# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f7003f4-12c1-57bd-8893-04da49971161
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1997 3296
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1997-3296_nodate.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 3296

3296

Werkvertrag. Festsetzung des Werklohns gemäss Verbandstarif bei 
fehlender Preisabrede (Art. 374 OR).

Aus den Erwägungen:
Gemäss Art. 374 OR wird der Preis nach Massgabe des Wertes 

der Arbeit und der Aufwendungen des Unternehmers festgesetzt, 
wenn der Preis zum voraus entweder gar nicht oder nur ungefähr be­
stimmt worden ist. Über die Höhe der geschuldeten Entschädigung 
hat die Vorinstanz eine Expertise eingeholt. Diese beruht auf dem 
Taglohntarif für Gipserarbeiten 91 des schweizerischen Maler- und 
Gipsermeister-Verbandes (gültig vom 1.4.1991 - 31.03.1992). Die 
Beklagten halten diese Ansätze nicht für anwendbar. Sie berufen sich 
auf Notorietät, dass diese Preise ca. ein Drittel zu hoch seien.

Regietarife von Berufsverbänden vermitteln nützliche Hinweise, 
sind jedoch wegen ihrer Einseitigkeit nicht unbesehen zu überneh­
men. Die vorbehaltlose Unterzeichnung von Regierapporten, wie dies 
hier geschehen ist, schafft aber eine tatsächliche Vermutung für die 
Richtigkeit und die Angemessenheit des rapportierten Aufwandes des 
Unternehmers (Zindel/Pulver, Komm. N. 18 zu Art. 374 OR, mit Hin­
weisen). Die Beklagten haben ihre Behauptung betreffend Übersetzt- 
heit des angewendeten Tarifs in keiner Weise substantiiert. Zudem 
sind die Regierapporte von einem Architekten unterzeichnet worden. 
Der Kläger durfte nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass dem 
Unterzeichnenden auch die Konsequenz der vorbehaltlosen Aner­
kennung, nämlich die Anwendung der entsprechenden Positionen des 
Verbandstarifs, bewusst war. Unter diesen Umständen kann deshalb 
im vorliegenden Fall aus dem in SJZ 87(1991), 358 f. wieder-gegebe- 
nen Urteil und der darin zitierten Auffassung von Gauch, a.a.O. N. 70, 
nichts zu Gunsten der Beklagten abgeleitet werden.

OGer 25.2.1997

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