# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0dad896-c743-5406-9d1a-4c2395af940a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-04-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.04.2007 S 2007 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2007-28_2007-04-24.pdf

## Full Text

S 07 28

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 24. April 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Der heute 30-jährige … (geb. …) absolvierte als Jugendlicher die Realschule 

in …, ohne in der Folge eine Berufslehre abzuschliessen. Er ist seit 1993 

arbeitslos und wohnt heute in einer Einzimmerwohnung, die er mit der 

finanziellen Unterstützung seines jüngeren Bruders mietete. Im Juli 2004 

stellte er ein Gesuch bei der IV-Stelle Graubünden um Berufsberatung 

(Umschulung, Wiedereinschulung, Arbeitsvermittlung) und/oder eine IV-

Rente. Zur Begründung führte er an, dass er in seinen kognitiven Fähigkeiten 

schwer beeinträchtigt sowie Analphabet sei und unter starkem Asthma leide.

b) Nach weiteren Abklärungen über den aktuellen Gesundheitszustand bzw. die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit (vgl. dazu: Bericht Dr. … 

20.09.2004, Facharzt FMH für Innere Medizin; Bericht IV-Stellenärztin Dr. … 

05.09.2005 RAD-Ostschweiz; Klinikbericht … Dr. … 06.10.2005; 

Untersuchungsbericht Laborabklärung 14.11.2005; Gutachten/Arztbericht Dr. 

… 19.12.2005, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie) sowie die 

wirtschaftliche Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit (vgl. Verlaufs-

/Gesprächsprotokolle IV-Berufsberater von Juni und Juli 2006 – Vorschlag für 

ARGO-Abklärung), kam die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 20.10.2006 zum 

Schluss, dass das gestellte Leistungsgesuch wegen Nichtbefolgung der 

gesetzlichen Auskunfts-/Mitwirkungspflichten (Verweigerung 

Arbeitstraining/ARGO-Abklärung) und eines nicht rentenrelevanten IV-Grads 

von 27.75% (statt mind. 40%) abgelehnt werde. Ausgehend von einer 

Frühinvalidität (Grund für separaten Leidensabzug beim Invalideneinkommen 

von 20%) stellte die Vorinstanz dabei auf ein erzielbares Einkommen als 

Gesunder (Valideneinkommen) von Fr. 64'350.-- und ein noch erzielbares 

Einkommen trotz Behinderungen (Invalideneinkommen) von Fr. 46'493.-- (laut 

Lohnstrukturerhebung [LSE 2004], TA1, Anforderungsprofil 4 Zentralwert) ab, 

woraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 17'857.-- bzw. der erwähnte IV-Grad 

von 27.75% resultierte.

c) Auf entsprechenden Antrag wurde dem Gesuchsteller von der IV-Stelle eine 

Fristverlängerung bis 31.12.2006 zur Beibringung eines selbst in Auftrag 

gegebenen Untersuchungsberichts beim Psychiater Dr. … eingeräumt. Nach 

unbenutztem Fristablauf bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid mit separat 

anfechtbarer Verfügung vom 10.01.2007.

2. Dagegen erhob der Versicherte am 29.01.2007 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht, mit den Begehren um 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Gewährung einer IV-Rente 

bzw. um Prüfung und Neubeurteilung der Sache. Zur Begründung brachte er 

im Wesentlichen vor, dass er seit der Pubertät an einer Angstkrankheit 

(Geburtsschaden/Frühinvalidität) und daher, nebst der Einschränkung der 

kognitiven Fähigkeiten (Rechenfähigkeit; Alltagswissen; 

Wahrnehmungsorganisation), unter schweren Depressionen leide. Jene 

Angsterkrankung sei auch der Grund gewesen, weshalb er das vom IV-

Berufsberater vorgeschlagene Arbeitstraining (ARGO-Abklärung) – wie dem 

IV-Berater mitgeteilt - nicht angetreten habe. Stattdessen sei die Vorinstanz 

durch den Regionalen Sozialdienst … ersucht worden, mit dem Entscheid 

zuzuwarten, bis er sich vom Psychiater (Dr. …) habe untersuchen und 

betreffend Restarbeitsfähigkeit habe beurteilen lassen.

3. In der Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (Vorinstanz) die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde. Wie im vollständigen und schlüssigen 

Arztbericht von Dr. … vom 19.12.2005 festgestellt worden sei, habe die 

Arbeitsfähigkeit in einer ungelernten oder angelernten Tätigkeit, welche eher 

praktische als schulische Fähigkeiten voraussetze, trotz den diagnostizierten 

Leiden (leichte Intelligenzminderung ICD10:F70 ab Geburt; Übergewicht; 

Asthmaschübe/Atemnotanfälle; Heufieber und Rückenprobleme) stets noch 

100% betragen, woraus somit keine Erwerbseinbusse und auch kein 

Anspruch auf Leistungen habe resultieren können. Zudem sei dem 

Beschwerdeführer im Juni 2006 eine angemessene Mahn- und Bedenkzeit 

eingeräumt worden, um sich der unerlässlichen Abklärung für berufliche 

Massnahmen in der ARGO Chur (Eingliederungsmöglichkeiten: z.B. 

Berufsrichtung, Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Einschränkungen) zu 

stellen; andernfalls aufgrund der vorhandenen Akten entschieden werde. 

Anfangs Juli 2006 habe sich der Versicherte dazu ausdrücklich uneinsichtig 

gezeigt (Verweigerung ARGO-Abklärung) und folglich gegen seine Auskunfts- 

und Mitwirkungspflichten verstossen, was letztlich zum negativen 

Vorbescheid vom Okt. 2006 sowie der Verfügung vom Jan. 2007 geführt 

habe. Daran ändere selbst das nachgereichte Attest vom Psychiater Dr. … 

vom 05.02.2007 nichts, da die darin gestellten Diagnosen (chronische 

Angsterkrankung im Rahmen familiärer Vorbelastung mit Depressionen; 

bestehend seit vielen Jahren mit grenzwertiger Debilität bzw. mit schlechter 

Angstverarbeitung sowie Beeinträchtigung infolge medikamentöser 

Compliance) keine neuen Erkenntnisse erbracht hätten und daher weiterhin 

auf den Arztbericht von Dr. … abzustellen gewesen sei; zumal der Bericht der 

Klinik … (Psychiater/Psychologe Dr. …) samt Laboruntersuchungen die 

Beurteilung von Dr. … (100% arbeitsfähig in adaptierter Tätigkeit) noch 

gestützt habe. - Im Gegensatz zu ihren früheren Ausführungen bestritt die IV-

Stelle neu das Vorliegen einer Frühinvalidität (Geburtsgebrechen), da hier rein 

IV-fremde Gründe (familiäre/finanzielle Ursachen) für den Nichterwerb 

genügender Berufskenntnisse verantwortlich seien (Primarschule ohne 

Klassenwiederholung; Absolvierung Realschule; hiernach bloss keine 

Stellenzusage für Wunschberuf als Automechaniker), was indes nicht zu 

Lasten der IV gehen könne.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 

16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne 

Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in 

Prozenten den IV-Grad ergibt. Bei Nichterwerbstätigen wird dafür der 

Betätigungsvergleich laut spezifischer Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. 

Art. 27 der Verordnung zum IVG [IVV; SR 831.201]; BGE 130 V 98 E. 3.1, 104 

V 136 E. 2a; BGE vom 22.04.2003 [I 620/02] E. 1-2) angewandt. Ist eine 

Versicherte mindestens 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze IV-Rente (Art. 28 Abs. 

1 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus gar nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2).

b) Für Versicherte ohne Ausbildung gilt nach Art. 26 IVV noch speziell was folgt: 

Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden 

beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das 

sie als Nichtinvalide erzielen könnte, einem nach dem Alter abgestuften 

Prozentsatz des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der 

Lohnstrukturerhebung [LSE] des Bundesamtes für Statistik [BfS]. Vor 

Vollendung des 30. Altersjahres beträgt jener Prozentsatz noch 90% des 

sonst als Gesunder (100%) erzielbaren Jahreseinkommens.  

c) Strittig und zu prüfen ist die Höhe des massgeblichen IV-Grads geblieben, 

wobei sich die Parteien sowohl bezüglich der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) als auch des wirtschaftlich daraus 

noch erzielbaren Invalideneinkommens (Verdienstmöglichkeit trotz 

Behinderungen) uneins geblieben sind. Folgende ärztlichen Diagnosen, 

Klinik- und Facharztberichte sowie weitere Abklärungen und Auskünfte sind 

dazu aktenkundig und für die Entscheidfindung von Bedeutung: 

• Im Facharztbericht vom 20.09.2004 (Dr. …, FMH Innere Medizin) wurden 
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AF) gestellt. Ohne 
Auswirkungen auf die AF seien demnach die festgestellte Pollenallergie mit 
gelegentlichen Asthmaanfällen (Atemnot), die geklagten 
Rückenschmerzen (Lumbalgien samt Osteochondrose L4/L5), das 
Übergewicht (Adipositas) und der Status nach OSG-Distorsion rechts. Der 
Gesundheitszustand sei stationär; die AF könnte durch medizinische 
Massnahmen nicht verbessert werden. Berufliche Massnahmen seien 
möglicherweise angezeigt. Der Versicherte müsste zur genauen 
Beurteilung der psychischen Situation fachärztlich abgeklärt werden.

• Mit Stellungnahme vom 05.09.2005 befürwortete die IV-Stellenärztin der 
RAD Ostschweiz (Dr. …) ebenfalls noch weitere Abklärungen.

• Im Gutachten (Arztbericht) vom 19.12.2005 des Psychiaters Dr. … wurde 
– unter Einbezug der psychologischen Diagnostik von Dr. …, Klinik … Chur 
v. 06.10.2005 samt Laborbericht v. 14.11.2005 – folgende 
Schlussfolgerung aus den eruierten Befunden gezogen (S. 6): Der Expl. 
verfüge über eine sehr niedrige Intelligenz (IQ von 74). Wichtige 
Fähigkeiten wie Alltagswissen, logische Struktur sprachlicher Prozesse 
oder Wahrnehmungsorganisation lägen deutlich unter der Normgrenze 
(Gesamtbeurteilung: leichte Intelligenzminderung ICD 10:F 70). Seine 
Persönlichkeit sei geprägt von Gesundheitssorgen, körperlichen 
Beschwerden, Anfälligkeiten für Stress und niederem Selbstvertrauen. Er 
leide in der Nacht an Albträumen, habe Angst vor dem Tod und würde mit 
Schweiss erwachen. Tagsüber habe er keine Angst. Er habe mit 18 Jahren 
Heuschnupfen bekommen und später habe er noch Asthma entwickelt. 
Sowohl in der mütterlichen wie väterlichen Verwandtschaft seien keine 
psychischen Erkrankungen (mit/ohne Suchtgefahr) bekannt. Leicht 
intelligenzgeminderte Personen seien erfahrungsgemäss für eine Arbeit 
geeignet, die eher praktische als schulische Fähigkeiten verlange. Dies 
bedinge eine Unterstützung bei der Ausbildung, die die vorhandenen 
Fähigkeiten weiter entwickle und die Defizite ausgleiche. Im sozialen 
Bereich bestehe ein gewisser Rückzug, der durch gezielte Massnahmen 
aber wieder kompensiert werden könnte. Jene Probleme verschwänden 
mit grosser Wahrscheinlichkeit durch eine regelmässige Teilnahme am 
Erwerbsleben (S. 9). Zur Arbeitsfähigkeit hielt der besagte Psychiater fest, 
dass dem Versicherten eine ungelernte oder angelernte Handarbeit, 
welche eher praktische als schulische Fähigkeiten voraussetze, zumutbar 

wäre; wobei indes die Startschwierigkeiten (mit Dritthilfe) überwunden bzw. 
gemeistert werden müssten.

 
• Mit Schreiben vom 19.06.2006 sandte die Vorinstanz dem Versicherten ein 

als letzte Aufforderung tituliertes Mahnschreiben zu, wonach für ihn eine 
berufliche Abklärung in der ARGO Chur (Arbeitseingliederungsstätte) 
geplant sei und er sich deshalb bis spätestens Ende des Monats mit dem 
Berufsberater in Verbindung zu setzen hätte. Trotz 2-wöchiger Bedenkzeit 
verstrich jene berufliche Eingliederungschance ungenutzt, weil der 
Versicherte kein Interesse an der ARGO-Abklärung zeigte. Die Vorinstanz 
befasste sich daher danach nur noch mit der Rentenfrage.

• Aus der Zusammenstellung vom 20.10.2006 ist die Bemessung des IV-
Grads nach der Methode des Einkommensvergleichs ersichtlich, worin die 
Vorinstanz (bei 100% AF in adaptierter Tätigkeit) auf ein mutmassliches 
Jahreseinkommen ohne Gesundheitsschaden von Fr. 64'350.-- 
(Valideneinkommen nach Art. 26 IVV; weil geburtsinvalid; altersbedingt 
aber nur 90% von Fr. 71'500.--) sowie ein noch erzielbares 
Invalideneinkommen von Fr. 46'493.-- (Leistungsfähigkeit 100%; mit 
Sonderabzug 20% wegen Minderintelligenz von Fr. 58'116.--), was am 
Ende eine zu erwartende Erwerbseinbusse von Fr. 17'856.-- bzw. einen IV-
Grad von 27.75% ergab; womit kein Anspruch auf eine IV-Rente bestand. 

• Laut Abschlussbericht (Case Report RAD Ostschweiz) vom 10.01.2007 
ergaben die Medizinalabklärung – unter Einbezug des Gutachtens von Dr. 
… vom 19.12.2005 sowie einer Beurteilung der IV-Stellenärztin Dr. … vom 
16.02.2006 – eindeutig eine Frühinvalidität beim Patienten, wobei aber die 
AF in einer adaptierten Tätigkeit 100% betrage (S. 4) bzw. der Versicherte 
in einer auf seine kognitiven Defizite Rücksicht nehmenden 
Handwerkstätigkeit noch voll arbeits-/einsatzfähig sei. Zur Ermittlung des 
IV-Grads wurde (unverändert) auf die Berechnung vom 20.10.2006 
abgestellt (S. 5) und dieselbe im Detail auch nochmals ausführlich erläutert 
und kommentiert (vgl. Anmerkungen; S. 7). 

• Im letzten Arztbericht vom 05.02.2007 des Psychiaters Dr. … wurde 
folgende Diagnose gestellt: Chronische Angstkrankheit im Rahmen einer 
familiären Vorbelastung mit Depression (seit Dez. 06 sei der Versicherte 
bei ihm ambulant in Therapie; wobei er ihn medikamentös [Seroquel 100mg 
1/0/3] behandle). Prognostisch wurde ergänzt: Da die Erkrankung schon 
viele Jahre bestehe und zugleich eine grenzwertige Debilität die 
Bearbeitung der Angstproblematik und die medikamentöse Compliance 
beeinträchtige, sei davon auszugehen, dass die begonnene Behandlung 
mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Die AF des Patienten schätzte 
dieser Psychiater zum jetzigen Zeitpunkt auf 0%. 

d) In Würdigung der soeben erwähnten Klinik- und Facharztberichte ist das 

Gericht zur Überzeugung gelangt, dass es keine triftigen Gründe gibt, um 

nicht von einer vorhandenen Arbeitsfähigkeit von 100% in einer 

leidensangepassten Tätigkeit (praktische Arbeiten ohne besondere 

schulische oder kognitive Erfordernisse und ohne Pollen-/Staubexpositionen) 

auszugehen. Der Fachbericht des Psychiaters (Dr. …) vom Dezember 2005 

hielt dazu klar fest, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der 

seit langem existierenden Angstzustände und der angeborenen 

Minderintelligenz trotzdem noch in einer an- oder ungelernten 

Handwerksarbeit zu 100% arbeits- und einsatzfähig wäre. Zudem stellte jener 

Spezialist fest, dass keine Anzeichen für psychische Erkrankungen innerhalb 

der Familie und somit eine erblich bedingte Vorbelastung erkennbar gewesen 

seien. Die von ihm vorgenommene Schätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit 

erfolgte damit unter Berücksichtigung der gesamten psychischen Situation 

(also inkl. nächtlicher Angst-/Panikattacken). Soweit Dr. … als auch die IV-

Stellenärztin Dr. … im Febr. 2006 bzw. im Case Report RAD Ostschweiz vom 

Jan. 2007 eindeutig auf eine Frühinvalidität bzw. ein Geburtsgebrechen 

(leichte Intelligenzminderung ICD-10:F70) erkannten, ist aber nicht ersichtlich, 

inwieweit dies nicht wirklich zutreffen sollte, weshalb dem plötzlichen 

„Argumentationswechsel“ der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung lediglich in 

diesem Punkt nicht gefolgt werden kann. Die Richtigkeit jener Sachdarstellung 

belegen überdies auch der Klinikbericht … (Dr. …) vom Okt. 2005 sowie die 

in diesem Zusammenhang erstellten Labortestresultate vom Nov. 2005. An 

der trotz allem ermittelten Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adäquaten 

Tätigkeit vermag sodann auch das zuletzt noch (privat) nachgereichte 

Arztzeugnis vom Febr. 2007 des Psychiaters Dr. … nichts zu ändern, 

erkannte er doch ohne Begründung und ohne die Feststellung neuer 

Diagnosen einfach auf eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit des erst ab Dez. 

2006 bei ihm in Behandlung stehenden Patienten. Seine teils sogar 

tatsachenwidrigen Behauptungen (familiäre Vorbelastung) vermögen die 

übereinstimmenden, weit überzeugenderen, zuverlässigeren und absolut 

widerspruchsfreien Facharzt- und Klinikberichte der übrigen Spezialisten 

(Dres. …) daher weder zu erschüttern noch gar zu stürzen, weshalb die 

Vorinstanz berechtigterweise auf die Vorgaben jener Experten abstellte und 

darum für die Ermittlung des IV-Grads (wirtschaftliches Element) korrekt und 

ohne weitere Abklärungen vertretbar von einer vollen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus gesundheitlicher Perspektive (medizinisches 

Element) ausging. An dieser Feststellung gibt es nichts auszusetzen.

  

e) Zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit der 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit kann somit aber im Grundsatz auf die Berechnungen der 

Vorinstanz vom 20.10.2006 bzw. die identische Zusammenstellung im Case 

Report vom 10.01.2007 (S. 5) verwiesen werden, worin das anrechenbare 

Valideneinkommen (laut statistischer Lohnstrukturerhebungen [LSE] für die 

Schweiz auf Fr. 71'500.-- [abzüglich 10% laut Art. 26 Abs. 1 IVV wegen 

Geburtsinvalidität des damals 29-jährigen Versicherten] ergibt Fr. 64'350.--) 

sowie das erzielbare Invalideneinkommen auf Fr. 58’116.-- (LSE; 

Anforderungsprofil 4: für Einfache/repetitive Tätigkeiten; bei Arbeitsfähigkeit 

100%; abzgl. Sonderabzug wegen Minderintelligenz 20%; macht Fr. 46'493.-

-) beziffert wurden, woraus im Resultat nur ein mutmasslicher Minderverdienst 

von höchstens Fr. 18'000.-- und somit ein IV-Grad von weit unter 40% 

resultierte. Aufgrund von Art. 28 Abs. 1 IVG bestand infolgedessen aber auch 

kein Anspruch auf eine IV-Rente.

f) Der Vollständigkeit halber sei einzig noch betont, dass es der 

Beschwerdeführer durch sein eigenes unkooperatives und uneinsichtiges 

Verhalten (vgl. Protokolle/Korrespondenz des IV-Berufsberaters vom Juni/Juli 

06 mit eröffneter Möglichkeit und Aufforderung für eine ARGO-Abklärung 

zwecks beruflicher Eingliederung, Umschulungsmassnahmen und dgl.) 

offensichtlich selbst zu verantworten hat, dass die Vorinstanz schliesslich nur 

noch die Rentenfrage im Detail prüfte und andere Hilfsmassnahmen (nach der 

Verweigerung jenes ARGO-Arbeitstrainings) nicht mehr weiter verfolgte.

3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach rechtmässig, was zu 

seiner Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 01.07.2006 – in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung (inkl. Erhöhung) von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens und der 

Durchführung eines einfachen Schriftenwechsels rechtfertigt es sich hier, dem 

Beschwerdeführer Kosten von Fr. 700.-- aufzuerlegen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.