# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7eed1ad-299d-50b9-b32f-c893c274e885
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2010 D-6969/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6969-2010_2010-11-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6969/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richter Bendicht Tellenbach, Richter Walter Lang; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 24. August 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6969/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  verliess  den  Heimatstaat  am  26.  Dezember 
2003 und gelangte am folgenden Tag in die Schweiz, wo er gestützt 
auf die Heirat mit einer Schweizer Bürgerin eine Aufenthaltsbewilligung 
erhielt. Mit  Verfügung vom 27. Januar 2009 wurde dem Beschwerde-
führer vom B._______ die Aufenthaltsbewilligung widerrufen respekti-
ve nicht verlängert. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Beschwer-
deführer sei eine Scheinehe eingegangen. Der gegen diese Verfügung 
beim C._______ erhobene Rekurs wurde mit  Entscheid vom 14. Au-
gust 2009 abgewiesen. Die beim D._______ eingereichte Beschwerde 
wurde mit Urteil vom 18. März 2010 ebenfalls abgewiesen. Das Urteil 
ist in Rechtskraft erwachsen. Dem Beschwerdeführer wurde in der Fol-
ge eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 21. Juli 2010 ange-
setzt. 

B.
Am 15. Juli 2010 suchte der Beschwerdeführer in der Empfangsstelle 
(heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ]) [...]  um Asyl  nach. 
Nach einer Kurzbefragung vom 27. Juli  2010 wurde er vom BFM am 
16. August 2010 direkt zu seinen Asylgründen angehört. Im Wesentli-
chen  machte  er  bei  den  Befragungen  geltend,  er  sei  srilankischer 
Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus [...]  (Nordpro-
vinz). Er habe die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) beim Bun-
kerbau, bei  Transporten und bei  der Hilfe von Verletzten unterstützt. 
Sein jüngerer Bruder sei Mitglied bei den Sea Tigers gewesen und im 
Jahre 1999 bei einem Gefecht umgekommen.

Nach Eroberung der Region durch die srilankische Armee sei er 1996 
mit  den  Familienangehörigen  zunächst  ins  Vanni-Gebiet  geflüchtet, 
ehe er einige Monate später nach [...] gereist seien, wo er als Flücht-
ling gelebt habe. Die Familie sei später nachgekommen. In [...] habe er 
weiter für die LTTE gearbeitet, indem er Medikamente, Benzin und an-
deres an den Strand gebracht habe. Deshalb sei er schon kurz nach 
seiner  Ankunft  vom [...]  Geheimdienst  verhaftet  und für  längere Zeit 
festgehalten worden. Aus Furcht vor weiteren Problemen mit den Be-
hörden habe er [...] im Jahre 1999 verlassen.

Über Land 1 und Land 2 sei er nach Land 3 gereist, wo er im Jahre 
2000 ein AsyIgesuch gestellt  habe. In  der  Folge sei  er  jedoch nach 

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Land  4  weitergereist,  wo  er  die  oben  erwähnte  Schweizer  Bürgerin 
(vgl. Bst. A) kennengelernt habe. Von Land 4 sei er nach Land 3 zu-
rückgeschafft  worden.  Land  3  habe  sein  Asylgesuch  im  Dezember 
2001 abgelehnt und ihn noch im gleichen Monat nach Sri Lanka zu-
rückgeführt. 

Nach seiner Rückkehr habe er  sich bis im August  2002 in Colombo 
und im Norden des Landes aufgehalten, wobei er in dieser Zeit für den 
LTTE-Geheimdienst  gearbeitet  habe.  Danach  habe  er  bis  im  März 
2003 bei seiner Verlobten (vgl. Bst. A) in der Schweiz gelebt. Von März 
bis Dezember 2003 habe er wiederum in Sri Lanka geweilt, in Colom-
bo seine Verlobte geheiratet und in dieser Zeit weiter für den LTTE-Ge-
heimdienst gearbeitet. Während seines Aufenthaltes in der Schweiz sei 
er  bis  2006  wiederholt  nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt.  Er  habe  die 
LTTE mit Geld unterstützt und in der Schweiz an Demonstrationen zu-
gunsten der Organisation teilgenommen. Von seiner Tante in [...] habe 
er erfahren, dass der Lodge-Besitzer, welcher ihn im Februar 2002 für 
den Geheimdienst der LTTE angeworben habe, im Jahre 2006 in Co-
lombo umgebracht worden sei und die Behörden seine (des Beschwer-
deführers)  Adresse bei  ihm gefunden hätten. Deshalb sei  er  bei  der 
Tante  von  Leuten  der  CID  (Criminal  Investigation  Division)  gesucht 
worden. 

Zur  Untermauerung seiner Vorbringen reichte er  als  Beweismittel  ei -
nen Brief des Dorfvorstehers, Internetartikel über Misshandlungen von 
LTTE-Anhängern, eine Meldung über den Tod des Bruders, Kopien von 
Flüchtlingsbescheinigungen der Angehörigen in [...] sowie das Schrei-
ben eines Parlamentsabgeordneten zu den Akten.

Für den Inhalt  der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. 
Das BFM verzichtete auf weitere Abklärungen.

C.
Das BFM stellte  mit  Verfügung  vom 24. August  2010  –  eröffnet  am 
25. August 2010 – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei-
genschaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ord-
nete den Wegweisungsvollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentli-
chen ausgeführt, die  Vorbringen des Beschwerdeführers  hielten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass die Asylre-

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levanz der Darlegungen nicht geprüft werden müsse. Seine Aussagen 
seien logisch nicht nachvollziehbar und unrealistisch (es sei unwahr-
scheinlich,  dass eine für  die LTTE aktive Person wiederholt  freiwillig 
das Risiko einer  kontrollierten Einreise  in Kauf genommen hätte; je -
weils  unbehelligter  Aufenthalt  im  Heimatland;  Anwerbung  für  den 
LTTE-Geheimdienst durch den Lodge-Besitzer; Risikobereitschaft des 
Beschwerdeführers,  obschon  bei  den  Behörden  als  [LTTE-Aktivist] 
"vorgemerkt";  Angaben  zum  Zeitpunkt  und  den  Umständen  seiner 
Identifizierung in  diesem Zusammenhang; Suche bei der Tante nach 
ihm). Ferner seien seine Schilderungen widersprüchlich (Dauer der In-
haftierung in [...]; Kenntnis der Behörden hinsichtlich des Verhältnisses 
zwischen  dem Beschwerdeführer  und  dem getöteten  Tiger  [Bruder]; 
Angaben zu den Aufenthaltsorten im Heimatland in der Zeit  von De-
zember 2001 bis Dezember 2003). Auch seien die Aussagen des Be-
schwerdeführers unsubstanziiert (Angaben im Zusammenhang mit der 
LTTE-Geheimdiensttätigkeit; Angaben zum Zeitpunkt und zu den Um-
ständen  des  Todes des  Lodge-Besitzers;  Angaben  zum Besuch  der 
CID bei der Tante). Schliesslich deute das Verhalten darauf hin, dass 
der Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig sei (Zeitpunkt der Asylge-
suchstellung). Die Schreiben des Dorfvorstehers und des Parlaments-
abgeordneten seien als Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert zu be-
trachten. Die Internetausdrucke und [...] Flüchtlingsdokumente der Ver-
wandten  würden  keine  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  enthalten.  Aus 
der Erwähnung seines gefallenen Bruders auf  einer Internetmeldung 
könne der Beschwerdeführer keine ihm durch die Behörden entstande-
ne Probleme glaubhaft  machen. Zudem sei  der Bürgerkrieg beendet 
und  Angehörige  von lange  verstorbenen  einfachen  LTTE-Mitgliedern 
hätten heute keine begründete Furcht vor staatlicher Verfolgung. Der 
Vollzug der Wegweisung in den Norden Sri Lankas erscheine nicht zu-
mutbar. Gestützt auf die mit der Staatsangehörigkeit verbundene Nie-
derlassungsfreiheit könne der Beschwerdeführer jedoch in einem an-
deren Teil des Heimatlands – beispielsweise im Grossraum Colombo – 
Wohnsitz nehmen. Der Vollzug der Wegweisung sei durchführbar und 
zumutbar; diesem stünden keine triftigen Gründe entgegen. 

D.
Mit  Eingabe  vom  24.  September  2010 erhob  der  Beschwerdeführer 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte  unter 
Kosten-  und  Entschädigungsfolge  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei festzustellen, 
dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig sei, und das BFM sei an-

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zuweisen,  dem  Beschwerdeführer  die  vorläufige  Aufnahme  in  der 
Schweiz zu gewähren. Auf die Begründung der Beschwerde wird, so-
weit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 29. September 2010 wurde ein Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 600.--, zahlbar bis zum 13. Oktober 2010, 
erhoben. 

F.
Der Kostenvorschuss wurde am 13. Oktober 2010 geleistet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet des Asyls endgültig  (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung; er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und 48 Abs. 1, Art. 50 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei -
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tra-
gen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 Mit  der  Vorinstanz ist  festzuhalten,  dass die Vorbringen des Be-
schwerdeführers insgesamt den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Zur Vermeidung von Wiederho-
lungen, kann einleitend auf die unter Angabe der Fundstellen in den 
jeweiligen Protokollen gemachten und nicht zu beanstandenden Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

5.1.1 Direkter  Ausgangspunkt  der  vom Beschwerdeführer  befürchte-
ten Verfolgungsmassnahmen seitens des srilankischen Staates ist ei-
nerseits die LTTE-Vergangenheit seines Bruders in den 1990er Jahren 
und andererseits die Ermordung des Lodge-Besitzers im Jahre 2006 
und die Suche nach ihm bei der Tante durch Angehörige der CID im 
Februar 2007, wovon ihn die Tante noch im gleichen Monat unterrich-
tet habe.

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5.1.1.1 Der Vorinstanz ist  zunächst  zuzustimmen, dass eine Person, 
welche wie der Beschwerdeführer während rund eineinhalb Jahren bis 
Ende 2003 aktiv für  den Geheimdienst der LTTE tätig gewesen sein 
will,  kaum das Risiko auf  sich genommen hätte, zwischen 2002 und 
2006 wiederholt  freiwillig  – und insbesondere kontrolliert  –  nach Sri 
Lanka zu reisen (vgl. A17 F61 f. S. 7). Dem Reisepass des Beschwer-
deführers ist zu entnehmen, dass dieser namentlich am 21. Juni 2006 
in Sri Lanka ein- und am 29. Juni 2006 von dort wieder ausgereist ist. 
Ein weiteres Mal hielt er sich vom 1. Juli 2006 bis zum 15. Juli 2006 in  
seinem Heimatland auf, wobei er sich während dieses Aufenthalts am 
7. Juli 2006 seinen Pass verlängern liess. Aus den Akten im Zusam-
menhang  mit  dem Widerruf  beziehungsweise  der  Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung geht sodann überdies hervor, dass sich der 
Beschwerdeführer dortigen Angaben zufolge auch noch im Mai 2007 
(ferienhalber) in Sri Lanka aufgehalten haben will (vgl. A2, namentlich 
das Urteil D._______ vom 18. März 2010 E. 4.3.3 i.V.m. Bst. A S. 3 des 
Sachverhalts).  Vor  dem Hintergrund,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
Februar 2007 von seiner Tante vom Tod des Lodge-Besitzers und der 
Suche nach ihm selber erfahren haben will,  ist  zumindest  diese Fe-
rienreise nicht nachvollziehbar.

5.1.1.2 Nebst den von der Vorinstanz aufgeführten Widersprüchen er-
gibt sich sodann im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
ein weiterer, neuer Widerspruch: Anlässlich der Anhörungen hatte der 
Beschwerdeführer  jeweils angegeben,  er  habe im Februar  2007 von 
seiner Tante von der Suche nach ihm durch den CID erfahren (A1 S. 8 
unten, A17 F17 S. 3 F23 S. 4, F45 S. 6 und F66 S. 8). In der Rechts -
mittelschrift wird nunmehr geltend gemacht, der Lodge-Besitzer selber 
habe den Beschwerdeführer im August 2006 informiert,  dass er (der 
Beschwerdeführer)  von  den  Sicherheitskräften  gesucht  werde  (S. 4 
und 6), weshalb er die Reisen nach Sri Lanka eingestellt habe. Diese 
nachgeschobene Version lassen die  Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers noch unglaubhafter erscheinen, zumal der Beschwerdeführer an-
lässlich der Anhörung erklärte, erst mit  dem Tod des Lodge-Besitzer 
seien die Sicherheitskräfte auf ihn aufmerksam geworden, nämlich als 
sie seine Personalien bei diesem gefunden hätten (A17 F23 S. 5).

5.1.1.3 Zieht man sodann zusätzlich in Betracht, dass der Beschwer-
deführer ebenfalls wegen der LTTE-Vergangenheit seines Bruders Ver-
folgungsmassnahmen seitens  der  srilankischen  Behörden  befürchtet 
haben will, so müssen seine häufigen Aufenthalte im Heimatstaat voll -

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ends  als  nicht  nachvollziehbar  bezeichnet  werden. Nicht  zuletzt  vor 
diesem Hintergrund  ist  die  Argumentation  des BFM,  wonach die  je-
weils  unbehelligten Aufenthalte  des Beschwerdeführers  in  Sri  Lanka 
für  die in Frage kommenden Zeiträume aufzeigen würden, dass sei-
tens der heimatlichen Behörden nichts gegen ihn vorliege, als schlüs-
sig und zutreffend zu bezeichnen.

5.1.1.4 Der Vollständigkeit halber ist in diesem Zusammenhang anzu-
führen, dass der Beschwerdeführer im Dezember 2001 von Land 3 un-
ter seinen wahren Personalien nach Sri Lanka zurückgeschafft worden 
war. Nach zwei Tagen Festhaltung am Flughafen ist er seinen Angaben 
zufolge dank Bestechung eines CID-Beamten durch einen Cousin in 
Land 4, mit dem er Kontakt aufgenommen habe, freigelassen worden. 
Angesichts der regen Reisetätigkeit, bei der er offenbar nicht behelligt 
wurde,  erscheint  die  Behauptung  unglaubhaft,  er  sei  behördlich  ge-
sucht  worden. Die  Frage,  ob  die  Behörden  über  seine  Person  Be-
scheid wussten, insbesondere in Bezug auf die Zugehörigkeit seines 
Bruders  zur  LTTE, beantwortete  der  Beschwerdeführer  mit  der  pau-
schalen und wenig überzeugenden Behauptung, in Sri Lanka gebe es 
kein Computersystem und man könne Personalien nicht einfach über-
prüfen; dies brauche Zeit (A17 F40 ff. S. 5 f.).

5.1.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung schliesslich 
überzeugend dargelegt, inwiefern die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers nicht hinreichend begründet respektive unsubstanziiert  ausgefal-
len  sind.  Die  Überprüfung  der  von  ihr  angegebenen  Fundstellen  im 
Protokoll der Bundesanhörung ergibt, dass die diesbezüglichen Erwä-
gungen des BFM zutreffen. Die Ausführungen in der Beschwerde sind 
nicht geeignet, die diesbezüglichen Erwägungen des BFM umzustos-
sen. Die pauschale Behauptung in der Beschwerde, wonach der Be-
schwerdeführer  seine  hauptsächlichen  Tätigkeiten  für  den  LTTE-Ge-
heimdienst anlässlich der Anhörung "bereits" umschrieben habe, findet 
in den Akten keine Stütze. Trotz wiederholter Fragen in diesem Zusam-
menhang blieben die Antworten des Beschwerdeführers ausweichend 
und nicht konkret (A17 F53 ff. S. 7). Auf die unmissverständliche Frage 
respektive  Aufforderung,  entweder  etwas  zur  zweijährigen  Geheim-
diensttätigkeit  zu sagen oder man höre mit  der Befragung dazu auf, 
führte er lediglich aus, der Lodge-Besitzer habe ihn nach der Rückkehr 
aus Land 3 nach [...] geschickt; dies sei nach dem Friedensabkommen 
geschehen  (A17  F59  f.  S.  7).  Unter  diesen  Umständen  –  dem  Be-
schwerdeführer wurde in der Anhörung wiederholt die Gelegenheit ge-

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boten, sich zum besagten Sachverhaltsumstand zu äussern – ist dem 
Antrag auf ergänzende Befragung nicht stattzugeben. 

5.1.3 Der  Beschwerdeführer  stellte  sein  Asylgesuch  zu  einem  Zeit-
punkt, als der Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung respektive deren 
Nichtverlängerung durch B._______ vom 27. Januar 2009 wiederholt 
durch die zuständigen oberen Instanzen bestätigt und ihm in der Folge 
eine Ausreisefrist auf den 21. Juli 2010 angesetzt wurde (vgl. Bst. A). 
Von der Absicht  B._______, dem Beschwerdeführer  wegen des Ver-
dachts  der  Scheinehe  die  Aufenthaltsbewilligung  zu  widerrufen  oder 
nicht zu verlängern, hatte dieser seit dem 5. Dezember 2007 Kenntnis 
(Befragung durch die Kantonspolizei [...]  in diesem Zusammenhang). 
Vor dem Hintergrund,  dass  der  Beschwerdeführer  eigenen Angaben 
zufolge im Februar 2007 von seiner Tante über die Suche nach ihm in-
formiert gewesen war, wäre angesichts der geltend gemachten Bedro-
hungslage  zu  erwarten  gewesen,  dass  er  bereits  Ende  Dezember 
2007 um Asyl nachgesucht hätte, jedenfalls nicht erst nach Abschluss 
des Entzugsverfahrens Mitte 2010. Die Behauptung in der Rechtsmit-
telschrift,  es habe sich nicht um eine Scheinehe gehandelt,  sondern 
um eine Liebesehe,  ist  ohne weitere Erörterungen mit  dem Hinweis 
auf das rechtskräftige diesbezügliche Verfahren zurückzuweisen.

5.1.4 Aus den eingereichten [...] Flüchtlingsdokumenten der Verwand-
ten  kann  der  Beschwerdeführer  sodann  nichts  zu  seinen  Gunsten 
ableiten. So vermögen diese lediglich eine Registrierung als Flücht lin-
ge in [...] (Goverment of [...], Identity Card, Refugees from Sri Lanka) 
im Jahr 1996 darzutun. Sie enthalten keinerlei Angaben über die Grün-
de  und  die  Umstände  der  Registrierung  und  somit  –  entgegen  der 
diesbezüglichen Behauptung in der Beschwerde – auch keine Hinwei-
se auf eine konkrete Verfolgungssituation des Beschwerdeführers.

5.2 Der Sachverhalt gilt als erstellt. Die Vorinstanz hat dargetan, wes-
halb es die Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft im Sin-
ne von Art. 7 AsylG erachtete. Das BFM ist seiner Begründungspflicht 
damit rechtsgenüglich nachgekommen und durfte auf eine Prüfung der 
Asylrelevanz  der  Darlegungen  des  Beschwerdeführers  aufgrund  der 
sich klar präsentierenden Sachlage verzichten. Entgegen der Annah-
me in der Beschwerde kann keine Rede von einer falsch antizipierten 
Würdigung sein. Der Antrag um Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz zur ergänzenden Sachverhaltsaufnahme und zum neuen Ent-
scheid ist somit abzuweisen. 

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5.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen aus-
gesetzt  werden zu können. Er  kann daher  nicht  als  Flüchtling aner-
kannt werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers demnach zu Recht abgelehnt. Es erübrigt sich, auf die weiteren 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  näher  einzugehen,  da  diese  nicht 
geeignet sind, eine andere Beurteilung herbeizuführen.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei -
ner solchen  (vgl. Bst. A). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht 
angeordnet  (Art.  44 Abs. 1  AsylG; Entscheidungen  und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Ur-
teil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit 
weiteren Hinweisen ). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in 
Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der 

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Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht ging aufgrund seiner zuletzt publi-
zierten Beurteilung der Lage in Sri Lanka davon aus, dass sich für Tami-
len, die aus den ehemals umkämpften Gebieten in der Nord- oder Ost-
provinz stammen, die Situation im Vergleich zu rückkehrenden Tamilen, 
welche  aus  Colombo  oder  dessen  Umgebung  stammen,  wesentlich 
schwieriger darstellt. So ist eine Rückschaffung abgewiesener Asylsu-
chender aus Sri Lanka in die Nordprovinz (Distrikte Kilinochchi, Man-
nar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) sowie in die Ostprovinz (Distrikte  
Trincomalee,  Batticaloa und Ampara) angesichts der dort  herrschen-
den allgemeinen Lage unzumutbar. Für aus der Nord- oder der Ostpro-
vinz  stammende  srilankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie  setzt 
die Anerkennung einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Sü-
den des Landes,  namentlich  im Grossraum Colombo, das  Vorliegen 
besonders  begünstigender  Faktoren  voraus,  insbesondere  die  Exi-
stenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-
wie von Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsitua-
tion (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.6.2 S. 21 f.).

7.4.2 Seit Erlass des vorstehend zitierten Grundsatzurteils haben die 
Behörden die Sicherheitsmassnahmen erneut verschärft, und zwar un-
geachtet dessen, dass die srilankische Regierung Ende Mai 2009 den 
militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen verkündet hat. Mithin 
bleibt die Frage offen, wie sich die allgemeine Sicherheits- und Men-
schenrechtslage in  Sri  Lanka – insbesondere für  die  Tamilen – ent-
wickeln  wird  (vgl. dazu beispielsweise das Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts D- 4125/2006 vom 16. Februar 2010 E. 10.2.3, mit wei-
teren Hinweisen). Unter diesen Umständen bleibt weiterhin auf indivi-
dueller Basis zu prüfen, ob für Tamilen im Süden Sri Lankas respektive 
im Grossraum Colombo eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative be-

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steht.

7.4.3 In casu ist  für  den Beschwerdeführer auch zum heutigen Zeit-
punkt das Bestehen einer zumutbaren innerstaatlichen Aufenthaltsal-
ternative zu bejahen; die diesbezüglich in BVGE 2008/2 aufgestellten 
Kriterien haben für ihn weiterhin Gültigkeit: 

Eigenen  Angaben  zufolge  stammt  der  Beschwerdeführer  aus  [...] 
(Nordprovinz), wo er bis zum Mai 1996 gelebt hat. Nach einigen Mona-
ten Aufenthalt bei einer Bekannten in [...], ebenfalls in einer Provinz im 
Norden, begab er sich für drei Jahre nach [...] (vgl. A1 S.2). Er hat ins-
gesamt 10 Jahre Grundschule absolviert und bis 1996 als Fischer im 
Familienbetrieb gearbeitet. Nebst seiner Muttersprache Tamilisch ver-
fügt er über etwas deutsche- und englische Sprachkenntnisse. Seinen 
Angaben zufolge lebt  Im Heimatland bloss noch eine Tante mütterli-
cherseits; die übrigen Verwandten im engeren und weiteren Sinn (El-
tern,  3  Geschwister,  1 Tante,  7  Onkel  etc.)  hielten  sich  allesamt  im 
Ausland ([...], Australien, Land 4, Kanada, Dänemark) auf (vgl. A1 S.3, 
4 und 5). Mangels anderweitiger Anhaltspunkte in den Akten ist zudem 
anzunehmen, dass der heute rund [...]-jährige, kinderlose Beschwer-
deführer gesund ist. Entscheidend für die Beurteilung der individuellen 
Lage sind indes insbesondere folgende Fakten: 

Der  Beschwerdeführer  konnte  unbestrittenermassen  seit  dem Jahre 
2001 wiederholt  nach Sri  Lanka ein- und von dort  wieder ausreisen, 
ohne dass ihm seitens des srilankischen Staates irgendwelche Proble-
me widerfahren wären. Aus den Akten des Asylverfahrens geht auch 
hervor, dass er sich bei seinen Aufenthalten in Sri Lanka unbehelligt 
aufhalten konnte. Mithin kann ohne Weiteres davon ausgegangen wer-
den, dass gegen den Beschwerdeführer keinerlei Sicherheitsbedenken 
seitens der Behörden bestanden beziehungsweise – namentlich auf-
grund  der  oben  aufgezeigten  unglaubhaften  Asylvorbringen  –  zum 
heutigen Zeitpunkt  bestehen. Unabhängig  der  widersprüchlichen An-
gaben hinsichtlich der jeweiligen Aufenthaltsorte des Beschwerdefüh-
rers bei seinen Heimreisen ([...] oder Colombo) ist vorliegend sodann 
der Umstand besonders zu gewichten, dass sich der Beschwerdefüh-
rer im März 2003 in Colombo einen Pass ausstellen liess und sich ei -
nen Monat  später  dort  verheiratete. Den Reisepass liess  er  sich  im 
Übrigen am 7. Juli  2006 anlässlich  eines  weiteren Aufenthalts  in  Sri 
Lanka verlängern.

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Aus den Unterlagen im Zusammenhang mit dem Verfahren hinsichtlich 
Widerruf/Nichtverlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  wegen  des 
Vorwurfs der Scheinehe geht unter anderem hervor, dass bei dessen 
Hochzeit  in Colombo der Vater (die Mutter  habe gefehlt, weil  sie mit 
der Heirat nicht einverstanden gewesen sei) und weitere 18 Kollegen 
von ihm anwesend gewesen sind. Weiter kann ihnen entnommen wer-
den,  dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge letztmals 
im Mai 2007 (ferienhalber) in Sri Lanka gewesen ist, dort – entgegen 
seinen Angaben im Asylverfahren – nach wie vor seine Eltern,  zwei 
Geschwister und ein Teil seiner Verwandten leben und er den Kontakt 
mit  dem Heimatland nie abgebrochen hat. Diese Feststellungen stüt-
zen sich  dabei  auf  Aussagen des Beschwerdeführers  anlässlich  der 
Befragung durch die Kantonspolizei [...] vom 5. Dezember 2007 betref-
fend  den  Verdacht  auf  Scheinehe,  wovon  der  im  Rubrum genannte 
Rechtsvertreter als Vertreter des Beschwerdeführers im diesbezüglich 
erstinstanzlichen Verfahren Kenntnis hatte. Aufgrund der wiederholten 
Reisen des Beschwerdeführers nach Sri Lanka und dessen krass ab-
weichenden Ausführungen zu Beziehungspersonen im Heimatland ist 
letztlich davon auszugehen, dass dieser nicht über bloss lose Kontakte 
in  Colombo  verfügt.  Unter  all  diesen  Umständen  sollte  es  dem Be-
schwerdeführer – allenfalls mit Unterstützung seiner Verwandten sowie 
den während seines Aufenthalts in der Schweiz gesammelten Erfah-
rungen – durchaus möglich sein, sich in Colombo niederzulassen und 
sich dort  (wieder) eine wirtschaftliche und soziale Existenzgrundlage 
aufzubauen. Gemäss Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe hatte 
der Beschwerdeführer in Colombo einen Zweitwohnsitz und war dort 
unter anderem im Fisch-Engros-Handel tätig. 

7.4.4 Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  erweist 
sich demnach auch nach heutiger Einschätzung der Lage als zumut-
bar. Bei dieser Sachlage ist auf die übrigen Ausführungen in der Be-
schwerde nicht einzugehen, da sie keine Änderung Einschätzung zu 
bewirken vermögen.

7.5 Der Beschwerdeführer  ist  im Besitz  eines gültigen Reisepasses, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung ohne weiteres auch als möglich 
zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-

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bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind die  Kosten von insgesamt 
Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 
VwVG) und auf festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21.  Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 13. Oktober 
2010 in der gleichen geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit  dem am 13. Oktober 2010 in der gleichen 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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