# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f123538-6cb7-5424-82fa-dd0fb02e71bf
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.04.2012 SB120041
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120041_2012-04-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB120041-O/U/eh 

 

 

Mitwirkend: der Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. R. Affolter und lic. iur. M. Bertschi sowie die Gerichtsschrei-

berin lic. iur. S. Schwarzwälder 

 

Urteil vom 18. April 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom  
30. November 2011 (DG110096) 

Anklage: 
 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 10. Oktober 

2011 (Urk. 14) ist diesem Urteil beigeheftet. 

-   2   - 

 

Urteil der Vorinstanz: 

Es wird erkannt: 
 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 33 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

128 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden 

sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (13 Monate, 

abzüglich 128 Tage, die durch Haft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit 

heute erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

14. September 2011 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich 

unter der Lagernummer … aufbewahrten 1'678 Gramm Kokaingemisch wer-

den eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch 

die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

 

 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   3   - 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 300.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr.         amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

Fr.        
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden  

der Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der  

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (schriftlich, Urk. 54) 

I. Hauptanträge 

1. Das vorinstanzliche Urteil sei abgesehen von Ziffer 4 und 5 des Dispositivs 

vollumfänglich aufzuheben. 

2. A._____ sei des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

freizusprechen. 

3. A._____ sei des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG schuldig zu sprechen. 

-   4   - 

4. A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestrafen. Es sei 

festzustellen, dass diese Strafe durch die bisher erstandene Haft bereits 

vollständig abgesessen ist. 

II. Eventualanträge 

5. A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 21 Monaten aufzu-

schieben, im Umfange von 9 Monaten sei die Freiheitsstrafe zu vollziehen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 44) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 30. November 2011  

wurde die Beschuldigte der qualifizieren Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen. Sie wurde bestraft mit 33 Mona-

ten Freiheitsstrafe unter Anrechnung von 128 Tagen erstandener Haft und vor-

zeitiger Strafantritt. Im Umfang von 20 Monaten wurde der Vollzug der Freiheits-

strafe aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, hinsichtlich 

der weiteren 13 Monate wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet. 

 

 

-   5   - 

Mit Eingabe vom 1. Dezember 2011 liess die Beschuldigte fristgerecht Berufung 

anmelden (Urk. 29) und innert Frist mit Eingabe vom 31. Januar 2012 die  

Berufungserklärung einreichen (Urk. 40). Sie beantragte vollumfängliche  

Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils mit Ausnahme von Dispositiv-Ziffer 4 

(Vernichtung der beschlagnahmten Drogen), Freispruch vom Vorwurf des Ver-

brechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b 

und lit. d BetmG i.V. mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, Schuldspruch des Vergehens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG und 

Bestrafung mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten unter Ansetzung  

einer Probezeit von 2 Jahren. Für den Eventualfall des anklagegemässen Schuld-

spruches beantragte sie Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten,  

davon seien 24 Monate aufzuschieben, im Übrigen sei die Freiheitsstrafe zu voll-

ziehen und festzustellen, dass die Haft bereits vollständig erstanden ist. Gleich-

zeitig stellte sie ein Gesuch um sofortige Haftentlassung (Urk. 40 S. 3). 

Mit Präsidialverfügung vom 1. Februar 2012 wurde der Staatsanwaltschaft Frist 

zur Stellungnahme zum Haftentlassungsgesuch angesetzt. Die Staatsanwalt-

schaft beantragte mit Eingabe vom 3. Februar 2012 die Abweisung des Haftent-

lassungsgesuches (Urk. 44). Im Berufungsverfahren stellte sie den Antrag auf 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

Mit Präsidialverfügung vom 8. Februar 2012 wurde das Haftentlassungsgesuch 

der Beschuldigten abgewiesen (Urk. 47). 

An der heutigen Berufungsverhandlung revidierte die Verteidigerin ihren Eventu-

alantrag, indem sie betreffend den Vollzug neu beantragte, dass 21 Monate  

bedingt aufzuschieben und 9 Monate zu vollziehen seien (Urk. 54 S. 1 f.). Sodann 

bestätigte die Verteidigerin, dass die Kostenfestlegung der Vorinstanz (Dispositiv-

Ziffer 5) nicht angefochten sei (Prot. II S. 5). 

Das vorinstanzliche Urteil ist damit vollumfänglich angefochten bis auf die Anord-

nung der Vernichtung der beschlagnahmten Betäubungsmittel (Dispositiv-Ziffer 4) 

und die Kostenfestlegung (Dispositiv-Ziffer 5), welche in Rechtskraft erwachsen 

sind. 

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II. Schuldpunkt 

1. Sachverhalt 

1.1. Anklagevorwurf und Standpunkt der Beschuldigten 

Die Beschuldigte hat den äusseren Anklagesachverhalt bereits in der Unter-

suchung und auch vor Vorinstanz anerkannt. Ihr diesbezügliches Geständnis wird 

gestützt durch die Verhaftsituation und die auf der Beschuldigten sichergestellten 

Drogen. Am 25. Juli 2011 wurden bei einer routinemässigen Kontrolle im Transit-

bereich des Flughafens Zürich bei der Beschuldigten am Körper aufgeklebte  

Pakete sichergestellt, welche 1'678 Gramm Kokaingemisch enthielten. Es ist 

demzufolge erstellt, dass die Beschuldigte am 25. Juli 2011 von … / E._____ 

[Land] herkommend in Zürich Flughafen einreiste und beabsichtigte, nach … / … 

weiter zu reisen und dass sie dabei 1'678 Gramm Kokaingemisch in 12 Pakten 

mit Klebeband auf ihren Oberschenkeln aufgeklebt mit sich führte.  

In subjektiver Hinsicht wirft die Anklage der Beschuldigten vor, sie habe gewusst 

oder nach den Umständen wissen müssen, dass die Drogenmenge nach der Art 

des Betäubungsmittels geeignet war, eine gesundheitliche Gefahr für viele  

Menschen zu schaffen. Diesen inneren Sachverhalt bestreitet die Beschuldigte. 

Sie machte stets geltend, sie habe nicht gewusst, dass sie Kokain transportiert 

habe (Urk. 24 S. 5 und S. 7). Sie habe gedacht, es handle sich um Marihuana o-

der Haschisch (Urk. 24 S. 7 und S. 9; Urk. 4 S. 2; Urk. 6 S. 2). In B._____ würden 

die … [Menschengruppe] Haschisch und Marihuana verkaufen. Den Transport 

hätte sie auf keinen Fall gemacht, wenn sie gewusst hätte, dass es sich um Koka-

in handelt, sie hätte sich dann umgebracht (Urk. 24 S. 9). Sie habe keine Ahnung 

gehabt, dass sie Kokain transportieren solle (Urk. 4 S. 2, Urk. 5 S. 2). Sie habe 

die Pakete mit den Drogen um ihre Beine geklebt, der Stoff sei eine plastische 

Masse gewesen, sie habe nicht gedacht, dass es Kokain sei, Kokain und Heroin 

habe sie sich immer als Pulver vorgestellt und sich gedacht, dass es leichtere 

Drogen wie Haschisch oder Marihuana seien (Urk. 5 S. 5). 

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Die Verteidigung brachte vor, die Beschuldigte habe sich in einem Sachver-

haltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB befunden, sie sei der irrigen Ansicht gewe-

sen, Haschisch zu transportieren (Urk. 26 S. 2). 

In subjektiver Hinsicht ist daher zu prüfen, ob die Beschuldigte wusste oder  

aufgrund der Umstände in Kauf nahm, dass sie Kokain transportierte. 

1.2. Subjektiver Sachverhalt 

1.2.1. Allgemeines  

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, können Wissen und Willen einer beschul-

digten Person als innerer geistiger Vorgang nur aufgrund äusserer Umstände  

geprüft werden. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz  

verwiesen werden (Urk. 36 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Es ist festzuhalten, dass keine Drittaussagen vorliegen, aus denen sich ent-

nehmen liesse, dass die Beschuldigte von an der Drogeneinfuhr mitbeteiligten  

Personen über die Art der transportierten Droge orientiert worden wäre. Als  

einzige Beweismittel liegen die Aussagen der Beschuldigten und verschiedene 

äussere Umstände vor, welche für die Prüfung des inneren Sachverhaltes heran-

gezogen werden können. 

1.2.2. Aussagen der Beschuldigten 

In der polizeilichen Einvernahme vom 25. Juli 2011 sagte die Beschuldigte aus, 

C._____ habe ihr die Reise angeboten, ihre Gegenleistung habe im Drogen-

transport bestanden (Urk. 3 S. 3). C._____ habe ihr versprochen, einen Laden  

für sie in D._____ zu eröffnen (Urk. 3 S. 5). Über Geld, das sie erhalte, sei nie  

gesprochen worden (Urk. 3 S. 5). Sie habe keine Ahnung, welche Drogen sie auf 

sich getragen habe (Urk. 3 S. 5). 

Die Beschuldigte erklärte in der Hafteinvernahme vom 26. Juli 2011, C._____ ha-

be ihr gesagt, er habe einen reichen Bruder, sie könne nach E._____ reisen, sich  

erholen und sich überlegen, ob sie sich ein Leben mit ihm (C._____) vorstellen 

könne. Im Gegenzug solle sie ein Paket aus E._____ zurückbringen. Sie habe ge-

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fragt, ob das mit Drogen zu tun habe, er habe bejaht und gesagt, niemand  

werde das merken, es seien nicht viel Drogen und sie seien auch nicht gefährlich 

(Urk. 5 S. 3). Wenn sie zurückkomme, könnten sie zusammen nach D._____ ge-

hen und sie könne dort einen Lebensmittelladen aufmachen (Urk. 5 S. 3). 

C._____ und F._____ hätten auf sie eingeredet, dass die Sache ganz sicher und 

ungefährlich sei und ihr Profit bringe (Urk. 5 S. 3). Sie habe vor dem Abflug USD 

500 von F._____ erhalten (Urk. 5 S. 3). Man habe ihr für den Transport verspro-

chen, dass sie nach D._____ gehen und dort ein Geschäft aufmachen könne 

(Urk. 5 S. 6). Über eine Entschädigung sei nicht gesprochen worden, es sei dar-

über gesprochen worden, dass C._____ mit ihr nach D._____ komme (Urk. 5 S. 

6). 

In der Einvernahme vom 5. August 2011 führte die Beschuldigte aus, dass sie 

C._____ via E-Mail gefragt habe, ob es sich um Drogen handle, sie habe keine 

Antwort von ihm erhalten. Er habe angerufen und vorgeschlagen, dass sie sich 

treffen sollten. Sie hätten sich am 15. Juli 2011 getroffen, auch F._____ sei  

gekommen. Sie habe F._____ gefragt, ob es sich um Drogen handle, er habe ge-

sagt, dass sie keine Angst haben müsse, da es sich um nichts Gefährliches hand-

le (Urk. 4 S. 5). Von F._____ habe sie USD 500 und EURO 100 erhalten, er habe 

ihr gesagt, das sei das Reisegeld (Urk. 4 S. 7). Die Belohnung für den  

Drogentransport sei die Rückkehr nach D._____, die Miete einer Wohnung und 

die Eröffnung eines Lebensmittelladens gewesen (Urk. 4 S. 10). Den Drogen-

schmuggel habe sie nicht wegen der finanziellen Situation begangen, sondern 

weil sie keine Arbeit und keine Perspektiven gehabt habe (Urk. 4 S. 10). 

In der Schlusseinvernahme vom 20. September 2011 sagte die Beschuldigte aus, 

sie kenne sich mit Betäubungsmitteln nicht aus. Sie räumte aber ein, sie habe 

schon vor der Einreise in die Schweiz gewusst, dass Heroin ein Pulver sei und 

Haschisch eine plastische Masse (Urk. 6 S. 2). Sie habe nicht gewusst, dass sie 

Pulver transportiere, sie habe gedacht, es sei eine plastische Masse (Urk. 6 S. 9). 

Sie habe gedacht, dass sie Marihuana transportieren solle, in B._____ werde auf 

allen Gassen Marihuana verkauft. Sie habe C._____ nicht gefragt, was für Drogen 

sie transportieren müsse, er habe es ihr auch nicht gesagt (Urk. 6 S. 4). Sie habe 

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nicht gefragt, weil für sie klar gewesen sei, dass es Marihuana oder  

Haschisch gewesen sei (Urk. 6 S. 4). Auf die Frage, was sie gemacht hätte, wenn 

sie erst in E._____ erfahren hätte, dass sie Kokain transportieren solle, sagte sie 

aus, sie hätte sich unter den Zug geworfen, sie hätte es nicht mitgenommen 

(Urk. 6 S. 5). Auf den Grund für den Transport angesprochen erklärte sie, sie ha-

be kein Obdach und keine Arbeit gehabt, sie hätte nach E._____ reisen und sich 

erholen können, C._____ habe mit ihr nach D._____ gehen, ihr dort eine Woh-

nung mieten und einen Lebensmittelladen eröffnen wollen (Urk. 6 S. 7). 

1.3. Beweiswürdigung 

1.3.1. unbestrittene Kenntnisse der Beschuldigten 

Aufgrund der Aussagen der Beschuldigten steht fest, dass sie wusste, dass sie 

Drogen transportierte. Auch wenn die Beschuldigte an der Berufungsverhandlung 

geltend zu machen versuchte, dass Marihuana für sie bloss ein Genussmittel und 

keine Droge sei (Urk. 53 S. 4), wirkt diese Aussage nicht glaubhaft und ist als 

blosse Schutzbehauptungen zu werten, dies insbesondere auch aufgrund ihrer 

späteren Ausführungen, wo die Beschuldigte über mehrere Fragen hinweg daran 

festhielt, dass sie vor dem Transport nichts über Drogen gewusst habe, welche 

Aussagen sie schliesslich aber widerrief (Urk. 53 S. 5 ff. und 7).  

Ausserdem wusste die Beschuldigte, dass sie eine grosse Menge Betäubungs-

mittel auf sich trug. Sie selber schätzte das Gewicht der 12 Pakete auf ca. 3 kg 

(Urk. 3 S. 5, Urk. 4 S. 7, Urk. 5 S. 6 und Urk. 53 S. 5) und sagte aus, sie sei  

erschrocken als sie das gesehen habe, sie habe nicht gewusst, dass es sich um 

eine so grosse Menge handle (Urk. 3 S. 4 und Urk. 53 S. 9). 

Gemäss eigener Zugabe hatte sie Kenntnis betreffend die Gefährlichkeit von  

Drogen (Urk. 3 S. 5, Urk. 5 S. 5 und Urk. 53 S. 7). Sie erklärte, sie sei immer da-

rauf bedacht gewesen, ihre beiden Kinder vor Drogen zu schützen  

(Urk. 5 S. 5). 

Die Beschuldigte sagte selber aus, sie habe vor dem angeklagten Drogen-

transport einen Film gesehen, aufgrund dessen sie gewusst habe, dass Heroin 

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ein Pulver und Haschisch eine plastische Masse sei, Marihuana sehe aus wie  

Tabak (Urk. 6 S. 3 und Urk. 53 S. 8). An der Berufungsverhandlung änderte die 

Beschuldigte ihr diesbezügliches Aussageverhalten und widerlegte damit die  

von der Verteidigung geltend gemachte fehlende Widersprüchlichkeit in ihren 

Aussagen (Urk. 54 S. 3 f.): Wie bereits angetönt, erklärte sie heute plötzlich, dass 

sie vor dem Transport nichts über Drogen gewusst habe, erst hier im Gefängnis 

habe sie viel darüber gelernt (Urk. 53 S. 5). Erst nach und nach gab die Beschul-

digte zu, ein gewisses Wissen aus Filmen gehabt zu haben und dass sie einmal 

einen Drogensüchtigen gesehen habe, der sich etwas gespritzt habe, bis sie 

schliesslich zugab, dass sie bereits vor dem Transport gewusst habe, dass es 

Kokain und Heroin gebe und dass Drogen gefährlich seien (Urk. 53 S. 5, 6 und 7). 

Bereits angesichts der Umstände - die Beschuldigte ist gut 50 Jahre alt, hat  

mehrere Jahre im Ausland und dort teilweise in einer Grossstadt gelebt und Filme 

über Betäubungsmittel gesehen - ist nicht glaubhaft, dass sie nichts über Drogen  

gewusst hat. Wie die Beschuldigte an der Berufungsverhandlung überdies  

erklärte, habe sie grosse Angst gehabt als sie in das Flugzeug gestiegen sei und 

habe nur daran gedacht, das Ganze loszuwerden (Urk. 53 S. 9). Auch wenn sie in 

der Folge die Gründe für ihre Angst nicht nennen konnte oder wollte, drängt sich 

der Schluss auf, dass die Beschuldigte eben sehr wohl wusste, was Drogen  

waren und dass sie etwas Verbotenes tat. Die Beschuldigte verfügte somit bereits 

vor dem Transport über Kenntnisse bereffend verschiedene Drogen, deren unter-

schiedliche Beschaffenheit und verschiedenen Konsumformen. Sie erklärte, sie 

habe auch gewusst, dass Heroin gefährlicher sei als Haschisch (Urk. 6 S. 3).  

1.3.2. Erkennbarkeit der transportierten Drogenart 

Bei der Beschuldigten handelt es sich um eine 50-jährige Person mit Lebens-

erfahrung. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 36 S. 11; Art. 82 Abs. 4 

StPO), ist ferner von einer mindestens durchschnittlichen Intelligenz der Beschul-

digten auszugehen, zumal sie in D._____ auf den Namen ihres damaligen Ehe-

mannes eine Firma gegründet und geführt hat, welche im Bereich computer-

gesteuerten Bewässerung von Gärten tätig war (Prot. I S. 2). In ihrem Heimatland 

lebte sie in städtischen Verhältnissen bevor sie nach B._____ reiste, wo sie zwei 

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Jahre bis Juli 2011 auf einer … Insel [in B._____] und ab dann in … [Hauptstadt] 

lebte (Urk. 5 S. 7). Demgemäss lebte sie nicht in ländlicher Abgeschiedenheit, 

und sie hatte gemäss eigener Zugabe allgemeine Kenntnisse über Drogen.  

Die Drogen wurden der Beschuldigten in E._____ eingenäht in einer Unterhose 

übergeben (Urk. 3 S. 4; Urk. 4 S. 7). Sie hatte die Drogen im Hotelzimmer  

unbeaufsichtigt über Nacht in ihrem Besitz - sie hat die Pakete um Mitternacht  

erhalten und ist am Folgetag um 18.00 Uhr abgeflogen (Urk. 53 S. 8) - und hätte 

die Möglichkeit gehabt, den Inhalt der Pakete zu prüfen. Als sie beim Anprobieren 

der präparierten Unterhose bemerkte, dass diese ihre Postur auffällig veränderte, 

entnahm sie die Pakete aus der Unterhose (Urk. 4 S. 8) und klebte diese an ihre 

Beine und legte sie um/an die Hüfte. In den Akten finden sich Fotos, aus denen 

die stangenähnlichen Drogenpakete und deren Befestigung am Körper der  

Beschuldigten ersichtlich sind (Urk. 9/3). Aus diesen Aufnahmen geht hervor, 

dass das Befestigen der Pakete an den Beinen aufwändig war und die Beschul-

digte die Pakete an ihre Beine drücken musste. Sie hatte die Pakete dabei nicht 

nur kurz in ihren Händen, vielmehr musste sie die Drogenpakete zuerst aus der 

Unterhose herausnehmen und anschliessend an ihrem Körper ankleben. Sie  

sagte aus, sie habe eine plastische Masse gesehen und habe nicht gedacht, dass 

es Kokain sei, Kokain und Heroin habe sie sich immer als Pulver vorgestellt  

(Urk. 5 S. 5). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sie die Pakete nicht nur  

gesehen hat, vielmehr auch länger in Händen hatte und darauf gedrückt haben 

muss. Das Drücken auf dicht verpacktes Pulver fühlt sich erfahrungsgemäss  

anders an als bei einer plastischen Masse in Tafeln. Dies muss auch die  

Beschuldigte bemerkt haben als sie die Pakete an ihrem Körper befestigte. Auch 

der aus den Fotoaufnahmen ersichtliche Umstand, dass die Pakete sich an die 

Form der Beine anpassten, spricht für pulverförmigen Inhalt und gegen eine  

relativ starre plastische Masse. Die Schilderung der Beschuldigten, wonach die 

Pakete wie Plastiktafeln ausgeschaut hätten (Urk. 4 S. 8), ist aufgrund der Foto-

aufnahmen nicht nachvollziehbar. Soweit sie überdies geltend macht, dass die 

Pakete, welche sich wie "sehr harte Würfel" angefühlt hätten, weicher geworden 

seien als sie sie in der Hand gehalten habe und diese wärmer geworden seien 

(Urk. 53 S. 9), ist dies nur beschränkt nachvollziehbar: Wenn die Pakete sehr hart  

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waren, hätte die Beschuldigte diese sehr lange in der Hand wärmen müssen,  

damit die Masse tatsächlich weicher und sogar formbar geworden wäre. Solches 

hat sie jedoch nicht dargelegt. Es ist jedoch ganz unabhängig davon festzuhalten, 

dass aufgrund des Erscheinungsbildes der Pakete bei objektiver Betrachtung klar 

nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Pulver enthalten. Die Beschuldig-

te hat nach ihren Angaben (die ihr nicht widerlegt werden können) den Inhalt der 

Pakete nicht überprüft, Kenntnis vom Inhalt der Pakete kann ihr daher nicht nach-

gewiesen werden, jedoch hat sie unter den gegebenen Umständen in Kauf  

genommen, dass die Pakete Kokain enthielten. 

1.3.3. Fazit 

Damit ist erstellt, dass die Beschuldigte mit Wissen und Willen eine grosse Menge 

Drogen transportierte und in Kauf nahm, dass es sich dabei um Kokain handelte. 

Der Anklagesachverhalt ist somit in subjektiver und in objektiver Hinsicht erstellt. 

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der von der Vorinstanz geltend gemachte 

Messefehlerabzug von 5% mit Bezug auf den objektiven Tatbestand ohne  

Bedeutung ist, insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die  

Beschuldigte Anhaltspunkte betreffend den Reinheitsgrad der Drogen hatte  

(Urk. 36 S. 5; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2. Rechtliche Würdigung 

Betreffend die rechtliche Würdigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 13 f.; Art. 82  

Abs. 4 StPO). 

Die Beschuldigte ist daher der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne vom Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

 

 

-   13   - 

III. Strafe 

1. Strafzumessung 

1.1. Strafrahmen 

Der Strafrahmen wurde von der Vorinstanz zutreffend ermittelt. Er erstreckt sich 

für qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG von einem Jahr bis 20 Jahren Freiheitsstrafe.  

1.2. Strafzumessungsregeln 

Betreffend die allgemeinen Strafzumessungsregeln sowie die besonderen Regeln 

bei Betäubungsmitteldelikten ist ebenfalls auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen (Urk. 36 S. 15 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.3. Tatkomponente 

1.3.1. objektive Tatkomponente 

Die Beschuldigte hat mit Kokain ein harte Droge transportiert, wobei die transpor-

tierte Menge mit rund 1,4 kg reinem Kokain (unter Berücksichtigung des von der 

Verteidigung geltend gemachten Messwertfehlerabzuges von 5%) die Grenze für 

einen schweren Fall um ein Mehrfaches überschritten hat.  

Es handelte sich um einen einmaligen Transport und die Beschuldigte hatte  

keinen Einfluss auf Art und Menge der transportierten Drogen und auch nicht auf 

den Reinheitsgrad. 

Die Beschuldigte war blosse Empfängerin von Anweisungen und hatte keine  

eigene Entscheidungsbefugnis. Sie stand auf einer tiefen Hierarchiestufe und trug 

ein grosses Risiko verhaftet zu werden. Auf der anderen Seite ist aber auch  

zu berücksichtigen, dass ihr Tatbeitrag im Rahmen des Drogenimportes von  

zentraler Bedeutung war. 

-   14   - 

Mit der Vorinstanz ist das objektive Verschulden als nicht mehr leicht zu  

bewerten. 

1.3.2. subjektive Tatkomponente 

In subjektiver Hinsicht fällt zugunsten der Beschuldigten ins Gewicht, dass sie 

nicht aus eigenem Antrieb handelte, sie wurde von Bekannten angeheuert. Ver-

schuldensmindernd wirkt sich die geringe kriminelle Energie der Beschuldigten 

aus. Ferner handelte sie nicht mit direktem Vorsatz, sondern eventualvorsätzlich.  

Verschuldenserhöhend fällt ins Gewicht, dass sie aus rein finanziellen Motiven 

handelte indem ihr die Miete einer Wohnung und die Eröffnung eines Ladenlokals 

in D._____ in Aussicht gestellt wurden. Die Beschuldigte befand sich im Zeitpunkt 

der Tatbegehung in schwierigen finanziellen Verhältnissen, lebte in … [Hauptstadt 

von B._____] und hatte keine Arbeit. Ein eigentliche Notsituation lag jedoch nicht 

vor. 

Auch in subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden nicht mehr leicht. 

1.3.3. Einsatzstrafe 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist insgesamt von einem nicht mehr leichten 

Verschulden auszugehen. An der festgesetzten Einsatzstrafe im Bereich von  

38 Monaten ist trotzdem festzuhalten, da diese dem nicht mehr leichten Verschul-

den angemessen erscheint (Urk. 36 S. 19).  

1.4. Täterkomponente 

1.4.1. persönliche Verhältnisse 

Betreffend die Darlegung der persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten ist auf 

die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen und mit ihr zu schliessen, dass 

sich daraus keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ergeben (Urk. 36 S. 19 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

-   15   - 

1.4.2. Vorleben und Nachtatverhalten 

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich die Vorstrafenlosigkeit der Beschul-

digten bei der Strafzumessung neutral auswirkt (Urk. 36 S. 20; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

Das Geständnis der Beschuldigen betreffend den objektiven Sachverhalt wirkt 

sich angesichts der eindeutigen Verhaftssituation und der Bestreitung des subjek-

tiven Sachverhaltes nur leicht strafmindernd aus. 

1.5. Fazit 

Die Einsatzstrafe ist unter Berücksichtigung einer leichten Strafminderung infolge 

des Teilgeständnisses der Beschuldigten auf 33 Monate zu reduzieren, womit die 

von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe zu bestätigen ist.  

Die Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten zu bestrafen 

unter Anrechnung von 268 Tagen Haft und vorzeitiger Strafvollzug. 

2. Strafvollzug 

Betreffend die allgemeinen Ausführungen zum teilbedingten Strafvollzug sowie 

die Festlegung des Verhältnisses zwischen bedingtem und unbedingtem Anteil 

der Strafe kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 

S. 22 f. und S. 24; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Die Gewährung des teilbedingten Strafvollzuges steht im vorliegenden  

Berufungsverfahren nicht zur Diskussion. Zu prüfen ist lediglich das Verhältnis 

zwischen dem bedingten Teil der Strafe und dem unbedingten Teil. Bei der Fest-

legung der beiden Anteile fallen die Einzeltatschuld und die Legalbewährung als 

massgebliche Kriterien ins Gewicht. 

Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft und sie erklärte sich reuig und einsichtig. Sie 

verfügt über Zukunftspläne für die Zeit nach ihrer Entlassung aus dem Vollzug. So 

plant sie, mittelfristig ein Heim für Drogensüchtige, Jugendliche mit Problemen 

-   16   - 

und Demenzkranke zu bauen und zu führen. Dass dies nicht einfach zu  

realisieren sein wird, ist der Beschuldigten bewusst, so hat sie sich bereits  

Finanzierungsmöglichkeiten überlegt und hat unter anderem erfahren, dass die 

Europäische Union in D._____ Fördergelder auszahle. Als weitere Option erwägt 

die Beschuldigte, die nötigen Mittel durch den Betrieb eines Restaurants oder ei-

ner Bar zu erarbeiten (Urk. 53 S. 3). Sie bemüht sich aufrichtig, eine Zukunft ins 

Auge zu fassen. Dass sie in der Lage ist, einen Geschäftsbetrieb zu führen, hat 

sie bereits früher bewiesen (vgl. Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 36 S. 11),  

weswegen ihre Zukunftspläne in der einen oder anderen Form nicht völlig  

unrealistisch scheinen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Beschuldigte beab-

sichtigt, sich der Pflege ihres mittlerweile 77-jährigen Vaters zu widmen und sie 

hat in D._____ eine Tochter, welche ihrerseits bereits selber Kinder hat (Urk. 53  

S. 2). Sie wird damit nicht nur in den Kreis ihrer Familie zurückkehren, welcher ihr 

Stabilität geben wird, sondern sie hat - unabhängig von ihrer beruflichen Zukunft - 

mit der Pflege des Vaters bereits eine Aufgabe, die auf sie wartet und der sie sich 

widmen kann. Es ist zudem nicht zu erwarten, dass sie mit ihren Auftraggebern 

wieder in Kontakt treten wird: Einerseits will die Beschuldigte nicht nach B._____, 

sondern in ihre Heimat D._____ zurückkehren (vgl. Urk. 54 S. 8 f. und Prot. II S. 

6) und andererseits distanziert sie sich klar von F._____ und C._____: Nach ei-

genen Angaben hasse sie F._____ und habe auch für C._____ keine positiven 

Gefühle mehr, dies insbesondere, weil er sie in diese Sache hineingezogen habe 

(Urk. 53 S. 12). 

Aus den Ausführungen der Beschuldigten an der Berufungsverhandlung wird  

sodann ersichtlich, wie sehr sie der bisherige Freiheitsentzug von mittlerweile  

268 Tagen beeindruckt hat: Sie spricht von einer "Hölle"; diese neun Monate  

seien ihr wie neun Jahre vorgekommen und sie habe sehr grosse Probleme  

gehabt, sich anzupassen (Urk. 53 S. 4 und 6). Es kann daher davon ausgegan-

gen werden, dass diese Zeit sie nachhaltig beeindruckt hat. Demzufolge ist  

von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung auszugehen. Die  

Einzeltatschuld auf der anderen Seite ist als nicht mehr leicht zu bewerten.  

Dennoch kann angesichts der obigen Ausführungen davon ausgegangen werden, 

dass die Beschuldigte aus der Verurteilung und der erstandene Haft definitiv ihre 

-   17   - 

Lehren gezogen hat. Es kann ihr daher in diesem spezifischen Einzelfall unter  

Berücksichtigung sämtlicher Faktoren eine sehr gute Prognose gestellt werden, 

weswegen es angemessen erscheint, den vollziehbaren Teil der Strafe auf  

10 Monate zu reduzieren. Demgemäss ist die Freiheitsstrafe im Umfang von  

23 Monaten aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Im  

Übrigen (10 Monate) ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen. 

IV. Kosten 

Die Beschuldigte unterliegt mit ihrem Hauptantrag betreffend Schuldpunkt und 

Strafe. Mit ihrem Eventualantrag dringt sie nur zu einem geringen Teil durch.  

Dieses teilweise Obsiegen im Eventualstandpunkt rechtfertigt kein Abweichen von 

einer vollumfänglichen Kostenauflage an die Beschuldigte. Die Kosten des  

Berufungsverfahrens sind daher der Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428  

Abs. 1 StPO), mit Ausnahme der Kosten für die amtliche Verteidigung. Letztere 

sind auf die Gerichtskasse zu nehmen unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (Art. 426 Abs. 2 StPO). Die vorinstanzliche Kosten-

regelung (Dispositiv-Ziffer 6) ist zu bestätigen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 30. November 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 14. September 
2011 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … 
aufbewahrten 1'678 Gramm Kokaingemisch werden eingezogen und sind nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

 

 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   18   - 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 300.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr.         amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

Fr.        

   Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. (…) 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittelbelehrung)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 33 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  

268 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und 

mit heute erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 23 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate  

abzüglich 268 Tage erstandener Haft und vorzeitiger Strafvollzug) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt. 

-   19   - 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse  

genommen, vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
 der Beschuldigten (übergeben) 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden 
  der Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− das Bundesamt für Polizei 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
 
 
 
 

-   20   - 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 18. April 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Schwarzwälder 
 
 

	Urteil vom 18. April 2012
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 33 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 128 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (13 Monate, abzüglich 128 Tage, die durch Haft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden sind) wird die...
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 14. September 2011 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … aufbewahrten 1'678 Gramm Kokaingemisch werden eingezogen und sind nach Eintritt der Recht...
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden  der Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der  amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskas...
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Das vorinstanzliche Urteil sei abgesehen von Ziffer 4 und 5 des Dispositivs vollumfänglich aufzuheben.
	2. A._____ sei des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG freizusprechen.
	3. A._____ sei des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG schuldig zu sprechen.
	4. A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestrafen. Es sei festzustellen, dass diese Strafe durch die bisher erstandene Haft bereits vollständig abgesessen ist.
	II. Eventualanträge
	5. A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen.
	6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 21 Monaten aufzuschieben, im Umfange von 9 Monaten sei die Freiheitsstrafe zu vollziehen.
	Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 30. November 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-3. (…)
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 14. September 2011 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … aufbewahrten 1'678 Gramm Kokaingemisch werden eingezogen und sind nach Eintritt der Recht...
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. (…)
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittelbelehrung)"

	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 33 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  268 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 23 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate  abzüglich 268 Tage erstandener Haft und vorzeitiger Strafvollzug) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse  genommen, vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
	der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.