# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75d83502-80f0-56ea-867d-fd26f518a31b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2025 F-372/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-372-2025_2025-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-372/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Christa Preisig (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richter Basil Cupa,    

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______,  

3. C._______,  

alle vertreten durch MLaw Ruedy Bollack,  

BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel,  

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen;  

Verfügung des SEM vom 16. Dezember 2024. 

 

 

 

F-372/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die afghanischen Beschwerdeführenden (Eheleute und minderjähriger 

Sohn, nachfolgend: Beschwerdeführer 1, Beschwerdeführerin 2 und Be-

schwerdeführer 3) ersuchten am 18. Oktober 2023 bei der Schweizer Bot-

schaft in Teheran um Ausstellung von Visa aus humanitären Gründen.  

A.b Mit Formularverfügung vom 18. Januar 2024 verweigerte die Botschaft 

die Ausstellung der Visa. 

B.  

Die dagegen erhobene Einsprache der Beschwerdeführenden wies die 

Vorinstanz mit Verfügung vom 16. Dezember 2024, eröffnet am 18. De-

zember 2024, ab. 

C.  

C.a Mit Rechtsmitteleingabe vom 17. Januar 2025 gelangten die Be-

schwerdeführenden an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten, 

die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und ihre Visumsgesuche aus 

humanitären Gründen seien gutzuheissen, eventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin-

sicht ersuchten sie darum, ihnen sei die unentgeltliche Rechtspflege [recte: 

unentgeltliche Prozessführung] zu gewähren und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sei zu verzichten.  

C.b Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2025 gewährte das Bundes-

verwaltungsgericht die unentgeltliche Prozessführung.  

C.c Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 27. Februar 2025 

auf Abweisung der Beschwerde.  

C.d Am 15. September 2025 machten die Beschwerdeführenden ergän-

zende Angaben zu ihrer aktuellen Situation im Iran.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Einspracheentscheide der Vorinstanz betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 VGG). Das Rechtsmittelverfahren vor dem 

F-372/2025 

Seite 3 

Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG 

nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführenden sind 

zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an. Es ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG) und kann die Beschwerde auch aus anderen als den 

geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 

grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. 

BVGE 2020 VII/4 E. 2.2). 

3.  

3.1 Als Staatsangehörige Afghanistans unterliegen die Beschwerdeführen-

den der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 

über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Da sie mit 

ihren Gesuchen einen längerfristigen Aufenthalt beabsichtigen, sind diese 

nicht nach den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.5 und E. 3.6.1). 

3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann ausländischen Personen, welche die 

allgemeinen Einreisevoraussetzungen (Art. 4 Abs. 1 VEV) nicht erfüllen, in 

begründeten Fällen aus humanitären Gründen ein Visum für einen länger-

fristigen Aufenthalt erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, 

wenn die betroffenen Personen im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft 

und konkret an Leib und Leben gefährdet sind. Praxisgemäss werden hu-

manitäre Visa nur unter sehr restriktiven Bedingungen ausgestellt. Die be-

troffenen Personen müssen sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer 

besonderen Notsituation befinden, die sich von anderen Personen in der-

selben Grundsituation abhebt, ein behördliches Eingreifen erforderlich 

macht und die Erteilung eines Einreisevisums ausnahmsweise rechtfertigt. 

Dies kann etwa bei akuten kriegerischen Ereignissen oder aufgrund einer 

konkreten individuellen Gefährdung, die sie mehr als andere Personen be-

trifft, gegeben sein. Die Gefährdung muss gegenwärtig und von hinreichen-

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Seite 4 

der Intensität sein. Eine rein hypothetische Gefahr aufgrund eines lediglich 

abstrakten Risikoprofils reicht grundsätzlich nicht aus, um ein humanitäres 

Visum zu erhalten (vgl. zum Ganzen: BVGE 2024 VII/1 E. 7.4, 2018 VII/5 

E. 3.6.3, 2015/5 E. 4.1.3, zuletzt auch Urteile des BVGer F-5503/2024 vom 

28. Mai 2025 E. 5.1 f., F-6595/2024 vom 21. Mai 2025 E.3.2 f., 

F-7534/2024 vom 27. März 2025 E. 6.1, F-6756/2024 vom 25. März 2025 

E. 3.2).  

3.3 Im Hinblick auf das Beweismass ist zu betonen, dass für die Erteilung 

eines humanitären Visums eine im Sinn von Art. 4 Abs. 2 VEV relevante 

Gefährdung offensichtlich gegeben sein muss (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3, 2015/5 E. 4.1.3) und mithin grundsätzlich der volle Beweis zu er-

bringen ist (vgl. BVGE 2024 VII/3 E. 5.4, 2024 VII/1 E. 7.6). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründet ihren ablehnenden Entscheid damit, dass die 

Beschwerdeführenden weder in Afghanistan noch im Iran einer unmittelba-

ren, ernsthaften und konkreten Gefährdung an Leib und Leben ausgesetzt 

seien. Sie hätten die Hausdurchsuchungen und Bedrohungen der Taliban 

sowie ihr eigenes Untertauchen nur vage geschildert und nicht belegt. Dies 

gelte insbesondere für die Hausdurchsuchung beim Vater des Beschwer-

deführers 1 und dessen tödliche Verletzung. Gegen eine gezielte Verfol-

gung spreche auch, dass der Beschwerdeführer 1 hernach einen neuen 

Pass bezogen und weitere zwei Jahre in Afghanistan gelebt habe, bevor 

die Beschwerdeführenden legal ausgereist seien. Auch seien sie seit den 

Vorfällen aus dem Jahr 2021 nicht mehr konkret bedroht worden. Die Be-

schwerdeführerin 2 sei nicht bereits aufgrund ihres Frauseins gefährdet. 

Im Iran würden sie sich legal aufhalten und nicht gezielt verfolgt. Die dorti-

gen Lebensbedingungen würden keine besondere Notlage begründen (vgl. 

Vorakten [SEM-act.] 6, Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 4).  

4.2 Die Beschwerdeführenden wenden dagegen ein, dass der Beschwer-

deführer 1 in Afghanistan besonders gefährdet sei, da er hohe Positionen 

im afghanischen Militär innegehabt und mit internationalen Streitkräften im 

Kampf gegen den Terrorismus kooperiert habe. Zudem seien seine Fami-

lienangehörigen in der Demokratischen Partei Afghanistans gewesen. 

Nach ihrer Machtübernahme hätten die Taliban sie mehrfach gesucht, so-

dass die Beschwerdeführenden schliesslich untergetaucht seien. Eine 

Festnahme durch die Taliban hätte mit an Sicherheit grenzender Wahr-

scheinlichkeit zum Tod des Beschwerdeführers 1 geführt. Die Beschwer-

deführerin 2 werde aufgrund ihres Frauseins durch die Taliban diskriminiert 

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Seite 5 

und verfolgt. Diese Situation habe die Beschwerdeführenden stark belas-

tet, sodass sie illegal in den Iran gereist seien, um humanitäre Visa zu be-

antragen. Im Iran würden sie illegal und in ständiger Gefahr vor einer 

zwangsweisen Rückführung nach Afghanistan leben. Folglich befänden sie 

sich in ernsthafter und unmittelbarer Gefahr (BVGer-act. 1).  

4.3 Die Beschwerdeführenden ergänzen, dass sich ihre Situation im Iran 

seit dem Frühjahr 2025 deutlich verschlechtert habe. Namentlich hätten die 

iranischen Behörden vermehrt afghanische Staatsangehörige ‒ hierunter 

Familien und unbegleitete Kinder ‒ weggewiesen und zwangsweise zu-

rückgeführt. Der 12-Tage Krieg im Juni 2025 habe die Situation weiter ver-

schärft. Die Ausschaffungsbedingungen seien stossend und es komme im-

mer wieder zu Todesfällen. In Afghanistan bestünden keine geeigneten 

Strukturen für Rückkehrende und die Taliban würden Personen mit Risi-

koprofil systematisch verfolgen. Es seien Fälle von Mord, Folter und Men-

schenrechtsverletzungen dokumentiert. Die Beschwerdeführenden hielten 

sich seit längerer Zeit illegal im Iran auf und könnten dort am Leben nicht 

teilhaben, was insbesondere den Sohn sehr belaste (BVGer-act. 6).  

5.  

5.1 Zu prüfen ist, ob die im Iran befindlichen Beschwerdeführenden in ih-

rem Heimatland Afghanistan offensichtlich einer unmittelbaren, ernsthaften 

und konkreten Gefahr an Leib und Leben im Sinn von Art. 4 Abs. 2 VEV 

ausgesetzt wären, die sich massgeblich von anderen dortigen Personen 

abhebt (E. 3.2).  

5.2 Bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan lassen sich 

Gruppen von Personen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem 

erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem 

Personen, die der afghanischen Regierung oder der internationalen Ge-

meinschaft nahestehen oder als Unterstützer derselben wahrgenommen 

werden, sowie westlich orientierte oder der afghanischen Gesellschafts-

ordnung aus anderen Gründen nicht entsprechende Personen. Ebenfalls 

dazu zählen (ehemalige) Angehörige der Sicherheitskräfte, namentlich der 

Armee, Polizei, Nationalen Sicherheitsdirektion oder paramilitärischen For-

mationen. (Ehemalige) Angehörige der Sicherheitskräfte sind am häufigs-

ten und stärker als andere potentielle Risikogruppen Übergriffen durch die 

Taliban ausgesetzt (vgl. Urteil des BVGer F-437/2022 vom 23. Januar 2023 

E. 6.2; Vorinstanz, Focus Afghanistan ‒ Verfolgung durch Taliban: Potenti-

elle Risikoprofile, 15. Februar 2022, Bern, S. 4 und 14, www.sem.admin.ch 

> Internationales & Rückkehr > Herkunftsländerinformationen > Asien und 

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Seite 6 

Nahost, abgerufen am 19. September 2025 [nachfolgend: SEM, Risikopro-

file]). Nach ihrer Machtübernahme gaben die Taliban bekannt, Mitarbei-

tende der früheren Regierung nicht zu verfolgen. Vielmehr riefen sie diese 

mehrfach auf, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, da die neue Interims-

regierung auf ihre Kompetenzen angewiesen sei. Dennoch sind Übergriffe 

auf Mitarbeitende der bisherigen Regierung dokumentiert. Wie die Taliban 

eine Person behandeln, hängt stark von deren bisheriger Funktion ab. 

Übergriffe betreffen insbesondere Personen in exponierten Positionen, die 

zuvor in die Bekämpfung und Verurteilung der Taliban involviert waren, so 

etwa Staatsanwälte und Richter, die an Verfahren gegen Taliban-Vertreter 

beteiligt waren, oder Gefängnismitarbeitende. Es gibt jedoch keine Hin-

weise darauf, dass diese Übergriffe systematisch erfolgen. Viele ehemalige 

Behördenmitarbeitende leben weiterhin unbehelligt in Afghanistan (vgl. 

zum Ganzen: SEM, Risikoprofile, S. 10 ff.; International Crisis Group,  

Afghanistan's Security Challenges under the Taliban, 12. August 2022, 

https://www.crisisgroup.org/asia-pacific/afghanistan/326-afghanistans-

security-challenges-under-taliban, abgerufen am 19. September 2025; zu-

letzt etwa Urteile des BVGer F-2882/2024 vom 14. Mai 2025 E. 5.1, 

F-3288/2024 vom 10. Februar 2025 E. 6.2, F-2578/2024 vom 8. Oktober 

2024 E. 5.3.1).  

5.3 Der Beschwerdeführer 1 gibt an, er sei von (…) bis (…) für die 

D._______ tätig gewesen. In dieser Zeit habe er als Mitarbeiter Informati-

onsbeschaffung ([…]), als Manager von Nationalgardisten ([…]) und 

schliesslich als (…) für die Planung und Einsätze gegen den Terrorismus 

([…]) gearbeitet (vgl. BVGer-act. 1 S. 2 f.; SEM-act. 1 S. 159 ff., SEM-

act. 3 S. 177, 224, 248 und 269). Seine mehrjährige Anstellung bei der 

D._______ wird nicht direkt, sondern einzig durch diverse Weiterbildungs-

zertifikate gestützt (vgl. SEM-act. 3 S. 232 ff.). Ferner ist er auf einem un-

datierten Social-Media-Post einer Feier der D._______ zwei Reihen hinter 

dem damaligen Präsidenten Aschraf Ghani zu sehen (SEM-act. 3 S. 221). 

Der Beschwerdeführer 1 schildert weiter, er sei von (…) bis am 15. August 

2021 für das afghanische E._______ tätig gewesen. Er habe als Mitarbei-

ter, dann als Leiter der (…) ([…]) und schliesslich als Leiter der (…) (ab 

[…]) gearbeitet. Sein Rang sei (…) gewesen, wobei er dem E._______ zu-

letzt direkt unterstellt gewesen sei (vgl. BVGer-act. 1 S. 2 f.; SEM-act. 1 

S. 101 und 159 ff., SEM-act. 3 S. 177, 224 und 248). Diese Tätigkeiten 

werden teilweise durch die Ernennungsliste des damaligen E._______ (…) 

vom (…) belegt, worin seine Ernennung zum Direktor für (…) ersichtlich 

wird (SEM-act. 3 S. 227 Rz. 17).  

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Seite 7 

5.4 Aufgrund der geltend gemachten, indes nur lückenhaft belegten beruf-

lichen Tätigkeiten für die D._______ und das E._______ ist davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer 1 bei abstrakter Betrachtung ein hohes 

Risikoprofil aufweist. Er arbeitete in relevanten höheren Rängen für ehe-

malige Behörden, die ‒ teilweise in Kooperation mit internationalen Akteu-

ren ‒ den Terrorismus und die Taliban bekämpften. Angesichts des vielge-

sehenen Social-Media-Posts einer Feier des D._______ (SEM-act. 3 

S. 221) dürfte seine Behördenzugehörigkeit öffentlich bekannt geworden 

sein. Der Beschwerdeführer 1 präzisiert indes nicht, welche Tätigkeiten er 

konkret ausführte, inwiefern er mit internationalen Streitkräften direkt ko-

operierte und zu behördlichen Massnahmen beitrug. Seine Stellenbezeich-

nungen legen nahe, dass er hierzu nur mittelbar, namentlich durch Infor-

mationsbeschaffung, -aufbereitung und -analyse, beitrug. Er betont selbst, 

keine Waffen oder Gewalt eingesetzt, sondern Informationen beschafft zu 

haben (SEM-act. 3 S. 175; vgl. auch SEM-act. 3 S. 239 ff. [Waffenschein 

vom […] für persönlichen Schutz]). Insofern kann sein Vorbringen, er habe 

hohe Positionen im afghanischen Militär innegehabt, nicht nachvollzogen 

werden. Auch ist nicht ersichtlich, dass er sich gegenüber Taliban-Vertre-

tern, gegen welche die behördlichen Massnahmen gerichtet waren, per-

sönlich exponiert hätte. Unbelegt bleibt daher sein Vorbringen, er sei eine 

der wichtigsten Zielscheiben der Taliban (SEM-act. 3 S. 269). Die Be-

schwerdeführenden 2 und 3 – seine Ehefrau und sein Sohn – weisen kein 

selbständiges Risikoprofil auf (vgl. aber E. 6.7 [Beschwerdeführerin 2]).  

6.  

6.1 Eine bloss abstrakte Gefährdung reicht für die Erteilung eines humani-

tären Visums nicht aus. Die betroffenen Personen müssen zusätzlich zu 

ihrem Risikoprofil individuell, unmittelbar und konkret an Leib und Leben 

gefährdet sein. Dabei muss sich ihre Situation massgeblich von anderen, 

in der gleichen allgemeinen Lage befindlichen Personen abheben (E. 3.2).  

6.2 Der Beschwerdeführer 1 macht primär geltend, er werde aufgrund sei-

ner beruflichen Tätigkeit von der Taliban verfolgt. In F._______ habe er 

Drohanrufe erhalten, Sicherheitsmassnahmen ergreifen und schliesslich 

untertauchen müssen. In den ersten beiden Wochen nach ihrer Machter-

greifung vom 15. August 2021 hätten die Taliban sein Haus dreimal durch-

sucht. Beim ersten Mal hätten sie die Beschwerdeführerin 2 nach ihm ge-

fragt und gefordert, dass er alle Informationen und Waffen abliefere. Da sie 

keine Antwort erhalten hätten, hätten sie das Haus beim zweiten Mal zer-

stört, geplündert und die Beschwerdeführerin 2 geschlagen. Beim dritten 

Mal hätten sie ihr mit einer Zwangsheirat gedroht, wenn sie nicht sage, wo 

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Seite 8 

er sei. Zudem hätten sie den Beschwerdeführer 3 geschlagen und mitneh-

men wollen. In der Folgewoche hätten sie den Vater des Beschwerdefüh-

rers 1 aufgesucht und in die Lunge beziehungsweise Nieren gekickt, so-

dass er später im Spital verstorben sei. Auch hätten sie den Bruder des 

Beschwerdeführers 1 mitgenommen und seinen Schwestern mit Zwangs-

heirat gedroht. Daraufhin sei die Beschwerdeführerin 2 [mutmasslich mit 

dem Beschwerdeführer 3] zu ihrem Bruder gegangen, der sie im Folgemo-

nat zum Beschwerdeführer 1 gebracht habe. Hernach hätten sie versteckt 

in G._______ gelebt und seien eine Zeit lang von einem Verwandten un-

terstützt worden (vgl. BVGer-act. 1 S. 56 und 158; SEM-act. 3 S. 176, 247 

und 269).  

6.3 Diese Aussagen fügen sich zu einer chronologisch und inhaltlich 

schlüssigen Gesamterzählung, die im Kontext der Machtergreifung der Ta-

liban plausibel erscheint (vgl. SEM, Risikoprofile, S. 14 ff. und 47 f.). Die 

Beschwerdeführenden reichen sechs Fotos ein, worauf Räume mit diver-

sen Kisten und Plastiksäcken, eine Gebäudefront mit Lieferwagen und 

zwei mutmasslich bewaffnete Männer, die einen Kanister auf einem Dach 

inspizieren, zu sehen sind (SEM-act. 3 S. 213 ff.). Da diese Fotos weder 

Zeit und Ort dokumentieren noch konkrete Plünderungs-, Drohungs- und 

Verletzungshandlungen zeigen, können sie die geltend gemachten Haus-

durchsuchungen der Taliban jedoch nicht belegen. Die Schweizer Bot-

schaft in Teheran notierte, dass die Beschwerdeführerin 2 bei der Befra-

gung vom 18. Oktober 2023 leichte Narben im Gesicht und am Oberkörper 

aufgewiesen habe (SEM-act. 3 S. 176). Diese könnten von den geschilder-

ten Schlägen der Taliban bei den Hausdurchsuchungen stammen. Dass 

dies tatsächlich der Fall ist, ist indes nicht zweifelsfrei bewiesen, auch weil 

die Befragung erst rund zwei Jahre nach den geltend gemachten Vorfällen 

stattfand. Die Beschwerdeführenden reichten keine weiteren Beweismittel 

ein, obwohl erwartbar wäre, dass solche etwa für den Spitalaufenthalt und 

den Tod des Vaters des Beschwerdeführers 1 oder weitere Ereignisse wäh-

rend ihres Untertauchens existieren.  

6.4 Der Beschwerdeführer 1 bringt weiter vor, die Taliban würden ihn ver-

folgen, weil sein (…) und (…) in der demokratischen Volkspartei Afghanis-

tans gewesen seien. Die Parteimitgliedschaft des (…) ist durch dessen 

Parteibuch aus den achtziger Jahren belegt (SEM-act. 3 S. 255 f.). Der Be-

schwerdeführer 1 bringt jedoch nicht substantiiert vor und es ist aus den 

Akten auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Mitgliedschaft in einer seit rund 

dreissig Jahren aufgelösten Partei eine aktuelle Verfolgung des (…) durch 

die Taliban begründen könnte, zumal er die geltend gemachte 

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Seite 9 

Hausdurchsuchung und Übergriffe der Taliban auf seinen (…) vor allem mit 

deren Suche nach ihm (Beschwerdeführer 1) verbindet. Aus diesen Um-

ständen kann folglich keine aktuelle Verfolgung des Beschwerdeführers 1 

abgeleitet werden.  

6.5 Schliesslich sind folgende Umstände zu berücksichtigen:  

Den Beschwerdeführenden 1–3 wurden am (…) 2021 Pässe vom Kabul 

Central Passport Department ausgestellt (SEM-act. 3 S. 166, 186 und 

240). Gemäss Medienberichten war das Passbüro nach der Machtüber-

nahme der Taliban vom 15. August 2021 zeitweise geschlossen. Regel-

mässig mussten betroffene Personen viel Geld bezahlen und Kontakte ha-

ben, um einen Pass zu erhalten (SEM, Focus Afghanistan: Identitäts- und 

Zivilstandsdokumente, 20. Mai 2025, S. 17 ff., https://www.sem.ad-

min.ch/sem/de/home/international-rueckkehr/herkunftslaender.html, abge-

rufen am 19. September 2025). Vor diesem Hintergrund erscheint die Er-

klärung des Beschwerdeführers 1, er habe die Pässe einen Monat vor der 

Machtübernahme der Taliban beantragt und ein Verwandter habe das 

Passbüro bezahlt (SEM-act. 3 S. 176), durchaus möglich, weckt jedoch 

erste Zweifel an der vorgebrachten zielgerichteten Verfolgung.  

Überdies lebten die Beschwerdeführenden noch bis zu ihrer Ausreise am 

(…) 2023 in Afghanistan, ohne dass es zu weiteren Drohungs- oder Verfol-

gungshandlungen gekommen wäre. Sie geben an, in dieser Zeit versteckt 

in G._______ gelebt zu haben, ohne ihre Lebensumstände und Sicher-

heitsvorkehrungen zu konkretisieren (vgl. E. 6.2). Ob der vorgebrachten 

Gefährdungslage erscheint es unwahrscheinlich, dass es zu keinen weite-

ren Vorfällen kam. So gab der Beschwerdeführer 1 selbst an, dass ihn die 

Taliban und deren Verbündete bei seinen monatlichen Reisen, die er von 

und zur (versteckten) Unterkunft gemacht habe, mit grosser Wahrschein-

lichkeit hätten erkennen können (SEM-act. 3 S. 269). Auch dies lässt an 

einer intensiven Verfolgung durch die Taliban zweifeln.  

Schliesslich reisten die Beschwerdeführenden gemäss eigenen Angaben 

am (…) 2023 unbehelligt aus Afghanistan aus (SEM-act. 3 S. 176). Sie 

brachten vor, im Auto einer belutschischen Familie als ebensolche verklei-

det ausgereist zu sein (ibid.). Betreffend die Landgrenze zum Iran ist davon 

auszugehen, dass diese gefestigter ist als jene zu Pakistan und seit langer 

Zeit keine Situation weitgehend informeller Ein- und Ausreisen mehr be-

steht (vgl. SEM, Focus Afghanistan: Rückkehr aus dem Ausland, 14. Feb-

ruar 2025, S. 23 f., https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/international-

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rueckkehr/herkunftslaender.html, abgerufen am 19. September 2025). So 

erscheint es zwar möglich, jedoch mit viel Glück verbunden, dass der Be-

schwerdeführer 1 trotz vorgebrachter Gefährdungssituation unbehelligt 

ausreisen konnte.  

Diese Umstände begründen in ihrer Gesamtheit ernsthafte Zweifel, dass 

der Beschwerdeführer 1 tatsächlich zielgerichtet durch die Taliban verfolgt 

wurde. Doch selbst bei Wahrunterstellung der geschilderten Umstände le-

gen diese nahe, dass die vorgebrachte Gefährdungssituation nicht mehr 

aktuell ist, zumal der letzte geltend gemachte Vorfall ‒ der Übergriff auf den 

Vater des Beschwerdeführers 1 ‒ mittlerweile vier Jahre zurückliegen 

würde.  

6.6 In einer Gesamtbetrachtung ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rer 1 zwar ein hohes abstraktes Risikoprofil aufweist. Jedoch können seine 

insoweit konsistenten Darlegungen und eingereichten Unterlagen die er-

forderliche unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung seiner Per-

son nicht rechtsgenügend beweisen (zum strengen Beweismass: E. 3.3). 

6.7 Mangels einer gezielten Verfolgung des Beschwerdeführers 1 ist auch 

eine daraus abgeleitete Gefährdung der weiteren Beschwerdeführenden 

aufgrund ihres Verwandtschaftsverhältnisses zu ihm zu verneinen. Andere 

Gefährdungsgründe werden weder vorgebracht werden noch sind sie aus 

den Akten ersichtlich. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin 2 verkennt das 

Bundesverwaltungsgericht nicht, dass sich die Situation für Frauen in Af-

ghanistan nach der Machtübernahme der Taliban kontinuierlich ver-

schlechtert hat. Davon sind jedoch alle Frauen in Afghanistan – und nicht 

einzig die Beschwerdeführerin 2 individuell ‒ in ähnlicher Weise betroffen. 

Das blosse Merkmal des weiblichen Geschlechts reicht auch unter Berück-

sichtigung der aktuellen Machtverhältnisse in Afghanistan nicht aus, um im 

konkreten Einzelfall offensichtlich eine unmittelbare, ernsthafte und kon-

krete Gefährdung zu begründen (vgl. BVGE 2024 VII/1 E. 8.4, zuletzt etwa 

Urteil des BVGer F-6402/2022 vom 23. Juni 2025 E. 4.6, F-6595/2024 

E. 3.3, F-2882/2024 E. 5.1.6). Eine besonders gelagerte Gefährdungssitu-

ation der Beschwerdeführerin 2 im Vergleich zu anderen in Afghanistan le-

benden Frauen wird nicht geltend gemacht und ist auch aus den Akten 

nicht ersichtlich. Folglich ist ihre rechtserhebliche Gefährdung auch unter 

dem Gesichtspunkt ihres Frauseins zu verneinen. 

6.8 Nach dem Gesagten ist weder dargetan noch aus den Akten ersicht-

lich, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Afghanistan 

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Seite 11 

einer unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Gefahr für Leib und Leben 

im Sinn von Art. 4 Abs. 2 VEV ausgesetzt wären. Eine besondere Notsitu-

ation, die ein behördliches Eingreifen erforderlich machen und die Erteilung 

von Einreisevisa ausnahmsweise rechtfertigen würde, ist zu verneinen. 

Daher erübrigt es sich, zu prüfen, ob sie in ihrem aktuellen Aufenthaltsstaat 

Iran dem Risiko einer zwangsweisen Rückschaffung nach Afghanistan 

ausgesetzt sind bzw. sich dort in einer besonderen Notsituation befinden.  

7.  

Im Ergebnis erfüllen die Beschwerdeführenden die Voraussetzungen für 

die Erteilung humanitärer Visa nicht (vgl. Art. 4 Abs. 2 VEV). Demnach hat 

ihnen die Vorinstanz die beantragten Visa zu Recht verweigert. Die ange-

fochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig (vgl. Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten den un-

terliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Da ihnen jedoch die unentgeltliche Prozessführung gewährt 

wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Eine Parteientschädigung 

fällt ausgangsgemäss ausser Betracht (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).  

9.  

Dieses Urteil ist endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite.)  

F-372/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki