# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 980edf36-3249-5d93-9cfb-1c0f582bd4f5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** DG240030-K4
**Docket/Reference:** DG240030-K4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/DG240030-K4.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Winterthur

Geschäfts-Nr.: DG240030-K/Ubegr/ch

Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. M. Stosberg, Bezirksrichterin 

lic. iur. K. Findeisen, Bezirksrichter lic. iur. D. Siegwart sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw N. Mattmüller

Urteil vom 28. März 2025
(begründete Fassung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin

A._____, 

Beschuldigter

gegen

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,

betreffend Vergewaltigung etc.

Privatklägerin

B._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

 
- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. Septem-

ber 2024 (act. 21) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

Der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt 

Dr. iur. X._____, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ namens und teilweise in Beglei-

tung der Privatklägerin sowie Staatsanwältin lic. iur. C._____ für die Anklagebe-

hörde.

1.

Der Anklagebehörde: (act. 21 S. 6; act. 43 S. 1)

Anträge:

-

-

-

-

-

Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten unter Anrechnung 

von 2 Tagen erstandener Haft

Vollzug der Freiheitsstrafe

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 

CHF 3'500.00)

2.

Des Verteidigers: (Prot. HV)

1.

2.

Der Beschuldigte sei freizusprechen.

Die Zivilforderung der Privatklägerin sei abzuweisen. Eventualiter sei 

die Zivilforderung auf den Zivilweg zu verweisen.

3.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.

3.

Des Beschuldigten: (sinngemäss)

Entscheid gemäss den Anträgen des Verteidigers

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4.

Der Privatklägerschaft: (act. 44 S. 1)

1.

2.

Es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genug-

tuung von CHF 20'000.– zuzüglich 5% Zins ab 17. August 2022 zu be-

zahlen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss nachfolgen-

der Bezifferung zu Lasten des Beschuldigten.

- 4 -

Erwägungen:

I.

Prozessgeschichte

1.

Mit  Anklageschrift  vom  24. September  2025  (act. 21;  hierorts  eingegangen 

am  25. September  2025)  erhob  die  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  An-

klage gegen den Beschuldigten. Nach Prüfung der Anklageschrift, der Akten und 

der Prozessvoraussetzungen (Prot. S. 2) wurde den Parteien mit Verfügung vom 

26. September 2024 in Aussicht gestellt, dass anlässlich der Hauptverhandlung der 

Beschuldigte  und  die  Privatklägerin  einvernommen  werden  und  seitens  des  Ge-

richts keine weiteren Beweisabnahmen vorgesehen seien. Zudem wurde den Par-

teien  Frist  angesetzt,  um  Beweisanträge  für  die  Hauptverhandlung  zu  stellen 

(act. 24).

2.

Mit Eingabe vom 18. Oktober 2024 ersuchte die Rechtsvertreterin der Privat-

klägerin um Ausschluss der Publikumsöffentlichkeit von der Hauptverhandlung und 

Auflagenerteilung an die akkreditierten Gerichtsberichterstatter (act. 26).

3.

Die Hauptverhandlung wurde mit Verfügung vom 29. Oktober 2024 auf den 

27. und 28. März 2025 angesetzt (act. 30). Mit Beschluss vom 11. März 2025 wurde 

sodann die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung ausgeschlossen und den ak-

kreditierten  Gerichtsberichterstattern  und  Gerichtsberichterstatterinnen  der  Zutritt 

zur Hauptverhandlung bewilligt (act. 37).

4.

Zur Hauptverhandlung vom 27. und 28. März 2025 erschienen der Beschul-

digte  persönlich  in  Begleitung  seines  Verteidigers  Rechtsanwalt  Dr.  iur.  X._____ 

sowie einer Vertrauensperson, Staatsanwältin lic. iur. C._____ für die Anklagebe-

hörde in Begleitung einer polizeilichen Protokollführerin sowie die Vertreterin der 

Privatklägerin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ teilweise in Begleitung der Privatklä-

gerin  und  deren  Vertrauensperson  (Prot.  S.  8  und  S. 110).  Das  Urteil  wurde  am 

27. und 28. März 2025 beraten, am 28. März 2025 gefällt und gleichentags münd-

lich eröffnet sowie den Anwesenden im Dispositiv in unbegründeter Form ausge-

händigt (act. 48; Prot. S. 113).

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II.

Prozessuales

1.

Beweisantrag

1.1. Anlässlich der Hauptverhandlung stellte der Verteidiger einen Antrag auf Er-

stellung eines Gutachtens hinsichtlich des Fixierungsmechanismus, wobei er an-

gab, dieser Antrag müsse in Anwendung von Art. 349 StPO erst behandelt werden, 

wenn er sich im Rahmen der Beratung als relevant erweisen sollte (Prot. S. 72 f.).

1.2. Gemäss Art. 343 Abs. 1 StPO erhebt das Gericht neue und ergänzt unvoll-

ständig erhobene Beweise. Es erhebt im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene 

Beweise nochmals, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Ur-

teilsfällung  notwendig  erscheint  (Art. 343  Abs. 2  StPO).  Ein  uneingeschränktes 

Recht auf Beweisabnahme besteht indes nicht. Die Behörden müssen Beweisan-

trägen nicht entsprechen, wenn sie den rechtlich relevanten Sachverhalt als genü-

gend geklärt erachten, oder das Beweismittel als für die Feststellung rechtserheb-

licher  und  streitiger  Tatsachenbehauptungen  untauglich  erscheint.  Somit  ist  die 

Verweigerung der Beweisabnahme zulässig, wenn mit Sicherheit gesagt werden 

kann, dass sie auch dann an der richterlichen Überzeugung nichts mehr zu ändern 

vermag, wenn ihr Ergebnis die vom Beschuldigten aufgestellte Behauptung stützen 

würde.

1.3. Es kann vorweg genommen werden, dass sich für das Gericht im Rahmen 

der Urteilsberatung keine Notwendigkeit ergab, den Beweisantrag des Verteidigers 

zu behandeln.

2. Weiteres

In prozessualer Hinsicht drängen sich keine weiteren Bemerkungen auf. Die 

prozessualen Voraussetzungen sind gegeben, weshalb auf die Anklage einzutreten 

ist. 

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III.

Sachverhalt

1.

Anklagesachverhalt und Ausgangslage

1.1. Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wirft dem Beschuldigten den in 

der  Anklageschrift  vom  24. September  2024  umschriebenen  Sachverhalt  vor 

(act. 21). Die Anklageschrift ist diesem Urteil beigeheftet. Zur Vermeidung unnöti-

ger Wiederholungen wird hinsichtlich des angeklagten Sachverhalts auf die Ankla-

geschrift verwiesen.

1.2. Der Beschuldigte beschreibt die Vorgeschichte zwischen ihm und der Privat-

klägerin  im  Wesentlichen  gleich,  wie  sie  in  der  Anklageziffer  1  umschrieben  ist 

(act. 6/1 F/A 38 ff. und F/A 110 ff.; Prot. S. 46). Der Beschuldigte bestreitet denn 

auch nicht, dass es an besagtem Abend zu einer zweiten Runde Sex gekommen 

ist (act. 6/1 F/A 86; Prot. S. 49). Er führt allerdings aus, er habe die Privatklägerin 

nicht fixiert und sie sei mit sämtlichen sexuellen Handlungen einverstanden gewe-

sen  (act. 6/1 F/A 74  ff.  und  F/A 116 ff.; Prot.  S. 46 und S. 51).  Auch  habe  er  die 

Klitoris der Privatklägerin nicht gestreichelt (act. 6/1 F/A 124; Prot. S. 52). Zudem 

sei er lediglich zwei Mal anal und einmal vaginal in die Privatklägerin eingedrungen. 

Beim  Vaginalverkehr  im  Doggy-Style  sei  er  dann  zum  Samenerguss  gekommen 

(Prot. S. 55). Er stellt also zusätzlich in Abrede, dass nach dem Vaginalverkehr im 

Doggy-Style eine Masturbation seinerseits auf dem Rücken der Privatklägerin so-

wie  ein  erneutes,  vaginales  Eindringen  in  die  Privatklägerin  stattgefunden  habe 

(Prot.  S. 56  f.).  Ausserdem  führte  er  aus,  dass  sich  die  Privatklägerin  nach  dem 

Geschlechtsverkehr zwar ins Bad begeben habe, dass sie dort aber keine signifi-

kant lange Zeit verbracht habe (Prot. S. 58). Der Sachverhalt ist somit – mit Aus-

nahme der Anklageziffer 1, welche auch kein strafbares Verhalten umschreibt – zu 

erstellen.

2.

Beweismittel

2.1. Zur Erstellung der fraglichen Sachverhaltselemente dienen neben den Aus-

sagen  des  Beschuldigten  in  der  polizeilichen  Befragung  vom  14. Juni  2023 

(act. 6/1) sowie anlässlich der Befragung im Rahmen der Hauptverhandlung vom 

27. März 2025 (Prot. S. 12 ff. und S. 41 ff.) im Wesentlichen die Aussagen der Pri-

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vatklägerin  anlässlich  den  polizeilichen  Einvernahmen  vom  18. August  2022 

(act. 7/1) und vom 21. September 2022 (act. 7/2), der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 20. Juni 2024 (act. 7/4) und der Befragung im Rahmen der Haupt-

verhandlung vom 27. März 2025 (Prot. S. 14 ff.). Des Weiteren sind Aussagen des 

Zeugen D._____ vorhanden (act. 8/1).

2.2. Ausserdem  liegen  als  objektive  Beweismittel  Whatsapp-Chatverläufe  zwi-

schen der Privatklägerin und dem Zeugen (act. 9/1) sowie zwischen der Privatklä-

gerin und dem Beschuldigten (act. 9/2) vor. Zudem wurden zwei Berichte über die 

Auswertung des Anrufprotokolls (act. 10/3) und des Chats (act. 10/4) auf dem Te-

lefon des Beschuldigten erstellt.

3.

Grundsätze der Beweiswürdigung

3.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO).

3.1.1.Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist (Art. 10 Abs. 3 StPO). Allfäl-

lige abstrakte theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer mög-

lich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, 

wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden 

können (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1; 127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2d; Urteile des Bun-

desgerichts  6P.155/2006  und  6S.363/2006  vom  28. Dezember  2006,  E.  4.1;  SK 

StPO-WOHLERS, N 11 ff. Art. 10 StPO).

3.1.2.Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher  Umstände,  die  sich  aus  den  Akten  ergeben,  zu  untersuchen,  welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdig-

keit  der  aussagenden  Person  abgestellt  werden.  Zu  berücksichtigen  ist  vielmehr 

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die  Glaubhaftigkeit  der  konkreten,  im  Prozess  relevanten  Aussagen  (Urteil  des 

Obergerichts  des  Kantons  Zürich  SB240273  vom  18. Dezember  2024  E.  2.5  mit 

weiteren Hinweisen). Der Methode der Aussagenanalyse liegt die Erkenntnis zu-

grunde, dass wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geistige Leistun-

gen  erfordern  (BGE  129  I  49  E.  5;  128 I 81  E.  2;  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_375/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 2.2.2; FERRARI, Erkenntnisse aus der Aus-

sagepsychologie, plädoyer 4/09, S. 36; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, Wie können aus-

sagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen, 

AJP 11/2011, S. 1423 f.). Im Rahmen der Aussagenanalyse wird geprüft, ob die 

aussagende  Person  unter  Berücksichtigung  der  Umstände,  ihrer  intellektuellen 

Leistungsfähigkeit und ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Er-

lebnishintergrund machen könnte.

Als  Analysemittel  dienen  vorab  die  sogenannten  Realkennzeichen.  Dabei 

handelt es sich um wissenschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die Bewertung 

der Glaubhaftigkeit von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto glaubhafter 

erscheint die Aussage (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2; 6B_793/2010 

vom 14. April 2011 E. 1.3.1; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB240273 

vom 18. Dezember 2024 E. 2.5). Zu diesen Realkennzeichen gehören beispiels-

weise die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum, die Schilderung von 

psychischen Vorgängen oder Komplikationen im Handlungsablauf sowie die Spon-

tanität der Schilderungen. Für die Glaubhaftigkeit einer Darstellung sprechen so-

dann individuell geprägte, originelle oder aussergewöhnliche Geschehnisse enthal-

tende Aussagen. Ausserdem spricht die inhaltliche Konstanz des für die befragte 

Person subjektiv Wichtigen für die Glaubhaftigkeit einer Aussagen (vgl. zu den Re-

alkennzeichen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaus-

sagen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, a.a.O., S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, 

a.a.O., S. 1425).

3.2. Demgegenüber sind Übertreibungen der aussagenden Person in der Sache 

und in der Bestimmtheit als Hinweis für unglaubhafte Aussagen und sogenannte 

Lügensignale zu werten. Auch abstrakte, kurze und stereotype Aussagen in den 

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Einzelheiten  sprechen  für  die  Unrichtigkeit  der  Darstellung.  Sodann  sprechen 

Strukturbrüche in den Schilderungen für die Unzuverlässigkeit einer Aussage (im-

mer noch grundlegend BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeu-

genaussagen, SJZ 81 [1985] S. 53 ff.; in SJZ 1985 (81) 53; HAUSER, Der Zeugen-

beweis im Strafprozessrecht mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, 

S. 316).

4.

Aussagen der beteiligten Personen

4.1. Den  Aussagen  des  Beschuldigten  stehen  die  Aussagen  der  Privatklägerin 

gegenüber. Zudem liegt eine Zeugenaussage von D._____ vor. Dieser Zeuge hat 

das eigentliche Kerngeschehen nicht beobachtet, hat aber die Privatklägerin nach 

dem Vorfall abgeholt und hat daher ihre Gefühlslage direkt nach dem Vorfall erlebt. 

Wie nachfolgend noch auszuführen sein wird, enthalten auch die Chatverläufe zwi-

schen  der  Privatklägerin  und  dem  Zeugen  bzw.  dem  Beschuldigten  und  die  Be-

richte  über  die  Auswertungen  des  Anrufprotokolls  und  des  Chats  zwischen  dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin keine Informationen zum eigentlichen Kern-

geschehen. Es liegt daher im Wesentlichen eine "Aussage gegen Aussage"-Situa-

tion vor, weshalb die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten anhand 

von Realitätskriterien einzuordnen und zu würdigen sind.

4.2. Aussagen des Beschuldigten

4.2.1.Anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  14. Juni  2023  (act. 6/1) 

sagte  der  Beschuldigte  aus,  die  Privatklägerin  und  er  hätten  sich  am  17. August 

2022 in der Wohnung des Beschuldigten getroffen, dort zusammen gegessen, mit-

einander  gesprochen  und  später  einvernehmlichen  Sex  miteinander  gehabt.  Am 

Morgen habe er die Privatklägerin dann nicht mehr gesehen und ab dann sei auch 

der Kontaktabbruch erfolgt (F/A 48). Entweder die Privatklägerin oder er habe ge-

fragt, ob sie ins Schlafzimmer gehen wollten, was sie daraufhin getan hätten. Im 

Schlafzimmer hätten sie herum gemacht und sich gegenseitig ausgezogen. Dann 

hätten beide auf dem Bett liegend Oralsex gehabt. Anfangs hätten sie Vaginalsex 

gehabt. Der Beschuldigte habe ein Kondom getragen und so viel es ihm sei, sei es 

nach dem Vaginalsex nochmals zu Oralsex gekommen. Er wisse aber nicht mehr, 

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ob dieser beidseitig gewesen sei. Anschliessend sei es nochmals zu Vaginalsex 

gekommen. Gleichzeitig habe der Beschuldigte mit seinem Finger am After der Pri-

vatklägerin gespielt und sie daraufhin gefragt, ob sie Lust auf Analsex hätte. Die 

Privatklägerin habe eingewilligt. Während dem Sex, wie auch am gesamten Abend, 

habe sie nie gesagt, dass etwas nicht stimmen würde. Der Beschuldigte und die 

Privatklägerin hätten dann Analsex gehabt. Er sei davon ausgegangen, dass sie es 

damals genossen habe (F/A 58). Die Privatklägerin habe dem Beschuldigten einen 

geblasen, er habe ihre Vagina geleckt, zudem sei es zu vaginalem und analem Sex 

gekommen (F/A 62 und 65 f.). Der Beschuldigte habe beim Analverkehr Stossbe-

wegungen  gemacht  (F/A 67)  und  dieser  habe  im  Doggy-Style  stattgefunden 

(F/A 68). Er habe dann einen Samenerguss gehabt, welcher wahrscheinlich in der 

Doggy-Stellung beim Analverkehr stattgefunden habe (F/A 70). Danach hätten sie 

gekuschelt und seien eingeschlafen (F/A 71). Es  seien Gleitmittel und ein Kondom 

verwendet worden, welche von ihm gewesen seien. Er habe das Gleitmittel genom-

men und alles vorbereitet, als sie entschieden hätten, Analverkehr zu machen. Er 

habe  zuerst  den  Anus  der  Privatklägerin  ohne  Gleitmittel  geleckt.  Anschliessend 

habe er Gleitmittel auf seinen Finger genommen, sei mit dem Finger in ihren Anus 

eingedrungen  und  habe  mit  dem  Finger  Stossbewegungen  gemacht,  um  zu 

schauen, ob es ihr gefalle und zur Vorbereitung, um mit dem Penis in ihren Anus 

einzudringen.  Anschliessend  sei  er  mit  dem  Penis  in  ihren  Anus  eingedrungen 

(F/A 72 f.). Die Privatklägerin habe keine abwehrende Reaktion gezeigt und nichts 

Abwehrendes  gesagt  oder  den  Beschuldigten  zurückgestossen  (F/A 74).  Zudem 

sei sie aktiv gewesen, auch in Bezug auf den Analverkehr (F/A 75 f.). Sie habe das 

Tempo bestimmt, indem sie ihr Gesäss hin und her bewegt habe (F/A 77). Während 

des Geschlechtsverkehrs sei auch gesprochen worden, im Sinne von: "Ist es gut 

für dich? Auf was hast du Lust?" etc. (F/A 78).

Zuerst führte der Beschuldigte aus, es habe in dieser Nacht oder am folgen-

den  Morgen  keine  weiteren  sexuellen  Handlungen  und  nur  diesen  einen  Ge-

schlechtsverkehr gegeben (F/A 84 f.). Auf Nachfrage, ob er sich sicher sei, dass es 

an diesem Abend oder am Morgen keinen zweiten Geschlechtsverkehr gegeben 

habe, erklärt er, vielleicht habe es vor dem Kuscheln noch eine zweite Runde ge-

geben, aber sicher nicht nach dem Kuscheln. Sie seien beide beim Kuscheln ein-

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geschlafen und er sei am nächsten Tag irgendwann am Morgen aufgewacht. Die 

Privatklägerin sei da schon nicht mehr bei ihm gewesen. Er sei überrascht gewe-

sen, dass sie nicht mehr da gewesen sei und wisse nicht, wann sie die Wohnung 

verlassen habe (F/A 86). Er könne sich nicht daran erinnern, dass er sich auf ihren 

Rücken  gelegt,  seine  Zehen  bei  ihren  Fersen  eingehakt  und  so  ihre  Beine  nach 

unten gedrückt habe, so dass sie sich nicht habe bewegen können (F/A 117). Er 

wisse nicht mehr, ob er bei dem Doggy-Style auch vaginal in die Privatklägerin ein-

gedrungen sei (F/A 127). Im Übrigen bestritt er die Richtigkeit der Aussagen der 

Privatklägerin (F/A 116 ff.), insbesondere dass die Privatklägerin ihre Kleider ge-

nommen und die Wohnung verlassen habe, wobei der Beschuldigte sie zum Ab-

schied umarmt habe (F/A 133).

4.2.2.In der Hafteinvernahme vom 15. Juni 2023 (act. 6/2) verwies der Beschul-

digte  auf  seine  Aussagen anlässlich  der polizeilichen  Einvernahme  vom  14. Juni 

2023  und  bestätigte  diese.  Zudem  bestritt  er,  dass  er  der  Privatklägerin  gesagt 

habe, wenn er mal in Fahrt sei, müsse man ihn halt bremsen (F/A 23). Der Beschul-

digte ergänzte ausserdem, dass bei ihm zu Hause grundsätzlich der Schlüssel ste-

cken würde und die Privatklägerin ohne Weiteres hätte gehen können, auch wenn 

er noch geschlafen habe (F/A 25).

4.2.3.Anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  und  Schlussein-

vernahme vom 20. September 2024 (act. 6/3) verweigerte der Beschuldigte die 

Aussage.

4.2.4.Im  Rahmen  seiner  Befragung  anlässlich  der  Hauptverhandlung  vom 

27. März 2025 (Prot. S. 12 ff. und S. 41 ff.) führte der Beschuldigte aus, es habe 

zwei Runden Sex gegeben (Prot. S. 46). Das Gleitgel habe sich in seinem Nacht-

tisch neben seinem Bett befunden (Prot. S. 47 f.). Nach der ersten Runde seien 

sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin eingedöst. Er sei vor ihr wieder 

wach gewesen und habe Lust auf Sex gehabt. Er habe sich in Löffelchenstellung 

an  sie  herangekuschelt  und  angefangen,  ihren  Nacken  und  Hals  zu  küssen  und 

ihre Hüfte zu berühren (Prot. S. 48 f.). Über Analverkehr hätten die Privatklägerin 

und er sich am 17. August 2022 kurz ausgetauscht und sie habe gesagt, wenn der 

Vibe  stimme  und  sie  davon  begeistert  sei,  könne  man  es  gerne  probieren  (Prot. 

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S. 49). Als er die Privatklägerin an Hals und Nacken geküsst habe, sei sie mit der 

Zeit auch wach geworden und habe ihm ihren Po entgegengestreckt. So habe er 

die Bestätigung bekommen, dass sie auch Lust habe. Sie hätten sich dann zusam-

men  auf  den  Bauch  gedreht.  Er  sei  mit  seinen  Knien  links  und  rechts  von  ihren 

Hüften gewesen und habe auf ihrem Rücken gelegen, wobei er sich mit den Hän-

den links und rechts von ihr abgestützt habe. Er habe seinen Penis an ihren Beinen 

gerieben  und  sie  gefragt,  ob  sie  Lust  hätte,  Analsex  auszuprobieren.  Daraufhin 

habe die Privatklägerin gesagt, dass sie das gerne probieren könnten. Dann sei der 

Beschuldigte  aufgestanden  und  habe  in  seinem  Nachttisch  Kondome  geholt.  Er 

habe sich eines angezogen und sei wieder in der gleichen Stellung auf die Privat-

klägerin gesessen. Er habe angefangen, seinen Penis an ihrem Asscrack zu reiben. 

Daraufhin habe er gemerkt, dass es ihr zusage und habe versucht, einzudringen. 

Sie habe daraufhin gesagt: "Bitte nicht so." Das habe er so gedeutet, dass sie zu 

wenig  stimuliert  sei  oder  noch  Zeit  brauche,  um  sich  vorzubereiten.  Ausserdem 

habe er gedacht, dass sie vielleicht Schmerzen empfinde, weshalb er sie gefragt 

habe, ob es okay wäre, wenn er es mit Gleitgel probieren würde, was sie bejaht 

habe. Er sei dann erneut aufgestanden und habe das Gleitgel aus dem Nachttisch 

geholt. Dieses habe er auf seinem Glied und dem Anus der Privatklägerin verteilt, 

wobei er bewusst genug Gel für ihren Anus genommen habe, da er angenommen 

habe, dass es vielleicht ein bisschen schmerzhaft gewesen sei für sie. Er sei dann 

ein bisschen, aber nicht mit ganzer Länge, eingedrungen und habe gemerkt, dass 

es ihr nicht zusage. Daher habe er seinen Penis wieder rausgenommen, habe mit 

ihr das Gespräch gesucht und sie gefragt, ob sie es mit Doggy-Style probieren soll-

ten (Prot. S. 49 f.). Er könne sich nicht daran erinnern, dass er die Klitoris der Pri-

vatklägerin gestreichelt und versucht habe, sie zum Analsex zu überreden (Prot. 

S. 52). Die Privatklägerin habe sich – insbesondere als er für das Kondom und das 

Gleitgel aufgestanden sei – bewegen können, zudem habe er ihre Füsse nicht fi-

xiert  und  habe  auch  ihren  Oberkörper  nicht  mit  seinem  vollen  Gewicht  belastet 

(Prot.  S. 52  f.).  Er  sei  sich  sicher,  dass  die  Privatklägerin  "bitte  nicht  so"  gesagt 

habe. Er habe daraus nicht geschlossen, dass sie an diesem Abend keinen Analsex 

mehr haben wollte (Prot. S. 53 f.). Es sei dann Doggy-Style praktiziert worden, mit 

welchem die Privatklägerin einverstanden gewesen sei. Sie sei selber auf die Knie 

- 13 -

gekommen.  Sie  hätten  in  dieser  Position  Vaginalverkehr  gehabt  und  er  sei  zum 

Samenerguss gekommen (Prot. S. 54 f.). Eine Masturbation oder ein zweiter Vagi-

nalverkehr hätten nicht stattgefunden (Prot. S. 56 f.). Nach dem Samenerguss habe 

er sich auf das Bett gelegt und die Privatklägerin sei für eine kurze Zeit ins Bade-

zimmer gegangen. Als sie zurück ins Schlafzimmer gekommen sei, habe sie ge-

sagt, dass sie jetzt gehen würde, was für den Beschuldigten okay und normal ge-

wesen sei, weil noch offen gewesen sei, ob die Privatklägerin bei ihm übernachte 

oder nicht. Die Verabschiedung habe er sehr normal in Erinnerung (Prot. S. 58 f.). 

Dass  er  die  Verabschiedungsszene  nun  anders  schildere  als  in  der  polizeilichen 

Einvernahme, liege daran, dass er sehr überrumpelt und der Vorfall auch schon ein 

Jahr her gewesen sei (Prot. S. 60). Er könne sich nicht daran erinnern, gesagt zu 

haben, dass man ihn bremsen oder aufhalten müsse, wenn er mal in Fahrt oder bei 

der  Sache  sei  (Prot.  S. 62  f.).  Er  habe  beim  Analverkehr  Stossbewegungen  ge-

macht, um zu probieren, einzudringen, habe aber sofort davon abgelassen, als er 

gemerkt habe, dass der Privatklägerin nicht wohl dabei sei (Prot. S. 66). Beim Auf-

tragen des Gleitgels sei er ganz wenig mit dem Finger in den Anus der Privatkläge-

rin eingedrungen (Prot. S. 67). Er habe gemerkt, dass die Privatklägerin trotz Gleit-

gelt sehr passiv geworden sei und es nicht mehr genossen habe. Er habe es so 

interpretiert, dass sie einfach dort gelegen sei und nicht mehr teilgenommen habe 

(Prot. S. 69).

4.3. Aussagen der Privatklägerin

4.3.1.Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 18. August 2022 (act. 7/1) 

war die Privatklägerin unschlüssig darüber, ob sie das ganze Prozedere einer Stra-

funtersuchung durchmachen könne (F/A 11).

4.3.2.In  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  21. September  2022 (act. 7/2)  er-

klärte sie dann, dass sie wolle, dass eine Strafuntersuchung durchgeführt werde 

(F/A 9). Zu den Geschehnissen am 17. August 2022 führte die Privatklägerin aus, 

dass sie und der Beschuldigte nach einer ersten Runde Sex eingeschlafen seien. 

Irgendwann seien beide in Löffelchenstellung wieder aufgewacht und sie habe ge-

merkt, dass der Beschuldigte Sex gewollt habe. Sie habe zunächst auf der Seite 

gelegen. Der Beschuldigte habe sich von hinten an sie herangedrückt. Sie habe 

- 14 -

aber keine Lust gehabt und sich auf den Bauch gedreht, so dass sie auf dem Bauch 

mit den Armen unter sich gelegen habe. Der Beschuldigte habe sich dann direkt 

auf ihren Rücken gelegt, ihre Füsse zwischen seinen Zehen eingeklemmt und sie 

runtergedrückt. Sie habe sich gar nicht mehr bewegen können und habe Angst be-

kommen. Der Beschuldigte habe dann angefangen, seinen Penis zwischen ihren 

Beinen und an ihrer Vagina zu reiben. Sie habe das nicht gewollt und habe es eklig 

gefunden,  auch,  weil  er  kein  Kondom  getragen  habe.  Irgendwann  habe  der  Be-

schuldigte angefangen, seinen Penis gegen ihren Anus zu drücken. Sie habe dann 

"bitte nicht" gesagt. Er habe dann die ganze Zeit "bitte, bitte, bitte" gesagt und im-

mer weitergemacht. Sie habe erneut "bitte nicht" gesagt. Dann habe der Beschul-

digte vermutlich gemerkt, dass es ihr wehgetan habe, denn er habe eine wahnsin-

nig grosse Menge Gleitgel auf ihrem Arsch verteilt, so dass es vorne schon wieder 

rausgelaufen sei. Dann habe er immer noch weitergemacht mit seinem Penis an 

ihrem Arsch. Die Privatklägerin habe erneut "bitte nicht" gesagt und der Beschul-

digte habe unter ihren Bauch gefasst und angefangen, ihren Kitzler zu streicheln. 

Später habe er sich auf ihre Knie gekniet und sei mit seinen Füssen immer noch 

auf ihren Füssen drauf gewesen. Er habe dann gesagt: "Ok, dann aber bitte Doggy-

Style." Die Privatklägerin sei erst liegengeblieben, woraufhin der Beschuldigte ge-

sagt habe: "Komm schon, bitte. Komm." Das Nächste, an das sich die Privatkläge-

rin erinnern könne, sei, dass sie gekniet habe und der Beschuldigte in ihre Vagina 

eingedrungen sei. Sie habe das nicht gewollt, weshalb sie sich sofort wieder hinge-

legt habe. Daraufhin habe sich der Beschuldigte direkt auf sie draufgelegt, so dass 

sie sich wieder nicht habe bewegen können. Der Beschuldigte habe dann angefan-

gen, sich auf ihrem Rücken einen runterzuholen. Als nächstes wisse sie noch, wie 

er irgendwann wieder in ihre Vagina eingedrungen und dann irgendwann gekom-

men sei. Er müsse sich irgendwann zwischendurch ein Kondom übergestreift ha-

ben, denn er habe im Kondom abgespritzt. Als der Beschuldigte fertig gewesen sei, 

sei er ins Badezimmer gegangen und die Privatklägerin sei weiter liegengeblieben 

und völlig geschockt gewesen. Nachdem der Beschuldigte zurück ins Schlafzimmer 

gekommen sei, sei sie ins Badezimmer gegangen, habe eine Weile auf der Toilette 

gesessen und sich das Gleitgel und alles mögliche weggemacht. Danach sei sie 

wieder ins Schlafzimmer gegangen, habe ihre Sachen geholt und sich sofort ange-

- 15 -

zogen. Der Beschuldigte sei aufgestanden und habe ihr die Türe aufgeschlossen 

und sie zum Abschied umarmt (F/A 24). Als der Beschuldigte seinen Penis am An-

fang an ihrer Vagina gerieben habe, habe sie erstmal nur geschockt dagelegen und 

gar nichts gemacht (F/A 39). Wie oft sie später "bitte nicht" gesagt habe, wisse sie 

nicht mehr, sie habe es aber sicher mehr als zweimal gesagt (F/A 43). Dies habe 

der Beschuldigte gehört, da er daraufhin "bitte, bitte" gesagt habe (F/A 44). Ausser 

"bitte nicht" habe sie nichts gesagt (F/A 45). Woher der Beschuldigte das Gleitgel 

gehabt habe, wisse sie nicht (F/A 47). Sie glaube, sie habe immer noch auf dem 

Bauch und der Beschuldigte auf ihr gelegen, als er das Gleitgel verteilt habe, wisse 

es aber nicht mehr so genau (F/A 50). Sie hätte in diesem Moment nicht wegge-

konnt, weil er immer noch auf ihren Füssen eingekrallt gewesen sei (F/A 51). Sie 

glaube, er habe das Gleitgel verwendet, weil sie Geräusche gemacht habe, dass 

es ihr weh tue. Ob sie ihm gesagt habe, dass es ihr wehtue, wisse sie nicht, sie 

glaube es aber nicht (F/A 53 f.). Als der Beschuldigte den Kitzler der Privatklägerin 

gestreichelt  habe,  habe  sich  sein  Penis  immer  noch  in  ihrem  Anus  befunden 

(F/A 60). Wie sie von der liegenden in die knieende Position gekommen sei, wisse 

sie gar nicht mehr (F/A 64). Als er in ihre Vagina eingedrungen sei, habe sie gekniet 

und er habe aufrecht mit seinen Knien auf ihren gekniet. Sie habe sich noch auf 

ihren  Händen  abgestützt  (F/A 65).  Wo  die  Hände  des  Beschuldigten  gewesen 

seien und ob er die Privatklägerin irgendwo gehalten habe, wisse sie nicht mehr 

(F/A 66  f.).  Mit  seinen  Zehen  habe  er  sich  immer  noch  in  ihren  Fersen  verhakt 

(F/A 68). Sie habe sich dann wieder auf den Bauch gelegt, weil er immer noch auf 

ihren Knien gewesen sei und ihre Füsse heruntergedrückt habe und deshalb nichts 

anderes möglich gewesen sei (F/A 69 f.). Als er sich einen runtergeholt habe, habe 

sie  einfach  nur  dagelegen  und  gehofft,  dass  er  bald  fertig  sei.  Gesagt  habe  sie 

vermutlich nichts (F/A 75 f.). Ob sie etwas gesagt habe, als er zuvor vaginal in sie 

eingedrungen sei, wisse sie nicht (F/A 77). Sie könne sich nur noch daran erinnern, 

dass er nach dem Masturbieren wieder vaginal in ihr drin gewesen sei, wie dieser 

Übergang gewesen sei, wisse sie nicht mehr (F/A 78). Am Ende habe der Beschul-

digte ein Kondom angehabt, sie wisse aber nicht, wann er es angezogen habe. Auf 

jeden Fall habe er noch keines getragen, als er seinen Penis zwischen ihren Beinen 

und der Vagina gerieben habe (F/A 81 ff.). Woher er das Kondom genommen habe, 

- 16 -

wisse sie nicht (F/A 89). Sie habe die Handlungen wahnsinnig eklig gefunden und 

habe Angst gehabt. Irgendwann habe sie nur noch gehofft, dass es schnell vorbei 

gehen würde und sei wie erstarrt gewesen. Ganz am Anfang habe sie einfach Angst 

gehabt, dass er kein Kondom angehabt habe. Dann habe sie Angst gehabt, dass 

er nicht aufhören und immer weiter machen würde. Dann sei es mehr eine diffuse 

Angst gewesen (F/A 93 f.). Körperlich habe sie sich nicht gewehrt, weil dies fast 

nicht  bzw.  am  Anfang  gar  nicht  möglich  gewesen  wäre,  weil  er  so  auf  ihr  drauf 

gelegen habe, dass sie sich nicht habe bewegen können (F/A 97 f.). Schmerzen 

habe sie nur gehabt, als er in ihren Arsch eingedrungen sei (F/A 99 ff.). Nach dem 

Übergriff habe der Beschuldigte gesagt: "Wenn ich mal in Fahrt bin, muss man mich 

halt bremsen." Ob sonst noch etwas gesprochen worden sei, wisse sie nicht mehr 

(F/A 115 ff.).

4.3.3.Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. Juni 2024 

(act. 7/4)  wiederholte  die  Privatklägerin  im  Wesentlichen  ihre  Aussagen  aus  der 

polizeilichen Einvernahme vom 20. September 2022. Im Gegensatz zu ihrer ersten 

Einvernahme  schilderte  sie  allerdings,  dass  sie  eingeschlafen  sei  und  sich  dann 

wieder  daran  erinnere,  dass  der  Beschuldigte  auf  ihrem  Rücken  gelegen  habe 

(F/A 89) sowie, dass erneuter Sex für sie ok gewesen wäre, der Beschuldigte aber 

unbedingt Analverkehr gewollt und sie das nicht gewollt habe (F/A 98 f.). Zudem 

konkretisiert  sie  ihre  Aussagen  dahingehend,  dass  der  Beschuldigte  mit  seinem 

grossen  und  dem  kleineren  Zeh  ihre  Achillessehne  festgehalten  habe  (F/A 105). 

Die Arme des Beschuldigten seien vermutlich neben ihrem Oberkörper gewesen, 

sie wisse es aber nicht mehr genau (F/A 107). Zudem führte sie aus, sie sei richtig 

angespannt  und  verkrampft  gewesen,  so  dass  der  Beschuldigte  gar  nicht  richtig 

reingekommen sei und dass der Beschuldigte seinen Penis erst nach dem Auftra-

gen des Gleitgels in ihren Arsch gesteckt habe (F/A 109). Als er sie zum Doggy-

Style aufgefordert habe sei er mega aggressiv und vermutlich auch angepisst ge-

wesen, weil es nicht so funktioniert habe, wie er gewollt habe (F/A 109). Ergänzend 

zu  ihrer  ersten  Einvernahme  führte  die  Privatklägerin  auch  aus,  dass  sie  nicht 

wisse, ob der Beschuldigte die ganze Zeit mit seinem vollen Gewicht auf ihr gelegen 

sei, sie habe aber schon das Gefühl gehabt (F/A 121). Zudem seien ihre Hände die 

ganze Zeit unter ihr gewesen. Wenn sie sich sehr angestrengt hätte, hätte sie diese 

- 17 -

vielleicht schon befreien können, sie habe aber auch gar nicht daran gedacht. Den 

Beschuldigten abwerfen hätte sie von der Kraft her nicht schaffen können (F/A 122 

ff.). Sie habe das Gefühl gehabt, dass der Beschuldigte sie dazu habe überreden 

wollen, doch noch Analsex zu wollen (F/A 125). Der Beschuldigte habe gewusst, 

dass sie keinen Analsex gewollt habe, da er an diesem Abend zuvor schon Analsex 

gewollt habe und sie ihm bereits gesagt gehabt habe, dass das für sie erstmal nicht 

in Frage komme (F/A 129 f.). Sie wisse nicht, wie der Beschuldigte das Gleitgel auf 

ihrem Arsch verteilt habe und ob er sich dafür habe aufrichten müssen (F/A 135 ff.). 

Sie habe gedacht, dass sie nicht viel dagegen habe machen können, weil der Be-

schuldigte ihr das Gefühl gegeben habe, dass er das jetzt unbedingt so wolle und 

er auch auf ihr drauf gelegen habe (F/A 156). Sie habe den Doggy-Style nicht ge-

wollt, was der Beschuldigte gemerkt habe, als sie sich wieder hingelegt habe. Ob 

sie sich verbal geäussert habe, wisse sie nicht mehr (F/A 171 ff.). Nach dem Doggy-

Style habe der Beschuldigte immer noch nicht verstanden, dass sie das nicht ge-

wollt habe. Er habe sich dann auf ihren Rücken gelegt und habe angefangen, sich 

einen runterzuholen (F/A 177). Sie glaube, der Beschuldigte sei nach der Mastur-

bation nochmals vaginal in sie eingedrungen, sie könne sich aber kaum noch daran 

erinnern (F/A 187).

4.3.4.Auch  anlässlich  der  Befragung  im  Rahmen  der  Hauptverhandlung  vom 

27. März 2025 (Prot. S. 14 ff.) wiederholte die Privatklägerin im Wesentlichen die 

Aussagen aus den ersten beiden einlässlichen Einvernahmen. Ergänzend führte 

sie aus, der Beschuldigte habe im Zeitpunkt des Doggy-Styles seine Füsse immer 

noch an ihren Füssen gehabt und sei auf ihren Beinen gekniet (Prot. S. 26). Ob sie 

den  Beschuldigten  bei  dem  Positionswechsel  hätte  abwerfen  oder  sich  befreien 

können, wisse sie nicht (Prot. S. 27).

4.4. Aussagen des Zeugen

Der  Zeuge  D._____  wurde  am  20. Juni  2024  durch  die  Staatsanwaltschaft 

befragt (act. 8/1). Anlässlich dieser Einvernahme sagte er zusammengefasst aus, 

er habe von der Privatklägerin eine SMS erhalten, in welcher sie ihn gebeten habe, 

sie abzuholen, da etwas passiert sei. Er sei dann nach E._____ gefahren, wo er 

die Privatklägerin getroffen habe. Diese habe ihm gesagt, dass sie nur noch nach 

- 18 -

Hause und duschen wolle. Er habe ihr aber gesagt, dass sie jetzt nicht nach Hause 

fahren könne und habe sie in der Folge davon überzeugt, die Polizei zu alarmieren, 

was er schliesslich auch getan habe (F/A 14). Er wisse nicht mehr genau, was ihm 

die Privatklägerin an diesem Abend erzählt habe, aber sie habe gesagt, dass er 

gewollt habe und sie nicht (F/A 21 f.). Später habe ihm die Privatklägerin erzählt, 

dass sie "nein" gesagt habe und der Beschuldigte dann gemeint habe, man müsse 

ihn eben richtig bremsen. Ein "Nein" könne ihn nicht stoppen und man müsse ihn 

mit Gewalt stoppen (F/A 23). Als er bei der Privatklägerin angekommen sei, habe 

diese geweint und sei sehr ausser sich gewesen. Er habe sie noch nie so gesehen. 

Sie habe gezittert und sei eigentlich nicht wirklich anwesend gewesen. Sie sei wie 

abgedriftet gewesen. Das sei später ab und zu auch während der Arbeit passiert 

(F/A 27).

4.5. Chatverlauf zwischen der Privatklägerin und dem Zeugen

Diesem Chatverlauf ist einzig zu entnehmen, dass die Privatklägerin es beim 

Beschuldigten grauenhaft gefunden habe, sie sich nicht mehr in der Lage gefühlt 

habe, zu fahren, und nicht gewollt habe (act. 9/1).

4.6. Chatverlauf und Anrufprotokoll zwischen der Privatklägerin und dem Beschul-

digten

Der Chatverlauf zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin stammt 

grösstenteils aus der Zeit vor dem fraglichen Ereignis. Daraus ist zu entnehmen, 

dass  die  Privatklägerin  den  Beschuldigten  kurz  nach  dem  Vorfall,  nämlich  am 

18. August 2022 um 05:45:10 Uhr blockiert hat (act. 9/2 S. 14). Aus dem Bericht 

über das Anrufprotokoll ergibt sich ausserdem, dass der Beschuldigte nach dem 

Vorfall vier Mal versucht hat, die Privatklägerin anzurufen (act. 10/3). Der Bericht 

der Chats ergibt ausserdem, dass der Beschuldigte der Privatklägerin fünf Nach-

richten im Zeitraum vom 29. August 2022 bis zum 19. Mai 2023 geschrieben hat 

(act. 10/4).

- 19 -

4.7. Würdigung der Aussagen

4.7.1.Der Beschuldigte machte lediglich anlässlich seiner ersten Einvernahme bei 

der Polizei vom 14. Juni 2023 und der Befragung im Rahmen der Hauptverhand-

lung vom 27. März 2025 Aussagen. Zwischen diesen Aussagen bestehen einige 

Widersprüche, auf welche nachfolgend eingegangen wird.

Während der Beschuldigte zuerst aussagte, es habe nur eine Runde Sex ge-

geben, in welcher er während des Analverkehrs in der Doggy-Style-Position zum 

Samenerguss gekommen sei (act. 6/1 F/A 68, 84 ff. und 70), macht er später gel-

tend, es habe nach dem Kuscheln eine zweite Runde Geschlechtsverkehr gege-

ben, wobei die Privatklägerin beim Analverkehr auf dem Bauch gelegen habe und 

der  Beschuldigte  während  des  Vaginalverkehrs  in  der  Doggy-Style-Position  zum 

Samenerguss gekommen sei (Prot. S. 48 ff. und S. 54 f.). Der Analverkehr zuvor 

habe nur sehr kurz gedauert (Prot. S. 50). Auch will sich der Beschuldigte nun si-

cher sein, für das Holen des Gleitmittels und des Kondoms aufgestanden zu sein 

(Prot. S. 49 f.), während er in der polizeilichen Befragung vom 14. Juni 2023 ledig-

lich ausgeführt hatte, er habe das Gleitmittel genommen und alles vorbereitet, als 

sie entschieden hätten, Analverkehr zu machen (act. 6/1 F/A 72).

Ein Strukturbruch liegt insbesondere hinsichtlich der Verabschiedungsszene 

vor. Der Beschuldigte schildert diese zwei Mal komplett unterschiedlich. Dass dies 

lediglich auf den Umstand der Haftsituation und der lange zurückliegenden Tat zu-

rückzuführen sein soll, erscheint nicht glaubhaft. Der Beschuldigte räumte selber 

ein, dass er überrascht gewesen sei, als die Privatklägerin am nächsten Morgen 

nicht mehr da gewesen sei (act. 6/1 F/A 86) bzw. dass ihn der Kontaktabbruch der 

Privatklägerin  beschäftigt  habe  und  er  sich  den  Kopf  darüber  zerbrochen  habe 

(Prot. S. 62). Gleichzeitig will er aber den zuerst geschilderten Abgang der Privat-

klägerin ohne Verabschiedung, während er geschlafen haben soll, nicht weiter hin-

terfragt haben (act. 6/1 F/A 98 f.). Es erscheint trotz Berücksichtigung der Haftsi-

tuation und des Zeitablaufs nicht glaubhaft, dass ein solch subjektiv wichtiges Ele-

ment vom Beschuldigten in zwei so unterschiedlichen Weisen geschildert wurde. 

Auch, dass es für den Beschuldigten absolut normal gewesen sei, dass die Privat-

klägerin nach dem Geschlechtsverkehr gegangen sei und die Verabschiedung in 

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seiner Erinnerung sehr normal gewesen sei (Prot. S. 58 f.), scheint in diesem Zu-

sammenhang fraglich. So muss er doch insbesondere auch selber einräumen, dass 

die Privatklägerin nach ihrem ersten Treffen bei ihm übernachtet hatte (Prot. S. 65). 

Demgegenüber wären die Kontaktversuche seitens des Beschuldigten nach dem 

Vorfall (act. 10/3; act. 10/4) auch mit einer gewissen Ahnungslosigkeit des Beschul-

digten vereinbar.

Zudem betonte der Beschuldigte bei seiner Befragung anlässlich der Haupt-

verhandlung vom 27. März 2025 auffallend oft, was für ein fürsorglicher, gesprächi-

ger und rücksichtsvoller Sexualpartner er sei, dass er nicht gedrängelt habe oder 

fordernd gewesen sei und er und die Privatklägerin während des Vorfalls ständig 

im Dialog gewesen seien (Prot. S. 47, S. 49 f., S. 55, S. 57, S. 60 f., S. 64 f., S. 68 

f.). Diese Übertreibungen und Beschönigungen des Geschehenen sind als Lügen-

signale zu werten. Dies insbesondere mit Blick darauf, dass der Beschuldigte selber 

einräumte "bitte, bitte" gesagt zu haben (Prot. S. 52). Ebenso ist die Behauptung 

des Beschuldigten, die Privatklägerin habe "bitte nicht so" gesagt, als reine Schutz-

behauptung  zu  werten.  Anlässlich  seiner  ersten  Einvernahme  führte  er  nämlich 

noch aus, die Privatklägerin habe nichts Abwehrendes gesagt (act. 6/1 F/A 74). An-

lässlich der Hauptverhandlung ist er dann aber plötzlich sicher, dass sie "bitte nicht 

so" gesagt habe (Prot. S. 50).

4.7.2.Die Aussagen der Privatklägerin wirken spontan und lebensnah. Sie schildert 

das Vorgefallene weitestgehend frei, konstant und detailliert. Zudem untermauert 

sie  ihre  Schilderungen  durch  die  Wiedergabe  ihrer  Gefühle  von  Angst  und  Ekel. 

Ihre Depositionen, wie die Fixierung an ihren Achillessehnen durch den Beschul-

digten gewesen sei oder wie Gleitgel von ihrem Körper gelaufen sei, erscheinen als 

besonders anschaulich. Für die Plausibilität ihrer Angaben spricht auch ihr zurück-

haltendes und vorsichtiges Aussageverhalten. So unterstellte sie dem Beschuldig-

ten nicht, sie geschlagen oder mit den Armen und Händen festgehalten zu haben, 

sondern begnügte sich mit der Aussage, dass er sie mit den Beinen und Füssen 

auf ihren Beinen fixiert und heruntergedrückt habe.

Der  Zeuge  hat  das  eigentliche  Kerngeschehen  nicht  miterlebt,  stützt  aber 

durch  die  Beschreibung  des  Gemütszustandes  der  Privatklägerin  deren  Schilde-

- 21 -

rungen, wonach sie völlig aufgelöst gewesen sei. Auch die Chatverläufe zwischen 

der Privatklägerin und dem Zeugen sowie dem Beschuldigten zeigen, dass die Pri-

vatklägerin  nach  dem  Vorgefallenen  aufgewühlt  war  und  mit  dem  Beschuldigten 

nichts mehr zu tun haben wollte. Es scheint somit klar, dass etwas passiert ist, was 

für die Privatklägerin einen Ausnahmezustand dargestellt hat.

Die Privatklägerin schilderte das Kerngeschehen in sämtlichen Einvernahmen 

einheitlich. Aber auch ihre Aussagen weisen in einigen Punkten Widersprüche und 

Unklarheiten  auf.  So  führte  sie  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom 

21. September 2022 aus, sie habe auf der Seite gelegen, als sie wachgeworden 

sei  und  gemerkt  habe,  dass  der  Beschuldigte  erneut  Sex  gewollt  habe  (act. 7/2 

F/A 24; act. 7/4 F/A 94). An anderen Stellen erklärt sie allerdings, sie könne sich 

nur daran erinnern, wie der Beschuldigte auf ihr gelegen habe, als sie aufgewacht 

sei (act. 7/4 F/A 89; Prot. S. 21) und suggeriert damit, dass der Beschuldigte sich 

auf sie gelegt habe, als sie noch geschlafen habe. Die zweite Version dieser Anga-

ben  der  Privatklägerin  findet  keinen  Niederschlag  in  der  Anklageschrift,  weshalb 

darauf nicht weiter eingegangen werden muss.

Hinzu kommt, dass die Privatklägerin zuerst ausgeführt hatte, sie habe keinen 

Geschlechtsverkehr mehr gewollt (act. 7/2 F/A 24). Später sagt sie dann, sie wäre 

mit  Geschlechtsverkehr  einverstanden  gewesen,  aber  nicht  mit  Analverkehr 

(act. 7/4 F/A 98 f.). In der polizeilichen Befragung vom 21. September 2022 schil-

dert die Privatklägerin sodann eine anale Penetration sowohl vor als auch eine nach 

dem Auftragen des Gleitgels (act. 7/2 F/A 24; F/A 41 f.; F/A 111 f.). In der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. Juni 2024 sprach sie dagegen ausdrück-

lich  nur  von  einer  Penetration  und  zwar  nach  der  Verwendung  des  Gleitgels 

(act. 7/4 F/A 108 ff. und F/A 146).

Zudem  erwähnte  die  Privatklägerin  den  vaginalen  Geschlechtsverkehr  ge-

mäss  Anklageziffer  5  in  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  20.  Juni 

2024, anders als in der polizeilichen Befragung vom 20. September 2022 und in 

der Befragung anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. März 2025, in der freien 

Rede  gar  nicht  und  führt  auch  aus,  sie  könne  sich  kaum  noch  daran  erinnern 

(act. 7/4 F/A 186 f.; Prot. S. 28 f.). Auch wenn Angaben über Geschehnisse – ins-

- 22 -

besondere bei dynamischen Abläufen – typischerweise mit fortschreitendem Zeit-

ablauf  an  Bestimmtheit  verlieren  und  die  Präzision  der  Erinnerung  naturgemäss 

abnimmt, ist schwer erklärlich, dass eine gegen den Willen erfolgte, vaginale Pe-

netration gänzlich ausgelassen wurde. Aber auch wenn die Auslassung dem Zeit-

ablauf geschuldet wäre, ist eine solche Deposition doch zu wenig zuverlässig, um 

Grundlage richterlicher Überzeugung zu bilden. Dasselbe gilt auch für eine anale 

Penetration vor dem Auftragen des Gleitgels, welche die Privatklägerin zuerst be-

schrieben hatte, später aber nicht mehr erwähnte. Diese ist in der Anklageschrift 

aber auch nicht umschrieben.

Es fällt auch auf, dass sich die Privatklägerin an einige Details bereits kurz 

nach der Tat nicht mehr erinnern kann. So kann sie bereits anlässlich der ersten 

einlässlichen Einvernahme vom 21. September 2022 insbesondere nicht erklären, 

wie sie aus der liegenden Position während des Analverkehrs in die kniende Posi-

tion des vaginalen Doggy-Style-Verkehrs gekommen ist (act. 7/2 F/A 64), wo der 

Beschuldigte während der gesamten Geschehnisse seine Hände hatte und ob er 

sie festgehalten hat (act. 7/2 F/A 66 f.), woher der Beschuldigte das Gleitgel und 

das Kondom hatte (act. 7/2 F/A 47; F/A 89) und wie die Positionierungen des Be-

schuldigten während des Auftragens des Gleitgels und des Überziehens des Kon-

doms gewesen sind (act. 7/2 F/A 50; F/A 81 ff.). Gerade diese Elemente sind je-

doch  zur  Prüfung  der  anklagegemässen  Fixierung  unerlässlich.  Auch  wenn  dies 

dem dynamischen Geschehen geschuldet sein könnte, reichen die Depositionen 

der  Privatklägerin  nicht  für  die  richterliche  Überzeugung  hinsichtlich  einer  dauer-

haften  Fixierung  der  Privatklägerin  durch  den  Beschuldigten.  Mangels  konkreter 

Aussagen der Privatklägerin zum Auftragen des Gleitgels und zum Überziehen des 

Kondoms ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte dafür zumindest teil-

weise  hat  aufrichten  müssen.  Es  erscheint  realitätsfremd,  dass  der  Beschuldigte 

mit seinem ganzen Gewicht auf der Privatklägerin gelegen hat und dennoch Gleit-

gel an ihrem Anus hat anbringen und sich ein Kondom überziehen können. Auch 

hinsichtlich der Fixierung der Beine und Füsse der Privatklägerin bestehen Unklar-

heiten.  So  führte  die  Privatklägerin  zuerst  aus,  der  Beschuldigte  habe  auf  ihren 

Knien gekniet (act. 7/2 F/A 65; act. 7/4 F/A 138). Anlässlich der Hauptverhandlung 

erklärte  sie,  der  Beschuldigte  habe  auf  ihren  Beinen  gekniet  (Prot.  S. 26).  Beide 

- 23 -

dieser Versionen lassen Zweifel an der Stabilität des Beschuldigten aufkommen. 

Hätte er auf den Beinen oder Knien der Privatklägerin gekniet, wäre die Privatklä-

gerin ohne Weiteres durch ein Schütteln ihrer Beine in der Lage gewesen, den Be-

schuldigten zum Abrutschen zu bringen. Ausserdem erscheint es zweifelhaft, dass 

der Beschuldigte die von der Privatklägerin beschriebene Fixierung während des 

gesamten Vorfalls, bei dem es zu einigen Positionswechseln gekommen ist, hätte 

aufrecht  erhalten  können.  So  führte  die  Privatklägerin  selbst  aus,  sie  habe  sich 

während des Doggy-Style-Verkehrs hingelegt und habe sich dann wieder nicht be-

wegen können (act. 7/2 F/A 24), was impliziert, dass sie sich während des Doggy-

Style-Verkehrs hat bewegen können.

5.

Beweisergebnis

5.1. Zusammenfassend  kann  festgehalten  werden,  dass  auf  die  Aussagen  der 

Privatklägerin abzustellen ist und diese trotz der aufgezeigten Widersprüche und 

Unklarheiten glaubhaft sind, da diese das Kerngeschehen stringent und realitäts-

nah beschreibt, ihre Gefühle in den jeweiligen Situationen anschaulich ausdrückt 

und ihre Aussagen spontan und lebensnah wirken. Die Aussagen des Beschuldig-

ten sind demgegenüber unzuverlässig und unglaubhaft. Es liegen diverse Lügen-

signale und nur wenige Realitätskriterien vor.

5.2.

 Der in der Anklage umschriebene Sachverhalt (act. 21 S. 2 ff.) ist damit mit 

Ausnahme der beschriebenen Fixierung der Privatklägerin durch den Beschuldig-

ten und des in der Anklageziffer 5 umschriebenen Vaginalverkehrs erstellt.

Wie bereits erwähnt, sind die Depositionen hinsichtlich des in der Anklagezif-

fer 5 umschriebenen Vaginalverkehrs zu wenig zuverlässig, um Grundlage richter-

licher Überzeugung zu bilden. Von diesem Vorwurf ist der Beschuldigte daher frei-

zusprechen.

Zudem bestehen hinsichtlich der Fixierung der Privatklägerin durch den Be-

schuldigten  auch  bei Abstellen  auf  die  Aussagen der  Privatklägerin Unklarheiten 

und Zweifel. Aufgrund der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin ist nach dem 

Gesagten  lediglich  erstellt,  dass  der  Beschuldigte  sich  mit  seinen  Zehen  an  den 

- 24 -

Achillessehnen der Privatklägerin eingehakt hat. Demgegenüber ist nicht erstellt, 

dass der Beschuldigte während des gesamten Vorfalls mit seinem vollen Gewicht 

auf der Privatklägerin gelegen hat, seine körperliche Überlegenheit ausgenutzt hat 

und sich die Privatklägerin weder hätte (weg-)bewegen noch abdrehen oder den 

Beschuldigten  hätte  abwerfen  können.  Mangels  anderweitiger  Depositionen  der 

Privatklägerin  ist  auch  davon  auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  seine  Hände 

während der in den Anklageziffern 2 und 3 umschriebenen Vorfälle neben der Pri-

vatklägerin abgestützt hat und er sich zumindest für das Überziehen des Kondoms 

und des Anbringens des Gleitgels hat aufrichten müssen. Es bleibt im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung zu erörtern, ob diese Fixierung die vorliegend anwendbaren 

Straftatbestände erfüllt.

IV.

Rechtliche Würdigung

1.

Intertemporales Recht

1.1. Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland würdigt das Verhalten des Be-

schuldigten  in  rechtlicher  Hinsicht  als  mehrfache  Vergewaltigung  und  mehrfache 

sexuelle Nötigung.

1.2. Die Beurteilung einer Tat erfolgt grundsätzlich nach dem im Zeitpunkt der Tat 

geltenden Recht (Art. 2 Abs. 1 StGB). Ist das neue Recht allerdings milder als das 

im  Zeitpunkt  der  Tat  geltende  (sog.  lex  mitior),  so  hat  die  Beurteilung  nach  dem 

neuen Recht zu erfolgen (Art. 2 Abs. 2 StGB). Ob das geänderte Recht das mildere 

Recht  ist,  hat  das  Gericht  nach  der  konkreten  Methode  zu  ermitteln  (PK  StGB-

TRECHSEL/VEST, Art. 2 N 11).

1.3. Die  dem  Beschuldigten  vorgeworfenen  Sexualdelikte  ereigneten  sich  am 

17. August 2022 und damit vor Inkrafttreten des revidierten Sexualstrafrechts am 

1. Juli 2024. Es stellt sich daher die Frage des anwendbaren Rechts.

1.4. Mit der Revision wurden die Definitionen der Vergewaltigung und sexuellen 

Nötigung sowie des sexuellen Übergriffs angepasst bzw. eingeführt. Diese liegen 

gemäss neuem Recht bereits dann vor, wenn das Opfer dem Täter durch Worte 

oder Gesten zeigt, dass es mit der sexuellen Handlung nicht einverstanden ist, und 

- 25 -

dieser sich vorsätzlich über den geäusserten Willen des Opfers hinwegsetzt. Damit 

wird die sogenannte Ablehnungslösung ("Nein-heisst-Nein"-Lösung) umgesetzt.

1.5. Das alte Recht ist damit für den Beschuldigten milder und gelangt vorliegend 

zur Anwendung.

2.

Voraussetzungen

2.1. Den Straftatbestand der sexuellen Nötigung erfüllt, wer eine Person zur Dul-

dung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, na-

mentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt 

oder zum Widerstand unfähig macht (aArt. 189 Abs. 1 StGB). Eine Vergewaltigung 

begeht, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, 

namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck 

setzt oder zum Widerstand unfähig macht (aArt. 190 Abs. 1 StGB).

2.2.

Im vorliegenden Fall stellen sich in rechtlicher Hinsicht zwei zentrale Fragen: 

Ist  die  von  der  Privatklägerin  beschriebene  Fixierung  als  Gewalt  zu  qualifizieren 

oder lagen andere Umstände vor, aufgrund welcher der Privatklägerin eine Wider-

setzung nicht zuzumuten oder unmöglich war? Und konnte der Beschuldigte erken-

nen, dass die Privatklägerin die sexuellen Handlungen nicht wollte und hat er sich 

über  diesen  Willen  hinweggesetzt  bzw.  dies  zumindest  in  Kauf  genommen?  Es 

rechtfertigt sich vorliegend, lediglich auf diese beiden spezifischen Fragestellungen 

einzugehen, weil diese für die Beurteilung des Falls entscheidend sind und die wei-

teren Voraussetzungen keinerlei Schwierigkeiten ergeben würden.

2.3. Vorliegen einer Nötigungshandlung

2.3.1.Die Tatbestände der Vergewaltigung gemäss aArt. 190 StGB und der sexu-

ellen Nötigung gemäss aArt. 189 StGB dienen dem Schutz der sexuellen Selbstbe-

stimmung und erfassen alle erheblichen Nötigungsmittel (SCHEIDEGGER, StGB An-

notierter  Kommentar,  N  1  zu  Art. 189  und  N  1  zu  Art. 190).  Vorliegend  kommen 

aufgrund des in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalts die Nötigungsmit-

tel der Gewalt und des Unter-psychischen-Druck-Setzens in Betracht.

- 26 -

2.3.2.Unter dem Nötigungsmittel der Gewalt ist die Anwendung körperlicher Gewalt 

gegen das Opfer zu verstehen, um dieses zum Nachgeben zu zwingen. Es wird 

nicht mehr verlangt als das Mass an körperlicher Kraftentfaltung, das notwendig ist, 

um sich über die entgegenstehende Willensbetätigung des Opfers hinwegzusetzen 

(Urteil  des  Bundesgerichts  6B_993/2013  vom  17. Juli  2014  E. 3.4; 6B_385/2012 

vom  21.  Dezember  2012  E.  3.3  mit  weiteren  Hinweisen).  Eine  körperliche  Miss-

handlung, rohe Gewalt oder Brutalität, etwa in Form von Schlägen und Würgen, ist 

indes nicht erforderlich. Auch wird vom Opfer nicht verlangt, dass es sich gegen die 

Gewalt mit allen Mitteln zu wehren versucht. Das Opfer muss sich nicht auf einen 

Kampf  einlassen  oder  Verletzungen  in  Kauf  nehmen  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_1/2021 vom 10. Mai 2021 E. 2.2; 6B_1444/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.2; 

6B_145/2019 vom 28. August 2019 E. 3.2.3). Gleichzeitig genügt eine geringfügige 

Kraftanstrengung dann nicht, wenn dem Opfer nach den Umständen Widerstand 

möglich und  zumutbar ist (BGE 122 IV 97 E. 2b). Der Täter muss ein grösseres 

Mass  an  körperlicher  Kraft  einsetzen,  als  zur  blossen  Vornahme  der  sexuellen 

Handlung notwendig wäre; wobei bereits das Festhalten oder Einsetzen von Kör-

pergewicht genügen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 16. Juli 

2015  E. 5.1.3;  6B_993/2013  vom  17. Juli  2014  E. 3.3;  6B_304/2012  vom  8.  No-

vember 2012 E. 2.2 je mit weiteren Hinweisen).

2.3.3.Das  Opfer  wird  unter  psychischen  Druck  gesetzt,  wenn  vom  Täter  eine 

Zwangssituation  geschaffen  wird,  in  der  dem  Opfer  keine  zumutbaren  Selbst-

schutzmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen. Ob dies der Fall ist, ist im jeweili-

gen Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (BGE 

131  IV  167  E. 3.1;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_1444/2020  vom  10. März  2021 

E. 2.3.2; 6B_145/2019 vom 28. August 2019 E. 3.2.4). Auch bei diesem Nötigungs-

mittel ist ein Mass erforderlich, das notwendig ist, um sich über die entgegenste-

hende Willensbetätigung des Opfers hinwegzusetzen (BGE 131 IV 167 E. 3.1; 122 

IV 97 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_385/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 

3.3 mit weiteren Hinweisen; 6B_304/2012 vom 8. November 2012 E. 2.2). Der psy-

chische Druck kann sich für das Opfer bereits aus der körperlichen oder sozialen 

Überlegenheit des Täters ergeben, wobei der psychische Druck mit Blick auf die 

gewaltdeliktische Natur von aArt. 189 und aArt. 190 StGB von besonderer Intensi-

- 27 -

tät und dementsprechend mit einer Bedrohung oder Gewaltanwendung vergleich-

bar sein muss (BGE 131 IV 167 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 

vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3). Das Nachgeben des Opfers bzw. dessen Verzicht auf 

Widerstand  muss  unter  den  konkreten  Umständen  verständlich  oder  zumindest 

nachvollziehbar  erscheinen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_941/2019  vom 

14. Februar 2020 E. 4.2.4).

2.3.4.Beide Tatbestandsvarianten setzen,  wie ausgeführt, ein Hinwegsetzen des 

Täters über den Willen des Opfers voraus. Dabei genügt der ausdrückliche Wille 

des Opfers, den Geschlechtsverkehr nicht zu wollen (BGE 122 IV 97 E. 2b; Urteil 

des  Bundesgerichts  6B_993/2013  vom  17. Juli  2014  E. 3.4;  6B_494/2012  vom 

21. Februar 2013 E. 2.2; 6B_304/2012 vom 8. November 2012 E. 2.2). Dieser Wille 

muss unzweideutig manifestiert werden. Von der Rechtsprechung wird dabei eine 

tatkräftige und manifeste Willensbezeugung gefordert, mit welcher dem Täter un-

missverständlich klargemacht wird, mit Geschlechtsverkehr oder sexuellen Hand-

lungen nicht einverstanden zu sein (Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 

16. Juli 2015 E. 5.1.3; 6B_993/2013 vom 17. Juli 2014 E. 3.4; 6B_385/2012 vom 

21. Dezember 2012 E. 3.3; 6B_304/2012 vom 8. November 2012 E. 2.2 je mit wei-

teren Hinweisen). Generell wird Erwachsenen eine stärkere Gegenwehr zugemutet 

als Kindern und Jugendlichen (BGE 122 IV 97 E. 2b; 131 IV 167 E. 3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3 je mit weiteren Hinwei-

sen).

2.3.5.Nicht strafbar sind allein gegen den Willen eines Opfers vorgenommene se-

xuelle Handlungen, sofern diese nicht mit Nötigung oder dem Ausnützen einer Not-

lage verknüpft sind oder das Opfer urteils- oder widerstandsunfähig ist (Urteil des 

Bundesgerichts  6B_912/2009  vom  22. Februar  2010  E. 2.1.1 ff.;  SCHEIDEGGER, 

a.a.O., N 2 zu Art. 189 StGB; OFK StGB-WEDER, N 2c zu Art. 189 StGB).

2.3.6.Vorliegend  ist  erstellt,  dass  die  Privatklägerin  mindestens  zwei  Mal  "bitte 

nicht" gesagt hat. Damit hat sie ihren Willen, keinen Analverkehr zu wollen, ausdrü-

cklich und unzweideutig manifestiert und es bleibt zu prüfen, ob sich der Beschul-

digte in tatbeständlicher Weise über diesen Willen hinweggesetzt hat.

- 28 -

Der Beschuldigte hat sich mit seinen Zehen an den Achillessehnen der Pri-

vatklägerin eingehakt und ist – zumindest zeitweise – auf dem Rücken der mit ihren 

Armen unter ihrem Oberkörper liegenden Privatklägerin gelegen. Allerdings plat-

zierte der Beschuldigte seine Arme dabei neben der Privatklägerin und hat die Pri-

vatklägerin entsprechend nicht mit seinem vollen Gewicht belastet bzw. runterge-

drückt.  Es  ist  aus  den  Depositionen  der  Privatklägerin  nicht  ersichtlich,  dass  sie 

sich nicht hätte wegbewegen oder wehren können. Sie führte in ihren Befragungen 

selber aus, dass sie ihre Arme vielleicht schon unter dem Oberkörper hätte hervor-

nehmen können, dies sei ihr aber nicht in den Sinn gekommen und sie habe nicht 

das Gefühl gehabt, dass sie viel hätte machen können. Zudem ist in diesem Zu-

sammenhang auch das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien zu berücksichtigen. 

Die Anklageschrift umschreibt die Privatklägerin als zierlich und dem Beschuldigten 

körperlich unterlegen. Allerdings ist die Privatklägerin nur unbedeutend kleiner und 

auch  nicht  sehr  viel  leichter  als  der  Beschuldigte.  Die  geringfügige  Kraftanstren-

gung des Beschuldigten durch sein Liegen auf dem Rücken der Privatklägerin und 

das Einhaken an ihren Achillessehnen mit seinen Zehen führte nicht dazu, dass der 

Privatklägerin ein Widerstand, der über das "bitte nicht" hinausgeht, unmöglich oder 

unzumutbar gewesen wäre. Es liegt demnach keine Gewaltanwendung im tatbe-

ständlichen Sinn vor.

Bleibt zu prüfen, ob der Privatklägerin eine Widersetzung aus anderen Grün-

den nicht zuzumuten war. Der Beschuldigte reagierte auf das "bitte nicht" der Pri-

vatklägerin mit "bitte, bitte, bitte". Die Staatsanwaltschaft sieht im Umstand, dass 

der Beschuldigte sich über den verbalen Widerstand der Privatklägerin hinwegge-

setzt hatte, ein nötigendes Element. Allerdings enthält die Anklageschrift keine Aus-

führungen dazu, dass der Beschuldigte die Privatklägerin durch diese Reaktion zur 

Duldung der sexuellen Handlungen hätte bewegen können. In diesem Zusammen-

hang ist darauf hinzuweisen, dass das blosse Übergehen des vom Opfer geäus-

serten Willens zur Tatbestandserfüllung grundsätzlich nicht genügt (vgl. E. IV/2.3.5 

hievor). Zudem trifft es gemäss den Schilderungen der Privatklägerin gerade nicht 

zu, dass der Beschuldigte ihren verbalen Widerstand ignoriert hätte. Sie führte sel-

ber aus, dass der Beschuldigte gemerkt haben müsse, dass es ihr weh getan habe 

und sich daher des Gleitgels behändigt habe bzw. nach dem Auftragen des Gleit-

- 29 -

gels  gemerkt  habe,  dass  sie  wirklich  nicht  gewollt  habe  und  daher  gesagt  habe: 

"Dann wenigstens Doggy-Style." Dabei seien die einzelnen Sequenzen auch nur 

von sehr kurzer Dauer gewesen.

In der Anklageschrift wird ausgeführt, der Beschuldigte habe die Privatkläge-

rin "mit seinem Verhalten" dazu gebracht, sich in eine kniende Position zu bringen. 

Die Privatklägerin führte aus, sie habe Angst gehabt. Anfangs habe sie Angst ge-

habt, dass er kein Kondom angehabt habe, dann, dass er nicht aufhören und immer 

weiter  machen  würde  und  schliesslich  sei  es  mehr  eine  diffuse  Angst  gewesen. 

Beim Auftragen des Gleitgels habe sie gedacht, dass sie nicht viel hätte machen 

können, weil der Beschuldigte ihr das Gefühl gegeben habe, dass er das jetzt un-

bedingt so wolle. Zudem sei der Beschuldigte mega agressiv und vermutlich auch 

angepisst gewesen, als er sie zum Doggy-Style aufgefordert habe. Diese Äusse-

rungen sind zu wenig konkret, um darin aus objektiver Sicht ein eigentliches Nöti-

gungsmittel zu erblicken, welches der Beschuldigte eingesetzt haben sollte. In die-

sem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin dem Be-

schuldigten – wie bereits ausgeführt – körperlich nicht unterlegen und auch in ver-

baler  und  intellektueller  Hinsicht  ebenbürtig  ist.  Es  ist  augenscheinlich,  dass  der 

Beschuldigte  die  Privatklägerin  zu  überreden  versucht  bzw.  gebettelt  hat.  Dieser 

Umstand  alleine  stellt  aber  keine  rechtsgenügende  tatsituative  Zwangssituation 

dar, welche es der Privatklägerin verunmöglicht oder unzumutbar gemacht hätte, 

sich den Handlungen des Beschuldigten stärker zu widersetzen. Damit ist die Tat-

bestandsvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens ebenfalls nicht erfüllt.

Auf der Grundlage des für einen Schuldspruch massgeblichen Anklagesach-

verhalts kann nicht geschlossen werden, dass der Beschuldigte den objektiven Tat-

bestand der Vergewaltigung oder der sexuellen Nötigung erfüllte. Der Beschuldigte 

ist demnach freizusprechen.

Es kann dabei offen bleiben, ob sich das "bitte nicht" der Privatklägerin einzig 

auf den Analverkehr oder sämtliche sexuellen Handlungen bezogen hat.

2.4. subjektiver Tatbestand

- 30 -

2.4.1.Der Vollständigkeit halber wird nachfolgend auch auf den subjektiven Tatbe-

stand der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung eingegangen.

2.4.2.Die Tatbestände der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung sind nur er-

füllt, wenn der Täter vorsätzlich handelt. Dieser muss wissen, dass das Opfer mit 

dem Beischlaf bzw. den beischlafähnlichen oder sexuellen Handlungen nicht ein-

verstanden  ist.  Es  genügt  jedoch  auch  eventualvorsätzliches  Handeln  (Art. 12 

Abs. 2  StGB;  statt  vieler BGE  87 

IV  66 E. 3;  Urteil des  Bundesgerichts 

6B_1149/2014  vom  16. Juli  2015  E. 5.1.3;  6B_210/2013  vom  13. Januar  2014 

E. 3.1.3; SCHEIDEGGER, a.a.O., N 11 zu Art. 189 StGB). Die irrige Annahme eines 

Einverständnisses führt hingegen nach Art. 13 StGB zum Ausschluss der Strafbar-

keit  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_1306/2017  vom  17.  Mai  2018  E. 2.1.2; 

6B_95/2015 vom 25. Januar 2016 E. 5.1; SCHEIDEGGER, a.a.O., N 11 zu Art. 189 

StGB).

2.4.3.Was der Täter wusste, wollte oder in Kauf nahm, betrifft eine innere Tatsache, 

welche durch das Gericht aufgrund von Rückschlüssen aus den äusseren Umstän-

den zu ermitteln ist (BGE 130 IV 58 E. 8.4 f. mit weiteren Hinweisen).

2.4.4.Wie  bereits  ausgeführt,  hat  die  Privatklägerin  ihren  Willen  durch  ihr  "bitte 

nicht" manifestiert. Allerdings hat der Beschuldigte unbestrittenermassen nach sehr 

kurzer Vornahme des Analverkehrs von der Privatklägerin abgelassen, als er ge-

merkt hatte, dass sie Schmerzen hatte bzw. den Analverkehr nicht wollte. Auch die 

Privatklägerin  führte  aus,  dass  der  Beschuldigte  nach  dem  Doggy-Style  immer 

noch nicht verstanden habe, dass sie nicht gewollt habe. Es ist daher in dubio pro 

reo davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin von den Sexual-

praktiken überzeugen, ihren Willen dabei aber nicht übergehen wollte.

Nicht herangezogen werden können Elemente, die zeitlich hinter den sexuel-

len Handlungen liegen. So sind der Vorschlag einer neuen Sexualpraktik durch den 

Beschuldigten und auch die nach den Handlungen unter Umständen vorliegende 

Erkenntnis des Beschuldigten, dass die Privatklägerin wohl nicht einverstanden ge-

wesen ist und die Wohnung daher fluchtartig verlassen hat, vorliegend nicht aus-

schlaggebend.

- 31 -

Der subjektive Vorsatz des Beschuldigten ist somit ebenfalls nicht erstellt.

3.

Fazit

Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten unter Anwendung des Grundsatzes 

in dubio pro reo von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 

aArt. 190  Abs. 1  StGB  sowie  der  mehrfachen  sexuellen  Nötigung  im  Sinne  von 

aArt. 189 Abs. 1 StGB freizusprechen.

V.

Zivilansprüche

1.

Die  Privatklägerin  stellte  ein  Genugtuungsbegehren  in  der  Höhe  von 

Fr. 20'000.00 zuzüglich 5 % Zins ab dem 17. August 2022 (act. 44).

2.

Die  amtliche  Verteidigung  beantragte  anlässlich  der  Hauptverhandlung  die 

Abweisung des Genugtuungsbegehrens der Privatklägerin, eventualiter den Ver-

weis auf den Zivilweg (Prot. S. 81).

3.

Gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO entscheidet das Gericht bei einem Frei-

spruch des Beschuldigten über die Zivilforderung, wenn der Sachverhalt spruchreif 

ist, das heisst, wenn über den Zivilanspruch ohne Weiterungen auf Grund der im 

bisherigen Verfahren gesammelten Beweise entschieden werden kann (BGE 146 

IV 211 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen; BSK StPO-DOLGE, Art. 126 StPO N 19). Es 

verweist die Zivilklage demgegenüber auf den Zivilweg, wenn der Sachverhalt noch 

nicht spruchreif ist (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO; BGE 146 IV 211 E. 3.1).

4.

Im  vorliegenden  Fall  ist  der  Sachverhalt  hinsichtlich  der  Zivilklage  nicht 

spruchreif. Die Privatklägerin ist daher mit ihrem Begehren auf den Zivilweg zu ver-

weisen.

VI.

Vernichtung Datensicherungen

1.

Anlässlich der vorliegenden Strafuntersuchung wurden von der Staatsanwalt-

schaft folgende Datensicherungen sichergestellt (act. 36):

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'202),

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'224),

- 32 -

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'246).

2.

Die besagten Datensicherungen wurden einzig zu Beweiszwecken sicherge-

stellt und sind deshalb zur Vernichtung der Lagerbehörde zu überlassen.

VII.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Haftentschädigung

1.1. Wird der Beschuldigte freigesprochen, so hat er Anspruch auf Genugtuung 

für  besonders  schwere  Verletzungen  seiner  persönlichen  Verhältnisse  im  Sinne 

von Art. 49 OR und Art. 28 Abs. 2 ZGB (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Ein Anspruch 

auf Genugtuung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO wird mithin regelmässig 

gewährt, wenn sich die beschuldigte Person in Untersuchungshaft befand. Dieser 

Anspruch ist von Amtes wegen zu prüfen (Art. 429 Abs. 2 StPO).

Im  Falle  einer  ungerechtfertigten  Inhaftierung  erachtet  das  Bundesgericht 

grundsätzlich  einen  Betrag  von  Fr. 200.–  pro  Tag  als  angemessen,  sofern  nicht 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine höhere oder geringere Entschä-

digung rechtfertigen (BGE 146 IV 231 E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen).

1.2. Gestützt auf Art. 110 Abs. 6 StGB berechnen sich strafrechtlich relevante Zei-

ten nicht in Stunden, sondern Tagen. Ein angebrochener Tag gilt daher grundsätz-

lich als Ganzer (PraxKomm StGB-TRECHSEL/SEELMANN, N 9 zu Art. 51 StGB; HK 

StGB-WOHLERS, N 16 zu Art. 110 StGB). Erstreckt sich die Haft über zwei aufein-

ander  folgende  Kalendertage,  werden  praxisgemäss  nur  dann  zwei  Tage  ange-

rechnet,  wenn  die  Gesamtdauer  der  Haft  24 Stunden  überschreitet  (PraxKomm 

StGB-TRECHSEL/SEELMANN, N 9 zu Art. 51 StGB).

1.3. Der  Beschuldigte  befand  sich  vom  14.  Juni  2023,  ca.  06:15  Uhr  bis  am 

16. Juni 2023, 08:25 Uhr und damit drei Tage in Haft (act. 16/2 und act. 16/13). Es 

sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, welche eine höhere oder ge-

ringere  Entschädigung  rechtfertigen  würden,  weshalb  dem  Beschuldigten  eine 

Haftentschädigung von Fr. 600.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.

- 33 -

2.

Kostenauflage

2.1. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so werden ihr die Kosten nur 

dann auferlegt, wenn sie die Einleitung der Untersuchung durch ein verwerfliches 

oder  leichtfertiges  Benehmen  verursacht  oder  ihre  Durchführung  erschwert  hat 

(Art. 426  Abs.  2  StPO).  Gemäss  Art. 429  Abs. 1  lit. a  StPO  hat  die  beschuldigte 

Person  bei  einem  Freispruch  oder  der  Verfahrenseinstellung  Anspruch  auf  eine 

nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung der Aufwendungen für die ange-

messene Ausübung ihrer Verfahrensrechte.

2.2. Die amtliche Verteidigung ist für ihre Bemühungen in Anwendung von § 23 in 

Verbindung mit § 16, § 17 und § 3 Anwaltsgebührenverordnung vom 8. September 

2010 (AnwGebV) sowie unter Berücksichtigung der Bedeutung, des Zeitaufwandes 

und  der  Schwierigkeit  des  Falles  zu  entschädigen.  Als  notwendige  Auslagen  zu 

ersetzen sind namentlich Reisespesen, Porti, Kosten für Telekommunikation und 

Fotokopien (§ 22 AnwGebV).

2.3. Vorliegend  ist  nicht  ersichtlich,  dass  der  Beschuldigte  die  Untersuchung 

durch leichtfertiges Benehmen verursacht oder diese erschwert hätte, weshalb die 

Kosten des Verfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf 

die Gerichtskasse zu nehmen sind.

2.4. Mit Verfügung vom 15. Juni 2023 wurde Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ als 

amtliche  Verteidigung  des  Beschuldigten  bestellt  (act. 15/2).  Er  hat  seine  Bemü-

hungen für die Zeit vom 14. Juni 2023 bis zum 27. März 2025 dargelegt (act. 46) 

und über diese nach den Vorgaben der Anwaltsgebührenverordnung abgerechnet. 

In  seiner  Honorarnote  hat  Rechtsanwalt  Dr.  iur.  X._____  die  Hauptverhandlung 

vom 27. und 28. März 2025 mit acht Stunden bemessen. Diese dauerte allerdings 

eine Stunde und 30 Minuten länger. Zudem sind dem Verteidiger ausnahmsweise 

zwei Stunden für den Weg von F._____ und zurück sowie 30 Minuten für die Nach-

besprechung mit dem Beschuldigten zu entschädigen. Daher ist Rechtsanwalt Dr. 

iur. X._____ unter Berücksichtigung seiner Aufwendungen (inkl. Barauslagen, Spe-

sen  und  Mehrwertsteuern)  sowie  der  tatsächlichen  Dauer  der  Hauptverhandlung 

mit Fr. 15'352.55 zu entschädigen.

- 34 -

3.

Entschädigungsfolgen

3.1. Die  Privatklägerin  beantragt,  es  sei  ihr  eine  Prozessentschädigung  in  der 

Höhe von Fr. 14'248.10 inklusive 8.1% bzw. 7.7% Mehrwertsteuer zuzusprechen 

(act. 44 S. 7).

3.2. Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO hat die Privatklägerschaft Anspruch auf Ent-

schädigung  ihrer  anwaltlichen  Aufwendungen,  sofern  die  beschuldigte  Person 

schuldig gesprochen wird.

3.3. Vorliegend wird der Beschuldigte vollumfänglich freigesprochen, weshalb der 

Privatklägerin durch den Beschuldigten keine Entschädigung zu entrichten ist.

- 35 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von 

den Vorwürfen

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von aArt. 190 Abs. 1 StGB 

sowie

 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von aArt. 189 Abs. 1 StGB.

2.

Die folgenden sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich, Dienst 

Zentrale Datenverarbeitung, lagernden Datensicherungen (Polis-Geschäfts-

nummer 83431838) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'202),

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'224),

 Datensicherung (Asservat-Nr. A017'491'246).

3.

Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Genugtuungsbegehren auf den Zi-

vilweg verwiesen.

4.

Dem Beschuldigten wird für die erstandene Haft eine Haftentschädigung von 

Fr. 600.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.

5.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:

Fr.

Fr.

Fr.

3'500.00   Gebühr für das Vorverfahren

15'352.55

  Entschädigung amtliche Verteidigung RA Dr. iur. 
X._____ (inkl. Barauslagen, Spesen und MwSt.)

18'852.55   Total

6.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 5 werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.

7.

Der Privatklägerin B._____ wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

- 36 -

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung an

- die amtliche Verteidigung, im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten (übergeben);

- die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, im Doppel (übergeben);

- die Vertreterin der Privatklägerin, im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin (übergeben);

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an

- die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben gem. § 54a 

PolG;

- die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A, unter Beilage des For-

mulars "Löschung DNA-Profil und Vernichtung ED-Materials" (gegen 

Empfangsschein);

- die Kantonspolizei Zürich, Dienst Zentrale Datenverarbeitung, Güter-

str. 33, Postfach, 8010 Zürich (hinsichtlich Dispositiv-Ziffer 2, per 

E-Mail an asservate@kapo.zh.ch);

- die Bezirksgerichtskasse Winterthur (insbesondere hinsichtlich Dispositiv-

Ziffern 4 und 5).

9. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Winterthur, Lindstrasse 10, 8400 Winterthur, mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

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Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Winterthur, 28. März 2025

BEZIRKSGERICHT WINTERTHUR

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Stosberg

MLaw N. Mattmüller

versandt am: