# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a11d268b-a8ef-5560-b867-b72c0e1b1ea4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.12.2017 SB170134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170134_2017-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170134-O/U/ad 
 

Mitwirkende: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur.   

Wasser-Keller und lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Karabayir 

 

Urteil vom 19. Dezember 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Meier,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 
betreffend mehrfaches Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 

11. Januar 2017 (DG160295) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 5. Oktober 

2016 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des mehrfachen Verbrechens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b in Ver-

bindung mit lit. g und in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a des Betäu-

bungsmittelgesetzes sowie 

− der Widerhandlung gegen Art. 99 Ziff. 3 in Verbindung mit Art. 10 

Abs. 4 SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, wovon 

bis und mit heute 415 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Bus-

se von Fr. 50.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, ab-

züglich 415 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. 

Es wird Vormerk genommen, dass der Beschuldigte den unbedingt ausge-

fällten Anteil der Freiheitsstrafe erstanden hat.  

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

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5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.   6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.   4'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr.      712.50   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr.   3'339.70   Gutachten 

Fr.         9.00   Auslagen Untersuchung 

Fr. 17'767.30   Kosten amtliche Verteidigung (RA X2._____) 

Fr. 25'824.00   Kosten amtliche Verteidigung (RA X1._____) 

Fr.  800.00   Kosten Beschwerdeverfahren OGZ (UB160144-O) 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-

lich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 71 S. 2) 

" 1.  A._____ sei der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 
lit. b BetmG in Verbindung mit Abs. 2 lit. a BetmG für nicht schul-
dig zu befinden und von diesen Vorwürfen frei zusprechen. 

 2.  A._____ sei einer Übertretung im Sinne von Art. 99 Ziff. 3 SVG für 
schuldig zu sprechen und mit einer Busse von Fr. 50.– zu bestra-
fen.  

 3. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.  
 4. A._____ sei aus dieser Kasse eine Genugtuung für jeden Tag des 

Freiheitsentzuges in Höhe von Fr. 200.–/Tag nebst Zins in Höhe 
von 5% (mittlerer Verfall) zu bezahlen.  

 5. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sei für das Verfah-
ren bis zum Tag der Hauptverhandlung entsprechend der heute 
von mir eingereichten Rechnung festzusetzen.  

 6. Für den Tag der Hauptverhandlung sei die Entschädigung nach 
dem dafür angefallenen Zeitaufwand festzusetzen." 

- 4 - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:  

(Urk. 68 sowie nachfolgend S. 6, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 
 

____________________________ 

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Inhaltsverzeichnis Erwägungen  

 

I. Verfahrensgang .................................................................................................................... 6 
II. Prozessuales ....................................................................................................................... 7 

1. Teilrechtskraft  ................................................................................................................ 7 
2. Anklageprinzip ............................................................................................................... 8 
3. Beweisgrundsätze und Beweismittel ..............................................................................10 

III. Sachverhalt  .......................................................................................................................16 
A. Sachzusammenhang mit separat geführten Strafverfahren ..............................................16 
B. Einfuhr von Heroin (Anklageziffer I.1. und I.2. ) ................................................................21 

1. Anklage ..................................................................................................................21 
2. Einwendungen der Verteidigung ..............................................................................22 
3. Sachverhaltserstellung / Beweiswürdigung ...............................................................23 
4.1. Vorgang 5 (Anklageziffer I.1. ) ..........................................................................23 
4.2. Vorgang 22 (Anklageziffer I.2.) ........................................................................30 
4.3. Fazit ..............................................................................................................39 

IV. Rechtliche Würdigung........................................................................................................40 
1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. 

Abs. 2 lit. a BetmG ........................................................................................................40 
2. Anstaltentreffen zur Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 

19 Abs. 1 lit. g i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG.........................................................................41 
3. Teilnahmeform und Konkurrenzen .................................................................................42 
4. Subsumtion ..................................................................................................................45 

V. Strafe und Vollzug ..............................................................................................................48 
1. Parteistandpunkte .........................................................................................................48 
2. Strafzumessungsregeln .................................................................................................48 
3. Konkrete Strafzumessung..............................................................................................51 

3.1. Strafrahmen ...................................................................................................51 
3.2. Tatkomponenten ............................................................................................52 
3.3. Täterkomponenten .........................................................................................55 
3.4. Übertretungssanktion......................................................................................56 

4. Anrechnung der erstandenen Haft ..................................................................................57 
5. Fazit.............................................................................................................................58 
6. Vollzug .........................................................................................................................58 

VI. Kostenfolgen .....................................................................................................................58 
 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Zü-

rich, 2. Abteilung, vom 11. Januar 2017, das gleichentags mündlich eröffnet und 

den Parteien im Dispositiv übergeben worden war (Prot. I S. 11; Urk. 47), meldete 

die Verteidigung des Beschuldigten mit Eingabe vom 23. Januar 2017 rechtzeitig 

die Berufung an (Urk. 52).  

2. Nach Zustellung des begründeten Urteils der Vorinstanz an die Parteien am 

20. März 2017 (Urk. 55/1-2; Urk. 56) reichte die Verteidigung des Beschuldigten 

innert der gesetzlichen Frist nach Art. 399 Abs. 3 StPO bei der hiesigen Beru-

fungsinstanz die Berufungserklärung vom 10. April 2017 (Urk. 58) ein. Daraufhin 

erhob die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich innert angesetzter Frist ge-

mäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO (Urk. 59 und 60/2) rechtzeitig Anschlussberufung 

mittels Eingabe vom 27. April 2017 (Urk. 61). 

3. Nachdem die erstinstanzliche Verfahrensleitung im Anschluss an die Haupt-

verhandlung die Entlassung des Beschuldigten aus der Sicherheitshaft angeord-

net hatte, wurde er noch gleichentags aus dem Gefängnis Winterthur entlassen 

und der Migrationsbehörde zugeführt (Urk. 50).  

4. Am 20. September 2017 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorge-

laden (Urk. 65). Mit Eingabe vom 8. Dezember 2017 (eingegangen am 11. De-

zember 2017) zog die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung zurück 

(Urk. 68). Davon ist vorab mittels Beschluss Vormerk zu nehmen. Zur Berufungs-

verhandlung erschienen der amtliche Verteidiger und der Vertreter der Anklage-

behörde (Prot. II S. 4 ff.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

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II. Prozessuales 

1. Teilrechtskraft 

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3). 

1.2. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch hinsichtlich der Verbrechen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz (Dispositivziffer 1 alinea 1), im Wesentlichen 

die Bestätigung des Schuldspruchs wegen einer Übertretung des Strassenver-

kehrsdelikts (Dispositivziffer 1 alinea 2) und die Zusprechung einer Genugtuung 

für den erlittenen Freiheitsentzug, unter entsprechender Korrektur der Strafe und 

Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 58 S. 2 und 71 S. 2). Dass 

die Verteidigung in ihrer Berufungserklärung ausdrücklich beantragte, der Be-

schuldigte sei hinsichtlich der Verletzung des Strassenverkehrsgesetzes wohl im 

Sinne von Art. 99 Ziff. 3 schuldig zu sprechen, jedoch - entgegen der Vorinstanz - 

nicht in Verbindung mit Art. 10 Abs. 4 SVG, sondern in Verbindung mit Art. 10 

Abs. 3 SVG, ist aufgrund der Anerkennung des Sachverhaltes (Urk. 56 S. 60 f.) 

wohl einem Versehen zuzuschreiben, da die Bestimmung von Abs. 3 SVG durch 

das Bundesgesetz vom 14. Dezember 2001 bereits seit der Inkraftsetzung am 

1. Dezember 2005 aufgehoben ist.  

Entsprechend ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Ab-

teilung, vom 11. Januar 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 alinea 2 (Wider-

handlung SVG) und 5 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

1.3. Nachdem die Anklagebehörde die erstinstanzlichen Schuldsprüche durch  

ihren Rückzug der Anschlussberufung nicht angefochten hat, ist grundsätzlich das 

- 8 - 

Verbot der reformatio in peius gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten. Obwohl 

die Strafandrohung für die vollendete qualifizierte Widerhandlung gegen Art. 19 

Abs. 1 lit. b BetmG und das Anstaltentreffen dazu im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. g BetmG identisch ist und es sich bei beiden Delikten um Verbrechen im Sinne 

des Strafgesetzbuches handelt, ist das Gericht in der Würdigung des erstellten 

Sachverhaltes nicht frei, da Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG für das Anstaltentreffen  

eine fakultative Strafmilderungsmöglichkeit vorsieht und damit die Verurteilung 

zum Anstaltentreffen das weniger schwer wiegende Delikt darstellt als die Verur-

teilung zum vollendeten Delikt im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG (BGE 143 IV 

179 E. 1.5; BGE 139 IV 282 E. 2.6).  

2. Anklageprinzip 

2.1. Die Verteidigung bemängelt die Anklageschrift, aus welcher nicht klar her-

vorgehe, welches stoffbezogene Verhalten dem Beschuldigten konkret vorgewor-

fen werde, ob er nun lediglich eine Art Geld- und Informationsempfänger für ande-

re oder selbst der Organisator oder Auftraggeber einer konkreten Lieferung ge-

wesen sein solle (Urk. 46 S. 4; Urk. 71 S. 5). 

2.2. Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz be-

stimmt die Anklage den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunk-

tion). Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO bezeichnet die Anklageschrift unter anderem 

möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten 

mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (lit. f) 

und die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter 

Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (lit. g).  

Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und sub-

jektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprin-

zip den Schutz der Verteidigungsrechte des Beschuldigten und garantiert den An-

spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 140 IV 188 E. 1.3; BGE 

133 IV 235 E. 6.2 f.). Die beschuldigte Person muss aus der Anklageschrift erse-

- 9 - 

hen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschrei-

bung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, wel-

cher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifi-

ziert wird, so dass sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann (Urteil des 

Bundesgerichts 18/2017 vom 17. Mai 2017 E. 1.2 sowie Urteil des Bundesge-

richts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2 mit Hinweisen, nicht publ. in 

BGE 141 IV 437).  

Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der dem Beschuldigen zur 

Last gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den gesetz-

lichen Tatbestand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als erfüllt zu 

betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzelnen Vorgänge und Sachver-

halte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen. Zu den ge-

setzlichen Merkmalen der strafbaren Handlung gehören neben den Tatbestands-

merkmalen die Schuldform (sofern vorsätzliches und fahrlässiges Verhalten straf-

bar ist), die Teilnahmeform (Mittäterschaft, Anstiftung, Gehilfenschaft) sowie die 

Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes Delikt) und allfällige Konkurrenzen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_633/2015 vom 12. Januar 2016, E. 1.3.2). Dabei 

ist jedoch der Inhalt des Tatbestandes ebenso wenig anzuführen, wie diesbezüg-

liche rechtliche Ausführungen, denn das Gericht ist in der rechtlichen Würdigung 

des Tatvorwurfs frei (BGE 143 IV 63 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.3; nicht publ. in BGE 141 IV 437). 

2.3. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt in concreto nicht vor. Entgegen 

der Darstellung der Verteidigung des Beschuldigten und mit der Vorinstanz 

(Urk. 56 S.5 f.) stellt die Anklageschrift detailliert und konkret bezüglich genau 

umschriebener Lebenssachverhalte dar, welche Handlungen der Beschuldigte 

wann, wo, mit wem und wozu vorgenommen haben soll. Immer wieder wird im 

Einzelnen darauf hingewiesen, welcher Art der Tatbeitrag des Beschuldigten war. 

Es bleibt entgegen der Behauptung der Verteidigung keineswegs unklar, was 

denn dem Beschuldigten genau vorgeworfen wird oder was er genau getan haben 

soll. Für die Prüfung der Einhaltung des Anklageprinzips ist wie erwähnt massge-

bend, dass dem Beschuldigten durch hinreichende Umschreibung des eigentli-

- 10 - 

chen Tatgeschehens im Sinne von Art. 325 Abs. 1 lit. f und g StPO klar ist, wel-

ches Verhalten ihm vorgeworfen wird. Daran, wogegen er sich zu verteidigen hat, 

verbleibt vorliegend aufgrund des detailliert geschilderten Tatvorgehens in der 

Anklageschrift jedenfalls kein Zweifel. Die diesbezüglichen Vorwürfe der Verteidi-

gung zielen letztlich bereits auf die Würdigung des Sachverhaltes hin. Ob die der 

Anklage zugrunde liegenden Tatbestandselemente beweismässig erstellt werden 

können oder für die Anwendung der angerufenen Strafnormen ausreichend sind, 

ist jedoch nicht unter dem Aspekt des Anklageprinzips zu prüfen, sondern wird 

Gegenstand des materiellen Entscheides gestützt auf die Beweiswürdigung sein. 

3. Beweisgrundsätze und Beweismittel 

3.1. Hinsichtlich der allgemeinen Regeln der Beweiswürdigung kann vorab auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 56 S. 11 f.). 

Ergänzend sei daher nur auf Folgendes hingewiesen: 

Bestreitet ein Beschuldigter wie vorliegend die ihm vorgeworfenen Taten, ist der 

Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten 

Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der 

aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime 

"in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219 

E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a). Das heisst der verfolgende Staat hat 

dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nach-

zuweisen (Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

2. A. Zürich/St. Gallen 2013 [kurz: Handbuch], N 216) und nicht der Beschuldigte 

seine Unschuld (BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 

vom 15. September 2016 E. 2.2). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, 

dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten un-

günstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 

so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 81 E. 2 mit Hinweisen). 

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3.2. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 

2013 [kurz: Praxiskommentar StPO], Art. 10 N 2a; Tophinke in: Niggli/Heer/ 

Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung 

[kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, Art. 10 N 21). 

3.3. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 

von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des 

Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-

stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich 

erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 

E. 3.3. mit Hinweisen). 

3.4. Als Beweismittel liegen im vorliegenden Verfahren nebst den Einvernahmen 

des Beschuldigten im Untersuchungsverfahren (Urk. 11/1-18) hauptsächlich die 

Protokolle der Telefonüberwachungen (kurz: TK-Protokolle) verschiedener Perso-

nen vor (Urk. 4 TK act. 1-334; Urk. 11/10 TK Beilagen und Urk. 11/11 TK Beilagen 

act. 1-12; Urk. 11/12 TK Beilagen). Dabei sind namentlich die zahlreichen, regel-

mässigen und nahe aufeinanderfolgenden Telefonate zwischen den Drogenab-

nehmern B._____ und C._____ (Vater und Sohn, wobei B._____ in Zürich und 

C._____ in Skopje wohnte) sowie zwischen dem Beschuldigten A._____ und 

B._____ (Urk. 4 act. 36-44; 252-257; 268-272; 274; 304-306; 328) sowie zwi-

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schen dem Vater des Beschuldigten D._____ ("D'._____") einerseits und B._____ 

andererseits massgeblich. Weiter liegen jedoch auch Telefonüberwachungsproto-

kolle von Gesprächen der weiteren Mitbeteiligten E._____, F._____ und G._____ 

vor. Ferner ist als Beweismittel ein Wahrnehmungsbericht der Kantonspolizei vom 

23. Mai 2016 vorhanden (Urk. 10/4). Schliesslich zog die Vorinstanz die in sepa-

raten Strafverfahren rechtskräftig gewordenen Urteile gegen B._____ und 

C._____ (Urk. 28/1 und 28/2), E._____ (Urk. 28/3) und F._____ vom 18. Januar 

2016 (Urk. 28/4) bei. Seitens der Berufungsinstanz wurden die Akten des Oberge-

richts des Kantons Zürich im Verfahren gegen F._____ von Amtes wegen im Hin-

blick auf das Urteil der Vorinstanz beigezogen (Urk. 67).  

3.4.1. Die Verteidigung stellte die Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus den obge-

nannten Überwachungsmassnahmen in Abrede. Zum einen begründete sie das 

damit, dass die Grundlagen der Anordnung der Überwachungsmassnahmen nicht 

vollständig seien und deshalb nicht geprüft werden könne, ob die Genehmigung 

des Zufallsfundes durch das Zwangsmassnahmengericht rechtmässig gewesen 

sei. Zum anderen seien die angeordneten Überwachungsmassnahmen dem Be-

schuldigten nicht formell eröffnet worden (Urk. 46 S. 3 und 71 S. 3 f.).  

a)  In Bezug auf den ersten Einwand der Verteidigung ist auf die bundesgericht-

liche Praxis (zur sogenannten "Kaskaden-Überwachung") hinzuweisen, wonach 

die Zulässigkeit von Überwachungen gestützt auf Zufallsfunde nicht von der Fra-

ge abhängig sei, ob frühere konnexe Überwachungen rechtmässig angeordnet 

worden seien. Zu prüfen sei, ob eine zulässige Verwendung von Zufallsfunden 

vorliege (Art. 278 StPO) und die gesetzlichen Voraussetzungen der (allenfalls) 

neu verfügten Überwachungen (nach Art. 269 ff. StPO) erfüllt seien. Dementspre-

chend habe ein Betroffener, der die Verwendung von Zufallsfunden (und darauf 

gestützte neue Überwachungen gegen ihn) im Untersuchungsverfahren anfechten 

wolle, keinen Anspruch auf vollständige Einsicht in sämtliche Akten der konnexen 

früheren Überwachungen. Einsicht zu geben sei ihm indessen in jene Beweiser-

gebnisse der früheren Überwachungen, welche unmittelbar den Zufallsfund (mit 

entsprechenden Verdachtsmomenten gegen den Betroffenen) begründen. Auch 

müsse überprüfbar sein, dass die konnexen Überwachungen richterlich bewilligt 

- 13 - 

wurden (BGE 140 IV 40 E. 4.2-4.3). Soweit ein Betroffener darüber hinaus gel-

tend mache, frühere konnexe Überwachungen, die nicht gegen ihn persönlich 

(sondern gegen andere Personen) angeordnet worden seien, seien möglicher-

weise rechtswidrig gewesen, könne auf die Vorbringen mangels Beschwerdelegi-

timation nicht eingetreten werden (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG i.V.m. Art. 279 Abs. 3 

StPO; BGE 140 IV 40 E. 4.1; zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_59/2014 vom 28. Juli 2014, E. 4.11). 

 Vorliegend sind die materiellen Voraussetzungen von Art. 278 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 269 StPO zur Verwendung der Zufallsfunde unbestrittenermassen erfüllt. Es 

liegt eine richterliche Genehmigung vor und beim untersuchten Vorwurf handelt 

es sich um eine Katalogtat (Urk. 12/2). Aus der Genehmigungsverfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts am Obergericht geht ferner hervor, dass die konne-

xen Überwachungen, welche unmittelbar den Zufallsfund begründen (vgl. auch 

nachfolgend b), richterlich bewilligt wurden. In die daraus gewonnenen Ge-

sprächsprotokolle hatte der Beschuldigte uneingeschränkt Einsicht. Damit wurde 

sein Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt. Auf vollständige Einsicht in sämtli-

che Akten der konnexen früheren Überwachungen gegen Mitbeschuldigte hat der 

Beschuldigte keinen Anspruch.   

b) Auch der zweite Einwand der Verteidigung geht fehl. Denn gemäss Art. 279 

Abs. 1 StPO muss die Staatsanwaltschaft nur überwachten Personen spätestens 

mit Abschluss des Vorverfahrens Grund, Art und Dauer der Überwachung mittei-

len. Gegen den Beschuldigten wurde nie eine Überwachung angeordnet. Er war 

lediglich der Verbindungspartner einer in der Aktion "H._____" (TK110128) über-

wachten Person, namentlich von B._____ (Urk. 12/2). Damit bestand ihm gegen-

über keine formelle Mitteilungspflicht (Jean-Richard-dit-Bressel, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK-StPO, N 7 und 11 zu Art. 279), zumal er – wie 

bereits ausgeführt wurde – auch nicht legitimiert ist, gegen andere Personen an-

geordnete Überwachungen anzufechten. Was die grundsätzliche Pflicht von 

Strafverfolgungsbehörden anbelangt, den Anspruch eines Beschuldigten auf 

rechtliches Gehör zu beachten, so ist darauf hinzuweisen, dass dem Beschuldig-

ten bereits anlässlich der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 8. Dezember 

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- 14 - 

2015 mitgeteilt wurde, dass das Zwangsmassnahmengericht die Verwendung der 

in der Aktion "H._____" gewonnenen Erkenntnisse aus Überwachungsmassnah-

men bewilligt habe (Urk. 11/4 Rz 9 und 54). Diese wurden ihm in der Folge – so-

weit für die Klärung der Sachlage relevant – in der genannten und den darauffol-

genden Einvernahmen vorgehalten (Urk. 11/4 Rz 11, 60 ff.; Urk. 11/5-13). Dem 

Beschuldigten wurde damit schon vor Abschluss des Vorverfahrens mehrfach 

transparent gemacht, dass und welche ihn belastenden Erkenntnisse aus Über-

wachungen anderer Personen vorhanden sind.  

c)  Im Ergebnis sind sämtliche den Akten beiliegenden Telefonüberwachungs-

protokolle daher uneingeschränkt verwertbar.  

3.4.2. Die Verteidigung bestritt ferner die Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus 

dem Wahrnehmungsbericht der Kantonspolizei (Urk. 46 S. 3 und 71 S. 3). Sie 

machte diesbezüglich zum einen geltend, dass ihm die diesem Bericht zugrunde-

liegende Observation formell nicht eröffnet worden sei. Zum anderen sei die 

Überprüfung ihrer Rechtsmässigkeit nicht möglich, da die dazu nötigen Unterla-

gen fehlen würden.  

 Diese Rügen sind ebenfalls unbegründet. Gemäss Art. 283 Abs. 1 StPO ist 

die Staatsanwaltschaft nur verpflichtet, der von einer Observation direkt betroffe-

nen Person Grund, Art und Dauer der Observation mitzuteilen. Der Beschuldigte 

war nicht Zielperson der Observation (vgl. insb. Urk. 10/4 S. 1 f., worin festgehal-

ten wird, dass die als "UM" bezeichnete Person später als der Beschuldigte identi-

fiziert worden sei). Daher ist der Beschuldigte weder Mitteilungsberechtigter noch 

legitimiert, die Anordnung einer Observation gegen eine Drittperson anzufechten. 

Was darüber hinaus seinen Anspruch auf rechtliches Gehör anbelangt, so ist da-

rauf hinzuweisen, dass dem Beschuldigten die im Rahmen der Observation ge-

machten Beobachtungen bereits anlässlich der Einvernahme vom 11. April 2016 

und damit vor Abschluss des Vorverfahrens vorgehalten wurden (Urk. 11/11 Rz 7, 

22, 34 ff., 96 f., 100, 113). In der Einvernahme vom 11. Juni 2016 eröffnete die 

Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten darüber hinaus explizit, dass vom 28. Juni 

2012 bis 29. Juni 2012 eine Observation stattgefunden habe und die entspre-

chenden polizeilichen Beobachtungen im Wahrnehmungsbericht vom 23. Mai 

- 15 - 

2016 festgehalten worden seien (Urk. 11/13 Rz 70 ff.). Eine Kopie dieses Berich-

tes wurde seiner Verteidigung sogar ausgehändigt (Urk. 11/13 S. 42). Zu guter 

Letzt ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Wahrnehmungsbericht lediglich 

um ein von der Kantonspolizei Zürich zusammengetragenes und zulässiges Be-

weismittel im Sinne von Art. 100 Abs. 1 lit. b StPO handelt, mit welcher sie ihre im 

Dienst gemachten Feststellungen festhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014, E. 2.3 m.w.H.). Die Wahrheit der darin festge-

haltenen Beobachtungen bestätigte der Polizeibeamte I._____ anlässlich seiner 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 21. September 2016 (Urk. 11/14 

Rz 10). Bei dieser Einvernahme war der Beschuldigte anwesend und konnte von 

seinem Anspruch auf rechtliches Gehör, insbesondere von seinem Recht auf 

Konfrontation und auf Stellen von Ergänzungsfragen uneingeschränkt Gebrauch 

machen. Der Wahrnehmungsbericht ist damit als Beweismittel uneingeschränkt 

verwertbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2013 vom 3. März 2014, 

E. 1.3.2). 

3.4.3. Schliesslich stellte die Verteidigung auch die Verwertbarkeit der beigezoge-

nen Urteile zu Lasten des Beschuldigten in Frage. Diese Urteile würden substan-

ziell auf Beweismittel beruhen, welche der Beschuldigte nicht kenne, mit welchen 

er nicht konfrontiert worden sei und die auch nicht in seinen Verfahrensakten ent-

halten seien (Urk. 46 S. 3 f. und 71 S. 4).  

 Gemäss Art. 194 Abs. 1 StPO ziehen die Staatsanwaltschaft und die Gerich-

te Akten anderer Verfahren bei, wenn dies für den Nachweis des Sachverhalts 

oder die Beurteilung der beschuldigten Person erforderlich ist. Beigezogene Akten 

dienen als Beweisgegenstand im Sinne von Art. 192 StPO und gelten als sach-

liche Beweismittel (Bürgisser, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK-StPO, N 1 

zu Art. 194). Urkunden sind dabei ebenfalls Beweissachen (Art. 192 Abs. 2 

StPO). Ausgehend von einer prozessrechtlichen Betrachtungsweise fällt jedes 

Schriftstück bzw. jede andere Aufzeichnung darunter, die geeignet ist, dank ihres 

Inhalts bzw. Informationsgehalts beweisbildend zu wirken (a.a.O., N 5 f. zu 

Art. 192). Wie jedes andere Beweismittel unterliegen auch Urkunden der freien 

- 16 - 

Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO; vgl. auch vorstehend E. 3.1 - 3.3) und den 

allgemein gültigen Beweiserhebungsregeln (Art. 107 f. StPO; Art. 139 ff. StPO).  

 Die vorliegend beigezogenen Urteile, welche Mitbeschuldigte in parallelen 

Verfahren betreffen, stellen nach dem Dargelegten sachliche Beweismittel dar 

und unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung. Da diese Urkunden fer-

ner von Richtern bzw. Richterinnen zürcherischer Gerichte, also von Mitgliedern 

einer Behörde, in Wahrnehmung hoheitlicher Funktionen ausgestellt wurden (vgl. 

Art. 110 Abs. 5), haben sie einen erhöhten Beweiswert. Auf die Informationsge-

halte der beigezogenen Urteile darf somit im Rahmen der nachfolgenden Be-

weiswürdigung grundsätzlich abgestellt werden, sofern sie (im Sinne einer Ausle-

gungshilfe) Rückschlüsse auf die dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte bzw. 

die damit zusammenhängenden Umstände und Hintergründe erlauben. Ein-

schränkend ist dabei aber zu beachten, dass nur diejenigen, in den jeweiligen Ur-

teilen festgehaltenen Erkenntnisse berücksichtigt werden dürfen, welche aus Be-

weismitteln gewonnenen wurden, die unter Wahrung der Rechte des Beschuldig-

ten formell korrekt erhoben wurden und Teil der Verfahrensakten sind.  

III. Sachverhalt 

A. Sachzusammenhang mit separat geführten Strafverfahren 

1. Hintergrund  

1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich führte in enger Zusammenar-

beit mit der Kantonspolizei Zürich unter dem Aktionsnamen 'H._____' ein umfang-

reiches Ermittlungsverfahren gegen eine balkanstämmige Gruppe von Personen 

wegen Handel und Einfuhr von grossen Mengen Betäubungsmitteln. Dabei wur-

den mit Genehmigung des Zwangsmassnahmengerichts am Obergericht des 

Kantons Zürich diverse Telefonanschlüsse überwacht, wobei zahlreiche Telefona-

te zwischen dem Beschuldigten und weiteren Beteiligten abgehört und aufge-

zeichnet wurden. Die Verwendung der aus dieser Überwachung gewonnenen, 

- 17 - 

den Beschuldigten belastenden Erkenntnisse wurde auf entsprechendes Gesuch 

der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hin durch das Zwangsmassnah-

mengericht genehmigt (Urk. 12/1 und 12/2).  

1.2. Der vorliegend Beschuldigte A._____ war zwar in der Nacht vom 28. auf den 

29. Juni 2012 zusammen mit seinem Vater D._____, dessen Bruder G._____, 

sowie C._____ und B._____ im Zusammenhang mit dem Vorgang 22 der Aktion 

H._____ in der Wohnung von B._____ verhaftet worden, wurde jedoch am 

29. Juni 2012 zusammen mit seinem Vater D._____ und seinem Onkel G._____ 

bereits wieder auf freien Fuss gesetzt, da beim damaligen Ermittlungsstand ge-

gen sie noch kein dringender Anfangsverdacht bestanden hatte. Sie reisten aus 

der Schweiz aus und in der Folge blieb der Aufenthaltsort des Beschuldigten un-

bekannt (Urk. 1; Urk. 4 S.27; 45 S. 1). Aufgrund von Erkenntnissen aus der Über-

wachung im Zusammenhang mit der Aktion H._____ führte die Staatsanwalt-

schaft gegen die im vorliegenden Sachverhalt Mitbeteiligten D._____, G._____, 

C._____, B._____, F._____, E._____ (und weiteren) je separate Strafverfahren, 

die sie - soweit möglich - mittels je separaten Anklagen vom 5. Juni 2013 

(C._____), 25. Juni 2013 (B._____), 1. Juli 2013 (E._____) sowie vom 4. August 

2014 (F._____) abschloss (Urk. 27, 28/1-4 [je Anhang] und 67/42 [Anhang]). Auf 

die Rapportierung vom 30. April 2013 hin wurde der Beschuldigte zur Verhaftung 

ausgeschrieben und am 25. November 2015 beim Grenzübertritt in die Schweiz in 

St. Margrethen verhaftet (Urk. 10/1, Urk. 10/3 S. 4), so dass nunmehr auch gegen 

ihn das vorliegende Untersuchungsverfahren mittels Anklage vom 4. April 2016 

seinen Abschluss fand (Urk. 18). Für das Verständnis der dem vorliegend ange-

klagten Sachverhalt zugrundeliegenden Gesamtumstände drängt es sich auf, 

nachfolgend kurz diejenigen Erkenntnisse in Bezug auf die Mitbeteiligten darzule-

gen, welche sich aus den beigezogenen, bereits rechtskräftigen Urteilen ergeben. 

2. B._____ (Vater) und C._____ (Sohn) 

2.1. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach B._____ mit Urteil vom 

19. Februar 2014 (Urk. 28/1)  

- des mehrfachen Verbrechens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung 
mit Art. 19 Abs. 2 lit. a und b BetmG und  

- 18 - 

- der mehrfachen Gehilfenschaft zum Anstaltentreffen einer Widerhandlung gegen das 
BetmG im Sinne von Art. 25 StGB in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. g und Abs. 2 lit. a 
BetmG 

schuldig und bestrafte ihn mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, woran 600 Tage Haft 

angerechnet wurden (Urk. 28/1 Urteil S. 110). 

Aus dem begründeten Urteil ergibt sich im Wesentlichen, dass B._____ in 19 von 

27 Anklagepunkten (darunter die gegen den heutigen Beschuldigten zu beurtei-

lenden Vorgänge 5 und 22 der Aktion H._____; in dortiger Anklage Ziffern 1 und 

16) verurteilt wurde, weil er im grossen Stil die Einfuhr von mehreren Kilogramm 

Heroin organisierte, bei der Übergabe mitwirkte, andere für sich arbeiten liess und 

kiloweise Heroin bunkerte, mithin keineswegs in der unteren Hierarchiestufe an-

zusiedeln war (Urk. 28/1 S. 101). Ausserdem traf er Anstalten zur Einfuhr von 

grossen Mengen Heroin und spielte bei der Beschaffung der entsprechend über-

wiesenen Gelder eine wichtige Rolle (Urk. 28/1 S. 103).  

2.2. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach C._____ (Sohn des 

B._____) mit Urteil vom 26. Februar 2015  

- des mehrfachen Verbrechens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und g BetmG in Verbindung mit 
Art. 19 Abs. 2 lit. a und b BetmG  

schuldig und bestrafte ihn mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, woran 972 Tage Haft an-

gerechnet wurden (Urk. 28/2 Urteil S. 79).  

C._____ wurde - was bezüglich des vorliegenden Verfahrens von Relevanz ist - 

betreffend den Vorgang 5 der Aktion H._____ (dortige Anklageziffer 1) im Gegen-

satz zu seinem Vater freigesprochen, jedoch folgte bezüglich Vorgang 22 dersel-

ben Aktion (dortige Anklageziffer 6) ein Schuldspruch (Urk. 28/2 S. 79).  

2.3. Sowohl dem Urteil gegen B._____ als auch demjenigen gegen C._____ liegt 

bezüglich des Vorgangs 22 derselbe Sachverhalt zugrunde wie in vorliegender 

Anklageziffer I.2, jedoch mit der Ausnahme, dass bereits die dortige Anklage da-

von ausging, die Einfuhr des Heroins habe nicht erstellt werden können. 

2.4. Im Hinblick auf die Würdigung im vorliegenden Verfahren ist jedoch von Be-

deutung, dass B._____ und C._____ bezüglich des Vorgangs 33 (der vorliegend 

- 19 - 

nicht Gegenstand der Anklage ist) schuldig gesprochen wurden, weil es die Di-

mension aufzeigt, innerhalb welcher sich der Anklagesachverhalt gegen den heu-

tigen Beschuldigten abspielte. Dabei ging das Gericht im Urteil gegen B._____ 

noch davon aus, lit. e) 2. Satz und lit. f) der Anklage seien nicht erstellt (Urk. 28/1 

Anklageziffer 11 Anklage S. 8 ff. und Urk. 28/1 S. 73-75 [B._____]), wohingegen 

das Gericht später im Verfahren gegen C._____ aufgrund dessen Zugabe auch 

diesen Teil der Anklage, mithin den gesamten Anklagesachverhalt betreffend 

Vorgang 33 als erstellt dem Schuldspruch zugrunde legte (Urk. 28/2 Anklageziffer 

5 Anklage S. 6 ff. und Urk. 28/2 S. 63 und 38-55 [C._____]).  

2.5. Im übrigen ergibt sich aus Anklage und Urteil gegen B._____, dass dieser 

von März bis Juni 2012 Dutzende Male Heroin jeweils mindestens im Hundert-

gramm-Bereich und auch Streckmittel an Abnehmer lieferte sowie Drogenerlös 

entgegen nahm, wobei er sich oft von seinem Sohn, aber auch von F._____, 

chauffieren liess. Auch kannte er das Drogenlager von F._____ in J._____, holte 

er auch selbst dort gelagertes Streckmittel, um es an Abnehmer weiter zu geben. 

In einigen Fällen schickte er auch F._____, sowohl um Drogen zu übergeben, als 

auch um den Erlös von den Abnehmern abzuholen. 

3. E._____  

3.1. Die 9. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich sprach E._____ mit Urteil vom 

19. Februar 2014  

- des mehrfachen Verbrechens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung 
mit Art. 19 Abs. 2 lit. a und b BetmG  

- der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB und 

- des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG 

schuldig und bestrafte ihn mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, woran 576 Tage Haft an-

gerechnet wurden (Urk. 28/3 Urteil S. 52). 

3.2. E._____ war weitgehend geständig, insbesondere auch, mit Heroin gehan-

delt zu haben. Im übrigen wurde der angeklagte Sachverhalt erstellt (Urk. 28/3 

S. 7). Gemäss den Erwägungen im Urteil lag dem Schuldspruch zugrunde, dass 

E._____ mit knapp zehn Kilogramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 

- 20 - 

38 % in Dutzenden von Vorgängen in einer relativ kurzen Zeit zwischen Ende 

Februar und Ende Juli 2012 handelte (Urk. 28/3 S. 43 f. und S. 40). Er wirkte bei 

der Einfuhr von rund sechs Kilogramm Heroingemisch mit, liess jedoch andere für 

sich arbeiten, um alsdann den Drogenerlös einzustreichen. Aus der dem Urteil 

zugrunde liegenden Anklage ergibt sich weiter, dass E._____ in unzähligen Malen 

Heroin durch F._____ an verschiedene Abnehmer liefern und den Drogenerlös 

einziehen liess, wobei dieser dazu quer durch die Schweiz nach Genf, Fribourg, 

Bern und Wettingen reiste. Ausserdem gab E._____ zu, dass er das Magazin von 

F._____ als Drogenbunker benutzte und dass er mindestens 7,1 Kilogramm 

Streckmittel organisiert und dieses nebst einer zur Herstellung von Heroinblöcken 

dienenden hydraulischen Presse sowie einer elektronischen Waage im Drogen-

bunker bei F._____ in J._____ lagerte. Auch war er keineswegs auf Anweisung 

hin tätig und nicht in unterer Hierarchiestufe anzusiedeln und vermittelte von Al-

banien aus B._____ auch einen Heroinabnehmer. Weil aber B._____ keinen wei-

teren Drogenhandel mehr mit ihm tätigen wollte, führte er seine Heroingeschäfte 

mit anderen Mittätern weiter. Ein Sachzusammenhang zum vorliegenden Verfah-

ren besteht namentlich betreffend Vorgang 5 aus der Aktion H._____ (Ziffer I.1. 

der Anklage gegen E._____; Urk. 28/3 Anklage S. 2), worauf nochmals zurückzu-

kommen sein wird. 

4. F._____  

4.1. Das Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, sprach F._____ mit Urteil vom 

23. Januar 2015 (Urk. 67/42) 

- des mehrfachen Verbrechens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und g BetmG in Verbindung mit 
Art. 19 Abs. 2 lit. a und b BetmG  

- der mehrfachen Gehilfenschaft zum Verbrechen gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Ver-
bindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und Art. 25 StGB 

- der Gehilfenschaft zum Verbrechen gegen Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG in Verbindung mit 
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und Art. 25 StGB und 

- des Vergehens gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 7 abs. 1 WG und 
Art. 12 lit. f WV 

schuldig, woraufhin das Obergericht des Kantons Zürich in Bestätigung des un-

angefochtenen Schuldspruchs eine Strafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe ausfällte, 

woran 224 Tage Haft angerechnet wurden (Urk. 28/4 Urteil S. 18). 

- 21 - 

4.2. F._____ wurde wegen seiner mannigfaltigen Unterstützung der beiden Dro-

genhändler B._____ und E._____ beim Verkauf von grossen Mengen Heroin spä-

testens ab Februar 2012 verurteilt. Dabei stellte er sein Firmenfahrzeug und den 

Lagerraum seines Malergeschäfts im Untergeschoss an der K._____-Strasse … 

in J._____ als sogenannten Bunker für Heroin sowie Streckmittel zur Verfügung. 

Insbesondere chauffierte er die beiden Dealer in einer Vielzahl von Fällen beim 

schweizweiten Ausliefern von grossen Heroinmengen, lieferte aber auch eigen-

händig solche aus und übernahm den Drogenerlös. Schliesslich unterstützte er 

B._____ auch beim Versand von grossen Geldbeträgen, welche der Bezahlung 

von Heroineinfuhren dienten, in den Balkan (Urk. 67/42 Anklage S. 2). Auch be-

züglich F._____ besteht ein Sachzusammenhang zum vorliegenden Verfahren in 

den Vorgängen 5 und 22 der Aktion H._____.  

Bezüglich des Vorgangs 22 war F._____ ebenso wie bezüglich des Vorgangs 5 

hinsichtlich der Mitwirkung bei der Weitergabe von Geldbeträgen zwecks Heroin-

einfuhr geständig. Demnach brachte er am 22. März 2012 zusammen mit 

B._____ Fr. 70'000.– zu L._____ nach M._____ und übernahm am 12. Juni 2012 

von B._____ Fr. 35'000.–, wobei er am nächsten Tag Fr. 15'000.– via Reisebüro 

N._____ und Fr. 20'000.– durch einen Passagier namens O._____ nach Skopje 

überbringen liess, wo es C._____ in Empfang nahm (Urk. 67/42 S. 43-50). 

 

B. Einfuhr von Heroin (Anklageziffer I.1. und I.2.) 

1. Anklage 

Diesem Anklagepunkt liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde, 

dessen Einzelheiten, namentlich die genauen Daten, Zeiten und Örtlichkeiten, der 

Anklageschrift zu entnehmen sind (Urk. 18 S. 2-5): 

Der Beschuldigte habe zwischen dem 28. Februar 2012 und dem 2. April 2012 

zusammen mit seinem Vater D._____, C._____ und B._____, E._____, F._____ 

und G._____ aktiv an der Einfuhr von Heroin im mehrfachen Kilobereich mitge-

- 22 - 

wirkt, indem er einerseits bei den Besprechungen des Geschäfts beteiligt, ande-

rerseits bei der Organisation und Durchführung der Lieferung selbst mitgewirkt 

habe (Anklageziffer Ziff. I.1., Urk. 18 S. 2-4).  

Zudem habe der Beschuldigte in gleicher Weise und mit denselben involvierten 

Beteiligten eine weitere Heroineinfuhr im mehrfachen Kilobereich zwischen dem 

28. Mai 2012 und 28. Juni 2012 organisiert und umgesetzt (Anklageziffer Ziff. I.2., 

Urk. 18 S. 4-5). Dabei sei er - zusammengefasst - jeweils für die konkreten Ver-

handlungen, den Informationsaustausch, die Entgegennahme des Geldes, die 

Beauftragung des Kuriers und die Sicherstellung der Übergabe der Betäubungs-

mittel in der Schweiz zuständig gewesen (Urk. 18 S. 2-5).  

2. Einwendungen der Verteidigung 

Nebst der einleitenden Kritik wegen angeblich formell nicht verwertbarer TK-

Protokolle machte die Verteidigung im Wesentlichen geltend, die Anklage beruhe 

lediglich auf Indizien, welche kein schlüssiges Gesamtbild ergäben und auf reinen 

Vermutungen bezüglich der Frage basiere, wer die in den Gesprächen mit "Va-

ter", "der Jüngere", "der Ältere" oder "D'._____" bezeichneten Personen tatsäch-

lich seien, so dass der Anklagesachverhalt mittels der seitens der Staatsanwalt-

schaft eingereichten Beweismittel keinesfalls erstellt sei (Urk. 46 S. 8; Urk. 71 

S. 8).  

Im übrigen sei, selbst wenn der Anklagesachverhalt erstellt werden könnte, der 

angebliche Tatbeitrag des Beschuldigten jedenfalls nicht klar, und möglich sei 

entgegen der Anklagebehörde auch eine untergeordnete Beteiligung des Be-

schuldigten lediglich als Informations- und Geldbote, ohne Tatherrschaft und da-

mit lediglich als Gehilfe. Ausserdem sei insbesondere beim Anklagesachverhalt 

Ziffer I.2. (Vorgang 22) unklar, ob es überhaupt zu einer Einfuhr gekommen sei 

(Urk. 18 S. 9 f.). 

- 23 - 

3. Sachverhaltserstellung / Beweiswürdigung 

4.1. Vorgang 5 (Anklageziffer I.1.) 

4.1.1. Die Vorinstanz hielt nach einlässlicher und überzeugender Beweiswürdi-

gung (Urk. 56 S. 13-43) den in Ziffer I.1. der Anklageschrift festgehaltenen Sach-

verhalt als erstellt, mit Ausnahme der Beauftragung eines Kuriers mit dem Trans-

port des Heroins, der Reise in die Schweiz zwecks Überwachung und Sicherstel-

lung der Heroinlieferung und die Heroinübergabe selbst (Urk. 56 S. 58 f.).  

Mit nachvollziehbarer und sorgfältiger Begründung wies die Vorinstanz die dem 

Beschuldigten zuzurechnenden Telefonnummern nach (Urk. 56 S. 14-21), so 

dass er als für die Nummern 1 und 2 (Vorwahl für Mazedonien 00389) identifizier-

ter Teilnehmer zu betrachten ist (Urk. 56 S. 21). Ebenfalls zeigte sie schlüssig auf, 

dass es sich bei der "Person", mit welcher sich C._____ am 28. März 2012 traf 

und die Ende März 2012 in die Schweiz kommen würde, um den Beschuldigten 

handelte (Urk. 56 S. 37).  

Im übrigen hielt sie namentlich fest, dass sich den TK-Protokollen mit genügender 

Klarheit entnehmen lasse, dass sich C._____ am 28. Februar 2012 mit "D'._____" 

bzw. D._____ getroffen habe. Bei diesem Treffen sei über eine Heroinlieferung im 

mehrfachen Kilobereich gesprochen worden. In der Folge habe B._____ seinen 

Sohn C._____ angewiesen, € 5'000.– den Geschäftspartnern zu übergeben. Wei-

ter sei erstellt, dass sich C._____ vor oder am 6. März 2012 mit D._____ und dem 

Beschuldigten getroffen habe, welcher anlässlich dieses Treffens einen Kilopreis 

von € 28'000.– für das zu liefernde Heroin verlangt habe. Am 23. März 2012 sei 

D._____ von Skopje nach Zürich geflogen, von wo er durch B._____ abgeholt und 

bei diesem zuhause einquartiert worden sei. Am gleichen Tag habe F._____ 

Fr. 70'000.– an L._____ in dessen Wohnung in M._____ übergeben, damit dieser 

das Geld an C._____ übermittle. Dieses Geld habe als Teilzahlung für die geplan-

te Heroinlieferung im mehrfachen Kilobereich gegolten und sei letztlich zum Be-

schuldigten gelangt. In einer Textnachricht vom 25. März 2012 an B._____ habe 

der Beschuldigte dann in Aussicht gestellt, dass er am 27. März 2012 bei ihm sein 

bzw. in die Schweiz kommen werde. C._____ habe sich am 28. März 2012 ein 

- 24 - 

weiteres Mal mit dem Beschuldigten getroffen, wobei ihm dieser mitgeteilt habe, 

dass er am 30. oder 31. März 2012 in die Schweiz reisen werde, was C._____ 

sogleich seinem Vater B._____ mitgeteilt habe. Am 31. März 2012 habe dann 

B._____ an D._____ Fr. 5'000.– (mutmasslich für den Kurierlohn) bezahlt (Urk. 56 

S. 42 f.).  

4.1.2. Auf diese Erwägungen der Vorinstanz, die eine sorgfältige und zutreffen-

de Beweiswürdigung vornahm, kann - mit Ausnahme der Verneinung des Nach-

weises der Lieferung und Übergabe der Drogen - vollumfänglich verwiesen wer-

den (Art. 82 Abs. 4 StPO), da auch unter Einbezug der unter dem Titel "Sachzu-

sammenhang" unter vorstehender Ziffer III.A. angeführten rechtskräftigen Ent-

scheide gegen die Mitbeteiligten kein Zweifel daran besteht, dass sich der Sach-

verhalt diesbezüglich wie vorliegend angeklagt zugetragen hat.  

Auch wenn es dem Gericht angesichts der zurückgezogenen Anschlussberufung 

der Staatsanwaltschaft und des zu beachtenden Verbots der reformatio in peius 

verwehrt ist, den Sachverhalt über denjenigen hinaus auszudehnen, den die Vor-

instanz als erstellt erachtete (Art. 391 Abs. 2 StPO), ist nachfolgend ferner aufzu-

zeigen, dass die Indizienlage – entgegen den Erwägungen der Vorinstanz – auch 

die Erkenntnis zulassen würde, dass es zur eingeklagten Heroinlieferung und       

-übergabe gekommen ist.  

4.1.3. Vorab ist vor dem Hintergrund des Sachzusammenhangs bezüglich des 

Vorgangs 5 darauf hinzuweisen, dass die diesbezüglich grundsätzlich gleichlau-

tende Anklage gegen B._____ einen gegenüber dem vorliegenden Anklagesach-

verhalt detaillierteren Geschehensablauf in den Unterabschnitten c), d), e) und g) 

bis l) sowie n) bis q) enthält (Urk. 28/1 Anklage S. 3 f.). Zentral jedoch ist beim Ur-

teil gegen B._____, dass das Gericht nach erfolgter sorgfältiger Beweiswürdigung 

zum Schluss kam, der Anklagesachverhalt sei mit Ausnahme der Drogenmenge 

erstellt. Dass aber tatsächlich eine Heroinlieferung stattfand, die B._____ in der 

Nähe des Spitals … entgegen nahm, hielt das Gericht - entgegen der Vorinstanz 

im vorliegenden Verfahren - für erstellt und legte es seinem Urteil zugrunde. Le-

diglich die angeklagte Menge von 10 Kilogramm Heroinmischung hielt das Gericht 

aufgrund verschiedener Interpretationen des Begriffs "Hand" bzw. "Hände" für 

- 25 - 

nicht nachgewiesen. So ging es immerhin davon aus, dass es sich bei der am 

2. April 2012 erfolgten Lieferung aus dem Ausland und der Übergabe in der Nähe 

des Spitals … um ein Heroingemisch im Kilobereich handelte (Urk. 28/1 S. 36).  

4.1.4. Im Verfahren gegen F._____ wurde durch das erkennende Gericht er-

stellt, dass B._____ am Abend des 2. April 2012 in der Nähe des Spitals …, wo-

hin F._____ ihn chauffiert hatte, von einem Kurier (angesichts des Kaufpreises 

von Euro oder Fr. 100'000.– und der Herkunft aus dem Balkan) eine grössere 

Menge Heroin im Kilobereich entgegennahm, so dass F._____ nachgewiesen 

wurde, dass er von der bevorstehenden Drogenlieferung wusste und in Kauf 

nahm, dass es sich um eine grössere Heroinmenge im Kilobereich handeln könn-

te (Urk. 67/42 S. 54-56), worauf es ihn entsprechend schuldig sprach. 

4.1.5. Angesichts der detaillierten und sorgfältigen Beweiswürdigung in den Pa-

rallelverfahren gegen B._____ und F._____ weisen die oben wiedergegebenen 

Erkenntnisse (Ziff. 4.1.3 und 4.1.4) dringend darauf hin, dass der Beschuldigte 

zwecks einer grösseren Heroinlieferung in die Schweiz reiste, wo er sich jeden-

falls am 2. April 2012 aufhielt.  

4.1.6. Auch aus den TK-Protokollen ergibt sich vor dem Hintergrund der identifi-

zierten Teilnehmer und dem Gesamtzusammenhang eindeutig, dass der Be-

schuldigte gegenüber B._____ bereits am 17. März 2012 angegeben hatte, dass 

es mit der Lieferung gut aussehe und er sich bald mit ihm treffen werde, er sei da-

ran, die Lieferung ("Arbeit") zu erledigen und alles zu unternehmen, dass diese 

Lieferung möglichst schnell bei ihm in der Schweiz sei (Urk. 10/3 S. 14 i.V.m. 

Urk. 10/3 S. 7, wo ausserdem festgehalten ist, dass F._____ bestätigte, dass Va-

ter und Sohn A._____D._____ immer in serbokroatischer Sprache mit B._____ 

kommuniziert hätten, was die Interpretation bezüglich der Identität der Teilnehmer 

stützt). Auch die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschuldigte gegenüber 

C._____ seine Reise zwecks verabredeter Lieferung des Heroins in die Schweiz 

zunächst für den 27. März 2012 ankündigte (Urk. 56 S. 37). Aus den TK-

Protokollen ergibt sich jedoch ebenfalls zweifelsfrei, dass der Beschuldigte 

schliesslich mit Verzögerung erst am Samstag 31. März 2012 in die Schweiz auf-

brach. Dabei erweist sich als bedeutsam, dass der im Verfahren gegen B._____ 

- 26 - 

noch unbekannte Teilnehmer mit der Nummer 3 (Urk. 28/1 S. 34 f.) nunmehr im 

vorliegenden Verfahren zweifelsfrei als C._____ identifiziert wurde (Urk. 56 S. 15) 

und somit folgende Gespräche aufgrund der TK-Protokolle erstellt sind: 

- Am 17. März 2012 UM 12.03 Uhr schrieb B._____ dem Beschuldigten: "Was gibt es Neu-

es? Geht es dir gut?" was der Beschuldigte um 13.06 Uhr beantwortet mit: "Es geht mir gut. 

Wir werden uns bald sehen. Ich bin dran, die Arbeit zu erledigen." B._____ drängt auf 

Schnelligkeit mit der Begründung, dass sie sonst die Arbeit verlieren würden, worauf der 

Beschuldigte zusichert: "Ich werde alles machen, damit es möglichst schnell gemacht wird. 

Mach dir keine Sorgen." Darauf beendet B._____ das Gespräch mit einem Gruss an den 

Vater des Beschuldigten (Urk. 4 TK act. 252-256). Am 25. März 2012 kündigt der Beschul-

digte B._____ sein Kommen in zwei Tagen an und erklärt die Verzögerung mit kleinen Prob-

lemen, die er aber gelöst habe (Urk. 4 TK act. 304-306). 

- Am 27. März 2012 17.32 Uhr erkundigt sich C._____ bei seinem Vater, ob der Beschuldigte 

angekommen sei "Ist er dorthin gekommen?", worauf B._____ ihm mitteilt, dass sie auf den 

Beschuldigten warten und dessen Vater bei ihm sei (Urk. 4 TK act. 310-311). Das wird auch 

durch die polizeilichen Ermittlungen gestützt, wonach D._____ am 23. März 2012 um ca. 17 

Uhr in Zürich Kloten per Flugzeug landete und erst am 6. April 2012 über den gleichen 

Flughafen wieder aus der Schweiz ausreiste (Urk. 10/3 S. 15).  

- Nachdem sich B._____ über das Ausbleiben des Beschuldigten im Telefongespräch mit 

seinem Sohn C._____ vom 28. März 2012 15.39 Uhr aufregt und diesen anweist, den Be-

schuldigten aufzusuchen und mit ihm zu sprechen, teilt ihm C._____ um 15.49 Uhr per SMS 

mit: "Ich habe mit ihm (dem Beschuldigten) gesprochen. Um sieben Uhr werde ich ihn tref-

fen." Nach dem Treffen teilte er um 19.28 Uhr mit einer weiteren Nachricht mit: "Am Freitag, 

am Samstag wird er dort sein. Wo soll er dich treffen, und sein Vater soll nicht mit der ma-

zedonischen Nummer sprechen." Darauf schrieb um 19.36 Uhr B._____ zurück: "Ok. Ist das 

sicher?" C._____ antwortete um 19.38 Uhr: "Ja. Aber wo kannst du auf ihn warten?" Darauf 

erwiderte B._____: "Wo! Dort beim Spital. Sie wissen es." Darauf teilt C._____ mit, dass der 

Beschuldigte sie auffordere, die Telefone abzustellen und dass B._____ sich nicht bei sei-

nem Vater (sc. D._____) melden solle, weil dieser die mazedonische auf sich trage (Urk. 4 

TK act. 314-315).  

- Darauf ging die Korrespondenz zwischen B._____ und C._____ weiter. Am 31. März 2012 

um 12.43 Uhr fragte B._____ seinen Sohn: "Aber was hat er dir gesagt? Wann kommt er 

und ist es sicher?" Nachdem C._____ beschäftigt war und nicht gleich antworten konnte, 

meldete er sich später. Um 18.58 Uhr will C._____ von seinem Vater wissen, wieviel Geld 

er habe, was er mit "Er will es wissen. Weil er morgen dort sein wird" begründet. Daraufhin 

sagt B._____ zu C._____ im gleichen Gespräch: "Ich werde ihm in einer Woche 100 Tau-

- 27 - 

send machen." Das quittiert C._____ mit "Ok, ich werde es dir mitteilen. Morgen am Abend 

oder übermorgen am Morgen ist er dort. Aber er braucht hier 20" (Urk. 4 TK act. 321-324). 

C._____ teilt seinem Vater um 19.35 Uhr weiter mit: "Er wird dich anrufen. Ich glaube nicht, 

dass du es am Morgen erledigen kannst. Ist der Alte weggegangen?" Darauf antwortet 

B._____: "Er ist hier. Ich sehe ihn ein Mal in der Woche. Aber warum kann man es nicht am 

Morgen erledigen? Wenn er kommt, dann wird es erledigt." C._____ entgegnet: "Er sagte, 

er habe es bereit. Er soll nur abfahren. Es ist sicher." Worauf B._____ nachfragt: "Aber wa-

rum bricht er nicht heute Abend auf?" und C._____ antwortet: "Vielleicht fährt er heute 

Abend ab. Ich wollte ihn nicht fragen, wann er abfahren wird" (Urk. 4 TK act. 325). 

Es ist folglich entgegen der Vorinstanz erstellbar, dass der Beschuldigte zwecks 

Lieferung des längst zuvor via C._____ und B._____ sowie seinen Vater bespro-

chenen und teilweise bereits vorausbezahlten Heroins am 31. März 2012 oder 

spätestens am 1. April 2012 in die Schweiz aufbrach und sich am 2. April 2012 

bereits in der Schweiz und in der Nähe von B._____ befand: 

 Am 2. April 2012 um 9.38 Uhr rief B._____ den Beschuldigten an und fragte: "Wo bist du? 

Wie geht es dir? Was gibt's Neues?" (Urk. 4 TK act. 328). Darauf antwortete der Beschul-

digte nicht direkt. Statt dessen liegt jedoch eine Konversation von gut drei Stunden später 

zwischen B._____ und C._____ vor. Darin fragt C._____ seinen Vater: "Was ist los mit dem 

Hurensohn?" Worauf B._____ zurückfragt: "Ich weiss es nicht; hast du ihn telefonisch nicht 

erreicht?" Nur rund 3 Minuten später informiert C._____ seinen Vater um 13.19 Uhr wie 

folgt: "Ich habe mit ihm gesprochen. Er wird mir in kurzer Zeit Bescheid geben, weil er in der 

Nähe ist", worauf B._____ antwortete: "Dann gut; warten wir auf ihn" (Urk. 4 TK act. 328). 

Um 18.47 Uhr fordert C._____ seinen Vater auf: "Geh in einer halben Stunde dorthin", was 

letzterer mit "ok" quittiert (Urk. 4 TK act. 331). 

4.1.7. Weiter ist zudem aufgrund der beigezogenen Urteile erstellbar, dass 

F._____ am Abend des 2. April 2012 B._____ nach 19.00 Uhr zum Spital … 

chauffierte, damit B._____ dort die Heroinlieferung entgegen nehmen konnte 

(Urk. 67/42 S. 54-56). Das ergibt sich im übrigen auch aus den TK-Protokollen, 

worin namentlich bestätigt wird, dass B._____ - was aus der oben aufgeführten 

Kommunikation mit seinem Sohn bereits bekannt ist - auf eine Heroinlieferung 

wartete, für deren Lagerung er den Schlüssel zum als Drogenbunker verwendeten 

Magazin von F._____ in J._____ brauchte. Dass es sich beim nachfolgenden Ge-

spräch um diesen Schlüssel handelte, den F._____ für B._____ bereit hielt, ergibt 

- 28 - 

sich aus dem Gesamtzusammenhang und namentlich aus dem erstellten Sach-

verhalt im Verfahren gegen F._____ (siehe hierzu oben Ziffer III.A.4.2): 

- Am 1. April 2012 gab es einen Austausch von SMS-Nachrichten zwischen B._____ und 

F._____, beginnend um 17.50 Uhr mit folgender Nachricht von B._____: "Wo bist Du 

Freund?" F._____ um 17.58 Uhr: "In Genf. Ich fahre retour." B._____ um 17.59 Uhr: "Wann 

bist du hier? "F._____ um 18.01 Uhr: "Ich weiss es nicht. Ich bin noch immer in der Stadt. 

Ich gebe dir Bescheid. Gibt es Neuigkeiten?" B._____ um 18.01 Uhr: "Ich bin am Warten. 

Ich hoffe, ja. Aber hast du den Schlüssel?" F._____ um 18.03 Uhr: "Ja, er ist im Lastwa-

gen." Später an dem Abend schrieb B._____ um 20.38 Uhr: "Schick  mir die Nummer vom 

G'._____" (G._____). F._____ um 20.40 Uhr: "4", danach um 21.35 Uhr: "Wie geht es Dir? 

Neuigkeiten?" B._____ darauf um 21.36 Uhr: "Ich werde jetzt sprechen und gebe dir Be-

scheid. Wo bist du? Bist du gekommen?" F._____ antwortet um 21.37 Uhr, er sei am Kom-

men, worauf ihn B._____ auffordert: "Komm jetzt zu mir. Nachher kannst du weggehen", 

worauf F._____ antwortet: "In 5 Minuten bin ich dort" (Urk. 11/10 Beilage TK EV 7, act. 4 

und Urk. 4 TK act. 326 [=] Urk. 11/10 Beilage TK EV 7, act. 5). 

- Am 2. April 2012 um 18.05 Uhr setzt sich offensichtlich etwas in Bewegung, denn B._____ 

fordert F._____ auf, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen. F._____ versichert, in fünf 

Minuten bei ihm zu sein (Urk. 4 TK act. 330).  

- Nachdem C._____ seinen Vater um 18.47 Uhr per SMS aufgefordert hatte, in einer halben 

Stunde dorthin (sc. …-Spital) zu gehen (siehe vorstehende Ziffer 4.1.5), gab es am gleichen 

Abend einen SMS-Nachrichtenaustausch zwischen B._____ und F._____, beginnend um 

19.37 Uhr seitens B._____: "Wo bist du?" F._____ um 19.38 Uhr: "Vor der Garage." 

B._____ um 19.39 Uhr: "Komm zu mir" (Urk. 11/10 Beilage TK EV 7, act. 11). Später um 

19.57:53 Uhr schrieb er weiter: "Freund, du sollst dich bei mir melden, wenn du die Jungs 

abgeholt hast", worauf F._____ um 19.58:35 Uhr antwortet "Mach dir keine Sorgen" und 

B._____ nachsetzt und betont: "Schau auf diesen Jungen, weil es ist gut für beide gewor-

den" (Urk. 4 TK act. 333-334). 

- Noch vor der Antwort von F._____ schickte B._____ um 19.58:28 Uhr ein SMS mit dem In-

halt "Ich habe ihn getroffen" an C._____, worauf letzterer mit "Ok" antwortete (Urk. 4 TK 

act. 332).  

Diese Mitteilungen sind gemäss zutreffender Würdigung des jeweiligen Gerichts 

in den Verfahren gegen B._____ und F._____ nicht anders zu würdigen, als dass 

einerseits eindeutig eine Drogenübergabe unmittelbar bevorstand, bei deren 

Durchführung B._____ auf die Dienste von F._____ angewiesen war und dass 

das im voraus besprochene Treffen und damit die Drogenübergabe tatsächlich 

- 29 - 

am Abend des 2. April 2012 in der Nähe des …-Spitals … stattgefunden hat, was 

B._____ seinem Sohn sogleich mitteilte, indem er ihm schrieb "ich habe ihn ge-

troffen" und F._____ anweist, auf den "Jungen" zu schauen, da es für beide "gut 

geworden" sei (Urk. 28/1 S. 35; Urk. 67/42 S. 54 f.). Dafür, dass B._____ die Dro-

gen entgegen nahm, spricht auch der sich aus den TK-Protokollen ergebende 

Umstand, dass sich das Mobiltelefon von B._____ beim Empfang der Nachricht 

vom 2. April 2012, dass er 'dorthin gehen' solle, über die Antenne P._____-

Strasse …, … Zürich, ins Netz einloggte, welche sich einige Hundert Meter von 

seinem Wohnort in Zürich … (… [Strasse]) befindet, wohingegen sich sein Mobil-

telefon über die Antenne Q._____-Strasse …, R._____, einloggte, als er seinem 

Sohn mitteilte, dass das Treffen stattgefunden habe, welcher Standort nahe zum 

Spital … liegt. Das lässt - vor allem auch im Zusammenhang mit den Inhalten der 

TK-Protokolle - ohne weiteres den Schluss zu, dass B._____ sich am vorab ver-

einbarten Übergabetreffpunkt in der Nähe des Spitals … aufhielt, als es zum ver-

einbarten Treffen kam. Dass die Drogenübergabe tatsächlich dort von statten 

ging, wird noch durch das von der Vorinstanz angeführte Indiz der auffälligen 

Kontaktstille zwischen allen Beteiligen nach dem 2. April 2012 unterstützt (Urk. 56 

S. 42), die ja zuvor in regem Kontakt untereinander standen. Des weiteren spricht 

für die erfolgte Lieferung nicht nur das Fehlen von Reklamationen in den späteren 

Gesprächen, sondern auch die umtriebige Auslieferung von Heroinmischungen im 

April und Mai 2012 durch B._____, der dazu sowohl von seinem Sohn wie auch 

von F._____ gemäss deren rechtskräftigen Urteilen herum chauffiert wurde, da 

ihm selbst der Führerausweis entzogen worden war (Urk. 67/42, Anklage S. 3 

Ziff. 1.3). Dass eine ganz andere Lieferung diesen Bedarf abgedeckt hätte, dafür 

liegen keinerlei Anhaltspunkte in der minutiös überwachten Telekommunikation 

der Beteiligten vor, zumal B._____ offenbar dringend auf Heroinnachschub ange-

wiesen war (z.B. Urk. 4 TK act. 254), so dass eine solche Annahme jeglicher 

Grundlage entbehrt. Somit wäre rechtsgenügend nachweisbar, dass am Abend 

des 2. April 2012 in der Nähe des Spitals … ein Drogenkurier eine grosse Menge 

Heroingemisch an B._____ übergab.  

4.1.8. Die Vorinstanz nahm bezüglich des bezahlten Geldes für die Lieferung 

aus Mazedonien an, die angeklagte Transaktion von € 13'300.– sei im Gegensatz 

- 30 - 

zu den erstellten Zahlungen von € 5'000.– vom 28. Februar 2012, Fr. 70'000.– via 

L._____ und F._____ sowie € 5'000.– vom 28. März 2012, welche B._____ glei-

chentags an D._____ übergab, nicht nachgewiesen (Urk. 56 S. 38 und 42 f. und 

oben Ziff. III.B.4.1.1.). Dem kann beigepflichtet werden. Die Telefonüberwachung 

weist indessen stark darauf hin, dass B._____ auf Drängen von D._____, das ihm 

sein Sohn C._____ weiterleitete, am 31. März 2012 Fr. 20'000.– oder € 20'000.– 

mit einem Chauffeur nach Mazedonien schickte. So teilte ihm C._____ mit: "Mor-

gen oder übermorgen am Morgen ist er dort. Aber er braucht hier 20", worauf 

C._____ bekräftigte: "Nein, er spottet nicht. Es ist wirklich so". Darauf lenkte 

B._____ ein und fragte: "Gut. Wem soll ich es geben? Dem Chauffeur?", was 

C._____ bejahte (Urk. 4 TK act. 324). Im Gesamtkontext der überwachten Tele-

fongespräche ist somit auch die Übergabe von 20'000 Franken oder Euro erstell-

bar.  

4.1.9. Dass es sich somit vorliegend anklagegemäss um die Einfuhr eines Hero-

ingemisches mit einer Menge im mehrfachen Kilobereich handelte, ist aufgrund 

des im Zusammenhang mit dieser Drogenlieferung stehenden erstellten Preises 

von Fr. 28'000.– pro Kilogramm (siehe Anklageziffer I.1.3 und Urk. 56 S. 43; 

Urk. 4 TK act. 186, 187, 195) und den Zahlungen in der Grössenordnung von 

mindestens Fr. 100'000.– ebenfalls rechtsgenügend nachweisbar, ergibt der be-

zahlte Betrag doch eine Menge von rund 3 ½ Kilogramm Heroingemisch. 

4.1.10. Somit wäre vorliegend entgegen der Vorinstanz der gesamte, dem Be-

schuldigten unter Ziffer I.1. vorgeworfene Anklagesachverhalt rechtsgenügend 

nachgewiesen, insbesondere auch Ziff. I.1.6. In Beachtung des Verbots der re-

formatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist der rechtlichen Würdigung jedoch nur 

derjenige Sachverhalt zu Grunde zu legen, welchen die Vorinstanz als erstellt er-

achtete.  

4.2. Vorgang 22 (Anklageziffer I.2.) 

4.2.1. Bezüglich der Anklageziffer I.2. (Vorgang 22) hielt die Vorinstanz den an-

geklagten Sachverhalt mit Ausnahme der Behauptung in der Anklageschrift, wo-

nach ein Kurier kurz nach dem Beschuldigten mit der besprochenen Lieferung in 

- 31 - 

die Schweiz eingereist sei, C._____ die Nachricht von dessen Eintreffen erhalten 

und F._____ daraufhin die Drogenlieferung übernommen und in ein Versteck 

transportiert habe, für erstellt (Urk. 56 S. 56 und S. 60). 

4.2.2. Wie zu Vorgang 5 ist auch bezüglich des Vorgangs 22 vorab zu betonen, 

dass die unter dem Titel "Sachzusammenhang" unter vorstehender Ziffer III.A. 

angeführten rechtskräftigen Entscheide gegen die Mitbeteiligten mit den vorne un-

ter Ziffer II.3.4.3 dargelegten Einschränkungen in die Beweiswürdigung einzube-

ziehen sind.  

a) Allerdings ist bei der isolierten Betrachtung der vorliegenden Anklageziffer 

I.2.1. einzig in Bezug auf den im Titel benannten Vorgang 22 Vorsicht geboten. 

Nach einem Vergleich mit den Anklagen in den rechtskräftig beurteilten Verfahren 

ist insbesondere auf Abweichungen bezüglich des unterschiedlich dargestellten 

Ablaufs näher einzugehen, zumal B._____ und C._____ bezüglich des Vorgangs 

33 (der vorliegend nicht Gegenstand der Anklage ist) schuldig gesprochen wur-

den (siehe oben Ziffer III.A.2.4.), welcher den Zeitraum vom 28. Mai 2012 bis und 

mit 29. Juni 2012 umfasst (Urk. 28/1 Anklageziffer 11. Anklage S. 8 ff. [B._____] 

und Urk. 28/2 Anklageziffer 5. Anklage S. 6 ff. [C._____]). Damit tangiert der Vor-

gang 33 infolge des sich überschneidenden Zeitraums vorliegende Anklageziffer 

I.2., die ein Geschehen vom 28. Mai 2012 bis und mit 29. Juni 2012 zum Gegen-

stand hat (Urk. 18 S. 4), ganz wesentlich, so dass ein Blick auf die Anklagen und 

Urteile gegen die Mitbeteiligten C._____ und B._____ unerlässlich ist (Urk. 28/1 

und 28/2). Zusammengefasst wurde in ihren Verfahren folgender Sachverhalt er-

stellt:  
C._____ wurde am 28. Mai 2012, ab. 20.19 Uhr, von seinem Vater per SMS informiert, 

dass sie für den übernächsten Tag Fr. 150'000.– als Anzahlung für die bevorstehende He-

roinlieferung benötigen, damit der Lieferant 20 Kilogramm Heroin bringen könne, wodurch 

sie sich einen Gewinn in der Höhe von einer halben Million Franken erhofften. B._____ be-

schloss, keine Anzahlung zu leisten, sondern zunächst sechs Kilogramm Heroin bei der 

Übernahme zu bezahlen und informierte seinen Sohn darüber. Nachdem er den Lieferan-

ten kontaktiert hatte, teilte C._____ am 31. Mai 2012 seinem Vater mit, dass der Lieferant 

die Lieferung für den folgenden Sonntag in Aussicht gestellt habe. B._____ und C._____ 

besprachen am 1. Juni 2012, insgesamt Fr. 100'000.– für das Heroin zu bezahlen. B._____ 

informierte am 4. Juni 2012 sowohl den Lieferanten in Mazedonien als auch seinen Sohn 

- 32 - 

darüber, dass die Heroinlieferung inzwischen eingetroffen war. C._____ instruierte darauf-

hin noch am gleichen Abend seinen Vater, wie dieser sich trotz entladener Batterie Zugang 

zum Personenwagen Audi A6 von C._____ verschaffen konnte, worauf B._____ das gelie-

ferte Heroin im Kofferraum des Audi A6 deponierte.  

Nachdem C._____ am 25. Juni 2012 zu seinem Vater in die Schweiz gefahren war, bega-

ben sich Vater und Sohn B._____C._____ am 27. Juni 2012 um 19.08 Uhr zusammen in 

die von B._____ als Drogenbunker genutzte Tiefgarage an der S._____-Strasse … in Zü-

rich, wo B._____ das dort gelagerte Heroin aus dem Audi A6 seines Sohnes in seinen ei-

genen Personenwagen Peugeot 307 umlud, während C._____ Schmiere stand. Nach der 

Festnahme von C._____ und B._____ am frühen Morgen des 29. Juni 2012 konnten im 

genannten Peugeot insgesamt 5,59 Kilogramm Heroinmischung sichergestellt werden, wo-

von in einem Abfallsack im Kofferraum acht Pakete mit 3,64 Kilogramm Heroinmischung 

sowie in einem Karton unter dem Beifahrersitz zwei Plastikbeutel mit 1,95 Kilogramm Hero-

inmischung (Urk. 28/1 S. 73-75 [B._____]; Urk. 28/2 S. 63 und 38-55; insb. S. 54 und 55 

[C._____]). 

Dieser erstellte Sachverhalt ist zur Würdigung der vorliegend zu beurteilenden 

Sachverhaltsabschnitte als Auslegungshilfe gedanklich in den Vorgang 22 zu in-

tegrieren, da er die zeitliche Lücke zwischen dem 28. Mai 2012 und dem 6. Juni 

2012 schliesst (Urk. 18 Ziffern 2.1. und 2.2.) und darin dem Beschuldigten nicht 

etwas anderes oder mehreres angelastet würde, als sich aus der vorliegenden 

Anklageschrift (hauptsächlich zum 28. und 30. Mai 2012) bereits ergibt. 

Damit steht fest, dass das in vorliegender Anklageziffer I.2.1. zum Vorgang 22 der 

Aktion H._____ genannte Geschehen insofern auch zum Vorgang 33 gehört, da 

die dort angeklagte Heroineinfuhr von sechs Kilogramm mit Übernahme durch 

B._____ und Deponierung derselben zuerst im Audi A6 von C._____ mit nachfol-

gendem Umlad in den Peugeot 307 seines Vaters abgeschlossen war, als sich 

das in Ziffer I.2.2. bis I.2.7. Geschilderte abspielte. Da jedoch Gegenstand der 

Gespräche zwischen dem Drogenlieferanten und B._____C._____ die Einfuhr 

von insgesamt 20 Kilogramm Heroin war, bezüglich Vorgang 33 jedoch bereits 6 

Kilogramm geliefert wurden, verbleibt die Restmenge als Grundlage für den weite-

ren Verlauf gemäss Vorgang 22. Abgesehen davon handelten in dieser Zeit die 

gleichen Akteure auf beiden Seiten des Geschäfts weiter miteinander zusammen, 

so dass auch kein sachlicher Bruch im Verhalten zu einer isolierten Betrachtung 

Anlass gäbe. 

- 33 - 

b) Vor dem Hintergrund, dass B._____ und C._____ sowie F._____ bezüglich 

des Vorgangs 22 in ihren Verfahren je schuldig gesprochen wurden (siehe oben 

Ziff. III.A.2. und A.4.), kann zudem der in den dortigen Anklagen zeitlich zwischen 

den vorliegenden Anklageziffern I.2.1. und 2.2. positionierte, etwas detaillierter 

aufgeführte, Ablauf zwischen dem 6. und dem 9. Juni 2012 (Urk. 28/1 Anklagezif-

fer 16 Anklage S. 11 ff. [B._____] und Urk. 28/2 Anklageziffer 6 Anklage S. 8 f. 

[C._____]) ohne weiteres an dieser Stelle zur Beweiswürdigung hinsichtlich des 

vorliegenden Anklagevorwurfs herangezogen werden, zumal er je vom erkennen-

den Gericht als erstellt dem Schuldspruch zugrunde gelegt wurde (Urk. 28/1 

S. 82-88 [B._____]; Urk. 28/2 S. 55-61, insb. S. 56 [C._____]). Ausserdem wur-

den die entsprechenden TK-Protokolle (Beilagen zu Urk. 11/13; TK-Prot. vom 

6.6.2012, ab 13:33:25 Uhr; vom 6.6.2012 ab 14:17:08 Uhr; vom 6.6.2012 ab 

15:04:17 Uhr; vom 6.6.2012 ab 17:47:56 Uhr; vom 8.6.2012 ab 15:24:41 Uhr und 

vom 9.6.2012 ab 21:55:28 Uhr) dem vorliegend Beschuldigten ebenfalls vorgehal-

ten (Urk. 11/13 S. 18-19, 20-22), so dass er sich dazu äussern konnte, selbst 

wenn die einzelnen Gespräche zwischen dem 6. und 9. Juni 2012 in der vorlie-

genden Anklageschrift nicht explizit aufgeführt sind. Der massgebliche Sachver-

halt ist hier kurz darzustellen: 

C._____ wurde am 6. Juni 2012 ab 11.24 Uhr von seinem Vater aufgefordert, einen Heroinlie-

feranten zu treffen, was er umgehend ausführte. Bereits um 13.09 Uhr meldete C._____ zu-

rück, der Heroinlieferant brauche an diesem oder am folgenden Tag Geld. Er forderte darauf 

seinen Vater auf, so viel Geld wie möglich zu schicken, worauf dieser ankündigte, mit etwas 

Glück Fr. 50'000.– zusammen zu bringen. C._____ fragte darauf um 14.19 Uhr seinen Vater 

an, ob dieser bis am folgenden Samstag das Geld schicken könne. Seinerseits forderte 

B._____ seinen Sohn auf, ebenfalls Fr. 50'000.– zu organisieren. Von C._____ erhielt er ab 

15.04 Uhr die Antwort, dass er mit einem Kreditgeber über $ 50'000.– und über die Dauer von 

einem Monat, für die er die Summe ausleihen sollte, gesprochen habe. Am 8. Juni 2012 teilte 

C._____ seinem Vater jedoch mit, der Kreditgeber habe einen Kredit abgelehnt. Darauf setzte 

C._____ seinen Vater am 9. Juni 2012 darüber in Kenntnis, dass er am Folgetag den Heroinlie-

feranten treffen werde. B._____ forderte seinen Sohn auf, dem Lieferanten in Aussicht zu stel-

len, dass er Fr. 50'000.– am Montag erhalten werde.  

Dieser erstellte Sachverhalt ist zur Würdigung der zu beurteilenden Sachverhalts-

abschnitte des Vorgangs 22, wie er vorliegend dem Beschuldigten angelastet 

- 34 - 

wird, als Auslegungshilfe zu integrieren, schliesst er doch die zeitliche Lücke zwi-

schen dem 6. und dem 12. Juni 2012 (Urk. 18 Ziffern 2.2. und 2.3.). 

c) Im übrigen ist der in den Verfahren gegen C._____ und B._____ erstellte 

Sachverhalt zum Vorgang 22 (und somit in Bezug auf Anklageziffer I.2.) ebenfalls 

in die Beweiswürdigung einzubeziehen. Laut den rechtskräftigen Urteilen verhielt 

es sich wie folgt: 

C._____ begab sich am 12. Juni 2012 zum Heroinlieferanten, der für den folgenden Tag 

€ 30'000.– verlangte, worauf ihm sein Vater versprach, dieses Geld zu schicken. C._____ 

übernahm am Nachmittag des 13. Juni 2012 auf dem Flughafen Skopje einen Betrag von 

Fr. 35'000.–, den ihm sein Vater via F._____ durch das Reisebüro N._____ bzw. einen 

O._____ zukommen liess. Am 14. Juni 2012 informierte C._____ ab 19.30 Uhr seinen Vater, 

dass der Lieferant acht bis zehn Kilogramm Heroin liefern könne. In der Folge verzögerte sich 

die Heroinlieferung, worauf C._____ befürchtete, die Lieferanten würden das Heroin einem an-

deren Abnehmer verkaufen. Er informierte am 23. Juni 2012 seinen Vater darüber, wo sich der 

Kurier befand ("Ja, ich habe ihn getroffen. Es geht ihm gut. Er ist in diesem Land angekommen 

in welchem er sein Mann hat.") und reiste selbst am 25. Juni 2012 in die Schweiz, um beim 

Eintreffen der Lieferung anwesend zu sein. C._____ wurde am 29. Juni 2012 in Zürich zusam-

men mit seinem Vater, D._____, G._____ und A._____ in der Wohnung seines Vaters verhaf-

tet (Urk. 28/1 S. 87 f.; Urk. 28/2 S. 61). 

4.2.3. Gestützt auf den Wahrnehmungsbericht der Kantonspolizei zum 

28./29. Juni 2012 steht fest, dass C._____ und B._____, D._____ und A._____ 

sowie G._____ am 28. Juni 2012 um 21.45 Uhr auf der Terrasse des Restaurants 

T._____ in Zürich an einem Tisch Platz nahmen, worauf 20 Minuten später auch 

F._____ zu ihnen stiess. Um 23.25 Uhr telefonierte C._____, woraufhin sich die 

Männer trennten: C._____ ging mit den A._____D._____s und G._____ in die 

Wohnung seines Vaters zurück, wohingegen dieser zusammen mit F._____ zwar 

je in ihren Autos, aber in die gleiche Richtung, davon fuhr. Um 00.28 Uhr spazier-

te B._____ von der U._____-Strasse her kommend zu sich nach Hause und ging 

in seine Wohnung (Urk. 10/4 S. 4 f.).  

Dafür, dass B._____ und F._____ tatsächlich in dieser Nacht die erwartete Hero-

inlieferung entgegen nahmen, weisen ferner die nachfolgend darzulegenden Indi-

zien hin, die sich derart zu einem Gesamtbild verdichten, dass an sich – entgegen 

- 35 - 

der Vorinstanz – angenommen werden müsste, dass es sich tatsächlich so zuge-

tragen hat: 

a) Hierbei ist von Bedeutung, dass sich insbesondere aus dem bereits erledig-

ten Strafverfahren gegen F._____ klar ergibt, dass dieser B._____ jeweils tatkräf-

tig bei der Auslieferung der Drogen, aber auch beim Bunkern derselben 

(Urk. 67/42 S. 105 [F._____]) und beim Einziehen des Drogenerlöses unterstützte 

und jeweils auf entsprechenden Anruf, resp. Aufforderung, hin von B._____ an 

Ort und Stelle kam (siehe oben III.A.4. und Vorgang 5 [III.B.4.1.6.]). Dass vorlie-

gend ein damit übereinstimmendes Verhalten von F._____ beobachtet werden 

konnte, namentlich dass er als letzter zur Gruppe der Männer dazustiess, um sich 

wenig später zusammen mit B._____ - und nicht mit jemand anderem aus der 

Gruppe der Männer - von der Pizzeria zu entfernen, B._____ dann jedoch später 

alleine nach Hause ging, lässt den Schluss zu, dass wiederum sie beide - wie be-

reits bezüglich Vorgang 5 nachgewiesen - zur Drogenübernahme schritten.  

b) Feststeht sodann ausserdem, dass der Beschuldigte in die Schweiz kam 

und B._____ persönlich traf: C._____ hatte seinem Vater angekündigt, dass der 

Kurier mit "8 oder 10" unterwegs sei (Urk. 28/2 S. 60 und 61 [C._____]; Urk. 11/13 

Sammelbeilage TK-Protokolle vom 14.6.2012) und teilte ihm am 23. Juni 2012 per 

SMS mit: "Ja, ich habe ihn getroffen. Es geht ihm gut. Er ist in diesem Land ange-

kommen in welchen er sein Mann hat", woraufhin C._____ in der Nacht vom 

24. auf den 25. Juni 2012 zu seinem Vater in die Schweiz reiste (Urk. 28/2 S. 60 

und 61 [C._____]; Urk. 28/1 S. 87 [B._____]). Vor dem Hintergrund des nachmali-

gen von der Polizei in Zürich observierten Treffens besteht kein Zweifel, dass es 

sich bei den von B._____ im Telefonat vom 28. Juni 2012, 12.56 Uhr, mit "sie" 

(Mehrzahl) bezeichneten Personen, die "jederzeit kommen sollen", um den Be-

schuldigten, dessen Vater D._____ und dessen Onkel G._____ handelte, denn 

B._____ antwortete einer unbekannten Person auf die Frage "Was hast Du mit 

diesen aus Skopje gemacht? Melde es mir": "Sie sind gekommen. Sie sind in 

München bei seinem Bruder. Sie sollen jederzeit kommen. […]" (Urk. 11/11;TK-

Protokoll vom 28. Juni 2012, 12:56 Uhr). Das wird insbesondere dadurch gestützt, 

dass der Bruder von D._____, G._____, tatsächlich in München wohnhaft war 

- 36 - 

(Urk. 10/3 S.3). Diese Umstände weisen somit stark darauf hin, dass der Be-

schuldigte extra für diese Lieferung in die Schweiz kam. 

c) Dass zu den am 28. Juni 2012 von München herkommenden Personen 

auch der Beschuldigte gehörte, ergibt sich aus den Beobachtungen der Kantons-

polizei zusammen mit den abgehörten Telefonaten: So meldete sich am 28. Juni 

2012 um 15:49:06 ein unbekannter Mann mit deutscher Telefonnummer, der spä-

ter vom Beschuldigten als sein Vater bezeichnet wurde (Urk. 11/11 S. 9 ff. Rz 79 -

91), bei B._____, der gemäss seinem Antennenstandort nicht zuhause war - was 

auch durch das Gespräch mit seinem Sohn C._____ bestätigt wird, in welchem 

dieser mitteilte, dass es an der Haustüre geläutet habe (Urk. 11/11, Beilage 

act. 5) - und teilte ihm mit, er sei bei ihm zuhause vor der Türe und bekräftigte 

dies mit "ich schwöre es auf Gott, ja" (Urk. 11/11, Beilage act. 7). Wie die Polizei 

alsdann um 16:15 Uhr beobachtete, ging B._____, der offensichtlich umgehend 

nach Hause zurückgekehrt war, von seiner Wohnung herkommend in das an-

grenzende Wäldchen und traf sich dort mit einem - erst später als den Beschul-

digten identifizierten - Unbekannten und ging kurze Zeit darauf mit ihm zusammen 

in das Haus zurück, wo er wohnte (Urk. 10/4 S. 1 f.).  

d) Das Auftreten von G._____ zusammen mit seinem Bruder D._____, der ja 

bereits den Deal mit B._____ und mit dessen Sohn C._____ besprochen hatte, 

weist darauf hin, dass der geplante Transport des Heroins über ihn organisiert 

wurde. Das ergibt sich einerseits daraus, dass Vater und Sohn A._____D._____ 

via München, also via den Wohnort von G._____, in die Schweiz reisten und an-

dererseits daraus, dass sich B._____ im Zusammenhang mit der ersten Lieferung 

vom April 2012 (Vorgang 5) die Telefonnummer von G._____ geben liess, als sich 

diese Lieferung verzögerte und überfällig war (Urk. 4 TK act. 321-324; siehe auch 

oben Ziffer III.B.4.1.6.), und zudem G._____ zwei Tage nach dem geplanten Ein-

treffen jener Lieferung von Skopje nach Zürich flog, wo er sich von B._____, resp. 

F._____, abholen liess (Urk. 11/10 Beilagen act. 17 und 18; Urk. 10/3 S. 15 betr. 

Aussage F._____), was wiederum die enge Verknüpfung von G._____ mit 

B._____ bezüglich der Lieferung der Drogen stützt. 

- 37 - 

4.2.4. Vor dem Gesamtzusammenhang und unter zusätzlichem Einbezug der 

Beweiswürdigung durch die Vorinstanz bezüglich Ziffer 2.1. und 2.2. (Urk. 56 

S. 46) ergibt sich somit zweifelsfrei, dass es sich bei dem in den fraglichen TK-

Protokollen namentlich nicht genannten Heroinlieferanten (zusammen mit seinem 

Vater) um den vorliegend beschuldigten A._____ handelt, zumal dessen Beteili-

gung an der geplanten Heroinlieferung und -übergabe vom 28. Juni 2012 anhand 

des ermittelten Inhalts der verklausuliert geführten Gespräche der Beteiligten und 

der polizeilichen Observierung der Geschehen vom 28. und 29. Juni 2012, welche 

im Wahrnehmungsbericht detailliert dokumentiert wurden (Urk. 10/4 i.V.m. 

Urk. 11/14), ausser Frage steht, nachdem er schliesslich zusammen mit allen an-

deren Beteiligten des Drogendeals in der Wohnung von B._____ in den ersten 

Stunden des 29. Juni 2012 verhaftet wurde (vgl. auch Urk. 56 S. 54 f. Erw. 7.5.3). 

Ausserdem wies die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, 

dass aufgrund der aufgezeichneten Nachrichten erstellt sei, dass eine Anzahlung 

von Fr. 35'000.– am 13. Juni 2012 den Weg von B._____ aus der Schweiz nach 

Mazedonien zum Beschuldigten gefunden habe, obwohl keine der zitierten Mittei-

lungen und Gespräche von oder zu den Telefonnummern geschickt bzw. geführt 

worden seien, die dem Beschuldigten zuzuordnen sind, und obwohl es sich um 

Gespräche zwischen anderen Personen gehandelt habe (Urk. 56 S. 55 ff.). Weiter 

ging die Vorinstanz als erstellt davon aus, dass C._____ und B._____ am 14. Juni 

2012 über eine Lieferung bzw. Übergabe von 8 bis 10 Kilogramm Betäubungsmit-

teln und die in diesem Zusammenhang stehende Reise von C._____ in die 

Schweiz vom 17. Juni 2012 gesprochen hätten. Anschliessend sei der Beschul-

digte am 28. Juni 2012 tatsächlich in die Schweiz eingereist, worauf sich das in 

Anklageziffer 2.7. chronologisch und detailreich geschilderte Geschehen, wie in 

der Anklage aufgeführt, zugetragen habe (Urk. 56 S. 60). Dem ist mit Verweis auf 

das oben Dargelegte vorbehaltlos zuzustimmen und es verbleiben keine unüber-

windbaren Zweifel, dass der Beschuldigte diese geplante Heroinlieferung organi-

sierte. Entgegen der Vorinstanz weist aber die Indizienlage ebenfalls stark darauf 

hin, dass der Beschuldigte eigens zum Zwecke der Übergabe just auf diesen 

Zeitpunkt hin in der Schweiz zusammen mit seinem Vater und seinem in München 

wohnhaften Onkel eintraf, und zwar unmittelbar vor der geplanten Übergabe des 

- 38 - 

Heroins in den späten Stunden des 28. Juni 2012. Dass er - zusammen mit sei-

nem Vater und seinem Onkel - massgebend für die geplante Übergabe des Hero-

ins vor Ort in Zürich zuständig gewesen sein muss, zeigt sich daran, dass er in 

Zürich die Abnehmer (B._____ und C._____) kontaktierte und bei ihnen blieb, bis 

sie um 19.35 Uhr einen unbekannten Mann auf der Gartenterrasse des Restau-

rants & Pizzeria V._____ an der W._____-Strasse … in Zürich trafen, woraufhin 

sie schliesslich um 21.30 Uhr zur Terrasse des Restaurants T._____ in … Zürich 

aufbrachen, wo sie sich zu D._____ und G._____, die bereits dort waren, an den 

Tisch setzten (Urk. 10/4 S.3 f.). Obwohl die Beteiligten zuvor jeweils telefonisch 

Kontakt hatten, blieben die überwachten Nummern in dieser Zeit praktisch unbe-

nutzt, was zusammen mit den Beobachtungen, dass sich eine Person der Liefe-

ranten zu den Abnehmern begab, diese dann durch eine unbekannte Person of-

fensichtlich weiter informiert wurden und schliesslich die restlichen Personen auf 

Seiten der Organisatoren und Lieferanten wiederum persönlich trafen, vor dem 

Hintergrund der angekündigten Lieferung einzig den Schluss zulässt, dass die 

konkrete Heroinübergabe unmittelbar bevorstand. Damit vermieden die Akteure 

offensichtlich via Mobilfunkgeräte miteinander zu kommunizieren und bedienten 

sich der persönlichen Weitergabe von Informationen, was ebenfalls darauf hin-

deutet, dass sich der Drogendeal nunmehr in einer äusserst heiklen Phase be-

fand. Zudem telefonierte C._____ anlässlich des Treffens mit den Lieferanten 

A._____D._____ offensichtlich mit einer neuen unbekannten Telefonnummer, 

denn das von der Polizei beobachtete Gespräch konnte nicht abgehört werden. 

Dass der Beschuldigte jedoch hernach genauso wenig wie sein Vater oder sein 

Onkel bei der physischen Übergabe der Drogen anwesend war und statt dessen 

in die Wohnung von B._____ zurück ging, weist auf seine hierarchische Stellung 

in diesem Drogendeal hin. Dass er dabei das Heroin, wie er mehrfach betonte, 

nicht selbst transportierte oder übergab - die Polizei habe ja sein Auto an der 

Grenze an diesem Tag durchsucht (Urk. 11/11 S. 9) - vermag jedoch nichts daran 

zu ändern, dass die Indizienlage dringend darauf hindeutet, dass der Beschuldig-

te zumindest für die Organisation und die Überwachung des Transports zuständig 

war und diesen sowie die Übergabe begleitete. 

- 39 - 

4.2.5. Schliesslich bleibt neben dem Ergebnis aus der Würdigung der Observie-

rung, des erstellten Geldflusses und dem insgesamt vergleichbaren Ablauf bezüg-

lich des Vorgangs 5, aber auch bezüglich des Vorgangs 33, noch auf ein weiteres 

Indiz hinzuweisen, das für die erfolgte Heroinlieferung am 28. Juni 2012 spricht: 

Aus dem Textnachrichtenwechsel vom 28. Juni 2012 ab 17:45 Uhr zwischen 

B._____ und einem Unbekannten, angesprochen mit "Cousin", ergibt sich, dass 

B._____ die Drogen zusammen mit seinem Cousin "zurecht" machen und dann 

sofort mit ihm zusammen abreisen wollte (Urk. 11/11 Beilagen act. 9 und 11). Aus 

der bekannten, wie bisher im Zusammenhang mit der geplanten Heroinlieferung 

verwendeten, verklausulierten Sprache und der Verwendung der Wörter "Arbeit" 

für Drogen und "Dokumente" für Geld, wie sie im Drogenhandel geläufig sind, was 

als mittlerweile gerichtsnotorisch gelten kann, verbleibt kein Zweifel, dass 

B._____ bereits die Weitergabe des ihm in unmittelbarer Zukunft zu liefernden 

Heroins geplant und organisiert hatte. 

4.3. Fazit 

Grundsätzlich verbliebe somit kein unüberwindbarer Zweifel, dass sich die Ab-

sprachen, Geldübergaben und Vorgänge rund um die Heroinlieferung vom 

28. Juni 2012, vollumfänglich wie in der Anklageschrift (Ziff. I.2.2.; Urk. 18 S. 4 f.) 

festgehalten, zugetragen haben. Da allerdings die Staatsanwaltschaft ihre An-

schlussberufung zurückzog und in der Folge das Verbot der reformatio in peius zu 

beachten ist (Art. 391 Abs. 2 StPO), ist es dem Gericht verwehrt, die Verurteilung 

auf einen Sachverhalt abzustützen, welcher über denjenigen hinausgeht, der von 

der Vorinstanz als erstellt erachtet wurde. Bei der nachfolgenden rechtlichen 

Würdigung des Vorganges 22 ist deshalb – trotz gegenteiliger Beweislage – in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der entsprechende 

Anklagesachverhalt mit Ausnahme der unter Anklagepunkt I.2.7. behaupteten An-

kunft eines Kuriers mit der besprochenen Heroinlieferung in die Schweiz kurz 

nach dem Beschuldigten, der behaupteten erfolgreichen Weiterleitung dieser In-

formation an C._____ sowie der vorgeworfenen Drogenübernahme durch 

F._____ und der Transport der Drogen in ein Versteck, erstellt ist (vgl. Urk. 56 

S. 59 f.).  

- 40 - 

IV. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als mehrfaches Anstal-

tentreffen zu einer qualifizierten Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG (Urk. 56 S. 65), wohingegen die Anklagebehörde dem Beschuldigten die 

vollendete mehrfache qualifizierte Tatbegehung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG vorwarf (Urk. 18 S. 6, Urk. 61 S. 1; 

vgl. aber Urk. 68 S. 1). Dem Berufungsgericht steht es frei, sich in den Erwägun-

gen zur rechtlichen Qualifikation zu äussern, selbst wenn es an das Verbot der re-

formatio in peius gebunden ist (BGE 139 IV 282 E. 2.6). Von diesem Recht wird 

hiermit Gebrauch gemacht: 

1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 
Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG 

1.1. Nach Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG wird unter Strafe gestellt, wer unbefugt Be-

täubungsmittel lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder durchführt.  

1.2. Täter ist grundsätzlich jeder, der Betäubungsmittel unbefugt in den Gel-

tungsbereich des Betäubungsmittelgesetzes verbringt oder verbringen lässt. Da-

bei ist die Einfuhr von Betäubungsmitteln vollendet, wenn der Täter mit den Be-

täubungsmitteln in das schweizerische Hoheitsgebiet gelangt ist, und beendet, 

wenn die Betäubungsmittel im Inland ihrem Bestimmungsort und -zweck zuge-

führt worden sind. Nicht erforderlich ist jedoch insbesondere, dass der Täter 

selbst beim Verbringen der Betäubungsmittel über die Grenze mitwirkt oder gar 

Gewahrsam an den Betäubungsmitteln hat (BGE 114 IV 162 E. 1.b; Fingerhuth/ 

Schlegel/Jucker, Kommentar Betäubungsmittelgesetz [BetmG], 3. A. Zürich 2016, 

Verlag Orell Füssli [kurz: OFK-BetmG], N 46 und 47 zu Art. 19 mit Hinweisen). 

1.3. Ein schwerer Fall nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liegt namentlich vor, wenn 

der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 

Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 

- 41 - 

Gefahr bringen kann. Enthält das Heroingemisch mindestens 12 Gramm reinen 

Wirkstoff, ist die Grenze zu Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1226/2015 vom 5. August 2016 E. 2.4.4. mit Hinweisen, nicht 

publ. in BGE 142 IV 401, mit Hinweis auf BGE 120 IV 334 E. 2a). 

1.4. Strafbar sind nach der abschliessenden Aufzählung in Art. 19 Abs. 1 BetmG 

beinahe alle denkbaren Formen einer vorsätzlichen Beteiligung am unbefugten 

Drogenverkehr, d.h. sowohl die Verbreitung wie auch schon der Erwerb von Be-

täubungsmitteln. Erfasst werden sogar blosse Vorbereitungshandlungen, im Ge-

gensatz zum früheren Recht vor der Revision von 2008, nicht aber die fahrlässige 

Tatbegehung. Das Ergebnis ist eine faktisch flächendeckende Erfassung der Ver-

botsmaterie, wobei sich die in Art. 19 Abs. 1 BetmG aufgeführten Tathandlungen 

teilweise überschneiden oder gar in anderen gesetzlichen Tathandlungen aufge-

hen. Wie im alten Recht umschreibt Art. 19 Abs. 1 BetmG nahezu alle Unterstüt-

zungshandlungen, die bei anderen Tatbeständen als Teilnahmehandlungen er-

fasst werden, als selbständige Handlungen (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, OFK-
BetmG, N 23 und 24 zu Art. 19; Urteil des Bundesgerichts 6B_687/2016 vom 

12. Juli 2017 E. 1.4.4).  

2. Anstaltentreffen zur Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG 

2.1. Gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG wird bestraft, wer zu einer Widerhand-

lung nach den Buchstaben a-f Anstalten trifft.  

2.2. Das Anstaltentreffen erfasst sowohl den Versuch im Sinne von Art. 22 StGB 

wie auch gewisse qualifizierte Vorbereitungshandlungen und wertet sie zu selb-

ständigen Taten mit derselben Strafdrohung wie die übrigen verbotenen Verhal-

tensweisen auf (BGE 138 IV 100 E. 3.2). Zu ahnden sind nur Fälle, in denen das 

Verhalten des Täters nicht ebenso gut einem gesetzmässigen Zweck dienen 

könnte, sondern seinem äusseren Erscheinungsbild nach die deliktische Bestim-

mung klar erkennen lässt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich jemand mit 

der Absicht des Erwerbs von Betäubungsmitteln nach Bezugsquellen erkundigt. 

- 42 - 

Auch die telefonische Vereinbarung einer Zusammenkunft an einem bestimmten 

Ort, damit Betäubungsmittel zu Testzwecken überbracht werden können, stellt ein 

Anstaltentreffen (etwa zum Kauf oder Verkauf) dar (Urteile des Bundesgerichts 

6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 10.4.2 und 6B_273/2013 vom 4. Novem-

ber 2013 E. 2.2.1 m.H.).  

Der Tatbestand zielt indes nicht darauf ab, jede untergeordnete Hilfeleistung von 

Dritten, welche die Begehung eines Delikts nach Art. 19 Abs. 1 lit. a-f BetmG för-

dert, als Haupttat zu erfassen. Anstalten im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG 

trifft daher nur, wer nach seinem Plan eine Straftat gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. a-f 

BetmG selber als Täter oder zusammen mit anderen Personen als Mittäter verü-

ben will (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, OFK-BetmG, N 99 zu Art. 19). 

2.3. In subjektiver Hinsicht setzt der Tatbestand voraus, dass der Täter Anstalten 

zu einer der in Art. 19 Abs. 1 BetmG genannten Straftaten vorsätzlich getroffen 

hat. Der Entschluss zur Begehung einer solchen Tat braucht jedoch kein endgül-

tiger zu sein. Auch wer sich vorbehält, beim Auftreten entsprechender Hindernis-

se von seinem deliktischen Vorhaben Abstand zu nehmen, kann gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. g BetmG Anstalten treffen (Urteil des Bundesgerichts 6B_273/2013 vom 

4. November 2013 E. 2.2.1 m.H.). Blosse Absichten und Pläne erfüllen den Tat-

bestand des Anstaltentreffens noch nicht, ebenso wenig ein bloss theoretisches 

Abtasten eventueller Möglichkeiten von Drogengeschäften im Gespräch (Finger-

huth/Schlegel/Jucker, OFK-BetmG, N 100 zu Art. 19; Gustav Hug-Beeli, Betäu-
bungsmittelgesetz [BetmG], Kommentar, Basel 2016, N 799 zu Art. 19). 

3. Teilnahmeform und Konkurrenzen 

3.1. Zu beachten ist vorab, dass der Gesetzgeber im Betäubungsmittelgesetz die 

Vorbereitungshandlungen zu den in lit. a-f aufgeführten Tathandlungen zu einem 

vollwertigen und vollendeten selbständigen Delikt sui generis mit derselben Straf-

drohung wie die übrigen nach Art. 19 Abs. 1 lit. a-f verbotenen Verhaltensweisen 

aufgewertet und damit die Anwendung der allgemeinen Versuchsbestimmungen 

im Sinne von Art. 22 und Art. 23 StGB ausgeschlossen hat (BGE 138 IV 100 

- 43 - 

E. 3.2; Gustav Hug-Beeli, a.a.O., N 785 zu Art. 19; Fingerhuth/Schlegel/Jucker, 

OFK-BetmG, N 97 zu Art. 19). 

3.2. Bezüglich der Mittäterschaft ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

im Urteil 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 3.2. hinzuweisen, wonach es darauf 

ankommt, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem 

Tatplan für die Ausführung des Delikts so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht 

oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Be-

gründung von Mittäterschaft jedoch nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der Ent-

schliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus 

folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung betei-

ligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Dass der Mittäter bei der Fassung des 

gemeinsamen Tatentschlusses mitwirkt, ist nicht erforderlich; es genügt, dass er 

sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1 

S. 155; 130 IV 58 E. 9.2.1; je mit Hinweis). Auch konkludentes Handeln genügt 

(BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3a). Die Inkaufnahme durch Billigen oder 

Einverständnis im Sinne des Eventualvorsatzes erfasst auch den unerwünschten, 

aber um des Handlungsziels willen hingenommenen Erfolg (Urteil 6B_939/2013 

vom 17. Juni 2014 E. 2 mit Hinweis).  

Gehilfe im Sinne von Art. 25 StGB ist demgegenüber, wer zu einem Verbrechen 

oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet, die Tat jedoch nur durch einen unterge-

ordneten Tatbeitrag unterstützt (BGE 129 IV E. 3.2). 

3.3. Mittäterschaft ist bei allen Tatbeständen von Art. 19 Abs. 1 BetmG denkbar 

und strafbar. Sie ist grundsätzlich anzunehmen, wenn der Betreffende einer der 

Deliktsbegehung dienlichen Organisation angehört, in welcher er bestimmte, ihm 

zugedachte Aufgaben übernimmt. Ist dies der Fall, muss er sich auch fremde, 

nicht von ihm selber begangene Handlungen anrechnen lassen (Fingerhuth/ 

Schlegel/Jucker, OFK-BetmG, N 138 zu Art. 19).  

3.4. Gehilfenschaft im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten ist unter 

Hinweis auf die Rechtsprechung jede Förderung der von einem anderen be-

schlossenen und ausgeführten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz, jeder irgendwie geartete kausale Tatbeitrag, ohne den sich die Haupttat an-

- 44 - 

ders abgespielt hätte. Die Gehilfenschaft setzt jedoch voraus, dass die objektive 

Mitwirkung an der Tat eines anderen sich auf einen untergeordneten, vom Gesetz 

nicht als selbständiges Delikt erfassten Beitrag beschränkt (BGE 113 IV 90 f.). 

Hat der Handelnde tatbestandsmässige Handlungen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

BetmG begangen, so hat er für diese als Täter einzustehen (Fingerhuth/Schlegel/ 

Jucker, OFK-BetmG, N 146 und 147 zu Art. 19). Nach der von FINGERHUTH/ 

SCHLEGEL/JUCKER vertretenen Auffassung stellt das früher in aArt. 19 Ziff. 1 

Abs. 4 BetmG ausdrücklich erwähnte Vermitteln keinen Fall der blossen Gehilfen-

schaft dar. Im Erfolgsfalle handle es sich um ein Verschaffen im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG oder ein Anstaltentreffen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g 

BetmG (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, OFK-BetmG, N 151 zu Art. 19). Im übrigen 

ist mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu betonen, dass im 

Rahmen des Betäubungsmittelgesetzes Gehilfenschaft nur zurückhaltend anzu-

nehmen ist, da die umfangreiche kriminelle Tätigkeit von Art. 19 Abs. 1 BetmG er-

fasst wird und sich verschuldensmässig nicht als gehilfenschaftsähnlich gewich-

ten lässt (Urteil 6B_687/2016 vom 12. Juli 2017 E. 1.4.4 mit Hinweisen). 

3.5. Das Abgrenzungskriterium zwischen Anstaltentreffen im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. g BetmG und Gehilfenschaft im Sinne von Art. 25 StGB liegt darin, ob 

der Täter lediglich im Sinne von Art. 25 StGB einen untergeordneten Beitrag zu 

einer Widerhandlung eines andern gegen Art. 19 Abs. 1 lit. a-f BetmG leistete  

oder ob er selber (als Mittäter) einen massgeblichen Beitrag zu einer Widerhand-

lung gegen Abs. 1 lit. a-f leisten wollte und dazu Anstalten traf. Eine Verurteilung 

wegen Anstaltentreffen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG kommt nur in Be-

tracht, wenn die Widerhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a-f BetmG nicht 

ausgeführt wurde. Wurde sie ausgeführt, ist nicht Art. 19 Abs. 1 lit. g