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**Case Identifier:** be18b413-60b4-534e-971f-127f84d799a0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.04.2015 200 2015 128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-128_2015-04-02.pdf

## Full Text

200 15 128 IV
SCI/SHE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 2. April 2015

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/15/128, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Dem 1960 geborenen A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) sprach die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Be-
schwerdegegnerin) mit Verfügung vom 11. Juni 2003 (Akten der IVB, Ant-
wortbeilage [act. II] 40) rückwirkend ab 1. Januar 2000 eine ganze Invali-
denrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 100% zu, welche nach einer 
im September 2005 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision (act. II 
55) unverändert ausgerichtet wurde (act. II 59).

Im Rahmen der 2012 von Amtes wegen in die Wege geleiteten Revision 
(act. II 67) hob die IVB nach getätigten Abklärungen mit Verfügung vom 22. 
Januar 2013 (act. II 85) bei einem Invaliditätsgrad von 12% die Rente auf. 
Die dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung, erhobene Beschwerde (act. II 90/3) hiess dieses 
mit Urteil vom 3. März 2014 IV/2013/151 (nachfolgend VGE IV/2013/151; 
Akten der IVB, Antwortbeilage [act. IIA] 128) in dem Sinne gut, als es die 
angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zu Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen und gegebenenfalls Erlass einer neuen Verfügung an die 
IVB zurückwies.

B.

Mit Schreiben vom 11. August 2014 (act. IIA 135) teilte die IVB dem Versi-
cherten mit, sie beabsichtige bei einem nach dem Zufallsprinzip ausge-
wählten Gutachterinstitut ein polydisziplinäres Gutachten (Allgemeine Inne-
re Medizin, Psychiatrie, Neurologie und orthopädische Traumatologie) in 
Auftrag zu geben. Zudem unterbreitete sie ihm den vorgesehenen Frageka-
talog. Hierzu nahm der Versicherte am 26. September 2014 (act. IIA 140) 
Stellung. Neben der Kritik an der Auswahl der Gutachterstelle nach dem 
sogenannten „Zufallsprinzip“ forderte er die Ausdehnung der Begutachtung 
auf die Fachdisziplinen Rheumatologie und Neuro-Otologie. Zudem reichte 
er diverse Zusatzfragen ein. 

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Die interdisziplinäre Begutachtung wurde über die Plattform Suisse-
MED@P der MEDAS X.________ (nachfolgend MEDAS X.________) zu-
geteilt (act. IIA 143). Mit Schreiben vom 12. Dezember 2014 (act. IIA 146) 
teilte die IVB dem Versicherten die Begutachtungsstelle inkl. die vorgese-
henen medizinischen Disziplinen und Ärzte mit. Da dieser nach wie vor 
eine Ausweitung der Begutachtung auf die Disziplinen Rheumatologie und 
Neuro-Otologie forderte (act. IIA 148 f.), hielt die IVB mit Verfügung vom 
31. Dezember 2014 (act. IIA 150) an den von ihr vorgesehenen medizini-
schen Disziplinen (vgl. act. IIA 135) fest.

C.

Mit Eingabe vom 4. Februar 2015 liess der Versicherte hiergegen Be-
schwerde erheben. Neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
beantragt er, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die verfügte poly-
disziplinäre Begutachtung (Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und 
Psychiatrie) bei der MEDAS X.________um die Fachrichtungen Rheumato-
logie und Neuro-Otologie zu erweitern und es seien neben den bereits ein-
gereichten und von der Beschwerdegegnerin anerkannten Zusatzfragen 
weitere mit der Beschwerde eingereichte Fragen der MEDAS X.________ 
zur Beantwortung zu unterbreiten. Das Verwaltungsgericht habe zudem 
festzustellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme und 
somit die Folgen des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens während des Be-
schwerdeverfahrens nicht eintreten könnten. Auch ersuchte er um die 
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Eu-
ropäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101).

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 27. Februar 2015 auf 
Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. März 2015 wurde die öffentliche 
Schlussverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf Dienstag, 31. März 2015, 
14:00 Uhr, angesetzt.

Mit Eingabe vom 23. März 2015 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass 
sie auf eine Teilnahme an der Schlussverhandlung verzichte.

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Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 26. März 2015 (eingegangen 
beim Verwaltungsgericht am 30. März 2015) zwei Berichte von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Radiologie FMH vom 28. November 2014 (MRI-
Bericht) und vom 5. Januar 2015 (Steroidinfiltrations-Bericht) einreichen mit 
dem Antrag, diese zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.

Anlässlich der Schlussverhandlung vom 31. März 2015 bestätigte Rechts-
anwalt B.________ im Namen des Beschwerdeführers die gestellten 
Rechtsbegehren und nahm im Rahmen des Plädoyers hiezu Stellung. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. 
Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. jedoch nachfolgend E. 1.2.3 und 
1.2.4).

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1.2

1.2.1 Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-
verfahren bilden, formell betrachtet, Verfügungen und – materiell – die in 
den Verfügungen geregelten Rechtsverhältnisse (BGE 125 V 413 E. 2a S. 
415). Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich 
nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zu-
ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü-
gung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den be-
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt 
es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvor-
aussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 
164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

1.2.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Dezember 2014 
(act. IIA 150). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung der interdisziplinären 
Begutachtung (allgemein-internistisch, neurologisch, orthopädisch-
traumatologisch und psychiatrisch) und dabei namentlich die Frage, ob die 
Begutachtungsanordnung seitens der Verwaltung um die Fachdisziplinen 
Rheumatologie und Neuro-Otologie zu erweitern gewesen wäre. Insoweit 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2.3 Beschwerdeweise wird ferner beantragt - in Erweiterung des Streit-
gegenstandes - seien die in der Beschwerde neu dargelegten Fragen den 
Gutachtern zur Beantwortung zu unterbreiten. Daran hielt der Beschwerde-
führer anlässlich des von seinem Rechtsvertreter an der öffentlichen 
Schlussverhandlung vom 31. März 2015 gehaltenen Plädoyers fest.

Mit der Ankündigung der Anordnung einer MEDAS-Begutachtung (act. IIA 
135) war dem Beschwerdeführer auch der Fragekatalog offen gelegt wor-
den. Von seinem Recht, Zusatzfragen einzureichen, machte er nach ge-
währter Fristverlängerung (act. IIA 139) am 26. September 2014 Gebrauch 
(act. IIA 140). Die IVB hat die Zusatzfragen vollumfänglich der MEDAS 
X.________ übermittelt und dies dem Beschwerdeführer am 11. Dezember 
2014 auch so mitgeteilt (act. IIA 145). Insoweit waren die weiteren Einga-
ben des Beschwerdeführers vom 16. bzw. 19. Dezember 2014 (act. IIA 148 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/15/128, Seite 6

f.), wonach die Beschwerdegegnerin sich zu seinen eingereichten Zusatz-
fragen nicht geäussert habe, offensichtlich unrichtig. 

Wenn der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren weitere Fragen 
auflegt, nachdem er durch die ihm gewährte Fristverlängerung (act. IIA 
139) hinreichend Zeit hatte, sich zu den vorgesehenen Gutachterfragen zu 
äussern und weitere Fragen zu stellen, was er auch tat, und die Fragen von 
der Beschwerdegegnerin übernommen wurden, so ist das Einreichen wei-
terer Fragen im vorliegenden Verfahren offensichtliche verspätet (vgl. auch 
Rz. 2076.1 und 2083.2 des Kreisschreibens über das Verfahren in der In-
validenversicherung [KSVI] sowie BGE 139 V 349 E. 5.2.3 S. 356). Die 
beschwerdeweise eingereichten Fragen bilden nicht Gegenstand der Ver-
fügung und es kann zufolge verspäteter Einreichung von der Beschwerde-
gegnerin auch nicht verlangt werden, diese zu prüfen. Umso weniger ist 
eine Ausdehnung des Streitgegenstandes möglich. Daher fehlt es diesbe-
züglich an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-
voraussetzung (BGE 125 V 413 E. 1a S. 414), weshalb insoweit auf die 
Beschwerde nicht einzutreten ist.

Abgesehen davon, dass selbst, wenn auf die Eingabe in dieser Hinsicht 
eingetreten und den Ausführungen des Beschwerdeführers folgend die 
Übermittlung der Fragen materiell zu prüfen wäre, das Begehren offensicht-
lich abzuweisen wäre. Die neu aufgelegten Fragen betreffen - entgegen der 
insbesondere auch anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 31. 
März 2015 vertretenen Auffassung des Beschwerdeführers - Umstände, die 
(soweit sie versicherungsmedizinisch respektive invalidenversicherungs-
rechtlich überhaupt relevant sind), in einer lege artis vorzunehmenden (den 
von der Beschwerdegegnerin gestellten und vom Beschwerdeführer bereits 
ergänzten Fragen folgenden) gutachterlichen Beurteilung inhärente sind 
und damit keiner weiteren Erwähnung bedürfen. 

1.2.4 Auf den Antrag des Beschwerdeführers, es sei festzustellen, dass 
wegen der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde die Folgen des mit-
verfügten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens während des Beschwerdever-
fahrens nicht eintreten können, ist nicht einzutreten. Die Beschwerdegeg-
nerin hat - wie vom Anwalt des Beschwerdeführers richtig festgestellt - in 
ihrer Verfügung vom 31. Dezember 2014 (act. IIA 150) einer allfälligen Be-

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schwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen. Somit hat der Be-
schwerdeführer offensichtlich kein Rechtsschutzinteresse an der Behand-
lung dieses Antrags. Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdegeg-
nerin ihrer rentenaufhebenden Verfügung vom 22. Januar 2013 (act. II 85) 
die aufschiebende Wirkung entzogen hatte und damit die Renteneinstel-
lung trotz gerichtlicher Aufhebung der Verfügung (VGE IV/2013/151) zu-
mindest vorerst weiterhin Gültigkeit hat. Wo wie hier keine missbräuchliche 
Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver-
waltung vorliegt, dauert der Entzug der aufschiebenden Wirkung und damit 
die Einstellung der Rente auch noch für den Zeitraum des angeordneten 
Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verfügung an (BGE 129 V 
370; SVR 2013 IV Nr. 37 S. 112 E. 3.1). Diese Anordnung ist nicht Gegen-
stand des vorliegenden Verfahrens und damit nicht mehr zu prüfen. Zu 
klären bleibt einzig, ob das Gericht für das vorliegende Verfahren vorsorgli-
che Massnahmen nach Art. 27 VRPG (im Sinne des vom Beschwerdefüh-
rer Verlangten) zu treffen hat. Dies ist nicht der Fall. Der Beschwerdegeg-
nerin kann nicht vorgeworfen werden, die gerichtlich angeordnete polydis-
ziplinäre Begutachtung verzögert zu haben. Vielmehr waren und sind es 
die Handlungen des Beschwerdeführers selbst, welche das Verfahren ver-
zögern und dazu geführt haben, dass die Begutachtung noch nicht durch-
geführt werden konnte. Damit bleibt es dabei, dass der mit Verfügung vom 
22. Januar 2013 angeordnete Entzug der aufschiebenden Wirkung für die 
Rentenaufhebung auch während des vorliegenden Verfahrens Gültigkeit 
hat.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, ab-
klären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von de-
ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders 
zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zu-
sätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben-
den Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 
283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er 
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 
193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.2

2.2.1 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.2.2 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 

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durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 
355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 257).

2.2.3 Sowohl bei poly- als auch mono- bzw. bidisziplinären Begutachtun-
gen steht es den Gutachtern frei, die von der IV-Stelle bzw. dem Regiona-
len Ärztlichen Dienst (RAD; oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) be-
zeichneten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu 
stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind. Unter diesem Vor-
behalt steht insbesondere auch eine vorgängige Verständigung zwischen 
IV-Stelle und versicherter Person über die Fachdisziplinen. Eine erneute 
Mitwirkung der versicherten Person in diesem Punkt ist alsdann ausge-
schlossen (BGE 139 V 349 E. 3.3 S. 352).

3.

3.1 Die im Juni 2003 (act. II 40) zugesprochene Rente basierte im We-
sentlichen auf dem Gutachten von Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für 
Neurologie FMH, vom 16. Mai 2002 (act. II 34). Dieser stellte einen un-
auffälligen neurologischen Befund fest (S. 12 und 16) und verwies aus-
drücklich auf das gegenwärtig ganz im Vordergrund stehende somatoforme 
Schmerzsyndrom (S. 17). Diese Beurteilung wird u.a. durch den Bericht der 
interdisziplinären Schmerz-Sprechstunde des Inselspitals vom 19. Septem-
ber 2000 (act. II 16/17) gestützt, in welchem explizit ein chronisches 
Schmerzsyndrom ohne organische Ursache erwähnt wurde. Die untersu-
chenden Ärzte beurteilten die geklagten Beschwerden als diffus und mach-
ten auf die eindeutig hystrionischen Züge aufmerksam. Zu keinem anderen 
Schluss kam Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, in seinem Gutachten vom 3. September 2004 (act. II 72), in 
welchem er insbesondere ausführte, beim Beschwerdeführer liege eine 
ausgeprägte somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45) vor (S. 21). Zu-
sammenfassend war somit Grundlage der rentenzusprechenden Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/15/128, Seite 10

ein somatoformes Schmerzsyndrom d.h. ein pathogenetisch-ätiologisch 
unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische 
Grundlage (VGE IV/2013/151 E. 6.1).

3.2 Was die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands des Be-
schwerdeführers betrifft, war die Sache mit unangefochten gebliebenem 
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 3. März 2014 (VGE IV/2013/151 E. 
7.2.2) zur Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen worden. Das heute gültige Vergabesys-
tem für polydisziplinäre Begutachtungen wurde bundesgerichtlich gefordert 
(BGE 137 V 210) und von den Bundesbehörden in einer vom Bundesge-
richt seither nie beanstandeten Weise implementiert. Der gerichtlichen An-
ordnung folgend hat die Beschwerdegegnerin in nicht zu beanstandender 
Weise über SuisseMED@P eine MEDAS-Begutachtung angeordnet. Diese 
ist immer auf dem zufallsbasierten Weg zu vergeben (BGE 140 V 507). Zu 
Recht hat der Beschwerdeführer (anders als in der Stellungnahme vom 26. 
September 2014 [act. IIA 140]) in dieser Hinsicht im Beschwerdeverfahren 
denn auch keine Kritik mehr geäussert. 

An der Rechtmässigkeit der Gutachtensanordnung ändern auch die kon-
kreten Festlegungen der Beschwerdegegnerin nichts. Die Beschwerdegeg-
nerin hat in einer ersten Beurteilung vor der Vergabe die aus ihrer Sicht zu 
begutachtenden Fachdisziplinen zu benennen. Dass hier die vom Be-
schwerdeführer verlangten weiteren Disziplinen in der Vergabe nicht vor-
gesehen wurden überzeugt. Es bestehen derzeit keine Anhaltspunkte 
dafür, dass im vorliegenden Fall eine rheumatologische und neuro-
otologische Begutachtung notwendig ist oder gar weitere medizinische 
Fachdisziplinen zugezogen werden müssten. So hat der RAD-Arzt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bereits im 
Anschluss an VGE IV/2013/151 aufgrund sämtlicher Akten nachvollziehbar 
eine polydisziplinäre Begutachtung, die die Fachdisziplinen Psychiatrie, 
Neurologie und orthopädische Traumatologie umfasst, für angezeigt erach-
tet (act. IIA 133). Nachdem der Beschwerdeführer eine Erweiterung der 
Begutachtung um die beiden erwähnten Fachrichtungen Neuro-Otologie 
und Rheumatologie gefordert hatte (act. IIA 140 und 148 f.), wurde Dr. 
med. F.________ die Problematik erneut vorgelegt. Dieser kam zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/15/128, Seite 11

Schluss, dass eine primäre medizinische Notwendigkeit für die Ausweitung 
der interdisziplinären Begutachtung auf die zusätzlich vom Beschwerdefüh-
rer geforderten Fachdisziplinen nicht erkennbar ist (AB 142). Dieses Vor-
gehen ist korrekt. Neben Anderem ist es Aufgabe eines RAD-Arztes, eine 
umfassende Einordnung vorzunehmen, welche Fachdisziplinen an einer 
Begutachtung zu beteiligen sind (SVR 2014 IV Nr. 6 S. 26 E. 3.2). Es lag 
somit in der Kompetenz von Dr. med. F.________, die Fachrichtungen 
Psychiatrie, Neurologie und orthopädische Traumatologie (nicht aber zu-
sätzlich Neuro-Otologie und Rheumatologie) für die Begutachtung vorzu-
sehen. Die Anordnung der polydisziplinären Begutachtung ist damit auch in 
dieser Hinsicht nicht zu beanstanden. Abgesehen davon, dass die beauf-
tragten Sachverständigen letztverantwortlich einerseits für die fachliche 
Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungs-
grundlage, andererseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung sind. 
Den Gutachtern steht es frei, die von der Beschwerdegegnerin bzw. dem 
RAD bezeichneten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussi-
on zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind (BGE 139 V 
349 E. 3.3 S. 352).

3.3 Ob die dem Beschwerdeführer zweifellos seit längerem - zumindest 
hinsichtlich der Existenz - bekannten und nach Abschluss des Beweisver-
fahrens (vgl. prozessleitende Verfügung vom 5. März 2015) auch verspätet 
eingereichten Arztberichte vom 18. November 2014 und 5. Januar 2015 
überhaupt zu den Akten des vorliegenden Verfahrens genommen werden 
können, kann hier offen bleiben. Sie ändern an der vorstehenden Beurtei-
lung nichts. So werden auch in diesen Berichten seit über zehn Jahre be-
stehende Lumbalgien als Ausgangspunkt der Untersuchung erwähnt, die 
sich in den letzten sechs Monaten verschlimmert hätten. Diese angebliche 
Verschlimmerung liegt rund anderthalb Jahre nach der angeordneten und 
hier Grundlage der Prüfung bildenden Rentenaufhebung. Dass der Be-
schwerdeführer selbst, wie er anlässlich der Schlussverhandlung vom 31. 
März 2015 ausführen liess, eine bis anhin nicht bekannte organische oder 
nicht-organische Komponente vermutet, begründet keine Notwendigkeit für 
den Beizug der beantragten Fachrichtungen. Wenn er zudem eine entzünd-
liche, dem Fachbereich der Rheumatologie zuzuordnende Erkrankung be-
hauptet, so ist er darauf hinzuweisen, dass gerade die letzten Abklärungen 

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nicht in diese Richtung zielen. Abgesehen davon, dass Fachärzte der Neu-
rologie und Orthopädie zweifellos in der Lage sind, die hier geklagte Pro-
blematik zu beurteilen bzw. bei Bedarf einen weiteren Facharzt zuzuziehen.

4.

Die angefochtene Verfügung vom 31. Dezember 2014 (act. IIA 150) erweist 
sich damit als korrekt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet 
und somit abzuweisen soweit darauf einzutreten ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/15/128, Seite 13

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt Proto-

koll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 EMRK vom 
31. März 2015)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
gemäss Art. 6 EMRK vom 31. März 2015 sowie den Berichten vom 
28. November 2014 und 5. Januar 2015)

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.