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**Case Identifier:** bb3911f7-d7ce-51a6-8944-83ba8c131d6c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 25.08.2025 SST.2024.187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-187_2025-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.187 
(ST.2023.139; StA.2021.6715) 

 

 

Urteil vom 25. August 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Baden  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1999, von Tansania, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Paul Hofer,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Gewerbsmässiger Betrug, Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erhob am 12. Juli 2023 Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Betrugs, Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlungen gegen das Tierschutz-

gesetz, Widerhandlungen gegen das Tierseuchengesetz, Widerhan-

dlungen gegen das Hundegesetz, Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz sowie mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs-

verfahren. 

 

2. 

Mit Urteil vom 21. Mai 2024 sprach das Bezirksgerichts Baden den 

Beschuldigten vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Tierschutz-

gesetz (Anklageziffer 3.3) frei. Es verurteilte ihn wegen gewerbsmässigen 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB, fahrlässiger Widerhandlungen 

gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG, 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 

1 lit. c und d BetmG und Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Widerhandlungen gegen 

das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG (Anklageziffer 3.1 

und 3.2), fahrlässiger Widerhandlungen gegen das Tierseuchengesetz 

gemäss Art. 48 Abs. 1 und 3 TSG, fahrlässiger Widerhandlungen gegen 

das Hundegesetz gemäss § 19 Abs. 1 HuG und mehrfachen Ungehorsams 

des Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 StGB zu 

einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten mit einem vollziehbaren 

Anteil von 10 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden Anteil von 20 

Monaten, Probezeit 4 Jahre, einer unbedingten Gesamtgeldstrafe von 180 

Tagessätzen à Fr. 30.00 (inklusive Widerrufsstrafe von 120 Tagessätzen 

Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 29. Juli 

2021), d.h. Fr. 5'400.00, sowie zu einer Busse von Fr. 2'500.00, 

ersatzweise 84 Tage Freiheitsstrafe. Es widerrief den mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Baden vom 29. Juli 2021 für die Geldstrafe von 120 

Tagessätzen gewährten bedingten Strafvollzug. Zudem verwies es den 

Beschuldigten unter Ausschreibung im Schengener Informationssystem für 

7 Jahre des Landes und entschied über die beschlagnahmten Gegen-

stände sowie die Zivilklagen.  

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 26. August 2024 beantragte der Beschuldigte 

die Aufhebung der Schuldsprüche.  

 

3.2. 

Der Beschuldigte reichte am 16. Dezember 2024 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine (summarische) schriftliche Begründung ein.  

 

 - 3 - 

 

 

3.3. 

Die Berufungsverhandlung fand am 25. August 2025 statt. Der 

Beschuldigte schränkte seine Berufung dahingehend ein, als dass sie sich 

hinsichtlich der vorinstanzlichen Schuldsprüche einzig gegen die Quali-

fikation des Betrugs wendet. Er beantragt eine Verurteilung wegen mehr-

fachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB statt gewerbsmässigen 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB. Weiter beantragte er eine tiefere 

Strafe sowie das Absehen von einer Landesverweisung.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen 

Schuldspruch des gewerbsmässigen Betrugs. Unangefochten geblieben 

und deshalb nicht zu überprüfen sind der Freispruch vom Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz (Anklageziffer 3.3) sowie die 

Schuldsprüche der fahrlässigen Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz, der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, der 

Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Anklageziffer 3.1 und 3.2), 

der fahrlässigen Widerhandlungen gegen das Tierseuchengesetz, der fahr-

lässigen Widerhandlung gegen das Hundegesetz sowie des mehrfachen 

Ungehorsams des Schuldners im Betreibungsverfahren, der Entscheid 

über die beschlagnahmten Gegenstände und die Zivilklagen sowie die 

Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers im erstinstanzlichen 

Verfahren. Eine Überprüfung dieser unbestrittenen Punkte findet nicht statt 

(Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2.  

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Betrugs 

gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen.  

 

Der Beschuldigte bestreitet, gewerbsmässig gehandelt zu haben (GA 

act. 167 S. 4 und 168 S. 6; Plädoyer der Verteidigung S. 3 ff.). 

 

2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte im Zeitraum vom 22. Januar 2021 bis 31. Juli 2022 insgesamt 

43 Betrugshandlungen begangen hat. Er hat im Internet 43 Mal via Inserat 

unter falschem Namen eine Playstation 5 (PS5) zum Verkauf angeboten, 

ohne dass er – nachdem er seine eigene PS5 längst unter eigenem Namen 

veräussert hatte – je im Besitz der Geräte gewesen wäre und diese an die 

Käufer hat ausliefern wollen. Die Käufer haben ihm das Geld mittels 

«Twint» zukommen lassen. Insgesamt hat der Beschuldigte damit 

Fr. 17'678.00 erhalten (vorinstanzliches Urteil E. II/2 zum Anklagevorwurf 1 

 - 4 - 

 

 

und E. III/A/2; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.; Plädoyer der 

Verteidigung S. 3). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt gewerbsmässiges 

Handeln vor, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die der Täter für die 

deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb 

eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten 

Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines 

Berufes ausübt. Die Einnahmequelle braucht nicht den hauptsächlichen 

oder regelmässigen Erwerb zu bilden. Eine nebenberufliche deliktische 

Tätigkeit kann als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit genügen, weil 

auch in diesem Fall die erforderliche soziale Gefährlichkeit gegeben sein 

kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf einrichtet, 

durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu 

erzielen, die einen namhaften Beiträge an die Kosten seiner Lebens-

gestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen 

haben und es muss aus den gesamten Umständen geschlossen werden, 

er sei zu einer Vielzahl unter den entsprechenden Tatbestand fallender 

Handlungen bereit gewesen (BGE 147 IV 176 E. 2.2.1; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_219/2021 vom 19. April 2023 E. 4.2).  

 

2.3.2. 

Entgegen dem Beschuldigten und mit der Vorinstanz liegt ein gewerbs-

mässiges Handeln vor: 

 

Der Beschuldigte hat innerhalb von rund 1 ½ Jahren 43 Betrüge begangen. 

Die einzelnen Betrüge liefen nach einem ähnlichen Schema ab. Der 

Beschuldigte erstellte auf «Facebook Marketplace» – neben der verein-

zelten Nutzung anderen Plattformen (UA act. 392 ff. oder UA act. 406 ff.) – 

mit einem extra dafür erstellten Profil unter falschem (schweizerischen) 

Namen (z.B. B._____; vgl. z.B. UA act. 829; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 3 f.) ein Inserat für den Verkauf einer PS5. Das Inserat 

beinhaltete einen Produktebeschrieb und Fotos und wurde für die 

einzelnen Betrüge jeweils wieder verwendet (z.B. UA act. 828; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3 und 5). Auf die Meldung potenzieller Käufer hin 

trat er mit diesen via Chat in Kontakt. Er verhandelte mit ihnen u.a. über 

den Preis und den Versand der PS5, schickte zusätzliche Bilder oder klärte 

sonstige offene Fragen (GA act. 121; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 5; z.B. UA act. 716 ff.; UA act. 809 ff.; UA act. 831 ff.; UA act. 1221 ff.; 

UA act. 1227 ff.; UA act. 1244 ff.). Schliesslich hat er den Eingang des 

vereinbarten Betrages überprüft und nach Übermittlung des Kaufbetrages 

die Kontaktmöglichkeiten der Käufer blockiert (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 6). Mithin hat er einen erheblichen Zeitaufwand investiert. 

Insgesamt hat er Fr. 17'678.00 erwirtschaftet, was bei einem Zeitraum von 

 - 5 - 

 

 

rund 1 ½ Jahren einen monatlichen Durchschnitt von knapp Fr. 1'000.00 

ergibt (vgl. Plädoyer der Verteidigung S. 5), wobei der Betrag je nach 

Deliktstätigkeit in den entsprechenden Monaten höher bzw. tiefer ausfiel. 

Nach der Rechtsprechung kann die Absicht, ein Erwerbseinkommen zu 

erzielen, bereits bei monatlichen Einkünften von Fr. 500.00 bejaht werden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_544/2012 vom 11. Februar 2013 E. 7.2 mit 

Hinweisen). Der Beschuldigte verfügte zudem über weite Teile des Delikt-

zeitraums nicht über ein anderes Einkommen (vgl. GA act. 118; Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 15). Auch allfällige kurzzeitige Arbeitsstellen 

(z.B. Anfang 2022 bei der «C._____ AG» für ca. ein bis drei Monate mit 

einem Nettolohn von Fr. 3'700.00/3'800.00, UA act. 1532, GA act. 119 und 

127; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2), ändern nichts daran, zumal 

auch eine nebenberufliche deliktische Tätigkeit vor dem Hintergrund des 

tiefen Einkommens genügt. Bereits aus dem über weite Teile des Delikt-

zeitraums fehlenden Einkommens des Beschuldigten ergibt sich, dass der 

Deliktsbetrag einen namhaften Betrag an die Kosten seiner Lebens-

gestaltung dargestellt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_923/2022 vom 

5. Oktober 2022 E. 1.3.3). Dass der Beschuldigte den eingenommenen 

Betrag für seinen Drogenkonsum (UA act. 1555; GA act. 121; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6 f.) bzw. für Drogen und Partys (Plädoyer der 

Verteidigung S. 4) verwendet und nicht für Essen, Miete oder ähnliches 

ausgegeben hat, ist vornehmlich dem Umstand zuzuschreiben, dass 

letztgenannte Ausgaben von der Schwester, dem Vater oder der Freundin 

finanziert wurden (GA act. 119; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). 

Das minimiert die soziale Gefährlichkeit seiner Betrugshandlungen jedoch 

nicht. Vielmehr ist auch die Verwendung für den Drogenkonsum oder seine 

Freizeitgestaltung als Finanzierung seiner Lebensgestaltung anzusehen 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_368/2020 vom 24. November 2021 E. 1.4.2 

und 6B_860/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 4.4). In der aufgewendeten 

Zeit, im Beweggrund, in den erzielten Einkünften und in der Häufigkeit, der 

Regelmässigkeit und der Dauer der deliktischen Tätigkeit kommt die für 

eine Gewerbsmässigkeit erforderliche soziale Gefährlichkeit seines 

Handelns zum Ausdruck. Der Beschuldigte hat die deliktische Tätigkeit 

somit nach Art eines Berufes ausgeübt und gewerbsmässig gehandelt.  

 

2.4. 

Insoweit sich der Beschuldigte – trotz des anerkannten mehrfachen 

Betrugs (Plädoyer der Verteidigung S. 2) – auf den Standpunkt stellt, nicht 

«zurechnungsfähig» [gemeint: schuldfähig] gewesen zu sein, als er die 

Betrugshandlungen begangen habe (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 7), ist ihm nicht zu folgen. Selbst wenn der Beschuldigte beim Erstellen 

oder Veröffentlichen der Inserate bzw. bei den Kontakten mit den 

potenziellen Käufern unter Drogeneinfluss gestanden haben sollte, konnte 

er dennoch geplant und strukturiert vorgehen. Der Beschuldigte hat jeweils 

ausführlich (teilweise mit über 15 von ihm verfassten Nachrichten) mit den 

Interessenten meist auf Hochdeutsch gechattet, stringent auf ihre Fragen 

 - 6 - 

 

 

geantwortet, Preis- und Versandverhandlungen geführt und proaktiv über 

den angeblich (geplanten) Versand informiert (vgl. z.B. UA act. 716 ff.; UA 

act. 809 ff.; UA act. 831 ff.; UA act. 1221 ff.; UA act. 1227 ff.; UA 

act. 1244 ff.). Aufgrund der konkreten Umstände bestehen vor diesem 

Hintergrund keine Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschuldigten (vgl. 

Art. 20 StGB). 

 

2.5. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte wegen gewerbsmässigen 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. Seine 

Berufung erweist sich in diesem Punkt somit als unbegründet. 

 

3.  

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 

Abs. 2 StGB, der mehrfachen fahrlässigen Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG, der mehr-

fachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. c und d BetmG, der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a 

TSchG (Anklageziffer 3.1 und 3.2), der mehrfachen fahrlässigen Wider-

handlung gegen das Tierseuchengesetz gemäss Art. 48 Abs. 1 und 3 TSG, 

der mehrfachen fahrlässigen Widerhandlung gegen das Hundegesetz 

gemäss § 19 Abs. 1 HuG und des mehrfachen Ungehorsams des 

Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 StGB schuldig 

gemacht, wofür er angemessen zu bestrafen ist. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe 

von 30 Monaten mit einem vollziehbaren Anteil von 10 Monaten und einem 

bedingt zu vollziehenden Anteil von 20 Monaten, Probezeit 4 Jahre, einer 

unbedingten Gesamtgeldstrafe (inklusive Widerrufsstrafe) von 180 Tages-

sätzen à Fr. 30.00, d.h. Fr. 5'400.00, sowie zu einer Busse von 

Fr. 2'500.00, ersatzweise 84 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. Den mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 29. Juli 2021 für die Geldstrafe 

von 120 Tagessätzen gewährten bedingten Strafvollzug hat sie widerrufen.  

 

3.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.  

 

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3.4. 

Der gewerbsmässige Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB [in der bis zum 

30. Juni 2023 geltenden Fassung] sowie die Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG sehen 

alternativ Geldstrafen oder Freiheitsstrafen vor. Wie zu zeigen sein wird, 

kommt für den gewerbsmässigen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB 

aufgrund der Schwere des Verschuldens nur eine Freiheitsstrafe infrage. 

Hinsichtlich der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG ist mit Blick auf das Verschulden 

hingegen noch eine Geldstrafe möglich. Die fahrlässigen Widerhandlungen 

gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG sind 

mit Geldstrafe bedroht. Die restlichen Delikte, allesamt Übertretungen, 

werden mit Busse bestraft. 

 

3.5. 

Hinsichtlich des mit Freiheitsstrafe zu ahndenden gewerbsmässigen 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB [in der bis zum 30. Juni 2023 

geltenden Fassung] ergibt sich Folgendes: 

 

3.5.1. 

3.5.1.1. 

Ausgangspunkt zur Bestimmung des Verschuldens innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Beim Tatbestand des 

Betrugs gilt das Vermögen als das geschützte Rechtsgut (BGE 117 IV 139 

E. 3d). 

 

Der Beschuldigte hat durch seine betrügerischen Handlungen vom 

22. Januar 2021 bis zum 31. Juli 2022 und damit über einen Zeitraum von 

rund 1 ½ Jahren einen Betrag von Fr. 17'678.00 erlangt. Dieser Delikts-

betrag ist im Vergleich zum mittleren verfügbaren Einkommen der 

Privathaushalte in der Schweiz von monatlich rund Fr. 6'700.00 für das Jahr 

2021 bzw. Fr. 6'900.00 für das Jahr 2022 (vgl. Medienmitteilungen des 

Bundesamtes für Statistik vom 27. November 2023 und 12. November 

2024) und unter Berücksichtigung des grossen Spektrums möglicher 

Deliktsbeträge auch im Rahmen der qualifizierten Begehungsform der 

Gewerbsmässigkeit nicht unerheblich. Der Taterfolg ist damit in Relation 

zum weiten Strafrahmen von Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bis zu 

zehn Jahren Freiheitsstrafe und den davon erfassten Deliktssummen als 

nicht mehr leicht zu bezeichnen. 

 

Verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist die Art und Weise der 

Tatbegehung bzw. die Verwerflichkeit des Handelns: Der Beschuldigte hat 

mit 43 Tatbegehungen eine derart hohe Anzahl von Betrügen begangen, 

dass es weit über das für die Erfüllung des qualifizierten Tatbestandes 

Notwendige hinausgeht. Zudem ist er nicht etwa plump oder unbedarft 

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vorgegangen, sondern hat – über die Täuschungsabsicht und die Arglist 

hinaus – durchaus ausgeklügelt agiert. Er hat Playstations 5 angeboten, 

und zwar in Zeitpunkten, als die PS5 nur limitiert verfügbar war. Dadurch 

bestand für die von ihm angebotene PS5 eine grosse Nachfrage, was der 

Beschuldigte denn auch selbst festgestellt hat (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5 f.). Entsprechend schnell waren die Interessenten bereit, 

die PS5 meist zu dem vom Beschuldigten verlangten, wohl leicht unter dem 

Neukaufpreis (von ca. Fr. 550.00, Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 4, wobei der Beschuldigte im November 2021 in einem Chat auf die 

Frage nach dem Neupreis antwortete, dass dieser Fr. 499.00 betrage, UA 

act. 1046) liegenden Preis zu kaufen (meist Fr. 500.00, aber auch 

Fr. 520.00, UA act. 1168; Fr. 540.00, UA act. 889; Fr. 545.00, UA 

act. 1073Fr. 550.00, UA act. 1222 und 1334; Fr. 560.00, UA act. 975 f.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). Die PS5 hat er gross-

mehrheitlich über Facebook über ein Profil mit einem erfundenen 

schweizerischen Namen (B._____) und mit einem gefakten Profilfoto 

inseriert (GA act. 121; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 f.). 

Darüber hinaus hat er das Inserat mit Fotos sowie einer Produkte-

beschreibung und insbesondere der Zusicherung einer 24-monatigen 

Garantie ausgeschmückt (vgl. z.B. UA act. 1358 f.; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 4). Nach der Kontaktaufnahme hat er Vertrags-

verhandlungen mit den Interessenten geführt, Bilder versendet, Fragen 

beantwortet und sonstiges besprochen, um die Käufer in Sicherheit zu 

wiegen, sodass sie ihm den Betrag schliesslich per «Twint» überwiesen 

haben. Schliesslich teilte er meist proaktiv und wahrheitswidrig mit, dass 

die PS5 versandt wurde, bevor er die Käufer blockierte (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6). Damit hat der Beschuldigte eine erhebliche 

kriminelle Energie gezeigt. 

 

Der Umstand, dass der Beschuldigte mit der Absicht handelte, sich einen 

unrechtmässigen Vermögensvorteil zukommen zu lassen, ist dem Betrug 

als Vermögensdelikt, das Bereicherungsabsicht im Tatbestand voraus-

setzt, inhärent und darf entsprechend nicht verschuldenserhöhend 

berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 

16. März 2016 E. 4.2). Leicht verschuldenserhöhend ist hingegen das nicht 

unerhebliche Mass an Entscheidungsfreiheit zu berücksichtigen. Zwar war 

der Beschuldigte im Tatzeitraum mehrheitlich arbeitslos, verfügte über kein 

Einkommen und hat regelmässig Drogen (Marihuana und Kokain) konsu-

miert. In einer eigentlichen Notlage befand er sich jedoch nicht. Essen und 

Miete waren bezahlt (GA act. 150 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 6 und 8). Er wurde denn auch u.a. von seiner Schwester finanziell 

unterstützt (GA act. 119). Sie hat ihm Geld gegeben, das er u.a. für Drogen 

ausgegeben hat (GA act. 121). Selbst in der Annahme einer Drogensucht 

wären ihm – neben der finanziellen Unterstützung durch seine Schwester 

– verschiedene weitere Wege offen gestanden, um ein legales Einkommen 

zu erzielen. Er nahm denn auch mindestens einmal im Tatzeitraum einen 

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temporären Arbeitseinsatz wahr (vgl. oben). Der Beschuldigte hat letztlich 

den aus seiner Sicht einfachsten Weg gewählt, um zusätzlich an Geld zu 

kommen. Je leichter es ihm aber gefallen wäre, von den arglistigen Täu-

schungen abzusehen und das Vermögen der Geschädigten zu respek-

tieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit einher-

gehend sein Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum ordentlichen Strafrahmen von Geldstrafe 

nicht unter 90 Tagessätzen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe und den 

davon erfassten Handlungen und Deliktssummen von einem nicht mehr 

leichten bis mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen 

Strafe von 2 ½ Jahren auszugehen.  

 

3.5.1.2. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist zwei Vorstrafen auf. Er wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau vom 11. Oktober 2018 wegen mehrfachen Hausfriedens-

bruchs zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer 

Verbindungsbusse verurteilt. Mit Blick auf die tiefe Anzahl Tagessätze 

handelt es sich dabei noch um eine Strafe im Bagatellbereich. Darüber 

hinaus wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Baden vom 29. Juli 2021 wegen mehrfachen Betrugs, Hinderung einer 

Amtshandlung und mehrfachen geringfügigen Betrugs zu einer bedingten 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 800.00 verurteilt. 

Trotz der beiden Verurteilungen und diversen Einvernahmen im vor-

liegenden Verfahren zu den Betrügen (Einvernahme vom 9. und 

28. September 2021, vom 11. November 2021 oder vom 18. Mai 2022) hat 

der Beschuldigte weiter einschlägig delinquiert (Tatzeitraum vom 

22. Januar 2021 bis 31. Juli 2022). Das bisherige Verhalten des 

Beschuldigten ist von einem nicht unerheblichen Mass an Gleichgültigkeit 

und Unbekümmertheit gegenüber der Rechtsordnung geprägt. Das wirkt 

sich straferhöhend aus (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2).  

 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der Betrüge von Beginn weg 

geständig gezeigt. Auch wenn ein Leugnen aufgrund der Beweislage 

(Screenshots des Inserats, Chatverläufe, Twintzahlungen) weitgehend 

zwecklos gewesen wäre und sich deshalb nicht sagen lässt, dass der 

Beschuldigte aus freien Stücken ein Geständnis abgelegt hat und er 

zumindest die Gewerbsmässigkeit seines Handelns auch noch im 

Berufungsverfahren bestreitet, ist nicht zu verkennen, dass er mit seinen 

Aussagen dazu beigetragen hat, das Strafverfahren zu vereinfachen und 

zu verkürzen. Das Geständnis ist deshalb leicht zu seinen Gunsten zu 

berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2014 vom 9. Oktober 

2014 E. 2.4). Beim Beschuldigten ist jedoch keine nachhaltige Einsicht oder 

echte Reue ersichtlich, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht. 

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Vielmehr versucht er sein Verhalten mit seinem Drogenkonsum zu 

rechtfertigen. Er habe nur seinen Drogenkonsum finanzieren wollen und sei 

aufgrund des Drogenkonsums gar nicht «zurechnungsfähig» gewesen 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 f. und 7). Eine Entschuldigung 

gegenüber den Geschädigten oder eine Rückzahlung der Beträge ist nicht 

erfolgt (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9). 

 

Eine schwierige Kindheit oder Jugend ist nach der allgemeinen Lebens-

erfahrung zwar geeignet, späteres deliktisches Verhalten zumindest zu 

begünstigen. Der Beschuldigte ist mit ca. 9 Jahren von der Mutter getrennt 

von Tansania in die Schweiz zum Vater gekommen und mit 18 Jahren von 

der Stiefmutter vor die Türe gestellt worden (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 19). Sein Vater war zudem Alkoholiker (UA act. 250; vgl. 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 20). Dennoch verfügte er hin-

sichtlich dieser von ihm im Erwachsenenalter verübten Delikte über ein 

nicht unerhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit. Ein direkter Zusam-

menhang zwischen den hier zu beurteilenden Taten und seiner Kindheit 

und Jugendzeit ist nicht ersichtlich. Der Beschuldigte hat denn auch zu 

Beginn der Betrugshandlungen mit dem Vater und der Schwester und 

gegen Schluss noch mit der Schwester zusammen in einer Wohnung 

gelebt. Darüber hinaus ist hinsichtlich seines Vorlebens festzuhalten, dass 

sein Vater nach kurzer dreimonatiger schwerer Krankheit im Oktober 2021 

verstorben ist (Protokoll der Berufungsverhandlung 18 f.). Nachdem der 

Beschuldigte jedoch bereits ab Januar 2021 und damit Monate zuvor mit 

der Tatbegehung der vorliegend zu behandelnden Betrugshandlungen 

begann, ist sein Vorbringen, dass ausschliesslich die Krankheit bzw. der 

Tod seines Vaters ausschlaggebend für seinen Drogenkonsum und damit 

einhergehend seine Delikttätigkeit gewesen sei, nicht glaubhaft. Nach dem 

Gesagten vermögen sich allfällige schwierige Lebensumstände in seiner 

Kindheit und Jugend sowie während dem Deliktzeitraum höchstens 

geringfügig strafmindernd auszuwirken. 

 

Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten 

sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte lebt alleine in einer Wohnung und 

ist derzeit arbeitslos. Er ist gesund und konsumiert keine Drogen mehr 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9 und 15). Eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit ist nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen 

(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 7B_240/2022 vom 1. Februar 2024 

E. 5.2.2), welche vorliegend nicht auszumachen sind. 

 

Insgesamt halten sich die positiven und negativen Faktoren in etwa die 

Waage, weshalb sich die Täterkomponente neutral auswirkt. 

 

3.5.2. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 

 - 11 - 

 

 

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Das Gericht kann den Vollzug 

einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren 

teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des 

Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Grund-

voraussetzung für eine bedingte oder teilbedingte Strafe ist, dass die 

Legalprognose nicht negativ ausfällt (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1). 

 

Der Beschuldigte verfügt über zwei teilweise einschlägige Vorstrafen (siehe 

oben). Weder eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen noch von 

120 Tagessätzen vermochten ihn von weiterer Delinquenz abzuhalten. 

Vielmehr hat er wenige Tage nach dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Baden vom 29. Juli 2021 erneut einschlägig delinquiert. Ebenso liess er 

sich weder von diversen Einvernahmen im vorliegenden Verfahren 

(Einvernahme vom 9. und 28. September 2021, vom 11. November 2021 

oder vom 18. Mai 2022), im Rahmen derer ihm sein Unrecht vor Augen 

geführt wurde, noch von der vorläufigen Festnahme vom 18. Mai 2022 

beeindrucken, sondern beging weitere Betrugshandlungen. Mit dem 

gewerbsmässigen Betrug hat der Beschuldigte ein gravierendes Delikt 

begangen. Mithin zeichnet sich das Bild eines unbelehrbaren Wieder-

holungstäters ab. Hinzukommt, dass er über ein nicht unerhebliches Mass 

an Entscheidungsfreiheit verfügt hat. Insgesamt bestehen ganz erhebliche 

Bedenken an seiner Legalbewährung. Daran ändert nichts, dass seit der 

letzten Tatbegehung und damit seit rund 3 Jahren keine weiteren 

Verurteilungen im Strafregisterauszug ersichtlich sind, zumal sich seine 

persönlichen Verhältnisse – bis auf die seit einigen Monaten bestehende 

Drogenabstinenz (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9), deren 

Nachhaltigkeit sich noch weisen muss – nicht merklich verändert haben 

(arbeitslos, Betreibungen, Verlustscheine, Pfändung). Mit Blick auf das 

Verschlechterungsverbot kann jedoch offenbleiben, ob ein teilbedingter 

Vollzug oder ein unbedingter Vollzug auszusprechen gewesen wäre. 

Festzuhalten ist jedenfalls, dass vor dem Hintergrund der ganz erheblichen 

Bedenken an der Legalbewährung des Beschuldigten sowie unter 

Beachtung des erheblichen Verschuldens der von der Vorinstanz 

ausgesprochene bedingt zu vollziehende Anteil von 10 Monaten und die 

damit einhergehende Probezeit von 4 Jahren unter keinem Titel herab-

gesetzt werden können. 

 

Zusammenfassend bleibt es bei dem von der Vorinstanz festgesetzten zu 

vollziehenden Anteil von 10 Monaten und dem aufzuschiebenden Anteil 

von 20 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren.  

 

3.5.3. 

Die vorläufigen Festnahmen von insgesamt 2 Tagen (vom 18. Mai 2022 

und vom 23. August 2022) sind dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe 

anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB).  

 - 12 - 

 

 

3.6. 

Für die zwei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 

Art. 19 Abs. 1 BetmG sowie die vier Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG ist der Beschuldigte 

mit einer Geldstrafe zu bestrafen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

3.6.1. 

Die Einsatzgeldstrafe ist für die Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG vom 17. August 2022 (Anklage-

ziffer 2.2) als – qua Strafrahmen und Verschulden – konkret schwerste 

Straftat festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes:  

 

Der Beschuldigte hat am 17. August 2022 4.5 Gramm Kokaingemisch für 

Fr. 460.00 an eine verdeckte Fahnderin verkauft (vgl. vorinstanzliches 

Urteil S. 30 f.). 

 

Der Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 BetmG soll insbesondere die öffentliche 

Gesundheit schützen. Geschützt werden sollen aber auch die einzelnen 

Personen von den negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen sucht-

bedingter Störungen (SCHLEGEL/JUCKER, OF-Kommentar, BetmG, 4. Aufl. 

2022, N. 1 zu Art. 19 BetmG). Es handelt sich dabei um hochstehende 

Rechtsgüter. Massgebend für die Bestimmung der objektiven Tatschwere 

und dem damit einhergehenden Verschulden sind zunächst Art und Menge 

der Drogen.  

 

Bei Kokain handelt es sich um eine sogenannte harte Droge mit grossem 

Abhängigkeitspotential. Nachdem nicht feststeht, dass der Beschuldigte 

ein ausgesprochen reines oder besonders stark gestrecktes Kokain 

geliefert hat, ist von einem massgeblichen durchschnittlichen Reinheits-

grad von 80 % (Statistik 2022 der Schweizerischen Gesellschaft für Rechts-

medizin; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6S.465/2004 vom 12. Mai 2005 E. 

3.1 mit Hinweisen) und somit 3.6 Gramm reinem Kokain auszugehen. 

Diese Menge liegt deutlich unter dem Grenzwert von 18 Gramm für einen 

schweren Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG und einer Mindeststrafe 

von einem Jahr (BGE 145 IV 312). Dennoch ist der Handel mit 3.6 Gramm 

reinem Kokain vor dem Hintergrund, dass es sich um eine harte Droge 

handelt, nicht zu bagatellisieren. 

 

Mit Blick auf die von Art. 19 Abs. 1 BetmG erfassten Handlungsweisen 

handelt es sich beim Verkauf von Betäubungsmitteln an Dritte um eine 

schwerere Form der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. 

Der Beschuldigte hat überwiegend aus finanziellen Gründen gehandelt, 

nachdem er in diesem Zeitpunkt nicht mehr selber Kokain konsumiert 

haben will (GA act. 124). Entsprechend gross war auch sein Mass an 

Entscheidungsfreiheit (siehe dazu im Übrigen oben); der Beschuldigte hat 

sich mit dem Verkauf von Kokain letztlich bewusst für den aus seiner Sicht 

 - 13 - 

 

 

einfachsten Weg entschieden, um an Geld zu gelangen, was sich 

verschuldenserhöhend auswirkt. 

 

Insgesamt ist im weiten Spektrum der vom Tatbestand der Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG 

erfassten Arten und Mengen von Betäubungsmitteln sowie strafbaren 

Handlungen von einem leichten bis mittelschweren Verschulden und einer 

dafür angemessenen Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen auszugehen.  

 

3.6.2. 

Hinsichtlich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG vom 4. August 2022 ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte hat am 4. August 2022 0.8 Gramm Kokaingemisch für 

Fr. 100.00 an eine verdeckte Fahnderin verkauft (vgl. vorinstanzliches 

Urteil S. 30 f.). Die Tatumstände sowie das Tatvorgehen haben sich bei 

diesem weiteren Vorfall nur hinsichtlich der geringeren Menge an (reinem) 

Kokain vom Verkauf vom 17. August 2022 unterschieden, weshalb auf die 

obigen Ausführungen verwiesen werden kann. 

 

Insgesamt ist im weiten Spektrum der vom Tatbestand der Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG 

erfassten Arten und Mengen von Betäubungsmitteln sowie strafbaren 

Handlungen von einem vergleichsweise noch leichten Verschulden und – 

bei isolierter Betrachtungsweise – dafür angemessenen Einzelstrafe von 

60 Tagessätzen auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu berück-

sichtigen, dass der Verkauf von Kokain – auch unter Berücksichtigung des 

gleichen Käufers – in keinem engen Zusammenhang zum weiteren Verkauf 

von Kokain bzw. den anderen Delikten, für welche eine Geldstrafe 

auszufällen ist, steht. Insgesamt rechtfertigt es sich, die Einsatzgeldstrafe 

um 30 Tagessätze auf 180 Tagessätze zu erhöhen.  

 

Die Strafe wäre für die vier fahrlässigen Widerhandlungen gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG angemessen 

zu erhöhen. Hinsichtlich der Täterkomponente kann auf die obigen Ausfüh-

rungen zur Freiheitsstrafe verwiesen werden, wobei festzuhalten ist, dass 

bei einer hypothetischen Geldstrafe von weit mehr als 180 Tagessätzen 

selbst eine strafmindernd zu berücksichtigende Täterkomponente nicht zur 

Unterschreitung der Strafobergrenze von 180 Tagessätzen (Art. 34 StGB) 

geführt hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 7B_1047/2023 vom 4. Juli 

2025 E. 3.2.2). Damit hat es mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen sein 

Bewenden.  

 

3.6.3. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

 - 14 - 

 

 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 

StGB). Wie bereits dargelegt, ist die Grundvoraussetzung für eine bedingte 

Strafe, dass die Legalprognose nicht negativ ausfällt (BGE 144 IV 277 

E. 3.1.1). 

 

Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Straftaten noch 

während der Probezeit des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 29. Juli 2021 für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen gewährten 

bedingten Strafvollzugs begangen. Ist der Täter während der Probezeit 

erneut straffällig geworden, hat gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB ein Widerruf 

zu erfolgen, wenn wegen der Begehung neuer Delikte zu erwarten ist, dass 

der Täter weitere Straftaten verüben wird, d.h. wenn wegen der erneuten 

Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 

E. 4.2 und 4.3). 

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und Widerrufs-

strafe) erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, dass der 

Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde dadurch von 

weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig erscheint, 

den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. Desgleichen kann 

sie im umgekehrten Fall, wenn der bedingte Vollzug für die frühere Strafe 

widerrufen wird, unter Berücksichtigung dieses nachträglichen Vollzugs 

eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 

Art. 43 StGB verneinen und deren Vollzug bedingt aufschieben (BGE 144 

IV 277 E. 3.2, BGE 134 IV 140 E. 4.3 ff.). Die Prüfung der Bewährungs-

aussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentli-

chen Umstände vorzunehmen.  

 

Dem Beschuldigten, welcher mehrfach, teilweise einschlägig vorbestraft ist 

(vgl. hierzu oben), ist – nachdem er sich weder von einer bedingten Geld-

strafe von 20 Tagessätzen noch von 120 Tagessätzen hat beeindrucken 

lassen, eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Er hat kurze Zeit nach 

der Eröffnung des Strafbefehls vom 29. Juli 2021 (UA act. 243 ff.) erneut 

und teilweise einschlägig delinquiert (vgl. oben). Die Vorstrafen haben ihn 

völlig unbeeindruckt gelassen. Darüber hinaus hat er die Widerhandlungen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die fahrlässigen Widerhandlun-

gen gegen das Waffengesetz nach der Eröffnung des vorliegenden Straf-

verfahrens bzw. nach diversen Einvernahmen (Einvernahme vom 9. und 

28. September 2021, vom 11. November 2021 oder vom 18. Mai 2022) 

begangen. Mithin zeichnet sich das Bild eines unbelehrbaren Wieder-

holungstäters ab. Zwar hat er die Delikte von Beginn weg eingestanden, 

eine aufrichtige Einsicht und nachhaltige Reue kann ihm hingegen nicht 

attestiert werden, äusserte er sich doch dahingehend verharmlosend, als 

viele Leute an Silvester mit einer Schreckschusspistole herumlaufen 

würden und er «lediglich» habe Pyros draufmachen und Feuerwerk 

ablassen wollen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 13). An der 

 - 15 - 

 

 

eigentlichen Schlechtprognose ändert nichts, dass seit der letzten Tat-

begehung und damit seit rund 3 Jahren keine weiteren Verurteilungen im 

Strafregisterauszug ersichtlich sind, zumal sich seine persönlichen 

Verhältnisse – bis auf die seit einigen Monaten bestehende Drogen-

abstinenz (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9), deren Nachhaltigkeit 

sich noch weisen muss – nicht merklich verändert haben (arbeitslos, 

Betreibungen, Verlustscheine, Pfändung).  

 

Nach dem Dargelegten ist die neu ausgesprochene Geldstrafe unbedingt 

auszufällen und der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 

29. Juli 2021 für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen gewährte bedingte 

Strafvollzug zu widerrufen. An sich wäre in sinngemässer Anwendung von 

Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe und der 

unbedingten Geldstrafe zu bilden (Art. 46 Abs. 1 StGB). Nachdem die 

Obergrenze von 180 Tagessätzen bereits erreicht ist und ein Strafarten-

wechsel auch in dieser Konstellation ausgeschlossen ist, wirkt sich der 

Widerruf faktisch nicht aus. Dies ist, auch wenn dies zu unbilligen 

Ergebnissen führt, hinzunehmen (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.6; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_244/2021 vom 17. April 2023 E. 5.5.4).  

 

3.6.4. 

Die Höhe des Tagessatzes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen 

Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils zu bemessen, ins-

besondere nach dem Einkommen, dem Vermögen, dem Lebensaufwand, 

allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie dem Existenz-

minimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Das Bundesgericht hat die Kriterien für die 

Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

135 IV 180 E. 1.4; BGE 134 IV 60 E. 5 f.). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Der unverheiratete und kinderlose Beschuldigte, der alleine in einer 

Wohnung lebt, geht keinem Arbeitserwerb nach und verfügt auch sonst 

über kein Einkommen oder Vermögen (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 15). Sozialhilfe bezieht er nicht. Finanziell wird er durch 

seine Schwester unterstützt (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16). 

Er lebt somit nahe oder unter dem Existenzminimum. Das für die 

Berechnung des Tagessatzes massgebende Nettoeinkommen ist deshalb 

um 50 % zu reduzieren (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Ein weiterer Abzug ist 

vorzunehmen, weil vorliegend eine hohe Anzahl Tagessätze ausge-

sprochen wird (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), womit der Tagessatz auf das 

Minimum von Fr. 10.00 festzusetzen ist (BGE 135 IV 180).  

 

3.7. 

Hinsichtlich der mit Busse zu ahndenden Widerhandlungen gegen das 

Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG, der Widerhandlungen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der 

fahrlässigen Widerhandlungen gegen das Hundegesetz gemäss § 19 

 - 16 - 

 

 

Abs. 1 HuG, des mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betrei-

bungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 StGB sowie der fahrlässigen Wider-

handlungen gegen das Tierseuchengesetz gemäss Art. 48 Abs. 1 und 3 

TSG ergibt sich Folgendes:  

 

3.7.1. 

Die vom Beschuldigten begangenen Widerhandlungen gegen das 

Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG (Anklageziffer 3.1 und 

3.2) sehen als Strafe eine Busse von bis zu Fr. 20'000.00 vor. Die 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 

1 BetmG, die fahrlässigen Widerhandlungen gegen das Hundegesetz 

gemäss § 19 Abs. 1 HuG sowie der Ungehorsam des Schuldners im 

Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 StGB sehen als Strafe jeweils 

eine Busse von bis zu Fr. 10'000.00 vor (Art. 106 Abs. 1 StGB bzw. § 19 

Abs. 1 HuG). Schliesslich sehen die fahrlässigen Widerhandlungen gegen 

das Tierseuchengesetz gemäss Art. 48 Abs. 1 und 3 TSG als Strafe eine 

Busse von bis zu Fr. 5'000.00 vor.  

 

3.7.2. 

Für den Ungehorsam des Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss 

Art. 323 Ziff. 1 StGB vom 6. Juli 2021 ist zum Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Baden vom 29. Juli 2021, mit welchem der Beschuldigte u.a. zu einer 

Busse von Fr. 800.00 verurteilte wurde, eine Zusatzbusse auszusprechen. 

Für die Übrigen – nach dieser Verurteilung begangenen und mit Busse zu 

ahndenden – Straftaten ist eine von der Zusatzstrafe unabhängige Busse 

festzulegen (vgl. BGE 145 IV 1). 

 

3.7.3. 

Hinsichtlich der selbständig auszufällenden Busse für die neuen Delikte 

ergibt sich Folgendes: Die Einsatzbusse ist für die qua Strafrahmen 

schwerste Übertretung festzusetzen. Es handelt sich um die vom 

Beschuldigten begangene Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz 

gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG (Anklageziffer 3.1). 

 

Der Beschuldigte hat es unterlassen, für die angemessene Pflege des 

Hundes «D._____» besorgt zu sein, indem er «D._____» ihre Notdurft in 

der Wohnung verrichten liess (grossflächig herumliegender und 

verschmierter Kot sowie Urinpfützen am Boden sowie in zahlreichen 

Hundekotsäckchen im und um einen offenen und für den Hund 

zugänglichen Abfalleimer, UA act. 1434, act. 1437 und act. 1447 ff.; 

vorinstanzliches Urteil S. 21). Bei der Verrichtung der Notdurft handelt es 

sich um ein zentrales Bedürfnis eines Hundes, dessen Verrichtung in der 

Wohnung dem arttypischen Pflegeverhalten von Hunden widerspricht (UA 

act. 1437). Zudem birgt herumliegender Kot und Urin einen idealen 

Nährboden für diverse Keime und Krankheitserreger und gefährdet damit 

die Gesundheit des Tieres (vgl. UA act. 1437). Obwohl es für den 

 - 17 - 

 

 

Beschuldigten ein leichtes gewesen wäre, die Vorschriften über die 

Tierhaltung einzuhalten und dem Hund «D._____» die ausreichende 

Pflege zukommen zu lassen, hat er es unterlassen. Insgesamt ist mit Blick 

auf die vom Übertretungstatbestand erfassten Handlungsweisen von 

einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden und unter 

Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten (siehe 

dazu die obigen Ausführungen zur Tagessatzberechnung) von einer dafür 

angemessenen Busse von Fr. 2'500.00 auszugehen.  

 

3.7.4. 

An sich wäre die Einsatzbusse aufgrund der weiteren Übertretungen 

angemessen zu erhöhen. Zudem wäre eine Zusatzbusse zum Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Baden vom 29. Juli 2021 auszufällen. In Nach-

achtung des Verschlechterungsverbots ist dies jedoch nicht möglich (Art. 

391 Abs. 2 StPO). Somit hat es bei der von der Vorinstanz ausge-

sprochenen Busse von Fr. 2'500.00, die als teilweise Zusatzbusse auszu-

sprechen ist, sein Bewenden. Diese kann unter keinem Titel herabgesetzt 

werden.  

 

3.7.5. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse von 

Fr. 2'500.00 ist gemäss Art. 106 Abs. 2 und Abs. 3 StGB ausgehend vom 

als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 10.00 

(siehe oben; BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf drei Monate festzusetzen. Da die 

Tagessatzhöhe gestützt auf die im Berufungsverfahren massgeblichen 

aktuellen finanziellen Verhältnisse auf Fr. 10.00 zu reduzieren war, gilt das 

Verschlechterungsverbot hinsichtlich der von der Tagessatzhöhe ab-

hängigen Ersatzfreiheitsstrafe nicht (BGE 144 IV 198). 

 

3.8. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheits-

strafe von 30 Monaten mit einem vollziehbaren Anteil von 10 Monaten und 

einem bedingt zu vollziehenden Anteil von 20 Monaten mit einer Probezeit 

von 4 Jahren, zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 10.00, d.h. Fr. 1'800.00, sowie zu einer Busse von Fr. 2'500.00, 

ersatzweise drei Monate Freiheitsstrafe, zu verurteilen.  

 

4.  

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten unter Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem (SIS) für die Dauer von 7 Jahren des Landes 

verwiesen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei von einer Landes-

verweisung abzusehen (Berufungsbegründung Ziff. 5).  

 

 - 18 - 

 

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung gemäss 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der EMRK wiederholt dargelegt 

(BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 

145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 145 IV 161; BGE 144 IV 332; statt vieler: 

Urteile des Bundesgerichts 6B_84/2024 vom 10. Juli 2025 E. 1.4 und 

6B_402/2024 vom 2. April 2025 E. 2). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von Tansania. Er hat mit dem 

gewerbsmässigen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB eine Katalogtat 

i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB begangen, welche eine obligatorische 

Landesverweisung für 5 bis 15 Jahre zur Folge hat. Er ist somit 

grundsätzlich aus der Schweiz zu verweisen. 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der 

besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). 

 

4.4. 

Der 26 Jahre alte Beschuldigte besitzt eine Aufenthaltsbewilligung B (GA 

act. 117). Er wurde am tt.mm.1999 in Tansania geboren und wuchs dort bis 

ins späte Kindesalter auf. Im September 2008 kam er mit rund 9 Jahren im 

Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 13). Er ist somit zumindest teilweise in der 

Schweiz aufgewachsen. Da er nunmehr seit rund 16 Jahren in der Schweiz 

lebt, ist er nach der Rechtsprechung des EGMR zudem als «long-term 

immigrant» anzusehen (Urteil des Bundesgerichts 7B_730/2023 vom 

25. Oktober 2024 E. 4.6.1 mit Verweis auf das Urteil des EGMR 

Nr. 52232/20 i.S. P.J. und R.J. gegen die Schweiz vom 17. September 

2024, § 28), was es bei seinen persönlichen Interessen zu berücksichtigen 

gilt. 

 

Der Lebensmittelpunkt des Beschuldigten, der einen Teil seiner prägenden 

Kinder- und Jugendjahre in der Schweiz verbracht und hier ab der 3. Klasse 

die Schulen besucht hat (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14), liegt 

in der Schweiz. Sprachlich ist er sehr gut integriert, er spricht einwandfrei 

Schweizer Dialekt. Über eine eigentliche Kernfamilie verfügt der ledige und 

kinderlose Beschuldigte nicht. Er führt denn auch sonst keine genügend 

nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung, welche unter den Schutz 

von Art. 8 EMRK fallen würde. Es besteht zwar Kontakt zu seinen 

Geschwistern, dieser scheint hingegen nicht über die normalen Familien-

 - 19 - 

 

 

bande hinauszugehen. Einige Monate nach dem Tod des Vaters im 

Oktober 2021 wurde denn auch der gemeinsame Haushalt aufgelöst. 

Zudem hätten ihm die Geschwister nach dem Tod des Vaters gezeigt, dass 

sie wütend auf ihn seien, weil er jahrelang in seinem Leben nichts gemacht 

habe. Alle seien ihren eigenen Weg gegangen (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 9). Nachdem der Beschuldigte mit seinen Geschwistern im 

Juli nach Sansibar in die Heimat reiste, besteht weiterhin Kontakt zu den 

Geschwistern. Der Kontakt scheint jedoch nicht zuletzt auch aus finan-

ziellen Interessen zu bestehen, zumal der Beschuldigte seine Schwester 

regelmässig um Geld bittet u.a. für die Miete und sie ihm hilft (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 15). Die Schwester hat denn auch das Flugticket 

für die Reise nach Sansibar bezahlt (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 14). Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis liegt indes nicht vor (statt 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_108/2024 vom 1. Mai 2024 E. 4.5). 

Der Beschuldigte lebt in einer selbstgewählten finanziellen Unselbst-

ständigkeit. Es wäre ihm jederzeit zumutbar, einer Arbeit nachzugehen. 

Mittlerweile wohnt der Beschuldigte alleine in einer Wohnung in Q._____ 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 15). Zuvor hat er mit seiner 

Freundin in einer gemeinsamen Wohnung gelebt (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 15). Der gemeinsame Haushalt wurde jedoch 

aufgelöst. Zudem scheint es in der Beziehung in finanzieller Hinsicht zu 

Spannungen gekommen zu sein. Jedenfalls äusserte sich der Beschuldigte 

dahingehend, dass seine Freundin wegen dem von ihr bezahlten 

Spanienurlaub noch wütend auf ihn sei (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 11). Die mittlerweile rund vierjährige Beziehung scheint 

jedoch fortzubestehen (GA act. 150; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 9), wenn auch infolge der Haushaltsauflösung und genannter Spannung 

nicht von einer besonderen Intensität auszugehen ist. Daran ändert nichts, 

dass beide angeben, sich in ferner Zukunft namentlich nach abgeschlos-

sener Ausbildung und einer festen Arbeitsstelle eine Heirat und Kinder 

vorstellen zu können (GA act. 154; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 20). Aus dem Fussball- und Basketballverein hat sich der Beschuldigte 

nach einer Fussverletzung zurückgezogen, scheint jedoch noch Kontakte 

zu Kollegen, die er dort kennen gelernt hat, zu pflegen (GA act. 141 ff.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 17). Ein sonstiges Engagement in 

einem Verein oder einer Institution ist nicht ersichtlich. In seiner Freizeit 

trainiert der Beschuldigte viel zuhause (Protokoll der Berufungsver-

handlung S. 17). Vor diesem Hintergrund erweist sich seine persönliche 

und gesellschaftliche Situation als durchschnittlich.  

 

Seine wirtschaftliche und berufliche Integration erweist sich als unge-

nügend: Der Beschuldigte hat keinen Schulabschluss. Auch wenn dieser 

Umstand wohl auch in Zusammenhang mit der Versetzung des 

Beschuldigten von der Sonderschule in die Regelschule für das letzte 

Schuljahr zusammenhängt (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14) – 

mithin bekundete der Beschuldigte Mühe, dem Schulstoff in der 

 - 20 - 

 

 

Regelschule zu folgen –, so ist doch nicht zu verkennen, dass der 

Beschuldigte nicht aufgrund schlechter schulischer Leistung (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14 f.), sondern infolge seines Verhaltens u.a. 

dem Fernbleiben des Unterrichts (GA act. 117; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 15) von der Schule verwiesen wurde. Anschliessend hat er 

weder eine Lehre absolviert noch sonst eine längerfristige Arbeit wahr-

genommen. Bei einer Anstellung bei der C._____ AG im Jahr 2022 hat er 

die Probezeit nicht überstanden, zumal er zum Teil einfach nicht zur Arbeit 

gegangen ist (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 f.). Selbst wenn der 

Beschuldigte derzeit regelmässig Bewerbungen schreibt und im Juli in 

einem Forstbetrieb (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 15) gearbeitet 

hat, verfügt er weder über ein gefestigtes Einkommen noch Vermögen. 

Vielmehr läuft eine erneute Pfändung (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 13), bestehen Betreibungen im Umfang von ca. Fr. 30'000.00 bis 

Fr. 40'000.00 und Verlustscheine in der Höhe von ca. Fr. 20'000.00 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16). Geld erhält er jeweils von 

seiner Schwester (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16). Von 

besonderen Bemühungen kann nicht ausgegangen werden. Vielmehr 

erweist sich die wirtschaftliche Integration des Beschuldigten als ungenü-

gend und perspektivlos.  

 

Stark negativ auf eine nachhaltige Integration wirkt sich seine Straffälligkeit 

aus: Neben der Verurteilung mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau vom 11. Oktober 2018 wegen mehrfachen Hausfriedens-

bruchs kam es zu einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 

29. Juli 2021 wegen mehrfachen Betrugs, Hinderung einer Amtshandlung 

und geringfügigen Betrugs, wobei der Beschuldigte hinsichtlich der Vermö-

gensdelikte teilweise identische Vorgehensweisen wie beim vorliegend zu 

beurteilenden gewerbsmässigen Betrug zeigte. Selbiges gilt auch für die 

Verurteilung mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 5. August 

2021 wegen geringfügigen Betrugs (MIKA-Akten, UA act. 273). Selbst 

diese beiden Verurteilungen oder die diversen Einvernahmen im 

vorliegenden Verfahren (Einvernahme vom 9. und 28. September 2021, 

vom 11. November 2021 oder vom 18. Mai 2022) haben den Beschuldigten 

nicht von weiteren nahezu identischen Tatbegehungen und anderweitiger 

Delinquenz abgehalten. Zudem liegen elf weitere Strafbefehle in den Akten 

betreffend Ungehorsam des Schuldners im Betreibungsverfahren, Wider-

handlung gegen das Personenbeförderungsgesetz und Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz. Aus der wiederkehrenden Begehung 

vergleichbarer Straftaten ergibt sich eine enorme Gleichgültigkeit gegen-

über dem Schweizer Straf- und Vollzugssystem. Selbst die Ermahnung des 

Amts für Migration und Integration vom 2. September 2021 mit der dem 

Beschuldigten bei fehlender Verhaltensänderung weitergehende Mass-

nahmen angedroht wurden, hat nichts bewirkt. Vielmehr beging der 

Beschuldigte einen Grossteil der vorliegend zu beurteilenden Delikte 

wenige Wochen bzw. Monate danach. Die ausgesprochenen Strafen und 

 - 21 - 

 

 

Warnungen liessen ihn unbeeindruckt. Auch wenn seit der letzten 

Delinquenz im vorliegenden Strafverfahren und damit seit rund 3 Jahren 

nicht ersichtlich ist, dass weitere Strafverfahren gegen den Beschuldigten 

eröffnet wurden, wird sich vor dem Hintergrund der grossmehrheitlich 

unveränderten Lebensumstände des Beschuldigten (arbeitslos, hohe 

Schulden, Pfändungen; immerhin seit einigen Monaten bestehende 

Drogenabstinenz; vgl. dazu oben) erst noch weisen müssen, ob ein 

nachhaltiges Umdenken stattgefunden hat. Auch vor diesem Hintergrund 

ist ihm eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen (vgl. im Übrigen oben). 

Sein auffälliges Verhalten lässt sich denn auch nicht einfach mit den 

schwierigen Umständen seiner Kindheits- und Jugendjahren oder dem Tod 

seines Vaters (vgl. oben zur Täterkomponente) erklären. Diese dürften 

zwar seine Möglichkeiten beeinflusst haben, einen persönlich und gesell-

schaftlich anerkannten Weg einzuschlagen. Diese Umstände können aber 

nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Beschuldigten zahlreiche 

Chancen gewährt worden sind. Trotz Ermahnungen ist er jedoch durch eine 

wiederkehrende und ausgeprägte Ignoranz gegenüber der hiesigen 

Rechtsordnung aufgefallen.  

 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte, der mit 9 Jahren in die Schweiz 

gekommen ist, hier aufgewachsen und verfügt hier über ein – wenn auch 

nicht besonders stark ausgeprägtes – soziales Netz, womit von einer 

gewissen, wenn auch nicht ausgeprägten, Verwurzelung in der Schweiz 

auszugehen ist. Im Hinblick auf seine wirtschaftliche und berufliche 

Integration erweist sich seine Integration hingegen als ungenügend und 

hinsichtlich der Beachtung der schweizerischen Rechts- und Werteordnung 

als mangelhaft.  

 

4.5. 

Die Integrationschancen in seinem Heimatland Tansania erweisen sich für 

den Beschuldigten als intakt. Er spricht Suaheli. Auch wenn sein Suaheli 

nicht besonders gut ist, kann er sich doch in dieser Sprache verständigen, 

zumal es sich um seine Muttersprache handelt (UA act. 250) und sein Vater 

mit ihm Suaheli sprach (GA act. 116). Er ist denn auch mit der Kultur und 

den Gepflogenheiten in Tansania vertraut, zumal er, bis er 9 Jahre alt war, 

dort aufgewachsen ist und gewisse kulturellen Gepflogenheiten auch in der 

Schweiz weitergelebt wurden (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 8). Die gesellschaftliche Integration des Beschuldigten erscheint mithin 

ohne weiteres möglich und zumutbar, auch wenn der Beschuldigte derzeit 

über keine aktiven Kontakte nach Tansania verfügt. Es sind keine Gründe 

ersichtlich, weshalb der Beschuldigte nicht in der Lage sein sollte, sich ein 

Umfeld aufzubauen. Seine Mutter wohnt in Tansania (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14). Auch wenn diese eine neue Familie 

gegründet haben sollte (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14), 

besteht dennoch die Möglichkeit, diese Beziehung neu zu knüpfen. 

Daneben verfügte der Vater des Beschuldigten über Kontakte nach 

 - 22 - 

 

 

Tansania. Eben diese Personen haben den Beschuldigten sowie seine 

Geschwister beim Besuch in Tansania im Juli 2025 erkannt und sich mit 

ihnen ausgetauscht (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14). Es sind 

keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb diese Kontakte nicht enger 

geknüpft werden könnten. Auch ist die Wahrscheinlichkeit, sich in Tansania 

eine wirtschaftliche Existenz aufbauen zu können, für ihn als junger und 

nach eigenen Angaben «top fitter» Mann (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 17) ohne Weiteres als intakt einzustufen.  

 

4.6. 

In Bezug auf das öffentliche Interesse an einer Wegweisung des 

Beschuldigten aus der Schweiz ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte wird vorliegend wegen gewerbsmässigen Betrugs zu 

einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren und somit mehr als 2 

Jahren verurteilt (zur «Zweijahresregel» für die Annahme eines hohen 

öffentlichen Interesses an der Wegweisung, statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_527/2024 vom 20. Februar 2025 E. 6.1.8 mit 

Hinweisen). Die begangene Katalogtat reiht sich nahtlos in eine Reihe von 

begangenen Delikten ein. Dabei ist es nicht nur der mitunter nicht 

unerhebliche Schweregrad, sondern auch die Regelmässigkeit seiner 

Delinquenz, die das hohe öffentliche Interesse an einer Wegweisung 

begründen. Der Beschuldigte hat auch nach den Verurteilungen wegen 

nahezu identischen Betrugshandlungen und nach ausländerrechtlicher 

Ermahnung weiter delinquiert. Vor diesem Hintergrund erscheint er als 

unbelehrbarer Wiederholungstäter. Für ein künftiges Wohlverhalten des 

Beschuldigten liegen erhebliche Zweifel vor, weshalb ihm auch eine 

Schlechtprognose gestellt wurde (vgl. oben). Insgesamt ist von einer 

erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und damit 

einhergehend einem hohen Interesse an seiner Wegweisung auszugehen. 

 

4.7. 

In Würdigung der gesamten Umstände ist das Vorliegen eines schweren 

persönlichen Härtefalls aufgrund der alles andere als mustergültigen 

Integration – trotz des Umstandes, dass der Beschuldigte teilweise in der 

Schweiz aufgewachsen ist und damit einhergehend seinen Lebens-

mittelpunkt in der Schweiz hat – zu verneinen. Selbst wenn jedoch (knapp) 

von einem Härtefall auszugehen wäre, überwiegt das hohe öffentliche 

Interesse an der Landesverweisung die nicht unerheblichen privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz, nachdem keine 

ausserordentlichen Umstände vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_527/2024 vom 20. Februar 2025 E. 6.1.8 mit Hinweisen) und er 

insbesondere in der Schweiz auch nicht über eine eigene Kernfamilie 

verfügt und die Integrationschancen im Heimatland intakt erscheinen. 

Damit sind die Voraussetzungen für eine Landesverweisung erfüllt. Diese 

erweist sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 StGB als 

 - 23 - 

 

 

auch – soweit überhaupt tangiert – unter demjenigen von Art. 8 Ziff. 2 

EMRK als verhältnismässig und gerechtfertigt. 

 

4.8. 

Die Landesverweisung dauert 5 bis 15 Jahre. Der Beschuldigte hat schon 

früher Probleme damit bekundet, sich an die geltende Rechtsordnung zu 

halten, wobei eine massive Steigerung bis hin zur gewerbsmässiger 

Tatbegehung stattgefunden hat. Für die neu begangenen Straftaten wird er 

u.a. zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren verurteilt. 

Hinsichtlich der Legalprognose muss dem Beschuldigten eine eigentliche 

Schlechtprognose gestellt werden. Entsprechend hoch ist das öffentliche 

Interesse an der Wegweisung des Beschuldigten zu veranschlagen. Mit der 

Vorinstanz erscheint eine Landesverweisung von 7 Jahren als ange-

messen.  

 

4.9. 

Mit vorliegendem Urteil wird der Beschuldigte zu einer mehrjährigen 

Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt und es wird eine 

obligatorische Landesverweisung angeordnet. Entsprechend ist davon 

auszugehen, dass er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung darstellt. Gründe, welche 

eine Ausschreibung im SIS als unverhältnismässig erscheinen lassen 

würden, sind keine ersichtlich (vgl. BGE 146 IV 172 E. 3.2) und werden 

auch nicht geltend gemacht. Somit ist die Ausschreibung der Landes-

verweisung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen. 

 

5. 

5.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung insoweit einen für ihn 

günstigeren Entscheid, als von einer tieferen Tagessatzhöhe auszugehen 

ist. Dies ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass auf die im Zeitpunkt 

des Urteils des Berufungsgerichts massgebenden finanziellen Verhältnisse 

abzustellen ist. Im Übrigen und damit in den wesentlichen Punkten 

(Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs, Strafzumessung, 

Landesverweisung) ist seine Berufung abzuweisen. Es rechtfertigt sich 

daher, dem Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 4'000.00 (§ 15 ff. GebührD) vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 

2 lit. a und b StPO). 

 

5.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist gestützt auf die eingereichte 

Honorarnote mit Fr. 3'031.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der 

 - 24 - 

 

 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 Abs. 

3 i.V.m. Art. 426 StPO). Es bleibt bei den vorinstanzlichen Verurteilungen. 

Der Beschuldigte hat somit die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu 

tragen.  

 

6.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zuge-

sprochene Entschädigung von Fr. 9'854.05 ist im Berufungsverfahren nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. 

März 2023 E. 2.1).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 

1 StPO, Art. 81 StPO).  

 

  

 - 25 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

Tierschutzgesetz betr. Anklageziffer 3.3 freigesprochen. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig: 

- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB [in der bis 

zum 30. Juni 2023 geltenden Fassung]; 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss 

Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 WG; [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG und Art. 19a Ziff. 1 BetmG; 

[in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gemäss 

Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG (betr. Anklageziffern 3.1 und 3.2.); 

[in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Tierseuchengesetz gemäss 

Art. 48 Abs. 1 i.V.m. Art. 48 Abs. 3 TSG; [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Hundegesetz gemäss § 19 

Abs. 1 HuG; [in Rechtskraft erwachsen] 

- des mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs-

verfahren gemäss Art. 323 Ziff. 1 StGB. [in Rechtskraft erwachsen] 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 StGB, Art. 34 StGB, Art. 46 

Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren mit einem zu 

vollziehenden Anteil von 10 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden 

Anteil von 20 Monaten, Probezeit 4 Jahre,  

 

als Gesamtgeldstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 3.2 zu einer 

unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. 

Fr. 1'800.00,  

 

sowie zu einer teilweisen Zusatzbusse von Fr. 2'500.00, ersatzweise 3 

Monate Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

 - 26 - 

 

 

3.2. 

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 29. Juli 2021 für die 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen gewährte bedingte Strafvollzug wird 

widerrufen. Die Widerrufsstrafe bildet Bestandteil der Gesamtgeldstrafe 

gemäss Ziff. 3.1. 

 

3.3. 

Die vorläufige Festnahme von 2 Tagen wird dem Beschuldigten auf die 

Freiheitsstrafe angerechnet.  

 
4. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 7 Jahre 

des Landes verwiesen.  

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) 

ausgeschrieben.  

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Folgende beschlagnahmten Betäubungsmittel werden eingezogen und 

vernichtet: 

 

- mehrere Gramm Kokain und Marihuana 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5.2. 

Folgende beschlagnahmte Waffe mit Zubehör wird gestützt auf Art. 31 WG 

i.V.m. § 30 Abs. 1 der Polizeiverordnung (PolV) der Kantonspolizei, 

Fachstelle SIWAS, überwiesen:  

 

- Schreckschusspistole «Glock 17» inkl. Magazin und 27 Patronen 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 
5.3. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf 

Verlangen zurückgegeben: 

 

- div. Minigrip 

- 1 Notizbuch 

- UBS Bankkarte 

- 1 BM-Waage 

- 1 Stimorol-Box 

- 1 Mobiltelefon iPhone, rosa, defekt 

- 1 Mobiltelefon iPhone 11, schwarz, mit Schutzhülle 

 - 27 - 

 

 

 

Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachge-

mässen Verfügungen. 

 
6. [in Rechtskraft erwachsen] 

6.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den nachfolgenden Privatklägern 

folgenden Schadenersatz zu bezahlen: 

 

- Fr. 275.00 an die Privatklägerin E._____ 

- Fr. 500.00 an den Privatkläger F._____ 

- Fr. 460.00 an den Privatkläger G._____ 

- Fr. 540.00 an den Privatkläger H._____ 

- Fr. 225.00 an den Privatkläger I._____ 

- Fr. 507.00 an den Privatkläger J._____ 

- Fr. 500.00 an die Privatklägerin K._____ 

- Fr. 550.00 an den Privatkläger L._____ 

- Fr. 500.00 an die Privatklägerin M._____ 

- Fr. 240.00 an die Privatklägerin N._____ 

- Fr. 200.00 an den Privatkläger O._____ 

- Fr. 270.00 an die Privatklägerin P._____ 

- Fr. 550.00 an den Privatkläger AA._____ 

- Fr. 1'000.00 an den Privatkläger AB._____ 

- Fr. 200.00 an den Privatkläger AC._____ 

- Fr. 500.00 an den Privatkläger AD._____ 

- Fr. 230.00 an die Privatklägerin AE._____ 

- Fr. 250.00 an den Privatkläger AF._____ 

- Fr. 230.00 zzgl. Zins zu 5 % ab 7. August 2021 an den Privatkläger AG._____ 

- Fr. 230.00 an den Privatkläger AH._____ 

- Fr. 560.00 an den Privatkläger AI._____ 

- Fr. 225.00 an die Privatklägerin AJ._____ 

- Fr. 500.00 an den Privatkläger AK._____ 

- Fr. 250.00 an die Privatklägerin AL._____ 

- Fr. 510.00 an die Privatklägerin AM._____ 

- Fr. 210.00 an den Privatkläger AN._____  

- Fr. 520.00 an den Privatkläger AO._____ 

- Fr. 250.00 an den Privatkläger AP._____ 

- Fr. 550.00 an den Privatkläger BA._____ 

- Fr. 507.00 an den Privatkläger BB._____  

 

6.2. 

Im Übrigen werden die Zivilklagen auf den Zivilweg verwiesen.  

 

 - 28 - 

 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'031.25 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'849.20 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'750.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 9'854.05 

auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 

1 StPO, Art. 81 StPO).  

 

  

 - 29 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
    

Hinweis zur Bedeutung der bedingt und teilbedingt ausgesprochenen Strafen  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geldstrafe oder einer bedingt oder teilbedingten 

Freiheitsstrafe wird der Vollzug der Strafe oder eines Teils der Strafe aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird der aufgeschobene Teil 

der Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich den bedingten Teil der Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 25. August 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Sprenger