# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d021f91a-4de8-53a0-808b-d039bfd79b4e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.08.2019 KV 2018/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2018-5_2019-08-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2018/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 30.01.2020

Entscheiddatum: 07.08.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2019
Art. 36 Abs. 2 KVV. Bei vor der Abreise ins Ausland geplanter 
Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen im Ausland, kann, wenn 
wie vorliegend keine Ausnahmeregelung zutrifft, keine Kostenübernahme zu 
Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erfolgen. So sind die 
Kosten von Behandlungen im Ausland von der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung nur dann zu tragen, wenn die Merkmale des 
Notfalls (Unaufschiebbarkeit der Behandlung aus medizinischen Gründen 
und die Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz) erfüllt sind 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 
2019, KV 2018/5). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_584/2019.

Entscheid vom 7. August 2019

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

KV 2018/5

Parteien

A.___, Willensvollstrecker des Nachlasses von B.___ sel.,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Schwager, Poststrasse 23, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Helsana Versicherungen AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

B.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der Helsana Versicherungen AG 

(nachfolgend: Versicherung) krankenversichert (obligatorische 

Krankenpflegeversicherung; act. G1.4f.).

A.a. 

Gemäss Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) vom 

2. November 2016 wurden bei der Versicherten insbesondere ein metastasierendes 

Adenokarzinom der Lunge, eine Helicobactergastritis, eine arterielle Hypertonie, eine 

Hypothyreose unklarer Ätiologie, eine Osteopenie und multiple degenerative 

muskuloskelettale Beschwerden diagnostiziert (act. G5.1/A5). Am 4. November 2016 

wurde die Versicherte von Dr. C.___, Stv. Chefarzt, Klinik für Pneumologie und 

Schlafmedizin, KSSG, über den Verlauf der Untersuchungen informiert (vgl. act. G5.1/

A40).

A.b. 

Die Versicherte beabsichtigte die Zeit vom 1. Dezember 2016 bis 30. April 2017 

mit ihrem Ehemann in D.___, E.___, F.___, zu verbringen. Deshalb stellte die 

Versicherung am 11. November 2016 auf entsprechendes Ersuchen hin eine 

Versicherungsbestätigung für das Ausland aus (vgl. act. G5.1/A7).

A.c. 

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Am 15. November 2016 wurde bei der Versicherten eine weitere Biopsie 

durchgeführt. Der behandelnde Arzt PD Dr. med. G.___, Leitender Arzt der Klinik für 

Onkologie/Hämatologie, KSSG, empfahl der Versicherten, den Zeitraum von 10 bis 14 

Tagen bis zum Vorliegen der Biopsie-Resultate abzuwarten (act. G5.1/A40).

A.d. 

Am 16. November 2016 verliessen die Versicherte und ihr Ehemann die Schweiz, 

um per Schiff von H.___ in I.___ aus nach F.___ zu reisen (vgl. act. G5.1/A40).

A.e. 

Am 25. November 2016 lagen die Resultate der Biopsie vom 15. November 2016 

vor. Dr. G.___ informierte die Versicherte darüber und empfahl nicht wie zuvor in 

Betracht gezogen eine Chemotherapie, sondern eine Immunisierungstherapie mit dem 

Medikament Keytruda (vgl. act. G5.1/A10, A40). Gleichentags bat der Ehemann der 

Versicherten Dr. G.___ um einen medizinischen Bericht in Englisch, damit er diesen 

dem Arzt in D.___ übergeben könne (act. G5.1/A10f.).

A.f. 

Am 4. Dezember 2016 erreichten die Versicherte und ihr Ehemann mit dem Schiff 

F.___ (vgl. act. G5.1/A45-1). Nach der Ankunft nahmen sie sofort Kontakt mit Dr. med. 

J.___ vom Institut K.___ in D.___, E.___ auf, um die Keytruda Behandlung einzuleiten. 

Ausserdem baten sie das Center L.___ der Universität O.___ in F.___ um eine 

Beurteilung der vorgesehenen Immunisierungstherapie (vgl. act. G5.1/A14, A40). Am 6. 

Dezember 2016 informierte der Ehemann Dr. G.___ darüber, dass seine Frau und er 

bereits verschiedene Krebskliniken und Ärzte in F.___ kontaktiert hätten. Um 

schnellstmöglich einen Termin im Center L.___ zu erhalten, bat er Dr. G.___, ihm die 

"primary source of the cancer" mitzuteilen. Der Arzt antwortete gleichentags wie folgt: 

"kein Zweifel: primary source: lung (TTF1 pos. Zellen)" (vgl. act. G5.1/A12).

A.g. 

Am 7. Dezember 2016 kontaktiere der Ehemann die Notrufzentrale der Allianz

Global Assistance (nachfolgend: Notrufzentrale), und bat um eine Kostengutsprache für 

eine Lungenkrebsbehandlung im Center L.___ Die Kosten würden ca. USD 37'000.- 

betragen (act. G5.1/A13). Da es sich um eine geplante Behandlung im Ausland 

handelte, gab die Notrufzentrale den Fall am 8. Dezember 2016 an die Versicherung 

ab, welche gleichentags die Versicherte aufforderte, ihr weitere Dokumente 

(medizinische Unterlagen, Behandlungskonzept, Kostenvoranschlag) zuzustellen, um 

die Leistungspflicht für die geplante Behandlung prüfen zu können (act. G5.1/A15). Am 

A.h. 

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9. Dezember 2016 übermittelte der Ehemann der Versicherung die Arztberichte des 

KSSG per Fax (vgl. act. G5.1/A1-A12) und teilte mit, dass sie das Center L.___ um 

einen Besprechungstermin gebeten und am 15. Dezember 2016 beim Institute K.___ 

einen Besprechungstermin mit Dr. J.___ über die bevorstehende Behandlung hätten. 

Sobald die Behandlungsvorschläge vorlägen, werde er diese zustellen (act. G5.1/A16). 

Am 22. Dezember 2016 fand die Besprechung im Center L.___ statt. Dort sei der 

Versicherten ebenfalls die Immuntherapie mit Keytruda empfohlen worden (vgl. G5.1/

A19, A40). Am 23. Dezember 2016 nahm die Versicherte die Immuntherapie mit 

Keytruda im Institut K.___ auf (vgl. act. G5.1/A19, A26: Schreiben des Ehemannes der 

Versicherten vom 31. Januar 2017 an die Notrufzentrale, A40).

Vom 28. Dezember 2016 bis 12. Januar 2017 nahm die Versicherte an einer P.___-

Kreuzfahrt teil. Ab dem 2. Januar 2017 musste sie sich auf dem Schiff mehrmals sowie 

am 4. Januar 2017 im Hospital Q.___ in R.___ ärztlich behandeln lassen. Die 

Versicherung übernahm die Behandlungskosen, da nicht feststellbar war, ob die 

notfallmässigen Behandlungen wegen einer Kinetose notwendig wurden oder durch 

eine Medikamentennebenwirkung, resp. eine Verschlechterung des 

Allgemeinzustandes im Rahmen der Grunderkrankung bedingt waren (vgl. act. G5.1/

A42, A44-2, A45, A54).

A.i. 

Am 10. Januar 2017 bat Dr. G.___ die Versicherung um eine Kostengutsprache für 

die Therapie mit Pembrolizumab (Keytruda) im KSSG (act. G5.1/A18). Nach Eingang 

der Stellungnahme des vertrauensärztlichen Dienstes erteilte die Versicherung am 18. 

Januar 2017 die Kostengutsprache für die beantragte Behandlung im KSSG (act. G5.1/

A20f.)

A.j. 

Mit Schreiben vom 16. Januar 2017 (übermittelt per Fax am 18. Januar 2017) teilte 

der Ehemann der Versicherung den Behandlungsplan mit, reichte Unterlagen des 

Centers L.___ vom 25. Dezember 2016 ein und bat um Kostenübernahme für die 

Behandlungen in F.___ (act. G5.1/A19). Mit Schreiben vom 27. Januar 2017 lehnte die 

Versicherung die Übernahme der Kosten für die Immuntherapie in F.___ sowie für die 

eingeholte Zweitmeinung beim Center L.___ ab, denn diese Behandlungen würden den 

Notfallbegriff nicht erfüllen (act. G5.1/A24).

A.k. 

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Am 28. Januar 2017 wurde die Versicherte wegen Atemnot in das Center S.___ in 

D.___ eingeliefert. Am 29. Januar 2017 wurde die Notfallzentrale informiert und um eine 

Kostengutsprache gebeten. Diese bat um Zustellung von medizinischen Unterlagen, 

um die Leistungspflicht abklären zu können. Am 31. Januar 2017 übermittelte der 

Ehemann die Dokumente per Fax an die Notrufzentrale (vgl. act. G5.1/A25, A27ff.). In 

den Arztberichten der Klinik S.___ vom 31. Januar 2017 wurden folgende Diagnosen 

erhoben: Hyponatremia, acute on chronic (suspect mixed etiology secondary to 

malnutrition, CHF, lung cancer). Metastatic lung cancer (on chemotherapy), decreased 

appetite with moderate protein calorie malnutrition, generalized weakness, acute 

systolic congestive heart failure exacerbation with right pleural effusion, question 

underlying pneumonia, leukocytosis und hypertension. Im Weiteren wurde erklärt, dass 

die Versicherte gemäss ihren Angaben seit der Diagnosestellung an Gewicht verloren 

und zunehmend an Atemschwierigkeiten gelitten habe (act. G5.1/A31f., vgl. act. G5.1/

A38).

A.l. 

Am 2. Februar 2017 erkundigte sich der Ehemann, welche Leistungen für die 

Betreuung der Versicherten ausserhalb der Klinik übernommen würden (vgl. G5.1/A36). 

Gleichentags wurde die Versicherte aus der Klinik S.___ entlassen und mit dem 

Ambulanzfahrzeug in das Feriendomizil gebracht. Der T.___ übernahm die Betreuung 

der Versicherten (vgl. act. G5.1/A34 bis A36).

A.m. 

In der Stellungnahme vom 3. Februar 2017 erklärte der Vertrauensärztliche Dienst 

der Versicherung, dass der Klinikaufenthalt im engen Zusammenhang bzw. mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit mit der zu erwartenden, progredient verlaufenden 

und metastasierenden Krebserkrankung der Lunge zu sehen bzw. darauf 

zurückzuführen sei (act. G5.1/A37f.).

A.n. 

Am 5. Februar 2017 teilte der Ehemann der Versicherung mit, dass seine Frau am 

3. Februar 2017 verstorben sei (act. G5.1/A39f.).

A.o. 

Mit Verfügung vom 28. April 2017 lehnte die Versicherung die Übernahme der 

Kosten für die Immunisierungstherapie mit Keytruda im Institute K.___, für die 

Zweitmeinung im Center L.___, für alle ambulanten und stationären Aufenthalte sowie 

für die Medikamentenbezüge in F.___ im Zeitraum vom 8. Dezember 2016 bis 3. 

A.p. 

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B.  

An diesem Entscheid hielt die Versicherung nach durchgeführtem Einspracheverfahren 

(vgl. act. G5.1/A45) mit Einspracheentscheid vom 7. Februar 2018 fest mit der 

Ausnahme, dass die Kosten für den Aufenthalt in der Klinik S.___ vom 28. Januar bis 2. 

Februar 2017 nun übernommen wurden. Zudem wurde erklärt, dass allfällige 

Leistungen aus den Zusatzversicherungen nicht Gegenstand dieses 

Einspracheverfahrens seien (act. G5.1/A47).

C.

C.a.  Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Februar 2018 erhob der vom 

Willensvollstrecker (vgl. act. G 1.2) beauftragte Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Schwager, 

St. Gallen, am 9. März 2018 Beschwerde und Klage gegen die Helsana Versicherungen 

AG bzw. die Helsana Zusatzversicherungen AG mit den Rechtsbegehren: 1. Die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die Kosten für 

Behandlungen, Medikamente und Transporte in F.___ in der Zeit vom 8. Dezember 

2016 bis 3. Februar 2017 im Betrag von USD 37'772.50 zu vergüten. 2. Die Beklagte 

(damit meinte er die Helsana Zusatzversicherungen AG) sei zu verpflichten, dem Kläger 

(welcher identisch mit dem Beschwerdeführer ist) die Kosten gemäss Ziff. 1 im 

Maximalbetrag von USD 37'772.50 zu vergüten, soweit diese nicht gemäss Ziff. 1 zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin gingen. 3. Die Beschwerdegegnerin / Beklagte sei zu 

verpflichten, dem Beschwerdeführer / Kläger für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht ausseramtlich zu entschädigen (act. G1, G1.1).

C.b.  Die Verfahrensleitung schrieb gegen die Krankengrundversicherung das Verfahren 

KV 2018/5 und gegen die Krankenzusatzversicherung gesondert das Verfahren KV-Z 

2018/1 ein. Letzteres sistierte sie bis zum Entscheid im ersteren (act. G2 im Verfahren 

KV-Z 2018/1).

C.c. Die Versicherung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in der 

Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2018 die Abweisung der Beschwerde vom 9. März 

2018 (act. G5).

Februar 2017, welche im Zusammenhang mit der Krebserkrankung stehen, ab (act. 

G5.1/A44).

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C.d.  In der Replik vom 24. August 2018 hielt der Beschwerdeführer an der Ziff. 1 und 3 

der Beschwerde vom 9. März 2018 fest (act. G10).

C.e.  In der Duplik vom 27. August 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin 

unverändert die Abweisung der Beschwerde vom 9. März 2018 (act. G12).

Erwägungen

1.  

Das Gesetz regelt die Willensvollstreckung in Art. 517 f. des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Gemäss Art. 518 Abs. 2 ZGB hat der 

Willensvollstrecker den Willen des Erblassers zu vertreten und er gilt insbesondere als 

beauftragt, die Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers zu bezahlen, die 

Vermächtnisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen 

Anordnungen oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen. Nach der 

Rechtsprechung ist der Willensvollstrecker in Prozessen um Aktiven und Passiven der 

Erbschaft Partei, soweit ihm gemäss Art. 518 ZGB die Verwaltung der betreffenden 

Erbschaftswerte zusteht. Aufgrund seiner gesetzlichen Stellung (Art. 518 in Verbindung 

mit Art. 596 Abs. 1 ZGB) hat er in eigenem Namen die Nachlassrechte zu wahren. Er 

führt den Prozess an Stelle des materiell Berechtigten oder Verpflichteten in eigenem 

Namen und als Partei, wobei er auf seine gesetzliche Ermächtigung hinzuweisen hat. 

Es handelt sich dabei um eine Prozessstandschaft oder Befugnis der Prozessführung 

als Partei, welche dem Willensvollstrecker kraft Bundesprivatrechts zusteht (vgl. Urteil 

des Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG] vom 23. Januar 2003, H 255/02, E. 

4.2). Die Prozessführungslegitimation des Beschwerdeführers ist, da er das Mandat als 

Willensvollstrecker im Nachlass der B.___sel. angenommen hat, gegeben (vgl. act. 

G1.2, Willensvollstreckerbestätigung des Amtsnotariates St. Gallen vom 24. Mai 2017). 

Vertreten wird er durch Rechtsanwalt Dr. Schwager (vgl. act. G1.1).

1.1. 

Die Beschwerde vom 9. März 2018 (act. G1) richtet sich gegen den 

Einspracheentscheid vom 7. Februar 2018 (act. G1.2). In diesem Entscheid wird 

ausschliesslich die Leistungspflicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

geprüft, weshalb Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens die Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin, der Helsana Versicherung AG, aus der sozialen 

Krankenversicherung für die geltend gemachten Ansprüche darstellt.

1.2. 

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2.  

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aus der obligatorischen 

Krankenversicherung die in F.___ angefallenen Kosten für die Immunisierungstherapie 

mit Keytruda, für die weiteren Leistungen im Institute K.___ sowie im Center L.___, für 

die Medikamente, für die Ambulanztransporte zu und vom Spital in D.___ sowie für die 

im Feriendomizil erbrachten Leistungen (Sterbebegleitung) zu bezahlen hat.

1.3. 

Die soziale Krankenversicherung umfasst die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung und eine freiwillige Taggeldversicherung nach KVG (vgl. 

Art. 1a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]).

2.1. 

Im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Art. 1 Abs. 1 KVG) 

haben die anerkannten Krankenkassen (Art. 12 KVG) und die zugelassenen privaten 

Versicherungseinrichtungen (Art. 13 KVG) als obligatorische Krankenpflegeversicherer 

(Art. 11 KVG) unter anderem im Falle der Krankheit (Art. 1 Abs. 2 lit. a KVG) die Kosten 

für die Leistungen gemäss den Art. 25 - 31 KVG nach Massgabe der in den Art. 32 - 34 

KVG festgelegten Voraussetzungen zu übernehmen (Art. 24 KVG). Die Leistungen 

umfassen nach Art. 25 Abs. 2 KVG unter anderem die Untersuchungen und 

Behandlung, die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim sowie die 

Pflegeleistungen, die in einem Spital durchgeführt werden (lit. a), die ärztlich 

verordneten Analysen, Arzneimittel und der Untersuchung oder Behandlung dienenden 

Mittel und Gegenstände (lit. b), die ärztlich durchgeführten oder angeordneten 

Massnahmen der medizinischen Rehabilitation (lit. d) und den Aufenthalt im Spital 

entsprechend dem Standard der allgemeinen Abteilung (lit. e). Art. 32 Abs. 1 KVG 

verlangt dabei als generelle Voraussetzung für die Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung, dass die Leistungen nach Art. 25 - 31 KVG 

wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.

2.2. 

Gemäss Art. 34 Abs. 1 KVG dürfen die Versicherer im Rahmen der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen 

nach Art. 25 - 33 KVG übernehmen. Dabei gilt für das KVG das Territorialitätsprinzip 

und Leistungen sind grundsätzlich nur dann kassenpflichtig, wenn sie in der Schweiz 

erbracht oder veranlasst werden (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016 

[nachfolgend: Eugster, Soziale Sicherheit], S. 575 Rz 542). Der Bundesrat kann jedoch 

Ausnahmen vom Territorialitätsprinzip vorsehen und gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG 

bestimmen, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten von 

Leistungen übernimmt, die aus medizinischen Gründen im Ausland erbracht werden 

2.3. 

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3.  

(Satz 1), wobei er die Übernahme der Kosten von Leistungen, die im Ausland erbracht 

werden, begrenzen kann (Satz 3). Gestützt auf diese Delegationsnorm hat der 

Bundesrat Art. 36 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832102) 

erlassen. Eine Ausnahme vom Territorialitätsprinzip setzt gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG 

i.V.m. Art. 36 KVV den Nachweis voraus, dass die - vom allgemeinen Leistungskatalog 

gemäss Art. 25 Abs. 2 KVG erfasste - medizinische Behandlung in der Schweiz nicht 

erbracht werden kann (Art. 36 Abs. 1 KVV) oder dass ein Notfall vorliegt (Art. 36 Abs. 2 

KVV). Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorübergehenden 

Auslandsaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in 

die Schweiz nicht angemessen ist. Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum 

Zwecke dieser Behandlung ins Ausland begeben.

Ein Notfall liegt also vor, wenn die Behandlung im Ausland aus medizinischen 

Gründen unaufschiebbar und eine Rückkehr in die Schweiz nicht angemessen ist. Kein 

Notfall liegt vor, wenn die Rückreise medizinisch gesehen möglich und auch unter 

Berücksichtigung der damit verbundenen Kosten zumutbar ist. In die Beurteilung sind 

stets die gesamten Umstände des Einzelfalles einzubeziehen (vgl. Eugster, Soziale 

Sicherheit, S. 575 Rz 543; Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

KVG, Zürich 2018, Art. 34 Rz 8).

2.4. 

Der Beschwerdeführer verlangt die Vergütung der 

Immunisierungstherapiesitzungen vom 23. Dezember 2016 und 18. Januar 2017, 

welche im Institute K.___ stattfanden. Zur Begründung wird insbesondere angeführt, 

dass sich die Versicherte nicht zum Zweck der Behandlung ins Ausland begeben habe. 

Zwar habe sie zum Zeitpunkt der Abreise ins Ausland am 16. November 2016 gewusst, 

dass sie wegen des Karzinoms in der Lunge eine Behandlung benötige, die Art der 

Behandlung sei jedoch noch nicht bekannt gewesen, denn es hätten die Resultate der 

Biopsie abgewartet werden müssen. Das blosse Wissen um die Notwendigkeit einer 

medizinischen Behandlung schliesse die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

nicht aus, denn für die Übernahme der Kosten von Leistungen im Ausland werde 

lediglich verlangt, dass ein Versicherter bei einem vorübergehenden Auslandaufenthalt 

einer medizinischen Behandlung bedürfe und eine Rückkehr in die Schweiz nicht 

angemessen sei. Dies sei vorliegend erfüllt, denn für die Versicherte wäre die Rückkehr 

in die Schweiz und damit der Verzicht auf den üblichen Winteraufenthalt in F.___ und 

die Kreuzfahrt mit der Familie über die Weihnachts-/ Neujahrstage nicht zumutbar und 

in Anbetracht der Rückreisekosten auch unverhältnismässig gewesen. Ab dem 16. 

Januar 2017 sei eine Rückkehr in die Schweiz zudem wegen der damit verbundenen 

3.1. 

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erheblichen gesundheitlichen Risiken nicht zumutbar gewesen (vgl. act. G1-8ff., 

G10-5ff.).

Die Beschwerdegegnerin verneint dagegen eine Leistungspflicht, denn es habe 

sich bei der Immunisierungstherapie nicht um eine Notfallbehandlung gehandelt, da die 

in F.___ durchgeführte Behandlung auch in der Schweiz hätte erbracht werden können 

und die Versicherte bereits bei ihrer Abreise ins Ausland gewusst habe, dass eine 

medizinische Behandlung notwendig werde. Offen gewesen sei alleine die 

Behandlungsmethode. Die Rückreise in die Schweiz wäre, da die Versicherte 

grundsätzlich reisefähig gewesen sei, möglich und auch zumutbar gewesen. Die 

Einschränkung der persönlichen Freiheit wäre zeitlich begrenzt sowie die Annullation 

der Reise und die Rückreise in die Schweiz verhältnismässig gewesen. Die persönliche 

Entscheidung, trotz der dringenden Behandlungsbedürftigkeit ins Ausland zu reisen 

bzw. auf eine Rückkehr in die Schweiz zu verzichten, stehe jedem offen, diese könne 

jedoch keine Folgen auf die territorial konzipierte Grundversicherung zeitigen (act. 

G5-7f., G12).

3.2. 

Festzustellen ist, dass die Immunisierungstherapie mit Keytruda in der Schweiz 

(u.a. im KSSG) möglich gewesen wäre (vgl. G5.1/A18, A20, A21) und infolgedessen die 

Behandlung in F.___ nicht durch ein fehlendes Leistungsangebot in der Schweiz 

gerechtfertigt werden kann (vgl. Art. 34 Abs. 2 KVG und Art. 36 Abs. 1 KVV; vgl. 

Erwägung 2.3).

3.3. 

Im Weiteren ist zu prüfen, ob ein Notfall im Sinne von Art. 36 Abs. 2 KVV vorlag, so 

dass die Kosten in Abweichung vom Territorialitätsprinzip von der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung zu übernehmen wären (vgl. Erwägung 2.3 und 2.4).

3.4. 

Bereits vor der Abreise aus der Schweiz am 16. November 2016 (geplanter 

Aufenthalt in F.___ von Dezember 2016 bis April 2017; act. G5.1-A7) wusste die 

Versicherte, dass wegen des diagnostizierten Krebsleidens in den nächsten Wochen 

mit einer medizinischen Behandlung (Chemotherapie und/oder 

Immunisierungstherapie) begonnen werden musste (vgl. G5.1/A6, A10, A40, G1-7). 

Abgewartet werden mussten lediglich noch die Resultate der Biopsie vom 15. 

November 2016. Dr. G.___ empfahl der Versicherten am Tag vor der Abreise nach 

F.___ den Zeitraum von 10 bis 14 Tagen bis zum Vorliegen der Biopsie-Resultate 

abzuwarten. Er verneinte die Frage der Versicherten, ob in diesem Zeitraum etwas 

vorgenommen werden könne (act. G5.1/A40). Trotz Kenntnis der 

Behandlungsbedürftigkeit reisten die Versicherte und ihr Ehemann am 16. November 

3.4.1. 

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2016 aus der Schweiz ab und begaben sich von H.___ aus auf eine Schiffsreise mit 

Ankunft in F.___ am 4. Dezember 2016 (vgl. act. G1-5ff.).

Vorliegend handelt es sich nicht um den klassischen Fall, bei welchem sich eine 

Versicherte oder ein Versicherter in erster Linie wegen einer medizinischen Behandlung 

ins Ausland begibt. Dennoch muss aufgrund der Aktenlage von einer geplanten bzw. 

voraussehbaren Beanspruchung von erheblichen medizinischen Leistungen (Chemo- 

und/oder Immunisierungstherapien) während des mehrmonatigen Auslandaufenthaltes 

vom Dezember 2016 bis April 2017 ausgegangen werden, zumal den Akten nicht 

entnommen werden kann, dass eine Absage der Reise oder - zumindest nachdem die 

geeignete Therapieform feststand - eine vorzeitige Rückkehr in die Schweiz je in 

Betracht gezogen worden wären bzw. entsprechende Vorbereitungen getroffen 

wurden. Dagegen finden sich in den Akten verschiedenste Hinweise, dass bereits vor 

der Abreise aus der Schweiz für die Versicherte (und ihren Ehemann) feststand, dass 

während der Monate Dezember 2016 bis April 2017 nur eine Behandlung des 

Krebsleidens in F.___ in Frage kam. Am 21. November 2016 lagen die Biopsie-

Resultate vor. Dr. G.___ empfahl daraufhin der Versicherten vorerst eine 

Immunisierungstherapie mit Keytruda (vgl.

act. G5.1/A11, A40). Daraufhin prüfte bzw. organisierte die Versicherte bzw. ihr 

Ehemann nicht - wie man hätte erwarten können - die Rückreise in die Schweiz, um mit 

der Immunisierungstherapie am KSSG starten zu können, sondern es wurde eine 

Behandlungsmöglichkeit in F.___ gesucht. So forderte der Ehemann noch während der 

Überfahrt Dr. G.___ auf, ihm einen medizinischen Bericht in Englisch für den Arzt in 

D.___ in F.___ zuzustellen (vgl. act. G5.1/A11, A34). Nach der Ankunft in F.___ 

kontaktierte der Ehemann verschiedene Ärzte und Krebskliniken in E.___ und U.___. 

Zudem bat er Dr. G.___ um eine medizinische Auskunft, um schnellstmöglich einen 

Besprechungstermin im Center L.___ zu erhalten (vgl. act. G5.1/A12). Am 7. Dezember 

2016 kontaktierte der Ehemann die Notrufzentrale und bat um eine Kostengutsprache 

für eine Lungenkrebsbehandlung im Center L.___ (act. G5.1/A13f.). Auffällig ist, dass 

beim Kontakt mit der Notrufzentrale die zahlreichen Arztbesuche und 

Medikamentenbezüge seit der Ankunft in F.___ (vgl. act. G1-5ff.) sowie der 

Gewichtsverlust und die zunehmenden Atemschwierigkeiten seit der Diagnosestellung 

nicht erwähnt wurden (act. G5.1/A31f., vgl. act. G5.1/A38; siehe dazu Erwägung 7). 

Ohne den Kostengutspracheentscheid für die Behandlung in F.___ abzuwarten, begann 

die Versicherte am 23. Dezember 2016 mit der Immunisierungstherapie im Institute 

K.___.

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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Folglich handelt es sich vorliegend um eine geplante bzw. bewusst in Kauf 

genommene Behandlung des Krebsleidens im Ausland (in F.___), da ausser Frage 

steht, dass mit der Behandlung nicht bis zur geplanten Rückkehr in die Schweiz Anfang 

Mai 2017 hätte zugewartet werden können. Dass die konkrete Behandlungsform bei 

der Abreise noch nicht feststand, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, 

denn die Behandlungsbedürftigkeit war gegeben.

3.4.3. 

Vorliegend ergeben sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte dafür, dass es 

der Versicherten aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen wäre, für die 

Immunisierungstherapie in die Schweiz zurückzukehren. Die Aktivitäten der 

Versicherten - wie die mehrstündige Flugreise nach U.___ für die medizinischen 

Abklärungen am 22. Dezember 2016 sowie die Teilnahme an einer länger dauernden 

P.___-Kreuzfahrt ab dem 28. Dezember 2016 - sprechen gegen das Vorliegen einer 

Reiseunfähigkeit, zumindest bis zur Einlieferung in die Klinik D.___ Ende Januar 2017. 

Es wäre primär Sache der Versicherten gewesen, ein medizinisches Zeugnis 

beizubringen, welches die Transportunfähigkeit belegt, denn wenn ein 

rechtserheblicher Umstand nicht bewiesen werden kann, so trägt die Versicherte 

aufgrund ihrer materiellen Beweislast die Folgen der Beweislosigkeit. Wohl hat der 

Versicherer nach Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) eine Abklärungspflicht. Diese bzw. der die 

Versicherung treffende Untersuchungsgrundsatz hebt die Mitwirkungspflicht der 

Versicherten aber nicht auf, insbesondere nicht in Bezug auf Tatsachen, welche nur 

diese kennen kann (Urteil des Bundesgerichts vom 16. November 2009, 9C_724/2009, 

E. 3.2.3.2). Demzufolge ist von der Reisefähigkeit der Versicherten bezogen auf einen 

Rückflug in die Schweiz bis 27. Januar 2017 auszugehen. Die Rückkehr in die Schweiz 

zwecks Durchführung der Immunisierungstherapie mit Keytruda erscheint auch weder 

aus finanziellen Gründen (insb. Rückreisekosten) noch aus anderen Gründen (bspw. 

persönliche und familiäre Gegebenheiten) als unangemessen bzw. als 

unverhältnismässig. So wäre die persönliche Freiheit (Bewegungsfreiheit) in zeitlicher 

wie auch räumlicher Hinsicht nur geringfügig eingeschränkt gewesen. Aus dem 

Umstand, dass die Versicherte und ihr Ehemann seit vielen Jahren die Wintermonate in 

F.___ verbringen und die Reise nach F.___ sowie die P.___-Kreuzfahrt mit der Familie 

seit Monaten geplant waren, sind keine (Rechtfertigungs-) Gründe, welche ein 

Abweichen vom Territorialitätsprinzip gestatten, abzuleiten. Da kein Notfall im Sinne 

von Art. 36 Abs. 2 KVV vorliegt und vor dem Hintergrund der gefestigten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Notfallbegriff bei den Auslandbehandlungen 

drängt sich selbst im Licht des Rechts auf persönliche Freiheit und in Anbetracht der 

3.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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4.  

Kritik der Lehre am strengen Notfallbegriff (vgl. Eugster, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, S. 270 f.) eine abweichende 

Betrachtungsweise vorliegend nicht auf, weshalb die Kosten der Behandlungen in 

F.___ nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen bzw. zu 

vergüten sind.

Der Beschwerdeführer beruft sich ausserdem auf Treu und Glauben bzw. auf den 

Vertrauensschutz (vgl. act. G10-15f.). So habe er kurz vor der Abreise am 10. 

November 2016 auf der Versicherungsagentur die Versicherungsdeckung in F.___ 

diskutiert. Dass dieses Gespräch stattgefunden hat, ist nicht unglaubwürdig, stellte 

doch die Beschwerdegegnerin am 11. November 2016 eine allgemeine 

Versicherungsbestätigung für das Ausland aus (vgl. act. G5.1/A7). Dass damals jedoch 

konkret über die in Kürze anstehende Behandlung des Krebsleidens gesprochen 

(damals wurde eine Chemotherapie und später auch eine Immunisierungstherapie in 

Betracht gezogen) und die Versicherungsdeckung dafür zugesichert worden wäre, 

erschliesst sich aus der Versicherungsbestätigung jedoch nicht. So lässt sich aus 

dieser insbesondere keine über die gesetzlichen Regelungen hinausgehende 

Erstattung von Behandlungskosten ableiten. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass 

eine Kostenübernahme im Ausland nur solange erfolge, als eine Rückkehr in die 

Schweiz aufgrund des Gesundheitszustandes ausgeschlossen sei. Es wäre daher an 

der Versicherten bzw. am Beschwerdeführer gelegen, unverzüglich - d.h. noch vor der 

Abreise ins Ausland am 16. November 2016 - die Beschwerdegegnerin auf diese 

allfällige Unklarheit hinzuweisen und um eine Präzisierung bzw. Ergänzung der 

Versicherungsbestätigung zu bitten. Da diesbezüglich nichts aktenkundig ist, bleibt die 

behauptete mündliche Deckungszusage beweislos.

3.4.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten für 

die Immunisierungstherapie mit Keytruda in F.___ nicht aus der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung zu übernehmen hat, da es sich um eine vor der Abreise ins 

Ausland - wenn auch nicht im Detail - geplante Behandlung handelte und auch keine 

Notfallbehandlung im Sinne von Art. 36 Abs. 2 KVV vorlag, denn die Rückreise in die 

Schweiz zwecks medizinischer Behandlung wäre in gesundheitlicher Hinsicht möglich 

und ohne medizinische Risiken gewesen und in finanzieller und persönlicher Hinsicht 

als angemessen bzw. als verhältnismässig zu beurteilen.

3.5. 

Hinsichtlich der am 22. Dezember 2016 beanspruchten Leistungen im Center L.___ 

wird vom Beschwerdeführer insbesondere geltend gemacht, dass die Einholung einer 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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5.  

Zweitmeinung eines Spezialisten, der mit der neuen Keytruda-Behandlung vertraut war, 

medizinisch angezeigt gewesen sei, weshalb die Kosten von der Beschwerdegegnerin 

zu tragen seien (act. G1-14f., G10-9f.).

Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass die Einholung einer Zweitmeinung 

im mehrere Flugstunden entfernten U.___ die Reisefähigkeit der Versicherten bestätige. 

Folglich wäre die Rückreise in die Schweiz wie auch eine Annullation der Reise im 

Wissen um die Diagnose und der Behandlungsbedürftigkeit bereits vor der Abreise 

zumutbar und verhältnismässig gewesen. Auch in diesem Zusammenhang sei das 

Vorliegen eines Notfalls nicht ersichtlich. Die Kosten dürften folglich nicht zu Lasten der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung gehen (act. G5-8f.).

4.2. 

Hinsichtlich der Übernahme der Kosten für die Einholung einer Zweitmeinung ist 

auf die Ausführungen in Erwägung 3 (geplante Behandlung im Ausland, Nichterfüllung 

des Notfallbegriffs nach Art. 36 Abs. 2 KVV) zu verweisen. Die Argumentation des 

Beschwerdeführers, dass es sich beim Center L.___ um die beste Adresse für eine 

Zweitmeinung zur Immunisierungstherapie mit Keytruda handelt, mag allenfalls 

zutreffend sein, stellt aber für sich allein noch keinen „medizinischen Grund" im Sinne 

von Art. 34 Abs. 2 KVG dar, um einen Kostenübernahmeanspruch zu begründen, zumal 

davon auszugehen ist, dass auch in der Schweiz eine Zweitmeinung hätte eingeholt 

werden können (vgl. BGE 131 V 275f. E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 14. Oktober 2002, K 39/01, E. 1.3). Da keine 

rechtfertigenden Gründe für eine Abweichung vom Territorialitätsprinzip gegeben sind, 

hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für die eingeholte Zweitmeinung beim Center 

L.___ nicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu vergüten.

4.3. 

Der Beschwerdeführer verlangt auch die Übernahme derjenigen Rechnungen des 

Institutes K.___, welche nicht im direkten Zusammenhang mit der 

Immunisierungstherapie stehen. Die Rechnungen vom 24. und 28. Januar 2017 würden 

medizinische Leistungen betreffen, die wegen Atembeschwerden, Problemen mit der 

Nahrungsaufnahme und Verdauungsbeschwerden erbracht worden seien. Selbst wenn 

die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verlauf des Krebsleidens stünden, sei 

die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig (act. G1-15f., G10-10f.).

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin verneint eine Leistungspflicht, denn alle Behandlungen 

am Institute K.___ stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang 

mit der Behandlung des Krebsleidens, was belegt werde durch den Bericht der Klinik 

S.___ vom 28. Januar 2017 (act. G5-9).

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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6.  

Gemäss Aktenlage muss davon ausgegangen werden, dass sich der 

Gesundheitszustand der Versicherten primär bedingt durch das fortschreitende 

Krebsleiden (Metastasen) und allenfalls verstärkt durch die Nebenwirkungen der 

Immunisierungstherapie seit der Diagnosestellung im Herbst 2016 zunehmend 

verschlechterte (vgl. G5.1/A38). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist deshalb 

davon auszugehen, dass auch die Behandlungen wegen Atembeschwerden, 

Problemen mit der Nahrungsaufnahme und Verdauungsbeschwerden im Institute K.___ 

am 24. und 28. Januar 2017 im Zusammenhang mit der Grunderkrankung, dem 

Krebsleiden (metastasierendes Adenokarzinom der Lunge, Lebermetastasen, 

Lymphknotenmetastasen) stehen. Wie in den vorangehenden Erwägungen 3.3 bis 3.5 

und 4.3 dargelegt, geht die Behandlung des Krebsleidens in F.___ nicht zu Lasten der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Gleiches gilt für die Behandlungen der 

Folgen des Krebsleidens, inklusive den Nebenwirkungen der Immunisierungstherapie, 

denn wie zuvor dargelegt, wäre ein Reiseabbruch bzw. die Rückkehr in die Schweiz 

spätestens im Dezember 2016 bzw. vor der Aufnahme der Immunisierungstherapie 

angezeigt gewesen. Die Versicherte verzichtete jedoch aus persönlichen und nicht aus 

medizinischen Gründen auf eine Rückkehr in die Schweiz, folglich besteht auch für die 

den Rechnungen vom 24. und 28. Januar 2017 des Institutes K.___ zugrundeliegenden 

Behandlungen keine Versicherungsdeckung durch die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung.

5.3. 

Der Beschwerdeführer verlangt die Vergütung der Kosten für die Transporte mit 

dem Ambulanzfahrzeug und die Betreuung (Sterbebegleitung der Versicherten) zu 

Hause im Feriendomizil. Hinsichtlich des am 28. Januar 2017 erfolgten Transports mit 

dem Ambulanzfahrzeug vom Institute K.___ in die Klinik S.___ wird geltend gemacht, 

dass dieser vom Arzt empfohlen und auch organisiert worden sei. Der am 2. Februar 

2017 erfolgte Transport von der Klinik S.___ zum Feriendomizil sei wegen des 

Gesundheitszustands der Versicherten mit dem Ambulanzfahrzeug erfolgt. Deshalb 

habe die Beschwerdegegnerin - auch ohne ärztliches Attest - die Kosten für die 

Transporte zu vergüten (G1-16 f, G10-11f.). Als Begründung zur Vergütung der zuhause 

erbrachten Leistungen wird angeführt, dass in der Klinik mindestens gleich hohe 

Kosten angefallen und die Alternative eine Verlegung in ein Sterbehospiz gewesen wäre 

(act. G18-1, G10-12).

6.1. 

Die Beschwerdegegnerin verneint eine Leistungspflicht sowohl hinsichtlich der 

Transporte mit dem Ambulanzfahrzeug als auch hinsichtlich der in Anspruch 

genommen Pflegeleistungen zu Hause. So lägen weder Atteste noch Unterlagen vor, 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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7.  

aus denen hervorgehe, dass für die Transporte ein Ambulanzfahrzeug notwendig 

gewesen sei (act. G5-9f.). Pflegeleistungen zu Hause könnten nur vergütet werden, 

wenn eine ärztliche Verordnung und eine Bedarfsabklärung vorliegen würden, was 

vorliegend nicht erfüllt sei (act. G5-10).

Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass sich aus den Akten nicht ergibt, 

dass für den Transport zum Spital zwingend ein Ambulanzfahrzeug erforderlich 

gewesen wäre. Es fehlt eine entsprechende ärztliche Verordnung. Gründe wie der vom 

Beschwerdeführer genannte Zeitvorteil durch geringere Wartezeiten in der 

Notfallstation genügen nicht für eine Leistungsübernahme. Die Verlegung von der Klinik 

nach Hause war nicht eine medizinisch bedingte, sondern eine - wenn auch sehr wohl 

nachvollziehbare - persönliche Entscheidung der Versicherten bzw. ihrer Familie. Auch 

hier fehlt eine ärztliche Verordnung. Für die zuhause erbrachten Leistungen durch die 

T.___ (Sterbebegleitung) liegt ebenfalls keine ärztliche Verordnung vor und es ist zudem 

unklar, welche Pflegeleistungen erbracht wurden. Das Argument des 

Beschwerdeführers, dass die Kosten im Spital mindestens gleich hoch gewesen wären, 

ist unbehelflich.

6.3. 

Im Weiteren verlangt der Beschwerdeführer die Übernahme der weiteren 

ambulanten ärztlichen Leistungen, welche zugunsten der Versicherten ausserhalb des 

Institutes K.___ erbracht worden seien (vgl. act. G5.2/1ff., 3, 5, 15f. 20f., 23, 37). Dazu 

gehörten die ärztlichen Leistungen von Z.___ wegen Magen-Darm- sowie 

Atembeschwerden in der Zeit vom 8. Dezember 2016 bis 24. Januar 2017, von V.___ 

vom 26. Januar 2017 (Endoskopie) und von der Cardiology Consultants of D.___ vom 

4. April 2017 (Doppler Echo Untersuchung vom 25. Januar 2017; act. G1-18f., 

G10-12ff.). Ausserdem wird die Vergütung von Medikamenten, welche wegen 

verschiedener gesundheitlicher Probleme ärztlich verschrieben und in der Apotheke 

W.___ in D.___ bezogen wurden, verlangt (act. G1-19, G10-14f.).

7.1. 

Die Beschwerdegegnerin verneint eine Kostenerstattungspflicht, denn aus den 

eingereichten Unterlagen sei der Grund der Behandlungen nicht ersichtlich. Es müsse 

jedoch davon ausgegangen werden, dass die Behandlungen im nahen Kontext zur 

Immunisierungstherapie bzw. zum Krebsleiden stünden. Bei den Medikamenten sei der 

Kausalzusammenhang mit der Krebsbehandlung gegeben. Die Behandlung mit den 

Medikamenten erfülle den Notfallbegriff jedoch nicht (act. G5-10).

7.2. 

Aufgrund der Akten muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden, dass die weiteren Behandlungen und Medikamentenbezüge in 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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8.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Durchführbarkeit bzw. die Vornahme der 

in F.___ in Anspruch genommenen medizinischen Leistungen in der Schweiz ausser 

Frage stehen. Nicht in Frage zu stellen ist sodann, dass die medizinischen 

Behandlungen grundsätzlich indiziert waren. Entscheidend ist jedoch, ob während des 

Auslandaufenthaltes eine Notfallsituation vorlag, die eine sofortige ärztliche 

Behandlungen bzw. Interventionen erforderlich machte. Vorliegend ist nicht ersichtlich, 

wieso die Behandlung des Krebsleidens zwingend in F.___ hätte erfolgen müssen. Da 

die Versicherte selbst bei Aufnahme der Immuntherapie in F.___ noch reisefähig war, ist 

davon auszugehen, dass ihr die Rückreise aus medizinischer Sicht ohne Weiteres 

zumutbar gewesen wäre und damit das Vorliegen eines Notfalls zu verneinen ist. Diese 

Einschätzung trifft auch auf die vor dem Start der Immuntherapie beanspruchten 

medizinischen Leistungen zu, denn eine unmittelbare Rückkehr in die Schweiz nach 

der Ankunft in F.___ war aufgrund des Gesundheitszustandes angezeigt und auch 

angemessen bzw. verhältnismässig. Damit lag im Zusammenhang mit den im Ausland 

vorgenommenen Behandlungen kein Notfall vor, der es rechtfertigt, die Kosten der 

Auslandbehandlung zu Lasten der Grundversicherung ausnahmsweise zu übernehmen. 

einem direkten Zusammenhang mit dem (bereits vor der Abreise nach F.___ 

diagnostizierten und als behandlungsbedürftig erkannten) Krebsleiden und dessen 

Auswirkungen standen. So begab sich die Versicherte bereits kurz nach dem Eintreffen 

in F.___ in ärztliche Behandlung. In der Zeit bis zur Aufnahme der 

Immunisierungstherapie erfolgten weitere Konsultationen und Medikamentenbezüge 

(vgl. G1-5f., G5.2/R1 bis R5, R38 bis R47). Auch nach der Kreuzfahrt beanspruchte die 

Versicherte ergänzend zur gestarteten Immunisierungstherapie medizinische 

Leistungen (vgl. G1-5f., G 5.2/R15ff., R48ff.). Fest steht, dass die Versicherte bereits 

vor der Abreise wusste, dass sie in F.___ medizinische Leistungen in erheblichem 

Umfang beanspruchen wird. Es muss auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon ausgegangen werden, dass die Versicherte beabsichtigte, während ihres 

Aufenthaltes in F.___ von Dezember 2016 bis April 2017 das Krebsleiden behandeln zu 

lassen. Eine Rückkehr in die Schweiz wurde von der Versicherten wohl nie in Betracht 

gezogen, zumindest finden sich keine diesbezüglichen Anhaltspunkte in den Akten. In 

Anbetracht dessen kann auf die Ausführungen in den Erwägung 2.3 bis 2.5, 3.3 bis 3.5, 

4.3 und 5.3 verwiesen werden. Die Beschwerdegegnerin hat folglich die Kosten für die 

weiteren ärztlichen Behandlungen und die Medikamentenbezüge nicht aus der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu vergüten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Das Beweisergebnis ist eindeutig. Weitere Abklärungen sind nicht nötig. Die 

Beschwerdegegnerin hat eine Kostenübernahme folglich zu Recht abgelehnt.

9.

9.1.  Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.

9.2.  Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren für die Parteien kostenlos.

9.3.  Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf Ersatz der Parteikosten auf die 

obsiegende Beschwerde führende Person ein. Da der Beschwerdeführer im 

vorliegenden Verfahren unterliegt, steht ihm keine Parteientschädigung zu.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2019
	Art. 36 Abs. 2 KVV. Bei vor der Abreise ins Ausland geplanter Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen im Ausland, kann, wenn wie vorliegend keine Ausnahmeregelung zutrifft, keine Kostenübernahme zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erfolgen. So sind die Kosten von Behandlungen im Ausland von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nur dann zu tragen, wenn die Merkmale des Notfalls (Unaufschiebbarkeit der Behandlung aus medizinischen Gründen und die Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz) erfüllt sind (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 2019, KV 2018/5). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_584/2019.

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		2025-07-19T04:49:30+0200
	"9001 St.Gallen"
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