# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c766831-5ebc-5769-ab8a-57efb5b169c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2010 D-6061/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6061-2010_2010-11-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6061/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], alias
B._______, geboren [...], Eritrea,
vertreten durch Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft; 
Verfügung des BFM vom 4. August 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6061/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

I.

dass der Beschwerdeführer am 15. März 2004 unter den Personalien 
B._______, geboren [...],  Eritrea, in der Schweiz  ein Asylgesuch ein-
reichte, 

dass  er  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  im Wesentlichen  vor-
brachte, er habe Eritrea am 3. März 2004 verlassen, weil er zwei bis 
drei  Monate davor durch die eritreischen Behörden zum Militärdienst 
aufgeboten worden sei, 

dass das BFF mit Verfügung vom 18. Mai 2004 das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  ablehnte,  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
sowie den Vollzug anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17.  Juni  2004  Be-
schwerde bei  der  damaligen  Schweizerischen Asylrekurskommission 
(ARK) erhob,

dass ein auf  Antrag des BFM durchgeführter  Fingerabdruckvergleich 
gemäss  Schreiben  des  Bundespolizeiamtes  Weil  am  Rhein  vom 
13. September 2005 ergab, dass der Beschwerdeführer am 10. Okto-
ber  1983  nach  Deutschland  eingereist  und  unter  den  Personalien 
A._______, geboren [...], erfasst worden sei,

dass sein Asylgesuch in Deutschland am 16. August 1994 abgelehnt 
worden sei und er seit dem 9. Oktober 1999 als verschwunden gelte, 

dass  mit  Instruktionsverfügung  vom  18. Oktober  2005  dem  Be-
schwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zu  diesen  Abklärungsergeb-
nissen gewährt wurde, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 1. November 
2005  (Poststempel)  im  Wesentlichen  ausführte,  er  sei  in  der  Tat 
A._______,  geboren  [...],  und  sei  im  Alter  von  sechs  Jahren  nach 
Deutschland eingereist, wo sein Vater und seine Schwester eine Asyl-
anerkennung erhielten, er jedoch irrtümlicherweise nicht, 

dass es ihm in Deutschland aufgrund dieses Irrtums nicht  gelungen 
sei, einen geregelten Aufenthaltstitel zu erlangen, und er wegen den 

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vorherrschenden Verhältnissen und mangels Kenntnis der tigrinischen 
Sprache nicht nach Eritrea zurückkehren könne,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 15. November 2005 voll-
umfänglich  an  seinen  Erwägungen  festhielt,  die  Abweisung  der  Be-
schwerde beantragte und argumentierte, die angeblichen Ausreisemo-
tive des Beschwerdeführers seien aufgrund seines Aufenthaltes zwi-
schen 1983 und 1999 in Deutschland unglaubhaft, 

dass die ARK am 8. Dezember 2005 das BFM zu einer ergänzenden 
Vernehmlassung einlud und die Vorinstanz um Stellungnahme zu dem 
noch zu absolvierenden Militärdienst des Beschwerdeführers in Eritrea 
ersuchte,

dass  das  BFM im  Rahmen  dieses  Schriftenwechsels  mit  Verfügung 
vom 14. Dezember 2005 den Entscheid vom 18. Mai 2004 vollumfäng-
lich aufhob und das Asylverfahren wieder aufnahm, 

dass die ARK mit Beschluss vom 19. Dezember 2005 die Beschwerde 
als gegenstandslos geworden abschrieb,

II.

dass  das  BFM  mit  an  “Monsieur  [...]“  adressierter  Verfügung  vom 
18. Januar 2006 dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft zu-
erkannte und ihm in der Schweiz Asyl gewährte,

dass das BFM mit Schreiben vom 26. Januar 2006 dem Beschwerde-
führer sodann mitteilte, die Verfügung vom 18. Januar 2006 sei auf sei-
ne  falsche  Identität  erlassen  worden,  weshalb  diese  nichtig  sei  und 
keine Rechtswirkungen entfalten könne, 

dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  vom 
20. Februar 2006 der Vorinstanz mitteilte, er könne sich der Rechtsauf-
fassung, wonach der eröffnete, positive Asylentscheid vom 18. Januar 
2006 nichtig sei, nicht anschliessen, zumal dem BFM der richtige Na-
me des Beschwerdeführers bereits bekannt gewesen sei,

dass es sich demnach lediglich um einen Kanzleifehler  handle,  wel-
cher formlos zu berichtigen sei,

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dass das BFM mit Verfügung vom 23. Februar 2006 in Anwendung von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  b  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 15. März 
2004 nicht eintrat und dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den 
Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer am 28. Februar 2006 bei der ARK gegen 
diese Nichteintretensverfügung Beschwerde erheben liess, 

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Mai 2006, welche im Rahmen des 
Vernehmlassungsverfahrens  erging,  festhielt,  der  Nichteintretensent-
scheid  vom 23. Februar  2006  entfalte  keine  juristischen  Wirkungen, 
dem Beschwerdeführer komme weiterhin die Flüchtlingseigenschaft zu 
und das ihm mit Verfügung vom 18. Januar 2006 gewährte Asyl beste-
he weiterhin, 

dass die ARK mit Beschluss vom 8. Mai 2006 infolge Wegfalls des An-
fechtungsgegenstands die Beschwerde vom 28. Februar 2006 als ge-
genstandslos geworden abschrieb,

III.

dass der  Beschwerdeführer  mit  Berufungsurteil  des  Kantonsgerichts 
[...] vom 13. November 2007 wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff.  
2 Bst. a des Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungs-
mittel  und die  psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz,  BetmG; 
SR 812.121), der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. Ziff. 1 BetmG 
sowie der Widerhandlung gegen Art. 7 Abs. 1 Bst. c der  Verordnung 
vom 2. Juli  2008 über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffen-
verordnung, WV; SR 514.541) i.V.m. Art. 33 Abs. 1 Bst. a des Bundes-
gesetz vom 20. Juni 1997 über Waffen, Waffenzubehör und Munition 
(Waffengesetz, WG; SR 514.54) mit einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jah-
ren bestraft wurde,

dass das BFM mit Schreiben vom 30. April 2008 dem Beschwerdefüh-
rer im Hinblick auf einen allfälligen Widerruf des Asyls (Art. 63 Abs.  2 
AsylG) das rechtliche Gehör gewährte,

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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Juni 2008 seine dies-
bezügliche Stellungnahme einreichte respektive darum ersuchte, von 
einem Asylwiderruf sei abzusehen,

dass das BFM mit Verfügung vom 4. Juli 2008 das dem Beschwerde-
führer am 18. Januar 2006 gewährte Asyl widerrief,

dass  diese  Verfügung  unangefochten  in  Rechtskraft  erwuchs 
(vgl. Rechtskraftmitteilung vom 18. September 2008, B16/3),

IV.

dass das C._______ mit Verfügung vom 12. März 2009 die Jahresauf-
enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers widerrief, das Gesuch um 
Verlängerung der Jahresaufenthaltsbewilligung ablehnte, die Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Vollzug nach Beendigung des Straf-
vollzugs per Juni 2009 anordnete,

dass ferner festgehalten wurde, das BFM werde ersucht, aufgrund der 
noch bestehenden Flüchtlingseigenschaft nach Rechtskraft des vorlie-
genden Entscheides die vorläufige Aufnahme zu prüfen,

dass das Verwaltungsgericht des Kantons [...] mit Urteil vom 22. Sep-
tember  2009  die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  ab-
wies,

dass das C._______ mit Schreiben vom 9. Februar 2010 dem BFM die 
Rechtskraft des Widerrufs der Jahresaufenthaltsbewilligung mitteilte,

dass es das BFM zudem ersuchte, zu prüfen, ob die verfügte Wegwei-
sung trotz noch bestehender Flüchtlingseigenschaft vollzogen werden 
könne oder ob es dem Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme er-
teile,

V.

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. März 2010 beim BFM 
um Anordnung der vorläufigen Aufnahme ersuchen liess,

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dass zur  Begründung  im Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  mit  Verfü-
gung vom 4. Juli 2008 sei von der Aberkennung der Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers abgesehen worden,

dass  mittlerweile  die  Jahresaufenthaltsbewilligung  des  Beschwerde-
führers widerrufen worden sei und da dessen Entlassung im kommen-
den Sommer bevorstehe, werde um dessen vorläufige Aufnahme er-
sucht, 

dass das BFM dem Beschwerdeführer in der Folge mit Schreiben vom 
25. Juni 2010 das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Aberkennung 
der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG gewähr-
te,

dass der Beschwerdeführer am 8. Juli 2010 die Stellungnahme einrei-
chen liess, wobei hinsichtlich der Begründung auf die Akten zu verwei -
sen ist (C14/5),

dass das BFM mit Verfügung vom 4. August 2010 – eröffnet am 6.  Au-
gust 2010 – dem Beschwerdeführer die mit Verfügung vom 18. Januar 
2006 zuerkannte Flüchtlingseigenschaft aberkannte, 

dass  zur  Begründung  im Wesentlichen ausgeführt  wurde,  der  Verfü-
gung vom 18. Januar  2006 (Zuerkennung der  Flüchtlingseigenschaft 
und Asylgewährung; siehe oben Ziff. II) habe eine unvollständige Wür-
digung der Akten vorgelegen, weshalb sie sich als fehlerhaft erweise,

dass das öffentliche Interesse dafür spreche, diese Verfügung zu wi-
derrufen  beziehungsweise  abzuändern  und  ein  Interesse  in  der  An-
wendung des objektiven Rechts bestehe, 

dass es vorliegend zu bedenken gelte, dass der Beschwerdeführer im 
Zeitpunkt der Asylgewährung nicht gutgläubig gewesen sei, da er zu-
vor im Rahmen der Asylbegründung ein ganzes Lügengebäude errich-
tet und den Asylbehörden seinen Deutschlandaufenthalt seit den frü-
hen 1980-er Jahren verheimlicht habe,

dass er die Behörden nachweislich über die Identität getäuscht habe, 
was sich anlässlich seiner Einvernahme vom 8. Februar 2008 (recte: 
8. Februar 2006) herausgestellt habe,

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dass er  nicht  aus  eigenem Antrieb  sondern  erst  nach  Konfrontation 
"mit dem Abklärungsergebnis" die Täuschung über seine Identität und 
die Aufenthaltsdauer in Eritrea zugegeben habe,

dass sich auf den Grundsatz von Treu und Glauben nicht berufen kön-
nen soll, wer selbst treuwidrig gehandelt habe,

dass zudem äusserst stossend wäre, dass ausgerechnet eine wegen 
Drogenhandels rechtskräftig verurteilte Person weiter von einer fehler-
haften Verfügung profitieren können sollte,

dass der Beschwerdeführer am 25. August 2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde erheben und unter Kosten-  und Entschädi-
gungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Be-
lassung  der  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  beantra-
gen liess,

dass das BFM ferner anzuweisen sei, den Beschwerdeführer vorläufig 
in der Schweiz aufzunehmen,

dass der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen sei,

dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit dem 
Unterzeichnenden als Rechtsbeistand zu gewähren sei,

dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerde,  soweit  entscheidwesent-
lich, in den Erwägungen eingegangen wird,

dass mit Zwischenverfügung vom 6. September 2010 festgehalten wur-
de, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz abwarten,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) – unter Vorbehalt 
des Nachreichens des in Aussicht gestellten Bedürftigkeitsnachweises 
respektive einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhält-
nisse des Beschwerdeführers – gutgeheissen wurde,

dass auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet wurde,

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dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels notwendiger, professioneller 
juristischer Hilfe eines Anwaltes (weder in tatsächlicher noch in recht li-
cher Hinsicht komplex erscheinendes Verfahren) abgewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. September 2010 den 
in Aussicht  gestellten Bedürftigkeitsnachweis [...],  vom 9. September 
2010 nachreichte, 

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswei-
se  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG) 
und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  aufgrund  der  vorliegenden  Aktenlage  gestützt  auf  Art. 111a 
Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet wird,

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dass  das  Bundesamt  das  Asyl  widerruft  oder  die  Flüchtlingseigen-
schaft  aberkennt,  wenn  die  ausländische  Person  das  Asyl  oder  die 
Flüchtlingseigenschaft durch falsche Angaben oder Verschweigen we-
sentlicher Tatsachen erschlichen hat (vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG),

dass zunächst  zweifelsfrei  feststeht,  dass der  Beschwerdeführer  be-
reits in seiner im ordentlichen Beschwerdeverfahren bei der ARK ein-
gereichten Stellungnahme vom 1. November 2005 das Abklärungser-
gebnis der deutschen Behörden vom 13. September 2005 bestätigte 
(siehe oben Ziff. I respektive act. 6 der Beschwerdeakten der ARK so-
wie Vernehmlassung des BFM vom 15. November 2005 [A15/1]),

dass die Vorinstanz somit spätestens seit diesem Zeitpunkt (Septem-
ber/November  2005)  wusste,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  zwei 
Identitäten aufgetreten ist,

dass sich daher die Begründung des BFM, die Identitätstäuschung ha-
be sich (erst)  anlässlich  "seiner  Einvernahme vom 8. Februar  2008" 
herausgestellt, als offensichtlich aktenwidrig erweist,

dass  nebenbei  diese  vorinstanzliche  Darstellung des Zeitablaufs  als 
zumindest äusserst befremdend bezeichnet werden muss, handelt es 
sich doch bei der vom BFM ins Feld geführten Einvernahme offensicht-
lich um eine solche vom 8. Februar  2006 (und nicht  vom 8. Februar 
2008) durch C._______ (vgl. C11/4),

dass das BFM somit offensichtlich in vollem Wissen um die verschie-
denen Identitäten des Beschwerdeführers mit  Verfügung vom 18. Ja-
nuar 2006 die Flüchtlingseigenschaft zuerkannte und ihm Asyl in der 
Schweiz gewährte,

dass die Vorinstanz überdies mit Verfügung vom 3. Mai 2006 ihren am 
23. Februar 2006 ergangenen Nichteintretensentscheid (Identitätstäu-
schung) als "keine juristischen Wirkungen entfaltend" bezeichnete und 
festhielt,  dem  Beschwerdeführer  komme  weiterhin  die  Flüchtlingsei-
genschaft zu und das ihm am 18. Januar 2006 gewährte Asyl bleibe 
bestehen,

dass das BFM sodann auch im Rahmen des Asylwiderrufverfahrens in 
seiner Verfügung vom 4. Juli 2008 – also über zweieinhalb Jahre nach-
dem es vom Deutschlandaufenthalt des Beschwerdeführers unter an-
derer Identität erfahren hatte – im Zusammenhang mit der Verhältnis-

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mässigkeitsprüfung explizit festhielt, dass der Widerruf des Asyls nicht 
automatisch  die  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  sich 
ziehe,

dass  somit  die  vorinstanzliche  Begründung  –  der  Verfügung  vom 
18. Januar  2006  habe  eine  unvollständige  Würdigung  der  Akten  zu-
grunde gelegen – nach dem Gesagten offensichtlich nicht zutrifft,

dass folglich die vorinstanzliche Argumentation, der Beschwerdeführer 
habe im Zeitpunkt  der  Asylgewährung nicht  gutgläubig  sein können, 
ebenfalls offensichtlich nicht zutrifft,

dass im Gegenteil die Argumentation des BFM, indem es sämtliche für 
das vorliegende Verfahren relevanten Umstände missachtet  oder  ak-
tenwidrig  wiedergibt,  gleichsam einer  gegen  Treu  und  Glauben  ver-
stossenden Tatsachenverdrehung gleichkommt,

dass  schliesslich  mit  dem  Beschwerdeführer  (vgl.  Beschwerde  II/4, 
S. 2)  festzuhalten ist,  dass  die  von ihm im Rahmen des rechtlichen 
Gehörs  erhobenen  Einwände  in  der  angefochtenen  Verfügung  wohl 
wiedergegeben werden, das BFM sich damit aber nicht im geringsten 
auseinandergesetzt hat,

dass sich angesichts dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen,

dass somit die Voraussetzungen für die Aberkennung der Flüchtlings-
eigenschaft gestützt Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG offensichtlich nicht er -
füllt sind und dem Beschwerdeführer daher die Flüchtlingseigenschaft 
zu belassen ist,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen, die Verfügung des BFM 
vom  4.  August  2010  aufzuheben  und  dem  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft zu belassen ist,

dass  das  BFM  sodann  anzuweisen  ist,  den  Beschwerdeführer  als 
Flüchtling in der Schweiz vorläufig aufzunehmen,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 3 VwVG),

dass dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts des Obsiegens im 
Beschwerdeverfahren  in  Anwendung von  Art.  64  Abs. 1  VwVG eine 

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Parteientschädigung für  die  ihm erwachsenen notwendigen und ver-
hältnismässig hohen Kosten zuzusprechen ist  (vgl. Art. 7 des Regle-
ments vom 21. Februar  2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass in der Beschwerde eine Parteientschädigung von Fr. 3'200.– gel-
tend gemacht  wird,  wobei  zu  beachten sei,  dass  auch der  Aufwand 
des  Unterzeichnenden  im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  (rechtliches 
Gehör) zu entschädigen sei,

dass  der  den  Beschwerdeführer  in  Asylangelegenheiten  seit  Jahren 
vertretende Rechtsvertreter  zum Einen eine nicht  näher spezifizierte 
Parteientschädigung geltend macht,

dass zum Anderen bloss Aufwendungen im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens zu vergüten und während des vorinstanzlichen Verfahrens 
angefallene Kosten nicht zu entschädigen sind,

dass nach dem Gesagten und in Anlehnung an andere vergleichbare 
Fälle die geltend gemachte Parteientschädigung als zu hoch erscheint 
und demnach zu kürzen ist,

dass das BFM anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung  auszurichten,  welche  aufgrund  der  zu  beachtenden  Be-
messungsfaktoren (Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE;) und des 
anhand der Akten zuverlässig abschätzbaren notwendigen Zeitaufwan-
des seines Rechtsvertreters auf pauschal insgesamt Fr. 1'500.– (inklu-
sive Auslagen und MwSt.) festzusetzen ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 4. August 2010 wird aufgehoben und dem 
Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft belassen.

3.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling vor-
läufig in der Schweiz aufzunehmen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'500.– (inklusive MwSt. und Auslagen) auszurich-
ten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Original der BFM-Verfügung vom 4. August 2010)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- C._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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