# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8370f4f9-9a27-5ee3-8685-33fe98db9e80
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.08.2015 SB140357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140357_2015-08-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140357-O/U/gs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. Mu-

heim und Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie Gerichtsschreibe-

rin lic. iur. Schneeberger 

 

Urteil vom 14. August 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

B._____, 

Privatklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc. 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 9. April 2014 

(DG130033) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 19. September 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk.32). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 
teilweise i.V.m. Art. 25 StGB,  

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB, 
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB, 
− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-

te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB, 

− der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 367 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstan-

den sind) sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten (abzüglich 2 

Tage, die durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind) aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, 

welche durch die Anrechnung von 365 Tagen Untersuchungs- und Sicher-

heitshaft als erstanden gelten), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse 

ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

5. Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 10'000.– 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren der Privatklägerin abgewiesen. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Baden vom 15. April 2013 be-

schlagnahmte Mobiltelefon des Beschuldigten, Marke "Samsung GT-i8190 

Galaxy S", IMEI-Nr. …, lagernd bei der Kasse des  

Bezirksgerichtes Dietikon, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 306.25   ausserkantonale Verfahrenskosten; 

Fr. 3'000.00   Gebühr Anklagebehörde; 

Fr. 937.50   Dolmetscherkosten; 

Fr. 6'500.50   Kosten vormalige amtliche Verteidigung. 
 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (ausge-

nommen diejenigen der vormaligen amtlichen Verteidigung sowie der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft) werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

10. Die Kosten der vormaligen amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Vertretung der Privatklägerin aus der Gerichtskasse mit Fr. 14'281.25 

(inkl. MwSt.) entschädigt. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 102 S. 1 f.) 

1. Das Strafverfahren sei bezüglich der Tatbestände der Verletzung des 

Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und der sexuellen 

Belästigung einzustellen.  

2. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewalti-

gung und der Gehilfenschaft dazu, der Freiheitsberaubung und der 

versuchten Nötigung freizusprechen.  

3. Das beschlagnahmte Mobiltelefon "Samsung Galaxy" mit SIM-Karte sei 

dem Beschuldigten auszuhändigen.  

4. Die Zivilforderung der Privatklägerin sei abzuweisen, eventualiter auf 

den Zivilweg zu verweisen.  

5.1. Dem Beschuldigten sei für die Wahlverteidigung eine Prozessentschä-

digung von Fr. 24'808.90 zuzusprechen.  

5.2. Dem Beschuldigten sei für die erlittene Haft von 367 Tagen eine Ge-

nugtuung von Fr. 70'000.– zuzusprechen.  

6. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

Eventualanträge: 

1. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der Untersuchungs- und Si-

cherheitshaft von 367 Tagen mit einer Freiheitsstrafe von maximal 30 

Monaten und mit einer Busse von maximal Fr. 1'000.– zu bestrafen. 

2. Die Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren 

teilbedingt auszufällen. Der zu vollziehende Teil der Strafe sei auf ma-

ximal 12 Monate festzusetzen. 

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3. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin sei dem Grundsatz 

nach gutzuheissen, jedoch bezüglich der nicht ausgewiesenen Höhe 

auf den Zivilweg zu verweisen. Die Höhe der Genugtuung zugunsten 

der Privatklägerin sei auf maximal Fr. 6'000.– festzusetzen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:  

(Urk. 98 S. 1) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. April 2014 sei - mit Aus-

nahme der Ziffern 2 und 3 - vollumfänglich zu bestätigen.  

2. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu verur-

teilen.  

3. Der Beschuldigte sei zudem mit einer Busse von Fr. 2'000.– zu bele-

gen, für welche bei schuldhafter Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheits-

strafe von 20 Tagen festzusetzen sei.  

4. Die Kosten dieses Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

c) Der Vertreterin der Privatklägerin: 

(Urk. 99 S. 1) 

1. Ziffer 5 und 6 des Entscheids des Bezirksgerichts Dietikon vom 

09.04.2014 seien aufzuheben und wie folgt zu ersetzen:  

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivilklägerin Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 3'000.– zu bezahlen.  

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivilklägerin eine Genugtuung 

von Fr. 25'000.– zu bezahlen.  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklä-

gers. 

 3. Das Berufungsbegehren des Beschuldigten sei abzuweisen. 

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Dietikon vom 9. April 2014 meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 

14. April 2014 (Urk. 72) rechtzeitig Berufung gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO an. 

Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde ihm am 25. Juli 2014 zugestellt 

(Urk. 77/2), worauf er unter dem 12. August 2014 fristgerecht seine Berufungser-

klärung einreichen liess (Urk. 80).  

1.2. Innert der ihnen angesetzten Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO erho-

ben sowohl die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (fortan Staatsanwaltschaft) als 

auch die Privatklägerin Anschlussberufung (Urk. 83 und 84).  

1.3. Die Privatklägerin gab überdies die Erklärung ab, dass dem urteilenden Ge-

richt eine Person gleichen Geschlechts angehören und dass eine allfällige Befra-

gung der Privatklägerin durch diese erfolgen soll (Art. 153 Abs. 1 StPO und 

Art. 335 Abs. 4 StPO). Schliesslich beantragte sie den Beizug von diversen Akten 

(Urk. 84). 

1.4. Die Parteien wurden zunächst auf den 20. März 2015 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen, wobei der Termin zu einem späteren Zeitpunkt auf den 

12. Mai 2015 verschoben werden musste (Urk 94). Mit Schreiben vom 1. April 

2015 wurde den Parteien sodann ein Referentinnenwechsel angezeigt 

(Urk. 95/1).  

1.5. Unter dem 7. April 2015 erklärte der erbetene Verteidiger des Beschuldigten, 

Rechtsanwalt Dr. X._____, dass er sein Mandat per sofort niederlege. Gleichzeitig 

zeigte er sich bereit, den Beschuldigten im Rahmen eines amtlichen Mandats wei-

ter zu verteidigen (Urk. 95/2), was ihm mit Präsidialverfügung vom 8. April 2015 

mit Wirkung ab 7. April 2015 bewilligt wurde (Urk. 96).  

1.6. Zur Berufungsverhandlung vom 12. Mai 2015 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines nunmehr amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. X._____, 

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der stellvertretende Leitende Staatsanwalt lic. iur. Michel sowie die unentgeltliche 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Rechtsanwältin lic. iur. C._____ (Prot. II S. 

5). Nachdem die erkennende Kammer Beweisergänzungen vorgenommen (Urk. 

105, Urk. 107-109) und den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt 

hat (Urk. 111 und Urk. 113 f.), ist das Verfahren nun spruchreif.  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch und damit zusammenhängend 

den Wegfall der Strafe, den Wegfall der Genugtuungsleistung an die Privatkläge-

rin, die Aushändigung seines Mobiltelefons sowie die Kostenauflage an den Staat 

unter Entschädigungsfolge zu seinen Gunsten (Ziffern 1, 2, 6, 7, 9 und 10 des Ur-

teils; Urk. 80). 

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft beschränkt sich demgegenüber 

auf die Strafzumessung und den Vollzug der Strafe (Ziffern 2 und 3 des Urteils; 

Urk. 83), während die Privatklägerin ihre Anschlussberufung gegen die Ziffern 5 

und 6 des Urteils richtet und die Zusprechung von Schadenersatz (statt Verweis 

auf den Weg des Zivilprozesses) und einer höheren Genugtuung beantragt 

(Urk. 84).  

2.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Wird die Strafe 

angefochten, so erwächst der Entscheid über den Vollzug der Strafe nicht selb-

ständig in Rechtskraft (HUG/SCHEIDEGGER in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A. 2014, N 20 zu 

Art. 399; ebenso SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommen-

tar, 2. A. 2013, N 19 zu Art. 399). 

Damit ist festzustellen, dass einzig die vorinstanzliche Kostenaufstellung und die 

Festsetzung der Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

(Ziffern 8 und 11 des Urteils, Urk. 78) in Rechtskraft erwachsen sind. 

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3. Prozessuales 

3.1. Beim Vorwurf der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Auf-

nahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB handelt es sich um ein De-

likt, dessen Verfolgung von der rechtzeitigen Stellung eines Strafantrags abhängt. 

Der Beschuldigte rügte in diesem Zusammenhang, die Privatklägerin habe erst 

am 3. September 2013 und damit verspätet den Strafantrag unterzeichnet, wes-

halb das Verfahren diesbezüglich einzustellen sei (Urk. 62 und Urk. 102 S. 3 f.).  

Die Vorinstanz führte hierzu aus, die Privatklägerin habe sich bereits am 2. April 

2013 mit Formular als Zivil- und Strafklägerin konstituiert und habe auch bereits 

anlässlich der ersten, gleichentags stattfindenden Einvernahme von den Video-

aufnahmen, welche gemäss ihrer Darstellung ohne ihre Zustimmung erstellt wor-

den seien, berichtet. Damit habe sie hinreichend ihren Willen zum Ausdruck ge-

bracht, dass der Beschuldigte wegen sämtlicher, im Rahmen der von ihr bean-

zeigten Vorfälle begangener Straftaten verfolgt werden solle. Darauf basierend 

schloss die Vorinstanz, dass der Strafantrag fristgerecht gestellt worden sei 

(Urk. 72 S. 7). 

Nachdem ein Strafantrag auch mündlich zu Protokoll erklärt werden kann 

(Art. 304 Abs. 1 StPO) und die Privatklägerin anlässlich ihrer ersten polizeilichen 

Befragung vom 2. April 2013 sowohl den Sachverhalt (Filmen ohne Einwilligung; 

Urk. 8/1 S. 4 und 9) als auch ihren Willen zur Bestrafung der Täter zu Protokoll 

gab (Urk. 8/1 S. 12, vgl. auch BSK StGB-RIEDO, 3. A. 2013, Art. 30 N 54 und 60), 

ist dem Antragserfordernis vorliegend genüge getan. Der Vorinstanz ist somit in 

ihrer Beurteilung beizupflichten und die Anklage ist auch hinsichtlich dieses Vor-

wurfs materiell zu prüfen.  

Die oben genannte polizeiliche Aussage deckt im Übrigen auch die Strafverfol-

gung bzw. Verurteilung des Beschuldigten wegen allfälliger sexueller Belästigung 

gemäss Art. 198 Abs. 2 StGB, soweit sein geschildertes Verhalten als solche zu 

qualifizieren ist (vgl. die zutreffende Erwägung der Vorinstanz, Urk. 78 S. 74; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

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3.2. Bereits vor Vorinstanz – wie auch heute – erhob die Verteidigung sodann 

zahlreiche formelle Rügen (Urk. 66 S. 3-16; Urk. 102 S. 4 ff.): 

3.2.1. So wurde gerügt, die Staatsanwaltschaft Baden habe in ihrer Eröffnungs-

verfügung vom 4. April 2013 lediglich eine Strafuntersuchung wegen Vergewalti-

gung eröffnet und das Verfahren auch nachträglich nicht ausgedehnt, wobei es 

sich um die Missachtung einer wichtigen und zwingenden prozessualen Bestim-

mung (Art. 309 Abs. 3 StPO) handle, weshalb der Beschuldigte von den weiteren 

Vorwürfen freizusprechen sei (Urk. 66 S. 4 f.).  

Nachdem der Eröffnungsverfügung gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_912/2013 vom 4. November 2014, E. 1.1 mit 

weiteren Hinweisen, zur Publikation vorgesehen) und entgegen der Ansicht des 

Verteidigers lediglich deklaratorische Bedeutung zukommt, mithin selbst bei Un-

terlassung einer formellen Eröffnungsverfügung die durchgeführten Untersu-

chungshandlungen weder nichtig noch ungültig wären, ist diesem Einwand der 

Boden entzogen.  

3.2.2. Weiter rügte die Verteidigung die Missachtung der staatsanwaltlichen Ein-

vernahmepflicht: Indem die ersten Einvernahmen der Beteiligten bzw. was die 

Privatklägerin angehe alle Einvernahmen durch die Polizei und nicht durch die 

zuständige Staatsanwaltschaft vorgenommen worden seien, sei gegen Art. 307 

Abs. 2 StPO verstossen worden. Diese Einvernahmen seien unverwertbar. Hin-

sichtlich der Einvernahmen der Privatklägerin seien überdies auch die Teilnahme-

rechte des Beschuldigten verunmöglicht worden, da diese ersten, wichtigen Ein-

vernahmen gesetzwidrig nur immer durch die Polizei vorgenommen worden sei 

(Urk. 66 S. 5 f.; Urk. 102 S. 4-6 und S. 11 f.). 

Vorliegend erstattete der Stiefvater der Privatklägerin, D._____, am 1. April 2013 

bei der Kantonspolizei Aargau Anzeige, worauf die Privatklägerin am 2. April 2013 

auf den Posten vorgeladen und sogleich polizeilich befragt wurde (Urk. 1 S. 4). 

Diese Befragung wurde in drei separaten Protokollen schriftlich erfasst (Urk. 8/1-

3). Am 4. April 2013 eröffnete Staatsanwalt Marc Dellsperger von der Staatsan-

waltschaft Baden eine Untersuchung wegen Verdachts auf Vergewaltigung und 

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erliess gleichzeitig einen Ermittlungsauftrag an die Polizei, welcher unter anderem 

die Festnahme und Befragung des Beschuldigten und soweit nötig weitere Befra-

gungen des Opfers beinhaltete (Urk. 7 und Urk. 17/1, vgl. auch Urk. 15/1). Am 8. 

April 2013 wurde der Beschuldigte durch die Polizei vorläufig festgenommen (Urk. 

26/2) und gleichentags auch (delegiert) befragt (Urk. 9/1 und 28/2). Am Folgetag 

erfolgte die Hafteinvernahme durch die Assistenzstaatsanwältin Frei im Beisein 

von Staatsanwalt Dellsperger, beide von der Staatsanwaltschaft Baden (Urk. 

26/6), worauf in den folgenden Monaten weitere delegierte Einvernahmen durch 

die Polizei durchgeführt wurden (Urk. 9/2-4), bevor im September 2013 die 

Schlusseinvernahme durch die Assistenzstaatsanwältin Kauf von der Staatsan-

waltschaft Limmattal/Albis erfolgte (Urk. 9/5). Die Privatklägerin wurde am 17. Ap-

ril 2014 in Anwesenheit des Beschuldigten und seines damaligen amtlichen Ver-

teidigers ein letztes Mal, wiederum durch die Polizei, (delegiert) einvernommen 

(Urk. 8/4). Diese Einvernahme wurde überdies visuell dokumentiert (Urk. 8/5 DVD 

1-4). Der Mitbeschuldigte E._____ schliesslich wurde im April und Mai 2013 mehr-

fach durch die Polizei (delegiert) einvernommen (Urk. 10/1-5), wobei jenes Ver-

fahren, welches durch die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau geführt wird, 

soweit bekannt noch nicht abgeschlossen wurde (Urk. 90).  

Wie aus obiger Übersicht zu entnehmen ist, hat die damals zuständige Staatsan-

waltschaft Aargau mit Ausnahme der Hafteinvernahme tatsächlich alle Einver-

nahmen an die Polizei delegiert. Dieses Vorgehen befremdet angesichts des De-

liktsvorwurfs und mit Blick auf Art. 307 Abs. 2 StPO in der Tat (immerhin waren 

sowohl Staatsanwalt lic. iur. Dellsperger als auch Assistenzstaatsanwältin Frei an-

lässlich der delegierten Einvernahme der Privatklägerin durch die Kantonspolizei 

Aargau im Übertragungsraum anwesend, Urk. 8/4 S. 2). Indessen ist – entgegen 

der Ansicht der Verteidigung, aber in Bestätigung der vorinstanzlichen Ausführun-

gen – davon auszugehen, dass es sich hierbei um eine Ordnungsvorschrift han-

delt, deren Missachtung nicht die Unverwertbarkeit der erhobenen Beweise nach 

sich zieht. Denn es ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass dieser Vorschrift 

für die Wahrung der Interessen der betreffenden Personen eine derart erhebliche 

Bedeutung zukommt, dass sie ihr Ziel nur erreichen kann, wenn bei Nichtbeach-

tung die Verfahrenshandlung ungültig wäre (vgl. BGE 139 IV 128 E. 1.6). Viel-

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mehr wird den Interessen der Betroffenen bereits dadurch, dass ihnen bei einer 

delegierten Einvernahme die gleichen Teilnahmerechte etc. zustehen, wie bei 

Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 312 StPO), hinreichend 

Rechnung getragen. Hinzu kommt, dass bereits die Norm selbst die Möglichkeit, 

vom Grundsatz ohne schwerwiegende Begründung abzusehen, beinhaltet (vgl. 

Art. 307 Abs. 2 Satz 2: "... führt sie die ersten wesentlichen Einvernahmen nach 

Möglichkeit selber durch."), was ebenfalls gegen das Vorliegen einer Gültigkeits-

vorschrift spricht (vgl. auch Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 307 und N 6 zu Art. 312). 

Im vorliegenden Fall hat die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis überdies mit dem 

Beschuldigten eine längere Schlusseinvernahme durchgeführt, womit sie zweifel-

los einen persönlichen Eindruck von ihm gewinnen konnte. Hinsichtlich der Ein-

vernahmen der Privatklägerin ist sodann darauf hinzuweisen, dass ein persönli-

cher Eindruck ohne Weiteres durch die Sichtung der bei den Akten liegenden 

Filmaufnahmen der letzten, inklusive Unterbrüchen knapp vierstündigen Einver-

nahme (Urk. 8/5 DVD 1-4, Nummerierung gemäss Bleistiftbeschriftung) gewon-

nen werden kann, womit weder für die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis noch 

für die Vorinstanz oder die urteilende Kammer die Notwendigkeit bestand, sie ein 

weiteres Mal persönlich vorzuladen (vgl. hierzu auch die zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz, Urk. 78 S. 25 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Was die angebliche Verletzung der Teilnahmerechte des Beschuldigten angeht, 

erhellt aus der chronologischen Darstellung, dass die gerügten ersten drei Befra-

gungen der Privatklägerin allesamt am Tag der Anzeigeerstattung, mithin im Sta-

dium des polizeilichen Ermittlungsverfahrens erfolgten. Teilnahmerechte kamen 

dem Beschuldigten im damaligen Zeitpunkt keine zu und konnten demzufolge 

auch nicht verletzt werden. Nachdem der Beschuldigte und sein Verteidiger der 

letzten (delegierten) Einvernahme beiwohnen und auch Ergänzungsfragen stellen 

konnten (vgl. hierzu Ziff. 3.2.5 nachfolgend), sind die gegenüber der Polizei getä-

tigten Aussagen der Privatklägerin uneingeschränkt verwertbar.  

3.2.3. Auch mit Blick auf Zuständigkeit der Assistenzstaatsanwältin lic. iur. Kauf 

äusserte die Verteidigung in mehrfacher Hinsicht Bedenken (Urk. 66 S. 6 ff.; 

Prot. I S. 11 f.; Urk. 102 S. 6-8, S. 18 und S. 22 f.). Die Vorinstanz hat diese im 

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Einzelnen und fundiert entkräftet, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann 

(Urk. 78 S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Einzig mit Bezug auf die Frage, ob es zu-

lässig sei, die Assistenzstaatsanwältin – wie vor Vorinstanz geschehen – im Bei-

sein des ordentlichen Staatsanwaltes das vorbereitete, notabene durch den or-

dentlichen Staatsanwalt unterschriftlich abgesegnete Plädoyer (vgl. Urk. 63 S. 15) 

verlesen sowie mündlich replizieren zu lassen, scheint es angebracht, einige er-

gänzende Bemerkungen anzubringen. So ist zwar zutreffend, dass § 102 Abs. 3 

in Verbindung mit Abs. 2 lit. c GOG es den Assistenzstaatsanwälten untersagt, 

Anklagen zu vertreten. Dies scheint jedoch primär auf die Situation, dass einzig 

der Assistenzstaatsanwalt vor Gericht auftritt und die massgebenden Entscheide 

zur Strategie der Anklagebehörde inkl. Ausformulierung des Plädoyers etc. damit 

notgedrungen ebenfalls in eigener Kompetenz trifft, zugeschnitten und nicht auf 

das vorinstanzliche Szenario, wo der zuständige Staatsanwalt zu keinem Zeit-

punkt die Kontrolle aus der Hand gab und jederzeit hätte korrigierend einschreiten 

können. Hinzu kommt, dass auch nicht ersichtlich ist, inwiefern die Interessen des 

Beschuldigten von dieser Massnahme auch nur ansatzweise tangiert sein könn-

ten. Eine Gehörsverletzung kann darin jedenfalls unter keinen Umständen gese-

hen werden. Auch dies spricht dafür, dass es sich bei § 102 GOG – jedenfalls so-

lange der zuständige ordentliche Staatsanwalt im Gerichtssaal präsent bleibt – 

nicht um eine Gültigkeitsvorschrift handeln kann, deren Verletzung geeignet wäre, 

die Handlungen der Anklagebehörde oder gar die gesamte vorinstanzliche Haupt-

verhandlung unwirksam zu machen (vgl. auch LANDSHUT/BOSSHARD, in: Do-

natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, 2. A. 2014, N 4 zu Art. 311, welche Art. 311 Abs. 1 StPO als Ordnungs-

vorschrift qualifizieren).  

3.2.4. Die Verteidigung monierte anlässlich der Berufungsverhandlung weiter, bei 

den delegierten Einvernahmen des Beschuldigten, der Konfrontationseinvernah-

me mit E._____ und der delegierten Einvernahme der Privatklägerin sei die Über-

setzung durch anonyme Dolmetscher erfolgt. Der Einsatz anonymer Dolmetscher 

sei aber nur mit Genehmigung des Zwangsmassnahmengerichts zulässig, liege 

keine solche vor, seien die entsprechenden Einvernahmen absolut unverwertbar 

(Urk. 102 S. 9 f.).  

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Zutreffend ist, dass anlässlich der von der Verteidigung genannten Einvernahmen 

die anwesenden Dolmetscher nicht mit Namen genannt, sondern unter Angabe 

einer entsprechenden Nummer aufgeführt wurden (Urk. 9/1-4 und Urk. 8/4). 

Ebenso ist der Verteidigung beizupflichten, dass für den Einsatz der entsprechen-

den Dolmetscher keine Genehmigung eines Zwangsmassnahmengerichts vorge-

legen hat. Im Übrigen ist aber der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zuzustim-

men, wonach es sich nicht um einen eigentlichen Einsatz von anonymen Dolmet-

schern gehandelt habe, zumal mittels eines entsprechenden Konkordanzregisters 

die Namen der amtenden Dolmetscher ohne weiteres ermittelt werden könnten 

(Prot. II S. 13). Im Nachgang an die Berufungsverhandlung gab die Staatsanwalt-

schaft Baden auf Nachfrage denn auch ohne Weiteres die Personalien der an den 

erwähnten Einvernahmen beteiligten Dolmetscher bekannt (Urk. 108). Im Rah-

men ihrer Stellungnahme, statuierte die Verteidigung weiterhin die Unverwertbar-

keit der Einvernahmen und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, machte aber 

keine Ausstandsgründe gegen die ihr und dem Beschuldigten mittlerweile na-

mentlich bekannten Dolmetscher geltend (Urk. 114).  

Dem Beschuldigten wurden demnach die Angaben der beteiligten Dolmetscher 

nachträglich bekanntgegeben und es wurde ihm die Möglichkeit eingeräumt, all-

fällige Ausstandsgründe zu überprüfen. In der Stellungnahme vom 15. Juni 2015 

(Urk. 114) liess er keine solchen geltend machen, obschon er diese ohne Verzug 

hätte vorbringen müssen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Es sind somit keine Gründe er-

sichtlich, welche gegen den Einsatz der beteiligten Dolmetscher gesprochen hät-

ten. Durch die nachträgliche Einräumung der Möglichkeit, sich zu den eingesetz-

ten Dolmetschern zu äussern, wurde eine Verletzung des Gehörsanspruchs des 

Beschuldigten rechtgenügend geheilt. Die entsprechenden Einvernahmen sind 

demnach verwertbar.  

3.2.5. Soweit die Verteidigung rügte, zufolge unterbliebener Dolmetscherermah-

nung seien mehrere Einvernahmen des Beschuldigten, der Privatklägerin sowie 

der Zeugen unverwertbar (vgl. Urk. 66 S. 8 f.), hielt die Vorinstanz dafür, dies tref-

fe zu, soweit die Einvernahmen des Beschuldigten bzw. die Konfrontationseinver-

nahme mit dem Mitbeschuldigten (Urk. 9/2-4) betroffen seien. Hingegen könne 

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dies nicht für Einvernahmen gelten, die mit der Privatklägerin und den Zeugen in 

deren deutscher Muttersprache geführt und dem Beschuldigten durch einen nicht 

protokollarisch instruierten Dolmetscher übersetzt worden seien. Diese Einver-

nahmen seien verwertbar und es könne auch keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs erblickt werden, sei der Beschuldigte doch anlässlich jener Einvernahmen 

durch seinen deutschsprachigen Rechtsvertreter anwaltlich vertreten gewesen 

und habe somit über diesen gehört bzw. verstanden, was ausgesagt worden sei 

und Ergänzungsfragen stellen können (Urk. 78 S. 14 f.).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt die Verteidigung daran fest, dass die 

Belehrungspflicht und die Unverwertbarkeitsfolge im Unterlassungsfall auch für 

die in Anwesenheit des Beschuldigten erfolgten Einvernahmen der Privatklägerin 

und von Zeugen zu gelten habe (Urk. 102 S. 9).  

Bei Durchsicht der Akten fällt auf, dass es die polizeilichen Sachbearbeiter der 

Kantonspolizei Aargau aber auch der Kriminalpolizei des Kantons Zürich mehr-

fach unterlassen haben im Protokoll anzumerken, dass der Dolmetscher, welcher 

für den Beschuldigten im Einsatz war, sei es bei dessen eigener Befragung 

(Urk. 9/2-4), sei es damit er den auf Deutsch geführten Befragungen der Privat-

klägerin (Urk. 8/4) und der Zeugen (Urk. 11/4-7) folgen kann, dem Gesetz ent-

sprechend in die Pflicht genommen bzw. über die Straffolgen eines falschen 

Zeugnisses nach Art. 307 StGB belehrt worden ist. Diese Unterlassung ist grund-

sätzlich geeignet, eine Einvernahme unverwertbar bzw. im Sinne von Art. 141 

Abs. 2 StPO nur teilweise verwertbar zu machen. Bei genauerem Hinsehen fällt 

nun aber auch auf, dass im vorliegenden Verfahren mehrfach die gleichen Dol-

metscher für den Übersetzungsdienst beigezogen wurden. So übersetzte der 

Dolmetscher F._____ zunächst am 8. April 2013 die delegierte polizeiliche Befra-

gung des Beschuldigten durch Kpl G._____ (Urk. 9/1). Hierbei wurde er auf die 

Pflicht zur wahrheitsgemässen Übersetzung und auf die Straffolgen gemäss 

Art. 307 StGB (und auch Art. 320 StGB) hingewiesen und der Hinweis in einer 

Protokollnotiz festgehalten (ebenda S. 2). In der Folge übersetzte er am 16. April 

2013 die zweite delegierte Einvernahme des Beschuldigten durch Kpl G._____ 

(Urk. 9/2) und am 17. April 2013 für den Beschuldigten die delegierte Einvernah-

- 15 - 

me der Privatklägerin durch Kpl G._____ (Urk. 8/4). Bei diesen weiteren Befra-

gungen wurde der Dolmetscher F._____ offenbar nicht erneut auf seine Pflicht zur 

wahrheitsgemässen Übersetzung hingewiesen. Jedenfalls wurde ein derartiger 

Hinweis nicht mehr protokolliert. Jedoch ist aufgrund der Tatsache, dass es sich 

um das selbe Verfahren handelte, die selben Hauptbeteiligten anwesend waren 

und auch die gleiche Thematik angesprochen wurde, ohne weiteres davon aus-

zugehen, dass dem Dolmetscher F._____ am 16. und 17. April 2013 seine am 

8. April 2013 ausdrücklich belehrten Pflichten bekannt und bewusst waren. Die 

entsprechenden Einvernahmen sind damit ohne Einschränkung verwertbar.  

Sodann übersetzte der Dolmetscher H._____ am 9. April 2013 die Hafteinver-

nahme des Beschuldigten durch Assistenzstaatsanwältin Frei (Urk. 26/6). Er wur-

de dabei vorab korrekt belehrt und darüber eine Protokollnotiz verfasst (ebenda 

S. 1). Anlässlich der delegierten Konfrontationseinvernahme des Beschuldigten 

mit dem Mitbeschuldigten E._____ war der Dolmetscher H._____ erneut im Ein-

satz. Die Befragung wurde durch Kpl G._____ durchgeführt. Ein Hinweis auf 

Art. 307 StGB erfolgte soweit ersichtlich nicht. Jedoch ist bei dieser Sachlage – 

gleiches Verfahren, gleicher Beschuldigter und gleiches Befragungsthema – 

ebenfalls davon auszugehen, dass ihm die Belehrung und die damit verbundene 

Pflicht zur wahrheitsgemässen Übersetzung auch bei der späteren Konfrontati-

onseinvernahme bekannt und bewusst war. Auch diese Einvernahme ist damit 

vollumfänglich verwertbar. 

Soweit eine Einvernahme zufolge genügender Sprachkenntnisse der Befragten in 

deutscher Sprache erfolgte, ist von einer grundsätzlich gültigen Einvernahme aus-

zugehen. Dies betrifft die durch die Kriminalpolizei Zürich vorgenommenen dele-

gierten Zeugeneinvernahmen (Urk. 11/4-7). Hingegen ist – entgegen der Meinung 

der Vorinstanz – von einer massgeblichen Verletzung der Teilnahmerechte des 

Beschuldigten persönlich auszugehen, da protokollarisch nicht in dem Gesetz ge-

nügender Art und Weise festgehalten wurde bzw. nachträglich nicht überprüfbar 

ist, dass ihm – welcher offensichtlich die Verfahrenssprache Deutsch nicht genü-

gend versteht bzw. sich darin nicht genügend ausdrücken kann, vgl. Art. 68 StPO 

– der Inhalt der Aussagen in korrekter Weise übersetzt und damit zugänglich ge-

- 16 - 

macht wurde. Dass sein Anwalt ebenfalls anwesend war, vermag diesen Mangel 

nicht zu heilen (vgl. Art. 68 Abs. 2 StPO), da für eine derartige Einschränkung des 

Teilnahme- und damit des Gehörsrechts keine Ausnahmesituation vorlag (vgl. das 

Urteil des Bundesgerichts 6B_836/2014 vom 30. Januar 2015, E. 2.3 f.). Damit 

sind die Einvernahmen so zu werten, als ob zwar der Verteidiger, nicht aber der 

Beschuldigte persönlich teilgenommen hätte. Mithin sind die Einvernahmen der 

Zeugen I._____, J._____, K._____ und L._____ zwar grundsätzlich konform er-

folgt, mangels persönlicher Konfrontation mit dem Beschuldigten aber nicht zu 

seinen Ungunsten (vgl. Art. 147 Abs. 4 StPO sinngemäss) bzw. nur mit Blick auf 

den Vergewaltigungsvorwurf zu seinen Lasten verwertbar (Art. 141 Abs. 2 StPO). 

Grundsätzlich unverwertbar bleibt überdies die delegierte Einvernahme des Be-

schuldigten vom 21. Mai 2013 (Urk. 9/3), da die dabei übersetzende Dolmetsche-

rin M._____ im vorliegenden Verfahren soweit ersichtlich nie auf Art. 307 StGB 

hingewiesen worden war. Diese Aussagen können aber allenfalls nach Art. 141 

Abs. 2 StPO zur Sachverhaltsermittlung beigezogen werden, soweit der Vorwurf 

der mehrfachen Vergewaltigung betroffen ist.  

3.2.6. Ebenfalls monierte die Verteidigung, dass die Privatklägerin anlässlich ihrer 

delegierten Einvernahme durch die Kantonspolizei Aargau vom 17. April 2013 

nicht auf ihre Aussagepflicht hingewiesen worden war (Urk. 66 S. 9 f. und 

Urk. 102 S. 10 f.). In der Tat wurde die Privatklägerin zwar anlässlich ihrer ersten 

drei polizeilichen Einvernahmen (korrekterweise) als nicht zur Aussage verpflich-

tete Auskunftsperson im Sinne von Art. 179 StPO einvernommen und jeweils auf 

ihr Aussageverweigerungsrecht wie auch auf die Art. 303-305 StGB hingewiesen 

(Urk. 8/1-3, jeweils S. 2). Zu Beginn der dritten, nunmehr delegierten Einvernah-

me wurde sie indessen bloss gefragt, ob sie zu den ihr bereits anlässlich der ers-

ten Einvernahmen eröffneten Rechte noch Fragen habe, was die Privatklägerin 

verneinte (Urk. 8/4 S. 2). Dass sie nunmehr als Privatklägerin delegiert einver-

nommen wurde und somit neu zur Aussage verpflichtet war, wurde ihr nicht spe-

ziell eröffnet. Auch auf die Straffolgen von Art. 303 bis 305 StGB wurde sie nicht 

erneut hingewiesen. Die Verteidigung ist deshalb der Ansicht, die Aussage sei 

unverwertbar bzw. könne unter Hinweis auf Art. 141 Abs. 2 StPO jedenfalls nicht 

- 17 - 

zur Sachverhaltsermittlung hinsichtlich der angeklagten Vergehenstatbestände 

beigezogen werden.  

Die Vorinstanz hat den Einwand unter Hinweis darauf, dass eine Privatklägerin 

als Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 180 

Abs. 2 StPO zwar zur Aussage verpflichtet sei, eine unberechtigte Aussagever-

weigerung aber nicht sanktioniert werden könne, die Privatklägerin vorliegend 

Aussagen getätigt habe, obwohl sie allenfalls der irrigen Meinung gewesen sei, 

hierzu nicht verpflichtet zu sein und es sich beim unterbliebenen Hinweis auf die 

Straffolgen der Rechtspflegedelikte nicht um ein Gültigkeitserfordernis der Einver-

nahme handle, abgewiesen (Urk. 78 S. 16 ff.). Tatsächlich erscheint es als wider-

sinnig, getätigte Aussagen mit dem fehlenden Hinweis auf eine Aussagepflicht 

(dies im Gegensatz zur Belehrung eines Aussageverweigerungsrechts) für un-

verwertbar zu erklären. Solches widerspricht jedem Rechtsempfinden und es 

kann auch nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass der unterbliebene 

Hinweis die Rechte des Beschuldigten in massgebender Weise tangiert hätte. Ei-

nem entsprechenden Hinweis käme bei dieser Konstellation (Aussagewilligkeit) 

wohl keine praktische Bedeutung zu (vgl. auch die Ausführungen des Bundesge-

richts zu einem unterbliebenen Hinweis auf ein Aussageverweigerungsrecht in ei-

nem ähnlich gelagerten Fall; Entscheid 6B_912/2013 vom 4. November 2014, 

E. 1.2.4).  

Was gilt, wenn der Hinweis auf die Strafbarkeit der Rechtspflegedelikte unter-

bleibt, regelt das Gesetz nicht explizit. Die Lehre ist in diesem Punkt gespalten 

(vgl. die Darstellung der divergierenden Lehrmeinungen im obzitierten Urteil des 

Bundesgerichts, E. 1.2.3). Nachdem eine derartige Belehrung weder für die Ver-

wertbarkeit der Aussagen eines Beschuldigten noch von Zeugen Gültigkeitserfor-

dernis ist, ist nicht einzusehen, weshalb dies bei den Privatklägern der Fall sein 

sollte (vgl. die überzeugenden Ausführungen von DONATSCH, in: Donatsch/Hans-

jakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

2. A. 2014, N 8 zu Art. 181). Entsprechend ist von einer reinen Ordnungsvorschrift 

auszugehen.  

- 18 - 

Soweit der Beschuldigte überdies – erneut – rügt, sein persönliches Fragerecht 

sei verletzt worden, da nur seinem Verteidiger, nicht aber ihm selbst Gelegenheit 

zur ergänzenden Befragung eingeräumt worden sei (Urk. 66 S. 10 und Urk. 102 

S. 11 f.), ist anzumerken, dass dem Protokoll zu entnehmen ist, dass die Ver-

handlung vor der Stellung der Ergänzungsfragen für 40 Minuten unterbrochen 

wurde, wobei die Polizeibeamtin in der massgeblichen Videosequenz ausführte, 

sie werde nun die Fragen einziehen gehen, danach könne weitergemacht werden 

(Urk. 9/5 Video 3 [gemäss Bleistiftbeschriftung], ganz am Ende). Dabei war offen-

bar die grundsätzliche Möglichkeit zur Stellung von Ergänzungsfragen sowohl an 

die Verteidiger und die Rechtsvertreterin der Privatklägerin, als auch an die Be-

schuldigten persönlich gerichtet worden (vgl. die entsprechende, allerdings nicht 

eindeutig formulierte Protokollnotiz, Urk. 8/4 S. 15). Alle drei an der Einvernahme 

teilnehmenden Rechtsvertreter liessen in der Folge zahlreiche Ergänzungsfragen 

stellen, wobei sie diese der befragenden Beamtin schriftlich ausformuliert überga-

ben, selber aber im Übertragungszimmer blieben (a.a.O. S. 15-21; Urk. 9/5 Video 

4 [gemäss Bleistiftbeschriftung]). Aufgrund dieser Vorgehensweise (langer Unter-

bruch zwecks Ausformulierung schriftlicher Fragen bei Verbleib im Übertragungs-

raum) ist davon auszugehen, dass der Verteidiger nach Rücksprache mit dem 

Beschuldigten alle Fragen stellen liess, die sie beide beantwortet haben wollten 

und dass danach kein Bedarf nach weiteren Ergänzungsfragen mehr bestand. 

Dass ihnen weitere Ergänzungsfragen verweigert worden wären, ist den Akten 

denn auch nicht zu entnehmen. Vielmehr fragte die einvernehmende Beamtin 

nach Stellung der schriftlich vorbereiteten Ergänzungsfragen sogar nochmals tele-

fonisch im Übertragungszimmer nach, ob sich noch Anschlussfragen ergeben hät-

ten (Urk. 9/5 Video 4 [gemäss Bleistiftbeschriftung]). Damit kann den Untersu-

chungsbehörden insgesamt nicht vorgeworfen werden, Teilnahmerechte verletzt 

zu haben. 

3.2.7. Weiter machte die Verteidigung geltend, die ersten vier Einvernahmen des 

Beschuldigten seien zufolge eines mangelhaften Tatvorhalts unverwertbar 

(Urk. 66 S. 11 f.; Urk. 102 S. 12-14). Die Schlusseinvernahme sei sodann unver-

wertbar, da dem Beschuldigten damals die wesentlichen Beweismittel grössten-

teils nicht vorgehalten worden seien (Urk. 66 S. 14 f. und Urk. 102 S. 15 f.). Die 

- 19 - 

Vorinstanz hat zu beiden Vorwürfen einlässlich und überzeugend Stellung ge-

nommen, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 78 S. 19 f. und S. 22 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich aus dem Einvernahmeprotokoll der 

ersten Einvernahme des Beschuldigten unzweifelhaft ergibt, dass dem Beschul-

digten aufgrund des – tatsächlich eher rudimentären Vorhalts durch die Kantons-

polizei Aargau (Urk. 9/1 S. 2 Frage 5 und S. 3 Frage 9) – sofort und eindeutig klar 

war, aus welchem Lebenssachverhalt ihm ein Vorwurf gemacht wird und dass 

dabei Delikte gegen die sexuelle Integrität (konkret: Vergewaltigung bzw. Vollzug 

sexueller Handlungen gegen den Willen der Privatklägerin) zur Diskussion ste-

hen. Dieser Hinweis genügte somit im vorliegenden Fall den gesetzlichen Anfor-

derungen (vgl. hierzu auch die seit Erlass des angefochtenen Urteils ergangenen 

Entscheide des Bundesgericht vom 28. August 2014 [6B_1191/2013], vom 

29. September 2014 [6B_1021/2013] und vom 4. Dezember 2014 [6B_518/ 

2014]).  

Was die angeblich fehlerhafte Schlusseinvernahme angeht, ist schliesslich – in 

Bekräftigung der vorinstanzlichen Argumentation – darauf hinzuweisen, dass es 

sich bei Art. 317 StPO lediglich um eine Ordnungsvorschrift handelt (vgl. auch 

hierzu die neueren Urteile des Bundesgerichts vom 28. April 2014 [6B_676/2013] 

und vom 4. Dezember 2014 [6B_518/2014]). Eine Schlusseinvernahme ist damit 

nicht zwingend, selbst ihr Fehlen hätte keine Auswirkungen auf die Gültigkeit der 

Anklage. Vorliegend wurde allerdings eine einlässliche, dreieinhalb Stunden dau-

ernde Schlusseinvernahme durchgeführt (vgl. Urk. 9/5). 

3.2.8. Sodann rügte die Verteidigung die Missachtung des Teilnahmerechts des 

Beschuldigten bei der vierten delegierten Einvernahme des Mitbeschuldigten 

E._____ vom 17. Mai 2013 (Urk. 66 S. 12 f.).  

Tatsächlich ist den Akten nicht zu entnehmen, dass der Beschuldigte oder sein 

damaliger amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. N._____, zur Einvernahme 

vom 17. Mai 2013 überhaupt vorgeladen worden wären. Dies im Gegensatz zu 

den vorangehenden Einvernahmen des Mitbeschuldigten E._____ vom April 2013 

- 20 - 

(Urk. 10/2-4), welchen Rechtsanwältin lic. iur. O._____ bzw. Rechtsanwalt lic. iur. 

N._____ als damalige Verteidiger des Beschuldigten (vgl. betreffend Rechtsan-

wältin lic. iur. O._____ Urk. 26/6 S. 2) beiwohnten.  

Art. 147 Abs. 1 StPO enthält den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit von Beweis-

erhebungen im Untersuchungs- und Hauptverfahren (inkl. delegierte Einvernah-

men durch die Polizei) und bestimmt, dass die Parteien das Recht haben, bei 

Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu 

sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen (BGE 139 IV 25; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_404/2012 vom 4. Dezember 2012; Urteil des Bundesgericht 

6B_98/2014 vom 30. September 2014). Dieses Teilnahme- und Mitwirkungsrecht 

gelangt indessen in getrennt geführten Verfahren nicht zur Anwendung (BGE 140 

IV 172; Urteil des Bundesgericht 6B1021/2013 vom 29. September 2014; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014).  

Nachdem die Untersuchung gegen den Mitbeschuldigten E._____ durch die Ju-

gendanwaltschaft des Kantons Aargau in einem getrennten Verfahren geführt 

wurde und wird, kann sich der Beschuldigte vorliegend nicht auf Art. 147 Abs. 1 

StPO berufen. Die Einvernahme des Mitbeschuldigten E._____ vom 17. Mai 2013 

(Urk. 10/5) ist damit – da der Beschuldigte in der Folge am 10. Juni 2013 mit dem 

Mitbeschuldigten E._____ konfrontiert wurde und auch Gelegenheit hatte, Ergän-

zungsfragen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3 m. w. H.) – uneingeschränkt ver-

wertbar. Dies gilt im Übrigen auch für die Hafteinvernahme des Mitbeschuldigten 

E._____ vom 10. April 2013 (Urk. 27/3).  

3.2.9. Auch was die Rüge der angeblich fehlenden Befugnis des handelnden Poli-

zeibeamten zur Durchführung von Zeugeneinvernahmen angeht (Urk. 66 S. 13 

und Urk. 102 S. 15), kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 78 S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist darauf hin-

zuweisen, dass die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, dem Auftrag ge-

mäss § 157 Abs. 2 GOG entsprechend, unter Ziff. 12.7.3.5.1 ihrer Weisungen für 

das Vorverfahren unter anderen die Angehörigen der Ermittlungsabteilungen EA, 

EW, ES und EG der Kriminalpolizei als zur Durchführung delegierter Zeugenein-

vernahmen berechtigt erklärte. Der befragende Polizeibeamte Wm mbA P._____ 

- 21 - 

ist Mitglied der Kriminalpolizei, Ermittlungsabteilung Allgemeine Kriminalität (EA-

LA, vgl. Urk. 11/2) und war damit offensichtlich befugt, die delegierten Zeugenein-

vernahmen (Urk. 11/4-7) durchzuführen. Die Rüge ist unbegründet. 

3.2.10. Weiter rügte die Verteidigung die angebliche Unvollständigkeit der Akten, 

da sich die Schlusseinvernahme des Mitbeschuldigten E._____ nicht bei den Ak-

ten befinde (Urk. 66 S. 13 f.), indessen hatte eine solche Schlusseinvernahme 

durch die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau bis zur vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung noch gar nicht stattgefunden. Ob dies mittlerweile der Fall war 

(vgl. Urk. 90), kann im Übrigen offen bleiben, da das Gericht nicht verpflichtet ist, 

sämtliche Aussagen von Mitbeschuldigten aus getrennt geführten Verfahren von 

Amtes wegen beizuziehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_518/ 2014 vom 4. De-

zember 2014) und der Beschuldigte weder anlässlich der Berufungsverhandlung 

noch vor Vorinstanz einen solchen Beweisantrag stellen liess. Der Vorwurf zielt 

somit ins Leere.  

3.2.11. Schliesslich rügte die Verteidigung eine ihrer Ansicht nach mangelhafte 

Schlussverfügung (Urk. 66 S. 15 f. und Urk. 102 S. 16-18). Die Vorinstanz hat 

auch hierzu zutreffend Stellung genommen und den Einwand unter Hinweis auf 

die am Vortag vor dem Erlass der Schlussverfügung stattgefunden habende 

Schlusseinvernahme, anlässlich welcher dem Beschuldigten der gesamte Ankla-

gevorwurf im Detail vorgehalten und die Anklageerhebung bereits mündlich in 

Aussicht gestellt worden war, verworfen. Darauf kann – um Wiederholungen zu 

vermeiden – verwiesen werden (Urk. 78 S. 24 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.2.12. Eine weitere Einwendung der Verteidigung richtete sich gegen die Über-

setzung der in Albanischer Sprache gehaltenen Videoaufnahmen, welche im 

Rahmen der Sachverhaltsermittlung als Beweismittel herangezogen wurden. Die 

entsprechende Übersetzung stütze sich lediglich auf eine Aktennotiz der Staats-

anwaltschaft, aus welcher nicht ersichtlich sei, welche der beiden Männer die ein-

zelnen Äusserungen gemacht haben soll. Zudem sei die Übersetzung vom Dol-

metscher nicht unterschriftlich bestätigt, weshalb ihr zum Nachteil des Beschuldig-

ten keinen Beweiswert zukomme (Urk. 102 S. 39 f.).  

- 22 - 

Im Nachgang an die Berufungsverhandlung vom 12. Mai 2015 wurde der gespro-

chene Inhalt der erwähnten Videoaufzeichnungen nochmals ins Deutsche über-

setzt und eine übersetzte Abschrift des Dialoges zu den Akten genommen (Urk. 

105 und Urk. 109). Den Parteien wurde sie zudem nochmals zur Stellungnahme 

unterbreitet (Urk. 111). Die Verteidigung monierte daraufhin, die nach durchge-

führter Berufungsverhandlung erfolgte Übersetzung sei dem Beschuldigten bei 

keiner einzigen Einvernahme je vorgehalten worden, weshalb sein Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt sei. Im Übrigen sei auch die neue Übersetzung dahin-

gehend fehlerhaft, als anders als bei der früheren Übersetzung die Zeitangaben 

innerhalb des Dialogverlaufs fehlten (Urk. 114 S. 3).  

Den Einwendungen des Verteidigers ist entgegen zu halten, dass der Beschuldig-

te selber Albanisch spricht und versteht, und sich somit auch ohne eine übersetz-

te Abschrift des Gesprächsverlaufes zum Inhalt der Videoaufzeichnungen äus-

sern konnte. Demzufolge kann nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs 

des Beschuldigten ausgegangen werden. Im Übrigen ist die nachträglich über-

setzte Version des Gesprächsverlaufes auch ohne Zeitangaben nachvollziehbar 

und ausreichend, weshalb die Videos in Verbindung mit der übersetzten Ge-

sprächsabschrift als selbständiges Beweismittel verwertbar ist.  

3.2.13. Zuletzt rügte die Verteidigung eine mangelhafte Einvernahme des Be-

schuldigten durch das Bezirksgericht und die Verletzung der Befragungspflicht der 

Privatklägerin anlässlich beider Gerichtsverhandlungen (Urk. 102 S. 19-22).  

Hinsichtlich der Rüge der mangelhaften Einvernahme des Beschuldigten ist fest-

zuhalten, dass dieser den äusseren Sachverhalt mehrheitlich anerkannte und im 

Weiteren vor allem innere Tatsachen bestritten blieben. Es ist nicht davon auszu-

gehen, dass eine weitergehende Befragung des Beschuldigten als diejenige der 

Vorinstanz (Prot. I S. 6 ff.) weitere Erkenntnisse hinsichtlich des inneren Sachver-

halts zu Tage gebracht hätte, weshalb die vorinstanzliche Befragung unter den 

konkreten Umständen ausreichend war. Zudem wäre es der Verteidigung unbe-

nommen gewesen, anlässlich der vorinstanzlichen Befragung Ergänzungsfragen 

zu stellen, wenn sie der Auffassung gewesen wäre, es hätte weitergehenden 

Aussagen des Beschuldigten zu einzelnen Sachverhaltsfragen bedurft. Dies un-

- 23 - 

terliess die Verteidigung aber (Prot. I S. 8). Schliesslich erscheint die Vorgehens-

weise des Verteidigers widersprüchlich, wenn er einerseits moniert, die vor-

instanzliche Befragung des Beschuldigten sei ungenügend, gleichzeitig dem Be-

schuldigten aber für das Berufungsverfahren rät, von seinem Aussageverweige-

rungsrecht Gebrauch zu machen (Prot. II S. 8).  

Was die Rüge der unzulässigen Unterlassung der Einvernahme der Privatklägerin 

vor Vorinstanz oder anlässlich der Berufungsverhandlung angeht, zielen die Aus-

führungen der Verteidigung ins Leere. Die Privatklägerin wurde im Verlauf der Un-

tersuchung insgesamt vier Mal einvernommen (Urk. 8/1-4), wobei die Einvernah-

me vom 17. April 2013 zudem auf Video aufgezeichnet wurde (Urk. 8/5). Der Vor-

instanz und dem Berufungsgericht war es demnach ohne Weiteres möglich, sich 

vom Aussageverhalten der Privatklägerin ein ausreichendes Bild zu verschaffen. 

Hinzukommend stehen sich im vorliegenden Fall nicht bloss die Aussagen der 

Privatklägerin und des Beschuldigten gegenüber. Vielmehr bestehen auch Sach-

beweise, so insbesondere die Auswertung der Videofilme. Eine erneute Einver-

nahme der Privatklägerin durch das Bezirks- oder das Berufungsgericht war dem-

nach nicht notwendig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_430/2015 vom 12. Juni 

2015). 

3.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die formellen Rügen der Ver-

teidigung grösstenteils als unbegründet erweisen. Einzig was die delegierte Ein-

vernahme des Beschuldigten vom 21. Mai 2013 (Urk. 9/3) und die Zeugeneinver-

nahmen der Zeugen I._____, J._____, K._____ und L._____ (Urk. 11/4-7) angeht, 

können diese nicht uneingeschränkt (vgl. Ziff. 3.2.5. hiervor) verwertet werden, 

was bei der Sachverhaltserstellung zu berücksichtigen ist. 

4. Sachverhalt 

4.1. Der Anklagevorwurf kann der Anklageschrift (Urk. 32) entnommen werden.  

4.2. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, kann der in der Anklageschrift 

auf Seite 5 im zweitletzten Absatz geschilderte Ablauf als erstellt angesehen wer-

den, hat doch der Beschuldigte von Beginn an eingestanden, den Mitbeschuldig-

- 24 - 

ten E._____ und die Privatklägerin ohne deren Wissen beim Geschlechtsverkehr 

gefilmt zu haben (Urk. 78 S. 27; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.3. Weiter fällt auf, dass sich die Schilderungen der Betroffenen in grossen Tei-

len decken. Im Kernbereich der deliktischen Vorwürfe weichen sie dann allerdings 

diametral voneinander ab. Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil den unbestrittenen 

Sachverhalt bzw. die übereinstimmend geschilderten Umstände detailliert zu-

sammengestellt. Für ein besseres Verständnis lohnt es sich, diese Darstellung 

hier am Stück wieder zu geben: 

"Im Zusammenhang mit dem unter Anklageziffer 1.1. umschriebenen Tatvorwurf der sexuellen Nöti-

gung ist unbestritten, dass sich der Beschuldigte, der Mitbeschuldigte und die Privatklägerin am 
8. März 2013 um ca. 21.00 Uhr in Q._____ verabredeten, um gemeinsam etwas trinken zu gehen. 

Die Privatklägerin und der Mitbeschuldigte hatten sich vor einiger Zeit im Ausgang in … kennen ge-
lernt und standen seither via Mobiltelefon in Kontakt. Demgegenüber trafen sich der Beschuldigte 

und die Privatklägerin an diesem Abend zum ersten Mal. Die beiden Männer holten die Privatkläge-
rin in Q._____ ab und fuhren mit dem Auto – gelenkt durch den Beschuldigten – nach Schlieren, wo 

sie in der … Bar einige Getränke konsumierten. Während die Privatklägerin und der Beschuldigte 
Alkohol tranken, bestellte der Mitbeschuldigte lediglich Red Bull. Anschliessend setzten sie sich zu 

dritt wieder in das Auto – die Privatklägerin sass neu auf dem Beifahrersitz und nicht mehr auf der 

Rückbank – und fuhren in ein Waldstück auf dem Gebiet der Gemeinde …, wo der Beschuldigte 
das Fahrzeug anhielt. Hierauf verliess der Mitbeschuldigte das Fahrzeug, während der Beschuldigte 

alleine mit der Privatklägerin im Fahrzeug verblieb, wo es in der Folge zwischen den beiden zu se-
xuellen Handlungen kam. Nach einiger Zeit stieg der Mitbeschuldigte wieder ins Fahrzeug und die 

Privatklägerin wurde von den beiden Männern zurück nach … gefahren" (Urk. 78 S. 32 f.). 

"Im Zusammenhang mit dem Tatvorwurf der Freiheitsberaubung (Anklageziffer 1.2 Abs. 1) ist unbe-

stritten, dass sich der Beschuldigte, der Mitbeschuldigte und die Privatklägerin am 15. März 2013 
um ca. 23.30 Uhr bei der Postfiliale in … trafen. Die beiden Männer hatten eine Flasche Vodka und 

Energiedrinks dabei und forderten die Privatklägerin auf, mit ihnen gemeinsam etwas trinken zu ge-
hen. Die Privatklägerin wollte zunächst nicht mitgehen. Später fuhren sie dann zu dritt von … nach 

Schlieren zur … Bar, wobei der Beschuldigte das Fahrzeug lenkte, der Mitbeschuldigte auf dem 
Beifahrersitz und die Privatklägerin auf der Rückbank sass" (Urk. 78 S. 42). 

- 25 - 

"Betreffend die Tatvorwürfe der sexuellen Nötigung und mehrfachen Vergewaltigung (Anklageziffer 

1.2. Abs. 2, 3, 5 und 6) ist unbestritten, dass der Beschuldigte, der Mitbeschuldigte und die Privat-
klägerin nach der Autofahrt von … nach Schlieren die … Bar aufsuchten und dort diverse Getränke 

zu sich nahmen. Nach einem rund 2,5-stündigen Baraufenthalt stieg die Privatklägerin freiwillig ins 
Fahrzeug des Beschuldigten ein und setzte sich auf den Beifahrersitz, während der Mitbeschuldigte 

auf der Rückbank Platz nahm. Anschliessend fuhren sie gemeinsam in das gleiche Waldstück auf 

dem Gebiet der Gemeinde …, wo sie bereits beim ersten Treffen Halt gemacht hatten. Im Wald-
stück angekommen stieg der Mitbeschuldigte aus, und der Beschuldigte verblieb alleine mit der Pri-

vatklägerin im Fahrzeug. In der Folge kam es zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 
auf dem Beifahrersitz zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in verschiedenen Positionen. Später 

kehrte der Mitbeschuldigte zurück und setzte sich auf die Rückbank des Fahrzeugs, wo es danach 
zwischen ihm und der Privatklägerin ebenfalls zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kam, wobei 

der Beschuldigte diesen Geschlechtsverkehr filmte. Im Anschluss daran wurde die Privatklägerin 
von den Männern zurück nach … gebracht" (Urk. 78 S. 49). 

"Bezüglich des Tatvorwurfs der mehrfachen versuchten Nötigung (Anklageziffer 1.3.) ist aufgrund 
der Aussagen der Beteiligten sowie der forensischen Auswertung des Mobiltelefons des Beschul-

digten unzweifelhaft erstellt, dass die inkriminierten Viber und Whats-App Nachrichten vom Mobilte-

lefon des Beschuldigten aus an die Privatklägerin verschickt wurden. Sämtliche Viber und Whats-
App Chatverläufe sind dokumentiert" (Urk. 78 S. 69). 

4.4. Anhand der bei den Akten liegenden Beweismittel (soweit verwertbar, vgl. 

die vorstehende Ziff. 3.2.5) zu erstellen bleibt im Wesentlichen, ob die Privatklä-

gerin anlässlich der beiden Treffen bei den sexuellen Handlungen freiwillig mit-

gemacht hat (und ob es beim zweiten Treffen auch auf der Rückbank zu Ge-

schlechtsverkehr mit dem Beschuldigten gekommen ist) und ob sie beim zweiten 

Treffen freiwillig ins Auto gestiegen ist oder nicht. Überdies bestreitet der Be-

schuldigte, die in der Anklageschrift wiedergegebenen Kurznachrichten selber 

verfasst bzw. dem Mitbeschuldigten diktiert zu haben.  

Sämtliche gemäss Beweisantrag der Privatklägerin beizuziehenden Unterlagen 

(Urk. 84 S. 2) befinden sich bereits bei den Akten (Urk. 88 in Verbindung mit 

Urk. 92).  

- 26 - 

Weitere Beweisanträge wurden nicht gestellt.  

4.5. Die Vorinstanz hat die bei der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdigung 

anzuwendenden rechtstheoretischen Grundsätze und Regeln korrekt wiederge-

geben und zutreffend auf die bei der Würdigung der Aussagen vorzunehmende 

Unterscheidung zwischen der generellen Glaubwürdigkeit der aussagenden Per-

son und der Glaubhaftigkeit ihrer konkreten, im Prozess gemachten relevanten 

Aussagen hingewiesen (Urk. 78 S. 28 f.). Es kann vollumfänglich darauf verwie-

sen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Ergänzend ist anzufügen, dass dort, wo keine direkten Beweise vorliegen, nach 

der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig ist. Beim Indizienbeweis 

wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber be-

wiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tat-

sache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit ei-

ner gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und 

einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen 

Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei 

objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so 

verwirklicht hat. Das ist mithin auch der Fall, wenn sich die als belastend gewerte-

ten Indizien zu einer Gewissheit verdichten, welche die ausser Acht gelassenen 

entlastenden Umstände als unerheblich erscheinen lassen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, E. 3.3. mit Hinweisen).  

4.6. Auch hinsichtlich der konkreten Einschätzung der Glaubwürdigkeit der im 

Verlaufe des vorliegenden Verfahrens befragten Personen kann auf die zutreffen-

den Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 78 S. 30 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Anzufügen bleibt, dass entgegen der  auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

wieder geäusserten Ansicht der Verteidigung (Urk. 66 S. 19 f. und Urk. 102 

S. 24 f.) hinsichtlich der Privatklägerin auch nicht aufgrund von deren Verhalten 

nach den Vorfällen von einer generell fehlenden Glaubwürdigkeit auszugehen ist. 

Dass sie nicht unmittelbar Anzeige erstattete und überdies einige Tage nach den 

- 27 - 

Ereignissen sämtliche auf ihrem Handy erhaltenen und versandten SMS-

Nachrichten löschte, lässt sich ohne weiteres und durchaus nachvollziehbar damit 

erklären, dass sie zunächst gar nicht die Absicht hatte, Anzeige zu erstatten 

(Urk. 8/1 S. 10 und Urk. 8/4 S. 14). Erst auf Druck des Lebenspartners ihrer Mut-

ter hin, welcher zunächst sogar die Vorwürfe persönlich bei der Polizei deponierte 

(Urk. 1), konnte sie sich zu einer Anzeige bzw. Aussage überwinden. Ein solches, 

verdrängendes bzw. auf Normalität gerichtetes Verhalten (wozu auch gehört, 

dass sie kurz nach dem zweiten Vorfall ganz "normal" mit ihren Freundinnen in 

den Ausgang ging) ist nicht untypisch und jedenfalls nicht geeignet, die Glaub-

würdigkeit einer Person generell in Zweifel zu ziehen. 

Auch kann das ihr von der Verteidigung angelastete Motiv nicht erhärtet werden. 

Wenn der Beschuldigte vorbringen lässt, die Privatklägerin habe die Flucht nach 

vorne angetreten und die beiden Männer mit falschen Anschuldigungen einge-

deckt, da für sie nach ihrem Seitensprung aufgrund der Videoaufnahmen das Ri-

siko einer peinlichen Rufschädigung und der Verlust ihrer Liebesbeziehung ge-

droht habe (Urk. 66 S. 27), ist noch einmal festzuhalten, dass die Initiative zur Er-

stattung einer Strafanzeige nicht von der Privatklägerin kam, sondern ihr Stiefva-

ter D._____ dies durchsetzte, nachdem er von den Ereignissen erfahren hatte. 

Die Privatklägerin offenbarte diesbezüglich anlässlich ihrer Einvernahmen relativ 

deutlich, dass ihr die Anzeige unangenehm war und sie ohne den äusseren An-

stoss wohl kaum zu diesem Mittel gegriffen hätte. So erklärte sie, sie habe es zu-

nächst persönlich regeln wollen, bis ihre Freundin gesagt habe, sie solle nicht 

hingehen (Urk. 8/1 S. 3 und 10, Urk. 8/4 S. 14). Letzteres deckt sich inhaltlich 

auch mit dem zu den Akten erhobenen SMS- und Chatverkehr (Urk. 12/4, 7 und 8 

sowie Urk. 14/4 und 7).  

Aber auch generell erschliesst sich die Logik des Vorwurf nicht: Nach Ansicht des 

Beschuldigten handelte es sich bei den sexuellen Handlungen anlässlich des 

zweiten Treffens um ein "amüsantes Sexualhappening zwischen drei jungen Leu-

ten", was so auch den Videoaufnahmen zu entnehmen sei (Urk. 66 S. 31). Bei 

dieser Sachlage aber hätte eine Strafanzeige aufgrund der nachfolgenden Unter-

suchungshandlungen erst Recht dazu geführt, dass der gesamte nähere Perso-

- 28 - 

nenkreis der Privatklägerin, dessen Befragung als Zeuge zu erwarten war, von ih-

rem Seitensprung erfahren hätte. Da hätte es eindeutig näher gelegen, das An-

gebot, die Filme eigenhändig zu löschen, anzunehmen, zumal diesfalls auch gar 

nichts – jedenfalls keine persönliche Abneigung oder gar Groll – gegen ein weite-

res Treffen gesprochen hätte. Jedenfalls aber hätte auch kein Anlass bestanden, 

die Privatklägerin mit verbalem Druck bzw. Drohungen zu weiteren Treffen zu 

bewegen, wie dies belegtermassen geschehen ist.  

Hinzu kommt, dass ihre Ausführungen auch inhaltlich zurückhaltend blieben, was 

der ihr unterstellten "Angriff-ist-die-beste-Verteidigung"-Strategie zuwider laufen 

würde. Hierzu kann exemplarisch darauf verwiesen werden, dass sie durchwegs 

davon ausging, es sei auf dem Rücksitz des Fahrzeugs nur mit dem Mitbeschul-

digten E._____ zu Geschlechtsverkehr gekommen. Sie hielt daran sogar noch 

hartnäckig fest, als ihr die dritte Videoaufnahme vorgespielt wurde, indem sie er-

klärte, ihr sei nicht klar, wo im Auto sie sich dabei befunden habe, sie habe nur 

zwei Mal im Kopf (Urk. 8/4 S. 12 f. und S. 20; vgl. zum Ganzen auch die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 78 S. 54 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.7. Konkrete Beweiswürdigung  

4.7.1. Die Vorinstanz hat die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen und 

Beweismittel – soweit von ihr als verwertbar qualifiziert – aufgeführt und zusam-

mengefasst, worauf verwiesen werden kann (Urk. 78 S. 33 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Sie hat sich eingehend mit der vorliegenden Beweislage befasst. Dabei 

hat sie die vorhandenen Beweise sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit 

gewürdigt und sich auch ausführlich mit den zahlreichen Argumenten der Vertei-

digung auseinandergesetzt.  

Sie kam insgesamt zum Ergebnis, dass die Schilderungen der Privatklägerin le-

bensnah und authentisch wirkten und durchaus von Selbsterlebtem zeugten. 

Auch inhaltlich würden ihre Aussagen im Wesentlichen übereinstimmen. Sie habe 

zurückhaltend ausgesagt, wobei es ihr offensichtlich Mühe bereite, über sexuelle 

Inhalte im Allgemeinen und über das, was ihr widerfahren sei im Speziellen zu 

sprechen. Die vorhandenen, nicht zu übersehenden Ungereimtheiten seien ver-

- 29 - 

hältnismässig bedeutungslos und würden durch die Schilderungen der übrigen 

Beteiligten beseitigt. Schliesslich werde die Darstellung der Privatklägerin auch 

durch verschiedene andere Umstände untermauert (Urk. 78 S. 33 ff., betreffend 

Anklageziffer 1.1; für die weiteren Anklageziffern vgl. Urk. 78 S. 44 ff., S. 54 ff.).  

Hinsichtlich des Aussageverhaltens des Beschuldigten hielt die Vorinstanz fest, 

dass dieser versuche, der Privatklägerin die vollumfängliche Initiative zuzuschie-

ben und sie als sexbesessene Person dazustellen. Seine entsprechenden Aus-

führungen wirkten übertrieben, konstruiert und klischeehaft und stellten ein Indiz 

für unwahre Aussagen dar. Er versuche offenkundig, die Privatklägerin in ein mo-

ralisch fragwürdiges Licht zu rücken, gleichzeitig sei er auffallend bemüht, sich 

selbst als integre Person darzustellen, was klischeehaft und übertrieben wirke 

wobei diese Darstellung nicht einmal vom Mitbeschuldigten geteilt werde. Im Wei-

teren seien auch seine Aussagen keineswegs frei von Ungereimtheiten. In weiten 

Teilen unglaubhaft und lebensfremd seien insbesondere auch seine Ausführun-

gen betreffend die Videoaufnahmen (Urk. 78 S. 40 ff. und S. 60 f. betreffend An-

klageziffer 1.1 und 1.2 Abs. 2, 3, 5 und 6; für die weiteren Anklageziffern vgl. 

Urk. 78 S. 47). 

Mit Bezug auf die Aussagen des Mitbeschuldigten hielt die Vorinstanz fest, diese 

würden in wesentlichen Punkten von denjenigen des Beschuldigten abweichen 

und die Schilderungen der Privatklägerin stützen. So deute der Mitbeschuldigte 

verschiedentlich an, dass die Privatklägerin wohl doch nicht so freiwillig mitge-

macht habe, wie der Beschuldigte stets betont habe (Urk. 78 S. 41 und S. 64 f. 

betreffend Anklageziffer 1.1 und 1.2 Abs. 2, 3, 5 und 6; für die weiteren Anklage-

ziffern vgl. Urk. 78 S. 48).  

Wesentlich stellte die Vorinstanz auch auf weitere Umstände ab, die ihrer Ansicht 

nach im Ergebnis die Darstellung der Privatklägerin als deutlich glaubhafter er-

scheinen liessen: 

− so habe sich die Privatklägerin zunächst geweigert, sich nochmals mit 

dem Mitbeschuldigten in Gegenwart des Beschuldigten zu treffen 

(Urk. 78 S. 38 betreffend Anklageziffer 1.1), 

- 30 - 

− der Beschuldigte habe die Videoaufnahmen zunächst damit zu erklären 

versucht, er habe einen Videobeweis benötigt, da ihm die Privatkläge-

rin beim ersten Treffen damit gedroht habe, ihn bei der Polizei zu mel-

den (Urk. 78 S. 38 betreffend Anklageziffer 1.1), 

− bei Sichtung der Videoaufnahmen, die anlässlich des zweiten Treffens 

gemacht worden seien, entstehe insgesamt der Eindruck, dass die Pri-

vatklägerin während des Geschlechtsverkehrs mit den beiden Männern 

äusserst erniedrigend behandelt, mithin zu einem blossen Sexualobjekt 

degradiert worden sei. Sowohl die Gespräche zwischen dem Beschul-

digten und dem Mitbeschuldigten, als auch die herablassende Art und 

Weise, wie der Beschuldigte der Privatklägerin wiederholt Anweisun-

gen erteilt habe (vgl. die beschreibende Darstellung des Videoinhalts in 

Urk. 78 S. 65 ff.), würden diesen Eindruck unterstreichen. Zudem lies-

sen sich insbesondere die in der dritten Videosequenz hörbaren 

Äusserungen der Privatklägerin ["Neiii", "Ich has eu scho tusig Mal xeit, 

ich vertrau eu nie meh", "Lönd mich", "Hör mal uf", ebenda S. 66] und 

ihre in diesem Zusammenhang spürbar negativen Emotionen in keiner 

Weise mit einvernehmlichem Geschlechtsverkehr in Einklang bringen 

(Urk. 78 S. 67, betreffend Anklageziffer 1.2 Abs. 2, 3, 5 und 6), 

− aus dem Chatverkehr mit dem Beschuldigten bzw. dem Mitbeschuldig-

ten, welcher sich nach dem zweiten Treffen entwickelt habe, ergäben 

sich weitere Indizien für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin. So habe sie zwar einigermassen gelassen mit dem Beschul-

digten und dem Mitbeschuldigten kommuniziert, jedoch bisweilen Aus-

sagen getätigt, welche sich in keiner Art und Weise mit einvernehmli-

chem Geschlechtsverkehr vereinbaren liessen. Zudem sei deutlich er-

kennbar, dass die Privatklägerin offenkundig eine starke Abneigung 

gegenüber dem Beschuldigten gehegt habe, was ebenfalls gegen die 

angebliche Freiwilligkeit des Geschlechtsverkehrs spreche (Urk. 78 

S. 67 f. betreffend Anklageziffer 1.2 Abs. 2, 3, 5 und 6): 

- 31 - 

− in einer Mitteilung vom 18. März 2013 habe die Privatklägerin 

deutlich gemacht, dass sie an jenem Abend [dem zweiten Treffen] 

keinen Spass gehabt habe, was dieser ja gesehen habe. Sie 

werde diesen Abend nie vergessen, weil es der schlimmste 

Abend gewesen sei und er den Grund dafür kenne (vgl. Urk. 12/7 

Nr. 2, 4 und 14), 

− am 31. März 2013 sei im Rahmen eines langen und intensiven 

Chatgesprächs hartnäckig und mitunter ausfallend versucht wor-

den, die Privatklägerin zu einem weiteren Treffen zu überreden. 

Die Privatklägerin habe dabei zunächst den Anschein gemacht, 

sich auf ein weiteres Treffen einzulassen, als sie jedoch realisiert 

habe, dass der Mitbeschuldigte wohl in Begleitung des Beschul-

digten zum vereinbarten Treffpunkt erscheinen werde, habe sie 

vollkommen abgeblockt. Die Privatklägerin habe ihrem Chat-

partner insbesondere zu verstehen gegeben, dass dann alles 

wieder gleich ablaufen würde, wie beim letzten Mal und sie ihnen 

nicht mehr vertraue (Urk. 12/8, insb. Nr. 33 und 38). 

Einzig hinsichtlich der Frage, ob die Privatklägerin im Anschluss an den Ge-

schlechtsverkehr mit dem Mitbeschuldigten E._____ auf der Rückbank des Fahr-

zeugs auch (nochmals) mit dem Beschuldigten Geschlechtsverkehr hatte, stellte 

die Vorinstanz nicht auf die Aussagen der Privatklägerin, sondern auf die überein-

stimmenden Darstellungen des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten E._____ 

ab, welche durch die dritte Videodatei massgeblich gestützt werden (Urk. 78 S. 

56).  

4.7.2. Die Vorinstanz gelangte somit nach Würdigung sämtlicher Beweismittel und 

Umstände zum Schluss, der eingeklagte Sachverhalt sei – mit Ausnahme des 

Umstands, dass es anlässlich des zweiten Treffens zwischen der Privatklägerin 

und dem Beschuldigten zu Oralverkehr gekommen sein soll – rechtsgenügend er-

stellt (Urk. 78 S. 70). Dem kann unter Verweis auf die detaillierten Erwägungen 

der Vorinstanz grundsätzlich zugestimmt werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nach-

folgenden Ausführungen verstehen sich daher lediglich als Ergänzungen, in ei-

- 32 - 

nem Punkt (nachfolgend Litera c) aber ist von der vorinstanzlichen Sachverhalts-

erstellung abzuweichen. 

a) Was die Aussagen der Privatklägerin angeht, weist die Verteidigung nicht zu 

Unrecht darauf hin, dass sie in der Schilderung insbesondere der sexuellen Hand-

lungen detailarm, farblos und karg daherkommen (Urk. 66 passim). Tatsächlich 

fällt diesbezüglich eine wenig lebhafte, gar karge Schilderung auf. Aus den Vi-

deodateien der vierten Befragung erhellt nun aber ganz deutlich, dass die Privat-

klägerin generell wenig wortgewandt ist und sich – auch bezüglich Ereignissen, 

die unbestritten sind – einer eher einfachen Ausdrucksweise bedient. Auch ihr 

Sprachverständnis ist wenig ausgeprägt. Mehrfach mussten ihr Ausdrücke erklärt 

bzw. Fragen umformuliert werden, was jedoch in die Transkription der Einver-

nahme keinen Eingang gefunden hat (vgl. insbesondere Urk. 8/5 Video 4 [gemäss 

Bleistiftbeschriftung]: "verbal", "sich anvertrauen", "über eine Drittperson Anzeige 

erstatten"). Speziell ihr Vokabular, was sexuelle Handlungen angeht, scheint – ei-

nem unaufgeklärtem Kind ähnlich – wenig bis gar nicht entwickelt (exemplarisch 

in Urk. 8/4 S. 7-9.: "Und dann hat er es gemacht", "und dann machte es der Jün-

gere. Dann kehrte er mich irgendwie um, dass ich auf meinen Beinen war", "Zu-

erst normal im Sitzen. Dann drehte er mich um und machte es so", "Er drehte 

mich um, so dass ich auf den Beinen war (AF C._____: Meinen Sie knien?) Ja."). 

Offensichtlich wurde diese Thematik im Elternhaus gemieden und verdrängt 

(vgl. hierzu die irritierenden Aussagen der Mutter der Privatklägerin, Urk. 11/7). 

Erscheint ein einfacher, insbesondere in sexueller Hinsicht fast kindlich unterent-

wickelter Wortschatz aber als persönlichkeitsinhärent, kann daraus nicht auf feh-

lende Glaubhaftigkeit der Aussagen geschlossen werden.  

b) Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, ist der Beschuldigte deutlich be-

müht, die Privatklägerin als eigentliche Initiatorin aller sexuellen Handlungen dar-

zustellen, welche sofort bereit sei mit zwei ihr kaum bekannten Männern "Spass" 

– lies Geschlechtsverkehr – zu haben (Urk. 9/5 S. 9: "Sobald man sie berührt, ist 

sie sofort bereit für Geschlechtsverkehr."). Dass dies seinen eigenen Neigungen – 

der Mitbeschuldigte sagte hierzu aus, der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er 

bei Frauen aufdringlich sei und nicht gefühlvoll mit ihnen umgehe. Er habe auch 

- 33 - 

gesagt, er müsse sofort Geschlechtsverkehr haben und wolle nicht zuerst küssen 

(Urk. 10/5 S. 7, bestätigt in Urk. 9/4 S. 5) – entgegenkommt, scheint da bloss 

glückliche Fügung. Bei näherer Betrachtung lässt sich diese Sicht der Dinge aber 

insbesondere mit der Realität des dritten Videos nicht in Übereinstimmung brin-

gen. Der Beschuldigte selbst führte hierzu – entlarvend – aus, die Privatklägerin 

habe, als sie klar "nein", "lönd mich" und "hör emol uf" gesagt habe, geweint und 

der Mitbeschuldigte habe getan wie ein Kind. Auf Nachfrage kehrte er seine Aus-

sage dann ins Gegenteil ("Nein. Sie weinte nicht. Sie lachte mit uns." Urk. 9/2 

S. 9), ohne für diesen Widerspruch aber eine nachvollziehbare Erklärung zu ge-

ben. Auch die später folgende Kommunikation über verschiedene Kurznachrich-

tenkanäle (Urk. 12/7 und 8) und da insbesondere die Hartnäckigkeit und Tonalität, 

mit welcher von Seiten der Männer um eine weitere Verabredung nachgesucht 

wurde sowie die ablehnende Grundstimmung der Privatklägerin sprechen deutlich 

gegen ein mit einem Orgasmus der Privatklägerin (vgl. Urk. 9/5 S. 12 f. und 

Urk. 10/3 S. 9) gekröntes Seitensprungabenteuer.  

Bei dieser Sachlage ist – mit der Vorinstanz – grundsätzlich auf die wesentlich 

glaubhafteren, durch das dritte Video, die zu den Akten erhobenen Kurznachrich-

ten und teilweise sogar durch die Aussagen des Mitbeschuldigten bestärkten 

Aussagen der Privatklägerin abzustellen. 

c) Einzig was die dem Vorwurf der Freiheitsberaubung zugrunde liegenden Ereig-

nisse angeht, ist von der vorinstanzlichen Sachverhaltserstellung abzuweichen 

und in Nachachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" zugunsten des Beschul-

digten davon auszugehen, dass die Privatklägerin beim zweiten Treffen insofern 

freiwillig in das Fahrzeug des Beschuldigten eingestiegen ist bzw. hierzu jeden-

falls nachträglich, allenfalls konkludent, eingewilligt hat, als dass sie nicht das ihr 

Mögliche unternommen hat, um einen gegen ihren Willen durchgeführten Trans-

port abzuwenden: 

Wie die Darstellung der Aussagen der Beteiligten (wiedergegeben im angefochte-

nen Urteil unter Erwägung II. E, Urk. 78 S. 42 ff.) ergibt, hatte der Mitbeschuldigte 

E._____ die Privatklägerin um ein zweites Treffen gebeten, welchem sie nach an-

fänglichem Zögern zustimmte. Vor Ort haben die Männer dann davon gespro-

- 34 - 

chen, dass man noch in den Ausgang gehen wolle, wobei eine Freundin des Be-

schuldigten auch mitkomme. Die Privatkläger führte danach aus, sie sei gegen ih-

ren Willen, aber ohne Gewalt, von den beiden gepackt, hochgehoben, zum Auto 

getragen und auf den Rücksitz gesetzt worden. Die Männer seien sodann vorne 

eingestiegen, hätten die Türen verriegelt und seien sofort abgefahren. Der Be-

schuldigte und der Mitbeschuldigte E._____ erklärten demgegenüber, die Privat-

klägerin sei selber eingestiegen, die Türen seien nicht verriegelt worden. Die Kol-

legin des Beschuldigten stiess allerdings dann nicht dazu. Gemäss Angaben des 

Beschuldigten hat sie später abgesagt und auch die Privatklägerin gab an, der 

Beschuldigte sei während der Fahrt angerufen worden, was dessen Darstellung 

bekräftigt.  

Bei der Darstellung der Privatklägerin fällt auf, dass sie das Ins-Auto-bugsiert-

Werden subjektiv offenbar nicht als Gewaltanwendung empfand, was jedenfalls 

Interpretationsspielraum offenlässt. Selbst wenn davon ausgegangen wird, der 

Widerstand der Privatklägerin sei auch ohne Gewaltanwendung aufgrund der 

konkreten Umstände (psychische Überlegenheit der beiden männlichen Beteilig-

ten etc.) eingeschränkt gewesen, kommt hinzu, dass sie auch nicht unverzüglich 

wieder aus dem Auto ausstieg. Dies wäre zumindest bis die Beschuldigten ihrer-

seits auf den Vordersitzen Platz genommen haben, möglich und denkbar gewe-

sen, konnten diese doch erst in jenem Moment die Türen verriegeln, wie der Be-

schuldigte in der Einvernahme vom 8. April 2013 zu Recht anmerkte (Urk. 9/1 

S. 10). Dass anschliessend die Türen bei der Wegfahrt gemäss (bestrittener) 

Darstellung der Privatklägerin verriegelt wurden, ist für sich allein noch kein Indiz 

für eine unfreiwillige Mitfahrt. Modernere Fahrzeuge verriegeln erfahrungsgemäss 

mitunter alle Türen automatisch, sobald das Fahrzeug über Schritttempo be-

schleunigt.  

Was die Fahrt an sich angeht, ist aufgrund fehlender Untersuchungshandlungen 

zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass die Privatklägerin ihr Mo-

biltelefon gebrauchen konnte, damit aber keine Hilferufe/-SMS absetzte (vgl. 

Urk. 78 S. 9). Dass sie ihr Mobiltelefon während der Fahrt tatsächlich in wohl re-

gem Gebrauch hatte, ergibt sich im Übrigen auch aus ihrer Aussage, der Be-

- 35 - 

schuldigte habe es ihr während der Fahrt später weggenommen, da sie "immer 

am Natel sei" (Urk. 8/4 S. 17 f.). Erstellt ist überdies, dass sie anschliessend mit 

den Männern rund zweieinhalb Stunden in der … Bar verbrachte, dabei auf Kos-

ten des Beschuldigten auch Getränke konsumierte und mindestens (auch nach 

eigener Einschätzung, vgl. a.a.O., S. 20) gegen aussen den Anschein gab, Spass 

zu haben. Anschliessend wurde sodann auch noch gemeinsam bei McDonalds 

eingekehrt. Bei all diesen Gegebenheiten suchte die Privatklägerin keine Hilfe bei 

Drittpersonen und versuchte auch nicht, sich vom Ort bzw. von den Beschuldigten 

auf eigene Faust weg zu begeben. Ihre Erklärungen hierzu wirken eher platt und 

wenig glaubhaft, wenn sie eine diffuse Angst schildert, die Beschuldigten würden 

diesfalls "etwas machen" (a.a.O., S. 19).  

So ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass die Privatklägerin 

nach anfänglichem Zögern eingewilligt hat, mitzugehen. Dass sie – da sie ja nur 

kurz aus dem Haus wollte, was an sich unbestritten ist – kein Geld dabei hatte, 

spricht nicht gegen diese Interpretation. Wie die Ereignisse zeigen, bezahlte der 

Beschuldigte bei beiden Treffen die Konsumationen. Für einen Stimmungsum-

schwung spricht im Übrigen auch, dass beide Männer davon sprachen, dass man 

noch mit einer weiteren Frau abgemacht habe. Dies war in dieser Situation sicher 

geeignet, allfällige Bedenken der Privatklägerin zu zerstreuen, zumal die Privat-

klägerin offenbar dazu neigt, dominant vorgetragenen Wünschen Dritter wenig 

Widerstand entgegen zu halten (vgl. Urk. 8/4 S. 20, wo der Stiefvater auf Anzeige 

drängte oder Urk. 8/1 S. 11 und Urk. 8/4 S. 16, wo die Freundin sie nicht aus dem 

Haus gelassen habe [vgl. hierzu auch den Chatverlauf Urk. 12/8). Jedenfalls kann 

bei dieser Indizienlage nicht ohne vernünftige Zweifel davon ausgegangen wer-

den, die Privatklägerin sei nicht freiwillig mitgefahren bzw. habe sich nach anfäng-

lichem kurzen Widerstreben schliesslich nicht zumindest konkludent mit der Fahrt 

einverstanden erklärt.  

d) Was die Urheberschaft der an die Privatklägerin gerichteten Kurznachrichten 

angeht, stehen heute aufgrund des Verschlechterungsverbots einzig noch die drei 

WhatsApp-Nachrichten Nr. 13 vom 31. März 2013, 19:13:25 Uhr, Nr. 44 vom 

31. März 2013, 20:01:45 Uhr und Nr. 74 vom 31. März 2013, 20:49:42 Uhr zur 

- 36 - 

Diskussion (vgl. Urk. 12/8), nachdem die Vorinstanz in den übrigen in der Ankla-

geschrift enthaltenen Nachrichten keine tatbestandsmässigen Nötigungshandlun-

gen zu erkennen vermochte und dies Seitens der Staatsanwaltschaft unangefoch-

ten blieb (Urk. 78 S. 70 und S. 80 ff.; Art. 391 Abs. 2 StPO).  

Die besagten drei Nachrichten wurden gemäss Aussagen des Mitbeschuldigten 

E._____ zwar durch ihn verfasst, jedoch seien sie ihm durch den Beschuldigten – 

halb auf Deutsch, halb auf Albanisch – diktiert worden (Urk. 10/5 S. 5 f., bestätigt 

anlässlich der Konfrontation, Urk. 9/4 S. 3 f. und S. 7). Der Beschuldigte erklärte 

hierzu, dabei gewesen zu sein, wenn der Mitbeschuldigte von seinem Mobiltele-

fon aus Nachrichten verschickte. Es habe Nachrichten gegeben, welche er diktiert 

habe, bei anderen habe er nicht gewusst, was E._____ geschrieben habe (Urk. 

9/2 S. 5 f.). Weiter erklärte er zunächst, selbst keine SMS geschrieben zu haben, 

da er die Sprache nicht könne (Urk. 9/1 S. 11), relativierte dies indes später und 

anerkannte, einige wenige Kurznachrichten mit Hilfe von Dritten, an welche er 

sich nicht erinnere, geschrieben zu haben (Urk. 9/4 S. 3).  

Da die Nachricht vom 2. April 2013 (Urk. 14/6 Datei H_2013_367_B._____> 

Samsung.2013>chats>WhatsApp>chat-16) während der Arbeitszeit des Beschul-

digten von dessen Rufnummer aus versandt wurde (vgl. Urk. 1 S. 10), er während 

der Arbeit gemäss eigenen Angaben sein Natel immer dabei hatte, der Mitbe-

schuldigte damals in der Schule war und der Beizug angeblicher Hilfspersonen 

bei der Nachrichtenverfassung bei dieser Sachlage als reine Schutzbehauptung 

zu qualifizieren ist, ist rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte durchaus in 

der Lage ist – allenfalls mit Hilfe der automatischen Wortvorschläge – Kurznach-

richten in deutscher Sprache zu versenden. Aufgrund dessen ist auch davon aus-

zugehen, dass er geschriebene Nachrichten jedenfalls hinreichend zu verstehen 

vermag. Dies führte auch der Mitbeschuldigte konstant aus. Jener konnte zudem 

nachvollziehbar darlegen, dass er die hier interessierenden Nachrichten, insbe-

sondere Nr. 13, auf Geheiss des Beschuldigten verfasst habe. Der Beschuldigte 

habe gemeint, man müsse mit Frauen hart bleiben, sonst würden sie die Hosen 

anhaben (Urk. 10/5 S. 6). Dass er dem Mitbeschuldigten gewissen Texte diktiert 

habe aus Angst, dass der etwas Falsches schreiben würde, da er jünger sei, und 

- 37 - 

es besser sei, wenn sie es so oder so schreiben würden, gab auch der Beschul-

digte zu Protokoll (Urk. 9/2 S. 6). Nachdem die beiden an besagtem Abend über-

dies gemeinsam in … im … waren und es erklärtes Ziel des Abends war, sich 

noch einmal mit der Privatklägerin zu treffen, angeblich damit diese die Filmauf-

nahmen eigenhändig löschen könne, kann insgesamt kein Zweifel daran beste-

hen, dass nicht nur der Mitbeschuldigte, sondern auch der Beschuldigte über den 

Inhalt der WhatsApp-Kommunikation genau im Bilde war. Mithin ist erstellt, dass 

die Nachrichten Nr. 13, 44 und 74 mit Wissen und Einverständnis, wenn nicht gar 

auf Vorschlag des Beschuldigten hin geschrieben und versandt wurden.   

4.8. Auf der Basis der umfassenden vorinstanzlichen Erwägungen und bezug-

nehmend auf die obigen, punktuellen Ergänzungen bzw. Abweichungen bei der 

Beurteilung der Beweislage erscheint der Sachverhalt – soweit überhaupt noch 

rechtserheblich – mit Ausnahme des Versuchs, Oralverkehr zu erzwingen sowie 

der erzwungenen Autofahrt beim zweiten Treffen als erstellt.  

5. Rechtliche Würdigung 

Die rechtliche Würdigung des erstellten Sachverhaltes durch die Vorinstanz er-

folgte mit überzeugender Begründung, die mit Ausnahme des Schuldspruchs we-

gen Freiheitsberaubung zu übernehmen ist (Urk. 78 S. 71 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Entsprechend sind die Schuldsprüche wegen mehrfacher Vergewaltigung 

(Art. 190 Abs. 1 StGB) und Gehilfenschaft zu Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB), wegen versuchter Nötigung (Art. 181 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB), wegen Verletzung des Geheim- und Pri-

vatbereichs durch Aufnahmegeräte (Art. 179quater Abs. 1 StGB) und wegen sexuel-

ler Belästigung (Art. 198 Abs. 2 StGB) zu bestätigen. 

Vom Vorwurf der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB ist der 

Beschuldigte jedoch freizusprechen. Zwar dürfte die Privatklägerin entgegen ih-

rem Willen in das Fahrzeug verbracht worden sein, wogegen sie sich aufgrund 

der faktischen Überlegenheit des Beschuldigten und E._____ nicht zur Wehr set-

zen konnte. Eine freiheitsberaubende Intensität liegt aber allein durch dieses un-

freiwillige Verbringen der Privatklägerin in das Fahrzeug noch nicht vor. Zudem ist 

- 38 - 

auch aufgrund des Umstandes, dass es ihr hernach anlässlich der Fahrt und des 

Verbleibs in der Bar in … unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände möglich 

gewesen wäre, Hilfe zu holen, sie dies aber nicht tat, nicht von einer Freiheitsbe-

raubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB auszugehen.  

Schliesslich ist dem Beschuldigten – in sinngemässer Wiederholung der Erwä-

gungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 78 S. 86 f.) – in Erinnerung zu rufen, dass ent-

gegen seiner Ansicht auch für die Erfüllung des Tatbestandes der Vergewaltigung 

gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB keine brutale Gewalt, etwa in Form von Schlägen 

oder Würgen, erforderlich ist. Es genügt, wenn der Täter seine überlegene Kraft 

einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf sie legt (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_993/2013 vom 17. Juli 2014, Erw. 3.3. mit Hinweisen), 

wie das vorliegend der Beschuldigte (1.75 Meter gross Urk. 26/3), aber auch der 

Mitbeschuldigte (1.87 Meter gross und 95 Kilogramm schwer, Urk. 27/3 S. 4) ta-

ten. Entsprechend muss sich das Opfer auch nicht auf einen Kampf einlassen o-

der Verletzungen in Kauf nehmen, sondern es genügt nach gefestigter Recht-

sprechung der Wille des Opfers, den Geschlechtsverkehr nicht zu wollen, wobei 

dieser Wille unzweideutig manifestiert werden muss (BGE 122 IV 97 Erw. 2b; Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_993/2013 vom 17. Juli 2014, Erw. 3.4.). Dass die 

bloss 1,60 Meter grosse und 53 Kilogramm schwere Privatklägerin (vgl. Urk. 8/4 

S. 14) im vorliegenden Fall von Anfang an und wiederholt unmissverständlich 

äusserte, dass sie mit dem sexuellen Kontakt nicht einverstanden war und diesen 

ablehnte, hat sie glaubhaft geltend gemacht und ist insbesondere auch der ein-

drücklichen Tonaufnahme des dritten Videos (Urk. 12/4 Datei 

20133023_040020.mp4) zu entnehmen. Der Beschuldigte setzte sich dabei über 

den zumindest verbal klar geäusserten Willen der Privatklägerin hinweg. Weiter 

machte er sie gleich zu Beginn, indem er sie an den Armen fixierte und sich ihre 

Beine über die Schultern legte, widerstandsunfähig. Hinzu kommt die dem Be-

schuldigten selbstredend bekannte, ausweglose Situation der Privatklägerin des 

Nachts im Winter, auf einem abgelegenen Waldweg ohne Durchgangsverkehr 

und in Gegenwart von zwei körperlich deutlich überlegenen Männern, weshalb 

der Privatklägerin kein Vorwurf gemacht werden kann, wenn sie sich auch bei 

später praktizierten, weniger dominierenden Stellungen des Geschlechtsverkehrs 

- 39 - 

keine deutliche physische Gegenwehr mehr zeigte, sondern sich darauf be-

schränkte, den Beschuldigten bzw. den Mitbeschuldigten verbal abzuwehren oder 

gar höhnisch auszulachen. Dieses durch die Situation bedingte strukturelle Un-

gleichgewicht scheint im Übrigen auch geeignet, den bei Vergewaltigungen nach 

Ansicht der Verteidigung jeweils vorliegenden Zeitdruck – welcher einen Ge-

schlechtsverkehr in mehreren Stellungen, wie vorliegend allseits geschildert, nicht 

zulasse und somit gegen uneinvernehmlichen Sex spreche (Urk. 66 S. 33) – hier 

deutlich zu relativieren, musste doch abseits jeglichen Durchgangsverkehrs, mit-

ten in der kalten Winternacht realistischerweise nicht mit Passanten oder anderen 

Störfaktoren gerechnet werden. Indem sich der Beschuldigte über den unmiss-

verständlich kundgetanen Willen der Privatklägerin hinwegsetzte, handelte er di-

rekt vorsätzlich, so dass der Beschuldigte sowohl den objektiven wie den subjek-

tiven Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 StGB erfüllte. 

6. Strafzumessung und Vollzug 

6.1. Betreffend die allgemeinen Regeln der Strafzumessung und die Bildung ei-

ner Gesamtstrafe kann auch hier, um Wiederholungen zu vermeiden, vollumfäng-

lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 78 

S. 84 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz hat insbesondere in Nachachtung 

der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil 6B_466/2013 vom 

25. Juli 2013, Erw. 2.1 und 2.3.2; mit Hinweisen, bestätigt in Urteil 6B_375/2014 

vom 28. August 2014, Erw. 2.6. a. E.) korrekterweise bei der Festsetzung der 

Einsatzstrafe zunächst alle objektiven und subjektiven verschuldensrelevanten 

Umstände beachtet, in einem weiteren Schritt die übrigen Delikte beurteilt und 

aufgezeigt, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperati-

onsprinzips zu erhöhen ist und schliesslich erst nach Festlegung der (hypotheti-

schen) Gesamtstrafe für sämtliche Delikte die allgemeinen Täterkomponenten be-

rücksichtigt. Schliesslich hat die Vorinstanz für die ebenfalls zu beurteilende Über-

tretung kumulativ eine Busse ausgefällt, was bei dieser Sachlage unerlässlich ist.  

6.2. Was die mit Freiheitsstrafe, mithin gleichartigen Strafen bedrohten Delikte 

angeht, ist die Vorinstanz korrekterweise von der Vergewaltigung als schwerstem 

Delikt ausgegangen und hat den Strafrahmen zutreffend auf ein bis zehn Jahre 

- 40 - 

Freiheitsstrafe festgelegt (Urk. 78 S. 84). Auch unter Berücksichtigung der De-

liktsmehrheit, welche strafschärfend zu berücksichtigen ist, liegen keine ausseror-

dentlichen Gegebenheiten vor, welche ein Verlassen des ordentlichen Strafrah-

mens erfordern. Indessen ist diesem Umstand innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens jedenfalls straferhöhend Rechnung zu tragen.  

Aufgrund der zeitlichen und situativen Nähe rechtfertigt es sich, beide Vergewalti-

gungen einer Gesamtbetrachtung zu unterziehen. Die Qualifikation des Verschul-

dens durch die Vorinstanz als "keineswegs mehr leicht bis erheblich" (und nicht, 

wie von der Staatsanwaltschaft gerügt als "noch eher leicht", Urk. 83) ist insge-

samt nicht zu beanstanden, wobei zur Begründung der objektiven wie subjektiven 

Komponenten auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwie-

sen werden kann (Urk. 78, S. 86 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zuhanden der Staats-

anwaltschaft bleibt anzumerken, dass die Privatklägerin zur Tatzeit bereits volljäh-

rig war und nicht, wie in der Anschlussberufung geltend gemacht, erst 17 Jahre alt 

(vgl. Urk. 83), wobei die Vorinstanz der Tatsache, dass der Beschuldigte ihre of-

fensichtliche jugendliche Naivität aber schamlos ausnutzte, angemessen Rech-

nung getragen hat. Dass der Beschuldigte in speziellem Masse körperliche Ge-

walt angewendet hat, kann ihm – ebenfalls entgegen der Ansicht der Staatsan-

waltschaft (Urk. 83) – aufgrund des erstellten Sachverhaltes nicht angelastet wer-

den. Schliesslich fällt eine alkoholbedingte Enthemmung des Beschuldigten, wel-

che aber seine Schuldfähigkeit noch nicht beeinträchtigte, verschuldensmässig 

leicht zu seinen Gunsten ins Gewicht. Eine hypothetische Einsatzstrafe für beide 

Vergewaltigungen von 30 Monaten Freiheitsstrafe erscheint dem festgestellten 

Verschulden als angemessen. Die von der Staatsanwaltschaft geforderte Erhö-

hung der Einsatzstrafe auf 4 ½ Jahre Freiheitsstrafe (Urk. 83 und Urk. 98) 

schiesst über das Ziel hinaus und ist abzulehnen.  

Was die Gehilfenschaft zur Vergewaltigung durch den Mitbeschuldigten E._____ 

angeht, fällt die Beurteilung der Vorinstanz allerdings zu milde aus (vgl. Urk. 78 

S. 88). Zwar hielt sich die faktische Hilfeleistung des Beschuldigten zur Vergewal-

tigung der Privatklägerin durch den Mitbeschuldigten E._____ tatsächlich in 

Schranken. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass sich E._____ in sei-

- 41 - 

nem Verhalten doch deutlich an seinem älteren, erfahreneren und geachteten 

Cousin ausrichtete, was jenem bewusst sein musste. Mithin bereitete er durch 

sein Vorbild auch ideell den Boden für den nachfolgenden Übergriff des Mitbe-

schuldigten. Damit aber ist sein Verschulden auch in diesem Punkt insgesamt als 

nicht mehr leicht zu qualifizieren, was eine Asperation um rund vier Monate als 

angemessen erscheinen lässt.  

Auch die Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

führt zu einer weiteren Asperation der Einsatzstrafe, konkret um einen Monate. 

Hierzu kann wiederum auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Ur-

teil verwiesen werden (Urk. 78 S. 89 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Mit Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz hat schliesslich eine 

weitere Asperation für die versuchte Nötigung zu erfolgen. Eine Erhöhung um 

rund zwei Monate, wie dies die Vorinstanz vorgesehen hat, erscheint angemes-

sen (Urk. 78 S. 90).  

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz vermögen die Täterkomponenten die Stra-

fe weder zu mindern noch zu erhöhen. Es kann auch diesbezüglich auf ihre zu-

treffenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 78 S. 90 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Aufgrund einer Gesamtwürdigung der Tat- und Täterkomponenten sowie unter 

Berücksichtigung des Asperationsprinzips und des richterlichen Ermessens er-

scheint die durch das Bezirksgericht ausgefällte Freiheitsstrafe von insgesamt 36 

Monaten auch nach Wegfall der Verurteilung wegen Freiheitsberaubung als an-

gemessen und ist deshalb zu bestätigen. Der Umstand, dass aufgrund der vor-

stehenden Ausführungen eine unwesentlich höhere Strafe resultieren würde, än-

dert daran nichts.  

Was die zusätzlich auszusprechende Busse für die sexuelle Belästigung im Sinne 

von Art. 198 Abs. 2 StGB angeht, kann mit Bezug auf die dabei zu berücksichti-

genden Kriterien wiederum auf die umfassenden Erwägungen im angefochtenen 

Urteil verwiesen werden (Urk. 78 S. 92 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Angesichts der 

prekären finanziellen Lage des Beschuldigten (vgl. Urk. 78 S. 91 sowie Prot. II 

- 42 - 

S. 10 f.) erweist sich die ausgefällte Busse von Fr. 2'000.– allerdings als deutlich 

übersetzt. Vielmehr scheint es angemessen, diese auf Fr. 1'000.–festzusetzen. 

6.3. Angesichts der auszufällenden Strafhöhe ist die Gewährung des teilbeding-

ten Vollzugs der Freiheitsstrafe zu prüfen. Die Vorinstanz hat sich hierzu – sowohl 

zu den theoretischen Voraussetzungen wie auch zu deren Vorliegen im konkreten 

Fall – ausführlich und zutreffend geäussert, worauf verwiesen werden kann 

(Urk. 78 S. 94 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Unter Berücksichtigung des Tatvorwurfes, des nicht mehr leichten bis erheblichen 

Verschuldens, was die Vergewaltigungen angeht, sowie des Umstandes, dass die 

Legalprognose in Bezug auf den Beschuldigten trotz der teilweise einschlägigen 

Vorstrafe als günstig zu beurteilen ist, ist ihm – mit der Vorinstanz – der teilbe-

dingte Strafvollzug zu gewähren.  

Der Vollzug eines Drittels der Strafe, mithin von 12 Monaten Freiheitsstrafe, trägt 

den erwähnten Kriterien genügend Rechnung. Nachdem der Beschuldigte kein 

Jahr nach Ablauf der Probezeit seiner Vorstrafe wieder straffällig wurde, rechtfer-

tigt es sich jedoch – in Bestätigung der erstinstanzlichen Regelung – die Probezeit 

für den bedingt aufgeschobenen Teil von 24 Monaten Freiheitsstrafe auf 3 Jahre 

anzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

6.4. Die bereits erstandene Haft von 367 Tagen (8. April 2013 bis und mit 9. April 

2014, vgl. Urk. 26/2 und Urk. 70, ans Doppel angehängte Vollzugsmeldung) ist 

dem Beschuldigten im Umfang von 365 Tagen an den zu vollziehende und im 

Umfang von zwei Tagen an den aufgeschobenen Strafanteil anzurechnen (Art. 51 

StGB). Der zu vollziehende Strafanteil gilt dadurch als erstanden.  

6.5. Die Busse ist zu vollziehen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Für den Fall, dass die 

Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist die Ersatzfreiheitsstrafe praxisgemäss auf 

zehn Tage festzusetzen.  

- 43 - 

7. Zivilansprüche 

7.1. Die Vorinstanz hat die Anträge und Parteistandpunkte hinsichtlich Genugtu-

ung und Schadenersatz, wie auch die theoretischen Grundlagen und Bemes-

sungskriterien der entsprechenden Forderungen korrekt dargestellt (Urk. 78 

S. 98 ff), worauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

7.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 12. Mai 2015 ergänzte die Vertre-

terin der Privatklägerin, es werde bestritten, dass die psychische Beeinträchtigung 

der Privatklägerin eher im unteren Bereich anzusiedeln sei. Die erlittene Verlet-

zung der psychischen, physischen und sexuellen Integrität der Privatklägerin sei 

stattdessen als schwer einzustufen, ebenso wie das Verschulden des Beschuldig-

ten. Unter Berücksichtigung ähnlich gelagerter Fälle, sei eine Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 25'000.– angemessen (Urk. 99 S. 2-4). Zudem habe die Vorinstanz 

das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin zu Unrecht mangels Substantiie-

rung auf den Zivilweg verwiesen. Die Notwendigkeit einer psychotherapeutischen 

Behandlung, welche die Privatklägerin aufgrund des vorinstanzlichen Entscheids 

unterbrochen habe, sei nachgewiesen. Es sei mit einem Psychotherapiebedarf 

von mindestens 20 Stunden zu Fr. 150.– pro Stunde zu rechnen (Urk. 99 S. 5).  

7.3. Was die geltend gemachte Schadenersatzforderung über Fr. 3'000.– für zu-

künftig notwendige Psychotherapiestunden angeht – in der Vergangenheit sind ihr 

die durch die Psychotherapeutin in Rechnung gestellten Kosten offenbar durch 

Dritte erstattet bzw. nicht überwälzt worden (vgl. Urk. 60/1) –, scheinen die Haf-

tungsvoraussetzungen der Widerrechtlichkeit und des Verschuldens ohne Weite-

res als gegeben. Hingegen fehlt es – wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat 

(Urk. 78 S. 101 f.) –  an der ausreichenden Substantiierung des erlittenen Scha-

dens. Entsprechend ist die Privatklägerin mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Zivilweg zu verweisen. 

7.4. Nach zu teilender Auffassung der Vorinstanz hat der Beschuldigte wider-

rechtlich und schuldhaft in die psychische, physische und sexuelle Integrität der 

Privatklägerin eingegriffen, sie dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt 

und ihr seelische Unbill zugefügt. Im Weiteren stützte sich die Vorinstanz auf den 

- 44 - 

psychologischen Kurzbericht von R._____, deren Beratung die Privatklägerin da-

mals seit ca. acht Monaten in Anspruch nahm und welche bei der Privatklägerin 

eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostizierte (Urk. 60/2). Mit der Vo-

rinstanz ist die erlittene bzw. andauernde psychische Belastung der Privatklägerin 

nicht zu bagatellisieren, indes auch nicht aus den Augen zu verlieren, dass das 

Verschulden des Beschuldigten vorliegend eher im unteren Bereich anzusiedeln 

ist, insbesondere was Umfang, Vorgehensweise und Dauer der schwersten Über-

griffe, der Vergewaltigungen, angeht. Wenn die Vorinstanz in Anbetracht der ge-

samten Umstände und in Berücksichtigung der Gerichtspraxis (vgl. Klaus Hüt-

te/Hardy Landolt, Genugtuungsrecht, Band I Hütte, Zürich/St. Gallen 2013, Tabel-

le zur Basisgenugtuung [2005 bis 2012], S. 174) der Privatklägerin eine Genugtu-

ung von Fr. 10'000.– zusprach, ist das angemessen und ohne Weiteres zu bestä-

tigen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin demge-

genüber abzuweisen. Zins wurde nicht beantragt. 

8. Beschlagnahmungen 

Nachdem das Mobiltelefon des Beschuldigten dazu verwendet wurde, die Privat-

klägerin ohne deren Einwilligung beim Geschlechtsverkehr zu filmen, hat es mit 

der vorinstanzlich angeordneten Einziehung zwecks Vernichtung, auf deren Be-

gründung hiermit verwiesen sei (Urk. 78 S. 102; Art. 82 Abs. 4 StPO) sein Be-

wenden. 

9. Kosten- und Entschädigungsregelung 

9.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung sind der beschuldigten Person, 

die bei mehreren angeklagten Straftaten nur teilweise schuldig gesprochen, im 

Übrigen aber freigesprochen wird, die Verfahrenskosten grundsätzlich anteils-

mässig aufzuerlegen. Dies gilt jedenfalls, soweit sich die verschiedenen Anklage-

komplexe klar auseinanderhalten lassen. Die anteilsmässig auf die mit einem 

Freispruch endenden Anklagepunkte entfallenden Kosten verbleiben beim Staat 

(Art. 426 Abs. 2 StPO). Vollumfänglich kostenpflichtig werden kann die beschul-

digte Person bei einem teilweisen Schuldspruch dann, wenn die ihr zur Last ge-

- 45 - 

legten Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle 

Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig waren 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_151/2014 vom 4. Dezember 2014 mit weiteren 

Hinweisen).  

Die Kosten des Berufungsverfahrens sind sodann den Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

9.2. Vorliegend erscheinen die Umstände der zweiten Autofahrt (Vorwurf der 

Freiheitsberaubung) als derart mit den gesamten Ereignissen jenes Abends ver-

knüpft, dass diesbezüglich von einem einzigen Sachverhaltskomplex auszugehen 

ist, der untersuchungstechnisch nicht in verschiedene, unabhängige Teilbereiche 

aufgesplittet werden kann. Vielmehr erweisen sich die einzelnen Verfahrenshand-

lungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Bezirksgericht mit Bezug auf den 

Vorwurf der Freiheitsberaubung auch für die Beurteilung der Vergewaltigungen 

als notwendig. Dementsprechend sind dem Beschuldigten – wie im angefochte-

nen Urteil vorgesehen – die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (beinhaltend 

auch die Untersuchungskosten) vollumfänglich aufzuerlegen. Ein Entschädi-

gungsanspruch besteht bei dieser Sachlage nicht (BGE 137 IV 352 Erw. 2.4.2).  

9.3. Angesichts des heutigen Urteils rechtfertigt es sich sodann, die Kosten des 

Berufungsverfahrens – ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung so-

wie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin – zu sechs Zehnteln 

dem Beschuldigten und zu einem Zehntel der Privatklägerin aufzuerlegen. Im Üb-

rigen sind die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin – auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Des weiteren ist dem Beschuldigten eine reduzierte Entschädigung für 

erbetene Verteidigung zuzusprechen. Was die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin angeht, ist im Umfang von 

sechs Zehntel die Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten.  

 

- 46 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. April 

2014 bezüglich der Dispositivziffern 8 und 11 (Kostenaufstellung und Fest-

setzung der Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,  

− der Gehilfenschaft zur Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB, 

− der versuchten Nötigung