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**Case Identifier:** 3ce05383-8c84-5695-8561-073ea5eaead2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 14.12.2023 VBE.2023.320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-320_2023-12-14.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.320 / mt / nl 
Art. 129 

 

 

Urteil vom 14. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiberin i.V. Tschan 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

vertreten durch MLaw Nadine Berchtold-Suter, LL.M., Rechtsanwältin, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023) 
 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1961 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 1. Februar 2020 von 

einer Leiter stürzte. Der Beschwerdeführer hatte bereits zuvor, am 15. Ja-

nuar 1980, einen Unfall mit traumatischer Amputation des End- und Mittel-

glieds des rechten Zeigefingers erlitten. Die Beschwerdegegnerin aner-

kannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis 

vom 1. Februar 2020 und richtete die entsprechenden Versicherungsleis-

tungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung aus. In der Folge traf sie 

medizinische Abklärungen und nahm Rücksprache mit der Kreisärztin, liess 

den Beschwerdeführer kreisärztlich untersuchen und holte eine kreisärztli-

che Beurteilung des Integritätsschadens ein. Mit Verfügung vom 12. Juli 

2022 sprach sie dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung bei 

einer Integritätseinbusse von 9 % zu und verneinte einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerde-

gegnerin mit Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023 erhob der Beschwerde-

führer mit Eingabe vom 10. Juli 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

 " 1. Der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 07.06.2023 sei dahinge-
hend hin zu korrigieren, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Rente der Unfallversicherung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 
23% hat. 

 
2. Eventualiter sei der angefochtene Einsprache-Entscheid vom 

07.06.2023 aufzuheben und die Sache sei zur ordnungsgemässen Ab-
klärung des Sachverhalts im Hinblick auf den Grad der Erwerbsfähig-
keit des Beschwerdeführers sowie in Bezug auf die Höhe der geschul-
deten Integritätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 3. Oktober 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit Einspracheentscheid vom 

7. Juni 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 266) zu Recht verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.2. 

Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur so-

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden-

rente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. 

BGE 134 V 109 E. 3 ff. S. 112 ff.; 133 V 64 E. 6.6.2; RKUV 2006 U 571 

S. 82). 

 

3. 

3.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023 (VB 266) stützte sich die 

Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 

kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. B._____, Fachärztin für Chirurgie, 

vom 17. Mai 2022 betreffend die kreisärztliche Untersuchung vom 11. Mai 

2022 (VB 229). Darin wurden die nachfolgenden Diagnosen gestellt 

(VB 229 S. 10): 

 

"Leitersturz ca. 1.5 m am 01.02.2020 mit 
Contusio capitis  

 - 4 - 

 

 

Nicht dislozierter, mehrfragmentärer Sternumfraktur proximaler Korpus-
bereich mit Beteiligung der Sternocostalgelenke II beidseits 

- vollständig konsolidiert, keine Psedoarthrose oder Dislokation (CT 
vom 09.09.2021) 

- Belastungsabhängige Restbeschwerden Rippenthorax apikal 
rechts 

Dislozierter, subkapitaler Metacarpale II Fraktur rechts 
- in Palmarabkippung von 30° vollständig konsolidiert (CT vom 

07.05.2020) 
- Zustand nach traumatischer Amputation auf Höhe PIP 1980 

 
Diagnosen teilkausal zum Ereignis vom 15.01.1980 
Bouchardarthrose Mittelfinger rechts 
Status nach Trapezoidresektion und Arthroplastik Daumen rechts am 
30.09.2016 bei  

- STT-Arthrose sowie beginnender Rhizarthrose rechts 
 
Nicht unfallkausale Nebendiagnosen 
Status nach Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen 
Diabetes mellitus Typ II, Hypercholestrinämie, arterielle Hypertonie, Adi-
positas 
Obstruktives Schlafapnoesyndrom (CPAP-versorgt, nicht regelmässig) 
Psoriasis" 

 

Dr. med. B._____ hielt zudem fest, dass die vorliegenden Restbeschwer-

den sich in den letzten Monaten nicht mehr gebessert hätten und bis auf 

die orale Schmerzmedikation keine Behandlung mehr stattfinde. Somit 

liege ein stabiler Zustand vor und von weiteren Behandlungen könne keine 

namhafte Verbesserung der Restbeschwerden aus dem Ereignis von 2020 

mehr erreicht werden. Gemäss dem Belastungsprofil seien dem Beschwer-

deführer noch leichte Tätigkeiten mit folgenden Einschränkungen zuzumu-

ten (VB 229 S. 13): Heben und Tragen rechts bis 5 kg und bis Lendenhöhe. 

Beidhändiges Tragen bis 15 kg bis Lendenhöhe. Beim Tragen seien keine 

Rumpfrotationen zulässig. Hantieren mit Werkzeugen leicht. Stösse und 

Vibrationen an beiden Armen nicht zulässig. Das Begehen von Leitern oder 

Gerüsten sei aus Sicherheitsgründen zu unterlassen (internistische Vorer-

krankungen). Auf Nachfrage ergänzte Dr. med. B._____, dass diese Tätig-

keiten vom Beschwerdeführer vollzeitig und ohne leistungsmässige Ein-

schränkungen durchführbar seien (VB 242). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

 - 5 - 

 

 

3.2.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4. 

4.1. 

Die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. B._____ vom 17. Mai 2022 be-

treffend die kreisärztliche Untersuchung vom 11. Mai 2022 (VB 229) wird 

den von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweis-

kräftige medizinische Stellungnahme gerecht. Dr. med. B._____ kannte die 

Vorakten und Bildgebungen (vgl. VB 229 S. 1 ff.), gab die subjektiven An-

gaben des Beschwerdeführers ausführlich wieder (vgl. VB 229 S. 7 f.), be-

rücksichtigte die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden 

(VB 299 S. 8 f.) und setzte sich im Anschluss mit den erhobenen Befunden 

sowie den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers auseinander (vgl. 

VB 229 S. 10 ff.). Die kreisärztliche Beurteilung ist in der Beurteilung der 

medizinischen Situation nachvollziehbar und grundsätzlich geeignet, den 

Beweis für den anspruchserheblichen medizinischen Sachverhalt zu er-

bringen. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts 

vor, die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, eingehende Abklärun-

gen bezüglich seiner Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Zudem sei 

Dr. med. B._____ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angepassten 

Tätigkeit ausgegangen, obwohl dies den Einschätzungen der behandeln-

den Ärzte widerspreche (vgl. Beschwerde S. 11). 

 

4.2.2. 

Der Beschwerdeführer führt nicht aus, worauf sich seine Äusserungen zur 

anderweitigen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit beziehen. Die Akten 

enthalten jedoch diverse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse, welche ihm eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten und von diversen Spezialärzten 

ausgestellt wurden (VB 2, 5, 6, 7, 8, 9, 43, 61, 77, 91, 92, 123, 125, 130, 

142, 146, 149, 151, 164, 184, 243). Diese wurden jedoch ohne Begründung 

ausgestellt und bezogen sich nicht auf eine angepasste Tätigkeit. Sie ver-

mögen kein Abweichen von der kreisärztlichen Beurteilung von 

Dr. med. B._____ vom 17. Mai 2022 zu begründen, im Gegenteil stimmen 

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diese mit der Beurteilung von Dr. med. B._____ überein, welche dem Be-

schwerdeführer ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als D_____ be-

scheinigte (VB 229 S. 12 f). 

 

4.3. 

Es sind weder den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Rügeprin-

zip; BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf BGE 110 V 48 E. 4a 

S. 53; LOCHER/GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 

4. Aufl. 2014, S. 590 f.; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, 

N. 77 zu Art. 61 ATSG) noch den Akten konkrete Hinweise zu entnehmen, 

welche auch nur geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit 

der kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. med. B._____ zu begründen ver-

möchten (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

BGE 134 V 109 E. 9.5, mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1). Der medi-

zinische Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig 

abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 11) in an-

tizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (BGE 127 V 491 E. 1b 

S. 494 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin setzte mit Verfügung vom 12. Juli 2022 aufgrund 

des Alters des Beschwerdeführers (im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre) ge-

stützt auf Art. 28 Abs. 4 UVV, sowohl Validen-, als auch Invalideneinkom-

men anhand der Tabellenlöhne der LSE fest (VB 250 S. 1 f.). 

 

Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen 

seines Gesundheitsschadens im Wesentlichen vor, es sei von einem zu 

tiefen Valideneinkommen ausgegangen worden. Entgegen dem Vorgehen 

der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 28 Abs. 4 UVV sei von seinem 

zuletzt erzielten Einkommen auszugehen, welches wesentlich höher sei 

und daher dem Kompetenzniveau 2 entspräche (vgl. Beschwerde S. 6). 

 

5.1.1. 

5.1.1.1. 

In der Unfallversicherung gilt prinzipiell die in Art. 16 ATSG festgelegte Me-

thode zur Bestimmung der Invalidität (UELI KIESER, a.a.O., N. 166 zu Art. 16 

ATSG; vgl. jedoch Art. 18 Abs. 2 UVG). Für die Bestimmung des Invalidi-

tätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-

lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; sogenannte allgemeine Me-

thode des Einkommensvergleichs). Der Einkommensvergleich hat in der 

Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 

 - 7 - 

 

 

Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 

E. 1 S. 30; 104 V 135 E. 2a und b S. 136 f.). 

 

5.1.1.2. 

Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Per-

son erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; 

128 V 174; Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. September 

2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst 

angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-

heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfah-

rungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein 

(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 

134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). 

 

5.1.1.3. 

Wenn es nicht möglich ist, zur Bestimmung des Valideneinkommens vom 

zuletzt vor Invaliditätseintritt erzielten Lohn auszugehen, oder fehlen sonst 

konkrete Anhaltspunkte für dessen Bestimmung, dann ist auf Erfahrungs- 

und Durchschnittswerte zurückzugreifen (SVR 2009 IV Nr. 27 S. 75), nöti-

genfalls auch bei Selbständigerwerbenden (Urteil des Bundesgerichts 

8C_9/2009 vom 10. November 2009 E. 4). Auf die Tabellenlöhne, das 

heisst auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesam-

tes für Statistik (vgl. BGE 124 V 321) darf jedoch stets nur unter Mitberück-

sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 

persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (Urteil des Eidge-

nössischen Versicherungsgerichts U 243/99 vom 23. Mai 2000; 

MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-

cherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 

4. Aufl. 2022, N. 56 zu Art. 28a IVG). 

 

5.1.1.4. 

Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 

die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Al-

ter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, 

wenn er nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf-

nimmt oder wenn sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Be-

einträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (BGE 134 V 392 E. 6.2 

S. 398; 122 V 426 E. 2 S. 426 f.; 122 V 418 E. 1b S. 419). Nach der 

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Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei 

etwa "42 Jahren" oder zwischen "40 und 45 Jahren" und das vorgerückte 

Alter im Bereich von "rund 60 Jahren", wobei für letztes der Zeitpunkt des 

Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 426 E. 2 S. 427; 122 V 418 

E. 1b S. 419). Die Gesetzmässigkeit dieser Sonderregel für die Invaliditäts-

bemessung wurde vom Eidgenössischen Versicherungsgericht bzw. vom 

Bundesgericht nach eingehender Prüfung bejaht (BGE 134 V 392 E. 6.2 

S. 398 f.; 122 V 426 ff.; 122 V 418 E. 1b S. 419; 113 V 132 ff; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, 

S. 141). Mit Art. 28 Abs. 4 UVV soll zweierlei verhindert werden, nämlich, 

dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade angenommen wer-

den und dass dort Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf 

die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen. 

Dementsprechend wirkt sich die Anwendung dieser Bestimmung im Ver-

gleich mit der allgemeinen Methode gemäss Art. 16 ATSG in aller Regel 

rentenvermindernd aus (BGE 122 V 418 E. 3a S. 422; vgl. auch 

BGE 134 V 392 E. 6.2 S. 399). 

 

Auch wenn die Anwendung der fraglichen Bestimmung ab rund 60 Jahren 

grundsätzlich in Betracht zu ziehen ist, wie die Rechtsprechung im Zusam-

menhang mit der Konkretisierung des Begriffs des "vorgerückten Alters" 

festgehalten hat, kann dies freilich nicht bedeuten, dass bei der Invaliditäts-

bemessung ab jenem Alter stets nach Art. 28 Abs. 4 UVV zu verfahren 

wäre. Denn dergleichen widerspräche nicht nur der bei der Anwendung von 

Art. 28 Abs. 4 UVV gebotenen Zurückhaltung sowie den bereits unter dem 

alten Recht von Art. 91 KUVG erarbeiteten Grundsätzen, sondern fände 

vor allem auch in dem in allen sprachlichen Fassungen des Verordnungs-

textes ("erheblich"; "essentiellement"; "essenzialmente") klaren Wortlaut 

keine Stütze. Daher ist die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV auch bei 

Versicherten im vorgerückten Alter erst dann zu erwägen und durch ent-

sprechende Abklärungen zu ergründen, wenn Anhaltspunkte dafür beste-

hen, dass der physiologischen Altersgebrechlichkeit verglichen mit den an-

deren Ursachen der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine wesentli-

che Bedeutung zukommt (BGE 122 V 418 E. 4c S. 424 mit Hinweis auf 

RKUV 1990 Nr. U 115 S. 393 E. 4b, 4d in fine; PETER OMLIN, Die Invalidität 

in der obligatorischen Unfallversicherung, Freiburger Diss. 1995, S. 252). 

Entscheidend ist, ob konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich das 

Alter der Versicherten erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Er-

werbsfähigkeit auswirkt. Dies kann einerseits aus medizinischer Sicht in ei-

ner physiologischen Altersgebrechlichkeit in dem Sinne auftreten, dass die 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch den erlittenen Unfall und seine 

Folgen bei einer Person im mittleren Alter geringer ausgefallen wäre. Der 

Altersfaktor kann sich andererseits aber auch erwerblich auswirken in dem 

Sinne, dass beispielsweise die Wiedereingliederung schwieriger ist, eine 

Umschulungsmassnahme nicht (mehr) gewährt wird oder aber sich kein 

Arbeitgeber mehr findet, welcher eine Person kurz vor dem AHV-Alter mit 

 - 9 - 

 

 

gesundheitlichen Einschränkungen einstellen würde (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_507/2022 vom 28. November 2022 E. 5.1.3; 8C_799/2019 

vom 17. März 2020 E. 2.3 und 3.3.2; mit Hinweis u.a. auf BGE 122 V 418 

E. 4c, 4d/bb S. 424 f.). 

 

5.1.2. 

Vorliegend war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses 61 

Jahre alt und hat nach dem Unfall keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenom-

men. Gemäss der ersten Variante von Art. 28 Abs. 4 UVV wäre die Bestim-

mung des Invaliditätsgrades nach dem Erwerbseinkommen eines Versi-

cherten im mittleren Alter, wie es die Beschwerdegegnerin vorgenommen 

hat, nur dann angezeigt, wenn die Nichtwiederaufnahme der Erwerbstätig-

keit "altershalber" begründet wäre. Der Beschwerdeführer gab im persönli-

chen Gespräch mit der Beschwerdegegnerin in X._____ am 2. Juli 2020 

an, dass ihm seine berufliche Tätigkeit der fachgerechten Montage von 

D_____-Systemen viel Spass bereite und es sein Ziel sei, wieder in seine 

angestammte Tätigkeit zurückzukehren. Er hätte bereits vor dem Unfall 

aufgrund seines Vorschadens hin und wieder Beschwerden an der rechten 

Hand verspürt, jedoch habe er seine Arbeit ohne Einschränkungen ausfüh-

ren können (VB 50 S. 2 f.). Gemäss Zumutbarkeitsprofil hat der Beschwer-

deführer aufgrund internistischer Vorerkrankungen (gemeint ist wohl die ar-

terielle Hypertonie) das Besteigen von Leitern oder Gerüsten aus Sicher-

heitsgründen zu unterlassen (VB 229 S. 12 f.). Rechtsprechungsgemäss 

ist Art. 28 Abs. 4 UVV nur anwendbar, wenn konkrete Indizien dafür vorlie-

gen, dass das Alter des Versicherten im Vergleich zu den anderen Fakto-

ren, die zur Erwerbsunfähigkeit geführt haben, von überwiegender Bedeu-

tung ist (BGE 122 V 418 E. 4c S. 424 mit Hinweis auf RKUV 1990 Nr. 

U 115 S. 393 E. 4b, 4d in fine). Die Beschwerdegegnerin vermag nicht auf-

zuzeigen und den Akten sind keine entsprechenden konkreten Hinweise zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit altershal-

ber nicht mehr aufgenommen hat.  

 

5.1.3. 

Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Mai 2022 sind keine 

Beschwerden aufgeführt (vgl. E. 3.1. hiervor), welche auf eine physiologi-

sche Altersgebrechlichkeit schliessen liessen. Sodann weist der Bericht ex-

plizit daraufhin, dass die degenerativen Veränderungen der rechten Hand 

nicht ausschliesslich auf Verschleissleiden – was auf eine altersbedingte 

physiologische Veränderung hindeuten würde – zurückzuführen seien. 

Verglichen mit den unfallkausalen Ursachen der Beeinträchtigung der Er-

werbsfähigkeit ist jedoch nicht ersichtlich, dass dieser Befund die zumutba-

ren Tätigkeiten (vgl. E. 5.1.2. hiervor) weiter wesentlich bzw. "erheblich" 

einschränken würde. Die Amputation des End- und Mittelgliedes des Zei-

gefingers der rechten dominanten Hand und die unfallkausal deutlich ein-

geschränkte Belastbarkeit sind keine Gesundheitsschäden, welche sich 

beim Versicherten wesentlich schwerer auswirken als bei einer jüngeren 

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Person (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_449/2009 vom 19. November 

2009 E. 4.3). Den weiteren Akten sind ebenfalls keine Anhaltspunkte für 

eine physiologische Altersgebrechlichkeit zu entnehmen, denen verglichen 

mit anderen Ursachen der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine we-

sentliche bzw. "erhebliche" Bedeutung zukäme. 

 

Die Beschwerdegegnerin geht im Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023 

angesichts des Zumutbarkeitsprofils nachvollziehbarerweise von einem ge-

nügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten aus. Da-

bei sei im Falle des Beschwerdeführers an einfache Überwachungs-, Prüf- 

und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von 

(halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten zu denken 

oder etwa an leichte Montagearbeiten in körpernaher Position oder eine 

Tätigkeit als Museumswärter oder Parkplatzwächter (VB 266 S. 8). Für sol-

che Tätigkeiten ist keine Ausbildung bzw. Umschulung und damit keine 

lange Einarbeitungszeit nötig, die der Aufnahme einer solchen Tätigkeit in 

dem dem Beschwerdeführer verbleibenden Erwerbsleben entgegen-

stünde. Demnach ist aufgrund des Zumutbarkeitsprofil selbst im Hinblick 

auf das Alter des Beschwerdeführers von einem breiten Tätigkeitsfeld aus-

zugehen und die Aufnahme einer Tätigkeit nicht altershalber zu verneinen 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht U 463/00 vom 28. Okto-

ber 2003 E. 3.3). 

 

Zusammenfassend bestehen keine Hinweise auf eine physiologische Al-

tersgebrechlichkeit, welchen verglichen mit anderen Ursachen der Beein-

trächtigung der Erwerbsfähigkeit eine wesentliche bzw. erhebliche Bedeu-

tung zukommen würde. Auch ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdefüh-

rer nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufgenom-

men hätte. Sodann hat die Beschwerdegegnerin keine Abklärungen vorge-

nommen, um darzulegen inwiefern sie eine physiologische Altersgebrech-

lichkeit als vorhanden und verglichen mit den anderen Ursachen der Be-

einträchtigung der Erwerbsfähigkeit als wesentlich erachtet 

(BGE 122 V 418 E. 4c S. 424; Urteile des Bundesgerichts 8C_507/2022 

vom 28. November 2022 E. 5.1.3; 8C_205/2016 vom 20. Juni 2016 E. 3.4). 

Die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV ist daher vorliegend zu verneinen. 

 

5.1.4. 

Den Akten sind zudem keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer ohne das Ereignis vom 1. Februar 2020 nicht weiterhin in 

der bisherigen Anstellung bei der C._____ AG, X._____, tätig geblieben 

wäre. Eine Ausnahme vom Erfahrungssatz, dass die bisherige Tätigkeit 

ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre, ist damit nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. E. 5.1.1.2. hiervor). Es ist 

für die Bemessung des Valideneinkommens folglich auf das vor dem Unfall 

erzielte Einkommen von Fr. 76'874.30 (Fr. 5'880.00 x 13 x 106.2/ 105.6 [inde-

xiert auf das Jahr 2022; BfS, T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2011-2022, 

 - 11 - 

 

 

Ziff. 41-43 "Baugewerbe/Bau", 2020 =105.6, 2022=106.2]) abzustellen 

(VB 1). 

 

5.2. 

5.2.1. 

5.2.1.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidi-

tät eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Ar-

beitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die 

LSE-Tabellenlöhne (LSE = Die schweizerische Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 

S. 296 f. mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 E. 3.2; 

8C_545/2020 vom 4. November 2020 E. 5.1). 

 

5.2.1.2. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch-

schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu 

kürzen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-

setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-

den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 

Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), 

welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein 

Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im 

Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person we-

gen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter-

durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der 

Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf 

das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge-

samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenloh-

nes zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 

S. 327 f.; 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 

S. 78 ff.]). Die Gewährung oder Verweigerung des Abzuges im Grundsatz 

ist eine Rechtsfrage, die Festlegung des Abzuges bis 25 % eine Ermes-

sensfrage (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

 - 12 - 

 

 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

[IVG], 4. Aufl. 2022, N. 104 ff. zu Art. 28a IVG). 

 

5.2.2. 

Der Beschwerdeführer ging nach dem Unfall ausweislich der Akten keiner 

Erwerbstätigkeit nach, weshalb zur Bestimmung des Invalideneinkommens 

angesichts der dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Tätigkeiten und 

seiner nicht vorhandenen Berufsausbildung unbestrittenermassen auf die 

Tabellenlöhne des Kompetenzniveau 1 abzustützen ist (vgl. E. 5.2.1.1. 

hiervor). 

 

Der Beschwerdeführer bringt jedoch vor, dass ihm aufgrund seiner gesund-

heitlichen Beschwerden, dem eingeschränkten möglichen Betätigungsfeld 

mit nur noch leichten Tätigkeiten und dem daraus resultierenden wesentlich 

geringeren Einkommen ein Abzug vom Medianlohn von 15 % zu gewähren 

sei (vgl. Beschwerde S. 9 ff.). Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich 

auf das Rechtsgutachten Prof. Gächter, die Studie BASS und die Ergeb-

nisse der Arbeitsgruppe "Tabellenlöhne LSE" verweist (vgl. Beschwerde 

S. 7 f.), ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht gemäss 

BGE 148 V 174 an seiner gefestigten Rechtsprechung festgehalten hat, 

womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. 

 

5.2.3. 

Den vorhandenen, unfallversicherungsrechtlich relevanten, gesundheitli-

chen Einschränkungen wurde bereits bei der Arbeitsfähigkeitseinschät-

zung und der Definition des Zumutbarkeitsprofils Rechnung getragen (vgl. 

E. 3.1. hiervor), womit diese nicht noch zu einem zusätzlichen leidensbe-

dingten Abzug führen können (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182 mit Hin-

weisen). Der angewandte und unumstritten gebliebene Tabellenlohn des 

Kompetenzniveaus 1 basiert ausserdem auf einer Vielzahl von geeigneten 

leichten bis mittelschweren Tätigkeiten. Diesbezüglich gilt insbesondere 

auch, dass die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere 

Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einem leidensbedingten Abzug 

führt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2021 vom 3. März 2022 

E. 4.3.2). Einfache und repetitive Tätigkeiten des angewandten Kompe-

tenzniveaus 1 erfordern des Weiteren weder gute Sprachkenntnisse noch 

ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7) oder Berufserfahrung (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.3.3 mit 

Hinweisen). Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt (Art. 16 und Art. 7 Abs. 1 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.) 

altersunabhängig nachgefragt (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 

9C_862/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3.2; 8C_403/2017 vom 25. August 

2017 E. 4.4.1 mit Hinweisen). Die ihm zumutbaren Tätigkeiten kann der 

Beschwerdeführer unter Einhaltung des Belastungsprofils vollzeitig und 

ohne leistungsmässige Einbusse ausführen (VB 242 S. 1, vgl. E. 3.1. 

 - 13 - 

 

 

hiervor). Schliesslich ist der Beschwerdeführer Schweizer (VB 119 S. 1), 

was statistisch gesehen eine lohnsteigernde Auswirkung hat (BfS, 

LSE 2020, Tabelle T12_b, monatlicher Bruttolohn, Schweizer/innen und 

Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Kader-

funktion, Männer, Median, Total und Schweizer). Insgesamt ist damit ein 

Abzug vom Tabellenlohn – entgegen der Beschwerdegegnerin (VB 266 

S. 8) – nicht gerechtfertigt. 

 

5.2.4. 

Per 1. Juni 2022 (Fallabschluss per 31. Mai 2022 [VB 250 S. 1]; Art. 19 

Abs. 1 UVG) ergibt sich dementsprechend ein Invalideneinkommen von 

Fr. 66'306.25 (Fr. 5'261.00 [BfS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn nach 

Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 

TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Männer] x 12 

x 108.0/ 107.2 [indexiert auf das Jahr 2022; BfS, T1.1.10, Nominallohnindex 

Männer 2011-2022, Total, 2020 =107.2, 2022 =108.0] x 41.7/ 40 [BfS, Be-

triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Wo-

che, 1990–2022, Total, 2022 = 41.7 h]). 

 

5.3. 

Bei Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich 

per 1. Juni 2022 (Art. 19 Abs. 1 UVG) ein rentenbegründender (Art. 18 

Abs. 2 UVG) Invaliditätsgrad von 14 % (Valideneinkommen: Fr. 76'874.30 

[vgl. E. 5.2.3. hiervor]; Invalideneinkommen: Fr. 66'306.25 [vgl. E. 5.2.4. 

hiervor]; Erwerbseinbusse: Fr. 76'874.30 - Fr. 66'306.25 = Fr. 10'568.05; 

Invaliditätsgrad: Fr. 10'568.05 / Fr. 76'874.30 x 100 = 13.75 %; gerundet 

gemäss BGE 130 V 121 = 14 %). 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 7. Juni 2023 dahingehend abzu-

ändern, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 2022 Anspruch auf 

eine Invalidenrente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 14 % hat. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

  

 - 14 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 7. Juni 2023 dahingehend abgeändert, dass der Beschwerdeführer ab 

dem 1. Juni 2022 Anspruch auf eine Invalidenrente gestützt auf eine Er-

werbsunfähigkeit von 14 % hat. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'450.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 14. Dezember 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Kathriner     Tschan