# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11a205cb-ee64-5b16-838f-03e6e3b21f58
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.01.2024 D-4739/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4739-2023_2024-01-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad mi n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  amm i n i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad mi n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4739/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Patrick Burger,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung (N […]). 

 

 

 

D-4739/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 31. Januar 2022 um Gewährung von Asyl 

in der Schweiz nachsuchte,  

dass am 4. Februar 2022 die Personalienaufnahme, am 16. Februar 2022 

die Erstbefragung und am 4. März 2022 die Anhörung zu seinen Gesuch-

gründen stattfanden,  

dass der Beschwerdeführer in diesem Rahmen mehrere Beweismittel zu 

einem gegen ihn laufenden Strafverfahren einreichte und um deren Über-

setzung durch das SEM ersuchte,  

dass sein Asylgesuch vom SEM am 14. März 2022 dem erweiterten Ver-

fahren zugewiesen wurde,  

dass am 26. April 2022 die rubrizierte Rechtsvertretung dem SEM ihre 

Mandatsübernahme anzeigte,  

dass der Beschwerdeführer am 3. Juni 2022 und 5. August 2022 über seine 

Rechtsvertretung weitere Beweismittel einreichte, welche ebenfalls durch 

das SEM zu übersetzen seien,  

dass er am 3. Januar 2023 über seinen Rechtsvertreter mit einer Verfah-

rensstandanfrage ans SEM gelangte, zumal die Zuweisung ins erweiterte 

Verfahren schon Monate zurückliege und es seither seitens des SEM auch 

zu keinen verfahrensrelevanten Handlungen mehr gekommen sei,  

dass das SEM am 20. Januar 2023 amtsintern den Auftrag zu einer Doku-

mentenanalyse erteilte (vgl. dazu das Aktenverzeichnis),  

dass es dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom gleichen Tag mitteilte, 

sein Gesuch sei zurzeit infolge der hohen Geschäftslast noch hängig, es 

sei deshalb nicht möglich, ihm auf ein bestimmtes Datum hin einen Ent-

scheid in Aussicht zu stellen, die von ihm zuletzt nachgereichten Doku-

mente harrten im Übrigen aber noch einer Übersetzung,  

dass demgemäss über sein Gesuch sobald als möglich gemäss interner 

Prioritätenordnung entschieden werde, weshalb er und sein Rechtsvertre-

ter gebeten würden, sich noch etwas zu gedulden,  

D-4739/2023 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer das SEM im Nachgang zu diesem Schreiben 

über seinen Rechtsvertreter auf die schon früher gestellten Anträge um 

amtliche Übersetzung verwies,  

dass er in der Folge vom SEM am 30. Januar 2023 zur Einreichung weite-

rer Beweismittel aufgefordert wurde und er der Aufforderung mit Eingabe 

seines Rechtsvertreters vom 3. Februar 2023 nachkam,  

dass der Beschwerdeführer am 8. März 2023 über seinen Rechtsvertreter 

eine zweite Verfahrensstandanfrage einreichen liess,  

dass das SEM am 13. März 2023 die amtsinterne Dokumentenanalyse zu 

den Akten nahm (vgl. dazu das Aktenverzeichnis),  

dass das SEM dem Beschwerdeführer am 29. März 2023 unter Bezug-

nahme auf die vorgenannte Verfahrensstandanfrage mittteilte, es habe 

Verständnis für sein Anliegen, dennoch könne es leider keine konkrete Frist 

nennen, innert welcher sein Verfahren abgeschlossen werde,  

dass er aber bei dieser Gelegenheit auch aufgefordert werde, innert Frist 

allfällige weitere Gerichtsakten einzureichen und noch ergänzende Anga-

ben zu machen,  

dass der Beschwerdeführer dem SEM am 4. April 2023 über seinen 

Rechtsvertreter mitteilte, er verfüge über keine weiteren Unterlagen, und 

zudem die geforderten ergänzenden Angaben machte,  

dass er am 24. April 2023 über seinen Rechtsvertreter eine dritte Verfah-

rensstandanfrage einreichen liess, 

dass das SEM diese Verfahrensstandanfrage unbeantwortet liess,  

dass der Beschwerdeführer am 27. Juni 2023 über seinen Rechtsvertreter 

nochmals mit einer Verfahrensstandanfrage ans SEM gelangte,  

dass er in dieser Anfrage die Einreichung einer Rechtsverzögerungsbe-

schwerde in Aussicht stellte, sollte bis zum 31. Juli 2023 noch immer kein 

Asylentscheid vorliegen, 

dass das SEM auch diese Verfahrensstandanfrage unbeantwortet liess, 

dass der Beschwerdeführer am 4. September 2023 durch seinen Rechts-

vertreter beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde wegen Rechts-

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Seite 4 

verzögerung im Sinne von Art. 46a VwVG einreichte und beantragte, es sei 

festzustellen, dass sein Asylverfahren übermässig lange dauere, und es 

sei die Vorinstanz anzuweisen, sein Asylverfahren ohne weitere Verzöge-

rung mit einem Asylentscheid abzuschliessen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ersuchte, inklusive Beiordnung seines Rechtsvertreters 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand, sowie um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses,  

dass auf die Beschwerdebegründung, soweit wesentlich, nachfolgend ein-

gegangen wird,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 31. Ok-

tober 2023 das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung guthiess und 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete,  

dass es gleichzeitig das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

abwies und die Vorinstanz zur Vernehmlassung einlud, 

dass das SEM in seiner Vernehmlassung vom 15. November 2023 die Ab-

weisung der Rechtsverzögerungsbeschwerde beantragte und dabei fest-

hielt, es treffe zwar zu, dass bis zum heutigen Zeitpunkt noch kein Asylent-

scheid ergangen sei, dies sei aber auf die amtsinterne Prioritätenordnung 

zur Behandlung der Asylgesuche zurückzuführen,  

dass zudem die Vorbringen des Beschwerdeführers als komplex einzustu-

fen seien und es daher verschiedener Abklärungsschritte bedurft habe, 

weshalb nicht von einem ungerechtfertigten Verschleppen der notwendi-

gen Verfahrensschritte gesprochen werden könne,  

dass sich ausserdem das Asylgesuch des Beschwerdeführers im Zeitpunkt 

der Einreichung der vorliegenden Beschwerde gerade in Bearbeitung be-

funden habe und dem Bundesverwaltungsgericht daher an dieser Stelle 

auch versichert werden könne, dass das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers vom SEM in erster Priorität weiterbehandelt werde,  

dass der Beschwerdeführer nach erfolgter Einladung zur Stellungnahme in 

seiner Replikeingabe vom 27. November 2023 an seiner Rechtsverzöge-

rungsbeschwerde festhielt (vgl. dazu im Einzelnen die Akten),  

 

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Seite 5 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

ist, wobei das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch 

vorliegend – endgültig entscheidet (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 

VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 6 AsylG), 

dass gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung einer 

Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zuständig 

wäre, Beschwerde geführt werden kann (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 3 zu 

Art. 46a),  

dass das Bundesverwaltungsgericht damit für die Beurteilung der vorlie-

genden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig ist, 

dass sich Rechtsverzögerungsbeschwerden gegen den Nichterlass einer 

anfechtbaren Verfügung richten und die Beschwerdelegitimation voraus-

setzt, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass 

einer Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht, 

dass ein Anspruch anzunehmen ist, wenn die Behörde verpflichtet ist, in 

Verfügungsform zu handeln und der ansprechenden Person nach Art. 6 

i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 

E. 3.2 m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer am 31. Januar 2022 um Gewährung von Asyl 

in der Schweiz ersucht und das SEM über das Asylgesuch in der Form 

einer anfechtbaren Verfügung zu befinden hat, womit der Beschwerdefüh-

rer zur Beschwerdeführung legitimiert ist, 

dass sich die Beschwerde auch als formgerecht erweist (Art. 52 Abs. 1 

VwVG), womit auf vorliegende Sache einzutreten ist,  

dass im Falle von Rechtsverzögerungsbeschwerden die Prüfungsbefugnis 

des Gerichts auf die Frage beschränkt ist, ob das Gebot des Rechtsschut-

zes innert angemessener Zeit (Art. 29 Abs. 1 BV) im konkreten Fall verletzt 

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Seite 6 

wurde, wobei das Gericht im Falle der Bejahung die Akten mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurückweist (Art. 61 Abs. 1 VwVG),  

dass sich das Gericht hingegen nicht dazu äussert, wie ein unrechtmässig 

verzögerter Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sollen, da das Gericht – un-

ter Vorbehalt von speziellen Konstellationen – nicht anstelle der untätigen 

Behörde entscheiden darf, andernfalls der Instanzenzug verkürzt würde 

und möglicherweise weitere Rechte der Verfahrensbeteiligten verletzt wür-

den (vgl. dazu BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.),  

dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben zur Hauptsache moniert, 

vom SEM werde sein Asylverfahren unsachgemäss verschleppt,  

dass das SEM im Rahmen seiner Vernehmlassung die Verfahrensverzö-

gerung zunächst mit seiner allgemeinen Arbeitsbelastung erklärt, wenn es 

anführt, es sei auf die amtsinterne Prioritätenordnung zurückzuführen, 

dass bisher noch kein Asylentscheid ergangen sei,  

dass allerdings ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung nicht vo-

rausgesetzt wird, weshalb eine Behörde das Rechtsverzögerungsverbot 

auch dann verletzt, wenn sie wegen Personalmangels oder Überlastung 

nicht innert angemessener Frist verfügt (vgl. BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 

160 E. 3c; 103 V 190 E. 5c), 

dass das SEM aber ausserdem materielle Gründe für die Dauer des Ver-

fahrens anführt, indem aufgrund der Komplexität der Sache noch verschie-

dene Instruktionsmassnahmen notwendig gewesen seien, 

dass das Gericht nach Prüfung der Akten zum Ergebnis gelangt, dass sich 

die Rüge der Rechtsverzögerung vorliegend als unbegründet erweist, 

dass die spezialgesetzlichen Ordnungsfristen für die Behandlung erstin-

stanzlicher Asylgesuche (Art. 37 AsylG) zwar abgelaufen sind, dies für sich 

allein aber praxisgemäss nicht zur Feststellung der Rechtsverzögerung zu 

führen vermag (vgl. u.a. Urteil des BVGer E-2715/2023 vom 14. Juni 2023 

E. 6.2), 

dass die Verfahrensdauer von etwas mehr als eineinhalb Jahren im Zeit-

punkt der vorliegenden zu beurteilenden Beschwerde zwar lang erscheint, 

angesichts der getätigten Eingaben seitens des Beschwerdeführers sowie 

der zwischenzeitlich erfolgten Verfahrenshandlungen aber noch nicht als 

überlang im Sinne einer Rechtsverzögerung bezeichnet werden kann, 

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dass dabei zunächst zu beachten ist, dass das SEM zum einen die Anhö-

rungen nach Eingang des Asylgesuchs in einem vernünftigen Zeitrahmen 

durchgeführt hat, 

dass der Beschwerdeführer sodann verschiedene Beweismittel einreichte, 

die offenbar teilweise nicht oder nur summarisch übersetzt wurden, 

dass diese Beweismittel sodann intern analysiert werden mussten, 

dass zwischen den einzelnen Eingaben und Verfahrensschritten des SEM 

jeweils zwar einige Monate vergingen, nie aber mehr als fünf bis sechs, 

wobei irrelevant erscheint, ob solche Verfahrenshandlungen allenfalls 

durch die Verfahrensstandanfragen ausgelöst wurden,  

dass die Ansicht des SEM, es handle sich vorliegend um ein Verfahren von 

gewisser Komplexität, angesichts der Vorbringen und eingereichten Be-

weismittel vom Gericht geteilt wird,  

dass dabei auch zu beachten ist, dass bei einer Vielzahl inhaltlich ähnlich 

gelagerter Fälle unter Beachtung des Gebots der rechtsgleichen Behand-

lung entsprechend Raum für ein koordiniertes Vorgehen der Asylbehörden 

bestehen muss,  

dass zwar zu beanstanden ist, dass auf die letzten Verfahrensstandanfra-

gen vom SEM nicht mehr reagiert wurde, diesbezüglich aber auch festzu-

stellen ist, dass es der Bewältigung der Geschäftslast nicht zuträglich ist, 

in einem kurzen Rhythmus regelmässig Verfahrensstandanfragen zu ver-

senden, 

dass zwar seit der Einreichung der Rechtsverzögerungsbeschwerde wei-

tere vier Monate verstrichen sind, dies an den bisherigen Erwägungen aber 

nichts zu ändern vermag, zumal aufgrund des vorliegenden Verfahrens 

weitere Rechtshandlungen vorzunehmen waren,   

dass somit unter Berücksichtigung aller Umstände des Falles unter dem 

Blickwinkel von Art. 29 Abs. 1 BV keine das Beschleunigungsgebot verlet-

zende ungerechtfertigte Verzögerung seitens der erstinstanzlichen Be-

hörde festgestellt werden kann,  

dass die Rechtsverzögerungsbeschwerde diesen Erwägungen gemäss 

abzuweisen ist,  

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens Kosten aufzuerlegen wären 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), angesichts der Gutheissung des Gesuchs um 

unentgeltliche Prozessführung und fehlender Hinweise auf eine Verände-

rung der finanziellen Verhältnisse jedoch auf die Kostenauflage zu verzich-

tet ist. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Rechtsverzögerungsbeschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

Versand::  

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Seite 10 

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