# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59d63cf3-6a90-5755-a20a-d6d0bef0cbbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.09.2020 IV 2018/274
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-274_2020-09-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/274

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2021

Entscheiddatum: 10.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 10.09.2020
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. 
Invaliditätsbemessung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. 
September 2020, IV 2018/274).

Entscheid vom 10. September 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2018/274

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und Beratung GmbH, 

Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2014 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, dass sie keine berufliche Ausbildung 

absolviert habe. Seit August 2011 arbeite sie in einem Vollpensum für eine Blisterei. 

Das Psychiatrie-Zentrum B.___ berichtete im Juli 2014 (IV-act. 9), die Versicherte leide 

an einer mittelgradigen depressiven Episode sowie an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aktuell arbeite sie zu 50 

Prozent für den bisherigen Arbeitgeber. Die Suva sei ebenfalls involviert, weil die 

Schmerzsymptome nach einem Autounfall im Dezember 2012 (recte: Dezember 2011) 

aufgetreten seien. Das Spital C.___ hielt in einem Austrittsbericht vom 5. Dezember 

2016 fest (IV-act. 53–5 ff.), die Versicherte habe am 1. Dezember 2016 und am 2. 

Dezember 2016 Synkopen unklarer Genese erlitten, bei denen es zu einem Kopfanprall, 

einer Commotio cerebri und einer gering dislozierten Nasenbeinfraktur ohne Blutung 

gekommen sei. Eine Computertomographie habe eine ältere 

Deckplattenimpressionsfraktur C7 gezeigt. Im April 2017 berichtete der Hausarzt Dr. 

med. D.___ (IV-act. 63–1 ff.), die Versicherte leide an einem Status nach einem 

Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit einer Deckplattenimpressionsfraktur C7, an 

einer mittelgradigen depressiven Episode, an einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren nach einem Unfall im Dezember 2011, an 

einem Status nach einem Suizidversuch im Jahr 2014, an einer chronischen 

Überlastungsreaktion des linken Vorfusses mit einer dokumentierten Ermüdungsfissur 

sowie an einem Status nach mehreren unklaren Synkopen mit unter anderem einer 

erheblichen Nasenbeinfraktur. Die Versicherte könne ihren Alltag kaum bewältigen und 

sie sei mit ihrem aktuellen Arbeitspensum von 60 Prozent überfordert. Sie habe 

permanent Schmerzen und sie sei jeweils nach der Schicht völlig ausgelaugt. Deshalb 

A.a. 

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habe er nun wieder einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent attestiert. Das 

Psychiatrie-Zentrum B.___ teilte im Mai 2017 mit (IV-act. 71), die Versicherte habe im 

April 2013 (recte: April 2014) im Rahmen einer akuten Belastungsreaktion eine ganze 

Packung Zolpidem 10mg eingenommen, sich im Nachhinein aber klar von 

Suizidabsichten distanziert und angegeben, sie habe nur einmal in Ruhe schlafen 

wollen. Allerdings habe die Versicherte sämtliche Freizeitaktivitäten aufgegeben und 

sich sozial mittlerweile so stark zurückgezogen, dass sie praktisch nur noch mit ihrer 

Tochter sozialen Kontakt pflege und gelegentlich mit dem Hund spazieren gehe. Trotz 

intensiver Abklärungen habe bislang kein somatisches Korrelat gefunden werden 

können, das die Beschwerden der Versicherten erklären würde. Zahlreiche 

Therapieversuche seien frustran verlaufen. Die Versicherte fühle sich vom 

Gesundheitssystem im Stich gelassen. Sie empfinde die Weiterführung ihrer bisherigen 

Tätigkeit als einzige verbliebene identitätsstiftende und daseinsberechtigende Aufgabe. 

Ein Pensum von mehr als 50 Prozent sei der Versicherten allerdings nicht zumutbar. 

Jedoch könnte der Versicherten ein zusätzliches Pensum von 20 Prozent in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit in einem geschützten Rahmen oder in einem 

Eingliederungsprogramm zugemutet werden.

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Swiss Medical Assessment- und Business-

Center (SMAB) AG am 6. April 2018 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 96). Der 

federführende orthopädische Sachverständige hielt fest, bei der klinischen 

Untersuchung hätten sich keinerlei Folgen des Verkehrsunfalls gezeigt. Die 

Beweglichkeit – insbesondere auch der Halswirbelsäule – sei ohne Auffälligkeiten 

gewesen. Es hätten keine neurologischen Auffälligkeiten bestanden und auch die 

paravertebrale Muskulatur sei vollständig unauffällig gewesen. Die Beschwerden seien 

demonstrativ und recht inkonsistent vorgetragen worden. So habe die Versicherte zum 

Beispiel über häufige Spaziergänge mit ihrem Hund berichtet, aber geltend gemacht, 

sie könne das Pensum ihrer (leichten, wechselbelastenden) Tätigkeit nicht erhöhen. Bis 

auf eine geringe, multidirektionale Bewegungseinschränkung des rechten Handgelenks 

hätten keinerlei Auffälligkeiten und keine zu objektivierenden Einschränkungen 

festgestellt werden können. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht bestehe mit 

Blick auf den weitestgehend unauffälligen, altersentsprechenden klinischen Befund 

keine Einschränkung des Belastungsprofils, sodass für die bisherige und für eine 

A.b. 

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leidensadaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. 

Der internistische Sachverständige führte aus, bei der Untersuchung sei ein erhöhter 

Blutdruck aufgefallen, der bei einer zeitlich verzögerten Kontrolle verifiziert worden sei. 

Auf eine gezielte Nachfrage hin habe die Versicherte angegeben, dass vor längerer Zeit 

bei ihrem Hausarzt ebenfalls ein erhöhter Blutdruck festgestellt worden sei. Das 

rechtfertige die Diagnose einer arteriellen Hypertonie, die allerdings keinen Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit der Versicherten habe. Umfangreiche kardiologische und 

neurologische Untersuchungen nach den anamnestisch beschriebenen Synkopen im 

Dezember 2016 hätten weder eine kardiologische noch eine neurologische Ursache zu 

Tage gefördert. Seither seien auch keine Synkopen mehr aufgetreten. Weitere auffällige 

Befunde hätten in der klinischen Untersuchung nicht festgestellt werden können. Aus 

internistischer Sicht sei die Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Der 

neuropsychologische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe in den Tests an 

sich gut kooperiert und sich bis zuletzt um gute Leistungen bemüht. Obschon im 

Explorationsgespräch und in der Testsituation Tendenzen zur Verdeutlichung der 

Beschwerden und Einschränkungen festzustellen gewesen seien, habe keine bewusste 

Verfälschung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Sinne einer Simulation 

nachgewiesen werden können. Mittels eines Beschwerdevalidierungsverfahrens habe 

sich eine sichere oder wahrscheinliche Aggravationstendenz ausschliessen lassen. 

Gesamthaft hätten leichte bis mittelgradige Funktionsdefizite objektiviert werden 

können, die insbesondere die Bereiche Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen, aber 

auch die mnestischen Leistungen beträfen. Die Ursache dieser Störungen sei kaum 

organischer Natur. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es die etwas 

einfachen, rigiden Denkmuster, die starke kognitive Einengung auf den Unfall und die 

Schmerzen der Versicherten erschwerten, eine bessere kognitive Leistungsfähigkeit 

und Belastbarkeit im Alltag zu erzielen. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, 

angesichts des in den Akten geschilderten Verlaufs sei von einer langjährigen 

depressiven Entwicklung auszugehen. Gestützt auf die objektiven klinischen Befunde 

müsse die Ausprägung dieser depressiven Entwicklung aber als eher leicht qualifiziert 

werden. Der ungünstige Verlauf könnte im Zusammenhang mit unbewussten 

Versorgungswünschen stehen. Diagnostisch handle es sich um eine leichte depressive 

Episode. Zudem leide die Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung. Mit 

Blick auf den funktionellen Schweregrad falle nur eine allenfalls leichte, möglicherweise 

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kurzfristig mittelgradige Störung der Affektivität ins Gewicht. Von ihrer Persönlichkeit 

her sei die Versicherte zu einer angemessenen Realitätsprüfung und Urteilsbildung in 

der Lage; auch die Beziehungsfähigkeit und die Kontaktgestaltung seien ungestört. Im 

Rahmen der Affektstörung werde allenfalls die Neigung zu leichten depressiven 

Verstimmungen erkennbar; Störungen der Impulskontrolle lägen nicht vor und auch 

relevante Einschränkungen der Selbstwertregulation seien nicht gegeben. 

Offensichtlich bestehe eine Neigung zur Regression, aber die Intentionalität und der 

Antrieb seien ungestört. Die Versicherte verfüge insgesamt über angemessene 

Ressourcen, um ihr gegenwärtiges Leistungsniveau mit einer zumutbaren 

Willensanspannung zu steigern. Die gegenwärtig attestierte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent erscheine nicht stimmig. Hier liege eine gewisse 

Inkonsistenz vor. Wenn überhaupt sei eine leicht erhöhte affektive Irritierbarkeit im 

Zusammenhang mit der somatoformen Schmerzstörung und der beschriebenen 

Neigung zur Regression erkennbar, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

Grössenordnung von etwa zehn Prozent erlaube. Die in der neuropsychologischen 

Begutachtung beschriebenen leichten bis mittelgradigen kognitiven Funktionsdefizite 

seien im Rahmen der leichten depressiven Symptomatik und der gestörten 

Schmerzwahrnehmung nur marginal erklärt; vielmehr spiele die bereits erwähnte 

Selbstlimitierung eine wesentliche Rolle. Der neurologische Sachverständige hielt fest, 

in der umfassenden klinischen Untersuchung hätten objektiv keinerlei Auffälligkeiten 

festgestellt werden können. Diagnostisch liege lediglich ein Status nach einer HWS-

Distorsion ohne radiculäre Ausfälle und nach einer Synkope ohne Hinweise für eine 

zentrale Genese vor. Die Versicherte sei aus rein neurologischer Sicht voll belastbar. In 

ihrer Konsensbeurteilung führten die Sachverständigen aus, die Versicherte leide an 

einer leichten depressiven Episode, an einer somatoformen Schmerzstörung sowie – 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer arteriellen Hypertonie, an einem 

Status nach Synkopen unklarer Genese, an einem Status nach einer HWS-Distorsion 

ohne neurologische Ausfälle, an einer endgradigen, geringen multidirektionalen 

Bewegungseinschränkung des rechten Handgelenks nach einer sicher knöchern 

konsolidierten distalen Radiusfraktur, an einer Osteopenie und an einem Hallux rigidus. 

Für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit könne der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit 

von 90 Prozent attestiert werden. Das gelte auch für die tatsächlich ausgeübte 

Tätigkeit, da diese die Anforderungen an eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit erfülle. 

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Retrospektiv könne nur für einige kurze, vorübergehende Phasen ein höherer 

Arbeitsunfähigkeitsgrad attestiert werden, nämlich für längstens drei Monate ab dem 

Unfalldatum im Dezember 2011 und für die Zeit vom 28. April 2014 bis zum 16. Mai 

2014 nach der Intoxikation mit Zolpidem. Im April 2018 notierte Dr. med. E.___ vom IV-

internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), dass auf das Gutachten der SMAB AG 

abgestellt werden könne (IV-act. 98).

Mit einem Vorbescheid vom 13. April 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 99). Dagegen liess die Versicherte am 22. Mai 2018 

und am 4. Juni 2018 einwenden (IV-act. 105 f.), das Gutachten der SMAB AG 

überzeuge nicht. Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. F.___ habe in einem 

ausführlichen Bericht vom 15. Mai 2018 die Diagnose einer mittelgradigen depressiven 

Episode diagnostiziert. Eine am 9. Mai 2018 durchgeführte Befragung nach dem 

Beck’schen Depressionsinventar habe laut Dr. F.___ sogar eine mittelgradige 

depressive Episode im Übergang zur schweren depressiven Episode ergeben. Der 

zumutbare Arbeitsfähigkeitsgrad liege nach Ansicht von Dr. F.___ bei maximal 50 

Prozent. Auch die Arbeitgeberin der Versicherten habe bestätigt, dass die aktuelle 

Arbeitsleistung von 50 Prozent die absolute Grenze des Machbaren darstelle. Die 

Versicherte müsse sich bereits für die Aufrechterhaltung dieses Pensums enorm 

verausgaben. Der Hund sei ein stabilisierender Faktor. Es spreche gegen die 

Professionalität der Begutachtung, dass die Betreuung des Hundes als ein 

arbeitsfähigkeitssteigernder Faktor berücksichtigt worden sei. Unter Berücksichtigung 

der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten und eines „Leidensabzuges“ von 

25 Prozent resultiere ein Invaliditätsgrad 61 Prozent, weshalb die Versicherte einen 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. Der RAD-Arzt Dr. E.___ hielt am 7. Juni 2018 

fest (IV-act. 107), der von der behandelnden Psychiaterin erwähnte 

Depressionsfragebogen sei kein objektives Messinstrument, sondern ein 

Selbstbeurteilungs-Fragebogen. Der psychiatrische Sachverständige der SMAB AG 

habe seine Diagnosestellung und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend 

anhand der objektiven klinischen Befunde begründet. Die behandelnde Psychiaterin 

habe mit ihren Ausführungen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens 

wecken können. Die abweichende Beurteilung sei wohl auf die therapeutische 

A.c. 

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B.  

Beziehung zurückzuführen. Nicht nachvollziehbar sei die Aussage der behandelnden 

Psychiaterin, die Versicherte könne nur in einem geschützten Rahmen erwerbstätig 

sein, da die Versicherte doch mit ihrer Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt den 

Realbeweis des Gegenteils erbringe. Die aktuelle Behandlung mit einer reinen 

Gesprächstherapie passe zu einer leichten depressiven Störung; bei einer 

mittelgradigen depressiven Störung würden Antidepressiva verabreicht. Die 

Behandlung mit 15mg Zolpidem pro Tag sei nicht lege artis, da die Höchstdosis bei 

10mg pro Tag liege und da eine Behandlung wegen der Abhängigkeitsgefahr nicht 

länger als vier Wochen dauern sollte. Die behandelnde Psychiaterin nehme also 

bewusst eine Abhängigkeitsentwicklung in Kauf, obwohl durchaus Alternativen von 

schlafanstossenden Medikamenten ohne Abhängigkeitspotential zur Verfügung 

stünden. Der Hund der Versicherten stelle aus versicherungsmedizinischer Sicht eine 

Ressource für die Versicherte dar. Mit einer Verfügung vom 27. Juni 2018 wies die IV-

Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 109).

Am 29. August 2018 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Juni 2018 erheben (act. G 1). Ihr 

Rechtsvertreter beantragte die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente mit 

Wirkung spätestens ab dem 1. Januar 2015 und eventualiter die Einholung eines 

polydisziplinären Gerichtsgutachtens. Zur Begründung führte er aus, das Gutachten 

der SMAB AG überzeuge nicht. Insbesondere erweise es sich im Lichte der jüngsten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Begutachtung im Bereich der psychischen 

Leiden als unzureichend. Die Sachverständigen hätten die Intoxikation mit einer ganzen 

Schachtel Zolpidem im April 2014 zu sehr verharmlost und nicht hinreichend 

gewürdigt. Auch dem massiven sozialen Rückzug hätten die Sachverständigen der 

SMAB AG nicht genügend Rechnung getragen. Die vom psychiatrischen 

Sachverständigen ins Feld geführten Versorgungswünsche seien weder konkretisiert 

noch plausibilisiert worden. Ebenso fehlten Ausführungen zur angeblichen 

Selbstlimitierung, die im Widerspruch zur Tatsache stehe, dass sich die 

Beschwerdeführerin weit über ihre Kapazitäten hinweg zur Arbeit geschleppt habe. Die 

behandelnde Psychiaterin Dr. F.___ habe überzeugend aufgezeigt, dass die 

Beschwerdeführerin weitaus stärker in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei, als der 

B.a. 

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psychiatrische Sachverständige der SMAB AG behauptet habe. Die Sachverständigen 

der SMAB AG hätten sich nicht hinreichend mit den auffallend häufigen Verletzungen 

der Beschwerdeführerin, die laut Aussage des Hausarztes Manifestationen der über 

Jahre bestehenden Überlastungssituation seien, befasst. In einer Stellungnahme vom 

4. Juli 2018 habe die behandelnde Psychiaterin Dr. F.___ ausführlich und überzeugend 

dargelegt, dass die Behandlung der Beschwerdeführerin mit Zolpidem entgegen der 

Behauptung des RAD-Arztes lege artis erfolge. Antidepressiva wie auch alternative 

Schlafmedikamente würden nur deshalb nicht verabreicht, weil die Beschwerdeführerin 

diese aufgrund der Nebenwirkungen nicht vertrage. Die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin) übersehe offensichtlich die andauernde Überlastungssituation, 

die sich wie ein roter Faden durch die ganze Krankheitsgeschichte ziehe.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Oktober 2018 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin weckten keine Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens 

der SMAB AG. Im Gutachten seien zudem sämtliche Indikatoren gemäss dem 

„Standard-Indikatorenkatalog“ der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ausführlich behandelt worden. Die Sachverständigen hätten ihre Schlussfolgerungen 

hinsichtlich der Diagnosestellung und der Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend 

begründet.

B.b. 

Die Beschwerdeführerin liess am 21. November 2018 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9 f.).

B.c. 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 14. Februar 2019 eine 

Honorarnote über 4’945.15 Franken ein, die einen Aufwand von 17.66 Stunden auswies 

(act. G 11.1).

B.d. 

Am 8. März 2019 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht des Psychiatrie-

Zentrums B.___ vom 6. März 2019 einreichen, in dem festgehalten worden war, dass 

der Zustand der Beschwerdeführerin im Wesentlichen unverändert geblieben sei (act. 

G 13 und G 13.1.1).

B.e. 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Juni 2018 hat die Beschwerdegegnerin ein 

Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Da dieses Beschwerdeverfahren 

die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit bezweckt, 

muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen, weshalb zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im hier massgebenden 

Zeitraum nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Juni 2014 einen Anspruch auf 

eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

Die Beschwerdegegnerin hielt in einer Eingabe vom 19. März 2019 fest (act. G 15), 

das Psychiatrie-Zentrum sei offensichtlich vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

instruiert worden. Dem Bericht vom 6. März 2019 komme deshalb kein Beweiswert zu.

B.f. 

Ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht gemäss dem Art. 

28 Abs. 1 IVG, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach 

dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der 

Invalidität ist nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen zu ersetzen, das die versicherte Person 

erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.

2.1. 

Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert. Sie ist folglich als 

eine Hilfsarbeiterin zu qualifizieren, was bedeutet, dass ihre Erwerbsmöglichkeiten vor 

dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung jenen einer durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterin entsprochen haben. Folglich hätte sie, wenn sie gesund geblieben wäre, 

einen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechenden Lohn 

erzielen können. Der Umstand, dass sie sich tatsächlich mit einem unter diesem 

Zentralwert liegenden Lohn begnügt hat, kommt keine Relevanz zu, weil jener Lohn 

nicht Ausdruck der massgebenden Erwerbsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin auf 

2.2. 

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dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt gewesen, sondern 

massgeblich durch faktische Zwänge des invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten 

tatsächlichen Arbeitsmarktes beeinflusst gewesen ist. Hätte sich der 

Beschwerdeführerin die Gelegenheit geboten, eine besser respektive durchschnittlich 

entlöhnte Hilfsarbeit auszuüben, hätte sie – bei einem rationalen ökonomischen 

Verhalten – von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Das sogenannte 

Valideneinkommen als Ausdruck der uneingeschränkten Erwerbsfähigkeit unter der 

Fiktion der vollständig erhaltenen Gesundheit entspricht folglich dem statistischen 

Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne.

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

ausschlaggebend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht 

trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch zumutbar sind und in welchem Umfang 

diese Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht zugemutet werden 

können. Zur Beantwortung dieser Fragen hat die Beschwerdegegnerin ein 

versicherungsexternes, polydisziplinäres Gutachten bei der SMAB AG eingeholt. Die 

Sachverständigen der SMAB AG haben die Beschwerdeführerin persönlich 

internistisch, orthopädisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch 

untersucht. Zudem haben sie die medizinischen Vorakten der behandelnden Ärzte 

eingehend gewürdigt. Anzeichen dafür, dass die Sachverständigen eine relevante 

medizinische Tatsache übersehen hätten, sind nicht ersichtlich. Gestützt auf die 

Ergebnisse der persönlichen Untersuchungen und der eingehenden Aktenwürdigung 

haben die Sachverständigen der SMAB AG über eine umfassende Kenntnis des für ihre 

Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhaltes verfügt. Das Gutachten 

enthält je eine ausführliche Darstellung des von den Sachverständigen erhobenen 

objektiven klinischen Befundes. Anders als in den Berichten der behandelnden Ärzte 

sind diese objektiven klinischen Befunde im Gutachten der SMAB AG klar von den 

subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin getrennt worden. Das hat es den 

Sachverständigen der SMAB AG erlaubt, gestützt allein auf die objektiven Befunde ihre 

Diagnosen zu stellen und die Arbeitsfähigkeit einzuschätzen. Die Sachverständigen der 

SMAB AG haben die Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend 

anhand der objektiven klinischen Befunde begründet. Widersprüchlichkeiten sind nicht 

ersichtlich. Insbesondere ist entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin kein Widerspruch zwischen den Schlussfolgerungen des 

Neuropsychologen und jenen des Psychiaters auszumachen. Die neuropsychologische 

Testung hatte zwar (valide) leicht- bis mittelgradige kognitive 

Funktionsbeeinträchtigungen ergeben, aber der neuropsychologische Sachverständige 

hat in seiner Beurteilung aufgezeigt, dass diese Ergebnisse durch die rigiden 

2.3. 

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Denkmuster, die starke kognitive Einengung auf den Unfall und die 

Schmerzwahrnehmung beeinflusst gewesen sein dürften respektive dass die 

Beschwerdeführerin an sich zu besseren kognitiven Leistungen imstande gewesen 

wäre. Der psychiatrische Sachverständige hat diese Ergebnisse gewürdigt und 

festgehalten, dass sich aus psychiatrischer Sicht keine relevante Einschränkung für die 

in Betracht fallenden Hilfsarbeiten begründen lasse. Eine Widersprüchlichkeit ist 

diesbezüglich nicht auszumachen.

Die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B.___ haben in ihrem Bericht 

vom 15. Mai 2018 einleitend darauf hingewiesen, dass die Aussagen der 

Beschwerdeführerin nicht anzuzweifeln seien, weil im Gutachten der SMAB ja explizit 

festgehalten worden sei, dass die Beschwerdeführerin keine Tendenz zur Aggravation 

zeige. Die weiteren Ausführungen im Bericht vom 15. Mai 2018 zeigen eindeutig, dass 

sich die behandelnden Fachärzte bei der Berichterstattung respektive beim Verfassen 

ihrer Stellungnahme zum Gutachten der SMAB AG von dieser Prämisse haben leiten 

lassen. Im Gegensatz zu den Sachverständigen der SMAB AG haben die 

behandelnden Ärzte nicht zwischen den massgebenden objektiven klinischen 

Befunden und den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin unterschieden. Sie 

haben unter anderem festgehalten, dass die depressive Symptomatik anhand der 

Ergebnisse eines Selbstbeurteilungs-Fragebogens (sog. Depressionsinventar nach 

Beck) „objektiviert“ worden seien, was zeigt, dass die behandelnden Ärzte des 

Psychiatrie-Zentrums B.___ die Angaben der Beschwerdeführerin als objektiv 

zuverlässige Schilderungen des massgebenden klinischen Befundes verstanden 

haben. Bereits in den früheren Berichten hatten sich die Arbeitsfähigkeitsatteste stets 

am jeweils effektiv ausgeübten Pensum der Beschwerdeführerin orientiert, was nur so 

verstanden werden kann, dass die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B.___ 

unbesehen davon ausgegangen sind, die Beschwerdeführerin leiste das ihr objektiv 

zumutbare Arbeitspensum. Nun muss aber die Prämisse, auf der all diese 

Ausführungen beruht haben (die Angaben der Beschwerdeführerin seien nicht 

anzuzweifeln, weil keine Aggravation vorliege), als falsch qualifiziert werden. Bei einer 

Aggravation handelt es sich – ähnlich wie bei einer Simulation – um eine 

„unangemessen übertriebene, unter Umständen zweckgerichtete Präsentation von 

Schmerzen, Symptomen oder Einschränkungen durch den Patienten“ (Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017). Die Sachverständigen der SMAB AG haben 

nur das Vorliegen einer solchen bewussten übertriebenen Beschwerdedarstellung 

verneint. Daraus kann nicht geschlossen werden, dass sämtliche Angaben der 

Beschwerdeführerin über jeden Zweifel erhaben seien, denn die Angaben einer 

versicherten Person können auch durch eine unbewusste Selbstlimitierung, 

2.4. 

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Symptomausweitung oder andere Einschränkungen des Leistungsverhaltens und der 

Konsistenz verfälscht gewesen sein, was gemäss dem überzeugenden Gutachten der 

SMAB AG hier tatsächlich der Fall gewesen ist. Diesen Aspekt haben die 

behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B.___ übersehen. Ihrer Stellungnahme 

fehlt es deshalb an der notwendigen objektiven Grundlage, die für eine zuverlässige 

Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung aber zwingend erforderlich ist. Für 

eine mangelnde Objektivität der behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B.___ 

spricht auch die Behauptung, die Beschwerdeführerin könnte nur in einem geschützten 

Rahmen erwerbstätig sein, denn die Beschwerdeführerin hat ja effektiv durchgehend 

auf dem freien Arbeitsmarkt gearbeitet und dadurch die Behauptung, sie sei auf einen 

geschützten Rahmen angewiesen, ad absurdum geführt. Diese Behauptung verstärkt 

den aufgrund des langjährigen Therapieauftrages der behandelnden Ärzte bestehenden 

objektiven Anschein der Befangenheit. Jedenfalls enthalten die Berichte und 

Stellungnahmen der behandelnden Ärzte keine Hinweise, die Zweifel an der 

Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen der Sachverständigen der SMAB AG wecken 

würden. Auch die Einwände des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin sind nicht 

geeignet, die Überzeugungskraft des Gutachtens der SMAB AG zu mindern: Bei der 

Intoxikation im April 2014 hat es sich nach den eigenen Angaben der 

Beschwerdeführerin nicht um einen Suizidversuch gehandelt. In den folgenden vier 

Jahren hat sich kein weiterer solcher Vorfall ereignet, weshalb die Sachverständigen 

der SMAB AG zu Recht davon ausgegangen sind, dass es sich um eine 

vorübergehende, akute Überlastungssituation gehandelt hat, die einmalig zu einer 

„Kurzschlusshandlung“ geführt hat, bei der es sich gemäss den Angaben der 

Beschwerdeführerin nicht um einen Suizidversuch gehandelt hat; im weiteren Verlauf 

hat dieser einmalige Vorfall objektiv keine entscheidende Bedeutung mehr gehabt. Der 

„massive“ soziale Rückzug und das Gefühl, sich dauernd zu überfordern respektive die 

eigenen Grenzen zu überschreiten, lassen sich nach den überzeugenden Ausführungen 

des psychiatrischen und des neuropsychologischen Sachverständigen des SMAB AG 

mit der starken Fokussierung der Beschwerdeführerin auf das Unfallereignis und mit 

den rigiden Denkmustern erklären. Diesbezüglich liegt gemäss dem Gutachten eine 

unbewusste Selbstlimitierung als Folge einer verzerrten Selbst- und 

Realitätswahrnehmung vor: Die Beschwerdeführerin fühlt sich überfordert mit ihrer 

Arbeit und mit der Pflege von sozialen Kontakten, ohne dass objektive Umstände 

vorliegen würden, die eine Steigerung des Arbeitspensums oder die Pflege von 

sozialen Kontakten verunmöglichen würden. So ist es der Beschwerdeführerin ja 

beispielsweise auch möglich gewesen, ihr „Arbeitspensum“ mit der Haltung eines 

Hundes zu steigern, was bekanntlich einigen Aufwand verursacht. Sie hat die 

Hundehaltung nicht als zusätzliche Arbeit, sondern als einen stimmungsstabilisierenden 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/14

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3.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an sich 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung ist sie aber von der Pflicht zur Bezahlung der 

Gerichtskosten befreit. Da ihr auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt 

worden ist, hat der Staat ihrem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 

80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). 

Der Rechtsvertreter hat einen Aufwand von fast 18 Stunden geltend gemacht und eine 

Honorarnote über knapp 5’000 Franken eingereicht. Der erforderliche 

Vertretungsaufwand für dieses Verfahren ist mit Blick auf andere, durchschnittlich 

aufwändige IV-Rentenfälle, in denen eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

zugesprochen wird, nur als leicht überdurchschnittlich aufwändig zu qualifizieren, 

Faktor wahrgenommen. Die Sachverständigen der SMAB AG haben diesen Umstand 

mit einer überzeugenden Begründung als Beleg dafür qualifiziert, dass die 

Beschwerdeführerin objektiv zu einer höheren Arbeitsleistung imstande wäre als jener, 

die sie sich selbst zutraut. Jedenfalls haben die Sachverständigen keine objektiven 

klinischen Befunde erheben können, die eine relevante Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit erklären beziehungsweise begründen würden. Zusammenfassend 

überzeugt ihre Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin sei bis auf zwei kürzere, hier 

irrelevante Phasen durchgehend zu 90 Prozent arbeitsfähig gewesen.

Da es der Beschwerdeführerin gestützt auf das Gutachten der SMAB AG mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zumutbar ist, die 

bisherige oder jede andere leidensadaptierte Hilfsarbeit auszuüben, entspricht der 

Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem 

Valideneinkommen. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades kann der Betrag 

mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad kann folglich anhand eines 

sogenannten Prozentvergleichs ermittelt werden, was bedeutet, dass er dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen zusätzlichen Abzug vom Lohn 

wegen betriebswirtschaftlich-ökonomischer Nachteile (fälschlicherweise oft als 

„Leidensabzug“ bezeichnet) entspricht. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von zehn 

Prozent könnte selbst bei der Berücksichtigung des – hier offenkundig nicht 

gerechtfertigten – maximalen zusätzlichen Abzuges von 25 Prozent kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (100% – 75% × 90% = 32,5%). Die 

Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin deshalb zu 

Recht abgewiesen.

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/14

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weshalb sich die eingereichte Honorarnote als übersetzt erweist. Die Entschädigung ist 

pauschal auf 80 Prozent von 4’000 Franken, also auf 3’200 Franken festzusetzen. 

Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird die 

Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der 

Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können 

(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin ist von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten von 600 

Franken befreit.

3.

Der Staat hat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit 3’200 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.09.2020
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Invaliditätsbemessung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. September 2020, IV 2018/274).

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