# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7766a8b5-7656-5a8e-9096-36aa03d1b980
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.07.2020 I 2020 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-52_2020-07-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 52

Entscheid vom 10. Juli 2020 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 
6002 Luzern,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Leistungsanspruch)

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Sachverhalt:

A. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 19. November 2019 verletzte sich 
A.________ (Jg. 1982) am 4. November 2019 während der Arbeit beim "Anhe-
ben des Treppengeländers" am rechten Oberarm, wobei als Schädigung ein 
"Riss" bezeichnet wurde. Ab dem 14. November 2019 war er arbeitsunfähig. Im 
Zeitpunkt des Ereignisses war A.________ bei der Schreinerei B.________ AG 
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch unfallversichert (Vi-act. 1). Am 
21. November 2019 bestätigte die Suva den Eingang der Schadenmeldung und 
sie stellte einen Entscheid über die Versicherungsleistungen nach Abschluss der 
notwendigen Abklärungen in Aussicht (Vi-act. 2).

B. Am 25. November 2019 reichte die behandelnde Ärztin der Suva das Arzt-
zeugnis UVG ein (Vi-act. 5). A.________ beantwortete am 3. Dezember 2019 
schriftlich Fragen der Suva (Vi-act. 7) und am 10. Dezember 2019 wurde er 
durch die Suva mündlich/telefonisch befragt (Vi-act. 8). Am 10. Januar 2020 ver-
neinte der Suva-Arzt die ihm unterbreitete Frage, ob eine Listendiagnose vorliege 
(Vi-act. 12). Mit Schreiben vom 15. Januar 2020 lehnte die Suva ihre Leistungs-
pflicht ab (Vi-act. 14), womit sich A.________ nicht einverstanden erklärte (Vi-act. 
19, 20 und 23). Hierauf verfügte die Suva am 25. Februar 2020, es bestehe kein 
Anspruch auf Versicherungsleistungen; die geklagten Beschwerden seien weder 
auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen 
(Vi-act. 24).

C. Am 22. März 2020 erhob A.________ Einsprache gegen die Verfügung 
vom 25. Februar 2020 (Vi-act. 28), welche die Suva mit Entscheid vom 2. April 
2020 abwies (Vi-act 31). 

D. A.________ erhebt am 19. Mai 2020 bei der Suva Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid vom 2. April 2020. Sie wird von der Suva am 27. Mai 2020 
zuständigkeitshalber ans Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz überwiesen. 
Sinngemäss beantragt A.________, den Einspracheentscheid zu überprüfen und 
aufzuheben und ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen.

Mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2020 beantragt die Suva die Abweisung der 
Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheides vom 2. April 2020.

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid bestätigte die Suva die Ver-
fügung vom 25. Februar 2020, mit welcher sie einen Anspruch auf Versiche-
rungsleistungen der Unfallversicherung ablehnte mit der Begründung, die geklag-
ten Beschwerden seien weder auf einen Unfall nach Art. 4 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 
6. Oktober 2000 noch auf eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 6 
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) vom 
20. März 1981 zurückzuführen (Vi-act. 24). 

Nachdem der Beschwerdeführer sowohl einen Unfall geltend macht als auch 
rügt, es liege ein gelenkseitiger Einriss der Subscapularissehne kranial und damit 
eine Listendiagnose vor, gilt es nachfolgend zu prüfen, ob die Suva ihre Leis-
tungspflicht zu Recht verneint hat.

2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzli-
che, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusse-
ren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperli-
chen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

2.1.1  Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Unge-
wöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 
selbst. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven 
Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebens-
bereich alltäglich und üblich ist (BGE 142 V 219 Erw. 4.3.1). Der äussere Faktor 
ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Ge-
genstück zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden - inneren Ursache. Das 
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen 
kleinen und kleinsten Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich un-
kontrollierbar sind und deshalb nur beim Hinzutreten von etwas Besonderem 
Berücksichtigung finden sollen", aus dem Unfallbegriff auszuscheiden (BGE 134 
V 72 Erw. 4.1.1). Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vor-
gang zum einmaligen Vorfall. Nach der Rechtsprechung kann das Merkmal des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 
1999 S. 199 Erw. 3c/aa und S. 422 Erw. 2b) oder in einer (im Hinblick auf die 
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 
Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 Erw. 3b; 
RKUV 1994, S. 38 Erw. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der 

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Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand wie 
Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes den natürlichen Ablauf einer 
Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (Urteil BGer 
8C_282/2017 vom 22.8.2017 Erw. 3.1.2; vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum UVG, 3. Aufl., S. 27). Hingegen taugen Einwirkungen, die 
aus alltäglichen Vorgängen resultieren, in aller Regel nicht als Ursache einer Ge-
sundheitsschädigung (Urteil BGer 8C_842/2018 vom 6.5.2019 Erw. 3.3.1). Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich ist, 
dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (vgl. zum Ganzen Urteil 
BGer 8C_842/2018 vom 6.5.2019 Erw. 3.3.1 m.w.H. u.a. auf BGE 134 V 72 
Erw. 4.1).

2.1.2  Die Rechtsprechung erachtete den für den Unfallbegriff vorausgesetzten 
ungewöhnlichen äusseren Faktor bisweilen auch dann als erfüllt, wenn beim He-
ben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand er-
folgt war und dieser zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma bezeichneten, 
Schädigung geführt hat (BGE 116 V 136 Erw. 3b). Allerdings ist ein "ganz aus-
serordentlicher Kraftaufwand" nicht leichthin anzunehmen, bedarf es dazu doch 
eindrücklich schwerer Lasten und zusätzlich zum Kraftaufwand ein Hinzutreten 
besonders sinnfälliger Umstände, etwa beim Klavierbauer, welcher einen 500 kg 
schweren wegrollenden Flügel aufhalten musste, nachdem er ihn zusammen mit 
einem Mitarbeiter von zwei Böcken heruntergehoben hatte (RKUV 1991 Nr. 
U 122 S. 143 Erw. 3c, mit weiteren Beispielen wiedergegeben in Urteil BGer 
8C_245/2015 vom 19.8.2015 Erw. 5). Dies war etwa nicht gegeben beim Heben 
von 25kg-Säcken mit Erde (Urteil BGer 8C_246/2011 vom 25.8.2011 Erw. 4.4), 
einer Lautsprecherbox (30kg; Urteil BGer U 65/02 vom 13.12.2002), einer 85kg 
schweren Steinplatte (Urteil BGer U 7/00 vom 27.7.2001), eines Radiators 
(100kg; Urteil BGer U 110/99 vom 12.4.2000) oder einer 200kg schweren Glas-
scheibe zu zweit (Urteil BGer U 214/95 vom 23.12.1996) oder beim Umlagern ei-
nes 100 bis 120 kg schweren Patienten durch einen Hilfspfleger allein (BGE 116 
V 136 Erw. 3) oder das Anheben eines 140kg schweren Lamellenrostes zu zweit 
(Urteil BGer 8C_245/2015 vom 19.8.2015 Erw. 5). Das Vorliegen eines un-
gewöhnlichen äusseren Faktors ist in solchen Fällen auch nicht bereits deshalb 
zu bejahen, weil die Bewegung reflexartig ausgeführt wurde (Urteil BGer 
8C_783/2013 vom 10.4.2014 Erw. 6.2). Zudem berücksichtigt die Rechtspre-
chung - auch wenn die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors grundsätzlich 
nach einem objektiven Massstab zu beurteilen ist (vgl. oben Erw. 2.1.1) - beim 
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit auch subjektive Faktoren wie Konstitution 
oder berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung (BGE 134 V 72 Erw. 4.2.3; Ur-
teil BGer 8C_783/2013 vom 10.4.2014 Erw. 6.2; BSK UVG-Hofer, Art. 6 N 35). 

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2.1.3  Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der den Anspruch 
erhebenden Person zu beweisen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem 
sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Be-
stehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 
besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem 
Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 
sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die 
notwendigen Beweise zu erheben. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vor-
liegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt 
(die blosse Möglichkeit genügt nicht), so hat dieses als unbewiesen zu gelten, 
was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (vgl. Urteil 
BGer 8C_696/2013 vom 14.11.2013 Erw. 2 mit Hinweisen auf BGE 116 V 140). 

2.1.4  Bei sich widersprechenden Angaben des Versicherten über den Unfallher-
gang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten sponta-
nen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger 
sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. 
Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt 
den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, daher meistens grösse-
res Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Ver-
sicherers (BGE 121 V 45 Erw. 2a; Urteil BGer 8C_139/2019 vom 18.6.2019 
Erw. 3.2.2). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädi-
genden Ereignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 
Darstellungen, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdigung zu berücksichti-
gende Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von 
zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile 
BGer 8C_225/2019 vom 20.8.2019 Erw. 3.3; 8C_622/2017 Urteil vom 16.4.2018 
Erw. 2.1; BGE 121 V 45 Erw. 2a mit Hinweisen).

2.2 Betreffend Ereignis vom 4. November 2019 ergibt sich aus den Akten:

2.2.1  Gemäss Schadenmeldung UVG vom 19. November 2019 erlitt der als 
Schreiner tätige Beschwerdeführer 'beim Anheben des Treppengeländers' am 
'Oberarm rechts' einen 'Riss'. Seit dem 14. November 2019 bestand eine Ar-
beitsunfähigkeit (Vi-act. 1). 

2.2.2  Die ärztliche Erstbehandlung erfolgte am 13. November 2019 (Vi-act. 5). 
Dr.med. C.________ (Fachärztin für Allgemeinmedizin) schilderte den Unfallher-
gang vom 4. November 2019 nach Angaben des Beschwerdeführers wie folgt:

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Heben von schwerer Last mit Kollegen zusammen, der es früher losliess. Dabei 
Schulter re verdreht.

2.2.3  Am 3. Dezember 2019 beantwortete der Beschwerdeführer Fragen der 
Suva schriftlich. Die Aufforderung, den Vorfall, auf den die Beschwerden zurück 
zu führen sind, ausführlich zu schildern, beantwortete er wie folgt (Vi-act. 7):

Falsche Bewegung beim Anheben eines Treppengeländers mit einem Arbeitskol-
legen. 

Ob sich etwas Besonderes wie Ausgleiten, Sturz, Anschlagen usw. ereignet ha-
be, verneinte der Beschwerdeführer. 

2.2.4  Die Suva kontaktierte den Beschwerdeführer zum Unfallhergang am 
10. Dezember 2019 telefonisch. In der Telefonnotiz wird festgehalten (Vi-act. 8):

Die Schreinerei in welcher A.________ arbeite, sei im Moment im Umbau, weswe-
gen er und sein Arbeitskollege eine schwere Eisenstange (Treppengeländer) tra-
gen mussten. Sein Kollege habe die eine Seite der Stange gehalten und er die An-
dere. Sein Kollege legte anschliessend sein Ende auf einen sogenannten "Puc" ab. 
Das ist gemäss den Erklärungen von A.________ eine Ablage auf der Schreiner 
arbeiten.

Als sein Arbeitskollege die Stange auf seiner Seite auf diesen Puc legte, verspürte 
A.________ plötzlich Schmerzen (spürte wie Sehne gerissen sei). Zu diesem Zeit-
punkt hielt er die Stange noch mit beiden Händen. Da der Schmerz so stark war, 
legte er die Stange hin.

2 Wochen später hatte er das Gefühl, als würde seine Hand einschlafen und diese 
war einzündet [sic], weshalb er zum Arzt ging.

A.________ war heute beim Arzt gemäss diesem gehe sein Unfall noch länger.

2.2.5  Mit der formlosen Ablehnung des Leistungsanspruchs zeigte sich der Be-
schwerdeführer nicht einverstanden. Gemäss seinem Arzt liege klar ein Unfall 
vor; dieser habe ihm auch erklärt, dass der Unfallbegriff eine gesetzliche Definiti-
on und nicht eine medizinische Definition sei (Vi-act. 20). Am 25. Februar 2020 
äussert die Ehefrau des Beschwerdeführers gegenüber der Suva das Gefühl zu 
haben, es liege ein Missverständnis vor. Für sie sei klar, dass ein Unfall passiert 
sei. Die Muttersprache ihres Mannes sei nicht Deutsch und sie glaube, dass er 
der Suva nicht präzise genug Auskunft über den Unfall gegeben habe. Man wer-
de nach Eingang der Verfügung ausführlich Stellung nehmen (Vi-act. 23).

2.2.6  Nachdem die Suva in der Verfügung vom 25. Februar 2020 das Vorliegen 
eines Unfalles verneinte, erklärte der Beschwerdeführer in der Einsprache (Vi-
act. 28):

Aus sprachlichen Gründen (ich bin nicht Muttersprache Deutsch) ist die schriftliche 
Beschreibung des Unfallhergangs auf dem Meldeformular anscheinend zu knapp, 
respektive unpräzise ausgefallen. Beim mündlichen Schildern des Vorfalls bei allen 

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Experten hingegen schienen meine Erklärungen nachvollziehbar und die aktuellen 
Leiden durch das Ereignis vom 4.11.2019 erklärbar. Nachfolgend schildere ich Ih-
nen daher den Unfallhergang erneut:

Am 4.11.2019 musste ich mit einem Arbeitskollegen ein schweres Treppengelän-
der tragen. Ohne Anweisung und Vorwarnung hat sich der Kollege (vorne tragend) 
abrupt nach rechts bewegt. Ich, hinten tragend, war gezwungen die Bewegung in 
Sekundenschnelle unkoordiniert und ruckartig mitzugehen, um das Abrutschen des 
Geländers zu verhindern. Bei dieser drehenden Bewegung wurde mein rechter 
Arm in einem unnatürlichen Winkel sehr schnell und übermässig belastet/über-
streckt und ich verspürte einen plötzlichen Schmerz im Oberarm/der Schulter. 
Schmerzen, über die ich sofort klagte, Schmerzen, die in Folge bestehen blieben 
und die ich noch heute beim Ausführen ähnlicher Bewegungen habe. Es gibt einen 
klaren schmerzlosen Zustand vor und einen schmerzvollen Zustand nach dem ge-
schilderten Unfallereignis vom Unfall 4.11.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um ein Verhebetrauma infolge 
einer unberechenbaren Bewegung ohne Vorwarnung durch den Arbeitskollegen 
handelt.

2.3.1  Im Einspracheentscheid vom 2. April 2020 verweist die Suva auf die 
Rechtsprechung zur "Aussage der ersten Stunde" (vgl. oben Erw. 2.1.3). Der Be-
schwerdeführer habe den Unfallhergang am 3. Dezember 2019 eigenhändig ver-
fasst und unterschriftlich bestätigt (vgl. oben Erw. 2.2.3). Danach habe sich aus-
drücklich nichts Besonderes, Aussergewöhnliches ereignet. Anlässlich des Tele-
fonats (vgl. oben Erw. 2.2.4) habe er den Sachverhalt präzisiert. Wiederum wer-
de aber nicht geltend gemacht, es habe sich etwas Besonderes ereignet oder 
aber er wäre zu einer abrupten Bewegung gezwungen worden. Erst in Kenntnis 
der ablehnenden Verfügung werde neu und der bisherigen Sachverhaltsschilde-
rungen Widersprechendes behauptet (vgl. oben Erw. 2.2.6). Zusammenfassend 
hält die Suva dafür, es sei nichts Ungewöhnliches im Sinne der Rechtsprechung 
behauptet worden, das den Unfallbegriff zu erfüllen vermöchte. Die Schmerzen 
seien schlicht bei einer für einen körperlich arbeitenden Schreiner sicherlich ge-
wohnten, normalen Körperbewegung, beim Tragen eines schwereren Geländers 
zusammen mit einem Arbeitskollegen, aufgetreten. Gemäss seinen eigenen, zeit-
lich ersten Angaben habe sich nichts Aussergewöhnliches zugetragen. Der Un-
fallbegriff sei zu Recht verneint worden. Daran ändere auch die später angepass-
te Sachverhaltsvariante nichts. Wiederum werde kein Sturz, Ausgleiten oder An-
schlagen behauptet und dass beim Tragen eines schweren Gegenstandes zu 
zweit der Bewegungsablauf nicht konstant und linear verlaufe, sondern Ge-
wichtsverlagerungen ausgeglichen und nachgefasst werden müssen, sei ebenso 
notorisch wie normal und stelle nichts Ungewöhnliches dar. Der Unfallbegriff 
nach Art. 4 ATSG sei daher nicht erfüllt. 

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2.3.2  Vor Verwaltungsgericht wiederholt der Beschwerdeführer, die ungenaue 
Sachverhaltsbeschreibung sei auf seine sprachlichen Schwierigkeiten zurückzu-
führen. Zudem liege das Problem im fehlenden Wissen, wie ein Formular ausge-
füllt werden müsse. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die Unfallhergangs-
schilderung sehr ausführlich sein müsse, da er der Überzeugung gewesen sei, 
dass der medizinische Befund das Wichtigste und die Unfallschilderung im Detail 
im Kontext der medizinischen Untersuchung stattgefunden habe. Zudem habe er 
die Unfallschilderung nie geändert, sondern einzig in schriftlicher Form präzisiert 
im Sinne von detailliert. Die erste schriftliche Darstellung sei namentlich wegen 
den sprachlichen Schwierigkeiten sehr zusammengefasst und kurz ausgefallen. 
Und damit nicht die Schilderung im Fragebogen zum Fallstrick für die Versicher-
ten werde, sollten diese genügend darauf hingewiesen werden, dass eine mög-
lichst genaue Hergangsschilderung für die Gesuchsprüfung unabdingbar sei. 

Des Weitern müsse ein Versicherter zuerst einmal verstehen, was bei einem Un-
fallhergang "besonders/aussergewöhnlich" sei und in welchem Sinne, damit er 
diese Frage sinngemäss beantworten könne. Der Begriff "unerwartet" wäre bei 
ihm auf mehr Verständnis gestossen und hätte eine präzisere Schilderung er-
möglicht. Zudem hätte die Suva die Schilderung "plötzlich Schmerzen" stutzig 
machen und zu einer Nachfrage führen sollen. 

Die Einsprache enthalte keine widersprechende Unfallschilderung. Vielmehr sei 
jemand mit dem Beschwerdeführer hingesessen und habe den mündlich detail-
liert geschilderten Unfallhergang aufgeschrieben. Widersprüchlich sei nichts, ein-
zig der Detaillierungsgrad der Schilderung habe sich stetig erhöht. 

Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, beim Anheben und Transpor-
tieren von schweren Lasten sei die Koordination unter Tragenden äusserst wich-
tig. Nicht koordinierte und unangekündigte Bewegungen eines Tragenden wür-
den das Nachfassen für den Kollegen nicht einfach machen und stellten sehr 
wohl einen äusseren Faktor zur Körperschädigung dar.

2.3.3  Vernehmlassend lässt die Suva den Verweis auf die sprachlichen Schwie-
rigkeiten nicht gelten. Die Einsprache und Beschwerdeschrift machten deutlich, 
dass er offensichtlich die Hilfe Dritter in Anspruch nehmen könne, um ausführli-
che Schriftstücke zu verfassen. Auch die Beantwortung vom 3. Dezember 2019 
lasse nicht ansatzweise darauf schliessen, er sei mit den Fragen der Suva und 
deren Beantwortung überfordert gewesen. Entsprechend seien die Antworten in 
Anbetracht des bescheidenen Platzes knapp aber klar und die Fragestellung mit 
Blick auf deren Beantwortung offenbar verstanden worden. Zur Klärung des 
Ganzen habe die Suva am 10. Dezember 2019 den Sachverhalt auch noch 
mündlich abgefragt. Der Beschwerdeführer sei dabei sehr gut verstanden wor-

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den, zumindest mündlich sei er der deutschen Sprache durchaus mächtig. Bei 
den vom Beschwerdeführer hervorgehobenen Begrifflichkeiten handle es sich 
keinesfalls um juristische Fachausdrücke, sondern solche, die schon mit alltags-
tauglichen Kenntnissen der Umgangssprache richtig verstanden würden. Die Su-
va betont sodann, allfällige sprachliche Missverständnisse seien in casu insofern 
irrelevant, als dass in keiner Sachverhaltsvariante je Umstände geschildert wor-
den seien, die den Unfallbegriff im Rechtssinne zu erfüllen vermöchten. 

Ein Verhebetrauma sei nicht behauptet und mit Blick auf die Rechtsprechung 
auch nicht anzunehmen, sei sich der Beschwerdeführer doch als angestellter 
Schreiner das Tragen grösserer Gewichte beruflich gewohnt. Die Arbeitgeberin 
empfehle sich mitunter für Arbeiten, welche das Tragen grösserer Gewichte un-
umgänglich machen würden. 

In der Sachverhaltsvariante der Einsprache werde neu angegeben, er habe beim 
Tragen des Geländers aufgrund einer plötzlichen Bewegung seines Kollegen 
ebendiese ausgleichen und, um das Abrutschen zu verhindern, nachfassen müs-
sen. Dies vermöge gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung den Unfallbe-
griff nicht zu erfüllen, stelle doch ein ruckartiges, reflexartiges Nachfassen, ja ge-
nerell jede reflexartig ausgeführte Bewegung nichts Ungewöhnliches dar. Zudem 
habe der Beschwerdeführer ja selbst ausgeführt, jedermann habe etwa beim Zü-
geln oder Lastentragen schon erlebt, nachfassen zu müssen. Diese Erkenntnis 
impliziere geradezu, dass es alltäglich und nichts Besonderes, Aussergewöhnli-
ches sei, gerade für einen Berufsmann wie ihn. Mithin sei der Unfallbegriff nicht 
erfüllt.

2.4.1  Vorliegend fällt auf, dass der Beschrieb des Unfallherganges sich mit der 
Dauer des Verfahrens veränderte. Diesbezüglich unterscheidet die Rechtspre-
chung zwischen späteren Präzisierungen einerseits und später davon abwei-
chenden Angaben andererseits, wobei letztere rechtsprechungsgemäss unbe-
achtlich zu bleiben haben (Urteil BGer 8C_225/2019 vom 20.8.2019 Erw. 3.3; 
BGE 115 V 133 Erw. 8c). Insbesondere überzeugt es nicht, wenn die versicherte 
Person den entsprechenden Sachverhalt erst nach der abschlägigen, einlässlich 
begründeten Verfügung darlegt, wenn der Unfallversicherer die tatsächlichen 
Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben und damit seine Verpflich-
tung zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts erfüllt hat (vgl. auch oben Erw. 2.1.3 f.).

2.4.2  Gemäss Schadenmeldung setzten die Schmerzen des Beschwerdeführers 
"beim Anheben" des Treppengeländers ein. Soweit der Beschwerdeführer in der 
schriftlichen Beantwortung des Fragebogens festhielt, er habe beim Anheben 

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des Geländers eine falsche Bewegung gemacht, kann dies noch als Präzisierung 
der ersten Aussage bezeichnet werden (vgl. oben Erw. 2.2.1 und 2.2.3). Demge-
genüber setzte der Schmerz gemäss Arztzeugnis UVG beim Loslassen des 
Geländers durch den Kollegen ein (vgl. oben Erw. 2.2.2). Eher dieser Schilde-
rung entspricht die telefonische Auskunft des Beschwerdeführers, wonach der 
Schmerz einsetzte, als der Arbeitskollege das Geländer auf dem "Puc" ablegte 
und er selber die Stange noch mit beiden Händen hielt (vgl. oben Erw. 2.2.4). 
Unabhängig der verfolgten Version beinhaltet keine davon einen ungewöhnlichen 
äusseren Faktor, insbesondere war weder ein ausserordentlicher Kraftaufwand 
vonnöten, noch traten besonders sinnfällige Umstände hinzu (vgl. oben Erw. 
2.1.2). Es ist der Suva daher beizupflichten, wenn sie darin den Unfallbegriff 
gemäss Art. 4 ATSG als nicht erfüllt beurteilt hat.

2.4.3  Von diesen beiden Varianten weicht die in der Einsprache vorgetragene 
(vgl. oben Erw. 2.2.6) doch erheblich ab. Mit 'Schmerzen beim Anheben des 
Treppengeländers' oder auch 'Schmerzen beim Ablegen der Stange durch den 
Kollegen' hat diese Schilderung nur noch den Kern - dass ein Geländer getragen 
werden musste - gemein. Plötzlich kommt eine abrupte Richtungsänderung des 
Kollegen hinzu und ebenso, die Gefahr, ein Abrutschen des Geländers zu ver-
meiden. Neu ist auch, dass es dem Beschwerdeführer dabei den Arm verdreht 
haben soll und zwar bis in einen unnatürlichen Winkel, wobei der Arm - ebenfalls 
neu - sehr schnell und übermässig belastet / überstreckt worden sei. Entgegen 
der Darstellung des Beschwerdeführers kann bei dieser Schilderung nicht mehr 
von einer Präzisierung, einer Erhöhung des Detaillierungsgrades gesprochen 
werden. Vielmehr kommen neue und mitunter eindrückliche Elemente hinzu, die 
zu sehr konstruiert wirken, nachdem die Suva zuvor den Unfallbegriff verneint hat 
mangels plötzlicher, nicht beabsichtigter schädigender Einwirkung eines unge-
wöhnlichen äusseren Faktors und nachdem sich der Beschwerdeführer - zumin-
dest mit seinem Arzt - mit dem Unfallbegriff befasst hat. 

2.4.4  Soweit der Beschwerdeführer die abweichenden ersten Sachverhaltsvari-
anten mit mangelnden Deutschkenntnissen begründet, so erscheint die Aus-
führung der Suva nachvollziehbar, dass die Formulierungen in der schriftlichen 
Beantwortung der Fragen (Vi-act. 7) nicht auf ein Ungenügen schliessen lassen. 
Vielmehr sind die Formulierungen knapp, klar und auch grammatikalisch ein-
wandfrei, was bei mangelhaften Sprachkenntnissen nicht zu erwarten wäre. Auch 
die Telefonnotiz enthält keine Hinweise, dass nicht ein ordentliches Gespräch 
möglich gewesen wäre (Vi-act. 8). 

Unbegründet ist sodann das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Suva bzw. 
ihre Formulare würden zu wenig auf die Kriterien des Unfallbegriffs hinweisen, es 

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sei für einen Versicherten nicht klar, worauf er beim Beschrieb des Unfallher-
gangs achten müsse. Im kritisierten Formular (Vi-act. 7) wird vom Versicherten 
ausdrücklich eine ausführliche Schilderung des Vorganges erbeten, es soll auf-
gezeigt werden, auf welche Tätigkeiten/Umstände die Beschwerden zurückge-
führt werden. Zusätzlich wird explizit abgefragt, ob sich etwas Besonderes ereig-
net hat, wobei das Besondere beispielhaft mit "Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, 
usw." umschrieben wird. Zu Recht hält die Suva vernehmlassend fest, dass es 
sich hierbei nicht um juristische Fachausdrücke handelt, sondern um umgangs-
sprachliche Begriffe. Sofern ein Ereignis tatsächlich von einem ungewöhnlichen 
äusseren Faktor beeinflusst wurde, darf davon ausgegangen werden, dass ein 
Versicherter dies bei einer wie vorliegend formulierten Fragestellung auch notiert. 
Gerade das Ungewöhnliche und Äussere wird in aller Regel auch für den Versi-
cherten von bleibendem Eindruck sein, so dass er dies ohne Weiteres in der Un-
fallschilderung festhält. Das Formular, wie es vorliegt, weist den Versicherten 
genügend darauf hin.

2.4.5  Damit aber ist nicht zu beanstanden, wenn die Suva zur Prüfung der Un-
fallkriterien den Beschrieb in der Einsprache ausser Acht gelassen hat.

2.4.6  Zu Recht ergänzte die Suva aber auch, dass selbst wenn die Sachver-
haltsvariante gemäss Einsprache berücksichtigt würde, die geklagten Beschwer-
den nicht durch einen Unfall gemäss Art. 4 ATSG verursacht worden wären. Das 
Anheben, Tragen und Ablegen eines Treppengeländers (einer eisernen Stange) 
erfordert keinen stark aussergewöhnlichen Kraftaufwand, insbesondere nicht für 
einen Schreiner, der sich derartige Arbeiten gewohnt ist. Wie der Beschwerde-
führer selber ausführt, setzt das gemeinsame Tragen mit einem Kollegen - was 
berufsbedingt auch nicht ungewohnt ist - stets eine Koordination und das Be-
wusstsein voraus, dass man ggfs. reagieren muss. Selbst wenn sich der Kollege 
plötzlich abgedreht und er das Geländer abgelegt haben sollte, stellen diese 
noch keine besonders sinnfälligen Umstände dar (vgl. oben Erw. 2.1.2). Mithin 
mangelt es auch bei diesem Hergang an einem ungewöhnlichen äusseren Fak-
tor. 

2.5 Zusammenfassend hat die Suva das Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 
ATSG bzw. eine Leistungspflicht aus Unfall zu Recht verneint.

3.1.1  Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht zudem bei Knochen-
brüchen, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrissen, Muskelrissen, Muskel-
zerrungen, Sehnenrissen, Bandläsionen sowie Trommelfellverletzungen, sofern 
diese nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind 
(Art. 6 Abs. 2 UVG).

12

3.1.2  Liegt eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, so besteht die 
Rechtsvermutung, dass eine leistungspflichtige unfallähnliche Körperschädigung 
gegeben ist, auch wenn die Definitionsmerkmale eines Unfalls nicht erfüllt sind. 
Es müssen weder die Ungewöhnlichkeit, noch das äussere Ereignis (vgl. nach-
folgend Erw. 2.3.4), noch die Plötzlichkeit gegeben sein, sondern lediglich das 
Vorliegen einer Listendiagnose (vgl. Motta et al., Das revidierte Unfallversiche-
rungsgesetz ist in Kraft, in: Soziale Sicherheit 1/2017, S. 39; vgl. aber auch Hüs-
ler, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der 
Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33 f.). Der Unfallversicherer kann sich von seiner 
Leistungspflicht befreien, wenn er nachweist, dass die eingetretene Verletzung 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Heinrich, 
1. UVG-Revision - Entwicklung der Gesetzgebung, JaSo 2017, S. 21 f.). 

3.1.3  In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was der Gesetzgeber un-
ter dem Begriff "vorwiegend" versteht. Der Begriff "vorwiegend" wird auch im Zu-
sammenhang mit dem Nachweis von Berufskrankheiten (Art. 9 Abs. 1 UVG) ver-
wendet. Nach der hierzu ergangenen Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" 
Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbei-
ten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten 
Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50% ausmachen 
(BGE 119 V 200 Erw. 2a S. 200 f. mit Hinweis). Es besteht kein Anlass, diesen 
Begriff im Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 UVG anders auszulegen. Dem-
nach ist der Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendia-
gnose zu mehr als 50% auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (BGE 146 V 51 
Erw. 8.2.2.1 mit weiteren Hinweisen, u.a. auf Gehring, in: Kieser/Gehring/Bollin-
ger [Hrsg.], KVG UVG Kommentar, Zürich 2018, UVG Art. 6 N 11). Die blosse 
Möglichkeit einer degenerativen oder krankhaften Schädigung genügt somit den 
Beweisanforderungen nicht. 

3.1.4  Aus der Logik der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Ent-
lastungsbeweises für den Unfallversicherer folgt, dass es sich bei dem Begriffs-
paar Abnützung und Erkrankung um das ergänzende Gegenstück ("Pendant") zu 
einem spezifischen Ereignis handeln muss (BGE 146 V 51 Erw. 8.2.3). Für die 
Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist zwar kein äusserer Faktor und damit kein 
unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenla-
ge im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 UVV (vgl. BGE 146 V 51 
Erw. 7.5) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, 
dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur 
Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die 
vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der 

13

in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin 
die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden 
unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbeding-
ten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des 
Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerlichen 
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines 
zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Un-
fallversicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtli-
che Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant (Urteil BGer 
8C_819/2019 vom 26.2.2020 Erw. 5.1). Der Versicherer hat im Rahmen seiner 
Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer 
Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abzuklären. Lässt 
sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz unter-
geordneter resp. harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel 
den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers (Urteil BGer 8C_671/2019 vom 
11.3.2020 Erw. 2.4). Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachperso-
nen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum (vgl. 
vorstehend Erw. 3.1.3) der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksich-
tigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auf-
tretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die 
für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer 
Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallver-
sicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche 
Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 
50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachen-
spektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so 
folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers er-
bracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 8.6). 

3.1.5  Liegt eine Meldung einer Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer 
die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfal-
lereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer 
solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 
Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf 
unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Un-
fallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listen-
verletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht 
den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung  
oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 Erw. 9.1). 

14

3.2.1  Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3.Aufl., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, 
ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen 
sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind 
die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in 
der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversiche-
rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 
Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensab-
läufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 
353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für 
die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversiche-
rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso-
fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten woll-
te. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er-
weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil 
8C_663/2009 vom 27.4.2010 Erw. 2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann 
ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, 
wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht 
rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen her-
beizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein 
Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden 
(BGE 122 V 157 Erw. 1.d mit Hinweis auf BGE 104 V 209 Erw. a und BGE 119 V 
335 Erw. 3c je mit Hinweisen).

3.2.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

15

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

3.2.3  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 
Erw. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen). 

3.2.4  Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Suva und durch 
UVG-Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, wel-
che auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweis-
kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.4; BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb). 
Zu beachten ist, dass der Unfallversicherer bei der Einholung von solchen Gut-
achten nach Art. 44 ATSG sowie sinngemäss nach den Bestimmungen des Bun-
deszivilprozesses zu verfahren und insbesondere die in Art. 57 ff. BZP genann-
ten Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten zu beachten hat (RKUV 1993 
Nr. U 167 S. 96 Erw. 5b; BGE 137 V 210 Erw. 3.4; Marco Weiss, Die Mitwir-
kungsrechte der Bundeszivilprozessordnung im Sozialversicherungsrecht, AJP 
9/2016, S. 1212), was sinngemäss auch für die nach Art. 68 Abs. 1 UVG zuge-
lassenen Privatversicherer gilt (BGE 120 V 361 f. Erw. 1c).

3.2.5  Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Ein Anstel-
lungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon 
auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-
sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-
lung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall jedoch 

16

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli-
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 
V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

3.2.6  In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil des BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinwei-
sen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätz-
lich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spe-
zialärztlich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 
27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die 
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im 
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abge-
stellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit 
Hinweisen). 

3.2.7  Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs-
sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von 
persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). 
Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut-
achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr-
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die 
Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass 
der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem 
Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und 
die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich 
gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_646/2019 vom 
6.3.2020 Erw. 4.3; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2 mit Hinweisen).

3.3 Was die Gesundheitsschädigung des Beschwerdeführers anbelangt, so er-
gibt sich aus den Akten: 

3.3.1  Mit Schadenmeldung UVG vom 19. November 2019 wurde der Suva im 
Nachgang zum Ereignis vom 4. November 2019 eine Verletzung des Oberarms 

17

rechts mit einem Riss als Schädigung gemeldet. Der Beschwerdeführer sei seit 
dem 14. November 2019 arbeitsunfähig (Vi-act. 1). 

3.3.2  Eine Ärztin suchte der Beschwerdeführer erstmals am 13. November 2019 
auf (Vi-act. 5). Als objektiven Befund dokumentiert Dr.med. C.________ im Arzt-
zeugnis UVG vom 25. November 2019 einen einschiessenden Schulterschmerz 
bei Abduktion über 70° mit Paraesthesien Dig 4 und 5 rechts, auch Ruhe-
schmerz. HWS beschwerdefrei. Das MRI zeige eine Tendopathie Supraspinatus-
sehne, AC-Gelenksreizung. Sie stellt die Diagnose einer Tendopathie Supraspi-
natussehne rechts mit AC-Gelenksreizung. Am 19. November 2019 verordnete 
sie eine Physiotherapie bei genannter Diagnose (Vi-act. 9).

3.3.3  Am 15. November 2019 erfolgte bei klinischer Angabe "Status nach Trau-
ma vor 10 Tagen, stechende Schmerzen bei Abduktion" ein Arthro-MRI der rech-
ten Schulter (Vi-act. 11). Dr.med. D.________ (Fachärztin FMH Radiologie) do-
kumentierte als Befund und Beurteilung:

Befund

AC-Gelenk.
Keine signifikante AC-Gelenkarthrose Geringes Ödem im Gelenkbinnenraum.

Glenohumerales Gelenk.
Reguläre Platzierung des Humeruskopfes im Glenoid. Regelrechte Darstellung des 
Labrums. Der Knorpel ist humeral und glenoidal weitgehend regulär abgebildet.
Kleine zystische Formation/geringes Knochenmarködem auf Höhe des Muskelan-
satzes der lnfraspinatussehne.
Akromion vom Typ II nach Bigliani.

Rotatorenmanschette.
Allenfalls diskrete hyperintense Signalalterationen/ DD; posttraumatisch entlang 
der Sehne des M. supraspinatus, keine Rissbildung.
Die lange Bizepssehne ist regulär im Sulcus intertubercularis abgrenzbar.
Die Subscapularissehne sowie die Sehne des M. infraspinatus und des M. teres 
minor sind unauffällig abgebildet.

Beurteilung

• Kein Frakturnachweis oder bone bruise.
• Diskrete Reizung im AC-Gelenk.
• Diskrete ansatznahe Tendinopathie der Supraspinatussehne. DD; posttrauma-

tisch; keine Ruptur.
• Kein Hinweis auf eine Rotatorenmanschettenruptur

3.3.4  Am 10. Januar 2020 beantwortete Dr.med. E.________ (Facharzt für Or-
thopädie und Unfallchirurgie; Versicherungsmedizin Suva) die Frage, ob der er-
hobene Befund einer Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG entspreche mit 

18

'Nein'. Die Gelenksreizung und Tendinopathie seien keine Listendiagnosen (Vi-
act. 12).

3.3.5  Nachdem der Beschwerdeführer gegen die formlose Leistungsablehnung 
opponierte, bestätigte Dr.med. E.________ auf neuerliche Anfrage hin am 
20. Februar 2020, dass keine Listendiagnose vorliege; die erhobenen Befun-
de/Diagnosen entsprächen nicht einer Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 
(Vi-act. 21/22). 

Entsprechend verneinte die Suva sowohl in der Verfügung vom 25. Februar 2020 
als auch im Einspracheentscheid vom 2. April 2020 das Vorliegen einer Listen-
diagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG. Weder die diskrete Reizung im AC-Gelenk 
noch die diskrete ansatznahe Tendinopathie der Supraspinatussehne stelle eine 
Körperschädigung gemäss abschliessendem Katalog von Art. 6 Abs. 2 UVG dar.

3.4 Mit der Beschwerde reicht der Beschwerdeführer weitere Arztberichte ein. 

3.4.1  Am 17. Februar 2020 - mithin noch vor Verfügungserlass - erfolgte ein Un-
tersuch bei Dr.med. F.________ (Facharzt Orthopädie). Der Beschwerdeführer 
klage noch immer über Schulterschmerzen rechts, seit er vor einer Woche die 
Arbeit wieder aufgenommen habe, neu auch nachts für mehrere Stunden. Die 
Schmerzen würden eigentlich nur bei einer bestimmten Bewegung in Abduktion 
und Adduktionsbewegungen auftreten. Er spüre einen stichartigen Schmerz im 
Schulterbereich. Dr.med. F.________ erhob einen weitgehend unauffälligen Be-
fund mit leichtem Ziehen beim Nackengriff rechts, ebenso bei schneller Bewe-
gung sowie ein stichartiges Ziehen im ventralen Schulterbereich bei einer Abduk-
tionsbewegung in Abduktion. Er veranlasste ein weiteres Arthro-MRI zur weiteren 
Klärung, namentlich, ob im letzten Arthro-MRI Pathologien nicht gesehen worden 
seien (Bf-act. 1). 

Dem Bericht vom 17. Februar 2020 ist sodann eine nicht zuordenbare Seite 2/2, 
die von G.________ (Fachärztin Orthopädie) unterzeichnet ist, beigefügt, aus 
welcher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für vier Wochen erhellt sowie die Ruhig-
stellung der rechten Schulter mittels Gilchristverband für vier Wochen (Bf-act. 1).

3.4.2  Nach erfolgtem Arthro-MRI stellte Dr.med. F.________ am 9. März 2020 
die Diagnose (Bf-act. 2):

Schulterschmerzen rechts bei Bicepssehnenpathologie (MRT Tendinopathie der 
Bizepssehne) und kleinem gelenkseitigen Einriss der Subscapularissehne kranial

Gemäss behandelndem Arzt erklärt der Befund des Arthro-MRI durchaus die Be-
schwerdesymptomatik des Beschwerdeführers. Es solle konservativ therapiert 
werden und der Beschwerdeführer solle bei der Arbeit möglichst die den 

19

Schmerz auslösenden Momente meiden. Falls dies nicht funktioniere, solle er für 
drei bis vier Wochen aus dem Arbeitsprozess genommen werden, damit eine 
komplette Entlastung stattfinde. Andernfalls sei eine Schultergelenksarthroskopie 
indiziert. 

3.5.1  Vor Verwaltungsgericht verweist der Beschwerdeführer auf die jüngsten 
Arztberichte (vgl. oben Erw. 3.4) und betont, diese medizinischen Unterlagen 
würden einen gelenkseitigen Einriss der Subscapularissehne kranial bestätigen. 

Der jüngste, durch Dr.med. F.________ veranlasste Arthro-MRI-Befund liegt dem 
Gericht nicht vor. In seinem Bericht vom 9. März 2020 zitiert er aber daraus, wo-
nach eine Tendinopathie der Bizepssehne im Rotatorenmanschettenintervall vor-
liege sowie kleine Partialrupturen gelenkseitig im Bereich des Musculus subsca-
pularis kranial. Entsprechend formulierte er denn auch die Diagnose neu (vgl. 
oben Erw. 3.4.2). 

3.5.2  Wenn nun die Suva vernehmlassend festhält, der (juristisch nicht vertrete-
ne) Beschwerdeführer bestreite nicht die vorinstanzliche Feststellung, es liege 
keine Listendiagnose vor, und die im Recht liegenden medizinischen Berichte 
würden als Hauptdiagnose stets eine Tendinopathie der Bizepssehne im Rotato-
renmanschettenintervall oder ein Acromion Typ II festhalten, also ein entzündli-
ches, krankhaftes Geschehen, so kann dem nicht gefolgt werden. 

Zum einen betont der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht, es liege die 
Diagnose eines Einrisses der Subscapularissehne vor, was bei einem nicht juris-
tisch vertretenen Laien sehr wohl als Kritik an der Ablehnung einer Listendiagno-
se zu verstehen ist.

Zum andern wird eine Konstanz in der medizinischen Beurteilung dargestellt, die 
so nicht vorliegt. Die von der Suva als Hauptdiagnose bezeichnete Tendinopathie 
bezog sich in den älteren Berichten auf die Supraspinatussehne und nicht die Bi-
zepssehne. Mit diesen abweichenden Berichten setzt sich die Suva nicht ausein-
ander.

Und schliesslich verweist die Suva zu Unrecht auf die Beurteilung durch Dr.med. 
E.________. Er schloss das Vorliegen einer Listendiagnose noch vor Erlass der 
Verfügung, letztmals am 20. Februar 2020 aus, mithin in Unkenntnis der vorlie-
genden medizinischen Berichte, die noch von vor dem Einspracheentscheid da-
tieren. Seine Beurteilung berücksichtigt mithin nicht alle relevanten medizini-
schen Berichte. 

3.5.3  Im Bericht vom 9. März 2020 wird neu auch die Diagnose eines kleinen 
gelenkseitigen Einrisses der Subscapularissehne kranial gestellt und festgehal-

20

ten, der Arthro-MRI-Befund weise kleine Partialrupturen gelenkseitig im Bereich 
des Musculus subscapularis kranial auf. Mit diesen neuen Befunden setzt sich 
die Suva zu Unrecht überhaupt nicht auseinander. So bleibt ungeklärt, ob es sich 
bei den diagnostizierten (Partial-)Rupturen/Rissen um Sehnenrisse im Sinne von 
Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG handelt und falls ja, ob diese traumatisch oder vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurück zu führen sind. 

Mithin greifen die Darstellung der Suva, der Beschwerdeführer bestreite das 
Nichtvorliegen einer Listendiagnose nicht (obwohl er explizit auf einen gelenksei-
tigen Einriss der Subscapularissehne kranial hinweist) und die Ausblendung der 
jüngsten Diagnose und Befunde, die noch vor dem Einspracheentscheid ausge-
stellt wurden, zu kurz. Zumindest wäre zu erwarten gewesen, dass eine fachärzt-
liche Auseinandersetzung mit den jüngsten medizinischen Berichten erfolgt und 
geklärt wird, ob diese "Einrisse der Subscapularissehne" bzw. "kleinen Partialrup-
turen gelenkseitig im Bereich des Musculus subscapularis kranial" eine Listen-
diagnose darstellen und falls ja, ob ggfs. dennoch keine Leistungspflicht besteht, 
weil sie vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurück zu führen ist. 

3.6 Damit aber erweist sich die Beschwerde insoweit als begründet, als die 
Vorinstanz ihren Entscheid auf einem unvollständig erhobenen Sachverhalt ge-
troffen hat. Die Sache ist an die Suva zurückzuweisen, damit sie unter Beizug al-
ler medizinischen Berichte neu über die Leistungspflicht aus unfallähnlicher Kör-
perschädigung entscheidet. Im Übrigen ist die Beschwerde, namentlich was die 
Leistungspflicht infolge Unfall anbelangt, abzuweisen.

4. Es werden keine Kosten erhoben; Anspruch auf eine Parteientschädigung 
besteht nicht (Art. 61 lit. a und g ATSG).

21

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 
vom 2. April 2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zu 
weiteren Abklärungen und neuem Entscheid an die Suva zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Beschwerdeführer (R)
- die Suva (R)
- und das Bundesamt für Gesundheit BAG, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 10. Juli 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 27. Juli 2020