# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1009e8e8-29ae-5f9f-98fe-56dfa82f8b95
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.07.2024 RH.2024.11
**Docket/Reference:** RH.2024.11
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RH-2024-11_2024-07-25

## Full Text

Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)
;;Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)
;;Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)
;;Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)

Entscheid vom 25. Juli 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Miriam Forni und Patrick Robert-Nicoud, 
Gerichtsschreiber Stefan Graf 

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Zobl,  

 
Beschwerdeführer 

 
 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-
rung,  

 
Beschwerdegegner 

 
 

Gegenstand  Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika 
 
Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2024.11 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Mit Schreiben vom 2. Mai 2024 ersuchte das U.S. Department of Justice 
(nachfolgend «DOJ») das hiesige Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») 
gestützt auf Art. 13 des Auslieferungsvertrags vom 14. November 1990 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten 
von Amerika (AVUS; SR 0.353.933.6) um vorläufige Verhaftung des deut-
schen Staatsangehörigen A. (act. 3.1). Auf entsprechende Nachfrage des BJ 
mit Blick auf dessen Prüfung der beidseitigen Strafbarkeit ergänzte das DOJ 
am 6. Mai 2024 das Ersuchen um weitere Sachverhaltselemente (act. 3.2 
und 3.3). 
 
 

B. Am 7. Mai 2024 ersuchte das BJ die Kantonspolizei Zürich, A. in provisori-
sche Auslieferungshaft zu versetzen (act. 3.4). Am 26. Juni 2024 konnte A. 
am Flughafen Zürich festgenommen und am folgenden Tag zur Sache ein-
vernommen werden. Dabei verlangte A. die Durchführung eines ordentlichen 
Auslieferungsverfahrens (vgl. act. 3.5). Am 27. Juni 2024 erliess das BJ ge-
gen A. den diesbezüglichen Auslieferungshaftbefehl (act. 3.7). Dieser konnte 
dem Vertreter von A. am 1. Juli 2024 zugestellt werden (vgl. act. 3.8). 
 
 

C. Dagegen liess A. am 11. Juli 2024 bei der Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts Beschwerde erheben (act. 1). Er beantragt Folgendes: 
 

1. Der Auslieferungshaftbefehl vom 27. Juni 2024 sei aufzuheben und der Beschwer-

deführer sei auf freien Fuss zu setzen. 

2. Eventualiter sei der Auslieferungshaftbefehl vom 27. Juni 2024 aufzuheben und es 

seien geeignete Ersatzmassnahmen anzuordnen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten des Bundes. 

 
In seiner Beschwerdeantwort vom 17. Juli 2024 schliesst das BJ auf kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde (act. 3). Gleichentags ersuchte der Be-
schwerdeführer das BJ um Haftentlassung unter Hinterlegung einer Kaution 
in der Höhe von USD 200'000.– oder Fr. 200'000.– (act. 4.1). Mit Schreiben 
vom 19. Juli 2024 lehnte das BJ dieses Ersuchen ab, verzichtete mit Blick 
auf das hängige Beschwerdeverfahren jedoch auf den Erlass einer separa-
ten Verfügung (act. 4). In seiner Replik vom 24. Juli 2024 hält A. an seinen 
Beschwerdebegehren fest (act. 5).  
 

- 3 - 

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men. 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und den USA ist in 
erster Linie der eingangs erwähnte AVUS massgebend. Soweit dieser 
bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, finden das Bundesgesetz vom 
20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 
24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshil-
feverordnung, IRSV; SR 351.11) Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. a IRSG). Das 
innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur 
Anwendung, wenn es geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt 
(BGE 149 IV 376 E. 2.1 S. 380; 148 IV 314 E. 2.1; 147 II 432 E. 3.1 S. 437 
f.; 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung 
der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 II 595 E. 7c S. 617; 
TPF 2020 64 E. 1.1 S. 67). Auf Beschwerdeverfahren in internationalen 
Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des Bundesge-
setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-
tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b 
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes 
bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG). 

 
 
2.  
2.1 Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert zehn 

Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts führen. Für das Beschwerdeverfahren gelten 
die Art. 379–397 StPO sinngemäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG). 
 

2.2 Der angefochtene Auslieferungshaftbefehl konnte dem Vertreter des Be-
schwerdeführers am 1. Juli 2024 zugestellt werden (vgl. act. 3.8). Die am 
11. Juli 2024 dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als fristgerecht. 
Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben keinen Anlass zu besonderen 
Bemerkungen. Auf die vorliegende Beschwerde ist einzutreten. 

 
 
3. Die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfah-

rens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 S. 309). 

- 4 - 

 

 

Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung 
rechtfertigen sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen, 
wenn der Verfolgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und 
die Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er 
den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, 
dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn 
er nicht hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine 
weniger einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), 
oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 
Abs. 1 IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 
E. 2.1; 117 IV 359 E. 2a S. 361; vgl. zum Ganzen zuletzt u. a. den Entscheid 
des Bundesstrafgerichts RH.2024.3 vom 18. März 2024 E. 3). 
 
 

4.  
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dem Ersuchen um seine vorläufige 

Verhaftung vom 2. Mai 2024 (ergänzt am 6. Mai 2024) sei trotz entsprechen-
der Verpflichtung des ersuchenden Staates kein Haftbefehl beigelegt wor-
den. Es werde in den Unterlagen lediglich angegeben, dass ein solcher aus-
gestellt worden sei; dies jedoch ohne entsprechende Datumsangabe. Die 
Haftanordnung des Beschwerdegegners erweise sich demnach als rechts-
widrig (act. 1, Rz. 4 und 8 f.; act. 5, Rz. 4 ff.). 
 

4.2 Gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. b AVUS ist im Antrag auf vorläufige Haft u. a. 
anzugeben, dass ein Verhaftsbefehl, eine Urkunde mit gleicher Rechtswir-
kung oder ein Strafurteil vorliegt sowie deren Datum und die ausstellende 
Behörde. Gemäss Art. 42 lit. a IRSG müssen Ersuchen um Fahndung und 
Festnahme zum Zwecke der Auslieferung nebst anderem Hinweise auf das 
Bestehen eines gültigen Hafttitels, das Datum seiner Ausstellung und die 
Behörde, die ihn erlassen hat, enthalten. Auch wenn einem Fahndungs- oder 
Festnahmeersuchen der ausländische Haftbefehl in der Praxis beigelegt 
wird (vgl. hierzu SAGER, Basler Kommentar, 2015, Art. 42 IRSG N. 2), so 
besteht aufgrund des jeweiligen Wortlauts der angeführten Bestimmungen 
hierzu keine Verpflichtung. Gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. b AVUS ist lediglich 
anzugeben, dass ein solcher vorliegt (siehe auch das Urteil des Bundesge-
richts 1C_279/2021 vom 20. Mai 2021 E. 1.3; anders demgegenüber Art. 9 
Abs. 3 lit. a AVUS, welcher explizit verlangt, dass dem allenfalls nachfolgen-
den Ersuchen um Auslieferung eine beglaubigte Kopie des Haftbefehls oder 
jeder andern Anordnung mit ähnlicher Wirkung beizufügen ist). Art. 42 lit. a 
IRSG verlangt lediglich Hinweise auf das Bestehen eines gültigen Hafttitels. 
 

- 5 - 

 

 

4.3 Dem vorliegenden Ersuchen vom 2. Mai 2024 kann bezüglich Haftbefehl Fol-
gendes entnommen werden (act. 3.1, S. 4 f.): 
 
Complaint and Warrant Information: 
 

A. is wanted to stand trial in the United States District Court for the District of Massachusetts. 

A. was charged by complaint on April 22, 2024, case number 24-MJ-7225-JCB, and a warrant 

for A.’s arrest was issued by the United States District Court for the District of Massachusetts, 

charging him with the following: 

 

[es folgt eine Aufzählung verschiedener Straftatbestände]  

 

The warrant for A.’s arrest in the United States District Court for the District of Massachusetts 

remains in effect. 

 
Daraus wird eindeutig ersichtlich, dass gegen den Beschwerdeführer ein 
Haftbefehl vorliegt und welche Behörde diesen erlassen hat. Diesbezüglich 
ist den Erfordernissen von Art. 13 Abs. 2 lit. b AVUS (aber auch denjenigen 
von Art. 42 lit. a IRSG) Genüge getan. Unklarheit besteht demgegenüber 
bezüglich des Datums des Haftbefehls. Die Formulierung der ersuchenden 
Behörde erlaubt die Vermutung, jedoch nicht die Gewissheit, dass dieser am 
Tag der Anklageerhebung ausgestellt wurde. Eine unklare oder gar fehlende 
Datumsangabe alleine rechtfertigt jedoch keine Aufhebung des angefochte-
nen Auslieferungshaftbefehls. Entscheidend ist, dass geprüft werden kann, 
ob Gründe vorliegen, die der Anordnung oder Aufrechterhaltung der Auslie-
ferungshaft offensichtlich entgegenstehen, und dass der Betroffene sich mit 
Beschwerde gegen seine Verhaftung zur Wehr setzen kann (siehe SAGER, 
a.a.O., Art. 42 IRSG N. 3; vgl. auch den Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RR.2009.308 vom 19. Oktober 2009 E. 5.2). Diese Voraussetzungen sind 
vorliegend gegeben. Die Vorlage des Haftbefehls oder einer diesbezüglichen 
Kopie durch die ersuchende Behörde war nach dem zuvor Ausgeführten 
ohnehin nicht nötig. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbe-
gründet. 
 
 

5. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die ersuchende Behörde habe die 
Beilagen zum Ersuchen um vorläufige Verhaftung nur in englischer Sprache 
und nicht in deutscher Sprache vorgelegt. Den formellen Anforderungen an 
das Ersuchen sei nicht Genüge getan, was dem Auslieferungshaftbefehl 
entgegenstehe (act. 1, Rz. 10 f.; act. 5, Rz. 9 ff.). Dabei übersieht er, dass 
der von ihm angerufene Art. 11 AVUS das formelle Auslieferungsersuchen 
betrifft und für das vorliegende Ersuchen um vorläufige Verhaftung nicht 

- 6 - 

 

 

massgeblich ist. Der Auslieferungsvertrag stellt keine Erfordernisse an die 
Schriftlichkeit und die Sprache eines solchen Ersuchens im Sinne von Art. 13 
AVUS (Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2021.3 vom 30. April 2021 
E. 6.3). Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 
 
 

6.  
6.1 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, er sei Vater zweier Kinder und 

überdies Inhaber und CEO einer in Dubai domizilierten Gesellschaft, welche 
12 Mitarbeiter beschäftige. In seinem Fall erweise sich die Haft klar als 
unverhältnismässig und die Haftanordnung verletze Art. 8 EMRK, Art. 3 des 
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 
(KRK; SR 0.107) sowie Art. 14 BV. Es seien entsprechende Ersatzmass-
nahmen anzuordnen (act. 1, Rz. 13 f.; siehe auch act. 5, Rz. 13 ff.). Der 
Beschwerdegegner verweist demgegenüber auf das Bestehen von Flucht-
gefahr, welche die Auslieferungshaft erforderlich mache (act. 3.7, S. 3; act. 3, 
Ziff. IV.3.2). 
 

6.2  
6.2.1 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist hinsichtlich der Verneinung von 

Fluchtgefahr überaus restriktiv und misst der Erfüllung der staatsvertragli-
chen Auslieferungspflichten im Vergleich zu den Interessen des Verfolgten 
ausserordentlich grosses Gewicht bei (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 
306 E. 2.2). So wurde beispielsweise die Möglichkeit einer Verurteilung zu 
einer langen Freiheitsstrafe zur Verweigerung der Haftentlassung als ausrei-
chend betrachtet, obwohl der Verfolgte über eine Niederlassungsbewilligung 
verfügte, seit 18 Jahren in der Schweiz lebte, mit einer Schweizerin verhei-
ratet und Vater zweier Kinder im Alter von drei und acht Jahren war und die 
beiden Kinder die schweizerische Nationalität besassen (Urteil des Bundes-
gerichts 8G.45/2001 vom 15. August 2001 E. 3a). Ebenso wurde Fluchtge-
fahr bei einem Verfolgten bejaht, der seit seinem 17. Lebensjahr seit zehn 
Jahren ununterbrochen in der Schweiz lebte und seine Freundin wie auch 
den Freundeskreis hier hatte (Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2006.4 
vom 21. März 2006 E. 2.2.1). 
 

6.2.2 Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden verdächtigen den Beschwer-
deführer kurz zusammengefasst, er sei der Anführer eines international täti-
gen Insiderhandels- und Geldwäschereirings gewesen. Dabei hätten die Be-
teiligten unrechtmässige Gewinne im zweistelligen Millionenbereich (USD) 
erzielt (act. 3.1, S. 2 ff.). Mit Blick auf die hohe Deliktssumme und die abstrak-
ten Strafrahmen der einschlägigen Straftatbestände des amerikanischen 
Rechts (mit angedrohten Freiheitsstrafen bis 25 Jahren; vgl. act. 3.1, S. 5) 

- 7 - 

 

 

dürfte dem Beschwerdeführer für den Fall einer entsprechenden Verurtei-
lung eine langjährige Freiheitsstrafe drohen. Bei drohenden hohen Freiheits-
strafen ist eine Fluchtgefahr gemäss der Rechtsprechung in der Regel trotz 
Niederlassungsbewilligung und familiären Bindungen in der Schweiz gege-
ben (BGE 136 IV 20 E. 2.3 sowie die Beispiele oben E. 6.2.1). Dass der 
Beschwerdeführer keinerlei erkennbaren Bezug zur Schweiz aufweist, wirkt 
sich weiter erschwerend aus. Er ist deutscher Staatsangehöriger, hat seinen 
ständigen Wohnsitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten und dort eine 
Ehefrau und zwei Kinder (vgl. act. 3.5). Der Beschwerdeführer ist 37 Jahre 
alt und bei guter Gesundheit (vgl. Verhaftsrapport und ärztliche Abklärung 
Hafterstehungsfähigkeit jeweils vom 26. Juni 2024 [Beilagen zu act. 3.5]), 
was die Fluchtgefahr weiter erhöht (vgl. BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23 f.). Nach 
dem Gesagten ist im vorliegenden Fall von einer hohen Fluchtgefahr auszu-
gehen. 
 

6.3  
6.3.1 Mildere Ersatzmassnahmen, die geeignet wären, dieser hohen Fluchtgefahr 

ausreichend zu begegnen, sind keine ersichtlich. Eine Ausweis- bzw. Schrif-
tensperre ist vorliegend praktisch wirkungslos, da die schweizerischen Behör-
den den deutschen Behörden nicht verbieten können, dem Beschwerdefüh-
rer allenfalls neue Schriften auszustellen (vgl. hierzu u. a. das Urteil des Bun-
desgerichts 1B_211/2017 vom 27. Juni 2017 E. 4). Aufgrund seiner deutschen 
Staatsangehörigkeit wäre es dem Beschwerdeführer zudem ein Leichtes, 
sich innerhalb des Schengen-Raums ohne Personenkontrolle ins benach-
barte Deutschland abzusetzen (vgl. BGE 145 IV 503 E. 3.2), von wo aus eine 
Auslieferung an den ersuchenden Staat unter Umständen nicht mehr mög-
lich wäre (vgl. SCHOMBURG/LAGODNY, Internationale Rechtshilfe in Strafsa-
chen, 6. Aufl. 2020, Einleitung N. 62). Angesichts der einfachen Möglichkeit, 
sich ins Ausland abzusetzen, werden Ersatzmassnahmen wie Abgabe der 
Reisedokumente, Schriftensperre, Meldepflicht und Electronic Monitoring 
nach konstanter Rechtsprechung nur in Kombination mit einer sehr substan-
tiellen Sicherheitsleistung als überhaupt geeignet erachtet, Fluchtgefahr aus-
reichend zu bannen (Entscheide des Bundesstrafgerichts RH.2024.3 vom 
18. März 2024 E. 4.3; RR.2024.8 vom 21. Februar 2024 E. 5.3; RH.2023.19 
vom 16. November 2023 E. 7.2; jeweils m.w.H.). 
 

6.3.2 Grundsätzlich kann nach der Rechtsprechung die Höhe der Kaution ohne 
eine detaillierte Darlegung der finanziellen Verhältnisse nicht festgelegt 
werden (Urteil des Bundesgerichts 8G.11/2003 vom 21. Februar 2003 E. 5; 
Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2023.158 vom 24. November 2023 
E. 6.5; RH.2023.3 vom 6. Februar 2023 E. 4; RH.2022.10 vom 20. Juni 2022 
E. 6.2; RH.2021.17 vom 13. Dezember 2021 E. 7). Soll die Sicherheit von 

- 8 - 

 

 

Dritten geleistet werden, sind deren finanzielle Möglichkeiten von Bedeutung. 
Wesentlich ist sodann die persönliche Beziehung der betroffenen Person zu 
diesen Dritten. Die Sicherheitsleistung muss so hoch angesetzt werden, 
dass sich die betroffene Person lieber dem Strafverfahren stellt, als den Drit-
ten den Verlust der Kaution beizufügen. Die zuständige Behörde hat die für 
die Bemessung der Kaution notwendigen Abklärungen vorzunehmen. Dies 
entbindet die betroffene Person jedoch nicht davon, ihre Vermögensverhält-
nisse und jene der Drittpersonen in nachvollziehbarer Weise offen zu legen. 
Verweigert die betroffene Person ihre Kooperation und bleiben die finanziel-
len Verhältnisse undurchsichtig, scheidet eine Kaution aus, da sich deren 
Wirksamkeit nicht verlässlich beurteilen lässt (siehe hierzu das Untersu-
chungshaft betreffende Urteil des Bundesgerichts 1B_388/2015 vom 3. De-
zember 2015 E. 2.4.3 m.w.H.). Leisten Drittpersonen die Kaution, so ist na-
mentlich auch zu prüfen, ob sie die dargebotene Hilfe überhaupt zurückfor-
dern würden (Urteile des Bundesgerichts 1B_297/2019 vom 3. Juli 2019 
E. 5.1; 1B_378/2018 vom 21. September 2018 E. 6.4). 
 

6.3.3 Der Beschwerdeführer äusserte sich erstmals in seiner Eingabe an den 
Beschwerdegegner vom 17. Juli 2024 zur Höhe einer möglichen Sicherheits-
leistung (act. 4.1). Dabei fällt auf, dass nur wenige der von ihm gemachten 
Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen mit entsprechenden Unterlagen 
plausibilisiert werden. Dies und der Umstand, dass der Beschwerdeführer im 
Ausland wohnt, lassen keine zeitnahe verlässliche Beurteilung der finanziel-
len Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu (Entscheid des Bundes-
strafgerichts RH.2021.3 vom 30. April 2021 E. 8.3). Schliesslich lassen die 
erwähnten Tatvorwürfe an die Adresse des Beschwerdeführers vermuten, 
dass dieser über umfangreiche weitere, nicht deklarierte Vermögenswerte 
verfügt. Unter diesen Umständen ist auch die vom Beschwerdeführer ange-
botene Sicherheitsleistung nicht geeignet, die vorliegend hohe Fluchtgefahr 
zu bannen (vgl. hierzu auch den Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RH.2021.8 vom 5. August 2021 E. 5.4).  
 

6.4 Die übrigen vom Beschwerdeführer dargelegten familiären und beruflichen 
Umstände lassen die Auslieferungshaft ebenfalls nicht als unverhältnismäs-
sig erscheinen. Eine Einschränkung des Familienlebens kann so wenig wie 
in jedem anderen Straffall vermieden werden, in welchem Untersuchungs-
haft angeordnet wird bzw. eine freiheitsentziehende Sanktion zu verhängen 
ist. Es ergibt sich im Übrigen auch aus den vom Beschwerdeführer diesbe-
züglich angerufenen Staatsverträgen, dass eine entsprechende Trennung 
der Familie infolge einer freiheitsentziehenden Massnahme gegenüber 
einem Elternteil nicht per se rechtswidrig ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 EMRK oder 
Art. 9 Abs. 4 KRK). Ob die Auslieferung an sich angesichts der erwähnten 

- 9 - 

 

 

Bestimmungen als verhältnismässig zu bewerten ist (siehe act. 5, Rz. 25), 
ist Gegenstand des laufenden Auslieferungsverfahrens, nicht der vorliegen-
den Überprüfung der Auslieferungshaft. Die Beschwerde erweist sich auch 
diesbezüglich als unbegründet. 
 
 

7. Stichhaltige Gründe, weshalb sich die vorliegend angeordnete Auslieferungs-
haft als unzulässig oder als unverhältnismässig erweisen würde, werden vom 
Beschwerdeführer somit keine geltend gemacht. Den Akten können auch 
sonst keine solchen entnommen werden. Die Beschwerde erweist sich nach 
dem Gesagten als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist 
auf Fr. 1’500.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG 
sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 
 

 

- 10 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1’500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 26. Juli 2024 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Christoph Zobl 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung (unter Beilage eines Dop-

pels der Replik) 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können später 
nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 

Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegen-
ständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder wenn die 
Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden 
Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die betreffenden Vor- 
und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, soweit sie sich auf 
dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 

- 11 - 

 

 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Aus-
land schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 

Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bun-
desgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am 
letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 
Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden 
(Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der 
Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abge-
schlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG).