# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22f1b05a-89d3-5f30-b626-ddc2a7cf88c6
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 12.01.2021 460 20 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-20-161_2021-01-12.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

12. Januar 2021 (460 20 161) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Gefährdung durch Sprengstoffe etc. 

 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richter  

Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  

Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

 

Polizei Basel-Landschaft, Hauptabteilung Verkehrssicherheit, 

Administrativmassnahmen, Brühlstrasse 43, 4415 Lausen,  

Privatklägerin 

  

 

gegen 

 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Simon Berger,  

Lindenstrasse 2, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschuldigter 

 

 

Gegenstand Gefährdung durch Sprengstoffe etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts  

Basel-Landschaft vom 19. Mai 2020 

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A. Mit Urteil vom 19. Mai 2020 erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft A.____ der qua-

lifizierten Sachbeschädigung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Geld-

strafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 100.-- (unter Anrechnung der ausgestandenen vorläufigen 

Festnahme von einem Tag), bei einer Probezeit von 3 Jahren und als Zusatzstrafe zum Straf-

mandat des Auditors vom 9. Dezember 2019, sowie zu einer Busse von Fr. 2'000.-- resp. einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen (Ziffer 1a des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Ferner spra-

chen die Vorderrichter A.____ von der Anklage der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht frei (Ziffer 1b des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Hinsicht-

lich der Beschlagnahme, der Zivilforderung, der Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskos-

ten sowie des Honorars der amtlichen Verteidigung wird auf die Ziffern 2 bis 5 des vorinstanzli-

chen Urteilsdispositivs verwiesen.  

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben der 

Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils einge-

gangen. 

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mit Ein-

gabe vom 25. Mai 2020 Berufung an. In ihrer Berufungserklärung vom 7. August 2020 beantragte 

die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, der Beschuldigte sei zusätzlich wegen Gefährdung 

durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht schuldig zu sprechen und zu 

einer − gegenüber der vom Strafgericht ausgefällten Sanktion − erhöhten sowie schuldangemes-

senen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Dementsprechend sei die Ziffer 1b des vorinstanzlichen Ur-

teilsdispositivs aufzuheben.  

 

C. Mit Eingabe vom 31. August 2020 erklärte der Beschuldigte, vertreten durch Advokat 

Simon Berger, dass er auf eine Anschlussberufung verzichte und die Abweisung der Berufung 

beantrage.  

 

D. Der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 

stellte mit Verfügung vom 3. September 2020 fest, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin 

weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben.  

 

E. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hielt mit Berufungsbegründung vom 5. Okto-

ber 2020 an ihren mit Berufungserklärung vom 7. August 2020 gestellten Rechtsbegehren fest.  

 

F. Mit Berufungsantwort vom 3. Dezember 2020 beantragte der Beschuldigte, es sei die 

Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und das angefochtene Urteil zu bestätigen, 

unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates.  

 

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G. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erscheinen der Beschuldigte 

A.____ mit seinem Verteidiger, Advokat Simon Berger, sowie der Vertreter der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft. Die Parteien wiederholen ihre Anträge gemäss den eingereichten 

Rechtsschriften. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die 

Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 

mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 

begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 

StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. 

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 19. Mai 2020 ange-

fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 25. Mai 2020 (Be-

rufungsanmeldung) respektive vom 7. August 2020 (Berufungserklärung) hat die Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist ihrer Erklärungspflicht nachgekom-

men. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru-

fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 

(EG StPO, SGS 250). Die Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft erfüllt somit sämt-

liche Formalien, weshalb auf diese einzutreten ist.  

 

 

II. Materielles 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Gegen das Urteil des Straf-

gerichts Basel-Landschaft vom 19. Mai 2020 hat einzig die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

ein Rechtsmittel ergriffen. Konkret richtet sich die Berufung gegen den Freispruch von der An-

klage der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht. Demnach 

bildet im vorliegenden Berufungsverfahren einzig der vorgängig genannte Punkt Gegenstand der 

richterlichen Überprüfung. 

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1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 

2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) veranker-

ten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der 

wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt 

die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten un-

günstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel beste-

hen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn 

der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abs-

trakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 

Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn 

das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeits-

voraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach 

hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und 

Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (ESTHER 

TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 83 und Fn 268 zu N 83; 

BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Be-

reich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; 

BGE 129 IV 6, E. 6.1). 

 

2. Mit Urteil vom 19. Mai 2020 erwägt das Strafgericht Basel-Landschaft, dass aufgrund 

des Geständnisses des Beschuldigten, der Bilder der Videoüberwachung, des Protokolls des 

WhatsApp-Chats sowie der beim Beschuldigten sichergestellten "Horror Knall"-Rakete als erstellt 

zu erachten sei, dass der Beschuldigte am 11. November 2018, um ca. 03.39 Uhr, am Aufbau 

der an der B.____strasse in C.____, auf der Höhe der Liegenschaft D.____, installierten semi-

stationären Radaranlage einen sogenannten "Horror Knall"-Feuerwerkskörper mit Klebeband an-

gebracht und anschliessend gezündet habe. Damit habe sich der Beschuldigte der qualifizierten 

Sachbeschädigung schuldig gemacht. Demgegenüber sei der Beschuldigte von der Anklage der 

Gefährdung durch Sprengstoff und Gase in verbrecherischer Absicht freizusprechen. Zwar 

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handle es sich beim verwendeten "Horror Knall"-Feuerwerkskörper um Sprengstoff im Sinne des 

Straftatbestands, gleichwohl fehle es an der Gemeingefährlichkeit, welche gemäss der von der 

herrschenden Lehre vertretenen Repräsentationstheorie Tatbestandsvoraussetzung bilde. Dem-

gemäss sei erforderlich, dass die gefährdete Person oder die gefährdete fremde Sache vom Zu-

fall ausgewählt sei, mithin nicht von vornherein individuell bestimmt. Im vorliegenden Fall er-

scheine die semistationäre Radaranlage nicht als vom Zufall ausgewählter Repräsentant der All-

gemeinheit, sondern sei vom Beschuldigten gezielt ausgesucht worden. Da, abgesehen von die-

sem individuell vorbestimmten Objekt, keine weiteren Gegenstände oder Personen konkret ge-

fährdet worden seien, fehle es am objektiven Tatbestandsmerkmal der Gemeingefahr.  

 

3. Demgegenüber bringt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mit Berufungserklärung 

vom 7. August 2020 vor, dass das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung die Individualthe-

orie anwende, wonach die Schaffung einer Gemeingefahr gerade nicht Voraussetzung einer Ver-

urteilung wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

darstelle.  

 

Mit Berufungsbegründung vom 5. Oktober 2020 macht die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

ergänzend geltend, der Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-

brecherischer Absicht bilde ein konkretes Gefährdungsdelikt und setze objektiv voraus, dass der 

Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen oder fremdes Eigen-

tum konkret in Gefahr bringe. Damit der Tatbestand erfüllt sei, genüge jeder wie auch immer 

geartete Umgang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur der Gefährdungserfolg eintrete. 

Hinsichtlich dieses Gefährdungserfolgs folge das Bundesgericht der sogenannten Individualthe-

orie und lasse die gezielte Gefährdung eines bestimmten Menschen oder einer bestimmten frem-

den Sache genügen. Demnach sei zur Erfüllung des objektiven Tatbestands keine Gemeingefahr 

erforderlich. Diese Rechtsprechung habe auch im vorliegenden Fall zur Anwendung zu kommen. 

Die Botschaft vom 31. März 1924 über den Entwurf zu einem Bundesgesetz betreffend den ver-

brecherischen Gebrauch von Sprengstoffen und giftigen Gasen lege überdies dar, dass bei der 

Anwendung von giftigen Gasen oder Sprengstoffen der Umfang der Wirkung vom Täter nicht 

beschränkt werden könne und deshalb in der Gefährdung des Einzelnen zugleich eine Gefähr-

dung der Allgemeinheit enthalten sei. Folglich entspreche die Individualtheorie dem gesetzgebe-

rischen Willen. Hinzu komme, dass das vorliegende Verfahren betreffend den Tatbestand der 

Gefährdung durch giftige Gase oder Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht in die Kompetenz 

des Bundes falle und einzig aufgrund der durch die Bundesanwaltschaft erlassenen Vereini-

gungsverfügung vom 5. Dezember 2019 durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft geführt 

worden sei. Es sei davon auszugehen, dass das Bundesstrafgericht der Individualtheorie gefolgt 

wäre und den Beschuldigten demzufolge verurteilt hätte. Somit sei es im Sinne der Rechtsgleich-

heit angezeigt, die Praxis des Bundesstrafgerichts sowie des Bundesgerichts auch im vorliegen-

den Fall anzuwenden.  

 

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Vor den Schranken des Kantonsgerichts rügt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, die vom 

Beschuldigten verwendete "Horror Knall"-Rakete habe eine derart gefährliche Wucht erzeugt, 

dass Trümmerteile 20 bis 30 Meter weit geflogen seien. Im unglücklichsten Fall hätte in diesem 

Moment ein Fahrzeug an der Radaranlage vorbeifahren können. Mit dem Zünden der Lunte habe 

der Beschuldigte die Kontrolle über das weitere Geschehen aus der Hand gegeben.  

 

4. Der Beschuldigte seinerseits führt mit Berufungsantwort vom 3. Dezember 2020 aus, die 

Vorinstanz sei zu Recht der Repräsentationstheorie gefolgt. Die Darlegungen der Botschaft vom 

31. März 1924 über den Entwurf zu einem Bundesgesetz betreffend den verbrecherischen Ge-

brauch von Sprengstoffen und giftigen Gasen seien nicht ohne Weiteres auf die Rechtsanwen-

dung rund 100 Jahre später anzuwenden. Im Gegenteil sei massgebend, dass die Botschaft aus 

dem Jahr 1924 Nachfolgerin des drakonischen Sprengstoffgesetzes von 1894 sei, welches vor 

dem Hintergrund anarchistischer Sprengstoffattentate geschaffen worden sei. Weder die politi-

schen Verhältnisse noch die Beherrschbarkeit von Sprengstoffen im Sinne der verwendeten Ra-

kete seien mit den Verhältnissen vor fast 100 Jahren vergleichbar. Eine zeitgemässe Gesetzes-

auslegung habe zwischen einem Bubenstreich mit einem handelsüblichen Feuerwerkskörper und 

tatsächlich gemeingefährlicher Verbrechen mit Sprengstoff zu unterscheiden, zumal sich andern-

falls die Androhung einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr nicht rechtfertigen lasse. Es sei 

zu beachten, dass verschiedenste pyrotechnische Gegenstände legal zu Vergnügungszwecken 

und teilweise durch Minderjährige verwendet werden dürften. Die erforderliche Unterscheidung 

werde einzig durch Anwendung der Repräsentationstheorie gewährleistet, welche das Vorliegen 

einer Gemeingefahr verlange.  

 

Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung legt der Beschuldigte ergänzend dar, dass 

der herrschenden Lehre zu folgen sei, welche die Repräsentationstheorie vertrete und demnach 

eine Gemeingefährlichkeit voraussetze. Namentlich sei der fragliche Tatbestand im Strafgesetz-

buch unter dem Titel "Gemeingefährliche Verbrechen und Vergehen" aufgeführt, weshalb es wi-

dersinnig wäre, wenn der Tatbestand keine Gemeingefahr erfordern würde. Im Übrigen sei darauf 

hinzuweisen, dass sich die Radaranlage in einem offenen Gelände befunden habe, wobei auf-

grund der Tatzeit, nämlich 03.30 Uhr, sowie des Tatorts in C.____ nicht damit zu rechnen gewe-

sen sei, dass sich Personen in der Nähe befinden könnten. Folglich fehle es am Erfordernis der 

Gemeingefahr.  

 

5. In tatsächlicher Hinsicht ist unter Hinweis auf die Anzeige der Polizei Basel-Landschaft 

vom 21. November 2018 (act. 83 ff.), die Fotodokumentation der Polizei Basel-Landschaft vom 

6. Dezember 2018 (act. 109 ff.), das Protokoll des WhatsApp-Gruppen-Chats "D.____" (act. 125 

ff.), das Beschlagnahmegut (act. 61) sowie das Geständnis des Beschuldigten anlässlich seiner 

Einvernahmen vom 5. Dezember 2018 (act. 167 ff.) und vom 16. Juli 2019 (act. 183 ff.) sowie vor 

den Schranken des Strafgerichts (act. S 49) festzustellen, dass der angeklagte Sachverhalt ohne 

Weiteres als erstellt zu erachten ist, weshalb die Parteien die sachlich zutreffenden Ausführungen 

der Vorderrichter zu Recht nicht rügen und auf diese verwiesen werden kann (vgl. S. 3 f. des 

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angefochtenen Urteils). Somit ist erstellt, dass der Beschuldigte am 11. November 2018, um ca. 

03.39 Uhr, am Aufbau der an der B.____strasse in C.____, auf der Höhe der Liegenschaft 

D.____, installierten semistationären Radaranlage einen sogenannten "Horror Knall"-Feuer-

werkskörper mit Klebeband angebracht und anschliessend gezündet hat. Durch diese Detonation 

hat der Beschuldigte an der semistationären Radaranlage einen Sachschaden in der Höhe von 

insgesamt Fr. 11'200.80 verursacht. Ebenso ist der durch die Vorinstanz ausgefällte Schuld-

spruch wegen qualifizierter Sachbeschädigung gestützt auf Art. 144 Abs. 3 des Schweizerischen 

Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) nicht strittig. Zu diskutieren ist jedoch, ob eine zusätzliche 

Verurteilung wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB zu erfolgen hat.  

 

6.1 Gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, 

wer vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und 

Leben von Menschen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. Ist nur Eigentum in unbedeuten-

dem Umfang gefährdet worden, so kann auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

erkannt werden (Art. 224 Abs. 2 StGB).  

 

6.2 Sodann definiert Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über explosionsgefährliche Stoffe 

(Sprengstoffgesetz, SprstG, SR 941.41) Sprengstoffe als einheitliche chemische Verbindungen 

oder Gemische solcher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder auf 

andere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer zerstörenden Kraft, 

sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnismässig geringer Menge gefährlich 

sind. Demgegenüber legt Art. 7 SprstG fest, dass gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Ex-

plosiv- oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen, sondern zu anderen industriellen, technischen 

oder landwirtschaftlichen Zwecken bestimmt sind, wie Signalmittel, Wetterraketen oder Patronen 

zum Schweissen oder Härten von Metallen (lit. a) oder bloss dem Vergnügen dienen, wie die 

Feuerwerkskörper (lit. b), als pyrotechnische Gegenstände definiert werden. Somit erhellt, dass 

die vom Beschuldigten vorliegend verwendete "Horror Knall"-Rakete gemäss Art. 7 lit. b SprstG 

unter den Begriff der pyrotechnischen Gegenstände zu subsumieren ist, welche grundsätzlich 

nicht als Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu qualifizieren sind, ausgenommen sie 

bewirken besonders grosse Zerstörungen oder werden zum Zwecke der Zerstörung verwendet 

(6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019, E. 4.2.5). Angesichts des erstellten Sachverhalts, wonach 

der Beschuldigte die "Horror Knall"-Rakete einzig zur Beschädigung der semistationären Radar-

anlage eingesetzt hat, besteht kein Zweifel, dass der Feuerwerkskörper aufgrund des konkreten, 

destruktiven Verwendungszwecks vorliegend unter den Sprengstoffbegriff von Art. 224 Abs. 1 

StGB fällt.  

 

6.3 Des Weiteren genügt gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Sinne der 

Individualtheorie die Gefährdung eines bestimmten Menschen oder einer bestimmten fremden 

Sache; eine Gemeingefahr wird mithin nicht vorausgesetzt (6B_1248/2017 vom 21. Februar 

2019, E. 4.4.2; BGE 103 IV 241). Demgegenüber verlangt die klar herrschende Lehre im Sinne 

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der Repräsentationstheorie das Vorliegen einer Gemeingefahr, zumal als Tathandlung beliebige 

Verhaltensweisen in Frage kommen. Danach genügt zwar im Ergebnis die Gefährdung einer Per-

son oder einer fremden Sache, diese darf aber nicht von vornherein individuell bestimmt, sondern 

muss vom Zufall ausgewählt sein. Es wird mithin vorausgesetzt, dass das gefährdete einzelne 

Rechtsgut die Allgemeinheit repräsentiert, damit das Element der Gemeingefahr gegeben ist. Die 

konkrete Gefährdung eines einzelnen Menschen oder einer einzelnen fremden Sache genügt 

also nicht (GÜNTER STRATENWERTH/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil 

II, 7. Aufl. 2013, § 29 N 5 und 17 sowie vor § 28 N 3 ff.; BRUNO ROELLI, Basler Kommentar StGB, 

4. Aufl. 2019, Art. 224 N 6 sowie vor Art. 221 N 9 ff.; STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, Praxiskom-

mentar StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 224 N 5; WOLFGANG WOHLERS/GUNHILD GODENZI/STEPHAN 

SCHLEGEL, Handkommentar StGB, 4. Aufl. 2020, Art. 224 N 1; vgl. auch Urteil des Obergerichts 

des Kantons Luzern vom 4. Februar 2010 [Verfahrensnummer: 21 09 111]). Das Kantonsgericht 

Basel-Landschaft (bzw. das ehemalige Obergericht des Kantons Basel-Landschaft) hat sich be-

reits in seinen Urteilen vom 22. November 1988 (BJM 1989 S. 216 ff.) sowie vom 4. Juli 2006 

(Verfahrensnummer: 100 05 943) zur Repräsentationstheorie bekannt, woran festzuhalten ist. 

Der Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB ist ausgesprochen weit gefasst. Mithin genügt bereits die blosse 

Gefährdung von fremdem Eigentum, um den Tatbestand zu erfüllen. Eine derart ausgedehnte 

Strafbarkeit ist jedoch dem schweizerischen Strafrecht grundsätzlich fremd. Nach Ansicht des 

Berufungsgerichts ist es daher die Absicht des Gesetzgebers gewesen, nur den qualifizierten, 

also den gemeingefährlichen Einsatz von Sprengstoff nach Art. 224 StGB zu sanktionieren. Die 

äusserst weit gefasste Strafbarkeit sowie das hohe Strafmass von Freiheitsstrafe nicht unter ei-

nem Jahr (vgl. Art. 224 Abs. 1 StGB) sind einzig im historischen Kontext erklärbar: Die heutigen 

Strafnormen zu den Sprengstoffdelikten gehen auf das Sprengstoffgesetz von 1924 zurück, das 

jenes von 1894 ersetzte, welches seinerseits durch anarchistische Umtriebe in der Schweiz und 

Attentate im Ausland veranlasst wurde. Es gestaltete die vorsätzliche Gefährdung zu verbreche-

rischen Zwecken, die vorsätzliche Gefährdung und die fahrlässige Gefährdung als reine (kon-

krete) Gefährdungsverbrechen aus (BRUNO ROELLI, a.a.O., Art. 224 N 3). Die ursprüngliche An-

sicht des Gesetzgebers von 1924, wonach die blosse Gefährdung zum Beispiel von fremdem 

Eigentum durch Sprengstoff automatisch als gemeingefährlich zu qualifizieren ist, da bei der An-

wendung von Sprengstoff der Umfang der Wirkung vom Täter nicht beherrscht werden könne 

(vgl. BGE 115 IV 113, E. 3b mit Verweis auf die Botschaft vom 31. März 1924 über den Entwurf 

zu einem Bundesgesetz betreffend den verbrecherischen Gebrauch von Sprengstoffen und gifti-

gen Gasen, BBl 1924 I 593 f. Ziff. IV), kann aufgrund der seither eingesetzten technischen Ent-

wicklung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Vielmehr sind die damaligen Überlegungen des 

Gesetzgebers nach rund 100 Jahren in den vorgenannten historischen Kontext der Strafnormen 

zu setzen. So kann es nicht ernsthaft die ratio legis sein, beispielsweise das blosse In-Gefahr-

Bringen einer konkreten fremden Sache mittels Sprengstoff − worunter nach vorgängig Ausge-

führtem auch bereits legal erhältliche Feuerwerkskörper fallen können − nach Art. 224 Abs. 1 

StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu bestrafen, während die vorsätzliche Zerstörung 

derselben Sache auf anderem Weg als durch Sprengstoff nach Art. 144 Abs. 1 StGB lediglich auf 

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Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe sanktioniert wird. Diese Ansicht wird 

dadurch gestärkt, dass der Begriff der Gemeingefahr zwar nur bei den Art. 221 f. StGB Tatbe-

standselement bildet, indessen die Marginalie des 7. Titels auch Art. 224 StGB ausdrücklich als 

gemeingefährliches Verbrechen und Vergehen benennt. Auch das auffallend hohe Strafmass im-

pliziert eine durch die Tatmittel hervorgerufene Gemeingefahr, welche eben gerade nicht ohne 

Weiteres in jedem beliebigen Fall, in dem Sprengstoff eine Rolle spielt, vorliegt.  

 

Folgt man der klar vorherrschenden Repräsentationstheorie, so ist in Bezug auf den vorliegenden 

Fall zu konstatieren, dass die semistationäre Radaranlage nicht als vom Zufall ausgewählte Re-

präsentantin der Allgemeinheit erscheint, sondern gezielt vom Beschuldigten ausgesucht worden 

ist, um diese mittels Feuerwerkskörper zu beschädigen. Damit fehlt es am objektiven Tatbe-

standsmerkmal der Gemeingefahr, weshalb der Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe 

und giftige Gase in verbrecherischer Absicht ausscheidet.  

 

6.4 Wie sodann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen erhellt, bildet der vorliegende Fall 

auch aufgrund der konkreten Gegebenheiten offenkundig kein Anwendungsfall von Art. 224 

Abs. 1 StGB. Die Botschaft vom 31. März 1924 über den Entwurf zu einem Bundesgesetz betref-

fend den verbrecherischen Gebrauch von Sprengstoffen und giftigen Gasen (BBl 1924 I 593 f. 

Ziff. IV) hält explizit fest, dass der Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht insofern gemeingefährlicher Natur sei, als bei der Anwendung 

von Sprengstoffen oder giftigen Gasen der Umfang der Wirkung vom Täter nicht beschränkt wer-

den könne und deshalb in der Gefährdung des Einzelnen zugleich eine Gefährdung der Allge-

meinheit enthalten sei. Eine derartige Situation war in casu allerdings zu keinem Zeitpunkt gege-

ben, zumal der Beschuldigte − wie sogleich aufzuzeigen ist − durchwegs den Tathergang kon-

trollieren und die beschränkte Wirkung des verwendeten Feuerwerkskörpers korrekt einschätzen 

konnte, weshalb nie eine Gefährdung der Allgemeinheit vorgelegen hat.  

 

Laut dem Ermittlungsbericht der Polizei Basel-Landschaft vom 28. Dezember 2018 habe es sich 

bei der verwendeten "Horror Knall"-Rakete um einen Feuerwerkskörper der Kategorie F3 gehan-

delt, welche in der Schweiz zugelassen und bei den entsprechenden Verkaufsstellen ab 18 Jah-

ren frei erhältlich sei. Bei normalem Gebrauch im Freien werde der Feuerwerkskörper mittels 

angebrachtem Holzstab und Abschussrohr gezündet. Im vorliegenden Fall sei der Holzstab aller-

dings vorgängig entfernt und der Feuerwerkskörper mittels Klebeband an der Radaranlage fixiert 

worden (act. 131). Folglich hat der Beschuldigte in casu keinen illegalen Gegenstand mit nicht 

kontrollierbaren Konsequenzen verwendet, sondern vielmehr einen legal erhältlichen Feuer-

werkskörper, dessen Wirkung er genau gekannt hat. Mithin hat der Beschuldigte die Reaktion, 

welche der Feuerwerkskörper ausgelöst hat, exakt abschätzen können, zumal es sich bei der 

"Horror Knall"-Rakete um einen handelsüblichen, bei diversen Gelegenheiten von einer Vielzahl 

an Personen verwendeten Feuerwerkskörper handelt. Dementsprechend ist auch dem Kurzbe-

richt des Forensischen Instituts Zürich vom 17. Juni 2019 zu entnehmen, dass Feuerwerkskörper 

der Kategorie F3 − wie beispielsweise die vorliegend verwendete Rakete − für die Verwendung 

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in weiten, offenen Bereichen im Freien vorgesehen seien (act. 161). Wie aufgrund der Fotodoku-

mentation der Polizei Basel-Landschaft vom 8. Dezember 2018 (act. 109 ff.) sowie des Berichts 

der Polizei Basel-Landschaft vom 6. Dezember 2018 (act. 151) ersichtlich ist, war die semistati-

onäre Radaranlage in einer Grünrabatte mit Büschen platziert, wobei es sich zweifellos um einen 

weiten, offenen Bereich handelt. Folgerichtig hat der Beschuldigte den Feuerwerkskörper an ei-

nem bestimmungsgemässen Ort verwendet und diesen gerade nicht in einer Menschenmenge 

oder an einem anderweitig gefährlichen Ort gebraucht. Somit erhellt, dass der Beschuldigte den 

Feuerwerkskörper an der allein in der Landschaft stehenden semistationären Radaranlage ange-

bracht und um etwa 03.30 Uhr in der Nacht gezündet hat, mithin zu einem Zeitpunkt, in welchem 

bei der Dorfausfahrt von C.____ mit keinem Verkehr mehr zu rechnen ist. Hinzu kommt, dass der 

verwendete Feuerwerkskörper lediglich über eine kurze Zündschnur verfügte (act. 139 ff.), so-

dass der Zündungsvorgang nur wenige Sekunden dauerte und der Beschuldigte den Tatablauf 

durchwegs unter Kontrolle hatte, zumal er auf der langen, geraden B.____strasse einen etwaigen 

Verkehrsteilnehmer rechtzeitig aus der Ferne hätte erkennen können. Entgegen dem Vorbringen 

der Staatsanwaltschaft war die Wirkung des Feuerwerkskörpers im konkreten Fall demnach ohne 

Weiteres jederzeit kontrollierbar. Der Tathergang war daher keineswegs von Zufälligkeiten ab-

hängig; im Gegenteil beherrschte der Beschuldigte das Geschehen umfassend durch aktive und 

präventive Vorkehrungen. Folglich bestand in casu zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für einen 

Menschen oder eine andere Sache als eben das vom Beschuldigten ausgewählte Objekt, nämlich 

die semistationäre Radaranlage. Entsprechend war für ein noch unbestimmtes Objekt oder eine 

noch unbestimmte Person von vornherein keine Gefahr ersichtlich, weshalb der Tatbestand der 

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht nicht erfüllt und der 

Beschuldigte in diesem Punkt freizusprechen ist. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft ist demnach abzuweisen.  

 

7. Soweit die Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft die Strafzumessung be-

trifft, ist darauf hinzuweisen, dass diese Rüge einzig auf den Fall des Schuldspruchs wegen Ge-

fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht beschränkt ist. Im vor-

liegenden Berufungsverfahren wurde das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft hinsichtlich 

des Freispruchs von der Anklage der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbre-

cherischer Absicht jedoch bestätigt, weshalb sich Ausführungen betreffend die Bemessung der 

Strafe erübrigen. In Beachtung der vorstehenden Erwägungen erhellt somit, dass das Urteil des 

Strafgerichts Basel-Landschaft vom 19. Mai 2020 in Abweisung der Berufung der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vollumfänglich zu bestätigen ist.  

 

 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Entspre-

chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der Abweisung der Berufung der 

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Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der 

Höhe von Fr. 4'000.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 3'750.-- (§ 12 Abs. 1 der Ver-

ordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) und Auslagen von Fr. 250.-- (§ 3 

Abs. 6 GebT), zu Lasten des Staates.  

 

2. Ferner ist zu prüfen, ob der Beschuldigte Anspruch auf eine Parteientschädigung für das 

Berufungsverfahren hat. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädi-

gung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 ff. StPO. Diesen Bestimmun-

gen ist zwar keine Regelung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen, dessen ungeach-

tet hat sich indes auch der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach Mass-

gabe des Obsiegens oder Unterliegens zu richten (PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss 

Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, Rz. 578; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxis-

kommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 436 N 1; STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 436 N 4). Angesichts des vorliegenden Verfahrensausgangs 

ist dem Beschuldigten eine Parteientschädigung aus der Gerichtskasse zu entrichten. Mit Hono-

rarnote vom 11. Januar 2021 weist der Verteidiger des Beschuldigten einen Aufwand von 

13.75 Stunden à Fr. 200.-- aus. Für die Berufungsverhandlung sind ausserdem 2.5 Stunden ein-

zusetzen, weshalb Advokat Simon Berger für seine Bemühungen im Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'307.40 (inklusive Auslagen von Fr. 57.40) zuzüglich 7.7% Mehr-

wertsteuer von Fr. 254.65, somit insgesamt Fr. 3'562.05, aus der Gerichtskasse zu entrichten ist.   

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I.  Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 19. Mai 2020, aus-

zugsweise lautend: 

 

"1. a) A.____ wird der qualifizierten Sachbeschädigung schuldig 

erklärt und verurteilt  

 

 zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessät-

zen zu je CHF 100.00, 

 unter Anrechnung der vom 5. Dezember 2018, 06:00 Uhr, bis 

zum 5. Dezember 2018, 10:15 Uhr, ausgestandenen vorläu-

figen Festnahme, insgesamt ausmachend ein (1) Tag, 

 

 bei einer Probezeit von 3 Jahren, 

 

 als Zusatzstrafe zum Urteil des Militärgerichts (Untersu-

chungsrichter/Auditorenregion 2) vom 9. Dezember 2019, 

 

 sowie zu einer Busse von CHF 2'000.00, 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 144 Abs. 3 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 2 StGB, Art. 51 StGB sowie 

Art. 106 StGB. 

 

     b) A.____ wird von der Anklage der Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht freige-

sprochen.  

 

 2. Der beschlagnahmte Feuerwerkskörper («Horror Knall») 

wird in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur 

Vernichtung eingezogen.  

 

 3. Der Beurteilte wird bei seiner Erklärung behaftet, der Polizei 

Basel-Landschaft, Brühlstr. 43, 4415 Lausen, v.d. Stephanie 

Eymann, CHF 11'200.80 (abzüglich der bereits geleisteten 

Ratenzahlungen von CHF 6'000.00) zu bezahlen.  

 

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 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver-

fahrens von CHF 2'693.00 und der Gerichtsgebühr von 

CHF 2'000.00. 

 

 A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von 

Art. 426 Abs. 1 StPO. 

 

 5. Die Kosten des amtlichen Verteidigers, Advokat S. Berger, 

in Höhe von  

 Honorarnote inkl. Auslagen + 7.7% MwSt. CHF3'217.40 

 Honorarnote HV: 5 Std. à CHF 200.00 + 7.7% MwSt CHF1'077.00 

 Total CHF 4'294.40 

 

 (wovon CHF 1'534.75 für den Aufwand vor Anklageerhe-

bung sowie CHF 2'759.65 für den Aufwand nach Anklageer-

hebung [inkl. Auslagen]) werden unter Vorbehalt der Rück-

zahlungsverpflichtung von A.____ nach Art. 135 Abs. 4 

StPO aus der Gerichtskasse entrichtet." 

 

wird in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft vollumfänglich bestätigt.  

 

 II.  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.--, beinhaltend 

eine Gebühr von Fr. 3'750.-- sowie Auslagen von Fr. 250.--, gehen zu 

Lasten des Staates.  

 

 III.  Dem Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Simon Berger, wird für 

das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 3'307.40 (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von 

Fr. 254.65, somit insgesamt Fr. 3'562.05, aus der Gerichtskasse ent-

richtet.  

 

 

Präsident 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
Dominik Haffter 

 

 

 

Gegen diesen Entscheid ist Beschwerde beim Bundesgericht erhoben worden (6B_795/2021). 
 

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