# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ac4d9f0-b00c-54ec-afd5-c3e570b5d1db
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.08.2025 720 2024 246 (720 24 246)
**Docket/Reference:** 720 2024 246
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-246_2025-08-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. August 2025 (720 24 246) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des medizinischen Sachverhalts nach Neuanmeldung; überzeugendes externes 

MEDAS-Gutachten. 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Andreas Blattner, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Laura Kunz, Advokatin, 
Rechtsdienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Der 1972 geborene A.____, gelernter Chemielaborant, war nach seiner Einreise in die 
Schweiz am 6. August 1995 in verschiedenen Hilfsfunktionen bei diversen Arbeitgebern tätig. 
Am 12. Januar 2018 meldete er sich unter Hinweis auf Brust- und Nackenschmerzen sowie 
einen Status nach Pneumothorax erstmals bei der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Verhältnisse 
abgeklärt und den Versicherten bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) polydiszip-
linär abklären liess (Expertise vom 9. Mai 2019) verneinte sie bei einer Einschränkung der Ar-

 
 
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beitsfähigkeit von 20 % mit Verfügung vom 9. Dezember 2019 einen Anspruch auf eine Invali-
denrente. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. 
 
A.2 Am 6. April 2021 meldete sich A.____ erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Die IV-
Stelle leitete daraufhin eine erneute Sachverhaltsabklärung ein und beauftragte im Rahmen 
dessen die medexperts ag (medexperts) mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens 
(Expertise vom 26. Juni 2023). Gestützt auf deren Ergebnisse stellte sie einen Invaliditätsgrad 
von 20 % fest und wies das Leistungsbegehren – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – 
mit Verfügung vom 29. Juli 2024 erneut ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Laura Kunz, Rechtsdienst Behinder-
tenforum, am 10. September 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung 
der IV-Stelle vom 29. Juli 2024 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm 
die gesetzlichen Leistungen zu gewähren und ihm eine ganze Invalidenrente auszurichten. 
Eventualiter sei zur Klärung des medizinischen Sachverhalts im Fachbereich Psychiatrie ein 
gerichtliches Obergutachten einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen 
Verbeiständung mit Advokatin Laura Kunz als Rechtsvertreterin. Zur Begründung machte er im 
Wesentlichen geltend, der angefochtene Entscheid beruhe auf unzureichenden medizinischen 
Unterlagen. 
 
C. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2024 wurde dem Beschwerdeführer für das vorliegende 
Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advo-
katin Laura Kunz als Rechtsvertreterin bewilligt. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Oktober 2024 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihrer Stellungnahme die Beurteilungen der RAD-Ärzte 
B.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. Oktober 2024 und Dr. med. 
C.____, Praktischer Arzt, vom 28. Oktober 2024 bei. 
 
E. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 5. November 2024; Duplik vom 
20. Januar 2025) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
F. Mit Instruktionsverfügung vom 23. Januar 2025 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt beim Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 

 
 
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Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Nach § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung; VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtli-
che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so-
mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen 
frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 10. September 2024 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf Rentenansprüche, die ab dem 
1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der 
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 
2022 geltenden Fassung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente bzw. die Abwei-
sung des Leistungsgesuchs – wie hier – nach dem 1. Januar 2022 verfügt, gilt unter anderem 
folgendes: Liegt der – mutmassliche – Eintritt der Invalidität und Beginn des Rentenanspruchs 
vor dem 1. Januar 2022, so bleiben die bis 31. Dezember 2021 gültigen Bestimmungen an-
wendbar (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig 
ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). Aufgrund der Anmeldung vom 6. April 2021 fällt ein Rentenbe-
ginn frühestens auf den 1. Oktober 2021. Demnach bleiben die Bestimmungen des IVG, der 
IVV sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und an-
gewendet. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2024 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-

 
 
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stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf 
eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-
destens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.5 Auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Verneinung ei-
nes Rentenanspruchs hat die Verwaltung nur einzutreten, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge-
ändert hat (Art. 87 Abs. 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen 
werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 E. 2). 
Tritt die Verwaltung auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung ein, so hat sie den 
Sachverhalt materiell abzuklären und zu prüfen, ob die von der versicherten Person glaubhaft 
gemachte Veränderung des Invaliditätsgrads auch tatsächlich eingetreten ist (SVR 2011 IV 
Nr. 2 E. 3.2; BGE 117 V 198 E. 4b). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ge-
such ab. Andernfalls hat sie zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerde-
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1; 
BGE 117 V 198 E. 3a). 
 
4.1 Ausgangspunkt für die Ermittlung des Invaliditätsgrads ist die Frage, ob und in welchem 
Ausmass die versicherte Person infolge ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfä-
hig ist. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person stützt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen, die von Ärztinnen und Ärzten sowie gegebenenfalls weiteren Fachpersonen zur Ver-
fügung zu stellen sind. Es ist Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und sich dazu zu äussern, in welchem Umfang und hinsichtlich welcher Tätigkeiten 
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2024, 

 
 
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8C_122/2023, E. 2.3). Im Weiteren bilden die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei-
teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden 
Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 
zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unter-
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits 
und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, 
sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra-
tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen 
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, 
weil die behandelnden Ärzte und Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Inter-
pretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit 
Hinweisen). 

 
 
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4.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht ent-
schieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwi-
ckelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leis-
tungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig 
von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs-
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, 
wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 
mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Im Gutachten der ABI vom 9. Mai 2019 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
Thoraxschmerzen unklarer Ätiologie (ICD-10 K22.4, R07.3, I20.1) sowie ein chronisches zervi-
kospondylogenes/zervikocephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0/M53.1) diagnostiziert. 
Nach mehrjährigen thorakalen Beschwerden mit wiederholten kardiologischen Abklärungen 
(2017/2018) liesse sich keine strukturelle Herzerkrankung nachweisen. Die während einer Ko-
ronarangiographie beobachteten Vasospasmen würden als unspezifischer Befund gewertet. Die 
Echokardiographie und das Ruhe EKG zeigten unauffällige Befunde. Das vorgeschlagene Be-
lastungs-EKG sei vom Versicherten wegen eines Hirnaneurysma abgelehnt worden resp. sei 
nicht durchführbar gewesen. Rheumatologisch bestünde ein chronisches zervikospondylogenes 

 
 
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bis zervikocephales Schmerzsyndrom auf der Grundlage degenerativer Veränderungen der 
Halswirbelsäule (HWS) mit eingeschränkter Beweglichkeit. Daneben finde sich ein Dupuytren 
palmar am rechten Ringfinger sowie ein diskretes Schulterimpingement rechts; eine zuvor ver-
mutete Frozen Shoulder bestätige sich nicht. Neurologisch ergebe sich keine Diagnose mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestünde ein multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom (funktio-
nell, Schmerzmittelübergebrauch, Spannungskopfschmerzen), ein funktioneller Schwindel so-
wie kleine, asymptomatische Mediaaneurysmen links. Diese seien nicht behandlungsbedürftig. 
Psychiatrisch habe die Somatisierungsstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die all-
gemeininternistischen Befunde würden die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht beeinträchtigen. Im 
Ergebnis stellte das Gutachten – im Kontrast zur subjektiven Einschätzung einer vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit – eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % für körperlich leichte bis ge-
legentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten fest. 
 
6.3 Am 26. November 2021 erstatteten Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und Dr. phil. E.____ Bericht über die seit dem 8. September 2021 bestehende Behand-
lung des Versicherten, die in Abständen von zwei bis drei Wochen durchgeführt werde. Sie di-
agnostizierten eine prolongierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Klinisch zei-
ge sich ein unauffälliges Langzeitgedächtnis. Der Versicherte sei im formalen Gedankengang 
auf starke Scham- und Schuldgefühle sowie Todesängste eingeengt. Er weise eine einge-
schränkte affektive Modulationsfähigkeit sowie eine Störung der Vitalgefühle und des Selbstver-
trauens auf. Ferner bestünden kognitive Störungen (Gedächtnis-, Konzentrations- und Auf-
merksamkeitsdefizite), ein verminderter Antrieb, eine Müdigkeit, eine rasche Erschöpfbarkeit, 
Schlafstörungen, eine Reizbarkeit, eine Interessen- und Freudlosigkeit mit Klagen über Verlust 
von Zukunftsperspektiven und existenzielle Ängste. Soziale Kontakte würden gemieden. Aus 
therapeutischer Sicht wäre es für den Selbstwert des Versicherten wichtig, einer Tätigkeit nach-
zugehen. Aktuell sei er kaum belastbar. Bei psychischer Stabilisierung sei jedoch in zwei bis 
drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % realistisch. In einer angepassten Tätigkeit sei zu-
nächst ein Pensum von 2 bis 3 Stunden pro Tag an drei Tagen pro Woche zumutbar, welches 
monatlich um jeweils 10 % gesteigert werden könne. Die Unterstützung der IV beim beruflichen 
Wiedereinstieg sei dringend indiziert. 
 
6.4 Am 4. April 2022 berichtete Dr. D.____, dass die Bemühungen, den Versicherten für 
eine berufliche Eingliederung zu gewinnen, erfolglos geblieben seien. Er betrachte sich als 
schwer krank. Klinisch zeige sich ein depressives Zustandsbild mit vermindertem Antrieb, Inte-
ressen- und Freudlosigkeit, Verlust der Zukunftsperspektive, existentiellen Ängsten und sozia-
lem Rückzug. Der Affekt sei leicht depressiv, ängstlich und innerlich unruhig. Psychovegetativ 
bestünden Ein- und Durchschlafstörungen mit schlechter Schlafqualität und Albträumen. Die 
Prognose sei als schlecht einzustufen. In den therapeutischen Gesprächen habe der Versicher-
te zwar einerseits Motivation geäussert, beruflich wieder einzusteigen, andererseits jedoch ka-
tegorisch angegeben, aufgrund der Angst vor gesundheitlichen Komplikationen – insbesondere 
bei körperlicher Anstrengung – keine Arbeit aufnehmen zu können. Versuche, den Versicherten 
für eine Behandlung mit hochpotenten, antriebssteigernden sowie schlafanstossenden Antide-
pressiva zu gewinnen, seien gescheitert. Zwar erscheine eine berufliche Eingliederung aus 
fachlicher Sicht weiterhin dringend angezeigt, der Versicherte habe sich im Verlauf der Behand-

 
 
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lung jedoch nicht für einen konkreten Wiedereinstieg gewinnen lassen. Er betrachte sich auf-
grund seiner Ängste als für den allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr belastbar. 
 
6.5 Am 12. Oktober 2022 hielt Dr. D.____ fest, dass im Jahr 2022 insgesamt drei Therapie-
sitzungen durchgeführt worden seien. Er stellte die Diagnose einer Anpassungsstörung mit 
Angst und gemischter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22) und führte differentialdiagnostisch 
eine prolongierte leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) an. Beim Versicherten bestünde 
ein ausgeprägter sekundärer Krankheitsgewinn. Er habe sich nicht in der Lage gesehen, einer 
Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen. Die Behandlung sei am 16. August 2022 
beendet worden. 
 
6.6 Die IV Stelle liess den Versicherten durch die medexperts polydisziplinär begutachten 
(Expertise vom 26. Juni 2023). Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende somatische 
Diagnosen gestellt: multiple asymptomatische cerebrale Aneurysmata (ICD-10 I67.10), einen 
Status nach Aneurysma Clipping 2021, ein chronisches Cervicalsyndrom (ICD-10 M54.82) bei 
degenerativen Veränderungen (Spondylosen, Unkarthrosen HWS) sowie eine Diskopathie auf 
Höhe C5/C6 (ICD-10 M50.3). Psychiatrisch wurden eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) 
sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), 
diagnostiziert. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen ein Medikamenten-
Übergebrauchskopfschmerz (ICD-10 G44.4), eine unspezifische Sensibilitätsstörung der Finger 
links (ICD-10 R20.2), Beschwerden der rechten Schulter (ICD-10 M25.51, M25.61, M75.1, 
M19.01), eine Chondropathia patellae rechts (ICD-10 M22.4), Kreuzschmerzen (ICD-10 M54.5), 
ein Dupuytren Strahl IV rechts (ICD-10 M72.0), eine gastroösophageale Refluxkrankheit (ICD-
10 K21.9) sowie eine nicht näher bezeichnete kardiale Arrhythmie (ICD-10 I49.9) vor.  
 
Aus internistischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest-
gestellt werden.  
 
In neurologischer Hinsicht würden Aufmerksamkeit und Konzentration der nach dem biographi-
schen Hintergrund zu erwartenden Leistungsfähigkeit entsprechen. Hinweise auf konsistente 
Gedächtnisstörungen, Aphasie, Apraxie oder Agnosie hätten sich nicht ergeben. Es bestehe 
eine chronifizierte Kopfschmerzproblematik bei Medikamentenübergebrauch, welche seit Jah-
ren bekannt sei. Mehrfach vorgeschlagene stationäre Entzugsbehandlungen seien vom Versi-
cherten abgelehnt worden. Es zeige sich eine ausgeprägte Passivität, die zur Chronifizierung 
der Beschwerden beitrage. Bildmorphologisch hätten sich 2018 als Zufallsbefund zwei Aneu-
rysmata im Bereich der Mediabifurkation links gezeigt. 2021 sei ein weiteres Aneurysma an der 
Arteria communicans anterior diagnostiziert und chirurgisch mittels Clippings versorgt worden. 
Postoperativ sei es zu einem Wundinfekt mit Revision gekommen. Es hätten sich zu keinem 
Zeitpunkt neurologische Defizite oder eine Meningitis gezeigt. Die vom Versicherten geschil-
derte chronifizierte Kopfschmerzsymptomatik habe bereits vor dem Eingriff bestanden. Eine 
Anbindung an die Kopfschmerzsprechstunde der Neurologie am Spital F.____ sei erfolgt; emp-
fohlene therapeutische Anpassungen (einschliesslich medikamentöser Umstellung) seien je-
doch vom Versicherten nicht gewünscht worden. Eine HNO-ärztliche Abklärung vom 30. März 
2022 habe keine Hinweise auf ein peripher vestibuläres Defizit ergeben. In der bisherigen wie 

 
 
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auch in einer angepassten Tätigkeit ermittelte die Gutachterin aus neurologischer Sicht eine 
Arbeitsfähigkeit von 80 % (20 % Einschränkung), wobei ein erhöhter Pausenbedarf zu berück-
sichtigen sei.  
 
Aus orthopädischer Sicht zeige sich eine verminderte Belastbarkeit des Bewegungsapparats, 
insbesondere der HWS, des rechten Schultergelenks sowie beider Kniegelenke. Der Versicher-
te könne daher keine Lasten über 10 kg heben oder tragen, keine häufigen Zwangspositionen 
der Wirbelsäule oder der genannten Gelenke einnehmen und keine wiederholten In-
/Reklinations- oder Rotationsbewegungen der Wirbelsäule ausführen. Ferner seien häufige Tä-
tigkeiten über der Horizontalebene sowie repetitive Bewegungen der rechten Schulter zu ver-
meiden. Gleiches gelte für längeres Gehen oder häufiges Überwinden von Höhendifferenzen 
(Treppen, Leitern, Gerüste). Als Ressource wurde hervorgehoben, dass klinisch und bildgebend 
keine schwerwiegenden pathologischen Befunde am Bewegungsapparat erhoben worden seien 
und keine motorischen Ausfallsymptome vorliegen würden. Seit der früheren Begutachtung 
durch die ABI habe sich keine relevante Veränderung ergeben. Die damalige rheumatologische 
Einschätzung könne übernommen werden. Demnach bestehe seit November 2018 sowohl in 
der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. Der Ver-
sicherte könne ganztags arbeiten, sofern ihm zusätzliche, selbstbestimmbare Pausen gewährt 
werden, deren Dauer jedoch eine Stunde nicht überschreiten sollte.  
 
In psychiatrischer Hinsicht wurde festgehalten, dass der Versicherte im Vergleich zum Vorgut-
achten im Querschnitt leichte bis mittelgradige depressive Symptome aufweise, die als reaktiv 
sowie in ihrer Ausprägung als leicht bis allenfalls mittelgradig einzustufen seien. Gedächtnis-, 
Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen würden sich nicht objektivieren lassen. Die 
Grundstimmung sei traurig. Der Versicherte schäme sich, auf psychiatrische Hilfe angewiesen 
zu sein. Er vermöge sich über seine Kinder zu freuen und empfinde Stolz in Bezug auf diese, 
ansonsten berichte er über einen weitgehenden Verlust von Freude und zeige eine innere Un-
ruhe. Auffällige psychosomatische Korrelate oder Hinweise auf eine Antriebsstörung seien bei 
der Untersuchung nicht festgestellt worden. Es bestünde ein sozialer Rückzug. Der Versicherte 
habe ein sehr ausgeprägtes körperliches und psychisches Krankheitsgefühl. Er berichtet über 
Schlafstörungen, eine rasche Ermüdbarkeit, ein mangelndes Durchhaltevermögen sowie das 
Empfinden eines dauerhaften Stresses. Wegen des Refluxes esse er nur wenig. Zudem habe 
sein Interesse an Sexualität nachgelassen. Bereits im Vorgutachten seien sämtliche nun erneut 
geklagten Beschwerden thematisiert worden. Die Kopfschmerzen, welche bereits vor der Diag-
nose der Aneurysmen bestanden hätten, hätten sich in den letzten Jahren unverändert gezeigt 
und würden weiterhin als Ausdruck einer leichten Somatisierungsstörung gewertet. Aufgrund 
der Angaben des behandelnden Psychiaters bestünde der Eindruck, dass keine ausreichende 
Behandlungsbereitschaft vorhanden sei. Eine strukturierte Therapie, etwa in Form einer multi-
modalen Schmerzbehandlung oder einer krankheitsbezogenen Bewältigungstherapie, sei nicht 
angegangen worden. Im Längsschnitt sei zugunsten des Versicherten von einer leichtgradigen 
Störung auszugehen. Eine andere psychische Erkrankung nach ICD-10 könne gegenwärtig 
ausgeschlossen werden. Das Aktivitätsniveau des Versicherten sei in sämtlichen Lebensberei-
chen, einschliesslich der beruflichen Teilhabe, in vergleichbarer Weise eingeschränkt. Er leide 
seit längerem unter einer prekären finanziellen Situation sowie gegenwärtig unter einer nur be-

 
 
Seite 10    

schränkten Aufenthaltsbewilligung, verbunden mit der Angst vor einer Wegweisung. Im Falle 
einer Wegweisung sehe er keinen Lebenssinn mehr. Trotz der beklagten Symptome sei die 
bestehende Medikation nicht angepasst worden. Im Gegenteil erwäge der behandelnde Psy-
chiater eine Umstellung auf ein homöopathisches Präparat. In Anlehnung an den Mini-ICF-APP 
zeige der Versicherte eine schwere Einschränkung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit 
sowie leichte Einschränkungen in den Bereichen Planung und Strukturierung von Aufgaben, 
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Proaktivität, Spontanaktivität sowie Widerstands- und 
Durchhaltevermögen. Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der bestehenden Somatisierungs-
störung und der leichten depressiven Symptomatik ab Begutachtungszeitpunkt von einer 
20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Retrospektiv könne zur Arbeitsfähigkeit keine Stellung 
genommen werden. Der Versicherte betrachte sich selbst auch künftig als vollständig arbeitsun-
fähig, weshalb die Prognose als ungünstig einzustufen sei. 
 
Aus gesamtmedizinischer Sicht sei die psychophysische Belastbarkeit des Versicherten auf-
grund der Beschwerden des Bewegungsapparats sowie der neurologischen und psychiatri-
schen Diagnosen reduziert. Die funktionellen Einschränkungen aus den verschiedenen Fach-
disziplinen würden sich indessen nicht addieren. Aus polydisziplinärer Sicht liege die Arbeitsfä-
higkeit in der bisherigen sowie in einer angepassten Arbeit weiterhin bei 80 %, dies frühestens 
sechs bis acht Wochen nach der Kraniotomie vom 19. Mai 2021. 
 
6.7 Am 27. November 2023 nahm Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
Stellung. Er führte aus, den Versicherten seit dem 20. April 2023 zu behandeln. Zuvor sei dieser 
bei der delegiert arbeitenden Psychologin von Dr. D.____ in Behandlung gestanden, habe sich 
dort jedoch nicht ernst genommen gefühlt. Der Versicherte nehme die Termine regelmässig 
wahr, vergesse oder verwechsle sie jedoch gelegentlich. Im Gespräch wirke er ängstlich, wei-
nerlich und traurig. Wiederholt bestünden lebensüberdrüssige Gedanken, konkrete suizidale 
Vorstellungen äussere er nicht. Der sprachliche Ausdruck sei verlangsamt, leise und monoton. 
Auch das motorische Verhalten sei deutlich verlangsamt. Es zeige sich eine gestörte Antriebs-
lage, eine gedrückte Stimmung sowie eine Verminderung der alltäglichen Aktivitäten. Die Fä-
higkeit, Freude zu empfinden, sei reduziert, ebenso die Konzentrationsfähigkeit. Hinzu träten 
eine ausgeprägte Müdigkeit, ein verminderter Appetit, Schlafstörungen sowie ein stark beein-
trächtigtes bis nahezu aufgehobenes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Der Versicherte 
berichte über Schuldgefühle und Überzeugungen der eigenen Wertlosigkeit. Weiter bestünden 
ein Morgentief, eine deutliche psychomotorische Verlangsamung sowie ein Libidoverlust. Die 
Kriterien einer depressiven Störung seien erfüllt. Diese bestünde seit 2016 rezidivierend. Aktuell 
sei von einer mittelgradigen Episode mit somatischem Syndrom im Sinne einer rezidivierenden 
depressiven Störung (ICD-10 F33.11) auszugehen. Zusätzlich diagnostizierte er eine Somati-
sierungsstörung (ICD-10 F45.0). Aus diesem Grund sei der Versicherte für jegliche Tätigkeiten 
vollständig arbeitsunfähig. Zum psychiatrischen Teilgutachten der medexperts führte 
Dr. G.____ aus, die Feststellungen der Gutachterin stünden teilweise im Widerspruch zu den 
Angaben des Versicherten, insbesondere bezüglich Gedächtnisstörungen und Antrieb. Fraglich 
sei, ob im Rahmen der Begutachtung geeignete Testungen vorgenommen worden seien, um 
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen objektiv zu erfassen. Dass der Versicherte – wie im 
Gutachten beschrieben – Hausarbeiten verrichte, sei ihm nicht bekannt und erscheine nicht 

 
 
Seite 11    

realistisch. Im Übrigen bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen der im Gutachten diag-
nostizierten leichten depressiven Episode und den objektiven Befunden, welche vielmehr für 
eine mittelgradige Episode sprächen. 
 
6.8 Im Bericht der Klinik H.____ vom 19. März 2024 wurden folgende Diagnosen gestellt: 
eine leichte neurokognitive Störung, multiple intrakranielle Aneurysmata, eine Migräne ohne 
Aura, Kopfschmerzen bei Übergebrauch von Schmerzmitteln sowie eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Nach den Angaben des Versicherten habe er 
seit den neurochirurgischen Eingriffen kognitive Auffälligkeiten in Form von Konzentrations-
schwierigkeiten im Alltag bemerkt. Der Verlauf dieser Störungen liesse sich nicht eindeutig be-
urteilen. Über die Zeit habe sich weder eine klare Besserung noch eine Verschlechterung erge-
ben. Zudem seien die Kopfschmerzen seit den Operationen stärker ausgeprägt. Bezüglich 
Stimmungslage gebe der Versicherte an, diese sei aktuell schlecht, was nach seinen Angaben 
insbesondere mit den täglichen Schmerzen zusammenhänge. Auch der Schlaf sei beeinträch-
tigt, unter anderem durch refluxbedingte Durchschlafstörungen. Auf Nachfrage würden alle drei 
Hauptsymptome sowie zwei Zusatzsymptome einer depressiven Episode nach ICD-10 bejaht, 
womit die Kriterien einer mittelgradigen depressiven Episode erfüllt seien. Im Rahmen der neu-
ropsychologischen Untersuchung hätten sich testpsychologisch mittelgradige Defizite in den 
Bereichen Aufmerksamkeit, verbales episodisches Gedächtnis und exekutive Funktionen ge-
zeigt. Die kognitive Belastbarkeit sei deutlich reduziert. Nach übereinstimmenden Angaben des 
Versicherten und seiner Ehefrau würden die Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit 
den im Jahr 2021 erfolgten neurochirurgischen Eingriffen stehen. Zuvor hätten trotz vorbeste-
hender Kopfschmerzproblematik keine kognitiven Einschränkungen bestanden. Gestützt auf die 
Kriterien des DSM 5 sei von einer leichten neurokognitiven Störung auszugehen. Zusätzlich 
werde die kognitive Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst durch die seit der Operation verstärk-
te Schmerzsymptomatik sowie durch die mittelschwere depressive Episode. Aus medizinischer 
Sicht werde die Weiterführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sowie 
eine Reduktion oder Sistierung der Analgesie empfohlen, gegebenenfalls im Rahmen eines 
stationären Entzugsprogramms. 
 
6.9 Am 8. April 2024 nahm Dr. G.____ Stellung zum Bericht der Klinik H.____ vom 19. März 
2024. Er hielt fest, dass die vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten nicht allein auf die 
mittelschwere depressive Störung zurückzuführen sei, sondern ebenso auf die mittelgradigen 
neurokognitiven Einschränkungen, die zentrale Schlüsselfunktionen beträfen und durch negati-
ve Wechselwirkungen zusätzlich verstärkt würden. Von einer Therapieresistenz könne nicht 
gesprochen werden. Eine Behandlung sei weiterhin indiziert. Inzwischen habe sich eine thera-
peutische Vertrauensbeziehung entwickelt. Die laufende Therapie habe dem Versicherten ge-
holfen, seinen Alltag besser zu gestalten. 
 
6.10 Im Bericht des Spitals F.____ vom 14. Mai 2024 wurde festgehalten, dass beim Versi-
cherten seit langem persistierende Schmerzen nach einer Kraniotomie frontal rechts bestünden. 
Bereits vor diesem Eingriff hätten chronische Zervikobrachialgien sowie Migräne vorgelegen. 
Derzeit zeige der Versicherte ein angstbedingtes Vermeidungsverhalten, da die Schmerzen 
unter Belastung und Stress exazerbieren würden. Er habe angegeben, seinen zuvor erhebli-

 
 
Seite 12    

chen Schmerzmittelkonsum reduziert zu haben und nunmehr zu versuchen, mit den Schmerzen 
zu leben. Gleichzeitig äussere er Vorbehalte gegenüber einem psychosomatischen Behand-
lungsansatz und hinterfrage sowohl die vorgenommenen Eingriffe als auch das ärztliche Vorge-
hen. 
 
7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2024 bei der Be-
urteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf 
die Ergebnisse, zu denen die Gutachter der medexperts in ihrem polydisziplinären Gutachten 
vom 26. Juni 2023 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten eine 
leidensangepasste Tätigkeit nach wie vor im Umfang von 80 % zumutbar sei. Diese Beweis-
würdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist 
den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. 
Das polydisziplinäre Gutachten der medexperts vom 29. Juli 2024 weist weder formale noch 
inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – 
für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksich-
tigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es 
setzt sich ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen ausei-
nander. Inhaltlich ist das Gutachten widerspruchsfrei und es leuchtet in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Ver-
lässlichkeit der internistischen, neurologischen und orthopädischen Abklärungsergebnisse sind 
zu Recht unbestritten. 
 
7.2.1 Was der Beschwerdeführer gegen die Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten vor-
bringt, ist nicht stichhaltig. Soweit er geltend macht, die Sachverständige sei fälschlicherweise 
davon ausgegangen, es habe keine psychotherapeutische Begleitung bestanden, trifft dies 
nicht zu. Die Gutachterin war sowohl über die Behandlung bei Dr. D.____ informiert als auch im 
Besitz seiner Berichte vom 26. November 2021, 4. April 2022 und 12. Oktober 2022. Daraus 
ergab sich, dass der Beschwerdeführer ab dem 8. September 2021 in Behandlung stand, die 
Sitzungen zunächst im Abstand von zwei bis drei Wochen stattfanden und im Jahr 2022 bis 
zum Therapieende am 16. August 2022 insgesamt drei Sitzungen durchgeführt wurden. Zudem 
war der Gutachterin aufgrund der erhobenen Anamnese bekannt, dass der Beschwerdeführer 
die psychiatrische Behandlung kurz vor der Begutachtung (nunmehr bei Dr. G.____) erneut 
aufgenommen hatte. Wenn der Beschwerdeführer argumentiert, die Gutachterin habe die Diag-
nose einer leichten depressiven Störung fälschlicherweise mit dem Fehlen einer regelmässigen 
Psychotherapie begründet, so ist festzustellen, dass die Gutachterin bei der Beurteilung der 
Schwere der depressiven Störung auch der nicht regelmässigen Inanspruchnahme einer Psy-
chotherapie ein gewisses Gewicht beimass, wobei sie nicht ausschliesslich darauf abstellte. 
Vielmehr stützte sie ihre Beurteilung auf eine Kombination aus Aktenstudium und persönlicher 
klinischer Exploration, bei welcher sie die vom Beschwerdeführer geschilderten Symptome um-
fassend und detailliert erfasste. Damit konnte sie sich ein eigenes Bild über den Gesundheits-

 
 
Seite 13    

zustand und insbesondere über die Ausprägung der depressiven Symptomatik machen. Die 
gutachterliche Beurteilung basiert somit auf einer umfassenden Berücksichtigung der vorhan-
denen Berichte und der Ergebnisse der persönlichen klinischen Untersuchung, was ihr beson-
deres Gewicht verleiht. Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, die Gutachterin sei 
bei der Diagnosestellung oder bei der Begründung des Schweregrads von unzutreffenden An-
nahmen ausgegangen oder habe wesentliche Tatsachen unbeachtet gelassen. Soweit der Be-
schwerdeführer geltend macht, die Gutachterin habe das Vorliegen von Gedächtnisstörungen 
verkannt, verfängt auch dieses Vorbringen nicht. Zwar berichtete der Beschwerdeführer im 
Rahmen der Begutachtung über Gedächtnisprobleme, welche er im Widerspruch dazu aber 
gleichzeitig verneinte (vgl. Gutachten S. 32 und S. 35). Im Rahmen der psychiatrischen Explora-
tion konnten diese jedoch nicht objektiviert werden. Diese Einschätzung deckt sich mit jener der 
neurologischen Expertin, welche festhielt, dass bei der Untersuchung keine konsistenten Hin-
weise auf Gedächtnisstörungen vorlagen und ebenso keine Befunde für Aphasie, Apraxie oder 
Agnosie erhoben werden konnten (Gutachten S. 14). 
 
7.2.2 Soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Gutachterin habe die Schwere der depres-
siven Störung unzutreffend diagnostiziert, überzeugt auch dieses Vorbringen nicht. Zunächst ist 
darauf hinzuweisen, dass auch der frühere behandelnde Arzt Dr.  D.____ im Bericht vom 
12. Oktober 2022 – abweichend von seinen früheren Einschätzungen vom 26. November 2021 
und 4. April 2022 – differenzialdiagnostisch lediglich eine leichte depressive Episode diagnosti-
zierte (vgl. E. 6.5). Diese Beurteilung steht im Einklang mit der Einschätzung der Gutachterin. 
Anzeichen dafür, dass im Rahmen der psychiatrischen Exploration die Befunderhebung unvoll-
ständig gewesen wäre oder relevante Symptome nicht berücksichtigt worden wären, sind nicht 
ersichtlich. Vielmehr legte die Gutachterin auf der Grundlage der vorliegenden Akten sowie ihrer 
eigenen Untersuchung nachvollziehbar dar, dass der Beschwerdeführer im Vergleich zum Vor-
gutachten der ABI leichte bis mittelgradige depressive Symptome zeige, die im Querschnitt als 
leicht bis allenfalls mittelgradig zu beurteilen seien, während im Längsschnitt von einer lediglich 
leichtgradigen Störung auszugehen sei. Dabei differenzierte sie in überzeugender Weise zwi-
schen den subjektiv geschilderten Beschwerden des Beschwerdeführers und den ihrerseits 
objektiv erhobenen Befunden. Ihre diagnostische Einordnung erweist sich als schlüssig, dies 
umso mehr, als sie mit der Beurteilung der Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen nach 
dem Mini ICF APP übereinstimmt, wonach – abgesehen von einer ausgeprägten Einschrän-
kung der Flexibilität und Umstellfähigkeit – lediglich leichte psychische Beeinträchtigungen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestanden. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, 
dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie er-
öffnet den medizinischen Expertinnen und Experten praktisch immer einen Spielraum für ver-
schiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern die Gut-
achterin oder der Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Dazu kommt, dass nach 
ständiger Rechtsprechung nicht die Diagnose als solche ausschlaggebend ist, sondern das 
zugrunde liegende Beschwerdebild und insbesondere dessen konkrete Auswirkungen auf die 
Leistungsfähigkeit (vgl. BGE 144 V 245 E. 5.5.2 mit Hinweisen).  
 
7.2.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lassen sich aus den Stellungnahmen 
von Dr.G.____ vom 27. November 2023 und vom 8. April 2024 keine entscheidrelevanten Ar-

 
 
Seite 14    

gumente zu seinen Gunsten ableiten. Weder ergeben sich daraus wesentliche Gesichtspunkte, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unzureichend gewürdigt geblieben wären 
(vgl. E. 4.3), noch bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass die Begutachtung nicht lege artis 
durchgeführt worden wäre oder dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwer-
deführers zwischenzeitlich massgeblich verschlechtert hätte. Die abweichenden Einschätzun-
gen des behandelnden Psychiaters vermögen deshalb weder die diagnostische Einordnung der 
Gutachterin noch deren Beurteilung der Leistungsfähigkeit infrage zu stellen. Dass beim Be-
schwerdeführer kein therapeutisches Potenzial vorhanden wäre und zwingend von einem dau-
erhaften Gesundheitsschaden auszugehen sei, lässt sich den Ausführungen von Dr. G.____ 
nicht entnehmen. Im Gegenteil verweist dieser in seiner Stellungnahme vom 8. April 2024 aus-
drücklich darauf, dass sich durch die Therapie die Alltagsbewältigung des Beschwerdeführers 
verbessert habe und eine Therapieresistenz nicht anzunehmen sei. Auch aus dem Bericht der 
Klinik H.____ vom 19. März 2024 ergeben sich keine Argumente zugunsten des Beschwerde-
führers. Zunächst ist festzustellen, dass sich dieser Bericht weder mit den bisherigen ärztlichen 
Einschätzungen auseinandersetzt noch eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthält. Soweit 
darin eine mittelschwere depressive Episode diagnostiziert wird, stützt sich diese Einschätzung 
ausschliesslich auf anamnestische Angaben, ohne die zugrunde liegenden Diagnosenkriterien 
nachvollziehbar darzulegen. Die Diagnose einer mittelschweren Depression erscheint daher 
weder schlüssig begründet noch gesichert. Zudem ist nicht nachgewiesen, dass die anamnes-
tisch seit den beiden neurochirurgischen Eingriffen im Jahr 2021 bestehenden – und damit be-
reits im Zeitpunkt der Begutachtung durch die medexperts bestandenen, jedoch erst später di-
agnostizierten – leichten neurokognitiven Störungen einen zusätzlichen, massgeblichen Ein-
fluss auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten in einer angepassten Verweistätigkeit entfalten 
würden. Ebenso wenig ergeben sich aus dem Bericht der Klinik H.____ vom 19. März 2024 
konkrete Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der 
Begutachtung durch die medexperts verschlechtert hätte. 
 
7.2.4 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich einwendet, die interdisziplinäre Beurteilung 
der Arbeitsunfähigkeit im Gutachten sei nicht überzeugend, verfängt auch dieses Vorbringen 
nicht. Die Gutachterinnen und Gutachter berücksichtigten bei der Einschätzung der Gesamtar-
beitsfähigkeit ausdrücklich, dass beim Beschwerdeführer sowohl aufgrund der Beschwerden 
des Bewegungsapparates als auch der neurologischen und psychiatrischen Diagnosen eine 
verminderte Belastbarkeit bestehe. Dabei hielten sie nachvollziehbar fest, dass die chronifizierte 
Kopfschmerzproblematik nach der Operation unverändert sei (Gutachten S. 16) und sich die 
Einschränkungen aus den einzelnen Fachgebieten zwar ergänzen, ihre Auswirkungen sich aber 
nicht addieren (Gutachten S. 6). Inwiefern die festgestellten Beschwerden des Beschwerdefüh-
rers dabei unzureichend berücksichtigt worden sein sollen, ist nicht ersichtlich. Auch ergeben 
sich aus den seither vorliegenden (neueren) medizinischen Unterlagen keine konkreten Hinwei-
se, welche die Validität der im Gutachten vorgenommenen Einschätzung in Frage zu stellen 
vermöchten. Da es den medizinischen Sachverständigen möglich war, gestützt auf allseitige 
Untersuchungen sowie die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung eine verlässliche Einschätzung 
des leistungsmässig Zumutbaren vorzunehmen, durfte die Vorinstanz in antizipierter Beweis-
würdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die gutachtliche Einschätzung 
abstellen und auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichten. 

 
 
Seite 15    

 
8. Wie oben dargelegt (vgl. E. 3.1 hiervor), setzt der Anspruch auf eine Invalidenrente unter 
anderem voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch im Durchschnitt mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war und nach Ablauf dieses Jahres 
eine Invalidität von mindestens 40 % aufweist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Gestützt auf die mass-
gebenden Einschätzungen im polydisziplinären Gutachten der medexperts vom 26. Juni 2023 
war der Beschwerdeführer im hier zu beurteilenden Zeitraum – abgesehen von einer vorüber-
gehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit infolge der operativen Eingriffe – (weiterhin) lediglich 
im Ausmass von 20 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Damit waren die gesetzlichen Vo-
raussetzungen für das Entstehen eines Rentenanspruchs zu keinem Zeitpunkt erfüllt. Die ange-
fochtene Verfügung vom 29. Juli 2024, mit welcher ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers 
abgewiesen wurde, ist daher nicht zu beanstanden und die Beschwerde deshalb abzuweisen. 
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren über IV-Leistungen vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensauf-
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei 
Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden 
ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kosten-
rahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in 
der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der 
Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 
Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 14. Oktober 2024 die unentgeltli-
che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten vorläufig 
zu Lasten der Gerichtskasse. 
 
9.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Da 
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. Oktober 2024 auch die unentgeltliche Verbei-
ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt wurde, ist diese jedoch für ihre Bemühungen aus 
der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen 
und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung 
Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte in ihrer Honorarno-
te vom 5. November 2024 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden 
und 40 Minuten geltend, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
angemessen ist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von   
Fr. 200.--. Der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist deshalb ein Honorar in der Höhe 
von Fr. 3'333.35 (15,66 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 200.--) aus der Gerichtskas-
se auszurichten. 
 
9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga-
nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
 

 

 
 
Seite 16    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'333.35 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet.