# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d44623f-2a21-5c85-be52-a4bfded9e220
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.06.2019 SK 2018 349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-349_2019-06-27.pdf

## Full Text

0Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 18 349

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. Juni 2019 

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.),
Oberrichterin Falkner, Oberrichter Guéra
Gerichtsschreiberin Piccioni

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Diebstahl, 
Urkundenfälschung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 21. Juni 2018 (PEN 17 1098)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) fällte am 21. Juni 2018 
folgendes Urteil (pag. 610 ff.): 

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, be-
gangen in der Zeit vom 20.05.2016 bis 26.06.2016 in Bern, durch Besitz, Veräussern und An-
stalten Treffen zur Veräusserung von mindestens 135.25 Gramm Heroingemisch, ausmachend 
mindestens 18.17 Gramm Heroin und 1.25 Gramm Kokaingemisch mit unbestimmten Rein-
heitsgrad;

2. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen am 05.07.2017, 
12.07.2017 und 16.10.2017 in Bern durch Besitz und Anstalten Treffen zur Veräusserung von 
Betäubungsmitteln im Umfang von insgesamt 9.3 Gramm Kokaingemisch und 12.5 Gramm He-
roingemisch mit je unbekanntem Reinheitsgrad;

3. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit von 
ca. 24.05.2016 bis 12.07.2016, 14.07.2016 bis 15.07.2016, 17.07.2016 bis 22.07.2016, 
24.07.2016 bis 02.08.2016, 04.08.2016 bis 10.09.2016, 12.09.2016 bis 13.10.2016, 15.10.2016 
bis 16.01.2017, 19.01.2017 bis 02.08.2017, 04.08.2017 bis 12.09.2017 und 15.09.2017 bis 
16.10.2017 in Bern durch Besitz zum Eigenkonsum und Konsum von Kokain und Heroin; 

4. des Diebstahls, begangen am 13.07.2016 in Bern, zum Nachteil von C.________, im Deliktsbe-
trag von mindestens CHF 304.00; 

5. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen am 17.11.2015, 28.12.2015, 28.01.2016, 
28.02.2016, 01.04.2016 und am 28.04.2017 zum Nachteil der Sozialen Dienste D.________;

6. des geringfügigen Betrugs, mehrfach begangen am 

6.1. 17.11.2015, im Deliktsbetrag von CHF 136.40;

6.2. 28.12.2015, im Deliktsbetrag von CHF 136.40;

6.3. 26.01.2016 und 28.01.2016, im Deliktsbetrag von CHF 195.00;

6.4. 28.02.2016, im Deliktsbetrag von CHF 116.40; 

6.5. 01.03.2016, im Deliktsbetrag von CHF 136.40;

alles in D.________ zum Nachteil der Sozialen Dienste D.________;

7. des geringfügigen Diebstahls, begangen am 09.09.2016 in Bern, im Deliktsbetrag von CHF 
39.90 zum Nachteil der E.________;

8. der Entwendung eines Fahrrades zum Gebrauch, begangen bzw. festgestellt am 01.09.2016 
in Bern, bei unbekanntem Geschädigten;

3

9. der Widerhandlung gegen das Eisenbahngesetz, begangen am 26.10.2016, in Bern, durch 
Befahren des Bahnbetriebsgebietes ohne Erlaubnis mit einem Fahrrad;

10. des unanständigen Benehmens, begangen am 26.06.2016 in Bern;

und in Anwendung der 
Art. 19 Abs. 2, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 57 Abs. 2, 60, 106, 139 Ziff. 1, 146 Abs. 1, 172ter, 251 Ziff. 1 
StGB;
Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g, Abs. 2 lit. a, Abs. 3 lit. a und b, 19a Ziff. 1 BetmG; 
Art. 94 Abs. 4 SVG;
Art. 86 Abs. 1 Eisenbahngesetz;
Art. 12 lit. b KStrG;
Art. 426 Abs. 1 StPO;

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

Die Polizeihaft vom 24.05.2016 wird im Umfang von einem Tag auf die Freiheitsstrafe ange-
rechnet.

Es wird eine stationäre Suchtbehandlung angeordnet.

Der Vollzug der Massnahme geht der Freiheitsstrafe voraus.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 20 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung):

Kosten der Untersuchung CHF 5'822.00
Auftritt StA an HV CHF 750.00
Kosten des Gerichts ohne schriftliche Begründung CHF 1'500.00
Total CHF 8'072.00

Auslagen der Untersuchung CHF 10'806.60
Auslagen Gutachter an HV CHF 480.00
Allgemeine Kanzleiauslagen CHF 100.00
Total CHF 11'386.60

Total Verfahrenskosten CHF 19'458.60

Gebühren: 

Auslagen:

II.
Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Fürsprecherin B.________ werden wie folgt bestimmt:

4

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 22.50 200.00 CHF 4'500.00
CHF 367.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4'867.50 CHF 389.40
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5'256.90

volles Honorar CHF 5'625.00
CHF 367.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'992.50 CHF 479.40
Total CHF 6'471.90

nachforderbarer Betrag CHF 1'215.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 22.10 200.00 CHF 4'420.00
CHF 69.40

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4'489.40 CHF 345.70
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'835.10

volles Honorar CHF 5'525.00
CHF 69.40

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5'594.40 CHF 430.75
Total CHF 6'025.15

nachforderbarer Betrag CHF 1'190.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 10‘092.00.
A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecherin B.________ die Differenz von CHF 2‘405.05 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

III.

Weiter wird verfügt:

1. Eine schriftliche Begründung kostet zusätzlich CHF 600.00.

2. Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 
StGB), namentlich:

2.1. 2 Kugeln à total 1.9 Gramm brutto Kokaingemisch (bei der Polizei)
2.2. 2 Minigrip mit Kokainrückständen (bei der Polizei)
2.3. 1 Minigrip à total 0.5 Gramm brutto Heroingemisch (bei der Polizei)
2.4. 1 Portion à total 35.5 Gramm brutto Heroingemisch (beim IRM)
2.5. 1 Portion à total 32.2 Gramm brutto Heroingemisch (beim IRM)
2.6. 1 Portion à total 31.8 Gramm brutto Heroingemisch (beim IRM)
2.7. 1 Portion à total 31.6 Gramm brutto Heroingemisch (beim IRM)
2.8. 1 Portion à total 9.4 Gramm brutto Heroingemisch (beim IRM)
2.9. 2 elektronische BM-Waagen (bei den Akten) 
2.10.diverse leere Minigrip (bei den Akten)
2.11.3 Kugeln Kokain, total 2.5 Gramm brutto (bei der Polizei)

5

2.12.2 Minigrip Heroin, total 3.5 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.13.diverse leere Minigrip (bei den Akten)
2.14.10 Minigrip mit Heroin, total 6.7 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.15.1 Minigrip mit Kokain, total 1.2 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.16.1 Minigrip mit Kokain, total 1.5 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.17.7 Minigrip mit Kokain, total 4.2 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.18.8 Minigrip mit Heroin, total 5.8 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.19.1 Minigrip mit Kokain, total 2.4 Gramm brutto (bei der Polizei)
2.20.1 Posten neue leere Minigrip, Grösse 40 x 60 mm (bei den Akten).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (F.________) ist nach Ablauf der Frist 
durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. Schriftlich zu eröffnen:
- A.________, amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________ (anlässlich der Verhand-

lung gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt)
- der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, z. Hd. Staatsanwältin G.________ (an-

lässlich der Verhandlung gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt)

Schriftlich mitzuteilen:
- IRM (Ziff. 0, nach Rechtskraft);
- Kantonspolizei Bern (Ziff. 0, nach Rechtskraft);
- der Koordinationsstelle Strafregister (nach Rechtskraft);
- Bundesamt für Verkehr (vor Rechtskraft);
- dem Bundesamt für Polizei (vor Rechtskraft);
- dem Amt für Justizvollzug, Bewährungs- und Vollzugsdienste (BVD, nach Rechtskraft)

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigte), amtlich ver-
teidigt durch Fürsprecherin B.________, fristgerecht Berufung an (pag. 663).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 20. August 2018 (pag. 676 ff.) 
beschränkte die Verteidigung der Beschuldigten die Berufung auf den Sanktionen-
vollzug sowie die angeordnete Massnahme und stellte in der Sache folgende An-
träge (pag. 678):

a. Die mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 21. Juni 2018 ausgesprochene Frei-
heitsstrafe sei zu Gunsten der ambulanten Suchtbehandlung aufzuschieben.

b. Für die Beschuldigte sei eine ambulante Suchtbehandlung anzuordnen.

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 21. August 2018 (pag. 727 f.) teilte die 
Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 11. September 2018 (pag. 730 f.) 
mit, dass weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Beru-
fung der Beschuldigten beantragt werde.

Die ursprünglich am 14. März 2019 angesetzte Berufungsverhandlung wurde auf 
Antrag der Beschuldigten aufgrund einer Hospitalisierung verschoben (pag. 795 
ff.). Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 27. Juni 2019 in 

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Anwesenheit der Beschuldigten, ihrer Verteidigerin, sowie der Staatsanwältin 
H.________ statt (pag. 844 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung (sowohl betreffend den ursprünglichen 
Verhandlungstermin vom 14. März 2019 als auch bezüglich des neuen Verhand-
lungstermins vom 27. Juni 2019) wurden von Amtes wegen ein aktueller Strafregis-
terauszug eingeholt (pag 786 ff., pag. 828 ff.) und bei der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland wurde abgeklärt, ob seit dem erstinstanzlichen Urteil vom 21. Juni 2018 
neue Anzeigen eingegangen bzw. Strafverfahren gegen die Beschuldigte eröffnet 
worden sind und die entsprechenden Akten bzw. Strafbefehle wurden ediert (pag. 
89, 831 ff., 842; vgl. nachfolgend Ziff. V.12.). Im Weiteren wurden bei der KESB 
Bern-Mittelland aktuelle Verlaufsberichte zum Kontakte zwischen der Beschuldig-
ten und ihren beiden Töchtern sowie die Analyseergebnisse der seit der Ausfällung 
des erstinstanzlichen Urteils abgegebenen Urinproben eingeholt (pag. 733 f., 757 
ff., 817, 820 ff., vgl. nachfolgend Ziff. V.12.). Weiter wurde erfolglos versucht, beim 
behandelnden Psychiater, Dr. med. I.________, einen aktuellen Verlaufsbericht, 
namentlich zur aktuellen Medikation der Beschuldigten, einzuholen (pag. 91, nach-
folgend Ziff. V.12.). Schliesslich wurde anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung die Beschuldigte zu ihren aktuellen persönlichen Verhältnissen einvernommen 
(pag. 847 ff., nachfolgend Ziff. V.12.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigte

Fürsprecherin B.________ verwies an der Berufungsverhandlung vom 27. Juni 
2019 auf die mit der Berufungserklärung vom 20. August 2018 eingereichten An-
träge (pag. 676 ff., 856):

a. Die mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 21. Juni 2018 ausgesprochene Frei-
heitsstrafe sei zu Gunsten der ambulanten Suchtbehandlung aufzuschieben.

b. Für die Beschuldigte sei eine ambulante Suchtbehandlung anzuordnen.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin H.________ stellte an der Berufungsverhandlung vom 27. Juni 
2019 folgende Anträge (pag. 858f., 865 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 21. Juni 2018 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 
1. der Schuldsprüche wegen 
1.1 mengenmässig qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen 

in der Zeit vom 20.05.2016 bis 26.06.2016, durch Besitz, Veräusserung und Anstalten Treffen 
zur Veräusserung von mindestens 135,25 Gramm Heroingemisch, ausmachend mindestens 
18,17 Gramm Heroin und 1,25 Gramm Kokaingemisch mit unbestimmten Reinheitsgrad; 

1.2 Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen am 05.07.2017, 
12.07.2017 und 16.10.2017, durch Besitz, Anstalten Treffen zur Veräusserung von Betäu-

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bungsmitteln im Umfang von insgesamt 9,3 Gramm Kokaingemisch und 12,5 Gramm Heroin-
gemisch mit je unbekanntem Reinheitsgrad; 

1.3 Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch Konsumwider-
handlungen; 

1.4 Diebstahls, begangen am 13.07.2016; 
1.5. Urkundenfälschung, mehrfach begangen am 17.11.2015, 28.12.2015, 28.01.2016, 28.02.2016, 

01.04.2016 und 28.04.2017; 
1.6 geringfügigen Betrugs, mehrfach begangen am 17.11.2015, 28.12.2015, 26.01.2016, 

28.02.2016, 01.03.2016; 
1.7 geringfügigen Diebstahls, begangen am 09.09.2016; 
1.8 Entwendung eines Fahrrades zum Gebrauch, begangen am 01.09.2016; 
1.9 Widerhandlung gegen das Eisenbahngesetz, begangen am 26.10.2016 1.10 unanständigen 

Benehmens, begangen am 26.06.2016; 
2. der Verurteilung 
2.1 zu einer Freiheitstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung von 1 Tag; 
2.2 zu einer Übertretungsbusse von CHF 2'000.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen); 
2.3 zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten; 
3. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung zur Vernichtung der beschlagnahmten Dro-

gen und Drogenutensilien.
II.
1 Es sei eine stationäre Suchtbehandlung anzuordnen, wobei der Vollzug der Massnahme der 

Freiheitstrafe vorausgeht. 
2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien A.________ sei zur Bezahlung aufzuerlegen. 
III.
Im Weiteren sei zu verfügen: 
1. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 
2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (F.________) sei nach Ablauf der 

Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 
3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 

sein nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

4. Das Urteil sei dem Bundesamt für Verkehr und dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 3 
Abs. 14a Mitteilungsverordnung und Art. 28 Abs. 3 BetmG).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). 

Vorab stellt sich die Frage der Zulässigkeit der Beschränkung der Berufung der 
Beschuldigten auf den Sanktionenvollzug und die damit zusammenhängende Fra-
ge nach der Art der Massnahme. Gemäss Art. 399 Abs. 4 StPO kann die Berufung 
beschränkt werden u.a. auf die Bemessung der Strafe (Bst. b) und die Anordnung 
von Massnahmen (Bst. c). Das von der Verteidigung erwähnte Bundesgerichtsurteil 
6B_498/2011 vom 23. Januar 2012 bezog sich auf § 413 Abs. 1 aStPO/ZH. Dazu 
ist in Erwägung 1.4. Folgendes zu entnehmen:

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Der Gesetzeswortlaut von § 413 Abs. 1 aStPO/ZH unterscheidet zwischen der Strafzumessung und 
der Anordnung von Massnahmen. Auf jede dieser Fragen kann das Thema der Berufung begrenzt 
werden. Für die vorinstanzliche Auslegung (E. 1.2) spricht die weitgehende Unabhängigkeit von 
Strafen und Massnahmen. Das Strafgesetzbuch regelt die Strafen (Art. 47 ff. StGB) und Massnahmen 
(Art. 56 ff. StGB) in unterschiedlichen Bestimmungen, wobei beide gleichzeitig angeordnet werden 
können (Art. 57 Abs. 1 StGB). Im Gegensatz zur Strafe stellt die Massnahme keine Sanktion dar, weil 
die Behandlung und nicht ein allfällig damit verbundener Freiheitsentzug im Vordergrund steht (vgl. 
BGE 137 IV 201 E. 1.3 S. 204). Sie soll den physischen oder psychischen Zustand bessern, welcher 
zu den Delikten geführt hat (vgl. namentlich Art. 63 Abs. 1 lit. b StGB). Zu diesem Zweck kann der 
Strafvollzug nach Art. 63 Abs. 2 StGB zugunsten der ambulanten Behandlung aufgeschoben werden, 
d.h. sofern es der Massnahme dient und dadurch die Behandlung aussichtsreicher erscheint. Es 
handelt sich um eine von der Bestrafung unabhängige Ausgestaltung der ambulanten Massnahme. 

Einer erneuten Beurteilung der Strafzumessung und des Strafvollzugs steht zudem das Verbot der 
reformatio in peius entgegen (NIKLAUS SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl. 2004, § 60 N. 1030 a.). 
Der Beschwerdegegner stellte den bedingten Teil der Freiheitsstrafe von zwei Jahren nicht in Frage, 
sondern verlangte bloss den Aufschub des unbedingten Strafteils zugunsten der Massnahme. Die 
Verweigerung des teilbedingten Strafvollzugs geht über seine Anträge hinaus und stellt eine 
unzulässige Verschlechterung dar.

Schliesslich dürfen die Parteien gemäss einer in der Lehre vertretenen Auffassung ausschliesslich die 
Frage des Strafvollzugs aufwerfen, ohne die Strafzumessung anzufechten (HAUSER/SCHWERI/ 
HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005 N. 19 zu § 99; HANS MATHYS, 
Erstinstanzliches Hauptverfahren - Berufungsverfahren, in: Schweizerische Strafprozessordnung, 
ausgewählte Aspekte aus Zürcher Sicht, 2010, S. 138). Auch dies deutet auf eine getrennte 
Beurteilung von Straf- und Massnahmenvollzug hin. 

Dabei ist nicht zu übersehen, dass Straf- und Massnahmenvollzug Berührungspunkte aufweisen. Bei 
beiden ist die Legalprognose zu prüfen. Nur bei einer ungünstigen Prognose darf eine Massnahme 
angeordnet werden. Somit kann eine gleichzeitig ausgefällte Strafe nicht gemäss Art. 42 f. StGB 
bedingt oder teilbedingt aufgeschoben werden (Urteil 6B_141/2009 vom 24. September 2009 E. 1 mit 
Hinweisen). Aus dieser Gemeinsamkeit lässt sich indessen nicht ableiten, dass sich ein 
Rechtsmittelverfahren stets auf beide Fragen beziehen müsste. Das Bundesgericht kann aufgrund der 
im kantonalen Recht vorgesehenen Beschränkung der Berufung die unangefochten gebliebene 
Anwendung von Bundesrecht nicht von Amtes wegen überprüfen. Insgesamt ist die vorinstanzliche 
Auslegung von § 413 i.V.m. § 416 aStPO/ZH nicht willkürlich.

EUGSTER (BSK StPO 2. Aufl., N 8 ff. zu Art. 399) führt im Zusammenhang mit der 
Beschränkung in Bezug auf Bst. b und c Folgendes aus: 

Unter der Voraussetzung, dass die Grundlagen des unangefochtenen Teiles tragfähig sind, ist eine 
Beschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch (die Sanktion) stets zulässig und in der täglichen 
Praxis von grosser Bedeutung, da in aller Regel eine erschöpfende Nachprüfung der Sanktion 
möglich ist, ohne dass die Feststellungen und die rechtlichen Ausführungen zum Schuldspruch 
berührt werden. Bei der Anfechtung der Sanktion bleibt die Verurteilung bestehen. Ausnahmen 
bestehen dort, wo Schuld- und Straffrage so eng verbunden sind, dass eine getrennte Überprüfung 
nicht möglich ist, ohne dass der nichtangefochtene Schuldteil mit berührt wird. …

Ob innerhalb der Bemessung der Strafe weitere Beschränkungen zulässig sind, erscheint zumindest 
fraglich. Gegen die Möglichkeit weiterer Beschränkungen scheint der Wortlaut von Art. 399 Abs. 4 zu 

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sprechen, der in lit. b (anders als in lit. a54) keine weitere Einschränkung nennt. Die deutsche 
Rechtsprechung und die Rechtsprechung der Kantone, die eine Beschränkung der Berufung schon 
bisher kannten, lassen demgegenüber auch innerhalb der Bemessung der Strafe weitere 
Einschränkungen zu. …

Problematischer als eine Beschränkung innerhalb der Bemessung der Strafe erscheint die 
Beschränkung der Berufung auf die Anordnung von Massnahmen jeglicher Art, wie sie das Gesetz 
ohne Vorbehalt zulässt. In vielen Fällen wird die Anordnung von Massnahmen mit dem Schuldspruch, 
indirekt auch mit der gleichzeitig ausgesprochenen Strafe, so eng zusammenhängen, dass eine 
getrennte Behandlung nicht unbedenklich erscheint. So setzt bspw. die Verwahrung nach Art. 64 
StGB eine besondere Anlasstat voraus. Auch die Wiederholungsgefahr wird in vielen Fällen 
massgebend von der Art und Ausführung der Tat(en) abhängen. Ob bspw. eine therapeutische 
anstatt einer sichernden Massnahme zu verhängen sei, die ambulante Durchführung der Massnahme 
verantwortet werden kann oder ein Fahrverbot angezeigt sei, wird in den wenigsten Fällen losgelöst 
von Strafmass, Schuldspruch und konkreter Tatbegehung möglich sein. Im Zweifel ist daher eher 
gegen die Zulässigkeit der Beschränkung und für die Ausdehnung der Überprüfung zu entscheiden.

In Anlehnung an das Bundesgerichtsurteil 6B_498/2011 vom 23. Januar 2012, E. 
1.4., ist die Kammer der Überzeugung, dass vorliegend die Zulässigkeit der 
Beschränkung der Berufung auf die Frage des Strafvollzugs (Art der Massnahme 
[stationäre oder ambulante Suchtbehandlung] und die damit zusammenhängende 
Frage des Aufschubs des Strafvollzugs) zulässig ist: Die Höhe der 
ausgesprochenen Strafe ist ebenso unbestritten wie die Verweigerung des 
bedingten Strafvollzugs für die 18-monatige Freiheitsstrafe. Offenkundig werden 
auch die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme 
(Art. 56 StGB) als Suchtbehandlung nicht bestritten.

Damit ist mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu Ziff. 2 und 4 hiervor) vorab 
festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) 
vom 21. Juni 2018 in Bezug auf die Schuldsprüche, die Verurteilung zu einer (un-
bedingten) Freiheitsstrafe von 18 Monaten (unter Anrechnung von einem Tag Poli-
zeihaft), die Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘000.00 und die 
Verurteilung zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie die Einziehung der 
Drogen und Drogenutensilien in Rechtskraft erwachsen ist.

Zu überprüfen bleibt somit die erstinstanzliche Anordnung einer stationären Sucht-
behandlung (an Stelle der beantragten ambulanten Suchtbehandlung und dem be-
antragten Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zugunsten dieser). Praxis-
gemäss neu zu verfügen ist auch über das DNA-Profil, die erkennungsdienstlichen 
Daten sowie die amtliche Entschädigung der Verteidigerin der Beschuldigten. Die 
Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Kogniti-
on (Art. 398 Abs. 2 StPO).

Aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten darf das Urteil nicht zum Nach-
teil der Beschuldigten abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot 
(Verbot der «reformatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

Die Schulsprüche blieben unangefochten und sind in Rechtskraft erwachsen. Es 
kann damit oberinstanzlich von dem durch die Vorinstanz als erwiesen erachteten 
Sachverhalt ausgegangen und vollumfänglich darauf verwiesen werden (pag. 621 
ff., S. 5 ff. der Entscheidbegründung).

Es wird zusammenfassend festgehalten, dass der Sachverhalt erstinstanzlich ein-
zig in Bezug auf Ziffer I.1.1. der Anklageschrift (Besitz, Veräussern und Anstalten 
Treffen zum Verkauf von total mindestens ca. 135.5 Gramm netto Heroingemisch 
[reine Wirkstoffmenge von ca. 17.94 Gramm], pag 429 f.) bestritten war, indem die 
Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung geltend machte, von der beschlag-
nahmten Drogenmenge (fünf Portionen) von total 126.2 Gramm netto (reine Wirk-
stoffmenge von ca. 17.04 Gramm) sei mindestens die Hälfte nicht für den Verkauf, 
sondern für den Eigenkonsum bestimmt gewesen. Nach ausführlicher Beweiswür-
digung kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Beschuldigte einen Drogenbun-
ker mit fünf Portionen Heroingemisch gefunden hatte und dieses verkaufen (und 
nicht konsumieren) wollte. Dabei wurde sie erwischt.

Soweit weitergehend waren alle übrigen Ziffern der Anklageschrift vom 28. Dezem-
ber 2017 (pag. 429 ff.) in tatsächlicher Hinsicht unbestritten.

III. Rechtliche Würdigung

Die rechtliche Würdigung ist oberinstanzlich ebenfalls unangefochten geblieben. 
Daher kann auch diesbezüglich auf die erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
werden (pag. 636, S. 20 der Entscheidbegründung).

Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass ausgehend vom Beweisergebnis 
in Bezug auf Ziffer. I.1.1. der Anklageschrift die Vorinstanz richtigerweise zum 
Schluss kam, dass die Beschuldigte den Tatbestand der mengen- bzw. gefähr-
dungsmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das BetmG objektiv und subjektiv 
erfüllt hat. Alle übrigen Ziffern der Anklageschrift waren erstinstanzlich auch in 
rechtlicher Hinsicht bereits unbestritten.

IV. Strafzumessung

6. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Diese revidierten Bestimmungen betreffen allerdings nicht 
das (zweite) Kapitel über die Massnahmen (Art. 56 ff.); insbesondere auch bezüg-
lich Art. 60 (stationäre Suchtbehandlung) und Art. 63 StGB (ambulante Behand-
lung) i.V.m. Art. 58 StGB ergaben sich keine Änderungen.

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7. Grundlagen der Strafzumessung, Strafrahmen, Strafart, Strafzumessung, 
Strafvollzug und Anrechnung Polizeihaft

Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (vgl. pag. 636 ff., S. 20 ff. der Entscheidbegründung). Die Verurteilung zu 
einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von 18 Monaten (unter Anrechnung von einem 
Tag Polizeihaft) sowie einer Übertretungsbusse von CHF 2‘000.00 (20 Tage Er-
satzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung) ist rechtskräftig (vgl. Ziff. I.5. 
hiervor).

V. Art der Massnahme: Stationäre Suchtbehandlung (Art. 60 StGB) oder ambu-
lante Suchtbehandlung (Art. 63 StGB)

8. Rechtliche Ausgangslage
Dazu kann vorab auf die zutreffenden erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
werden. Die Vorinstanz führte dazu Folgendes aus (pag. 645 f., S. 29 f. der Ent-
scheidbegründung):

Nach Art. 56 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der 
Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen und ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht 
oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert. Die Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der 
mit ihr verbundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die 
Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist.

Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, so kann das Gericht gemäss Art. 60 
StGB eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein Verbrechen oder Vergehen 
begangen hat, das mit seiner Abhängigkeit in Zusammenhang steht und zu erwarten ist, dadurch 
lasse sich der Gefahr weiterer mit der Abhängigkeit in Zusammenhang stehender Taten begegnen. 
Das Gericht trägt dem Behandlungsgesuch und der Behandlungsbereitschaft des Täters Rechnung. 
Die Behandlung erfolgt in einer spezialisierten Einrichtung oder, wenn nötig, in einer psychiatrischen 
Klinik. Sie ist den besonderen Bedürfnissen des Täters und seiner Entwicklung anzupassen. Der mit 
der stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel höchstens drei Jahre. 
Sind die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach drei Jahren noch nicht gegeben und ist 
zu erwarten, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der 
Abhängigkeit des Täters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann 
das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Verlängerung der Massnahme einmal um ein 
weiteres Jahr anordnen. Der mit der Massnahme verbundene Freiheitsentzug darf im Falle der 
Verlängerung und der Rückversetzung nach der bedingten Entlassung die Höchstdauer von 
insgesamt sechs Jahren nicht überschreiten.

In Anwendung von Art. 63 StGB kann das Gericht bei einem von Suchtstoffen oder in anderer Weise 
abhängigen Täter auch anordnen, dass dieser nicht stationär, sondern ambulant behandelt wird, 
wenn er eine mit Strafe bedrohte Tat verübt, die mit seinem Zustand in Zusammenhang steht und zu 
erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang 
stehender Taten begegnen. Das Gericht kann den Vollzug einer zugleich ausgesprochenen 
unbedingten Freiheitsstrafe, einer durch Widerruf vollziehbar erklärten Freiheitsstrafe sowie einer 
durch Rückversetzung vollziehbar gewordenen Reststrafe zu Gunsten einer ambulanten Behandlung 
aufschieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen. Es kann für die Dauer der Behandlung 

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Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen. Die zuständige Behörde kann verfügen, dass der 
Täter vorübergehend stationär behandelt wird, wenn dies zur Einleitung der ambulanten Behandlung 
geboten ist. Die stationäre Behandlung darf insgesamt nicht länger als zwei Monate dauern. Die 
ambulante Behandlung darf in der Regel nicht länger als fünf Jahre dauern. Erscheint bei Erreichen 
der Höchstdauer eine Fortführung der ambulanten Behandlung notwendig, um der Gefahr weiterer mit 
einer psychischen Störung in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen zu begegnen, so 
kann das Gericht auf Antrag der Vollzugsbehörde die Behandlung um jeweils ein bis fünf Jahre 
verlängern.

Ob eine stationäre oder eine ambulante Massnahme angezeigt ist, beurteilt sich zunächst einmal 
nach rein ärztlichen Kriterien. Eine ambulante Behandlung stellt letztlich nichts anderes als eine 
besondere Art des Vollzugs einer stationären Massnahme dar. Die Anordnung der Massnahme muss 
vor dem verfassungsmässigen Grundsatz der Verhältnismässigkeit Bestand haben (vgl. BSK StGB-
HEER, 3. Aufl. 2013, Art. 56 N 34 ff. und Art. 63 N 12). Die Verhältnismässigkeit umfasst drei 
Aspekte, welche im Einzelfall kumulativ erfüllt sein müssen: Die Eignung, die Erforderlichkeit und die 
Verhältnismässigkeit von Eingriffszweck und Eingriffswirkung (sog. Zumutbarkeit). Geeignet ist eine 
staatliche Handlung, wenn damit der im öffentlichen Interesse verfolgte Zweck erreicht werden kann. 
Bei mehreren so geeigneten staatlichen Handlungen verlangt das Element der Erforderlichkeit, dass 
das mildeste Mittel den Vorrang geniesst, d.h. der Eingriff darf also im konkreten Fall in sachlicher, 
räumlicher, zeitlicher und personeller Beziehung nicht über das hinausgehen, was unerlässlich ist. 
Schliesslich muss der Eingriffszweck im Verhältnis zur Eingriffswirkung im konkreten Fall zumutbar 
sein. Es ist zu prüfen, ob das gesteckte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu der zu seiner 
Erlangung notwendigen Freiheitsbeschränkung steht. Dazu sind namentlich die Interessen des 
Gemeinwesens am Eingriff gegen die entgegenstehenden spezifischen Interessen des betroffenen 
Grundrechtsträgers abzuwägen (vgl. SCHWEIZER in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. 
Galler Kommentar, Herausgeber: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender, 3. Aufl., 2014, Art. 36 N 
37 ff.). Konkret sind dabei die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte der Beschuldigten ihrem 
Behandlungsbedürfnis sowie der Schwere und der Wahrscheinlichkeit künftiger Straftaten einander 
gegenüberzustellen. Den Gefahren, die von einem Täter zu befürchten sind, muss bei einer 
Interessenabwägung grössere Bedeutung zukommen als der Schwere des mit einer Massnahme 
verbundenen Eingriffs. Die Eingriffsintensität der Intervention steht somit vor allem in einem 
Abhängigkeitsverhältnis mit der Legalprognose. Je mehr eine Einschränkung der persönlichen 
Freiheit das Mass einer schuldabhängigen Strafe bezüglich Dauer und/oder Behandlungsintensität 
überschreitet, umso gewichtigere Delinquenz muss der Begründung einer ungünstigen Legalprognose 
zugrunde liegen, um die Massnahme rechtfertigen zu können (vgl. BSK StGB-HEER, 3. Aufl. 2013, 
Art. 56 N 36).

Ergänzend und hervorhebend ist festzuhalten, dass bei Art. 60 StGB weitgehend 
die rechtlichen Voraussetzungen gemäss Art. 59 StGB gelten. Art. 60 StGB ist eine 
lex specialis zu Art. 59 StGB, die Massnahme unterliegt grundsätzlich den gleichen 
Regeln. Die eingriffsintensivere stationäre Massnahme ist gegenüber der milderen 
ambulanten Massnahme subsidiär. 

Die Grundvoraussetzungen für eine Massnahme sind unbestritten erfüllt, d.h. eine 
schwerwiegende Suchterkrankung, damit zusammenhängende Verbrechen oder 
Vergehen und die Behandlungsfähigkeit der Erkrankung liegen in casu vor. Es wird 
daher im Folgenden unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit zu prüfen 

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sein, ob eine stationäre Massnahme anzuordnen oder eine ambulante Behandlung 
hierfür als ausreichend zu betrachten ist. 

9. Sachverhaltsmässig berücksichtigte Elemente durch die Vorinstanz

Seitens der Vorinstanz wurde diesbezüglich Folgendes aufgelistet (vgl. pag. 647 ff., 
S. 31 ff. der Entscheidbegründung):

Nachfolgend werden sämtliche in Bezug auf die Massnahme relevanten Sachverhaltselemente in 
chronologischer Reihenfolge wiedergegeben.

2.1. Äusserungen von A.________ im Rahmen der Schlusseinvernahme

In der Schlusseinvernahme vom 20.06.2017 gab A.________ an, bisher nur Entzüge gemacht zu 
haben. Letztmals sei sie 2009 vor der Schwangerschaft im J.________ gewesen. Bislang habe sie 
noch nie eine stationäre Therapie gemacht. Sie wisse, weshalb sie jeweils abstürze. Aktuell werde sie 
von der Hausärztin, K.________, und vom Psychiater, I.________, behandelt. Beim Psychiater sei sie 
alle zwei Wochen. Dieser verschreibe auch das MST. Das MST wolle sie nicht auf Null abbauen. Für 
eine ambulante Therapie wäre sie aber motiviert. Aktuell müsse sie auch auf ihre Gesundheit achten, 
sonst müsse sie später ihr Bein amputieren lassen. Die Kinder seien ihr wichtig. Wenn sie die Kinder 
nicht sehe, dann konsumiere sie. Ihr Ziel sei es, das Besuchsrecht zu intensivieren und die Kinder 
auch alleine sehen zu können. Dafür verlange der Kindsvater aber, dass sie nichts konsumiere (pag. 
191 Z. 334 ff.).

2.2. Gutachten von L.________ vom 11.11.2017

Im Nachgang zur Schlusseinvernahme wurde zur Frage einer Massnahme und der Schuldfähigkeit 
ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei kam die Staatsanwaltschaft dem Wunsch der 
Beschuldigten, durch eine männliche Person begutachtet zu werden, nach (vgl. Schreiben vom 
20.07.2017, pag. 289) und beauftragte am 28.07.2017 L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie mit Schwerpunkt für forensische Psychiatrie und Psychotherapie, mit der 
Begutachtung (pag. 293 ff.).

Nachfolgend wird auf einzelne relevante Punkte des Gutachtens vom 11.11.2017 (pag. 308 ff.) 
eingegangen:

Im Gutachten werden unter der Rubrik 1.4 „Therapieberichte“ drei Berichte zu Klinikaufenthalten 
zusammengefasst (pag. 324 ff.):

- Gemäss Betreuungsbericht der Drogenentzugsklinik J.________ vom 11.05.2009 habe sich 
A.________ vom 07.04.2009 bis zum 06.05.2009 freiwillig zum körperlichen Entzug von 
Methadon und Benzodiazepinen einweisen lassen. 

- Dem Austrittsbericht der Privatklinik M.________ vom 23.09.2015 konnte der Gutachter 
entnehmen, dass A.________ von Dr. med. I.________ wegen Polytoxikomanie eingewiesen 
worden sei und sie sich vom 12.08.2015 bis 18.09.2015 in der Klinik aufgehalten habe. Nach der 
Trennung vom Kindsvater an Weihnachten 2014 sei im April 2015 eine Wohnungsübergabe 
gescheitert und sie sei wieder abgestürzt. Ihr Ziel sei es gewesen, in einem Kurzaufenthalt von 
zwei bis maximal vier Wochen den Entzug von Heroin und Kokain zu machen, das MST wollte 
sie behalten. Die KESB habe eine stationäre Entzugsbehandlung sowie eine stabile 
Wohnsituation als Auflage gemacht, dass sie die Obhut ihrer Kinder nicht verliere und diese 
wieder zu ihr zurückkehren könnten (pag. 325 f.). 

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- Gemäss Austrittsbericht der Privatklinik M.________ vom 05.10.2016 befand sich A.________ in 
der Zeit vom 21.09.2016 bis zum 03.10.2016 erneut in der Klinik M.________. Dies nachdem sie 
Ende Mai 2016 wieder begonnen hatte, Heroin und Kokain zu konsumieren (pag. 326 f.). 

Dem Therapieverlaufsbericht von Dr. med. I.________ vom 26.09.2017 kann entnommen werden, 
dass dieser A.________ schon seit einigen Jahren behandelt. Anfänglich sei es bei der Behandlung 
um Probleme in der Partnerschaft und depressive Verstimmungen gegangen. Später habe sich der 
Fokus zunehmend auf den schädlichen Kokainkonsum und die entsprechenden Folgen gerichtet. 
A.________ würde sich etwa seit einem Jahr auf dem Weg der Besserung befinden und habe 
begriffen, dass ein fortgesetzter Konsum von Drogen und die damit verbundene Delinquenz ihre 
gesundheitlichen Schwierigkeiten und sozialen Probleme nicht lösen können, beziehungsweise diese 
Probleme zusätzlich verschlimmern würden. Dr. med. I.________ votierte für eine ambulante 
Massnahme und erklärte sich bereit, seine Behandlung in einem entsprechenden Rahmen 
weiterzuführen (pag. 327 f.).

Zur aktuellen Situation und zu den Zukunftsaussichten gab A.________ gegenüber dem Gutachter 
an, dass sie aktuell zur MST-Substitution keinen Beikonsum habe. Sie schätze ihr Rückfallrisiko als 
gering ein, weil sie momentan kein Geld habe, nächstens eine Verfügung für die Kostenübernahme 
für Urinproben durch die KESB erlassen werde und sie durch die Behörden und ihre angeschlagene 
Gesundheit vor einer grossen Bedrohung stehe. Sie brauche die Verfügung der KESB, damit sie ihre 
Kinder wieder alleine sehen könne. Weiter brauche sie sicher auch Gespräche mit einer Fachperson. 
Ihr Ziel sei es künftig zu 50% einer Beschäftigung nachzugehen und zu 50% zu den Kindern zu 
schauen. Eine stationäre Massnahme weg vom Alltag sei nicht das Richtige für sie. Zudem würde sie 
dadurch sicherlich ihre aktuelle Wohnung und die Unterstützung durch ihre Mutter verlieren. Aktuell 
sehe sie die Kinder jeweils am Dienstag und am Mittwoch sowie jedes zweite Wochenende. 
Deswegen würde sie die finanzielle Unterstützung für einen Zweipersonenhaushalt erhalten, welche 
dann auch wegfallen würde. Eine ambulante Massnahme erachte sie als sinnvoller. Sie brauche den 
Druck von aussen. Ihr seien die Konsequenzen einer positiven Urinprobe bei der KESB oder die 
Verletzung der Auflagen im Falle einer ambulanten Massnahme bewusst.

Diese Erkenntnisse basierten bis dahin auf drei Untersuchungen (13.09.2017, 14.09.2017 und 
20.09.2017) sowie einem Hausbesuch vom 05.10.2017. Im Nachgang zum Hausbesuch erfuhr der 
Gutachter vom Anzeigerapport vom 17.10.2017 und konfrontierte A.________ mit dem Widerspruch 
zu ihren Versicherungen. Hierzu habe A.________ ausgeführt, dass sie nichts konsumiert habe. Sie 
habe lediglich ein paar Minigrip in alten Kleidern gefunden und habe sich damit das Taschengeld 
aufbessern wollen. Sie leide halt an einer schweren Suchterkrankung und könne ihr Verhalten nicht 
von heute auf morgen ändern (pag. 344).

L.________ kam im Gutachten zum Schluss, dass A.________ an einem Opioid (MST)-
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten 
Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 F11.22) leide (pag. 349 f.). Er bezeichnete diese Suchterkrankung 
als schwerwiegend (pag. 366). 

Hinsichtlich der Schuldfähigkeit folgerte er, dass bei A.________ keine Einschränkung der 
Einsichtsfähigkeit vorhanden war. Hingegen aber bezüglich des Vorwurfs der qualifizierten 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz die Steuerungsfähigkeit leichtgradig vermindert 
gewesen sei (pag. 350 f.).

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Gestützt auf die Instrumente PCL-R, HCR-20 V3 und SAPROF kam L.________ weiter zum Schluss, 
dass A.________ mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Straftaten im Bereich der sogenannten 
Beschaffungs- und Drogenkriminalität begehen werde (pag. 351 ff.).

Hinsichtlich Therapie und Massnahme kam L.________ zum Ergebnis, dass bei A.________ 
grundsätzlich eine gute Behandlungsfähigkeit der Störung zu erwarten sei. Die bisherigen kurzen 
stationären Aufenthalte und die ambulante Behandlung bei Dr. med. I.________ seien aber nicht 
genügend nachhaltig gewesen. Insbesondere habe es bislang an einer Bearbeitung der forensisch 
relevanten Ziele gefehlt. Hierzu sei über längere Zeit ein klar strukturierter Rahmen notwendig. 
Deswegen empfahl der Gutachter letztlich eine stationäre Massnahme gemäss Art. 60 StGB in der 
Therapiewohngruppe der JVA Hindelbank. Ein intensiviertes ambulantes Setting, wie sich dies 
A.________ wünscht, sieht L.________ aufgrund der Erfahrungen der vergangen Jahre – jedenfalls 
zu Beginn der Massnahme – als nicht ausreichend aus, um der Gefahr weiterer Straftaten in gleicher 
Weise zu begegnen, wie dies mit einer stationäre Massnahme möglich ist (pag. 360 ff.).

2.3. Schreiben vom 30.11.2017

Mit Schreiben vom 30.11.2017 an die Staatsanwaltschaft reagierte A.________ persönlich auf das 
Gutachten von L.________. Dabei führte sie aus, dass eine stationäre Therapie ihre bisher erreichten 
gesundheitlichen und sozialen Fortschritte in erheblichem Masse gefährden würde. Sie habe seit 
November 2016 keine Drogen mehr konsumiert. Sie habe zu ihrem Therapeuten volles Vertrauen. Ein 
Therapeutenwechsel würde ihren Genesungsprozess negativ beeinflussen. Der Kontakt zu den 
Kindern und den Eltern verlaufe zunehmend besser. Künftig werde sie bei ihrer Hausärztin 
regelmässig Urinproben abgeben, deren Ergebnisse sie der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen 
werde. Anstelle einer stationären Massnahme möchte sie daher die ambulante Behandlung bei Dr. 
med. I.________ in intensivierter Form fortführen (pag. 374 f.).

2.4. Schreiben vom 04.12.2017

Am 04.12.2017 teilte die Verteidigerin von A.________ ergänzend zum Schreiben ihrer Klientin mit, 
dass die Finanzierung der Urinproben jetzt sichergestellt sei (pag. 377).

2.5. Edition weiterer Anzeigen bzw. Urteile

Am 05.06.2018 stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag, es sei mittels Editionsbegehren bei der 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zu prüfen, ob gegen A.________ seit Anklageerhebung weitere 
Untersuchungen eröffnet bzw. abgeschlossen worden seien (pag. 462).

In der Folge wurden die Vorakten N.________ (pag. 486 ff.), O.________ (pag. 546 ff.), P.________ 
(pag. 554 ff.), Q.________ (pag. 567 ff.) und BM R.________ (pag. 571 ff.) beigezogen. Aus diesen 
Akten gehen folgende Verurteilungen hervor:

- Mit Strafbefehl (N.________) vom 07.04.2016 wurde A.________ in Anwendung von Art. 19 Abs. 
1 BetmG wegen unbefugten Besitzes von acht Minigrip mit insgesamt 3.3 Gramm Heroingemisch 
zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen verurteilt (pag. 504). 

- Mit Strafbefehl vom 12.03.2018 (O.________) wurde A.________ in Anwendung von Art. 19 Abs. 
1 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen und einer Busse von CHF 
200.00 verurteilt. Sie trug am 07.02.2017 sieben Minigrip mit insgesamt 6.8 Gramm 
Heroingemisch und am 22.01.2018 drei Minigrip mit insgesamt 1.8 Gramm Kokaingemisch und 
ein Minigrip mit 0.4 Gramm Heroin-gemisch zum Verkauf auf sich. Zudem soll sie Kokain und 
Heroin konsumiert haben (pag. 564).

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- Mit Strafbefehl vom 07.03.2018 (Q.________) wurde A.________ wegen Reisens ohne gültigen 
Fahrausweis, begangen am 30.11.2017, zu einer Busse von CHF 200.00 verurteilt (pag. 569).

- Mit Strafbefehl vom 21.03.2018 (BM R.________) wurde A.________ in Anwendung von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG wegen Besitzes von einem Minigrip mit 3.5 Gramm Heroingemisch zu einer Busse 
von CHF 200.00 verurteilt (pag. 575).

2.6. Eingabe vom 08.06.2018

Mit Eingabe vom 08.06.2018 reichte A.________ diverse Beweismittel zu den Akten (pag. 469 ff.). 

Gemäss der eingereichten Verfügung der KESB Mittelland Nord vom 21.09.2017 habe A.________ 
regelmässig Urinproben bei Dr. med. K.________ abzugeben (pag. 472). In diesem Zusammenhang 
reichte A.________ auch die Resultate zweier Urinproben vom 01.12.2017 und vom 24.01.2018 ein, 
verbunden mit einem Attest von Dr. med. K.________ vom 24.01.2018, wonach sich in den seit 
Dezember 2017 durchgeführten Urinproben nebst Opiaten und Benzodiazepinen kein Beikonsum 
habe feststellen lassen (pag. 474 ff.).

Aus der E-Mail vom 26.03.2018 (pag. 477) und dem Schreiben vom 17.05.2018 (pag. 478) an die 
KESB ist ersichtlich, dass Dr. med. K.________ Ende Januar 2018 ihr Arbeitsstelle wechselte und 
A.________ wiederum eine Anpassung der KESB-Verfügung zur Abgabe von Urinproben bei ihrem 
aktuellen Hausarzt einforderte, aber bislang nicht zugesprochen erhielt. 

Schliesslich reichte A.________ ein Rezept von Dr. med. I.________ vom 07.06.2018 ein, mit 
welchem er für drei Monate 2x200mg MST pro Tag und 2 Tabletten Rohypnol pro Tag verordnete 
(pag. 480). 

2.7. Bericht Dr. med. I.________ vom 14.06.2018

Anlässlich der Hauptverhandlung reichte A.________ einen aktuellen Bericht von Dr. med. 
I.________ als Beweismittel zu den Akten (pag. 601 ff.). Darin führt Dr. med. I.________ aus, dass er 
A.________ während den letzten knapp achteinhalb Monaten insgesamt 24 Mal in der Praxis 
gesehen habe. A.________ habe zudem verschiedene Massnahmen getroffen, um ihre finanzielle 
Situation zu stabilisieren, so suche sie derzeit eine Wohnung, welche nicht mehr über dem Budget 
des Sozialdienstes liege und warte auf die Zusage für ein Praktikum bei „S.________“. Mit dem 
Praktikum würden ihr zusätzlich eine Integrationszulage sowie das Abonnement für den öffentlichen 
Verkehr bezahlt. Mit der angestrebten Entspannung der finanziellen Situation würde der Anreiz 
sinken, sich durch das Dealen Geld zu beschaffen. Das Verhältnis zu den Kindern habe sich seit 
Sommer 2017 deutlich verbessert. Sie könne die Kinder zwischenzeitlich ohne Begleitpersonen 
sehen. Die Verbesserung der Betreuungssituation stelle einen stabilisierenden Faktor dar (pag. 601 
f.). 

2.8. Einvernahme von L.________ anlässlich der Hauptverhandlung

Im Rahmen der Hauptverhandlung wurde L.________ zu seinem Gutachten und seinen 
Empfehlungen befragt (pag. 581 ff.).

Zu Beginn wurde L.________ nach allfälligen Besonderheiten bei diesem Gutachten gefragt. Dazu 
führte er aus, dass er bei A.________ sehr differenziert zwischen einer ambulanten und einer 
stationären Massnahme abgewogen habe, weil ein Gericht in einem ähnlichen Fall vor einem Jahr 
von seiner Empfehlung abgewichen und nur eine ambulante Massnahme angeordnet habe. Er habe 
deswegen auch einen Hausbesuch bei A.________ durchgeführt. Einige Tage nach dem Besuch sei 

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es dann zu einer neuen Anzeige gekommen. Daher habe er seine Einschätzung nochmals geändert 
und A.________ mitgeteilt, dass er eine stationäre Massnahme empfehlen werde (pag. 581 Z. 17 ff.).

L.________ gab weiter zu, sich mit der Entscheidung zwischen ambulanter und stationärer 
Massnahme schwergetan zu haben. Er habe sich sogar überlegt, wegen vermuteter 
Aussichtslosigkeit gar keine Massnahme zu empfehlen, diese Option dann aber als unethisch wieder 
verworfen. Eine intensivierte ambulante Massnahme bei Dr. med. I.________ schloss er 
insbesondere deshalb aus, weil dieser den Fokus nur auf die Suchterkrankung lege, hingegen aus 
fachlichen Gründen die forensisch relevanten Problemfelder nicht bearbeiten könne. Nach seiner 
Einschätzung könne man mit A.________ nur dann an ihrer Krankheit arbeiten, wenn man ein 
möglichst umfassendes Instrumentarium zur Verfügung habe. Und dies sei eben nur bei der 
stationären Massnahme der Fall – dies sei vorliegend die einzige griffige Lösung. Kritisch müsse man 
aber einräumen, dass letztlich auch bei der stationären Massnahme der Erfolg ungewiss sei (pag. 582 
Z. 26 ff.).

Angesprochen auf die sozialen Argumente von A.________ gegen eine stationäre Massnahme sagte 
L.________, dass diese Argumente bereits lange im Raum stünden und nie zu einer Veränderung 
hinsichtlich der Delinquenz geführt hätten. Entsprechend ordnete er denn auch die weiteren 
Verurteilungen ein (pag. 583 Z. 35 ff.).

Die Möglichkeit der stationären Einleitung einer ambulanten Massnahme während zweier Monate 
nach Art. 63 Abs. 3 StGB wies L.________ in zeitlicher Hinsicht als zu kurz zurück. Er geht davon 
aus, dass es bei A.________ mindestens ein Jahr stationärer Behandlung bedürfe, um das Rohypnol 
auf Null abzubauen und zu einer Monotherapie zu kommen (pag. 585 Z. 5 ff.).

Zum jüngsten Bericht von Dr. med. I.________ führte L.________ aus, dass es sich dabei vorwiegend 
um „sozialarbeiterische“ Argumente handle, die aber grundsätzlich als günstig eingestuft werden 
könnten. Hinsichtlich der Beziehung zu den Kindern fehle es aber ganz grundsätzlich an einer 
Stellungnahme von deren Seite (pag. 586 Z. 2 ff.).

Zu den Ergänzungsfragen der Verteidigung führte L.________ im Wesentlichen noch einmal aus, 
dass es bei A.________ selbst beim idealen ambulanten Setting mehr als zwei Monate stationären 
Vollzug bedürfe. Die Hauptgefahr bei der stationären Massnahme liege darin, dass bei einer 
Verweigerungshaltung von A.________ sehr viel Zeit ungenutzt verstreichen und dadurch wiederum 
die soziale Reintegration gefährdet werden könnte (pag. 586 Z. 25 ff.).

2.9. Aussagen A.________ an der Hauptverhandlung

Anlässlich der Hauptverhandlung führte A.________ aus, dass sie seit Anfang Jahr die Kinder 
aufgrund einer Vereinbarung zwischen der KESB, ihrer Mutter und dem Kindsvater alleine betreuen 
dürfe. Ab August sei aufgrund der beginnenden Schule geplant, dass die Kinder jeweils von Montag 
bis Mittwochmittag bei ihr sind (pag. 591 Z. 32 ff.).

Zu den Ausführungen von L.________ sagte sie, dass sie das Rohypnol jederzeit würde absetzen 
können. Sie habe dieses in den letzten zwei Monaten nicht bezogen, was man bei der Apotheke 
nachprüfen könne. Nur diese Woche habe sie wegen der Verhandlung die Wochendosis 
mitgenommen. Zu Dr. I.________ habe sie Vertrauen. Bei L.________ habe sie immer das Gefühl 
gehabt, sie müsse aufpassen, was sie sage oder mache (pag. 591 Z. 46 ff.). Sie wolle eine ambulante 
Massnahme machen und bei Dr. I.________ bleiben. Wenn sie nach Hindelbank müsse, könne sie 
die Kinder nicht mehr sehen und müsse alles aufgeben. Sie werde in Hindelbank auch wieder zu 
Drogen kommen, wenn sie wolle. Finanziell sehe es aktuell besser aus. Bei den Anzeigen von Anfang 

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Jahr sei es immer nur um ein paar Gramm gegangen. Es seien die CHF 300.00 bis CHF 400.00 
gewesen, die ihr monatlich im Budget fehlen würden (pag. 593 Z 15 ff.). Weiter unten führte sie dann 
allerdings wiederum aus, sie würde nur konsumieren, wenn sie im T.________ sei und etwas verkauft 
habe (pag. 593 Z. 34 f.). Sie habe das MST in letzter Zeit etwas abgebaut. Als sie dann für eine 
Woche Reserve hatte, habe ihr Dr. I.________ weniger verordnet (pag. 594 Z. 46 ff.).

Weiter führte sie auf Frage der Verteidigung aus, dass sie nächste Woche ein zweitägiges Praktikum 
bei „S.________“ machen könne, mit dem Ziel dort ein halbes Jahr lang ein Praktikum zu 50% in 
einer Tagesschule zu absolvieren. Sie habe ihre aktuelle Wohnung gekündigt und suche eine 
Günstigere (pag. 592 Z. 18 ff.).

10. Vorinstanzliche Würdigung
Die Vorinstanz würdigte ihre Sachverhaltsfeststellungen wie folgt (pag. 654 ff., S. 
38 ff. der Entscheidbegründung):

Mit dem Gutachter wurden im Rahmen der Hauptverhandlung drei mögliche Settings von 
Massnahmen diskutiert: die ambulante Massnahme mit Strafaufschub, die vollzugsbegleitende 
ambulante Massnahme und die stationäre Massnahme. L.________ hat dabei klar zum Ausdruck 
gebracht, dass ein Hauptziel einer Therapie die Reduktion der Substitutionsmedikation auf ein 
einziges Medikament (MST) sein müsse. Für die Zielerreichung der Reduktion bzw. des nachhaltigen 
Abbaus von Rohypnol auf Null geht er im besten Fall von einer Zeitdauer von einem Jahr im 
stationären Bereich aus. Damit ist eine rein ambulante Massnahme aufgrund der gesetzlichen 
Befristung einer stationären Einleitung von zwei Monaten im Fall von A.________ nicht zur 
Anordnung geeignet, respektive eindeutig zu kurz.

Weiter gilt es zur von A.________ bevorzugten ambulanten Massnahme im Sinne einer Intensivierung 
der Behandlung bei Dr. med. I.________ auch zu bemerken, dass diese nach den Abklärungen und 
Ausführungen von L.________ insbesondere deshalb vorliegend nicht geeignet wäre, weil es dem 
Therapeuten an der notwendigen forensischen Fachkompetenz fehlt. Mithin würde dabei weiterhin 
lediglich die Sucht, nicht aber „das Delikt“ behandelt. 

Die gleiche Problematik (Dauer des stationären Teils) besteht grundsätzlich auch bei einer 
vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme. Hier würde zwar laut Gutachter die Möglichkeit 
bestehen, dass sich A.________ freiwillig in der Therapiewohngruppe der JVA Hindelbank anmelden 
könnte und somit für die Dauer des Strafvollzuges freiwillig im gleichen Setting wäre, wie bei einer 
stationären Massnahme. Bei A.________ fehlt es indessen im Moment an der Bereitschaft, sich auf 
eine entsprechende Behandlung einzulassen. Dadurch läuft es letztlich auch bei dieser Variante 
darauf hinaus, dass der durchsetzbare stationäre Teil lediglich zwei Monate betragen würde. Auch die 
vollzugsbegleitende ambulante Massnahme ist somit nicht geeignet, der Gefahr weiterer Delikte von 
A.________ wirksam zu begegnen. Es ist schlicht davon auszugehen, dass sie dabei nicht freiwillig 
mitmachen würde.

Damit kann einzig die vom Gutachter empfohlene stationäre therapeutische Massnahme als geeignet 
bezeichnet werden, der Gefahr weiterer Delikte von A.________ wirksam zu begegnen. Das 
Gutachten und die Ausführungen von L.________ sind schlüssig und nachvollziehbar.

Ein milderes Mittel gibt es daneben nicht. Entsprechend ist auch die Erforderlichkeit gegeben.

Aufgrund der zahlreichen Einwände von A.________ gegen eine stationäre Massnahme ist im 
Rahmen einer abschliessenden Gesamtbetrachtung die Zumutbarkeit bzw. die Verhältnismässigkeit 

19

im engeren Sinn näher zu prüfen. Nachfolgend sind somit die einzelnen Interessen aufzulisten und 
einander gegenüberzustellen. 

Das Behandlungsbedürfnis von A.________ ist gross. Sie leidet gemäss Gutachten an einer 
schwerwiegenden Suchterkrankung. Die Drogenabhängigkeit besteht über lange Jahre hinweg. Die 
zahlreichen stationären Drogenentzugsbehandlungen seit 1997 sowie die regelmässigen ambulanten 
Gesprächstermine seit 2008 bei Dr. med. I.________ vermochten die Erkrankung nicht wirksam 
einzudämmen. Zwar gelang es mit der Behandlung und Substitution die Sucht bisweilen etwas zu 
kontrollieren, diese brach aber auch immer wieder durch. Keinen Einfluss scheint die Behandlung auf 
das übrige deliktische Verhalten zu haben, wo es A.________ an Einsicht und Reue fehlt – „wie 
komme ich sonst zu Geld“ (pag. 593 Z. 47). Zudem führt das deliktische Verhalten bei A.________ 
offenbar immer wieder auch zum Konsum – „ich konsumiere nur, wenn ich im T.________ bin und 
etwas verkauft habe“ (pag. 593 Z. 34 f.). Die Suchterkrankung stufte der Gutachter zudem als so 
schwerwiegend ein, dass er A.________ in Bezug auf die Betäubungsmitteldelikte eine verminderte 
Steuerungsfähigkeit attestierte. 

Die öffentliche Sicherheit und Ordnung sind durch die Erkrankung von A.________ zudem erheblich 
belastet. Einerseits kann A.________ ihre finanzielle Selbstverantwortung nicht mehr tragen und ist 
von staatlicher Unterstützung abhängig. Durch ihre sekundären Erkrankungen (vgl. pag. 328), welche 
Folge ihrer Sucht sind, belastet sie zudem das Gesundheitswesen. Der Staat muss zudem auch für 
den Schutz ihrer Kinder sorgen. Durch den fortgesetzten Handel mit Betäubungsmittel gefährdet sie 
zudem bewusst die öffentliche Gesundheit und perpetuiert dadurch ihre Situation auf weitere 
Personen. Dies führt zu einer erheblichen Belastung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf 
zahlreichen Ebenen. 

Mit vorliegendem Urteil hat sich A.________ wegen mengenmässig qualifizierter Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz, d.h. wegen eines Verbrechens und wegen weiteren 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Diebstahls und Urkundenfälschung, d.h. 
wegen Vergehen zu verantworten. Es handelt sich dabei nicht um Bagatellen, die vorliegend – 
unabhängig von der Massnahme – mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten sanktioniert 
werden. Dies entspricht der Hälfte der in der Regel maximal zulässigen Dauer einer stationären 
Suchtbehandlung (Art. 60 Abs. 4 StGB). Mit Blick auf die gemäss L.________ erforderliche Dauer der 
stationären Behandlung bis zur Überführung in ein ambulantes Setting von mindestens einem Jahr 
besteht überdies zur Dauer der Freiheitsstrafe kein offensichtliches Missverhältnis. Die theoretische 
Möglichkeit eines längerdauernden stationären Aufenthalts von gesetzlich bis maximal zu vier Jahren 
aufgrund der heute noch fehlenden Behandlungsmotivation führen à priori nicht zur 
Unverhältnismässigkeit der Massnahme. Auch nicht der Umstand, dass man sich von Seiten des 
Gutachters auf institutioneller Ebene vielleicht auch ein schweizweit besseres und vielfältigeres 
Therapieangebot für Frauen wünschen würde. Vielmehr ist die Vollzugsbehörde jederzeit gehalten, 
die Erfolgsaussichten der Massnahme, bzw. die Eignung der Einrichtung zu überprüfen und 
gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, im äussersten Fall diese als aussichtslos abzubrechen 
(Art. 62c StGB).

In die Interessenabwägung muss auch das Rückfallrisiko einbezogen werden. Dieses ist bei 
A.________ sehr hoch. Erschwerend kommt hier hinzu, dass es ihr nicht gelingt, sich klar von ihren 
rechtswidrigen Verhaltensweisen zu distanzieren. 

A.________ führt ihrerseits vor allem den Kontakt zu den Kindern als Argument gegen eine stationäre 
Behandlung ins Feld. Es ist nachvollziehbar und auch schön, dass ihr etwas an ihren Kindern liegt 

20

und sie diese auch betreuen will. Diesbezüglich muss ihr aber auch entgegengehalten werden, dass 
die KESB und offenbar auch der Kindsvater und ihre Mutter ihr die Kinder nur dann überlassen, wenn 
sie drogenfrei ist. Langfristig ist ihr daher mehr gedient, wenn sie heute die notwendige Zeit für die 
Arbeit an ihrer Erkrankung investiert, als wenn man das Problem heute nicht richtig behandelt und sie 
in der Folge immer wieder abstürzt und von kindes- und erwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen 
betroffen ist. Das dürfte auch eher dem Kindswohl entsprechen. Es fehlt sodann auch an einer 
qualifizierten Äusserung seitens der Kinder und des Kindsvaters, ob und welche Rolle A.________ im 
Alltag als Mutter zukommen soll. Die im Prozess vorgebrachten Äusserungen stellen somit allesamt 
lediglich Bedürfnisse und Wünsche von A.________ dar. Eine eigentliche Notwendigkeit zur 
Kinderbetreuung im Alltag ist nicht belegt. Vielmehr lag die Verantwortung hierzu bisher klar beim 
Kindsvater, so dass es diesbezüglich mit einer stationären Massnahme nicht zu einem ganz 
einschneidenden Ereignis kommt. Der Wunsch nach mehr Verantwortungsübernahme gegenüber den 
Kindern ist somit im Verhältnis zu den hier entgegenstehenden öffentlichen Interessen nachrangig.

Weiter bringt A.________ vor, dass sie noch nie so motiviert gewesen sei, sich um ihre finanziellen 
Verhältnisse und eine Beschäftigung zu kümmern, wie heute. Durch eine stationäre Behandlung 
würde sie ihre Wohnung, ihre mögliche Beschäftigung sowie finanzielle Unterstützungsbeiträge 
verlieren. Auch diese Argumente stellen primär kurzfristige – gemäss Gutachter „sozialarbeiterische“ 
– Lösungsansätze dar. Um ihre finanziellen Verhältnisse und um eine Tagesstruktur muss sich 
A.________ ohnehin kümmern. Beide Elemente sind aber auch Themenfelder, welche im Rahmen 
einer Massnahme mit einem langfristigen Lösungsansatz bearbeitet werden. Selbstverständlich ist es 
lobenswert, dass A.________ sich um ein Praktikum bei „S.________“ bewirbt, aber was ist, wenn sie 
dort nicht angenommen wird; wenn sie das Praktikum abbricht; oder dieses dann nach einem halben 
Jahr ausläuft? Letztlich handelt es sich bei diesen beiden Punkten um zwar positive, aber in Bezug 
auf die Zukunftsaussichten höchst ungewisse Faktoren, welche im Verhältnis zu den hier 
entgegenstehenden öffentlichen Interessen untergeordnet sind.

Schliesslich ist A.________ auch nicht mit dem Argument zu hören, es fehle ihr an der nötigen 
Motivation für eine stationäre Behandlung, deren Erfolgsaussichten damit offen sei. Es ist 
gerichtsnotorisch und gutachterlich bestätigt, dass diese Haltung bei einer Suchterkrankung bestehen 
kann aber dem Erfolg einer stationären therapeutischen nicht à priori entgegenstehen muss. In der 
ersten Phase einer Therapie geht es häufig zuerst einmal darum, eine Krankheitseinsicht herzustellen 
und eine Therapiemotivation aufzubauen. Mithin kann eine stationäre Massnahme in einer ersten 
Phase auch gegen den Willen von A.________ durchgeführt werden.

Gestützt auf diese Ausführungen ist gegenüber A.________ eine stationäre Suchtbehandlung 
gemäss Art. 60 StGB anzuordnen. Das grosse Behandlungsbedürfnis, die negative Belastung der 
öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die schwere der verwirkten Delikte und die Höhe des 
Rückfallrisikos überwiegen als langanhaltende und konstante Faktoren die eher kurzfristigen, 
unsicheren und subjektiven Interessen von A.________. Es ist ihr daher zuzumuten, sich einer 
stationären Massnahme zu unterziehen.

11. Ergänzende sachverhaltsmässige Feststellungen bis zum erstinstanzlichen 
Urteil vom 21. Juni 2018
Die Vorinstanz hat die bis zum erstinstanzlichen Urteil ergangenen Beweismittel 
zur Beurteilung der Frage nach der Art der Massnahme zusammengefasst wieder-
geben. Diese wurden unter Ziff. V.9. hiervor aufgeführt. Soweit sich aus Sicht der 
Kammer ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen vor-

21

instanzlichen Sachverhaltsfeststellungen bis zum erstinstanzlichen Urteil aufdrän-
gen, erfolgen diese in nachfolgender Ziffer 12 mit entsprechendem Vermerk oder 
im Rahmen der folgenden oberinstanzlichen Würdigung (Ziff. 14 hiernach) unmit-
telbar an den entsprechenden Stellen.

12. Sachverhaltsmässige Feststellungen seit dem erstinstanzlichen Urteil vom 
21. Juni 2018

- Das Berufungsgericht hat aufgrund des Beschlusses vom 25. September 2018 
(pag. 732 ff) mit Schreiben vom 4. Februar 2019 aktuelle Verlaufsberichte zum 
Kontakt zwischen der Beschuldigten und ihren beiden Töchtern sowie die Ana-
lyseergebnisse der seit der Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils vom 21. 
Juni 2018 abgegebenen Urinproben bei der KESB Bern-Mittelland Nord einver-
langt (pag. 758). Hierauf reichte die KESB mit Schreiben vom 20. Februar 2019 
u.a. folgende relevante Unterlagen ein (pag. 760ff.):

• Beistandschaftsbericht vom 8. Oktober 2018 für den Zeitraum vom 2. Juni 
2016 bis 30. Juni 2018 (Dieser betrifft den Zeitraum vor der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung. Da dieser Bericht jedoch Aufschluss über die 
Entwicklung der Beschuldigten gibt und dieser erstinstanzlich nicht wie-
dergegeben wurde, wird aus dem Bericht an dieser Stelle zitiert).

Hieraus ist Folgendes wesentlich (pag. 774 ff.):

„Im Sommer 2017 wechselte sie den Hausarzt und wollte fortan mit UP 
den Nachweis erbringen, dass sie nebst ihrer Substitution kein Nebenkon-
sum mehr hatte. Erst im Juni 2018 hat sie die Testergebnisse der ersten 
UP (01.12.2017) vorgelegt. Im August 2018 hat sie ein durch Frau Dr. 
K.________ im Januar 2018 ausgestelltes Zeugnis vorgelegt, welches 
vermuten lässt, dass kein Nebenkonsum stattfindet. Im September 2018 
wurde dann ein weiteres (gutes) Testergebnis vom 24.01.2018 vorgelegt. 
Auch der subjektive Eindruck hinterlässt, seit November 2017, den Ein-
druck, dass die Kindsmutter keinen Nebenkonsum hat.“ …

„Erst seit Sommer 2018 ist es überhaupt ein Thema, dass die Kindsmutter 
die Kinder mehr – und alleine – betreut. Der Aufbau erfolgt schrittweise 
und mit regelmässigen Auswertungen.“ …

„Die Mutter der Kindsmutter, Frau U.________, ist weiterhin grundsätzlich 
eine gute Ressource für das Familiensystem.“

Die Kindswohlgefährdung wird als unverändert eingeschätzt. Die Kinds-
mutter wird seit einiger Zeit als stabil wahrgenommen und die UP-
Resultate lassen vermuten, dass sie zurzeit keinen Beikonsum zur Substi-
tution hat. Dies ist eine eindeutige Verbesserung. Sie hat aber ein Ge-
richtsverfahren am Laufen und es droht ihr angeblich eine längere statio-
näre Haftstrafe. Es kann aus Sicht der Beiständin nicht festgestellt wer-
den, ob die Kindsmutter deshalb auf den Beikonsum verzichten kann oder 
ob sie es tatsächlich aus einem Verantwortungsgefühl für die Kinder her-
aus schafft. Gleichzeitig wird auch von mehreren Seiten (Frau U.________ 
sowie der Psychiater, Herr I.________) eine befürchtete Instabilität formu-

22

liert. Konkret wird benennt, dass die Kinderbetreuung eine stabilisierende 
Wirkung auf die psychische Grundverfassung der Kindsmutter habe und 
dass es deshalb wichtig sei, dass sie die Kinder umfassend betreuen darf. 
Aus Sicht der Beiständin wäre dies die falsche Reihenfolge: Sie soll aus-
schliesslich entsprechend ihrer Stabilität betreuen – und eben nicht be-
treuen, um stabiler zu werden.“

• Aktennotizen der Sozialen Dienste D.________ betreffend den Zeitraum 5. 
Juli 2018 bis 14. Februar 2019 (pag. 762 ff.):

5. Juli 2018, betreffend KW 28, 29, 30 (09.07.18 – 27.07.18): Kindsmutter 
(scil. Beschuldigte) betreut die Kinder jeweils Montag – Freitag tagsüber, 
konkret: Kindsmutter holt W.________ (MO auch X.________) morgens 
um 7.30 Uhr beim Kindsvater ab. Sie bringt W.________ (DO auch 
X.________) abends spätestens um 18.00 Uhr zum Kindsvater zurück. 
Von MI auf DO übernachten die Kinder bei der Kindsmutter in ihrer Woh-
nung. In der Woche vom 23.07. – 27.07.18 betreut Kindsmutter Montag 
bis Freitag beide Kinder. Wenn es Kindsmutter zu viel wird, kann sie auf 
Unterstützung von ihrer Mutter (U.________) zurückgreifen. KW 31 – 32: 
Vom 28.07.18 – 12.08.18 macht der Kindsvater Ferien mit den Kindern. … 
Kindsmutter darf ab und zu auf Besuch kommen. Die Besuche sollen mög-
lichst nachmittags ca. 15.00/16.00 Uhr stattfinden.

19. Juli 2018, betreffend Auswertung Betreuung durch Kindsmutter 
während Ferien: Bis anhin ist die intensivierte Betreuung durch die Kinds-
mutter gut verlaufen. Keine Anpassungen notwendig.

14. Februar 2019, betreffend Evaluation Betreuung durch Kindsmutter seit 
Juli 2018 (Telefonat mit Kindsvater): Bis ca. Mitte Dezember habe Kinds-
mutter eigentlich die Kinderbetreuung entsprechend den Abmachun-
gen/dem Betreuungsplan gewährleistet. Aufgrund der Wohnungskündi-
gung und gesundheitlichen Beschwerden sei es dann zu Unregelmässig-
keiten gekommen. Über Weihnachten/Neujahr habe er die Kinder über-
wiegend alleine betreut. Auch im Januar 2019 habe die Kindsmutter die 
Kinder nicht betreut. Am 4./5. Sowie am 11./12. Februar habe die Kinds-
mutter dann wieder betreut. Verschiedene gesundheitliche Beschwerden 
führten aber dazu, dass noch nicht wieder von regelmässiger Betreuung 
gesprochen werden könne, sie würden sich von Woche zu Woche abspre-
chen. Kindsvater habe den Eindruck, dass die Kinder aufgestellt und zu-
frieden von der Kindsmutter zurückkommen. Ergänzung der Beiständin: Im 
Laufe des Herbsts ist es mehrmals vorgekommen, dass Kindsmutter bei 
Ankunft des Schulbusses (von Bern, X.________) nicht anwesend war. Im 
persönlichen Gespräch mit Kindsmutter übernahm sie hierfür nicht eindeu-
tig die Verantwortung.

• Ärztliches Zeugnis von Dr. med. Y.________ (damaliger Hausarzt der Be-
schuldigten) vom 28. August 2018 (pag. 771 f.):

Hieraus ergibt sich, dass die Beschuldigte „aufgrund einer chronischen 
Wundheilungsstörung am linken OSG mit St.n. Spalthauttransplantat in ih-

23

rer täglichen Steh-/Gehbelastung deutlich eingeschränkt“ ist. „Aus diesem 
Grund ist in absehbarer Zeit auch nicht mit einer hochprozentigen Arbeits-
anstellung zu rechnen, so dass eine IV-Anmeldung mit Rentenanspruch 
erfolgt ist.“

• Bericht von Dr. med. AC.________ vom 14. Februar 2019 (pag. 773)

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Beschuldigte „seit Sommer 2018 
über 20 x von uns telefonisch aufgeboten, um eine Urinprobe abzugeben. 
Leider hatte sie immer wieder eine Ausrede und hat uns so jeweils eine 
halbe Stunde Praxis blockiert ohne zu erscheinen. Dies ist bedauerlich 
und schade für sie“ (pag. 773). 

- Das Berufungsgericht hat aufgrund des Beschlusses vom 25. September 2018 
(pag. 732 ff.) Dr. med. I.________ mit Schreiben vom 4. Februar 2019 aufge-
fordert, einen aktuellen Verlaufsbericht über die Beschuldigte zu ihrer aktuellen 
Medikation zu erstellen (pag. 757). Hierauf ist nichts eingegangen. Auf telefoni-
sche Nachfrage hin teilte Dr. med. I.________ am 1. März 2019 mit, dass er die 
Beschuldigte seit August 2018 nicht mehr gesehen habe. Auf seine Aufforde-
rung, sich betreffend Verlaufsbericht bei ihm zu melden, habe sie nicht reagiert 
(pag. 791).

Auf Verfügung vom 6. März 2019 (pag. 800 f.) hin teilte die Verteidigung mit, 
dass die Beschuldigte zurzeit nicht in psychiatrischer Behandlung sei (pag. 
815). Trotz Ziffer 3 der Verfügung vom 27. März 2019 erfolgte schriftlich vor der 
Berufungsverhandlung keine Mitteilung, dass die Beschuldigte wieder in psych-
iatrischer Behandlung wäre.

- Vor der ursprünglich auf 14. März 2019 angesetzten oberinstanzlichen Ver-
handlung wurde seitens der Verteidigung ein Schreiben des Spitals 
V.________, Chirurgische Klinik, vom 28. Februar 2019 eingereicht, wonach 
die Beschuldigte am 7. März 2019 hospitalisiert werde und sie in der Folge für 
mindestens drei Wochen arbeits- und verhandlungsunfähig sei (pag. 796). Der 
neue Verhandlungstermin wurde hierauf auf den 27. Juni 2019 angesetzt (pag. 
807 ff.).

- Mit Blick auf die neue oberinstanzliche Verhandlung vom 27. Juni 2019 wurde 
bei der KESB Bern-Mittelland Nord erneut ein aktueller Verlaufsbericht zum 
Kontakt der Beschuldigten und ihren beiden Töchtern sowie die Analyseergeb-
nisse der seit der Berichterstattung vom 20. Februar 2019 abgegebenen Urin-
proben eingeholt (pag. 817). Die KESB Bern-Mittelland Nord teilte am 31. Mai 
2019 mit, dass sie keine weiteren UP-Unterlagen hätten, die Beschuldigte habe 
– wie bereits im Schreiben vom 4. Februar 2019 von Dr. med. AC.________ 
erwähnt – keine diesbezüglichen Termine mehr wahrgenommen; ob diese 
behördlich angeordneten Weisungen geeignet und zielführend seien, werde im 
Rahmen des aktuell bei der KESB Bern-Mittelland Nord hängigen Kindes-
schutzverfahrens zu prüfen sein. Weiter reichte die KESB ergänzend Unterla-
gen der Sozialen Dienste D.________ vom 27. Mai 2019 inkl. UP-Status der 
Universitäten Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) sowie eine Kopie der Ge-
fährdungsmeldung der Kantonspolizei Bern vom 4. April 2019 ein (pag. 821 ff.):

24

• Der Aktennotiz der Sozialen Dienste D.________ vom 20. Mai 2019 ist Fol-
gendes zu entnehmen (pag. 822): „Die Kindsmutter hat seit dem 20.02.2019 
die Kinder nicht mehr betreut. Am 03./04. April 2019 hat sie – entgegen der 
Abmachungen und unter massiven, unhaltbaren Anschuldigungen gegenü-
ber dem Kindsvater – die Kinder zu sich genommen und mit Unterstützung 
einer Sozialarbeiterin der Kath. Kirche Bern sich und die Kinder versteckt. 
Im Rahmen der seitdem laufenden Abklärungen wird festgestellt, dass die 
Kindsmutter mit ihrem unberechenbaren und verantwortungslosen Verhal-
ten die Kinder gefährdet. … Der Kindsvater hat im Zeitraum der Abklärung 
einige geschützte Kontakte zwischen Mutter und Kinder organisiert und be-
gleitet.“

• Dem eingereichten Kumulativbefund der Universitären Psychiatrischen 
Dienste Bern (UPD) vom 3. April 2019 ist zu entnehmen, dass die Urinpro-
ben am 27. März und 3. April 2019 positiv waren auf Opiate (inkl. Codein) 
und bezüglich des ersten Datums auch positiv bezüglich Kokain (pag. 823).

• Überdies legte die KESB Bern-Mittelland Nord eine Kopie der Gefähr-
dungsmeldung der Kantonspolizei Bern vom 4. April 2019 bei (pag. 824 ff.). 
Gemäss dieser Meldung habe sich am Sonntag, 24. März 2019, 02.30 Uhr, 
eine Frau A.________ telefonisch bei der REZ der Kantonspolizei Bern ge-
meldet und angegeben, ihre beiden Kinder würden nicht mehr atmen kön-
nen. Ein grosses Aufgebot an Rettungs- und Einsatzkräften begab sich vor 
Ort ans Domizil von AD.________. Die ursprüngliche Meldung stellte sich 
als falsch heraus, und es konnte eruiert werden, dass die Beschuldigte die-
se Meldung an die REZ absetzte. Gemäss den Angaben des Kindsvaters, 
AD.________, habe er das Sorgerecht und die beiden Kinder (W.________, 
und X.________) würden zusammen bei ihm wohnen. Da seine Ex-Frau, 
die Beschuldigte, jedoch kein festes Domizil habe, würde er sie ab und zu 
sich nach Hause einladen. Gemäss Feststellungen in der Gefährdungsmel-
dung habe mit der Beschuldigten kaum ein normales Gespräch geführt 
werden können, sie habe sehr angetrieben gewirkt und ununterbrochen ge-
sprochen, d.h. andauernd zusammenhangslose Aussagen. „Ihr Zustand 
dürfte durch den Konsum einer unbekannten Substanz wohl noch verstärkt 
worden sein.“ In der Folge wurde die Beschuldigte für medizinische und 
psychiatrische Abklärungen in das AE.________ (Spital) geführt, wo der 
Notfallpsychiater eine fürsorgerische Unterbringung (nachfolgend: FU) aus-
sprach und die Beschuldigte hernach in die AF.________ (Klinik) transpor-
tiert wurde. Die Wohnung von AD.________ sei in einem äusserst kinderun-
freundlichen Zustand gewesen, d.h. schmutzig und unaufgeräumt, Alkoholi-
ka seien frei zugänglich herumgelegen und in der Küche hätten Utensilien 
zum Konsum von Betäubungsmitteln aufgefunden werden können.

- Gemäss Abklärungen des Berufungsgerichts bei der KESB Bern-Mittelland 
Nord am 21. Juni 2019 (Aktennotiz, pag. 842) gab es offenbar zwischenzeitlich 
zumindest noch eine weitere FU, denn die der KESB Bern-Mittelland Nord be-
kannte letzte ärztlich angeordnete FU sei jene vom 15. Mai 2019. Weiter teilte 
die KESB Bern-Mittelland Nord mit, dass sich die Beschuldigte seit dem 17. Ju-

25

ni 2019 in der Stiftung Z.________ in AG.________ aufhalte, nachdem sie zu-
vor noch im AE.________ (Spital) gewesen sei. Für die Zeit ab dem 1. Juli 
2019 habe die Beschuldigte einen Mietvertrag für eine 2-Zimmer-Wohnung im 
AH.________. Weiter sei die Beschuldigte zwischenzeitlich auf einen Rollstuhl 
angewiesen gewesen, dies aufgrund einer 40 cm langen, offenen Wunde am 
Bein.

- Dem aktuellen Strafregisterauszug vom 3. Juni 2019 (pag. 829 ff.) ist zu ent-
nehmen, dass seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung das Ur-
teil/Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 12. November 2018 
(Verfahren AI.________) neu eingetragen wurde. Die Beschuldigte wurde zu 
einer unbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen verurteilt wegen Vergehen 
gegen Art. 19 Abs. 1 Bst. d und g BetmG (unbefugter Besitz und Anstalten Tref-
fen zum unbefugten Veräussern), begangen bzw. festgestellt am 13. (Restau-
rant T.________) und 20. (AJ.________) September 2018 sowie wegen Eigen-
konsumwiderhandlungen.

Zwischenzeitlich ergingen überdies gestützt auf Abklärungen bei der Staatsan-
waltschaft am 28. Februar 2019 (pag. 789), 3. Juni 2019 (pag. 831 ff.) und 21. 
Juni 2012 (pag. 842) folgende rechtskräftigen Verurteilungen:

• Strafbefehl vom 6. Februar 2019 der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(AK.________, pag. 840b): Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 200.00 wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das PBG (Reisen 
ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung);

• Strafbefehl vom 24. April 2019 der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(AL.________, pag. 838 ff.): Verurteilung zu einer unbedingten Geldstrafe 
von 30 Tagessätzen wegen Besitz (teilweise zum Eigenkonsum) und An-
stalten Treffen zum Verkauf von Heroin- und Kokaingemisch, begangen 
bzw. festgestellt am 31. Januar 2019 an der T.________);

• Strafbefehl vom 8. Mai 2019 der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(AM.________, pag. 835 ff.): Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 200.00 wegen Eigenkonsumwiderhandlungen, begangen bzw. festge-
stellt am 27. April 2019 T.________). 

- Einvernahme der Beschuldigten an der Berufungsverhandlung vom 27. Juni 
2019 zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen (pag. 847 ff.):

Die Beschuldigte gab zu Protokoll, sie sei von der Wohnung am AO.________ 
ins AP.________ in D.________ gezogen, und dort habe sie bis im Februar 
2019 gewohnt. Dann habe es zusammengefasst ein Hin und Her gegeben zwi-
schen AF.________ (Klinik), AN.________ (Spital) und AE.________ (Spital) 
(wegen ihren gesundheitlichen Beschwerden mit dem Bein). Seit dem 17. Juni 
2019 wohne sie in der Stiftung Z.________. Ab 1. Juli 2019 habe sie dann wie-
der eine eigene Wohnung an der AQ.________ im AH.________. Wenn der 
Sozialdienst ihr einen 3-Personenhaushalt finanzieren werde, dann liege die 
neue Wohnung nur CHF 50.00 über dem Budget, wenn dagegen nur ein 2-
Personenhaushalt finanziert werde, dann liege sie CHF 250.00 über dem Bud-
get, was ihrem Grundbedarf dann abgehen würde. Der Sozialdienst habe ihr 

26

gesagt, sie dürfe eine Wohnung für 3 Personen suchen, die Finanzierungszu-
sage habe sie aber noch nicht. Angemeldet sei sie nach wie vor noch am 
AP.________, damit sie den Sozialdienst nicht wechseln müsse.

Zu den einzelnen Etappen seit der Wohnungskündigung im AP.________ im 
Februar 2019 gab sie konkret Folgendes an: Im Februar 2019 sei sie viel im 
Spital gewesen. Im März und April sei sie viel bei den Eltern gewesen. Dann 
habe sie eine Auseinandersetzung mit ihrem Ex-Partner gehabt (Gefähr-
dungsmeldung betreffend 24. März 2019) und sie sei zuerst in die Psychiatrie 
des Inselspitals und dann in die AF.________ (Klinik) gekommen. Etwa eine 
Woche später, am 3. April, sei sie selber ausgetreten. Sie sei nicht einverstan-
den gewesen mit der Kinder-Erziehung ihres Ex-Partners und habe die Kinder 
– als sie gerade Frühlingsferien gehabt hätten – geholt und habe mit ihnen ins 
Frauenhaus gehen wollen, dieses hätte aber keinen Platz gehabt, also sei sie 
mit den Kindern zur St. Pauluskirche gegangen. Dort habe dann die Beiständin 
der Kinder diese wieder geholt. Sie selber sei dann über das Wochenende ins 
Hostel gegangen. Vor dem 23. April sei sie noch einige Wochen im V.________  
Spital gewesen. Dann habe sie freiwillig in die AF.________ (Klinik) zurückkeh-
ren wollen, diese hätten ihr aber gesagt, dass sie keine Not-Schlafstelle seien. 
Sie sei also zu einem Kollegen in AR.________ gegangen, welcher auch in der 
UPD gewesen sei. In dieser WG habe sie zwei oder drei Wochen gewohnt. 
Dann sei bis zum Eintritt in die Stiftung Z.________ ein Hin und Her zwischen 
AN.________ (Spital), AF.________ (Klinik) und AE.________ (Spital) gewe-
sen (pag. 848 f.).

Zu ihrer Erkrankung führte sie aus, sie sei wohl zwei bis drei Wochen im Monat 
im Spital gewesen, weil ihr angeschwollenes Bein zu einer Entzündung mit Fie-
ber geführt habe. Die Diagnose für ihr Beinleiden sei Ulkus. Ursprünglich habe 
sie im 2015/2016 eine Thrombose in der Leiste gehabt, sie habe Blutverdünner 
bekommen, dann sei sie am Bein angekommen und es sei vom Blutverdünner 
blau geworden; sie sei damals nicht zum Arzt gegangen und habe nun seither 
immer wieder Probleme mit dem Bein (pag. 849).

Zu den behandelnden Ärzten gab sie Folgendes zu Protokoll: Am 10. Juli habe 
sie einen Termin mit einem neuen Psychiater in der Insel, dieser heisse 
AS.________ (pag. 849). Dr. med. Y.________ sei nicht mehr ihr Hausarzt, sie 
habe zur Hausärztin der Stiftung Z.________ gewechselt, das sei Dr. med. 
AA.________ (pag. 850). Auf Frage, ob es zutreffe, dass sie seit August 2018 
nicht mehr bei Dr. med. I.________ gewesen sei, sagte sie, sie habe gedacht, 
es sei Oktober gewesen. Jedenfalls hätten sie ihr in der Praxis von Dr. med. 
I.________ gesagt, sie könne voraussichtlich bis Weihnachten keine Termine 
mehr abmachen, weil es Dr. med. I.________ gesundheitlich schlecht gehe. 
Hierauf habe sie Weihnachten noch für ein Rezept nachgefragt und sie hätten 
ihr in der Praxis gesagt, dass Dr. med. I.________ Krebs habe. Auf Frage, ob 
sie sich um einen Ersatz bemüht habe, sagte sie, in der Praxis hätten sie ihr ei-
nen Ersatz, glaublich AB.________, angegeben. Sie habe sich dort gemeldet, 
aber die Praxis habe nicht zurückgerufen. Als sie anfangs Jahr ins V.________ 
Spital gekommen sei, habe sie dann dort noch nach einem Psychiater gefragt, 

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aber sie hätten ihr dort keinen Termin machen können. Sie habe dann auch 
noch beim Hausarzt nachgefragt, ob er einen Psychiater wisse und habe auch 
bei Dr. med. I.________ nochmals angerufen. Sie kenne Dr. med. I.________ 
ja schon seit 2009. Sie habe sodann die Medikamente für 3 Monate von ihrem 
damaligen Hausarzt, Dr. med. Y.________, verschrieben bekommen und sie 
habe gedacht, es pressiere nicht. Dr. med. Y.________ habe ihr die gleichen 
Medikamente verschrieben wie Dr. med. I.________, MST wie üblich und Ro-
hypnol eine Packung mit 30 Tabletten (pag. 850). 

Zu den Medikamenten führte sie weiter Folgendes aus: Seit Dr. med. 
Y.________ ihr MST verschreibe, nehme sie morgens und abends je 200 mg in 
Tablettenform. Vorher habe sie etwas mehr gehabt, sie habe abgebaut. Sie 
nehme Rohypnol nur, wenn das Bein schmerze, sonst nehme sie es nicht, sie 
wolle nicht davon abhängig werden. Sie nehme Rohypnol nie länger als 14 Ta-
ge am Stück, dann setze sie es wieder ab. Die Apothekerin habe sie zur Vor-
sicht ermahnt, weil sie ja schon vor zehn Jahren mal auf Dormicum gewesen 
sei. Seit dem Eintritt in die Stiftung Z.________ habe sie keine einzige Tablette 
Rohypnol genommen (pag. 850 f.). Der letzte Beikonsum sei zeitlich circa ein 
Monat her. Gestern habe sie eine Urinprobe beim Frauenarzt abgegeben, Dr. 
med. AC.________ sei in den Ferien. Das Resultat habe sie noch nicht be-
kommen (pag. 851). Angesprochen auf die Aussage des Gutachters, med. 
pract. L.________, wonach der Abbau der Beimedikation Rohypnol auf 0 eine 
Dauer von einem Jahr stationär benötige, sagte die Beschuldigte, dies sei nur, 
wenn man es regelmässig nehme, das sei bei ihr nicht der Fall, der Gutachter 
habe ihr nicht zugehört (pag. 851).

Auf Vorhalt der Gefährdungsmeldung betreffend 24. März 2019 sagte die Be-
schuldigte, ihr Ex-Mann habe ihr mit dem Messer gedroht, sie habe aus Angst 
die Kinder gerufen und dann die Polizei. Das brauche viel, dass sie die Polizei 
anrufe. Sie habe mit ihrem Ex-Mann an diesem Abend nur süsses Bier getrun-
ken. Von diesen angeblichen Utensilien zum Konsum von Betäubungsmitteln 
wisse sie nichts, diese habe sie nachträglich nur auf den Fotos gesehen, sie 
habe nichts herumliegen lassen, er habe ihr das angehängt (pag. 851 f.). 

Angesprochen auf das Schreiben von Dr. med. AC.________, wonach die Be-
schuldigte seit Sommer 2018 über 20x telefonisch aufgeboten worden sei und 
immer eine Ausrede gehabt habe und nicht erschienen sei, sagte die Beschul-
digte, das habe bestimmt die Beiständin, Frau AT.________ so geschrieben. 
Es treffe zu, dass sie nie gegangen sei. Die Kostengutsprache für die Abgabe 
der Urinprobe sei erst im Oktober 2018 eingetroffen. Sie habe sich im August in 
der Praxis von Dr. med. AC.________ gemeldet, aber der Arzt habe warten 
wollen bis die Kostengutsprache vorliege. Als die Kostengutsprache dann im 
Oktober 2018 da gewesen sei, hätten sie sie aufgeboten, sie habe aber Ge-
burtstag gehabt und sei mit einer Kollegin in den Ausgang gegangen und habe 
etwas Amphetaminhaltiges konsumiert und habe deshalb die Urinprobe absa-
gen müssen (pag. 852).

Zur Betreuung der Kinder sagte die Beschuldigte, in den Frühlingsferien habe 
sie die Kinder zwei bis drei Tage gehabt, bis sie die Beiständin holen gekom-

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men sei und zu den Schwiegereltern gebracht habe. Seither habe sie die Kin-
der nicht mehr betreuen können, vorher habe sie sie regelmässig gehabt. Sie 
sei im Spital gewesen, und zudem habe sie die Kinder nicht alleine sehen dür-
fen, weil sie keine Wohnung gehabt habe. Jetzt sei es wieder ein Thema, weil 
sie wieder eine Wohnung gefunden habe. Sie wolle die Kinder unbedingt wie-
der alleine betreuen. Am 20. Juni sei sie noch bei Frau AT.________ gewesen, 
aber das habe nichts gebracht. Letztes Wochenende habe sie die Kinder das 
letzte Mal gesehen, von Samstag auf Sonntag habe sie bei den Kindern ge-
schlafen. Gestern habe sie die Kinder verpasst, weil sie beim Arzt gewesen sei, 
sonst hätte sie die Kinder gestern auch gesehen (pag. 852).

Auf Frage nach Unterstützungspersonen für sie selber, sagte die Beschuldigte, 
sie habe verschiedene Freunde von der Schule und der Lehre her (pag. 852). 
Ihre Mutter sei enttäuscht, weil sie damals in den Frühlingsferien einfach die 
Kinder mitgenommen habe; die Mutter habe daraufhin dann keinen Kontakt 
mehr gewollt. Die Mutter habe Probleme mit dem Rücken, den sie habe operie-
ren lassen müssen. Sie sei mit ihrer Tochter X.________ die Mutter im April 
einmal besuchen gegangen (pag. 853).

Angesprochen auf die zwei Schnuppertage im S.________ und das hernach 
geplante sechsmonatige Praktikum sagte sie, das habe nicht stattgefunden, 
weil es mit ihren Terminen nicht vereinbar gewesen sei. Sie habe für ein Prakti-
kum in der Tagesschule in D.________ gefragt, wo ihre Tochter sei, aber die 
Tagesschule D.________ habe das nicht gewollt (pag. 853). Sei verstehe den 
Sinn nicht, wenn sie ihre Kinder in die Tagesschule geben müsse und nicht zu 
ihren Kindern schauen könne (pag. 853).

In Bezug auf ihre Zukunft sagte die Beschuldigte, sie würde die Kinder in den 
Sommerferien gerne zu sich nehmen, wenn die Wohnung eingerichtet sei. Sie 
wolle, dass das Bein wieder gut komme, das ziehe sich jetzt schon zwei bis drei 
Jahre hin. Sie sei auch bereit wieder zu arbeiten. Es gebe aber dafür nur eine 
Integrationszulage von CHF 150.00, was sie für den öffentlichen Verkehr inves-
tieren müsste. Die Motivation sei deshalb nicht so hoch; sie wäre lieber in die-
ser Zeit mit ihren Kindern zusammen (pag. 853). 

Wenn sie in den stationären Vollzug gehen müsste, dann wäre alles kaputt; 
wenn sie die Kinder nicht mehr hätte, dann wäre ihr alles egal. Herr 
L.________ habe ihr und ihrer Mutter damals gesagt, er sehe ein, dass eine 
ambulante Therapie gut wäre, weil das ganze Umfeld bei ihr gut sei und es 
auch für die Kinder gut wäre (pag. 854). Herr L.________ sage, sie sei fast das 
ganze Leben schon schwerst drogenabhängig. Sie habe ein Drogenproblem, 
das treffe zu. Aber die Aussage, dass sie seit Jahren schwerst drogenabhängig 
sein soll, nerve sie. Was sei denn jemand, der in die Drogenanlaufstelle gehe? 
Sie habe immerhin eine Wohnung gefunden und zu den Kindern geschaut 
(pag. 854).

Auf Frage, wie sie sich das mit der Schule der Kinder vorstelle, wenn die Kinder 
montags bis mittwochs bei ihr in der Wohnung in AH.________ wären, sagte 
die Beschuldigte, die Kleinere gehe in die AU.________ (Schule) und werde 

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ohnehin vom Schulbus abgeholt, das gehe. Die Ältere gehe in D.________ in 
die Schule. Das habe sie sich noch gar nicht überlegt, sie hoffe, dass ihr Ex-
Mann nachziehe (pag. 855).

Zum Vorfall in den Frühlingsferien gab die Beschuldigte noch zu Protokoll, sie 
habe die Kinder damals mit in die St. Pauluskirche genommen, weil sie Angst 
gehabt habe, weil die Kinder dann zu ihrem Ex-Mann hätten zurückkehren sol-
len. Dies sei nach dem Vorfall vom 24. März 2019 gewesen, wo ihr Ex-Mann so 
betrunken gewesen sei (pag. 855).

13. Parteivorbringen an der Berufungsverhandlung

13.1 Verteidigung
Fürsprecherin B.________ sprach sich zusammenfassend aus Gründen der Ver-
hältnismässigkeit für eine ambulante Massnahme aus. Sie erläuterte, in der Zeit 
des erstinstanzlichen Urteils im Juni 2018 sei ihre Mandantin in einer stabilen Pha-
se gewesen. Sie habe Therapiesitzungen bei Dr. med. I.________ regelmässig 
wahrgenommen. Auch die Urinproben würden darauf schliessen lassen, dass sie in 
dieser Zeit keinen Beikonsum gehabt habe. Die Beschuldigte habe einen Betreu-
ungsplan für die Kinder gehabt, den sie bis Dezember 2018 gut eingehalten habe. 
Dann sei die Gesamtsituation der Beschuldigten leider etwas schwierig geworden. 
Im Januar 2019 sei ihr die Wohnung gekündigt worden. Ihr Therapeut, Dr. med. 
I.________, sei erkrankt, damit sei eine wichtige Bezugsperson für ihre Mandantin 
weggefallen. Weiter habe sich der Gesundheitszustand ihrer Mandantin wieder 
verschlechtert, was verschiedene Klinikaufenthalte zur Folge gehabt habe. Zudem 
habe die Beschuldigte Schwierigkeiten mit dem Kindsvater bekommen, weil sie der 
Meinung gewesen sei, dass er der Kindererziehung nicht gerecht werde. Das habe 
alles zu einem Rückschritt geführt. Zurzeit sehe es bei der Beschuldigten aber wie-
der besser aus. Per 1. Juli 2019 habe sie wieder eine eigene Wohnung. Sie habe 
sich auch einen neuen Psychiater gesucht, bei dem sie am 10. Juli einen Termin 
habe. Die Beschuldigte nehme gegenwärtig an einem ärztlich verordneten Drogen-
ersatzprogramm teil und sei grundsätzlich therapiewillig in Bezug auf eine ambu-
lante Behandlung. Eine stationäre Massnahme komme für ihre Mandantin nicht in 
Frage, weil sie dann nicht mehr am Leben ihrer Kinder teilnehmen könne und ihr 
Leben so keinen Sinn mehr mache. Die anzuordnende Massnahme müsse aus 
heutiger Sicht geeignet, erforderlich und zumutbar sein. Auch der Gutachter habe 
mit seiner Empfehlung gerungen. Er habe an der vorinstanzlichen Verhandlung 
eingeräumt, dass er sich schwer getan habe mit dem Entscheid, eine stationäre 
oder ambulante Massnahme zu empfehlen. Der Gutachter habe sich die ganze Pa-
lette überlegt, von der Aussichtslosigkeit einer Massnahme über eine ambulante 
Massnahme mit gutem Behandlungsumfeld bis zu einer stationären Massnahme. 
Ebenfalls habe der Gutachter eingeräumt, dass der Erfolg einer stationären Mass-
nahme ungewiss sei. Es würden somit trotz gutachterlicher Empfehlung erhebliche 
Zweifel bestehen bleiben, dass eine stationäre Massnahme zum Erfolg führen wür-
de. Der Gutachter sei auch deshalb einer ambulanten Massnahme kritisch ge-
genüber gestanden, weil die Beschuldigte diese zum erstinstanzlichen Urteilszeit-
punkt bei Dr. med. I.________ habe durchführen wollen und dieser kein Forensiker 
sei. Die Beschuldigte sei bisher noch nie bei einem Forensiker in Therapie gewe-

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sen. Da nun Dr. med. I.________ aber krankheitshalber ausgefallen sei, sei die 
Beschuldigte wieder offen und bereit, die Therapie bei jemand anderem – einem 
Forensiker – durchzuführen. Diese Variante sei im Gutachten gar nicht vorgesehen 
worden. Weiter hätten die Kinder einen wichtigen und guten Einfluss auf ihre Man-
dantin. Die Jahre mit den Kindern seien die besten Jahre in ihrem Leben gewesen. 
Für den Therapieerfolg müssten alle Ressourcen genützt werden, die man haben 
könne, somit auch den weiterhin aufrecht zu erhaltenden Kontakt zu den Kindern. 
Die Beschuldigte sei wesentlich motivierter für eine Therapie, wenn sie den Kontakt 
zu den Kindern weiterhin pflegen könne, dies sei auch wichtig für eine Resozialisie-
rung. Gerade hierzu habe auch der Gutachter eingeräumt, dass bei einer Verwei-
gerungshaltung auch die Gefahr bestehe, dass dann die soziale Reintegration ge-
fährdet sei. Eine ambulante Massnahme sei vorzuziehen, da sie milder sei als sei-
ne stationäre Massnahme und mindestens die gleichen Ziele erreichen könne. 

13.2 Generalstaatsanwaltschaft
Staatsanwältin H.________ beantragte an der Berufungsverhandlung eine statio-
näre Massnahme. Es sei der Beschuldigten zwar zu glauben, dass sie die Kinder 
weiterhin sehen und betreuen wolle und an ihren finanziellen Verhältnissen etwas 
zu ändern wünsche. Dies sei jedoch nur möglich, wenn nicht weiterhin mit Anzei-
gen und Gefährdungsmeldungen zu rechnen sei. Und dieses Ziel sei mit einer am-
bulanten Therapie nicht zu erreichen. Für eine stationäre Massnahme spreche zu-
dem auch die gutachterliche Empfehlung von med. pract. L.________. Aus seiner 
Diagnose und seiner Risikoeinschätzung habe er den Schluss gezogen, dass die 
Krankheit der Beschuldigten tief verwurzelt sei. Um das Rückfallrisiko deutlich zu 
senken, müsse auf ausreichende, kontrollierende und stützende Rahmenbedin-
gungen geachtet werden. Die nötigen, äusseren stabilisierenden Faktoren seien 
jedenfalls anfangs nur mit einem längeren stationären Aufenthalt möglich. Zwei 
Monate stationärer Aufenthalt, wie dies bei einer ambulanten Massnahme zur Ein-
leitung einer ambulanten Therapie möglich sei, seien zu wenig. Es müsse somit ei-
ne stationäre Massnahme angeordnet werden. Gegen eine ambulante Massnahme 
spreche nach Ansicht des Gutachters zudem auch die geringe Absprachefähigkeit 
der Beschuldigten und das fehlende Unrechtsbewusstsein. Der Gutachter habe an-
fangs eine ambulante Massnahme empfehlen wollen; die Beschuldigte habe gera-
de anlässlich eines Hausbesuchs des Gutachters beteuert, dass ihr bewusst sei, 
dass sie alles verliere, wenn sie sich nicht ändere. Als dann nach dem Hausbesuch 
trotzdem die nächste Anzeige eingelangt sei, habe der Gutachter erkannt, dass es 
doch mehr brauche – nämlich eine stationäre Massnahme. Für eine stationäre 
Massnahme spreche weiter, dass es seit der Anklageerhebung bis heute noch 
sechs Mal zu weiteren Anzeigen nicht nur wegen Konsums von Kokain und Heroin 
gekommen sei. Der letzte Strafbefehl datiere vom 8. Mai 2019, also sei im Mai 
2019 immer noch konsumiert worden. Die Beschuldigte sei zudem trotz zwanzig 
Aufgeboten kein einziges Mal zur einer Urinprobe bei Dr. med. AC.________ er-
schienen. Ihren langjährigen Therapeuten Dr. med. I.________ habe sie zudem 
mehrmals angelogen, indem sie ihm gesagt habe, dass sie keine Drogen mehr 
nehmen würde. Die eingegangen Anzeigen würden das Gegenteil zeigen. Auch die 
Kinder seien kein Argument für eine ambulante Therapie, diese hätten nämlich die 
Beschuldigte bisher nicht abgehalten, weiterhin Drogen zu nehmen. Zudem zeige 

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auch das Kindsschutzverfahren, welches in Gang gekommen sei, weil sie die Kin-
der gegen die Abmachung einfach zu sich genommen habe, ihr verantwortungslo-
ses Verhalten. Die Beschuldigte habe selber eingesehen, dass sie eine äussere 
Struktur wie die Auflagen von Urinproben oder regelmässigen Gesprächen brau-
che, weil diese sie zwingen würden, auch unter Belastung keine Drogen zu neh-
men (pag. 339). Allerdings habe die Realität gezeigt, dass genau diese Auflagen 
nicht genügten, die Beschuldigte sei weder zuverlässig zu den Urinproben noch zu 
den Gesprächen gegangen. All diese Punkte würden zeigen, dass eine ambulante 
Massnahme ungeeignet wäre und zu wenig Stütze bieten würde. Eine ambulante 
Massnahme sei klar zum Scheitern verurteilt. Also gäbe es nur noch zwei Alternati-
ven, die sationäre Suchtbehandlung oder der Strafvollzug. Es sei in der Tat nicht 
sicher, dass eine stationäre Massnahme wirklich zum Erfolg führe, aber es sei die 
einzige Möglichkeit, von Drogen, Delikten und Gefährdungsmeldungen wegzu-
kommen. Damit sei der Beschuldigten längerfristig mehr gedient. Zur Eignung der 
stationären Massnahme sei anzumerken, dass eine gewisse Weigerungshaltung 
oft am Anfang vorhanden sei und sich diese dann mit der Zeit lege, so dass eine 
stationäre Massnahme trotzdem erfolgsversprechend und damit geeignet sei. 

14. Beurteilung durch die Kammer

14.1 Persönliche Verhältnisse der Beschuldigten im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Ur-
teils und deren Entwicklung bis zur Berufungsverhandlung

Das erstinstanzliche Urteil vom 21. Juni 2018 erfolgte in einer Zeit, in der die Be-
schuldigte Bemühungen zeigte, Struktur und Ordnung in ihr Leben zu bringen. So 
pflegte sie in dieser Phase einen zunehmend stabilen Lebenswandel: Die Beschul-
digte war zu dieser Zeit in regelmässiger ärztlicher Betreuung durch ihren langjäh-
rigen Psychiater Dr. med. I.________. Dieser hielt entsprechend in seinem Thera-
piebericht vom 26. September 2017 fest, dass sich die Beschuldigte seit einem 
Jahr auf dem Weg der Besserung befinde und attestierte ihr eine gewisse Einsicht, 
dass ein fortgesetzter Konsum von Drogen und die damit verbundene Delinquenz 
ihre gesundheitlichen Schwierigkeiten und sozialen Probleme verschlimmern wür-
den. Er votierte für eine ambulante Massnahme und erklärte sich bereit, seine Be-
handlung in einem entsprechenden Rahmen weiterzuführen (pag. 327 f.). Mit Be-
richt vom 14. Juni 2018 bestätigte Dr. med. I.________, dass er die Beschuldigte 
während der letzten knapp achteinhalb Monaten 24 Mal in der Praxis gesehen ha-
be. Er bestätigte, dass die Beschuldigte verschiede Massnahmen getroffen habe, 
um ihre finanzielle Situation zu stabilisieren; dabei erwähnte er die Suche nach ei-
ner günstigeren Wohnung und einem Praktikum bei S.________ (auf dessen Zu-
sage sie zu diesem Zeitpunkt noch warten würde) und die Verbesserung der Be-
treuungssituation der Kinder, welche ebenfalls ein stabilisierender Faktor darstelle 
(pag. 601 f.). In der Tat war die Betreuungssituation der Kinder während der Zeit 
des erstinstanzlichen Urteils gerade im Auf- und Ausbau. So bestätigt auch eine 
Aktennotiz der Sozialen Dienste D.________ eine gewisse Regelmässigkeit in der 
Kinderbetreuung durch die Beschuldigte entsprechend den Abmachungen im 
Sommer 2018 (pag. 762 ff.). Auch die abgegebenen Urinproben lassen darauf 
schliessen, dass sie in dieser Zeit keinen Beikonsum hatte (pag.474 ff.). Abgese-
hen von den bereits erwähnten Anzeigen (hauptsächlich wegen Besitz von Betäu-

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bungsmitteln im März 2018) bemühte sich die Beschuldigte, ihr Leben in den Griff 
zu bekommen. Auch der Gutachter war anfangs offenbar der Ansicht, dass eine 
ambulante Massnahme eine geeignete Lösung gewesen wäre, wären dann nicht 
weitere Anzeigen eingegangen, die zur Änderung der Einschätzung des Gutachters 
geführt haben (pag. 581 f.). Aufgrund der damaligen überwiegend positiven Le-
bensumstände der Beschuldigten war nach Ansicht der Kammer die Anordnung ei-
ner stationären Massnahme im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils unter dem 
Gesichtspunkt des Verhältnismässigkeitsprinzips ein ziemlich strenges Urteil, bei 
welchem der Sicherheitsaspekt überwog. Zwar mag die erstinstanzliche Anordnung 
einer stationären Massnahme geeignet gewesen sein, um der Gefahr weiterer De-
likte durch die Beschuldigte wirksam zu begegnen. Doch lässt sich nach Ansicht 
der Kammer die Erforderlichkeit und Zumutbarkeit einer stationären Massnahme 
bei den im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils herrschenden Lebensumstände 
nur schwer begründen (hierzu und zur eingehenden gutachterlichen Einschätzung 
wird auf die nachfolgenden Erwägungen 14.2. und 14.3. verwiesen).

Werden nun die oberinstanzlichen – im Vorfeld der Berufungsverhandlung – 
erhobenen Beweisergänzungen in den Akten mitberücksichtigt, erscheint die 
vorinstanzliche Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme aber 
durchaus die richtige Entscheidung gewesen zu sein. So haben sich die 
Verhältnisse der Beschuldigten seit dem erstinstanzlichen Urteil doch in einigen 
Punkten verändert und – wenn nur die Akten berücksichtig werden – prima vista zu 
einer deutlichen Verschlechterung ihrer Legalprognose geführt: So hatte die 
Beschuldigte seit 1. Februar 2019 bis 1. Juli 2019 keine eigene Wohnung mehr. 
Weder die geplanten Schnuppertage im S.________ noch das Praktikum in der 
Tagesschule konnten absolviert werden. Gestützt auf den Bericht von Dr. med. 
AC.________ vom 14. Februar 2019 wurde sie 20 Mal zu Urinproben aufgeboten, 
jedoch sei sie nicht erschienen (pag. 773). Auf Nachfrage beim Psychiater Dr. med. 
I.________ teilte dieser mit, er habe die Beschuldigte seit August 2018 nicht mehr 
gesehen; damit erfolgten auch keine Therapiesitzungen mehr (pag. 800f.). Laut 
einer Aktennotiz der Sozialen Dienste D.________ habe die Beschuldigte seit 20. 
Februar 2019 ihre Kinder nicht mehr betreut. Zudem habe sie das Kindswohl 
gefährdet, als sie die Kinder am 3./4. April 2019 entgegen der Abmachung zu sich 
geholt habe. Weiter gab es eine Gefährdungsmeldung (datiert 4. April 2019) 
betreffend eines Vorfalls vom 24. März 2019 in der Wohnung ihres Ex-Mannes, an 
welcher die Beschuldigte auch beteiligt war. Zudem sind seit dem erstinstanzlichen 
Urteil neue Verurteilungen wegen BetmG-Widerhandlungen ergangen (pag. 789, 
831 ff., 842). Berücksichtigt man lediglich diese oberinstanzlichen 
Beweisergänzungen gemäss Akten, dann scheint die erstinstanzlich angeordnete