# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6e0f4de-51e3-5330-8ba3-314a18e7b86c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 26.03.2024 BS 2023 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-94_2024-03-26.pdf

## Full Text

20240305_143818_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 94

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber C. Schwegler

Beschluss vom 26. März 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin D.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Akteneinsicht / Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung

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Sachverhalt

1. Am 4. Oktober 2021 sowie mit Ergänzung vom 3. November 2021 erstattete die A.________ 
, C.________, bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug Strafanzeige gegen E.________, 
F.________ und G.________ betreffend Erschleichen einer Nachlassstundung, betrügeri-
schen Konkurs, Vermögensminderung, Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung 
etc. Die Strafanzeige wurde zusammengefasst wie folgt begründet:

1.1 Bei den Beschuldigten handle es sich um Organe der I.________ (nachfolgend: I.________). 
Diese sei eine Tochtergesellschaft einer im Medien- und Fernsehbereich tätigen Gruppe. Ihre 
Anteile würden – indirekt über Gesellschaften in J.________ – zu 100 % von der K.________ 
(nachfolgend: K.________) gehalten. Ebenso halte die K.________ sämtliche Anteile der 
L.________ (nachfolgend: L.________). Die L.________ wiederum halte die IP-Rechte an 
den durch verschiedene, von der K.________ beherrschten Gesellschaften in M.________ 
produzierten Unterhaltungssendungen. Die K.________-Gruppe werde seit vielen Jahren von 
N.________ beherrscht. 

1.2 Am tt.mm. 2018 habe die I.________ eine provisorische Nachlassstundung beantragt. Nach-
dem offensichtlich geworden sei, dass die Organe der I.________ keine ernsthaften Sanie-
rungsabsichten verfolgt hätten, habe das Kantonsgericht Zug am tt.mm. 2019 den Konkurs 
eröffnet. Nach Beschwerden der I.________ beim Obergericht Zug und beim Bundesgericht, 
die von der jeweiligen Instanz abgewiesen worden seien, sei der Konkurs schliesslich vom 
Bundesgericht am tt.mm. 2020 eröffnet worden. In den Jahren vor der Nachlassstundung, 
insbesondere 2016 und 2017, seien Millionenbeträge über die I.________ und die 
K.________ an den herrschenden Aktionär ausbezahlt worden. Die K.________ und die 
L.________ seien schon seit spätestens Januar 2019 insolvent.

1.3 Im Jahr 2013 habe die A.________ der K.________-Gruppe eine Finanzierung im Betrag von 
bis USD 75 Mio. bereitgestellt, die zu einem wesentlichen Teil in Anspruch genommen wor-
den sei. Das Darlehen sei der I.________ als Darlehensnehmerin gewährt worden. Die 
K.________ als kontrollierende Gesellschaft und die L.________ als Inhaberin der IP-Rechte 
sowie die Produktionsgesellschaften in M.________ seien (solidarisch) als Garanten für die 
Darlehensschuld mitverpflichtet. Zweck der Finanzierung sei die Beschaffung von Working 
Capital und die Refinanzierung von bestehenden Bankschulden zweier Produktionshäuser in 
M.________, namentlich der O.________ und der P.________ gewesen. Aufgrund immer 
wieder behaupteter finanzieller Schwierigkeiten der K.________-Gruppe sei die A.________  
seit 2014 immer wieder gezwungen gewesen, die Termine für Zinszahlungen und Amortisati-
onen "nach hinten" zu schieben. Trotz dieser Zahlungserleichterungen habe sich die 
I.________ – und mit ihr die gesamte K.________-Gruppe – schon per Ende Dezember 2017 
mit einer Zahlung von über USD 4 Mio. wieder in Verzug befunden. Diesmal habe sich die 
A.________ entschieden, ihre Forderung durchzusetzen, habe die gesamte Darlehensforde-
rung von rund USD 9.5 Mio. fällig gestellt und der I.________ und den Garanten unter dem 
Finanzierungsvertrag angekündigt, den Rechtsweg beschreiten zu wollen, sollte die gesamte 
Forderung samt Zinsen und Rechtsverfolgerkosten nicht bis 15. Februar 2018 beglichen 
sein. 

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1.4 Um den angekündigten Prozess zu umgehen, habe die I.________ am tt.mm. 2018 ohne 
vorherige Information und somit erneut in Verletzung ihrer Vertragspflichten das Kantonsge-
richt Zug um Erteilung einer provisorischen Nachlassstundung ersucht. Entgegen dem Ge-
suchsinhalt sei das Ziel dieser Nachlassstundung nicht die Sanierung der Gesellschaft, son-
dern vielmehr die Vereitelung und/oder die Verzögerung der Inkassobemühungen der 
A.________ gewesen. Aus dem Nachlassstundungsgesuch gehe u.a. hervor, dass die 
Q.________ AG als Revisionsstelle der I.________ den Entwurf der Jahresrechnung 2016 
offenbar selbst erstellt habe und dann ihre eigene Arbeit auch noch revidieren sollte. Von ei-
ner unabhängigen Revisionsstelle könne vor diesem Hintergrund keine Rede sein. Grössere 
Ungereimtheiten ergäben sich insbesondere aus den von der Q.________ AG erstellten Jah-
resrechnungen 2016 und 2017. 

2. Die A.________ konstituierte sich in der Strafanzeige als Privatklägerin im Strafpunkt. Sie 
ersuchte die Staatsanwaltschaft in der Strafanzeige unter anderem um Beschlagnahme der 
gesamten Buchhaltung der I.________, sämtlicher Verwaltungsrats- bzw. Geschäfts-
führungsprotokolle sowie anderer Vermögensdispositionen, Unterlagen zu Konten der 
I.________ bei R.________ in den S.________ sowie bei anderen Banken bzw. bei der das 
Archiv aufbewahrenden Stellen. Des Weiteren ersuchte sie um Beschlagnahme der Korre-
spondenz zwischen den Beschuldigten F.________ und G.________ und N.________ unter-
einander und mit Dritten, soweit es um die Vereitelung und/oder Verzögerung der Rechts-
durchsetzung durch die Bank gehe. Sodann beantragte sie die Einvernahme der Beschuldig-
ten, von N.________ sowie der zuständigen Personen der Revisionsstelle Q.________ AG, 
namentlich T.________, U.________ und V.________, welche die Jahresabschlüsse der 
I.________ 2015, 2016 und 2017 revidiert hätten. 

3. Im Anschluss an die Einvernahme des Beschuldigten E.________ ersuchte die A.________  
am 11. Februar 2022 erneut um Beschlagnahme der R.________ Kontounterlagen der 
I.________ für die Jahre ab 2015, da diese für die Rekonstruktion und das Verständnis der 
Geldtransaktionen, die über die I.________ abgewickelt worden seien, von zentraler Bedeu-
tung seien. Des Weiteren ersuchte die A.________ nochmals um Einvernahme von 
N.________. Am 8. März 2022, am 22. März 2022, am 6. Dezember 2022 sowie am 7. Sep-
tember 2023 erneuerte die A.________ diese Anträge (act. 1/6, 1/8, 1/9 und 1/11). 

4. Mit Verfügung vom 26. September 2023 (act. 1/1) hiess die Staatsanwaltschaft das Akten-
einsichtsgesuch der A.________ [grundsätzlich] gut und gewährte ihrem Rechtsvertreter 
nach Rechtskraft der Verfügung Akteneinsicht. Keine Einsicht gewährte die Staatsanwalt-
schaft der A.________ SA in Vi act. D 1 (Personaldossier), in Vi act. 5/3-6 (Editionsverfü-
gung an die Q.________ AG) und in Vi act. D 25 (Unterlagen Q.________ AG).

5. Gegen diese Verfügung erhob die A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Ein-
gabe vom 9. Oktober 2023 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit 
folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung über Akteneinsicht vom 26. September 2023 sei teilweise in Bezug auf die Be-
schränkung des Anspruchs auf rechtliches Gehör betreffend das Personaldossier (D 1), die Editi-
onsverfügung an die Q.________ AG (act. 5/3-6) und die Unterlagen der Q.________ AG (D 25) 

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aufzuheben und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, der Beschwerdeführerin vollumfängli-
che Einsicht in die Akten zu gewähren.

2. Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, sämtliche Geschäftsakten der I.________ unverzüglich zu 
beschlagnahmen, einschliesslich der gesamten Buchhaltung, der Kontoeröffnungs- und Kontoaus-
züge betreffend sämtliche Konten der Gesellschaft ab 1. Januar 2015, insbesondere der 
R.________ Bank in den S.________, und Korrespondenz der Organe untereinander und mit Drit-
ten.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

Gleichzeitig erhob sie Beschwerde wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung ge-
gen die fallführende Staatsanwältin im Zusammenhang mit deren angeblicher Untätigkeit in 
Bezug auf die Beschlagnahme verschiedener Unterlagen.

6. Der Beschuldigte E.________ beantragte in der Vernehmlassung vom 24. Oktober 2023 die 
Abweisung der Beschwerde in Bezug auf Akteneinsicht in das Personaldossier (D 1), unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.

7. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der innert erstreckter Frist eingereichten Vernehmlas-
sung vom 7. November 2023 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit auf 
diese überhaupt einzutreten sei.

8. Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 22. November 2023, worauf der Be-
schuldigte E.________ am 4. Dezember 2023 duplizierte. 

9. Am 21. Dezember 2023 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende Eingabe ein.

Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin beanstandet einerseits eine teilweise Verweigerung der Akten-
einsicht (Antrag Ziff. 1) und anderseits, dass die Staatsanwaltschaft bisher noch nicht über 
diverse von ihr gestellte Beweisanträge befunden hat, weshalb sie von der I. Beschwerde-
abteilung dazu anzuweisen sei (Antrag Ziff. 2). 

2. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde u.a. zulässig gegen die Verfügungen 
und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft. Mit der Beschwerde können u.a. Rechts-
verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverwei-
gerung und Rechtsverzögerung gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO). Beschwerden 
wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung sind an keine Frist gebunden (Art. 396 
Abs. 2 StPO). 

3. Zu Antrag Ziff. 2 ist Folgendes festzuhalten: Als Grundsatz gilt, dass die Beschwerdeinstanz 
der vorinstanzlichen Strafbehörde auch bei Gutheissung einer Beschwerde keine Weisungen 
zu erteilen hat. Mit Ausnahme der in Art. 397 Abs. 3 und 4 StPO geregelten Fälle ist der Er-
lass von Weisungen im Hinblick auf weitere Gestaltung der Untersuchungsführung, die mit 

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dem Anfechtungsobjekt der Beschwerde nicht in einem direkten Zusammenhang stehen, 
vom Gesetz nicht vorgesehen; auf entsprechende Anträge kann deshalb nicht eingetreten 
werden. Das hat damit zu tun, dass die Untersuchung von der Staatsanwaltschaft und nicht 
von der Beschwerdeinstanz zu führen ist. Die Beschwerdeinstanz ist nach der gesetzlichen 
Konzeption nicht eine Art "Ersatz-Untersuchungsbehörde", welche – über die Gegenstand 
der Beschwerde bildenden Entscheide oder Verfahrenshandlungen hinaus – auf die Unter-
suchung oder die Modalitäten der Untersuchungsführung gestaltend Einfluss nimmt. Dass – 
von Konstellationen gemäss Art. 397 Abs. 3 und 4 StPO abgesehen – keine Weisungen er-
teilt werden können, bedeutet allerdings nicht, dass bei einer Rückweisung nicht festgehalten 
werden kann, wie der neue Entscheid zu erfolgen hat (Guidon, Basler Kommentar, 3. A. 
2023, Art. 397 StPO N 6b m.H.). Darüber hinaus sieht Art. 394 lit. b StPO vor, dass gegen 
die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft die Beschwerde nicht 
zulässig ist, wenn der Antrag ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wieder-
holt werden kann.

3.1 Vorliegend erblickt die Beschwerdeführerin jedoch im Umstand, dass die Staatsanwaltschaft 
bisher noch nicht über die betreffenden Beweisanträge entschieden hat, eine Rechtsverzöge-
rung bzw. Rechtsverweigerung und beruft sich damit auf Art. 397 Abs. 4 StPO. 

3.2 Eine formelle Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV liegt vor, wenn eine 
Behörde auf eine Eingabe fälschlicherweise nicht eintritt oder eine solche ausdrücklich bzw. 
stillschweigend nicht an die Hand nimmt und nicht behandelt, obwohl sie dazu verpflichtet 
wäre. Das Gleiche gilt, wenn einzelne Anträge oder Teile davon nicht behandelt werden 
(vgl. BGE 144 II 184 E. 3.1; 135 I 6 E. 2.1). Eine Rechtsverweigerung kann auch darin liegen, 
dass sich eine Behörde mit rechtsgenügend vorgebrachten Rügen der rechtsuchenden Partei 
gar nicht auseinandersetzt, wobei in einem solchen Fall das Verbot der Rechtsverweigerung 
den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV berührt (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 2C_608/2017 vom 24. August 2017 E. 5.2).

Im Rahmen einer Rechtsverzögerungsbeschwerde ist die Verfahrensrüge zu prüfen, die von 
einer Partei verlangten Untersuchungs- bzw. Verfahrenshandlungen seien von der zuständi-
gen Strafbehörde mit unbegründeter Verzögerung vorgenommen worden, das heisst, nicht 
innerhalb der Zeitspanne, die nach der Natur der Sache (und unter angemessener Berück-
sichtigung der Geschäftslast der Strafbehörde) bundesrechtskonform erschien, nachdem die 
rechtsuchende Partei zuvor bei der Strafbehörde entsprechend interveniert hatte. Bei der 
Prüfung, ob eine Verletzung des strafprozessualen Beschleunigungsgebotes (Art. 5 Abs. 1 
StPO; Art. 29 Abs. 1 BV) vorliegt, ist den Umständen des Einzelfalles – in der Regel in einer 
Gesamtbetrachtung – Rechnung zu tragen. Zu berücksichtigen sind dabei namentlich die 
Komplexität der Strafsache sowie das prozessuale Verhalten der Parteien und der zuständi-
gen Strafbehörden. Dass das Verfahren zwischen gewissen Prozessabschnitten zeitweise 
ruht oder einzelne Verfahrenshandlungen auch etwas früher hätten erfolgen können, be-
gründet für sich alleine noch keine Bundesrechtswidrigkeit. Förmliche Parteieingaben (Gesu-
che um Akteneinsicht, Beweisergänzung oder Aufhebung von Zwangsmassnahmen) hat die 
Staatsanwaltschaft innert vernünftiger Frist zu prüfen und zu erledigen. Im Rahmen der ge-
setzlichen Regelung muss ihr bei der zeitlichen Priorisierung und Verfahrensbeschleunigung 
allerdings ein erheblicher Ermessensspielraum zustehen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_55/2017 vom 24. Mai 2017 E. 3.3 m.H.)

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3.3 Stellt die Beschwerdeinstanz eine Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung fest, kann 
sie der betreffenden Behörde gestützt auf Art. 397 Abs. 4 StPO ebenfalls Weisungen erteilen 
und für deren Einhaltung Fristen setzen. Der Inhalt dieser Weisung kann etwa darin beste-
hen, dass die betreffende Behörde gewisse Beweismittel abzunehmen oder das Vorverfah-
ren abzuschliessen hat oder dass sie eingeladen wird, schnellstmöglich über die Begehren 
des Beschwerdeführers zu befinden (Guidon, a.a.O., Art. 397 StPO N 9 f. m.H.).

3.4 Den Akten lässt sich nicht entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft bisher über die betref-
fenden Beweisanträge der Beschwerdeführerin befunden hätte, obwohl die Beschwerdefüh-
rerin entsprechende Anträge bereits in der Strafanzeige vom 4. Oktober 2021 gestellt und 
diese im Verlauf des Untersuchungsverfahrens mehrmals wiederholt hat. Die Staatsanwalt-
schaft hat gegenüber der Beschwerdeführerin nicht verlauten lassen, wie sie zu verfahren 
gedenkt, obwohl seit der Einreichung der Strafanzeige mittlerweile über zwei Jahre vergan-
gen sind und die Beschwerdeführerin wie erwähnt mehrfach insistiert hat. Sie hat dadurch 
gegenüber der Beschwerdeführerin eine formelle Rechtsverweigerung begangen, zumal sie 
sich auch in der Vernehmlassung zur Beschwerde nicht dazu äusserte, ob und wenn ja in 
welchem Zeitraum sie beabsichtigt, die Beweisanträge zu behandeln. Die Beschwerde ist in 
diesem Punkt gutzuheissen. Die Staatsanwaltschaft ist anzuweisen, innert maximal zwei 
Monaten über die Beweisanträge der Beschwerdeführerin zu befinden.

4. Mit Verfügung vom 26. September 2023 hiess die Staatsanwaltschaft das Akteneinsichtsge-
such der Beschwerdeführerin gut und gewährte ihrem Rechtsvertreter "nach Eintritt der 
Rechtskraft dieser Verfügung" Akteneinsicht. Keine Einsicht gewährte die Staatsanwaltschaft 
der Beschwerdeführerin in act. D 1 (Personaldossier), in act. 5/3-6 (Editionsverfügung an die 
Q.________ AG) und in act. D 25 (Unterlagen Q.________ AG). Zur Begründung hielt sie 
fest, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Akteneinsicht lägen grundsätzlich vor. Ein-
sicht in Vi act. 5/3-6 und Vi act. D 25 werde nach Durchführung der Zeugeneinvernahme von 
T.________, der für die Q.________ handelnden Person, gewährt.

4.1 Gemäss Art. 101 Abs. 1 StPO können die Parteien spätestens nach der ersten Einvernahme 
der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die 
Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens einsehen. Dieses Einsichtsrecht kann nur 
im Rahmen von Art. 108 StPO eingeschränkt werden, wenn der begründete Verdacht be-
steht, dass eine Partei ihre Rechte missbraucht (Abs. 1 lit. a), oder dies für die Sicherheit von 
Personen oder zur Wahrung öffentlicher oder privater Geheimhaltungsinteressen erforderlich 
ist (Abs. 1 lit. b). Einschränkungen gegenüber Rechtsbeiständen sind nur zulässig, wenn der 
Rechtsbeistand selbst Anlass für die Beschränkung gibt (Abs. 2). Die Einschränkungen sind 
zu befristen oder auf einzelne Verfahrenshandlungen zu begrenzen (Abs. 3). 

4.2 In Bezug auf die Einsicht in die Editionsverfügung an die Q.________ AG und die Unterlagen 
der Q.________ AG erweist sich die Beschwerde als begründet: T.________ wurde am 
30. November 2023 als Zeuge von der Staatsanwaltschaft einvernommen. Es ist folglich kein 
Grund mehr ersichtlich, der Beschwerdeführerin Einsicht in diese Aktenstücke zu verweigern, 
zumal die Staatsanwaltschaft selbst festhält, dass diesbezüglich die gesetzlichen Vorausset-
zungen für die Akteneinsicht vorliegen und sie wie erwähnt explizit festhält, dass der Be-
schwerdeführerin in diese Aktenstücke Einsicht gewährt wird, sobald die Zeugenbefragung 

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durchgeführt worden ist. Weshalb mit der Akteneinsicht bis zur Rechtskraft der Verfügung 
vom 26. September 2023 zugewartet werden sollte, ist nicht einzusehen, nachdem nur die 
Beschwerdeführerin die Verfügung angefochten hat. 

4.3 Zur Einsicht in das Personaldossier des Beschuldigten E.________ vertreten die Staatsan-
waltschaft wie auch der Beschuldigte E.________ die Ansicht, diese sei zur Wahrung der In-
teressen der Beschwerdeführerin bzw. zur Durchsetzung von deren Verfahrensrechten nicht 
erforderlich. Zudem würden die Geheimhaltungsinteressen des Beschuldigten E.________ 
überwiegen. Sie berufen sich mithin auf Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO. 

4.3.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Einschränkungen des Akteneinsichts-
rechts mit Zurückhaltung und unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit an-
zuordnen (BGE 146 IV 218 E. 3.1.2 m.H.).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschuldigten E.________ vor, als Organ der I.________ 
für die Vereitelung von Inkassobemühungen der Beschwerdeführerin verantwortlich zu sein 
und sich damit u.a. des Erschleichens einer Nachlassstundung, des betrügerischen Konkur-
ses und der Misswirtschaft schuldig gemacht zu haben. Wie die Beschwerdeführerin zutref-
fend vorbringt, dürfte das Personaldossier Angaben über den Lohn des Beschuldigten und 
seine finanziellen Verhältnisse enthalten, was nicht zuletzt Rückschlüsse auf seine Rolle bei 
der I.________ sowie seine konkreten fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen erlaubt. Inso-
fern ist die Einsicht in das Personaldossier des Beschuldigten E.________ notwendig, damit 
die Beschwerdeführerin ihre Ansprüche durchsetzen kann. Zwar hat der Beschuldigte an der 
Einvernahme vom 31. Januar 2022 auf die Ergänzungsfragen des Vertreters der Beschwer-
deführerin geantwortet, indes häufig sehr vage und mit dem Hinweis darauf, dass er sich 
nicht erinnern könne bzw. sich nicht weiter dazu äussern wolle. Ob der Beschuldigte, wie er 
geltend macht, bei der I.________ bloss eine subalterne Stellung innehatte, braucht an die-
ser Stelle nicht geklärt zu werden. Immerhin hat er selbst bei seiner Einvernahme angege-
ben, er sei zum Finanzchef der I.________ ernannt worden und die beiden übrigen Beschul-
digten seien selten in der Schweiz gewesen. 

4.3.3 Aufgrund einer Interessenabwägung lässt sich eine Einschränkung des Akteneinsichtsrechts 
der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO nicht rechtfertigen, zumal 
nach der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine solche Einschränkung mit 
Zurückhaltung anzuordnen ist. Zudem bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Be-
schwerdeführerin das Akteneinsichtsrecht missbrauchen könnte, weshalb auch eine Ein-
schränkung dieses Rechts aufgrund Art. 108 Abs. 1 lit. a StPO ausscheidet. Die Beschwerde 
erweist sich somit auch in diesem Punkt als begründet.

5. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu 
nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO) und die Beschwerdeführerin ist für die notwendigen Aufwen-
dungen im Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 436 Abs. 3 
StPO).

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Beschluss

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2. Es wird festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft durch die Nichtbehandlung der erstmals am 
4. Oktober 2021 gestellten Beweisanträge eine formelle Rechtsverweigerung zum Nachteil 
der Beschwerdeführerin begangen hat. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, die Be-
weisanträge innert zwei Monaten zu behandeln. 

3. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, der Beschwerdeführerin Einsicht in die in der Ver-
fügung vom 26. September 2023 ausgenommenen Dokumente (Personaldossier, Editions-
verfügung an die Q.________ AG und Unterlagen der Q.________ AG) zu gewähren. 

4. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 1'000.00Gebühren
CHF 80.00 Auslagen
CHF 1'080.00Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

5. Die Beschwerdeführerin wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 2'500.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

6. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel 
(vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

7. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Rechtsanwalt H.________ (z.H. E.________)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: