# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfc84ff9-6695-5ed3-a0d3-e42d7935f661
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.02.2022 B-2714/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2714-2018_2022-02-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2714/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  F e b r u a r  2 0 2 2   

Besetzung 
 Richter Ronald Flury (Vorsitz), 

Richterin Eva Schneeberger, Richter Jean-Luc Baechler,    

Gerichtsschreiber Matthias Uffer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______AG,  

(…)   

vertreten durch die Rechtsanwälte 

lic. iur. Thomas Keller und lic. iur. Thomas Schindler,  

(…)  

Beschwerdeführerin,  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA,  

(…)    

Vorinstanz.  
 

 
 

Gegenstand 
 Unerlaubte Tätigkeit als Effektenhändlerin / Liquidation /  

Unterlassungsanweisung und Publikation. 

 

 

 

B-2714/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______AG (nachfolgend: (…) Beschwerdeführerin) wurde am (…) 

März 2000 ins Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen. Sie be-

zweckt laut Statuten die Erbringung von Finanzdienstleistungen, insbeson-

dere (…). Angaben auf ihrer Homepage (…) in den Jahren 2010 und 2011 

zufolge bestand ihre Tätigkeit darin, kapitalsuchende Wachstumsunterneh-

men mit Eigenkapital zu versorgen sowie durch Beratung des Manage-

ments und bei der Ausarbeitung der Unternehmensstrategie zu unterstüt-

zen (siehe dazu G01160390 1/023 und die archivierten, über 

<https://web.archive.org> abrufbaren Fassungen der Homepage).  

Die Beschwerdeführerin beschäftigte eigenen Angaben zufolge zwölf Mit-

arbeiter, darunter ein Sekretariat und Telefonverkäufer, die potenziellen An-

legern bestimmte Effekten anboten. In der hier massgeblichen Zeit führten 

B._______ und C._______ die Geschäfte der A._______AG, wobei erste-

rer seit der Gründung der Beschwerdeführerin im Jahr 2001 Verwaltungs-

ratsmitglied ist und Einzelunterschrift hat. N._______, bis Frühjahr 2018 

formell als Geschäftsführer der A._______AG eingetragen, hatte gemäss 

Aussagen von B._______ und C._______ keine reale Führungsfunktion 

(vgl. SA 20501008; G01160390 2 S. 188 Rz. 7).  

Von April 2008 bis Mai 2016 vermittelte die Beschwerdeführerin insbeson-

dere durch Telefonmarketing an über 200 Anleger Effekten der 

D._______AG (DE), mit Sitz in Berlin (…). Damit nahm sie über EUR 66 

Mio. auf. In Verträgen mit Anlegern zum Kauf der Effekten trat als Verkäu-

ferin die E._______Ltd (BVI), britische Jungferninseln, auf (…). Die Anleger 

erhielten eine Zuteilungsbestätigung, welcher zufolge sie an einem Aktien-

Globalzertifikat der E._______Ltd (BVI) beteiligt seien. Vom Geld, das die 

Anleger der E._______Ltd (BVI) überwiesen, zog die A._______AG Ver-

kaufsprovisionen von durchschnittlich ca. 25 % des Verkaufspreises ab 

(vgl. SA 50301120). 

Die D._______AG (DE) war per Umwandlungsbeschluss vom 28. August 

2009 aus der im Jahr 2005 gegründeten D._______GmbH (DE) heraus 

entstanden. Am 21. Juli 2010 wurde sie als Aktiengesellschaft im Handels-

register eingetragen. Gemäss Registerbeschrieb bezweckte sie die indust-

rielle Fertigung und den Vertrieb von innovativen, erstmalig wiederverwert-

baren Medizinprodukten. Zum Zeitpunkt der Umwandlung zählte sie als 

Gesellschafter die F._______AG (DE), Berlin (…), die E._______Ltd (BVI), 

die H._______Ltd, London (…), die J._______Ltd, London (…), und 

B-2714/2018 

Seite 3 

M._______ (angefochtene Verfügung Rz. 7). Laut Term-Sheets der Jahre 

2010 bis 2014 setzte sich das Aktionariat der D._______AG (DE) wie folgt 

zusammen: 40 % der Aktien waren der E._______Ltd (BVI) zugeordnet, 25 

% der F._______AG (DE), weitere 25 % einem «strategische[n] Investor 

aus Hong Kong» und restliche 10 % waren im Besitz von Personen aus 

dem Kreis von «Geschäftsleitung/Aufsichtsrat» (SA 50802127 ff.; 

50802153, 50802165, 50802170 ff., 50802178). Es fanden im Laufe der 

Jahre mehrere Kapitalerhöhungen statt. 

Im Januar 2018 ordnete das Amtsgericht Charlottenburg die vorläufige In-

solvenzverwaltung über das Vermögen der D._______AG (DE) an. Das In-

solvenzverfahren ist inzwischen abgeschlossen. 

B.  

B.a Wegen Verdachts auf Ausübung einer bewilligungspflichtigen Effekten-

handelstätigkeit ohne entsprechende Bewilligung (Art. 10 Abs. 1 und Art. 2 

lit. d des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel vom 

24. März 1995; Börsengesetz, BEHG, [AS 1997 68]) eröffnete die Eidge-

nössische Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend: «Vorinstanz») gegen 

die A._______AG, B._______ und C._______ ein Verfahren nach Art. 53 

des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 

22. Juni 2007 (FINMAG, SR 956.1). Am 23. Juni 2017 wurde der Be-

schwerdeführerin die Eröffnung des Verfahrens angezeigt und ihr der pro-

visorische Sachverhalt zwecks Stellungnahme zugestellt. Die Vorinstanz 

warf ihr vor, im Rahmen der Platzierung von Effekten der D._______AG 

(DE) gemeinsam mit anderen, eng verflochtenen Akteuren gruppenweise 

eine bewilligungspflichtige Emissionshaustätigkeit i.S.v. Art. 3 Abs. 2 der 

Verordnung vom 2. Dezember 1996 über die Börsen und den Effektenhan-

del (Börsenverordnung, BEHV, [AS 1997 85]) ausgeübt zu haben. 

Dem Enforcementverfahren der FINMA waren Ermittlungen der Staatsan-

waltschaft III des Kantons Zürich gegen B._______ und C._______ u.a. 

wegen Verdachts auf Betrug, Geldwäscherei und eine Emissionshaustätig-

keit ohne Bewilligung i.S.v. Art. 44 Abs. 1 FINMAG vorausgegangen, im 

Rahmen welcher es zur gegenseitigen Amtshilfe kam. Die angefochtene 

Verfügung der Vorinstanz stützt sich massgeblich auf Akten, die von der 

Staatsanwaltschaft übernommen wurden und damit Teil der Vorakten bil-

den (zit. jeweils mit «SA […]»). 

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Seite 4 

B.b Die Beschwerdeführerin bestritt in ihrer Stellungnahme die gruppen-

weise Ausübung einer Emissionshaustätigkeit im Zusammenhang mit dem 

Verkauf von Effekten der D._______AG (DE). Sie habe fast ausschliesslich 

Aktien des Sekundärmarktes weitervermittelt. 

Die Vorinstanz hielt daraufhin im Wesentlichen am provisorisch erstellten 

Sachverhalt fest und schloss das vorinstanzliche Verfahren mit Endverfü-

gung vom 22. März 2018 ab. Gemäss Dispositiv hätten die Parteien ohne 

die erforderliche Bewilligung gewerbsmässigen Effektenhandel betrieben 

und aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt (Ziff. 1); da die Be-

schwerdeführerin die Voraussetzungen für die Erteilung der Bewilligung 

nicht erfülle, sei eine nachträgliche Bewilligungserteilung ausgeschlossen 

(Ziff. 2). Die Vorinstanz verfügt gestützt hierauf: die Auflösung und Liquida-

tion der Beschwerdeführerin (Ziff. 3), die Einsetzung einer Liquidatorin (Ziff. 

4) und die Auferlegung der Liquidationskosten auf die Beschwerdeführerin 

(Ziff. 5); zudem den Entzug der Vertretungsbefugnis der bisherigen Organe 

(Ziff. 6); unter Strafandrohung nach Art. 48 FINMAG (Ziff. 7) das Verbot an 

die bisherigen Organen, ohne Zustimmung der Liquidatorin Rechtshand-

lungen für die Gesellschaft vorzunehmen (Ziff. 8a), sowie die Verpflichtung, 

der Liquidatorin alle Informationen und Unterlagen zu den Geschäftsaktivi-

täten zur Verfügung zu stellen und Zugang zu den Räumlichkeiten zu ver-

schaffen (Ziff. 8b); die Anweisung an das Handelsregisteramt, die Ein-

schränkungen zu vermerken (Ziff. 9); die Publikation der Liquidation auf der 

Internetseite der Vorinstanz (Ziff. 10); überdies die Sperrung von Kontover-

bindungen und Depots (Ziff. 14). Ausserdem wurde gegenüber B._______ 

und C._______ eine Unterlassungsanweisung unter Strafandrohung nach 

Art. 48 FINMAG ausgesprochen (Ziff. 11, 12) und deren Publikation für die 

Dauer von fünf Jahren angeordnet (Ziff. 13). Die vorinstanzlichen Verfah-

renskosten wurden auf CHF 45'000.- gesetzt, wegen der unentgeltlichen 

Rechtspflege von C._______ auf CHF 35'000.- reduziert und in dieser 

Höhe B._______ und der Beschwerdeführerin solidarisch auferlegt (Ziff. 

15).  

C.  

Gegen die Verfügung vom 22. März 2018 erhob die A._______AG am 

8. Mai 2018 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. B._______ 

und C._______ reichten ebenfalls je Beschwerde ein (Verfahren B-

2683/2018 bzw. B-2713/2018). Es wurde ein doppelter Schriftenwechsel 

durchgeführt.  

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Seite 5 

C.a In ihrer Beschwerde beantragt die Beschwerdeführerin die vollumfäng-

liche Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Sie rügt die unvollständige 

und unrichtige Sachverhaltserstellung: Die Verflechtungen zu anderen Ak-

teuren der laut Vorinstanz bestehenden Gruppe bestünden nicht respektive 

seien nicht eng im Sinne des aufsichtsrechtlichen Gruppenkonzepts. Die 

Vorinstanz habe zudem bei der Erstellung des Sachverhalts keine entlas-

tenden Elemente berücksichtigt und dadurch Verfahrensrechte verletzt. In 

materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Bun-

desrecht im Sinne einer falschen Auslegung und Anwendung der Bewilli-

gungsvoraussetzungen gemäss Art. 10 Abs. 1 BEHG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 

BEHV. Anstoss nimmt die Beschwerdeführerin insbesondere an der Zuord-

nung ihrer Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Verkauf von Effekten der 

D._______AG (DE) zum Primärmarkt. Zudem bestreitet sie teilweise die 

Annahme, die von ihr vermittelten Effekten seien zwecks öffentlicher Plat-

zierung (fest) übernommen worden. Ausserdem rügt die Beschwerdefüh-

rerin, die verfügten Massnahmen seien unverhältnismässig und die Höhe 

der Verfahrenskosten ungerechtfertigt.  

Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 21. Dezember 2018 und 

mit Stellungnahme vom 1. März 2019 zur Duplik der Vorinstanz an ihren 

Anträgen und Ausführungen fest. Sie argumentiert unter anderem, dass die 

Bestätigung der gegen B._______ verfügten Massnahmen zu ihrer abseh-

baren Handlungsunfähigkeit führen würde, weswegen sie ein Interesse an 

der Aufhebung der gegen ihre Organe gerichteten Massnahmen habe. In 

materieller Hinsicht widersetzt sie sich dabei der Zuordnung aller anlässlich 

der Formumwandlung der D._______AG (DE) entstandenen Aktien zum 

Primärmarkt. Sie argumentiert überdies, die Vorinstanz habe ungenügend 

begründet bzw. nicht bewiesen, inwiefern die F._______AG (DE) und die 

D._______AG (DE) eine Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn mit der Be-

schwerdeführerin (u.a.) bildeten. Belege einer Absprache mit diesen Ge-

sellschaften hinsichtlich einer arbeitsteiligen Primärmarktplatzierung habe 

die Vorinstanz nicht vorgelegt.  

C.b Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2018 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Formell bestrei-

tet sie die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin bezüglich der 

Massnahmen, die gegen C._______ und B._______ gerichtet sind; nicht 

einzutreten sei auf die Begehren der Beschwerdeführerin auf vollumfängli-

che Aufhebung der angefochtenen Verfügung oder auf Aufhebung der Dis-

positiv-Ziff. 8, 11, 12 und 16. Sie gibt an, sich mit den Einwänden der Be-

schwerdeführerin beschäftigt und deren Vorbringen widerlegt zu haben; sie 

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Seite 6 

verweist dabei auf Anpassungen im Sachverhalt und merkt an, sie habe 

sich in ihrer Begründung überdies zulässigerweise auf die notwendigen 

und für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränkt. Ferner vertieft sie 

die Darlegung der Gründe, die für die Anwendung des aufsichtsrechtlichen 

Gruppenkonzepts und, damit verbunden, für die Annahme der Ausübung 

einer bewilligungspflichtigen Tätigkeit der Gruppe auf dem Primärmarkt 

sprächen. Mit Duplik vom 11. Februar 2019 hält die Vorinstanz an ihren 

Anträgen fest und wiederholt ihre Einschätzung, wonach die A._______AG 

im Verbund mit anderen Akteuren einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen 

Sinn neu geschaffene Effekten auf dem Primärmarkt platziert habe. Sie 

führt dies unter anderem auf die Formumwandlung der D._______AG (DE) 

im August 2009 und Kapitalerhöhungen in diesem Kontext zurück. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde gegen eine Endverfügung auf dem Gebiet der Finanzmarkt-

aufsicht zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes vom 

22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. e des 

Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch die sie unmittelbar als Gesellschaft betreffenden Feststel-

lungen und Anordnungen der angefochtenen Verfügung besonders berührt 

und hat als Verfügungsadressatin insoweit ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 

172.021]; vgl. BGE 136 II 304 E. 2.3.1; Urteil des BGer 2A.230/1999 vom 

2. Februar 2000 E. 1f; Urteil des BGer 2C_894/2014 vom 18. Februar 2016 

E. 3; anders jedoch Urteile des BGer 2C_303/2016 vom 24. November 

2016 E. 2.5.1, 2C_305/2016 vom 24. November 2016 E. 2.1 und 

2C_352/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.2.3).  

1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die umfassende Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz bestreitet die Beschwerdelegitima-

tion hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern, die C._______ und/oder B._______ 

beträfen.  

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Seite 7 

1.4 Beschwerdelegitimiert ist die Beschwerdeführerin, soweit sie selbst be-

troffen ist, in Bezug auf die angefochtene Feststellung in Dispositiv-Ziff. 1, 

wonach sie, B._______ und C._______ «als Gruppe ohne Bewilligung ge-

werbsmässig den Effektenhandel betrieben und damit aufsichtsrechtliche 

Bestimmungen schwer verletzt haben». Einzutreten ist zudem auf die Be-

schwerde in Bezug auf den Entzug der Vertretungsbefugnis der bisherigen 

Organe der Beschwerdeführerin (Dispositiv-Ziff. 6), auf das Verbot an 

diese, ohne Zustimmung der Liquidatorin Rechtshandlungen für die Ge-

sellschaft vorzunehmen (Dispositiv-Ziff. 8a), und auf die Verpflichtung, der 

Liquidatorin alle Informationen und Unterlagen zu den Geschäftsaktivitäten 

zur Verfügung zu stellen und Zugang zu den Räumlichkeiten zu verschaf-

fen (Dispositiv-Ziff. 8b). Dabei handelt es sich um Massnahmen, die sich 

akzessorisch zur angeordneten Liquidation verhalten und mit dieser eng 

zusammenhängen, sodass sie auch in diesem Zusammenhang zu prüfen 

sind. Ebenso verhält es sich betreffend den Hinweis auf die Strafandrohung 

nach Art. 48 FINMAG (Dispositiv-Ziff. 7). Unstrittig einzutreten ist im Übri-

gen auch auf die Anfechtung der Dispositiv-Ziff. 2, 3, 4, 5, 9, 10, 14, 15. 

Nicht beschwerdelegitimiert i.S.v. Art. 48 VwVG ist die Beschwerdeführerin 

bezüglich der gegen B._______ und C._______ gerichteten Unterlas-

sungsanweisung, der damit verbundenen Strafandrohung und der Anord-

nung ihrer Publikation (Dispositiv-Ziff. 11-13), da diese sie nicht besonders 

berühren und ihr ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Än-

derung dieser Anweisungen respektive Anordnungen fehlt. Auf die Begeh-

ren auf Aufhebung dieser Dispositiv-Ziffern ist damit nicht einzutreten. 

Ebenfalls nicht einzutreten ist auf das Rechtsbegehren auf «vollumfängli-

che» Aufhebung der angefochtenen Verfügung insoweit, als damit Dispo-

sitiv-Ziff. 16 mitangefochten ist, die die Vergütung des Honorars der unent-

geltlichen Rechtsbeistände von C._______ betrifft. Diesbezüglich fehlt der 

Beschwerdeführerin die Beschwerdelegitimation.  

Die Anforderungen an Frist und Form der Beschwerdeschrift sind gewahrt 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde ge-

leistet (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). Mit den genannten Einschränkungen ist 

damit auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Dem streitgegenständlichen Vorwurf der Vorinstanz, die Beschwerdeführe-

rin habe sich an einer ohne die erforderliche Bewilligung ausgeübten Emis-

sionshaustätigkeit einer Gruppe beteiligt, liegt ein Sachverhalt zugrunde, 

der sich im Wesentlichen zwischen dem Jahr 2008 und Mai 2016 ereignet 

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Seite 8 

hat. Auf diesen Sachverhalt sind in intertemporaler Hinsicht grundsätzlich 

die in jenem Zeitraum geltenden Rechtssätze, nämlich insbesondere das 

FINMAG und das Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel 

vom 24. März 1995 (Börsengesetz, aBEHG; SR 954.1, in Kraft bis zum 31. 

Dezember 2019) anwendbar (Urteile des BVGer B-5540/2018 vom 17. Au-

gust 2020 E. 2; B-8363/2007 vom 18. Dezember 2008 E. 3.2; Urteile des 

BGer 2C_136/2019 vom 14. Januar 2020 E. 2.1; 2C_122/2018 vom 2. April 

2019 E. 3.1).  

Per 1. Januar 2016 wurde das BEHG zum Grossteil in das neue Finanz-

marktinfrastrukturgesetz vom 19. Juni 2015 (FinfraG, SR 958.1) überführt. 

Die verbleibenden Bestimmungen zu den Effektenhändlern, neu als Wert-

papierhäuser bezeichnet, wurden im Finanzinstitutsgesetz vom 15. Juni 

2018 (FINIG, SR 954.1; in Kraft seit 1. Januar 2020; insb. Art. 2, 41 ff. FI-

NIG) geregelt und das BEHG vollständig aufgehoben (vgl. Botschaft vom 

4. November 2015 zum Finanzdienstleistungsgesetz [FIDLEG] und zum 

Finanzinstitutsgesetz [FINIG] [nachfolgend: Botschaft FIDLEG/FINIG], BBl 

2015 8901, 9032 und 9043). Auch die Verordnung über die Börsen und den 

Effektenhandel vom 2. Dezember 1996 (Börsenverordnung, aBEHV; SR 

954.11. in Kraft bis zum 31. Dezember 2019) wurde per 1. Januar 2020 

aufgehoben (AS 2019 4633, 4674) und durch die Verordnung über die Fi-

nanzinstitute vom 6. November 2019 (Finanzinstitutsverordnung, FINIV, 

SR 954.11) ersetzt.  

 

In der Botschaft wies der Bundesrat darauf hin, dass die in Art. 3 Abs. 2 

und 3 aBEHV geregelten Effektenhändlerkategorien des "Emissionshau-

ses" und des "Derivathauses" in der Praxis keine eigenständige Bedeutung 

erlangt hätten. Ihre gesetzlich umschriebenen Tätigkeitsfelder würden von 

Banken oder Kundenhändlern wahrgenommen. Es rechtfertige sich daher 

nicht, für sie einen eigenen Bewilligungsstatus aufrechtzuerhalten (Bot-

schaft FIDLEG/FINIG, BBl 2015 8901, 9032). Was in der Terminologie des 

bisherigen Rechts als Emissionshaustätigkeit einzustufen war, ist im neuen 

Recht den Tätigkeiten von Wertpapierhäusern zugeordnet, ohne dass sich 

an der materialen Definition dieser weiterhin bewilligungspflichtigen Tätig-

keit etwas geändert hätte.  

 

Weil die der angefochtenen Verfügung zugrundeliegende Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin noch nach dem aBEHG und der aBEHV zu würdigen ist, 

wird im vorliegenden Entscheid auch die Terminologie jener Erlasse ver-

wendet. 

 

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Seite 9 

3.  

Als Aufsichtsbehörde über den Finanzmarkt trifft die Vorinstanz die zum 

Vollzug des Finanzmarktrechts notwendigen Verfügungen und überwacht 

die Einhaltung der gesetzlichen und reglementarischen Vorschriften. Erhält 

sie Kenntnis von Verstössen gegen die Gesetze des Finanzmarktrechts  

oder von sonstigen Missständen, sorgt sie für deren Beseitigung und für 

die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands (Art. 31 FIN-

MAG). Ihre Aufsicht ist nicht auf unterstellte Betriebe beschränkt, sondern 

er-streckt sich auf die Abklärung der Bewilligungspflicht und die Ermittlung 

von Personen, die finanzmarktrechtswidrige Tätigkeiten ausüben. Im Falle 

hinreichend konkreter Anhaltspunkte für eine bewilligungspflichtige Ge-

schäftstätigkeit trifft sie die notwendigen Anordnungen (Art. 37 Abs. 3 FIN-

MAG; vgl. BGE 135 II 356 E. 3.1 und BGE 132 II 382 E. 4.2). Bei der Wahl 

des geeigneten Mittels hat die Vorinstanz im Rahmen der allgemeinen Ver-

fassungs- und Verwaltungsgrundsätze (Willkürverbot, Rechtsgleichheits- 

und Verhältnismässigkeitsgebot, Treu und Glauben) in erster Linie den 

Hauptzwecken der finanzmarktrechtlichen Gesetzgebung, dem Schutz der 

Gläubiger und Anleger einerseits und der Lauterkeit des Kapitalmarkts an-

dererseits, Rechnung zu tragen (Anleger- und Funktionsschutz). Die Auf-

sicht der Vorinstanz ist dabei nicht auf die ihr bereits unterstellten Betriebe 

beschränkt, sondern erfasst auch die Abklärung der finanzmarktrechtlichen 

Bewilligungspflicht und die Ermittlung von Finanzintermediären, die in Ver-

letzung gesetzlicher Bestimmungen tätig sind. Sie ist berechtigt, die in den 

Finanzmarktgesetzen vorgesehenen Mittel auch gegenüber Instituten und 

Personen einzusetzen, deren Unterstellungs- oder Bewilligungspflicht um-

stritten ist. Liegen hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass eine 

bewilligungspflichtige Geschäftstätigkeit ausgeübt werden könnte, ist die 

Vor¬instanz befugt und verpflichtet, die zur Abklärung erforderlichen Infor-

mationen einzuholen und die nötigen Anordnungen zu treffen. Diese kön-

nen bis zum Verbot der betreffenden Tätigkeit sowie zur Auflösung und Li-

quidation eines Unternehmens reichen (Art. 37 Abs. 3 FINMAG; BGE 135 

II 356 E. 3.1 und BGE 132 II 382 E. 4.2, je m.w.H.).  

4.  

Streitgegenstand ist, ob die Beschwerdeführerin anlässlich der Vermittlung 

von D._______AG-Effekten an einer ohne Bewilligung ausgeübten, bewil-

ligungspflichtigen Effektenhandelstätigkeit nach Art. 10 aBEHG i.V.m. Art. 

2 Abs. 1 aBEHV in der Form einer Emissionshaustätigkeit teilnahm, indem 

sie in Koordination mit anderen Akteuren einer Gruppe im aufsichtsrechtli-

chen Sinn handelte, die gewerbsmässig Effekten, die von Drittpersonen 

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Seite 10 

ausgegeben worden sind, fest oder in Kommission übernahm und öffent-

lich auf dem Primärmarkt anbot (vgl. Art. 3 Abs. 2 aBEHV).  

Die Beschwerdeführerin rügt zunächst in unterschiedlicher Hinsicht sinn-

gemäss eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren und des recht-

lichen Gehörs (Art. 29 Abs. 1 BV). Die Vorinstanz habe im Rahmen der 

Sachverhaltserstellung die Erklärungen und «entlastenden» Darlegungen 

der Beschwerdeführerin ohne jegliche Würdigung übergangen und die Be-

weise nicht unvoreingenommen gewürdigt. 

Auf diese formelle Rüge ist vorab einzugehen:  

4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV und 

die damit verbundene Begründungspflicht bedeuten nicht, dass sich die 

verfügende Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

zusetzen und jedes einzelne Vorbringen in der Verfügung respektive im 

Entscheid zu widerlegen hätte. Sie kann sich vielmehr auf die notwendigen, 

für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 140 II 262 E. 

6.2; BGE 136 I 184 E. 2.2.1; Urteil des BVGer B-1048/2018 vom 19. Mai 

2020 E. 4.1.1-4.1.3). 

Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz das rechtliche Ge-

hör der Beschwerdeführerin verletzt oder ihre Begründungspflicht missach-

tet haben sollte: Die detaillierte Sachverhaltsdarstellung und die Dichte der 

Belege zeugen vielmehr davon, dass sich die Vorinstanz pflichtgemäss mit 

dem Untersuchungsgegenstand und den Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin auseinandersetzte. Nach Eingang der Stellungnahme zum provisori-

schen Sachverhalt hat die Vorinstanz zudem gewisse Anpassungen am 

Sachverhalt vorgenommen und Belege ergänzt. Dass sich der Sachverhalt 

gemäss angefochtener Verfügung nur geringfügig vom provisorisch erstell-

ten Sachverhalt unterscheidet, zu dem sich die Beschwerdeführerin im  

vorinstanzlichen Verfahren geäussert hatte, ist nicht als Indiz der Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs zu sehen, sondern spricht vielmehr dafür, 

dass bereits der provisorische Sachverhalt sorgfältig erstellt worden war 

und sich auf umfassende Belege stützte. Zudem hat die Beschwerdefüh-

rerin mit ihrer Stellungnahme zum provisorischen Sachverhalt nicht etwa 

neue rechtserhebliche Belege eingereicht, sondern vor allem ihre alterna-

tive Deutung der belegten Umstände offeriert. Dass die Sachverhaltsdar-

stellung der Vorinstanz in der Folge weitgehend unverändert blieb, ist unter 

dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht 

unproblematisch. In den Akten sind denn auch keine Belege ersichtlich, 

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Seite 11 

deren Berücksichtigung zu einer anderen, aus Sicht der Beschwerdeführe-

rin günstigen Sachverhaltsdarstellung führen müsste.  

Die Beschwerdeführerin legt im Übrigen nicht substantiiert dar, welche ent-

scheidwesentlichen Sachverhaltselemente die Vorinstanz trotz Vorbringen 

der Beschwerdeführerin übergangen hätte. Gerade in Bezug auf die An-

nahme der Gruppenverbindung zur F._______AG (DE) und zur 

D._______AG (DE), welche die Beschwerdeführerin besonders bean-

standet, sind die Überlegungen, von denen sich die Vorinstanz leiten liess, 

ohne weiteres erkennbar. Damit ist der angefochtene Entscheid auch so 

begründet, dass eine Anfechtung in Kenntnis der Entscheidungsgründe 

möglich ist.  

Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive der Begründungs-

pflicht, wie sie die Beschwerdeführerin sinngemäss rügt, kann folglich nicht 

die Rede sein.  

4.2 Soweit die Beschwerdeführerin dagegen sinngemäss eine Verletzung 

der Untersuchungsmaxime gemäss Art. 53 FINMAG i.V.m. Art. 12 VwVG 

oder eine Verletzung der Verfahrensfairness (Art. 29 Abs. 1 BV) dadurch 

rügen sollte, dass die Vorinstanz ihre Erklärungen und «entlastenden» Dar-

legungen ungenügend berücksichtigt habe, ist ihr ebenfalls nicht zu folgen. 

Dass die angefochtene Verfügung mehr belastende als entlastende Ele-

mente aufführt, ist jedenfalls in casu nicht Ausdruck eines voreingenomme-

nen Vorgehens. Es zeugt vielmehr davon, dass sich die von der Vorinstanz 

dargelegten Sachverhaltselemente und Belege plausibel zu einem Ge-

samtbild zusammenfügen, das der «entlastenden» Darlegung der Be-

schwerdeführerin weitgehend widerspricht. Es liefe der Untersuchungsma-

xime zuwider, wenn sich die Vorinstanz in dieser Konstellation künstlich um 

ein Gleichgewicht entlastender und belastender Momente in der Sachver-

haltsdarstellung bemühen würde. Der Vorwurf der Voreingenommenheit 

der Vorinstanz stösst sich überdies daran, dass diese keineswegs bei ers-

ter Gelegenheit, also etwa anlässlich ihrer Vorabklärungen im März 2010, 

ein Verfahren gegen die Beschwerdeführerin anstrengte, sondern erst im 

Jahr 2016 infolge der Eröffnung eines Strafverfahrens durch die Staatsan-

waltschaft des Kantons Zürich. 

Damit erweisen sich die sinngemässen Rügen der Beschwerdeführerin be-

züglich einer Verletzung der Untersuchungsmaxime, des Ermessensmiss-

brauchs beim Erstellen des Sachverhalts, der Voreingenommenheit oder 

B-2714/2018 

Seite 12 

einer Verletzung der Verfahrensfairness, soweit überhaupt genügend sub-

stantiiert, als unbegründet.  

4.3 Soweit die Rügen auf die Sachverhaltswürdigung der Vorinstanz hin-

sichtlich der Verbindungen der Beschwerdeführerin zu anderen Beteiligten 

(dazu insb. E. 5.1) oder auf die Kriterien einer Emissionshaustätigkeit (dazu 

E. 5.2-5.6) zielen, welchen die Beschwerdeführerin ihre abweichende Deu-

tung entgegenstellt, wird hierauf in den nachfolgenden Erwägungen einzu-

gehen sein. 

5.  

Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin gemeinsam mit anderen Akteuren 

gruppenweise ohne die erforderliche Bewilligung eine unterstellungspflich-

tige Emissionshaustätigkeit ausgeübt hat.  

5.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine unvollständige und unrichtige Erstel-

lung des Sachverhalts durch die Vorinstanz. Anstoss nimmt sie vor allem 

an der Feststellung der Vorinstanz, sie habe das Geschäft mit 

D._______AG-Effekten gemeinsam mit anderen Beteiligten einer Gruppe 

im aufsichtsrechtlichen Sinn in koordinierter Weise ausgeübt. Diese Fest-

stellung ist in einem ersten Schritt (E. 5.1) zu überprüfen. Ist von einer 

gruppenweisen Tätigkeit auszugehen, wird bei Prüfung der Kriterien der 

Unterstellungspflicht für Emissionshäuser nach Art. 10 aBEHG i.V.m. Art. 2 

Abs. 1 aBEHV und Art. 3 Abs. 2 aBEHV eine Gesamtbetrachtung einzu-

nehmen sein (E. 5.2-5.6): 

5.1.1 Die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin äussern sich wie folgt: 

5.1.1.1 Die Vorinstanz zählt zur Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn, in de-

ren Rahmen sich die Beschwerdeführerin an einer unerlaubten Emissions-

haustätigkeit mit Effekten der D._______AG (DE) beteiligt haben soll, na-

mentlich auch B._______, C._______, die E._______Ltd (BVI), die 

K._______Corp (BVI) (…), die F._______AG (DE) und die D._______AG 

(DE) sowie wohl G._______ (vgl. angefochtene Verfügung Rz. 7, 8, 19-23, 

27, 29 und 30). Als Beleg führt die Vorinstanz Auszüge aus der Korrespon-

denz der Beteiligten und andere Indizien einer koordinierten Gruppentätig-

keit auf. Enge Verflechtungen der Beschwerdeführerin und ihrer Organe 

auch mit der F._______AG (DE) und der D._______AG (DE) begründet sie 

insbesondere mit Verweis auf mehrere Indizien einer koordinierten Mitwir-

kung dieser zwei Gesellschaften an der Vorbereitung des Verkaufs von 

B-2714/2018 

Seite 13 

D._______AG-Effekten an unbeteiligte Anleger durch die Beschwerdefüh-

rerin respektive die E._______Ltd (BVI) in den Jahren 2008 bis 2016. Sie 

hebt hervor, dass die von B._______ und C._______ beherrschte 

E._______Ltd (BVI) zu gewissen Zeiten die anteilsmässig grösste Aktionä-

rin der D._______AG (DE) gewesen sei und mit der ebenfalls von den Or-

ganen der A._______AG beherrschten K._______Corp (BVI) über die 

Mehrheit der Aktien verfügt habe. Aufgrund der Beherrschung der 

E._______Ltd (BVI) durch die Verantwortlichen und hauptsächlichen Inha-

ber der Beschwerdeführerin rechnet die Vorinstanz auch Kontakte der 

E._______Ltd (BVI) zur F._______AG (DE) und zur D._______AG (DE) 

der Beschwerdeführerin zu. Sie betont, dass in der Korrespondenz der 

E._______Ltd (BVI) respektive ihrer Direktorin mit der F._______AG (DE) 

und der D._______AG (DE) in Bezug auf Entscheidungen betreffend das 

Geschäft mit D._______AG-Effekten wiederholt auf eine vorgängige Be-

sprechung oder Abstimmung der F._______AG (DE) mit B._______ oder 

C._______ Bezug genommen werde (vgl. angefochtene Verfügung Rz. 22-

33 und 50-52). Die Vorinstanz führt zudem folgende Indizien auf: ein 

Schreiben von G._______ vom 6. November 2009, wonach dieser mit den 

Verantwortlichen der A._______AG einen Pool-Vertrag zur gemeinsamen 

Kontrolle der D._______AG (DE) vereinbart habe; ein Fax der 

F._______AG (DE) an die E._______Ltd (BVI) mit Entwurf eines «Options-

Aktienkaufvertrag[s]» vom Oktober 2009 zur Regelung der Übertragung 

von D._______AG-Effekten von der F._______AG (DE) auf die 

E._______Ltd (BVI), welcher bereits zwischen der A._______AG und der 

F._______AG (DE) einvernehmlich abgestimmt worden sei und den die Di-

rektorin der E._______Ltd (BVI) daher nur gegenzeichnen sollte; die Kor-

respondenz betreffend den Rückgriff der F._______AG (DE) auf die 

E._______Ltd (BVI) im Zusammenhang mit Steuernachforderungen, zu 

welchen es infolge von Kapitalerhöhungen der D._______AG (DE) gekom-

men war. Auf eine Gruppenverbindung deuten aus Sicht der Vorinstanz 

ausserdem die hohen Provisionseinnahmen der A._______AG von 20-25 

% und manchmal bis zu 30 % des Verkaufspreises für die D._______AG-

Effekten und die übrigen Kapitalflüsse zugunsten der Organe der 

A._______AG aus dem Kapital der angeworbenen Anleger. 

5.1.1.2 Die Beschwerdeführerin argumentiert einerseits, es fehle an einem 

zielgerichteten und gemeinsamen Vorgehen, sodass keine Gruppe im auf-

sichtsrechtlichen Sinn bestehe und keine unterstellungspflichtige Tätigkeit 

ausgeübt worden sei. Die E._______Ltd (BVI), für welche die Beschwer-

deführerin Effekten platzierte, sei mit ihr nicht unter einheitlicher Leitung 

gestanden. Für die E._______Ltd (BVI) habe sie auf vertraglicher Basis die 

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Seite 14 

Effekten an Privatanleger vermittelt, den Abschluss der Kaufverträge be-

gleitet und sich um Inkasso und Zuteilungsbestätigungen an die Käufer ge-

kümmert. Die Kontakte zur E._______Ltd (BVI) und zu ihrer Direktorin 

seien nicht über das geschäftlich Notwendige hinausgegangen; «allen-

falls» habe eine Verbindung zwischen B._______ bzw. C._______ mit der 

E._______Ltd (BVI) bestanden. Dass sie oder ihre Organe im Rahmen von 

Verhandlungen mit der F._______AG (DE) oder Gesprächen mit Dritten für 

die E._______Ltd (BVI) auftrat und handelte, soll nicht ihre Kontrolle der 

E._______Ltd (BVI) belegen, sondern im Grundverhältnis zur 

E._______Ltd (BVI) als Verkäuferin der Effekten und den einzelnen Anle-

gern gründen.  

Was die Verbindung zur F._______AG (DE) bzw. zur D._______AG (DE) 

angeht, argumentiert die Beschwerdeführerin, es fehle an der laut Grup-

penpraxis erforderlichen Intensität und Qualität der Kontakte, da nicht ko-

ordiniert, arbeitsteilig und zielgerichtet eine der Finanzmarktaufsicht unter-

stellte Tätigkeit ausgeübt worden sei. Auch sei nicht versucht worden, 

durch arbeitsteiliges Vorgehen die Bewilligungspflicht zu umgehen. Im Ver-

hältnis zur F._______AG (DE) und zur D._______AG (DE) sei zudem kein 

einheitliches Auftreten, keine Verwischung der rechtlichen und buchhalte-

rischen Grenzen, kein faktisch gleicher Geschäftssitz gegeben; auch gäbe 

es keine undurchsichtigen Beteiligungsverhältnisse betreffend andere der 

Gruppe zugeordnete Akteure. Die E._______Ltd (BVI) habe zu gewissen 

Zeiten eine sehr wesentliche Beteiligung an der D._______AG (DE) gehal-

ten, doch dies grösstenteils nur «treuhänderisch» für diverse (von der Be-

schwerdeführerin vermittelte) Anleger. Weil der Einfluss auf die 

D._______AG (DE) von der Willensbildung zahlreicher Treugeber abhing, 

könne nicht von einem wesentlichen Einfluss der E._______Ltd (BVI) auf 

die D._______AG (DE) ausgegangen werden. Die Zusammenrechnung 

der Beteiligung der K._______Corp (BVI) an der D._______AG (DE) mit 

den treuhänderisch gehaltenen Beständen der E._______Ltd (BVI) sei un-

zulässig. Den von G._______ erwähnten Poolvertrag, demzufolge die ge-

meinsame Kontrolle (der F._______AG (DE), der Beschwerdeführerin und 

der E._______Ltd (BVI)) über die D._______AG (DE) sichergestellt wer-

den sollte, kenne die Beschwerdeführerin nicht.  

Zu den Kontakten zur F._______AG (DE) und zur D._______AG (DE) wen-

det die Beschwerdeführerin insbesondere ein, sie habe im Sinne einer ver-

traglichen Nebenleistung jeweils aktuelle Unterlagen der D._______AG 

(DE) aus praktischen Gründen direkt bei der Geschäftsführung der 

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Seite 15 

D._______AG (DE) eingeholt und den Anlegern zugestellt. In die Herstel-

lung von Quartalsberichten und anderer Dokumente der D._______AG 

(DE) will sie nicht involviert gewesen sein. Ihr seien die Dokumente nicht 

zwecks vorgängiger Abstimmung, sondern bei Bedarf zur Information zur 

Verfügung gestellt worden. Ein massgeblicher Einfluss auf diese Unterneh-

men sei nicht belegt. Zwar habe die E._______Ltd (BVI) den Erwerb 

zwecks Haltens und Weiterveräusserns einer grösseren Beteiligung an der 

D._______AG (DE) bezweckt, doch hätten sich die E._______Ltd (BVI) ei-

nerseits und die D._______AG (DE) und F._______AG (DE) anderseits 

vollständig unabhängig voneinander bewegt und eigene Interessen ver-

folgt. Dass die Beschwerdeführerin im Auftrag der E._______Ltd (BVI) Ver-

träge mit der F._______AG (DE) ausgehandelt habe, zeuge von der Unab-

hängigkeit dieser Unternehmen. Sähe man darin eine Abstimmung, be-

legte dies nur eine Verflechtung der F._______AG (DE) mit der 

E._______Ltd (BVI).  

Auch in Bezug auf die H._______Ltd, die J._______Ltd und M._______ 

bestreitet die Beschwerdeführerin die Existenz einer relevanten Verflech-

tung mit ihr und den übrigen Beteiligten. Es sei falsch, den Erwerb von 

D._______AG-Effekten durch diese Gesellschaften respektive M._______ 

als wirtschaftlich nicht real einzustufen.  

5.1.2 In Bezug auf das aufsichtsrechtliche Gruppenkonzept und auf die be-

weiswürdigungsrechtlichen Grundsätze bei der Erstellung des gruppenre-

levanten Sachverhalts ist folgendes festzuhalten:   

5.1.2.1 Der Unterstellung von Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn unter 

die Aufsicht der FINMA liegt die Überlegung zugrunde, dass die Bewilli-

gungspflicht und die finanzmarktrechtliche Aufsicht nicht dadurch umgan-

gen werden sollen, dass einzelne Unternehmen bzw. Personen für sich al-

lein nicht alle Voraussetzungen für die Unterstellungspflicht erfüllen, im Re-

sultat aber gemeinsam dennoch eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausü-

ben. Trotz formaljuristischer Trennung der Strukturen rechtfertigt sich zum 

Schutz des Finanzmarktes und der Anleger jedenfalls dann finanzmarkt-

rechtlich eine einheitliche, wirtschaftliche Betrachtungsweise, wo zwischen 

den einzelnen involvierten Personen und/oder Gesellschaften enge wirt-

schaftliche, organisatorische oder personelle Verflechtungen bestehen und 

vernünftigerweise nur eine Gesamtbetrachtung den faktischen Gegeben-

heiten und der Zielsetzung der Finanzmarktaufsicht gerecht werden (vgl. 

BGE 136 II 43 E. 4.3 und E. 6.3.3; BGE 135 II 356 E. 3.2; Urteile des BVGer 

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Seite 16 

B-2188/2016 vom 4. Dezember 2017 E. 3.1.4 und B-6736/2013 vom 22. 

Mai 2014 E. 4.2). 

Ein gruppenweises Vorgehen liegt praxisgemäss vor, wenn die Beteiligten 

gegen aussen als Einheit auftreten oder wenn aufgrund der Umstände an-

zunehmen ist, dass ausdrücklich oder stillschweigend koordiniert – arbeits-

teilig und zielgerichtet – eine gemeinsame Aktivität im aufsichtsrechtlichen 

Sinn verfolgt wird. Die Praxis nennt als Indizien solcher Gruppenverhält-

nisse das Verwischen der rechtlichen und buchhalterischen Grenzen zwi-

schen den Beteiligten, faktisch gleiche Geschäftssitze, undurchsichtige Be-

teiligungsverhältnisse und das Zwischenschalten von Treuhandstrukturen 

(vgl. BGE 136 II 43 E. 4.3.1; BGer 2C_89/2010 vom 10. Februar 2011 E. 

3.1 und 3.2; je m.H.). Blosses Parallelverhalten reicht nicht aus. Umgekehrt 

ist eine gemeinsame Umgehungsabsicht gemäss ständiger Praxis nicht er-

forderlich, da die von der Gruppe ausgehende Gefahr nicht von den Inten-

tionen der einzelnen Gruppenmitglieder abhängt (vgl. BVGE 2019 IV/4 E. 

4.3.6.1; Urteil des BVGer B-2188/2016 vom 4. Dezember 2017 E. 3.1.4; 

Urteile des BGer 2C_89/2010 vom 10. Februar 2011 E. 3.2; 2C_898/2010 

vom 29. Juni 2011 E. 2.2 und 3.1 f., je m.w.H.). Die Voraussetzung einer 

solchen Absicht liesse sich nicht mit den Zwecken des Anleger- und Markt-

schutzes vereinbaren (statt vieler etwa Urteil des BGer B-6736/2013 vom 

22. Mai 2014 E. 4.2). Daraus folgt auch, dass diese Praxis nicht so zu ver-

stehen ist, als wäre eine Umgehungsabsicht wenigstens einzelner Grup-

penakteure erforderlich (vgl. Urteil des BVGer B-3776/2009 vom 7. Okto-

ber 2010 E. 4.1.2, wo es hiess, es sei «keine Umgehungsabsicht» erfor-

derlich). Einem solchen Erfordernis fehlte letztlich die gesetzliche Grund-

lage. Denn während die Unterstellung aufsichtsrechtlicher Gruppen einer 

konstanten, teleologisch fundierten Praxis zu Art. 10 aBEHG i.V.m. Art. 2 

Abs. 1 aBEHV entspricht, ist keine Grundlage für eine richterliche Ergän-

zung der Voraussetzungen der Bewilligungspflicht um das subjektive Kri-

terium der Umgehungsabsicht ersichtlich. Damit ist auch für die einzelnen 

Beteiligten der Gruppe keine Umgehungsabsicht vorauszusetzen. 

5.1.2.2 Geht die FINMA von einem Gruppenverhältnis aus, hat sie die Ge-

gebenheiten darzulegen, auf denen die Annahme einer gruppenweisen Ko-

ordination im aufsichtsrechtlichen Sinn gründet. Umgekehrt trifft die Beauf-

sichtigten eine Auskunfts- und Mitwirkungspflicht (Art. 29 Abs. 1 FINMAG), 

die praxisgemäss im Zweifelsfall weit auszulegen ist (BGE 126 II 111 E. 3b; 

BGer-Urteil 2C_1097/2014 vom 6. Oktober 2015 E. 2.2). Sie umfasst die 

Erteilung sämtlicher Auskünfte sowie die Herausgabe aller Unterlagen, die 

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Seite 17 

zur Ausübung der Aufsichtstätigkeit und Abklärung einer Unterstellungs-

pflicht benötigt werden (BGE 121 II 147 E. 3a, Urteil des BGer 2A.509/1999 

vom 24. März 2000 E. 3b; Urteil des BVGer B-5540/2018 vom 17. August 

2020 E. 4.9.4). Während den Betroffenen bei Vorabklärungen der FINMA 

nur eingeschränkt Mitwirkungsrechte zukommen (vgl. BGE 136 II 304 E. 

6.3; MANUEL BLATTER, Rechtsstaatliche Garantien im Enforcementverfah-

ren der FINMA, Zürich 2019, S. 17; EVA SCHNEEBERGER, Verfahrensfragen, 

in: Eidgenössische Finanzmarktaufsicht finma [Hrsg.], Sonderbulletin, 

2/2013 [70-88], S. 73; ZULAUF/WYSS ET AL., Finanzmarktenforcement, 2. 

Aufl. 2014, S. 67), sind gemäss Art. 29 Abs. 1 FINMAG die Beaufsichtigten 

bzw. die eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausübenden Personen bereits 

im Vorabklärungsverfahren gehalten, der FINMA auf Anfrage wahrheitsge-

mäss und vollständig Auskunft zu erteilen (CAROLE C. BECK, Enforcement-

verfahren der FINMA und Dissonanz zum nemo tenetur-Grundsatz, Zürich 

2019, S. 34 f. Rz. 88 ff.; vgl. CLAUDIA M. FRITSCHE/NADINE STUDER, Arbeits-

produkte interner Untersuchungen, in: AJP 2018 S. 168, S. 172 f.; BLATTER, 

a.a.O., S. 115 und S. 239; vgl. auch PIERRE TSCHANNEN, Systeme des All-

gemeinen Verwaltungsrechts, 2008, S. 92 f.). Wird unvollständig oder un-

genau Auskunft erteilt, ist dies bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen 

(vgl. Urteile des BVGer B-5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.9.4; B-

561/2014 vom 19. September 2017 E. 3.7.3.3; vgl. auch Urteile des BGer 

2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.3.3 und 2A.324/1993 vom 2. März 

1994 E. 3c; MÜLLER/HAAS/STAUBER, a.a.O., S. 394). Betroffene, die irre-

führend Auskunft erteilen, schaden letztlich der eigenen Kredibilität. Sie tra-

gen in der Folge das Risiko, dass ihre zur Entlastung vorgebrachten Aus-

führungen nicht überzeugen und aus der Indizienlage zu ihrem Nachteil 

Schlüsse gezogen werden, die sich in einer solchen Konstellation gerade 

auch aufgrund allgemeiner Regeln der Plausibilität aufdrängen (vgl. BGer 

2C_829/2013 vom 7. März 2014, E. 4.4.3; Urteile des BVGer B-8227/2007 

vom 20. März 2009 E. 7.3.2; B-5540/2018 vom 17. August 2020 E. 4.9.4, 

vgl. auch BGE 130 II 482 E. 3.2).  

Besonderes Gewicht hat die Mitwirkung in Bezug auf Umstände, die eine 

Partei besser kennt als die Behörden und die diese ohne Mitwirkung nicht 

oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnten, und auf Fakten, die 

dem äusseren Anschein oder der allgemeinen Lebenserfahrung widerspre-

chen und für deren Bestand die Behörde ohne Hinweis der Parteien keine 

Anhaltspunkte hätte (CHRISTOPH AUER/ANJA M. BINDER, in: Auer/Mül-

ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, 2. Aufl., Zürich 2019, S. 247 Rz. 

4 m.H.). Verstärkte Bedeutung erfährt die Mitwirkungspflicht dabei nament-

B-2714/2018 

Seite 18 

lich dort, wo von den Betroffenen mitverursachte Umstände die Sachver-

haltserstellung notorisch erschweren. So ist bei ungewöhnlichen Geschäf-

ten (Kriterium des Drittvergleichs), komplexen internationalen Geschäfts- 

und Rechtsbeziehungen oder der Zwischenschaltung von betrieblich über-

flüssigen, ausländischen Sitzgesellschaften von einer aufsichtsrechtlichen 

Gruppe auszugehen, sofern die Indizienlage mangels fundierter Darlegun-

gen der Partei keine andere plausible Erklärung nahelegt (vgl. analog dazu 

aus der Steuerrechtspraxis des Bundesgerichts: BGer 2C_16/2015 vom 6. 

August 2015, E.2.5.1-2.5.5, wonach bei Vorliegen ungewöhnlicher Ge-

schäftsvorgänge von einer verdeckten Vergütung an den wirtschaftlich Be-

rechtigten auszugehen ist, wenn es keine andere plausible Erklärung gibt; 

Urteile des BGer 2C_88/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 2.1.2; 2C_199/2009 

vom 14. September 2009 E.3.2 und 2C_524/2010 vom 16. Dezember 2010 

E.2.4, betr. die umfassende Mitwirkungspflicht der Steuerpflichtigen bei in-

ternationalen Geschäfts- und Rechtsbeziehungen und die hiermit verbun-

denen Folgen der Beweiswürdigung; vgl. auch, betr. die Mitwirkungspflicht 

nach Art. 29 FINMAG, BGer 2C_829/2013 vom 7. März 2014, E. 4.4.3 f.).  

5.1.3 Zu klären ist, ob die Vorinstanz im Zusammenhang mit ihrer Feststel-

lung des Vorliegens der Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn und eines ko-

ordinierten Vorgehens beim Geschäft mit D._______AG-Effekten den 

rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig erstellte.   

5.1.3.1 Die Beschwerdeführerin wurde in den Jahren 2008 bis 2016 wäh-

rend des Geschäfts mit dem Verkauf von D._______AG-Effekten von 

B._______ und C._______ geführt. Diese hielten zusammen ca. fünf 

Sechstel aller 3000 Namenaktien (B._______ hielt 1530 und ab 2015 dann 

1999 Namenaktien, C._______ deren 1001). B._______ war Verwaltungs-

ratsmitglied und hatte Einzelunterschrift; C._______ war ebenfalls in füh-

render Weise beteiligt und ist daher ebenfalls als (faktisches) Organ einzu-

stufen (vgl. SA 50301168, 50301182, 50301201, 50301203 f., 50802150 

und 30601142: «Managing Partner» der A._______AG gemäss E-Mail-Sig-

natur; SA 30601005; 30601087 ff.; 41101061 f.). In einer Auskunft der 

A._______AG zuhanden der FINMA vom April 2010 wird C._______ als 

Mitglied der Geschäftsleitung/Projektleiter bezeichnet und neben 

B._______ als Kontaktperson angegeben (G01160390 1 S. 041, Ziff. 4). 

Der im Handelsregister als Geschäftsführer fungierende N._______ hatte 

dagegen keine Führungsposition inne. B._______ und C._______ waren 

vielmehr die beiden faktisch geschäftsführenden Organe der 

A._______AG, wobei sie wohl hierarchisch auf gleicher Stufe standen (vgl. 

SA 41319030, 41319033, 41319039 f., 41319044 ff) und zueinander ein 

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gutes, freundschaftliches Verhältnis pflegten (vgl. Form und Inhalt der Kor-

respondenz der beiden: SA 50802207; 30701056; 50802189). Auf eine 

gleichrangige Beteiligung an der Führung der Beschwerdeführerin durch 

B._______ und C._______ deutet auch die Korrespondenz Dritter mit res-

pektive zu den beiden (vgl. SA 50301202; 50301325; 50802219; 

50301387; 50301189; vgl. auch SA 50301168) und die Aufteilung der Ein-

nahmen (vgl. Tabelle der Geldflüsse in SA 31201039-31201086).  

Die genannten beiden Organe der A._______AG, B._______ und 

C._______, waren überdies gemeinsam und zu gleichen Teilen an der 

E._______Ltd (BVI) wirtschaftlich berechtigt. Gegenüber Dritten gab die 

E._______Ltd (BVI) aber eine andere Person als wirtschaftlich berechtigt 

an, z.T. auch in beglaubigter Form (SA 40101012, betr. Establishment of 

the Beneficial Owner’s Identity vom (…) Dezember 2010; vgl. SA 

41305082, Falschangabe des wirtschaftlich Berechtigten mit Beglaubigung 

des Fürstlichen Landgerichts vom (…) Oktober 2013; vgl. überdies SA 

41305338; 41307009; 41305037 ff. und 41305089; ferner SA 41305453). 

Die E._______Ltd (BVI) wurde dabei indirekt kontrolliert, mithilfe einer 

Treuhänderin aus dem Fürstentum Liechtenstein. Diese betätigte sich da-

bei als einziges Stiftungsratsmitglied zweier Stiftungen, deren Begünstigte 

B._______ und C._______ waren. Die Treuhänderin fungierte zudem als 

Direktorin der E._______Ltd (BVI). Sie führte die von B._______ oder 

C._______ angeordneten (Rechts-)Handlungen aus. Dabei korrespon-

dierte sie auch mit der D._______AG (DE) und der F._______AG (DE) (vgl. 

SA 50802243 ff., 50802300, 50802311; 30601078, 30401001; 50802297 

ff.; vgl. auch SA 41305383 ff.). Die wirtschaftliche Berechtigung von 

B._______ und C._______ zeigt sich vor allem daran, dass sie sich insge-

samt knapp EUR 20 Mio. der von Anlegern zum Kauf der D._______AG-

Effekten überwiesenen Gelder zufliessen liessen (vgl. SA 31201039-

31201086). Die Treuhänderin führte die entsprechenden Transaktionen 

aus (SA 50802218; 50802292; vgl. SA 50802228). Ein wesentlicher Teil der 

Gelder floss indirekt auf Konten der Organe der A._______AG, via Konten 

einer auf den britischen Jungferninseln domizilierten Gesellschaft der frag-

lichen Treuhänderin. Wesentliche Ausschüttungen erfolgten sodann über 

die Abhebung und Übergabe von Bargeld im Umfang von insgesamt über 

CHF 10 Mio. sowie über Kassentransaktionen (vgl. SA 31201020 ff.). 

C._______ und B._______ liessen sich aus den Geldern unter anderem 

Ferienrechnungen begleichen, wobei sie sich etwa je eine Luxusreise auf 

die Malediven (z.T. via Dubai) leisteten, für welche insgesamt eine Viertel-

million CHF an den Reiseveranstalter überwiesen wurde (vgl. SA 

B-2714/2018 

Seite 20 

50802275 ff.). C._______ und B._______ kamen dabei zu gleichen Antei-

len in den Genuss dieser Zahlungen (vgl. SA 31201023). Zudem ergibt sich 

aus den Akten, dass sie die Geschäfte der E._______Ltd (BVI) gemeinsam 

führten, einerseits indem die Direktorin gemäss Weisungen der Organe der 

A._______AG oder nach Rücksprache mit zumindest einem der beiden 

handelte (vgl. SA 41319029 f.; 41319073; 41319033; 41101061 f.; vgl. 

auch SA 50301177), anderseits indem sie sich von der Direktorin bevoll-

mächtigen liessen, auch direkt für die Gesellschaft zu handeln (vgl. SA 

50301175; 50301056; vgl. auch SA 50802028). Bereits deshalb ist die 

These, die Verbindung der Beschwerdeführerin zur E._______Ltd (BVI) sei 

nicht übers geschäftlich Notwendige hinausgegangen, unhaltbar. Die 

E._______Ltd (BVI) wurde von Zürich aus über eine Treuhänderin aus dem 

Fürstentum Liechtenstein geführt; sie hatte keine eigenen Räumlichkeiten 

und unterhielt kein Personal. Als «Kooperationsvereinbarung» betitelte 

Verträge der E._______Ltd (BVI) mit der Beschwerdeführerin, welche ei-

nige Bedingungen der «Vermittlung» der D._______AG-Effekten an Privat-

anleger regelten, wurden für die Beschwerdeführerin durch B._______ und 

für die E._______Ltd (BVI) durch deren Direktorin bzw. die Treuhänderin 

unterzeichnet, die gemäss Weisungen der Organe der A._______AG han-

delte. Die A._______AG kümmerte sich mithilfe der Direktorin um Formu-

lierung, Versand und Abwicklung der Beteiligungsverträge (Aktienkaufver-

träge) an die erfolgreich angeworbenen Anleger. Die von Anlegern darauf-

hin unterzeichneten Beteiligungsverträge leitete die A._______AG an die 

Direktorin der E._______Ltd (BVI) (formell der Verkäuferin der Effekten) 

zwecks Unterschrift weiter. Auch bei Verträgen mit der F._______AG (DE) 

betreffend Übernahme von Aktien durch die E._______Ltd (BVI) handelte 

die E._______Ltd (BVI) nicht autonom, sondern als Instrument der 

A._______AG. Die Schwelle des bei gewöhnlichen Geschäften Notwendi-

gen wurde damit deutlich überschritten. Folglich ist in Bezug auf die 

A._______AG und die E._______Ltd (BVI) von einer einheitlichen Führung 

und letztlich von identischen Interessen auszugehen. Damit sind enge Ver-

flechtungen der A._______AG und ihrer Organe mit der E._______Ltd 

(BVI) erwiesen. Die entsprechende Feststellung der Vorinstanz ist nicht zu 

beanstanden. 

5.1.3.2 Die mit der Vermittlung der Effekten betrauten Angestellten der 

A._______AG gingen bei der Anwerbung von «Kunden» (Anlegern) vor al-

lem per Kaltakquise vor (SA 31201017; vgl. G01160390 2 S. 189 Rz. 18). 

Sie waren hierin intern unter der Führung von B._______ und C._______ 

geschult worden (SA 50201010). Zwar stellt die Beschwerdeführerin in Ab-

rede, dass es Verkaufsschulungen gegeben habe. B._______ und 

B-2714/2018 

Seite 21 

C._______ äusserten sich in Anhörungen jedoch dahingehend, dass es für 

neue Mitarbeiter ein Training-Programm respektive Verkaufsschulungen 

gab, die B._______ geleitet habe (vgl. SA 50301124, 50301126; 50201010; 

z.T. bestritten in G01160390 2 S. 190 Rz. 20). Die Verkaufstechnik wurde 

auch durch Imitation des Vorgehens erfahrener Mitarbeiter erlernt (vgl. SA 

50401012). C._______ führte zudem selbst Verkaufsgespräche mit poten-

ziellen Anlegern (SA 30101015; vgl. SA 30101003, 30101011; 50301177; 

vgl. auch SA 30601164 f.).  

Das Verhalten der im Telefonverkauf tätigen Mitarbeiter ist der Beschwer-

deführerin als Arbeitgeberin ohne weiteres zuzurechnen. 

5.1.3.3 Die am Handel mit Aktien der D._______AG (DE) beteiligte 

K._______Corp (BVI) wurde am 18. Juni 2010 auf den britischen Jungfern-

inseln eingetragen. An ihr waren C._______ und B._______ wirtschaftlich 

berechtigt. Als Direktoren fungierten zwei im Fürstentum Liechtenstein do-

mizilierte Personen, die gemäss Weisungen von C._______ und 

B._______ handelten. Analog zum bereits zur E._______Ltd (BVI) Gesag-

ten, ist damit von der Beteiligung der K._______Corp (BVI) an der Gruppe 

auszugehen. 

5.1.3.4 Einzugehen ist auf die Verbindung zwischen der F._______AG 

(DE) und der D._______AG (DE) und sodann auf die Verflechtungen die-

ser Gesellschaften mit der Beschwerdeführerin, B._______, C._______ 

und der E._______Ltd (BVI). Die F._______AG (DE) war die grösste Grün-

dungsgesellschafterin und bis zuletzt eine Hauptaktionärin der 

D._______AG (DE). Beherrscht wurde die F._______AG (DE) von 

G._______ (SA 50201163, 50301206 f.), dem Geschäftsführer der  

D._______AG (DE) (SA 50301003, 50301057). Dieser war in gleicher 

Funktion bereits an zwei anderen Unternehmen beteiligt, deren Effekten 

die A._______AG an Privatanleger vermittelt hatte (SA 31201017; vgl. SA 

41101013; 41101056 ff.; vgl. auch SA 30101013). Die D._______AG (DE) 

und die F._______AG (DE) hatten zudem seit 2009 denselben Geschäfts-

sitz. Gemäss dem «Update 10/2009» zur D._______AG (DE) sollte das 

Team der D._______AG (DE) in die Geschäftsräume der F._______AG 

(DE) integriert werden, um Synergiepotenzial zu nutzen und in den Berei-

chen Qualitätsmanagement, Forschung und Entwicklung und Finanz- und 

Rechnungswesen «Ressourcen» der F._______AG (DE) in Anspruch zu 

nehmen (G01160390 1 S. 222). Damit bestand zwischen diesen Gesell-

schaften eine offensichtlich enge Verflechtung. 

B-2714/2018 

Seite 22 

5.1.3.5 Für das Verhältnis der E._______Ltd (BVI) und der A._______AG 

zur D._______AG (DE) und zur F._______AG (DE) ist zunächst von Be-

deutung, dass die führenden Organe und Eigentümer der Beschwerdefüh-

rerin, B._______ und C._______, über die K._______Corp (BVI) und die 

E._______Ltd (BVI) an der D._______AG (DE) beteiligt waren. Zur Beur-

teilung des Einflusses der Beschwerdeführerin auf die D._______AG (DE) 

kann die Summe der Beteiligungen der fraglichen Gesellschaften berück-

sichtigt werden, die im Oktober 2010 mehr als 45 % und im August 2012 

etwa 58 % betrug (vgl. SA 50301171 f., 50301275, 41305047, 50201186). 

Die A._______AG wurde damit von «Hauptaktionären» der D._______AG 

(DE), B._______ und C._______, beherrscht (vgl. SA 41305036). Dabei ist 

zudem zu beachten, dass ein grosser Teil der von der A._______AG ange-

worbenen Anleger über ein Globalzertifikat der E._______Ltd (BVI) an der 

D._______AG (DE) beteiligt waren und ihre Beteiligungsrechte nicht selbst 

ausübten, sondern «treuhänderisch» von der Beschwerdeführerin ausü-

ben liessen. Da die Beschwerdeführerin und ihre Organe beachtliche Be-

träge vom von Anlegern einbezahlten Geld vereinnahmten, ist jedoch an-

zunehmen, dass die von der Beschwerdeführerin ausgeübten Stimmrechte 

im Einklang mit dem Ziel ausgeübt wurden, möglichst viele D._______AG-

Effekten bei unabhängigen Dritten zu platzieren. So stimmten die Organe 

der Beschwerdeführerin jeweils für die Kapitalerhöhungen der 

D._______AG (DE) und bestätigten G._______ als Geschäftsführer; letz-

teres obschon B._______ und C._______ offenbar erhebliche Zweifel ob 

seiner Zuverlässigkeit hegten (vgl. SA 30701054, Nachricht von 

C._______ an B._______, 30. Juli 2014: «Wieso schicksch denn’s ganze 

geld immer am (G._______)…. Ohni vertrag??? Find ich absolut riskant»; 

SA 50802026; 50401011; 50301360; SA 30601164 ff., E-Mail eines Anle-

gers an C._______ mit kritischen Fragen zu G._______; G01160390 2 S. 

192 Rz. 33). Was hingegen die von der F._______AG (DE) auf die 

E._______Ltd (BVI) übertragenen, jedoch «treuhänderisch» von der 

F._______AG (DE) für die E._______Ltd (BVI) gehaltenen D._______AG-

Aktien angeht, ist als Indiz der engen Verflechtung festzuhalten, dass die 

Treuhandvereinbarung mit einer Verpflichtung der F._______AG (DE) ein-

herging, Weisungen der E._______Ltd (BVI) für die fraglichen Aktien zu 

befolgen (vgl. SA 41305229; 41305298). 

Für die enge Verflechtung spricht sodann, dass die E._______Ltd (BVI) nur 

zwecks Handels mit D._______AG-Effekten geschaffen wurde und dass 

sie stets nur Beteiligungen an der D._______AG (DE) hielt (SA 41305341). 

Die Anleger erhielten nach mündlichem Vertragsabschluss einen Kauf- 

bzw. Beteiligungsvertrag, in welchem die E._______Ltd (BVI), nicht die 

B-2714/2018 

Seite 23 

A._______AG, als Verkäuferin der Effekten figurierte (vgl. SA 41101013; 

41101056; 41101062 f.). Ähnlicher Konstrukte mit Gesellschaften der briti-

schen Jungferninseln bediente sich die A._______AG auch bei Geschäften 

mit Effekten anderer Gesellschaften, die nicht Gegenstand der angefoch-

tenen Verfügung sind. Dies deutet ebenfalls darauf hin, dass die Gründung 

der E._______Ltd (BVI) ein Vorbereitungsschritt der Beschwerdeführerin 

im Hinblick auf die Platzierung von D._______AG-Effekten war (dazu aus-

führlich hinten, E. 5.5.3).  

Die Ähnlichkeit der Aktienkauf- und -treuhandverträge zwischen der 

F._______AG (DE) und der E._______Ltd (BVI) einerseits (vgl. SA 

41305105 ff.) mit analogen Verträgen der E._______Ltd (BVI) mit der 

K._______Corp (BVI) anderseits (vgl. SA 41305114 ff.) ist ebenfalls ein In-

diz der Gruppenverbindung. Insbesondere erscheint vor dem Hintergrund 

der damit sehr ähnlich geregelten Aktienübertragung das Argument der Be-

schwerdeführerin wenig plausibel, wonach das Aushandeln der Verträge 

mit der F._______AG (DE) von der Unabhängigkeit dieser Gesellschaft von 

der A._______AG respektive der E._______Ltd (BVI) zeuge.  

Schliesslich zeigt sich die enge Verflechtung und Koordination der beteilig-

ten Akteure an der umfassenden Korrespondenz betreffend die Geschäfts-

führung der D._______AG (DE) und an der reibungslosen, fortlaufenden 

Bereitstellung der verkauften D._______AG-Effekten durch die 

F._______AG (DE). Von spätestens Februar 2008 bis Mai 2016 standen 

die Verantwortlichen der Beschwerdeführerin regelmässig in Kontakt mit 

der F._______AG (DE), der D._______AG (DE) und mit G._______. In ei-

nem Schreiben vom 6. November 2009 an die Direktorin der E._______Ltd 

(BVI) nimmt G._______ Bezug auf einen Pool-Vertrag zwischen der 

F._______AG (DE) und der E._______Ltd (BVI), den er mit den Organen 

der Beschwerdeführerin besprochen habe und der zum Zweck habe, «über 

die gemeinsame Stimmenzahl entsprechend der Stückaktien die Geschi-

cke der [D._______AG (DE)] stets in die intendierte Richtung lenken zu 

können» (SA 41305274). Die Beschwerdeführerin will von einem solchen 

Vertrag keine Kenntnis haben. Den Akten lassen sich jedoch mehrere deut-

liche Indizien einer mit G._______ koordinierten Kontrolle der 

D._______AG (DE) entnehmen. Hierfür spricht etwa, dass die Stimm-

rechte der von der Beschwerdeführerin angeworbenen Anleger in der Re-

gel von der E._______Ltd (BVI) und damit gemäss Weisungen der Organe 

der A._______AG ausgeübt werden konnten. Dies war möglich, weil viele 

der Anleger nicht eine Eintragung als Aktionäre im eigenen Namen forder-

ten und folglich entsprechend dem Vertrag mit der E._______Ltd (BVI) nur 

B-2714/2018 

Seite 24 

über deren Globalzertifikat beteiligt waren; diese Aktionäre nahmen daher 

auch etwa nicht an Generalversammlungen teil (vgl. SA 30101023). Ein 

weiteres Indiz ist die Tatsache, dass in Options-Aktienkaufverträgen der 

E._______Ltd (BVI) mit der F._______AG (DE) von einer Aktionärsverein-

barung die Rede ist, aus der sich Einschränkungen hinsichtlich der Verfü-

gung über die übertragenen Aktien ergeben könnten (SA 50802226, § 4 

des Vertrags vom 14. Oktober 2009). Von koordinierter Führung der 

D._______AG (DE) zeugt sodann auch, dass die F._______AG (DE) einen 

Teil der von ihr an die E._______Ltd (BVI) verkauften Aktien dennoch 

«treuhänderisch» für diese hielt, wobei die F._______AG (DE) bevollmäch-

tigt wurde, die E._______Ltd (BVI) in der Ausübung der mit den übertrage-

nen Aktien verbundenen Beteiligungsrechte soweit gesetzlich zulässig zu 

vertreten (SA 41305085, Aktienkauf- und -treuhandvertrag vom 17. Juni 

2013, § 2 Ziff. 1; vgl. SA 41305106; 41305175). Diese Regelung deutet auf 

gleichgelagerte Interessen und die Verfolgung eines gemeinsamen Zieles 

im Zusammenhang mit dem Handel mit D._______AG-Effekten hin. Hierfür 

spricht weiter, dass G._______ von der wirtschaftlichen Berechtigung von 

C._______ und B._______ an der E._______Ltd (BVI) Kenntnis hatte, sich 

jedoch hütete, diese Tatsache Dritten mitzuteilen (SA 50301203 f.; vgl. SA 

50301325; 50301118; 50802219; 50301387; 50301189; 50301168; 

50301004; 50301116 ff.). Schliesslich wollten die E._______Ltd (BVI), die 

K._______Corp (BVI) und die F._______AG (DE) offenbar im Frühjahr 

2016 eine Grossbank damit beauftragen, einen Käufer für einen Trade Sale 

der D._______AG (DE) zu finden. Dabei war vorgesehen, dass G._______ 

alle Instruktionen dieser drei «Hauptaktionäre» an die Bank vornehmen  

sollte und die Bank dabei vom Einverständnis der E._______Ltd (BVI) und 

der K._______Corp (BVI) würde ausgehen dürfen (SA 41306013 f.).  

Aus den dargelegten Indizien folgt, dass die Beschwerdeführerin und ihre 

führenden Organe zusammen mit G._______ und der F._______AG (DE) 

in der für den Handel mit D._______AG-Effekten massgeblichen Zeit die 

«Geschicke» der D._______AG (DE) tatsächlich gemeinsam bestimmten.  

Hinzu kommt, dass die E._______Ltd (BVI) die Effekten zu einem im Vo-

raus festgelegten und in den Jahren 2008 bis 2016 fortlaufend steigenden 

Preis an die von der Beschwerdeführerin angeworbenen Anleger verkaufte 

(SA 31301001 ff. inkl. der Belegstellen). Sie bezahlte für die im Wesentli-

chen parallel zur Platzierung erfolgende Übernahme der Aktien im Durch-

schnitt ca. die Hälfte des Platzierungspreises. Scheinbar liess sich die 

F._______AG (DE) damit grosse Gewinne entgehen. Erklären lässt sich 

B-2714/2018 

Seite 25 

die Übergabe zu vermeintlich zu tiefen Preisen nur dann, wenn die fortlau-

fende Übertragung der Aktien von der F._______AG (DE) auf die 

E._______Ltd (BVI) als Teil der Vorbereitung eines durch eine Gruppe ko-

ordinierten Verkaufs von Effekten begriffen wird (vgl. dazu hinten, E. 

5.5.3.1).  

Sodann ist der frühe Beginn der Koordination zwischen der Beschwerde-

führerin und der F._______AG (DE) in Bezug auf die D._______AG (DE) 

und deren Aktien hervorzuheben: Ein Geschäftsanteil an der 

D._______AG (DE) von 33 %, den die F._______AG (DE) infolge einer 

Kapitalerhöhung im Februar 2008 neu zeichnete, wurde bereits im April 

2008 auf die eben erst gegründete E._______Ltd (BVI) übertragen. Bei der 

Beurkundung der Übertragung wurde die E._______Ltd (BVI) durch 

G._______ vertreten. Ebenfalls anfangs April 2008 vermochte die Be-

schwerdeführerin erstmals D._______AG-Effekten, zu diesem Zeitpunkt 

also künftige Aktien, an Anleger zu verkaufen (angefochtene Verfügung Rz. 

17 m.V.). An der Gesellschafterversammlung der D._______AG (DE) vom 

28. August 2009, an der die schon 2008 angekündigte Formumwandlung 

der (GmbH) D._______AG (DE) in eine AG und die Erhöhung des Gesell-

schaftskapitals von EUR 100'000 auf EUR 5'190'000 beschlossen wurden, 

nahmen B._______ und C._______ teil – letzterer als Vertreter der 

E._______Ltd (BVI), B._______ als «Gast».  

Die engen Kontakte und die intensive Zusammenarbeit der Organe der Be-

schwerdeführerin mit der F._______AG (DE) und G._______ in Bezug auf 

die D._______AG (DE) setzten sich in den Folgejahren fort. Auf einzelne 

Aspekte der Zusammenarbeit ist bereits hier exemplarisch einzugehen, da 

diese ein für Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn typisches Vorgehen na-

helegen: G._______ besuchte mehrmals den Sitz der A._______AG, um 

sich mit C._______ und B._______ zu treffen und Besprechungen betref-

fend die D._______AG (DE) abzuhalten. Jedenfalls einmal nannte er eines 

dieser Treffen ein «Strategiemeeting» (SA 50301173). Als Indiz einer en-

gen Koordination dieser Gesellschaften mit der A._______AG ist sodann 

auch die Korrespondenz der F._______AG (DE) und der D._______AG 

(DE) mit der Direktorin der E._______Ltd (BVI) einzustufen (vgl. SA 

41305033 f., 41319050, 41305048 ff., 50301357, 41305473 f.). Dabei ging 

es unter anderem um die Übertragung von D._______AG-Aktien von der 

F._______AG (DE) auf die E._______Ltd (BVI), die mit einem «Aktienkauf- 

und -treuhandvertrag» geregelt wurde, den die Beschwerdeführerin vor-

gängig mit G._______ abgesprochen hatte (vgl. etwa SA 50301353; ange-

fochtene Verfügung Rz. 19-21, 30 und 51 je m.V.). Zur Vermarktung der 

B-2714/2018 

Seite 26 

Effekten leisteten ebenfalls beide Seiten einen wesentlichen, koordinierten 

Beitrag. Die Beschwerdeführerin gewährleistete die eigentliche Verkaufs-

tätigkeit (siehe E. 5.1.3.2; vgl. hinten, E. 5.5.3.2) und bewarb die 

D._______AG (DE) überdies auf ihrer Internetseite (vgl. G01160390 

1/018). Die Geschäftsführung der D._______AG (DE) trug zum Verkauf der 

Effekten bei, indem sie die Gesellschaft in ansprechend gestalteten, regel-

mässig in Absprache mit B._______ und C._______ erstellten Dokumen-

ten als seriöses und innovatives Unternehmen mit grossem Wachstums-

potenzial präsentierte (vgl. Argumentarium für Verkaufsgespräche, SA 

50301324 Ziff. 5: «Volle Auftragsbücher, schreibt schwarze Zahlen, Expan-

sion nach Asien und USA»; vgl. der Executive Summary der D._______AG 

(DE), G01160390 1 S. 133 ff., S. 135 ff. und S. 146 ff.; G01160390 1 S. 

205). Auch Quartalsberichte respektive Versionen hiervon erstellte die 

D._______AG (DE) in Absprache mit den Organen der Beschwerdeführe-

rin (angefochtene Verfügung Rz. 29 m.w.V. [Fn. 88]). Diese Zusammenar-

beit lässt sich nicht überzeugend bestreiten; sie ergibt sich deutlich aus den 

Akten (s. SA 50301368 betr. Zustellung des «vorläufig letzten» Drafts des 

Quartalsberichts I/2014 an B._______ und C._______ im Hinblick auf des-

sen Finalisierung; vgl. SA 50301189 betr. «Endversion» des Quartalsbe-

richts IV/2012; SA 50802199; vgl. auch SA 50301366 f. betr. Quartalsbe-

richt I/2016). Dass die Erstellung der Quartalsberichte beiderseits als Chef-

sache galt, zeigt, wie wichtig deren Inhalt aus Sicht der Beteiligten war; 

dies wiederum deutet auf eine enge Koordination im Rahmen einer Tätig-

keit hin, deren aufsichtsrechtliche Einordnung vorliegend noch abzuklären 

sein wird (insb. hinten, E. 5.5.3). Vorab ist festzuhalten, dass auch dies 

dem Verkauf diente: Die Beschwerdeführerin stellte den Anlegern regel-

mässig Quartalsberichte wie auch weitere Dokumente zur D._______AG 

(DE) (z.B. Executive Summary, Term Sheets) zu. Dabei ging sie davon aus, 

dass die Zustellung der Dokumente verkaufsentscheidend war. Gemäss 

einer explizit bestätigten Aussage von C._______ gegenüber der Staats-

anwaltschaft hätte ohne Zustellung der Dokumente niemand eine Investi-

tion getätigt (SA 50401012; 50802017). G._______ leistete seinerseits ei-

nen direkten Beitrag am Verkauf, indem er sich als Geschäftsführer der 

D._______AG (DE) mit einigen grösseren potenziellen Anlegern in Zürich 

und in Berlin traf und ihnen das Unternehmen präsentierte (vgl. SA 

50301168, 50301204, 50401014; SA 30601089). 

Der Kontakt der A._______AG mit G._______ respektive der 

F._______AG (DE) zwecks Koordination des Geschäfts mit D._______AG-

Effekten dauerte bis im Mai 2016 an (vgl. E. 5.1.3.1). So sind für B._______ 

vom 18. Mai 2015 bis zum 11. Mai 2016 über 250 Anrufe mit G._______ 

B-2714/2018 

Seite 27 

nachgewiesen (SA 50802179 ff.; vgl. 50802208; vgl. auch SA 50802057 ff., 

50802200-50802211; 50802208 ff.; 50802061 ff.; 30502066; 30701055). 

Die dargelegten Indizien belegen die von der Vorinstanz angenommene 

enge Verflechtung zwischen der D._______AG (DE) und der F._______AG 

(DE) einerseits und der Beschwerdeführerin, ihren Organen und den von 

diesen kontrollierten Offshore-Entitäten anderseits; sie zeugen von der ko-

ordinierten gemeinsamen Aktivität dieser Akteure in Bezug auf den von der 

Vorinstanz als Emissionshaustätigkeit qualifizierten Handel mit 

D._______AG-Effekten (siehe dazu hinten, E. 5.2 bis 5.6). Ergänzend ist 

auf besondere Hintergründe betreffend G._______ und dessen Zusam-

menarbeit mit B._______, C._______ und der Beschwerdeführerin einzu-

gehen, die diese Feststellung zusätzlich stützen: 

5.1.3.6 G._______ war auch der Gründer und Geschäftsführer zweier Un-

ternehmen, deren Effekten die Beschwerdeführerin ebenfalls Anlegern per 

Kaltakquise verkaufte (SA 50301007, 50301116 ff.; G01160390 1 S. 187). 

Auch in diesen beiden Fällen, die nicht dasselbe Volumen wie bei der 

D._______AG (DE) erreichten, kam es zu einer engen und ähnlich organi-

sierten Kooperation von G._______s Gesellschaften mit der Beschwerde-

führerin, was die enge Verbindung weiter verdeutlicht.   

Bei einer dieser Gesellschaften, der L._______AG, wurden im Jahr 2009 

schwerwiegende Probleme betreffend die Geschäftsführung durch 

G._______ publik. Im Zuge der Zuwahl eines neuen CFO wurden laut Me-

dienberichten (vgl. SA 30601166 ff., (…)) anlässlich der Überprüfung der 

Bücher über (…) Scheinrechnungen für ein Gesamtvolumen von mehr als 

EUR (…) Mio. aufgedeckt. G._______ wurde dann als Vorstandsvorsitzen-

der vom Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung abberufen und wegen Untreue 

und Betrug angezeigt. Von diesen Vorwürfen hatte die Beschwerdeführerin 

Kenntnis, doch beschrieb sie die fraglichen Vorgänge gegenüber Anlegern 

zum Teil als eine Art feindliche Übernahme, der G._______ zum Opfer ge-

fallen sei (vgl. SA 50301168; 30601164; 50301004; 50301116 ff.). In den 

Akten finden sich dagegen keine Hinweise auf irgend eine kritische Be-

schäftigung der Beschwerdeführerin mit diesen Vorwürfen oder mit der 

Frage nach der Eignung von G._______ als Geschäftsführer der 

D._______AG (DE). Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführe-

rin den Anlegern Effekten eines Unternehmens verkaufte, dessen Erfolg 

von G._______ offenbar vorgetäuscht worden war, zeugt der Umgang der 

Beschwerdeführerin mit diesen Vorwürfen ebenfalls von ihrer Gruppenver-

bindung zur F._______AG (DE), zur D._______AG (DE) und zu 

B-2714/2018 

Seite 28 

G._______. Anders liesse es sich nicht nachvollziehen, dass die Be-

schwerdeführerin im grossen Umfang Effekten der L._______AG, der 

D._______AG (DE) und einer weiteren von G._______ kreierten Gesell-

schaft ohne kritische Auseinandersetzung mit der entscheidenden Perso-

nalie an Privatanleger vermittelte. 

Inzwischen wurde G._______ im Zusammenhang mit seiner Rolle bei der 

D._______AG (DE) von einem deutschen Strafgericht wegen Insolvenz-

verschleppung, Bankrotts, Betruges und Untreue zu einer mehrjährigen 

Haftstrafe verurteilt (siehe (…)). Es habe bei der D._______AG (DE) wie-

derholt unterschiedliche Jahresabschlüsse für dasselbe Jahr gegeben, ein-

mal mit geringerem und einmal mit viel höherem Gewinn. Die Abschlüsse 

mit den höheren Erfolgszahlen wurden in Präsentationen potenziellen An-

legern gezeigt, während die tieferen Gewinnbeträge offiziell im Bundesan-

zeiger auftauchten. Gemäss einer Sachverständigen war die 

D._______AG (DE) dabei seit Mitte 2016 überschuldet (siehe (…)).  

Angesichts der Tatsache, dass das Anlegerinteresse an bestimmten Aktien 

stark von der Einschätzung des Werts des Unternehmens abhängt, und mit 

Blick darauf, dass G._______ in Absprache mit den Organen der Be-

schwerdeführerin Entwürfe von Quartalsberichten und andere Dokumente 

zur D._______AG (DE) erstellte, weist auch dies auf eine enge Koopera-

tion bei der Vermarktung der D._______AG-Effekten hin. 

5.1.3.7 Die Argumente der Beschwerdeführerin gegen die Feststellung des 

Gruppenverhältnisses und der engen Koordination namentlich mit der 

F._______AG (DE) und der D._______AG (DE) überzeugen nicht. Dass 

etwa die Kontakte der Organe der A._______AG mit G._______ und der 

D._______AG (DE) der Beschaffung von Informationen zuhanden der An-

leger gedient haben sollen, entbehrt bei Betrachtung der gesamten Indi-

zienlage aller Plausibilität. Dies würde voraussetzen, dass die Beschwer-

deführerin sich ernsthaft für den tatsächlichen Wert der D._______AG (DE) 

und die Seriosität ihrer Geschäftsführung interessiert hätte. Dafür, dass 

dies der Fall gewesen wäre, finden sich in den umfangreichen Akten keine 

Anhaltspunkte. Es finden sich vielmehr Indizien des Gegenteils, wie etwa 

die sinngemässe Aussage eines ehemaligen Angestellten der 

A._______AG verrät, wonach die von der Beschwerdeführerin vermittelten 

Titel nicht ernsthaft angeschaut worden seien und es nur um die Akquise 

von Liquidität gegangen sei (SA 50401010 f.; vgl. die vorne besprochenen 

Indizien, E. 5.1.3.5, sowie hinten E. 5.5.3.1 f.). Die Abgabe von Dokumen-

ten zur D._______AG (DE) an bestehende oder potentielle Anleger lässt 

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Seite 29 

sich bei gegebener Indizienlage glaubwürdig nur als Teil der Bemühungen 

zum möglichst umfangreichen Verkauf von D._______AG-Effekten begrei-

fen. Dafür spricht auch das regelmässige Bemühen, bestehende Anleger 

zum Kauf zusätzlicher Effekten zu bewegen (vgl. SA 50201146 ff.). Aus 

Telefonnotizen von Anlegern, Verkaufsleitfäden und anderem Material der 

Beschwerdeführerin geht hervor, dass diese stets bemüht war, die 

D._______AG (DE) als sehr erfolgreich zu präsentierten; auch dann, wenn 

Anlegern Zweifel aufkamen, weil sich beispielsweise der angeblich ge-

plante Börsengang wiederholt hinauszögerte. Hierzu verbreitete sie fal-

sche respektive irreführende Informationen zum Unternehmenswert, zum 

bestehenden Aktionariat oder zur internationalen Expansion (siehe dazu E. 

5.1.3.2; E. 5.5.3.1 f.). Wenn die Beschwerdeführerin die Anleger stattdes-

sen korrekt über die ihr bekannten Verhältnisse bei der D._______AG (DE) 

informiert hätte – inklusive über die wirtschaftliche Berechtigung von 

B._______ und C._______ an der E._______Ltd (BVI) und der 

K._______Corp (BVI) –, hätte sie ihre Umtriebe zur Einholung von Kapital 

sabotiert. Die Erklärung der Beschwerdeführerin für ihre Kontakte zur 

D._______AG (DE) steht mit anderen Worten nicht im Einklang mit ihrem 

Geschäftsgebaren; dieses bringt vielmehr eine Interessenlage zum Aus-

druck, wie sie für Geschäfte von Gruppen im aufsichtsrechtlichen Sinn ty-

pisch ist. Auf die rechtliche Einordnung dieses Geschäfts wird in den nach-

folgenden Erwägungen (E. 5.2-5.6) einzugehen sein.  

Nicht überzeugend ist auch das Argument, die Aushandlung gewisser Ver-

träge zwischen der E._______Ltd (BVI) und der F._______AG (DE) spre-

che für die Unabhängigkeit dieser Unternehmen und gegen deren Zugehö-

rigkeit zur selben Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn. Eine solche setzt 

nicht identische Interessen oder bedingungsloses Vertrauen in die Grup-

penpartner voraus. Eine gewisse Unabhängigkeit der Akteure und teilweise 

divergierende Interessen dürften die Regel sein. Auch innerhalb gewöhnli-

cher Konzerne kommt es zu Vertragsverhandlungen. Dass zwischen der 

E._______Ltd (BVI) und der F._______AG (DE) offenbar verhandelt 

wurde, ist nicht erstaunlich, zumal es um hohe Geldbeträge im Rahmen 

eines Geschäfts mit erheblichen Risiken ging. Die Bemühung eng verfloch-

tener Akteure, sich intern durch Verträge oder Leistungen Zug um Zug ab-

zusichern, ist nichts Ungewöhnliches. Vorliegend ist die Verhandlung in Be-

zug auf die Konditionen der Übergabe der Effekten zwecks Verkauf durch 

die E._______Ltd (BVI) auch schlicht als Element der Koordination der 

Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn zu qualifizieren; dies hat denn auch 

die Vorinstanz richtig erkannt. In den entscheidenden Belangen bestanden 

im Übrigen gleichgelagerte Interessen: So lässt sich die Beteiligung der 

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Seite 30 

unterschiedlichen Akteure am Geschäft mit D._______AG-Effekten nur 

dann schlüssig begreifen, wenn die D._______AG (DE) und die 

F._______AG (DE) einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn angehörten, 

im Rahmen welcher die Beschwerdeführerin in grosser Zahl 

D._______AG-Effekten für die ihren Organen gehörende E._______Ltd 

(BVI) platzierte. Ginge man nicht von einem Gruppenverhältnis unter Ein-

schluss der F._______AG (DE) und von der Platzierung der Effekten zu 

fiktiven Preisen durch die E._______Ltd (BVI) aus (vgl. dazu E. 5.5.3.1), 

wäre nicht nachvollziehbar, warum die F._______AG (DE) mehrmals jähr-

lich D._______AG-Effekten zu ungefähr der Hälfte der Preise auf die 

E._______Ltd (BVI) übertrug, welche die E._______Ltd (BVI) zur praktisch 

gleichen Zeit durch Platzierung dieser Effekten realisierte. Die 

F._______AG (DE) hätte damit trotz bester Kenntnis des Werts der ver-

kauften Effekten der von ihrem Inhaber geführten D._______AG (DE) ei-

nen grossen Schaden in Form entgangener Gewinne erlitten, während sich 

die Organe der Beschwerdeführerin über Konten von BVI-Gesellschaften 

Einnahmen in zweistelliger Mio.-Höhe zuführen liessen.  

Im Ergebnis ist damit aus den genannten Gründen (E. 5.1.3.5 bis 5.1.3.7) 

nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz sowohl die Beschwerdeführerin 

und ihre Organe als auch die F._______AG (DE) und die D._______AG 

(DE) einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn zuordnete, die gemeinsam 

und koordiniert mit Effekten der D._______AG (DE) handelte. 

5.1.3.8 Ein Teil der von der E._______Ltd (BVI) vermittels der Beschwer-

deführerin an Anleger verkauften D._______AG-Effekten ist auf ursprüng-

liche Beteiligungen der H._______Ltd und der J._______Ltd zurückzufüh-

ren. Die Beschwerdeführerin bestreitet eine enge Verflechtung von ihr res-

pektive der Gruppe mit diesen Gesellschaften. Die Vorinstanz hält zwar 

keine Gruppenzugehörigkeit der H._______Ltd und der J._______Ltd fest, 

spricht aber deren Geschäften mit D._______AG-Effekten die wirtschaft-

lich reale Bedeutung ab.  

Die H._______Ltd ist eine Gründungsgesellschafterin der D._______AG 

(DE). Sie verfügte nach deren Formumwandlung über 492'737 

D._______AG-Aktien, wovon sie 100'000 anfangs 2010 auf die 

E._______Ltd (BVI) und 392'737 im Dezember 2010 auf die F._______AG 

(DE) übertrug, wobei letztere die Effekten später ebenfalls der 

E._______Ltd (BVI) abtrat. Ein Indiz für eine Gruppenverbindung ist die 

Tatsache, dass die H._______Ltd (wie die F._______AG (DE)) an der Ge-

sellschafterversammlung der D._______AG (DE) vom 28. August 2009 

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Seite 31 

aufgrund von Bestimmungen des deutschen GmbH-Rechts nicht an der 

Abstimmung zur Entlastung von G._______ als Geschäftsführer teilneh-

men durfte (SA 50301056 ff.). Ein weiteres ist die Tatsache, dass gemäss 

Term-Sheet zur D._______AG (DE) aus dem Jahr 2010 eine Beteiligung 

von 10 % der «Geschäftsleitung/Aufsichtsrat» der D._______AG (DE) zu-

geordnet wird, womit die Beteiligung der H._______Ltd gemeint sein 

musste. Denn daneben waren nur Anteile von 25 % der F._______AG 

(DE), von 40 % der E._______Ltd (BVI) und von 25 % eines «strategischen 

Investors» aus Hong Kong aufgeführt. Noch deutlicher zeigt sich die enge 

Verflechtung mit der F._______AG (DE) und damit der Gruppe daran, dass 

die E._______Ltd (BVI) den Preis für die ihr von der H._______Ltd über-

tragenen Aktien nicht an die H._______Ltd überwies, sondern gemäss ei-

nem Vertrag vom 3. Februar 2010 auf ein Konto der F._______AG (DE) 

(SA 41305370 und 41305373 § 3). Überdies erhielt die H._______Ltd an-

ders als die E._______Ltd (BVI), M._______ und die J._______Ltd infolge 

der Kapitalerhöhung vom 28. August 2009 durch Sacheinlagen der 

F._______AG (DE) und der damit verbundenen Regelung des Verwässe-

rungsschutzes keine neuen Aktien zugeteilt (SA 40801203 f.), sondern 

wurde gleich behandelt wie die sacheinlegende F._______AG (DE). Dies 

ergibt nur Sinn, wenn die H._______Ltd ebenfalls G._______ zuzuordnen 

ist. Aufgrund dieser Umstände und des zur F._______AG (DE) und zu 

G._______ Gesagten (E. 5.1.3.5-5.1.3.7) ist festzuhalten, dass die 

H._______Ltd ebenfalls zur Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn gehörte, 

mit welcher die Beschwerdeführerin und andere Akteure ein Geschäft mit 

D._______AG-Effekten betrieben (zur aufsichtsrechtlichen Einordnung 

dieses Geschäfts s. E. 5.2-5.7).  

Auch die J._______Ltd ist Gründungsgesellschafterin der D._______AG 

(DE) (GmbH). Ihre Beteiligung von 25 % übertrug sie auf die von 

B._______ und C._______ beherrschte K._______Corp (BVI) (vgl. SA 

50301171 f.). Die K._______Corp (BVI) übertrug die Beteiligung für EUR 

8'693'250.- auf die ebenso B._______ und C._______ zugeordnete 

E._______Ltd (BVI), für welche die Beschwerdeführerin diese Effekten 

platzierte. Bereits dies ist ein Indiz auf die Gruppenzugehörigkeit. Weiter 

schrieb C._______ in einer E-Mail an G._______ im Juli 2014, er habe 

G._______ mit der D._______AG (DE) einen Neuanfang ermöglicht; dies 

spielte auf die Probleme und die Abwahl G._______s bei der L._______AG 

an (dazu E. 5.1.3.6). Das lässt darauf schliessen, dass C._______ bereits 

vor der Beteiligung der E._______Ltd (BVI) an der D._______AG (DE) bei 

letzterer involviert war. Möglich ist dies nur über die Beteiligung der 

J._______Ltd; dies ist anzunehmen, zumal es sich bei der J._______Ltd 

B-2714/2018 

Seite 32 

(oder zumindest den dahinter stehenden Personen) gemäss der im We-

sentlichen unbestrittenen Behauptung der Vorinstanz um eine frühere Kun-

din von C._______ handelte und damit ein vorbestehendes Geschäftsver-

hältnis gegeben war. Die J._______Ltd hielt als Gründungsgesellschafterin 

bis zu 25 % der D._______AG (DE). Sie war beteiligt, als G._______ per 

ausserordentlicher Generalversammlung am 28. Februar 2008 als Ge-

schäftsführer eingesetzt wurde (SA 40801144); über ihre Vertretung im Auf-

sichtsrat trug sie dazu bei, G._______ im Jahr 2009 zum alleinigen Vor-

standsmitglied der D._______AG (DE) zu ernennen. Auf die Gruppenzu-

gehörigkeit weist auch hin, dass gegenüber den Anlegern irreführende An-

gaben zur Beteiligung der J._______Ltd gemacht wurden: Auf Term-

Sheets der D._______AG (DE) war jahrelang ein «strategischer Investor 

aus Hong Kong» als Miteigentümer (25 %) der D._______AG (DE) aufge-

führt, womit die J._______Ltd mit Sitz in London gemeint war, deren zeich-

nungsberechtigte Vertreter (…) über eine Geschäftsadresse in Hong Kong 

verfügten (vgl. SA 40802003; 40801458; 40801309 f.). Obwohl die Beteili-

gung der J._______Ltd im Jahr 2011 der K._______Corp (BVI) abgetreten 

wurde, war noch auf Term Sheets fürs Jahr 2014 die Beteiligung eines 

«strategischen Investors aus Hong Kong» angegeben (SA 50802170 ff.; 

50802165; 50802153). Sodann ist der Preis für den Kauf der Beteiligung 

der J._______Ltd durch die K._______Corp (BVI) hervorzuheben: Ge-

mäss handschriftlicher Notiz der Direktorin der E._______Ltd (BVI) vom 

31. Mai 2011 wurden die Aktien eines «Chinesen» zu EUR 3.60 gekauft, 

um sie dann mit Gewinn weiterzuverkaufen (SA 50802292). Zu dieser Zeit 

bot die Beschwerdeführerin Anlegern Aktien der D._______AG (DE) zum 

Preis von EUR 9.10 an (vgl. SA 50802178). Da nicht davon ausgegangen 

werden kann, dass ein «strategischer» Investor (die J._______Ltd), der im 

Aufsichtsrat der D._______AG (DE) vertreten ist, seine Beteiligung ande-

ren Miteigentümern zu wenig mehr als einem Drittel des von der Beschwer-

deführerin bei Anlegern erzielten Preises (also klar nicht «at arm’s length») 

übergibt, muss hieraus in Verbindung mit den anderen Indizien gefolgert 

werden, dass auch die J._______Ltd der Gruppe im aufsichtsrechtlichen 

Sinn angehörte.  

Die dargelegte Zuordnung der H._______Ltd und der J._______Ltd zur 

Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn ergibt sich auch aus folgendem 

Grund: In beweiswürdigungsrechtlicher Hinsicht hat die Beschwerdeführe-

rin die Folgen davon zu tragen, dass sie sich im Rahmen ungewöhnlicher 

Geschäfte höchst undurchsichtiger Strukturen mit diversen ausländischen 

Sitzgesellschaften und verschleierten Beteiligungsverhältnissen bediente 

(E. 5.1.2.2). Zudem hatte sie bei früherer Gelegenheit bloss unvollständig 

B-2714/2018 

Seite 33 

Auskunft über die für die Prüfung eines Gruppensachverhalts und der Un-

terstellungspflicht relevanten Tatsachen erteilt, als sie im April 2010 auf Er-

suchen der FINMA um Auskunft hin namentlich nicht offenlegte, dass ihre 

Organe die E._______Ltd (BVI) beherrschten. Vielmehr gab sie in irrefüh-

render Weise an, dass sie eine Vermittlungstätigkeit «für ausländische Be-

teiligungsinhaber» ausübe, welche die zu verkaufenden Effekten «in sepa-

raten, auf den British Virgin Islands domizilierten Gesellschaften» hielten 

(G01160390 1 S. 44 Ziff. 11; vgl. S. 42 Ziff. 8, S. 45 Ziff. 14). Auch die 

Koordination mit der D._______AG (DE) und der F._______AG (DE) blieb 

unerwähnt, ebenso die Zusatzeinnahmen der Organe der Beschwerdefüh-

rerin aus Konten der E._______Ltd (BVI) im zweistelligen Mio.-Bereich. 

Gerade angesichts dieses früheren Auskunftsverhaltens in Verbindung mit 

den komplexen Strukturen und den verschleierten Beteiligungsverhältnis-

sen der etablierten Gruppe (insb. E. 5.1.3.3 bis E. 5.1.3.7) oblag es der 

Beschwerdeführerin, den sich hierbei aufdrängenden Annahmen allenfalls 

geeignete Beweismittel und Darlegungen entgegenzusetzen. Sie hat je-

doch keinerlei Indizien der Unabhängigkeit der H._______Ltd oder der 

J._______Ltd offeriert. Daher ist schon nach allgemeinen Regeln der Plau-

sibilität im Rahmen der Beweiswürdigung nur der Schluss möglich, dass 

die H._______Ltd und die J._______Ltd zur von der Vorinstanz festgestell-

ten Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn gehörten.  

Nicht erwiesen und in beweiswürdigungsrechtlicher Hinsicht nicht annehm-

bar – und von der Vorinstanz auch nicht behauptet – ist hingegen eine enge 

Verflechtung von M._______ mit der Gruppe. Er war früherer Geschäfts-

führer der D._______AG (DE) (GmbH), legte sein Amt jedoch am 18. Au-

gust 2009, vor der Generalversammlung vom 28. August 2009, aus ge-

sundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung nieder (SA 40801183); we-

nig später wurde seine Beteiligung an der D._______AG (DE) im Umfang 

von 519'000 Aktien auf die F._______AG (DE) übertragen. 

5.1.3.9 Am Vorliegen einer Gruppe im aufsichtsrechtlichen Sinn ändert der 

Einwand der Beschwerdeführerin nichts, ihr und ihren Organen sei keine 

Umgehungsabsicht vorwerfbar. Eine solche Absicht ist typisch für Gruppen 

im aufsichtsrechtlichen Sinn, aber kein Begriffsmerkmal (E. 5.1.2.1). Davon 

abgesehen wäre vorliegend wegen der verschleierten Beteiligungsverhält-

nisse und der kaschierten Kapitalflüsse an die Organe der Beschwerdefüh-

rerin ohnehin von einer gewissen Umgehungsabsicht bei der Durchführung 

des gemeinsamen Geschäfts – dessen Einstufung sogleich erfolgt (E. 5.2-

5.7) – auszugehen.  

B-2714/2018 

Seite 34 

5.1.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kritik der Beschwerde-

führerin an der Sachverhaltserstellung der Vorinstanz nicht überzeugt. Der 

rechtserhebliche Sachverhalt ist weder unrichtig noch unvollständig erstellt 

worden; von einer geradezu willkürlichen Sachverhaltserstellung kann erst 

recht keine Rede sein. Die Feststellung, die Beschwerdeführerin habe ge-

meinsam mit den übrigen genannten Beteiligten eine Gruppe im aufsichts-

rechtlichen Sinn gebildet, die in koordinierter Weise ein Geschäft mit Effek-

ten der D._______AG (DE) durchführte, ist nicht zu beanstanden.  

Aufgrund der Gruppenkonstellation ist nachfolgend unter Einnahme einer 

Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob das von der Gruppe betriebene Geschäft 

mit D._______AG-Effekten von der Vorinstanz zu Recht als bewilligungs-

pflichtige Emissionshaustätigkeit qualifiziert wurde. Eine solche Tätigkeit 

setzt voraus, dass eine Gesellschaft oder Gruppe, die hauptsächlich im 

Finanzbereich tätig ist (Art. 2 Abs. 1 aBEHV), gewerbsmässig Effekten, die 

von Drittpersonen ausgegeben worden sind, fest oder in Kommission über-

nimmt und diese öffentlich auf dem Primärmarkt anbietet (Art. 10 Abs. 1 

aBEHG  i.V.m. Art. 3 Abs. 2 aBEHV):  

5.2 Ein öffentliches Anbieten von Effekten liegt vor, wenn ein unbestimmter 

Personenkreis angesprochen wird, der nicht im Vornherein begrenzt ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_276/2009 vom 22. September 2009 E. 

4.1; Urteil des BVGer B-4409/2008 vom 27. Januar 2010, E. 7.2; PETER 

BÖCKLI, Schweizerisches Aktienrecht, 4. Aufl., Zürich 2009, § 2 N. 103). 

Eine grössere Zahl angesprochener Anleger oder eine breite Streuung der 

verkauften Effekten sind Indizien eines öffentlichen Angebots (vgl. BGer-

Urteil 2C_558/2019 vom 26. Mai 2020 E. 2.2 [betr. Vermittlung von 58'000 

Aktien an 32 bzw. 33 Käufer und von 8000 Aktien an fünf Käufer]; vgl. auch 

BGE 137 II 284 E. 5.3.2). Die E._______Ltd (BVI) hat durch die Vermitt-

lungs- und Verkaufstätigkeit der Beschwerdeführerin zwischen dem 3. April 

2008 und dem 6. Mai 2016 Effekten der D._______AG (DE) an mindestens 

200 Anleger veräussert (vgl. SA 31301001 ff. m.V.). Dazu kontaktierten die 

hierin geschulten (vgl. E. 5.1.3.2), auf Provisionsbasis entschädigten Mit-

arbeiter der Beschwerdeführerin zumeist per Kaltanruf eine unbestimmte 

Anzahl potenzieller Anleger. Zudem hat die Beschwerdeführerin die 

D._______AG (DE) auf ihrer Webseite beworben. Dieses Vorgehen rich-

tete sich folglich an eine unbegrenzte Zahl und ist als öffentliches Angebot 

einzustufen (vgl. BGE 136 II 43 E.4.2; Urteil des BVGer B-1186/2013 vom 

10. Dezember 2013 E.3.2 f.).  

B-2714/2018 

Seite 35 

5.3 Abzuklären ist, ob zum Zweck der öffentlichen Platzierung eine Über-

nahme (fest oder in Kommission) der von der E._______Ltd (BVI) mithilfe 

der Beschwerdeführerin an unabhängige Anleger veräusserten 

D._______AG-Effekten erfolgte.  

5.3.1 Die Beschwerdeführerin will keine Effekten der D._______AG (DE) 

im Hinblick auf deren Erstplatzierung übernommen haben. Zumindest 

grösstenteils hätten sich die Effekten bereits auf dem Sekundärmarkt be-

funden. Zudem argumentiert sie sinngemäss, eine Festübernahme von Ef-

fekten im Sinne von Art. 10 BEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 BEHV sei in Bezug 

auf die Wandelschuldverschreibung und spätere Bezugsrechtsausübung 

nicht gegeben, weil Wandelschuldverschreibungen nicht unbedingt mit der 

Absicht gekauft würden, die hieraus resultierenden Aktien zu erhalten.  

Die Vorinstanz nimmt an, dass die E._______Ltd (BVI) respektive die 

Gruppe D._______AG-Effekten fest übernahmen, um sie öffentlich zu plat-

zieren (vgl. Verfügung Rz. 46 ff.). Bei der Wandelschuldverschreibung sei 

die Bezugsrechtausübung bzw. Wandelung innert kurzer Zeit erfolgt; schon 

beim Erwerb der Wandelschuldverschreibung habe die Absicht der Platzie-

rung der Effekten bestanden. Beim Verkauf des von der F._______AG (DE) 

gezeichneten Stammanteils der D._______AG (DE) von 33 % an die 

E._______Ltd (BVI) geht die Vorinstanz davon aus, dass dieser dazu ge-

dient habe, der D._______AG (DE) finanzielle Mittel zu beschaffen, weil 

vereinbart worden sei, dass die F._______AG (DE) den Kaufpreis an die 

D._______AG (DE) weiterleiten würde. Die Vorinstanz verweist sodann da-

rauf, dass eine Emissionshaustätigkeit nicht die Übernahme und Veräusse-

rung des gesamten Bestands der neu ausgegebenen Effekten voraus-

setze. Hinreichend sei, wenn ein Teil der neu geschaffenen Anteile zwecks 

öffentlicher Platzierung gezeichnet werde. 

5.3.2 Die bewilligungspflichtige Emissionshaustätigkeit nach Art. 10 Abs. 1 

aBEHG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 aBEHV setzt voraus, dass neu 

geschaffene oder noch nicht im Markt befindliche Effekten von einer Dritt-

person übernommen werden, um sie öffentlich anzubieten (vgl. BGE 136 

II 43 E. 4.1; Urteile des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E.7.4; B 

7861/2008 vom 24. September 2009 E. 6.1.1). Das Emissionshaus ist beim 

Verkauf der Effekten Partei und nicht bloss deren Vermittler (vgl. BGE 137 

II 383 E. 9.1; PHILIPPE BORENS, Finanzmarkt: Börsen und Effektenhändler, 

in: Fachhandbuch Verwaltungsrecht, Biaggini/Häner/Saxer/Schott [Hrsg.], 

Zürich et al. 2015, S. 147). Vorausgesetzt ist zudem, dass die Übernahme 

der Effekten fest oder in Kommission erfolge. Dieses Begriffspaar des Art. 

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Seite 36 

3 Abs. 2 aBEHV ist in der Nachfolgebestimmung des Bundesgesetzes vom 

15. Juni 2018 über die Finanzinstitute (FINIG; BBl 2018 3557 ff.) nicht mehr 

enthalten (s. Art. 12 lit. a FINIG, der nur von «Übernahme» spricht). Erwäh-

nung findet es in Art. 44 Abs. 1 lit. c FINIG, der Aufgaben von Wertpapier-

häusern beschreibt. Das neue Recht, mit dem an der Regelung der Bewil-

ligungspflicht für Effektenhändler in materieller Hinsicht nichts geändert 

werden sollte (Botschaft FIDLEG/FINIG, BBl 2015 8901 ff.), widerspiegelt 

mit dieser Anpassung die bereits im bisherigen Recht vor allem deskriptive 

Funktion des Begriffs der Übernahme «fest oder in Kommission». 

Die Festübernahme tritt in unterschiedlichen Formen auf. Beim Fixed Price 

Underwriting erwirbt das Emissionshaus die Effekten zu einem vertraglich 

unter Berücksichtigung der Marktlage und von Vergleichswerten geregel-

ten Preis, um sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung öffentlich 

zu platzieren. Das Emissionshaus geht dabei typischerweise das Risiko 

ein, nicht für alle übernommenen Effekten Abnehmer zu finden (Platzie-

rungsrisiko), und wird dafür mit einer Übernahmekommission entschädigt 

(vgl. EMCH/RENZ/ARPAGAUS et al., Das Schweizerische Bankgeschäft, 7. 

Aufl., 2011, S. 692 Rz. 2065 f.; STEFAN WALLER, Das Underwriting Agree-

ment, Zürich 2010, S. 102 f.; MIRJAM EGGEN, Produktregulierung im Fi-

nanzmarktrecht, Bern 2015, S. 27 m.H.). Beim Bookbuilding übernimmt 

das Emissionshaus die Effekten dagegen üblicherweise zum Nominalwert. 

Der unter Hinzuziehung potentieller Investoren ermittelte Platzierungspreis 

wird nach Abschluss der Zeichnungsfrist anlässlich der Zuteilung der Ef-

fekten festgelegt. Das Agio geht an den Emittenten. Das Emissionshaus 

schränkt dabei sein Platzierungsrisiko ein (vgl. LUCAS FORRER/FELIX ZUUR, 

GesKR 4/2019, S. 653 f.; DANIEL DAENIKER, Underwriting Agreement – 

Rechtliche Grundlage von öffentlichen Aktienangeboten schweizerischer 

Gesellschaften, in: Rolf Watter [Hrsg.], Rechtsfragen beim Börsengang von 

Unternehmen, Zürich 2002, 159 ff., S. 169 und 175; EMCH/RENZ/ARPAGAUS 

et al., a.a.O., S. 692 Rz. 2066). In der Praxis kann die Festübernahme von 

diesen Grundtypen abweichen. Die für die eine oder andere Form der Fest-

übernahme typischen Elemente sind nicht ohne weiteres begriffsnotwendig 

i.S.v. Art. 3 Abs. 2 aBEHV i.V.m. Art. 2 Bst. d aBEHG, da diese Bestimmun-

gen mit Blick auf den Normzweck des Anleger- und Funktionsschutzes aus-

zulegen sind (Urteil des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; vgl. 

Urteil des BVGer B-4409/2008 vom 27. Januar 2010 E. 7.6.2). Eine Emis-

sionshaustätigkeit kann folglich auch vorliegen, wenn das Emissionshaus 

keine Übernahmekommission erhält oder faktisch kein oder nur ein be-

schränktes Platzierungsrisiko trägt (vgl. BVGE 2019 IV/4 E. 4.3.5; Urteil 

des BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; vgl. auch Urteil des 

B-2714/2018 

Seite 37 

BGer 2C_571/2018 vom 30. April 2019 E. 3.1 und 4.3). Ebenfalls kein Be-

griffsmerkmal ist der Mittelrückfluss an den Emittenten nach der Platzie-

rung. Hierzu kommt es im Bookbuilding-Verfahren, nicht aber beim Fixed 

Price Underwriting, wo der Emittent das Kapital in Form des vom Emissi-

onshaus zu bezahlenden «fixen Preises» gegebenenfalls vorab aufnimmt 

(vgl. ZUUR/FORRER GesKR 4/2019 S. 654). Das Fehlen eines verbreiteten 

Merkmals der Festübernahme führt nicht bereits dazu, dass keine Unter-

stellungspflicht gegeben ist, zumal die Gefährdung von Anleger- und 

Marktinteressen bei untypischen Formen der Festübernahme nicht gerin-

ger ist. Ebenso schliesst die Übernahme nur eines Teiles der zu emittieren-

den Aktien nicht aus, dass eine Festübernahme vorliege (vgl. Urteile des 

BVGer B-5274/2015 vom 22. Mai 2018 E. 7.4; B 7861/2008 vom 24. Sep-

tember 2009 E. 6.1.1; B-8227/2007 vom 20. März 2009 E. 4.3; BGE 136 II 

43 E. 4.1). 

5.3.3 Gemäss Kooperationsvertrag der Beschwerdeführerin mit der 

E._______Ltd (BVI), den die Beschwerdeführerin der FINMA im April 2010 

zustellte, verpflichtete sich die Beschwerdeführerin, für die von der 

E._______Ltd (BVI) übernommenen Aktien Käufer für einen festgelegten 

(Mindest-)Preis zu finden. Beim Verkauf von Aktien zum Mindestpreis 

stand ihr gemäss Vertrag eine Provision von ca. 25 % des Preises zu. Ein 

wesentlicher Anteil der von der E._______Ltd (BVI) verkauften Aktien 

stammte aus einem von ihr im April 2008 übernommenen Stammanteil an 

der D._______AG (DE) (GmbH) von 33 % und den hieraus mit der am 28. 

August 2009 beschlossenen Formumwandlung der D._______AG (DE) zur 

Aktiengesellschaft entstandenen Aktien. Zudem kaufte die E._______Ltd 

(BVI) weitere Effekten anderen Gruppengesellschaften ab (vgl. hinten, E. 

5.5.3). Schliesslich erlangte die E._______Ltd (BVI) Aktien durch Wande-

lung einer von der F._______AG (DE) übernommenen Wandelanleihe.  

Aus den Akten geht hervor, dass die Platzierung der Aktien für die 

E._______Ltd (BVI) der einzige Grund war, Effekten der D._______AG 

(DE) zu übernehmen (vgl. SA 41305341, Aussage der Direktorin der 

E._______Ltd (BVI), diese Gesellschaft sei «einzig zwecks Erwerbs, Hal-

tens und Weiterveräusserns» einer grösseren Beteiligung an der 

D._______AG (DE) gegründet worden; SA 41305473 f.: die Umwandlung 

der D._______AG (DE) in eine Aktiengesellschaft war für die 

E._______Ltd (BVI) «von wesentlicher Bedeutung»; vgl. auch SA 

50802031, Aussage B._______s, betr. einen Vertrag der E._______Ltd 

(BVI) mit der F._______AG (DE): ohne Endgewinn würde man das auch 

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nicht machen, irgendjemand «muss dann das [die Effekten] auch weiter-

geben»).  

Da keine Rückgabemöglichkeit vorgesehen war, trug die E._______Ltd 

(BVI) dabei theoretisch ein Platzierungsrisiko, obzwar dieses Risiko wegen 

gewisser Übernahmebedingungen und wegen des Vorgehens der Gruppe 

beim Verkauf faktisch regelmässig gering war: So war der gruppeninterne 

Preis für die Effekten zum Teil erst dann zu bezahlen, wenn die 

E._______Ltd (BVI) die Aktien bereits weiterverkauft hatte (SA 41305225 

§ 2; vgl. SA 41305373 § 2; vgl. SA 31201026 f.). Durch koordinierte Kon-

trolle der D._______AG (DE) (vgl. E. 5.1.3.3-5.1.3.7), durch Einflussnahme 

auf die zur Gesellschaft verbreiteten Informationen sowie mithilfe der zum 

Teil fragwürdigen Vermarktungstechniken (vgl. E. 5.5.3.1 f.) war es der 

Gruppe zudem möglich, gegenüber den Anlegern die D._______AG (DE) 

wertvoller und erfolgreicher darzustellen, als sie es war. Mangels objektiver 

Vergleichsdaten war es für die Anleger schwierig, die Informationen zu 

überprüfen. Die E._______Ltd (BVI) veräusserte die Effekten unter diesen 

Umständen zu Preisen, die stets weit über den Preisen lagen, welche sie 

für die Erstehung der Effekten gruppenintern bezahlte. Die Verkaufspreise 

betrugen im Schnitt ungefähr das Doppelte des von der E._______Ltd 

(BVI) ihrerseits bezahlten Kaufpreises (SA 31304001 ff.; 31303001; vgl. SA 

31307001). Mit der operativen Entwicklung der D._______AG (DE) lässt 

sich der Preisunterschied nicht erklären, da der Zeitpunkt der gruppenin-

ternen Übernahme durch die E._______Ltd (BVI) und jener des Verkaufs 

an Anleger in der Regel sehr nahe beieinander lagen (SA 31201097 ff.; 

21301021). Die Staatsanwaltschaft ging in ihren Untersuchungen auch von 

Leerverkäufen von Aktien aus, weil die E._______Ltd (BVI) die Aktien zum 

Teil erst kaufte, nachdem diese be