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**Case Identifier:** f137b6e1-ba41-51c1-b5c7-e2b2c1c9b1de
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.11.2022 100 2021 283
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-283_2022-11-28.pdf

## Full Text

100.2021.283U
STE/SES/IZM

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 28. November 2022

Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Seiler

Einwohnergemeinde Frutigen
handelnd durch den Gemeinderat, Badgasse 1, 3714 Frutigen
Beschwerdeführerin

gegen

A.________
Beschwerdegegner

und

Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental
Amthaus, Postfach 61, 3714 Frutigen

betreffend Kanalisationsanschlussgebühren (Entscheid der Regierungsstatt-
halterin des Verwaltungskreises Frutigen-Niedersimmental vom 23. August 
2021; vbv 14/2020)  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2022, Nr. 100.2021.283U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ ist Alleineigentümer der Parzelle Frutigen Gbbl. Nr. 1________. 
Am 22. Oktober 2013 erteilte die Einwohnergemeinde (EG) Frutigen ihm 
eine nachträgliche Baubewilligung für den Umbau zweier Zimmer der 
Wohnung im Erdgeschoss seiner Liegenschaft in ein Studio. Mit Verfügung 
vom 6. November 2020 auferlegte sie ihm für den Einbau von 
Sanitäranlagen (insgesamt 11 Belastungswerte [BW] in Studio und 
Wohnung) Kanalisationsanschlussgebühren von Fr. 4'318.60 (inkl. MWSt 
und Bearbeitungskosten).

B.

Dagegen führte A.________ am 29. November 2020 Beschwerde beim Re-
gierungsstatthalteramt (RSA) Frutigen-Niedersimmental. Die Regierungs-
statthalterin kam zum Schluss, dass die Nachgebühren für die Sanitäranla-
gen im Studio verjährt seien, hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 
23. August 2021 insoweit teilweise gut und reduzierte die Anschlussgebüh-
ren entsprechend um Fr. 2'608.20 (für 7 BW à Fr. 345.-- plus MWSt von 
Fr. 193.20) auf Fr. 1'710.40.

C.

Gegen diesen Entscheid hat die EG Frutigen am 23. September 2021 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, der Entscheid vom 
23. August 2021 sei aufzuheben und A.________ sei zur Bezahlung der voll-
ständigen Forderung von Fr. 4'318.60 zuzüglich Zinsen ab dem 7. Januar 
2021 sowie die vorinstanzlichen Verfahrenskosten zu verpflichten.

A.________ hat sich nicht vernehmen lassen. Die Regierungsstatthalterin 
hat am 11. Oktober 2021 unter Verweis auf ihren Entscheid auf eine 
Vernehmlassung verzichtet. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Gemeinde hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, 
ist durch den angefochtenen Entscheid grundsätzlich besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist, unter 
Vorbehalt von E. 1.2 hiernach, einzutreten.

1.2 Die Gemeinde beantragt die (vollumfängliche) Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheids. Im Umfang, in dem die Vorinstanz das Rechtsmittel 
des Beschwerdegegners abgewiesen und die Gemeinde obsiegt hat, ist 
diese durch den angefochtenen Entscheid nicht (formell) beschwert (vgl. 
dazu Michael Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 79 N. 4 i.V.m. Art. 65 N. 9). Auf ihre Beschwerde 
ist insoweit nicht einzutreten. 

1.3 Da der Streitwert unter Fr. 20'000.-- liegt, ist die Einzelrichterin zur 
Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Sie überprüft den angefochtenen Ent-
scheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass der Vater des Beschwerdegeg-
ners zwei Zimmer der Wohnung im Erdgeschoss bereits 1991 in ein separa-
tes Studio umbaute und eine Küche, ein WC mit Lavabo und eine Dusche 
(insgesamt 7 BW) installierte. Sie ist damit den Angaben des Beschwerde-
gegners gefolgt, wonach er diese Sanitäranlagen im Jahr 2011 lediglich er-
setzt habe. Die Gemeinde widerspricht dieser Sachverhaltsfeststellung nicht 

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(vgl. insb. «Prüfung Baugesuch» der Bauverwaltung vom 14.8.2013, Proto-
kollauszug der Kommission Hochbau/Raumplanung vom 17.10.2013, beides 
in unpag. act. 4D). Dass er 2011 ein neues Doppellavabo und eine neue 
Dusche (insgesamt 4 BW) in der Dreizimmerwohnung neben dem Studio 
einbaute, hat der Beschwerdegegner hingegen anerkannt; er hat den ange-
fochtenen Entscheid, der die Anschlussgebühren für diese Anlagen bestä-
tigte, denn auch nicht angefochten. Weiter ist unbestritten, dass beim Einbau 
der Sanitäranlagen im Jahr 1991 weder eine Baubewilligung ausgestellt 
wurde noch eine Meldung an die Gemeinde erfolgte. Diese hat den Einbau 
des Studios offenbar erst aufgrund der amtlichen Bewertung im Jahr 2012 
zur Kenntnis genommen (unpag. act. 4D Unterlagen der Steuerverwaltung; 
vgl. auch dort gelbes Post-it vom 6.6.2013). Am 22. Oktober 2013 erteilte sie 
dafür eine nachträgliche Baubewilligung (unpag. act. 4D) und am 16. No-
vember 2018 stellte sie die hier umstrittenen Kanalisationsanschlussgebüh-
ren in Rechnung (act. 4A pag. 7). Gemäss der daraufhin erlassenen Verfü-
gung vom 6. November 2020 (act. 4A pag. 2 f.) hatte die Gemeinde davor 
letztmals am 22. April 1993, mithin nach Installation der fraglichen Anlagen, 
Kanalisations- und Anschlussgebühren erhoben. Der Beschwerdegegner 
hat zwar nicht geltend gemacht, er habe die hier umstrittenen Gebühren be-
reits damals bezahlt. Er hat sich aber auf den Standpunkt gestellt, die Ge-
bührenforderung für die Sanitäranlagen im Studio sei verjährt. Die Vor-
instanz ist dieser Ansicht gefolgt und hat die Beschwerde insoweit teilweise 
gutgeheissen (angefochtener Entscheid E. 8.3). 

3.

3.1 Die Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass 
die fraglichen Sanitäranlagen im Studio im Jahr 1991 eingebaut und im 
Jahr 2011 ersetzt wurden, weshalb von diesem Sachverhalt auszugehen ist 
(vgl. aber hinten E. 4). Das Abwasserentsorgungsreglement der EG Frutigen 
vom 21. Oktober 2004 (AWR) ist am 1. Januar 2005 in Kraft getreten. Bis 
Ende 2004 galt das Abwasserreglement vom 21. Juni/25. Oktober 1974 
(AWR 74). Weder nach altem noch nach neuem Recht war bzw. ist der 
blosse Ersatz von sanitären Anlagen gebührenpflichtig. Unbestrittenermas-
sen ist daher die Erstinstallation im Jahr 1991 massgebend. Die Vorinstanz 

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hat nach neuem Recht geprüft, ob die Forderung besteht, fällig und verjährt 
ist. Sie hat sich dabei auf die Übergangsbestimmung in Art. 39 AWR gestützt 
(angefochtener Entscheid E. 7.2, E. 8.1 und E. 8.3.2). Diese lautet wie folgt:

Vor Inkrafttreten dieses Reglements bereits fällige einmalige Gebühren 
werden nach bisherigem Recht (Bemessungsgrundlage und Gebühren-
ansätze) erhoben. Im Übrigen gelten die gebührenrechtlichen Bestim-
mungen des vorliegenden Reglements ohne Einschränkungen.

Die Übergangsbestimmung sieht vor, dass bereits fällige Gebühren noch 
nach bisherigem Recht bemessen werden. 

3.2 Nach Art. 50 Abs. 1 AWR 74 war für jeden direkten oder indirekten 
Anschluss eine einmalige Gebühr zu bezahlen, die vom amtlichen Wert der 
angeschlossenen Liegenschaften berechnet wurde. Die einmalige Kanalisa-
tionsanschlussgebühr wurde auf den Zeitpunkt des Kanalisationsanschlus-
ses fällig (Art. 54 Abs. 1 AWR 74). Bei Erhöhung des amtlichen Werts infolge 
Neu- oder Umbauten hatte eine Nachzahlung zu erfolgen, sofern der Mehr-
wert Fr. 10'000.-- überstieg (Art. 52 Abs. 3 AWR 74). Für den Einbau zusätz-
licher sanitärer Anlagen an sich, d.h. ohne massgebliche Wertsteigerung, 
bestand keine Nachzahlungspflicht (vgl. auch BVR 1991 S. 308 E. 2c und 
3d). Auslöser für eine Nachzahlung war folglich eine Erhöhung des amtlichen 
Werts, der auch als Bemessungsgrundlage diente. Knüpft eine Gebühr an 
den amtlichen Wert der Liegenschaft an, setzt deren Bestimmung eine amt-
liche Bewertung voraus. Entsprechend war nach der Rechtsprechung des 
Verwaltungsgerichts in solchen Fällen grundsätzlich auch für die Fälligkeit 
der Forderung der Zeitpunkt massgebend, in dem das amtliche Schätzungs-
protokoll vorlag. Denn die Möglichkeit, Leistung zu verlangen, setzt notwen-
digerweise voraus, dass diese aufgrund der massgebenden Anspruchs-
grundlagen bestimmt – d.h. bei Geldforderungen berechnet – werden kann 
(BVR 1991 S. 308 E. 5a; zum Ganzen VGE 21769 vom 16.7.2004 E. 7.2; 
JTA 1176 vom 19.4.2006 E. 3.6).  

3.3 Den Akten lässt sich entnehmen, dass am 12. Januar 1993 aufgrund 
des Anbaus eines Zimmers und Balkons eine amtliche Bewertung stattfand 
(unpag. act. 4D Unterlagen der Steuerverwaltung) und die Gemeinde am 
22. April 1993 Kanalisations- und ARA-Anschlussgebühren in Rechnung 
stellte (Verfügung vom 6.11.2020, act. 4A pag. 3). Nach dem Gesagten 
musste es sich dabei um eine Nachzahlung aufgrund der bei der amtlichen 

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Neubewertung festgestellten Wertsteigerung gehandelt haben. Damit wäre 
auch der Einbau der sanitären Anlagen im Studio berücksichtigt, wenn diese 
vor dem 12. Januar 1993 installiert wurden. Gestützt auf den Sachverhalt, 
von dem alle Verfahrensbeteiligten ausgehen, wäre die Beschwerde schon 
aus diesem Grund abzuweisen. Allerdings betraf das Bauvorhaben im Jahr 
1992 nicht den Einbau eines Studios, sondern den Anbau eines Zimmers an 
die bestehende Wohnung sowie eine neue Pergola. Weiter geht aus dem 
Protokoll der amtlichen Schatzung vom 12. Januar 1993 hervor, dass sich 
im Erdgeschoss der Liegenschaft eine Wohnung mit einer Küche und einem 
Bad/WC befand. Von einem Studio und einer zweiten Küche sowie zusätzli-
chem WC und Lavabo ist nicht die Rede. Es scheint deshalb nicht ausge-
schlossen, dass die zusätzlichen Sanitäranlagen erst später eingebaut wur-
den, wobei für den genauen Installationszeitpunkt keine Anhaltspunkte be-
stehen. Mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen kann dies offenbleiben, 
denn unabhängig davon, ob die Anlagen nach der Neubewertung im Jahr 
1993, aber noch vor Inkrafttreten des neuen Rechts oder erst später instal-
liert wurden, erweist sich die Beschwerde als unbegründet.

4.

4.1 Sollte das Studio mit den zusätzlichen Sanitäranlagen zwischen Feb-
ruar 1993 und Dezember 2004 eingebaut worden sein, hätte dies eine Nach-
zahlungspflicht nur ausgelöst, wenn der amtliche Wert der Liegenschaft um 
mindestens Fr. 10'000.-- gestiegen wäre. Zudem fand nach 1993 erst am 
9. August 2012 wieder eine amtliche Bewertung statt. Da die Fälligkeit nach 
altem Recht eine amtliche Bewertung voraussetzte (vorne E. 3.2), wäre eine 
allfällige Nachzahlungsforderung unter Geltung des AWR 74 nicht fällig ge-
worden. Nach der Übergangsbestimmung in Art. 39 AWR wäre die Nachge-
bühr folglich nach neuem Recht zu erheben. Das Gleiche gilt, sofern die um-
strittenen Anlagen erst nach Inkrafttreten des AWR, d.h. nach dem 1. Januar 
2005, erstmals installiert worden wären.

4.2 Nach geltendem Recht ist für jeden zusätzlichen BW eine Nachge-
bühr geschuldet (Art. 30 Abs. 4 AWR), die mit der Installation fällig wird 
(Art. 33 Abs. 2 AWR). Nach Art. 34 Abs. 3 AWR verjähren Anschlussgebüh-

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ren 10 Jahre nach der Fälligkeit. Zwar wird die Verjährung einer Nachgebühr 
nicht ausdrücklich geregelt. Art. 34 Abs. 3 AWR unterscheidet aber immerhin 
zwischen einmaligen und wiederkehrenden Gebühren, weshalb naheliegt, 
dass auch die Nachgebühren 10 Jahre nach Fälligkeit verjähren. Denn das 
Institut der Verjährung im öffentlichen Recht gilt als allgemeiner Rechts-
grundsatz auch dann, wenn eine ausdrückliche Bestimmung darüber fehlt; 
diesfalls sind die gesetzlichen Fristenregelungen für verwandte Ansprüche 
heranzuziehen (zum Ganzen BVR 2001 S. 341 E. 3a; BGE 140 II 384 E. 4.2; 
VGE 2018/460 vom 20.6.2019 E. 4.1). Daraus folgt, dass die Gebühren 
unter neuem Recht jedenfalls dann verjährt sind, wenn die umstrittenen BW 
vor November 2008, d.h. mehr als zehn Jahre vor Rechnungstellung, instal-
liert worden sind. Davon ist gestützt auf die Akten auszugehen, da die Sani-
täranlagen im Studio unbestrittenermassen im Jahr 2011 ersetzt wurden und 
zu diesem Zeitpunkt bereits älteren Datums waren (vgl. Fotos in Vorakten 4A 
pag. 38). 

4.3 Die Gemeinde macht geltend, die Verjährung sei nicht eingetreten, 
da weder der Beschwerdegegner noch sein Vater die Installationen pflicht-
gemäss gemeldet hätten. Sie habe davon keine Kenntnis gehabt und folglich 
keine Rechnung stellen können (Beschwerde S. 2 f. Bst. a). – Art. 33 Abs. 2 
AWR stellt für die Fälligkeit auf die Installation der BW ab, nicht auf die Kennt-
nisnahme der Behörde. Auch nach der Rechtsprechung und Doktrin zu 
Art. 130 Abs. 1 OR tritt die Fälligkeit unabhängig davon ein, ob der Gläubiger 
oder die Gläubigerin von Forderung und Fälligkeit Kenntnis hat oder haben 
kann (BGE 136 V 73 E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Zwar kann der Ein-
tritt der Fälligkeit ausnahmsweise vom Wissen der Gläubigerin oder des 
Gläubigers um die Grundlagen der Forderung abhängen, wenn die Schuld-
nerin oder der Schuldner deren vorläufige Unkenntnis zu verantworten hat; 
vorausgesetzt ist jedoch eine qualifizierte Meldepflichtverletzung (BGE 136 
V 73 E. 4.2). Ob diese bundesgerichtliche Rechtsprechung auf Kanalisati-
onsanschlussgebühren übertragbar ist, muss nicht vertieft geprüft werden, 
denn das Bundesgericht hat weiter erwogen, es wäre mit der Verjährungs-
ordnung insgesamt nicht vereinbar, wenn «die Durchsetzbarkeit der originä-
ren Beitragsforderungen gegenüber dem Schuldner unbegrenzt möglich 
wäre», verjährten doch (sekundäre) Ansprüche aus Vertragsverletzungen 
(Art. 127 OR) oder Deliktsansprüche (Art. 60 Abs. 1 OR) jedenfalls nach 

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zehn Jahren. Es ergänzte deshalb die von der Kenntnis abhängige Verjäh-
rungsfrist von fünf Jahren auf dem Weg der Lückenfüllung um eine absolute 
Verjährungsfrist von zehn Jahren (BGE 136 V 73 E. 4.3). Entgegen der Ge-
meinde ist nicht einzusehen, weshalb Gebührenforderungen anders als De-
liktsansprüche nie (absolut) verjähren sollten. Soweit die Gebühren nicht 
schon bezahlt wurden (vorne E. 3.3), wären sie folglich vor Rechnungsstel-
lung im November 2018 verjährt, obwohl die Gemeinde keine Meldung über 
den Anschluss der zusätzlichen BW erhielt. 

5.

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Ge-
meinde kostenpflichtig; weil sie in ihren Vermögensinteressen betroffen ist, 
hat sie die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 2 
Abs. 1 Bst. b VRPG; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum 
bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 32 i.V.m. Art. 104 N. 19). Par-
teikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegner
- Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.