# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f9a0c9d-584a-5478-930b-f658ac616a8c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2010 A-180/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-180-2010_2010-10-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-180/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), 
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, 
Richter Beat Forster, 
Gerichtsschreiberin Anita Schwegler.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Billag AG,
av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,
Erstinstanz,

und

Bundesamt für Kommunikation BAKOM,
Abteilung Aufsicht und Funkkonzessionen, 
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,
Vorinstanz.

Radio- und Fernsehempfangsgebühren.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-180/2010

Sachverhalt:

A.
A._______ meldete sich am 8. Dezember 2006 für  den gewerblichen 
Radio- und Fernsehempfang im Restaurant B._______ in C._______ 
ab dem 1. Oktober 2006 an. Mit Datum vom 3. Januar 2007 stellte ihr 
die  Billag  AG für  die  Zeit  vom 1. November  2006  bis  zum 31. März 
2007 den Betrag von Fr. 399.15 und mit Datum vom 2. April 2007 für 
die  Zeit  vom  1. April 2007  bis  zum  30. Juni 2007  den  Betrag  von 
Fr. 248.30 für den gewerblichen Radio- und Fernsehempfang in Rech-
nung. Die Billag AG teilte A._______ mit Schreiben vom 1. Mai 2007 
mit,  dass  sie  mit  der  nachgesuchten  Bezahlung  der  ausstehenden 
Rechnung in der Höhe von Fr. 399.15 in vier monatlichen Raten ein-
verstanden sei.

B.
Mit  E-Mail  vom  27. Juni 2007  meldete  A._______  das  Restaurant 
B._______ per 31. Juli 2007, bzw. korrigiert mit Schreiben vom 7. Juli 
2007  per  30. Juni 2007,  vom  gewerblichen  Radio-  und  Fernseh-
empfang  ab.  Am  12. Juli 2007  bestätigte  die  Billag  AG,  dass  sie 
A._______  die  Empfangsgebühren für  den gewerblichen  Radio-  und 
Fernsehempfang ab dem 1. Juli 2007 nicht mehr in Rechnung stellen 
werde.

C.
Mit  Betreibungsbegehren vom 19. Juni 2008 leitete die Billag AG die 
Betreibung Nr. 803'509 über  insgesamt Fr. 364.35 (Radio-  und Fern-
sehempfangsgebühren  inkl.  Mahn-  und  Betreibungsgebühren  exkl. 
Betreibungskosten)  gegen  A._______  ein. Dagegen erhob  diese am 
8. Juli 2007  Rechtsvorschlag,  welchen  sie  mit  Schreiben  vom 9. Juli 
2008 begründete.

Hierauf erliess die Billag AG am 2. Oktober 2008 eine Verfügung, mit 
welcher sie den Rechtsvorschlag von A._______ beseitigte und defini -
tive Rechtsöffnung erteilte. Mit gleicher Verfügung stellte die Billag AG 
fest,  dass  A._______  der  Erhebungsstelle  für  die  Zeitspanne  vom 
1. November 2006  bis  zum  30. Juni 2007  Fr. 374.35  (inkl.  Mahn-/ 
Betreibungsgebühren, exkl. Betreibungskosten) zu bezahlen habe und 
die  Betreibungskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 46.00  gemäss  Art. 68 
SchKG  dem  Schicksal  der  Betreibung  folgten  und  somit  von 
A._______ zu bezahlen seien.

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D.
Am 10. Oktober 2008 stellte  A._______ der Billag AG ein Schreiben 
zu, welches diese am 15. Oktober 2008 ans Bundesamt für Kommuni-
kation  BAKOM  weiterleitete.  Mit  Schreiben  vom  27. Oktober 2008 
(Postaufgabe  28. Oktober 2008)  bestätigte  A._______  dem  BAKOM 
auf  Anfrage,  dass ihr  Schreiben vom 10. Oktober 2008 an die Billag 
AG als Beschwerde entgegenzunehmen sei.

Mit  Verfügung  vom  16. Dezember 2009  wies  das  BAKOM  die 
Beschwerde  von  A._______  ab,  soweit  es  darauf  eintrat.  Es  stellte 
fest,  dass  A._______  vom 1. November 2006  bis  zum 30. Juni 2007 
für  das Restaurant  B._______ in C._______ der Gebührenpflicht  für 
den gewerblichen Radio- und Fernsehempfang unterlegen war. Weiter 
beseitigte es den in der Betreibung Nr. 803'509 des Betreibungsamts 
D._______ erhobenen Rechtsvorschlag und auferlegte A._______ die 
Verfahrenskosten  für  den  Entscheid  des  BAKOM  in  der  Höhe  von 
Fr. 250.--.

E.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  A._______  (nachfolgend  Beschwer-
deführerin)  mit  Schreiben  vom  12. Januar 2010  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt  sinngemäss die  Aufhebung 
der Verfügung des BAKOM (nachfolgend Vorinstanz) und die Befreiung 
von bzw. die rückwirkende Aufhebung der Gebührenpflicht betreffend 
die streitige Periode.

Mit Schreiben vom 25. Januar 2010 stellte die Beschwerdeführerin ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, welches mit  Zwischenverfü-
gung vom 1. Februar 2010 gutgeheissen wurde.

F.
In ihrer  Vernehmlassung vom 23. Februar 2010 beantragt die Vorins-
tanz die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge, soweit darauf 
eingetreten werden könne.

Auf weitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befind-
lichen Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Vor-
instanzen  sind  die  in  Art. 33  VGG genannten  Behörden.  Als  Verfü-
gungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 VwVG auch Beschwerdeentscheide 
im Sinne von Art. 61 VwVG.

1.2 Der  Beschwerdeentscheid  des  BAKOM vom 16. Dezember 2009 
stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar und das BAKOM 
ist  nach Art. 33  Bst. d  VGG mögliche Vorinstanz des Bundesverwal-
tungsgerichts. Letzteres ist demnach zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde.

1.3 Anfechtungsobjekt  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungs-
gericht  bildet  einzig  der  vorinstanzliche  Entscheid.  Dieser  ersetzt 
allfällige Entscheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 25 Rz. 2.7).

Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist  somit die Verfügung 
des BAKOM vom 16. Dezember 2009, welche ihrerseits die Verfügung 
der Billag AG (nachfolgend: Erstinstanz) vom 2. Oktober 2008 betreff-
end  die  Beseitigung  des  Rechtsvorschlags  vom  8. Juli 2008  in  der 
Betreibung Nr. 803'509 ersetzt. Darin stellte die Vorinstanz fest, dass 
die Beschwerdeführerin vom 1. November 2006 bis zum 30. Juni 2007 
für  das Restaurant  B._______ in C._______ der Gebührenpflicht  für 
den  gewerblichen  Radio-  und  Fernsehempfang  unterlegen  war. 
Gestützt auf diese Feststellung beseitigte die Vorinstanz mit  gleicher 
Verfügung den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 803'509. Weiter 
auferlegte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  die  Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 250.--.

1.4 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung  hat.  Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  ange-

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fochtenen,  sie belastenden Verfügung vom 16. Dezember 2009 ohne 
weiteres zur Beschwerde legitimiert.

1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten.

2.
Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  den  angefochtenen  Ent-
scheid auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich der unrich-
tigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens – sowie auf Angemessen-
heit hin (Art. 49 VwVG).

3.
Am  1. April 2007  sind  das  neue  Bundesgesetz  vom  24. März 2006 
über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) und die dazugehörige 
Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) 
in Kraft getreten. Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt (Gebüh-
renpflicht vom 1. November 2006 bis am 30. Juni 2007) teilweise noch 
unter dem bis  zum 31. März 2007 geltenden Recht,  dem Bundesge-
setz vom 21. Juni 1991 über Radio und Fernsehen (aRTVG, AS 1992 
601 mit weiteren Änderungen) ereignet hat, ist für die Beurteilung der  
sich stellenden Rechtsfragen bis zum 31. März 2007 noch das alte, ab 
dem  1. April 2007  das  neue  Recht  anwendbar  (vgl.  ANDRÉ MOSER/ 
MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bundesver-
waltungsgericht, Basel 2008, S. 91 Rz. 2.202 mit Hinweisen; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-7657/2009 vom 29. April 2010 E.2).

3.1 Wer  Radio-  und  Fernsehprogramme  empfangen  wollte,  musste 
dies  nach  altem  Recht  der  zuständigen  Behörde  vorgängig  melden 
und hatte Empfangsgebühren zu bezahlen (Art. 55 Abs. 1 aRTVG). Die 
Empfangsgebühren wurden in Art. 55 Abs. 2 und 3 aRTVG weiter aus-
geführt  und vom Bundesrat in Art. 44 ff. der Radio- und Fernsehver-
ordnung vom 6. Oktober 1997 (aRTVV, AS 1997  2903)  konkret  fest-
gelegt.  Art. 41 Abs. 2 aRTVV (in der Fassung der aRTVV, welche am 
1. August 2001 in Kraft gesetzt wurde; AS 2001 1680) legte hinsicht-
lich  Empfangsgebühren eine  Mitwirkungs-  und Meldepflicht  fest.  Än-
derungen  des  meldepflichtigen  Sachverhalts  mussten  in  schriftlicher 
Form  ergehen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C.629/2007  vom 
13. März  2008  E. 2.1  und  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-4466/2008 vom 3. Februar 2009 E. 5.1).

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3.2 Nichts  Wesentliches  hat  sich  in  dieser  Hinsicht  durch  die  am 
1. April 2007 in Kraft getretenen RTVG und RTVV geändert. Personen, 
welche  Radio-  und  Fernsehprogramme  empfangen  wollen,  müssen 
dies der zuständigen Behörde vorgängig melden. Ebenso zu melden 
sind  Änderungen  der  meldepflichtigen  Sachverhalte  (Art. 68  Abs. 3 
RTVG). Art. 68 Abs. 1 RTVG sieht  zudem vor, dass  der  Betrieb von 
Radio-  und  Fernsehprogrammen  gebührenpflichtig  ist  (Empfangsge-
bühr). Beginn und Ende der Gebührenpflicht werden in Art.  68 Abs. 4 
und  5  RTVG weiter  ausgeführt  und  sind  gestützt  auf  Art.  68  Abs. 6 
RTVG vom Bundesrat in Art. 57 ff. RTVV konkret festgelegt worden.

Auch Art. 60 Abs. 1 RTVV legt hinsichtlich der Empfangsgebühr unver-
ändert eine Mitwirkungs- und Meldepflicht fest.

3.3 Die Praxis des Bundesgerichts stellt  klare Anforderungen an die 
Melde-  bzw. Mitwirkungspflicht  derjenigen  Personen,  die  Radio-  und 
Fernsehprogramme empfangen, den Empfang einstellen oder ihre Ge-
bührenpflicht aufheben wollen. So hält die konstante Rechtsprechung 
fest, es sei nicht zu beanstanden, dass die Billag diese Mitwirkungs-
pflicht relativ streng handhabe und eine deutliche Mitteilung verlange, 
wenn die Gebührenpflicht ablaufe, da es sich beim Inkasso der frag-
lichen Gebühren um Massenverwaltung handle (vgl. Urteile des Bun-
desgerichts 2A.621/2004 vom 3. November 2004 E. 2.2, 2C.629/2007 
vom  13. März 2008  E. 2.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-4466/2008  vom  3. Februar 2009  E. 5.1,  A-2348/2006  vom 
14. August 2007 E. 4.2, A-2276/2006 vom 1. März 2007 E. 7).

4.
Die  Beschwerdeführerin  bestreitet  sinngemäss  ihre  Gebührenpflicht. 
Sie  habe privat  nicht  im Restaurant  gewohnt  und sie  habe im Res-
taurant  gar kein Kabelfernsehen oder Radio benötigt,  da sie bei  der 
Übernahme des Restaurants eine Satellitenschüssel angebracht habe. 
Wegen ihres  gesundheitlichen  Zustands  habe  sie  aber  beides  nicht 
gebraucht.  Weiter  führt  sie  aus,  sie  sei  auf  Ergänzungsleistungen 
angewiesen und habe kein Geld, die Rechnungen zu begleichen.

4.1 Nach  ständiger  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  handelt  es 
sich bei der Radio- und Fernsehempfangsgebühr um eine sogenannte 
Regalabgabe. Dies bedeutet, die Gebühr ist für das Recht geschuldet, 
Programme zu empfangen und zwar unabhängig davon, welche und 
wie  viele  Personen  in  einem Haushalt  die  Geräte  benutzen,  welche 
Programme empfangen werden oder ob die Geräte überhaupt benutzt 

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werden (vgl. BGE 121 II  183 E. 3a; Urteile  des Bundesverwaltungs-
gerichts A-2247/2006 vom 28. März 2007 E. 3 und A-2348/2006 vom 
14. August 2007 E. 4.1).

4.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin handelt es sich 
bei den Empfangsgebühren also nicht um eine Art "Entschädigung für 
den Kabelanschluss", sondern um eine Gebühr für das Recht, Radio- 
und Fernsehprogramme zu empfangen. Es spielt weder eine Rolle, ob 
dieses  Recht  überhaupt  ausgeübt  wird,  noch  ob  eine  allfällige  Aus-
übung über  einen  Kabelanschluss  oder  über  eine Satellitenschüssel 
geschieht.

4.3 Die Radio- und Fernsehgesetzgebung sieht  sowohl  eine Gebüh-
renbefreiung von Gesetzes wegen als  auch auf  schriftliches Gesuch 
hin vor. In die Kategorie der von Gesetzes wegen von der Gebühren-
pflicht (und der Meldepflicht) befreiten Benutzer fallen unter bestimm-
ten Voraussetzungen Personen mit Wohnsitz im Ausland, die Bewoh-
ner von Pflegeheimen, die Bundesbehörden sowie die diplomatischen 
Vertretungen und deren Personal (Art. 68 Abs. 6 RTVG i.V.m. Art. 63 
RTVV; Art. 43  aRTVV [in  den Fassungen welche am 1. August 1999 
bzw. am 1. August 2001 in Kraft getreten sind {AS 1999 1845 und AS 
2001 1680}] i.V.m. Art. 45 Abs. 1 aRTVV). Die Aufzählung der Gebüh-
renbefreiungsgründe ist abschliessend (vgl. ROLF H. WEBER, Rundfunk-
recht:  Bundesgesetz  vom 24. März 2006  über  Radio  und Fernsehen 
[RTVG],  Handkommentar,  Bern  2008,  zu  Art. 68  Rz. 12).  Die  Be-
schwerdeführerin  erfüllt  keinen  dieser  Gebührenbefreiungstatbestän-
de.

4.4 Auf schriftliches Gesuch hin befreit die Erhebungsstelle zudem ge-
stützt auf Art. 64 Abs. 1 RTVV AHV- oder IV-Berechtigte von der Ge-
bührenpflicht, die (jährliche) Leistungen nach dem Bundesgesetz vom 
19. März 1965 (bzw. neu vom 6. Oktober 2006) über Ergänzungsleis-
tungen zur  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  (ELG, 
SR 831.30) erhalten und einen rechtskräftigen Entscheid über den An-
spruch auf Ergänzungsleistung einreichen.

Die  Befreiung  der  Bezüger  von  Ergänzungsleistungen  von  der  Ge-
bührenpflicht  verfolgt  einen  sozialpolitischen  Zweck,  denn  Personen 
mit geringem Einkommen sind erfahrungsgemäss in ihrer Mobilität und 
ihren Kommunikationsmöglichkeiten oft eingeschränkt und deshalb in 
besonderem Masse  auf  Radio  und Fernsehen  angewiesen  (vgl. BBl 
2003  1642).  Die  Beschwerdeführerin  hat  als  Bezügerin  von  Ergän-

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zungsleistungen betreffend den privaten Radio- und Fernsehempfang 
unbestrittenermassen Anspruch auf  Gebührenbefreiung. Gegenstand 
des  vorliegenden  Verfahrens  ist  jedoch  die  Gebührenpflicht  für  den 
gewerblichen  Radio-  und  Fernsehempfang.  Unter  Berücksichtigung 
des soeben erwähnten sozialpolitischen Anliegens,  kann die Gebüh-
renbefreiung  für  Bezüger  von  Ergänzungsleistungen  nur  betreffend 
den privaten, nicht aber betreffend den gewerblichen Radio- und Fern-
sehempfang zum Tragen kommen. Denn der gewerbliche Radio- und 
Fernsehempfang dient gemäss Art. 58 Abs. 2 RTVV der Unterhaltung 
oder der Information des Betriebspersonals und somit nicht der Förde-
rung der Kommunikationsmöglichkeiten der gebührenpflichtigen Privat-
person.

4.5 Aus den Vorakten ergibt  sich,  dass sich die Beschwerdeführerin 
am 8. Dezember 2006 bei der Erstinstanz für den gewerblichen Radio- 
und Fernsehempfang angemeldet und als Datum der Inbetriebnahme 
den 1. Oktober 2006 angegeben hatte. Mit  E-Mail  vom 27. Juni 2007 
bzw. Schreiben vom 7. Juli 2007 meldete sie sich betreffend den ge-
werblichen Radio- und Fernsehempfang für das Restaurant B._______ 
per  30. Juni 2007  wieder  ab. Die  Beschwerdeführerin  war  somit  ge-
stützt auf Art. 68 Abs. 4 und 5 RTVG vom ersten Tag des Monats nach 
Inbetriebnahme,  also  vom 1. November 2006  bis  zum 30. Juni  2007 
zum  gewerblichen  Radio-  und  Fernsehempfang  berechtigt  und  ent-
sprechend auch gebührenpflichtig.

Eine  rückwirkende  Aufhebung  der  Gebührenpflicht  ist  nicht  vorge-
sehen. Dies ergibt  sich insbesondere aus der strengen Handhabung 
der Meldepflicht  (vgl. E. 3.3 hiervor). Die Aufhebung ist  erst  möglich 
nachdem die gebührenpflichtige Person der Erhebungsstelle die Ände-
rung des meldepflichtigen Sachverhalts angezeigt hat.

Aus diesen Gründen ist  die Gebührenpflicht  der  Beschwerdeführerin 
grundsätzlich zu bejahen. Nachfolgend bleibt noch die Höhe der aus-
stehenden Gebühren zu prüfen.

5.
Die Gebühren für  den gewerblichen Radio- und Fernsehempfang für 
die  Periode  vom 1. November 2006  bis  zum 31. März 2007  und  die 
Urheberrechtsvergütungen an die SUISA betrugen gemäss Rechnung 
vom 3. Januar 2007 insgesamt Fr. 399.15,  diejenigen für  die Periode 
vom  1. April 2007  bis  zum  30. Juni 2007  gemäss  Rechnung  vom 

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2. April 2007 (inkl. Mahngebühr in der Höhe von Fr. 5.-- betreffend die 
Rechnung vom 3. Januar 2007) Fr. 248.30.

5.1 Nach  mehrmaliger  Mahnung  und  zwischenzeitlichem  Abschluss 
einer  Zahlungsvereinbarung,  bezahlte  die  Beschwerdeführerin  nach 
eigenen  Angaben im Juni  2007  Fr. 99.80  an  die  Erstinstanz. Dieser 
Betrag entspricht einer Rate des gemäss Zahlungsvereinbarung in vier 
Raten zu bezahlenden Rechnungsbetrags in der Höhe von Fr. 399.15 
betreffend die Periode vom 1. November 2006 bis zum 31. März 2007. 
Er stimmt sowohl mit den Angaben der Beschwerdeführerin in ihrem 
Schreiben  vom  23. Juli 2007,  sie  habe  eine  Rate  in  der  Höhe  von 
Fr. 99.80  bezahlt,  als  auch  mit  dem Saldobetrag  (Gesamtausstand) 
gemäss  der  2.  Mahnung  der  Erstinstanz  vom  20. September 2007 
überein  (Fr. 399.15  abzüglich  Fr. 99.80 ergibt  Fr. 299.35). Woher  die 
beiden Beträge auf der Rückseite der 2. Mahnung vom 20. September 
2007 in der Höhe von je Fr. 62.15 stammen, geht  aus den Vorakten 
nicht hervor. Insbesondere stimmen sie nicht mit  den übrigen in den 
Akten enthaltenen Beträgen überein, weshalb davon auszugehen ist, 
dass  die  Beschwerdeführerin  im Juni  2007  tatsächlich  einen  Betrag 
von Fr. 99.80 an die Erstinstanz überwies und der Ausstand betreffend 
die  Periode  vom  1. November 2006  bis  zum  31. März 2007  noch 
Fr. 299.35 betrug.

5.2 Mit als "letzte Mahnung" bezeichnetem Schreiben vom 22. Januar 
2008 fasste die Erstinstanz die Ausstände betreffend die gesamte Zeit -
spanne vom 1. November 2006 bis zum 30. Juni 2007 zusammen und 
stellte  die  Mahngebühr  für  zwei  vorangehende  Mahnungen  in  der 
Höhe von je Fr. 5.-- in Rechnung. Diese "letzte Mahnung" betraf somit 
einen Gesamtbetrag von Fr. 557.65.

5.3 Aus den Vorakten geht hervor, dass die Erstinstanz in der Folge 
die  Ausstände  für  die  Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  (inkl. 
Mahn- und Betreibungsgebühren) und die an die SUISA zu bezahlen-
den Urheberrechtsgebühren gesondert in Betreibung setzte. Das vor-
liegende  Verfahren  betrifft  nur  die  Betreibung  Nr. 803'509  bezüglich 
der  Radio-  und  Fernsehempfangsgebühren  inkl.  Mahn-  und  Betrei-
bungsgebühren  in  der  Höhe  von  insgesamt  Fr. 374.35  zuzüglich 
Betreibungskosten in der Höhe von Fr. 46.-- (vgl. auch angefochtene 
Verfügung und E. 1.3 hiervor).

5.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz den 
Rechtsvorschlag der Beschwerdeführerin für die Forderung der Erst -

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instanz im Betrag von insgesamt Fr. 374.35 (umfassend die Radio- und 
Fernsehempfangsgebühren für die Zeitspanne vom 1. November 2006 
bis zum 30. Juni 2007 sowie die Mahn- und Betreibungsgebühren [vgl. 
Art. 62  Abs. 1  RTVV])  zu  Recht  beseitigt.  Der  vorinstanzliche  Ent-
scheid erweist sich folglich (auch hinsichtlich der von der Beschwerde-
führerin nicht ausdrücklich beanstandeten Auferlegung der Verfahrens-
kosten im Umfang von Fr. 250.--) als rechtmässig und die Beschwerde 
ist abzuweisen.

6.
Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben,  da die  Beschwerdefüh-
rerin in Anwendung von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung 
vom 1. Februar 2010  von  der  Pflicht  zur  Bezahlung  der  Verfahrens-
kosten befreit wurde.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 1000245360/sib; Einschreiben)
- das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Lorenz Kneubühler Anita Schwegler

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 11