# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b6b0f95-e20a-5ca9-899c-7223066f8e90
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 20.10.2011 I/1-2010/159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2010-159_2011-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2010/159

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 20.10.2011

Entscheiddatum: 20.10.2011

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 20.10.2011
Art. 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11), Art. 177 StG (sGS 811.1). Die 
Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensveranlagung sind erfüllt, 
wenn die Steuerpflichtigen die Finanzierung eines Liegenschaftskaufs nicht 
nachweisen können, obwohl sie wiederholt zur Einreichung von Unterlagen 
aufgefordert und gebüsst wurden. Da sie im Beschwerde- bzw. 
Rekursverfahren einen Teil der Finanzierung nachweisen konnten, waren die 
Anforderungen an eine Änderung der ermessensweise festgelegten 
Einkünfte gegeben (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 20. 
Oktober 2011, I/1-2010/159).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

X und Y Z, Beschwerdeführer,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Direkte Bundessteuer (Einkommen 2008)

Sachverhalt:

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A.- X und Y Z sind verheiratet, haben eine erwachsene Tochter und leben in A. X Z ist 

unselbständig erwerbstätig, während Y Z keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Mit 

öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 20. Dezember 2007 erwarb das Ehepaar Z 

ein Mehrfamilienhaus in A zu hälftigem Miteigentum. Besitzesantritt war am 1. Februar 

2008. In der Steuererklärung 2008 deklarierten X und Y Z für die Staats- und 

Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. 35'294.-- und ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 493'353.--. Da die Steuerpflichtigen keine Schulden deklarierten, 

wurden sie vom kantonalen Steueramt in der Folge mehrmals aufgefordert, Angaben 

zur Finanzierung des Liegenschaftenkaufs zu machen. Mit Bussenverfügungen vom 12. 

Januar 2010, 23. Februar 2010 und 30. März 2010 wurde X Z wegen Verletzung von 

Verfahrenspflichten gebüsst. Am 12. Mai 2010 veranlagte das kantonale Steueramt X 

und Y Z für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

449'600.--. Dabei wurden ermessensweise übrige Einkünfte von Fr. 397'000.-- 

aufgerechnet.

B.- Mit Schreiben vom 28. Mai 2010 erhoben X und Y Z Einsprache gegen die 

Veranlagung mit dem sinngemässen Antrag, auf die Aufrechnung von übrigen 

Einkünften in der Höhe von Fr. 397'000.-- sei zu verzichten. Die Veranlagungsbehörde 

forderte die Steuerpflichtigen mit Schreiben vom 7. Juni 2010 auf, die Einsprache zu 

ergänzen. Nachdem innert Frist keine Ergänzung eingegangen war, wies das kantonale 

Steueramt die Einsprache mit Entscheid vom 6. Juli 2010 ab.

C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y Z mit Eingabe vom 6. August 

2010 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen 

Antrag, die aufgerechneten übrigen Einkünfte in der Höhe von Fr. 397'000.-- seien 

fallen zu lassen. Mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz 

die kostenfällige Abweisung oder die kostenfällige Teilgutheissung der Beschwerde. 

Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Die Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz 

Stellung zu nehmen. Sie liessen sich nicht vernehmen.

Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen und die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die mit nachträglicher Unterschrift versehene 

Beschwerde vom 6. August 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in 

formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.- Vorab ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführer zu Recht 

ermessensweise veranlagt hat.

a) Gemäss Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG nimmt die Veranlagungsbehörde die 

Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn der Steuerpflichtige trotz 

Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat oder Steuerfaktoren mangels 

zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. In dieser 

Bestimmung werden zwei Fälle unterschieden. Einerseits berechtigt die Verletzung von 

Verfahrenspflichten zur Ermessensveranlagung, anderseits ist eine solche 

vorzunehmen, wenn keine zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind.

Die Verfahrenspflichtverletzung kann darin bestehen, dass eine steuerpflichtige Person 

die Steuererklärung nicht einreicht, einem Auskunftsbegehren der 

Veranlagungsbehörde nicht nachkommt oder die eingeforderten Unterlagen nicht 

einreicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 

32 zu Art. 130 DBG). Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist 

entscheidend, dass der Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich 

darf der Steuerpflichtige nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die 

Steuerbehörden ermessensweise veranlagt werden. Auch bei einer 

Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund 

der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn 

sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen 

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lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 43 zu Art. 130 DBG). Für das 

Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für 

steuerbegründende oder steuermehrende Tatsachen trägt, während den 

Steuerpflichtigen die Beweislast trifft für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben 

oder mindern (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische 

Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 379 f.).

b) Im Jahr 2008 erwarben die Beschwerdeführer ein Mehrfamilienhaus in A zu einem 

Kaufpreis von Fr. 400'000.--. Da die Beschwerdeführer laut Steuerdeklaration 2007 

über kein nennenswertes Vermögen verfügten und in der Steuererklärung per 31. 

Dezember 2008 weder Schulden noch Mietzinseinnahmen deklarierten, nahm die 

Veranlagungsbehörde im Rahmen der Veranlagung weitere Untersuchungen vor. Mit 

Schreiben vom 20. Oktober 2009 und 16. November 2009 forderte der 

Steuerkommissär die Beschwerdeführer unter anderem auf, Darlegungen zur 

Finanzierung des Grundstückkaufs sowie Angaben zur Vermietung der Wohnungen zu 

machen. In der zweiten Aufforderung vom 16. November 2009 wurde ihnen bei 

unbenutztem Ablauf der Frist eine Ermessensveranlagung angedroht. Nachdem keine 

Antwort einging, wurde der Beschwerdeführer mit Bussenverfügungen vom 12. Januar, 

23. Februar und 30. März 2010 mehrmals wegen Verletzung von Verfahrenspflichten 

gebüsst und jedes Mal erneut aufgefordert, die erwähnten Unterlagen einzureichen, 

ansonsten eine Veranlagung nach Ermessen vorgenommen werde. Trotz diesen 

Mahnungen meldeten sich die Beschwerdeführer nicht. Damit haben sie ihre 

Verfahrenspflichten verletzt. Zudem war eine einwandfreie Ermittlung des Sachverhalts 

trotz vorgängiger Untersuchung nicht möglich. Die Vorinstanz musste deshalb mangels 

Nachweises der Herkunft der Mittel für den Grundstückkauf eine 

Ermessensveranlagung vornehmen. Diese wurde den Beschwerdeführern zuvor auch 

angedroht.

3.- Sodann ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführer die offensichtliche Unrichtigkeit der 

Ermessensveranlagung nachzuweisen vermögen.

a)  Die Beschwerdeführer machen geltend, sie hätten das fragliche Mehrfamilienhaus 

am 20. Dezember 2007 für Fr. 400'000.-- erworben. Der Verkäufer habe Fr. 320'000.-- 

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davon als Darlehen stehen lassen. Da das Objekt renovationsbedürftig gewesen sei, 

hätten sie allen Mietern kündigen müssen. Sie selber wohnten seit dem Kauf auf einer 

Baustelle, da die C Bank den versprochenen Baukredit nicht ausbezahlt und der 

Verkäufer den Titel nicht ausgehändigt habe. Im Jahr 2008 hätten ihnen nur die 

Einkünfte des Beschwerdeführers aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zur Verfügung 

gestanden.

Die Vorinstanz hält dem im Wesentlichen entgegen, die Beschwerdeführer seien im 

Veranlagungsverfahren mehrmals aufgefordert worden, diverse Unterlagen 

einzureichen, darunter ein ausgefülltes Schuldenverzeichnis samt Belegen sowie einen 

Finanzierungsnachweis über den Erwerb der Liegenschaft. Auch nach drei 

Bussenverfügungen seien die Auflagen nicht erfüllt worden. Im Einspracheverfahren 

seien die Beschwerdeführer ein weiteres Mal erfolglos aufgefordert worden, die 

fraglichen Unterlagen einzureichen. Erstmals im Beschwerdeverfahren sei unter Vorlage 

eines entsprechenden Darlehensvertrages geltend gemacht worden, dass der 

Verkäufer ihnen ein Darlehen über Fr. 320'000.-- gewährt habe. Zudem sei ein 

Baukreditvertrag mit der C Bank über Fr. 535'000.-- vom 1. August 2008 eingereicht 

worden. Da der Kredit gemäss Angaben der Beschwerdeführer nicht zur Auszahlung 

gelangt sei, sei der Schuldbestand per 31. Dezember 2008 nach wie vor unklar. Ein 

Nachweis in Form einer Schuld- und Zinsbescheinigung per 31. Dezember 2008 fehle. 

Per Ende 2009 sei der Schuldbestand der Beschwerdeführer gegenüber der D AG mit 

Fr. 32'000.-- deklariert worden. Falls eine Darlehensschuld per Ende 2008 in der Höhe 

von Fr. 320'000.-- als erwiesen betrachtet werde, ergebe sich unter Berücksichtigung 

der Vermögensentwicklung anhand des Lebensaufwandes immer noch eine nicht 

nachgewiesene Mittelherkunft von Fr. 77'000.--.

b) In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist bei der Ermessensveranlagung von Bedeutung, 

dass der Steuerpflichtige diese nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten 

kann. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen 

(Art. 132 Abs. 3 DBG). Erfolgte zu Recht eine Ermessensveranlagung, so hat der 

Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung nachzuweisen; es kommt zu einer 

Umkehr der Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen.

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Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen 

auf zwei Arten nachgewiesen werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt 

dartun und beweisen. Damit entfallen die Voraussetzungen einer 

Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen 

Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als zweite Art des 

Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass 

die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist 

verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., N 39 und 

51 zu Art. 132 DBG).

Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie willkürlich ist (vgl. Entscheid 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2003, in: StE 2004 B 92.3 Nr. 

13, E 4c). Offensichtlich unrichtig sind jene Schätzungen, die sachlich nicht begründbar 

sind, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sind, sich auf sachwidrige 

Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützen oder sonst mit den 

aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung 

vernünftigerweise nicht vereinbart werden können (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N 68 zu Art. 132 DBG; Zweifel/Athanas, a.a.O., N 52 zu Art. 132 DBG). Dabei 

sind auch die Unterlagen, welche im Beschwerdeverfahren beigebracht werden, zu 

berücksichtigen.

Die Veranlagungsbehörde nimmt die Ermessensveranlagung nach pflichtgemässem 

Ermessen vor. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und 

Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Ziel der 

Ermessensveranlagung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen 

Sachverhalt. Bei der Ermessensveranlagung hat die Behörde alle Unterlagen zu 

berücksichtigen, die ihr zur Verfügung stehen. Der Steuerpflichtige soll möglichst seiner 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechend veranlagt werden. In aller Regel darf 

sich die Schätzung nur auf die Höhe der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt 

werden darf im Allgemeinen dagegen der Grundsachverhalt, d.h. die 

steuerauslösenden Tatsachen (das Steuerobjekt) selbst. Erst wenn fest steht, dass 

Einkünfte vorhanden sind, von denen bloss die Höhe unbekannt ist, darf geschätzt 

werden. Eine Ausnahme davon ist jedoch zu machen, wenn nicht nur ein spezifisches 

Tatbestandsmerkmal, sondern das Steuerobjekt an sich ungewiss ist. In diesem Fall 

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dürfen das gesamte Einkommen bzw. der gesamte Gewinn oder auch Teile davon 

geschätzt werden (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 67 ff. zu Art. 130 DBG; 

vgl. auch GC 1973 Nr. 5, 1987 Nr. 22). Die Veranlagungsbehörde ist gehalten, das vom 

Pflichtigen deklarierte Einkommen mit dessen Lebensaufwand zu vergleichen. Ein 

solcher Vergleich lässt Schlüsse auf die Richtigkeit der Deklaration zu. Ein vom 

Steuerpflichtigen nicht erklärter Widerspruch zwischen dem deklarierten Einkommen 

und dem Privatverbrauch erlaubt es, die Einschätzung des Einkommens nach dem 

Aufwand vorzunehmen (vgl. RB/ZH 1982 Nr. 71; KRKE SO 1983 Nr. 8). Im Fall einer 

Schätzung nach Lebensaufwand ist dieser nach dem beruflichen und 

gesellschaftlichen Stand des Steuerpflichtigen zu bestimmen. Soweit nicht auf 

Unterlagen abgestellt werden kann, ist der Aufwand zu schätzen, wobei vorerst im 

Auflageverfahren die Lebenshaltungskosten des Steuerpflichtigen festzustellen sind. 

Dabei braucht nicht untersucht zu werden, aus welchen Quellen die für den 

persönlichen Aufwand benötigten Einkünfte stammen. Dem Steuerpflichtigen bleibt 

aber der Nachweis vorbehalten, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder 

aus Vermögensverzehr bestritten wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 71 

zu Art. 130 DBG m.w.H.).

c) Wie eingangs dargelegt, liessen die Beschwerdeführer die Steuerbehörde im 

Veranlagungsverfahren über die Finanzierung des Kaufs der Liegenschaft in A im 

Unklaren. Die Vorinstanz ermittelte daraufhin anhand der Vermögensentwicklung 

zwischen dem 31. Dezember 2007 (Reinvermögen Fr. 17'773.--) und dem 31. 

Dezember 2008 (Reinvermögen Fr. 393'353.--) unter Berücksichtigung von 

Bewertungsdifferenzen (Fr. 40'000.--) sowie des geschätzten Privataufwands (Fr. 

67'853.--) und der Einkünfte (Fr. 85'697.--) einen unerklärbaren Vermögenszuwachs 

von Fr. 397'736.--.

In der Einsprache brachten die Beschwerdeführer vor, die Veranlagung mit übrigen 

Einkünften von Fr. 397'000.-- sei für sie nicht nachvollziehbar. Daraufhin wurden sie 

von der Vorinstanz mit Schreiben vom 7. Juni 2010 erneut erfolglos aufgefordert, die 

Steuererklärung mit diversen Unterlagen, darunter auch einem Schuldenverzeichnis 

samt Belegen, zu ergänzen. Im Beschwerdeverfahren machen die Steuerpflichtigen 

erstmals geltend, dass der Käufer ihnen beim Erwerb des fraglichen 

Mehrfamilienhauses ein Darlehen von Fr. 320'000.-- gewährt habe und sie im Jahr 

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2008 über keine zusätzlichen Einkünfte verfügten. Dazu reichten sie einen 

Darlehensvertrag mit dem Verkäufer vom 1. Dezember 2007 ein (act. 2/3). Demnach 

gewährte ihnen dieser ein Darlehen von Fr. 320'000.-- ab 31. Januar 2008 mit einer 

Laufzeit von drei Jahren zu einem Zins von 3,25%. Das eingereichte Vertragsexemplar 

ist zwar vom Verkäufer nicht unterzeichnet. Das Bestehen eines entsprechenden 

Darlehens ergibt sich jedoch gemäss der grundbuchamtlichen Handänderungsanzeige 

auch aus dem öffentlich beurkundeten Kaufvertrag, wonach der Kaufpreis von Fr. 

400'000.-- einerseits durch Überweisung eines Betrages von Fr. 80'000.-- per 1. 

Februar 2008 auf das Konto des Verkäufers und andererseits durch 

Schuldanerkennung der Käufer gegenüber dem Verkäufer im Umfang von 

Fr. 320'000.-- getilgt wurde (act. 12/V). Beabsichtigt war offenbar die Ablösung dieser 

Schuld durch die C Bank, mit welcher die Beschwerdeführer am 1. August 2008 einen 

Baukreditvertrag über Fr. 535'000.-- abschlossen. Da der Pfandtitel vom Verkäufer 

gemäss Darstellung der Beschwerdeführer nicht freigegeben wurde, kam es jedoch 

nicht dazu. Aus einer mit der Steuererklärung 2009 eingereichten Schuldanerkennung 

über Fr. 320'000.-- vom 5. Oktober 2008 geht hervor, dass diese Schuld offenbar von 

der D AG übernommen wurde und folglich Ende 2008 immer noch bestand (act. 12/II.

15). Damit kann davon ausgegangen werden, dass es den Beschwerdeführern 

gelungen ist, das Bestehen einer Schuld in der Höhe von Fr. 320'000.-- per 31. 

Dezember 2008 und damit die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung, 

in welcher keine Schulden berücksichtigt waren und der Vermögenszuwachs 

dementsprechend als Einkommen aufgerechnet wurde, nachzuweisen. Die Bezahlung 

bzw. Anerkennung von Schuldzinsen (gemäss Vertrag 3,25%) wird von den 

Beschwerdeführern weder beantragt, noch ist sie nachgewiesen. Daher ist kein Abzug 

für Schuldzinsen zu berücksichtigen.

d) Nach wie vor ungeklärt bleibt jedoch die Mittelherkunft für den verbleibenden 

Vermögensvorschlag von rund Fr. 77'000.--. Die entsprechende Berechnung der 

Vorinstanz (vgl. act. 12/III.14) wurde den Beschwerdeführern zusammen mit der 

Ermessensveranlagung und ein zweites Mal im Rahmen des Einspracheverfahrens 

bekannt gegeben. Nachdem die Beschwerdeführer keine Einwände dagegen erhoben 

haben und die Schätzung des Privatverbrauchs mit Fr. 67'853.-- angemessen und 

nachvollziehbar erscheint, liegt diesbezüglich keine offensichtlich unrichtige Schätzung 

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vor. Die Aufrechnung des verbleibenden Differenzbetrages von Fr. 77'000.-- bleibt 

somit bestehen.

e) Die Beschwerde ist folglich gemäss dem Antrag der Vorinstanz teilweise 

gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 6. Juli 2010 

aufzuheben. Die Beschwerdeführer sind für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 129'600.-- zu veranlagen.

4.- Die Kosten des Verfahrens vor der kantonalen Steuerrekurskommission werden der 

unterliegenden Partei auferlegt; wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so 

werden sie anteilmässig auferlegt (Art. 144 Abs. 1 DBG). Dem obsiegenden 

Beschwerdeführer werden die Kosten ganz oder teilweise auferlegt, wenn er bei 

pflichtgemässem Verhalten schon im Veranlagungs- oder Einspracheverfahren zu 

seinem Recht gekommen wäre oder wenn er die Untersuchung der kantonalen 

Steuerrekurskommission durch trölerisches Verhalten erschwert hat (Art. 144 Abs. 2 

DBG).

Da die Beschwerdeführer den Nachweis des Bestehens einer Darlehensschuld trotz 

vorgängiger wiederholter Aufforderung erst im Beschwerdeverfahren erbrachten, sind 

ihnen trotz teilweisem Obsiegen die Verfahrenskosten unter solidarischer Haftbarkeit 

aufzuerlegen. Angemessen ist eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- (Art. 144 Abs. 5 

DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zu verrechnen. Die Gebühr ist gesamthaft beim 

Beschwerdeführer zu erheben.

Entscheid:

1.    Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und der angefochtene

       Einsprache-Entscheid vom 6. Juli 2010 wird aufgehoben.

2.    Die Beschwerdeführer werden für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem

       steuerbaren Einkommen von Fr. 129'600.-- veranlagt.

3.    Die Beschwerdeführer bezahlen die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- unter

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       solidarischer Haftbarkeit. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird verrechnet.

       Die Gebühr wird bei X Z erhoben.

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