# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3488f747-3b89-53da-a433-71093dec419d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2008 C-5515/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5515-2007_2008-04-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5515/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Philipp Mäder.

J._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung einer Einreisebewilligung für 
R._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5515/2007

Sachverhalt:

A.
Der 1954 geborene philippinische Staatsangehörige R._______ (nach-
folgend: Gesuchsteller) beantragte am 30. April 2007 bei der Schwei-
zerischen Botschaft in Manila ein Visum für einen dreimonatigen Be-
suchsaufenthalt  bei  seiner Schwester  J._______ (nachfolgend: Gast-
geberin  bzw.  Beschwerdeführerin)  in  Unterengstringen  (ZH).  Nach 
formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Ge-
such an die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen Entscheid wei-
ter.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei der Gastgeberin 
weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch 
um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 26. Juli 2007 ab. Dies 
mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsauf-
enthalt.

C.
Mit  Beschwerde  vom 17. August  2007  gelangte  die  Gastgeberin  an 
das  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte,  die  vorinstanzliche 
Verfügung sei aufzuheben und das Visum für einen Besuchsaufenthalt 
sei zu erteilen. Zur Begründung rügt sie, die Vorinstanz gehe zu Un-
recht  davon  aus,  die  Wiederausreise  nach  dem  Besuchsaufenthalt 
wäre  nicht  gewährleistet.  Ihr  Bruder  sei  mit  den  gemeinsamen  Ver-
wandten (Vater, weiteren Brüdern und Schwestern)  und der eigenen 
Familie (Partnerin und vier Kindern) sehr in der Heimat verwurzelt. Er 
geniesse freies Wohnrecht in einer ihr gehörenden Liegenschaft  und 
schaue  dort  als  Gegenleistung  zum  Rechten.  Die  Einladung  in  die 
Schweiz sollte als Dank für diese langjährigen Dienste aber auch dazu 
dienen, den gleichzeitig in die Schweiz eingeladenen Vater zu betreu-
en und ihm Gesellschaft zu leisten, während sie selbst ihren berufli-
chen Pflichten nachzugehen habe. An einem Verbleib in der Schweiz 
habe ihr Bruder kein Interesse. Als Gastgeberin garantiere auch sie für 
seine fristgerechte Wiederausreise. 

Der Beschwerde beigefügt wurden Kopien der Geburtsscheine der vier 
Kinder des Gesuchstellers und die Kopie eines Dokumentes, welches 
den Liegenschaftsbesitz der Beschwerdeführerin ausweist.

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D.
Die  Vorinstanz  schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  17. Oktober 
2007 auf Abweisung der Beschwerde. 

E.
Die Beschwerdeführerin hält  in einer Replik vom 16. November 2007 
an ihrem Antrag und dessen Begründung fest. Abschliessend weist sie 
darauf  hin,  dass  sie  und  ihre  ebenfalls  in  der  Schweiz  lebende 
Schwester  in der Zeit  zwischen 1992 und 2002 schon mehrfach Be-
such von den Eltern und von Geschwistern erhalten hätten, ohne dass 
es dabei zu irgendwelchen Anständen gekommen sei. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit  rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am 1. Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  sowie  die  dazugehörigen  Ausführungsverordnungen  in  Kraft 
(u.a. die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Vi-
sumverfahren  [VEV,  SR  142.204]).  Gemäss  den  Übergangsbestim-
mungen richtet  sich das Verfahren nach dem neuen Recht  (Art. 126 
Abs. 2 AuG), womit nach Art. 112 Abs. 1 AuG die allgemeinen Bestim-
mungen der Bundesrechtspflege anwendbar sind. 

1.2 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der Einreise-
bewilligung unterliegen demnach der Beschwerde an das Bundesver-
waltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]).  Gemäss 
Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz  nichts  anderes bestimmt. Das Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts  ist  endgültig  (Art. 1  Abs. 2  VGG  i.V.m.  Art. 83  Bst. c 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

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1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  zur  Beschwerde  legitimiert;  auf  die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 48 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E. 1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt 
auf  Gesuche,  die  vor  dem Inkraftreten des  AuG eingereicht  worden 
sind, aber das bisherige (materielle) Recht anwendbar. 

2.2 Da das der Beschwerde zugrunde liegende Gesuch um Einreise 
am 30. April 2007 eingereicht wurde, erfolgt die Beurteilung noch nach 
dem alten Recht. Einschlägig sind demnach das Bundesgesetz vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs  zum AuG) sowie  die  gestützt  darauf  erlassenen  Durchfüh-
rungsvorschriften, insbesondere die Verordnung vom 14. Januar 1998 
über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern 
(aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 
VEV). 

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vor-
behältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Be-
willigungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermessens  zu 
fällen  (Art. 4  und  Art. 16  Abs. 1  aANAG,  Art. 9  Abs. 1  aVEA;  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/ 
Thomas Geiser/Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-

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zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT,  La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel/Genf/ 
München 2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 
bis 5 aVEA). Der Gesuchsteller  kann sich auf  keine Ausnahmerege-
lung berufen; er ist aufgrund seiner Staatsangehörigkeit visumspflich-
tig.

3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer 
die in Art. 1 Abs. 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Ge-
mäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA haben sie unter anderem Gewähr für 
eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweiger-
te dem Gesuchsteller die Erteilung eines solchen Visums mit der Be-
gründung, seine fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert. 

3.4
3.4.1 Wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  das  Kriterium  der  gesicherten 
Wiederausreise  erfüllt  ist,  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt 
werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern 
lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einrei-
segesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen 
mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Ver-
hältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die per-
sönliche  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel 
und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in  Einklang 
steht. 

3.4.2 Auf  den  Philippinen  sind  fraglos  breite  Bevölkerungsschichten 
von vergleichsweise kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbe-
dingungen  betroffen.  Immer  wiederkehrende  politische  Turbulenzen 
und die hohe Staats- und Auslandverschuldung haben das Land in der 
Entwicklung und im Vergleich zu den Nachbarländern zurückgeworfen. 
Mittlerweile zeichnet sich zwar wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung 
mit Wachstumsraten von 5-6% ab. Die innenpolitische Lage ist jedoch 
immer noch instabil. Die Bevölkerung leidet unter einer hohen Krimina-
litätsrate und krassen Ungleichheiten bei  der Einkommensverteilung. 

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Nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank hatten im Jahr 2003 
44,1% der Bevölkerung weniger als zwei US-Dollar (USD) pro Tag zur 
Verfügung  und  11,1%  waren  von  absoluter  Armut  (weniger  als  ein 
USD pro Tag) betroffen. Angesichts des starken Bevölkerungswachs-
tums stellt die Arbeitslosigkeit ein zunehmendes Problem dar. Zwar ist 
die Arbeitslosenrate 2005 offiziell  von 11,8% auf 7,4% zurückgegan-
gen,  doch  dürfte  dieser  Rückgang  auf  eine  neue  Definition  von  Ar-
beitslosigkeit zurückzuführen und die tatsächliche Arbeitslosenrate un-
verändert geblieben sein. Zu den offiziellen Arbeitslosen kommen rund 
21% Unterbeschäftigte hinzu. So darf  denn auch bezüglich des wirt-
schaftlichen Wachstums nicht ausser Acht gelassen werden, dass die-
ses zu einem erheblichen Teil auf dem steigenden Inlandkonsum be-
ruht,  der  durch  hohe  Rücküberweisungen  von im  Ausland  lebenden 
Bürgern - rund 10% der Bevölkerung - angekurbelt wird. Arbeitslosig-
keit,  starkes  Bevölkerungswachstum und  Armut  sind  denn  auch  ein 
grosser Motivationsfaktor  für  die erwerbsfähige Bevölkerung,  sich im 
Ausland Arbeit zu suchen. Selbst die Regierung fördert gezielt die Ent-
sendung von Gastarbeitern ins Ausland. So verlassen rund eine Million 
Menschen jährlich die Philippinen,  um im Ausland Arbeit  zu suchen. 
Von  im  Ausland  beschäftigten  Philippinos  werden  schätzungsweise 
12-15  Mrd. USD jährlich  zurück  in  ihre  Heimat  überwiesen  (Quelle: 
www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2007; besucht am 18. April 
2008). Diese Tendenz zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss dort 
noch begünstigt,  wo im Zielland durch die Präsenz von Verwandten, 
Freunden  oder  Bekannten  bereits  ein  soziales  Beziehungsnetz  be-
steht.

3.5
3.5.1 Bei  der  Risikoanalyse  sind  aber  nicht  nur  solche  allgemeinen 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuch-
steller  bzw. einer Gesuchstellerin  im Heimat-  bzw. ständigen Aufent-
haltsstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche 
oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Pro-
gnose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt 
muss  bei  Gesuchstellern  und  Gesuchstellerinnen,  die  keine  der  er-
wähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigrati-
on abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risi-
ko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach 
bewilligter  Einreise  zu  einem  Besuchsaufenthalt  hoch  eingeschätzt 
werden.

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3.5.2 Beim Gesuchsteller  handelt  es sich um einen 54-jährigen,  un-
verheirateten Mann und Vater von vier Kindern, wovon eines noch min-
derjährig ist. Über seine persönliche Situation ist ansonsten wenig be-
kannt. Gemäss der Darstellung der Beschwerdeführerin wohne er zu-
sammen mit seiner Familie (Partnerin und Kinder) in einer ihr gehören-
den Liegenschaft. Auf den ersten Blick könnte aus dem Umstand, dass 
der  Gesuchsteller  für  die  Dauer  seines  Besuchsaufenthaltes  in  der 
Schweiz seine Partnerin und seine Kinder in der Heimat zurücklassen 
würde, durchaus auf persönliche Verpflichtungen und daraus auf eine 
gewisse Verwurzelung geschlossen werden. Allerdings zeigt die Erfah-
rung,  dass zurückbleibende Angehörige  gerade in  Situationen ange-
spannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich davon abhalten 
können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen. Im Gegenteil, der 
Entscheid kann dort von der Hoffnung getragen sein, die Angehörigen 
aus dem Ausland effizienter unterstützen und allenfalls später nachzie-
hen zu können. Was den Gesuchsteller betrifft,  so sind seine Kinder 
offensichtlich  nicht  mehr  auf  eine  engmaschige  Betreuung  angewie-
sen. Darüber hinaus ist auch zu beachten, dass eine Abwesenheit von 
nicht  nur wenigen Wochen,  sondern  von mehreren Monaten geplant 
wird, ohne dass für eine solch lange Dauer eine Notwendigkeit bestün-
de. Alles in allem ist aufgrund der vorhandenen Akten nicht davon aus-
zugehen, dass dem Eingeladenen im Heimatland besondere persönli-
che oder familiäre Verpflichtungen obliegen, die ihn ernsthaft von einer 
Emigration abzuhalten vermöchten. 

3.5.3 Grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen Verhält-
nissen zu, in denen sich der Gesuchsteller befindet. Diesbezüglich be-
stehen aber  grosse  Unklarheiten. Anlässlich  der  Antragsstellung  hat 
der Gesuchsteller unter der Formular-Rubrik „Beruf“  vermerkt,  er sei 
als  „Houseman/Caretaker  (my  sister's  house)“  tätig.  Als  Arbeitgeber 
nannte er die „Ramon Magsaysay High School“ in Cubao. Gegenüber 
der Schweizerischen Vertretung in Manila erklärte er auf einem sepa-
raten Fragebogen schriftlich, dass er seinen Lebensunterhalt dank der 
Unterstützung durch seine Schwester und mittels „extra jobs“ bestrei-
ten könne. Eine konkrete Anstellung nannte er nicht und die Schweize-
rische Vertretung schloss aus seinen Äusserungen sogar, dass er ar-
beitslos  sei.  Die  Gastgeberin  hielt  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
17. August 2007 fest, dass der Gesuchsteller von ihr kein Entgelt für 
seine Tätigkeit erhalte, sondern einzig freies Wohnrecht geniesse. Da-
von,  dass  der  Gesuchsteller  neben  der  Betreuung  der  Liegenschaft 
noch  weiteren  Beschäftigungen  nachgehen  soll,  erwähnte  sie  aller-

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dings  nichts;  weder  in  ihrer  Auskunft  gegenüber  dem Migrationsamt 
des Kantons Zürich noch im Rahmen des Beschwerdeverfahrens (letz-
teres,  obwohl  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus-
drücklich  auf  die  Bedeutung beruflicher  Verpflichtungen  aufmerksam 
gemacht  hat).  Gestützt  auf  die  bestehenden  Akten  kann  demnach 
nicht abschliessend geklärt  werden,  mit welchen Einkommensquellen 
und -bestandteilen der Gesuchsteller (und seine Familie) den Lebens-
unterhalt bestreitet. Entsprechend kann auch nicht von der Vermutung 
ausgegangen werden, der Gesuchsteller befinde sich in vorteilhaften 
und stabilen  wirtschaftlichen  Verhältnissen,  die  verlässlich  von einer 
Emigration abzuhalten vermöchten.

3.6 Die  Beschwerdeführerin  hat  sich  dazu bereit  erklärt,  für  die  Le-
bensunterhaltskosten  des  Gesuchstellers  während  seines  geplanten 
Besuchsaufenthaltes aufzukommen. Weiter will sie für seine anstands-
lose und fristgerechte Rückkehr ins Heimatland garantieren. Die Integ-
rität der Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als Gastgeberin wird 
in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Ab-
wägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so 
sehr die Einstellung und Absichten des Gastgebers, sondern in erster 
Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst  von Bedeutung. Nur 
Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar 
für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber - mangels 
rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit - für ein bestimmtes Verhal-
ten des Gastes. 

3.7 Schliesslich weist  die Beschwerdeführerin  noch darauf  hin,  dass 
sowohl die Eltern als auch andere Geschwister des Gesuchstellers in 
der Schweiz schon zu Besuch gewesen seien und es in diesem Zu-
sammenhang nie Probleme gegeben habe. Bezüglich eines Vergleichs 
mit der Visumserteilung an nahe Verwandte des Gesuchstellers durch 
die  Schweizerische  Vertretung  in  Manila  muss  Folgendes  beachtet 
werden: Die Risikoanalyse hat jeweils aufgrund einer Beurteilung des 
konkreten Einzelfalls zu erfolgen. Allein aus dem Umstand, dass Dritt-
personen  aus dem familiären Umfeld  ein  Besuchervisum ausgestellt 
wurde und diese in der Folge auch tatsächlich die damit verbundene 
Pflicht zur fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise beachte-
ten,  kann die Beschwerdeführerin  nichts  zugunsten des Gesuchstel-
lers ableiten. 

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3.8 Offen bleiben kann unter diesen Umständen die Frage, ob eine Vi-
sumserteilung allenfalls zu verweigern  wäre,  weil  der (aus Sicht  der 
Beschwerdeführerin)  primäre  Zweck des  Besuchsaufenthaltes  in  der 
Schweiz - die Begleitung des Vaters - bereits weggefallen ist, da dieser 
die Reise in die Schweiz ohne den Gesuchsteller angetreten hat und 
seine Kurzaufenthaltsbewilligung unterdessen ausgelaufen sein dürfte. 

3.9 Gestützt auf vorstehende Erwägungen durfte die Vorinstanz davon 
ausgehen,  die  fristgerechte  Wiederausreise  sei  nicht  gewährleistet 
(vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). Daraus folgt, dass 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtser-
hebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die 
Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und zutref-
fend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

4.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdefüh-
rerin  die  Kosten  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Die  Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art. 1,  Art. 2  und  Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten 2 292 194 und 1 331 855 retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH 1'270'765)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Philipp Mäder

Versand: 

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