# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b539533f-8f43-5597-a42d-097dd34e6130
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-15
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 15.02.2021 (publiziert) 60/2011/6 und Nr. 60/2010/40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2011-6-und-Nr--60_2021-02-15.pdf

## Full Text

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Art. 24 RPG; Art. 6 NHG. Zulässigkeit und Landschaftsverträglichkeit 

des Projekts für einen neuen Siblinger Randenturm (OGE 60/2010/6 und 
60/2010/40 vom 16. Dezember 2011) 

 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

 

 Der vorgesehene neue Randenturm erfüllt grundsätzlich die Voraus-
setzung der Standortgebundenheit, zumal es sich um den Ersatz für den be-
stehenden Turm aus dem Jahr 1882 handelt und die Errichtung von Aus-
sichtstürmen auf den Randenhöhen einem seit dem 19. Jahrhundert anerkann-
ten Bedürfnis des lokalen Tourismus entspricht (E. 3c). 

 In der geplanten Form mit einem massiven, technisch nicht erforder-
lichen Sockel und weiteren störenden Elementen (u.a. weit auskragende Aus-
sichtsplattform, Chromstahldach, Überhöhung durch einen Fahnenmast) 
kann der Turm aber nicht verwirklicht werden, da er in dieser Form einen 
schweren Eingriff ins BLN-Gebiet "Randen" darstellen würde (E. 3c und e). 

 ENHK-Gutachten als massgebende Grundlage für die Beurteilung der 
Landschaftsverträglichkeit (E. 3c).  

 

 Die Gemeinde Siblingen möchte anstelle des bestehenden, baufälligen 
Randenturms einen neuen, höheren Turm errichten. Das kantonale Bau-
inspektorat erteilte die erforderliche baurechtliche Ausnahmebewilligung. 
Gegen diesen Entscheid erhob der Schweizer Heimatschutz durch seine lokale 
Sektion Rekurs an den Regierungsrat. Dieser wies diesen Rekurs ebenso wie 
einen Rekurs gegen die später erteilte Rodungsbewilligung ab. Das Ober-
gericht hiess die gegen die beiden Rekursentscheide erhobenen Verwaltungs-
gerichtsbeschwerden gut.  

 

Aus den Erwägungen: 

 

 3.–  a)  Zu prüfen ist zunächst, ob für das vorliegende Projekt (Ersatz des 
bestehenden Siblinger Randenturms durch einen Neubau mit Verlegung des 
Wanderweges sowie Erstellung einer provisorischen Bauzufahrt auf dem 
Grundstück GB Siblingen Nr. 4 "Schlossranden") eine Baubewilligung erteilt 
werden kann. Das betroffene Gebiet liegt gemäss Bauordnung der Gemeinde 
Siblingen vom 25. Februar 2005 in einem als "Verkehrsfläche" (weisse Farbe) 
umschriebenen Gebiet. Wie der Regierungsrat jedoch zu Recht ausgeführt 

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hat, kann es sich nicht um eine eigentliche Verkehrsfläche handeln, liegt doch 
weder eine Strasse noch ein Platz vor. Vielmehr ist die betreffende Fläche na-
turbelassen und gemäss Zonenplan vollumfänglich von Wald umgeben, wes-
halb es sich jedenfalls um ein Gebiet ausserhalb der Bauzonen handelt. Über-
dies liegt das fragliche Gebiet gemäss kantonalem Richtplan1 und Natur-
schutzverordnung2 im Engeren Randenschutzgebiet (ERS) des BLN-Gebietes 
"Randen".3 Da unbestrittenerweise kein zonenkonformes Bauprojekt vorliegt, 
ist somit eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG4 erforderlich. Eine 
solche kann nur erteilt werden, wenn der Zweck der Baute und Anlage einen 
Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und keine überwiegenden 
Interessen entgegenstehen (lit. b).  

 b)  An die Standortgebundenheit eines Vorhabens im Sinn von Art. 24 
lit. a RPG sind strenge Anforderungen zu stellen, um der Zersiedelung der 
Landschaft entgegenzuwirken. Die Standortgebundenheit ist nach der bundes-
gerichtlichen Praxis zu bejahen, wenn eine Anlage aus technischen oder be-
triebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf  
einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist oder wenn ein Werk 
aus bestimmten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist. Die Standort-
gebundenheit muss ausserdem einem aktuellen und tatsächlichen Bedarf, 
nicht bloss subjektiven Wünschen, entsprechen. Sie fehlt, wenn sie im Hin-
blick auf eine künftige, sich nur möglicherweise realisierende Situation be-
hauptet wird oder wenn der vorgebrachte Zweck der Baute nur vorgeschoben 
ist. Die Standortgebundenheit eines Vorhabens folgt schliesslich auch nicht 
aus dem Umstand, dass in unmittelbarer Nähe ein zonenwidriges Bauwerk 
gleicher Zweckbestimmung schon besteht. Dagegen können Bauten, die  
einem zonenfremden, aber standortgebundenen Betrieb dienen und aus tech-
nischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen notwendig sind, ebenfalls als 
standortgebunden anerkannt werden (sogenannte "abgeleitete Standortgebun-
denheit"). Ausreichend ist sodann eine relative Standortgebundenheit. Es ist 
nicht erforderlich, dass überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt; es 
müssen jedoch besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den 

                                              
1  Vgl. Kantonaler Richtplan (Zusammenfassung Richtplan 2001 und Anpassung/nachgeführt 

2006), Grundlagen Landschaft, S. 52 mit Karte "BLN-Gebiete".  
2  § 11a der Verordnung über den Naturschutz vom 6. März 1979 (Naturschutzverordnung, 

NHV/SH, SHR 451.101) mit Anhang III (Karte Abgrenzung BLN-Gebiet "Randen"). 
3  Vgl. dazu Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vom 

10. August 1977 (VBLN, SR 451.11) mit Anhang Ziff. 1102 zum BLN-Gebiet "Randen". 
4  Bundesgesetz über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (Raumplanungsgesetz, RPG, 

SR 700). 

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vorgesehenen Standort gegenüber anderen Standorten innerhalb der Bauzone 
als viel vorteilhafter erscheinen lassen.5 

 Unter Beachtung dieser Grundsätze erscheint das vorliegende Projekt im 
Prinzip als standortgebunden, was unbestritten ist, zumal es sich um den Er-
satz eines schon seit 1882 bestehenden Aussichtsturms handelt, welcher bau-
fällig ist und aus Sicherheitsgründen nicht mehr bestiegen werden darf. Die 
Errichtung von Aussichtstürmen auf den Randenhöhen, welche einen Aus-
blick auf die umgebende Landschaft und eine Fernsicht auf die Alpen er-
möglicht, entspricht überdies einem berechtigten Bedürfnis des lokalen Tou-
rismus, wie es schon seit dem 19. Jahrhundert besteht.6 Keine Standort-
gebundenheit besteht demgegenüber grundsätzlich für Anlagen bei Aussichts-
punkten, mit welchen lediglich ein Wahrzeichen in der Landschaft bzw. ein 
besonderes Landschafts-Kunstwerk geschaffen werden soll.7 Umstritten ist 
vorliegend auch noch die Frage, ob der vom Beschwerdeführer als massiv 
empfundene Sockel mit dem vorgesehenen Magazin standortgebunden sei. 
Diese Frage kann jedoch offen gelassen werden, da das Projekt in der vor-
gesehenen Form bzw. mit dem geplanten Sockelbau – wie sich aus den nach-
folgenden Erwägungen ergibt – ohnehin nicht realisiert werden kann.8  

 c)  Einem standortgebundenen Bauvorhaben dürfen – als zweite Voraus-
setzung gemäss Art. 24 RPG – keine überwiegenden Interessen entgegen-
stehen.9 Art. 24 lit. b RPG verlangt, dass alle sich widerstreitenden räum-
lichen Interessen (private und öffentliche) ermittelt, gegeneinander abgewo-
gen und mit sachgerechten Erwägungen gewichtet werden.10 In diesem Zu-
sammenhang zu berücksichtigen sind auch die besonderen Abwägungs-
vorschriften des Natur- und Heimatschutzgesetzes11 zur Landschaftsverträg-
lichkeit von Bauprojekten, zumal es sich bei der Erteilung von Ausnahme-
bewilligungen nach Art. 24 RPG – wie übrigens auch bei der Erteilung einer 
Rodungsbewilligung – um eine Bundesaufgabe handelt und daher die Vor-

                                              
5  Vgl. dazu BGE 1C_328/2011 vom 7. März 2011 (Hotel Uto Kulm, Uetliberg) sowie Peter 

Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. A., Bern 2008, S. 220 f. 
6  Vgl. dazu auch das Gutachten der ENHK zum Neubau des Beringer Randenturms vom 4. Ok-

tober 1996, S. 2, sowie die von der kantonalen Denkmalpflege am 22. Oktober 2010 ein-
gereichten Unterlagen (mit Hinweisen auch zur Geschichte des bisherigen Turms). 

7  Vgl. dazu den Entscheid des Kantonsgerichts Appenzell Innerrhoden vom 6. September 
2005, ZBl 2006, S. 489 ff. (mit redaktionellen Bemerkungen). 

8  Vgl. zur strengen Beurteilung einer "abgeleiteten" Standortgebundenheit von Magazinen und 
Geräteräumen ausserhalb der Bauzone auch OGE Nr. 60/2007/42 vom 20. August 2010, E.2, 
Amtsbericht 2010, S. 100 ff. 

9  Art. 24 lit. b RPG. 
10  Vgl. auch Art. 3 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV, SR 700.1). 
11  Bundesgesetz über den Natur und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG, SR 451). 

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schriften der Art. 2 ff. NHG zur Anwendung gelangen. Im Bereich der in die 
Bundesinventare gemäss Art. 5 NHG aufgenommenen Gebiete, also ins-
besondere auch in dem vorliegend durch das Bundesinventar der Land-
schaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) geschützten 
Gebiet, darf ein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung nur in Er-
wägung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige In-
teressen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen.12 Wo die Er-
teilung einer Ausnahmebewilligung ein Objekt erheblich beeinträchtigen 
kann, wie dies vorliegend der Fall ist, muss grundsätzlich ein Gutachten der 
Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) eingeholt 
werden.13 Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht jedes Bauvorhaben zu 
einem Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung führen muss. Mögliche 
Beeinträchtigungen sind vielmehr an den verschiedenen Schutzzielen zu mes-
sen, die in den gesondert veröffentlichten Beschreibungen zu den Inventar-
gebieten festgehalten werden.14 Diese Schutzziele sind allerdings namentlich 
beim Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler 
Bedeutung (BLN) oft sehr allgemein gefasst und wenig aussagekräftig; sie 
müssen im Anwendungsfall von den zuständigen Behörden regelmässig noch 
konkretisiert werden, wobei der ENHK als besonderer Fachbehörde eine 
wichtige Funktion zu kommt; die entscheidenden Behörden dürfen von deren 
gutachterlichen Feststellungen nur aus triftigen Gründen abweichen.15  

 Der Beurteilung durch die kantonale Natur- und Heimatschutzkommis-
sion (KNHK), welche namentlich bei heiklen Vorhaben im Bereich der in 
kantonalen Inventaren aufgeführten Schutzzonen und -objekten beizuziehen 
ist,16 kommt daneben schon aus grundsätzlichen Überlegungen nur eine unter-
geordnete Bedeutung zu, zumal – wie erwähnt – bei möglicher erheblicher 
Beeinträchtigung von Bundesinventarobjekten ein Gutachten der Eidgenössi-
schen Natur- und Heimatschutzkommission obligatorisch eingeholt werden 
muss und primär die eidgenössische Kommission für die gleichmässige 
Durchsetzung der Inventarvorschriften im ganzen Land verantwortlich ist. Im 

                                              
12  Art. 6 NHG. 
13  Art. 7 NHG; vgl. dazu auch BGE 127 II 273 E. 4b, S. 280 f., und neuerdings das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts Nr. A-8386/2010 vom 1. Dezember 2011, E. 6.4, je mit weiteren 
Hinweisen. 

14  Vgl. zum Ganzen auch Waldmann/Hänni, Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, 
Art. 24 Rz. 22, S. 593 f. 

15  Vgl. dazu und zur laufenden Überarbeitung der gebietsspezifischen BLN-Schutzziele Rausch/ 
Marti/Griffel, Umweltrecht, Zürich/Basel/Genf 2004, Rz. 552 f., S. 183 f., und Rz. 568, 
S. 189, sowie Arnold Marti, Das Schutzkonzept des Natur- und Heimatschutzgesetzes auf 
dem Prüfstand, SJZ 2008, S. 81 ff., S. 89 f., je mit weiteren Hinweisen. 

16  Vgl. Art. 14 Abs. 2 des Gesetzes über den Natur und Heimatschutz im Kanton Schaffhausen 
vom 12. Februar 1968 (NHG/SH, SHR 451.100).  

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vorliegenden Fall wird auf die Beurteilung der KNHK auch deshalb nicht ab-
gestellt, weil gegen X., welcher gleichzeitig KNHK-Mitglied und Vorstands-
mitglied des Schaffhauser Heimatschutzes ist, Befangenheitsrügen erhoben 
wurden. Selbst wenn die Beurteilung der KNHK ebenfalls herbeigezogen 
werden könnte, würde sich am Ergebnis jedoch nichts ändern, da auch die 
kantonale Natur- und Heimatschutzkommission bezüglich des vorliegenden 
Bauvorhabens zu einem negativen Ergebnis gelangt ist.17  

 d)  Die Bedeutung des BLN-Objekts Nr. 1102 "Randen" wird im Bundes-
inventar wie folgt umschrieben: "Typische Tafeljura-Landschaft. Schichten-
folge der Juraformation mit interessanten Aufschlüssen. Reich an Versteine-
rungen. Ausgesprochenes Wald- und Landwirtschaftsgebiet. Bis heute ex-
tensive Bewirtschaftung, daher weitgehend natürliche Erhaltung der Vegeta-
tion. Reiche Flora mit zahlreichen Einstrahlungen von kontinentalen Floren-
elementen aus dem Donaugebiet, submediterranen Elementen aus Südeuropa 
und subalpinen Elementen aus dem Alpengebiet. Trockenheit und Wärme lie-
bende Vegetation an Südhängen. Wichtiges Wandergebiet." Für das durch das 
vorliegend zu beurteilende Projekt betroffene Gebiet des Siblinger Randens 
hat die ENHK in ihrem Gutachten sodann folgende konkretisierten Schutz-
ziele formuliert: 

– Ungeschmälerte Erhaltung der stark bewaldeten und noch weitgehend von 
technischen Infrastrukturen und störenden Bauten frei gebliebenen Land-
schaft. 

– Ungeschmälerte Erhaltung der naturnahen Lebensräume, insbesondere der-
jenigen mit trockener Ausprägung, und der darin vorkommenden standort-
spezifischen oder seltenen Tier- und Pflanzenarten. 

 aa)  Bei der Beurteilung des vorliegenden Projekts gelangt die ENHK 
zum Schluss, dass dieses einen schweren Eingriff in das BLN-Objekt "Ran-
den" darstelle, zumal es aus zwei unterschiedlichen Gründen nicht mit dessen 
Schutzzielen vereinbar sei. Dies wird wie folgt begründet:18 

Zum einen erweist sich die Gestaltung des Turmsockels als zu massiv und der 
Umgebung unangepasst. Während dank der transparenten Gestaltung des heu-
tigen Stahlturms der natürliche Felssporn nur wenig beansprucht und verstellt 
wird, und zudem der Wanderweg unter dem Turm hindurch geführt werden 
kann, sieht das Projekt für den neuen Turm ein massives, 4 m hohes, die Flä-
che eines kleinen Einfamilienhauses beanspruchendes, raumhaltiges Funda-
ment vor. Auf den Steinkorbsockel soll eine axial zwischen zwei Steinkorb-
mauern gesetzte Treppenanlage hochführen. Damit wird ohne überzeugenden 
Zweck – der entstehende Hohlraum ist als Abstellraum von untergeordneter 
Bedeutung und der ökologische Nutzen einer im Schatten liegenden Steinkorb-

                                              
17  Vgl. Bericht der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission vom 29. April 2009. 
18  Vgl. Gutachten, S. 4 f. 

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mauer ist hochgradig fraglich – die Waldlichtung an ihrem südwestlichen Ende 
komplett verstellt und blockiert. Die Lesbarkeit des Felssporns, auf dem sich 
der Turm erhebt, wird stark gestört. Der Wanderweg, welcher einem im Gebiet 
verbreiteten Muster folgend über den Grat läuft, muss unnötigerweise auf die 
Seite verlegt werden. Verstellt wird auch der Blick von der Lichtung Richtung 
Süden, der heute je nach Jahreszeit bzw. Belaubungszustand des Waldes än-
dert: im Winterhalbjahr eröffnet sich eine Aussicht auf das Tal und den ge-
genüberliegenden Hügelzug, wie schon am Augenschein anfangs November 
erkennbar wurde.  

Die geplante Anlage erinnert an eine mittelamerikanische Stufenpyramide und 
lässt die Mauerfragmente am Ort der historischen Burgstelle bedeutungslos 
wirken. Mit der über dem Sockel vorgesehenen Stahlkonstruktion entsteht ein 
Gebilde, welches mit seinen zwei weiteren Plattformen, der weit auskragenden 
obersten Plattform, dem Dach und dem Fahnenmast gestalterisch nicht zu be-
friedigen vermag. Schon der Sockel ist ein wuchtiges Element im lichten 
Wald, auch ohne Turmaufbau, welcher durch die eingefügte Normtür wieder-
um konterkariert wird. Die hybride Stahlkonstruktion mit den geknickten 
Hauptstützen und der zusätzlichen Mittelstütze für die gewendelte Treppe, den 
unterschiedlichen Geländerlösungen, den kreuzweisen Verspannungen aus Ka-
beln und dem vergleichsweise klein wirkenden Dach aus Chromstahlblech ist 
überladen. Die Konstruktion wirkt als eine Summe von sehr vielen Einzel-
entscheiden ohne inneren Zusammenhalt. Die beabsichtigte Gestaltung wirkt 
insgesamt massiv störend in ihrer unkontrollierten Vielfalt an Details und For-
men und lässt sich mit dem Ziel der ungeschmälerten Erhaltung der von stö-
renden Bauten weitgehend frei gebliebenen Landschaft, aber auch mit der Be-
deutung des Gebietes als "wichtiges Wandergebiet" nicht vereinbaren. 

Zum anderen führt die vorgesehene Höhe des Turms, namentlich angesichts 
der ausladenden Gestaltung der überdachten Plattform, der funktional unnöti-
gen und als Wetterschutz ungeeigneten Überdachung und der offenbar er-
forderlichen Befeuerung der Turmspitze zu einem neuen, schweren Eingriff in 
das Landschaftsbild, wie es sich vom Tal her erleben lässt. Der heutige Turm 
ist mit Ausnahme seiner Fahne vom Tal aus nicht zu sehen. Die das Klettgau 
flankierenden Hügelketten zeigen sich weitgehend frei von technischen An-
lagen, welche diese überragen. 

Der geplante Turm wird durch die exponierte Lage auf einem ins Tal vor-
springenden Sporn von weitem sichtbar sein. Er ragt über die bewaldete Kuppe 
hinaus und zieht grossräumig die Aufmerksamkeit auf sich; dies namentlich 
deshalb, weil die oberste Plattform eine Fläche von 64 m2 aufweisen soll – 
während die heutige Plattform ca. 16 m2 umfasst – und von einem Dach mit 
einer Fläche von 25 m2 überragt wird. Darüber erhebt sich der Mast mit Fahne 
und Positionslicht, welcher etwa in 26 m Höhe endet. Die vorgesehene Höhe 
dient, wie sich den Ausführungen der Projektverfasser am Augenschein ent-
nehmen lässt, weniger der Gewährleistung der Fernsicht Richtung Alpen, son-
dern vor allem dazu, den Blick auf Siblingen und auf das weiter nördlich ge-
legene Randenhaus zu ermöglichen. Damit soll nicht bloss ein Aussichtsturm, 
sondern ein Wahrzeichen in die Landschaft gestellt werden. Der Turm in der 
vorgesehenen Gestalt muss indessen vor allem als störendes, in der schützens-

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werten Landschaft des Randens unpassendes Bauwerk, das nachts überdies  
eine unerwünschte Lichtquelle trägt, qualifiziert werden. 

Der Beringer Randenturm, der 1996 neu um 9 m höher als der Vorgängerturm 
gebaut wurde, ist zwar vom Tal aus teilweise als den Horizont übersteigend 
sichtbar; er steht indessen zurückversetzt vom Haupttal, weshalb er das Ge-
samtbild weniger stark stört. Wie überdies anzumerken ist, verfolgt die Eid-
genössische Natur- und Heimatschutzkommission seit 1998 eine konsequenter 
als zuvor auf die jeweils massgeblichen Schutzziele ausgerichtete Praxis (siehe 
dazu Heinz Aemisegger/Stephan Haag, Gedanken zu Inhalt und Aufbau der 
Gutachten der Eidg. Natur- und Heimatschutzkommission, in: Umweltrecht in 
der Praxis, 1998 S. 568 ff). Im Lichte dieser Praxis ist es wenig wahrschein-
lich, dass das Beringer Projekt heute gleich wie damals beurteilt würde. 

Die ENHK beantragt aus diesen Gründen, die Beschwerde gegen die erteilten 
Baubewilligungen gutzuheissen und diese Bewilligungen aufzuheben. Die Pla-
nung eines bewilligungsfähigen Projekts wird sich an Folgendem zu orientie-
ren haben: 

Die Gestaltung soll nicht wesentlich von jener des heutigen Turms abweichen, 
sowohl in der Dimensionierung, als auch in der Materialisierung. Es ist eine 
leichte, der heutigen vergleichbare Fundierung vorzusehen. 

Die Turmhöhe muss so bemessen werden, dass sich eine Befeuerung erübrigt. 
Grundsätzlich erscheint eine Anordnung der obersten Plattform (Unterkante) 
nur unwesentlich über der Höhe der umgebenden Baumwipfel als angezeigt. 
Der heute noch bestehende, aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugängli-
che Turm aus dem Jahre 1884 mit seiner Höhe von 12 m konnte über 100 Jahre 
als Aussichtsturm dienen, weil in Zusammenarbeit mit dem Forstamt am steil 
abfallenden Hang in kleinem Radius die an diesem Standort nur langsam 
wachsende Bewaldung nieder gehalten und dadurch die Sicht auf den Gegen-
hang und bei klarem Wetter bis zu den Alpen – zum "mythischen Zentrum" der 
Schweiz – gewährleistet wurde. Solche Eingriffe zur Wahrung der Aussicht 
sind ohne weiteres auch in Zukunft möglich. 

Die Anlage der temporären Baustellenzufahrt und des Stapel- und Wende-
platzes für die Fahrzeuge ist mit den Schutzzielen des BLN vereinbar. Ins-
besondere müssen auf den dafür vorgesehenen Flächen, trotz Rodungsgesuchs-
pflicht, faktisch keine Bäume gefällt werden. Eine Wiederherstellung ist somit 
ohne bleibende Schäden möglich. 

 Die ENHK gelangt aufgrund dieser Überlegungen zum Schluss, dass der 
vorgesehene Neubau des Aussichtsturms eine schwere Beeinträchtigung des 
BLN-Objektes Nr. 1102 "Randen" darstelle und beantragt, dass die erteilten 
Bewilligungen aufgehoben werden. Im Hinblick auf die Ausarbeitung eines 
neuen Projekts hält die Kommission fest, dass 

– ein neuer Turm nicht wesentlich höher wie der bestehende werde und kein 
Dach erhalten darf, 

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– ein neuer Turm wie bisher ohne Sockel als einfache Stahlkonstruktion direkt 
aus dem Wald heraus wachsen und die Treppe innerhalb des Gevierts des 
Turms angelegt werden soll, 

– ein neuer Turm keine glänzenden und reflektierenden Materialien aufweisen 
soll. 

 … 

 e)  aa)  Bei der Beurteilung und Würdigung des ENHK-Gutachtens ist 
zunächst die Frage zu klären, was Landschaftsverträglichkeit im Sinn des 
BLN bedeutet, zumal dies auch für die Frage der Konkretisierung der Schutz-
ziele im vorliegenden Fall von Bedeutung ist, wo der Regierungsrat eine Er-
gänzung bzw. Präzisierung mit folgendem Inhalt vorschlägt: "Grundsätzlich 
bewilligungsfähige Bauvorhaben gelten aus der Sicht des Landschafts-
schutzes als unproblematisch, soweit sie das Landschaftsbild nicht beeinträch-
tigen." Bereits aus dieser Formulierung ergibt sich, dass der Regierungsrat die 
Landschaftsverträglichkeit im Sinn der BLN-Vorschriften ausschliesslich 
oder jedenfalls vorwiegend im Sinn des Schutzes des grossräumigen Land-
schaftsbildes, nicht auch der kleinräumigen Naturlandschaft verstehen will. 
Dieses Verständnis des Landschaftsschutzes ist jedoch viel zu eingeschränkt 
und lässt sich weder mit den Grundlagen des BLN noch mit den heutigen An-
forderungen an einen nachhaltigen Natur- und Landschaftsschutz vereinbaren. 
Es mag zutreffen, dass der Begriff des Landschaftsschutzes ursprünglich vor 
allem im Sinn des Schutzes des optischen Landschaftsbildes verstanden wor-
den ist.19 Bereits aus der 1962 geschaffenen Verfassungsgrundlage des Natur- 
und Heimatschutzes auf Bundesebene und dem NHG als Ausführungs-
gesetzgebung ergibt sich jedoch, dass von einem weiteren Begriff des Land-
schaftsschutzes auszugehen ist, wurde doch in Art. 24sexies aBV20 ausdrücklich 
von Schutz des heimatlichen Landschafts- und Ortsbildes sowie von Natur- 
und Kulturdenkmälern gesprochen.21 Entsprechend diesem Verfassungs-
auftrag hat der Bund 1977 gestützt auf Art. 5 NHG durch eine Verordnung 
(VBLN) das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) 
geschaffen, aus dessen Titel sich bereits ein klar über das Landschaftsbild  
hinausgehender Schutz ableiten lässt. Inzwischen spricht im Übrigen auch der 

                                              
19  Vgl. zum Begriff des Landschaftsschutzes und dessen Entwicklung Josef Rohrer in Keller/ 

Zufferey/Fahrländer (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über den Natur- und Heimat-
schutz, Zürich 1997, S. 15 ff., mit zahlreichen Hinweisen, u.a. auf BGE 90 I 341. 

20  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (BS 1, S. 3 ff.). 
21  Vgl. dementsprechend auch die Umschreibung in der Grundnorm von Art. 3 NHG.  

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Verfassungsauftrag nicht mehr vom Schutz des Landschaftsbildes als sol-
chem, sondern der Landschaft an sich.22  

 Durch das BLN besonders geschützt werden denn auch eine grosse Zahl 
von Landschaften und Naturdenkmälern von ganz unterschiedlicher Grösse, 
Lage und Beschaffenheit, wobei namentlich besonders wertvolle und mög-
lichst wenig veränderte sowie in naturnaher Weise genutzte (Kultur-)Land-
schaften und Naturdenkmäler erfasst werden. Ziel des Inventars ist es, Viel-
falt und Eigenart der einzelnen Objekte zu bewahren und gleichzeitig zur Er-
haltung der landschaftlichen Schönheit, der natürlichen Ressourcen und der 
Biodiversität der Schweiz beizutragen.23 Dieser Zielsetzung entsprechen die 
von der ENHK für das Gebiet des Siblinger Randens formulierten, an die all-
gemeine Umschreibung für das BLN-Objekt Nr. 1102 "Randen" angelehnten 
konkreten Schutzziele (ungeschmälerte Erhaltung der stark bewaldeten und 
noch weitgehend von technischen Infrastrukturen und störenden Bauten frei 
gebliebenen Landschaft; ungeschmälerte Erhaltung der naturnahen Lebens-
räume).24 Eine Grundlage für eine Einschränkung dieser Schutzziele im Sinn 
des Vorschlags des Regierungsrats, welcher den Schutz bei grundsätzlich be-
willigungsfähigen Bauvorhaben auf das Landschaftsbild beschränken will, ist 
nicht ersichtlich und würde vielmehr den Zielsetzungen des BLN-Inventars 
widersprechen. ...  

 bb)  In grundsätzlicher Hinsicht rügt der Regierungsrat, die ENHK habe 
keine bzw. keine genügende Interessenabwägung vorgenommen und ins-
besondere das Interesse an der Förderung eines naturnahen Tourismus und 
der möglichen Schaffung eines regionalen Naturparks nicht berücksichtigt. 
Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die Aufnahme eines Gebiets in das BLN-
Inventar gemäss Art. 6 NHG bewirkt, dass das betreffende Gebiet in besonde-
rem Mass die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von 
Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögli-
che Schonung verdient; allenfalls denkbar sind – sofern hiefür überwiegende 
Interessen bestehen – nur geringfügige Eingriffe, welche die Schutzziele nicht 
wesentlich beeinträchtigen.25 Ein Abweichen von der ungeschmälerten Er-
haltung darf im Übrigen bei der Erfüllung von Bundesaufgaben, wozu – wie 
erwähnt – die Erteilung von Ausnahmenbewilligungen nach Art. 24 RPG und 

                                              
22  Vgl. dazu und generell zur offen angelegten Umschreibung der NHG-Schutzobjekte Arnold 

Marti in St. Galler Kommentar zur Bundesverfassung, 2. A., Zürich/St. Gallen 2008, Art. 78 
Rz. 9, S. 78. 

23  Vgl. dazu "Das BLN im Überblick" unter www.bafu.admin.ch, Rausch/Marti/Griffel, Rz. 567 
f., S. 189, Jörg Leimbacher, Komm. NHG, Art. 5 Rz. 10 ff., S. 196 ff., und Nina Dajcar, Na-
tur- und Heimatschutz-Inventare des Bundes, Diss. Zürich 2011, S. 6 f. 

24  Vgl. dazu im einzelnen oben E. 3d. 
25  Vgl. Art. 6 Abs. 1 NHG und dazu Rausch/Marti/Griffel, Rz. 552 ff., S. 183 f. 

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von Rodungsbewilligungen gehört, nur in Erwägung gezogen werden, wenn 
ihr bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationaler 
Bedeutung entgegenstehen.26 Hinsichtlich der Abgrenzung anderer Interessen 
von ebenfalls nationaler Bedeutung besteht noch kaum eine konsistente Praxis 
des Bundesgerichts; dieses nimmt meist vielmehr eine Würdigung im Einzel-
fall vor. Als solche Interessen anerkannt wurden etwa Interessen der Landes-
verteidigung, des Hochwasserschutzes, des Fernmeldeverkehrs sowie der 
Energie- und Rohstoffversorgung, wobei aber nicht jede Anlage in diesen Be-
reichen von nationaler Bedeutung ist, sondern die Bedeutung des betreffenden 
Projekts im Gesamtrahmen gewürdigt werden muss.27 Tourismusinteressen 
wurden bisher vom Bundesgericht noch kaum je als nationale Interessen an-
erkannt, welche eine Abweichung von der ungeschmälerten Erhaltung von 
BLN-Objekten zu rechtfertigen vermögen.28 Auch der geplante neue Aus-
sichtsturm entspricht offensichtlich lediglich einem regionalen touristischen 
Interesse und vermag daher eine Abweichung von der ungeschmälerten Er-
haltung eines BLN-Objektes nicht zu begründen. Im Übrigen hat der Be-
schwerdeführer zu Recht darauf hingewiesen, dass die ENHK sich ja nicht 
grundsätzlich gegen einen neuen Randenturm ausgesprochen hat, sondern nur 
gegen die vorgesehene Turmgestaltung und -höhe. Insofern stellt sich die 
Frage einer Abwägung von unterschiedlichen nationalen Interessen gar nicht, 
wobei überdies darauf hinzuweisen ist, dass selbst bei Bestehen von gleich- 
oder höherwertigen Interessen von nationaler Bedeutung auf eine grösst-
mögliche Schonung der BLN-Objekte zu achten ist, was gegebenenfalls auch 
entsprechende gestalterische Einschränkungen und Auflagen erfordert.29 Bei 
Windenergieanlagen wiederum stellen sich ganz andere Fragen, weshalb 
diesbezüglich ohnehin nichts aus dem vorliegenden Entscheid abgeleitet wer-
den kann.30 Der Umstand, dass im Kanton Schaffhausen möglicherweise ein 
regionaler Naturpark im Sinn von Art. 23g NHG errichtet wird,31 vermag 
ebenfalls nichts an der Geltung und Anwendung der BLN-Vorschriften zu 

                                              
26  Vgl. Art. 6 Abs. 2 NHG und dazu Rausch/Marti/Griffel, Rz. 555 ff., S. 184 f. 
27  Vgl. dazu Rausch/Marti/Griffel, Rz. 557, S. 185, Leimbacher, Komm. NHG, Art. 6 Rz. 21, 

S. 215, und Dajcar, S. 135 ff. 
28  Vgl. z.B. BGE 127 II 273 E. 4e S. 286 zu einer geplanten Bootssteganlage in Ermatingen 

(blosses regionales touristisches Anliegen).  
29  Vgl. dazu Rausch/Marti/Griffel, Rz. 558, S. 185 f.; Leimbacher, Komm. NHG, Art. 6 Rz. 26, 

S. 217 f., und Dajcar, S. 139. 
30  Vgl. dazu das BAFU-Positionspapier Windenergie vom März 2010 unter www.admin.bafu.ch 

und die von den eidgenössischen Räten angenommene Motion 09.4082 (Beschleunigung der 
Bewilligungsverfahren für Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien) von Na-
tionalrat Cathomas.  

31  Die Trägerschaft soll im Januar 2012 gegründet werden; vgl. Schaffhauser Nachrichten vom 
19. November 2011, S. 17. 

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ändern. Der Einbezug von BLN-Inventargebiet in einen regionalen Naturpark 
kann selbstredend nicht zu einer Aufweichung des BLN-Schutzes führen; 
vielmehr sind bei einer Überlagerung von Park- und Inventargebieten die je-
weils strengeren Vorschriften zu beachten.32  

 cc)  Die Beschwerdegegner machen sodann allgemein noch geltend, die 
ENHK lege im vorliegenden Fall andere Massstäbe an als bei andern ent-
sprechenden Anlagen in der übrigen Schweiz, und verweisen hiefür in erster 
Linie auf das Beispiel des Uetlibergs. Dazu hält die ENHK aber zu Recht fest, 
dass der Uetliberg von einem grossen und landschaftlich tatsächlich pro-
blematischen Sendeturm der Swisscom (nationales Fernmeldeinteresse) do-
miniert werde und überdies bereits mit zahlreichen intensivtouristischen An-
lagen belegt sei, weshalb dieses Gebiet nicht mit dem naturnahen Gebiet des 
Siblinger Randens verglichen werden könne. Dies trifft unbestreitbar zu und 
kommt auch in den besonderen Schutzzielen für den Siblinger Randen zum 
Ausdruck.33 Im Übrigen kann auch darauf hingewiesen werden, dass das Bun-
desgericht durchaus auch im Gebiet des Uetlibergs auf der Einhaltung der be-
stehenden bau- und planungsrechtlichen Vorschriften beharrt.34 

 dd)  aaa)  Für die Beurteilung des Bauprojekts ist somit – wie dargelegt 
– von den von der ENHK festgelegten konkretisierten Schutzzielen auszuge-
hen, wobei geprüft werden muss, ob diese Zielsetzungen durch das vorliegen-
de Bauvorhaben eingehalten werden oder nicht. Unbestritten geblieben ist 
hierbei, dass am vorgesehenen Standort ein Aussichtsturm erstellt werden 
darf, zumal es sich um eine Ersatzbaute handelt und die Standortgebundenheit 
gegeben ist.35 Zu prüfen ist jedoch, ob die vorgesehene Ersatzbaute mit den 
konkretisierten Schutzzielen vereinbar ist oder nicht. Die ENHK verneint dies 
namentlich aus zwei Gründen. Zunächst wird die Gestaltung und Materiali-
sierung des vorgesehenen Turms kritisiert. Tatsächlich ist nicht ersichtlich, 
weshalb in der sensiblen, bisher abgesehen vom einfach und transparent kon-
struierten Stahlturm unverbauten Naturlandschaft ein derart massiver Turm-
sockel in der Grösse eines Einfamilienhauses erstellt werden muss, womit die 
Waldlichtung versperrt wird, der natürliche Geländeverlauf nicht mehr voll-
ständig einsehbar ist und der auf dem Grat verlaufende Wanderweg verlegt 
werden muss. Auch die bestehenden Mauerfragmente der historischen Burg-

                                              
32  Vgl. dazu Arnold Marti, Bundesinventargebiete und neue Naturpärke: Gemeinsamkeiten, Un-

terschiede, Bewertung, in: Bisang/Hirschi/Ingold (Hrsg.), Umwelt und Gesellschaft im Ein-
klang? Festschrift für Willi Zimmermann, Zürich/St. Gallen 2011, S. 31 ff., S. 40. 

33  Vgl. dazu oben E. 3d/Einleitung. 
34  Vgl. BGE 1C_328/2010 vom 7. März 2011 (Ablehnung der nachgesuchten nachträglichen 

bau- und forstrechtlichen Bewilligungen für verschiedene bereits erstellte Neubauten und -an-
lagen). 

35  Vgl. dazu oben E. 3b. 

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anlage werden dadurch völlig unnötig tangiert, wenn es sich hierbei auch nur 
um eine geringfügige Beeinträchtigung handelt.36 Ein entsprechendes mas-
sives Fundament ist aber jedenfalls weder von der Konstruktion des Turms 
her erforderlich, noch dient es einem zulässigen zwingenden Zweck. Insoweit 
liegt jedenfalls keine blosse Architekturkritik vor. Vielmehr wird die Schutz-
zielsetzung (möglichst ungeschmälerte Erhaltung der bisher weitgehend frei 
gebliebenen Naturlandschaft) durch diesen Sockelbau völlig unnötig und 
nicht nur geringfügig beeinträchtigt. Bereits dieser Mangel führt dazu, dass 
das vorliegende Baugesuch in der vorgelegten Form nach insoweit einmütiger 
Auffassung der urteilenden Kammer des Obergerichts jedenfalls nicht be-
willigt werden kann.  

 bbb)  Die ENHK macht weitere Mängel des vorliegenden Projekts gel-
tend. So vermöchten weitere Gestaltungselemente (namentlich die weit aus-
kragende oberste Plattform, das Dach und der Fahnenmast) nach Auffassung 
der ENHK gestalterisch nicht zu befriedigen. Die ENHK findet, die hybride 
Stahlkonstruktion mit den geknickten Hauptstützen und der zusätzlichen Mit-
telstütze für die gewendelte Treppe, den unterschiedlichen Geländerlösungen, 
den kreuzweisen Verspannungen aus Kabeln und dem vergleichsweise klein 
wirkenden Dach aus Chromstahlblech sei überladen. Die Konstruktion wirke 
als eine Summe von sehr vielen Einzelentscheiden ohne inneren Zusammen-
halt. Die beabsichtigte Gestaltung wirke insgesamt massiv störend in ihrer 
unkontrollierten Vielfalt an Details und Formen und lasse sich daher mit dem 
Ziel der ungeschmälerten Erhaltung der von störenden Bauten weitgehend frei 
gebliebenen Landschaft nicht vereinbaren. Diese Kritik betrifft sehr aus-
geprägt die Turmgestaltung, und es ist insofern nicht ganz unverständlich, 
dass der Regierungsrat rügt, es handle sich vorwiegend um Architekturkritik, 
die mit der Landschaftsverträglichkeit nichts zu tun habe. Letzteres trifft al-
lerdings nach Auffassung der Gerichtsmehrheit insofern nicht zu, als das Ziel 
der ungeschmälerten Erhaltung der weitgehend von technischen Infrastruktu-
ren frei gebliebenen Landschaft und der naturnahen Lebensräume eine mög-
lichst wenig störende, naturnahe Gestaltung des grundsätzlich zulässigen 
Turms erfordert. Es kann hierbei nach Auffassung der Gerichtsmehrheit auch 
darauf hingewiesen werden, dass für die Schaffung eines eigentlichen Wahr-
zeichens, wie dies die Beschwerdegegnerin 1 im Zusammenhang mit der Er-
stellung eines neuen Turms beansprucht, ganz abgesehen von der Land-
schaftsverträglichkeit keine Standortgebundenheit geltend gemacht werden 
kann.37 Nach Auffassung der Gerichtsminderheit könnte dagegen der Turm – 
abgesehen vom unnötigen und störenden Sockelbau – grundsätzlich in der 

                                              
36  Vgl. dazu Stellungnahme der Kantonsarchäologie vom 6. Januar 2011. 
37  Vgl. oben E. 3b a.E. 

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vorgelegten Form verwirklicht werden, da er lediglich Ersatz des bestehenden 
Turms bildet, Randentürme zum Schaffhauser Landschaftsbild gehören und 
die baugesuchstellende Gemeinde über eine gewisse gestalterische Freiheit 
sollte verfügen können. Die Gerichtsminderheit würde daher nur eine Auflage 
machen, weniger störendes Material zu verwenden sowie auf den massiven 
Sockelbau zu verzichten. 

 ccc)  Im Zusammenhang mit der Turmgestaltung ist noch die besondere 
Frage der Turmhöhe umstritten, welche die ENHK als übermässig beurteilt. 
Sicher trifft es zu, dass der geplante Turm durch die exponierte Lage auf dem 
ins Tal vorspringenden Sporn des Siblinger Randens von weither sichtbar ist, 
soweit er die bewaldete Kuppe überragt. Andererseits ist zu beachten, dass die 
Funktion eines grundsätzlich zulässigen Aussichtsturms nur gewährleistet ist, 
wenn er die Baumwipfel überragt und eine Aussicht effektiv ermöglicht. 
Nach Möglichkeit soll ein Aussichtsturm auch eine Rundumsicht gewähr-
leisten, weshalb es insoweit verständlich ist, dass die Beschwerdegegnerin 1 
auch eine Sicht auf das Siblinger Randenhaus ermöglichen will. Soweit es 
ohne übermässigen Eingriff in die Landschaft möglich ist, darf hierbei auch 
die Sicht auf die Standortgemeinde ermöglicht werden. In diesem Sinn er-
scheint das ENHK-Gutachten nach einmütiger Auffassung der urteilenden 
Gerichtskammer als zu streng, soweit es lediglich eine Turmhöhe von zwei 
Metern über den heute bestehenden Baumwipfeln ermöglichen will. Dies vor 
allem auch deshalb, weil für die Zukunft ein Zurückschneiden der Wald-
bäume empfohlen wird, was kaum im Sinn eines wohlverstanden Natur- und 
Landschaftsschutzes ist.38 Wird ein Aussichtsturm zugelassen, was im vorlie-
genden Fall dem Grundsatz nach unbestritten geblieben ist, muss daher in 
Kauf genommen werden, dass der Turm die Silhouette der bewaldeten Ran-
denhöhe durchbricht und vom Tal her sichtbar ist. Es kann in diesem Zu-
sammenhang auch darauf hingewiesen werden, dass die andern vergleich-
baren Randentürme durchaus auch Höhen von 20 Metern (Schleitheimer Ran-
denturm) bzw. 26 Metern (Beringer Randenturm) aufweisen,39 wobei die Er-
höhung des Beringer Randenturms von 18 auf 26 Meter von der ENHK noch 
1996 als landschaftsverträglich bezeichnet wurde mit dem Hinweis, dass der 
neue Turm das BLN-Gebiet kaum mehr beeinträchtigen würde als der be-
stehende und solche Aussichtstürme überdies Kulturobjekte seien, die vom 
zunehmenden Verständnis für unsere Landschaft und vom Tourismus des 

                                              
38  Vgl. dazu auch das ENHK-Gutachten zum Beringer Randenturm vom 4. Oktober 1996, wo 

ein entsprechendes Niederhalteservitut als Widerspruch zur Walderhaltungspflicht bezeichnet 
wurde. 

39  ... Der Hagenturm (40 m) stellt insofern eine Besonderheit dar, als dessen primäre Funktion 
einer Übermittlungseinrichtung im Rahmen der Landesverteidigung dient. 

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19. Jahrhunderts zeugten.40 Es trifft zwar zu, dass der Beringer Randenturm 
weniger exponiert ist als der Siblinger Randenturm, doch übersteigt er eben-
falls den Horizont. Dies wird aber durch die konkretisierten BLN-Schutzziele 
auch nicht ausgeschlossen, zumal sich diese nicht ausdrücklich mit der Hori-
zontlinie befassen, sondern lediglich allgemein eine ungeschmälerte Er-
haltung der von technischen Infrastrukturen und störenden Bauten frei ge-
bliebenen Landschaft verlangen, was – wie erwähnt – den notwendig ge-
wordenen Ersatz des bestehenden Aussichtsturms nicht ausschliesst und von 
dessen Funktion her bzw. zur Vermeidung problematischer Niederhalte-
anordnungen eine gewisse Erhöhung des Turms erfordert. Insoweit vermag 
nach Auffassung der urteilenden Gerichtskammer auch die heutige, metho-
disch konsequentere Praxis der ENHK, welche namentlich eine ausdrückliche 
Konkretisierung der Schutzziele verlangt, die viel strengere Beurteilung als 
beim Beringer Randenturm – entgegen den Darlegungen im ENHK-Gut-
achten – nicht zu begründen.  

 ddd)  Nach einmütiger Auffassung der urteilenden Kammer des Ober-
gerichts könnte somit grundsätzlich ein höherer Turm gebaut werden, als dies 
die ENHK zulassen will. Die Zulassung einer über das von der ENHK zu-
gestandene Mass hinausgehenden Turmerhöhung legt allerdings für die Ge-
richtsmehrheit eine besonders rücksichtsvolle, möglichst einfache und wenig 
störende Bauweise nahe, welcher die vorgesehene Gestaltung mit der – auch 
unter Sicherheitsaspekten41 nicht unproblematischen – grossen, weit aus-
kragenden Aussichtsplattform, dem chromstahlglänzenden Dach und dem 
grossen Fahnenmast nicht entspricht.42 Ein neuer Turm sollte vielmehr wie 
bisher ohne Sockel als einfache Stahlkonstruktion direkt aus dem Wald her-
aus wachsen und die Treppe innerhalb des Gevierts des Turms angelegt wer-
den; überdies sollte der Turm keine glänzenden und reflektierenden Materia-
lien aufweisen und keinen Dachaufbau, sondern höchstens allenfalls einen 
nicht sehr grossen, unauffälligen Fahnenmast erhalten.43 Es kann in diesem 
Zusammenhang auch darauf hingewiesen werden, dass die ENHK im Falle 
des Beringer Randenturms die frühere Konstruktion als eher schwerfällig be-
zeichnet und eine neuzeitliche elegantere Form als wünschbar bezeichnet 

                                              
40  Vgl. dazu das erwähnte ENHK-Gutachten, S. 2. 
41  Soweit ersichtlich wurde namentlich die Frage eines genügenden Fluchtwegs nicht geprüft. 
42  Vgl. zum Grundsatz grösstmöglicher Schonung von BLN-Objekten auch Art. 6 Abs. 1 NHG 

und dazu Rausch/Marti/Griffel, Rz. 558, S. 185 f., Leimbacher, Komm. NHG, Art. 6 Rz. 26, 
S. 217 f., und Dajcar, S. 139. 

43  Vgl. dazu die Empfehlungen der ENHK im Gutachten, S. 5, auf welche insoweit verwiesen 
werden kann. 

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hat.44 Bei einem neuen Projekt werden daher nach Auffassung der Gerichts-
mehrheit die erwähnten Grundsätze (einfache und elegante, möglichst wenig 
störende Bauweise) zu beachten sein, und auch die Turmhöhe wird auf das im 
erwähnten Sinn nötige Mass (Plattformhöhe maximal 19 m, Turmspitze ma-
ximal 25 m) zu beschränken sein.45 Dabei ist insbesondere auch dafür zu sor-
gen, dass keine zusätzliche Lichtquelle (Befeuerung wegen Flugsicherheit) 
nötig wird. Dies sollte aber bei einer Höhe unter 25 Metern nach den An-
gaben der Baugesuchstellerin ohne weiteres möglich sein. 

 Die Gerichtsminderheit würde demgegenüber den vorgesehenen neuen 
Turm in der projektierten Form, aber ohne Sockelbau, mit unproblematischen 
Materialien und einer Maximalhöhe von 25 Metern zulassen. 

 f)  Die unterschiedlichen Auffassungen von Gerichtsmehrheit und Ge-
richtsminderheit wirken sich auch auf das Ergebnis aus. Nach Auffassung der 
Gerichtsmehrheit muss das Projekt in verschiedener, im Einzelnen noch nicht 
bestimmter Hinsicht (namentlich bezüglich Sockel, Treppenaufgang, Platt-
form, Dach und Fahnenmast) überarbeitet werden, was eine grundsätzliche 
Projektänderung darstellt, eine neue Ausschreibung erfordert und daher ent-
gegen der Auffassung der Baugesuchstellerin nicht durch Auflagen im Rah-
men des vorliegenden Beschwerdeverfahrens erledigt werden kann.46 Die er-
teilte baurechtliche Ausnahmebewilligung muss daher aufgrund der von der 
Gerichtsmehrheit bemängelten Punkte in Gutheissung der Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde aufgehoben werden. Die von der Gerichtsminderheit be-
mängelten Punkte (Weglassen des unnötigen und störenden, für die Kon-
struktion nicht erforderlichen Sockelbaus und andere Materialwahl) könnten 
dagegen nach Auffassung der Gerichtsminderheit durch eine bloss teilweise 
Gutheissung und Anbringung entsprechender Auflagen berücksichtigt wer-
den. 

                                              
44  Vgl. Gutachten vom 4. Oktober 1996, S. 1 und S. 2. Vgl. auch die mit der Vernehmlassung 

des Regierungsrats vom 9. März 2010 eingereichte Beilage "Aussichtstürme Schweiz/ 
Deutschland" mit guten und schlechten Beispielen. 

45  Vgl. dazu oben E. 3e dd ccc. 
46  Vgl. dazu Art. 73 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht im Kan-

ton Schaffhausen vom 1. Dezember 1997 (Baugesetz, SHR 700.100); zu den Grenzen einer 
Korrektur eines Baubewilligungsentscheids durch blosse Auflagen OGE Nr. 60/1999/10 vom 
3. Dezember 1999, E. 5b, c, Amtsbericht 1999, S. 117 ff. (keine wesentliche Projektänderung 
bei Auflage der Verbreiterung der Erschliessungsstrasse bei grösserer Reihenhausüberbau-
ung).