# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8961288e-4cb7-5ba1-9ce2-2ea003b7a859
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2014 D-5625/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5625-2013_2014-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5625/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

gemäss eigenen Angaben China (Volksrepublik),  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 9. September 2013 / (…). 

 

 

D-5625/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – eigenen Angaben zufolge eine Staatsan-

gehörige von China tibetischer Ethnie, welche bis zum Frühjahr 2013 

stets in Tibet gelebt haben will – ersuchte am 30. Mai 2013 um Gewäh-

rung von Asyl in der Schweiz, worauf sie vom BFM am 6. Juni 2013 zu ih-

rer Person, zum Verbleib ihrer Identitätspapiere, zu ihrem Reiseweg und 

summarisch zu ihren Gesuchsgründen befragt wurde.  

A.b Nach der summarischen Befragung wurde vom BFM amtsintern die 

Durchführung einer Herkunftsanalyse in Auftrag gegeben, zwecks Beant-

wortung der Frage, ob die Beschwerdeführerin in China sozialisiert wor-

den sei. In der Folge verfasste ein "Alltagsspezialist" respektive eine "All-

tagsspezialistin" des Bundesamtes auf der Grundlage der Aufzeichnung 

eines einstündigen telefonischen Gesprächs mit der Beschwerdeführerin 

vom 22. Juli 2013 einen Bericht unter dem Titel "Evaluation des Alltags-

wissens". Im Bericht datierend vom 28. August 2013 gelangte die vom 

Bundesamt beauftrage Person zum Schluss, aufgrund der inhaltlichen 

Evaluation des Gesprächs beziehungsweise der Angaben der Beschwer-

deführerin sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie im behaupteten geografi-

schen Raum gelebt haben könnte, klein.  

A.c Die einlässliche Anhörung zu den Gesuchsgründen fand am 3. Sep-

tember 2013 statt, wobei der Beschwerdeführerin im Verlauf der Anhö-

rung das rechtliche Gehör zum vorgenannten Bericht gewährt wurde. Die 

Beschwerdeführerin hielt bei dieser Gelegenheit am Vorbringen fest, bis 

zum Frühjahr 2013 stets in Tibet gelebt zu haben. 

B.  

B.a Im Rahmen der summarischen Befragung und der einlässlichen An-

hörung führte die Beschwerdeführerin zu ihrem persönlichen Hintergrund 

aus, sie stamme aus dem Dorf B._______, welches in der Gemeinde 

C._______, im Bezirk D._______, in der Präfektur E._______ gelegen 

sei. Nachdem ihr Vater bereits verstorben sei, habe sie im Heimatdorf bei 

ihrer Mutter und mit ihren (…) Geschwistern gelebt. Ihre Familie betreibe 

Landwirtschaft und da sie nie zur Schule gegangen sei, spreche sie prak-

tisch nur Tibetisch. Auf Chinesisch beherrsche sie bloss einfachste Sätze 

und sie kenne die Zahlen. Sie sei nicht zur Schule gegangen, da man 

dort nur Chinesisch lerne und nicht Englisch und Tibetisch.  

D-5625/2013 

Seite 3 

B.b Auf die Frage nach ihren Gesuchsgründen brachte sie im Wesentli-

chen vor, sie sei von ihrer Familie ausser Landes geschickt worden, da 

ihr eine Verhaftung durch die chinesischen Behörden gedroht habe. In 

diesem Zusammenhang machte sie zur Hauptsache geltend, vor dem 

Hintergrund der Unterdrückung der Tibeter durch die Chinesen habe sie 

zusammen mit zwei Freundinnen, von denen eine Chinesisch beherr-

sche, Flugblätter geschrieben, auf welchen sie Religionsfreiheit, Freiheit 

für Tibet, die Rückkehr des Dalai Lama und tibetischen Schulunterricht 

gefordert hätten. Diese Flugblätter hätten sie (… [an einem Abend im 

Frühjahr]) 2013 in der Nähe des Büros der Bezirksverwaltung bei Ge-

schäften und an Bäume angeklebt. Sie seien heimlich vorgegangen und 

niemand habe sie gesehen. Dennoch sei am folgenden Tag eine ihrer 

Freundinnen festgenommen worden. Als ihre Mutter (… [zwei Tage spä-

ter]) von der Festnahme ihrer Freundin erfahren habe, habe ihre Familie 

aus Furcht um ihre Sicherheit umgehend ihre Ausreise aus der Heimat 

veranlasst.  

B.c Zu ihrem Reiseweg führte sie aus, sie habe ihr Heimatdorf am (… 

folgenden Tag]) verlassen, indem sie zu Fuss erst nach F._______ ge-

gangen sei. Dann sei sie an einen Fluss gekommen, wo es eine Stras-

sensperre gegeben habe, welche sie habe umgehen müssen. Anschlies-

send sei sie in einem Auto über (… [einen bekannten Wegpunkt) nach 

G._______ gefahren, wo es eine weitere Strassensperre gegeben habe. 

Die Fahrt nach G._______ habe rund fünf Stunden gedauert. Dann sei 

sie nach H._______ weitergefahren, wo es auch noch einen Posten ge-

geben habe. In der folgenden Nacht sei sie zuerst während drei Stunden 

zu Fuss durch einen Wald und dann über einen Fluss nach Nepal ge-

langt. Den (Grenz-)Fluss habe sie an einem gespannten Metallseil über-

quert. Danach habe sie sich in Nepal aufgehalten, bis sie (… [im]) Mai 

2013, ausgestattet mit einem gefälschten nepalesischen Pass, ein Flug-

zeug bestiegen habe, mit welchem sie innert rund vier Stunden einen ihr 

unbekannten Ort erreicht habe. Von dort habe sie nach einer Flugzeit von 

nochmals neun bis zehn Stunden einen weiteren ihr unbekannten Ort er-

reicht, von wo sie mit dem Zug in die Schweiz gereist sei. Auf Frage nach 

dem Verbleib ihrer Reise- und Identitätspapiere führte sie an, einen Pass 

habe sie nie besessen, hingegen habe ihre Mutter für sie eine chinesi-

sche Identitätskarte ausstellen lassen. Diese habe sie nach der Ausstel-

lung einmal gesehen, danach habe die Mutter die Identitätskarte ver-

wahrt. Die Identitätskarte habe sie anlässlich ihrer Ausreise aus Tibet 

nicht mitnehmen können und mangels Kontaktmöglichkeiten zur Familie 

könne sie diese nicht beschaffen.  

D-5625/2013 

Seite 4 

C.  

Mit Verfügung vom 9. September 2013 (eröffnet am folgenden Tag) lehnte 

das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete deren 

Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an, unter 

ausdrücklichem Ausschluss eines Vollzuges in die Volksrepublik China. 

Zur Begründung seines Entscheides führte das Bundesamt im Wesentli-

chen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin über ihre angebliche 

Herkunft aus Tibet, ihren angeblichen Reiseweg und zu den angeblich 

ausreiserelevanten Ereignissen seien unsubstanziiert und realitätswidrig. 

Aufgrund der Aktenlage habe die Beschwerdeführerin nie in der von ihr 

angegebenen Region gelebt und sie sei folglich nicht eine Staatsangehö-

rige von China. Auf die Begründung im Einzelnen wird in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen.  

D.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mittels Eingabe 

an das BFM vom 30. September 2013 (Poststempel) Beschwerde. In ih-

rer Eingabe, welche vom Bundesamt umgehend an das zuständige Bun-

desverwaltungsgericht überwiesen wurde, beantragte sie dem wesentli-

chen Sinngehalt nach die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Im 

Rahmen ihrer Eingabe hielt die Beschwerdeführerin an ihren Gesuchs-

vorbringen und insbesondere an der geltend gemachten Herkunft aus 

China fest. Auf die Beschwerdebegründung im Einzelnen und die mit der 

Beschwerde vorgelegten Beweismittel wird in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.  

E.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Oktober 

2013 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, sie könne den Ausgang 

des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde sie aufgefor-

dert, innert Frist einen Kostenvorschuss einzuzahlen, unter Androhung 

des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Nachdem die Beschwerdeführe-

rin innert der angesetzten Zahlungsfrist und unter gleichzeitigem Ausweis 

ihrer Mittellosigkeit ein entsprechendes Gesuch eingereicht hatte, wurde 

mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2013 auf das Erheben des ein-

verlangten Kostenvorschusses wiedererwägungsweise verzichtet. Gleich-

zeitig wurde das BFM unter Zustellung der Akten zum Schriftenwechsel 

eingeladen. 

D-5625/2013 

Seite 5 

F.  

In seiner Vernehmlassung vom 6. November 2013 hielt das BFM an der 

angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. Nach Einladung zur Stellungnahme (Replik) bekräftigte die 

Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 16. Dezember 2013 ihre Be-

schwerdevorbringen. Auf den Inhalt sowohl der vorinstanzlichen Ver-

nehmlassung als auch der Replik wird nachfolgend eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die 

Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei ent-

scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was 

vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens 

des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 Verwal-

tungsgerichtsgesetz [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 Bun-

desgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG).  

1.3 Die Beschwerdeführerin ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und ihre 

Eingabe ist als frist- und formgerecht zu erkennen (Art. 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

D-5625/2013 

Seite 6 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 In der angefochtenen Verfügung gelangt das BFM in entscheidrele-

vanter Hinsicht zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe nie in der von 

ihr angegebenen Region gelebt und sie sei folglich nicht eine Staatsan-

gehörige von China. Dabei führt das Bundesamt aus, bereits aufgrund 

fehlender Chinesischkenntnisse seien Zweifel an den Vorbringen der Be-

schwerdeführerin aufgetaucht, weshalb ihr Alltagswissen evaluiert worden 

sei. Gegenüber dem Alltagsspezialisten habe sie im Rahmen des All-

tagswissenstest eine Herkunft aus B._______ angegeben, dieser Ort und 

ihre Gemeinde seien jedoch in dieser Form nicht aufzufinden. Sodann 

habe sie Fragen zur Geografie, namentlich Flüsse und Wälder betreffend, 

nicht korrekt beantwortet, und ihre Angaben zu traditionellen Vorgängen, 

zu Marktpreisen und Gewichts- respektive Massbezeichnungen seien 

ebenfalls tatsachenwidrig ausgefallen. Zum Schulbetrieb habe sie reali-

tätsfremde Angaben gemacht und darüber hinaus im Gespräch auch 

Wörter verwendet, welche von Tibetern in Indien gebraucht und in Tibet 

teilweise gar nicht verstanden würden. Vor dem Hintergrund ihrer angeb-

lichen Herkunft verblüffe zudem, dass sie über keinerlei Chinesischkennt-

nisse verfüge. Der Alltagsspezialist gelange daher respektive gestützt auf 

erläuternde Erwägungen zum Schluss, die Wahrscheinlichkeit dafür, dass 

sie im behaupteten geografischen Raum gelebt habe, sei klein. Im Rah-

men der Anhörung sei ihr das rechtliche Gehör zum Resultat des Alltags-

wissenstests gewährt worden, wobei sie auf einer Herkunft aus 

B._______ beharrt habe. Den Zweifeln des Spezialisten habe sie jedoch 

lediglich einen Hinweis auf regionale Unterschiede entgegensetzen kön-

nen, was nicht geeignet sei, die teils offensichtlichen Ungereimtheiten an-

lässlich des Alltagswissenstests zu erklären. Im Verlauf der summari-

schen Befragung und der Anhörung seien ihr zudem Fragen zu ihrem 

Reiseweg gestellt worden, wobei sie sich in Widersprüche verstrickt ha-

be. So habe sie zuerst von zwei und danach von drei Strassensperren 

berichtet. Sodann habe sie eine Flussüberquerung nur oberflächlich be-

schrieben und zudem zu G._______ realitätsfremde Angaben gemacht, 

indem sie diese Stadt als Dorf bezeichnet habe. Überdies habe sie keine 

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Ausweispapiere vorgelegt, welche die geltend gemachte Staatsangehö-

rigkeit oder den zurückgelegten Reiseweg belegen würden. Das Fehlen 

von Ausweispapieren lasse gleichzeitig darauf schliessen, dass sie ihre 

Identität und/oder ihren Reiseweg verschleiere oder gar versuche, eine 

Rückschaffung in ihren tatsächlichen Heimatstaat zu vereiteln. Schliess-

lich habe sie nur vage über ihre angeblichen Ausreisegründe berichten 

können, zumal sie die für Tibeter äusserst stereotypen Gesuchsgründe 

nie durch fundierte und realitätsnahe Schilderungen untermauert habe. 

Das Vorbringen, die Mutter habe auf ihrem Gebetsrundgang am selben 

Tag von der Festnahme ihrer Freundin und sogar deren Aussagen bei der 

Polizei erfahren, sei äusserst unplausibel, zumal mit der Realität unver-

einbar sei, dass Details aus einem Polizeiverhör von der Bevölkerung 

derart schnell an einen anderen Ort weitergegeben würden. Auch habe 

die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung und entgegen der sum-

marischen Befragung nicht gewusst, ob sie von ihrer Freundin verraten 

worden sei. Bei dieser Sachlage – aufgrund der fehlenden Chinesisch-

kenntnisse, der fehlenden Identitätspapiere, der unglaubhaften Ausreise, 

der unglaubhaften Asylgründe und der mangelhaften Länderkenntnisse – 

sei auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin jemals in der von ihr 

angegebenen Region gelebt habe und eine Staatsangehörige von China 

sei, zumal im Exil geborene Tibeter die chinesische Staatsangehörigkeit 

nicht erhalten würden.  

3.2 Den vorinstanzlichen Erwägungen hält die Beschwerdeführerin im 

Rahmen ihrer Beschwerdeeingabe entgegen, sie habe anlässlich des In-

terviews mit dem sogenannten Alltagsspezialisten unter Druck gestanden 

und während der Befragung und Anhörung sei sie viel zu nervös gewe-

sen, um klare Sätze zu formulieren, weshalb ihre Aussagen im Nachhi-

nein möglicherweise widersprüchlich klängen. Soweit ihr vorgehalten 

werden, ihre Angaben zum Schulbetrieb seien realitätsfremd, sei zu be-

achten, dass sie keine Schulbildung genossen habe, weil sie schon früh 

in der Landwirtschaft habe mithelfen müssen. Deshalb verfüge sie auch 

nur über geringe Chinesischkenntnisse. Indes gebe es in ihrem Dorf auch 

Leute, welche gar kein Chinesisch sprechen würden und dennoch durchs 

Leben kämen. Sodann liege ihr Heimatort nahe an Nepal und Indien, was 

erklären sollte, weshalb bei ihnen auch Wörter und Begriffe von dort ver-

wendet würden. Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin ein 

persönliches Begleitschreiben in tibetischer Sprache zu den Akten, sowie 

eine Bestätigung des Büros der Vertretung des Dalai Lama in der 

Schweiz vom 24. September 2013. Darin wird ausgeführt, die Beschwer-

deführerin sei tibetischer Abstammung und Mitglied der Sektion 

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Seite 8 

I._______ der Tibeter Gemeinschaft Schweiz und Liechtenstein. In ihrem 

handschriftlichen Begleitschreiben, welches von Amtes wegen übersetzt 

worden ist, ersucht sie im Wesentlichen um eine nochmalige Anhörung 

zum Beleg ihrer Herkunft aus Tibet.  

3.3 In seiner Vernehmlassung entgegnete das BFM den Beschwerdevor-

bringen, der vorgelegten Bestätigung des Tibet Bureau in Genf komme 

keine Beweiskraft zu, da es als blosses Gefälligkeitsschreiben nicht um-

zustossen vermöge, was vonseiten des Bundesamtes durch Spezialisten 

festgestellt worden sei, nämlich, dass die Beschwerdeführerin nicht in Ti-

bet gelebt habe und folglich nicht eine Staatsangehörige von China sei.  

3.4 Im Rahmen ihrer Replik bekräftigt die Beschwerdeführerin die geltend 

gemachte Herkunft aus Tibet, wobei sie namentlich das Folgende anführ-

te: Entgegen dem BFM handle es sich beim Schreiben des Tibet Bureau 

in Genf nicht um ein Gefälligkeitsschreiben, sondern damit werde belegt, 

dass sie tatsächlich tibetischer Herkunft sei. Sie sei in B._______ gebo-

ren, wo sie bis zu ihrer Ausreise aus Tibet gelebt habe. Da sie seit ihrer 

Flucht keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie habe, zumal eine Kontakt-

nahme für ihre Angehörigen viel zu gefährlich wäre, könne sie keine chi-

nesischen Papiere zum Beleg ihrer Herkunft vorlegen. Zwar führe das 

Bundesamt an, ihre Gesuchsvorbringen seien nur vage und stereotyp, die 

von ihr vorgebrachten Ereignisse habe sie jedoch wie geschildert erlebt. 

Da die Ereignisse traumatisch gewesen seien, falle es ihr noch heute 

schwer, das Geschehene einzuordnen, zumal die Erinnerung an Details 

sehr schmerzhaft sei. Gleichzeitig habe sich ihre Heimat Tibet in den letz-

ten Jahren enorm verändert, namentlich durch eine starke Zuwanderung 

von Chinesen. Dies gelte auch für den Schulbetrieb, indem Tibetisch nur 

noch als Fremdsprache unterrichtet werde. Zudem habe sie nie die Mög-

lichkeit gehabt die Schule zu besuchen. Die Feststellungen im Lingua-

Gutachten betreffend fehlende Kenntnisse seien möglicherweise auf die 

rasanten Veränderungen in Tibet zurückzuführen. Mit einer Lingua-Her-

kunftsanalyse könne indes die Staatsangehörigkeit ohnehin nicht festge-

stellt werden. Nachdem sie in Tibet geboren und tibetischer Ethnie sei, 

besitze sie zweifelsohne die chinesische Staatsbürgerschaft. Da ihr in der 

Heimat Gefängnis, Folter oder gar der Tod drohe, könne sie nicht dorthin 

zurückkehren, und ebenso wenig könne sie nach Nepal oder Indien aus-

reisen, da sie nicht von dort stamme und sie dort auch niemanden habe. 

Für die weiteren Vorbringen im Rahmen der Replik (namentlich Ausfüh-

rungen betreffend das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe wegen ille-

galer Ausreise aus China und Aktivitäten in einem exilpolitischen Umfeld) 

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Seite 9 

kann vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägungen auf die Akten 

verwiesen werden. 

4.  

4.1 Nach einlässlicher Analyse der damaligen Quellenlage gelangte die 

vormalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) in ihrer publizier-

ten Praxis zum Schluss, dass im Falle einer Person, bei welcher die tibe-

tische Ethnie erstellt ist, vorab auf eine chinesische Staatsangehörigkeit 

zu schliessen sei, und zwar auch dann, wenn Anhaltspunkte dafür vorlie-

gen, die betreffende Person habe vor ihrer Einreise in die Schweiz in der 

exiltibetischen Gemeinde in Nepal oder Indien gelebt (vgl. Entscheidun-

gen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2005 Nr. 1 E. 4.3.). Im Länderur-

teil BVGE E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 hat das Bundesverwaltungsge-

richt diese Praxis einer eingehenden Prüfung unterzogen, wobei das Ge-

richt zum folgendem Schluss gelangt ist: Für Angehörige der tibetischen 

Ethnie besteht sowohl in Nepal als auch in Indien die Möglichkeit, unter 

gewissen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, bezie-

hungsweise unter engen Voraussetzungen ist es auch möglich, die ent-

sprechende Staatsangehörigkeit zu erwerben, womit die chinesische 

Staatsangehörigkeit – durch den Erwerb einer neuen Staatsangehörig-

keit – wegfällt. Daneben muss aber (weiterhin) davon ausgegangen wer-

den, dass ein grosser Teil der in Nepal und Indien lebenden Exil-

Tibeterinnen und -Tibeter keine neue Staatsangehörigkeit erworben ha-

ben und nach wie vor die chinesische Staatsangehörigkeit besitzen (vgl. 

a.a.O., E. 5.8 [erster Absatz; Zwischenergebnis nach E. 5.4 - 5.7]).  

Vor diesem Hintergrund geht das BFM zu weit, wenn es ausführt, im Falle 

der Beschwerdeführerin sei unter Verweis auf angeblich unglaubhafte 

Herkunftsangaben "auszuschliessen, dass sie Staatsangehörige der 

Volksrepublik China" sei. Die Beschwerdeführerin ist gemäss Aktenlage 

tibetischer Ethnie, mit Herkunft entweder wie behauptet aus China oder 

dann aus Nepal oder Indien. Bei dieser Sachlage handelt es sich bei ihr 

auch im Lichte der Feststellungen im Länderurteil BVGE E-2981/2012 mit 

relativ hoher Wahrscheinlichkeit um eine Staatsangehörige von China, 

was allerdings – wie nachfolgend aufgezeigt – keineswegs alleine aus-

schlageben ist.  

4.2 Im Länderurteil BVGE E-2981/2012 hat das Bundesverwaltungsge-

richt zum einen die bisherige Praxis auf ihre Aktualität hin überprüft, zum 

andern hat das Gericht – im Sinne einer Präzisierung – namentlich fest-

gehalten, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft 

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Seite 10 

verschleiern oder verheimlichen würden, vermutungsweise davon auszu-

gehen sei, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe 

gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestünden, zu-

mal die Abklärungspflicht der Asylbehörden ihre Grenze an der Mitwir-

kungspflicht der asylsuchenden Person finde. Verunmögliche ein tibeti-

scher Asylsuchender durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die 

Abklärung, welchen effektiven Status er in Nepal respektive in Indien in-

nehabe, könne namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies werde durch die Ver-

heimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung 

der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effek-

tives Heimatland verunmöglicht (vgl. a.a.O., E. 5.8 - 5.10).  

Im Lichte dieser Präzisierung kommt der Frage nach der Verlässlichkeit 

der Herkunftsangaben der Beschwerdeführerin in der Tat wesentliche Be-

deutung zu.  

4.3 Aufgrund der bisherigen Aktenlage ist mit dem BFM zunächst darin 

einig zu gehen, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin über ihre 

angeblich ausreiserelevanten Ereignisse dürftig ausgefallen sind. Im 

Sachverhaltsvortrag beruft sie sich auf überwiegend plakative Elemente, 

wenn sie ein angeblich gemeinschaftliches Plakate kleben und in der Fol-

ge eine angeblich sofortige Flucht ausser Landes geltend macht, weil 

schon am Tag nach der Aktion eine Freundin verhaftet worden sei. Da ih-

re diesbezüglichen Schilderungen keinen nennenswerten Vertiefungsgrad 

aufweisen, ist kaum auf ein tatsächliches Erleben der geltend gemachten 

Ereignisse zu schliessen. Das Beschwerdevorbringen betreffend eine an-

geblich tiefe Betroffenheit von den behaupteten Ereignissen ist nicht ge-

eignet, die über weite Strecken fehlende Substanz der Sachverhaltsschil-

derungen aufzuwiegen. Demgegenüber weisen die Reisewegschilderun-

gen der Beschwerdeführerin keine derart gravierende Mängel auf, wie 

vom Bundesamt angeführt. Zwar trifft es zu, dass sie zum Etappenort 

G._______ sinngemäss ausgeführt hat, es handle sich dabei um ein 

grösseres Dorf, was nicht zutrifft, da es sich bei G._______ vielmehr um 

eine kleine Stadt handelt. Die Abgrenzung zwischen grossem Dorf und 

kleiner Stadt ist jedoch fliessend. Die Ortschaft liegt jedenfalls, wie von ihr 

geschildert, an einer Bergflanke. Zudem erscheinen Ausführungen zur 

gewählten Reiseroute, der genutzten Reisemittel (auch die Schilderungen 

über die Überquerung des Grenzflusses zu Nepal an einen Stahlseil) und 

zu den jeweils benötigten Reisezeiten als weitgehend plausibel, voraus-

gesetzt der von der Beschwerdeführerin bezeichnete Ausgangspunkt ih-

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rer Reise (ihren Angaben zufolge eine Ortschaft namens F._______) be-

finde sich in der Nähe von C._______ im Bezirk D._______. In dieser 

Hinsicht besteht aufgrund der Akten Anlass zur Annahme, die Beschwer-

deführerin sei im Rahmen der Anhörung in der Lage gewesen, gegenüber 

dem BFM ihren Reiseweg anhand einer Karte näher zu beschreiben (vgl. 

…). Dieser Umstand hätte vom Bundesamt zwingend aktenkundig ge-

macht werden müssen, was jedoch unterblieben ist. Die Nichtvorlage der 

geltend gemachten heimatlichen Identitätskarte spricht wiederum gegen 

die Beschwerdeführerin, zumal erwartet werden darf, dass von ihrer Seite 

alles unternommen würde, sich dieses Dokument aus der Heimat zu be-

schaffen. Das Vorbringen über ihre angebliche Furcht um die Sicherheit 

ihrer Angehörigen vermag in diesem Zusammenhang kaum zu überzeu-

gen. Die Beschreibungen der Identitätskarte und über deren Erhalt von 

der zuständigen Bezirksbehörde, aber auch die Ausführungen über die 

Verwahrung dieses Dokuments durch die Mutter, erscheinen wiederum 

als einigermassen plausibel. Gemäss Befragungsprotokoll verfüge die 

Beschwerdeführerin schliesslich über gewisse Chinesischkenntnisse 

(einzelne Sätze und Zahlen [vgl. …]), während im Bericht des Alltagsspe-

zialisten ausgeführt, wird, sie spreche kein Chinesisch (vgl. …). Diesbe-

züglich scheint die Sachverhaltserstellung zumindest unklar. 

Aufgrund der vorgenannten Umstände bestehen tatsächlich gewisse 

Zweifel an der geltend gemachten Herkunft aus Tibet, indes kann alleine 

deshalb noch nicht mit hinreichender Bestimmtheit geschlossen werden, 

die Beschwerdeführerin versuche ihre wahre Herkunft zu verschleiern. 

Das BFM stützt sich denn auch in seiner Argumentation nicht in erster Li-

nie auf die vorgenannten Umstände, sondern im Kern vollumfänglich auf 

den Bericht unter dem Titel "Evaluation des Alltagswissens", weshalb im 

Folgenden näher darauf einzugehen ist.  

4.4  

4.4.1 Im Rahmen von "Lingua-Analysen" werden regelmässig sowohl die 

sprachlichen Fähigkeiten als auch landeskundlich-kulturelle Kenntnisse 

von Asylsuchenden geprüft, wobei die beauftragen Experten über eine 

entsprechende Befähigung verfügen. Bei solchen Lingua-Analyse handelt 

es sich zwar praxisgemäss nicht um Sachverständigengutachten im Sin-

ne von Art. 12 Bst. e VwVG (vgl. hierzu Art. 57 - Art. 61 Bundesgesetz 

über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), son-

dern um eine schriftliche Auskunft einer Drittperson im Sinne von Art. 12 

Bst. c VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht misst entsprechenden Lin-

gua-Analysen jedoch regelmässig erhöhten Beweiswert zu, sofern be-

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Seite 12 

stimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und 

Neutralität des Experten sowie die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvoll-

ziehbarkeit erfüllt sind, denen eine solche Prüfung zu entsprechen hat 

(vgl. auch dazu das vorerwähnte Länderurteil, E. 4.2).  

4.4.2 Vorliegend wurde im Unterschied zum Verfahren, das dem Länder-

urteil BVGE E-2981/2012 zu Grunde lag, nur durch einen Experten eine 

Analyse vorgenommen und dieser Länderspezialist verfügt über keine 

Qualifikationen bezüglich sprachwissenschaftlicher Analysen. Seine 

Schlussfolgerungen stützen sich damit allein auf eine landeskundlich-

kulturelle Analyse, weshalb deren inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvoll-

ziehbarkeit besonders stichhaltig sein muss.   

4.4.3 Aus dem bei den Akten befindlichen Qualifikationsblatt (…) folgt zu-

nächst, dass die beauftragte Person aus der Region Kham stammt. Kham 

liegt am östlichen Rand von Tibet und ein beachtlicher Teil dieser (histori-

schen) Region liegt nicht in Tibet respektive im "Autonomen Gebiet Tibet", 

sondern in der chinesischen Provinz Sichuan. Die Beschwerdeführerin 

stamme demgegenüber aus dem westlichen Gebiet Ü-Tsang (als quasi 

Kerntibet), aus einem Ort nah der nepalesischen Grenze. Die Distanz 

zwischen diesen Herkunftsregionen sind mindestens mehrere 100 km. In 

ihrem Bericht hält die vom Bundesamt beauftragte Person denn auch 

fest, dass sie einen unterschiedlichen Dialekt spreche, was vor dem Hin-

tergrund der unterschiedlichen Herkunft nicht überrascht, und eine An-

passung der Ausdrucksweise nötig war. Vor diesem Hintergrund und dem 

Umstand, dass die beauftragte Person wie erwähnt nicht über sprachwis-

senschaftliche Qualifikationen verfügt, sind ihre Aussagen über die Aus-

drucksweise der Beschwerdeführerin wenig aussagekräftig.  

4.4.4 Von der Beschwerdeführerin wurde eine Herkunft aus einem Dorf 

namens B._______ geltend gemacht, welches in der Gemeinde 

C._______ (auch Ca._______, Cb._______ oder Cc._______ genannt), 

im Bezirk D._______ (auch Da._______ genannt, als Bezirkshauptort), in 

der Präfektur E._______ gelegen ist. Ihrem Bericht zufolge konnte die 

vom Bundesamt beauftragte Person den Heimatort der Beschwerdeführe-

rin auf der Karte nicht finden, was der Beschwerdeführerin im Rahmen 

der angefochtenen Verfügung als Unglaubhaftigkeitselement entgegen-

gehalten wird, insbesondere wird ohne weitere Angaben impliziert, die 

Beschwerdeführerin meine allenfalls J._______, was jedoch eine Stadt 

und in einem anderen Kreis gelegen sei. Allerdings bleibt offen, welches 

Karten- oder Datenmaterial von der vom Bundesamt beauftragten Person 

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Seite 13 

konsultiert worden ist. Der Bericht bleibt in dieser Hinsicht unergiebig, legt 

aber immerhin offen, dass die beauftragte Person selbst über keine eige-

nen Kenntnisse der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Her-

kunftsgegend verfügt. Zu bemerken ist, dass sich soweit ersichtlich – je 

nach verwendetem Karten- und Datenmaterial – in der näheren und wei-

teren Umgebung der von der Beschwerdeführerin behaupteten Herkunfts-

region eine Vielzahl von kleinen und kleinsten Ortschaften auch ohne 

Namensangabe befinden. So lässt sich denn auch ein Weiler namens 

B._______ zwar nicht im Bezirk D._______, aber immerhin im Nachbar-

bezirk K._______ finden (südwestlich des Bezirkshauptortes). Aussage-

kräftige Schlüsse aufgrund von Ortsnamen und allein aufgrund von Kar-

tenmaterial dürften deshalb grundsätzlich schwierig sein.  

4.4.5 Dem Bericht ist im Weiteren zu entnehmen, dass die Beschwerde-

führerin gemäss der vom Bundesamt beauftragten Person in verschie-

denster Hinsicht zu angeblich durchaus zutreffenden Angaben in der La-

ge war, was klarerweise für die Beschwerdeführerin sprechen würde, vom 

BFM aber gänzlich unerwähnt bliebt. Andererseits hält die beauftragte 

Person der Beschwerdeführerin verschiedene Punkte als unzutreffend 

vor, beispielsweise den Umstand, dass sie den Namen des wichtigsten 

Flusses in der geltend gemachten Herkunftsregion nicht kenne, res-

pektive sie habe einen anderen Namen als den richtigen genannt. Dieser 

Fluss hat allerdings soweit ersichtlich einige Zuflüsse (mutmasslich ver-

schiedenster Namen), wovon einer beispielswese relativ nahe am vorer-

wähnten Weiler B._______ vorbeifliesst. Die vom BFM beauftragte Per-

son hält sodann beispielsweise dafür, entgegen den Aussagen der Be-

schwerdeführerin gebe es im ganzen Kreis D._______ keinen Wald, und 

zwar nicht einmal dünnen Wald. Diese Aussage ist aber insofern zu rela-

tivieren, als aufgrund von Bildmaterial aus der Gegend sich ein kleines 

Wäldchen respektive eine baumbestandene Parkanlage direkt im Zent-

rum der Gemeinde C._______ befindet.  

4.4.6 Im Weiteren Verlauf des Berichts zeigt die vom Bundesamt beauf-

tragte Person auf, dass die Beschwerdeführerin im Themenbereich 

Landwirtschaft sehr wohl zu mutmasslich zutreffenden Angaben in der 

Lage war. Ob eine bestimmte Gemüsesorte im Garten angebaut wird 

oder auf dem Feld, scheint dabei nicht eine wesentliche Ungenauigkeit. 

Nicht nur dieser Punkt, sondern auch weitere Feststellungen über angeb-

lich unzutreffende Angaben erscheinen im jeweiligen Sachzusammen-

hang als kaum zwingend. Die vom BFM beauftragte Person hält der Be-

schwerdeführerin namentlich vor, auf die Frage nach Tieren habe sie über 

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Seite 14 

die drei Yaks, sechs "Dri" und zwei Pferde ihrer Familie berichtet, sie wis-

se aber nicht, wie man ein "Dri" züchte. Dieser Punkt wird im Bericht be-

sonders herausgestrichen und als nicht nachvollziehbar dargestellt. Die 

vom Bundesamt beauftragte Person führt dazu aus, bei einem "Dri" hand-

le es sich um eine Kreuzung von Yak und Rind, was schliesslich jeder 

Bauer wissen müsse. Gemäss Internetrecherchen handelt es sich bei 

"Dri" jedoch nicht um eine Kreuzung aus Yak und Rind, sondern um Yak-

Kühe, zumal in Tibet als "Yak" nur Yak-Bullen und als "Dri" Yak-Kühe ge-

nannt werden. Die von der beauftragten Person genannte Kreuzung aus 

Yak und Rind wird demgemäss "Dzo" (männliche Tiere) respektive "Dzo-

mo" (weibliche Tiere) genannt. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die 

Frage des Alltagsspezialisten, wie züchte ich "ein weibliches Yak", nicht 

beantwortete werden konnte. Es entsteht insgesamt der Eindruck, die 

vom Bundesamt beauftragte Person habe wenig eigene landwirtschaftli-

che Erfahrungen und würde "landwirtschaftliche Fragen" ab einer Vorlage 

übernehmen. Soweit im Bericht angeführt wird, die Beschwerdeführerin 

habe angegeben, die Tiere würden mit Nudeln und Gras gefüttert, er-

scheint die Antwort tatsächlich abwegig. Es stellt sich vor diesem Hinter-

grund aber die Frage, wie gut sich die vom Bundesamt beauftragte Per-

son und die Beschwerdeführerin tatsächlich verstanden haben, zumal sie 

wie erwähnt aus weit voneinander entfernten Gegenden in China stam-

men dürften. In diesem Zusammenhang sind auch leicht abweichende 

Preise für Alltägliches nicht weiter von Bedeutung.  

4.4.7 Schliesslich wird im Bericht ausgeführt, entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdeführerin sei die Schule mit allem was damit zusammen-

hänge kostenlos, es werde neben Chinesisch auch Tibetisch gelehrt und 

die Grundschule befinde sich immer im Gemeindeort, was in dieser Abso-

lutheit allzu arglos anmutet und aufgrund verschiedener Quellen eher zu 

bezweifeln ist (vgl. dazu: http://www.chinatoday.com.cn/chinaheute/5n1.htm, 

abgerufen am 12. September 2014, oder HELMUT STECKEL, Tibeter verlie-

ren ihre kulturelle Identität, Gesellschaft für bedrohte Völker, 

http://www.gfbv.it, abgerufen am 23. September 2014).  

4.4.8 Nach dem Gesagten erscheint der unter dem Titel "Evaluation des 

Alltagswissens" verfasste Bericht vom 28. August 2013 als zu wenig 

schlüssig und nachvollziehbar, um daraus ableiten zu können die Anga-

ben der Beschwerdeführerin über ihre Herkunft seien falsch. Trotz dieser 

dünnen Faktenlage hält das BFM namentlich im Rahmen seiner Ver-

nehmlassung dafür, aufgrund der Erkenntnisse des beauftragten Spezia-

listen stehe fest, dass die Beschwerdeführerin eindeutig nicht aus Tibet 

http://www.chinatoday.com.cn/chinaheute/5n1.htm
http://www.gfbv.it/

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Seite 15 

stamme. Damit suggeriert das Bundesamt eine Eindeutigkeit, welche im 

Alltagswissenstest keine Grundlage findet.  

4.5 Nach dem Gesagten lässt sich aufgrund der vorliegenden Aktenlage 

noch nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit auf eine Verschleierung der 

Herkunft schliessen, womit dem angefochtenen Entscheid die tragende 

Grundlage entzogen ist. In der Sache ist dem BFM eine mangelhafte 

Sachverhaltsfeststellung entgegenzuhalten, es dürfte jedoch keine 

Schwierigkeiten bereiten, die Frage der Herkunft der Beschwerdeführerin 

durch fundiertere Analysen zu klären. In diesem Zusammenhang ist die 

Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass sie aufgrund der Mitwir-

kungspflicht verpflichtet ist und dies auch in ihrem eigenen Interesse liegt, 

wahre und insbesondere genaue Angaben zu ihren Aufenthalten vor ihrer 

Reise in die Schweiz zu machen. Da das Bundesverwaltungsgericht die 

Entscheidreife nicht selbständig herstellen kann, ist die Sache ans BFM 

zurückzuweisen. Eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfer-

tigt sich ferner, weil damit der Instanzenzug erhalten bleibt, was umso 

wichtiger ist, als das Bundesverwaltungsgericht letztinstanzlich entschei-

det. Vor dem Hintergrund der anstehenden Kassation kann schliesslich 

auf eine Auseinandersetzung mit den weiteren Beschwerdevorbringen, 

namentlich betreffend das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe, zum 

heutigen Zeitpunkt verzichtet werden. 

5.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfest-

stellung und zu neuer Entscheidung ans BFM zurückzuweisen.  

Dem BFM ist mit den vorinstanzlichen Akten auch das Beschwerdedos-

sier zuzustellen, welches ebenfalls Prozessstoff des vorinstanzlichen Ver-

fahrens bilden wird.  

6.  

6.1 Bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu er-

heben (Art. 63 Abs. 1-3 VwVG).  

6.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen, da aufgrund der Ak-

ten kein Anlass zur Annahme besteht, der Beschwerdeführerin wären 

durch die Beschwerdeführung relevante Kosten erwachsen (Art. 64 

Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

D-5625/2013 

Seite 16 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5625/2013 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des BFM vom 9. September 2013 wird aufgehoben und 

die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und zu neuer Ent-

scheidung an das BFM zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

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