-

hauptete Zusammenarbeit (vgl. Auflage vom 8. November 2010).  

b) In der Auflageantwort vom 18. November 2010 äusserte sich der Pflichtige 

zum Inhalt der von der AH konkret erbrachten Dienstleistungen wie folgt: 

aa) Die AH habe telefonische Abklärungen mit ausländischen Steuerbehörden 

vorgenommen. Dies vor allem,  weil sie als Folge der Zugehörigkeit von Liechtenstein 

zum EWR – anders als eine Schweizer Beratungsgesellschaft – dringend notwendige 

Auskünfte telefonisch ohne Probleme habe erhalten können.  

Nähere Angaben zu in AI geführten Telefongesprächen (wer von der AH, mit 

welcher ausländischen Steuerbehörde, betreffend welchen Kunden, wann etc.) wurden 

nicht  gemacht,  geschweige  denn  wurden  irgendwelche  Aufschriebe  (Auszüge  der  

Telefonrechnungen)  oder  Notizen  dazu  beigebracht.  Es  wurden  aber  auch  keine  Be-

weismittel  vorgelegt,  welche  die  behauptete  Benachteiligung  von  Schweizer  Bera-

tungsfirmen  im  Verkehr  mit  ausländischen  Steuerbehörden  infolge  fehlender  EWR-

Zugehörigkeit der Schweiz stützten.  

bb) Weiter habe die AH liechtensteinische Kunden akquiriert. Genannt werden 

in diesem Zusammenhang die AU, in AV, die AW, in AI, die AX AG, AI sowie die AY, in 

AV.  Als  Beweismittel  reichte  der  Pflichtige  mit  Bezug  auf  drei  dieser  Gesellschaften 

den  Mehrwertsteuerverkehr  mit  Liechtenstein  betreffende  Vollmachten  dieser  Gesell-

schaften ein, welche aber in zwei Fällen gar nicht auf ihn, sondern auf die von ihm be-

herrschte  AE  GmbH,  in  AC,  ausgestellt  sind;  zu  der  vierten  Gesellschaft  wurde  eine 

Rechnung eingereicht, welche ebenfalls die letztere Gesellschaft betrifft. Wie aus sol-

chen  Unterlagen  darauf  geschlossen  werden  kann,  dass  die  AH  für  die  AG  Kunden 

akquiriert hat, ist schon aus diesem Grund, aber auch sonst nicht nachvollziehbar. Hin-

zu kommt, dass Provisionszahlungen der vier genannten Gesellschaften pro 2006 und 

2007 bei der AG gar nicht verbucht worden sind (vgl. die Konti 3420).  

cc)  Know-How  habe  die  AH  vorab  im  Bereich  der  Liechtensteinischen  Mehr-

wertsteuer  zur  Verfügung gestellt,  welche  ja  ebenfalls  Gegenstand der  Kundenagree-

ments gewesen sei.  

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Auch  diese  Aussage  konkretisiert  die  erbrachten  Dienstleistungen  in  keiner 

Weise. Zudem ist davon auszugehen, dass der Pflichtige als Spezialist und Berater im 

Bereich der Mehrwertsteuern der Schweiz und der EU-Länder auch über das erforder-

liche Know-How im Bereich der Liechtensteinischen Mehrwertsteuer verfügt. Ein Know-

How-Transfer von ihm als beherrschender Gesellschafter der AH auf ihn als Einzelun-

ternehmer ist sodann von vornherein nicht möglich. Welcher andere Gesellschafter der 

AH hinter dem behaupteten Know-How-Transfer stecken könnte (in Frage kämen nur 

der Sohn AN,  welcher  wohl nicht über das  Mehrwertsteuerwissen des Vaters verfügt, 

und  AM),  wurde  nicht  ausgeführt.  Und  schliesslich  betrifft  der  Grossteil  der  Mehr-

wertsteuerrückforderungen  bzw.  der  damit  verbundenen  Provisionsweiterleitungen 

gerade  nicht  die  liechtensteinische  Mehrwertsteuer  (vgl.  z.B.  Gutschrift  TC-041-06 

betreffend Rückforderung von deutschen und französischen Mehrwertsteuern). 

dd)  Weiter  wird  das  Beschaffen  von  "Formularen  und  Bedingungen"  bei  den 

ausländischen Finanzämtern für die Rückforderung der Mehrwertsteuer erwähnt.  

Auch  diese  Angabe  ist  wenig  konkret  (welche  Formulare,  welche  Bedingun-

gen?)  und  durch  nichts  belegt  (z.B.  durch  ein  an  die  AH  gerichtetes  Schreiben  einer 

EU-Mehrwertsteuerbehörde  als  Beilage  zu  beschafften  Unterlagen).  Hinzu  kommt, 

dass  der  Pflichtige  als  Mehrwertsteuerspezialist  wohl  selber  über  die  einschlägigen 

"Formulare und Bedingungen" verfügt.  

ee)  Schliesslich  wird  auf  das  Erstellen  von  "MWST-Listen  für  die  Auflistung 

der  zurückgeforderten  Mehrwertsteuerbeträge  (für  jeden  Kunden  für  verschiedene 

Länder)" verwiesen. Indes wurde keine einzige solche durch die AH erstellte Liste vor-

gelegt.  

c) Nicht nur der Inhalt der von der AH erbrachten Dienstleistungen blieb nach 

dem  Gesagten  im  Unklaren;  die  fraglichen  Leistungen  wurden  auch  in  quantitativer 

Hinsicht weder genügend substanziiert noch belegt:  

aa) So führte der Pflichtige in diesem Zusammenhang zunächst aus, dass die 

AH keine Angestellten besitze; die Arbeiten würden durch die Organe der Gesellschaft 

erbracht.  Wie  den  Buchhaltungsunterlagen  2006  und  2007  der  AD  AG  entnommen 

werden könne, habe diese ihn, den Pflichtigen, per 2006 für 213 und per 2007 für 85 

verrechnete Stunden an die AH ausgeliehen.  

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1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Wie  aus  dem  (schon  für  sich  nicht  nachvollziehbaren)  Personaltransfer  des 

Pflichtigen  innerhalb  seiner  Gesellschaften  auf  den  Aufwand  der  AH  für  die  AG  ge-

schlossen werden kann, ist unerfindlich.  

bb) Weiter  wurde  erklärt,  die  meisten  Mandate  betreffend  die  Rückforderung 

von  Mehrwertsteuern hätten auf Erfolgsbasis basiert und seien pauschal abgerechnet 

worden,  weshalb für  entsprechende  Arbeiten keine  Stundenlisten  geführt  worden sei-

en.  Die  Beratungsmandate  seien  demgegenüber  nach  Stundenaufwand  verrechnet 

worden, wobei sich die Stundenrapporte in den Buchhaltungsunterlagen fänden. 

Hierzu  ist  zu  sagen,  dass  vorliegend  die  Leistungen  der  AH  nachzuweisen 

sind,  welche  die  ertragsmindernden  Weiterleitungen  der  Provisionen  zu  begründen 

haben; die nicht auf Provisionsbasis von der  AG erbrachten Beratungsleistungen ste-

hen nicht  zur  Diskussion.  Der  Hinweis  auf  die pauschale Entschädigung der  in Frage 

stehenden Dienstleistungen sagt sodann zu deren Umfang von vornherein nichts aus.  

cc) Schliesslich  wies der Pflichtige in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der 

AH  noch  darauf  hin,  dass  keine  Korrespondenzen  oder  Mails  hin  und  her  geschickt 

worden seien, weil er die Arbeiten für die Rückforderung der Mehrwertsteuern am Sitz 

der  AH  erbracht  habe.  Dafür  habe  ihm  die  AH  u.a.  ein  Geschäftsfahrzeug  zur  Verfü-

gung gestellt.   

Wenn der Pflichtige gleichzeitig für die AH wie auch für die AG tätig gewesen 

ist,  ist  das  Fehlen  eines  Korrespondenz-  und  Mailverkehrs  zwar  tatsächlich  nachvoll-

ziehbar. Wenn er im Rahmen dieser beiden Gesellschaften und darüber hinaus für die 

AD, die AE GmbH und allenfalls eine "AA International" (vgl. vorstehend E.  4.a) Leis-

tungen erbracht hat und zugleich Leistungen zwischen all diesen sich nahestehenden 

Gesellschaften  in  der  Schweiz  und  in  Liechtenstein  hin  und  her  verrechnet  worden 

sind, so wäre es jedoch mit Nachdruck seine Aufgabe gewesen, für die nötige Trans-

parenz  zu  sorgen,  um  die  Prüfung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  des  Leis-

tungsaustauschs unter den Gesellschaften zu ermöglichen. Daran fehlt es hier aber in 

hohem Mass.  

Mit den in der Auflagenantwort vom 18. November 2010 abgegebenen Erklä-

rungen und Beweisunterlagen lässt sich die geschäftsmässige Begründetheit der Wei-

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terleitung  der  vereinnahmten  Provisionen  an  die  AH  im  Umfang  von  über  90%  nach 

dem Gesagten in keiner Weise begründen.  

d)  Nachdem  der  Pflichtige  am  16.  Dezember  2010  vom  Steuerkommissär 

noch  mündlich  befragt  (vgl.  Prot.)  und  ihm  daraufhin  mit  Mahnung  vom  28.  Februar 

2011 nochmals Gelegenheit zur Erfüllung der noch offenen Auflagepunkte eingeräumt 

worden war, gab er mit Stellungnahme vom 11. März 2011 die folgenden Zusatzerklä-

rungen ab: 

aa)  Die  AG  habe  mit  verschiedenen  Schweizerfirmen  Verträge  abgeschlos-

sen, um in deren Aufrag die ausländischen EU-Mehrwertsteuern zurückzufordern. Weil 

die Schweiz  nicht  Mitglied  des  EWR  sei,  sei  es  ab  dem Jahr  2000 für Schweizer  Fir-

men  immer  schwieriger  geworden,  Auskünfte  bei  ausländischen  Steuerbehörden  ein-

zuholen.  Demgegenüber  würden  Firmen  aus  Liechtenstein  entsprechende  Auskünfte 

aufgrund der EWR-Zugehörigkeit umfassend und ohne Zeitverzögerung erhalten. Auf-

grund seiner geschäftlichen Kontakte  habe er eine Anfrage betreffend die Beteiligung 

an  einer  liechtensteinischen  Firma  im  Tätigkeitsbereich  "Unternehmensberatung 

(inkl. Mehrwertsteuerberatung)  von  ausländischen  Kunden,  welche  über  Geschäfts-

flugzeuge  verfügen"  erhalten.  Er  habe  unter  der  Bedingung  zugestimmt,  dass  eine 

neue  Firma  gegründet  werde,  sein  Name  im  Firmennamen  vorkomme  und  er  die 

Mehrheitsbeteiligung halte. Eine weitere Bedingung habe darin bestanden, dass beide 

Parteien  ihre  bisherigen  Kundenkontakte  in  die  neue  Firma  einzubringen  hätten.  Vor 

diesem Hintergrund sei am 16. Oktober 2003 die AH gegründet worden. Beide Partei-

en  hätten  dabei  ihre  Kundenkontakte  in die Gesellschaft  eingebracht,  worauf  eine  er-

spriessliche Zusammenarbeit resultiert habe und per 2008 auch erstmals eine Dividen-

de  habe  ausgeschüttet  werden  können.  Als  Kleinunternehmer  sei  es  ihm  gar  nicht 

möglich  gewesen,  die  heute  bestehenden  Kundenkontakte  (z.B.  Grosskonzerne  im 

asiatischen und arabischen Raum, das Königreich Saudi Arabien, das Sultanat Oman, 

Erdölfirma  und  Grossbank  in  Russland  etc.)  aufzubauen.  Diese  Kontakte  seien  aus-

schliesslich über "seine Partner" bei der AH hergestellt worden. Die Letztere habe da-

für  eine  übliche  Provision  bzw.  eine  "Findersfee"  verlangt.  Der  an  die  AH  geflossene 

Anteil  entspreche  gerade  dieser  Findersfee.  Welche  Kontakte  ausschliesslich  durch 

seine Partner und welche durch die AG hergestellt worden seien, könne der beigeleg-

ten vertraulichen Referenzliste entnommen werden.  

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Weil  sodann  ein  ausländisches  Unternehmen  für  die  Rückforderung  von 

Mehrwertsteuerguthaben  in  der  Schweiz  hierorts  einen  gehörig  bevollmächtigten 

schweizerischen  Steuervertreter  benötige,  sei  die  AG  als  Inkassostelle  eingesetzt  

worden.  Dergestalt  habe  sie  für  verschiedene  Kunden  die  Schweizer  Mehrwertsteuer 

zurückgefordert.  Für  die  Arbeit  als  Inkassostelle  habe  sie  einen  Anteil  der  erhaltenen 

Rückvergütungen  erhalten,  während  90  bis  94%  des  mit  dem  Kunden  vertraglich  

vereinbarten Entgelts für die Erhältlichmachung der Mehrwertsteuer-Rückvergütung an 

die AH für ihre Dienstleistungen (Findersfee, Zurverfügungstellung von Knowhow etc.) 

gegangen seien. Weil beide Parteien ihre Kundenkontakte in die AH hätten einbringen 

müssen,  habe  die  abgeschlossene  Vergütungsregelung  auch  für  alle  noch  laufenden 

und  nicht  abgerechneten  Rückerstattungsverfahren  gegolten.  Dieses  Verfahren  

sei  auch  unter  dem  Aspekt  gewählt  worden,  dass  die  erhaltenen  Kommissio-

nen/Findersfees in Liechtenstein zu versteuern und die entsprechenden Mehrwertsteu-

ern abzuliefern gewesen seien.  

Die meisten der ausgeführten Arbeiten seien in Liechtenstein am Sitz der AH 

ausgeführt  worden;  seine  dortigen  Anwesenheiten  würden  durch  entsprechende  Ka-

lendereinträge 2006 und 2007 belegt. 

Die  AG  habe  mit  der  an  der  strasse  40,  in  AI,  domizilierten  Firma  AZ  einen 

Mietvertrag  für  die  Mitbenützung  eines  Büroraums  und  der  Infrastruktur  abgeschlos-

sen. Die letztere Gesellschaft habe sodann mit der AH am 5. Juli 2005 eine Vereinba-

rung  für  die  Erbringung  von  Beratungsleistungen  abgeschlossen,  wobei  der  AH  ein 

Büroraum zur unentgeltlichen Mitbenützung zur Verfügung gestellt worden sei. Insge-

samt  sei  damit  klar  ausgewiesen,  dass  die  AG  in  Liechtenstein  Büroräume  gemietet 

habe  und  dort  über  dauerhafte  feste  Einrichtungen  bzw.  eine  Betriebsstätte  verfüge. 

Selbst wenn das kantonale Steueramt davon ausgehe, dass die Kontakte zu den Kun-

den ausschliesslich über ihn, den Pflichtigen, zustande gekommen seien und deshalb 

die  Erträge  der  AH  der  AG  anrechne,  so  wären  diese  Erträge  der  Betriebsstätte  in 

Liechtenstein zuzuweisen, denn dort seien sie erarbeitet worden und nicht im Kanton 

Zürich.  Entsprechenden  Mehrwertsteuerabrechnungen  und  Steuerrechnungen  an  die 

AH sei zu entnehmen, dass die Erträge auch tatsächlich dort versteuert worden seien.   

bb) Wenn der Steuerkommissär gestützt auf diese ergänzenden Erklärungen 

und  die  zusätzlich  eingereichten  Beweismittel  im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungs-

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entscheid zum Schluss kam, die geschäftsmässige Begründetheit der verbuchten über 

90%igen Ertragsminderung sei nach wie vor nicht ausgewiesen, ist dem zuzustimmen:  

aaa)  Mit  blossen  Ausdrucken  von  Halbjahreskalendern  im  Excel-Format,  in 

welchen an verschiedenen Wochentagen "FL" vermerkt ist, lassen sich weder Aufent-

halte des Pflichtigen am Geschäftsdomizil der AH in AI, noch dessen Aufwand für die-

se Gesellschaft nachweisen. Und nachdem zusätzlich vorgebracht wurde, die AG ver-

füge an der Adresse der AH über eine Betriebsstätte, wäre selbst bei Abstellen auf die 

vorgelegten  Kalendereinträge  unklar,  in  welchem  Verhältnis  die  Anwesenheiten  des 

Pflichtigen in Liechtenstein auf diese Betriebsstätte und die AH aufzuteilen wären. Mit 

Bezug auf den Umfang der Leistungen der AH, welche die AG durch die über 90%ige 

Weiterleitung der von ihr vereinnahmtem Provisionen entschädigt hat, lässt sich daraus 

nichts gewinnen.  

bbb)  Nicht  weiter  hilft  dem  Pflichtigen  die  Argumentation  betreffend  die  von 

der  AH  vermittelten  Mandate.  Die  diesbezüglich  eingereichte  "Referenzliste"  mit  dem 

Titel  "Rückforderung  Mehrwertsteuer 

für  ausländische  Kunden  (Kundenkontakt  

hergestellt  durch  liechtensteinische  Partner  oder  mit  diesen  verbundene  Perso-

nen/Unternehmen)" wurde zwar durch "Vertreter der liechtensteinischen Anteilseigner" 

der  AH  bzw.  durch  die  AL  (AM),  unterzeichnet,  doch  ist  damit  noch  nicht  erklärt,  wie 

von dieser Kundenliste darauf geschlossen werden sollte, dass die AH Leistungen für 

die AG erbracht hat, welche eine Weiterleitung von mehr als 90% der vereinnahmten 

Provisionen rechtfertigten. In den Verträgen zwischen der AH und der AG ist von Ver-

mittlungsprovisionen (Finderfees) sodann nirgends die Rede. Hinzu kommt, dass zahl-

reiche  Provisionsweiterleitungen  Kunden  betreffen,  welche  auf  dieser  Liste  gar  nicht 

aufgeführt  sind  (z.B.  BA,  in  BB;  BB;  AO  AG,  in  AT;  BD  AG,  in  AT;  BE  AG,  in  AT; 

vgl. Gutschriften 2007 der AG an die AH).  

ccc)  Die  Argumentation  betreffend  die  Übernahme  der  Inkassostelle  in  der 

Schweiz  ist  mit  Blick  auf  die  letzteren  Kunden  wenig  weiterführend,  weil  es  bei  den 

diesbezüglichen Gutschriften nicht in allen Fällen um die Rückforderung von Mehrwert-

steuern  in  der  Schweiz  geht  (so  z.B.  die  Gutschrift  TC-035-07  an  die  AO  AG,  in  AT, 

betreffend  Rückforderung  deutscher  und  französischer  Mehrwertsteuern;  vgl.  Beila-

gen). Sodann wurden auch keine Verträge oder Beweisdokumente betreffend Inkasso-

aufträge der AH an die AG vorgelegt. 

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5. a) Mit der Einsprache liess der Pflichtige vorab nur die bereits abgegebenen 

Erklärungen wiederholen und auf die eingereichten Unterlagen verweisen. Zudem liess 

er geltend machen,  dass  die  Beteiligung am Geschäftsergebnis  der  AH  im  Verhältnis 

der Gesellschaftsanteile erfolge. Dass auch Dritte an der letzteren Gesellschaft betei-

ligt seien, sei nachgewiesen und die Partner des Pflichtigen würden auf den vereinbar-

ten  Provisionen  bestehen.  Der  Umstand,  dass  der  Pflichtige  an  der  AH  beteiligt  sei, 

rechtfertige deshalb noch lange nicht, sämtliche Provisionen samt und sonders aufzu-

rechnen. Dies entbehre jeder Grundlage und sei willkürlich. Erneut wurde sodann dar-

auf hingewiesen, dass die AG gemäss vorgelegtem Mietvertrag in AI ein Büro gemietet 

habe. Neu wurde in diesem Zusammenhang vorgebracht, dass dieses Büro der AH zur 

Verfügung gestellt  worden sei,  wobei  zur  Untermauerung  die monatlichen,  an  die  AH 

gerichteten Telefonrechnungen der BF AG eingereicht wurden. Schliesslich wurde das 

Vorliegen eines verpönten Methodenpluralismus hingewiesen: Wenn nämlich die Steu-

erbehörde die AH als zivilrechtliches Gebilde negiere und offensichtlich aufgrund einer 

wirtschaftlichen  Betrachtungsweise  die  dieser  zugeflossenen  Provisionen  der  AG  zu-

rechne, so müsste sie diese der Betriebsstätte in Liechtenstein zuordnen.  

b)  Die  Vorinstanz  hielt  in  ihren  Einspracheentscheiden  an  der  vollumfängli-

chen  Aufrechnung  der  Ertragsminderungen  wegen  Fehlens  des  Nachweises  der  ge-

schäftsmässigen Begründetheit fest. Zur Argumentation betreffend das Vorliegen einer 

Betriebsstätte in Liechtenstein führte sie dabei aus, dass der diesbezügliche Nachweis 

ebenfalls  nicht  erbracht  worden  sei.  Insbesondere  sei  nicht  nachgewiesen  worden, 

dass die AG eine Geschäftstätigkeit an der strasse 40 in AI ausgeübt habe. Gleiches 

wurde im Zusammenhang mit dem ebenfalls streitigen Mietzinsaufwand auch in Bezug 

auf die AH festgestellt.  

c) Beschwerde- und rekursweise wurden keine wesentlichen neuen Erklärun-

gen  zum  Sachverhalt  abgegeben  und  insbesondere  keine  neuen  Beweismittel  vorge-

legt.  

d) Angesichts der damit weitgehend unveränderten Sach- und Beweislage ist 

mit der Vorinstanz der über 90%igen Weiterleitung der von der AG vereinnahmten Pro-

visionen an die AH die geschäftsmässige Begründetheit abzusprechen.  

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Daraus folgt aber nicht ohne weiteres, dass die verbuchten Ertragsminderun-

gen  in  vollem  Umfang  aufzurechnen  sind.  Die  volle  Aufrechnung  rechtfertigt  sich  nur 

dann,  wenn mit  Bezug  auf  die Kernleistung  der AG,  d.h.  die Rückforderung  von  aus-

ländischen  Mehrwertsteuern  für  Aviatikkunden,  weder  die  AH  (als  Schwestergesell-

schaft) noch die AG selbst (als Betriebsstätte) an der strasse 40 in AI eine nachgewie-

sene  Geschäftstätigkeit  ausgeübt  hat,  denn  nur  dieser  Fall  legt  nahe,  dass  die 

streitbetroffenen Provisionen demzufolge auf hiesiger Arbeitstätigkeit beruhen und mit-

hin auch vollumfänglich hier zu besteuern sind. Hiervon ist gestützt auf die vorliegende 

Sach- und Beweislage allerdings auszugehen:  

aa)  Nach  dem  bereits  Gesagten  handelt  es  bei  der  AH  um  eine  seit  dem 

17. Oktober  2003  existierende  Gesellschaft  nach  liechtensteinischem  Recht  und  wird 

deren zivilrechtliche Existenz von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt. Dafür, dass die 

Gesellschaft  per  2006  und  2007  in  AI  auch  geschäftstätig  war,  sprechen  die  einge-

reichten  liechtensteinischen  Steuerdokumente.  So  wurde  die  AH  in  Liechtenstein  mit 

einem steuerbaren Ertrag von Fr. 228'266.- (2006) bzw. Fr. 670'382.- (2007) veranlagt 

(vgl.  Steuerrechnungen  der  Steuerverwaltung  des  Fürstentums  Liechtenstein). Weiter 

ist auch belegt, dass die AH in Liechtenstein auf den von ihr erzielten Umsätzen Mehr-

wertsteuern  abzuführen  hatte  (Umsatz  per  2007  =  Fr.  416'575.-).  Zwar  ist  denkbar, 

dass  in  Liechtenstein  Erträge  und  Umsätze  besteuert  wurden,  welche  in  Tat  und 

Wahrheit vom Pflichtigen in AC erarbeitet worden sind; die liechtensteinischen Veran-

lagungen  sind  für  die  hiesige  Steuerbehörde  denn  auch  nicht  verbindlich.  Zu  berück-

sichtigen ist sodann, dass die AH an der strasse 40 in AI tatsächlich über eine Büroinf-

rastruktur verfügte. Dies ergibt sich einerseits aus der Vereinbarung der AH mit der AZ 

vom 5. Juli 2005, gemäss welcher ihr an der strasse 40, in AI, unentgeltlich ein Büro-

raum  zur  Verfügung  gestellt  wurde.  Sodann  liegt  ein  Mietvertrag  vom  4./16.  Januar 

2006 im Recht, welchem gemäss die vorgenannte Gesellschaft der  AG für Fr. 1‘076.- 

pro Monat ein Büro (unter)vermietet hat. Dass die AG dieses gemietete Büro ihrerseits 

der  AH  zur  Verfügung  stellte,  ist  zwar  nicht  durch einen  schriftlichen  Vertrag  nachge-

wiesen; für das diesbezüglich behauptete Untermietverhältnis spricht aber der auf die 

AH  lautende  Festnetztelefonanschluss  an  der  besagten  Adresse  (vgl.  die  an  die  AH 

gerichteten  Telefonrechnungen  der  BF  AG).  Die  monatlichen  Verbindungsgebühren 

bewegen sich allerdings im Bereich von Fr. 0.- bis Fr. 3.-, was auf alles andere als auf 

eine rege Tätigkeit schliessen lässt und insbesondere in Widerspruch zu den im steu-

erbehördlichen  Untersuchungsverfahren  behaupteten  telefonischen  Abklärungen  mit 

ausländischen Mehrwertsteuerbehörden steht. Nutzte die AH das besagte Büro in Un-

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termiete, ist damit auch gesagt, dass die AG selber dort nicht geschäftstätig war bzw. 

keine Betriebsstätte in AI geführt hat; entsprechend wurde auch nicht geltend gemacht, 

sie sei in Liechtenstein jemals besteuert worden.  

bb)  Dass  die  AH  für  die  AG  Leistungen  im  Bereich  der  Rückforderung  von 

Mehrwertsteuern  erbracht  hat,  steht  damit  aber  in keiner Weise fest.  Denkbar  ist  von 

einer gewissen Zusammenarbeit wohl im Bereich der Mehrwertsteuerberatung, welche 

die  AG  neben  ihren  Rückforderungsdienstleistungen  für  ihre  Kunden  erbracht  hat. 

Auch  dort  wurden von  der  Letzteren  vereinnahmte Honorare  an  die  AH  weitergeleitet 

(vgl. per 2007: Konto 3401 "Bruttoertrag Beratungen Std." und Gutschrift der AG an die 

AH betreffend Mehrwertsteuerberatung "Projekt BA, in BB"), wobei die Steuerbehörde 

diese Weiterleitungen nicht beanstandet hat. Mit welchen konkreten Tätigkeiten die AH 

im  Übrigen  ihre  in  Liechtenstein  steuerbaren  Erträge  erwirtschaftet  hat,  ist  nicht  be-

kannt. Diesbezüglich aufschlussreiche Geschäftsabschlüsse der AH wurden ungeach-

tet der steuerbehördlichen Aufforderungen im Untersuchungsverfahren nicht vorgelegt. 

Ebenso fehlen Kontoauszüge, welche über die Zusammensetzung der von der AH er-

zielten Erträge Aufschluss geben würden. Klar ist aufgrund der Akten einzig, dass die 

von der Letzteren in Liechtenstein versteuerten Gewinne und insbesondere die Mehr-

wertsteuerumsätze  (pro  2007  =  Fr. 416'575.-)  nicht  mit  den  von  der  AG  verbuchten 

Provisionsweiterleitungen  (pro  2007  =  Fr.  1'365'714.-)  vereinbar  sind  und  mithin  wohl 

auf andere Einnahmequellen zurückzuführen sein müssen.  

cc) Damit steht einerseits fest, dass die Steuerbehörde den verbuchten Provi-

sionsweiterleitungen mangels Nachweises einer Gegenleistung der AH die steuermin-

dernde Berücksichtigung zu  Recht  versagt  hat. Andrerseits  ist  auch  nicht  nachgewie-

sen, dass die AG selber einen Teil ihrer Arbeitsleistungen im besagten Büro in AI bzw. 

in  einer  dort  gelegenen  Betriebsstätte  erbracht  hat,  womit  die  eventualiter  beantragte 

Ausscheidung  von  Einkommen  (Provisionserträge)  und  Vermögen  ins  Ausland  kein 

Thema sein kann.  

6.  a)  Die  AG  wies  per  Ende  2006  im  Konto  2601  ("Rückstellung  MWST-

Verfahren  ESTV  [BH]")  Rückstellungen  von  insgesamt  Fr.  100'000.-  aus;  per  Ende 

2007 wurden davon Fr. 50'000.- aufgelöst. Eine weitere Rückstellung über Fr. 65'000.- 

wurde per Ende 2006 im Konto 2600 ("Rückstellung MWST-Verfahren ESTV [BG 07]") 

ausgewiesen; diese wurde im Folgejahr 2007 um Fr. 5'000.- erhöht. Die Steuerbehörde 

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hält dafür, diese Rückstellungen seien an den genannten Stichtagen geschäftsmässig 

nicht mehr begründet gewesen und damit erfolgswirksam aufzulösen. 

b)  aa)  Mit  der  Rückstellung  bzw.  vorübergehenden  Wertberichtigung  wird 

nach  ständiger  Rechtsprechung  dem  laufenden  Geschäftsjahr  ein  tatsächlich  oder 

mindestens  wahrscheinlich  verursachter,  in  seiner  Höhe  aber  noch  nicht  bekannter 

Aufwand  oder  Verlust  gewinnmindernd  angerechnet,  der  erst  im  nächsten  oder  in  

einem  der  folgenden  Geschäftsjahre  geldmässig  verwirklicht  wird  (Reimann/Zup-

pinger/Schärrer,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  2.  Band,  1963,  §  19  lit.  b  N 

263;  RB  1975  Nr.  47,  1978  Nr.  33,  1986  Nr. 40).  Steuerlich  (nicht  handelsrechtlich) 

können  solche  Wertberichtigungen  nur  anerkannt  werden,  wenn  die  Ereignisse,  die 

Ursache des geltend gemachten,  betraglich  noch  ungewissen  Aufwands sind,  im  lau-

fenden oder einem früheren Geschäftsjahr auch tatsächlich eingetreten sind (RB 1986 

Nr. 40 = StE 1987 B 72.14.2 Nr. 6 sowie StE 1987 B 23.43.2 Nr. 4 mit Hinweisen). Die 

Rückstellung  bzw.  vorübergehende  Wertberichtigung  darf  den  Betrag  nicht  überstei-

gen,  mit  dessen  Beanspruchung  nach  den  Umständen  und  nach  pflichtgemässer 

Schätzung  dereinst  ernsthaft  gerechnet  werden  muss  (Reimann/Zuppinger/Schärrer, 

§ 19 lit. b N 265). Geschäftsmässig begründet sind deshalb immer nur solche Rückstel-

lungen  bzw.  vorübergehende  Wertberichtigungen,  die  der  Sicherung  unmittelbar  dro-

hender und nicht bloss künftiger Risiken dienen (RB 1986 Nr. 40 mit Hinweis auf BGE 

103 Ib 370, 75 I 259 E. 2). Betriebswirtschaftlich oder handelsrechtlich gebotene Rück-

lagen  zur  Absicherung  künftiger  Geschäftsrisiken  oder  geplanter  Investitionen  sind 

nicht  mit  den  steuerlich  als  geschäftsmässig  anzuerkennenden  Korrekturbuchungen 

gleichzusetzen (Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 19 lit. b N 276). 

bb) Zur Prüfung der Berechtigung von Rückstellungen bzw. vorübergehenden 

Wertberichtigungen ist grundsätzlich auf die Verhältnisse am Bilanzstichtag abzustellen 

(Art. 662 Abs. 2 i.V.m. Art. 958 Abs. 1 und 960 Abs. 2 OR). Indessen können alle bis 

zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung erhaltenen Informationen in den Jahresrechnungen 

verwendet  werden,  sofern  dadurch  Verhältnisse  des  Bilanzstichtags  offenkundig  wer-

den, die Auswirkungen auf Bilanz und Erfolgsrechnung haben (so genannte werterhel-

lende Tatsachen; vgl. Karl Käfer, in: Berner Kommentar, 1981, Art. 960 N 323 OR; RB 

1986 Nr. 41 = StE 1987 B 23.43.2 Nr. 4). 

cc)  Im  Gegensatz  zu  Abschreibungen  sind  Rückstellungen  bzw.  vorüberge-

hende Wertberichtigungen  nicht  definitiv,  sondern  provisorisch.  Die  Einschätzungsbe-

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hörden können daher deren geschäftsmässige Begründetheit auch nach ihrer Bildung 

im  Rahmen  von  späteren  Einschätzungen  erneut  überprüfen.  In  der  Praxis  wird  die 

steuerliche  Auflösung  in  jener  Steuerperiode  vorgenommen,  in  der  die  Unbegründet-

heit  von  der  Steuerbehörde  festgestellt  wird  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Hand-

kommentar zum DBG, 2. A, 2009, und Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steu-

ergesetz,  2.  A.,  2006,  Art.  63  N  1 i.V.m.  Art.  29  N  5 DBG  und § 64  N  88 StG, je mit 

Hinweisen). 

dd) Tatsachen, die Rückstellungen bzw. vorübergehende Wertberichtigungen 

als  geschäftsmässig  begründet  erscheinen  lassen,  sind  steuermindernd  und  deshalb 

vom Steuerpflichtigen nachzuweisen (RB 1975 Nr. 55).  

c)  In  der  steueramtlichen  Untersuchung  erklärte  der  Pflichtige  zur  Rückstel-

lung betreffend das Mehrwertsteuerverfahren der BG, dass per 2005 in Absprache mit 

dem  Steueramt  bereits  eine  Auflösung  von  Fr. 1'365'000.-  erfolgt  sei.  Die  Reduktion 

auf  Fr.  65'000.-  per  2006  bzw.  die  Erhöhung  auf  Fr.  70'000.-  per  2007  sei  aufgrund 

einer  Neueinschätzung  des  Risikos  erfolgt.  Zur  Rückstellung  betreffend  das  Mehr-

wertsteuerverfahren  der  BH  wurde  angeführt,  dass  per  2005  wiederum  in  Absprache 

mit dem Steueramt Fr. 900'000.- bereits aufgelöst worden seien. Die weitere Auflösung 

um  Fr.  50'000.-  per  2007  sei  ebenfalls  aufgrund  einer  Neueinschätzung  des  Risikos 

erfolgt (vgl. Auflageantwort vom 26. August 2010, auch zum Folgenden). 

In  weiteren  Auflageantworten  vom  15.  Oktober  und  18.  November  2010  ver-

wies der Pflichtige im Zusammenhang mit der Rückstellung BG auf ein Schreiben der 

BI AG, in BJ, vom 14. Oktober 2010. Darin empfiehlt die Letztere dem Pflichtigen, im 

Hinblick  auf  eine  allfällige  persönliche  Inanspruchnahme  für  diverse  Forderungen 

Rückstellungen zu bilden bzw. fortzuführen; erwähnt werden dabei Rückstellungen im 

Umfang  von  100%  des  möglichen  Rückforderung-/Haftungsbetrag,  für  Verzugszinsen 

und Anwaltskosten. Weiter wurde in den Auflageantworten ausgeführt, das Steueramt 

habe in früheren Steuerperioden kommuniziert, dass die Rückstellungen alljährlich neu 

zu bewerten seien. Ob die Rückstellungen genügend oder ungenügend gewesen sei-

en,  könne  erst  nach  Ablauf  der  Verjährungsfrist  eines  Verfahrens  mit  der  ESTV 

(Hauptabteilung  MWST)  mit  letzter  Sicherheit  beurteilt  werden.  Spätestens  per  "2012 

(Ablauf Verjährungsfrist)" würden die Restrückstellungen aufgelöst. Gleich verhalte es 

sich im Wesentlichen auch bezüglich der Rückstellungen BH. 

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1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Nachdem die Steuerbehörde gestützt auf diese Antworten den per 2006 und 

2007  verbliebenen  Rückstellungen  BG  und  BH  die  geschäftsmässige  Begründetheit 

aberkannt hatte, liess der Pflichtige einspracheweise wiederum vorbringen, dass die in 

Frage  stehenden  Rückstellungen  in  den  Vorjahren  von  der  Steuerbehörde  toleriert 

worden seien. Es erstaune deshalb, wenn bei unveränderten Verhältnissen nun plötz-

lich zur Aufrechnung geschritten werde.  

Beschwerde- und rekursweise wurde ergänzt und präzisiert, dass der einzige 

Unterschied  zu  den  Vorjahren  darin  bestehe,  dass  der  Pflichtige  das  Haftungsrisiko 

infolge  des  Bundesverwaltungsgerichtsurteils  im  Fall  BG  vom  16.  November  2007  et-

was tiefer beurteilt habe. Das Bundesgerichtsurteil im Fall BH vom 29. Juli 2010 habe 

er  allerdings  noch  nicht  gekannt.  Das  Steueramt  müsse  sich  bei  der  Beurteilung  von 

Rückstellungen aber an die Tatsachen halten, welche im Zeitpunkt vorgelegen hätten, 

in welchem diese zu beurteilen gewesen seien. Auszugehen sei deshalb davon, dass 

gemäss  Schreiben  der  Kanzlei  BK  vom  2.  August  2004  gegen  die  Person,  welche  in 

der  MWST-Angelegenheit  BH  die  Beratung  inne  gehabt  habe,  rechtlich  vorgegangen 

würde, wenn der "BH" daraus ein Schaden entstehen sollte, wobei dieser Schaden mit 

Fr. 3.5 Mio. beziffert worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht habe die Beschwerde 

der  Geschädigten  abgewiesen,  womit  die  unmissverständliche  Bekanntgabe  der  ge-

nannten Kanzlei, den Schaden einzufordern, nichts an Aktualität eingebüsst habe. Zu 

erwähnen sei im Übrigen, dass Haftpflichtansprüche im Zusammenhang mit Steuerfor-

derungen nicht versichert werden könnten.  

d) Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen BG vom 16. Novem-

ber 2007 hält fest, dass die ESTV der letzteren Gesellschaft im Zusammenhang mit zu 

Unrecht  in  vollem  Umfang  abgezogenen  Vorsteuerbeträgen  korrekterweise  eine 

(Mehrwert-)Steuernachforderung  im  Betrag  von  rund  Fr.  1  Mio.  in  Rechnung  gestellt 

hat. Auch wenn dem Urteil zu entnehmen ist, dass der Pflichtige der Steuerstellvertre-

ter sowie der Buchhalter der im Ausland domizilierten Gesellschaft war, ist damit noch 

nicht erklärt, wieso die AG in diesem Zusammenhang per 2006 und 2007 Rückstellun-

gen hätte bilden oder belassen sollen. Eine diesbezügliche substanziierte Begründung 

hat der Pflichtige nicht abgegeben; insbesondere wurden keinerlei Unterlagen präsen-

tiert,  welche  belegten,  dass  der  Pflichtige  als  ehemaliger  Steuerstellvertreter  der  BG 

mit Forderungsansprüchen der ESTV hat rechnen müssen oder dass ihm Schadener-

satzansprüche  seiner  früheren  Kundschaft  gedroht  hätten.  Die  an  den Pflichtigen  ge-

richteten  (mit  Ausnahme  der  nebensächlichen  Anwaltskosten  nicht  quantifizierten) 

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Rückstellungsempfehlungen  der  Anwaltskanzlei  BJ  AG,  welche  nach  dem  Pflichtigen 

die Stellvertretung der BG in deren Mehrwertsteuerverfahren übernommen hatte, datie-

ren  vom  14.  Oktober  2010  und  sagen  damit  über  einen  Rückstellungsbedarf  der  AG 

per 2006 und 2007 nichts aus. Im Übrigen sind diese drei Jahre nach Rechtskraft des 

Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  abgegeben  Empfehlungen  nicht  nachvollzieh-

bar, wenn bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei konkrete Forderungsansprüche von Seiten 

der BG oder der ESTV gegenüber dem Pflichtigen dokumentiert sind.  

Gleichermassen  unklar  und  nicht  ausgewiesen  ist  der  Rückstellungsbedarf 

BH.  Der  Hinweis  auf  das  Schreiben  der  Anwaltskanzlei  BK  vom  2.  August  2004,  in 

welchem  von  der  allfälligen  Geltendmachung  eines  Schadens  in  der  Höhe  von  rund 

Fr. 3.5 Mio. die Rede ist ("damage exceeding CHF 3.54 mio plus interets  [not including 

its  legal  and  consulting  costs]"),  ist  schon  deshalb  unbehelflich,  weil  es  nicht  an  den 

Pflichtigen, sondern an dessen AE GmbH gerichtet ist. Erneut herrscht damit keinerlei 

Transparenz  im  Zusammenhang  mit  Leistungen aus  dem  Firmengeflecht  des  Pflichti-

gen, welche Haftungs- oder Schadenersatzansprüche hätten auslösen können. Unter-

lagen,  welche  belegten,  dass  sich  der  Pflichtige bzw.  die  AG  per  2006  und  2007  mit 

entsprechenden Ansprüchen konfrontiert sah, wurden nicht vorgelegt.  

Entscheidend ist im Übrigen auch Folgendes: Wenn der Pflichtige die von der 

Steuerbehörde  früher  tolerierten  Rückstellungen  in  Millionenhöhe  im  Zusammenhang 

mit  möglichen  Haftungs-  und  Schadenersatzansprüchen  aus  Mehrwertsteuerberatung 

bereits zwischen 2005 und 2007 auf Restbeträge von Fr. 50'000.- bzw. 70'000.- redu-

ziert hat, ging er zu dieser Zeit selber nicht mehr vom Risiko eines letztlich ihn treffen-

den  Schadens  in  Millionenhöhe  im  Sinn  des  Schreibens  der  vorerwähnten  Anwalts-

kanzlei  aus.  Mithin  wäre  zu  erklären  gewesen,  weshalb  und  mit  Blick  auf  welches 

konkrete Risiko die vergleichsweise bescheidenen Restrückstellungen per Ende 2006 

und 2007  belassen worden sind.  Der  blosse  Hinweis  auf  eine  neue  Risikobeurteilung 

sagt dazu nichts aus.  

e)  Die  steuerbehördliche  Aufrechnung  der  Restrückstellungen  ist  mangels 

Nachweises  der  diesbezüglichen  geschäftsmässigen  Begründetheit  mithin  zu  bestäti-

gen.  

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7. a) Die AG verbuchte im Konto 4400 (Aufwand für Drittleistungen) per 2006 

und 2007  jeweils  Mietkosten  von  Fr.  12'000.-  (Fr.  3'000.-  pro  Quartal) für  den bereits 

erwähnten Büroraum an der strasse 40 in AI. Die Steuerbehörde hält diesen Aufwand 

für  geschäftsmässig  nicht  begründet,  weil  –  im  Drittvergleich  unüblich  –  der  fragliche 

Büroraum der AH unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden sei. Zudem sei die Aus-

übung einer Geschäftstätigkeit der Letzteren nicht nachgewiesen.  

b) Die Pflichtige untermauert diesen Aufwand vorab mit dem Verweis auf den 

eingereichten  Mietvertrag  und  die  vorgelegte  Bestätigung  der  Vermieterin  über  das 

Raumnutzungsrecht.  

c)  Wie  bereits  im  Zusammenhang  mit  den  umstrittenen  Provisionsweiterlei-

tungen festgestellt worden ist (E. 5.d.aa), wurde der fragliche Büroraum wohl von der 

AG  gemietet  (vgl.  Mietvertrag  mit  der  AZ  GmbH  vom  16.  Januar  2006),  doch  stellte 

diese den Raum ihrerseits der AH zur Verfügung, welche dort – wie es der auf sie lau-

tende  Festnetztelefonanschluss  und  die  Liechtensteinischen  Steuerdokumente  nahe-

legen  –  auch  geschäftstätig  war.  Mit  Blick  auf  dieses  Untermietverhältnis  hätte  damit 

die  Büromiete  der  AH  weiterbelastet  werden  müssen,  so  dass  auch  diese  steuerbe-

hördliche Aufrechnung zu Recht erfolgte.  

8. a) Für geschäftsmässig nicht begründet hält die Steuerbehörde im Weiteren 

die  Reisekosten,  welche  die  AG  für  2006  mit  dem  Vermerk  "BL  AG,  Reise  Oman" 

(Fr. 7'783.50)  bzw.  "BM,  Reise  Oman"  (Fr.  8'109.-)  ihrem  Konto  6640  (Reisespesen, 

Kundenbetreuung) belastet hat. Gemäss den dazu eingereichten Belegen handelte es 

sich  dabei  um  "Badeferien  Oman"  vom  2.  bis  10.  Januar  2007  (Teilnehmer  AA  und 

seine  Ehefrau  AB;  vgl.  Rechnung  der  BM)  sowie  um  eine  "Geschäftsreise  Muscat 

Swiss" vom 8. bis 15. September 2006 (Teilnehmer AA und sein Sohn AN).  

b)  Im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  führte  der  Pflichtige  zur 

Reise  im  Januar  2007  aus,  dass  ihn  seine  Frau  aus  Repräsentationsgründen  nach 

Oman begleitet habe. Dabei habe dort eine Besprechung mit dem Chefpilot BN stattge-

funden. Dieser sei für das Flugzeug des Sultanats, eine Boeing Business Jet,  verant-

wortlich  gewesen;  für  das  Mehrwertsteuerverfahren  seien  noch  verschiedene  nur  von 

Captain BN erhältliche Auskünfte und Unterlagen benötigt worden. Im Auftrag der "BO" 

habe  die  AG  mehrere  Verfahren  gegen  die  ESTV  (Hauptabteilung  MWST)  durchge-

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führt  und  dabei  mit  einer  erreichten  Rückerstattung  von  Fr. 1'786'131.-  auch  gewon-

nen. Bei der Geschäftsreise im September 2006 habe ebenfalls eine Besprechung mit 

Captain BN stattgefunden; die Rückforderung der Mehrwertsteuer für die "BO" sei sehr 

komplex  gewesen,  weshalb  ihn  sein  Sohn  und  Stellvertreter  aus  Risikoüberlegungen 

begleitet  habe  (vgl.  Schreiben  vom  15. Oktober  2010).  In  seiner  Auflageantwort  vom 

18.  November  2010  ergänzte  der  Pflichtige,  dass  er  aus  Gründen  der  Vertraulichkeit 

und des Kundenschutzes ausser dem Namen des Chefpiloten keine weiteren Namen 

bekannt  geben  könne.  Die  Geschäftsreisen  habe  er  im  Übrigen  per  SMS  vereinbart; 

Captain BN kommuniziere während seinen Piloteinsätzen per SMS. Nicht mehr benö-

tigte Emails habe er sodann nach 2 Jahren gelöscht. Wie aus den Buchhaltungsakten 

der  AD  AG,  der  AG,  der  AE  GmbH  und  der  AA  Treuhandbüro  hervorgehe,  sei  er  im 

Übrigen immer zurückhaltend mit der Belastung von Reisespesen gewesen. Wenn ihn 

seine Gattin aus Repräsentationsgründen bei einer Reise begleitet habe, so habe dies 

seine  Berechtigung,  sei  es  doch  für  seine  Klienten  und für  ihn  um  sehr  viel  Geld  ge-

gangen.  

c)  Mit  solchen  in  sich  nicht  schlüssigen  Erklärungen  lässt  sich  ein  konkreter 

geschäftlicher  Hintergrund  der  beiden  Reisen  nicht  begründen.  Nicht  nachvollziehbar 

ist insbesondere, was die genannte Gesellschaft in Bermuda und die Mehrwertsteuer-

verfahren gegen die ESTV mit einem Flugzeug in Oman und Captain BN zu tun haben 

könnten. Es kann nicht Aufgabe der Steuerbehörde bzw. der angerufenen Rechtmittel-

behörden  sein,  solche  unsubstanziierten  Aussagen  zum  Anlass  zu  nehmen,  in  den 

Akten  der  verschiedenen  Gesellschaften  des  Pflichtigen  nach  der  geschäftsmässigen 

Begründetheit der fraglichen Reisekosten zu forschen. Aufgabe des Pflichtigen wäre es 

gewesen, detailliert darzulegen, wann genau, wo genau, mit welchen Personen und in 

welcher  konkreten  Sache  geschäftliche  Besprechungen  im  Namen  der  AG  in  Oman 

stattgefunden haben. Dabei hätten auch Beweismittel (Besprechungsnotizen, Protokol-

le, Emails, Nachkorrespondenzen, Bestätigungen von Captain BN etc.) vorgelegt wer-

den können und müssen; war die Sache so komplex wie behauptet und ging es dabei 

um sehr viel Geld, kann allen Ernstes nicht davon ausgegangen werden, dass nur per 

SMS kommuniziert worden ist. Mails von besonderer Wichtigkeit werden geschäftsüb-

lich denn auch ausgedruckt und nicht bloss zwei Jahre im Mailspeicher belassen und 

dann gelöscht.  

Zu Recht ist die Steuerbehörde nach durchgeführtem Auflageverfahren mithin 

davon  ausgegangen,  dass  die  beiden  Reisen  nach  Oman  keinen  nachgewiesenen 

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geschäftlichen,  sondern  einen  privaten  Hintergrund  haben,  zumal  die  Rechnung  der 

"BM" im Betreff eine "Badereise" des Pflichtigen und dessen Ehefrau erwähnt.  

d) Im Einsprache- wie auch im vorliegenden Beschwerde- und Rekursverfah-

ren  vermochte  der  Pflichtige  die  geschäftsmässige  Begründetheit  der  verbuchten 

Oman-Reisen ebenfalls nicht nachzuweisen.  

aa)  Nachvollziehbar  ist  einzig  die  Aussage,  dass  AN  mit  seinem  Vater  (dem 

Pflichtigen) auch geschäftlich verbunden ist, weshalb eine  Reise  von  Vater und Sohn 

nicht  zwingend  an  privates  Ferienvergnügen  denken  lässt.  Für  die  Frage,  ob  die 

Oman-Reise  der  beiden  im  September  2006  einen  geschäftlichen  Hintergrund  hatte, 

lässt sich daraus freilich nichts gewinnen.  

bb)  Weiter  wird  geltend  gemacht,  dass  aus  der  Bezeichnung  "Badeferien" 

nichts abgeleitet werden könne, weil es dem guten Geschäftsmann gestattet sei, mit-

tels  eines  Arrangements  günstiger  an  den  Bestimmungsort  zu  fliegen  und  dort  zu 

übernachten, als mittels ordentlicher Geschäftsflugtarifen. Dem ist zu entgegnen, dass 

ein  "guter  Geschäftsmann"  und  insbesondere  ein  Steuerspezialist  beim  Ferienreisen-

Veranstalter  wohl  einen  Hinweis  auf  den  Geschäftsbezug  verlangen  würde;  dies  im 

Wissen  darum,  dass  ein  Beleg  über  Badeferien mit  der  Ehefrau  wohl  schwerlich  zum 

Nachweis einer Geschäftsreise taugt.  

cc)  Wenn  schliesslich  weitere  Ferien  des  Pflichtigen  und  dessen  Ehefrau  in 

den  Jahren  2006  und  2007  erwähnt  und  auch  belegt  werden,  folgt  daraus  in  keiner 

Weise,  dass  die  neuntägige  Reise  des  Ehepaars  im  Januar  2007  geschäftsmässig 

begründet war. Ebenso wenig hilft dem Pflichtigen die Aussage, es sei unwahrschein-

lich,  dass  jemand  innert  neun  Monaten  zweimal  am  gleichen  Ort  Ferien  mache,  zu 

welchem zudem kein familiärer Bezug bestehe. Der Nachweis der geschäftsmässigen 

Begründetheit lässt sich nicht mit der Unwahrscheinlichkeit von privatem Ferienverhal-

ten begründen; zudem könnte der erwähnte Captain BN ja auch ein Freund des Pflich-

tigen und dessen Familie sein, womit die Aufenthalte in Oman zu Ferienzwecken eben 

doch nicht so unwahrscheinlich wären.  

dd) Nicht gefolgt werden kann sodann dem weiteren Argument, wonach es auf 

jeden Fall unverhältnismässig sei, den ganzen Betrag aufzurechnen, weil der geschäft-

liche Bezug des auf den Pflichtigen entfallenden Anteils der Reisekosten ausser Frage 

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stehe. Letzteres trifft nach dem Gesagten gerade nicht zu: Es wurde nicht nachgewie-

sen, dass die beiden acht- und neuntägigen Aufenthalte des Pflichtigen im Oman bzw. 

in den Luxushotels (vgl. die Rechnungen) einen geschäftlichen Grund haben. Dass bei 

solchen Destinationen die Begleitungen von Sohn und Ehefrau den primär naheliegen-

den Feriencharakter der Reise noch unterstreichen, versteht sich von selbst. 

ee)  Nicht  weiter  hilft  dem  Pflichtigen  seine  schliesslich  noch offerierte  Bereit-

schaft,  diverse  vertrauliche  Unterlagen  nachzureichen,  wenn  die  für  die  Behandlung 

von  Beschwerde  und  Rekurs  zuständigen  Personen  schriftlich  zusicherten,  dass  die 

vertraulichen  Unterlagen,  welche  eingereicht  werden  könnten,  absolut  vertraulich  be-

handelt und keinen weiteren Personen und auch keinen in- und ausländischen Behör-

den, Gerichten etc. zugänglich gemacht würden. Für die am vorliegenden Urteil mitwir-

kenden Personen des Steuerrekursgerichts gilt das Steuergeheimnis gemäss Art. 110 

DBG und § 120 StG, womit kein Anlass besteht, dem beweisbelasteten Pflichtigen mit 

Blick  auf  die  "zur  Zeit  im  arabischen  Raum  herrschenden  Verhältnisse"  irgendwelche 

Vertraulichkeitserklärungen abzugeben.  

ff) Auch die Aufrechnung der Reisekosten ist nach alledem vollumfänglich zu 

bestätigen. 

9.  Akzeptiert  hat  der  Pflichtige  beschwerde-  und  rekursweise  die  steuerbe-

hördliche Aufrechnung von verbuchtem "Buchführungs- und Beratungsaufwand", womit 

auf diese Position nicht mehr weiter einzugehen ist.  

10. a) Der Pflichtige deklarierte seine Anteile an der AH im Vermögen per En-

de  2006  und  2007  mit  Fr.  54'000.-  bzw.  Fr.  72'000.-  (vgl.  Wertschriftenverzeichnisse 

2006 und 2007). Die Steuerbehörde ermittelte demgegenüber  Vermögenssteuerwerte 

von Fr. 1'010'000.- (2006) bzw. Fr. 2'178'000.- (2007).  

Die Parteien sind sich einig, dass die Bewertung der fraglichen Anteile grund-

sätzlich nach der Wegleitung der Schweizerischen Steuerkonferenz zur Bewertung von 

Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Vermögenssteuer  (vgl.  Kreisschreiben  28  vom 

21. August 2006) vorzunehmen ist. Der Pflichtige stellt zudem nicht in Abrede, dass er 

die für die Vornahme der entsprechenden Bewertung benötigten Jahresabschlüsse der 

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AH  trotz  steuerbehördlicher  Auflage  und  Mahnung  ("aus  Rücksichtnahme  gegenüber 

den liechtensteinischen Partnern"; vgl. Auflageantwort vom 11. März 2011) nicht einge-

reicht hat und deshalb die Steuerbehörde die gesuchten Werte zu Recht mit Hilfe einer 

Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  im  Sinn  von  §  139  Abs.  2  StG  ermittelt 

hat. Indes hält er dafür, dass die Schätzungen zu hoch ausgefallen seien. 

b)  Gegen  die  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  kann  der  Steuerpflichtige  laut 

§ 140  StG  binnen  30  Tagen  nach  Zustellung  beim  kantonalen  Steueramt  schriftlich 

Einsprache  erheben  (Abs.  1).  Richtet  sich  die  Einsprache  gegen  eine  Einschätzung 

nach pflichtgemässem Ermessen, kann der Steuerpflichtige sie nur wegen offensichtli-

cher Unrichtigkeit anfechten (Abs. 2 Satz 1). Zudem ist die Einsprache diesfalls zu be-

gründen  und  hat  sie  allfällige  Beweismittel  zu  nennen  (Abs.  2  Satz  2).  Mit  anderen 

Worten obliegt es dem Steuerpflichtigen, den Nachweis zu erbringen, dass die Ermes-

sensveranlagung offensichtlich unrichtig ist. § 140 Abs. 2 StG enthält eine Kognitions-

beschränkung der  Prüfungsinstanzen,  welche  eine  zu Recht getroffene Ermessensta-

xation nur aufheben können, wenn sie sich als offensichtlich falsch erweist.  

Den  entsprechenden  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige  auf  zwei  Arten 

erbringen (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 

2. A., 2002, Art. 48 N 46 ff. StHG; ders., in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 132 N 39 ff. DBG, je auch zum Folgenden): Er kann 

den  tatsächlichen  Sachverhalt  dartun  und  den  entsprechenden  Nachweis  leisten  mit 

der Folge, dass die Ermessensveranlagung durch eine ordentliche Veranlagung ersetzt 

wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Veranlagungen geltenden Re-

geln ermittelt werden. Scheitert dieser Nachweis, kann der Steuerpflichtige noch immer 

darlegen und nachweisen, dass die angefochtene Veranlagung offensichtlich unrichtig 

ist. Als offensichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) erweist sich eine Schätzung dann, 

wenn  sie  sachlich  nicht  begründbar  (z.B.  erkennbar  pönal  oder  fiskalisch  begründet) 

ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder 

sonst  wie  mit  den konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  aufgrund  der  Lebenserfah-

rung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 StHG und Art. 132 N 

52 DBG, je mit Hinweisen). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es zwar bei einer Er-

messensveranlagung, doch wird die angefochtene durch eine neue (tiefere) Schätzung 

der Rechtsmittelinstanz ersetzt.  

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c)  Eingereicht  hat  der  Pflichtige  anstelle der  Jahresabschlüsse  der  AH  deren 

Steuerfaktoren 2006 und 2007.  Diese weisen ein Kapital von Fr. 703'551.- (2006) bzw. 

Fr. 931'817.- (2007) sowie Erträge von Fr. 228'266.- (2006) bzw. Fr. 670'382.- (2007) 

aus (vgl. Steuerrechnungen der Steuerverwaltung Fürstentum Liechtenstein).  Die hie-

sige Steuerbehörde orientierte sich bei ihren Schätzungen an diesen Zahlen aus Liech-

tenstein,  d.h.  sie  rechnete  mit  den  einschlägigen  Formeln  der  Weisungen  und  nahm 

dabei  beim  Ertragswert  an  den  versteuerten  Erträgen  sowie  beim  Substanzwert  am 

versteuerten  Kapital  Mass.  Dieses  Vorgehen  ist  ohne  weiteres  nachvollziehbar,  er-

scheint sachgerecht und führt zu den von der Steuerbehörde vertretenen Werten (vgl. 

Berechnung). 

aa) Die Einwendungen des Pflichtigen in der  Beschwerde- und Rekursschrift 

vermögen  die  Richtigkeit  dieser  Schätzung  nicht  in  Frage  zu  stellen:  So  folgt  er  zu-

nächst der vorstehenden Berechnung, um alsdann anzuführen, das Ermessen sei wohl 

nach  oben  strapaziert  worden.  Die  Bewertungen  seien  nämlich  angesichts  der  dem 

Steueramt bekannten Situation, dass die anderen Partner ein Kaufrecht an den Antei-

len hätten, welches jährlich bloss um Fr. 18'000.- steige, klar überbewertet. Angemes-

sen sei eine Schätzung, die dem Kaufrecht entspreche, insbesondere weil die Partner 

nun das Kaufrecht geltend machen könnten. Diese Schätzung führe aber zu den dekla-

rierten Werten. 

Dieser letzteren, sich an einem Kaufrecht von anderen Anteilseignern orientie-

renden Schätzung kann nicht gefolgt werden: In der Auflageantwort vom 18. November 

2010  hatte  der  Pflichtige  dazu  erklärt,  dass  die Inhaber  der  Treurechte  in  einem  Bin-

dungsvertrag  vom  September  2004  festgelegt  hätten,  dass  die  liechtensteinischen 

Partner  die  18  Anteile  des  Pflichtigen  in  seinem  Konkursfall  nach  der  Formel  "Anteil 

Gründungskapital (= 18 x Fr. 1'000.- = Fr. 18'000.-) x Anteil Jahre ab Inkrafttreten Bin-

dungsvertrag" übernehmen könnten. Dies sei der Grund, dass er die Anteile per 2006 

mit Fr. 54'000.- und per 2007 mit Fr. 72'000.- deklariert habe. Abgesehen davon, dass 

der  Bindungsvertrag  nicht  vorgelegt  worden  ist,  gilt  dieser  nach  den  Angaben  des 

Pflichtigen nur für den hier nicht in Frage stehenden Konkursfall. Wie im Übrigen eine 

Berechnung  "Nominalwert  des  Anteils  (Fr.  1'000.-)  x  Anzahl  Geschäftsjahre  ab  Bin-

dungsvertrag"  zum  Verkehrswert  des  Anteils  führen  soll,  ist  unerfindlich.    Abzustellen 

ist bei der Verkehrswertbestimmung im Sinn der Weisung auf Ertrags- und Substanz-

werte  und  nicht  auf  irgendwelche  von  den  Anteilseignern  aufgestellte  abstrakte  For-

meln. 

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bb)  Soweit  sich  der  Pflichtige  bei  der  Schätzung  "eventualiter"  allein  am  in 

Liechtenstein steuerbaren Kapital und damit am davon abgeleiteten Substanzwert der 

H  orientieren  will,  widerspricht  dies  der  besagten  Wegleitung  und  der  allgemein  be-

kannten  Tatsache,  dass  bei  der  Bewertung  eines  Dienstleistungsunternehmens  auf 

Substanz-  und  Ertragswerte  abzustellen  ist,  wobei  der  letztere Wert  sogar  stärker  zu 

gewichten ist.  

cc) Die offensichtliche (quantitative) Unrichtigkeit der Schätzung wurde damit 

nicht nachgewiesen, womit auch diese zu bestätigen ist. Die Aufrechnungen im steuer-

baren Vermögen haben damit ebenfalls Bestand.  

11. a) Soweit der Pflichtige geltend macht, dass die beantragte Streichung der 

Aufrechnungen betreffend Provisionsweiterleitungen und Rückstellungen auch vermö-

gensseitige  Auswirkungen  habe,  ist  darauf  nicht  weiter  einzugehen,  nachdem  diese 

Aufrechnungen nach dem Gesagten Bestand haben.  

b) Nicht zur Diskussion steht sodann der beantragte Abzug der in der Steuer-

periode  2007  deklarierten  Krankheitskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  10'948.-,  weil  das 

Festhalten an den  bestrittenen Aufrechnungen zur Folge hat, dass der diesbezügliche 

Selbstbehalt von 5% des Nettoeinkommens bei weitem nicht überschritten wird.  

12.  a)  Zusammenfassend  erweisen  sich  sämtliche  steuerbehördlichen  Auf-

rechnungen  als  korrekt.  Die  vorinstanzlichen  Einspracheentscheide  sind  demnach  zu 

bestätigen.  

b) Damit sind Beschwerde und Rekurs vollumfänglich abzuweisen.  

c)  Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Pflichtigen  je  zur  Hälfte 

aufzuerlegen  (Art.  144 Abs.  1  DBG,  § 151  Abs.  1 StG,)  und  entfällt  die  Zusprechung 

einer Parteientschädigung (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m 

§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Die 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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verheirateten  Pflichtigen  haften  solidarisch 

für  den  Gesamtbetrag  (vgl.  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 144 N 7 DBG und § 151 N 12 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

1 DB.2011.143 + 144 
1 ST.2011.212 + 213