# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4379c48b-5725-54db-b3cf-a121bef134b6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 29.04.2013 VB120017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB120017_2013-04-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 
 

Geschäfts-Nr.: VB120017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichter lic. iur. M. Burger, 

Vizepräsident, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter 

lic. iur. P. Helm und Oberrichter lic. iur. M. Langmeier sowie die Ge-

richtsschreiberin lic. iur. A. Gürber 

 

Beschluss vom 29. April 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Bezirksgericht Meilen,  
Beschwerdegegnerin 

 

 

 

betreffend Aufsichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Bezirksgerichts 
Meilen vom 15. November 2012 (EB120229-G) 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Im Rahmen eines beim Bezirksgericht Meilen hängigen Rechtsöffnungver-

fahrens (Geschäfts-Nr. EB120229-G) stellte der Gesuchsteller im betreffenden 

Verfahren, Rechtsanwalt lic. iur. A._____, (unter anderem) folgenden Antrag 

(act. 3/22 S. 3): 

"Die beiden unterzeichnenden Rechtsvertreter des Gesuchsgegners, 
RA B._____ und C._____, juristischer Mitarbeiter mit Venia, seien bei 
der Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte wegen Verletzung 
von BGFA 12 lit. a zu verzeigen." 

Mit Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 15. November 2012 betreffend 

Rechtsöffnung wurden die Sistierungsanträge der Parteien abgewiesen und das 

Gericht trat auf das Rechtsöffnungsgesuch nicht ein, soweit das Gesuch nicht als 

durch Rückzug erledigt abgeschrieben wurde (act. 2 S. 9). In den Erwägungen 

dieses Entscheides behandelte das Bezirksgericht Meilen auch die beantragte 

Anzeige bei der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte (nachfol-

gend: Aufsichtskommission) und kam zum Schluss, dass eine Meldung im Sinne 

von Art. 15 BGFA ausser Betracht falle (act. 2 S. 6 ff.). 

2. Mit Eingabe vom 30. November 2012 erhob Rechtsanwalt lic. iur. A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) rechtzeitig Aufsichtsbeschwerde gegen die 

Verweigerung der Vornahme einer Anzeige durch das Bezirksgericht Meilen mit 

folgenden Anträgen (act. 1 S. 2): 

"1. Der Rechtsvertreter des vorinstanzlichen Gesuchsgegners, RA 
B._____, sowie der für dessen juristischen Mitarbeiter mit Venia, 
C._____, zuständige Rechtsanwalt, seien bei der Aufsichtskom-
mission über die Rechtsanwälte wegen Verletzung von BGFA 12 
lit. a zu verzeigen; 

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu-
lasten RA B._____, sowie des für dessen juristischen Mitarbeiter 
mit Venia, C._____, zuständigen Rechtsanwaltes." 

 

- 3 - 

3. Die Aufsichtsbehörde stellt nach § 83 Abs. 2 GOG die Aufsichtsbeschwerde 

den Betroffenen zur schriftlichen Vernehmlassung zu, wenn sie sich nicht sofort 

als unbegründet erweist. Da dies - wie im Folgenden zu zeigen sein wird - der Fall 

ist, kann auf eine Vernehmlassung verzichtet werden.  

II. 

1. Gemäss § 80 lit. b i.V.m. § 84 GOG i.V.m. § 18 lit. k der Verordnung über die 

Organisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungskommission des 

Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstell-

ten Gerichte und nach § 80 Abs. 2 GOG die mittelbare Aufsicht über die den Be-

zirksgerichten unterstellten Behörden aus (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, 

Kommentar zum zürcherischen Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisa-

tion im Zivil- und Strafprozess, Zürich/Basel/Genf 2012, N 1 zu § 80 und N 1 zu 

§ 84). Die Verwaltungskommission ist daher zur Behandlung der Beschwerde zu-

ständig. 

2. Aufgabe der Aufsichtsbehörde ist es, durch Gebrauch ihrer Aufsichts- und 

Disziplinargewalt auf entsprechende Anzeige hin ein ordnungs- und rechtswidri-

ges Verhalten einer Justizperson zu ahnden (sog. administrative Beschwerde) 

oder eine tatsächlich oder vermeintlich unrechtmässige oder unzweckmässige 

Anordnung aufzuheben (sog. sachliche Beschwerde). Die sachliche Beschwerde 

kann grundsätzlich gegen alle Erlasse der unteren Gerichte ergriffen werden, wel-

che diese in ihrer Eigenschaft als Justizverwaltungsbehörden in einem konkreten 

Streitfall gegenüber einer Prozesspartei getroffen haben und die mit keinem 

Rechtsmittel anfechtbar sind (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., N 25 zu § 82).  

3. Vorliegend verlangt der Beschwerdeführer nicht die Ahndung eines - angeb-

lich - ordnungs- oder rechtswidrigen Verhaltens der am Entscheid vom 15. No-

vember 2012 beteiligten Gerichtspersonen bzw. richtet sich seine Beschwerde 

nicht gegen die Person der beiden Amtsträger, sondern er verlangt vielmehr sinn-

gemäss die Aufhebung einer seiner Ansicht nach unrichtigen Anordnung des Be-

zirksgerichts Meilen und Vornahme der unberechtigterweise vom Bezirksgericht 

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Meilen abgelehnten Handlung durch die Aufsichtsbehörde (vgl. act. 1 S. 2). Es 

handelt sich vorliegend somit um eine sachliche Beschwerde. Der Entscheid des 

Bezirksgerichts Meilen, keine Anzeige bei der Aufsichtskommission einzureichen, 

stellt nicht eine prozessleitende, auf die Gewinnung eines Endentscheides im 

Rechtsöffnungsverfahren zielende Prozesshandlung dar, sondern einen Verwal-

tungsakt im weiteren Sinne des Wortes, welcher nicht mit Berufung oder Be-

schwerde bei den Zivilkammern des Obergerichts des Kantons Zürich angefoch-

ten werden kann (vgl. ZR 57 [1958] Nr. 19 betreffend einen Entscheid über die 

Frage, ob Strafanzeige einzureichen sei). Insofern erweist sich die Aufsichtsbe-

schwerde (in Form der sachlichen Beschwerde) als zulässig. 

4. Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Beschwerdeführer vorliegend über-

haupt legitimiert ist, den Entscheid des Bezirksgerichts Meilen betreffend Abse-

hen von einer Anzeige bei der Aufsichtskommission mit Aufsichtsbeschwerde an-

zufechten. Voraussetzung dafür ist eine Beschwerung bzw. ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Beschwerdeführung (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., 

N 5 zu § 83). Dies erscheint zumindest fraglich, dürfte Art. 15 Abs. 1 BGFA dem 

Beschwerdeführer doch kein subjektives Recht auf Anzeigeerstattung durch das 

Bezirksgericht Meilen verschaffen. Zudem wäre es dem Beschwerdeführer ohne 

Weiteres möglich, selbst eine entsprechende Anzeige bei der Aufsichtskommissi-

on einzureichen (vgl. Poledna, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum An-

waltsgesetz, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, N 9 zu Art. 15 BGFA). Die Frage 

der Legitimation kann jedoch offen gelassen werden, da sich die Aufsichtsbe-

schwerde - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - ohnehin als unbegründet er-

weist. Offen bleiben kann aus diesem Grund auch, gegen wen genau sich die An-

zeige bei der Aufsichtskommission zu richten hätte. Der Einfachheit halber ist 

nachfolgend ausschliesslich von Rechtsanwalt lic. iur. B._____ als Rechtsvertre-

ter des Gesuchsgegners im Rechtsöffnungsverfahren die Rede. 

5. Nach Art. 15 Abs. 1 BGFA melden die kantonalen Gerichts- und Verwal-

tungsbehörden der Aufsichtsbehörde ihres Kantons unverzüglich das Fehlen per-

sönlicher Voraussetzungen nach Artikel 8 sowie Vorfälle, welche die Berufsregeln 

verletzen könnten. Vorfälle, welche nach Einschätzung der meldepflichtigen Be-

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hörde nicht als (mögliche) Verletzung einer Berufsregel angesehen werden, sind 

nicht zu melden (Poledna, a.a.O., N 2 zu Art. 15 BGFA).  

6. Der Beschwerdeführer machte zunächst geltend, der Rechtsvertreter des 

Gesuchsgegners habe wahrheitswidrig und wider besseres Wissen behauptet, 

der Beschwerdeführer sei der Rechenschafts- und Auskunftspflicht nicht nachge-

kommen (act. 3/22 S. 9, S. 11 und S. 22). Im Weiteren habe der Rechtsvertreter 

des Gesuchsgegners bewusst falsch aus dem Rechtsöffnungsbegehren zitiert, 

indem er wider besseres Wissen vorgetäuscht habe, das Rechtsbegehren würde 

die Formulierung "CHF 20'000.00" enthalten (act. 3/22 S. 11 und S. 22). 

6.1. Das Bezirksgericht Meilen führte hierzu aus, der Rechtsvertreter des Ge-

suchsgegners habe keineswegs behauptet oder suggeriert, der Beschwerdeführer 

sei seiner Auskunfts- und Rechenschaftspflicht bis zur Einreichung der Gesuchs-

antwort am 16. August 2012 nicht nachgekommen. Vielmehr habe der Rechtsver-

treter des Gesuchsgegners geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei seiner 

Rechenschafts- und Auskunftspflicht innert der vom Bezirksgericht Winterthur an-

gesetzten Frist bis zum 12. Mai 2012 nicht nachgekommen. Diese Tatsachendar-

stellung decke sich mit derjenigen des Beschwerdeführers, welcher einräume, 

seiner Rechenschafts- und Auskunftspflicht bis zum 12. Mai 2012 nicht nachge-

kommen zu sein. Damit habe der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners keine 

wahrheitswidrige Behauptung aufgestellt (act. 2 S. 7 f.). 

6.2. Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor, die gegnerischen Vorbringen 

seien ohne Zweifel so zu verstehen gewesen, dass der Beschwerdeführer seine 

Abrechnung nicht bloss bis Mai 2012 schuldig geblieben sei, sondern bis zur Ge-

suchsantwort vom 16. August 2012, und er zitiert eine Passage aus der erwähn-

ten Gesuchsantwort. Sodann halte er daran fest, dass der gegnerische Rechts-

anwalt das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers im Rechtsöffnungsgesuch 

bewusst (was den Betrag anbetreffe) falsch zitiert habe, um diesen "in die Pfanne 

zu hauen" (act. 1 S. 8). 

6.3. Betreffend die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Verletzung der Rechen-

schafts- und Auskunftspflicht ist festzuhalten, dass der Rechtsvertreter des Ge-

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suchsgegners nirgends ausdrücklich anführt, für welche Zeitperiode er eine derar-

tige Verletzung geltend macht, wobei aus dem Zusammenhang eine Zeitspanne 

bis 12. Mai 2012 (Ablauf der durch das Bezirksgericht Winterthur angesetzten 

Frist), eine Zeitspanne bis 14. Juni 2012 (Datum der durch den Gesuchsgegner 

gegen den Beschwerdeführer eingereichten Aufsichtsbeschwerde) oder eine Zeit-

spanne bis 16. August 2012 (Datum der Gesuchsantwort) in Frage käme. Auch 

aus der vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zitierten Stelle aus 

der Gesuchsantwort vom 16. August 2012 ergibt sich nichts anderes, wird dort 

doch lediglich festgehalten, der Beschwerdeführer sei seiner Rechenschafts- und 

Auskunftspflicht nicht nachgekommen, ohne dass in zeitlicher Hinsicht Ausfüh-

rungen gemacht wurden (vgl. das Zitat in act. 1 S. 8). Das Bezirksgericht Win-

terthur hat in seinem Urteil vom 16. April 2012 ausdrücklich festgehalten, der Be-

schwerdeführer habe den Erben spätestens bis zum 12. Mai 2012 eine aktuelle 

und belegte Aufstellung über Aktiven und Passiven, insbesondere über alle den 

Nachlass aktuell belastenden Forderungen und die noch vorhandenen flüssigen 

Mittel, zukommen zu lassen (act. 3/18/3 S. 28). Dass der Beschwerdeführer sei-

ner Auskunfts- und Rechenschaftspflicht während einer gewissen Zeitspanne 

nicht nachgekommen ist, ist unbestritten (vgl. act. 3/22 S. 9 und S. 11). Unter die-

sen Umständen kann - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - von einer 

Verletzung von Art. 12 lit. a BGFA keine Rede sein. Und selbst wenn der Rechts-

vertreter des Gesuchsgegners in seiner Gesuchsantwort ausdrücklich ausgeführt 

hätte, der Beschwerdeführer sei bis am 16. August 2012 seiner Rechenschafts- 

und Auskunftspflicht nicht nachgekommen, könnte von einer Anzeige bei der Auf-

sichtskommission abgesehen werden. Der Beschwerdeführer hat seine Abrech-

nung nach eigener Darstellung erst am 14. August 2012 erstellt und der Rechts-

vertreter des Gesuchsgegners hat erst unmittelbar vor Einreichung der Gesuchs-

antwort vom 16. August 2012 davon Kenntnis erhalten (am 15. August 2012 bzw. 

per Mail am 14. August 2012; vgl. act. 3/22 S. 9 f.). Zudem hat der Beschwerde-

führer am 14. August 2012 lediglich eine Stundenaufstellung erstellt (vgl. act. 3/22 

S. 9 und act. 3/23/3-4), nicht jedoch die vom Bezirksgericht Winterthur angeord-

nete Aufstellung über die Aktiven und Passiven des Nachlasses (vgl. act. 3/18/3 

S. 28 und act. 3/28 S. 13). 

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6.4. Im Weiteren führte das Bezirksgericht Meilen zutreffend aus, dass das 

Rechtsbegehren des Beschwerdeführers im Rechtsöffnungsverfahren tatsächlich 

insofern unklar war, als er um Rechtsöffnung für eine Forderung von 

"CHF 200'00.-" ersucht hatte (vgl. act. 3/1 S. 2). Dass das Bezirksgericht Meilen 

die ziffergetreue Auslegung des Rechtsbegehrens durch den Rechtsvertreter des 

Gesuchsgegners als vielleicht formalistisch bezeichnet, deren Geeignetheit zu ei-

ner Täuschung jedoch verneint hat, ist nicht zu beanstanden. Ein Verhalten, wel-

ches nach Art. 15 Abs. 1 BGFA bei der Aufsichtskommission anzuzeigen wäre, ist 

darin jedenfalls nicht zu erblicken. 

7. Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, der Einwand des 

Rechtsvertreters des Gesuchsgegners in der Gesuchsantwort, der Darlehensbe-

trag sei gar nie ausbezahlt worden, sei klarerweise erlogen und widerspreche den 

vorprozessualen schriftlichen und ausdrücklichen Zugeständnissen (act. 3/22 

S. 13 und S. 23). 

7.1. Das Bezirksgericht Meilen hielt hierzu fest, die blosse Bestreitung einer Be-

hauptung, für welche die Gegenpartei die Behauptungslast trage, sei immer zu-

lässig, auch wenn der Anwalt wisse, dass die Behauptung der Gegenpartei tat-

sächlich zutreffe. Der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners habe nichts anderes 

getan, indem er bestritten habe, dass das behauptete Darlehen an den Gesuchs-

gegner ausbezahlt worden sei. Dies wäre selbst dann zulässig, wenn die Bestrei-

tung wider besseres Wissen erfolgt wäre (act. 2 S. 8). 

7.2. Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor, der Einwand des Bezirksge-

richts Meilen greife viel zu kurz, sei doch die Zulässigkeit der Lüge im Prozess 

höchst umstritten. Vorliegend gehe es um viel mehr, nämlich um eine den Grund-

satz von Treu und Glauben krass verletzende Wendehals-Taktiererei, bei der ab-

wechslungsweise und/oder kumulativ der Gegenanwalt und/oder das Gericht an-

gelogen und betrogen werde. Gemäss Naegeli sei klar und unbestritten, dass sich 

der Anwalt an die Grundsätze von Treu und Glauben halten müsse (act. 1 S. 7). 

7.3. Art. 12 lit. a BGFA hält im Sinne einer Generalklausel fest, dass der Anwalt 

seinen Beruf sorgfältig und gewissenhaft ausüben muss. Dabei besteht Einigkeit 

- 8 - 

darüber, dass unwahre Tatsachenbehauptungen durch einen Anwalt unzulässig 

sind (Lautenbach-Koch/Gfeller, Machiavellistische Mittel in familienrechtlichen 

Verfahren, in: Anwaltsrevue 8/2012 S. 354; Fellmann, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], 

Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, N 37a zu 

Art. 12 BGFA; Bernhart, Die professionellen Standards des Rechtsanwalts, 

2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2011, S. 81; Hafter, Strategie und Technik des Zivil-

prozesses, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, N 3197; Naegeli, Darf man im 

Prozess lügen?, in: Anwaltsrevue 6-7/2010, S. 293; Schiller, Schweizerisches 

Anwaltsrecht - Grundlagen und Kernbereich, Zürich/Basel/Genf 2009, N 1527). 

Vorliegend geht es jedoch einzig um die Frage, ob die Bestreitung einer durch 

den Prozessgegner behaupteten Tatsache wider besseres Wissen zulässig ist 

oder nicht. In der Lehre wird mehrheitlich vertreten, dass die blosse Bestreitung 

einer Behauptung der Gegenpartei zulässig ist, auch wenn der Anwalt weiss, 

dass die Behauptung der Gegenpartei tatsächlich zutrifft (Naegeli, a.a.O., S. 295; 

Schiller, a.a.O., N 1528; wohl ebenso Hafter, a.a.O., N 3205 ff.; a.M. Bernhart, 

a.a.O., S. 81). Zur Begründung wird in überzeugender Weise angeführt, eine Be-

streitung sei nicht eine Behauptung, dass die von der Gegenseite behauptete 

Tatsache nicht bestehe, sondern bloss eine Aufforderung an den Prozessgegner, 

die Behauptung zu belegen (Hafter, a.a.O., N 3207; Naegeli, a.a.O. S. 295; sinn-

gemäss ebenso Schiller, a.a.O., N 1528). Damit stelle der Anwalt mit seiner Be-

streitung nicht eine unwahre Behauptung auf, und er bestreite unter Umständen in 

bester Wahrnehmung des Mandatsauftrages die gegnerische Behauptung wider 

besseres Wissen (Naegeli, a.a.O., S. 295). Nach dem Gesagten wäre die Bestrei-

tung der Auszahlung des Darlehens durch den Rechtsvertreter des Gesuchsgeg-

ners - wie das Bezirksgericht Meilen zutreffend ausführte - selbst dann zulässig, 

wenn sie wider besseres Wissen erfolgt wäre. Im Übrigen findet die vom Be-

schwerdeführer geltend gemachte, "den Grundsatz von Treu und Glauben krass 

verletzende Wendehals-Taktiererei, bei der abwechslungsweise und/oder kumula-

tiv der Gegenanwalt und/oder das Gericht angelogen und betrogen worden" sei, 

in den Akten keine Stütze. Damit ist auch in diesem Zusammenhang kein Verhal-

ten ersichtlich, welches eine Meldung bei der Aufsichtskommission erforderlich 

machen würde. 

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8. Abschliessend ist damit festzuhalten, dass kein gegen Art. 12 lit. a BGFA 

verstossendes Verhalten des Rechtsvertreters des Gesuchsgegners ersichtlich 

ist, weshalb das Bezirksgericht Meilen zu Recht davon abgesehen hat, eine An-

zeige bei der Aufsichtskommission vorzunehmen. Damit besteht auch für die 

Verwaltungskommission keine Veranlassung, eine entsprechende Anzeige zu de-

ponieren. Die Aufsichtsbeschwerde ist abzuweisen.  

III. 

1. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 800.- festzusetzen 

(§ 20 GebV OG). Ausgangsgemäss sind diese Kosten in Anwendung von § 83 

Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Prozessentschädigungen sind keine zuzusprechen. 

2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurs-

kommission. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Aufsichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren wird auf Fr. 800.- festge-

setzt. 

3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an: 

− den Beschwerdeführer 
− das Bezirksgericht Meilen, unter Beilage einer Kopie von act. 1 
− Rechtsanwalt lic. iur. B._____, … [Adresse], zweifach für sich und zu-

handen des namentlich nicht bekannten, für den Substituten C._____ 
verantwortlichen Rechtsanwaltes, und unter Beilage einer Kopie von 
act. 1 

- 10 - 

− die I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, ad  
RT120191-O 

 

6. Rechtsmittel 

Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs-

kommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht wer-

den. In der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. All-

fällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Zürich, 29. April 2013 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. A. Gürber 
 
versandt am:   
 

 

	Beschluss vom 29. April 2013
	 Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Aufsichtsbeschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren wird auf Fr. 800.- festgesetzt.
	3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an:
	 den Beschwerdeführer
	 das Bezirksgericht Meilen, unter Beilage einer Kopie von act. 1
	 Rechtsanwalt lic. iur. B._____, … [Adresse], zweifach für sich und zuhanden des namentlich nicht bekannten, für den Substituten C._____ verantwortlichen Rechtsanwaltes, und unter Beilage einer Kopie von act. 1
	 die I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, ad  RT120191-O

	6. Rechtsmittel Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurskommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Rekursschrift ...
	Zürich, 29. April 2013