# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ef71745-32a7-552c-8add-5f84e5787170
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-31
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision nach zweitem Unfall. Ergebnisse der beruflichen Abklärung stellen die medizinischen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit nicht in Frage. Diese ist trotz neuropsychologischer Defizite sowie hinzugetretener Handbeschwerden verwertbar.
**Docket/Reference:** IV.2013.01168
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.01168.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.01168
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Möckli
Urteil
vom
31. Januar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
Obere
Geerenstrasse
2, 8044
Gockhausen
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1976, absolvierte von 1993 bis 1996 bei
Y.___
,
Z.___
, eine Lehre als Heizungsmonteur und war in der Folge weiterhin
als solcher bei diesem tätig (
Urk.
6/2/4 und
Urk.
6/5). Am 1
7.
Mai 1998 zog er sich bei einem Autounfall ein s
chweres Schädelhirntrauma,
einen Pneumotho
rax
rechts
sowie eine
Claviculafraktur
rechts
zu
(
Urk.
6/13/65
)
.
Die Schweizeri
sche
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbe
handlung, Taggeld).
Vom
3.
Juni bis 1
2.
August 1998 hielt sich
X.___
zur neurologischen Frührehabilitation und vom 2
0.
Januar bis 2
4.
Februar 1999
zur Abklärung einer beruflichen Wiedereingliederung und neuropsycholo
gi
schen
Kontrolle in der
Klinik A.___
auf (
Urk.
6/13/
39f.
und
Urk.
6/13/12f.
)
. Nach
weiteren Abklärungen sprach ihm die SUVA
, ausgehend von einer Erwerbs
un
fähigkeit von 60
%
, mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2000
mit Wirkung ab
1.
Juli 2000
eine nach
Art.
37
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) um 30
%
ge
kürzte monatliche Rente von Fr.
1‘420.-- sowie eine
In
tegri
täts
entschädigung
von Fr. 23‘814.--
zu (Urk.
6/38/10-13
).
1.2
Zuvor hatte sich der Versicherte am
3.
Februar 1999 (Eingangsdat
um) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zür
ich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Rente) angemeldet (
Urk.
6/2).
Nach medizinischen und
beruflichen Abklärungen
übernahm
die IV-Stelle
die Kosten für ein
Arbeitstrai
ning
vom
1.
September bis 3
1.
Dezember 1999
in der freien Wirtschaft im Sinne
einer Wiedereinschulung in die berufspraktischen Fähigkeiten als Heizungs
mon
teur
und
richtete ihm während
dieser
beruflichen
Massnahme
Invalidentag
gel
der
aus
(
Verfügungen vom 2
4.
August und 6.
September 1999,
Urk.
6/23
/1-3 und Urk.
6/24).
Sodann sprach sie ihm
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 60
%
, mit Verfügungen vom 1
2.
Juli 2000 vom
1.
Mai bis 3
1.
August 19
99
sowie ab dem
1.
Januar 2000
eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
6/32-33
). A
n
läss
lich der
im Jahr 2001 von Amtes wegen durchgeführten
Rentenrevision
ergab
sich ein unveränderter Invaliditätsgrad (
Mitteilung vom
30.
August 2001
,
Urk.
6/39).
1.3
Die
anlässlich des
Revisionsverfahrens
im Jahr 2003
von der IV-Stelle vorge
nom
menen medizinischen und beruflichen Abklärungen ergaben wiederum ei
nen
unveränderten Invaliditätsgrad von 60
%
(
Urk.
6/60)
.
Mit Verfügung vom 1
9.
Juli
2004 wurde jedoch a
ufgrund der
am
1.
Januar 2004 in Kraft getretenen
4.
IV-
Re
vision die bisherige halbe
Rente
mit Wirkung ab 1.
Januar
2004 auf eine
Drei
viertelsrente
erhöht (
Urk.
6/62).
1.4
Am
7.
April 2008 (Eingangsdatum) stellte der Versicherte unter Hinweis darauf, dass er seine 50
%-Stelle bei einer Heizungsfirma per Ende Mai 2008 g
ekündigt habe, das Begehren um
Durchführung einer beruflichen Abklärung
, eventuell Arbeitsvermittlung
(
Urk.
6/6
5).
Per 2
3.
August 2008 fand er
eine Stelle als
Ser
vicemitarbeiter
in einem Restaurant, weshalb die Arbeitsvermittlung a
bge
schlossen wurde (Mitteilung der IV-Stelle
vom 1.
September 2008, Urk.
6/80). Am
8.
September 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
er
weite
r
hin Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente habe (Invaliditätsgrad 60
%
,
Urk.
6/83).
1.5
Am 1
2.
September 2010 zog sich der Versicherte bei einem Motorradunfall
Ra
diusfrakturen
beidseits, eine Fraktur des Os metacarpale rechts,
eine
Thora
x
kontusion
, eine Oberschenkelkontusion links sowie eine
commotio
cerebri
zu
(
Urk.
6/99/134)
. Die SUVA erbrachte wiederum die gesetzlichen Leistungen. Am
6.
April 2011 (Eingangsdatum) reichte der Versicherte eine neuerliche Anmel
dung
bei der IV-Stelle ein (
Urk.
6/89). Diese holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (6/98 und
Urk.
6/100), zog die Akten der SUVA bei (
Urk.
6/94,
Urk.
6/99,
Urk.
6/101,
Urk.
6/1
04,
Urk.
6/106 und
Urk.
6/111) und tätigte
beruf
liche Ab
klä
rungen (
Urk.
6/112 und
Urk.
6/114). In der Folge schrieb die IV-Stelle unter Hin
weis darauf, dass gemäss ihren Abklärungen aufgrund des Ge
sundheitszu
standes des Versicherten zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien, am
6.
Juni 2012 dessen Leistungsbegehren vom
6.
April 2011, soweit damit die
Durchführung von beruflichen Massnahmen resp. Umschulung beantragt worden
war, als erledigt ab (
Urk.
6/113).
Nach weiteren Abklärungen stellte sie dem Ver
sicherten mit
V
orbescheid vom 2
7.
Mai 2013
ab
1.
April 2011 bis 3
1.
Dezember 2012 eine ganze Invalidenrente (Invaliditätsgrad 100
%
) und mit Wirkung ab
1.
Januar 2013 eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad 65
%
) in Aussicht (
Urk.
6/128
).
Da
gegen
erhob
der Versicherte am
3.
Juni 2013
resp.
11.
Juli 2013
Einwand
(
Urk.
6/132 und
Urk.
6/138
)
. Die
SUVA sprach
X.___
mit un
an
gefochten gebliebener Verfügung vom
2
8.
Juni 2013 unter Hin
weis
auf den Vor
bescheid der IV-Stelle vom 2
7.
Mai 2013 sowie
darauf, dass die erwerblichen
und medizinischen Abklärungen unter Berücksichtigung der früheren Rente eine
Erwerbsu
nfähigkeit von 65
%
ergeben hätten
, mit Wirkung ab
1.
Juli 2013 eine monatliche Rente von
Fr.
2‘060.--
und wegen des Unfalles vom 1
2.
September
2010 eine Integritätsentschädigung von
Fr.
8‘820.--
zu (Urk.
6/136)
.
Die IV-Stelle
sprach dem Versicherten, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 65 %, mit
Verfügung vom 18. November 2013 mit Wirkung ab 1. Dezember 2013 eine
Drei
viertelsrente
zu, wobei sie ihn darauf hinwies, dass für die Zeit von April 2011
bis Dezember 2012 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Januar 2013 wieder
auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe und er die Verfügung für die Zeit von April 2011 bis November 2013 zu einem späteren Zeitpunkt erhalten werde (Urk. 2/1).
2.
Dagegen
erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1
8.
Dezember 2013 Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei fest
zustellen, dass er Anspruch auf eine ganze Rente habe
,
und es sei ein neut
ra
les Gutachten bei Experten einzuholen (
Urk.
1).
Die in Aussicht gestellten Verfü
gungen (ganze Rente vom 1. April 2011 bis 31. Dezem
ber 2012 bei einem
Inva
liditätsgrad
von 100 %,
Dreiviertelsrente
vom 1. Januar bis 30. November 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 65 %) ergingen ebenfalls am 18. Dezember 2013 (Urk. 6/148-149) und haben als
mitange
foch
ten
zu gelten.
Die
Beschwerdegeg
ne
rin
er
suchte in ihrer Beschwerdeantwort vom
1
0.
Februar 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerde
führer am 1
2.
Februar 2014 mit
geteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Für die Beurtei
lung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
besteht b
ei einem Invaliditätsg
rad von mindestens 40 %
Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleic
h gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
,
wel
che oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das So
zial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a
; zum Beweiswert von Berichten
der
Klinik A.___
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren vgl. auch
Urteil des Bundesgerichtes 9C_540/2012 vom 1
7.
Dezember 2012 E. 3.2.1 mit Hinweisen
).
1.7
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes kommt d
en
medizinischen Ab
klärungen
gegenüber denjenigen der Fachleute der Berufsbe
ratung/beruflichen Eingliederung ein grösseres Gewicht zu. Indes
sen darf Er
gebnissen leistungs
orientierter beruflicher Abklärungen nicht jegli
che Aussage
kraft für die Beurtei
lung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden. Steht eine medizinische Ein
schätzung der Leistungsfähigkeit in offen
sichtlicher und erheblicher Diskre
panz zu einer Leistung, wie sie während einer aus
führlichen beruflichen Abklärung
bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-
ein
satz
der versi
cherten Person effektiv rea
li
siert und gemäss Einschätzung der
Berufs
fachleute
objektiv realisierbar ist, ver
mag dies ernsthafte Zweifel an den ärztli
chen An
nahmen zu begründen und ist
das Einholen einer klärenden medi
zini
schen Stellungnahme grundsätzlich unab
dingbar (Urteile des Bundesgerichts 8C_59/2013 vom 22. April 2013, E. 3.3.1 und
9C_737/2011 vom 1
6.
Oktober 2012
,
E. 3.3).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch nach dem
1.
Januar 2013 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte geltend, gemäss ihren Abklärungen habe beim Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 1
2.
September 2010 eine befristete Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes bis längstens Ende September 2012 be
standen. Vom 1
2.
September
2010
bis 3
0.
Oktober (richtig: September) 2012 sei keine Tätigkeit
mehr
zumutbar gewesen.
Für d
iese Zeit
ergebe sich
ein
Inva
liditätsgrad
von 100
%
.
Seit dem 1.
Oktober 2012 bestehe in einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Ausgehend von
einem
Va
li
deneinkommen
von Fr. 71‘19
5.70
und einem I
nvalideneinkommen von
Fr.
25‘107
.40
resultie
re eine Erwerbseinbusse von Fr.
46‘088.30 resp. ein
Invali
ditätsgrad
von 65
%
(
Urk.
2).
2.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen
im Wesentlichen
vo
r, die
Beschwerde
geg
nerin
habe sich auf den nicht nachvollziehbaren und unvoll
ständigen
Be
richt des SUVA-Kreisarztes vom
5.
Juli 2012 abgestützt, ohne sich weiter damit
auseina
nderzusetzen
.
Aus der im Gutachten der
Klinik A.___
vom
1
9.
Dezem
ber 2012
vorgenommenen Beurteilung der beruflichen Funktions
fähig
keit sei zu schliessen, dass nur noch eine Arbeit in einem ge
schützten Rahmen
möglich sei
(
Urk.
1 S.
3 und 4)
.
Auch mit der von der
SUVA angeordneten beruf
lichen Abklärung habe sich die Beschwerdegegnerin nicht auseinandergesetzt.
Unerfindlich sei, dass – obwohl keine berufliche Eingliede
rung möglich sei – trotz
dem standardmässig eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bejaht worden sei (
Urk.
1 S. 5 und 6).
Alle Kriterien wiesen darauf hin, dass
er
im besten Fall noch in einer Werkstätte im geschützten Rahmen eingesetzt wer
den könnte und nicht mehr in der freien Wirtschaft
(
Urk.
1 S. 6)
.
3.
3.1
3.1.1
Im Zeitpunkt der ursprün
g
lichen
Rentenzusprache
(1
2.
Juli 2000,
Urk.
6/32-33) präsentierte sich die Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.1.2
Im Austrittsbericht der
Klinik A.___
vom
8.
März 1999
(Urk. 6/13/12f.)
wurden als Unfalldiagnosen eine schwere traumatische Hirnverletzung, ein Pneu
mothorax rechts, ein Verdacht auf einen
Hämatothorax
beidseits sowie eine
K
lavi
kulafraktur
rechts genannt. Als funktionelle Diagnosen und Probleme
wurden eine leichte bis mittelschwere neuropsychol
ogische Funktionsstörung, eine
c
ochleo-vestibuläre
Funktionsstörung
mit Schalleitungsschwerhörigkeit links sowie eine minime
,
residuelle
periphere
Faz
ialisparese
links
erhoben
(U
rk.
6/13/12
)
.
Es bestünden eine eingeschränkte Umstellungs
fähigkeit, eine ein
geschränkte
Daueraufmerksamkeit, ein eingeschränktes Lernen von verbalen Informationen sowie eine überhastete Arbeitsweise mit erhöhter Fehlerquote. Für den Wiedereinstieg ins Berufsleben sei dementsprechend mit einer deutli
chen Einschränkung der Leistungsfähigkeit zu rechnen
(Urk.
6/13/14
).
3.
1.
3
Laut den Angaben im Bericht der
Klinik A.___
vom
4.
März 1999 betref
fend die dort
ige
berufliche Abklärung
(
Urk.
6/17/5-11)
war der Beschwerdefüh
rer in seiner körperlichen Belastbarkeit nicht wesentlich eingeschränkt.
D
ie fest
gestellte leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung
habe
sich in der beruflichen Abklärung
wie folgt ausgewirkt:
Konzentrationsein
schrän
kung
, Probleme mit der Handlungsplanung, Ablenkbarkeit, Schwatzhaf
tig
keit,
Langfädigkeit
, Selbstüber
schätzung,
Einschränkun
g der
Umstellfähig
keit
. Unter Berücksichtigung der unfallbedingten Einschränkungen sei es noch ungewiss, ob der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit zukünftig ausü
ben könne (
Urk.
6/17/5).
3.1.4
Im
Bericht der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
November 1999
(
Urk.
6/27
)
wurde
festgehalten, die Überprüfung der aktuellen Situation habe ergeben, dass m
it der Anstellung
des Beschwerdeführers
zu 50
% in
seinem ursprüng
lichen Beruf als Heizungsmonteur
mittelfristig die optimalste Lösung er
reicht
sei
.
Es sei von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
54‘080.-- und einem
In
valideneinkommen
von
Fr.
21‘450.-- auszugehen.
3.1.5
Gestützt auf diese Angaben ermittelte die Beschwerdegegnerin einen
Invalidi
tätsgrad
von 60
%
(
Urk.
6/28).
3.2
Anlässlich der von der Beschwerdegegnerin in den Jahren 2003 und 2008 durch
geführten Revisionsverfahren
berichteten die Hausärzte des Beschwerde
führers,
Dr.
med.
B.___
, FMH
Innere Medizin, und Dr. med.
C.___
, FMH
All
gemeinmedizin, sowie
der ihn behandelnde Psychologe
lic
.
phil.
D.___
,
Fach
psychologe
FSP für Psychotherapie und Kinder- und
Jugendlichen
psycho
logie
,
in ihren Verlaufsberichten vom
24.
November 2003 (Urk.
6/57)
,
2
6.
Mai 2008 (
Urk.
6/70)
und 11.
Juni 2008 (
Urk.
6/71)
, dass sein Gesundheits
zustand stationär sei
.
3.3
3.3.1
Nach dem
Töffu
nfall
vom 1
2.
September 2010
war der Beschwerdeführer bis
16.
September 2010 im
E.___
hospitalisiert, wobei dort glei
chentags eine
palmare
Plattenosteosynthese mit
Spongiosaplastik
distaler Ra
diu
s rechts, eine
palmare
Plattenosteosynthese distaler Radius links sowie eine ge
schlossene Reposition mit perkutaner Kirschner-Draht-Fixation des
Metacar
pale
I vorgenommen wurden (
Urk.
6/99/131-136
und
Urk.
6/99/3
). In der Folge war er zu 100
%
ar
beitsunfähig (
Urk.
6/99/111 und
Urk.
6/100/7).
3.3.2
Vom
9.
März 2011 bis
5.
März 2011 hielt sich der Beschwerdeführer in der
Klinik A.___
auf
. Im betreffenden Austrittsbericht vom 1
2.
April 2011 wurden hinsichtlich des Unfalls vom 12. September 2010 als Diagnosen (1) eine massiv dislozierte, distale, intraartikuläre Radiusfraktur rechts mit akuter
scapholunärer
Dissoziat
ion, (2) eine stark dislozierte
Fraktur der Basis des Os metacarpale I rechts,
(3) eine stark nach dorsal abgekippte, distale, intraartiku
läre
Radius
frak
tur
links, (4) eine leichte traumatische Hirnverletzung (
commotio
cerebri), (5)
eine
Thoraxkontusion
sowie (6) eine Oberschenkelkontusion links angeführt. Der
Beschwerdeführer sei seit dem früheren Unfall von 1998 durch seine kognitiven Einschränkungen und hirnorganisch bedingten
Verhaltens
auffälligkeiten
einge
schränkt, deshalb sei er zu 50
(richtig: 60)
%
berentet und arbeite jeweils nur vor
mittags. Durch den aktuellen Unfall komme nun hinzu, dass die rechte Hand reduziert belastbar sei und er deshalb den hohen manuel
len Anforderungen der Tätigkeit als Heizungsmonteur nicht mehr vollumfäng
lich genügen könne. Auf
grund der reduzierten Belastbarkeit, vor allem der rechten Hand, sei dem Be
schwerdeführer bei Austritt eine 50%ige Arbeitsfähig
keit bescheinigt worden (
Urk.
6/99/6-7
)
.
3.3.3
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
F.___
, FMH Chirurgie, hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/101/26-27) fest,
g
emäss
Aussendienstbe
richt
vom
6.
Juni 2011 (
Urk.
6/101/31-32) habe die geplante Teilarbeitsfähigkeit
von 50
%
nicht verwertet werden könne
n
. Dies erstaune ihn nicht. Die Ein
schät
zung der ärztlichen Kollegen der
Klinik A.___
sei sehr optimistisch. Nach abgeschlossener Frakturkonsolidation und Metallentfernung werde er eine kreisärztliche Untersuchung durchführen.
3.3.4
A
m 1
1.
November 2011
wurde de
r Beschwerdeführer von
Dr.
med.
G.___
, F
MH Chirurgie und Handchirurgie, bei welchem er seit Oktober 2010 in
spezialärztli
cher
Behandlung stand (
Urk.
6/99/78),
operiert (
Osteosynthesematerialentfer
nu
ng
distal
er Radius rechts,
Pseudarthrose
resektion
,
Spongiosaplastik
vom rechten Beckenkamm und
Reosteosynthese
[
Urk.
6/104/10
]
).
3.3.5
V
om 1
6.
April bis 1
1.
Mai 2012
wurde
in der Rehaklinik eine ambulante beruf
liche Abklärung durchgeführt
(
Urk.
6/124/134-140)
.
H.___
, Fachmann be
rufliche Eingliederung, und
I.___
, Koordinatorin berufliche Massnah
men und
dipl.
Berufs- und Laufbahnberaterin,
hielten im bet
reffenden Bericht vom 22.
Mai 2012
fest, dass
der Beschwerdeführer w
ä
hrend der beruflichen Ab
klärung
bei den standardisierten Aufgaben auf Niveau ungelernt, gesamthaft
betrachtet, ein knapp genügendes Resultat erzielt
habe
, auch bedingt durch seine
verlangsamt
e
Arbeitsweise. Zudem habe er Probleme mit dem Verstehen von un
bekannten Aufgaben gehabt. Im praktisch handwerklichen Bereich habe er
immer wieder über Bewegungseinschränkungen und starke
Belastungs
schmer
zen
an der rechten
dominanten Hand
g
eklagt. Zusätzlich einschränkend
bei einem
Ein
gliederungsversuch
sähen sie die st
ark reduzierte Stressresistenz. In der Berufsfindung habe er sich für keine spezielle Tätigkeit entscheiden kön
nen.
Mit der stark reduzierten Kraftanwendung könne er ja nicht viel machen, habe er
ihnen immer wieder gesagt. Erschwerend hinzukomme, dass seine an
derwei
ti
gen
fachlichen Ressourcen gering seien. Er habe bis anhin fast aus
schliesslich als Heizungsmonteur gearbeitet.
Aus ihrer Sicht bringe
der Be
schwerdeführer die Grundvoraussetzungen für eine be
rufliche Eingliederung
nicht mit
. Sie könnten keine beruflichen Massnahmen empfehlen
(
Urk.
6/
124/134-
135)
.
3.3.6
In der Folge nahm auch die Berufsberatung der Beschwerdegegnerin berufliche Abklärungen vor. Gemäss den Angaben im „Verlaufsprotokoll Berufsberatung“
vom
5.
Juni 2012 haben diese – wie die beruflichen Abklärung
en der SUVA/
Klinik A.___
-
ergeben, dass
objektiv wie auch aus subjektiver Sicht des
Beschwerdeführers Ausbildungsmassnahmen nicht geeignet wären, ei
nen Be
i
trag
zu seiner beruf
l
ichen Reintegration zu leisten
(Urk.
6/114
; vgl.
Sachverhalt
Ziff.
1.7
).
3.3.
7
Am
5.
Juli 2012 nahm Kreisarzt
Dr.
F.___
die Abschlussuntersuchung vor. Im
betreffenden Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
6/124/115-120) hielt er
im We
sent
lichen fest
, die Residuen der Commotio cerebri im Rahmen der
vorbestehen
den
leichten bis mittelschweren posttraumatischen Hirnfunktionsstörungen seien ab
geheilt. Ebenso die Residuen der
Thoraxkontusionen
und
Oberschenkel
kontu
sion
links.
An
der linken Hand lägen keine r
elevante
n
Unfallfolgen
vor
.
Rechts sei die
aktive Flexion im Handgelenk mässig, die Extension sowie die
Supina
tion
seien minimal eingeschränkt. Sowohl die
Pinchgriffkraft
als auch die rohe Faustschlusskraft der rechten
dominanten
Hand seien mässig reduziert. Radio
logisch bestehe h
öchstens eine leichte Arthrose.
Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit den ganzen Tag mit maximal zu hantierenden Las
ten von 10 bis 15
Kilogramm
. Für feinmotorische Tätigkeiten bestünden keine Ein
schränkungen. Tätigkeiten, welche mit Arbeiten mit stossenden oder vibrie
rende
n Geräten verbunden seien, seien ungeeignet (
Urk.
6/124/119-120).
3.3.8
Am
7.
August 2012 wurde der Beschwerdeführer erneut von
Dr.
G.___
operiert (
Osteosynthesematerialentfernung
distaler Radius rechts und
Te
ndolyse
Flexor
pollicis
longus
[
Urk.
6/124/82
]
). Im Bericht an
Dr.
C.___
vom 1
5.
August 2012
hielt
Dr.
G.___
fest,
a
ufgrund des
guten funktionellen und ästhetischen Ergebnisse
s
habe er die Nachbehandlung in seiner handchirurgischen Sprech
stunde
heute zunächst
abgeschlossen (
Urk.
6/124/85).
3.3.9
Im November 2012 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der SUVA in der
Klinik A.___
ambulant begutachtet, wobei eine ergo-/physiotherapeutische, eine neu
ropsychologische sowie eine neurologische Untersuchung durchgeführt wur
de
n (
Urk.
6/124/65 und
Urk.
6/124/16-48).
Im
betreffenden
Bericht „Therapien Spezialsprechstund
e Versicherungsmedizin“ vom 21.
November (richtig wohl: Dezember) 2012 (
Urk.
6/124/16-24) wurde unter
anderem
festgehalten, dass
d
ie kurze
ergotherapeutische
Abklärung
auf eine Arbeitsleistung mit erhöhtem Zeitbedarf hin
deute
. In der physiotherapeu
ti
schen Abklärung hätten sich die zu erwartenden Limits im Bereich der rechten Hand und der Ausdauer gezeigt (Urk.
6/124/24).
Im neuropsychologischen Bericht vom 1
9.
Dezember 2012 (
Urk.
6/124/25-33) wurde als neuropsychologische Diagnose eine leichte bis mittelschwere neu
ro
psychologische Störung mit kognitiven Defiziten im Bereich der Aufmerk
sam
keit, der Exekutivfunktionen und der
Mnestik
sowie affektiven und
Verhal
tens
auffälligkeiten
, hauptsächlich im Rahmen eines organischen
Psychosyn
droms
nach Schädelhirntrauma (ICD-10 F07.2) sowie bei vorbestehend akzen
tuierten Persönlichkeitszügen (ICD- 10 Z73.1) und einer vorbesteh
enden Lese- und Rechtschreib
störung (ICD-10 F81.0) ohne Hinweise auf eine
bewusstseins
nahe
Aggravation angeführt (
Urk.
6/124/33). Die kognitiven Defizite sowie die affek
tiven und Verhaltensauffälligkeiten liessen sich weitgehend auf die im Rahmen des Unfalles vo
n
1998 erlittene Hirnverletzung zurückführen. Das
Un
fallereignis
vom 1
2.
September 2010 mit Commotio cerebri sollte zu keiner weiteren Akzen
tu
ierung der kognitiven Defizite geführt haben
.
Die Angaben durch den Be
schwerdeführer und
dessen Mutter hätten diese ausb
le
i
bende Ver
änderung der
kognitiven Probleme bestätigt
(
Urk.
6/124/32). Vor dem Hinter
grund der leich
ten
bis mittelschweren neuropsychologischen Störung dürfte die berufliche Funk
tions
fähigkeit schon in Berufen mit geringen kognitiven Anfor
derungen beein
trächtigt sein. Eine einfache, strukturierte Teilzeittätigkeit bei ei
nem bezüglich der Einschränkungen des Beschwerdeführers gut aufgeklärten Arbeitgeber sollte jedoch nicht nur möglich, sondern für das
Selbstwirksam
keitserleben
des sehr motivierten Beschwerdeführers durchaus sinnvoll sein (
Urk.
6/124/33).
In der neurologischen Stellungnahme
(nachfolgend: Bericht) der
Klinik A.___
vom 1
9.
März 2013 (
Urk.
6/124/34-48) wurde
im Wesentlichen festge
halten, das die computertomographische Bildgebung des Kopfes vom September 2010 keine Veränderung der im Jahre 1998 beschriebenen diffusen
Hirnpa
renchymverm
inderungen
gezeigt habe. Die neurologische Beurteilung der
echt
zeitlich
zum Unfall vom September 2010 vorliegenden Dokumente und Bildge
b
ungen lasse annehmen, dass der Beschwerdeführer eine Commotio cerebri (Hirn
erschütterung) erlitten habe. Aus neurologischer Perspektive beurteilt sei nach
einem derartigen Kopftrauma ohne Nachweis einer relevanten intrakrani
ellen Schä
digung keine längerfristige Einbusse der neuropsychologischen Funk
tions
fähigkeit anzunehmen. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung vom 2
2.
Novem
ber 2011 sei auf neurologischem Gebiet ein Sensibilitätsdefizit in ei
nem Endversorgungsgebiet des
Nervus
radialis
rechts fes
tgestellt worden
, wel
ches wahrscheinlich mit dem Unfall vom September 2010 zusammenhänge. Die Befunde von Sensibilitätsdefiziten im Bereich der linken Stirn un
d der linken Scheitelhöhe seien
mit Wahrscheinlichkeit als Folge des Polytraumas mit
Schä
delverletzung
des Jahres 1998 einzuschätzen. Im Übrigen seien in der klinisch-
neurologischen Untersuchung keine objektivierbaren oder reproduzierbaren neu
ro
logischen
Ausfälle festzustellen gewesen
(
Urk.
6/124/
45-
46). Bezüglich der A
rbeits
fähigkeit seien mit neuropsychologischen oder neurologischen Unfallfol
gen
keine weiteren (über das bereits nach dem Unfall von 1998 im Rahmen der SUVA-V
erfügung im Jahre 2000 festgestellten) Einschränkungen erkennbar (
Urk.
6/124/47).
3.3.10
RAD-Arzt
Dr.
J.___
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, führte in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Mai 2013
(
Urk.
6/126/4-5
) zur medizinischen Aktenlage
aus, dass die Beurteilung in den aktuellen Berichten, namentlich den Berichten der
Klinik A.___
vom 1
9.
Dezember 2012 und 1
9.
März 2013,
in den SUVA-kreisärztlichen Berichten vom
6.
Februar und 5. Juli 2012 sowie im
Bericht von
Dr.
G.___
vom 1
5.
August 2012, anhand der objektiven Befunde keine
dauerhaft relevante Änderung der Arbeitsfähigkeit sowie des Gesund
heits
zustandes aufgrund des Unfalles vom September 2010 ausweise. Die aus
gewie
sene Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit sei unverändert. Es habe
vom 1
2.
September 2010 bis 3
0.
(richtig: 13.) Juni 2012 eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit und danach bis
6.
August 2012 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestan
den. Ab
7.
August 2012 sei der Beschwerdeführer bis längstens Ende September 2012 (Operation mit anschliessender Rekonvaleszenz) wieder zu 0
%
und ab Okto
ber 2012 wieder zu
50
%
arbeitsfähig gewesen
.
4.
4.1
Aus den
Akten geht hervor und ist unbestritten, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers aufgrund des Unfalles vom 12.
September 2010 mas
s
geb
lich verschlechtert hat,
er deswegen
– ausser in der Zeit zwischen dem 1
3.
Jun
i und dem
6.
August 2012 (vgl. Stellungnah
me von RAD-Arzt
Dr.
J.___
vom 2
1.
Mai 2013,
Urk.
6/126/5
) -
b
is Ende September 2012 gänz
lich
arbeitsunfähig
war
und ihm deshalb ab April 2011 (Eingang des
Revisions
begehrens
,
Urk.
6/89)
eine ganze Rente zusteht
.
Streitig
und zu prüfen
ist
je
doch
, ob sich ab Oktober
2012
die Arbeitsfähigkeit
wieder massgeblich
verbes
sert hat
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin geht, gestützt auf die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
J.___
vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
6/126/4-5), davon aus, dass der Beschwer
de
führer seit Oktober 2012 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit wieder zu 50
%
arbeitsfähig ist.
Dem kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen beige
pflichtet werden (vgl. aber E. 4.3.4
).
4.3
4.3.1
S
owohl der Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom
5.
Juli 2012
(
Urk.
6/124/115-120)
als auch
die Berichte der
Klinik A.___
vom
1
9.
Dezember 2012 und
1
9.
März 2013
(
Urk.
6/124/25-48
)
beruhen
auf fach
ärzt
lichen Untersuchungen (orthopädisch, ne
urologisch, neuropsychologisch), wurden
in
Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet
und er
füllen
auch die übrige
n praxisgemässen Anforderungen an beweiskräftige medi
zinische
Beurteilungsgrundlagen (vg
l.
E.
1.6).
4.3.2
Entgegen der vom Beschwerdeführer offenbar vertretenen Auffassung (Urk. 1 S. 3) äusserte sich
Kreisarzt
Dr.
F.___
im Bericht über die
Abschlussuntersu
chung
vom
5.
Juli 2012
ausschliesslich zu de
n
anlässlich
des (zweiten
)
Unfalles vom 12.
September
2010 erlittene
n Verletzungen
, wobei er
diese Verletzungen
- mit Ausnahme derjenigen an der rechten Hand
–
als folgenlos verheilt erach
tete
.
D
ementsprechend hat
Kreisarzt
Dr.
F.___
bei der
in diesem Bericht
vorge
nommenen
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit einzig die verbliebenen Schmerzen und Beschwerden im Bereich der rechten Hand berücksichtigt
.
Seine Beurtei
lung, wonach diese
der ganztägigen Ausübung einer
leichte
n
bis mittelschweren Tätigkeit mit maximal zu ha
ntierenden Lasten von 10 bis 15
Kilogramm
und ohne Arbeiten mit
stossenden oder vibrierenden Geräten
nicht entgegen
stün
den, erscheint angesichts der von ihm erhobenen
objektiven
Befunde
(
Urk.
6/124/116-118)
überzeugend. Gleiches gilt für die von ihm
bereits im De
zemb
er 2011 gemachte Feststellung
, wonach aufgrund der erlittenen Verletzun
gen
jedoch
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Heizungsmonteur proble
matisch
sei
(Urk.
6/104/5)
.
Dies gilt umso mehr, als auch der behandelnde Spe
zialarzt
Dr.
G.___
der SU
VA am
29. Februar 2012
mit
geteilt hatte
, dass eine
Beschäftigung
des Beschwerdeführers
im ursprünglichen Beruf als Heizungs
monteur
nicht mehr sinnvoll sei, und ihm am
3.
Juni 2012 ab dem 1
3.
Juni 2012
(in einer angepassten Tätigkeit)
keine Arbeitsunfähigkeit mehr beschei
n
igte
(Urk. 6/124/161-162 und
Urk.
6/124/124)
.
Soweit der Beschwerdeführer dagegen
vorbrachte, dass im Zeitpunkt der
kreis
ärztlichen
Abschlussuntersuchung der Heilvorgang noch gar nicht abgeschlos
sen
gewesen sei und
die Metallentfernung erst am 7.
August 2012 stattgefun
den, jedoch nicht zu einer Schmerzlinderung geführt habe, ist
zu bemerken, dass Kreisarzt
Dr.
F.___
von der geplanten Operation Kenntnis hatte
. Er führte dazu im Abschlussbericht vom
5.
Juli 2012 aus, dass er die
Frage, ob die im Bereich
des dorsalen Radius empfundenen Beschwerden dadurch vermindert würden, offen
lasse. Was die Funktion wie auch die Kraftentwicklung betreffe, erwarte er jedoch keine erhebliche Verbesserung (
Urk.
6/124/119).
Mit der Ope
ration vom
7.
August 2012 lässt sich deshalb zwar eine vorübergehende Ar
beitsunfähigkeit
(
für die Daue
r der
Hospitalisation
mit anschliessender
Rekon
valeszenz
) bis längs
tens Ende September 2012 begründen.
Eine
darüber hinaus
andauernde ganze oder teilweise Arbeitsunfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
lässt sich daraus aber nicht ableiten (
vgl. auch Bericht von
Dr.
G.___
vom 1
5.
August 2012,
Urk.
6/124/
84-
85).
4.3
.3
In
den B
erichten der
Klinik A.___
vo
m 1
9.
Dezember 2012
und
19.
März
2013
wurde
sodann
nachvollziehbar dargelegt, dass
die
von neuropsychologi
scher
Seite
beschriebenen Auffälligkeiten (unter anderem im Bereich der Auf
merksamkeit, stärker auch bei einzelnen Exekutivfunktionen und
Gedächtnis
leistungen
) weitgehend als Folge des Schädel-Hirntraumas des Jahres 1998 ein
zuschätzen sind
,
eine objektivierbare Verschlechterung des neuropsychologi
schen
Leistungsprofils nach dem Unfall des Jahres 2010 nicht feststellbar ist und
be
züglich Arbeitsfähigkeit
auch
aus neurologischer Sicht
keine weiteren (über die bereits nach dem Unfall von 1998 festgestellten) Einschränkungen er
kennbar sind (
Urk.
6/124/46-47).
Die Vorbringen des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 Seite 4)
ändern daran nichts.
Wohl
wurde anlässlich der neurologi
schen Untersuchung vom 2
2.
November
2012 ein
wahrscheinlich auf den Unfall vom 1
2.
September 2010 zurückzufüh
rendes
Sen
s
ibilitätsdefizit
in einem Endversorgungsgebiet des
Nervus
radialis
rechts fest
gestellt und wurde i
m neurologischen Bericht vom 19. März 2013
an
geregt
,
die
sen geringfügigen peripher-neurologischen „Integritätsschaden“ im Rahmen einer
erneuten kreisärztlichen Untersuchung in eine abschliessende
versicherungs
me
dizinische
Beurteilung der Unfallfolgen miteinzubeziehen (
Urk.
6/124/47).
D
ass
sich dieser
(geringfügige)
neurologische Befund auf die Arbeitsfähigkeit des B
eschwerdeführers
auswirken könnte
,
ist
diesem Bericht
je
doch
gerade
nicht
zu entnehmen
. Im Übrigen hat
Kreisarzt Dr.
F.___
in seiner Stellungnahme
vom 2
8.
März 2013 nachvollziehbar dargetan, dass und weshalb das besagte
Sensibi
li
tätsdefizit
keine Einschränkungen für feinmotorische Tätig
keiten bewirkt (
Urk.
6/124/8)
.
4.3.4
In den genannten Berichten der
Klinik A.___
sowie von Kreisarzt Dr.
F.___
wurde demnach schlüssig dargetan
, dass
hinsichtlich der seit
dem Unfall von 1998
diagnostizierten
leichten bis mittelschweren
neuropsychologi
schen Störung ein im Wesentlichen unv
erändertes Zustandsbild
vorliegt
. Inso
fern kann deshalb – mit dem RAD (
Urk. 6/126/5
; vgl. E. 3.3.10) - ab Oktober 2012 wieder von eine
r
50%igen Arbeitsfähigkeit
in einer den kognitiven Defi
ziten sowie den Verhaltensauffälligkeiten des Beschwerdeführers Rechnung tra
genden Tätigkeit
ausgegangen werden.
Aufgrund der nach dem Unfall vom 1
2.
September 2010 verbliebenen Beschwerden im Bereich der rechten Hand z
u
sätzlich zu berücksichtigen sind ab Oktober 2012 jedoch die
qualitativen Ein
schränkungen
der Arbeitsfähigkeit
gemäss dem
von Kreisarzt
Dr.
F.___
formu
lierte
n
B
elastungsprofil
(vgl.
E.
4.3.2)
. Dieses steht insbesondere auch der Ausü
bung der
bisherigen (dem Beschwerdeführer bis zum Unfall vom 1
2.
September 2010 zumutbaren [vgl. E. 3.1])
Tätigkeit als Heizungsmonteur
,
entgegen,
was in der RAD-Stellungnahme
vom 2
1.
Mai 2013
unerwähnt blieb
.
4.3.5
Die weiteren in den Akten liegenden Arztberichte, namentlich
auch die Berichte von Hausarzt
Dr.
C.___
an die Beschwerdegegnerin vom
5.
Oktober 2012 (Eingangsdatum,
Urk.
6/118) sowie des behandelnden Psychologen
D.___
an die SUVA vom
2.
Juli/
2.
Dezember 2012 (
Urk.
6/124/53-54)
enthalten keine An
ga
ben, welche
für die Zeit ab Oktober 2012
auf eine höhere
(medizinisch-theo
re
tische)
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen würden. Insbesondere ergeben sich daraus auch keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die vom
Beschwerde
führer geklagten
Rückenbeschwerden massgeblich auf seine Arbeitsfähigk
eit auswirken könnten (vgl. auch Bericht von
Dr.
med.
K.___
, FMH O
rthopädische Chirurgie, vom 29.
November 2011,
Urk.
6/10
4/
16-17
).
4.
3.6
Schliesslich besteht auch aufgrund des Berichtes der
Klinik A.___
über
die berufliche Abklärung
vom 2
2.
Mai 2012
(Urk
.
6/124/134-140
)
kein Grund zur
Annahme, dass die Ärzte/Neuropsychologen die medizinisch-theoretische
Restar
beits
fähigkeit
zu hoch bemessen haben könnten
(vgl. E.
1.7)
.
Insbesondere ist
diesem
Bericht nicht zu entnehmen, dass die neuropsychologische Störung die Arbeitsfähigkeit zeitlich und qualitativ stärker beeinträchtigen
könnte
als von den Neuropsychologen seit dem Unfall von 1998 angenommen
worden war
.
4.4
4.4
.1
Der Beschwerdeführer macht
e
im Weiteren geltend,
die (medizinisch-theoreti
sche)
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
in angepasster Tätigkeit
sei
jedenfalls
erwerb
lich nich
t verwertbar
.
4.4
.2
Dazu
ist
vorab
festzuhalten,
dass nach der Rechtsprechung bei der Bemessung des Invalideneinkommens
(
Art.
16 ATSG)
von einem ausgeglichenen Arbeits
markt auszugehen ist. Diese
r
ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichge
wicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4.b). Das gilt
sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes.
Dabei ist nicht v
on
realitäts
fremden
Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Ge
gebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind.
An die Konkretisierung von
Ar
beitsgelegenheiten
und Verdienstaussichten sind
jedoch keine übermässigen Anforderungen zu stellen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_941/2012 vom 2
0.
März 2013 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarkt
verhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte,
wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f.
E.
3b).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenar
beits
plätze
, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit ei
nem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile d
es Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und
9C_98/2014 vom
2
2.
April 2014 E. 3.1
, je mit Hinweisen).
4.4
.3
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ab 2000
bis zum Unfall vom 1
2.
Septem
ber 2010
diverse 50%-Stellen in der
freien Wirtschaft versehen hat
.
Wohl hat
er in dieser Zeit mehrheitlich als Heizungsmonteur gearbeitet (von Februar 2000 bis Mai 2002 bei der Firma
L.__
AG, von Juni 2002 bis Mai 2008 bei der Firma
M.___
AG und ab
1.
August 2010 bis zum Unfall
im September 2010 via
N.___
bei
O.___
). Von Juni 2008 bis Juli
2010
war er jedoch
als Serviceangestellter i
m Restaurant
P.___
in
Q.___
angestellt (
Urk.
6/124/141)
. Dabei war er in der Lage, namentlich auch mit dieser Tätigkeit ein Einkommen zu erzielen, welches den Anspruch auf eine höhere als eine
Dreiviertelsrente
(resp. halbe Rente [bis 3
1.
Dezember
2
003, vgl. Sachverhalt Ziffer 1.3
]) ausschloss
(
Urk.
6/102/3
)
.
Das Arbeitsverhältnis mit dem Restaurant
P.___
wurde – wie bereits dasjenige mit der
M.___
AG -
auf
Wunsch des Beschwerdeführers aufgelöst
(
Urk.
6/102/2
und
Urk.
6/65
).
Dies lässt darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer damals trotz der neuropsy
chologischen Defizite in der Lage war, sich auf eine andere Tätigkeit
(
als die bisherige
) in der freien Wirtschaft
umzustellen
und damit ein massgebliches Einkommen zu erwirtschaften
.
Wie dargelegt, ist davon auszugehen, dass das neuropsychologische
Zustands
bild
seit der neuropsychologischen Abklärung in
A.___
im Jahr 1999 im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Wohl sind die dem Beschwerdeführer
ab Oktober 2012
zumutbaren Tätigkeiten wegen der Beschwerden im Bereich
der rechten Hand zusätzlichen qualitativen Einschränkungen unterworfen.
Es kan
n jedoch nicht gesagt werden, dass
die
seit Oktober 2012
zumutbare Tätig
keit deswegen
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht rea
listischem Entgegenkommen eines durchschnittl
ichen Arbeitgebers möglich wäre
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_910/2011 vom 3
0.
März 2012 E. 3.2 mit Hinweis).
Vielmehr
bejaht
die
Rechtsprechung selbst
bei funktionell einar
migen
Personen, welche überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genü
gend
realistische Betätigungsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Ar
beits
markt (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_207/2009 vom
8.
September 2009 E. 3.2). Dies muss
erst recht für den Beschwerdeführer
gelten
, kann er doch die rechte Hand im Rahmen des von Kreisarzt
Dr.
F.___
formulierten
Be
las
tungs
profils
uneingeschränkt einsetzen.
Wohl kamen die Berufsfachleute
H.___
und
I.___
von der
Klinik A.___
im Bericht über die berufliche Abklärung vom 2
2.
Mai 2012 zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer d
ie Grundvoraussetzungen für eine berufli
che
Eingliederung nicht mitbringe.
Zumindest die Eingliederung an einem
Ni
schen
arbeits
platz
wird von ihnen aber keineswegs
ausgeschlossen (Urk. 6/124/135).
Im neuropsychologischen Bericht vom 1
9.
Dezember 2012 wurde
sodann
aus
drücklich darauf hingewiesen, dass
dem Beschwerdeführer eine einfache, struk
turierte Tätigkeit bei einem bezüglich seiner Einschränkun
gen gut aufgeklärten Arbeitgeber möglich sei (
Urk.
6/124/33;
vgl.
bereits Be
richt der
Klinik A.___
vom 1
2.
April 2011 betreffend das psychosomati
sche Konsilium vom 1
1.
März 2011 (
Urk.
6/99/14-15).
4.4
.4
Im Übrigen
ist den Akten
zu entnehmen, dass
die SUVA den Fall auch deshalb abgeschlossen hat, weil
der Beschwerdeführer dies ausdrücklich gewünscht und
gegenüber
H.___
von der
Klinik A.___
erklärt hatte, dass er
dann sel
ber nach einer einfachen, stressfreien Arbeit schauen
werde
(
Urk.
6/124/143
,
Urk.
6/124/120
und
Urk.
6/114/3
).
Gl
eiches ergibt sich aus dem
Verlaufsproto
koll
der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin
vom
5.
Juni 2012
(
Urk.
6/114)
.
Unter dem Titel „Abmachung“ wurde darin nämlich angeführt, dass sich am ehesten die Aufnahme einer geeigneten Arbeit im Rahmen des Zumutbaren und damit Arbeitsvermittlung, in Ergänzung mit einem Einarbeitungstraining oder Arbeitsversuch, aufdränge.
Ausbildungsmassnahmen
seien
schulisch-intellektu
ell und unfallbedingt nicht eingliederungswirksam
. D
ie vom Beschwerdeführer geäusserte
n Berufsi
deen
wie „Schweisser“ oder „Pflege“
seien
be
hinderungsbe
dingt
nicht möglich
.
Der Beschwerdeführer
wünsche die
Überprüfung seines Rentenanspr
uches
(Urk. 6/114/3
; vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.5
)
.
4
.4
.5
Aufgrund der vorstehenden
Ausführungen kann demnach
- mit der
Beschwer
degegnerin
–
ohne Weiteres
davon ausgegangen werden, dass
dem Beschwer
deführer
seit Oktober 2012
die Ausübung
von
ein
fachen und strukturierten so
wie
körperlich leichten Kontroll-, Verpack
ungs- oder Montagearbeiten
mit ei
nem Pensum von 50
%
in d
er freien Wirtschaft
möglich
und zuzumuten ist.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat
im Rahmen der von ihr vorgenommenen
Inva
lidi
täts
bemessung
(
Urk.
6/125 und
Urk.
2
/1) zur Ermittlung des
Validenein
kom
men
s
für die Zeit ab Oktober 2012
den
monatlichen Bruttolohn (
Zentral
wert
) von
im „sonstigen Ausbaugewerbe“
im
Niveau 3
(Berufs- und Fachkennt
nisse voraus
gesetzt)
im privaten Sektor
beschäfti
gten Männern gemäss
Lohn
strukturer
he
bung
(LSE) 2010 des Bu
ndesamtes für Statistik (TA1 S.
26 [Ziffer 43])
herangezogen
,
was vom Beschwerdeführer
zu Recht nicht in Frage gestellt wurde
. Das
Inva
lideneinkommen
hat sie aufgrund des monatlichen Bruttolohnes von Männern für einfache und repetitive Hilfsarbeiten (Niveau 4)
bemessen
, was nach dem
Ge
sagten ebenfalls nicht zu beanstand
en ist. Im Weiteren hat sie dem Be
schwer
deführer
einen Abzug vom T
abellenlohn von 20
%
gewährt
. Damit hat sie dem
Umstand, dass sich Teilzeitarbeit bei Männern im Anforderungsniveau 4 ten
den
ziell lohnmindernd auswirkt, sowie den beim Beschwerdeführer zusätz
lich be
stehenden qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit angemessen Rech
nung getragen.
Weitere Abzugsgründe (vgl. BGE 126 V 75) sind nicht er
sicht
lich.
Entgegen seiner Auffassung
(
Urk.
1 S. 6)
b
esteht
deshalb
kein Anlass, in den
Ermessensbereich der Beschwerdegegnerin einzugreifen und ihm den maxima
len
Abzug von 25
%
gewähren. Auch die
übrig
en Bemessungsfaktoren
sind seitens des Gerichts nicht zu beanstanden, weshalb e
s
für die Zeit ab Okto
ber 2012
beim
von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Invaliditätsgrad von 65
%
sein Bewenden hat.
6.
Die Befristung der ganzen Rente per Ende Dezember 2012 (Oktober 2012 plus drei
Monate; vgl. Art. 88 a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenver
siche
rung) ist
demnach nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstMöckli