# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 230ca5dc-cbcc-57aa-8c8c-673ed633a0da
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.02.2018 IV 2015/244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-244_2018-02-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/244

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.09.2019

Entscheiddatum: 08.02.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 08.02.2018
Im Administrativgutachten wurden geltend gemachte Beschwerden 
ungenügend berücksichtigt, weshalb auf dessen Einschätzung nicht 
abschliessend abgestellt werden kann. Die Sache wird zu ergänzenden 
Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Februar 2018, IV 
2015/244).

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und a.o. 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei;

Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.  

IV 2015/244

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriele Sturm, Signalstrasse 17, Postfach 529, 

9401 Rorschach,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 12. Juni 2014 unter Hinweis auf 

eine HIV-Infektion, Hepatitis C und Durchblutungsstörungen in beiden Beinen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 2).

A.b  Die Versicherte hatte keine Ausbildung absolviert und war zuletzt bis Ende 

November 2009 als Reinigungsmitarbeiterin tätig (IV-act. 2-4 f., 5, 13-1).

A.c  Mit Bericht vom 20. Juni 2014 diagnostizierte die behandelnde Dr. med. B.___ von 

der Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine HIV-

Infektion Stadium A2, eine chronische Hepatitis C Infektion, eine Leberzirrhose Child B 

sowie eine psychosoziale Belastungssituation. Seit Beginn der HCV-Therapie am 3. 

Januar 2014 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe eine ausgeprägte 

Müdigkeit und Leistungsminderung, die sicherlich durch eine schwere Anämie 

verursacht sei. Zudem bestehe aufgrund der ausgeprägten Thrombozytopenie ein 

erhöhtes Blutungsrisiko (IV-act. 10-1).

A.d  Am 7. August 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund des 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 

17).

A.e  Dr. med. C.___ und Dr. med. D.___ von der Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene 

des KSSG diagnostizierten in ihrem Bericht vom 7. Januar 2015 eine HIV-Infektion 

CDC-Stadium A2 (ED: 09/07), eine chronische Hepatitis C Genotyp 1a (ED: 01/11), eine 

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Leberzirrhose Child B (ED: 05/13), eine Antrumgastritis mit erhabenen Erosionen und 

Ösophagusvarizen Grad I (ED: 05/13), eine Osteopenie (ED: 05/11), eine 

Anpassungsstörung und depressive Reaktion (ICD-10: F43.20) sowie eine Störung 

durch Alkohol (Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent; ICD-10: F10.20). Die seit 

September 2007 bekannte HIV-Infektion werde seit Januar 2011 im Infektiologischen 

Ambulatorium des KSSG behandelt. Seit dem 19. Mai 2011 stehe die Versicherte unter 

einer antiretroviralen Therapie. Unter der im Januar 2014 gestarteten HCV-Therapie sei 

es zu einer ausgeprägten Müdigkeit, einer Panzytopenie sowie einer grippalen 

Symptomatik mit Fieberschüben und allgemeiner Schwäche gekommen, was die 

Versicherte in der Bewältigung des Alltages stark eingeschränkt habe. Die Therapie 

habe am 5. Dezember 2014 beendet werden können. Die Panzytopenie habe sich aber 

weiterhin noch nicht vollständig erholt und die Müdigkeit persistiere unverändert. Wie 

sich die Hämatopoese und der klinische Zustand der Versicherten nach der 

belastenden HCV-Therapie erholen würden, sei aktuell nicht voraussehbar. Auch die 

Regeneration der Leber beim bereits bestehenden zirrhotischen Leberschaden sei 

derzeit nicht abschätzbar. Der Alkoholkonsum sei seit April 2012 vollständig sistiert. 

Wie die Anpassungsstörung und der Alkoholkonsum weiter verliefen, sei aktuell nicht 

voraussehbar. Wegen der ausgeprägten Müdigkeit unter der HCV-Therapie habe keine 

Arbeitsfähigkeit bestanden. Wie sich die Müdigkeit und die allgemeine Schwäche 

zukünftig auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirkten, könne nicht beurteilt 

werden (IV-act. 25).

A.f  Auf Empfehlung von Dr. med. E.___ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) vom 2. 

Februar 2015 (IV-act. 28-3) veranlasste die IV-Stelle ein bidisziplinäres (internistisches 

und psychiatrisches) Gutachten bei der SMAB AG, Swiss Medical Assessment- and 

Business-Center (nachfolgend: SMAB; IV-act. 25 ff.). Das Gutachten wurde am 20. 

April 2015 erstellt (IV-act. 36). Die Gutachter diagnostizierten eine HIV-Infektion CDC-

Stadium A2 (ED: 09/07), eine chronische Hepatitis C Genotyp 1a (ED: 01/11) und eine 

Leberzirrhose Child B mit Ösophagusvarizen Grad I (ED: 05/13). Diesen Befunden 

massen sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Weiter diagnostizierten die Ärzte eine 

chronisch venöse Insuffizienz bei Unterschenkelvarikosis beidseits, eine Osteopenie 

(ED: 05/11), eine Antrumgastritis mit erhabenen Erosionen (ED: 05/13), eine 

Panzytopenie, einen Schatzki-Ring (ED: 05/13), ein Alkoholabhängigkeitssyndrom 

(gegenwärtig abstinent; F10.20) sowie ein Hypnotikaabhängigkeitssyndrom (iatrogen; 

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F13.2). Diesen Befunden massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die im 

Jahr 2011 beschriebene Anpassungsstörung erachteten die Gutachter als derzeit nicht 

mehr relevant und das Vorliegen einer psychischen Störung verneinten sie. Sie 

bescheinigten der Versicherten seit Januar 2015 eine ca. 70%-ige Arbeitsfähigkeit für 

leichte körperliche Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 

zehn Kilogramm, wobei eine rein sitzende oder stehende Tätigkeit als ungünstig 

erachtet wurde (IV-act. 36-8 f., 36-20).

A.g  Am 27. April 2015 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, welcher der Versicherten 

die Ablehnung eines Rentenanspruches in Aussicht stellte (IV-act. 39). Trotz Einwandes 

der Versicherten vom 9. Juni 2015 (IV-act. 45) verfügte die IV-Stelle am 16. Juni 2015 

im Sinne des Vorbescheides (IV-act. 47).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 17. August 

2015. Die Rechtsvertreterin der Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

Rechtsanwältin lic. iur. Gabriele Sturm, Rorschach, beantragt die Zusprechung einer 

Viertelsrente, eventualiter einer halben Rente. Eventualiter seien 

Eingliederungsmassnahmen in die Wege zu leiten. Auch sei ein erneutes 

polydisziplinäres Gutachten zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit in die Wege zu leiten. 

Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege, inklusive der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung in der Person der unterzeichneten 

Rechtsanwältin, zu bewilligen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die 

Beschwerdeführerin lässt im Wesentlichen ausführen, dass das SMAB-Gutachten 

keine klaren und begründeten Aussagen zur Arbeitsfähigkeit mache und mit vielen 

Widersprüchen behaftet sei. Auch fehle eine orthopädische Untersuchung. Die 

bestehende Rhizarthrose sei von den Experten nicht festgestellt und dementsprechend 

im Gesamtkontext nicht gewürdigt worden, obwohl die Beschwerdeführerin bei der 

Befragung der Experten Schmerzen in beiden Daumengelenken angegeben habe. Der 

Befund sei an beiden Händen zu finden und müsse in naher Zukunft operativ 

angegangen werden. Die von den Gutachtern attestierte 70%-ige Arbeitsfähigkeit 

beruhe auf reinen Mutmassungen und werde weder begründet noch könne sie 

nachvollzogen werden. Auch sei die Rhizarthrose bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht 

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berücksichtigt worden. Das Gutachten beruhe daher nicht auf allseitigen 

Untersuchungen und sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der Würdigung der 

gesamten Situation unbrauchbar. Zudem würden sich im Gutachten in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit wiederholt Widersprüche finden. Die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sei für die Dauer vom 22. Juni bis 10. Juli 2015 durch das 

Sozialamt im F.___ getestet worden. Parallel dazu sei ein Schmerzprotokoll geführt 

worden. Dieses Protokoll zeige deutlich auf, wie und wo sich die Schmerzen äusserten 

und dementsprechend die Beschwerdeführerin behinderten. Gemäss Bericht des F.___ 

käme sie im 1. Arbeitsmarkt sicher nur auf eine 30%-ige Leistungsfähigkeit (act. G 1).

B.b  Mit Schreiben vom 7. September 2015 zog die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

zurück (act. G 4).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2015 beantragt die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im 

Wesentlichen aus, dass die bidisziplinäre Begutachtung von dafür befähigten 

Fachärzten vorgenommen worden sei und auf umfassenden Kenntnissen des 

Sachverhaltes beruhe. Neue oder anderslautende Arztberichte mit anderen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen habe die Beschwerdeführerin nicht eingereicht. 

Gegenüber dem internistischen Gutachter habe die Beschwerdeführerin die Schmerzen 

in den beiden Daumengrundgelenken sowie im Bereich der Sehnen des rechten 

Unterarmes angegeben. Bei der Untersuchung des Bewegungsapparates habe der 

Gutachter allerdings keine Entzündungszeichen der Gelenke feststellen können. Auch 

handle es sich bei der Rhizarthrose um ein behandelbares Leiden. Nachdem damit 

lediglich eine vorübergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursacht werde, 

bleibe es bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss Gutachten. Dem Arbeitsbericht 

des F.___ sei nichts zu entnehmen, was den Feststellungen der Gutachter 

widersprechen würde. Die geschilderten Einschränkungen betreffend die Handarbeiten 

würden nach adäquater Behandlung der Rhizarthrose nicht mehr vorhanden sein. Die 

übrigen Einschränkungen bzw. verstärkten Beschwerden bei entsprechenden 

Tätigkeiten seien allesamt auch im Gutachten beschrieben. Die Tätigkeit im F.___ habe 

offensichtlich nicht dem Belastungsprofil entsprochen. Bezüglich beruflicher 

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Massnahmen sei es der Beschwerdeführerin unbenommen, sich wieder anzumelden 

(act. G 6).

B.d  In der Replik vom 2. November 2015 lässt die Beschwerdeführerin unverändert an 

der Beschwerde festhalten. Sie lässt anführen, dass die Rhizarthrose von den 

Gutachtern gar nicht gewürdigt, geschweige denn untersucht worden sei, obwohl die 

Beschwerdeführerin Schmerzen geäussert habe. Dies sei grundsätzlich auch nicht 

möglich gewesen, da keiner der Gutachter Facharzt auf diesem Gebiet gewesen sei 

und es entsprechend an der fachärztlichen Kompetenz gefehlt habe. Bei der 

Feststellung von orthopädischen Beschwerden hätte ein Facharzt beigezogen werden 

müssen, um eine umfassende Gesamtwürdigung gewährleisten zu können. Die 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach es sich bei der Rhizarthrose um eine 

vorübergehende Einschränkung bei entsprechender Versorgung handle, würden nicht 

zutreffen. In 10 bis 30% aller Fälle könne mittels Operation kein zufriedenstellendes 

Ergebnis erreicht werden. Ob und inwiefern bei adäquater Behandlung eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe oder nicht, sei von einem Gutachter – 

Facharzt Orthopädie / Handchirurgie – festzustellen bzw. wäre nach erfolgter Operation 

zu prüfen (act. G 8).

B.e  Mit Eingabe vom 2. Dezember 2015 hält die Beschwerdegegnerin vollumfänglich 

an ihrem Antrag und ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf eine 

begründete Duplik hat sie verzichtet (act. G 10).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin. Nicht zum Streitgegenstand gehört der eventualiter gestellte 

Antrag auf Eingliederungsmassnahmen. Diese Frage ist nicht Gegenstand der 

Verfügung vom 16. Juni 2015 (IV-act. 47). Bereits mit Mitteilung vom 7. August 2014 

hatte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf berufliche Massnahmen verneint. 

Darin wurde die Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie eine 

beschwerdefähige Verfügung verlangen könne (IV-act. 17). Dies hat sie bis zum 

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aktuellen Zeitpunkt nicht getan. Entsprechend ist mangels Verfügung in diesem Punkt 

auf die Beschwerde nicht einzutreten.

2. 

2.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

2.2  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

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Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte 

Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

2.4  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).

3. 

Um den Invaliditätsgrad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei in der angefochtenen Verfügung 

auf das bidisziplinäre (internistische / psychiatrische) SMAB-Gutachten vom 20. April 

2015 (IV-act. 36) sowie die anschliessende Stellungnahme des RAD vom 23. April 2015 

(IV-act. 37), welcher das Gutachten als beweiskräftig erachtet.

3.1  Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4). Es ist nicht zulässig, ein medizinisches 

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Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 

weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich 

eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und 

nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 

Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).

3.2  Die Beschwerdeführerin bemängelt am SMAB-Gutachten zentral, dass trotz 

angegebenen Beschwerden in beiden Daumengrundgelenken während der 

Begutachtung keine weiteren Abklärungen diesbezüglich veranlasst worden seien. In 

der Folge sei eine beidseitige Rhizarthrose diagnostiziert worden, deren Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit einer medizinischen Abklärung bedürften.

3.3  Die Beschwerdeführerin hat – wie von ihr richtig dargelegt wird – anlässlich der 

internistischen Begutachtung Schmerzen in beiden Daumengrundgelenken beklagt (IV-

act. 36-16). Die Untersuchung des Bewegungsapparates – damit auch der Hand- und 

Fingergelenke – ergab gemäss internistischem Gutachten keine Auffälligkeiten und 

keine Entzündungszeichen. In der Folge zeigte sich gemäss Bericht von Dr. med. 

G.___, FMH Chirurgie, vom 21. Juli 2015 auf den Röntgenbildern vom 14. Juli 2015 

eine beidseitige Rhizarthrose (act. G 1.1.5). Nachdem Arthrosen nicht innerhalb von 

Monaten entstehen, sondern sich langsam entwickeln (vgl. ALFRED M. DEBRUNNER, 

Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 586 f.), liegt der Schluss 

nahe bzw. ist überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, dass bei Beschwerdeangaben 

zum Zeitpunkt der Begutachtung im März 2015 und damit auch bei Verfügungserlass 

im Juni 2015 – wenn auch mittels Röntgenbild erst im Juli 2015 ausgewiesen – dieses 

Krankheitsbild bereits im relevanten Zeitraum vorhanden war und in diesem Verfahren 

zu berücksichtigen gewesen wäre. Indem im Rahmen der Begutachtung die 

Schmerzen im Daumengrundgelenk zwar bekannt waren, aber keine weiteren 

(orthopädischen) Abklärungen dazu getroffen wurden bzw. ohne fachärztliche 

Einschätzung zu Unrecht von keinen Auffälligkeiten ausgegangen wurde, erweist sich 

das Gutachten als unvollständig und kann für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

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Beschwerdeführerin zum Ver¬fügungszeitpunkt nicht abschliessend herangezogen 

werden (vgl. vorstehende E. 3.1).

3.4  Der Einwand der Beschwerdegegnerin, dass die Rhizarthrose behandelbar sei und 

lediglich eine vorübergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursache, mag für 

viele Fälle zutreffen. Ohne hinreichende medizinische Einschätzung kann dies aber 

nicht pauschal angenommen werden. Von Relevanz ist weiter, dass bei ausgewiesener, 

invalidenversicherungsrechtlich relevanter Arbeitsunfähigkeit im gesamten Jahr 2014 

aufgrund der im Zeitpunkt der Begutachtung bekannten Leiden und Einschränkungen 

jegliche weitere anschliessende relevante Arbeitsunfähigkeit ab dem Jahr 2015 zu einer 

zumindest befristeten Invalidenrente führen kann. Für eine mindestens temporär stärker 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auch in adaptierter Tätigkeit als von der 

Beschwerdegegnerin angenommen, spricht der Arbeitsbericht der F.___ Stiftung vom 

9. Juli 2015, in deren Betrieb die Beschwerdeführerin vom 22. Juni bis 10. Juli 2015 

tätig war (act. G 1.1.10). In diesem wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bei 

angepassten Tätigkeiten ohne Zeitdruck in der Lage gewesen sei, ein 50%-Pensum zu 

absolvieren, wobei gegen Mittag Konzentration, Hörverständnis und Merkfähigkeit 

nachgelassen hätten. Bei der Beanspruchung beider Hände hätten die Schmerzen im 

linken Daumengelenk zugenommen. Bei Tätigkeiten, bei welchen die rechte Hand mehr 

belastet worden sei, seien auch im rechten Daumengelenk nach ca. einer Stunde 

Schmerzen aufgetreten. Das Greifen sei der Beschwerdeführerin zunehmend schwerer 

gefallen. Einschränkungen aufgrund von Handgelenksbeschwerden sind damit 

rechtsgenüglich ausgewiesen und deren umfassende Abklärung notwendig. In diesem 

Zusammenhang ist auch von Belang, dass sich die Beschwerdeführerin sowohl 

anlässlich der Begutachtung als auch bei ihrer Arbeit im F.___ motiviert zeigte (IV-act. 

36-27, act. G 1.1.10) und Hinweise für ein suboptimales Leistungsverhalten oder auf 

relevante Inkonsistenzen nicht auszumachen waren (IV-act. 37-2). Die Divergenz 

zwischen der medizinischen Zumutbarkeit gemäss Gutachten und der praktisch 

erprobten Leistungsfähigkeit im Juni/Juli 2015 lässt sich somit auch damit nicht 

erklären.

3.5  Zusammengefasst ist festzuhalten, dass in Bezug auf die geklagten 

Daumengrundgelenkbeschwerden keine umfassende Abklärung vorgenommen wurde, 

womit die verfügbaren (medizinischen) Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung des 

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streitigen Rentenanspruches zum frühestmöglichen Rentenbeginn zulassen bzw. 

weitere (medizinische) Abklärungen zu tätigen sind. Ob (Verlaufs-)Berichte der 

behandelnden Ärzte ausreichen, eine erneute Begutachtung erforderlich ist oder eine 

Ergänzung der bereits durchgeführten Exploration ausreicht, wird die 

Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit dem RAD beurteilen müssen. Nach 

Vorliegen der weiteren medizinischen Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin über 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin erneut zu befinden haben.

4. 

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, 

dahingehend gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 16. Juni 2015 

aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Vornahme weiterer 

Abklärungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

235 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

4.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten 

ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu 

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beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen Fall, erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin somit mit Fr. 3‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, dahingehend gutgeheissen, dass 

die angefochtene Verfügung vom 16. Juni 2015 aufgehoben und die Sache zur 

weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3‘500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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		2025-07-19T06:31:23+0200
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