# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b044c35-584c-5a10-bcc7-d604f778d076
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-04-08
**Language:** de
**Title:** Anrechenbarkeit von Unter- oder Dachgeschoss an die Geschosszahl auf Grund von Bastelraum.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0052/2003
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_52_2003_827.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 52/2003 vom 8. April 2003 in BEZ 2003 Nr. 31

6.  c)  Die  zu  beurteilende  Streitfrage  lautet,  ob  und  inwieweit  zwischen  einem 
Bastel- und einem Fitnessraum in einem Untergeschoss ein Unterschied mit Bezug auf 
die Anrechenbarkeit dieses Gebäudeabschnitts an die Geschosszahl bestehe. Die Vor-
instanz  geht  offenkundig  davon  aus,  dass  Bastelräume  in  Untergeschossen,  weil  dort 
nicht  ausnützungsrelevant  (§  255  PBG),  auch  hinsichtlich  der  Frage  nach  der  Ge-
schosszahl (§ 276 Abs. 1 PBG) unbeachtlich seien. Diese Auffassung ist unzutreffend. 

Bei Bastelräumen handelt es sich um eine Nutzweise, welche zu einer gemäss 255 
Abs. 1 PBG anrechenbaren Fläche führt («dem Wohnen, Arbeiten oder sonst dem dau-
ernden Aufenthalt von Menschen dienende oder hierfür verwendbare Räume») und da-
her  grundsätzlich  ausnützungsrelevant  ist.  Dies  erhellt  daraus,  dass  die  Allgemeine 
Bauverordnung in der Fassung vom 22. Juni 1977 (nachfolgend aABV) Bastelräume in 
Dach- und Untergeschossen (bis zu einer bestimmten Grösse) ausdrücklich als nicht an 
die  Ausnützungsziffer  anrechenbar  erklärte  (§  10  Abs.  3  lit.  c  aABV).  Zu  dieser  Rege-
lung hätte kein Anlass bestanden, wenn Bastelräume zum vornherein als nicht ausnüt-
zungsrelevant  anzusehen  gewesen  wären.  Die  damals  statuierte  Einschränkung  («in 
Dach- und Untergeschossen») macht auch klar, dass Bastelräume in Vollgeschossen an 
die  Ausnützungsziffer  anrechenbar  waren  und  dies  auch  weiterhin  sind.  Das  geltende 
Recht hat hieran nichts geändert. Der Umstand, dass die Allgemeine Bauverordnung in 
der  derzeit  gültigen Fassung vom 1. Januar 1999 eine mit § 10 Abs. 3 lit. c aABV ver-
gleichbare  Regelung  nicht  (mehr)  enthält,  erklärt  sich  ausschliesslich  damit,  dass  an-
lässlich der am 1. September 1991 erfolgten Revision des Planungs- und Baugesetzes 
Nutzflächen  in  Dach- und  Untergeschossen  (mit  einer  hier  nicht  interessierenden  Ein-
schränkung)  von  der  Anrechenbarkeit  an  die  Ausnützungsziffer  befreit  worden  sind. 
Damit wurde die Regelung in § 10 Abs. 3 lit. c aABV obsolet.

d) Untergeschosse  stellen  nach  §  276  Abs.  1  PBG  anrechenbare  Gebäudeab-
schnitte  (u.a.)  dann  dar,  wenn  sie  Wohn-,  Schlaf- oder  Arbeitsräume  enthalten.  Damit 
sind weitgehend dieselben Räumlichkeiten angesprochen, deren Flächen auch zur An-
rechenbarkeit an die Ausnützungsziffer führen. Ist daher ein Raum bzw. dessen Bewer-
bung an die Ausnützungsziffer anrechenbar, so führt dies in der Regel auch dazu, dass 
die Anrechenbarkeit an die Geschosszahl gegeben ist. Das Verwaltungsgericht hat ent-
schieden, dass die in § 276 Abs. 1 PBG genannten «Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume» 
nicht einschränkend aufgefasst werden dürften (BEZ 1995 Nr. 3). Als Wohnen und Ar-
beiten  hätten  vielmehr  «alle  Bewerbungen zu gelten, die im weitesten Sinne als raum-
gebundene  Erscheinungsformen  dieser  zwei  Grundtypen  menschlicher  Lebensentfal-
tung  verstanden  werden  könnten».  Der  Benützungsdauer  komme  nur  eine  untergeord-
nete Bedeutung zu; ausschlaggebend sei, ob ein Raum - wie etwa ein Keller, ein Maga-
zin u.ä. - seiner Art nach praktisch unabhängig von der Anwesenheit irgendwelcher Per-
sonen einen Sachzweck erfülle, oder ob er (ausschliesslich oder neben der genannten 

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Funktion) für die Ausübung menschlicher Tätigkeiten und damit für den Aufenthalt von 
Menschen  bestimmt  sei.  Gestützt  hierauf  wurde  ein  (gewerblich  genutzter)  Trainings-
raum  in  einem  Untergeschoss als Arbeitsraum im Sinne von § 276 Abs. 1 PBG qualifi-
ziert. Bei den in BEZ 1995 Nr. 3 auszugsweise publizierten Entscheiden war zu beurtei-
len,  ob  in  einem Untergeschoss befindliche Restaurant-Toiletten und Personalgardero-
ben  als  (für  die  Geschosszahl)  relevante  Wohn-,  Schlaf- oder  Arbeitsräume  zu  gelten 
haben,  was  bejaht  wurde.  In  einem  in  BEZ  1995  Nr.  3  erwähnten  weiteren  Entscheid 
(VB 92/0125) hatte das Verwaltungsgericht ein an den Haupteingang im Untergeschoss 
anschliessendes  Foyer  eines  Kirchgemeindehauses  zu  beurteilen.  Es  qualifizierte  die-
ses  Foyer,  welches  nicht  als  Vorhalle  zu  irgendwelchen  anrechenbaren  Räumen  in  je-
nem  Gebäudeabschnitt  diente,  als  blossen  Durchgangsraum  auf  dem  Weg  ins  Erdge-
schoss. Das Gericht hielt fest, dass sich «weder von einem Arbeitsraum noch von einem 
Raum  sprechen  (lasse),  welcher  sonst  wie  dem  ständigen  Aufenthalt  von  Menschen 
dient». Dass sich aus dieser Zugangsfläche im Untergeschoss die Anrechenbarkeit des 
letzteren (an die Geschosszahl) ergebe, wurde damit verneint. Das Verwaltungsgericht 
hat  hierdurch  insofern  zwischen  der  Anrechenbarkeit  an  die  Ausnützungsziffer  (§  255 
PBG) und derjenigen an die Geschosszahl (§ 276 PBG) differenziert, als gemäss dem 
damals geltenden § 10 Abs. 2 aABV lediglich zu nicht anrechenbaren Räumen führende 
Korridore, was für das fragliche Foyer nicht zutraf, von der Anrechenbarkeit an die Aus-
nützungsziffer  ausgenommen  waren.  Die  letztgenannte  Regelung  wurde  anlässlich  der 
Gesetzesrevision  vom  1.  September  1991  (im  Sinne  einer  positiven  Aufzählung)  in  § 
255 Abs. 1 PBG überführt und gilt nach wie vor. Damit behält auch die in VB 92/0125 
getroffene  Feststellung  ihre  Gültigkeit.  Verallgemeinernd  lässt  sich  aus  diesem  Ent-
scheid der Schluss ziehen, dass ein Hauszugang in einem Untergeschoss, wie er beim 
vorliegenden  Streitobjekt  gegeben  ist,  (noch)  nicht  zur  Anrechenbarkeit dieses Gebäu-
deabschnitts  an  die  Geschosszahl  führt.  Dies  erscheint  auch  durchaus  sachgerecht, 
weil Korridore und Treppen im Sinne des vorstehend Gesagten nicht für die Ausübung 
menschlicher  Tätigkeiten  und  damit  nicht  für  den  (längerfristigen)  Aufenthalt  von  Men-
schen bestimmt sind. 

e) Letzteres trifft für Bastelräume, welche keinen von der Anwesenheit von Perso-
nen unabhängigen Sachzweck erfüllen, nicht zu. Das Vorhandensein von Bastelräumen 
in  Unter- oder  Dachgeschossen  führt  daher  zur  Anrechenbarkeit  des  zugehörigen  Ge-
bäudeabschnitts  an  die  Geschosszahl.  Ob  dies  sinnvoll  sei,  liesse  sich  zwar  hinterfra-
gen. Entsprechend dem Vorbehalt in § 255 Abs. 3 PBG, wonach durch Verordnung be-
stimmte  Nebenräume  als  (an  die  Ausnützungsziffer)  nicht  anrechenbar  erklärt  werden 
können, müsste jedoch auch mit Bezug auf die Geschosszahlvorschriften durch Verord-
nung  klar  bestimmt  sein,  inwiefern  unter  dem  Aspekt  der  Ausnützungsziffer  grundsätz-
lich anrechenbare Räumlichkeiten bzw. Bewerbungsarten nicht als Wohn-, Schlaf- oder 
Arbeitsräume im Sinne von § 276 Abs. 1 PBG anzusehen seien. Beim vorliegend streit-
betroffenen Gebäude liegt aus diesen Gründen mithin bereits heute ein anrechenbares 
Untergeschoss vor. 

Hieran ändert sich nichts, wenn der rechtskräftig bewilligte Bastelraum stattdessen 
zu  Fitnesszwecken  verwendet  wird.  Zwischen  einem  (in  Plänen  vielfach  auch  Hobby-
raum genannten) Bastelraum und einem Fitnessraum besteht kein rechtserheblicher Un-
terschied.  «Basteln»  (oder  «Hobby»)  steht  im  weitesten  Sinn  für  Freizeitbeschäftigun-
gen jeglicher Art und kann nicht dahingehend eingeschränkt werden, dass eine Tätigkeit 
ausgeübt  werden  müsse,  welche  zu  irgendeinem  physischen  (Arbeits-)Resultat  führe. 
So liesse sich etwa kaum verbieten, dass ein «Bastelraum» als PC-/Internet-Arbeitsplatz 
genutzt wird. Ähnliches muss für Betätigungen zur Stärkung der eigenen Physis gelten. 

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Als zulässiger Bestandteil eines Fitnessraums kann ohne weiteres auch (noch) eine zu-
gehörige Nasszelle mit Dusche und WC qualifiziert werden. 

f)  Im  Sinne  dieser  Erwägungen  erweist  sich  der  Rekurs  als  teilweise  begründet. 
Dispositivziffer  2  des  angefochtenen  Beschlusses  ist  insoweit  aufzuheben,  als  die  Re-
kurrenten  verpflichtet  worden  sind,  im Grundbuch  als  Nutzungsbeschränkung  einzutra-
gen, dass im fraglichen Bastelraum kein Fitnessraum mit Dusche/WC eingerichtet wer-
den dürfe.

g)  Hingegen  besteht  kein  Anlass,  den  Rekurrenten  eine  beliebige  Nutzung  des 
fraglichen Raums (etwa als separates Einzel- oder Gästezimmer) zu gestatten. Die den 
Rekurrenten  nach  dem  Gesagten  zu  Unrecht  erteilte  Bewilligung  für  einen  Bastelraum 
im Untergeschoss muss ungeachtet dessen, dass hierdurch ein anrechenbarer Gebäu-
deabschnitt  entstanden  ist,  auf  den  bewilligten  Verwendungszweck  (Freizeitbeschäfti-
gung  im  weitesten  Sinn)  beschränkt  bleiben.  Dies  nicht  zuletzt  deshalb,  weil  darin,  ob 
der fragliche Raum bloss einen Annex der bauordnungsgemäss zulässigen Wohnfläche 
darstelle,  oder  ob  letztere  effektiv  erweitert  werde,  ein  wesentlicher  Unterschied  liegt. 
Bloss am Rande sei vermerkt, dass die Verwendung des in Frage stehenden Unterge-
schossraums zu Wohnzwecken schon daran scheiterte, dass dieser bezüglich Befenste-
rung den wohnhygienischen Anforderungen nicht genügt (§ 302 Abs. 2 PBG). 

Aus diesen Gründen ist die Anordnung in Dispositivziffer 2 des angefochtenen Be-
schlusses, wonach der fragliche Raum im Untergeschoss des streitbetroffenen Gebäu-
des nicht für Wohn-, Schlaf- und Arbeitszwecke genutzt werden dürfe und eine entspre-
chende Nutzungsbeschränkung im Grundbuch einzutragen sei, aufrechtzuerhalten.

Insoweit erweist sich die streitige Anordnung daher als rechtsbeständig.