# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cb20b74-516e-58d2-abc4-ceb7c9caab7f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.09.2023 SB220490
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220490_2023-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220490-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Tschudi sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Willi 

 

Urteil vom 19. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend einfache Körperverletzung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 
10. Juni 2022 (GG220003) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 21. Januar 2022 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20). 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 70) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB sowie 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 30.00, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 

16. Dezember 2021 beschlagnahmte Gegenstand (Lagerbehörde: Kantons-

polizei Zürich, Asservate-Triage) wird dem Privatkläger 1 auf erstes Verlan-

gen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides herausgegeben, wobei 

der Gegenstand nach unbenutztem Ablauf einer Frist von 3 Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides durch die Lagerbehörde vernich-

tet wird: 

- Baseballschläger (Asservat-Nr. A014'760'271). 

5. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 

16. Dezember 2021 beschlagnahmte Gegenstand (Lagerbehörde: Kantons-

polizei Zürich, Asservate-Triage) wird dem Beschuldigten auf erstes Verlan-

gen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides herausgegeben, wobei 

der Gegenstand nach unbenutztem Ablauf einer Frist von 3 Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides durch die Lagerbehörde vernich-

tet wird: 

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- Samuraischwert ungeschliffen (Asservat-Nr. A014'741'743). 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 

16. Dezember 2021 beschlagnahmten Gegenstände (Lagerbehörde: Kan-

tonspolizei Zürich, Asservate-Triage) werden eingezogen und durch die La-

gerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids vernichtet: 

- Softairpistole (Asservat-Nr. A014'741'754), 

- 2 9mm Patronen (Asservat-Nr. A014'741'765). 

7. Der Antrag des Privatklägers 1, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b 

Abs. 2 lit. a StGB zu untersagen, für die Dauer von mindestens drei Jahren 

mit dem Privatkläger 1 in irgend einer Weise direkt oder über Drittpersonen 

Kontakt aufzunehmen, wird abgewiesen. 

8. Der Antrag des Privatklägers 1, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b 

Abs. 2 lit. b StGB zu untersagen, für die Dauer von mindestens drei Jahren 

die Liegenschaft an der B._____-strasse … in C._____ zu betreten, wird ab-

gewiesen. 

9. Der Antrag der Privatklägerin 2, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b 

Abs. 2 lit. a StGB und Art. 67b Abs. 2 lit. b StGB gerichtlich zu verbieten, für 

die Dauer von fünf Jahren mit der Privatklägerin 2 und deren Familienange-

hörigen direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen und sich der 

Privatklägerin 2 und deren Familienangehörigen zu nähern sowie sich auf 

dem Grundstück der Liegenschaft B._____-strasse … in C._____, inklusive 

dem daran angrenzenden Trottoir aufzuhalten, wird abgewiesen. 

10. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen. 

11. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 wird abgewiesen. 

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 eine Genugtuung in 

Höhe von Fr. 500.00 zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

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13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

Höhe von Fr. 300.00 zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 116.25   Entschädigung Dolmetscher 
 
Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) zu bezah-

len. 

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 6'989.30 (inkl. MwSt.) zu bezah-

len. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 96 S. 1 f.) 

1. Disp. Ziff. 1 bis 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelge-

richt in Strafsachen vom 10. Juni 2022 seien aufzuheben und es sei 

A._____ vollumfänglich freizusprechen. 

2. Disp. Ziff. 12, 13, 16 und 17 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, 

Einzelgericht in Strafsachen vom 10. Juni 2022 seien aufzuheben. 

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3. Es sei A._____ für die Untersuchung und das erstinstanzliche Ge-

richtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 15'694.70 zuzu-

sprechen. Ausserdem sei ihm eine Genugtuung von Fr. 400.– zzgl. 5% 

Zins seit 21. Februar 2021 auszurichten.  

4. Disp. Ziff. 15 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht in 

Strafsachen vom 10. Juni 2022 sei aufzuheben und es seien die Kos-

ten der Untersuchung des gerichtlichen Verfahrens auf die Staatskasse 

zu nehmen.  

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 77) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin des Privatklägers 1: 

(Urk. 99 S. 2) 

1. Die Berufung sei abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichtes Hor-

gen vom 10. Juni 2022 sei zu bestätigen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten des 

Beschuldigten und Berufungsklägers. 

d) Des Vertreters der Privatklägerin 2: 

(Urk. 78) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

__________________________________ 

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 Erwägungen: 

I. Verfahrensverlauf/Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerich-

tes Horgen, Einzelgericht, liess der Beschuldigte am 13. Juni 2022 Berufung an-

melden (Urk. 61). Das begründete Urteil (Urk. 68 bzw. Urk. 70) wurde den Partei-

en am 7. September 2022 zugestellt (Urk. 69/1-5), worauf der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 26. September 2022 fristgerecht die Berufungserklärung einreichen 

liess (Urk. 72). 

1.2. Mit Präsidialverfügung vom 30. September 2022 wurde den Parteien Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 74). Die Staatsanwaltschaft sowie die Pri-

vatkläger 1 und 2 teilten mit Eingaben vom 5. bzw. 24. Oktober 2022 mit, dass sie 

auf die Erhebung einer Anschlussberufung verzichten würden und beantragten 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 77-79). 

1.3. Am 17. November 2022 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf 

den 12. April 2023 vorgeladen (Urk. 83). Mit Eingabe vom 15. März 2023 teilte die 

erbetene Rechtsvertretung des Beschuldigten mit, dass sie diesen nicht mehr ver-

trete (Urk. 84), weshalb mit Präsidialverfügung vom 17. März 2023 dem Beschul-

digten Frist angesetzt wurde, um eine neue erbetene Verteidigung zu bezeichnen, 

andernfalls ihm eine amtliche Verteidigung beigegeben werde (Urk. 85). Nachdem 

der Beschuldigte sich nicht vernehmen liess, wurde ihm mit Präsidialverfügung 

vom 4. April 2023 Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als amtlicher Verteidiger bestellt 

(Urk. 89) und die Berufungsverhandlung neu auf den 19. September 2023 ange-

setzt (Urk. 92). Mit Präsidialverfügung vom 14. November 2022 wurde zudem der 

von der ehemaligen erbetenen Verteidigung gestellte Beweisantrag auf Einver-

nahme von D._____ als Zeuge einstweilen abgewiesen (Urk. 81). Zur Berufungs-

verhandlung erschienen der Beschuldigte und dessen amtlicher Verteidiger sowie 

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der Privatkläger 1 in Begleitung seiner Rechtsvertreterin (Prot. II S. 6 ff.). Das Ur-

teil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

2.2. In ihrer Berufungserklärung vom 26. September 2022 (Urk. 72) focht die 

ehemalige erbetene Verteidigung keine konkreten Dispositivziffern an, sondern 

forderte einen Freispruch des Beschuldigten; das Urteil werde "soweit mein Klient 

beschwert ist", vollumfänglich angefochten. Keine Beschwerde des Beschuldigten 

liegt vor bei den Dispositivziffern 4 (Herausgabe des Baseballschlägers an den 

Privatkläger 1), 5 (Herausgabe des Samuraischwerts an den Beschuldigten), 7 bis 

9 (Abweisung der Anträge der Privatkläger 1 und 2 auf Kontakt-/Rayonverbote), 

10 und 11 (Abweisung der Schadenersatzbegehren der Privatkläger 1 und 2) so-

wie 14 (Kostenaufstellung). Weiter wurde im Rahmen der Berufungsverhandlung 

Dispositivziffer 6 (Einziehung) des vorinstanzlichen Urteils nicht mehr angefochten 

(Urk. 96 S. 1). Es ist somit festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes 

Horgen vom 10. Juni 2022 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Strafanträge/Verwertbarkeit der Beweismittel 

3.1. Die Privatkläger 1 und 2 stellten am 20. Februar 2021 gegen den Beschul-

digten schriftlich je Strafantrag wegen Drohung und Körperverletzung, eventualiter 

Tätlichkeit (D1/3-4) bzw. wegen Drohung (D1/7/2 S. 5). 

3.2. Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass die Verwertbarkeit der Vide-

oaufnahme der Privatklägerin 2 vom Beschuldigten (D1/5/3) als Beweismittel frag-

lich sei (Urk. 70 S. 10; vgl. Art. 4 Abs. 4 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 DSG und Art. 141 

Abs. 2 StPO; BGE 146 IV 226, E. 2, 3.3. m.w.H.). Da die Videoaufnahme nur eine 

Sequenz zeigt, welche zeitlich vor dem eingeklagten Sachverhalt geschah, kann 

sie zur Sachverhaltserstellung ohnehin nicht herangezogen werden. Die übrigen 

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erhobenen Beweismittel (vgl. Urk. 70 S. 9 f.) sind ohne Einschränkungen verwert-

bar.  

II. Sachverhalt  

1. Vorbemerkungen 

1.1. Im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil wird – um unnötige Wiederholun-

gen zu vermeiden – in Bezug auf die tatsächliche und rechtliche Würdigung er-

gänzend an den entsprechenden Stellen auf die vorinstanzlichen Erwägungen 

verwiesen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass sich die 

urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-

zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr wird 

dem Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und 

massgeblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu BGer 

1P.378/2002 vom 9. September 2002, E. 5.1; 6B_600/2012 vom 26. Februar 

2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277, E. 3.1; BGE 129 I 232, E. 

3.2; BGE 126 I 97, E. 2b mit Hinweisen). Folgerichtig wird sich auch die Beru-

fungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden auseinandersetzen, welche die rele-

vanten Anklagesachverhalte betreffen und für die rechtliche Beurteilung wesent-

lich sind.  

1.2. Die Vorinstanz hat die verwertbaren Beweismittel korrekt angegeben sowie 

die Aussagen der einvernommenen Personen ausführlich wiedergegeben und 

gewürdigt, worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vorab vollumfäng-

lich verwiesen werden kann (Urk. 70 S. 9 f. und S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.3. Zur Beweiswürdigung ist anzumerken, dass auch unter dem Gesichtspunkt 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-

den kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an 

der Schuld des Beschuldigten bestehen, die sich nach der objektiven Sachlage 

aufdrängen. Dabei ist es Aufgabe des Richters, seinem Gewissen verpflichtet in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

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sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86 E. 2a). Es 

liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine abso-

lute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genü-

gen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Lässt 

sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen 

menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, will-

kürfrei subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. BGer 6B_172/2009 

vom 29. Oktober 2009 E. 1.6. am Ende unter Hinweis auf BGE 127 I 54 E. 2b). 

2. Sachverhaltserstellung  

2.1. Die Vorinstanz erstellte den Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten in der 

Anklageschrift vorgeworfen wird (Urk. 20; Urk. 70 S. 29 ff., S. 37):  

Der Beschuldigte habe am 20. Februar 2021, von ca. 10.00–10.20 Uhr, anlässlich 

einer vor dem Wohnort der Privatkläger 1 und 2 erfolgten verbalen Auseinander-

setzung, dem Privatkläger 1 gegenüber gesagt: "ich kann meine 9mm zu Hause 

holen" sowie "es wissen jetzt alle, wo du wohnst", wobei er einen Schritt auf die-

sen zugemacht habe, wodurch der Privatkläger 1 Angst gehabt habe und in sei-

nem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt worden sei, was der Beschuldigte zumindest 

in Kauf genommen habe. Sodann habe der Beschuldigte zur Privatklägerin 2, 

welche im ersten Stock des Wohnhauses mit ihrem Sohn in den Armen auf ihrem 

Balkon/ihrer Loggia stand, gesagt: "und Dir schiesse ich als erstes in den Kopf", 

wodurch die Privatklägerin 2 ihres Sicherheitsgefühls beraubt worden sei und 

grosse Angst gehabt habe, was der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen 

habe.  

Beim anschliessenden Gerangel zwischen dem Privatkläger 1 und dem Beschul-

digten sei dieser zunächst auf dem Lendenbereich des Privatklägers 1 gesessen 

und habe diesem mit der rechten Hand von oben zwei bis drei Schläge ins Ge-

sicht sowie einen auf den Hinterkopf verpasst. Hernach habe der Privatkläger 1 

den Beschuldigten in den Schwitzkasten genommen, worauf der Beschuldigte 

dem Privatkläger 1 mit dem Finger in das linke Auge gedrückt habe. Aufgrund der 

Schläge des Beschuldigten habe der Privatkläger 1 mehrere Prellmarken im Ge-

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sicht, eine Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluter-

guss lateral am oberen Drittel der Brustwirbelsäule beidseits, Kopfschmerzen, ei-

nen steifen Nacken sowie diverse Kratzer an der Stirn und am Rücken erlitten. 

Ausserdem habe er eine Unterblutung der Bindehaut am linken Auge, welche 

auch nach zwei Wochen feststellbar gewesen sei, sowie eine kurzfristige Sehstö-

rung und ein Druckgefühl am Auge erlitten. Der Beschuldigte habe die genannten 

Verletzungen als Folge seines Handelns – diverse Schläge und Drücken in das 

Auge – zumindest billigend in Kauf genommen. 

2.2. Vorgeschichte 

2.2.1. Um die Ereignisse nachvollziehen zu können, ist kurz auf die Vorge-

schichte einzugehen (ausführlich dargestellt in Urk. 70 S. 11 ff. mit den entspre-

chenden Belegstellen). Zwischen der Familie des Beschuldigten und der Familie 

E._____ – welche den Blumenladen "F._____" an der B._____-strasse in Sicht-

weite zur Wohnung der Privatkläger 1 und 2 betreiben – herrscht offensichtlich ein 

Konflikt. Der Beschuldigte sowie dessen Vater, D._____, haben ein aus ihrer 

Sicht ungerechtfertigtes Hausverbot im Blumenladen und daher ein "Problem" mit 

den E._____s (D1/6/3 S. 9 und S. 17; D1/7/4 S. 3). Die Privatkläger 1 und 2 ha-

ben demgegenüber ein gutes Verhältnis zur Familie E._____.  

2.2.2. Vor den anklagerelevanten Ereignissen erhielt die Privatklägerin 2 eine 

Nachricht von G._____ aus dem Blumenladen mit den Worten "Hilfe meine Nach-

barn stehen vor der Türe". Zu diesem Zeitpunkt parkierten der Beschuldigte und 

sein Vater, D._____, tatsächlich gegenüber dem Blumenladen der Familie 

E._____. D._____ hatte gemäss eigener Aussage mit seiner Frau telefoniert, wel-

che ihm berichtet habe: "jetzt rauschen schon die E._____s aus dem Haus, d.h. 

H._____ und I._____", welche beide nach ca. fünf bis zehn Minuten beim Blu-

menladen eingetroffen seien. D._____ hat hierzu ausgesagt, dass er nicht ge-

wusst habe, ob die ihn "sofort attackieren" könnten (D1/7/4 S. 3).  

2.2.3. Der Privatkläger 1 ging auf Grund der Mitteilung von G._____ zum Blu-

menladen, wobei G._____ und ihre Mutter, I._____, Angst gehabt hätten. Der Pri-

vatkläger 1 ging daraufhin in den gegenüberliegenden J._____, um die Situation 

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von dort aus zu beobachten, was D._____ sah. So sagte er aus, dass der Privat-

kläger 1 ihn und den Beschuldigten "komisch" und "provokativ" angeschaut habe 

und sie hätten sich daher beide "sehr streng beobachtet" und provoziert gefühlt 

(D1/7/3 S. 2; D1/7/4 S. 3). 

2.3. Würdigung 

2.3.1. Als objektive Beweismittel können die ärztlichen Berichte und die von den 

Verletzungen gemachten Fotos beigezogen werden. Der Privatkläger 1 erlitt 

durch den Vorfall Kopf- und Nackenschmerzen, mehrere Prellmarken im Gesicht, 

eine Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluterguss an 

der Brustwirbelsäule, diverse Kratzer an der Stirn und am Rücken, eine Unterblu-

tung der Bindehaut sowie eine Prellung des Kopfs und der Halswirbelsäule (Not-

fallbericht vom 20. Februar 2021, D1/15/10; Arztbericht vom 5. Januar 2022, 

D1/15/9; durch die Polizei am 20. Februar 2021 erstellte Fotos, D1/5/2, S. 3 ff.).  

2.3.2. Die einzige in den Vorfall nicht direkt verstrickte Person ist der Zeuge 

K._____, welcher anlässlich des Vorfalls in seinem L._____ [Gefährt] an der 

B._____-strasse in C._____ arbeitete und im Rahmen der Auseinandersetzung 

hinzu kam. Er beobachtete, dass der Beschuldigte auf der Strasse und der Privat-

kläger 1 auf der Treppe gestanden seien und sie beide miteinander diskutiert hät-

ten. Dann sei der Privatkläger 1 die Treppe rauf geflüchtet und die "anderen bei-

den Herren" seien ihm nachgeeilt. Die Privatklägerin 2, welche mit einem Klein-

kind auf dem Balkon gewesen sei, habe irgendwas von Polizei geschrien (D1/7/6 

S. 3 und S. 5). Er, der Zeuge K._____, habe festgestellt, dass es irgendwelche 

Differenzen gebe, sei den beiden Herren [dem Beschuldigten und D._____] nach-

gegangen und habe gesehen, wie sich der Privatkläger 1 und der Beschuldigte 

"ineinander verschlungen" bzw. "ineinander verkeilt wie ein Knopf" am Boden ge-

halten und beide einen Baseballschläger in der Hand gehalten hätten. Diesen ha-

be er ihnen wegnehmen können. Danach seien die beiden Herren [der Beschul-

digte und D._____] weggelaufen, obwohl er ihnen gesagt habe, sie sollen doch 

warten, die Polizei sei unterwegs (D1/7/6 S. 3 ff.). Er habe weder verbale Drohun-

gen gehört noch Schläge gesehen, auch nicht einen Schlag mit dem Baseball-

schläger (D1/7/6 S. 6 f.). 

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Aus den Aussagen des Zeugen K._____ lässt sich somit für die Sachverhaltser-

stellung lediglich ableiten, dass es eine gravierendere verbale Auseinanderset-

zung gab (ansonsten die Privatklägerin 2 nicht nach der Polizei geschrien hätte) 

und es in der Folge zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Be-

schuldigten und dem Privatkläger 1 kam. Zur Sachverhaltserstellung des Kernge-

schehens sind daher die Aussagen der direkt Beteiligten zu würdigen.  

2.3.3. Bei der Würdigung der direkt beteiligten Personen kam die Vorinstanz 

zum Schluss, dass die Aussagen der Privatkläger 1 und 2 als glaubhaft einzu-

schätzen sind, hingegen diejenigen des Beschuldigten und von D._____ als wi-

dersprüchlich, übertrieben und einseitig. Dies hat die Vorinstanz unter ausführli-

cher Wiedergabe der Aussagen der Beteiligten ausgeführt, worauf vorab zur 

Vermeidung von unnötigen Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 70 S. 14 ff. 

und 29 ff.). Vorab kann ebenfalls auf den Beschluss der III. Strafkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. Mai 2022 verwiesen werden, mit wel-

chem die Beschwerde des Beschuldigten gegen die Einstellungsverfügung vom 

23. September 2021 im Verfahren gegen den Privatkläger 1 abgewiesen wurde 

(Urk. 31/2; Urk. 31/3, Rz. 10-25; Urk. 43). Die gegen den Beschluss der III. Straf-

kammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. Mai 2022 erhobene Be-

schwerde hat das Bundesgericht sodann mit Urteil vom 15. Juni 2023 ebenfalls 

abgewiesen (Urk. 99A). Auf sämtliche Argumente der Verteidigung betreffend 

"Sippenhaft", "Einseitigkeit", "unsägliche Voreingenommenheit" etc. (vgl. u.a. 

Urk. 57 S. 2 ff.), ist daher nicht weiter einzugehen, es kann auf die entsprechen-

den Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 70 S. 29) bzw. im erwähnten Be-

schluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich sowie das 

Bundesgerichtsurteil verwiesen werden.  

2.3.4. Mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung mit den Worten "ich kann 

meine 9mm zu Hause holen" sowie "es wissen jetzt alle, wo du wohnst" liegen 

konstante und glaubhafte Aussagen der Privatkläger 1 und 2 vor (D1/1 S. 2; 

D1/6/3 S. 6 f.; D1/7/1 S. 2 f.; D1/7/2 S. 2 ff.; D1/7/5 S. 5, 9). Es sind keinerlei Mo-

tive ersichtlich, warum diese doch spezielle Art der Drohung mit Bezug auf die 

9mm-Waffe erfunden worden sein könnte. Die Drohung ist auch originell und ein-

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prägsam, was ein eindeutiges Realitätskriterium ist. Zudem wurden beim Be-

schuldigten anlässlich der Hausdurchsuchung just 2 Patronen dieses Kalibers 

sowie eine Softairpistole sichergestellt (D1/8/2 S. 1; D1/8/3; D1/5/2 S. 8 und 9), 

was die Glaubhaftigkeit der gemachten Aussagen der Privatkläger 1 und 2 unter-

mauert. Die von der Verteidigung aufgeworfene Frage nach der Verknüpfung der 

zwei Aussagen "ich kann meine 9mm zu Hause holen" und "es wissen jetzt alle, 

wo du wohnst" und der Verneinung des Zusammenhanges dieser zwei Aussagen 

(Urk. 96 S. 26 f.), kann vorliegend offen bleiben. Die Aussage "ich kann meine 

9mm zu Hause holen" ist zur Erfüllung des Tatbestandes der Drohung ausrei-

chend, weshalb eine Verknüpfung mit der weiteren Aussage betreffend Wohnort 

nicht nötig ist. Ausserdem erfolgte die Drohung des Beschuldigten auf der Treppe 

vor dem Haus, in welchem der Privatkläger 1 mit seiner Familie wohnt.  

2.3.5. Demgegenüber sind die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten, 

wonach es nicht stimme, dass er die angeklagte Drohung geäussert habe, son-

dern vielmehr er es gewesen sei, welcher trotz verbaler Provokationen und Belei-

digungen durch den Privatkläger 1 "cool" geblieben sei und diesen lediglich ge-

fragt habe, wer er sei und was er, der Beschuldigte, ihm angetan habe und wes-

halb er ihn verbal angreife (D1/6/2 S. 2; D1/6/3 S. 10 und S. 16 f.), unglaubhaft. 

Zudem ist auch nicht nachvollziehbar, warum ihn der Privatkläger 1 "so richtig bö-

se" und "von oben runter" angeschaut haben soll (D1/6/3 S. 9) und ihn, den Be-

schuldigten, gefragt haben soll, ob er ein Problem habe bzw. wolle (D1/6/3 S. 3; 

D1/6/3 S. 9). Dass der Beschuldigte "cool" geblieben sein soll, ist lebensfremd 

angesichts der Deposition des Beschuldigten, dass der Privatkläger 1 ihn ohne 

Anlass mit Begriffen wie "Vatersöhnchen", "Jugogesicht", "Jugokopf" und "Fett-

sack" beleidigt haben soll. Er habe das Gefühl, dass der Privatkläger 1 die Sache 

geplant habe (D1/6/3 S. 3, 9 f.). Warum in der Folge der Privatkläger 1 den Be-

schuldigten trotz dieser "Ruhe" dann auch noch mit dem Baseballschläger angrei-

fen sollte (vgl. die Erwägungen hernach), ist absolut lebensfremd. Die Darstellung 

des Vorfalles wird von D._____ noch dramatischer geschildert, was sich in Anbe-

tracht dessen, dass er sich ca. 20 Meter entfernt im Auto bei geschlossenen Tü-

ren – aber offenem Schiebedach – befand und zudem mit seinem Handy beschäf-

tigt war (D1/7/4 S. 3 und S. 6), als völlig unglaubhaft erweist. Seine Aussagen 

- 14 - 

sind in ihrer Ganzheit deutlich übertrieben und einseitig und erfolgen offensichtlich 

einzig zu Gunsten des Beschuldigten. So behauptete D._____, dass es eine kalt-

blütige Attacke gegen seinen Sohn, den Beschuldigten, gewesen sei; sie seien 

durch den Privatkläger 1 "verfolgt und absichtlich in einen Hinterhalt gelockt" wor-

den (D1/7/3 S. 1). Trotz der Distanz von 20 Metern will er gehört haben, dass der 

Privatkläger 1 seinen Sohn brutal rassistisch beschimpft habe, so u.a. mit den 

Worten "Jugo" und "fetter Vatersohn" (D1/7/3 S. 2; D1/7/4 S. 3, S. 6). Ebenso sei 

er durch die Tatsache, dass er im Militär Scharfschütze gewesen sei, in der Lage 

gewesen, festzustellen, dass der Privatkläger 1 "beschimpfende, abschätzige 

Kopfbewegungen" gemacht habe und er habe auch gesehen, dass der Privatklä-

ger 1 "grosse Schaufelzähne" und einen "irren Blick" gehabt habe (D1/7/4 S. 3-4, 

6; D1/7/4 S. 5). Sein Sohn, der Beschuldigte, sei dagegen in der Diskussion "völ-

lig locker drauf" gewesen, ruhig geblieben und habe "gar nichts gesagt" (D1/7/4 

S. 3 und S. 5). Dennoch soll der Privatkläger 1 den Beschuldigten dann zu 

"100%" einseitig mit dem Baseballschläger gewaltsam angegriffen haben (D1/7/3 

S. 2), was – wie erwähnt – lebensfremd ist.  

2.3.6. Mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung gegenüber dem Privat-

kläger 1 mit den Worten "ich kann meine 9mm zu Hause holen" sowie "es wissen 

jetzt alle, wo du wohnst" ist somit der Sachverhalt aufgrund der glaubhaften Aus-

sagen der Privatkläger 1 und 2 erstellt. 

2.3.7. Die angeklagte Drohung des Beschuldigten der Privatklägerin 2 gegen-

über mit den Worten "und Dir schiesse ich als erstes in den Kopf" stützt sich auf 

die Aussagen der Privatklägerin 2. Der Privatkläger 1 schilderte diese Drohung in 

seinen Depositionen nicht, was sich dadurch erklären lässt, dass er diese durch 

die dynamische Situation entweder nicht wahrgenommen hat oder, dass er nach 

der ersten Drohung durch den Beschuldigten als Reaktion den Baseballschläger 

holte (D1/7/5 S. 9, D1/7/1 S. 2). Die Privatklägerin 2 schilderte detailliert und le-

bensnah, dass sie mit ihrem Sohn in den Armen auf den Balkon der Wohnung 

rausgegangen sei, von wo aus sie eine gute Sicht gehabt und mit dem Handy ei-

ne Aufzeichnung gemacht habe. Als der Beschuldigte gesehen habe, dass sie ihn 

filme, habe ihn dies noch aggressiver gemacht. Er habe mit seinen Fingern eine 

- 15 - 

Waffe angedeutet und zu ihr gesagt: "Und dir schüss ich als erschts in Chopf!" 

(D1/7/2 S. 3 f.; D1/7/5 S. 4 f. und S. 9). Den Ausführungen der Verteidigung, die 

Drohung mit dem "Erschiessen" hänge zusammenhangslos in der Luft, weil eine 

(notwendige) Aussage wegen einer Waffe fehle (Urk. 96 S. 29), kann somit nicht 

gefolgt werden. Im Übrigen gab auch die Privatklägerin 2 an, die kurz zuvor gefal-

lene Aussage des Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger 1 "ich kann auch 

meine 9mm holen" gehört zu haben (D1/7/2 S. 2 und S. 4; D1/7/5 S. 9 f.). Die Pri-

vatklägerin 2 sei aufgrund der Aussage "Und dir schüss ich als erschts in Chopf!" 

erschrocken zumal sie ihren Sohn in den Armen gehalten habe (D1/7/2 S. 3 f.; 

D1/7/5 S. 4 f. und S. 9). Dieses Erschrecken schilderte die Privatklägerin ein-

drücklich, nämlich "dass man so etwas sagen kann zu jemandem, der ein Baby im 

Arm hat" (D1/7/5 S. 9) bzw. "dass er so etwas sagt, wenn ich meinen kleinen 

Sohn auf den Armen halte" (D1/7/2 S. 4). Diese Verknüpfung der einheitlichen 

Aussagen mit ihren Gefühlen spricht für ein wirkliches Erleben der Privatklägerin 

2 und ist daher als sehr glaubhaft zu werten. Daran ändern auch die Ausführun-

gen der Verteidigung nichts, wonach die Privatklägerin 2 den Beschuldigten vom 

Balkon herab beschimpft haben soll (Urk. 96 S. 7 f. und S. 22). Es mag zutreffen, 

dass Beleidigungen gegenüber dem Beschuldigten wie "Jugokopf", "fettes Vater-

söhnchen" oder "Fettsack mit dem Fiat Abarth" etc. gefallen sind, dies schliesst 

aber nicht aus, dass die Privatklägerin 2 durch die Aussage des Beschuldigten 

"Und dir schüss ich als erschts in Chopf!" in Angst und Schrecken versetzt wurde. 

Die Wirkungen dieser Drohung hielten bei der Privatklägerin 2 auch länger an, so 

wird die "psychische Bedrohung, ja sogar Schädigung" im Arztzeugnis vom 

7. Juni 2022 erwähnt (Urk. 55/1). Die Privatklägerin 2 schilderte die ausgespro-

chene Drohung konstant und einheitlich im jeweils identischen Wortlaut (D1/7/2 

S. 4; D1/7/5 S. 9). Einzig mit Bezug auf die Reihenfolge der beiden Drohungen 

sowie der Behändigung des Baseballschlägers durch den Privatkläger 1 liegen 

unterschiedliche Depositionen durch die Privatklägerin 2 vor: In der polizeilichen 

Einvernahme erwähnte sie die Drohungen nach dem Holen des Baseballschlä-

gers (D1/7/2 S. 2), während sie in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

schilderte, dass ihr Mann den Baseballschläger nach der Drohung mit der 9mm 

Waffe behändigt habe (D1/7/5 S. 9). Diesbezüglich liegt – entgegen der Verteidi-

- 16 - 

gung (Urk. 57 Rz. 41 f.; Urk. 96 S. 21) – indes kein Widerspruch vor, erfolgten die 

Aussagen der Privatklägerin 2 bei der Polizei doch noch ungeordnet und unter 

Schock. Zudem erklärte die Privatklägerin 2 auf diesen Widerspruch hin ange-

sprochen bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ausdrücklich, dass "rich-

tig sei, was ich heute gesagt habe" (D1/7/5 S. 10). Im Übrigen erscheint auch der 

Ablauf plausibel, wonach zuerst eine Drohung und dann das Holen des Baseball-

schlägers als Reaktion auf die Drohung mit der 9mm Waffe erfolgte. Die Vo-

rinstanz hat in diesem Zusammenhang zudem zu Recht darauf hingewiesen, dass 

der Sachverhalt auch dann erstellt wäre, wenn die Reihenfolge offen gelassen 

werden müsste (Urk. 70 S. 32). 

2.3.8. Den Aussagen der Privatklägerin 2 stehen diejenigen des Beschuldigten 

gegenüber, welche – wie schon dargelegt – in ihrer Gesamtheit als unglaubhaft 

zu würdigen sind. Er bestreitet, die Privatklägerin 2 bedroht zu haben (D1/6/3 S. 

17). Es erscheint indes als lebensfern, dass er angesichts des Filmens durch die 

Privatklägerin 2 ruhig geblieben sein und sie nur gebeten haben will, mit dem Fil-

men aufzuhören, indessen die Privatklägerin 2 vom Balkon runtergeschrien haben 

soll, dass der Beschuldigte nicht wisse, wer sie seien, und dass sie ihn fertig ma-

chen und ihn umbringen würden (D1/6/3 S. 3). Dies gilt erst recht, wenn – wie von 

der Verteidigung geltend gemacht – Beleidigungen, wie "Jugokopf", "fettes Vater-

söhnchen" oder "Fettsack mit dem Fiat Abarth" etc. durch die Privatklägerin 2 

(und den Privatkläger 1) gegenüber dem Beschuldigten gefallen sein sollen 

(Urk. 96 S. 8). Dass eine Mutter mit dem Kind im Arm sich in dieser Weise ge-

genüber einem fremden Mann so exponieren sollte, widerspricht der allgemeinen 

Lebenserfahrung. Die Behauptung des Beschuldigten, dass es nicht stimme, dass 

er die Privatklägerin 2 mit einem Kopfschuss bedroht habe (D1/6/3 S. 17), ist so-

mit als pauschale Bestreitung zu würdigen, zumal er – wie bereits erstellt – zuvor 

den Privatkläger 1 mit den Worten "ich kann meine 9mm zu Hause holen" bedroh-

te und auch Patronen dieses Kalibers sowie eine Softairpistole zu Hause hatte 

(D1/8/2 S. 1; D1/8/3; D1/5/2 S. 9). Mit Bezug auf die Aussagen von D._____ kann 

auf die obigen Erwägungen verwiesen werden.  

- 17 - 

2.3.9. Der Sachverhalt ist somit mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung 

gegenüber der Privatklägerin 2 mit den Worten "und Dir schiesse ich als erstes in 

den Kopf" erstellt. 

2.3.10. Hinsichtlich der angeklagten einfachen Körperverletzung ist bei der Wür-

digung der Aussagen der beteiligten Personen zunächst festzuhalten, dass es 

sich um ein dynamisches Geschehen handelte und daher geringfügige Unklarhei-

ten nachvollziehbar sind sowie notorischerweise nicht jede Handlung des "Geran-

gels" im Detail wiedergegeben bzw. unterschieden werden kann. Ebenso kann 

auf die schon erwähnten Verletzungen des Privatklägers 1 verwiesen werden, 

welcher Kopf- und Nackenschmerzen, mehrere Prellmarken im Gesicht, eine 

Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluterguss an der 

Brustwirbelsäule, diverse Kratzer an der Stirn und am Rücken, eine Unterblutung 

der Bindehaut sowie eine Prellung des Kopfs und der Halswirbelsäule erlitt (Not-

fallbericht vom 20. Februar 2021, D1/15/10; Arztbericht vom 5. Januar 2022, 

D1/15/9; durch die Polizei am 20. Februar 2021 erstellten Fotos, D1/5/2, S. 3 ff.). 

Der Beschuldigte seinerseits wies eine Rötung ca. 5 cm unter seinem rechten 

Schlüsselbein, eine Rötung/Schürfung an der rechten Halsseite, ein blutunterlau-

fenes linkes Auge und einen kleinen Schnitt/Kratzer von ca. 1.5 cm unter dem 

Auge auf (D1/6/2 S. 3).  

2.3.11. Der Beschuldigte machte zusammengefasst geltend, dass die Verletzun-

gen des Privatklägers 1 wohl in der Zeit entstanden seien, als dieser ihn angegrif-

fen und er, der Beschuldigte, sich gewehrt habe, indem er den Baseballschläger 

gehalten und einfach "um sich rum" geschlagen habe. Wie genau die Verletzun-

gen entstanden seien, könne er nicht sagen (D1/6/3 S. 12 f.). Auch als ihn der 

Privatkläger 1 von hinten im Schwitzkasten gehalten habe, habe er einfach um 

sich herumgefuchtelt und – zumal er von hinten gehalten worden sei – daher nicht 

habe sehen können, wo das Auge des Privatklägers 1 gewesen sei, welches er 

ihm gedrückt haben soll (D1/6/3 S. 15). Es stimme nicht, dass er den Privatkläger 

1 mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Er habe diesem nur das Gesicht 

weggedrückt, als er selber am Boden gewesen sei (D1/6/2 S. 4). Es sei der Pri-

vatkläger 1 gewesen, welcher ihn mit dem Baseballschläger angegriffen habe. 

- 18 - 

Wie viele Schläge er, der Beschuldigte, erhalten habe, wisse er nicht, er wisse 

nur, dass er einen Schlag oben auf den Kopf erhalten habe, aber dies sei nicht 

mit dem Baseballschläger gewesen (D1/6/2 S. 3). Er müsse auch einen Schlag 

gegen die Schulter bekommen haben (D1/6/3 S. 4). Am Ende sei er, der Beschul-

digte, auf dem Boden gewesen, während der Privatkläger 1 auf ihm gelegen und 

ihn im Schwitzkasten gehabt habe. Er habe gesagt, er bekomme keine Luft mehr, 

denn der Privatkläger 1 habe ihn gewürgt (D1/6/2 S. 3). Er könne sich nicht mehr 

an alles erinnern, er wisse einfach, dass er starke Schmerzen und "Todesangst 

vor dem Baseballschläger" gehabt habe sowie, dass er am Boden gelegen und 

gewürgt worden sei (D1/6/3 S. 4). Er habe das Gefühl gehabt, dass der Privatklä-

ger 1 dies geplant habe. Ein Baseballschläger stehe nicht grundlos hinter dem 

Haus (D1/6/2 S. 4; D1/6/3 S. 8).  

2.3.12. Bei der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten fällt auf, dass seine 

Aussagen im Laufe der Einvernahmen immer genauer und detailreicher ausfallen, 

was äusserst ungewöhnlich ist, wenn sich die Ereignisse tatsächlich so abgespielt 

hätten, wie sie geschildert werden. Der Beschuldigte steigerte zudem die Drama-

tik der Ereignisse und machte – sobald sich Widersprüche auftaten und er darauf 

hingewiesen wurde – geltend, sich nicht mehr zu erinnern. Auf diesen Umstand 

anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 4. Juni 2021 angesprochen, 

machte der Beschuldigte geltend, dass er inzwischen sehr viel Bedenkzeit gehabt 

habe. Er habe sich zurückziehen und in sich rein gehen können. Er sei auch am 

Tatort gewesen und habe alles wie in einem Film an sich vorbeilaufen gesehen. 

Daraufhin sei er zum Schluss gekommen, dass, da ja der Privatkläger 1 mit dem 

Baseballschläger auf ihn zugekommen sei, es auch einen Schlag gegeben haben 

müsse. Das mit dem Baseballschläger sei "klar" (D1/6/3 S. 8). Daraus erhellt, 

dass der Beschuldigte sich – unbewusst oder bewusst – den von ihm behaupte-

ten Ablauf der Ereignisse selber zusammengereimt hat und seine Aussagen da-

her mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Das 

Aussageverhalten des Beschuldigten lässt in der Würdigung der Gesamtheit der 

gemachten Depositionen sowie der gesamten Umstände keinen anderen Schluss 

zu, als dass er mit seinen Aussagen versucht, den Privatkläger 1 unnötig zu be-

lasten bzw. sich selber von seinen Taten zu entlasten. Eindrücklich zeigen dies 

- 19 - 

seine "Kehrtwendungen" bzw. "Erklärungen" mit Bezug auf die Schläge gegen 

den Kopf bzw. die Schulter mit bzw. ohne Baseballschläger: Sprach der Beschul-

digte anfänglich lediglich von einem Schlag auf den Kopf, welcher gerade nicht 

von einem Baseballschläger stamme und er nicht wisse, wie viele Schläge es ge-

geben habe, er wisse nur vom ersten (D1/6/2 S. 3), erklärte er später, dass er 

auch [mehrere] Schläge auf den Kopf bekommen habe, die nicht vom Baseball-

schläger stammten. Zudem habe er an der rechten Schulter einen Schlag be-

kommen, von dem er sich zunächst nicht sicher gewesen sei, von was er stam-

me. Er habe sich dann Gedanken gemacht und ihm sei klar geworden, dass dies 

der erste Schlag mit dem Baseballschläger gewesen sein müsse, er erinnere sich, 

dass dieser Schläger "oben" gewesen sei und der Privatkläger 1 ihn mit "erhobe-

ner Hand gezogen" habe (D1/6/3 S. 11 und S. 13). Damit schilderte der Beschul-

digte eine reine Vermutung eines Schlages mit dem Baseballschläger, fügte er 

doch an, dass "egal wie man einen Baseballschläger" abwehre, es "einen Schlag" 

geben müsse (D1/6/3 S. 13). Darauf angesprochen, dass er mit seiner Aussage 

lediglich eine Vermutung schildere, behauptete der Beschuldigte dann, dass es 

sich dabei um "keine Vermutung" handle, sondern der Schlag "ganz klar" gewe-

sen sei (D1/6/3 S. 13). Darauf angesprochen, warum er jetzt plötzlich wisse, dass 

dies "klar" sei, führte der Beschuldigte aus, dass er sich "1 : 1" immer noch nicht 

erinnern könne und nur wisse, dass er vom Privatkläger 1 mit dem Baseballschlä-

ger ("mit dem in der Hand") angegriffen worden sei. Der Privatkläger 1 habe ver-

sucht, ihn am Kopf mit dem Baseballschläger zu schlagen und als er, der Be-

schuldigte, seinen Kopf geschützt habe, habe der Privatkläger 1 ihn zu "100%" an 

der Schulter getroffen (D1/6/3 S. 14). Auf den Hinweis, dass sich ein solcher 

Schlag nicht mit dem Verletzungsbild decken würde, erklärte der Beschuldigte, 

dass die Verletzung, schwerer gewesen sei, als dies das Verletzungsbild erahnen 

lasse: So habe er drei bis vier Wochen die Schulter nicht brauchen können und er 

habe einen klaren Flecken auf der Schulter gehabt (D1/6/3 S. 14). 

2.3.13. Völlig unnachvollziehbar und daher unglaubhaft ist, warum der Beschul-

digte, obwohl er ja nach seiner Darstellung gesehen haben will, dass der Privat-

kläger 1 den Baseballschläger behändigte, diesen aufzog und ihn damit angegrif-

fen haben soll, dennoch auf ihn zugegangen sein will ("Ich ging ihm entgegen"; 

- 20 - 

D1/6/3 S. 16) und nicht einfach davonrannte. Seine Erklärung, dass er – ohne ei-

ne Kampfausbildung zu haben und in "Todesangst" – trotz dem aufgezogenen 

Baseballschläger auf den Privatkläger 1 zugegangen sei, da es "Sinn" mache, 

wenn jemand einen Baseballschläger aufziehe, auf diesen zuzugehen, da dann 

der Schlag weniger stark sei (D1/6/3 S. 16), ist klar als Schutzbehauptung zu wer-

ten, um selber nicht als Aggressor zu gelten. Auch die Qualifikation der Handlun-

gen des Beschuldigten als Notwehr – wie von der Verteidigung ausgeführt (Urk. 

96 S. 30 f.) – scheidet aus. Für die Annahme einer Notwehrsituation muss ein 

rechtswidriger Angriff im Gang sein oder unmittelbar bevorstehen. Auch ist die 

Notwehr nur so lange zulässig, wie der Angriff andauert (OFK STGB-DONATSCH, 

21. Aufl., 2022, Art. 15 N. 2 f.). Gegen das Vorliegen eines Angriffes spricht, dass 

der Zeuge K._____ ausführte, dass er beobachtet habe, dass der Privatkläger 1 

die Treppe rauf geflüchtet und der Beschuldigte (zusammen mit seinem Vater 

D._____) ihm nachgegangen sei. Der Zeuge habe den Privatkläger 1 davonren-

nen sehen und den Beschuldigten mit seinem Vater nachspringen (D1/7/6 S. 3 

und S. 6). Daran, ob der Privatkläger 1, als er auf der Treppe stand, einen Base-

ballschläger in den Händen hielt, vermochte sich der Zeuge nicht mehr zu erin-

nern (D1/7/6 S. 5). Wenn der Privatkläger 1 derjenige ist, der vom Beschuldigten 

davonrennt, kann von einem unmittelbar bevorstehenden oder andauernden An-

griff gegenüber dem Beschuldigten folglich nicht gesprochen werden. Es ist zu-

treffend, dass es der Privatkläger 1 war, der den Baseballschläger in die Ausei-

nandersetzung miteinbrachte und behändigte und damit auch die Konfrontation 

suchte. Ein Angriff stand vorliegend aber gerade nicht unmittelbar bevor resp. der 

Angriff war in diesem Augenblick beendet, in welchem der Privatkläger 1 den 

Baseballschläger aus der Hand gab. Dass der Privatklägerin 1 den Baseball-

schläger bereits wieder zurückgelegt hatte, hat auch die Privatklägerin 2 ausge-

sagt, indem sie ausführte, dass "er [Privatkläger 1] den Baseballschläger genom-

men und bei uns oben hingeworfen [hat]. Ich habe gehört, wie er wegfällt und ge-

sehen, wie mein Mann die Bewegung macht. Ich habe nicht gesehen, wie der 

Schläger zu Boden fiel" (D1/7/5 S. 5 vgl. auch D1/7/2 S. 2 f.). Wie der Privatklä-

ger 1 den Baseballschläger aus der Hand gab, ob er die Treppe hochgelaufen ist 

und diesen auf den Sitzplatz geworfen hat, oder von seiner Position auf der Trep-

- 21 - 

pe diesen "um die Ecke" auf den Sitzplatz geworfen hat, ist mit der Verteidigung 

(Urk. 96 S. 17) nicht ganz schlüssig, kann vorliegend aber offen bleiben. Von Be-

deutung ist, dass der Privatkläger 1 konstant ausgesagt hat, den Baseballschlä-

ger zeitlich vor dem Gerangel um den Baseballschläger weggeworfen zu haben 

und die Privatklägerin 2 dies ebenfalls konstant so ausgesagt hat. Massgebend 

ist, dass der Privatkläger 1 den Schläger im Zeitpunkt, als der Beschuldigte auf 

ihn zukam resp. ihm nachrannte resp. ein Gerangel um den Baseballschläger ent-

fachte, diesen bereits nicht mehr in der Hand hatte. Weil der Baseballschläger 

nicht mehr in den Händen des Privatklägers 1 war, bestand folglich in diesem 

Moment – entgegen der Verteidigung – auch keine Notwehrsituation. Mangels 

Vorliegen einer Notwehrsituation erübrigen sich Weiterungen dazu, ob die Hand-

lungen des Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger 1 (Schläge ins Gesicht 

und Hinterkopf sowie Finger in das linke Auge drücken) im Sinne eines ent-

schuldbaren Notwehrexzesses nach Art. 16 Abs. 2 StGB – wie von der Verteidi-

gung ausgeführt (Urk. 96 S. 30 f.) – gerechtfertigt waren. Dass der Privatkläger 1 

den Angriff geplant hätte – was der Beschuldigte geltend macht – kann ausge-

schlossen werden. Denn es waren unbestrittenerweise der Beschuldigte und 

D._____, welche zunächst beim Blumenladen und dann in der Nähe der Woh-

nung der Privatkläger 1 und 2 parkierten. In der Folge war es der Beschuldigte, 

welcher den Wagen verliess und den Privatkläger 1 – wie erstellt – verbal kon-

frontierte. Dass der Privatkläger 1 dies alles hätte voraussehen, den Baseball-

schläger bereit hätte stellen können und somit einen Angriff plante, ist faktisch 

unmöglich. Die Aussagen des Beschuldigten erweisen sich damit insgesamt als 

unglaubhaft.  

2.3.14. Aus den Depositionen von D._____ kann ebenfalls nichts zu Gunsten des 

Beschuldigten abgeleitet werden, sind diese – worauf bereits verwiesen wurde – 

deutlich einseitig und klar übertrieben und daher unglaubhaft. So habe er gese-

hen, "wie dieser Typ mit dem Schläger voll auf meinen Sohn einschlug" (D1/7/3 

S. 2), der Privatkläger 1 habe dem Beschuldigten "voll auf den Kopf mit dem 

Schläger [geschlagen] und dies mehrmals" (D1/7/3 S. 2) bzw. ihm den "Baseball-

schläger voll über den Kopf runtergezogen" (D1/7/4 S. 4), er habe davon u.a. ei-

nen "Einschlag am Kopf" davon getragen (D1/7/3/ S. 3). Diese Schilderung über-

- 22 - 

trifft jene durch den Beschuldigten bei weitem – welcher insbesondere keinen 

Schlag mit dem Baseballschläger auf den Kopf geltend macht. Zudem will 

D._____ trotz der Heftigkeit der geschilderten Schläge keinen Aufprall gehört ha-

ben (D1/7/4 S. 8). Und auf Vorhalt, ob es nun einen Schlag oder mehrere Schläge 

mit dem Baseballschläger gewesen seien, erklärte D._____ relativierend, dass er 

nur einen Schlag gesehen habe (D1/7/4 S. 7) und konnte in der Folge nicht ein-

mal sagen, ob es überhaupt ein "Körpertreffer" gewesen sei. D._____ räumte zu-

dem ein, dass der Beschuldigte zwar starke Schulterschmerzen, indes kein Blut-

gerinnsel und auch kein Hirn-Schädeltrauma gehabt habe, weshalb es "wahr-

scheinlich" kein Körpertreffer gewesen sei (D1/7/4 S. 8). Mit dem Verletzungsbild 

des Beschuldigten konfrontiert, welches sich weder mit einem Schlag bzw. mit 

Schlägen auf den Kopf noch auf die Schulter decken würde, relativierte D._____ 

zudem, dass er aus seiner Perspektive aus nicht habe einschätzen können, ob 

"der Schläger voll traf, oder nur auf die Schulter, das Ohr oder so". Dies habe er 

auf Grund des Winkels nicht sehen können (D1/7/4 S. 8). Auf Grund dieser wider-

sprüchlichen Aussagen ist erstellt, dass D._____ den behaupteten Schlag bzw. 

die Schläge gar nicht gesehen hatte. Dass es sich um einen Angriff der Privatklä-

ger 1 und 2 gegen den Beschuldigten gehandelt haben soll, was D._____ geltend 

macht (u.a. "Der Schläger war vorbereitet" [D1/7/4 S. 7], "Indizien für eine sehr 

gut geplante Aktion" [D/1/7/4 S. 9]), kann wie vorstehend ausgeführt, auf Grund 

des gesamten Ablaufs ausgeschlossen werden.  

2.3.15. Zu den Aussagen der Privatkläger 1 und 2 ist bezüglich der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen neben deren Konstanz, Logik und Übereinstimmung ohne 

Aggravierungstendenzen zusätzlich hervorzuheben, dass sie mit ihren Aussagen 

sich selber auch belasten. Dies macht ihre Aussagen noch glaubhafter, denn es 

wäre ihnen ein Leichtes gewesen, die Geschehnisse einseitig zu Ihren eigenen 

Gunsten darzustellen. So erklärte der Privatkläger 1 selber, nach den Drohungen 

durch den Beschuldigten den Baseballschläger geholt zu haben (D1/7/1 S. 2; 

D1/6/3 S. 6), was einerseits angesichts der gesamten Situation äusserst unge-

schickt war und – wie sich auch zeigte – die Situation nicht etwa entschärfte, son-

dern vielmehr anheizte, indem der Beschuldigte den Schläger zu behändigen ver-

suchte. Ob dies aus einem Gefühl, der Beschützer seiner Familie sein zu müssen 

- 23 - 

oder, um den Beschuldigten damit beeindrucken zu wollen, geschah, kann offen 

bleiben. Dass der Privatkläger 1 den Baseballschläger holte, sagte auch die Pri-

vatklägerin 2 aus (D1/7/2 S. 2 f.; D1/7/5 S. 5). Diese belastet sich zudem eben-

falls selber, indem sie aussagte, den Beschuldigten gefilmt zu haben (D1/7/2 

S. 2 f.; D1/7/5 S. 5). Dass dieses Verhalten ebenfalls ungeschickt war, da es den 

Beschuldigten wütend machte und die Situation verschärfte ("Das machte ihn na-

türlich noch aggressiver"; D1/7/2 S. 3), erhellt von selbst. Beide beschrieben 

überdies, dass es dem Privatkläger 1 dann gelang, den Beschuldigten in den 

"Schwitzkasten" zu nehmen, wobei der Privatkläger 1 – in Übereinstimmung mit 

dem Beschuldigten – aussagte, dass dieser ihm gesagt habe, dass er keine Luft 

mehr bekomme, woraufhin der Privatkläger 1 den Griff etwas gelöst habe (D1/6/3 

S. 7; D1/7/1 S. 2; D1/7/2 S. 4; D1/6/2 S. 3). 

2.3.16. Die ihm zugefügten Schläge bzw. das Drücken des Fingers ins Auge 

schilderten der Privatkläger 1 und die Privatklägerin 2 konstant und ohne Aggra-

vierungen innerhalb der "chaotischen Szene" des "Gerangels": So führte der Pri-

vatkläger 1 aus, dass der auf ihm sitzende Beschuldigte ihm zweimal auf den 

Kopf und auch sonst auf den Kopf geschlagen habe bzw. er habe zwei bis drei 

Schläge ins Gesicht sowie einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten (D1/6/3 S. 7 

und S. 11; D1/7/1 S. 2). Es seien sehr heftige Schläge gewesen (D1/6/3 S. 12). 

Nachdem er, der Privatkläger 1, den Beschuldigten habe fixieren können, habe 

dieser versucht sich zu befreien, indem er ihm mit dem Finger ins Auge gedrückt 

habe (D1/6/3 S. 7). Bei seinen Schilderungen versuchte der Privatkläger 1 nicht, 

die Situation dramatischer als notwendig darzustellen, führte er doch aus, dass er 

Schläge mit dem Baseballschläger habe verhindern können, er sei nur mit Kör-

pergewalt, Fäusten und Tritten angegangen worden (D1/7/1 S. 3).  

2.3.17. Die Privatklägerin 2 beschrieb gesehen zu haben, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger 1 mit seiner Faust auf das Gesicht geschlagen habe (D1/7/2 

S. 3; D1/7/5 S. 5), es habe auch "getätscht" (D1/7/5 S. 11). Als der Beschuldigte 

im Schwitzkasten gewesen sei habe er mit einer Hand versucht, dem Privatklä-

ger 1 ein Auge auszudrücken und habe dem Privatkläger 1 gesagt: "lass mich 

los[,] ich breche Dir alle Knochen" (D1/7/5 S. 6). Auch bei der Privatklägerin 2 be-

- 24 - 

stehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sie den Beschuldigten unnötig belas-

ten sollte. So erklärte sie auf die Nachfrage, ob der Beschuldigte auch mit dem 

Baseballschläger auf den Privatkläger 1 eingeschlagen habe, dass sie dies nicht 

gesehen habe, sie habe nur gesehen, dass der Beschuldigte mit den Fäusten ins 

Gesicht geschlagen habe (D1/7/2 S. 3). Es mag mit der Verteidigung zwar zutref-

fen (Urk. 96 S. 19 f.), dass aufgrund der Position der Privatklägerin 1 auf der Log-

gia, sie wegen der Hecke nicht die ganze Auseinandersetzung gesehen hat, 

nichtsdestotrotz hat sie jeweils beständig in der polizeilichen wie auch staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme den Schlag des Beschuldigten ins Gesicht des Pri-

vatklägers 1 während dem Gerangel ausgesagt (D1/7/2 S. 3; D1/7/5 S. 5). Eben-

so legte sie konstant und glaubhaft dar, wenn sie nicht alles gesehen hatte, da die 

Hecke die Sicht teilweise versperrte (D1/7/2 S. 3; D1/7/5 S. 5).  

2.3.18. Nicht abschliessend nachvollzogen werden kann, weshalb sich aus dem 

Parkieren vor einem Blumenladen an einem Samstagmorgen und einem schwe-

lenden Streit zwischen der Familie A._____ D._____ und der Familie E._____ die 

vorliegende Situation entwickelte. Es scheint eine Verknüpfung ungünstiger Um-

stände eine Rolle gespielt zu haben, so dass sich die allenfalls gutgemeinte Hilfe 

für die Familie E._____ zu einem Streit, zu Drohungen, zum Hervorholen des 

Baseballschlägers, zum Gerangel und dann noch zur Körperverletzung entwickel-

te. Die entsprechenden Schilderungen dieser Ereignisse durch die Privatkläger 1 

und 2 sind lebensnah und plausibel, erschien doch der Beschuldigte an ihrem 

Wohnort und verliess diesen auch nach der entsprechenden Aufforderung nicht. 

Dass der Privatkläger 1 angesichts der Drohungen mit einer Schusswaffe den 

Baseballschläger holte, war – wie bereits erwähnt – allenfalls nicht die geschick-

teste Reaktion, ist indes im Zusammenhang mit den ausgesprochenen Drohun-

gen mit einer Schusswaffe und einem möglichen Angriff auf sich selber und seine 

Familie eine mögliche logische Handlungsweise. Wie bereits ausführlich darge-

legt, sind die Aussagen des Beschuldigten sowie von D._____ unglaubhaft, ins-

besondere dass es sich um einen geplanten Angriff durch den Privatkläger 1 auf 

den Beschuldigten gehandelt haben soll. 

- 25 - 

2.3.19. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine ernsthaften Zweifel daran 

bestehen, dass sich der Sachverhalt auch mit Bezug auf die Schläge sowie das 

Drücken des Fingers ins Auge so zugetragen hat, wie er in der Anklageschrift 

festgehalten ist. 

III. Rechtliche Würdigung 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist zutreffend. Um Wiederholungen zu 

vermeiden ist darauf zu verweisen (Urk. 70 S. 37 ff.). Entsprechend hat der Be-

schuldigte mit seinem Verhalten resp. seinen Äusserungen die Tatbestände der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der 

mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt und ist hierfür 

schuldig zu sprechen.  

IV. Strafzumessung 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Die Vorinstanz fällte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– aus 

(Urk. 70 S. 40 ff., S. 44). Sie hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzu-

messen ist, richtig dargestellt (Urk. 70 S. 40 ff.), worauf zwecks Vermeidung un-

nötiger Wiederholungen zu verweisen ist.  

1.2. Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Dar-

über hinaus berücksichtigt es das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Hat 

der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 

StGB zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen.  

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des As-

perationsprinzips (BGE 144 IV 217 E. 2 f.; BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; BGE 132 IV 

- 26 - 

102 E. 8 f.). Darauf kann einleitend verwiesen werden. Es ist hervorzuheben, 

dass das Bundesgericht unter Hinweis auf den Willen des Gesetzgebers wieder-

holt festgehalten hat, dass die Bildung einer Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 

StGB nur dann zulässig ist, wenn für jede einzelne verübte Straftat unter Anwen-

dung der konkreten Methode dieselbe Strafart auszufällen ist. Dass die anzuwen-

denden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. 

Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen. (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; BGE 144 IV 217 E. 2.2, 3.3 und E. 3.4). Zum methodischen Vorgehen 

präzisiert das Bundesgericht, dass in einem ersten Schritt (hypothetische) Einzel-

strafen für die einzelnen Delikte innerhalb ihres ordentlichen Strafrahmens festzu-

legen sind. Dabei ist auch für jede der mehreren Straftaten die Art der Strafe zu 

bestimmen. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweck-

mässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 147 IV 

241 E. 3.2; BGE 134 IV 97 E. 4.2; je mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Ver-

hältnismässigkeit soll nach konstanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfü-

gung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen 

im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Frei-

heit des Betroffenen eingreift (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; BGE 138 IV 120 E. 5.2; 

BGer 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Der Gesetzge-

ber hat für den Bereich der leichteren und mittleren Kriminalität die Geldstrafe als 

die der Freiheitsstrafe vorgehende Regelsanktion vorgesehen (vgl. Art. 41 Abs. 1 

StGB; BGE 134 IV 82 E. 4.1). Das Bundesgericht bekräftigt auch in seiner neue-

ren Rechtsprechung den Vorrang der Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe im 

Strafbereich bis 180 Tagessätzen bzw. sechs Monaten (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 

BGE 144 IV 217 E. 3.3.3; BGer 6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.1, 

1.3.2 und E. 1.3.7; je mit Hinweisen). 

1.3. Stehen die (hypothetische) Einzelstrafen für sämtliche Normverstösse fest 

und sind diese – zumindest teilweise – gleicher Art, hat das Gericht in einem 

zweiten Schritt in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB 

eine Gesamtstrafe zu bilden. Ausgangspunkt ist die Einsatzstrafe des schwersten 

Delikts, welches um die Strafen der weiteren Delikte angemessen zu erhöhen ist. 

- 27 - 

Dabei ist dem Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihrem Zusammen-

hang, ihrer grösseren oder geringeren Selbstständigkeit sowie der Gleichheit oder 

Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungsweisen Rechnung zu 

tragen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; BGer 6B_330/2016 vom 10. November 2017 E. 

4.2). Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts ist dabei in der Regel gerin-

ger zu veranschlagen, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem en-

gen Zusammenhang stehen (BGer 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.4). 

1.4. Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte 

ist schliesslich die Täterkomponente zu berücksichtigen, nachdem sich diese für 

die einzelnen Normverstösse nicht wesentlich unterscheidet.  

1.5. Der Beschuldigte hat sich der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Die Strafandrohung ist bei beiden Delikten Frei-

heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die einfache Körperverletzung stellt 

das schwerste Delikte dar. 

2. Konkrete Strafzumessung 

2.1. Einfache Körperverletzung 

2.1.1. Mit Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 

Privatkläger 1 durch den Vorfall Kopf- und Nackenschmerzen, mehrere Prellmar-

ken im Gesicht, eine Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leich-

tem Bluterguss an der Brustwirbelsäule, diverse Kratzer an der Stirn und am Rü-

cken, eine Unterblutung der Bindehaut sowie eine Prellung des Kopfs und der 

Halswirbelsäule erlitt. Diese stellen eher leichtere Verletzungen dar, welche indes 

mit Schmerzen und einer längeren Heildauer verbunden sind. Mit der Vorinstanz 

kann daher das Tatverschulden des Beschuldigten in objektiver Hinsicht als noch 

leicht eingestuft werden.  

2.1.2. Diese Einschätzung gilt auch für die subjektive Tatschwere, da die Verlet-

zungen beim Gerangel um den Baseballschläger und damit im Rahmen eines dy-

namischen Geschehens entstanden sind. Indes kann auf Grund dieses Umstan-

- 28 - 

des nicht zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden, dass die-

ser dem Privatkläger 1 die Verletzungen nicht direktvorsätzlich zufügte, sondern 

nur eventualvorsätzlich in Kauf nahm (so die Vorinstanz in Urk. 70 S. 42). Denn 

es war der Beschuldigte, welcher den – notabene vom Privatkläger 1 weggewor-

fenen – Schläger zu behändigen versuchte und damit das Gerangel überhaupt 

verursachte. Immerhin ist in diesem Zusammenhang zu Gunsten des Beschuldig-

ten festzuhalten, dass es der Privatkläger 1 war, welcher den Baseballschläger 

behändigte sowie in die Konfliktsituation miteinbrachte und damit beträchtlich zur 

Eskalation der Situation beitrug. Zudem wollte der Beschuldigte den Privatkläger 

1 zwei- bis dreimal ins Gesicht und einmal auf den Hinterkopf schlagen sowie ihm 

den Finger ins Auge drücken, was notorischerweise Verletzungen im Sinne einer 

einfachen Körperverletzung zur Folge hat, da es sich beim Gesicht und den Au-

gen um sehr sensible Bereiche handelt. Der Beschuldigte wusste dies und han-

delte dennoch. Es wäre ihm ohne Weiteres möglich gewesen, die strafbare Hand-

lung zu unterlassen.  

2.1.3. Es rechtfertigt sich daher in Anbetracht des Strafrahmens die Einsatzstra-

fe für die einfache Körperverletzung auf 120 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen. 

2.2. Mehrfache Drohung 

2.2.1. Bei der objektiven Tatschwere sind beide Drohungen als schwere Dro-

hungen zu werten, wurde den Privatklägern 1 und 2 doch jeweils der Tod durch 

Erschiessen mit einer Schusswaffe in Aussicht gestellt, wobei hinsichtlich der Pri-

vatklägerin 2 die Todesdrohung zudem ausgestossen wurde, obwohl diese ihren 

Sohn in den Armen hielt. Die Privatkläger 1 und 2 hatten auf Grund dieser Dro-

hungen Angst, dass der Beschuldigte diese Drohungen wahr machen könnte bzw. 

ihnen bzw. der ganzen Familie auf andere Weise schweren Schaden zufügen 

könnte. Daran ändert nichts, dass der Beschuldigte in jenem Zeitpunkt keine 

Schusswaffe dabei hatte und sie nicht unmittelbar damit rechnen mussten, er-

schossen zu werden. Denn sie konnten nicht wissen, ob der Beschuldigte eine 

solche Waffe allenfalls in der Nähe hatte oder seine Drohung später wahr machen 

würde. Das Tatverschulden ist daher als nicht mehr leicht einzustufen.  

- 29 - 

2.2.2. Mit Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte wusste, dass er mit der Drohung des Erschiessens die Privatkläger 1 

und 2 in Angst und Schrecken versetzte. Er wollte dies auch, wohl um ihnen ge-

genüber seine Überlegenheit auszudrücken und sie einzuschüchtern. In subjekti-

ver Hinsicht wird die objektive Tatschwere mithin nicht relativiert. 

2.2.3. Die Festsetzung einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen für die mehrfache 

Drohung durch die Vorinstanz (Urk. 70 S. 42 f.) erweist sich daher als zu milde, 

angemessen ist eine Strafe von 60 Tagessätzen Geldstrafe.  

2.3. Gesamtstrafe 

Zwischen der einfachen Körperverletzung und der mehrfachen Drohung besteht 

ein enger zeitlicher Zusammenhang, weshalb eine Asperation von einem Viertel 

vorzunehmen und die Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen Geldstrafe für die ein-

fache Körperverletzung um 45 Tagessätze für die mehrfache Drohung auf insge-

samt 165 Tagessätze Geldstrafe zu erhöhen ist.  

2.4. Täterkomponenten 

2.4.1. In Bezug auf seine persönlichen Verhältnisse wiederholte der Beschuldig-

te anlässlich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen seine bereits vor Vo-

rinstanz deponierten Aussagen (Prot. II S. 9 ff.). Der Beschuldige wuchs in 

C._____ ZH auf, absolvierte die Sekundarschule und schloss die Lehre als Auto-

mobilfachmann EFZ erfolgreich ab. Er ist ledig und hat keine Kinder. Er ist seit 

2019 arbeitslos, hat nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung im Juni 2022 

zeitweise gearbeitet, wobei er heute anlässlich der Berufungsverhandlung wiede-

rum arbeitslos ist. Er verfügt über kein Einkommen und erhält kein Arbeitslosen-

geld. Er wohnt wieder bei seinen Eltern und wird von diesen auch finanziell unter-

stützt. Er hat kein Vermögen, verfügt aber über Schulden von Fr. 5'000.– bis Fr. 

7'000.–. Beruflich habe er sich aufgrund des Vorfalls nicht auf Bewerbungsge-

spräche einlassen können. Es habe ein Garagenprojekt in M._____ SZ gegeben, 

welches er mit dem Vater gestartet habe, doch sei wegen dem vorliegenden Ver-

- 30 - 

fahren dann nichts passiert. Aus den persönliche Verhältnissen ergeben sich kei-

ne strafzumessungsrelevanten Faktoren.  

2.4.2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 94), was neutral zu wer-

ten ist. Er ist nicht geständig, weshalb diesbezüglich keine Strafmilderung in Fra-

ge kommt.  

2.5. Strafe/Vollzug 

2.5.1. Aufgrund der obigen Erwägungen resultiert eine auszufällende Geldstrafe 

von 165 Tagessätzen. Angesichts des Verschlechterungsverbots (reformatio in 

peius; Art. 391 Abs. 2 StPO) bleibt es bei den durch die Vorinstanz ausgefällten 

150 Tagessätzen.  

2.5.2. An die Strafe ist die erstandene Haft von 1 Tag anzurechnen (Art. 51 

StGB). Zur Tagessatzhöhe von Fr. 30.– hat die Vorinstanz ausführliche Erwägun-

gen gemacht, auf welche zu verweisen ist (Urk. 70 S. 44). Ein tieferer Tagessatz 

kommt vorliegend nicht in Frage, lebt der Beschuldigte doch nicht unter dem Exis-

tenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Strafe ist aufzuschieben und die Probe-

zeit auf 2 Jahre festzusetzen (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB). Ei-

nem anderslautenden Entscheid würde ohnehin das Verschlechterungsverbot 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) entgegenstehen. 

V. Genugtuung 

1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger 1 Fr. 500.– 

als Genugtuung zu bezahlen. Zudem verpflichtete die Vorinstanz den Beschuldig-

ten, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von Fr. 300.– zu bezahlen. Beide 

Summen seien ab dem 20. Februar 2021 mit 5 % zu verzinsen. Im Mehrbetrag 

wurden die Genugtuungsbegehren abgewiesen (Urk. 70 S. 52 ff.).  

2. Vor Vorinstanz machte die Verteidigung zu den geforderten Genugtuungs-

begehren keine substantiierten Ausführungen, sondern verlangte pauschal deren 

Abweisung (Urk. 57 S. 15). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung führte die 

- 31 - 

Verteidigung nicht aus, aus welchen Gründen diese zugesprochenen Genugtu-

ungsbeträge nicht angemessen sein sollen (Urk. 96 S. 32).  

3. Die Vorinstanz führte zu den Genugtuungsansprüchen zusammengefasst 

aus, dass der Privatkläger 1 mehrere Prellmarken im Gesicht, eine Druckdolenz 

an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluterguss an der Brustwirbel-

säule, Kopfschmerzen, einen steifen Nacken, diverse Kratzer an der Stirn und am 

Rücken, eine Unterblutung der Bindehaut am linken Auge, eine kurzfristige Seh-

störung und ein Druckgefühl am Auge erlitten habe. Es entspreche der allgemei-

nen Lebenserfahrung, dass diese Verletzungen mit Schmerzen verbunden seien, 

welche jedoch nicht von langer Dauer seien. Die eventualvorsätzlich verübte Ver-

letzung seiner körperlichen Integrität habe sodann auch zu einer psychischen Be-

einträchtigung nebst den Schmerzen geführt. Es ist sodann durchaus nachvoll-

ziehbar, dass der Privatkläger 1 auch heute noch eine gewisse Angst verspüre 

nach den vom Beschuldigten ausgesprochenen Drohungen. Die Privatklägerin 2 

sei durch die Drohung erheblich in Angst und Schrecken versetzt worden. Der 

Schock habe noch eine Weile angedauert, indes keine erkennbaren längerfristi-

gen Folgen gehabt (Urk. 70 S. 52 ff.).  

4. Diese Erwägungen sind – mit dem Hinweis einer direktvorsätzlich verübten 

Verletzung der körperlichen Integrität – zu übernehmen und die zugesprochenen 

Genugtuungssummen von Fr. 500.– bzw. Fr. 300.– zu bestätigen, wobei diese 

Summen ab dem Ereignisdatum (20. Februar 2021) mit 5 % zu verzinsen sind. Im 

Mehrbetrag hat die Vorinstanz die Genugtuungsbegehren abgewiesen, was – da 

keine Anfechtung durch die Privatklägerschaft erfolgte – ebenfalls zu bestätigen 

ist.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Kostenauflage 

(Ziffer 15) zu bestätigen.  

2. Ebenso zu bestätigen sind die auf Grund von Art. 433 Abs. 1 StPO 

zugesprochenen Prozesseschädigungen an den Privatkläger 1 in Höhe von 

- 32 - 

Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) und die Privatklägerin 2 in Höhe von Fr. 6'989.30 (inkl. 

MwSt.). Diese Beträge sind durch die Honorarnoten ausgewiesen und auf Grund 

der aufgewendeten Zeit für die Vertretung nachgewiesen und angemessen. Von 

der Verteidigung des Beschuldigten wird die Höhe der von der Vorinstanz zuge-

sprochenen Prozessentschädigungen auch nicht bestritten (Urk. 96 S. 32).  

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Es sind ihm daher die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf-

zuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO ist vorzubehalten. 

4. Die amtliche Verteidigung ist aus der Gerichtskasse zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 StPO). Sie macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen und 

Barauslagen (ohne Berücksichtigung der Berufungsverhandlung) von insgesamt 

Fr. 8'346.95 geltend (Urk. 95 und Urk. 98). Unter Hinzurechnung der Verhand-

lungsdauer erscheint es angemessen, die amtliche Verteidigung mit pauschal 

Fr. 9'000.– zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

10. Juni 2022 bezüglich der Dispositivziffern 4 (Herausgabe des Baseball-

schlägers an den Privatkläger 1), 5 (Herausgabe des Samuraischwerts an 

den Beschuldigten), 6 (Einziehungen), 7 bis 9 (Abweisung der Anträge der 

Privatkläger 1 und 2 auf Kontakt-/Rayonverbote), 10 und 11 (Abweisung der 

Schadenersatzforderungen der Privatkläger 1 und 2) sowie 14 (Kostenauf-

stellung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

  

- 33 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB sowie 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 N._____ eine Genug-

tuung von Fr. 500.– zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 O._____ eine Genug-

tuung von Fr. 300.– zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 15) wird bestätigt.  

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für die Untersuchung 

und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 für die Untersuchung 

und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 6'989.30 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

- 34 - 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für das zweitinstanzli-

che Verfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 3'000.– 

(inkl. MwSt.) zu bezahlen.  

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten (übergeben); 

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl; 

- die Rechtsvertreterin des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhan-
den des Privatklägers 1 (übergeben); 

- den Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 im Doppel für sich und zuhanden 
der Privatklägerin 2; 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten; 

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl; 

- die Rechtsvertreterin des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhan-
den des Privatklägers 1 (sofern verlangt); 

- den Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 im Doppel für sich und zuhanden 
der Privatklägerin 2 (sofern verlangt); 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz (mit dem Ersuchen um Mitteilung gemäss erstinstanzli-
chem Urteil vom 10. Juni 2022, Dispositivziffer 4 und 5); 

− Koordinationsstelle VOSTRA/DNA, mit Formular "Löschung des DNA-
Profils und ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils; 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

- 35 - 

13. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei den Strafrechtlichen Abteilungen 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 19. September 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Willi 
 

 

- 36 - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 19. September 2023
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 70)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.00, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 16. Dezember 2021 beschlagnahmte Gegenstand (Lagerbehörde: Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage) wird dem Privatkläger 1 auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft diese...
	- Baseballschläger (Asservat-Nr. A014'760'271).

	5. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 16. Dezember 2021 beschlagnahmte Gegenstand (Lagerbehörde: Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage) wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft dieses...
	- Samuraischwert ungeschliffen (Asservat-Nr. A014'741'743).

	6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 16. Dezember 2021 beschlagnahmten Gegenstände (Lagerbehörde: Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage) werden eingezogen und durch die Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft di...
	- Softairpistole (Asservat-Nr. A014'741'754),
	- 2 9mm Patronen (Asservat-Nr. A014'741'765).

	7. Der Antrag des Privatklägers 1, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB zu untersagen, für die Dauer von mindestens drei Jahren mit dem Privatkläger 1 in irgend einer Weise direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen, wir...
	8. Der Antrag des Privatklägers 1, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b Abs. 2 lit. b StGB zu untersagen, für die Dauer von mindestens drei Jahren die Liegenschaft an der B._____-strasse … in C._____ zu betreten, wird abgewiesen.
	9. Der Antrag der Privatklägerin 2, es sei dem Beschuldigten gemäss Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB und Art. 67b Abs. 2 lit. b StGB gerichtlich zu verbieten, für die Dauer von fünf Jahren mit der Privatklägerin 2 und deren Familienangehörigen direkt oder ...
	10. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.
	11. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 wird abgewiesen.
	12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 eine Genugtuung in Höhe von Fr. 500.00 zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in Höhe von Fr. 300.00 zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 6'989.30 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	1. Disp. Ziff. 1 bis 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht in Strafsachen vom 10. Juni 2022 seien aufzuheben und es sei A._____ vollumfänglich freizusprechen.
	2. Disp. Ziff. 12, 13, 16 und 17 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht in Strafsachen vom 10. Juni 2022 seien aufzuheben.
	3. Es sei A._____ für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 15'694.70 zuzusprechen. Ausserdem sei ihm eine Genugtuung von Fr. 400.– zzgl. 5% Zins seit 21. Februar 2021 auszurichten.
	4. Disp. Ziff. 15 des Urteils des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht in Strafsachen vom 10. Juni 2022 sei aufzuheben und es seien die Kosten der Untersuchung des gerichtlichen Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen.
	Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
	1. Die Berufung sei abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 10. Juni 2022 sei zu bestätigen.
	2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten des Beschuldigten und Berufungsklägers.
	d) Des Vertreters der Privatklägerin 2: (Urk. 78)
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	__________________________________
	Erwägungen:
	I. Verfahrensverlauf/Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, liess der Beschuldigte am 13. Juni 2022 Berufung anmelden (Urk. 61). Das begründete Urteil (Urk. 68 bzw. Urk. 70) wurde den Parteien am 7. Septembe...
	1.2. Mit Präsidialverfügung vom 30. September 2022 wurde den Parteien Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 74). Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatkläger 1 und 2 te...
	1.3. Am 17. November 2022 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 12. April 2023 vorgeladen (Urk. 83). Mit Eingabe vom 15. März 2023 teilte die erbetene Rechtsvertretung des Beschuldigten mit, dass sie diesen nicht mehr vertrete (Urk. 84)...
	2. Umfang der Berufung
	2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefocht...
	2.2. In ihrer Berufungserklärung vom 26. September 2022 (Urk. 72) focht die ehemalige erbetene Verteidigung keine konkreten Dispositivziffern an, sondern forderte einen Freispruch des Beschuldigten; das Urteil werde "soweit mein Klient beschwert ist",...
	3. Strafanträge/Verwertbarkeit der Beweismittel
	3.1. Die Privatkläger 1 und 2 stellten am 20. Februar 2021 gegen den Beschuldigten schriftlich je Strafantrag wegen Drohung und Körperverletzung, eventualiter Tätlichkeit (D1/3-4) bzw. wegen Drohung (D1/7/2 S. 5).
	3.2. Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass die Verwertbarkeit der Videoaufnahme der Privatklägerin 2 vom Beschuldigten (D1/5/3) als Beweismittel fraglich sei (Urk. 70 S. 10; vgl. Art. 4 Abs. 4 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 DSG und Art. 141 Abs. 2 StP...

	II. Sachverhalt
	1. Vorbemerkungen
	1.1. Im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil wird – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – in Bezug auf die tatsächliche und rechtliche Würdigung ergänzend an den entsprechenden Stellen auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. Art. 82 ...
	1.2. Die Vorinstanz hat die verwertbaren Beweismittel korrekt angegeben sowie die Aussagen der einvernommenen Personen ausführlich wiedergegeben und gewürdigt, worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vorab vollumfänglich verwiesen werden kann (...
	1.3. Zur Beweiswürdigung ist anzumerken, dass auch unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Schuld des Beschul...
	2. Sachverhaltserstellung
	2.1. Die Vorinstanz erstellte den Sachverhalt, wie er dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen wird (Urk. 20; Urk. 70 S. 29 ff., S. 37):
	Der Beschuldigte habe am 20. Februar 2021, von ca. 10.00–10.20 Uhr, anlässlich einer vor dem Wohnort der Privatkläger 1 und 2 erfolgten verbalen Auseinandersetzung, dem Privatkläger 1 gegenüber gesagt: "ich kann meine 9mm zu Hause holen" sowie "es wis...
	Beim anschliessenden Gerangel zwischen dem Privatkläger 1 und dem Beschuldigten sei dieser zunächst auf dem Lendenbereich des Privatklägers 1 gesessen und habe diesem mit der rechten Hand von oben zwei bis drei Schläge ins Gesicht sowie einen auf den ...
	2.2. Vorgeschichte
	2.2.1. Um die Ereignisse nachvollziehen zu können, ist kurz auf die Vorgeschichte einzugehen (ausführlich dargestellt in Urk. 70 S. 11 ff. mit den entsprechenden Belegstellen). Zwischen der Familie des Beschuldigten und der Familie E._____ – welche de...
	2.2.2. Vor den anklagerelevanten Ereignissen erhielt die Privatklägerin 2 eine Nachricht von G._____ aus dem Blumenladen mit den Worten "Hilfe meine Nachbarn stehen vor der Türe". Zu diesem Zeitpunkt parkierten der Beschuldigte und sein Vater, D._____...
	2.2.3. Der Privatkläger 1 ging auf Grund der Mitteilung von G._____ zum Blumenladen, wobei G._____ und ihre Mutter, I._____, Angst gehabt hätten. Der Privatkläger 1 ging daraufhin in den gegenüberliegenden J._____, um die Situation von dort aus zu beo...
	2.3. Würdigung
	2.3.1. Als objektive Beweismittel können die ärztlichen Berichte und die von den Verletzungen gemachten Fotos beigezogen werden. Der Privatkläger 1 erlitt durch den Vorfall Kopf- und Nackenschmerzen, mehrere Prellmarken im Gesicht, eine Druckdolenz an...
	2.3.2. Die einzige in den Vorfall nicht direkt verstrickte Person ist der Zeuge K._____, welcher anlässlich des Vorfalls in seinem L._____ [Gefährt] an der B._____-strasse in C._____ arbeitete und im Rahmen der Auseinandersetzung hinzu kam. Er beobach...
	Aus den Aussagen des Zeugen K._____ lässt sich somit für die Sachverhaltserstellung lediglich ableiten, dass es eine gravierendere verbale Auseinandersetzung gab (ansonsten die Privatklägerin 2 nicht nach der Polizei geschrien hätte) und es in der Fol...
	2.3.3. Bei der Würdigung der direkt beteiligten Personen kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Aussagen der Privatkläger 1 und 2 als glaubhaft einzuschätzen sind, hingegen diejenigen des Beschuldigten und von D._____ als widersprüchlich, übertriebe...
	2.3.4. Mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung mit den Worten "ich kann meine 9mm zu Hause holen" sowie "es wissen jetzt alle, wo du wohnst" liegen konstante und glaubhafte Aussagen der Privatkläger 1 und 2 vor (D1/1 S. 2; D1/6/3 S. 6 f.; D1/7/1 ...
	2.3.5. Demgegenüber sind die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten, wonach es nicht stimme, dass er die angeklagte Drohung geäussert habe, sondern vielmehr er es gewesen sei, welcher trotz verbaler Provokationen und Beleidigungen durch den Privat...
	2.3.6. Mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung gegenüber dem Privatkläger 1 mit den Worten "ich kann meine 9mm zu Hause holen" sowie "es wissen jetzt alle, wo du wohnst" ist somit der Sachverhalt aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatkläger...
	2.3.7. Die angeklagte Drohung des Beschuldigten der Privatklägerin 2 gegenüber mit den Worten "und Dir schiesse ich als erstes in den Kopf" stützt sich auf die Aussagen der Privatklägerin 2. Der Privatkläger 1 schilderte diese Drohung in seinen Deposi...
	2.3.8. Den Aussagen der Privatklägerin 2 stehen diejenigen des Beschuldigten gegenüber, welche – wie schon dargelegt – in ihrer Gesamtheit als unglaubhaft zu würdigen sind. Er bestreitet, die Privatklägerin 2 bedroht zu haben (D1/6/3 S. 17). Es ersche...
	2.3.9. Der Sachverhalt ist somit mit Bezug auf den Anklagevorwurf der Drohung gegenüber der Privatklägerin 2 mit den Worten "und Dir schiesse ich als erstes in den Kopf" erstellt.
	2.3.10. Hinsichtlich der angeklagten einfachen Körperverletzung ist bei der Würdigung der Aussagen der beteiligten Personen zunächst festzuhalten, dass es sich um ein dynamisches Geschehen handelte und daher geringfügige Unklarheiten nachvollziehbar s...
	2.3.11. Der Beschuldigte machte zusammengefasst geltend, dass die Verletzungen des Privatklägers 1 wohl in der Zeit entstanden seien, als dieser ihn angegriffen und er, der Beschuldigte, sich gewehrt habe, indem er den Baseballschläger gehalten und ei...
	2.3.12. Bei der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten fällt auf, dass seine Aussagen im Laufe der Einvernahmen immer genauer und detailreicher ausfallen, was äusserst ungewöhnlich ist, wenn sich die Ereignisse tatsächlich so abgespielt hätten, wie ...
	2.3.13. Völlig unnachvollziehbar und daher unglaubhaft ist, warum der Beschuldigte, obwohl er ja nach seiner Darstellung gesehen haben will, dass der Privatkläger 1 den Baseballschläger behändigte, diesen aufzog und ihn damit angegriffen haben soll, d...
	2.3.14. Aus den Depositionen von D._____ kann ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschuldigten abgeleitet werden, sind diese – worauf bereits verwiesen wurde – deutlich einseitig und klar übertrieben und daher unglaubhaft. So habe er gesehen, "wie dieser...
	2.3.15. Zu den Aussagen der Privatkläger 1 und 2 ist bezüglich der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen neben deren Konstanz, Logik und Übereinstimmung ohne Aggravierungstendenzen zusätzlich hervorzuheben, dass sie mit ihren Aussagen sich selber auch belast...
	2.3.16. Die ihm zugefügten Schläge bzw. das Drücken des Fingers ins Auge schilderten der Privatkläger 1 und die Privatklägerin 2 konstant und ohne Aggravierungen innerhalb der "chaotischen Szene" des "Gerangels": So führte der Privatkläger 1 aus, dass...
	2.3.17. Die Privatklägerin 2 beschrieb gesehen zu haben, dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 mit seiner Faust auf das Gesicht geschlagen habe (D1/7/2 S. 3; D1/7/5 S. 5), es habe auch "getätscht" (D1/7/5 S. 11). Als der Beschuldigte im Schwitzkast...
	2.3.18. Nicht abschliessend nachvollzogen werden kann, weshalb sich aus dem Parkieren vor einem Blumenladen an einem Samstagmorgen und einem schwelenden Streit zwischen der Familie A._____ D._____ und der Familie E._____ die vorliegende Situation entw...
	2.3.19. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine ernsthaften Zweifel daran bestehen, dass sich der Sachverhalt auch mit Bezug auf die Schläge sowie das Drücken des Fingers ins Auge so zugetragen hat, wie er in der Anklageschrift festgehalten ist.

	III. Rechtliche Würdigung
	IV. Strafzumessung
	1. Vorbemerkungen
	1.1. Die Vorinstanz fällte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– aus (Urk. 70 S. 40 ff., S. 44). Sie hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen ist, richtig dargestellt (Urk. 70 S. 40 ff.), worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wie...
	1.2. Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Dar-über hinaus berücksichtigt es das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Hat der Täter durc...
	Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des As-perationsprinzips...
	1.3. Stehen die (hypothetische) Einzelstrafen für sämtliche Normverstösse fest und sind diese – zumindest teilweise – gleicher Art, hat das Gericht in einem zweiten Schritt in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstraf...
	1.4. Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte ist schliesslich die Täterkomponente zu berücksichtigen, nachdem sich diese für die einzelnen Normverstösse nicht wesentlich unterscheidet.
	1.5. Der Beschuldigte hat sich der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Die Strafandrohung ist bei beiden Delikten Freiheitsstrafe bis zu dr...
	2. Konkrete Strafzumessung
	2.1. Einfache Körperverletzung
	2.1.1. Mit Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger 1 durch den Vorfall Kopf- und Nackenschmerzen, mehrere Prellmarken im Gesicht, eine Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluterguss an ...
	2.1.2. Diese Einschätzung gilt auch für die subjektive Tatschwere, da die Verletzungen beim Gerangel um den Baseballschläger und damit im Rahmen eines dynamischen Geschehens entstanden sind. Indes kann auf Grund dieses Umstandes nicht zu Gunsten des B...
	2.1.3. Es rechtfertigt sich daher in Anbetracht des Strafrahmens die Einsatzstrafe für die einfache Körperverletzung auf 120 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.
	2.2. Mehrfache Drohung
	2.2.1. Bei der objektiven Tatschwere sind beide Drohungen als schwere Drohungen zu werten, wurde den Privatklägern 1 und 2 doch jeweils der Tod durch Erschiessen mit einer Schusswaffe in Aussicht gestellt, wobei hinsichtlich der Privatklägerin 2 die T...
	2.2.2. Mit Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte wusste, dass er mit der Drohung des Erschiessens die Privatkläger 1 und 2 in Angst und Schrecken versetzte. Er wollte dies auch, wohl um ihnen gegenüber seine Überl...
	2.2.3. Die Festsetzung einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen für die mehrfache Drohung durch die Vorinstanz (Urk. 70 S. 42 f.) erweist sich daher als zu milde, angemessen ist eine Strafe von 60 Tagessätzen Geldstrafe.
	2.3. Gesamtstrafe
	Zwischen der einfachen Körperverletzung und der mehrfachen Drohung besteht ein enger zeitlicher Zusammenhang, weshalb eine Asperation von einem Viertel vorzunehmen und die Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen Geldstrafe für die einfache Körperverletzung ...
	2.4. Täterkomponenten
	2.4.1. In Bezug auf seine persönlichen Verhältnisse wiederholte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen seine bereits vor Vorinstanz deponierten Aussagen (Prot. II S. 9 ff.). Der Beschuldige wuchs in C._____ ZH auf, absolv...
	2.4.2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 94), was neutral zu werten ist. Er ist nicht geständig, weshalb diesbezüglich keine Strafmilderung in Frage kommt.
	2.5. Strafe/Vollzug
	2.5.1. Aufgrund der obigen Erwägungen resultiert eine auszufällende Geldstrafe von 165 Tagessätzen. Angesichts des Verschlechterungsverbots (reformatio in peius; Art. 391 Abs. 2 StPO) bleibt es bei den durch die Vorinstanz ausgefällten 150 Tagessätzen.
	2.5.2. An die Strafe ist die erstandene Haft von 1 Tag anzurechnen (Art. 51 StGB). Zur Tagessatzhöhe von Fr. 30.– hat die Vorinstanz ausführliche Erwägungen gemacht, auf welche zu verweisen ist (Urk. 70 S. 44). Ein tieferer Tagessatz kommt vorliegend ...

	V. Genugtuung
	1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger 1 Fr. 500.– als Genugtuung zu bezahlen. Zudem verpflichtete die Vorinstanz den Beschuldigten, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von Fr. 300.– zu bezahlen. Beide Summen seien ab dem...
	2. Vor Vorinstanz machte die Verteidigung zu den geforderten Genugtuungsbegehren keine substantiierten Ausführungen, sondern verlangte pauschal deren Abweisung (Urk. 57 S. 15). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung nicht aus...
	3. Die Vorinstanz führte zu den Genugtuungsansprüchen zusammengefasst aus, dass der Privatkläger 1 mehrere Prellmarken im Gesicht, eine Druckdolenz an der Halswirbelsäule, Prellmarken mit leichtem Bluterguss an der Brustwirbelsäule, Kopfschmerzen, ein...
	4. Diese Erwägungen sind – mit dem Hinweis einer direktvorsätzlich verübten Verletzung der körperlichen Integrität – zu übernehmen und die zugesprochenen Genugtuungssummen von Fr. 500.– bzw. Fr. 300.– zu bestätigen, wobei diese Summen ab dem Ereignisd...

	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Kostenauflage (Ziffer 15) zu bestätigen.
	2. Ebenso zu bestätigen sind die auf Grund von Art. 433 Abs. 1 StPO zugesprochenen Prozesseschädigungen an den Privatkläger 1 in Höhe von Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) und die Privatklägerin 2 in Höhe von Fr. 6'989.30 (inkl. MwSt.). Diese Beträge sind du...
	3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veranschlagen. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seine...
	4. Die amtliche Verteidigung ist aus der Gerichtskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO). Sie macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen und Barauslagen (ohne Berücksichtigung der Berufungsverhandlung) von insgesamt Fr. 8'346.95 geltend (Urk. ...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 10. Juni 2022 bezüglich der Dispositivziffern 4 (Herausgabe des Baseballschlägers an den Privatkläger 1), 5 (Herausgabe des Samuraischwerts an den Beschuldigten), 6 (Einziehungen)...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 N._____ eine Genugtuung von Fr. 500.– zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 O._____ eine Genugtuung von Fr. 300.– zuzüglich Zins von 5 % seit 20. Februar 2021 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.
	6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 15) wird bestätigt.
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 8'207.60 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 6'989.30 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemä...
	11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für das zweitinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben);
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl;
	- die Rechtsvertreterin des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 1 (übergeben);
	- den Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 2;
	- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten;
	- die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl;
	- die Rechtsvertreterin des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 1 (sofern verlangt);
	- den Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 2 (sofern verlangt);
	 die Vorinstanz (mit dem Ersuchen um Mitteilung gemäss erstinstanzlichem Urteil vom 10. Juni 2022, Dispositivziffer 4 und 5);
	 Koordinationsstelle VOSTRA/DNA, mit Formular "Löschung des DNA-Profils und ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils;
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	13. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.