# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25ba4a43-b7d8-5b54-a619-e65f6df6b5a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2016 C-4325/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4325-2015_2016-09-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4325/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,  

Richter David Weiss,    

Gerichtsschreiberin Karin Wagner. 
 

 
 

Parteien 
 X._______, (Italien), 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Gesuch um Revision des Anspruchs 

auf eine Viertelsrente; Verfügung IVSTA vom 11. Juni 2015. 

 

 

 

C-4325/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (Datum) geborene X._______ (im Folgenden: Versicherte oder Be-

schwerdeführerin), Schweizerische Staatangehörige, wohnhaft in Italien, 

arbeitete von 1981 bis 2005 mit Unterbrüchen in der Schweiz und entrich-

tete während dieser Zeit Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlas-

senen- und Invalidenversicherung (Vorakten 60/5). Am 30. September 

2003 (eingegangen am 2. Oktober 2003) stellte sie bei der kantonalen IV-

Stelle Bern ein Gesuch zum Bezug von Leistungen der schweizerischen 

Invalidenversicherung (Vorakten 1) und gab an, sie sei wegen einem Cho-

lesteatom seit dem 14. Juli 2003 zu 50% invalid.  

B.  

B.a Die IV-Stelle Bern leitete das Gesuch am 3. Oktober 2003 (Vorakten 

2), an die zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: 

IVSTA oder Vorinstanz) weiter, welche mit Verfügung vom 28. Januar 2004 

(Vorakten 12) und Einspracheentscheid vom 31. März 2004 das Gesuch 

abwies (Vorakten 19). Eine dagegen erhobene Beschwerde vom 7. Mai 

2004 wurde von der Eidgenössischen Rekurskommission der AHV/IV für 

die im Ausland wohnenden Personen (heute: Bundesverwaltungsgericht) 

am 9. Juli 2004 (Vorakten 24) dahingehend gutgeheissen, als die Sache 

an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde, damit diese eine rheumatologi-

sche und psychiatrische Beurteilung einhole.  

B.b Gestützt auf die eingeholten Gutachten von Dr. A._______ (Psychia-

ter) und Dr. B._______ (Rheumatologe) von März 2005 (Vorakten 43), wel-

che eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 55% attestierten, errechnete die 

IVSTA einen Invaliditätsgrad von 37% und verfügte am 27. Juni 2005 er-

neut die Abweisung des IV-Gesuches (Vorakten 48). Die Versicherte 

reichte dagegen am 7. Juli 2005 Einsprache (Vorakten 49) und am 15. De-

zember 2005 Einspracheergänzungen ein (Vorakten 56). Nach Erhalt di-

verser medizinischer Berichte aus den Jahren 1985, 1995 bis 1999 und 

2002 bis 2003 (Vorakten 51-52) sowie gestützt auf die Einschätzung des 

medizinischen Dienstes der IVSTA vom 15. Mai 2005 (Vorakten 58/4) und 

6. März 2006 (Vorakten 58/1) errechnete die IVSTA aufgrund der psychiat-

rischen und rheumatologischen Diagnosen mit der gemischten Methode 

einen Invaliditätsgrad von 42% und sprach der Versicherten mit Ein-

spracheentscheid vom 11. Mai 2006 ab 1. Januar 2005 eine Viertelsrente 

zu (Vorakten 61/1). 

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Seite 3 

B.c Die IVSTA leitete am 16. September 2009 (Vorakten 64) ein Revisions-

verfahren ein und holte diverse medizinische Unterlagen und den Frage-

bogen für die IV-Rentenrevision ein (Vorakten 65-74). Da der medizinische 

Dienst der IVSTA die Kurzarztberichte nicht als ausreichend erachtete, um 

den Gesundheitszustand zu beurteilen (Vorakten 76), wurde die Versi-

cherte am 29. Januar 2010 in Italien psychiatrisch begutachtet (Vorakten 

78, Formular E213 [Vorakten 82]). Am 16. März 2010 erhielt die IVSTA di-

verse weitere Arztberichte (Vorakten 83-103), welche sie zusammen mit 

dem von der Versicherten ausgefüllten Formular "Fragebogen für die im 

Haushalt tätigen Versicherten" (Vorakten 109) ihrem medizinischen Dienst 

unterbreitete (Vorakten 110). Dr. R._______ hielt am 30. August 2010 sinn-

gemäss fest (Vorakten 111), im Formular E213 werde eine gesundheitliche 

Verbesserung angegeben, welche sich jedoch nicht aus den Akten ergebe, 

daher sei von einem gleichgebliebenen Gesundheitszustand auszugehen. 

In der Folge teilte die IVSTA der Versicherten am 7. September 2010 mit, 

die Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine anspruchsbegründende 

Änderung ergeben, womit weiterhin Anspruch auf eine Viertelrente bestehe 

(Vorakten 114). 

B.d Am 29. Oktober 2013 (Vorakten 124) leitete die IVSTA ein weiteres 

Revisionsverfahren ein. Nach Vorliegen der Formulare "Fragebogen für die 

IV-Rentenrevision" und "Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicher-

ten" sowie diverser medizinischer Aktenberichte (Vorakten 126-134) nahm 

Dr. C._______ vom medizinischen Dienst der IVSTA am 27. März 2014 

(Vorakten 137) zu den ärztlichen Unterlagen Stellung und führte aus, die 

Versicherte leide an einer depressiven Entwicklung, was mit der Gabe von 

Antidepressiva behandelt werde, an Rückenproblemen und einem Carpal-

tunnelsyndrom, welches behandelbar sei. Dr. C._______ wies auf die von 

Dr. D._______ am 5. Juni 2012 gestellten Diagnosen hin "ernia iatale, 

sindrome depressiva, noduli tiroidei normofunzionati, pregressa embolia 

polmonare", relativierte aber, da die nächste Arztkontrolle vorgesehen sei, 

sei davon auszugehen, dass kein Zustand mit akuter Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes bestehe. Gestützt auf diese Einschätzung teilte die 

IVSTA am 2. April 2014 der Beschwerdeführerin mit (Vorakten 138), die 

Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine anspruchsbeeinflussende 

Änderung ergeben, daher bestehe weiterhin Anspruch auf eine Viertels-

rente. 

B.e Die Beschwerdeführerin erklärte mit Brief vom 29. April 2014 (Vorakten 

139), unter Beilage von diversen medizinischen Unterlagen (Vorakten 140-

147), sie sei mit der Mitteilung vom 2. April 2014 nicht einverstanden, da 

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sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Sie sei wegen den Ge-

dächtnisproblemen und psychischen Problemen mit Selbstmordversuchen 

in therapeutischer Behandlung. Aufgrund der Rheumaprobleme könne sie 

ihren Arm nicht mehr richtig bewegen. Ausserdem gehe sie nicht mehr al-

lein aus dem Haus, da sie Angst habe, sich zu verlieren. Das Schreiben 

der Beschwerdeführerin vom 29. April 2014 wurde von der IVSTA als Re-

visionsgesuch entgegengenommen (Vorakten 148).  

B.f Die Beschwerdeführerin reichte in der Folge weitere medizinische Un-

terlagen ein (Vorakten 150, 152). Die IVSTA unterbreitete die neuen medi-

zinischen Akten ihrem medizinischen Dienst, welcher am 13. Juni 2014 da-

rauf hinwies (Vorakten 155), nach den Angaben des Neurologen bestün-

den bei der Beschwerdeführerin seit September 2013 schwere kognitive 

Störungen, zudem sei sie örtlich desorientiert und erkenne die eigenen Fa-

milienangehörigen oft nicht, womit sich der Gesundheitszustand wesent-

lich verschlechtert habe und eine neurologische und psychiatrische Abklä-

rung notwendig sei. Die Versicherte wurde in der Folge am 27. August 2014 

in Italien untersucht (Formular E213, Vorakten 160). Nach Erhalt des For-

mulars E213 und diverser, teilweise bereits aktenkundigen, Arztberichte 

(Vorakten 161-181) und der Formulare "Fragebogen für die IV-Rentenrevi-

sion" und "Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten" (Vorakten 

183), nahm Dr. E._______ vom medizinischen Dienst der IVSTA am 24. 

Oktober 2014 Stellung (Vorakten 185) und führte aus, es liege kein neuer 

psychiatrischer und kein neuer neurologischer Bericht vor. Der psychiatri-

sche Bericht vom Mai 2014 sei nicht ausreichend professionell, um eine 

Stellungnahme vornehmen zu können; die weitere psychiatrische Beurtei-

lung überlasse er einem Facharzt. Dr. E._______ wies darauf hin, dass im 

E213 eindeutig den Aussagen des Neurologen vom 5. Mai 2014 (Vorakten 

163) widersprochen werde. 

Dr. F._______, Psychiater des medizinischen Dienstes der IVSTA, erklärte 

am 3. Februar 2015 (Vorakten 187), dass die psychiatrische Aktenlage un-

genügend sei. Wegen der Nichtnachvollziehbarkeit der darin enthaltenen 

Angaben, schlug er die Annahme einer unveränderten Arbeitsunfähigkeit 

vor, hielt jedoch gleichzeitig fest, dass im Falle einer Beschwerdeerhebung 

eine psychiatrische Begutachtung in der Schweiz angezeigt sei. Gestützt 

auf diese medizinische Einschätzung erliess die IVSTA am 12. Februar 

2015 einen Vorbescheid (Vorakten 188), wonach die Versicherte weiterhin 

Anspruch auf eine Viertelrente habe. Den dagegen erhobenen Einwand 

wies die IVSTA, nach Beizug ihres medizinischen Dienstes (Stellungnahme 

vom 5. Juni 2015, Vorakten 195), mit Verfügung vom 11. Juni 2015 ab 

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Seite 5 

(Vorakten 196, BVGer act. 2), da keine Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes eingetreten sei, und bestätigte den Anspruch auf eine Viertels-

rente.  

C.  

Hiergegen erhob die Versicherte am 9. Juli 2015 (Postaufgabe) Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer act. 1) und beantragte 

sinngemäss, der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 11. Juni 2015 

sei aufzuheben und ihr aufgrund der Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes eine höhere Rente zuzusprechen.  

D.  

Der mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2015 einverlangte Kostenvor-

schuss (BVGer act. 3) in der Höhe von Fr. 400.- ging am 18. August 2015 

bei der Gerichtskasse ein (BVGer act. 5).  

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2015 (BVGer act. 7) beantragte 

die Vorinstanz, die Beschwerde sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer 

medizinischen Abklärung in psychiatrischer, neurologischer und neuropsy-

chologischer Hinsicht, und zu anschliessendem neuen Entscheid, an sie 

zurückzuweisen sei. Zur Begründung brachte sie vor, ihr ärztlicher Dienst 

sei mehrmals zum Schluss gelangt, dass die medizinischen Unterlagen wi-

dersprüchlich und ungenügend seien und habe letztmals am 15. Oktober 

2015 empfohlen, eine psychiatrische, neurologische und neuropsychologi-

sche Untersuchung durchzuführen.  

F.  

Mit Replik vom 25. November 2015 (Postaufgabe, BVGer act. 10), hielt die 

Beschwerdeführerin an ihren Rechtsbegehren und deren Begründung fest. 

Sie reichte medizinische Unterlagen ein, welche sich teilweise bereits bei 

den Akten befanden und machte sinngemäss geltend, die eingereichten 

Unterlagen seien ausreichend, um eine Beurteilung ihres Gesundheitszu-

standes vorzunehmen. Sie brachte weiter vor, eine Reise in die Schweiz 

sei für sie nicht einfach und mit Kosten verbunden. Sie müsse jemanden 

finden, der sie begleite. Ausserdem sei ihre Schwester Tag und Nacht auf 

Unterstützung angewiesen.  

  

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Seite 6 

G.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 8. März 2016 (BVGer act. 11), 7. April 

2016 (BVGer act. 12) und 9. Mai 2016 (BVGer act. 14) reichte die Be-

schwerdeführerin ärztliche Unterlagen vom 9. Februar 2016, 22. Februar 

2016, 4. März 2016 und vom 9. Mai 2016 ein.  

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, 

soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 2. Juli 2015 gegen die Verfügung der 

IVSTA vom 11. Juni 2015, mit welcher die Vorinstanz der Beschwerdefüh-

rerin weiterhin eine Viertelsrente zusprach, da sich der Gesundheitszu-

stand nicht verschlechtert habe (BVGer act. 1).  

1.2 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021), 

sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten 

die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IVSTA, 

die mit Verfügungen über Rentengesuche befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. 

Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist 

somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis 

VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG 

(SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen 

des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG) 

anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 

ATSG vorsieht. 

1.4 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesverwal-

tungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

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(vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführerin hat am vor-

instanzlichen Verfahren als Partei teilgenommen. Als Verfügungsadressa-

tin ist sie durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat an 

deren Aufhebung bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse. Sie ist da-

her zur Beschwerde legitimiert. 

1.5 Die Beschwerdeführerin hat frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG; vgl. 

auch Art. 50 und Art. 52 VwVG) Beschwerde erhoben. Nachdem auch der 

Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist auf das ergriffene Rechts-

mittel einzutreten. 

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung und des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.  

Nachfolgend sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Nor-

men und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Das Gericht stellt bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf 

den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung 

(hier: 11. Juni 2015) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 

3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im 

Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 

V 362 E. 1b). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch 

insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in einem en-

gen Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des BGer 9C_ 

101/2007 vom 12. Juni 2007 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 118 V 200 E. 3a; 

Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1). Medizinische Be-

richte und Gutachten, die nach Erlass der angefochtenen Verfügung vor-

gebracht werden und in einem engen Sachzusammenhang mit dem strei-

tigen Leistungsanspruch stehen, sind daher zu berücksichtigen, soweit sie 

Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zur Zeit des Verfügungserlas-

ses zulassen (Urteile des BVGer C-3733/2014 vom 16. November 2015 E. 

2.2 und C-2263/2014 vom 26. April 2016 E. 2.1). 

2.2 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen materiellen 

Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen füh-

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Seite 8 

renden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Ein allfäl-

liger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund 

der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen 

(pro rata temporis-Regel; vgl. BGE 130 V 445). 

2.3 Damit finden vorliegend grundsätzlich jene materiellen Rechtsvor-

schriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 

11. Juni 2015 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu 

jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-

teilung des streitigen Sachverhalts im vorliegend massgebenden Zeitraum 

von Belang sind (für das IVG: ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 

6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision] sowie in der Fassung vom 

18. März 2011 [AS 2011 5659; 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]; 

die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, 

SR 831.201] in den entsprechenden Fassungen). 

2.4 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 

830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeits-

unfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) sowie der 

Revision der Invalidenrente und anderer Dauerleistungen (Art. 17) entspre-

chen den von der Rechtsprechung zur Invalidenversicherung entwickelten 

Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Daran 

hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. und 6. IV-Revision nichts geändert, 

weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen 

wird. 

3.  

Nachfolgend werden die für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache 

wesentlichen Bestimmungen und die von der Rechtsprechung dazu entwi-

ckelten Grundsätze dargestellt.  

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde, 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich im bis-

herigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Nach 

Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 

Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begrün-

dung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Abs. 2). 

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Seite 9 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-

fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 

leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-

ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (vgl. Art. 6 ATSG).  

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-

handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). 

Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach medizinischen Kriterien 

definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen  

oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. BGE 110 V 273 

E. 4a und BGE 102 V 165). Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglich-

keiten nicht nur im angestammten Beruf bzw. in der bisherigen Tätigkeit, 

sondern – wenn erforderlich – auch in zumutbaren andern Bereichen, in 

sog. Verweisungstätigkeiten zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist also grund-

sätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen Grundsätzen 

zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es somit einzig auf 

die objektiven wirtschaftlichen Folgen einer funktionellen Behinderung an, 

und nicht allein auf den ärztlich festgelegten Grad der funktionellen Ein-

schränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459). 

3.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer, das heisst, 

während mindestens drei Jahren (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die 

schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV) geleistet hat. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben 

sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere 

erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr 

als drei Jahren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet, so dass 

die Voraussetzungen der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine 

ordentliche Invalidenrente erfüllt sind.  

C-4325/2015 

Seite 10 

3.3 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-

destens 40% invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine 

Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 

Abs. 1 IVG [4. IV-Revision] respektive Art. 28 Abs. 2 IVG [5. IV-Revision]). 

Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 

von weniger als 50% entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, 

die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 

Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abwei-

chende Regelung vorsehen, was für Staaten der EU der Fall ist.  

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversicherungsverfahren ist 

es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, 

in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der 

Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 

E. 3.2; BGE 132 V 93 E. 4; BGE 125 V 256 E. 4). 

3.5 Die IV-Stelle prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen 

von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 

1 ATSG, Art. 57 Abs. 3 IVG). Zur Beurteilung der medizinischen Vorausset-

zungen des Leistungsanspruchs stehen den IV-Stellen regionale ärztliche 

Dienste (RAD) bzw. medizinische Dienste zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2bis 

Satz 1 IVG). Die IV-Ärzte setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 

6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten 

fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich 

auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall 

unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis Satz 2 und 3 IVG). 

3.6 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

C-4325/2015 

Seite 11 

3.6.1 Im Weiteren ist festzuhalten, dass die rechtsanwendenden Behörden 

in der Schweiz nicht an die Feststellungen ausländischer Versicherungs-

träger, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbe-

ginn gebunden sind (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI-Praxis 1996, S. 179; 

vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch die aus dem 

Ausland stammenden Beweismittel der freien Beweiswürdigung des Ge-

richts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: 

Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981 i.S. D). 

3.6.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit ei-

nes bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 

Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahr-

scheinlichste würdigen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je 

mit Hinweisen).  

3.7 Bezüglich des Beweiswertes eines Gutachtens ist entscheidend, ob es 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet 

sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten 

(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 E. 3a).  

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-

stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S.114 E. 3b; Urteil des 

EVG I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). 

3.7.1 Dem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 

externer Spezialärzte (vgl. Art. 44 ATSG), welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-

C-4325/2015 

Seite 12 

kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; BGE 125 V 351 E. 3b/bb, mit 

Hinweisen).  

3.7.2 Bei Stellungnahmen des RAD bzw. des medizinischen Dienstes der 

IVSTA ist hinsichtlich des Beweiswertes zu unterscheiden, ob es sich um 

Aktenberichte im Sinne von Art. 49 Abs. 3 IVV oder um Untersuchungsbe-

richte im Sinne von Art. 49 Abs. 2. IVV handelt.  

Der Beweiswert eines Untersuchungsberichtes des RAD bzw. des medizi-

nischen Dienstes der IV-Stelle ist mit jenem von externen medizinischen 

Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 44 ATSG vergleichbar (vgl. 

E. 3.10.1 hiervor), sofern er den von der Rechtsprechung entwickelten An-

forderungen an ein ärztliches Gutachten genügt und der IV-Arzt über die 

im Einzelfall erforderlichen persönlichen und fachlichen Qualifikationen 

verfügt (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1; Urteile des BGer 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2, 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1 und 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1). 

Bei einem Aktenbericht beurteilt der IV-Arzt die vorhandenen ärztlichen Un-

terlagen, fasst die medizinischen Untersuchungsergebnisse zusammen 

und gibt eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Versicherungsfal-

les aus medizinischer Sicht ab. Ein Aktenbericht erfüllt somit eine andere 

Funktion als ein medizinisches Gutachten, weshalb er die inhaltlichen An-

forderungen an medizinische Gutachten nicht erfüllen kann und muss. 

Dennoch wird ihm nicht jegliche Aussen- oder Beweiswirkung aberkannt, 

vielmehr ist er ein entscheidrelevantes Aktenstück, sofern die vom IV-Arzt 

beigezogenen Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind (Urteil 

des BVGer C-135/2013 vom 22. September 2015 E. 4.3.4 mit Hinweisen; 

Urteile des BGer 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2 und 8C_641/2011 

vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen; Urteil des EVG I 143/07 

vom 14. September 2007 E. 3.3). Ist das nicht der Fall, kann die Stellung-

nahme des IV-Arztes in der Regel keine abschliessende Beurteilungs-

grundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen Anlass ge-

ben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3).  

3.7.3 Bei der Beurteilung von Leistungsansprüchen kann auch auf die for-

malisierte Berichterstattung durch behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie 

Spitäler abgestellt werden, da auch diese der freien Beweiswürdigung un-

terliegen. Sind daher keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, welche die 

C-4325/2015 

Seite 13 

Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu er-

schüttern vermögen, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweiswür-

digung unter Hinweis auf ihre Stellung ausser Acht zu lassen (unveröffent-

lichtes Urteil des EVG I 498/89 vom 19. April 1990; URS MÜLLER, Das Ver-

waltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, § 25, Rz. 1741, 

1747 mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen 

und -ärzten darf und soll das Gericht aber der Erfahrungstatsache Rech-

nung tragen, dass diese Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auf-

tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt 

nicht nur für die allgemein praktizierenden Hausärztinnen und -ärzte, son-

dern auch für die behandelnden Spezialärztinnen und -ärzte (vgl. z.B. Urteil 

des EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Im Streitfall 

dürfte deshalb eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die An-

gaben der behandelnden Arztpersonen kaum je in Frage kommen (BGE 

135 V 465 E. 4.5). Allerdings dürfen im Rahmen einer freien und umfas-

senden Beweiswürdigung auch die potentiellen Stärken der Berichte be-

handelnder Ärztinnen und Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand al-

lein, dass eine Einschätzung von der behandelnden Arztperson stammt, 

darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die 

einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch 

behandelnde Ärztinnen und Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor 

(Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). Auf der anderen 

Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des the-

rapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des 

amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 

E. 4; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001 E. 2b) nicht zu, ein Admi-

nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 

weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 

Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-

handelnden Arztpersonen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-

gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des EVG 

I 514/06 vom 25. Mai 2007 E. 2.2.1 mit Hinweisen) oder wenn die Schlüs-

sigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch 

einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel ge-

zogen wird (BGE 135 V 465 E. 4.6; Urteil des BVGer C-5186/2013 vom 

9. Juni 2015 E. 4.4.6). 

C-4325/2015 

Seite 14 

3.8 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-

tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-

such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-

ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 87 Abs. 2 und 3, Art. 88a und 

Art. 88bis IVV). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung 

in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 

und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist da-

her nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustan-

des, sondern auch dann etwa revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-

wirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-

lich verändert haben oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität 

zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E. 3.5). Ob eine unter revisions-

rechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Änderung eingetreten ist, beurteilt 

sich durch den Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letz-

ten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche 

auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-

kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerb-

lichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (Ausgangszeit-

punkt), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respek-

tive des Einspracheentscheides (Revisionszeitpunkt); vorbehalten bleibt 

die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision 

(BGE 133 V 108 E. 5.4). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sach-

verhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach 

dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand 

(vgl. SVR 2010 IV Nr. 30 [9C_961/2008] E. 6.3; zum Ganzen: Urteil BGer 

9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 3.1). 

4.  

Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz zurecht eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes im Verfügungszeitpunkt vom 11. Juni 2011 der Be-

schwerdeführerin verneint und keine höhere Rente als eine Viertelsrente 

zugesprochen hat. 

4.1 Hinsichtlich des Ausgangszeitpunktes stellt sich die Frage, ob auf die 

Mitteilung der IVSTA an die Beschwerdeführerin vom 7. September 2010 

(Vorakten 114) oder vom 2. April 2014 (Vorakten 138) abzustellen ist.  

Die Mitteilung der IVSTA vom 2. April 2014 (Vorakten 138) kann nicht als 

zeitlicher Anknüpfungspunkt gelten, da das Schreiben der Beschwerdefüh-

C-4325/2015 

Seite 15 

rerin vom 29. April 2014 (Vorakten 139) nicht, wie von der Vorinstanz an-

genommen, ein neues Revisionsgesuch darstellte. Vielmehr bezog sich die 

Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben ausdrücklich auf die Mitteilung der 

IVSTA vom 2. April 2014 und hielt dazu fest, sie sei damit nicht einverstan-

den und legte medizinische Unterlagen ins Recht, um die Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes zu belegen. Die Beschwerdeführerin ging so-

mit davon aus, dass sie sich noch innerhalb des laufenden Revisionsver-

fahrens, welches mit Schreiben der Vorinstanz vom 29. Oktober 2013 

(Vorakten 124) eröffnet worden war, befand. Demzufolge ist davon auszu-

gehen, dass sie sinngemäss eine Verfügung verlangte. Die Mitteilung an 

die Beschwerdeführerin vom 7. September 2010 (Vorakten 114), mit wel-

cher die von der IVSTA am 11. Mai 2006 zugesprochene Viertelsrente 

(Vorakten 61) bestätigt wurde, ist damit als zeitlicher Anknüpfungspunkt 

massgebend und einer ordentlichen rechtskräftigen Verfügung gleichzu-

stellen (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-6415/2010 vom 6. Februar 2013 

E. 3).  

4.2 Zu beurteilen ist in der Folge, ob zwischen der Mitteilung vom 7. Sep-

tember 2010 (Vorakten 114) und der vorliegend angefochtenen Verfügung 

vom 11. Juni 2015 (BVGer act. 2) eine wesentliche Änderung in den tat-

sächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet war bzw. ist, den IV-

Grad der Beschwerdeführerin in rentenrelevanter Weise zu beeinflussen.  

4.2.1 Im Ausgangszeitpunkt litt die Beschwerdeführerin an rezidivierender, 

depressiver Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (F33.0, 

F.33.1) mit Selbstverletzungen und Somatisierungstendenz mit Panalgie 

(Gutachten Dr. A._______, Psychiatrie Psychotherapie FMH, März 2005, 

Vorakten 43), schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen 

(Arztbericht vom 1. Oktober 2009, Vorakten 66), Hypermobilitätssyndrom 

mit Polyarthalgien und Panvertebralsyndrom mit spondylogener Schmer-

zausstrahlung (leichtgradige Chondrose von LWK5/SKW1), anamnestisch 

Nephrolithiasis rechts, anamnestisch Hautausschlag unklarer Genese, 

Cholesteatom links (repetitive operative Eingriffe seit 1976), 02/03 Throm-

bophilie wegen Faktor V Defekt, Osteopenie, 1971, Tonsilektomie, 1982 

und 1984 sectio cesarea, 1984 Tubenligaturen, 1993 Operation im Bereich 

des Sakrums wegen einer Zyste (Vorakten 43, 66, 76, 82, 85, 98, 111) und 

Rückenbeschwerden "Spondilodiscoartrosi" (E213, Vorakten 82), Reduk-

tion der Knochendichte und Osteopenie (Gutachten Dr. B._______, FMH 

Innere Medizin und Rheumatologie, vom 16. März 2005 S. 4, Vorakten 

43/13), leichtgradige Chondrose von LKW5/SWK1 (Gutachten Dr. 

B._______ vom 16. März 2005 S. 4, Vorakten 43/13).  

C-4325/2015 

Seite 16 

4.2.2 Der Vorinstanz lagen im Verfügungszeitpunkt vom 11. Juni 2015 die 

folgenden ärztlichen Unterlagen datierend nach 7. September 2010 aus 

Italien vor:  

– Dr. G._______, Radiologe, hielt am 29. September 2010 fest (Vorakten 

180, BVGer act. 1/53), das Röntgen des Kiefergelenks zeige auf der 

linken Seite Veränderungen des Kondylus und Einschränkungen der 

Amplitude. Am 14. März 2011 berichtete er (Vorakten 170, BVGer act. 

1/51), die Untersuchung der Speiseröhre zeige eine Verengung dersel-

ben. Die Untersuchung der zervikalen Wirbelsäule zeige auf der Höhe 

C-5/C-6, C-7, C-2/C-3 und C-4/C-5 degenerative Veränderungen. Am 

14. Oktober 2011 (BVGer act. 1/50) erkannte er degenerative Verände-

rungen der Wirbelsäule und diffuse Osteoporose. Am 7. August 2014 

(Vorakten 168, BVGer act. 1/48, BVGer act. 10/8, 10/31) diagnostizierte 

er Osteoporose und Arthrose beim Schultergelenk, beginnende Arth-

rose bei der Hand, Osteoporose und Arthrose beim Ellenbogen, begin-

nende Osteoporose und Cox-Arthrose beim Becken. Am 18. März 2015 

(BVGer act. 1/49) wurde eine beginnende Gonarthrose beim Knie fest-

gestellt. 

– Dr. H._______ führte am 2. Mai 2011 eine Echographie durch (BVGer 

act. 1/31) und hielt fest, der Brustultraschall zeige einige mässig ver-

grösserte Lymphknoten. Sie empfahl eine regelmässige Kontrolle. 

– Am 10. Mai 2011 (Vorakten 171, BVGer act. 1/52) bestätigte Dr. 

I._______, Radiologe, die strukturellen Veränderungen des Kondylus. 

– Unleserlicher handschriftlicher Bericht von Dr. J._______, Neurologe, 

vom 21. November 2011 (Vorakten 128). 

– Der Gehtest vom 27. Januar 2012 (BVGer act. 1/19) ergab eine 

schwere Dispnoe. Aufgrund der Lungenperfusionsszyntigraphie vom 

2. Februar 2012 (Vorakten 130,146, 174, BVGer act. 1/15) diagnosti-

zierte Dr. K._______ eine Lungenembolie.  

– Unleserlicher Kurzarztbericht vom 31. Mai 2012 (Vorakten 177) des 

Spitals T._______.  

– Unleserliches Kurzattest des Spitals T._______ vom 5. Juni 2012 be-

treffend den Aufenthalt vom 31. Mai 2012 bis 5. Juni 2012 (Vorakten 

178). 

C-4325/2015 

Seite 17 

– Dr. L._______ diagnostizierte am 5. Juni 2012 (Vorakten 131, 145, 176, 

BVGer act. 1/13) eine Hiatushernie, ein depressives Syndrom, eine 

Schilddrüsenunterfunktion und einen Status nach Lungenembolie. 

– Unleserlicher Kurzarztbericht vom 12. März 2013  (Vorakten 133, 147) 

des Hospital S._______. 

– Am 18. März 2013 (BVGer act. 10/2, 10/25) wurde im Spital T._______ 

eine Majore rezidivierende depressive Störung mit psychotischen In-

halten diagnostiziert. 

– Medikamentenrezepte vom 21. März 2014 (Vorakten 140, 164, BVGer 

act. 1/25), 26. Juli 2013 (BVGer act. 1/6), 18. November 2013 (BVGer 

act. 1/8), 8. Juli 2014 (Vorakten 162), 1. August 2014 (BVGer act. 1/24), 

5. August 2014 (Vorakten 172) und 16. Juni 2015 (BVGer act. 1/26). 

– Unleserliche Berichte des Spitals U._______ vom 15. Mai 2013 (BVGer 

act. 1/9) und vom 18. November 2013 (Vorakten 142, BVGer act. 10/12, 

10/34). 

– Am 1. Juli 2013 (Vorakten 126, 143, BVGer act. 1/14, 1/17) und 16. Mai 

2014 (Vorakten 152, 161, BVGer act. 1/22) wurde im Spital V._______ 

eine Majore rezidivierende depressive Störung mit psychotischen In-

halten und Episoden von Selbstverletzungen diagnostiziert. 

– Unleserlicher rheumatologischer Kurzarztbericht von Dr. M._______ 

vom 11. September 2013 (Vorakten 134).  

– Unleserlicher neurologischer Kurzarztbericht von Dr. J._______ vom 

25. September 2013 (Vorakten 127, 141, 167, BVGer act. 1/7, 1/10). 

– Der Neurologe, Dr. J._______, wies am 5. Mai 2014 daraufhin (Vorak-

ten 150, 163, BVGer act. 1/23, BVGer act. 10/9, 10/32), bei der Versi-

cherten bestünden schwere kognitive Störungen. Zudem sei sie örtlich 

desorientiert und erkenne die eigenen Familienangehörigen oft nicht. 

Weiter leide sie an einer Depression mit psychotischen Symptomen. 

Die Versicherte sei auf Hilfe im Alltag angewiesen. 

– Unleserlicher orthopädischer Kurzarztbericht vom 15. Juni 2014 von Dr. 

N._______ (Vorakten 169, BVGer act. 1/11).  

C-4325/2015 

Seite 18 

– Laborberichte vom 26. August 2014 (Vorakten 173/2) und vom 4. Sep-

tember 2014 (Vorakten 173/1).  

– Im Formular E213 des italienischen Versicherungsträgers vom 27. Au-

gust 2014 (Vorakten 160) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin 

leide an depressiver Stimmung, Verlangsamung im Gespräch, ernied-

rigtem Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen, verflachtem affektivem Rap-

port und leicht vermindertem Kurzzeitgedächtnis. Diagnostisch wurde 

eine Majore rezidivierende depressive Störung mit psychotischen In-

halten und Episoden von Selbstverletzungen beschrieben. Unter Ziffer 

8 wurde angegeben, der Gesundheitszustand habe sich gegenüber 

29. Januar 2010 verschlechtert.  

– Dr. O._______ berichtete am 2. März 2015 (Vorakten 192, BVGer act. 

1/4, BVGer act. 10/13), die Beschwerdeführerin sei für jede Tätigkeit 

arbeitsunfähig und diagnostizierte am 1. Juli 2015 (Vorakten 197, 

BVGer act. 1/3, BVGer act. 10/6, 10/29) eine chronische zerebrale Va-

skulopathie mit kognitiven Defiziten, eine Schilddrüsenunterfunktion, 

einen Status nach Lungenembolie, ein Depressives Syndrom mit psy-

chotischen Störungen und eine beidseitige Zervikobrachialgie.  

4.2.3 Die Vorinstanz unterbreitete die medizinischen Unterlagen ihrem re-

gionalen ärztlichen Dienst: 

– Dr. C._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 27. 

März 2014 Stellung (Vorakten 137). Die depressive Entwicklung sei an-

haltend und werde mit einer milden Gabe von Antidepressiva behan-

delt. Seit langem bestünden zusätzlich Rückenprobleme, was in den 

neuen Arztberichten bestätigt würde. Das erwähnte Carpaltunnelsyn-

drom sei operativ behandelbar. Dr. L._______ habe am 5. Juni 2012 

die Diagnosen „Ernia iatale, Sindroma depressiva, Noduli tiroidei nor-

mofunzionanti, pregressa embolia polmonare” gestellt. Da die nächste 

Arztkontrolle vorgesehen sei, sei davon auszugehen, dass kein Zu-

stand mit akuter Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestan-

den habe.  

– Dr. E._______, Allgemeinmediziner, nahm am 13. Juni 2014 zum neu-

rologischen Kurzarztbericht vom 5. Mai 2014 Stellung und hielt fest 

(Vorakten 155), nach den Angaben des Neurologen bestünden bei der 

Versicherten seit September 2013 schwere kognitive Störungen und 

C-4325/2015 

Seite 19 

zudem sei sie örtlich desorientiert und erkenne die eigenen Familien-

angehörigen oft nicht. Damit habe sich der Zustand wesentlich und ren-

tenrelevant verschlechtert. Eine neurologische/neuropsychologische 

Abklärung sei nach seiner Meinung bei dieser noch jungen Versicher-

ten dringend indiziert. Die bisherigen Angaben seien eher vage und un-

vollständig. Am 24. Oktober 2014 führte er aus (Vorakten 185), im For-

mulararztbericht E213 werde den Aussagen des Neurologen vom 

5. Mai 2014 widersprochen. Es bestehe eine unveränderte Arbeitsun-

fähigkeit. Die angeblichen und eventuell vorrübergehenden mnesti-

schen Störungen seien nicht mehr vorhanden. Er empfahl das Einholen 

eines Berichtes über den aktuellen Gesundheitszustand und die Durch-

führung von neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen, so-

wie die Erstellung eines Psychostatus.  

– Dr. F._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wies am 3. Feb-

ruar 2015 (Vorakten 187) daraufhin, er könne nur mit Mühe eine Stel-

lungnahme abgeben, da lediglich zwei Medikamentenrezepte und das 

Formular E213 vorliegen würden. Das psychiatrische Arztzeugnis vom 

16. Mai 2014 stelle einzig eine Diagnose, würde diese aber nicht mit 

entsprechenden Befunden belegen. Das Formular E213 sei wider-

sprüchlich, da einerseits festgehalten werde, die Versicherte könne ihre 

bisherige und eine adaptierte Tätigkeit vollzeitig ausüben, anderseits 

eine Arbeitsunfähigkeit von 80% attestiert werde. Die angegebenen Di-

agnosen würden genau dem psychiatrischen Arztzeugnis vom 16. Mai 

2015 entsprechen. Im Formular E213 würden einige Symptome ge-

nannt, welche zu einer Depression gehören könnten, jedoch würden 

diese nicht belegt. Mit einer Depression mit psychotischen Symptomen 

werde man normalerweise hospitalisiert. 25mg (Arzneimittel) sei keine 

adäquate Dosis für eine schwere Depression vielmehr seien 100mg 

und darüber indiziert. Die psychiatrischen Arztzeugnisse seien nicht 

nachvollziehbar, weil klinisch in keiner Art und Weise Befunde zu den 

gestellten Diagnosen beschrieben würden. Er schlage eine unverän-

derte Arbeitsunfähigkeit vor. Falls dagegen Einwand erhoben werde, 

schlage er eine psychiatrische Begutachtung in der Schweiz vor. Dr. 

F._______ ergänzte am 5. Juni 2015 (Vorakten 195), das medizinische 

Dokument vom 2. März 2015 besage, dass die Versicherte für jede Tä-

tigkeit arbeitsunfähig sei, ein Grund dazu werde nicht erwähnt (keine 

Befunde, keine Diagnose). Das Arztzeugnis habe keinen praktischen 

Aussagewert.  

C-4325/2015 

Seite 20 

4.2.4 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens hielt Dr. 

E._______ am 15. Oktober 2015 (BVGer act. 7/1) fest, die Aussagen aus 

Italien seien unprofessionell, vage widersprüchlich und kaum begründet, 

insbesondere was die neurologische Symptomatik betreffe. Bei einer Ex-

pertise in der Schweiz sei nicht nur eine psychiatrische sondern auch eine 

neurologische/neuropsychiatrische Untersuchung durchzuführen. Aus so-

matischer Sicht sei eine Verschlechterung nicht glaubhaft.  

4.2.5 Die Beschwerdeführerin legte im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

insbesondere die folgenden neuen ärztlichen Unterlagen ins Recht:  

– Antikoagulantientherapie (Blutverdünnung) vom 11. November 2015 

(BVGer act. 10/14, 10/36). 

– Dr. P._______, Psychiaterin, diagnostizierte am 24. November 2015 

(BVGer act. 10/1, 10/24) eine Majore rezidivierende depressive Stö-

rung mit psychotischen Inhalten. Die Beschwerdeführerin sei regel-

mässig in psychiatrischer Behandlung und nehme Antipsychotika, An-

tidepressiva und Stimmungsstabilisatoren. Sie sei im Jahr 2013 wegen 

Verschlimmerung der depressiven Symptome, Müdigkeit, Apathie, 

Angststörung, Konzentrationsstörungen, Gedächtnislücken und 

Schlafstörungen vorstellig geworden, was eine Änderung der Arznei-

mitteltherapie notwendig gemacht habe. Der aktuelle psychopathologi-

sche Status würde eine signifikante Beeinträchtigung der zwischen-

menschlichen, sozialen Aktivitäten bedeuten und schränke die Arbeits-

fähigkeit ein.  

– Beim Röntgen des Knies vom 9. Februar 2016 (BVGer act. 11/2) wurde 

die Diagnose einer beginnenden Gonarthrose bestätigt. 

– Das MRI des Gehirns und des Stammhirns vom 22. Februar 2016 

(BVGer act. 11/1) zeigte kleine, isolierte weisse Flecken.  

– Die Knochendichtemessung vom 4. März 2016 (BVGer act. 11/3) ergab 

eine verminderte Knochendichte. 

– Unleserlicher rheumatologischer Bericht vom 7. April 2016 (BVGer act. 

12) des Spitals W._______. 

– Am 9. Mai 2016 (BVGer act. 14) wurde im Spital U._______ eine 

Thrombophilie diagnostiziert. Der Rest des Berichtes ist unleserlich.  

C-4325/2015 

Seite 21 

4.2.6 Die unter E. 4.2.5 hiervor erwähnten ärztlichen Unterlagen wurden 

nach dem Verfügungszeitpunkt 11. Juni 2015 erstellt, da sie jedoch Rück-

schlüsse auf den Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt zulassen, 

sind sie vorliegend soweit leserlich zu berücksichtigen (vgl. E. 2.1 hiervor). 

4.3  

4.3.1 In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2015 (BVGer-act. 7) bean-

tragte die Vorinstanz, die Rückweisung der Sache zur weiteren medizini-

schen Abklärung in psychiatrischer, neurologischer und neuropsychologi-

scher Hinsicht, mit der Begründung, die medizinischen Unterlagen aus Ita-

lien seien widersprüchlich und ungenügend.  

4.3.2 Die Beschwerdeführerin hielt dagegen, die eingereichten ärztlichen 

Unterlagen seien ausreichend, um eine Beurteilung ihres Gesundheitszu-

standes vorzunehmen.  

4.3.3 Es liegen Behandlungsberichte, ein Formularbericht E213 und Akten-

berichte des RAD vor (vgl. E. 4.2.2 - 4.2.5 hiervor).  

4.3.3.1 Bei den RAD-Stellungnahmen handelt es sich vorliegend um Ak-

tenberichte im Sinne von Art. 49 Abs. 3 IVV, welche eine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sofern die vom IV-Arzt beigezogenen Akten 

ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

ergeben, was – wie zu zeigen sein wird – nicht zutrifft, und diese Daten 

unbestritten sind. Vorliegend können sie somit nur zu weitergehenden Ab-

klärungen Anlass geben (vgl. E. 3.7.2 hiervor). 

4.3.3.2 Wie der IV-Arzt Dr. F._______ zurecht vorbrachte, ist die Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit im Formularbericht E213 widersprüchlich. Einer-

seits wird unter Ziffer 9 festgehalten, die Beschwerdeführerin könne 

schwere Arbeiten verrichten und unter Ziffer 11.4-11.6 angegeben, sie 

könne ihre angestammte Tätigkeit und eine leidensadaptierte Tätigkeit 

Vollzeit ausüben. Andererseits wird in Ziffer 11.7 festgestellt, die Beschwer-

deführerin sei für die angestammte Tätigkeit zu 80% arbeitsunfähig. Auf-

grund dieser Widersprüchlichkeit kommt diesem Bericht von vornherein 

kein voller Beweiswert zu.  

4.3.3.3 Behandlungsberichte erfüllen naturgemäss die Anforderungen an 

externe Gutachten (vgl. E. 3.7.1) nicht, können aber dennoch – wie vorlie-

gend – entscheidrelevante Aktenstücke sein (vgl. E. 3.7.3).  

C-4325/2015 

Seite 22 

In somatischer Hinsicht sind die radiologischen Berichte von Dr. 

G._______ zu beachten, welcher aufgrund von radiologischen Untersu-

chungen diverse degenerative Veränderungen und Osteoporose feststellte 

(vgl. Vorakten 168, 170, 180, BVGer act. 1/48, 1/50, 1/51, 1/53, BVGer act. 

10/8, 10/31). Die Diagnose Osteoporose wurde mit der Knochendichte-

messung vom 4. März 2016 (BVGer act. 11/3) bestätigt. Aus dem Gehtest 

vom 27. Januar 2012 (BVGer act. 1/19) und der Lungenperfusionszyntigra-

phie vom 2. Februar 2012 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin eine 

Lungenembolie hatte. Von besonderer Bedeutung ist die von Dr. 

O._______ diagnostizierte chronische zerebrale Vaskulopathie mit kogniti-

ven Defiziten und die beidseitige Zervikobrachialgie (Vorakten 197, BVGer 

act. 1/3, BVGer act. 10/6, 10/29), sowie die von Dr. J._______, Neurologe, 

am 5. Mai 2014 diagnostizierte Prosopagnosie (Vorakten 163, 150, BVGer 

act. 1/23, BVGer act. 10/9, 10/32).  

Hinsichtlich der psychiatrischen Diagnose Majore rezidivierende depres-

sive Störung mit psychotischen Inhalten und Episoden von Selbstverlet-

zungen (Vorakten 126, 143, 152, 160, 161, BVGer act. 1/14, 1/17, 1/22, 

BVGer act. 10/1, 10/2, 10/24, 10/25), hielt der IV-Arzt Dr. F._______ fest, 

im Formular E213 würden einige Symptome genannt, welche zu einer De-

pression gehören könnten, jedoch würden diese nicht belegt. Dr. 

P._______, Psychiaterin, berichtete am 24. November 2015 (BVGer act. 

10/1, 10/24), die Beschwerdeführerin sei regelmässig in psychiatrischer 

Behandlung. Sie sei im Jahr 2013 wegen Verschlimmerung der depressi-

ven Symptome, Müdigkeit, Apathie, Angststörung, Konzentrationsstörun-

gen, Gedächtnislücken und Schlafstörungen vorstellig geworden. Aus die-

ser Schilderung ist nachvollziehbar, dass Dr. P._______ die Diagnose Ma-

jore rezidivierende depressive Störung mit psychotischen Inhalten stellte.  

4.3.4 Aus den vorliegenden Akten ergeben sich die folgenden Leiden der 

Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt (11. Juni 2015): Verengung 

der Speiseröhre (Vorakten 170, BVGer act. 1/51), degenerative Verände-

rungen der zervikalen Wirbelsäule auf der Höhe C-5/C-6, C-7, C-2/C-3 und 

C-4/C-5 (Vorakten 170, BVGer act. 1/51), degenerative Veränderungen der 

Wirbelsäule und diffuse Osteoporose (BVGer act. 1/50), Osteoporose und 

Arthrose beim Schultergelenk (Vorakten 168, BVGer act. 1/48, BVGer act. 

10/8, 10/31), beginnende Arthrose bei der Hand (Vorakten 168, BVGer act. 

1/48, BVGer act. 10/8, 10/31), Osteoporose und Arthrose beim Ellenbogen 

(Vorakten 168, BVGer act. 1/48, BVGer act. 10/8, 10/31), beginnende Os-

teoporose und Cox-Arthrose beim Becken (Vorakten 168, BVGer act. 1/48, 

BVGer act. 10/8, 10/31), beginnende Gonarthrose beim Knie (BVGer act. 

C-4325/2015 

Seite 23 

1/49, BVGer act. 11/2), mässig vergrösserte Lymphknoten bei der Brust 

(BVGer act. 1/31), strukturelle Veränderungen des Kondylus (Vorakten 

171, BVGer act. 1/52), Status nach Lungenembolie (Vorakten 130, 146, 

174, 197, BVGer act. 1/3, 1/15, 1/19, BVGer act. 10/6, 10/29), Hiatushernie 

(Vorakten 131, 145, 176), depressives Syndrom (Vorakten 131, 145, 176), 

Schilddrüsenunterfunktion (Vorakten 131, 145, 176, 197, BVGer act. 1/3, 

BVGer act. 10/6, 10/29), Majore rezidivierende depressive Störung mit psy-

chotischen Inhalten und Episoden von Selbstverletzungen (Vorakten 126, 

143, 152, 160, 161, BVGer act. 1/14, 1/17, 1/22, BVGer act. 10/1, 10/2, 

10/24, 10/25), schwere kognitive Störungen und Prosopagnosie (Vorakten 

150, 163, BVGer act. 1/23, BVGer act. 10/9, 10/32), chronische zerebrale 

Vaskulopathie mit kognitiven Defiziten (Vorakten 197, BVGer act. 1/3, 

BVGer act. 10/6, 10/29), Depressives Syndrom mit psychotischen Störun-

gen (Vorakten 197, BVGer act. 1/3, BVGer act. 10/6, 10/29), beidseitige 

Zervikobrachialgie (Vorakten 197, BVGer act. 1/3, BVGer act. 10/6, 10/29), 

Osteoporose (BVGer act. 11/3), sowie Thrombophilie (BVGer act. 14). 

4.3.5 Ein Vergleich mit den Leiden im Ausgangszeitpunkt (vgl. E. 4.2.1 hier-

vor) lässt die Vermutung zu, dass sich die psychiatrischen Beschwerden 

verschlimmert haben könnten, wurde doch neu eine Majore rezidivierende 

depressive Störung mit psychotischen Inhalten diagnostiziert.  

4.3.6 Ebenso liegen Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes in neurologischer Hinsicht vor, denn als neue Diagnose wird 

eine Prosopagnosie gestellt. Während im neurologischen Bericht von Dr. 

Q._______ vom 13. Oktober 2009 (Vorakten 132/1, 144, 165, 179, BVGer 

act. 1/12, 1/30, BVGer act. 10/7, BVGer act. 10/30) festgehalten wurde, es 

bestünden keine Defizite hinsichtlich der Erkennung von Objekten und Ge-

sichter, wird im neurologischen Bericht vom 5. Mai 2014 ausgeführt (Vorak-

ten 150, 163, BVGer act. 1/23, BVGer act. 10/9, 10/32), die Versicherte sei 

örtlich desorientiert und erkenne die eigenen Familienangehörigen oft 

nicht.  

4.3.7 Altersentsprechende degenerative Veränderungen der Hand lagen 

bereits im Ausgangszeitpunkt vor (Vorakten 43/13). Neu sind hingegen 

über das altersentsprechende Mass hinausgehende degenerative Verän-

derungen der Wirbelsäule, der Knie, des Beckens, der Ellenbogen und des 

Kondylus (Voriaten 168, 171, BVGer act. 1/48, 1/49, 1/50, 1/52, BVGer act. 

10/8, 10/31, BVGer act. 11/2). Ausserdem machte die Beschwerdeführerin 

geltend, sie könne ihren Arm nicht mehr richtig bewegen (Vorakten 139, 

BVGer act. 1). Hiermit hängt zusammen, dass die Beschwerdeführerin im 

C-4325/2015 

Seite 24 

Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten vom 2. Oktober 2014 

angab, sie könne die Fenster nicht mehr reinigen und die Wäsche nur noch 

mit Hilfe einer anderen Person aufhängen (Vorakten 183). Hieraus ist eine 

funktionelle Einschränkung ersichtlich, gab die Beschwerdeführerin doch 

im Fragebogen vom 9. Juli 2010 (Vorakten 109) an, sie könne die Fenster 

mit Hilfe einer anderen Person reinigen und Wäsche aufhängen und ab-

nehmen. Aus den aktenkundigen Arztberichten und den Fragebögen geht 

hervor, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verschlechterung 

in orthopädischer und rheumatologischer Hinsicht vorliegt. Der gegenteili-

gen Ansicht des Allgemeinmediziners Dr. E._______ vom 15. Oktober 

2015 (BVGer act. 7/1) kann nicht gefolgt werden. 

4.4 Als Zwischenfazit ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin zwischen dem Ausgangszeitpunkt 7. September 2010 

und dem Vergleichszeitpunkt 11. Juni 2011 mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit verschlechtert hat.  

5.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob, wie von der Beschwerdeführerin vorge-

bracht, die vorhandenen Akten ausreichen, um die Auswirkungen der ge-

sundheitlichen Verschlechterung auf die Leistungsfähigkeit der Beschwer-

deführerin zu beurteilen. 

5.1 Wie erwähnt ist der Formularbericht E213 widersprüchlich (vgl. 

E. 4.3.3.2 hiervor), weshalb hierauf für die Beurteilung der Leistungsfähig-

keit nicht abgestellt werden kann.  

5.2 Dr. F._______ wies am 5. Juni 2015 (Vorakten 195) zurecht daraufhin, 

dass das Arztzeugnis vom 2. März 2015 (Vorakten 192, BVGer act. 1/4, 

BVGer act. 10/13), wonach die Beschwerdeführerin für jede Tätigkeit ar-

beitsunfähig sei, nicht begründet ist. Es enthält weder eine Diagnose noch 

Befunde, womit darauf nicht abgestellt werden kann. 

5.3 Dr. P._______, Psychiaterin, hielt am 24. November 2015 fest (BVGer 

act. 10/1, BVGer act. 10/24), der aktuelle psychopathologische Status 

würde eine signifikante Beeinträchtigung der zwischenmenschlichen, sozi-

alen Aktivitäten bedeuten und die Arbeitsfähigkeit einschränken. In wel-

chem Rahmen diese Einschränkung vorliegt, bezifferte sie jedoch nicht.  

5.4 Die aktenkundigen Arztberichte enthalten somit keine hinreichenden 

Äusserungen zur Arbeitsfähigkeit. Eine Würdigung der geklagten Leiden 

C-4325/2015 

Seite 25 

und insbesondere der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann da-

her nicht vorgenommen werden.  

5.5 Hinzukommt, dass die Beschwerdeführerin an multiplen Beschwerden 

leidet. Beim Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigun-

gen – wie vorliegend insbesondere internistische, orthopädische, rheuma-

tologische, neurologische, neuropsychologische und psychiatrische Lei-

den – ist eine interdisziplinäre Untersuchung durchzuführen und der Grad 

der Arbeitsfähigkeit jeweils aufgrund einer sämtliche Behinderungen um-

fassenden fachärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen (vgl. Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts C-921/2013 vom 28. April 2014 E. 6.3 mit 

Hinweisen und C-2949/2012 vom 15. Januar 2015 E. 7.1.2). Die aktenkun-

digen fachärztlichen Berichte beinhalten aber keine in diesem Sinne zuver-

lässige bzw. schlüssig und nachvollziehbar begründete Gesamtbeurtei-

lung, vielmehr sind sie monodisziplinäre Expertisen. 

6.  

6.1 Als Ergebnis ist aufgrund des vorstehend Dargelegten festzuhalten, 

dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz 

nicht hinreichend abgeklärt wurde. Insbesondere kann noch nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, welche Auswirkungen die 

festgestellten gesundheitlichen Verschlechterungen auf die Arbeitsfähig-

keit und den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin hatten bzw. haben.  

In den genannten Umständen liegt eine unvollständige Sachverhaltsabklä-

rung (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) vor. Eine Rückweisung der Sa-

che in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 

an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung wie von dieser selbst beantragt 

wurde, ist angebracht, da sie in der notwendigen Erhebung der bisher weit-

gehend ungeklärten Frage begründet liegt, ob und seit wann sich der Ge-

sundheitszustand rentenwirksam verändert hat (vgl. BGE 137 V 201 

E. 4.4.1.4).  

6.2 Gegen eine Begutachtung in der Schweiz brachte die Beschwerdefüh-

rerin vor, eine Reise in die Schweiz sei für sie nicht einfach und mit Kosten 

verbunden. Sie müsse jemanden finden der sie begleite. Ausserdem sei 

ihre Schwester Tag und Nacht auf Unterstützung angewiesen.  

Eine gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit für eine Reise in die Schweiz 

ist aus den aktenkundigen medizinischen Unterlagen nicht ersichtlich und 

wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert vorgebracht. 

C-4325/2015 

Seite 26 

Da die Beschwerdeführerin an Desorientiertheit und Prosopagnosie leidet, 

wird die Vorinstanz unter Beizug ihres regionalen ärztlichen Dienstes zu 

beurteilen haben, ob die Beschwerdeführerin auf eine Begleitperson ange-

wiesen ist. Weiter ist die Notwendigkeit, Angehörige zu pflegen, kein Grund 

für die Annahme einer Reiseunfähigkeit, vielmehr wird die Beschwerdefüh-

rerin die Pflege ihrer Schwester für die Zeit ihrer Abwesenheit privat orga-

nisieren müssen (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-1535/2014 vom 16. De-

zember 2015 E. 6.2). 

7.  

7.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass in Übereinstimmung mit dem An-

trag der Vorinstanz, die angefochtene Verfügung vom 11. Juni 2015 aufzu-

heben und die Sache an diese zurückzuweisen ist. Sie hat ein pluridiszip-

linäres Gutachten in internistischer, orthopädischer, rheumatologischer, 

neurologischer, neuropsychologischer und psychiatrischer Hinsicht in der 

Schweiz einzuholen, danach eine umfassende Neubeurteilung vorzuneh-

men und über den Rentenanspruch neu zu verfügen.  

7.2 Aus den Akten ergibt sich des Weiteren, dass die Vorinstanz im Aus-

gangszeitpunkt den Invaliditätsgrad von 42% nach der gemischten Me-

thode ermittelt hat, indem für die Erwerbstätigkeit ein Invaliditätsgrad von 

55% und für die Haushalttätigkeit ein solcher von 29% ermittelt wurde (vgl. 

Einspracheentscheid vom 11. Mai 2006, Vorakten 61). Die Invaliditätsbe-

messung nach der gemischten Methode bildete Gegenstand in einem vor 

dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) anhängig ge-

machten Verfahren. Die zweite Kammer erkannte, die beanstandete Inva-

liditätsbemessungsmethode verletze Art. 14 EMRK (Diskriminierungsver-

bot) und Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens). 

Das Urteil Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09) ist 

am 4. Juli 2016 rechtskräftig geworden. Entsprechend wird die Vorinstanz 

vorliegend zusätzlich die Methode der Invaliditätsbemessung zu überprü-

fen haben (vgl. diesbezüglich: RUDOLF RÜEDI, Die Verfügungsanpassung 

als verfahrensrechtliche Grundfigur namentlich von Invalidenrentenrevisio-

nen, in: René Schaffhauser / Franz Schlauri [Hrsg.], die Revision von Dau-

erleistungen in der Sozialversicherung, Seite 23). 

8.  

Die im vorliegenden Fall vorzunehmende Rückweisung beinhaltet im Übri-

gen keine Gefahr einer reformatio in peius, da die Viertelsrente auch von 

der Vorinstanz nicht in Frage gestellt wurde. Diese Viertelsrente ist bis zum 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 11. Juni 2015 abschliessend 

C-4325/2015 

Seite 27 

als ausgewiesen und begründet zu betrachten (vgl. BGE 137 V 314 

E. 3.2.4). Es bleibt hingegen offen und wird von der Vorinstanz zu prüfen 

sein, ob sich die Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf den IV-

Grad (im Sinne einer Erhöhung) ausgewirkt haben könnte (vgl. hierzu Urteil 

des BVGer C-6415/2010 vom 6. Februar 2013 E. 3).  

9.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung.  

9.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-

tei gilt (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall der 

Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dieser ist der 

geleistete Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.- nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vo-

rinstanz werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

9.2 Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin sind keine unver-

hältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihr keine Parteientschä-

digung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 

11. Juni 2015 aufgehoben. Die Sache wird an die IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehe 

und neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 400.- ist der Beschwerdeführerin nach Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

C-4325/2015 

Seite 28 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. ______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Karin Wagner 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die Beschwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

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