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**Case Identifier:** 2ce840ca-4404-532d-8027-b3d28a232e3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2009 C-5742/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5742-2008_2009-11-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5742/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiber Daniel Stufetti.

MG_______GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Stiftung Auffangeinrichtung BVG,
Zweigstelle Deutschschweiz, Erlenring 2, Postfach 664, 
6343 Rotkreuz,
Vorinstanz.

Zwangsanschluss; Verfügung der Stiftung 
Auffangeinrichtung BVG vom 29. August 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5742/2008

Sachverhalt:

A.
Mit  Verfügung  vom 29.  August  2008  (act.  3/3)  hat  die  Stiftung  Auf-
fangeinrichtung  BVG  (Vorinstanz)  die  MG_______GmbH  als  Arbeit-
geberin  rückwirkend  per  1.  November  2004  zwangsweise  an-
geschlossen. Aufgrund der AHV-Jahresabrechnung der Jahre 2004 – 
2007 der Ausgleichskasse des Kantons Solothurn ergebe sich,  dass 
die  Arbeitgeberin  seit  dem  1.  November  2004  dem  Obligatorium 
unterstellten Arbeitnehmern Löhne ausgerichtet habe. Den Nachweis 
über  einen  Anschluss  an  eine  registrierte  Vorsorgeeinrichtung  habe 
sie trotz Aufforderungen vom 11. und 23. Juli 2008 nicht erbracht.

B.
Diese Verfügung hat die MG_______GmbH (Beschwerdeführerin) mit 
Beschwerde vom 9. September 2008 (Poststempel) beim Bundesver-
waltungsgericht  angefochten (act. 1). Darin beantragt sie deren Auf-
hebung mit  der Begründung, sie sei  seit  dem 10. April  2008 bei  der 
Pensionskasse  pro  versichert.  Vor  dieser  Zeit  habe  keine  Ver-
sicherungspflicht bestanden.

C.
Mit  Vernehmlassung  vom  13.  Oktober  2008  (act.  3)  beantragte  die 
Vorinstanz die Abweisung der  Beschwerde. Zur Begründung verwies 
sich  nochmals  auf  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  genannten 
AHV-Jahresabrechnungen.  Die  Beschwerdeführerin  habe  inzwischen 
mit  dem  nachträglich  eingereichten  Anschlussvertrag  an  die 
Pensionskasse  pro  Sammelstiftung  den  Nachweis  über  einen  BVG-
Anschluss erbracht. Dieser  gelte  indes erst  ab dem 1. Januar 2008. 
Für die Zeit vorher, mithin die Jahre 2004, 2006 – 2007, habe dennoch 
eine  BVG-Anschlusspflicht  bestanden,  für  welche  ein  BVG-Ver-
sicherungsnachweis ab dem 1. November 2004 noch immer nicht er-
bracht worden sei. Im Jahr 2005 sei die Beschwerdeführerin hingegen 
nicht BVG-pflichtig gewesen. 

D.
In ihrer Replik vom 18. November 2008 (act. 5) hielt die Beschwerde-
führerin an ihren Anträgen und deren Begründung gemäss ihrer Be-
schwerde fest. Dabei hob sie hervor, die Firma sei vom bisherigen In-
haber,  G._______,  per  6.  Oktober  2006  auf  den  neuen  Inhalber, 
E._______,  übergegangen. In  der  Zeit  bis  Ende 2006 sei  daher  der 

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bisherige Inhaber für den BVG-Anschluss verantwortlich gewesen. Der 
neue Inhaber sei  daher für den BVG-Anschluss rückwirkend ab dem 
1. Januar  2007  besorgt  gewesen,  was  mit  dem  Anschluss  an  die 
Pensionskasse pro geschehen sei. 

E.
Mit  Zwischenverfügung  vom  25.  November  2008  (act.  6)  hat  das 
Bundesverwaltungsgericht bei  der Beschwerdeführerin einen Kosten-
vorschuss  von  Fr. 300.-  erhoben.  Diesen  hat  sie  am 13.  Dezember 
2008 einbezahlt (act. 8).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Anfechtungsgegenstand  im  vorliegenden  Verfahren  ist  der  Ver-
waltungsakt der Vorinstanz vom 29. August 2008, welcher gemäss Art. 
60 Abs. 2bis BVG eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren  (VwVG;  SR  172.021)  darstellt.  Beschwerden  gegen  Ver-
fügungen  der  Auffangeinrichtung  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht gestützt auf Art. 31 und 33 Bst. h VGG, sofern, wie vorliegend, 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt.

1.2 Die Beschwerdeführerin hat gegen die Verfügung vom 29. August 
2008  form-  und  fristgerecht  Beschwerde  erhoben  (Art.  50  und  52 
VwVG). Sie hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch 
die  angefochtene  Verfügung  in  ihren  rechtlichen  und  tatsächlichen 
Verhältnissen besonders berührt und hat demnach ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Daher  ist  sie zur Beschwerde legitimiert. Nachdem die Beschwerde-
führerin auch den geforderten Kostenvorschuss einbezahlt hat, ist auf 
ihre Beschwerde einzutreten. 

2.
2.1 Obligatorisch  zu  versichern  ist  jeder  Arbeitnehmer,  der  das  17. 
Altersjahr  vollendet  hat  und  bei  einem  Arbeitgeber  mehr  als  den 
gesetzlichen  Jahres-Mindestlohn  gemäss  Art. 2  Abs. 1  des  Bundes-
gesetzes  vom  25. Juni  1982  über  die  berufliche  Alters-,  Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) in Verbindung mit 
Art. 5 der Verordnung vom 18. April  1984 über die berufliche Alters-, 

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Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) erzielt 
und bei der AHV versichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG). Dieser Mindestlohn 
wurde  bisher  verschiedene  Male  der  Entwicklung  in  der  AHV  an-
gepasst  (Art.  9  BVG).  In  der  beruflichen  Vorsorge  sind  die  Begriffe 
Arbeitnehmer, Selbständigerwerbender und Arbeitgeber im Sinne des 
AHV-Rechts  zu  verstehen  (Urteil  des  Eidgenössischen  Ver-
sicherungsgerichts  [heute  Bundesgericht]  B  52/05 vom 9. Juni  2006 
mit Hinweisen, ferner BGE 115 Ib 37 E. 4). 

2.2 Beschäftigt  ein  Arbeitgeber  Arbeitnehmer,  die  obligatorisch  zu 
versichern  sind,  muss  er  sich  gemäss  Art.  11  BVG  einer  in  das 
Register  für  die  berufliche  Vorsorge  eingetragenen  Vorsorgeein-
richtung anschliessen. Die Ausgleichskasse der AHV überprüft, ob die 
von ihr erfassten Arbeitgeber einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen 
sind. Arbeitgeber, die ihrer Anschlusspflicht nicht nachgekommen sind, 
fordert  sie  auf,  sich  innerhalb  von  zwei  Monaten  anzuschliessen. 
Kommt  der  Arbeitgeber  dieser  Aufforderung  nicht  nach,  meldet  die 
Ausgleichskasse  ihn  an  die  Auffangeinrichtung  (Art.  11  Abs.  4  -  6 
BVG). Diese ist verpflichtet, den Arbeitgeber im Rahmen der gesetz-
lichen Pflichten bei ihr anzuschliessen (Art. 60 Abs. 2 Bst. a BVG), und 
zwar rückwirkend auf  den Zeitpunkt,  in  dem er obligatorisch zu ver-
sichernde Arbeitnehmer beschäftigt hat (Art. 11 Abs. 3 und 6 BVG). 

2.3 Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  die  Auffangeinrichtung  die  Be-
schwerdeführerin  zu  Recht  wegen  Beschäftigung  von  BVG-ver-
sicherungspflichtigen  Arbeitnehmern  zwangsangeschlossen  hat  und, 
wenn  ja,  ab  welchem  Zeitpunkt  der  Zwangsanschluss  zu  erfolgen 
hatte.

3.
3.1 Den Jahresabrechnungen 2004,  2006 und 2007 der  Ausgleichs-
kasse des Kantons Solothurn (act. 3/4) lässt sich entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin Löhne an Arbeitnehmer bezahlt hat, wobei diese 
weniger als ein Jahr beschäftigt waren. Gemäss Art. 2 der Verordnung 
vom 18. April  1984  über  die  berufliche  Alters-,  Hinterlassenen-  und 
Invalidenvorsorge  (BVV  2,  SR  831.441.1)  in  der  damals  geltenden 
Fassung sowie Art. 8 Abs. 2 BVG (in der Fassung ab dem 1. Januar 
2005) gilt bei einem Arbeitnehmer, der weniger als ein Jahr beschäftigt 
wird, als Jahreslohn der Lohn, den er bei ganzjähriger Beschäftigung 
erzielen  würde.  Demgemäss  ergeben  sich  folgende  ausbezahlten 
Löhne:

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Jahr 2004
- E._______, vom 1. November – 31. Dezember 2004 (2 Monate) Fr. 
4'500.-,  was einem umgerechneten  Jahreslohn  von Fr. 27'000.-  ent-
spricht;
-  G._______,  vom 1. Oktober  –  31. Dezember  2004 (3  Monate)  Fr. 
6'000.- ,  was einem umgerechneten Jahreslohn von Fr. 24'000.- ent-
spricht. 

Jahr 2006
- E._______, 1. Oktober – 31. Dezember 2004 (3 Monate), Fr. 10'500.-, 
was einem umgerechneten Jahreslohn von Fr. 42'000.-- entspricht.

Jahr 2007
- E._______, 1. Juli – 31. Dezember 2004 (6 Monate), Fr. 45'500.-, was 
einem umgerechneten Jahreslohn von Fr. 91'000.-- entspricht. 

3.2 Diese Jahreslöhne übersteigen -  mit  Ausnahme des Lohnes von 
G._______  im  Jahr  2004  -  den  gesetzlichen  Mindestlohn,  welcher 
gemäss  Art.  5  BVV 2  für  die  Jahre  2004  auf  Fr. 25'320.-  (Fassung 
gemäss Ziff. 1 der Verordnung vom 30. Oktober 2002, in Kraft seit 1. 
Januar 2003, AS 2002 3906), 2006 auf Fr. 19'350.- (Fassung gemäss 
Ziff. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 2004, in  Kraft  seit  1. Januar 
2005, AS 2004 4643) und 2007 auf Fr. 19'890.- (Fassung gemäss Ziff. 
1  der  Verordnung  vom 22.  September  2006,  in  Kraft  seit  1.  Januar 
2007, AS 2006 4159) festgelegt war. 

3.3 Ab dem 1. November 2004 hätte die Beschwerdeführerin somit für 
den Anschluss  an eine registrierte  Vorsorgeeinrichtung besorgt  sein 
müssen.  Nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  habe  sich  die  BVG-
Anschlusspflicht indes erst ab dem 1. Januar 2007 mit dem Wechsel 
des  Geschäftsführers  ergeben. Den  genannten  Jahresabrechnungen 
der Ausgleichskasse Solothurn lässt sich entnehmen, dass in der AHV 
die  Beschwerdeführerin  jeweils  als  Arbeitgeberin 
(„MG_______GmbH“) gemeldet war. Aus dem Handelsregisterauszug 
des Kantons Solothurn  (act. 1/1)  geht  hervor,  dass diese Firma seit 
dem 17. September 2004 eingetragen ist. Diese AHV-rechtliche Quali-
fikation ist auch für das BVG-Obligatorium massgebend (vgl. vorne E. 
2.1).  Somit  ist  der  Wechsel  des  Geschäftsführers  der  Beschwerde-
führerin für die BVG-Anschlusspflicht ohne Belang. 

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3.4 Aus der von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Kopie des 
Vorsorgeausweises  der  Sammelstiftung Pensionskasse pro  (act. 1/2, 
5/1)  geht hervor,  dass der Anschluss der Arbeitgeberin gemäss Ver-
trag Nr. 79139 per 1. Januar 2008 erfolgte. Somit hat die Beschwerde-
führerin einen Nachweis für den BVG-Anschluss ab diesem Zeitpunkt 
erbracht, weshalb sie ihrer Anschlusspflicht nachgekommen ist. 

Keinen Nachweis für den Anschluss an eine registrierte Vorsorgeein-
richtung gemäss BVG hat  die Beschwerdeführerin  indes für  die  Zeit 
davor vom 1. November 2004 bis zum 31. Dezember 2007 erbracht. 
Dem Anschlussvertrag ist  auch - entgegen den Ausführungen in der 
Replik  -  nicht  zu  entnehmen,  dass  der  Vertragsschluss  nachträglich 
Rückwirkung auf den 1. Januar 2007 entfalten würde. Dabei ist ohne 
Belang,  dass  sie  im  Jahr  2005  keine  BVG-pflichtigen  Arbeitnehmer 
beschäftigt  hatte,  begann  doch  die  Anschlusspflicht  gemäss  Art.  11 
BVG vorliegend bereits  am 1. November  2004. Da die Beschwerde-
führerin  dieser  nicht  nachgekommen  ist,  wurde  sie  gemäss  Art.  60 
Abs. 2 Bst. a BVG zu Recht zwangsweise der Auffangeinrichtung für 
die  genannte  Zeit  angeschlossen.  Die  Beschwerde  ist  daher  abzu-
weisen. 

4.
4.1 Dieser  Ausgang  des  Verfahrens  hat  zur  Folge,  dass  die  Be-
schwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-
fahrens-kosten  werden  in  Anwendung  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  auf  Fr. 300.-  fest-
gesetzt  und mit  dem am 13. Dezember  2008 geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe verrechnet.

4.2 Der  obsiegenden  Vorinstanz,  welche  die  obligatorische  Ver-
sicherung durchführt, ist gemäss der Rechtsprechung, wonach Träger 
oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG grundsätzlich 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben (BGE 126 V 149 E. 4) 
keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Stufetti

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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