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**Case Identifier:** e672d47f-1227-539d-b5da-5b5d10bb3ca2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.10.2023 200 2023 450
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-450_2023-10-03.pdf

## Full Text

200 23 450 IV
KOJ/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1988 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) meldete sich im Dezember 2020 mit Hinweis auf 
rezidivierende depressive Episoden sowie eine Borderline-
Persönlichkeitsstörung bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 1). In der Folge tätigte die IVB berufliche und 
medizinische Abklärungen. Am 2. Februar 2021 (AB 23) teilte die IVB mit, 
zurzeit könnten keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg 
durchgeführt werden, stellte jedoch die Prüfung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
3. Mai 2021 (AB 33) veranlasste die IVB bei Dr. med. C.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine psychiatrische 
Begutachtung. Dem Begutachtungstermin blieb der Versicherte – trotz 
Aufforderung zur Mitwirkung (vgl. Mitteilung der IVB vom 16. August 2021 
[AB 42]) – zwei Mal unentschuldigt fern (AB 41, 45). Mit Vorbescheid vom 
7. Oktober 2021 (AB 46) stellte die IVB in Aussicht, auf das 
Leistungsbegehren wegen Verweigerung der Mitwirkungspflicht nicht 
einzutreten. Nachdem der involvierte Sozialdienst um einen weiteren 
Begutachtungstermin gebeten hatte, wies die IVB den Versicherten am 
15. November 2021 (AB 52) erneut auf seine Mitwirkungspflicht sowie die 
Folgen deren Nichtbeachtung hin. Am 13. Januar 2022 fand schliesslich die 
Untersuchung statt; das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
C.________ datiert vom 17. Februar 2022 (AB 61.1), seine ergänzenden 
Stellungnahmen vom 20. April 2022 (AB 66/2) und 6. Juli 2022 (AB 69). Mit 
Vorbescheid vom 23. Dezember 2022 (AB 75) ersetzte und annullierte die 
IVB den Vorbescheid vom 7. Oktober 2021 und stellte bei einem 
Invaliditätsgrad von 30% die Verneinung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 79, 81) holte die IVB 
beim RAD eine Stellungnahme vom 30. März 2023 (AB 83) ein und 
verfügte am 11. Mai 2023 (AB 84) dem Vorbescheid vom 23. Dezember 
2022 entsprechend. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 erhob der Versicherte – vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ – dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 11. Mai 2023 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten. 

3. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin sei durch ein gerichtliches 
Gutachten abzuklären.

4. Der Beschwerdeführer sei von Kosten- und allfälligen Vorschuss- und 
Sicherstellungspflichten zu befreien.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2023 
auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 10. Juli 2023 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege betreffend Verfahrenskosten gut. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 4

durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Mai 2023 (AB 84). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 
Rente der Invalidenversicherung und dabei insbesondere die Frage, ob der 
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Demnach ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage 
zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden 
ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen 
Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezü-
gers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Ände-

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rung vom 19. Juni 2020 (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Mai 
2023, 8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für Rentenbezüge-
rinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Ände-
rung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Al-
tersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige Rentenanspruch solange 
bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert.

2.1.2 Die angefochtene Verfügung erging zwar nach Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Der frühestmögliche Zeitpunkt der 
potentiellen Entstehung eines Rentenaspruchs liegt mit Blick auf das 
Leistungsbegehren vom Dezember 2020 (AB 1) und Art. 29 Abs. 1 IVG, 
wonach der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, jedoch im Juni 
2021, weshalb insoweit die Bestimmungen des IVG und diejenigen der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 
831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) 
massgebend sind. Mit Eintritt der Arbeitsfähigkeit von 70% ab Februar 
2022 liegt allerdings ein Revisionsgrund nach Inkrafttreten der IVG-
Änderung vor, weshalb ab diesem Zeitpunkt das seit 1. Januar 2022 
geltende Recht (mit dem Wechsel ins stufenlose Rentensystem) zur 
Anwendung kommt (vgl. auch Rz. 9102 und 9201 des Kreisschreibens des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR]); zur Bedeutung von Verwaltungsweisun-
gen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 6

volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c).

2.3.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69% 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49% 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.4

2.4.1 Unter dem Aspekt des Grundsatzes "Eingliederung statt Rente" 
ergibt sich für die Zeit vor dem 1. Januar 2022 betreffend das Folgende: 
Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG haben nur jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können. Rentenleistungen 
werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in un-
genügendem Masse eingegliedert werden kann (BGE 126 V 241 E. 5 
S. 243; 121 V 190; AHI 2001 S. 154 E. 3b). Sowohl bei der erstmaligen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 7

Prüfung des Leistungsgesuchs wie auch im Revisionsfall hat die Verwal-
tung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Gewährung oder Wei-
terausrichtung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind 
(AHI 1997 S. 39 E. 4a). Ziel ist, eine Invalidenrente erst und nur dann aus-
zurichten, wenn die Möglichkeiten, welche Eingliederungsmassnahmen zur 
Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit 
bieten, ausgeschöpft sind (Entscheid des BGer vom 20. Oktober 2010, 
8C_515/2010, E. 2.2).

2.4.2 Soweit die Zeit ab dem 1. Januar 2022 betreffend gilt, dass eine 
Rente nicht zugesprochen wird, solange die Möglichkeiten zur Eingliede-
rung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis (in der seit 1. Januar 2022 gültigen Fas-
sung) und 1ter (eingeführt per 1. Januar 2022) nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG [eingeführt per 1. Januar 2022]).

2.4.3 Aus dem Grundsatz "Eingliederung statt Rente" folgt zwar, dass 
keine Rente gewährt werden darf, bevor nicht Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt wurden; dies gilt jedoch nur für Versicherte, die eingliede-
rungsfähig sind. Ist eine versicherte Person nach Ablauf der einjährigen 
Wartezeit auf Grund ihres Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht 
eingliederungsfähig, steht ihr – mindestens vorübergehend – eine Rente 
zu, selbst wenn in Zukunft Eingliederungsmassnahmen beabsichtigt sind 
(BGE 121 V 190 E. 4 S. 191; SVR 2001 IV Nr. 24 S. 74 E. 4c).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 8

3.

3.1 Aus medizinischer Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

3.1.1 Dr. med. C.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 17. Februar 2022 (AB 61.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ei-
ne kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem impulsiven, emotional 
instabilen, selbstunsicheren und histrionischen Persönlichkeitsmerkmalen 
(ICD-10 F61.0) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leichtgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01). Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Störungen durch Tabak, Ab-
usus (ICD-10 F17.1; S. 24). Sowohl in der angestammten Tätigkeit wie 
auch in sämtlichen Verweistätigkeiten und leidensangepassten Tätigkeiten 
unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes sei eine maximale 
Präsenzzeit von acht Stunden täglich bei einer insgesamt bestehenden 
Leistungsminderung von 30% zumutbar. Dies gelte seit Datum des 
Gutachtens. Der Versicherte sei seit August 2020 nicht mehr arbeitstätig 
und sei damals auch wegen einer psychischen Krise in stationäre 
psychiatrische Behandlung eingetreten und vermutlich seit diesem 
Zeitpunkt in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, sicherlich in 
verschiedenartigem Ausmass, je nach Ausprägung der psychischen 
Störungsbilder. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische 
Massnahmen (Weiterführung der bereits gut laufenden 
psychotherapeutischen Behandlung mit regelmässiger Evaluation der 
antidepressiven Medikation) relevant verbessert werden. Sofern berufliche 
Massnahmen mit dem Versicherten diskutiert werden sollten, sollte in 
einem ersten Schritt ein Belastbarkeitstraining im beschützten Rahmen, mit 
graduell steigerndem Belastungsniveau und bei guter Belastbarkeit in 
weiterer Folge ein Arbeitstraining unter den Bedingungen des ersten 
Arbeitsmarktes geplant werden. Der Versicherte biete aufgrund des 
mittelgradigen Strukturniveaus und der auch eher nur leichtgradigen 
depressiven Symptomatik aktuell Ressourcen für die berufliche 
Reintegration, jedoch sei er aufgrund der längeren Arbeitslosigkeit beruflich 
dekonditioniert und benötige daher Unterstützung für die Gewöhnung an 
den Arbeitsprozess durch die genannten Massnahmen. Wahrscheinlich 
werde der Versicherte eine ca. einjährige berufliche Massnahme, begleitet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 9

von regelmässiger Psychotherapie und Psychopharmakotherapie 
benötigen, um an die Arbeitsfähigkeit von 70% im ersten Arbeitsmarkt zu 
gelangen (S. 26 f. Ziff. 8).

Am 20. April 2022 (AB 66/2) äusserte sich Dr. med. C.________ 
dahingehend, dass die Frage des Beginns und Verlaufs der 
Arbeitsunfähigkeit im vorliegenden speziellen Fall nur sehr schwer mit 
Sicherheit beantwortet werden könne, da der psychische Zustand des 
Versicherten nicht ausreichend engmaschig dokumentiert sei. Auch fehlten 
entsprechende fachärztliche Arbeitsunfähigkeitsatteste, um eine relativ 
lückenlose Beschreibung der Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Im letzten 
psychiatrisch-fachärztlichen Austrittsbericht der Klinik D.________ vom 3. 
November 2020 werde die Diagnose einer mittelgradigen rezidivierenden 
depressiven Störung sowie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung 
diagnostiziert. Diese Diagnosen deckten sich auch mit seiner Beurteilung, 
wobei der Versicherte zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung eine nur 
mehr leichtgradige depressive Symptomatik vorgewiesen habe. Ab diesem 
Zeitpunkt fehlten psychiatrisch-fachärztliche Atteste. Die Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt gleiche daher dem sprichwörtlichen 
„Blick in die Kristallkugel“. Der Hausarzt des Versicherten habe im Bericht 
vom 17. Februar 2021 zwar dann noch von einer Teilarbeitsfähigkeit 
gesprochen mit einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensangepassten Tätigkeit von maximal zwei bis vier Stunden pro Tag. 
Aber auch diese Beurteilung sei letztendlich nicht psychiatrisch-fachärztlich 
abgesichert. Man könnte aber aufgrund dieser Aussagen des Hausarztes 
schlussfolgern, dass der Versicherte ab dem Zeitpunkt der Entlassung von 
der Klinik D.________ (3. November 2020) bis zum Zeitpunkt des aktuellen 
Gutachtens über eine ca. 50%-ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche 
Tätigkeiten unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes verfügt 
habe. Aufgrund dieser diagnostischen Unschärfe und der damit 
verbundenen diagnostischen Unsicherheit bezüglich der Arbeitsfähigkeit 
habe er (Dr. med. C.________) letztendlich die geäusserte Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit erst ab dem Zeitpunkt des erstellten Gutachtens (17. 
Februar 2022) mit Sicherheit treffen können. Somit ergebe sich ab diesem 
Zeitpunkt eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit bzw. 30%-ige Arbeitsunfähigkeit für 
die angestammte Tätigkeit, für sämtliche Verweistätigkeiten sowie für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 10

sämtliche leidensangepassten Tätigkeiten unter den Bedingungen des 
ersten Arbeitsmarktes. Eine differenziertere Stellungnahme sei 
seriöserweise aufgrund der vorliegenden Berichte, Atteste und 
Schilderungen des Versicherten leider nicht möglich. 

Am 6. Juli 2022 (AB 69) äusserte sich Dr. med. C.________ dahingehend, 
dass beim Versicherten seit dem 17. Februar 2022 und somit auch aktuell 
eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 70% bzw. 
Arbeitsunfähigkeit von 30%, jeweils bezogen auf 100% bestehe. Diese 
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sollte jedoch aufgrund der 
Dekonditionierung des Versicherten graduell aufgebaut werden, einerseits 
durch Beibehaltung der therapeutischen Begleitung, aber auch durch die im 
Gutachten geschilderten arbeitsintegrativen Massnahmen zur Gewöhnung 
an den Arbeitsprozess. 

3.1.2 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, führte im Schreiben vom 9. März 2023 (AB 
81/17) an die Beschwerdegegnerin aus, er habe 2018 die Betreuung 
übernommen und den Versicherten seither mit wenigen Ausnahmen 
ausschliesslich im Zusammenhang mit der psychiatrischen Problematik 
gesehen. Dieser habe bei der Psychologin F.________ während fast zwei 
Jahren regelmässige Termine gehabt und er (Dr. med. E.________) habe 
sich u.a. um die antidepressive Medikation gekümmert. Die ersten 
„psychiatrischen“ Symptome seien bereits vor zehn Jahren aufgetreten. Es 
sei zu einem Suizidversuch, zu einem stationären Aufenthalt in der 
Psychiatrie und zu ambulanten und notfallmässigen Konsultationen wegen 
depressiven Krisen und Suizidgedanken gekommen. Durch die kombinierte 
Persönlichkeitsstörung mit vor allem impulsiven, emotional instabilen, 
selbstunsicheren und histrionischen Persönlichkeitsmerkmalen sei der 
Kontakt zu anderen Menschen früher oder später bei jeder Arbeitsstelle der 
limitierende Faktor gewesen. Patienten mit dieser Diagnose und einer 
gewissen Ausprägung der Symptomatik würden oft als mühsam, 
anstrengend und nicht teamfähig wahrgenommen, was sehr oft zu ein- 
oder beidseitigem Auflösen des Arbeitsverhältnisses führe. Dies sei bisher 
bei jeder Arbeitsstelle des Versicherten das Problem gewesen und werde 
auch in Zukunft so sein. Durch die depressive Symptomatik werde die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 11

Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit zusätzlich negativ beeinflusst. So wie er 
den Versicherten in den vergangenen fünf Jahren kennengelernt habe, 
könne er sich nicht vorstellen, dass dieser auf dem ersten Arbeitsmarkt 
einer regelmässigen Tätigkeit nachgehen könne, bei der er mit anderen 
Menschen unter Druck und Stress interagieren müsse. Dies möge zwar für 
Wochen bis wenige Monate gut gehen, aber früher oder später werde es 
immer zur Eskalation kommen. Er sei also bei der Arbeitsfähigkeit nicht so 
optimistisch wie die Beschwerdegegnerin, da er auch die gescheiterten 
Versuche in der Vergangenheit miterlebt habe, ohne dass seither eine 
Änderung der psychischen Situation eingetreten wäre. Es falle ihm schwer, 
diese mit einer genauen Prozentangabe zu beziffern, aber eine Ar-
beitsfähigkeit von 70% scheine ihm klar zu hoch. 

3.1.3 Dr. med. G.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie vom RAD, führte in der Stellungnahme 
vom 30. März 2023 (AB 83) aus, das Vorbringen des Rechtsvertreters, 
wonach die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit „einzig daraus 
abgeleitet bzw. danach bestimmt“ worden sei, „dass dieser aufgrund des 
bestehenden psychischen Störungsbildes in seiner Belastbarkeit und 
Durchhaltefähigkeit herabgesetzt“ sei, sei nicht nachvollziehbar. Das 
Gutachten sei in Kenntnis u.a. des Berichts von Dr. med. E.________ vom 
27. Februar 2021 (keine Beschreibung von objektiven Befunden) erstellt 
worden. Gutachterlich seien eine Familienanamnese und eine Anamnese 
einschliesslich Angaben zu einem früheren Suizidversuch erhoben worden. 
Es seien weiter die subjektiven Beschwerden des Versicherten erfragt 
worden, wobei dieser angegeben habe, dass er „in jüngster Vergangenheit 
keine Suizidgedanken“ gehabt habe. Weiter sei eine berufliche Biografie 
und eine Arbeitsanamnese erhoben worden, und der Versicherte sei zum 
arbeitsbezogenen Beschwerdebild befragt worden, wobei er angegeben 
habe, dass er bei der Arbeit „häufig Konflikte mit Vorgesetzten“ und 
„Schwierigkeiten, sich in Teams einzufügen“ habe. Es sei ein ausführlicher 
Befund, einschliesslich Psychostatus und die funktionellen 
Einschränkungen resp. Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei 
psychischen Erkrankungen nach Mini-ICF-APP erhoben worden. Weiter 
führte Dr. med. G.________ aus, die Herleitung der Diagnosen sei im 
Gutachten ausführlich erläutert worden und es seien psychologische 

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Testungen im Zusammenhang mit der depressiven Störung und der 
Persönlichkeitsstörung durchgeführt worden. Im Zusammenhang mit 
Letzterer sei u.a. auf Tendenzen, Impulse ohne Berücksichtigung von 
Konsequenzen auszuagieren, zu streitsüchtigem Verhalten und zu 
Konflikten mit anderen hingewiesen worden. Weiter sei auf die ungünstige 
Wechselwirkung zwischen der Persönlichkeitsstörung und der 
rezidivierenden depressiven Störung aufmerksam gemacht worden. Unter 
all den genannten Aspekten, welche nur einen Teil des Gutachtens 
abbildeten, sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70% resp. Arbeitsunfähigkeit 
von 30% in der bisherigen wie auch in angepasster Tätigkeit ausgegangen 
worden. Weiter sei auf eine Dekonditionierung hingewiesen worden. Später 
habe der Gutachter in einer Stellungnahme die Angaben zur 
Arbeits(un)fähigkeit nochmals präzisiert und angemerkt, dass die 
Arbeitsfähigkeit aufgrund der Dekonditionierung „graduell aufgebaut 
werden … sollte“. Aus RAD-ärztlicher Sicht werde im Vergleich zum 
Einwand des Rechtsvertreters darin kein Widerspruch gesehen. Dem 
Bericht von Dr. med. E.________ vom 9. März 2023 seien keine neuen 
relevanten medizinischen Tatsachen zu entnehmen, zumal nunmehr 
scheinbar auch von jenen Diagnosen ausgegangen worden sei, welche 
gutachterlich gestellt worden seien. Dr. med. E.________ habe keine 
konkreten Angaben zur Arbeits(un)fähigkeit und im Vergleich zum 
Gutachten keine ausführlichen Angaben zu Befunden und 
Funktionseinschränkungen gemacht. Aus RAD-ärztlicher Sicht könne somit 
weiterhin auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 
17. Februar 202 und dessen ergänzende Ausführungen vom 20. April 2022 
und 6. Juli 2022 abgestellt werden. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 
227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV Nr. 
71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 17. 
Februar 2022 (AB 61.1) sowie dessen ergänzende Stellungnahmen vom 
20. April 2022 (AB 66/2) und 6. Juli 2022 (AB 69) erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) 
und überzeugen. Die Feststellungen des Gutachters beruhen auf eigenen 
spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit werden für den Rechtsanwender nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Danach besteht seit 17. Februar 2022 in Bezug 
auf ein Vollzeitpensum für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 70%. Seit Aufgabe der letzten Tätigkeit am 26. Juli 
2020 ist der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachter in seiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 14

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, sicherlich verschiedenartigen Ausmasses, 
je nach Ausprägung der psychischen Störungsbilder (AB 61.1/26 Ziff. 8). 
Die Frage nach Beginn und Verlauf der medizinisch theoretischen 
Arbeitsfähigkeit kann infolge nicht ausreichend engmaschiger 
Dokumentation des psychischen Zustands nur schwer beantwortet werden. 
Aufgrund der diagnostischen Unschärfe und der damit verbundenen 
diagnostischen Unsicherheit bezüglich Arbeitsfähigkeit konnte der 
Gutachter letztendlich die von ihm geäusserte Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit erst ab dem Zeitpunkt der Gutachtenserstellung mit 
Sicherheit treffen. Die Feststellungen und Ausführungen von Dr. med. 
C.________ werden in der Aktenbeurteilung vom RAD-Psychiater Dr. med. 
G.________ vom 30. März 2023 (AB 83) bestätigt. Dem psychiatrischen 
Gutachten inkl. ergänzenden Stellungnahmen kommt damit voller 
Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Die Einwände der 
Beschwerdeführerin und die übrigen medizinischen Berichte schmälern – 
wie nachfolgend dargelegt – die Beweiskraft des Gutachtens nicht.

Lediglich der Umstand, dass der Beschwerdeführer letztmals im Jahr 2020 
arbeitstätig war und „aktuell“ nicht arbeitsfähig sei (vgl. Beschwerde S. 4 
Ziff. 3), lässt entgegen dem Vorbringen des Rechtsvertreters nicht den 
Schluss zu, es sei von einer „wesentlich“ höheren gesundheitlichen 
Einschränkung als in der angefochtenen Verfügung postuliert, auszugehen, 
zumal keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
gutachterlichen Schlussfolgerungen vorliegen, die deren Beweiswert zu 
schmälern vermöchten. Soweit beschwerdeweise vorgebracht wird, die 
Arbeitsfähigkeit sei gutachterlich einzig daraus abgeleitet bzw. danach 
bestimmt worden, dass der Beschwerdeführer aufgrund der bestehenden 
psychischen Störungsbilder in seiner Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit 
herabgesetzt sei (Beschwerde S. 4 Ziff. 4; vgl. auch Einwand vom 13. März 
2023 zum Vorbescheid vom 23. Dezember 2022 [AB 81 S. 3 f. Ziff. 4]), 
setzt sich der Beschwerdeführer mit der RAD-Stellungnahme vom 30. März 
2023 (AB 83) nicht näher auseinander. Wie der RAD-Psychiater Dr. med. 
G.________ darin darlegte, wurden gutachterlich eine Familienanamnese, 
eine Anamnese einschliesslich Angaben zu einem früheren Suizidversuch, 
eine berufliche Biografie und eine Arbeitsanamnese erhoben. Weiter 
wurden die subjektiven Beschwerden und das arbeitsbezogene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 15

Beschwerdebild befragt. Es wurde ein ausführlicher Befund, einschliesslich 
Psychostatus, und die funktionellen Einschränkungen resp. Aktivitäts- und 
Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen nach Mini-ICF-APP 
erhoben. Schliesslich erläuterte der Gutachter die Herleitung der von ihm 
gestellten Diagnosen und es wurden psychologische Testungen im 
Zusammenhang mit der depressiven Störung und der 
Persönlichkeitsstörung durchgeführt. Im Zusammenhang mit Letzterer 
wurde u.a. auf Tendenzen, Impulse ohne Berücksichtigung von 
Konsequenzen auszuagieren, zu streitsüchtigem Verhalten und zu 
Konflikten mit anderen hingewiesen. Weiter wies der Gutachter auf die 
ungünstige Wechselwirkung zwischen der Persönlichkeitsstörung und der 
rezidivierenden depressiven Störung hin. Später präzisierte der Gutachter 
seine Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit in zwei Stellungnahmen. 
Anders als beschwerdeweise vorgebracht (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 5) 
vermag die Stellungnahme des behandelnden Hausarztes Dr. med. 
E.________ vom 9. März 2023 (AB 81/17) nicht, auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der gutachterlichen Feststellungen 
zu erheben, zumal Dr. med. E.________ nicht zu berücksichtigen scheint, 
dass der Gutachter die Ausprägung der Persönlichkeitsstörung und deren 
Auswirkung auf das soziale Funktionsniveau sorgfältig erhoben (AB 
61.1/21 ff.) und daraus eine Leistungseinschränkung von 30% 
nachvollziehbar begründet hat. Zudem verfügt Dr. med. E.________ 
gemäss Medizinalberuferegister über keinen Facharzttitel in Psychiatrie 
und Psychotherapie (vgl. https://www.medreg.admin.ch). Für die Eignung 
eines Arztes oder einer Ärztin, in einer bestimmten medizinischen Disziplin 
stichhaltige Aussagen machen zu können, ist jedoch gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung ein entsprechender, dem Nachweis der 
erforderlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel 
vorausgesetzt (vgl. Entscheid des BGer vom 22. März 2010, 8C_83/2010, 
E. 3.2.3). Zudem darf und soll der Erfahrungstatsache Rechnung getragen 
werden, dass Hausärzte mitunter in Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussa-
gen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Die fachfremden Ausführungen von Dr. med. E.________ vermögen die 
gutachterlichen Schlussfolgerungen daher nicht in Zweifel zu ziehen, zumal 
der Stellungnahme von Dr. med. E.________ keine konkreten Angaben zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 16

Arbeits(un)fähigkeit und im Vergleich zum Gutachten keine ausführlichen 
Angaben zu Befunden und Funktionseinschränkungen entnommen werden 
können. Weder der behandelnde Hausarzt und Internist Dr. med. 
E.________ noch der Beschwerdeführer legen objektive medizinische 
Befunde oder Aspekte dar, welche bei Erlass der angefochtenen Verfügung 
bestanden hätten, jedoch vom Gutachter unberücksichtigt geblieben wären 
(vgl. diesbezüglich auch Entscheid des BGer vom 5. Juni 2023, 
8C_109/2023, E. 6.3). Soweit der Beschwerdeführer eine ungenügend 
begründete bzw. gar widersprüchliche gutachterlich festgestellte 
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit bemängelt (vgl. Beschwerde S. 5 
Ziff. 5), substanziiert er dies nicht. Aufgrund der Schlussfolgerungen im 
Gutachten sowie den beiden nachträglichen ergänzenden Stellungnahmen 
des psychiatrischen Gutachters ist vielmehr erstellt, dass ab 
Gutachtenserstellung am 17. Februar 2022 für sämtliche Tätigkeiten eine 
Arbeitsfähigkeit von 70% unter den Bedingungen des ersten 
Arbeitsmarktes besteht. Für die Zeit von November 2020 bis zum 17. 
Februar 2022 ist gemäss dem Gutachter eine differenzierte Festsetzung 
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht möglich. Für die Zeit ab 
Aufgabe der Arbeitstätigkeit bis Eintritt in die Klinik Anfangs November 
2020 ging die Beschwerdegegnerin zugunsten des Beschwerdeführers von 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus (AB 75), was unter 
Berücksichtigung des anderthalbmonatigen stationären Aufenthalts vom 
17. August 2020 bis 3. November 2020 (vgl. AB 15/1, 15/5) als 
nachvollziehbar erscheint. 

Aufgrund des Dargelegten ist mit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. 
med. C.________ vom 17. Februar 2022 (AB 61.1) sowie den ergänzenden 
Stellungnahmen vom 20. April 2022 (AB 66/2) und 6. Juli 2022 (AB 69) der 
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und in antizipierter 
Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 
V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) ist beim hier 
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf 
weitere Beweismassnahmen, insbesondere das beschwerdeweise 
beantragte Einholen eines Gerichtsgutachtens (Beschwerde S. 2, 
Rechtsbegehren 3), zu verzichten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 17

3.4 Der Beschwerdeführer hat bis am 26. Juni 2020 gearbeitet; bei der 
Leistungsanmeldung gab er an, ab diesem Tag zu 100% arbeitsunfähig zu 
sein (AB 1). Damit begann das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
frühestens am 26. Juni 2020 und endete am 25. Juni 2021. Ein 
Rentenanspruch hätte damit gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG frühestens ab 1. 
Juni 2021 bestanden. Der Anfang Juni 2021 in Auftrag gegebenen 
psychiatrischen Begutachtung (AB 37) blieb der Beschwerdeführer zwei 
Mal unentschuldigt fern (AB 41, 45). Erst nachdem die 
Beschwerdegegnerin am 7. Oktober 2021 (AB 46) wegen Verweigerung 
der Mitwirkungspflicht die Leistungsablehnung in Aussicht gestellt hatte, 
konnte die gutachterliche Exploration am 13. Januar 2022 stattfinden. 

Gemäss der ergänzenden Stellungnahme des Gutachters vom 20. April 
2022 (AB 66/2) gleicht die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers für die Zeit ab dem Austrittsbericht der Klinik 
D.________ vom 3. November 2020 mangels (echtzeitlicher) psychiatrisch-
fachärztlicher Atteste einem „Blick in die Kristallkugel“; eine zuverlässige 
Bemessung der Arbeitsfähigkeit ist m.a.W. nicht möglich, woran weitere 
Beweismassnahmen offenkundig nichts zu ändern vermöchten (vgl. auch 
E. 3.3 [in fine] hiervor). Eine allenfalls rentenbegründende Einschränkung 
der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit von 
November 2020 bzw. ab dem Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns im 
Juni 2021 bis zum Zeitpunkt des Gutachtens vom 17. Februar 2022 ist 
mithin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.

Offen bleiben kann damit die in der angefochtenen Verfügung 
aufgeworfene Frage, ob ein Rentenanspruch für jenen Zeitraum (auch) 
aufgrund der Regelung von Art. 28 Abs. 1bis IVG zu verneinen ist. 
Festzuhalten ist immerhin, dass soweit mit der Beschwerdegegnerin davon 
ausgegangen wird, dass ab dem Zeitpunkt der Entlassung aus der Klinik 
D.________ am 3. November 2020 bis zum Zeitpunkt des Gutachtens vom 
17. Februar 2022 eine Arbeitsfähigkeit von 50% vorlag, grundsätzlich auch 
eine Eingliederungsfähigkeit zu bejahen wäre (vgl. Ziff. 1025.1 des bis am 
31. Dezember 2021 in Kraft gestandenen Kreisschreibens des BSV über 
die Integrationsmassnahmen [KSIM] sowie Entscheid des BGer vom 20. 
Dezember 2019, 9C_689/2019, E. 3.1 f.). Näher zu prüfen bliebe indes, ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 18

die Möglichkeiten zur Eingliederung ausgeschöpft sind bzw. waren oder 
nicht (vgl. zum Ganzen E. 2.4 hiervor), was sich nach dem oben Erwähnten 
jedoch erübrigt.

3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass für die Zeit ab 1. Juni 2021 
eine potentiell rentenbegründende Einschränkung der Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht rechtsgenüglich erstellt ist 
und ab 17. Februar 2022 bei einer Arbeitsfähigkeit von 70% für sämtliche 
Tätigkeiten ein offensichtlich rentenausschliessender Invaliditätsgrad 
bestand (vgl. dazu den in der angefochtenen Verfügung vorgenommenen, 
vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandeten 
Einkommensvergleich). Die Durchführung eines strukturierten 
Beweisverfahrens anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 
281 und 143 V 409 erübrigt sich damit. Die angefochtene Verfügung vom 
11. Mai 2023 ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen. Aufgrund der insoweit gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 10. Juli 2023) ist der Beschwerdeführer 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – 
vorläufig von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG).

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Okt. 2023, IV/23/450, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.