# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ad9e7cb-dceb-592c-949a-fc3fd29846ea
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.08.2011 UH110174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH110174_2011-08-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UH110174-O/U/uh 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

der Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. T. Graf 

 

Beschluss vom 19. August 2011 
 

in Sachen 

 

X.,  
Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl, Stauffacherstr. 55, Postfach, 8026 Zürich,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Durchsuchungs- und Untersuchungsbefehl 
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl 
vom 14. Juni 2011, G-3/2011/2094 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

Mit Durchsuchungs- und Untersuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich - 

Sihl (Beschwerdegegnerin) vom 14. Juni 2011 wurde im Rahmen eines gegen X. 

(Beschwerdeführer) wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung eröffneten Straf-

verfahrens die Durchsuchung von zwei Datenträgern (Laptop Apple und Digital-

kamera Sony) angeordnet und einem namentlich bezeichneten Angehörigen der 

Stadtpolizei Zürich ein entsprechender Auftrag erteilt (Urk. 8). Gegen diesen Be-

fehl - der eine verfahrensleitende Verfügung darstellt - liess der Beschwerdeführer 

rechtzeitig Beschwerde erheben (Urk. 2). Er beantragt die ersatzlose Aufhebung 

der Verfügung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staats-

kasse (Urk. 2 S. 2). Die Beschwerdegegnerin hat auf Stellungnahme zur Be-

schwerde verzichtet (Urk. 9).  

II. 

1. Der Beschwerdeführer bringt zur Begründung der Beschwerde zuerst vor, da 

Durchsuchungen und Untersuchungen im Sinne der Art. 241 ff. StPO Zwangs-

massnahmen seien, könnten sie gemäss den in Art. 197 StPO statuierten 

Grundsätzen nur dann angeordnet werden, wenn in Bezug auf die inkriminierten 

Straftaten unter anderem ein hinreichend konkreter Tatverdacht bestehe; dies gel-

te nicht nur hinsichtlich der "Anlasstat", um die es in der in Frage stehenden Stra-

funtersuchung gehe, sondern auch bezüglich der Aufklärung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen, die im Laufe der Untersuchung allenfalls noch hinzukämen. Der 

angefochtenen Verfügung könne nicht entnommen werden, auf welchen konkre-

ten tatsächlichen Umständen eine Beschuldigung wegen Sachbeschädigung ba-

siere; weder Ort und Tag der Begehung noch Art und Ausmass der angeblichen 

Sachbeschädigung würden darin genannt. Damit fehle es bereits deshalb an ei-

nem hinreichend konkreten Tatverdacht (Urk. 2 Ziff. II/1-3). Zumindest implizit ist 

in diesen Vorbringen auch die Rüge enthalten, die angefochtene Verfügung ge-

nüge hinsichtlich der Frage des Vorliegens eines hinreichenden Tatverdachts den 

- 3 - 

Anforderungen an eine genügende Begründung nicht (vgl. insb. Urk. 2 Ziff. 1 a.E. 

und Ziff. 3). 

2.1 In der angefochtenen (Formular-)Verfügung, welche auf die Art. 241 ff. StPO 

gestützt wird, sind zuerst die Personalien des Beschwerdeführers aufgeführt und 

ist das Vertretungsverhältnis vermerkt. Danach wird als Straftatbestand "Sachbe-

schädigung" genannt. Ausführungen über den dem Beschwerdeführer vorgewor-

fenen Sachverhalt und die Frage, aufgrund welcher Aspekte er einer Sachbe-

schädigung verdächtigt wird, enthält die Verfügung nicht. Anschliessend wird in 

der Verfügung zum Inhalt des Auftrags ausgeführt, die vorgenannten Datenträger 

seien zuerst zu spiegeln, und danach seien die gesicherten Daten auf allfällige 

Abbildungen von Graffitis und deren Urheber zu durchsuchen, und es sei darüber 

ein Bericht zu verfassen (Urk. 8). 

2.2 Gemäss Art. 246 StPO dürfen unter anderem Datenträger durchsucht werden, 

wenn zu vermuten ist, dass sich darin Informationen befinden, die der Beschlag-

nahme unterliegen. Da es sich bei der Durchsuchung von Aufzeichnungen im 

Sinne von Art. 246 StPO um eine Zwangsmassnahme handelt, kann sie nur an-

geordnet werden, wenn die Voraussetzungen von Art. 197 StPO vorliegen, mithin 

auch ein hinreichender Tatverdacht besteht (BSK StPO-Thormann/Brechbühl, 

Basel 2011, Art. 246 N 7 m.H.; Keller, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 241 N 3).  

2.3 Durchsuchungen und Untersuchungen sind in einem schriftlichen Befehl an-

zuordnen; in dringenden Fällen können sie mündlich angeordnet werden, sind 

aber nachträglich zu bestätigen (Art. 241 Abs. 1 StPO). Der Befehl bezeichnet die 

zu durchsuchenden oder zu untersuchenden Objekte oder Subjekte, den Zweck 

der Massnahme und die mit der Durchführung beauftragten Behörden oder Per-

sonen (Art. 241 Abs. 2 StPO). Im vorliegenden Fall wurde der Befehl (bzw. die 

Verfügung) schriftlich erlassen und er enthält Ausführungen im Sinne von Art. 241 

Abs. 2 StPO. Mit dieser Feststellung ist jedoch noch nicht die Frage beantwortet, 

ob, und falls ja, inwieweit die Anordnung einer Durchsuchung von Aufzeichnun-

gen im Sinne von Art. 246 StPO begründet werden muss. 

- 4 - 

2.4 a) Gemäss Art. 80 Abs. 2 StPO ergehen Entscheide schriftlich und sie sind zu 

begründen. Einfache verfahrensleitende Beschlüsse und Verfügungen brauchen 

weder besonders ausgefertigt noch begründet zu werden. Bei einer Anordnung 

von Zwangsmassnahmen handelt es sich nicht um eine einfache verfahrenslei-

tende Verfügung (Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

Zürich/St. Gallen 2009, Rz. 598; BSK StPO-Stohner, a.a.O., Art. 80 N 17; vgl. 

auch Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/St. 

Gallen 2009, Art. 80 N 6), weshalb sie somit bereits aufgrund von Art. 80 Abs. 2 

StPO zu begründen ist. Im Übrigen ergibt sich die Pflicht der Behörden, ihre Ent-

scheide zu begründen, (im Sinne eines Mindeststandards) auch aus Art. 29 Abs. 

2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK (ZR 100 Nr. 7 Erw. 2.3 lit. a mit zahlreichen Hinwei-

sen; BGE 134 I 88 Erw. 4.1 m.H.; Wiederkehr, Die Begründungspflicht nach Art. 

29 Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, ZBl 2010 S. 481 f. m.H.). Im Lichte 

dieser Minimalanforderungen muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich 

der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem 

Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 

88 Erw. 4.1 m.H.). Das Mass an Begründungstiefe und -dichte hängt von ver-

schiedenen Aspekten, naturgemäss insbesondere von den konkreten Umständen 

des Einzelfalls sowie den Interessen der Parteien ab (ausführlich: Wiederkehr, 

a.a.O., S. 483-491 m.H.; ZR 100 Nr. 7 Erw. 2.3 lit. b m.H.).  

b) Das Bundesgericht hat sich - soweit den öffentlich zugänglichen Entscheiden 

zu entnehmen - noch nicht zur Frage geäussert, welche Anforderungen die Be-

gründung eines Durchsuchungsbefehls im Sinne der StPO erfüllen muss. Im Ur-

teil vom 3. August 2010 (Proz.-Nr. 1B_70/2010 und 1B_86/2010) hat es in einem 

Verfahren betreffend Entsiegelung von versiegelten elektronischen Daten in An-

wendung von Art. 69 aBStP (welche Norm gemäss Praxis auch auf elektronische 

Dateien analog anwendbar war und die inhaltlich weitgehend den Art. 246-248 

StPO entsprach) in Erw. 4.2 festgehalten, auch in solchen Verfahren sei eine aus-

reichende Entscheidbegründung, die Bestandteil des verfassungsmässigen An-

spruchs auf rechtliches Gehör sei, notwendig. Die Beschwerdekammer des Bun-

- 5 - 

desstrafgerichts hat in Erw. 3.1 ihres Entscheids vom 22. April 2005 (Proz.-Nr. 

BE.2004.10) betreffend eines Gesuchs um Entsiegelung von (unter anderem) be-

schlagnahmten Datenträgern in Anwendung von Art. 69 aBStP erwogen, dass der 

hinreichende Tatverdacht - der Voraussetzung für eine Durchsuchung von Daten-

trägern sei - erstens sachverhaltsmässig ausreichend detailliert umschrieben 

werden müsse, damit eine Subsumtion unter einen Tatbestand des Strafrechts 

überhaupt nachvollziehbar vorgenommen werden könne, und Zweitens ausrei-

chende Beweismittel oder Indizien angegeben und vorgelegt werden müssten, die 

den Sachverhalt stützten. In Erw. 4 des Urteils vom 12. Oktober 2004 [Proz.-Nr. 

BK_B 071/04] prüfte die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, ob ergan-

gene Verfügungen betreffend elektronisch gespiegelten und danach beschlag-

nahmten Informatikdaten, insbesondere bezüglich der Umschreibung des Tatver-

dachts, den Anforderungen an eine hinreichende Begründung entsprachen. 

c) Im Zusammenhang mit der (wie vorliegend) schriftlichen Anordnung von 

Zwangsmassnahmen hält die Lehre ebenfalls dafür, dass auch die schriftlichen 

Befehle zumindest kurz bzw. summarisch zu begründen seien (Schmid, Praxis-

kommentar, a.a.O., Art. 199 N 2 und Art. 241 N 1; derselbe, Handbuch, a.a.O., Rz 

978 und RZ 1063 FN 238; Keller, a.a.O., Art. 241 N 25). Dazu gehörten unter an-

derem Ausführungen betreffend des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachver-

haltes sowie der den Tatverdacht begründenden Faktenlage (BSK StPO-Gfeller, 

a.a.O., Art. 241 N 16-22 passim; Keller, a.a.O., Art. 241 N 25; Ackermann, Tat-

verdacht und Cicero - in dubio contra suspicionem maleficii, in: Festschrift Riklin, 

Zürich 2007, S. 333 f.). 

d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass (jedenfalls) ein schriftlicher Befehl zur 

Durchsuchung von Aufzeichnungen im Sinne von Art. 241 StPO stets zumindest 

summarisch zu begründen ist, wobei es insbesondere Ausführungen zum straf-

rechtlich relevanten Sachverhalt sowie zu der den hinreichenden Tatverdacht be-

gründenden Beweislage bedarf. 

e) Die angefochtene Verfügung enthält nach dem Gesagten keinerlei Ausführun-

gen zu den soeben genannten beiden Punkten. Sie genügt daher den erwähnten 

Anforderungen an eine hinreichende Begründung nicht. 

- 6 - 

Es stellt sich an sich die Frage, ob dieser Mangel im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens geheilt werden kann. Gemäss Rechtsprechung kann eine 

nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs (ausnahms-

weise) als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich 

vor einer Rechtsmitteleinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 437 f. Erw. 3.d.aa m.H.; BGE 133 I 

204 f. Erw. 2.2 m.H.; BGE 135 I 285 Erw. 6.2.1 m.H.; TPF 2006 Nr. 71 Erw. 2.1 

m.H.). In der Lehre wird teilweise die Meinung vertreten, bei Verfahren, die 

schwere Eingriffe in die Rechtsposition des Betroffenen bedeuten, sei eine Hei-

lung der Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren stets ausgeschlossen (vgl. 

Wiederkehr, Die Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei 

Verletzung, ZBl 111 S. 501 m.H.). Folgte man dieser Lehrmeinung, wäre im vor-

liegenden Fall eine Heilung des Mangels im Beschwerdeverfahren kaum möglich, 

da die Durchsuchung von Datenträgern insbesondere die persönliche Freiheit, die 

Privatsphäre und die Eigentumsgarantie tangiert (Urteil des Bundesgerichts vom 

12. März 2007 Erw. 4.1 [Proz.-Nr. 1P.621/2006]; BSK StPO-Gfeller, a.a.O., vor 

Art. 241-254 N 14), somit einen erheblichen Eingriff in die Rechtsposition des Be-

troffenen bedeutet. Nach einer anderen Lehrmeinung ist ein mangelhafter (und 

damit auch ein in der Verfügung nicht begründeter) Tatverdacht bei Anordnung 

der Zwangsmassnahme von der Rechtsmittelinstanz nicht heilbar, weil diese 

sonst ihre eigene Rechtsschutzaufgabe verletzen würde (BSK-Gfeller, a.a.O., Art. 

241 N 22 m.H.; Ackermann, a.a.O., S. 334). Da sich aus den nachstehend darzu-

legenden Gründen ergibt, dass aufgrund der vorliegenden Aktenlage ohnehin die 

Voraussetzungen zur Anordnung einer Durchsuchung der beiden Datenträger 

nicht erfüllt sind, kann letztlich offen bleiben, ob im vorliegenden Beschwerdever-

fahren eine Heilung des genannten Mangels möglich wäre.  

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat unter der Nr. G-3/2011/2094 am 20. April 2011 

eine Eröffnungsverfügung betreffend des Tatbestands der Sachbeschädigung er-

lassen (Urk. 7/ HD 16). Dabei ging es um den Vorwurf, der Beschwerdeführer ha-

be zusammen mit einer weiteren Person am Sonntagmorgen, 27. März 2011, ca. 

04:00 Uhr, an einer neben dem Gebäude Y.-Strasse 75 in Z. befindlichen Holz-

wand einer Baustelle zwei Schriftzeichen mit unbekanntem Text sowie am Boden 

- 7 - 

vor und auf der Hauswand des genannten Gebäudes zwei Striche gesprayt; in 

diesem Kontext wurde dem Beschwerdeführer auch die Hinderung einer Amts-

handlung vorgeworfen. Am 15. Juni 2011 hat die Beschwerdegegnerin eine Aus-

dehnungsverfügung im Sinne von Art. 311 Abs. 2 StPO erlassen; gemäss dieser 

Verfügung wurde die Strafuntersuchung auf den Tatbestand der Sachbeschädi-

gung bezüglich ND 2011/3240 (vgl. dazu unten Erw. 3.4) ausgedehnt (Urk. 7 / HD 

17). 

3.2 Der Beschwerdeführer rügt mit verschiedenen Argumenten, ein hinreichender 

Tatverdacht, der Voraussetzung sei für den Erlass einer Verfügung im Sinne der 

Art. 241 ff. StPO, lasse sich weder hinsichtlich der Akten des Haupt- noch des 

Nebendossiers begründen (Urk. 2 Ziff. 4-8). 

3.3 Die angefochtene Verfügung enthält die Nr. G-3/2011/2094, somit diejenige 

des Hauptdossiers. Zudem datiert die Verfügung vom 14. Juni 2011, während die 

genannte Ausdehnungsverfügung am 15. Juni 2011 erlassen wurde. Damit ist mit 

der Beschwerde (Urk. 2 Ziff. 5) an sich davon auszugehen, dass die angefochte-

ne Verfügung Bezug auf den Vorwurf gemäss Hauptdossier nimmt. Auf die Akten 

dieses Dossiers lässt sich ein hinreichender Tatverdacht jedoch nicht stützen. Die 

hiesige Kammer hat im ersten Beschwerdeverfahren in dieser Strafsache im Be-

schluss vom 24. Mai 2011 (Proz.-Nr. UH110105) festgehalten, dass hinsichtlich 

des vorgenannten Sachverhaltes keine Strafanträge (mehr) vorlägen und auch 

nicht von einem Offizialdelikt auszugehen sei, weshalb es an einer strafrechtlich 

zu verfolgenden Tat und damit an einer Voraussetzung für die Anordnung einer 

Zwangsmassnahme fehle.  

3.4 a) Sollte die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung hingegen auf 

die Akten des Nebendossiers stützen, wäre auch insofern nicht von einem hinrei-

chenden Tatverdacht auszugehen. 

b) Das Nebendossier umfasst drei Aktenstücke, nämlich einen polizeilichen Er-

mittlungsbericht (Urk. 7 / ND 1), einen Fotobogen mit Abbildungen von Sprayerei-

en (Urk. 7 / ND 2) und eine Angaben enthaltende Tabelle betreffend in der Stadt 

Zürich ab Juni 2001 entdeckter Sprayereien (Urk. 7 / ND 3). Im Bericht wird zu-

- 8 - 

sammengefasst ausgeführt, die am 27. März 2011 begangenen Sprayereien hät-

ten die Schriftzüge "M." und "RY." enthalten; bei diesen Schriftzügen handle es 

sich um persönliche Erkennungszeichen eines Sprayers, sogenannte "tags". Die 

Sprayer "M." und "RY." gehörten demnach zur "B.-Crew" (gemeint: Personen, de-

ren Sprayereien den "tag" "B." aufweisen), die angesichts der verwendeten 

Schriftzüge für weitere Sprayereien verantwortlich seien; es bestünden in der 

Stadt Zürich bereits etliche entsprechende Anzeigen bzw. Strafanträge gegen un-

bekannt (Urk. 7 / ND 1 S. 2). 

Der Fotobogen enthält Abbildungen von insgesamt sieben Sprayereien, wovon al-

lerdings nur fünf die "tags" "M." (zweimal) und "RY." (zweimal) bzw. "RI." (einmal) 

enthalten. Gemäss Tabelle sollen weitere Sprayereien diese "tags" enthalten. Be-

züglich der soeben genannten fünf Sprayereien wird auf dem Fotobogen auf 

Nummern verwiesen, die in der Tabelle aufgeführt sind. Bei den in der Tabelle 

genannten Daten handelt es sich jeweils um das Datum der Entdeckung der 

Sprayerei (vgl. Urk. 7 / ND 3 a.E.); wann die Sprayerei erfolgt ist, ist unbekannt. 

c) Vorab ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer die Verübung der Sprayerei 

gemäss Hauptdossier bestritten hat (Urk. 7 / HD 9) und er zu den Sachverhalten 

gemäss Nebendossier (noch) nicht befragt wurde. 

Soweit gemäss Tabelle Sprayereien weder das "tag" "M." noch dasjenige "RY." 

bzw. "RI." enthalten, ergeben sich aufgrund der Akten keinerlei konkrete Anhalts-

punkte, inwieweit insofern überhaupt der Verdacht einer Beteiligung des Be-

schwerdeführers an den Sprayereien gegeben sein sollte. Bezüglich der eines 

dieser "tags" aufweisenden Sprayereien ist Folgendes festzuhalten: Es ergibt sich 

aus den Akten in keiner Weise, welches dieser "tags" dem Beschwerdeführer und 

welches der anderen Person, die zusammen mit ihm verdächtigt worden war, am 

27. März 2011 die vorgenannten Sprayereien vorgenommen zu haben, zuzuord-

nen wäre. Damit ist von vornherein völlig unklar, welchen Sprayereien der Be-

schwerdeführer überhaupt verdächtigt werden könnte; mit anderen Worten geht 

aus den Akten nicht hervor, hinsichtlich welcher Sachverhalte ein hinreichender 

Tatverdacht vorliegen sollte. Abgesehen davon ist zu bemerken, dass, soweit al-

lein in der Tabelle festgehalten wird, gewisse Sprayereien enthielten eines der 

- 9 - 

genannten "tags", dies nicht hinreichend dokumentiert und auch nicht überprüfbar 

ist; daher könnte aus den vorliegenden Akten insofern ohnehin kein genügender 

Tatverdacht abgeleitet werden, zumal gemäss Tabelle einzelne der "tags" eine 

andere Schreibweise aufweisen, was allenfalls auf eine andere Urheberschaft 

hindeuten könnte. Hinzu kommt, dass in den Akten nicht dokumentiert ist, inwie-

weit hinreichende (fristgerechte, von der berechtigten Person gestellte und nicht 

zurückgezogene) Strafanträge bestehen, deren Vorhandensein im vorliegenden 

Fall beim Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB nach 

dem Gesagten Voraussetzung für die Anordnung einer Zwangsmassnahme wäre.  

Eine Würdigung (bereits) dieser Aspekte ergibt, dass sich ein hinreichender Tat-

verdacht auch nicht (allein) auf die drei Aktenstücke des Nebendossiers stützen 

lässt. Auf die weiteren Argumente in der Beschwerde, mit welchen zusätzlich das 

Fehlen eines hinreichenden Tatverdachts bzw. der Voraussetzungen für die 

Durchsuchung der beiden Datenträger geltend gemacht wird (vgl. Urk. 2 Ziff. 6/7), 

muss daher nicht eingegangen werden.  

4. Abschliessend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung den Begrün-

dungsanforderungen nicht genügt. Zudem sind aufgrund der gegenwärtigen Ak-

tenlage die Voraussetzungen für die Anordnung einer Durchsuchung der beiden 

Datenträger nicht gegeben. Die angefochtene Verfügung ist daher in Gutheissung 

der Beschwerde aufzuheben. 

III. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss auf die Gerichts-

kasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem erbeten anwaltlich verteidigten 

Beschwerdeführer ist daraus für das Beschwerdeverfahren eine angemessene 

Entschädigung auszurichten (Art. 436 Abs. 3 StPO); diese ist auf Fr. 1'000.--, zu-

züglich 8 % MwSt, somit auf insgesamt Fr. 1'080.-- festzusetzen. 

- 10 - 

Es wird beschlossen: 
 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft 

Zürich - Sihl vom 14. Juni 2011, G-3/2011/2094, aufgehoben. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

3. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Prozessent-

schädigung von Fr. 1'080.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers, zweifach, für sich und 
zuhanden des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl, unter Rücksendung der beigezoge-
nen Akten (gegen Empfangsschein) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die wei-

teren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen 

Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 

Zürich, 19. August 2011 
 

_________________________ 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
  
 

Präsident: 
 
 

lic. iur. K. Balmer 
 

Gerichtsschreiber: 
 
 

Dr. T. Graf 
 

 

	Beschluss vom 19. August 2011
	
	Erwägungen:
	I.

	1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 14. Juni 2011, G-3/2011/2094, aufgehoben.
	2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'080.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers, zweifach, für sich und zuhanden des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (gegen Empfangsschein)