# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f496fef8-c481-5883-9b93-603d9be7b58a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.06.2010 E-3322/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3322-2010_2010-06-29.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3322/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 1. April 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3322/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  25.  September  2009  an  die 
Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  suchte  der  Beschwerdeführer 
um Asyl in der Schweiz nach.

Zur Begründung führte er aus, er stamme aus B._______, Jaffna. Seit 
dem Jahre 2007 halte er sich in Colombo auf. Am 27. Juni 2008 sei er 
in  C._______  von  der  Armee  verhaftet  worden.  Er  sei  während 
insgesamt  elf  (recte: zehn)  Monaten inhaftiert  gewesen,  wovon acht 
Monate im D._______. Nach seiner Freilassung durch den E._______ 
am 29. April 2009 sei er von Unbekannten verfolgt worden.

Als Beweismittel  reichte der Beschwerdeführer eine Bestätigung des 
F._______ vom 30. April 2009 ein.

B.
Die  Botschaft  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
9. Oktober 2009 – sofern er am Gesuch festhalte – auf,  verschiedene 
Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen  be-
ziehungsweise zu bezeichnen. 

C.
Innert  der  angesetzten  Frist  antwortete  der  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben vom 6. November 2009. Darin führte er aus, sein Schwager  
sei  am 10. Januar  2007  und  sein  Vater  am 15. März  2007  entführt 
worden. Beide würden heute noch vermisst, ebenso ein weiterer Ver-
wandter. Nach diesen Vorkommnissen habe er im Frühling 2007 Jaffna 
verlassen und sich nach Colombo begeben. Am 27. Juni 2008 sei er 
von der Armee verhaftet und während elf (recte: zehn) Monaten fest-
gehalten worden. Während der Haft sei er misshandelt worden, was er 
einem  Vertreter  des  ICRC  anlässlich  dessen  Besuch  im  Gefängnis 
auch mitgeteilt habe. Am 29. April 2009 sei er aus der Haft entlassen 
worden.  Nach  seiner  Freilassung  durch  den  E._______sei  er  von 
Unbekannten verfolgt worden. Sein Haus in Jaffna sei von der Armee 
zerstört worden. 

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  Geburts-
registerauszug,  einen  Haftbefehl  vom  28.  Juni  2008,  eine  Haft-
bestätigung  des  ICRC  vom  20.  April  2009,  ein  Schreiben  des 

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G._______  vom 29.  April  2009  sowie  eine  Vermisstanzeige  zu  den 
Akten.

D.
Mit Schreiben vom 8. Januar 2010 teilte der Beschwerdeführer mit, am 
28. Dezember 2009 sei er in seiner Loge vom Criminal Investigation 
Department (CID) kontrolliert  worden. Sein Vater und sein Schwager 
seien  von  der  Armee  getötet  und  sein  Haus  in  Jaffna  sei  zerstört  
worden.

E.
Am 21. Januar 2010 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer zu den 
Asylgründen  an. Dabei  führte  er  aus,  er  gehe  davon  aus,  dass  die 
Eelam People Democratic Party (EPDP) seinen Vater umgebracht und 
seinen Schwager entführt habe. Er vermute dies einerseits, weil er – 
der Beschwerdeführer – seinerzeit Mitglieder der  Liberation Tigers of 
Tamil Eelam (LTTE), welche bei ihm zu Hause vorbeigekommen seien, 
verpflegt und ihnen Unterkunft gewährt habe. Andererseits habe sich 
die  EPDP,  bevor  sie  seinen  Vater  erschossen  habe,  nach  ihm  er-
kundigt. Im April 2007 habe er sich deshalb nach Colombo begeben. 
Dort  habe er  zunächst  als  Handlanger  gearbeitet,  dann sei  er  nach 
einigen Monaten nach H._______ gezogen. Anlässlich  einer  Polizei-
kontrolle in C._______ sei er unter dem Verdacht der Zugehörigkeit zur 
LTTE festgenommen worden. Zunächst  sei  er eineinhalb Monate auf 
dem Polizeiposten  inhaftiert  gewesen. Danach  sei  er  ins  D._______ 
überführt  worden,  wo  er  auch  misshandelt  worden  sei.  Nach  acht 
Monaten  sei  er  zurück  nach  Colombo  transferiert  und  am 29.  April 
2009 ohne Anklage freigelassen worden. Er  habe sich in  eine Loge 
begeben und sich registrieren lassen. Seither sei er einmal in der Loge 
vom CID kontrolliert worden.  

F.
Mit Schreiben vom 22. Januar 2010 überwies die Botschaft dem BFM 
das Befragungsprotokoll vom Tag zuvor. 

G.
Mit  Schreiben an die Botschaft  vom 23. Februar 2010 teilte der Be-
schwerdeführer mit, am 19. Februar 2010 hätten fünf Mitarbeiter des 
CID die Loge, in welcher er wohne, aufgesucht und ihm seine Identi-
tätskarte abgenommen. Ohne Identitätskarte könne er sich nicht  frei 
bewegen. Er könne auch nicht nach Jaffna zurückkehren.

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H.
Mit  Verfügung  vom  1.  April  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-

schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 

ab.

I.
Mit  englischsprachiger,  offensichtlich  fälschlicherweise  mit  dem 
23. Februar  2010  datierter  Beschwerde  an  das  Bundes-
verwaltungsgericht  (Eingang:  10.  Mai  2010)  beantragt  der  Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  vorliegend  auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur  Über-
setzung in eine Amtssprache verzichtet, da das sinngemäss gestellte 
Rechtsbegehren verständlich sowie begründet ist. Sodann ergeht der 
Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in deutscher Sprache (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Be-
weislast für die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde ob -
liegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren 

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vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, 
Band  X,  Basel  2008,  Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist  zugunsten  des  Be-
schwerdeführers davon auszugehen, dass die am 28. April  2010 bei 
der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  und  am  10.  Mai  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht  eingegangene  Beschwerde  rechtzeitig  er-
folgt ist.

1.4 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken.

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 
52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 
die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zu-
gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 
AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  der  Be-
schwerdeführer  begründe  sein  Asylgesuch  im  Wesentlichen  mit  der 
rund elfmonatigen Haft, in welcher er misshandelt und schliesslich am 

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29. April 2009 ohne Anklage freigelassen worden sei. Ferner mache er 
geltend, der CID habe seine Identitätskarte beschlagnahmt. Dazu sei 
festzustellen,  dass  der  Krieg  zwischen  der  srilankischen  Regierung 
und der  separatistischen  LTTE im Mai  2009  mit  der  Niederlage  der 
LTTE zu Ende gegangen sei. Damit  befinde sich das Land erstmals 
seit  1983  wieder  unter  Regierungskontrolle.  Die  Sicherheits-  und 
Menschenrechtslage sei zwar noch nicht befriedigend und präsentiere 
sich  regional  unterschiedlich.  Insbesondere  sei  aber  festzustellen, 
dass  die  Anzahl  von  Gewaltereignissen  sowie  Entführungen  und 
„Killings“ erheblich zurückgegangen sei. 

Weiter führt  das BFM aus, der Beschwerdeführer sei weder politisch 
aktiv, noch Mitglied der LTTE gewesen. Er habe die LTTE einzig mit 
Lebensmitteln  und  Unterkunft  unterstützt,  was  gemäss  den  eigenen 
Angaben  des  Beschwerdeführers  in  seiner  Heimatregion  üblich  ge-
wesen  sei. Damit  habe er  sich  aber  keineswegs  politisch  exponiert. 
Aus  den  Akten  sei  kein  Zusammenhang  zwischen  dieser  Unter-
stützung  und  der  Festnahme in  C._______  ersichtlich. Es  sei  somit 
davon auszugehen, dass es sich bei der Festnahme und den beiden 
Besuchen des CID um Schikanierungen gehandelt habe, welche viele 
in  Colombo  wohnhafte  Tamilen  über  sich  hätten  ergehen  lassen 
müssen  beziehungsweise  immer  noch  müssen.  Dass  der  Be-
schwerdeführer nach der willkürlichen Verhaftung während elf  (recte: 
zehn)  Monaten  festgehalten  worden  sei,  sei  nicht  legitim.  Obschon 
anzunehmen sei,  dass  der  Beschwerdeführer  während  der  Haft  un-
rechtmässig behandelt worden sei, seien diese Ereignisse für die Er-
teilung einer Einreisebewilligung nicht relevant, zumal die Bewilligung 
der  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  dem  Ausgleich  vergangenen  Un-
rechts  diene.  Würde  tatsächlich  etwas  gegen  die  Person  des  Be-
schwerdeführers vorliegen,  wäre er erneut  verhaftet  worden und die 
Behörden  hätten  sich  nicht  mit  der  blossen  Beschlagnahmung  der 
Identitätskarte begnügt. Falls die Schikanen durch den CID nicht mehr 
zumutbar  seien,  sei  darauf  zu  verweisen,  dass  sich  diese Nachteile 
aus  lokal  oder  regional  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ab-
leiten würden. Diesen könne sich der Beschwerdeführer durch einen 
Wegzug  in  einen  anderen  Teil  Sri  Lankas  entziehen.  In  Anbetracht 
dieser  Ausführungen  sowie  aufgrund  des  Umstands,  dass  der  Be-
schwerdeführer  kein  Gefährdungsprofil  aufweise,  das  im  heutigen 
Zeitpunkt  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  Verfolgung 
schliessen liesse, seien die geltend gemachten Vorbringen nicht ein-
reiserelevant.

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5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, 
sein  Gesuch  sei  zu  Unrecht  abgewiesen  worden.  Er  habe  seine 
Identitätskarte  noch  nicht  zurückerhalten.  Seit  seiner  Entlassung 
könne  er  in  Colombo  kein  normales  Leben  mehr  führen  und  nach 
Jaffna könne er auch nicht zurückkehren.

5.3 Zunächst  ist  festzustellen,  dass der  Beschwerdeführer  ohne An-
klage  und  ohne  Auflage  aus  der  Haft  entlassen  wurde,  sich  an-
schliessend in eine Loge in Colombo begab und dort registrieren liess.  
Zudem liess  er  sich im Januar  2010 einen Reisepass ausstellen. In 
Anbetracht  der bedingungslosen Freilassung des Beschwerdeführers 
sowie seiner Kontakte mit den heimatlichen Behörden ist davon aus-
zugehen,  dass  die  Behörden  den  Beschwerdeführer  nicht  mehr  der 
Zusammenarbeit mit der LTTE verdächtigten. Es ist daraus vielmehr zu 
schliessen, dass die heimatlichen Behörden kein ernsthaftes Interesse 
an einer Verfolgung des Beschwerdeführers haben.  

Weiter  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  sei  seit  seiner  Haft-
entlassung  Ende  April  2009  bis  heute  zweimal  vom CID kontrolliert 
worden,  wobei  diese  seine  Identitätskarte  konfisziert  hätten.  Es  ist 
nicht  in  Abrede  zu  stellen,  dass  die  allgemeine  Situation  für  die 
Tamilen  insbesondere  im  Norden  und  Osten  Sri  Lankas  nach  dem 
offiziellen Ende des langjährigen Bürgerkriegs im Mai 2009 schwierig 
war und auch heute noch ist (vgl. etwa Schweizerische Flüchtlingshilfe, 
Asylsuchende  aus  Sri  Lanka,  Position  der  Schweizerischen  Flücht -
lingshilfe SFH, Bern, 8. Dezember 2009). Nach den Erkenntnissen des 
Bundesverwaltungsgerichts  hat  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage 
der  Tamilen  aber  im  letzten  halben  Jahr  sukzessive  verbessert.  Sie 
können sich im Land freier  bewegen,  die Strasse A-9 wurde wieder 
dem Verkehr übergeben und das restriktive Passsystem für Aus- und 
Einreisen nach Jaffna wurde abgeschafft. Sodann wurde die Polizei- 
und  Armeepräsenz  insbesondere  im  Osten  erheblich  reduziert.  Im 
Grossraum Colombo sind die Sicherheitskräfte  nach wie vor präsent 
und führen entsprechende Kontrollen durch. Diese sogenannten „Anti-
Terrormassnahmen“  werden  im  Raum  Colombo  –  unbesehen  der 
Rügen  des  Supreme  Courts  –  weiterhin  als  repressives  Instrument 
gegen befürchtete Infiltrationen tamilischer Separatisten angewendet. 
Solchen  als  blosse  Schikanen  zu  qualifizierenden  Massnahmen, 
denen  ein  nicht  unwesentlicher  Teil  der  tamilischen  Bevölkerung  im 
Grossraum  Colombo  ausgesetzt  ist,  kommt  indes  aufgrund 
mangelnder Intensität  kein Verfolgungscharakter  im Sinne von Art. 3 

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AsylG  zu.  Der  Beschwerdeführer  vermag  deshalb  aus  den  ver-
gangenen sowie allenfalls befürchteten weiteren Kontrollen durch die 
srilankischen Behörden nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer mit  dem blossen Wieder-
holen seiner Asylvorbringen nicht substanziiert darzutun, inwiefern das 
BFM zu  Unrecht  geschlossen  habe,  er  sei  nicht  schutzbedürftig  im 
Sinne des AsylG und ihm sei die Einreise zu Unrecht nicht bewilligt  
worden. Um Wiederholungen  zu  verweiden,  kann  vollumfänglich  auf 
die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  ver-
wiesen werden.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise  konkrete  Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit einhergehenden, begründete Verfolgungsfurcht darzu-
legen. Damit  ist  ihm ein  weiterer  Verbleib in  seinem Heimatland zu-
mutbar. Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die 
Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo. 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

Seite 10

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Zustellung an  :

- den  Beschwerdeführer  Ref.  Nr._______  (durch  Vermittlung  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo;  mit  der  Bitte,  dem  Be-
schwerdeführer  das  beiliegende  Urteil  durch  Aushändigung  des 
Originals [gegen Empfangsbestätigung] oder Zustellung desselben 
per Post  [Einschreiben mit  Rückschein]  zu eröffnen und dem Ge-
richt anschliessend die Empfangsbestätigung bzw. den Rückschein 
zu übermitteln)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in 
Kopie)

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