# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8fb8a5c-d2df-592f-89d6-ebdf0a30bce3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.11.2011 SB110516
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110516_2011-11-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110516-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur.  

B. Gut und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 

 

Urteil vom 23. November 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend 

mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 19. April 2011 
(DG100045) 

 

-   2   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 28. September 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 37). 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 58) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 BetmG sowie 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Die mit Urteil und Beschlüssen des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 aus-

gefällte und im Umfang von 15 Tagessätzen à Fr. 50.– bedingt ausgesprochene 

Geldstrafe wird widerrufen. 

3. Die Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit  

7.5 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon 66 Tage durch Polizei- und 
Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine  

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  

beschlagnahmte Barschaft von Euro 10.– und Fr. 100.– sowie die von der  

Kantonspolizei Zürich sichergestellte Barschaft von Fr. 410.– (Lagerort Kasse  

Bezirksgericht, Beleg-Nr. …) wird definitiv beschlagnahmt und zur Vollstreckung 

-   3   - 

des Urteils, primär zur Deckung der Busse und sekundär zur Deckung der Ver-

fahrenskosten, verwendet. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Aufbe-

wahrungsort: …, Lagernummer …) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zü-

rich zur Vernichtung überlassen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  

beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Samsung", IMEI-Nr.: unbekannt 

werden definitiv beschlagnahmt und sind durch die Bezirksgerichtskasse zu verwer-

ten. Der allfällige Erlös wird zur Vollstreckung des Urteils, primär zur Deckung der 

Busse und sekundär zur Deckung der Verfahrenskosten, verwendet. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 be-

schlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich 

- 1 Elektronische Waage, Marke Kern 

- 1 Agenda mit diversen Notizen 

- 1 Sack mit diversen Minigrips 

- 1 Verpackung "Nokia" 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

-   4   - 

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr.         Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 48.00   Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 699.50   Auslagen Untersuchung 

Fr. 6'417.25   amtliche Verteidigung 

Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

11. Die Verfahrenskosten werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Prot. II S. 4, Urk. 60): 

1. Es sei die Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Dietikon 

vom 19. April 2011 aufzuheben und es sei auf einen Widerruf der mit Urteil 

und Beschlüssen des Bezirksgerichtes Zürich vom 19. März 2008 ausge-

fällten und im Umfang von 15 Tagessätzen à Fr. 50.-- bedingt ausge- 

sprochenen Geldstrafe zu verzichten. 

2. Es sei Ziffer 4 des vorgenannten Urteils ebenfalls aufzuheben und es sei der 

Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe aufzuschieben, unter Ansetzung  

einer Probezeit von zwei Jahren. 

3. Es sei Ziffer 3 des vorgenannten Urteils ebenfalls aufzuheben und es sei 

das Strafmass bezugnehmend auf vorgenannten Antrag Ziffer 1 ent-

sprechend anzupassen. 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

-   5   - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 64) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Erstinstanzliches Verfahren und Berufungsanmeldung 

1.1. Am 29. September 2010 (Datum Eingang bei der Vorinstanz) erhob die 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis Anklage gegen die Beschuldigte wegen Ver-

gehen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfacher Übertretung des  

Betäubungsmittelgesetzes (Urk. 37). Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand 

am 19. April 2011 statt (Prot. I S. 2 ff.). Das Einzelgericht erkannte die Beschul-

digte der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 

der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes für schuldig und  

bestrafte sie unter Einbezug einer widerrufenen Geldstrafe von 15 Tagen im  

Sinne einer Gesamtstrafe mit 7 1/2 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse 

von Fr. 500.-- (Urk. 58 S. 20). Das Urteil wurde zwar am selben Tag gefällt,  

jedoch nicht mündlich eröffnet, sondern schriftlich zunächst im Dispositiv zuge-

stellt (Urk. 50 S. 4; Prot. I S. 7). Es wurde vom amtlichen Verteidiger am  

9. Mai 2011 empfangen (Urk. 51/1).  

1.2. Am 16. Mai 2011 (Datum Poststempel 13. Mai 2011), somit innert der zehn-

tägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO, meldete der Verteidiger der Beschuldigten  

Berufung an (Urk. 54). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger am 29. Juli 

2011 zugestellt (Urk. 57/1). Am 17. August 2011 (Poststempel 15. August 2011) 

ging die Berufungserklärung ein, welche somit rechtzeitig innert der 20-tägigen 

Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO erstattet wurde (Urk. 60).  

-   6   - 

2. Berufungsverfahren 

Die Akten gingen bei der Berufungsinstanz am 5. August 2011 ein. Mit Präsidial-

verfügung vom 23. August 2011 wurde den Parteien Frist zur Stellung von  

Beweisanträgen angesetzt (Urk. 62). Solche Anträge wurden nicht gestellt. Zur 

Berufungsverhandlung am 23. November 2011 erschien die Beschuldigte in  

Begleitung ihres Verteidigers (Prot. II S. 4). 

II. Beanstandungen und Teilrechtskraft 

1. Beanstandungen 

1.1. Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten beanstandet den Widerruf der 

Vorstrafe, die Bildung einer Gesamtstrafe sowie die Verweigerung des bedingten 

Strafvollzugs (Urk. 60).  

1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 64).  

2. Teilrechtskraft 

Im nicht angefochtenen Teil ist das vorinstanzliche Urteil somit in Rechtskraft  

erwachsen, was vorzumerken ist (Art. 402 StPO). Es betrifft dies den Schuld-

spruch (Ziff. 1), die Einziehungen und die Verwertung von Vermögenswerten und 

deren Verwendung zur Kostendeckung (Ziff. 6 bis 9) sowie die erstinstanzliche 

Kostenfestsetzung und Kostenauflage (Ziff. 10 u. 11, Prot. II S. 6).  

 

III. Sanktion 

1. Keine Gesamtstrafe 

In einem zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteil vom 

27. September 2011 hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit dem Widerruf 

einer Vorstrafe festgehalten, dass es bei der Bildung der Gesamtstrafe im Sinne 

von Art. 46 StGB unzulässig sei, eine frühere Geldstrafe in eine schwerere  

-   7   - 

Sanktion, d.h. in eine Freiheitsstrafe umzuwandeln (6B_46/2011). Damit würde 

ansonsten zu Lasten des Beschuldigten ein rechtskräftiges Urteil im Nachhinein 

abgeändert. Diese neue Rechtsprechung basiert auf früheren Entscheiden des 

Bundesgerichts, wo es sich ebenfalls mit der Problematik auseinandergesetzt hat. 

Auch in der Literatur wurde das Thema bereits abgehandelt (Jürg Beat Acker-

mann, Basler Kommentar, 2010, N 36 zu Art. 49 StGB). Es ist deshalb von einer 

bewussten Änderung der Rechtsprechung auszugehen, welche auch im vorlie-

genden Fall zum Tragen kommt.  

Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 

wegen einfacher Körperverletzung zu einer teilbedingten Strafe von 30 Tages-

sätzen zu Fr. 50.-- verurteilt (Urk. 59). Da für die heute zu beurteilenden  

Betäubungsmitteldelikte eine Freiheitsstrafe auszusprechen sein wird, worauf 

nachfolgend noch eingegangen wird, darf die frühere Geldstrafe nicht im Rahmen 

einer Gesamtstrafenbildung in eine Freiheitsstrafe umgewandelt werden.  

2. Strafzumessung 

2.1. Der Verteidiger beanstandete ausdrücklich nicht die Strafzumessung der Vo-

rinstanz (Urk. 68 S. 2). Soweit nachfolgend keine Ergänzungen oder Korrekturen 

erfolgen, kann auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 58 S. 8 - 13).  

2.2. Zum Strafrahmen bei den Betäubungsmittelvergehen ist anzufügen, dass 

das Bundesgericht in seiner neueren Rechtsprechung auch bei Tat- oder Delikts-

mehrheit grundsätzlich vom ordentlichen Strafrahmen ausgeht, sofern keine aus-

sergewöhnlichen Umstände vorliegen (BGE 136 IV 55). Vorliegend ist deshalb  

eine Strafe im Bereich von einem Tagessatz Geldstrafe bis zu drei Jahren  

Freiheitsstrafe festzusetzen (Urk. 58 S. 9).  

2.3. Das Tatverschulden ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als nicht 

mehr leicht einzustufen. Die Menge von 9 Gramm reinem Heroin ist relativ nahe 

an der Grenze von 12 Gramm, ab welcher ein qualifizierter Fall im Sinne von  

aArt. 19 Ziff. 2 BetmG bzw. Art. 19 Abs. 2 BetmG vorliegt, bei welchem gemäss 

-   8   - 

Gesetz eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe auszusprechen wäre. 

Subjektiv ist entgegen der Vorinstanz keine Strafminderung wegen Drogen-

abhängigkeit anzunehmen (Urk. 58 S. 10 Erw. 2.2.2.). Ein eigentliches zwang-

haftes Verhalten wegen Sucht hat auch die Beschuldigte nie geltend gemacht. 

Zudem hat sie nicht zwecks Finanzierung des Eigenkonsums gedealt. Der  

Umstand, dass die Hemmschwelle zum Drogenverkauf bei einer Person, die 

selbst Drogen konsumiert, niedriger sei, trifft zwar in der Regel zu, ist aber unter 

keinen Umständen zu Gunsten der Beschuldigten zu gewichten (Urk. 58 S. 10 

Erw. 2.2.2.). Auch der Konsum von Heroin ist strafbar und es ist kaum im Sinne 

des Gesetzes, wenn man durch strafbaren Konsum eine Strafminderung hinsicht-

lich Drogenverkaufs erwirken könnte. Zudem liesse sich ebenso gut behaupten, 

ein Autorennfahrer habe eine niedrigere Hemmschwelle für Geschwindigkeits-

übertretungen oder ein Kampfsportler eine niedrigere Hemmschwelle für Gewalt. 

Man könnte auch umgekehrt argumentieren, wer Drogen aus eigener Erfahrung 

kenne, müsse um deren starke Wirkung und entsprechend um das Gefährdungs-

potential wissen, was straferhöhend zu werten sei. 

2.4. Insgesamt ist die vom Einzelgericht erwogene Strafe von sieben Monaten, 

unter Anrechung von 66 Tagen Haft, sowie eine Busse von Fr. 500.-- ange-

messen (Urk. 58 S. 13), was im Übrigen auch dem Antrag des Verteidigers  

entspricht (Urk. 74 S. 7). 

3. Widerruf 

3.1. Mit Urteil vom 19. März 2008 wurde die Beschuldigte wegen einfacher  

Körperverletzung mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 50.--- bestraft 

(Urk. 59). Der Vollzug wurde im Umfang von 15 Tagessätzen aufgeschoben,  

unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren. Innert dieser Probezeit hat die 

Beschuldigte die vorliegend zu beurteilenden Betäubungsmitteldelikte begangen, 

weshalb ein Widerruf des bedingten Vollzugs des erwähnten Teils der Geldstrafe 

zu prüfen ist.  

3.2. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-

gehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so  

-   9   - 

widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 StGB).  

3.3. In die Beurteilung der Bewährungsaussichten im Falle des Widerrufs des 

bedingten Strafvollzugs einer Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Gesamtwürdigung 

auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausge-

sprochen wird. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des 

bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn die neue 

Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: Wenn die frühere Strafe 

widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres nachträglichen Vollzugs eine 

Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint 

und diese folglich bedingt ausgesprochen werden (vgl. BGE 134 IV 140, Erw. 4.5; 

6B_46/2011 v. 27.09.2011, Erw. 2.4). Aus diesem Grund ist die Frage des Wider-

rufs zusammen mit jener der Gewährung des bedingten Vollzugs für die vor-

liegend auszusprechenden Freiheitsstrafe von sieben Monaten zu prüfen.  

4. Bewährungsprognose 

4.1. Ist nicht zu erwarten, dass die Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, 

so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann die Verurteilte verwarnen 

oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer ver-

längern. Für die Dauer der verlängerten Probezeit kann das Gericht Bewährungs-

hilfe anordnen und Weisungen erteilen. Erfolgt die Verlängerung erst nach Ablauf 

der Probezeit, so beginnt sie am Tag der Anordnung (Art. 46 Abs. 2 StGB). 

4.2. Die Vorinstanz hat zu den Voraussetzungen und Kriterien bei der Prognose 

hinsichtlich zukünftiger Delinquenz unter Verweis auf BGE 134 IV 140 bereits die 

nötigen Ausführungen gemacht (Urk. 58 S. 6). Entscheidend bei der Frage des 

Widerrufs ist, ob trotz des neuen Delikts keine weiteren Straftaten, auch Über-

tretungen, mehr zu erwarten sind. Es kommt auf das Fehlen einer ungünstigen 

Prognose an. Dies hat die Vorinstanz zwar zunächst richtig ausgeführt (Urk. 58  

S. 15), dann aber etwas irreführend festgehalten, die Vermutung einer positiven 

Prognose sei widerlegt (Urk. 58 S. 16). Das blosse Fehlen einer positiven  

-   10   - 

Prognose müsste nach Gesetz zur Gewährung des bedingten Strafvollzugs  

führen.  

4.3. Die Prognose des künftigen Verhaltens der Täterin muss neu gestellt wer-

den und ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzu-

nehmen (BGE 134 IV 140 und 143; Schwarzenegger / Hug / Jositsch, Strafrecht 

II, 8. Aufl. Zürich/Basel/Genf, 2007, S. 144). In die Beurteilung einzubeziehen sind 

neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weite-

ren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter der Täterin und die  

Aussichten ihre Bewährung zulassen. Das Rückfallrisiko muss gestützt auf ein 

Gesamtbild der Täterpersönlichkeit beurteilt werden. Relevante Faktoren sind  

etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsverhalten, 

das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdung usw. Dabei 

sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides zu berück-

sichtigen.  

4.4. Wie aus dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 hervor-

geht, hatte die Geschädigte wegen einer Wohnungskündigung einen Streit mit  

einem Dritten, während dem sie sich gegenseitig heftig beschimpften. Die  

Beschuldigte holte daraufhin ihren Partner B._____, der den Dritten zur Rede 

stellte, als die Beschuldigte den Dritten unvermittelt von hinten in den Rücken 

schlug (Urk. 36/13 S. 39, Beizugsakten DG070489). In der Folge wurde der Dritte 

sowohl von B._____ als auch der Beschuldigten geschlagen, insbesondere als er 

bereits am Boden lag. Der Dritte hatte beim Streit anfänglich einen Sanitärschlüs-

sel in der Hand und B._____ hatte nach der Auseinandersetzung einen gebro-

chenen Finger. 

Zu dieser Vorstrafe führte der Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung 

aus, jener Verurteilung liege keine schwerwiegende Verfehlung der Beschuldigten 

zugrunde. Sie habe damals nicht aus Eigennutz gehandelt, sondern sich im  

Rahmen einer Hilfeleistung an eine Freundin zu den strafbaren Handlungen  

hinreissen lassen (Urk. 74 S. 2). 

-   11   - 

4.5. Bei dieser früheren Straftat ist korrekterweise zu berücksichtigen, dass es 

sich um eine Straftat aus einer emotionalen Reaktion und bestimmten Situation 

heraus handelte und darüber hinaus in Mittäterschaft begangen wurde. Die  

Wiederholungsgefahr solcher Delikte ist in der Regel geringer als bei Drogen-

delikten, insbesondere angesichts des Umstands, dass die Beschuldigte gemäss 

Strafregisterauszug noch nie Körperverletzungsdelikte oder Tätlichkeiten be-

gangen hat und auch sonst nicht durch einen Hang zu Gewalttätigkeit aufgefallen 

ist. Die vorliegend zu beurteilenden Drogendelikte sind ganz anderer Art und nicht 

einschlägig, weshalb bei der Prognosebildung die genannte Vorstrafe nicht allzu 

negativ ins Gewicht fällt. In diesem Zusammenhang ebenfalls zu erwähnen ist die 

Vorstrafe aus dem Jahr 2003, welcher Verfehlungen der Beschuldigten im  

Bereich des Strassenverkehrsrechts zugrunde liegen und welche für die Progno-

sebildung ebenfalls etwas nachteilig ins Gewicht fällt (Urk. 59). Die im Urteil vom 

19. März 2008 erwähnten früheren, inzwischen gelöschten Vorstrafen (Urk. 58  

S. 15), dürfen allerdings entgegen der Vorinstanz aufgrund von Art. 369 Abs. 7 

StGB auch bei der Prognosebildung nicht mehr berücksichtigt werden (Trechsel / 

Stöckli, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, N 16 zu Art. 46 StGB).  

4.6. Die Vorinstanz hat zu Recht hervorgehoben, dass Delinquenz während der 

Probezeit in der Regel deutlich zeigt, dass sich jemand nicht durch eine bedingte 

Strafe beeindrucken lässt (Urk. 58 S. 15). Offenbar fällt die hier zu beurteilende 

Delinquenz überdies in die Zeitperiode einer laufenden Strafuntersuchung (vgl. 

Urk. 58 S. 15, Urk. 36/7 S. 2). Nachdem jedoch keine weiteren konkreten  

Angaben zu jener Strafuntersuchung vorliegen, hat diese für die Prognose im vor-

liegenden Fall unbeachtlich zu bleiben. Es geht die Unschuldsvermutung vor.  

Jedoch ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die vom Verteidiger geschilderte 

Entwicklung der persönlichen Situation der Beschuldigten ihre Bewährungs-

prognose nicht in einem entscheidend besseren Licht erscheinen lässt (Urk. 58  

S. 15 f.). Die Verhältnisse sind nicht wesentlich anders als bei der früheren Ver-

urteilung. Auch in dem vom Verteidiger neu eingereichten Bericht von Dr. med.  

C._____ sind keine grösseren Entwicklungsschritte der Beschuldigten erkennbar. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte nach wie vor über keine 

stabile Lebensführung verfügt. Jedoch sind die Ansätze zu einer positiven Verän-

-   12   - 

derung seitens der Beschuldigten nicht völlig ausser Acht zu lassen  

(Urk. 75). Zudem fällt vorliegend in Betracht, dass die Beschuldigte mit den  

Drogenverkäufen keine grossen Gewinne erzielte und hier in der Schweiz ein  

genügendes finanzielles Auskommen hat, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten 

(Prot. II S. 2). Ihr Rückfallrisiko ist deshalb geringer einzustufen als bei einem  

Täter, welcher mangels anderer beruflicher und sozialer Perspektiven in seinem 

Heimatland oder wegen therapiebedürftiger Drogensucht in den Drogenhandel 

eingestiegen ist. Dessen Möglichkeiten durch legale Tätigkeit zu einem genügen-

den oder guten Erwerbseinkommen zu gelangen, sind oft auch nach einer Ver-

urteilung nicht besser.  

4.7. Von Bedeutung ist vorliegend allerdings, dass die Beschuldigte rund  

66 Tage in Haft gesessen hat. Aufgrund ihres Vorlebens und ihrer persönlichen 

Verhältnisse ist davon auszugehen, dass dieser Freiheitsentzug nicht spurlos an 

ihr vorüber gegangen ist. Weiter drängt es sich auch auf, den bedingten Vollzug 

der restlichen Geldstrafe zu widerrufen, denn ein Verzicht auf den Widerruf unter 

gleichzeitigem Aufschub der neuen Strafe wäre spezialpräventiv ein falsches  

Signal. Schliesslich hat die Beschuldigte auch die Busse nebst den Verfahrens-

kosten zu bezahlen. Der Widerruf des bedingten Vollzugs der am 19. März 2008 

ausgefällten Geldstrafe ist entscheidend für die Beurteilung der Prognose für die 

neu auszufällende Strafe. Denn grundsätzlich spricht nach der Gesamtwürdigung 

aller Umstände vieles für das Vorliegen einer Schlechtprognose. Unter Berück-

sichtigung des Widerrufs der bedingt ausgefällten Geldstrafe vom 19. März 2008 

und der damit zu erwartenden Wirkung kann insgesamt festgehalten werden, 

dass der Beschuldigten bei einem Aufschub der Strafe zwar keine günstige Prog-

nose gestellt werden, aber immerhin auch keine ungünstige. Letzteres führt dazu, 

dass auf einen Vollzug einstweilen zu verzichten und stattdessen eine Probezeit 

anzusetzen ist.  

4.8. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 ausgefällte und 

im Umfang von 15 Tagessätzen à Fr. 50.-- bedingt ausgesprochene Geldstrafe ist 

deshalb zu widerrufen. Für die neu auszusprechende Freiheitsstrafe von sieben 

Monaten, abzüglich 66 Tage Haft, ist demgegenüber, im Sinne einer letzten 

-   13   - 

Chance, der bedingte Vollzug zu gewähren. Eine Probezeit von vier Jahren  

erscheint daher als angemessen. 

4.9. Wie die Vorinstanz es befunden hat, ist für die Busse im Falle der Nichtbe-

zahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen festzusetzen, was dem  

gerichtsüblichen Umwandlungssatz entspricht (Urk. 58 S. 16 Ziff. 3).  

 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Beschuldigte unterliegt mit ihrer Berufung gegen den Widerruf des Voll-

zugs der Vorstrafe. Demgegenüber obsiegt sie hinsichtlich des Absehens der  

Bildung einer Gesamtstrafe sowie der Gewährung / Verweigerung des bedingten 

Strafvollzugs. Dabei handelt es sich allerdings weitgehend um einen gerichtlichen 

Ermessensentscheid. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten des Berufungsver-

fahrens zu vier Fünfteln auf die Gerichtskasse zu nehmen und zu einem Fünftel 

der Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sind, soweit sie nicht mit den eingezogenen Vermögenswerten oder 

dem Erlös aus der Verwertung der eingezogenen Gegenstände gedeckt werden 

können, auf die Staatskasse zu nehmen. Das Nachforderungsrecht des Staates 

bleibt vorbehalten (Art. 426 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'500.- festzusetzen. 

 

 

 

 

-   14   - 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Einzelgerichts des Bezirks Dietikon 

vom 19. April 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 BetmG sowie 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. (…) 

3. (…) 

4. (…) 

5. (…) 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 

2010 beschlagnahmte Barschaft von Euro 10.– und Fr. 100.– sowie die von 

der Kantonspolizei Zürich sichergestellte Barschaft von Fr. 410.– (Lagerort 

Kasse Bezirksgericht, Beleg-Nr. …) wird definitiv beschlagnahmt und zur 

Vollstreckung des Urteils, primär zur Deckung der Busse und sekundär zur 

Deckung der Verfahrenskosten, verwendet. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 

2010 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 

(Aufbewahrungsort: …, Lagernummer …) werden eingezogen und der Kan-

tonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 

2010 beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … 

- 1 Mobiltelefon "Samsung", IMEI-Nr.: unbekannt 

-   15   - 

werden definitiv beschlagnahmt und sind durch die Bezirksgerichtskasse zu 

verwerten. Der allfällige Erlös wird zur Vollstreckung des Urteils, primär zur 

Deckung der Busse und sekundär zur Deckung der Verfahrenskosten, ver-

wendet. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 

2010 beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution 23726), nämlich 

- 1 Elektronische Waage, Marke Kern 

- 1 Agenda mit diversen Notizen 

- 1 Sack mit diversen Minigrips 

- 1 Verpackung "Nokia" 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr.         Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 48.00   Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 699.50   Auslagen Untersuchung 

Fr. 6'417.25   amtliche Verteidigung 

Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.  

11. Die Verfahrenskosten werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; eine Nach-

forderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

  

-   16   - 

Sodann erkennt das Gericht: 

1. Die Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 7 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 
66 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit ei-

ner Busse von Fr. 500.00. 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt. 

3. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. März 2008 

ausgefällte bedingte Teil der Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 50.00 

wird vollzogen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 
  

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 1/5 der Beschuldigten auf-

erlegt und zu 4/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
der Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
der Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis  

-   17   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 
 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 23. November 2011 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 
 

	Urteil vom 23. November 2011
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 BetmG sowie
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Die mit Urteil und Beschlüssen des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 ausgefällte und im Umfang von 15 Tagessätzen à Fr. 50.– bedingt ausgesprochene Geldstrafe wird widerrufen.
	3. Die Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit  7.5 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon 66 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
	4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine  Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  beschlagnahmte Barschaft von Euro 10.– und Fr. 100.– sowie die von der  Kantonspolizei Zürich sichergestellte Barschaft von Fr. 410.– (Lagerort Kasse  Bezirksgericht, Bele...
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Aufbewahrungsort: …, Lagernummer …) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überl...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010  beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich - 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … - 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … - 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: … - 1 ...
	9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich - 1 Elektronische Waage, Marke Kern - 1 Agenda mit diversen Notizen - 1 Sack mit diversen Minigrips - 1 Verpackung "Nok...
	10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	11. Die Verfahrenskosten werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei die Ziffer 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Dietikon vom 19. April 2011 aufzuheben und es sei auf einen Widerruf der mit Urteil und Beschlüssen des Bezirksgerichtes Zürich vom 19. März 2008 ausgefällten und im Umfang von 1...
	2. Es sei Ziffer 4 des vorgenannten Urteils ebenfalls aufzuheben und es sei der Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe aufzuschieben, unter Ansetzung  einer Probezeit von zwei Jahren.
	3. Es sei Ziffer 3 des vorgenannten Urteils ebenfalls aufzuheben und es sei das Strafmass bezugnehmend auf vorgenannten Antrag Ziffer 1 entsprechend anzupassen.
	unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Prozessuales

	1. Erstinstanzliches Verfahren und Berufungsanmeldung
	1.1. Am 29. September 2010 (Datum Eingang bei der Vorinstanz) erhob die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis Anklage gegen die Beschuldigte wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfacher Übertretung des  Betäubungsmittelgesetzes (Urk. ...
	1.2. Am 16. Mai 2011 (Datum Poststempel 13. Mai 2011), somit innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO, meldete der Verteidiger der Beschuldigten  Berufung an (Urk. 54). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger am 29. Juli 2011 zugestel...

	2. Berufungsverfahren
	II.  Beanstandungen und Teilrechtskraft

	1. Beanstandungen
	1.1. Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten beanstandet den Widerruf der Vorstrafe, die Bildung einer Gesamtstrafe sowie die Verweigerung des bedingten Strafvollzugs (Urk. 60).
	1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 64).

	2. Teilrechtskraft
	III.  Sanktion

	1. Keine Gesamtstrafe
	2. Strafzumessung
	2.1. Der Verteidiger beanstandete ausdrücklich nicht die Strafzumessung der Vorinstanz (Urk. 68 S. 2). Soweit nachfolgend keine Ergänzungen oder Korrekturen erfolgen, kann auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs....
	2.2. Zum Strafrahmen bei den Betäubungsmittelvergehen ist anzufügen, dass das Bundesgericht in seiner neueren Rechtsprechung auch bei Tat- oder Deliktsmehrheit grundsätzlich vom ordentlichen Strafrahmen ausgeht, sofern keine aussergewöhnlichen Umständ...
	2.3. Das Tatverschulden ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als nicht mehr leicht einzustufen. Die Menge von 9 Gramm reinem Heroin ist relativ nahe an der Grenze von 12 Gramm, ab welcher ein qualifizierter Fall im Sinne von  aArt. 19 Ziff. 2 Bet...
	2.4. Insgesamt ist die vom Einzelgericht erwogene Strafe von sieben Monaten, unter Anrechung von 66 Tagen Haft, sowie eine Busse von Fr. 500.-- angemessen (Urk. 58 S. 13), was im Übrigen auch dem Antrag des Verteidigers  entspricht (Urk. 74 S. 7).

	3. Widerruf
	3.1. Mit Urteil vom 19. März 2008 wurde die Beschuldigte wegen einfacher  Körperverletzung mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 50.--- bestraft (Urk. 59). Der Vollzug wurde im Umfang von 15 Tagessätzen aufgeschoben,  unter Ansetzung einer Pr...
	3.2. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so  widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB).
	3.3. In die Beurteilung der Bewährungsaussichten im Falle des Widerrufs des bedingten Strafvollzugs einer Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Gesamtwürdigung auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Der Rich...

	4. Bewährungsprognose
	4.1. Ist nicht zu erwarten, dass die Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann die Verurteilte verwarnen oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer verlängern. ...
	4.2. Die Vorinstanz hat zu den Voraussetzungen und Kriterien bei der Prognose hinsichtlich zukünftiger Delinquenz unter Verweis auf BGE 134 IV 140 bereits die nötigen Ausführungen gemacht (Urk. 58 S. 6). Entscheidend bei der Frage des Widerrufs ist, o...
	4.3. Die Prognose des künftigen Verhaltens der Täterin muss neu gestellt werden und ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (BGE 134 IV 140 und 143; Schwarzenegger / Hug / Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl. Zürich/Basel...
	4.4. Wie aus dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 hervorgeht, hatte die Geschädigte wegen einer Wohnungskündigung einen Streit mit  einem Dritten, während dem sie sich gegenseitig heftig beschimpften. Die  Beschuldigte holte daraufh...
	Zu dieser Vorstrafe führte der Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung aus, jener Verurteilung liege keine schwerwiegende Verfehlung der Beschuldigten zugrunde. Sie habe damals nicht aus Eigennutz gehandelt, sondern sich im  Rahmen einer Hilfe...
	4.5. Bei dieser früheren Straftat ist korrekterweise zu berücksichtigen, dass es sich um eine Straftat aus einer emotionalen Reaktion und bestimmten Situation heraus handelte und darüber hinaus in Mittäterschaft begangen wurde. Die  Wiederholungsgefah...
	4.6. Die Vorinstanz hat zu Recht hervorgehoben, dass Delinquenz während der Probezeit in der Regel deutlich zeigt, dass sich jemand nicht durch eine bedingte Strafe beeindrucken lässt (Urk. 58 S. 15). Offenbar fällt die hier zu beurteilende Delinquenz...
	4.7. Von Bedeutung ist vorliegend allerdings, dass die Beschuldigte rund  66 Tage in Haft gesessen hat. Aufgrund ihres Vorlebens und ihrer persönlichen Verhältnisse ist davon auszugehen, dass dieser Freiheitsentzug nicht spurlos an ihr vorüber gegange...
	4.8. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2008 ausgefällte und im Umfang von 15 Tagessätzen à Fr. 50.-- bedingt ausgesprochene Geldstrafe ist deshalb zu widerrufen. Für die neu auszusprechende Freiheitsstrafe von sieben Monaten, abzü...
	4.9. Wie die Vorinstanz es befunden hat, ist für die Busse im Falle der Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen festzusetzen, was dem  gerichtsüblichen Umwandlungssatz entspricht (Urk. 58 S. 16 Ziff. 3).
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Einzelgerichts des Bezirks Dietikon vom 19. April 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 BetmG sowie
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
	2. (…)
	3. (…)
	4. (…)
	5. (…)
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 beschlagnahmte Barschaft von Euro 10.– und Fr. 100.– sowie die von der Kantonspolizei Zürich sichergestellte Barschaft von Fr. 410.– (Lagerort Kasse Bezirksgericht, Beleg-N...
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Aufbewahrungsort: …, Lagernummer …) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlas...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution …), nämlich
	- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: …
	- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: …
	- 1 Mobiltelefon "Nokia", IMEI-Nr.: …
	- 1 Mobiltelefon "Samsung", IMEI-Nr.: unbekannt
	werden definitiv beschlagnahmt und sind durch die Bezirksgerichtskasse zu verwerten. Der allfällige Erlös wird zur Vollstreckung des Urteils, primär zur Deckung der Busse und sekundär zur Deckung der Verfahrenskosten, verwendet.
	9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. August 2010 beschlagnahmten Gegenstände (Sachkaution 23726), nämlich
	- 1 Elektronische Waage, Marke Kern
	- 1 Agenda mit diversen Notizen
	- 1 Sack mit diversen Minigrips
	- 1 Verpackung "Nokia"
	werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	11. Die Verfahrenskosten werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Sodann erkennt das Gericht:
	1. Die Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 7 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 66 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.00.
	2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	3. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	4. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. März 2008 ausgefällte bedingte Teil der Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 50.00 wird vollzogen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 1/5 der Beschuldigten auferlegt und zu 4/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.