# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5c19630-f4a2-55c9-9bae-ffac5766cca1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2011 E-5854/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5854-2006_2011-11-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5854/2006

U r t e i l   v om   7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli, Richter Maurice Brodard,   
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

Parteien A._______, geboren am (…),
Afghanistan,  
vertreten durch (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. März 
2006 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben 
zufolge  im  Alter  von  16  Jahren  beziehungsweise  im  Jahre  1990  und 
begab sich in den Iran, wo er sich bis 2001 aufhielt. Im Jahre 2001 sei er 
über  die  Türkei  nach  Deutschland  gereist,  wobei  er  fast  ein  Jahr  lang 
unterwegs gewesen sei, und reichte am 22. Juli 2002 dort ein Asylgesuch 
ein,  welches  abgelehnt  wurde.  Er  habe  damals mit  seiner  Ehefrau  und 
seinem  (erstgeborenen) Kind zusammen gelebt. Nach drei  Jahren habe 
sich  seine  Ehefrau  von  ihm  getrennt.  Er  sei  am  22.  Juni  2005  nach 
Afghanistan  abgeschoben  worden  und  über  Kabul  in  sein  Heimatdorf 
B._______ gereist. Nach drei Tagen sei er via Mazar­i­Sharif nach Kabul 
gelangt und habe Afghanistan am 1. Juli 2005 erneut verlassen. Am 15. 
Februar 2006 sei er in die Schweiz eingereist, wo er am gleichen Tag um 
Asyl  nachsuchte.  Am  28.  Februar  2006  wurde  er  im  Empfangszentrum 
(heute:  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum)  C._______  summarisch 
befragt. Am 14. März 2006 folgte eine Direktanhörung durch das BFM.

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei in Mazar­
i­Sharif (Provinz Balkh) geboren und habe bis zu seinem 16. Lebensjahr 
im Dorf B._______ (Provinz Jowzjan) gewohnt. Sein Schwiegervater, der 
aus demselben Dorf wie er gestammt habe, habe ihn vor einer Rückkehr 
in  den  Iran  im Jahre 2001 nach Afghanistan gewarnt,  da dort  ein Streit 
um das Erbe seines Onkels ausgebrochen sei, in deren Folge der Bruder 
des  Beschwerdeführers  getötet  worden  sei. Wegen  dieses  Konflikts  sei 
der Beschwerdeführer  zusammen mit  seiner Ehefrau  nach Deutschland 
gereist.  Er  sei  nach  seiner  Ausschaffung  im  Juni  2006  in  seinem 
Heimatdorf von zwei usbekischen Polizisten  festgenommen und bedroht 
worden, da man geglaubt habe, der Beschwerdeführer wolle wegen den 
früheren  Streitigkeiten  um  Ländereien  Ärger  machen.  Er  sei  ihm 
daraufhin die Flucht aus dem Toilettenhäuschen gelungen. Da er sich vor 
dem  einflussreichen  Cousin  sowie  weiteren  Cousins  gefürchtet  habe, 
habe er sich zur erneuten Ausreise entschlossen.

Anlässlich  der  Befragung  wurde  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche 
Gehör zu seinen anderslautenden Aussagen im deutschen Asylverfahren 
gewährt. So sollen er und seine Ehefrau dort andere Asylgründe geltend 
gemacht  haben  (Reflexverfolgung  wegen  Bruder  durch  Taliban, 
wiederholte  Inhaftierung  des  Beschwerdeführers  in  Mazar­i­Sharif  im 

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Jahre 1998). Insbesondere habe er dort die in der Schweiz vorgebrachten 
Erbstreitigkeiten nicht erwähnt.

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B. 
Abklärungen des Bundesamtes ergaben, dass der Beschwerdeführer mit 
Urteil  des  Amtsgerichtes  D._______  (D)  vom  23.  Oktober  2003  wegen 
einer  in  Deutschland  begangenen  Straftat  zu  einer  Freiheitsstrafe  von 
neun Monaten  auf Bewährung  verurteilt worden war. Am 18. Dezember 
2004 wurde sein Asylantrag  in Deutschland  rechtskräftig abgelehnt. Der 
Beschwerdeführer  wurde  am  22.  Juni  2005  nach  Afghanistan 
zurückgeführt.

C. 
Das  Bundesamt  stellte  mit  gleichentags  eröffneter  Verfügung  vom 
21. März  2006  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  lehnte  das Asylgesuch  ab. Gleichzeitig 
ordnete es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an. 
Die  Vorinstanz  begründete  die  Verfügung  im Wesentlichen  damit,  dass 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht standhalten würden, so dass ihre Asylrelevanz nicht 
geprüft werden müsse. Den Vollzug  der Wegweisung  nach Afghanistan 
befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar und möglich.

D. 
Mit  Eingabe  vom  10.  April  2006  an  die  vormals  zuständige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  beantragte  der 
Beschwerdeführer,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  hinsichtlich  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  aufzuheben  und  dessen  Unzumutbarkeit 
festzustellen.  Gleichzeitig  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  sowie  die  Bezahlung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten. Auf die Begründung  im Einzelnen wird, soweit wesentlich,  in 
den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen.  Gleichzeitig  wurden 
Auszüge aus dem Update des UNHCR zur Situation in Afghanistan vom 
Juni 2005 sowie eine Fürsorgebestätigung eingereicht.

E. 
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  der  damals  zuständigen 
Instruktionsrichterin vom 19. März 2006 (recte: 19. April 2006) wurde das 

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Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen 
späteren  Zeitpunkt  verwiesen  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet.

F. 
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2006 die 
Abweisung der Beschwerde.

G. 
In  seiner  Replik  vom  29.  Mai  2006  nahm  der  Beschwerdeführer  dazu 
Stellung.

H. 
Am  1.  Januar  2007  übernahm  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Verfahren der ARK.

I. 
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  23.  Juni  2011  wurde  dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  gegeben,  Beweismittel  zum 
Strafverfahren  in  Deutschland  und  eine  diesbezügliche  Stellungnahme 
einzureichen.

J. 
Am 28. Juni 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um Akteneinsicht und 
wies  darauf  hin,  dass  er  von  Herrn  (…)  vertreten  werde.  Gleichzeitig 
ersuchte  er  für  die  Einreichung  einer  Stellungnahme  um 
Fristverlängerung.

K. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  Juli  2011 wurde  dem Beschwerdeführer 
Einsicht in die wesentlichen Beschwerdeakten gegeben und das Gesuch 
um Einsicht  in  die  vorinstanzlichen  Akten  zur  Behandlung  an  das  BFM 
weitergeleitet.  Das  Gesuch  um  Erstreckung  der  Frist  zur  Einreichung 
einer Stellungnahme wurde gutgeheissen.

L. 
Mit Eingabe vom 31. August 2011 reichte der Beschwerdeführer folgende 
sein Strafverfahren in Deutschland betreffende Unterlagen ein:

– Urteil des Amtsgerichts D._______ vom 23. Oktober 2003,
– Schreiben an das Amtsgericht D._______ vom 28. Juni 2011,
– Schreiben an die Staatsanwaltschaft E._______ vom 25. Juli 2011, 

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– Schreiben der Staatsanwaltschaft E._______ vom 17. August 2011,
– Stammbaum der Familie F._______,
– Referenzschreiben von (…) vom August 2011.

M. 
Am 8. September 2011 wurde die Vorinstanz unter Hinweis auf die neue 
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgericht  (vgl. das zur Publikation 
vorgesehene  Urteil  vom  16.  Juni  2011,  E­7625/2008)  ersucht,  eine 
ergänzende Vernehmlassung einzureichen.

N. 
Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  ergänzenden  Vernehmlassung  vom 
16. September 2011 die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernahm  bei  gegebener 
Zuständigkeit am 1. Januar 2007 die bei der ARK am 31. Dezember 2006 
hängig gewesenen Rechtsmittel. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 
zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde.  Die 
Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (vgl.  Art.  53  Abs.  2 
VGG).

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1.3. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich,  wie  bereits  mit 
Zwischenverfügung vom 19. April 2006 festgestellt worden ist, gegen den 
von  der  Vorinstanz  angeordneten  Wegweisungsvollzug.  Damit  ist  die 
Verfügung  des  BFM  vom  21.  März  2006,  soweit  sie  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft,  des  Asyls  und  die  Anordnung  der  Wegweisung 
betrifft,  rechtskräftig  geworden.  Zu  prüfen  bleibt  somit  im  Rahmen  des 
vorliegenden  Verfahrens  einzig  das  Bestehen  allfälliger 
Wegweisungsvollzugshindernisse.

4. 

4.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

In  Bezug  auf  die  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

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WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

4.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

4.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da­
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement nur 
Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus­
schaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand­
lung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen Gerichtshofes 
für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN­Anti­Folterausschusses 
müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nach­

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weisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung 
Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR 
[Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit  weiteren Hinweisen).  Auch 
die  allgemeine Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Weg­
weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 
Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

4.4.  Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
insbesondere  dann  nicht  zumutbar,  wenn  die  beschwerdeführende 
Person  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten 
Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei 
Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und 
Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die 
Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des 
völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der 
Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt 
nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie 
Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls 
einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige 
medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver 
Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden, 
dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres 
Gesundheitszustandes,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 
wären  (BVGE 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1,  je mit 
weiteren  Hinweisen).  Den  Asylbehörden  kommt  im  Rahmen  der 
Anwendung  von  Art. 83  Abs.  4  AuG  ein  Ermessensspielraum  zu  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 Nr.  16 E.  6b S.  123 mit weiteren 
Hinweisen,  wobei  zu  berücksichtigen  ist,  dass  die  dort  zitierte 
Bestimmung  von  Art.  14a  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 [ANAG, BS 1 121] 
in  das  heute  geltende  AuG  überführt  wurde).  Insgesamt  gilt  es  die 
humanitären Aspekte im Zusammenhang mit der Situation, in der sich die 
betroffenen  Person  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  befinden würde, 
gegen  das  öffentliche  Interesse  an  ihrer  Wegweisung  abzuwägen  (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 4 E. 5.1 S. 46, mit weiteren Hinweisen).

4.5. 

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4.5.1.  Das  Bundesamt  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
21. März  2006  zur  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  aus,  in 
Afghanistan  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Demnach 
könne  nicht  von  einer  konkreten  Gefährdung  der  Bevölkerung  in 
Afghanistan  ausgegangen  werden.  Sie  wies  darauf  hin,  dass  mit  der 
Bestätigung  von  Hamid  Karzaj  zum  ersten  demokratisch  gewählten 
Präsidenten,  der  Stabilisierung  Afghanistans  und  der  Einbindung  eines 
Grossteils  der  lokalen  Machthaber  die  Regierung  ihren  Einflussbereich 
über  Kabul  hinaus  habe  auszudehnen  vermocht.  Zudem  werde  die 
Regierung  zur  Gewährleistung  der  Sicherheit  der  Bevölkerung  von  der 
internationalen  Schutztruppe  ISAF  unterstützt  und  auch  die 
Wiederaufbauteams  seien  weiterhin  operationell.  Ferner  stünden  dem 
Wegweisungsvollzug  auch  keine  individuellen  Gründe  entgegen,  zumal 
es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  mit 
jahrelangen  beruflichen  Erfahrungen  als  Bildhauer  handle.  Zudem 
verfüge  er  gemäss  seinen  eigenen  Angaben  über  ein 
verwandtschaftliches  Beziehungsnetz  in  B._______  (Provinz  Jowzjan) 
und Mazar­i­Sharif (Provinz Balkh).

4.5.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  machte  der  Beschwerdeführer 
demgegenüber  geltend,  er  sei  zwar  in  Mazar­i­Sharif  geboren,  habe 
jedoch  mit  seinen  Eltern  bis  zu  seinem  16.  Lebensjahr  in  B._______ 
gelebt. Er habe in Mazar­i­Sharif und auch andernorts in Afghanistan nur 
entfernte Verwandte. Entgegen der Argumentation der Vorinstanz, habe 
die ARK  in  ihrer  angepassten Rechtsprechung  (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 
E. 7.8) eine Rückkehr in die Provinz Jowzjan, wo er gelebt habe, generell 
als  unzumutbar  bezeichnet.  Es  treffe  zwar  zu,  dass  er  in  Afghanistan 
Verwandte  habe,  jedoch  handle  es  sich  dabei  um  ein  loses 
Beziehungsnetz,  da  seine  Eltern  gestorben  seien.  Seine  Ehefrau  und 
Kinder  hielten  sich  in  Deutschland  auf.  Im  Übrigen  gehöre  er  einer 
schiitischen Minderheit in Afghanistan an.

4.5.3. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2006 hielt die Vorinstanz an 
ihrem Standpunkt fest und wies darauf hin, der Beschwerdeführer verfüge 
nicht  nur  in  B._______,  Provinz  Jowzjan,  über  ein  familiäres 
Beziehungsnetz,  sondern  auch  in  Mazar­i­Sharif,  Provinz  Balkh.  Eine 
Rückkehr  in  diese  Provinz  werde  auch  nach  Auffassung  der  ARK  als 
grundsätzlich  zumutbar  erachtet.  Zudem  hätte  die  Anwesenheit  des 
Beschwerdeführers aufgrund seiner  in Deutschland begangenen Straftat 
allenfalls  auch  eine  Personengefährdung  in  der  Schweiz  zur  Folge. 

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Deshalb sei das öffentliche Interesse der Schweiz, den Beschwerdeführer 
wegzuweisen, höher als sein Interesse, in der Schweiz zu bleiben.

4.5.4.  In seiner Replik vom 29. Mai 2006 machte der Beschwerdeführer 
dazu  geltend,  er  sei  in  Mazar­i­Sharif  geboren.  Sein  Lebensmittelpunkt 
sei  jedoch  in B._______ gewesen. Er  habe  in Afghanistan  keine nahen 
Verwandten  mehr  und  müsse  aufgrund  seiner  Ethnie  mit 
Diskriminierungen rechnen.

4.5.5.  Am  31.  August  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  nach 
Aufforderung  der  zuständigen  Instruktionsrichterin  des 
Bundesverwaltungsgerichts  Unterlagen  aus  dem  rechtskräftigen 
Strafverfahren aus Deutschland zu den Akten. Mit Urteil des Amtsgerichts 
D._______  vom  23.  Oktober  2003  war  der  Beschwerdeführer  wegen 
einer  sexuellen  Nötigung  in  Tateinheit  mit  sexuellem  Missbrauch  eines 
Kindes  und  vorsätzlicher  Körperverletzung  schuldig  gesprochen  und  zu 
einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. 
Im Urteil wurde berücksichtigt, dass sowohl die angewandte Gewalt, als 
auch die sexuelle Handlung und die Körperverletzung am unteren Rand 
der  strafbaren  Tatmodalitäten  lag,  weshalb  nur  eine  Strafe  am  unteren 
Rand des rechtlich zulässigen Strafrahmens in Betracht kam.

In  einem Referenzschreiben  von  (…)  (bevollmächtigter  Rechtsvertreter) 
vom August 2011 wies dieser darauf hin, er habe den Beschwerdeführer 
im  August  2007  kennen  gelernt.  Aufgrund  dessen  schwierigen 
Lebenssituation  habe  er  ihn  unterstützt  und  ihm  zu  einer  Arbeitsstelle 
verholfen,  wo  dieser  auch  heute  noch  arbeite.  Im  Weiteren  habe  der 
Beschwerdeführer  seine  Familie  in  Deutschland  nach  seinen 
Möglichkeiten monatlich unterstützt. Zudem habe dieser zu seiner Familie 
(Ehefrau und zwei Kinder geb. 1998 und 2003) regelmässigen Kontakt. 

4.5.6.  In  ihrer  ergänzenden  Vernehmlassung  vom  16.  September  2011 
hielt  die  Vorinstanz  fest,  trotz  der  neuen  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  (Urteil  vom  16.  Juni  2011,  E­7625/2008) 
werde  dringend  zum  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers 
nach Afghanistan geraten. Dieser sei mit Urteil vom 23. Oktober 2003 von 
einem  deutschen  Gericht  wegen  sexuellem  Missbrauch  von  Kindern 
rechtskräftig verurteilt worden. Wie bereits in der ersten Vernehmlassung 
vom  17. Mai  2006  dargelegt  worden  sei,  habe  die  Anwesenheit  des 
Beschwerdeführers  allenfalls  eine  Personengefährdung  in  der  Schweiz 
zur Folge. Aus diesen Gründen sei das öffentliche Interesse der Schweiz 

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höher zu werten als die individuellen Interessen des Beschwerdeführers, 
in der Schweiz zu verbleiben.

5. 

5.1. Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan hat sich die vormalige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  in  ihrer  Rechtsprechung 
mehrmals  eingehend  mit  der  Lage  in  Afghanistan  auseinandergesetzt, 
wobei  sie  sich  zu  verschiedenen  Provinzen  des  Landes  äusserte  und 
namentlich die Unterschiede zwischen der Hauptstadt Kabul und anderen 
Regionen Afghanistans dargestellt hat. Dabei erkannte die ARK im Jahre 
2003 den Wegweisungsvollzug nach Kabul – infolge der vergleichsweise 
günstigeren  Situation  –  unter  bestimmten  strengen  Voraussetzungen, 
insbesondere  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes,  der  Möglichkeit  der 
Sicherung  des Existenzminimums  und  einer  gesicherten Wohnsituation, 
als  zumutbar  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  10  und  Nr.  30).  Im  Jahre  2006 
bestätigte die ARK ihre Rechtsprechung (vgl. EMARK 2006 Nr. 9), wobei 
– zusätzlich  zu  Kabul  –  der  Wegweisungsvollzug  in  weitere, 
abschliessend  aufgeführte  Provinzen  (Parwan,  Baghlan,  Takhar, 
Badakhshan,  Kunduz,  Balkh,  Sari  Pul,  Herat  und  die  Gegend  von 
Samangan, die nicht zum Hazarajat zu zählen  ist) unter den  in EMARK 
2003  Nr.  10  erwogenen  strengen  Bedingungen  als  zumutbar  erklärt 
wurde.  Betreffend  die  übrigen  östlichen,  südlichen  und  südöstlichen 
Provinzen  stellte  die  ARK  demgegenüber  fest,  dass  dort  weiterhin  eine 
allgemeine  Gewaltsituation  herrsche,  weshalb  der  Wegweisungsvollzug 
dorthin nach wie vor als unzumutbar zu betrachten sei (vgl. EMARK 2006 
Nr.  9  E.  7.5.3  und  7.8).  Diese  Rechtsprechung  der  ARK  wurde  vom 
Bundesverwaltungsgericht bis anhin im Wesentlichen weitergeführt. 

Schliesslich  ist  auf  die  zwei  kürzlich  ergangenen  Länderurteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts (vgl. die zur Publikation vorgesehenen Urteile 
E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 und D­2312/2009 vom 28. Oktober 2011) 
zu  verweisen.  Im  Urteil  E­7625/2008  führte  das 
Bundesverwaltungsgericht  nach  eingehender  Länderanalyse  die 
Rechtsprechung  der  ARK  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 20  und  30  sowie 
EMARK 2006 Nr. 6) zur Sicherheitslage und der humanitären Situation in 
Afghanistan weiter und hat diese aktualisiert. Dabei kam es zum Schluss, 
dass  im  Verlauf  der  letzten  Jahre  die  allgemeine  Sicherheitslage  in 
Afghanistan über alle Regionen hinweg –  inklusive der urbanen Zentren 
und  der Hauptstadt  Kabul  –  deutlich  schlechter  geworden  ist  (a.a.O. E. 
9.1  –  9.7).  Parallel  zur  allgemeinen Sicherheitslage  hat  sich  namentlich 

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auch die humanitäre Situation  in Afghanistan verschlechtert, wobei aber 
erhebliche  Unterschiede  zwischen  ländlichen  und  städtischen  Gebieten 
festzustellen sind. Erweisen sich zum heutigen Zeitpunkt die Verhältnisse 
in  ländlichen  Gebieten  grossmehrheitlich  als  absolut  prekär,  so  ist 
zumindest  in  Kabul  eine  deutlich  bessere  Situation  anzutreffen,  zumal 
sich  dort  nach  den  letzten  Jahren  auch  die  Sicherheitslage  wieder 
stabilisiert  hat  (vgl.  a.a.O.,  E.  9.8  –  9.9).  Zudem  hielt  das 
Bundesverwaltungsgericht  im  hievor  erwähnten Urteil D­2312/2009  vom 
28. Oktober 2011  fest, die Lage  in der Stadt Herat sei mit derjenigen  in 
Kabul  vergleichbar,  weshalb  es  nicht  gerechtfertigt  sei,  von  einer 
Situation allgemeiner Gewalt auszugehen. 

5.2.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  vorliegend  die  Situation  des 
Beschwerdeführers  zu  beurteilen.  Eigenen  Angaben  zufolge  ist  der 
Beschwerdeführer in der Stadt Mazar­i­Sharif geboren. Zwar hielt er dazu 
weiter fest, seit seiner Geburt in B._______ in der Provinz Jowzjan gelebt 
zu haben und im Alter von 16 Jahren in den Iran ausgereist zu sein, wo er 
während über zehn Jahren gelebt habe (vgl. A1 S. 1, A11 S. 3). Indessen 
kann  aufgrund  der  Aktenlage  davon  ausgegangen  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  der  Stadt  Mazar­i­Sharif  und  in  anderen  Teilen 
Afghanistans  über  ein  grösseres  verwandtschaftliches  Beziehungsnetz 
verfügt. So machte er in der Empfangsstelle geltend, er habe in Mazar­i­
Sharif einen zweiten Wohnsitz gehabt (vgl. A1, S. 1). Sein Onkel habe in 
Mazar­i­Sharif  ein Haus besessen,  in  dem  "sie"  gewohnt  hätten  (A1, S. 
6).  Anlässlich  der  direkten  Anhörung  erwähnte  er  zudem  verschiedene 
Onkel  und  Cousins,  wobei  die  meisten  seiner  Verwandten  in  Mazar­i­
Sharif wohnen würden (vgl. A11, S. 3). Ferner ist aktenkundig, dass er im 
deutschen Asylverfahren eine Wohnadresse in Mazar­i­Sharif angegeben 
hat.  Zudem  gab  er  dort  an,  seine  Ehefrau  vor  fünf  Jahren  (2001)  in 
Mazar­i­Sharif geheiratet zu haben (Akte A9). 

Obwohl die Situation  in der Stadt Mazar­i­Sharif mit derjenigen  in Kabul 
und  Herat  zu  vergleichen  sein  dürfte,  kann  im  vorliegenden  Fall  die 
Frage, ob der Vollzug der Wegweisung dorthin als generell zumutbar zu 
bezeichnen  ist,  jedoch  offen  bleiben.  So  fällt  die  im  Rahmen  der 
Zumutbarkeitsprüfung  vorzunehmende  Güterabwägung  zwischen  der 
persönlichen  Situation  des  Beschwerdeführers  und  dem  öffentlichen 
Interesse  an  dessen Wegweisung  zuungunsten  des Beschwerdeführers 
aus. Wie aus den Akten hervorgeht, hat sich der Beschwerdeführer in der 
Vergangenheit  nämlich der  sexuellen Handlung an einer Minderjährigen 
schuldig  gemacht.  Er  ist  deshalb  mit  Entscheid  des  Amtsgerichts 

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D._______ (D) vom 23. Oktober 2003 zu einer Gefängnisstrafe von neun 
Monaten mit Bewährung verurteilt worden. Angesichts der Schwere des 
ihm  zur  Last  gelegten  Straftatbestands  (sexueller  Missbrauch  von 
Kindern)  muss  das  öffentliche  Interesse  der  Schweiz  am  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers als gewichtiger bezeichnet werden 
als dessen Interesse an einem weiteren Verbleib  in der Schweiz. Weiter 
ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer noch  relativ  jung 
ist  und  über  gewisse  Berufserfahrungen  im  Heimatland  sowie  in  der 
Schweiz  verfügt  und  an  keinen  schwerwiegenden  gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen leidet. Zudem ist gestützt auf seine hievor erwähnten 
Aussagen davon auszugehen, dass er in Mazar­i­Sharif sowie allenfalls in 
anderen  Teilen  Afghanistans  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  verfügt  (vgl.  A11,  S.  3),  woraus  geschlossen  werden 
kann,  dass  er  auf  die  Unterstützung  seiner  Verwandten  sowohl 
hinsichtlich  der  Existenzsicherung  als  auch  der  Wohnungssituation 
zählen kann. Immerhin ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass der 
Beschwerdeführer nach einem dreijährigen Aufenthalt in Deutschland und 
der  Trennung  von  seiner  Ehefrau  im  Juni  2005  nach  Afghanistan 
zurückgekehrt ist (vgl. A1, S. 2) und sich bei Verwandten aufhielt (vgl. A1, 
S. 6). 

Insgesamt  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat in Würdigung 
sämtlicher  Umstände  und  unter  Berücksichtigung  der  Aktenlage  als 
zumutbar.

5.3.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

5.4. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

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vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 
Nachdem  aufgrund  der  Akten  nicht  von  der  Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  ist  das  in  der  Beschwerde  vom 
10. April  2006  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen.  Bei  diesem 
Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer 
aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.­ 
festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: