# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f3217ea-6a45-549e-bb47-984c218736d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2008 E-8775/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8775-2007_2008-10-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8775/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richterin Therese Kojic, Richter Maurice Brodard, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, geboren (...),
Kroatien,
vertreten durch lic. iur. Dominik Heinzer, (Adresse)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. November 2007 / 
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8775/2007

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer – ein gemischtethnischer (von serbischer 
Mutter  und kroatischem Vater  abstammender),  kroatischer  Staatsan-
gehöriger mit letztem Wohnsitz in B._______ – wurde aufgrund einer 
Ripol-Ausschreibung  am  (...)  durch  die  Schweizer  Grenzwache 
festgenommen. Am (...)  erliess das Bundesamt für  Justiz  (BJ) einen 
Auslieferungshaftbefehl.  Eine  Beschwerde  gegen  diesen  Haftbefehl 
wurde  mit  Urteil  des  Bundesstrafgerichts  vom (...)  abgelehnt,  womit 
eine formale Prüfung des Auslieferungsbegehrens eingeleitet wurde. 

Am 11. Mai  2007 stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Asylgesuch (vgl. 
nachfolgend A.b).

Mit Entscheid des BJ vom (...) wurde dem Auslieferungsersuchen des 
kroatischen  Justizministeriums  vom  (...)  unter  Vorbehalt  des  Ent-
scheids  des  Bundesstrafgerichts  über  die  Einrede  des Beschwerde-
führers des politischen Delikts beziehungsweise der politischen Verfol-
gung sowie unter Vorbehalt  eines rechtskräftigen, ablehnenden Asyl-
entscheids stattgegeben. Dem kroatischen Auslieferungsbegehren lag 
ein gegen den Beschwerdeführer in einem Abwesenheitsverfahren ge-
fälltes Strafurteil vom (...) des Gemeindegerichts B._______ zugrunde, 
mit  welchem  der  Beschwerdeführer  wegen  mehrfachen  Ein-
bruchdiebstahls als Mittäter verurteilt  worden war. Mit Entscheid vom 
(...)  wies  das  Bundesstrafgericht  die  Einrede des politischen Delikts 
bzw. der  politischen  Verfolgung  ab,  hiess  indessen  die  Beschwerde 
des  Beschwerdeführers  vom  (...)  gegen  den  Auslieferungsentscheid 
des  BJ  dahingehend  teilweise  gut,  als  es  von  den  kroatischen 
Behörden  eine  Garantieerklärung  einforderte,  dass  der 
Beschwerdeführer in Bezug auf das Strafurteil des Gemeindegerichts 
B._______  vom  (...)  ein  neues  Gerichtsverfahren  verlangen  könne. 
Diese Garantieerklärung wurde vom kroatischen Justizministerium am 
(...) dem BJ zugestellt. Mit Verfügung vom (...) – welche unangefochten 
in Rechtskraft erwuchs – erachtete das BJ diese Garantieerklärung als 
mit dem Wortlaut der vom Bundesstrafgericht mit Entscheid vom (...) 
verlangten  Garantien  übereinstimmend.  Das  Bundesgericht  trat  mit 
Urteil vom (...) auf eine gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts 
vom (...) erhobene Beschwerde mit der Begründung nicht ein, dass es 
sich nicht um einen „besonders bedeutenden Fall“ im Sinne von Art. 
84  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (BGG,  SR 

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173.110)  handle.  Damit  erwuchs  der  Auslieferungsentscheid  in 
Rechtskraft;  er  blieb  jedoch  noch  aufgrund  des  Vorbehalts  eines 
rechtskräftigen, ablehnenden Asylentscheids suspendiert. 

Am (...) hiess das Bundesstrafgericht eine Beschwerde hinsichtlich der 
Entlassung aus der Auslieferungshaft gut. 

A.b Mit Schreiben vom 11. Mai 2007 stellte der Beschwerdeführer ein 
Asylgesuch, welches am 18. Mai 2007 durch das BFM registriert wur-
de. Am 28. Juni 2007 fand eine Anhörung durch das zuständige kanto-
nale Amt statt. 

Mit Verfügung vom 12. Juli 2007 trat das BFM auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers gestützt auf Art. 33 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  nicht ein. Das Bundesverwaltungs-
gericht  hiess  mit  Urteil  vom  20.  September  2007  eine  gegen  den 
vorinstanzlichen Entscheid am 23. Juli 2007 erhobene Beschwerde gut 
und wies das Verfahren zur Wiederaufnahme an das BFM zurück. Für 
die Begründung des Urteils wird auf die Akten verwiesen.

A.c Zur Stützung seines Asylgesuches reichte der Beschwerdeführer 
anlässlich der Anhörung vom 28. Juni 2007 diverse Unterlagen (Zei-
tungsartikel; Schreiben aus dem Jahre 2007, welche das dem Auslie-
ferungsverfahren zu Grunde liegende kroatische Strafverfahren betref-
fen; Korrespondenz, welche mit Behörden geführt worden sei), insbe-
sondere folgende Dokumente ein: 

- Anzeige des Beschwerdeführers vom 2. Oktober 2001 an den Inter-
nationalen Strafgerichtshof  für  das ehemalige Jugoslawien (ICTY) 
in Den Haag mit Eingangsbestätigung von D._______, Ermittler am 
ICTY vom 3. Oktober 2001 (vgl. A14, Beweismittel 2)

- Ausgabe  der  kroatischen  Zeitschrift  Hrvatska  Ljevica  vom 
1.7.-31.7.2002 mit unterstrichenen Angaben auf Seiten 20 und 21, 
welche  eine  Liste  von  getöteten  und  verschwundenen  Personen 
enthalten (vgl. A14, Beweismittel 3)

- Eingangsbestätigung  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Men-
schenrechte (EGMR) vom 21. November 2002 (vgl. A14, Beweismit-
tel 5) 

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- undatiertes  Schreiben des Beschwerdeführers  an die Leitung  der 
kroatischen  Bezirkspolizei  (Eingang:  (...)  2000)  bezüglich  einer 
polizeilichen Vorladung auf den (...) 2000 (vgl. A14, Beweismittel 17)

- Entlassungsschreiben  des  Spitals  vom  (...)  2000  nach  einem 
gynäkologischen  Eingriff  an  der  Freundin  des  Beschwerdeführers 
(vgl. A14, Beweismittel 22)

- Zwei  undatierte  Drohschreiben  von  Unbekannten  (vgl.  A14,  Be-
weismittel 24)

- Schreiben  des  Zentrums  für  Gutachten  der  Kriminalpolizei 
C._______  vom  (...)  1996  betreffend  ein  graphologisches 
Gutachten (vgl. A14, Beweismittel 26) 

- Protokoll  des  Gemeindegerichts  C._______  vom  (...)  1995  über 
eine Personengegenüberstellung (vgl. A14, Beweismittel 27) 

- Urteil des Gemeindegerichts in B._______ vom (...) 1993 (vgl. A14, 
Beweismittel 35)

Der  Beschwerdeführer  reichte  mit  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom 
23. Juli 2007 weitere Beweismittel zu den Akten, namentlich folgende 
Dokumente:

- E-Mail-Austausch vom 19. und 20. Juli 2007 zwischen dem Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers und D._______, dem Ermittler am 
ICTY, mit welchem der Beschwerdeführer in Kontakt gewesen sei

- Auszüge aus folgenden Berichten: Civil and Political Rights in Croa-
tia, Human Rights Watch, Oktober 1995; Croatia, Country Reports 
on Human Rights Practices, US Department of State, 2004; Back-
ground Report:  Domestic  War Crime Trials  2004,  OSZE,  26. April 
2005 

- Zeitungsartikel  aus der Zeitung Vjesnik aus dem Jahr 2004 sowie 
einen Internetartikel der Universität Buffalo/New York vom 28. Juni 
2003.

B.  
Mit Verfügung vom 23. November 2007 stellte das BFM fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte des-

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sen Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz und deren Vollzug an. Auf die Be-
gründung im Einzelnen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

C.
Mit  Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. Dezember 2007 (Post-
stempel)  beim Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer 
die vorinstanzliche Verfügung anfechten und beantragt  deren Aufhe-
bung und Rückweisung an die Vorinstanz zur hinreichenden Abklärung 
des rechtserheblichen Sachverhalts. Eventualiter sei die Flüchtlingsei-
genschaft  des  Beschwerdeführers  anzuerkennen  und  ihm  in  der 
Schweiz Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei dem Beschwerdefüh-
rer  wegen  unzulässigem  beziehungsweise  unzumutbarem  Wegwei-
sungsvollzug die vorläufige Aufnahme zu erteilen. In verfahrensrechtli-
cher Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung 
wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Der Beschwerdeführer reichte mit seiner Rechtsmitteleingabe weitere 
Beweismittel  zu  den  Akten,  darunter  fremdsprachige  Internet-Artikel 
des Magazins „Nacional“ vom 22. März 2005, 4. Juli 2005 und 14. Au-
gust 2006 in Kopie und einen fremdsprachigen Zeitungsartikel angeb-
lich  von  der  kroatischen  Zeitschrift  „Vjesnik“  vom  5.  und  6.  Januar 
2004, in Kopie, ohne Übersetzungen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Januar 2008 hiess die zuständige Inst-
ruktionsrichterin  des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege gut und verzichtete auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses. 

E.
Am 12. März 2008 reichte der Beschwerdeführer folgende Zeitungsar-
tikel und Internetartikel in Kopie und mit summarischen Übersetzungen 
nach:

- NZZ-Artikel vom 14. Januar 2007

Seite 5

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- Internet-Artikel  aus  Nacional  vom  26.  Dezember  2007  (recte: 
14. August 2006)

- Artikel aus Vjesnik, angeblich vom 4. Januar 2008

- Artikel aus der kroatischen Wochenzeitschrift Globus vom 1. Febru-
ar 2008

- Internet-Artikel aus Slobodna Dalmacija vom 30. September 2005

- Internet-Artikel aus Feral Tribune vom 4. Oktober 1995

F.
In der Vernehmlassung vom 9. April 2008 hielt die Vorinstanz an ihrem 
Standpunkt  fest  und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Auf 
die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.

G.
Am 5. Mai  2008 replizierte  der  Beschwerdeführer  und reichte  einen 
weiteren fremdsprachigen Artikel der Zeitung Nacional, angeblich vom 
4. März 2008 – samt Übersetzung – , sowie den Führungsbericht des 
kantonalen Gefängnisses E._______ vom (...) 2008 ihn betreffend zu 
den Akten.

H.
Am 12. Juni 2008 stellte der Rechtsvertreter telefonisch die Zustellung 
einer Video-Kassette in Aussicht. Diese wurde indessen nie nachge-
reicht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das Bun-
desamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG 

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und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1,  50  und  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Vorweg ist  die  Rüge der  unvollständigen Sachverhaltsfeststellung zu 
prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklärter Sachverhalt eine ma-
terielle Behandlung verunmöglichen würde.

3.1 Der Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu den allgemeinen Grund-
sätzen  des  Asylverfahrens  (vgl.  Art.  12  VwVG  i.V.m.  Art.  6  AsylG). 
Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen. 
Sie muss die für  das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen 
beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ord-
nungsgemäss darüber Beweis führen (beispielsweise durch die Einho-
lung  eines  Gutachtens).  Dieser  Grundsatz  gilt  indes  nicht  uneinge-
schränkt; er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsu-
chenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). Trotz Untersuchungs-
grundsatz kann sich nämlich die entscheidende Behörde in der Regel 
darauf  beschränken,  die  Vorbringen des Gesuchstellers  zu würdigen 
und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Ab-
klärungen  vornehmen  zu  müssen.  Eine  ergänzende  Untersuchung 
kann sich jedoch aufdrängen, wenn auf Grund dieser Vorbringen und 
Beweismittel  berechtigte  Zweifel  oder  Unsicherheiten  bestehen,  die 
voraussichtlich nur mit  Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt  wer-
den  können  (vgl.  dazu  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  der  ARK  in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 

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Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr. 23  E.  5a  S. 222;  EMARK 
2003 Nr. 13).

3.2 Aufgrund  der  Aktenlage  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss,  dass  das  BFM vorliegend den Sachverhalt  vollständig 
erstellt  und zu Recht  keine weitergehenden Abklärungen vorgenom-
men hat. Der  Beschwerdeführer  hatte  anlässlich der Befragung vom 
28. Juni 2007 durch das zuständige kantonale Amt – bei  welcher er 
übrigens  vierzig  Beweismittel  einreichte  –  ausreichend  Gelegenheit, 
sich zu seinen Asylgründen zu äussern. Sodann konnte sich der Be-
schwerdeführer  auch im Rahmen des Auslieferungsverfahrens mehr-
fach  äussern  (bspw.  am  (...)  und  (...)  2007  vor  dem  Untersu-
chungsrichteramt  des  Kantons  E._______  [vgl.  A11]).  In  Anbetracht 
der Befragung des Beschwerdeführers, der eingereichten Beweismittel 
und der Entscheide im Auslieferungsverfahren (Urteil des Bundesstraf-
gerichts  vom  (...)  betreffend  den  Auslieferungshaftbefehl  des  BJ; 
Entscheid  des  BJ  vom  (...)  zum  Auslieferungsersuchen  des 
kroatischen  Justizministeriums;  Entscheid  des  Bundesstrafgerichts 
vom (...)  zur  Einrede des Beschwerdeführers des politischen Delikts 
beziehungsweise  der  politischen  Verfolgung;  Verfügung  des  BJ  vom 
(...)  – welche unangefochten in Rechtskraft erwuchs – betreffend die 
Garantieerklärung  des  kroatischen  Justizministeriums)  bestand 
vorliegend  für  das  BFM  zu  Recht  keine  Veranlassung,  weitere 
Abklärungen  beziehungsweise  weitere  Befragungen  des 
Beschwerdeführers  vorzunehmen.  Der  Vorwurf,  die  Vorinstanz  hätte 
die  Asylakten  des  Beschwerdeführers  aus  dessen  Asylverfahren  in 
F._______  beiziehen  und  die  auf  Kroatisch  verfassten  Beweismittel 
übersetzen lassen sollen, kann nicht gehört werden. Es wäre dem Be-
schwerdeführer  zumutbar  gewesen,  seine  (...)  Asylakten  [aus 
F._______] – auch aus seiner Auslieferungshaft  in der Schweiz – zu 
bestellen,  zumal  er  kompetent  vertreten  war.  Die  Vorinstanz  hat 
demnach  den  Sachverhalt  genügend  abgeklärt.  Der  Antrag  auf 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen sowie zur Neubeurteilung 
ist daher abzuweisen.

4.  
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-

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ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.3 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine um Asyl nachsuchen-
de Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn 
sie  Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise 
mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berech-
tigterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimm-
ter,  in  Art.  3  Abs.  1  AsylG  aufgezählter  Verfolgungsmotive  zugefügt 
worden sind, beziehungsweise zugefügt zu werden drohen, ohne dass 
adäquater  staatlicher  Schutz  geboten  würde  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 
18).  Im  Weiteren  gilt  es  zu  beachten,  dass  für  die  Beurteilung  der 
Flüchtlingseigenschaft die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides 
massgebend ist.  Eine Verfolgungssituation muss in der Regel aktuell 
sein, um gemäss Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. Dies bedeu-
tet, dass zwischen dem Ereignis und der Flucht ein zeitlicher Kausal-
zusammenhang bestehen muss. Das Bundesverwaltungsgericht aner-
kennt, dass es plausible objektive und subjektive Gründe gibt, die eine 
zeitlich verzögerte Ausreise erklärbar machen (vgl. EMARK 1996, Nr. 
25,  S.  251).  Für  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  muss 
schliesslich feststehen, dass sich eine von flüchtlingsrechtlich erhebli-
chen Nachteilen bedrohte Person landesweit in einer ausweglosen Si-
tuation befindet. 

4.4 Gemäss herrschender Lehre und Praxis bildet die Flucht vor einer 
Strafverfolgung per se keinen Grund für die Anerkennung als Flücht-
ling. Ausnahmsweise  kann aber  die  Durchführung eines  Strafverfah-
rens  respektive die  Verurteilung wegen eines  gemeinrechtlichen De-

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likts  eine  Verfolgung  im  flüchtlingsrechtlichen  Sinne  darstellen.  Dies 
trifft unter anderem dann zu, wenn einer Person eine gemeinrechtliche 
Tat unterschoben wird, um sie wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
ihrer politischen Anschauungen zu verfolgen, oder wenn die Situation 
eines  Täters,  der  ein  gemeinrechtliches Delikt  tatsächlich  begangen 
hat, aus einem der genannten Motive erschwert wird. Eine solche rele-
vante Erschwerung der Lage (sogenannter Politmalus) ist insbesonde-
re dann anzunehmen, wenn eine unverhältnismässig hohe Strafe aus-
gefällt wird (sogenannter Malus im absoluten Sinne), Verfahrensrechte 
in schwerwiegender Weise vorenthalten werden, ein signifikant höhe-
res Folterrisiko besteht oder eine bedeutend schärfere Strafe drohen 
würde, als bei einem Straftäter mit anderem Hintergrund (sogenannter 
Malus  im  relativen  Sinne) (vgl.  EMARK  1996  Nr. 29  E.  2g  S.  281, 
EMARK 1996 Nr. 34 E. 3 S. 316 f.,  WALTER KÄLIN,  Grundriss des Asyl-
verfahrens,  Basel/Frankfurt  a.M.  1990,  S.  112  ff.,  ALBERTO 
ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch des Asylrechts, Bern/Stutt-
gart 1991, S. 102,  MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfah-
ren, Bern 1999, S. 74,  MARIO VENA:  Parallele Asyl- und Auslieferungs-
verfahren in ASYL Nr. 2/2007, S. 3 ff.)

5.  
5.1 Mit Schreiben vom 11. Mai 2007 – welches der Beschwerdeführer 
als  „Ex-(Berufsbezeichnung)“  unterschrieb  –  ersuchte  der  Be-
schwerdeführer beim BFM um Asyl und um eine diesbezügliche Befra-
gung, weil er in Kroatien in Gefahr sei. Dabei teilte er mit, diverse Do-
kumente  zum Beleg dieser  Gefahren vorweisen  zu können. In  einer 
undatierten Einspracheschrift an das BJ (vgl. A3) und an der Anhörung 
vom 28. Juni 2007 machte er im Wesentlichen geltend, in den Jahren 
1991 bis 1993 und 1999/2000 mehrfach von Angehörigen der Polizei 
behelligt,  festgenommen,  misshandelt  und  bedroht  worden  zu  sein, 
wobei die längste Haftzeit sechs Monate und fünfzehn Tage gedauert 
habe. Ferner seien auch seine Angehörigen behelligt worden. 

Im Jahr 1992 sei sein (Betrieb) vermutlich von Angehörigen der Polizei 
in die Luft gesprengt worden, weil einerseits seine Mutter Serbin sei 
und  anderseits  er  aufgrund  der  Vielfalt  der  ethnischen  Herkunft  der 
Menschen,  die  sich  in  seinem (Betrieb)  getroffen hätten,  verdächtigt 
worden sei, gegen die kroatischen Kräfte vorgehen zu wollen. Darauf-
hin habe er bei der Polizei eine Anzeige eingereicht und sich sodann 
an  das  Gericht  von B._______  gewandt,  welches ihm etwa im Jahr 

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1993  eine  Entschädigung  zugesprochen  habe.  Da  diese  nicht 
ausbezahlt  worden  sei,  habe  er  sich  an  den  europäischen 
Menschenrechtsgerichtshof  (EGMR)  in  Strassburg  gewandt,  welcher 
etwa  im  Jahr  2003  einen  Entscheid  gefällt  habe.  Seit  seiner  Klage 
beim EGMR habe er Drohbriefe und anonyme Telefonanrufe erhalten. 
Zur  Stützung  dieser  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Eingangsbestätigung des EGMR vom 21. November  2002 (vgl. A14, 
Beweismittel  5)  und  das  Urteil  des  Gemeindegerichts  in  B._______ 
vom (...)1993 (vgl. A14, Beweismittel 35) – beide in Kopie – zu den Ak-
ten.

Im Jahr 1994 habe der Beschwerdeführer begonnen, als Polizist zu ar-
beiten, während er die Akademie für Kriminologie besucht habe. Von 
Februar 1995 bis Juli 1995 (vgl. Beschwerdeeingabe des Beschwerde-
führers vom 23. Juli 2007 an das Bundesverwaltungsgericht, Beilage 6: 
E-Mail des Ermittlers des ICTY an den Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers vom 20. Juli 2007) beziehungsweise Ende 1995 (vgl. A13, S. 
4) sei er in der Drogenfahndung tätig gewesen, bis er fristlos entlassen 
worden sei, nachdem er dem kroatischen Präsidenten Tudjman mitge-
teilt  habe,  dass  er  bei  seinem damaligen Vorgesetzten,  G. _______ 
(ehemaliger Politiker), 32 Kilogramm Kokain beschlagnahmt habe (vgl. 
A13,  S. 4). Kurz darauf  sei  er  angeklagt  worden,  „Anschläge an die 
Wände gegen die Republik Kroatien angebracht“ zu haben (vgl. A13, 
S. 7), weshalb er während 6 Monaten und 15 Tagen in C._______ in 
Untersuchungshaft  gesessen sei. Dank einer graphologischen Unter-
suchung  sei  er  freigesprochen  worden  (vgl.  A13,  S.  7). Zum Beleg 
reichte er ein Schreiben des Zentrums für Gutachten der Kriminalpoli-
zei C._______ vom (...) 1996 betreffend ein graphologisches Gutach-
ten  (vgl.  A14,  Beweismittel  26)  und  ein  Protokoll  des  Gemeindege-
richts C._______ vom (...) 1995 über eine Personengegenüberstellung 
(vgl. A14, Beweismittel 27) zu den Akten.

Von November  1997 bis  März  1999 habe er  (Betrieb)  und (Betrieb) 
betrieben,  welche  er  wegen  „Schikanierung“  durch  Angehörige  der 
Polizei und „Erpressung“ durch eine Gruppe Krimineller geschlossen 
habe (vgl. A13, S. 5).

Am 7. Februar 1999 seien uniformierte Polizisten in sein Haus einge-
drungen und hätten ihn in einen Wald verschleppt, wo er geschlagen 
worden sei und dabei Knochenbrüche erlitten habe (vgl. A13, S. 7). 

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Im Weiteren sei es ihm im Jahr 2000 gelungen, anlässlich einer Vorla-
dung bei der Polizei auf dem Polizeiposten eine Video-Kassette zu ent-
wenden, auf welcher kroatische Spezialeinheiten zu sehen seien, die 
Massaker an Zivilisten verübt hätten. Nachdem er der Polizei gedroht 
habe,  diese  dem Internationalen  Strafgerichtshof  für  das  ehemalige 
Jugoslawien (ICTY:  International  Criminal  Tribunal  for  the  former Yu-
goslavia) in  Den  Haag  zuzustellen,  sei  er  wiederum  festgenommen 
und unter Misshandlungen gezwungen worden mitzuteilen, wo er die 
Video-Kassette versteckt halte. Auch seine damalige Freundin, welche 
zu diesem Zeitpunkt von ihm schwanger gewesen sei, sei geschlagen 
worden, worauf sie eine Fehlgeburt erlitten habe. Die Kassette befinde 
sich heute in F._______. Aus Angst, seine sich in Kroatien befindende, 
heute  18-jährige  Tochter  zu  gefährden,  habe  er  sie  bisher  nicht 
weitergereicht.  Zur  Stützung  dieser  Äusserungen  brachte  der  Be-
schwerdeführer  ein  Entlassungsschreiben des Spitals  vom (...)  2000 
nach einem gynäkologischen Eingriff  an seiner Freundin in Kopie bei 
(vgl. A14, Beweismittel 22).

Ferner  schilderte  der  Beschwerdeführer,  er  sei  etwa  im  November 
2000 nochmals fälschlicherweise unter der Anklage eines Diebstahls 
während zwei Monaten in B._______ in Untersuchungshaft genommen 
worden.  Dank  eines  Alibis  –  er  habe  sich  zur  Tatzeit  aus 
gesundheitlichen Gründen in Österreich aufgehalten – sei er entlassen 
worden. 

Im Dezember 2000 habe er Kroatien verlassen, nachdem er weiterhin 
anonyme Telefonanrufe  und  Morddrohungen  erhalten  habe,  um sich 
nach  F._______  zu  begeben,  wo  er  am (...)  2001  um Asyl  ersucht 
habe. Nachdem sein Asylantrag etwa im Jahr 2003 abgelehnt worden 
sei,  habe  er  sich  weiterhin  in  F._______  aufgehalten  und  dort 
gearbeitet. Am 12. Oktober 2004 sei sein Sohn in F._______ geboren 
worden, welcher dadurch die (...) Staatsangehörigkeit [von F.] erhalten 
habe.  

Während  seines  Aufenthalts  in  F._______  habe  sich  der  Be-
schwerdeführer  am 2. Oktober  2001 schriftlich  an D._______,  einen 
Ermittler  am  Internationalen  Strafgerichtshof  für  das  ehemalige 
Jugoslawien,  gewandt. Die Duplikate  seiner  Schreiben an den ICTY 
habe  er  seinen  Eltern  in  Kroatien  zugestellt;  bei  einer 
Hausdurchsuchung im Jahr 2003 seien sie dort  von der  kroatischen 
Polizei gefunden worden. Daraufhin sei  ein internationaler Haftbefehl 

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gegen ihn erlassen worden (vgl. A3, S. 2). Nachdem er beim EGMR in 
Strassburg  gegen seine  drohende  Auslieferung  aus  F._______  nach 
Kroatien  geklagt  habe,  habe  er  in  F._______  telefonische 
Todesdrohungen  von  einem  Polizisten  aus  B._______  erhalten.  Als 
Nachweis  dieser  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  sein 
Schreiben an den Ermittler D._______ des ICTY vom 2. Oktober 2001 
in Kopie mit vom Ermittler handschriftlich bestätigtem Eingang vom 3. 
Oktober  2001  im  Original  (vgl.  A14,  Beweismittel  2),  sowie  eine 
Ausgabe  der  kroatischen  Zeitschrift  Hrvatska  Ljevica  vom 
1.7.-31.7.2002  mit  unterstrichenen  Angaben  auf  Seiten  20  und  21, 
welche  eine  Liste  von  getöteten  und  verschwundenen  Personen 
enthalten  – im Original – (vgl. A14, Beweismittel 3) zu den Akten.

Nach  einem  Asylantrag  in  H._______  sei  er  [nach]  F._______ 
zurückgeschoben worden. Zuvor sei er jedoch in I._______/H._______ 
vom (...)  bis  (...)  2005  wegen  eines  Auslieferungsverfahrens  in  Haft 
gewesen (vgl. A3, Beilage1).

Im Jahr 2005 habe er in J._______ um Asyl nachgesucht und sei auch 
dort  –  in  K._______  –  vom  (...)  2005  bis  (...)  2006  wegen  eines 
Auslieferunsverfahrens  inhaftiert  gewesen.  Nachdem  die  (...) 
Gerichtsbehörden [von J._______] am (...) 2006 die Unzulässigkeit der 
Auslieferung festgestellt hätten, habe er sein Asylgesuch zurückgezo-
gen, um nach F._______ zurückzukehren (vgl. A3, Beilage 2).

Im Übrigen gab der  Beschwerdeführer an,  traumatisiert  zu sein und 
sich in F._______ von 2001 bis 2004 einer Psychotherapie unterzogen 
zu haben (vgl. A13, S. 11).

5.2 In seiner Verfügung vom 23. November 2007 erachtete das BFM 
die Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft und nicht asyl-
relevant. 

Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit führte das BFM an, es erstaune, dass 
ein Polizeibeamter innert kurzer Zeit zu einer wichtigen Person in der 
Drogenfahndung aufsteigen könne. Weiter wirke unprofessionell, dass 
der Beschwerdeführer in dieser Funktion bei einer Beschlagnahmung 
von Drogen direkt den Staatspräsidenten kontaktiert  habe, da in der 
Regel  bei  einer solch heiklen Sachlage, bei  der hohe Politiker invol-
viert seien, subtiler vorgegangen werde. Auch habe der Beschwerde-
führer seinen Dienst bei der Polizei nicht belegt und seine dortige Ar-
beit nicht glaubhaft schildern können; er wisse nicht, wieviele Unterge-

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bene er gehabt habe und könne den Arbeitsalltag nicht überzeugend 
beschreiben. Aus diesen Gründen müsse davon ausgegangen werden, 
dass  der  Beschwerdeführer  nicht  bei  der  Polizei  tätig  gewesen  sei, 
weshalb seine diesbezüglich geltend gemachten Behelligungen nicht 
geglaubt werden könnten. 

Ferner wirke das Vorbringen,  er  habe anlässlich einer Vorladung bei 
der  Polizei  im  Jahr  1998  oder  1999  eine  Videokassette  entwendet, 
konstruiert. Kassetten mit solch einem brisanten Inhalt (Massaker an 
Zivilisten) würden wohl kaum auf einer Polizeistation öffentlich zugäng-
lich aufbewahrt. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerde-
führer  während  eines  –  möglicherweise  zufälligen  –  Aufenthalts  auf 
dem Posten zielgerichtet eine solche Kassette hätte entwenden kön-
nen. Schliesslich habe er diese auch nicht als Beleg eingereicht, ob-
schon sie angeblich in seinem Besitz sein solle. Im Weiteren sei aus-
zuschliessen, dass die Fehlgeburt  der Freundin des Beschwerdefüh-
rers im Jahr 2000 aufgrund einer Gewalteinwirkung verursacht worden 
sei, ansonsten dies im Arztbericht hätte vermerkt werden müssen (vgl. 
A14,  Beweismittel  22),  zumal  es  vielfältige  medizinische  Gründe für 
eine Fehlgeburt gebe. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer zur Un-
termauerung der angeblich zahlreichen Drohbriefe lediglich zwei sol-
cher mehr als 13 Jahre alter Briefe eingereicht.

Betreffend der  Zerstörung  des (Betriebs)  des  Beschwerdeführers  im 
Jahr 1992 sei festzustellen, dass dieser ein angemessenes Verfahren 
erhalten habe, in welchem ihm erstinstanzlich eine Entschädigung zu-
gesprochen worden sei, weshalb nicht von einem fehlenden Schutzwil-
len seitens des kroatischen Staates auszugehen sei. Im Übrigen liege 
dieser Vorfall bereits vierzehn Jahre zurück und könne auch aus die-
sem Grund nicht als asylrelevant betrachtet werden. 

In  Bezug  auf  die  Vorfälle  aus  dem  Jahr  1999  (Schliessung  [des 
Betriebs]  und  Entführung  des  Beschwerdeführers)  müsse  aus  den 
Schilderungen des Beschwerdeführers geschlossen werden, dass es 
sich dabei um Behelligungen durch Privatpersonen – möglicherweise 
aus  finanziellen  Gründen  –  gehandelt  habe  und  der  Staat  nicht 
involviert  gewesen  sei.  Der  Beschwerdeführer  könne  nämlich  kein 
überzeugendes Motiv  für  eine  unrechtmässige staatlich  angeordnete 
Schliessung  (seines  Betriebs)  und  eine  Verschleppung  in  den  Wald 
angeben. Folglich sei auch dieses Vorbringen nicht asylrelevant. 

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Schliesslich würden die Aussagen des Beschwerdeführers, Angehöri-
ge von Minderheiten würden in Kroatien nicht geschützt und die Be-
hörden  würden  Kriegsverbrecher  unbestraft  lassen,  nicht  zutreffen. 
Kroatien gelte als aussichtsreicher EU-Beitrittskandidat, dessen Men-
schenrechtslage im Hinblick auf einen baldigen Beitritt von der EU ge-
nau  beobachtet  werde.  Auch  habe  der  Bundesrat  Kroatien  mit  Be-
schluss vom 8. Dezember 2006 als verfolgungssicheren Staat im Sin-
ne von Art. 34 AsylG bezeichnet. Damit bestehe die gesetzliche Regel-
vermutung,  dass  asylrelevante  staatliche  Verfolgung  nicht  stattfinde 
und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet werde. Diese 
Einschätzung werde vorliegend durch das Schreiben der kroatischen 
Behörden  vom  (...)  an  das  BJ  bezüglich  des  Beschwerdeführers 
bestätigt.  Darin  werde  diesem  das  Recht  zugesichert,  ein  neues 
Gerichtsverfahren  bezüglich  des  gegen  ihn  gefällten  Gerichtsurteils 
der Gemeinde B._______ aus dem Jahr 2003 zu verlangen. Das Vor-
bringen des Beschwerdeführers, in Kroatien werde er durch die Justiz 
willkürlich  behandelt,  werde  dadurch  widerlegt.  Schliesslich  bestehe 
keine asylrelevante Verfolgung,  wenn staatliche Massnahmen rechts-
staatlich legitimen Zwecken dienen würden. Es gebe hinsichtlich des 
Auslieferungsbegehrens  von  Kroatien  den  Beschwerdeführer  betref-
fend keinen greifbaren Hinweis dafür, dass die kroatische Regierung 
andere als die angegebenen Zwecke verfolge, nämlich die Strafe zu 
vollziehen, für welche der Beschwerdeführer am (...) verurteilt worden 
sei. Es sei  legitim, dass eine Person, die Diebstähle begangen habe 
und  sich  danach  den  heimatlichen  Behörden  entziehe,  international 
gesucht werde. Auch sei das Strafmass nicht unverhältnismässig hoch 
ausgefallen.

Hinsichtlich der Anzeige des Beschwerdeführers beim ICTY stellte das 
BFM fest,  dass  deren  Inhalt  –  Verbrechen  an  Serben  während  des 
Krieges  in  B._______  –  zwar  durch  den  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten  Zeitungsbericht  bestätigt  werde.  Hingegen  lasse  sich 
daraus nicht  ableiten,  dass der Beschwerdeführer deshalb Probleme 
bekommen  habe,  zumal  davon  auszugehen  sei,  dass  jene  Vorfälle 
auch von andern Personen gemeldet worden seien. Überdies habe der 
Beschwerdeführer diese Anzeige erst  nach seiner Ausreise und fast 
zehn Jahre nach dem Krieg erhoben.

Schliesslich erachtete das BFM die zahlreichen, vom Beschwerdefüh-
rer eingereichten Beweismittel als untauglich für das Asylverfahren, da 
daraus  nicht  abzuleiten  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Kroatien 

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unter  einer  Verfolgung  aus  politischen  Gründen  gelitten  habe.  Sie 
würden  indessen  aufzeigen,  dass  er  wegen  gemeinrechtlicher 
Straftaten von den kroatischen Behörden gesucht werde.

5.3 In seiner Rechtmitteleingabe brachte der Beschwerdeführer allge-
mein vor, die Einschätzung seiner Glaubwürdigkeit durch das BFM ba-
siere in vielen Punkten auf blossen Vermutungen.

Zu den einzelnen Unglaubhaftigkeitselementen des BFM machte der 
Beschwerdeführer  Folgendes  geltend:  Er  habe  innerhalb  der  Polizei 
rasch aufsteigen können, weil sein Schwager mit dem Leiter des kroa-
tischen  Kriminalamtes,  L._______,  befreundet  gewesen  sei.  Dieser 
habe ihn indessen nicht mehr gedeckt, als der Beschwerdeführer ihn 
über die Drogengeschäfte des damaligen (hohen Beamten) informiert 
habe. Später sei bekannt geworden, dass der Leiter des Kriminalamtes 
mit dem damaligen (hohen Beamten) in zwielichtige Machenschaften 
sowie  in  Kriegsverbrechen  involviert  gewesen  sei.  Beweismittel, 
welche  die  Tätigkeiten  des  Beschwerdeführers  als  Polizist  belegen 
würden, habe dieser im Rahmen seines Asylverfahrens in F._______ 
eingereicht.  Ferner  sei  der  Beschwerdeführer  nicht  vertieft  nach 
seinem damaligen Arbeitsalltag  befragt  worden. Ihm sei  zudem kein 
fixes  Team  unterstellt  gewesen.  Je  nach  Einsatz  habe  er 
unterschiedlich  viele  Leute  geführt,  worauf  er  anlässlich  der 
kantonalen Befragung auch ausdrücklich hingewiesen habe.

Zur Entwendung der Video-Kassette auf dem Polizeiposten führte der 
Beschwerdeführer  aus,  diese habe er  zufällig  gefunden,  als er  wäh-
rend eines Verhörs alleine im Zimmer zurückgelassen worden sei und 
diese Gelegenheit  benutzt habe, um nach einer Waffe (einem Taser) 
zu suchen. Da die Kassette mit „1991/1992“ beschriftet gewesen sei, 
habe er vermutet, dass sie kompromittierendes Material aus der Krieg-
zeit  enthalten  könne.  Er  habe  sie  sodann  in  F._______  an  einem 
sicheren  Ort  versteckt.  Da  er  sich  zum  Zeitpunkt  der 
Beschwerdeeingabe in Haft befinde, könne er diese nicht beschaffen; 
auch  habe  er  in  F._______  keine  Bekannten,  die  sie  ihm  zustellen 
könnten.  Im  Weiteren  gehe  er  davon  aus,  dass  seine  damalige 
Freundin  gegenüber  dem  Arzt  die  Ursache  ihrer  Fehlgeburt 
verschwiegen habe oder ihn angewiesen habe, diese – aus Angst vor 
Repressalien durch die Polizei – im Arztbericht nicht zu erwähnen. 

Hinsichtlich der dem Beschwerdeführer in Zusammenhang mit der Zer-
störung seines Hauses im Jahr 1992 zugesprochenen Entschädigung 

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sei zu bemerken, dass diese nie ausgerichtet worden sei, weil der ent-
sprechende Entscheid in zweiter Instanz aufgehoben worden sei.

Die Schliessung (des Betriebs) im Jahr 1999 und die Verschleppung in 
den Wald seien aufgrund der serbischen Herkunft des Beschwerdefüh-
rers  erfolgt;  die  erwähnten  Nationalisten  hätten  aus  diesem  Grund 
nicht nur unverhältnismässig hohe Schutzgelder von ihm verlangt, son-
dern auch, dass er seine serbischstämmige Mutter töten solle. Als An-
gehöriger der serbischen Minderheit in Kroatien seien er und seine Fa-
milienangehörigen während des Krieges bereits stark unterdrückt ge-
worden,  insbesondere weil  seine Heimatstadt  B._______ unmittelbar 
an das in den Jahren 1991 bis 1995 von einem ultranationalistischen 
serbischen Regime kontrollierte Gebiet der Republik Serbische Krajna 
grenzte. Die  orthodoxe Minderheit  in  B._______  sei  deshalb  in  den 
Kriegsjahren  verstärkter  Unterdrückung  seitens  der  (katholischen) 
kroatischen Mehrheit ausgesetzt gewesen. 

Im  Weiteren  bestritt  der  Beschwerdeführer  die  Einschätzung  der 
Vorinstanz, dass in Kroatien – auch wenn es vom Bundesrat als verfol-
gungssicherer  Staat  bezeichnet  worden  sei  – keine  asylrelevante 
staatliche Verfolgung stattfinden würde und Schutz vor nichtstaatlicher 
Verfolgung gewährleistet werde. Im Gegenteil grassiere in Kroatien die 
Korruption und würde die dichte Verflechtung von Armee, Polizei und 
Justiz  mit  nationalistischen  Extremisten,  mutmasslichen  Kriegverbre-
chern und dem organisierten Verbrechen verhindern, dass Täter ihre 
gerechte  Strafe  erhalten  und  Zeugen  geschützt  würden. Vor diesem 
Hintergrund  biete  das  Schreiben  der  kroatischen  Behörden  vom 
(...) 2007 an das BJ keine Garantie für eine menschenrechtskonforme 
Behandlung  des  Beschwerdeführers.  In  diesem  Zusammenhang  sei 
auch das Urteil  des Gemeindegerichts B._______ vom (...)  2003 als 
von den Verfolgern des Beschwerdeführers erwirkt  zu verstehen, um 
diesen nach Kroatien zurück zu holen und ihn dort zu „neutralisieren“, 
weil  er  über  brisante  Information  und  Beweismittel  hinsichtlich  ihrer 
Kriegsvergangenheit  verfüge.  Der  Beschwerdeführer  habe  übrigens 
nie bestritten, wegen gemeinrechtlichen Straftaten verurteilt worden zu 
sein,  jedoch  bestreite  er  jegliche  Schuld  an  diesen.  Dabei  weist  er 
darauf hin,  dass er als Gehilfe eine höhere Haftstrafe erhalten habe 
als  der  Haupttäter. Bezeichnend  sei  auch,  dass  er  bereits  in  einem 
früheren  Verfahren  rund  sechs  Monate  unschuldig  in  Un-
tersuchungshaft  gesessen  sei.  Damals  sei  das  Verfahren  eingestellt 

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worden, nachdem aufgrund eines graphologischen Gutachtens seine 
Unschuld erstellt worden sei.

5.4 In seiner Vernehmlassung vom 9. April 2008 hält das BFM an sei-
nem Entscheid mit dem Hinweis fest, dem Beschwerdeführer sei sei-
tens des kroatischen Justizministeriums zugesichert worden, er könne 
innert  eines  Jahres  nach  seiner  Auslieferung  an  Kroatien  bezüglich 
des Urteils des Gemeindegerichts B._______ vom (...) 2003 ein neues 
Verfahren anstreben. 

5.5 Demgegenüber weist der Beschwerdeführer mit Replik vom 5. Mai 
2008  – unter  Hinweis auf  die Publikation von Prof. Dr. M. Caroni im 
Jahrbuch für Migrationsrecht  2006/2007  – auf die Untauglichkeit  von 
diplomatischen  Zusicherungen  zwecks  Schutz  vor  Folter  und  un-
menschlicher Behandlung hin. Im Übrigen reicht er einen Zeitungsarti-
kel  über  die  drohende  Absetzung  des  kroatischen  Polizeichefs 
L._______  und  den  Führungsbericht  des  kantonalen  Gefängnisses 
E._______ betreffend zu den Akten.

6.
Die allgemeine Situation in Kroatien kann folgendermassen beschrie-
ben werden: Kroatien befand sich von 1991 bis 1995 im Krieg. Bei ei-
nem Referendum im  Mai  1991  sprachen  sich  über  90  Prozent  der 
Kroaten für eine Loslösung der Sozialistischen Republik Kroatien von 
der  Sozialistischen  Föderativen  Republik  Jugoslawien  (SFRJ)  aus. 
Diese Unabhängigkeitserklärung wurde vor allem von den serbisch-
stämmigen  Bürgern  boykottiert,  die  für  einen  Verbleib  in  der  SFRJ 
waren. Nach dem Referendum strebten Teile der Serben in Kroatien, 
die  in  der  neuen  Verfassung  Kroatiens  nicht  mehr  explizit  erwähnt 
wurden und sich somit zu einer nationalen Minderheit degradiert fühl-
ten,  nach  einer  Loslösung  von  Kroatien  und  einem Verbleib  in  der 
SFRJ oder einem Grossserbien. Nach sich häufenden gewalttätigen 
Zusammenstössen  versuchte  die  Jugoslawische  Volksarmee  (JNA) 
zunächst, das gesamte kroatische Gebiet unter ihre Kontrolle zu be-
kommen, scheiterte jedoch an der kroatischen Gegenwehr. Daraufhin 
wurde das – kroatische – Gebiet  der so genannten Republik Serbi-
sche Krajina (RSK) als unabhängig von Kroatien proklamiert. Da die-
ses Gebiet etwa in der Mitte Kroatiens liegt, wurde durch die Aufstän-
dischen Kroatien in zwei Teile geteilt. Die Stadt B._______ lag an der 
Grenze zur RSK. Von 1991 bis 1995 kämpfte die kroatische Armee 
gegen die Armee der RSK. Der Kroatien-Krieg dauerte bis Juli 1995. 

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Als  die  Verhandlungen  mit  den  aufständischen  Serben  keine  Fort-
schritte hinsichtlich einer Reintegration brachten, entschied sich die 
kroatische Regierung zunächst zur Militäroperation Blitz und wenige 
Wochen  später  zur  Militäroperation  Sturm,  die  innerhalb  weniger 
Tage nahezu die gesamte Republik Serbische Krajina unter Kontrolle 
des kroatischen Staates brachte. Dies führte zu einer Massenflucht 
der serbischen Bevölkerung. Der für die Militäroperation Sturm haupt-
verantwortliche  General,  Ante  Gotovina,  wurde  übrigens  im  Jahr 
2001 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugos-
lawien (ICTY) für die Tötung und das Verschwindenlassen von Kraji-
na-Serben, die Plünderung privaten und öffentlichen Eigentums, die 
Brandschatzung  und  Zerstörung  von  Dörfern  und  Städten  und  die 
Vertreibung von mehreren zehntausend Serben angeklagt. Die Ankla-
geschrift  spricht ferner von einer "kriminellen Vereinigung" (joint cri-
minal enterprise), deren Ziel die gewaltsame und dauerhafte Vertrei-
bung  der  serbischen  Bevölkerung  aus  der  Krajina-Region  gewesen 
sei. Am 6. November 1996 wurde Kroatien Mitglied des Europarates. 
In  den Jahren 1996 und 1997 erholte  sich  die  wirtschaftliche Lage 
des Landes deutlich. Im Oktober 2005 wurden Beitrittsverhandlungen 
über  die  EU-Vollmitgliedschaft  Kroatiens  aufgenommen. Am 8.  De-
zember 2006 erklärte der Bundesrat Kroatien als verfolgungssicheren 
Staat. Dieser Beschluss trat am 1. Januar 2007 in Kraft.

7.
Das Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach Prüfung der  Akten ge-
stützt auf Art. 7 AsylG zum Schluss, dass die Glaubhaftigkeit der Vor-
bringen  des  Beschwerdeführers  je  nach  den  geschilderten 
Ereignissen differenziert beurteilt werden muss. So findet sich in der 
Folge  eine  Prüfung  der  Glaubhaftigkeit  der  einzelnen  zentralen 
Vorbringen. Hinsichtlich der als glaubhaft erachteten Vorbringen wird 
sodann geprüft, ob der Beschwerdeführer einer Verfolgung im Sinne 
von Art. 3 AsylG ausgesetzt war beziehungsweise berechtigterweise 
ausgesetzt zu werden befürchtet. 

7.1 Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Zerstö-
rung  seines  (Betriebs)  (beziehungsweise  ...,  vgl.  A14,  Beweismittel 
35) im Jahr 1992 – also zu einer Zeit als Kroatien im Krieg stand (vgl. 
E. 6 oben)  – und die anschliessend an seine Klage an den EGMR 
erfolgten  schriftlichen  und  telefonischen  anonymen  Drohungen  ist 
Folgendes  festzuhalten:  Das  Bundesverwaltungsgericht  bezweifelt 
nicht, dass der Beschwerdeführer wegen seiner gemischt-ethnischen 

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Herkunft  Nachteilen  ausgesetzt  gewesen  war und  sein  (Betrieb)  im 
Jahr 1992 aus diesen Gründen – beziehungsweise, wie vom BFM in 
seinem  Nichteintretensentscheid  vom  12.  Juli  2007  angenommen, 
durch die allgemeinen Kriegseinwirkungen (vgl. A15, S. 3) – in die Luft 
gesprengt wurde.  Dies scheinen auch die eingereichten undatierten, 
an  die  Familie  (des  Beschwerdeführers)  gerichteten,  anonymen 
Drohbriefe  zu  bestätigen,  welchen  zu  entnehmen  ist,  dass  der 
(Betrieb)  in  die  Luft  gesprengt  worden  sei,  weil  sich  „Feinde  der 
Kroaten“ dort  versammelt hätten (vgl. A14, Beweismittel 24; A13, S. 
6). Indessen fällt auf, dass der Beschwerdeführer zwar angab, sich in 
der  Folge an den EGMR gewandt  zu  haben,  nachdem ihm die vom 
kroatischen Gericht im Jahr 1993 zugesprochene Entschädigung (vgl. 
A14,  Beweismittel  35:  Urteil  des  Gemeindegerichts  von  B._______ 
vom (...)1993) nicht ausbezahlt worden sei, und dass der EGMR etwa 
im  Jahr  2003  einen  Entscheid  gefällt  habe.  Jedoch  reichte  der 
Beschwerdeführer  diesbezüglich  als  Beweismittel  lediglich  eine 
Eingangsbestätigung des EGMR vom (...) 2002 (vgl. A14, Beweismittel 
5)  –  nicht  aber  den  angeblichen  Entscheid  aus  dem  Jahr  2003, 
welcher gemäss dem Beschwerdeführer seinen Eltern nach Kroatien 
zugestellt  worden  war  (vgl.  A13,  S.  7)  –  zu  den  Akten.  Die 
Eingangsbestätigung vermag keine asylrelevanten Nachteile zu bele-
gen. Damit bestehen auch Zweifel an den angeblich in der Folge des 
Entscheids des EGMR gegen den Beschwerdeführer gerichteten Dro-
hungen.  Folglich  erscheint der  zeitliche  Kausalzusammenhang  zwi-
schen der Zerstörung des (Betriebs) des Beschwerdeführers im Jahr 
1992 und seiner Ausreise aus Kroatien im Jahr 2000 nicht  gegeben 
und kann dieses Verfolgungsvorbringen auch nicht als asylrelevant im 
Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert werden.

7.2 Hinsichtlich der Untersuchungshaft von 6 Monaten und 15 Tagen 
im Jahr  1995,  welche  kurz  nach seiner  Entlassung  aus  der  Polizei 
stattgefunden habe (vgl. A13, S. 12), ist zu bemerken, dass der Be-
schwerdeführer  als  Grund dafür  den gegen ihn gerichteten Vorwurf 
angab, „Anschläge an die Wand angebracht“ respektive „Hauswände 
mit  antikroatischen  Parolen  beschriftet“  zu  haben  (vgl.  A13,  S.  7; 
Rechtsmitteleingabe vom 23. Juli  2007,  Ziff. 3,  S. 3). Das vom Be-
schwerdeführer eingereichte graphologische Gutachten vom (...) 1996 
(vgl. A14,  Beweismittel  26),  dank welchem er  angeblich von diesem 
Vorwurf  entlastet  worden  sei,  und  die  am  (...)  1995  durchgeführte 
Personengegenüberstellung (vgl. A14, Beweismittel 27), die vermutlich 
ebenfalls  mit  diesem Strafverfahren  in  Zusammenhang  steht,  haben 

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hingegen im Rahmen von Untersuchungen zu gefälschten Checks – 
und  nicht  zu  regierungsfeindlichen  Parolen  oder  verschmierten 
Hauswänden – stattgefunden. Damit ist weder ein asylrelevantes Motiv 
für  die  Untersuchungshaft  im  Jahr  1995  noch  ein  Zusammenhang 
zwischen dieser Haft und der Entlassung des Beschwerdeführers aus 
den Diensten der Polizei Ende 1995 auszumachen; es ist vielmehr von 
einem  ordentlichen  Strafverfahren  auszugehen.  Folglich kann  auch 
dieses  Verfolgungsvorbringen  weder  als  glaubhaft  noch  als 
asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG erachtet werden. Vollständig-
keitshalber  ist  dem  BFM  beizupflichten,  dass  angesichts  der  wenig 
substanziierten  Angaben  des  Beschwerdeführers  über  seine Dienst-
zeit als Drogenfahnder bei der Polizei (vgl. A13, S. 4) zu bezweifeln ist, 
ob  er  je  als  solcher  tätig  war.  Dass  er  dank  Beziehungen  seines 
Schwagers  zum damaligen Polizeikommandanten in  der  Polizei  eine 
Anstellung fand, mag hingegen zutreffen. Indessen sind den Akten kei-
ne Hinweise zu entnehmen, dass er deshalb asylrelevante Nachteile 
erlitten hätte. 

7.3 Im Übrigen  ist  durchaus glaubhaft,  dass  der  Beschwerdeführer 
mehrfach von Polizisten behelligt worden ist (vgl. A13, S. 10). Die im 
Zeitraum von 1991 bis 1993 erlebten Nachteile sind im Lichte der all-
gemeinen  Diskriminierungen  und  Gewalttaten  gegen  Serben 
während  des  Kroatien-Krieges  zu  betrachten,  welche  nach 
Kriegsende  im  Juli  1995  indessen  allmählich  nachgelassen  haben. 
Der  Beschwerdeführer  bringt  denn  auch  nicht  vor,  in  der 
Nachkriegszeit – während welcher er übrigens selber als Polizist tätig 
gewesen sein soll (vgl. A13, S. 4) – weiterhin benachteiligt worden zu 
sein. Es würde aufgrund der damals herrschenden politischen Lage 
in  Kroatien  ferner  nicht  erstaunen,  wenn  die  kroatischen  Behörden 
während  des  Krieges  (1991  bis  1995)  –  insbesondere  gegenüber 
serbischen Abtrünnigen der RSK – weder schutzfähig noch serbisch-
stämmigen Kroaten gegenüber schutzwillig gewesen wären. Trotzdem 
können diese Behelligungen heute  nicht  als  asylrelevant  gelten,  da 
kein  zeitlicher  Kausalzusammenhang  zwischen  ihnen  und  der 
Ausreise  des  Beschwerdeführers  im  Jahr  2000  zu  erkennen  ist, 
weshalb  die  Frage  des  Schutzwillens  und  der  Schutzfähigkeit 
Kroatiens zu jenem Zeitpunkt nicht näher zu prüfen ist. 

Hinsichtlich der geschilderten Verschleppung des Beschwerdeführers 
am (...)  1999 durch uniformierte  Polizisten in  einen nahegelegenen 
Wald  (vgl. A13,  S. 7  und  9)  sowie  der  wegen Schikanierung durch 

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Angehörige der Polizei erzwungenen Schliessung (des Betriebs) und 
des (Betrieb) des Beschwerdeführers im März 1999 (vgl. A13, S. 5) 
ist  ferner  eher  auf  polizeiliches  Fehlverhalten mit  finanziellen 
Absichten  (eventuell  zwecks  Erpressung  von  Schutzgeldern), nicht 
mit  politischem  oder  rein  ethnischem  Hintergrund  zu  schliessen, 
zumal  der  Beschwerdeführer selbst  angab,  eine  Gruppe  Krimineller 
hätten ihn erpresst, was zur Aufgabe des (Betriebs) geführt habe (vgl. 
A13,  S. 5). Kriminelle  Machenschaften  sind  indessen  grundsätzlich 
nicht  asylrelevant,  ausser es kann glaubhaft  gemacht werden, dass 
der  Staat  weder  willens  noch  fähig  ist,  dagegen  anzugehen. 
Vorliegend  ist  den  Akten  nicht  zu  entnehmen,  dass  der 
Beschwerdeführer den kroatischen Staat  gegen seine Erpresser um 
Schutz  ersucht  hätte,  beispielsweise  indem  er  ein  Strafverfahren 
eingeleitet  hätte,  weshalb  den  kroatischen  Behörden  diesbezüglich 
kein mangelnder Schutzwille vorgeworfen werden kann. 

7.4 Nicht  in  Abrede gestellt  wird  weiter,  dass  der  Beschwerdeführer 
am (...) 2000 eine polizeiliche Vorladung der Kriminalpolizei B._______ 
zu einem Verhör am (...) 2000 betreffend der Straftat einer schweren 
Körperverletzung  erhielt  (vgl.  A14,  Beweismittel  21).  Dieser  habe er 
nicht Folge geleistet, weil er auf diesem Polizeiposten bereits einmal 
gefoltert  worden sei (vgl. A14, Beweismittel 17). Es ist  anzunehmen, 
dass diese Vorladung in Zusammenhang mit der Anzeige des Spitals 
von B._______ vom (...)  1999 steht,  das heisst  Ermittlungen wegen 
Körperverletzungen,  welche  dem  Beschwerdeführer  im  (...)  1999 
zugefügt worden wären, betraf (vgl. A14, Beweismittel 4, 20 und 23). 
Diesen Beweismitteln sind indessen keine Hinweise auf asylrelevante 
Nachteile zu entnehmen. 

7.5 Betreffend der Video-Kassette, auf welcher Massaker an Zivilisten 
zu sehen seien und wegen welcher der Beschwerdeführer und seine 
damalige  Freundin  später  Schwierigkeiten  erhalten  und  das Heimat-
land verlassen hätten (vgl. A13, S. 8), hat sich der Beschwerdeführer 
in Widersprüchen verstrickt. In einem undatierten Schreiben, welches 
mit „Einsprache Gegen Entscheid des Bundesamt für Justiz BJ Sekti-
on Auslieferung“ betitelt ist (vgl. A3; A13, S. 10), teilte er mit, er habe 
diese Kassette von einer Person erhalten, deren Name er nicht preis-
geben wolle. Anlässlich der Anhörung vom 28. Juni 2007 gab er dann 
zu  Protokoll,  er  habe  die  Kassette  „von  der  Polizei  gestohlen“,  sie 
„überspielt“ und dann „retourniert“ (vgl. A13, S. 9). In der Beschwerde-
schrift vom 27. Dezember 2007 wird sodann ausgeführt, der traumati-

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sierte Beschwerdeführer könne sich nicht mehr an genaue Daten erin-
nern, indessen habe er im Jahr 1999 oder 2000 anlässlich einer poli-
zeilichen  Einvernahme  auf  dem  Posten  von  B._______  eine  Video-
Kassette entwendet. Diese habe er „in F._______ an einem sicheren 
Ort  versteckt“.  Dort  habe  er  keine  Freunde  oder  Bekannte,  die  die 
Kassette in  die Schweiz schicken könnten (vgl. Rechtsmitteleingabe, 
S.  6).  Im  Verfahren  vor  dem  Bundesstrafgericht  soll  er  ausgesagt 
haben,  diese  Kassette  befinde  sich  bei  seinem  Vertreter  (vgl. 
Entscheid des Bundesstrafgerichts vom (...), (Referenznummer) S. 9, 
BVGer-Akte 3).

Diese  Schilderungen  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  als 
nicht glaubhaft. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwer-
deführer  anlässlich  seiner  „Durchreise  nach  Italien  in  die  Schweiz“ 
(vgl. Rechtsmitteleingabe vom 27. Dezember 2007, S. 4) offensicht-
lich  zahlreiches Beweismaterial  mit  sich  führte  beziehungsweise im 
Verlauf seiner Anwesenheit hier besorgen konnte (darunter angeblich 
auch  eine  Video-Kassette,  die  aber  gemäss  telefonischer  Auskunft 
des Rechtsvertreters vom 16. Juni 2008 einen anderen Inhalt habe), 
indessen die Videokassette über Massaker in den Jahren 1991/92 – 
auch nicht nach seiner Entlassung aus der Auslieferungshaft im April 
2008  –  nicht  einreichen  konnte,  obschon  es  sich  um  ein 
„hochbrisantes“  (vgl.  A13,  S.  12)  und  für  die  Verfahren  vor  den 
Schweizer Behörden zentrales Beweismittel zu handeln scheint. Wei-
ter  mutet  seltsam an,  dass  der  Beschwerdeführer  diese gegenüber 
dem Ermittler des ICTY erst im Jahr 2006 das erste Mal, nicht aber in 
seinem Interview vom November 2001, erwähnt habe (vgl. E-Mail des 
Ermittlers  vom  20.  Juli  2007,  Beschwerdeakten  E-5009/2007).  Im 
Übrigen ist dem BFM beizupflichten, dass konstruiert erscheint, dass 
der  Beschwerdeführer zufälligerweise  während  einer  Vorladung  im 
Jahr 1999 oder 2000 bei der Polizei gerade auf jene brisante Kassette 
gestossen wäre, welche inhaltlich Massaker an Zivilisten aus den Jah-
ren 1991/1992, die den Berichten seines Schwagers entsprechen sol-
len, enthalten haben soll. Es fällt ferner auf, dass der Beschwerdefüh-
rer sich hinsichtlich des Zeitpunkts, wann er diese Informationen von 
seinem Schwager erhalten habe, unterschiedlich äusserte. In seinem 
Schreiben an den Ermittler des ICTY vom 2. Oktober 2001 gab er an, 
diese Auskünfte zwei Monate vor seiner Ausreise aus Kroatien – also 
etwa im Oktober 2000 – erhalten zu haben (vgl. A14, Beweismittel 2). 
Demgegenüber  schilderte  er  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom 
27.  Dezember  2007,  der  Schwager  habe  ihm während  des  Krieges 

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darüber  berichtet  (vgl. Ziff. 2,  S. 3). Wäre ihm diese Information tat-
sächlich erst im Oktober 2000 zu Ohren gekommen, hätte er die oben 
erwähnte Videokassette wohl kaum innert kürzester Zeit – nämlich vor 
dem 3. Oktober 2000, als er  und seine Freundin angeblich wegen der 
Entwendung dieser Kassette misshandelt wurden – auf einem Polizei-
posten  vorfinden  und  daraufhin  Drohungen  ausgesetzt  worden  sein 
können. Zusammengefasst erscheint nicht glaubhaft, dass er sich je in 
Besitz  einer  solchen  Kassette  befand.  Im  Weiteren  erscheint  nicht 
plausibel, dass er nach seiner Kontaktaufnahme mit dem Ermittler des 
ICTY im Jahr 2001 aus diesem Grund Drohungen ausgesetzt war. Da-
mit ist auch nicht wahrscheinlich, dass der gegen ihn ausgesprochene 
internationale  Haftbefehl  aus  dem Jahr  2004  in  diesem Zusammen-
hang von Kroatien hätte erlassen worden sein sollen. Den Akten ist 
hingegen klar zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am (...) 2003 
strafrechtlich  durch  das  Gericht  in  B._______  wegen  in  den  Jahren 
1999  und  2000  begangener  Eigentumsdelikte  (schwere  Diebstähle) 
verurteilt  wurde  und  dieses  Urteil  unangefochten  in  Rechtskraft 
erwuchs  (vgl.  A14,  Beweismittel  18  und  25;  A30).  Im  Übrigen  kam 
auch  das  Bundesstrafgericht  in  seinem  Entscheid  vom  (...)  zum 
Schluss,  dass  das  dem  Auslieferungsverfahren  zu  Grunde  liegende 
Strafverfahren  gegen  den  Beschwerdeführer  nicht  politisch  motiviert 
sei,  weshalb  es  die  Einrede  des  politischem  Delikts  bzw.  der 
politischen Verfolgung abwies (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 
vom (...) E. 4.4 ff.). Im Rahmen der Prüfung von Art. 3 Ziff.1 und Ziff. 2 
des  Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 
1957 (EAUe; SR 0.353.1) kam das Bundesstrafgericht zur Erkenntnis, 
der Beschwerdeführer habe keine derzeitig drohende Verfolgung aus 
rassischen,  nationalen  oder  politischen  Gründen im Zusammenhang 
mit  dem dem Auslieferungsbegehren zu Grunde liegenden Strafurteil 
konkret  und  glaubhaft  aufgezeigt.  Mit  diesen  Erwägungen  des 
Bundesstrafgerichts  sind  im  vorliegenden  Fall  auch  die 
flüchtlingsrechtlichen  Fragestellungen,  soweit  die  dem  Beschwerde-
führer  drohende Strafverfolgung betreffend,  erschöpfend beantwortet 
(vgl. oben E. 4.4; zum Verhältnis zwischen der Prüfung von Art. 3 Ziff. 1 
und Ziff. 2 EAUe und der flüchtlingsrechtlichen Prüfung des Non-Re-
foulements vgl. VENA, a.a.O., Ziff. 1.2.2, S. 6 ff.). 

7.6 So ist zusammenfassend festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rer  durchaus gewissen Nachteilen  ausgesetzt  gewesen sein  könnte. 
Zwischen den als glaubhaft  erachteten erlittenen Nachteilen und der 
Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem Heimatland im Jahr 2000 

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besteht indessen kein direkter zeitlicher Zusammenhang. Ferner wer-
den  einige  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Behelligungen 
oder  jedenfalls  zumindest  deren  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachter  politischer  Hintergrund  als  unglaubhaft  erachtet.  Der 
Beschwerdeführer  konnte  damit  kein  flüchtlingsrechtlich  erhebliches 
Verfolgungsmotiv  beziehungsweise  eine  begründete  Furcht,  künftig 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu sein, glaubhaft machen.

8.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die An-
forderungen an die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfüllt. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und dessen 
Asylgesuch abgelehnt. 

9.
Mit  der  angefochtenen  Verfügung,  die  vom  23.  November  2007 
datiert,  hat das BFM auch die Wegweisung des Beschwerdeführers 
aus  der  Schweiz  und den Wegweisungsvollzug  angeordnet. Seither 
ist  indessen  die  von  den  im  Auslieferungsverfahren  zuständigen 
Behörden  angeordnete  Auslieferung  des  Beschwerdeführers  nach 
Kroatien  rechtskräftig  geworden,  nachdem  das  Bundesgericht  mit 
Urteil  vom  (...)  auf  eine  Beschwerde  gegen  das  Urteil  des 
Bundesstrafgerichts  vom  (...)  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  oben  Bst. 
A.a).

Bei  dieser  Sachlage  ist  die  Wegweisung  (und  deren  Vollzug)  nicht 
mehr  von  den  Asylbehörden  zu  prüfen  (vgl.  Art.  32  Bst.  b  der 
Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1,  SR  142.311]  sowie die  nach  wie  vor  zutreffende  und 
weiterzuführende  Praxis  in  EMARK 1996 Nr. 34  E. 5; zum Ganzen 
auch VENA, a.a.O., Ziff. 3.2 S. 13 f.).

Mangels Zuständigkeit der Asylbehörden betreffend Anordnung einer 
Wegweisung  im vorliegenden  Verfahren  ist  daher  die  angefochtene 
Verfügung im Wegweisungspunkt (Ziff. 3 – 5 des Verfügungsdisposi-
tivs) aufzuheben.

10.
Am  (...)  April  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  aus  der  Ausliefe-
rungshaft entlassen. Seine Ausweispapiere wurden bei der (Kanton) 

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Polizei deponiert,  bei der er sich gemäss Vereinbarung regelmässig 
zu  melden  hat.  Als  Wohnsitz  wurde  für  den  Beschwerdeführer  das 
Durchgangszentrum  (...)  in  (...)  bestimmt  und  vereinbart,  allfällige 
Wechsel  des  Aufenthaltsortes  seien  dem  BJ  vorgängig  zu  melden 
(vgl. Vollzugsbericht der (Kanton) Polizei vom (...) April 2008).

Mit  dem vorliegenden Urteil  wird  das  Asylgesuch des Beschwerde-
führers  rechtskräftig  abgelehnt;  dem  Vollzug  des  Auslieferungsent-
scheids  des  BJ  vom  (...)  –  der  unter  dem  Vorbehalt  eines 
rechtskräftigen ablehnenden Asylentscheids erfolgt  ist  –  steht  dem-
nach nunmehr nichts entgegen. 

Die für den Vollzug der Auslieferung zuständigen Behörden sind dem-
nach über  den Ausgang des Asylverfahrens in  Kenntnis  zu  setzen, 
und es ist ihnen – vorab per Fax – eine Kopie des vorliegenden Ur-
teils zuzustellen.

11.
11.1 Dem Beschwerdeführer sind keine Kosten aufzuerlegen, da ihm 
mit  Zwischenverfügung  vom  15.  Januar  2008  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde. 

11.2 Die Aufhebung der angefochtenen Verfügung im Wegweisungs-
punkt (vgl. oben E. 9) erfolgt aus Gründen der weggefallenen Zustän-
digkeit  der Asylbehörden zur Anordnung der Wegweisung, entspricht 
indessen nicht einem Obsiegen des Beschwerdeführers im Sinne von 
Art. 64 VwVG. Eine Parteientschädigung ist daher nicht zuzusprechen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Ziffern 3 bis 5 des Verfügungsdispositivs betreffend Wegweisung und 
Wegweisungsvollzug werden im Sinne der Erwägungen aufgehoben.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- das kantonale Ausländeramt E._______ ad (...)(in Kopie)
- die  (...)  Polizei  von  E._______,  (...)  unter  Hinweis  auf  Erw.  10, 

vorab per Telefax
- das BFM, 3003 Bern,  z.H. (...),  unter  Hinweis auf  Erw. 10;  vorab 

per Telefax
- das  Bundesamt  für  Justiz,  BJ,  Direktionsbereich  Internationale 

Rechtshilfe, z.H. (...) unter Hinweis auf Erw. 10; vorab per Telefax

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Muriel Beck Kadima

Versand: 

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