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**Case Identifier:** c869889e-669a-5288-9b25-9113f740cab0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.10.2020 200 2020 372
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-372_2020-10-08.pdf

## Full Text

200 20 372 IV
FUE/REL/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
ausgebildete … sowie …, erlangte ein … und war zuletzt seit 2012 bei ver-
schiedenen Arbeitgebern im Bereich … erwerbstätig (Antwortbeilage der 
IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 4, 6). Am 12. Januar 
2018 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Erschöpfungsdepression, 
einen verletzten Enddarm, eine vergrösserte Hypophyse und Morbus 
Crohn bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug an (AB 4). Die IVB nahm Abklärungen in erwerblicher und medizini-
scher Hinsicht vor und liess die Versicherte polydisziplinär (allgemein-inter-
nistisch/psychiatrisch/rheumatologisch) begutachten (AB 39). Gestützt auf 
die Expertise vom 13. Juni 2019 (AB 47.1-47.4) und einen Abklärungsbe-
richt Haushalt/Erwerb (AB 57) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 14. Ok-
tober 2019 (AB 59) die Verneinung eines Rentenanspruchs bei einem Ge-
samtinvaliditätsgrad von 33 % in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicher-
te – vertreten durch B.________ – mit Einwand vom 13. Dezember 2019 
(AB 70) nicht einverstanden, reichte aktuelle Berichte der behandelnden 
Ärzte zu den Akten (AB 70 S. 3 ff.) und beantragte die Ausrichtung einer 
Invalidenrente (IV-Rente) sowie eventualiter die Wiederholung der polydis-
ziplinären Begutachtung. Nach Einholen je einer Stellungnahme des Regi-
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD [AB 72]) und des Abklärungsdienstes 
(AB 74) verneinte die IVB mit Verfügung vom 17. April 2020 den Anspruch 
auf eine IV-Rente (AB 75).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch B.________ – 
am 20. Mai 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. 
Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Ausrich-
tung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung und eventualiter die 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und 
zur Neubeurteilung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. April 2020 
(AB 75). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades Erwerbstätiger wird das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

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2.3.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.3.2 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des IV-Grads der 
IV-Grad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der IV-Grad in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201 [in 
der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Die Berechnung des IV-Grads 
in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätig-
keit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf 
ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV [in der seit 
1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Für die Berechnung des IV-Grads in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil 
der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich 
zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(Art. 27bis Abs. 4 IVV [in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

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ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1.1 Im polydisziplinären Gutachten der C.________ (MEDAS), vom 
13. Juni 2019 (AB 47.1) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen 
gestellt (S. 8 f.):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- Anamnestisch rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig am 

ehesten leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0)
- Angststörung gemäss ICD-10, am ehesten Panikstörung mit 

agoraphobischen Zügen (ICD-10: F41.0/differentialdiagnostisch 
ICD-10: F40.01) 

- Morbus Crohn seit 2015
- Stuhlinkontinenz für festen und ungeformten Stuhl sowie Gas 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

- Multilokuläres Schmerzsyndrom am Bewegungsapparat, klinisch 
und anamnestisch am ehesten im Sinne einer 
Schmerzfehlverarbeitung, nicht einem rheumatologischen 
Krankheitsbild entsprechend

- Schulterimpingement links mehr als rechts bei freier Beweglichkeit 
beider Schultergelenke

- Muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits (Trapezius)
- Leichte Rhizarthrose beidseits
- Unspezifische Rückenschmerzen
- Genua vara 
- Status nach Meniskusoperation rechts
- Spreizfüsse 
- beginnender Hallux valgus links
- Status nach rezidivierenden Gastritiden 
- Prolaktinom mit Prolaktinerhöhung
- Psoriasis Haarboden
- Status nach Sectio 1998 
- Status nach Hysterektomie 
- Status nach laparoskopischer Operation einer Ovarialzyste

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- Tinnitus beidseits
- grauer Star beidseits, Operation geplant

Gestützt auf die Exploration vom 18. Dezember 2018 hielt Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Arbeitsmedizin, im allgemeinmedizinischen 
Teilgutachten (AB 47.2) fest, dass bezüglich der Stuhlinkontinenz neben 
konservativen Massnahmen zur Besserung der Kontinenz zusätzlich zum 
bereits eingenommenen Quellmittel auch Immodium und eine Bio-
Feedback-Methode bei einem ausgebildeten Therapeuten aktenanamnes-
tisch empfohlen worden sei. Parallel sei auf eine geeignete Arbeitssituation 
zu achten, welche die organisatorische und zeitliche Möglichkeit zum Auf-
suchen eines WC jederzeit möglich mache (S. 7).

Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führ-
te im psychiatrischen Teilgutachten (AB 47.3) aus, dass formal eine leicht-
gradige depressive Episode zu diagnostizieren sei, die aufgrund der akten-
kundigen Vorgeschichte am ehesten im Rahmen einer rezidivierenden de-
pressiven Störung zu interpretieren sei. Zudem würden seit 2015 beste-
hende Angstzustände beschrieben. Aufgrund der verschiedenen Trigger 
sei gemäss ICD-10 eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) zu diagnostizieren, 
differentialdiagnostisch sei die Klassifizierung als Agoraphobie mit Pa-
nikstörung (ICD-10: F40.01), wie sie die behandelnde Psychiaterin feststel-
le, aber auch vertretbar. Unter Berücksichtigung der ICD-10-
Klassifizierungsregeln müsse auch erwogen werden, die Angst klassifikato-
risch im Rahmen der depressiven Störung zu fassen, wobei unabhängig 
von der Codierung ihre zusätzliche Wirksamkeit auf das Funktionsniveau 
zu konzedieren sei. Aufgrund der depressiven Symptomatik und der Angst-
symptomatik sei die Beschwerdeführerin hinsichtlich mehrerer relevanter 
Partizipationsfunktionen deutlich beeinträchtigt. Dies betreffe aufgrund der 
Deprimiertheit, Antriebsschwäche, Müdigkeit, Verlangsamung und negati-
ven Kognitionen im Zusammenhang mit der depressiven Störung etwas 
mittelgradig vor allem ihre Flexibilität und Durchhaltefähigkeit, sowie in ge-
wissem Rahmen auch Selbstbehauptungs- und Kontakt- sowie Grup-
pen(=Team)Fähigkeit. Gesamthaft sei der Schweregrad der psychiatri-
schen Störung bei der Beschwerdeführerin aktuell als mittelgradig (an der 
Grenze zu leichtgradig) einzuschätzen, wobei festzustellen sei, dass eine 
leitliniengerechte und suffiziente Behandlung derzeit nicht stattfinde (S. 12). 

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Eine solche, insbesondere medikamentöse Behandlung sei bei der in die-
sem Fall mit einer Angstsymptomatik bzw. -störung kombinierten depressi-
ven Störung aber dringend zu empfehlen (S. 12 f.). In der bisherigen Tätig-
keit im Bereich … bestehe aus rein psychiatrischer Sicht derzeit eine quan-
titative Arbeitsfähigkeit von 60 % (Präsenzzeit ca. fünf bis fünfeinhalb Stun-
den täglich in einer gedachten Fünf-Tage-Woche), wobei im Zusammen-
hang mit der Verlangsamung, Ermüdbarkeit und negativen Kognitionen 
eine darüberhinausgehende Minderung der effektiven Leistungsfähigkeit 
um 10 % (von 100 %) auf demnach insgesamt 50 % (effektive Leistungs-
fähigkeit) zu konzedieren sei. Aufgrund der Aktenlage sei anzunehmen, 
dass diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit etwa seit Herbst 2017 bzw. 
Anfang 2018 bestehe (S. 13). In optimal angepasster Tätigkeit ohne zu-
sätzliche externe Stressoren wie Zeit- oder Termindruck, ohne häufige bzw. 
anspruchsvolle Kundenkontakte, ohne Arbeiten spät abends oder nachts, 
mit möglichst wohnungsnah gelegenem Arbeitsort etc. sei eine Präsenz- 
und effektive Leistungsfähigkeit von (je nach Umständen, wobei z.B. auch 
die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort eine Rolle spiele) 60 % bis 
70 % zumutbar. Bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei zu-
sätzlich zu berücksichtigen, dass diese derzeit ohne störungsspezifische 
Behandlung bestehe, so dass von einer deutlichen Besserung nach Einlei-
tung einer adäquaten Behandlung auszugehen sei (S. 14).

Im rheumatologischen Teilgutachten (AB 47.4) hielt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und Facharzt für 
Rheumatologie, fest, dass entsprechend den klinischen Untersuchungsbe-
funden aus rein rheumatologischer Sicht keine relevanten Funktionsein-
bussen beständen (S. 7). Entsprechend dieser Beurteilung könne aus 
rheumatologischer gutachterlicher Sicht weder aktuell noch retrospektiv 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer 
angepassten Tätigkeit begründet werden (S. 8).

In der Konsensbeurteilung (AB 47.1) hielten die Gutachter fest, für die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … seien 
die allgemeinmedizinischen Diagnosen führend. Es bestehe eine 100 %ige 
Arbeitsunfähigkeit auf Grund der ausgeprägten Stuhlinkontinenz für festen 
und ungeformten Stuhl sowie Gas. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

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bestehe ca. seit August 2017. In einer angepassten Tätigkeit bestehe der-
zeit eine quantitative Arbeitsfähigkeit von 60 % (Präsenzzeit ca. fünf bis 
fünfeinhalb Stunden täglich in einer Fünftagewoche), wobei im Zusammen-
hang mit der Verlangsamung, Ermüdbarkeit und negativen Kognitionen 
eine darüberhinausgehende Minderung der effektiven Leistungsfähigkeit 
um 10 % (von 100 %) auf demnach insgesamt 50 % (effektive Leistungs-
fähigkeit) zu konzedieren sei (S. 11). In optimal angepasster Tätigkeit sei 
eine Präsenz- und effektive Leistungsfähigkeit von (je nach Umständen, 
wobei z.B. auch die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort eine Rolle 
spiele) 60 % bis 70 % zumutbar. Eine solche optimal angepasste Tätigkeit 
sollte ohne zusätzliche externe Stressoren wie Zeit- oder Terminduck, ohne 
häufige bzw. anspruchsvolle Kundenkontakte, ohne Arbeiten spät abends 
oder nachts, mit möglichst wohnungsnah gelegenem Arbeitsort etc. sein. 
Es sollte darauf geachtet werden, dass jederzeit der Gang zum WC organi-
satorisch und räumlich aus der Arbeitssituation möglich sei; eine vorwie-
gend sitzende Tätigkeit sei gut. Es sei zu berücksichtigen, dass die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit bereits ohne störungsspezifische Behand-
lung gelte, so dass von einer deutlichen Besserung nach Einleitung einer 
adäquaten psychiatrischen Behandlung auszugehen sei. Diese Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit August 2017 (S. 12).

3.1.2 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. G.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, nahm mit Bericht vom 17. November 2019 
(AB 70 S. 3 ff.) Stellung zum psychiatrischen Teilgutachten (AB 47.3) und 
führte aus, dass die durch sie in grösseren Abständen durchgeführte Tes-
tung der Hamilton-Depressionsskala Ende 2018 eine Gesamtpunktzahl von 
24 ergeben habe, was einer mittelgradigen depressiven Störung entspre-
che. Der aktuelle Wert am 12. November 2019 liege sogar bei 31 Punkten, 
was einer schweren depressiven Störung entspreche (AB 70 S. 3). Zudem 
habe sich bei der testpsychologischen Zusatzuntersuchung beim Screening 
der kognitiven Funktionen ein Wert von 25 unter dem Cut-Off von 26 erge-
ben, was als klinisch bedeutsamer Wert zu interpretieren sei. Zwar sei der 
Gutachterin beizupflichten, dass eine medikamentöse antidepressive The-
rapie sinnvoll sei, wenn man von einer mittelgradigen Depression ausgehe. 
Allerdings müsse diese medikamentöse Therapie bezüglich Verträglichkeit 
auch zumutbar sein, was bei der Beschwerdeführerin leider nicht der Fall 

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sei, obwohl sie nicht wenige Versuche unternommen habe, eine antide-
pressive und anxiolytische Pharmakotherapie zu installieren (S. 4). Bei ei-
ner Panikstörung bestehe nach ICD-10: F41.0 in der konkreten Situation 
"keine objektive Gefahr", weshalb diese Diagnose bei der Beschwerdefüh-
rerin nicht zutreffe: bei der kompletten Stuhlinkontinenz bestehe sehr wohl 
die Gefahr, dass der "worst case" eintreffe, da die Beschwerdeführerin 
nicht nur eine freie Toilette in der Nähe haben müsse, sondern sie diese 
auch noch sofort aufsuchen können und diese zuverlässig frei sein müsse. 
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei nachvollziehbar, wie die Gutachterin ge-
stützt auf die rein klinische Beurteilung auf eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit 
komme (S. 5). Insbesondere der Schritt von 50 % (also halbtags) zu 60 % 
(d.h. auch nach einer Mittagspause weiterzuarbeiten) sei sehr schwierig. 
Zudem sei in der multidisziplinären Begutachtung der Tatsache kein Ge-
wicht gegeben worden, dass es bei gleichzeitigem Vorliegen von unter-
schiedlichen somatischen und psychischen Beschwerdebildern zu einer 
wechselseitigen Beeinflussung und Akzentuierung der Symptomatik im 
psychosomatischer aber auch somatopsychischer Richtung komme. Damit 
sei die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit grösser. Zum Arbeitspensum bei 
Gesundheit sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin 
nicht in die Berechnung einfliessen lasse, dass die Beschwerdeführerin 
gerne mehr als 80 % arbeiten wollen würde und dass keinerlei Einschrän-
kung im Haushalt attestiert werde (S. 6).

3.1.3 Die Fachärzte des Spitals H.________, wo die Beschwerdeführerin 
mit Humira behandelt wurde, diagnostizierten im Bericht vom 21. Novem-
ber 2019 (AB 70 S. 8 ff.) einen Morbus Crohn, ein Prolaktinom, eine kom-
plette Stuhlinkontinenz, eine Depression sowie Migräne als Hauptdiagno-
sen. Als Nebendiagnosen wurden eine Laterale Zystozele Grad III, eine 
Zervikalgie, degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule sowie 
Psoriasis auf dem Haarboden festgehalten. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde 
nicht attestiert (S. 10).

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Vertrauensarzt SGV (nach ei-
genen Angaben Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie [D]; im 
Medizinalberuferegister ohne anerkannten Facharzttitel verzeichnet [vgl. 
<https://www.medregom.admin.ch/>]), fasste in seiner Stellungnahme vom 

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13. Februar 2020 (AB 72) die vorliegenden medizinischen Akten zusam-
men und hielt fest, dass die behandelnde Psychiaterin in ihrem Bericht vom 
17. November 2019 (AB 70 S. 3 ff.) lediglich auf das psychiatrische Teil-
gutachten eingehe ohne einen dezidierten psychopathologischen Befund-
bericht oder eine konkrete Beurteilung der Fähigkeitsbeeinträchtigung aus 
ihrer Sicht darzustellen. Ihre Einwände führten nicht zu einer aus versiche-
rungsmedizinischen Gründen anderen Bewertung der im vorliegenden 
psychiatrischen Teilgutachten genannten Ausprägung der depressiven 
Symptomatik oder der kognitiven Fähigkeiten (AB 72 S. 2). Hinsichtlich der 
durchgeführten Testpsychologie sei zu betonen, dass diese für sich allein 
nicht aussagekräftig sei. Zudem sei die Interaktion zwischen somatischen 
und psychischen Beeinträchtigungen im Rahmen der polydisziplinären Be-
urteilung berücksichtigt worden. Aus den vorgelegten Berichten des Spitals 
H.________ (AB 70 S. 8 ff.) ergäben sich ebenfalls keine neuen Anknüp-
fungstatsachen im Vergleich zur polydisziplinären Begutachtung, weshalb 
an der genannten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unverändert festzuhalten 
sei (AB 72 S. 3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

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gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungs-
weise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor-
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation ent-
springende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV 
Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 17. April 2020 (AB 75) auf die Konsensbeurteilung des polydiszi-
plinären MEDAS-Gutachtens vom 13. Juni 2019 (AB 47.1) und die dazu-
gehörenden Teilgutachten (AB 47.2 bis AB 47.4) gestützt, wonach bei der 
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit vorliege und in einer optimal angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von insgesamt 60 % bis 70 % bestehe (S. 12). 

Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS (AB 74.1) wie auch die einzel-
nen Teilexpertisen der Fachgutachter (AB 47.2 bis AB 47.4) sind für die 
streitigen Belange umfassend, beruhen auf einlässlichen klinischen Explo-
rationen und wurden in Kenntnis der Vorakten sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden erstattet. Sie überzeugen inhaltlich, indem die 
darin enthaltenen Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge sowie 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten und die Schluss-
folgerungen nachvollziehbar begründet sind. Die Beurteilung des Gesund-

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heitszustandes erfolgte unter dem Einbezug sämtlicher hier relevanten me-
dizinischen Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen 
anlässlich eines Konsensgesprächs (AB 47.1). Damit erfüllt die polydiszi-
plinäre MEDAS-Expertise die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisan-
forderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 
V 351 E. 3b/bb S. 353), weshalb sich weitere Sachverhaltserhebungen – 
sei es als Beweismassnahme im vorliegenden Beschwerdeverfahren oder 
im Rahmen der beantragten Rückweisung (Beschwerde vom 20. Mai 2020, 
Rechtsbegehren 3) – erübrigen. 

Keinen Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens zu wecken vermögen 
die später eingereichten Berichte der behandelnden Ärzte (AB 70 S. 3 ff. 
und AB 70 S. 8 ff.). Die Fachärzte des Spitals H.________ nannten in ih-
rem Bericht vom 21. November 2019 (AB 70 S. 8 ff.) keine wesentlichen 
Tatsachen, die den Gutachtern bei der Erstellung ihrer Expertise nicht be-
kannt waren. So waren den MEDAS-Gutachtern die aus gastroenterologi-
scher Sicht als einschränkend geklagten Diagnosen des Morbus Crohn und 
der Stuhlinkontinenz für festen und ungeformten Stuhl sowie Gas durchaus 
bekannt (AB 47.1 S. 5 und S. 9; vgl. auch AB 47.5 S. 1) und sie haben de-
ren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in ihrer Beurteilung berücksichtigt 
(AB 47.1 S. 10 Ziff. 4.3). Auch der Umstand, dass die behandelnde Psych-
iaterin Dr. med. G.________ in ihrem Bericht vom 17. November 2019 
(AB 70 S. 3 ff.) im Einklang mit dem Gutachten eine depressive Störung 
diagnostiziere, diese aber anders als die psychiatrische Gutachterin 
Dr. med. E.________ als mittelgradig bis schwer qualifizierte, vermag das 
polydisziplinäre Administrativgutachten nicht in Frage zu stellen. Dr. med. 
G.________ hat ihre unterschiedliche Einschätzung des Schweregrads der 
Depression einzig auf die subjektiv geklagten Beschwerden und die Resul-
tate der Testung anhand der Hamilton-Depressionsskala abgestützt, deren 
Aussagefähigkeit indessen stark von der Kooperation der Patientin ab-
hängt. Zur Diagnosestellung ist jedoch die klinische Untersuchung mit 
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ent-
scheidend und dem erwähnten Testverfahren kommt im Rahmen der 
psychiatrischen Beurteilung höchstens eine ergänzende Funktion zu (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. November 2019, 8C_465/2019, 
E. 5 mit Hinweisen). Die Psychiaterin Dr. med. G.________ nahm schliess-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 14

lich Stellung zur gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit (S. 5 Ziff. 5) und 
beurteilte diese als nachvollziehbar. Gleichzeitig führte sie jedoch aus, dass 
der Schritt von einem 50 %-Pensum auf ein solches von 60 % sehr schwie-
rig sei (S. 6) und kritisierte, dass die Wechselwirkungen zwischen somati-
schen und psychischen Beschwerdebildern nicht berücksichtigt worden 
seien. Eine eigene Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin gab sie hingegen nicht ab. Ohnehin ist in diesem Zu-
sammenhang zu beachten, dass die medizinische Folgenabschätzung – 
gerade, aber nicht nur im Bereich der Psychiatrie – eine hohe Variabilität 
aufweist und unausweichlich Ermessenszüge trägt (BGE 140 V 193 E. 3.1 
S. 195, 137 V 210 E. 3.4.2.3 S. 253). Nach der höchstrichterlichen Recht-
sprechung sind die verschiedenen medizinisch-psychiatrischen Interpreta-
tionen denn auch zulässig und zu respektieren, sofern die Expertin – wie 
hier – lege artis vorgegangen ist (statt vieler: Entscheid des BGer vom 
23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 4.2.2 mit Hinweisen).

3.4 Nach dem Dargelegten ist – entgegen den Vorbringen der Be-
schwerdeführerin – auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 
13. Juni 2019 (AB 47.1) abzustellen. Mit den Gutachtern ist davon auszu-
gehen, dass aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär-
tig leichtgradige Episode, der Angststörung, des Morbus Crohn sowie der 
Stuhlinkontinenz seit August 2017 in der angestammten Tätigkeit eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit sowie in einer optimal angepassten Tätigkeit 
eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 %, d.h. gemittelt 65 %, vorliegt 
(S. 12). 

4.

Was den Status anbelangt (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheits-
fall), nahm die Beschwerdegegnerin die Invaliditätsbemessung in Anwen-
dung der gemischten Methode unter Berücksichtigung eines Status von 
80 % Erwerb und 20 % Aufgabenbereich Haushalt (AB 75) vor (vgl. 
E. 2.3.1 hiervor). Dies ist nicht zu beanstanden. Auch wenn die Beschwer-
deführerin anführt, im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig sein zu wollen 
(Beschwerde vom 20. Mai 2020 S. 3 Ziff. 7), besteht aufgrund ihrer Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 15

werbsbiographie (AB 57 S. 4 Ziff. 3.2) kein Anlass, hiervon abzuweichen. 
Zwar gab die Beschwerdeführerin im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb 
vom 2. Oktober 2019 (AB 57) an, gegenüber ihrem letzten Arbeitgeber den 
Wunsch zur Aufstockung ihres Pensums auf ein Vollpensum geäussert zu 
haben (S. 5 Ziff. 3.3). Dass sie sich aber tatsächlich um einen Stellenwech-
sel bemüht hätte, nachdem die Pensumerhöhung in der angestammten 
Tätigkeit nicht möglich war, ist aufgrund der Akten nicht ausgewiesen. Es 
ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Be-
schwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen einer Vollzeitbe-
schäftigung nachgehen würde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie 
weiterhin in einem 80 %-Pensum erwerbstätig wäre, weshalb die gemischte 
Methode zur Anwendung gelangt (vgl. E. 2.3.1 vorstehend).

5.

Zunächst ist zu prüfen, wie es sich mit der Invalidität im Erwerbsbereich 
verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode des Einkom-
mensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 16

zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 
E. 5.1.3). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die 
im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist aufgrund der bestehenden somatischen 
Einschränkungen seit August 2017 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 
… eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, bzw. eine solche von 35 % in einer 
optimal angepassten Tätigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.4 vorstehend). Der 
frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der IV-Anmeldung im Januar 2018 (AB 4) in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf August 2018 festzusetzen. 
Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 17

5.3 Die Beschwerdeführerin war zuletzt als … bei der J.________ AG in 
einem Pensum von 80 % arbeitstätig gewesen (AB 6 und AB 16). Auch 
wenn sie angibt, sie habe das Gefühl, aus dieser Stelle "herausgemobbt" 
worden zu sein (AB 47.3 S. 5), ist dennoch davon auszugehen, dass sie 
überwiegend wahrscheinlich bei guter Gesundheit – allenfalls in einer an-
deren Filiale desselben Arbeitgebers – weiterhin dieser Tätigkeit nachge-
hen würde. Das Valideneinkommen ist deshalb aufgrund des zuletzt erziel-
ten Lohnes festzusetzen (vgl. E. 5.1.1 vorstehend). Gemäss Arbeitgeberbe-
richt vom 13. Februar 2018 (AB 16) betrug der letzte Lohn bei einem Ar-
beitspensum von 80 % im Jahr 2017 Fr. 44'200.– (S. 3 Ziff. 2.10). Aufge-
rechnet auf ein Vollpensum (Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV, vgl. E. 2.3.2 hiervor) 
und indexiert auf das Jahr 2018 (BFS, Tabelle "Nominallohnindex nach 
Geschlecht", Tabelle T1.2.10, Frauen, Periode 2016 bis 2019, Zeile 45-47 
"Handel und Reparatur", Index 2017: 101.4 bzw. 2018: 101.7) ist von ei-
nem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 55'413.45 pro Jahr auszu-
gehen (Fr. 44'200.– / 0.8 / 101.4 x 101.7). Im Übrigen änderte sich im Er-
gebnis nichts, wenn auf die entsprechenden statistischen Lohnangaben 
(LSE 2016, Zeile 47 Detailhandel, Kompetenzniveau 1, Frauen: Fr. 4'390.–) 
abgestellt würde, läge diesfalls das Valideneinkommen nur unwesentlich 
höher.

5.4

5.4.1 Die Beschwerdeführerin arbeitet zurzeit nicht und verwertet damit 
die ihr noch verbleibende Restarbeitsfähigkeit von durchschnittlich 65 % in 
einer optimal angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.4 vorstehend) nicht. Das In-
valideneinkommen ist deshalb aufgrund statistischer Lohnangaben der LSE 
festzulegen. Da der Verfügungserlass vor Veröffentlichung der LSE 2018 
am 21. April 2018 erfolgte, ist vorliegend die Tabelle TA1 der LSE 2016 
(abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>) massgebend (vgl. E. 5.1.2 vorste-
hend). Gemäss dieser Tabelle, Total, Kompetenzniveau 1, beträgt der 
massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen Fr. 4'363.–. Auf die be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Tabelle „Betriebs-
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“, 
Jahr 2016) aufgerechnet und indexiert auf die Werte für das Jahr 2018 
(BFS, Tabelle "Nominallohnindex nach Geschlecht", Tabelle T1.2.10, Frau-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 18

en, Periode 2016 bis 2019, Total, Index 2016: 100.8 bzw. 2018: 101.7), 
resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 55'068.45 (Fr. 4‘363.– x 12 Mo-
nate : 40 x 41.7 : 100.8 x 101.7) im Jahr 2018. Unter Berücksichtigung der 
35 %igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem MEDAS-
Gutachten (vgl. E. 3.4 vorstehend) ergibt sich ein Jahreseinkommen von 
Fr. 35'794.55 (Fr. 55'068.45 x 0.65). Der von der Beschwerdeführerin in der 
Beschwerde vom 20. Mai 2020 (S. 4 Ziff. 14) beantragte leidensbedingte 
Abzug von 10 % wurde von der Beschwerdegegnerin gewährt (AB 57 S. 7 
Ziff. 5.2) und ist nicht zu beanstanden (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Zu berücksich-
tigen ist damit ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 32'215.05 
(Fr. 35'794.55 x 0.9).

5.4.2 Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf die gutachterlich attes-
tierte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geltend, diese sei auf-
grund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwertbar (Beschwerde 
vom 20. Mai 2020 S. 4 Ziff. 11 ff.). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich 
an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium 
anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen 
Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person 
verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Der Einfluss des 
Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des 
Einzelfalls ab (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 
2019 IV Nr. 7 S. 21 E. 3.2). Zum Zeitpunkt der Erstellung des polydiszi-
plinären Gutachtens im Juni 2019 – und damit im Zeitpunkt, in dem die 
medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststand und auf 
den es hinsichtlich der Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit 
bei vorgerücktem Alter entscheidend ankommt (BGE 143 V 431 E. 4.5.1 
S. 433, 138 V 457 E. 3.3 S. 462; SVR 2017 IV Nr. 85 S. 266 E. 2.2.2) – war 
die Beschwerdeführerin 58 Jahre und neun Monate alt. Die verbleibende 
Aktivitätsdauer bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters betrug 
damit noch gut fünf Jahre. Diese Zeitspanne kann als ausreichend be-
zeichnet werden, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, 
sich einzuarbeiten und diese Arbeit dann auszuüben (Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 19

vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 4.3). Die Verwertbarkeit der Restar-
beitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit ist damit trotz fort-
geschrittenen Alters der Beschwerdeführerin zu bejahen.

5.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'413.45 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 32'215.05 ergibt sich eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 23'198.40 und damit ein IV-Grad im Bereich der Erwerbstätigkeit von 
41.86 % ([Fr. 55'413.45 ./. Fr. 32'215.05] / Fr. 55'413.45 x 100) resp. ge-
wichtet 33.49 % (41.69 % x 0.8 [Status]).

6.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen (vgl. 
E. 2.3.1 hiervor). 

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Der auf der Erhebung vom 24. September 2019 basierende Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 2. Oktober 2019 (AB 57) samt Stel-
lungnahme vom 9. April 2020 (AB 74) erfüllt die Anforderungen der Recht-
sprechung gemäss Erwägung 6.1 hiervor und überzeugt. Die Feststellun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 20

gen der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und 
in Anwesenheit der Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und 
berücksichtigen die bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen 
(AB 57 S. 7 Ziff. 5.1). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Ge-
wichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und den Einschrän-
kungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen 
Rechnung getragen (S. 8 ff. Ziff. 7.2). Klare Fehleinschätzungen, die ent-
scheidwesentlich sind, liegen keine vor und werden auch nicht geltend ge-
macht. Dass die Mithilfe der Freundin bei der gründlichen Reinigung nicht 
ausgeschieden wurde, wie dies die behandelnde Psychiaterin in ihrer Stel-
lungnahme vom 17. November 2019 (AB 70 S. 3 ff.) zum Vorbescheid 
(AB 59) zu Recht kritisiert hat, ändert am Ergebnis nichts. Auch wenn in 
diesem Bereich eine Einschränkung berücksichtigt würde, betrüge diese 
(ungewichtet) maximal 4 %, da die Kategorie "gründliche Reinigung" ledig-
lich 10 % der auf 40 % bezifferten "Wohnungs- und Hauspflege" ausmacht. 
Soweit weitergehend besteht kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung 
einzugreifen. Auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung ist deshalb be-
weisrechtlich abzustellen und es ist gestützt darauf davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt höchstens zu 4 % bzw. 
gewichtet zu 0.8 % eingeschränkt ist (4 % x 0.2). 

7.

Nach dem in den Erwägungen 5 und 6 hiervor Dargelegten beträgt der ge-
wichtete IV-Grad im erwerblichen Bereich 33.49 % und im Bereich Haus-
halt höchstens 0.8 %, sodass ein maximaler Gesamtinvaliditätsgrad von 
gerundet 34 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) resul-
tiert. Es besteht demnach kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 
hiervor) und die angefochtene Verfügung vom 17. April 2020 (AB 75) ist 
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 21

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

8.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2020, IV/20/372, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.