# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f36ae98b-dda6-544e-9c68-ece59e5575b7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.09.2023 100 2022 306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-306_2023-09-19.pdf

## Full Text

100.2022.306U
HER/BTA/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. September 2023

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Bader-Gnägi

A.________
vertreten durch Advokat …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern vom 7. September 2022; 2022.SIDGS.263)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.09.2023, Nr. 100.2022.306U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der kosovarische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1992) reiste am 
28. November 2018 in die Schweiz ein und heiratete am 4. Januar 2019 eine 
hier niedergelassene kosovarische Staatsangehörige. Gestützt auf die Ehe 
erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis zum 2. Juli 2021 ver-
längert wurde. Spätestens am 15. Januar 2021 löste das Ehepaar den ge-
meinsamen Haushalt auf. Die kinderlos gebliebene Ehe wurde am 7. De-
zember 2022 geschieden.

Am 22. März 2022 verweigerte das Amt für Bevölkerungsdienste des Kan-
tons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der Aufent-
haltsbewilligung von A.________ und wies ihn unter Ansetzen einer Aus-
reisefrist aus der Schweiz weg. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 22. April 2022 Beschwerde 
bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 7. September 2022 ab und setzte ihm eine 
neue Ausreisefrist auf den 21. Oktober 2022.

C.

Hiergegen hat A.________ am 10. Oktober 2022 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe-
ben und ihm sei eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventuell sei die 
Sache an die SID bzw. an das ABEV zurückzuweisen zwecks weiterer Ab-
klärungen und Befragung der (Ex-)Eheleute.

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2022 die Abwei-
sung der Beschwerde. Im Verlauf des Verfahrens hat der MIDI weitere Un-

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terlagen zu den Akten gereicht. Von der Gelegenheit zur Äusserung hat 
A.________ am 1. September 2023 Gebrauch gemacht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Gemäss Art. 50 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsge-
setz, AIG; SR 142.20) besteht der Bewilligungsanspruch trotz Auflösens 
bzw. Scheiterns der Ehe verselbständigt weiter, wenn die Ehegemeinschaft 
mindestens drei Jahre bestanden hat und (kumulativ) die Integrationskrite-
rien nach Art. 58a AIG erfüllt sind (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.5.3). – Der Be-
schwerdeführer und seine Exfrau heirateten am 4. Januar 2019 und wurden 
am 7. Dezember 2022 auf gemeinsames Begehren geschieden (Akten MIDI 
pag. 73; act. 7A). Wann sich das Ehepaar effektiv getrennt hat, wird aus den 

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Akten nicht restlos klar: Laut Vermerk auf der Verfallsanzeige vom 27. Mai 
2021 wurde der gemeinsame Haushalt am 31. August 2020 aufgelöst (Akten 
MIDI pag. 140). Die Exfrau gab als Trennungsdatum den 2. September 2020 
an, den Tag, an dem sie mit Unterstützung ihres Bruders auszog (Akten MIDI 
pag. 167), wohingegen der Beschwerdeführer den 15. Januar 2021 nannte 
(Akten MIDI pag. 147). Auch wenn auf diesen spätesten Trennungstermin 
abgestellt würde, hat die Ehegemeinschaft klar weniger als drei Jahre ge-
dauert. Der Beschwerdeführer beruft sich folglich zu Recht nicht auf Art. 50 
Abs. 1 Bst. a AIG. Er rügt indes, die Vorinstanz habe wichtige persönliche 
Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG zu Unrecht verneint (sog. 
nachehelicher Härtefall).

3.

3.1 Ein nachehelicher Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG liegt vor, 
wenn wichtige persönliche Gründe den weiteren Aufenthalt in der Schweiz 
erforderlich machen. Diese Bestimmung bezweckt, schwerwiegende Härte-
fälle bei der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermeiden. Wichtige 
persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorlie-
gen, wenn die Ehefrau oder der Ehemann Opfer ehelicher Gewalt wurde, die 
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) 
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint 
(BGE 140 II 129 E. 3.5, 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 
Nr. 49]). Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen 
Umständen ergeben. Bei der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzel-
falls mitzuberücksichtigen, namentlich der Grad der Integration, die Respek-
tierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Ver-
hältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheits-
zustand sowie die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 
geführt haben (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie 
bleibt indes Folgendes zu beachten: Der Gesetzgeber setzt für einen nach-
ehelichen Härtefall voraus, dass die Konsequenzen für das Privat- und Fa-
milienleben der ausländischen Person von erheblicher Intensität sind. Diese 
Folgen müssen mit der Lebenssituation verbunden sein, die nach Dahinfal-
len der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 

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entstanden ist (BGE 143 I 21 E. 4.2.2, 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6). 
Hat sich die ausländische Person nur kürzere Zeit in der Schweiz aufgehal-
ten und keine engen Beziehungen zum Land geknüpft, hat sie keinen An-
spruch auf weiteren Verbleib, sofern sie sich ohne besondere Probleme er-
neut im Herkunftsland integrieren kann (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 
E. 3.2.3). Hierbei ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche und famili-
äre Wiedereingliederung als stark gefährdet erscheint und nicht, ob ein Le-
ben in der Schweiz einfacher wäre (BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1; zum Ganzen 
etwa VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.1).

3.2 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, seine Exfrau habe 
ihn wirtschaftlich unterdrückt und ausgenützt. Sie sei, auch mangels anfäng-
lich fehlender Deutschkenntnisse seinerseits, für die finanziellen Angelegen-
heiten beider verantwortlich gewesen. Er habe ihr monatlich Barbeträge 
übergeben, welche auf ihr Bankkonto einbezahlt worden seien. Die Ehefrau 
habe diese Beträge bzw. Geld, das sie für gemeinsame Zwecke gespart hät-
ten, jedoch für eigene Zwecke verwendet, d.h. veruntreut. Zum eigentlichen 
Konflikt zwischen ihnen habe letztlich geführt, dass sie ihm jegliche Auskunft 
über die (gemeinsame) finanzielle Situation verweigert habe (Beschwerde 
S. 3 ff.; vgl. auch Beschwerde an die SID S. 3, Akten SID pag. 12 ff.). Dies 
und weitere Umstände machten den Anschein, dass er von der Ehefrau in 
finanziellen Belangen systematisch missbraucht worden sei in einer Weise, 
die ehelicher Gewalt gleichkomme (Beschwerde S. 6). Die Vorinstanz habe 
ihre Untersuchungspflicht verletzt, indem sie die Vorgänge nicht im Sinn sei-
ner Beweisanträge abgeklärt habe (Beschwerde S. 4). 

3.2.1 Eheliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, 
Macht und Kontrolle auszuüben (BGE 138 II 229 E. 3.2.1). Die anhaltende, 
erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der be-
troffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftiger-
weise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtli-
chen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und 
Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Nicht jede unglückliche, 
belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung 
einer Beziehung vermag bereits einen nachehelichen Härtefall und ein wei-
teres Anwesenheitsrecht zu begründen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2; zum 

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Ganzen VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.2.1, 2020/110 vom 23.8.2021 
E. 3.2 [bestätigt durch BGer 2C_752/2021 vom 22.11.2021]).

3.2.2 Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Unter-
suchungsgrundsatz; Art. 18 Abs. 1 VRPG). Sie sind gehalten, den rechtser-
heblichen Sachverhalt von sich aus richtig und vollständig abzuklären. Der 
Untersuchungsgrundsatz wird durch die Pflicht der Parteien ergänzt, an der 
Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie aus einem Begehren 
eigene Rechte ableiten (Mitwirkungspflicht; Art. 20 Abs. 1 VRPG; vgl. für das 
Ausländerrecht auch Art. 90 AIG; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20 N. 1 f. und 13). 
Eine ausländische Person, die vorbringt, Opfer ehelicher Gewalt im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AIG zu sein, trifft eine weitreichende Mit-
wirkungspflicht; sie hat die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft zu 
machen. Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle 
Spannungen genügen nicht. Wird häusliche Gewalt in Form psychischer Un-
terdrückung behauptet, müssen die Systematik der Misshandlung bzw. de-
ren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung 
objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden 
(vgl. Art. 77 Abs. 5 und 6 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulas-
sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; VGE 2020/110 
vom 23.8.2021 E. 3.3 [bestätigt durch BGer 2C_752/2021 vom 22.11.2021]; 
zu den Beweisanforderungen BGE 142 I 152 E. 6.2 [Pra 106/2017 Nr. 63]; 
BGer 2C_45/2021 vom 12.3.2021 E. 3.4, 2C_682/2019 vom 26.2.2020 
E. 4.1 [zu VGE 2018/294 vom 28.6.2019]). Es ist im Rahmen ihrer Mitwir-
kungspflicht an der betroffenen Person, diese Vorwürfe und insbesondere 
ihre psychischen Verletzungen zu substanziieren und, soweit möglich, zu 
dokumentieren (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG und dazu etwa 
BGE 138 II 229 E. 3.2.3; allgemein zur ausländerrechtlichen Mitwirkungs-
pflicht BVR 2015 S. 391 E. 5.5, 2010 S. 541 E. 4.2.3). Erst in diesem Fall 
trifft die Bewilligungs- oder Beschwerdeinstanz im Rahmen der Untersu-
chungsmaxime eine eigenständige Abklärungspflicht (vgl. etwa 
VGE 2020/235 vom 9.8.2021 E. 3.3 [bestätigt durch BGer 2C_682/2021 vom 
3.11.2021]).

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3.2.3 Der vom Beschwerdeführer gegen seine Exfrau erhobene Vorwurf, 
sie habe ihn ökonomisch unterdrückt und ausgenützt (vgl. vorne E. 3.2), 
bleibt insgesamt vage. Weder konkretisiert er die Höhe und die Häufigkeit 
der angeblich an seine Exfrau geleisteten Zahlungen (vgl. bereits angefoch-
tener Entscheid E. 3.4), noch legt er dar, dass oder inwiefern seine Exfrau 
im Zusammenhang mit den von ihm beklagten Umständen Druck auf ihn 
ausgeübt habe in einer Weise, dem er sich nicht hätte entziehen können. 
Insbesondere konnte ihm trotz damals wohl noch bescheidener Deutsch-
kenntnisse nicht entgangen sein, dass er den Leasingvertrag für den ge-
meinsamen Personenwagen Ende 2019 allein unterschrieb, ebenso laut ei-
genen Angaben das Handy-Abonnement seiner damaligen Frau, weil gegen 
diese diverse Betreibungen gelaufen seien (Akten MIDI pag. 217 f.; Be-
schwerde S. 5 und 6). Dies und der erlittene Totalverlust mit einem Block-
chain-Package, das seine Exfrau ohne sein Wissen gekauft habe, der De-
ckungsunterbruch infolge Nichtbezahlung der Versicherungsprämie für den 
Personenwagen inkl. Betreibung des Beschwerdeführers für durch die Frau 
verursachte Unfallkosten, andauernd verspätete Mietzinszahlung (Be-
schwerde S. 5 und 6) und die zwecks Zahlung von Schulden der Exfrau er-
suchte vorzeitige Auszahlung seines 13. Monatslohns zeigen zwar, dass die 
Exfrau ihre eigenen und die gemeinsamen finanziellen Angelegenheiten 
nicht im Griff hatte und sie den Beschwerdeführer diesbezüglich nicht ins 
Vertrauen zog. Als Ausdruck einer planmässigen Unterdrückung oder Aus-
beutung mit dem Ziel, Macht über den Beschwerdeführer auszuüben, kön-
nen diese Vorgänge indes nicht gedeutet werden. Sie zeichnen vielmehr das 
Bild einer jungen Frau (damals noch in der Lehre), die über den finanziellen 
Verhältnissen lebt, wobei der Beschwerdeführer zumindest beim Leasing 
des Personenwagens und Handy-Vertrag informiert und direkt mitbeteiligt 
war. Hinzu kommt, dass seine Exfrau entgegen seiner Behauptung die un-
entgeltliche Rechtspflege im Scheidungsverfahren erhalten hat (Schei-
dungsurteil vom 7.12.2022 [act. 7A]), wozu sie ihre finanziellen Verhältnisse 
offenlegen musste (bereits in der Scheidungsvereinbarung vom 19.9.2022 
wurde die Gewährung dieses Rechts vorbehalten; Beschwerdebeilage 4). 
Wenn daher beschwerdeweise gemutmasst wird, die Exfrau habe dem Be-
schwerdeführer finanziell offensichtlich weiterhin etwas zu verheimlichen, 
entbehrt dies einer Grundlage (vgl. Beschwerde S. 4). Zuzustimmen ist dem 
Beschwerdeführer darin, dass irrelevant ist, wer die Trennung zuerst ange-

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strebt hat (Beschwerde S. 3). Hingegen ist relevant, dass er im Juni 2021 
– also mehrere Monate nach der Trennung – angab, sich weiterhin ein 
gemeinsames Eheleben vorstellen zu können; sein Ehewille war also auch 
noch längere Zeit nach der Trennung nicht definitiv erloschen (Beschwerde 
S. 3; Akten MIDI pag. 147). Bei gleicher Gelegenheit gab er zudem 
Eifersucht als Trennungsgrund an; von psychischer oder finanzieller 
Unterdrückung war keine Rede. Auch dieses Aussageverhalten spricht 
gegen eine systematische finanzielle Oppression und verdeutlicht, dass ihm 
die Weiterführung der Ehe objektiv zumutbar gewesen wäre. Der 
entsprechenden Würdigung der Vorinstanz (angefochtener Entscheid E. 3.4) 
hat er nicht widersprochen. Er legt schliesslich weiterhin nicht ansatzweise 
dar, dass oder welche psychischen Folgen er durch das angebliche 
Verhalten seiner Exfrau erlitten haben soll und reicht weder Arztberichte 
noch andere Beweismittel ein, welche derartige Folgen plausibilisieren 
könnten. Insgesamt ist eine anhaltende, erniedrigende Behandlung oder 
eine schwerwiegende Druckausübung, wie sie zur Begründung ehelicher 
Gewalt vorliegen müsste, weder glaubhaft dargetan noch erstellt. Das 
Verhalten seiner Exfrau mag ihn enttäuscht und verletzt haben. Indes 
vermöchten die vorgebrachten Sachumstände – sollten sie sich tatsächlich 
so zugetragen haben – die geforderte Intensität für eine psychische 
Beeinträchtigung nicht begründen. 

3.2.4 Die Vorinstanz hat die vom Beschwerdeführer gestellten Beweisan-
träge abgewiesen, weil sie zu keinem anderen Ergebnis führen würden (an-
gefochtener Entscheid E. 6.1; sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. hierzu 
statt vieler BVR 2022 S. 93 E. 4.5.4; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f., je 
mit weiteren Hinweisen). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist 
nicht geeignet, diese Einschätzung als rechtsfehlerhaft erscheinen zu las-
sen: Seine vorinstanzlich gestellten Beweisanträge (Beschwerde an die SID 
S. 4 f., Akten SID pag. 12 ff.) entsprechen jenen, die er mit Verwaltungsge-
richtsbeschwerde (S. 6) wiederholt. Die SID hat seine Sachverhaltsdarstel-
lung nicht in Zweifel gezogen, sondern darauf abgestellt; ebendies gilt auch 
für das Verwaltungsgericht. Ein Bedarf, die «finanzielle Situation der Ehefrau 
detailliert zu durchleuchten» oder «Kontoauszüge anzufordern», bestand 
und besteht nicht, da sachverhaltlich namentlich als zutreffend unterstellt 
wird, dass die Einnahmen und Ausgaben des Paars ausschliesslich über das 

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Konto der Exfrau liefen, der Autoleasing- und Handy-Vertrag wegen Betrei-
bungen gegen die Exfrau nur über den Beschwerdeführer geschlossen wer-
den konnte und die Exfrau Zahlungsverpflichtungen oft oder nicht durchge-
hend (rechtzeitig) nachkam. Weiter könnte der Umstand, dass die Exfrau bei 
der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) angemeldet, aber gleichzeitig einer 
Arbeit nachgegangen sei, von vornherein keine eheliche Gewalt in Form ei-
ner systematischen ökonomischen Ausnützung belegen. Im Übrigen hätte 
der Beschwerdeführer aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 90 Bst. a und 
b AIG) insbesondere den über ihn laufende Handy-Vertrag und eine Bestä-
tigung des Vermieters über andauernden Zahlungsverzug der Exfrau ohne 
Weiteres selber beibringen können. Schliesslich versprechen weitere Abklä-
rungen in Form von Befragungen des (Ex-)Ehepaars (vorne Bst. C) keine 
zusätzlichen entscheiderheblichen Erkenntnisse. Soweit als Beweisantrag 
die Untersuchung verlangt ist, ob die Exfrau den Beschwerdeführer in finan-
ziellen Angelegenheiten systematisch missbraucht hat (Beschwerde an die 
SID S. 5, Verwaltungsgerichtsbeschwerde S. 6), betrifft dies nicht den Sach-
verhalt, sondern die rechtliche Würdigung. Insgesamt ist es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen, mit seiner Darstellung der Sachumstände eheliche 
Gewalt glaubhaft zu machen (vgl. E. 3.2.3 hiervor; anders die Situation ge-
mäss BGer 2C_585/2020 vom 22.3.2021, zitiert in der Beschwerde S. 8). Die 
Ausländerbehörden trifft daher keine Pflicht, eigenständige Abklärungen zu 
treffen (vgl. vorne E. 3.2.2). Die Vorinstanz durfte folglich in antizipierter Be-
weiswürdigung auf die Abnahme der beantragten Beweise verzichten und 
das Verwaltungsgericht lehnt die Beweisanträge aus den gleichen Überle-
gungen ab. Eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung und zur 
richtigen und vollständigen Feststellung des Sachverhalts erübrigt sich bei 
dieser Sachlage (vgl. vorne Bst. C).

3.2.5 Insgesamt ist eheliche Gewalt im Sinn von Art. 50 Abs. 2 AIG zu ver-
neinen.

3.3 Der Beschwerdeführer verweist weiter auf seine Integration in der 
Schweiz. Er habe eine Ausbildung in der Schweiz absolviert, sei wirtschaft-
lich und sprachlich gut integriert. Ausserdem könne er eine Weiterbildung auf 
Kosten des Arbeitgebers beginnen (Beschwerde S. 7). – Die Integrations-
leistungen des Beschwerdeführers sind anzuerkennen (ebenso angefochte-

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ner Entscheid E. 5.3). Er geht seit September 2020 einer unbefristeten Voll-
zeiterwerbstätigkeit als Hilfsmitarbeiter nach und hat soweit aktenkundig nie 
Sozialhilfeleistungen bezogen (Akten MIDI pag. 112, 155 ff.). Seine Schul-
densituation scheint zwischenzeitlich bereinigt (Akten MIDI pag. 182 f.). 
Sprachlich ist der Beschwerdeführer gut integriert (Sprachkompetenzen so-
wohl mündlich als auch schriftlich Niveau A2; Akten MIDI pag. 131). Hinge-
gen sind intensive soziale Bindungen zur einheimischen Bevölkerung, deren 
Abbruch ihn hart treffen würde, nicht belegt. Seine – wenn auch nicht 
schwere – Straffälligkeit (Verurteilungen vom 16.11.2020 und 27.3.2023 we-
gen Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung zu einer 
bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen und einer Busse bzw. zu einer 
Busse; Akten MIDI pag. 137; act. 9A) spricht sodann gegen eine erfolgreiche 
soziale Integration, ist doch die Respektierung der rechtsstaatlichen Ord-
nung ein zentraler Aspekt jeglicher Integration (Art. 58a Abs. 1 Bst. a AIG; 
so auch angefochtener Entscheid E. 4.3). Insgesamt ergibt sich damit das 
Bild einer im Ansatz durchaus gelungenen, aber nicht gänzlich erfolgreichen 
Integration. Allerdings begründet rechtsprechungsgemäss auch eine unein-
geschränkt gelungene Integration keinen Anspruch im Rahmen von Art. 50 
Abs. 1 Bst. b AIG (BGer 2C_10/2023 vom 31.5.2023 E. 3.2.3 [zu 
VGE 2022/55 vom 22.11.2022]; VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.3). 

3.4 Der Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz ist auch nicht 
mit einer Entwurzelung im Heimatland einhergegangen. Mit der Vorinstanz 
ist von intakten Wiedereingliederungsmöglichkeiten im Heimatland auszuge-
hen (angefochtener Entscheid E. 5.3): Der Beschwerdeführer ist im Alter von 
26 Jahren in die Schweiz eingereist zwecks Heirat einer Landsfrau. Er hat 
sein gesamtes bisheriges Leben in seiner Heimat verbracht. Die dort herr-
schenden Verhältnisse sind ihm bestens vertraut. In der Schweiz hält er sich 
noch nicht lange auf. Eine Rückkehr ist ihm zumutbar, zumal er dort über 
Familienangehörige verfügt. Der Beschwerdeführer setzt diesen überzeu-
genden Erwägungen der Vorinstanz nichts Stichhaltiges entgegen. Insoweit 
kann auf diese verwiesen werden. 

3.5 Nach dem Erwogenen stellen die vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Umstände weder je für sich allein noch zusammen betrachtet einen 
wichtigen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG dar. Die 

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Vorinstanz hat einen nachehelichen Härtefall und damit einen Anspruch des 
Beschwerdeführers auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung zu 
Recht verneint.

4.

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungs-
verlängerung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Die Vorinstanz hat 
eine ermessensweise Bewilligungsverlängerung ebenfalls verweigert (ange-
fochtener Entscheid E. 5). Dabei hat sie die massgebenden Gesichtspunkte 
und Interessen in Einklang mit der publizierten Praxis des Verwaltungsge-
richts vollständig einbezogen und zutreffend gewichtet, eingeschlossen die 
Aufenthaltsdauer, die Integration und die Wiedereingliederungsmöglichkeit 
im Heimatland (insb. E. 5.3). Der Beschwerdeführer kritisiert dies nicht. Die 
Vorinstanz hat das Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt (vgl. zu den 
strengen Anforderungen BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.3 f.).

5.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist 
abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zwei-
erbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

6.

Mit der Beschwerdeabweisung wird auch die Wegweisung des Beschwerde-
führers bestätigt, die Konsequenz der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe-
willigung ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 Bst. c AIG). Praxisgemäss ist in solchen Fäl-
len eine neue Ausreisefrist anzusetzen (Art. 64d Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 

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S. 314 E. 7), da die von der Vorinstanz festgesetzte Frist regelmässig – so 
auch hier – abgelaufen ist. Indes hat der Rechtsvertreter jüngst mitgeteilt, 
dass seines Wissens der Beschwerdeführer neu in B.________ wohne, dort 
eine Freundin habe und aus dieser Beziehung ein Kind hervorgegangen sei. 
Er gehe davon aus, dass sein Klient nun über die neue Freundin eine Auf-
enthaltsbewilligung im Kanton Waadt erlangen wolle (vgl. act. 14 und 15). 
Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich, auf das Ansetzen einer Ausreisefrist 
ausnahmsweise zu verzichten. Es ist Sache des ABEV, eine Ausreisefrist 
anzusetzen, wenn nicht innert angemessener Frist ein Gesuchsverfahren im 
Kanton Waadt eingeleitet würde, in dem der Beschwerdeführer um Bewilli-
gung des prozeduralen Aufenthalts ersuchen könnte.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdefüh-
rer kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu spre-
chen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Auf das Ansetzen einer neuen Ausreisefrist wird im Sinn der Erwägung 6 
verzichtet.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- entnom-
men. Der Restbetrag von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.09.2023, Nr. 100.2022.306U, 
Seite 13

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern, Migrationsdienst

(ad Ziff. 2)
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.