# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ca887bb-755e-5f7f-875b-a1a83edefd07
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.06.2008 S 2007 224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2007-224_2008-06-11.pdf

## Full Text

S 07 224

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. Juni 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. … ist 38-jährig (geboren … 1969), ledig und arbeitet als Gruppenleiterin ... Sie 

ist bei der … (nachfolgend: Versicherung; zum Unfallzeitpunkt: …, welche 

durch die … per 21. Juni 2007 übernommen wurde) gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 4. Februar 2005 erlitt sie einen 

Skiunfall in Österreich: Nachdem sie am Pistenrand eine Pistenbully-Spur 

befahren hatte, welche hinter einem Hügel abrupt endete, konnte sie nicht 

mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in den Tiefschnee. Von diesem wurde sie 

stark abgebremst und stürzte schliesslich - schon beinahe zum Stillstand 

gekommen - nach links auf die angrenzende Piste, wobei sie mit der linken 

Kopfseite aufschlug. Zunächst verspürte sie keine Schmerzen, nach ca. einer 

Stunde sich verstärkende Nacken- und Schulterschmerzen rechts. Nach ihrer 

Rückkehr aus den Ferien suchte sie erstmals am 7. Februar 2005 wegen der 

Nackenschmerzen das Kantonsspital Chur auf, wo volle Beweglichkeit der 

HWS sowie die Tatsache, dass keine ossären Läsionen vorlägen, 

diagnostiziert und ein Halskragen verordnet wurde. Am 9. Februar 2005 

erstattete sie Unfallmeldung. Von ärztlicher Seite wurde ihr zunächst bis 3. 

April 2005 eine 100%-ige, anschliessend bis 1. August 2005 eine 50%-ige und 

danach eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Seit 25. November 2005 

war sie wieder zu 100% arbeitstätig. Ab dem 14. Februar 2006 reduzierte sie 

ihr Arbeitspensum auf 80%.

2. Mit Verfügung vom 19. Mai 2006 stellte die Versicherung die Leistungen per 

1. Dezember 2006 ein, da der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und den geklagten Symptomen nicht mehr bestehe. Hiergegen 

erhoben die Krankenversicherung der Betroffenen am 23. Mai 2006 sowie die 

Versicherte selbst mit Schreiben vom 16. Juni 2006 Einsprache. Mit Entscheid 

vom 26. September 2006 wurde die angefochtene Verfügung aufgehoben. Es 

würden weitere Abklärungen getätigt und anschliessend erneut Stellung 

genommen. In der Folge holte die Versicherung eine Beurteilung durch ihren 

beratenden Arzt, Dr. …, ein.

3. Mit Verfügung vom 7. Mai 2007 stellte die Versicherung die Leistungen 

rückwirkend per 31. März 2007 ein, da weder ein natürlicher noch ein 

adäquater Kausalzusammenhang zwischen den aktuell noch bestehenden 

Beschwerden und dem Unfallereignis bestehe. Einer allfälligen Einsprache 

wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.

4. Hiergegen liess die Versicherte am 5. Juni 2007 form- und fristgerecht 

Einsprache erheben. Es sei festzustellen, dass die bestehenden 

gesundheitlichen Probleme auf den Unfall vom 4. Februar 2005 

zurückzuführen seien; ihr seien die vertragsgemässen 

Versicherungsleistungen weiterhin zu bezahlen und der Einsprache die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Aus dem Zeugnis ihres behandelnden 

Arztes, Dr. …, gehe hervor, dass die aktuellen Beschwerden auf das 

Unfallereignis zurückzuführen seien. Indem die Versicherung mit 

Einspracheentscheid vom 26. September 2006 den natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang bejaht und die angefochtene Verfügung 

widerrufen habe, könne dieser Zusammenhang nicht ein halbes Jahr später 

verneint werden, ohne dass neue medizinische Abklärungen getroffen worden 

seien. Der damalige Entscheid sei rechtskräftig und damit verbindlich, zumal 

sich der Gesundheitszustand der Versicherten seither kaum verändert habe. 

Die Versicherung habe zu beweisen, dass die aktuellen Beschwerden nicht 

mehr auf den Unfall zurückzuführen seien. Der internen Stellungnahme von 

Dr. … komme kein Beweiswert zu, da sie nicht objektiv und teilweise 

tatsachenwidrig sei. Zum Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

wurde ausgeführt, die Nichtausrichtung der Leistungen stelle einen nicht 

wieder gutzumachenden Nachteil für die Versicherte dar. 

5. Mit Entscheid vom 12. November 2007 wies die Vorinstanz die Einsprache 

ab. Im Einspracheentscheid vom 26. September 2006 seien weder der 

natürliche noch der adäquate Kausalzusammenhang bejaht, sondern in 

Aussicht gestellt worden, dass nach weiteren Abklärungen erneut zur 

Leistungspflicht Stellung genommen werde. Aufgrund der Einsprache habe 

man eine Stellungnahme des beratenden Arztes der Generaldirektion, Dr. …, 

eingeholt, welcher den Bericht von Dr. … voll gestützt habe. Die Kausalität sei 

unter Berücksichtigung sämtlicher vorliegenden Arztberichte zu Recht 

verneint worden. 

6. Hiergegen erhob die Versicherte am 13. Dezember 2007 form- und 

fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte unter 

Wiederholung der bereits in der Einsprache vorgebrachten Argumentation die 

Aufhebung des Einspracheentscheids sowie der diesem zugrunde liegenden 

Verfügung und die Feststellung, dass die nach wie vor bestehenden 

gesundheitlichen Probleme auf den Unfall vom 4. Februar 2005 

zurückzuführen seien. Die Beschwerdegegnerin habe ihr weiterhin die 

vertragsgemässen Versicherungsleistungen zu bezahlen; hilfsweise sei die 

Sache zur Neubeurteilung an diese zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht 

wurde beantragt, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

7. In ihrer Beschwerdeantwort hielt die Vorinstanz an ihren im 

Einspracheentscheid dargelegten Vorbringen fest und beantragte 

Beschwerdeabweisung. Auf die medizinischen Abklärungen des 

versicherungsinternen medizinischen Dienstes könne durchaus abgestellt 

werden, da der Sachverhalt korrekt ermittelt worden sei und die vorliegenden 

ärztlichen Berichte eine ausreichende Basis für die Kausalitätsbeurteilung 

bildeten.

8. In ihrer Replik liess die Beschwerdeführerin nochmals darauf hinweisen, dass 

sie vor ihren gesundheitlichen Beschwerden zahlreiche sportliche Aktivitäten 

ausgeübt habe, weshalb der Hinweis von Dr. … auf eine fehlende aktive 

Haltung bezüglich der Therapien fehlgehe. Im Übrigen ergaben sich aus dem 

zweiten Schriftenwechsel keine wesentlichen neuen Aspekte.

9. Mit Verfügung vom 10. April 2008 wies der zuständige Instruktionsrichter das 

Gesuch um Wiederherstellung der entzogenen aufschiebenden Wirkung ab.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf die 

Einzelheiten der Arztberichte wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekte im vorliegenden Beschwerdeverfahren bilden der 

Einspracheentscheid vom 12. November 2007 respektive die diesem 

zugrunde liegende Verfügung vom 7. Mai 2007. Streitig und zu prüfen ist, ob 

die im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Vorinstanz (31. März 

2007) noch geklagten Beschwerden in unfallversicherungsrechtlich relevanter 

Weise als Folgen des Unfalls vom 4. Februar 2005 anzusehen sind und - in 

diesem Zusammenhang - ob der massgebliche Sachverhalt hinreichend 

abgeklärt ist.

2. a) Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nach sich zieht. Nach 

Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten Versicherungsleistungen gewährt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 

UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 

ihrer Unfallfolgen. 

b) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden sowohl ein 

natürlicher als auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

Diesbezüglich besteht Uneinigkeit zwischen den Parteien. Zur Beurteilung 

dieser Frage kann sich das Gericht auf folgende Arztberichte stützen:

• Bericht Dr. … vom 15. Mai 1998 (bezüglich einer leichten 
Fingerquetschung): Nicht massives Quetschtrauma an den Fingern II-IV 
mit progredienter Ausstrahlung der Schmerzen in die 
Vorderarmmuskulatur und z.T. in die Schulter. Keine Besserung trotz 
ergotherapeutischer Behandlung; 1/3 Arbeitsunfähigkeit für 2 Monate. 
Röntgenologisch keine pathologischen Befunde. Persistierende, sich in 
die Muskulatur des Vorderarmes projizierende Schmerzen nach relativ 
banalem Trauma. Diffuse Druckdolenzen, keine weiteren pathologischen 
Werte. Aufgrund des Gesamteindrucks sei eine 
Schmerzverarbeitungsstörung wahrscheinlich.

• Bericht Spitäler Chur, Dr. …, vom 7. Februar 2005: Diagnose HWS-
Distorsion mit ausstrahlenden Schmerzen im rechten Halsbereich, 
Zunahme der Symptomatik untertags, über Nacht Erholung. 
Bewegungsumfang in HWS erhalten, keine fokalen neurologischen 
Defizite, keine ossäre Läsion.

• Bericht Dr. … an Dr. … (Rheumatologe) vom 2. Juni 2005: 
Bewegungsumgang der HWS frei, in der Endphase aber allseits 
schmerzhaft. Typische Triggerpunkte Trapezius/HWS links deutlich 
ausgeprägter als rechts. Röntgenbilder der HWS unauffällig. 
Physiotherapeutische Massnahmen hätten zu einer Besserung geführt, 
die allerdings nicht anhaltend sei.

• Bericht Dr. … vom 14. September 2005 zuhanden der Winterthur 
Versicherung: Diagnose Cervikalsyndom mit segmentaler Dysfunktion 
C5/6, leichten neuro-psychologischen Problemen und muskulärer 
Dysbalance; Status nach HWS-Distorsion und Stauchungstrauma, 
Adipositas. Es bestehe weiterhin keine Beschwerdefreiheit, jedoch noch 
Leistungsschwäche und Konzentrationsstörungen. Unfallfremde Faktoren 
spielten im Heilungsverlauf nicht mit; die Behandlung daure 
voraussichtlich noch bis Ende Herbst 2005, ein bleibender Nachteil sei 
wahrscheinlich nicht zu erwarten.

• Ein am 4. November 2005 am Kantonsspital durchgeführtes MRI 
erbrachte - neben den bekannten Diagnosen - eine minime dorso-
mediane Diskushernie HWK 6/7 sowie Discusbulging HWK 5/6 ohne 
Nervenwurzelaffektion.

• Stellungnahme Dr. … (beratender Arzt der Vorinstanz) vom 10. März 
2006: Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen Ereignis und 
geltend gemachten Beschwerden sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit spätestens mit Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit 
nicht mehr gegeben; das MRI zeige nur leichte degenerative 
Veränderungen ohne strukturelle Läsionen. 

• Stellungnahme Dr. … vom 24. Mai 2006: Die Patientin habe durch den 
Unfall ein HWS-Stauchungs- und Distorsionstrauma mit seither 
persistierenden Schmerzen und psychologischen Problemen erlitten, 
welche zwar durch Physiotherapie und schliesslich osteopathische 
Behandlungen gebessert werden konnten; Beschwerdefreiheit sei jedoch 
nicht erreicht worden. Bei der klinischen Untersuchung bestünden objektiv 
segmentale Dysfunktionen C5/6 und C 6/7 mit Irritationszonen und 
entsprechenden muskulären Verspannungen rechtsbetont. Wesentliche 
degenerative Wirbelsäulenveränderungen bestünden keine; die Patientin 
habe vor dem Unfallereignis glaubhaft keine HWS-Beschwerden gehabt. 
Es sei deshalb für ihn nicht einsehbar, weshalb die Versicherung ihre 
Leistungen - zudem noch rückwirkend - einzustellen gedenke.

• Beurteilung Dr. … vom 22. März 2007: Die Patientin leide unter deutlicher 
Adipositas mit Jojo-Effekt (Gewichtsreduktion von 94 auf 74 kg, danach 
wieder Zunahme auf 94 kg). Schon bei dem banalen Quetschtrauma an 
der linken Hand, welches sie 1997 erlitten habe, sei es zu einer 
progredienten Ausweitung und Ausstrahlung der Schmerzen gekommen. 
Der weitere Verlauf sei nicht von objektivierbaren, hingegen ausgeprägten 
subjektiven Beschwerden gekennzeichnet gewesen, der Handchirurg 
habe von einer Schmerzverarbeitungsstörung bei fehlendem 
Körperbewusstsein gesprochen. Unter diesen Hintergrundaspekten sei 
auch der Skiunfall zu betrachten. Der Unfallmechanismus für ein HWS-
Distorsionstrauma sei bei einem solch sanften Sturz auf die linke 
Schläfenseite in keiner Weise gegeben. Die lange Arbeitsunfähigkeit 
erstaune, da es sich um einen leichten Sturz gehandelt habe, erinnere 
aber an den Verlauf bei der genannten Handverletzung. Erstaunlich sei 
auch, dass die gängigen Behandlungsmethoden keine Verbesserung 
gebracht hätten; offensichtlich sei es nicht möglich, die Patientin in eine 
von Selbstverantwortung getragene aktive Strategie einzuführen. Die in 
keiner Weise objektivierbaren geklagten Symptome erinnerten in ihrem 
Verlauf an eine Symptomenausweitung bei somatoformer 
Schmerzstörung aufgrund der Ausbildung einer muskulären Dysbalance. 
Die Patientin sei offenbar viel mehr gewohnt, sich passiven Heilmethoden 
zu unterziehen, als Selbstheilungsressourcen zu entwickeln und sich 
einem regelmässigen Stabilisierungs- und Aufbauprogramm zu 
unterziehen. Als Diagnosen wurden gestellt: Status nach banalem 
Abbremssturz ohne sichtbare strukturelle Läsionen, ohne klassischen 
Mechanismus wie bei einer HWS-Distorsion (kein Abknicksmechanismus, 
kein Akzelerations- oder Dezelarationstrauma); Neigung zu 
Kettentendinose bei muskulärer Dysbalance und dringendem Verdacht 
der Ausbildung einer somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung bei 
reduziertem Körperbewusstsein; mangelnde Bereitschaft zur Entwicklung 
von Coping-Strategien und Verdacht auf passiv fordernde Heilserwartung; 
Adipositas per Magna bei einem BMI von 30. Die leichten degenerativen 
Veränderungen der HWS seien rein abnützungsbedingt und dürften bei 
bestehender Adipositas und körperlicher Passivität Episoden mit 
segmentaler Dysfunktion und Irritationszonen erklären. Objektivierbare 
unfallbedingte Befunde lägen in keiner Weise vor.

• Stellungnahme Dr. … vom 29. Mai 2007: Aufgrund des Unfallverlaufs 
habe es sich um ein Dezelerationstrauma der HWS mit wahrscheinlich 
auch einer Stauchung gehandelt. Als objektive klinische Befunde wurden 
neben einer vermehrten Brustkyphose mit Schulterprotraction eine 1/3 
eingeschränkte Beweglichkeit der unteren HWS mit segmentaler 
Dysfunktion festgestellt, sowie eine Verspannung der paravertrebralen 
Muskeln etc. Der status quo ante sei noch nicht erreicht, von einem status 
quo sine könne nicht ausgegangen werden, da die geringen 
degenerativen Veränderungen üblicherweise nicht zu derartigen 
Beschwerden und Befunden führten. Der adäquate 
Kausalzusammenhang sei gegeben; die lange Dauer der Beschwerden 
sei zwar nicht üblich, aber auch nicht ungewöhnlich. Er habe nie Hinweise 
für eine Aggravation oder eine Symptomenausweitung, wie sie bei 
Schmerzverarbeitungsstörungen aufträten, feststellen können. Die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% sei gerechtfertigt, im Falle 
des Verfahrensabschlusses sei von einem Integritätsschaden von etwa 
10% auszugehen.

• Stellungnahme Dr. … vom 8. November 2007: In Anbetracht der 
erhobenen Befunde und der Vorgeschichte lasse sich auf eine individuell 
bedingte Tendenz zu tendomyotischen Beschwerden schliessen. In 
Übereinstimmung mit der Beurteilung von Dr. … könnten die heute noch 
bestehenden Beschwerden bestenfalls möglicherweise in einem 
natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. Die 
Stellungnahme von Dr. … sei subjektiv gehalten, vermöge aber nicht aus 
medizinisch wissenschaftlicher Sicht die Unfallkausalität zu begründen; 
sie sei nach dem Prinzip „post hoc ergo propter hoc“ verfasst und 
berücksichtige nicht die prädisponierenden Faktoren für den 
entsprechenden Verlauf. Die Beurteilung von Dr. … sei voll zu 
unterstützen, ein Integritätsschaden als Folge des Unfalls nicht zu 
erkennen.

3. a) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein solcher Kausalzusammenhang 

besteht, ist eine Tatfrage, über die die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das 

Gericht im Rahmen der ihnen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches 

nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 

1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2. S. 235; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).

b) Vorliegend ist bereits der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

Unfallereignis und aktuellen Beschwerden fraglich. Aus den vorliegenden 

Arztberichten lässt sich keinesfalls positiv eine solche Kausalität entnehmen. 

Diagnostisch stimmen sie alle dahingehend überein, dass der Unfall keine 

strukturellen Läsionen verursacht hat. Dr. … gibt klar an, objektivierbare 

unfallbedingte Befunde lägen nicht vor und schreibt die noch bestehenden 

Beschwerden - allgemein gesprochen - der psychischen Verarbeitung des 

Unfalls durch die Patientin zu; ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen Ereignis und geltend gemachten Beschwerden sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens mit Erreichen der vollen 

Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben. Das entsprechende Aktengutachten ist 

sehr ausführlich, berücksichtigt auch die Vorgeschichte der 

Beschwerdeführerin (Fingerquetschung), setzt sich detailliert insbesondere 

mit der Frage der Kausalität auseinander und zieht daraus eindeutige 

Schlussfolgerungen. Dieser Bericht geht auch keineswegs - wie von 

beschwerdeführerischer Seite gerügt - von falschen Tatsachen aus; 

exemplarisch sei erwähnt, dass die erwähnte Gewichtsab- und -zunahme 

offensichtlich auf Angaben der Beschwerdeführerin beruhen, welche diese 

gegenüber dem Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin machte (Bericht 

Winterthur, …, vom 20. Juli 2005, nach Besprechung mit der 

Beschwerdeführerin). Zudem ist gerade die Tatsache, dass sie ihre 

sportlichen Aktivitäten offensichtlich nach dem Unfallereignis eingestellt bzw. 

stark reduziert hat, durchaus als Hinweis auf inadäquate 

Schmerzverarbeitung zu werten.

Dr. … hingegen beschreibt in seinem Bericht vom 24. Mai 2006 lediglich die 

vorhandenen Beschwerden und erklärt, es sei nicht einsehbar, weshalb die 

Zahlungen eingestellt würden. Eine Aussage bezüglich der natürlichen 

Kausalität lässt sich diesem Bericht nicht entnehmen. In seiner auf 

Veranlassung der Beschwerdeführerin erstellten Stellungnahme vom 29. Mai 

2007 listet er nochmals die gestellten Diagnosen auf und erklärt pauschal, von 

einem „status quo sine“ könne nicht ausgegangen werden. Zudem ist 

bezüglich der Beurteilung der Beweiskraft seines Berichts der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc, 124 I 175 E. 4). Zudem berücksichtigt 

der Hausarztbericht den Heilungsverlauf bei der zurückliegenden 

Handverletzung in keiner Weise. Der Bericht Dr. … vermag daher nicht die 

Schlussfolgerungen des versicherungsärztlichen Gutachtens zu erschüttern. 

Dabei schadet es weder, dass Dr. … und Dr. … von der Versicherung 

beauftragt waren, noch dass sie die Patientin nicht persönlich untersucht 

haben, gehen die Diagnosen an sich doch klar aus den vorliegenden 

Arztzeugnissen hervor. Im Lichte der genannten Arztberichte erscheint es 

überwiegend wahrscheinlich, dass zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids 

unfallfremde Ursachen (Schmerzverarbeitungsstörung, degenerative 

Veränderungen der HWS bei Adipositas) der Grund für die geklagten 

Beschwerden waren. Dies umso mehr, als auch der hausärztliche Bericht von 

Dr. … neben der HWS-Problematik „leichte neuro-psychologische Probleme“ 

erwähnt. Letztlich muss diese Frage jedoch nicht entschieden werden, da es 

- wie nachfolgend aufgezeigt wird - selbst, wenn der natürliche 

Kausalzusammenhang bejaht werden könnte, an dessen Adäquanz fehlt.

4. a) Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines 

Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 

V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 9d). Es handelt sich hierbei - im Gegensatz zur 

Beurteilung der natürlichen Kausalität - um eine Rechtsfrage, die nicht 

medizinisch, sondern juristisch zu klären ist. 

b) Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) 

nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist zunächst zu prüfen, ob die versicherte 

Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma 

erlitten hat. Ist dies der Fall, basiert die Beurteilung der Adäquanz auf den in 

BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien (BGE 127 V 

103 E. 5b), wonach die Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen 

(BGE 115 V 140) analog anzuwenden ist. Dabei wird im Gegensatz zu den 

bei psychischen Fehlentwicklungen relevanten Kriterien auf eine 

Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten 

verzichtet  (BGE 117 V 363 f. E. 5d und 367 E. 6a). Als dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzungen gelten z.B. Distorsionen der HWS infolge 

„Abknickmechanismus“ (vgl. Urs Müller, der natürliche und adäquate 

Kausalzusammenhang: Leitentscheide, in: Nicht objektivierbare 

Gesundheitsbeeinträchtigungen: Ein Grundproblem des öffentlichen und 

privaten Versicherungsrechts sowie des Haftpflichtrechts, Bern 2006, S. 113, 

mit Hinweisen). Anderenfalls, wenn keine solche Verletzung vorliegt oder die 

aus einer solchen Verletzung resultierenden Symptome im Vergleich zur 

psychischen Problematik ganz in den Hintergrund treten, erfolgt die 

Adäquanzbeurteilung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c. Vorliegend lag 

klarerweise kein nach den bundesgerichtlichen Kriterien dem 

Schleudertrauma vergleichbarer Fall vor, weshalb die Beurteilung nach dem 

zuletzt zitierten Entscheid zu erfolgen hat.

c) Gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist für die 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, 

dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine 

massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine 

gewisse Schwere aufweist, mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt 

(BGE 115 V 141 E. 7). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das 

Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen 

Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. 

leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der 

dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 E. 6; 117 V 366 E. 6a).

Bei leichten Unfällen, wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz, kann der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfolgenden 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil 

aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug 

unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein 

solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu 

verursachen (BGE 115 V 139 E. 6a). Bei schweren Unfällen dagegen ist der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen in der Regel zu 

bejahen, da nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung solche Unfälle geeignet sind, entsprechende 

Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 115 V 140 E. 6b).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 

Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht 

aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, 

objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen 

davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. In BGE 134 V 

109 (Urteil U 394/06 vom 19. Februar 2008) hat das Bundesgericht den 

Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten Kriterien wie folgt neu gefasst (E. 

10.3 S. 130):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

- erhebliche Beschwerden; 

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 

Im gesamten mittleren Bereich kann auch ein einziges Kriterium genügen, 

wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem 

Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen 

mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso 

mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 

den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. 

Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die 

möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mit begünstigt 

haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c, vgl. auch BGE 120 V 355 E. 5b; RKUV 

2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).

d) Der Unfall der Beschwerdeführerin ist sicherlich nicht als schwer im Sinne der 

dargelegten Praxis zu bezeichnen. Es handelt sich um einen einfachen Sturz, 

der grundsätzlich als leichter Unfall im Sinne der Rechtsprechung zu 

klassifizieren ist, womit die Adäquanz - vorbehältlich besonderer, hier nicht 

ersichtlicher Begleitumstände - von vorneherein zu verneinen wäre. Selbst im 

Falle der Annahme eines mittelschweren Unfalls im Grenzbereich zum 

leichten wäre kein einziges der oben angeführten massgeblichen Kriterien 

erfüllt. Insbesondere liegt keine besonders schwere oder besondere 

Verletzung vor; es ergibt sich klar aus den Arztberichten, dass keinerlei 

strukturelle Läsionen vorhanden sind. Eine 20%-igen Arbeitsunfähigkeit ist 

keinesfalls „erheblich“ im Sinne der Rechtsprechung. Auch von „dramatischen 

Dauerbeschwerden“ kann vorliegend nicht ernsthaft gesprochen werden, 

ebenso wenig wie von einer ungewöhnlich langen Dauer oder Intensität der 

ärztlichen Behandlung; dies ergibt sich sogar wörtlich aus der hausärztlichen 

Stellungnahme von Dr. ... Selbst bei der Annahme eines mittelschweren 

Unfalls müsste somit die Adäquanz verneint werden. 

e) Die genannten bundesgerichtlichen Kriterien sind demnach nicht erfüllt, 

weshalb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs klarerweise zu verneinen 

ist. Der Frage nach der natürlichen Kausalität kommt somit keine 

eigenständige Bedeutung mehr zu, weshalb sich auch die hilfsweise 

beantragte Neuabklärung erübrigt: unabhängig von den diagnostischen 

Ergebnissen, die sich etwa aus einem funktionalen MRI ergeben könnten, 

müsste - wie gezeigt - jedenfalls die Adäquanz verneint werden. Die heute 

noch bestehenden Beschwerden sind demnach nicht als Unfallfolge im Sinne 

des UVG anzusehen. Klarerweise entfaltet auch der erste 

Einspracheentscheid vom 26. September 2006, in dem die erste 

leistungseinstellende Verfügung vom 19. Mai 2006 aufgehoben wurde, allein 

schon deshalb keinerlei materielle Bindungswirkung, weil er damit begründet 

wurde, der Sachverhalt müsse noch besser abgeklärt werden; über das 

Bestehen oder Nichtbestehen eines Anspruchs auf Leistungen gemäss UVG 

trifft er keinerlei Feststellungen. Der Entscheid der Vorinstanz, mit dem die 

Leistungen gemäss UVG per 30. November 2006 eingestellt wurden, erweist 

sich daher als rechtmässig und ist vollumfänglich zu schützen, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist.  

5. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen vor dem kantonalen Versicherungsgericht nach 

Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG 

e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.