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**Case Identifier:** c06372f7-bd06-5af5-b2e4-672a39ea0e14
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2024 AVI 2023/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2023-33_2024-06-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2023/33

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 12.09.2024

Entscheiddatum: 17.06.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2024
Art. 17 und 30 AVIG. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen 
qualitativ ungenügender Arbeitsbemühungen. An die Qualität der 
Bewerbungen sollen keine überzogenen Erwartungen gestellt werden. 
Bewirbt sich eine versicherte Person trotz ausführlicher Instruktion 
weitgehend in einer Form und auf Stellen, welche eine Anstellung zum 
Vornherein als aussichtslos erscheinen lassen, bemüht sie sich nicht 
genügend um zumutbare Arbeit, was eine Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung wegen qualitativ ungenügenden 
Arbeitsbemühungen zur Folge hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2024, AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

Entscheid vom 17. Juni 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Marie 

Löhrer und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

AVI 2023/33, AVI 2023/34

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

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Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Arbeitsbemühungen)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 13. September 2022 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (vgl. act. G5.1/A78). Das 

Erstgespräch bei der Personalberaterin des RAV fand am 19. September 2022 statt. 

Dabei wurde auch eine Wiedereingliederungsstrategie (WES) vereinbart, wonach die 

Versicherte monatlich acht Bewerbungen machen sollte (vgl. act. G5.1/A78). Mit E-Mail 

vom 28. April 2023 wies die Personalberaterin die Versicherte an, ab 1. Mai 2023 

mindestens vier Bewerbungen für "leichte Betriebsmitarbeiterstellen" zu tätigen und im 

Formular "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" auszuweisen. Die 

restlichen vier Bewerbungen seien weiterhin als Reinigungsarbeiterin zu machen 

(act. G5.1/A77). Anlässlich des Beratungsgesprächs vom 28. Juni 2023 wurden die 

eingereichten Arbeitsbemühungen für die Kontrollperioden April und Mai 2023 

besprochen. Am Beratungsgespräch vom 24. Juli 2023, welches via Zoom abgehalten 

wurde, wurde eine neue WES festgelegt und der Versicherten zur Unterschrift per Mail 

zugeschickt. Die Versicherte retournierte die unterzeichnete WES am 31. Juli 2023 (vgl. 

act. G5.1/A78 und Aktenverzeichnis zu act. G5.1). In der WES vom 24. Juli 2023 

wurden unter den Berufsdaten als Beruf/Tätigkeit "Reinigungsangestellte" und 

"Betriebsarbeiterin" festgehalten und als Skills diverse Reinigungstätigkeiten 

aufgeführt. Betreffend Arbeitsbemühungen wurde vereinbart, dass die Versicherte 

jeden Monat acht gezielte und überprüfbare Arbeitsbemühungen tätige, wobei die 

Bewerbungen in der Produktion sowie in der Reinigung getätigt werden müssten (4 x 

Reinigung / 4 x Produktion; act. G5.1/A3).

A.a. 

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Am 4. August 2023 reichte die Versicherte das Formular "Nachweis der 

persönlichen Arbeitsbemühungen" für den Monat Juli 2023 ein (act. G5.1/A4). Mit 

Verfügung vom 29. August 2023 stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die 

Versicherte für drei Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung führte es 

aus, die Versicherte habe sich in der Kontrollperiode Juli 2023 in qualitativ 

ungenügender Weise um eine neue Stelle beworben. Anlässlich des 

Beratungsgesprächs vom 28. Juni 2023 sei die Versicherte darauf hingewiesen 

worden, dass von ihr aufgrund der möglichen Arbeitszeiten eine realistische 

Stellensuche erwartet werde. Gemäss Vereinbarung mit der Personalberatung würden 

monatlich mindestens acht zielgerichtete Arbeitsbemühungen erwartet. Im Juli 2023 

hätten nur vier Bewerbungen die Vorgaben gemäss dieser Vereinbarung erfüllt, 

weshalb die Stellensuche gesamthaft als qualitativ ungenügend beurteilt werde 

(act. G5.1/A20).

A.b. 

Am 4. September 2023 reichte die Versicherte das Formular "Nachweis der 

persönlichen Arbeitsbemühungen" für den Monat August 2023 ein (act. G5.1/A21). Mit 

Verfügung vom 21. September 2023 stellte das AWA die Versicherte für sieben Tage in 

der Anspruchsberechtigung ein, weil diese sich in der Kontrollperiode August 2023 

erneut in qualitativ ungenügender Weise um eine neue Stelle beworben habe. 

Namentlich habe sie ihre Bewerbungsschreiben nicht auf die Inserate angepasst und 

die Anforderungen der Stellenangebote nicht beachtet (act. G5.1/A40).

A.c. 

Am 25. September 2023 erhob die Versicherte mit zwei separaten Eingaben 

Einsprache gegen die Verfügungen vom 29. August 2023 und vom 21. September 

2023. Sie machte geltend, sie habe die vereinbarten je acht Bewerbungen geschrieben, 

vier in der Reinigung und vier als Betriebsmitarbeiterin, wie von der Personalberatung 

verlangt. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass sie sich als Produktionsmitarbeiterin 

hätte bewerben sollen. Die Personalberatung habe ihr gesagt, sie habe keine Erfahrung 

in der Produktion, sie solle sich für leichte Betriebsarbeiten bewerben, habe dann aber 

im System "Produktionsmitarbeiterin" hinterlegt. Der Fehler liege demnach bei der 

Personalberatung. Sie habe sich intensiv mit den Anforderungen und Aufgaben dieser 

Positionen auseinandergesetzt und ihre Bewerbungen entsprechend angepasst 

(act. G5.1/A43 und G5.1/A44).

A.d. 

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B.  

Mit Entscheid vom 24. Oktober 2023 (act. G5.1/A55) wies das AWA die 

Einsprache der Versicherten gegen die Verfügung vom 29. August 2023 ab. Mit 

Entscheid vom 25. Oktober 2023 (act. G5.1/A54) hiess es die Einsprache gegen die 

Verfügung vom 21. September 2023 teilweise gut und stellte die Versicherte ab 

1. September 2023 lediglich für drei Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Zur 

Begründung der beiden Einspracheentscheide führte das AWA namentlich aus, wenn 

die Versicherte die Bezeichnung "Betriebsmitarbeiterin" falsch verstanden hätte, hätte 

es an ihr gelegen, bei den Beratungsgesprächen nachzufragen. Da im Juli 2023 

protokolliert worden sei, dass sie auf die Stellensuche in der Produktion aufmerksam 

gemacht worden sei, könne sie nicht behaupten, es handle sich um einen Fehler bei 

der Stellenbezeichnung ihrer Personalberatung. Bei der Stellensuche hätte ihr ebenfalls 

auffallen müssen, dass der Begriff "Betriebsmitarbeiterin" immer bei 

Stellenausschreibungen in der Produktion verwendet werde. Die Stellensuche im Juli 

und August 2023 sei qualitativ ungenügend. Die Einstellungen seien demnach zu Recht 

erfolgt. Weil zum Verfügungszeitpunkt der erstmals sanktionierten ungenügenden 

Arbeitsbemühungen (Kontrollperiode Juli 2023) am 29. August 2023 die Kontrollperiode 

August 2023 bereits vorüber gewesen sei und die Versicherte somit keine Gelegenheit 

gehabt habe, ihr Verhalten im August 2023 noch zu ändern, werde die zweite 

Einstellung auf drei Tage herabgesetzt (act. G5.1/A54 f.).

A.e. 

Am 20. November 2023 (Datum Postaufgabe) erhebt die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) gegen die Einspracheentscheide vom 24. und 25. Oktober 2023 je 

Beschwerde und beantragt sinngemäss die Aufhebung der Einspracheentscheide und 

das Absehen von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Zur Begründung 

führt sie aus, die Personalberatung habe ihr gesagt und per Mail geschrieben, sie solle 

sich als Betriebsmitarbeiterin bewerben, aber im System hinterlegt, sie müsse sich als 

Produktionsmitarbeiterin bewerben. Sie behaupte, Betriebs- und 

Produktionsmitarbeiterin sei dasselbe. Dennoch werde sie bestraft, weil sie sich als 

Betriebsmitarbeiterin beworben habe. Das AWA (nachfolgend: Beschwerdegegner) 

führe neue Gründe an, u.a., sie hätte die Bewerbungen nicht auf das Inserat angepasst. 

Es behaupte, sie sei von der Personalberatung informiert worden, was aber nicht 

stimme (jeweils act. G1 AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

B.a. 

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Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge 

sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Am 22. November 2023 gibt das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit, die elektronisch unterzeichneten Beschwerden eigenhändig zu 

unterschreiben und nochmals einzureichen (jeweils act. G2 AVI 2023/33 und AVI 

2023/34).

B.b. 

Am 28. November 2023 (Postaufgabe) reicht die Beschwerdeführerin die 

eigenhändig unterzeichneten, angepassten Beschwerdeschriften ein und macht 

geltend, ihr werde vorgeworfen, sich zu wenig um Arbeit bemüht zu haben. Es sei 

jedoch ein Missverständnis mit der Personalberatung entstanden, da sie in der 

Annahme, Produktions- und Betriebsmitarbeiterin sei dasselbe, Bewerbungen als 

Betriebsmitarbeiterin verfasst habe. Mit E-Mail vom 28. April 2023 habe die 

Personalberatung ihr eindeutig mitgeteilt, sie müsse sich als Betriebsmitarbeiterin 

bewerben. Die Personalberatung sei heute noch der Auffassung, Produktions- und 

Betriebsmitarbeiterin sei dasselbe. Sie habe bei mehreren Beratungsgesprächen 

explizit nachgefragt, ob diese Positionen gleichzusetzen seien, und stets die 

Bestätigung der Personalberatung erhalten. Daher sei für sie nicht nachvollziehbar, 

weshalb sie bestraft werde, obwohl die falsche Zuordnung durch die Personalberatung 

erfolgt sei (jeweils act. G3 AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

B.c. 

Mit Beschwerdeantworten vom 18. Januar 2024 beantragt der 

Beschwerdegegner, die Beschwerden seien abzuweisen. Zur Begründung verweist er 

im Wesentlichen auf die Einspracheentscheide und führt weiter aus, die 

Beschwerdeführerin sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die 

Bewerbungen realistisch sein müssten. Dennoch habe sie sich im Juli und August 2023 

um Stellen beworben, bei denen keine realistischen Anstellungschancen bestanden 

hätten (jeweils act. G5 AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

B.d. 

Die Beschwerdeführerin hat keine Replik eingereicht (vgl. jeweils act. G6 und G7 

AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

B.e. 

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Erwägungen

1.  

2.  

In den Verfahren AVI 2023/33 und AVI 2023/34 wurden Beschwerden gegen 

Entscheide derselben Vorinstanz erhoben. Es stehen sich damit dieselben Parteien 

gegenüber, es stellen sich dieselben Rechtsfragen und es liegt ein ähnlicher 

Sachverhalt zugrunde. In beiden Fällen geht es um die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeitsbemühungen. Dementsprechend 

haben die Parteien auch in beiden Fällen weitgehend identische Eingaben gemacht 

(vgl. die jeweiligen act. G1, G3 und G5; vgl. auch die Einsprachen und 

Einspracheentscheide, act. G5.1/A43 f. und G5.1/A55 f.) und der Beschwerdegegner 

hat die Vorakten in einfacher Ausführung eingereicht, da diese beide Sachverhalte 

umfassen. Dass zwei Verfügungen erlassen wurden, ist einzig der Tatsache geschuldet, 

dass es einmal um die Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin in der 

Kontrollperiode Juli und einmal um jene in der Kontrollperiode August 2023 geht. Die 

Voraussetzungen für eine Vereinigung der Verfahren sind folglich erfüllt (vgl. BGE 128 V 

192 E. 1).

1.1. 

Im Sinne der Prozessökonomie werden die Verfahren AVI 2023/33 und AVI 

2023/34 hiermit vereinigt. Die vereinigte Behandlung führt nicht zu einer 

"Verschmelzung" der beiden Streitgegenstände (Entscheide betreffend Kontrollperiode 

Juli und betreffend Kontrollperiode August 2023), denn ein Zusammenzug der einzeln 

verfügten Einstellungen ist nicht zulässig. Den Parteien steht es folglich frei, diesen 

Entscheid nur bezüglich des einen oder des anderen Streitgegenstandes anzufechten. 

Die Einstellungen werden daher nachfolgend einzeln nach Kontrollperiode und unter 

Berücksichtigung der jeweils konkreten Umstände geprüft. Die Erwägungen und 

Dispositivziffern werden entsprechend den beiden Streitgegenständen aufgeteilt.

1.2. 

Nach Art. 30 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die 

versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich 

persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Im Rahmen der in Art. 17 

Abs. 1 AVIG verankerten Schadenminderungspflicht muss die versicherte Person mit 

Unterstützung des zuständigen Arbeitsamts alles Zumutbare unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, 

Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Dabei hat sie 

2.1. 

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3.  

alle sich bietenden und zumutbaren Möglichkeiten voll auszuschöpfen (vgl. Gerhard 

Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I, 1987, 

Art. 17 N 12). Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können. Bei der Beurteilung, ob 

diese Bemühungen genügend oder ungenügend sind, kommt es nicht auf deren Erfolg 

an, sondern auf die Tatsache und die Intensität des Bemühens. Zu berücksichtigen ist 

nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Bemühungen (BGE 124 V 225 E. 

4a; Entscheid des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 8C_209/2018, E. 3.3).

Gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) hat sich 

die versicherte Person gezielt um Arbeit zu bemühen, in der Regel in Form einer 

ordentlichen Bewerbung. Ob sich eine versicherte Person genügend um Arbeit bemüht 

hat, hängt einerseits von objektiven Kriterien ab, wie der in Frage kommenden Branche 

und der Arbeitsmarktlage, und andererseits von der subjektiven Situation der 

arbeitslosen Person, namentlich von deren Alter, geografischen Mobilität, allfälligen 

Sprachschwierigkeiten oder Behinderungen (Thomas Nussbaumer, 

Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, 

Soziale Sicherheit, 3. Aufl., 2016, N 845). Bei der Beurteilung der Frage, ob die 

Bemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht genügend sind, steht der 

verfügenden Behörde ein gewisser Ermessensspielraum zu, wobei die persönlichen 

Arbeitsbemühungen einer versicherten Person in der Regel streng beurteilt werden (vgl. 

Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, 1998, S. 138).

2.2. 

Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, sie habe sich wie 

angewiesen als Betriebsmitarbeiterin beworben. Sie interpretiert diesen Begriff anders 

als ihre Personalberatung und der Beschwerdegegner. Soweit sie geltend macht, sie 

habe das Berufsinformationszentrum (BIZ) konsultiert und dieses habe ihr bestätigt, 

dass eine Bewerbung als Küchenhilfe/Servicehilfe/Haushaltshilfe als gleichwertig mit 

Betriebsmitarbeiterin angesehen werden könne (vgl. act. G5.1/A43), bleibt diese 

Behauptung unbelegt. Die (nachträgliche) Einschätzung des BIZ ist für die vorliegende 

Angelegenheit ohnehin nicht relevant. Von Bedeutung ist vielmehr, wie die 

Beschwerdeführerin die Anweisung ihrer Personalberatung im Juli und August 2023 

verstanden hat bzw. in guten Treuen verstehen durfte. In diesem Zusammenhang ist 

auch zu berücksichtigen, was sich vor dem Juli 2023 ereignet hat.

3.1. 

Im Februar 2023 meldete die Personalberatung die Beschwerdeführerin für ein 

Einsatzprogramm bei B.___ für die Abendschicht (18:30 bis 21:00 Uhr) an, nachdem sie 

3.2. 

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mit ihr besprochen hatte, dass dies ihre Chancen, eine Anstellung in der Produktion zu 

erhalten, erhöhen würde, weil sie bisher für dieses Arbeitsfeld noch keine Erfahrung 

mitbringe (vgl. Verlaufsprotokoll, Beratungsgespräch vom 2. Februar 2023 und 

Aktennotiz vom 8. Februar 2023, act. G5.1/A78). Anlässlich des folgenden 

Beratungsgesprächs vom 9. März 2023 teilte die Beschwerdeführerin der 

Personalberatung mit, dass sie nicht mehr in der Produktion nach Stellen suchen wolle, 

da sie keine Chance habe. Sie wolle auch nicht ins Einsatzprogramm gehen, da ihr 

Ehemann ihr gesagt habe, dass dies eine schlechte Arbeit sei (vgl. Verlaufsprotokoll, 

Beratungsgespräch vom 9. März 2023, act. G5.1/A78). Mit E-Mail vom 28. April 2023 

informierte die Personalberatung die Beschwerdeführerin, da sie seit September 2022 

auf Stellensuche sei und bis heute noch keine passende Anstellung erzielt habe, sei 

das Berufsfeld mit Betriebsmitarbeiterin erweitert worden. Es sei wichtig, dass die 

Beschwerdeführerin erste Berufserfahrungen als Betriebsmitarbeiterin sammle und so 

ihren Horizont erweitern könne. Aus diesem Grund werde das Einsatzprogramm wieder 

aufgegleist, damit ihre Fähigkeiten sowie die Deutschkenntnisse verbessert werden 

könnten. Ab 1. Mai 2023 solle die Beschwerdeführerin mindestens vier Bewerbungen 

für "leichte Betriebsmitarbeiterstellen" tätigen, die übrigen vier weiterhin in der 

Reinigung (vgl. act. G5.1/A77).

In der WES vom 24. Juli 2023 wurde sodann festgehalten, dass die Versicherte 

jeden Monat vier Bewerbungen in der Produktion tätigen müsse (4 x Reinigung / 4 x 

Produktion). Diese WES wurde mit der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2023 

besprochen und sie hat sie am 31. Juli 2023 unterzeichnet (act. G5.1/A3). Der 

Beschwerdeführerin lag somit ab Ende Juli 2023 schriftlich vor, dass sie sich in der 

Produktion bewerben musste. Für die Bewerbungen im Monat Juli 2023 kann diese 

WES aufgrund des geschilderten zeitlichen Ablaufs noch nicht massgebend sein. 

Allerdings kann die Beschwerdeführerin zumindest für den Monat August 2023 nicht 

glaubhaft darlegen, die Anforderungen gemäss der WES seien ihr unbekannt gewesen. 

Mit der Argumentation, sie habe sich nur deshalb nicht in der Produktion beworben, 

weil sie die Personalberatung falsch verstanden habe, dringt sie somit zumindest für 

den Monat August 2023 nicht durch.

3.3. 

Auch wenn die Auslegung der Begrifflichkeit der Betriebsmitarbeiterin im 

Einspracheverfahren wie auch in der Beschwerdeschrift im Vordergrund stand, 

erfolgten die Einstellungen in der Anspruchsberechtigung vorliegend nicht wegen 

Missachtung einer Weisung (vgl. diesbezüglich Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG), sondern weil 

die Beschwerdeführerin sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht 

habe (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG; vgl. act. G5.1/A20 und G5.1/A40). Der 

3.4. 

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4.  

Beschwerdegegner erachtet die Bewerbungen der Beschwerdeführerin als qualitativ 

ungenügend, wobei als Aspekt der Qualität berücksichtigt wird, ob die 

Beschwerdeführerin sich auf Stellen beworben hat, bei denen eine realistische Chance 

auf Anstellung bestand. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang weniger, ob die 

Beschwerdeführerin sich auf Stellen in der Produktion beworben hat, sondern ob sie 

sich auf Stellen beworben hat, welche sie in Anbetracht des von ihr angestrebten 

Pensums sowie der gewünschten Arbeitszeiten auch tatsächlich hätte antreten können. 

Streitig und zu prüfen ist nachfolgend dementsprechend, ob der Beschwerdegegner 

die Beschwerdeführerin zu Recht wegen ungenügender Arbeitsbemühungen während 

der Kontrollperioden Juli und August 2023 in der Anspruchsberechtigung eingestellt 

hat. Im Rahmen dieser Prüfung ist zu erörtern, ob die Bewerbungen der 

Beschwerdeführerin für diese Kontrollperioden qualitativ genügend waren.

Im Juli 2023 bewarb die Beschwerdeführerin sich unter anderem für eine 

Anstellung in einer Wäscherei, bei welcher das Arbeitspensum je nach Saison stark 

schwankte und im Jahresdurchschnitt zwischen 60 und 100 % betrug, hohe Flexibilität 

bei den Arbeitszeiten sowie gute mündliche Deutschkenntnisse gefragt waren (vgl. 

act. G5.1/A8). Der Beschäftigungsgrad der Beschwerdeführerin wurde demgegenüber 

auf 70 % festgelegt und sie war lediglich von 17:30 bzw. 18:00 bis 23:00 Uhr für Arbeit 

verfügbar (vgl. act. G5.1/A78 und G5.1/A79).

4.1. 

Ebenfalls im Juli 2023 bewarb die Beschwerdeführerin sich für eine Stelle als 

Mitarbeiterin Bar & Service, für welche nebst anderen Anforderungen 

kommunikationssicheres Deutsch oder fliessendes Englisch vorausgesetzt waren 

(act. G5.1/A12). Ihre Englisch- und Deutschkenntnisse sind bescheiden (Englisch A1; 

Deutsch A2 bis B1, vgl. act. G5.1/62, G5.1/73 und G5.1/75). Gute Sprachkenntnisse 

wären für diese Stelle auch deshalb wichtig gewesen, weil die Beschwerdeführerin 

keine Berufserfahrung hat und die Einarbeitung dementsprechend wohl kommunikativ 

anspruchsvoll gewesen wäre.

4.2. 

Die Beschwerdeführerin bewarb sich im Juli 2023 auch für eine Stelle als 

Reinigungsmitarbeiterin 70 bis 100 %, für welche ein Führerschein erforderlich 

gewesen wäre (act. G5.1/A14). Da die Beschwerdeführerin keinen Führerschein hat 

(vgl. act. G5.1/A78, Beratungsgespräch vom 28. Juni 2023), war diese Bewerbung 

wenig realistisch.

4.3. 

An die Qualität von Bewerbungen dürfen keine überzogenen Anforderungen 

gestellt werden. Eine versicherte Person darf sich grundsätzlich auch auf Stellen 

4.4. 

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5.  

bewerben, wenn sie die Anforderungen gemäss Stelleninserat nicht vollumfänglich 

erfüllt, solange eine Anstellung nicht zum Vornherein als geradezu ausgeschlossen 

erscheint. Geht nämlich keine Bewerbung ein, welche alle Wunschkriterien erfüllt, 

ziehen potentielle Arbeitgeber oft auch Bewerber in Betracht, welche lediglich die 

wichtigsten Stellenanforderungen erfüllen, oder ein bestehendes Manko kann durch 

eine kreative Lösung ausgeglichen werden. So könnte beispielsweise die 

Sprachbarriere durch einen Mitarbeiter mit derselben Muttersprache überbrückt 

werden, bis die Beschwerdeführerin selbst ihre Sprachkenntnisse genügend 

verbessern kann, oder ein Team aus einer Person mit und einer Person ohne 

Führerausweis gebildet werden, wenn zur Erreichung der Arbeitsorte ein Motofahrzeug 

erforderlich ist. Auch wenn die Beschwerdeführerin keine perfekte Kandidatin für die 

ausgeschriebenen Stellen, auf die sie sich im Juli 2023 beworben hat, war, waren die 

Bewerbungen deshalb objektiv nicht zum Vornherein völlig aussichtslos.

Subjektiv ist zu berücksichtigen, dass die Qualität der Stellenbewerbungen zwar 

schon anlässlich des Beratungsgesprächs Ende Juni 2023 thematisiert wurde, jedoch 

erst anlässlich des Beratungsgesprächs vom 24. Juli 2023 in Aussicht gestellt wurde, 

dass es bei einer Wiederholung (Bewerbungen ausserhalb Reinigung/Produktion bzw. 

Bewerbungsschreiben nicht auf Stelle angepasst) zu einer Meldung an den 

Rechtsdienst kommen werde (act. G5.1/A78), und auch erst im Rahmen dieses 

Gesprächs Ende Juli 2023 eine neue WES besprochen wurde. Eine Umsetzung dieser 

Anweisungen bzw. der neuen WES noch im Juli 2023 konnte aufgrund der kurzen 

verbleibenden Zeit innerhalb dieser Kontrollperiode nicht mehr erwartet werden.

4.5. 

Insgesamt können die acht Bewerbungen im Juli 2023 deshalb in qualitativer 

Hinsicht als gerade noch genügend angesehen werden. Für die Arbeitsbemühungen in 

der Kontrollperiode Juli 2023 ist daher von einer Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung abzusehen. Damit ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2023 betreffend die Kontrollperiode Juli 2023 

gutzuheissen und dieser Einspracheentscheid aufzuheben.

4.6. 

Für den August 2023 hat die Beschwerdeführerin sich unter anderem als 

Produktionsmitarbeiterin Küche 80 % beworben (act. G5.1/A22) und damit für ein 

Arbeitspensum, das den vom RAV festgesetzten Beschäftigungsgrad von 70 % 

übersteigt. Zu ihren Aufgaben hätte unter anderem die Bereitstellung des 

Frühstücksangebotes gehört. Die Beschwerdeführerin kann einem Arbeitgebenden 

aber nur abends zur Verfügung stehen. Zudem wurde in diesem Stelleninserat dazu 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/14

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aufgefordert, im Rahmen des Bewerbungsschreibens drei Fragen zu beantworten (Was 

ist dir an deinem neuen Team besonders wichtig? / Wie würdest du unsere Gäste 

begeistern? / Was sollten wir unbedingt über Dich wissen?). Die Beschwerdeführerin 

hat keine dieser Fragen in ihrem Bewerbungsschreiben aufgegriffen (act. G5.1/A31). 

Diese Bewerbung war deshalb von Anfang an aussichtslos.

Ebenfalls im August 2023 hat die Beschwerdeführerin sich unter anderem bei drei 

(Alters-)Wohnheimen als Mitarbeiterin Hauswirtschaft/Hausdienst/Reinigung und 

Wäscherei beworben (act. G5.1/A23 und G5.1/A25 f.), bei denen jeweils die Reinigung 

von Bewohnerzimmern zu ihren Hauptaufgaben gehört hätte. Diese findet 

grundsätzlich tagsüber statt, sodass es unwahrscheinlich erscheint, dass die von der 

Beschwerdeführerin gewünschten Arbeitszeiten ab 17:30 bzw. 18:00 Uhr bei diesen 

Anstellungen möglich gewesen wären. Ausserdem wurden gute mündliche 

Deutschkenntnisse sowie Berufserfahrung verlangt. In einem vierten Altersheim bewarb 

die Beschwerdeführerin sich im August 2023 als Mitarbeiterin Service (act. G4.1/A27). 

Von den Anforderungen gemäss Inserat fehlten ihr Berufserfahrung sowie gute 

kommunikative Fähigkeiten, gute Deutschkenntnisse und Verständigung in Mundart. 

Gemäss Stellenbeschrieb versorgte die Gastronomie, für welche die 

Beschwerdeführerin sich bewarb, täglich die Bewohner, Angehörige sowie externe 

Gäste und Mitarbeitende. Im Inserat wird denn auch als Vorteil hervorgehoben, dass 

die Tätigkeit wenig Abenddienst beinhalte (act. G4.1/A27). Aus dieser Stellenanzeige 

war somit ersichtlich, dass die angebotenen Arbeitszeiten nicht mit der möglichen 

Arbeitszeit der Beschwerdeführerin (abends) übereinstimmten.

5.2. 

Eine ähnliche Problematik liegt auch bezüglich der Bewerbung der 

Beschwerdeführerin im August 2023 für eine Stelle in einem Pflegezentrum als 

Mitarbeiterin Cafeteria und Küchenhilfe (act. G5.1/A29) vor. In diesem Stelleninserat 

wurden Erfahrung im Service und Küchenbereich sowie gute Deutschkenntnisse in 

Wort und Schrift gefordert, über welche die Beschwerdeführerin nicht verfügt. Zudem 

wurde Flexibilität bei Arbeitseinsätzen und Ferienplanung verlangt, was der 

Beschwerdeführerin angesichts ihrer eingeschränkten Arbeitszeiten kaum möglich 

gewesen wäre. Auf der im Inserat verlinkten Internetseite des Pflegezentrums ist 

sodann zu lesen, dass die Cafeteria täglich von 7:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist (https://

www.[...]/, abgerufen am 8. März 2024). Es ist denn auch nicht ungewöhnlich, dass 

eine Cafeteria in einem Pflegeheim nur tagsüber geöffnet ist. Der Beschwerdeführerin 

hätte somit klar sein müssen, dass ihre Bewerbung für diese Stelle chancenlos war.

5.3. 

Die Beschwerdeführerin verwendete für sämtliche Bewerbungen identische 

Bewerbungsschreiben (mit Ausnahme der Adresse der potentiellen Arbeitgebenden, 

5.4. 

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des Betreffs und der Anrede; siehe act. G5.1/A15 ff. und act. G5.1/A30 ff.), sodass die 

Bewerbungsschreiben etwas oberflächlich und unspezifisch anmuten. Sie hob 

insbesondere weder unter Bezugnahme auf die konkreten Stelleninserate hervor, 

weshalb sie für die jeweiligen Stellen besonders geeignet wäre, noch legte sie dar, wie 

sie trotz fehlender Qualifikationen in der Lage wäre, die jeweilige Arbeit auszuführen. 

Auch wenn (mit Ausnahme des klar mangelhaften Bewerbungsschreibens wegen der 

fehlenden Beantwortung der konkret im Inserat gestellten Fragen für die Bewerbung als 

Produktionsmitarbeiterin Küche 80 %; act. G5.1/A22) fraglich ist, ob jedes 

Bewerbungsschreiben für sich allein genommen zwingend als qualitativ ungenügend 

eingestuft werden müsste, so besteht in dieser Hinsicht jedenfalls noch 

Verbesserungspotential. Dies gilt umso mehr, als die Personalberatung die 

Beschwerdeführerin explizit aufforderte, ihre Bewerbungsschreiben jeweils zu 

individualisieren (vgl. act. G5.1/A78).

Nach dem Gesagten waren mehrere Bewerbungen der Beschwerdeführerin für die 

Kontrollperiode August 2023 nicht nur wenig erfolgversprechend, sondern von Anfang 

an objektiv aussichtslos. Auch subjektiv hätte die Beschwerdeführerin nach den letzten 

beiden Beratungsgesprächen, insbesondere dem Gespräch vom 24. Juli 2023, und der 

Unterzeichnung der neuen WES per Ende Juli 2023 nicht mehr Bewerbungen für 

Stellen verfassen dürfen, deren Anforderungsprofil sie weitgehend nicht erfüllte. Die 

Personalberatung hat die Beschwerdeführerin bereits vor dem August 2023 mehrfach 

darauf hingewiesen, dass ihre Stellensuche realistisch sein bzw. die Inserate passen 

und mit den möglichen Arbeitszeiten der Beschwerdeführerin kompatibel sein müssen 

(vgl. beispielhaft act. G5.1/A78, Beratungsgespräche vom 9. März, vom 27. April, vom 

28. Juni und vom 24. Juli 2023). Ausserdem hat sie sie am 28. Juni 2023 angewiesen, 

die Bewerbungsschreiben auf jede Stelle persönlich auszustellen, also anhand der 

Inserate zu individualisieren. Am 24. Juli 2023 wiederholte sie diese Aufforderung und 

stellte in Aussicht, dass andernfalls eine Meldung an den Rechtsdienst erfolgen werde 

(act. G5.1/A78). Diese Kriterien waren im August 2023 nicht bei allen Bewerbungen der 

Beschwerdeführerin erfüllt. Hätte die Beschwerdeführerin, wie in der WES vereinbart, 

Bewerbungen für Stellen als Produktionsmitarbeiterin verfasst, hätte dies die Qualität 

ihrer Bewerbungen insgesamt deutlich verbessern können, zumal grundlegende 

Sprachkenntnisse bei solchen Anstellungen häufig ausreichen und Schichtarbeit nicht 

unüblich ist, was den möglichen Arbeitszeiten der Beschwerdeführerin 

entgegengekommen wäre. Unabhängig davon, ob die Beschwerdeführerin den Begriff 

der Betriebsmitarbeiterin anders ausgelegt hat als ihre Personalberatung und was an 

den Beratungsgesprächen besprochen wurde, hatte ein Teil ihrer Bewerbungen von 

vornherein keine realistische Chance, in einer Anstellung zu münden, sei es aufgrund 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/14

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6.  

der vorgegebenen Arbeitszeiten, fehlender Berufs- oder Deutschkenntnisse oder 

fehlender Personalisierung der Bewerbungsschreiben. Dies hätte der 

Beschwerdeführerin bei zumutbarer Aufmerksamkeit auch bewusst sein müssen.

Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin für die Kontrollperiode August 

qualitativ ungenügende Arbeitsbemühungen eingereicht und damit die 

Schadenminderungspflicht nach Art. 17 AVIG verletzt. Daher hat der 

Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin zu Recht mit der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG sanktioniert.

5.6. 

Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner für die Kontrollperiode August 

2023 verfügten drei Einstelltage angemessen sind.

6.1. 

Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 

Abs. 3 AVIG) und beträgt je Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 

Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 

AVIV). Gestützt darauf hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mittels Weisung 

(AVIG-Praxis ALE [Arbeitslosenentschädigung]) ein Einstellraster erlassen (vgl. AVIG-

Praxis ALE, D72 ff.). Gemäss diesem Einstellraster sind nach erstmals ungenügenden 

Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode drei bis vier Einstelltage zu verfügen 

(AVIG-Praxis ALE, D79, Ziff. 1.C). Das Einstellraster des Seco entbindet die verfügende 

Stelle jedoch nicht von der Pflicht, das Verhalten der versicherten Person unter 

Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der objektiven und 

subjektiven Gegebenheiten, zu würdigen und eine dem Verschulden angemessene 

Sanktion festzusetzen (Entscheid des Bundesgerichts vom 22. August 2011, 

8C_285/2011, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Dabei setzt das kantonale Gericht sein eigenes 

Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung. Vielmehr 

muss es sich auf Gegebenheiten abstützen können, die seine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. Entscheid des 

Bundesgerichts vom 8. Februar 2023, 8C_555/2022, E. 4.3, mit Hinweisen).

6.2. 

Vorliegend hat der Beschwerdegegner für die Kontrollperiode August 2023 das 

Minimum an Einstelltagen gemäss Seco-Raster verwendet und damit den konkreten 

Umständen Rechnung getragen. Eine Reduktion der Anzahl Einstelltage im Sinne einer 

Unterschreitung des Seco-Rasters ist vorliegend nicht angezeigt, zumal die Qualität 

der Bewerbungen bereits für frühere Kontrollperioden, besonders für den Juli 2023, 

thematisiert worden war und die Beschwerdeführerin demnach wissen musste, dass 

sie darauf besonders achten musste.

6.3. 

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7.  

Entscheid

1.

Die Verfahren AVI 2023/33 und AVI 2023/34 werden vereinigt.

2.

Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2023 betreffend die 

Kontrollperiode Juli 2023 wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 

24. Oktober 2023 wird aufgehoben.

3.

Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2023 betreffend die 

Kontrollperiode August 2023 wird abgewiesen.

4.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 

24. Oktober 2023 betreffend die Kontrollperiode Juli 2023 gutzuheissen und dieser 

Einspracheentscheid aufzuheben. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 

vom 25. Oktober 2023 betreffend die Kontrollperiode August 2023 ist hingegen 

abzuweisen.

7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

7.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2024
	Art. 17 und 30 AVIG. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen qualitativ ungenügender Arbeitsbemühungen. An die Qualität der Bewerbungen sollen keine überzogenen Erwartungen gestellt werden. Bewirbt sich eine versicherte Person trotz ausführlicher Instruktion weitgehend in einer Form und auf Stellen, welche eine Anstellung zum Vornherein als aussichtslos erscheinen lassen, bemüht sie sich nicht genügend um zumutbare Arbeit, was eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen qualitativ ungenügenden Arbeitsbemühungen zur Folge hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2024, AVI 2023/33 und AVI 2023/34).

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