# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e47d3e40-ed0f-5c20-a210-11e1337b9999
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.03.2022 IV 2021/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2021-75_2022-03-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.08.2022

Entscheiddatum: 16.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 16.03.2022
Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG, Art. 16 ATSG: Würdigung bidisziplinäres Gutachten, 
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit trotz Einschränkungen beider Hände gegeben, 
rentenausschliessender Invaliditätsgrad (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. März 2022, IV 
2021/75). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2022.

Entscheid vom 16. März 2022

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

IV 2021/75

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ivan Brüschweiler, ME Advocat AG, Postfach 317, 

9400 Rorschach,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) absolvierte in den Jahren 1989 bis 1991 eine 

Anlehre als Verkaufshelferin bei der B.___, Filiale C.___, wo sie in der Folge als 

Verkäuferin in einem Vollzeitpensum tätig war. Ab November 2009 wurde sie in der 

Filiale D.___ in der Garten- und Blumenabteilung weiterbeschäftigt. Per 1. Januar 2015 

reduzierte sie ihr Arbeitspensum auf 32 Stunden pro Woche (Pensum von 78.05 %). Als 

Reduktionsgrund erwähnte sie später ein drohendes Burnout bzw. eine 

Mobbingsituation am Arbeitsplatz (IV-act. 1, 3, 7-3, 35-7, 49-1 f., 58).

A.a. 

Anfangs 2015 traten bei der Versicherten Schmerzen im linken Knie auf. In der 

Folge wurden am 10. Juli 2015 eine Kniegelenksarthroskopie links mit medialer 

Teilmeniskektomie, am 24. August 2015 eine intraartikuläre Infiltration mit Steroiden/

Lokalanästhetika und am 29. Januar 2016 eine Kniearthroskopie links, eine mediale 

Teilmeniskektomie, eine partielle Resektion der Plica mediopatellaris sowie ein 

Knorpelshaving durchgeführt (IV-act. 35-3 ff. & 8). Aufgrund der körperlichen 

Beschwerden musste die Versicherte ihre Funktion als Y.___ der Z.___-abteilung per 

6. November 2016 aufgeben und arbeitete fortan als Verkäuferin zu einem um Fr. 400.- 

reduzierten Monatslohn (act. G 1-5, G 1.4-2). Ab dem Frühling 2017 litt die Versicherte 

zunehmend unter Fingergelenksbeschwerden (vgl. Konsiliarbericht von Dr. med. E.___, 

Handchirurgie FMH, vom 7. Dezember 2017, in welchem sie eine Arthritis/Arthrose PIP 

IV beidseits linksbetont, eine diskrete Tenosynovitis Ringband A1 Dig IV beidseits 

linksbetont sowie ein anamnestisches leichtes Carpaltunnelsyndrom beidseits 

diagnostizierte; IV-act. 35-4 & 8). Im Sommer 2017 traten starke Rückenschmerzen auf 

(am 29. Juli 2017 wurde im Spital F.___ eine Lumboischialgie mit pseudoradikulärer 

A.b. 

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Ausstrahlung rechts diagnostiziert; IV-act. 35-4). Ab dem 25. Juli 2018 bestand eine 

längerfristige Arbeitsunfähigkeit von zumindest 50 % bezogen auf das damalige 

Teilzeitpensum von 78.05 % (vgl. Arztzeugnisse von med. pract. G.___ vom 25. Juli 

und 25. September 2018 [Fremdakten Krankentaggeldversicherung, nachfolgend 

Fremd-act., 1-16 f.], vom 16. November und 19. Dezember 2018 [IV-act. 16, 21]; vgl. 

auch IV-act. 42, 47). Zudem wechselte die Versicherte im Juli 2018 gesundheitsbedingt 

von der Z.___-abteilung in den Kassenbereich der Filiale (IV-act. 35-7).

Am 30. Juli 2018 meldete sich die Versicherte wegen der gesundheitlichen Be­

einträchtigungen infolge der Knorpelschäden und Arthrosen in den Knien sowie der 

Polyarthrosen in den Händen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von 

Leistungen (Berufliche Integration/Rente) an (IV-act. 1). Am 26. Oktober 2018 erfolgte 

eine Arthroskopie des rechten Knies mit medialer Meniskusteilresektion, Resektion der 

Plica mediopatellaris und Hoffa-Trimmung (vgl. IV-act. 35-3 ff. & 8).

A.c. 

Nach Einholung von Arztberichten beim Hausarzt med. pract. G.___ (Arztberichte 

vom 28. August 2018 und 28. Januar 2019, IV-act. 8, 28) und einer Stellungnahme 

beim RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, 

vom 4. März 2019 (IV-act. 32) entschied sich die IV-Stelle für ein rheumatologisches 

Konsilium durch Dr. med. I.___, Facharzt für Rheumatologie FMH (IV-act. 30). Im 

Konsiliarbericht vom 7. Mai 2019 (IV-act. 35) diagnostizierte der Arzt mit Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit eine symptomatische, progrediente Fingerpolyarthrose vom 

Heberden- und Bouchardtyp (keine sicheren Hinweise für eine primäre entzündliche 

rheumatische Systemerkrankung), eine aktivierte mediale femorotibiale und 

femoropatelläre Arthrose links und eine dekompensierte femorotibiale und 

femoropatelläre Arthrose rechts (IV-act. 35-11 f.). Die von der Versicherten 

geschilderten Finger- und Kniegelenksbeschwerden erachtete er aufgrund der 

objektivierbaren pathologischen Befunde als plausibel und nachvollziehbar. Hinsichtlich 

der früher ausgeübten Verkaufstätigkeit in der Z.___-abteilung ging er von einer 

dauerhaften Arbeitsunfähigkeit aus. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit als 

Kassenmitarbeiterin (50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf das 80%ige Arbeitspensum) 

erachtete er aufgrund der symptomatischen Fingerpolyarthrose als nicht realistisch. In 

einer leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leichte, mit Vorteil wechselbelastende 

berufliche Tätigkeit ohne kraftanfordernde und/oder feinmotorische und/oder monoton 

A.d. 

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repetitive manuelle Arbeiten, ohne überwiegend/ausschliesslich stehende/gehende 

Arbeiten, ohne kniend oder in der Hocke auszuführende Arbeiten sowie ohne 

repetitives Treppensteigen oder Arbeiten auf Leitern/Gerüsten) könne aus 

rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit nicht hinreichend begründet werden 

(IV-act. 35-13).

In der Stellungnahme vom 16. Mai 2019 erklärte RAD-Arzt Dr. H.___, dass auf das 

Ergebnis des Konsiliums abgestellt werden könne. Die Funktionsfähigkeit des 

Bewegungsapparates sei insbesondere im Bereich der Kniegelenke und der 

Fingergelenke deutlich herabgesetzt. Die angestammte Tätigkeit in der Z.___-abteilung 

könne aufgrund des Gesundheitszustandes und der eingeschränkten Belastbarkeit 

nicht mehr empfohlen werden. Zu empfehlen sei eine Tätigkeit mit leichter 

Wechselbelastung ohne längeres Stehen und Gehen, ohne kräftiges Zupacken mit den 

Händen und mit wenig Kundenkontakt und Stress. Der Beginn der langandauernden 

Krankheit könne auf Juli 2018 angesetzt werden (IV-act. 36). Am 19. August 2019 teilte 

die Versicherte der IV-Stelle anlässlich eines Gesprächs bei der Arbeitgeberin eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit (IV-act. 43, 49-6 f.).

A.e. 

Am 22. Oktober 2019 beauftragte die Krankentaggeldversicherung, die SWICA 

Gesundheitsorganisation, Dr. med. J.___, Facharzt für Innere Medizin und 

Rheumatologie FMH, mit der Erstellung eines rheumatologischen Gutachtens. Im 

Gutachten vom 27. November 2019 erhob der Rheumatologe als Diagnose mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit eine Fingerpolyarthrose beidseits vom Heberden- und 

Bouchardtyp. Die frühere Tätigkeit in der Z.___-abteilung, welche zum Teil grobmanuell 

und fingerbelastend gewesen sei, sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. In der 

derzeitigen Tätigkeit als Kassenmitarbeiterin sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

über 50 % nicht realistisch. In einer adaptierten Tätigkeit (nicht monoton 

fingerbelastend, leichtere, manuelle Arbeiten, wechselnde Positionen und 

Bewegungsabläufe) sei der Versicherten das angestammte 80 %-Pensum mit voller 

Arbeitsfähigkeit zumutbar (vgl. Fremd-act. 3).

A.f. 

Mit Schreiben vom 7. März 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen mit, da sie weiterhin 

A.g. 

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in einem Teilzeitpensum bei der bisherigen Arbeitgeberin arbeite und weitere berufliche 

Massnahmen derzeit nicht zielführend wären (IV-act. 52).

Am 24. April 2020 informierte die Versicherte die IV-Stelle, dass ihr nur noch drei 

Finger keine Schmerzen bereiten würden und die Finger häufig geschwollen seien. Von 

der Arbeitgeberin habe sie einen neuen Arbeitsvertrag mit einer Arbeitszeit von 16 

Stunden pro Woche (Pensum von 39 %) mit Gültigkeit ab 1. Juni 2020 erhalten (IV-act. 

58, vgl. IV-act. 76-7 f.).

A.h. 

Im Verlaufsbericht vom 16. Juni 2020 erklärte med. pract. G.___, dass die Arbeits­

fähigkeit der Versicherten durch die aktive Polyarthrose vor allem der Finger 

eingeschränkt sei. Das Tippen und Greifen mit den Händen sei unter Zeitdruck 

schwierig. Die bisherige Tätigkeit sei ihr noch im Umfang von maximal 50 % zumutbar. 

Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz sei nicht möglich. 

Zumutbar seien leichtere Tätigkeiten ohne Belastung der Hände (Tippen, Schreiben 

etc.) und ohne Zeitdruck. Das Pensum sei auszuprobieren (IV-act. 61-2 ff.).

A.i. 

Auf Empfehlung von RAD-Arzt Dr. H.___ (vgl. Stellungnahme vom 24. Juni 2020, 

IV-act. 62) veranlasste die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung (Orthopädie und 

Psychiatrie) durch das Neuroinstitut K.___ GmbH, IME – Interdisziplinäre Medizinische 

Expertisen, (IV-act. 64). Am 8. September 2020 wurde die Versicherte durch Dr. med. 

L.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, und Prof. Dr. med. M.___, Facharzt für Neurologie, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Das Gutachten – bestehend aus 

einem orthopädisch-traumatologischen und einem psychiatrischen Fachgutachten 

sowie einer bidisziplinären Gesamtbeurteilung – stammt vom 6. Oktober 2020 (IV-act. 

67). In der Befragung durch den orthopädischen Gutachter berichtete die Versicherte 

über die seit Jahren zunehmenden Schmerzen in den Fingern beidseits, die 

eingeschränkte Feinmotorik der Finger, die unterschiedlich stark auftretenden und über 

die ganzen Kniegelenke verteilten Schmerzen sowie die eingeschränkte 

Kniebeugefähigkeit (IV-act. 67-26 ff.). Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierte Dr. L.___ aus orthopädischer Sicht insbesondere Belastungs- und 

Bewegungseinschränkungen der Finger beidseits bei Polyarthrose (mit/bei aktivierter 

Fingerendgelenksarthrose [Heberdenarthrose] betont im Bereich der beiden Zeige- und 

A.j. 

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Mittelfinger, aktivierter Fingermittelgelenksarthrose [Bouchardarthrose] betont im 

Bereich der beiden Klein- und Ringfinger, aktivierter Daumengrundgelenksarthrose 

beidseits, Einsteifung des rechten Ringfingers im Mittelgelenk in einer Beugestellung 

von 30°, Einsteifung des rechten Zeige-, Mittel- und Kleinfingers in einer Beugestellung 

von 10°, Einsteifung des linken Zeige- und Kleinfingers in einer Beugestellung von 10°, 

Ausschluss einer systemisch-rheumatischen Erkrankung; ICD-10: M15.1 und M15.2) 

sowie Belastungs- und Bewegungseinschränkungen im Bereich des rechten und des 

linken Kniegelenks bei aktivierter, medial betonter Pangonarthrose je mit 

Beugedefiziten von 30° (ICD-10: M17.1; IV-act. 67-66 f.). Im psychiatrischen 

Teilgutachten (IV-act. 67-87 ff.) führte Prof. M.___ aus, dass die Versicherte unter 

emotional schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sei. Sie habe physische und 

sexuelle Gewalt während der Zeit ihrer Persönlichkeitsbildung erlebt (IV-act. 67-107; 

vgl. auch IV-act. 67-94 ff.). Anlässlich der Untersuchung habe psychopathologisch ein 

leicht dysthymer und teilweise euthymer Schmerzaffekt bestanden, wobei die 

Versicherte affektiv unauffällig gewesen sei. Es habe weder Hinweise auf eine 

Depression noch eine Angststörung gegeben. Auch in der Persönlichkeit habe es keine 

Auffälligkeiten gegeben, obschon die Versicherte eine belastende Kind- und Jugendzeit 

gehabt habe. Zwar gebe es prädikative Elemente für eine 

Schmerzverarbeitungsstörung, im Untersuch habe es jedoch keinen Anhalt für eine 

manifeste Störung der Schmerzverarbeitung gegeben. Auf Grundlage der ICD-10-

Kriterien sei keine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostizierbar. Für weitere 

psychiatrische Erkrankungen ergebe sich kein Anhalt. Insbesondere beständen keine 

schwerwiegende Persönlichkeitsstörung, keine posttraumatische Belastungsstörung 

und keine Psychose. Auch gebe es keine Hinweise auf eine Abhängigkeitserkrankung 

(IV-act. 67-105 f.). Aus psychiatrischer Sicht liessen sich keine psychiatrischen 

Störungen mit Krankheitswert und Einfluss auf die mittel- und langfristige 

Arbeitsfähigkeit objektivieren (IV-act. 67-110). In der interdisziplinären 

Gesamtbeurteilung (IV-act. 67-6 ff.) erklärten die Gutachter, dass die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung somatisch determiniert sei (IV-act. 67-13). Unter 

Würdigung der qualitativen Schonkriterien sei die Versicherte in einer finger- und 

knieadaptierten, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren wechselnd 

belastenden, optimal angepassten Tätigkeit aus orthopädisch-

versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Pensum quantitativ 

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uneingeschränkt arbeitsfähig. Als qualitative Schonkriterien (negatives Leistungsbild) 

wurden genannt: beidhändiges Heben und Tragen von Lasten körperfern über 10 kg 

ohne technische Hilfsmittel, beidhändiges Heben und Tragen von Lasten körpernah 

über 15 kg ohne technische Hilfsmittel, repetitive stereotype Bewegungsabläufe, 

Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken, das mehr als gelegentliche 

Arbeiten in Zwangshaltungen, Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung, das 

Gehen auf unebenem Gelände, das Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen 

Ebenen, das mehr als gelegentliche Treppensteigen, kniende Tätigkeiten, Tätigkeiten 

im Hocksitz, Tätigkeiten mit länger währender Einnahme nur einer Körperposition, 

keine längeren Gehzeiten (nicht über 30 Minuten ohne Pause), kein Steuern von 

Fahrzeugen mit repetitivem Ein-/Aussteigen (Stapler), Tätigkeiten mit vermehrter 

Vibrationsbelastung, Tätigkeiten mit vermehrter repetitiver hämmernder sowie 

rotierender Bewegungsausführung der rechten und linken Hand, Tätigkeiten, welche 

ein kraftvolles Beugen der Finger oder eine Haltekonstanz der gebeugten Fingermittel- 

und/oder Fingerendgelenke bedingen (Halten von Werkzeugen, knetende-pressende 

Bewegungen der Hände), repetitive zupackende Bewegungen/kraftvolle Tätigkeiten der 

beiden Hände, Akkordarbeiten unter Einschluss der Hände, Tätigkeiten, welche eine 

körpersichernde Funktion der Hände bedingen (Körpersicherung an Seilen oder 

Geländern), Tätigkeiten mit erhöhter feinmotorischer Anforderung sowie Tätigkeiten im 

Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft und Nässe. Zur Arbeitsfähigkeit in angestammter 

Tätigkeit wurde erklärt, dass aufgrund der degenerativen Funktionseinschränkungen im 

Bereich der Finger und der Kniegelenke eine Tätigkeit an der Kasse nur noch allenfalls 

als bedingt adaptiert angesehen werden könne, sofern dem positiven und negativen 

Leistungsbild Rechnung getragen werde. Der Fokus sollte sich hierbei aber auf die 

Warenbestellung und die Betreuung des Regalsortiments richten. Eine reine Tätigkeit 

an der Kasse sei der Versicherten aufgrund der feinmotorischen Einschränkungen 

(Münzgeld zählen und Wechselgeld herausgeben) nur noch sehr eingeschränkt möglich 

(Arbeitsfähigkeit angestammt von 50 %; IV-act. 67-12). In der Stellungnahme vom 

23. Oktober 2020 erklärte RAD-Arzt Dr. H.___, dass das Gutachten den geltenden 

Qualitätskriterien entspreche, weshalb darauf abgestellt werden könne (IV-act. 68).

Mit Vorbescheid vom 10. November 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass vorgesehen sei, gestützt auf den ermittelten Invaliditätsgrad von 7 % das Gesuch 

um eine Invalidenrente abzuweisen (IV-act. 72; Einkommensvergleich siehe IV-act. 70).

A.k. 

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B.  

Am 8. Dezember 2020 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Ivan Brüschweiler, Staad, Einwand gegen den Vorbescheid vom 10. November 2020. 

Eingewendet wurde, dass das bei der Berechnung des Invaliditätsgrades zugrunde 

gelegte Invalideneinkommen von Fr. 53'793.- nicht korrekt sei. Dieses Einkommen sei 

in Anbetracht der gutachterlich festgelegten qualitativen Schonkriterien absolut 

unrealistisch. Eine Verwertbarkeit der restlichen Arbeitsfähigkeit auf dem 

offenstehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei nicht gegeben. Sollte trotzdem auf 

einen Tabellenlohn der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (nachfolgend: LSE) 

abgestellt werden, so sei ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren (IV-act. 76).

A.l. 

Mit Verfügung vom 8. März 2021 wies die IV-Stelle das Gesuch um eine 

Invalidenrente ab. Zur Begründung wurde angeführt, dass die Versicherte gemäss dem 

medizinischen Gutachten in leidensangepassten Erwerbsmöglichkeiten zu 100 % 

arbeitsfähig sei. Gemeint seien damit körperlich leichte bis zeitweise mittelschwere, 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten. Ausgehend von einem Valideneinkommen von 

Fr. 57'883.- und einem gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE ermittelten 

Invalideneinkommen von Fr. 53'793.- resultiere ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 7 %. Zum Einwand der Versicherten wurde erklärt, dass sie in 

sämtlichen leichten bis zeitweise mittelschweren, vorwiegend sitzenden Tätigkeiten zu 

100 % erwerbstätig sein könne. Zu denken sei vor allem an Einsätze mit reinen 

Überwachungs- oder Kontrollfunktionen. Solche Tätigkeiten seien in zahlreichen 

Betrieben des freien Arbeitsmarktes vorhanden. Der Anspruch auf einen Leidensabzug 

entfalle, da zumindest teilweise mittelschwere Arbeiten zumutbar seien (IV-act. 77).

A.m. 

 Gegen die Verfügung vom 8. März 2021 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 22. April 2021. Die Beschwerdeführerin beantragt darin die Aufhebung der 

Verfügung vom 8. März 2021 und die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Juli 2018. 

Zur Feststellung der Rentenbeträge sei die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen (Ziff. 1). Eventualiter sei eine Dreiviertelsrente (Ziff. 2), ansonsten eine 

halbe Rente (Ziff. 3) jeweils ab 1. Juli 2018 zuzusprechen. Subeventualiter sei die 

Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung und Entscheidung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Ziff. 4); unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

B.a. 

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zulasten der Beschwerdegegnerin (Ziff. 5). Zur Begründung wird insbesondere 

ausgeführt, dass die Beschwerdegegnerin bei der Invaliditätsbemessung von einem 

unzutreffenden Valideneinkommen ausgegangen sei, denn die Beschwerdeführerin 

wäre ohne die gesundheitlichen Beschwerden auch heute noch in einem 

Vollzeitpensum als Y.___ der Z.___-abteilung tätig und würde damit einen Jahreslohn 

von Fr. 70'200.- erzielen (act. G 1-8 f.; hypothetische Lohnberechnung der 

Arbeitgeberin vgl. act. G 1.5). Im Weiteren wird geltend gemacht, dass es keine 

realistischen Einsatzmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe, welche 

die von den Gutachtern definierten qualitativen Schonkriterien erfüllen würden und von 

der Beschwerdeführerin in einem Vollzeitpensum ausgeübt werden könnten (G 1-16). 

Die von der Beschwerdegegnerin als leidensadaptierte Tätigkeiten vorgeschlagenen 

reinen Überwachungs- bzw. Kontrollfunktionen würden heutzutage nicht mehr 

existieren, denn dort, wo noch Hilfsarbeiter (ohne Spezialkenntnisse oder 

Spezialausbildung) mit Überwachungs- oder Kontrollaufgaben betraut seien, geschehe 

dies ausnahmslos in Verbindung mit körperlicher und/oder feinmotorischer Arbeit oder 

in gleichbleibender Körperhaltung (act. G 1-14 ff.). Mangels Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit im primären (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt müsse von einem 

Invalideneinkommen von Fr. 0.- ausgegangen werden (act. G 1-20). Im Falle der 

Abstellung auf die LSE sei vom Tabellenlohn für Frauen im Dienstleistungssektor 

auszugehen und ein Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % zu gewähren (act. 

G 1-19).

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2021 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Begründet wird dies insbesondere damit, 

dass es entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch heute noch einfache 

Überwachungs-, Prüfungs- und Kontrolltätigkeiten sowie Tätigkeiten mit Bedienung 

von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten gebe. Auch könne der 

Beschwerdeführerin das Bedienen von Computern bzw. das Arbeiten an der Kasse 

weiterhin teilweise zugemutet werden (act. G 4-7 f.). Beim Valideneinkommen könne 

nicht wie gefordert auf das frühere Einkommen als Y.___ der Z.___-abteilung abgestellt 

werden, da nicht durch medizinische Berichte nachgewiesen sei, dass die Reduktion 

des Arbeitspensums per 1. Januar 2015 aus gesundheitlichen Gründen erforderlich 

gewesen sei. Nachvollziehbar sei dagegen der spätere Funktionswechsel von der Y.___ 

B.b. 

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zur Kassenmitarbeiterin aufgrund der Knieleiden (act. G 4-9). Zum Invalideneinkommen 

wird ausgeführt, dass aufgrund der Nichtverwertbarkeit (gemeint wohl: 

Nichtverwertung) der maximal möglichen Arbeitsfähigkeit auf eine hypothetische, aber 

statistisch belegte Lohnhöhe als Hilfsarbeiterin zurückgegriffen werden müsse. Ein 

solches Abstellen auf Tabellenlöhne sei bis dato unbestritten und werde vom 

Bundesgericht akzeptiert (act. G 4-9). Im Weiteren wird dargelegt, dass selbst wenn 

zugunsten der Beschwerdeführerin beim Validenlohn von Fr. 70'200.- (X.___ der Y.___-

abteilung, Vollzeitpensum) und beim Invalideneinkommen von einem 

Hilfsarbeiterinnenverdienst gemäss der Lohnstrukturerhebung 2018 von Fr. 54'861.- 

ausgegangen sowie ein 15%iger Tabellenlohnabzug gewährt werde, ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet 34 % resultiere (act. G 4-9 f.).

In der Replik vom 22. Juli 2021 hält die Beschwerdeführerin unverändert an den 

Rechtsbegehren gemäss der Beschwerde vom 22. April 2021 fest (act. G 6). So macht 

sie geltend, dass sie ihre maximal mögliche Arbeitsfähigkeit bereits im Rahmen ihrer 

aktuellen Tätigkeit in einem Pensum von knapp 40 % verwerte und es deshalb keine 

Veranlassung gebe, auf eine statistisch belegte Lohnhöhe als Hilfsarbeiterin 

zurückzugreifen. Beim Invalideneinkommen sei daher höchstens vom tatsächlich 

erzielten Einkommen von Fr. 23'530.- auszugehen (act. G 6-4). Im Weiteren bestreitet 

sie, dass es in der freien Wirtschaft Arbeitsplätze mit reinen Überwachungs- und 

Kontrollfunktionen gebe, welche sie unter Einhaltung der gutachterlich festgelegten 

qualitativen Schonkriterien und mit ihren Berufserfahrungen ausüben könnte. Es sei 

deshalb rechtswidrig und willkürlich, das Invalideneinkommen gestützt auf die 

Lohnstrukturerhebung zu erheben (act. G 6-6 f.). Mit der Replik wurde eine Kostennote 

über Fr. 6'300.45 inkl. MwSt. eingereicht (act. G 6.1).

B.c. 

In der Duplik vom 11. August 2021 verlangt die Beschwerdegegnerin unverändert 

die Abweisung der Beschwerde. So gebe es trotz der Automatisierung insbesondere 

genügend Überwachungstätigkeiten, welche die Beschwerdeführerin aufgrund ihres 

Zumutbarkeitsprofils ausüben könnte. Zum geforderten höheren Tabellenabzug wird 

erklärt, dass der nun zugestandene 15%ige Tabellenlohnabzug angemessen sei, denn 

die Beschwerdeführerin könne ihre Hände und Finger noch eingeschränkt einsetzen. 

Der in der Honorarnote geltend gemachte Aufwand sei zu hoch angesetzt. Bei einem 

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/20

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

2.  

allfälligen Obsiegen sei die Parteientschädigung auf maximal Fr. 4'000.- anzusetzen 

(act. G 8).

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG i.V.m. 

Art. 28a Abs. 1 IVG).

2.2. 

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3.  

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die medizinische und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

2.4. 

Auskunft zum medizinischen Sachverhalt geben insbesondere der Konsiliarbericht 

von Dr. I.___ vom 7. Mai 2019 (IV-act. 35, siehe Sachverhalt A.d.), das 

rheumatologische Gutachten von Dr. J.___ vom 27. November 2019 (Fremd-act. 3, 

siehe Sachverhalt A.f.) und das bidisziplinäre Gutachten von Dr. L.___ und Prof. M.___ 

vom 6. Oktober 2020 (IV-act. 67, siehe Sachverhalt A.j). Übereinstimmend erhoben die 

Fachärzte in orthopädischer Hinsicht Belastungs- und Bewegungseinschränkungen der 

Finger beidseits durch die Polyarthrose sowie im Bereich des rechten und des linken 

Kniegelenks durch die (Pangon-)Arthrose. Eine psychiatrische Störung mit 

Krankheitswert und Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit konnte vom psychiatrischen 

Gutachter Prof. M.___ nicht erhoben werden (IV-act. 67-13 & 110). Die Fachärzte 

gingen ebenfalls übereinstimmend davon aus, dass eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit bei der derzeitigen Arbeitsstelle als Kassenmitarbeiterin (50%ige 

Arbeitsfähigkeit bezogen auf das 80%ige Arbeitspensum) nicht realistisch sei. 

Hinsichtlich einer leidensadaptierten Tätigkeit schätzten sie die Arbeitsfähigkeit 

dagegen übereinstimmend auf 100 % (AUF 0 %; vgl. IV-act. 35-13, 67-12 und Fremd-

act. 3). Die dabei zu beachtenden qualitativen Einschränkungen werden im 

bidisziplinären Gutachten vom 6. Oktober 2020 im Detail beschrieben (vgl. IV-act. 

67-9 f. und Sachverhalt A.j). Die Beschwerdegegnerin stützt sich denn auch bei ihrem 

3.1. 

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4.

Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. Zu bestimmen sind dabei die zwischen 

den Parteien umstrittenen Validen- und Invalideneinkommen im Sinn von Art. 16 ATSG 

(siehe hierzu vorstehende Erwägung 2.2).

Rentenentscheid vom 8. März 2021 (IV-act. 77) in erster Linie auf das bidisziplinäre 

Gutachten vom 6. Oktober 2020 (IV-act. 67) sowie die Stellungnahme des RAD vom 

23. Oktober 2020 (IV-act. 68) ab.

Festzustellen ist, dass der medizinische Sachverhalt ausreichend geklärt wurde. 

Am detailliertesten und zugleich am aktuellsten ist das bidisziplinäre Gutachten von Dr. 

L.___ und Prof. M.___ vom 6. Oktober 2020 (IV-act. 67), welches gestützt auf 

ausführliche Untersuchungen und unter Beizug der medizinischen Akten erstellt wurde. 

Die Befunderhebung, die Diagnosestellung und auch die Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

sind gut nachvollziehbar, stimmig und vermögen zu überzeugen. Die 

Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was die Schlussfolgerungen der Gutachter 

ernsthaft in Zweifel zu ziehen vermöchte. Folglich ist im Weiteren auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen im bidisziplinären Gutachten abzustellen und dabei 

insbesondere auf die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensadaptierten 

Tätigkeit.

3.2. 

 4.1. 

Für die Ermittlung des Einkommens, das die Versicherte ohne Invalidität erzielen 

könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des frühest 

möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 30 E. 3.3.2 

und 134 V 325 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, 

E. 5.1). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. 

BGE 129 V 224 E. 4.3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 

8C_220/2018, E. 5.1 mit Hinweisen und vom 13. März 2019, 8C_491/2018, E. 3.2). Die 

IV-Anmeldung erfolgte am 30. Juli 2018 (Eingang IV-Stelle am 31. Juli 2018). Eine 

Arbeitsunfähigkeit ist ab 25. Juli 2018 aktenkundig (vgl. Sachverhalt A.b), sodass der 

Beginn des Wartejahrs (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) auf jenes Datum fällt. Ein allfälliger 

Rentenanspruch beginnt daher frühestens ab Juli 2019 (vgl. auch Art. 29 Abs. 1 IVG). 

4.1.1. 

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Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Zahlen des Jahres 2019 

abzustellen (vgl. aber nachstehende E. 4.1.3). Da vorliegend ein vor dem 1. Januar 

2022 beginnender Rentenanspruch im Streit liegt, finden die am gleichen Tag in Kraft 

getretenen Anpassungen im IVG sowie in der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) keine Anwendung (siehe das Kreisschreiben 

des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.).

Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 8. März 2021 (IV-act. 77) 

hinsichtlich des Valideneinkommens vom im Fragebogen für Arbeitgebende vom 14. 

August 2018 angegebenen seinerzeitigen Lohn als Verkäuferin in Teilzeit von 

Fr. 3'562.- pro Monat bzw. Fr. 46'306.- pro Jahr aus (IV-act. 7-7) und rechnete diesen 

auf ein 100 %-Pensum hoch (Fr. 57'883.-; korrekt wäre Fr. 59'329.- [Fr. 46'306.- / 

78.05 % x 100 %]). Die Beschwerdeführerin dagegen verlangt in der Beschwerde vom 

22. April 2021 ein Abstellen auf den Verdienst, welchen sie im Gesundheitsfall als Y.___ 

der Z.___-abteilung erzielen würde. In dieser Funktion würde sie gemäss dem 

Schreiben der Arbeitgeberin vom 13. April 2021 Fr. 5'400.- pro Monat bzw. Fr. 70'200.- 

pro Jahr verdienen (act. G 1-7 ff., G 1.5). In der Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2021 

wendet die Beschwerdegegnerin diesbezüglich ein, es sei nicht durch medizinische 

Berichte nachgewiesen, dass die Reduktion des Pensums per 1. Januar 2015 aus 

gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Nachvollziehbar sei der Wechsel in der Funktion 

aufgrund der Knieleiden (act. G 4-8 f.). Bei der erneuten Ermittlung des IV-Grads ging 

die Beschwerdegegnerin nun davon aus, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall weiterhin in einem Vollzeitpensum als Y.___ der Z.___-abteilung tätig 

wäre und damit ein Einkommen von Fr. 70'200.- pro Jahr erzielen würde (act. G 4-9).

4.1.2. 

Insgesamt erscheint ausgewiesen, dass der Tätigkeitswechsel im November 

2016 – im Gegensatz zur Reduktion des Arbeitspensums von 100 % auf 78.05 % per 

1. Januar 2015 – aus gesundheitlichen Gründen erfolgte. Daher ist davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin als Y.___ der Z.___-abteilung 

tätig wäre, jedoch nur im Rahmen eines reduzierten Pensums von 78.05 %. Das vor 

dem Tätigkeitswechsel im November 2016 zuletzt erzielte Einkommen betrug 

Fr. 3'922.- pro Monat bzw. Fr. 50'986.- pro Jahr (vgl. G 1.4-2). Da der IV-Grad anhand 

eines reinen Einkommensvergleiches zu bestimmen ist – es liegt unbestrittenermassen 

keine Betätigung im Aufgabenbereich vor –, ist das damalige Einkommen auf einen 

Beschäftigungsgrad von 100 % hochzurechnen (vgl. Art. 27  Abs. 2 lit. a der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) und grundsätzlich der 

(Nominal-)Lohnentwicklung bis ins Vergleichsjahr 2019 anzupassen. Allerdings hat die 

4.1.3. 

bis

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Arbeitgeberin am 13. April 2021 eine hypothetische Lohnberechnung vorgenommen, 

die sich auf die aktuellen Verhältnisse im Jahr 2021 bezieht und einen Jahreslohn von 

Fr. 70'200.- nennt (vgl. act. G 1.5). Diese konkrete Angabe erscheint grundsätzlich im 

Vergleich zu einer Ermittlung anhand statistischer Durchschnittswerte als zutreffender. 

Allerdings fehlt eine konkrete Lohnangabe der Arbeitgeberin betreffend das Jahr 2019. 

Weitere Abklärungen dazu können ausnahmsweise unterbleiben. Denn weil das 

Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung zu ermitteln ist (vgl. nachfolgende E. 4.2.1), erscheint es 

vertretbar, den dortigen Wert auf das Jahr 2020 hochzurechnen bzw. der für jenes Jahr 

bereits bekannten Nominallohnentwicklung anzupassen (unter Annahme der parallelen 

Entwicklung von Validen- und Invalideneinkommen). Dass die Nominallohnentwicklung 

im Jahr 2021 zum Urteilszeitpunkt noch nicht bekannt war, bleibt ohne Relevanz (vgl. 

dazu unten E. 4.2.4).

 4.2. 

Bei der Bestimmung des Invalidenlohns legte die Beschwerdegegnerin den vom 

Bundesamt für Statistik ermittelten Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen des Jahres 2014 

von Fr. 53'793.- zugrunde (privater Sektor, TA1, Frauen, Kompetenzniveau 1, vgl. 

Anhang 2 der Gesetzesausgabe IVG, hrsg. von der Informationsstelle AHV/IV; in IV-

act. 70 wird unzutreffend das Jahr 2015 erwähnt). In der Beschwerdeantwort vom 18. 

Juni 2021 nahm die Beschwerdegegnerin insofern eine Korrektur vor, als nun vom 

entsprechenden Wert der LSE 2018 von Fr. 54'681.- ausgegangen wurde (act. 

G 4-9 f.). Die Beschwerdeführerin dagegen verlangt von einem Invalideneinkommen 

von Fr. 0.- auszugehen und begründet dies insbesondere damit, dass die 

Restarbeitsfähigkeit infolge der umfangreichen, gutachterlich festgelegten qualitativen 

Schonkriterien selbst auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht wirtschaftlich 

verwertbar sei (act. G 1-9 ff., G 1-20). In diesem Zusammenhang wird ausserdem 

gerügt, dass die Beschwerdegegnerin nicht ausreichend geprüft habe, welche 

konkreten beruflichen Tätigkeiten unter der Berücksichtigung der qualitativen 

Schonkriterien und der beruflichen Fähigkeiten noch in Frage kommen (vgl. G 6-6). 

Dass es auf dem (ausgeglichen) Arbeitsmarkt – wie von der Beschwerdegegnerin 

vertreten (vgl. IV-act. 77-2, act. G 4-7 f., G 8-2) – noch ausreichend Stellen mit reinen 

Überwachungs- und Kontrollfunktionen gebe, welche die Beschwerdeführerin in 

Beachtung der gesundheitlichen Einschränkungen (qualitative Schonkriterien) sowie 

der beruflichen Ausbildung und Erfahrungen ausüben könnte, wird – u.a. mit Verweis 

auf die vorgeschrittene Automatisierung der Arbeitsprozesse – von der 

Beschwerdeführerin bestritten (act. G 1-13 ff., G 6-4 ff.). Sie fordert, da ihre derzeitige 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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Tätigkeit als Kassenmitarbeiterin als adaptiert zu betrachten sei, dass das 

Invalideneinkommen nach dem derzeitigen Verdienst als Kassenmitarbeiterin und nicht 

nach den Tabellenlöhnen der LSE zu bestimmen sei. Auszugehen sei vom um die 

Soziallohnkomponente korrigierten Einkommen von Fr. 20'000.-, höchstens vom 

tatsächlich erzielten Einkommen von Fr. 23'500.- (act. G 1-18/20, G 6-4).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die LSE-

Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 

vom 6. August 2018, 8C_458/2017, E. 6.2.3). Praxisgemäss wird dabei vom 

Durchschnittslohn im gesamten privaten Sektor gemäss dem Total der LSE-Tabelle 

TA1 ausgegangen. Nur ausnahmsweise hat das Bundesgericht bei Personen, die vor 

der Gesundheitsschädigung lange Zeit in einem Bereich tätig gewesen sind und bei 

denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische 

Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht 

erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 24. August 

2007, 9C_237/2007, E. 1, und vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.2).

4.2.2. 

Wie bereits ausgeführt, ist die Beschwerdeführerin gemäss den Gutachtern Dr. 

L.___ und Prof. M.___ in einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig. Die Aufzählung der zu beachtenden Schonkriterien ist – wie zu Recht von 

der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird – sehr umfangreich und schränkt die 

noch in Frage kommenden Tätigkeiten erheblich ein, zumal (ohne vorgängige berufliche 

Qualifikationsmassnahmen) nur Hilfstätigkeiten in Frage kommen, die keine speziellen 

Kenntnisse und Fähigkeiten voraussetzen. Im vorliegenden Fall ist speziell, dass der 

Einsatz beider Hände sowohl hinsichtlich der Kraft als auch der Feinmotorik stark 

eingeschränkt ist. Weitere relevante Einschränkungen bestehen insbesondere 

hinsichtlich des Tragens von Lasten, repetitiver Tätigkeiten und Bewegungsabläufe, 

spezifischer Körperstellungen, längerer Gehzeiten und Treppensteigen. Zum Disput, ob 

es heutzutage überhaupt noch ausreichend Stellen mit reinen Überwachungs- und 

Kontrollfunktionen gebe, welche der Beschwerdeführerin zumutbar wären (die 

Beschwerdegegnerin geht davon aus [vgl. IV-act. 77-2, act. G 4-7, G 8-2], die 

Beschwerdeführerin widerspricht [act. G 1-13 ff., G 6-4 ff.]), ist der Beschwerdeführerin 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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insofern zuzustimmen, dass in Folge des technologischen Fortschritts, der 

Automatisierung, der Verlagerung von Arbeitsprozessen ins Ausland sowie der 

Integration von Kontroll- und Überwachungsfunktionen in den Arbeitsprozess in 

Kombination mit neuen Instrumenten der Personalentwicklung (wie Job Rotation, Job 

Enlargement und Job Enrichment) die Anzahl an Arbeitsstellen mit reinen Kontroll- und 

Überwachungstätigkeiten, welche keine besonderen Berufsausbildungen und -

kenntnisse erfordern und daher von Hilfskräften ausgeführt werden können, in den 

beiden letzten Jahrzehnten sukzessive abgenommen hat und auch noch weiter 

abnehmen dürfte. Dass die Beschwerdegegnerin trotzdem von genügend Stellen mit 

Kontroll- und Überwachungsfunktionen ausging, dürfte auch auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zurückzuführen sein (vgl. den diesbezüglichen 

Verweis der Beschwerdegegnerin auf die Rechtsprechung, act. G 4-7). Gemäss dem 

Bundesgericht ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt gekennzeichnet durch ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften und einen 

Fächer verschiedenster Tätigkeiten (BGE 110 V 276 E. 4b). So wurde beispielsweise 

wiederholt festgestellt, dass es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen gebe, die funktionell als Einarmige 

zu betrachten seien und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten könnten (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 29. April 2020, 8C_134/2020, E. 4.5, vom 14. Juni 

2018, 8C_227/2018, E. 4.2.1, vom 8. Juli 2016, 8C_37/2016, E. 5.1.2 mit Hinweis, vom 

12. Februar 2016, 8C_670/2015, E. 4.3, und vom 15. April 2015, 9C_396/2014, E. 5.2 

mit Hinweisen). Begründet wird dies damit, dass nicht alle im Arbeitsprozess im 

weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung 

und Prüfung durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt werden. 

Zudem müssten solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und 

kontrolliert werden. Als Beispieltätigkeiten werden genannt einfache Überwachungs-, 

Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-) 

automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

vom 10. April 2019, 8C_811/2018, E. 4.4.2, und vom 8. Juli 2016, 8C_37/2016, E. 5.1.2 

mit Hinweisen). Im Bundesgerichtsurteil vom 29. August 2014 war die Arbeitsfähigkeit 

eines 58 Jahre alten Mannes zu beurteilen, der seine beiden Hände nicht mehr 

einsetzen konnte (kein Tragen oder Heben, auch nicht von leichten Gewichten; keine 

Arbeiten mit Anforderungen an die Grob- oder Feinmotorik, keine Halte- oder Greif­

bewegungen bzw. grundsätzlich keinerlei auch nur leichte manuelle Tätigkeiten). Das 

Bundesgericht ging, da der Versicherte nicht zumindest eine Hand einsetzen konnte, 

angesichts der grossen Einschränkungen an zumutbaren Tätigkeiten davon aus, dass 

entsprechende Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kaum vorhanden und 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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daher bloss theoretischer Natur seien. Da die Verwertbarkeit der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit auch unter Berücksichtigung eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes 

nicht gegeben sei, ging es von einer vollen Erwerbsunfähigkeit aus (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. August 2014, 8C_248/2014, E. 3; vgl. auch die Ausführungen 

zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Urteil des Bundesgerichts vom 23. 

September 2021, 8C_170/2021, E. 5.1.1 mit Verweisen). Gestützt auf diese 

differenzierte bundesgerichtliche Praxis ist die Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin zwischen den vorgenannten Fallkategorien einzuordnen, denn 

einerseits sind zwar beide Hände von erheblichen Einschränkungen betroffen, jedoch 

(noch nicht) in einem derartigen Ausmass, dass sie gar nicht mehr bei Arbeiten 

einsetzbar wären. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass die Beschwerdeführerin 

weiterhin als Kassenmitarbeiterin tätig ist (was aus gutachterlicher Sicht als ungünstig 

gewürdigt wurde), wenn auch mit Einschränkungen und in einem reduzierten Arbeits­

pensum von 39.02 %. Angesichts dessen erscheint ein vollzeitlicher Einsatz in einer 

optimal adaptierten Tätigkeit wie einer reinen Überwachungs-, Prüf- und 

Kontrolltätigkeit als zumutbar, zumal die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 

langjährigen Berufserfahrung im Detailhandel auch über die notwendigen 

Voraussetzungen für das Erlernen und Ausüben einer neuen Tätigkeit verfügen dürfte. 

Es kann zudem davon ausgegangen werden, dass es geeignete reine Überwachungs-, 

Prüf- und Kontrolltätigkeiten (zumindest derzeit noch) in ausreichender Anzahl gibt.

Da wie dargelegt auch Tätigkeiten ausserhalb des Dienstleistungssektors 

(Detailhandel) in Frage kommen, ist praxisgemäss auf den Durchschnittslohn im 

gesamten privaten Sektor gemäss dem Total der LSE-Tabelle TA1 abzustellen. Der 

noch erzielbare Verdienst beträgt damit Fr. 54'681.- (LSE 2018, privater Sektor, TA 1, 

Total, Frauen, Kompetenzniveau 1; vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022). Nominallohnbereinigt bis ins Jahr 2020 (vgl. 

E. 4.1.3 an Ende) ergibt sich der Betrag von Fr. 55'722.- (Fr. 54'681.- / 2732 [Index 

Frauen 2018] x 2784 [Index Frauen 2020). Der Forderung der Beschwerdeführerin, dass 

beim Invalidenlohn höchstens vom aktuell erzielten Verdienst als Kassenmitarbeiterin 

von Fr. 23'530 (vgl. act. G 1.4-1; act. G 1-18, G 1-20, G 6-4) auszugehen sei, kann 

wegen ungenügender wirtschaftlicher Verwertung der Restarbeitsfähigkeit nicht 

entsprochen werden, denn selbst wenn von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit von 50 % (vgl. IV-act. 67-12) ausgegangen würde, liegt der 

erzielbare Verdienst mit Fr. 30'151.- (Fr. 23'530.- / 39.02 % x 50 %) deutlich unter dem 

zuvor ermittelten Tabellenlohnwert von Fr. 55'722.-.

4.2.4. 

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 4.3. 

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfs-)Tätigkeiten behindert sind, im 

Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Abzug ist unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässen Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er 

darf 25 % nicht übersteigen (BGE126 V 80 E. 5b/bb-cc).

4.3.1. 

Die Praxis hat bei Versicherten, welche ihre dominante Hand gesundheitlich 

bedingt nur sehr eingeschränkt, z.B. als unbelastete Zudienhand, einsetzen können, 

regelmässig einen Abzug von 20 % oder gar 25 % vorgenommen respektive als 

angemessen bezeichnet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2008, 

9C_418/2008, E. 3.3). Die Beschwerdeführerin hat zahlreiche qualitative 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, wovon insbesondere beide Hände betroffen 

sind. Sie ist daher im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmerinnen lohnmässig 

benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum 

Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers 

[Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). In jüngerer Zeit hat 

das Bundesgericht in Fällen von faktischer Einarmigkeit (fast vollständiger 

Gebrauchsunfähigkeit der dominanten Hand) allerdings auch tiefere Abzüge, etwa 

einen solchen von 10 % (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 

8C_622/2016, E. 5.3), bestätigt (im Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2016, 

8C_670/2015, E. 5, hingegen 20%).

4.3.2. 

Selbst bei Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 20 % ergäbe sich lediglich 

ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36 % (Valideneinkommen 

Fr. 70'200.-, Invalideneinkommen Fr. 44'578.- [Fr. 55'722.- x 0.8]). Ein 20 % 

übersteigender Abzug erscheint in Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin 

zum Beurteilungszeitpunkt (Erlass der Verfügung am 8. März 2021, IV-act. 77) ihre 

Hände zumindest eingeschränkt einsetzen und die Stellenanforderungen als 

Kassenmitarbeiterin weiterhin erfüllen (Beurteilungsdurchschnitt von 36 Punkten, die 

4.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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5.  

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.- erscheinen in der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die unterliegende 

Beschwerdeführerin hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.- zu tragen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird ihr daran angerechnet. Ausgangsgemäss 

hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird ihr daran angerechnet.

Ziele wurden zu 100 % erfüllt; vgl. act. G 1.4-1 i.V.m. act. G 1.5) konnte, jedenfalls zu 

hoch, so dass die genaue Bemessung mangels Relevanz unterbleiben kann.

Bei diesem Ergebnis kann die Ermittlung, ob und gegebenenfalls um wieviel das 

Valideneinkommen im Jahr 2020 unter jenem gemäss Angabe der Arbeitgeberin für das 

Jahr 2021 gelegen haben würde, mangels Relevanz unterbleiben. Im Ergebnis hat die 

Vorinstanz demnach zu Recht einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente 

der Invalidenversicherung verneint.

4.4. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.03.2022
	Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG, Art. 16 ATSG: Würdigung bidisziplinäres Gutachten, 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotz Einschränkungen beider Hände gegeben, rentenausschliessender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. März 2022, IV 2021/75). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2022.

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