# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf399c5c-5216-503c-b249-7e6e0538dd97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.09.2019 D-3937/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3937-2019_2019-09-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3937/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiber Philipp Reimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Urs Jehle, Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch am Flughafen (Asyl und Wegweisung); 

Verfügung des SEM vom 26. Juli 2019. 

 

 

 

D-3937/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 

am 9. August 2011 mit seinem eigenen Reisepass auf dem Luftweg und 

gelangte nach B._______, wo er vom UNHCR als Mandatsflüchtling aner-

kannt worden sei. Nach ungefähr einem Jahr sei er zu Fuss von B._______ 

über die Grenze nach C._______ gelangt. In D._______ sei er von den (…) 

Behörden festgenommen und wegen illegalen Aufenthalts zweieinhalb 

Jahre inhaftiert worden. Nach seiner Entlassung habe er keine Möglichkeit 

gehabt zu arbeiten. Ausserdem habe er vom (…) Staat keinerlei finanzielle 

Hilfe erhalten, obwohl ihm die dortigen Behörden einen Flüchtlingsausweis 

ausgestellt hätten. Aus diesen Gründen habe er sich im Jahr 2019 ent-

schlossen, in die Schweiz zu reisen. Gemäss Auskünften der Flughafen-

polizei flog er am 30. Juni respektive 1. Juli 2019 unter zwei verschiedenen 

Identitäten von E._______aus via F._______ nach G._______, wo er am 

2. Juli 2019 im Flughafen G._______ um Asyl nachsuchte. Mit Verfügung 

vom 4. Juli 2019 verweigerte ihm das SEM die Einreise in die Schweiz und 

wies ihm den Transitbereich des Flughafens G._______ als Aufenthaltsort 

zu. Am 11. Juli 2019 erhob das SEM seine Personalien und befragte ihn 

summarisch zu seinem Reiseweg und den Asylgründen. Die einlässliche 

Anhörung zu den Asylgründen führte das SEM am 18. Juli 2019 durch. 

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, im Verlaufe 

des Jahres 2002 hätten ihn die LTTE ("Liberation Tigers of Tamil Eelam") 

mitgenommen, als er an seiner ehemaligen Schule gespielt habe. Zu-

nächst habe er ein zwei- bis dreimonatiges Waffentraining absolvieren 

müssen. Anschliessend sei er während des Waffenstillstandes als Wache 

eingesetzt worden. An Kampfhandlungen habe er nie teilnehmen müssen. 

Am 5. Dezember 2005 sei er von den LTTE geflüchtet. Daraufhin sei er von 

Angehörigen der sri-lankischen Marine festgenommen und insgesamt drei 

Wochen auf dem Gelände des Hafens von H._______inhaftiert worden. 

Während der Haft sei er diverse Male gefoltert und sexuell missbraucht 

worden. Insgesamt drei Male sei er einem Richter vorgeführt worden. 

Schliesslich hätten seine Verwandten durch Bestechungsgeld seine Frei-

lassung erwirken können. Anschliessend habe er bei einem Verwandten 

gelebt. Dort habe ihn sein früherer LTTE-Vorgesetzter namens I._______ 

aufgesucht und aufgefordert, sich wieder den LTTE anzuschliessen, an-

sonsten seine jüngere Schwester mitgenommen werde. Deshalb sei er zu 

den LTTE zurückgekehrt. Da einer seiner Brüder im Jahr 1999 als Märtyrer 

für die LTTE gestorben sei, habe er für diese Organisation nur Hilfsdienste 

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Seite 3 

verrichten beziehungsweise Einkäufe besorgen müssen und sei nicht mehr 

militärisch eingesetzt worden. Im Mai 2006, als der Bürgerkrieg neu ent-

flammt sei, habe er sich der Zivilbevölkerung angeschlossen und ungefähr 

einen Monat lang in einem IOM-Camp in J._______ gelebt. Danach sei er 

nach H._______ zurückgekehrt, weil die sri-lankischen Behörden in den 

Camps immer wieder nach Angehörigen der LTTE gesucht hätten. In 

H._______ habe er ständig seinen Aufenthaltsort gewechselt, um einer be-

hördlichen Festnahme zu entgehen. Im Jahr 2007 sei er im Rahmen einer 

Razzia festgenommen und einem Kopfnicker vorgeführt worden, der ihn 

identifiziert habe. Danach sei er ins (…)-Camp gebracht worden. Dort habe 

er wahrheitsgemäss angegeben, aus K._______ (einem damals von den 

LTTE beherrschten Dorf) zu stammen, worauf man ihn bezichtigt habe, bei 

den LTTE mitzumachen. Daraufhin habe er nach massiven Schlägen zu-

gegeben, von den LTTE zwangsrekrutiert worden zu sein. Im Verlaufe der 

Verhöre sei es auch zu sexuellen Handlungen gekommen. Nach ungefähr 

drei Tagen sei er wieder gegen Bezahlung von Schmiergeld freigelassen 

worden. Im Jahr 2008 sei er ein weiteres Mal festgenommen worden, wo-

bei zivile Beamte des CID (Criminal Investigation Department) ihn unter-

wegs in einem weissen Van abgeholt hätten. Wiederum seien ihm Verbin-

dungen zu den LTTE vorgeworfen worden. Er sei geschlagen worden. Er 

habe sich nackt ausziehen müssen und sei erniedrigt worden. Nach unge-

fähr vier Tagen sei er abermals durch Zahlung von Bestechungsgeldern 

auf Veranlassung eines CID-Beamten namens L._______ freigelassen 

worden. Im Jahr 2011 sei er von CID-Leuten in einem Lieferwagen in 

M._______ abgeholt worden, wo er bei Verwandten gelebt habe. Von dort 

habe man ihn ins Camp (…) mitgenommen, wo er gefoltert und sexuell 

missbraucht worden sei. Noch heute würden seine Genitalien schmerzen. 

Erneut sei er durch Vermittlung des CID-Beamten L._______ nach fünf o-

der sechs Tagen gegen Entgelt freigelassen worden. Letzterer habe seinen 

Verwandten schliesslich auch dazu geraten, dass er (der Beschwerdefüh-

rer) ins Ausland gehen sollte, was er denn auch im August 2011 getan 

habe. 

Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen des (ursprünglichen) Flughafen-

verfahrens die Kopie eines Haftbriefes aus dem Jahr 2007, Kopien eines 

(…) Ausweises mit einem Unterschriftenblatt, Kopien seiner Geburtsur-

kunde sowie von Schuldokumenten und Kopien von zwei Zeitungsauszü-

gen über die schlechte Situation von Tamilen in Sri Lanka zu den Akten. 

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Seite 4 

B.  

Mit Eingabe vom 19. Juli 2019 ersuchte der Rechtsvertreter des Beschwer-

deführers das SEM für seinen Mandanten um Erteilung einer Einreisebe-

willigung und Zuweisung ins erweiterte Verfahren. Zur Begründung führte 

er namentlich an, sein Mandant habe während der Anhörung glaubhaft ma-

chen können, in Sri Lanka insgesamt viermal verhaftet worden zu sein, 

wobei es während dieser Verhaftungen zu massiven Übergriffen in Form 

einer Vergewaltigung, sexuellen Missbräuchen und Erniedrigungen sowie 

körperlicher und psychischer Folter gekommen sei. Aus diesem Grunde sei 

er stark traumatisiert. Sein Mandant äussere den Wunsch auf psychologi-

sche Behandlung in der Schweiz. Am 12. Juli 2019 sei am Flughafen eine 

medizinische Abklärung durchgeführt worden. Eine psychiatrische Begut-

achtung habe jedoch noch nicht stattgefunden. 

C.  

Gemäss dem medizinischen Formular der Airport Medical Center AG vom 

12. Juli 2019 leidet der Beschwerdeführer an Ein- und Durchschlafstörun-

gen, Kopfschmerzen und einer chronischen (…) nach (…). Verschrieben 

wurden ihm die Medikamente (…) und (…) (gegen die Kopf- und (…) 

schmerzen) sowie das Medikament (…) (gegen die Schlafstörungen). 

D.  

Am 24. Juli 2019 unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer bezie-

hungsweise dessen Rechtsvertreter den Entwurf des ablehnenden Asyl-

entscheides zur Stellungnahme. Der Beschwerdeführer zeigte sich in sei-

ner Stellungnahme vom 25. Juli 2019 mit dem geplanten Entscheid nicht 

einverstanden. Hinsichtlich der Stellungnahme wird auf die Akten verwie-

sen. 

E.  

Mit – am gleichen Tag eröffneter – Verfügung vom 26. Juli 2019 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus dem Transitbereich des Flugha-

fens G._______ weg und forderte ihn – unter Androhung von Zwangsmit-

teln im Unterlassungsfall – auf, den Transitbereich des Flughafens 

G._______ am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides zu ver-

lassen. Gleichzeitig händigte es ihm die editionspflichtigen Akten gemäss 

Aktenverzeichnis aus. 

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Seite 5 

F.  

Mit Eingabe vom 5. August 2014 (Datum des Poststempels) erhob der Be-

schwerdeführer mittels seines Rechtsvertreters beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf-

zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen 

und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, ihn 

als Flüchtling anzuerkennen und vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter 

sei ihm die vorläufige Aufnahme zu erteilen. Subsubeventualiter sei die Sa-

che zwecks vollständiger Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Schliesslich beantragte der Beschwerdeführer in verfah-

rensrechtlicher Hinsicht, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen und insbesondere auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. August 2019 hiess der zuständige Instruk-

tionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud er die Vorinstanz zur Einrei-

chung einer Vernehmlassung bis zum 16. August 2019 ein. 

H.  

Am 12. August 2019 ging dem Bundesverwaltungsgericht die Verfügung 

des SEM vom 8. August 2019 zu, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund 

seines Spitalaufenthalts die Einreise in die Schweiz bewilligt habe. 

I.  

Mit dem Bundesverwaltungsgericht am 12. August 2019 zugegangenem 

Begleitschreiben vom 9. August 2019 teilte der Rechtsvertreter unter Bei-

fügung eines Verlaufseintrags vom 9. August 2019 mit, dass sein Mandant 

am 7. August 2019 eine (...) erlitten habe und am 8. August 2019 deswe-

gen im Universitätsspital G._______ notoperiert worden sei. 

J.  

Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2019 fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen und Be-

weismittel, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könn-

ten. Das SEM habe bereits in seiner Reaktion auf die Stellungnahme zum 

Entscheidentwurf auf die meisten Punkte eingehen können, welche nun in 

der Beschwerdeschrift erneut vorgebracht worden seien. Im Übrigen ver-

wies die Vorinstanz auf ihre Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, 

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Seite 6 

an denen vollumfänglich festgehalten werde. Zum Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers äusserte sich die Vorinstanz nicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist die Änderung des AsylG vom 25. September 2015 

abschliessend in Kraft getreten. Da der Beschwerdeführer sein Asylgesuch 

am 2. Juli 2019 eingereicht hat, gilt das neue Recht. 

1.3  

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die im Beschwerdeverfahren möglichen Rügegründe und die Kognition 

des Bundesverwaltungsgerichts ergeben sich aus Art. 106 Abs. 1 AsylG, 

soweit das AsylG zur Anwendung gelangt, beziehungsweise aus Art. 49 

VwVG, soweit das AIG zur Anwendung gelangt (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 

Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um 

eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu be-

gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

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Seite 7 

4.  

4.1 Im Asyl- und Wegweisungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. 

Die Asylbehörde hat deshalb den rechtserheblichen Sachverhalt vor ihrem 

Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 

AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), wobei sie die für das Verfahren erforderlichen 

Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände 

abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss. Unvollstän-

dig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die angefochtene Verfügung 

nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksich-

tigt (BVGE 2012/21 E. 5.1 S. 414 f.). 

4.2 Wie den vorinstanzlichen Akten entnommen werden kann, bewilligte 

das SEM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. August 2019 auf-

grund eines Spitalaufenthalts die Einreise in die Schweiz. Weiter teilte die 

Rechtsvertretung dem Bundesverwaltungsgericht am 9. August 2019 unter 

Beifügung eines Verlaufsberichts gleichen Datums mit, dass der Be-

schwerdeführer am 7. August 2019 eine (...) erlitten habe und am 8.  Au-

gust 2019 im Universitätsspital G._______ habe notoperiert werden müs-

sen. Aus den Akten, insbesondere aus der Vernehmlassung des SEM vom 

15. August 2019, ist nicht ersichtlich, dass das BFM die Notoperation des 

Beschwerdeführers im Universitätsspital zum Anlass genommen hätte, Ab-

klärungen zu seinem aktuellen Gesundheitszustand in die Wege zu leiten. 

In der Vernehmlassung vom 15. August 2019 äusserte sich das SEM zu-

dem mit keinem Wort dazu, weshalb es diesbezüglich Abklärungen unter-

lassen hat. Das SEM hat somit mit Blick auf allfällige medizinische Voll-

zugshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG den rechtserhebli-

chen Sachverhalt nicht vollständig festgestellt, obschon spätestens seit der 

Operation vom 8. August 2019 aller Anlass bestanden hat, nähere Abklä-

rungen zur gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers vorzuneh-

men. 

4.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 S. 415). Vor-

liegend liegt der Mangel in einer unvollständigen Sachverhaltsfeststellung, 

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Seite 8 

wobei sich die erforderliche Entscheidungsreife für ein reformatorisches 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes nicht mit geringem Aufwand her-

stellen lassen dürfte. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Erhebung 

des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das SEM 

zurückzuweisen. Ausserdem ist die Verfügung auch wegen Verletzung der 

Begründungspflicht zu kassieren. 

4.4 Nur am Rande sei deshalb erwähnt, dass sich eine Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung auch im Asylpunkt aufdrängt. Das SEM vertritt in 

seiner Verfügung zwar den Standpunkt, die beiden letzten Festnahmen in 

den Jahren 2008 und 2011 seien unglaubhaft (a.a.O. S. 4 II/1. Abs. 3 und 

4 i.V.m. S. 4 ff. II/2./a), geht allerdings gleichzeitig davon aus, die beiden 

Festnahmen des Beschwerdeführers in den Jahren 2005 und 2007 könn-

ten der Wahrheit entsprechen (a.a.O. S. 4 II/1. Abs. 2). Unter dem Aspekt 

der gestützt auf die bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung zu 

prüfenden Risikofaktoren (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 E. 8.9.1) hält das SEM in diesem Zusammenhang allerdings einzig 

fest, die sri-lankischen Behörden hätten bereits die Möglichkeit gehabt, ge-

gen den Beschwerdeführer ein Gerichtsverfahren wegen seiner angebli-

chen LTTE-Angehörigkeit durchzuführen, falls sie tatsächlich ein Interesse 

an seiner Person gehabt hätten (a.a.O. S. 7 letzter Absatz). Diese Argu-

mentation trägt nach Ansicht des Gerichts dem Umstand allerdings nicht 

hinreichend Rechnung, als – Glaubhaftigkeit der beiden ersten Inhaftierun-

gen vorausgesetzt – aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers 

anzunehmen ist, dass er den sri-lankischen Behörden nicht nur als Unter-

stützer der LTTE bekannt und in diesem Zusammenhang von ihnen verhört 

worden, sondern auch geschlagen und sexuell erniedrigt worden ist. Die-

sen Sachverhaltselementen ist vom SEM jedenfalls im Rahmen einer Prü-

fung des Risikoprofils durch vertiefte Begründung Rechnung zu tragen. 

5.  

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist damit gegen-

standslos geworden. 

5.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung 

auszurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

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Seite 9 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111a ter AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 26. Juli 2019 wird aufgehoben und die Sache 

im Sinne der Erwägungen zur vollständigen Erhebung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewie-

sen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Simon Thurnheer Philipp Reimann 

 

 

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