# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a17779f-118e-5b8f-a722-8609aa819f27
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-01-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.01.2011 D-1976/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1976-2008_2011-01-03.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung IV
D-1976/2008

Urteil vom 3. Januar 2011

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher, 
Richterin Claudia Cotting-Schalch;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea,   
vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan,
Advokatur Kanonengasse, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 19. Februar 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

Der Beschwerdeführer suchte am 10. Oktober 2006 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Dazu wurde er am 
31. Oktober 2006 befragt (Kurzbefragung) und am 21. März 2007 vom 
Ausländeramt des Kantons C._______ angehört (Anhörung). 

Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er sei 
Angehöriger der Ethnie der Tigrinya und stamme aus D._______. Im Juni 2003 seien zwei Soldaten zu 
seinem Haus in D._______ gekommen, wo er mit seiner Familie gelebt habe, und hätten ihn nach 
E._______ in ein Gefängnis gebracht. Nach einem Gefängnisaufenthalt von zwei Wochen sei er nach 
F._______ verlegt worden, wo er die militärische Grundausbildung habe absolvieren müssen. Nach deren 
Absolvierung sei er bei einer Militärpolizeieinheit in G._______ stationiert worden, wo es unter anderem 
seine Aufgabe gewesen sei, im dortigen Gefängnis Gefangene zu bewachen. Nachdem Anfang 2006 zwei 
Häftlinge aus dem Gefängnis in G._______ entflohen seien, habe man ihn und einen Kollegen dafür 
verantwortlich gemacht und sie beide im Gefängnis inhaftiert. Nach etwa ein beziehungsweise zwei 
Monaten sei es ihnen gelungen, zu Fuss zu fliehen, als sie ausserhalb des Gefängnisses Arbeiten 
verrichtet hätten. Am 1. April 2006 habe er sein Heimatland verlassen und sei zu Fuss nach Kassala 
(Sudan) gegangen, von wo er per Auto nach Khartum gefahren sei, wo er sich während zirka dreier Monate 
aufgehalten habe. Anschliessend sei er mit einem Auto nach Tripolis gefahren, wo er während zirka 
zweieinhalb Monaten geblieben sei. Von dort sei er per Motorboot und Zug via Italien am 10. Oktober 2006 
in die Schweiz gelangt.

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung 
beziehungsweise der Anhörung eine eritreische Identitätskarte, einen Führerschein, ein Abschlusszeugnis 
der 11. Klasse, einen Sportausweis, eine Quittung, datiert vom 14. Dezember 2006 (in Kopie) sowie vier 
Fotos zu den Akten.

Die eingereichte Identitätskarte wurde am 1. November 2006 vom Urkundenlabor der Kantonspolizei 
H._______ einer Ausweisprüfung unterzogen, wobei festgestellt wurde, dass es sich bei diesem Ausweise 
um ein gefälschtes Dokument handle. Bezüglich dieses Untersuchungs- ergebnisses  wurde dem 
Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung das rechtliche Gehör gewährt.

Mit Verfügung vom 19. Februar 2008 - eröffnet am folgenden Tag - stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft, 
lehnte das Asylgesuch jedoch ab, verfügte die Wegweisung aus der 
Schweiz und nahm den Beschwerdeführer wegen Unzulässigkeit des 
Wegweisungsvollzugs vorläufig auf.

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Mit Beschwerde vom 25. März 2008 (Poststempel) liess der 
Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter beantragen, die Ver-
fügung der Vorinstanz sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren. 
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ersucht.

Der Beschwerde lag eine Fürsorgebestätigung vom 7. März 2008 bei.

Mit Zwischenverfügung vom 2. April 2008 verfügte der zuständige 
Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts, dass über das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG zu einem späteren Zeitpunkt entschieden und auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet werde. Gleichzeitig lud 
er die Vorinstanz zur Einreichung einer Stellungnahme bis zum 17. April 
2008 ein.

In ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2008 hielt die Vorinstanz an ihren 
Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese 
Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme 
zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

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gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den 
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungs-gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der 
Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1. Das BFM lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die 
Vor�bringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Im Wesentlichen 
führte die Vorinstanz aus, Abklärungen hätten ergeben, dass die vom 
Beschwerdeführer eingereichte Identitätskarte gefälscht sei. Zudem habe 
der Beschwerdeführer nicht mit Gewissheit sagen können, wie alt er 
gewesen sei, als er die Schule abgeschlossen habe, und er habe 
unterschiedliche Angaben über seine letzte Wohnadresse gemacht, was 
der allgemeinen Erfahrung und der Logik des Handelns widerspreche. 
Ausserdem habe der Beschwerdeführer im Verlaufe des Verfahrens zu 
wesentlichen Punkten widersprüchliche Angaben gemacht. So etwa zum 
Zeitpunkt seiner Zwangsrekrutierung, zum Datum der Flucht der beiden 
Häftlinge, zur Dauer seines Gefängnisaufenthalts vor seiner Flucht sowie 
zur Bezeichnung seiner militärischen Einheit.

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Bezüglich der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers hielt die Vorinstanz Folgendes fest: Aus den 
Akten sei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer Eritrea am 1. April 2006 illegal verlassen habe und im 
militärdienstpflichtigen Alter sei. Die eritreischen Behörden würden solchen Personen grundsätzlich eine 
regierungsfeindliche Haltung unterstellen und sie bei einer Rückkehr sehr streng bestrafen, wobei sich die 
Strafmassnahmen durch ein hohes Mass an Brutalität aus�zeichneten. Daher habe der Beschwerdeführer 
eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG und erfülle die Flüchtlings�eigenschaft. 
Er sei jedoch von der Asylgewährung auszuschliessen, da er erst durch die Ausreise aus dem Heimatstaat 
zum Flüchtling geworden sei.

3.2. Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner 
Rechts�mitteleingabe im Wesentlichen geltend, es sei nicht 
nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz bei anderen eritreischen 
Asylsuchenden eine Desertion beziehungsweise eine 
Zwangsrekrutierung im Gegensatz zu seinem Fall für glaubhaft halte, 
obwohl diese Personen ihre Desertion - und in vielen Fällen auch den 
Kontakt mit der eritreischen Armee - nicht belegen könnten. Dadurch 
verletzte das BFM offensichtlich das Gleichbehandlungsgebot.

Bezüglich der eingereichten Identitätskarte hielt der Beschwerdeführer fest, dass es sich dabei entgegen 
der Meinung der Vorinstanz um ein echtes Original handle. Was sein Alter zum Zeitpunkt des 
Schulab�schlusses betreffe, sei festzuhalten, dass er während des letzten Schuljahres das neunzehnte 
Lebensjahr erreicht habe. Bezüglich seiner Adresse sei zu bemerken, dass er lediglich irrtümlicherweise 
die falsche Hausnummer aufgeschrieben habe. Im Weiteren führte der Beschwerde-führer aus, gegen die 
Einschätzung der Vorinstanz sprächen vor allem die von ihm eingereichten Fotos, die ihn während des 
Militärdienstes in Eritrea zeigen würden. Es handle sich dabei um eindeutige Beweise für einen konkreten 
Kontakt seinerseits zur eritreischen Armee. Ferner handle es sich sogar um einen Beweis für seine 
Desertion, zumal der Militärdienst in Eritrea zeitlich unbegrenzt und er im militärdienst-tauglichen Alter sei, 
weshalb nicht anzunehmen sei, dass er zum Zeitpunkt der illegalen Ausreise im April 2006 bereits wieder 
aus dem Militärdienst entlassen worden sei. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass er habe nachweisen 
können, dass seine Desertion für seine Mutter nicht ohne Folgen geblieben sei, da sie zu einer Busse von 
10'000 Nakfa verurteilt worden sei.

Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde wird - soweit wesentlich - in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

4. 

4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person 
an�erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zu�letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 

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zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft 
nach�weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft 
ge�macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.3. Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie 
genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen 
sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten 
nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den 
Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig er�scheinen, was 
insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige Tatsachen 
unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Ver�fahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nach�schiebt oder 
die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaub�haftmachung 
bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes 
Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Ein�wände und 
Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entschei-dend ist, ob die 
Gründe, welche für die Richtigkeit der Sach�verhaltsdarstellung 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte 
Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; Ent�scheidungen und 
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-sion [EMARK] 2005 
Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5. 

5.1. Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den Wortlaut 
sämtlicher Protokolle mit seiner Unterschrift genehmigt hat und sich 
deshalb seine Aussagen grundsätzlich entgegenhalten lassen muss. Im 
Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass den Aussagen einer 

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asyl�suchenden Person im Empfangszentrum zu den Asylgründen 
ange�sichts des summarischen Charakters der Befragung für die 
Be�urteilung der Glaubhaftigkeit nur ein beschränkter Beweiswert 
zu�kommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66 und die dort zitierte, 
weiterhin gültige Praxis). Widersprüche dürfen nur dann herangezogen 
werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum in wesentlichen 
Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der 
Anhörung beim Kanton oder beim BFM diametral abweichen, oder wenn 
bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale 
Asylgründe genannt werden, nicht bereits bei der Befragung im 
Empfangszentrum zu�mindest ansatzweise erwähnt werden.

5.2. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die 
Asylvorbringen des Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten wider-
sprüchlich ausgefallen sind. So sagte er anlässlich der Kurzbefragung 
aus, er sei zirka am 1. Juni 2003 zwangsrekrutiert worden (Akten BFM A 
1/12, S. 2), während er bei der Anhörung zu Protokoll gab, dies sei am 
15. Juni 2003 geschehen (Akten BFM A 19/18, S. 4). Zudem machte er 
anlässlich der Kurzbefragung geltend, die zwei Häftlinge seien im März 
2006 aus dem Gefängnis in G._______ geflohen (Akten BFM A 1/12, S. 
7), wogegen er bei der Anhörung vorbrachte, diese seien Ende Januar 
oder Anfang Februar 2006 aus dem Gefängnis entwichen (Akten BFM A 
19/18, S. 10). Überdies gab der Beschwerdeführer anlässlich der 
Kurzbefragung zu Protokoll, er sei vor seiner Flucht aus dem Gefängnis 
in G._______ während eines Monats dort in Haft gewesen (Akten BFM A 
1/12, S. 7), wohingegen er bei der Anhörung aussagte, er habe vor seiner 
Flucht etwa zwei Monate im Gefängnis verbracht (Akten BFM A 19/18, S. 
12). Der Beschwerdeführer hat sich anlässlich der Befragungen auch 
hinsichtlich der Bezeichnung der militärischen Einheit, der er angehört 
haben will, widersprüchlich geäussert. So machte er bei der 
Kurzbefragung geltend, er sei der 33. Division zugeteilt worden, wobei es 
dort keine weiteren Unterteilungen gegeben habe, da er bei der 
Militärpolizei gewesen sei (Akten BFM A 1/12, S. 2), während er 
anlässlich der Anhörung vorbrachte, er sei bei der 33. Police-Kefle 
Serawit, 1. Ganta, 1. Mesree eingeteilt gewesen (Akten BFM A 19/18, S. 
8). Die Vorbringen in der Beschwerde vermögen die soeben aufgeführten 
Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers nicht 
rechtsgenüglich zu erklären. Auch der Umstand, dass der 
Beschwerdeführer auf dem Personalienblatt (act. A 2/2) beziehungs-
weise anlässlich der Kurzbefragung bezüglich seines Wohnortes 
unterschiedliche Angaben gemacht hat, deutet darauf hin, dass es sich 

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bei seinen Asylvorbringen lediglich um ein Konstrukt handelt. An der 
Tatsache der unglaubhaft gebliebenen Desertion vermögen auch die auf 
erstinstanzlicher Ebene eingereichten Fotografien, welche den 
Beschwerdeführer in Militäruniform zeigen sollen, nichts zu ändern, zumal 
auch diese die geltend gemachte Desertion nicht nachzuweisen 
beziehungsweise zu belegen vermögen. Entgegen der Behauptung in der 
Beschwerde erbringen die eingereichten Fotografien daher keinen 
Beweis für die Asylvorbringen des Beschwerdeführers; vielmehr ist 
aufgrund der teilweise erheblichen Widersprüche in den Aussagen des 
Beschwerdeführers davon auszugehen, dass er ordentlich aus den 
eritreischen Streitkräften entlassen worden und nicht desertiert ist. An 
dieser Einschätzung vermag auch die Behauptung in der Rechtsmittel-
schrift, wonach die Mutter wegen der Desertion des Beschwerde�führers 
eine Busse von 10'000 Nakfa habe bezahlen müssen, nichts zu ändern, 
zumal die Glaubhaftigkeit dieser Aussage schon deshalb fraglich ist, da 
es sich bei der als Beweismittel eingereichten Quittung vom 14. 
Dezember 2006 lediglich um eine Kopie handelt, deren Beweiswert 
ohnehin nur als gering einzustufen ist. Die Rüge der Verletzung von Art. 7 
AsylG erweist sich nach dem Gesagten und mit Verweis auf die 
zutreffenden Erwägungen des BFM daher als unbegründet. Ebenso ist 
mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Be�schwerdeführer erst mit 
seiner illegalen Ausreise aus Eritrea, mithin durch Begründung eines 
subjektiven Nachfluchtgrundes zum Flücht-ling geworden ist. Der 
Entgegnung in der Beschwerde, die Vorgehens-weise des BFM sei 
unzulässig, widerspreche mithin dem Gleich-behandlungsgebot, kann 
nicht gefolgt werden, erweist sich der Verweis auf ähnlich gelagerte 
Verfahren doch als unbehelflich, zumal sich die Sachlage im vorliegenden 
Verfahren in entscheidenden Punkten anders darstellt, als bei den in der 
Beschwerde erwähnten. So erachtete die Vorinstanz beispielsweise bei 
den Verfahren N (…) und N (…) die geltend gemachte Desertion - im 
Gegensatz zum vorliegenden Verfahren - als glaubhaft.

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der ver�fassungsrechtliche 
Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) in der Rechtsanwendung gebietet, zwei tat�sächlich 
gleiche Situationen nicht ohne sachlichen Grund unterschied�lich zu behandeln. Die gleiche Behörde darf 
nicht ohne sachlichen Grund zwei rechtlich gleiche Sachverhalte unterschiedlich beurteilen. Nicht 
erforderlich ist, dass die Sachverhalte in all ihren tatsächlichen Elementen identisch sind. Demgegenüber 
besteht kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht, selbst wenn eine bisher abweichende Praxis 
bestanden haben sollte. Insbesondere besteht dann kein An�spruch auf Gleichbehandlung, wenn 
ernsthafte und sachliche Gründe für die Praxisänderung sprechen, die Änderung grundsätzlich erfolgt und 

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das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung gegenüber der Rechtssicherheit überwiegt. Frühere - 
allenfalls fehlerhafte - Entschei-de sollen nicht als Richtschnur für alle Zeiten Geltung haben (vgl. PIERRE 
TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, S. 176 
ff.). Unter diesem Blick�winkel ist die Praxis der Vorinstanz nicht in Stein gemeisselt. Vielmehr ist im 
Verlaufe der Zeit veränderten Umständen beziehungsweise neuen Erkenntnissen Rechnung zu tragen, 
weshalb in casu das Gleichbehandlungsgebot selbst dann nicht verletzt wäre, wenn der vor�liegende 
Sachverhalt tatsächlich gleich im Rechtssinne wäre, wie bei den in der Beschwerde erwähnten Verfahren, 
bei denen Asyl gewährt wurde.

Schliesslich ist bezüglich der vom Beschwerdeführer eingereichten eritreischen Identitätskarte das 
Abklärungsergebnis des BFM, wonach es sich um eine Fälschung handle, zu bestätigen, weshalb weder 
seine Identität noch sein wahres Alter verbürgt ist. Die Identitätskarte ist gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG 
einzuziehen. 

5.3. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass es dem 
Be�schwerdeführer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu 
machen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile erlitten hat oder 
solche bei der Ausreise zu befürchten hatte. Der rechtserhebliche 
Sachverhalt ist alsdann in der Kurzbefragung vom 31. Oktober 2006 und 
in der Anhörung des Beschwerdeführers vom 21. März 2007 voll�ständig 
und richtig erhoben und in der angefochtenen Verfügung durch das BFM 
gewürdigt worden. Es besteht deshalb kein Anlass, die  Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, weshalb der 
entsprechende Eventualantrag abzuweisen ist. Nach dem Ge�sagten 
erübrigt es sich, auf die Ausführungen und Einwände in der Beschwerde 
beziehungsweise die eingereichten Beweismittel im Einzelnen weiter 
einzugehen, da sie am Ergebnis nichts ändern können. Das BFM hat das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.

6. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG). Mangels entsprechender Anzeige der kantonalen 
Behörden kann der Beschwerdeführer nicht mit der Erteilung einer 
fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung rechnen. Die Wegweisungs-
verfügung erfolgte demnach zu Recht. Da der Beschwerdeführer auf-
grund des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG 
Flüchtling im Sinne des Asylgesetzes ist, gilt der Vollzug der Wegweisung 
in Nachachtung von Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. 
Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 

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142.20) i.V.m. Art. 5 Abs. 1 AsylG (sowie Art. 25 Abs. 3 BV und Art. 33 
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) als unzulässig. Das Bundesamt ordnete 
damit zu Recht die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an.

7. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8. 

8.1. Der Beschwerdeführer beantragt die unentgeltliche Rechtspflege 
nach Art. 65 Abs. 1 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung wird von der 
Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen, wenn der 
Beschwerde�führer nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und seine 
Begehren nicht als aussichtslos erscheinen.

8.2. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erweist sich die 
Be�schwerde als aussichtslos. Aus der Datenbank des "Zentralen 
Migrationsinformationssystems" des BFM (ZEMIS; vgl. ZEMIS-
Verordnung vom 12. April 2006 [SR 142.513] ist zudem ersichtlich, dass 
der Beschwerdeführer seit September 2010 erwerbstätig ist. Mangels 
Erfüllen der kumulativen Voraus�setzungen von Art. 65 VwVG 
(bedürftig/nicht aussichtslos) ist das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen.

8.3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 
Be�schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird 
abgewiesen. 

3. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4. 
Die vom Beschwerdeführer eingereichte eritreische Identitätskarte wird 
gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. 

5. 
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (…) (per 
Kurier; in Kopie)

- (…)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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