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**Case Identifier:** 92738b2a-36cb-5450-b299-d69ceb96d8fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.07.2019 200 2019 68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-68_2019-07-10.pdf

## Full Text

200 19 68 IV
SCJ/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Juli 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Dezember 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2019, IV/19/68, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
ausgebildete …, erlitt am 10. April 2007 einen Reitunfall und meldete sich 
infolgedessen am 27. Mai 2008 unter Hinweis auf Beschwerden an Rü-
cken, Becken und Arm bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und Arbeits-
vermittlung) an (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin; AB] 3). Nach Durchführen von erwerblichen und medizinischen Ab-
klärungen sowie einer Arbeitsmarktlich-Medizinischen Abklärung (AMA 
[AB 29]) verneinte die IVB am 12. Januar 2010 bei einem Invaliditätsgrad 
(IV-Grad) von 33 % den Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-Rente 
[AB 48]). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 19. Mai 2016 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein am 
22. Dezember 2015 erlittenes Schleudertrauma erneut zum Leistungsbe-
zug an (AB 49). Die IVB holte die Akten der zuständigen Unfallversicherung 
(AB 56.1 ff.) und weitere medizinische Unterlagen ein und gewährte einen 
Support am Arbeitsplatz (Wirtschaftsnahe Integration, WISA [AB 95]). Nach 
Vorlage der Akten an ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD [AB 108]) 
liess sie die Versicherte interdisziplinär (psychiatrisch und rheumatologisch) 
begutachten (AB 113 und AB 116). Gestützt auf das entsprechende Gut-
achten vom 12. bzw. 13. März 2018 (AB 120.1 und AB 119.1) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 24. Juli 2018 (AB 123) die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens in Aussicht, da kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
vorliege. Damit zeigte sich die Versicherte mit Einwand vom 20. August 
2018 (AB 126) nicht einverstanden und reichte eine Einschätzung des be-
handelnden Psychiaters (S. 2 ff.) zum psychiatrischen Teilgutachten ein. 
Nach Einholen einer Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters 
(AB 129) erliess die IVB am 12. Oktober 2018 (AB 130) einen neuen Vor-
bescheid, mit welchem sie erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens 
in Aussicht stellte. Nach einem weiteren Einwand der Versicherten 
(AB 137)  – nunmehr vertreten durch den B.________, lic. iur. C.________ 
– verfügte die IVB am 13. Dezember 2018 dem Vorbescheid entsprechend 

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und wies das Leistungsbegehren mangels Vorliegens eines Gesundheits-
schadens mit invalidisierender Wirkung ab (AB 138).

B.

Hiergegen liess die Versicherte – weiterhin vertreten durch den 
B.________, lic. iur. C.________ – am 28. Januar 2019 Beschwerde erhe-
ben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die 
Arbeitsfähigkeit psychiatrisch näher abzuklären und sodann neu über den 
Rentenanspruch zu verfügen. Eventualiter sei ihr gestützt auf die Stellung-
nahme des behandelnden Arztes eine Rente zuzusprechen. Gleichentags 
stellte sie zudem ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege, welches am 26. Februar 2019 wieder zurückgezogen wurde.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2019 beantragte die Beschwer-
degegnerin unter Verweis auf die angefochtene Verfügung die Abweisung 
der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Dezember 2018 
(AB 138). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

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ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz-
beitrag wegen eines zu geringen IV-Grades, wegen fehlender Hilflosigkeit 
oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen 
Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invali-
dität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 
Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201], vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 

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erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 
– analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 
E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

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2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 19. Mai 2016 
(AB 49) eingetreten und hat den Leistungsanspruch der Beschwerdeführe-
rin materiell geprüft, weshalb die Eintretensfrage hier praxisgemäss nicht 
zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Nachdem anlässlich der 
Rentenabweisung im Jahr 2010 allein von somatischen Beschwerden und 
einem Verdacht auf eine bipolare Störung ausgegangen worden war (vgl. 
AB 46 S. 2 und AB 35) und nun vom behandelnden Psychiater neu eine 
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurde (AB 73 und AB 106), 
welche auch vom psychiatrischen Gutachter zumindest für die Zeit von Juni 
2016 bis Ende 2017 bestätigt und ihr ein Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit 
für diese Zeit attestiert wurde (AB 120.1 S. 30 [vgl. E. 3.3 und E. 3.3.2 
nachfolgend]), hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das Vorliegen einer 
wesentlichen Änderung in medizinischer Hinsicht bejaht, die geeignet ist, 
den IV-Grad und damit einen allfälligen Leistungsanspruch zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.3.3 hiervor). Der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ist 
deshalb einer freien Prüfung zu unterziehen (vgl. E. 2.3.4 vorstehend).

3.1 Zum gesundheitlichen Zustand und zur Arbeitsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin ist den medizinischen Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Verlaufsbericht vom 17. Juli 2017 (AB 106) hielt der behandeln-
de Psychiater Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

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therapie, eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 
F32.0/1), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung mit abhängigen und selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: F6.10 [rec-
te: F61.0]) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. 
Der Gesundheitszustand habe sich leicht verbessert. Seit dem 17. Juli 
2017 bestehe bis auf weiteres eine gesundheitlich begründete Arbeitsun-
fähigkeit von 60 % - 70 % (S. 2). Beim Belastbarkeitstraining habe die Ar-
beitsfähigkeit nicht über 50 % gesteigert werden können.

3.1.2 Im interdisziplinären Gutachten vom 12. März 2018 (AB 119.1) dia-
gnostizierten die Fachärzte eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig leichte Episode mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7). 
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ängstlich-unsichere Per-
sönlichkeitszüge und eine Schmerzverarbeitungsstörung, ein chronisch 
generalisiertes Schmerzsyndrom, Übergewicht mit einem Body-Mass-Index 
von 29,9 kg/m2 und anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom.

Aus rheumatologischer Sicht hielt Dr. med. E.________, Facharzt für 
Rheumatologie und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, dass ein 
Übergewicht imponiere und darüber hinaus kein relevanter klinisch-
pathologischer Befund bestehe (S. 8). Abgestützt auf die Angaben der Be-
schwerdeführerin würden diffuse Druckschmerzen beim Berühren der 
Weichteile und Bewegungsschmerzen aller axialen und peripheren Gelen-
ke geschildert. Aufgrund der Ergebnisse dieser aktuellen Begutachtung 
beständen Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und 
den diskutierten objektivierbaren Befunden (S. 10). An den oberen Extre-
mitäten und den unteren Extremitäten (S. 11) konnte der Gutachter keine 
relevanten klinisch-pathologischen Befunde erheben und auch bezüglich 
der Wirbelsäule nannte er zumeist normale respektive altersentsprechende 
Befunde mit diversen leichtgradigen, altersentsprechenden Osteochondro-
sen, welche vorwiegend radiologischer Art seien und symptomatisch wer-
den könnten, jedoch nicht müssten (S. 11). Derartige Beschwerden würden 
jedoch nicht geschildert. Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-
rheumatologischer Sicht für die früher ausgeübten Tätigkeiten für keinen 
Zeitraum anhaltend eingeschränkt gewesen (S. 14). Nach dem Unfall vom 

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22. Dezember 2015 sei eine vorübergehende Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von maximal zwei bis drei Wochen, jedoch keine anhaltende Ein-
schränkung ausgewiesen. Für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mit-
telgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit formuliert werden.

Der psychiatrische Gutachter Dr. med. F.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, attestierte sowohl in der angestammten wie auch 
in einer angepassten Tätigkeit aus rein psychiatrischer Sicht von Juni 2016 
bis Dezember 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %; seit Januar 2018 be-
stehe eine solche von 80 % (S. 29 f.). Die vom behandelnden Psychiater 
gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne nicht bestätigt wer-
den (S. 29): Die Beschwerdeführerin bekunde zwar Mühe, sich gegenüber 
der Umgebung durchzusetzen, habe aber während Jahren erfolgreich ei-
nen … geführt, als … gearbeitet und sich um ihre Familie gekümmert. Ab-
hängige Persönlichkeitszüge könnten zum Zustandekommen der Depres-
sion beigetragen haben, doch die Beschwerdeführerin habe nie unter der-
art schweren psychischen Einschränkungen aufgrund einer Persönlich-
keitsstörung gelitten, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt hätten.

Anlässlich ihrer Konsensbesprechung unter Berücksichtigung sowohl der 
somatisch-rheumatologischen wie auch der psychosomatisch-psychia-
trischen Komponente verwiesen die beiden Gutachter im Rahmen der in-
terdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich auf die 
psychosomatisch-psychiatrische Beurteilung von Dr. med. F.________ 
(AB 119.1 S. 14).

3.1.3 In der Stellungnahme vom 10. August 2018 (AB 126 S. 2 ff.) zum 
Vorbescheid hielt der behandelnde Psychiater Dr. med. D.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass insbesondere das 
Gutachten von Dr. med. F.________ gravierende formale und vor allem 
inhaltliche Mängel aufweise, so dass nicht darauf abgestellt werden könne. 
So finde sich unter dem Punkt „Untersuchung“ keine Schmerzanamnese, 
was erstaune, irritiere und befremde, denn bei der Beschwerdeführerin 
stehe eine chronische Schmerzproblematik im Vordergrund des Gesche-
hens, weshalb absolut unverständlich sei, dass keine umfassende Schmer-
zanamnese erhoben worden sei. Eine Schmerzstörung könne so überhaupt 

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nicht diagnostisch adäquat beurteilt werden. Der Gutachter habe keine der 
von ihm gestellten Diagnosen mit entsprechenden Befunden nachvollzieh-
bar begründet (S. 3). Dr. med. F.________ diagnostiziere zudem eine 
„Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54)“, wobei darauf hinzuweisen 
sei, dass der Begriff „Schmerzverarbeitungsstörung“ in der ICD-10 so gar 
nicht vorkomme. Er führe zudem mit keinem Wort aus, wie er zu dieser 
Diagnose komme bzw. wie er diese begründe. Mit der von ihm als behan-
delndem Psychiater selbst und einem weiteren Psychiater gestellten Dia-
gnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren habe sich der Gutachter nicht auseinandergesetzt und die-
se nicht kritisch sowie differentialdiagnostisch diskutiert. Zudem begründe 
er auch die gestellte Diagnose von abhängigen und selbstunsicheren Per-
sönlichkeitszügen nicht und verneine die Diagnose einer Persönlichkeitss-
törung (S. 4). Eine solche (ICD-10: F6.10 [recte: F61.0]) könne aber durch-
aus begründet werden. Von einer „ausführlichen Diskussion“ oder „detail-
lierten Aussagen betreffend Beeinträchtigungen und persönlich vorhande-
ner Ressourcen“ könne keine Rede sein (S. 5). Besonders irritierend und 
befremdend wirke, dass der Gutachter seine Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit lediglich mit den von ihm gestellten Diagnosen begründe. Eine 
nachvollziehbare und plausible Darstellung und Diskussion des Funktions-
niveaus der Beschwerdeführerin finde sich im Gutachten hingegen nicht. 
Schliesslich leide das Gutachten an einem gravierenden formalen Mangel, 
wenn nicht ersichtlich sei, mit wem Dr. med. F.________ seine Konsens-
besprechung durchgeführt habe, und nicht erwähnt werde, wann und wie 
diese stattgefunden habe (S. 6). Es fänden sich zudem im psychiatrischen 
Gutachten keine Ausführungen zum Gutachten von Dr. med. E.________, 
so dass nicht sicher sei, ob das psychiatrische Gutachten in Kenntnis oder 
in Unkenntnis des rheumatologischen Gutachtens erstellt worden sei: 
Dr. med. F.________ nehme auf die somatische Begutachtung überhaupt 
keinen Bezug, was einen weiteren gravierenden formalen und inhaltlichen 
Mangel des Gutachtens darstelle. Bei der Beschwerdeführerin sei weiterhin 
von einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: 
F32.0/1), einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie von einer kombinierten Persönlich-
keitsstörung mit abhängigen und selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: F6.10 

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[recte: F61.0]) auszugehen. Dadurch bestehe eine Einschränkung in der 
Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % (S. 10).

3.1.4 Am 28. September 2018 nahm der psychiatrische Gutachter 
Dr. med. F.________ Stellung zur Eingabe von Dr. med. D.________ 
(AB 129). Er führte aus, dass im Rahmen der rheumatologischen Untersu-
chung des bidisziplinär erstellen Gutachtens eine sehr detaillierte Schmer-
zaufnahme gemacht worden sei, anlässlich welcher die geklagten Schmer-
zen nicht hinreichend hätten objektiviert werden können (S. 2). Die Be-
schwerdeführerin habe berichtet, dass sie den Alltag aktiv gestalte, was 
darauf hinweise, dass sie nicht unter schweren, quälenden Schmerzen 
leide, die sie einschränken würden. Den Akten sei zudem zu entnehmen, 
dass sich das depressive Zustandsbild unter der Behandlung gebessert 
habe. Der Begriff der Schmerzverarbeitungsstörung sei zudem eine gängi-
ge Kategorie, auch wenn sie verbal nicht genau den ICD-10-Kriteren ent-
spreche. Dieser Begriff werde in der Gutachtenspraxis wie auch in der 
Rechtsprechung seit Jahren dann verwendet, wenn die Schmerzen psy-
chisch überlagert seien, aber keine eigentliche Schmerzstörung mit invali-
disierendem Ausmass und ausgeprägtem Schmerzempfinden vorhanden 
sei. Die Diagnose der Schmerzstörung sei differentialdiagnostisch behan-
delt und aufgrund der erhobenen Befunde nicht gestellt worden (S. 3). Im 
Gutachten sei ausführlich dargelegt worden, weshalb eine Persönlich-
keitsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht vorliege und dass 
die Beschwerdeführerin im Alltag durch psychische Beschwerden nicht 
beeinträchtigt sei. Zudem seien das Funktionsniveau und die Standardindi-
katoren beurteilt worden und die Konsensbesprechung habe telefonisch 
stattgefunden und sei in das Gutachten eingeflossen. Zusammenfassend 
sei auch in Anbetracht der in der Zwischenzeit neu eingegangenen Akten 
an den Schlussfolgerungen festzuhalten. Es bestehe aus psychiatrischer 
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 13. Dezember 2018 (AB 138) auf die interdisziplinären Gutachten des 
Rheumatologen Dr. med. E.________ vom 12. März 2018 (AB 119.1) und 
des Psychiaters Dr. med. F.________ vom 13. März 2018 (AB 120.1) ge-
stützt, in welchen als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit al-
lein eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10: F33.0) festgestellt werden konnte. 

Die Beurteilungen der Dres. med. E.________ und F.________ sind für die 
streitigen Belange umfassend, beruhen auf einlässlichen klinischen Explo-
rationen und wurden in Kenntnis der Vorakten sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden erstattet. Sie überzeugen inhaltlich, indem die 
darin enthaltenen Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge sowie 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten und die Schluss-
folgerungen nachvollziehbar begründet sind. Die Beurteilung des Gesund-
heitszustandes der Beschwerdeführerin erfolgte unter dem Einbezug sämt-
licher hier relevanten medizinischen Fachdisziplinen und beruht auf kon-
gruenten Einschätzungen anlässlich eines Konsensgesprächs der beiden 
Gutachter (vgl. AB 119.1 S. 8 ff. und AB 129 S. 3 Ad 9). Zudem wurden die 
gutachterlichen Feststellungen unter Einbezug der aktenkundigen Arztbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2019, IV/19/68, Seite 13

richte diskutiert (vgl. AB 119.1 S. 12 und AB 120.1 S. 29) und abweichende 
Einschätzungen überzeugend begründet. Damit erfüllt die Expertise die 
vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) 
und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.3.1 Die Einschätzung von Dr. med. E.________, wonach aus rein so-
matisch-rheumatologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit (abgesehen von einer 
vorübergehenden, maximal zwei bis dreiwöchigen Einschränkung im An-
schluss an den Unfall vom 22. Dezember 2015) für keinen Zeitraum anhal-
tend eingeschränkt gewesen ist (AB 119.1 S. 14), überzeugt auch für sich 
alleine und wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht in Fra-
ge gestellt. Darauf ist abzustellen.

3.3.2 Im Teilgutachten vom 13. März 2018 (AB 120.1) kommt der psych-
iatrische Gutachter Dr. med. F.________ zum Schluss, dass mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0) vorliegt (S. 25). Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit sind ängstlich-selbstunsichere Persönlich-
keitszüge (ICD-10: Z73.0) sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-
10: F54) zu diagnostizieren. In einer angepassten Tätigkeit attestierte der 
Gutachter aus rein psychiatrischer Sicht seit Januar 2018 eine Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % und rückwirkend aufgrund einer mittelgradigen depres-
siven Episode für die Zeit von Juni 2016 bis Ende 2017 eine solche von 
50 % (S. 30). An dieser Einschätzung vermögen die Vorbringen im ausführ-
lichen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. D.________ vom 
10. August 2018 (AB 126 S. 2 ff.), wonach das psychiatrische Teilgutachten 
vom 13. März 2018 (AB 120.1) „in keiner Weise“ überzeuge, nichts zu än-
dern. Mit den in diesem Bericht vorgetragenen Kritikpunkten setzte sich der 
Gutachter Dr. med. F.________ in seiner Stellungnahme vom 28. Septem-
ber 2018 (AB 129) in nachvollziehbarer und überzeugender Weise ausein-
ander und führte aus, weshalb an seiner Beurteilung im Gutachten 
(AB 120.1) festzuhalten ist. So legte er insbesondere dar, dass eine fach-
gerechte Schmerzanamnese sehr wohl durchgeführt und gestützt darauf 
die Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung gestellt worden war (vgl. 
AB 129 S. 2). Diese Ausführungen sind ohne weiteres nachvollziehbar und 
überzeugen, weshalb in psychiatrischer Hinsicht auf das Teilgutachten von 

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Dr. med. F.________ vom 13. März 2018 (AB 120.1) abzustellen ist. Dies 
hat umso mehr zu gelten, als es sich bei Dr. med. D.________ um den 
behandelnden Psychiater handelt, so dass in diesem Zusammenhang auch 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte wie auch 
behandelnde Spezialärzte – wie vorliegend Dr. med. D.________ (Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG, heute Bundesge-
richt] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4) – mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 
S. 80 E. 5.3.3.3). Von weiteren medizinischen und insbesondere psychiatri-
schen Sachverhaltserhebungen sind keine weiteren Erkenntnisse zu erwar-
ten, so dass die von der Beschwerdeführerin beantragten zusätzlichen Ab-
klärungen der Arbeitsfähigkeit (Beschwerde vom 28. Januar 2019 S. 2, 
Rechtsbegehren) nicht erforderlich sind und hiervon in antizipierter Be-
weiswürdigung abzusehen ist (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat zur Klärung der Relevanz der erhobe-
nen rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10: F33.0), die gutachterlich attestierte Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 20 % in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit (vgl. 
E. 3.3.2 hiervor) rechtsprechungsgemäss einer Indikatorenprüfung gemäss 
BGE 141 V 281 unterzogen (vgl. die angefochtene Verfügung vom 13. De-
zember 2018 [AB 138 S. 2 f.]). 

Ob auf die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit rechtlich abgestellt 
werden kann, kann letzten Endes jedoch offen bleiben. Selbst wenn zu 
Gunsten der Beschwerdeführerin die attestierte depressive Störung nach 
den massgeblichen Kriterien als invalidisierend einzustufen wäre und auf 
die von Dr. med. F.________ für die Zeit ab Januar 2018 attestierte Ar-
beitsunfähigkeit rechtlich abgestellt werden könnte, besteht kein Anspruch 
auf eine IV-Rente. Denn diesfalls wäre auf der Grundlage der festgestellten 
Arbeitsunfähigkeit von 20 % (vgl. E. 3.3.2 vorstehend) der IV-Grad anhand 
der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln. Da sich 
die vom psychiatrischen Gutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % 
sowohl auf die angestammte Tätigkeit wie auch auf eine angepasste Tätig-

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keit bezieht (vgl. AB 120.1 S. 29 f.), somatisch keine massgeblichen Ein-
schränkungen bestehen (vgl. E. 3.3.1 vorstehend) und die Beschwerdefüh-
rerin im massgebenden Zeitpunkt nicht arbeitstätig war (vgl. AB 120.1 
S. 21), sind Validen- und Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöh-
ne festzusetzen. Eine genaue Ermittlung des Validen- und Invalidenein-
kommens erübrigt sich somit, da beide aufgrund des gleichen Tabellenloh-
nes festzusetzen sind: der IV-Grad entspricht dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % unter Berücksichtigung eines allfälligen Tabellenlohnab-
zuges (Entscheid des BGer vom 20. April 2015, 8C_304/2014, E. 6). Ein 
entsprechender Abzug ist jedoch hier nicht vorzunehmen, da weder die 
leidensbedingte Einschränkung, noch das Alter, die Dienstjahre, die Natio-
nalität bzw. Aufenthaltskategorie oder der Beschäftigungsgrad sich bei der 
Beschwerdeführerin nachteilig auswirken und invaliditätsfremde Aspekte 
bei beiden, auf den Zahlen der vom Bundesamt für Statistik herausgege-
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) basierenden Vergleichseinkommen 
zu beachten wären (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5). Damit wird der für den Anspruch auf eine IV-Rente mi-
nimal erforderliche IV-Grad von 40 % klarerweise nicht erreicht und die 
Beschwerdeführerin hätte auch bei Berücksichtigung der gutachterlich at-
testierten Arbeitsunfähigkeit keinen Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.1 
vorstehend).

4.

Für die Zeit von Juni 2016 bis Ende 2017 wurde vom psychiatrischen Gut-
achter Dr. med. F.________ aufgrund einer mittelgradigen depressiven 
Episode eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert (vgl. E. 3.3.2 hiervor). 
Ob in medizinischer Hinsicht auf diese Einschätzung abgestellt werden 
kann, erscheint fraglich. Der Gutachter beruft sich bei der retrospektiven 
Festlegung der Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf die Angaben des behan-
delnden Dr. med. D.________, hält aber gleichzeitig fest, dass diese Anga-
ben des behandelnden Psychiaters „schwierig zu bewerten“ seien 
(AB 120.1 S. 29). Zudem dürften auch psychosoziale Belastungsfaktoren 
im Sinne von invaliditätsfremden Gründen in dieser Zeit eine Rolle gespielt 
haben, wenn der psychiatrische Gutachter Dr. med. F.________ ausführt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2019, IV/19/68, Seite 16

dass sich der Gesundheitszustand gemäss dem behandelnden Psychiater 
vor allem aufgrund von Konflikten in der Ehe verschlechtert habe, was un-
bestritten blieb. Aber auch die Frage, ob auf die im psychiatrischen Teilgut-
achten vom 13. März 2018 (AB 120.1) attestierte Arbeitsunfähigkeit abzu-
stellen ist, kann letztlich offen bleiben. Denn auch für den Zeitraum von 
Juni 2016 bis Ende 2017 müsste anhand der Indikatorenprüfung gemäss 
BGE 141 V 281 untersucht werden, ob die psychiatrisch begründete Ar-
beitsunfähigkeit von 50 % auch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 
zu berücksichtigen ist (vgl. E. 2.2 und E. 3.4 hiervor). Die für die entspre-
chende Prüfung massgeblichen Verhältnisse stellen sich indessen nicht 
wesentlich anders dar, als jene für die Zeit ab Januar 2018, weshalb auch 
für diesen vorangehenden Zeitraum eine zu berücksichtigende Arbeitsun-
fähigkeit von maximal 20 % aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 
anzuerkennen wäre (vgl. E. 3.4 hiervor). Auch für die Zeit von Juni 2016 bis 
Ende 2017 resultiert deshalb kein rentenbegründender IV-Grad (vgl. E. 2.1 
und E. 3.4 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente zu Recht verneint. Berufliche Mass-
nahmen stehen nicht mehr zur Diskussion (vgl. Protokoll per 26. Februar 
2019, S. 10 [in den Verfahrensakten]) und werden in der Beschwerde vom 
28. Januar 2019 auch nicht beantragt. Die angefochtene Verfügung vom 
13. Dezember 2018 (AB 138) ist damit nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2019, IV/19/68, Seite 17

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerde-
führerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) 
noch die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt 
des Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.