# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfb58b50-b2b7-512c-bca5-cb72f726781d
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR ac_5s_98_558.pdf
**Docket/Reference:** ac_5s_98_558.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf3/ac_5s_98_558.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS FREIBURG 

SOZIALVERSICHERUNGSGERICHTSHOF 

Entscheid vom 20. Dezember 2002 

In der Klagesache (5S 98 558) 

Ausgleichskasse des Kantons Freiburg, Impasse de la Colline 1, 1762 Givisiez, 

Klägerin, 

Beklagter, 

R. W., in D., 

gegen 

betreffend 

Schadenersatzklage gemäss Art. 52 AHVG 
(gestützt auf Schadenersatzverfügung vom 3. Juni 1998) 

 
 
 
 - 2 -

hat sich ergeben: 

A. 

B. 

C. 

Der  Sportverein  HC  Freiburg-Gottéron  (nachstehend  HCFG  genannt),  ge-
gründet  am  1.  Dezember  1938  mit  Sitz  in  Freiburg,  hatte  insbesondere  die 
Entwicklung  des  Eishockeysports  und  die  Förderung  von  Jungspielern  zum 
Zweck.  Der  Verein  war  dem  Schweizerischen  Eishockeyverband  ange-
schlossen.  Als  Arbeitgeberin  war  der  HCFG  der  Ausgleichskasse  des  Kan-
tons  Freiburg  (nachstehend  Ausgleichskasse  genannt)  angeschlossen.  Der 
Verein war nie im Handelsregister des Saanebezirks eingetragen. 

Am  29.  August  1996  hat  die  Ausgleichskasse  einem  Abzahlungsplan  des 
HCFG  mit  Teilzahlungen  auf  zwei  Jahre  zugestimmt.  Der  Saldo  zugunsten 
der  Ausgleichskasse  belief  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  auf  221'040.40  Fran-
ken. Darin enthalten waren sämtliche unbezahlt gebliebenen Rechnungspos-
ten  bis  zur  Rechnung  1996/0011,  die  den  paritätischen  Beiträgen  für  den 
Monat Juli 1996 entsprachen. Sämtliche nachfolgenden, laufenden Beiträge 
waren  innerhalb  der  gesetzlichen  Fristen  zahlbar.  Dieser  Abzahlungsplan 
wurde in der Folge nicht bzw. nur teilweise eingehalten. 

Im  Laufe  des  Herbstes  1996  führte  das  interne  Revisionsbüro  der  Aus-
gleichskasse  für  die  Jahre  1992  bis  1995  eine  Arbeitgeberkontrolle  durch. 
Diese  Revision  ergab  Nachforderungen  für  die  betroffenen  Jahre.  Am 
17. Januar  1997  wurden  dem  HCFG,  an  die  Adresse  des  damaligen  Präsi-
denten G. B., in F., die entsprechenden vier Nachzahlungsverfügungen und 
eine  Verfügung  über  Verzugszinse  zugestellt  (1992:  48'598.90  Franken, 
1993:  42'674.15  Franken;  1994:  56'725.95  Franken;  1995:  89'728.80  Fran-
ken; Verzugszinsen: 25'648.10 Franken). Diesen Verfügungen beigelegt war 
ein  Erklärungsschreiben,  das  die  Art  der  nacherfassten  Lohnbestandteile, 
insbesondere  Naturallöhne,  erklärte.  Diese  Verfügungen  vom  17.  Januar 
1997 wuchsen unangefochten in Rechtskraft. 

Aufgrund  finanzieller  Schwierigkeiten  war  der  HCFG  in  der  Folge  gezwun-
gen,  ein  Gesuch  um  Nachlassstundung  einzureichen.  Dieses  wurde  am 
12. August  1997  mit  Entscheid  des  Präsidenten  des  Zivilgerichts  des  Saa-
nebezirks  gutgeheissen  und  eine  provisorische  Nachlassstundung  von  zwei 
Monaten gewährt. In der Folge wurde mit Entscheid vom 27. November 1997 
eine  sechsmonatige  Nachlassstundung  bis  1.  Juni  1998  gewährt.  Die  Aus-
gleichskasse  produzierte  am  9.  Februar  1998  im  Nachlassverfahren  eine 
rektifizierte  Forderung  von 603'367.55 Franken. In der Folge fand die Gläu-
bigerversammlung  gemäss  Amtsblatt  Nr.  17  des  Kantons  Freiburg  vom 
24 April 1998 am 19. Mai 1998 statt. 

 
D. 

E. 

 - 3 -

Der Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung wurde am 24. Juni 1998 durch 
den  Präsidenten  des  Zivilgerichts  des  Saanebezirks  homologiert  und  führte 
in  der  Folge  zur  Bildung  der  neuen  Aktiengesellschaft,  der  HC  Fribourg-
Gottéron  SA.  Schliesslich  hat  die  Ausgleichskasse  ihre  Forderung  auf  den 
Betrag  von  551'670.05  Franken  rektifiziert  (vgl.  Schreiben  der  Ausgleichs-
kasse an die Consultco SA vom 17. Juni 1999). 

Am 3. Juni 1998 hat die Ausgleichskasse R. W., wohnhaft in D., eine Scha-
denersatzverfügung  über  einen  Betrag  von  350'056.45  Franken  zugestellt, 
da  sie  davon  ausging,  dass  ein  grosser  Teil  der  ihrer  Kasse  geschuldeten 
paritätischen  Beiträge  auf  Löhnen  unbezahlt  bleiben  würde.  R.  W.  war  von 
Januar 1992 bis Mai 1995 Administrator, und anschliessend bis 24. Juli 1996 
Präsident  des  Vorstands  des HCFG. Die in dieser Schadenersatzverfügung 
geforderten  Beträge  setzen  sich  aus  Lohnbeiträgen  für  die  Periode  von  Ja-
nuar  1992  bis  Mai  1996  zusammen  (AHV/IV/EO-Beiträge,  ALV-Beiträge, 
Verzugszinsen, Mahngebühren, Betreibungs- sowie Verwaltungskosten). Sie 
stützen  sich  für  die  Periode  von  Januar  1992  bis  Dezember  1995  auf  die 
Nachzahlungsverfügungen vom 17. Januar 1997 sowie auf die Verzugszins-
verfügung  gleichen  Datums  (Rechnung  1997/0001  und  1997/5001)  und  für 
die  Periode  von  Januar  bis  Mai  1996  auf  die  fälligen  Pauschalbeiträge 
(Rechnungen  1996/0001,  1996/0002,  1996/0004,  1996/0005  und 
1996/0007)  sowie  die  Verzugszinsverfügung  vom  12.  Dezember  1997 
(Rechnung 1997/5004). 

Der  Schadenersatzverfügungsadressat  R.  W.  erhob  mit  Schreiben  vom 
3. Juli  1998  Einsprache.  Er  beantragte  primär  wegen  Verwirkung  der  Scha-
denersatzverfügung  auf  die  Klage nicht einzutreten und subsidiär, sollte die 
Schadenersatzverfügung fristgerecht erlassen worden sein, die Gutheissung 
der  Einsprache,  da  der  Schaden  der  Ausgleichskasse  weder  mit  Absicht 
noch  grob  fahrlässig  verschuldet  worden  sei.  Er  bestritt  die  Forderung  voll-
umfänglich. 

Er brachte sinngemäss vor, dass die Ausgleichskasse spätestens zu Beginn 
des  Jahres  1997  Kenntnis  ihres  Schadens  hatte  und  die  einjährige  Verwir-
kungsfrist  somit  im  Frühjahr  1998  abgelaufen  sei.  Die  Schadenersatzforde-
rung vom 3. Juni 1998 sei somit verwirkt. 

Betreffend das subsidiäre Rechtsbegeheren legte R. W. dar, dass der Scha-
den  der  Ausgleichskasse  für  die  Periode  von  Januar  1992  bis  Dezember 
1995 weder absichtlich noch grob fahrlässig verschuldet worden sei. Anläss-
lich  einer  Arbeitgeberkontrolle  im  Jahre  1991  seien  von  Seiten  der  Aus-
gleichskasse  Richtlinien  für  die  Lohndeklaration  diskutiert  und  festgehalten 
worden.  Die  innerhalb  des  Vereins  für  die  finanziellen  Fragen  verantwortli-

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chen Personen hätten in der Folge die Lohnerklärungen in Befolgung dieser 
Richtlinien eingereicht. R. W. machte im Weiteren eine Verletzung des recht-
lichen  Gehörs  geltend,  da  die  Nachzahlungsverfügungen  vom  17. Januar 
1997  sowie  die  Verzugszinsverfügung  gleichen  Datums  für  die  Periode  von 
1992  bis  1995  dem  damaligen  Präsidenten  G.  B.  zugestellt  worden  seien, 
und es ihm somit nicht möglich gewesen sei, allfällige Rechtsmittel zu ergrei-
fen. 

Er  bestritt,  als  Administrator  eine  Organstellung  innegehabt  zu  haben.  Ge-
mäss  Pflichtenheft  habe  er  keinen  massgeblichen  Einfluss  auf  zu  treffende 
Entscheidungen oder gar an der Willensbildung des Vereins gehabt. 

Im Weiteren machte er geltend, dass auch für den während der Periode von 
Januar  bis  Mai  1996  entstandene  Schaden  (Rechnungen  1996/0001, 
1996/0002,  1996/0004,  1996/0005,  1996/0007  und  1997/5004)  keine  Haf-
tung  bestehe:  Mit  Vereinbarung  der  Zahlungsmodalitäten  vom  29.  August 
1996  betreffend  die  geschuldeten  Beiträge  der  Periode  von  Januar  bis  Mai 
1996  -  zwischen  den  neuen  Vorstandsmitgliedern  des  HCFG  und  der  Aus-
gleichskasse  -  seien  die  ehemaligen  Organe  befreit  worden.  Er  rügte  auch 
die  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  da  die  Vereinbarung  betreffend  die 
Abschlagszahlungen  vom  29.  August  1996  sowie  die  Zahlungsbefehle 
betreffend  die  unbezahlten  Rechnungen  1996/0005  und  1996/0007  G.  B. 
zugestellt worden seien. Schliesslich sei der Schaden weder absichtlich noch 
fahrlässig verschuldet worden. Als er anlässlich der Generalversammlung im 
Mai  1995  zum  Präsidenten  gewählt  worden  sei,  habe  der  damalige  Präsi-
dent,  Y.  C.,  eine  revidierte  Jahresrechnung  mit  einem  Gesamtverlust  von 
rund  300'000  Franken  vorgelegt.  Erst  im  Nachhinein  habe  sich  herausge-
stellt, dass die Verschuldung massiv höher gewesen sein müsse. Es sei so-
mit davon auszugehen, dass die Generalversammlung wie auch er durch die 
für finanzielle Belange zuständigen Personen getäuscht worden seien. 

Darüber hinaus brachte er als Exkulpationsgründe vor, dass es in der ersten 
Phase seiner Amtszeit als Präsident zu Liquiditätsproblemen gekommen sei. 
Er  habe  sich  gezwungen  gesehen,  dem  HCFG  ein  Darlehen  von  200'000 
Franken  zu  gewähren  um  Lohn-  und  Lieferantenforderungen  begleichen  zu 
können.  In  der  Spielsaison  1995/1996  sei  ein  Sanierungskonzept  ausgear-
beitet  worden,  das  es  erlaubt  hätte,  bis  zur  Saison  1998/1999  die  damals 
bekannten Schulden vollständig zu tilgen, namentlich auch die Forderungen 
der Ausgleichskasse. Die Tatsache, dass der spätere Vorstand einen ande-
ren  Weg  beschlossen  und  eingeschlagen  habe,  vermöge  ihm  nicht  zum 
Vorwurf  zu  gereichen.  Im  damaligen  Zeitpunkt  habe  unter  den  gegebenen 
Umständen damit gerechnet werden dürfen, dass die Forderungen der Aus-
gleichskasse  und  auch  diejenigen  sämtlicher  Gläubiger  beim  nicht  unwahr-
scheinlichen  Erfolg  des  Sanierungskonzepts  in  absehbarer  Zeit  hätten  be-
friedigt werden können. 

F. 

G. 

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Dennoch  strengte  die  Ausgleichskasse  gegen  R.  W.  am  24.  August  1998 
eine  Schadenersatzklage  gemäss  Art.  52  AHVG  an.  Sie  beantragte,  R.  W. 
sei, als Mitglied des Vorstands des HCFG im Zeitraum von Januar 1992 bis 
24. Juli 1996 zu verurteilen, ihr einen Betrag von 350'056.45 Franken zu be-
zahlen.  Ein  grob  fahrlässiges  Verschulden  erkannte  sie  darin,  dass  der 
HCFG  die  Beitragspflicht  gemäss  Art.  14  AHVG  i.V.m.  Art.  34  AHVV  miss-
achtet  haben  soll,  indem  dieser  die  Löhne  (inklusive  Naturallöhne),  die  er 
seinen Arbeitnehmern zukommen liess, ganz oder teilweise unerklärt gelas-
sen  habe  und  die  entsprechenden  Beiträge  in  der  Folge  wegen  Insolvenz 
des  Arbeitgebers  unbezahlt  geblieben  seien.  Sie  hielt  sinngemäss  dafür, 
dass  R.  W.  im  Verein  eine  verantwortliche  Stellung  innegehabt,  sich  aber 
nicht  ständig  über  die  Abrechnungs-  und  Zahlungspflicht  des  Vereins  auf 
dem Laufenden gehalten und die notwendigen Kontrollen und entsprechen-
den Instruktionen nicht gegeben habe. Somit müsse von einer grob fahrläs-
sigen Handlungsweise ausgegangen werden. 

R. W. hat es unterlassen, fristgerecht eine Klageantwort einzureichen. 

Der mit der Instruktion beauftragte Gerichtsschreiber-Berichterstatter hat das 
Gutachten  der  Treuhandfirma  Atag,  Ernst  &  Young  vom  20.  Januar  1997 
betreffend  die  Überprüfung  der  Jahresrechnungen  des  HCFG  der  Jahre 
1991/1992 bis 1995/1996 (Volume I und II; Akten der Sachwalterin, Consult-
co SA, Freiburg), eine Liste der Vorstandsmitglieder des HCFG während der 
Periode 1991/1992 bis 1996/1997 (Strafakten des Untersuchungsrichteram-
tes  des  Kantons  Freiburg  betreffend  das  Verfahren  gegen  die  Verantwortli-
chen des HCFG wegen Verletzung des AHVG und StG), den Darlehensver-
trag  vom 28. April 1995 zwischen R. W. und dem HCFG sowie das Schrei-
ben der Ausgleichskasse an die Consultco SA vom 17. Juni 1999 von Amtes 
wegen beigezogen und zusammen mit weiteren Akten gemäss gerichtlichem 
Beilagenverzeichnis vom 4. April 2002 ins vorliegende Klageverfahren integ-
riert (vgl. gerichtliches Beilagenverzeichnis vom 4. April 2002). 

Mit Verfügung vom 4. April 2002 wurden R. W. und die Ausgleichskasse ein-
geladen, zu den von Amtes wegen edierten Akten Stellung zu nehmen. Die 
Ausgleichskasse  hat  am  22.  April  2002  hierzu  ausgeführt,  dass  sie  an  der 
Klage festhalte, der Betrag der Forderung jedoch noch Änderungen erfahren 
könne,  da  noch  keine  Dividende  im  Nachlassverfahren  ausbezahlt  worden 
sei. R. W. nahm am 5. Juli 2002 Stellung. Er brachte zusammenfassend vor, 
dass  der  Rapport  der  Treuhandgesellschaft  Atag  Ernst  &  Young  festhalte, 
dass  infolge  Fehlens  von klaren und präzisen Strukturen im System ein Er-
kennen von Engagements nur solchen Personen möglich war, die direkt mit 
den Finanzen und dem Jahresabschluss befasst waren. Er führte weiter aus, 
dass er bis zu seiner Wahl zum Präsidenten des HCFG als "Administrateur" 
für den Verein tätig gewesen sei. Sein Pflichtenheft als "Administrateur" ha-

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be  keinerlei  Bezug  zu  den  Finanzen  gehabt.  Seine  Aufgaben  hätten  in  der 
Aufsicht über das Sekretariat, der Triage der Post, der Aufnahme von Proto-
kollen  und  insbesondere  in  Übersetzungsarbeiten  gelegen.  Die  Finanzkom-
petenz  habe  einzig  Y.  C.  und  M.  B.  oblegen.  Da  Y.  C.  zudem  ein  eigenes 
Treuhandbüro führte, habe weder für ihn noch für die andern Vorstandsmit-
glieder eine Veranlassung bestanden, dessen Arbeit zu prüfen. Als Präsident 
sei  er  grundsätzlich  für  die  Finanzen  des  Klubs  mitverantwortlich  gewesen. 
Die  Abwicklung  der  finanziellen  Angelegenheiten  habe  jedoch  weiterhin  in 
den Händen des Treuhandbüros von Y. C. oblegen, dies unter der Aufsicht 
des Finanzchefs. Als Präsident habe er dem Verein schliesslich, nachdem er 
von  der  schwierigen  finanziellen  Situation  des  Klubs  Kenntnis  genommen 
habe,  ein  Darlehen  von  200'000  Franken  zur  Begleichung  der  dringlichsten 
Verbindlichkeiten gewährt. 

H. 

Die übrigen Schadenersatzklagen der Ausgleichskasse vom 24. August bzw. 
21.  Dezember  1998  gegen  weitere  ehemalige  Vorstandsmitglieder  des 
HCFG, nämlich gegen A. K., Y. C., C. P., M. B., G. B. sowie N. M., werden 
vom tagenden Gerichtshof je in separaten Entscheiden gleichen Datums ab-
geurteilt (5S 98 555/556/557/559/560/891). 

Die übrigen Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Ur-
teilsfindung  massgebend  sind,  aus  den  nachfolgenden  rechtlichen  Erwä-
gungen. 

Der Sozialversicherungsgerichtshof 
zieht in Erwägung: 

(Auszüge aus den Erwägungen) 

1-2. 

(...) 

3. 

Bei  der  Schadenersatzklage  ist  die  Frage  der  Verwirkung  der  Schadener-
satzforderung stets von Amtes wegen zu prüfen (BGE 112 V 6 Erw. 4c; ZAK 
1986 S. 468 Erw. 4c). 

a)  Art. 82 AHVV regelt die Frist, innert welcher die Ausgleichskasse den Ersatz 
des  eingetretenen  Schadens  verlangen  kann.  Dieses  Recht  verjährt,  wenn 
es  nicht  innert  Jahresfrist  seit  Kenntnis  des  Schadens  durch  Erlass  einer 

 
 
 
 
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Schadenersatzverfügung  geltend  gemacht  wird,  auf  jeden  Fall  aber  mit  Ab-
lauf von fünf Jahren seit Eintritt des Schadens. Es handelt sich um eine rela-
tive und eine absolute Frist und - entgegen dem gesetzlichen Wortlaut - um 
Verwirkungsfristen (BGE 119 V 89 Erw. 3; ZAK 1986 S. 468 Erw. 4c). 

Kenntnis  des  Schadens  ist  in  der  Regel  von  dem  Zeitpunkt  an  gegeben,  in 
welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerk-
samkeit  erkennen  muss,  dass  die  tatsächlichen  Gegebenheiten  nicht  mehr 
erlauben,  die  Beiträge  einzufordern,  wohl  aber  eine  Schadenersatzpflicht 
begründen  können.  Zudem  muss  der  Ersatzpflichtige  bekannt  sein.  Wer  im 
Rahmen  eines  Konkurses  oder  Nachlassvertrages  mit  Vermögensabtretung 
einen Verlust erleidet, hat in der Regel bereits dann ausreichende Kenntnis 
des Schadens, wenn die Kollokation der Forderung eröffnet bzw. der Kollo-
kationsplan zur Einsicht aufgelegt wird (BGE 119 V 92 Erw. 3). Der Zeitpunkt 
kann sich ausnahmsweise auch vor denjenigen der Auflegung des Kollokati-
onsplanes verschieben, wenn die Ausgleichskasse anlässlich von Gläubiger-
versammlungen  vernimmt,  dass  ihre  Forderung  auf  jeden  Fall  ungedeckt 
bleibt (BGE 118 V 196 Erw. 3b). 

Der Schaden gilt als eingetreten, wenn anzunehmen ist, dass die geschulde-
ten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben 
werden können (BGE 113 V 257). Dies trifft dann zu, wenn die Beiträge im 
Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. z.B. BGE 112 V 156) oder 
wenn  ihre  Entrichtung  wegen  Zahlungsunfähigkeit  des  beitragspflichtigen 
Arbeitgebers nicht mehr möglich ist (vgl. z.B. BGE 111 V 172). Im ersten Fall 
gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge verwirkt sind (BGE 108 
V 194). Im zweiten Fall gilt der Schadenseintritt als erfolgt, sobald die Beiträ-
ge  wegen  der  Zahlungsunfähigkeit  des  Arbeitgebers nicht mehr im ordentli-
chen  Verfahren  nach  Art.  14  ff.  AHVG  erhoben  werden  können  (vgl.  BGE 
112 V 157 Erw.2). 

b)  Der Beklagte brachte einspracheweise vor, dass die Klägerin bereits Kennt-
nis ihres Schadens hatte, als die mit Schreiben vom 29. August 1996 verein-
barten Abschlagszahlungen nicht termingerecht erfolgt seien. Auch den Me-
dien sei längstens zu entnehmen gewesen, dass die Verschuldung des Ver-
eins  derartige  Ausmasse  angenommen  habe,  dass  ein  Nachlassvertrag  ins 
Auge  gefasst  werden  müsse.  Die  einjährige  Verwirkungsfrist  sei  spätestens 
zu  Beginn  des  Jahres  1997  ausgelöst  worden.  Mit  Erlass  der  Schadener-
satzverfügung vom 3. Juni 1998 sei ihre Forderung somit verwirkt. 

c)  Mit Veröffentlichung im Amtsblatt Nr. 35 des Kantons Freiburg vom 29. Au-
gust  1997  erhielt  die  Ausgleichskasse  Kenntnis  darüber,  dass  dem  HCFG 
eine  provisorische  Nachlassstundung  von  zwei  Monaten  gewährt  wurde. 

 
 
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Durch  Veröffentlichung  im  Amtsblatt  Nr.  43  des  Kantons  Freiburg  vom 
24. Oktober 1997 wurde die Ausgleichskasse schliesslich darüber informiert, 
dass  das  Gesuch  um  Nachlassstundung  an  der  Sitzung  des  Gerichtspräsi-
denten des Zivilgerichts des Saanebezirks vom 20. November 1997 geprüft 
werde. Anlässlich dieser Sitzung ist bekannt geworden, dass ein grosser Teil 
der der Klägerin geschuldeten Beiträge auf Löhnen unbezahlt bleiben würde. 
Schliesslich ist an der Gläubigerversammlung vom 19. Mai 1998 eine Maxi-
maldividende von 4.18 % für die Gläubiger der dritten Klasse in Aussicht ge-
stellt  worden,  sollte  der  Nachlassvertrag  mit  Vermögensabtretung  bestätigt 
werden. 

Es  kann  festgehalten  werden,  dass  die  einjährige  Frist  seit  Kenntnis  des 
Schadens sowie die Fünfjahresfrist seit Eintritt des Schadens mit Erlass der 
Schadenersatzverfügung vom 3. Juni 1998 berücksichtigt wurden: Einerseits 
hat  der  HCFG  unbestrittenermassen  noch  am  6.  August  1997  der  Klägerin 
einen  Betrag  von  17'000  Franken  überwiesen,  so  dass  die  Klägerin  an  die-
sem  Datum  noch  keine  genügende  Kenntnis  ihres  Schadens  haben  konnte 
(vgl. Postkontoauszug vom 6. August 1997). Andererseits wäre die einjährige 
Frist  seit  Kenntnis  des  Schadens  auch  dann  eingehalten,  wenn  -  über  die 
oben erwähnte Rechtsprechung des EVG hinausgehend - auf die Veröffent-
lichung  der  Gewährung  der  provisorischen  Nachlassstundung  (Amtsblatt 
Nr. 35 des Kantons Freiburg vom 29. August 1997) oder auf die Sitzung des 
Gerichtspräsidenten  des  Zivilgerichts  des  Saanebezirks  vom  20.  November 
1997 abzustellen wäre, an welcher bekannt geworden war, dass ein grosser 
Teil  der  der  Klägerin  geschuldeten  Beiträge  auf  Löhnen  unbezahlt  bleiben 
würde. 

Auf die Klage ist somit einzutreten. 

(...) 

5.  a)  Art.  14  Abs.  1  AHVG  in  Verbindung  mit  Art.  34  ff.  AHVV  schreibt  vor,  dass 
der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu 
bringen  und  zusammen  mit  den  Arbeitgeberbeiträgen  der  Ausgleichskasse 
zu  entrichten  hat.  Die  Arbeitgeber  haben  den  Ausgleichskassen  periodisch 
Abrechnungsunterlagen zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen 
Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Ab-
rechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffent-
lich-rechtliche  Aufgabe.  Dazu  hat  das  EVG  wiederholt  erklärt,  dass  die 
Nichterfüllung  dieser  öffentlich-rechtlichen  Aufgabe  eine  Missachtung  von 
Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG bedeute und die volle Schadensde-
ckung nach sich ziehe (AHI 1993 S. 81 Erw. 2a mit weiteren Hinweisen auf 
die Rechtsprechung). Nach Art. 52 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch ab-

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  b) 

sichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden 
verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. 

Ist der Arbeitgeber selbst nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen ge-
genüber  der  Ausgleichskasse  nachzukommen,  können  unter  bestimmten 
Voraussetzungen  alle  mit  der  Verwaltung,  Geschäftsführung  oder  Kontrolle 
betrauten Personen für den Schaden verantwortlich gemacht werden. In die-
sem Zusammenhang wird von der so genannten subsidiären Haftung der Or-
gane  gesprochen.  Die  Schadenersatzpflicht  erstreckt  sich  nicht  nur  auf  die 
formellen Organe einer juristischen Person, sondern auch auf Personen, die 
im  Beitragswesen  tatsächlich  die  Funktionen  von  Organen  erfüllt  haben,  in-
dem  sie  den  Organen  vorbehaltene  Entscheide  treffen  oder  die  eigentliche 
Geschäftsführung  besorgen  und  so  die  Willensbildung  der  Gesellschaft 
massgebend mitbestimmen (BGE 114 V 213 Erw. 4e; 114 V 78; UELI KIESER, 
Bundesgesetz  über  die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung,  Recht-
sprechung  des  Bundesgerichts,  Zürich  1996,  Art.  52  AHVG,  S.  202  ff.; 
THOMAS NUSSBAUMER, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzpro-
zess nach Art. 52 AHVG in ZAK 1991 S. 386; THOMAS NUSSBAUMER, Die Haf-
tung  des  Verwaltungsrates  nach  Art.  52  AHVG,  in  AJP  1996  S.  1075).  Die 
Haftung nach Art. 52 AHVG erstreckt sich somit subsidiär auf alle für eine ju-
ristische  Person  handelnden  Organe  (BGE  119  V  405  Erw.  2).  Nach  der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts fallen namentlich Verwaltungsräte einer 
Aktiengesellschaft (BGE 123 V 15 Erw. 5b), geschäftsführende Gesellschaf-
ter  einer  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung  (BGE  126  V  237  ff.),  Stif-
tungsräte (Urteil des EVG i.S. F. vom 30. Juli 2001, H 14/00), aber auch der 
ehrenamtlich tätige Präsident und Kassier eines Vereins (vgl. Urteil des EVG 
vom 13. November 2001 i.S. M., H 210/01; Urteil des EVG vom 13. Novem-
ber 2001 i.S. M, H 200/01, publiziert in AHI 2002 S. 51 Erw. 3c) als subsidiär 
haftpflichtige Organe in Betracht. 

c)  Der Gerichtshof stellt fest, dass im vorliegenden Fall der Beklagte unbestrit-
tenermassen  von  Januar  1992  bis  Mai  1995  Administrator  und  anschlies-
send bis Juli 1996 Präsident des HCFG und somit während der strittigen Pe-
riode Vorstandsmitglied war. Aus den Vereinsstatuten geht hervor, dass der 
HCFG  folgende  Organe  aufwies:  die  Generalversammlung,  den  Vorstand, 
das Büro, die Kommissionen sowie die Revisoren (Art. 31 der Statuten vom 
23.  September  1987).  Der  Vorstand  setzte  sich  aus  mindestens  9  Mitglie-
dern zusammen: einem Präsidenten; einem oder mehreren Vizepräsidenten; 
einem Administrator; einem Finanzchef; den Kommissionspräsidenten sowie 
weiteren Mitgliedern nach den Bedürfnissen (Art. 39 der Statuten). Dem Vor-
stand oblag die Geschäftsführung des Vereins. Er trug gegenüber der Gene-
ralversammlung  die  Verantwortung  für  die  sportlichen,  finanziellen  und  ad-
ministrativen Angelegenheiten des Vereins ("Le comité directeur est l'organe 

 
- 10 -

de direction et de gestion du HCFG. [...] Le comité directeur assume devant 
l'assemblée générale la responsabilité de la bonne marche des affaires spor-
tives, financières et administratives"; vgl. Art. 38 ff. der Statuten). In Anwen-
dung  der  oben  erwähnten  Rechtsprechung  und  der  Tatsachenerhebung  ist 
die  formelle  Organeigenschaft  des  Beklagten  -  als  Administrator  und  Präsi-
dent des HCFG - für die Periode von Januar 1992 bis Juli 1996 im Sinne von 
Art. 52 AHVG zu bejahen. 

6.  a) 

In einem zweiten Schritt gilt es zu prüfen, ob der ins Recht gefasste Beklagte 
seine  organrechtlichen  Pflichten  grob  fahrlässig  verletzt  hat.  Nicht  jedes  ei-
ner Firma als solches anzulastende Verschulden muss auch ein solches ih-
rer  sämtlichen  Organe  sein.  Es  ist  abzuwägen,  ob  und  inwieweit  die  Hand-
lung des HCFG als Arbeitgeber dem Beklagten im Hinblick auf seine rechtli-
che und faktische Stellung innerhalb des Vereins - als Administrator und an-
schliessend  als  Vereinspräsident  -  zuzuschreiben  ist.  Ob  ein  Organ  schuld-
haft  gehandelt  hat,  hängt  entscheidend  von  der  Verantwortung  und  den 
Kompetenzen  ab,  die  ihm  von  der  juristischen  Person  übertragen  worden 
sind (BGE 111 V 179; 108 V 202). 

b)  Der  Vorstand  des  HCFG  hat  im  Herbst  1996  ein  Gutachten  bei  der  Treu-
handfirma  Atag  Ernst  &  Young  AG,  Bern,  in  Auftrag  gegeben.  Diese  Firma 
sollte  insbesondere  die  Jahresrechnungen  der  Saison  1991/1992  bis 
1995/1996  überprüfen  ("Rapport  relatif  à  l'examen  des  comptes  annuels 
1991/1992 à 1995/1996 et à la présentation de la situation de la fortune au 
30 avril 1996"). 

In  ihrem  Gutachten  vom  20.  Januar  1997  hält  diese  Treuhandfirma  insbe-
sondere  interne  Organisations-  und  Aufsichtsschwächen  sowie  eine  unge-
nügende Finanzkontrolle fest: "[Les] lacunes du système comptable et finan-
cier sont, à notre avis, dues à la faiblesse de l'organisation en place, notam-
ment la surveillance à l'intérieur du club durant les périodes sous revue. La 
responsabilité  de  la  surveillance  à  l'intérieur  du  club  incombe  au  comité  di-
recteur, au chef des finances et aux collaborateurs chargés des missions de 
contrôle.  Ils  peuvent  toutefois  faire  recours  à  divers  moyens  techniques  ou 
mesures  d'organisation.  (...)  lesdits  contrôles  effectués  par  le  comité  direc-
teur,  le  responsable  des  finances  ou  d'autres  collaborateurs  pourraient  être 
effectués  soit,  librement  sur  la  base  d'un  jugement  personnel,  soit  sur  la 
base  d'une  réglementation  interne.  Tenant  compte  des  erreurs  que  nous 
avons  constatées  durant  nos  vérifications  et  selon  notre  appréciation,  les 
connaissances techniques en matière de contrôle de gestion et/ou l'autorité 
des  personnes  chargées  du  contrôle  interne  n'étaient  pas  assez  assurées. 
Par ailleurs, le manque de moyens auxiliaires d'organisation tels que des rè-
glements  d'organisation  du  comité  directeur,  des  descriptions  des  fonctions 

 
 
- 11 -

des membres en charge d'une fonction et/ou la non application de ces der-
niers ont contribué à ce que les personnes responsables en fonction ne dis-
posaient  pas  de  toutes  les  informations relatives aux engagements pris par 
le club durant les périodes comptables.(...) Ce manque de structures claires 
et précises dans le système a permis que des engagements non comptabili-
sés  ne  puissent  être  détectés  par  des  personnes  n'étant  pas  directement 
liées  à  la  présentation  des  comptes  annuels"  (Gutachten  Atag,  Ernst  & 
Young, S. 47 und 48). 

Das  Gutachten  zeigt  eine  Vielzahl  von  Fehlern  und  Unterlassungen  im 
Rechnungswesen,  insbesondere  bei  der  AHV-Abrechnung,  auf:  "Les  élé-
ments constatés tels que les charges diverses dues mais non provisionnées 
à la fin des exercices, les décomptes AVS inexacts ainsi que la constatation 
que des comptes bancaires du club n'étaient pas gérés et/ou contrôlés par le 
service de comptabilité nous obligent à penser qu'il y a eu négligence dans 
la tenue des comptes. Nous ne pouvons prendre position quant aux raisons 
qui  ont  mené  à  cette  situation,  étant  donné  que  nous  n'avons  pas  été  en 
mesure d'élucider s'il s'agissait d'un manque de volonté ou de négligence de 
la part des personnes responsables du domaine financier au sein du comité. 
Nous sommes toutefois de l'avis que la situation actuelle aurait pu être évi-
tée s'il n'y avait pas eu de faiblesse au niveau de la surveillance à l'intérieur 
du club" (Gutachten Atag, Ernst & Young, S. 48). 

Die  Experten  führten  schliesslich  aus,  dass  das  Rechnungswesen  des  Ver-
eins während den Saisons 1991/1992 bis 1995/1996 nicht mit der notwendi-
gen  Sorgfalt  geführt  wurde  und  der  Vorstand  seiner  Aufsichtspflicht  nicht 
nachgekommen ist: "La recherche des pièces comptables et bancaires s'est 
révélée  difficile,  voire  impossible  dans  certains  cas.  Toutes  les  pièces  né-
cessaires n'ont pas pu être localisées durant nos travaux. (...) En effet, ces 
divers documents sont classés auprès de plusieurs responsables ou person-
nes  concernées  et  il  ne  nous  a  pas  été  possible  de  rechercher  toutes  ces 
personnes  concernées  en  temps  utile.  Vu  ce  qui  précède,  nous  constatons 
que la documentation de la comptabilité est insuffisante (...). La comptabilité 
du club a été tenue par Monsieur P. K.pour la période sous revue. Monsieur 
P. K. est comptable de profession dans la fiduciaire dirigée par Monsieur Y. 
C.,  ancien  président  du  HCFG,  à  Belfaux.  Les  conditions  générales  à  une 
tenue correcte de la comptabilité étaient à priori données. L'impression obte-
nue  durant  nos  travaux  nous  porte  toutefois  à  penser  que  d'une  part,  le 
temps  consacré  à  la  tenue  de  la  comptabilité  n'était  pas  suffisant,  et  que, 
d'autre  part,  le  comptable  n'était  qu'un  exécutant  des  instructions  qui  lui 
étaient données par des membres du comité directeur du club. Le président 
et le responsable financier auraient pu réagir à certains faits. Nous rappelons 
que la responsabilité de la surveillance à l'intérieur du club incombe au comi-
té directeur"( Expertise Atag, Ernst & Young, S. 49 ff.). 

 
- 12 -

c)  Der  Gerichtshof  stellt  fest,  dass  der  Beklagte  als  Vorstandsmitglied  (Präsi-
dent  und  Administrator)  statutarisch  für  die  finanziellen  und  administrativen 
Angelegenheiten  des  Vereins  verantwortlich  war  (vgl.  Art.  40  der  Statuten). 
Als Präsident oblag ihm die Gesamtverantwortung für die operative Vereins-
führung. Daraus folgt, dass er als Präsident - auch wenn die finanziellen An-
gelegenheiten  durch  den  Finanzchef  behandelt  wurden  -  zur  Kontrolle  und 
Überwachung verpflichtet war und somit wegen unterlassener oder unzurei-
chender Kontrolle in die Pflicht genommen werden kann. Es genügte daher 
nicht, einen geeigneten Finanzchef auszuwählen. Zwar können einzelne Ge-
schäftsführungsfunktionen  delegiert  werden.  Zur  Wahrung  der  geforderten 
Sorgfalt  gehört  jedoch  neben  der  richtigen  Auswahl  des  geeigneten  Man-
datsträgers auch dessen Instruktion und Überwachung. Der Geschäftsführer 
kann  sich  allein  durch  Delegation  der  Aufgaben  nicht  seiner  Verantwortung 
entledigen. Dies gilt für einen Vereinspräsidenten ebenso wie für einen Ver-
waltungsrat (BGE 123 V 15; AHI 2002 S. 51 Erw. 3a). Diese nicht delegier-
bare  Überwachungsfunktion  hat  der  Beklagte  nicht  richtig  wahrgenommen. 
Er wäre verpflichtet gewesen, Abklärungen zu treffen sowie eine genaue und 
strenge  Kontrolle  hinsichtlich  der  Beachtung  der  gesetzlichen  Vorschriften 
auszuüben.  In  diesem  Zusammenhang  gilt  es  festzustellen,  wie  im Gutach-
ten  der  Atag,  Ernst  &  Young  AG  ausgeführt,  dass  eine  Vielzahl  von  Unre-
gelmässigkeiten, Fehlern und Unterlassungen in der Buchführung des HCFG 
aktenkundig  sind,  ohne  dass  der  Beklagte  gegen  diese  Unzulänglichkeiten 
reagiert hätte. "(...) la situation actuelle aurait pu être évitée s'il n'y avait pas 
eu de faiblesse au niveau de la surveillance à l'intérieur du club" (Gutachten 
Atag, Ernst & Young, S. 48). 

d)  Der  Beklagte  hat  dem  HCFG  am  28.  April  1995  ein  Darlehen  von  200'000 
Franken  gewährt.  Zu  einer  Zeit  also,  als  er  noch  Administrator  des  Vereins 
war  (vgl.  Schreiben  von  M.  B.,  Finanzchef,  an  den  Beklagten  vom  28.  April 
1995).  Dieses  Darlehen  sei  dazu  bestimmt  gewesen,  zu  Saisonbeginn 
1995/1996  die  für  den  Verein  "lebenswichtigen  Verpflichtungen",  wie  Lohn-
zahlungen  und  die  Befriedigung  gewisser  Lieferanten,  zu  erfüllen.  Daraus 
erhellt,  dass  der  Beklagte  auch  als  Administrator,  entgegen  seinen  Vorbrin-
gen, von den schwierigen finanziellen Verhältnissen des Clubs Kenntnis hat-
te. Seine Behauptungen, als Administrator nur für die Aufgaben gemäss dem 
von ihm eingereichten Pflichtenheft verantwortlich gewesen zu sein und kei-
ne Kenntnis der finanziellen Situation des Clubs gehabt zu haben, sind somit 
als  Schutzbehauptungen  zu  qualifizieren.  Mit  Übernahme  des  Amtes  als 
Administrator hat sich der Beklagte den statutarischen Pflichten unterworfen. 
Er wäre verpflichtet gewesen, Abklärungen zu treffen sowie eine genaue und 
strenge  Kontrolle  hinsichtlich  der  Beachtung  der  gesetzlichen  Vorschriften 
auszuüben. Ein Vorstandsmitglied kann sich, wenn es wie beim Beitragswe-
sen  um  die  Verantwortung  in  Geschäften  geht,  mit  denen  er  sich  ihrer  Be-

 
 
 
- 13 -

deutung wegen befassen musste, nicht mit dem Einwand exkulpieren, er ha-
be keinen Einfluss auf die Geschäftsführung gehabt. 

Aufgrund  der  Akten  ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  mit  dem 
Zufluss der finanziellen Mittel aus dem Darlehen tatsächlich auch die Absicht 
bestand,  die  Beitragsschulden  zu  begleichen.  Gemäss  Ausführungen  des 
Beklagten  war  das  Darlehen  vielmehr  dazu  bestimmt  gewesen,  zu  Saison-
beginn 1995/1996 die für den Verein "lebenswichtigen Verpflichtungen", wie 
Lohnzahlungen  und  die  Befriedigung  gewisser  Lieferanten  zu  erfüllen.  Für 
die Beurteilung der Verschuldensfrage ist jedoch nicht entscheidend, was die 
verantwortlichen  Organe  zur  Aufrechterhaltung  des  Betriebs  oder  der  Ver-
meidung  eines  Konkurses  allenfalls  unternommen  haben,  sondern  ob  sie 
(nach  aussen  erkennbar)  der  Pflicht,  für  eine  ordnungsgemässe  Bezahlung 
der Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen, nachgekommen sind. 

e)  Der  Beklagte  machte  im  Weiteren  geltend,  dass  im  Lauf  der  Saison 
1995/1996 ein Sanierungskonzept ausgearbeitet worden sei, das es erlaubt 
hätte,  bis  zur  Saison  1998/1999  die  damals  bekannten  Schulden  zu  tilgen. 
Im  damaligen  Zeitpunkt  habe  unter  den  gegebenen  Umständen  damit  ge-
rechnet  werden  dürfen,  dass  die  Forderungen  der  Ausgleichskasse  und 
auch  diejenigen  sämtlicher  Gläubiger  beim  nicht  unwahrscheinlichen  Erfolg 
des  Sanierungskonzepts  in  absehbarer  Zeit  hätten  befriedigt  werden  kön-
nen.  Es  habe  die  Absicht  und  der  Wille  bestanden,  innerhalb  der  veran-
schlagten Periode ohne gerichtlichen oder aussergerichtlichen Nachlassver-
trag  den  Verein  zu  sanieren  und  sämtliche  Gläubiger,  namentlich  auch  die 
Ausgleichskasse, vollständig zu befriedigen. 

Der  vom  Beklagten  ins  Recht  gelegte  Sanierungsplan  des  HCFG  vom 
29. Februar 1996 besteht lediglich in der Auflistung der Budgets bis und mit 
Spielsaison  1998/1999  (vgl.  2  Kopien  betreffend  die  Plans  d'assainisse-
ments A et B vom 29. Februar 1996). Dieser Plan wurde jedoch weder weiter 
substantiiert noch konkretisiert. Es liegen keine konkreten Sanierungsmass-
nahmen des HCFG vor. So wurde der Zufluss neuer finanzieller Mittel bzw. 
konkrete Massnahmen zum Erreichen der Budgetziele nicht rechtsgenüglich 
konkretisiert oder belegt. 

f)  Schliesslich  brachte  der  Beklagte  den  Einwand  vor,  dass  anlässlich  einer 
Arbeitgeberkontrolle  im  Jahre  1991  von  Seiten  der  Ausgleichskasse  Richtli-
nien  für  die  künftigen  Lohndeklarationen  diskutiert  und  festgehalten worden 
seien und dass innerhalb des Vereins die für die finanziellen Fragen verant-
wortlichen  Personen  in  der  Folge  die  Lohnerklärungen  in  Befolgung  dieser 
Richtlinien eingereicht hätten. 

 
 
 
- 14 -

Die  Arbeitgeberkontrolle  vom  8.  bis  10.  Oktober  1996  für  die  Periode  von 
Januar 1992 bis Dezember 1995 hat ergeben, dass der HCFG während die-
ses  Zeitraums  den  massgebenden  Lohn  seiner  Arbeitnehmer  im  Sinne  von 
Art.  5  Abs.  2  AHVG  i.V.m.  Art.  7  AHVV  unvollständig  deklariert  hat  und 
übermässige Unkostenentschädigungen im Sinne von Art. 9 AHVV in Abzug 
gebracht hatte. Zweifelsfrei gehören die Leistungen des Arbeitgebers, die in 
der Übernahme des Arbeitnehmerbeitrages für die AHVG/IV/EO/AVIG sowie 
der  Steuern  bestehen  zum  massgebenden  Lohn  (vgl.  Art.  7  lit.  p  AHVV). 
Dasselbe gilt für die Übernahme der Mietzinsen der Spieler durch den HCFG 
(vgl. Schreiben der Ausgleichskasse an G. B. vom 17. Januar 1997). 

g)  Was den weiteren Einwand betrifft, für den während der Periode von Januar 
bis  Mai  1996  entstandenen  Schaden  (Rechnungen  1996/0001,  1996/0002, 
1996/0004,  1996/0005  und  1996/0007)  bestehe  keine  Haftung,  da  mit  Ver-
einbarung  der  Zahlungsmodalitäten  vom  29.  August  1996  die  ehemaligen 
Organe befreit worden seien, ist darauf hinzuweisen, dass der Tilgungsplan 
vom 29. August 1996 an der Widerrechtlichkeit der nicht ordnungsgemässen 
Bezahlung  der  Beiträge  nichts  ändert.  Die  Verschuldensfrage  beurteilt  sich 
primär nach den Umständen, die zum Zahlungsrückstand geführt haben. Für 
die  nicht  rechtzeitige  Bezahlung  der  paritätischen  Beiträge  für  die  Monate 
Januar bis Mai 1996 liegen keine Exkulpationsgründe vor. Der Beklagte ist in 
dieser  Periode  seinen  Sorgfaltspflichten  als  Präsident  im  Zusammenhang 
mit der Einhaltung der Beitragszahlungspflicht offensichtlich nur ungenügend 
bzw. überhaupt nicht nachgekommen. 

Ergänzend  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  gerade  in  Zeiten  mit  schwierigem 
wirtschaftlichem  Umfeld  nur  so  viel  Lohn  ausbezahlt  werden  darf,  als  die 
darauf  ummittelbar  ex  lege  entstehenden  Beitragsforderungen  gedeckt  sind 
(SVR  1995  AHV  Nr.  70  S.  214).  Der  Beklagte  musste  darauf  bedacht  sein, 
die ausstehenden Beiträge jederzeit zu entrichten. Die fehlenden finanziellen 
Mittel  stellen  keinen  Rechtfertigungsgrund  dar  (ZAK  1985  S.  621  Erw.  4). 
Dies  gilt  umso  mehr,  wenn  die  verantwortlichen  Organe  im  Zeitpunkt  der 
Nichtleistung der Beitragsausstände bei einer seriösen Beurteilung der Lage 
anhand objektiver Kriterien nicht ernsthaft damit rechnen konnten, durch das 
vorübergehende  Nichtbezahlen  der  Sozialversicherungsbeiträge  die  weitere 
Existenz  des  Betriebes  zu  sichern  und  die  Beitragsschuld  innert  nützlicher 
Frist  später  begleichen  zu  können,  um  damit  auch  die  Ausgleichskasse  vor 
Schaden  zu  bewahren.  Dass  diese  Voraussetzungen  in  vorliegendem  Fall 
erfüllt waren, lässt sich aufgrund der Akten, namentlich der mindestens seit 
1995  aufgetretenen  grossen  Liquiditätsproblemen  und  angesichts  der  seit 
Beginn  des  Jahres  1996  bestehenden  Schwierigkeiten  zur  rechtzeiteigen 
Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge, nicht annehmen. 

 
 
- 15 -

h)  Es  stellt  sich  somit  heraus,  dass  das  Verschulden  der  Arbeitgeberin  dem 
Beklagten  anzurechnen  ist.  Dieser  hat  die  ihm  übertragenen  Pflichten,  na-
mentlich die Überwachung des Abrechnungswesens mit der AHV, nicht rich-
tig wahrgenommen und somit öffentlich-rechtliche Vorschriften zumindest in 
grobfahrlässiger Weise im Sinne von Art. 52 AHVG verletzt. 

(...) 

8.  b)  Entscheidende  Bedeutung  muss  in  vorliegendem  Fall  dem  Umstand  beige-
messen werden, dass der Erlass der Nachzahlungsverfügungen vom 17. Ja-
nuar  1997  für  die  Beitragsperiode  der  Jahre  1992  bis  1995  sowie  der  Ver-
zugszinsverfügung  gleichen  Datums  in  die  Zeit  vor  Gewährung  der  Nach-
lassstundung bzw. der Durchführung des Nachlassverfahrens fiel. Die provi-
sorische  Nachlassstundung  wurde  erst  mit  Entscheid  des  Präsidenten  des 
Zivilgerichts  des  Saanebezirks  vom  12.  August  1997  gewährt.  Der  HCFG, 
handelnd durch die in der Saison 1996/1997 amtierenden Vorstandsmitglie-
der,  hat  die  an  den  damaligen  Präsidenten  G.  B.  adressierten  Nachzah-
lungsverfügungen  sowie  die  Verzugszinsverfügung  gleichen  Datums  nicht 
angefochten.  Diese  sind  in  Rechtskraft  erwachsen.  Das  EVG  hat  als  uner-
heblich  erachtet,  dass  die  Nachzahlungsverfügungen  den  belangten  Orga-
nen  nicht  persönlich  eröffnet  worden  waren  (vgl.  ZAK  1991  S.  125 
Erw. II/1b).  Die  unterbliebene  Anfechtung  dieser  Nachzahlungsverfügungen 
kann in vorliegendem Fall dem Beklagten entgegengehalten werden, da die 
in  der  Spielsaison  1996/1997  amtierenden  Vorstandsmitglieder  des  HCFG 
von  ihrer  Anfechtungsbefugnis  Gebrauch  gemacht  hätten,  wenn  die  verfü-
gungsweise  geltend  gemachten  Forderungen  ungerechtfertigt  gewesen  wä-
ren. Dies umso mehr, als der Verein sich zu jener Zeit bereits in einer gros-
sen finanziellen Krise befand. Somit lässt sich die erwähnte Rechtsprechung 
- dass es unerheblich ist, dass die Nachzahlungsverfügungen den belangten 
Organen nicht persönlich eröffnet worden waren - in vorliegendem Fall des - 
im  Zeitpunkt  des  Verfügungserlasses  keine  Organstellung  mehr  bekleiden-
den  -  Beklagten  gleichermassen  anwenden  (vgl.  AHI  1993  S.  172  Erw.  3b, 
wo  diese  Frage  offen  bleiben  konnte).  Durch  die  Möglichkeit,  gegen  die 
Nachzahlungsverfügungen  bzw.  gegen  die  Verzugszinsverfügung  Be-
schwerde  zu  führen,  ist  genügend  Gewähr  dafür  geboten,  dass  die  Vor-
standsmitglieder  der  zahlungsunfähig  gewordenen  Arbeitgeberin  nicht  mit 
ungerechtfertigten Schadenersatzforderungen belastet werden. Aus den Ak-
ten ergeben sich auch keine Anhaltspunkte für eine zweifellose Unrichtigkeit 
der durch die Nachzahlungsverfügungen vom 17. Januar 1997 festgesetzten 
Beiträge. 

Darüber hinaus stellt der Gerichtshof fest, dass sich die Einwendungen des 
Beklagten  gegen  die  verfügungsweise  geltend  gemachten  Forderungen 
betreffend  die  geschuldeten  Beiträge  für  die  Periode  von  Januar  bis  Mai 

 
 
- 16 -

1996  (Rechnungen  1996/0001;  1996/0002;  1996/0004;  1996/0005  und 
1996/0007)  einzig  in  einer  pauschalen  Bestreitung  erschöpft.  Der  Beklagte 
legte nicht substantiiert dar, und aus den Akten ist nicht ersichtlich, inwiefern 
die  geltend  gemachten  Forderungen  für  diese  Periode  unrichtig  wären.  Der 
Verein hat offensichtlich die an sich monatlich auf Grund einer Pauschale zu 
leistenden paritätischen Sozialversicherungsbeiträge während oben erwähn-
ter Periode trotz Mahnungen und Betreibungen nicht entrichtet. 

Die  Rechnung  1997/5004  im  Betrag  von  4'484.50  Franken  beruht  auf  Ver-
zugszinsen  für  die  Monate  Februar  (2'310.20  Franken)  und  März  1996 
(2'174.30  Franken;  vgl.  hierzu  die  Verzugszinsverfügung  der  Klägerin  vom 
12. Dezember 1997) und ist nicht zu beanstanden. 

c)  Demnach beträgt der der Ausgleichskasse während der Periode von Januar 

1992 bis Mai 1996 entstandene Schaden 350'056.45 Franken. 

9. 

Die  Schadenersatzklage  der  Ausgleichskasse  ist  demnach  gutzuheissen. 
Der  Beklagte  ist  zu  verurteilen,  gegen  Abtretung  der  anteilsmässigen  Divi-
dende im Nachlassverfahren betreffend den Sportverein HCFG, der Klägerin 
einen Betrag von 350'056.45 Franken zu bezahlen. 

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