# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a8854e2-e7ae-5769-86f9-4598093bed41
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2010 B-3990/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3990-2010_2010-06-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-3990/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Hans Urech (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, 
Richter Bernard Maitre, 
Gerichtsschreiber Thomas Reidy.

A._______ AG, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Strassen ASTRA,
Filiale Zofingen, Brühlstrasse 3, 4800 Zofingen,
Vergabestelle,

Beschaffungswesen - N01, 080229, 6 Streifen-Ausbau 
Luterbach-Härkingen, Verkehrsingenieur.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-3990/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass das Bundesamt für Strassen ASTRA, Filiale Zofingen, (Vergabe-
stelle)  auf  der  Plattform  Simap.ch  am  14.  Mai  2010  unter  der 
Meldungsnummer  488567  die  offene  Vergabe  eines  Dienstleistungs-
auftrages  unter  dem  Projekttitel  „N01,  080229,  6  Streifen-Ausbau 
Luterbach-Härkingen, Verkehrsingenieur“ zum Preis von Fr. 456'762.– 
an die B._______ AG (Zuschlagsempfängerin), publizierte, 

dass die A._______ AG (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. Juni 
2010  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  den 
Zuschlag vom 14. Mai 2010 erhob,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  für  die  Beurteilung  der  vor-
liegenden Streitsache zuständig ist (Art. 27 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Bst. a 
des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  1994  über  das  öffentliche 
Beschaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]),

dass die Beschwerdeführerin als beim Zuschlag nicht berücksichtigte 
Anbieterin gemäss Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Ver-
waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zur 
Beschwerde legitimiert ist, 

dass die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerde gewahrt 
sind (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss 
fristgemäss  bezahlt  wurde  (Art.  63  Abs.  4  VwVG)  und  die  übrigen 
Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen (Art. 44 ff. VwVG),

dass die Beschwerdeführerin nebst den Anträgen, der Zuschlagsent-
scheid sei aufzuheben, das Vergabeverfahren sei zu wiederholen, und 
das  Angebot  der  Beschwerdeführerin  sei  materiell  korrekt  zu  be-
werten,  auch  das  Begehren  stellte,  ihrer  Beschwerde  sei  die  auf -
schiebende Wirkung zu erteilen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 3. Juni 2010 superprovisorisch 
anordnete,  bis  zu  einem  Entscheid  über  den  Antrag  betreffend  Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung hätten alle Vollzugsvorkehrungen, 
welche  den  Ausgang  des  hängigen  Beschwerdeverfahrens  prä-
judizieren  könnten,  namentlich  der  Vertragsabschluss  mit  der  Zu-
schlagsempfängerin, zu unterbleiben,

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B-3990/2010

dass das Bundesverwaltungsgericht  in derselben Zwischenverfügung 
unter anderem die Vergabestelle aufforderte, bis zum 18. Juni 2010, 
zum Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung Stellung zu nehmen und die  vollständigen Akten betreffend 
das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auch der  Zuschlagsempfängerin 
die  Möglichkeit  gab,  bis  zum  18.  Juni  2010,  zum  Antrag  der  Be-
schwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung, Stellung 
zu nehmen, 

dass die Vergabestelle dem Bundesverwaltungsgericht mit  Schreiben 
vom 16. Juni 2010 mitteilte, sie möchte, nach eingehender Prüfung der 
in der Beschwerde vorgebrachten Rügen, die ganze Evaluationsphase 
des betroffenen Beschaffungsvorhabens wiederholen,

dass die Vergabestelle im selben Schreiben um zeitlich nicht befristete 
Sistierung des Verfahrens ersuchte, um die Angelegenheit gestützt auf 
Art. 58 VwVG in Wiedererwägung zu ziehen und die neue Zuschlags-
verfügung so rasch wie möglich zu publizieren, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  prozessleitender  Anordnung 
vom 17. Juni 2010 das Schreiben der Vergabestelle vom 16. Juni 2010 
zur  Kenntnis  an  die  Beschwerdeführerin  und  die  Zuschlags-
empfängerin  sandte  und  die  in  der  Zwischenverfügung  vom 3.  Juni 
2010 gesetzten Fristen einstweilen aussetzte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 24. Juni 2010 
der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfängerin das rechtliche 
Gehör zur Eingabe der Vergabestelle vom 16. Juni 2010 gewährte,

dass sich  die Zuschlagsempfängerin  innert  der  gesetzten Frist  nicht 
vernehmen liess, wohingegen sich die Beschwerdeführerin in der Fax-
Eingabe vom 24. Juni 2010 als mit  der Wiederholung der Evaluation 
einverstanden erklärte,

dass  dem  Sistierungsantrag  der  Vergabestelle  aufgrund  des  De-
volutiveffekts der Beschwerde nicht entsprochen werden kann,

dass  die  Vergabestelle  bei  solcher  Sach-  und  Rechtslage  den  an-
gefochtenen  Entscheid  eigentlich  wiedererwägungsweise  (Art.  58 
VwVG) hätte aufheben und die Sache neu instruieren müssen, 

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dass dem Verfahren somit  zum jetzigen Zeitpunkt  die  Entscheidreife 
fehlt, weshalb es sich rechtfertigt, die angefochtene Verfügung in Gut-
heissung  der  Beschwerde  aufzuheben  und  der  Vergabestelle  Ge-
legenheit zu geben, das betroffene Beschaffungsvorhaben neu an die 
Hand zu nehmen,

dass  bei  dem  Ausgang  des  Verfahrens  weder  Kosten  aufzuerlegen 
sind noch eine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 63 und 64 
VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
vom 14. Mai 2010 aufgehoben.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der Beschwerdeführerin 
wird der am 10. Juni 2010 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– 
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids aus der Ge-
richtskasse zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstat-
tungsformular)

- die Vergabestelle (Gerichtsurkunde)
- die Zuschlagsempfängerin (Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Urech Thomas Reidy

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), 
wenn der  geschätzte  Wert  des  zu vergebenden Auftrags  den mass-
gebenden  Schwellenwert  erreicht  und  sich  eine  Rechtsfrage  von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt  (Art. 83 lit. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). 

Versand: 1. Juli 2010

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