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**Case Identifier:** 3ba578b8-61aa-501e-b309-f4dbd1319103
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.08.2017 200 2017 542
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-542_2017-08-09.pdf

## Full Text

200 17 542 IV
FUR/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. August 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. April 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, IV/17/542, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. Oktober 2016 unter Hinweis auf seit einem Autounfall 
im Jahr 2011 bestehende multiple Beschwerden der unteren Extremitäten 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Im Rahmen der erwerblichen 
und medizinischen Abklärungen holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) insbesondere eine Stellungnahme des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 9. Januar 2017 (AB 21) sowie einen Ab-
klärungsbericht Haushalt vom 7. März 2017 (AB 23) ein. Gestützt darauf 
stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 9. März 2017 (AB 24) bei 
einem Status von 50 % Erwerb und 50 % Haushalt sowie einem ermittelten 
Invaliditätsgrad von 5 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. 
Der Aufforderung um Nachbesserung der dagegen erhobenen Einwände 
(AB 25 f.) kam die Versicherte nicht nach, woraufhin die IVB am 27. April 
2017 (AB 27) wie vorbescheidweise angekündigt verfügte.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 1. Juni 2017 (Postaufgabe) Be-
schwerde. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids sowie die Zusprache einer Invalidenrente. Gleichzeitig stellte 
sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Befreiung von der Be-
zahlung der Verfahrenskosten.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, IV/17/542, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. April 2017 (AB 27). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach ständiger Rechtsprechung begründen Alkoholismus, Medika-
mentenmissbrauch und Drogensucht für sich allein keine Invalidität im Sin-
ne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungs-
rechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt 
hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Er-
werbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, 
oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 
E. 3c S. 268; SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7 E. 2.2.1).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-

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tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und 
soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig 
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim-
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem 
Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch 
manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn 
auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten 
bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293). Nach Art. 28a Abs. 3 IVG 
wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgelt-

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lich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für diesen 
Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch 
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt 
auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem 
Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit 
im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 27. April 2017 (AB 27) stützt sich 
in medizinischer Hinsicht auf die RAD-Stellungnahme vom 9. Januar 2017 
(AB 21). Darin führte Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Tropen- und Rei-
semedizin, aus, die Beschwerdeführerin sei am 31. Juli 2011 mit dem Auto 
in eine Mauer gefahren und habe sich die folgenden Verletzungen zugezo-
gen:

• Distale intraartikuläre Femurfraktur links, Osteosynthese
• Intraartikuläre Calcaneusfraktur links, Osteosynthese
• Talusfraktur rechts, Osteosynthese
• Patellafraktur rechts, konservativ
• Claviculafraktur links mit Pseudoarthrose, konservativ

Das Hauptproblem sei das linke Knie mit eingeschränkter Beweglichkeit, 
Problemen bei längerem Gehen und Stehen sowie beim Lastentragen. Mit 
intensiver Physiotherapie und allenfalls operativen Massnahmen könne die 

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Beweglichkeit verbessert werden. Die Streckung sei frei, womit ein mehr 
oder weniger normaler Gang erwartet werden könne. Eine leichte wechsel-
belastende Tätigkeit könne vollzeitig zugemutet werden, wobei die Lasten 
nicht mehr als 10 kg betragen sollten, längeres Gehen und Stehen nicht 
sowie Treppensteigen wenig zugemutet werden könnten und beim Sitzen 
auf Beinfreiheit geachtet werden sollte. Bei einer solchen angepassten 
Tätigkeit bestehe keine Leistungseinschränkung.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-

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holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus-
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für die IV 
nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versi-
cherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben-
bereich auszuüben (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Oktober 
2014, 8C_197/2014, E. 4.1). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versi-
cherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) führt 
der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leis-
tungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch. In 
den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztli-
chen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit 
nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt 
insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Entscheid des 
BGer vom 25. März 2011, 9C_58/2011, E. 2.2).

3.3 Vorliegend geht es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest-
stehenden medizinischen Sachverhalts, womit der RAD von einer eigenen 
ärztlichen Untersuchung absehen konnte (E. 3.2.2 hiervor). Die Beurteilung 
durch den RAD-Arzt Dr. med. B.________, welcher über die hier gefragten 
fachlichen und persönlichen Qualifikationen verfügt, beruhte auf einem lü-
ckenlosen Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status. Bei 
vollständiger Aktenlage konnte er sich ein umfassendes Bild zu den Befun-
den machen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 
5b). Damit erfüllt sein Bericht die beweisrechtlichen Anforderungen und es 
kann vollumfänglich darauf abgestellt werden. Daran vermag die Be-

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schwerdeführerin mit ihrer vorwiegend pauschalen Bestreitung und ohne 
Einreichung weiterer Arztberichte, welche allenfalls neue Erkenntnisse zur 
medizinischen Sachlage zu liefern vermöchten, nichts zu ändern. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, sie sei nicht nur körperlich behin-
dert, sondern auch drogensüchtig (Beschwerde S. 1), so ist sie darauf hin-
zuweisen, dass eine Drogensucht für sich allein keine Invalidität im Sinne 
des Gesetzes begründet (E. 2.2 hiervor). Gemäss Angaben der Beschwer-
deführerin bestand bereits im Alter von 16 Jahren eine Heroinabhängigkeit. 
Nach einem danach offenbar erfolgten Entzug, schildert sie mehrere Rück-
fälle unter anderem in den Jahren 2001 und 2012 (vgl. Beschwerde). Die 
Drogensucht hat keine Krankheit oder keinen Unfall bewirkt, in deren Folge 
ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beein-
trächtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist. Sie ist auch nicht selber 
Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsscha-
dens, dem Krankheitswert zukommt (E. 2.2 hiervor). Zwar fiel ein unmittel-
bar nach dem Autounfall vom 31. Juli 2011 vorgenommenes Drogenscree-
ning positiv auf Methadon, Opiate, Paracetamol und Kokain aus (AB 19 
S. 25 und 32), doch schränken die Folgen dieses Unfalls die Erwerbsfähig-
keit der Beschwerdeführerin in einer entsprechend angepassten Tätigkeit 
nicht mehr ein (siehe sogleich). Weiter wird aus dem in der Beschwerde 
geschilderten Lebenslauf ersichtlich, dass erhebliche psychosoziale Belas-
tungsfaktoren bestanden und auch weiterhin bestehen. So berichtet die 
Beschwerdeführerin insbesondere von einer aufgrund der Krankheit der 
Mutter schwierigen Kindheit, einer Entwurzelung durch die Einreise in die 
Schweiz ohne entsprechende Sprachkenntnisse im Alter von 14 Jahren, 
einem tragischen Tod der Mutter, Tod zweier Partner durch Autounfall so-
wie einer Fremdplatzierung der eigenen Kinder. Ohne Zweifel besteht da-
mit eine erhebliche Belastung, doch vermag diese keinen eigenständigen 
Gesundheitsschaden zu bewirken (vgl. E. 2.3 hiervor). Weiter ist der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin nie regelmässig erwerbstätig war (vgl. 
AB 1 S. 4, 23 S. 3 f.), als invaliditätsfremder Faktor unbeachtlich.

Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass die Beschwerdeführe-
rin infolge der beim Unfall vom 31. Juli 2011 erlittenen multiplen Frakturen 
bzw. sonstigen Verletzungen zunächst in keiner Tätigkeit mehr arbeitsfähig 

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war (vgl. AB 19). Im Bericht vom 17. Juli 2013 (AB 19 S. 2 f.) hielten die 
Ärzte des Spitals C.________ zur Untersuchung des linken Knies fest, es 
bestünden palpable Plattenenden über dem lateralen Knie, ein reizloses 
Gelenk, stabile Seiten- und Kreuzbänder sowie kein Hinweis auf einen In-
fekt. Radiologisch zeigte sich die Fraktur vollständig konsolidiert, wobei die 
Beschwerdeführerin keine Metallentfernung wünschte. Sie gab an, dass die 
Schwester Physiotherapeutin sei und sich um das Flexionsdefizit kümmern 
werde. Der Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, hielt im Bericht vom 21. November 2016 (AB 17) fest, seit dem 
Autounfall und den operativen Eingriffen leide die Beschwerdeführerin un-
ter erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen besonders im 
linken Knie, wodurch die Mobilität und damit auch die Selbständigkeit stark 
eingeschränkt sei. Gleichzeitig attestierte er keine Arbeitsunfähigkeit und 
führte aus, längeres Stehen, Gehen und Tragen von Lasten sei nicht mög-
lich (S. 3, vgl. zu den Einschränkungen beim Treppensteigen und längeren 
Stehen auch seinen Bericht vom 5. Mai 2017 [AB 33]). Insoweit überzeugt, 
wenn der RAD-Arzt Dr. med. B.________ im von ihm formulierten Zumut-
barkeitsprofil festhielt, längeres Gehen und Stehen könne nicht und Trep-
pensteigen möglichst wenig zugemutet werden (AB 21 S. 2). Von weiteren 
medizinischen Erhebungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, 
weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann 
(vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.4 Nach dem Ausgeführten ist in schlüssiger Weise erstellt, dass in 
einer angepassten, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit 
(ohne Lasten über 10 kg, ohne längeres Gehen und Stehen, mit wenig 
Treppensteigen sowie mit Beinfreiheit beim Sitzen) eine vollständige Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit besteht. 

4.

Auf dieser Basis ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung zu prüfen. 

4.1 Der im Abklärungsbericht Haushalt vom 7. März 2017 (AB 23) fest-
gelegte Status von 50 % Erwerb und 50 % Haushalt wird von der Be-
schwerdeführerin nicht bestritten und es besteht kein Anlass zur Annahme 

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dessen Unrichtigkeit. Damit ist nachfolgend der Invaliditätsgrad anhand der 
gemischten Methode zu ermitteln (vgl. E. 2.5 hiervor).

4.2 Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich zu bestimmen.

4.2.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Im 
Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug am 24. Oktober 2016 (AB 1) 
war das Wartejahr bereits abgelaufen, so dass der Rentenanspruch frühes-
tens am 1. April 2017 beginnt (Art. 28 Abs. 1 lit. b sowie Art. 29 Abs. 1 und 
3 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen.

4.2.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.2.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-

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tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

4.2.4 Da die Beschwerdeführerin über keine Ausbildung verfügt, zu kei-
nem Zeitpunkt einer regelmässigen erwerblichen Tätigkeit nachging (vgl. 
AB 1 S. 4 f., 23 S. 3 f.) und damit die ihr zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht 
verwertet, ist sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen an-
hand des gleichen Tabellenlohns zu bestimmen (mangels neuster Zahlen 
gemäss LSE 2014, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total). Dies-
falls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (0 %) 
unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid des 
BGer vom 7. April 2016, 9C_898/2015, E. 1). Ein solcher Abzug ist hier 
jedoch nicht gerechtfertigt. Die behinderungsbedingten Einschränkungen 
sind bereits im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt und allfälli-
ge invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität / Aufenthalts-
kategorie, Beschäftigungsgrad) wären bei beiden Einkommen zu berück-
sichtigen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, 
E. 5). Aufgrund der vollständigen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit ergibt sich für den Teilbereich Erwerbstätigkeit ein 
Invaliditätsgrad von 0 %.

4.3 Im Weiteren ist die Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt zu 
bestimmen.

4.3.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Aug. 2017, IV/17/542, Seite 13

die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

4.3.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 7. März 2017 (AB 23) erfüllt 
die Anforderungen der vorerwähnten höchstrichterlichen Rechtsprechung 
und überzeugt. Die darin enthaltenen Feststellungen der fachkundigen Ab-
klärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Be-
schwerdeführerin durchgeführten Erhebungen. Hinsichtlich der Gewichtung 
der Tätigkeitsbereiche ist der Bericht ausreichend detailliert und den Anga-
ben der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen. Die 
Abklärungsperson hat eine Einschränkung von gesamthaft 10.8 % bzw. 
gewichtet 5.4 % ermittelt. Dabei ging sie von einer Einschränkung von 2 % 
(gewichtet 0.8 %) im Bereich Ernährung (Grossreinigung), 10 % (gewichtet 
1 %) im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen (Grosseinkauf) sowie 
90 % (gewichtet 9 %) bei der Betreuung der Kinder aus. 

Auch wenn der Obhutsentzug betreffend den 2007 geborenen Sohn vor 
dem Unfall vom 31. Juli 2011 erfolgte (vgl. AB 23 S. 3) und damit an der 
Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit bzw. ohne 
den Unfall die Betreuung des Sohnes übernehmen würde (vgl. AB 23 
S. 10), gewisse Zweifel aufkommen, so lässt sich die Einschätzung nicht 
hinreichend beanstanden. Die Beschwerdeführerin bringt denn auch nichts 
vor, was die ermittelten Einschränkungen in den einzelnen Aufgabengebie-
ten in Frage zu stellen vermöchte. Eine klar feststellbare Fehleinschätzung 
der fachlich kompetenten und näher am konkreten Sachverhalt stehenden 
Abklärungsperson ist jedenfalls nicht ausgewiesen, womit für das Gericht 
kein Anlass besteht, in deren Ermessen einzugreifen. Demnach ist im Auf-
gabengebiet Haushalt von einer Einschränkung von 10.8 % bzw. gewichtet 
von 5.4 % auszugehen. 

4.4 Bei einer fehlenden Einschränkung im Erwerbsbereich und einer 
gewichteten Einschränkung von 5.4 % im Aufgabenbereich Haushalt resul-
tiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 5 % (E. 2.4 
hiervor sowie zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

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5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 27. April 2017 
(AB 27) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als 
offensichtlich unbegründet abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt. Vorbehalten bleibt das nachstehend zu prüfende Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege (E. 6.3 hiernach).

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VR-
PG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]).

6.3.1 Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Pro-
zesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die 
zur Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind 
(BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen 
Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; 
SVR 2009 UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Be-
dürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt 

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höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 
2000 KV 119 S. 155 E. 2). 

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 
werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 
einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
140 V 521 E. 9.1 S. 537).

6.3.2 Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der einge-
reichten Akten ohne weiteres zu bejahen. Zudem kann die vorliegend ohne 
anwaltliche Vertretung erhobene Beschwerde gerade noch nicht als aus-
sichtslos im hiervor dargelegten Sinn (E. 6.3.1) bezeichnet werden. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist deshalb gutzuheissen und die 
Beschwerdeführerin ist damit – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald sie innert 
zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage 
ist – vorläufig von der Pflicht zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu be-
freien.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.