# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e4bd6cc-2d9e-5d95-ac60-48d0c6045ee0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LA250020-O2
**Docket/Reference:** LA250020-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LA250020-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer 

Geschäfts-Nr.: LA250020-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin

Dr. iur. S. Janssen  und Oberrichterin lic. iur. R. Hürlimann 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Beschluss vom 14. August 2025

A._____ AG, 

Beklagte und Berufungsklägerin

in Sachen

gegen

B._____, 

Kläger und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____, 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 

Arbeitsgericht Winterthur vom 9. Juli 2025 (AH250001-K)

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Erwägungen:

1.1 Mit Eingabe vom 8. Januar 2025 reichte der Kläger und Berufungsbeklagte 

(fortan Kläger) bei der Vorinstanz eine arbeitsrechtliche Klage ein (Urk. 1). Der erst-

instanzliche Prozessverlauf kann den Erwägungen des angefochtenen Entscheids 

entnommen werden (Urk. 21 S. 3). Mit Urteil vom 9. Juli 2025 hiess die Vorinstanz 

die Klage teilweise gut und verpflichtete die Beklagte und Berufungsklägerin (fortan 

Beklagte)  zur  Lohnzahlung  von  insgesamt  Fr. 15'725.30  (brutto)  nebst  Zins,  zur 

Zahlung einer Pönale in Höhe von netto Fr. 6'000.– und zur Aus- und Zustellung 

der Lohnabrechnungen für die in Dispositivziffer 1 genannte Zahlung sowie einer 

Arbeitsbestätigung (Urk. 16 S. 25 = Urk. 21 S. 25).

1.2. Dagegen  erhob  die  Beklagte  mit  Eingabe  vom  30. Juli  2025  (Poststempel: 

gleichentags) bei der Vorinstanz "Einsprache" (Urk. 20). Die Vorinstanz leitete die 

"Einsprache" mit Schreiben vom 31. Juli 2025 an die hiesige Instanz weiter, welche 

diese als Berufung entgegennahm (Urk. 22). Die Berufung erfolgte fristgerecht (vgl. 

Art. 311 Abs. 1 ZPO, Art. 143 Abs. 1bis ZPO und Urk. 17) mit den folgenden Anträ-

gen (Urk. 20 S. 1):

"1. Das  Urteil  vom  09.07.2025  sei  aufzuheben  und  die  Klage  des  Herrn 

B._____ vollständig abzuweisen.

2.

Die Prozesskosten sowie eine angemessene Parteientschädigung seien 
dem Kläger aufzuerlegen."

1.3 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–19). Da sich die Beru-

fung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – sogleich als offensichtlich unbegründet 

erweist,  kann  auf  weitere  Prozesshandlungen  verzichtet  werden  (vgl.  Art. 312 

Abs. 1 ZPO). 

2. Mit  der  Berufung  kann  die  unrichtige  Rechtsanwendung  und  die  unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen,  einschliesslich  der  Frage  richtiger  Ermessensausübung  (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu 

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betrachten  ist  bzw.  an  einem  der  genannten  Fehler  leidet  (BGE  142 I 93  E. 8.2; 

BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offen-

sichtlichen  Mängeln  –  grundsätzlich  auf  die  Beurteilung  der  Beanstandungen  zu 

beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-

den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). Soweit eine Beanstandung vorgetragen wird, 

wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO); sie ist 

weder an die Argumente der Parteien noch an die Begründung der Vorinstanz ge-

bunden. In diesem Rahmen ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als 

dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1). 

3.

Diesen Anforderungen genügt die Berufung der Beklagten nicht. Sie setzt sich 

nicht  mit  den  Erwägungen  der  Vorinstanz,  insbesondere,  dass  es  sich  bei  ihren 

Vorbringen um pauschale und weitgehend unsubstantiierte Behauptungen handle 

und keine Beweismittel offeriert worden seien bzw. bereits konkrete Tatsachenbe-

hauptungen  fehlten,  auseinander  (Urk. 21  S. 12  betreffend  fristlose  Kündigung, 

S. 14 betreffend die Einhaltung der vorgegebenen Arbeitszeiten seitens des Klä-

gers und die Entwendung von Werkzeugen sowie des Lieferwagens, S. 18 betref-

fend vom Kläger bezogene Ferien, S. 19 betreffend vom Kläger geleistete Über-

stunden). Die Beklagte wiederholt lediglich, dass sämtliche vertraglich geschulde-

ten Lohnzahlungen an den Kläger geleistet worden seien und keine rückständigen 

Ansprüche für die Monate Juni 2024 und Juli 2024 bestünden (Urk. 20 S. 1), ohne 

sich  mit  den  Erwägungen  der  Vorinstanz  zur  ungerechtfertigten  fristlosen  Kündi-

gung und der damit zusammenhängenden Lohnfortzahlungspflicht auseinanderzu-

setzen. Weiter macht die Beklagte geltend, der Kläger habe nicht beweisen können, 

dass ein Anspruch auf zusätzliche Zahlungen bestehe, da rechtsgültige Arbeitszeit-

nachweise oder Belege für Mehrstunden, schriftliche Vereinbarungen über zusätz-

liche Vergütungen und Nachweise, dass der geltend gemachte Betrag jemals ge-

schuldet gewesen sei, fehlten. Sodann trage der Kläger die Beweislast für seine 

Forderung (Urk. 20 S. 1). Diesbezüglich setzt sich die Beklagte wiederum nicht mit 

den Erwägungen der Vorinstanz auseinander, dass der Kläger eine handschriftli-

che Zeiterfassung eingereicht habe, welche nachvollziehbar sei und dass zur Be-

stimmung der Auszahlung der Überstunden auf die vertraglichen sowie obligatio-

nenrechtlichen Bestimmungen abzustellen sei (Urk. 21 S. 19). Dasselbe gilt für die 

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Rüge der Beklagten, das Gericht habe ihre Beweise nicht hinreichend berücksich-

tigt, 

insbesondere  die  Aussagen  von  C._____,  wodurch 

ihr 

rechtliches 

Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden sei (Urk. 20 S. 1). In diesem Zu-

sammenhang hätte die Beklagte sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen, dass 

es  bereits  an  konkreten  Tatsachenbehauptungen  zu  den  einzelnen  Vorbringen 

fehle, die Beweismittel nicht dazu dienen dürften, mangelhaft behauptete Vorbrin-

gen der Parteien zu verbessern und es sich somit erübrige, solche abzunehmen, 

auseinandersetzen müssen, was sie unterlassen hat.

Abschliessend macht die Beklagte geltend, die zugesprochenen Nebenkosten und 

Verzugszinsen seien ohne Rechtsgrundlage und überhöht (Urk. 20 S. 1). Welche 

"Nebenkosten" die Beklagte beanstandet, ist nicht restlos klar. Es ist aber davon 

auszugehen, dass damit die Pönale gemeint ist. Die Behauptung der Beklagten, es 

bestehe keine Rechtsgrundlage dafür und ebenso wenig für die Verzugszinsen, ist 

nicht korrekt. Die Verzugszinsen sind in Art. 104 Abs. 1 OR normiert, wonach der 

Schuldner, welcher mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug ist, Verzugszinsen 

"zu  fünf  vom  Hundert  für  das  Jahr"  zu  bezahlen  hat.  Die  Pönale  ist  in  Art. 337c 

Abs. 3 OR verankert. Die Beklagte macht geltend, diese sei überhöht. Angesichts 

ihres Antrags auf vollständige Abweisung der Klage ist davon auszugehen, dass 

sie beantragt, es sei keine Pönale zuzusprechen. Die Beklagte setzt sich jedoch 

nicht mit der vorinstanzlichen Erwägung auseinander, dass es im gerichtlichen Er-

messen liege, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung zuzusprechen und dass vor-

liegend  keine  ausserordentliche  Umstände  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ersichtlich seien, die ein Absehen von einer Entschädigung recht-

fertigen würden (Urk. 21 S. 20). Ebenso wenig legt die Beklagte dar, weshalb es 

vorliegend – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – gerechtfertigt wäre, von einer 

Entschädigung abzusehen. 

Nach dem Gesagten ist auf die Berufung nicht einzutreten.

4.1 Bei  Streitigkeiten  aus  dem  Arbeitsverhältnis  mit  einem  Streitwert  unter 

Fr. 30'000.–  werden  keine  Gerichtskosten  erhoben  (Art. 114  lit. c  ZPO).  Die 

Kostenlosigkeit  gilt  –  von  vorliegend  nicht  anwendbaren  Ausnahmen  abgesehen 

(vgl. Art. 115 Abs. 1 ZPO) – auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren (BGer 

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4A_332/2015  vom  10. Februar  2016  E. 6.2).  Es  sind  entsprechend  keine 

Gerichtskosten zu erheben.

4.2 Die  Kostenfreiheit  gemäss  Art. 114  ZPO  bezieht  sich  nur  auf  die  Gerichts-

kosten. Die Zusprechung von Parteientschädigungen erfolgt nach den allgemeinen 

Regeln (Art. 105 ff. ZPO; BK ZPO-Sterchi, Art. 113-114 N 5). Es sind jedoch auch 

keine Parteientschädigungen zuzusprechen, der Beklagten zufolge ihres Unterlie-

gens und dem Kläger mangels relevanter Aufwendungen (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 

Abs. 3 ZPO). 

1.

2.

3.

4.

Es wird beschlossen:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage einer Kopie 

von Urk. 20, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies  ist  ein  Endentscheid  im  Sinne  von  Art.  90  BGG.  Es  handelt  sich  um  eine 
vermögensrechtliche  arbeitsrechtliche  Angelegenheit.  Der  Streitwert  beträgt 
Fr. 22'275.30. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

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Zürich, 14. August 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw D. Müller

versandt am:
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