# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62bd660c-567c-58fb-898c-868dafaaa920
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-09
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 09.04.2021 601 2020 233
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2020-233_2021-04-09.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2020 233 

Urteil vom 9. April 2021

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Marianne Jungo 
Richter: Anne-Sophie Peyraud

Dominique Gross 
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Sabine Cotting

Parteien A.________, Beschwerdeführerin 1,

B.________, Beschwerdeführerin 2,

beide vertreten durch Rechtsanwalt Marc Spescha    

gegen

AMT FÜR BEVÖLKERUNG UND MIGRATION, Vorinstanz    

Gegenstand Bürgerrecht, Niederlassung, Aufenthalt

Verweigerung einer EU/EFTA – Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug 
und Wegweisung aus der Schweiz

Beschwerde vom 11. Dezember 2020 gegen die Verfügung vom 
10. November 2020

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin 1), geboren im Jahr 1972, Staatsangehörige aus Brasilien, 
stellte am 10. September 2012 einen Antrag für die Erteilung eines Visums für den längerfristigen 
Aufenthalt (Visum D). Gleichzeitig wurde auch für ihre Tochter B.________ (Beschwerdeführerin 
2), geboren im Jahr 1997, damals ebenfalls brasilianische Staatsangehörige, ein Antrag für die 
Erteilung eines Visums für den längerfristigen Aufenthalt (Visum D) im Rahmen des Familiennach-
zugs gestellt. Am 23. September 2012 reiste die Beschwerdeführerin 1 in die Schweiz ein und gab 
am 8. Oktober 2012 beim Amt für Bevölkerung und Migration (Vorinstanz) eine Ankunftserklärung 
und ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines Studiums ab. Am selben Tag über-
gab auch die Beschwerdeführerin 2 der Vorinstanz eine Ankunftserklärung und ein Aufenthaltsbe-
willigungsgesuch für aus dem Ausland oder einem anderen Kanton einreisende ausländische 
Staatsangehörige. Die Vorinstanz gewährte in der Folge der Beschwerdeführerin 1 die Aufenthalts-
bewilligung (Ausweis B) zwecks Studiums und der Beschwerdeführerin 2 ebenfalls eine Aufent-
haltsbewilligung (Ausweis B) gestützt auf den Familiennachzug und verlängerte diese Bewilligun-
gen auch regelmässig. 

Mit Einbürgerungsurkunde vom 31. August 2015 erhielt die Beschwerdeführerin 2 die deutsche 
Staatsbürgerschaft und ihr wurde nach Verlängerung ihres Aufenthaltes als EU-Bürgerin am 
19. Juni 2019 schliesslich eine Niederlassungsbewilligung EU/EFTA (Ausweis C) erteilt. 

Die Beschwerdeführerin 2 absolvierte vom 1. August 2014 bis zum 31. Juli 2017 eine Ausbildung 
zur Fachfrau Information und Dokumentation EFZ bei der C.________. Nach dem Lehrabschluss 
entschied sie sich, ein Studium aufzunehmen und nebenbei zu arbeiten. Ihr Studium absolviert sie 
an der D.________ in E.________ im Teilzeitmodus (Bachelorabschluss voraussichtlich im Jahr 
2023). Nebenbei ist sie seit dem 15. August 2017 bei der F.________ in ihrem erlernten Beruf in 
einem Pensum von 60 Prozent tätig. 

B. Am 23. Oktober 2019 verweigerte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin 1 die Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung zwecks Studiums und verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz. 
Diese Verfügung wurde nicht angefochten.

C. Die Beschwerdeführerin 1 stellte aber am 21. November 2019 ein Gesuch um Familiennach-
zug, um bei ihrer Tochter bleiben zu können.

D. In Antwort auf ein Schreiben der Vorinstanz vom 12. Dezember 2019 haben die Beschwer-
deführerinnen am 13. Januar 2020 ergänzende Akten betreffend ihre finanzielle Situation einge-
reicht. Am 5. August 2020 erkundigten sie sich nach dem Stand des Verfahrens. Per Schreiben 
vom 2. Oktober 2020 entschuldigte sich die Vorinstanz für die Verfahrensverzögerung. Gleichzeitig 
gab sie unpräjudiziell kund, dass die Argumentation im Gesuch schlüssig zu sein scheine. Für die 
genaue Prüfung der Situation forderte sie nochmals ergänzende Unterlagen zur Wohn- und 
Erwerbssituation ein, um allfällige zwischenzeitlich aufgetretene Änderungen berücksichtigen zu 
können. Am 28. Oktober 2020 wurden diese Dokumente bei der Vorinstanz eingereicht. 

E. Mit Verfügung vom 10. November 2020 verweigerte die Vorinstanz die Erteilung einer 
EU/EFTA - Aufenthaltsbewilligung für die Beschwerdeführerin 1 im Rahmen des Familiennachzugs 
und verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz. Sie begründete ihren Entscheid im Wesentlichen 
damit, dass die Beschwerdeführerin 2 als Studentin zu qualifizieren und demnach der Familien-

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nachzug in aufsteigender Linie ausgeschlossen sei. Überdies sei das Gesuch rechtsmissbräuch-
lich. 

F. Gegen diese Verfügung haben die Beschwerdeführerinnen am 11. Dezember 2020 
Beschwerde an das Kantonsgericht erhoben. Sie beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, und 
der Beschwerdeführerin 1 sei eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zu 
erteilen. Zur Begründung bringen sie namentlich vor, dass die Beschwerdeführerin 2 nicht als 
Studentin im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. c Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 
Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) zu qualifizieren sei, 
sondern als Arbeitnehmerin, weil sie teilzeiterwerbstätig sei und ihr Arbeitspensum über das 
hinausgehe, was als einen klassischen "Nebenverdienst" neben dem Studium angesehen werden 
könne. Der Familiennachzug sei daher gestützt auf Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I des FZA zu beurtei-
len und in der Folge sei aufgrund des Beitrages der Beschwerdeführerin 2 an den Unterhalt der 
Beschwerdeführerin 1 die Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu gewähren. Ausserdem 
bestreiten sie das Vorliegen eines Rechtsmissbrauchs. Mutter und Tochter würden seit Geburt in 
einer Haushaltsgemeinschaft leben, davon die letzten 8 Jahre in der Schweiz.

G. Die Vorinstanz beantragt am 21. Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde.

H. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung notwendig – in den Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 114 Abs. 1 
lit. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 
150.1] in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 des kantonalen Ausführungsgesetzes vom 13. November 
2007 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AGAIG; SGF 114.22.1]). Die 
Beschwerdeführerinnen sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG). Die 
Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss recht-
zeitig bezahlt (Art. 128 VRG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.

Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts einschliesslich 
Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist 
vorliegend ausgeschlossen (vgl. Art. 77 f. VRG).

3.

Vorliegend ist streitig, ob die Vorinstanz mit der angefochtenen Verfügung das Gesuch um Gewäh-
rung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für die Beschwerdeführerin 1 zu Recht 
abgewiesen und diese aus der Schweiz weggewiesen hat.

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3.1. Nach Art. 7 lit. d FZA wird unter anderem das Aufenthaltsrecht der Familienangehörigen 
der Staatsangehörigen der Vertragsstaaten, und zwar ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit, gere-
gelt. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben die Familienangehörigen einer Person, die Staats-
angehörige einer Vertragspartei des Abkommens ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei 
ihr Wohnung zu nehmen. Als Familienangehörige gelten ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit der 
Ehegatte und die Verwandten in absteigender Linie, die noch nicht 21 Jahre alt sind oder denen 
Unterhalt gewährt wird (Art. 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA); die Verwandten und die Verwandten des 
Ehegatten in aufsteigender Linie, denen Unterhalt gewährt wird (lit. b); im Fall von Studierenden 
der Ehegatte und die unterhaltsberechtigten Kinder (lit. c). 

3.2. Demnach wird – wie erwähnt – im Rahmen des Aufenthaltes von Studierenden das Recht, 
Wohnung zu nehmen bzw. der Familiennachzug nur für Ehegatten und unterhaltsberechtigte 
Kinder gewährt, währenddem dieses Recht bei Arbeitnehmern auch Verwandten in aufsteigender 
Linie, insbesondere den Eltern, zusteht, sofern ihnen Unterhalt gewährt wird. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA erhält ein Arbeitnehmer, der Staatsangehöriger einer 
Vertragspartei ist und mit einem Arbeitgeber des Aufnahmestaates ein Arbeitsverhältnis mit einer 
Dauer von mindestens einem Jahr eingeht, eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer 
von fünf Jahren, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Erlaubnis (EU/EFTA-B-Bewilli-
gung). Diese wird automatisch um mindestens fünf Jahre verlängert. Bei der ersten Verlängerung 
kann die Gültigkeitsdauer beschränkt werden, wenn der Inhaber seit mehr als zwölf aufeinanderfol-
genden Monaten unfreiwillig arbeitslos ist; die Dauer der Bewilligungsverlängerung darf ein Jahr 
nicht unterschreiten.

Damit er als Arbeitnehmer im Sinne von Art. 6 Anhang I FZA qualifiziert werden kann, muss der 
unselbständig erwerbstätige Vertragsausländer (1) während einer bestimmten Zeit (2) Leistungen 
für eine andere Person nach deren Weisungen erbringen und (3) als Gegenleistung hierfür eine 
Vergütung erhalten (siehe BGE 141 II 1 E. 2.2.3 mit Hinweisen). Grundsätzlich kommt es bei der 
Frage der Arbeitnehmereigenschaft weder auf den zeitlichen Umfang der Aktivität noch auf die 
Höhe des Lohnes oder die Produktivität der betroffenen Person an. Erforderlich ist jedoch quantita-
tiv wie qualitativ eine echte und tatsächliche wirtschaftliche Tätigkeit. Die Beurteilung, ob eine 
solche besteht, muss sich auf objektive Kriterien stützen und in einer Gesamtbewertung allen 
Umständen Rechnung tragen, welche die Art der Tätigkeit und des fraglichen Arbeitsverhältnisses 
betreffen. Es ist dabei auch zu berücksichtigen, ob die erbrachten Leistungen auf dem allgemeinen 
Beschäftigungsmarkt als üblich gelten können (BGE 141 II 1 E. 2.2.4 mit Hinweisen).

Art. 24 Anhang I FZA regelt demgegenüber den Aufenthalt für Personen, welche die Staatsange-
hörigkeit einer Vertragspartei besitzen und keine Erwerbstätigkeit im Aufenthaltsstaat ausüben und 
dort kein Aufenthaltsrecht aufgrund anderer Bestimmungen dieses Abkommens haben (Abs. 1). 
Die Aufenthaltserlaubnis wird mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens fünf Jahren erteilt, sofern 
sie den zuständigen nationalen Behörden den Nachweis dafür erbringen, dass sie für sich selbst 
und ihre Familienangehörigen über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, so dass sie während 
ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen (lit. a) und über einen Krankenver-
sicherungsschutz verfügen, der sämtliche Risiken abdeckt (lit. b).

Eine Aufenthaltserlaubnis, deren Gültigkeit auf die Dauer der Ausbildung oder, wenn die Dauer der 
Ausbildung ein Jahr übersteigt, auf ein Jahr beschränkt ist, wird dem Studierenden gemäss Art. 24 
Abs. 4 Anhang I FZA erteilt, der nicht aufgrund einer anderen Bestimmung dieses Abkommens 
über ein Aufenthaltsrecht im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei verfügt, sofern er durch 

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eine Erklärung oder durch andere, zumindest gleichwertige Mittel seiner Wahl den betreffenden 
nationalen Behörden gegenüber glaubhaft macht, dass er über finanzielle Mittel verfügt, so dass er 
selber, sein Ehegatte und ihre unterhaltsberechtigten Kinder während ihres Aufenthalts keine Sozi-
alhilfe des Aufnahmestaates in Anspruch nehmen müssen; dies gilt unter der Bedingung, dass er 
in einer anerkannten Lehranstalt zur Hauptsache zum Erwerb einer beruflichen Bildung einge-
schrieben ist und dass er über einen Krankenversicherungsschutz verfügt, der sämtliche Risiken 
abdeckt.

4.

Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 2 als Studentin, d.h. als nichter-
werbstätige Person nach Art. 24 Anhang I FZA eingestuft, und daraus geschlossen, dass damit der 
Familiennachzug der Beschwerdeführerin 1, ihrer Mutter, gestützt auf Art. 3 Abs. 2 lit. c Anhang I 
FZA (e contrario) ausser Betracht falle. Die Beschwerdeführerinnen rügen in ihrer Beschwerde die 
Qualifikation der Tochter als Studierende bzw. als Nichterwerbstätige. Es sei zwar korrekt, dass sie 
einem Studium nachgehe; dies jedoch lediglich in einem Teilzeitpensum, daneben arbeite sie noch 
zu einem Pensum von 60 Prozent. 

4.1. In casu ist die Beschwerdeführerin 2 seit Abschluss ihrer Ausbildung zur Fachfrau Informa-
tion und Dokumentation im Juli 2017 in ihrem erlernten Beruf bei der F.________ in einem unbe-
fristeten Anstellungsverhältnis zu 60 Prozent tätig. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine voll-
zeitliche Erwerbstätigkeit; eine solche ist jedoch gemäss der zitierten Rechtsprechung (E. 3.2 hier-
vor) für die Anerkennung der Arbeitnehmereigenschaft auch nicht vorausgesetzt. Erforderlich ist – 
wie erwähnt – vielmehr, dass es sich quantitativ wie qualitativ um eine echte und tatsächliche wirt-
schaftliche Tätigkeit handelt, was vorliegend klar der Fall ist. So wurde sie auch von der Vorinstanz 
für die am 15. August 2017 ausgestellte Aufenthaltsbewilligung ohne Weiteres als Arbeitnehmerin 
qualifiziert. Unter dem Titel "Bemerkungen" wurde in der Aufenthaltsbewilligung festgehalten, dass 
es sich um einen Statuswechsel, nämlich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, handle. Beim 
späteren Beginn ihres Teilzeitstudiums hat sie den Grad ihrer Erwerbstätigkeit nicht verringert, 
sondern ist immer im gleichen Anstellungsverhältnis zu 60 Prozent tätig geblieben. 

Auch wird in der Niederschrift zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland über 
Niederlassungsfragen vom 19. Dezember 1953 (SR 0.142.111.364) festgehalten, unter welchen 
Voraussetzungen die jeweiligen Staatsangehörigen eine Niederlassungsbewilligung beantragen 
können, insbesondere, dass sie unter gewissen Voraussetzungen bereits nach einem fünfjährigen 
Aufenthalt eine Niederlassungsbewilligung erhalten können (I Ziff. 1 und 2). Wie die Beschwerde-
führerinnen vorbringen, gilt diese Erleichterung gemäss I Ziff. 5 der Niederschrift jedoch nicht für 
Staatsangehörige, die sich aus einem seiner Natur nach vorübergehenden Grund, z.B. zu Studien-
zwecken, im Gebiet des anderen Staates aufhalten. Der Tochter hätte damit nicht bereits im Jahr 
2019 eine Niederlassungsbewilligung erteilt werden können, wenn sie als Studierende qualifiziert 
worden wäre. Sie hat am 10. Mai 2019, mit ihrem Gesuch um eine Niederlassungsbewilligung, die 
Vorinstanz von ihren Teilzeitstudienplänen in Kenntnis gesetzt, weshalb davon auszugehen ist, 
dass dies bei der Prüfung des Gesuches (welches am 19. Juni 2019 gutgeheissen wurde) berück-
sichtigt wurde. 

Sodann greifen die Bestimmungen für das Aufenthaltsrecht Studierender gemäss dem Wortlaut 
von Art. 24 Abs. 4 Anhang I FZA immer (nur) dann, wenn ein Aufenthaltsrecht nicht bereits aus 
einer anderen Bestimmung des FZA abgeleitet werden kann und unter der Bedingung, dass der 
Studierende zur Hauptsache in einer anerkannten Lehranstalt zum Erwerb einer beruflichen 

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Bildung eingeschrieben ist. Da die Beschwerdeführerin 2 jedoch zu 60 Prozent erwerbstätig ist, 
und nach dem Vorgesagten, kann vorliegend nicht davon ausgegangen werden, dass sie im Sinne 
dieser Bestimmung "zur Hauptsache zum Erwerb einer beruflichen Bildung eingeschrieben ist".

4.2. Der Einstufung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin 2 als Nichterwerbstätige im 
Sinne von Art. 24 Anhang I FZA einzustufen sei, kann somit nicht gefolgt werden. Sie ist vielmehr 
als Arbeitnehmerin im Sinne von Art. 6 Anhang I FZA zu qualifizieren. 

Die Vorinstanz hat daher zu Unrecht nicht geprüft, ob die weiteren Voraussetzungen von Art. 3 
Anhang I FZA und insbesondere von Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA für den Familiennachzug in 
aufsteigender Linie, welcher für Arbeitnehmer, nicht aber für Studierende gilt, erfüllt sind.

5.

5.1. Insbesondere liegt es damit an der Vorinstanz, die Wohnungssituation der Beschwerdefüh-
rerinnen näher zu prüfen. 

So bestimmt doch Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA, dass die Familienangehörigen einer Person, die 
Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht haben, "bei ihr 
Wohnung zu nehmen". Nach dem zweiten Satz der erwähnten Bestimmung muss der Arbeitneh-
mer für seine Familie über eine Wohnung verfügen, die in dem Gebiet, in dem er beschäftigt ist, 
den für die inländischen Arbeitnehmer geltenden normalen Anforderungen entspricht. Eine 
Wohnung ist nach der Rechtsprechung dann angemessen, wenn sie den ortsüblichen Verhältnis-
sen entspricht, die für inländische Arbeitnehmer am Wohnort gelten (Urteil BGer 2C_416/2017 
vom 18. Dezember 2017 E. 2). Bereits an dieser Stelle sei zudem der guten Ordnung halber eben-
falls darauf hingewiesen, dass die Formulierung von Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA, wonach Familien-
angehörige einer Vertragsstaatsangehörigen das Recht haben, "bei ihr Wohnung nehmen", nicht 
rein formalistisch zu verstehen ist, sondern vor dem Hintergrund, dass durch den Familiennachzug 
das tatsächliche Familienleben, bzw. das Zusammenleben von Familienangehörigen gesichert 
werden soll (vgl. Urteil BGer 2C_347/2013 vom 1. Mai 2013 E. 3.2.1 mit Hinweisen), was auch aus 
der französischen Textversion der Norm ("ont le droit de s’installer avec elle") besser hervorgeht. 

5.2. Weiter wird die Vorinstanz auch umfassend zu prüfen haben, ob die Beschwerdeführerin 2 
der Beschwerdeführerin 1 im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. b Anhang I FZA Unterhalt gewährt. 

Diesbezüglich sei lediglich darauf hinzuweisen, dass auf den Unterhalt in der Schweiz abzustellen 
ist, wenn sich – wie vorliegend – der nachzuziehende Familienangehörige bereits seit mehreren 
Jahren rechtmässig im Land aufhält (vgl. BGE 135 II 369 E. 3.2). Die Bedürftigkeit der unterstütz-
ten Person muss tatsächlich bestehen und nachgewiesen werden. Die entsprechende Eigenschaft 
eines Familienangehörigen, dem Unterhalt gewährt wird, ergibt sich aus einer tatsächlichen Situati-
on, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der erforderliche Unterhalt des Familienangehörigen vom 
Aufenthaltsberechtigten zumindest teilweise und regelmässig in einer gewissen Erheblichkeit 
materiell sichergestellt wird (Urteil BGer 2C_757/2019 vom 21. April 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). 
Dabei kommt es darauf an, ob der nachzuziehende Verwandte in Anbetracht seiner wirtschaftli-
chen und sozialen Situation in der Lage ist, seine Grundbedürfnisse selber zu decken, oder ob er 
zusätzliche Mittel benötigt, die ihm vom Aufenthaltsberechtigten erbracht werden (BGE 135 II 369 
E. 3.1; Urteil BGer 2C_757/2019 vom 21. April 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). 

Aufgrund der jetzigen (nicht gänzlich aktuellen) Aktenlage ist es dem Gericht nicht möglich, über 
diese Fragen zu entscheiden. Es liegt zudem nicht am Kantonsgericht als Rechtsmittelbehörde, 

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sondern vielmehr an der Vorinstanz als zuständige Fachbehörde, eine solche erstmalige Prüfung 
durchzuführen und eine einheitliche Praxis zu gewährleisten. 

6.

Schliesslich war die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung noch davon ausgegangen, dass 
das Gesuch um Familiennachzug rechtsmissbräuchlich ist. Dem kann indes – wie nachfolgend 
aufgezeigt wird – gestützt auf die derzeit bestehende Aktenlage nicht gefolgt werden. 

6.1. Das Verbot des Rechtsmissbrauchs setzt der Ausübung eines Anspruchs, der formal im 
Einklang mit der Rechtsordnung steht, jedoch treuwidrig und damit unredlich geltend gemacht 
wird, eine ethisch-materielle Schranke. Es steht der Inanspruchnahme eines Rechtsinstituts zu 
Zwecken entgegen, welche dieses nicht schützen will (BGE 137 I 247 E. 5.1.1; 131 I 166 E. 6.1; 
128 II 145 E. 2.2). Der Rechtsmissbrauch muss jedoch offensichtlich sein, um einem formal gülti-
gen Anspruch ausnahmsweise den Rechtsschutz zu versagen (vgl. Urteil BGer 2C_71/2016 vom 
14. November 2016 E. 3.4 mit Hinweisen). Auf ein rechtsmissbräuchliches Vorgehen kann folglich 
nur geschlossen werden, wenn dafür eindeutige Hinweise bestehen (Urteil BGer 2C_1057/ 2012 
vom 7. März 2014 E. 4.2.1). Sodann fällt rechtsprechungsgemäss die Frage des Rechtsmiss-
brauchs beim Familiennachzug weitgehend mit der Frage zusammen, ob die betreffende familiäre 
Beziehung bisher bereits gelebt worden ist (vgl. Urteil BGer 2C_1144/2012 vom 13. Mai 2012 
E. 2.1).

6.2. Zwar hat in casu die Beschwerdeführerin 1 ihr Gesuch um Familiennachzug erst gestellt, 
als ihre Aufenthaltsbewilligung zu Studienzwecken nicht verlängert wurde. Dennoch kann nicht 
zweifellos davon ausgegangen werden, dass es ihr ausschliesslich darum geht, ihre Dissertation in 
der Schweiz fertigstellen zu können und sie sich daher missbräuchlich auf die familiäre Beziehung 
mit ihrer Tochter beruft. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerinnen seit 
ihrer Ankunft in der Schweiz im Jahr 2012 (und zuvor bereits in ihrem Heimatland) gemeinsam in 
der gleichen Wohnung leben, was nichts anderes bedeutet, als dass die familiäre Beziehung 
tatsächlich gelebt wird. Überdies ist kaum davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 1 für 
die Fertigstellung ihrer Dissertation – soweit diese noch nicht beendet ist – überhaupt zwingend in 
der Schweiz verbleiben muss, zumal sie offenbar keine Assistentenstelle inne hatte. Es kann 
deshalb nicht von einem (offensichtlichen) Rechtsmissbrauch gesprochen werden, weshalb das 
Recht auf Aufenthalt im Rahmen des Familiennachzugs nicht schon deshalb abgesprochen 
werden darf.

7.

Im Ergebnis ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 1 zu Unrecht als 
Studentin qualifizierte und den Familiennachzug in aufsteigender Linie schon deswegen verneinte. 
Vielmehr ist sie wie erwähnt aufgrund ihrer Teilzeiterwerbstätigkeit von 60 Prozent als Arbeitneh-
merin zu qualifizieren.

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der Entscheid der Vorinstanz ist aufzuheben. Die 
Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die Akten soweit wie nötig vervollständigt 
und sodann insbesondere die Frage der Wohnungssituation und der Unterhaltsgewährung im 
Rahmen des Familiennachzugs in aufsteigender Linie umfassend prüft (vgl. E. 5) und in Gesamt-
würdigung der Situation und unter Berücksichtigung aller einschlägigen Umstände neu über das 
Gesuch der Beschwerdeführerin 1 um eine EU-/EFTA-Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des 
Familiennachzugs entscheidet.

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8.

8.1. Bei diesem Verfahrensausgang gelten die Beschwerdeführerinnen als obsiegende Partei-
en. Es werden demnach keine Gerichtskosten erhoben (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 133 VRG); der 
von den Beschwerdeführerinnen geleistete Kostenvorschuss wird ihnen zurückerstattet.

8.2. Die Beschwerdeführerinnen haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 137 Abs. 1 
VRG). Diese wird gestützt auf die Kostennote vom 23. März 2021 auf insgesamt CHF 2'828.75 
(Honorar und Auslagen, inklusive 7.7 % MwSt., ausmachend CHF 202.25) festgesetzt. Die Partei-
entschädigung wird dem Staat Freiburg auferlegt.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Vorinstanz vom 10. November 2020 
wird aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur weiteren Prüfung und 
neuer Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Der von den Beschwerdeführerinnen geleistete 
Kostenvorschuss von CHF 800.- wird ihnen zurückerstattet. 

III. Den Beschwerdeführerinnen wird eine Parteientschädigung von CHF 2'828.75 (inklusive 
MwSt. von CHF 202.25) zugesprochen und dem Staat Freiburg auferlegt.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung ist innert 30 Tagen 
die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entschei-
des angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 9. April 2021/dgr/sco

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin-Praktikantin: