# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e180ccfb-911c-53fd-b921-60ae4908dc56
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2019 C-356/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-356-2018_2019-08-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-356/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein, Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich),   

vertreten durch lic. iur. Nikolaus Tamm, Advokat, 

Beschwerdeführer,  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  
 

 
 

Gegenstand 
 IV Invalidenrente;  

Verfügung der IVSTA vom 30. November 2017. 

 

 

 

C-356/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend Versicherter oder Beschwerdeführer), geboren 

am (…) 1970, französischer Staatsangehöriger, wohnhaft in (…) (Frank-

reich), ledig, arbeitete von Februar 1992 bis Mai 1999, von Januar 2000 

bis Dezember 2007 und von April 2008 bis 2015 als Grenzgänger in der 

Schweiz, seit Mai 2012 als Mitarbeiter einer Wäscherei in (…) (Vorakten 

der IV-Stelle des Kantons B._______ [doc.] 1 S. 1 und 7; doc. 7).  

B.  

B.a Am 25. Februar 2015 erlitt der Versicherte am Arbeitsplatz ein Verhe-

betrauma an der linken Schulter. Während eines stationären Aufenthaltes 

im C._______-Spital in (…) vom 22. März bis 9. April 2015 erfolgten eine 

subacromiale Infiltration (am 23. März 2015), eine ultraschallassistierte in-

traartikuläre Infiltration (am 25. März 2015) und schliesslich wegen persis-

tierender Schmerzen eine Schulterarthroskopie links mit Kapsulotomie und 

Bizepstenodese (am 2. April 2015). Vom 28. April bis 8. Mai 2015 begab er 

sich wegen anhaltender Schmerzen und refraktärem Verlauf bei ungünsti-

gen sozialen Verhältnissen in stationäre Rehabilitation im C._______-Spi-

tal (doc. 9 S. 37, 43, 47, 58; doc. 17 S. 7). Am 13. Mai 2015 hielt die 

D._______ mit Verfügung fest, dass es sich beim beschriebenen Zwi-

schenfall am 25. Februar 2015 (aus der Hand Rutschen eines Wäschekor-

bes und Nachfassen mit dem linken Arm, bei Schmerzauslösung) weder 

um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körperschädigung handle; die 

D._______ könne daher keine Versicherungsleistungen erbringen (doc. 9 

S. 112). Am 1. Juli 2015 erfolgte eine Verlaufskontrolle am C._______-Spi-

tal, bei der eine deutliche Besserung der Schmerzsituation, jedoch eine 

weiterhin eingeschränkte Beweglichkeit der linken Schulter festgestellt 

wurde (doc. 9 S. 97). 

B.b Am 31. Juli 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des 

Kantons B._______ (IV B._______) zum Bezug einer Invalidenrente an 

und machte Beschwerden an der linken Schulter geltend (doc. 1 S. 1).  

B.c Bei einer Verlaufskontrolle am 1. September 2015 hielt Dr. E._______ 

vom C._______-Spital weiterhin Schulterschmerzen links mit Nacht- und 

Ruheschmerzen fest, auch die Beweglichkeit sei noch stark eingeschränkt. 

Dem Versicherten wurde erklärt, dass die Unterscheidung zwischen einer 

posttraumatischen und einer primären Frozen Shoulder sehr schwierig sei, 

wenn (wie bei ihm) kein intraartikulärer Schaden gefunden werde. Am 12. 

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Seite 3 

Januar und 20. März 2016 bestätigte der Hausarzt, Dr. F._______, eine 

invalidisierende Capsulitis der linken Schulter und erachtete in letzterem 

Bericht eine Wiederaufnahme der Tätigkeit in einer Wäscherei im Mai 2016 

zu 30 bis 40% als möglich (doc. 24 S. 1; doc. 33 S. 3). Am 23. Mai 2016 

erfolgte eine nochmalige Arthrolyse (operatives Lösen von Verwachsun-

gen) der linken Schulter am C._______-Spital (doc. 34 S. 2 und 4). Anläss-

lich einer Verlaufskontrolle am 9. August 2016 hielt Dr. E._______ des 

C._______-Spitals nach wie vor eine eingeschränkte Beweglichkeit der lin-

ken Schulter fest und riet zur dringenden Rehabilitationsbehandlung (doc. 

36 S. 2). Diese konnte jedoch wegen streitiger Zuständigkeit für die Kos-

tenübernahme zwischen Unfallversicherer (D._______) und Krankenversi-

cherer (Schweiz: G._______; Frankreich: privater Unfallversicherer) nicht 

durchgeführt werden. Ein von der IV B._______ im Herbst 2016 geplantes 

Belastbarkeitstraining wurde wegen subjektiver Arbeitsunfähigkeit des Ver-

sicherten nicht durchgeführt (doc. 40-42).  

B.d Am 20. Dezember 2016 teilte die IV B._______ dem Versicherten mit, 

dass zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien; sein An-

spruch auf Rente werde geprüft (doc. 44). Auf Empfehlung von Dr. 

H._______ des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) I._______ vom 12. 

Januar 2017 hin veranlasste die IV B._______ eine bidisziplinäre Begut-

achtung beim Gutachtenszentrum J._______, Universitätsspital. Die Dres. 

K._______, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, und 

L._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten ihr 

Gutachten am 25. Juli 2017 (doc. 53). Sie diagnostizierten (mit Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit) eine mittelgradige depressive Episode mit so-

matischem Syndrom sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit zent-

raler Sensitivierung nach adhäsiver Kapsulitis (Frozen Shoulder) und 

posteriorem Knorpelschaden humeral links nach Verhebetrauma und er-

achteten den Versicherten in seiner bisherigen Tätigkeit in einer Wäscherei 

aus rheumatologischen Gründen als arbeitsunfähig, in angepasster Ver-

weistätigkeit jedoch, unter Beachtung funktioneller Einschränkungen, aus 

rheumatologischer Sicht zu 90% und aus psychiatrischer Sicht zu 60% als 

arbeitsfähig. Dr. H._______ des RAD I._______ bestätigte mit Stellung-

nahme vom 11. August 2017 die gutachterliche Würdigung (doc. 55).  

B.e Mit Vorbescheid vom 18. August 2017 teilte die IV B._______ dem Ver-

sicherten mit, sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen. Da er sich 

nicht in psychiatrische Therapie begeben habe, sei gestützt auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung die psychische Erkrankung nicht beacht-

lich. Aus rein somatischer Sicht sei er zu 90% (80-100%) arbeitsfähig. Ein 

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Einkommensvergleich ergebe keinen Erwerbsverlust und damit keinen An-

spruch auf eine Invalidenrente (doc. 56). Am 12. September 2017 erhob 

der Versicherte einen Einwand gegen den Vorbescheid und ergänzte ihm 

am 2. November 2017 substanziell (doc. 59; doc. 61). Nachdem Dr. 

H._______ des RAD I._______ mit Bericht vom 13. November 2017 zu den 

mit Einwand eingereichten Arztberichten von Dr. F._______ (Hausarzt) und 

Dr. M._______ (behandelnde Psychiaterin) Stellung genommen hatte (doc. 

63), wies die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) das Rentenge-

such am 30. November 2017 ab (doc. 65). 

C.  

C.a Am 16. Januar 2018 erhob A._______, nunmehr vertreten durch Advo-

kat Nikolaus Tamm, Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. November 

2017 und machte geltend, die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur 

Therapieresistenz sei überholt. Die von den Gutachtern empfohlene Psy-

chotherapie finde inzwischen statt. Der Beschwerdeführer sei aus somati-

schen Gründen zu 10% und aus psychiatrischen Gründen zu 40% arbeits-

unfähig, woraus sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ergebe, was zur Zu-

sprechung mindestens einer halben Rente führe (Beschwerdeakten [B-

act.] 1).  

C.b Aufforderungsgemäss leistete der Beschwerdeführer am 20. Februar 

2018 einen Kostenvorschuss von Fr. 800.– (B-act. 2-6).  

C.c Mit Stellungnahme vom 24. Mai 2018 nahm Dr. N._______ des RAD 

I._______ eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung vor und berücksichtigte dabei einen von der behan-

delnden Psychiaterin eingeholten Behandlungsbericht (doc. 73). Gestützt 

auf diese Prüfung und eine Stellungnahme der IV B._______ vom 28. Mai 

2018 beantragte die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2018 die 

teilweise Gutheissung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer sei wegen 

einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht vom 1. 

Mai bis 31. August 2016 eine ganze Rente zuzusprechen, die Beschwerde 

im Übrigen aber abzuweisen (B-act. 11).  

C.d In seiner Replik vom 31. August 2018 schloss sich der Beschwerde-

führer dem Antrag auf teilweise Gutheissung der Beschwerde, soweit die 

befristete Rentengewährung betreffend, an, hielt im Übrigen aber an sei-

nen Beschwerdeanträgen fest (B-act. 16). 

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Seite 5 

C.e Mit Duplik vom 27. September 2018 bestätigte die IVSTA, gestützt auf 

eine Stellungnahme der IV B._______ vom 25. September 2018, ihre be-

reits gestellten Anträge (B-act. 18). 

C.f Die Duplik inkl. Stellungnahme der IV B._______ wurde dem Be-

schwerdeführer am 4. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig 

der Schriftenwechsel abgeschlossen. 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, 

soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-

versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü-

gungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 

vor.  

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.  

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; er ist durch die angefochtene Verfügung vom 30. November 2017 

berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 

ATSG). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.  

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und 

der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf die Beschwerde 

einzutreten (Art. 60 ATSG, Art. 52 und Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

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Seite 6 

2.  

2.1 Zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen von Grenzgängern 

ist die IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine 

Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern 

sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbar-

ten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tä-

tigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-

Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 IVV).  

2.2 Der Beschwerdeführer war Grenzgänger und hatte seine letzte Arbeits-

stelle im Kanton B._______. Er wohnt zudem in (…), Frankreich, im be-

nachbarten Grenzgebiet. Somit hat er sich zu Recht bei der IV B._______ 

zum Leistungsbezug angemeldet und hat diese die Abklärungen zum Leis-

tungsgesuch vorgenommen. Gemäss den Ausführungen in E. 2.1 ist auch 

der Erlass der Rentenverfügung durch die IVSTA bzw. die Eröffnung durch 

sie nicht zu beanstanden. 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist französischer Staatsangehöriger, weshalb 

das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) 

und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der 

sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die 

Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zur Anwendung gelangen. Seit dem 1. Januar 2015 

sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 

und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen an den Verordnungen Nr. 

883/2004 und Nr. 987/2009 zu beachten (s. AS 2015 343, AS 2015 345, 

AS 2015 353). Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beur-

teilt sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinie-

rungsvorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 

E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 

3.2 Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom Trä-

ger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der Inva-

lidität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-

menden Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften die-

ser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in 

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Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letz-

teres ist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Frankreich und der 

Schweiz nicht der Fall. 

3.3 Der Träger eines Mitgliedstaats hat jedoch gemäss Art. 49 Abs. 2 der 

Verordnung (EG) Nr. 987/2009 bzw. nach Art. 40 der Verordnung (EWG) 

Nr. 574/72 die von den Trägern der anderen Mitgliedstaaten erhaltenen 

ärztlichen Unterlagen und Berichte sowie die verwaltungsmässigen Aus-

künfte ebenso zu berücksichtigen, als wären sie in seinem eigenen Mit-

gliedstaat erstellt worden. Jeder Träger behält indessen die Möglichkeit, 

die antragstellende Person durch einen Arzt oder eine Ärztin seiner Wahl 

untersuchen zu lassen. Es besteht hingegen keine Pflicht zur Durchfüh-

rung einer solchen Untersuchung.  

4.  

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; BENJAMIN 

SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge-

setz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 49). 

4.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von 

weniger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren 

Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-

ben. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind Viertelsrenten je-

doch entgegen Art. 29 Abs. 4 IVG exportierbar (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 

3.1). 

4.3 Die Behörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG). Diese Untersuchungspflicht dauert 

so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforder-

lichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrund-

satz weist enge Bezüge zum – auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe gelten-

den – Grundsatz der freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen 

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des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Ab-

klärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, 

sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 

V 393 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als über-

wiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 E. 2) zu 

betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-

stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Ab-

nahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3, BGE 124 V 

90 E. 4b; Urteil des BGer 8C_392/2011 vom 19. September 2011 E. 2.2). 

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 

2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc).  

4.5 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).  

4.6 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweis-

würdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen 

(vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer 

I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). Den im Rahmen des Verwaltungs-

verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, die aufgrund ein-

gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

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Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu-

zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). 

Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Ver-

trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 

E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt ebenso wie 

für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 

2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. 

Mai 2008 E. 2.3.2).  

4.7  

4.7.1 Aufgabe des Regionalen Ärztlichen Dienstes ist es, aus medizini-

scher Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien 

in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsan-

spruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusam-

menzufassen und zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 

8C_756/2008] E. 4.4 mit Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. 

Januar 2015 E. 3.3). Der ärztliche Dienst hat die vorhandenen Befunde 

nach Massgabe des schweizerischen Rechts aus versicherungsmedizini-

scher Sicht zu würdigen. Dessen Stellungnahme kommt insbesondere 

dann besondere Bedeutung zu, wenn keine Berichte von Sachverständi-

gen vorliegen, die mit den nach schweizerischem Recht erheblichen versi-

cherungsmedizinischen Fragen vertraut sind, sondern eine Vielzahl von 

Berichten behandelnder sowie vom heimatlichen Versicherungsträger be-

auftragter Ärztinnen und Ärzte (vgl. Urteil des BVGer C-6027/2014 vom 8. 

Februar 2016 E. 3.2.1; vgl. auch Urteile des BVGer C-5655/2015 vom 22. 

Juni 2017 E. 4.7 und C-7367/2016 vom 1. März 2018 E. 6.2.2). 

4.7.2 Die Stellungnahmen des ärztlichen Dienstes müssen den allgemei-

nen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (vgl. 

oben E. 4.5) genügen. Die Ärztinnen und Ärzte müssen über die im Einzel-

fall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (vgl. 

Urteil des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit Hinweis auf 

BGE 125 V 351 E. 3a; Urteil des BGer 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 

2.2). Zu berücksichtigen ist zudem, dass die Ärztinnen und Ärzte ihre Be-

urteilungen nicht aufgrund eigener Untersuchungen abgeben, sondern le-

diglich die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen ha-

ben. Ihre Stellungnahmen können – wie Aktengutachten – beweiskräftig 

sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur 

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Seite 10 

um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-

schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 

9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 

E. 5.1.1 m.w.H.; vgl. auch Urteil C-7367/2016 E. 6.2.3). 

5.  

5.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und 

beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer 

Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV) geleistet hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut 

Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung vom 6. Ok-

tober 2006 (5. IV-Revision, AS 2007 5129). Diese Voraussetzungen müs-

sen kumulativ gegeben sein; ist eine davon nicht erfüllt, so entsteht kein 

Rentenanspruch, selbst wenn die andere zu bejahen ist.  

Vorliegend hat der Beschwerdeführer von Februar 1992 bis Mai 1999, von 

Januar 2000 bis Dezember 2007 und von April 2008 bis 2015 Beiträge an 

die schweizerische AHV/IV geleistet (doc. 7), womit er die Mindestbeitrags-

dauer ohne Zweifel erfüllt. 

5.2 Damit bleibt zu prüfen, ob und wann eine Invalidität eingetreten ist.  

5.2.1 Die Vorinstanz stützte sich für die Beurteilung des Gesundheitszu-

standes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Begutach-

tung durch die Dres. K._______ (rheumatologisches Fachgutachten vom 

24. März 2017) und Dr. L._______ (psychiatrisches Fachgutachten vom 5. 

Juli 2017), deren bidisziplinäres Gesamtgutachten vom 25. Juli 2017 und 

die Stellungnahme von Dr. H._______ des RAD I._______ vom 11. August 

2017 (doc. 53; doc. 55). 

5.2.2 In seinem rheumatologischen Fachgutachten nannte Dr. K._______ 

als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes 

Schmerzsyndrom mit zentraler Sensitivierung nach adhäsiver Kapsulitis 

(Frozen Shoulder) und posteriorer Knorpelschaden humeral links nach 

Verhebetrauma 03/2015 (recte: 25.2.2015), bei Status nach zweimaliger 

Arthroskopie mit juxtaglenoidaler Adhäsiolyse und Bizepstenodese links 

am 2. April 2015, bei Status nach Arthrolyse, Débridement und Mikrofrak-

turierung postero-humeral links am 23. Mai 2016. Er hielt keine Diagnosen 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. In seiner Beurteilung 

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Seite 11 

führte er aus, es liege ein Zerrungstrauma im März 2015 (recte: 25. Februar 

2015) am Arbeitsplatz vor. Diesbezüglich könne die Beurteilung der 

D._______ nicht nachvollzogen werden, weil ein Unfall-ähnliches Ereignis 

vorliege und auch ein axialer plötzlicher Längszug im Sinne der Unfallkau-

salität betrachtet werden könne. Zwei Arthrolysen hätten stattgefunden: am 

2. April 2015 und im Mai 2016. Im weiteren Verlauf habe der Beschwerde-

führer seine adominante linke Schulter intensiv beübt, was eine Verbesse-

rung der Beweglichkeit bewirkt habe, jedoch ohne Arbeitsfähigkeit ober-

halb der Brusthöhe. Zurückgeblieben sei eine deutliche Überempfindlich-

keit und verminderte Belastbarkeit mit reaktiver anhaltender Schmerzreak-

tion nach vermehrter Belastung. Es bestehe eine deutliche Allodynie als 

Zeichen einer zentralen Sensitivierung: im Gehirn komme es zu einer Ver-

änderung der Körperrepräsentation für den Bereich des betroffenen Kör-

perteils, was durch Erniedrigung der Schmerzschwellen und neurogener 

Entzündung zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit und eingeschränkter Mo-

bilität führe. Entgegen Dr. H._______ sei der Beschwerdeführer nicht mehr 

arbeitsfähig in einer Wäscherei. Hierzu würde die zweite Hand uneinge-

schränkt benötigt. Jedoch seien Tätigkeiten unterhalb Schulterhöhe, ohne 

Heben von Lasten (maximal 1 kg) und mit Assistier-Tätigkeit der linken 

Hand in Bauchhöhe bis punktuell maximal Brusthöhe möglich, so z.B. die 

Tätigkeit als Rezeptionist. Funktionell Einarmigen seien Verweistätigkeiten 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung uneingeschränkt zuzumuten 

(vgl. Urteil des BGer 8C_207/2009 E. 3.2), der Beschwerdeführer sei je-

doch nicht funktionell einarmig, mit erhaltener Feinmotorik und Assistier-

möglichkeiten der linken Hand im Bereich niedriger Gewichte. Je nach Tä-

tigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80-100% in adaptierter Tätigkeit 

auszugehen, d.h. keine Arbeiten über Brusthöhe, mit Stemmen von Ge-

wichten mit beiden Armen, auf Gerüsten oder Leitern, keine witterungsex-

ponierten Tätigkeiten. Die Arbeitsfähigkeit betrage damit 0% in bisheriger 

Tätigkeit (Wäscherei-Service) oder 80-100% als Rezeptionist. In adaptier-

ter Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht zu 80-

100% arbeitsfähig (bspw. als Rezeptionist). Als negatives Leistungsprofil 

seien folgende Arbeiten auszuschliessen: Arbeiten über Brusthöhe, mit 

Stemmen von Gewichten mit beiden Armen, auf Gerüsten oder Leitern, 

witterungsexponierte Tätigkeiten. Der linke Arm sei bis max. 1-2 kg belast-

bar. 

5.2.3 Dr. L._______ nannte in seinem psychiatrischen Fachgutachten fol-

gende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: mittelgradige 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11), DD (Differenzial-

C-356/2018 

Seite 12 

diagnose) bei vorbestehender akzentuierter Persönlichkeit, DD mit HIV-as-

soziierter Fatigue, bestehend seit 2015. Als Diagnose ohne Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit hielt er Störungen durch Tabak (F17.24), bei anhal-

tendem Konsum mit Abhängigkeitscharakter, bestehend seit 1986, fest. In 

seiner Beurteilung führte er einleitend aus, ein (anamnestisch genannter) 

Suizidversuch in der Adoleszenz sei als jugendlicher Blödsinn zu würdigen. 

Der Beschwerdeführer habe keine ausserhäusliche Beschäftigung, ver-

bringe die Zeit mehrheitlich zuhause, mache den Haushalt und einige ad-

ministrative Verrichtungen, ansonsten habe er keine Hobbies. Selten gehe 

er mit den Hunden spazieren, sonstige Tätigkeiten hingen weitgehend vom 

Partner ab. Die Körperpflege sei weitgehend angemessen, es bestünden 

reduzierte soziale Kontakte. Der Beschwerdeführer fühle sich nicht in der 

Lage, einer Arbeit nachzugehen. Aufgrund der in der Befundung festge-

stellten Symptome (kompensiertes formales Denken, keine inhaltlichen 

Denkstörungen, permanente Niedergestimmtheit mit Freud- und Lustlosig-

keit sowie Hoffnungslosigkeit und pessimistische Zukunftsgedanken, an-

triebsarm, Libido vermindert, permanente innere Unruhe und vermehrte 

Reizbarkeit, Aufmerksamkeit entgegen seiner Aussagen gegeben, lokali-

sierte Schmerzen) liege eine depressive Episode vor. Aufgrund der Symp-

tome im AMDP-Psychostatus und des jeweiligen Schweregrades sei von 

einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen. Die Kriterien für ein 

somatisches Syndrom seien erfüllt, nicht jedoch für psychotische Symp-

tome. Zu Beginn der (ersten grösseren) Episode hätten der Unfall und die 

Trennungssituation im Sinne einer Anpassungsstörung gestanden. Frag-

lich sei die Anpassungsstörung in eine depressive Stimmung umzucodie-

ren: Die Eingangskriterien einer depressiven Episode wie depressive Stim-

mung, Interessens- oder Freudverlust an Aktivitäten, verminderter Antrieb, 

gesteigerte Müdigkeit seien vorliegend erfüllt. Ausserdem beständen ein 

Verlust an Selbstvertrauen und wiederkehrende Gedanken an den Tod und 

weitere Elemente. Es gebe Anzeichen einer Schmerzverarbeitungsstö-

rung, diese als Bestandteil der depressiven Störung mit angstgeprägter 

Komponente. Es gebe keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung o-

der Persönlichkeitsänderung, jedoch liege eine leichtere Persönlichkeits-

akzentuierung vor. Es bestünden auch keine Hinweise für eine Erkrankung 

aus dem schizophrenen Formenkreis, für eine organische Ursache oder 

eine Mitbeteiligung der psychischen Störung. Mögliche Mitbeteiligung der 

chronischen HIV-Infektion könnte ein Fatigue-Syndrom sein, jedoch gebe 

es keine Hinweise auf eine HIV-assoziierte Enzephalopathie. Funktionelle 

Einschränkungen beständen durch die depressive Episode und die Ängste 

wie folgt: insbesondere Antriebsstörungen, Gereiztheit, verminderte Frust-

rationstoleranz, Störung bei zwischenmenschlichen Kontakten, vermehrte 

C-356/2018 

Seite 13 

Ermüdbarkeit mit Verlangsamung der Tätigkeiten und erhöhtem Pausen-

bedarf, verminderte Entscheidfähigkeit und subjektiv deutliche kognitive 

Einengungen (jedoch nicht so stark, dass er nicht Autofahren könnte). Ins-

gesamt bestehe eine Reduktion des Aktivitätsniveaus mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit. Ressourcen zeigten sich in der Versöhnung mit 

dem Lebenspartner nach vorausgehender Trennung. Die leichtgradige 

Persönlichkeitsakzentuierung tangiere nicht die Arbeitsfähigkeit. Gewisse 

Inkonsistenzen (Wahrnehmung der Schwere der einzelnen Symptome) 

seien weitgehend durch die affektive Störung erklärbar. Aufgrund dieser 

gesundheitlichen Situation bestehe als Mitarbeiter in einem Wäscheunter-

nehmen (aus psychiatrischer Sicht) eine Arbeitsunfähigkeit von 40% we-

gen erheblicher Antriebsminderung, verminderter Arbeitsgeschwindigkeit 

und vermehrtem Pausenbedarf. Im Servicebereich bestehe heute arbeits-

bedingt eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 60%. Solche Tätigkeiten 

(Gastronomie) seien noch möglich bei geringer Kundenfrequenz und ge-

ringen Kundenzahlen. Office-Tätigkeiten seien noch möglich, erforderten 

aber höhere Frustrationstoleranz und höhere Anforderung an kognitive 

Funktionen als in der Wäscherei. Darin inbegriffen seien verminderte Ar-

beitsgeschwindigkeit und erhöhter Pausenbedarf. Die Arbeitsunfähigkeit 

beginne mit dem Unfallereignis, es bestehe keine Änderung im Verlauf. Die 

Wäscherei-Tätigkeit sei als angepasste Tätigkeit zu beurteilen. Die zeitli-

che Präsenz betrage sechs bis sieben Stunden, inkl. verminderter Arbeits-

geschwindigkeit und erhöhten Pausenbedarfs; daraus ergebe sich eine Ar-

beitsunfähigkeit von 40%. Rasch sollten eine antidepressive Pharmako-

Therapie und eine Psychotherapie (betreffend Tagesstrukturierung, Ver-

besserung der Frustrationstoleranz, depressionsbedingter Alltagsein-

schränkungen, Übungen zur Stressreduktion) eingeführt werden. Berufli-

che Massnahmen seien zu 50% möglich, steigend. Eine Besserung sei in-

nert ein paar Monaten möglich, aus psychiatrischer Sicht (ebenso) die Wie-

derherstellung einer vollen Arbeitsfähigkeit. 

5.2.4 Im Gesamtgutachten vom 25. Juli 2017 hielten die Gutachter fest, 

aus rheumatologischer Sicht bestehe ein chronifiziertes Schmerzsyndrom 

mit zentraler Sensitivierung nach adhäsiver Kapsulitis und posteriorem 

Knorpelschaden humeral links. Dieses persistiere trotz erfolgter Arthrosko-

pie und Arthrolyse. Aktuell bestehe eine deutliche Überempfindlichkeit im 

Sinne einer Allodynie als Zeichen einer zentralen Sensitivierung. Aus psy-

chiatrischer Sicht könne eine mittelgradige depressive Episode mit soma-

tischem Syndrom seit 2015, bei akzentuierter Persönlichkeit und HIV-as-

soziierter Fatigue, festgehalten werden. Anamnestisch handle es sich wohl 

C-356/2018 

Seite 14 

um die erste, grössere Episode; aufgrund der Symptome sei diese als mit-

telgradig zu werten. Zudem seien die Zeichen für ein somatisches Syndrom 

erfüllt und es beständen Anzeichen einer Schmerzverarbeitungsstörung 

(im Rahmen der depressiven Störung mit angstgeprägter Komponente). 

Als funktionelle Auswirkungen nannten sie eine verminderte Belastbarkeit 

der linken Schulter mit Unvermögen für Tätigkeiten oberhalb der Schulter-

höhe oder Heben von Lasten über 1 kg. Aus psychiatrischer Sicht seien 

dies insbesondere: Antriebsstörung, Gereiztheit, verminderte Frustrations-

toleranz, Störung zwischenmenschlicher Kontakte, vermehrte Ermüdbar-

keit, erhöhter Pausenbedarf, insgesamt ein reduziertes Aktivitätsniveau. 

Aus rheumatologischer Sicht seien Inkonsistenzen zu verneinen, es be-

stehe eine Übereinstimmung zwischen den Angaben des Versicherten und 

der klinischen Untersuchung. In psychiatrischer Hinsicht bestünden ge-

wisse Inkonsistenzen (Wahrnehmung Schweregrad der Symptome), diese 

seien aber weitgehend durch die affektive Störung erklärbar. Hinsichtlich 

der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit (Wäscherei) bestehe seit März 

2015 (recte. 25. Februar 2015) aus rein rheumatologischer Sicht eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Hingegen beständen für alle Tätigkeiten ohne Arbeiten 

über Brusthöhe links, ohne Stemmen von Gewichten mit beiden Armen, 

ohne Arbeiten auf Gerüsten oder Leitern, ohne witterungsexponierte Tätig-

keiten, Tätigkeiten mit maximaler Belastung des Armes von 1-2 kg, ohne 

hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, das Gedächtnis, ohne 

hohe Anforderungen an die Frustrationstoleranz und Empathie gegenüber 

Kollegen, Vorgesetzten und Kunden, eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Eine 

40%-ige Einschränkung bestehe aus psychiatrischer Sicht seit demselben 

Zeitpunkt. Eine Ausnahme liege wegen postoperativer Rekonvaleszenz 

während je drei Monaten nach den Eingriffen vor. Aus rheumatologischer 

Sicht sei von einem status quo auszugehen, in psychiatrischer Sicht von 

einem besserungsfähigen Zustand. Bei guter Compliance und angepasster 

Psychotherapie sei eine restitutio ad integrum möglich. 

5.2.5 In seiner Stellungnahme vom 11. August 2017 bestätigte Dr. 

H._______ vom RAD I._______, dass auf das J._______-Gutachten vom 

25. Juli 2017 abgestützt werden könne. Das Gutachten sei umfassend, be-

ruhe auf allseitigen Untersuchungen, sei in Kenntnis der Akten abgegeben 

worden, berücksichtige die beklagten Beschwerden und vermittle ein um-

fassendes Bild des Gesundheitszustandes. Die Gutachter setzten sich mit 

abweichenden Meinungen des Beschwerdeführers und behandelnden Ärz-

ten auseinander. Die Standardindikatoren würden besprochen und berück-

sichtigt. Die Beurteilung und begründeten Schlüsse seien aus RAD-Sicht 

nachvollziehbar. Das somatische Leiden sei nachvollziehbar und werde 

C-356/2018 

Seite 15 

adäquat behandelt. Beim psychischen Leiden könne nicht von einer Chro-

nifizierung ausgegangen werden, da dieses nicht psychiatrisch-psychothe-

rapeutisch und psychopharmakologisch behandelt werde (doc. 55).  

5.2.6 Die Beurteilung des RAD-Arztes vom 11. August 2017 ist mit Aus-

nahme der Prüfung der Standardindikatoren (s. hierzu E. 5.3.1-5.3.3) zu 

bestätigen, auf seine diesbezüglichen Ausführungen ist zu verweisen. Mit 

ergänzender Stellungnahme vom 13. November 2017 hielt er fest, dass 

weder im Einwand noch im Schreiben von Dr. O._______ vom 17. Oktober 

2017 neue Tatsachen aufgeführt würden (doc. 63). Damit kommt der bidis-

ziplinären Begutachtung volle Beweiskraft zu.  

5.3 Es bleibt nachfolgend zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer mit Be-

schwerde und Replik dagegen geäusserten Einwände geeignet sind, die 

Beweiskraft des Gutachtens zu erschüttern. 

5.3.1 Einleitend ist festzuhalten, dass das Gutachten – worauf der Be-

schwerdeführer zutreffend hingewiesen hat – die mit BGE 141 V 281 ein-

geführte und mit BGE 143 V 409 i.V.m. BGE 143 V 418 auf psychische 

Erkrankungen ausgedehnte Praxis zur Prüfung der Arbeitsfähigkeit bei at-

testierter Schmerzstörung unter dem Aspekt der Standardindikatoren nicht 

berücksichtigt. Wie das Bundesgericht festgehalten hat, entbehren derge-

stalt erstellte Gutachten aber nicht per se jeglicher Beweiskraft. Vielmehr 

ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spe-

zifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein 

abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor 

Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8).  

Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 folgende Prüfkriterien genannt 

(E. 4.1.3):  

1) Kategorie "funktioneller Schweregrad" 

 Komplex "Gesundheitsschädigung"  

 Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 

 Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz 

 Komorbiditäten 

 Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönli-

che Ressourcen) 

 Komplex "sozialer Kontext"  

2) Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens) 

C-356/2018 

Seite 16 

 gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-

gleichbaren Lebensbereichen 

 behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-

ner Leidensdruck. 

5.3.2 Vorliegend hat Dr. N._______ in ihrer Stellungnahme vom 24. Mai 

2018 die Standardindikatoren, basierend auf den Angaben im Gutachten, 

eingehend geprüft (doc. 73), auch wenn sie dabei nicht der bundesgericht-

lichen Gliederung bzw. Reihenfolge der Indikatoren gefolgt ist. 

Zur Ausprägung und Schwere der objektiven Befunde hielt sie fest, die Di-

agnose einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode mit somati-

schem Syndrom werde regelkonform hergeleitet. Zusätzliche vom Be-

schwerdeführer in der Untersuchung genannte Symptome würden nicht 

genannt. Es beständen Anzeichen einer Schmerzverarbeitungsstörung 

und einer leichten Persönlichkeitsakzentuierung. Als Hintergrund der ver-

mehrten Müdigkeit werde eine Mitbeteiligung der chronischen HIV-Infek-

tion und möglicher Nebenwirkungen der hierzu eingenommenen Medika-

mente diskutiert, jedoch gebe es keine Hinweise auf eine HIV-assoziierte 

Enzephalopathie und erfolge die Behandlung seit Jahren mit denselben 

Medikamenten. Die Diagnose der mittelgradigen depressiven Episode sei 

daher führend. Die Erkrankung sei ursprünglich als Anpassungsstörung mit 

Angst und depressiver Reaktion gemischt (F43.22) zu klassifizieren, nach 

sechs Monate Andauern jedoch als depressive Episode. Invaliditätsfremde 

Faktoren seien: depressive Erkrankung ausgelöst durch psychosoziale Be-

lastungssituationen wie die Trennung vom langjährigen Partner, die Pfle-

gebedürftigkeit der Mutter sowie das Verhebetrauma mit nachfolgender 

Frozen shoulder und Operationen. Jedoch habe sich der Beschwerdefüh-

rer mit seinem Partner versöhnt. Der Beschwerdeführer habe zwar keine 

Anstellung, erhalte aber Taggelder. Dies werde durch Dr. M._______ be-

stätigt. Ausschlussgründe, die gegen diese Diagnose sprächen, bestünden 

keine. Das Gutachten enthalte keine Hinweise auf Aggravation und ähnli-

che Erscheinungen sowie deren Ausmass. Gewisse Inkonsistenzen (wie 

Wahrnehmung des Schweregrades der Symptome) seien weitgehend 

durch die affektive Störung erklärbar. Zum aktuellen Persönlichkeitsbild 

und zur biografischen Persönlichkeitsentwicklung hielt sie fest, der Be-

schwerdeführer wirke teilweise verbittert und habe eine hohe Erwartungs-

haltung zur Heilung seiner Schulterbeschwerden. Zudem liege eine leichte 

Persönlichkeitsakzentuierung vor. Diese Symptome gingen aber weitge-

hend in der Depression auf. Laut behandelnder Psychiaterin habe der Ver-

sicherte Mühe, seine Gefühle zu verbalisieren, stehe einer psychiatrischen 

C-356/2018 

Seite 17 

Behandlung sehr ambivalent gegenüber und erlebe ein Gefühl der Ohn-

macht. Als Beeinträchtigungen seien festzuhalten: schwere Beeinträchti-

gung bezüglich Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, mittelgradige Beein-

trächtigung bezüglich Planung und Strukturierung, Entscheidungs- und Ur-

teilsvermögen, Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit sowie für 

Spontanaktivitäten. Der Alltag des Beschwerdeführers sei wie folgt zu cha-

rakterisieren: Er lebe sehr zurückgezogen, habe wenig Freunde und gehe 

nur aus dem Haus, wenn er müsse. Die Impulse für Aktivitäten kämen vom 

Partner aus. Es würden keine Hobbies oder Vereinsaktivitäten angegeben. 

Unter Beachtung der Einschränkungen durch die Schulter erledige er alle 

Arbeiten im Haushalt, aktuell übernehme der Partner jedoch mehr Aufga-

ben. Es hätten keine Integrationsmassnahmen durchgeführt werden kön-

nen, da der Beschwerdeführer sich dazu nicht in der Lage sehe (gemäss 

Abschlussprotokoll Frühintervention vom 23.11.2016). Zu den sozialen Be-

lastungen sei festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer wieder mit 

dem Partner habe versöhnen können und mit ihm zusammenlebe. Die Er-

werbslosigkeit habe bisher keine finanziellen Belastungen ergeben, zumal 

er noch Taggeld erhalte; das Ende dieser Leistungen bereite ihm jedoch 

Sorgen. Zu erwähnen sei auch, dass der Bruder keine finanzielle Unter-

stützung für die Mutter im Pflegeheim leiste. Als vorhandene/mobilisierbare 

Ressourcen erwähnte sie, dass der Lebenspartner eine gute Unterstüt-

zung sei. Zudem habe der Beschwerdeführer zwei Hunde, und gehe mit 

diesen spazieren, jedoch weniger als sein Partner. Relevant seien auch die 

Wechselwirkungen der Diagnosen: Es könne nicht ausgeschlossen wer-

den, dass das chronifizierte Schmerzsyndrom mit zentraler Sensitivierung 

einen gewissen Anteil zur Aufrechterhaltung der psychiatrischen Symp-

tome trage, dieser Anteil sei aber als marginal anzusehen. Wichtiger er-

scheine bezüglich Aufrechterhaltung der Symptome die durch die Depres-

sion bedingte Antriebshemmung und die Schwierigkeiten des Beschwer-

deführers, über seine Gefühle und Beeinträchtigungen zu sprechen und 

konstruktive Lösungen zu suchen. Zur Beurteilung der Ressourcen sei 

auch die Therapierung zu beachten: Die behandelnde Psychiaterin 

äussere sich nicht zum Umfang ihrer Therapie. Die letzte Konsultation sei 

vor drei Wochen erfolgt, was nicht auf eine hochfrequente Therapie 

schliessen lasse. Die Pharmakotherapie scheine grundsätzlich lege artis 

zu erfolgen, allerdings wäre nun nach einem Jahr ohne Erfolg eine Intensi-

vierung indiziert. Die vom psychiatrischen Gutachter erwähnte Verbesse-

rung unter Behandlung lege artis sei gemäss behandelnder Psychiaterin 

nicht eingetreten, die Verbesserungen seien sehr gering. Es fänden sich 

aber keine Hinweise auf fehlende Kooperation. Eine Intensivierung der am-

bulanten Psychotherapie kombiniert unter Umständen mit nichtverbalen 

C-356/2018 

Seite 18 

Methoden könnte weiterhin zu einer Verbesserung führen und die Arbeits-

fähigkeit erhöhen. Auch könnte eine tagesklinische Behandlung in einem 

multimodalen Setting auf die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers be-

züglich Verbalisierung bessere Wirkung zeigen. Eingliederungsbemühun-

gen hätten nicht begonnen werden können, da sich der Beschwerdeführer 

subjektiv nicht in der Lage dazu sehe. Er scheine nicht in der Lage zu sein, 

seine Antriebsstörung selber zu überwinden; im überwiegenden Umfang 

seien diese Probleme jedoch selbstbedingt. Eine Wiedereingliederung be-

ginnend in einem kleinen Pensum von 2 Stunden pro Tag mit entsprechen-

der stetiger Steigerung erscheine zumutbar. Zum Indikator "Konsistenz" 

hielt sie fest, dass aus rheumatologischer Sicht bei zentraler Schmerzfixie-

rung keine Inkonsistenzen eruiert werden könnten. Die Präsentation in der 

klinischen Untersuchung stimme exakt mit den Angaben des Beschwerde-

führers überein. Aus psychiatrischer Sicht bestünden zwar gewisse Inkon-

sistenzen, die jedoch weitgehend durch die affektive Störung per se erklär-

bar seien.  

Hieraus schloss sie bezüglich Arbeits(un)fähigkeit, dass die von Hausarzt 

und behandelnder Psychiaterin beschriebene Arbeitsunfähigkeit zu 100% 

in allen Tätigkeitsbereichen nicht nachvollziehbar sei. Der Beschwerdefüh-

rer lebe wohl zurückgezogen, habe keine Hobbies und sehr wenig soziale 

Kontakte, er könne aber den Haushalt weitgehend ohne Schwierigkeiten 

(ausser der Einschränkungen im Bereich linke Schulter) bewältigen. Es 

liege zwar eine Antriebsstörung und eine vermehrte Ermüdbarkeit vor, aber 

der Beschwerdeführer könne Aktivitäten ausser Haus (regelmässige Besu-

che bei der Mutter im Pflegeheim, Einkaufen, mit dem Hund spazieren, ins 

Restaurant essen gehen) nach Anstoss durch den Partner ausführen. Er 

habe bereits vor dem Verhebetrauma keine regelmässigen Vereinstätigkei-

ten oder Hobbies ausgeübt. Nach SIM bewirke eine mittelgradige Depres-

sion höchstens eine Arbeitsunfähigkeit von 40-50%. In einer von den Gut-

achtern genannten Verweistätigkeit seien die Einschränkungen bereits ab-

gefedert, die Arbeitsunfähigkeit von 40% im Gutachten sei daher nachvoll-

ziehbar. Der Beschwerdeführer habe unmittelbar nach der Begutachtung 

eine – scheinbar – nicht hochfrequente Therapie begonnen; er sei lege ar-

tis behandelt worden, bei fehlendem Abklingen der depressiven Symptome 

sei auf ein anderes Antidepressivum umgestellt worden. Es bestehe eher 

Therapieadhärenz, was sich auch bei der Einnahme der HIV-Medikamente 

zeige. Es könne an der Persönlichkeitsakzentuierung liegen, dass der Be-

schwerdeführer weiterhin eine Ambivalenz bezüglich einer Psychotherapie 

zeige. Daraus ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit zu 100% in der bisheri-

C-356/2018 

Seite 19 

gen Tätigkeit in einer Wäscherei (aus rheumatologischer Sicht). In ange-

passter Tätigkeit (keine Arbeiten über Brusthöhe links, kein Stemmen von 

Gewichten mit beiden Armen, kein Arbeiten auf Gerüsten oder Leitern, 

keine witterungsexponierte Tätigkeit, maximale Belastung des linken Ar-

mes von 1-2 kg, keine hohen Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit 

und Gedächtnis, an Frustrationstoleranz, an die Empathie-Fähigkeit ge-

genüber Kollegen, Vorgesetzten und Kunden, an Teamfähigkeit, Möglich-

keit für Pausen) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60% bei einer Anwesen-

heit von 6-7 Stunden täglich (psychiatrisch begründet, aus rheumatologi-

scher Sicht im Verweisprofil integriert), geltend seit März 2015 (recte: 25. 

Februar 2015). Unterbrüche in der Arbeitsfähigkeit bestünden vom 2. April 

bis 30. Juni 2015 und vom 23. Mai bis 31. August 2016 (Arbeitsunfähigkeit 

von je 100%). Die psychiatrischen Einschränkungen seien führend und be-

stimmend. Das Bedürfnis nach vermehrten Pausen aus somatischen Grün-

den werde durch die psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit abgedeckt. Der Bericht der behandelnden Psychiaterin, Dr. 

M._______ sei in diese Stellungnahme integriert worden.  

5.3.3 In Berücksichtigung dieser eingehenden, die gutachterlichen Fest-

stellungen berücksichtigenden und überzeugenden Ausführungen zu den 

Standardindikatoren und der sich daraus bestätigenden Arbeitsfähigkeit 

von insgesamt 60% in angepasster Verweistätigkeit erweist sich die Rüge 

des Beschwerdeführers, die mit Urteil des BGer 8C_841/2017 vom 30. No-

vember 2017 (BGE 143 V 409) eingeleitete Rechtsprechung sei vorliegend 

nicht beachtet worden, als gegenstandslos. Er wiederholt seine diesbezüg-

liche Rüge denn auch nicht mehr in der Replik.  

5.3.4 Der Beschwerdeführer rügt weiter, es ergebe sich aus den gutachter-

lichen Ausführungen eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (40% aus psychiatri-

scher Sicht und 10% aus rheumatologischen Gründen). Dazu ist er darauf 

hinzuweisen, dass Arbeitsunfähigkeitsgrade nicht zu addieren sind, son-

dern eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen ist (Urteile des BVGer C-

2865/2010 vom 5. April 2013 E. 5.8 m.H., C-4922/2011 vom 24. August 

2012 E. 10.3.4 m.w.H.). Vorliegend haben die Gutachter überzeugend fest-

gehalten, dass die Einschränkung von 10% (in rheumatologischer Hinsicht) 

in der Arbeitsunfähigkeit zu 40% aus psychiatrischer Sicht aufgeht (vgl. 

E. 5.2.4). Dr. N._______ hat im Rahmen der Standardindikatorenprüfung 

zutreffend darauf hingewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit von 40% psy-

chiatrisch begründet und die Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer 

Sicht im Verweisprofil integriert sei (doc. 73); dementsprechend werden in 

den funktionellen Einschränkungen, die in der Verweistätigkeit zu beachten 

C-356/2018 

Seite 20 

sind, Einschränkungen sowohl aus dem Fachgebiet der Rheumatologie als 

auch dem Fachgebiet der Psychiatrie/Psychotherapie aufgeführt (vgl. E. 

5.2.4). Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Ausführungen der Gut-

achter und des RAD nicht auseinander. Seiner Rüge kann aus den oben 

genannten Gründen nicht gefolgt werden. 

5.3.5 Weiter ist der mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2018 gestellte – und 

auf der Stellungnahme der IV B._______ vom 28. Mai 2018 beruhende – 

Antrag der Vorinstanz auf Gewährung einer zeitlich beschränkten Rente 

vom 1. Mai bis 31. August 2018 zu prüfen (B-act. 11). Der Beschwerdefüh-

rer bestreitet die Befristung der Rente. 

Die IV B._______ führt aus, aus gesamtmedizinischer Sicht sei von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 40% seit März 2015 (recte: 25. Februar 2015) in 

somatisch und psychiatrisch adaptierter Verweistätigkeit auszugehen. Die 

Diagnose der mittelgradigen depressiven Episode sei dabei führend. Aus 

somatischer Sicht liege aufgrund der beiden Schulteroperationen (Arthro-

lysen) eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 2. April bis 30. Juni 2015 und 

vom 23. Mai bis 31. August 2016 vor. Der Einkommensvergleich sei wie 

folgt zu korrigieren: Die Wartefrist von einem Jahr (Art. 28 Abs. 1 IVG) ende 

im März 2016, die (zweite) Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe vom 23. 

Mai bis 31. August 2016, weshalb ab diesem Zeitpunkt eine Invalidität von 

100% bestehe und eine ganze Rente vom 1. Mai bis zum 31. August 2016 

zu gewähren sei. Vom 1. März 2016 (Ablauf der Wartefrist) bis zum 30. 

April 2016 (Beginn der zweiten Arbeitsunfähigkeit von 100%) und ab dem 

1. September 2016 (Ende der Rehabilitationsphase von drei Monaten) sei 

von einer Arbeitsunfähigkeit von 40% auszugehen. Der diesbezügliche 

Einkommensvergleich ergebe ein Valideneinkommen von Fr. 50'760.– und 

ein Invalideneinkommen von Fr. 40'231.– (60% von Fr. 67'052.–), was ei-

nen (rentenausschliessenden) Invaliditätsgrad von 21% ergebe. 

Unter Beachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wonach der Rentenanspruch frü-

hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-

tungsanspruchs entsteht (vorliegend: Rentenanmeldung am 31. Juli 2015, 

d.h. Rentenanspruch frühestens ab Februar 2016), ergibt sich aus der ers-

ten Phase der vollen Arbeitsunfähigkeit vom 2. April bis 30. Juni 2015 kein 

Anspruch auf eine Rente. Zur zweiten Phase vom 1. Mai bis 31. August 

2016 hat sich die IV-Stelle nicht zur Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 

der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) geäus-

sert. Gemäss dieser Bestimmung ist eine Verbesserung der Erwerbsfähig-

C-356/2018 

Seite 21 

keit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer-

den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in je-

dem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbre-

chung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern 

wird. Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, dass – werde rückwirkend 

eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen – einerseits der Zeit-

punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-

natsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der Rentenher-

absetzung oder -aufhebung die massgebenden Vergleichszeitpunkte seien 

(Urteil I 605/06 vom 14. Februar 2007 E. 4.2 und 5.2, je in fine; s. auch 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 238/01 vom 29. August 

2002 E. 3). Vorliegend wurde der Antrag auf Rentenzusprache mit der von 

Dr. N._______, RAD I._______, festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit zu 

100% vom 23. Mai bis 31. August 2016 (doc. 73 S. 8) begründet. Die Ärztin 

wiederum stützte sich ab auf die gutachterliche Würdigung, wonach eine 

postoperative Rekonvaleszenz von jeweils drei Monaten nach den durch-

geführten Schultereingriffen anzunehmen sei (doc. 53 S. 8). Der Beschwer-

deführer hat diese Würdigung nicht bestritten, sondern die Befristung der 

Rente (unzutreffend) damit begründet, dass ihm gestützt auf eine Addition 

der Arbeitsunfähigkeitsgrade auch nach dem 31. August 2016 eine (halbe) 

Rente zustehe. 

Damit ist dem Beschwerdeführer – in Korrektur des vorinstanzlichen An-

trags und unter Berücksichtigung des nachfolgend Gesagten – reformato-

risch eine ganze Rente vom 1. Mai bis 30. November 2016 zuzusprechen. 

6.  

6.1 Damit bleibt der mit Stellungnahme vom 28. Mai 2018 dargelegte Ein-

kommensvergleich zu überprüfen (B-act. 11 Beilage 1), der für die Zeit-

räume vom 1. März bis Ende April 2016 und ab 1. September 2016 einen 

rentenausschliessenden Invaliditätsgrad ergab. Der Beschwerdeführer be-

streitet diese Berechnung sowohl hinsichtlich der Nichtberücksichtigung 

der neuen Praxis für Teilerwerbstätige und unzulässigen Anwendung der 

alten diskriminierenden Praxis (E. 6.2), der Nichtvornahme einer Paralleli-

sierung (E. 6.3) sowie der Nichtberücksichtigung eines Leidensabzugs 

(E. 6.4). 

6.2 Die IV B._______ hat ihrer Berechnung des Invaliditätsgrades eine Ar-

beitsunfähigkeit von 40% unter Berücksichtigung eines Valideneinkom-

mens von Fr. 50'760.– und eines Invalideneinkommens von Fr. 40'231.– 

C-356/2018 

Seite 22 

(60% von Fr. 67'052.–) zugrunde gelegt und einen Invaliditätsgrad von 21% 

berechnet. Ab 1. Januar 2018 gelte ein neues Modell zur Berechnung des 

IV-Grades für Teilerwerbstätige, womit das Valideneinkommen von 90% 

auf eine Voll-erwerbstätigkeit hochzurechnen sei. Mit dieser neuen Berech-

nung betrage das Valideneinkommen Fr. 56'400.– und bei gleichbleiben-

dem Invalideneinkommen von Fr. 40'231.– liege neu ein Invaliditätsgrad 

von 29% vor.  

Der Beschwerdeführe rügt, nach allgemeinen übergangsrechtlichen 

Grundsätzen würden die neuen Bestimmungen für den gesamten Leis-

tungsfall gelten. Das von der Vorinstanz zitierte Urteil des BGer 

8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 sei vorliegend nicht einschlägig, da es 

sich nicht um eine Rentenrevision, sondern um eine erstmalige Rentenprü-

fung handle (B-act. 16). Die IV B._______ hielt dem mit Stellungnahme 

vom 25. September 2018 entgegen, das neue Berechnungsmodell (Art. 

27bis Abs. 2-4 IVV) gelte erst ab 1. Januar 2018 und gemäss BSV sei eine 

Rückwirkung nicht vorgesehen (vgl. Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 

2018). Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer auf die zwischenzeitlich er-

gangene Rechtsprechung des BGer zu Art. 27 bis IVV zu verweisen, das in 

seinem Urteil 9C_881/2018 vom 6. März 2019 ausführte, das kantonale 

Versicherungsgericht habe zutreffend festgehalten, dass die neue Rege-

lung für Teilzeiterwerbstätige zu Recht nicht zu berücksichtigen sei, da die 

Vorinstanz die angefochtene Verfügung vor dem 1. Januar 2018 (in casu 

am 1. September 2017) erlassen habe und Änderungen des Rechts nach 

diesem Zeitraum nicht zu berücksichtigen seien (E. 4.1); darin sei keine 

Rechtsverletzung und auch keine Diskriminierung im Sinne der Di Trizio-

Rechtsprechung zu erkennen (E. 4.2). Damit hat die Vorinstanz die neue 

Rechtsprechung zu Recht nicht für den Zeitraum vor dem 1. Januar 2018 

berücksichtigt. 

6.3 Die IV B._______ wies in ihrer Stellungnahme vom 28. Mai 2018 darauf 

hin, dass das vom Beschwerdeführer beim letzten Arbeitgeber erzielte Ein-

kommen (Fr. 56'400.–) unter dem branchenüblichen Lohn von Fr. 58'679.– 

liege. Da die Differenz jedoch Fr. 2'279.– und damit 3.88% des branchen-

üblichen Lohnes betrage und diese Differenz unter der vom BGer als mas-

sgeblich erachteten Differenz von 5% liege, sei eine Parallelisierung der 

Einkommen nicht gerechtfertigt (B-act. 11 Beilage 1). Die IV B._______ er-

gänzte in ihrer Duplik, sie habe bezüglich des Valideneinkommens dem 

zuletzt bei der Wäscherei P._______ erzielten Einkommen (hochgerechnet 

auf 100%) den branchenüblichen LSE-Lohn 2014, Tabelle TA1, Position 96 

"sonstige persönlichen Dienstleistungen", Männer, Kompetenzniveau 2, 

C-356/2018 

Seite 23 

mit Umrechnung von 40 auf 41.7 Wochenstunden, zuzüglich Nominallohn-

entwicklung 2014-2015, gegenübergestellt. 

Der Beschwerdeführer rügt replikweise, die IV B._______ habe als Invali-

deneinkommen einen wesentlich höheren LSE-Lohn von Fr. 67'052.– be-

rücksichtigt, wohingegen das tatsächliche (auf 100%) hochgerechnete Sa-

lär nur Fr. 56'400.– betrage. Die Differenz betrage somit offenkundig mehr 

als 5%, sodass eine entsprechende Parallelisierung vorzunehmen sei (B-

act. 16 Seite 2). Damit übersieht der Beschwerdeführer aber, dass das 

Bundesgericht eine Parallelisierung (nur) zulässt, wenn der tatsächlich er-

zielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüblichen Tabellenlohn ab-

weicht ("der Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung des tatsächlich er-

zielten Verdienstes vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem 

sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen im Sinne von BGE 134 

V 322 E. 4.1 S. 325 f. rechtfertigen kann, ist auf 5 % festzusetzen" [BGE 

135 V 297 E. 6.1.2]). Der Erheblichkeitsgrenzwert bezieht sich somit aus-

schliesslich auf zwei zu vergleichende Valideneinkommen. Damit stösst die 

Rüge des Beschwerdeführers, der zur Beurteilung des Erheblichkeits-

grenzwerts Valideneinkommen und Invalideneinkommen vergleichen will, 

ins Leere. 

6.4 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die IV B._______ habe keinen 

Leidensabzug vorgenommen, obwohl der Beschwerdeführer gegenüber 

gesunden Mitbewerbern auch im Tieflohnbereich offensichtlich deutlich be-

nachteiligt sei. Jedenfalls sei ein Leidensabzug von 10% zu berücksichti-

gen (B-act. 16). Dazu hielt die IV B._______ in ihrer Stellungnahme vom 

28. Mai 2018 fest, das BGer habe in neuester Rechtsprechung festgehal-

ten, dass bei einem Teilzeitpensum von 50-74% bei Männern ohne Kader-

funktion ein Abzug infolge des reduzierten Pensums nicht mehr automa-

tisch vorzunehmen sei. Selbst ein (Anmerkung Gericht: vorliegend bean-

tragter) Leidensabzug von 10% könne aufgrund des Einkommensver-

gleichs mit ermitteltem Invaliditätsgrad von 21% zu keiner Rentenzuspra-

che führen. 

Den leidensbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers (keine Ar-

beiten über Brusthöhe links, kein Stemmen von Gewichten mit beiden Ar-

men, kein Arbeiten auf Gerüsten oder Leitern, keine witterungsexponierte 

Tätigkeit, maximale Belastung des linken Armes von 1-2 kg, keine hohen 

Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis, an Frustrati-

onstoleranz, an die Empathie-Fähigkeit gegenüber Kollegen, Vorgesetzten 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=Parallelisierung&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-322%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page322
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C-356/2018 

Seite 24 

und Kunden, an Teamfähigkeit, Möglichkeit für Pausen) ist durch ein be-

rücksichtigtes Pensum von 60% in angepasster Tätigkeit bereits Rechnung 

getragen worden. Ein nochmaliger Einbezug beim Tabellenlohn würde eine 

unzulässige doppelte Berücksichtigung darstellen (vgl. Urteil des BGer 

9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 in fine, m.H.). Zu Recht ist vorliegend 

auch kein Abzug wegen des Faktors Alter, der gemäss Bundesgericht nur 

beschränkte Bedeutung hat (Urteil 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 

5.4.1), vorgenommen worden. Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt 

des angefochtenen Entscheids noch nicht 48 Jahre alt, was keinen Abzug 

rechtfertigt (vgl. Urteil des BGer 9C_474/2010 vom 11. April 2011 E. 3.4). 

Gleiches gilt für das Kriterium Dienstalter, zumal der Beschwerdeführer in 

der Wäscherei P._______ (nur) während dreieinhalb Jahren gearbeitet 

habe (doc. 53 S. 19). Nicht erkennbar ist und auch nicht geltend gemacht 

wird, dass der Beschwerdeführer wegen seiner französischen Staatsange-

hörigkeit bzw. seiner Tätigkeit als Grenzgänger (doc. 8 S. 3) in (…) eine 

Einkommensbusse zu gewärtigen gehabt hätte. Schliesslich bleibt festzu-

halten, dass das Bundesgericht zum (reduzierten) Beschäftigungsgrad 

festgehalten hat, dass die Teilzeitbeschäftigung nicht ohne weiteres 

schlechter entlöhnt werde, als eine Vollbeschäftigung (Urteil 9C_10/2019 

vom 29. April 2019 E. 5.2 m.w.H.). Selbst wenn der dort berücksichtigte 

und vergleichbare Leidensabzug von 5% (E. 5.3) berücksichtigt würde, 

würde dies nicht zu einem rentenrelevanten Invaliditätsgrad führen. Es 

bleibt darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer seine Rüge, auf-

grund der "Offensichtlichkeit" der Sachlage sei jedenfalls ein Leidensabzug 

von 10% zu gewähren, nicht weiter begründet. 

6.5 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die IV B._______ den Einkommens-

vergleich rechtskonform erstellt hat und darauf abzustellen ist.  

7.  

Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Dem Be-

schwerdeführer ist für den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. November 2016 

eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Darüber hinausgehend ist die 

Beschwerde abzuweisen. Die Sache ist zur Berechnung der Rente und zur 

entsprechenden Nachzahlung der Rentenbetreffnisse unter Beachtung der 

Zinsbestimmungen von Art. 26 Abs. 2 ATSG an die Vorinstanz zu überwei-

sen. 

8.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

C-356/2018 

Seite 25 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Dem teil-

weise obsiegenden Beschwerdeführer, der beschwerdeweise die Gewäh-

rung mindestens einer (unbefristeten) halben Invalidenrente beantragt hat, 

sind (um die Hälfte) reduzierte Verfahrenskosten von Fr. 400.– aufzuerle-

gen. Diese sind aus dem am 20. Februar 2018 geleisteten Kostenvor-

schuss von Fr. 800.– zu entnehmen. Die Restanz von Fr. 400.– ist ihm nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihm zu bezeichnendes 

Konto zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten 

auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2 Der teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer 

hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine 

Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Der Anwalt hat keine Kos-

tennote eingereicht, weshalb das Gericht die Höhe der Parteientschädi-

gung aufgrund der Akten festsetzt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vorliegend er-

achtet das Bundesverwaltungsgericht – unter Berücksichtigung des not-

wendigen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache 

und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Beschwerdeverfah-

rens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Ent-

schädigung – eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800 (inklusive Auslagen; 

Mehrwertsteuer ist nicht geschuldet [vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 8 

Abs. 1 MWSTG {SR 641.20} und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE]), als angemes-

sen. Dieser Betrag ist trotz (nur) teilweisen Obsiegens ungekürzt auszu-

richten, zumal nicht gesagt werden kann, das Rechtsbegehren des Be-

schwerdeführers auf Gewährung einer unbefristeten Rente habe den Pro-

zessaufwand derart beeinflusst, als dass sein «Überklagen» eine Reduk-

tion der Parteientschädigung rechtfertigen würde (vgl. Urteil des BVGer C-

3300/2016 vom E. 10.2). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer wird 

vom 1. Mai bis 30. November 2016 eine ganze Invalidenrente zugespro-

chen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

C-356/2018 

Seite 26 

2.  

Die Sache wird zur Berechnung der Rente und zur entsprechenden Nach-

zahlung der Rentenbetreffnisse unter Beachtung der Zinsbestimmungen 

von Art. 26 Abs. 2 ATSG an die Vorinstanz überwiesen.  

3.  

Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten von Fr. 400.– auferlegt. 

Diese werden aus dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Die 

Restanz von Fr. 400.– wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

auf ein von ihm zu bezeichnendes Konto zurückerstattet. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von Fr. 2‘800.– zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

"Zahladresse") 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Beat Weber Daniel Golta 

 

 

 

C-356/2018 

Seite 27 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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