# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87f9f7c6-b1bc-59e7-a49f-71be6a0a62e4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.02.2024 KV-Z 2022/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2022-14_2024-02-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2022/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 03.05.2024

Entscheiddatum: 22.02.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2024
Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen 
Krankenversicherung. Dem Kläger misslingt der Nachweis eines 
Erwerbsausfalls. Damit besteht kein Anspruch auf Taggeldleistungen. 
Abweisung der Klage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 22. Februar 2024, KV-Z 2022/14).

Entscheid vom 22. Februar 2024

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Tanja Petrik-Haltiner (Vorsitz), Michaela Machleidt Lehmann 

und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Jeannine Wiessner-Bodmer

Geschäftsnr.

KV-Z 2022/14

Parteien

A.___,

Kläger,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Zahner Anwälte AG, 

Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beklagte,

Gegenstand

Forderung aus Krankentaggeldversicherung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war vom 9. November 2020 befristet bis 31. 

Januar 2021 bei der B.___ als Lehrperson mit einem Pensum von 50 % angestellt (act. 

G 5.1) und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) 

krankentaggeldversichert. Am 17. Februar 2021 übermittelte er der AXA eine 

Krankmeldung. Er sei seit 15. Januar 2021 im Umfang von 100 % arbeitsunfähig (act. 

G 5.3). Anlässlich einer telefonischen Abklärung der AXA vom 24. Februar 2021 teilte 

ihr der Versicherte mit, er leide unter einer psychischen Erkrankung, es handle sich um 

eine Depression (act. G 5.4).

A.a. 

Im Rahmen ihrer Leistungsabklärung ersuchte die AXA […] um Auskunft über 

einen Krankheitsfall des Versicherten in der Zeit von 2010 bis 2012, als der Versicherte 

bei der C.___ AG angestellt gewesen war (act. G 5.6). Die frühere 

Krankentaggeldversicherung verlangte zur Auskunftserteilung eine konkretere 

Vollmacht hinsichtlich der sie betreffenden Krankheitsfälle des Versicherten (act. G 5.8). 

Telefonisch teilte sie allerdings mit, es seien Leistungen in der Zeit von 2010 bis 2013 

sowie von 2017 bis 2019 geflossen (act. G 5.7). Der Versicherte verweigerte eine 

weitergehende Vollmacht mit der Begründung, dass es keinen Zusammenhang 

zwischen dem früheren und dem aktuellen Krankheitsstand gebe. Er warf der AXA vor, 

sich aus der Verantwortung ziehen zu wollen und verlangte, es sei ihm ein klagefähiger 

negativer Entscheid auszustellen, damit er diesen mittels Klage anfechten könne (E-

Mail vom 9. März 2021, act. G 5.11).

A.b. 

Mit Bericht vom 15. März 2021 teilte Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie der AXA mit, der Versicherte sei seit dem 15. 

Januar 2021 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Er leide unter einer 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1), einer depressiven Angststörung (ICD-10 

F41.2), einer nichtorganischen Insomnie (ICD-10 F51.0), Angstträumen (ICD-10 F51.5), 

einer akuten Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0), einer Anpassungsstörung mit Angst 

und depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22) sowie einem Erschöpfungssyndrom (ICD-10 

F48.0; act. G 5.13).

Mit Schreiben vom 16. März 2021 forderte die AXA den Versicherten erneut auf, 

die beigelegte Vollmacht zu unterzeichnen. Sie führte aus, dass Krankheiten, welche 

mit früheren entschädigten Versicherungsfällen zusammenhängen würden, als 

Rückfälle gelten würden. Sie würden nur dann als neue Krankheit behandelt, wenn die 

versicherte Person vor der neuen Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen während 

mindestens 365 Tagen wieder voll arbeitsfähig gewesen sei (act. G 5.14).

A.d. 

Ebenfalls mit E-Mail vom 16. März 2021 wies der Versicherte darauf hin, dass er 

seit März 2019 wieder voll arbeitsfähig gewesen sei. Da zwischen dem 1. März 2019 

und dem 15. Januar 2021 mehr als 365 volle Tage liegen würden, bestehe kein Grund 

für eine Akteneinsicht (act. G 5.15). Dagegen hielt die AXA mit E-Mail vom 31. März 

2021 fest, es bestünden zwingend Anhaltspunkte, dass zwischen der früheren und der 

aktuellen Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychiatrischen Problematik eine Kausalität 

bestehe. Weiter sei nicht ausgewiesen, dass seit April 2019 wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Vielmehr spreche die Tatsache, dass er mit der 

ehemaligen Arbeitgeberin nur ein befristetes 50 %-Pensum eingegangen sei, dafür, 

dass aus gesundheitlicher Sicht nach wie vor eine Leistungseinschränkung bestehe 

(act. G 5.16). In der gleichentags erfolgten Antwort führte der Versicherte aus, seine 

Stelle sei lediglich mit einem 50 %-Pensum ausgeschrieben gewesen. Allerdings wäre 

er bereit gewesen, mehr zu arbeiten. Zudem sei er parallel für die C.___ AG tätig 

gewesen (act. G 5.17).

A.e. 

Im ärztlichen Zeugnis vom 29. April 2021 attestierte Dr. D.___, dass der Versicherte 

vom 7. Februar 2017 bis 20. März 2019 bei ihm in psychiatrisch-psychotherapeutischer 

Behandlung gewesen sei. Die damals diagnostizierte Störung und deren Verlauf habe 

keinerlei medizinischen Zusammenhang mit der jetzigen gesundheitlichen Situation 

(act. G 5.20).

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit E-Mail vom 27. Mai 2021 führte die AXA aus, da die befristete Anstellung des 

Versicherten am 1. Februar 2021 (korrekt: 31. Januar 2021) geendet habe, sei der 

wirtschaftliche Schaden ab dem Austrittsdatum zu prüfen. Nachdem aus den Akten 

nicht hervorgehe, dass das befristete Arbeitsverhältnis ab 1. Februar 2021 verlängert 

worden wäre, und da keine Angaben über eine konkrete Anschlussanstellung 

aktenkundig seien, sei davon auszugehen, dass sich der Versicherte ab dem 1. Februar 

2021 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) hätte anmelden müssen. Um 

den wirtschaftlichen Schaden prüfen zu können, würden folglich die 

Berechnungsgrundlagen der Arbeitslosenkasse benötigt. Der Versicherte werde daher 

ersucht, sich so schnell wie möglich bei der zuständigen Arbeitslosenkasse 

anzumelden und ihr den Taggeldansatz sowie den Leistungsanspruch mitzuteilen (act. 

G 5.21).

A.g. 

In einer E-Mail vom 28. Mai 2021 hielt Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner im Namen 

des Versicherten fest, dass eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung keinen 

Sinn mache, da der Versicherte zumindest bis Ende Mai 2021 zu 100 % arbeitsunfähig 

und damit nicht vermittelbar sei. Zudem wäre davon auszugehen, dass er im Lichte der 

gesamten Umstände (Persönlichkeit, Ausbildung, berufliche Laufbahn etc.) nach Ende 

der befristeten Anstellung im Gesundheitsfall weiter erwerbstätig gewesen wäre (act. 

G 5.22).

A.h. 

Am 1. November 2021 stellte der Rechtsvertreter der AXA eine Vereinbarung zu, 

wonach der Versicherte ab 1. März 2021 wieder eine Anstellung gehabt hätte 

(act. G 5.24, vgl. konkret G 5.33). Mit Schreiben vom 10. Dezember 2021 bestätigte 

Ing. Ing. E.___, F.___ GmbH, die Echtheit der genannten Vereinbarung vom 29. 

Dezember 2020. Da der Versicherte krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen sei, 

den Vertrag zu erfüllen, sei der Vertrag nicht in der vereinbarten Form realisiert worden 

(act. G 5.26). Am 23. Februar 2022 räumte die AXA ein, es sei der Verdacht 

aufgekommen, dass es sich bei der Vereinbarung um eine Gefälligkeit der 

Vertragspartnerin handle, da der Versicherte diese Vereinbarung während fünf Monaten 

nicht erwähnt habe (act. G 5.29).

A.i. 

In einer sog. Sachverhaltsdarstellung vom 22. August 2022 hielt Ing. Ing. E.___ 

daran fest, mit dem Versicherten am 29. Dezember 2020 einen Dienstvertrag mit 

A.j. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Beginn ab März 2021 abgeschlossen zu haben. Durch das Ausbleiben einer schriftlich 

zugesagten Förderung für die F.___ GmbH und bei gleichzeitig deutlich höheren 

Entwicklungskosten als erwartet sei das Vorhaben, in der Schweiz eine 

Tochtergesellschaft zu gründen, bis auf Weiteres aufgeschoben worden. In der Folge 

sei vereinbart worden, dass sich der Versicherte auf die Akquisition und die Vermittlung 

von weiterem Kapital für die F.___ GmbH konzentrieren solle. Dazu sei am 22. Juni 

2021 mit der C.___ AG ein Akquisitionsvertrag abgeschlossen worden und aufgrund 

des gut erfüllten Auftrags seien für den Zeitraum Juli bis Dezember 2021 Honorare in 

Höhe von EUR 109.400 ausbezahlt worden (act. G 5.30).

Am 9. Dezember 2022 lässt der Versicherte (nachfolgend: Kläger) durch seinen 

Rechtsvertreter Klage gegen die AXA (nachfolgend: Beklagte) erheben. Er beantragt, 

die Beklagte sei zu verpflichten, ihm für die Zeit vom 14. Februar 2021 (Ablauf 30-

tägige Wartefrist ab 15. Januar 2021) bis 30. Juni 2021 ein Krankentaggeld im 

Gesamtbetrag von Fr. 19'991.20 nebst Zins zu 5 % ab 9. Dezember 2022 zu bezahlen. 

Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für die Zeit vom 14. Februar 

2021 bis 30. Juni 2021 ein Krankentaggeld im Gesamtbetrag von Fr. 17'671.30 nebst 

Zins zu 5 % ab 9. Dezember 2022 zu bezahlen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten (act. G 1).

B.a. 

Mit Klageantwort vom 6. März 2023 beantragt die Beklagte, die Klage sei 

abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers (act. G 5).

B.b. 

Mit Schreiben vom 8. März 2023 informiert das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen die beiden rechtskundig vertretenen Parteien, dass die Durchführung eines 

zweiten Schriftenwechsels vorgesehen werde, sofern sie auf eine mündliche 

Verhandlung verzichten würden. Ohne Gegenbericht bis zum 28. März 2023 würde 

man von einem Verzicht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung ausgehen 

und das Verfahren schriftlich fortsetzen (act. G 6). Nachdem innert der gesetzten Frist 

keine Einwände gegen eine schriftliche Fortführung des Prozesses eingegangen sind, 

setzt das Gericht dem Kläger mit Schreiben vom 13. April 2023 Frist zur Replik an (act. 

G 7).

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

Mit Replik vom 23. Juni 2023 und Duplik vom 3. August 2023 halten die Parteien 

an ihren Anträgen fest (act. G 12, 14).

B.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den detaillierten 

Inhalt der von den Parteien eingereichten Belege wird, soweit entscheidnotwendig, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

B.e. 

Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur 

sozialen Krankenversicherung. Die Versicherungsbedingungen und -leistungen richten 

sich insbesondere nach den allgemeinen Vertragsbedingungen der Beklagten für die 

Personenversicherung Professional, Ausgabe März 2015 (act. G 5.31 [nachfolgend: 

AVB]), und der Police vom 1. Januar 2013 (act. G 5.32; vgl. dazu auch nachfolgende E. 

2.6).

1.1. 

Gemäss Art. J1 Ziff. 2 AVB kann der Versicherungsnehmer oder 

Anspruchsberechtigte an seinem schweizerischen Wohn- oder Arbeitsort oder in 

Winterthur Klage gegen die Beklagte erheben. Mit dem Wohnort des Klägers im Kanton 

St. Gallen ist die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen gegeben.

1.2. 

Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 

der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz 

über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach 

dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden 

praxisgemäss auch Zusatzversicherungen subsumiert, auf die das Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE 

138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der sachlichen 

Zuständigkeit erfüllt.

1.3. 

Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht muss kein 

Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO durchgeführt werden (vgl. BGE 138 III 

558 E. 4.6).

1.4. 

Auf die Klage ist somit einzutreten.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind 

privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für 

vermögensrechtliche Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen 

Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte 

Verfahren.

2.1. 

Bei der im vereinfachten Verfahren geltenden Untersuchungsmaxime (Art. 247 

Abs. 2 lit. a ZPO) handelt es sich um eine sog. "soziale" Untersuchungsmaxime, die vor 

allem zum Ausgleich eines Machtgefälles zwischen den Parteien oder ungleichen 

juristischen Kenntnissen geschaffen wurde. Sie ändert nichts daran, dass die Parteien 

die Verantwortung für die Sachverhaltsermittlung tragen. Die Parteien sind nicht davon 

befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken 

und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen. Das Gericht hat sich nur über 

die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich 

ernsthafte Zweifel bestehen. Wenn die Parteien - wie im vorliegenden Verfahren - durch 

Rechtsanwälte vertreten sind, soll und muss sich das Gericht Zurückhaltung auferlegen 

wie im ordentlichen Zivilprozess. Die soziale Untersuchungsmaxime zwingt das Gericht 

nicht dazu, das Beweisverfahren beliebig auszudehnen und alle möglichen Beweise 

abzunehmen. Das Gericht ist auch nicht verpflichtet, die Akten von sich aus zu 

durchforsten, um abzuklären, was sich daraus zu Gunsten der Partei, die das 

Beweismittel eingereicht hat, herleiten liesse (Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 

2021, 4A_19/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Von sich aus kann das Gericht Beweis 

abnehmen, wenn sich aus den Sachvorbringen einer Partei ergibt, dass mit einem 

Beweismittel eine entscheidrelevante Tatsache bewiesen werden könnte, aber kein 

entsprechender Beweisantrag gestellt worden ist (Franz Hasenböhler in: Thomas 

Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 3. 

Aufl. 2016 [nachfolgend ZPO Komm.], Art. 153 N 5 ff.; Bernd Hauck in: ZPO 

Kommentar, Art. 247 N 33). Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen 

Beweise unabhängig von abstrakten Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber 

zu befinden, ob es eine behauptete Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei 

bleibt es dem Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels nach seiner 

Überzeugung festzulegen (vgl. ZPO Komm.-Hasenböhler, Art. 157 N 14 ff.).

2.2. 

Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das 

Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten 

Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, 

während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 

rechtshindernden Tatsachen bei derjenigen Partei liegt, die den Untergang des 

Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Der 

Eintritt des Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom 

Anspruchsberechtigten zu beweisen (BGE 141 III 241 E. 3.1). Diesbezüglich gilt das 

ordentliche Beweismass der vollen Überzeugung. Demnach ist der Beweis erbracht, 

wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer 

Sachbehauptung überzeugt ist. Es genügt, wenn am Vorliegen der behaupteten 

Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr bestehen oder allenfalls verbleibende Zweifel 

als leicht erscheinen (BGE 148 III 105).

Im Zivilprozessrecht müssen nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden, die 

ausdrücklich bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich 

bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Klägers damit bestritten 

werden; die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die 

Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss. Der 

Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen 

Grad an Substantiierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines 

gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei 

erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein 

Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderungen an eine substantiierte 

Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substantiierung einer 

Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine 

klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten 

gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird (BGE 141 III 433 E. 2.6 m. w. H.).

2.4. 

Der vorliegenden Streitigkeit liegt ein Versicherungsvertrag zugrunde, der vor dem 

Inkrafttreten der Änderungen des VVG am 1. Januar 2022 abgeschlossen worden war. 

Gemäss Übergangsbestimmung zur Änderung vom 19. Juni 2020 e contrario bleiben 

daher im hier zu beurteilenden Fall - abgesehen von den Formvorschriften und dem 

Kündigungsrecht nach Art. 35a und Art. 35b VVG - die von der Revision betroffenen 

VVG-Bestimmungen in der bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Fassung massgebend.

2.5. 

Das VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der das selbstständige 

Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder Krankenversicherung 

normiert, keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. Demnach sind vorab 

die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien, d. h. die Versicherungspolice (act. G 

5.32) und die AVB (act. G 5.31) massgebend.

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

4.  

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Klägers gegenüber der Beklagten auf Krankentaggeldleistungen in Höhe von 

Fr. 19'991.20, gestützt auf die von seiner früheren Arbeitgeberin bei der Beklagten 

abgeschlossene Kollektiv-Krankentaggeldversicherung (act. G 1).

3.1. 

Unbestritten zwischen den Parteien ist insbesondere, dass der Kläger während 

seiner Anstellung bei der B.___ bei der Beklagten krankentaggeldversichert war und 

gestützt auf den entsprechenden Versicherungsvertrag einen grundsätzlichen 

Leistungsanspruch gegenüber der Beklagten hat (sog. Aktiv- und Passivlegitimation 

der Parteien). Unbestritten sind zudem grundsätzlich die gesundheitlichen 

Einschränkungen des Klägers, namentlich eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit zufolge 

psychischer Beschwerden ab 15. Januar 2021 (vgl. act. G 1.9 ff.) sowie eine 80 %ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 30. Juni 2021 (act. G 1.13). Umstritten ist jedoch, ob bzw. 

für welchen Zeitraum der Kläger ab dem 14. Februar 2021 die entsprechenden 

Voraussetzungen für den Bezug von Versicherungsleistungen erfüllt und in welcher 

Höhe allenfalls Taggeldleistungen zu erbringen sind.

3.2. 

Im vorliegenden Fall besteht für das Gericht - trotz sozialer Untersuchungsmaxime 

(vgl. dazu vorstehend E. 2.2) - keine Veranlassung und auch keine Möglichkeit, von der 

von der Beklagten anerkannten grundsätzlichen Versicherungspflicht für die Zeit der 

befristeten Anstellung des Klägers vom 9. November 2020 bis 31. Januar 2021 

abzuweichen. Weitere Ausführungen zum Vorbestand einer Arbeitsunfähigkeit des 

Klägers aus psychischen Gründen im entsprechenden Zeitraum erübrigen sich damit. 

Mithin ist nachfolgend davon auszugehen, dass der Kläger bei Antritt des 

Arbeitsverhältnisses am 9. November 2020 in psychischer Hinsicht vollständig 

arbeitsfähig war und sich somit zu diesem Zeitpunkt aufgrund der kurzen Dauer des 

befristeten Anstellungsverhältnisses, nachdem nicht geltend gemacht wird, eine 

Verlängerung oder Festanstellung sei in Aussicht gestellt worden, auch um eine 

Anschlusslösung hätte bemühen können.

3.3. 

Es ist unbestritten und mit der Police ausgewiesen, dass vorliegend von einer 

Schadensversicherung auszugehen ist (vgl. Police: act. G 5.32, S. 2). Danach ist die 

Leistungspflicht auf den wirtschaftlichen Schaden beschränkt, der dem bzw. der 

Anspruchsberechtigten durch das schädigende Ereignis entstanden ist; der bzw. die 

Anspruchsberechtigte soll aus dem Schadensereignis keinen wirtschaftlichen Vorteil 

ziehen können (Jürg Nef, in: Honsell et al., Kommentar zum Schweizerischen 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Privatrecht, VVG, Basel 2001, Vorbemerkungen zu Art. 48 Rz 2). Der Kläger hat den 

Nachweis für den geltend gemachten wirtschaftlichen Schaden zu erbringen (vgl. zur 

Beweislast und dem Beweismass vorstehende E. 2.2 ff.).

Zu prüfen ist nachfolgend, ob der Kläger den Nachweis eines wirtschaftlichen 

Schadens/Erwerbsausfalls für den fraglichen Zeitraum zu erbringen vermag, so dass - 

bei Bejahung der übrigen Voraussetzungen - ein Anspruch auf Versicherungsleistungen 

bestehen könnte.

4.2. 

Unbestritten ist, dass die Tätigkeit des Klägers bei der ehemaligen Arbeitgeberin 

per 31. Januar 2021 endete und er ab 1. Februar 2021 auch im Gesundheitsfall nicht 

mehr für sie gearbeitet hätte.

5.1. 

In BGE 141 III 241 präzisierte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zum 

Nachweis des Erwerbsausfalls wie folgt: Beansprucht eine arbeitslose Person, die 

keinen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung hat, Krankentaggelder, so 

obliegt ihr der Beweis eines Erwerbsausfalls. Die versicherte Person hat mithin eine 

überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür nachzuweisen, dass sie ohne Krankheit eine 

Erwerbstätigkeit ausüben würde. Dies gilt namentlich, wenn sie im Zeitpunkt ihrer 

Erkrankung bereits arbeitslos war. War die versicherte Person im Zeitpunkt ihrer 

Erkrankung noch nicht arbeitslos, so profitiert sie von der tatsächlichen Vermutung, 

dass sie ohne Krankheit erwerbstätig wäre; die Versicherung kann diesbezüglich den 

Gegenbeweis antreten, der sich gegen die Vermutungsbasis oder die Vermutungsfolge 

richten kann (E. 3.2.3). Damit wurde die in der früheren Rechtsprechung geltende 

Vermutung aufgegeben, wonach die versicherte Person, die bei Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit bereits arbeitslos war, auch weiterhin keine Erwerbstätigkeit 

ausüben werde. Das Aufstellen einer solchen Vermutung sei missverständlich, denn 

dadurch entstehe der falsche Eindruck, der Versicherer trage die Beweislast für den 

Erwerbsausfall. Vielmehr gehe es um die Grundregel, wonach die versicherte Person 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen müsse, dass sie ohne 

Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit ausüben würde (BGE 141 III 243 f. E. 3.2.1 f.; 

Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2015, 4A_360/2015, E. 6.2; vgl. auch 

Andrea Eisener-kiefer, Privatversicherungsrecht, Wichtige Urteile, in: 

Strassenverkehrsrechts-Tagung 2016, S. 312; Urteilsbesprechung von Portmann/

Rudolph, ZBJV 154/2018 S. 74). In BGE 146 III 339 berief sich der Versicherte auf die 

Vermutung der weiteren Erwerbstätigkeit in einer Situation, in der die Arbeitsunfähigkeit 

eintrat, nachdem die Kündigung ausgesprochen worden war, das Arbeitsverhältnis 

5.2. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2024&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+147+III+73&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-241%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page241
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2024&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+147+III+73&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-III-339%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page339

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aber noch andauerte. Dem folgte das Bundesgericht nicht und stellte fest, aus der 

Rechtsprechung (BGE 141 III 241 E. 3.2.1 i.V.m. E. 3.2.3; zit. Urteil 4A_360/2015 E. 6.2 

mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2008, 9C_332/2007, E. 2.2 

und 4) ergebe sich vielmehr, dass der Zeitpunkt der Kündigung massgebend sei für die 

Anwendung der Vermutung. Der Versicherte könne sich somit (nur) auf die Vermutung 

der weiteren Erwerbstätigkeit berufen, wenn er arbeitsunfähig gewesen sei, bevor er 

durch Kündigung seine Arbeit verloren habe (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 

2020, 4A_563/2019, E. 5.3.2, nicht publ. in: BGE 146 III 339, aber in: SVR 2021 KV Nr. 

1 S. 1; vgl. auch BGE 147 III 76 E. 3.2).

Gemäss den konkretisierenden Ausführungen in BGE 147 III 73 E. 3.3 beruht eine 

tatsächliche Vermutung auf einer als durchgesetzt gewerteten Lebenserfahrung (Hans 

Peter Walter, in: Berner Kommentar, 2012, N. 473 zu Art. 8 ZGB; Mark Schweizer, 

Beweiserleichterungen bei Beweisschwierigkeiten im schweizerischen Recht, in: 

Haftpflichtprozess 2016, S. 139). War jemand immer arbeitstätig und erkrankt dann, 

woraufhin ihm nach Ablauf des Kündigungsschutzes gekündigt wird, spricht die 

Erfahrung dafür, dass dieses Arbeitsverhältnis - wäre die Person nicht erkrankt - 

weitergeführt worden wäre. Die Vermutung indiziert also nicht bloss eine weitere 

Erwerbstätigkeit im Allgemeinen, sondern eine solche im bisherigen Arbeitsverhältnis 

zum bisherigen Lohn. Nicht so, wenn die Krankheit bzw. die Arbeitsunfähigkeit eintritt, 

nachdem die Kündigung erfolgte: In diesem Fall ist offensichtlich, dass das bisherige 

Arbeitsverhältnis auch ohne Erkrankung nicht weitergeführt worden wäre. Allenfalls 

spräche auch hier die Lebenserfahrung dafür - vor allem, wenn die gekündigte Person 

stets erwerbstätig war -, dass sie nach Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit erneut 

erwerbstätig sein würde. Dass dies zum gleichen Lohn der Fall sein würde, lässt sich 

indes nicht aus der Lebenserfahrung ableiten.

5.3. 

In Analogie zu dieser Rechtsprechung ist auch beim vorliegend von Beginn an 

befristeten Arbeitsverhältnis mit Beendigung per 31. Januar 2021 sowohl eine weitere 

Erwerbstätigkeit als auch ein überwiegend wahrscheinlich erzieltes Erwerbseinkommen 

durch den Kläger zu beweisen, selbst wenn die Arbeitsunfähigkeit während des 

laufenden Vertragsverhältnisses am 15. Januar 2021 eintrat.

5.4. 

 5.5. 

Der Kläger liess bereits in einer E-Mail vom 28. Mai 2021 geltend machen, es sei 

erstellt, dass er im Gesundheitsfall allein schon im Lichte der gesamten Umstände 

(Persönlichkeit, Ausbildung, berufliche Laufbahn etc.) nach Ende der befristeten 

Anstellung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiter erwerbstätig gewesen wäre 

5.5.1. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2024&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+147+III+73&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-241%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page241
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2024&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+147+III+73&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-III-339%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page339

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. G 1.22). Zudem zeige sich im IK-Auszug der Liechtensteinischen AHV-IV-FAK vom 

21. September 2022, dass der Kläger bei der C.___ AG in der Zeitspanne 2008 bis 

2020 ein durchschnittliches jährliches Erwerbseinkommen in der Höhe von rund 

Fr. 40'000.-- erzielt habe. Im Jahr 2020, also vor der krankheitsbedingten 

Arbeitsunfähigkeit, habe er bei ihr ein Jahreseinkommen von Fr. 36'000.-- erzielt. 

Unterbrochen worden sei die Erwerbstätigkeit für die C.___ AG durch die 

krankheitsbedingte hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit, bevor sie anfangs Juni 2021 

teilweise wieder habe aufgenommen werden können (act. G 1 III B Ziff. 1.1)

Allein die IK-Auszüge der Liechtensteinischen AHV-IV-FAK und der SVA 

St. Gallen, woraus lediglich die Erwerbseinkommen der ganzen Jahre ersichtlich sind 

(2019: SVA St. Gallen Fr. 3'916.-- und AHV-IV-FAK LI Fr. 20'000.--; 2020: SVA 

St. Gallen Fr. 10'683.-- und AHV-IV-FAK LI Fr. 36'000.--; 2021: SVA St. Gallen 

Fr. 5'341.--), reichen für den Beweis eines Erwerbsausfalls von Februar bis und mit Juni 

2021 nicht aus (act. G 1.7, 1.20). Insbesondere kann daraus kaum der Schluss auf ein 

regelmässiges Erwerbseinkommen bei der C.___ AG gezogen werden, nachdem die 

von ihr gemeldeten Jahreseinkommen teilweise starken Schwankungen unterlagen 

(2014: Fr. 24'000.--, 2015: 24'000, 2016: Fr. 33'000.--, 2017: Fr. 32'500.--, 2019: 

20'000.-- und 2020: 36'000.--; vgl. act. G 1.20). Vielmehr fehlen konkrete 

Lohnausweise oder andere sachdienliche Unterlagen, z.B. betreffend die Buchhaltung 

seiner AG, und es scheint kaum nachvollziehbar, dass der Kläger in der durch ihn 

geführten AG konstant jeden Monat ca. einen Zwölftel von Fr. 40'000.-- verdient hatte, 

wie geltend gemacht. Allein gestützt auf seine Ausbildung, seine Persönlichkeit und 

seine berufliche Laufbahn auf einen konkreten Lohnausfall zu schliessen, geht aufgrund 

der vorliegenden Akten nicht an. So liegen - abgesehen von der strittigen Vereinbarung 

mit der F.___ GmbH (siehe dazu nachfolgende Ausführungen E. 5.5) - keine Unterlagen 

vor, welche belegen würden, dass der Kläger Vorarbeiten getätigt oder Aufträge 

eingeholt hatte, welche eine geplante Erwerbstätigkeit nach Beendigung der befristeten 

Stelle bewiesen hätten. Auch ist nicht ersichtlich, dass der Kläger parallel zur Stelle als 

Lehrperson weiterhin zu 50 % für die C.___ AG tätig gewesen war, was eine dortige 

Weiterbeschäftigung wahrscheinlicher erscheinen lassen hätte. Des Weiteren kann er 

auch sonst keine Arbeitsbemühungen für eine Anschlussstelle nach dem befristeten 

Lehrauftrag darlegen. Da ihm das Ende des Arbeitsverhältnisses per Ende Januar 2021 

bekannt war, wäre zu erwarten gewesen, dass er solche bereits vor Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit (zwei Wochen vor Arbeitsende) getätigt hätte. Dasselbe gilt 

bezüglich des Einkommens aus unselbständiger Erwerbstätigkeit; auch dieses war 

volatil in den im IK-Auszug aufgeführten Jahren 2008 bis 2021 und lässt den Schluss 

5.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht zu, dass in den fraglichen Monaten im Gesundheitsfall ein Einkommen in 

konkreter Höhe erzielt worden wäre.

 5.6. 

Als Beweis für eine Anschlusstätigkeit legt der Kläger eine Vereinbarung 

zwischen ihm und der F.___ GmbH vom 29. Dezember 2020 vor, wonach erstellt sei, 

dass er spätestens ab 1. März 2021 wieder eine Anstellung gehabt und 

Erwerbseinkünfte generiert hätte. Diese Vereinbarung sei per 1. Juli 2021 zumindest 

teilweise umgesetzt worden, indem der Kläger laut der F.___ GmbH "einige im Vertrag 

beschriebenen Aufgaben für die F.___ GmbH übernommen" und dafür ein Honorar 

erhalten habe (act. G 1 III B Ziff. 1.2).

5.6.1. 

Die Beklagte bestreitet die Echtheit bzw. Echtzeitlichkeit dieser Vereinbarung 

zum einen aus dem Grund, dass sie erst fünf Monate nach Geltendmachung eines 

fehlenden Erwerbsausfalls eingereicht worden sei, und zum anderen, weil die 

beschriebene Tätigkeit bezüglich Aufbau eines Standorts in der Schweiz schliesslich 

gar nie zustande gekommen und die F.___ GmbH Konkurs gegangen sei (act. G 5 Ziff. 

3.3).

5.6.2. 

Zwar ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der Kläger die 

Vereinbarung zwischen ihm und der F.___ GmbH, datiert vom 29. Dezember 2020, der 

Beklagten erst im November 2021 und somit ca. fünf Monate nach deren Verlangen 

eines Anschlussnachweises einreichte. Allein deshalb ihre Echtzeitlichkeit zu verneinen, 

ginge jedoch nicht an. Die Tatsache aber, dass der Kläger sowohl Verwaltungsrat und 

Geschäftsführer der C.___ AG und durch diese zu einem Drittel 

Geschäftsanteilsinhaber der F.___ GmbH war, zeigt eine eindeutige Verbindung 

zwischen den Vertragspartnern (act. G 5.35), welche eine Gefälligkeit nicht 

auszuschliessen vermag. Während in der Vereinbarung vom 29. Dezember 2020 von 

der Aufnahme eines 50 %-Pensums per 1. März 2020 gesprochen wird (act. G 5.33), 

sieht der Akquisitionsvertrag zwischen der C.___ AG und der F.___ GmbH vom 22. Juni 

2021 kein konkretes Pensum (mehr) vor. Weiter wird im später zustande gekommenen 

Vertrag das sogenannte "Honorar" in der Höhe einer Pauschale von Fr. 72'000.--, die 

einem Monatslohn von Fr. 6'000.-- entsprechen sollte, erfolgsabhängig festgesetzt. 

Dieses soll erst fällig werden, sobald Mittel in der Höhe von mindestens Fr. 150'000.-- 

akquiriert würden. Zudem steht in diesem Vertrag nicht der Aufbau eines Standorts in 

der Schweiz im Fokus, sondern es sollen zuerst Investoren, Kunden sowie 

Kooperations- und Vertriebspartner akquiriert werden (act. G 5.38 Ziff. 4). Selbst 

ausgehend davon, dass zunächst eine arbeitsvertragliche Vereinbarung mit dem Kläger 

5.6.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Sodann stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, im Gesundheitsfall hätte er Anspruch 

auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung gehabt. Eventualiter macht er geltend, für 

die Höhe des zu ersetzenden Erwerbsausfalls Anspruch auf die entgangenen Taggelder 

der Arbeitslosenversicherung zu haben. Aufgrund der fehlenden Vermittelbarkeit sei 

ihm der Bezug ab 1. Februar 2021 jedoch nicht möglich gewesen (act. G 1 III B Ziff. 

bei einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 6'000.-- während drei Monaten und danach 

eine weitere Anstellung bei einer noch zu gründenden Tochtergesellschaft in einem 

50%-Pensum vorgesehen waren und die spätere Vereinbarung mit der von ihm 

geführten AG auf Auftragsbasis für den hier nicht mehr relevanten Zeitraum zusätzlich 

hätte gelten sollen, was aufgrund des gescheiterten Projekts betreffend Gründung 

einer Tochtergesellschaft als nicht naheliegend erscheint, bleibt die Ausgangslage mit 

Bezug auf die im Streit liegende Leistungsfrage dieselbe: Dass eine Vereinbarung zur 

Anstellung des Klägers in einer GmbH, an welcher er im relevanten Zeitpunkt immerhin 

zu einem Drittel beteiligt war, per 1. März 2021 tatsächlich am 29. Dezember 2020 

geschlossen wurde, kann auf Grund der erheblichen Zweifel nicht als überwiegend 

wahrscheinlich angenommen werden. Auch die Belege, wonach infolge der Tätigkeit 

der C.___ AG für die F.___ GmbH ab Juni bzw. Juli 2021 im November und Dezember 

2021 Honorare an Erstere flossen (act. G 1.29 f.), vermögen keinen genügenden 

Beweis für eine tatsächliche Anstellung des Klägers ab 1. März 2021 sowie einen 

konkreten Erwerbsausfall zu diesem Zeitpunkt bzw. während der leistungsrelevanten 

Zeitspanne zu erbringen.

Schliesslich nennt der Kläger als weiteren Beweis für die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall seine Anstellung beim Institut für Sozialdienste, 

welche er nach vollständiger Genesung ab 1. Juli 2021 eingegangen sei (act. G 1 III B 

Ziff. 1.3). Was diese Anstellung betrifft, vermag der Kläger jedoch nicht darzutun, dass 

er bereits vor dem 1. Juli 2021 eine solche Tätigkeit geplant oder vereinbart hatte. Die 

diesbezüglichen Lohnauszüge (vgl. act. G 1.24f.) belegen lediglich eine 

Erwerbstätigkeit von Juli bis September 2021, nicht aber, dass eine Arbeitsaufnahme 

ohne Erkrankung früher erfolgt wäre. Anhaltspunkte dafür, dass er im Zeitraum vom 1. 

Februar bis 30. Juni 2021 ohne Eintritt des Gesundheitsschadens eine Arbeitsstelle 

angetreten hätte, sind in den Akten somit nicht zu erkennen. Unter diesen Umständen 

vermag der Kläger nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit darzutun, dass er, wenn er nicht erkrankt wäre, in dieser Zeit eine 

konkret bezeichnete Arbeitsstelle angetreten hätte und dabei einen Verdienst im 

Umfang desjenigen erzielt hätte, welchen er bei der B.___ erzielte.

5.7. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.4). Bei dieser Behauptung geht der Kläger ohne Weiteres davon aus, dass er die 

Voraussetzungen zum Bezug von Arbeitslosenleistungen erfüllt hätte. Nachdem er 

sowohl eine Anmeldung beim RAV als auch bei der zuständigen Arbeitslosenkasse 

unterlassen hatte, ist durch das vorliegende Gericht die Möglichkeit eines solchen 

Anspruchs vorfrageweise zu prüfen. Der Beschwerdeführer war lediglich vom 9. 

November 2020 bis 31. Januar 2021 und zu einem 50 %-Pensum für die ehemalige 

Arbeitgeberin tätig. Wie er selber geltend macht, war er gleichzeitig auch immer noch 

bei der C.___ AG angestellt, deren Mitglied des Verwaltungsrates und Geschäftsführer 

mit Einzelunterschrift er war (vgl. Handelsregister Liechtenstein, Publikation vom 12. 

Juli 2023, abgerufen am 18.01.2024). Aufgrund seiner somit ausgewiesenen 

arbeitgeberähnlichen Stellung bei der C.___ AG und der Tatsache, dass ein 

vollständiges Ausscheiden aus dem Betrieb offensichtlich ausblieb, hätte gemäss der 

geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

16. August 2012, 8C_231/2012, E. 3.2, und vom 20. Februar 2013, 8C_863/2012, 

E. 3.4) kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestanden. Selbst die knapp 

dreimonatige Anstellung im Drittbetrieb konnte nicht zu einem Leistungsanspruch 

führen, da die arbeitgeberähnliche Stellung weiterhin bestand (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. März 2004, C 171/03, E. 2.3.2., wonach erst nach einer 

Anstellungsdauer in einem Drittbetrieb von mindestens sechs Monaten Leistungen 

möglich wären). Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich Ausführungen betreffend eine 

allfällige Verletzung der vertraglich vereinbarten Verhaltenspflicht nach H3 Ziff. 6 i.f. 

AVB, wonach sich der Versicherte auf schriftliche Aufforderung der Beklagten hin zum 

Leistungsbezug bei weiteren (Sozial-)Versicherungen und/oder staatlichen Stellen, 

insbesondere bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden hat. Dies, zumal die 

Beklagte in ihrer entsprechenden schriftlichen Aufforderung ohnehin keine Sanktionen 

nach H4 Ziff. 3 AVB angedroht hat (vgl. vorne Sachverhalt lit. A.g).

7.  

Somit vermag der Kläger weder seine Behauptung, wonach er im massgebenden 

Zeitraum vom 1. Februar bis 30. Juni 2021 dasselbe Salär wie bei der früheren 

Arbeitgeberin weiterhin verdient hätte, noch dass er nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit überhaupt eine konkrete Tätigkeit mit 

feststehendem Lohn ausgeübt hätte, zu beweisen.

7.1. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Kläger der Beweis eines 

Erwerbsausfalls misslingt. Dementsprechend ist ein Schaden im relevanten Zeitraum 

nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, weshalb ein Anspruch des Klägers auf 

Taggeldleistungen der Beklagten zu verneinen ist.

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)

1.

Die Klage wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Anträge der Parteien um Ausrichtung einer Parteientschädigung werden 

abgewiesen.

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen.8.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).8.2. 

Der unterliegende Kläger hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

8.3. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat im Bereich der 

Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung der obsiegende 

Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen 

externen Anwalt bzw. durch eine externe Anwältin vertreten ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. November 2010, 4A_194/2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: 

BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Januar 2001, 5C.244/2000, E. 5 mit 

Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb die Beklagte keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung hat.

8.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2024
	Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Dem Kläger misslingt der Nachweis eines Erwerbsausfalls. Damit besteht kein Anspruch auf Taggeldleistungen. Abweisung der Klage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2024, KV-Z 2022/14).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte