# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4317625c-ea18-548a-b3bc-b80ffad95d69
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.10.2015 S 2015 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-98_2015-10-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 98

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Moser und Allemann als Aktuarin ad hoc

URTEIL

vom 7. Oktober 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ ist Biologin und war zuletzt als solche tätig. Am 1. Juni 2015 

meldete sie einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Um-

fang von 60 % ab selbigem Datum an. 

2. Mit Schreiben vom 22. Juni 2015 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (KIGA) A._____ zur schriftlichen Stellungnahme 

auf, nachdem sie in der Zeit vor Beginn ihrer Arbeitslosigkeit nur gerade 

vier persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen habe. 

3. In ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2015 hielt A._____ fest, die Kündi-

gung habe sie überraschend getroffen und sie habe sich erst mit der neu-

en Situation auseinander setzen müssen. Die Stellensuche erweise sich 

als schwierig, da bis anhin keine Stelle ausgeschrieben gewesen sei, 

welche ihrem Profil entsprochen hätte. Sodann sei sie vom 8. April bis 

9. Mai 2015, also während der zweimonatigen Kündigungsfrist, im Aus-

land in den Ferien gewesen. Erschwerend komme dazu, dass sie als Mut-

ter von zwei kleinen Kindern (3 und 5 Jahre) auf eine Teilzeitstelle ange-

wiesen sei.

4. Mit Verfügung vom 8. Juli 2015 stellte das KIGA A._____ wegen ungenü-

gender Arbeitsbemühungen für acht Tage in der Anspruchsberechtigung 

ein. Die dagegen erhobene Einsprache vom 20. Juli 2015 wies das KIGA 

mit Einspracheentscheid vom 27. Juli 2015 ab. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 26. Au-

gust 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den und beantragte die Reduktion der Einstelltage. Zur Begründung führ-

te sie aus, dass sie während der zweimonatigen Kündigungsfrist vier Ar-

beitsbemühungen gemacht habe. Massgebend sei hier Art. 16 Abs. 2 lit. b 

AVIG. Es sei demnach grundsätzlich erlaubt, sich zunächst in ihrem bis-

herigen Berufszweig oder Tätigkeitsbereich umzusehen. Der Zeitraum der 

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im vorliegenden Fall beanstandeten Anzahl an Vorbemühungen falle si-

cher in den Zeitraum "zunächst", womit es ihr erlaubt gewesen sei, sich 

zunächst hauptsächlich in ihrem Berufszweig umzusehen. Erschwerend 

komme hinzu, dass sie sich um eine Teilzeitstelle bemühe, da sie zwei 

Kinder (3 und 5 Jahre) betreue. Das KIGA habe bei vier Arbeitsbemühun-

gen nur die Quantität, nicht aber die Qualität berücksichtigt. Die verfügten 

acht Einstelltage seien das Höchstmass. Unter Berücksichtigung der vor-

liegenden Situation sei dies nicht gerechtfertigt und die Begründung des 

KIGA für dieses Höchstmass sei unzureichend.

6. In der Stellungnahme vom 8. September 2015 beantragte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung führte der Beschwerdegegner aus, es sei unbestritten, dass 

die Beschwerdeführerin während ihrer zweimonatigen Kündigungsfrist nur 

gerade vier persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen habe. Die 

Beschwerdeführerin bringe keine Gründe vor, weshalb sie daran gehin-

dert gewesen wäre, weitere Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Insbe-

sondere habe sie die Argumentation, sie sei ferienbedingt an der Arbeits-

suche gehindert gewesen, fallengelassen. Das Schweizer Recht kenne 

keinen absoluten Berufsschutz. Es sei zwar sinnvoll, wenn die versicherte 

Person im Bereich ihres erlernten Berufes wie auch im Bereich ihres bis-

herigen Betätigungsfeldes suche. Allerdings könne dies niemals eine Er-

klärung für eine ungenügende Anzahl vorgenommener Arbeitsbemühun-

gen sein. Wenn im bisherigen Betätigungsfeld zu wenige Stellen ausge-

schrieben seien, sei die versicherte Person gehalten, ihren Suchbereich 

auszudehnen. Acht Einstelltage seien angemessen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

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Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in einzel-

richterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschrei-

tet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der versicherte Ver-

dienst der Beschwerdeführerin beträgt Fr. 4'951.--, welcher ihr im Umfang 

von 80 % entschädigt wird. Damit erhält sie gemäss Art. 23 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) und Art. 40a der Verordnung 

über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-

schädigung (AVIV; SR 837.02) ein Taggeld von Fr. 182.50 (Fr. 4'951.-- x 

0.8 / 21.7 Tage). Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die  Ein-

stellung in der Anspruchsberechtigung für acht Tage. Der Streitwert be-

trägt damit Fr. 1'460.-- (8 x Fr. 182.50) und liegt somit unter Fr. 5'000.--. 

Da die vorliegende Angelegenheit zudem nicht in Fünferbesetzung zu 

entscheiden ist, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich ge-

geben.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Einspra-

cheentscheid des Beschwerdegegners vom 27. Juli 2015. Strittig und zu 

prüfen ist, ob die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für acht Tage 

wegen ungenügender Arbeitsbemühungen zu Recht erfolgt ist. 

3. a) Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat eine Versicherte, die Versicherungsleistun-

gen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes 

alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden 

oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, 

nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (Satz 2). Die Versi-

cherte muss sich laut Art. 26 Abs. 1 AVIV gezielt um Arbeit bemühen, in 

der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung. Diese Bemühungen 

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müssen bei der zuständigen Amtsstelle nachgewiesen werden können 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 3 AVIG) und zwar für jede Kontrollperiode – d.h. für 

jeden Kalendermonat (Art. 27a AVIV) – spätestens am fünften Tag des 

folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag, 

wobei ohne entschuldbaren Grund verspätet nachgewiesene Arbeits-

bemühungen nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 26 Abs. 2 AVIV). 

Wenn sich die Versicherte persönlich nicht genügend um zumutbare Ar-

beit bemüht, so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der An-

spruchsberechtigung einzustellen (vgl. zum Ganzen NUSSBAUMER, Ar-

beitslosenversicherung, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesver-

waltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, S. 2429 

f. Rz. 837 ff.). Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt 

es sich um eine gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungs-

recht geltenden Schadensminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, 

dass die Versicherte alle Anstrengungen zu unternehmen und jede zu-

mutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um ihre Arbeitslosigkeit zu been-

den (CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss., 

Zürich 1998, S. 134). Die Versicherte hat von sich aus, d.h. ohne beson-

dere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes, 

ihr Möglichstes zur Schadensminderung vorzukehren (vgl. Urteil des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts C 199/05 vom 29. September 2005 

E.2.1; KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2013, S. 102). Aus 

dieser Schadenminderungspflicht fliesst die Last für die Versicherte, sich 

bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses 

an und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit 

zu bemühen. Die Versicherte hat sich dementsprechend während der 

Kündigungsfrist beziehungsweise schon vor der Anmeldung des An-

spruchs auf Arbeitslosenentschädigung unaufgefordert um Stellen zu 

bemühen. Bei der Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Versicherte 

den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 

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lit. d AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während 

des relevanten Zeitraums getätigten Stellenbewerbungen einzureichen 

haben (vgl. BGE 139 V 524 E.2.1.2 und E.4.2 mit Hinweisen).

b) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen be-

trifft, nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend be-

stimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen geben 

die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. Lehre 

und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch qualitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend 

persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So 

schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel durchschnitt-

lich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend erachtet werden 

(vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103, 

173 f.). Das Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allgemein gültige 

Aussage über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen nicht mög-

lich sei (Urteil des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 

E.5.1). Insofern handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, 

die für den Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die je-

weiligen konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglich-

keiten, worunter etwa das Alter, der Gesundheitszustand, die Schulbil-

dung, allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfahrung der Versicher-

ten und auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 258/2006 vom 6. Fe-

bruar 2007 E.2.2). Bei der Beurteilung der Frage, ob die Arbeits-

bemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht genügend sind, 

steht der verfügenden Behörde ein gewisser Ermessensspielraum zu, 

wobei die persönlichen Arbeitsbemühungen einer Versicherten in der Re-

gel streng beurteilt werden (vgl. unter anderem BGE 120 V 74 E.4a; CHO-

PARD, a.a.O., S. 138 ff.; GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversi-

cherungsgesetz, Bd. I, Art. 1–58, Bern 1988, Art. 17 Rz. 14 f.). 

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4. a) Der Beschwerdegegner macht geltend, dass die Arbeitsbemühungen der 

Beschwerdeführerin in quantitativer Hinsicht ungenügend seien. Vorlie-

gend war die Beschwerdeführerin bis zur Anmeldung zum Bezug von Ar-

beitslosenentschädigung am 1. Juni 2015 in einem unbefristeten Arbeits-

verhältnis angestellt. Dieses Arbeitsverhältnis wurde ihr – mit einer 

zweitmonatigen Kündigungsfrist – gekündigt. Wie bereits erwähnt muss 

eine versicherte Person bereits während der Kündigungsfrist und damit 

vor ihrer Arbeitslosigkeit ihrer Pflicht zur Stellensuche nachkommen (vgl. 

vorne E.3a). Die Beschwerdeführerin hat sich zwar während der zweimo-

natigen Kündigungsfrist auf Teilzeitstellen - auf solche war/ist sie ja ange-

sichts ihrer Betreuungspflichten angewiesen (vgl. Stellungnahme vom 

24. Juni 2015, beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 7) - beworben. 

Gemäss dem von ihr eingereichten Formular "Nachweis der persönlichen 

Arbeitsbemühungen" (vgl. Bg-act. 6) hat sie in den Monaten April und Mai 

2015 aber insgesamt lediglich vier belegte Arbeitsbemühungen unter-

nommen, was vorliegend unbestritten ist. Im Folgenden gilt es zu prüfen, 

ob diese Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht genügend sind. 

b) Die Beschwerdeführerin beruft sich zu ihrer Rechtfertigung auf Art. 16 

Abs. 2 lit. b AVIG, wonach eine Arbeit unzumutbar ist, welche nicht an-

gemessen auf die Fähigkeit oder auf die bisherige Tätigkeit des Versi-

cherten Rücksicht nimmt. Qualifizierten Berufsleuten in gekündigter Stel-

lung ist das Recht zuzubilligen, ihre persönlichen Bemühungen zunächst 

auf ihren bisherigen Berufszweig zu beschränken. Allerdings ist die Pflicht 

zur Rücksichtnahme auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person 

beschränkt, denn die Praxis verneint einen absoluten und relativen Be-

rufsschutz (vgl. LANDOLT, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, Diss. Zürich 1995, Rz. 607; ARV 1980 Nr. 8 

S. 21; ARV 1977 Nr. 10 S. 39). Ein absoluter Berufsschutz würde bedeu-

ten, dass von der Versicherten keine anderen als die bisher ausgeführten 

Tätigkeiten verlangt werden könnten. Bei Anwendung eines relativen Be-

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rufsschutzes wären der Versicherten je nach Beurteilungsmassstab 

(Gleichwertigkeit, Rücksichtnahme auf bisherige Tätigkeit, Vergleichbar-

keit) dagegen auch andere als angestammte Tätigkeiten zumutbar (vgl. 

LANDOLT, a.a.O., Rz. 207). Selbst wenn man einen relativen Berufsschutz 

für hochqualifizierte Berufsleute bejahen würde, wird vorausgesetzt, dass 

in dem betreffenden Berufs- oder Tätigkeitsbereich überhaupt Stellenan-

gebote vorhanden sind (vgl. BGE 139 V 524 E.2.1.3). Wenig sinnvoll sind 

Arbeitsbemühungen in Berufszweigen, in denen kaum Aussicht auf Erfolg 

besteht (ARV 1979 Nr. 9 S. 58 E.2). Schliesslich ergibt sich aus den ge-

setzlichen Bestimmungen die Verpflichtung einer versicherten Person, 

nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes Arbeit zu suchen 

(Art. 17 Abs. 1 AVIG). Somit ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin be-

rechtigt war, ihre Stellensuche auf ihr bisheriges Berufsfeld zu beschrän-

ken. 

c) Die Beschwerdeführerin hat selbst wiederholt festgehalten (vgl. Be-

schwerde vom 26. August 2015 und Bg-act. 7 und 9), dass sich die Stel-

lensuche als sehr schwierig gestalte, da bis anhin keine (Teilzeit-)Stellen 

ausgeschrieben gewesen seien, die ihrem Profil entsprochen hätten. Er-

schwerend kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin, wie sie selbst 

ausführt (vgl. Bg-act. 7), als Mutter von zwei Kindern auf eine Teilzeitstel-

le angewiesen ist. Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, 

dass Teilzeitstellen erfahrungsgemäss gerade in qualifizierten Berufen 

äusserst grosse Mangelware sind. Damit ist aber auch ausgewiesen, 

dass der Arbeitsmarkt in Tätigkeitsfeld und Berufsbereich der Beschwer-

deführerin keine oder nur beschränkt (Teilzeit-)Stellen anbietet. Im Wis-

sen um diese Schwierigkeiten hätte die Beschwerdeführerin ihre persönli-

chen Arbeitsbemühungen somit nicht nur auf ihr bisheriges Tätigkeitsfeld 

beschränken dürfen, sondern wäre, nach dem Gebot der Schadenminde-

rungspflicht, verpflichtet gewesen, während der Kündigungsfrist auch 

ausserhalb ihres Berufszweigs nach Stellen zu suchen (vgl. vorne E.4b), 

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was sie jedoch nachweislich nicht gemacht hat. Die Beschwerdeführerin 

bringt auch keine Einwände vor, gemäss welchen sie daran gehindert 

gewesen wäre, weitere Arbeitsbemühungen vorzunehmen; solche Grün-

de ergeben sich auch aus den Akten nicht. Vor diesem Hintergrund ist mit 

dem Beschwerdegegner festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführe-

rin während der Kündigungsfrist in den Monaten April und Mai 2015 vor-

genommenen vier Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht ungenü-

gend sind. 

d) Im Einspracheverfahren begründete die Beschwerdeführerin ihre unge-

nügenden Arbeitsbemühungen unter anderem noch mit einer einmonati-

gen Ferienabwesenheit während der Kündigungsfrist. Dieses Argument 

hat sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren indessen zu Recht fallen 

gelassen. Aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Kommunika-

tionsmitteln wie Internet, E-Mail etc., wäre es der Beschwerdeführerin oh-

ne Weiteres möglich und zumutbar gewesen, sich auch während ihrer 

Abwesenheit für eine neue Arbeitsstelle zu bewerben (vgl. Urteile des 

eidgenössischen Versicherungsgerichts C 187/06 vom 31. Oktober 2006 

E.2.1, C 208/03 vom 26. März 2004 E.3.2). 

e) Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Beschwerdeführerin im ge-

forderten Zeitraum vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in quantitativer Hinsicht 

ungenügend um Arbeit bemüht hat. Richtig ist, dass sich der Beschwer-

degegner nicht zur Qualität der getätigten Arbeitsbemühungen geäussert 

hat. Dies wohl deshalb, weil es daran nichts zu bemängeln gibt. Die Ein-

stellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeits-

bemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit ist somit zu Recht erfolgt. 

5. a) Sodann bleibt noch zu klären, ob die verfügte Einstellungsdauer von acht 

Tagen rechtmässig ist. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die 

Dauer der Einstellung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je 

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nach Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 

Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei naturgemäss um einen Ermessensent-

scheid handelt, bei welchem den Verfügungsinstanzen ein grosser Er-

messungsspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei der Beurtei-

lung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 8C_285/2011 vom 22. August 2011 E.3.1 mit weiteren Hin-

weisen). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur 

auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende Ermes-

sensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 353 

E.5d, 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen). 

b) Die vorliegend angefochtene Einstelldauer von acht Tagen bewegt sich 

offenkundig innerhalb des dargelegten Rahmens bei leichtem Verschul-

den und es sind keine Gründe ersichtlich, welche ein Abweichen rechtfer-

tigen würden. Insbesondere hat sich der Beschwerdegegner bei der Fest-

setzung der Einstelldauer auf die AVIG-Praxis Arbeitslosenentschädigung 

(AVIG-Praxis ALE) des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom Ok-

tober 2012 abgestützt, welche bei ungenügenden Arbeitsbemühungen 

während einer zweimonatigen Kündigungsfrist eine Anzahl von sechs bis 

acht Einstelltagen vorsieht (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. D72) und vorlie-

gend auf eine Einstellungsdauer von acht Tagen erkannt. Dies ist nicht zu 

beanstanden. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit 

in jeder Hinsicht als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

6. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsin-

niger oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend 

keine Kosten erhoben werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner 

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steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

 

4. [Mitteilungen]