# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ed25c4c-5018-563f-b6df-622c2445c76a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2009 D-5682/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5682-2006_2009-11-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5682/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Kamerun,
vertreten durch Rechtsanwalt Peter Frei, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 18. April 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5682/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  –  ein  kamerunischer  Staatsangehöriger  mit 
letztem Wohnsitz  in  B._______ – suchte  am 3. Oktober 2005 in  der 
Schweiz um Asyl nach. 

A.a Anlässlich der ersten Befragung in der Empfangsstelle C._______ 
vom 6. Oktober 2005 brachte er im Wesentlichen vor, er habe seit zwei 
Jahren  Probleme.  Er  habe  in  B._______  zunächst  bei  der  Zeitung 
„D._______“ gearbeitet. Redaktionelles Anliegen sei insbesondere die 
Aufdeckung  und  Nennung  von  Personen  gewesen,  die  Gelder  ver-
untreut hätten. So habe er im Jahr 2003 über die Affäre (...) und über 
(...)  berichtet.  Seither  habe  er  anonyme  telefonische  Drohungen 
erhalten,  wobei  ihm  auch  mit  dem  Tod  gedroht  worden  sei.  Am 
(Datum)  seien  in  seiner  Abwesenheit  Unbekannte  in  sein  Haus 
eingedrungen und hätten  seine Frau bedroht. Am (Datum) sei  er  im 
Hauseingang  von  Unbekannten  angegriffen  und  mit  einem  Messer 
verletzt worden. Nach diesem Vorfall habe er bei der Polizei Anzeige 
gegen  Unbekannt  erstattet.  Die  Anzeige  sei  zwar  aufgenommen 
worden, die Polizei habe aber danach nichts unternommen, da ihnen 
dazu die Mittel fehlten. Das Jahr 2004 sei relativ ruhig verlaufen und 
es hätten sich zunächst keine speziellen Vorfälle ereignet. Nachdem er 
vor  den  Präsidentschaftswahlen  in  der  Zeitung  „E._______“  am 
(Datum) unter seinem Namen einen Artikel verfasst habe, hätten die 
Behelligungen  jedoch  wieder  eingesetzt.  Trotz  seiner  Angst  habe  er 
auch  nach  den  Wahlen  am  (Datum)  und  (Datum)  Artikel  in  der 
„E._______“ veröffentlicht. Im Mai 2005 sei er für die Berichterstattung 
über  die  Zusammenkunft  der  kamerunischen  Diaspora  nach 
F._______ gereist. Von dort aus habe er am (Datum) für die Sendung 
„(...)“  des  kamerunischen  Radiosenders  „(...)“  mit  drei  Personen  ein 
Interview  geführt.  Die  Sendung  sei  in  der  Folge  suspendiert  und 
schliesslich  ganz  eingestellt  worden. Er  werde  versuchen,  eine  Auf-
zeichnung der Sendung vom (Datum) einzureichen. Am (Datum) sei er 
von F._______ nach Kamerun zurückgekehrt. Bei der Einreise habe er 
keine  Probleme  gehabt,  aber  etwas  später  habe  er  wiederum 
telefonische Drohungen erhalten,  die Bezug zu seinem Aufenthalt  in 
F._______ genommen hätten. Nach der  Publikation  eines Artikels  in 
der  „E._______“  vom  (Datum)  habe  er  am  (Datum)  von  einem 
Mitarbeiter des Geheimdienstes, dessen Namen er zwar kenne, aber 
aus Sicherheitsgründen nicht nennen möchte, eine Warnung erhalten. 

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Drei  Tage  später  habe  ihm  ein  Freund,  der  ebenfalls  beim 
Geheimdienst  gearbeitet  habe  und  dessen  Namen  er  ebenfalls  aus 
Sicherheitsgründen nicht nennen möchte, geraten, möglichst bald zu 
fliehen. Daraufhin habe er sich in sein Heimatdorf begeben. Nach einer 
Woche sei er  nach B._______ zurückgekehrt  und habe für  sich und 
seine Familie Visa für die Schweiz beantragt. Am Tag des geplanten 
Abflugs – dem (Datum) – sei ihm am Flughafen in G._______ gesagt 
worden,  sein  Visum sei  fehlerhaft.  Er  sei  deshalb  am nächsten  Tag 
nach B._______ zurückgekehrt,  wo ihm ein neues Visum ausgestellt 
worden  sei.  Am  8. September  2005  sei  er  schliesslich  ohne  seine 
Familie von G._______ via H._______ nach I._______ geflogen. Bis 
zur Gesuchseinreichung am 3. Oktober 2005 habe er sich bei einem 
(Verwandten)  in  J._______  aufgehalten.  Er  habe  sich  zurückziehen 
und  alles  vergessen  wollen,  weshalb  er  auch  nicht  direkt  nach  der 
Ankunft  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  gestellt  habe.  Seine 
(Verwandte)  habe ihm in der Folge jedoch in einer E-Mail  mitgeteilt, 
dass er immer noch gesucht werde, weshalb er gezögert habe, nach 
Kamerun zurückzukehren. Da er  sich  nach Ablauf  des  Visums auch 
nicht illegal in der Schweiz habe aufhalten wollen, habe er schliesslich 
bei den schweizerischen Behörden ein Asylgesuch eingereicht. 

A.b Im Rahmen der einlässlichen Anhörung durch das Migrationsamt 
des Kantons K._______, welchem der Beschwerdeführer für die Dauer 
des Asylverfahrens zugewiesen wurde, gab er am 24. November 2005 
im  Wesentlichen  an,  er  habe  seit  dem  Jahr  2003  bei  der  Zeitung 
„D._______“ gearbeitet. Darin gebe es zwei Artikel von ihm. Der erste 
Artikel  habe  vom (...)  gehandelt,  der  zweite  vom Geschäft  mit  (...). 
Nach  deren  Publikation  hätten  die  Drohungen  begonnen.  Er  habe 
anonyme Anrufe  –  zwei  bis  drei  pro  Tag während  dreier  Wochen  – 
erhalten,  wobei  ihm  auch  mit  dem  Tod  gedroht  worden  sei.  Am 
(Datum) hätten drei Unbekannte bei ihm zu Hause nach ihm gesucht. 
Da er abwesend gewesen sei, hätten sie seine Frau und seine Brüder 
bedroht  und  das  Haus  durchsucht.  Am  (Datum)  sei  er  im  Eingang 
seines Hauses von zwei Personen angegriffen und mit einem Messer 
am Oberarm verletzt  worden. Er  sei  deswegen ins Spital  gegangen, 
habe  aber  kein  Arztzeugnis  erhalten,  da  die  Verletzung  nicht 
gravierend  gewesen  sei.  Obwohl  er  gewusst  habe,  dass  es  nichts 
bringen würde, habe er bei der Gendarmerie seines Quartiers Anzeige 
gegen  Unbekannt  erstattet.  Im  Juli  2004  habe  er  bei  der  Zeitung 
„E._______“  angefangen  zu  arbeiten.  Dort  sei  es  zunächst  ruhiger 
gewesen. Als sie im September 2004 vor den Präsidentschaftswahlen 

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kritische Artikel publiziert  hätten, hätten die telefonischen Drohungen 
jedoch wieder eingesetzt und nicht mehr aufgehört. Er habe mehrere 
Anrufe pro  Tag erhalten. Auch nach den Wahlen sei  es zu  weiteren 
Drohungen gekommen. Am 13. Mai 2005 sei er zu einem Forum der 
Diaspora nach F._______ gereist. Dort habe er in einer Radiosendung 
drei  Leute (Aufzählung) interviewt. Die Sendung sei  danach suspen-
diert  worden  und  der  Kollege,  der  ihm eine Kassette  mit  einer  Auf-
zeichnung schicken sollte, habe ihm gesagt, dass er erst vor drei Wo-
chen wieder mit der Moderierung der Sendung habe beginnen können. 
Als er – der  Beschwerdeführer – von F._______ nach Kamerun zu-
rückgekehrt  sei,  sei  er  wegen  dieser  Radiosendung  noch  zusätzlich 
durch anonyme Anrufe unter Druck gesetzt worden. Nach der Publika-
tion  seines  Artikels  „(...)“  habe  er  am  11. August  2005  von  einer 
wichtigen Person vom „Renseignements Général“  (RG) – er  sei  nun 
bereit, den Namen dieser Person zu nennen: L._______ – einen Anruf 
erhalten. Dieser  habe  ihm gesagt,  er  solle  aufpassen. Zwar  stimme 
alles, was er in seinem Artikel geschrieben habe, aber dies müssten 
nicht  alle  wissen.  Er  habe  in  besagtem  Artikel  verschiedene  (...) 
namentlich  genannt.  Diese  Personen,  welche  in  Kamerun  an  der 
Macht seien, seien deswegen sehr wütend auf ihn. Am nächsten Tag 
habe ihn ein Freund und Informant, der ebenfalls bei der RG arbeite, 
angerufen  und  ihm  geraten  wegzugehen,  ansonsten  er  vielleicht 
umgebracht werde. Daraufhin sei er in sein Heimatdorf gegangen, um 
zu  überlegen,  was  er  machen  solle.  In  der  Folge  sei  er  nach 
B._______  zurückgekehrt  und  habe  beim  Schweizer  Konsulat  ein 
Visum beantragt.  Damals  habe  er  sich  noch  nicht  entschlossen  ge-
habt, in der Schweiz um Asyl nachzusuchen. Er habe einfach wegge-
hen wollen. In politischer Hinsicht sei er – abgesehen von seiner Tätig-
keit  als  Journalist  –  seit  seiner  Gymnasialzeit  Mitglied  der  Partei 
„L'Union des Populations du Cameroun“ (UPC). Auf die Frage, ob er 
für das laufende Jahr noch weitere Reisen nach Europa geplant habe, 
führte  der  Beschwerdeführer  aus,  dass  noch  eine  Reise  nach 
M._______  geplant  gewesen  sei.  Er  habe  dort  bei  einer  früheren 
Reise  eine  Kamerunerin  kennengelernt,  die  für  das  kamerunische 
Fernsehen ein Projekt habe realisieren wollen und ihn angefragt habe, 
ob er  die Montage in Kamerun machen würde. Zudem habe er sich 
noch für eine Untersuchung kamerunischer Konsulate in verschiedene 
Länder  begeben  wollen.  Von  der  Befragerin  auf  ein  Dokument 
angesprochen,  auf  welches  sie  im  Internet  bei  der  Recherche 
gestossen  sei  (Delegationsliste  der  „[...]“  für  einen  Besuch  in 
N._______ im Dezember 2005, auf welcher der Beschwerdeführer fi-

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guriere; vgl. Akte 5 in A15), führte der Beschwerdeführer aus, er  sei 
vom Präsidenten der „(...)“ telefonisch kontaktiert worden. Dieser habe 
in  Kamerun  nach  Journalisten  gesucht  und  sei  so  zu  seiner 
Telefonnummer gekommen. Er habe ihm – dem Beschwerdeführer – 
gesagt,  er  habe  ein  Projekt  und  möchte  ihn  treffen.  Bezüglich  der 
Frage,  woher  seine  (Verwandte)  Kenntnis  von  der  Suche  nach  ihm 
habe,  gab  er  an,  sie  wisse  vom  (Verwandten),  mit  dem  er 
zusammengelebt  habe,  dass  unbekannte  Leute  zwei  Mal  nach  ihm 
gesucht hätten. 

A.c Bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise  der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei 
den Akten verwiesen (vgl. A2 und A13). 

B.
B.a Im Dezember 2005 ersuchte das BFM die schweizerische Vertre-
tung in B._______ um nähere Abklärungen bezüglich der Vorbringen 
des Beschwerdeführers. Diese berichtete am 8. und 27. Februar 2006. 

B.b Mit Schreiben vom 28. Februar 2006 informierte das BFM den Be-
schwerdeführer über die in Auftrag gegebenen Abklärungen. Es teilte 
ihm mit,  dass  die  Anfrage  und  der  entsprechende  Bericht  Angaben 
enthielten,  deren Geheimhaltung zur Vermeidung einer missbräuchli-
chen  Weiterverbreitung  im  wesentlichen  öffentlichen  Interesse  liege 
(Art. 27  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]),  weshalb  diese  Schreiben 
nicht als solche offen gelegt werden könnten. Es stelle ihm die Anfrage 
unter  Abdeckung der geheim zu haltenden Stellen zu und setze ihn 
über den wesentlichen Inhalt des Berichts des schweizerischen Gene-
ralkonsulats  vom 8. Februar  2006,  ergänzt  am 27. Februar  2006,  in 
Kenntnis. Demzufolge gebe es keine Mitarbeiter der „E._______“, die 
mit  den Behörden Schwierigkeiten gehabt hätten und es seien keine 
Personen aus dem Mitarbeiterstab ins Ausland geflüchtet. Die Zeitung 
erscheine zurzeit wegen finanzieller Schwierigkeiten mit der Druckerei 
nicht  mehr,  solle  aber  nächstens  wieder  aufgelegt  werden  (...).  Es 
gebe  keine  Hinweise  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  behördlich 
verfolgt  worden wäre. Das Sensationsblatt  „D._______“  existiere seit 
rund neun bis zehn Jahren und erscheine seit etwa drei Monaten nicht 
mehr. Herr O._______ sei „Directeur de Publication“ gewesen und der 
Beschwerdeführer habe für das Blatt gearbeitet. Es sei vorgekommen, 
dass Journalisten vor den Richter geladen worden seien, aber es habe 

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nie Strafanträge und Verhaftungen gegeben. 

Das  BFM  räumte  dem  Beschwerdeführer  die  Gelegenheit  ein,  sich 
dazu bis zum 13. März 2006 zu äussern. 

B.c Mit Schreiben vom 10. März 2006 ersuchte der Beschwerdeführer 
um Einsicht in den Botschaftsbericht und entsprechende Erstreckung 
der Frist zur Stellungnahme. 

B.d Mit Schreiben vom 15. März 2006 teilte das BFM dem Beschwer-
deführer  mit,  dass  es  keine  Veranlassung  sehe,  dem  Ersuchen  um 
Akteneinsicht nachzukommen. Ihm sei am 28. Februar 2006 gesetzes-
konform das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden. Die  Frist  zur  Einrei-
chung einer Stellungnahme werde bis zum 20. März 2006 erstreckt. 

B.e Mit  Eingabe  vom  20. März  2006  reichte  der  Beschwerdeführer 
eine Stellungnahme ein. Er brachte im Wesentlichen vor, es treffe nicht 
zu,  dass  von  der  „E._______“  niemand  ins  Ausland  geflohen  sei. 
Deren  Gründer,  P._______,  sei  aufgrund  von  Drohungen  nach 
Q._______ geflüchtet. Der Mitarbeiter, welcher dem schweizerischen 
Konsulat gegenüber Auskunft gegeben habe, habe ihn angerufen und 
ihm  erzählt,  dass  er  gefragt  worden  sei,  weshalb  die  Zeitung  nicht 
mehr erscheine. Er habe diesbezüglich lediglich geantwortet, dass sie 
Probleme  mit  der  Druckerei  hätten.  Finanzielle  Probleme  habe  er 
hingegen nicht erwähnt. Er – der Beschwerdeführer – habe anlässlich 
der  zweiten  Anhörung  ausgeführt,  der  Geldgeber  der  Zeitung  habe 
aufgrund  der  Probleme  und  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers 
keine Risiken mehr auf sich nehmen wollen. Als P._______ Kamerun 
verlassen  habe,  habe  er  ihm  –  dem  Beschwerdeführer  –  die 
Verantwortung  überlassen.  Als  er  Kamerun  in  der  Folge  auch 
verlassen habe, sei die Verantwortung nicht weitergegeben worden. Er 
wünsche  eine  telefonische  Konfrontation  mit  dem  Geldgeber,  der 
offenbar gesagt  habe, die Zeitung werde bald wieder erscheinen. Er 
frage  sich,  weshalb  die  Zeitung  gerade  nach  der  Ausgabe  vom 
September  an  den  Rand  des  Bankrotts  geraten  sei.  Er  könne 
bestätigen,  dass  die  Zeitung  in  einer  guten  finanziellen  Verfassung 
gewesen  sei  und  die  Löhne  der  Angestellten  regelmässig  bezahlt 
worden  seien.  Für  das  schweizerische  Konsulat  dürfte  es  schwierig 
gewesen  sein,  an  glaubwürdige  Informationen  zu  gelangen.  Die 
Bezeichnung der „D._______“ als „Sensationsblatt“ erinnere ihn an die 
entsprechende  Titulierung  durch  die  Regierung.  Diese  Bezeichnung 

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sei jedoch zu relativieren. Der direkte, offene Ton der Zeitung habe ihr 
viele Sympathien im einfachen Volk eingebracht. Er frage sich, ob man 
einen  netten  Ton gegenüber  Kriminellen  anschlagen  müsse,  um als 
seriöses Blatt zu gelten. Die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen 
nach  der  Aufdeckung  der  Affären  bezüglich  (Aufzählung),  vor  der 
Justiz rechtfertigen müssten, gebe ihnen heute Recht. Verantwortliche, 
die sich noch in Freiheit befänden, verdienten das gleiche Schicksal. 
Die  Aussage  des  schweizerischen  Konsulats,  wonach  es  von 
Schwierigkeiten  von  Journalisten  dieser  Zeitung  mit  den  Behörden 
keine  Kenntnis  habe,  erstaune  ihn.  Der  Direktor  der  Zeitung,  Herr 
O._______,  sei  mehrere  Male  festgenommen  worden.  Dies  sei 
bekannt.  Nachdem  Herr  O._______  Informationen  bezüglich  (...) 
veröffentlicht  habe,  sei  er  verhaftet,  misshandelt  und  ins  Gefängnis 
gesteckt  worden.  Herr  O._______  habe  sein  Leben  nur  dank  eines 
nahen Verwandten und Angehörigen der kamerunischen Armee retten 
können.  Vor  den  Präsidentschaftswahlen  im  Jahr  2004  habe  Herr 
O._______ Informationen über (...)  publiziert. Nachdem er deswegen 
mehrmals von Unbekannten telefonisch bedroht worden sei,  habe er 
einen Anruf vom „Secrétariat d'Etat à la Défense“ erhalten, wonach er 
zu einer Anhörung vorgeladen werde. Da diese Vorladung formal nicht 
korrekt  erfolgt  sei,  habe  Herr  O._______  sich  hilfesuchend  an  (...) 
gewendet. Diese beiden Beispiele zeigten,  dass die Zeitung bedroht 
worden  sei.  Sie  sei  sogar  einmal  verboten  worden  und  sie  hätten 
daraufhin  zur  Umgehung  des  Verbots  den  Titel  in  „(...)“  abändern 
müssen. Es sei möglich, dass die Zeitung seit ungefähr drei Monaten 
nicht mehr erscheine, da deren Direktor weiterhin Drohungen erhalten 
habe. Er – der Beschwerdeführer – habe Kamerun verlassen, da er um 
seine körperliche Integrität gefürchtet habe. Seine Peiniger seien nach 
wie  vor  an  ihren  Plätzen  und  er  befürchte  Vergeltungsmassnahmen 
gegenüber  Journalisten,  die mafiöse Machenschaften der  Mächtigen 
aufgedeckt  hätten.  Im  Übrigen  teile  er  den  Standpunkt  des  BFM 
hinsichtlich der Nichtoffenlegung der Botschaftsabklärung nicht. 

C.
Mit Schreiben vom 30. März 2006 machte der Beschwerdeführer gel-
tend, er habe durch exilpolitische Tätigkeit subjektive Nachfluchtgrün-
de im Sinne von Art. 54  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31)  gesetzt. Er  habe  am (Datum),  (Datum)  und (Datum) für 
das (...) Lokalradio „(...)“ drei Sendungen gestaltet. Er habe darin über 
die politische und wirtschaftliche Situation in  Kamerun berichtet,  die 
Probleme der  Wandlung  eines  politischen  Systems von der  Diktatur 

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zur  Demokratie  behandelt  und  sich  zu  den  Problemen  kulturell 
gemischter Ehen geäussert. Die Sendungen lieferten nicht nur Indizien 
für  die  Substanz  und  Glaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen,  sondern 
bildeten  wegen  der  kritischen  Äusserungen  über  das  Regime  in 
Kamerun  auch  eine  zusätzliche  Verfolgungsgefahr.  Da  er  diese 
Äusserungen  in  der  Öffentlichkeit  getätigt  habe,  seien  sie  den 
kamerunischen Sicherheitskräften bekannt geworden. 

D.
D.a Mit Verfügung vom 18. April 2006 – eröffnet am 19. April  2006 – 
stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Wegwei-
sungsvollzug an. 

D.b Zur  Begründung führte  das BFM im Wesentlichen aus,  die  Vor-
bringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und an die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. 

Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei wegen seiner redaktio-
nellen Tätigkeit seitens der Behörden behelligt worden, müsse bezwei-
felt werden, denn sie lasse sich nicht mit den Abklärungsergebnissen 
der Schweizer Vertretung in B._______ in Einklang bringen. Gemäss 
diesen hätten die Mitarbeitenden der „E._______“ mit  den Behörden 
keine  Schwierigkeiten  gehabt  und  es  seien  keine  Mitarbeiter  ins 
Ausland geflüchtet. Es sei zwar vorgekommen, dass Journalisten der 
„D._______“ vor den Richter geladen worden seien, aber es habe nie 
Strafanträge  und  Verhaftungen  gegeben.  Zudem  gebe  es  keine 
Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer behördlich verfolgt worden 
sei.  In  seiner  Stellungnahme  habe  der  Beschwerdeführer  die  Ab-
klärungsresultate nicht zu entkräften vermocht. Er habe sich lediglich 
damit begnügt, seine Vorbringen zu wiederholen und die Abklärungs-
ergebnisse zu bezweifeln. Seine Behauptungen, ehemalige Mitarbeiter 
beziehungsweise  Besitzer  der  Zeitungen  hätten  ins  Ausland  fliehen 
müssen  oder  seien  im  Gefängnis  gewesen,  seien  nicht  belegt.  Be-
zeichnenderweise arbeite der als Beispiel zitierte O._______ weiterhin 
als Redaktor. Allein die weitere Einreichung einer Kopie eines vom Be-
schwerdeführer  im Jahr 2003 verfassten Artikels sei  kein Beweis für 
die angeblichen Bedrohungen und vermöge auch keinen zeitlich und 
sachlich genügend engen Kausalzusammenhang zwischen der vorge-

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brachten Verfolgung und der Flucht zu erstellen. Auch das Vorbringen, 
wonach  er  am  11. August  2005  von  einem  Geheimdienstmitarbeiter 
bedroht worden sei und er aufgrund eines Kontakts mit einem befreun-
deten Mitarbeiter desselben Dienstes einen respektive drei Tage spä-
ter veranlasst worden sei, sich eine Woche lang im Heimatdorf zu ver-
stecken, bevor er nach B._______ zurückgekehrt sei und sich um die 
Ausstellung von Visa und Pässen für sich und seine Familie bemüht 
habe,  könne nicht  geglaubt  werden. Abgesehen davon,  dass er  sich 
widersprüchlich  geäussert  habe,  habe  er  die  Visumsanträge  bereits 
am  12. August  2005  in  B._______  unterschrieben  und  die  Pässe 
seiner  Frau  und  Kinder  dort  sogar  schon  am  11. August  2005 
ausstellen lassen. Überdies sei  es nicht  nachvollziehbar, weshalb er 
mit der Ausreise bis zum 8. September 2005 zugewartet habe, wenn 
er  bereits  seit  zwei  Jahren  praktisch  ständig  telefonisch  bedroht 
worden  sei.  Schleierhaft  sei  auch,  weshalb  ihn  die  kamerunischen 
Behörden  unbehelligt  hätten  ausreisen  lassen.  Ebenso  unerklärlich 
sei,  dass  er  seine  Frau  und  Kinder  trotz  der  Bedrohungen 
zurückgelassen  habe.  Schliesslich  sei  es  zumindest  erstaunlich, 
warum  er  nach  dem  Aufenthalt  in  F._______  im  Jahr  2005  nach 
Kamerun zurückgekehrt sei und sich so willentlich dem Risiko weiterer 
Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  hätte.  Diese  Verhaltensweisen 
liessen sich nicht  mit  denjenigen einer  tatsächlich verfolgten Person 
vereinbaren. 

Die  Beweismittel  (Aufzählung),  welche  der  Beschwerdeführer 
eingereicht  habe,  vermöchten  die  angebliche  Verfolgung  nicht  zu 
belegen.  Sie  könnten  höchstens  als  Beleg  für  seine  journalistische 
Betätigung  dienen.  Die  E-Mail  seiner  (Verwandten)  müsse  als 
Gefälligkeitsschreiben  gewertet  werden.  Ferner  könne  im 
kamerunischen Kontext nicht allein aufgrund des Verfassens politisch 
kritischer  Artikel  auf  eine  asylrelevante  Verfolgung  geschlossen 
werden, zumal die Mitarbeiter der betreffenden Publikationen, welche 
nur  bescheidene  Auflagen  erzielten,  gemäss  den  Abklärungen  der 
Schweizer Vertretung nicht verfolgt worden seien. 

Die  geltend  gemachten  subjektiven  Nachfluchtgründe  hielten  den 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG 
nicht  stand.  Der  Beschwerdeführer  habe  keine  politisch  motivierte 
Verfolgung  durch  die  kamerunischen  Behörden  glaubhaft  machen 
können. Es bestehe somit kein Grund zur Annahme, dass er vor der 
Ausreise  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der  heimatlichen 

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Behörden geraten oder registriert  worden wäre. Damit sei auch nicht 
davon auszugehen, dass er nach seiner Ankunft in der Schweiz unter 
spezieller  Beobachtung  seitens  der  kamerunischen  Behörden 
gestanden hätte. Zudem wäre es erstaunlich, wenn die kamerunischen 
Behörden  Sendungen  eines  kleinen  Schweizer  Lokalradios  abhören 
würden. Den  Akten  könnten  denn  auch  keine  Hinweise  entnommen 
werden,  dass  die  heimatlichen  Behörden  von  den  Auftritten  des 
Beschwerdeführers  Kenntnis  genommen  oder  gar  Massnahmen  zu 
dessen  Nachteil  eingeleitet  hätten.  Das  Asylgesuch  sei  deshalb 
abzuweisen  und  die  Wegweisung  anzuordnen.  Der 
Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich. 

E.
E.a Mit Eingabe vom 16. Mai 2006 reichte der Beschwerdeführer bei 
der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Be-
schwerde  ein,  worin  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung, 
um Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  und um Gewährung des 
Asyls,  eventualiter  um Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs ersucht wurde. In formeller Hinsicht 
wurde zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-
mäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  und  um  Bewilligung  der  unentgeltlichen 
Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ersucht. Der 
Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  ersuchte  zudem  um  Zustel-
lung  von  Kopien  der  vom  Beschwerdeführer  bis  zum  Zeitpunkt  der 
Mandatsübernahme  eingereichten  Beweismittel  unter  gleichzeitiger 
Zurverfügungstellung  eines  Beweismittelverzeichnisses,  da  die  ihm 
vom BFM offen gelegten Akten diese Dokumente nicht enthalten hät-
ten. Gleichzeitig ersuchte er um Einräumung einer Frist zur ergänzen-
den Stellungnahme. 

E.b Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen 
aus, die Vorinstanz habe den massgebenden Sachverhalt nicht in allen 
Punkten zutreffend zusammengefasst. Er habe im Rahmen der kanto-
nalen Befragung zahlreiche Referenzpersonen genannt, die sich in Ka-
merun befänden und seine Vorbringen bestätigen könnten. Es erstau-
ne  deshalb,  dass  die  Botschaftsanfrage  diese  nicht  erwähne. Damit 
habe das BFM nicht nur die Offizialmaxime, sondern auch seinen Ge-
hörsanspruch verletzt. Das Schreiben des BFM vom 15. März 2006 sei 
erst am 20. März 2006 – mithin am Tag des Ablaufs der Frist zur Stel-
lungnahme zu den Botschaftsabklärungen – bei seinem Rechtsvertre-
ter angelangt. Dieser habe deshalb keine substanzielle Stellungnahme 

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mehr verfassen, sondern lediglich eine vom Beschwerdeführer persön-
lich verfasste, auf den 10. März 2006 datierte Stellungnahme und ein 
neues  Beweismittel  einreichen  können. Bei  diesem Verfahrensablauf 
sei der Eindruck entstanden, das BFM betreibe auf Kosten einer ein-
gehenden Tatsachenfeststellung eine unnötige  Verfahrensbeschleuni-
gung. Im Rahmen seiner Stellungnahme habe er mehrere Beweisan-
träge gestellt,  zu welchen sich das BFM in der angefochtenen Verfü-
gung nicht geäussert habe. Es habe es insbesondere nicht für notwen-
dig erachtet, bei den (...) Behörden um Auskunft über den Gründer der 
„E._______“  nachzusuchen,  obwohl  er  dargelegt  habe,  dass  dieser 
aus  Kamerun  geflüchtet  sei.  Auch  zum  Gesuch  um  telefonische 
Befragung  des  Geldgebers  der  Zeitung  habe  sich  das  BFM  nicht 
geäussert.  Er  habe  auch  Zweifel  an  der  Unbefangenheit  der 
Botschaftsabklärung  geäussert,  indem  er  darauf  hingewiesen  habe, 
dass der Bericht die Betitelung der „D._______“ als „Sensationsblatt“ 
unbesehen übernommen habe. Auch damit habe sich das BFM nicht 
auseinandergesetzt.  Ebensowenig  habe  es  die  von  ihm  genannte 
Referenzperson  beim  (...)  kontaktiert.  Indem  das  BFM  die 
Stellungnahme  und  die  Beweisanträge  weder  wahrgenommen  noch 
beurteilt  habe,  sondern  sich  pauschal  auf  die  Richtigkeit  der 
Abklärungsergebnisse der  Schweizer  Vertretung berufen habe,  habe 
es  seinen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt.  Er  erneuere 
deshalb im Rechtsmittelverfahren die erwähnten Beweismittelanträge. 

Hinsichtlich der umstrittenen Sachverhaltselemente halte er fest, dass 
es  nicht  zutreffe,  dass  er  am  8. September  2005  über  B._______ 
ausgereist sei, in F._______ übernachtet habe und von dort aus in die 
Schweiz gereist sei, wie das BFM ausführe. Vielmehr sei er am 8. Sep-
tember  2005  von  G._______  aus  ausgereist  und  am  9. September 
2005 nach einem kurzen Zwischenhalt in H._______ nach I._______ 
weitergeflogen, wie dies sein Flugticket belege. Zu den Ausführungen 
im  angefochtenen  Entscheid  zu  seinen  Beweismitteln  halte  er 
erklärend  fest,  dass  der  Artikel  im  „Le  Messager“  nicht  von  ihm 
stamme.  Er  habe  diesen  als  Beweismittel  eingelegt,  da  darin  die 
Verhaftung  eines  ausländischen  Journalisten  im  Oktober  2005 
aufgedeckt worden sei und damit gezeigt werde, dass es in Kamerun 
keine Pressefreiheit gebe. Die Delegationsliste der „(...)“ habe er nicht 
eingereicht, sondern diese sei das Resultat von Nachforschungen zu 
seiner  Person,  welche  offenbar  von  der  kantonalen  Anhörung 
vorgenommen worden seien. Er habe an dieser Reise nach N._______ 
nicht teilgenommen. Vielmehr habe er im Rahmen der Anhörung von 

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einer Reise nach M._______ erzählt, bei welcher er eine Kamerunerin 
getroffen  habe,  die  in  Kamerun  ein  Projekt  mit  einem  privaten 
Fernsehsender  habe  aufbauen  wollen. Sie  seien  übereingekommen, 
dass  er  für  den  Materialeinkauf  nochmals  nach  M._______  reisen 
werde, wenn die Vorarbeiten beendet wären. Die von ihm eingereichte 
E-Mail  seiner  (Verwandten)  sei  ein  wichtiger  Beweis  für  seine 
Gefährdung.  Hinsichtlich  der  Behauptung,  Herr  O._______  arbeite 
zurzeit  für  eine  andere  Zeitung  in  Kamerun,  möchte  er  gerne  den 
Namen  dieses  Blattes  erfahren.  Soweit  er  unterrichtet  sei,  bleibe 
dieser  Direktor  der  „D._______“  und  könne  in  Anbetracht  seiner 
Stellung nicht mehr als einfacher Arbeiter in einer Zeitung tätig sein. 
Bezüglich der Daten der Erstellung der Pässe für  seine Familie und 
die  Begegnung  mit  dem  (Funktion)  des  Geheimdienstes,  Herrn 
L._______,  bleibe  er  bei  seinen  bisherigen  Ausführungen,  wobei  er 
hinsichtlich  der  zweiten  Befragung  Vorbehalte  angemeldet  habe,  da 
diese in Deutsch durchgeführt worden sei, einer Sprache, die er nicht 
verstehe.  Nachdem  er  am  11. August  2005  von  Herrn  L._______ 
gewarnt worden sei, sei er am 13. August 2005 von einem (Funktion) 
des  Geheimdienstes  –  einem  vertrauenswürdigen  Informanten  – 
aufgefordert worden, sich zu retten, da sein Leben in Gefahr sei. Noch 
in der selben Nacht sei er ins väterliche Dorf geflüchtet und habe sich 
dort knapp eine Woche lang aufgehalten. Am Mittwoch der folgenden 
Woche sei er nach B._______ zurückgefahren, um am nächsten Tag 
die Visa für seine Familie zu beantragen. Am 18. August 2005 habe er 
beim  Schweizer  Konsulat  die  Visa-Anträge  unterzeichnet.  Entspre-
chend  den  Regeln  des  Visa-Services  habe  er  für  die  Abholung  der 
Pässe  einen Termin  drei  Tage nach Abgabe  des Dossiers,  d. h. am 
22. August  2005,  erhalten.  So  sei  er  am  22. August  2005 
zurückgekehrt,  um  die  Pässe  abzuholen.  Er  sei  für  einen  Flug  am 
24. August  2005  auf  der  Warteliste  einer  Luftfahrtgesellschaft 
gewesen. Wenn die Unterschrift  unter den Visa-Anträgen das Datum 
des 12. August 2005 trage, so müsse es sich dabei um ein Versehen 
seinerseits handeln. Dies könne jedem passieren. Dasselbe sei auch 
der zuständigen Beamtin bei der Ausstellung seines Visums passiert, 
das  wegen  eines  Irrtums  bezüglich  der  Passnummer  habe  ersetzt 
werden  müssen.  Der  Irrtum  sei  von  einem  Freund,  der  bei  der 
Flughafenpolizei  von  G._______  arbeite,  entdeckt  worden.  Dieser 
habe  ihn  gedrängt,  den  Fehler  berichtigen  zu  lassen,  ansonsten  er 
vom schweizerischen  Flughafen  aus  wieder  zurückgeschickt  werden 
könnte. Aus  diesem  Grund  habe  er  den  Flug  vom 24. August  2005 
verpasst. Der Vorwurf, der ihm wegen des Datums – 11. August 2005 – 

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der Unterschriften bei den Pässen seiner Familie gemacht werde, sei 
aus der Luft gegriffen. Er habe die Dossiers für die Pässe viel früher 
eingereicht  und  es  sei  ein  Zufall,  dass  diese gerade am 11. August 
2005 – dem Tag, an welchem er vom (Funktion) des Geheimdienstes 
empfangen  worden  sei  –  von  den  kamerunischen  Behörden 
unterzeichnet worden seien. 

Es treffe zudem nicht zu, dass er sich in seiner Vernehmlassung zur 
Botschaftsantwort  nur  wiederhole.  In  der  Verfügung  des  BFM  vom 
18. April  2006  werde  anerkannt,  dass  Journalisten  der  „D._______“ 
vor  den  Richter  geführt  worden  seien,  wobei  es  aber  nie  zu 
Gefängnisstrafen  gekommen  sei.  Dies  stehe  im  Gegensatz  zu  den 
Ausführungen  im  Schreiben  vom  28. Februar  2006,  in  welchem  die 
Existenz  von Bedrohungen gegen Journalisten  dieses  Presseorgans 
verneint  würde.  Dies  unterstütze  die  Glaubhaftigkeit  seiner 
Erklärungen.  Er  habe  seinen  Asylantrag  nicht  mit  den  drei  Jahre 
zurückliegenden Vorfällen aus dem Jahr 2003 begründet, aber er habe 
damit aufzeigen wollen, dass die gleichen Personen, deren Verbrechen 
er  bei  der  „D._______“  an  die  Öffentlichkeit  gebracht  habe,  ihn 
schliesslich  zur  Flucht  gezwungen  hätten,  obschon  er  die  Zeitung 
gewechselt  habe. Wie er ausgeführt  habe, seien es einige Personen 
aus  der  Regierung  von  M.  Paul  Biya,  die  ihm  nach  dem  Leben 
trachteten.  Diese  hätten  Milizen  ausbilden  lassen.  Diese  Truppen 
hätten am (Datum) sein Haus durchsucht. Da seine redaktionelle Linie 
immer dieselbe gewesen sei, habe er das Vertrauen vieler Leser und 
auch  der  meisten  akkreditierten  Diplomaten  gehabt.  Die  Intoleranz 
gegenüber seiner Person habe ihren Gipfel erreicht, als er am 14. Mai 
2005 nach R._______ geflogen sei,  um dort  eine  Direktübertragung 
der Versammlung der Diaspora für das Radio „(...)“ zu moderieren. Da 
sich  (Teilnehmer)  dabei  heftig  gegen  das  kamerunische  Regime 
geäussert habe, wie dem eingereichten Mitschnitt zu entnehmen sei, 
habe die Direktsendung abgebrochen werden müssen. Die Sendung 
sei  in  B._______  auf  grosses  Interesse  gestossen  und  habe  bei 
seinen  Feinden  einen  Schock  ausgelöst.  Da  er  noch  einen  zweiten 
Auftrag für eine Sendung zur Abstimmung über (...) gehabt habe, sei 
er  noch  drei  Wochen  in  R._______  geblieben.  Diese  Zeit  habe 
geholfen,  die  Lage  in  B._______  etwas  zu  beruhigen.  Nach  der 
Rückkehr nach Kamerun sei  er  Co-Animator  bei  einer Sendung des 
Radios „(...)“  gewesen. Ab dann hätten alle gewusst,  dass er zurück 
sei. Am (Datum) habe die „E._______“ den von ihm unterzeichneten 
Artikel „(Titel)“ mit Enthüllungen von (...) publiziert. In der Folge habe 

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er  unzählige  anonyme  Todesdrohungen  erhalten  und  sei  am 
11. August  2005  zum  (Funktion)  zitiert  worden.  In  Anbetracht  der 
Nachforschungen,  die  im  Rahmen  des  Asylverfahrens  über  ihn 
gemacht worden seien, sei davon auszugehen, dass dieser von seiner 
Asylgesuchseinreichung  Kenntnis  habe.  Er  erinnere  sich  an  einen 
Kollegen  namens  S._______,  der  im  Jahr  2003  von  diesen  Leuten 
ermordet  worden sei,  weil  er  ein Pressedossier  über (...)  vorbereitet 
habe.  Der  Mord  sei  unverständlicherweise  auf  das  Konto  des 
organisierten  Verbrechens  abgeschoben  worden.  Die  von  der 
Regierung angeordnete Untersuchung habe keine Folgen gehabt. Da 
er  aufgrund der Warnungen um seine physische Integrität  gefürchtet 
habe, habe er sich zur Ausreise entschlossen. Er habe für seine ganze 
Familie Visa beantragt. Da die Ausreise in die Hochsaison gefallen sei, 
sei  es  jedoch  nicht  möglich  gewesen,  für  alle  Plätze  zu  erhalten. 
Deshalb  habe  er  sich  schliesslich  entschieden,  die  Kinder  seiner 
(Verwandten)  anzuvertrauen  und  den  einzigen  Platz,  den  man  ihm 
habe anbieten können, für sich zu reservieren. 

Gemäss  dem  ihm  vom  BFM  mitgeteilten  wesentlichen  Inhalt  der 
Botschaftsantwort  sei  davon  auszugehen,  dass  sich  diese  nicht  zur 
gestellten  Frage  nach  dem  (...)  geäussert  habe.  Er  ersuche  auch 
deshalb – unter Abdeckung allfällig geheimzuhaltender Angaben – um 
Offenlegung  des  Wortlauts  der  Botschaftsanwort.  Auch  die 
Visumsakten seien ihm nicht offen gelegt worden. Er ersuche deshalb 
auch  um  deren  Offenlegung  unter  Einräumung  einer  Frist  zur 
nachträglichen ergänzenden Stellungnahme. 

Bezüglich  der  aktuellen  Lage  in  Kamerun  verweise  er  auf  die 
Länderinformationen der  Schweizerischen Flüchtlingshilfe  (SFH)  und 
von  Amnesty  International.  Hinsichtlich  der  Medienfreiheit  sei  zwar 
davon auszugehen, dass eine regimekritische Berichterstattung nicht 
völlig  ausgeschlossen  werden  könne.  Die  Berichterstattung  bestehe 
aber zur Hauptsache in gefälligem Mainstreamjournalismus. Kritische 
Journalisten bildeten eine verschwindende und verfolgte Minderheit. Er 
verweise  diesbezüglich  auf  den Kamerun-Bericht  des  „Committee  to 
protect  journalists“  (CPJ)  des Jahres  2005,  in  welchem festgehalten 
werde, dass von Seiten unabhängiger Journalisten eine Selbstzensur 
aufgrund  ausgeklügelter  Einschüchterungsmassnahmen  der 
Regierung  beklagt  werde.  Auch  mit  Hilfe  finanzieller  Massnahmen 
würden  die  Medien  gelenkt.  Werbeeinnahmen  kritischer  Medien 
würden  beschlagnahmt  oder  verspätet  ausbezahlt,  wohingegen 

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genehme Medien finanzielle Hilfe von staatlicher Seite erhielten. Diese 
Einschätzung stimme mit der „Lageübersicht vom Dezember 2001“ der 
SFH überein,  wo von einem allgemein recht  kritischen Journalismus 
berichtet  werde,  aber  auch  von  den  Methoden  der  Regierung  zur 
Bekämpfung  kritischer  Medienschaffender,  welche  letztlich  auch  mit 
Strafverfahren  und  Inhaftierung  zu  rechnen  hätten,  falls  sie  in 
Ungnade fielen. Er verweise diesbezüglich auch auf mehrere Berichte 
der „Réporters sans frontières“ (RSF). Bezüglich der Niederschlagung 
eines  Studentenprotests  vom  22. April  2005  an  der  Universität 
Yaoundé verweise er zudem auf einen Bericht von IRIN. 

Dass er zur verfolgten Minderheit kritischer Journalisten gehöre, lasse 
sich nur schwer belegen. Da er nie inhaftiert, vor ein Gericht gestellt 
oder  verurteilt  worden  sei,  fehlten  behördliche  Dokumente,  welche 
eine  asylrelevante  Verfolgung  beweisen  könnten.  Mit  Hilfe  der 
eingereichten Zeitungsartikel und CDs von in Kamerun ausgestrahlten 
Radiosendungen  könne  er  jedoch  beweisen,  dass  er  als 
regimekritischer  Journalist  tätig  gewesen  sei.  Dass  er  in  dieser 
Funktion  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  behördlichen  Pressionen, 
Einschüchterungsversuchen,  Einbrüchen  und  Todesdrohungen 
ausgesetzt  gewesen  sei,  könne  einerseits  mit  der  allgemeinen 
Menschenrechtslage  und  der  Lage  kritischer  Medienschaffender 
vereinbart  werden  und  ergebe  sich  andererseits  aus  seinen 
glaubhaften  Schilderungen.  Das  Ausmass  der  Behelligungen  habe 
sich  über  die  Jahre  hinweg  entwickelt  und  sich  schliesslich  in  den 
Warnungen  im  Sommer  2005  kulminiert.  Er  habe  sich  auch  in  der 
Schweiz  weiterhin  kritisch  gegenüber  dem  kamerunischen  Regime 
geäussert.  Ein  ökonomisches  Motiv  zum  Verlassen  seines 
Heimatlandes habe er nicht gehabt. Seine finanzielle Situation sei sehr 
günstig gewesen. Dies spreche für einen anderen Ausreisegrund und 
mache eine Flucht vor Verfolgung wahrscheinlich. 

Hinsichtlich der Abklärungsergebnisse der Schweizer Vertretung halte 
er  nochmals  fest,  dass  er  bezweifle,  dass  sein  früherer  Chef, 
O._______,  heute  tatsächlich  in  Kamerun  als  Journalist  tätig  sei. 
Selbst  wenn  dafür  Beweise  vorlägen,  wäre  damit  die  geltend 
gemachte  Verfolgungssituation  nicht  widerlegt,  zumal  auch  die 
Schweizer Vertretung angebe, es seien Vorladungen von Journalisten 
der  „D._______“  bekannt.  Das  eigentliche  fluchtauslösende  Ereignis 
habe  in  der  Vorladung  des  (Funktion),  L._______,  bestanden.  Er 
befürchte  nicht  eine  unmittelbare  Verfolgung  von  Seiten  staatlicher 

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Organe, sondern rechne die Drohungen einem bestimmten Umfeld von 
hohen Staatsfunktionären zu. Da diese über eine stabile Machtbasis 
im  Staatsapparat  verfügten,  seien  die  Verfolgungsmassnahmen 
gleichwohl dem Staat zurechenbar. Es könne keine Rede davon sein, 
dass  der  sachliche  und  zeitliche  Kausalzusammenhang  zwischen 
Verfolgung und Flucht  nicht  ausreichen würde. Betrachte  man seine 
Tätigkeit  und  die  Behelligungen  in  einer  Gesamtschau,  so  sei  von 
einer asylrelevanten Bedrohungsintensität auszugehen. 

Er erfülle die Flüchtlingseigenschaft auch im Sinne von Art. 54 AsylG, 
weshalb  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig  sei.  Er  verweise 
diesbezüglich  auf  die  CD mit  den  aufgezeichneten  Radiosendungen 
beim (...) Lokalradio „(...)“. Die kamerunischen Behörden hätten auch 
in der Schweiz Agenten. Er sei schon wegen seiner Vorgeschichte eine 
exponierte  Zielperson  der  staatlichen  beziehungsweise 
parastaatlichen  Sicherheitskräfte.  Zudem  begründe  die  prekäre 
Menschenrechtslage  in  Kamerun  für  ihn  ein  grosses  Folterrisiko. 
Erweise sich der Wegweisungsvollzug als unzulässig, so müsse ohne 
Weiteres auch von dessen Unzumutbarkeit ausgegangen werden. 

E.c Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer fol-
gende Dokumente zu den Akten: 
- Internetausdrucke (3 Artikel von RSF vom 22.7.2005, 14.11.2005, 3.4.2006);

- Flugticket ([Strecke] retour);

- E-Mail der (Verwandten) vom 3.10.2005;

- Kopie S. 12/13 des Passes (Visum);

- CD (Aufzeichnung der Sendung von Radio „[...]“);

- Internetausdruck (Bericht aus IRINnews vom 5.5.2006);

- Fürsorgebestätigung vom 27.4.2006. 

F.
Mit  Zwischenverfügung  vom  22. Mai  2006  stellte  der  zuständige 
Instruktionsrichter der ARK fest, dass der Beschwerdeführer den Aus-
gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichzeitig ver-
zichtete  er  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  verwies 
den Entscheid  über  das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeit-
punkt. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wies er mangels Notwen-
digkeit ab. 

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Hinsichtlich des Antrags auf Akteneinsicht stellte der Instruktionsrich-
ter fest, dass es sich beim Aktenstück A17 (Botschaftsantwort) um ein 
grundsätzlich  vollumfänglich  dem  Akteneinsichtsrecht  nach  Art. 26 
VwVG unterliegendes Dokument  handle,  weshalb  dem Beschwerde-
führer der Inhalt in den Schranken von Art. 27 VwVG offen gelegt wer-
de. Bei den vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren ein-
gereichten Beweismitteln handle es sich um Akten, die ihm grundsätz-
lich bekannt sein dürften, weshalb auf deren Edition ohne ausdrück-
lichen Antrag generell  verzichtet  werde. Entsprechend dem nunmehr 
gestellten Antrag würden ihm diese offen gelegt. Schliesslich räumte 
er dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Einreichung einer allfälli-
gen ergänzenden Stellungnahme ein. 

G.
G.a Mit  Eingabe vom 13. Juni  2006 nahm der Beschwerdeführer er-
gänzend Stellung. Er brachte im Wesentlichen vor, er  habe eine Zu-
sammenfassung  seiner  journalistischen  Tätigkeit  als  Redaktor  und 
Schriftleiter  der  „E._______“  verfasst,  welche  er  samt  deutscher 
Übersetzung einreiche. Das Dokument  zeige,  in  welchem Mass und 
bei  welchen  politisch  führenden  Kreisen  er  mit  seiner  Tätigkeit  an-
geeckt und dadurch zur Zielperson einer asylrelevanten Verfolgung ge-
worden sei. Es kläre zudem wichtige Punkte im Zusammenhang mit 
den Botschaftsabklärungen. Weiter  reiche er eine Kopie des Impres-
sums der Zeitung ein (Seite 6 der Ausgabe vom 13. September 2004). 
Dieses sei bis zu seiner Flucht nicht mehr wesentlich verändert wor-
den und zeige die Funktionen (Aufzählung).

Hinsichtlich  der  offen  gelegten  Botschaftsakten  halte  er  daran  fest, 
dass  P._______  vor  ihm  nach  Q._______  ausgereist  sei.  Die 
„E._______“ sei  bis  heute nicht  mehr  herausgegeben worden. Dafür 
seien  nicht  finanzielle  Gründe  massgebend. Nach  der  Ausreise  von 
P._______  seien die  Beiträge hauptsächlich  von ihm und T._______ 
geschrieben  worden.  Er  habe  im  selben  Zeitraum,  in  dem  die  Bot-
schaftsabklärungen erfolgt seien, zwei Anrufe von T._______ erhalten. 
Dieser habe ihm von den Anrufen des Schweizer Konsulats erzählt. Er 
habe  ihm versichert,  dass  er  nur  von  Problemen gesprochen  habe, 
aber keine finanziellen Schwierigkeiten erwähnt habe. Man habe auch 
nicht  nachgefragt,  welcher  Art  die  Probleme seien. Die  Herausgabe 
der  Zeitung  sei  denn  eben  auch  aus  politischen,  nicht  finanziellen 
Gründen blockiert. Er – der Beschwerdeführer – gehe davon aus, dass 
der  Geldgeber  der  Zeitung  entsprechende  Pressionen  aus  dem 

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gegnerischen Lager erhalten habe. 

U._______  sei  von  den  mit  den  Abklärungen  vor  Ort  betrauten 
Personen  offensichtlich  nicht  kontaktiert  worden.  Dies  sei  nicht 
erstaunlich,  da  diese Person gar  nicht  existiere  und deshalb  im Im-
pressum ohne Kontakttelefonnummer erscheine. Es handle sich dabei 
um ein Pseudonym, welches er als Chefredaktor für von ihm oder an-
deren Journalisten verfasste Artikel benutzt habe, um die redaktionelle 
Verantwortung zu verschleiern. Grund für dieses Vorgehen sei die Ver-
folgungsgefahr  gewesen. Die  rapportierten  Auskünfte  von T._______ 
zeigten, dass dieser keine zutreffenden Auskünfte erteilt habe, indem 
er  auf  den  nicht  existierenden  U._______  verwiesen  und  von 
Problemen mit der Druckerei gesprochen habe. Dass die Abklärungen 
in Kamerun keine Hinweise auf eine behördliche Verfolgung ergeben 
hätten, spreche nicht gegen das Vorliegen einer begründeten Furcht. 
Er sei nicht von regulären Sicherheitskräften, sondern von unbekann-
ten Personen bedroht  worden. Er fürchte  sich vor einer  extralegalen 
Hinrichtung durch Täter aus dem Dunstkreis der Mächtigen Kameruns. 
Die  neu  offen  gelegte  E-Mail  vom  (Datum)  verweise  auf  ein 
Telefongespräch  zwischen  dem  Sachbearbeiter  des  BFM  und  einer 
Auskunftsperson. Er hoffe, dass die kamerunischen Sicherheitskräfte 
die  Telefonanschlüsse  des  Schweizer  Konsulats  nicht  abhörten 
beziehungsweise  am  Telefon  keine  Namen  genannt  worden  seien. 
Zudem  berichte  die  Auskunftsperson  des  BFM  in  dieser  E-Mail 
lediglich über ihre Abklärungen betreffend die Zeitung „D._______“, für 
welche  er  bei  seiner  Flucht  längst  nicht  mehr  tätig  gewesen  sei. 
Schliesslich  sei  die  Abklärung  hinsichtlich  der  geheimdienstlichen 
Funktion von L._______ unbeantwortet geblieben. Damit seien seine 
Vorbringen in keiner Weise desavouiert geworden. 

In der Schweiz betätige er sich weiterhin exilpolitisch. So habe er am 
(Datum)  mit  (...)  im  Lokalradio  „(...)“  ein  Interview  geführt  (vgl. 
beiliegendes Programmheft und CD mit  Aufzeichnung der Sendung). 
Dieser  Musiker  habe  sein  Land  aufgrund  seiner  kritischen  Haltung 
verlassen müssen. Auch in dem Interview nehme er kein Blatt vor den 
Mund. Er – der  Beschwerdeführer – mache ebenfalls keinen Hehl aus 
seiner  kritischen  Haltung.  In  diesem  Zusammenhang  weise  er 
nochmals  darauf  hin,  dass  er  sich  wegen  eines  ähnlichen 
Radiointerviews, welches er in R._______ im Mai 2005 mit (...) geführt 
habe, in politischer Hinsicht stark exponiert habe.

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G.b Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer fol-
gende Dokumente ins Recht:
- Auflistung seiner journalistischen Tätigkeit, undatiert;

- Kopie S. 6 der „E._______“ vom 13.9.2004;

- Programmheft (...) 2006;

- CD (Aufzeichnung der Radiosendung im „[...]“ vom [Datum]).

H.
In seiner Vernehmlassung vom 28. Juni 2006 beantragte das BFM die 
Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Stand-
punktes rechtfertigen könnten. Der Beschwerdeführer beschränke sich 
im Wesentlichen darauf, die geltend gemachten Vorbringen ausführlich 
zu  wiederholen.  Zudem versuche  er,  eine  eigene  Verfolgung  zu  be-
haupten, indem er auf die angebliche Verfolgung anderer Journalisten 
verweise. Der Umstand, dass andere Journalisten eventuell Schwierig-
keiten gehabt  hätten, lasse noch keine Rückschlüsse auf ihn zu. So 
könne  auch  der  Umstand,  dass  die  Botschaftsabklärung  ergeben 
habe,  dass  Journalisten  der  „D._______“  dem  Richter  vorgeführt 
worden seien, nicht bedeuten, dass er in asylrelevanter Weise verfolgt 
worden sei. Er selber sei gemäss eigenen Angaben nie einem Richter 
vorgeführt  worden  und  es  stehe  zudem offen,  weshalb  die  anderen 
Journalisten vor dem Richter hätten erscheinen müssen. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2006 brachte der Instruktionsrichter 
der ARK dem Beschwerdeführer  die Vernehmlassung des BFM vom 
zur Kenntnis und räumte ihm die Gelegenheit zur Stellungnahme ein.

J.
In seiner Replik vom 14. Juli 2006 führte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen  aus,  es  gebe  in  seiner  Beschwerde  neue  Elemente.  So 
habe er die in den Anhörungen angekündigte Aufzeichnung der Sen-
dung  des  Radiosenders  „(...)“  eingereicht.  Zudem  habe  er  auf  die 
Ungenauigkeiten  im  Botschaftsbericht  bezüglich  der  Person  von 
U._______  hingewiesen,  die  als  Pseudonym  benutzt  worden  sei. 
Bezüglich  des  im  Jahr  2003  erlittenen  Angriffs  werde  er  in  den 
nächsten Wochen eine Kopie der entsprechenden Strafanzeige einrei-
chen.  Sein  Besuch  beim  (Funktion)  des  Geheimdienstes  sei 
überprüfbar,  da  er  an  jenem  Tag  registriert  worden  sei,  bevor  er 
Zugang zu dessen Büro erhalten habe. Die Schweizer Vertretung habe 

Seite 19

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sich zur Frage nach L._______ nicht geäussert. Indem er von anderen 
Journalisten,  namentlich  von seinen früheren  Chefs,  berichtet  habe, 
habe  er  zur  Behauptung  im  Botschaftsbericht,  wonach  keine 
Verfolgung  von  Journalisten  der  „D._______“  stattgefunden  habe, 
Stellung bezogen. Bezüglich der  „E._______“  sei  er  gefragt  worden, 
wo  sich  deren  Direktor  befinde. In  diesem  Zusammenhang  habe  er 
dessen Flucht nach Q._______ erwähnt. Er habe in beiden Zeitungen 
regimekritische  Artikel  gezeichnet.  Die  Ausstrahlung  der 
Diskussionssendung  „(...)“  des  Radiosenders  „(...)“  sei  nach  dem 
Vorfall  in R._______ während dreier  Monate ausgesetzt  worden. Auf 
all  seinen früheren Reisen sei ihm nie die Idee gekommen, sich ins 
Exil  zu  begeben,  da  er  der  Ansicht  gewesen  sei,  er  müsse  seinen 
Kampf weiterführen. Die Warnung seines Informanten, er könnte in Ka-
merun getötet werden, habe er jedoch sehr ernst genommen. Mit der 
Einreichung einer  Aufzeichnung der  Radiosendung im „(...)“  habe er 
ein weiteres Beispiel für die Vorgehensweise der Mächtigen gegenüber 
ihnen  lästigen  Personen  nennen  wollen.  Mit  dem  Hinweis  auf  die 
Ermordung von S._______ im Jahr 2003, der im Zusammenhang mit 
(...)  recherchiert  habe,  habe  er  ein  entsprechendes  Beispiel  aus 
Kamerun anfügen wollen. 

Aus dem Umstand, dass die Botschaftsabklärung keine Erkenntnisse 
über die Verfolgung regimekritischer Journalisten ergeben habe, könne 
nichts zum Nachteil seiner Glaubwürdigkeit abgeleitet werden. Er habe 
die  vom  BFM  geltend  gemachten  Unstimmigkeiten  hinsichtlich  der 
Warnung eines Geheimdienstmitarbeiters und der Visumsanträge klä-
ren  können.  Auch  die  Gründe,  weshalb  er  trotz  der  Drohungen  zu-
nächst in Kamerun geblieben sei und wie er die Kontrollen am Flugha-
fen überwunden habe, habe er erklären können.

K.
Mit Eingabe vom 27. Juli 2006 reichte der Beschwerdeführer die ange-
kündigte Kopie der Strafanzeige vom (Datum) zu den Akten, welche er 
nach  dem  Angriff  unbekannter  Männer  bei  der  Gendarmerie  in 
B._______  deponiert  habe.  Das  Dokument  sei  mit  Hilfe  eines 
befreundeten Geschäftsmannes vor rund zwei Wochen in die Schweiz 
gelangt. 

L.
Mit  Eingabe vom 12. September  2006 reichte  der  Beschwerdeführer 
eine weitere Beschwerdeergänzung ein. Er brachte vor, er sei bei Re-

Seite 20

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cherchen im Internet auf einen neuen Fall eines in Kamerun vom Mili-
tärgeheimdienst  entführten  Journalisten  gestossen  und  reiche  den 
entsprechenden Bericht ein. Der Berufskollege habe verschiedene Ar-
tikel über höher gestellte Persönlichkeiten des Regimes publiziert, na-
mentlich auch über (...). Bevor der Journalist entführt worden sei, sei 
er mehrmals zu Gesprächen beim Militärgeheimdienst eingeladen wor-
den. Ein Journalist, der Zeuge der Entführung geworden sei, habe in 
der Folge die Nachricht vom (Datum) veröffentlicht. Diese zeige, wie in 
Kamerun mit  kritischen Berichterstattern umgegangen werde. Er sel-
ber habe das Glück gehabt,  dass er von einer Vertrauensperson ge-
warnt worden sei. 

M.
Mit  Eingabe  vom 15. November  2006  reichte  der  Beschwerdeführer 
einen weiteren Bericht aus dem Internet vom (Datum) ein. Laut diesem 
sei  eine  ihm  aus  gemeinsamer  Medienarbeit  beim  Sender  „(...)“ 
bekannte  Journalistin  in  ihrer  Wohnung von Unbekannten  überfallen 
und mit  Messern  bedroht  worden,  nachdem sie im Radio „(...)“  eine 
Bilanz des kamerunischen Regimes gezogen habe.

N.
Mit Eingabe vom 6. Februar 2007 reichte der Beschwerdeführer zwei 
weitere Beweismittel – die Ausgabe der „E._______“ vom (Datum) und 
einen Internetausdruck eines Interviews mit V._______ vom 1. Februar 
2007, welches dieser in seinem (...) Exil gegeben habe – ein. Er führte 
diesbezüglich  aus,  V._______  sei  früher  ein  Mitarbeiter  des 
Präsidenten  Paul  Biya  gewesen.  Im  Vorfeld  der 
Präsidentschaftswahlen  vom  Oktober  2004  sei  er  jedoch 
zurückgetreten  (...).  Zu  diesem  Zeitpunkt  habe  er  ihm  –  dem 
Beschwerdeführer  –  ein  Interview  gewährt  (vgl.  die  eingereichte 
Ausgabe  der  „E._______“  vom  [Datum])  und  sei  für  ihn  zu  einem 
Informanten geworden. Aufgrund des Interviews von Anfang Februar 
2007 habe er  nun erfahren,  dass V._______ ebenfalls  aus Kamerun 
geflohen sei. 

O.
Mit Eingabe vom 2. April 2008 reichte der Beschwerdeführer zwei wei-
tere im Internet publizierte Artikel von „Le Messager“ vom 1. Februar 
2008 und von RSF vom 15. Februar 2008 über die politisch motivierte 
Verfolgung von Medienschaffenden in Kamerun ein.

P.

Seite 21

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P.a Am 29. Mai 2008 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Be-
schwerdeergänzung zu den Akten. Er brachte vor, er  sei  im Zusam-
menhang mit seinen exilpolitischen Aktivitäten als Radiomoderator im 
„(...)“ vom (...) wegen (...) verzeigt und von der Staatsanwaltschaft mit 
einem Strafbefehl  belegt  worden. Die dagegen erhobene Einsprache 
habe mit einem Freispruch vor dem (...) geendet. In den (...) Medien 
habe  das  Gerichtsverfahren  grosse  Aufmerksamkeit  erhalten. Er  sei 
mehrmals in Radio- und Fernsehinterviews abgebildet und namentlich 
erwähnt worden. Diese Berichte hätten mit grösster Wahrscheinlichkeit 
auch die Aufmerksamkeit regierungstreuer Kameruner in der Schweiz 
erlangt. Es müsse deshalb von einer zusätzlichen Gefährdung im Falle 
seiner Rückkehr ausgegangen werden. 

P.b Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer fol-
gende Dokumente ins Recht:
- Kopie Urteil (...), (Datum);

- 2 Berichte aus der (...) Zeitung, (Daten);

- DVD (2 Berichte der Sender „[...]“ und „[...]“).

Q.
Mit Eingabe vom 16. Februar 2009 reichte der Beschwerdeführer den 
Länderbericht  zu  Kamerun  von  Amnesty  International  vom  Januar 
2009 ein. In diesem werde bestätigt, dass das Studio von Radio „(...)“ 
behördlich durchsucht und geschlossen worden sei. In der Folge sei 
zwar die Erlaubnis zur Wiedereröffnung erteilt worden, da jedoch die 
Sendeausrüstung  nicht  mehr  zurückgegeben  worden  sei,  habe  der 
Betrieb nicht wieder aufgenommen werden können. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 

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AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm am 1. Januar 2007 die 
Beurteilung der bei der ehemaligen ARK hängigen Rechtsmittel. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (Art. 53 Abs. 2 VGG). 

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Er ist  daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1,  50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.
3.1 Gemäss  Art. 2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 
Flüchtlingseigenschaft,  wenn sie Nachteile  von bestimmter  Intensität 
erlitten hat oder mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 
Zukunft  begründeterweise  befürchten  muss,  die  ihr  gezielt  und  auf-
grund  bestimmter  Verfolgungsmotive  zugefügt  worden  sind  bezie-
hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. Entscheide des Schwei-
zerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 2007/31  E. 5.2. f., 
BVGE 2008/4 E. 5 und die vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführte 
Rechtsprechung der  ARK,  vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
ARK [EMARK]  2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., EMARK 2005 Nr. 21 
E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen 

Seite 23

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Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zudem 
voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausrei-
chenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., 
BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.,  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff., 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausserdem 
muss  für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zwischen  den 
geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen  und  der  Ausreise  aus 
dem Heimatland ein sowohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht 
enger  Zusammenhang  bestehen  (vgl.  EMARK  1999  Nr. 7,  EMARK 
2000 Nr. 2 und EMARK 2003 Nr. 8). Massgeblich für die Beurteilung 
der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  ist  die  Situation  im  Zeitpunkt 
des Asylentscheids, wobei erlittene Verfolgung oder begründete Furcht 
vor Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise ein Hinweis auf weiterbeste-
hende Gefährdung sein kann (vgl. BVGE 2008/4 Nr. 5.4 mit weiteren 
Hinweisen). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit für gegeben hält. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie ge-
nügend substanziiert,  in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen 
sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punk-
ten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und 
auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widerspre-
chen.  Darüber  hinaus  muss  die  asylsuchende  Person  persönlich 
glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist, 
wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel 
abstützt  (Art. 7  AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung 
der  Vorbringen  ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen 
oder nicht (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., EMARK 1993 Nr. 21 
S. 134 ff., EMARK 1993 Nr. 11 S. 67 ff.). 

4.
4.1 Hinsichtlich der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen des Beschwerde-
führers ist vorab festzuhalten, dass davon ausgegangen werden kann 
und von der Vorinstanz auch nicht angezweifelt wird, dass er in Kame-
run  als  Journalist  tätig  war  –  seit  dem  Jahr  2003  bei  der  Zeitung 
„D._______“,  ab  Juli  2004  bei  der  „E._______“  –  und  sich  im  Jahr 
2005  für  Berichterstattungen  rund  drei  Wochen  in  F._______ 
aufgehalten hat. Inwiefern dies respektive die in diesem Zusammen-

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hang geltend gemachten Verfolgungsvorbringen asylrelevant sind, wird 
nachfolgend zu prüfen sein. 

4.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, Kamerun verlassen zu ha-
ben, da er aufgrund von Behelligungen im Zusammenhang mit seiner 
journalistischen Tätigkeit und einer diesbezüglich durch einen Geheim-
dienstmitarbeiter ausgesprochenen Warnung um seine körperliche In-
tegrität  gefürchtet  habe.  Das  BFM  hat  im  angefochtenen  Entscheid 
festgehalten, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ausreise-
gründe  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art. 7  AsylG und an die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3  AsylG 
nicht stand. Dieser Einschätzung ist  im Ergebnis beizupflichten. Eine 
Überprüfung der Akten ergibt,  dass die Vorbringen des Beschwerde-
führers nicht geeignet sind, eine asylrechtlich relevante Verfolgung zu 
begründen. 

4.2.1 Unabhängig von der Frage der Glaubhaftigkeit, fehlt es den vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Übergriffen  von  Seiten  unbe-
kannter Dritter in den Jahren 2003 und 2004 – anonyme Telefonanrufe, 
Hausfriedensbruch,  tätlicher  Angriff  –  an  der  geforderten  Intensität. 
Sie vermögen den Anforderungen an eine asylrechtlich relevante Ver-
folgung  nicht  standzuhalten.  Zudem  zeigt  die  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  nach  dem  tätlichen  Angriff  vom  (Datum)  bei  der 
Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat, seinen Zugang zur ört-
lichen Schutzinfrastruktur. Die hinsichtlich der Verfolgung durch Private 
massgebliche Schutztheorie  setzt  –  auf  Grund der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen Schutzes – voraus, dass es der betroffenen Per-
son  nicht  möglich  ist,  im  Heimatland  davor  Schutz  zu  finden.  Der 
Schutz ist dann als ausreichend zu qualifizieren, wenn die betroffene 
Person effektiv Zugang zu einer funktionierenden Infrastruktur hat und 
ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei von einem Staat nicht 
erwartet werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensberei-
che seiner Bürger eingreifen kann (vgl. EMARK 2006 Nr. 18). Vorlie-
gend hat die Polizei die Anzeige des Beschwerdeführers entgegenge-
nommen und es kann davon ausgegangen werden, dass dies auch bei 
den anderen Übergriffen der Fall gewesen wäre, hätte der Beschwer-
deführer  auch diesbezüglich Anzeige erstattet. Dass die unbekannte 
Täterschaft bisher nicht habe überführt werden können, kann nicht zur 
Annahme eines mangelnden Schutzwillens des kamerunischen Staa-
tes führen. Die Ermittlung unbekannter Täterschaften bereitet auch in 
der Schweiz zuweilen Schwierigkeiten.

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Ungeachtet der fehlenden Intensität dieser Übergriffe, ist überdies der 
in zeitlicher und sachlicher Hinsicht geforderte enge Zusammenhang 
zwischen diesen und der Ausreise aus dem Heimatland am 8. Septem-
ber 2005 zu verneinen. Der Beschwerdeführer kehrte trotz der geltend 
gemachten Behelligungen am 5. Juni 2005 von seinem Auslandsauf-
enthalt in F._______ in sein Heimatland zurück und setzte dort seine 
redaktionelle  Tätigkeit  fort. Die betreffenden Übergriffe können somit 
für die später erfolgte Ausreise aus Kamerun nicht mehr als kausal be-
trachtet werden, zumal der Beschwerdeführer bei der Rückkehr nach 
dem Aufenthalt in F._______ im Juni 2005 am Flughafen in G._______ 
gemäss eigenen Angaben keinerlei Probleme zu gewärtigen hatte. Die 
diesbezüglichen Vorbringen sind deshalb auch aus diesem Grund als 
nicht asylbeachtlich zu qualifizieren. 

4.2.2 Als  eigentliches  fluchtauslösendes  Ereignis  nannte  der  Be-
schwerdeführer eine durch einen Geheimdienstmitarbeiter am 11. Au-
gust 2005 ausgesprochene Warnung. Die diesbezüglichen Schilderun-
gen des Beschwerdeführers sind jedoch schwer nachvollziehbar und 
vermögen nicht zu überzeugen. Sie erwecken vielmehr den Eindruck, 
dass damit eine asylrechtlich relevante Verfolgung begründet werden 
soll,  die  eigentlich  auf  den vorangegangenen Behelligungen,  welche 
die Flüchtlingseigenschaft  jedoch nicht zu begründen vermögen (vgl. 
E. 4.2.1),  basiere.  Zum  Inhalt  der  angeblich  ausgesprochenen  War-
nung machte der Beschwerdeführer nur vage Angaben. Zunächst gab 
er lediglich an, die betreffende Person habe ihm nach der Veröffentli-
chung  eines  Zeitungsartikels  im  Sinne  eines  Ratschlags  gesagt,  es 
bringe  nichts,  weiterhin  solche  Geschichten  zu  publizieren  (vgl.  A2 
S. 8). Danach präzisierte er, die Person habe ihn gefragt, weshalb er 
in dem betreffenden Zeitungsartikel die Namen von (...) nenne und ihm 
geraten,  aufzupassen  (vgl.  A13  S. 11).  Eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung vermag er damit  nicht  zu begründen,  zumal  diffus bleibt, 
von  wem  konkret  er  was  zu  befürchten  haben  sollte  und  da  ins-
besondere auch die Darlegung, wonach ihm ein befreundeter Geheim-
dienstmitarbeiter in der Folge zur Flucht geraten habe, nicht zu über-
zeugen  vermag.  Der  Beschwerdeführer  äusserte  sich  diesbezüglich 
widersprüchlich,  indem  er  zunächst  ausführte,  der  besagte  Freund 
habe ihm drei Tage nach dem Gespräch vom 11. August 2005 geraten, 
möglichst bald zu fliehen (vgl. A2 S. 8), wohingegen er anlässlich der 
kantonalen Anhörung angab, dieser habe ihm bereits am nächsten Tag 
dazu geraten (vgl. A13 S. 11). In der Beschwerdeeingabe vom 16. Mai 

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2006 gab er wiederum an, er habe den Ratschlag am 13. August 2005 
– mithin zwei Tage nach dem Gespräch vom 11. August 2005 – erhal-
ten.  Dass  sich  der  Beschwerdeführer  danach  zunächst  eine  Woche 
lang in  seinem Heimatdorf  versteckt  und sich  das  weitere  Vorgehen 
überlegt  habe,  bevor er  nach B._______ zurückgekehrt  sei,  um sich 
um die Ausstellung schweizerischer Visa für sich und seine Familie zu 
bemühen (vgl. A13 S. 17), kann angesichts der Tatsache, dass er die 
Anträge für die Erteilung der Visa – angegebener Reisezweck: Ferien 
in J._______ – bereits am 12. August 2005 unterzeichnet hat, nicht ge-
glaubt  werden. Die Erklärung in  der Beschwerde vom 16. Mai  2006, 
wonach es sich bei dem genannten Datum auf den Visaanträgen um 
ein Versehen seinerseits handeln müsse, vermag nicht zu überzeugen. 
Angesichts  der  widersprüchlichen  Angaben  und  Unstimmigkeiten  in 
den  Aussagen  muss  das  angebliche  Treffen  mit  einem 
Geheimdienstmitarbeiter  und  insbesondere  der  anschliessende 
Ratschlag  zur  Flucht  eines  befreundeten  Mitarbeiters  eben  dieses 
Geheimdienstes  bezweifelt  werden.  Die  vom  Beschwerdeführer 
geäusserte  Befürchtung  einer  Verfolgung  findet  in  den  Akten  keine 
Stütze. Gemäss den Abklärungen der schweizerischen Vertretung vor 
Ort  liegen  keine  Hinweise  für  eine  behördliche  Verfolgung  des 
Beschwerdeführers vor. Dafür spricht auch die Tatsache, dass er bei 
den  Ein-  und  Ausreisen  am  Flughafen  in  G._______  jeweils  keine 
Probleme  zu  gewärtigen  hatte  (vgl.  Pass:  Ausreisestempel  vom 
[Datum] und  [Datum],  Einreisestempel  vom  [Datum]).  Die 
eingereichten Zeitungsartikel belegen zwar die redaktionelle Tätigkeit 
des  Beschwerdeführers,  vermögen  jedoch  keinen  Beweis  für  eine 
diesbezügliche konkrete Verfolgung darzustellen; ebensowenig vermag 
dies der Verweis auf andere Journalisten, die mit den kamerunischen 
Behörden  Schwierigkeiten  gehabt  hätten.  Allein  aufgrund  des 
Verfassens  regimekritischer  Artikel  kann  nicht  auf  eine  asylrechtlich 
relevante  Verfolgung geschlossen werden,  zumal  die  Meinungs-  und 
Pressefreiheit  in  Kamerun  seit  1996  gesetzlich  garantiert  ist.  Im 
Übrigen statuiert das seit dem Jahr 2007 neu geltende kamerunische 
Strafprozessrecht das Recht auf Schutz vor willkürlicher Inhaftierung.

Schliesslich  entspricht  auch  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers 
nach  der  Ausreise  aus  Kamerun  am  8. September  2005  nicht 
demjenigen  einer  Person,  die  einen  Drittstaat  um  Schutz  vor 
Verfolgung in ihrem Heimatstaat nachsuchen will,  zumal er erst rund 
einen  Monat  nach  der  Ankunft  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch 
eingereicht hat. Seine diesbezügliche Erklärung, er habe ursprünglich 

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gar nicht daran gedacht,  um Asyl nachzusuchen, sondern habe sich 
einfach bei einem in der Schweiz lebenden Verwandten zurückziehen 
und alles vergessen wollen, wobei er dann jedoch aufgrund der E-Mail 
seiner  (Verwandten)  vom  3. Oktober  2005  gezögert  habe,  nach 
Kamerun zurückzukehren,  und schliesslich – da er  sich nach Ablauf 
des Visums auch nicht illegal in der Schweiz habe aufhalten wollen – 
ein  Asylgesuch  eingereicht  habe,  vermag  nicht  zu  überzeugen. Der 
Einschätzung  der  Vorinstanz,  wonach  die  betreffende  E-Mail  der 
(Verwandten)  des  Beschwerdeführers  vom 3. Oktober  2005  –  mithin 
datiert  vom  gleichen  Tag  wie  die  Asylgesuchseinreichung  –  als 
Gefälligkeitsschreiben zu werten sei, ist beizupflichten. Angesichts der 
Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Familie  in  Kamerun 
zurückgelassen  hat,  vermag  die  Aussage,  er  habe  in  der  Schweiz 
einfach alles vergessen wollen, nicht zu überzeugen. Überdies war die 
im Visum gewährte Aufenthaltsdauer von 15 Tagen in der Zeitspanne 
vom  6. September  2005  bis  zum  5. Oktober  2005  aufgrund  der 
Einreise  vom  9. September  2005  bereits  am  24. September  2005 
beendet,  weshalb auch das Argument der Regelung des Aufenthalts 
vor Ablauf dieser Frist nicht greift. 

4.3 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände ist 
festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer insgesamt nicht gelun-
gen ist, für den Zeitpunkt der Ausreise aus Kamerun eine Verfolgung 
im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu 
machen. Damit erübrigt es sich, hinsichtlich der Prüfung der Vorverfol-
gung auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift und de-
ren  Ergänzungen  sowie  die  im  Beschwerdeverfahren  eingereichten 
Beweismittel – ausgenommen diejenigen, welche sich auf das exilpoli-
tische Engagement des Beschwerdeführers beziehen (vgl. hierzu die 
nachfolgenden Ausführungen unter E. 5) – im Einzelnen einzugehen, 
zumal sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Im Sinne einer an-
tizipierten  Beweiswürdigung  sind  auch  die  verschiedenen  gestellten 
Beweisanträge abzuweisen. Die Vorinstanz hat somit das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers in diesem Kontext zu Recht abgewiesen. 

5.
5.1 Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  nur  der 
Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatland, sondern auch die Situati-
on im Zeitpunkt  des Asylentscheids massgebend (vgl. EMARK 2005 
Nr. 18). Der Beschwerdeführer macht ein exilpolitisches Engagement 
geltend, womit sich die Frage stellt,  ob er aufgrund dessen eine zu-

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künftige Verfolgung durch die kamerunischen Behörden zu befürchten 
hat und deshalb die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 

Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – so auch durch politische Exil-
aktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  sei, 
macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Diese be-
gründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von Art. 3  AsylG, 
führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unab-
hängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt 
wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachflucht-
gründe  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge 
vorläufig aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f.,  mit 
weiteren Hinweisen). Eine Person,  welche sich  auf  subjektive Nach-
fluchtgründe  beruft,  hat  objektiv  begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor 
künftiger Verfolgung, wenn beispielsweise der Verfolgerstaat mit erheb-
licher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat 
und die Person deshalb bei einer Rückkehr in asylrechtlich relevanter 
Weise  verfolgen  würde  (vgl.  das  zur  Publikation  bestimmte  Urteil 
D-3357/2006  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  9. Juli  2009; 
EMARK 1995 Nr. 9 E. 8c S. 91,  mit  weiteren Hinweisen). Wesentlich 
ist,  ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden 
als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr 
in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürch-
ten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer 
begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe im (...) Lokalradio 
„(...)“  verschiedene  Sendungen  mit  Themen  zu  Kamerun  moderiert. 
Vom Vorwurf der diesbezüglichen (...) sei er durch das Urteil des (...) 
vom (Datum) freigesprochen worden, worüber in den Medien berichtet 
worden sei. Für die Einzelheiten wird auf die zu den Akten gegebenen 
Beweismittel  verwiesen,  soweit  diese  in  Zusammenhang  mit  den 
geltend gemachten Nachfluchtgründen stehen. 

5.2.1 Zwar ist es durchaus denkbar, dass sich die kamerunischen Be-
hörden grundsätzlich für die exilpolitischen Aktivitäten ihrer Staatsan-
gehörigen interessieren. Es besteht jedoch kein Anlass zur Annahme, 
die kamerunischen Geheimdienste würden ihre Staatsangehörigen im 
Ausland speziell beobachten oder gar systematisch erfassen. Eine sol-
che  Erfassung  dürfte  sich  einzig  auf  Personen  konzentrieren,  die 

Seite 29

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Funktionen wahrgenommen und/oder Aktivitäten entwickelt haben, die 
die betreffende Person als ernsthaften und gefährlichen Regimegeg-
ner erscheinen lassen. Massgebend dürfte dabei nicht primär das Her-
vortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit  und Individualisier-
barkeit  sein,  sondern  eine öffentliche Exponierung,  die aufgrund der 
Persönlichkeit  des  Asylsuchenden,  der  Form  des  Auftritts  und  auf-
grund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen 
den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende zu einer Gefahr für den 
Bestand des kamerunischen Regimes wird. 

5.2.2 Ein solcher Exponierungsgrad kann dem vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  exilpolitischen  Engagement  nicht  beigemessen 
werden. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer für den 
Zeitpunkt  der Ausreise aus Kamerun keine Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochte und 
er bei den zuvor erfolgten Aus- und Einreisen in Kamerun keine Prob-
leme gewärtigen musste, ist nicht davon auszugehen, dass er vor sei-
ner  Ausreise  am  8. September  2005  in  Kamerun  registriert  worden 
wäre. Damit ist auch nicht von einer speziellen Beobachtung durch die 
heimatlichen Behörden nach der Ankunft in der Schweiz auszugehen. 
Die eingereichten Beweismittel  vermitteln nicht  ein solches Mass an 
exilpolitischer  Tätigkeit  in  der  Schweiz,  dass  der  Beschwerdeführer 
deswegen den Behörden seines Heimatstaats seither speziell  aufge-
fallen  sein  müsste.  Die  vom  Beschwerdeführer  in  (Sprache)  mode-
rierten  Beiträge  im  Lokalradio  „(...)“  des  (...)sprachigen  Kantons 
K._______ sind – als Teile einer Sendung von und für  die ausländi-
sche Wohnbevölkerung im besagten Kanton – primär an (...)sprachige 
Immigranten gerichtet  und deshalb nicht  geeignet,  die kamerunische 
Regierung  in  der  breiten  Öffentlichkeit  zu  diskreditieren.  Zudem 
äusserte  der  Beschwerdeführer  in  den betreffenden Beiträgen keine 
massive Kritik am kamerunischen Regime, sondern stellte – nebst all-
gemeinen Ausführungen zur Geografie und dem geschichtlichen Hin-
tergrund des Landes – dessen Probleme im Vergleich zu anderen ehe-
maligen Kolonien in Afrika dar und berichtete überdies auch über ganz 
andere Themen, wie beispielsweise die Probleme kulturell gemischter 
Ehen in der Schweiz. In den Fernseh- und Zeitungsberichten über das 
gerichtliche  Verfahren  wegen  des  Vorwurfs  (...)  wurde  der 
Beschwerdeführer  zwar  teils  namentlich  genannt,  aber  es  wurden 
keine  Hinweise  zu  den  Themen  der  Radiosendungen,  welche  er 
moderiert  hatte,  gemacht.  Der  Berichterstattung  lässt  sich  lediglich 
entnehmen,  dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen 

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kamerunischen Asylbewerber handelt, der Radiosendungen moderiert 
hat. Dies reicht für  sich allein jedoch nicht  aus, um eine begründete 
Furcht vor künftiger Verfolgung im Heimatstaat glaubhaft zu machen. 
Kamerunische  Staatsangehörige,  die  im  Ausland  einen  Asylantrag 
gestellt  haben,  sind  nicht  automatisch der  Gefahr  ausgesetzt,  Opfer 
staatlicher Verfolgungsmassnahmen zu werden. Es liegen somit keine 
konkreten  und  glaubhaften  Hinweise  vor,  wonach  der  Beschwer-
deführer  durch  sein  Verhalten  in  der  Schweiz  das  Interesse  der 
kamerunischen Behörden auf  sich  gezogen habe und deswegen als 
staatsfeindlich  eingestuft  respektive  als  regimefeindliches  Element 
registriert worden sei. 

5.3 Angesichts  dieser  Sachlage  ist  festzustellen,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, aufgrund seiner exilpolitischen Akti-
vitäten  eine  begründete  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  durch  die 
kamerunischen  Behörden  glaubhaft  zu  machen.  Demnach  ist  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  auch  mangels  Vorlie-
gens  subjektiver  Nachfluchtgründe  gemäss  Art. 54  AsylG zu  vernei-
nen. 

6.
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer ver-
fügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch 
über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die verfügte Wegwei-
sung steht im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
Ist der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar oder unmög-
lich (Art. 44 Abs. 2 AsylG), so regelt das BFM das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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7.1.1 Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Die-
ses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, 
die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive 
Art. 1A FK erfüllen.

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylbeachtlich 
relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rück-
schiebungsverbots  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung nach Kamerun ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 
AsylG rechtmässig. 

7.1.2 Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105)  und der Praxis zu Art. 3  der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101)  darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, 
in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedri-
gender Strafe oder Behandlung droht. 

Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten 
ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaf-
fung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 
ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Europäischen Gerichtshofs  für 
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr („real risk“) nach-
weisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung 
Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EMARK 
2001 Nr. 16 S. 122). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Auch die allge-
meine Menschenrechtssituation in Kamerun lässt den Wegweisungs-
vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

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7.1.3 Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asyl- 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für 
Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- 
oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818). 

7.2.1 Der Versuch des seit 1982 ununterbrochen als Präsident amtie-
renden Paul Biya, mit einer Verfassungsänderung die bisherige Amts-
zeitbeschränkung  für  Staatschefs  abzuschaffen,  führte  gegen  Ende 
des Jahres 2007 zu massiven innenpolitischen Spannungen. Die Un-
zufriedenheit grosser Teile der Bevölkerung wurde durch die stark an-
gestiegenen Lebenshaltungskosten,  insbesondere  durch die  Preiser-
höhung beim Treibstoff verstärkt. In der Folge kam es zwischen dem 
23. und dem 29. Februar 2008 zuerst in Douala und dann auch in Ya-
oundé sowie in verschiedenen anderen Städten im Westen Kameruns 
zu  blutigen Auseinandersetzungen zwischen  Demonstranten und  Si-
cherheitskräften. Nach Zugeständnissen seitens der Regierung – etwa 
durch die Befreiung von Abgaben auf verschiedenen lebensnotwendi-
gen Gütern oder durch die Vergünstigung von Treibstoff für Taxis – be-
ruhigte sich die Lage wieder. Auch die am 11. April 2008 erfolgte, die 
Amtszeitbeschränkung  für  Staatschefs  betreffende  Verfassungsände-
rung löste keine neuen Unruhen aus. Bezüglich Kamerun kann dem-
nach im jetzigen Zeitpunkt nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer 
Situation  allgemeiner  Gewalt,  welche  für  den  Beschwerdeführer  bei 
seiner  Rückkehr  in  die  Heimat  eine  konkrete  Gefährdung  darstellen 
würde, gesprochen werden.

7.2.2 Es  sind  auch  keine  individuellen  Gründe  ersichtlich,  die  die 
Rückkehr des Beschwerdeführers als  unzumutbar  erscheinen lassen 
würden. In den Akten finden sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 
dass er  aus individuellen Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder ge-
sundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten 
würde. Er hat bis zu seiner Ausreise am 8. September 2005 in Kame-
run gelebt und ist  somit mit  den dortigen Verhältnissen bestens ver-
traut. Zudem verfügt er im Heimatstaat über ein verwandtschaftliches 

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Beziehungsnetz  (vgl.  A2  S. 4).  Angesichts  seiner  guten  Ausbildung 
(...),  der  Fremdsprachenkenntnisse  und  seiner  mehrjährigen 
Berufserfahrung als Journalist (vgl. A2 S. 2 ff.) kann insgesamt davon 
ausgegangen werden, dass er sich in seinem Heimatland wieder wird 
integrieren können. 

7.2.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher sowohl in gene-
reller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

7.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der allfällig not-
wendigen Beschaffung von gültigen Reisepapieren – er  verfügt  über 
einen bis zum (Datum) gültigen Reisepass – mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu 
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.4 Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Das BFM hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme 
des  Beschwerdeführers  fällt  damit  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1-4 
AuG). 

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist somit abzuweisen. 

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG). 
Dieser ersuchte in der Beschwerdeschrift vom 16. Mai 2006 jedoch um 
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG. Den Entscheid darüber  verwies der  Instruktionsrichter 
mit Zwischenverfügung vom 22. Mai 2006 auf einen späteren Zeitpunkt 
respektive in den Endentscheid.

Zwar war die Beschwerde im Zeitpunkt ihrer Einreichung aufgrund der 
vorstehenden Erwägungen nicht als aussichtslos zu qualifizieren; un-
geachtet  dessen ist  das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen 
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen, da der Be-
schwerdeführer nicht mehr als bedürftig gilt: Seit Februar 2008 ist er 
aktenkundig erwerbstätig. Die Verfahrenskosten sind somit in Anwen-

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dung von Art. 63 Abs. 1 VwVG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 
und  auf  insgesamt  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des 
vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen:  Einzahlungsschein;  Beweismittel  im  Original  retour: 
[Aufzählung];  über  eine  Rückgabe  der  beim  BFM  eingereichten 
Unterlagen entscheidet die Vorinstanz auf entsprechende Anfrage)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand: 

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