# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bdc2f44-3aa9-5664-9bbd-0a3e8ff10daf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.07.2008 D-4522/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4522-2008_2008-07-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4522/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli, 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______, Guinea,
alias C._______, geboren D._______, Guinea,
vertreten durch Felicity Oliver, E._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 1. Juli 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4522/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Guinea am 3. Mai 2008 verliess und nach einer mehr als zweiwöchi-
gen Schifffahrt an einen ihm unbekannten Ort in F._______ gelangte, 
wo ihn ein Dritter in Empfang nahm und auf seiner Weiterreise in die 
Schweiz im Zug begleitete, 

dass er am 19. Mai 2008 illegal in die Schweiz einreiste, wo er glei-
chentags in G._______ um Asyl nachsuchte,

dass  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  H._______  am  10.  Juni 
2008 die Erstbefragung stattfand,  bei  welcher  der  Beschwerdeführer 
bezüglich seines Alters geltend machte, er sei siebzehn Jahre alt und 
habe sein Geburtsdatum vor etwas mehr als einem Jahr von seinem 
Vater erfahren,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Identitätspapiere  zu  den  Akten 
reichte,

dass das BFM aufgrund des Erscheinungsbildes des Beschwerdefüh-
rers eine radiologische Handknochenanalyse durchführen liess,

dass  die  durch  das  BFM in  Auftrag  gegebene  Handknochenanalyse 
vom 29. Mai 2008 beziehungsweise - nach einer zusätzlichen Anam-
nese vom 10. Juni 2008 bezüglich durchgemachter Krankheiten, erlit-
tener Unfälle  und der  Einnahme von Medikamenten -  der Zusatzbe-
fund vom 11. Juni 2008 ergab, dass das Knochenwachstum der Hand 
des Beschwerdeführers abgeschlossen sei und das ermittelte Alter bei 
19 Jahren liege,

dass dem Beschwerdeführer im Rahmen einer ergänzenden Nachbe-
fragung am 13. Juni 2008 unter anderem zu diesem Ergebnis bezie-
hungsweise zu der von ihm behaupteten Minderjährigkeit das rechtli-
che Gehör gewährt wurde, wobei der Beschwerdeführer wiederholt an-
führte, gemäss Angaben seines Vaters sei er am 11. November 1990 
geboren, und somit an seiner bisherigen Altersangabe festhielt, 

dass am 20. Juni 2008 in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 Bst. a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) eine Anhörung zu 

Seite 2

D-4522/2008

den Asylgründen durch das Bundesamt - ohne Beisein einer Vertrau-
ensperson - durchgeführt wurde, 

dass er zu seinen asylbegründenden Vorbringen im Wesentlichen gel-
tend machte, er habe mit  einem Mädchen geschlafen, ohne gewusst 
zu haben, dass dessen Vater der Direktor der islamischen Liga gewe-
sen sei, 

dass ihre Mutter am Morgen danach die Vermutung geäussert  habe, 
etwas  scheine  mit  ihr  nicht  Ordnung  zu  sein,  beziehungsweise  be-
fürchtet habe, ihre Tochter sei krank, worauf sie sie trotz gegenteiliger 
Äusserung zur ärztlichen Untersuchung ins Spital beordert  habe und 
der  Arzt  nach entsprechender  Untersuchung erklärt  habe,  das  Mäd-
chen sei entjungfert worden,

dass Geschlechtsverkehr vor der Hochzeit  im Islam nicht  erlaubt  sei 
und für ein solches Vergehen die Todesstrafe verhängt werden könne,

dass er mit dem Mädchen am 28. April 2008 geschlafen habe und seit-
her in ganz Westafrika gesucht werde,

dass er sich bei einem Freund versteckt habe, worauf die Polizei  an 
seiner Stelle seinen Onkel, bei dem er bis anhin gewohnt habe, mitge-
nommen und in ein Gefängnis gesteckt habe,

dass er  sich aus Angst  vor der  Todesstrafe beziehungsweise vor le-
benslanger Haft  und Folter  zum Verlassen seines Heimatlandes ent-
schlossen habe,

dass das BFM  mit Verfügung vom 1. Juli 2008  - eröffnet am gleichen 
Tag - gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der 
Schweiz anordnete, wobei er diese am Tag nach Eintritt  der Rechts-
kraft zu verlassen habe,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 
ausführte, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, seine angeb-
liche Minderjährigkeit glaubhaft darzulegen oder gar zu beweisen,

dass der Beschwerdeführer widersprüchliche und realitätsfremde An-
gaben bezüglich seiner Person beziehungsweise seines Alters sowie 
seiner  Tätigkeit  als  Taxichauffeur  gemacht  habe,  und  zudem  seine 

Seite 3

D-4522/2008

äussere  Erscheinung  von  Anfang  an  das  von  ihm  behauptete  Alter 
zweifelhaft habe erscheinen lassen,

dass auch die durchgeführte Handknochenanalyse keine Hinweise auf 
eine  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  ergeben,  sondern  auf 
ein Alter von 19 Jahren hingewiesen habe, was ebenfalls für die Voll-
jährigkeit des Beschwerdeführers spreche,

dass deshalb die Angaben betreffend die behauptete Minderjährigkeit 
unbewiesen bleiben würden und davon auszugehen sei, er sei bereits 
bei Einreichung des Gesuchs volljährig gewesen,

dass die Vorinstanz weiter  festhielt,  der Beschwerdeführer habe  den 
Asylbehörden innerhalb der ihm dazu eingeräumten Frist von 48 Stun-
den ohne entschuldbare Gründe keine Identitätspapiere eingereicht,

dass die Erklärungen des Beschwerdeführers in Bezug auf seine Aus-
weispapiere  offensichtlich  widersprüchlich  und  seine  Schilderungen 
betreffend seine Reise völlig realitätsfremd, stereotyp und offensicht-
lich unglaubhaft seien, weshalb davon auszugehen sei, er sei mit sei-
nen eigenen Reisepapieren legal nach Europa gereist  und habe aus 
Gründen der Verschleierung seiner wahren Identität beziehungsweise 
seines wahren Alters keine Ausweis- oder Reisepapiere zu den Akten 
gereicht,

dass somit keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, welche es 
dem  Beschwerdeführer  verunmöglichen  würden,  Reise-  oder  Identi-
tätspapiere einzureichen,

dass  das  BFM  weiter  festhielt,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  nicht,  weil  seine 
Vorbringen der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns wider-
sprechen würden,

dass  nicht  glaubhaft  sei,  dass  seine  Freundin  gegenüber  dem  Be-
schwerdeführer  nie die  Stellung ihres Vaters in  der  islamischen Ge-
meinde erwähnt  habe und dass ihre  Mutter  sie  gleich zum Arzt  ge-
schickt  habe,  weil  sie  ein  wenig  verändert  oder  krank  geschienen 
habe,

dass die Behauptung, der Onkel des Beschwerdeführers sei  an des-
sen Stelle verhaftet worden beziehungsweise der Vater des Mädchens 

Seite 4

D-4522/2008

könne  wegen  dessen  Entjungferung  die  Verhaftung  des  Onkels 
veranlassen, ebenso realitätsfremd sei,

dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Ak-
tenlage nicht erforderlich seien,

dass der Wegweisungsvollzug durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Juli 2008 (Poststem-
pel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, es sei die Verfügung des BFM 
vollumfänglich  aufzuheben  und  das  Asylgesuch  gutzuheissen, 
eventualiter  sei  die Wegweisungsverfügung aufzuheben und die  vor-
läufige Aufnahme anzuordnen,

dass in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) beantragt wurde,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. Juli 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der  Beschwerdeführer  durch den angefochtenen Entscheid  be-
rührt  ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit - unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen - auf die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

Seite 5

D-4522/2008

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können 
(Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass mithin auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin das 
Gutheissen des Asylgesuchs beantragt wird,

dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat-
bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich 
die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass 
das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige 
Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und 
das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 
beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb inso-
weit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigen-
schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Abs. 1 Bst. e  AsylG),  und es sich vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

Seite 6

D-4522/2008

dass der  Beschwerdeführer weder Identitätspapiere vorlegte noch in 
den Befragungen seine Minderjährigkeit glaubhaft machen konnte und 
daher die unter anderem auf das Ergebnis der Knochenaltersanalyse 
zurück zu führenden Zweifel an seinen Altersangaben nicht auszuräu-
men vermochte,

dass  seine Angaben zu seinem Alter  insgesamt jeglicher  Logik  ent-
behren sowie als realitätsfremd und offensichtlich unglaubhaft zu qua-
lifizieren sind,  so brachte der gemäss eigenen Angaben am 11. No-
vember  1990  geborene  Beschwerdeführer  unter  anderem  vor,  von 
1992 bis  1998 als  Taxichauffeur  tätig  gewesen zu sein  (vgl. A  1/14, 
S. 4), und auf den Vorhalt hin, somit sei er bereits als 2-jähriger Taxi 
gefahren, seine gemachte Aussage bestätigte und wiederholt aussag-
te, im Jahr 1992 mit Taxifahren begonnen zu haben (vgl. A 15/4, S. 2),

dass  ein  ebenso frappanter  Widerspruch in  der  Altersangabe seiner 
Schwester  beziehungsweise dem altersmässigen  Vergleich  zwischen 
ihm und seiner Schwester festzustellen ist, so gab der Beschwerdefüh-
rer zu Protokoll,  seine Schwester sei 27-jährig beziehungsweise zwi-
schen ihm und seiner Schwester würden drei Jahre liegen (vgl. A 1/14, 
S. 6; A 19/13, S. 5), worauf er auf auf den Vorhalt, dass er demnach 24 
Jahre  alt  sei,  lediglich  anführte,  er  sei  noch  nicht  24-jährig  (vgl. 
A 19/13, S. 5), 

dass auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird,  es sei  nicht allzu 
lange her, da seien Menschen in Europa erst mit 21 Jahren volljährig 
geworden,  zudem  sei  das  Verhalten  eines  Menschen  abhängig  von 
dessen Erziehung und viele seien nicht einmal mit 21 Jahren entschei-
dungsfähig,

dass diese Vorbringen als unbeholfene Erklärungsversuche zu werten 
und nicht ansatzweise geeignet sind, die festgestellten Widersprüche 
in den Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner behaupteten Min-
derjährigkeit aufzulösen beziehungsweise zu einer von der Vorinstanz 
abweichenden Beurteilung zu führen,

dass in Übereinstimmung mit der Vorinstanz die behauptete Minderjäh-
rigkeit des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu werten ist, so dass 
diese unbewiesen bleibt  und die  direkte  Bundesanhörung ohne Bei-
sein einer Vertrauensperson nach Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG i.V.m. Art. 
7 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

Seite 7

D-4522/2008

(AsylV 1, SR 142.311) durchgeführt werden konnte (vgl. EMARK 2004 
Nr. 30),

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-
treten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere 
abgeben, 

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass  vorliegend  die  Nichtabgabe  von  Reisepapieren  im  Sinne  von 
Art. 32  Abs. 2  Bst.  a  AsylG  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einrei-
chung des Asylgesuches unbestritten ist,

dass er dafür keine entschuldbaren Gründe glaubhaft machen konnte,

dass der Beschwerdeführer bezüglich der nicht  eingereichten Identi-
tätsdokumente vorbrachte, er habe nie eine Identitätskarte oder einen 
Pass besessen und habe auch nie ein Dokument beantragt, 

dass  insgesamt  der  Eindruck  entsteht,  der  offensichtlich  keine  An-
strengungen zur Beibringung entsprechender Papiere unternehmende 
Beschwerdeführer enthalte den Behörden seine für die Reise benutz-
ten Dokumente vor,

dass  diese  Einschätzung  durch  seine  unrealistischen  und  wider-
sprüchlichen Angaben zum Reiseweg - unkontrolliert mit einem Schiff 
von Guinea nach F._______ und von dort ohne Kontrolle per Zug in die 
Schweiz - bestätigt wird, da diese - wie von der Vorinstanz richtig fest-
gestellt - die Vermutung aufkommen lassen, er sei mit seinen eigenen 
Reisepapieren legal nach Europa gereist und habe zur Verschleierung 
seiner  wahren Identität  beziehungsweise seines wahren Alters  keine 
Ausweis- oder Reisepapiere zu den Akten gereicht, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe den diesbe-
züglichen Erwägungen nichts entgegenbringt,

Seite 8

D-4522/2008

dass demnach die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen nach 
Prüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeeinga-
be als zutreffend zu erachten sind und zwecks Vermeidung von Wie-
derholungen  darauf  verwiesen  werden  kann  (Art.  109  Abs.  3  BGG 
i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 VwVG),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  entschuldbare 
Gründe für die Nichteinreichung der erforderlichen Dokumente glaub-
haft zu machen,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Prüfung  der  Akten  ergibt,  dass  die  Vorinstanz  die  Verfol-
gungsvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht und zutreffend als 
unglaubhaft  qualifizierte,  wobei  vorab auf  die  entsprechenden Erwä-
gungen des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 
kann,

dass sich auch aus der Beschwerdeschrift  keine neuen Erkenntnisse 
ergeben, die zu einer anderen Beurteilung führen könnten,

dass sich die Beschwerde im Wesentlichen in einer rudimentären Wie-
derholung der aktenkundigen Vorbringen erschöpft und sich nicht mit 
den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt,

dass diese Ausführungen in der Beschwerde in keiner Weise geeignet 
sind, die festgestellten Unglaubhaftigkeitsmerkmale auszuräumen und 
zu einer vom BFM abweichenden Beurteilung führen,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das  Asylgesuch des  Beschwerdeführers nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-

Seite 9

D-4522/2008

teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen nicht unzuläs-
sig ist, da aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und den üb-
rigen Akten keine Hinweise auf eine menschenrechtswidrige Behand-
lung ersichtlich sind (vgl. Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  [EMRK,  SR 
0.101]), die ihm in Guinea droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass vorliegend weder die allgemeine Lage in Guinea noch individuel-
le Gründe - der Beschwerdeführer verfügt über Verwandte in seinem 
Heimatland und will  seit zehn Jahren Uhren im Hafen von I._______ 
verkauft haben, was auf berufliche Erfahrungen schliessen lässt (vgl. 
A 1/14, S. 4 f.) - auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr 
schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers nicht unzumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführer nach Guinea 
schliesslich auch nicht unmöglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

Seite 10

D-4522/2008

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aus-
sichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu qualifizieren ist und da-
her das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-
zuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten in der Höhe von 
Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 bis 3 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

D-4522/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, H._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N _______) 
- das J._______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

Seite 12