# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e68a628-ecb0-5e5c-8018-c299d19c8073
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.11.2011 D-3697/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3697-2009_2011-11-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3697/2009

U r t e i l   v om   1 5 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Jean­Pierre Monnet, Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

Parteien A._______ geboren am (…)
Sri Lanka,
vertreten durch lic.iur. Susanne Sadri LL.M., 
(…) Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. Mai 2009 / N________

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  aus  Jaffna  stammender  srilankischer 
Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  Colombo  –  mit  Eingabe  in 
englischer Sprache vom 6. Dezember 2006 an die B.________ um Asyl 
nachsuchte, 

dass  er  dabei  im Wesentlichen  geltend machte,  am 7.  Februar  1969  in 
Jaffna  geboren  zu  sein  und  von  1969  bis  1983  –  und  damit  während 
seiner Kindheit – in Colombo gelebt zu haben, 

dass er sich von 1996 bis 2005 in Indien als Flüchtling aufgehalten habe, 
bevor er gegen Ende 2005 nach Colombo zurückgekehrt sei, wo er sich 
aufgrund der allgemeinen angespannten Situation als Tamile nicht mehr 
frei habe bewegen können, 

dass die Schweizerische Botschaft mit Schreiben  vom 10.  Januar  2007 
den Beschwerdeführer  unter Ansetzung einer Frist  bis  zum 12. Februar 
2007  zur  Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  unter 
Einreichung allfälliger Beweismittel um Beantwortung konkreter Fragen in 
Bezug  auf  die  individuelle  Betroffenheit  sowie  allfällig  getroffene 
Schutzmassnahmen ersuchte,

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Januar 2007 an die 
B.________ um eine Anhörung in der B._______ ersuchte mit der 
Begründung, er könne schriftlich nicht alle Asylgründe angeben, 

dass  die  B._______  mit  Schreiben  vom  11.  Juli  2007  dem 
Beschwerdeführer mitteilte,  dass Asylgesuche dem BFM als  zuständige 
Behörde weitergeleitet  werden würden,  wobei  das  BFM Asylsuchenden 
eine  Einreisebewilligung  erteilten,  wenn  diese  in  ihrem  Heimatstaat 
offensichtlich  gefährdet  seien  und  es  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
könne, in einem anderen Staat um Schutz nachzusuchen,

dass  der  Beschwerdeführer  gleichzeitig  unter  Ansetzung  einer  Frist  bis 
zum  25.  August  2007  erneut  um  hinreichende  schriftliche  Begründung 
des  Asylgesuches  und  Einreichung  allfälliger  Beweismittel  aufgefordert 
wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  16.  August  2007  an  die 
B._________  unter Beilage  verschiedener  Identitätsdokumente  in Kopie 
mit  ergänzender  Begründung  seines  Asylgesuches  vom  6.  Dezember 

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2006  im Wesentlichen  angab,  nach  den  Unruhen  von  1983  sei  er  von 
Colombo  nach  Jaffna  gezogen  und  nach  Abschluss  seiner 
Mittelschulausbildung  im  Jahre  1993  in  einer  Import­Export­Firma  als 
Buchhalter tätig gewesen,

dass er, nachdem ihn die Firma wegen der damaligen Kriegssituation  in 
Jaffna nicht mehr weiter habe beschäftigen können, 1996 zusammen mit 
seiner  Schwester  nach  Indien  gezogen  sei,  wo  er  am  27.  Mai  2002 
geheiratet habe,

dass er  nach  seiner Rückkehr  nach Colombo  im Oktober  2005  in  einer 
Werbeagentur angestellt gewesen sei,

dass  er  aufgrund  seines  in  der  Identitätskarte  eingetragenen 
Geburtsortes Jaffna bei Personenkontrollen von den Sicherheitsbehörden 
oft  angehalten  und  befragt  und  einmal  für  ein  paar  Stunden 
festgenommen worden sei, 

dass  ihn  im Weiteren Unbekannte mehrere Male auf seinem Arbeitsweg 
verfolgt  hätten  und  er  wegen  den  regelmässigen  Nachstellungen  nicht 
mehr zur Arbeit gegangen sei, weshalb er den Lebensunterhalt für seine 
Familie nicht mehr habe bestreiten können, 

dass  die  Schweizerische  Vertretung mit  Schreiben  vom  25.  September 
2007  dem  BFM  mitteilte,  den  Beschwerdeführer  nicht  zu  seinen 
Asylgründen anzuhören und dessen Asylgesuch dem BFM zur weiteren 
Behandlung überwies,

dass  das  BFM  im  Rahmen  einer  internen  Analyse  –  von  einem 
vollständig  festgestellten  Sachverhalt  ausgehend  – mangels  akuter  und 
relevanter  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  die  Notwendigkeit  der 
prioritären Behandlung des Asylgesuches verneinte, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  15.  April  2009  im  C._______  ein 
Asylgesuch stellte, 

dass er im Rahmen der summarischen Befragung vom 20. April 2009 und 
der  einlässlichen  Anhörung  durch  das  BFM  vom  27.  April  2009  zur 
Begründung  seines  Asylgesuches  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er 
sei von 1993 bis 1996 als Buchhalter  in einem Transportgeschäft  für die 
LTTE tätig gewesen (vgl. BFM­Protokoll A13 S. 4),

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dass, nachdem er von einem Artilleriegeschoss am Fuss verletzt worden 
sei,  die  LTTE  ihn  aufgefordert  habe,  über  Indien  nach  Colombo  zu 
gelangen, um dort die LTTE zu unterstützen (vgl. A13 S. 5),

dass  er  indessen  von  Indien  nicht  nach  Colombo  weitergereist  sei,  um 
dort  die  LTTE  zu  unterstützen,  sondern  den  Kontakt  zur  LTTE 
abgebrochen und sich bis 2005 in Indien aufgehalten habe, 

dass  er  nach  seiner Rückkehr  nach Colombo wegen  seiner  Tätigkeit  in 
einer  Transportfirme  der  LTTE  in  ständiger  Angst  gelebt  habe  und  ihn 
Angehörige  anderer  Bewegungen  –  in  Kenntnis  seiner  Tätigkeit  für  die 
LTTE – beschattet hätten, 

dass er am 20. Juni 2006 anlässlich einer Personenkontrolle für ein paar 
Stunden  festgenommen  und  dabei  befragt  und  geschlagen  worden  sei 
(vgl. A13 S. 6),

dass  am  19.  September  2006  zwei  Personen  versucht  hätten,  ihn 
anzugreifen  –  wobei  eine  der  EPRLF­Bewegung  angehört  habe  –,  ihm 
indessen die Flucht nach Hause gelungen sei, 

dass  er,  Zuhause  angekommen,  die  Wohnungstüre  so  heftig 
aufgestossen habe, dass die Fensterscheibe an der Tür  zerbrochen sei 
und  er  sich  so  stark  am  Handgelenk  verletzt  habe,  dass  er  sich  in 
Spitalpflege habe begeben müssen (vgl. A13 S. 9),

dass er im Weiteren am 10. Februar 2008 anlässlich einer Polizeikontrolle 
erneut für ein paar Stunden festgenommen und dabei unter dem Vorwurf, 
der LTTE anzugehören, auch geschlagen worden sei (vgl. A13 S. 7, 8),

dass  sich  am  4.  Januar  und  12.  Februar  2009  Unbekannte  in  einem 
weissen Van an seinem früheren Wohnort in Colombo bei einem Freund 
seines  Vaters  nach  ihm  erkundigt  hätten  und  er  im  Weiteren  seit 
Dezember 2008 etwa drei anonyme telefonische Morddrohungen erhalten 
habe,  weshalb  er  aus  Furcht  vor  weiteren  Behelligungen  schliesslich 
ausgereist sei (vgl. A1 S. 8),

dass der Beschwerdeführer zur Stützung seiner Vorbringen ein ärztliches 
Zeugnis vom (…)einreichte, worin unter anderem ein Spitalaufenthalt vom 
(…) bis (…) bestätigt wird, 

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dass das BFM mit – gleichentags eröffneter – Verfügung vom 8. Mai 2009 
das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  15.  April  2009  abwies, 
dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als  zulässig,  zumutbar 
und möglich erachtete,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom 
8. Juni  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Einreichung  eines 
Rapportes der Polizeistation von D._______ vom (…) im Original – samt 
nachfolgend  eingereichter  Übersetzung  in  deutscher  Sprache  –gegen 
diesen  Entscheid  Beschwerde  erhob  und  dabei  in  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  unter  anderem  um  Verzicht  auf  das  Erheben  eines 
Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
16. Juni 2009 antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
verzichtete  mit  dem  Hinweis,  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werde im 
Endentscheid befunden,

dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  25.  Juni  2009  unter 
anderem  festhielt,  der  kommentarlos  auf  Beschwerdeebene 
nachgereichte  Auszug  aus  dem  Informationsbuch  des  D.______ 
Polizeipostens  vom  (…)  sei  zum  Nachweis  der  Flüchtlingseigenschaft 
nicht  geeignet,  und  im  Weiteren  darauf  hinwies,  dass  im  genannten 
Bericht  ein  Datum  vorkomme,  das  nicht  mit  dem  Zeitpunkt  des 
Protokolleintrags vom 13. Mai 2009 vereinbar sei, 

dass  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  in  ihrer  Replik  vom 
29. Juli 2009 unter anderem erklärte, der Polizeirapport vom 20. Mai 2009 
sei  entgegen  der  Behauptung  in  der  Vernehmlassung  nicht 
kommentarlos,  sondern zur Stützung der auf Beschwerdeebene geltend 
gemachten  Behelligungen  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  durch 
Angehörige  der  EPRLR­Bewegung  eingereicht  worden,  wobei  die 
srilankischen  Behörden  nach  ihrer  Einschätzung  weder  willens­  noch 
schutzfähig seien,

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und zieht in Erwägung:

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  den  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des 
BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches 
des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz 
sucht  (Art.105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR 
142.31]  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. 
Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG 
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG), 

dass  daher  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist, 

dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG),

dass,  wer  um  Asyl  nachsucht,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen muss,

dass diese glaubhaft  gemacht  ist, wenn die Behörde  ihr Vorhandensein 
mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält,  wobei 
insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht 
entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel abgestützt werden, unglaubhaft sind (Art. 7 AsylG),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  im  Rahmen  der 
summarischen  Befragung  vom  20.  April  2009  und  der  einlässlichen 
Anhörung  vom  27.  April  2009  geltend  gemachten  Vorbringen,  wegen 
seiner  Tätigkeit  für  die  LTTE  von  Angehörigen  der  EPRLF­Bewegung 
beschattet und angegriffen und von den Sicherheitsbehörden unter dem 

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Verdacht, der LTTE anzugehören, geschlagen worden zu sein, als nicht 
glaubhaft erachtet hat, 

dass  es  in  seiner  Begründung  darauf  hinwies,  der  Beschwerdeführer 
habe  in  seiner  schriftlichen  Asylbegründung  vom  16.  August  2007 
lediglich  angegeben,  im  Jahre  1993  in  einer  Import­Export­Firma  als 
Buchhalter  tätig  gewesen  und,  nachdem  ihn  die  Firma  wegen  der 
damaligen Kriegssituation  in Jaffna nicht mehr weiter habe beschäftigen 
können, zusammen mit seiner Schwester nach Indien gezogen zu sein,

dass daher das erstmals im Rahmen der Anhörungen geltend gemachte 
Vorbringen, von 1993 bis 1996 als Buchhalter in einem Transportgeschäft 
für die LTTE tätig gewesen und nach seiner erlittenen Fussverletzung von 
der  LTTE  aufgefordert  worden  zu  sein,  über  Indien  nach  Colombo  zu 
gelangen,  um  dort  die  LTTE  zu  unterstützen,  als  nachgeschoben  und 
daher nicht glaubhaft zu erachten sei,

dass der Beschwerdeführer  im Weiteren in Abweichung der Angaben im 
schriftlichen  Asylgesuch  vom  16.  August  2007,  in  Colombo  von 
Sicherheitskräften  aufgrund  seines  in  der  Identitätskarte  eingetragenen 
Geburtsortes Jaffna bei Personenkontrollen von den Sicherheitsbehörden 
oft  angehalten  und  befragt  und  einmal  für  ein  paar  Stunden 
festgenommen  worden  zu  sein,  im  Rahmen  der  Befragungen  erstmals 
geltend  gemacht  habe,  anlässlich  einer  Personenkontrolle  am  20.  Juni 
2006  sei  er  für  ein  paar  Stunden  festgenommen  und  dabei  unter  dem 
Vorwurf,  der  LTTE anzugehören,  auch  geschlagen worden  (vgl.  A13 S. 
6),

dass  schliesslich  die  Schilderung  des  Vorbringens,  von  zwei  Personen 
mit  dem  Motorrad  verfolgt  worden  zu  sein,  unterschiedlich  ausgefallen 
sei,

dass der Beschwerdeführer nämlich im Widerspruch zur Angabe in seiner 
schriftlichen Asylbegründung, wonach zwei Personen auf einem Motorrad 
sehr  schnell  an  ihm  vorbeigefahren  seien,  anlässlich  der  Erstbefragung 
vom  20.  April  2009  geltend  gemacht  habe,  eine  Person  sei  auf  einem 
Motorrad gesessen und die andere auf  ihn zugerannt  (vgl. A1 S. 8), um 
im  Rahmen  der  Bundesanhörung  erstmals  auszuführen,  die  beiden 
Verfolger  seien  auf  ihn  zugekommen,  hätten  ihn  angestarrt  und  einer 
habe dem anderen gesagt, dass er es sei (vgl. A13 S. 9),

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dass  das  BFM  im  Weiteren  festhielt,  unabhängig  von  deren 
Glaubhaftigkeit  seien  die  Vorbringen  die  Beschwerdeführers,  aufgrund 
seines  in  der  Identitätskarte  eingetragenen  Geburtsortes  Jaffna  bei 
Personenkontrollen von den Sicherheitsbehörden oft angehalten, befragt 
und festgenommen und im Weiteren von Unbekannten mehrere Male auf 
seinem  Arbeitsweg  verfolgt  und  telefonisch  bedroht  worden  zu  sein, 
mangels erforderlicher  Intensität nicht asylrelevant und  für die Annahme 
einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung nicht geeignet, 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wurde, die erstmals im Rahmen 
der  Anhörungen  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Vorbringen  seien 
vom  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  unzutreffend  als 
nachgeschoben  und  damit  nicht  glaubhaft  erachtet  worden,  habe  doch 
der  Beschwerdeführer  in  seinen  schriftlichen  Eingaben  an  die 
Schweizerische Vertretung vergeblich um eine Anhörung gebeten, da er 
es aus Furcht vor Entdeckung durch Spione in der Botschaft nicht gewagt 
habe, auf schriftlichem Wege seine Tätigkeit für die LTTE kundzutun, 

dass das BFM im Weiteren das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 
verletzt  habe,  indem  es,  in  Abweichung  von  der  entsprechenden 
schriftlichen  Mitteilung  an  den  Beschwerdeführer  vom  11.  Juli  2007, 
dessen  Asylgesuch  nicht  umgehend,  sondern  erst  am  25.  September 
2007 zur weiteren Behandlung an das BFM übermittelt habe, weshalb der 
Beschwerdeführer  seit  Juli  2007  im  irrigen  Glauben  gewesen  sei,  das 
BFM  sei  nun  zuständig  für  die  Behandlung  seines  Asylgesuches  und 
nicht weiter die Schweizerische Vertretung,

dass  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  nach  dessen  Ausreise  von 
Angehörigen  der  EPRLF  belästigt  und  bedroht  worden  sei,  worauf  sich 
diese  – wie  sich  aus  dem eingereichten Polizeirapport  ergebe  –  an  die 
Polizei gewandt habe, 

dass  das  BFM  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  aufgrund  seiner 
Tätigkeit für die LTTE von den Sicherheitsbehörden und Angehörigen der 
EPRLF  behelligt  worden  zu  sein,  zu  Recht  und  mit  zutreffender 
Begründung als nicht glaubhaft erachtet hat, 

dass  hinsichtlich  der  Argumentation  in  der  Beschwerde,  wonach  der 
Beschwerdeführer in seinen schriftlichen Eingaben an die Schweizerische 
Vertretung  vergeblich  um  eine  Anhörung  gebeten  habe,  da  er  es  aus 
Furcht vor Entdeckung durch Spione in der Botschaft nicht gewagt habe, 

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auf  schriftlichem  Wege  seine  Tätigkeit  für  die  LTTE  kundzutun, 
festzuhalten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  von  der  schweizerischen 
Vertretung in Colombo zwar nicht, wie beantragt, zu seinen Asylgründen 
befragt wurde,  indessen seine Vorbringen bereits  in seinem Asylgesuch 
und  in  dessen  Ergänzungen  schriftlich  darlegen  und  dokumentieren 
konnte  und  danach  mit  Schreiben  vom  11.  Juli  2007  Gelegenheit  zur 
weiteren  Konkretisierung  seiner  Asylgründe  erhielt,  welche  der 
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. August  2007 an die B._______ 
auch nutzte, 

dass  aufgrund  der  eingereichten  schriftlichen  Eingaben  von  einem 
entscheidreifen  Sachverhalt  ausgegangen  werden  konnte  und  die 
Behauptung  in  der  Beschwerde,  wonach  es  der  Beschwerdeführer  aus 
Furcht vor Entdeckung durch Spione in der Botschaft nicht gewagt habe, 
auf  schriftlichem  Wege  seine  Tätigkeit  für  die  LTTE  kundzutun,  als 
unbehelflicher Erklärungsversuch zu erachten ist, 

dass der Beschwerdeführer somit ohne plausiblen Grund erst anlässlich 
der Anhörungen  in der Schweiz geltend gemacht hat,  für die LTTE  tätig 
gewesen zu sein,

dass  hinsichtlich  weiterer  Unglaubhaftigkeitselemente  zur  Vermeidung 
von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz  in 
der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, auf welche in der 
Beschwerde nicht näher eingegangen wird, 

dass die blosse Behauptung in der Beschwerde, wonach die Ehefrau des 
Beschwerdeführers nach dessen Ausreise  von Angehörigen der EPRLF 
belästigt  und  bedroht  worden  sei,  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu 
ändern vermag, 

dass  der mit  der  Beschwerde  eingereichte  Polizeirapport  –  unabhängig 
von  der  Frage  der  Authentizität  –  mangels  hinreichendem 
Sachzusammenhang zur Stützung dieses Vorbringens nicht geeignet ist, 
wird  doch  daraus  lediglich  ersichtlich,  dass  sich  die  Ehefrau  mit  ihrem 
Anliegen an die Polizei gewandt hat,

dass schliesslich mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass die Vorbringen 
die  Beschwerdeführers,  aufgrund  seines  in  der  Identitätskarte 
eingetragenen  Geburtsortes  Jaffna  bei  Personenkontrollen  von  den 
Sicherheitsbehörden  oft  angehalten,  befragt  und  festgenommen  und  im 
Weiteren von Unbekannten mehrere Male auf seinem Arbeitsweg verfolgt 

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und  telefonisch  bedroht  worden  zu  sein,  unabhängig  von  deren 
Glaubhaftigkeit mangels erforderlicher Intensität nicht asylrelevant und für 
die  Annahme  einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  nicht 
geeignet sind, 

dass somit das BFM zu Recht das Asylgesuch abgelehnt hat, 

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilli­
gung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen 
besteht  (BVGE  2009/50  E.9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Betrachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
weil  keine  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  die  sich  nicht  als 
offensichtlich  haltlos  erweisen,  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK 
ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  in  Sri  Lanka  droht  (Art.  83 
Abs. 3 AuG),

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers an seinen  in Jaffna gelegenen Herkunftsort als nicht 
zumutbar erachtete,  indessen das Vorliegen einer Aufenthaltsalternative 
in Colombo bejahte, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen 
Urteil  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  eine  aktuelle  Einschätzung 
vorgenommen  hat,  gemäss  welcher  unter  anderem  der 
Wegweisungsvollzug  in  den  Distrikt  Jaffna  nicht  als  grundsätzlich 
unzumutbar zu erachten ist,

dass  es  indessen  angesichts  der  im  humanitären  und  wirtschaftlichen 
Bereich nach wie vor  fragilen Lage beim Wegweisungsvollzug  in dieses 
Gebiet  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen 
Zumutbarkeitskriterien als unabdingbare Notwendigkeit erachtete,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  seit  1996  nicht  mehr  in  Jaffna 
aufgehalten  hat,  weshalb  die  aktuell  vorliegenden  Lebens­  und 
Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären wären,

dass  indessen  eine  solche  abschliessende  Abklärung  angesichts  der 
bestehenden  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  in  Colombo 
unterbleiben kann, 

dass  für  die  Beurteilung  des  Vorliegens  einer  Aufenthaltsalternative  in 
Colombo,  wie  im  obengenannten  Urteil  hingewiesen,  weiterhin  die  in 
BVGE 2008/2  festgestellten Kriterien  (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.6.1. S. 20 
ff.) gelten,

dass der Beschwerdeführer in Colombo aufgewachsen ist und seit seiner 
Rückkehr  aus  Indien  im Oktober  2005  bis  zu  seiner  Ausreise  erneut  in 
Colombo  lebte,  wobei  er  dort  in  einer  Werbeagentur  und  als 
selbstständiger Schneider tätig war (vgl. A1 S. 3),

dass  im Weiteren  ein  Bruder  und  ein  Onkel  des  Beschwerdeführers  in 
Colombo leben (vgl. A1 S. 5; A13 S. 3),

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dass  daher  davon  auszugehen  ist,  dass  der  relativ  junge,  gesunde 
Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Colombo  mit  familiärer 
Unterstützung  rechnen und aufgrund seiner guten Schulbildung  (vgl. A1 
S.  4)  und  der  beruflichen  Erfahrung  erneut  eine  berufliche  Existenz 
aufbauen kann,

dass sich somit der Wegweisungsvollzug als zumutbar erweist, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass somit das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet  hat  und  die  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme daher ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dem  Beschwerdeführer  die 
Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  aufzuerlegen  wären  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG),

dass  indessen  das  vom  Beschwerdeführer  gestellte  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG  gutzuheissen  ist,  da  die  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers 
nachgewiesen  wurde  und  die  Beschwerde  nicht  von  vornherein 
aussichtslos  erschien,  weshalb  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
sind.

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(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  gutgeheissen.  Es  werden  keine 
Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil  geht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

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