# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f688c6f-f4eb-5c4e-a27d-d5da128d3cfa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.02.2024 E-967/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-967-2024_2024-02-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-967/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regina Derrer, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 6. Februar 2024 / N (…). 

 

 

 

E-967/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 5. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl. Anlässlich der ZEMIS Direkterfassung der Personalien für Asylsu-

chende («Protokoll Personalienaufnahme») vom 11. Oktober 2023 und der 

Anhörung vom 23. November 2023 führte er im Wesentlichen aus, er sei 

ein Berber, homosexuell und Christ. Er habe von seiner Geburt bis zu sei-

ner Ausreise nach Europa in B._______ gelebt und dort an der Universität 

ein Studium mit einem Diplom abgeschlossen. Aufgrund seiner Religions-

zugehörigkeit habe er in Marokko "nichts Spezielles" erlebt, da er seine 

Heimat bereits im Alter von 17 Jahren verlassen habe. Seine Homosexua-

lität habe er heimlich ausgeübt und seine Beziehungen versteckt gehalten. 

Nur Freunde hätten von seiner sexuellen Orientierung gewusst. Es sei in 

Marokko nie zu irgendwelchen Behelligungen wegen seiner Homosexuali-

tät gekommen. Aufgrund seines christlichen Glaubens, seiner sexuellen 

Orientierung sowie, um sein Studium zu absolvieren und eine bessere Zu-

kunft zu haben, sei er im Jahr 2018 mit einem Studentenvisum nach 

C._______ gereist. Dort habe er das Studium an der (…)-Hochschule in 

D._______ im Jahr 2021 mit einem Diplom abgeschlossen. Er habe über 

eine Aufenthaltsbewilligung in C._______ verfügt, welche an das Studium 

gebunden gewesen sei. Nach dem Studium habe er eine weitere Ausbil-

dung im (…)bereich absolviert und anschliessend als (…) gearbeitet. Am 

4. Oktober 2023 sei er illegal in die Schweiz eingereist. Bei einer Rückkehr 

nach Marokko habe er "nichts Spezielles" zu befürchten.  

In den Akten befinden sich sein Berufsausweis, ein Universitätsdiplom der 

Universität B._______, eine Ausbildungsbestätigung aus E._______, ein 

Nachweis für Geschäftsreisen während der Covid-19 Pandemie der (…) 

vom 30. April 2021 sowie Merkblätter vom 29. September 2023 betreffend 

eine Administrativhaft im Zusammenhang mit seiner Aufenthaltsbewilli-

gung in C._______ und eine Vorladung des (…) vom (…). September 2023 

(alle in Kopie). 

B.  

Mit E-Mail vom 1. Dezember 2023 machte der Beschwerdeführer weitere 

Ergänzungen zu seinem Asylantrag und hielt insbesondere fest, er sei sehr 

motiviert, sich in der Schweiz zu integrieren. 

C.  

Am 2. Februar 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme 

zum von der Vorinstanz übermittelten Entscheidentwurf ein.  

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Seite 3 

D.  

Mit Verfügung vom 6. Februar 2024 (gleichentags eröffnet) stellte die Vor- 

instanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Vollzug an. 

E.  

Mit Eingabe vom 14. Februar 2024 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der Vor-

instanz sei aufzuheben. Die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und 

es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, die Un-

zumutbarkeit und die Unmöglichkeit der Wegweisung festzustellen und die 

vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Verfügung der 

Vorinstanz aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhalts-

abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sei zu verzichten und die unentgeltliche Rechtspflege 

sei zu gewähren. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Das Ver-

fahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des 

Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

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Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AslyG). 

3.  

Soweit der Beschwerdeführer die formelle Rüge erhebt, der rechtserhebli-

che Sachverhalt sei unvollständig und unrichtig abgeklärt worden, wird 

diese in der Beschwerde nicht weiter begründet. Im Übrigen ergeben sich 

aus den Akten keine Hinweise darauf, dass der rechtserhebliche Sachver-

halt seitens der Vorinstanz nicht vollständig und richtig festgestellt wurde. 

Es besteht somit kein Anlass, die Sache aus formellen Gründen aufzuhe-

ben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Rechtsbe-

gehren ist somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, der Beschwerdeführer 

habe keine Angaben darüber gemacht, dass er in seinem Heimatland je-

mals explizit wegen seiner Religion benachteiligt worden sei. Es gäbe auch 

keine Hinweise darauf, dass er in Marokko aufgrund seiner Religion einer 

konkreten Gefahr ausgesetzt gewesen sei. Vielmehr habe er angegeben, 

dass er bezüglich seines christlichen Glaubens nie etwas Spezielles erlebt 

habe. Es bestehe somit kein begründeter Anlass zur Annahme, dass sich 

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aufgrund seines Glaubens in absehbarer Zukunft eine Verfolgungssituation 

verwirklichen würde.  

Betreffend seine sexuelle Orientierung sei festzustellen, dass homosexu-

elle Handlungen in Marokko grundsätzlich illegal seien und mit einer Haft 

von bis zu drei Jahren bestraft werden könnten. Die strafrechtliche Bestim-

mung von Art. 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches werde jedoch 

pragmatisch angewandt. Anders als in den konservativeren ländlichen Ge-

bieten Marokkos, wo eine gewisse Homophobie der dortigen Bevölkerung 

nicht in Abrede zu stellen sei, stelle sich die Situation in den grösseren 

Städten des Landes (wozu auch sein Heimatort B._______ zähle) weitaus 

offener dar. So gäbe es für Homosexuelle zahlreiche Treffpunkte und Bars, 

wo sie sich auch – von privaten Dritten unbehelligt – treffen könnten. Ho-

mosexuelle Personen oder Paare würden – wie im Urteil des BVGer 

D-3969/2018 vom 26. August 2019 (E. 5.2) festgehalten – nur dann eine 

Festnahme riskieren, wenn sie im öffentlichen Raum intim werden oder 

durch „provozierendes Verhalten“ Passanten und Nachbarn auf sich auf-

merksam machen würden. Diese Einschätzung decke sich mit den Anga-

ben des Beschwerdeführers, der bezüglich seiner Homosexualität, welche 

er in seiner Heimat im «Untergrund» ausgelebt habe, nie angegriffen oder 

von der marokkanischen Polizei oder von anderen Behörden kontaktiert 

worden sei. Er habe seine Befürchtungen, dass er aufgrund seiner Homo-

sexualität in seiner Heimat sein Leben riskieren würde, nicht näher ausfüh-

ren oder belegen können. Es sei nicht ersichtlich, weshalb er um sein Le-

ben fürchten müsse, da er in Marokko aufgrund seiner sexuellen Orientie-

rung nie Probleme gehabt habe.  

Insgesamt genüge das blosse Bestehen von Straftatbeständen nicht für 

eine objektiv begründete Furcht. Es bestehe somit kein begründeter Anlass 

zur Annahme, dass er aufgrund seines Glaubens und seiner Homosexua-

lität in seinem Heimatland ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

ausgesetzt werden könnte.  

5.2 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Rechtsmitteleingabe vor, er 

praktiziere das Christentum und sei bisexuell. Aufgrund seines Glaubens 

befürchte er in seinem Heimatland, insbesondere während des Ramadans, 

von extremen Islamisten angegriffen zu werden. Art. 489 des marokkani-

schen Strafgesetzbuches, welcher homosexuelle Handlungen pönalisiere, 

werde in der Praxis in Marokko angewandt. Deshalb könne er gegen die 

ihm in seinem Heimatland drohenden privaten Übergriffe keine Anzeige bei 

der Polizei erstatten, da der Staat so von seiner sexuellen Orientierung 

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erfahren würde, womit ihm eine Strafe drohen würde. Folglich müsste er, 

aufgrund der ständigen Angst vor Übergriffen von Privatpersonen als auch 

durch staatliche Organe, seine Homosexualität verheimlichen, was zu ei-

nem unerträglichen psychischen Druck führe. Zudem würden homosexu-

elle Personen in Marokko diskriminiert. So würden sie keine Arbeit finden 

und hätten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und psychologi-

scher Unterstützung. Ausserdem würde ihn seine Familie verstossen. Es 

würden ihm somit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen.  

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht im vor-

liegenden Verfahren zum Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu 

bestätigen ist, wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht asyl-

relevant sind. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden.  

6.2 Der Beschwerdeführer machte hauptsächlich Probleme im Zusammen-

hang mit seinem Glauben und seiner Homo- respektive Bisexualität gel-

tend.  

Bezüglich des christlichen Glaubens des Beschwerdeführers ist zunächst 

darauf hinzuweisen, dass gemäss der marokkanischen Verfassung der Is-

lam zwar Staatsreligion ist, der Staat jedoch die freie Ausübung jeden Kul-

tes garantiert und die Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleistet 

(Art. 3 und 25 der marokkanischen Verfassung, abrufbar unter 

<http://www.sgg.gov.ma/Portals/0/constitution/constitution_2011_Fr.pdf>; 

abgerufen am 19. Februar 2024). Der Vorinstanz ist ferner darin zuzustim-

men, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Aussagen in Ma-

rokko aufgrund seines Glaubens "nichts Spezielles" erlebt habe (vgl. elekt-

ronische SEM-Akte […]-16/9 [nachfolgend A16] F58). Es bestehen somit 

keine Hinweise dafür, dass er in Marokko wegen seiner Religion Nachteile 

erlebt hat oder einer konkreten Verfolgung ausgesetzt war. Sodann vermag 

er nicht aufzuzeigen, inwiefern ihm persönlich aufgrund seiner Religion 

eine asylrelevante Verfolgung in Marokko droht. Entgegen seiner Auffas-

sung in der Stellungnahme vom 2. Februar 2024 (vgl. SEM-Akte A30) ist 

Apostasie respektive Konversion in Marokko – anders als Missionarstätig-

keit – nicht unter Strafe gestellt (US Department of State, 2022 Report on 

International Religious Freedom: Morocco, abrufbar unter 

<https://www.state.gov/reports/2022-report-on-international-religious-free-

dom/morocco>; abgerufen am 19. Februar 2024). Selbst wenn bei Be-

kanntwerden der Konversion zum christlichen Glauben mit 

http://www.sgg.gov.ma/Portals/0/constitution/constitution_2011_Fr.pdf

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Diskriminierungen seitens der marokkanischen Gesellschaft gerechnet 

werden muss, erreicht diese nicht die in Art. 3 AsylG geforderte Intensität 

(vgl. zur Situation der Christinnen und Christen und insb. marokkanischer 

Konvertiten die Urteile des BVGer D-7203/2014 vom 7. Dezember 2017 

E. 6.2.3 und E. 6.5 sowie D-6608/2017 vom 18. Dezember 2017 E. 5.2 so-

wie auch das Urteil des Oberveraltungsgerichts für das Land Nordrhein-

Westfalen 1 A 4920/18.A vom 2. Juli 2019).  

Weiter stellte die Vorinstanz zu Recht fest, dass der Beschwerdeführer 

nicht behauptet hat, in seinem Heimatland von den marokkanischen Be-

hörden aufgrund seiner Homo- respektive Bisexualität irgendwelche Be-

helligungen oder Nachteile erlitten zu haben (A16 F61). Überdies ist voll-

umfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verwei-

sen, wonach in Marokko grundsätzlich nicht mit asylrelevanter Verfolgung 

aufgrund des Bekanntwerdens einer homosexuellen Orientierung zu rech-

nen ist. Auch der soziale Druck, welchem homosexuelle Personen dort un-

ter Umständen ausgesetzt sind, vermag grundsätzlich nicht die von Art. 3 

Abs. 2 AsylG geforderte Intensität zu erreichen; mithin ist auch ein uner-

träglicher psychischer Druck, welchem der Beschwerdeführer nur durch 

Verlassen seines Heimatstaates hätte entkommen können, zu verneinen 

(vgl. Urteile des BVGer D-4062/2020 vom 10. Februar 2021 E. 5.5; 

D-3969/2018 vom 26. August 2019 E. 5.2). Der Beschwerdeführer vermag 

dieser Einschätzung in der Beschwerde nichts entgegenzusetzen. 

Schliesslich gab er in der Anhörung selber an, er habe bei einer Rückkehr 

nach Marokko "nichts Spezielles" zu befürchten (A16 F66).  

6.3 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

asylrelevante Verfolgung nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma-

chen und es besteht auch kein Hinweis darauf, dass ihm eine künftige asyl-

relevante Verfolgung drohen würde. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers somit zu Recht abgelehnt.  

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

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Seite 8 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht-

liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-

stehen.  

Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigenschaft zu. 

Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwendbar. Die Zulässigkeit 

des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- 

und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, 

SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-

fung nach Marokko dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre.  

Der Vollzug der Wegweisung ist demnach zulässig. 

8.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

8.4 Unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheitslage und der Men-

schenrechtssituation in Marokko sowie der allgemeinen Lebensumstände 

sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die Rückkehr des Beschwerde-

führers in seinen Heimatstaat unzumutbar wäre. Eine Situation allgemeiner 

Gewalt oder kriegerischer oder bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse liegt in 

Marokko nicht vor. Bezüglich der individuellen Situation des Beschwerde-

führers ist darauf hinzuweisen, dass dieser jung und gesund ist und über 

eine universitäre Ausbildung verfügt. Er hielt sich mehrere Jahre in 

C._______ auf und schloss dort eine Weiterbildung im Internetbereich ab. 

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Zudem arbeitete er in C._______ als (…) und konnte somit selbständig 

seinen Lebensunterhalt bestreiten. Seine Einwände in der Beschwerde, 

bei einer Rückkehr nach Marokko würde er trotz seiner universitären Aus-

bildung in wirtschaftliche Not geraten, gehen damit fehl (Beschwerde S. 4). 

In der Anhörung gibt er selber an, dass er in Marokko die Möglichkeit habe, 

mit seinem Diplom eine gute Arbeitsstelle zu bekommen und gut zu verdie-

nen (A16 F52). Zudem verfügt er über ein intaktes Beziehungsnetz (A16 

F32 sowie F63), das in der Lage sein sollte, ihn bei der Wiedereingliede-

rung zu unterstützen. Darüber hinaus besitzen seine Eltern zwei Häuser. 

Damit ist davon auszugehen, dass bei der Rückkehr auch seine Wohnsitu-

ation geregelt ist. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach auch 

in individueller Hinsicht als zumutbar. 

8.5 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen, 

weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei der zuständigen Vertretung 

seines Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente 

zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die gestellten Rechtsbegehren erweisen sich als aussichtslos, wes-

halb das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ungeachtet einer all-

fälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch 

um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Urteil gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Eliane Hochreutener 

 

 

Versand: