# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0ab883b-4dc4-5efb-a81a-27a4afaf9208
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2025 D-5386/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5386-2023_2025-12-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5386/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richter Mathias Lanz, 

Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiber Vito Fässler. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch MLaw Anna Kuhn, 

(…) 

Beschwerdeführer  

  
 
gegen 

  
 

Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) und Einreisebewilligung 

zugunsten von  

B._______, geboren am (…),  

C._______, geboren am (…),  

beide Eritrea; 

Verfügung des SEM vom 1. September 2023 / N (…). 

 

D-5386/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland gemäss eigenen Angaben 

im März 2015 und gelangte am 26. Juni 2015 in die Schweiz, wo er am 

folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Mit Verfügung des SEM vom 22. Sep-

tember 2017 wurde er in der Schweiz als Flüchtling anerkannt und erhielt 

Asyl. 

B.  

Am 24. August 2018 bewilligte das SEM das Gesuch des Beschwerdefüh-

rers vom 18. Dezember 2017 um Familiennachzug zugunsten seiner Ehe-

frau, D._______, sowie der gemeinsamen Tochter, E._______. 

C.  

Mit Eingabe vom 2. Juni 2023 stellte der Beschwerdeführer beim SEM ein 

Gesuch um Familiennachzug zugunsten von zwei weiteren Kindern, 

B._______ und C._______. Dem Gesuch legte er jeweils Kopien der Tauf-

scheine sowie zwei Passfotos von C._______ sowie ein Foto von 

B._______ bei. Gemäss den eingereichten Taufscheinen stammen die bei-

den Kinder aus vorehelichen Beziehungen mit zwei unterschiedlichen 

Frauen. 

D.  

Mit Schreiben vom 6. Juli 2023 forderte das SEM den Beschwerdeführer 

auf, verschiedene Fragen betreffend die beiden Kinder sowie den Zeitpunkt 

der Gesuchstellung zu beantworten, und entsprechende Belege einzu-

reichen. 

E.  

Mit Schreiben vom 28. Juli 2023 nahm der Beschwerdeführer dazu Stel-

lung und reichte zusätzliche Beweismittel ein. 

F.  

F.a Mit Verfügung vom 1. September 2023 (eröffnet am 4. September 

2023) lehnte das SEM das Gesuch um Familiennachzug ab und verwei-

gerte B._______ und C._______ die Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz. 

F.b Mit separater Verfügung vom gleichen Tag wurde auch das Familien-

nachzugsgesuch der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 18. Juli 2023 

D-5386/2023 

Seite 3 

für deren voreheliche Tochter F._______ abgelehnt; diese Verfügung er-

wuchs unangefochten in Rechtskraft. 

G.  

Am 4. Oktober 2023 reichte der Beschwerdeführer durch die rubrizierte 

Rechtsvertreterin gegen die erstgenannte Verfügung Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht ein. In dieser wurde beantragt, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, B._______ 

und C._______ zwecks Familienzusammenführung und Einbezugs in die 

Flüchtlingseigenschaft die Einreisebewilligung in die Schweiz zu erteilen. 

Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache 

zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten, es sei dem Beschwerdeführer die un-

entgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihm in der Person der Un-

terzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu gewähren. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Oktober 2023 hiess der Instruktionsrichter 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, ver-

zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, wies hingegen das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab und 

lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

I.  

Die Vernehmlassung des SEM datiert vom 2. November 2023. 

J.  

Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 20. November 2023 

und reichte zusätzliche Beweismittel zu den Akten. 

K.  

Am 23. Februar 2024 reichte die Rechtsvertretung eine aktualisierte Kos-

tennote ein.  

 

 

 

D-5386/2023 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal-

tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (sog. Familienasyl). 

Wurden die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt 

und befinden sie sich im Ausland, ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu be-

willigen (Art. 51 Abs. 4 AsylG). 

3.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG wird 

denjenigen Familienmitgliedern erteilt, die mit einem in der Schweiz als 

Flüchtling anerkannten und asylberechtigten Mitglied in einer Familienge-

meinschaft gelebt haben, welche durch die Flucht desselben getrennt 

wurde. Die Einreisebewilligung dient demnach der Wiederherstellung von 

Familiengemeinschaften, welche durch die Flucht getrennt wurden, nicht 

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Seite 5 

aber der Aufnahme von neuen oder der Wiederaufnahme von beendeten 

Beziehungen (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.2 und 5.4, insb. 5.4.2). Weiter setzt 

die Bewilligung der Einreise in die Schweiz voraus, dass die Verbindung 

auch nach der Trennung aufrechterhalten und eine rasche Wiedervereini-

gung der Familie angestrebt wurde (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5.4-5.5). 

3.3 Wer um die Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Gewährung von 

Familienasyl ersucht, hat die Zugehörigkeit des nachzuziehenden Angehö-

rigen zur Familiengemeinschaft, die im Zeitpunkt der Flucht vorbestandene 

Familiengemeinschaft, die Familientrennung durch die Flucht sowie die 

fest beabsichtigte Familienvereinigung aller Anspruchsberechtigten nach-

zuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen (vgl. Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Entscheides aus, es könne 

im Ergebnis offenbleiben, ob zum Zeitpunkt der Ausreise eine schützens-

werte Vater-Kind-Beziehung bestanden habe, da in beiden Fällen von ab-

gebrochenen Beziehungen auszugehen sei. Der Beschwerdeführer habe 

nach der Asylgewährung am 22. September 2017 fast sechs Jahre mit dem 

Familiennachzugsgesuch zugewartet. Im Jahr 2017 habe er lediglich für 

seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter den Familiennachzug durch-

geführt. Mit der jeweiligen Kindsmutter sei vereinbart gewesen, dass die 

Kinder jeweils in der Obhut der Mutter aufwachsen würden. Während des 

Aufenthaltes der Mutter in Saudi-Arabien von etwa Mitte 2015 bis Mitte 

2017 sowie seit der erneuten Ausreise der Mutter in den Sudan etwa im 

Jahr 2019/2020 sei B._______ unter der Obhut der Grosseltern mütterli-

cherseits respektive der Grossmutter sowie der Tante väterlicherseits ge-

wesen. C._______ habe bis zur Ausreise seiner Mutter nach Uganda vor 

einem Jahr (2022) und einigen Monaten mit dieser zusammengelebt und 

befinde sich seitdem in der Obhut einer Tante mütterlicherseits. Aus den 

Ausführungen des Beschwerdeführers ergebe sich, dass er sich damals 

bewusst und freiwillig für eine Trennung von seinen Kindern entschieden 

habe und gerade keine zügige Wiedervereinigung angestrebt gewesen sei. 

Aufgrund des langen Zuwartens sei die Beziehung nicht mehr vom Willen 

der Wiedervereinigung getragen gewesen, zumal er selbst nach der end-

gültigen Ausreise der jeweiligen Mütter aus Eritrea in den Jahren 

2019/2020 respektive vor einem Jahr und mehreren Monaten noch längere 

Zeit zugewartet habe, bevor er sein Gesuch gestellt habe. Ziel des Gesu-

ches sei folglich nicht die Weiterführung einer vorbestandenen Beziehung, 

sondern die Wiederaufnahme einer abgebrochenen Vater-Kind-

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Seite 6 

Beziehung, die jedoch nicht vom Schutzbereich des asylrechtlichen Fami-

liennachzugs erfasst werde. 

4.2 Dem wird in Beschwerde entgegnet, nur weil der Beschwerdeführer 

sich mit den jeweiligen Kindesmüttern – vor deren Trennung von den je-

weiligen Kindern – darauf geeinigt habe, die Obhut den Müttern zu über-

lassen und sich auf die Rolle des sorge- sowie besuchsberechtigten Eltern-

teils zu beschränken, könne nicht ohne Weiteres eine freiwillige Trennung 

angenommen werden. Er habe bereits in der Asylanhörung eine (zumin-

dest versuchte) Kontaktaufnahme zu seinen Kindern von sich aus unauf-

gefordert angesprochen. Dass dem sorge- und besuchsberechtigten, aber 

bisher nicht obhutsberechtigten Kindsvater per se kein Anspruch auf Fami-

lienasyl zustehe, da in diesen Fällen die Familienbeziehung als durch die 

Trennung abgebrochen angesehen werden müsse, finde keine Stütze in 

der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung. Die grundsätzliche 

Verneinung einer schützenswerten Familienbeziehung bei ausgeübtem 

Sorge- und Besuchsrecht, müsse als falsch bezeichnet werden. Andern-

falls würde nämlich folgen, dass im Allgemeinen besuchsberechtigte El-

ternteile keine schützenswerte beziehungsweise «ernsthafte» familiäre Be-

ziehung zu ihren Kindern hätten, jedenfalls dann nicht, wenn die Frage der 

Obhut zwischen den Kindeseltern einvernehmlich geregelt sei. Eine ge-

genteilige Betrachtungsweise entspreche denn auch nicht der gesellschaft-

lich vorherrschenden Ansicht. Es sei heutzutage normal, dass Eltern ge-

trennt leben und der «andere» Elternteil, auch in Fällen, wo lediglich ein 

Besuchsrecht bestehe und die Obhut nicht geteilt werde, als wichtige Be-

zugsperson des jeweiligen Kindes angesehen werde. Dies widerspiegle 

sich namentlich auch in der heutigen zivilrechtlichen Regelung, dass (auch) 

in diesen Fällen die elterliche Sorge in der Regel beiden Eltern gemeinsam 

zugeteilt werde. Bezeichnend sei in diesem Zusammenhang auch, dass 

Fälle, wo das Kind bei der Trennung beim Vater verblieben sei, die Mutter 

in der Folge in der Schweiz Asyl erhalte und später Familienasyl beantrage, 

in der Regel ganz anders beurteilt würden. Es sei kein Fall bekannt, dass 

das SEM eine gelebte Familienbeziehung mit der Begründung verneint 

habe, die Mutter sei – womöglich im Einverständnis mit dem Kindsvater – 

zuvor nur besuchsberechtigt gewesen. 

Ein langes Zuwarten mit der Einreichung eines Familiennachzugsgesuchs 

könne ein Anhaltspunkt für eine «freiwillige» Trennung sein. Nicht von der 

Freiwilligkeit der Aufgabe der Familiengemeinschaft sei hingegen dann 

auszugehen, wenn objektive, aus den Fluchtumständen resultierende 

Gründe für die Trennung der Familie ersichtlich seien. Im vorliegenden Fall 

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werde das Zuwarten damit erklärt, dass die beiden Kindsmütter bei ihren 

jeweiligen Ausreisen aus Eritrea nicht beabsichtigt hätten, ihr Heimatland 

endgültig zu verlassen. Hätte der Beschwerdeführer kurz nach der jeweili-

gen Ausreise bereits versucht, das jeweilige Kind zu sich in die Schweiz zu 

holen, hätte er nicht nur seine jeweilige Vereinbarung mit den Kindsmüttern 

verletzt. Derartige Gesuche wären mit grösster Wahrscheinlichkeit auch 

bereits vor den Schweizer Behörden aussichtslos gewesen, da das SEM 

entsprechend der üblichen Praxis Einwilligungserklärungen von den jewei-

ligen Müttern verlangt hätte, welche diese nicht hätten geben können. Zu-

dem sei er selbst mit der Überlassung der jeweiligen Obhut an die Mütter 

durchaus einverstanden gewesen, solange diese die Obhut eben hätten 

wahrnehmen können. 

Das Fehlen von Familienfotos der Kinder zusammen mit dem Beschwer-

deführer sei durch den grossen zeitlichen Abstand von mehr als neun Jah-

ren, seine chaotische Flucht sowie die prekären Lebensumstände aller Be-

teiligten in Eritrea zu erklären. Es könne nicht von einer mangelhaften 

Glaubhaftigkeit der gelebten Familienbeziehung ausgegangen werden. 

Schliesslich hätten die Kinder über den fraglichen Zeitraum hinweg bei ih-

ren jeweiligen Müttern gelebt, die nun ebenfalls ausser Landes und nicht 

für die Mitarbeit im Familiennachzugsverfahren erreichbar seien. 

4.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz ergänzend insbesondere 

aus, gehe eine langandauernde räumliche Trennung – wie vorliegend – 

nicht auf äussere Umstände, sondern auf freiwillige Entscheidungen zu-

rück, sei die Beziehung nicht durch die Flucht getrennt, sondern freiwillig 

aufgegeben worden. Zudem werde die vorbestandene Beziehung mit kei-

nem Beweismittel belegt. Ferner wären angesichts des langen Zeitraums 

von acht Jahren – zusätzlich zu den geltend gemachten Kontaktaufnah-

men durch die Applikationen Africall, Lyca und WhatsApp alle zwei Monate 

mit B._______ und monatlich mit C._______ – weitere Ausführungen, ins-

besondere eine Entwicklung in der Beziehungspflege zu erwarten gewe-

sen. Mit den eingereichten Screenshots von Chatverläufen würden weder 

eine vorbestandene Beziehung noch die ununterbrochene Kontaktpflege 

nach der Ausreise glaubhaft gemacht. 

4.4 In der Replik wird insbesondere entgegnet, das einvernehmliche oder 

«freiwillige» Überlassen der Obhut an den anderen Elternteil bei gleichzei-

tiger Wahrnehmung des Sorge- und Besuchsrechts bewirke für sich allein 

nicht die Auflösung der Familiengemeinschaft. Weiter wird erneut vorge-

bracht, der Beschwerdeführer stehe in regelmässigem Kontakt mit seinen 

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Seite 8 

Kindern. Diesbezüglich würden weitere Beweismittel in Form von Telefon-

Screenshots eingereicht. 

5.  

5.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Gesuch um Familienzusammenführung 

zu Recht abgelehnt hat. 

5.2 Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen 

Angaben zu keinem Zeitpunkt mit B._______ und C._______ in einem ge-

meinsamen Haushalt gelebt hat. Weiter macht er zwar geltend, er habe die 

Kinder von der Geburt bis zu seiner Ausreise regelmässig sehen können. 

Diese Besuchsmöglichkeiten waren jedoch – wie seinen Angaben eben-

falls zu entnehmen ist – aufgrund des Militärdienstes eingeschränkt. Im 

Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers aus Eritrea waren die bei-

den Kinder zudem erst sieben beziehungsweise vier Jahre alt. All diese 

Umstände sprechen dagegen, dass im Zeitpunkt der Ausreise des Be-

schwerdeführers aus Eritrea eine enge affektive und tatsächlich gelebte 

familiäre Beziehung zwischen ihm und den Kindern B._______ und 

C._______ bestand. Diese Frage braucht vorliegend jedoch, wie nachfol-

gend aufgezeigt wird, nicht abschliessend beantwortet zu werden. 

5.3 Im vorliegenden Fall fällt insbesondere ins Gewicht, dass der Be-

schwerdeführer sehr lange mit der Einreichung seines Gesuchs um Fami-

lienzusammenführung für seine beiden ausserehelichen Kinder B._______ 

und C._______ zugewartet hat, während er für seine Ehefrau und die ge-

meinsame Tochter bereits rund drei Monate, nachdem ihm am 22. Septem-

ber 2017 Asyl gewährt worden war, ein entsprechendes Gesuch gestellt 

hatte. Sein Zuwarten mit der Einreichung des Familiennachzugsgesuchs 

für B._______ und C._______ bis zum 2. Juni 2023, mithin während bei-

nahe sechs Jahren, ist ein starkes Indiz dafür, dass sein Gesuch nicht vom 

Willen einer raschen Wiedervereinigung mit den beiden Kindern getragen 

war. 

5.4 Der vom Beschwerdeführer angegebene Grund für die späte Gesuchs-

einreichung, die Kinder hätten sich zuvor noch in der Obhut ihrer Mütter 

befunden, vermag nicht zu überzeugen. So gab der Beschwerdeführer an, 

die Mutter von B._______ sei bereits von Mitte 2015 bis Mitte 2017 nach 

Saudi-Arabien sowie etwa im Jahr 2019/2020 in den Sudan ausgereist. 

Dabei sei die Obhut an die Grosseltern mütterlicherseits respektive an die 

Grossmutter sowie an die Tante väterlicherseits gegangen. C._______ 

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habe bis zur Ausreise seiner Mutter nach Uganda im Jahr 2022 mit dieser 

zusammengelebt und befinde sich seit der Ausreise in der Obhut einer 

Tante mütterlicherseits. Selbst wenn man der Argumentation des Be-

schwerdeführers folgt, dass die Mütter ursprünglich Eritrea nicht endgültig 

hätten verlassen wollen, und deshalb kein unmittelbarer Anlass für eine 

Übertragung der Obhut an den Beschwerdeführer bestanden habe, ist spä-

testens seit der letzten Ausreise der Mutter von B._______ in den Sudan 

im Jahr 2019/2020 und der Ausreise der Mutter von C._______ nach 

Uganda im Jahr 2022 («vor einem Jahr und einigen Monaten», vgl. Stel-

lungnahme vom 28. Juli 2023 [SEM-act. 4/24]) von einer dauerhaften Ver-

änderung der Obhutssituation auszugehen. Dennoch hat der Beschwerde-

führer weiterhin während drei bis vier Jahren (bezüglich B._______) bezie-

hungsweise während mehr als einem Jahr (bezüglich C._______) keine 

Anstrengungen für eine Wiedervereinigung mit den beiden Kindern unter-

nommen. Die Erklärung, die Kindsmütter hätten bei ihren jeweiligen Aus-

reisen aus Eritrea nicht beabsichtigt, ihr Heimatland endgültig zu verlassen, 

vermag nicht zu überzeugen, zumal sie zu diesem Zeitpunkt die Obhut der 

Kinder an ihre Verwandten übergeben haben. Es wäre dem Beschwerde-

führer möglich gewesen, die Obhut für seine Kinder zu übernehmen, in 

dem er zu diesem Zeitpunkt ein Gesuch um Familienzusammenführung 

gestellt hätte. Dass er es jedoch nicht getan hat, spricht dafür, dass er im 

damaligen Zeitpunkt nicht den Willen gehabt hatte, mit seinen beiden aus-

serehelichen Kindern als Familie zusammenzuleben. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass die Beziehung zu seinen Kindern nicht ausschliesslich 

durch die Flucht getrennt wurde, sondern spätestens zum Zeitpunkt, in 

dem die Obhut der Mütter untergangen ist und sich der Beschwerdeführer 

nicht um die Erlangung der Obhut bemüht hat, abgebrochen war. 

5.5 An dieser Einschätzung vermögen auch die in der Beschwerde ange-

führten – negativ entschiedenen – Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

D-3060/2022 vom 13. September 2022 und D-2482/2021 vom 18. Novem-

ber 2021 und D-6411/2019 vom 20. Dezember 2019 nichts zu ändern. Aus 

dem blossen Umstand, dass in den beiden erstgenannten Urteilen die Vor-

bringen zum Teil als unglaubhaft erachtet wurden, kann nicht geschlossen 

werden, die vorliegende Beschwerde sei gutzuheissen, weil die geltend 

gemachten Kontakte des Beschwerdeführers zu den Kindern B._______ 

und C._______ durch das SEM nicht in Zweifel gezogen worden seien. 

Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend darauf hinweist, 

wurde die Abweisung der Beschwerde gegen den verweigerten Familien-

nachzug im Urteil D-3060/2022 vom 13. September 2022 ausdrücklich 

nicht nur mit der fehlenden Glaubhaftmachung der vorbestandenen 

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Seite 10 

Familienbeziehung, sondern auch mit der langen Dauer bis zur Stellung 

des Gesuchs um Familiennachzug begründet (vgl. dort E. 6.2). 

Im Ergebnis gleich verhält es sich mit letztgenanntem Urteil D-6411/2019 

vom 20. Dezember 2019. Dort kam das Gericht zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführer nicht die Hauptbezugsperson der Kinder sei, die Mutter 

über das Sorgerecht für die Kinder verfüge und der Beschwerdeführer 

keine Einwilligungserklärung der Kindsmutter habe einreichen können. In 

der Beschwerde wird geltend gemacht, die Mütter hätten die jeweilige Ob-

hut aufgegeben und dies sei der Grund, dass die Obhut nun dem sorge- 

und besuchsberechtigen Vater (anstelle weiter entfernter Familienangehö-

riger) übertragen werden soll. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es vor-

liegend an einer formellen Regelung des Sorgerechts fehlt. Selbst wenn 

jedoch vom Bestehen eines Sorgerechts des Beschwerdeführers ausge-

gangen wird, ändert dies nichts daran, dass er sich nicht bereits als die 

Mütter Eritrea verlassen haben (im Jahr 2019/2020 respektive 2022), um 

eine schnelle Wiedervereinigung und die Erlangung der Obhut bemüht hat. 

Vielmehr war der Beschwerdeführer bei der Ausreise der Mütter einver-

standen, dass die Kinder in die Obhut der Grosseltern respektive der 

Grossmutter sowie der Tante väterlicherseits – mithin an weiter entfernte 

Familienangehörige – gelangten und bei diesen verblieben. 

5.6 Aus dem Gesagten folgt, dass dem Einbezug der Kinder B._______ 

und C._______ in die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und 

damit verbunden der Asylgewährung besondere Umstände im Sinne der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts entgegenstehen, weil 

aus dem Verhalten des Beschwerdeführers insgesamt kein ernsthafter 

Wille zur Aufrechterhaltung der Vater-Kind-Beziehung beziehungsweise 

zur raschen Wiedervereinigung erkennbar ist. Die Vorinstanz hat das Ge-

such des Beschwerdeführers um Einbezug seiner Kinder B._______ und 

C._______ in seine Flüchtlingseigenschaft und um Gewährung des Fami-

lienasyls daher zu Recht abgelehnt. 

6.  

In der Beschwerde wird eventualiter beantragt, die Sache sei zwecks all-

fälliger Sachverhaltsabklärungen sowie Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, falls das Gericht wider Erwarten aus anderen Gründen 

zum Schluss komme, gewisse Voraussetzungen des Familienasyls seien 

nicht erfüllt. Dies ist vorliegend indes nicht der Fall. Es bestehen auch sonst 

keine Hinweise, dass das SEM den rechtserheblichen Sachverhalt 

D-5386/2023 

Seite 11 

ungenügend abgeklärt hätte. Damit erweist sich auch diese – eventualiter 

erhobene – formelle Rüge als unbegründet. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die 

Beschwerde ist mitsamt dem Antrag auf Rückweisung der Sache zur Neu-

beurteilung abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Zwischenverfügung vom 

18. Oktober 2023 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung indessen gut, womit auf die Erhebung 

von Verfahrenskosten zu verzichten ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Vito Fässler 

 

 

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