# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9568953b-7916-5f4d-b88e-c1309b46e460
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2023 D-508/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-508-2023_2023-02-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-508/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier; 

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Burundi,  

vertreten durch Barbara Stangherlin, Mlaw,  

Rechtsschutz für Asylsuchende - Bundesasylzentrum Region 

Bern, [...],  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 18. Januar 2023 

 

 

 

D-508/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein burundischer Staatsangehöriger, am 

11. November 2022 unkontrolliert in die Schweiz einreiste und gleichentags 

ein Asylgesuch stellte,  

dass er am 7. Dezember 2022 den Rechtsschutz für Asylsuchende im Bun-

desasylzentrum Region Bern mit seiner Rechtsvertretung mandatierte, 

dass er gemäss Einträgen in der Datenbank "Eurodac" am 3. November 

2022 in Kroatien daktyloskopisch erfasst worden war, 

dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit dem Beschwerdeführer 

am 21. Dezember 2022 ein rechtliches Gehör zur Anwendung der Rechts-

bestimmungen des Dublin-Regimes durchführte, 

dass das SEM am 21. Dezember 2022 an die zuständige kroatische Be-

hörde die Mitteilung richtete, gestützt auf die einschlägigen Staatsverträge 

(Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 

in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin-

Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 68]; Verordnung [EU] Nr. 

604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 

zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-

staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen 

Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der 

Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur 

Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]) werde Kroatien als 

zur Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet, 

dass die zuständige kroatische Behörde am 4. Januar 2023 der Über-

nahme des Beschwerdeführers zustimmte, 

dass die Rechtsvertreterin mit Eingaben an das SEM vom 13. und vom 

17. Januar 2023 medizinische Unterlagen betreffend den Beschwerdefüh-

rer einreichte, 

dass das Staatssekretariat mit Verfügung vom 18. Januar 2023 (Datum der 

Eröffnung: 20. Januar 2023) gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylge-

setzes (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

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Seite 3 

nicht eintrat, dessen Wegweisung nach Kroatien sowie den Vollzug anord-

nete und ihn anwies, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen, wobei es festhielt, dass eine Beschwerde ge-

gen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung habe, 

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe seiner Rechts-

vertreterin vom 27. Januar 2023 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,  

dass er dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 

die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, eventualiter 

sei die Sache zur erneuten Beurteilung an das SEM zurückzuweisen,  

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, der Vollzug der Wegweisung 

sei im Sinne einer superprovisorischen Massnahme einstweilen auszuset-

zen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

dass er in prozessualer Hinsicht ausserdem beantragte, es sei ihm die un-

entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewäh-

ren,  

dass mit der Beschwerdeschrift als Beweismittel ein weiteres medizini-

sches Aktenstück eingereicht wurde,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 30. Ja-

nuar 2023 den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer superprovisori-

schen Massnahme einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-

schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),  

dass das Bundesverwaltungsgericht – mit einer vorliegend nicht zutreffen-

den Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, wo-

mit er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 

Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche 

handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 

ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass im vorliegenden Fall auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 

verzichtet wird (Art. 111a Abs. 1 AsylG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretens-

entscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prü-

fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), 

dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf Asylgesuche in der Regel 

nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen 

können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,  

dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu-

ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat 

für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit-

gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung 

infolge unterlassener Antwort innerhalb der einschlägigen Frist auszuge-

hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

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Seite 5 

dass die zuständige kroatische Behörde am 4. Januar 2023 innert der da-

für vorgesehenen Frist (Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO) der Rückübernahme 

des Beschwerdeführers zustimmte, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens somit gegeben ist und 

diese vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, 

dass mit der Beschwerdeschrift jedoch unter anderem geltend gemacht 

wird, der Sachverhalt sei in medizinischer Hinsicht nicht rechtsgenüglich 

abgeklärt worden, womit unter dem Aspekt einer möglichen Verletzung von 

Art. 3 EMRK im Falle der Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroa-

tien die Prüfung des Selbsteintritts der Schweiz auf das Asylgesuch unzu-

reichend ausgefallen sei,  

dass diesbezüglich im Wesentlichen ausgeführt wird, der Beschwerdefüh-

rer habe bereits anlässlich des rechtlichen Gehörs zur Anwendung der 

Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes vom 21. Dezember 2022 ge-

äussert, dass er an Angstzuständen leide, 

dass der Beschwerdeführer ausserdem von Gewaltanwendung, Bedrohun-

gen und erniedrigender Behandlung seitens der Sicherheitskräfte und Be-

hörden in Kroatien berichtet habe,  

dass die Rechtsvertreterin am 17. Januar 2023 die medizinische Dokumen-

tation betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu den 

vorinstanzlichen Akten gereicht habe, 

dass daraus hervorgehe, dass der Beschwerdeführer aufgrund von Ge-

walterfahrungen auf der Flucht an Schlafstörungen und Albträumen leide, 

wobei deswegen dringliche psychiatrische Massnahmen empfohlen wor-

den seien,  

dass aus diesem Grund eine Zuweisung an "Santé Mentale" erfolgt sei und 

der Beschwerdeführer bei dieser medizinischen Einrichtung am 24. Januar 

2023 einen Termin habe wahrnehmen können, 

dass ein entsprechender Bericht, der Auskunft über den aktuellen Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers gebe, noch ausstehend sei, 

dass auch einem weiteren ärztlichen Schreiben vom 5. Januar 2023 ent-

nommen werden könne, dass die Schlafstörungen des Beschwerdeführers 

auf Gewalterfahrungen zurückzuführen seien und eine psychologisch-psy-

chiatrische Behandlung dringend indiziert sei,  

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dass das SEM jedoch den medizinischen Sachverhalt trotz der deutlichen 

Hinweise auf gesundheitliche Probleme nicht weiter abgeklärt habe, son-

dern unverzüglich mit Verfügung vom 18. Januar 2023 auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten sei, 

dass aufgrund der derzeitigen Aktenlage aber keine hinreichenden Aussa-

gen zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowie 

zu den Folgen einer Rückkehr nach Kroatien gemacht werden könnten,  

dass mithin die Vorinstanz nicht habe beurteilen können, welche medizini-

sche Behandlung notwendig sei und wie sich eine Rückführung nach Kro-

atien auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auswirken 

würde, 

dass, so die abschliessende Argumentation in der Beschwerdeschrift, eine 

Rückführung nach Kroatien geeignet sei, eine Verletzung der Rechte des 

Beschwerdeführers gemäss Art. 3 EMRK herbeizuführen, 

dass im Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht 

zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver-

halts gelten (Art. 6 AsylG i. V. m. Art. 12 VwVG), wobei die Behörde die für 

das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die 

rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Be-

weis zu führen hat, 

dass zu den Verfahrensgarantien, die der Grundsatz des rechtlichen Ge-

hörs umfasst (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29‒33 VwVG) unter anderem die 

Pflicht der Behörden gehört, die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig und 

ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen,  

dass daraus ausserdem auch die in Art. 35 Abs. 1 VwVG gesetzlich nie-

dergelegte grundsätzliche Pflicht der Behörden folgt, ihren Entscheid zu 

begründen (BGE 123 I 31 E. 2c), 

dass gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. f AsylG i.V.m. Art. 26a AsylG zur Mitwir-

kungspflicht asylsuchender Personen unter anderem gehört, dass sie sich 

einer vom SEM angeordneten medizinischen Untersuchung unterziehen, 

dass Asylsuchende zufolge Art. 26a Abs. 1 AsylG die für das Asyl- und 

Wegweisungsverfahren massgeblichen gesundheitlichen Beeinträchtigun-

gen, die ihnen bereits zum Zeitpunkt der Einreichung des Asylgesuches 

bekannt waren, unmittelbar nach der Gesuchseinreichung, spätestens je-

doch bei der Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 36 Abs. 2 AsylG oder 

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der Gewährung des rechtlichen Gehörs nach Art. 36 Abs. 1 AsylG geltend 

machen müssen, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 

21. Dezember 2022 in medizinischer Hinsicht unter anderem angab, er 

habe manchmal Angstzustände aufgrund von Erinnerungen an Erlebtes, 

dass die Rechtsvertreterin mit Eingaben an das SEM vom 13. und vom 

17. Januar 2023 zwei medizinische Unterlagen betreffend den Beschwer-

deführer einreichte, 

dass dabei zum einen aus der medizinischen Dokumentation des Pflege-

dienstes im Bundesasylzentrum Bern hervorgeht, der Beschwerdeführer 

habe am 12. Dezember 2022 von Albträumen berichtet und ein Gespräch 

mit der Seelsorge gewünscht, 

dass zum anderen einem ärztlichen Kurzbericht des Bundesasylzentrums 

Bern vom 11. Januar 2023 zu entnehmen ist, der Beschwerdeführer leide 

unter Schlafstörungen und Albträumen, wache immer wieder schweissge-

badet auf, träume von Gewalterfahrungen, welche er auf der Flucht erlebt 

habe, wobei bei der Ankunft in Kroatien auf die Ankommenden geschossen 

worden und er selbst mit vorgehaltener Waffe festgenommen und im Wald 

ausgesetzt worden sei, 

dass aus dem letztgenannten ärztlichen Zeugnis weiter hervorgeht, es 

werde unter anderem eine "dringliche psychiatrische Anbindung" empfoh-

len, wobei eine Überweisung an die Psychiatrie angezeigt sei, 

dass des Weiteren einem mit der Beschwerdeschrift eingereichten Schrei-

ben des ärztlichen Dienstes im Bundesasylzentrum Kappelen (Bern) an die 

Abteilung Psychische Gesundheit des Hôpital du Jura bernois, Biel/Bienne, 

vom 11. Januar 2023 im Wesentlichen zu entnehmen ist, dass der Be-

schwerdeführer wegen psychischer Probleme zur psychologisch-psychiat-

rischen Behandlung überwiesen wurde, 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung (S. 2 f. und 5 f.) in Bezug 

auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers den soeben er-

wähnten Sachverhalt – mit Ausnahme des letztgenannten Überweisungs-

schreibens – erwähnte,  

dass es diesbezüglich allerdings gleichzeitig festhielt (ebd., S. 6), es er-

achte den medizinischen Sachverhalt als ausreichend erstellt, um die Zu-

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lässigkeit einer Wegweisung nach Kroatien beurteilen und über die Anwen-

dung der Souveränitätsklausel befinden zu können, weshalb auf weitere 

medizinische Abklärungen verzichtet werde,  

dass es weiter feststellte, aufgrund der vorhandenen medizinischen Unter-

lagen und in Berücksichtigung der geschilderten gesundheitlichen Beein-

trächtigungen sei nicht von einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK 

auszugehen, beziehungsweise es könne ausgeschlossen werden, dass im 

Falle des Beschwerdeführers eine medizinische Notlage bestehe und sich 

sein Gesundheitszustand bei einer Rückkehr nach Kroatien drastisch ver-

schlechtern werde, 

dass im Übrigen Kroatien über eine ausreichende medizinische Infrastruk-

tur verfüge und der Beschwerdeführer dort eine allenfalls nötige medizini-

sche Unterstützung erhältlich machen könne,  

dass im vorliegenden Fall dem Standpunkt der Vorinstanz, der medizini-

sche Sachverhalt sei ausreichend abgeklärt worden, offensichtlich nicht 

gefolgt werden kann, 

dass vielmehr festzustellen ist, dass zwar durch den Pflegedienst wie auch 

durch den ärztlichen Dienst des Bundesasylzentrums Bern zweimal eine 

fachärztliche psychiatrische Untersuchung und therapeutische Massnah-

men als angezeigt bezeichnet und eine entsprechende Überweisung aus-

gesprochen wurde,  

dass jedoch das SEM die angefochtene Verfügung erliess, ohne die Er-

gebnisse der durch die medizinischen Dienste bereits veranlassten Mass-

nahmen abzuwarten, 

dass auf dieser Grundlage offensichtlich nicht die Rede davon sein kann, 

die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers sei ausreichend ab-

geklärt worden,  

dass daher zum heutigen Zeitpunkt auch keine Aussagen in Bezug auf die 

Frage möglich sind, ob und inwiefern gesundheitliche Probleme der Durch-

führbarkeit eines Vollzugs der Wegweisung nach Kroatien entgegenstehen 

könnten,  

dass das SEM damit auch seiner Begründungspflicht nicht nachgekommen 

ist, 

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Seite 9 

dass das Staatssekretariat daher aufzufordern ist, das Verfahren erneut an 

die Hand zu nehmen, die erforderlichen Abklärungen durchzuführen und 

die Sache unter Beachtung der Begründungspflicht neu zu beurteilen, 

dass die Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen ist, soweit die Auf-

hebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache zur erneuten Be-

urteilung an die Vorinstanz beantragt wird,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit der Antrag, es sei die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren, gegenstandslos wird, 

dass keine Parteientschädigung auszurichten ist, da es sich vorliegend um 

eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h 

AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k 

AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur weiteren 

Sachverhaltsabklärung und zur erneuten Beurteilung an das SEM zurück-

gewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli