# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bc04451-2aa9-5d96-adf0-5632c4824702
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.05.2019 UV 2017/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-10_2019-05-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2019

Entscheiddatum: 27.05.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2019
Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Adäquanz zwischen den psychischen 
Beschwerden und dem Unfall nach den Kriterien von BGE 115 V 133 
verneint. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse 
unfallkausale organische Beschwerden vor, die Beschwerdeführerin war 
aber adaptiert voll arbeitsfähig. Kein Rentenanspruch, kein Anspruch auf 
eine höhere Integritätsentschädigung als zugesprochen. Abweisung der 
Beschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 27. Mai 2019, UV 2017/10). 

Entscheid vom 27. Mai 2019

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja 

Meili

             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/10

             

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,

Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,

 

gegen

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

 

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

 

Sachverhalt

 

A.   

A.a  A.___ war im Zwischenverdienst bei der B.___ tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als sie am 2. Dezember 2009 auf einer vereisten Strasse 

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ausrutschte und sich eine Bimalleolarluxationsfraktur rechts zuzog (Suva-act. 5-10, 

147, 277-6). Sie befand sich vom 2. bis 11. Dezember 2009 stationär im Spital C.___ 

und unterzog sich dort am 5. Dezember 2009 einer Osteosynthese der Fibula (Suva-

act. 277-5 ff.). Die Suva entrichtete Taggelder und kam für die Kosten der 

Heilbehandlung auf (vgl. Suva-act. 41). Am 28. Mai 2010 erfolgte eine partielle 

Metallentfernung (Suva-act. 39, 147, 277). Im Oktober 2011 schloss die Suva den Fall 

ab (vgl. Suva-act. 63).

 

A.b  Am 14. Januar 2014 meldete die Arbeitgeberin der Versicherten der Suva einen 

Rückfall (Suva-act. 64). Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Bericht vom 3. Februar 2014 

eine Tendovaginitis der Tibialis posterior Sehne und einen Verdacht auf ein ventrales 

Impingement fest. Die Versicherte sei nach der Luxationsfraktur des oberen 

Sprunggelenks (OSG) nie beschwerdefrei gewesen, nun sei es jedoch zu einer 

Exazerbation von Beschwerden im ventralen Gelenkrecessus gekommen (Suva-act. 

78).

 

A.c  Dr. med. E.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 24. Januar 2014, 

die Versicherte habe starke Schmerzen im rechten Fuss. Er diagnostizierte eine 

Tendinitis und Peritendinitis der Tibialis posterior Sehne. Die Versicherte sei seit dem 

21. Dezember 2013 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 75, vgl. auch Suva-act. 87-10 

ff.). Die Suva nahm die Taggeldzahlungen wieder auf und vergütete die Kosten der 

Heilbehandlung (vgl. Suva-act. 88).

 

A.d  Nachdem konservative Behandlungsmethoden gescheitert waren (vgl. Suva-act. 

103, 109, 114), unterzog sich die Versicherte am 7. Juli 2014 einer diagnostischen 

OSG-Arthroskopie, einer arthroskopischen Arthrolyse, einer 

Osteosynthesematerialentfernung lateral und einer Tenolyse der Peronealsehnen sowie 

einer Tenolyse der Tibialis posterior Sehne (Suva-act.

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129).

 

A.e  Vom 22. Dezember 2014 bis 11. Januar 2015 befand sich die Versicherte stationär 

in der Klinik F.___. Die behandelnden Ärzte listeten im Austrittsbericht vom 23. Januar 

2015 eine traumatische Luxationsfraktur des rechten OSG nach Sturz am 2. Dezember 

2009, einen Status nach OSG-Arthroskopie, Osteosynthesematerialentfernung, 

Tenolyse der Peronealsehnen und Tibialis posterior-Sehne am 7. Juli 2014 sowie eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auf (Suva-act. 

187).

 

A.f  Am 12. März 2015 wurde die Versicherte durch med. pract. G.___, Fachärztin für 

Chirurgie FMH, kreisärztlich untersucht. Med. pract. G.___ hielt in ihrer Beurteilung vom 

13. März 2015 fest, aktuell bestünden noch Restbeschwerden unklarer Ätiologie am 

OSG rechts, differenzialdiagnostisch eine Somatisierungsstörung. Es sei grundsätzlich 

davon auszugehen, dass durch weitergehende Therapie und Behandlung keine 

namhafte Besserung des rein somatisch bedingten und objektivierbaren 

Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Die Rückenbeschwerden seien nicht als 

überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu betrachten. Eine adaptierte Tätigkeit sei 

zumutbar (Suva-act. 196). Den Integritätsschaden schätzte med. pract. G.___ unter 

Annahme von künftigen arthrotischen Veränderungen aufgrund der erlittenen 

Bimalleolarluxationsfraktur auf 5% (Suva-act. 197). Der IV-interne Regionale Ärztliche 

Dienst (RAD) schloss sich der kreisärztlichen Beurteilung an (Suva-act. 243-114).

 

A.g  Dr. med. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, listete in ihrem 

Bericht vom 18. Juni 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) sowie eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10: F45.41) auf. Sie attestierte der Versicherten seit 19. Januar 2015 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. 243-125 ff.).

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A.h  Mit Schreiben vom 6. Oktober 2015 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen per 31. Oktober 2015 ein (Suva-act. 248). Mit Verfügung vom 23. 

Oktober 2015 sprach sie der Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf 

einer Integritätseinbusse von 5% zu. Einen Rentenanspruch verneinte sie (Suva-act. 

253). Nachdem die Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte (Suva-act. 264, vgl. 

Suva-act. 270, 291), zog die Suva die Verfügung mit Schreiben vom 14. Dezember 

2015 zurück und erbrachte wieder Versicherungsleistungen (Suva-act. 272).

 

A.i   Dr. med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am 16. 

Dezember 2015 als Diagnosen unter anderem eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8) und eine 

somatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Komponenten 

(ICD-10: F45.41) fest. Aktuell bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit durch 

Rücken- und Beinschmerzen (IV-act. 60-1). Im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 286 f.) 

wurde die Versicherte am 10. bzw. 12. Februar 2016 in den Kliniken für Neurologie 

sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) untersucht. Die dortigen Ärzte listeten als Diagnosen 

primär ein chronisches, vorwiegend nozizeptives Schmerzsyndrom des Malleolus 

rechts (ICD10: R52.2), eine pseudoradikuläre Schmerzsymptomatik lumbal 

rechtsbetont und einen Verdacht auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom 

(CRPS) rechts auf (Suva-act. 296 f.).

 

A.j   Kreisarzt Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, untersuchte die Versicherte am 10. Mai 2016. Gleichentags 

hielt er fest, aktuell bestünden Belastungs- und Bewegungsschmerzen des OSG rechts 

unklarer Ätiologie bei neurologisch allenfalls neuropathischer Teilkomponente bei 

primär nozizeptivem Schmerzsyndrom. An der von med. pract. G.___ am 12. März 

2015 beurteilten Zumutbarkeit im Hinblick auf die somatisch erklärbaren Befunde und 

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der Schätzung des Integritätsschadens könne festgehalten werden. Insgesamt seien 

keine weiteren medizinischen Massnahmen zu empfehlen, die überwiegend 

wahrscheinlich zu einer wesentlichen Besserung des unfallbedingten Zustandes führten 

(Suva-act. 310).

 

A.k  Mit Schreiben vom 13. Juni 2016 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen per 30. Juni 2016 ein (Suva-act. 315). Mit Verfügung vom 27. Juni 

2016 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Suva-act. 321). 

 

A.l   Die IV-Stelle übernahm die Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom 22. August 

bis 25. November 2016 (Suva-act. 330, IV-act. 85). Mit Schlussbericht vom 6. 

Dezember 2016 hielt die zuständige Person des Einsatzprogramms fest, während des 

zweimonatigen Aufbautrainings hätten die Rückenschmerzen stets im Vordergrund 

gestanden. Die Leistung der Versicherten werde bei einem Pensum von 50% auf 60 bis 

70% geschätzt (IV-act. 98).

 

B.   

B.a  Die Versicherte erhob am 11. Juli 2016 Einsprache gegen die Verfügung vom 27. 

Juni 2016 und beantragte sinngemäss, es seien ihr weiterhin Versicherungsleistungen 

auszurichten und es sei ein bidisziplinäres Gutachten zur Klärung der Höhe der 

Integritätsentschädigung und der Rente in die Wege zu leiten (Suva-act. 322-1 ff., 325, 

333). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 9. Dezember 2016 ab, soweit 

sie darauf eintrat (Suva-act. 338).

 

B.b  Mit Verfügung vom 4. Januar 2017 sprach die Suva der Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5% zu (Suva-act. 

341).

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C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2016 erhob die Versicherte am 

27. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 27. Juni 2016 sei 

aufzuheben und es sei ein bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie und Psychiatrie) mit 

Klärung der Höhe der Integritätsentschädigung und der Rente in die Wege zu leiten. 

Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Leistungsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit zu erstellen und gestützt darauf eine Rente zu sprechen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G1).

 

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 27. Januar 2017, soweit 

darauf einzutreten sei (act. G5).

 

C.c Am 29. März 2017 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G9).

 

C.d Mit Replik vom 3. April 2017 korrigierte die Beschwerdeführerin ihre 

Rechtsbegehren insoweit, als sie neu die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. 

Dezember 2016 (anstelle der Aufhebung der Verfügung vom 27. Juni 2016) beantragte. 

Darüber hinaus hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und Standpunkten fest 

(act. G10).

 

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C.e Die Versicherte hatte am 3. Februar 2017 Einsprache gegen die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2017 betreffend Integritätsentschädigung erhoben 

(Suva-act. 342). Die Beschwerdegegnerin hatte diese mit Einspracheentscheid vom 9. 

März 2017 abgewiesen (act. G11.2). Am 7. April 2017 erhob die Beschwerdeführerin 

gegen den Einspracheentscheid vom 9. März 2017 ebenfalls Beschwerde und 

beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ein bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie 

und Rheumatologie) mit Klärung der Höhe der Integritätsentschädigung in die Wege zu 

leiten. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G11).

 

C.f  Am 11. April 2017 vereinigte das Versicherungsgericht die beiden Beschwerden 

vom 27. Januar und 7. April 2017 und hielt fest, die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung gelte für beide Beschwerden (vgl. act. G12 f.).

 

C.g Mit Duplik bzw. Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2017 hielt die 

Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde betreffend 

Invalidenrente fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde betreffend 

Integritätsentschädigung (act. G14). Am 10. Mai 2017 nahm die Beschwerdeführerin 

zur Eingabe der Beschwerdegegnerin Stellung (act. G16).

 

C.h Zwischen August 2017 und Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin im 

Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 120) von Ärzten der estimed AG, MEDAS Zug, 

polydisziplinär (internistisch, neurologisch, orthopädisch, neuropsychologisch, 

psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 20. Februar 2018 als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach 

Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts, eine Tendovaginitis der Tibialis 

posterior-Sehne, einen Verdacht auf ein ventrales Impingement, eine intermittierende 

Lumboischialgie, eine anhaltend mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit 

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somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) im Rahmen einer depressiven Entwicklung 

sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10: F45.41) auf. Sie befanden, in der angestammten Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Angepasste 

Tätigkeiten seien aus interdisziplinärer Sicht auch zu 50% möglich, aus somatischer 

(orthopädischer) Sicht jedoch zu 80% (IV-act. 135). Am 5. und 16. April 2018 nahmen 

die Gutachter Stellung zu Ergänzungsfragen der IV-Stelle und der Beschwerdeführerin 

(vgl. IV-act. 143).

 

C.i   Mit Eingabe vom 24. April 2018 änderte die Beschwerdeführerin ihr 

Rechtsbegehren betreffend Invalidenrente und beantragte neu, dass ihr ab dem Datum 

der Einstellung der Taggeldleistungen eine halbe Rente zuzusprechen sei (act. G19).

 

C.j   Am 15. Mai 2018 nahm die Beschwerdegegnerin zur Eingabe der 

Beschwerdeführerin sowie zum polydisziplinären Gutachten vom 20. Februar 2018 

Stellung (act. G21). Die Beschwerdeführerin reichte ihrerseits am 19. Juni 2018 eine 

weitere Stellungnahme ein (act. G25).

 

C.k Mit Schreiben vom 1. April 2019 informierte die Verfahrensleitung die Parteien über 

den zwischen der IV-Stelle und der Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2018/361 

geschlossenen Vergleich sowie den Beizug der IV-Akten (act. G27).

 

Erwägungen

 

1.   

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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2009 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

 

2.   

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung 

gegenüber der Beschwerdegegnerin.

 

2.1  Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat 

zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist 

die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 

durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen 

Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 

Abs. 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden 

kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind, entsteht der Rentenanspruch. Mit dem Rentenbeginn fallen die 

Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).

 

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2.2  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den 

natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 55, 58; BGE 125 V 456; 123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. 5d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und 

Rechtsprechung; BGE 118 V 286, E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss 

BGE 115 V 133, E. 6c/aa vorzunehmen.

 

2.3  Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche 

Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden 

nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen (RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/

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THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 

70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 

328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für 

unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer 

den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 

dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen).

 

2.4  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

 

3.   

Vorerst ist zu prüfen, welche organisch objektivierbaren Unfallfolgen bei der 

Leistungseinstellung per 30. Juni 2016 noch vorhanden waren. Der Zeitpunkt des 

Fallabschlusses (Art. 19 Abs. 1 UVG) wurde von der Beschwerdeführerin nicht 

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substantiiert bestritten und ist aufgrund der medizinischen Akten ausgewiesen (vgl. 

Suva-act. 310). In der Beschwerde hat die Beschwerdeführerin denn auch keine 

vorübergehenden Leistungen mehr beantragt.

 

3.1  Die Beschwerdeführerin erlitt bei ihrem Unfall vom 2. Dezember 2009 eine 

Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts (Suva-act. 277-6). Im Verlauf 

entwickelte sich eine Tendovaginitis der Tibialis posterior-Sehne und Dr. D.___ 

äusserte am 3. Februar 2014 einen Verdacht auf ein ventrales Impingement (Suva-act. 

78). Diese auch von den Gutachtern der estimed AG festgehaltenen Diagnosen bzw. 

die damit zusammenhängenden Beschwerden, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirken, sind unbestritten unfallkausal (vgl. Suva-act. 135-51). Die 

Beschwerdeführerin klagte diesbezüglich gegenüber dem orthopädischen Teilgutachter 

Dr. med. K.___, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, insbesondere über 

belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten Sprunggelenks. Beim Gehen 

verstärke sich der praktisch immer vorhandene Schmerz (IV-act. 135-85).

 

3.2  Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, auch ihre Rückenschmerzen seien 

unfallkausal. Sie bringt vor, Dr. K.___ habe ausgeführt, dass die Bewegung im Bereich 

der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule zu beiden Bewegungsrichtungen jeweils 

endgradig schmerzhaft eingeschränkt sei. Folglich wäre eine nicht unfallkausale 

Begründung dieser Schmerzen völlig irrational (act. G25). Die erwähnte Feststellung 

findet sich zwar im orthopädischen Teilgutachten von Dr. K.___ (vgl. IV-act. 135-81), 

rein aus dem Vorhandensein von Schmerzen kann jedoch nicht auf eine unfallkausale 

Verursachung derselben geschlossen werden. Dr. K.___ äusserte sich nicht zu einer 

allfälligen Unfallkausalität. Med. pract. G.___ hielt am 12. März 2015 fest, die 

Rückenbeschwerden seien nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu 

betrachten (Suva-act. 196). Aus den weiteren medizinischen Akten ergeben sich 

sodann keine Hinweise darauf, dass die Rückenbeschwerden kausal durch den Unfall 

verursacht worden wären. Einzig in einem Assessmentprotokoll der IV-Stelle betreffend 

ein Gespräch mit der Versicherten vom 15. April 2015 ist in einer Klammerbemerkung 

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festgehalten, die Schmerzen im unteren Rückenbereich seien wahrscheinlich aufgrund 

der Fehlhaltung und dem Gehen an Gehstöcken entstanden (vgl. Suva-act. 243-116). 

Es ist nicht ersichtlich, worauf sich diese Aussage der Beschwerdeführerin stützt, 

jedenfalls findet sie sich in keinem aktenkundigen ärztlichen Bericht. Die 

Unfallkausalität der Rückenbeschwerden ist damit nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.

 

3.3  Zusammenfassend waren zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung als somatische

unfallkausale Folgen einzig belastungsabhängige Schmerzen des OSG rechts 

vorhanden.

 

4.   

Unter den Parteien ist weiter streitig, ob zwischen den geltend gemachten psychischen 

Beschwerden und dem Unfall vom 2. Dezember 2009 ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Der psychiatrische Teilgutachter der estimed AG 

diagnostizierte eine anhaltende, mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) (IV-act. 135-110).

 

4.1  Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Dabei lassen Lehre und Rechtsprechung den sozialen 

Unfallversicherer für Schäden nur dann einstehen, wenn diese sowohl in einem 

natürlichen wie auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem 

schädigenden Ereignis stehen. Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbeschränkung zu 

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(BGE 123 V 102 E. 3b). Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs hat 

im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung 

der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise Platz zu greifen (BGE 115 V 135 

E. 4b).

 

4.2  Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall 

besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der 

Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach 

ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in 

banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen 

dazwischen liegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher 

Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu 

verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei 

denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die 

Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person 

aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen.

 

4.3  Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und 

der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, 

objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang 

stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders 

dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

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Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, müssen 

mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je leichter der 

Unfall ist, desto mehr Kriterien erfüllt sein müssen. Diese Würdigung führt zur Bejahung 

oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass nach weiteren 

Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit 

begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010 

(8C_897/2009 E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl der zu 

erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei 

mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn 

sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im 

mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier 

Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 

2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).

 

4.4  Gemäss der Schadenmeldung UVG rutschte die Beschwerdeführerin am 2. 

Dezember 2009 auf glatter Strasse aus und verletzte sich dabei am rechten OSG 

(Suva-act. 147). Im Gutachten der estimed AG wird angegeben, sie sei gestürzt (IV-act. 

135-30). Diese Beschreibungen deuten grundsätzlich auf einen leichten Unfall hin. Mit 

der Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 338-10) ist höchstens von einem 

mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen.

 

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4.5  Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

mindestens vier der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische 

Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).

 

4.5.1      Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder 

der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. 

Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten 

ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit 

eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann 

(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Von einer besonderen Eindrücklichkeit oder Dramatik 

im Sinn der Rechtsprechung kann im vorliegenden Fall mangels detaillierter Angaben 

zum Unfall von vorneherein nicht gesprochen werden, weshalb das Kriterium zu 

verneinen ist.

 

4.5.2      Die Beschwerdeführerin zog sich beim Unfall vom 2. Dezember 2009 eine 

Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts zu (Suva-act. 277-6). Diese Verletzung 

kann nicht als besonders schwer oder als solche besonderer Art eingestuft werden. 

Auch ist eine derartige Verletzung in der Regel nicht geeignet, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen. Zur Entwicklung der Tendovaginitis der Tibialis 

posterior-Sehne und dem als Verdachtsdiagnose geäusserten ventralen Impingement 

kam es erst als Rückfall mehrere Jahre nach dem Unfall (vgl. Bericht vom 3. Februar 

2014; Suva-act. 78).

 

4.5.3      Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht 

allein der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind 

die Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine 

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Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des EVG vom 20. Oktober 

2006, U 488/05 E.  

3.2.3, BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des 

Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung 

grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen 

kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U11/07 E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die 

Beschwerdeführerin unterzog sich wenige Tage nach ihrem Unfall vom 2. Dezember 

2009 einer Osteosynthese der Fibula (Suva-act. 277-5 ff.). Am 28. Mai 2010 erfolgte 

eine partielle Metallentfernung (Suva-act. 39, 147, 277). Ausserdem wurde die 

Beschwerdeführerin physiotherapeutisch behandelt (vgl. Suva-act. 14). Im Oktober 

2011 schloss die Beschwerdegegnerin den Fall vorerst ab (vgl. Suva-act. 63). Am 14. 

Januar 2014, mithin nach über zwei Jahren, meldete die Arbeitgeberin der 

Beschwerdeführerin einen Rückfall (Suva-act. 64). Die Beschwerdeführerin nahm die 

Physiotherapiebehandlung wieder auf (vgl. Suva-act. 83). Nachdem eine Infiltration der 

Tibialis posterior-Sehne und eine Ruhigstellung im Unterschenkelgehgips zu keiner 

Besserung der Beschwerden geführt hatten (Suva-act. 103, 109, 114), unterzog sich 

die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2014 einer diagnostischen OSG-Arthroskopie, einer 

arthroskopischen Arthrolyse, einer Osteosynthesematerialentfernung lateral und einer 

Tenolyse der Peronealsehnen sowie einer Tenolyse der Tibialis posterior-Sehne (Suva-

act. 129). Vom 22. Dezember 2014 bis 11. Januar 2015 befand sie sich stationär in der 

Klinik F.___ (Suva-act. 187). Ab November 2015 nahm die Beschwerdeführerin an 

einem Schmerzmanagementprogramm des Schmerzzentrums St. Gallen teil (Suva-act. 

257). Neben ärztlichen Kontrolluntersuchungen erfolgten keine weiteren spezifischen 

Behandlungen mehr bis zur Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin. Das 

Kriterium ist zwar als erfüllt zu betrachten, unter Berücksichtigung der mehrjährigen 

Behandlungspause jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Bei der Dauer der 

ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen ist der von der Beschwerdeführerin 

vorgebrachte Einfluss ihrer psychischen Beschwerden (vgl. act. G25; vgl. E. 4.5).

 

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4.5.4      In den meisten aktenkundigen ärztlichen Berichten sind von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Schmerzen im rechten Bein vermerkt (vgl. u.a. 

Suva-act. 75, 78, 103, 114, 187, 196, 310, IV-act. 60-1, 107-5 ff., 135). Auch an 

Gesprächen mit der Beschwerdegegnerin klagte die Beschwerdeführerin über 

Schmerzen (Suva-act. 117, 215). Die Ärzte konnten die Schmerzen aus somatischer 

Sicht jedoch nur teilweise nachvollziehen. So stellte med. pract. G.___ am 13. März 

2015 fest, gesamthaft könnten die beklagten Beschwerden in ihrem Ausmass nicht mit 

den objektivierbaren somatischen Befunden in Einklang gebracht werden (Suva-act. 

196-4). Dr. J.___ befand am 12. Mai 2016, es liege primär ein nozizeptives 

Schmerzsyndrom als Ausdruck der körperlich nicht vollständig erklärbaren Schmerzen 

mit psychischer Co-Morbidität vor. Auch im Rahmen seiner Untersuchung korrelierten 

die beklagten Beschwerden im geschilderten Ausmass nicht mit den objektivierbaren 

somatischen Befunden, was auf eine chronische Schmerzverarbeitungsstörung 

hindeute (Suva-act. 310). Die neuropsychologischen Teilgutachter der estimed AG 

hielten fest, es liege mit hoher Sicherheit eine Verdeutlichungstendenz vor (IV-act. 

135-95). Das Kriterium der Dauerschmerzen ist damit zwar erfüllt, wegen der 

genannten fehlenden Objektivierbarkeit bzw. der Beeinflussung durch psychische 

Faktoren jedoch nicht in relevanter Weise.

 

4.5.5      Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den 

Parteien geltend gemacht.

 

4.5.6      Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten 

alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende 

Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert 

haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2 und 

vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Der Heilungsverlauf der Beschwerdeführerin 

war zwar protrahiert, es traten jedoch weder besondere Schwierigkeiten noch 

erhebliche Komplikationen auf.

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4.5.7      Die Beschwerdeführerin war nach ihrem Unfall vom 2. Dezember 2009 bis zum 

28. Februar 2010 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 2 f., 10 ff.). Danach wurden ihr bis 

zum 28. Juni 2010 phasenweise Arbeitsunfähigkeiten zwischen 25% und 100% 

attestiert (vgl. Suva-act. 19, 21, 24, 33, 35 f.). Ab diesem Zeitpunkt ist bis Dezember 

2013 keine Arbeitsunfähigkeit aktenkundig und die Beschwerdeführerin war wieder 

arbeitstätig (vgl. Suva-act. 211 f., 222-5 ff.). Ab 20. Dezember 2013 attestierten ihr Dr. 

E.___ bzw. Dr. D.___ erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (vgl. u.a. Suva-act. 134, 

139, 150, 163, 171, 176, 182, 190). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte 

(vgl. Suva-act. 338), war die Arbeitsunfähigkeit aber teilweise psychisch bedingt. So 

gingen die Gutachter der estimed AG davon aus, dass seit Mitte 2014 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% aus psychiatrischer Sicht bestehe (Suva-act. 135-56). Dr. 

D.___ befand am 2. Oktober 2014, die Situation sei möglicherweise durch 

psychosoziale Stressoren überlagert (Suva-act. 148). Dr. E.___ erachtete am 14. 

Februar 2015 die Arbeitsunfähigkeit als sowohl durch Unfall als auch Krankheit, 

namentlich eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren, bedingt (Suva-act. 199-91 ff.). Psychiaterin Dr. H.___ vermerkte am 18. Juni 

2015 gar, die Arbeitsunfähigkeit sei einzig durch eine Krankheit verursacht (Suva-act. 

243-125 ff.). Med. pract. G.___ hatte am 13. März 2015 beurteilt, aus somatischer Sicht 

sei eine adaptierte Tätigkeit zumutbar (Suva-act. 196). Die Gutachter hielten diese 

Einschätzung für nachvollziehbar und gingen für die Zeit danach von einer somatisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit von 20% aus (vgl. IV-act. 135-56). Es ist damit davon 

auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit mindestens seit Mitte 2014 zu einem 

erheblichen Teil psychisch bedingt war. Das Kriterium der Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit ist dennoch insgesamt eher zu bejahen, wenn auch sicher 

nicht in besonders ausgeprägter Weise.

 

4.5.8      Da somit höchstens drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, 

keines jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2. Dezember 2009 und den geklagten 

psychischen Beschwerden zu verneinen.

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5.   

Weiter ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der 

unfallkausalen Beschwerden des rechten OSG, also der belastungsabhängigen 

Schmerzen, zu beurteilen.

 

5.1  Der orthopädische Teilgutachter Dr. K.___ beurteilte, in einer adaptierten Tätigkeit 

bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Bezüglich der Körperposition bestünden 

mittelgradige Einschränkungen hinsichtlich des OSG und der Wirbelsäule, bei Arbeiten 

in Zwangshaltungen mittelgradige Einschränkungen bezüglich des OSG (IV-act. 135-86 

f.). In seiner Stellungnahme vom 5. April 2018 führte Dr. K.___ aus, die Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in angepasster, wechselbelastender Tätigkeit beziehe sich 

hauptsächlich auf die Belastungsinsuffizienz des rechten Sprunggelenks bei stehender 

Tätigkeit. Die Rückenbeschwerden spielten eine untergeordnete Rolle und seien nicht 

führend. Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung des rechten Sprunggelenks mit 

einem geringeren Bewegungsausmass im Vergleich zur Gegenseite erkläre die 

Funktionseinschränkung. Zusätzlich bestehe eine Minderung der Beweglichkeit im 

unteren rechten Sprunggelenk von 1/3 im Vergleich zur Gegenseite (IV-act. 143). Es ist 

damit davon auszugehen, dass die von Dr. K.___ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 

20% in einer adaptierten Tätigkeit vorwiegend auf unfallkausalen Beschwerden beruht. 

Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G21) ist jedoch nicht einsichtig, weshalb die 

Beschwerdeführerin rein aufgrund ihrer unfallbedingten OSG-Beschwerden eine 

ausschliesslich oder stark überwiegend sitzende Tätigkeit nicht vollzeitlich soll 

ausführen können. Wie Dr. K.___ darlegte, wirkt sich die Belastungsinsuffizienz des 

rechten Sprunggelenks vor allem bei stehender Tätigkeit aus (IV-act. 143). Bei einer 

sitzenden Tätigkeit würde das rechte Bein der Beschwerdeführerin vollständig 

entlastet, weshalb die objektivierbaren belastungsabhängigen Schmerzen nicht oder 

zumindest nicht in erheblichem Ausmass auftreten sollten. Dr. K.___ hatte beurteilt, in 

einer rein sitzenden Tätigkeit sei eine Leistung von 70% möglich (IV-act. 135-86). Es ist 

jedoch davon auszugehen, dass diese Einschränkung primär durch die unfallfremden 

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Rückenbeschwerden bedingt ist. Die Beschwerdegegnerin macht zudem zu Recht 

darauf aufmerksam, dass die Gutachter der estimed AG in ihrer interdisziplinären 

Beurteilung festhielten, nicht mehr möglich sei ein überwiegendes oder 

hauptsächliches Arbeiten im Gehen und im Stehen (vgl. act. G21, IV-act. 135-56). 

Gelegentliches Stehen oder Gehen scheint damit nicht ausgeschlossen, was sich im 

Übrigen auch aus dem tabellarisch festgehaltenen Fähigkeitsprofil von Dr. K.___ ergibt 

(IV-act. 135-86). Med. pract. G.___ hatte am 13. März 2015 beurteilt, eine leicht- bis 

mittelschwere Arbeit überwiegend sitzend ohne Zwangshaltungen für die rechte untere 

Extremität, sprich kein Kauern, Hocken und Knien, sei ganztägig zumutbar. Das 

Bedienen von Pedalen mit rechts sei nur eingeschränkt und das Besteigen von Leitern 

und Gerüsten sowie das Laufen auf unebenem Gelände nicht repetitiv möglich (Suva-

act. 196). Sie hielt damit die Beschwerdeführerin in einer die weiteren 

Adaptionskriterien erfüllenden sitzende Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig. Dr. K.___ 

setzte sich nicht mit dieser Beurteilung auseinander. In der interdisziplinären 

gutachterlichen Beurteilung findet sich jedoch der Hinweis, nach der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 13. März 2015 sei aus somatischer Sicht noch eine volle 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit festgestellt worden. Dies sei nachvollziehbar 

(IV-act. 135-46). Dass und inwiefern es danach zu einer Verschlechterung der 

unfallbedingten Beschwerden gekommen wäre, ergibt sich aus dem Gutachten nicht. 

Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, war den Gutachtern die 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. J.___ vom 10. Mai 2016 (vgl. Suva-act. 310) nicht 

bekannt. Entsprechend setzten sie sich auch nicht mit seiner Einschätzung, welche 

jene von med. pract. G.___ bestätigte, auseinander. Das Gutachten der estimed AG ist 

damit hinsichtlich der Beurteilung der durch die unfallkausalen Beschwerden bedingten 

Arbeitsunfähigkeit nicht als beweiskräftig zu erachten. Es ist nicht geeignet, die 

plausiblen Einschätzungen der Kreisärzte med. pract. G.___ und Dr. J.___ in Zweifel zu 

ziehen.

 

5.2  Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin spätestens seit dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. 

Juni 2016 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Daran ändert auch der 

Schlussbericht des Aufbautrainings vom 6. Dezember 2016, in dem die Leistung der 

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Beschwerdeführerin bei einem Pensum von 50% auf 60-70% geschätzt wurde, nichts 

(IV-act. 98). Der Bericht wurde nicht von einer medizinischen Fachperson erstellt und 

ist damit bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf dem 

allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht aussagekräftig. Zudem bezog sich 

diese Einschätzung auf sämtliche, auch unfallfremde, Beschwerden.

 

6.   

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

 

6.1  Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). 

Die Beschwerdeführerin war vor ihrem Rückfall zuletzt als Mitarbeiterin bei L.___ und 

daneben bei der M.___ AG tätig, wo sie Post austrug. L.___ gab an, die 

Beschwerdeführerin hätte ohne Unfallfolgen im Jahr 2014 monatlich Fr. 3'750.-- 

verdient, was bei 13 Monatslöhnen einem jährlichen Einkommen von Fr. 48'750.-- 

entspricht (vgl. Suva-act. 252-4 f.). Die M.___ AG teilte mit, die Beschwerdeführerin sei 

nach einem Tourenlohn entschädigt worden, der im Jahr 2014 Fr. 50.20 betragen hätte. 

Bei zwei Touren pro Woche (vgl. Suva-act. 211) entspricht dies einem Jahreslohn von 

Fr. 5'221.-- (Fr. 50.20 x 2 x 52). Mit der Beschwerdegegnerin ist damit von einem 

Valideneinkommen von Fr. 53'971.-- (Fr. 48'750.-- + Fr. 5'221.--) auszugehen.

 

6.2  Da bezüglich der von der Beschwerdegegnerin verwendeten Dokumentation von 

Arbeitsplätzen (DAP) mehrheitlich nachvollziehbare Vorbehalte seitens der 

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Beschwerdeführerin bestehen (vgl. act. G25), rechtfertigt es sich vorliegend, das 

Invalideneinkommen basierend auf der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für 

Statistik (LSE), Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, zu 

bestimmen. Dieses belief sich im Jahr 2014 auf Fr. 53'793.--.

 

6.3  Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)Tätigkeiten behindert 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die 

Beschwerdeführerin hat unfallbedingt qualitative Einschränkungen (leicht- bis 

mittelschwere Arbeit, überwiegend sitzend ohne Zwangshaltungen für die rechte untere 

Extremität, kein Kauern, Hocken, Knien, Bedienen von Pedalen mit rechts nur 

eingeschränkt möglich, kein repetitives Besteigen von Leitern und Gerüsten, kein 

repetitives Laufen auf unebenem Gelände; Suva-act. 196) und es ist von der 

Notwendigkeit einer gewissen erhöhten Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers 

auszugehen. Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit 

lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 

(vgl. zum Ganzen PHILIPP GEERTSEN, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam 

Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Es rechtfertigt sich 

damit, den Tabellenlohnabzug auf 5% festzusetzen. Das Invalideneinkommen reduziert 

sich folglich auf Fr. 51'103.--.

 

6.4  Basierend auf einem Valideneinkommen von Fr. 53'971.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 51'103.-- ergibt sich ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von rund 5%.

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7.   

Weiter ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung zu 

beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihr eine solche basierend auf einem 

Integritätsschaden von 5% zu (Suva-act. 341).

 

7.1  Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist 

der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des 

Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die 

Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. 

Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte 

Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die 

Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem 

Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).

 

7.2  Med. pract. G.___ schätzte den Integritätsschaden am 13. März 2015 auf 5%. Sie 

verwies auf die Suva-Tabelle 5 "Integritätsschaden bei Arthrosen". Diese sieht für eine 

mässige Arthrose des OSG einen Integritätsschaden von 5-15% vor. Med. pract. G.___ 

führte nachvollziehbar aus, dass weder aufgrund der Klinik noch aufgrund der 

intraoperativ anlässlich der OSG-Arthroskopie erhobenen Befunde eine 

fortgeschrittene Arthrose vorliege. Der Übergang in eine mässige Arthrose sei aufgrund 

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der erlittenen Bimalleolarluxationsfraktur jedoch zu befürchten. Unter Berücksichtigung 

dieser vorhersehbaren Verschlimmerung werde somit der untere Ansatz der mässigen 

Arthrose in der Höhe von 5% als gerechtfertigt und geschuldet betrachtet (Suva-act. 

197). Dr. J.___ schloss sich dieser Beurteilung am 12. Mai 2016 an (Suva-act. 310). Die 

Beschwerdeführerin brachte dagegen in der Beschwerde vom 7. April 2017 vor, es sei 

bereits anfangs 2016 eine beginnende OSG-Arthrose feststellbar, welche aktuell noch 

leicht sein dürfte, eine weitere Verschlimmerung sei aber überwiegend wahrscheinlich 

(act. G11). Dies zieht die Beurteilung von med. pract. G.___ nicht in Zweifel, zumal 

diese lediglich von einer damals noch nicht fortgeschrittenen Arthrose ausging, deren 

Vorhandensein jedoch nicht vollständig verneinte. Soweit die Beschwerdeführerin 

vorbringt, die Fraktur sei an beiden Sprunggelenken aufgetreten und daher sei auch 

eine doppelt so schlimme Beeinträchtigung anzunehmen (vgl. act. G11), ergibt sich 

dies nicht aus den medizinischen Akten. Vielmehr kam es beim Unfall vom 9. 

Dezember 2009 lediglich zu einer Fraktur am OSG rechts (vgl. Suva-act. 277-6).

 

8.   

8.1  Nach dem Gesagten sind die angefochtenen Einspracheentscheide vom 9. 

Dezember 2016 sowie 9. März 2017 nicht zu beanstanden und die Beschwerden sind 

abzuweisen.

 

8.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

 

8.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

 

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerden werden abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2019
	Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Adäquanz zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall nach den Kriterien von BGE 115 V 133 verneint. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse unfallkausale organische Beschwerden vor, die Beschwerdeführerin war aber adaptiert voll arbeitsfähig. Kein Rentenanspruch, kein Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als zugesprochen. Abweisung der Beschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Mai 2019, UV 2017/10). 

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