# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29a93cb0-3401-5180-bd79-22038ddeae8f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 18.04.2005 SF 2005 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-7_2005-04-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 18. April 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 7 (nicht mündlich eröffnet)

Kontumazurteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett und Vital 
Aktuar Crameri

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In der Strafsache

der A., Angeklagte, amtlich verteidigt durch lic. iur. Bruno Maranta, c/o Degiacomi 
Riedi Schreiber Schmid, Postfach 180, Hartbertstrasse 11, 7002 Chur,

mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 15. Februar 2005, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wuchs bis zu ihrem siebten Lebensjahr zusammen mit einem um 
vier Jahre jüngeren Bruder bei ihren Eltern in B. auf. Weil beide Eltern berufstätig 
waren, wurde sie in der Folge zu den Grosseltern nach C. gebracht. In D. verbrachte 
sie die ersten vier Schuljahre. Anschliessend holten sie ihre Eltern zurück in die 
Schweiz. In E. besuchte sie dann drei Jahre die Hilfsschule und in B. und F. die 
Realschule. Nach dem Schulabschluss absolvierte A. mit Erfolg eine Coiffeuselehre 
in F.. Anschliessend arbeitete sie eine Zeit lang im Service und ging danach nach 
Italien. Im Herbst 1994 kehrte sie in die Schweiz zurück und hatte diverse Jobs im 
Service inne. Im Jahre 1998 begab sie sich wieder nach Italien, wo sie mit ihrem 
Freund zusammen wohnte. Nachdem die Beziehung auseinander ging, kam sie im 
Frühjahr 2004 wieder in die Schweiz zurück mit der Absicht, hier eine Arbeitsstelle 
zu suchen und zu bleiben. A. besitzt kein Vermögen und hat keine Schulden.

A. geniesst einen guten Leumund. Der Eintrag im schweizerischen Strafre-
gister einer vom Kreisgericht F. am 18. April 1996 ausgesprochenen Strafe von 12 
Monaten Gefängnis, bedingt vollziehbar, und Fr. 200.-- Busse wegen mehrfachen 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 
1 StGB, mehrfacher Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB und mehrfa-
cher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 
und 19a Ziff. 1 ist gelöscht. Gemäss Auszug aus dem italienischen Strafregister ist 
sie nicht vorbestraft.

A. wurde in diesem Verfahren psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 
29. Oktober 2004 beantwortete Dr. G., Oberärztin der Psychiatrischen Klinik Beve-
rin, die ihr gestellten Fragen wie folgt:

„1. Zur Frage der Zurechnungsfähigkeit

War die Angeschuldigte zur Zeit der Tat in ihrer geistigen Gesundheit 
oder in ihrem Bewusstsein beeinträchtigt oder war sie geistig mangel-
haft entwickelt, so dass ihre Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der 
Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war (Art. 
11 StGB)? Wenn ja, in welchem Grad (leicht, mittel, schwer) schätzen 
Sie die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit ein?

Ja, die Expl. war zur Zeit der ihr zur Last gelegten Taten in ihrer geisti-
gen Gesundheit beeinträchtigt. Die Einsicht in das Unrecht der Taten 
war zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Jedoch muss die Steuerungs-
fähigkeit als leichtgradig beeinträchtigt beurteilt werden. Aus psychiatri-
scher Sicht gehen wir von einer leicht verminderten Zurechnungsfähig-
keit aus.

2. Zur Rückfallgefahr

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Besteht bei der beschuldigten Person aus forensisch-psychiatrischer 
Sicht eine erhöhte Gefahr neuerlicher Straftaten und wenn ja, welche 
Straftaten sind mit welcher Wahrscheinlichkeit zu erwarten?

Nein, wenn die Expl. in eine psychotherapeutische Behandlung einge-
bunden wird, eine befriedigende Arbeit findet und ein tragendes soziales 
Umfeld hat, ist die Gefahr neuerlicher Straftaten nicht erhöht. Straftaten 
im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelkonsum sollten nicht 
mehr auftreten, wenn die Expl. längerfristig abstinent leben kann. Ohne 
Suchtbehandlung ist die Rückfallgefahr als hoch einzustufen.

3. Zur Frage einer Massnahme (Art. 44 StGB)

3.1 Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen Taten und Störung bzw. 
Sucht?

Es besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen den Delikten und der 
Opiatabhängigkeit.

3.2 Ist die Angeschuldigte rauschgiftsüchtig und erscheint die Einweisung 
in eine Trinkerheilanstalt, eine Drogenentziehungsanstalt oder eine an-
dere Heilanstalt zweckmässig (Art. 44 Ziff. 6 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)? Könnte eine solche Behandlung die 
Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten verhindern und wäre A. bereit, 
sich einer solchen Behandlung zu unterziehen?

Die Expl. ist rauschgiftsüchtig und behandlungsbedürftig. Die Einwei-
sung in eine stationäre Langzeitdrogentherapie erscheint als nicht 
zweckmässig. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine ambulante Behandlung 
ausreichend, um die Rückfallgefahr in neuerliche Straftaten zu verhin-
dern. Die Expl. wäre zu einer ambulanten Psychotherapie bereit.

3.3 Genügt – auch zur Verhinderung allfälliger weiterer Straftaten – eine 
ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz 
StGB in Verbindung mit Art. 44 Ziff. 6 StGB?

Ja, eine ambulante Behandlung ist ausreichend. Wir empfehlen eine 
ambulante Psychotherapie in italienischer Muttersprache und eine kon-
trollierte Drogenabstinenz für mindestens zwei Jahre. In den ersten 12 
Monaten sollen die Urinkontrollen zweimal pro Monat unangekündigt 
und bei gutem Verlauf im zweiten Jahr einmal monatlich durchgeführt 
werden.

3.4 Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Ja, die ambulante Behandlung wäre mit dem Strafvollzug vereinbar.

4. Für den Fall eines bedingten Strafvollzuges

Ist eine psychiatrische Behandlung notwendig oder zweckmässig (Art. 
41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB), so dass Weisungen (welche?) angezeigt wären 
oder Schutzaufsicht angeordnet werden sollte?

Eine ambulante Psychotherapie mit Abstinenzkontrolle, wie unter 3.3 
beschrieben, ist notwendig und zweckmässig. Wir empfehlen die Errich-
tung einer Schutzaufsicht um die Einhaltung der Auflagen der ambulan-
ten Massnahme engmaschig zu kontrollieren.

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5. Zusätzliche Fragen

Sind andere Massnahmen zweckmässig, z.B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

Nein, andere Massnahmen wie Bevormundung etc. sind nicht zweck-
mässig.“ 

A. wurde am 11. August 2004 in F. verhaftet und anschliessend in Polizei- 
und Untersuchungshaft genommen. Am 26 Oktober 2004 wurde sie aus der Unter-
suchungshaft entlassen und durch die Fremdenpolizei Graubünden nach Italien 
ausgeschafft.

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft A. Widerhandlung gegen 
Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
und mehrfache Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB vor. Der Anklage liegt 
folgender Sachverhalt zugrunde (Anklageschrift vom 15. Februar 2005):

„1. Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG

Im Zeitraum von anfangs März 2004 bis zu ihrer Festnahme vom 11. 
August 2004 hat die vollumfänglich geständige Angeklagte in H. bei ver-
schiedenen albanischen Staatsangehörigen mehrere hundert Gramm 
Heroin angekauft. Von diesem Heroin konsumierte sie einen Teil selber. 
Den Rest, nämlich mindestens 835 gr Heroin verkaufte A. in F. an di-
verse, nur teils namentlich bekannte Drittpersonen, so 250 gr an I., 350 
gr an J., 40 gr an K. und 150 gr an L.. Die weiteren Abnehmer haben 
jeweils weniger Heroin übernommen und sind auch nicht alle namentlich 
bekannt. Sämtliche Betäubungsmittelverkäufe tätigte die Angeklagte in 
der Absicht, sich mit dem Erlös daraus den Lebensunterhalt sowie ihren 
Eigenkonsum zu finanzieren. Anfänglich gab die Angeklagte das Heroin 
in Portionen à 5 gr ab und verlangte dafür Fr. 220.--. Später verkaufte 
sie das Heroin in der Regel in Portionen à 4 gr und für Fr. 200.--. Die 
Verbindungsaufnahmen mit den Heroinkäufern erfolgten in der Regel 
über das Mobiltelefon.

Die Qualität des Heroins war immer gleich und wird als schlecht bis 
mässig bezeichnet. Eine Analyse des bei ihrem mutmasslichen Dealer 
M. am 12. August 2004 sichergestellten Heroins ergab einen Reinheits-
gehalt von 11% bis 12%. Geht man bezüglich der von A. gehandelten 
835 gr Heroin von diesen Werten aus, hat sie mindestens 91.85 gr rei-
nes Heroin verkauft.

2. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG

In der Zeit von anfangs April 2004 bis zu ihrer Festnahme vom 11. Au-
gust 2004 hat sich die Angeklagte vorwiegend in F. und praktisch täglich 
Heroin injiziert. Sodann rauchte sie gelegentlich etwas Kokain. 

3. Mehrfache Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB

Im Frühjahr/Sommer 2004 übernahm A. von einem gewissen N. unter 
mehreren Malen Bargeld in Höhe von total Fr. 1'770.--. N. hatte dieses 

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Geld mit dem von ihm betriebenen Drogenhandel im Sinne von Art. 19 
Ziff. 2 BetmG erwirtschaftet. Obschon A. die Herkunft des Geldes be-
kannt war, hat sie die Fr. 1'770.-- am Bahnschalter in F. und H. über das 
Geldüberweisungsinstitut Western Union diversen Personen weiterge-
leitet, und zwar am 22. April 2004 Fr. 170.-- an O., am 27. Mai 2004 Fr. 
100.-- an P., am 4. Juni 2004 Fr. 1'000.-- an Q. und am 7. Juni 2004 Fr. 
500.-- an R.. Sie hat demnach die Einziehung der aus einem Verbre-
chen herrührenden Fr. 1'770.-- vereitelt.

Am 11. August 2004 hat die Polizei in der Wohnung der Angeklagten 0.3 gr 
Heroin, 0.3 gr Kokain, diverse leere Minigrip, das Streckmittel Ascorbinsäure 
und Verpackungsmaterial für Betäubungsmittel sichergestellt. Sodann wur-
den ein Mobiltelefon und drei SIM-Karten, die für die Absprache von Drogen-
geschäften verwendet wurden, sowie Drogenerlös in Höhe von Fr. 600.-- ge-
funden. Diese Gegenstände sind beschlagnahmt worden.

C. Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichtes 
vom 18. April 2005 fand in Abwesenheit von A. statt.

Der Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende Rechts-
begehren:

„1. A. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei sie unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 
77 Tagen mit 26 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der Angeklagten sei die Weisung zu erteilen, sich im Sinne des psych-
iatrischen Gutachtens ambulant behandeln zu lassen.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensi-
lien seien richterlich einzuziehen.

5. Das beschlagnahmte Mobiltelefon und die drei SIM-Karten sowie der 
beschlagnahmte Drogenerlös seien richterlich einzuziehen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger lic. iur. Bruno Maranta stellte und begründete fol-
gende Anträge:

„1. A. sei der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie wegen mehr-
facher Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei sie mit 17 Monaten Gefängnis zu bestrafen, abzüglich der er-
standenen Untersuchungshaft von 77 Tagen.

3. Die Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer angemessenen 
Probezeit.

4. Der Angeklagten sei die Weisung zu erteilen, sich gemäss psychiatri-
schem Gutachten therapieren zu lassen. Eventuell sei die Schutzauf-
sicht anzuordnen.

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5. Auf eine Ersatzabgabe sei zu verzichten.

6. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird in den Erwägungen eingegan-
gen. 

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 123 Abs. 1 StPO kann das Gericht auf Grund der Akten 
entscheiden und ein Abwesenheitsurteil fällen, wenn der Angeklagte trotz gehöriger 
Vorladung nicht zur Hauptverhandlung erscheint und er auch nicht vorgeführt wer-
den kann. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2004 auferlegte das IMES, Bundesamt 
für Zuwanderung, Integration und Auswanderung, A. eine fünfjährige Einreise-
sperre. Am 26. Oktober 2004 wurde die Angeklagte aus der Untersuchungshaft ent-
lassen und durch die Fremdenpolizei Graubünden aus der Schweiz ausgeschafft. 
Eine polizeiliche Vorführung ist daher nicht möglich. Es ist demzufolge das Abwe-
senheitsverfahren durchzuführen, dem auch der Staatsanwalt und der amtliche Ver-
teidiger nicht widersprechen.

2. a) Nach Art. 19 Ziffer 1 BetmG macht sich strafbar, wer Betäubungsmittel 
unbefugt - unter anderem - verkauft (Abs. 4) und kauft (Abs. 5). Das Strafmass be-
trägt, wenn die Tat vorsätzlich begangen wird, Gefängnis oder Busse. In schweren 
Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, allenfalls 
verbunden mit einer Busse bis zu einer Million Franken (Art. 19 Ziffer 1 Abs. 9 
BetmG). Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziffer 2 BetmG insbesondere vor - 
unter anderem - wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Wider-
handlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr bringen kann (lit. a). Das Bundesgericht hat unter Be-
achtung der in konstanter Rechtsprechung entwickelten Kriterien den massgebli-
chen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm reinen Stoffes festgelegt, wobei es keine 
Rolle spielt, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion 
oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145, 114 IV 167 
f.). 

b) Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft A. vor, in der Zeit von an-
fangs März 2004 bis zu ihrer Festnahme vom 11 August 2004 in H. bei verschiede-
nen albanischen Staatsangehörigen mehrere 100 Gramm Heroin angekauft und ei-
nen Teil davon selber konsumiert zu haben. Den Rest, nämlich mindestens 835 

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Gramm Heroin habe sie teilweise an namentlich bekannte Abnehmer verkauft und 
zwar 350 Gramm an J., 250 Gramm an I., 150 Gramm an L. und 40 Gramm an K.. 
Weitere Käufer hätten weniger Heroin (45 Gramm) übernommen und nicht alle 
seien namentlich bekannt (Ziff. 1 der Anklageschrift).

c) Die Angeklagte gestand in drei Einvernahmen zur Sache, insgesamt 
mehr als 1'000 Gramm Heroin erstanden und einen Teil davon selber konsumiert 
zu haben. Von der Restmenge habe sie an J. 300 bzw. 600 Gramm, an I. 360 bzw. 
300 Gramm, an L. 350 bzw. 300 Gramm und an K. 75 bzw. 40 Gramm, also insge-
samt 1'085 bzw. 1'240 Gramm Heroin verkauft (act. 9.4, 9.5 und 9.8). An weitere 
nicht namentlich bekannte Abnehmer habe sie total 45 Gramm Heroin verkauft (act. 
9.5). In vier Konfrontverhören gab sie dagegen zu, 790 Gramm Heroin abgesetzt zu 
haben, und zwar 350 Gramm an J. (act. 8.6), 250 Gramm an I. (act. 8.5), 150 
Gramm an L. (act. 8.4) und 40 Gramm an K. (act. 8.1). In der Schlusseinvernahme 
gestand sie mindestens 835 Gramm Heroin verkauft zu haben, nämlich insgesamt 
790 Gramm an die vier obgenannten Käufer und 45 Gramm an namentlich nicht 
bekannte Abnehmer (act. 1.2). 

d) Der amtliche Verteidiger beanstandet nicht, dass der Angeklagten auf 
Grund ihrer Geständnisse den Verkauf von 40 Gramm Heroin an K. und 45 Gramm 
desselben Stoffes an andere als die vier namentlich genannten Personen zur Last 
gelegt wird. Hingegen wendet er ein, dass die von der Angeklagten an J., I. und L. 
verkaufte Menge von 750 Gramm Heroin zu hoch sei. Er macht geltend, anfänglich 
habe sie ausgesagt, ohne sich dabei genau erinnern zu können, über 1'000 Gramm 
Heroin verkauft zu haben. Danach habe sie auf Grund eigener Nachrechnungen die 
Drogenmenge reduziert. Die drei Hauptabnehmer hätten dagegen von Anfang an 
und durchwegs von geringeren Quantitäten gesprochen. Gemäss den eigenen Aus-
sagen habe J. 120 Gramm (act. 7.3), I. 30 Gramm (act. 7.1) und L. 25 Gramm Heroin 
(act. 7.2) von der Angeklagten erhalten. Es sei folglich von einer verkauften Menge 
von 175 Gramm Heroin auszugehen. Erachte das Gericht diese Quantität für nicht 
zutreffend, dränge es sich auf, den Durchschnitt zwischen der zugestandenen 
Menge der Angeklagten und derjenigen der Hauptabnehmer zu nehmen, d. h. den 
Mittelwert von 750 Gramm und 175 Gramm, also 462,5 Gramm. Zu diesem Durch-
schnitt seien die anerkannten an K. und die weiteren Abnehmer verkauften 85 
Gramm hinzuzurechnen, so dass der Angeklagten den Verkauf von insgesamt 
höchstens 547,5 Gramm Heroin zur Last zu legen sei. Diese Einwände des amtli-
chen Verteidigers sind jedoch, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, unbe-
gründet. 

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d/a Wenn J. in der polizeilichen Einvernahme aussagte, er habe von der 
Angeklagten von Mai bis August 2004 täglich 1 Gramm, also insgesamt 120 Gramm 
Heroin bezogen (act. 7.3), im Konfrontverhör dagegen nur antwortete, die von ihr 
angegebene Menge von 350 Gramm Heroin sei viel zu hoch und er habe zum An-
kauf von Heroin nichts Weiteres zu sagen (act. 8.6), ist dies entgegen der Auffas-
sung des amtlichen Verteidigers sicher kein Beweis dafür, dass die Angeklagte ihm 
120 Gramm Heroin verkaufte. Sämtlichen Akten ist nämlich zu entnehmen, dass die 
Angeklagte Portionen à 5 und 4 Gramm sowie halbe Portionen à 2,5 Gramm Heroin 
veräusserte. Schon aus diesem Grunde kann die von ihm angegebene Menge nicht 
stimmen. Hinzu kommt, dass es nicht von 120, sondern höchstens von 100 Tagen 
ausgegangen werden kann, weil die Angeklagte am 11. August 2004 verhaftet 
wurde.

d/b Nicht zutreffen kann auch die Behauptung des I., die Angeklagte habe 
ihm 30 Gramm Heroin verkauft. In der polizeilichen Vernehmung sagte er aus, er 
habe mindestens 30 Gramm bei ihr bezogen (act. 7.1). Im Konfrontverhör gab er 
dagegen an, dass die Angeklagte ihm 10 bis 20 Mal Heroin in Portionen à 5 Gramm 
verkauft habe (act. 8.5). Dass er nur 30 Gramm Heroin gekauft habe, erscheint folg-
lich als nicht glaubhaft. 

d/c Schliesslich kann auch auf die von L. gemachten Angaben nicht ab-
gestellt werden. Vor der Polizei führte er aus, von der Angeklagten 25 Gramm He-
roin gekauft zu haben (act. 7.2). Im Konfrontverhör gab er hingegen zu Protokoll, 
wegen der Einnahme von Medikamenten und der Blackouts keine genaueren An-
gaben machen zu können. Die Angeklagte sagte dagegen aus, dass L. bei ihr von 
Mai bis Mitte Juli 2004 zeitweise täglich Heroin in Portionen à 5 Gramm bezogen 
habe (act. 8.4). 

e) Im Bereich der Würdigung von Aussagen besitzt der Richter einen 
weiten Ermessensspielraum. Gemäss dem in Art. 125 Abs. 2 StPO verankerten 
Prinzip der freien Beweiswürdigung entscheidet er nach seiner freien, in der Haupt-
verhandlung gewonnenen Ueberzeugung. Seine Aufgabe ist es demnach, ohne 
Bindung an Regeln, nur seinem Gewissen verantwortlich, zu prüfen, ob er die an 
sich möglichen Zweifel überwinden und sich für einen bestimmten Sachverhalt über-
zeugen kann. Für die richterliche Urteilsfindung genügt somit, dass sich der Richter 
zur subjektiven Gewissheit, zur subjektiven Wahrheit durchringen kann, wobei diese 
richterliche Ueberzeugung mehr verlangt als blosse Wahrscheinlichkeit; es ist viel-
mehr erforderlich, dass ein gegenteiliger Sachverhalt ausgeschlossen werden kann 

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oder eine nur sehr geringe Wahrscheinlichkeit für sein Vorliegen spricht. Demzu-
folge muss er anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, un-
tersuchen, welchen Sachverhalt ihn zu überzeugen vermag. Auch die Aussagen 
des Angeschuldigten stellen Beweismittel dar und unterliegen der freie Beweiswür-
digung (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Aufl., F. 1996, N 2 zu Art. 125, 2.5 zu Art. 88, 4 zu Art. 112).

Die Gesamtwürdigung der Aussagen der Angeklagten und der drei Hauptab-
nehmer führt zum Schluss, dass der Sachverhalt sich wie eingeklagt zugetragen 
hat. Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Angeklagten bestehen nicht und ihre Ge-
ständnisse erweisen sich sodann durchwegs als glaubhaft und überzeugend. Von 
den drei Hauptabnehmer werden sie nicht entkräftet. Zwar stimmt es, dass die An-
geklagte in den polizeilichen Einvernahmen höhere Heroinmengen angab. Dies 
aber nur weil sie befürchtete, dass die Abnehmer sie mit grösseren Quantitäten be-
lasten würden (act. 9.8). In den Konfrontverhören und in der Schlusseinvernahme 
machte sie aber detaillierte und übereinstimmende Angaben (act. 8.4, 8.5, 8.6 und 
1.2). Dafür dass diese Angaben falsch wären, gibt es keine Anhaltspunkte. Es wird 
nämlich kein Grund geltend gemacht und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb sich 
die Angeklagte mit dem Verkauf einer derart grossen Heroinmenge belasten sollte. 
Sind ihre Geständnisse als glaubhafter und überzeugender Beweis für die von ihr 
abgesetzte Drogenmenge anzusehen, besteht für die Strafkammer kein Anlass, von 
der vom amtlichen Verteidiger vorgeschlagenen Durchschnittsmenge auszugehen.

f) Die Angeklagte setzte somit insgesamt 835 Gramm Heroin um. Sie 
und ihre Abnehmer bezeichneten dessen Qualität als schlecht bis mässig (act. 1.2, 
8.4, 8.5, 8.6, 9.5, 9.8). Eine Analyse des bei einem ihrer mutmasslichen Dealer am 
12. August sichergestellten Heroins durch die Kantonspolizei St. Gallen ergab einen 
Reinhaltsgehalt von 11% und 12% (act. 6.2). Es ist folglich von einer Gesamtmenge 
von mindestens 91,85 Gramm reinen Heroin auszugehen, welche die Angeklagte 
verkaufte. Die gemäss bundesgerichtlicher Praxis für die Gefährdung vieler Men-
schen genügende Menge von 12 Gramm reinen Heroins wurde somit in casu um 
ein Vielfaches überschritten.

g) Auf der subjektiven Seite ist erforderlich, dass der Täter um die objek-
tiven Umstände weiss oder darauf schliessen muss. Schon die Tatsache, dass die 
Angeklagte als Händlerin 835 Gramm Heroin umsetzte, belegt zwingend, dass 
diese Menge den Bedarf von vielen Drogenkonsumenten decken konnte und es 
kann kein Zweifel bestehen, dass sie dies aufgrund ihrer Stellung in der Drogen-

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szene auch wusste. Zudem wurde sie mit Urteil des Kreisgerichtes F. vom 18. April 
1996 – unter anderem – auch wegen Drogendelikten zu 12 Monaten Gefängnis be-
straft bei bedingtem Vollzug. Demnach war ihr die Gefährlichkeit der Droge bekannt; 
unbesehen davon setzte sie eine erhebliche Menge in Umlauf. Es ist somit erstellt, 
dass die Angeklagte die oben abgehandelten Betäubungsmitteldelikte wissentlich 
und willentlich in qualifizierter Form gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG begangen 
hat.

3. a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Dieser privilegierte Tatbe-
stand erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen 
Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter ausschliessen. Für die 
Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die Quantität des konsumierten 
Stoffes nicht an.

b) A. wird vorgeworfen von anfangs April 2004 bis zu ihrer Festnahme 
vom 11. August 2004 sich praktisch täglich Heroin injiziert und gelegentlich etwas 
Kokain geraucht zu haben (Ziff. 2 der Anklageschrift).

c) Die Angeklagte gestand in den polizeilichen und untersuchungsrich-
terlichen Vernehmungen, in der Zeit von April bis zu ihrer Festnahme Heroin und 
Kokain konsumiert zu haben. Gemäss ihrem Geständnis fing sie im April an, gele-
gentlich Heroin zu konsumieren. Später nahm sie es täglich zu sich durch Spritzen 
(act. 1.2, 9.2, 9.8). Infolgedessen ist die Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung 
gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

4.a) Nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, 
wer den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt, d. h. wer eine Handlung vornimmt, 
die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von 
Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem 
Verbrechen herrühren. Das spezifische Unrecht der Geldwäscherei besteht darin, 
dass der Zugriff der Strafbehörden auf eine Verbrechensbeute vereitelt wird. Geld-
wäscherei ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt, der Nachweis einer konkreten Ver-
eitelungsgefahr ist somit nicht erforderlich (BGE 119 IV 64). Die Bestimmung von 
Art. 305bis Ziff. 1 StGB ist gegen die Geldwäscherei im heute üblichen Wortsinn ge-
richtet, m. a. W. gegen die Verschleierung der Herkunft von durch verbrecherische 
Organisationen erlangten Vermögenswerten mittels Transaktionen auf dem Finanz-

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markt. Für die Eignung der Vereitelung sind keine komplizierten Finanztransaktio-
nen vorausgesetzt, es genügen einfachste Tathandlungen wie etwa das Verstecken 
der Verbrechensbeute oder der Transfer derselben ins Ausland, da dadurch die Ein-
ziehung erschwert wird (BGE 122 IV 218, 119 IV 64; Trechsel, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N 18 zu Art. 305bis). 

A. ist überführt und geständig, im Auftrag ihres Dealers N. viermal total Fr. 
1'770.-- am Bahnhof in F. und H. über das Geldüberweisungsinstitut Western Union 
nach Albanien überwiesen zu haben, und zwar am 22. April 2004 Fr. 170.-- an O., 
am 27. Mai 2004 Fr. 100.-- an P., am 4. Juni 2004 Fr. 1'000.-- an Q. und am 7. Juni 
2004 Fr. 500.-- an R.. Demnach hat sie die Einziehung der aus einem Verbrechen 
herrührenden Fr. 1'770.-- vereitelt. Der Straftatbestand von Art. 305bis Ziff. 1 StGB 
ist somit in objektiver Hinsicht erfüllt. 

b) Auf der subjektiven Seite wird durch die Formulierung „weiss oder an-
nehmen muss“ betont, dass Eventualvorsatz genügt; dadurch wird nicht die Strafbar-
keit auf Fahrlässigkeitsdelikte ausgedehnt oder eine besondere Beweisvermutung 
zuungunsten des Beschuldigten eingeführt. Eventualvorsatz genügt bezüglich aller 
objektiven Tatbestandsmerkmale, auch der Vereitelungshandlung und der Herkunft 
des Geldes. Der Täter muss insbesondere wissen, dass es sich bei der Vortat um 
ein Verbrechen handelt, was sich nach der Parallelwertung in der Laiensphäre be-
urteilt; dabei soll genügen, wenn der Täter die Vortat „für schwerwiegender als einen 
Bagatellverstoss“ hält (Trechsel, a. a. O., N 20 zu Art. 305bis). 

In der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme gestand die Ange-
klagte, sie habe angenommen, dass N. im grossen Stil mit Drogen gehandelt habe. 
Mit letzter Sicherheit könne sie aber nicht sagen, ob das Geld tatsächlich aus dem 
Drogenhandel stamme. Sie habe es aber auf Geheiss ihres Dealers überweisen 
müssen, weil sie bei ihm Drogenschulden gehabt habe (act. 1.2). Somit handelte 
sie, obschon sie annahm, die überwiesenen Beträge von insgesamt Fr. 1'770.-- 
könnten aus dem Drogenhandel stammen. Demgemäss hat die Angeklagte den 
Straftatbestand des Art. 305bis Ziff. 1 StGB eventualvorsätzlich mehrfach erfüllt.

5. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter nach der allgemeinen Regel 
von Art. 63 StGB die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu bemessen und 
hierbei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 
Schuldigen zu berücksichtigen.

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b) Das Verschulden der Angeklagten wiegt schwer. Von März 2004 bis 
anfangs August 2004 handelte sie mit einer Menge Heroin, die bedeutend höher 
war als die für den schweren Fall erforderliche Mindestmenge. Strafschärfend wir-
ken sich das Zusammentreffen mehrerer Straftatbestände und die mehrfache Be-
gangenschaft (Art. 68 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 19a Ziff. 1 BetmG und Art. 305bis Ziff. 
1 StGB) aus. Straferhöhend ist die Vorstrafe aus dem Jahre 1996 zu werten, auch 
wenn sie im Strafregister gelöscht ist. Gerade in Fällen wie hier, wo die Angeklagte 
zum zweiten Mal gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen hat, ist die Vor-
strafe für die Strafzumessung nicht völlig unbeachtlich (BGE 121 IV 9, E. 1c/dd). 
Strafmildernd ist die festgestellte, allerdings nur leichtgradig verminderte Zurech-
nungsfähigkeit zu berücksichtigen (Art. 11 in Verbindung mit Art. 66 StGB). Straf-
mindernd ist zu werten, dass die Angeklagte arbeitslos und süchtig war. Für den 
Drogenhandel kann sie somit ihre finanzielle Notlage und ihre Drogensucht geltend 
machen. Zu ihren Gunsten sind auch das ihr fehlende Zuhause, ihr guter Leumund, 
ihre Geständnisse und der gute Führungsbericht der Kantonalen Strafanstalt Senn-
hof, wo sie sich in Untersuchungshaft befand. Entsprechend der grossen Menge 
verkauften Heroins, die zwar allein für die Strafzumessung nicht von ausschlagge-
bender Bedeutung ist, aber dafür einen Ausgangspunkt bzw. einen ersten massge-
blichen Anhaltspunkt bildet (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348), 
den Strafschärfungsgründen und dem -erhöhungsgrund ist von einer mehrjährigen 
Freiheitsstrafe auszugehen, die dann in Berücksichtigung des Strafmilderungsgrun-
des und der -minderungsgründe zu reduzieren ist. In Würdigung aller Strafzumes-
sungsgründe erscheint eine Strafe von 26 Monaten Gefängnis als angemessen. Die 
ausgestandene Polizei- und Untersuchungshaft von 77 Tagen ist nach Art. 69 StGB 
auf diese Freiheitsstrafe anzurechnen.

6. a) Gemäss dem Gutachten vom 29. Oktober 2004 der Klinik Beverin ist 
die Angeklagte rauschgiftsüchtig und behandlungsbedürftig. Die Einweisung in eine 
stationäre Langzeitdrogentherapie wird als nicht zweckmässig erachtet. Hingegen 
empfiehlt die Gutachterin eine ambulante Psychotherapie und eine kontrollierte Dro-
genabstinenz für mindestens zwei Jahre im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 vorletzter 
Satz StGB in Verbindung mit Art. 44 Ziff. 6 Abs. 1 StGB. Diese Massnahme wäre 
mit dem Strafvollzug vereinbar (act. 3.7 S. 10).

b) Wie bereits ausgeführt, wurde die Angeklagte mit einer fünfjährigen Ein-
reisesperre belegt und aus der Schweiz ausgeschafft. Sie hält sich in Italien auf. 
Sollte es trotzdem zum Strafvollzug kommen, wird A. die ambulante Behandlung 
ohne weiteres in Anspruch nehmen können. In Anbetracht dieser Tatsache sieht die 

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Strafkammer davon ab, eine ambulante psychotherapeutische Behandlung anzu-
ordnen. 

7. a) Nach Art. 55 Abs. 1 StGB kann der zu Zuchthaus oder Gefängnis ver-
urteilte Ausländer für drei bis fünfzehn Jahre aus der Schweiz ausgewiesen werden. 
Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Sicherungsmassnahme zugleich (BGE 
114 Ib 1 E. 3a mit Hinweis). Obwohl dieser zweite Gesichtspunkt im Vordergrund 
steht (BGE 117 IV 229 ), verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, die ihr das Ge-
setz verleiht, dass sie in Anwendung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, d.h. nach 
dem Verschulden des Täters unter Berücksichtigung der Beweggründe, des Vorle-
bens und der persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Damit ist der Sicherungs-
zweck nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Richters, im Einzelfall dem Straf- und 
dem Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung zu tragen (BGE 104 IV 
222 E. 1b; 94 IV 102 E. 2). Gegenüber einem Ausländer, der seit langem in der 
Schweiz lebt, hier verwurzelt ist, kaum mehr Beziehungen zum Ausland hat und 
durch eine Landesverweisung deshalb hart getroffen würde, darf diese jedoch nur 
mit Zurückhaltung ausgesprochen werden.

b) Das Verschulden der Angeklagten wiegt, wie bereits ausgeführt, schwer. 
Hinsichtlich der übrigen Voraussetzung ist zu berücksichtigen, dass sie in F. gebo-
ren ist und sich hier die meiste Zeit aufgehalten hat. In Italien verbrachte sie insge-
samt höchstens 12 Jahre. In F. leben auch ihre Eltern und ihr Bruder. Ein Landes-
verweis würde sie in ihren Lebensbedingungen hart treffen, da zu ihrem Heimatland 
(Italien) offenbar keine familiären Bindungen bestehen. Von der Verhängung der 
Landesverweisung wird demzufolge abgesehen.

8. a) Gemäss Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung 
von Vermögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind. Sind 
die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so wird 
auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe erkannt (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 
1 StGB). Der Richter kann von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, 
wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des 
Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). 

b) Bei der Durchsuchung des Zimmers der Angeklagten am 12. August 
2004 stellte die Polizei Fr. 600.-- sicher (act. 6.3). Dieser Betrag wurde mit Verfü-
gung der Staatsanwaltschaft vom 14 Januar 2005 beschlagnahmt (act. 6.5). Die 
Angeklagte gestand, dass das Geld aus dem Drogenhandel stammt (act. 1.2). Da-

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her wird es zuhanden des Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen. Der übrige 
von der Angeklagten durch den Betäubungsmittelhandel erzielte Erlös brauchte sie 
für ihren Lebensunterhalt und für ihren Eigenkonsum von Heroin (act. 1.2), so dass 
dieser unrechtmässige Vermögensvorteil nicht mehr vorhanden ist. Dem Staat 
würde grundsätzlich eine Ersatzforderung zustehen. Sie wäre aber uneinbringlich. 
Die Angeklagte gab den erzielten Erlös aus, sie ist arbeitslos und verfügt über kein 
Vermögen; sie ist folglich nicht in der Lage, die Ersatzforderung zu zahlen. Aus die-
sem Grunde wird auf deren Erhebung verzichtet.

9. a) Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände 
unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Abs. 2).

b) Mit Verfügung vom 14. Januar 2005 beschlagnahmte die Staatsan-
waltschaft auch 0,3 Gramm Heroin und 0,3 Gramm Kokain sowie leere Mini-
gripsäckleine, Ascorbinsäure und Verpackungsmaterial für Betäubungsmittel, die 
bei der Durchsuchung des Zimmers der Angeklagten sichergestellt wurden. Be-
schlagnahmt wurden auch das sichergestellte Mobiltelefon Panasonic und drei si-
chergestellte SIM-Karten (act. 6.5). Die Angeklagte gab zu, dass diese Betäubungs-
mittel und Betäubungsmittelutensilien sowie das Mobiltelefon Panasonic und die 
drei SIM-Karten aus Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz stamm-
ten bzw. zur Begehung von derartigen Widerhandlungen benutzt wurden (act. 1.2). 
Demzufolge werden sie gerichtlich eingezogen. Die Betäubungsmittel und Betäu-
bungsmittelutensilien sowie die drei SIM-Karten sind zu vernichten.

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten der Strafunter-
suchung, des Gerichtsverfahrens sowie der amtlichen Verteidigung zu Lasten der 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Polizei- und Un-
tersuchungshaft und des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 
3 und 188 StPO)

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Demnach erkennt die Strafkammer (in contumaciam):

1. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der mehr-
fachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie der mehrfachen 
Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB.

2. Dafür wird sie in Abwesenheit mit 26 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich 
der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 77 Tagen.

3. Von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 55 StGB wird abgesehen.

4. a) Der gemäss Beschlagnahmeverfügung vom 14. Januar 2005 sichergestellte 
Betrag von Fr. 600.-- wird gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 StGB zuhanden des 
Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen. Im Übrigen wird auf die Erhe-
bung einer Ersatzabgabe verzichtet.

b) Die gemäss Beschlagnahmeverfügung vom 14. Januar 2005 sichergestellten 
Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien sowie das Mobiltelefon 
Panasonic und die drei SIM-Karten werden gestützt auf Art. 58 StGB gericht-
lich eingezogen; diese Gegenstände sind mit Ausnahme des Mobiltelefons 
zu vernichten.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 3'975.--

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'539.--
total somit Fr. 8'514.--

gehen zu Lasten der Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizei- und 
Untersuchungshaft sowie des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

6. a) Die Verurteilte kann innert sechzig Tagen seit sie von dem gegen sie ausge-
fällten Urteil Kenntnis erhalten hat und in der Lage ist, sich zu stellen, beim 
Kantonsgericht von Graubünden die Aufhebung des Abwesenheitsurteils und 
die Durchführung des ordentlichen Gerichtsverfahrens verlangen. Leistet die 
Angeklagte der Vorladung zur neuen Hauptverhandlung unentschuldigt keine 
Folge, so wird das Wiederaufnahmegesuch als erledigt abgeschrieben. 

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b) Im Übrigen kann gegen dieses Urteil, sofern Verletzung eidgenössischen 
Rechts geltend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassa-
tionshof des schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung 
des Entscheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundes-
strafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Be-
schwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbe-
schwerde gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar