# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ef35fea-efa2-5431-b20e-db77e6bc7182
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 17.11.2009 R 2009 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-77_2009-11-17.pdf

## Full Text

R 09 77

5. Kammer 

URTEIL
vom 17. November 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 27. Februar 2009 wurde im Amtsblatt … das Gesuch von …, auf der 

Parzelle Nr. 4802 in … eine Bretterwand entlang seiner Grenze zur Parzelle 

Nr. 4806 (…) zu erstellen, publiziert.

2. Dagegen erhob am 18. März 2009 …, Eigentümer der Parzelle Nr. 4598, 

Einsprache und beantragte die Abweisung des Baugesuches. Er machte 

geltend, dass es beabsichtigt sei, eine 33 m lange und 2.5 m hohe 

geschlossene Holzwand auf der östlichen Grenze der Parzelle Nr. 4802 zu 

erstellen. Dies verletze die Art. 73 und 76 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100). Die Wand müsste zu seiner Parzelle 

mindestens einen Abstand von 1 m einhalten. Eine 33 m lange und 2.5 m 

hohe Bretterwand sei von vornherein für sich nicht geeignet, eine gute 

Gesamtwirkung zu erzeugen. Zudem erziele diese riesige Bretterwand mit 

einer Fläche von rund 82 m2 in Zusammenhang mit der baulichen und 

landschaftlichen Umgebung keine gute Gesamtwirkung. Im gesamten 

Quartier zwischen …weg und …weg gebe es keine derartigen Holzwände und 

diese Holzwand störe die Ansicht harmonischer Landschaftsgestaltung des 

Quartiers. Sie wäre vom …weg her in ihrer ganzen Breite und Höhe zu sehen, 

ebenso von der Eingangspartie seines Hauses. Die Häuser im Quartier seien 

durchwegs von Obstbäumen, gepflegten Gärten und Hecken umgeben. Um 

die legitimen Anliegen des Sichtschutzes zu erfüllen, könnten diese durch 

Bepflanzungen oder diskrete Gitterzäune erfüllt werden. Eine Bretterwand 

wäre hingegen vollkommen neu und störend. Schliesslich gefährde sie die 

gesamte Struktur des Quartiers.

3. Mit Entscheid vom 17. August 2009 (mitgeteilt am 20. August 2009) wies der 

… nach Einholung einer Vernehmlassung, in der die Bauherrschaft 

sinngemäss die Abweisung der Einsprache und die Erteilung der 

Baubewilligung beantragen liess, die Einsprache ab. In der Vernehmlassung 

wurde unter anderem dargelegt, der Zaun werde so angepasst, dass die 

Abstandsvorschriften gegenüber dem Grundstück Nr. 4598 eingehalten 

seien. 

Der … erwog, dass im vorliegenden Fall die Erstellung bzw. der Anbau einer 

2.5 m hohen und 18 m langen Holzwand auf der gemeinsamen Grenze 

zwischen der Parzelle Nr. 4802 der Bauherrschaft und dem 

Nachbargrundstück Nr. 4806 vorgesehen sei. Der Grenzabstand gemäss Art. 

76 Abs. 4 KRG von 1 m werde damit unterschritten. Mit dem Eigentümer von 

Parzelle Nr. 4806 bestehe aber eine Vereinbarung vom 6. Februar 2009, 

wonach die geplante Holzwand auf die gemeinsame Grenze gestellt werden 

dürfe, was nach Art. 77 KRG zulässig sei. Gegenüber dem Grundstück Nr. 

4598 müsse der Zaun mangels Vereinbarung auf der Länge von 1 m auf die 

gesetzlich zulässige Höhe von 1.5 m reduziert werden. Das Bauvorhaben 

liege in der Wohnzone W1 und es seien daher keine speziell strengen 

Gestaltungsvorschriften vorhanden. Ein Zaun in der Ausgestaltung einer 

Holzwand sei nicht besonders attraktiv. Deswegen jedoch in der Wohnzone 

nur noch eine gewisse Ausführungsart zuzulassen, gehe zu weit. Das Quartier 

werde durch die Wand nicht derart negativ beeinflusst, dass von einer 

schlechten Gesamtwirkung auszugehen wäre. Die Einwirkungen seien lokal 

beschränkt, wobei der davon am meisten betroffene Nachbar seine 

Einwilligung erteilt habe. Die natürliche Färbung des Lärchenholzes und eine 

allfällige Pflanzung werde die optische Beeinträchtigung reduzieren. 

Gleichentags erteilte der … die Baubewilligung unter den im Baubescheid 

festgelegten Bedingungen und Auflagen. Unter anderem bewilligte er das 

vereinbarte Grenzbaurecht zu Gunsten der Parzelle Nr. 4802 und zulasten 

der Parzelle Nr. 4806 als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung. Auf 

der Südseite müsse die Holztrennwand über eine Länge von 1 m auf die Höhe 

von maximal 1.5 m reduziert werden.

4. Dagegen liess … (nachfolgend Beschwerdeführer) am 21. September 2009 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Er beantragte die Aufhebung 

des Einspracheentscheides und des Baubescheides des … vom 17. bzw. 20. 

August 2009. Er brachte vor, dass die Bestimmung von Art. 73 Abs. 1 KRG 

am 1. November 2005 mit der Totalrevision bewusst verschärft worden sei 

und diese vorliegend krass verletzt werde. Diese Bestimmung verlange positiv 

eine architektonisch überzeugende Gestaltung der Bauten und Anlagen und 

deren Einordnung in die Umgebung im Sinne einer guten Gesamtwirkung. Der 

… lasse es aber genügen, dass durch das geplante Bauvorhaben keine 

schlechte Gesamtwirkung entsteht. Dass der Nachbar … damit einverstanden 

sei, besage nichts. Bauten und Anlagen müssten für sich allein und im 

Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung so 

gestaltet werden, dass eine gute Gesamtwirkung entstehe. Die grossflächige 

Bretterwand erzeuge per se eine negative Ausstrahlung. Sie erinnere eher an 

eine Bauabschrankung als an einen dauernden Sichtschutz in einer 

Wohnzone. Zudem suche man im Quartier zwischen …weg und …weg 

vergebens nach derartigen Bretterwänden mit einer Länge von 33 m und einer 

Höhe von 2.5 m. Es ergebe sich eine schrille Dissonanz mit der an sich 

harmonischen Landschaftsgestaltung des Quartiers. Die Bretterwand sei in 

ihrer ganzen Breite und Höhe vom …weg und von der Eingangspartie seines 

Hauses sichtbar. Die Häuser im Quartier seien durchwegs von Obstbäumen, 

gepflegten Gärten und Hecken umgeben, die Hecken zum Teil sogar 

geschützt. Sichtschutz und Zutrittsschutz würden durch diskrete Zäune oder 

mit altem Mauerwerk bewerkstelligt. Hinsichtlich Einfriedungen und 

Sichtschutz seien dies die prägenden Elemente der Umgebung. Bei den 

Obstgärten seien sie sogar noch durch eine gewisse natürliche Transparenz 

gekennzeichnet. Mit der Bretterwand würde ein vollkommen neues und 

störendes Element in die Gegend gepflanzt. Dies würde auch ein 

folgenschweres Präjudiz für das ganze …gebiet bedeuten. Das gesamte 

Gebiet befinde sich in der Wohnzone W1 ohne speziell strenge 

Gestaltungsvorschriften. Würden weitere solcher Wände erstellt, entstünden 

geradezu ghettoartige Gebilde. Die Bretterwand sei keine Verwirklichung 

einer guten Architektur, wie von Art. 73 Abs. 1 KRG verlangt werde. 

Schliesslich beantragte der Beschwerdeführer einen Augenschein an Ort und 

Stelle. 

5. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2009 beantragte … (nachfolgend 

Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Er machte geltend, dass 

er und der Nachbar … ursprünglich eine andere Umgebungsgestaltung 

geplant gehabt hätten. Jetzt sei eine breite Betonzufahrt zum Haus auf 

Parzelle Nr. 4806 entstanden und die Umgebungsgestaltung habe sich nicht 

wie ursprünglich beabsichtigt realisieren lassen. Zudem fühle er sich von den 

Spaziergängern auf dem …weg, welche zum Teil sein Eigentum beträten, 

gestört. … habe ihm die Errichtung eines 2.5 m hohen Zauns sowie der schon 

bestehende Lärchenzaun auf der nördlichen Parzellengrenze bewilligt. Der 

Zaun solle auf beiden Seiten mit Grünpflanzen bewachsen werden und werde 

verwittern. Auch der Beschwerdeführer habe mittels Holzzaun, Haus, Mauern 

und Hecken höher als 2.5 m seine Privatsphäre geschützt. Zudem stehe der 

Zaun des Beschwerdeführers teilweise auf seiner Parzelle Nr. 4802. Bei der 

Parzelle Nr. 433 sei eine mindestens 2.5 m hohe, massive Steinmauer längs 

des …weges erstellt worden. Er verlange Gleichbehandlung. Schliesslich hielt 

er fest, dass er den Bau im Übrigen erst nach Vorliegen der Baubewilligung 

begonnen habe.

6. Am 8. Oktober 2009 beantragte auch die … (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Das Bauvorhaben des 

Beschwerdegegners entspreche mit den gemachten Auflagen den 

gesetzlichen Bestimmungen. Der Beschwerdeführer mache eine Verletzung 

von Gestaltungsvorschriften geltend. Die gute Gesamtwirkung gemäss Art. 73 

Abs. 1 KRG sei aufgrund der konkreten Verhältnisse zu prüfen. Bauten und 

Anlagen sollten in einem gewissen Einklang mit der Umgebung stehen. Mit 

dem Adjektiv "gut" werde zum Ausdruck gebracht, dass die Anforderungen 

trotz der positiven Ausgestaltung der Generalklausel nicht allzu hoch 

angesetzt werden dürften. Die … habe zudem bei der Anwendung von 

Ästhetikbestimmungen einen geschützten Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum (VGU R 07 109; VGU R 06 105). Bei der neu erstellten 

Holzwand handle es sich um die Fortsetzung einer bereits vor Jahren 

erstellten Einfriedung. Das gewählte Lärchenholz werde sich 

witterungsbedingt relativ rasch gräulich einfärben und nicht mehr derart stark 

in Erscheinung treten wie heute. Zudem werde die Wand insbesondere auf 

der Seite des Grundstücks des Beschwerdegegners mit Pflanzen 

überwachsen, so dass sie schon in kurzer Zeit praktisch nicht mehr sichtbar 

sein werde. Für sich allein betrachtet erzeuge die Einfriedung ein zumindest 

ansprechendes Erscheinungsbild. In allen nicht speziell geschützten 

Wohnzonen in … sei eine Bretterwand als Einfriedung grundsätzlich möglich 

und mit dem KRG vereinbar. Im Quartier gebe es die unterschiedlichsten 

Überbauungsarten. Bei den meisten Liegenschaften befänden sich markante 

Einfriedungen als Sichtschutz. Der Beschwerdeführer selbst habe auf der 

östlichen Seite seines Grundstücks zu …weg ein massives Werk aus Stein 

und Holz erstellt. Diese Abschrankungen seien mittlerweile stark 

eingewachsen und störten nicht. Dasselbe dürfte mit der Holzwand des 

Beschwerdegegners passieren. Der … beabsichtige nicht, das …gebiet in ein 

Ghetto zu verwandeln. In der besagten Wohnzone nur noch eine gewisse 

Ausführungsart von Abschrankungen zuzulassen, ginge aber zu weit. Die 

Ansicht einzelner Grundeigentümer betreffend Ästhetik seien verschieden 

und zu akzeptieren, soweit noch eine einigermassen ansprechende oder 

überzeugende Ausstrahlung erzielt werde.

7. Am 16. November 2009 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an 

Ort und Stelle durch, an welchem der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers, der Beschwerdegegner sowie der Gemeindevertreter mit 

dem Anwalt und mit dem Architekt der Gemeinde teilnahmen. Allen 

Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten 

mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. 

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen in den 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Bau- und Einspracheentscheid vom 17. August 

2009 der …, worin sie das Baugesuch von … für die Erstellung einer 

Holzwand auf dem Grundstück Nr. 4802 in … bewilligt hat. 

Beschwerdegegenstand bildet die Frage, ob das Bauvorhaben die 

Gestaltungsvorschriften gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG verletzt. 

2. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt 

das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder 

in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den 

Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen 

kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich missbraucht oder überschritten 

hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch 

auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann 

eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst (vgl. VGU R 07 109; R 08 71; R 09 14). Gerade 

wo die Natur der Streitfrage Schwierigkeiten bereiten kann, etwa ob sich ein 

Bauteil in die bauliche Umgebung einfüge, das Ortsbild nicht beeinträchtige 

und im besonderen Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind, übt das 

Verwaltungsgericht denn auch Zurückhaltung. Die Gemeinden sind in der 

Regel besser in der Lage, die Bau- und Ortsbildgeschichte, ihre Absichten in 

der Ortsbildpflege und das kommunale Stil- und Geschmacksempfinden zu 

berücksichtigen. Dass jedoch nicht der Geschmack der Baubehörde dafür 

massgebend sein kann, was architektonisch gut gestaltet ist oder sich an die 

landschaftliche und bauliche Umgebung anpasst, liegt auf der Hand. Vielmehr 

lässt sich dies vernünftigerweise nur nach allgemeingültigen 

architektonischen und objektivierbaren Kriterien beurteilen (vgl. VGU R 03 8, 

PVG 1994 Nr.19). 

3. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Erstellung einer 2.5 m hohen 

und 18 m langen Holzwand die Ästhetikvorschrift von Art. 73 Abs. 1 KRG 

krass verletze. Es wird vorliegend geprüft, ob diese Abschrankung diesen 

Anforderungen genügt. 

b) Art. 73 Abs. 1 KRG besagt, dass Siedlungen, Bauten und Anlagen nach der 

Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen sind, dass mit der 

Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. In der 

Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zur Revision des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG-Revision), Heft 

Nr. 3/2004 –2005, steht zu Art. 75 Absatz 1 E-KRG - der unverändert als Art. 

73 Abs. 1 ins KRG 2005 übernommen wurde - folgendes: “Abs. 1 stellt die 

Ästhetikvorschrift des neuen KRG dar. Sie tritt an die Stelle der 

Ästhetikvorschrift von Art. 8 Abs. 1 des geltenden KRG. Im Unterschied zum 

geltenden Recht mit seinem blossen Verbot der Verunstaltung oder 

erheblichen Beeinträchtigung des Landschafts-, Orts- und Strassenbildes 

durch störende Bauten und Anlagen verlangt die neue Ästhetikvorschrift 

positiv eine architektonisch überzeugende Gestaltung der Bauten und 

Anlagen und deren Einordnung in die Umgebung im Sinne einer guten 

Gesamtwirkung. Die geltende Ästhetikvorschrift von Art. 8 KRG hat sich – 

entsprechend den gewandelten Anschauungen und dem Trend in den 

kommunalen und kantonalen Baugesetzgebungen folgend – von einer 

negativen zu einer positiven Generalklausel weiterentwickelt. Dabei steht 

beim angestrebten Gestaltungsziel nicht etwa die „Anbiederung an das Alte“, 

sondern die „Gesamtwirkung“ im Vordergrund; Siedlungen, Bauten und 

Anlagen sollen für sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und 

landschaftlichen Umgebung so gestaltet werden, dass eine „gute 

Gesamtwirkung“ entsteht. Was unter „guter Gesamtwirkung“ zu verstehen ist, 

wird im Einzelfall auf Grund der konkreten Verhältnisse (vgl. z.B. BGE 114 Ia 

345) zu prüfen sein. Mit dem positiven Gestaltungsziel der „guten 

Gesamtwirkung“ soll die Basis für die Erhaltung und Förderung einer „guten 

Architektur“ geschaffen werden, welche u.a. auch neue Formen in alten 

Strukturen ermöglicht." Wie sich schon aus dem Wort „Gesamtwirkung“ ergibt, 

steht das positive Gesamtergebnis im Vordergrund. Die geplante Baute soll 

in einem gewissen Einklang mit der Umgebung stehen. Es geht um den 

Gesamteindruck des Orts- oder Quartierbildes, um Rücksichtnahme auf 

prägende Elemente in der Umgebung, um die räumlichen Strukturen des 

Ganzen, um die Qualität des Gesamtbildes. Mit dem Wort „gut“ wird zum 

Ausdruck gebracht, dass die Anforderungen trotz der positiven Ausgestaltung 

der Generalklausel nicht allzu hoch angesetzt werden dürfen, wie dies etwa 

der Fall wäre, wenn eine „optimale“ Gesamtwirkung verlangt würde. Die 

Anwendung ästhetischer Generalklauseln stellt erhebliche Anforderungen an 

die Baubehörden. Beizufügen ist, dass es den Gemeinden selbstverständlich 

weiterhin offen steht, mit Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse eigene 

Vorschriften über die Gestaltung von Bauten und Anlagen zu erlassen. Da sie 

jedoch lediglich strengere Bestimmungen aufstellen dürfen, haben 

kommunale Ästhetikklauseln den kantonalen Standard zu wahren. Sie dürfen 

diesen Mindeststandard nicht unterschreiten. Daneben können die 

Gemeinden für bestimmte Bauten oder Anlagen auch allgemeine oder 

zonenspezifische Spezialregelungen erlassen, z. B. Vorschriften über 

Materialien, Farben, Dächer, Reklamen, Antennen usw. (vgl. Art. 26 Abs. 2 

Ziffer 2 E-KRG). Im Interesse der architektonischen Kreativität sowie zur 

Wahrung der Gestaltungsfreiheit des Bauherrn wird indessen erwartet, dass 

die Gemeinden beim Erlass eigener gestalterischer Vorschriften in Zukunft 

etwas mehr Zurückhaltung üben. Beizufügen bleibt, dass der Erlass 

weitergehender gestalterischer Vorschriften nur dann zulässig ist, wenn sich 

solche Vorschriften auf Grund der örtlichen Gegebenheiten auch tatsächlich 

aufdrängen (Art. 24 Abs. 3 E- KRG).“

Ein Beispiel für strengere Ästhetikvorschriften ist Art. 78 des kommunalen 

Baugesetzes der … (BauG) für die …, in welchem das Gesetz hier eine 

„optimale“ Gesamtwirkung erfordert. Art. 78 Abs. 2 BauG besagt nämlich, 

dass Neu-, Um-, Anbauten, Renovationen und Terrainveränderungen 

hinsichtlich Lage, Stellung, Gliederung, Grösse und Gestalt an die 

bestehende Baustruktur oder an die Typologie der Bauten anzupassen sind. 

Sie haben sich harmonisch in die Umgebung einzufügen und dürfen die 

wesentlichen Merkmale des …- und Strassenbildes nicht beeinträchtigen. 

Ähnliche strengere Ästhetikvorschriften sind in Art. 79 BauG enthalten, der 

den Erhaltungsbereich „Gebiete mit besonderer Wohnqualität“ regelt. 

c) Im vorliegenden Fall befindet sich die Holzwand in der Wohnzone W1 der ... 

Für diese Wohnzone sind im Baugesetz keine besonderen Regelungen 

bezüglich der Gestaltung von Bauten und Anlagen aufgestellt worden. Für die 

Beurteilung der Gestaltung der in Frage stehenden Holzwand erfordert das 

Gesetz somit keine „optimale“, sondern bloss eine „gute“ Gesamtwirkung. 

Der Augenschein hat klar ergeben, dass die neue erstellte Holzwand eine 

beeindruckende Höhe und Länge sowie eine auffallende Farbe hat. Es war 

aber erkennbar, dass diese Holzwand die Fortsetzung der bereits vor einigen 

Jahren erstellten Einfriedung darstellte. Diese ältere Einfriedung aus 

Lärchenholz hat sich mit der Zeit grau gefärbt und durch die Bepflanzungen 

ist sie heute nicht mehr so auffällig. Die neu erstellte Holzwand ist in der Tat 

aufgrund ihrer markanten Farbe ungewöhnlich. Es ist aber im vorliegenden 

Fall unbestritten, dass auch der neue Lärchenzaun sich mit der Zeit 

witterungsbedingt gräulich einfärben und nur noch diskret in Erscheinung 

treten wird. Im Übrigen soll der Zaun auf beiden Seiten mit Grünpflanzen 

bewachsen werden, sodass die Holzwand mit der Zeit nicht mehr sichtbar sein 

wird.

Um die Harmonie des Ortsbildes wirksam schützen zu können, erscheint es 

als angezeigt, die gesamte bauliche Umgebung bei der Würdigung der Frage, 

ob sich eine Baute darin einfüge, zu berücksichtigen. Der Augenschein hat 

gezeigt, dass die unmittelbare bauliche Umgebung der erstellten Holzwand 

nicht von einheitlichem Gepräge ist: Es gibt im Quartier neue moderne 

Sichtbetonkuben, alte Liegenschaften und Häuser aus den 60-iger und den 

70-iger Jahren. Auch bei den Einfriedungen gibt es verschiedene Holzzäune, 

Gitterzäune, Bepflanzungen, grosse Steinmauern und sogar Betonmauern. 

Ausserdem sind die meisten Holzzäune mit Pflanzen bewachsen. Wie das 

Gericht am Augenschein festgestellt hat, besteht in diesem Quartier keine 

Einheit der Überbauungsarten. Im Gegenteil liegt eine gewisse Heterogenität 

der Bauweise vor. Aus diesem Grund kann für die zukünftigen Bauvorhaben 

keine einheitliche Überbauungsart und keine bestimmte Einfriedung verlangt 

werden. Es war auch erkennbar, dass die erstellte Holzwand nicht die einzige 

in dieser Form im Quartier ist. Entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers stellt die umstrittene Holzwand keinen Fremdkörper da, 

zumal diese sich in das herrschende Ortsbild gut einpasst. Die Gemeinde hat 

zudem festgehalten, dass in dieser Wohnzone die Wünsche der 

Grundeigentümer in der Regel mit einer gewissen Toleranz zu behandeln 

seien, da eine gewisse Heterogenität vorliege und diese auch gefordert 

werden müsse. Diese Ansichten der Grundeigentümer werden natürlich nur 

toleriert, wenn sie in einem gewissen Einklang mit der Umgebung stehen, was 

hier der Fall ist.

In Anbetracht der geographischen Lage und des uneinheitlichen 

Erscheinungsbildes der bestehenden Bauten und Einfriedungen ist das 

Gericht der Auffassung, dass die Erstellung der Holzwand keine 

Beeinträchtigung des Gesamterscheinungsbildes bewirkt hat, sondern eine 

gute Gesamtwirkung darstellt. Es muss präzisiert werden, dass diese 

Holzwand aufgrund der Verwitterung und Bepflanzungen mit der Zeit nicht 

mehr so auffallend sein wird und daher den Anforderungen an der Ästhetik im 

Quartier genügt. 

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass es im Ermessen der Gemeinde lag, die 

Erstellung der Holzwand zu bewilligen. Der Entscheid der Gemeinde erweist 

sich als rechtmässig, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen ist.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 73 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zulasten des 

Beschwerdeführers. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 

VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht 

vorliegend kein Anlass. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 

ist praxisgemäss keine aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1’500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 1'814.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.