# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0d6273a-e929-5745-882d-2904afb6aaa3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.05.2015 SB140199
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140199_2015-05-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140199-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger, Ersatz-

oberrichter lic. iur. Ernst sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. Höfliger 

 

 
Urteil vom 26. Mai 2015 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Pellegrini  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 
1. B._____,  

2. ... 

3. C._____ Ltd.,  

Verfahrensbeteiligte und Erstberufungskläger 

 

3 vertreten durch Fürsprecher Y._____ 

 

sowie 

 

-   2   - 

1. D._____ AG,  

2. … 

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

betreffend unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten  

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 

24. Februar 2014 (DG130183) 

 

-   3   - 

  

Inhaltsübersicht 

 

Anklage                  6 

Urteil der Vorinstanz                6 

Anträge der Parteien              10 

I. Prozessgeschichte und Formelles         14 

1. Verfahrensgang             14 
2. Haft                15 
3. Anwendbares Recht             16 
4. Nichteintreten auf die Berufung des Verfahrensbeteiligten 1     18 
5. Umfang der Berufung            18 

II. Schuldpunkt              21 
A. ALLGEMEINES              21 
B. URKUNDENFÄLSCHUNG (ANKLAGEZIFFER III. LIT A)        23 

1. Anklagevorwurf              23 
2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz      23 
3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren        26 
4. Entscheid               27 
C. BETRUG (ANKLAGEZIFFER III. LIT B)          29 

1. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz      29 
2. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren        30 
3. Entscheid               34 
 3.1.  Einleitung              34 
 3.2.  Kein Betrug             35 
 3.3.  Unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten      49 
 3.4.  Fazit               75 
D. GELDWÄSCHEREI (ANKLAGEZIFFER III. LIT C)         75 

 
 

-   4   - 

III. Strafzumessung             76 

1. Anwendbares Recht und allgemeine Regeln zur Strafzumessung    76 
2. Konkrete Strafzumessung            76 
 2.1.  Tatkomponenten            76 
 2.2.  Täterkomponenten            80 

2.3. Fazit               81 

IV. Zivilansprüche der Privatklägerin 1         82 

1. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz      82 
2. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren        83 
3. Entscheid               84 
5. Fazit                93 

V. Einziehung/Beschlagnahme          94 
A. EINLEITUNG              94 
B. E._____-KONTO NR. 1...            94 

1. Ausgangssituation             94 
2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz      96 
3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren        97 
4. Entscheid             99 
 4.1.  Keine Einziehung nach Art. 70 StGB       99 
 4.2.  Einziehung zur Kostendeckung        100 
 4.3.  Fazit             106 
C. F._____-KONTO NR. 2...          107 

1. Ausgangssituation           107 
2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz    108 
3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren      109 
4. Entscheid             110 
 4.1.  Deliktskonnex des Vermögenswertes       110 
 4.2.  Verfahrensbeteiligte 3 als Dritterwerberin      112 
 4.3.  Keine Restitution          113 

4.4.  Einziehung und Verwendung z. G. der Geschädigten    115 
 4.5.  Fazit             124 
D.   NOTEBOOK 'DELL' / LAPTOP 'DELL' / 2 USB-SPEICHERKARTEN / 

4 DATENTRÄGER            124 

1. Ausgangssituation           124 
2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz    126 
3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren      126 

-   5   - 

4. Entscheid             126 
 4.1.  Einleitung            126 
 4.2.  Würdigung            127 
 4.3.  Fazit             130 
E.   MOBILTELEFONE NOKIA          131 

1. Ausgangssituation           131 
2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz    132 
3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren      132 
4. Entscheid             132 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen       134 

1. Kostenfolgen            134 
1.1. Erstinstanzliche Kosten         134 
1.2. Kosten des Berufungsverfahrens       134 

2. Entschädigungsfolgen          135 
2.1. Entschädigung der Privatklägerin 1       135 
2.2. Entschädigung der Verfahrensbeteiligten 3     136 

Dispositiv               141 

-   6   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 28. Mai 

2013 (Ordner 3, Urk. 001.0001) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in 

Verbindung mit Art. 29 StGB (ND 1), 

- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB 

(HD lit. D. und E., ND 1 und ND 2), 

 - der unrechtmässigen Verwendung von Vermögenswerten gemäss 

Art. 141bis StGB in Verbindung mit Art. 29 StGB (HD lit. B.). 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 

- des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (ND 2),  

- der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (HD lit. A), 

- der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB (HD lit. C.). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 795 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Die Privatklägerin 1, D._____ AG, wird mit ihrem Schadenersatzbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Die Privatklägerin 2, G._____ AG, wird mit ihrem Schadenersatzbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6.a) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

14. Dezember 2011 angeordnete Sperre des E._____-Kontos 1..., lautend 

-   7   - 

auf H1._____ AG in Gründung, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgeho-

ben und die E._____ wird angewiesen, dieses Konto zu saldieren und den 

Saldo (CHF 100'000.-- zuzüglich allfällige Erträge) zu Gunsten der konkurs-

amtlichen Liquidation der H2._____ AG an das Notariat … zu überweisen.  

  b) Die dem Beschuldigten zustehende Forderung auf 60% des Saldos des 

E._____-Kontos 1..., lautend auf H1._____ AG in Gründung, wird nach Ein-

tritt der Rechtskraft beschlagnahmt. 

  c) Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird nach Eintritt der Rechtskraft an-

gewiesen, diese Forderung beim zuständigen Konkursamt im Konkurs der 

H2._____ AG geltend zu machen und die resultierende Konkursdividende 

nach Abzug allfälliger damit verbundener Kosten zur Deckung der dem Be-

schuldigten aufzuerlegenden Verfahrenskosten heranzuziehen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

14. Dezember 2011 angeordnete Sperre des E._____-Kontos 3..., lautend 

auf B._____, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die E._____ 

wird angewiesen, die Währungskonti CHF, USD, EUR und NZD dieses Kon-

tos zu saldieren und die Saldi CHF 5'378.85, USD 389'494.42, EUR 979.35 

und NZD 3'000'000.--, je zuzüglich allfällige Erträge, der Privatklägerin 

D._____ AG zu überweisen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

14. Dezember 2011 angeordnete Sperre des E._____-Kontos 4..., lautend 

auf H3._____ AG, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die 

E._____ wird angewiesen, die Währungskonti CHF und USD dieses Kontos 

zu saldieren und die Saldi CHF 2'800.-- und USD 2'911'500.--, je zuzüglich 

allfällige Erträge, der Privatklägerin D._____ AG zu überweisen. 

9.a) Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

2. Dezember 2011 und 16. Januar 2012 angeordnete Sperre des F._____-

Kontos 2..., lautend auf C._____ Ltd., wird nach Eintritt der Rechtskraft im 

Umfang von EUR 516'000.-- (zuzüglich allfällige darauf entfallende Erträge) 

-   8   - 

aufgehoben und die F._____ wird angewiesen, vom EUR-Währungskonto 

den Betrag von EUR 516'000.-- (zuzüglich allfällige darauf entfallende Erträ-

ge) der Privatklägerin D._____ AG zu überweisen. 

  b) Die dazu gestellten Anträge der C._____ Ltd. werden abgewiesen. 

10. Von der Ausfällung einer Ersatzforderung wird abgesehen. 

11.a) Die Guthaben des Beschuldigten, welche sich auf den auf seinen Namen 

lautenden Konti Nr. 5... (Lohnsparkonto), Nr. 6... (Kontokorrent USD), Nr. 7... 

(Anlagesparkonto …) und 8... (Anlage- und Sparkonto EUR) bei der I._____ 

befinden, werden beschlagnahmt und nach Eintritt der Rechtskraft zur De-

ckung der Verfahrenskosten verwendet. 

   b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

17. Januar 2012 angeordneten Sperren der I._____-Konti     Nr. 5... 

(Lohnsparkonto), Nr. 6... (Kontokorrent USD), Nr. 7... (Anlagesparkonto …) 

und 8... (Anlage- und Sparkonto EUR), lautend auf den Beschuldigten, wer-

den nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die I._____ wird angewie-

sen, diese Konti zu saldieren und die Saldi der Kasse des Bezirksgerichts 

Zürich zu überweisen. 

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

28. Januar 2013 beschlagnahmten Mobiltelefone (Nokia Typ 6300 sowie 

Nokia Typ C5), die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zü-

rich vom 29. Januar 2013 beschlagnahmte Armbanduhr (Tissot) sowie der in 

England sichergestellte Laptop 'Dell' (PK/4 der in England sichergestellten 

Gegenstände und Schriftstücke) werden nach Eintritt der Rechtskraft durch 

die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwertet und der Erlös wird nach Ab-

zug der Verwertungskosten zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

13. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

28. Januar 2013 beschlagnahmte Notebook 'Dell' (Typ Vostro V130) sowie 

die USB-Sticks (Marke Kingston Typ und Marke Sky Europe) werden einge-

zogen und nach Eintritt der Rechtskraft durch die Kasse des Bezirksgerichts 

-   9   - 

Zürich zu Gunsten der Staatskasse verwertet bzw. - sofern davon kein die 

Verwertungskosten übersteigender Erlös zu erwarten ist - vernichtet. 

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

28. Januar 2013 beschlagnahmten Ausweise, Schlüssel, Kreditkarten, Ma-

estro Karte, elektronischen Flugtickets sowie diversen Notizzettel werden 

nach Eintritt der Rechtskraft zu den Effekten des Beschuldigten gegeben. 

15. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

28. Januar 2013 beschlagnahmten Datenträger (Festplatte sowie 3x Soft-

ware Encase) sowie der Telefax der J._____ Bank werden nach Eintritt der 

Rechtskraft bei den Akten belassen. 

16. Die in England sichergestellten Gegenstände und Schriftstücke – abgese-

hen vom in Ziffer 12 erwähnten Laptop 'Dell' – werden dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben, andern-

falls nach Ablauf von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet. 

17. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

29. Januar 2013 bei B._____ beschlagnahmten Gegenstände und Schrift-

stücke werden diesem nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen 

herausgegeben, andernfalls nach Ablauf von sechs Monaten nach Eintritt 

der Rechtskraft vernichtet. 

18. Ordner 23 der Akten des Vorverfahrens mit den Einvernahmeprotokollen 

von K._____ sowie die Protokolle der polizeilichen Einvernahme von 

L._____ vom 28. Februar 2012 werden auf der Kanzlei der 9. Abteilung des 

Bezirksgerichts Zürich unter separatem Verschluss gehalten und nach Ein-

tritt der Rechtkraft vernichtet. 

19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   10   - 

Fr. 25'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 4'819.65   Gebühr Anklagebehörde  

Fr. 32'202.75   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 86'412.20   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

20. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird se-

parat entschieden. 

21. Auf den Entschädigungsantrag der Privatklägerin D._____ AG wird nicht 

eingetreten. 

22. Auf den Entschädigungsantrag der Privatklägerin G._____ AG wird nicht 

eingetreten. 

23. Auf den Entschädigungsantrag der anderen Verfahrensbeteiligten C._____ 

Ltd. wird nicht eingetreten. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 264 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der unrechtmässigen Verwendung 

von Vermögenswerten gemäss Art. 141bis StGB freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu be-

strafen, wobei der Vollzug von 18 Monaten bedingt aufzuschieben sei. 

-   11   - 

3. Die E._____ AG sei anzuweisen, das Guthaben auf dem E._____-

Konto 1... lautend auf H1._____ AG in Gründung dem Notariat … zur 

Zahlung an den Berechtigten zu überlassen, eventualiter sei die 

E._____ AG anzuweisen, das Guthaben dem Liquidator der M._____ 

Limited auszuzahlen. 

4. Die beiden Mobiltelefone Nokia Typ 6300 und Nokia Typ C5 seien dem 

Beschuldigten herauszugeben. 

5. Das Notebook 'Dell' (in den Akten aus England) und die USB-Sticks 

der marken "Kingston" und "Sky Europe" seien dem Beschuldigten 

herauszugeben. 

6. Die Datenträger (Festplatte sowie 3x Software Encase) seien dem Be-

schuldigten herauszugeben. 

7. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

(Anschlussberufungsklägerin 1) sei vollumfänglich abzuweisen. 

8. Die Anschlussberufung der Privatklägerin 1 (Anschlussberufungskläge-

rin 2) sei sowohl bezüglich der beantragten Strafpunkte als auch be-

züglich der Schadenersatzforderung vollumfänglich abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist.  

9. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

(ohne amtliche Verteidigung) seien dem Beschuldigten zur Hälfte auf-

zuerlegen. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien inklusive jener für die amtli-

che Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen. 

11. Der Beschuldigte sei nach der Berufungsverhandlung umgehend aus 

der Haft zu entlassen. 

12. Der Beschuldigte sei für die erstandene Überhaft von 5 Monaten an-

gemessen zu entschädigen.  

-   12   - 

 

b) Der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich: 

(Urk. 261 S. 3) 

1. Die Berufungen des Beschuldigten und der C._____ Ltd. seien abzu-

weisen. 

2. Die Anschlussberufung der D._____ AG sei gutzuheissen. 

3. Ziffer 1, Alinea 3 sowie Ziffer 2 des Dispositivs des vorinstanzlichen Ur-

teils vom 24. Februar 2014 seien vollumfänglich aufzuheben. 

4.  Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen 

  a.  des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 29 StGB; 

  b.  der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB; 

  c.  der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB. 

5. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der bisher erstandenen Unter-

suchungs- und Sicherheitshaft mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu 

bestrafen.  

6. Es sei der Vollzug der Freiheitsstrafe anzuordnen. 

7. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

8. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich zu bestätigen. 

 

c) Der Privatklägerin 1: 

 (Urk. 262 S. 1 f.) 

1. Es sei Dispositivziffer 2 al. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

24. Februar 2014 aufzuheben und der Beschuldigte des Betrugs im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen; dies anstelle der 

-   13   - 

Verurteilung wegen unrechtmässiger Verwendung von Vermögenswer-

ten i.S.v. Art. 141bis StGB gemäss Dispositivziffer 1 al. 3 des angefoch-

tenen Entscheids. 

2. Es sei Dispositivziffer 2 al. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

24. Februar 2014 aufzuheben und der Beschuldigte der Urkundenfäl-

schung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Es sei Dispositivziffer 2 al. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

24. Februar 2014 aufzuheben und der Beschuldigte der Geldwäscherei 

im Sinne von Art. 305bis StGB schuldig zu sprechen. 

4. Es sei Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

24. Februar 2014 aufzuheben und der Beschuldigte adhäsionsweise zu 

verpflichten, der Privatklägerin 1 den Betrag von USD 2 Millionen zu 

bezahlen. 

5. Es seien Dispositivziffern 9a und 9b des Urteils des Bezirksgerichts Zü-

rich vom 24. Februar 2014 in Abweisung der Berufung der Verfahrens-

beteiligten 3 zu bestätigen. 

 

d) Der Verfahrensbeteiligten 3: 

 (Urk. 260 S. 1) 

1. Die durch die Staatsanwaltschaft III bei Bank F._____, …, verfügte 

Vermögenssperre gegen C._____ Ltd. sei gerichtlich vollständig aufzu-

heben unter entsprechender Mitteilung an das Institut. 

2. Es sei der C._____ Ltd. eine Entschädigung zuzusprechen für die durch 

die seit Dezember 2011 erfolgte Sperre von EUR 1,5 Mio. erlittenen 

Nachteile, inklusive Beschwerdekosten (Obergericht / Bundesgericht), 

daherige Anwaltskosten und Parteikostenpflicht gegenüber der Gegen-

partei (D._____ AG) und für die Anwaltskosten bis und mit Vorinstanz, 

ausmachend pauschal Fr. 100'000.–. 

-   14   - 

3. Für das Berufungsverfahren sei der C._____ Ltd. eine Entschädigung 

für Anwaltskosten nach gerichtlichem Ermessen zuzusprechen. 

4. Unter Kostenfolgen. 

 

__________________________ 

 

I.  Prozessgeschichte und Formelles 

1. Verfahrensgang 

 1.1.  Hinsichtlich des Verfahrensgangs im Vorverfahren und vor Vorinstanz 

kann auf die umfassende Darstellung im angefochtenen Urteil verwiesen werden 

(HD Urk. 203 S. 9-25, Ziff. I.1.-I.5). 

 1.2.  Mit vorstehend im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz 

wurde der Beschuldigte der mehrfachen Veruntreuung (ND 1), der mehrfachen 

Urkundenfälschung (HD [Anklageziffer III.] lit. D. und E., ND 1 und ND 2) sowie 

der unrechtmässigen Verwendung von Vermögenswerten (HD [Anklageziffer III.] 

lit. B.) schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen des Betrugs (ND 2), der Urkun-

denfälschung (HD [Anklageziffer III.] lit. A.) und der Geldwäscherei (HD [Anklage-

ziffer III.] lit. C.) wurde der Beschuldigte freigesprochen. Der Beschuldigte wurde 

mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren bestraft, wobei 795 Tage Haft angerechnet 

wurden. Die Privatklägerinnen wurden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. Weiter wurden diverse Entscheide betreffend 

Einziehung, Ersatzforderung und Beschlagnahme gefällt. Schliesslich wurden 

dem Beschuldigten die Kosten – mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Vertei-

digung – auferlegt, und es wurde auf die Entschädigungsanträge der Privatkläge-

rinnen und der Verfahrensbeteiligten 3 (C._____ Ltd.) nicht eingetreten (HD 

Urk. 203 S. 162 ff.).  

-   15   - 

 1.3.  Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte (HD Urk. 192), der 

Verfahrensbeteiligte 1 (B._____) (HD Urk. 196) sowie die Verfahrensbeteiligte 3  

(HD Urk. 190) Berufung an.  

 Am 7. April 2014 reichte der Beschuldigte fristgerecht seine Berufungser-

klärung ein (HD Urk. 204). Die Berufungserklärung der Verfahrensbeteiligten 3 

erfolgte mit Eingabe vom 28. Februar 2014 [recte: 13. Mai 2014, vgl. Datum 

Poststempel] (HD Urk. 213), und damit ebenfalls rechtzeitig. Der Verfahrensbe-

teiligte 1 reichte innert Frist keine Berufungserklärung ein.  

 1.4.  Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (HD Urk. 221) sowie die 

Privatklägerin 1 (D._____ AG) erhoben mit Eingaben vom 16. bzw. 24. Juni 2014 

innert Frist Anschlussberufung (HD Urk. 221 und Urk. 222).  

 1.5.  Die Verfahrensbeteiligte 2 (H2._____ AG in Liquidation) verzichtete 

mit Eingabe vom 13. Juni 2014 ausdrücklich auf Anschlussberufung, mit der 

Begründung, dass sie das erstinstanzliche Urteil, insbesondere in dem sie an-

gehenden "Abschnitt V. (Seiten 140 ff.)", als korrekt betrachte (HD Urk. 220). 

Sinngemäss beantragt die Verfahrensbeteiligte 2 somit die Bestätigung des vo-

rinstanzlichen Urteils hinsichtlich der sie betreffenden – vom Beschuldigten an-

gefochtenen (vgl. nachstehende Ziff. 4) – Dispositivziffer 6.  

 1.6.  Die Privatklägerin 2 (die G._____ AG; nachfolgend G._____ genannt) 

liess sich nicht vernehmen.  

 1.7.  Der Leitende Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich befugte und be-

auftragte mit Verfügung vom 12. März 2015  die Staatsanwältin lic. iur. Tatjana 

Heller (welche die Untersuchung geführt hatte) zur Vertretung der Staatsan-

waltschaft III im Berufungsverfahren (Urk. 256).  

2. Haft  

 2.1.  Mit Präsidialverfügung vom 8. Mai 2014 wurde der Staatsanwaltschaft 

und der amtlichen Verteidigung Frist angesetzt, um sich zur Frage der Fortset-

zung der Sicherheitshaft – welche letztmals mit Beschluss der Vorinstanz vom 

-   16   - 

24. Februar 2014 bis zum 24. Mai 2014 verlängert worden war (HD Urk. 136) – zu 

äussern (HD Urk. 208). Nach Eingang der Stellungnahmen der Staatsanwalt-

schaft (HD Urk. 209) und der amtlichen Verteidigung (HD Urk. 212) wurde mit 

Präsidialverfügung vom 19. Mai 2014 der Verbleib des Beschuldigten in Sicher-

heitshaft angeordnet (Urk. 216). 

 2.2.  Der Beschuldigte stellte am 8. Dezember 2014 ein Haftentlassungsge-

such, welches mit Präsidialverfügung vom 16. Dezember 2014 abgewiesen wurde 

(vgl. HD Urk. 242-251). 

 2.3.  Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Mai 2015 stellte der Be-

schuldigte ein weiteres Haftentlassungsgesuch (vgl. Urk. 264 S. 2 und S. 28;  

Prot. II S. 41). Diesem wurde mit der – im Anschluss an das vorliegende Urteil 

vom 26. Mai 2015 gefällten – Präsidialverfügung vom 26. Mai 2015 entsprochen 

(Urk. 266).  

3. Anwendbares Recht 

 3.1.  Dem Schweizerischen Strafgesetzbuch ist unterworfen, wer in der 

Schweiz ein Verbrechen oder Vergehen begeht (Art. 3 Abs. 1 StGB). Ein Verbre-

chen oder Vergehen gilt als da begangen, wo der Täter es ausführt oder pflicht-

widrig untätig bleibt, und da wo der Erfolg eintritt (Art. 8 Abs. 1 StGB). Der Hand-

lungsort des mittelbaren Täters liegt da, wo er auf den Tatmittler einwirkt (BSK 

STGB - Popp/Keshelava, Art. 8 N 15). Der Begriff des Erfolgs ist (seit der mit BGE 

105 IV 326 eingeschlagenen Rechtsprechung) zunächst im Sinne des Erfolgsde-

likts zu sehen. Als Erfolgsorte gelten jedoch auch die Orte, an denen die ge-

schützten Interessen verletzt oder gefährdet werden oder an denen sich die Ab-

sicht des Täters verwirklichen soll (vgl. Donatsch et al., StGB Kommentar, Orell 

Füssli Verlag, 18. Aufl., 2010, Art. 8 N 2 m.w.H.). So wird bei einem Betrug nicht 

nur der Ort der schädigenden Vermögensverfügung bzw. der Vermögensschädi-

gung als Erfolgsort angesehen, sondern ebenso derjenige, an dem die beabsich-

tigte Bereicherung eingetreten ist oder hätte eintreten sollen (z.B. Bundesge-

richtsurteil 6B_436/2014 vom 2. März 2015 m.w.H.). Dies hat auch für weitere 

Wirtschaftsdelikte zu gelten, die eine Bereicherungsabsicht voraussetzen (vgl. 

-   17   - 

Andreas Eicker, in: Ackermann/Günter [Hrsg.]: Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz. 

Hand- und Studienbuch, 2013, S. 69 Rz. 22).   

 Wie zu zeigen sein wird, ist vorliegend der Beschuldigte der unrechtmässi-

gen Verwendung von Vermögenswerten schuldig zu sprechen. Im Kern bestand 

seine Tathandlung darin, dass er – über Zahlungsanweisungen, welche er aus 

England per E-Mail an die D._____ AG in der Schweiz zukommen liess – un-

rechtmässig Gelder von dem bei dieser Bank in Zürich geführten Konto seiner 

Gesellschaft M._____ Ltd. auf mehrere Konten im Ausland abdisponieren liess. 

Damit handelte der Beschuldigte zwar vom Ausland aus, jedoch in mittelbarer 

Täterschaft in der Schweiz, indem er die nichtsahnenden bzw. sich irrenden 

Bankmitarbeiter als Tatmittler benutzte. Im Übrigen liegt nicht nur der Hand-

lungsort, sondern auch der Erfolgsort im Sinne von Art. 3 i.V.m. Art. 8 StGB in 

der Schweiz, nachdem hier die schädigenden Vermögensverfügungen getroffen 

wurden, hier die Privatklägerin 1 in ihrem Vermögen geschädigt wurde und auch 

hier sich die Bereicherungsabsicht des Beschuldigten verwirklichen sollte.  

 Auf den vorliegenden Fall ist somit materiell das Schweizerische Strafge-

setzbuch anwendbar.  

 3.2.  Mit dem Entscheid über die Anwendbarkeit des materiellen Schweizer 

Strafrechts ist zugleich auch über die Zuständigkeit der Schweizer Gerichte ent-

schieden. Wenn aufgrund der Art. 3 ff. StGB das Schweizerische materielle Straf-

recht anwendbar ist, so muss es für die entsprechende Tat auch einen schweize-

rischen Gerichtsstand geben (Eicker, a.a.O., S. 58 f. Rz. 2 Schmid, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N 440 m.H.a. die Rechtspre-

chung). Zur (interkantonalen) Zuständigkeit des Kantons Zürich im Sinne von 

Art. 31 StPO kann auf die Gerichtsstandsakten (Ordner 14, Urk. 030.0001 ff.) verwie-

sen werden. 

 3.3.  Zum intertemporal anwendbaren Recht betr. die Strafzumessung vgl. 

nachstehend Ziff. III.1. 

-   18   - 

4.  Nichteintreten auf die Berufung des Verfahrensbeteiligten 1 

 4.1.  Dem Verfahrensbeteiligten 1 wurde der vorinstanzliche Entscheid vom 

24. Februar 2014 am 28. Februar 2014 im Dispositiv zugestellt (HD Urk. 103; 

HD Urk. 196 Blatt 2). Darauf meldete dieser mit Eingabe vom 11. März 2014 Be-

rufung an (HD Urk. 196 Blatt 1).  

 Im Urteilsdispositiv wurde darauf hingewiesen, dass eine allfällige Berufung 

innert 10 Tagen von der Eröffnung an anzumelden ist und dass bei einer offen-

sichtlich verspäteten Berufungsanmeldung auf die Berufung ohne Weiterungen 

nicht eingetreten wird (HD Urk. 103 S. S. 8). Die Frist zur Einreichung der Beru-

fungsanmeldung begann am 1. März 2014 zu laufen und endete am 10. März 

2014 (vgl. Art. 89 und 90 StPO). Die Berufungsanmeldung des Verfahrensbeteilig-

ten erfolgte einen Tag verspätet, weshalb auf dessen Berufung androhungsge-

mäss nicht einzutreten ist.  

 Im Urteilsdispositiv sowie im begründeten Entscheid (HD Urk. 185 S. 168 = 

HD Urk. 203 S. 168) wird sodann darauf hingewiesen, dass die Berufung erhe-

benden Partei nach Zustellung des begründeten Entscheids innert 20 Tagen eine 

schriftliche Berufungserklärung einzureichen hat, und dass bei offensichtlich ver-

späteten Berufungserklärungen auf die Berufung ohne Weiterungen nicht einge-

treten wird. Der Verfahrensbeteiligte 1 nahm den begründeten Entscheid am 

12. März 2014 in Empfang (HD Urk. 198/5) und reichte bis am 1. April 2014 keine 

Berufungserklärung ein, weshalb auf seine Berufung auch dann nicht einzutreten 

wäre, wenn sie rechtzeitig angemeldet worden wäre.  

 4.2.  Auf die Berufung des Verfahrensbeteiligten 1 ist somit nicht einzutreten. 

Mangels erheblicher durch den Verfahrensbeteiligten 1 verursachter Umtriebe, 

sind ihm keine Kosten aufzuerlegen.  

5. Umfang der Berufung 

 5.1.  Mit der Berufungserklärung beschränkte der Beschuldigte seine Beru-

fung ausdrücklich auf den Schuldspruch der unrechtmässigen Verwendung von 

Vermögenswerten (vorinstanzliche Dispositivziffer 1 Alinea 3), das Strafmass 

-   19   - 

(Dispositivziffer 3), die Verwendung von Vermögenswerten der H1._____ AG in 

Gründung zur Deckung der Verfahrenskosten (Dispositivziffer 6), die Einziehung 

und Verwertung der Mobiltelefone Nokia Typ 6300 und Nokia Typ C5 (Dispositiv-

ziffer 12, teilweise), die Einziehung und Vernichtung des Notebook Dell Typ Vost-

ro V130 sowie der USB-Sticks (Marke Kingston und Marke Sky Europe) (Disposi-

tivziffer 13), das bei den Akten Belassen der (vier) Datenträger (1 Festplatte und 3 

x Software Encase) (Dispositivziffer 15, teilweise) und die Kostenauflage (Disposi-

tivziffer 20). Die übrigen Anordnungen wurden vom Beschuldigten ausdrücklich 

akzeptiert (HD Urk. 204 S. 2).  

 Anlässlich der Berufungsverhandlung korrigierte der Beschuldigte seine Be-

rufung insoweit (vgl. Urk. 264 S. 1), dass er sich der Einziehung und Vernichtung 

des Notebook 'Dell' Typ Vostro V130 (Dispositivziffer 13, teilweise) nicht mehr wi-

dersetzte, indes neu die Verwertung des in England sichergestellten Laptops Dell 

(Dispositivziffer 12, teilweise) anfocht (siehe unten Ziff. V.D.). Diese Änderung der 

Berufungsanträge ist als zulässig zu erachten, nachdem die vorinstanzliche Dis-

positivziffer 12 grundsätzlich bereits mit Berufungserklärung vom 7. April 2014 

angefochten worden war (wenn auch lediglich hinsichtlich der zwei Mobiltelefone).  

 5.2.  Die Staatsanwaltschaft verlangt (Urk. 221; Urk. 261), dass der Be-

schuldigte hinsichtlich HD [Anklageziffer III.] lit. B des Betruges schuldig zu spre-

chen sei und ficht damit den Schuldspruch der unrechtmässigen Verwendung von 

Vermögenswerten (Dispositivziffer 1 Alinea 3) an. Weiter beschränkt sie ihre An-

schlussberufung im Schuldpunkt auf die Freisprüche vom Vorwurf der Urkunden-

fälschung betreffend HD [Anklageziffer III.] lit. A (Dispositivziffer 2 Alinea 2) und 

vom Vorwurf der Geldwäscherei (Dispositivziffer 2 Alinea 3). Sodann verlangt sie 

eine höhere Strafe und ficht damit den Strafpunkt an (Dispositivziffer 3).  

 5.3.  Die Privatklägerin 1 verlangt mit der Berufungserklärung, dass der Be-

schuldigte des Betrugs anstelle der unrechtmässigen Verwendung von Vermö-

genswerten schuldig zu sprechen sei (Urk. 222 S. 2). Entgegen ihren Ausführun-

gen in der Berufungserklärung ficht sie damit ausschliesslich die vorinstanzliche 

Dispositivziffer 1 Alinea 3 an (und nicht auch Dispositivziffer 2 Alinea 1, die sich 

auf den Betrugsvorwurf betreffend ND 2 bezieht). Weiter beschränkt sie ihre An-

-   20   - 

schlussberufung im Schuldpunkt auf den Freispruch der Geldwäscherei (Disposi-

tivziffer 2 Alinea 3). Sodann ficht sie Dispositivziffer 4 (Verweis ihres Schadener-

satzbegehrens auf den Zivilweg) und Dispositivziffer 21 (Nichteintreten auf ihren 

Entschädigungsantrag) an. 

 Anlässlich der Berufungsverhandlung modifizierte sie ihre Berufungsanträge 

(vgl. Urk. 262 S. 2 und Prot. II S. 17), indem sie ihren Entschädigungsantrag fallen 

liess und ihr Schadenersatzbegehren reduzierte (vgl. hiezu nachstehend Ziff. IV. 

und Ziff. VI.2.1.), was zulässig ist.  

 5.4.  Die Verfahrensbeteiligte 3 ficht Dispositivziffern 9 (Anordnungen betref-

fend ein auf sie lautendes F._____-Konto) und 23 (Nichteintreten auf ihren Ent-

schädigungsantrag) an (HD Urk. 213; Urk. 260). 

 5.5.  Nicht angefochten sind demnach: 

• Dispositivziffer 1 Alinea 1 (Schuldspruch der mehrfachen Veruntreu-

ung betreffend ND 1),  

• Dispositivziffer 1 Alinea 2 (Schuldspruch der mehrfachen Urkunden-

fälschung betreffend HD Anklageziffer III. lit. D und E und betreffend 

ND 1 und ND 2),  

• Dispositivziffer 2 Alinea 1 (Freispruch vom Vorwurf des Betrugs be-

treffend ND 2), 

• Dispositivziffer 5 (Verweis des Schadenersatzbegehrens der Privat-

klägerin 2 auf den Zivilweg), 

• Dispositivziffern 7 und 8 (Aufhebung der Sperre zweier E._____-

Konti und Überweisung der Saldi an die Privatklägerin 1), 

• Dispositivziffer 10 (Absehen von der Ausfällung einer Ersatzforde-

rung), 

• Dispositivziffer 11 (Beschlagnahme der Guthaben verschiedener 

persönlicher I._____-Konti des Beschuldigten und Verwendung der 

Saldi zur Deckung der Verfahrenskosten), 

-   21   - 

• Dispositivziffer 12, teilweise (Verwertung der Armbanduhr 'Tissot' 

und Verwendung des Erlöses zur Deckung der Verfahrenskosten), 

• Dispositivziffer 14 (Herausgabe beschlagnahmter Ausweise, Schlüs-

sel, Kreditkarten, etc. an den Beschuldigten), 

• Dispositivziffer 15, teilweise (bei den Akten Belassen des Telefaxes 

der J._____ Bank), 

• Dispositivziffer 16 (Herausgabe der in England sichergestellten Ge-

genstände und Schriftstücke an den Beschuldigten), 

• Dispositivziffer 17 (Herausgabe der beim Verfahrensbeteiligten 1 

beschlagnahmten Gegenstände und Schriftstücke an diesen), 

• Dispositivziffer 18 (Vernichtung von Ordner 23), 

• Dispositivziffer 19 (Kostenfestsetzung), 

• Dispositivziffer 22 (Nichteintreten auf Entschädigungsantrag der Privat-

klägerin 2). 

  Hinsichtlich all dieser Dispositivziffern ist das vorinstanzliche Urteil in 

Rechtskraft erwachsen (Schmid, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl., Art. 402 N 1; 

Art. 437 StPO), was in Bezug auf die Dispositivziffern 7 und 8 bereits mit Be-

schluss vom 22. August 2014 festgestellt worden ist (Urk. 232). Hinsichtlich der 

übrigen unangefochtenen Dispositivpunkte ist das Eintreten der Rechtskraft mit 

Vorab-Beschluss im Rahmen des vorliegenden Entscheids festzustellen.  

 

II.   Schuldpunkt 

A.   ALLGEMEINES 

1.  Angefochtene Schuld- bzw. Freisprüche 

 1.1.  Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe gemäss Anklageschrift vom 

28. Mai 2013 sowohl im Vorverfahren (vgl. Schlusseinvernahme, Ordner 17-21, 

-   22   - 

Urk. 40 0396 bis Urk. 40 0403) als auch im vorinstanzlichen Verfahren (vgl. Prot. I 

[Urk. 169] S. 13 ff. sowie (HD Urk. 175 S. 1). Im Berufungsverfahren liess er, wie 

bereits weiter oben erwähnt, nur noch den Schuldspruch betreffend die unrecht-

mässige Verwendung von Vermögenswerten anfechten (Urk. 204 S. 2; Urk. 240 

S. 2). 

 1.2.  Die Staatsanwaltschaft ficht die Freisprüche betreffend Betrug im Sinne 

von Art. 146 Abs. 1 StGB (HD lit. B), Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 

Ziff. 1 StGB (HD lit. A) sowie betreffend Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis 

StGB (HD lit. C) an (Urk. 221; Urk. 261; vgl. Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen 

Urteils). Somit beinhaltet der Antrag der Staatsanwaltschaft auch die Änderung 

der rechtlichen Würdigung des angeklagten Sachverhaltes in HD lit. B, indem 

nicht ein Schuldspruch wegen unrechtmässiger Verwendung von Vermögenswer-

ten gemäss Art. 141bis StGB in Verbindung mit Art. 29 StGB, sondern die Verurtei-

lung wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB beantragt wird (vgl. Dis-

positivziffer 1 al. 3 des vorinstanzlichen Urteils). 

 1.3.  Die Privatklägerin 1 liess hinsichtlich des Schuldpunktes beantragen, 

es sei der Beschuldigte wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (an-

stelle der unrechtmässigen Verwendung von Vermögenswerten gemäss Art. 

141bis StGB in Verbindung mit Art 29 StGB; Dispositivziffer 1 al. 3 des angefoch-

tenen Entscheids) sowie wegen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB 

schuldig zu sprechen (Urk. 222; Urk. 262). 

2. Zur Erstellung des Sachverhaltes 

 2.1. Aufgrund der oben dargelegten Beschränkung der Berufung ist nach-

folgend zu prüfen, ob die Sachverhalte gemäss Anklageschrift Ziff. III lit. A, lit. B 

und lit. C rechtsgenügend erstellt werden können. 

 2.2. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung 

zutreffend dargelegt. Auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzli-

chen Erwägungen kann verwiesen werden (HD Urk. 203 S. 28-31; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

-   23   - 

 2.3.  Auch hinsichtlich der Würdigung der eingeklagten Sachverhalte kann – 

wie nachstehend an den gegebenen Stellen auszuführen sein wird – vielfach 

(vorab) auf zutreffende und überzeugende Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden. Von all diesen Verweisen jeweils ausdrücklich ausgenommen sind 

allerdings die zahlreichen ironischen und polemischen Nebenbemerkungen des 

erstinstanzlichen Gerichts zur Person und zum Verhalten des Beschuldigten. 

Solch unsachliche Passagen gehören sich nicht. 

 

B.   URKUNDENFÄLSCHUNG (ANKLAGEZIFFER III. LIT. A) 

1.  Anklagevorwurf 

 Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, dass er gewusst ha-

be, dass das von K._____ unterzeichnete Formular A der D._____ Bank, das bei 

der für die M._____ am 6. Juli 2011 erfolgten Kontoeröffnung verwendet wurde, 

ihn (bzw. die M._____) tatsachenwidrig als wirtschaftlich Berechtigten bezeichnet 

habe (Ordner 3, Urk. 001.0001 S. 6-9). 

2. Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz 

 2.1.  Der Beschuldigte liess vor erster Instanz beantragen, er sei vom Vor-
wurf der Urkundenfälschung freizusprechen (Urk. 175 S. 15 ff.). Der Beschuldigte 

selber machte allerdings zu diesem Anklagepunkt widersprüchliche Aussagen. 

Einerseits machte er geltend, die CMO (Collateral Mortgage Obligations), welche 

auf dem M._____-Konto bei der D._____ Bank eingebucht gewesen seien, hätten 

tatsächlich im Eigentum der M._____ gestanden (Ordner 17, Urk. 040.0396 S. 20 

ff.). Mit diesem am 25. Februar 2013 vertretenen Standpunkt wies er den Vorwurf 

der Urkundenfälschung betreffend Formular A der D._____ Bank im Ergebnis zu-

rück. Weniger klar, und eher ausweichend, äusserte er sich am 24. April 2013, in-

dem er sinngemäss davon sprach, dass sie an den CMO "Besitzstand" erlangt 

hätten (Ordner 21, Urk. 040.0400 S. 2), ohne auf den Inhalt des Formulars A kon-

kreter einzugehen als mit dem belanglosen Hinweis, sie hätten es vorausgefüllt 

zugestellt bekommen (Ordner 21, Urk. 040.0400 S. 6).  

-   24   - 

 2.2. Im Rahmen des Verteidigungsplädoyers machte die Verteidigung gel-

tend, dass die M._____ tatsächlich "beneficial owner" der CMOs gewesen sei. 

Den Widerspruch zum Formular A vom 7. Juni 2011 (Ordner 1, Urk. 000.0020), in 

welchem die Bank irrtümlicherweise ihn (den Beschuldigten) als Privatperson als 

beneficial owner aufgeführt habe, hätte der D._____ schon im Juni 2011 entspre-

chend auffallen müssen. Es könne nicht dem Beschuldigten der Vorwurf gemacht 

werden, er habe vorsätzlich das Formular A nicht korrekt ausgefüllt, wenn er die-

ses leer zugestellt erhalten und auch wieder leer, mit Ausnahme der Unterschrif-

ten, zurückgesendet habe, nachdem er der Bank deutlich angegeben gehabt ha-

be, das die M._____ auf eigene Rechnung die Konti und Wertschriften halte. Auf-

grund der Bankbeziehung der M._____ mit D._____ sei es korrekt gewesen, dass 

die auf den Titeln ausgeschütteten Zinsen dem Konto der M._____ gutgeschrie-

ben wurden (Urk. 175 S. 19 f.).  

 2.3. Die Vorinstanz erwog, dass die Anklage in Bezug auf dieses Formular A 

keine Urkundenfälschung im engeren Sinne behaupte, sondern eine Falschbeur-

kundung (unwahre Urkunde, die einen unrichtigen Inhalt aufweist). Allerdings 

werde dem Beschuldigten nicht vorgeworfen, dass er die Falschbeurkundung be-

gangen habe, da er – so die sinngemässe Behauptung in der Anklage (Ordner 3, 

Urk. 001.0001 S. 7: "Im Formular A der D._____ Bank, welches die Unterschrift 

von K._____ trug") – das Formular A nicht unterschrieben habe. Ebenso wenig 

werde in der Anklageschrift eine Mittäterschaft des Beschuldigten hinsichtlich die-

ser Falschbeurkundung umschrieben. Dagegen werde ihm vorgeworfen, dass er 

das Formular A mit dem unwahren Inhalt zur Täuschung der D._____ Bank ge-

braucht habe. Eigenartig sei zunächst, dass in der Anklageschrift der Inhalt des 

Formulars A uneinheitlich wiedergegeben werde: Einmal sei zu lesen, der Be-

schuldigte sei als wirtschaftlich Berechtigter ("beneficial owner") aufgeführt, was 

nicht den Tatsachen entspreche (Ordner 3, Urk. 001.0001 S. 7). Im Widerspruch 

dazu stehe etwas weiter hinten in der Anklage, dass die M._____ als "beneficial 

owner" im Formular A deklariert sei, was wahrheitswidrig sei (Ordner 3 act. 

001.0001 S. 8). Der Grund für diese voneinander abweichenden Formulierungen 

sei nicht augenfällig, zumal das fragliche Formular A ja aktenkundig sei (Ordner 1, 

Urk. 000.0020 [Kopie]; Ordner 2, Urk. 000.1036 [Original]): Dieses weise klipp und 

-   25   - 

klar den Beschuldigten und nicht die M._____ als "beneficial owner" aus. Mit Blick 

auf das fragliche Formular A sei überdies zu konstatieren, dass dieses – entge-

gen dem vorerwähnten Wortlaut der Anklageschrift – sehr wohl die Unterschrift 

des Beschuldigten erkennen lasse, nämlich unmittelbar über derjenigen von 

K._____ (Ordner 1, Urk. 000.0020).  

 2.4. Schliesslich wurde in den vorinstanzlichen Erwägungen die Meinung 

geäussert, dass sich weitere Bemerkungen zum Anklagevorwurf betreffend Ur-

kundenfälschung hinsichtlich des Formulars A der D._____ Bank erübrigen wür-

den. Dies deshalb, weil selbst wenn der rechtlich relevante Sachverhalt, der in für 

das Gericht bindender Weise in der Anklage umschrieben sei (Art. 350 Abs. 1 

StPO), als rechtsgenügend erstellt erachtet werden könnte und dessen wider-

sprüchliche Formulierung ausgeklammert würde, der Beschuldigte aus rechtlichen 

Gründen  vom diesbezüglichen Vorwurf der Urkundenfälschung freizusprechen 

wäre (HD Urk. 203 S. 31 ff.). 

 2.5. Schliesslich kommt die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung zum Schluss, dass das in Frage stehende Formular A keine Urkundenei-

genschaft im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB aufweise. Entgegen der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung könne nicht gesagt werden, dass der Selbstdeklarati-

on auf dem Formular A eine überhöhte Überzeugungskraft oder Glaubwürdigkeit 

zukommen würde. Es sei nicht ansatzweise erkennbar, welche allgemein gültigen 

objektiven Garantien die Wahrheit der Erklärung gegenüber Dritten gewährleisten 

könnten. Ebenso wenig sei einzusehen, weshalb die Bank der Erklärung eines 

Neukunden besonderes Vertrauen entgegen bringen sollte. Das gelte erst recht, 

wenn es sich wie in casu beim Neukunden um eine als "dormant" registrierte Li-

mited Company nach englischem Recht handle (Ordner 1, Urk. 000.0028), deren 

Aktien – gemäss eigenen Angaben des Beschuldigten (Ordner 17, Urk. 040.0003 

S. 2) – zu 100% von einer Muttergesellschaft gehalten würden, die wiederum Teil 

einer auf den Bahamas domizilierten Holdinggesellschaft bilde. Inwiefern ein der-

art verschachteltes Offshore-Konstrukt besonders vertrauenserweckend wirken 

sollte, sei nicht nachvollziehbar. Eine garantenähnliche Stellung komme einem 

solchen Bankkunden fraglos nicht zu. Dass die Bank gesetzlich verpflichtet sei 

-   26   - 

(Art. 4 GwG), von der Vertragspartei eine schriftliche Erklärung darüber einholen, 

wer die wirtschaftlich berechtigte Person ist, stelle keine objektive Garantie dafür 

dar, dass diese Erklärung auch der Wahrheit entspricht. Dass das Bundesgericht 

darin offenbar die Grundlage für eine besonders vertrauenswürdige Stellung des 

Bankkunden erblicken wolle, sei nicht nachvollziehbar. Heutzutage dürfte fast je-

de natürliche und juristische Person in zumindest einer vertraglichen Beziehung 

mit einer Bank stehen, weshalb die besonders vertrauenswürdige Stellung eines 

jeden Bankkunden nichts anderes als eine blosse Fiktion darstelle, für deren Be-

rechtigung nichts spreche. Dass dem Formular A eine wichtige Funktion im Kampf 

gegen die Wirtschaftskriminalität zukomme, treffe zwar zu, doch könne allein aus 

diesem Umstand nichts abgeleitet werden, was für erhöhte, besonderes Vertrau-

en begründende Glaubwürdigkeit sprechen würde. Andernfalls wären auch bei 

anderen Schriftstücken mit unwahrem Inhalt die Falschbeurkundung – entgegen 

der aktuellen höchstrichterlichen Praxis – zu bejahen, sofern ihnen ein hoher Stel-

lenwert beizumessen sei (wie z.B. der Steuererklärung, einem Vertrag oder einer 

Quittung). Da das vorliegend relevante Formular A – selbst bei Annahme der Be-

rechtigung des diesbezüglichen Anklagevorwurfs in tatsächlicher Hinsicht – keine 

qualifizierte schriftliche Lüge beinhalte, sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Ur-

kundenfälschung betreffend Ziff. III. lit. A. der Anklage freizusprechen (HD Urk. 

203 S. 98 ff.). 

3. Anträge der Parteien im Berufungsverfahren 

 Die Staatanwaltschaft beantragte im Rahmen ihrer Anschlussberufung, der 

Beschuldigte sei im Anklagepunkt HD lit. A der Urkundenfälschung im Sinne von 

Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen (Urk. 221 S. 2; Urk. 261 S. 3) und führ-

te zur Begründung (u.a.) aus, dass die Falschdeklaration des wirtschaftlichen Be-

rechtigten im Formular A aufgrund der ständigen Rechtsprechung des Bundesge-

richts als Falschbeurkundung im Sinne dieses Tatbestandes qualifiziert werden 

müsse (vgl. Urk. 261 S. 12 f.). 

 Die Privatklägerin 1 stellt denselben Antrag und führt (zusammengefasst) 

aus, dass Falschangaben auf dem Formular A nicht als einfache, sondern qualifi-

zierte schriftliche Lüge bewertet werden müssten, da die Bank keine andere zu-

-   27   - 

mutbare Möglichkeit habe, den wirtschaftlich Berechtigten zu identifizieren und 

der Bankkunde sogar ausdrücklich auf die strafrechtlichen Folgen einer falschen 

Deklaration aufmerksam gemacht werde (Urk. 262 S. 1 f. und S. 6 ff.).  

 Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch, wobei er zur Begründung ei-

nerseits auf die Ausführungen der Vorinstanz verweist und andererseits wieder-

holt geltend macht, dass sich der Sachverhalt nicht so, wie in der Anklage um-

schrieben, zugetragen habe, er vielmehr das Formular A blanko unterschrieben 

habe, und nicht abgeklärt worden sei, wer (nachträglich) den Mittelteil des Formu-

lars ausgefüllt habe (Urk. 264 S. 23 f.).  

4. Entscheid 

 4.1. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach dem Beschuldigten in der An-

klageschrift nicht vorgeworfen werde, dass er die Falschbeurkundung selber be-

gangen habe, sondern dass er das Formular A mit dem unwahren Inhalt zur Täu-

schung der D._____ Bank gebraucht habe, ist angesichts des Wortlauts der An-

klageschrift problematisch. Im Ingress des Anklagepunktes Ziff. III lit. A wird die 

Tatbestandsvariante des Gebrauchs einer gefälschten Urkunde gerade nicht er-

wähnt (Ordner 3, Urk. 001.0001 S. 6). Auf welche Weise und bei welcher Gele-

genheit der Beschuldigte das ausgefüllte und – gemäss Anklageschrift – nur von 

K._____ unterzeichnete Formular A zur Täuschung gegenüber der D._____ Bank 

verwendet haben soll, wird in der Sachverhaltsumschreibung der Anklageschrift 

nicht erwähnt. Der Beschuldigte selber machte auf entsprechende Frage in der 

Hafteinvernahme einerseits geltend, dass ihm kein Exemplar des ausgefüllten 

Formulars A ausgehändigt worden sei (Ordner 15, Urk. 40.0001 S. 16), was ihm 

nicht widerlegt werden kann. In der Sachverhaltsumschreibung der Anklage ist 

denn auch nur generell die Rede davon, dass der Beschuldigte die D._____ Bank 

über seine wirtschaftliche Berechtigung (beneficial owner) an den CMOs ge-

täuscht habe, um sie dazu zu bewegen, ihm die aus den Interest Only Titeln re-

gelmässig anfallenden Zinserträge auf das Konto der M._____ zu buchen und 

damit zur Verwendung zu überlassen. Aus dem weiteren Text der Anklage geht 

dann hervor, dass der Beschuldigte im Rahmen des Einbuchungsprozesses 

mehrfach betont habe, dass die M._____ "owner" der einzubuchenden CMOs sei, 

-   28   - 

"also 'beneficial owner', wie im Formular A wahrheitswidrig deklariert" (a.a.O. S. 8 

f.). Jedoch ist auf dem Formular A nicht die M._____ als beneficial owner aufge-

führt, sondern der Beschuldigte persönlich. Die M._____ wird lediglich als 

"CONTRACTING PARNTER / ACCOUNT HOLDER" aufgeführt (Ordner 2 Urk. 

000.1036). Andererseits wird weiter oben in der Sachverhaltsumschreibung klar 

ausgedrückt, dass auf dem Formular A der D._____ Bank, welches die Unter-

schrift von K._____ trage, als wirtschaftlich Berechtigter ("beneficial owner") der 

Beschuldigte A._____ bezeichnet werde, obwohl dieser gewusst habe, dass dies 

nicht den Tatsachen entsprochen habe (Ordner 3, Urk. 001.0001 S. 7). Auch hier 

erweist sich die Formulierung als unklar bzw. widersprüchlich, da explizit geltend 

gemacht wird, dass das Formular A die Unterschrift von K._____ trage, jedoch die 

Unterschrift des Beschuldigten aus unbekannten Gründen nicht erwähnt wird, 

obwohl sie auch auf dem Formular vorhanden ist (vgl. Ordner 3, Urk. 000 1035). 

Über die Identifikation der Unterschrift des Beschuldigten auf dem Formular A 

kann auf die zutreffenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen 

verwiesen werden (HD Urk. 203 S. 32 f.). Dass in diesem Zusammenhang nur die 

Unterschrift von K._____ erwähnt wird, kann nicht als offensichtliches Versehen in 

der Anklageschrift, welches ohne weiteres durch das Gericht korrigiert bzw. er-

gänzt werden könnte, beurteilt werden. Daran ändert nichts, dass der Beschuldig-

te bereits in der Hafteinvernahme vom 23. September 2011 zugab, dass er das 

Formular A zusammen mit K._____ unterzeichnet hatte (Ordner 15, Urk. 40.0001 

S. 16).  

 4.2. Als Fazit ist zunächst festzuhalten, dass aufgrund der für das Gericht 

gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO verbindlichen Sachverhaltsumschreibung in der An-

klageschrift nicht geltend gemacht wird, dass der Beschuldigte, allenfalls neben 

dem unterzeichnenden K._____, Urheber des ausgefüllten Formulars A war. Ent-

gegen den vorinstanzlichen Ausführungen wird jedoch auch eine Verwendung 

des ausgefüllten Formulars A zur Täuschung der D._____ Bank durch den Be-

schuldigten weder in der Anklageschrift behauptet bzw. umschrieben, noch 

spricht die Beweislage für die Annahme dieser Tatbestandsvariante. Angesichts 

der in der genannten Hinsicht mangelhaften Anklage fehlt es bereits an der 

Grundlage für einen Schuldspruch wegen Urkundenfälschung. Es kann somit of-

-   29   - 

fen bleiben, ob die von der Vorinstanz dargelegte rechtliche Würdigung im Falle 

von Falschangaben auf dem Formular A, welche von der bisherigen bundesge-

richtlichen Praxis abweicht, zutrifft oder nicht.  

 4.3. Aufgrund der obigen Erwägungen ist vorinstanzliche Freispruch vom 

Vorwurf der Urkundenfälschung zu bestätigen. 

 

C.   BETRUG (ANKLAGEZIFFER III. LIT. B) 

1.  Erstinstanzliche Anträge und Erwägungen der Vorinstanz 

 1.1.  Mit Anklage vom 28. Mai 2013 qualifizierte die Staatsanwaltschaft das 

unter Anklageziffer III. Lit. B eingeklagte Verhalten des Beschuldigten als Betrug 

im Sinne von Art. 146 StGB (Anklageschrift S. 10 ff.).  

 Eingangs der erstinstanzlichen Hauptverhandlung eröffnete der Vorsitzende 

den anwesenden Parteien in Anwendung von Art. 344 StPO, dass dieser Sach-

verhalt aus Sicht des Gerichts in rechtlicher Hinsicht möglicherweise nicht als Be-

trug, sondern als unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten im Sinne 

von Art. 141bis StGB zu werten sei (Prot. I S. 17; HD Urk. 203 S. 16 und S. 108).  

 Die Staatsanwaltschaft blieb bei ihrem Antrag auf Schuldspruch wegen Be-

trugs und erklärte, dass Art. 141bis StGB dem zu beurteilenden Sachverhalt nicht 

gerecht werde, da der Beschuldigte mehr gemacht habe, als einfach erhaltenes 

Geld unrechtmässig weiter zu transferieren. Bei einer allfälligen Verneinung eines 

Kausalzusammenhangs zwischen arglistigem Bestärken und schädigender Ver-

mögensdisposition sei immer noch auf Betrugsversuch zu erkennen; der Be-

schuldigte habe alles mögliche gemacht, um die D._____ in kürzester Zeit zur 

schädigenden Vermögensdisposition zu veranlassen (Prot. I S. 27 f.).  

 Die Vertretung der Privatklägerin 1 verlangte im Hauptantrag einen Schuld-

spruch im Sinne der Anklage und beantragte eventualiter – "lediglich aus Grün-

den der anwaltlichen Sorgfaltspflicht" – einen Schuldspruch nach Art. 141bis StGB 

(HD Urk. 172 S. 1 und 4). 

-   30   - 

 Der Beschuldigte verlangte einen Freispruch mit der Begründung, dass so-

wohl der Tatbestand des Betrugs als auch derjenige der unrechtmässigen Ver-

wendung von Vermögenswerten weder objektiv noch subjektiv erfüllt sei (HD Urk. 

175 S. 56). 

 1.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass ein Schuldspruch wegen Betrug 

ausgeschlossen sei und begründete dies in ihrem Hauptstandpunkt damit, dass 

die Verhaltensweise des Beschuldigten (unter Annahme der Berechtigung des 

Anklagevorwurfs) nicht als arglistig qualifiziert werden könne (HD Urk. 203 S. 106 

f. Ziff. 2.3.). In einer Eventualbegründung führte sie aus, dass der Betrugstatbe-

stand selbst dann nicht gegeben wäre, wenn das Verhalten des Beschuldigten als 

arglistig qualifiziert werden müsste. Entgegen der Argumentation der Staatsan-

waltschaft sei die von Art. 146 StGB vorausgesetzte Vermögensdisposition nicht 

in den vom Beschuldigten anfangs Oktober 2011 veranlassten Transaktionen 

(über rund USD 11,8 Mio.) zu sehen. Die Vermögensdisposition der Privatklägerin 

1 sei vielmehr schon vorher erfolgt, nämlich als am 27. September 2011 das Geld 

(im Umfang von 15,7 Mio. USD) dem Konto der M._____ gutgeschrieben worden 

sei. Da diese Vermögensdisposition ohne jegliches Zutun des Beschuldigten er-

folgt sei, scheide Betrug aus. Die anschliessend in Auftrag gegebenen Transakti-

onen zu Lasten des Kontos seien auch dann nicht unter den Betrugstatbestand zu 

subsumieren, wenn sie mit täuschendem Verhalten einhergingen und unrecht-

mässig erfolgten, da andernfalls der Tatbestand von Art. 141bis StGB in jeder Hin-

sicht entbehrlich wäre. Erhalte m.a.W. ein Kontoinhaber irrtümlich eine Gutschrift 

auf seinem Konto, ohne dass er diesen Irrtum verursacht habe, so sei die un-

rechtmässige Verwendung des entsprechenden Buchgeldes auch dann einzig un-

ter dem Aspekt von Art. 141bis StGB strafrechtlich relevant, wenn er die Bank bzw. 

die für sie handelnden Personen – nach Information über die Kontogutschrift und 

ihm Hinblick auf die Verfügung über die entsprechenden Vermögenswerte – in ih-

rem Irrtum aktiv bestärke oder es unterlasse, sie über ihren Irrtum aufzuklären. 

2.   Anträge der Parteien im Berufungsverfahren  

 2.1.  Die Staatsanwaltschaft focht den erstinstanzlichen Schuldspruch be-

treffend unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten an und verlangt, 

-   31   - 

dass der Beschuldigte stattdessen des Betruges schuldig zu sprechen sei  

(HD Urk. 221). Zur Begründung führt sie (zusammengefasst) aus, dass Art. 141bis 

StGB dem Verhalten des Beschuldigten nicht vollumfänglich gerecht werde. Viel-

mehr habe der Beschuldigte ein arglistiges Vorgehen im Sinne des Betrugstatbe-

standes an den Tag gelegt: Erst habe er sich als angeblicher Experte betreffend 

CMO eine Vertrauensstellung bei der D._____ erschlichen. Danach (nach erfolg-

ter Gutschrift) habe er diese bewusst in die Irre geführt, indem er die vermeintli-

che Kapitalrückzahlung gegenüber den Bankmitarbeitern überzeugend und (ent-

gegen der Argumentation der Vorinstanz) widerspruchsfrei plausibilisert habe. 

Zudem habe er zur Unterstreichung seiner Argumentation (betreffend die Dring-

lichkeit des Wegtransfers der Gelder) gefälschte Urkunden benutzt, als er sich auf 

einen nachweislich nicht existierenden Investmentvertrag berufen habe. Sodann 

könne der D._____ auch keine Opfermitverantwortung angelastet werden. Diese 

habe dem Beschuldigten eine reine Depotdienstleistung angeboten, womit sie zu 

(eigenen) Abklärungen und Kenntnissen hinsichtlich Machart und Funktionsweise 

der von ihr aufbewahrten Titel grundsätzlich nicht verpflichtet gewesen sei; hinzu 

komme, dass sie (dennoch) mehrfach und sorgfältig geprüft habe, ob die avisierte 

Gutschrift zu Recht bzw. auf Basis eines nachvollziehbaren Grundes erfolgt sei. 

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei die betrugsrelevante Vermögensdis-

position sodann nicht schon durch die Gutschrift der Gelder auf das Konto 

M._____ bei der D._____ erfolgt, sondern erst durch die Ausführung der diversen 

Zahlungsaufträge bzw. Abdispositionen ab diesem Konto (Urk. 261 S. 6 ff.).         

 2.2.  Auch die Privatklägerin 1 verlangt, dass der Beschuldigte des Betrugs 

anstelle der unrechtmässigen Verwendung von Vermögenswerten schuldig zu 

sprechen sei (HD Urk. 222 S. 2). Sie begründet dies im Wesentlichen ähnlich wie 

die Staatsanwaltschaft: Sie verneint eine eigene Opfermitverantwortung mit der 

Argumentation, dass sich ihre Tätigkeit einzig und alleine auf die Funktion einer 

Depotbank beschränkt habe und sie diese Aufgabe an eine renommierte und 

spezialisierte Depotstelle (die G._____) delegiert habe, weshalb ihr nicht vorge-

worfen werden könne, eine von dieser Depotstelle falsch angewiesene Überwei-

sung ausgeführt zu haben. Auch nicht vorgeworfen werden könne ihr, dass die 

den Erklärungen des Beschuldigten, der sich ihr gegenüber grosser Fachkennt-

-   32   - 

nisse gerühmt habe, Glauben geschenkt habe. Der Beschuldigte habe sie sodann 

durch Vorspiegelung falscher Tatsachen davon überzeugt, dass grosse zeitliche 

Dringlichkeit bestehe, um durch Überweisung von USD 10 Mio. ein anderes für 

ihn wichtiges Geschäft abwickeln zu können. Entgegen der Auffassung der Vor-

instanz sei die betrugsrelevante Vermögensdisposition sodann nicht schon mit 

der Kontogutschrift erfolgt; da diese von ihr noch jederzeit hätte storniert werden 

können. Erst durch die vom Beschuldigten veranlassten Überweisungen an Dritt-

banken seien die Gelder aus ihrem Zugriff entzogen worden (Urk. 262 S. 2 ff.).  

 2.3.  Der Beschuldigte verlangt weiterhin einen Freispruch (HD Urk. 204; 

Urk. 264).  

 Er argumentiert, dass die Vorinstanz eine Verurteilung wegen Betrugs mit 

drei gewichtigen Argumenten zu Recht verworfen habe. Erstens sei das Element 

der Arglist nicht erfüllt, da es an täuschenden Machenschaften oder eines Lügen-

gebäudes und auch an einem aktiven Abhalten von einer Überprüfung seiner An-

gaben seitens des Beschuldigten mangle. Betrug scheitere zweitens an der Op-

fermitverantwortung der Privatklägerin 1, welche jegliche Kontrolle der Vorgänge 

haben vermissen lassen, und drittens daran, dass die Vermögensdisposition nicht 

durch Verhaltensweisen des Beschuldigten (sondern schon durch die Kontogut-

schrift) erfolgt sei, es also an der Kausalität mangle (Urk. 264 S. 22).  

Eine Verurteilung nach Art. 141bis StGB kommt für den Beschuldigten bzw. sei-

nen Verteidiger nicht in Frage, weil die Vorinstanz den Beschuldigten diesbezüg-

lich alleine gestützt auf diverse Vermutungen, welche nicht bewiesen seien, ver-

urteilt habe. Die Überzeugung der Vorinstanz, dass die Gutschrift der Gelder auf 

einem Fehler beruhe, wobei die Fehlerursache offen gelassen werde könne, be-

ruhe auf einem Überlegungsfehler. Die Fehlertheorie sei zwar möglich, aber bis 

heute nicht bewiesen. So könne etwa bis heute niemand ausschliessen, dass die 

zukünftig anfallenden Zinsen zusammengefasst (gestrippt) worden seien, wie 

das auch der Beschuldigte einmal vermutet habe. Ein Widerruf (der Ankündigung 

der Kapitalzahlung) der O._____ sei zudem kein Beleg für eine Fehlbuchung, da 

ein Widerruf aus x-welchen Gründen veranlasst werden könne, bzw. beispiels-

weise seinerseits fehlerhaft sein könne. Da der Fehler nicht genügend nachge-

-   33   - 

wiesen sei, sei der Beschuldigte schon aus diesem Grund nach dem Grundsatz 

"in dubio pro reo" freizusprechen. Aber selbst wenn der Fehler bei der O._____, 

bei der G._____ oder sonstwo nachgewiesen wäre, sei nicht bewiesen, dass die-

ser Fehler für den Beschuldigten im Zeitpunkt der Gutschrift erkennbar gewesen 

sei. Die Annahme der Vorinstanz, der Beschuldigte habe gewusst, dass die Gut-

schrift der USD 15,7 Mio. der M._____ nicht zustehe, sei eine reine Vermutung, 

welche sich nicht auf Fakten, sondern subjektive Eindrücke stütze. Dem Be-

schuldigten könne nicht vorgeworfen werden, er habe aufgrund der Beschrei-

bungen (Memorandum und Supplement) zu den CMOs mit Sicherheit gewusst, 

dass eine Kapitalrückzahlung ausgeschlossen sei, wenn dies selbst die Bank-

fachleute der Privatklägerin 1 nicht gewusst hätten. Zudem sei eine Experten-

meinung, ob der fragliche CMO einen solchen Ausschluss impliziere, nie einge-

holt worden. Hinzu komme, dass sich der Beschuldigte auf die fachlich qualifi-

zierten und über … geprüften Angaben von P._____ habe verlassen dürfen. Die 

Erkennbarkeit eines Fehlers sei deshalb für den Beschuldigten ausgeschlossen 

gewesen bzw., selbst wenn er ursprünglich einen solchen vermutet hätte, durch 

die Erklärungen von P._____ beseitigt worden. Selbst wenn also der objektive 

Tatbestand von Art. 141bis StGB als erfüllt zu betrachten wäre (was aber mangels 

objektivem Nachweis der Fehlerhaftigkeit der Gutschrift nicht der Fall sei), fehle 

es jedenfalls an den nachgewiesenen subjektiven Voraussetzungen des Vorsat-

zes, weshalb der Beschuldigte wiederum nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" 

freizusprechen sei. Hinzu komme, dass es auch gänzlich an einem Nachweis 

fehle, dass der Beschuldigte die Transaktionen ab dem M._____-Konto (nament-

lich die USD 10 Mio. an Q._____) bösgläubig getätigt habe. Es sei nie abgeklärt 

worden, wie die R._____/S._____, für welche Q._____ die 10 Mio. entgegen ge-

nommen habe, die Gelder angelegt hätte. Ein hohes Renditeversprechen weise 

jedenfalls per se nicht darauf hin, dass es diese Form der Anlagen nicht gebe. 

Selbst wenn die vom Beschuldigten ins Auge gefassten Anlagen nur Fantasterei 

gewesen wären – was nicht erstellt sei – könne ihm deshalb höchstens Blauäu-

gigkeit vorgeworfen werden. Zusammenfassend sei festzustellen, dass alle an-

gestellten Vermutungen zwar eine mögliche Tatvariante ergeben würden, diese 

sich aber nicht zwingend so abgespielt haben müsse. Der Beschuldigte könne 

-   34   - 

genau so gut Opfer unglücklicher Umstände geworden sein, nämlich dass er 

nach der Kontogutschrift anderen Betrügern aufgesessen sei oder dass sich das 

Investment noch nicht verwirklichen konnte, weil die Konti (durch die E._____) 

vorzeitig gesperrt worden seien (Urk. 264). 

3.   Entscheid 

3.1. Einleitung 

 3.1.1.  Hinsichtlich des Anklagevorwurfs kann auf die Anklageschrift vom 

28. Mai 2013 (Ziff. III.B S. 6-19) und die entsprechende Zusammenfassung im vor-

instanzlichen Entscheid verwiesen werden (HD Urk. 203 S. 33-35). 

 3.1.2.  Bezüglich die allgemeinen beweisrechtlichen Regeln kann auf die 

ausführlichen und zutreffenden Erwägungen im erstinstanzlichen Entscheid ver-

wiesen werden (HD Urk. 203 Ziff. II.2 S. 28-31). 

 3.1.3.  Auch betreffend die allgemeinen rechtlichen Voraussetzungen der 

Tatbestände des Betrugs (Art. 146 StGB) und der unrechtmässigen Verwendung 

von Vermögenswerten (Art. 141bis StGB) kann vorab auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (HD Urk. 203 S. 102-106 und 109), un-

ter Vorbehalt nachfolgender Zusammenfassungen und Ergänzungen. 

 3.1.4.  Die Vorinstanz hat weiter zutreffend auf Art. 29 StGB hingewiesen 

(vgl. HD Urk. 203 S. 110). Nach dieser Bestimmung, deren Anwendungsbereich 

sich auf alle Straftatbestände des StGB erstreckt, sind sämtliche Tatbestands-

merkmale eines Delikts, die nur bei der Kollektivperson (auch einer solchen des 

Auslands), nicht aber bei der – für diese in der Funktion eines Organs, Gesell-

schafters, entscheidungsbefugten Mitarbeiters oder tatsächlichen Leiters handeln-

den – natürlichen Person gegeben sind, letzterer zuzurechnen, sofern diese die 

übrigen objektiven und subjektiven Merkmale des jeweiligen Tatbestandes erfüllt 

(BSK StGB I - Weissenberger, Art. 29 N 1 ff.; Trechsel/Jean-Richard, StGB PK, 

2. Aufl., Art. 29 N 7).  

-   35   - 

 Der Beschuldigte handelte im vorliegenden Fall als Vertreter seiner Gesell-

schaft M._____ Ltd. (nachfolgend M._____ genannt), deren Geschäftsführer 

("Managing Director" bzw. "CEO") und Verwaltungsratspräsident ("Chairman") er 

eingestandenermassen und laut englischem Handelsregister war (vgl. Ordner 17, 

Urk. 040.0396 S. 4; Ordner 15, 040.001 S. 14). Damit ist er Organ im Sinne von Art. 29 lit. 

a StGB und steht – was von der Verteidigung übersehen wird (vgl. HD Urk. 175 

S. 56 Rz. 153) – für das Handeln der M._____ persönlich in der strafrechtlichen 

Verantwortung.  

3.2.  Kein Betrug 

 3.2.1.  Ausgangssituation 

 3.2.1.1.  Allgemeine rechtliche Ausführungen 

 Die Deliktsstruktur des Betrugs erfordert im objektiven Tatbestand bekannt-

lich vier Schritte, wobei jeweils das zeitlich vorangehende Element für das nach-

folgende kausal sein muss: 1) Arglistige Täuschung (Vorspiegeln oder Unterdrü-

cken von Tatsachen bzw. Bestärken in einem – bereits bestehenden – Irrtum), 

2) Irrtum des Getäuschten, 3) Vermögensdisposition des Getäuschten, 4) Vermö-

gensschaden beim Getäuschten oder einer Drittperson. Zwischen Täuschung (1) 

und Irrtum (2) sowie zwischen Irrtum (2) und Vermögensdisposition (3) muss 

überdies ein Motivationszusammenhang bestehen. Betrug ist demnach die mit 

der Absicht unrechtmässiger Bereicherung vorgenommene, arglistige Irreführung 

oder arglistige Bestärkung in einem Irrtum, die die getäuschte Person veranlasst, 

sich oder einen anderen mittels Vermögensdisposition am Vermögen zu schädi-

gen (vgl. Vest, Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2013, § 13 N 11; Straten-

werth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafrecht - Besonderer Teil I, 7. Aufl., 

2010, § 15 N 4; Trechsel/Crameri, in: Trechsel/Pieth, StGB PK, 2. Aufl., 2013, 

Art. 146 N 1). 

 Die Täuschungshandlung begeht demnach auch, wer jemanden in einem Irr-

tum arglistig bestärkt. Bestärken erfordert die aktive Unterstützung einer beim 

Tatopfer bereits vorhandenen, der Wahrheit nicht entsprechenden Vorstellung. 

-   36   - 

Arglistig bestärkt nur derjenige, welcher nicht bloss bestätigt, sondern durch be-

sondere Machenschaften oder sonst wie listenreiches Vorgehen eine Aufklärung 

des Irrtums verhindert (Trechsel/Crameri, a.a.O., N 5). Erforderlich ist m.a.W. ein 

Verhalten, durch das der Täter das Opfer auf besonders raffinierte Weise daran 

hindert, seinen Irrtum zu entdecken (Stratenwerth/Jenny/Bommer, a.a.O. N 28). 

Ein blosses Ausnutzen eines Irrtums genügt nicht (BSK StGB II-Arzt, Art. 146 

N 51). 

 Unter dem Erfordernis der Vermögensdisposition (Vermögensverfügung) 

des Irrenden – d.h. des Getäuschten oder des in seinem vorbestehenden Irrtum 

Bestärkten – ist nach bundesgerichtlicher Praxis jede Handlung, Duldung oder 

Unterlassung des Irrenden zu verstehen, die geeignet ist, eine Vermögensver-

minderung herbeizuführen. Die Vermögensverfügung kann (unter anderem) den 

Charakter eines Verpflichtungsgeschäftes oder einer einseitigen Verpflichtungser-

klärung (sog. Eingehungsbetrug) oder den der Erfüllung einer Forderung (sog. Er-

füllungsbetrug) haben. Die Verfügung selber muss nicht zwingend in einem einzi-

gen Akt bestehen, sondern kann, namentlich in einer arbeitsteiligen Organisati-

onsform wie einem Unternehmen, aus stufenweisen internen Einzelhandlungen 

bestehen, von denen erst die letzte die Vermögensverminderung herbeiführt (sog. 

mehraktige Vermögensdisposition, BGE 126 IV 113 E. 3.a; Stratenwerth/Jen-

ny/Bommer, a.a.O. N 37).  

 Vorausgesetzt ist weiter, dass die Vermögensdisposition unmittelbar vermö-

gensmindernde Wirkung hat, was dann der Fall ist, wenn die Vermögensminde-

rung keiner weiteren Handlung des Täters oder eines Dritten bedurfte. Betrug 

scheidet demnach aus, wenn der Schaden erst aufgrund einer weiteren selbstän-

digen Handlung des Täters oder gar eines Dritten eintritt (Stratenwerth/Jen-

ny/Bommer, a.a.O. N 33; Vest, a.a.O. N 149). Keine weitere selbständige Hand-

lung liegt vor, wenn sämtliche an der mehraktigen Verfügung Mitwirkenden den 

vom Täter hervorgerufenen (oder bestärkten) Irrtum teilen (Vest, a.a.O. N 149). 

 3.2.1.2.  Ausgangssachverhalt 

-   37   - 

 Der folgend dargestellte – und der besseren Übersichtlichkeit chronologisch 

aufgegliederte – Teilsachverhalt wird weder von der Staatsanwaltschaft und der 

Privatklägerin 1 noch vom Beschuldigen bestritten, und lässt sich auch anhand 

des übrigen Untersuchungsergebnisses positiv nachweisen:  

• Auf Anfrage des Beschuldigten (und des Mitbeschuldigten K._____) er-

öffnete die D._____ im Juni/Juli 2011 eine Konto- und Depotbeziehung für 

die M._____ und buchte vier Collaterized Mortgage Obligations (CMO) 

auf das M._____-Konto ein, wobei sie diese bei ihrer Depotstelle, der 

G._____ hinterlegte, welche diese wiederum bei ihrer US-Depotstelle, der 

O._____ (nachfolgend O._____ genannt) verwahrte (vgl. Anklageziffern 17 

und 19; die Ausführungen der Verteidigung in HD Urk. 175 S. 20). 

• Betreffend einen der vorgenannten CMO (ISIN-Nr. …; Cusip-Nr. …; ent-

spricht CMO Nr. 2 in Anklageziffer 19) erhielt die D._____ zu Handen ih-

rer Kundin M._____ am 27. September 2011 von der G._____ – welche 

(wie die Verteidigung in Urk. HD 175, S. 7 und 23 zurecht ausführt) ihrer-

seits entsprechende Ankündigungs-Swifts von der O._____ erhalten hatte 

(vgl. Ordner 35, Urk. 600.0083-60.0089, bes. Urk. 600.0088 und Urk. 600.0013 S. 3 ff.) 

– auf ihr bei der G._____ geführtes Konto nicht nur eine reguläre Zinszah-

lung von USD 39'012.–, sondern auch eine als "Principal Paydown" (= 

Kapitalrückzahlung) bezeichnete Zahlung über USD 15'760'325.20 gutge-

schrieben (vgl. Anklageschrift Rz. 23, die Aussagen des G._____ Mitarbeiters T._____ 
[Ordner 24, Urk. 054.005, bes. S. 13 ff.], vgl. auch die Ausführungen der Verteidigung in 

HD Urk. 175 S. 27 Rz. 56 und S. 49 Rz. 118 f.). Diese Kapitalrückzahlung erfolgte 

aufgrund eines – erst am 7. Oktober 2011 entdeckten – Fehlers, dessen 

genaue Ursache umstritten ist (vgl. dazu nachstehend Ziff. 3.3.2.2.b.). 

• Die D._____ Bank ihrerseits konnte am 27. September 2011 die erhaltene 

Gutschrift im Umfang von USD 15,7 Mio. nicht einordnen, weshalb auf 

Anordnung des zuständigen Kundenbetreuers P._____ deren Weiterlei-

tung auf das Konto der M._____ vorerst sistiert wurde und weitere Abklä-

rungen vorgenommen wurden.  

Am 29. September 2011 – nach Abschluss dieser Abklärungen, d.h. er-

-   38   - 

folgter Rücksprache mit der G._____, einer Überprüfung der von der 

G._____ erhaltenen Swift-Meldungen und einer entsprechenden Nach-

kontrolle im …-System – liess P._____ das Geld dem M._____-Konto 

dann gutschreiben (vgl. die übereinstimmenden Aussagen des Kundenberaters 
P._____ [Ordner 24, Urk. 051.0008 S. 11 f. und Urk. 051.1005 S. 6], des Back Office-

Leiters U._____ [Ordner 24, Urk. 052.0005 S. 10 f.] und des Branchmanagers V._____ 

[Ordner 24, Urk. 050.0003 S. 14] sowie den Auszug des M._____-Kontos betreffend den 

29. September 2011 [Ordner 24, Urk. 051.0014]. Der Beschuldigte bestreitet jedenfalls 

nicht, dass dem M._____-Konto am 29. September 2011 die rund USD 15,7 Mio. über-

wiesen worden sind, vgl. z.B. seine Aussagen vor Vorinstanz [HD Urk. 167 S. 17], vgl. 

auch die Ausführungen der Verteidigung in HD Urk. 175 S. 27 f. Rz. 56).  

Entgegen der diesbezüglich widersprüchlichen Anklageschrift, vgl. die 

Anklageziffern 24 und 26, und den daraus gezogenen Schlüssen der Vor-

instanz – wonach die Gutschrift der Gelder am 27. September 2011 (Urk. 

HD 203 S. 107 Ziff. 2.4.) mit Valuta per 29. September 2011 (vgl. a.a.O. 

S. 35 Ziff. 3.2.1.) erfolgt sei – wurden demnach die rund USD 15,7 Mio. 

dem M._____-Konto erst am 29. September 2011 (mit nämlichem Valuta-

datum) überwiesen bzw. gutgeschrieben. 

• Gleichentags (am 29. September 2011) nahm P._____ – und zwar nach-

dem er bereits dem Back Office den Auftrag zur Gutschrift der Gelder auf 

das M._____-Konto erteilt hatte (vgl. die Aussage V._____s, a.a.O., S. 14 unten: 
"[…] haben wir dem Kunden das Geld gutgeschrieben und ihn darauf informiert, dass das 

Geld angekommen ist." und diejenigen von P._____ a.a.O. [Urk. 051.0008], S. 12 f. und 

14 oben, vgl. auch die Strafanzeige der Privatklägerin 1 vom 24. November 2011 S. 16 

Rz. 46 [Ordner 1, Urk. 000.0001] ) – mit dem Beschuldigten telefonisch Kontakt 

auf und unterrichtete ihn von der Gutschrift der Kapitalrückzahlung von 

rund USD 15,7 Mio. plus Zins von USD 39'012.–. Der Beschuldigte ent-

gegnete, dies sei eine gute Nachricht und bat um ein Bestätigungsmail, 

welches P._____ gleichentags versandte. Gleichentags, wenig später, be-

stätigte der Beschuldigte den Erhalt dieses Bestätigungsmails mit einem 

Mail von seiner Seite, in welchem er ankündigte, dass er (zusammen mit 

K._____) am morgigen Freitag, dem 30. September 2011, um 14.00 Uhr, 

zur D._____ nach … kommen werde, um die weiteren Schritte bezüglich 

-   39   - 

dieser Gelder zu besprechen (vgl. Anklageziffer 26; Aussagen von P._____, a.a.O. 
S. 13 f.; Aussagen des Beschuldigten z.B. in der Hafteinvernahme [Ordner 15, Urk. 

040.001 S. 7 f. und 13 f.] und vor Vorinstanz [HD Urk. 169 S. 35; Email von P._____ 

[Ordner 24, Urk. 051.0026]; Email des Beschuldigten [Ordner 24, Urk. 051.0025], vgl. die 

Ausführungen der Verteidigung in HD Urk. 175 S. 28 Rz. 61, 67 und 71). Weiter be-

zeichnete er in diesem Mail die rund USD    15,7 Mio. als "Governmental 

Re-Purchase of Securities per 29/07/2011" [gemeint wohl: 29/09/2011] 

(vgl. Email des Beschuldigten, a.a.O., Anklageziffer 26, welche irrtümlicherweise 
"19/09/2011" angibt und die Ausführungen des Verteidigers in HD Urk. 175, S. 33 Rz. 

74). 

 3.2.2.  Würdigung 

 3.2.2.1.  In zivilrechtlicher Hinsicht stellt die Gutschrift der Privatklägerin 1 

auf das M._____-Konto des Beschuldigten die letzte Etappe einer sog. mehrglied-

rigen Banküberweisung dar, welche (u.a.) dem Anweisungsrecht (Art. 466 ff. OR) 

unterliegt (vgl. BGE III 154; Eric Buis, Die Banküberweisung und der Bereiche-

rungsausgleich bei fehlgeschlagenen Banküberweisungen, Diss., 2000, S. 112). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und dem herrschenden Teil der 

Lehre wird in einem solchen Fall die Empfängerbank als zahlungspflichtig (im 

Sinne von Art. 468 Abs. 1 OR) beziehungsweise der begünstigte Kunde als über 

die Überweisungssumme verfügungsberechtigt angesehen, sobald die Bank die 

Gutschriftbuchung auf dessen Konto vorgenommen hat. Nach einem Teil der Leh-

re tritt diese Rechtswirkung erst ein, nachdem die Gutschrift dem Begünstigten 

(schriftlich, elektronisch, telefonisch oder mündlich) angezeigt worden ist (vgl. 

Buis, a.a.O. S. 155, 99, 101, 103). Spätestens die Gutschriftanzeige begründet 

demnach ein abstraktes – d.h. von Bestand und Umfang der hinter der Anweisung 

stehenden Deckungs- und Valutaverhältnisse unabhängiges – Schuldverhältnis 

zwischen Bank und Begünstigten, welches diese (in eigenem Namen und aus ei-

genem Vermögen) gegenüber jenem direkt und unbedingt zur Leistung verpflich-

tet (vgl. Buis, a.a.O. S.20 und 106).  

 Somit verpflichtete sich die Privatklägerin 1 am 29. September 2011 mit der 

durch das Back Office vorgenommenen Kontogutschrift bzw. spätestens mit der 

-   40   - 

telefonischen Anzeige derselben durch P._____ an den Beschuldigten zur direk-

ten und unbedingten Zahlung von rund USD 15,7 Mio. an die M._____, und zwar 

ungeachtet dessen, dass die (von ihr irrtümlich angenommene) Kapitalrückzah-

lung aus dem CMO tatsächlich gar nicht bestand (was noch zu zeigen sein wird in 

Ziff. 3.3.2.2.).  

 3.2.2.2.  Mit Eingehung dieser zivilrechtlichen Leistungspflicht nahm die Pri-

vatklägerin 1 (durch deren Mitarbeiter) gleichzeitig im Sinne des Strafrechts eine 

Verfügung über ihr Vermögen vor, kann eine solche doch, wie bereits ausgeführt, 

selbstverständlich auch den Charakter der Eingehung einer einseitigen Verpflich-

tung haben. Diese (mehraktige) Vermögensdisposition wurde spätestens mit der 

telefonischen Gutschriftanzeige an den Beschuldigten durch P._____ vollzogen 

(vgl. auch: Jean-Richard-dit-Bressel, Eigenmacht und Ohnmacht des ungetreuen 

Bankdirektors, in: recht 2008, S. 241).  

 Aus dem vorstehend erwiesenen Teilsachverhalt geht nun allerdings eindeu-

tig hervor, dass die Überweisung der rund USD 15,7 Mio. auf das Konto der 

M._____ – und damit die Vermögensdisposition der Privatklägerin 1 im Sinne des 

Betrugsrechts – ohne jegliches Einwirken des Beschuldigten erfolgt war. (Daran 

ändert auch nichts, dass die Privatklägerin 1 entgegen der Annahme der Vo-

rinstanz nicht schon am 27., sondern erst am 29. September über ihr Vermögen 

verfügte). Die Privatklägerin 1 ging allein aufgrund der Ankündigungen und Über-

weisung der G._____ und ihrer eigenen mehrfachen Nachprüfungen – fälschli-

cherweise – davon aus, dass die M._____ Anspruch auf die rund 15,7 USD Mio. 

aufgrund einer Kapitalrückzahlung eines der CMO habe. Dieser Irrtum, welcher 

die Privatklägerin 1 zu ihrer Gutschrift motivierte, wurde weder vom Beschuldigten 

erweckt, noch wurde diese von ihm darin bestärkt. Schon die Anklage wirft dem 

Beschuldigten an keiner Stelle vor, dass er täuschend – sei es irrtumserweckend 

oder in einem Irrtum bestärkend – auf die Privatklägerin 1 eingewirkt habe, um sie 

zur Vornahme und Anzeige der Gutschrift zu bewegen. Vielmehr hebt die Ankla-

geschrift zutreffend und geradezu im Fettdruck hervor, dass die USD 15,7 Mio. 

ohne Zutun des Beschuldigten auf dem Konto der M._____ gutgeschrieben wor-

den seien (Anklageziffer 26).  

-   41   - 

 Der Beschuldigte erhielt demnach Verfügungsgewalt über die USD 15,7 Mio., 

ohne dass er hiezu etwas vorgekehrt hätte, was ihm als strafbares Verhalten vor-

zuhalten und/oder nachzuweisen wäre. Damit aber scheidet ein Betrug – jeden-

falls soweit das Geschehen bis und mit 29. September 2011, Zeitpunkt der telefo-

nischen Gutschriftanzeige, betreffend – schon mangels Täuschung aus. Im Übri-

gen wäre auch das Erfordernis der Unmittelbarkeit der vermögenmindernden Wir-

kung der Vermögensdisposition nicht gegeben (vgl. dazu nachstehend 

Ziff. 3.2.2.5.b.).  

 3.2.2.3.  Die Staatsanwaltschaft (wie auch die Privatklägerin 1) sieht nun al-

lerdings die betrugsrelevante Vermögensdisposition der Privatklägerin 1 nicht 

schon in der Kontogutschrift vom 29. September 2011, sondern erst in den Bank-

überweisungen vom 4./5. Oktober 2011, also darin, dass die D._____ an jenen 

späteren Daten, in Ausführung der Zahlungsanweisungen des Beschuldigten (und 

des Mitbeschuldigten K._____), rund USD 11,8 Mio. vom M._____-Konto weg-

transferierte (vgl. Anklageziffern 42 und 46; Urk. 261 S. 10 f.; Urk. 262 S. 5 f. Rz. 

17). 

 3.2.2.4.  Dieser Auffassung ist insoweit zuzustimmen, als dass die auf An-

ordnung des Beschuldigten getätigten Banküberweisungen vom 4./5. Oktober 

2011 (entgegen der sinngemässen Ansicht der Vorinstanz) in der Tat sowohl zivil- 

wie strafrechtlich als eine weitere Vermögensdisposition der Privatklägerin 1 zu 

qualifizieren sind. Zivilrechtlich fällt (gutgeschriebenes) Geld auf dem Bankkonto 

eines Kunden (weiterhin) in das Vermögen der Bank, derweil der Bankkunde die-

ser gegenüber lediglich eine Forderung besitzt (und die Verfügungsberechtigung 

über das Kontoguthaben hat). Nimmt eine Bank eine Geldüberweisung von einem 

Kundenkonto an einen Dritten vor, so tut sie dies mit ihrem eigenen Geld. Ge-

schieht dies im Auftrag des Bankkunden, entsteht ihr diesem gegenüber eine ent-

sprechende Forderung bzw. Anspruch auf Rückerstattung des entsprechenden 

Betrags (vgl. Bundesgerichtsurteile 6B_568/2013 vom 13. November 2013 E.4.2; 

4A_438/2007 vom 29. Januar 2008 E. 5.1 m.w.H.). Dem entsprechend ist aus 

strafrechtlicher Optik die Frage eines Eingehungsbetrugs von der Frage eines Er-

füllungsbetrugs auseinanderzuhalten (welche je nach den tatsächlichen Voraus-

-   42   - 

setzungen alternativ oder gar kumulativ zu bejahen oder verneinen sind). Fehlt es 

– was hier der Fall ist – an einer Täuschung bei Eingehung der Zahlungsverpflich-

tung durch den Irrenden, scheidet zwar Eingehungsbetrug von vornherein aus, 

kann aber allenfalls noch ein Erfüllungsbetrug in Betracht kommen. Die Erfül-

lungshandlung eines Irrenden stellt eine zweite Vermögensverfügung dar, welcher 

von seiner (ersten) Vermögensverfügung (mit welcher dieser zuvor eine entspre-

chende Verpflichtung eingegangen ist), zu unterscheiden ist (vgl. Kerstin Klein: 

Das Verhältnis von Eingehungs- und Erfüllungsbetrug, Herbolzheim 2003, S. 166, 

168 und 186).  

 3.2.2.5.  Sind nun zwar die von der Privatklägerin 1 auf Anordnung des Be-

schuldigten geleisteten Banküberweisungen vom 4. und 5. Oktober 2011 als Ver-

mögensdisposition im Sinne von Art. 146 StGB zu qualifizieren, kann ein Erfül-

lungsbetrug mangels Vorliegen weiterer objektiver Voraussetzungen dieses Tat-

bestandes dennoch nicht bejaht werden.  

 a)  Zum einen können – wie bereits die Vorinstanz zutreffend bemerkte (HD 

Urk. 203 S. 106 f. Ziff. 2.3), auf deren Ausführungen deshalb vorab verwiesen 

werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO) – die dem Beschuldigten vorgeworfenen Hand-

lungen nicht als arglistige Täuschung qualifiziert werden. Dem Beschuldigten wird 

Betrug in der Variante des Bestärkens des Opfers in einem vorbestehenden Irrtum 

zur Last gelegt. In einem solchen Fall ist, wie bereits ausgeführt, eine arglistige 

Täuschung nicht schon bei blosser Bestätigung der irrtümlichen Vorstellung des 

Opfers, sondern nur dann zu bejahen, wenn der Täter dieses auf besonders raffi-

nierte Weise daran hindert, seinen Irrtum zu entdecken. 

 Der Irrtum der Privatklägerin 1 bestand darin, dass sie fälschlicherweise da-

von ausging, dass die M._____ ein Anrecht auf die Gutschrift von rund USD 15,7 

Mio. habe aufgrund einer Kapitalrückzahlung eines in ihrem Depot befindlichen 

CMO. Laut Anklage soll der Beschuldigte die Privatklägerin 1 in diesem Irrtum 

durch die folgenden falschen Angaben in schriftlicher und mündlicher Form be-

stärkt haben. Eine erste Täuschung bzw. Bestärkung der Privatklägerin 1 in ihrem 

Irrtum soll darin bestanden haben, dass er in seinem Bestätigungsmail vom 29. 

September 2011 die USD 15,7 Mio. als Rückkauf durch die Regierung ("Govern-

-   43   - 

mental Re-Purchase of Securities per 29/07/2011") bezeichnet habe (vgl. Ankla-

geziffer 31). Eine zweite täuschende bzw. irrtumsbestärkende Handlung des Be-

schuldigten soll darin gelegen haben, dass er anlässlich der mündlichen Bespre-

chung vom 30. September 2011 fachmännisch erklärt haben soll, wie es bei einem 

CMO überhaupt zu Kapitalrückzahlungen kommen könne, indem er konkret die 

USD 15,7 Mio. als einmalige Abschlagszahlung als Folge einer Entwertung des 

CMO bezeichnet haben soll (vgl. Anklageziffer 34). Die Vorinstanz (HD Urk. 203 

S. 106) hat zutreffend hervorgehoben, dass diese dem Beschuldigten vorgeworfe-

nen Falschangaben – unter Annahme ihrer Erwiesenheit – je als eine einfache 

schriftliche und eine einfache mündliche Lüge zu qualifizieren sind, welche zudem 

unter sich widersprüchlich erscheinen, weshalb sie (entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft; vgl. HD Urk. 171 S. 22; Urk. 261 S. 6 f.) zusammengenom-

men weder als besondere Machenschaft noch als raffiniertes Lügengebäude be-

zeichnet werden können.  

 Ergänzend auszuführen ist, dass die dem Beschuldigten in Anklageziffer 36 

vorgeworfene Plausibilisierung der Kapitalrückzahlung (als einmalige Abschlags-

zahlung in Folge einer Entwertung des CMO) anlässlich der mündlichen Bespre-

chung vom 30. September 2011 sich in dieser konkreten Form noch nicht einmal 

auf der Ebene des Sachverhalts erstellen lässt. Den Aussagen der an dieser Be-

sprechung anwesenden Mitarbeiter der D._____, V._____ und P._____, kann le-

diglich entnommen werden, dass der Beschuldigte V._____ gegenüber erklärt ha-

be, wie es "zu solchen Zahlungen kommen kann" (gemeint wohl: die Kapitalrück-

zahlung) und wie das "mit den Faktoren vonstattengeht" (gemeint wohl: der Pool-

Faktor) (vgl. die Aussagen von V._____ in Ordner 24, Urk. 050.003 S. 7 [Antwort zu Frage 40] 
und S. 8 [Antwort zu Frage 44], welche von P._____ erst in seiner zweiten Zeugeneinvernahme 

und nur auf Vorhalt der Staatsanwaltschaft lapidar bestätigt wurden [Ordner 24, Urk. 051.1005 S. 

7, Antwort zu Frage 29], derweil er in seiner ersten Zeugeneinvernahme sinngemäss noch ausführ-

te, dass anlässlich der Besprechung er dem Beschuldigten, und nicht dieser ihm, detailliert erklärt 

habe, wie es zu dieser Gutschrift gekommen sei [vgl. Ordner 24, Urk. 051.0008, S. 13, Antwort zu 

Frage 67]). M.a.W. kann diesen Zeugenaussagen – auf welche sich die Argumenta-

tion der Staatsanwaltschaft stützten will (vgl. HD Urk. 171 S. 16 und Anm. 63) – 

nur entnommen werden, dass der Beschuldigte gegenüber V._____ die angebli-

che Kapitalrückzahlung anhand der Poolfaktorwertveränderung des CMO zu plau-

-   44   - 

sibilisieren versuchte. Damit aber behauptete der Beschuldigte gegenüber 

V._____ im Wesentlichen nichts mehr und nichts weniger, als was die Privatkläge-

rin 1, d.h. jedenfalls P._____, bereits aufgrund der eigenen Abklärungen über den 

Hintergrund der Gutschrift der USD 15,7 Mio. zu wissen glaubte und dem Be-

schuldigten am Vortag der Besprechung in mündlicher und schriftlicher Form 

selbst so mitgeteilt hatte (vgl. die Aussagen von P._____ zur Kapitalrückzahlung und zum 
Pool-Faktor, a.a.O., S. 13 f., Antworten auf Fragen 67-74, sowie dessen Bestätigungsmail an den 

Beschuldigten in Ordner 24, Urk. 051.0026). Unter diesem Gesichtspunkt müssen die fal-

schen Angaben des Beschuldigten an der Besprechung vom 30. September 2011 

rechtlich als blosse Bestätigung der vorbestandenen Fehlvorstellung der Privat-

klägerin 1 gewertet werden, was, wie ausgeführt, noch kein arglistiges Bestärken 

darstellt. Auch die weiteren Aussagen von V._____ führen zu diesem Schluss. 

Dieser gab an, dass er die Zahlung zwar nicht richtig habe einordnen können, 

aber aufgrund der von P._____ vorgenommenen Abklärung und der Bestätigung 

der G._____ nicht daran gezweifelt habe, dass die M._____ an den USD 15,7 Mio. 

berechtigt gewesen sei. Aufgrund dieser Abklärungen bzw. des Gegencheckens 

bei der G._____, und weil "im neuen Beschrieb dieser Faktor heruntergesetzt 

wurde", habe alles einen Sinn gemacht und sei logisch gewesen (Ordner 24, Urk. 

050.003 S. 8 f. Antworten auf Fragen Nr. 41 und 47 f.). Gemäss diesen spontanen Aussa-

gen V._____s – und entgegen der unmittelbar auf diese Aussagen folgenden (und 

von V._____ erwartungsgemäss bejahten) Suggestivfrage der Staatsanwaltschaft 

(vgl. a.a.O., Frage 49) – hatten die Erklärungen des Beschuldigenden demnach kei-

nen (bestärkenden) Einfluss auf seine Fehlvorstellung und zwar auch nicht in Be-

zug auf die Poolfaktorherabsetzung. Diese (sowie die Berechtigung der M._____ 

an den gutgeschriebenen Geldern) erschien V._____ plausibel und logisch nicht 

erst aufgrund der Erklärungen des Beschuldigten sondern bereits aufgrund des 

"neuen Beschriebs" – womit die durch P._____ überprüfte Swift-Mitteilung der 

G._____ vom 27. September 2011 gemeint ist (vgl. a.a.O. S. 8 bei Frage 41 ["Die SIX hat 
uns dann eine SWIFT-Mitteilung geschickt, wo alles detailliert umschrieben war"] sowie die Aussa-

gen von P._____ in Urk. 051.0008 S. 11 f. sowie den Swift selber, bes. Linie 92A, in Urk. 051.0028 

f.). Im weiteren geht sowohl aus den Aussagen V._____s wie aus denjenigen von 

P._____ insgesamt hervor, dass das Gespräch über den Grund der Gutschrift der 

USD 15,7 Mio. anlässlich der Besprechung vom 30. September 2011 von unter-

-   45   - 

geordneter Bedeutung war. Im Vordergrund standen vielmehr die zwei Themen 

über die zukünftige Verwendung dieser Gelder durch die M._____ einerseits und 

das weitere Schicksal der CMO-Wertpapiere andererseits (vgl. die Aussage V._____s 
in Ordner 24, Urk. 050.003 S. 9: "[…] die Hauptthemen waren sicherlich, wie man die 10 Mio. in 

den Hedge Fund investiert und der Transfer dieser Notes an die W._____-Bank", und die Aussa-

gen von P._____ Ordner 24, Urk. 0051.0008 S. 16: "Der Zweck dieser Besprechung war, dass 

Herr A._____ die Wertschriften weiter transferieren wollte und ca. 10 Mio. in einen Hedge Fund in-

vestieren wollte".).  

 Dies geht im Übrigen (wie die Verteidigung zutreffend erwähnt hat; HD Urk. 

175 S. 35 Rz. 84, ) auch aus der über diese Besprechung von Seiten der D._____ 

Bank verfassten Aktennotiz vom 30. September 2011 hervor, welche mit "purpose 

of the visit: discussion on the cash positions and issues of transferring CMOs to 

W._____ Bank […]" überschrieben ist und dementsprechend lediglich zu diesen 

zwei Themen Bemerkungen enthält, indes an keiner Stelle darauf hinweist, dass 

die Nachprüfung, Erklärung oder Plausibilisierung des Zahlungseingangs des USD 

15,7 Mio. ein Thema war (vgl. Ordner 24, Urk. 050.0014). Die (zweifellos) täuschenden 

Erklärungen des Beschuldigten hinsichtlich dieser zwei Hauptthemen bzw. insbe-

sondere seine unwahren Ausführungen zu dem angeblichen Investment von 

10 Mio. (vgl. dazu nachstehend Ziff. 3.3.3.3.b) können entgegen der Auffassung 

der Staatsanwaltschaft (Anklageschrift S. 13 f. Rz. 36; HD Urk. 171 S. 16 f.; 

Urk. 261 S. 7 Rz. 10) nicht als Lügengebäude zum Zwecke der Irrtumsbestärkung 

der Privatklägerin 1 gewertet werden, da sie mit dem Irrtum der Privatklägerin 1 

über die Begründetheit der Gutschrift der USD 15, 7 Mio. bzw. der Berechtigung 

der M._____ an diesen Geldern in keinem direkten Zusammenhang stehen. Ent-

gegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft (a.a.O.) und der Privatklägerin 1 

(Urk. 262 S. 4 f. Rz. 12) lässt sich auch nicht sagen, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 mit diesen Angaben zum angeblichen Investment unter zeitlichen 

Druck gesetzt hatte. Wie die Verteidigung zutreffend anmerkte (HD Urk. 175 S. 40 

Rz. 96) kann den Aussagen von V._____ und P._____ nicht entnommen werden, 

dass der Beschuldigte gesagt habe, er sei zu diesem Investment verpflichtet (so 

aber Anklageziffer 36), sondern lediglich, dass er ein solches Investment machen 

werde (V._____ in Ordner 24, Urk. 050.0003 S. 9, ab Rz. 50) bzw. machen wolle (P._____ in 

-   46   - 

Ordner 24, Urk. 051.0008 S. 16, ab Rz. 89 ; in diesem Sinne äussert sich auch der Vertreter der 

Privatklägerin 1 in der Strafanzeige vom 24. November 2011 S. 16 Rz. 47 in Ordner 1, Urk. 

000.0001). Dass man sich zeitlich unter Druck gesetzt gefühlt habe, geht weder aus 

den Aussagen V._____s noch aus denjenigen von P._____ hervor.  

 Wie sodann die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat (und die Verteidigung 

betont; Urk. 264 S. 22), ist im Weiteren nur schon nicht eingeklagt (und abgese-

hen davon auch nicht ersichtlich), dass der Beschuldigte die Mitarbeiter der Pri-

vatklägerin 1 am 30. September 2011 absichtlich und aktiv von einer Überprüfung 

seiner Angaben abgehalten hätte. Auch kann (entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft HD Urk. 171 S. 22; Urk. 261 S. 7 Rz. 9) eine allfällige Annah-

me des Beschuldigten, dass eine Überprüfung seiner Angaben unterbleiben wer-

de, mangels eines besonderen Vertrauensverhältnisses unter den Parteien – 

nachdem deren Geschäftsbeziehung erst wenige Monate gedauert hatte – nicht 

als arglistig qualifiziert werden. Ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz ist 

auszuführen, dass aus den Aussagen von P._____ (sinngemäss) hervorgeht, 

dass aus Sicht der Bank die Überprüfung der Berechtigung der M._____ an die-

sen USD 15,7 Mio. mit Vornahme der Kontrollen vor Gutschrift der Gelder auf das 

M._____-Konto am 29. September 2011 bereits definitiv abgeschlossen war (vgl. 
seine Antwort, a.a.O. [Urk. 051.0008], auf die [im Rahmen der Fragen zur Besprechung vom 

30. September 2011 gestellte] Frage 88 der Staatsanwaltschaft, ob er je an der Berechtigung der 

M._____ bzw. des Beschuldigten an den USD 15,7 Mio. gezweifelt habe: "(überlegt lange) Wie ge-

sagt, nachdem ich vom Back Office die Bestätigung erhalten hatte und wusste, dass es sich um 

Distressed Bonds handelte und nachdem alle Routine-Kontrollen gemacht worden waren, fühlte ich 

mich in der Lage, diese Zahlungsbestätigung herauszugeben."). An keiner Stelle der Aussa-

gen P._____', V._____s oder auch des Back Office Mitarbeiters U._____ (Ordner 

24, Urk. 052.0005) findet sich ein Hinweis, dass nach der Kontogutschrift vom 29. 

September 2011 und vor Ausführung der Zahlungsanweisungen des Beschuldig-

ten am 4./5. Oktober 2011 an sich noch weitere Überprüfungen der bereits gutge-

schriebenen Gelder vorgesehen gewesen waren und auf diese dann aber auf-

grund des fachmännischen Auftretens des Beschuldigten verzichtet wurde. Auch 

schon aus diesem Grund kann nicht gesagt werden, dass die Angaben des Be-

schuldigten in seinem Mail vom 29. September 2011 und anlässlich der Bespre-

-   47   - 

chung vom 30. September 2011 die Aufdeckung des Irrtums der Privatklägerin 1 

verhindert hätten.  

 Im Weiteren hat die Vorinstanz zutreffend begründet (HD Urk. 203 S. 107), 

dass das Verhalten der Privatklägerin 1 – d.h. ihre Entgegennahme eines traditio-

nell vom Investmentbanking verwalteten Wertpapiers (des CMO), bezüglich wel-

chem sie als Anlagebank laut Anklageschrift (Anklageziffer S. 13 Rz. 34 und S. 14 

Rz. 38) und gemäss Eingeständnis ihrer Mitarbeiter (bezeichnend hier besonders die 
Aussage von V._____ in Ordner 24, Urk. 050.0003 S. 8: "Dadurch dass wir die Bestätigung von der 

G._____ AG hatten, wollten wir ihm [dem Beschuldigten] nicht zeigen, dass wir nichts von solchen 

Instrumenten verstehen.", vgl. weiter auch die Aussagen von U._____ in Ordner 24, Urk. 052.0005 

S. 3) keine Fachkenntnisse hatte – unter dem Aspekt der Opfermitverantwortung 

geradezu als leichtfertig bezeichnet werden muss, und auch dieser Umstand ge-

gen die Bejahung der Arglist spricht. Wenn einerseits – wie noch zu zeigen sein 

wird (vgl. nachstehend Ziff. 3.3.3.2.) – dem Beschuldigten vorgeworfen werden 

muss, dass er wusste, dass es sich beim fraglichen CMO um einen Interest Only 

Titel handelte, der keine Kapitalrückzahlung vorsieht, so muss sich die Privatklä-

gerin 1 andererseits den Vorwurf gefallen lassen, dass sie das Entsprechende 

selber auch hätte wissen bzw. in Erfahrung bringen können und müssen. Ob ein 

Wertpapier nur zu Zinszahlungen berechtigt oder auch Kapitalrückzahlungen zu-

lässt, ist fundamental und keineswegs nebensächlich. Diese grundlegende Tatsa-

che über die Qualität eines Wertpapiers zu wissen oder in Erfahrung zu bringen, 

gehört zu den elementaren Vorsichtsmassnahmen, die von einer professionellen 

Bank verlangt werden dürfen. Dies gilt (entgegen den Ausführungen der Staats-

anwaltschaft, Urk. 261 S. 8 f., sowie der Privatklägerin 1, Urk. 262 S. 4) auch 

dann, wenn die Bank "lediglich" als Depotbank fungiert: Wie ausgeführt (vorste-

hend Ziff. 3.2.2.1.) trifft sie – als letztes Glied einer mehrgliedrigen Banküberwei-

sung – eine direkte Leistungspflicht aus eigenem Geld hinsichtlich der aus den 

deponierten Titeln erwachsenden Ansprüche ihres Kunden, weshalb es in ihrem 

vitalen Interesse sein muss, die Beschaffenheit solcher Titel zu kennen. Im Übri-

gen wäre diese Tatsache von der Privatklägerin 1 auch relativ leicht in Erfahrung 

zu bringen gewesen; sie hätte hiezu lediglich den Wertpapierprospekt zum betref-

fenden CMO durchlesen müssen, in welchem (wie noch zu zeigen sein wird, Ziff. 

-   48   - 

3.3.2.2.b.aa) mehrfach darauf hingewiesen wird, dass es sich um einen sog. Inte-

rest Only Titel handelt.  

 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das eingeklagte Verhalten des Be-

schuldigten – in der Zeitspanne von seiner Kenntnisnahme der Gutschrift der USD 

15,7 Mio. am 29. September 2011 bis zur Abgabe der Zahlungsanweisungen an 

die Privatklägerin 1 am 2./3. Oktober 2011 – nicht als arglistiges Bestärken im 

Sinne von Art. 146 StGB, sondern höchstens als ein (nicht unter den Betrugstat-

bestand fallendes) blosses Bestätigen bzw. Ausnutzen des Irrtums der Privatklä-

gerin 1 zu qualifizieren ist.  

 b)  Zum Anderen fehlt es auch schon an der unmittelbar vermögensmindern-

den Wirkung der Vermögensdisposition der Privatklägerin 1. Die Banküberwei-

sungen von rund USD 11,8 Mio., welche die Privatklägerin 1 am 4./5. Oktober 

2011 aus ihrem eigenem Geld ab dem M._____-Konto tätigte, waren ja zum da-

maligen Zeitpunkt noch gedeckt durch das Guthaben von rund USD 13,5 Mio. auf 

ihrem Konto bei der G._____. Zur Minderung des Vermögens der Privatklägerin 1 

kam es erst, als die G._____ am 7. Oktober 2011 ihre Fehlüberweisung entdeckte 

und auf dem bei ihr geführten Konto der Privatklägerin 1 eine entsprechende Stor-

no-Buchung ausführte (vgl. Anklageziffer 47). Damit verlor die Privatklägerin 1 ei-

ne Forderung gegen die G._____ in entsprechendem Umfang und waren ihre 

Überweisungen nicht mehr gedeckt. Der Vermögensschaden trat demnach bei der 

Privatklägerin 1 erst aufgrund einer weiteren selbständigen Handlung einer (unab-

hängigen) Drittperson ein, weshalb Betrug ausscheidet (vgl. vorstehend Ziff. 

3.2.1.1.). M.a.W. hätte die Privatklägerin nie einen Vermögensschaden erlitten, 

wenn der Fehler nicht entdeckt worden wäre.  

 c)  Lediglich der Vollständigkeit halber ist im Übrigen festzuhalten, dass auch 

nicht etwa ein Betrug durch Unterlassen gegeben ist. Dass der Beschuldigte die 

Mitarbeiter der D._____ über ihren Irrtum hätte aufklären sollen, ist zum einen nur 

schon nicht eingeklagt. Die Nichtbeseitigung des Irrtums der Privatklägerin 1 durch 

den Beschuldigten ist zum andern auch rechtlich nicht vorwerfbar. Eine Aufklä-

rungspflicht bzw. Garantenstellung (i.S.v. Art. 11 StGB) des Beschuldigten aus 

Gesetz, Gefahrengemeinschaft oder Ingerenz ist nicht ersichtlich. Auch eine Ga-

-   49   - 

rantenstellung aus Vertrag muss verneint werden, nachdem, wie bereits ausge-

führt, vor dem Hintergrund der erst wenige Monate dauernden, rein geschäftlichen 

Beziehung zwischen den Parteien nicht von einem besonderen Vertrauensver-

hältnis ausgegangen werden kann.  

 3.2.3.  Fazit 

 Im Fazit ist festzuhalten, dass der Beschuldigte hinsichtlich Anklageziffer 

III. lit. B nicht des Betrugs schuldig gesprochen werden kann.  

 Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft (Prot. I S. 27 f.) ist auch 

kein versuchter Betrug gegeben. In Frage käme vorliegend höchstens vollendeter 

Betrugsversuch, nachdem der Erfolg (hier: der Vermögensschaden der Privatklä-

gerin 1) nicht (unmittelbar) auf das Täterverhalten (vgl. Trechsel/Crameri, StGB 

PK, 2. Aufl. Art. 146 N 14), sondern auf das Storno der G._____ zurückzuführen 

ist. Beim vollendeten Versuch müssen aber alle übrigen objektiven Tatbestands-

merkmale, insbesondere auch die arglistige Täuschung (bzw. Irrtumsbestärkung) 

verwirklicht sein, woran es hier, wie gezeigt, fehlt. Einen unvollendeten Versuch 

gibt sodann schon der eingeklagte Sachverhalt nicht her und im Übrigen läge ein 

solcher nur dann vor, wenn sich der Vorsatz des Täters auf sämtliche objektiven 

Betrugsmerkmale und damit insbesondere auch auf eine arglistige Täuschung  

oder Irrtumsbestärkung richtet, mithin auf ein Verhalten, das objektiv als arglistig 

erscheint (vgl. BGE 122 IV 246 E. 3a a.E.; BGE 128 IV 18 E. 3b; Bundesgerichts-

urteil 6S.722/2001 vom 17. April 2002). Ein entsprechender Vorsatz des Beschul-

digten könnte indes nicht nachgewiesen werden, nachdem die dem Beschuldigten 

mit Anklageschrift vorgeworfen Irrtumsbestärkungshandlungen bereits objektiv 

nicht als arglistig zu qualifizieren sind.  

3.3.  Unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten 

 3.3.1.  Strafantrag 

 Art. 141bis StGB ist ein Antragsdelikt. Wie die Vorinstanz zutreffend ausge-

führt hat (HD Urk. 203 S. 109 Ziff. 4.2.), liegt ein gültiger Strafantrag der Privatklä-

gerin 1 vor (Ordner 1, Urk. 000.0001). Die Privatklägerin 1 ist selbstredend antragsbe-

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rechtigt ist, ist sie doch die Person, von deren Konto die entsprechenden Gutha-

ben abgebucht wurden und damit diejenige, welcher ein allfälliger Rückforde-

rungsanspruch gegenüber dem Beschuldigten zukommt (vgl. BSK StGB II - Niggli, 

Art. 141bis N 41). 

 3.3.2.  Objektiver Tatbestand 

 3.3.2.1.  Einleitung 

 a)  Bei diesem Delikt besteht der objektive Tatbestand darin, dass jemand 

Vermögenswerte, die ihm ohne seinen Willen zugekommen sind, unrechtmässig in 

seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Zu beachten ist, dass gemäss die-

ser Bestimmung auf den Willen des Täters abzustellen ist und nicht auf den Willen 

des an den Vermögenswerten Berechtigten (