# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5f5615e-fbfb-5f94-a0ee-325f0125e3be
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2025 E-6346/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6346-2025_2025-08-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 

 

 Abteilung V 

E-6346/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli,  

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 14. August 2025 / N (…). 

 

 

 

E-6346/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 4. Juli 2024 in die Schweiz ein und stellte 

erstmals ein Asylgesuch. Auf dieses trat das SEM mit Entscheid vom           

11. September 2024 nicht ein und verfügte die Wegweisung des Beschwer-

deführers nach Frankreich, da ihm zuvor durch Frankreich ein bis zum 15. 

September 2024 gültiges Visum ausgestellt worden war. Dieser Entscheid 

trat unangefochten in Rechtskraft. Das SEM teilte den französischen Be-

hörden am 30. Oktober 2024 mit, dass der Beschwerdeführer in seinen 

Heimatstaat Russland zurückgekehrt sei.  

B.  

Am 21. Juli 2025 ersuchte der Beschwerdeführer am Flughafen B._______ 

ein weiteres Mal in der Schweiz um Asyl nach, wobei er seine Asylgründe 

auch schriftlich darlegte.  

C.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2025 verweigerte das SEM ihm vorläufig die 

Einreise in die Schweiz und wies ihn für die Dauer von maximal sechzig 

Tagen dem Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu. 

D.  

Am 31. Juli 2025 fand eine Erstbefragung zur Person des Beschwerdefüh-

rers durch das SEM statt. Eine einlässliche Anhörung zu den Ausreisegrün-

den erfolgte am 8. August 2025.  

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, aufgrund seiner sexuellen Ori-

entierung in seinem Heimatstaat ständigen Beleidigungen und Diskriminie-

rungen ausgesetzt gewesen zu sein. Am 27. Mai 2024 sei er durch drei 

uniformierte Personen beleidigt und geschlagen worden, nachdem diese 

ihn aus einem Gay-Club hätten kommen sehen. Dabei habe er sich ein 

Schädel-Hirn-Trauma und weitere Verletzungen zugezogen und anschlies-

send psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Infolge der ver-

änderten Gesetzeslage in Russland betreffend Zugehörige zur LGBTQ-

Gemeinschaft habe er zudem im Frühling 2024 seine Arbeitsstelle bei einer 

(…)-Firma, die von seiner sexuellen Orientierung Kenntnis gehabt habe, 

aufgeben müssen, obwohl man ihm in der Firma wohlgesinnt gewesen sei. 

Aufgrund dieser Ereignisse, der restriktiven Gesetzeslage gegenüber der 

LGBTQ-Gemeinschaft und der Tatsache, dass die russische Gesellschaft 

grösstenteils homophob sei, sei er bei einer Rückkehr gefährdet. Denn Zu-

gehörige zu dieser Gemeinschaft würden in seiner Heimat administrativ 

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Seite 3 

verfolgt, in Clubs arrestiert, verhaftet und im Gefängnis umgebracht. Hin-

zukomme, dass er wegen seines Studiums nicht verpflichtet gewesen sei, 

den russischen Militärdienst zu leisten und aufgrund seines Alters auch 

nicht mehr wehrdienstpflichtig sei. Trotz entsprechendem Gerichtsent-

scheid habe sich aber die zuständige Kommission geweigert, ihm sein Mi-

litärbüchlein auszuhändigen. Man habe auf diese Weise erreichen wollen, 

dass er einen Vertrag unterzeichne, wonach er sich freiwillig zum Dienst 

verpflichte, was er jedoch verweigert und daher das Militärbüchlein bis 

heute nicht erhalten habe. Er habe noch vor Ausbruch des Krieges in der 

Ukraine ein militärisches Aufgebot erhalten, das entsprechende Dokument 

besitze er allerdings nicht mehr. Nach dem Nichteintretensentscheid des 

SEM vom 11. September 2024 habe er aufgrund der in Frankreich herr-

schenden hohen Kriminalitätsrate nicht dorthin überstellt werden wollen, 

weshalb er am 30. Oktober 2024 in seinen Heimatstaat zurückgekehrt, al-

lerdings dort lediglich eine Nacht verblieben sei. Danach habe er sich nach 

C.______, wo sein Vater wohnhaft sei, begeben und dort einige Monate 

verbracht. Anschliessend habe er sich bis im Januar 2025 in Usbekistan, 

danach bis im März desselben Jahres in den vereinigten Arabischen Emi-

raten und zudem bis im Mai 2025 in Kasachstan aufgehalten. Anschlies-

send sei er in China, Thailand und in Singapur gewesen, von wo aus er am 

18. Juli 2025 in die Schweiz gereist sei.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer beim SEM  

nebst Identitätsdokumenten einen arbeitsrechtlichen Auflösungsvertrag, 

eine Arbeitsbestätigung, ein Arbeitsbüchlein, verschiedene Arztberichte 

und ein Gerichtsurteil, wonach er aus rechtlichen Gründen keinen Wehr-

dienst leisten müsse, ein (vgl. Beweismittelverzeichnis SEM-act. 8/32).  

E.  

Am 12. August 2025 stellte das SEM der Rechtsvertretung den Entwurf des 

Asylentscheids zur Stellungnahme zu.  Am gleichen Tag erklärte sich der 

Beschwerdeführer mit der beabsichtigten Abweisung seines Gesuchs nicht 

einverstanden. 

F.  

Mit Verfügung vom 14. August 2025 (gleichentags eröffnet) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

sein Asylgesuch vom 21. Juli 2025 ab und verfügte seine Wegweisung aus 

dem Transitbereich des Flughafens B._______ sowie den Wegweisungs-

vollzug. Gleichzeitig wurden ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-

tenverzeichnis des SEM ausgehändigt.  

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Seite 4 

G.  

Mit Eingabe vom 21. August 2025 erhob der Beschwerdeführer gegen die-

sen Asylentscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.  

Er beantragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und die Vorinstanz 

sei anzuweisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewäh-

ren. Eventualiter wurde sinngemäss um Feststellung der Unzulässigkeit 

und Unzumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung ersucht und bean-

tragt, der Beschwerdeführer sei vorläufig aufzunehmen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Aussetzung des Vollzuges der 

Wegweisung bis zum rechtskräftigen Entscheid des Gerichts, um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und Beiordnung eines unentgelt-

lichen Rechtsbeistands. Ausserdem beantragte er, das SEM sei anzuwei-

sen, von der Übermittlung personenbezogener Daten an Behörden eines 

Drittstaates, einschliesslich der Russischen Föderation, abzusehen. Bean-

tragt wurde sodann das Einholen eines Gutachtens eines Experten für rus-

sisches Recht zwecks Beantwortung eines – vom Beschwerdeführer er-

stellten – Fragenkatalogs hinsichtlich der Praxis der Strafverfolgungsbe-

hörden und der Eintrittswahrscheinlichkeit von Sanktionen gegenüber An-

gehörigen der LGBTQ-Gemeinschaft sowie der Praxis der Militärkommis-

sariate in dieser Hinsicht (vgl. Beschwerde S. 1, 13 f.).  

Der Beschwerde lagen insbesondere diverse ärztliche Berichte aus dem 

Jahr 2024, Dokumente betreffend den vom Beschwerdeführer genannten 

arbeitsrechtlichen Aufhebungsvertrag vom Jahr 2024 und ein Gerichtsdo-

kument betreffend den Wehrdienst bei (vgl. Beschwerdebeilagen S. 16 ff.). 

H.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am         

22. August 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 5 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung 

– einzutreten. 

1.4 Auf das Ersuchen um Aussetzung des Vollzuges der Wegweisung bis 

zum Entscheid in der Hauptsache ist nicht einzutreten, da der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zukommt und die Vorinstanz diese nicht entzo-

gen hat (Art. 55 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb der Beschwerdeführer ge-

stützt auf Art. 42 AsylG den vorliegenden Entscheid in der Schweiz abwar-

ten kann.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass 

der vom Beschwerdeführer geschilderte Vorfall (vom Mai 2024) zwar zu 

körperlichen und seelischen Verletzungen geführt habe, dennoch sei dies 

ein abgeschlossenes Ereignis und es fänden sich keine Hinweise dafür, 

dass er im Zeitpunkt seiner erneuten Ausreise (Ende Oktober 2024) im 

asylrechtlichen Sinne in seinem Heimatstaat verfolgt worden sei oder eine 

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Verfolgung noch angedauert habe. Das SEM verkenne zudem seine Situ-

ation nicht, in der er sich befunden habe, als das Arbeitsverhältnis (im April 

2024) aufgelöst worden sei. Diese Massnahme sei indes weder von hinrei-

chender Intensität noch gezielt gegen ihn persönlich gerichtet gewesen, 

um in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht relevant zu sein. Auch das Vorbringen, 

dass er gedrängt worden sei, sich für den Ukraine-Krieg zu verpflichten, 

entfalte keine flüchtlingsrechtliche Relevanz im Sinne von Art. 3 AsylG.  

4.2 An dieser Einschätzung würden auch seine Ausführungen in der Stel-

lungnahme nichts ändern. Das SEM anerkenne zwar, dass in Russland 

Homophobie verbreitet sei, es zu lokalen Benachteiligungen kommen 

könne und diese sich in den letzten Jahren intensiviert hätten. Trotzdem 

stelle die Kriminalisierung von Homosexuellen kein landesweites Verfol-

gungsmotiv im Heimatstaat des Beschwerdeführers dar. Ein Straftatbe-

stand der homosexuellen Orientierung bestehe seit 1993 nicht mehr. Straf-

bar sei seit Juni 2013 die Widerhandlungen gegen das Verbot der Propa-

ganda von nichttraditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minder-

jährigen sowie solche gegen das Verbot positiver Berichterstattung über 

Homosexualität. Eine Verfolgung homosexueller Menschen in ganz Russ-

land und eine Verhinderung der Schutzsuche sowie jeglicher Schutzge-

währung durch den russischen Staat einzig aufgrund der homosexuellen 

Zuordnung einer Person sei damit noch nicht verbunden, wenngleich eine 

extensiv interpretierte Praxisanwendung der Gesetze und einer seit No-

vember 2022 weiter verschärften Gesetzgebung und Rechtsprechung ge-

gen LGBTQ-Propaganda feststellbar sei. Mit dieser Verschärfung gehe 

aber noch kein faktischer Zwang zur Geheimhaltung der sexuellen Orien-

tierung einher. Auch habe bislang weder das SEM noch das Bundesver-

waltungsgericht eine Kollektivverfolgung der erwähnten Personengruppe 

feststellen können. Es sei auf die Niederlassungsfreiheit und die dem Be-

schwerdeführer zumutbare innerstaatliche Ausweichmöglichkeit hinzuwei-

sen, zumal er gebildet, berufs- und reiseerfahren sei und daher eine inner-

staatliche Wohnsitzverlegung möglich sei. In eine existenzielle Notlage 

würde er dadurch nicht geraten.  

5.  

5.1 In der Beschwerdeeingabe wurde im Wesentlichen unter Hinweis auf 

zahlreiche Internetlinks und Auszüge daraus erklärt, seit dem Beschluss 

des Obersten Gerichtshofs vom 30. November 2023 zur Einstufung der 

internationalen LGBTQ-Bewegung als extremistische Organisation und der 

seit 2022 bis 2025 eingeführten gesetzlichen Beschränkungen sei eine Es-

kalationskette von Bussen, Arresten bis hin zu mehrjährigen Freiheits-

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strafen zu beobachten. Das Risiko einer erneuten Verfolgung sei daher für 

den Beschwerdeführer objektiv erhöht. Bereits alltägliche Ausdrucksfor-

men sexueller Orientierung (Symbole, Online-Inhalte, Teilnahme an Com-

munity-Events oder Informationssuchen auf Plattformen) würden potentiell 

als Propaganda erachtet und könnten strafrechtlich verfolgt werden. Er 

könne in seiner Heimat keine stabilen, privaten Beziehungen eingehen, 

keinen Partner finden oder eine Familie gründen. Sein Äusseres und seine 

Manierismen liessen seine Homosexualität leicht erkennen. Dass er sein 

Recht auf Privat- und Familienleben nicht verwirklichen könne, belaste ihn 

psychisch. Ausserdem sei in den Kodex der Verwaltungsordnungswidrig-

keiten des Bundesgesetzes der Russischen Föderation vom 31. Juli 2025 

neu die Vorschrift "Suche nach wissentlich extremistischem Material" ein-

gefügt worden, welche am 1. September 2025 in Kraft treten werde. Bereits 

Recherchen zu LGBTQ-Organisationen oder die Nutzung von Online-Da-

ting-Plattformen könne mit Geldbussen und weiteren Folgen belegt wer-

den. Vor diesem Hintergrund und wegen der von ihm geschilderten Ereig-

nisse bestehe eine begründete Furcht vor erneuter Verfolgung bei seiner 

Rückkehr in den Heimatstaat.  

5.2 Er gehöre als Homosexueller in Russland zu einer sozialen Gruppe, 

der Verfolgung drohe, zumal der Staat schutzunfähig sei. Der EGMR habe 

zudem wiederholt hervorgehoben, dass schon ein einzelner schwerer Ge-

waltakt wegen sexueller Orientierung eine ausreichende Grundlage für 

eine begründete Verfolgungsfurcht sein könne. Die Wahrscheinlichkeit er-

neuter Behelligungen sei zudem durch die verschärfte Strafrechtsnorm er-

höht. Bei der einvernehmlichen Auflösung seines Arbeitsverhältnisses 

handle es sich sodann um eine versteckte Diskriminierung und dies ent-

ziehe ihm die soziale und wirtschaftliche Sicherheit. Gemäss dem Bundes-

gesetz der Russischen Föderation vom 5. Dezember 2022 sei nunmehr die 

Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen unabhängig vom Al-

ter verboten, was de facto dazu führe, dass man gezwungen sei, seine 

sexuelle Orientierung zu verheimlichen und weshalb auch keine Fluchtal-

ternative bestehe.   

5.3 Letztlich mache das Militärkommissariat die Unterzeichnung eines frei-

willigen Vertrags zur Dienstleistung zur Voraussetzung der Herausgabe 

von Wehrunterlagen. Sein letzter Antrag, den er zwecks Herausgabe im 

Jahr 2024 gestellt habe, sei unbeantwortet geblieben. Dies sei nicht nur 

diskriminierend, sondern unter diesen Umständen würde eine zwangs-

weise Beteiligung an Kampfhandlungen gegen das Non-Refoulement-Prin-

zip verstossen.  

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Seite 8 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft setzt voraus, dass die 

asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlit-

ten hat, beziehungsweise solche im Falle einer Rückkehr in den Heimat-

staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft be-

fürchten muss. Die Nachteile müssen der betroffenen Person gezielt und 

aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden 

sein. Zudem muss die geltend gemachte Gefährdungslage aktuell sein 

(vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. m.H.). 

6.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

7.  

7.1 Der prozessuale Antrag, das SEM sei anzuweisen, von der Übermitt-

lung personenbezogener Daten an Behörden eines Drittstaates, ein-

schliesslich der Russischen Föderation, abzusehen, ist unter Verweis auf 

Art. 97 Abs. 3 AsylG abzuweisen. Diese Norm enthält eine Liste der Perso-

nendaten, die das SEM bekanntgeben kann, wenn in erster Instanz das 

Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft verneint wurde (vgl. Art. 97 Abs. 2 

AsylG). Die Aufzählung ist abschliessend; insbesondere dürfen über ein 

Asylgesuch keine Angaben gemacht werden (Art. 97 Abs. 1 2. Satz). Im 

Übrigen darf die Datenbekanntgabe, welche lediglich der Identifizierung 

der Person durch die heimatlichen Behörden dient, nicht über das Notwen-

dige hinausgehen (vgl. SPESCHA/ZÜND/ BOLZLI/HRUSCHKA/DE WECK, Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Auflage 2019, N 7 zu Art. 97 AsylG). Aus den 

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Seite 9 

Akten ergeben sich vorliegend jedoch keine Hinweise, die auf eine Verlet-

zung dieser Norm hindeuten könnten und eine solche wird in Zusammen-

hang mit erwähntem Antrag denn auch nicht dargelegt.  

7.2 Der beweisrechtliche Antrag auf Beizug eines Gutachtens durch einen 

Experten für russisches Recht zwecks Risikoeinschätzung der Verfolgung 

von LGBTQ-Personen in Russland ist ebenfalls abzuweisen. Denn es ob-

liegt den Schweizerischen Asylbehörden (vorliegend dem SEM und dem 

Bundesverwaltungsgericht), den vom Beschwerdeführer dargelegten 

Sachverhalt (Behelligungen aufgrund seiner sexuellen Orientierung, ver-

schärfte Gesetzgebung gegenüber der erwähnten Gemeinschaft in Russ-

land) im Kontext der asylrechtlichen Schweizerischen Gesetzgebung und 

Rechtsprechung und unter Berücksichtigung des für die Schweiz massge-

benden Völkerrechts zu prüfen. Die Schweizerischen Asylbehörden verfü-

gen über die entsprechenden länderspezifischen Kenntnisse. Im vorliegen-

den Fall gebietet sich auch unter Berücksichtigung der konkreten Asylbe-

gründung keine weiteren Abklärungen. Der Sachverhalt ist vielmehr als er-

stellt zu erachten.  

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit 

zutreffender Begründung abgelehnt hat. Zwecks Vermeidung von Wieder-

holungen kann daher auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden (vgl. 

SEM-act. 27/11 Ziffer II S. 4 ff.).  

8.2 Insbesondere ist festzuhalten, dass Homosexualität praxisgemäss 

zwar als Verfolgungsmotiv gelten kann, indem dieses Merkmal unter der 

Zugehörigkeit zu einer "sozialen Gruppe" im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG 

erfasst wird. Das Bundesverwaltungsgericht verneint indes in seiner Recht-

sprechung und unter Berücksichtigung der Situation von homosexuellen 

Personen in Russland, dass diese generell eine begründete Furcht vor Ver-

folgung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 AsylG zu gewärtigen hätten und damit 

einer landesweiten, systematischen, gezielten staatlichen Verfolgung mit-

hin einer Kollektivverfolgung unterliegen würden. Zudem ist von der grund-

sätzlichen Schutzfähigkeit und vom Schutzwillen des russischen Staates 

auszugehen (vgl. die Urteile des BVGer E-1508/2021 vom 6. August 2025 

E. 6.5, E-3210/2021 vom 12. August 2025 E. 6.3.2 f., E-5216/2020 vom 7. 

Dezember 2023 E. 3.1.1 und E. 5.2.2). 

8.3 Der Beschwerdeführer konnte seine sexuelle Orientierung seinem letz-

ten Arbeitgeber gegenüber, von dem er geschätzt worden und bei dem er 

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Seite 10 

seit dem Jahr 2021 angestellt gewesen sei, eigenen Angaben gemäss 

denn auch offenbaren (vgl. SEM-act. 23/23 F57 f.). Gemäss seinen Aussa-

gen war er deswegen nie einer strafrechtlichen Anzeige oder wie dies bei 

einigen Arbeitskollegen der Fall gewesen sei, einer Inhaftnahme ausge-

setzt (vgl. a.a.O. F54). Der Auflösungsvertrag, der letztlich im gegenseiti-

gen Einverständnis erfolgte, mag zwar, wie von ihm erwähnt, auf Drängen 

des Arbeitgebers erfolgt sein, dies jedoch einzig vor dem Hintergrund der 

verschärften Gesetzgebung und daher aus Imagegründen der Firma und 

nicht etwa aus Absicht derselben den Beschwerdeführer wegen seiner se-

xuellen Orientierung persönlich und gezielt zu diskriminieren oder ihn in 

flüchtlingsrechtlicher Hinsicht zu verfolgen. Damit kann aber auch nicht – 

wie in der Beschwerde geltend gemacht – von einer versteckten Diskrimi-

nierung gesprochen werden. Allein schon deshalb kommt dem Aufhe-

bungsvertrag keine Asylrelevanz zu.  

8.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sie im Jahr 2024 durch 

uniformierte Personen nach seinem Besuch in einem Gay-Club zusam-

mengeschlagen worden, lässt sich unabhängig von der Frage der Glaub-

haftmachung Folgendes feststellen: Sollte es sich dabei um Angehörige 

einer Polizeibehörde gehandelt haben, muss diesen bewusst gewesen 

sein, dass sie keine rechtliche Handhabe zur strafrechtlichen Verfolgung 

des Beschwerdeführers aufgrund seiner sexuellen Orientierung gehabt ha-

ben, ansonsten sie ihn wohl strafrechtlich – und nicht gewaltsam – belangt 

hätten. Seinen Angaben ist sodann nicht zu entnehmen, dass er sich 

zwecks strafrechtlicher Verfolgung der Täter an die zuständigen Justizbe-

hörden gewandt hätte, was ihm indes zuzumuten gewesen wäre, zumal 

der russische Staat – wie besehen – grundsätzlich schutzfähig und schutz-

willig ist.  

8.4.1 Dass das Justizsystem in seiner Heimat nicht generell dysfunktional 

ist, zeigt sich sodann im Umstand, dass es dem Beschwerdeführer nach 

eigenem Bekunden möglich war, hinsichtlich der ihm bevorstehenden Ab-

solvierung des Militärdienstes respektive der Wehrpflicht gerichtlich vorzu-

gehen, wobei das Gericht gemäss seinen Angaben und dem von ihm ein-

gereichten Dokument zu seinen Gunsten entschieden und bereits am 14. 

Juni 2022 festgestellt hat, dass er keiner solchen Pflicht unterliege (vgl. 

SEM-act. 8/32 ID 13/7, act. 23/23 F101, vgl. Beilage P zur Beschwerde). 

Es ist ihm daher unbenommen, sich zwecks Durchsetzung des Gerichts-

entscheides – allenfalls unter Zuhilfenahme eines Anwalts – an die Justiz-

behörden seines Heimatlandes zu wenden und dabei auch die Heraus-

gabe des von ihm wiederholt geforderten Militärbüchleins durch das 

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Seite 11 

zuständige Kommissariat zu verlangen. In diesem Zusammenhang ist da-

rauf hinzuweisen, dass seine im Juni 2024 erfolgte Weigerung gegenüber 

dem Kommissariat, einen Vertrag zu unterschreiben, mit dem er sich als 

Volontär zum Wehrdienst verpflichte (vgl. SEM-act. 23/23 F99 ff.) bis dato 

offenbar keine Folgen nach sich zog. Seine Befürchtung ungerechtfertigt 

zum Dienst eingezogen zu werden, erscheint daher unbegründet.  

8.5 Auch die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermögen 

keine andere Einschätzung zu rechtfertigen. Aus den darin aufgeführten 

Entwicklungen zur allgemeinen Situation der LGBTQ-Gemeinschaft in 

Russland in jüngster Zeit lässt sich nicht auf eine individuelle begründete 

Furcht des Beschwerdeführers vor gezielter asylrelevanter Verfolgung 

schliessen. 

8.6 Gesamthaft ist sodann festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Benachteiligungen aktuell nicht die erforderliche flücht-

lingsrechtliche Intensität aufweisen. Praxisgemäss müsste dem Beschwer-

deführer nämlich ein menschenwürdiges Leben im Heimatstaat nicht mehr 

möglich sein, so dass er sich dieser Zwangslage nur durch Flucht ins Aus-

land entziehen kann (vgl. BVGE 2010/28, E. 3.3.1.1; Entscheidungen und 

Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [E-

MARK] 2005 Nr. 21 E. 10.3.1; EMARK 2000 Nr. 17 E. 11b; EMARK 1996 

Nr. 30 E. 4d). Von einer solchen Zwangslage ist im Falle des Beschwerde-

führers aktuell nicht auszugehen. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde-

führer im Oktober 2024 freiwillig von der Schweiz aus in sein Heimatland 

zurückgekehrt ist, da er nicht in den für die Durchführung seines Asylver-

fahrens zuständigen Staat Frankreich hatte überstellt werden wollen. Seine 

Argumentation, er habe in Frankreich nicht wohnen wollen, da er dort nicht 

sicher gewesen wäre (vgl. SEM-act. 20/15 Ziffer 2.07 und 8.01, act. 23/23 

F74), erscheint nicht plausibel, zumal Frankreich über ein funktionierendes 

Justizsystem verfügt und Homosexualität dort nicht verboten ist und diese 

auch weitestgehend offen gelebt werden kann. Seine freiwillige Rückkehr 

in seinen Heimatstaat steht daher im Widerspruch zu den von ihm be-

schriebenen Befürchtungen, schwerwiegende Behelligungen im Heimat-

staat zu erleiden.   

8.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt hat. 

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Seite 12 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.2 Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM als zulässig, zumut-

bar und möglich. Namentlich verfüge der gut ausgebildete, berufserfahrene 

Beschwerdeführer über familiäre und monetäre Ressourcen, an die er bei 

einer Rückkehr in seinen Heimatstaat anknüpfen könne. Die von ihm ge-

schilderten gesundheitlichen Probleme (Medikamenteneinnahme wegen 

der (…) und gegen Depressionen, Behandlung wegen dem erlittenen 

Trauma), wegen der er sich in seiner Heimat habe behandeln lassen, lies-

sen nicht auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs schliessen. 

Denn auch wenn der medizinische Standard in der Russischen Föderation 

nicht dem schweizerischen Niveau entspreche, seien seine Leiden in sei-

nem Heimatstaat behandelbar. Insbesondere sei aufgrund des Kranken-

versicherungssystems in Russland der Zugang zur Behandlung psychi-

scher Erkrankungen gewährleistet und diese weitgehend kostenlos. Es 

liege demnach auch keine medizinische Notlage vor. Dem Beschwerdefüh-

rer stehe es im Übrigen frei, medizinische Rückkehrhilfe in Anspruch zu 

nehmen.  

10.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

E-6346/2025 

Seite 13 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

10.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer Verfügung zutreffend darauf hin, dass 

das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen 

schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nach-

zuweisen, kann der Grundsatz der Nichtrückschiebung (Art. 5 AsylG) vor-

liegend keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers 

in den Heimatstaat ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

10.3.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste er eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft 

machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach 

den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm dies nicht. Auch die allge-

meine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungs-

vollzug nicht als unzulässig erscheinen.  

10.3.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

  

E-6346/2025 

Seite 14 

10.4  

10.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.4.2 Selbst unter Berücksichtigung der aktuellen Kriegssituation zwi-

schen Russland und der Ukraine ist weder generell von Krieg, Bürgerkrieg 

noch von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 

AIG im Heimatstat des Beschwerdeführers auszugehen, aufgrund derer 

eine Rückkehr als generell unzumutbar zu erachten wäre (vgl. Urteil des 

BVGer E-3210/2021 vom 12. August 2025 E. 7.5.2 m.w.H.).  

10.4.3 In individueller Hinsicht ist mit dem SEM einherzugehen, dass der 

junge, sehr gut ausgebildete und berufs- und unternehmenserfahrene Be-

schwerdeführer in der Heimat über ein tragfähiges Familiennetz sowie über 

hinreichend finanzielle Ressourcen verfügt. Was die von ihm geschilderten 

gesundheitlichen Leiden (Probleme mit der […], Depressionen, Trauma) 

anbelangt, kann auf die zutreffenden Erwägungen des SEM zu deren Be-

handelbarkeit im Heimatsaat sowie auch die darin erwähnte Möglichkeit 

der Rückkehrhilfe verwiesen werden (vgl. SEM-act. 27/11 Ziffer III E. 2.).  

10.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

10.5 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über gültige Reisepapiere 

(vgl. SEM-act. 8/32 ID002) und kann damit ohne Weiteres in den Heimat-

staat zurückreisen, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich 

zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-6346/2025 

Seite 15 

12.  

12.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist angesichts der dargelegten Aussichts-

losigkeit und ungeachtet der Frage nach der geltend gemachten prozessu-

alen Bedürftigkeit abzuweisen. Infolge Aussichtslosigkeit der Rechtsbe-

gehren ist auch das Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbei-

stands im Sinne von Art. 102m AsylG abzuweisen.  

12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

 

Versand: