# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56007ba6-0712-59cd-ab85-65f71e110601
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 27.08.2008 BK 2008 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2008-34_2008-08-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 27. August 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 08 34

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert 
Aktuarin Mosca

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der Dr. Y., Beschwerdeführerin,

gegen

die Ablehnungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. Juli 2008, 
mitgeteilt am 24. Juli 2008, in Sachen gegen X. b z w .  E r b e n  u n d  w e i t e r e  
P e r s o n e n , Beschwerdegegner,  

betreffend Prozessbetrug etc.,

hat sich ergeben:

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A. Y. war Mieterin einer Wohnung des mittlerweilen verstorbenen X. in 
A.. Nachdem die Mieterin während mehreren Monaten keine Miete mehr bezahlt 
hatte, leitete der Vermieter die Betreibung gegen die Mieterin ein. Das Bezirks-
gericht Maloja erteilte dem Vermieter mit Urteil vom 14. Oktober 2004 die provi-
sorische Rechtsöffnung und verpflichtete die Mieterin, die ausstehenden Miet-
zinse über Fr. 20'086.-- zuzüglich Zins zu bezahlen. Gegen das Urteil des Be-
zirksgerichtes Maloja vom 14. Oktober 2004 erhob die Mieterin die Aberken-
nungsklage vor der zuständigen Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht des 
Bezirkes Maloja. Vor der Schlichtungsbehörde wurde keine Einigung erzielt. Da 
die Mieterin die Klage in der Folge nicht weiterführte und die Frist von 30 Tagen 
ungenutzt verstreichen liess, wurde die Aberkennungsklage als zurückgezogen 
abgeschrieben. Nachdem die im Ausland wohnende Y. sich weigerte, den ge-
richtlich festgestellten Betrag von Fr. 20'086.-- zuzüglich Zinsen und Gerichts- 
und Anwaltskosten zu bezahlen, wurde eine Auswahl von in der Schweiz gele-
genen Vermögenswerten unter Arrest gelegt und in der Folge zwangsversteigert. 
Der Steigerungserlös betrug Fr. 2'253.--. Seit dem Auszug der Schuldnerin aus 
der Wohnung in A. werden diverse Gegenstände aus dieser Wohnung in einer 
Garage gelagert.

B. Mit Strafanzeigen vom 20. Juni 2008 und 25. Juni 2008 gegen die 
Erben des verstorbenen Vermieters X. und weitere Personen gelangte Y. an die 
Staatsanwaltschaft Graubünden wegen Betrugs, Verletzung des Bankgeheim-
nisses, Unterschlagung und „Beweismittelbeseitigung“.

C. Mit Verfügung vom 24. Juli 2008 lehnte die Staatsanwaltschaft 
Grabünden ab, eine Strafuntersuchung gegen die Erben des verstorbenen Ver-
mieters X. und weitere Personen zu eröffnen.

D. Dagegen erhob Y. am 8. August 2008 Beschwerde an die Be-
schwerdekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden. Sie beantragt sinn-
gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Von den Beschwerdegeg-
nern wurde keine Stellungnahme eingefordert. Die Staatsanwaltschaft Graubün-
den verzichtete mit Schreiben vom 15. August 2008 auf eine Vernehmlassung.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Erweist sich eine Strafanzeige zum vornherein als offenbar grund-
los, so lehnt der Staatsanwalt durch Mitteilung an den Verzeiger mit kurzer Be-
gründung die Durchführung einer Untersuchung ab (Art. 81 StGB). Für die Eröff-

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nung einer Strafuntersuchung müssen mithin konkrete Anhaltspunkte dafür vor-
handen sein, dass eine straf- und verfolgbare Handlung vorliegt. Ist demgegenü-
ber aufgrund der Erfahrung klar, dass der zu beurteilende Sachverhalt aller Wahr-
scheinlichkeit nach für eine Anklage nicht ausreichen wird und sind keine Be-
weismittel ersichtlich, die daran möglicherweise noch etwas ändern könnten, ist 
die Eröffnung einer Strafuntersuchung abzulehnen (Padrutt, Kommentar zur 
Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], Chur, 1996, N. 2 und 3 
zu Art. 81).

2. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Staatsanwalt-
schaft habe verschiedene Urkunden nicht beigezogen. Dadurch sei deren Beur-
teilung unvollständig. Mit anderen Worten rügt die Beschwerdeführerin damit, die 
Ablehnungsverfügung beruhe nicht auf einem entscheidungsreifen Beweisergeb-
nis.

b) Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Ablehnungsverfügung na-
mentlich auf, welche Urkunden sie beigezogen hatte. Zutreffend ist, dass die von 
der Beschwerdeführerin in Ziffer 1-5 unter Punkt 1 ihrer Beschwerde erwähnten 
Akten dort nicht aufgeführt sind. Aufgrund der von der Staatsanwaltschaft der 
Beschwerdekammer edierten Akten steht jedoch fest, dass der Untersuchungs-
behörde weit mehr als die in der Ablehnungsverfügung erwähnten Urkunden zur 
Verfügung standen, nämlich nebst den von der Beschwerdeführerin selbst der 
Staatsanwaltschaft eingereichten Akten auch sämtliche aufgrund der Editions-
aufforderung (act. 5.1) vom Bezirksgericht Maloja der Staatsanwaltschaft zuge-
stellten Akten betreffend die Auseinandersetzung zwischen Dr. Y. und +X. bzw. 
dessen Erben. Alle diese Akten sind in einem Bundesordner mit entsprechenden 
Registern abgelegt. Darin befinden sich nebst den von der Staatsanwaltschaft in 
ihrer Ablehnungsverfügung erwähnten Urkunden noch zahlreiche weitere Akten. 
Es versteht sich von selbst, dass sich die Staatsanwaltschaft daher auf die Nen-
nung der wesentlichsten Urkunden beschränken musste. Allerdings ist nicht zu 
verkennen, dass ihre diesbezügliche Formulierung in der Ablehnungsverfügung 
als missverständlich erscheint. Dies vermag jedoch nichts daran zu ändern, dass 
ihr sämtliche für die Beurteilung des vorliegenden Falles notwendigen Akten zur 
Verfügung standen. Dies betrifft insbesondere auch die in der Beschwerde als 
„nicht beigezogen“ bezeichneten Schriftstücke, nämlich die Kündigung vom 
30.08.02 (act. 2.2), den Arrestantrag von X., vertreten durch Rechtsanwalt 
Tramèr (act. 6.1), die Unterlagen des Arrestvollzugs vom 30.08.04 (act. Dossier 
6-9) und den Antrag auf Schlichtung (act. 4.2.1 und 4.2.2).

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Der Einwand der Beschwerdeführerin bezüglich nicht beigezogener Akten 
ist somit unbegründet.

3. Die Staatsanwaltschaft hielt unter Ziffer 2 der Ablehnungsverfügung 
fest, den beigezogenen Akten sei einerseits zu entnehmen, dass gegen die ge-
nannten Entscheide seitens von Y. keine Rechtsmittel ergriffen worden seien. 
Andererseits gehe aus den Akten nicht (recte: nichts) hervor, was auf rechtswid-
rige oder gar gegen Strafnormen verstossende Handlungen der beteiligten Par-
teien, deren Vertreter und Amtspersonen schliessen lasse. Mit anderen Worten 
fänden die Beschuldigungen (Prozessbetrug, Verletzung des Bankgeheimnis-
ses, Unterschlagung, Beweismittelbeseitigung, Machtmissbrauch, Nötigung und 
Drohung) in den amtlichen Akten keinerlei Stütze.

Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, es hätten im zivilrechtlichen 
Prozess gegen das Urteil keine Rechtsmittel ergriffen werden können, weil es 
nicht ersichtlich gewesen sei, wo sich die Beweismittel, Bankunterlagen etc. nach 
der rechtswidrigen Arrestierung der Wohnungsschlüssel  und deren Inhalte 
gemäss Umzugsliste befunden hätten. Es hätten daher neue Anhaltspunkte ab-
gewartet werden müssen. Solche hätten sich erst an der am 20.06.08 durchge-
führten Schlichtungsverhandlung und dem darauf folgenden Schriftenwechsel 
mit Rechtsanwalt Tramèr ergeben. Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin 
geltend, der Friedensrichter und der Gegenanwalt Tramèr in Personalunion hät-
ten sich rechtswidrig abgesprochen, was den Verdacht nahe lege, dass eine ob-
jektive Schlichtung per Stellvertreter hätte vorgetäuscht werden sollen. Die Ab-
sprachen seien auch eindeutig erkennbar durch die Einlagerung rechtswidrig ar-
restierter Gegenstände aus der Umzugsliste bei der Gegenpartei.

a) Gemäss Art. 138 StPO kann gegen Verfügungen des Staatsanwalts 
wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit beim Kantonsgericht Be-
schwerde geführt werden. Dabei muss die Beschwerde begründet werden. Es ist 
zu sagen, welche Punkte angefochten werden und worin die Rechtswidrigkeit 
oder Unangemessenheit erblickt wird (Padrutt, a.a.O. Ziff. 6 zur Art. 137-139). 
Soweit ein Beschwerdeführer entgegen der Staatsanwaltschaft die Meinung ver-
tritt, bezüglich der von ihm genannten Straftatbestände lägen hinreichende Ver-
dachtsgründe für die Eröffnung eines Strafverfahrens vor, hat er sich demnach in 
der Beschwerdeschrift mit den Akten auseinanderzusetzen und darzutun, wes-
halb solche Verdachtsgründe vorliegen. Da sich die Verdachtsgründe auf kon-
krete Straftatbestände beziehen müssen, ist es auch unerlässlich, dass sich der 
Beschwerdeführer mit den von ihm angeführten Straftatbeständen wenigstens in 

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den Grundzügen auseinandersetzt und aufzeigt, weshalb diesbezüglich entge-
gen der Auffassung der Staatsanwaltschaft ein konkreter Tatverdacht besteht. 

b) Die Beschwerdeführerin macht in der Beschwerde einzig noch Pro-
zessbetrug und Nötigung geltend. Soweit sie bei der Staatsanwaltschaft noch 
weitere Deliktstatbestände behauptete, ist darauf im vorliegenden Beschwerde-
verfahren mangels entsprechender Rügen nicht weiter einzugehen. Hinsichtlich 
Prozessbetrug und Nötigung unterlässt es die Beschwerdeführerin aufzuzeigen, 
inwiefern ein hinreichender Verdacht für die dort erforderlichen Tatbestandvor-
aussetzungen gegeben sein soll. Damit mangelt es an einer hinreichenden Sub-
stantiierung der Beschwerde, so dass insoweit auf sie nicht eingetreten werden 
kann.

c) Die Beschwerde erweist sich aber auch bei materieller Prüfung als 
unbegründet. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffen ein Arrestverfah-
ren und sind somit zivilrechtlicher Natur, soweit in diesem Zusammenhang nicht 
zugleich strafbare Handlungen begangen wurden. Dass vorliegend diesbezüglich 
ein hinreichender Verdacht besteht, muss entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin verneint werden. Ob die Begründung, wonach gegen das zivil-
rechtliche Urteil kein Rechtsmittel habe ergriffen werden können, zutreffend ist, 
beschlägt ebenso wie die Frage, auf welchem Rechtsweg die Herausgabe der 
angeblich verarrestierten Beweismittel allenfalls hätte erwirkt werden können, 
ausschliesslich Zivilrecht. Ein Verdacht auf strafbare Handlungen ist in diesem 
Zusammenhang schlichtweg nicht ersichtlich. Nicht anders verhält es sich bezüg-
lich der Honorarnote von Rechtsanwalt Tramèr von ca. CHF 9'000.00 für seinen 
anwaltlichen Aufwand. Anhaltspunkte dafür, dass dieser hierbei Nötigungsmittel 
im Sinne von Art. 181 StGB eingesetzt hat, sind überhaupt keine auszumachen. 
Schliesslich liegen auch keine Verdachtsgründe für einen Prozessbetrug vor. Ein 
solcher fällt unter den allgemeinen Betrugstatbestand und setzt eine arglistige 
Täuschung des Richters zum Nachteil des Prozessgegners voraus (BGE 122 IV 
197; Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, N. 19 
zu Art. 146). Rechtsanwalt Tramèr ist im Kreis Oberengadin Kreispräsident und 
als solcher übt er auch die Funktion eines Vermittlers in zivilrechtlichen Streitig-
keiten aus. Hierbei handelt es sich nicht um eine vollamtliche Tätigkeit, so dass 
er nebst dieser auch ein eigenes Anwaltsbüro in Samedan betreibt. Bei eigener 
anwaltlicher Mandatsführung vor dem Vermittler-amt des Kreises Oberengadin 
hat er selbstverständlich in Ausstand zu treten, was vorliegend denn auch ge-
schehen ist. Als Vermittler amtete daher der Stellvertreter Alexander Blöchlinger. 
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ist dieser nicht weisungsge-

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bunden; vielmehr übt er seine Funktion völlig eigenständig und in eigener Ver-
antwortung aus. Von einer „Personalunion“ kann demnach keine Rede sein. 
Dass mit dem Einsitz von Alexander Blöchlinger eine objektive Schlichtung per 
Stellvertretung vorgetäuscht werden sollte, ist daher nicht nachvollziehbar. 
Schliesslich fehlen auch jegliche Anhaltspunkte dafür, dass Rechtsanwalt Tramèr 
mit dem Vermittler-Stellvertreter Absprachen getroffen oder diesen gar durch arg-
listige Täuschung zu einem Verhalten zum Nachteil der Beschwerdeführerin ver-
anlasst hat.

4. Die Beschwerde erweist sich somit in allen Punkten als unbegrün-
det und ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu 
Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 160 Abs. 1 StPO).        

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten der 
Beschwerdeführerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin:

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