# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 416acba8-de69-5e4d-a30b-b2530a968e75
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-11-04
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2002 und 2003 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2002 und 2003
**Docket/Reference:** DB.2013.155
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_155_ou.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.155 
1 ST.2013.171 

Entscheid 

4. November 2013 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiber Stefan Eichenberger 

1.  A,    
2.  B,    

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2002 und 2003 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2002 und 2003 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  seine  Ehefrau  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  deklarierten  in  den 

Steuerjahren 2002 und 2003 vermögensseitig eine Darlehensschuld gegenüber der in 

Liechtenstein domizilierten E Finanzierungs- und Beteiligungsanstalt; einkommenssei-

tig  brachten  sie  jeweils  diesbezügliche  Schuldzinsen  von  Fr.  30'000.- (=  Zinssatz  von 

6%) in Abzug.  

Nach  Durchführung  einer  vorab  im  Zusammenhang  mit  der  selbstständigen 

Erwerbstätigkeit  des  Pflichtigen  stehenden  steueramtlichen  Bücherrevision,  ausführli-

chen  Sachverhaltsuntersuchungen  mittels  diverser  Auflagen  und  Mahnungen  sowie 

einer  Anhörung  der  Pflichtigen  bzw.  deren  Vertreter  kam  der  Steuerkommissär  zum 

Schluss, dieses Darlehen sei fingiert, weshalb vermögensseitig Fr. 500'000.- an Schul-

den und einkommensseitig Fr. 30'000.- an Schuldzinsen aufzurechnen seien. Aufgrund 

dieser sowie weiteren unbestrittenen Korrekturen setzte er mit Einschätzungsentscheid 

und  Hinweis  vom  4.  Juni  2008  die  Steuerfaktoren  für  die  Steuerperioden  2002  und 

2003 wie folgt fest: 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte Bundessteuer 

Fr. 

   Fr. 

Steuerperiode 2002  

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

Steuerperiode 2003  

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

165'200.- 

165'200.- 

3'685'000.- 

4'986'000.- 

137'700.- 

141'100.- 

4'819'000.- 

5'143'000.-. 

164'900.- 

142'100.- 

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1 ST.2013.171 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die  Bundessteuerveranlagungen  wurden  mit  Schlussrechnungen  vom 

11. Juli 2008 formell eröffnet. 

B. Die hiergegen am 4. Juli bzw. 7. August 2008 erhobenen Einsprachen, mit 

welchen die Pflichtigen die steuermindernde Berücksichtigung der deklarierten Schuld 

samt  Schuldzinsen  hatten  verfechten  lassen,  wies  das  kantonale  Steueramt  mit  Ent-

scheiden vom 24. Juni 2013 ab.  

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  16.  Juli  2013  liessen  die  Pflichtigen  er-

neut  die  Festsetzung  der  Steuerfaktoren  unter  Berücksichtigung  der  deklarierten 

Schuld  und  der  dazugehörigen  Schuldzinsen  bzw.  Vermögensreduktionen  von 

Fr. 500'000.-  und  Einkommensreduktionen  von  Fr.  30'000.-  (Staats-  und  Gemeinde-

steuern) bzw. Fr. 50'000.- (recte: ebenfalls Fr. 30'000.-; direkte Bundesteuer) beantra-

gen.  Zudem  wurde  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  von  insgesamt 

Fr. 5'000.- verlangt.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

26. September 2013 unter Verweis auf die Erwägungen in den Einspracheentscheiden 

auf Abweisung der Rechtsmittel.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Streitbetroffen 

ist  ein  zu  6%  verzinsliches  Passivdarlehen  über 

Fr. 500'000.-,  welches  gemäss  Ausführungen  der  Pflichtigen  seit  1982  besteht  und 

vom  kantonalen  Steueramt  bis  zu  den hier  betroffenen  Steuerperioden  2002/2003  of-

fenbar nie in Zweifel gezogen worden ist.  

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b)  Die  in  einer  früheren  Steuerperiode  getroffenen  Veranlagungen  entfalten 

grundsätzlich keine Rechtskraft für spätere Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuer-

behörde im Rahmen jeder Neuveranlagung eines Steuerpflichtigen sowohl die tatsäch-

liche, als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und, soweit er-

forderlich,  abweichend  würdigen.  In  Rechtskraft  erwächst  jeweils  nur  die  einzelne 

Veranlagung,  die  als  befristeter  Verwaltungsakt  ausschliesslich  für  die  betreffende 

Steuerperiode  Rechtswirkungen  entfaltet.  Die  späteren  Veranlagungen  sind  daher  je-

derzeit  einer  erneuten  umfassenden  Überprüfung  zugänglich  (BGr  2P.153/2002  vom 

29. November 2002, E. 4.2; BGr, 17. Juli 1996, in: StE 1997, B 93.4 Nr. 4 mit Hinwei-

sen auf die Lehre). Es liegt im Wesen der periodischen Veranlagung, dass die Steuer-

behörde  die  Möglichkeit erhält, jeweils  eine  neue  Beurteilung vorzunehmen  und auch 

allfällige  frühere  Fehlleistungen  zu  korrigieren  bzw.  nicht  mehr  zu  wiederholen;  darin 

liegt kein widersprüchliches  Verhalten  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommen-

tar zum DBG, 2. A., 2009, VB zu Art. 109-121, N 80 DBG und Kommentar zum harmo-

nisierten Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, VB zu §§ 119-131 N 87 StG). Der Grund-

satz  von  Treu und  Glauben findet  zwar  im  öffentlichen  Recht  und  insbesondere auch 

im  Steuerrecht  Anwendung.  Allerdings  ist  seine  Tragweite  im  Steuerrecht,  das  vom 

Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Besteuerung beherrscht ist, geringer als in ande-

ren  Rechtsgebieten  (Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  3.  Mai  1999,  in:  StE  2000 

A 21.14, Nr. 13, E. 2b; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 

6. Aufl., Zürich 2002, S. 28 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). 

c) Mit dem Hinweis auf die steuerliche Behandlung des streitigen Darlehens in 

früheren  Steuerperioden  vermögen  die  Pflichtigen  demnach  von  vornherein  nichts  zu 

ihren Gunsten abzuleiten. 

2. a) Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die direkte Bun-

dessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  werden  von  den  Einkünften  die  privaten 

Schuldzinsen im Umfang der nach den Artikeln 20 und 21 steuerbaren Vermögenser-

träge und weiterer 50'000 Franken abgezogen; nicht abzugsfähig sind Schuldzinsen für 

Darlehen,  die  eine  Kapitalgesellschaft  einer  an  ihrem  Kapital  massgeblich  beteiligten 

oder  ihr  sonst  wie  nahe  stehenden  natürlichen  Person  zu  Bedingungen  gewährt,  die 

erheblich von den im Geschäftsverkehr unter Dritten üblichen Bedingungen abweichen. 

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Dieselbe Regelung findet sich auch im kantonalen Recht (§ 31 Abs. 1 lit. a des Steuer-

gesetzes vom 8. Juni 1997; StG). 

Vom  (bei  der  Staats-  und  Gemeindesteuer)  steuerbaren  Vermögen  können 

nachgewiesene  Schulden,  für  die  der  Steuerpflichtige  allein  haftet,  voll  abgezogen 

werden; andere Schulden, wie Solidar- und Bürgschaftsschulden, nur insoweit, als sie 

der Steuerpflichtige tragen muss (Art. 46 StG). 

b)  Schuldzinsen  im  Sinn  von  Art.  33  Abs.  1  lit.  a  DBG  bzw.  §  31  Abs.  1 

lit. a StG sind alle Vergütungen, welche die steuerpflichtige Person einer Drittperson für 

die Gewährung einer Geldsumme zu leisten hat. Die Vergütung muss nach Zeit und als 

Quote  der  Geldsumme  in  Prozenten  berechnet  werden  und  darf  somit  keine  Tilgung 

der  Kapitalschuld  darstellen;  das  Bestehen  einer  Kapitalschuld  bzw.  Kapitalbezogen-

heit  ist  demzufolge  grundsätzlich  unabdingbare  Voraussetzung  für  einen  Schuldzins 

(Markus Reich, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Band I/1, 2. A., 2002, N 32 f zu Art. 9 StHG). Schuldzinsen sind abzugsfähig in 

dem Zeitpunkt, in dem sie fällig werden, eine Bezahlung ist im Regelfall nicht voraus-

gesetzt. Werden  Schuldzinsen  vor  Fälligkeit  bezahlt,  sind  sie  bereits  bei  der  Zahlung 

abzugsfähig  (Zigerlig/Jud,  in:  Zweifel/Athanas  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Schweizeri-

schen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl., Basel 2008, N 12c zu Art. 33 DBG). 

c)  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Veranlagungsverfahren  wird  vom  Untersu-

chungsgrundsatz  beherrscht.  Im  Rahmen  der  Sachverhaltsfeststellung  hat  die  Veran-

lagungsbehörde zu beurteilen, ob sich die feststellungsbedürftigen Tatsachen verwirk-

licht haben oder nicht. Dabei hat sie sich vom Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

leiten  zu  lassen  (Martin  Zweifel,  in:  Zweifel/Athanas  [Hrsg]),  a.a.O.,  N  22  zu  Art.  46 

StHG). Damit die Veranlagungsbehörde ihrer Untersuchungspflicht nachkommen kann, 

ist  die  steuerpflichtige  Person  verpflichtet,  an  der  Untersuchung  mitzuwirken  (§  135 

StG).  

Von der Beweisführungslast (sog. subjektive Beweislast) ist die objektive Be-

weislast  zu  unterscheiden.  Dabei  geht  es  um  die  Frage,  zu  wessen  Nachteil  es  sich 

auswirkt, wenn ein behaupteter Sachverhalt unbewiesen bleibt. Die Frage der objekti-

ven Beweislast stellt sich unabhängig davon, ob ein Verfahren von der Untersuchungs- 

oder Verhandlungsmaxime beherrscht wird. Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für 

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Tatsachen,  welche  die  Steuerschuld begründen  oder  mehren,  der  Steuerpflichtige für 

Tatsachen,  welche  die  Steuerschuld  aufheben  oder  mindern  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 123 N 77f. DBG und § 132 N 90f. StG). 

Immerhin  kann  sich  die objektive  Beweislast  praktisch  in  Verbindung  mit  der 

besagten Mitwirkungspflicht als Ausnahme von der Untersuchungsmaxime auswirken. 

Das  kommt  besonders  zum  Ausdruck  in  den  Schranken  der  behördlichen  Untersu-

chungspflicht. So führt etwa die Verweigerung der Kooperation bei der Abklärung eines 

Sachverhalts,  der  nach  Darstellung  des  Steuerpflichtigen  einem  von  ihm  geltend  ge-

machten  Abzug  zugrunde  liegt,  zur  Nichtberücksichtigung  des  Abzugs  (vgl.  Zwei-

fel/Casanova,  Schweizerisches  Steuerverfahrensrecht,  Direkte  Steuern,  Zürich/Ba-

sel/Genf 2008, § 5 N 12). 

d)  Zum  Beweismass  ist  festzuhalten,  dass  für  den  Nachweis  von  Schuldzin-

sen die Angabe des Namens und  der Adresse des Gläubigers in der Regel nur dann 

eine genügende Auskunft ist, wenn dieser in der Schweiz wohnhaft ist und die untersu-

chende Steuerbehörde deshalb in der Lage ist, gewisse Überprüfungen vorzunehmen. 

Demgegenüber sind im internationalen Verhältnis an den Nachweis der von den Steu-

erpflichtigen  geltend  gemachten  Zinszahlungen  strengere  Anforderungen  zu  stellen, 

weil  diese  nicht  einfach nachzuprüfen  sind  (vgl. Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG, 

I. Teil, 2001, N 15 zu Art. 33 DBG, mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht stellte 

in diesem Zusammenhang fest, die Steuerbehörde sei in gewissen Fällen verpflichtet, 

genauere und vollständigere Auskünfte zu verlangen. So könne sich insbesondere der 

Steuerpflichtige, der Zinsen in Abzug bringen wolle, welche er an Anstalten mit Sitz in 

Staaten  zahle,  welche  –  wie  z.B.  Liechtenstein  –  die  Bildung  von  fiktiven  Domizilen 

begünstigten,  nicht  damit  begnügen,  die  Adresse  der  fraglichen  Anstalt  anzugeben, 

sondern müsse auch über die daran Beteiligten Auskunft gegeben werden, ansonsten 

der Schuldzinsenabzug  nicht zuzulassen sei (BGr, 21. März 1985 = ASA 55, 137 ff.). 

Im  Falle  von  Provisionszahlungen  ins  Ausland  (was  mit  Zinszahlungen  ins  Ausland 

vergleichbar  ist)  stellte  das  Bundesgericht  sodann  fest,  es  genüge  nicht,  den  Zah-

lungsempfänger zu nennen, sondern es seien die gesamten Umstände darzulegen, die 

im konkreten Fall zu deren Ausrichtung geführt hätten; insbesondere seien die Verträ-

ge der jeweiligen Grundgeschäfte sowie allfällige schriftliche Provisionsvereinbarungen 

mit  den  Zahlungsempfängern,  ferner  die  lückenlos  dokumentierte  Korrespondenz  mit 

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den  Zahlungsempfängern  und  den  allenfalls 

involvierten  Banken  vorzuweisen 

(BGr 2C_377/2009 vom 9. September 2009, E 2.3 mit weiteren Hinweisen).  

3. a) Im Streit liegt ein von den Pflichtigen per Ende 2002 bzw. 2003 deklarier-

tes Darlehen in der Höhe von Fr. 500'000.-, verzinslich jährlich zu 6%. Darlehensneh-

mer  ist  der  pflichtige  Ehemann;  Gläubiger  die  "E  Finanzierungs-  und  Beteiligungsan-

stalt" (nachfolgend E), welche in der hier fraglichen Zeit ihren Sitz in F (Liechtenstein) 

hatte (vgl. Handelsregisterauszug). Als Beleg für diese Schuld reichten die Pflichtigen 

mit den Deklarationen zunächst Rechnungen der E vom 6.  März 2003 bzw. 31.  März 

2004 ein ein. In diesen nahm die Letztere Bezug auf einen Darlehensvertrag vom … … 

1982,  gemäss  welchem  6%  Zins  von  Fr. 500'000.-  bzw.  Fr.  30'000.-  für  die  Zeit  vom  

1.1.-31.12.2003  bzw. 1.1.-31.12.2004 belastet werde. 

b) Nach dem Gesagten (E. 2d) hat die Steuerbehörde in dieser Ausgangslage 

–  Darlehensgläubigerin  ist  eine  in  Liechtenstein  domizilierte  Anstalt  –  die  deklarierte 

Schuld samt Zinsen zu Recht weiter untersucht.  

So  stellte  der  steueramtliche  Revisor  im  Rahmen  der  Bücherrevision  betref-

fend  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  des  Pflichtigen  etwa  die  Frage,  weshalb  die 

Finanzierung  durch  die E  einer günstigeren  Finanzierung  "(z.B.  Hypothek  auf  Liegen-

schaft)" vorgezogen werde, zumal der Pflichtige über erhebliche flüssige Mittel verfüge. 

Letzterer  liess  dazu  antworten,  dass  das  Darlehen  seinerzeit  (also  1982)  für  den  Fir-

menaufbau gewährt  worden sei.  Auf  eine  Rückführung  habe man  bewusst  verzichtet, 

weil man die künftige Entwicklung der Branche habe abwarten wollen (vgl. Schreiben 

der G AG vom 17. April 2007).  

Der Revisor forderte daraufhin mit Auflage vom 22. Juni 2007 bzw. Mahnung 

vom 24. September 2007 den "Zahlungsnachweis (Bankbeleg, auf dem der Empfänger 

ersichtlich  ist)"  über  die  Zinszahlungen  von  Fr.  30'000.-  an  die  E.  Mit  Schreiben  vom 

30. August 2007 liess die Pflichtige in der Folge die bereits eingereichten Zinsrechnun-

gen  der  E  nochmals  einreichen,  welche  nunmehr  aber  mit  zwei  Stempeln  ("gebucht" 

und "Betrag erh. 30. April 2003" bzw. "Betrag erh. 2. Juli 2004") sowie dazugehörigen 

Unterschriften  versehen  waren.  Zusätzlich  wurde  ausgeführt,  dass  in  der  Geschäfts-

welt nicht sämtliche Zahlungen über Banken abgewickelt würden; möglich sei auch die 

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Barzahlung,  wobei  in  solchen  Fällen  der  Geldempfang  entsprechend  quittiert  werde. 

Ebenfalls  eingereicht  wurde  im  Übrigen  ein  Darlehensvertrag,  welcher  jedoch  vom  

…  …  2006  datiert  und  gemäss  Inhalt  den  für  den  vorliegenden  Fall  massgeblichen 

früheren Vertrag vom … … 1982 ersetzt.  

Im  Rahmen  von  anschliessenden  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsvor-

schlägen ging der steueramtliche Revisor davon aus, das Darlehen sei fingiert. Dabei 

bemerkte  er,  dass  die  Barzahlung  der  Zinsen  an  die  liechtensteiner  Gesellschaft  zu-

mindest ungewöhnlich sei. Auch seien keine Bankbelege beigebracht worden, auf de-

nen die Abhebung einer grösseren Summe für die Zinszahlungen ersichtlich sei, wes-

halb  die  Quelle  der  Zinszahlungen  ungewiss  bleibe.  Die  gesamte  Konstellation  rund 

um dieses Darlehen mache im Übrigen wirtschaftlich keinen Sinn.  

Die Pflichtigen liessen mit Schreiben vom 14. Dezember 2007 antworten, dass 

die Frage der Wirtschaftlichkeit bzw. der Rentabilität von Geldanlagen nicht in die Ent-

scheidkompetenz  der  Steuerbehörde  falle.  Falls  die  eingereichten  Belege  betreffend 

die Barzahlung  der  Zinsen  nicht  beweistauglich seien,  werde ein gewisser  H,  Verant-

wortlicher der "Firma I" als Zeuge angeboten. Die Mittelherkunft für die Zinszahlungen 

sei  im  Übrigen  durch  die  Aufrechnungen  des  Revisors  im  Zusammenhang  mit  der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit ausgewiesen.  

In  der  Folge  luden  der  steueramtliche  Revisor  und  der  zuständige  Steuer-

kommissär  die  Pflichtigen  bzw.  deren  Vertreter  mit  Schreiben  vom  7.  Februar  bzw. 

11. März 2008 zu einer mündlichen Verhandlung ein. Damit verbunden war die Aufla-

ge,  den belegmässigen Nachweis  des  Geld-/Zahlungsflusses  der  ursprünglichen Dar-

lehensgewährung sowie der Schuldzinsen 2002 und 2003 zu erbringen, den ursprüng-

lichen  Darlehensvertrag  von  1982  vorzulegen  und  detaillierte  Angaben  über  die 

Besitzes- und Beteiligungsverhältnisse der E und der "I" zu machen.  

Anlässlich der daraufhin am 8. April 2008 stattfindenden Besprechung wurden 

von Seiten der Vertreter der Pflichtigen keine neuen Unterlagen eingereicht. Neu wur-

de ausgeführt, dass die Mittel für die Zinszahlungen "mutmasslich" aus der Ende 2001 

erfolgten  Darlehenserhöhung  von  Fr. 400'000.-  auf  Fr. 500'000.-  stammten.  Zudem 

wurde erklärt, dass der ursprüngliche Darlehensvertrag nicht mehr greifbar sei und die 

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Besitzes-  und  Beteiligungsverhältnisse  der  E  sowie  der  "I"  nicht  bekannt  seien.  Wie-

derum wurde H als Zeuge angeboten (vgl. Besprechungsprotokoll).  

Am 10. April 2008 erging die Mahnung zur vorerwähnten Auflage, worauf die 

Pflichtigen mit Antwort vom 30. April 2008 die bereits eingereichten Unterlagen noch-

mals einreichen und das an der mündlichen Besprechung Gesagte widerholen liessen; 

erneut wurde sodann auf den offerierten Zeugen verwiesen. 

Zu  dieser  Zeugeneinvernahme  kam  es  in  der  Folge  jedoch  nicht,  weil  die 

Pflichtigen am 2. Juni 2008 der auf einen diesbezüglichen Terminvorschlag wartenden 

Steuerbehörde hatten mitteilen lassen, H habe von den wirtschaftlich Berechtigten der 

E  die  Erlaubnis,  als  Zeuge  auszusagen,  nicht  erhalten.  Erlaubt  worden  sei  ihm  statt-

dessen, auf die hängigen Punkte schriftlich einzugehen. Mit eingereicht wurde dement-

sprechend  ein  ebenfalls  vom  2.  Juni  2008  datierendes  Schreiben  J,  Treuhand  und  

Aktiengesellschaft, K, in welchem H als deren einzelzeichnungsberechtigter Geschäfts-

führer ausführte, aus Gründen der beruflichen Schweigepflicht keinerlei Aussagen über 

die Inhaber oder wirtschaftlich Berechtigten der E machen zu dürfen. Nach Rückspra-

che  mit  den  wirtschaftlich  Berechtigten  sei  er  jedoch  ausnahmsweise  autorisiert  wor-

den, zu bestätigen, dass weder der Pflichtige, noch dessen Ehefrau direkt oder indirekt 

an  der  E  berechtigt  seien.  Aus Diskretionsgründen  und  aufgrund der  weitergehenden 

Auskunftspflichten eines Zeugen wünschten die wirtschaftlich Berechtigten aber nicht, 

dass er als Zeuge zur Verfügung stehe. Zum Darlehen sei zu bemerken, dass dieses 

aus dem Jahr 1982 stamme und von der Vorgängerin der J "durchgeführt" worden sei. 

Die Aktenlage dazu sei "etwas unklar", weshalb zu diesem Geschäft  leider keine wei-

teren  Angaben  gemacht  werden  könnten.  Gemäss  den  Akten  und  sämtlichen  Ge-

schäftsfällen seit der Mandatsübernahme durch  J könne jedoch bestätigt werden, dass 

das Darlehen der E an den Pflichtigen bis dato bestehe und beidseitig honoriert werde. 

Der ursprüngliche Darlehensvertrag sei am … … 2006 durch einen neuen Vertrag er-

setzt worden. Die Barzahlung der Schuldzinsen 2002 und 2003 über Fr. 30'000.- habe 

die J mit den aktenkundigen Zinsabrechnungen bereits bestätigt.  

c)  Gestützt  auf  dieses  Untersuchungsergebnis  blieb  das  Steueramt  im  Rah-

men der Veranlagung bzw. Einschätzung dabei, dem streitigen Darlehen samt Zinsen 

die  steuerliche  Anerkennung  zu  versagen  und  nachdem  die  Beweislage  im  Einspra-

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cheverfahren unverändert blieb, wurde dieses Ergebnis auch von der Vorinstanz bestä-

tigt.  

4. a) Beschwerde- und rekursweise wurden keine neuen Beweismittel  beige-

bracht. Die Pflichtigen lassen jedoch dafür halten, dass die vorgelegten quittierten Zins-

rechnungen der E vom 6. März 2003 und 31. März 2004, in welchen auch auf ein am 

…  …  1982  gewährtes  Darlehen  Bezug  genommen  werde,  durchaus  beweistaugliche 

Urkunden darstellten. Mit diesen hätten sie folglich die erforderlichen Beweise erbracht, 

weshalb es der Steuerbehörde obliege, den Gegenbeweis zu erbringen bzw. zu bewei-

sen, dass die eingereichten Urkunden die Existenz des Darlehens und der Darlehens-

zinszahlungen nicht nachzuweisen vermöchten.  

b)  Wie  bereits  erwähnt,  gelten  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 

bei  Darlehen  in  internationalen  Verhältnissen  erhöhte  Anforderungen  an  das  Beweis-

mass.  Geht  es  im  vorliegenden  Fall  um  ein  Darlehen  einer  Anstalt  in  Liechtenstein 

bzw.  liegen  angebliche  diesbezügliche  Zinszahlungen  im  Streit,  so hätten  die Pflichti-

gen die wirtschaftlich Berechtigten dieser Anstalt bekannt geben müssen. Dies haben 

sie nach dem Gesagten indes nicht getan.  

aa) Soweit sie beschwerde- und rekursweise vorbringen lassen, sie befänden 

sich in einem unverschuldeten Beweisnotstand, wenn ihnen H als Geschäftsführer der 

J die diesbezügliche Hilfe versagt habe, hilft ihnen dies schon deshalb nicht weiter, weil 

sie als Beweisbelastete die Folgen der Beweislosigkeit unabhängig von der Verschul-

densfrage zu tragen haben.  

bb) Ebenfalls nicht weiterhelfen kann ihnen sodann das als Ersatz für die ge-

scheiterte  Zeugenaussage  beigebrachte  Schreiben  der  J  vom  2.  Juni  2008.  Wenn  H 

darin  festhält,  dass  beide  Pflichtige  weder  direkt  noch  indirekt  an  der  E  wirtschaftlich 

berechtigt seien, so wäre noch immer möglich, dass sich nahestehende Dritte, wie bei-

spielsweise  Nachkommen  der  Pflichtigen  (im  Rahmen  der  Deklaration  der  Familien-

verhältnisse wurden immerhin vier Kinder aufgeführt; vgl. etwa Steuererklärung 2002), 

hinter der Anstalt in Liechtenstein verbergen. Hinzu kommt, dass hier die Verhältnisse 

per 2002/2003 im Streit liegen. Die von H geführte J ist erst seit dem 26. Juni 2004 als 

Mitglied  der  Verwaltung  der  E  mit  Einzelunterschrift  im  Öffentlichkeitsregier  Liechten-

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stein eingetragen; H seinerseits ist dort sodann seit dem 7. Februar 2006 als Mitglied 

der  Verwaltung  mit  Kollektivunterschrift  zu  zweien  aufgeführt.  Wenn  der  Letztere  im 

besagten Schreiben betreffend die Zinszahlungen auf vor seiner Gesellschaftertätigkeit 

eingereichte  Zinsabrechnungen  verweist,  ist  das  kein  zusätzlicher  Nachweis.  Erst 

Recht hilft den Pflichtigen nicht weiter, wenn H in Bezug auf die Zeit vor der Mandats-

übernahme  durch die  J  explizit  festhält,  dass  die  Aktenlage unklar  sei  und  zur  Darle-

hensgewährung der Vorgängerin aus dem Jahr 1982 keine Angaben gemacht werden 

könnten. Entsprechend wichtig wäre es von daher gewesen, den für die hier in Frage 

stehende  Zeit gültigen  ursprünglichen  Darlehensvertrag  beibringen.  Dass  dieser  nicht 

mehr auffindbar sein soll, ist nicht nachvollziehbar, wenn die Zweckbestimmung der E 

gemäss Registerauszug die Vermögensverwaltung ist und davon ausgegangen würde, 

diese sei den Pflichtigen nicht nahestehend. Weil im Nachfolgevertrag vom … … 2006 

nicht nur auf den ursprünglichen Vertrag vom … … 1982, sondern auch auf nachträgli-

che  Änderungen  und  Zusätze  verwiesen  wird  und  zudem  die  Pflichtigen  eine  Darle-

henserhöhung um Fr. 100'000.- per Ende 2001 erwähnten, hätten noch weitere Unter-

lagen  vorhanden  sein  müssen. Wenn  der  Nachfolgevertrag  schliesslich festhält,  dass 

für das Darlehen keine Sicherheiten bestehen, ist die Annahme des Fehlens einer Ver-

bindung  zwischen  den  Pflichtigen  und  der  E  aber  ohnehin  nicht  naheliegend.  Erklä-

rungsbedürftig  wäre  im  Übrigen  gewesen,  wieso  der  am  …  …  2006  unterzeichnete 

Nachfolgevertrag die E verpflichtet, den Pflichtigen 5 Tage nach Inkrafttreten den Be-

trag  von  Fr.  500'000.-  zur  Verfügung  zu  stellen,  wenn  die  hier  streitige  Schuld  schon 

per 2002 bzw. 2003 bestanden haben soll.  

cc) Alles in allem liegen die Verhältnisse rund um das deklarierte Darlehen der 

E weiterhin weitgehend im Dunkeln und bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die-

ses auf einer normalüblichen geschäftlichen bzw. wirtschaftlichen Beziehung zwischen 

einem  privaten  Kreditnehmer  und  einer  von  ihm  unabhängigen  geldverleihenden  An-

stalt beruht. Entgegen der Auffassung der Pflichtigen ist im Rahmen der Beweiswürdi-

gung die Feststellung, dass im Übrigen ein solches Darlehen mit einem hohen Zinssatz 

von 6% angesichts der bestehenden Vermögensverhältnisse der Pflichtigen wirtschaft-

lich  wenig  Sinn  macht, durchaus erlaubt;  gleiches  gilt für  den Umstand,  dass  die Ba-

rabwicklung  von  Zinszahlungen  nach  allgemeiner  Lebenserfahrung  unüblich  ist.  Für 

beides haben die Pflichtigen keine Begründung geliefert. Wer aber unübliche Geschäf-

te  mit  Anstalten  in  Liechtenstein  tätigt  und  aus  solchen  steuermindernde  Umstände 

ableiten  will,  hat  die Folge  des strengeren Beweismasses  zu tragen;  erforderlich sind 

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von  daher  auch  nachvollziehbare  Angaben  über  den wirtschaftlichen Hintergrund des 

Geschäfts bzw. über die unüblichen Umstände von dessen Vollzug und Ausgestaltung.  

c)  Nach  alledem  wurde  weder  der  Nachweis  erbracht,  dass  per  Ende  2002 

bzw. 2003 eine Schuld bei der E von Fr. 500'000.- bestanden hat, noch dass die Bar-

beträge  von  Fr.  30'000.-,  deren  Erhalt  die  E  in  diesen  Jahren  quittiert  hat,  als  Darle-

henszinsen  qualifizieren.  Die  entsprechenden  steueramtlichen  Aufrechnungen  erfolg-

ten daher zu Recht.  

5. a) Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs.  

b)  Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

Parteientschädigungen  sind  nicht  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m. 

Art.  64  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezem-

ber 1968 und § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 

24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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