# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cad6ff9-40c9-5a38-b396-451a973ae26b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 07.12.2005 SB 2004 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-33_2005-12-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 07. Dezember 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 33 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr
Aktuar ad hoc Nüssle

——————

In der strafrechtlichen Berufung

der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsklä-
gerin,

und in der Anschlussberufung

der A., Adhäsionsklägerin und Anschlussberufungsklägerin, vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Jacqueline Moser, Hauptstrasse 94, 7220 Schiers,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 25. März 2004, mitgeteilt am 4. August 
2004, in Sachen gegen X., Berufungsbeklagter, vertreten durch lic. iur. Moreno Isep-
poni, c/o Advokatur AO. Schwarzenbach und Pfiffner, Postfach 342, Via Stredas 4, 
7500 St. Moritz,

betreffend Veruntreuung,

hat sich ergeben:

A. Der am 22. Dezember 1973 in B. geborene X. wuchs im Dorf C. mit 
drei Brüdern und zwei Schwestern in geordneten Familienverhältnissen auf. Die 

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Elementarschule besuchte er im nahen Dorf D., die Realschule in B. und in E.. In E. 
absolvierte er die Lehre als Schweisser bei der F. und erlangte nach drei Jahren 
das Diplom. In der Folge kehrte er nach B. zurück. Beim Kaufhaus G.. liess sich X. 
mit Erfolg in einem weiteren zweijährigen Lehrgang als Verkäufer ausbilden. Von 
1992 bis 1998 arbeitete er beim H. in I., im Restaurant J. in K., beim L. in M., beim 
N. in O., bei verschiedenen Firmen in B. und als Kassier bei der Luftseilbahn BC. in 
Q..

Im April 1998 begann X. eine Lehre als Tankrevisor bei der R. SA in S., ohne 
sie zu beenden. Im März 1999 wurde er von der T. AG, U., als Handwerker 
angestellt. Von Dezember 1999 bis September 2000 arbeitete er als Verkäufer im 
H.-Laden in K.. Danach wechselte er die Stelle, bis August 2001 beschäftigte er sich 
bei der V. AG in W. als Monteur von Gerüsten. Am 1. September 2001 übernahm 
er eine Stelle bei der A. als Shop-Manager des Geschäftes Z. in W.. Am 5. Februar 
2002 wurde er fristlos entlassen. Von Mai bis Oktober 2002 beschäftigte er sich 
gelegentlich in der Schweiz und im Ausland als Handlanger. Während der Monate 
September, Oktober und November 2002 war X. bei AA. in AB. als Chauffeur tätig. 
Danach war er arbeitslos. Die Wintersaison 2003/2004 arbeitete er bei den W.er 
Bergbahnen. Seit dem 1. Mai 2004 hat X. eine Festanstellung beim Gemeindebau-
amt W.. Gemäss seinen eigenen Angaben hat er Schulden.

Im Schweizerischen Strafregister ist X. mit drei Verurteilungen verzeichnet. 
Am 16. Dezember 1998 verurteilte ihn der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden 
zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen, unter Gewährung des bedingten Strafvoll-
zuges bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Busse von Fr.300.-- wegen 
Vereitelung der Blutprobe, Verkehrsregelverletzungen und pflichtwidrigen Verhal-
tens bei Unfall. Am 11. Mai 1999 wurde er vom Kantonsgericht Graubünden des 
gewerbsmässigen Betruges, der mehrfachen Urkundenfälschung, des Diebstahls, 
der groben Verletzung von Verkehrsregeln und des vorsätzlichen Fahrens in ange-
trunkenem Zustand schuldig befunden und mit 12 Monaten Gefängnis, als Zusatz-
strafe zum Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 16. Dezember 1998, unter 
Gewährung des bedingten Vollzuges bei einer Probezeit von 4 Jahren bestraft. Am 
15. Dezember 2000 erkannte das Kreisgericht Thusis auf 80 Tage Gefängnis und 
Fr. 500.-- Busse wegen Vereitelung der Blutprobe, pflichtwidrigen Verhaltens bei 
Unfall und anderer Verkehrsregelverletzungen. Gleichzeitig verlängerte es die Pro-
bezeiten für die früheren Verurteilungen um je ein Jahr.

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Diese Strafe verbüsste X. vom 11. Februar bis zum 2. Mai 2002 in der kan-
tonalen Strafanstalt Realta.

Gemäss dem Rapport der Kantonspolizei Graubünden, Polizeiposten W., 
vom 23. April 2002 geniesst X. keinen guten Leumund. Er wird als Prahler sowie als 
irreführende und oberflächliche Person bezeichnet. Trotz seinen umfangreichen 
Schulden sei er ein häufiger Besucher des Kasinos W. gewesen. 

Dem Auszug des Betreibungs- und Konkursamtes Oberengadin ist zu ent-
nehmen, dass vom 1. Juni 1999 bis zum 28. August 2002 gegen X. 25 Betreibungs-
verfahren für eine Totalsumme von Fr. 107'067.85 eingeleitet wurden. Zudem wur-
den drei Verlustscheine im Betrage von Fr. 1'959.75 ausgestellt. 

B. X. wird der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB angeklagt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staats-anwalt-
schaft Graubünden vom 5. Mai 2003 folgender Sachverhalt zugrunde:

“In data 15 settembre 2001 X. sottoscrisse un contratto di lavoro secondo 
cui, a partire dal 30 agosto 2001, assumeva il ruolo di "Shop-manager" 
presso il negozio "Z." di W., aperto 24 ore su 24, la cui proprietaria è la ditta 
A. di Y., rappresentata da AI.. In questa sua qualità, all'accusato incombeva 
tutta la gestione di detto negozio, segnatamente l'ordinazione giornaliera dei 
vari articoli, il controllo delle entrate dei differenti turni, l'iscrizione nei rapporti 
giornalieri delle entrate, il controllo del fondo cassa e il versamento delle en-
trate in banca. Questi erano alcuni dei compiti di cui l'accusato, secondo con-
tratto, era garante del corretto svolgimento.

Il modus operandi dell'accusato consisteva nell'omissione ripetuta di versare 
in banca le entrate giornaliere del negozio. Sulla base della tabella sotto-
stante (fa stato il conteggio cassa), dall'ottobre 2001 sino al 17 gennaio 2002 
si rilevò un ammanco di ben fr. 127'923.90. Dedotti gli importi relativi al pa-
gamento di conti arretrati effettuati da X. alla panetteria AF. di fr. 34'000.-- 
come pure la restituzione di fr. 15'111.-- al rappresentante legale della A., 
AI., risulta una somma delittuosa di fr. 78'812.90.

Data Ottobre 2001 Novembre 2001 Dicembre 2001 Gennaio 2002

01 fr.    2'554.95 fr.  11'061.75

02 fr.    2'264.75 fr.    6'794.90

03 fr.    6'311.50

04 fr.    3'716.80 fr.    6'784.00

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05 fr.    7'589.40

06 fr.    1'406.30 fr.    7'507.05

07 fr.    1'203.05 fr.    3'317.10

08 fr.    1'670.55 fr.    1'177.85 fr.    3'870.55

09 fr.    1'733.45 fr.    3'492.45

10 fr.    3'811.50

11 fr.    4'701.75

12 fr.    5'481.75

13 fr.    5'849.35

14 fr.    2'695.05

15 fr.    2'703.70

16 fr.    2'772.85

17 fr.    3'319.90

18 fr.    1'331.60

23 fr.    1'917.00

28 fr.    3'808.95

29 fr.    1'727.40

30 fr.    2'333.20

31 fr.   13'013.50

Totale fr.    9'366.05 fr.   17'479.80 fr.   13'013.50 fr.   88'064.55

L'accusato ha negato di essersi appropriato della somma in parola; da un 
lato si è giustificato invocando una situazione di forte confusione e disordine 
nella gestione del negozio, dall'altro ha fatto valere di aver dovuto pagare 
conti arretrati, nel caso concreto per la panetteria AF. come pure altre fatture.

Il 24 marzo 2003 l'Avvocato Jacqueline Moser inoltrò a nome e per conto del 
suo cliente, AI., titolare della ditta A., un'azione adesiva nei confronti di X. 
nell'importo di fr. 92'939.15, compresi gli interessi del 5 % a partire dal 18 
gennaio 2002, a titolo di risarcimento danni. Pretende inoltre le spese di av-
vocato connesse alla pratica per una somma di fr. 2'331.30, compresi gli 
interessi del 5 % a partire dal 16 marzo 2002.”

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C. Mit Beschluss des Bezirksgerichts Maloja vom 26. Juni 2003 wurde 
festgestellt, dass der Angeklagte infolge eines Unfalls eine schwierige Jugend ge-
habt und dieses Ereignis bei ihm mit grosser Wahrscheinlichkeit psychische und 
physische Spuren hinterlassen habe. Zur Beurteilung der Frage der Zurechnungs-
fähigkeit sei demzufolge die Erstellung einer Expertise notwendig. Aufgrund dessen 
wurde die Hauptverhandlung im Sinne von Art. 118 StPO vertagt und die Staatsan-
waltschaft mit der Einholung eines psychiatrischen Gutachtens beauftragt. Am 24. 
Juli 2003 stellte der zuständige Untersuchungsrichter bei der Psychiatrischen Klinik 
Beverin den entsprechenden Antrag; die Expertise wurde in der Folge am 14. No-
vember 2003 ausgefertigt.

D. Am 23. Dezember 2003 setzte der Bezirksgerichtspräsident Maloja lic. 
iur. Marisa Murray, c/o Advokatur AO., Schwarzenbach und Pfiffner, W., als amtli-
che Verteidigerin des Angeklagten ein. Das Mandat wurde schliesslich von lic. iur. 
Moreno Isepponi übernommen. 

E. Mit Urteil vom 25. März 2004, mitgeteilt am 4. August 2004, erkannte 
das Bezirksgericht Maloja was folgt:

"1. X. è prosciolto dall’accusa di reiterata appropriazione indebita ai sensi 
dell’art. 138 cifra 1 cpv. 1 CP:

2. L’azione adesiva è rinviata al tribunale civile competente (art. 131 cpv. 
6 LGP).

3. Le spese die procedura, che si compongono da:

- tassa d’istruttoria fr.  3’100.--

- spese in contanti della Procura pubblica fr.   2’565.--

- tassa di giudizio fr. 1'500.--

totale fr. 7'165.--

vengono addebitate allo Stato, delle quali fr. 5'665.-- alla cassa del 
Cantone e fr. 1’500.-- alla cassa del Distretto.

4. X. è risarcito dalla cassa del Distretto von frs. 4’000.--.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung).“

F. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Eingabe vom 24. August 2004 Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren:

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"1. Das Urteil vom 25. März 2004 sei aufzuheben.

 2. X. sei wegen mehrfacher Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er mit 12 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

4. Der bedingte Strafvollzug aus den Verurteilungen des Kantonsge-
richtsausschusses Graubünden vom 16. Dezember 1998 (zehn Tage 
Gefängnis und Fr. 300.-- Busse) und des Kantonsgerichtes Graubün-
den vom 11. Mai 1999 (zwölf Monate Gefängnis) sei zu widerrufen.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“ 

G. Am 1. September 2004 erhob die A. als Adhäsionsklägerin Anschluss-
berufung mit folgenden Anträgen:

"1. Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Maloja vom 25. März 2004 sei 
aufzuheben und die Rechtsbegehren 1, 2 und 4 der Adhäsionsklage 
vom 24. März 2003 seien gutzuheissen.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzügl. MwSt) zu Lasten des 
Anschlussberufungsbeklagten.“

H. In seiner Berufungsantwort vom 11. Oktober 2004 stellte der Beru-
fungsbeklagte folgende Rechtsbegehren:

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das erstinstanzliche 
Urteil sei zu bestätigen.

2. Eventualiter sei der Angeklagte angemessen zu bestrafen; es sei ihm 
der bedingte Strafvollzug zu gewähren; auf den Widerruf des beding-
ten Strafvollzugs der beiden Verurteilungen vom 16. Dezember 1998 
und vom 11. Mai 1999 sei zu verzichten.

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % 
MWSt).“

I. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Oktober 2004 trug die A. auf Gut-
heissung der Berufung an, während der Berufungsbeklagte mit Anschlussberu-
fungsantwort vom 28. Oktober 2004 die kostenfällige Abweisung der Anschlussbe-
rufung beantragte.

J. Die Hauptverhandlung, an welcher X., dessen amtlicher Verteidiger 
sowie AK. von der A. und deren Rechtsvertreterin teilnahmen, fand am 15. Dezem-

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ber 2005 vor dem Kantonsgerichtsausschuss Graubünden statt. Mit Beschluss vom 
15. Dezember 2004, mitgeteilt am 14. Februar 2004, vertagte der Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden die Berufungsverhandlung und wies die Sache zur Er-
gänzung des Beweisverfahrens an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. Die 
Untersuchungsbehörde hatte dabei das Augenmerk auf folgende Punkte zu legen:

- Abklärungen (und allenfalls Befragung) bei den in act. 3.35 genannten 
und weiteren (insbesondere AD. AG, AE. AG) Lieferanten über er-
folgte Barzahlungen im Zeitraum September 2001 bis 18. Januar 
2002,

- Befragung der im Dossier 3 erwähnten ehemaligen Mitarbeiter des Be-
rufungsbeklagten über getätigte Barzahlungen, deren Umfang und 
darüber, ob jeweils Belege angefertigt und in die Kasse gelegt wurden,

- Befragung der Casinoverantwortlichen über die Häufigkeit der Besu-
che X.s im Anstellungszeitraum und über die Höhe der Einsätze,

- Edition allfälliger Buchhaltungsunterlagen der A. betreffend den Zeit-
raum September 2001 bis Januar 2002,

- Abklärungen bezüglich des Kaufs eines Autos im Dezember 2001 so-
wie über die Herkunft der Fr. 9'000.--.

K. Am 16. August 2005 reichte die Staatsanwaltschaft Graubünden die 
Akten zu den vorgenommenen Ergänzungen der Untersuchung beim Kantonsge-
richtsausschuss Graubünden ein.

L. Mit Vernehmlassung vom 30. September 2005 liess sich der Beru-
fungsbeklagte zu der ergänzenden Untersuchung vernehmen. Er hielt an seinem 
Antrag, ihn freizusprechen und ihn gemäss Art. 161 StPO angemessen zu entschä-
digen, fest. Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2005 hielt die Anschlussberufungs-
klägerin ebenfalls an ihren Anträgen fest und verlangte die Gutheissung der Beru-
fung und der Anschlussberufung.

Auf die weitere Begründung der Anträge der Berufungsklägerin, der An-
schlussberufungsklägerin und des amtlichen Verteidigers wird, soweit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der Ver-
urteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben 
(Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröff-
nung des angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und hat 
darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob 
das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Berufung der Staatsanwalt-
schaft zu genügen. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Berufung ist daher 
einzutreten. Dasselbe gilt für die Anschlussberufung. Die Berufung wurde der Ver-
treterin der A. am 27. August 2004 zugestellt. Die Anschlussberufung erfolgte frist- 
und formgerecht am 1. September 2004 (Art. 133 StPO in Verbindung mit Art. 143 
StPO).

2. Einer Veruntreuung macht sich schuldig, wer sich eine ihm anvertraute 
fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmäs-
sig zu bereichern (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) oder wer ihm anvertraute Vermö-
genswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet (Art. 138 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Unter Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB beziehungsweise den Begriff 
der anvertrauten beweglichen Sache ist auch dem Täter anvertrautes Bargeld zu 
subsumieren, wenn es noch im Eigentum eines anderen steht und der Täter ver-
pflichtet ist, es getrennt von seinem eigenen Geld aufzubewahren (BGE 105 IV 33). 
Nach der langjährigen Praxis des Bundesgerichts ist „anvertraut, was jemand mit 
der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse eines andern zu 
verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder abzuliefern. Eine sol-
che Verpflichtung kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung be-
ruhen“ (BGE 120 IV 119; BGE 120 IV 278; BGE 118 IV 33). Demnach kann nicht 
Objekt einer Veruntreuung sein, was der Täter nicht für einen anderen, sondern für 
sich empfängt (vgl. M.A. Niggli/Ch. Riedo, Basler Kommentar zum StGB, Band II, 
Basel 2003, N 45 zu Art. 138 StGB mit Hinweisen). Nicht für sich, sondern für einen 
Dritten empfängt, wer als Zahlungs- oder Inkassogehilfe, als direkter oder indirekter 
Stellvertreter eines anderen handelt, insbesondere als Angestellter eines Unterneh-
mens, als Organ einer juristischen Person oder als Fiduziar (BGE 118 IV 241 = Pra 
1995 Nr. 51, S. 159). Die Sache muss in den Gewahrsam des Täters übergehen (S. 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, 
N 5 zu Art. 138).

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In subjektiver Hinsicht wird von Art. 138 StGB Vorsatz verlangt, der sich bei 
Ziff. 1 Abs. 1 insbesondere auf die Fremdheit der Sache, die dauernde Enteignung 
und die zumindest vorübergehende Aneignung beziehen muss. Weiter ist zur Erfül-
lung des subjektiven Tatbestandes die Absicht der unrechtmässigen Bereicherung 
notwendig. Die Absicht unrechtmässiger Bereicherung ist regelmässig mit der An-
eignung selbst gegeben. Sie fehlt indes, wenn der Täter Ersatzbereitschaft aufweist, 
das heisst, fähig und willens ist, das sich angeeignete Geld zu ersetzen, und zwar 
auf den Zeitpunkt hin, auf welchen es gemäss der vertraglichen Vereinbarung zur 
Verfügung gehalten werden muss (BGE 119 IV 128; BGE 118 IV 29 f.). Das Vorlie-
gen des Ersatzwillens wird verneint, wenn der Täter trotz Äusserung entsprechen-
den Willens aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nicht überzeugt sein kann, recht-
zeitig Ersatz leisten zu können, das heisst, wenn trotz gegenteiliger Behauptung 
objektiv betrachtet dieser Wille angesichts der Finanzlage des Täters nicht bestehen 
kann (Niggli/Riedo, a.a.O., N 113 zu Art. 138 StGB mit Hinweisen).

3. a) Die Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden, 2. Aufl., E. 1996, S. 306). Bei der Würdigung der Beweismittel 
entscheidet das Gericht nach freier Überzeugung (Art. 144 Abs. 2 in Verbindung mit 
Art. 125 Abs. 2 StPO). An den Tatbeweis sind hohe Anforderungen zu stellen; 
verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter 
Beweis der Täterschaft, denn mit solcher Gewissheit lassen sich infolge der 
Unzulänglichkeit des menschlichen Erkenntnisvermögens Tatsachen kaum je 
beweisen (Padrutt, a.a.O., S. 306). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 
2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der 
Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen 
Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung AG. bestehen, 
ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten AG. an den 
tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 
124 IV 87 f.). Bloss theoretische AG. sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrückende AG. 
handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 
(BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an starre Beweisregeln 
die an sich möglichen AG. zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen 
bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung 
objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Beschuldigten muss 
sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige AG. in 

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ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (Padrutt, a.a.O., S. 307). Diese 
allgemeine Rechtsregel kommt im Übrigen nicht bereits dann zur Anwendung, wenn 
Aussage gegen Aussage steht; vielmehr ist anhand sämtlicher sich aus den Akten 
ergebender Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft 
oder jene des Beschuldigten den Richter zu überzeugen vermag. Nur für den Fall, 
dass eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu 
gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den 
Beschuldigten günstigere Sachverhalt Anwendung finden (Padrutt, a.a.O., S. 308), 
und es hat alsdann ein Freispruch zu erfolgen.

Zulässig ist es, aus der Gesamtheit von verschiedenen Indizien, welche je 
für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 
bestimmte Täterschaft oder Tat hindeuten und insofern AG. offen lassen, auf den 
vollen rechtsgenüglichen Beweis von Täter bzw. Tat zu schliessen (vgl. Die Praxis 
10/2002, Nr. 180).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzumerken, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Demnach sind die Aussa-
gen von Zeugen, Auskunftspersonen wie auch jene des Angeschuldigten voll gültige 
Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Entscheidend ist mit anderen Worten 
allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (R. Hauser/E. 
Schweri/K. Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 
54 N 5, S. 246). Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern 
vielmehr der Inhalt, das heisst deren innere Autorität, massgebend (Niklaus Schmid, 
Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 290). Entsprechend interessiert im 
Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdig-
keit des Angeschuldigten oder von Zeugen, sondern die sachliche Glaubhaftigkeit 
ihrer konkreten Aussagen (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit 
Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). 

b) Ausgehend von diesen grundsätzlichen Überlegungen ist festzuhal-
ten, dass eine Verurteilung nur bei Überzeugung hinsichtlich der Erfüllung aller tat-
bestandsmässigen Voraussetzungen erfolgen kann. Bei vermögensrechtlichen De-
likten ist insbesondere zu beachten, dass eine Verurteilung nicht nur ein tatbe-
standsmässiges, rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten voraussetzt, sondern 
die Verfahrensakten auch Aufschluss über den Bestand und die Höhe der Deliktss-
umme geben müssen. Diese Überlegung ist hier namentlich deshalb am Platz, weil 
- beispielsweise im Falle der Veruntreuung - abgesehen von der Frage des Bestan-

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des gerade die Höhe der unrechtmässig angeeigneten Mittel ein bei der Strafzu-
messung im Rahmen der Tatkomponente zu berücksichtigendes Kriterium ist und 
sich daraus im Einzelfall massgebliche Rückschlüsse auf den kriminellen Willen des 
Täters ergeben. 

4. a) Die Vorinstanz führte zur Begründung des Freispruchs von X. insbe-
sondere aus, dass der Berufungsbeklagte nicht der einzige gewesen sei, welcher 
über das Geld in der Kasse habe verfügen können; jeder Angestellte des in drei 
Schichten geführten Betriebs hätte unbeschränkt Gelegenheit zur Entnahme von 
Barmitteln gehabt. Es komme hinzu, dass X. nicht die notwendigen Fähigkeiten zur 
Führung einer einwandfreien Buchhaltung besessen habe und vom Geschäftsinha-
ber AI. nicht oder nur ungenügend kontrolliert worden sei. Aus den Verfahrensakten 
lasse sich mit Bezug auf eine interessenwidrige Verwendung von Geldern kein 
rechtsgenüglicher Beweis ableiten, weshalb X. freigesprochen werden müsse.

b) Die Berufungsklägerin macht demgegenüber geltend, dass für eine 
andere Täterschaft kein einziger Anhaltspunkt vorliege; im Gegenteil würden eine 
ganze Reihe von Indizien den Berufungsbeklagten als Täter entlarven. Zum einen 
seien sämtliche Fehlbeträge in dem Zeitraum aufgetreten, in welchem X. für die A. 
gearbeitet habe, zum anderen habe dieser sowohl gegenüber AJ. wie auch gegenü-
ber AK. gesagt, dass er sich das Geld für private Zwecke ausgeliehen habe und es 
sobald als möglich zurückzahlen werde. Zudem hätten mehrere Personen beobach-
tet, wie der Berufungsbeklagte zu ungewöhnlichen Zeiten grössere Geldbeträge 
aus der Kasse genommen habe. Im Weiteren habe sich X. in einer schlechten fi-
nanziellen Situation befunden und sei darüber hinaus auch einschlägig vorbestraft. 
Gesamthaft betrachtet bestünden keine vernünftigen AG. an seiner Täterschaft. 

c) Der Berufungsbeklagte wies in seiner Berufungsantwort vom 11. Ok-
tober 2004 darauf hin, dass entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft sehr wohl 
auch andere Personen als Täter in Frage kommen würden, hätte doch der jeweilige 
Schichtinhaber Zugang zur Kasse gehabt und seien diverse Lieferanten in bar be-
zahlt worden. Die Aussagen der Zeugen AI., AK. und AJ. seien mit Vorsicht zu ge-
niessen, weil sie als Geschäftsinhaber beziehungsweise als Mitglieder der Ge-
schäftsleitung ein wirtschaftliches Interesse am Ausgang des Verfahrens hätten. Im 
Übrigen treffe es auch nicht zu, dass X. aus eigenen Mitteln eine Rückzahlung in 
der Höhe von Fr. 6'000.-- getätigt habe; vielmehr sei dieser Betrag der Geschäfts-
kasse entnommen worden. Soweit es um die von anderen Mitarbeitern beobachte-
ten Geldentnahmen gehe, fehle es hinsichtlich der unrechtmässigen Verwendung 

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dieser Mittel an einem rechtsgenüglichen Beweis. Es sei vielmehr den Ausführun-
gen des Berufungsbeklagten Glauben zu schenken, wonach er das Geld aussch-
liesslich für Geschäftszwecke verbraucht habe. Anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 15. Dezember 2004 monierte der amtliche Verteidiger zudem, dass erhebliche 
AG. an der Richtigkeit der von der Staatsanwaltschaft festgestellten Deliktssumme 
bestünden. Darin seien verschiedene Barzahlungen an Lieferanten nicht berück-
sichtigt worden. In diesem Zusammenhang stehe fest, dass die finanzielle Situation 
der A. ausser Kontrolle gewesen sei und Lieferanten bereits bei Stellenantritt X.s 
auf Barzahlung bestanden hätten. Die Tätigkeit des Berufungsbeklagten sei von al-
lem Anfang an durch ungenügende betriebliche und organisatorische Rahmenbe-
dingungen erschwert worden; darüber hinaus habe eine Kontrolle durch die Ge-
schäftsleitung, namentlich durch AI., gefehlt. Die von verschiedenen Mitarbeitern 
beobachteten Geldentnahmen durch X. als Shopmanager könnten den Nachweis 
für eine zweckwidrige Verwendung dieser Mittel nicht erbringen. Die Aussagen des 
Berufungsbeklagten, wonach das Geld vollumfänglich für geschäftliche Zwecke ver-
wendet worden sei, habe die Staatsanwaltschaft nicht überzeugend widerlegen 
können. Aus all diesen Gründen sei X. nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ frei-
zusprechen. 

In seiner Vernehmlassung zum ergänzten Untersuchungsergebnis vom 30. 
September 2005 führte der amtliche Verteidiger aus, dass sich nun zeige, dass noch 
weitere Barzahlungen und zwar im Umfang von insgesamt Fr. 17'447.95 (Fr. 
2'328.80 an AH. AG; Fr. 122.40 an die Sennerei; Fr. 5'111.30 an AG. AG; Fr. 
2'076.75 an AL.; Fr. 5'681.75 an AM. S.A.; Fr. 465.85 an AN. AG; Fr. 1'661.10 an 
AO. & Co. AG) getätigt worden seien. Da jedoch nicht alle Kreditoren der A. von 
den Untersuchungsbehörden über Barzahlungen befragt worden seien, sei davon 
auszugehen, dass noch weitere Firmen nur gegen Barzahlung geliefert haben. Die 
Befragung der Mitarbeiter habe eindeutig ergeben, dass alle Mitarbeiter Zugang zur 
Kasse gehabt hätten, dass sämtliche Schichtinhaber Bar- und Bankzahlungen zu 
tätigen hatten und dass darüber keine Kontrolle geherrscht habe. Jeder Mitarbeiter 
habe Belege und Quittungen ausfüllen müssen, diese seien jedoch bei den Buch-
haltungsunterlagen der A. nicht vorhanden, was deren desolate Buchführung auf-
zeige. Da X. seinen Vater nicht mit dem gegen ihn laufenden Strafverfahren habe 
belasten wollen, habe er zunächst verschwiegen, dass er das Geld für das Auto von 
seinem Vater erhalten habe. Auch habe er nicht gewollt, dass die anderen 
Familienangehörigen wussten, dass sein Vater ihm Geld gegeben habe.

13

d) In ihrem Parteivortrag an der Hauptverhandlung vom 15. Dezember 
2004 verwies die Rechtsvertreterin der Adhäsions- und Anschlussberufungskläge-
rin zunächst auf den Aufgabenbereich und die Pflichten, welche der Berufungsbe-
klagte als Shopmanager inne gehabt habe. Aus den Verfahrensakten gehe klar her-
vor, dass X. gegenüber verschiedenen Personen die pflichtwidrige Verwendung von 
Geldern zugestanden habe. Dessen Ausführungen in Bezug auf die Entnahme von 
Bargeld zum Kauf von Zigaretten und Lebensmitteln für den Shop seien nicht stich-
haltig. Es stehe fest, dass der Berufungsbeklagte seine Sorgfalts- und Treuepflicht 
massiv verletzt habe. 

In ihrer Vernehmlassung zum Ergebnis der Beweisergänzung vom 6. Okto-
ber 2005 errechnete die Anschlussberufungsklägerin und Adhäsionsklägerin die 
Barzahlungen für den massgeblichen Zeitraum von Oktober 2001 bis 17. Januar 
2002 wie folgt: Fr. 1'093.80 an AH. AG; Fr. 81.70 an die Sennerei; Fr. 5'010.90 an 
AG. AG; Fr. 1'625.15 an AL.; Fr. 4'026.35 an AM. S.A.; Fr. 465.85 an AN. AG; Fr. 
1'661.10 an AO. & Co. AG. Daraus ergebe sich unter Berücksichtigung der Barzah-
lungen an AF. im Betrag von Fr. 28'760.- ein Total von Barzahlungen von Fr. 
42'724.85. Aus den Zeugenaussagen der im Geschäft „Z.“ tätigen Mitarbeiter er-
gebe sich, dass nur der Berufungsbeklagte Geld bei der Bank eingezahlt habe. Dies 
entspreche auch dem Pflichtenheft des Shopmanagers. Er habe diese Aufgabe je-
doch nicht regelmässig wahrgenommen. Die Aussagen von X., dass er das Geld 
für den Autokauf von seinem Vater erhalten habe, würden sich als nicht glaubhaft 
erweisen, weil er zum einen seine Aussage vor Schranken nicht wiederholen wollte 
und zum andern, weil die Bankauszüge seines Vaters keine Anhaltspunkte für die 
Übergabe von Fr. 9'000.- an X. aufweisen würden. Ihm sei auch nicht zu glauben, 
wenn er behaupte, dass die von ihm an AK. übergebenen Fr. 6'000.- entgegen den 
Zeugenaussagen von AK. und AJ. aus der Geschäftskasse stammen würden. Viel-
mehr handle es sich dabei um Geld von X., welches er vorher unrechtmässig der 
Geschäftskasse entnommen habe und nun teilweise zurückzahlen würde. Absch-
liessend hält die Adhäsionsklägerin fest, dass es nur in der Zeit von Oktober 2001 
bis 17. Januar 2002 zu Unregelmässigkeiten gekommen sei, das heisst, nur in je-
nem Zeitraum, in dem der Berufungsbeklagte im „Z.“ als Shopmanager gearbeitet 
habe.

5. a) Wie den Verfahrensakten und dem vorinstanzlichen Urteil entnommen 
werden kann, haben vier Angestellte, nämlich AQ., AV., AW. und AR. beobachtet, 
dass X. Geld aus der Kasse entnommen hat: 

14

AQ. sagte am 7. März 2002 aus (act. 3.6), dass er gesehen habe, dass X. 
Geld aus der Kasse genommen habe. Er habe sich jedoch gedacht, dass er damit 
offene Rechnungen bezahlen müsse oder das Geld auf die Bank bringen würde. 
Zudem habe X. ihm erzählt, dass er Teilhaber am Laden sei. Einmal habe X. jedoch 
abends Geld entnommen mit der Begründung, dieses für die Brotlieferung zu 
benötigen. Das sei ihm komisch vorgekommen, da das Brot erst am Morgen 
geliefert werde und auch dann bezahlt werde. Er selber habe nie Geld für private 
Zwecke genommen. Anlässlich der Konfronteinvernahme mit X. am 5. Juli 2002 
(act. 3.20) bestätigte AQ. seine Aussage vor dem Untersuchungsrichter. Es habe 
sich um Fr. 1'000.- gehandelt. AQ. ergänzte seine Aussage dann auch dahinge-
hend, dass er gesehen habe, dass X. Wein verschenkt habe. Ausserdem seien viele 
Rechnungen offen gewesen. Er habe Telefonanrufe von Lieferanten erhalten, die 
auf ihr Geld gewartet hätten. Am 30. März 2005 wurde AQ. zusammen mit X. erneut 
vom Untersuchungsrichter befragt (act. 3.47). AQ. sagte dabei aus, dass X. jeweils 
die Einzahlungen auf der Bank vorgenommen habe. Er wisse nicht, ob er diese 
Aufgabe auch delegiert habe. Auf die entsprechende Frage antwortete AQ., dass 
fast alle Lieferanten Barzahlung verlangt hätten, darunter die Bäckerei, welche Fr. 
2'000.- bis 3'000.- pro Tag während ein bis zwei Monaten verlangt habe, um 
Zahlungsrückstände abzubauen, sowie AH. und die Metzgerei AL.. Diese Probleme 
hätten aber schon bestanden, bevor X. Shopmanager geworden sei. Die 
Angestellten hätten die Lieferanten jeweils bezahlt und einen Beleg in die Kasse 
gelegt. Diese Belege seien nach Y. geschickt worden. Barzahlungen hätten neben 
X. auch alle anderen Angestellten vorgenommen. An die Beträge könne er sich, mit 
Ausnahme an die Zahlungen für das Brot, nicht erinnern. Ob X. einen Schlüssel für 
alle Kassen der Angestellten gehabt habe, wisse er nicht.

AV. gab der Polizei am 13. März 2002 zu Protokoll (act. 3.10), dass er an 
einem Abend im Januar 2002 beobachtet habe, wie X. Fr. 1'000.- aus der Kasse 
genommen habe. Er sei um zirka Mitternacht in den Shop gekommen und habe das 
Geld aus der Tageskasse genommen. Als Erklärung habe er angegeben, dass er 
das Geld für eine offene Rechnung brauche. X. habe häufig viel Geld bei sich 
gehabt. Selber habe er nie Geld unterschlagen. Am 5. Juli 2002 sagte AV. (act. 
3.22) in einem Konfrontverhör mit X. vor dem Untersuchungsrichter aus, dass er 
seine Aussage vom 13. März 2002 bestätigen sowie ergänzen möchte, dass das Z. 
im Januar 2002 für das Brot jeweils Fr. 2'000.- bar bezahlen musste. Dabei seien 
Zahlungsrückstände inbegriffen gewesen. Am 1. April 2005 wurde AV. erneut 
zusammen mit X. einvernommen (act. 3.51). X. habe die Bankeinzahlungen 
persönlich vorgenommen. Selten sei ein Angestellter damit beauftragt worden. 

15

Barzahlungen hätten verschiedene Lieferanten verlangt, darunter die Bäckerei AF., 
die Metzgerei AL. und der Getränkelieferant. AF. habe dabei auch die Abzahlung 
von Zahlungsrückständen verlangt. An die Summen könne er sich nicht erinnern. 
Die Lieferanten seien von allen Angestellten bezahlt worden.

AW. sagte am 14. März 2002 aus (act. 3.11), dass sie mehrmals gesehen 
habe, dass X. Geld aus der Kasse genommen habe. Sie habe auch einmal eine 
Rechnung über Fr. 180.- für ihn begleichen müssen, wobei er versprach, das Geld 
später zurückzulegen. Das habe er aber nie getan. Selber habe sie niemals Geld 
aus der Kasse entwendet. Ausserdem habe X. sich ihr gegenüber als Teilinhaber 
des Geschäftes aufgespielt. Am 5. Juli 2002 wurde AW. zusammen mit X. vom Un-
tersuchungsrichter einvernommen (act. 3.23). Dabei bestätigte sie ihre Aussage 
vom 14. März 2002. Am 30. März 2005 wurde erneut ein Konfrontverhör zusammen 
mit X. durchgeführt (act. 3.50). Sie sei nie mit den Tageseinnahmen zur Bank ge-
gangen. Das habe X. gemacht. Einige Lieferanten hätten Barzahlungen verlangt. 
So zum Beispiel die AG.. Einmal habe sie der Firma AG. Fr. 800.- bezahlen müssen, 
habe jedoch zu wenig Geld in der Kasse gehabt. Da habe AG. die Ware wieder 
mitgenommen. An andere Beträge erinnere sie sich nicht.

Am 15. März 2002 gab AR. zu Protokoll (act. 3.12), dass er X. mehrmals Geld 
aus der Kasse entnehmen sah. Er habe dabei jeweils Fr. 200.- bis 300.- entnommen 
und in sein privates Portemonnaie gesteckt. Er habe gesagt, dass er das Geld 
später wieder zurücklegen würde. Ob er das getan habe, könne er nicht sagen. Für 
seine Kollegen habe X. ab und zu Spezialpreise gemacht. Ausserdem habe er im 
Dezember 2001 eine grössere Menge Wein bestellt und diese an die Kundschaft 
verschenkt. AR. verneinte, jemals selber Geld aus der Kasse genommen zu haben. 
Am 27. Februar 2003 bestätigte AR. vor dem Untersuchungsrichter (act. 3.45), dass 
X. Geld aus der Kasse genommen habe. Er habe ihm die Motive für die Geldent-
nahme nie genannt und er habe nicht danach gefragt. Er habe nicht gesehen, ob X. 
eine Quittung für das entnommene Geld in die Kasse gelegt habe. Es sei ihm ko-
misch vorgekommen, dass die Lieferanten Barzahlungen verlangt hätten. Es müsse 
Geld gefehlt haben. Es treffe zu, dass er von X. geheissen worden sei, Geld auf die 
Bank zu bringen. Am 30. März 2005 wurde AR. zusammen mit X. vom Untersu-
chungsrichter einvernommen (act. 3.48). Er sagte aus, dass er nicht wisse, welche 
Lieferanten Barzahlungen verlangt hätten. Es seien jedoch einige gewesen, darun-
ter die Bäckerei AF..

16

b) Die Angestellten AS., AT. und AU. haben demgegenüber nie gesehen, 
dass X. Geld aus der Kasse entnommen hat:

AS. gab am 7. März 2002 der Polizei zu Protokoll (act. 3.7), dass er nie ge-
sehen habe, dass X. Geld aus der Kasse genommen habe. Gewisse Lieferanten 
hätten nur gegen Barzahlung geliefert. Diese wurden jeweils vom Diensttuenden 
oder, wenn X. im Geschäft war, von ihm bezahlt. Er bestritt, selber jemals Geld für 
private Zwecke entnommen zu haben.

AT. sagte am 9. März 2002 aus (act. 3.8), dass er selber nie Geld aus der 
Kasse entwendet habe. Er habe auch nicht gesehen, dass X. Geld genommen 
habe. Jedoch seien Gerüchte kursiert. Seinem Bruder und seinen Freunden habe 
X. Rabatte gewährt und an alle habe er Wein verschenkt. Da er jedoch erzählt habe, 
dass er Miteigentümer des Shops sei, habe er sich keine Gedanken gemacht. 
Zudem sei einmal eine Frau vorbeigekommen, die Einkäufe für Fr. 200.- machen 
wollte, da X. ihr Fr. 200.- für Benzin schulden würde und gesagt habe, dass sie dafür 
im Shop einkaufen könne. Anlässlich der Konfronteinvernahme vom 5. Juli 2002 
zusammen mit X. (act. 3.21) bestätigte AT. seine Aussage vom 9. März 2002. 
Ausserdem ergänzte er sie, indem er ausführte, dass sein Arbeitsvertrag ab Mitte 
Dezember 2001 begonnen habe. X. habe ihn jedoch schon vorher beschäftigt und 
ihm seinen Lohn aus der Kasse bezahlt. Im Dezember 2001 habe er nur den halben 
Lohn überwiesen bekommen. Als er in Y. angerufen habe, habe die 
Geschäftsleitung nicht gewusst, dass er schon vor dem 15. Dezember 2001 
gearbeitet habe. X. habe ihm aber gesagt, dass er zu 50% Mitinhaber des Shops 
sei, weshalb er sich nicht gewundert habe über sein Verhalten. Am 30. März 2005 
wurde AT. erneut zusammen mit X. befragt (act. 3.46). Er gab zu Protokoll, dass 
normalerweise X. die Einzahlungen auf der Bank persönlich getätigt habe. Selten 
habe ein Verkäufer die Aufgabe auf sein Geheiss erfüllt. Barzahlungen hätten AO. 
und AF. verlangt. Es seien noch weitere Lieferanten gewesen, die nur gegen 
Bargeld geliefert hätten, er könne sich jedoch nicht mehr erinnern. AF. habe einmal 
Fr. 3'000.- verlangt. Er habe gehört, dass der Shop AF. Fr. 95'000.- schulden würde. 
Alle Angestellten hätten diese Rechnungen begleichen müssen. 

Am 12. März 2002 sagte AU. aus (act. 3.9), sie habe nur zwei Wochen mit X. 
zusammengearbeitet. In dieser Zeit sei ihr nichts aufgefallen. Sie habe X. nicht ge-
sehen, wie er Geld aus der Kasse entnommen habe. Ihr gegenüber habe er gesagt, 
dass er Teilhaber am Geschäft sei.

17

c) Am 21. März 2002 wurde AJ., die Buchhalterin von A., als 
Auskunftsperson einvernommen (act. 3.13). Sie erklärte, dass X. anfangs Januar 
2002 telefoniert und sich beklagt habe, dass die Bäckerei AF. das Brot nur noch 
gegen Barzahlung liefern würde, da sie offene Rechnungen in der Höhe von Fr. 
90'000.- habe. Daraufhin sei sie den Bankauszügen nachgegangen und habe 
bemerkt, dass etwas nicht stimmen könne. Es sei viel weniger Geld auf dem Konto 
gewesen. Dann habe sie versucht, von X. die Bankunterlagen und Umsatzzahlen 
zu bekommen. Als das nicht geklappt habe, sei sie zusammen mit AK., der 
Mitinhaberin, nach W. gereist, wo sie sich für den 13. Januar 2002 mit X. verabredet 
hätten. X. sei jedoch nicht erschienen. Als sie die Umsatzzahlen aus dem Computer 
analysiert hätten, hätten sie schnell gemerkt, dass Geld fehlen würde. Als sie sich 
später mit X. trafen, habe dieser zugegeben, sich Geld für private Zwecke 
ausgeliehen zu haben. Er habe versprochen, es so schnell wie möglich 
zurückzuzahlen. Ende Januar habe ihr X. dann Fr. 6'000.- übergeben und habe 
gesagt, dass der Rest kommen werde, was jedoch nicht geschehen sei. Am 27. 
August 2002 wurde AJ. als Zeugin im Konfront mit X. einvernommen (act. 3.29). 
Dabei bestätigte sie ihre Aussage vom 21. März 2002. Das Manko würde sich auf 
Fr. 80'000.- belaufen. Dabei seien die von X. getätigten Barzahlungen abgezogen 
worden. Sie wisse nicht auswendig, welche Lieferanten, ausser AF., Barzahlungen 
verlangt hätten. Es seien jedoch ein paar gewesen.

Am 6. November 2002 wurde AK., Mitinhaberin von A., als Zeugin im 
Konfront mit X. befragt (act. 3.32). Dabei sagte sie aus, dass X. zunächst behauptet 
habe, dass er das Geld AR. gegeben habe, damit dieser es auf der Bank einzahlen 
würde. Später habe er zugegeben, das Geld für private Zwecke entwendet zu 
haben. Er habe ihr und AJ. versprochen, das Geld so schnell wie möglich 
zurückzuerstatten. Vom Manko hätte sie in der ersten oder zweiten Januarwoche 
2002 erfahren. AJ. habe ihr mitgeteilt, dass mehrere Rechnungen offen seien, 
jedoch keine Bankeinzahlungen getätigt worden seien. Beim Vergleich zwischen 
den Tagesabschlüssen, Einzahlungen und Bankauszügen habe sie dann 
festgestellt, dass ein Loch in der Kasse sei. Die von X. geleisteten Barzahlungen 
sowie Doppelzahlungen habe sie dabei in Abzug gebracht. Sie habe das Manko 
erst im Januar 2002 bemerkt, weil sie im November und Dezember 2001 damit 
beschäftigt gewesen sei, den Shop in Y. umzubauen. Vor der Beschäftigung von X. 
habe es nur kleinere, normale Differenzen in der Buchhaltung gegeben.

AI., Geschäftsführer und Mitinhaber von A., gab anlässlich seiner 
polizeilichen Einvernahme vom 18. Februar 2002 zu Protokoll (act. 3.3), dass er im 

18

Januar 2002 bemerkt habe, dass etwas nicht stimmen könne. Es seien grössere 
Beträge offen gewesen. Zudem habe er festgestellt, dass X. private Anschaffungen 
über die Firma getätigt habe (Schmuck im Wert von Fr. 200.- sowie Fleisch im Wert 
von Fr. 650.-). Im Ganzen handle es sich um eine Deliktssumme von Fr. 78'294.-.

d) Am 30. März 2005 wurde AX., Direktor des Casinos W. von 1994 bis 
September 2002, als Zeuge im Konfront mit X. befragt (act. 3.49). Er sagte aus, 
dass er X. als Spieler des Casinos kenne. Er habe aber nicht häufig gespielt. Er sei 
manchmal zwei, drei Mal nacheinander gekommen und dann für längere Zeit nicht 
mehr. Er sei kein Stammgast gewesen, das heisst, nicht ein, zwei Mal in der Woche 
im Casino gewesen. Zudem sei das Casino im November 2001 geschlossen 
gewesen. Er könne nicht sagen, ob X. bei seinen Besuchen gewonnen habe und 
wie viel.

e) X. sagte am 25. Februar 2002 aus (act. 3.4), dass er nicht der einzige im 
Shop gewesen sei, der Zugang zum Geld gehabt habe und der für das Geld 
verantwortlich gewesen sei. Die anderen Mitarbeiter hätten diesbezüglich die 
gleiche Verantwortung wie er getragen. Es seien alle schuldig. Seine Schuld 
bestehe höchstens darin, dass er keine effektiven Kontrollen vorgenommen habe. 
Das sei aber nicht möglich gewesen, da er nicht 24 Stunden habe im Shop sein 
können. Er habe den Überblick nicht gehabt. Das Geld sei überall hingegangen. 
Auch die Chefs hätten keine Kontrolle gehabt. Deshalb bestehe wahrscheinlich gar 
kein Manko. Ansonsten würde er sich das Manko mit den vielen Barzahlungen, die 
hätten beglichen werden müssen, zum Beispiel für Brot (AF.), Fleisch (AY.) und 
Früchte (AO.), erklären (vgl. auch act. 3.29, S. 4). Er fühle sich absolut nicht für das 
Manko verantwortlich. Er habe auch nie zugegeben, dass er Geld für private 
Zwecke verwendet habe und es zurückzahlen würde (vgl. auch act. 3.29, S. 2, 4; 
act. 3.32, S. 2). Das Fleisch für den Privatgebrauch von der Metzgerei BD. im Betrag 
von Fr. 650.- habe er in seinem Namen bestellt und nur in den Laden liefern lassen. 
Es sei nicht wahr, dass er es über das Geschäft habe laufen lassen. Die Rechnung 
habe er nie bezahlt, weil er sie nie bekommen habe (vgl. auch act. 3.28, S. 4). Das 
gleiche gelte für den von ihm bestellten Schmuck im Wert von Fr. 250.- (vgl. auch 
act. 3.28, S. 4). Im Casino sei er kein häufiger Gast gewesen. Er habe jeweils mit 
Fr. 300.- bis 400.- Einsatz gespielt (act. 3.14, S. 2). Am 27. März 2002 gab X. zu 
(act. 3.14), dass er als Geschäftsführer nach der Abgabe der Tageseinnahmen 
durch die Verkäufer für das Geld verantwortlich gewesen sei. Die Eingänge seien 
durch ihn kontrolliert und die Tagesabschlüsse von ihm unterzeichnet worden. Zu 
den einzelnen Kassen habe er keinen Schlüssel besessen. Den Vorhalt, dass er 

19

Benzin für den privaten Gebrauch mit Waren aus dem Laden habe verrechnen 
wollen, bestreitet X. (act. 3.14, S. 2, 3.21, S. 3). Er habe einmal Geld in der Nacht 
aus der Kasse genommen, weil das Brot in der Nacht geliefert werde (act. 3.14, S. 
2). Auf die Frage, wieso er das Geld Stunden vor der Brotlieferung entnommen 
habe, hatte X. keine Antwort (act. 3.14, S. 2 f.). Dass er seinem Bruder und 
Freunden Rabatte gewährt haben soll, bestritt X. (act. 3.14, S. 3), genauso wie die 
anderen Vorhalte seiner Mitarbeiter (act. 3.14, S. 3). Ansonsten bestätigte er am 27. 
März 2002 seine Aussage vom 25. Februar 2002 (act. 3.14und 3.4). In den 
Konfronteinvernahmen wies X. alle Anschuldigungen gegen ihn zurück: Er habe 
immer nur Geld entnommen, um die Barzahlungen vorzunehmen (act. 3.20, S. 2; 
3.23, S. 3). Den Wein habe er auf Geheiss von AI. der Kundschaft als 
Weihnachtsgeschenk verschenkt (act. 3.20). Sein Bruder habe seinen Warenbezug 
immer bezahlt (act. 3.21, S. 3). AT. habe er früher als im Arbeitsvertrag festgehalten 
beschäftigt, weil AI. ihm gesagt habe, dass sie mehr Personal brauchen würden und 
er jemanden suchen solle (act. 3.21, S. 2). Er sei selten im Casino gewesen und 
habe jedoch einmal mit einem Einsatz von Fr. 50.- Fr. 4'000.- gewonnen (act. 3.22, 
S. 2). AW. habe er entlassen, weil die Nachtarbeit für eine Frau nicht geeignet sei 
(act. 3.23, S. 2). Am 27. August 2002 gab X. zu Protokoll (act. 3.28), was seine 
Hauptaufgaben als Shopmanager gewesen seien: er habe das Inventar 
kontrollieren, Fehlendes nachbestellen, Tagesrapporte ausfüllen und Geld auf der 
Bank einzahlen müssen. Diese Aufgaben hätten seine Kollegen in seiner 
Abwesenheit alle auch erledigt. Zudem habe er die Aufgabe gehabt, die 
Tageseinnahmen seiner Kollegen zu zählen und in einem Computer festzuhalten. 
Die Tagesrapporte habe er jeden Tag gemacht. Die Bankeinzahlungen seien 
ebenfalls täglich (ausser am Samstag und Sonntag) vorgenommen worden. Wenn 
jedoch kein Geld in der Kasse gewesen sei, weil zu viele Barzahlungen getätigt 
worden seien, habe er keine Überweisungen getätigt. Das Geld habe er 
normalerweise persönlich auf die Bank gebracht, selten habe er diese Aufgabe 
delegiert. Das Problem mit dem Zahlungsrückstand bei AF. habe er im November 
2001 entdeckt. Ähnliche Probleme habe es bei der AD. AG und bei der AE. AG 
gegeben. Am 4. Februar 2003 nannte X. folgende Firmen, die er bar bezahlt habe 
(act. 3.39): AZ., AL., AH. (Fr. 5'000.-), AG., AY., AN., AF.. Zudem habe er in seiner 
Zeit als Geschäftsführer zwischen Fr. 7'000.- und 8'000.- für Barzahlungen 
ausgegeben, die von AV., AT. und AR. getätigt worden seien. Am 28. Januar 2002 
habe er keine Einzahlung in der Höhe von Fr. 6'000.- auf der AP. für den Shop 
getätigt. Er habe jedoch am 17. Januar 2002 an AK. Fr. 6'000.- übergeben, die er 
der Kasse des Z. entnommen habe. Es habe sich dabei um Geld aus der 
Geschäftskasse gehandelt und nicht um privates Geld, das er zurückgegeben habe 

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(act. 3.39, S. 2). Seine finanzielle Situation sei zwar prekär gewesen, er habe jedoch 
trotzdem nie Geld für sich aus der Kasse genommen. Am 1. April 2005 wurde X. 
vom Untersuchungsrichter gefragt, woher er das Geld für den Kauf eines VW Vento 
VR 6 genommen habe, den er im Dezember 2001 für Fr. 9'000.- gekauft habe (act. 
3.52). Nachdem X. zuvor ausgesagt hatte, dass er das Geld von einem Freund 
erhalten habe, gab er nun an, das Geld für den Autokauf von seinem Vater erhalten 
zu haben. Weil er seinen Vater und seine Familie nicht habe in das vorliegende 
Verfahren involvieren wollen bzw. nicht gewollt habe, dass seine Familie etwas von 
der Strafuntersuchung gegen ihn erfahre, habe er dies anfänglich verschwiegen. 
Zudem sagte X. anlässlich dieser untersuchungsrichterlichen Befragung aus, dass 
in den letzten Wochen seiner Arbeit im Z. keine Dokumentation über die Ein- und 
Ausgänge stattgefunden habe. Auch hätten alle Angestellten Geld zur Bank bringen 
müssen. Wahrscheinlich hätten dies nicht alle dort abgeliefert. Betreffend den Fr. 
6'000.-, welche am 28. Januar 2002 auf der AP. in W. für das Z. einbezahlt worden 
sind, äusserte sich X. folgendermassen: Es sei nicht er gewesen, der das Geld aus 
der Kasse genommen habe, sondern AK. oder AJ.. Denn er habe sich in die Hand 
geschnitten und habe deshalb den Shop verlassen müssen. Er habe das Geld nicht 
einbezahlt. Er sei am 28. Januar 2002 im Spital von B. am Sterbebett seiner Mutter 
gewesen.

f) Aus den Strafakten ergibt sich folgendes zu den geleisteten 
Barzahlungen des Shops im relevanten Zeitraum von Oktober 2001 bis 17. Januar 
2002 (act. 1.37):

- Die AH. AG hat am 7. November 2001 eine Barzahlung im Umfang 
von Fr. 1'093.80 entgegen genommen. Gegenüber der A. erklärte 
AH. jedoch anfänglich, dass keine Bestellungen eingegangen seien 
(act. 1.36; act. 3.35).

- Die BA. Q. hat zwei Barzahlungen von insgesamt Fr. 81.70 erhalten.

- Die AG. AG hat insgesamt Fr. 7'216.55 bar entgegen genommen. 
Diese Summe ergibt sich aus den ausgewiesen Barzahlungen in act. 
1.37 plus jenen in act. 1.36 abzüglich der Zahlung vom 27. 
September 2001.

- Die Metzgerei AL. hat Fr. 2'076.75 in bar entgegen genommen.

- An die AM. SA. wurden Fr. 4'026.35 in Barzahlungen geleistet.

21

- Die Firma AN. AG hat Fr. 465.85 in bar erhalten.

- An die Firma AO. & Co AG wurden Fr. 1'661.10 in bar geleistet (8. - 
17. Januar 2002).

- An die Bäckerei AF. wurden im Januar 2002 Barzahlungen im 
Umfang von insgesamt Fr. 28'760.- geleistet.

- An die Firma AY. AG wurden Fr. 7'333.- in bar oder per 
Postüberweisung geleistet. Da die Firma AY. nicht nachvollziehen 
kann, wie X. die VESR-Zahlungen vorgenommen hat, müssen diese 
Zahlungen zu seinen Gunsten mitberücksichtigt werden.

- Die Firmen AE. Schweiz AG sowie die AD. AG haben keine 
Barzahlungen entgegen genommen.

Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich ein Total von geleisteten 
Barzahlungen von Fr. 52'715.50. Berücksichtigt man weiter zu Gunsten von X. die 
Zahlung an AI. von Fr. 15'111.-, die Einzahlung auf der AP. am 28. Januar 2002 von 
Fr. 6'000.- sowie die Doppelzahlungen vom 7. Oktober 2001 im Umfang von Fr. 
3'075.50 sowie vom 13. Dezember 2001 im Umfang von Fr. 1'950.- ergibt sich eine 
Summe von Fr. 78'852.--, die vom von der A. geltend gemachten Manko von Fr. 
126'280.79 in der Geschäftskasse abgezogen werden muss. Aus der Differenz 
zwischen Fr. 126'280.79 und Fr. 78'852.--ergibt sich somit ein Fehlbetrag von Fr. 
47'428.79.

6. Die Vorinstanz und die Verteidigung stellen sich auf den Standpunkt, 
dass der Berufungsbeklagte nicht der einzige gewesen sei, der Zutritt zur Kasse 
gehabt habe. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass andere sich das Geld 
angeeignet haben könnten. Für eine andere Täterschaft liegt nun aber kein einziger 
Anhaltspunkt vor. Die blosse Tatsache, dass mehrere Personen Zugang zu den 
Geldern gehabt haben, begründet noch keinen Verdacht, dass sich andere die 
Fehlbeträge angeeignet haben könnten. Demgegenüber sprechen für die 
Täterschaft des Berufungsbeklagten eine ganze Reihe von Indizien. Vorweg ist 
darauf hinzuweisen, dass sich alle Fehlbeträge in demjenigen Zeitraum einstellten, 
in dem der Berufungsbeklagte bei der A. angestellt war. Das Angestelltenverhältnis 
dauerte von anfangs September 2001 bis zur fristlosen Entlassung, die am 5. 
Februar 2002 ausgesprochen worden ist, wobei der Umstand von Bedeutung ist, 
dass der Berufungsbeklagte ab dem 18. Januar 2002 unentschuldigt nicht mehr zur 

22

Arbeit erschienen war. Das Manko stammt aus der Zeit zwischen dem 1. Oktober 
2001 und dem 17. Januar 2002. 

Die Pflichten und Aufgaben des Shopmanagers X. waren im „Manual 
Shopmanager“ und „Manual Tagesabschlüsse“ sowie in seinem Arbeitsvertrag 
festgehalten (act. 1.16). Demnach war allein X. in seiner Funktion verantwortlich für 
sämtliche Warenbestellungen und die tägliche Abrechnung der Tageseinnahmen. 
Er war sodann verpflichtet, die Tageseinnahmen täglich auf das Geschäftskonto der 
A. bei der AP. AG in W. einzuzahlen. Die Mitarbeiter haben übereinstimmend 
ausgesagt, dass X. die Tagesrapporte persönlich ausgefüllt habe und das Geld zur 
Bank gebracht habe. Nur ausnahmsweise habe er jemanden beauftragt, das Geld 
bei der AP. einzuzahlen (vgl. act. 3.45; 3.47; 3.50; 3.51). Die bei den Akten 
liegenden Tagesrapporte vom 13. September 2001 bis Januar 2002, worin die 
einzelnen Tagesumsätze und das Total der Bankeinzahlungen festgehalten sind, 
wurden ausnahmslos von X. handschriftlich ausgefüllt und auch von ihm visiert (vgl. 
Ordner mit Tagesabschlüssen). Es lag also in der Verantwortung von X., dass das 
Geld entsprechend den Tagesabschlüssen auf das Geschäftskonto überwiesen 
wird. Das gab X. an den Einvernahmen vom 27. März 2002 und vom 27. August 
2002 (act. 3.14; 3.28) denn auch zu. Ebenso hat er zugegeben, dass er die 
Tagesrapporte persönlich ausgefüllt und das Geld normalerweise persönlich auf der 
Bank einbezahlt habe. Er stellte sich damit gegen seine anfänglichen Aussagen, 
wonach jeder Mitarbeiter des Shops für diese Aufgaben verantwortlich gewesen sei 
(vgl. act. 3.4). 

Ein Vergleich mit den entsprechenden Bankkontoauszügen ergibt indessen, 
dass die Tagesumsätze gemäss den von X. eigenhändig unterschriebenen 
Tagesrapporten nicht regelmässig und damit nicht pflichtgemäss bei der Bank 
einbezahlt worden sind (act. 3.2 und Ordner mit Tagesabschlüssen). X. bringt dazu 
vor, dass er keine Banküberweisungen vorgenommen habe, wenn wegen der 
Barzahlungen nicht viel Geld in der Kasse gelegen habe (act. 3.28). Das Manko 
erkläre sich durch die vielen Barzahlungen, die von der Geschäftsführung nicht 
ordnungsgemäss registriert worden seien (act. 3.4; 3.29). Wie sich aus der oben 
unter E. 5 f aufgeführten Liste zu den Barzahlungen ergibt, bleibt abzüglich der 
Barzahlungen ein Fehlbetrag von Fr. 47'428.79 Aus den Akten und den Aussagen 
von X. und seinen Mitarbeitern ergeben sich keine Hinweise auf weitere Firmen, die 
nur gegen Bargeld geliefert haben. Dieses Manko lässt sich somit nicht durch 
Barzahlungen erklären. Jedoch haben mehrere im Shop angestellte Personen 
gesehen, dass der Berufungsbeklagte Geld aus der Kasse genommen hat (vgl. E. 

23

5 a). X. bringt zu seiner Verteidigung vor, dass er das Geld immer für 
Geschäftszwecke benötigt habe, so insbesondere zur Bezahlung von Lieferanten, 
die auf Barzahlung bestanden (E. 5 e). Hält man sich jedoch vor Augen, dass diese 
Geldentnahmen unter eigenartigen Umständen erfolgten, so präsentiert sich die 
Sache in einem ungünstigen Licht. So hat der Berufungsbeklagte an einem späten 
Abend Fr. 1'000.- aus der Kasse entnommen, um damit angeblich Brot zu bezahlen, 
das jedoch erst am frühen Morgen geliefert und bezahlten werden sollte (act. 3.6, 
S. 2; 3.20, S. 2). Im weiteren wurde von AV. beobachtet, wie der Berufungsbeklagte 
im Januar 2001 um Mitternacht Fr. 1'000.- aus der Kasse genommen hat (act. 3.10, 
S. 2; 3.22, S. 1 f.). AR. hat gesehen, dass X. Fr. 300.- bis 400.- aus der Kasse 
genommen und in sein privates Portemonnaie gesteckt habe. X. habe gesagt, dass 
er das Geld später zurücklegen würde (act. 3.12, S. 2; 3.45, S. 1 f.). AW. musste für 
X. eine private Rechnung im Umfang von Fr. 180.- aus der Geschäftskasse 
bezahlen. Auch ihr versprach er, das Geld zurückzulegen, was er aber nie getan 
habe (act. 3.11). AT. gab zu Protokoll, dass X. Benzin für privaten Gebrauch mit 
Einkäufen im Shop habe verrechnen wollen (act. 3.8). 

AK. und AJ. sagten beide übereinstimmend aus, dass X. ihnen gegenüber 
zugegeben habe, Geld für private Zwecke ausgeliehen zu haben. Er habe 
versprochen, es so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Er habe ihnen deshalb bei 
einem späteren Treffen im Januar 2002 in W. Fr. 6'000.- übergeben und ihnen den 
Rest für später versprochen (vgl. E. 5 c). X. bestreitet, vor AK. und AJ. ein 
Geständnis abgelegt zu haben. Er gibt jedoch zu, dass er Fr. 6'000.- an AJ. 
übergeben habe. Dabei habe es sich jedoch um Geschäftsgeld gehandelt, das er 
zuvor der Shopkasse entnommen habe (act. 3.29, S. 2, 4; 3.32, S. 2). Später sagte 
er aus, dass nicht er das Geld aus der Geschäftskasse entnommen habe, sondern 
AJ. oder AK.. Er hätte sich nämlich in die Hand geschnitten und habe deshalb den 
Shop verlassen müssen. Er sei am 28. Januar 2002, als das Geld in W. auf die AP. 
einbezahlt worden sei, in B. bei seiner Mutter gewesen (act. 3.52). 

Vergleicht man die Aussagen der beiden Zeuginnen miteinander, fällt auf, 
dass sie sich in den wesentlichen Punkten decken. Beide Schilderungen weisen 
einen hohen Grad an Detaillierung auf und sind in sich geschlossen. Sie vermögen 
sich beide nicht nur unvollständig, verschwommen oder vage an die streitigen 
Vorkommnisse erinnern, wonach X. nach der Intervention der Geschäftsleitung 
zugegeben habe, sich Geld aus der Geschäftskasse für private Zwecke ausgeliehen 
zu haben und wonach er es zurückgeben wolle. Aus dem Umstand, dass AJ. 
Mitglied der Geschäftsleitung beziehungsweise AK. Mitinhaberin der A. ist, kann 

24

nicht abgeleitet werden, dass sie X. deshalb zu Unrecht und absichtlich der 
Veruntreuung beschuldigen, wenn es sich nicht tatsächlich so zugetragen hätte. 
Demgegenüber sind die Aussagen von X. widersprüchlich und nicht 
nachvollziehbar. Vor allem ist kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb er AJ. Fr. 
6'000.- aus der Geschäftskasse übergeben haben soll. Genauso wenig ist es 
nachvollziehbar, weshalb AJ. ihrerseits Fr. 6'000.- aus der Geschäftskasse hätte 
entnehmen und auf das Bankkonto hätte überweisen sollen. Vielmehr erscheint es 
auch unter diesen Umständen einleuchtend, dass es sich bei der Summe um Geld 
gehandelt hat, das sich der Berufungsbeklagte aus der Geschäftskasse 
unrechtmässig angeeignet hatte und nun zurückzahlte.

X. hat sich im Dezember 2001 einen VW Vento VR 6 für Fr. 9'000.-gekauft, 
obwohl er sich damals in einer sehr schlechten finanziellen Situation befunden hat, 
was aus den Betreibungsregisterauszügen ersichtlich ist (act. 2.5, 6) und der 
Berufungsbeklagte auch zugestanden hat (act. 3.39). Gegenüber dem 
Untersuchungsrichter gab er schliesslich nach anfänglicher Aussageverweigerung 
an, dass er das Geld für die Anschaffung von seinem Vater erhalten habe (act. 
3.52). Aus den Bankkontoauszügen des inzwischen verstorbenen Vaters des 
Berufungsbeklagten ergeben sich indessen keinerlei Hinweise, wonach ein Betrag 
im obgenannten Umfang von den Konti abgehoben respektive einbezahlt wurde 
(vgl. act. 1.40). Die Aussage von X. ist vor diesem Hintergrund und angesichts 
seines Aussageverhaltens nicht glaubhaft.

Der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden kommt angesichts all dieser 
Indizien zum Schluss, dass gesamthaft betrachtet keine vernünftigen AG. an der 
Täterschaft von X. bestehen. X. hat gegenüber der Geschäftsleitung der A. 
zugegeben, sich Geld für private Zwecke ausgeliehen zu haben, hat seiner 
Arbeitgeberin Fr. 6'000.- zurückbezahlt und wurde mehrmals zu Unzeiten bei 
Geldentnahmen aus der Kasse beobachtet. Der Berufungsbeklagte ist einschlägig 
vorbestraft, was nicht zu seinen Gunsten spricht. X. hat sich somit  Fr. 47'428.79, 
die er der A. hätte aushändigen müssen, angeeignet. Zwar hat X. seinen 
Ersatzwillen kundgetan, doch war er angesichts seiner Schulden nicht ersatzfähig. 
Er hat durch sein Verhalten somit auch das Tatbestandsmerkmal der 
unrechtmässigen Bereicherung erfüllt. X. hat somit den Tatbestand der 
Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziffer 1 Abs. 1 StGB objektiv und subjektiv 
erfüllt, weshalb er der Veruntreuung von Fr. 47'428.79 schuldig zu sprechen ist.

25

7. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB 
vom Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Das Verschulden 
umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Be-
messung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter wird beim 
Verschulden zwischen Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkom-
ponente werden das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit 
welcher der Täter handelte und seine Beweggründe betrachtet. Die Täterkompo-
nente hingegen umfasst das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 112 ff. mit Hinwei-
sen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straf-
erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilde-
rungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzge-
ber vorgesehenen Strafrahmen zu halten. 

b) Das Verschulden von X. wiegt unter den Gesichtspunkten der Tatkom-
ponente relativ schwer. X. ist vorzuwerfen, dass er über einen längeren Zeitraum 
die beträchtliche Summe von Fr. 47'428.79 veruntreut hat. Zudem hat er wenige 
Wochen nach Stellenantritt mit der Aneignung von Bargeld begonnen. Dass er keine 
Einsicht und Reue zeigt, führt zwar nicht zu einer Erhöhung der Strafe. X. kann aber 
so gesehen auch nicht mit besonderer Milde rechnen (vgl. dazu Stratenwerth, 
Allgemeiner Teil II, 1989, S 241). Erschwerend fällt aber ins Gewicht, dass er indi-
rekt die Schuld seinen Arbeitskollegen zuzuweisen versuchte. Darüber hinaus ist X. 
bereits einschlägig vorbestraft und hat zum Teil während der Probezeit delinquiert 
(vgl. E. 9), was sich auch straferhöhend auswirkt. Strafschärfend ist die mehrfache 
Begangenschaft zu werten. Strafmindernd kann jedoch berücksichtigt werden, dass 
die mangelhafte Buchhaltung, Übersicht und Kontrolle von Seiten seiner Arbeitge-
berin die Straftat begünstigt hat, beziehungsweise es erst ermöglicht hat, dass die 
Veruntreuung erst nach Monaten entdeckt und gestoppt wurde. Strafmilderungs-
gründe liegen keine vor. Insbesondere war X. zum Zeitpunkt der Tatbegehung 
gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. R. BB. vom 14. November 
2003 nicht vermindert zurechnungsfähig (vgl. act. 2.11). Unter Berücksichtigung 
sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als angemessen und gerechtfer-
tigt, X. eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten aufzuerlegen. 

26

8. a) Nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von nicht mehr als 18 Monaten aufgeschoben werden, wenn Vorleben und Charak-
ter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen 
oder Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Auf-
schub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte 
innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen 
Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als 
drei Monaten verbüsst hat. 

b) Die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzugs sind bei X. erfüllt. So wird für den hier zu behandelnden Vorfall eine Strafe 
von weniger als 18 Monaten verhängt und X. hatte innerhalb der letzten fünf Jahre 
keine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten zu verbüssen, sondern lediglich 
von 80 Tagen.

c) Wie ausgeführt, verlangt Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in subjektiver Hinsicht, 
dass Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch den 
Aufschub der Freiheitsstrafe von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. 
Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, 
ist eine Gesamtwürdigung der gesamten Umstände vorzunehmen. In die Beurtei-
lung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der 
Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter 
des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung 
des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Rele-
vante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Hinweise auf Suchtgefähr-
dung und weitere. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des 
Entscheides mit einzubeziehen (BGE 128 IV 198 f.). 

Unzulässig ist es jedoch, bei der Prüfung der nach Art. 41 Ziff. 1 StGB zu 
berücksichtigenden Umständen einzelnen eine vorrangige Bedeutung beizumessen 
und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen, also etwa 
einseitig auf die Umstände der Tat abzustellen. Mit anderen Worten müssen die 
genannten Umstände eine günstige Prognose zulassen. Die Besserungsaussichten 
müssen aufgrund des Verhaltens und der Gesinnung des Verurteilten beurteilt wer-
den. Es ist jedoch offensichtlich, dass sich selbst durch eine umfassende und inten-
sive Auseinandersetzung mit der Täterpersönlichkeit keine absolut zuverlässige Zu-
kunftsvoraussage treffen lässt. Bei der Prüfung der günstigen Prognose im Sinne 
von Art. 41 Ziff. 1 StGB steht daher die Frage im Vordergrund, unter welchen Vor-

27

aussetzungen einem Verurteilten trotz unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen ge-
schenkt werden kann (vgl. P. Albrecht, Der bedingte Strafvollzug bei Alkohol am 
Steuer, SJZ 1988, S. 101). Vermag der Richter begründetes Vertrauen zu gewin-
nen, so ist der Vollzug aufzuschieben. Der Richter muss von der Besserungsaus-
sicht mit Begründung überzeugt sein. Schwankt er zwischen vager Hoffnung und 
Bedenken, so hat er kein Vertrauen auf eine Bewährung und er hat daher auf die 
Gewährung des bedingten Strafvollzugs zu verzichten (PKG 1993 Nr. 24). 

Wird befürchtet, eine bedingte Freiheitsstrafe vermöge den Verurteilten nicht 
genügend zu beeindrucken, so kann – wo das Gesetz wahlweise Freiheitsstrafe 
oder Busse androht – der Richter die beiden Strafen auch verbinden (Art. 50 Abs. 
2 StGB). Ebenfalls kann er den Verurteilten gemäss Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB 
unter Schutzaufsicht stellen oder ihm für sein Verhalten während der Probezeit be-
stimmte Weisungen erteilen. Dabei empfiehlt sich das Instrument der Schutzauf-
sicht besonders dann, wenn die Prognose günstig ist, jedoch einige Schwierigkeiten 
in der Bewährung vorausgesehen werden (vgl. R. M. Schneider, Basler Kommentar 
zum Strafgesetzbuch I, Basel/S./München 2003, Art. 41 StGB, N. 160 ff.). Schliess-
lich kann allfälligen Bedenken auch bei der Festsetzung der Dauer der Probezeit 
Rechnung getragen werden (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB), indem die Probezeit um 
so länger bemessen werden soll, desto höher die Gefahr des Rückfalls eingeschätzt 
wird (BGE 95 IV 122 ff.).

d) Bei der Beurteilung der Frage, ob X. eine günstige Prognose gestellt wer-
den und damit der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann, sind einmal die Vor-
strafen zu berücksichtigen (act. 2.1). Am 16. Dezember 1998 verurteilte ihn der Kan-
tonsgerichtsausschuss Graubünden zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen, unter 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von zwei Jahren, und 
zu einer Busse von Fr. 300.- wegen Vereitelung der Blutprobe, Verkehrsregelverlet-
zungen und pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall. Am 11. Mai 1999 wurde er vom 
Kantonsgericht Graubünden des gewerbsmässigen Betruges, der mehrfachen Ur-
kundenfälschung, des Diebstahls, der groben Verletzung von Verkehrsregeln und 
des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand schuldig befunden und mit 
12 Monaten Gefängnis, als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichtsausschus-
ses vom 16. Dezember 1998, unter Gewährung des bedingten Vollzuges bei einer 
Probezeit von 4 Jahren bestraft. Am 15. Dezember 2000 erkannte das Kreisgericht 
Thusis auf 80 Tage Gefängnis und Fr. 500.- Busse wegen Vereitelung der Blut-
probe, pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall und anderer Verkehrsregelverletzun-
gen. Gleichzeitig verlängerte es die Probezeiten für die früheren Verurteilungen um 

28

je ein Jahr. Diese Strafe verbüsste X. vom 11. Februar bis zum 2. Mai 2002 in der 
kantonalen Strafanstalt Realta.

Zwar führt der strafrechtliche Rückfall nicht automatisch zu einer negativen 
Prognose bezüglich künftigem Wohlverhalten. Die erneute Tat bildet jedoch ein 
Indiz für die Uneinsichtigkeit des Fehlbaren und kann zusammen mit seinem 
Vorleben Anlass zu negativer Bewertung der Bewährungsaussichten geben (vgl. 
BGE 115 IV 81 f.). Erschwerend fällt sodann ins Gewicht, dass auch die unbedingt 
ausgesprochene Strafe X. nicht von einer erneuten Delinquenz abzuhalten 
vermochte. Auch wenn X. nur 1999 auch zu einer Strafe wegen Vermögensdelikten 
verurteilt wurde, so muss er sich doch eine gewisse Uneinsichtigkeit und 
Unbelehrbarkeit vorwerfen lassen, welche die Wirksamkeit einer erneuten 
Warnstrafe in Frage stellt (vgl. Schneider, a.a.O., N 70 und 90 zu Art. 41).

Negativ ins Gewicht fällt sodann, dass X. am 23. April 2002 kein guter 
Leumund attestiert wurde. Er wird als Prahler beschrieben (act. 2/3). Zudem hat er 
seine Taten abgestritten und anderen die Schuld zuzuschieben versucht.

Für eine günstige Prognose bezüglich seinem künftigen Wohlverhalten 
spricht jedoch, dass X. offenbar in der Zwischenzeit begonnen hat, sich mit seinem 
Verhalten auseinander zu setzen. So hat der Berufungsbeklagte am 4. Juli 2003 bei 
der Vormundschaftsbehörde Oberengadin Antrag auf Errichtung einer vormund-
schaftlichen Massnahme gestellt (vgl. act. 27.1). Mit Beschluss der Vormund-
schaftsbehörde Oberengadin vom 21. Januar 2004 wurde sodann eine Beiratschaft 
gemäss Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. X. ist es dadurch gelungen, seine 
Schulden fast vollständig abzubauen (act. 27.2). Der Präsident der Vormund-
schaftsbehörde Oberengadin berichtete in seinem Schreiben vom 3. Dezember 
2004 (act. 27.1), dass er X. als umgängliche, aufrichtige und gutgläubige Person 
kennen gelernt habe. X. sei zuverlässig und pünktlich. Er habe ihn offen und ohne 
Beschönigungen über seine Verfehlungen orientiert. Jedoch seine Unschuld betref-
fend den Vorkommnissen im 24-Stunden-Laden beteuert. Positiv äusserte sich 
auch die Arbeitgeberin von X. vom 27. November 2003 bis 18. April 2004, die W.er 
Bergbahnen, über X. (vgl. act. 27.3). Seit dem 1. Mai 2004 hat X. eine Anstellung 
beim Gemeindebauamt W. inne. Gemäss dem Vormundschaftspräsidenten Obe-
rengadin ist auch diese Arbeitgeberin mit dem Berufungsbeklagten sehr zufrieden 
(vgl. act. 27.1). 

29

Von diesem neugeschaffenen sozialen Umfeld sind zwar stabilisierende Ef-
fekte zu erwarten, doch trotz dieser positiven Gesichtspunkte überwiegen die nega-
tiven Momente, vor allem die Tatumstände, die einschlägigen Vorstrafen, das De-
linquieren während der Probezeit und die fehlende Reue und Einsicht in der Ge-
samtwürdigung doch erheblich. Daher kommt das Gericht unter Würdigung der ge-
samten Umstände zur Überzeugung, dass X. keine günstige Prognose gestellt wer-
den kann. Zwar stellt der unbedingte Strafvollzug für ihn eine gewisse Härte dar. 
Allerdings wird er die Strafe in Halbgefangenschaft verbüssen können. Diese Kon-
sequenzen gehen nun aber nicht über die „normalen“ Unannehmlichkeiten hinaus, 
welche mit einem Strafvollzug immer verbunden sind. 

9. Da der Berufungsbeklagte während zwei laufenden Probezeiten 
gehandelt hat, nämlich in derjenigen aus der Verurteilung vom 16. Dezember 1998, 
die um ein Jahr auf drei Jahre verlängert worden ist, und derjenigen aus der 
Verurteilung vom 11. Mai 1999, welche fünf Jahre dauerte, stellt sich die Frage des 
Widerrufs der bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafen.

a) Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 
Vergehen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). 
Wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in leichten 
Fällen stattdessen, je nach den Umständen, den Verurteilten verwarnen, 
zusätzliche Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil 
bestimmte Probezeit um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 
StGB). Nach der Rechtsprechung ist ein leichter Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 
Abs. 2 StGB in der Regel bei Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten anzunehmen. 
Ausnahmen sind möglich bei besonderen (objektiven oder subjektiven) Umständen, 
die nicht bereits für den Schuldspruch oder die Bemessung der Strafe bestimmend 
waren. Für die Annahme eines leichten Falles trotz einer Strafe von mehr als drei 
Monaten kann beispielsweise sprechen, dass der nachträgliche Vollzug der 
aufgeschobenen Strafe für den Täter eine unverhältnismässige Härte bedeuten 
würde, dass sich der Rückfall erst gegen Ende der Probezeit ereignet hat oder dass 
seit der neuen Verfehlung verhältnismässig lange Zeit verstrichen ist, in der der 
Verurteilte sich wohlverhalten hat (BGE 117 IV 97 E 3c, S. 102 f.). Die Annahme 
eines leichten Falles kommt jedoch nur in Betracht, wenn die Freiheitsstrafe in der 
Nähe von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 156 E 3c). Das Bundesgericht hat bei 
einer fünf monatigen Gefängnisstrafe die Hypothese eines leichten Falles noch in 
Betracht gezogen (Urteil 6S.340/1999 vom 11.10.1999, E. 2 und 6S.830/1997 vom 
2.3.1998, E 1c, zitiert in Schneider, a.a. O., N 235 zu Art. 41 StGB), bei einer 

30

Gefängnisstrafe von sieben Monaten das Vorliegen eines leichten Falles jedoch 
verneint (BGE 122 IV 156 E. 3c). Kantonale Gerichte sind aber auch schon auf 
sechs Monate gegangen (vgl. Urteil des Strafgerichtes Zug vom 6. Mai 1994, GVP-
ZG 1994, S. 150; Urteil des Kassationsgerichts Neuenburg vom 9. Dezember 1988, 
RS 1990, Nr. 689). Umfasst die Strafe Taten, welche ausserhalb der Probezeit 
begangen worden sind, so muss für die Straftaten innerhalb der Probezeit eine 
fiktive Strafe bestimmt werden, da Delikte, welche ausserhalb der Probezeit 
begangen wurden, für den Widerruf irrelevant sind (vgl. BGE 105 IV 296; BGE 117 
IV 97; Albrecht, Der Widerruf des bedingten Strafvollzuges wegen neuer Delikte, 
BJM 1975, S. 65 mit Hinweisen; Schultz, SJK 1198, S. 10). 

b) Am 16. Dezember 1998 verurteilte ihn der Kantonsgerichtsausschuss 
Graubünden zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen, unter Gewährung des beding-
ten Strafvollzuges bei einer Probezeit von zwei Jahren. Diese Probezeit wurde mit 
Urteil des Kreisgerichts Thusis vom 15. Dezember 2000 um ein Jahr verlängert, das 
heisst, die Probezeit endete am 15. Dezember 2001. Am 11. Mai 1999 wurde er 
vom Kantonsgericht Graubünden mit 12 Monaten Gefängnis unter Gewährung des 
bedingten Vollzuges bei einer Probezeit von 4 Jahren bestraft. Diese Probezeit 
wurde ebenfalls um ein Jahr verlängert und endete somit am 10. Mai 2004. X. 
beging die vorliegend zur Beurteilung stehenden Straftaten in der Zeit von Oktober 
2001 bis 17. Januar 2002. Da zwar die im Jahre 1998 angesetzte und verlängerte 
Probezeit während der strafbaren Taten ablief, jedoch die gesamte Delinquenz in 
die 1999 angesetzte Probezeit fällt, müsste eine fiktive Strafe für die Taten innerhalb 
der im Jahre 1998 angesetzten Probezeit bestimmt werden. Da jedoch vorliegend 
– wie im folgenden ausgeführt wird – auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der 
Strafen aus den Jahren 1998 und 1999 verzichtet wird, erübrigt sich die Vornahme 
einer Quotenausscheidung (vgl. zum Ganzen Schneider, a.a.O., N 205 und 111 zu 
Art. 41).

Für die Beurteilung der Frage, ob ein leichter Fall vorliegt, ist die gesamte, in 
diesem Verfahren ausgefällte Strafe von 6 Monaten Gefängnis massgebend. Damit 
liegt die Strafe gerade noch in der Nähe der zulässigen Grenze für die Annahme 
eines leichten Falles. Dies deshalb, weil berücksichtigt werden muss, dass seit der 
neuen Verfehlung verhältnismässig lange Zeit verstrichen ist, in der der 
Berufungskläger sich wohl verhalten und sich bemüht hat, den Einstieg in die 
Gesellschaft zu finden bzw. Hilfe bei der Vormundschaftsbehörde gesucht, seine 
Schulden getilgt und eine Festanstellung gefunden hat. Es kann daher von einem 
leichten Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB gesprochen werden. Unter 

31

diesen Umständen ist als nächstes die Aussicht auf Bewährung zu prüfen. Denn 
gemäss Gesetz kann bei erneuter Delinquenz innerhalb der Probezeit vom Widerruf 
des bedingten Strafvollzuges nur abgesehen werden, wenn ein leichter Fall vorliegt 
und kumulativ begründete Aussicht auf Bewährung besteht. 

Beim Berufungsbeklagten besteht angesichts seiner Bemühungen um 
Wiedereingliederung in die Gesellschaft, der von seiner Betreuung durch die 
Vormundschaftsbehörde zu erwartenden Unterstützung beim Abschliessen mit der 
Vergangenheit und vor allem - und dies ist hier entscheidend - angesichts der 
Warnwirkung des Vollzugs der neuen zu vollziehenden Strafe von sechs Monaten 
Gefängnis (vgl. BGE 116 IV 97 und 177 sowie PKG 1994 Nr. 28) begründete 
Aussicht auf Bewährung. Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
verzichtet deshalb auf einen Widerruf des bedingten Vollzugs der ausgefällten 
Strafen aus den Jahren 1998 und 1999.

10. Ein durch eine Straftat Geschädigter kann gestützt auf Art. 130 Abs. 1 
StPO seine zivilrechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim 
Strafgericht adhäsionsweise geltend machen. Erachtet das Gericht die Akten zur 
Beurteilung des Zivilpunktes als ausreichend, entscheidet es nach Art. 131 Abs. 3 
StPO über fristgerecht eingereichte Adhäsionsklagen ohne Rücksicht auf den 
Streitwert. Ist dies nicht der Fall, wird die Klage an das ordentliche Gericht 
verwiesen. Die Adhäsionsklage ist gemäss Art. 130 Abs. 2 StPO fristgerecht bis 
spätestens am zwanzigsten Tag nach Eingang der Verfügung betreffend den 
Schluss der Untersuchung, welche vorliegend am 3. März 2003 erging, durch 
schriftlich formuliertes Begehren bei der Staatsanwaltschaft einzureichen (vgl. 
grundsätzlich: Jürg Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. 
Zürich 1990, S. 44 ff. und S. 79 ff.). 

a) Am 24. März 2003 reichte die Rechtsvertreterin der Geschädigten A., 
Rechtsanwältin lic. iur. Jacqueline Moser, gegen X. eine Adhäsionsklage (act. 1.15) 
mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 
92'939.15, zuzüglich 5% Zins seit dem 18. Januar 2002 zu bezahlen. 

2. Der Beklagte sei ferner zu verpflichten, der Klägerin für die anwaltlichen 
Aufwendungen im Untersuchungsverfahren den Betrag von Fr. 
2'331.30, zuzüglich 5% Zins seit dem 16. März 2002 zu bezahlen. 

3. Es sei gerichtlich davon Vormerk zu nehmen, dass es sich bei der 
vorliegenden Klage um eine Teilklage handelt. Die Klägerin behält sich 
ausdrücklich vor, zu einem späteren Zeitpunkt weitere 
Schadenersatzansprüche einzuklagen. 

32

4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt) zu Lasten 
des Beklagten.“ 

In ihrer Anschlussberufung vom 1. September 2004 verzichtete die 
Geschädigte auf den in Ziffer 3 beantragten Nachklagevorbehalt. Zudem seien die 
Anwaltskosten seit dem 18. Januar 2002 und nicht wie irrtümlich geltend gemacht 
ab dem 16. März 2002 zu 5% zu verzinsen. Im Übrigen hielt sie an ihren 
Rechtsbegehren vom 24. März 2003 fest.

Zur Begründung der Adhäsionsklage wird geltend gemacht, dass X. seine 
Sorgfalts- und Treupflichten als Arbeitsnehmer gemäss Art. 321a Abs. 1 OR verletzt 
habe, indem er zum Nachteil seiner Arbeitgeberin der A. Geld veruntreut habe. 
Damit sei die vertragliche Haftung für den Schaden gegeben. Der Schaden sei 
durch die Deliktssumme, welche sich auf Fr. 92'939.15 belaufe, ausgewiesen. X. 
habe den Schaden vorsätzlich herbeigeführt und es bestehe zwischen dem 
Nichtüberweisen der Tageseinnahmen und dem Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang.

b) Der Strafverteidiger von X. beantragte die vollumfängliche Abweisung 
der Anschlussberufung der Adhäsionsklägerin; unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6% MWSt) zu Lasten der 
Anschlussberufungsklägerin. Der Z. Laden in W. habe die nötigen betrieblichen und 
organisatorischen Anforderungen für eine einwandfreie Erfüllung der 
Shopmanageraufgaben nicht erfüllt. Unter den gegebenen Umständen (hohe offene 
Rechnungen, Barzahlungen, mangelhafte Buchhaltung) hätte jeder Shopmanager 
Mühe gehabt, den Überblick zu behalten. Der eingeforderte Schaden sei deshalb 
auch nicht ausgewiesen beziehungsweise seien dabei die Barzahlungen nicht 
einberechnet worden. X. trage an den Missständen bei der A. keine Schuld. 
Vielmehr hätte er sein bestes gegeben, den Shop unter den von der Arbeitgeberin 
geschaffenen Umständen, wie Fehlen der Infrastrukturen, Zugriff sämtlicher 
Mitarbeiter auf die Kasse etc., im Rahmen seiner vertraglichen Aufgaben 
pflichtgemäss zu erfüllen. 

c) Gemäss Art. 321a Abs. 1 OR hat der Arbeitnehmer die ihm 
übertragene Arbeit sorgfältig auszuführen und die berechtigten Interessen des 
Arbeitgebers in guten Treuen zu wahren. Diese gesetzliche Bestimmung statuiert 
den Grundsatz der Sorgfalts- und Treuepflicht des Arbeitnehmers. Dieser hat also 
neben der eigentlichen Arbeitsleistung die Pflicht, Schaden vom Arbeitgeber 
abzuwenden und dessen Belange zu fördern. Er hat alles zu unterlassen, was den 

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Arbeitserfolg vereiteln oder sich sonst wie nachteilig auf den Arbeitgeber und seinen 
Betrieb auswirken könnte (Honsell/Vogt/Wiegand, Kommentar zum 
Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, Basel 1992, N 2 zu Art. 321a OR; 
Stähelin/Vischer, Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, 
Obligationenrecht, Teilband V 2c, Der Arbeitsvertrag, Zürich 1996, N 10 ff. zu Art. 
321a OR). Wenn der Arbeitnehmer seiner Treue- und Sorgfaltspflicht nicht 
nachkommt, begeht er eine Pflichtverletzung und er ist gemäss Art. 321e OR für 
den Schaden verantwortlich, den er dem Arbeitgeber durch sein Verhalten 
absichtlich oder fahrlässig zufügt (Honsell/Vogt/Wiegand, a.a.O., N 1 zu Art. 321e 
OR). Begeht der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber eine strafbare 
Handlung wie zum Beispiel Veruntreuung, Diebstahl oder Hehlerei, so ist eine 
Verletzung der Treuepflicht und damit die vertragliche Haftung gegeben 
(Stähelin/Vischer, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 321a OR sowie N 3 zu Art. 321e OR).

Dass die Adhäsionsklägerin durch die von X. verschuldete Tat im Sinne von 
Art. 321e OR geschädigt wurde, steht aufgrund der vorangehenden Erwägungen 
fest. Die A. vermochte jedoch einen Schaden in der Höhe von Fr. 92'939.15 nicht 
rechtsgenüglich nachzuweisen. Vielmehr ergibt sich aus den vorstehenden 
Erwägungen, dass sich die Deliktssumme lediglich auf Fr. 47'428.79 beschränkt. 
Die Klage wird damit nur teilweise gutgeheissen und X. verpflichtet, der 
Adhäsionsklägerin Schadenersatz in der Höhe von Fr. 47'428.79 zuzüglich 5% Zins 
ab 18. Januar 2002 zu bezahlen. 

d) Da die Adhäsionsklägerin mit ihren Klagebegehren nur zur Hälfte 
durchgedrungen ist, werden die ausseramtlichen Entschädigungen für das 
Adhäsionsverfahren für beide Instanzen wettgeschlagen.

11. Da die Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden teilweise gutge-
heissen und das vorinstanzliche Urteil aufgehoben wird, gehen die Kosten des 
Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.- je zur Hälfte zulasten von X. und des Kantons 
Graubünden (Art. 160 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das 
Berufungsverfahren von Fr. 4'000.- gehen im Umfang von Fr. 3'000.- zulasten von 
X. und im Umfang von Fr. 1'000.- zulasten des Kantons Graubünden (Art. 156 Abs. 
3 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise vom 
Kanton Graubünden bezahlt (Art. 155 Abs. 1 StPO). Die Kosten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 5'665.- und Fr. 1'879.50 gehen zulasten 
von X. (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Bezirksgerichts Maloja von Fr. 1'500.- 
sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung vor der Vorinstanz von Fr. 4'000.- 

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gehen zulasten von X.. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 4'000.- 
werden vorschussweise vom Bezirk Maloja bezahlt. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung und die Anschlussberufung werden teilweise gutgeheissen und 
das angefochtene Urteil wird aufgehoben. 

2. X. wird der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig gesprochen. 

3. Dafür wird er mit 6 Monaten Gefängnis bestraft.

4. Von einem Widerruf des bedingten Strafvollzuges bezüglich der 10 Tage Ge-
fängnis gemäss Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 
16. Dezember 1998 und der 12 Monate Gefängnis gemäss Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 11. Mai 1999 wird abgesehen.

5. a) Die Adhäsionsklage wird teilweise gutgeheissen und X. wird verpflichtete 
der A. Fr. 47'428.79 nebst Zins zu 5% seit dem 18. Januar 2002 zu bezahlen. 

b) Die ausseramtlichen Entschädigungen für das Adhäsionsverfahren wer-
den für beide Instanzen wettgeschlagen. 

6. a) Die Kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 5'665.- und von 
Fr. 1'879.50 gehen zulasten von X..

b) Die Kosten des Bezirksgerichts Maloja von Fr. 1'500.- sowie die Kosten 
der amtlichen Verteidigung von Fr. 4'000.- gehen zulasten von X.. Die Kosten 
der amtlichen Verteidigung von Fr. 4'000.- werden vorschussweise vom Be-
zirk Maloja bezahlt.

7. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.- gehen je zur Hälfte 
zulasten von X. und des Kantons Graubünden.

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren von Fr. 
4'000.- gehen im Umfang von Fr. 3'000.- zulasten von X. und im Umfang von 
Fr. 1'000.- zulasten des Kantons Graubünden. Die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung werden vorschussweise vom Kanton Graubünden bezahlt.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-

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pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

9. Mitteilung an:

___________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: