# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5283bff1-fbd6-53f9-9762-7087f75e207a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230233-O1
**Docket/Reference:** SB230233-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230233-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230233-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel, Präsidentin, Oberrichter 

lic. iur. C. Maira und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw N. Hunziker

Urteil vom 1. Juli 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend Schändung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil 

vom 17. November 2022 (DG220025)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Mai 2022 

(Urk. 21) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 53 S. 45 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie

der sexuellen Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, wovon 

31 Tage durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf

2 Jahre festgesetzt.

4.

5.

Es wird kein Kontakt- und Tätigkeitsverbot angeordnet.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von Fr. 147.45 

zuzüglich 5 % Zins ab 7. Juli 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schaden-

ersatzbegehen abgewiesen. 

6.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin für künfti-

gen Schaden dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 5'500.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 31. Januar 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

8.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

5'000.–

;  die weiteren Auslagen betragen:

3'000.–

Gebühr für das Vorverfahren

- 3 -

Fr.

6'783.10

Kosten der amtlichen Verteidigung durch RAin X2._____ 
(durch die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich mit Verfü-
gung vom 21. März 2022 bereits entschädigt; act 10/18)

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

300.–

Gerichtsgebühr Haftbeschwerdeverfahren beim Obergericht 
des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. UB220029-O)

150.–

Gerichtsgebühr Entsiegelungsverfahren beim Zwangsmass-
nahmengericht des Bezirksgerichts Zürich 
(Geschäfts-Nr. GT220010-L)

519.33

Gutachten

6'800.–

Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 
Privatklägerin (inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt) 

9.

Die Kosten der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

derjenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten und der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten und der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin werden auf die Staatskasse genommen. Vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

11.

(Mitteilungen)

12.

(Rechtsmittel)

13.

(Rechtsmittel)"

- 4 -

Berufungsanträge:

(Prot. II S. 18 f.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 101 S. 2)

1.

In  Gutheissung  der  Berufung  des  Beschuldigten  und  Abweisung  der 

Anschlussberufung der STA seien Ziff. 1, 2, 3, 5, 6, 7, 9, teilweise (Satz 2 von) 

Ziff. 10 des angefochtenen Urteils aufzuheben.

2.

Der Beschuldigte sei in Gutheissung seiner Berufung vollumfänglich vom Vor-

wurf der Schändung und der sexuellen Handlung mit Kindern freizusprechen.

3.

Sämtliche Verfahrenskosten des Untersuchungsverfahrens und des erst- und 

zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen 

und dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung und Genugtu-

ung zuzusprechen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 102/1 S. 1)

Das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen ausser puncto Strafmass. Dies-

bezüglich sei in Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft I 

eine  Freiheitsstrafe  von  3  Jahren  teilbedingt  (10  Monate  unbedingt  und 

26 Monate  bedingt,  Probezeit  2  Jahre)  unter  Anrechnung  der  erstandenen 

Haft auszufällen.

c)

Der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin:

(Prot. II S. 27)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

- 5 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Prozessuales

1.

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem an-

gefochtenen Entscheid (vgl. Urk. 53 S. 4).

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

17. November  2022  (Urk.  53)  meldete  der  Beschuldigte  fristgerecht  Berufung  an 

(Urk.  46  und  47).  Nach  Zustellung  des  begründeten  Urteils  erfolgte  am  17.  April 

2023 rechtzeitig die Berufungserklärung (Urk. 51 und 55) und nach entsprechender 

Fristansetzung  am  24. Mai  2023  die  Anschlussberufung  der  Staatsanwaltschaft 

(Urk. 57 und 59). Anträge auf ein Nichteintreten auf die Berufung erfolgten nicht 

(Urk. 57, 59 und 60).

3.

Im Zuge der Berufungsklärung stellte der Beschuldigte sodann die Beweis-

anträge  auf  Einholung  eines  Leumundberichts  über  die  Privatklägerin  sowie  den 

Beizug der Opferhilfe- und Arztakten der Privatklägerin (Urk. 55). Nach den fristge-

rechten Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft wurden 

die  Anträge  schliesslich  mit  Präsidialverfügung  vom  6.  Juni  2023  abgewiesen 

(Urk. 57, 59, 60 und 61). 

4.

Zur Berufungsverhandlung vom 15. Mai 2024 erschienen der Beschuldigte in 

Begleitung  seines  Verteidigers lic.  iur.  X1._____,  Staatsanwältin  lic.  iur.  B._____ 

sowie die Privatklägerin in Begleitung ihrer Vertreterin, lic. iur. Y._____, und ihrer 

Mutter (Prot. II S. 7). Die Publikumsöffentlichkeit wurde auf Antrag der Privatkläge-

rin mit Verfügung vom 7. Februar 2024 ausgeschlossen und akkreditierte Gerichts-

berichterstatter nur unter Auflagen zur Berufungsverhandlung zugelassen (Urk. 57, 

60 und 63). Anlässlich der Berufungsverhandlung erneuerte der Beschuldigte seine 

im Zuge der Berufungserklärung gestellten Beweisanträge (Urk. 70; Prot. II S. 9 ff.). 

Der Beweisantrag auf Beizug der Opferhilfeakten der Privatklägerin wurde gutge-

heissen und die Berufungsverhandlung zu diesem Zweck unterbrochen. Die übri-

gen Beweisanträge wurden abgewiesen (Urk. 72; Prot. II S. 13). Als Ergebnis der 

Beweisabnahme  fanden  handschriftliche  Notizen  von  Dr. DR.  C._____  (nachfol-

- 6 -

gend: Dr. C._____), welche letztlich Grundlage für seinen ärztlichen Befund bilde-

ten (Urk. 82/2), sowie ein Journalauszug der Opferhilfe (Urk. 82/1) Eingang in die 

Akten.  Nach  Eingang  der  fristgerechten  Stellungnahmen  der  Staatsanwaltschaft, 

der Privatklägerschaft und des Beschuldigten zu den neuen Akten (Urk. 85, 90 und 

92) wurde zur Fortsetzung der Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 95). Über-

dies  wurde  ein  aktueller  Strafregisterauszug  über  den  Beschuldigten  eingeholt 

(Urk. 97).

5.

Zur Fortsetzung der Berufungsverhandlung vom 1. Juli 2025 erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines Verteidigers lic. iur. X1._____ und seiner Ehefrau 

D._____ als Vertrauensperson, Staatsanwältin lic. iur. B._____ sowie die Privatklä-

gerin in Begleitung ihrer Vertreterin, lic. iur. Y._____, und ihrer Mutter ebenfalls als 

Vertrauensperson (Prot. II S. 18). Der Beschuldigte stellte erneut Beweisanträge, 

die allesamt abgewiesen wurden (vgl. nachfolgend Ziff. I.8.). Während der Beru-

fungsverhandlung wurde ein Strafregisterauszug über die Privatklägerin eingeholt 

und den Parteien zur Einsicht vorgelegt (Urk. 100; Prot. II S. 21 ff.). Das Verfahren 

ist spruchreif.

6.

Die  Berufung  des  Beschuldigten  richtet  sich  gegen  die  Dispositivziffern  1 

(Schuldspruch),  2  (Strafe),  3  (Vollzug),  5  -  7  (Zivilansprüche),  9  (Kostenauflage) 

und 10, 2. Satz (Nachforderungsvorbehalt), die Anschlussberufung der Staatsan-

waltschaft gegen die Bemessung der Strafe (Dispositivziffern 2 und 3) (Urk. 55, 59, 

101 und 102/1). Folglich ist das vorinstanzliche Urteil vom 17. November 2022 im 

übrigen Umfang (Dispositivziffern 4, 8 und 10, 1. Satz) in Rechtskraft erwachsen, 

was mittels Beschluss festzustellen ist.

7.

Am 1. Januar 2024 trat die revidierte Strafprozessordnung (StPO) in Kraft. Auf 

das vorliegende Berufungsverfahren sind die früheren, im Zeitpunkt des vorinstanz-

lichen  Entscheids  geltenden  Strafprozessnormen  anwendbar  (Art.  453  Abs.  1 

StPO).

8.1. Welchen Beweiswert der ärztliche Befund von Dr. C._____ vom 13. Juli 2022 

(Urk. 24) hat, ist im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung zu klären. Er ist 

strafprozessual  korrekt  zu  den  Akten  erhoben  worden  und  uneingeschränkt  ver-

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wertbar. Es besteht folglich entgegen der Verteidigung (Urk. 86 S. 1 ff.) kein Anlass, 

den ärztlichen Befund aus den Akten zu entfernen.

8.2. Von einer Einvernahme von Dr. C._____ sind – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 98) – keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die ärztlichen Konsultationen 

der Privatklägerin liegen über zehn Jahre zurück, weshalb davon auszugehen ist, 

dass Dr. C._____ auf seinen ärztlichen Befund (Urk. 24) und die handschriftlichen 

Notizen, welche im Rahmen seiner psychiatrischen Beratung und Begleitung der 

Privatklägerin gemacht wurden (Urk. 82/2), abstellen würde. Dies gilt umso mehr, 

als die Privatklägerin kaum die einzige Klientin von Dr. C._____ war.

8.3. Der  allgemeinen  Glaubwürdigkeit  einer  Person  kommt  nach  der  bundesge-

richtlichen Rechtsprechung nur noch untergeordnete Bedeutung zu. Entscheidend 

für  den  Beweiswert  einer  konkreten  Aussage  ist  vielmehr  deren  Glaubhaftigkeit. 

Abklärungen zum Vorleben und zu den persönlichen Verhältnissen sind daher nur 

notwendig,  wenn  Zweifel  an  der  Glaubwürdigkeit  bestehen  und  diese  Zweifel 

geeignet sind, sich auf die konkrete Beweiswürdigung, d.h. die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen  auszuwirken  (BGE  147  IV  534  E.  2.3.3;  vgl.  auch  Urteil  BGer 

6B_1054/2023 vom 19. Februar 2024 E. 1.1.1.). Mangels Vorliegens entsprechen-

der Hinweise besteht kein Anlass, einen Leumundsbericht über die Privatklägerin, 

die nicht im Strafregister verzeichnet ist (Urk. 100), einzuholen.

8.4. Dementsprechend  waren  die  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  vom 

1. Juli 20215 gestellten Beweisanträge des Beschuldigten abzuweisen.

9.

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet. Stimmt die Rechtsmittelinstanz der Vorinstanz grundsätzlich zu und hat sie 

bloss nebensächliche Vorbehalte, kann sie punktuelle Korrekturen formulieren und 

im  Übrigen  auf  die  vorinstanzliche  Begründung  verweisen  (Urteil  6B_1164/2023 

vom 7. Oktober 2024 E. 3.2 mit Hinweis). Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, 

dass aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen 

Entscheid zu begründen. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegun-

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gen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen 

Entscheid stützt. Es darf sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-

ken  und  muss  sich  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatsächlichen  Behauptung  und 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich 

mithin auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhält-

nismässiger  Motivationsaufwand  kann  nicht  eingefordert  werden.  Ebenso  wenig 

lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort 

auf jedes Argument gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 

141  IV  249  E. 1.3.1;  BGer  6B_689/2019  vom  25. Oktober  2019  E.  1.5.2.,  mit 

Hinweisen;  in  diesem  Sinne  gegen  eine  "überbordende  Begründungspflicht" 

[namentlich  in  Strafsachen]  auch  François  Chaix,  Bundesgerichtspräsident,  in 

Plädoyer 3/2025, S. 20 f.).

II. Schuldpunkt

1.1. Dem  Beschuldigten  wird  in  der  Anklageschrift  zusammengefasst  vorge-

worfen, in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 2014, zirka zwischen 1.00 Uhr und 

2.00  Uhr,  an  der  damals  rund  10-jährigen  schlafenden  Privatklägerin  in  deren 

Kinderzimmer sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Namentlich soll er sie 

mit den Händen und den Fingern am Gesäss, an der Scheide und am Anus ge-

streichelt und sie im Bereich Anus bis zur Scheide mit seinem Mund berührt und 

geleckt sowie einen Finger in ihre Scheide eingeführt haben. Danach soll er sich 

von der Privatklägerin weg zur Türe bewegt haben, weil er befürchtet habe, sie sei 

aufgewacht. Jedoch habe er sich wieder zurück begeben, weil er geglaubt habe, 

sie schlafe doch noch und habe die vorgenannten Handlungen wiederholt. Zudem 

soll der Beschuldigte mehrmals versucht haben, mit seinem Penis in den Anus der 

Privatklägerin einzudringen, um an ihr den Analverkehr zu vollziehen, wobei es ihm 

aber nur gelungen sei, ein wenig mit der Spitze des Penis einzudringen (Urk. 21 

S. 2 f.).

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt gestützt auf die Schilderun-

gen der Privatklägerin und die Aussagen der Zeuginnen E._____ (Mutter der Pri-

vatklägerin) und F._____ (Schwester der Privatklägerin) sowie den ärztlichen Be-

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fund von Dr. C._____ grundsätzlich als erstellt. Einzig die Vorwürfe, der Beschul-

digte  habe  einen  Finger  in  die  Scheide  der  Privatklägerin  eingeführt  und  sei  ein 

wenig  mit  der  Penisspitze  in  ihren  Anus  eingedrungen,  qualifizierte  sie  als  nicht 

nachweisbar (Urk. 53 S. 16 ff., insbesondere S. 25). 

1.3. Die  Staatsanwaltschaft  moniert  den  Schuldspruch  im  Berufungsverfahren 

nicht (Urk. 59; Urk. 102/1-2). 

1.4. Der Beschuldigte ist nicht geständig, lässt einen Freispruch beantragen und 

sagte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, er sei unschuldig und bestreite die 

Vorwürfe.  Er  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  das  Zimmer  der  Privat-

klägerin betreten, weil er ein auffälliges Geräusch gehört habe, dessen Art er nicht 

beschreiben könne. Im Zimmer habe er die Privatklägerin von der Bettkante zur -

mitte hin gehoben oder geschoben und das Licht gelöscht. Anschliessend habe er 

das  Zimmer  verlassen  und  sich  schlafen  gelegt.  Es  habe  dann  ein  Gespräch  im 

Familienverbund  gegeben,  welches  er  so  empfunden  habe,  als  müsse  er  sich 

irgendwie erklären oder entschuldigen (Urk. 71 S. 5 ff.; Prot. II S. 21). Die Vertei-

digung  brachte  zum  Sachverhalt  bzw.  der  Beweiswürdigung  vor,  dass  zufolge 

Fehlens weiterer Beweismittel wie Tatzeugen und körperlich-medizinischer Unter-

suchungsbefunde  in  erster  Linie  die  Aussagen  der  Privatklägerin  glaubhaft  sein 

müssten,  wobei  es  keine  richtige  Dokumentation  der  Erstaussagen  der  Privat-

klägerin  nach  dem  angeblichen  Vorfall  gebe.  Die  erst  mehrere  Jahre  nach  dem 

angeblichen  Vorfall  vorgebrachte  Darstellung  der  Privatklägerin  sei  unglaubhaft 

und vermöge nicht zu überzeugen, weshalb der Beschuldigte mangels Beweisen, 

zumindest aber in dubio pro reo, freizusprechen sei (Urk. 101 S. 4 ff.). 

2.

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der Beweis-

würdigung wird vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

(Urk. 53 S. 14 f.). Sie hat im Übrigen die massgebenden Beweismittel aufgeführt 

und die Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin, der Zeuginnen E._____ 

- 10 -

und F._____ sowie den ärztlichen Befund von Dr. C._____ ausführlich und zutref-

fend wiedergegeben (Urk. 53 S. 6 ff.). Auch darauf wird verwiesen. 

3.1.1. Die Vorinstanz hat sich sehr einlässlich und differenziert mit den Aussagen 

des Beschuldigten und der Privatklägerin auseinandergesetzt und diese mit zutref-

fendem  Ergebnis  gewürdigt  (Urk.  53  S.  18  ff.),  was  vorbehaltlos  übernommen 

werden kann. Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, ist ihr ohne Weiterun-

gen zuzustimmen, wenn sie an deren Wahrheitsgehalt erheblich zweifelt und für 

die  Sachverhaltserstellung  nicht  darauf  abstellt  (Urk.  53  S.  19  f.).  Anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  erwähnte  der  Beschuldigte  zudem  in  Widerspruch  zu 

seinen früheren Aussagen (vgl. Prot. I S. 25) nicht mehr, dass er angeblich ein Licht 

im Schlafzimmer der Privatklägerin wahrgenommen habe und dass er ihre Zimmer-

türe insgesamt zweimal geöffnet habe, was der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

ebenfalls abträglich ist.

Nachdem die Verteidigung hauptsächlich die Beweiswürdigung im Zusammenhang 

mit den Aussagen der Privatklägerin moniert, ist im Folgenden nochmals punktuell 

darauf einzugehen, sofern es das rechtliche Gehör gebietet. 

3.1.2. Die Privatklägerin wurde insgesamt zwei Mal einvernommen, namentlich am 

6. Dezember 2021 durch die Polizei sowie am 4. März 2022 (inklusive Videoauf-

nahme)  durch  die  Staatsanwaltschaft  (Urk.  3/1-2  und  Urk.  3/4).  Überzeugend 

gelangte die Vorinstanz zusammengefasst zum Schluss, dass sich die Aussagen 

von Anfang an durch Konstanz auszeichneten, keine strukturellen Brücke vorhan-

den seien und sie authentisch und selbst erlebt wirkten. Sodann würde die Privat-

klägerin  den  Beschuldigten  nicht  in  unnatürlicher  Weise  belasten  und  gewisse 

Unsicherheiten offenlegen (vgl. Urk. 53 S. 20 ff.).

Die  glaubhaften  und  verlässlichen  Aussagen  der  Privatklägerin  werden  sodann 

durch die Aussagen der Zeuginnen E._____ und F._____ gestützt. Wie die Vorin-

stanz zutreffend darlegte (vgl. Urk. 53 S. 24 f.), sagte die Zeugin E._____ lebens-

nah und schlüssig aus. Insbesondere ist zu betonen, dass keinerlei unnötigen Be-

lastungen  oder  Ausschmückungen  erkennbar  sind,  sondern  die  Aussagen  sich 

durch Sachlichkeit auszeichnen und die Zeugin auf die Wahrheitsfindung und nicht 

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eine Verurteilung des Beschuldigten bedacht ist. Für eine hohe Glaubhaftigkeit der 

Aussagen spricht sodann die Wiedergabe der Zeugin dessen, was die Privatkläge-

rin ihr am Morgen nach dem Vorfall erzählt hatte, nämlich: "Dann hockte oder kniete 

er sich zu ihr. Dann fing er an sie sexuell zu berühren. An der Muschi hat sie gesagt 

und  er  habe  sich  an  sie  gedrückt  bzw.  habe  sie  zu  sich  herangezogen.  […]  Sie 

sagte, es sei eine Art Streicheln oder Grabschen gewesen.". Mehr habe die Privat-

klägerin nicht erzählt, sie habe nicht darüber reden wollen (Urk. 4B F/A 41 f.). Diese 

Schilderung  zeigt  deutlich,  dass  nicht  nur  die  Art,  mit  der  die  damals  10-jährige 

Privatklägerin  ihrer  Mutter  den  Vorfall  schilderte,  sehr  authentisch  und  nachvoll-

ziehbar  ist,  sondern  auch  die  Wortwahl  altersadäquat.  Ein  10-jähriges  Kind,  das 

altersgemäss weder über eigene sexuelle Erfahrungen verfügt, noch Kenntnis hat 

von sexuellen Praktiken wie Oral- oder Analverkehr, ist verständlicherweise weder 

in der Lage, während den tatsächlichen Handlungen klar und differenziert wahrzu-

nehmen und einzuordnen, was geschieht, noch dies im Nachgang detailliert wie-

derzugeben. Entsprechendes führte die Privatklägerin auch im Zuge der Beantwor-

tung der Frage, was sie dazu bewogen habe, Strafanzeige zu erstatten, aus: "Da-

mals war dies kein fairer Kampf gewesen. Ich hätte mich niemals so ausdrücken 

können um zu sagen, was gewesen ist, wie ich gefühlt habe und wie ich es erlebt 

habe." (Urk. 3/2 F/A 144). Ebenfalls ist nachvollziehbar, dass die Privatklägerin da-

mals nicht mehr weiter mit ihrer Mutter über den Vorfall sprechen wollte, zumal es 

sich  um  ein  sehr  schambehaftetes  Thema  handelte  und  die  Privatklägerin  nach 

eigenen Angaben damals dachte, sie sei schuld und sie ihrer Mutter auch weiterhin 

die Beziehung zum Beschuldigten ermöglichen wollte (vgl. Urk. 3/2 F/A 144). Ein 

solches  Verhalten,  wie  namentlich  Angst,  Scham,  Verdrängungs-  und  Verleug-

nungstendenzen sowie die Vermeidung, sich jemandem anzuvertrauen, ist im Üb-

rigen notorisch für Opfer sexueller Gewalt (vgl. dazu BGE 147 IV 409 E. 5.4.1). Mit 

der glaubhaften und verlässlichen Zeugenaussage von E._____ kann im Übrigen 

auch dem Anliegen der Verteidigung entsprochen werden, dass die "Erstaussage" 

der Privatklägerin in die Aussagewürdigung miteinbezogen wird. Zwar, diesbezüg-

lich ist der Verteidigung Recht zu geben, kann die Zeugin E._____ nur zu Protokoll 

geben, was sie vom "Hörensagen" weiss, jedoch geben ihre Schilderungen wieder, 

was sie aus erster Hand von der Privatklägerin sehr zeitnah nach dem Vorfall er-

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fahren hat. Die Aussagen der Zeugin werden, auch wenn sie den Vorfall nicht selbst 

wahrgenommen  hat,  deswegen  nicht  weniger  verlässlich  oder  gar  unbeachtlich. 

Vielmehr untermauern sie eben gerade die Schilderungen der Privatklägerin und 

bestätigen wiederum die Verlässlichkeit deren Aussagen. Ebenso verhält es sich 

mit den Aussagen der Zeugin F._____, die darlegte, wie "unglaublich schwierig" es 

damals für die Privatklägerin gewesen sei darüber zu reden, sie (die Privatklägerin) 

habe sich sehr geschämt. Sie habe einfach gesagt, dass der Beschuldigte seine 

Hand an ihrer Muschi gehabt habe. Zudem ergänzte die Zeugin von sich aus, die 

Privatklägerin habe dies halt in der Kindersprache erzählt (Urk. 4/4 F/A 42 und 45), 

was wiederum korrespondiert mit den vorstehend thematisierten Depositionen der 

Zeugin  E._____  und  den  Schilderungen  der  Privatklägerin.  Ferner  beschrieb  die 

Zeugin F._____ ein Gespräch mit dem Beschuldigten, an welchem sie, ihr Bruder 

und  ihre  Mutter  (E._____)  zugegen  waren.  Einerseits  sollten  sie  dabei  vom 

Beschuldigten aufgrund der Trennung zwischen ihm und E._____ Abschied neh-

men können, andererseits sei auch ein klärendes Gespräch das Ziel gewesen. Bei 

der Schilderung dieses Gesprächs ergibt sich, dass der Beschuldigte offenbar er-

zählt hatte, er habe wohl die Zimmer der Privatklägerin und der Mutter verwechselt, 

was die Zeugin in der Einvernahme damit kommentierte, dass sie es "extrem un-

glaubwürdig" fände, dass er angeblich die Zimmer verwechselt habe, weil er ein-

fach so oft bei ihnen gewesen sei (Urk. 4/4 F/A 51 ff.). Dass der Beschuldigte die 

Zimmer  verwechselt  haben  soll,  ergibt  sich  auch  aus  einer  früheren  Antwort  der 

Zeugin F._____, als es um das Gespräch ging, in welchem ihr die Mutter (E._____) 

erzählt habe, was der Grund sei, dass der Beschuldigte nicht mehr bei ihnen sei. 

Wie die Zeugin F._____ schilderte, soll der Beschuldigte gegenüber E._____ er-

klärt haben, er habe ihr Zimmer mit demjenigen der Privatklägerin verwechselt, er 

habe deshalb die Person auf die Seite geschoben und dabei den Intimbereich der 

Privatklägerin berührt (vgl. Urk. 4/4 F/A 40). 

Insgesamt zeigt sich, dass sämtliche Aussagen, namentlich der Privatklägerin und 

der beiden Zeuginnen, ein stimmiges Ganzes ergeben, wobei keine der aussagen-

den  Personen  zu  Aggravierungstendenzen  neigt,  noch  Hinweise  bestehen,  dass 

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sie  ihre  Aussagen  in  irgendeiner  Form  abgesprochen  oder  einander  angenähert 

hätten, um den Beschuldigten zu belasten und so eine Verurteilung herbeizuführen. 

3.1.3. Ferner äussert sich der von Dr. C._____ verfasste ärztliche Befund über die 

Privatklägerin vom 13. Juli 2022 (Urk. 24 und Urk. 80/8) unmissverständlich. Die 

Vorinstanz hat sich damit einlässlich und mit zutreffenden Erwägungen auseinan-

dergesetzt (Urk. 53 S. 13 f. und 23 f.), worauf verwiesen wird. 

Die  Privatklägerin  wurde  über  die  Opferhilfe  des  Kinderspitals  Zürich  am 

11. Februar 2014 bei Dr. C._____ vorstellig. In der Folge fand durch ihn von Fe-

bruar bis Mai 2014 eine psychiatrische Beratung und Begleitung der Privatklägerin 

statt.  Der  ärztliche  Befund  vom  13.  Juli  2022  gründet  wesentlich  auf  den 

handschriftlichen  Notizen,  welche  im  Rahmen  jener  Beratung  und  des  Therapie-

prozesses durch Dr. C._____ gemacht wurden (Urk. 24 und Urk. 82/2). Es sei dazu, 

in  Ergänzung  zu  den  vorinstanzlichen  Erwägungen,  nochmals  betont,  dass  Dr. 

C._____ deutliche Hinweise für einen sexuellen Missbrauch wahrnahm und eine 

posttraumatische Belastungsstörung mit den typischen Symptomen wie Flashba-

ckerleben,  Vermeidung  des  Thematisierens  und  Schlafprobleme  diagnostizierte. 

Auch legte er dar, dass die Privatklägerin in Mimik und Gestik kongruent zum Affekt 

auf  Einzelheiten  eingegangen  sei,  welche  auch  im  Rahmen  der  Traumatherapie 

unverändert geschildert worden seien. Aus diesem Befund kann geschlossen wer-

den,  dass  sich  die  Privatklägerin  auch  gegenüber  Dr.  C._____  authentisch  und 

glaubhaft äusserte und er von zutreffenden Schilderungen der Privatklägerin aus-

gehen konnte. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der ärztliche Be-

fund zwar keine unmittelbare Auskunft zum konkreten Tathergang geben kann, je-

doch die Ausführungen von Dr. C._____ eindeutig die Version der Privatklägerin 

stützen (Urk. 53 S. 23 f.). Die Handnotizen aus dem Jahre 2014, die in den Wochen 

nach dem inkriminierten Vorfall gemacht worden sind, sind diesbezüglich etwas de-

taillierter.  So  schilderte  die  damals  10-jährige  Privatklägerin  dem  Psychiater  Dr. 

C._____, dass der Donnerstag ein normaler Tag gewesen sei. Es sei dunkel gewe-

sen und sie sei plötzlich aufgewacht und habe realisiert, dass er (gemeint A._____ 

bzw. der Beschuldigte) sie mit dem Finger befummle, vermutlich mit der rechten 

Hand. Weiter schilderte die Privatklägerin, dass sie ein schlechtes Gefühl gehabt 

- 14 -

habe und auch Angst, dass wenn sie es der Mutter erzähle, sie "dran komme" und 

man ihr nicht glauben werde. Sie hätte dann so getan, als ob sie wach sei, worauf 

er sofort aufgehört habe. Weiter ist in den Notizen an jener Stelle vermerkt "3s ge-

wartet,  dann  raus  /  blieb  leise  /  Hose  hochgezogen  +  Decke  /  Bauch  gelegen  / 

etwas  Decke  gesehen  /  A._____  gesehen"  (Urk.  82/2  S.  7).  Weiter  notierte  Dr. 

C._____ "Gesicht + Oberkörper gesehen – Kleidung angehabt (er schien sich auf 

meinen Intimbereich zu konzentrieren – habe ihn Ø so genau sehen können. Ich 

habe seine […] Hände gespürt + ihn daran erkannt – er bemerkte mich. Ich sehe 

wie er durch Tür geht. Schuldgefühle am nächsten Morgen als E'._____ sagte sie 

würde schluss machen / hatte Ø daran gedacht" (Urk.<82/2 S. 8). An einer anderen 

Stelle der Notizen kann sodann entnommen werden, dass die Privatklägerin dem 

Psychiater schilderte, sie sei schlafen gegangen, sie sei nachts aufgewacht und es 

habe sie irgendetwas gestört. A._____ sei in ihrem Zimmer gewesen und sie habe 

erst gar nicht "gecheckt", was er gemacht habe. Nachher habe sie so getan, als ob 

sie aufwache. Er sei danach gegangen, die Toilettenspülung sei gegangen, sie sei 

im Schock gewesen (Urk. 82/2 S. 12). 

Die  im  Berufungsverfahren  beigezogenen  handschriftlichen  Notizen  von  Dr. 

C._____  aus  den  Opferhilfeakten  bestätigen  das  bisherige  Beweisergebnis  und 

vermögen es nicht zugunsten des Beschuldigten zu relativieren. Die Schilderungen 

der  Privatklägerin  in  der  Beratung  bei  Dr.  C._____  im  Jahre  2014  sind  –  wenn 

selbstredend nicht sehr detailliert und in einem anderen Rahmen entstanden – kon-

sistent mit ihren im Strafverfahren gemachten Aussagen und unterstreichen deren 

Glaubhaftigkeit.  Die  Notizen  und  mit  ihnen  der  ärztliche  Befund  geben  deutliche 

Hinweise, dass es zwischen dem Beschuldigten und der damals 10-jährigen Pri-

vatklägerin zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein muss, was entsprechend 

ins Beweisergebnis einzufliessen hat. Es ist der Verteidigung zwar zuzustimmen, 

dass keine tatzeitnahen Aussagen der Privatklägerin vorliegen. Allerdings sind ins-

besondere mit dem ärztlichen Befund und den handschriftlichen Notizen von Dr. 

- 15 -

C._____ aus den Opferhilfeakten  Beweise  vorhanden, die  nah  daran  herankom-

men. 

3.1.4.  Dass  sich  die  Aussagen  der  Privatklägerin  im  Laufe  der  Jahre  und  der 

Untersuchung in eine Richtung entwickelt hätten, die auf fremdsuggestive Einflüsse 

oder eine Motivation für eine Falschaussage schliessen liessen, ist nicht erkennbar. 

Die  Verteidigung  führt  zwar  mehrere  Möglichkeiten  von  Motiven  für  eine  Falsch-

aussage an (Urk. 101 S. 12 ff.), allerdings fehlt es an konkreten Hinweisen für ein 

derartiges Motiv. Einerseits weisen ihre Schilderungen Konstanz auf, ohne dabei 

stereotyp zu sein, andererseits geben die Zeugenaussagen, der ärztliche Befund 

von  Dr.  C._____  und  seine  handschriftlichen  Notizen  deutliche  Hinweise  auf  die 

Schilderungen  und  Emotionen  der  Privatklägerin  unmittelbar  bzw.  zeitnah  nach 

dem  Vorfall.  Es  ist  nochmals  zu  betonen,  dass  ein  10-jähriges  Kind,  das  alters-

gemäss weder über eigene sexuelle Erfahrungen verfügt, noch Kenntnis hat von 

sexuellen Praktiken wie Oral- oder Analverkehr, verständlicherweise weder in der 

Lage  ist,  während  den  tatsächlichen  Handlungen  klar  und  differenziert  wahrzu-

nehmen und einzuordnen, was geschieht, noch dies im Nachgang mit derselben 

Klarheit wiederzugeben wie als erwachsene Person, was auch die Privatklägerin 

selber  nachvollziehbar  ausführte  (vgl.  vorne  Ziff.  II.3.1.2.).  Entgegen  der  Vertei-

digung (Urk. 98; Urk. 101 S. 5 f.) war es im Übrigen nicht Aufgabe von Dr. C._____, 

die  Schilderungen  der  Privatklägerin  (unter  Einhaltung  der  strafprozessualen 

Normen)  protokollartig  festzuhalten,  sondern  er  hatte  sich  im  Rahmen  seiner 

therapeutischen Tätigkeit in erster Linie auf ihr Befinden zu konzentrieren. Unter 

Berücksichtigung  dieser  Umstände  dokumentieren  die  handschriftlichen  Notizen 

von Dr. C._____ entgegen der Verteidigung relativ detailliert die Schilderungen und 

Emotionen  der  Privatklägerin  unmittelbar  bzw.  zeitnah  nach  dem  Vorfall.  Im 

Übrigen ist es nicht am Gericht, die Beurteilung von Dr. C._____ in Bezug auf den 

Detaillierungsgrad seiner beruflichen Dokumentationen in Frage zu stellen. Entge-

gen der Verteidigung (vgl. Urk. 43 S. 5 f.; Urk. 101 S. 5 ff.) ist zudem durchaus eine 

Glaubhaftigkeitsbeurteilung der Aussagen möglich und echte Widersprüche sind in 

den Aussagen der Privatklägerin nicht erkennbar. Zwar macht der Umstand, dass 

die Strafanzeige erst knapp 8 Jahre nach dem Vorfall erfolgte, die Beweisführung 

schwieriger und die Beweiswürdigung anspruchsvoller, zumal in der Regel keine 

- 16 -

objektiven Beweise wie namentlich DNA-Spuren oder körperliche Blessuren mehr 

erhoben  werden  können.  Jedoch  ist  eine  Strafanzeige  bezüglich  eines  Sexual-

deliktes  nach  Jahren  nicht  nur  rechtens,  sondern,  wie  die  Vorinstanz  zutreffend 

ausführte, im vorliegenden Fall aus verschiedenen Gründen (emotionale, Kindes-

alter, etc.) nachvollziehbar und dem Beweisergebnis nicht von vornherein abträg-

lich (vgl. Urk. 53 S. 17 f.). 

3.2. Zusammengefasst erweist sich der angeklagte Sachverhalt, mit der von der 

Vorinstanz dargelegten Einschränkung (vgl. Ziff. II.1.2. vorstehend, Urk. 53 S. 25 

und), als erstellt und ist für die rechtliche Würdigung darauf abzustellen. 

4.

Die  Vorinstanz  hat  das  Verhalten  des  Beschuldigten  in  rechtlicher  Hinsicht 

bezüglich des ersten Sachverhaltsteils (bevor sich der Beschuldigte zum ersten Mal 

weg vom Bett zur Türe begab) als Schändung im Sinne von Art. 191 StGB qualifi-

ziert sowie sämtliche erstellten sexuellen Handlungen, mithin inklusive der versuch-

ten Analpenetration, in echter Konkurrenz als sexuelle Handlungen mit Kindern im 

Sinne  von  Art.  187  Ziff.  1  Abs.  1  StGB  gewertet  (Urk.  53,  Dispositivziffer  1  und 

S. 25 ff.), was ohne Weiteres zu bestätigen ist. Im Zuge der per 1. Juli 2024 in Kraft 

getretenen StGB-Revision wurden die Art. 191 StGB und Art. 187 StGB neu formu-

liert. Nachdem das neue Recht im konkreten Fall nicht milder ist, gelangen die im 

Tatzeitpunkt geltenden Strafbestimmungen zur Anwendung (Art. 2 Abs. 2 StGB). 

Nicht  weiter  einzugehen  ist  auf  die  von  der  Vorinstanz  diskutierte  Frage  der 

Mehrfachbegehung,  nachdem  der  Schuldpunkt  im  vorliegenden  Verfahren  dem 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StGB) unterliegt. 

III. Sanktion

1.

Zum  anwendbaren  Strafrahmen  sowie  den  allgemeinen  Grundsätzen  der 

Strafzumessung  kann  vorab  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  im  erstinstanz-

lichen  Urteil  verwiesen  werden.  Zudem  ging  die  Vorinstanz  zu  Recht  von  der 

- 17 -

Schändung  im  Sinne  von  Art.  191  StGB  als  schwerstes  Delikt  aus  (Urk.  53. 

S. 31 ff.). 

2.

Die  Vorinstanz  sanktionierte  das  Verhalten  des  Beschuldigten  mit  einer 

Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs 

(Urk. 53 S. 37). Während die Verteidigung für einen Freispruch plädiert und sich 

nicht  zur  Strafe  und  den  diesbezüglichen  vorinstanzlichen  Erwägungen  äussert 

(Urk. 101), beantragt die Staatsanwaltschaft eine Freiheitstrafe von 3 Jahren, wobei 

10 Monate zu vollziehen und der Vollzug der übrigen 26 Monate unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei (Urk. 59; Urk. 102/1 S. 1). 

3.1. Zunächst ist bezüglich der Schändung die objektive Tatschwere für die Ver-

schuldensbewertung festzulegen. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die vom 

Beschuldigten vorgenommenen sexuellen Handlungen im Rahmen aller denkbaren 

Schändungshandlungen  einen  noch  leichten  Eingriff  in  die  sexuelle  Integrität 

darstellen, das Ganze von relativ kurzer Dauer war und der Beschuldigte beim Auf-

wachen der Privatklägerin von ihr abliess. Jedoch ist nicht ausser Acht zu lassen, 

dass eine nicht unerhebliche kriminelle Energie vorlag, zumal der Beschuldigte sich 

ein 10-jähriges Kind als Opfer aussuchte und es in seinem eigenen Kinderzimmer 

schändete. Dies dürfte bei der Privatklägerin zu einer zusätzlichen Erschütterung 

des Sicherheitsgefühls und des Vertrauens geführt haben. Insgesamt ist dennoch 

zu Recht von einem leichten objektiven Tatverschulden auszugehen. In subjektiver 

Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte und er 

das Kind seiner Lebenspartnerin missbrauchte, was von enormer Empathielosig-

keit und beachtlichem Egoismus zeugt. Ferner nutzte er die Vertrauensstellung, die 

er innerhalb jener Familie inne hatte, schamlos aus, was letztlich sämtliche Famili-

enmitglieder  tief  verunsicherte  und  erschütterte.  Dieser  Vertrauensbruch  fällt 

erschwerend  ins  Gewicht,  wobei  es  insgesamt  noch  bei  einem  leichten  Tat-

verschulden bleibt und die Einsatzstrafe im unteren Drittel des Strafrahmens anzu-

siedeln ist. Die von der Vorinstanz festgesetzten 13 Monate sind in Anbetracht der 

- 18 -

gewichtigen  subjektiven  Tatschwere  aber  zu  wohlwollend  und  auf  18  Monate  zu 

korrigieren. 

3.2. Bezüglich der sexuellen Handlungen mit Kindern ist in objektiver Hinsicht fest-

zuhalten, dass der Beschuldigte sich nicht nur durch Anfassen im Genitalbereich 

sowie durch orale Handlungen an der Privatklägerin verging, sondern er auch zu 

einer  analen  Penetration  ansetzte.  Gerade  Letzteres  ist  vor  dem  Hintergrund, 

dass es sich bei der Privatklägerin um ein auf dem Bauch liegendes, schlafendes 

10-jähriges Kind handelte, ein an Primitivität kaum zu überbietendes Vorgehen und 

zeugt von einer hohen kriminellen Energie. Dennoch ist das objektive Tatverschul-

den  angesichts  der  denkbaren  Tathandlungen  gerade  noch  als  leicht  zu  qualifi-

zieren.  In  subjektiver  Hinsicht  kann  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  zur 

Schändung (Ziff. III.3.1) verwiesen werden. Insgesamt ist von einer gerade noch 

leichten  Tatschwere  auszugehen  und  wäre  eine  Einzelstrafe  von  18  Monaten 

festzusetzen.  In  Anwendung  des  Asperationsprinzips  ist  die  Einsatzstrafe  von 

18 Monaten um 10 Monate auf 28 Monate zu erhöhen. 

3.3. Die Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil zur Täterkomponente sind zutref-

fend und bedürfen keiner Ergänzung (Urk. 53 S. 34 f. und 36; Urk. 71 S. 2 ff. i.V.m. 

Prot. II S. 20 f.). Ebenso ist das Nachtatverhalten des Beschuldigten als neutral zu 

gewichten.  Weitere  strafzumessungsrelevante  Faktoren  sind  nicht  ersichtlich, 

womit das Verhalten des Beschuldigten im Ergebnis mit einer Gesamtfreiheitsstrafe 

von 28 Monaten zu sanktionieren ist. Die Untersuchungshaft von 31 Tagen ist auf 

die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

3.4.1. Der vollständig bedingte Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe fällt ausser 

Betracht (Art. 42 StGB). Jedoch kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 

von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn 

dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters Rechnung zu tragen (Art. 43 

Abs. 1 StGB). Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 

StGB  ist,  dass  eine  begründete  Aussicht  auf  Bewährung  besteht.  Zwar  fehlt  ein 

entsprechender  Verweis  auf  Art. 42  StGB,  doch  ergibt  sich  dies  aus  Sinn  und 

Zweck  von  Art. 43  StGB.  Wenn  und  soweit  die  Legalprognose  des  Täters  nicht 

schlecht ausfällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf 

- 19 -

Bewährung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch 

ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei 

Aussicht besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den – ganz oder 

teilweise – gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die Strafe in voller 

Länge vollzogen werden (BGE 134 IV I E. 5.3.1.). Subjektiv ist mit anderen Worten 

das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt. 

3.4.2. Die objektive Voraussetzung zur Gewährung eines teilbedingten Strafvollzu-

ges ist mit der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 28 Monaten erfüllt. 

3.4.3. In subjektiver Hinsicht bestehen keinerlei Hinweise, die beim Beschuldigten 

auf eine ungünstige Legalprognose schliessen liessen. Es können ihm grundsätz-

lich günstige Umstände attestiert werden, er ist nicht vorbestraft (Urk. 97) und lebt 

in  stabilen  und  geordneten  Verhältnissen  (vgl.  Ausführungen  der  Vorinstanz  zur 

Täterkomponente,  Urk.  53  S.  34  f.;  Urk.  71  S.  1  ff.  i.V.m.  Prot.  II  S.  20  f.).  Dem 

Beschuldigten ist deshalb der teilbedingte Vollzug zu gewähren. 

3.4.4.  Der  unbedingt  vollziehbare  Teil  der  Freiheitsstrafe  muss  mindestens 

6 Monate betragen, darf aber die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 

und 3 StGB). Vorliegend ergibt sich dadurch für den vollziehbaren Teil ein Rahmen 

zwischen 6 und 14 Monaten. Als Bemessungsregel ist das Ausmass des Verschul-

dens zu beachten, dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist. Das Verhält-

nis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Bewäh-

rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum 

Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der 

Tat,  desto  grösser  muss  der  auf  Bewährung  ausgesetzte  Strafteil  sein.  Der 

unbedingte  Strafteil  darf  das  unter  Verschuldensgesichtspunkten  gemäss  Art. 47 

StGB gebotene Mass nicht unterschreiten (Urteil des Bundesgerichts 6B_632/2016 

vom 6. September 2016 E. 1.3).

Die  Legalprognose  des  Beschuldigten  ist  ungetrübt.  Das  Verschulden  wurde 

bezüglich der Schändung als noch leicht und betreffend der sexuellen Handlungen 

mit Kindern als gerade noch leicht eingestuft. Ein zu vollziehender Teil im unteren 

Bereich von 6 Monaten würde dem Umstand, dass mehrere Straftatbestände erfüllt 

- 20 -

sind, nicht gerecht werden, jedoch wären ebenso 14 Monate unverhältnismässig, 

zumal das Verschulden gerade noch leicht wiegt. Der vollziehbare Teil ist deshalb, 

auch in Anbetracht der Legalprognose, bei 8 Monaten festzusetzen und es ist eine 

Probezeit von 2 Jahren vorzusehen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

3.4.5.  Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

28 Monaten zu bestrafen, wobei 8 Monate (abzüglich 31 Tage für erstandene Haft) 

zu vollziehen sind. Die restlichen 20 Monate Freiheitsstrafe sind aufzuschieben, un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

IV. Zivilforderungen

Die  Verteidigung,  die  auf  einen  vollen  Freispruch  plädiert  hatte,  hat  sich  zu  den 

geltend  gemachten  Zivilansprüchen  nicht  geäussert  (Urk.  101).  Nachdem  die 

Schuldsprüche im Berufungsverfahren zu bestätigen sind, sind mit Verweis auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 53 S. 39 ff.) auch die korrekt und 

adäquat bemessenen Zivilansprüche zu übernehmen und zu bestätigen. Entspre-

chend ist der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin Schadenersatz von 

Fr.  147.45  zuzüglich  5%  Zins  ab  7. Juli  2014  sowie  eine  Genugtuung  von 

Fr. 5'500.– zuzüglich Zins ab 31. Januar 2014 zu bezahlen. Für künftigen Schaden 

ist der Beschuldigte sodann gegenüber der Privatklägerin dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Urk. 53 Dispositiv-

ziffer 9 und 10, 2. Satz) unter Hinweis auf Art. 426 Abs. 1 StPO inkl. des Nach-

forderungsvorbehalts gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO zu bestätigen. 

2.1. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG).

2.2. Bei diesem Verfahrensausgang ist dem Beschuldigten keine Entschädigung 

für erbetene anwaltliche Verteidigung zuzusprechen. 

- 21 -

2.3. Die  unentgeltliche  Rechtsvertretung  der  Privatklägerin  macht  für  das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von total Fr. 6'069.25 (inkl. Barauslagen 

und  MwSt.)  geltend  (Urk. 99).  Der  Aufwand  ist  ausgewiesen  und  angemessen. 

Unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  dass  die  Berufungsverhandlung  vom 

1. Juli 2025 mit rund 2 Stunden massgeblich weniger lang gedauert hat, als von der 

Rechtsvertretung in ihrer Honorarnote schätzungsweise veranschlagt, erweist es 

sich  als  angemessen,  Rechtsanwältin  lic.  iur.  Y._____  mit  pauschal  Fr. 5'600.– 

(inkl. Barauslagen und MwSt.) vorweg aus der Gerichtskasse zu entschädigen (vgl. 

hierzu nachfolgende Ziff. 2.4.).

2.4. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschul-

digte  unterliegt  mit  seinen  Anträgen  vollständig.  Die  Staatsanwalt  obsiegt  grund-

sätzlich  bzw.  unterliegt  mit  der  beantragten  Strafe  vernachlässigbar.  Die  Kosten 

des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der unentgeltlichen Rechts-

vertretung  der  Privatklägerschaft  (Art.  426  Abs.  4  StPO),  sind  deshalb  dem 

Beschuldigten  aufzuerlegen.  Die  Kosten  der  unentgeltliche  Rechtsvertretung  der 

Privatklägerin sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es bleibt die Rü-

ckzahlungspflicht  des  Beschuldigten  unter  Hinweis  auf  Art.  135  aAbs.  4  und 

Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

3.

Zufolge Schuldspruchs und ausgesprochener Strafhöhe besteht kein Raum 

für die vom Beschuldigten geltend gemachte Genugtuung für die von ihm erstan-

dene  Haft  (vgl.  Urk.  101  S.  2  und  16),  welche  ihm  im  Übrigen  angerechnet  wird 

(vgl. oben Erw. III. 3.4.5.)

- 22 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

17. November 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1.-3.

[…]

"Es wird erkannt:

4.

Es wird kein Kontakt- und Tätigkeitsverbot angeordnet.

5.-7.

[…]

8.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

5'000.– ;  die weiteren Auslagen betragen:

3'000.–

Gebühr für das Vorverfahren

Fr.

6'783.10

Kosten der amtlichen Verteidigung durch RAin X2._____ 
(durch die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich mit 
Verfügung vom 21. März 2022 bereits entschädigt; 
act 10/18)

Fr.

300.–

Gerichtsgebühr Haftbeschwerdeverfahren beim Oberge-
richt des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. UB220029-O)

150.–

Gerichtsgebühr Entsiegelungsverfahren beim Zwangs-
massnahmengericht des Bezirksgerichts Zürich 
(Geschäfts-Nr. GT220010-L)

519.33

Gutachten

6'800.–

Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 
Privatklägerin (inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt) 

Fr.

Fr.

Fr.

9.

[…]

10.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten und der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin werden auf die Staatskasse genommen. […]

11.

[Mitteilungen]

12.-13. [Rechtsmittel]"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 23 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





der Schändung im Sinne von Art. 191 aStGB sowie

der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

Abs. 1 aStGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

31 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind). 

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüg-

lich 31 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Frei-

heitsstrafe vollzogen.

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin G._____ Schadener-

satz von Fr. 147.45 zuzüglich 5 % Zins ab 7. Juli 2014 zu bezahlen.

5.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

G._____ für künftigen Schaden dem Grundsatze nach schadenersatzpflich-

tig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspru-

ches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin G._____ Fr. 5'500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 31. Januar 2014 als Genugtuung zu bezahlen.

7.

8.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 9 und 10, 2. Satz) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

5'600.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldig-

ten auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der 

- 24 -

Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO und Art. 138 

Abs. 1 StPO vorbehalten.

10. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(versandt)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und 
die Privatklägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und 
die Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 25 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 1. Juli 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

ORin lic. iur. M. Knüsel

MLaw N. Hunziker

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde  der  Vollzug  einer  Geldstrafe  unter  Ansetzung  einer  Probezeit  aufgeschoben,  muss  sie  vorerst  nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. 

Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.