# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 693345ae-db7a-5e92-859a-56e2d560c6df
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 28.04.2015 B 2014/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-77_2015-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/77

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 28.04.2015

Entscheiddatum: 28.04.2015

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.04.2015
Baurecht, akzessorische Anfechtung von Nutzungsplänen, Erschliessung, 
Art. 19 Abs. 1 und 22 Abs. 2 lit. b RPG, Art. 49 BauG.Voraussetzungen der 
akzessorischen Anfechtung eines Nutzungsplans im 
Baubewilligungsverfahren (E. 3), (Verwaltungsgericht, B 2014/77).Entscheid 
vom 28. April 2015

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Walter Locher, Museumstrasse 35, Postfach 41, 

9004 St. Gallen,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

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Verein Neuapostolische Kirche Schweiz, Kasinostrasse 10, 8032 Zürich,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Ursula Schmid, Sonnenstrasse 5, Postfach 536, 

9004 St. Gallen,

sowie

Politische Gemeinde St. Gallen, Stadtrat, 9001 St. Gallen,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Baubewilligung

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.           Der Verein Neuapostolische Kirche Schweiz, Zürich, ist Eigentümer der 

Parzelle Nr. F0000, Grundbuchkreis St. Fiden, in St. Gallen (act. 9/6/41). Nach dem 

Zonenplan der Stadt St. Gallen ist dieses Grundstück der Wohn-Gewerbe-Zone, 

Bauklasse 4a, zugewiesen. überdies befindet es sich im Perimeter des Baulinienplans 

"Rorschacherstrasse zwischen Krontal und Neudorf mit Ausnahme des Bereichs der 

Parzelle Nr. 0001" vom 27. August 1975 (nachfolgend: Baulinienplan, act. 9/6/5 S. 7 f.).

B.          

Am 3. Juni 2013 reichte der Verein Neuapostolische Kirche ein Baugesuch für den 

Abbruch des bestehenden Gebäudes und den Neubau einer Kirche auf Parzelle 

Nr. F0000 ein (act. 9/6/38). Während des Anzeige- und Auflageverfahrens vom 10. bis 

25. Juni 2013 liess X.Y. am 21. Juni 2013 bei der Baubewilligungskommission der 

Stadt St. Gallen Einsprache erheben (act. 9/6/32). Im Nachgang zur Sitzung der 

Baubewilligungskommission vom 9. August 2013 und der Einigungsverhandlung vom 

2. Oktober 2013 wurde das Bauprojekt überarbeitet (act. 9/6/14-19). Am 11. 

November 2013 reichte der Verein Neuapostolische Kirche ein Korrekturgesuch ein 

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(act. 9/6/11 und 13), welches vom 13. bis 28. November 2013 öffentlich aufgelegt 

wurde. Mit Beschluss vom 6. Dezember 2013 (act. 9/6/5) trat die 

Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen auf die Einsprache von X.Y. nicht ein, 

eventuell wies sie sie ab, und erteilte die Baubewilligung für das Bauvorhaben unter 

Berücksichtigung des Korrekturgesuchs vom 11. November 2013.

C.          

Gegen diese Verfügung liess X.Y. am 27. Dezember 2013 Rekurs beim 

Baudepartement erheben (act. 9/1). Dieses wies den Rekurs mit Entscheid vom 25. 

April 2014 ab, soweit es darauf eintrat (act. 2).

D.           Gegen diesen Entscheid liess X.Y. (Beschwerdeführer) am 8. Mai 2014 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben (act. 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 

10. Juni 2014 beantragte er, der Entscheid des Baudepartements sei unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. 5). Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2014 

schloss das Baudepartement (Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerde (act. 8). Am 

8. Juli 2014 nahm die Politische Gemeinde St. Gallen (Beschwerdebeteiligte) Stellung 

und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. 11). Am 10. Juli 2014 liess sich 

der Verein Neuapostolische Kirche Schweiz (Beschwerdegegner) mit dem 

Rechtsbegehren vernehmen, die Beschwerde sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei (act. 12). Mit Replik vom 22. August 2014 bestätigte der 

Beschwerdeführer seine Anträge und Ausführungen (act. 14).

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            (…).

2.           

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Soweit der Beschwerdeführer einen Augenschein verlangt (act. 5 S. 5), ist festzuhalten, 

dass sich die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse vorliegend vollständig aus den 

Baugesuchsunterlagen (act. 9/6), den übrigen Verfahrensakten sowie dem öffentlich 

zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch) ergeben. Zudem ist die Lage und Situation 

des Baugrundstücks gerichtsnotorisch. Auf die Durchführung eines Augenscheins 

durch das Gericht kann deshalb verzichtet werden.

3.           

Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die Baulinie entlang der Rorschacher 

Strasse sei nicht mehr zeitgemäss und mit dem geplanten Neubau für das nächste 

Jahrhundert fixiert. In der Stadt- und Verkehrsplanung sei nicht das Heute, sondern das 

Morgen entscheidend. Im Rahmen von zu prüfenden Bauvorhaben müsse heute 

berücksichtigt werden, wie die Nutzung der Rorschacher Strasse in 150 Jahren 

aussehen könnte. Die Rorschacher Strasse verfüge entlang des Baugrundstücks über 

keine separate Spur für den öffentlichen Verkehr, obwohl es sich dabei um eine sehr 

wichtige Durchgangsstrasse und Strecke für den öffentlichen Verkehr handle, welche 

den Osten der Stadt mit dem Westen in direkter Linie verbinde. Wenn die geplante 

wuchtige Neubaute direkt an die Baulinie gesetzt werde, würden damit Möglichkeiten, 

die Strasse bei dannzumaligem Bedarf auszubauen, zunichte gemacht.

Offensichtlich unbegründet ist die Rüge des Beschwerdeführers, soweit er glauben 

machen will, dass das vorliegend strittige Bauvorhaben eine in 150 Jahren mögliche 

Nutzung der Rorschacher Strasse berücksichtigen müsse. Wer so argumentiert, muss 

sich den Vorwurf gefallen lassen, seiner Beschwerde sachfremde Interessen 

zugrundezulegen, was keinen Rechtsschutz verdient. Soweit der Beschwerdeführer 

den Baulinienplan nachträglich anfechten will, ist Folgendes festzuhalten: Die 

Rechtmässigkeit eines Sondernutzungsplan kann grundsätzlich nur im Planverfahren 

bestritten werden. Hierfür steht den betroffenen Grundeigentümern der 

Rechtsmittelweg offen. Eine spätere akzessorische Anfechtung im 

Baubewilligungsverfahren ist im Interesse der Rechtssicherheit und der 

Planbeständigkeit nur in Ausnahmefällen möglich, so wenn sich die Betroffenen bei 

Planerlass noch nicht über die ihnen auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben 

konnten und sie im damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatten, ihre Interessen zu 

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verteidigen, oder wenn sich die Verhältnisse seit Planerlass derart geändert haben, 

dass das öffentliche Interesse an den bestehenden Beschränkungen dahingefallen sein 

könnte (vgl. VerwGE B 2013/49 vom 8. Juli 2014 E. 4.2.2. mit weiteren Hinweisen). Im 

vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter 

dargelegt, inwiefern diese Voraussetzungen erfüllt sein sollten. Diese Rüge erfolgt 

deshalb verspätet und kann in diesem Verfahren nicht gehört werden. Die Beschwerde 

ist daher in dieser Hinsicht unbegründet. Die Frage, ob der Beschwerdeführer als 

Eigentümer der Parzelle Nr. F0002 überhaupt legitimiert wäre, die Baulinie entlang der 

Rorschacher Strasse vorfrageweise anzufechten, kann daher offengelassen werden 

(vgl. hierzu E. 1.4.2 des angefochtenen Entscheides, act. 2 S. 6). Lediglich der 

Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass das vorliegend strittige Bauvorhaben die 

Baulinie entlang der Rorschacher Strasse gemäss dem Baulinienplan einhält (vgl. 

hierzu den Situationsplan vom 12. November 2013, act. 9/6), was der 

Beschwerdeführer zu Recht nicht bestreitet. Auch ist entlang des Baugrundstücks auf 

der Rorschacher Strasse ein Bus-Streifen markiert.

4.           

Unbehelflich ist die Beschwerde im Weiteren, soweit damit verlangt wird, der bisherige 

Standort der Kirche auf Parzelle Nr. F0003 sei dem geplanten Standort auf dem 

Baugrundstück Nr. F0000 vorzuziehen. Die geforderte Prüfung von Alternativstandorten 

entbehrt im vorliegenden Fall der notwendigen gesetzlichen Grundlage und ist deshalb 

mit der Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 Abs. 1 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) unvereinbar.

5.           

Ebenfalls unbehelflich ist die Beschwerde, soweit damit gerügt wird, der vorgesehene 

Standort für den strittigen Neubau sei mit Art. 3 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die 

Raumplanung (Raumplanungsgesetz, SR 700, RPG), insbesondere wegen 

mangelhafter guter Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, nicht vereinbar. 

Normen, die bei der Anwendung eines konditionalen Rechtssatzes lediglich als 

Auslegungsdirektive mit zu berücksichtigen sind, d.h. finale Normen wie die Ziele und 

Grundsätze der Raumplanung nach Art. 1 und 3 RPG, bilden keine 

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Verfügungsgrundlage (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. 

Aufl. 2014, § 28 N 37). Der Planungsgrundsatz von Art. 3 Abs. 4 RPG ist deshalb bei 

der Prüfung der Bewilligungsfähigkeit des strittigen Bauvorhabens jedenfalls nicht 

direkt und unmittelbar anwendbar. Daran hat im Übrigen auch die am 1. Mai 2014 in 

Kraft getretene RPG-Revision nichts geändert. Soweit der Beschwerdeführer darüber 

hinaus den Zonenplan der Stadt St. Gallen akzessorisch anfechten will, sind die 

Voraussetzungen dafür offensichtlich nicht gegeben (vgl. die entsprechenden 

Ausführungen zum Baulinienplan in Erwägung 3 hiervor). Ergänzend ist festzuhalten, 

dass eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein 

Erschliessungserfordernis darstellt (vgl. Art. 49 Abs. 2 BauG) und es sich bei der 

geplanten Kirche klarerweise nicht um eine Baute und Anlage von überörtlicher 

Bedeutung im Sinne von Art. 69  BauG handelt. Abgesehen davon ist das 

Baugrundstück sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die knapp 30 m 

vom Baugrundstück entfernte Haltestelle Grütlistrasse wird auch sonntags von den 

Linien 1 und 4 der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) in beiden Richtungen 

mindestens sechs Mal stündlich bedient (www.vbsg.ch). Auch sind die Haltestellen 

Neudorf, Krontal und Grossacker der PostAuto Schweiz AG sowie weiterer Linien der 

VBSG sowie der Bahnhof St. Fiden in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Im Übrigen 

wird auch Art. 71 BauG durch das Bauvorhaben nicht verletzt.

6.           

Unbegründet ist sodann der Einwand des Beschwerdeführers, das strittige 

Bauvorhaben weise nicht die erforderliche Anzahl Parkplätze auf und die 

Beschwerdebeteiligte habe sich im Einspracheentscheid zu dieser Thematik in 

unzulässiger Weise nicht geäussert. Die Politische Gemeinde St. Gallen schreibt anders 

als andere Gemeinden im Kanton St. Gallen keine Pflichtparkplätze im Sinne von Art. 

72 Abs. 1 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht 

(Baugesetz, sGS 731.1, BauG) vor (vgl. VerwGE B 2011/53 vom 14. Februar 2012 E. 

4.2.4, www.gerichte.sg.ch). Auch der Massnahmenplan Luftreinhaltung vom 1. April 

1991 und 25. August 1998 bietet keine rechtliche Grundlage, um eine Pflicht für die 

Erstellung einer bestimmten Anzahl von Parkplätzen zu schaffen (vgl. VerwGE B 

2010/96 vom 14. Oktober 2010 E. 5.2.2., www.gerichte.sg.ch). Die 

Beschwerdebeteiligte war damit erstinstanzlich nicht verpflichtet, sich im 

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Baubewilligungsentscheid vom 6. Dezember 2013 (act. 9/6/5) mit dieser für den 

Entscheid unwesentlichen Rüge einlässlich auseinanderzusetzen und sie ausdrücklich 

zu widerlegen, zumal sie sich zur erforderlichen Anzahl von Abstellplätzen für 

Behinderte und zur Erstellung von genügend Abstellflächen für Zweiradfahrzeuge 

äusserte und damit auch stillschweigend zum Ausdruck brachte, dass keine 

Abstellplatzerstellungspflicht für Motorfahrzeuge im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BauG 

besteht. Eine Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör 

gemäss Art. 29 Abs. 2 BV resp. der daraus fliessenden, in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP 

verankerten Pflicht, Verfügungen zu begründen, liegt nicht vor (vgl. hierzu BGE 140 II 

262 E. 6.2), soweit eine solche überhaupt geltend gemacht wird. Im Weiteren bestreitet 

der Beschwerdeführer die Ausführungen des Beschwerdegegners in seiner 

Vernehmlassung vom 10. Juli 2014 (act. 12 S. 5) nicht, wonach der geplante Neubau 

mehr Abstellplätze (16 Parkplätze) als der bestehende Kirchenbau auf der 

gegenüberliegenden Seite der Brauerstrasse auf Parzelle Nr. F0003 (12 Parkplätze) 

aufweise, trotz der Zusammenführung der St. Galler Stadtgemeinden Ost und Centrum 

im Jahr 2011 nicht mehr Kirchenbesucher zu erwarten seien als im Altbau und bisher 

keinerlei Probleme mit Suchverkehr oder wildem Parkieren aufgetreten seien.

7.           

Der Beschwerdeführer bemängelt ferner die fehlende hinreichende Erschliessung des 

strittigen Neubaus. Die geplante Kirche sehe drei Ausgänge vor, wovon ein Ausgang 

unmittelbar und ein zweiter über eine Treppe direkt auf die Rorschacher Strasse führe. 

Zeitweise würden mindestens 300 Personen direkt auf das angrenzende Strassennetz 

gelangen. Es sei offenkundig, dass ein Trottoir an der stark befahrenen Rorschacher 

Strasse als Sicherheit nicht hinreichend sei und es vermehrt zu Unfällen kommen 

werde. Auch würden in der Nähe der Ausgänge auf die Rorschacher Strasse 

Fussgängerstreifen und damit eine Möglichkeit, dass sich die Menschenmenge besser 

verteile, fehlen. Auch der direkte Hauptzugang auf die Brauerstrasse sei gefährlich. Das 

Untergeschoss halte gegenüber der Brauerstrasse lediglich einen minimalen 

Strassenabstand von 1.40 m ein. Es fehle auf dieser Seite der Brauerstrassse ein 

Trottoir. Die Kirchenbesucher würden somit von der Kirche direkt auf die Brauerstrasse 

gelangen, zumal ein zweites Trottoir offenbar noch kein Thema sei. Hinzu komme, dass 

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auch die Garagenzufahrt nicht über die Anforderungen der VSS-Norm 640 291a 

verfüge. Sie weise 4.47 m auf anstatt der notwendigen 4.80 m.

7.1.       

Damit ein Baugrundstück zonen- und baurechtskonform genutzt werden kann, muss es 

erschlossen sein (Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG und Art. 49 Abs. 1 BauG). Land ist 

erschlossen, wenn es über eine hinreichende Zu- und Wegfahrt verfügt und wenn die 

ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und Energie sowie die Abwasser- und die 

Abfallbeseitigung nach der Gesetzgebung über den Gewässer- und Umweltschutz 

gewährleistet sind (Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 49 Abs. 2 BauG). Eine Zufahrt ist als 

hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und 

verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten Überbauung und Nutzung genügt, 

den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den 

öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung 

ungehindert benützt werden kann und – wenn sie über fremdes Grundeigentum führt - 

rechtlich gesichert ist. Zur hinreichenden Zufahrt gehört auch das Verbindungsstück 

von der öffentlich zugänglichen Strasse zum Baugrundstück (B. Heer, St. Gallisches 

Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 513).

7.2.       

Zunächst ist nicht erkennbar, inwiefern der Strassenabstand des Untergeschosses von 

1.40 m gegenüber der Brauerstrasse gegen eine hinreichende Erschliessung sprechen 

sollte. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die Beschwerdebeteiligte für die 

Unterschreitung des Strassenabstands gegenüber der Brauerstrasse zu Recht eine 

Ausnahmebewilligung erteilt hat und die Verkehrssicherheit dadurch nicht 

beeinträchtigt wird. Weiter steht fest, dass das geplante Kirchengebäude drei Zugänge 

sowie einen Notausgang aufweist. Wie aus dem Plan "Grundriss UG/EG" vom 12. 

November 2013 hervorgeht (act. 9/6), führen die beiden Hauptzugänge im Westen bzw. 

Nordwesten auf einen gedeckten Vorplatz, von welchem aus die Sicht auf die 

Brauerstrasse Richtung Nordosten und Südwesten nicht eingeschränkt ist. Von diesem 

Vorplatz aus führt einerseits eine Treppe und andererseits eine Rampe zur 

Brauerstrasse. Es kann folglich keine Rede davon sein, dass die Kirchenbesucher von 

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den Zugängen direkt auf die Brauerstrasse gelangen würden. Auf der Brauerstrasse ist 

überdies eine "Tempo-30-Zone" nach Art. 2a Abs. 5 und 22a in Verbindung mit Anhang 

2 Ziff. 2.59.1 der Signalisationsverordnung (SR 741.21, SSV) signalisiert, was die 

Verkehrssicherheit für Fussgänger auf dieser Strasse erhöht. Ebenfalls vom Vorplatz 

aus führt ein Gehweg entlang der Südwestfassade über eine Treppe zum 1.80 m 

breiten Vorlandstreifen entlang des bestehenden Trottoirs der Rorschacher Strasse, 

wohin auch der Zugang auf der Südostfassade führt. Das bestehende Trottoir wird 

durch den projektierten Vorlandstreifen um 1.80 m verbreitert. Auf diesem 

Vorlandstreifen darf gemäss Auflage IV/54 der Baubewilligung vom 6. Dezember 2012 

nicht parkiert werden (act. 9/6/5 S. 10 und 19). Dafür hat der Beschwerdegegner 

entweder Parkverbotsschilder beim Kreisgericht St. Gallen zu beantragen oder 

bauliche Massnahmen wie die Errichtung von Pollern vorzunehmen. Wie sich aus dem 

öffentlich zugänglichen Geoportal ergibt (www.geoportal.ch), ist der nächstgelegene 

Fussgängerstreifen über die Rorschacher Strasse auf dem Trottoir über eine 

Wegstrecke von rund 60 m ab dem Baugrundstück erreichbar. Der Notausgang auf der 

Nordwestfassade weist sodann einen Strassenabstand von über 5 m auf. Bei dieser 

Sachlage ist die Sicherheit der Fussgänger selbst bei einer Besucherzahl von 300 

Personen nach den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in Erwägung 2.2 des 

angefochtenen Entscheides ohne weiteres gewährleistet (act. 2 S. 7). Den Fussgängern 

wird ein sicherer Weg geboten. Darüber hinaus hat die Beschwerdebeteiligte unter Ziff. 

IV/37 der Baubewilligung vom 6. Dezember 2012 (act. 9/6/5 S. 17 f.), soweit hier von 

Interesse, folgende Auflage verfügt: "[…] - Für die einspurige Rampe, die nicht auf ihrer 

ganzen Länge einsehbar ist, muss der Verkehr zur und aus der Sammelgarage durch 

ein Lichtsignal gesteuert werden. Um einen Rückstau auf die Brauerstrasse zu 

vermeiden, ist den einfahrenden Fahrzeugen der Vorzug zu geben, das heisst die 

Ampel für die Einfahrt zeigt im Normalfall grün. […]"

Die Norm SN 640 291a des Schweizerischen Verbands der Strassen- und 

Verkehrsfachleute (VSS) vom 1. Februar 2006 schreibt für Fahrwege in Kurven mit 

Einbahnverkehr für die Komfortstufe A und B eine lichte Breite des Fahrwegs von 

mindestens 2.90 m vor (vgl. Tabelle 9). Unter Beachtung der zitierten Auflage, welche 

ein Kreuzen von Fahrzeugen auf der Zufahrt ausschliesst, entspricht die geplante 4.47 

m breite Garagenzufahrt – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - 

zweifellos den Anforderungen der Norm SN 640 291a. Bei diesem Ergebnis kann die 

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Frage, ob die VSS-Norm 640 291a im konkreten Fall der Entscheidung zugrundegelegt 

werden darf, offen gelassen werden. Das Baugrundstück Nr. F0000 ist erschlossen. 

Auch dieser Einwand des Beschwerdeführers erweist sich als unbegründet.

8.            (…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.           

Die amtlichen Kosten von Fr. 3500.-- bezahlt der Beschwerdeführer. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 3500.-- wird verrechnet.

3.           

Der Beschwerdeführer entschädigt den Beschwerdegegner ausseramtlich mit Fr. 

2000.-- (zuzüglich 4 % Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Der Präsident                            Der Gerichtsschreiber

Eugster                                      Bischofberger

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