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**Case Identifier:** 6867343f-740a-54c2-aa78-4249ff6bdb88
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.06.2008 S 2006 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2006-152_2008-06-11.pdf

## Full Text

S 06 152

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. Juni 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 56-jährige … (geb. …), Dr. iur., war bei der … in einem Teilpensum 

als … angestellt und durch diese Arbeitgeberin obligatorisch gegen Berufs- 

und Nichtberufsunfälle bei der … versichert. Am 26.12.2004 wurde er in den 

Ferien auf Thailand ein „Opfer“ der Tsunami-Katastrophe (Erdbeben; 

Flutwelle), wobei er sich indes vom Hotelzimmer nahe des Meeres ins Freie 

retten konnte und von dort kurze Zeit später von Drittpersonen auf die 

Ladebrücke eines Pick-Up-Fahrzeuges gezogen und ins Landesinnere in 

Sicherheit verbracht wurde. Am 28.12.2004 konnte der Versicherte mit einem 

Flugzeug in die Schweiz repatriiert werden. Zurück in der Heimat litt der 

Versicherte zunehmend an Schlafstörungen, Albträumen sowie psychischen 

Problemen. Obwohl er sich deshalb in professionelle bzw. fachärztliche 

Behandlung begab, musste er seine Lehrtätigkeit bei der besagten 

Arbeitgeberin per 25.07.2005 (100% AUF) niederlegen. 

b) Laut Unfallmeldung vom 18.10.2005 erlitt der Versicherte vor 10 Monaten 

anlässlich des Seebebens in Südostasien (mit Riesenflutwelle) einen 

ausserordentlichen Schock, der eine weitere Lehrtätigkeit ab 25.07.2005 

(unfallbedingt) verunmöglicht habe. Auf entsprechende Einladung schilderte 

der Versicherte einem Mitarbeiter des Unfallversicherers am 10.11.2005 noch 

persönlich die genauen Geschehensabläufe während und nach dem 

Erdbeben samt zerstörerischer Flutwelle von Ende Dez. 2004 aus seiner 

Sicht. Am 23.11.2005 reichte der Versicherte zudem noch eine 

Stellungnahme beim Unfallversicherer ein, worin er seine früheren Angaben 

nochmals bestätigte bzw. teils präzisierte. In der Folge kam es zu einem 

intensiven Briefwechsel zwischen den Parteien über die unmittelbare 

(unfallkausale) Betroffenheit des Versicherten und die erhobenen 

Beweismittel.

c) Mit Verfügung vom 23.03.2006 lehnte der Unfallversicherer (Vorinstanz) den 

Anspruch auf Versicherungsleistungen aus UVG mit der Begründung ab, dass 

die gesetzlichen Kriterien für die Bejahung eines „Unfalles“ nicht erfüllt worden 

seien und es überdies an der erforderlichen Adäquanz zwischen den damals 

erlittenen Fluchtverletzungen (Nacken-/Schulter- und Rückenschmerzen 

samt Hirnerschütterung [+/- kurze Ohnmacht] infolge groben Hochziehens auf 

Ladebrücke des Pick-Up’s) und den heute – vor allem psychisch – immer noch 

geklagten Beschwerden (Schlafstörungen; Albträume; Konzentrationsdefizite, 

Panikattacken usw.) fehle. 

d) Damit konnte sich der Versicherte nicht einverstanden erklären, weshalb er 

hiergegen am 13.04.2006 Einsprache erhob, die mit Entscheid der Vorinstanz 

vom 11.08.2006 indessen abgewiesen wurde.

2. Dagegen erhob der Einsprecher am 14.11.2006 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den 

Anträgen um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und 

Verpflichtung der Vorinstanz, ihm die gesetzlichen Leistungen aus UVG 

bezüglich der Folgen des am 26.12.2004 erlittenen Unfalls auszurichten. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der Sachverhalt durch 

die Vorinstanz nur ungenügend abgeklärt worden sei und viel zu einseitig bzw. 

tendenziös gewürdigt worden sei. Namentlich die Befragung durch ihren 

Mitarbeiter im Nov. 2005 sei absolut unprofessionell erfolgt und habe beim 

seelisch sonst schon schwer angeschlagenen Versicherten eine 

genesungsfeindliche Retraumatisierung (Flash-Back’s) ausgelöst. Wie den 

Attesten des Psychiaters Dr. … vom 03.10.2005 und 08.11.2006 als auch den 

glaubhaften Zeugenaussage des norwegischen Kollegen vom 24.10.2006 

entnommen werden könne, sei der Versicherte gleich zweimal innert kurzer 

Zeit (Erdbeben; Tsunami-Flutwelle) nur sehr knapp dem Tode entgangen, 

was für ihn ein gewaltiges Schockerlebnis dargestellt habe, das durchaus 

geeignet gewesen sei, für die nun geklagten psychischen Probleme 

(Albträume; Todesängste usw.) verantwortlich zu sein. Im Übrigen seien auch 

die Kriterien für einen Unfall (Ungewöhnlichkeit; Plötzlichkeit usw.) erfüllt 

worden. Gestützt auf die von den Bundesbehörden und den CH-Versicherern 

am 12.01.2005 erarbeiteten Richtlinien für die rechtliche Abgrenzung von 

„Tsunami-Opfern“ im Sinne des UVG oder KVG gelte es festzuhalten, dass 

der Versicherte entweder zur Kategorie 1 (Personen, die sich in Todesgefahr 

befanden und sich trotzdem vor der Flutwelle retten konnten) oder zur Kat. 2 

(Personen, welche die Flutwelle direkt erlebt haben, die aber aus objektiver 

Sicht nicht in Todesgefahr standen) zu zählen gewesen wäre, weshalb eben 

auch der Unfallversicherer und nicht der Krankenversicherer (Kat. 3-5) für die 

erlittenen Gesundheitsschäden aufzukommen habe. Am Vorliegen einer 

unmittelbaren Todesgefahr bestünde für ihn aufgrund der Schilderungen des 

benannten Augenzeugen, der eingereichten Foto- und Videodokumentation 

keinerlei Zweifel. Ebenso klar sei das Vorliegen eines natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhangs zu bejahen. Laut Psychiater sei die 

aktuelle Arbeitsunfähigkeit einerseits auf ein Erschöpfungssyndrom (Mobbing 

durch früheren …) und anderseits auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Schlafstörungen; Albträume usw.) als Folge des Schock- 

und Schreckerlebnisses (Tsunami-Welle) am 26.12.2004 zurückzuführen. Die 

Intensität jener Ereignisse sei auch nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet gewesen, bei einem vorher 

gesunden Menschen eine psychische Fehlentwicklung auszulösen; zumal er 

nebst der Wucht der Flutwelle und der unbeschreiblichen Angst/Panik der 

Menschen noch mit eigenen Augen gesehen habe, wie ein ausländischer 

Tourist im Wasser durch heftige Stromstösse direkt in seiner Nähe am 

Unfallort verstorben sei. Aus all diesen Gründen habe daher sehr wohl ein 

Anspruch auf Leistungen aus UVG bestanden.

3. In der Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz (Beschwerdegegnerin) die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Den Einwänden und Vorbringen 

des Beschwerdeführers hielt sie darin zur Hauptsache entgegen, dass sich 

der Psychiater Dr. … in seinen Berichten zum medizinischen Anwalt des 

Versicherten gemacht habe, was bei der Gesamtbeurteilung gebührend zu 

würdigen sei. Ferner sei sein Bericht vom Nov. 2006 erst nachträglich 

(Einspracheentscheid im Aug. 2006) erstellt worden und deshalb a priori 

unbeachtlich. Der Hausarzt (Dr. …) habe der Vorinstanz am 19.04.2006 

zudem noch explizit bestätigt, dass der Versicherte (2005) nicht wegen des 

Vorfalls vom 26.12.2004 bei ihm in Behandlung gewesen sei 

(Rückenmassage wegen HWS-Verspannung verordnet). Die lange 

Zeitspanne zwischen dem Vorfall Ende Dez. 2004 und der Unfallmeldung im 

Okt. 2005 weise gar darauf hin, dass der Versicherte zunächst selbst davon 

ausgegangen sei, dass nicht die Unfallversicherung – sondern allenfalls die 

Krankenversicherung – für die psychische Fehlentwicklung einstehen sollte. 

Soweit eine Retraumatisierung des Patienten durch die Befragung (Nov. 

2005) beklagt worden sei, sei dieser Vorwurf bei den Haaren herbeigezogen, 

da eine seriöse und nahe Sachverhaltsermittlung unerlässlich für die 

Fallbeurteilung gewesen sei. Auf die damals gemachten Selbstangaben (zzgl. 

späterer schriftlicher Präzisierungen) dürfe ohne weiteres abgestellt werden. 

Daran ändere auch nichts, dass sich ein befreundeter Augenzeuge fast zwei 

Jahre später im Sinne des Versicherten geäussert habe, um so dessen kurze 

Erinnerungslücken (auf Pick-Up) zu schliessen und so letztlich eine 

unmittelbare Todesgefahr des Beschwerdeführers bestätigen zu können. 

Tatsache sei aber, dass der Versicherte die „Tsunami-Flutwelle“ gerade nicht 

selbst gesehen habe, sondern zuerst nur die enorme Zerstörungskraft und 

erst später das unsägliche Leid und die vielen Toten wahrgenommen habe, 

ehe er am 28/29.12.2004 bereits repatriiert und dann zuhause eben via 

Medien ständig wieder damit konfrontiert worden sei. In einer unmittelbaren 

Lebensgefahr habe er sich damals aber weder wegen des Erdbebens (keine 

grösseren Schäden am betreffenden Hotel) noch wegen der Wassermassen 

(rechtzeitige Rettung dank Pick-Up-Verlad) befunden, weshalb die Vorinstanz 

zu Recht – gestützt auf die vereinbarten Richtlinien vom Jan. 2005 – auf einen 

Fall der Kategorie 3 (Personen, die zwar die Flutwelle nicht selber erlebt 

haben, die aber in den betroffenen Gebieten mit den direkten Auswirkungen 

der Flutwelle konfrontiert sind, sei dies als Tourist oder als Helfer) bzw. der 

Kat. 4/5 (Angehörige von Verletzten, Vermissten oder Verstorbenen sowie 

Personen, die via Medien über die Auswirkungen der Flutwelle informiert 

wurden) erkannt habe, wonach eben nicht der Unfallversicherer, sondern 

ausdrücklich der Krankenversicherer für solche Fälle leistungspflichtig sei.

4. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels wurde den Parteien die 

Gelegenheit geboten, sich noch einmal zu den gegensätzlichen Standpunkten 

und vorhandenen Beweismitteln zu äussern, wovon sowohl der 

Beschwerdeführer (mit Replik vom 19.02.2007) als auch die 

Beschwerdegegnerin (mit Duplik vom 19.04.2007) ausführlich Gebrauch 

machten. Auf diese Vorbringen wird - soweit für die Streitentscheidung von 

Bedeutung - in den nachfolgenden Erwägungen noch näher eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Vorinstanz hat die Grundsätze zum Umfang ihrer Leistungspflicht (Art. 6 

UVG), zum Unfallbegriff (Art. 9 UVV; neu Art. 4 ATSG) und zur erforderlichen 

Adäquanz zwischen Unfallereignis und Eintritt des Gesundheitsschadens 

(RKUV 3/2005 U 548 S. 228 = EVG-Urteil vom 28.02.2005 [U 306/04]; BGE 

129 V 181 E. 3.1, 122 V 415, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b) richtig 

dargelegt. Zutreffend sind auch die Angaben zum 

sozialversicherungsrechtlich massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 208 E. 6b, 114 V 305 E. 5b) 

sowie zu den Beweislastregeln (BGE 125 V 352, 117 V 263 E. 3b; RKUV 2001 

S. 39 E. 5a, 1993 S. 159 E. 3b). Darauf kann vorliegend verwiesen werden. 

Zu ergänzen bleibt an dieser Stelle einzig noch, dass für die Gewährung der 

beantragten Versicherungsleistungen aus UVG beide Erfordernisse eines 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs erfüllt sein müssen. 

Scheitert der geltend gemachte Anspruch auch nur an einer dieser zwei 

Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers bereits 

ohne die Prüfung des anderen Kriteriums.

b) Als Besonderheit und Interpretationshilfe gilt es dabei vorab auf das Merkblatt 

zum Seebeben in Südostasien des Schweizerischen 

Versicherungsverbandes vom 21.01.2005 zu verweisen, worin eigens 

Richtlinien für die versicherungsrechtliche Behandlung der „Tsunami-Opfer“ 

erstellt wurden. Unter Ziff. 4 wurde darin zur Abgrenzung Unfall/Krankheit, 

insb. bei „seelischen Verletzungen“, was folgt festgehalten: Grundsätzlich 

könne davon ausgegangen werden, dass die Flutwelle als Schreckereignis 

anzusehen sei (gemäss BGE 129 V 177). Lehre und Praxis hätten 

schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als 

Einwirkungen auf den menschlichen Körper anerkannt und für ihre 

unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. 

Nachfolgend würden Beispiele aufgeführt, bei denen Personen im 

Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Ostasien geistige oder psychische 

Beschwerden entwickeln könnten, ohne dass sie selber (nennenswert) 

körperlich verletzt worden wären. Es handle sich dabei insbesondere um 

folgende (fünf) Kategorien:

1. Personen, die sich in Todesgefahr trotzdem vor der Flutwelle retten 
konnten.

2. Personen, welche die Flutwelle direkt erlebt haben, die aber aus objektiver 
Sicht nicht in Todesgefahr standen.

3. Personen, welche zwar die Flutwelle nicht selbst erlebt haben, die aber in 
den betroffenen Gebieten mit den direkten Auswirkungen der Flutwelle 
(Zerstörung, Verstorbene, Rettungsdienste etc.) konfrontiert worden sind, 
sei dies als Tourist oder als Helfer.

4. Angehörige von Verletzten, Vermissten und Verstorbenen.

5. Personen, welche über die Auswirkungen der Flutwelle via Medien oder 
Erlebnisberichten informiert worden sind.

Bei den Personen der Kategorien 3 bis 5 entspreche das Schreckereignis 

nicht der EVG-Definition eines Unfalls, weil sich das Schreckereignis (die 

Flutwelle oder das Beben) nicht in unmittelbarer Gegenwart der 

entsprechenden Personen ereignet habe. Somit würden alle Behandlungen 

jener Personengruppe dem KVG unterliegen. Anders sei dies hingegen bei 

den Kategorien 1 und 2, die gestützt auf das UVG Leistungen erhalten sollten. 

Jeder Einzelfall müsste jedoch individuell abgeklärt und beurteilt werden.

c) Im konkreten Fall sind sich die Parteien vorweg über den massgeblichen 

Sachverhalt bzw. das Vorliegen einer unmittelbaren Todesgefahr für den 

Versicherten am 26.12.2004 bis zuletzt uneins geblieben. Beweisrechtlich 

sind in diesem Zusammenhang namentlich die Selbstangaben des 

Versicherten anlässlich der Befragung vom 10.11.2005 (Abschrift in Kopie 

vom 11.11.2005), seine nachgereichten Präzisierungen vom 23.11.2005, die 

ärztlichen Befunde und Angaben des Psychiaters Dr. … vom 03.10.2005 und 

08.11.2006 sowie die Zeugenaussage eines befreundeten Touristen und 

Helfers aus Norwegen vom 24.10.2006 von Belang und noch entsprechend 

zu würdigen. Konkret wurde dort jeweils festgehalten:

• Mit ärztlichem Zeugnis vom 03.10.2005 wurde dem Versicherten vom 
Psychiater Dr. … eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (AUF) attestiert. Zur 
selben Einschätzung war zuvor das Universitätsspital Zürich (Dr. …) mit 
Attesten vom 12.07./10.08.2005 gelangt, worin diesem ab 25.07.2005 
eine 100%-ige AUF bescheinigt wurde.

• Anlässlich der Befragung und Anhörung vom 10.11.2005 gab der 
Versicherte an, dass er zuerst (morgens um 08.20 h) im Hotelzimmer vom 
Erdbeben überrascht und durchgeschüttelt worden sei. Am Hotelgebäude 
sei aber kein Schaden entstanden (keine Risse an Wänden). Er habe sich 
dann (ca. 09.00 h) zu Fuss zum nahen Einkaufszentrum begeben, wo er 
mit einem Kollegen verabredet gewesen sei. Auf dem Weg dorthin habe 
er erfahren, dass die Zerstörung in Strandnähe von einer Flutwelle 
stamme. Von der Welle selbst habe er nichts mitbekommen. Er habe sie 
nicht gesehen. In einer Seitenstrasse zum Einkaufszentrum sei es dann 
zu einer grossen Panik unter den Menschen gekommen, wobei er den 
Grund dafür nicht erfahren habe. Er sei danach von Helfern auf die 
Ladefläche eines Fahrzeugs gezerrt worden; ab dann habe er eine 
Erinnerungslücke von ca. 10 Minuten. Bei einer namentlich genannten 
Strasse habe er sein Bewusstsein wieder erlangt und dort auch seinen 
Kollegen getroffen. Zusammen hätten sie sich darauf im erhöhten 
Hinterland in Sicherheit gebracht. Auch die zweite Welle (verantwortlich 
für 60 Tote im UG des Einkaufszentrums) habe er nicht gesehen. Nach 
Stunden der Ungewissheit habe er sich zurück zum Hotel begeben, das 
nicht beschädigt gewesen sei. Von dort sei er danach zum Strand 
gegangen, wo er von einer thailändischen Bekannten erfahren habe, dass 
Verwandte von ihr zu Tode gekommen seien. Zurück im Hotel habe er 
erstmals Schmerzen im Schulter-/Nackenbereich verspürt, die er sich evtl. 
beim Hinaufzerren auf den Pick-Up zugezogen habe. Am 27.12.2004 habe 
er im nächsten Spital seine Dienste angeboten, wo er Tote, 
Schwerverletzte und viel Leid gesehen habe. Am 28./29.12.2004 sei er mit 
dem Flugzeug repatriiert worden. Zum Heilungsverlauf sagte er: Es sei ihm 
danach nicht mehr möglich gewesen, ruhig zu schlafen. Immer wieder 
habe er die Bilder von Toten, Verletzten und der Zerstörung gesehen. Er 
habe sich niedergeschlagen und traumatisiert gefühlt. Es hätten sich in 
ihm Panikgefühle aufgebaut; andererseits aber auch Glücksgefühle, dass 
er nicht zu den 60 Toten im UG des Einkaufszentrums gezählt habe. Die 
Erstbehandlung wegen der psychischen Belastungsgründe sei am 

14.04.2005 (Dr. …; Polyklinik USZ) erfolgt; seit Juni 2005 sei er in 
Behandlung beim Psychiater Dr. ...

• Mit Schreiben vom 23.11.2005 ergänzte und präzisierte der Versicherte 
die Geschehensabläufe vom 26.12.2004 nochmals ausführlich, wobei er 
sich einerseits über die Befragungstaktik (2 Wochen zuvor) und den 
damals ermittelten Sachverhalt z.T. befremdet zeigte; anderseits 
wiederholte er darin (S. 6) aber noch einmal ausdrücklich, dass er weder 
eine noch sogar zwei Flutwellen gesehen habe. Hingegen habe er den 
Rückgang des Meeresspiegels mit eigenen Augen gesehen und vor allem 
das spätere rasche Ansteigen des Wassers, welches mit einem ganz 
eigenartigen „Funkeln“ der Wassermassen verbunden gewesen sei, 
miterlebt. Dies sei auch der Grund für die Massenpanik und die Flucht weg 
vom Meeresstrand (inkl. Gehsteig) gewesen.

• Laut der [vom norwegischen ins deutsche] übersetzten Zeugenaussage 
vom 24.10.2006 des langjährigen Kollegen des Versicherten wurde 
bestätigt, dass sich das Wasser am betreffenden Morgen (26.12.2004) – 
im Gegensatz zur normalen Ebbe – aussergewöhnlich stark und viel weiter 
ins Meer zurückzog, bevor sich die Bucht dann rasch wieder mit Wasser 
füllte. Der Zeuge sah das Wasser in Fontainen auch über die Quaimauer 
auf den Gehsteig spritzen. Es seien sodann Warnschüsse und Sirenen 
ertönt und eine Panik vor Ort unter den Menschen ausgebrochen. Die 
Wassermassen seien dann in sekundenschnelle herangebraust und im 
selben Moment habe er den Versicherten aus den Augen verloren. Er (der 
Zeuge) sei sofort über die Strasse in Richtung Einkaufszentrum gerannt 
und zusammen mit 2-3 anderen Personen mit grosser Wucht in einen 
bereits mit Menschen gefüllten Pick-Up hineingeworfen worden. Wie es 
dem Versicherten bei jener Evakuierung vor dem Einkaufszentrum bis zur 
benannten Strasse im Hinterland ergangen sei, könne er nicht sagen, weil 
sie sich vorher eben aus den Augen verloren hätten. Sie hätten sich jedoch 
ca. 30-40 Minuten nach ihrer Rettung an der bezeichneten Strasse wieder 
gesehen. Tags darauf seien sie zusammen ins örtliche Spital zur 
Hilfeleistung gefahren. Er (der Zeuge) sei dann am 30.12.2004 wieder 
nach Hause gereist.

• Im Bericht vom 08.11.2006 äusserte sich der Psychiater Dr. … - auf 
entsprechende Fragen des Anwalts des Versicherten - zur Sache 
nochmals wie folgt (S. 2): Seit dem Tsunami-Ereignis leide der Patient an 
ausgeprägten Schlafstörungen, mit Albträumen u.a. von Tod sowie 
Verwüstung. Tagsüber stellten sich aufdrängende (intrusive), blitzartig 
einschiessende generelle Wiedererlebnisse (Flash-Back’s) ein mit 
anhaltendem/ständigem Bemühen, Gedanken an das Geschehene nicht 
aufkommen zu lassen. Es zeigten sich ferner extreme 
Konzentrationsprobleme (Vergesslichkeit; Sprachstörungen; 
Aufnahmedefizite), was letztlich zu einer schweren Erschöpfung geführt 
habe. Jene Symptome hätten sich ab Febr. 2005 zunehmend verstärkt. 
Die geschilderte Erinnerungslücke (erhebliche Dauer wegen 
Bewusstlosigkeit) spreche für eine schwere Form einer Hirnerschütterung 
(Schädelhirntrauma). Die psychopathologischen Befunde erfüllten alle 
Kriterien der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung. Zur 

„Nichtwahrnehmung“ der Flutwelle erklärte der Psychiater, dass dieses 
Bild im Zentralnervensystem im Ablauf seiner Flucht gespeichert worden 
sei. Jener unbewusste Speichermechanismus sei in extremen 
Stresssituationen bei Menschen bekannt und auch nachweisbar. Die 
„Nichtabrufbarkeit“ im Gehirn der tatsächlich miterlebten Tsunami-Welle 
sei damit erklärbar.

d) In Würdigung der soeben aufgezählten Fakten ist das Gericht zur 

Überzeugung gelangt, dass der Beschwerdeführer die „Tsunami-Flutwelle“ 

am 26.12.2004 nicht unmittelbar selbst gesehen hat und darum dadurch auch 

nicht in Todesangst im UVG-rechtlichen Sinne versetzt werden konnte. Zu 

dieser Erkenntnis haben sowohl die Selbstangaben des Versicherten 

anlässlich der kritisierten Befragung vom 10.11.2005 als auch besonders die 

zwei Wochen später aus eigener Initiative nachgereichten Präzisierungen 

vom 23.11.2005 geführt, worin zweifelsfrei und wiederholt ausgesagt wurde, 

dass er keine der zerstörerischen Flutwellen direkt aus eigener Wahrnehmung 

vor Ort gesehen hätte. Jene Angaben wurden immerhin in einer zeitlichen 

Distanz von fast 11 Monaten zum betreffenden Vorfall und demnach in Ruhe 

nach einer gebührlichen Reflexionszeit gemacht, womit diese Schilderung der 

damaligen Ereignisse auch durchaus glaubhaft erscheint. Daran ändert selbst 

nichts, dass der Versicherte zuerst durch das Erdbeben im Hotelzimmer 

aufgeschreckt wurde, bestätigte er seinem besorgten norwegischen Kollegen 

telefonisch doch noch ausdrücklich, dass im Hotel zwar Panik ausgebrochen 

sei; es ihm aber den Umständen entsprechend gut gehe und er unverletzt sei. 

Eine unmittelbare Todesgefahr des Versicherten wegen des Seebebens darf 

damit klar verneint werden, zumal er sich damals geistesgegenwärtig beim 

Türrahmen im Hotelzimmer aufhielt und bei einer echten Bedrohungssituation 

seinen Fluchtplan (Sprung vom Balkon) sicherlich in die Tat umgesetzt hätte. 

Wie er ausserdem mehrfach bestätigte, ist das betreffende Hotelgebäude fast 

unversehrt (keine Risse an Wänden/Fassaden) geblieben, was ebenfalls 

dafür spricht, dass weder das starke Seebeben noch die später anrollende 

Flutwelle dem besagten Hotelkomplex und damit eben auch den darin 

verbleibenden Hotelgästen ernsthaft etwas anhaben konnte. Zur offenkundig 

unbekannten Begebenheit am Strand/Gehsteig (ungewöhnlicher 

Wasserrückzug und Beobachtung eines eigenartigen „Funkelns“ der 

Wassermassen) gilt es klarzustellen, dass der Versicherte in der Folge das 

rasche Heranbrausen einer ca. 10 Meter hohen Flutwelle eben gerade nicht 

mit eigenen Augen miterlebt hat. Soweit als Ersatz dafür auf die 

Zeugenaussage des vor Ort ebenfalls anwesenden Kollegen verwiesen 

wurde, kann der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, 

weil der genannte Zeuge – zwei Jahre nach dem Vorfall – bloss seine eigenen 

Wahrnehmungen schilderte und dabei ausdrücklich festhielt, dass er den 

Versicherten zum fraglichen Zeitpunkt am Strand (Gehsteig) aus den Augen 

verloren habe und ihn darauf erst ca. 30-40 Minuten später im Hinterland 

(nach Abtransport auf einem anderen Pick-Up als der Versicherte) wieder 

getroffen habe. Infolgedessen waren der Versicherte und der benannte Zeuge 

in der massgeblichen Schreckens- und Katastrophenphase (Herannahen 

Riesenflutwelle; Ausbruch Menschenpanik; Fluchtweg samt Rettungsaktion 

Pick-Up) aber gerade nicht hautnah zusammen, weshalb die Aussagen und 

Erlebnisse des erwähnten Zeugen auch nicht auf den Beschwerdeführer 

übertragen werden dürfen; zumal sich der Versicherte damals (nach Erklingen 

der Sirenen samt Warnschüssen) selbst fluchtartig und instinktiv in Sicherheit 

bringen wollte, ohne sich länger mit dem rasch ansteigenden Meeresspiegel 

noch genauer zu beschäftigen. Allein die Tatsache aber, dass vor Ort eine 

Panik ausbrach und jeder Anwesende für sich möglichst rasch die Rettung 

bzw. Evakuierung vor der (offenkundig vom Meer her) drohenden Gefahr 

suchte, vermag indes noch keine akute Todesangst zu begründen. Dasselbe 

gilt auch bezüglich der erst später (anlässlich der Rückkehr vom sicheren 

Hinterland) selbst wahrgenommenen Auswirkungen auf Mensch, Tier und 

Umwelt durch die tödliche Flutwelle bzw. zerstörerischen Wassermassen. 

Sogar das tragische Miterleben eines durch Stromstösse im Wasser getöteten 

Touristen vermag zu keiner anderen Gesamtbeurteilung zu führen, da es dem 

Versicherten nach seiner geglückten Flucht ins Hinterland unbenommen 

gewesen wäre, vorerst nicht wieder an den Ort des Unglücks und der damit 

zwangsläufig verbundenen Risiken zurückzukehren. Eine eigene 

Todesgefahr aus der Beobachtung des plötzlichen Ablebens eines anderen 

Menschen herzuleiten, kann deshalb laut den zitierten Richtlinien von Jan. 

2005 (Kat. 1/2) auch UVG-rechtlich nicht anspruchsbegründend sein. Zu 

prüfen bleiben die Befunde sowie Erkenntnisse des Psychiaters. Vorab ist 

dazu erwähnenswert, dass sich der Versicherte erstmals im Juni 2005 – also 

rund ½ Jahr nach jenem prägenden Auslandvorfall – privat und freiwillig zum 

Psychiater (Dr. …) in Behandlung begab. Mithin ist damit aber nicht leichthin 

von der Hand zu weisen, dass zwischen ihm und dem Versicherten ein 

Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde, welches demjenigen eines 

Hausarztes mit seinen Patienten äusserst nahe kommt, was laut Praxis eine 

gewisse Vorsicht gegenüber solchen Angaben rechtfertigt, da derartige 

Konstellationen oft (bewusst oder unbewusst) zu einer wohlwollenden 

Beurteilung des Patienten durch den Arzt führen. Im konkreten Fall fällt auf, 

dass der Psychiater im Bericht vom 08.11.2006 vorab Schilderungen und 

Mutmassungen zu den Ereignisabläufen im Dez. 2004 abgab, welche er 

unmöglich selbst hätte verifizieren können, sondern die ausschliesslich und 

deshalb einseitig auf den subjektiven Eindrücken und Schilderungen des 

Versicherten beruhten. Die Aussagekraft und Glaubwürdigkeit der in jenem 

Bericht gemachten Sachverhaltsdarstellung muss daher vorweg stark 

angezweifelt werden. Hinzu kommt, dass der Psychiater offensichtlich von 

den ermittelten Beschwerdebildern des Versicherten auf die unverarbeiteten 

Erlebnisse während des damaligen Ferienurlaubs schloss, was indessen nicht 

zulässig war, weil es für die diagnostizierten Beschwerdebilder aktenkundig 

auch noch ganz andere Gründe gab (z.B. Erschöpfungszustand wegen 

mehrjährigen Mobbings durch … der Arbeitgeberin), die ursächlich nicht das 

Geringste mit der „Tsunami-Welle“ bzw. dem kräftigen Seebeben in 

Südostasien zu tun hatten. Zudem kann nicht in Abrede gestellt werden, dass 

der besagte Psychiater vorwiegend auf den Fragekatalog des Anwalts des 

Patienten antwortete und dadurch die notwendige Objektivität und Neutralität 

bei der Gesamtbeurteilung des Patienten augenfällig immer wieder vermissen 

liess. Auch seine fachliche Diagnose scheint wenig glaubwürdig, da er klar 

von einer schweren Amnesie (erhebliche Erinnerungslücke) ausging; obwohl 

aktenkundig erstellt ist, dass sich der Versicherte sowohl an die Vorgänge am 

Strand (Gehsteig) als auch an die Panik vor Ort, als auch speziell an seinen 

unsanften Pick-Up-Verlad noch genau erinnern konnte, was die Theorie der 

„unverarbeitet im Unterbewusstsein gespeicherten Flutwelle“ weder als 

plausibel noch als logisch erscheinen lässt. Nach der einleuchtenden 

Sachdarstellung des Versicherten als auch seines norwegischen Kollegen 

ging es damals vorrangig darum, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, was 

nachweislich durch das sofortige Wegrennen vor der sich anbannenden 

Katastrophe resp. die motorisierte Rettungsaktion aus der unmittelbaren 

Gefahrenzone (Strandgebiete; Einkaufszentrum) die einzig richtige und auch 

vernünftige Reaktion war. In diesem Sinne widersprechen sich denn auch die 

Angaben des Psychiaters einer diffusen Erinnerungslücke während der 

heiklen Fluchtphase und die äusserst präzisen Eigenschilderungen des 

Versicherten für denselben Zeitraum diametral.

e) Zusammengefasst ergibt sich damit, dass aufgrund der vorhandenen und 

verwertbaren Schilderungen über den Geschehensablauf am 26.12.2004 

nicht darauf geschlossen werden kann, dass sich der Beschwerdeführer 

selbst unmittelbar in Todesgefahr befand oder subjektiv einer Todesangst 

ausgesetzt war, die der Definition des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG 

entsprochen hätte bzw. unter die Kat. 1 oder 2 der eigens 

gesamtschweizerisch erstellten Richtlinien für die versicherungsrechtliche 

Abgrenzung von „Tsunami-Opfern“ im Sinne des UVG oder KVG gefallen 

wäre. In Anbetracht der genannten Aktenlage ist das Gericht vielmehr zur 

Ansicht gelangt, dass ein konkreter Anwendungsfall der Kat. 3 (plus Kat. 5) 

vorliegt, wonach der Versicherte zwar die Flutwelle nicht selbst miterlebt hat, 

darauf als Tourist (Helfer) aber mit den direkten Auswirkungen der Flutwelle 

(Zerstörung, Verstorbene, Rettungsdienste) konfrontiert wurde und nach 

seiner raschen Repatriierung am 28./29.12.2004 zuhause immer wieder mit 

der enormen Zerstörungskraft jenes Vorfalls via Medien und Erlebnisberichten 

über Wochen (Monate) belastet wurde. Allfällige Versicherungsleistungen 

wegen der heutigen posttraumatischen Belastungsstörung sind daher 

gestützt auf das KVG (und nicht das UVG) geltend zu machen.

f) Bei diesem Resultat erübrigen sich weitere Erörterungen über den 

natürlichen/adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den 

Unfallverletzungen und den heute noch geklagten Beschwerden aber ebenso, 

wie das in der Beschwerde (S. 18) bzw. Replik (S. 9) gestellte Zusatzbegehren 

um Einholung eines (neutralen) gerichtlich-psychiatrischen Gutachtens zur 

Streitentscheidung, da diese weiteren Abklärungen zum vornherein keinen 

Einfluss auf den Ausgang dieses Verfahrens (Unzuständigkeit des 

Unfallversicherers für anstehende Leistungsbeurteilung) gehabt hätten.   

2. a) Der angefochtene Einspracheentscheid ist damit rechtmässig und vertretbar, 

was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt. 

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nicht 

zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.