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**Case Identifier:** 2d35dd16-b94a-5209-8be4-0783063f5f25
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.11.2023 720 2021 416 / 274 (720 21 416 / 274)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2021-416---274_2023-11-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. November 2023 (720 21 416 / 274) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts-

gutachtens; Zusprache einer ganzen Invalidenrente. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Joël Naef, Advokat, Ad-
vokatur von Blarer, Anton von Blarerweg 2, Postfach 289, 
4147 Aesch BL 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.a Der 1974 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 6. Dezember 2012 
unter Hinweis auf Schulter- und Fussbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Ver-
hältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) dem Versicherten mit Verfügung vom 
30. November 2017 rückwirkend für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2014 eine ganze In-

 

 
 
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validenrente zu. Für die Zeit danach verneinte sie einen Rentenanspruch. Diese Verfügung er-
wuchs unangefochten in Rechtskraft.  
 
A.b Am 28. April 2020 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV an, wobei er im ent-
sprechenden Gesuch mit einem Bericht von Dr. med. B.____, FMH Kinder- und Jugendpsychi-
atrie und -psychotherapie, eine Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation geltend 
machte. Zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts veranlasste die IV-Stelle unter an-
derem ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine 
Innere Medizin, und Dr. med. D.____ FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Gestützt auf dieses 
Gutachten verneinte sie mit Verfügung vom 2. November 2021 einen Rentenanspruch.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Joël Naef, Advokat, mit 
Eingabe vom 1. Dezember 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung der Beschwer-
degegnerin sei aufzuheben und es seien ihm ab 1. Oktober 2020 die gesetzlich geschuldeten 
Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Verfügung vom 2. No-
vember 2021 aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, mit der Weisung ein psychiatrisches und rheumatologi-
sches Gutachten einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte 
er um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat Naef als Rechtsvertreter. 
Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutach-
ten, auf das sich die Verfügung stütze, in verschiedener Hinsicht nicht beweiskräftig sei. 
 
C. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Dezember 2021 bewilligte die instruierende 
Präsidentin dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche 
Verbeiständung mit Advokat Naef als Rechtsvertreter.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Januar 2022 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 23. Juni 2022 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen 
medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen 
und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten bei Dr. med. E.____, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, anzuordnen. Am 23. März 2023 zog das Kan-
tonsgericht bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft das im parallel laufenden Strafverfah-
ren erstellte forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, bei und stellte es Dr. E.____ zur Verfügung.  
 
F. Das Gutachten von Dr. E.____ erging am 7. Juli 2023. Die Parteien erhielten in der 
Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen 
Ergebnisse auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Stellungnahme 
vom 20. Juli 2023 hielt die IV-Stelle fest, dass gestützt auf die medizinischen Erkenntnisse im 
Gerichtsgutachten von Dr. E.____, wonach ab 15. April 2020 eine vollständige Arbeitsunfähig-

 

 
 
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keit bestehe, mit Wirkung ab 1. April 2021 Anspruch auf eine ganze Rente resultiere. In seiner 
Eingabe vom 23. August 2023 erachtete der Beschwerdeführer das Gutachten ebenfalls als 
beweiskräftig und schloss auf eine vollständige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bzw. einen In-
validitätsgrad von 100%.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Wie die nach-
folgenden Erwägungen zeigen werden, ist der Versicherungsfall (rentenbegründende Invalidität; 
BGE 137 V 417 E. 2.2.4) noch vor dem 1. Januar 2022 eingetreten. Damit kommt der allgemei-
ne Grundsatz zur Anwendung, wonach im Rahmen einer Rechtsänderung dasjenige Recht gilt, 
welches bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands in Kraft stand 
(BGE 138 V 475 E. 3 mit Hinweisen; BGE 127 V 466 E. 1). Im vorliegenden Fall sind somit die 
Bestimmungen des IVG in der bis Ende 2021 geltenden Fassung anwendbar. Sie werden im 
Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 

 

 
 
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2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu 
mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 
 
2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht 
entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwi-
ckelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leis-
tungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von 
der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund-
lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei 
die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit 
Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3. Die vorliegende Angelegenheit betrifft eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Zu-
sprache einer befristeten Invalidenrente. Im Falle eines Eintretens auf eine Neuanmeldung ist 
nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG analog zu einer Renten-
revision zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (SVR 2011 IV 
Nr. 2 E. 3.2; BGE 117 V 198 E. 4b). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-

 

 
 
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tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten 
aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizini-
schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von 
Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderun-
gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingehol-
ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Schliesslich lässt es die 
Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu 
(BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b), ein Administra-
tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in de-
nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte 
wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende − Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2021 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Frage, ob seit der Verfügung vom 
30. November 2017 eine anspruchserhebliche Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen 
eingetreten ist, im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____. 
Gestützt darauf verneinte sie einen Rentenanspruch. Den im Rahmen des Verwaltungsverfah-
rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender 
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

 

 
 
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Expertise sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Ur-
teilsberatung vom 23. Juni 2022 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, 
dass diesem Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Hinsichtlich des 
rheumatologischen Fachgutachtens sah das Kantonsgericht die rechtsprechungsgemässen 
Anforderungen an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage als erfüllt an. Zudem erachtete es 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands gestützt auf den rheumatologischen Fachteil 
als erstellt. Hingegen gab das psychiatrische Fachgutachten Anlass zu Zweifel. So erwies sich 
das Gutachten sowohl in Bezug auf die Herleitung der Diagnosen als auch die daraus resultie-
renden funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als unvollständig und enthielt zahl-
reiche Ungereimtheiten und Widersprüche. Namentlich mangelte es dem Gutachten an einer 
vertieften Exploration der für eine Persönlichkeitsstörung vorausgesetzten Kardinalkriterien. Es 
fehlte sowohl an einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit der Sozial- und Familienanamnese 
sowie dem beruflichen Werdegang als auch mit der innerpsychischen Struktur des Versicher-
ten. Ins Gewicht fiel ferner, dass Dr. D.____ die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung selbst 
nicht auszuschliessen vermochte und Hinweise auf mögliche Ursachen für diagnoseinhärente 
Merkmale bzw. Persönlichkeitsauffälligkeiten eruierte. Bekräftigt wurden diese Indizien auch in 
den Berichten von Dr. B.____ vom 15. April 2020 und 26. Oktober 2020, welcher psychische 
Auffälligkeiten seitens des Versicherten bereits zur Schulzeit beschrieben und auf eine tiefgrei-
fende Bindungs- und Beziehungsstörung desselben hingewiesen hatte. Gleichwohl schloss der 
Gutachter letztlich im Wesentlichen mit der Begründung, dass sich keine eindeutigen Hinweise 
auf eine Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustands hätten finden lassen, auf eine 
vollschichtige Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft. Nachdem es darüber hinaus auch an ei-
ner schlüssigen Grundlage für die Beurteilung der Frage fehlte, ob seit der Verfügung vom 
30. November 2017 eine Verschlechterung in psychiatrischer Hinsicht eingetreten ist, waren die 
gutachterlichen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit im Ergebnis nicht überzeugend. Nach 
Auffassung des Gerichts vermochten indessen auch die versicherungsinternen Beurteilungen 
keine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu bilden. Nachdem sich dementsprechend mit Be-
schluss des Kantonsgerichts vom 23. Juni 2022 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens 
als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutachten von Dr. E.____ vom 
7. Juli 2023 im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 
 
5.2 In diesem Gutachten wird mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, narzisstischen und paranoiden Zügen (ICD-10 
F61.0), diagnostiziert. Hierzu hielt die Gutachterin im Rahmen ihrer medizinischen Beurteilung 
im Wesentlichen fest, dass der Explorand als Kind diverse Wechsel der Bezugspersonen und 
sprachlich-kulturellen Umgebungen habe verkraften müssen, was offenbar Spuren in der Psy-
che des Exploranden hinterlassen habe. Während der Schulzeit sei er zwar schulpsychologisch 
abgeklärt, eine psychotherapeutische Behandlung sei jedoch nicht eingeleitet worden. Der Ex-
plorand habe sich im weiteren Verlauf vor allem mit psychoaktiven Substanzen beholfen, um 
seine psychischen Beschwerden zu lindern. Ärztlichen Behandlungsempfehlungen habe er hin-
gegen weniger Vertrauen entgegengebracht. Nur aufgrund von körperlichen Beschwerden habe 
er ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Beim Exploranden hätten sich nicht nur in der begon-
nenen Lehre, sondern auch bei einem Auslandaufenthalt deutliche soziale Anpassungsschwie-
rigkeiten gezeigt. Er sei mit Vorgesetzten aber auch mit anderen Jugendlichen in Konflikte gera-

 

 
 
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ten, die teils tätlich eskaliert seien. Auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er keine 
Berufsausbildung gemacht, sondern sei von 1992 bis 2010 in wechselnden, meist temporären 
Arbeitsverhältnissen tätig gewesen. Er habe sich vielfach von Vorgesetzten ausgenutzt und 
unfair behandelt gefühlt, weshalb er keine berufliche Stabilität erreicht und eine misstrauisch-
resignative Grundeinstellung entwickelt habe. Als er circa 2010 aus dem Arbeitsmarkt heraus-
gefallen sei, habe er sich zunächst nicht auf eine Fachperson aus dem psychologischen bzw. 
psychiatrischen Bereich einlassen können, sondern habe entsprechend seiner Persönlichkeits-
problematik misstrauisch und gekränkt auf Behandlungsversuche reagiert. Ab 2016 habe er 
jedoch eine regelmässige psychotherapeutische Behandlung bei Dr. B.____ in Anspruch ge-
nommen. Im Verlauf habe der Explorand, wohl im Zusammenhang mit zwischenzeitlichen de-
pressiven Zuständen, eine grosse Antriebslosigkeit bis hin zu Verwahrlosungstendenzen ge-
zeigt, welche zeitweise das Einhalten regelmässiger psychotherapeutischer Behandlungstermi-
ne verunmöglicht hätten. Gegenüber einer medikamentösen Behandlung sei er stets skeptisch 
eingestellt gewesen. Insgesamt liege der Behandlungsschwerpunkt jedoch auf der psychothe-
rapeutischen Auseinandersetzung mit den problematischen Persönlichkeitsanteilen, welche 
längerfristig nur im Rahmen einer tragfähigen therapeutischen Beziehung gebessert werden 
könnten. Insofern sei die seit gut sieben Jahre laufende ambulante Behandlung bei Dr. B.____ 
als angemessene Behandlungsform zu bezeichnen. In Bezug auf die Eingliederungsmassnah-
men sei festzustellen, dass der Explorand nach Beendigung des letzten regulären Arbeitsver-
hältnisses ab Frühjahr 2010 zunächst arbeitslos gewesen sei. Er habe keine neue Stelle gefun-
den und sei im März 2012 sozialhilfepflichtig geworden. Über das Sozialamt habe er eine ge-
schützte Tätigkeit begonnen und auf Druck der IV-Stelle im Rahmen der Eingliederungsmass-
nahmen das Pensum von zunächst 50% auf 100% gesteigert. Die Eingliederungsmassnahmen 
seien jedoch abgeschlossen worden. Die IV habe daraufhin das Dossier am 30. November 
2017 mit einem ablehnenden Bescheid in Bezug auf über die zugesprochene befristete Rente 
hinausgehende Leistungen geschlossen. Dem Exploranden sei jedoch auch in der Folge weder 
eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt gelungen noch habe er seinen Arbeitsplatz im ge-
schützten Bereich behalten können. Seit 2016 sei er bei der F.____ AG tätig gewesen, wobei 
das Pensum ab 23. März 2020 von 100% auf 30% wegen nicht ausreichender Belastbarkeit 
reduziert worden sei. Gemäss Dr. B.____ habe sich die Verschlechterung der psychischen Ver-
fassung nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch im privaten Bereich bemerkbar gemacht. 
Die sozialen Kontakte hätten sich zunehmend ausgedünnt und nach dem Scheitern seiner letz-
ten Liebesbeziehung habe er keine Partnerin mehr gefunden. Er habe sich überwiegend in sei-
ner Wohnung aufgehalten und phasenweise Anzeichen von Verwahrlosung gezeigt. Nicht nur 
die Regulation eigener Emotionen und der Beziehungen zu anderen, sondern auch die Ausbil-
dung eines stabilen Identitätskonzepts seien beim Exploranden beeinträchtigt gewesen. Zudem 
habe ein rasches Umschlagen in paranoide Feindseligkeit und Aggressivität beobachtet werden 
können. Diagnostisch sei Dr. B.____ daher von einer gemischten Persönlichkeitsstörung aus-
gegangen. Ab September 2019 sei es unter Alkohol-, Cannabis- und Kokainmissbrauch wie-
derholt zu aggressiven Durchbrüchen des Exploranden, verbunden mit mehreren Polizeiinter-
ventionen gekommen. Gesamthaft habe sich durch die über mehrere Jahre durchgeführten the-
rapeutischen und arbeitsintegrativen Bemühungen keine Besserung seiner psychischen Situati-
on erreichen lassen, sondern sich im Gegenteil eine schleichende Destabilisierung seines psy-

 

 
 
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chischen Zustands gezeigt, welche zuletzt in eine krisenhafte Zuspitzung in Form eines Ag-
gressionsdelikts in akutem Intoxikationszustand gemündet habe.  
 
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, dass der Explorand in seiner früheren 
Tätigkeit als gelernter Metallbauschlosser / Hilfsarbeiter keine Arbeitsfähigkeit aufweise. Dies 
sei retrospektiv spätestens ab 15. April 2020 anzunehmen, als vom behandelnden Psychiater 
eine deutliche Zustandsverschlechterung beschrieben worden sei und die Tätigkeit im zweiten 
Arbeitsmarkt (F.____ AG) habe beendet werden müssen. Hinsichtlich einer angepassten Tätig-
keit könne wegen der starken Einschränkungen, die aus dem psychiatrischen Störungsbild des 
Exploranden resultieren würden kein Arbeitsplatz skizziert werden. Der Explorand weise auf 
dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit auf, unabhängig vom Tätigkeitsbereich. Auch 
diese Beurteilung gelte spätestens ab 15. April 2020.  
 
5.3 Wie oben ausgeführt (E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufga-
be es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, von den Ergeb-
nissen des zitierten Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten ist umfassend und die 
darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schluss-
folgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Dr. E.____ hat den Versicherten persönlich 
untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf seine Angaben und 
Beschwerden ein. Sie setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen 
Berichten auseinander und begründet abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. 
Die Gerichtsgutachterin vermag dabei namentlich anhand einer ausführlichen Auseinanderset-
zung mit der innerpsychischen Struktur des Versicherten und einer eingehenden Würdigung der 
Berufs-, Sozial- und Familienanamnese schlüssig zu begründen, dass die für eine Persönlich-
keitsstörung zentralen Kriterien anhand der zur Verfügung stehenden Akten und Informationen 
als erfüllt betrachtet werden können. Anhand einer eingehenden und sorgfältigen Diskussion 
der Standardindikatoren (vgl. hierzu ausführlich Gutachten S. 53 ff.), schliesst die Gutachterin 
auf eine schwere Beeinträchtigung des Funktionsniveaus in allen Lebensbelangen und gelangt 
zur überzeugendenden Schlussfolgerung, dass der Versicherte auf dem ersten Arbeitsmarkt, 
unabhängig vom Tätigkeitsbereich, keine Arbeitsfähigkeit mehr aufweise. Hierbei äussert 
Dr. E.____ sich auch eingehend zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit, wobei diese 
Beurteilung auf einer eingehenden Auseinandersetzung mit der seit der Verfügung vom 30. No-
vember 2017 eingetretenen Zustandsverschlechterung basiert. Insgesamt sind die medizinisch-
diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die daraus resultierenden 
Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistungsfähigkeit umfassend und plausibel be-
gründet worden, und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheitsschädigung und der 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Die ausschlaggebende Beweiskraft 
des Gerichtsgutachtens von Dr. E.____ wird von den Parteien in ihren Stellungnahmen vom 20. 
Juli 2023 bzw. 23. August 2023 – zu Recht – nicht in Frage gestellt. Gestützt auf die darin ent-
haltenen Ausführungen ist somit davon auszugehen, dass beim Versicherten seit der Aufgabe 
der Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt bzw. der beschriebenen deutlichen Zustandsverschlechte-
rung im April 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten besteht. Diese 

 

 
 
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Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist der Prüfung des Rentenanspruchs zugrunde zu legen (vgl. 
E. 6.1 ff. hiernach).  
 
6.1  Eingehender zu untersuchen ist hingegen die Frage nach dem Rentenbeginn. Die Be-
schwerdegegnerin geht in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 2023 davon aus, dass aufgrund der 
gutachterlich attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 15. April 2020 die einjährige War-
tezeit am 15. April 2021 abgelaufen ist, womit Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. April 2021 
bestehe. Der Beschwerdeführer äussert sich in seiner Eingabe vom 23. August 2023 hingegen 
nicht zur Frage des Rentenbeginns. 
 
6.2 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.1 hiervor), besteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG Anspruch 
auf eine Rente für Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er-
halten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenan-
spruch darüber hinaus frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Art. 29 Abs. 3 IVG bestimmt, dass eine Rente 
von Beginn des Monats an ausbezahlt wird, in dem der Rentenanspruch entsteht. 
 
6.3 Nachdem der Beschwerdeführer sich am 28. April 2020 erneut bei der Invalidenversi-
cherung zum Leistungsbezug anmeldete, kann der Rentenanspruch unter Berücksichtigung der 
Karenzfrist von sechs Monaten frühestens per 1. Oktober 2020 entstehen. Dr. E.____ geht ret-
rospektiv spätestens ab April 2020 vom Eintritt einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus, weil 
der Behandler Dr. B.____ zu diesem Zeitpunkt eine deutlich eingetretene Zustandsverschlech-
terung beschrieb und der Versicherte schliesslich auch seine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt 
aufgeben musste. Zu einer weiter zurückliegenden Arbeitsunfähigkeit nimmt die Gerichtsgut-
achterin keine Stellung. Zu berücksichtigen gilt es nun aber, dass der Versicherte bereits seit 
Januar 2016 bei Dr. B.____ in Behandlung steht. In seinem Bericht vom 26. Oktober 2020 ging 
der Behandler davon aus, dass seit mindestens anfangs 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 
100% bestehe und sich die im Februar 2020 attestierte 50%ige-Arbeitsunfähigkeit auf die Tätig-
keit im zweiten Arbeitsmarkt bezogen habe. Wie die Arbeitsfähigkeit zwischen 2016 und 2019 
zu bemessen sei, sei schwierig zu sagen, weil der Versicherte immer ohne den Druck, der im 
ersten Arbeitsmarkt vorhanden sei, tätig gewesen sei. Es sei fraglich, ob eine mögliche Arbeits-
fähigkeit zum damaligen Zeitpunkt über ein Pensum von 30% hinausgegangen wäre. In diesem 
ausführlichen Bericht schilderte Dr. B.____ auch, dass seit zwei Jahren eine Akzentuierung und 
Chronifizierung der psychischen Auffälligkeiten zu verzeichnen sei, welche die Diagnose der 
Persönlichkeitsstörung weiter bestätigen würde. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen 
ist im Zusammenwirken mit den Angaben der Gerichtsgutachterin mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass das Wartejahr am 1. Oktober 2020 (Ablauf der sechs-
monatigen Karenzfrist) schon erfüllt war, weshalb der frühestmögliche Rentenbeginn auf diesen 
Zeitpunkt zu liegen kommt. Gestützt wird diese Schlussfolgerung auch von somatischer Seite. 
Aus dem beweiskräftigen rheumatologischen Teilgutachten von Dr. C.____ vom 21. Mai 2021 
(vgl. E. 5.1 hiervor) geht hervor, dass aufgrund der diagnostizierten seronegativen Arthritis spä-

 

 
 
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testens seit 2019 schwere und mittelschwere Tätigkeiten, wie diejenige als angelernter Metall-
bauschlosser, nicht mehr zumutbar waren. Vor diesem Hintergrund kann demnach überwie-
gend wahrscheinlich angenommen werden, dass für das Jahr vor Oktober 2020 eine durch-
schnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG vor-
lag. Davon ausgehend, dass gestützt auf das beweiskräftige Gerichtsgutachten von Dr. E.____ 
im Oktober 2020 bereits eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestand, 
kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad ab dem ge-
nannten Zeitraum 100% betrug. Damit besteht ab 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine ganze 
Rente.  
 
7. Im Ergebnis ist die Beschwerde vom 1. Dezember 2021 demnach gutzuheissen. Die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 2. November 2021 ist aufzuheben und es ist festzu-
stellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
hat. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen infolge wiederholter Urteilsberatungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrens-
aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bun-
desrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 1'000.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf 
§ 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. 
In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- sind somit der IV-Stelle aufzuerlegen.  
 
8.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der 
Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnah-
men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesproche-
ner Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in je-
nen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismass-
nahmen an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wah-
rung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen 
MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (das soeben zitierte Urteil E. 4.4.2). Vorlie-
gend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 23. Juni 2022 zum Ergeb-
nis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht mög-
lich war. Es kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kan-
tonsgerichts vom 23. Juni 2022 verwiesen werden (vgl. auch E. 5.1 hiervor). In Anbetracht der 
dort erwogenen Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. E.____ nicht nur ange-
zeigt, sondern unerlässlich. Es tritt hinzu, dass das Gerichtsgutachten nunmehr zweifellos die 
Grundlage für die dem Beschwerdeführer zuzusprechende Invalidenrente bildet. Im Lichte der 
geschilderten Rechtsprechung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemäss Ho-

 

 
 
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norarrechnung vom 7. Juli 2023 insgesamt auf Fr. 8'960.-- belaufen, demnach der Beschwer-
degegnerin aufzuerlegen.  
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 
Nachdem der Beschwerdeführer mehrheitlich obsiegt hat, hat er Anspruch auf Ersatz seiner 
Parteikosten. Der durch den Rechtsvertreter in seiner Honorarnote vom 23. August 2023 gel-
tend gemachte Aufwand von insgesamt Fr. 4'062.50 zuzüglich Spesen von Fr. 99.40 erweist 
sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Dem 
Beschwerdeführer ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'193.65 
(inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. November 2021 wird aufgehoben 
und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 
2020 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 8’960.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'193.65 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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