# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 399f65d6-40e5-5ade-8f99-731a8c2c92ed
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 28.06.2006 R 2006 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2006-9_2006-06-28.pdf

## Full Text

R 06 9

4. Kammer 

URTEIL
vom 28. Juni 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend BAB

1. a) Die … AG (Rechtsvorgängerin …) ist Eigentümerin der Parz. 379, im Osten 

der Umfahrungsstrasse … und direkt angrenzend an den Flusslauf des …, im 

Gebiet … der Gemeinde … Das betreffende Grundstück ist der 

Landwirtschaftzone zugewiesen und mit einer Gewässerschutzzone 

überlagert. Im Zuge eines Landabtausches für die erwähnte 

Umfahrungsstrasse in den 70-iger Jahren wurde die Parz. 379 vom Kanton 

der … ersatzweise zur Verfügung gestellt, die ihre Grundstücke bis dahin als 

Lagerplatz für Baumaterialien und Maschinen über den Winter genutzt hatte. 

Ab 1977 wurde die Parz. 379 zum selben Zwecke verwendet, obwohl sich 

bereits damals in jenem Quellgebiet zwei Wasserfassungen mit Pumpwerken 

(… I+II) für die Frischwasserversorgung der Gemeinde … befanden. Die 

Entfernung vom später neu erstellten Grundwasserpumpwerk mit Trafostation 

(… I auf Parz. 363) zur Parz. 379 beträgt rund 40 Meter; jene zum Pumpwerk 

auf der gegenüberliegenden Flussseite (… II auf Parz. 381/1740) zirka 80 

Meter; wobei beide Quell-Wasserfassungen heute der Schutzzone 1 [S1] 

zugewiesen sind. Dazwischen liegt die einen Naturboden aufweisende Parz. 

379, die sich in der Schutzzone 2 [S2] befindet und von Westen her über eine 

Teerstrasse erschlossen wird.

b) Bereits im Schreiben vom 05.07.1979 hatte die Gemeinde die Betreiberin des 

Abstellplatzes auf Parz. 379 – unter Hinweis auf das Eidgenössische 

Gewässerschutzgesetz – aber darauf aufmerksam gemacht, dass die 

Lagerung von Baustoffen und Geräten zukünftig nicht mehr gestattet werde. 

In ihrem Antwortschreiben vom 13.07.1979 hielt die Betreiberin (…) fest, dass 

ihr die Parz. 379 unlängst als Realersatz zugewiesen worden sei und sie 

darauf selbstverständlich keine festen und flüssigen Stoffe lagern würde, 

welche das Grundwasser gefährden könnten. Sie werde jenen Abstellplatz 

aber weiterhin zur Lagerung von Baumaschinen und Materialien benützen. 

Aktenkundig geschah darauf 25 Jahre nichts mehr.

c) Mit Brief vom 12.11.2004 gelangte die Gemeinde erneut an die Betreiberin mit 

der Mitteilung, dass sich die seit vielen Jahren verwendete Materialdeponie 

auf Parz. 379 in einer Gewässerschutzzone befinde und deshalb 

bewilligungspflichtig sei. Bei Fehlen entsprechender Bewilligungsdokumente 

müsste jener Lagerplatz bis Ende 2005 geschlossen und wieder instand 

gestellt werden. Im Antwortschreiben vom 24.11.2004 entgegnete die 

Betreiberin dem, dass jener Lagerplatz für sie ein nicht mehr wegzudenkender 

Bestandteil ihres Unternehmens sei und die Neuregelung der Nutzung der 

Parz. 379 mit der Einleitung der Umfahrung … (1976) im Einvernehmen mit 

Gemeinde und Kanton erfolgt sei. Sie werde daher im Sinne ihres früheren 

Schreibens (1979) den Betrieb dort weiterführen.

d) Im Februar 05 gelangte die Standortgemeinde an die Nachbargemeinde und 

Bezügerin der ihrer Ansicht nach durch Gewässerverschmutzung ab Parz. 

379 unmittelbar gefährdeten Trinkwasserversorgung mit dem Ersuchen um 

eine Stellungnahme bezüglich Aufhebung der Materialdeponie in … aus 

Umwelt- und Landschaftsschutzgründen. In ihrem Antwortschreiben vom 

15.03.2005 verwies die besagte Nachbargemeinde auf die derzeitige 

Überprüfung ihrer Schutzzonen und zugehörigen Reglemente, wobei sie eine 

Kopie des von ihr dazu in Auftrag gegebenen Fachberichts der … vom 

01.03.2005 beilegte. In jenem Gutachten wurde zum Schutzzonenkonflikt 

(Materialdeponie auf Parz. 379 nahe Grundwasserpumpwerk …) was folgt 

festgestellt:

Ziff. 6 Seite 2 (Gefährdungspotential für Grundwasser)

Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Parzelle zu den beiden Pumpwerken … 
I und II beurteilen wir das Gefahrenpotential des Zwischenlagers als hoch. 
Durch die Ablagerung des inerten Materials geht keine direkte Gefahr aus, 
sofern dieses nicht doch noch teilweise verschmutzt ist. Ein grosses Risiko 
liegt jedoch bei dessen An- und Abtransport und beim Verlad. Bei einem 

Betriebsunfall mit wassergefährdenden Flüssigkeiten (Diesel, Hydrauliköl 
o.ä.) während des Materialumschlags würde die Verschmutzung wegen der 
fehlenden Bodenversiegelung sehr rasch - möglicherweise innerhalb von 
Minuten – ins Grundwasser und somit in das Verteilnetz der 
Wasserversorgung gelangen. Es bestünde keine angemessene 
Reaktionszeit, um geeignete Sofortmassnahmen einleiten zu können. Zudem 
müssten nach einem solchen Vorfall die Pumpwerke über Jahre ausser 
Betrieb genommen werden, bis sich eine Verschmutzung im Untergrund 
natürlich wieder abgebaut hat. Die Wasserversorgung von … würde durch 
einen solchen Vorfall empfindlich getroffen.

Ziff. 8 Seite 3 (Schlussfolgerung/Gesamtbeurteilung)

Auf Grund des hohen Gefährdungspotentials für das Grundwasser als auch 
der eindeutigen Vorgaben des Bundes bezüglich des Gewässerschutzes, 
welche den Betrieb einer solchen Anlage innerhalb von Schutzzonen 
verbietet, empfehlen wir den Gemeinden … und …, die Aufhebung des 
Umschlagplatzes und der Zwischendeponie auf der Parzelle 379 rasch 
möglichst zu veranlassen.

e) Mit Brief vom 11.04.2005 brachte die Standortgemeinde der Eigentümerin der 

Parz. 379 (… AG) die Schlussfolgerung im …-Bericht zur Kenntnis und gab 

ihr Gelegenheit zur Stellungnahme, wobei sie schon damals die sofortige 

Schliessung der Deponie in Aussicht stellte. Bis zum Vorliegen eines 

definitiven Entscheids sei jedenfalls von weiteren Materialablagerungen 

abzusehen. Mit Antwortschreiben vom 20.04.2005 liess die 

Grundeigentümerin ein relevantes Gefahrenpotential für die 

Trinkwasserversorgung der Nachbargemeinde aus dem bisherigen Betrieb 

des ersatzweise zugewiesenen und somit nicht freiwillig bezogenen Lager- 

und Umschlagplatzes auf Parz. 379 klar verneinen; andernfalls müsste ihr ein 

gleichwertiger Ersatz zur Verfügung gestellt werden. Allenfalls wäre auch eine 

Vereinbarung mit der Bezugsgemeinde des Wassers denkbar, worin eine 

Bodenversiegelung garantiert würde, womit das vermeintliche 

Gefahrenpotential laut Ziff. 6 im …-Bericht restlos eliminiert werden könnte.

f) Mit Verfügung vom 13.12.2005 beschloss die Ortsgemeinde die Schliessung 

der Materialdeponie auf Parz. 379 … per Ende 05 sowie ein generelles Verbot 

für jede Lagerung von Materialien bzw. jedes Abstellen von Fahrzeugen und 

Gerätschaften; zzgl. Platzräumung bis Ende Mai 06.

2. Dagegen erhob die … AG am 17.01.2006 frist- und formgerecht Rekurs beim 

Verwaltungsgericht mit den Begehren um kostenfällige Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung betreffend Betriebseinstellung und Platzräumung 

Parz. 379 sowie um Erlaubnis der Grundstücksnutzung als Materiallagerplatz 

wie bis anhin; evtl. Betriebsfortsetzung nach Durchführung sichernder 

Gewässerschutzmassnahmen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

geltend gemacht, dass die Vorinstanz durch ihr Handeln ihre 

Besitzstandsgarantie, den Vertrauensgrundsatz sowie das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verletzt habe. Seit 1977 (also über 28 Jahre) werde die 

Parz. 379 als Lagerplatz genutzt, wobei die Umsiedlung auf Druck des 

Kantons bzw. in Kenntnis der umliegenden Gemeinden erfolgt sei. In all den 

vielen Jahren sei es bisher nie zu einem Zwischenfall gekommen, der zu einer 

Gefährdung des Grundwassers geführt hätte. Nebst der Bodenversiegelung 

wären zudem noch andere Lösungen denkbar, um von einer Schliessung des 

Betriebs mit ruinösen Folgen für sie abzusehen. Weitere geeignete 

Massnahmen wären z.B. die Zwangsentwässerung des Lagerplatzes, das 

Absickernlassen des Meteorwassers ausserhalb der Schutzzone S2, die 

Bereithaltung von Bindemitteln oder die Beschränkung der 

Geschwindigkeiten für die Transportfahrzeuge. Ein Notfallplan für Unfälle sei 

ferner bereits erstellt worden. Mittels solcher Vorsichtsmassnahmen, deren 

Kosten von der Ortsgemeinde zu übernehmen wären, würde der fragliche 

Lagerplatz höchstens noch eine geringfügige Gefährdung für die 

Wasserversorgung darstellen, womit er durchaus weiter bestehen könnte.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz kostenfällige Abweisung 

des Rekurses. Die erhobenen Einwände bezüglich Besitzstandsgarantie, 

Vertrauensschutz und Missachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips seien 

allesamt unbegründet, da die Grundeigentümerin bereits 1979 klar auf die 

Unvereinbarkeit bzw. Rechtswidrigkeit der bisherigen Nutzung von Parz. 379 

als Lagerplatz mit dem ab 1971 geltenden Gewässerschutz in der Schweiz 

hingewiesen worden sei, was die Betreiberin faktisch aber einfach ignoriert 

habe. Im Übrigen habe die Betreiberin niemals über die erforderlichen 

Bewilligungen für das Lagern oder Erstellen von Anlagen in der 

gewässerschutzrechtlich sehr sensiblen S2 ausserhalb der Bauzonen verfügt, 

womit ein Anspruch auf den Fortbestand der bisherigen Nutzung zum 

vornherein ausser Betracht falle. Hinzu komme, dass das öffentliche Interesse 

an der Entfernung jenes Lagerbetriebs wegen der nachweislich vorhandenen 

Gefährdung der örtlichen Trinkwasserversorgung als derart elementar und 

wichtig einzustufen sei, dass selbst die dagegen angeführten Privat- und 

Wirtschaftsinteressen der Grundeigentümerin nichts daran zu ändern 

vermöchten. Nebst der latenten Gefährdung von Leib und Leben der 

Bewohner der nahen Bezugsgemeinde durch irgendwie verunreinigtes 

Trinkwasser wäre ferner kaum vorstellbar, welchen zusätzlichen 

„Imageschaden“ die Tourismusregion Oberengadin im Allgemeinen und der 

betreffende Weltkurort im Besonderen dadurch erleiden könnten. Eine mildere 

Massnahme als die Schliessung und Räumung des Lagerplatzes bestünde 

ebenfalls nicht, weil eine Bodenversiegelung rund Fr. 100'000.-- bis Fr. 

200'000.-- kosten würde und dann stets noch nicht alle Risiken einer 

Gewässerverschmutzung ausgeschlossen werden könnten. Unerfindlich sei 

aber, wieso die Gemeinde für allfällige Schutzmassnahmen finanziell 

aufkommen sollte, wäre die Grundeigentümerin und Betreiberin doch die 

alleinige Verursacherin dieser Aufwendungen bzw. Zusatzkosten.

4. Mit Eingabe vom 06.02.2006 beantragte das vom Gericht zum Verfahren 

beigeladene Amt für Natur und Umwelt (ANU) – mit ausführlicher Begründung 

und unter Beilage zweier Plankopien (Gewässerschutzkarten) – den Rekurs 

aus Umwelt- und Landschaftsschutzgründen abzuweisen.

5. Mit Stellungnahme vom 27.02.2006 sprach sich das beigeladene Amt für 

Raumentwicklung (ARE) gleichfalls für die Abweisung des Rekurses aus.

6. Ein zweiter Schriftenwechsel brachte keine neuen Erkenntnisse hervor.

7. Im laufenden Verfahren hatte der zuständige Instruktionsrichter mit Verfügung 

vom 31.01.2006 (R 06 9a) auf Antrag bereits was folgt bestimmt:

Dem Rekurs R 06 9 wird in dem Sinne aufschiebende Wirkung zuerkannt, als 
die zurzeit auf Parzelle 379 abgelagerten Inertstoffe, das Spriessmaterial aus 
Holz und Stahl sowie die Geräte und Baumaschinen, welche keine 
wassergefährdenden Flüssigkeiten enthalten, während der Dauer des 
Verfahrens dort belassen werden können. Ansonsten und insbesondere in 

Bezug auf Tätigkeiten, bei welchen wassergefährdende Flüssigkeiten auf 
Parzelle 379 gelangen können (vor allem bei Material- oder Geräteumschlag) 
und in Bezug auf wassergefährdende Flüssigkeiten resp. deren Behälter, die 
sich auf Parzelle 379 befinden, wird dem Rekurs keine aufschiebende 
Wirkung zuerkannt (Ziff. 1, Seite 6/7).

8. Am 27.06.2006 führte die IV. Kammer des Verwaltungsgerichts noch einen 

Augenschein an Ort und Stelle durch, wobei seitens der Rekurrentin (… AG; 

Grundeigentümerin) ein Mitglied der Geschäftsleitung sowie der Inhaber der 

früheren Eigentümerin der Parz. 379 und heutigen Betreiberin (Baufirma …; 

wirtschaftlich Nutzungsberechtigte) in Begleitung ihres Anwalts zugegen war. 

Seitens der Rekursgegnerin (Ortsgemeinde; Vorinstanz) waren der 

Gemeindepräsident und deren Anwalt präsent. Von den Beigeladenen waren 

ein Fachvertreter des ANU, ein Vertreter des ARE sowie der Kreisplaner 

anwesend. Allen Beteiligten wurde hierbei auch noch mündlich die 

Gelegenheit geboten, sich zu den genauen Örtlichkeiten und gelagerten 

Baustoffen auf dem Lagerplatz auf Parz. 379, dem möglichen 

Gefahrenpotential für die nahe gelegenen Gewässerschutzgebiete sowie 

allfällig denkbaren Verschmutzungen auf dem Transport- und Zufahrtsweg zur 

Parz. 379 sachdienlich zu äussern. Das Gericht erstellte sodann seinerseits 

noch sieben Fotos der angetroffenen Gegebenheiten, der herrschenden 

Distanzverhältnisse sowie namentlich der bisher existierenden 

Schutzvorkehrungen und Vorsichtsmassnahmen (Einzäunung) der beiden 

Quellfassungsgebiete [S1] samt Lagerplatz [S2], welche allesamt dem 

Protokoll des Augenscheins beigefügt wurden.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 17 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG, SR 700; in 

Kraft seit 1980) umfassen Schutzzonen insbesondere Bäche, Flüsse, Seen 

und ihre Ufer (Abs. 1 lit. a) sowie besonders schöne Landschaften (lit. b). 

Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über Natur- und Heimatschutz (NHG, SR 

451) wird durch die Aufnahme eines derartigen Objektes von nationaler 

Bedeutung in ein Bundesinventar dargetan, dass es in besonderem Masse 

die ungeschmälerte Erhaltung bzw. grösstmögliche Schonung verdient. Laut 

Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler 

(VBLN, SR 451.11) zählt insbesondere auch die Oberengadiner 

Seelandschaft (Schutzobjekt-Nr. 1908) – wozu heute auch die hier 

interessierende Lagerplatz-Parzelle 379 gehört - seit 1983 zu den besonders 

schützenswerten Landschaften der Schweiz.

b) Nach Art. 22 RPG dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher 

Bewilligung errichtet oder geändert werden (Abs. 1). Grundvoraussetzung 

einer Bewilligung ist, dass jene Bauten/Anlagen zonenkonform sind (Abs. 2 

lit. a) und das Land erschlossen ist (lit. b). Nach Art. 24 RPG können 

Ausnahmen nur bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten/Anlagen einen 

Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a; Standortgebundenheit) 

und keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (lit. b). Art. 

24a RPG erlaubt Zweckänderungen ohne bauliche Massnahmen ausserhalb 

der Bauzone, falls dadurch keine neuen Auswirkungen auf Raum, 

Erschliessung und Umwelt entstehen (Abs. 1 lit. a) und sie nach keinem 

anderen Bundeserlass unzulässig sind (lit. b). Zu bereits bestehenden 

zonenwidrigen Bauten und Anlagen in Nichtbauzonen hält Art. 24c Abs. 2 

RPG fest: Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der 

zuständigen Behörde nur erneuert oder wiederhergestellt werden, sofern sie 

rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In jedem Fall bleibt die 

Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten. 

Diese Vorschrift findet laut Art. 41 RPV (SR 700.1) indes nur Anwendung, 

wenn die Baute/Anlage ursprünglich in Übereinstimmung mit dem materiellen 

Recht erstellt wurde und folglich erst durch die nachträgliche Änderung von 

Erlassen oder Plänen zonenwidrig wurde.

c) Nach Art. 37 des kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG; BR 801.100) 

umfassen „Grundwasser- und Quellschutzzonen“ Gebiete, die für die 

Sicherstellung der Trinkwasserversorgung vor nachteiligen Einwirkungen zu 

schützen sind (Abs. 1). Gebiete innerhalb dieser Schutzzonen gelten als 

speziell gefährdete Bereiche nach Gewässerschutzgesetzgebung (Abs. 2 

Satz 1). In Präzisierung jener kantonalen Vorschrift wird in Art. 37 des 

kommunalen Baugesetzes der betreffenden Ortsgemeinde (BG) was folgt 

bestimmt: Die Grundwasser- und Quellschutzzone umfasst Gebiete, die für 

die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung vor Störung geschützt werden. 

Innerhalb dieser Schutzzonen sind Bauten und Anlagen sowie Nutzungen 

nicht zulässig, welche die Wasservorkommen gefährden können (Abs. 1). Der 

Gemeindevorstand erlässt für Grundwasserfassungen bzw. Mineralquellen 

und bei Bedarf für Quellfassungen detaillierte Schutzzonenpläne mit den 

Zonen S1 (Fassungsbereich), S2 (engere Schutzzone) und S3 (weitere 

Schutzzone) samt zugehöriger Reglemente nach der 

Gewässerschutzgesetzgebung (GSchG; SR 814.20; in Kraft 1971). Bauten 

und Anlagen in Grundwasser- und Quellschutzzonen können einzig mit 

Auflagen bewilligt werden. Sie werden unter Beizug einer Fachperson 

festgelegt und sind Bestandteil der Bewilligung (Art. 37 Abs. 2/3 BG).

d) Nach Art. 21 Abs. 1 GSchG scheiden die Kantone Areale aus, die für die 

künftige Nutzung und Anreicherung von Grundwasservorkommen von Belang 

sind. Dort dürfen keine Bauten/Anlagen erstellt oder Arbeiten ausgeführt 

werden, die jenen Verwendungszweck beeinträchtigen könnten.

2. In Anbetracht und Würdigung der soeben aufgezählten Bundesvorschriften 

(RPG/RPV; NHG/VBLN; GSchG) bzw. Kantons- (KRG) und aktuellen 

Gemeindevorschriften (BG) ist für das Gericht zunächst zur Überzeugung 

gelangt, dass ein derartiger Material- und Gerätelagerplatz – wie er 

offensichtlich von der Rekurrentin seit 28 Jahren auf Parz. 379 betrieben wird 

– heute eindeutig nicht mehr bewilligungsfähig wäre, da ein solcher Betrieb 

gleich in mehrfacher Hinsicht gegen materielles Recht verstossen würde. 

Daran ändert auch nichts, dass das RPG samt RPV erst 1980 in Kraft gesetzt 

wurde und daher bei Inbetriebnahme des Abstellplatzes (1977) noch gar keine 

Gültigkeit hatte; war doch zumindest das GSchG damals schon längst in Kraft 

(1971) und zu befolgen. Zudem ist für das Gericht in formeller Hinsicht erstellt, 

dass niemals eine ordentliche Betriebsbewilligung für die strittige 

Inanspruchnahme der im Zuge der Umfahrungsstrasse (1976) ersatzweise 

zugewiesenen Parz. 379 (direkt neben dem Flusslauf des Inns bzw. zweier 

Quellwasserfassungen) erfolgte. Als Zwischenergebnis ist damit aber zum 

vorneherein erwiesen, dass jene gewerbliche Grundstücksnutzung 

ursprünglich weder materiell noch formell rechtskonform war und daher 

bereits von Beginn weg nicht statthaft gewesen wäre.

3. a) Im konkreten Fall beruft sich die Betreiberin indes zur Hauptsache darauf, 

dass ihr die betreffende Ersatzparzelle nicht freiwillig zugewiesen worden sei 

und die massgeblichen Behörden daher von Anfang an genau um den 

künftigen Verwendungszweck jener Uferparzelle 379 gewusst hätten. Ihr 

aktuelles Verhalten – nach stillschweigender Duldung als Lagerplatz während 

fast 30 Jahren – verstosse darum nun klar gegen den Grundsatz von Treu 

und Glauben und das Verhältnismässigkeitsprinzip. Dieser Ansicht kann nicht 

gefolgt werden. Wie soeben dargetan, erfolgte die gewerbliche Nutzung als 

Lagerplatz ohne rechtsgültige Bewilligung und sie kann infolge materieller 

Rechtswidrigkeit auch nachträglich nicht bewilligt werden. Dies hat zwar noch 

nicht zur Folge, dass jene Nutzung sofort aufgegeben und der rechtmässige 

Zustand wiederhergestellt werden muss (BGE 123 II 248 E. 4b S. 255). 

Vielmehr sind die in diesem Zusammenhang massgebenden allgemeinen 

verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Prinzipien zu berücksichtigen. Zu 

ihnen gehören namentlich die in Art. 5 Abs. 2 BV festgehaltenen Grundsätze 

der Verhältnismässigkeit und der Schutz des guten Glaubens. So kann die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes unterbleiben, wenn die 

Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder sie nicht im öffentlichen 

Interesse liegt, ebenso, wenn die Eigentümerin/Betreiberin in gutem Glauben 

angenommen hat, die von ihr ausgeübte Nutzung stehe mit einer allfälligen 

Betriebsbewilligung im Einklang, und ihre Fortsetzung nicht schwerwiegenden 

öffentlichen Interessen widerspricht (BGE 132 II 21 E. 6 S. 35, 111 Ib 213 E. 

6 S. 221).

b) Wie der Mitteilung der Gemeinde vom 05.07.1979 nach der Umsiedelung 

(1977) der früheren Eigentümerin und heutigen Betreiberin jenes Lager- und 

Geräteabstellplatzes auf Parz. 379 entnommen werden kann, wurde bereits 

damals vom Vorstand beschlossen, dass aus Umweltschutzgründen (hohes 

Risiko der Gewässerverschmutzung durch feste, flüssige oder gasförmige 

Stoffe jeder Art) in Zukunft keine Lagerung von Materialien in dieser 

Grundwasserzone mehr gestattet würde. In Kenntnisnahme dieses 

Beschlusses antwortete die Betroffene am 13.07.1979, dass sie die als 

Realersatz erhaltene Parzelle weiterhin als Lagerplatz für Baumaschinen und 

Materialien benutzen werde. Danach geschah während 25 Jahren offenbar 

nichts mehr, woraus die Betreiberin zu Unrecht den Schluss zieht, dass aus 

der stillschweigenden Duldung des von ihr fortgesetzten Lagerbetriebs auf 

das Einverständnis der Vorinstanz habe geschlossen werden dürfen, den 

Betrieb – allenfalls unter gewissen Sicherheitsauflagen – vorläufig weiter zu 

führen. Dem ist nicht so. Aus der Renitenz bzw. der Sorglosigkeit sich nicht 

weiter bei der Vorinstanz um jene Sache zu kümmern und sich namentlich 

mittels konkreter Zusagen zu vergewissern, dass eine Betriebsfortsetzung – 

im Gegensatz zum Vorstandsbeschluss – dennoch gestattet bliebe, kann die 

Betreiberin daher nichts zu ihren Gunsten herleiten. Als fachkundige und 

verantwortungsbewusste Bauunternehmerin wäre sie verpflichtet gewesen, 

sich bereits damals noch genauer über den weiteren Verlauf und die nötigen 

Bewilligungen zu informieren, um so auch gezielt am besagten 

Geschäftsstandort investieren zu können oder sich sonst zwangsläufig – ohne 

zeitlichen Druck - nach einem neuen Lagerplatz an einem ökologisch weniger 

heiklen/sensiblen Betriebsstandort umzusehen. Diese Unterlassung bzw. 

Sorgfaltspflichtverletzung muss ihr als auch der Rechtsnachfolgerin nun 

klarerweise zum Nachteil gereichen. Aus demselben Grund kann auch nicht 

gesagt werden, die Betreiberin sei in den letzten 28 Jahren wirklich 

„gutgläubig“ gewesen und sie könne sich darum jetzt mit Erfolg auf eine 

verfassungsmässige Besitzstandsgarantie, den Gutglaubenschutz und das 

Verhältnismässigkeitsprinzip berufen. Von einem berechtigten Vertrauen in 

den Fortbestand des Betriebs aufgrund etwelcher vertrauensbildender 

Massnahmen seitens der Vorinstanz kann damit aber keine Rede sein. Hinzu 

kommt, dass eine Abwägung der sich gegenüber stehenden Interessen auch 

zweifelsfrei eine Weiterführung der gewerblichen Nutzung des Lagerplatzes 

als Werkhof zum vornherein ausgeschlossen hätte. Die latent unbestritten 

vorhandene Gefahr einer nachhaltigen Gewässerverschmutzung und des 

daraus resultierenden Risikos einer Gesundheitsbeeinträchtigung an Leib und 

Leben für eine Vielzahl von Menschen in der Nachbarschaft, deren 

einwandfreie Trinkwasserversorgung massgeblich von den zwei unweit 

entfernt gelegenen Pumpwerken (… I + II) abhängt, ist nämlich als weit höher 

und gewichtiger einzustufen, als die rein wirtschaftlichen Privatinteressen der 

Betreiberin - abseits jeder Bauzone inmitten eines einmaligen und intakten 

Natur- und Naherholungsgebietes (Bundesinventar Nr. 1908) für Wanderer 

und vor allem Freizeitsportler – am Fortbestand jenes ausschliesslich 

gewerblich genutzten Lagerplatzes. Am äusserst schwerwiegenden 

öffentlichen Interesse zwecks Garantie von sauberem Trinkwasser (Art. 21 

GSchG; Art. 37 KRG, Art. 37 BG), der klaren Trennung zwischen Bauland und 

Nichtbauland (Art. 22 ff. RPG) und dem Respekt gegenüber besonders 

schönen und schutzwürdigen Landschaften (Art. 6 NHG) besteht für das 

Gericht spätestens nach dem aussagekräftigen und überzeugenden 

Geologiegutachten der CSD vom März 05 - samt dessen Bestätigung durch 

die komplette und sorgfältig verfasste Stellungnahme des ANU vom Februar 

06 betreffend „nicht mehr tolerierbarem Schutzzonenkonflikt“ sowie den 

raumplanerischen Bedenken des ARE im Februar 06 – kein Zweifel mehr, 

dass an der Aufhebung des strittigen Lagerplatzes kein Weg mehr vorbeiführt. 

Daran ändern selbst die von der Betreiberin vorgeschlagenen Sanierungs- 

und Vorsichtsmassnahmen allesamt nichts, da sie zum einen nicht 

zuverlässig genug das Restrisiko einer latent drohenden 

Umweltverschmutzung eliminieren könnten und zum andern äusserst teuer 

(Kosten für Bodenversiegelung bis Fr. 200'000.--) wären, womit zwecks 

Amortisation dieser Sanierungskosten die Betriebsdauer erneut um mehrere 

Jahre verlängert werden müsste; andernfalls solche Mehrkosten einem 

Privaten gar nicht zumutbar wären. Als ebenfalls unerheblich erweist sich 

sodann die Behauptung der Betreiberin, dass der 

Wiederherstellungsanspruch infolge Zeitablaufs (da immerhin 28 Jahre 

klaglos geduldet) verwirkt worden sei. Abgesehen davon, dass die übliche 

Frist dafür 30 Jahre beträgt und somit hier noch nicht erreicht wurde, fehlt es 

der Betreiberin für eine allfällige Verkürzung jener Verwirkungsfrist überdies 

am Vertrauensschutz, da sie nachweislich (seit Kenntnis des 

Aufhebungsbeschlusses im Juli 1979) nicht mehr als „gutgläubig“ bezeichnet 

werden kann (BGE 132 II 21 E. 6.3 S. 39, 107 Ia 121 E. 1c S. 124; ZBl 

103/2002 S. 193). Den Argumenten für eine umweltschutzrechtlich als auch 

ökonomisch noch vernünftige und vertretbare Fortsetzung des Lagerplatzes 

auf Parz. 379 kann demnach im Ergebnis nicht zugestimmt werden, was zur 

Bestätigung des angefochtenen Aufhebungsentscheids und zur Abweisung 

des Rekurses führt.

c) Unter dem Blickwinkel der Verhältnismässigkeit ist der Eigentümerin bzw. der 

Betreiberin jedoch noch eine angemessene Frist zur Aufhebung und 

Räumung ihres illegalen Lagerplatzes auf Parz. 379 zu gewähren. Hierzu ist 

zwar richtig, dass sie ab 1979 (also 28 Jahre) schon von einem an sich 

rechtswidrigen Betriebszustand profitierte und daher nun sicherlich nicht mehr 

von einer besonderen Härte für die Betroffenen gesprochen werden kann, die 

eine möglichst rasche Beseitigung schlichtweg verunmöglicht hätte. 

Nichtsdestoweniger wird die Suche nach einem neuen und gleichwertigen 

Betriebsareal - nebst der korrekten Räumung und Abnahme des jetzigen 

Standorts durch das ANU – bestimmt einige Zeit beanspruchen, weshalb 

zeitlich wie örtlich die Einräumung einer Wiederherstellungsfrist bis 

30.06.2007 den Begleitumständen genügend Rechnung trägt und vernünftig 

erscheint. Die vom Instruktionsrichter mit Verfügung vom Januar 06 betreffend 

aufschiebende Wirkung des Rekurses bereits gemachten Einschränkungen 

bezüglich der auf Parz. 379 noch zu lagernden Baustoffe, Gerätschaften und 

Baumaschinen bleiben bis dahin selbstverständlich unverändert bestehen 

(vgl. R 06 9a, Ziff. 1, Seite 6/7).

4. a) Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz ist damit – mit Ausnahme der neu 

anzusetzenden Wiederherstellungsfrist bis 30.06.2007 für Parz. 379 – 

rechtens und verhältnismässig, was zur Abweisung des Rekurses führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 VGG vollumfänglich der Eigentümerin der Parz. 379 (Rekurrentin) 

aufzuerlegen. Sie hat die Gemeinde, welche sich durch einen freiberuflich 

tätigen Anwalt vertreten liess, überdies aussergerichtlich angemessen zu 

entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen. Die Frist zur Aufhebung und Räumung der Parz. 

379 wird auf den 30. Juni 2007 festgesetzt.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 285.--

zusammen Fr. 3'285.--

gehen zulasten der … AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die … AG der Gemeinde … eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'000.-- (inkl. MWST) zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Beschwerde sowie die 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurden am 25. Juni 2007 abgewiesen (1A.224/2006 

und 1P.704/2006/ggs).