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**Case Identifier:** 358a97a3-31e2-5f66-a72f-c0715c51d78b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.05.2018 200 2017 796
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-796_2018-05-16.pdf

## Full Text

200 17 796 IV
KNB/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Mai 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. LL.M. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2018, IV/17/796, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juli 2009 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden nach 
einem Sturz bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 9). Die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche Abklärungen, edierte 
die Akten der Suva, zog Berichte behandelnder Ärzte sowie zwei ärztliche 
Berichte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) bei (AB 22 S. 3 f., 
AB 54 S. 3 f.) und liess durch den Abklärungsdienst einen Abklärungsbe-
richt Haushalt erstellen (AB 65 S. 2 ff.). Mit Verfügung vom 21. April 2011 
lehnte sie bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 9 % die Zu-
sprechung einer Rente ab (AB 77). 

Nachdem die Versicherte im Januar 2013 erneut um Leistungen der Invali-
denversicherung ersucht hatte (AB 95), gewährte ihr die IVB Frühinterven-
tionsmassnahmen in Form eines Startkapitals für eine … durch Miete 
(AB 107) und im Rahmen von beruflichen Massnahmen Kostengutsprache 
für ein Arbeitstraining vom 1. Mai bis 31. Oktober 2014 (AB 113). Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 125) verfügte die IVB am 
22. September 2015 die Ablehnung eines Rentenanspruchs bei einem un-
veränderten IV-Grad von 9 % (AB 126).

B.

Im Januar 2017 meldete sich die Versicherte ein weiteres Mal zum Leis-
tungsbezug an. Als gesundheitliche Beeinträchtigungen gab sie Fuss- und 
Rückenschmerzen, Migräne, Erschöpfungszustände und Depressionen an 
(AB 128). Die IVB führte wiederum erwerbliche und medizinische Erhebun-
gen durch, insbesondere holte sie Stellungnahmen des RAD ein 
(AB 144 f.). Mit Vorbescheid vom 8. Juni 2017 stellte sie der Versicherten 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 146). Nach erho-
benem Einwand (AB 147) und erneuter Rücksprache mit dem RAD 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2018, IV/17/796, Seite 3

(AB 153) verneinte sie mit Verfügung vom 11. August 2017 entsprechend 
dem Vorbescheid einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung (AB 154).

C.

Mit Eingabe vom 12. September 2017 erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin lic. iur. C.________, Beschwerde und beantragt, die 
Verfügung vom 11. August 2017 sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass 
sie für eine mindestens 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf eine hal-
be IV-Rente habe. Eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer 
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2017 schloss die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 2. Februar 2018 zeigte Rechtsanwältin lic. iur. LL.M. 
B.________ dem Gericht ihre Mandatierung durch die Beschwerdeführerin 
an.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. August 2017 
(AB 154). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegan-
gener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme 
beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich 
ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 

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begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der Verfügung vom 21. April 2011, mit welcher der Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine Rente abgewiesen wurde (AB 77), und der 
angefochtenen Verfügung vom 11. August 2017 (AB 154) in den tatsächli-
chen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Leistungsanspruch zu beeinflussen. Der Verfügung vom 22. Sep-
tember 2015 (AB 126), mit welcher der Rentenanspruch zuvor abgelehnt 
wurde, kommt als Vergleichszeitpunkt keine Bedeutung zu, lag ihr doch 

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keine umfassende Prüfung des Leistungsanspruchs zu Grunde (vgl. E. 2.4 
hiervor).

3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 21. April 
2011 massgeblich auf den Bericht des RAD vom 9. September 2009. Der 
RAD-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, 
diagnostizierte im genannten Bericht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine akute Lumboischialgie links mit/bei Discopathie L4/5 mit begin-
nender erosiver Osteochondrose. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierte er eine morbide Adipositas. Die bisherige Tätigkeit als … bei 
… sei nicht mehr zumutbar. Rückenschonende Tätigkeiten ohne repetitives 
Heben von Lasten über 5 kg (ausnahmsweise 10 kg) in Wechselbelastung 
bezüglich Gehen, Stehen und Sitzen, nicht in gebückter Zwangshaltung 
seien in einem vollem Pensum allenfalls mit einer Leistungsminderung von 
10 – 15 % zumutbar (AB 22 S. 3 f.). Im Bericht vom 15. November 2010 
bestätigte Dr. med. D.________ diese Einschätzung sowohl in diagnosti-
scher als auch in arbeits- und leistungsmässiger Hinsicht (AB 54 S. 3 f.).

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 11. August 2017 
(AB 154) liegen insbesondere folgende Berichte zu Grunde:

3.3.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, führte 
im Bericht vom 8. Januar 2014 aus, die Patientin sei seitens des Bewe-
gungsapparates (Füsse, Knie, Rücken und Schultern) bei dauernd ge-
hend/stehender Tätigkeit bzw. Lastenheben deutlich eingeschränkt. Eine 
wechselbelastende Tätigkeit mit teilweisem Sitzen, teilweisem Gehen ohne 
wesentliches Lastenheben sei allerdings ganztätig zu 100 % zumutbar 
(AB 100). Am 5. März 2014 berichtete Dr. med. E.________, die Patientin 
sei wegen dekompensierter Pes Planovalgus-Stellung beidseits (links 
schmerzhafter) bei ihm in Behandlung. Sie sei in länger dauernder ste-
hend/gehender Tätigkeit nicht einsetzbar. Eine angepasste Tätigkeit v.a. 
wechselbelastend im Bürobereich mit längeren Sitzzeiten sei sicherlich 
ganztätig möglich (AB 101).

3.3.2 Im Sprechstundenbericht des Spitals G.________ vom 25. April 
2016 wurde als Diagnose Cervicobrachialgien links mit muskulärem para-
vertebralem Hartspann genannt. Bei der Patientin bestünden am ehesten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2018, IV/17/796, Seite 8

muskuläre Beschwerden mit Ausstrahlung in den Bereich der intrinsischen 
Muskulatur (AB 138 S. 10).

3.3.3 Dr. med. Irene F.________, Fachärztin für Neurologie und Schlaf-
medizin, vermerkte im Bericht vom 17. Mai 2016 als Diagnosen eine Mi-
gräne mit Aura, Kopfschmerzen vom Spannungstyp und eine Adipositas 
permagna (AB 138 S. 6). Der Neurostatus sei normal. Eine MRI-
Untersuchung habe Normalbefunde und einen engen Spinalkanal ohne 
Myelonkompression gezeigt. Bei der ophthalmologischen Standortbestim-
mung hätten sich keine Hinweise für einen Pseudotumor cerebri finden 
lassen (AB 138 S. 7).

3.3.4 In der ärztlichen Bescheinigung der Gemeinschaftspraxis der Dres. 
med. H.________ und I.________, beides Fachärzte für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 6. Februar 2017 wurde ausgeführt, der Gesundheitszustand 
habe sich innerhalb der letzten beiden Jahre verschlechtert. Bei der Patien-
tin habe sich eine chronische Schmerzsymptomatik im gesamten Bewe-
gungsapparat entwickelt. Im allgemeinmedizinischen Bereich sei durch die 
Belastung einerseits die Blutdrucksituation dekompensiert und andererseits 
auch die psychische Symptomatik (AB 131 S. 3).

3.3.5 Dr. med. E.________ vermerkte im Bericht vom 10. März 2017 der 
Gesundheitszustand sei stationär und nannte als Diagnosen eine Tibialis 
posterior Insuffizienz mit Pes plano valgus links und eine Tendovaginitis De 
Quervain. Rein stehende Arbeit sei gar nicht möglich, vorwiegend sitzend 
wäre eine Teilzeitarbeit für ca. zwei bis vier Stunden am Tag möglich 
(AB 139 S. 2).

3.3.6 Im Verlaufsbericht vom 13. März 2017 diagnostizierte die Hausärz-
tin Dr. med. H.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch 
rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom, eine Adipositas permagna mit 
muskulärer Insuffizienz, den Verdacht auf eine somatoforme Schmerz-
störung und ein Überlastungssyndrom. Der Gesundheitszustand habe sich 
verschlechtert (AB 138 S. 2). Die Patientin könne nicht lange stehen, Las-
ten heben und Kälte tolerieren. Die Erwerbstätigkeit als selbständige … sei 
nicht vollzeitig durchführbar (AB 138 S. 3).

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3.3.7 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 11. Mai 2017 als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine Tibialis posterior Insuffizienz mit Pes plano 
valgus Stellung auf; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit listete er ei-
nen St. n. Tendovaginitis De Quervain, eine Adipositas permagna, eine 
Hypertonie, einen beginnenden präsenilen Katarakt und Cervicobrachialgi-
en links auf. Die angestammte Tätigkeit als selbständige … sei unter Nut-
zung der Ressourcen und Beachtung von Empfehlungen weiterhin möglich. 
Tätigkeiten ständig nur im Stehen oder Gehen seien zu vermeiden. Es gel-
te dem Grunde nach weiterhin das bekannte Zumutbarkeitsprofil vom 
9. September 2009. Tätigkeiten im Stehen oder Gehen seien nur noch ein-
geschränkt möglich. Eine angepasste Tätigkeit wäre eine leichte bis mittel-
schwere Tätigkeit ganz überwiegend im Sitzen unter Berücksichtigung der 
funktionellen Einschränkungen. Eine solche Tätigkeit könne weiterhin voll-
schichtig und mit einer Leistungsminderung bis zu 20 % ausgeübt werden. 
Eine Verschlechterung des Gesundheitsschadens werde zwar vorgetragen, 
sei aber nicht ausreichend objektiviert. Für eine angepasste, leichte körper-
liche Tätigkeit, wie auch für die wechselbelastende angestammte Tätigkeit 
als selbständige … sei weiterhin ein Pensum von 100 % möglich (AB 144 
S. 6).

3.3.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, heilt in der Akten-
notiz vom 11. Mai 2017 fest, die Befunde des Hausarztes und des Or-
thopäden beschrieben einen stationären Zustand. Eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustands sei nicht ausgewiesen. Aus orthopädischer Sicht 
sei eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in jeder ange-
passten Tätigkeit gegeben (AB 145).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung massgeblich auf die Beurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. 
J.________ und K.________ vom 11. Mai 2017 (AB 144 S. 4 ff., AB 145) 
gestützt. Diese fachärztlichen Beurteilungen erfüllen die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringen vollen Beweis (vgl. 
E. 3.4 hiervor), weshalb sich weitere medizinische Sachverhaltserhebun-
gen (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 3) erübrigen (antizipierte Beweiswür-
digung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Dass die RAD-Ärzte auf eine klini-
sche Exploration der Beschwerdeführerin verzichteten, ist – entgegen der 
Auffassung in der Beschwerde (S. 3 Ziff. 3) – nicht zu beanstanden, konn-
ten sie sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen doch ein gesamthaft 
lückenloses Bild verschaffen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 
56 S. 371 E. 5b).

Die Dres. med. J.________ und K.________ legten gestützt auf die Akten 
überzeugend und nachvollziehbar dar, dass sich der Gesundheitszustand 
seit der Verfügung vom 21. April 2011 (AB 77) nicht (wesentlich) ver-

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schlechtert und das anlässlich der RAD-Beurteilung vom 9. September 
2009 formulierte Zumutbarkeitsprofil (AB 22 S. 3) weiterhin Gültigkeit hat. 
Zutreffend weisen sie darauf hin, dass die Befunde der Hausärztin und des 
behandelnden orthopädischen Chirurgen einen stationären Zustand be-
schreiben. Die Angaben von Dr. med. H.________ hinsichtlich der Rü-
ckenbeschwerden, der Gewichtsproblematik und der Einschränkungen 
(keine langes Stehen und Lastenheben; AB 138 S. 2 f.) decken sich mit 
denjenigen anlässlich der Beurteilung des RAD im September 2009 und 
wurden im damals formulierten Zumutbarkeitsprofil entsprechend mit-
berücksichtigt. Soweit die Hausärztin zusätzlich eine Schmerzstörung und 
ein Überlastungssyndrom aufführt AB 138 S. 2), vermag dies ebenfalls kei-
ne relevante medizinische Veränderung zu belegen, da es sich bloss um 
Verdachtsdiagnosen handelt und keine fachärztlich einwandfrei gestellten 
Diagnosen vorliegen. Unter Berücksichtigung der Beschwerden am Bewe-
gungsapparat (Füsse, Knie, Rücken und Schultern) berichtete Dr. med. 
E.________ am 8. Januar 2014, eine wechselbelastende Tätigkeit mit teil-
weisem Sitzen, teilweisem Gehen ohne wesentliches Heben, sei ganztägig 
zu 100 % durchführbar (AB 100), bzw. am 5. März 2014, eine wechselbe-
lastende Tätigkeit im Bürobereich mit längeren Sitzzeiten sei ganztägig 
möglich (AB 101). Diese Einschätzungen entsprechen dem bisherigen Zu-
mutbarkeitsprofil. Sodann vermerkte Dr. med. E.________ im März 2017 
ausdrücklich einen stationären Gesundheitszustand (AB 139) und erläuter-
te, die klinische Untersuchung zeige eine unveränderte Situation (AB 141). 
Vor diesem Hintergrund überzeugt der von ihm kurz nach der hier ange-
fochtenen Verfügung verfasste Bericht vom 16. August 2017 nicht, wonach 
sich die Beschwerdelage über die letzten Jahre bei regelmässigen Kontrol-
len deutlich verschlechtert habe (AB 157 S. 12). Vielmehr steht diese Aus-
sage in Widerspruch zu seinen vorherigen Ausführungen. Überdies enthält 
der Bericht keine eingehende Begründung, inwiefern sich der Gesundheits-
zustand erheblich verändert haben soll. Der blosse Hinweis, der Rückfuss 
sei stets geschwollen, genügt dazu als Begründung jedenfalls nicht. Unter 
diesen Umständen vermag der nun im Beschwerdeverfahren eingereichte 
Bericht von Dr. med. E.________ keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der 
Beurteilungen der RAD-Ärzte zu erwecken. Schliesslich ergab auch die 
neurologische Abklärung von Dr. med. F.________ einen normalen Neuro-

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status; sowohl eine Myelonkompression als auch ein Pseudotumor cerebri 
wurden ausgeschlossen (AB 138 S. 7).

3.6 Nach dem Dargelegten ist gestützt auf die Beurteilungen der RAD-
Ärzte vom 11. Mai 2017 (AB 144 S. 4 ff., AB 145) erstellt, dass der medizi-
nische Sachverhalt zwischen dem Referenzzeitpunkt im Jahr 2011 (AB 77) 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 11. August 2017 (AB 154; vgl. 
E. 3.1 hiervor) im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Folglich hat die 
Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung zu Recht verneint (vgl. E. 2.4 hiervor). Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

Selbst wenn im Übrigen von einer wesentlichen Veränderung seit April 
2011 auszugehen wäre, änderte sich nichts an der Abweisung der Be-
schwerde. Diesfalls ergäbe sich aufgrund der attestierten Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit (Arbeitsfähigkeit 100 %, Leistungsminderung max. 20 %) in 
einer (wie bisher umschriebenen) angepassten Tätigkeit (AB 22 S. 3 f., 
AB 144 S. 6) und mit Blick darauf, dass sowohl das Validen- wie auch das 
Invalideneinkommen (bei aufgegebener …) – wie bereits in der Verfügung 
vom 21. April 2011 (AB 77) – ausgehend vom gleichen Tabellenlohn der 
Lohnstrukturerhebung (LSE) zu berechnen wären sowie des Status 60 % 
Erwerb und 40 % Haushalt bzw. selbst als Vollerwerbstätige ein IV-Grad 
von max. 20 % (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. August 
2017, 8C_358/2017, E. 2.2) und damit kein Rentenanspruch (vgl. E. 2.2 
hiervor).

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2018, IV/17/796, Seite 13

lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin lic. iur. LL.M. B.________ z.H. der Beschwerdeführe-

rin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.