# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 263762e1-5794-59e7-8d29-ceb6b69aa556
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2007 E-4840/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4840-2006_2007-03-13.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4840/2006
koh/pua
{T 0/2}

Urteil vom 13. März 2007

Mitwirkung: Richterin Kojic, Richter Zoller, Richter Dubey
Gerichtsschreiberin Püntener

A._______, und B._______, Irak,
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 8. November 2006 

in Sachen Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 30. März 2004 ihrem damaligen Ehemann C._______, 
der mit Verfügung vom 5. Dezember 2000 als Flüchtling anerkannt und dem in der Folge 
Asyl gewährt worden war, in die Schweiz gefolgt ist, und um Asyl nachsuchte,

dass das BFM die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. November 2004 gestützt 
auf Art. 51 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) als Flücht-
ling anerkannte und ihr Asyl gewährte, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 
und 2 AsylG jedoch verneinte,

dass die Ehe der Beschwerdeführerin mit C._______ am (...) 2005 geschieden wurde,

dass die Beschwerdeführerin am (...) 2006 einen irakischen Staatsangehörigen, der in 
der Schweiz vorläufig aufgenommen worden ist, geheiratet hat,

dass  das  Gesuch  ihres  Ehemannes  vom  19.  September  2006  um  Einbezug  in  die 
Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom 17.  Oktober  2006 
abgewiesen worden ist,

dass die Beschwerdeführerin am (...) 2006 das Kind B._______ zur Welt brachte,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  12.  Oktober  2006  um  Einbezug  ihres  Kindes 
B._______ in ihre Flüchtlingseigenschaft ersuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 8. November 2006 - eröffnet am 9. November 2006 - 
das Gesuch ablehnte mit der Begründung, dass die Beschwerdeführerin seinerzeit in die 
Flüchtlingseigenschaft ihres damaligen Ehemannes C._______ einbezogen worden sei 
und  daher  keine  originäre,  sondern  lediglich  eine  derivativ  erworbene 
Flüchtlingseigenschaft besitze,

dass eine solche abgeleitete Flüchtlingseigenschaft gemäss Entscheidungen und Mittei-
lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) (EMARK 1997 Nr. 1) jedoch 
nur weitergegeben werden könne,  wenn im konkreten Fall  die Ableiterin,  d.h. die Be-
schwerdeführerin ihrerseits auch die materielle Flüchtlingseigenschaft  erfülle, was vor-
liegend jedoch nicht der Fall sei,

dass das Fehlen eines persönlichen asylrelevanten Schutzbedürfnisses als besonderer 
Umstand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG zu betrachten sei, welcher dem Einbezug 
des Kindes B._______ in die Flüchtlingseigenschaft entgegenstehe,

dass die Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 8.  Dezember  2006 gegen diesen Ent-
scheid  bei  der ARK Beschwerde erhob und die Aufhebung der  angefochtenen  Verfü-
gung  beantragte  sowie  gleichzeitig  um  Verzicht  von  der  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses und von Verfahrenskosten ersuchte,

dass für die Beschwerdebegründung auf die Akten zu verweisen ist,

dass die Instruktionsrichterin der ARK die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2006 
darauf hinwies, dass das Bundesverwaltungsgericht anfangs 2007 auf die Beschwerde 
zurückkommen werde,

dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Januar 2007 das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen und angesichts 
des bestehenden Sicherheitskontos der Beschwerdeführerin auf die Erhebung eines Ko-
stenvorschusses verzichtet wurde,

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und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
(Art.  5  des Bundesgesetzes vom 20.  Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren 
[VwVG; SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32];  Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]),

dass das Bundesverwaltungsgericht die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der ARK 
hängigen Rechtsmittel  übernimmt und dabei das neue Verfahrensrecht anwendet (Art. 
53 Abs. 2 VGG),

dass die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur 
Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 
6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einem vereinfachten Verfahren 
entschieden wird und die vorliegende Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt,  offen-
sichtlich unbegründet  ist,  weshalb  auf  einen Schriftenwechsel  verzichtet  werden kann 
und der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 
AsylG),

dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG minderjährige Kinder von Flüchtlingen als Flüchtlinge 
anerkannt werden und Asyl erhalten, sofern keine besonderen Umstände dagegen spre-
chen,

dass auch in der Schweiz geborene Kinder von Flüchtlingen als Flüchtlinge anerkannt 
werden (Art. 51 Abs. 3 AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht unter Hinweis auf ein weiterhin 
geltendes Grundsatzurteil  der ARK (EMARK 1997 Nr. 1) festgestellt  hat, dass die Be-
schwerdeführerin  keine  originäre,  sondern  eine  derivativ  erworbene  Flüchtlingseigen-
schaft  besitze  und  ihrerseits  die  materielle  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  was 
einem Einbezug ihres Kindes entgegenstehe,

dass Art. 51 Abs. 3 AsylG für in der Schweiz geborene Kinder keine automatische Aner-
kennung als Flüchtlinge vorsieht, da Abs. 3 keine eigenständige Bedeutung zukommt,

dass Art. 51 Abs. 3 AsylG gemäss der nach wie vor gültigen Rechtsprechung keine Pri-
vilegierung der in der Schweiz geborenen Kinder bedeutet (vgl. EMARK 2000 Nr. 23), 
und diese somit kein Familienasyl erhalten, wenn die Eltern ihrerseits bloss die abgelei-
tete Flüchtlingseigenschaft besitzen,

dass der Einwand in der Beschwerdeschrift,  wonach der Ehemann und das Kind man-
gels Reisepapieren im Gegensatz zur Beschwerdeführerin bezüglich beabsichtigter Aus-
landreisen benachteiligt seien, nicht zu einem anderen Entscheid führen kann,

dass aus der Rechtsmitteleingabe keine Argumente entnommen werden können, die zu 

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einem anderen Schluss führen könnten,

dass die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführerin um Einbezug ihres Kindes in 
ihre Flüchtlingseigenschaft zu Recht abgelehnt hat,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die an-
gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich-
tig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die 
Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. 
a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor 
dem Bundesverwaltungsgericht  vom 11.  Dezember  2006  [VGKE,  SR 173.320.2])  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt. 
Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein)

- die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Akten 

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Die Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Alexandra Püntener

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