# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9a413d5-c2fc-5338-b3bb-77f0b2d2f0d8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.05.2015 SR150009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SR150009_2015-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SR150009-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. S. Volken und   

Ersatzoberrichter lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. A. Truninger 

Beschluss vom 7. Mai 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchstellerin 

 

gegen 

 
Stadtrichteramt Zürich,  

Gesuchsgegnerin 

 

betreffend Revision 

Revisionsgesuch gegen drei Strafbefehle des Stadtrichteramtes Zürich  
vom 9. Januar 2015 (2015-001-209), vom 26. September 2014 (2014-064-672),  

vom 18. September 2014 (2014-062-511) 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Mit Strafbefehlen vom 21. Juli 2014 (Nr. 2014-047-675; Urk. 13 S. 3), 

vom 26. September 2014 (Nr. 2014-064-672; Urk. 3/3 bzw. Urk. 14 S. 3), vom 

18. September 2014 (Nr. 2014-062-511; Urk. 3/4 bzw. Urk. 15 S. 3) und vom 

9. Januar 2015 (Nr. 2015-001-209; Urk. 3/2 bzw. Urk. 16 S. 3) wurde die Gesuch-

stellerin wegen diversen Überschreitungen der allgemeinen Höchstgeschwindig-

keit gebüsst. Die Gesuchstellerin reichte in der Folge lediglich gegen den Straf-

befehl vom 9. Januar 2015 (Nr. 2015-001-209) fristgerecht eine Einsprache ein 

(Urk. 16 S. 8; vgl. auch Urk. 5), weshalb dieses Strafverfahren mit Schreiben des 

Stadtrichteramtes vom 13. Januar 2015 eingestellt wurde (Urk. 16 S. 11). 

 2. Am 15. Januar 2015 reichte die Gesuchstellerin ein Revisionsgesuch 

betreffend Strafbefehle Nr. 2014-047-675, Nr. 2014-064-672 und Nr. 2014-062-

511 beim Obergericht des Kantons Zürich ein (Urk. 1), wobei sie ihrem Schreiben 

aber die Strafbefehle Nr. 2015-001-209, Nr. 2014-064-672 und Nr. 2014-062-511 

beilegte (Urk. 3/2 - 3/4). Mit Präsidialverfügung vom 15. April 2015 wurde der  

Gesuchstellerin deshalb Frist angesetzt, um zu bezeichnen, welche Strafbefehle 

vom Revisionsbegehren betroffen seien und um die Revision bezüglich der  

einzelnen Strafbefehle zu begründen und insbesondere die Revisionsgründe zu 

bezeichnen und zu belegen (Urk. 6). In der Folge reichte die Gesuchstellerin am 

20. April 2015 ein Schreiben ein, in welchem sie ausführte, dass sie die Straftaten 

in den Strafbefehlen vom 9. Januar 2015 (Nr. 2015-001-209), vom 26. September 

2014 (Nr. 2014-064-672) und vom 18. September 2014 (Nr. 2014-062-511) nicht 

begangen habe (Urk. 8). Mit Schreiben vom 21. April 2015 wurden von der hiesi-

gen Kammer die Akten beim Stadtrichteramt Zürich beigezogen (Urk. 10).  

II. Revision 

 1. Die Gesuchstellerin macht in ihrem Revisionsbegehren sinngemäss 

geltend, dass nicht sie die Straftaten gemäss Strafbefehlen vom 9. Januar 2015 

(Nr. 2015-001-209), vom 26. September 2014 (Nr. 2014-064-672) und vom 

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18. September 2014 (Nr. 2014-062-511) begangen habe, sondern B._____. Sie 

sei vom Stadtrichteramt Zürich deswegen betrieben worden, obwohl sie dem 

Stadtrichteramt mitgeteilt habe, dass sie die Straftaten nicht begangen habe. Aus 

den Bildern bei der Polizei sei ersichtlich, dass B._____ gefahren sei. Daher sei 

die Betreibung zurückzuziehen und demjenigen zuzustellen, der dafür auch ver-

antwortlich sei. Aufgrund ihrer Krankheit sei es ihr nicht erlaubt, ein Fahrzeug zu 

lenken und zudem habe sie Konzentrationsschwierigkeiten (Urk. 8).  

 2.1. Die Revision oder Wiederaufnahme ist ein ausserordentliches Rechts-

mittel, welches es erlaubt, rechtskräftig erledigte Strafverfahren wieder aufzu-

nehmen und den Fall so wieder neu zu beurteilen. Sie ist deshalb nur in engem 

Rahmen zulässig. Entsprechend streng sind die Voraussetzungen einer Revision  

(Marianne Heer in: Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 410 StPO N 4 und 9; Niklaus Schmid, Praxiskommentar 

StPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 410 N 1). Die Revisionsgründe sind in 

Art. 410 Abs. 1 und 2 StPO abschliessend genannt.  

 2.2. Wer durch einen rechtskräftigen Strafbefehl beschwert ist, kann ge-

mäss Art. 410 Abs. 1 StPO Revision verlangen, wenn: 

• neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel  

vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder  

wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person oder eine Verurteilung 

der freigesprochenen Person herbeizuführen (lit. a) 

• der Entscheid mit einem späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt 

betrifft, in unverträglichem Widerspruch steht (lit. b) 

• sich in einem anderen Strafverfahren erweist, dass durch eine strafbare Hand-

lung auf das Ergebnis des Verfahrens eingewirkt worden ist (lit. c). 

 Darüber hinaus kann nach Art. 410 Abs. 2 StPO unter bestimmten Voraus-

setzungen Revision wegen Verletzung der Konvention zum Schutze der  

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) verlangt werden (Marianne Heer in: 

Basler Kommentar, a.a.O., N 14 und 34 ff. zu Art. 410 StPO; Niklaus Schmid, 

a.a.O., Art. 410 N 12 ff.). 

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 3.1. Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass das Strafverfahren betref-

fend Strafbefehl vom 9. Januar 2015 (Nr. 2015-001-209) nach erfolgter Ein-

sprache durch die Gesuchstellerin (Urk. 16 S. 8; vgl. auch Urk. 5) eingestellt und 

die in diesem Zusammenhang ausgefällte Busse aufgehoben wurde (vgl. Urk. 16 

S. 11). Nachdem demnach kein rechtskräftiger Strafbefehl vorliegt, durch welchen 

die Gesuchstellerin beschwert ist, ist diesbezüglich keine Revision möglich.  

Zudem kann nach der durch die Gesuchstellerin mit Schreiben vom 20. April 2015 

erfolgten Präzisierung (Urk. 8) davon ausgegangen werden, dass das Revisions-

gesuch den Strafbefehl Nr. 2014-047-675 nicht betrifft. 

 Betreffend Strafbefehle vom 26. September 2014 (Nr. 2014-064-672) und 

vom 18. September 2014 (Nr. 2014-062-511) macht die Gesuchstellerin sinn-

gemäss geltend, dass neue Tatsachen und Beweismittel im Sinne von Art. 410 

Abs. 1 lit. a StPO vorliegen würden. Dieser Revisionsgrund setzt voraus, dass die 

nachträglich geltend gemachten Tatsachen und Beweismittel sowohl neu als auch 

erheblich sind. Neu sind Tatsachen und Beweismittel dann, wenn sie im Zeitpunkt 

des zu revidierenden Urteils zwar bereits vorhanden waren, in der nun vorliegen-

den Bedeutung der Strafbehörde aber nicht bekannt waren und nicht in den Ent-

scheid einflossen (Niklaus Schmid, a.a.O., Art. 410 N 13; Marianne Heer in:  

Basler Kommentar, a.a.O., N 34 und 65 ff. zu Art. 410 StPO; BGE 101 IV 317). 

Nicht vorausgesetzt wird grundsätzlich, dass die Tatsachen auch dem Beschuldi-

gen zur Zeit des ersten Prozesses nicht bekannt gewesen sind. Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung sei es nämlich in erster Linie Sache der Anklage-

behörde, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, womit diesen nicht primär 

die Behauptungslast treffe (BGE 130 IV 72 Erw. 2.2 bzw. Pra 2005 Nr. 35). Das  

Bundesgericht hat aber im selben Entscheid, in dem es um einen Strafbefehl 

ging, auch auf die Besonderheiten dieses vereinfachten Verfahrens hingewiesen.  

Gemäss Bundesgericht hat das Strafbefehlsverfahren die Eigenart, dass es den 

Beschuldigten zwingt, Stellung zu nehmen. Das Ausbleiben einer Reaktion von 

seiner Seite wird als Zustimmung betrachtet. Er muss innerhalb der dafür vor-

gesehenen Frist Einsprache erheben, wenn er die Verurteilung nicht akzeptieren 

will, weil er sich auf übergangene Tatsachen berufen will. Würde man in einem 

solchen Fall die Revision zulassen, liefe das darauf hinaus, ein widersprüchliches 

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Verhalten des Beschuldigten zu dulden und die Einhaltung der Einsprachefrist  

ihrer Funktion zu berauben. Demnach ist ein gegen einen Strafbefehl gerichtetes 

Revisionsgesuch als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren, wenn es sich auf Tat-

sachen stützt, welche der Verurteilte im Zeitpunkt des Erlasses des Strafbefehles 

kannte und die er in einem ordentlichen Einspracheverfahren hätte vorbringen 

können (BGE 130 IV 72 Erw. 2.3 bzw. Pra 2005 Nr. 35). 

 3.2. Vorliegend kann davon ausgegangen werden, dass die Gesuchstellerin 

schon zum damaligen Zeitpunkt, als ihr die Bussen bzw. die Strafbefehle zuge-

stellt wurden, die Tatsachen, die sie nun zur Stützung ihres Revisionsgesuches 

vorbringt, nämlich, dass nicht sie das Fahrzeug gelenkt haben soll, gekannt hat. 

So machte die Gesuchstellerin in ihrem Revisionsbegehren selber geltend, dass 

sie aufgrund ihrer Krankheit kein Fahrzeug habe lenken dürfen (vgl. Urk. 8), was 

ihr zum Zeitpunkt der Zustellung der Strafbefehle bereits bekannt war. Spätestens 

nachdem der Gesuchstellerin persönlich bzw. ihrem Sohn die Strafbefehle zustellt 

wurden (vgl. Urk. 14 S. 5 und Urk. 15 S. 5) und darauf explizit aufgeführt ist, dass 

eine Einsprache innerhalb von 10 Tagen ab Zustelldatum zu erfolgen habe (vgl. 

Urk. 14 S. 3 und Urk. 15 S. 3), hätte die Gesuchstellerin die Einsprachen ein-

reichen müssen, so wie sie es im Verfahren betreffend Strafbefehl vom 9. Januar 

2015 (Nr. 2015-001-209) getan hat. 

 Die Gesuchstellerin hätte demnach mittels Einsprache die für sie wichtigen 

Tatsachen, die sie nun mittels Revision vorbringt (vgl. Urk. 8), geltend machen 

müssen, was zur Eröffnung einer Strafuntersuchung geführt hätte. Mit der Unter-

suchung wären alle wichtigen Umstände abgeklärt worden. Indem die Gesuch-

stellerin erst im vorliegenden Verfahren einen ihr bereits früher bekannten Sach-

verhalt vorbringt und damit die Aufhebung ihrer rechtskräftigen Verurteilung  

erreichen will, erscheint ihr Gesuch als Mittel, das Einspracheverfahren, den  

ordentlichen Rechtsmittelweg zu umgehen. Nachdem es die Gesuchstellerin  

somit selbstverschuldet versäumt hat, die Einsprachefrist einzuhalten und eine 

Revision nicht dazu da ist, verpasste Einsprachemöglichkeiten zu ersetzen, muss 

das Gesuch als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden. Demnach kann im vor-

liegenden Revisionsverfahren auf die Vorbringen der Gesuchstellerin, welche  

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belegen sollen, dass nicht sie, sondern B._____ das Fahrzeug jeweils  

gelenkt haben soll (vgl. Urk. 8), nicht eingegangen werden.   

 4. Das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin erweist sich demnach als  

offensichtlich unbegründet, weshalb im Sinne von Art. 412 Abs. 2 StPO nicht  

darauf einzutreten ist.  

III. Kosten 

 Gemäss Art. 428 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittel-

verfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Demnach sind 

vorliegend die Kosten des Revisionsverfahrens ausgangsgemäss der Gesuch-

stellerin aufzuerlegen.  

Es wird beschlossen: 

1. Auf das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin vom 15. Januar 2015 wird 

nicht eingetreten.  

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.– festgelegt und der Gesuchstellerin 

auferlegt.  

3. Schriftliche Mitteilung an  

− die Gesuchstellerin  

− das Stadtrichteramt Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an das Stadtrichteramt Zürich mit den Akten. 

4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

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des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 7. Mai 2015 
 
 

De Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 
 

 
 

	Beschluss vom 7. Mai 2015
	I. Prozessgeschichte
	II. Revision
	III. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Auf das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin vom 15. Januar 2015 wird nicht eingetreten.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.– festgelegt und der Gesuchstellerin auferlegt.
	3. Schriftliche Mitteilung an
	 die Gesuchstellerin
	 das Stadtrichteramt Zürich

	und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-fälliger Rechtsmittel an das Stadtrichteramt Zürich mit den Akten.
	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.