# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1ca4dc1-ca7e-54aa-83f0-27c78ca5407b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2009 C-6781/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6781-2008_2009-07-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6781/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

X._______ und Y._______,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für Z._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6781/2008

Sachverhalt:

A.
Der 1984 geborene kosovarische Staatsangehörige Z._______ (nach-
folgend: Gesuchsteller) beantragte am 7. August 2008 bei der Schwei-
zer Botschaft in Pristina die Erteilung eines Einreisevisums für einen 
einmonatigen Besuchsaufenthalt bei seiner Schwester X._______ und 
deren zukünftigem Ehemann Y._______ (nachfolgend: Gastgeber bzw. 
Beschwerdeführer). Nach formloser Verweigerung übermittelte die Ver-
tretung das Gesuch der Vorinstanz zum Entscheid.

B.
Nachdem der Migrationsdienst des Kantons Bern bzw. in dessen Auf-
trag die zuständigen Gemeindebehörden bei den Gastgebern weitere 
Abklärungen hinsichtlich  des  beabsichtigten  Besuchsaufenthalts  vor-
genommen hatten,  wies  die  Vorinstanz  das  Gesuch  um Bewilligung 
der Einreise mit Verfügung vom 17. Oktober 2008 ab. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, dass eine Einreisebewilligung insbe-
sondere dann zu verweigern sei, wenn die anstandslose und fristge-
rechte  Wiederausreise  der  gesuchstellenden  Person  nicht  als  gesi-
chert  angesehen  werden  könne,  sei  es  als  Folge  der  in  ihrem  Ur-
sprungsland  herrschenden  politischen  oder  sozioökonomischen  Ver-
hältnisse  oder  aufgrund  ihrer  persönlichen  Situation.  Aufgrund  der 
wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse im Kosovo sei  dies 
vorliegend der Fall. Dem Gesuchsteller  würden in seinem Herkunfts-
land zudem weder zwingende gesellschaftliche Verpflichtungen noch 
familiäre  Verantwortlichkeiten  obliegen,  welche  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise Gewähr bieten könnten. Ein gleichlautendes Einreise-
gesuch  sei  im  Übrigen  bereits  im  August  2007  abgewiesen  worden 
und grundlegende Veränderungen,  welche für  eine Gutheissung des 
aktuellen Gesuchs sprechen würden, seien nicht ersichtlich.

C.
Gegen diese Verfügung erhoben die Gastgeber am 26. Oktober 2008 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  mit  dem sinngemässen 
Antrag um Aufhebung der Verfügung und um Bewilligung der Einreise. 
Als  Begründung bringen sie  im Wesentlichen vor,  der  Vater  der  Be-
schwerdeführerin könne sich nicht damit abfinden, dass diese erneut 
einen nicht muslimischen Mann – den Beschwerdeführer – zu heiraten 
beabsichtige. Letzterer wage es daher noch nicht,  in den Kosovo zu 
reisen,  um  die  Familie  seiner  zukünftigen  Ehefrau  kennenzulernen. 

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Aus diesem Grund wäre es sehr wichtig, dass der ältere (recte: jünge-
re) Bruder der Beschwerdeführerin sie und ihren zukünftigen Ehemann 
in der Schweiz besuchen dürfte.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2008 spricht sich die Vor-
instanz unter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abwei-
sung der Beschwerde aus. An einer fristgerechten und anstandslosen 
Wiederausreise  des  Gesuchstellers  bestünden  nicht  unerhebliche 
Zweifel. Er sei jung, ledig, Student und stamme aus einer Region, aus 
der als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturel-
len Verhältnisse der Zuwanderungsdruck unbestrittenermassen anhal-
tend stark sei. Viele insbesondere jüngere Personen versuchten, sich 
vorzugsweise  im  westlichen  Ausland  eine  aussichtsreichere  Zukunft 
aufzubauen. Der Umstand, dass der Gesuchsteller ein Studium absol-
viere,  vermöge angesichts  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  und  der 
schlechten sozialen Absicherungen in seinem Herkunftsland nicht ver-
lässlich seinen fehlenden Emigrationswillen zu belegen.

E.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 6. Januar 2009 wurde den Be-
schwerdeführern  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung einer Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt  werden  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Der Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung 
und die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz 
und der  EU über  die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 
362) wurde in der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 angenommen. 
Die  entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkom-
men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-

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wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 de-
finitiv  in  Kraft  getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitz-
standes wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) entsprechende An-
passungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestim-
mungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur 
gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmun-
gen enthält).  Im Weiteren  ist  die  Verordnung vom 24. Oktober  2007 
über das Einreise- und Visumverfahren (VEV, AS 2007 5537) total revi-
diert worden (vgl. Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR  142.204]).  Art. 57  VEV  sieht  vor, 
dass  hängige  Verfahren  nach  dem  neuen,  übergeordneten  (Schen-
gen-)Recht fortgeführt werden. 

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 

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Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-
gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als kosovarischer Staatsangehöriger unterliegt der Gesuch-
steller damit der Visumspflicht.

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7.
Das Bundesamt  verweigerte  dem Gesuchsteller  die  Visumserteilung 
insbesondere mit  der Begründung, dass angesichts der im Vergleich 
mit  der  Schweiz  schlechteren  Lebensbedingungen  im  Kosovo  keine 
genügende  Gewähr  für  seine  gesicherte  Wiederausreise  bestehen 
würde.

7.1 Geht es um die Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wieder-
ausreise, so können bezüglich eines solchen künftigen Verhaltens kei-
ne gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen getroffen 
werden. Anhaltspunkte für die Beurteilung der gesicherten Wiederaus-
reise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Be-
sucherin oder des Besuchers ergeben. In diesem Rahmen ist bei Ein-
reisegesuchen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen 
mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise ungünstigen Verhält-
nissen zu berücksichtigen,  dass deren persönliche Interessenlage in 
solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich be-
fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.2 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften in Gang gekommen. In wirtschaftlicher Hinsicht ist  das 
Land jedoch eines der ärmsten in Europa. Das Wirtschaftswachstum 
hat sich nach einem zunächst starken Aufschwung ab dem Jahre 2000 
(21.2 %) auf ein längerfristig haltbares Niveau abgeflacht (2007: 3.9 %; 
geschätzte 5.4 % für 2008). Die Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet und 
die entsprechende Rate bleibt  hartnäckig hoch: Gemäss den letzten 
offiziellen Zahlen betrug sie im Jahre 2007 immer noch 43.6 % (2006: 
44.9 %). Besonders problematisch ist sie dabei insbesondere bei der 
jungen Bevölkerung. Zudem stellt die Armut ein weitverbreitetes Phä-
nomen dar: Der Anteil der in Armut lebenden Bevölkerung lag im Jahr 
2008 bei hohen circa 45%, wobei 15% der Staatsbürger gar von extre-
mer Armut betroffen sind (Quelle: Weltbank, http://      www.worldbank.org      , 
Countries  > Europe and Central Asia  > Kosovo > Overview > Kosovo 
Brief,  Stand:  April  2009,  besucht  am  23. Juni  2009).  Vor  diesem 
Hintergrund  besteht  ein  vielfacher  Wunsch  zur  Auswanderung,  der 
sich vor allem bei denjenigen manifestiert,  die bereits über ein mini-
males  soziales  Beziehungsnetz  im  Ausland  verfügen.  Im  Falle  der 

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http://www.worldbank.org/
http://www.worldbank.org/

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Schweiz führt dies angesichts der restriktiven ausländerrechtlichen Zu-
lassungsregelung  nicht  selten  zur  Umgehung  ausländerrechtlicher 
Bestimmungen.  Dabei  geht  es  nicht  etwa  allein  um die  Einreichung 
von  Asylgesuchen  nach  erfolgter  Einreise,  sondern  es  wird  oftmals 
versucht,  den  Aufenthalt  zu  verlängern  oder  –  beispielsweise  durch 
Ausbildung oder Heirat – auf eine andere migrationsrechtliche Grund-
lage zu stellen.

8.
Die  geschilderten  Umstände  im  Herkunftsland  des  Gesuchstellers 
deuten zwar auf ein latentes Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise hin; sie entbinden die Vorinstanz bei der Analyse des Migrati-
onsrisikos jedoch nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Na-
mentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflich-
tungen die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünsti-
gen. Umgekehrt  muss bei  einer  gesuchstellenden Person,  die  keine 
der  erwähnten  Verpflichtungen  hat,  welche  sie  von  einer  möglichen 
Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  entsprechender  Erfahrungen 
das Risiko eines ausländerrechtlich nicht vorschriftsgemässen Verhal-
tens  nach  bewilligter  Einreise  zu  einem Besuchsaufenthalt  als  hoch 
eingeschätzt werden.

Der Gesuchsteller ist 24-jährig, ledig und kinderlos. Gemäss den An-
gaben der Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit den im Hin-
blick auf einen allfälligen Besuchsaufenthalt  getroffenen Abklärungen 
lebt der Gesuchsteller  in häuslicher Gemeinschaft  mit  seinen Eltern. 
Besondere familiäre Verpflichtungen seinerseits werden jedoch in die-
sem  Zusammenhang  nicht  geltend  gemacht.  Aus  der  Beschwerde-
schrift kann geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin neben 
dem Gesuchsteller  noch mindestens einen weiteren Bruder hat,  von 
dem anzunehmen ist, dass er sich ebenfalls um eine allenfalls notwen-
dige Pflege und Betreuung der Eltern kümmern könnte. Von einer be-
sonderen Verwurzelung des Gesuchstellers im Herkunftsland, welche 
die  Prognose  einer  fristgerechten  Wiederausreise  nach  einem  Be-
suchsaufenthalt  begünstigen  könnte,  kann  daher  in  diesem  Zusam-
menhang nicht gesprochen werden.

Der  Vater  des  Gesuchstellers  ist  – gemäss  den  Angaben  der  Be-
schwerdeführenden – Lehrer. In Bezug auf die wirtschaftlichen Verhält-
nisse der Familie ist jedoch nichts bekannt. Die Kosten des beabsich-
tigten  Aufenthalts  in  der  Schweiz  sollen  gemäss  Visumsantrag  vom 

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7. August 2008  jedenfalls von der Beschwerdeführerin getragen wer-
den. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass der Ge-
suchsteller im Herkunftsland in so günstigen und stabilen wirtschaftli-
chen Verhältnissen lebt, dass daraus auf eine günstige Prognose hin-
sichtlich  einer  gesicherten  Wiederausreise  geschlossen  werden 
könnte.

Aus den eingereichten Unterlagen geht hervor, dass der Gesuchsteller 
seit  dem Jahre 2004 und noch im Juli  2008 an der Philosophischen 
Fakultät der Universität Pristina in der Studienrichtung Geschichte im-
matrikuliert war. Ob er dieses Studium zwischenzeitlich abgeschlossen 
hat, ist nicht bekannt; aufgrund des Umstands, dass die dafür vorgese-
hene Studiendauer 7 Semester bzw. 3.5 Jahre beträgt, wäre dies aber 
sehr wohl möglich.

Von einer beruflichen Verpflichtung, welche den Gesuchsteller verläss-
lich von einer Emigration abzuhalten vermöchte, kann bei dieser Aus-
gangslage nicht ausgegangen werden.

Insgesamt lässt die Aktenlage somit weder auf besondere berufliche 
noch familiäre oder gesellschaftliche Verpflichtungen des Gesuchstel-
lers  im Herkunftsland schliessen,  welche  eine  günstige  Prognose in 
Bezug auf seine gesicherte Wiederausreise zulassen würden.

In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass der Ge-
suchsteller mit  der Beschwerdeführerin – seiner Schwester – bereits 
über eine wichtige Bezugsperson in der Schweiz verfügt. Zudem leben 
gemäss  den  Angaben  der  Beschwerdeführenden  noch  weitere  Ver-
wandte (mindestens zwei Cousins des Vaters der Beschwerdeführerin 
und des Gesuchstellers) in der Schweiz. Dieser würde somit hierzulan-
de bereits in einem gewissen Umfang über ein soziales Beziehungs-
netz verfügen.

9.
Unter  den  geschilderten  Umständen  durfte  die  Vorinstanz  somit  zu 
Recht davon ausgehen, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine 
gesicherte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt. Daran än-
dert  auch  nichts,  dass  die  Beschwerdeführenden  diese  zugesichert 
haben,  ist  doch  eine  solche  Garantie  weder  faktisch  noch  rechtlich 
durchsetzbar. Gastgeber können für gewisse finanzielle Risiken im Zu-
sammenhang mit  einem Besuchsaufenthalt  garantieren,  nicht  jedoch 
für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des 

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Bundesverwaltungsgerichts  C-6950/2007  vom  7.  November  2008, 
E. 8).

10.
Aus diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 600.– festzuset-
zenden  Verfahrenskosten  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Regle-
ments vom 21. Februar  2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern (Ref-Nr. [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Versand:

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