# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5342b11-9f29-58ee-a53a-ad7549b44989
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-26
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 26.05.2020 OG.2020.00024 (OGS.2020.74)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2020-00024_2020-05-26.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 26. Mai 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2020.00024

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  verteidigt
  durch B._____

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und Jugendanwaltschaft des
  Kantons Glarus

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Haftentlassungsgesuch

  

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingabe seines Rechtsvertreters
  vom 4. Mai 2020, act. 24):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Verfügung des
    Kantonsgerichtspräsidenten vom 20. April 2020 sei aufzuheben und
    der Beschuldigte sei aus der Haft zu entlassen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei festzustellen, dass
    das Beschleunigungsgebot verletzt wurde.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei festzustellen, dass
    die Vorinstanz das rechtliche Gehör verletzt hat.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es sei dem Beschwerdeführer
    im Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5. 

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolge.

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  der
  Beschwerdegegnerin   (gemäss Eingabe vom 14. Mai 2020, act. 27):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde sei vollumfänglich
    abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Kosten des
    Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.

    

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  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  Die Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus (nachfolgend Staatsanwaltschaft)
  verdächtigt A.______ (nachfolgend Beschuldigter), an einer versuchten Tötung
  (i.S.v. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB)
  sowie an einem Raub (i.S.v. Art. 140 StGB) zum Nachteil von
  C.______ (nachfolgend auch Geschädigter), begangen in Näfels am
  25. September 2018, beteiligt gewesen zu sein (act. 1). Der
  Beschuldigte wurde am 15. November 2018 verhaftet und befand sich
  bis am 27. Januar 2020 in Untersuchungshaft. Seit dem
  27. Januar 2020 befindet sich der Beschuldigten im vorzeitigen Strafvollzug
  (act. 3/3, act. 3/6). Der Beschuldigte stellte mit Eingabe vom
  7. April 2020 bei der Staatsanwaltschaft ein Haftentlassungsgesuch
  (act. 2), welches die Staatsanwaltschaft mit dem Antrag auf Abweisung an das
  Zwangsmassnahmengericht weiterleitete (act. 1). Mit Verfügung vom
  20. April 2020 wies das Zwangsmassnahmengericht das
  Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab (act. 20). Dagegen liess der
  Beschuldigte am 4. Mai 2020 mit den eingangs erwähnten Anträgen Beschwerde
  beim Obergericht erheben (act. 24). Die Staatsanwaltschaft schliesst auf
  Abweisung der Beschwerde (act. 27). 

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1. Der angefochtene
  Haftentscheid ist der Beschwerde zugänglich (Art. 393 Abs. 1
  lit. c StPO i.V.m. Art. 222 StPO). Der durch die Haft unmittelbar
  betroffene Beschuldigte ist beschwerdelegitimiert (Art. 382 Abs. 1
  StPO); die Anfechtungsfrist ist eingehalten (Art. 396 Abs. 1 StPO).
  Die übrigen Rechtsmittelvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.
  Auf die Beschwerde des Beschuldigten ist einzutreten. Mit Beschwerde an das
  Obergericht können in Bezug auf den angefochtenen Entscheid
  Rechtsverletzungen und eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des
  Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2
  StPO).

  
	
   

  
	
  2. Die Akten der
  bisherigen Haftverfahren (SG.2018.00093, SG.2019.00020, SG.2019.00035,
  SG.2019.00055, OG.2019.00046, SG.2019.00087, OG.2019.00069, SG.2019.00126) wurden beigezogen. Die Zitate der vorin-stanzlichen Akten
  (SG.2020.00040 act. 1-23) erfolgen unter dem Aktenzeichen des vorliegenden
  Beschwerdeverfahrens.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1. Stellt eine
  beschuldigte Person, die ihre Einwilligung zum vorzeitigen Strafvollzug
  erteilt hat, ein Entlassungsgesuch, sind die gesetzlichen Haftgründe nach den
  Be-stimmungen über die Anordnung von Untersuchungs- oder Sicherheitshaft zu
  prüfen (BGE 143 IV 160 Regeste). 

  
	
   

  
	
  1.1. Gemäss Art. 221
  Abs. 1 StPO ist Untersuchungs- und Sicherheitshaft zulässig, wenn die beschuldigte
  Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und zudem
  ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich entweder durch Flucht dem Strafverfahren
  oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), dass
  sie Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die
  Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder
  dass sie durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer
  erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten
  begangen hat (Wiederholungsgefahr; lit. c). 

  
	
   

  
	
  1.2. Der Haftgrund des
  dringenden Tatverdachts setzt voraus, dass genügend konkrete Anhaltspunkte
  für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschuldigten daran vorliegen und
  die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts
  mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt der
  Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten
  mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale
  erfüllen könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen Raum für
  ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat das
  Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen noch dem
  erkennenden Strafgericht vorzugreifen (BGE 137 IV 122 E. 3.2). Am
  Verfahrensanfang sind an den Tatverdacht noch weniger strenge Anforderungen
  zu stellen. Wird die Haft jedoch über einen längeren Zeitraum fortgesetzt,
  ist erforderlich, dass sich der dringende Tatverdacht verdichtet (Schmid/Jositsch, Schweizerische
  Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl., N 4 zu Art. 221) resp.
  ausreichend hoch verbleibt (BGer 1B_197/2019 Urteil vom 27. Mai
  2019 E. 2.1).

  
	
   

  
	
  1.3. Weiter hat die
  Untersuchungshaft verhältnismässig zu sein (Art. 197 Abs. 1
  lit. c und lit. d StPO).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1. Die Staatsanwaltschaft legt ihrer Beschwerdeantwort die am
  4. Mai 2020 bei der Strafkammer des Kantonsgerichts Glarus
  eingereichte Anklageschrift bei (act. 28/1). Darin wird der Beschuldigte
  der versuchten Tötung (i.S.v. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), des
  qualifizierten Raubes (i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 4
  StGB), der mehrfachen rechtswidrigen Einreise (i.S.v. Art. 115 Abs. 1 lit. a
  AIG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a und d AIG) sowie des mehrfachen
  rechtswidrigen Aufenthalts (i.S.v. Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG) angeklagt. Bei
  diesen Tatvorwürfen handelt es sich um Verbrechen (Art. 111 StGB i.V.m. Art.
  22 Abs. 1 StGB, Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 4
  StGB) und um Vergehen (Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a
  und d AIG und Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG), was die Voraussetzungen von Art.
  221 Abs. 1 erster Satzteil StPO erfüllt. 

  
	
   

  
	
  2.2. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor,
  er habe den Geschädigten am 25. September 2018 in Näfels in eine Sackgasse
  gelotst und ihn so in eine Falle gelockt. In der Folge sei es zu einer
  körperlichen Auseinandersetzung gekommen und sei auf den Geschädigten
  mehrfach geschossen worden. Der Beschuldigte gehöre zu jener Gruppierung,
  welche den Geschädigten angegriffen und auf ihn geschossen habe. Dem Beschuldigten
  und seinen Kollegen sei es gelungen, durch den körperlichen Angriff, die
  Bedrohung und den Einsatz von Waffen dem sich wehrenden C.______ einen Betrag
  von EUR 50'000.— wegzunehmen. Der Geschädigte habe sich nach der körperlichen
  Auseinandersetzung mit seinem Personenwagen ins Kantonsspital Glarus begeben
  können, wo er umgehend habe intubiert und operiert werden müssen, ansonsten
  er verstorben wäre. Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten
  vor, dass er trotz des gegen ihn im März 2016 ausgestellten Einreiseverbotes
  für alle Schengenstaaten (gültig bis 16. März 2026) mehrfach (im September
  2018 und ca. am 27. Oktober 2018) in die Schweiz eingereist sei und sich
  widerrechtlich in der Schweiz aufgehalten habe (act. 28/1 S. 2 ff.). 

  
	
   

  
	
  2.3. Das Obergericht
  äusserte sich bereits in seinem Beschluss vom 20. September 2019 ausführlich
  zum dringenden Tatverdacht hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen
  versuchten Tötung (die weiteren Tatvorwürfe wurden damals nicht erhoben
  [OG.2019.00069 act. 27]) und stützte sich dabei auf die nachfolgenden
  Anhaltspunkte:

  
	
   

  
	
  2.3.1. C.______ sagte aus, er habe, bevor er nach Näfels gefahren sei, am
  Walensee Kollegen besucht. Dort sei er gefragt worden, ob er jemand nach
  Näfels mitnehmen könne. Er habe diese (ihm unbekannte) Person (den
  Beschuldigten) nach Näfels mitgenommen (SG.2019.00020 act. 2/3 S. 3
  f. Fragen 6 ff., SG.2018.00093 act. 2/9 S. 4 Fragen 14 ff.,
  SG.2019.00035 act. 18 S. 3 Frage 6). Der (spätere) Schütze habe ihn
  mit dem Auto vor dem Bahnübergang (in Näfels) überholt, ihm Handzeichen zum
  Folgen gegeben und immer wieder den rechten Blinker gesetzt, obwohl keine
  Strasse nach rechts weggegangen sei. Der (spätere) Schütze sei also vor ihm
  gefahren und dann in diese Sackgasse eingebogen. Er sei ihm gefolgt und habe
  neben dessen Fahrzeug versetzt parkiert (SG.2018.00093 act. 2/10
  S. 2 f. Fragen 40, 47). Der (spätere) Schütze sei vor ihm ausgestiegen.
  Danach sei er aus dem Auto ausgestiegen und auf den Unbekannten zugegangen.
  Dann seien Schüsse gefallen. Er glaube, er sei zuerst in den Bauch getroffen
  worden, er habe das Blut auf seinem Bauch gesehen. Er habe eine Kugel an
  seiner linken Kopfseite vorbeizischen hören. Er sei auf den Unbekannten
  zugegangen, habe den Pistolenlauf ergriffen und den Unbekannten geschlagen,
  worauf sie beide auf den Boden gefallen seien. Er sei wieder auf die Beine
  gekommen, habe es ins Auto geschafft und sei sofort ins Spital Glarus
  gefahren. Der Schütze habe sicher zehn Mal auf ihn geschossen, wobei ihn
  nicht jeder Schuss getroffen habe (SG.2018.00093 act. 2/9 S. 3 f.
  Fragen 8, 11, 14 ff., act. 2/11 S. 3, 5 Fragen 71, 87). Es seien sicher zwei
  (Angreifer) gewesen, vielleicht auch drei oder vier. Diejenigen, die auf ihn
  geschossen hätten, seien maskiert gewesen (SG.2019.00035 act. 18
  S. 4 Fragen 11-13). Er habe seinem Beifahrer (dem Beschuldigten) eine
  geschlagen (SG.2019.00020 act. 2/3 S. 4 Fragen 16-18). Weiter
  berichtete C.______, dass er beim Kampf mit dem Unbekannten mit einem Messer
  hantiert habe und der Angreifer habe, so glaube er, auch ein Messer gehabt
  (SG.2018.00093 act. 2/11 S. 2 Frage 68).

  
	
   

  
	
  2.3.2. Dem Operationsbericht vom 25. September 2018 ist u.a. zu
  entnehmen, dass C.______ beim Angriff mehrfach angeschossen wurde
  (SG.2019.00035 act. 2/3).

  
	
   

  
	
  2.3.3. Der Geschädigte
  identifizierte den Beschuldigten anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom
  20. März 2019 als seinen Beifahrer und sagte aus, dass der
  Beschuldigte am 25. September 2018 zum Fabrikareal in Näfels habe
  gefahren werden wollen. Weiter gab der Geschädigte zu Protokoll, dass der
  Beschuldigte nicht auf ihn geschossen habe (SG.2019.00035 act. 18
  S. 3 f. Fragen 2 ff.). 

  
	
   

  
	
  2.3.4. Eine Auskunftsperson berichtete der Polizei, am 25. September 2018, um
  ca. 19.00 Uhr (mutmassliche Tatzeit), ein mehrmaliges Zischen gehört und sich
  deshalb auf den Balkon begeben zu haben. Sie habe beobachtet, wie drei Männer
  auf der Strasse "Am Linthli" in Richtung SGU davongerannt seien. Am
  Linthli [...] sei einer der drei Personen stehen geblieben und die anderen
  zwei seien wenige Meter weitergerannt und dann weiter vorne auch stehen
  geblieben. Der Zurückgebliebene habe die Hand geschüttelt und den Arm in
  einer unnatürlichen Lage, wie fast verkrampft, gehalten. Es habe so gewirkt,
  als habe dieser Typ Schmerzen und sei dieser an der rechten Hand verletzt.
  Dieser Mann sei dann zu den anderen zwei Männern, die vorne gewartet hätten,
  gerannt und dann seien alle drei Männer weitergerannt. Sie habe die Männer in
  einer fremden Sprache reden hören (SG.2018.00093 act. 2/12). 

  
	
   

  
	
  2.3.5. Eine zweite Auskunftsperson berichtete der Polizei, dass sie am
  25. Sep-tember 2018, zwischen 19.00 Uhr und 19.30 Uhr, drei Männer
  gesehen habe, welche zu Fuss von der Tolderstrasse in Richtung Autschachen
  (auch diese Örtlichkeit befindet sich unweit vom Tatort) gegangen seien.
  Speziell sei gewesen, dass einer der Männer einem anderen die Jacke zugemacht
  habe, indem er an der Jacke des anderen Mannes den Reissverschluss
  hochgezogen habe (OG.2019.00069 act. 23/37).

  
	
   

  
	
  2.3.6. Der Beschuldigte sagte am 27. Februar 2019 aus, dass er nach
  dem Vorfall in Näfels von D.______ und dessen Frau abgeholt worden sei und
  diese ihn nach Unterterzen gefahren hätten. Zu Hause habe er bemerkt, dass
  sein Daumen nicht mehr funktioniere. D.______ sei schlecht geworden, als er
  das viele Blut gesehen habe (SG.2019.00035 act. 6/4 S. 6 Fragen 66
  ff.). 

  
	
  2.3.7. Im Bereich des Tatorts und des Fluchtwegs, am vom Geschädigten
  gelenkten Fahrzeug sowie an dessen Jacke konnte anhand von Blutspuren die DNA
  des Beschuldigten identifiziert werden (SG.2018.00093 act. 2/14). 

  
	
   

  
	
  2.3.8. Der Beschuldigte
  versuchte während der Untersuchungshaft zu kolludieren. So wurden am Morgen
  des 25. März 2019 im Spazierhof des Gefängnisses Glarus Kassiber
  gefunden, bei welchen der Beschuldigte als Urheber gelten muss. Der
  übersetzte Text der Kassiber weist eindeutig auf Kollusionshandlungen hin
  (SG.2019.00035 act. 17). Die eine Nachricht ist an "Sel"
  gerichtet. Hierbei handelt es sich vermutlich um D.______, welcher sich
  damals ebenfalls im Gefängnis Glarus in Untersuchungshaft befand
  (SG.2019.00016 act. 11 Disp.-Ziff. 1). 

  
	
   

  
	
  2.3.9. Gemäss den Aussagen
  von E.______ (Cousin des Geschädigten) habe er dem Geschädigten insgesamt EUR
  65'000.— übergeben und der Geschädigte habe ihm gesagt, dass ein Teil dieses
  Geldes anlässlich des Vorfalls in Näfels aus seinem Fahrzeug gestohlen worden
  sei. Es seien nur noch EUR 20'000.— übrig. Die Polizei konnte jedoch
  lediglich EUR 15'000.— sicherstellen (OG.2019.00069 act. 23/39
  S. 2-7).

  
	
   

  
	
  2.3.10. Das Wageninnere
  sowie die noch vorhandenen Geldscheine wiesen eine relevante Kontamination
  von Kokain auf (SG.2018.00093 act. 2/13). Die Staatsanwaltschaft führte aus,
  es sei gegen C.______ kurz nach dem Vorfall in Näfels ein verdecktes
  Strafverfahren wegen Verdachts auf Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz
  eröffnet worden (OG.2019.00069 act. 22).

  
	
   

  
	
  2.3.11. Der Beschuldigte
  liess durch seinen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt X.______, im
  Haftentlassungsgesuch vom 13. März 2019 an die Staatsanwaltschaft
  ausführen, dass er der Beifahrer von C.______ gewesen sei. Diese Tatsache
  könne sich auch durch die auf der Autobahn zwischen Unterterzen und Weesen
  stationierten Kameras belegen lassen (SG.2019.00035 act. 2/1 S. 2). Dem
  Beschuldigten wurde in der Einvernahme vom 13. März 2019 ein Foto einer
  Verkehrskamera gezeigt, worauf das Fahrzeug, welches C.______ am
  25. September 2018, um 19.09.47 Uhr, vermutlich lenkte, ersichtlich
  ist. Auf dem Bild ist erkennbar, dass neben dem Lenker ein Beifahrer sitzt.
  Der Beschuldigte wurde gefragt, wer dieser Beifahrer sei, worauf dieser
  jedoch die Aussage verweigerte (SG.2019.00035 act. 2/2 S. 2 f. Fragen 3 ff.).
  Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte hinsichtlich seines Motivs,
  mit C.______ nach Näfels zu fahren, sowie zum Tatablauf die Aussagen vollumfänglich
  verweigert (act. 3/2, act. 3/5, SG.2018.00093
  act. 2/2, act. 2/4, act. 2/5, SG.2019.00020 act. 2/1,
  SG.2019.00035 act. 2/2, act. 6/4, act. 18 S. 3).

  
	
   

  
	
  2.4. 

  
	
  2.4.1. Die
  Vorinstanz bejahte den dringenden Tatverdacht unter Hinweis auf die Erwägungen
  des Beschlusses des Obergerichts vom 20. September 2019. Die
  weiteren Einvernahmen vom 20. Dezember 2019 (act. 3/2) und vom
  24. Januar 2020 (act. 3/5) könnten diese Beurteilung einstweilen
  nicht in Zweifel ziehen. Allerdings sei der Verteidigung beizupflichten, dass
  sich hinsichtlich des Tatablaufs und der Rollenverteilung Fragen stellten;
  diese seien jedoch im Hauptverfahren zeitnah zu klären (act. 20 Erw. 4.1).

  
	
   

  
	
  2.4.2. Der Beschuldigte
  lässt durch seinen Verteidiger in seiner Beschwerde hinsichtlich des
  dringenden Tatverdachts (act. 24) Folgendes ausführen: Die Ermittlungen
  hätten ergeben, dass der Beschuldigte mit einem Messer und C.______ mit einer
  Schusswaffe verletzt worden seien. Der Beschuldigte werde nicht verdächtigt,
  selbst auf C.______ geschossen zu haben. Es fänden sich in den Akten keine
  Hinweise, die dafür sprächen, dass der Beschuldigte an einer versuchten
  Tötung beteiligt gewesen sei. Seit dem Rapport der Kantonspolizei an die
  Staatsanwaltschaft vom Juni 2018 – mithin seit 11 Monaten – habe sich der
  konkrete Tatverdacht nicht erhärtet. Bei der aktuellen Beweislage laufe die
  Anklage auf einen Freispruch hinaus und die Fortdauer der Untersuchungshaft
  sei deshalb nicht mehr gerechtfertigt (act. 24 S. 3 f.).

  
	
   

  
	
  2.4.3. Die Staatsanwaltschaft
  führt in ihrer Beschwerdeantwort aus, dass die Anklageerhebung per
  4. Mai 2020 den dringenden Tatverdacht bekräftige. Für eine
  Einstellung des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten habe es während des
  gesamten Vorverfahrens keinerlei Gründe gegeben (act. 27).

  
	
   

  
	
  2.5. Gestützt auf die
  Haftakten ist nach wie vor davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit
  C.______ vom Walensee nach Näfels gefahren ist, dort zum Fabrikareal wollte
  und C.______ deshalb in diese Richtung fuhr, wo er dann kurz davor vom (späteren)
  Schützen in die Sackgasse (und in die Falle) gelotst wurde. Hinsichtlich des
  Tatablaufs ist erstellt, dass auf C.______ mehrfach geschossen und dieser
  dabei sehr schwer verletzt wurde (SG.2019.00035
  act. 2/3). Dass der Beschuldigte in die körperliche
  Auseinandersetzung mit dem Geschädigten, anlässlich welcher der Geschädigte
  ein Messer eingesetzt haben will, involviert war und sich dabei schwere
  Schnittverletzungen an den Händen zugezogen hatte, muss aufgrund seiner
  Blutspuren am Tatort sowie am Fahrzeug und an der Jacke des Geschädigten
  ebenfalls als erstellt gelten (SG.2018.00093 act. 2/14, SG.2019.00035 act.
  6/4 S. 8 Frage 89). Sodann ist aufgrund der Beobachtungen von gerade zwei
  Auskunftspersonen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es
  sich bei einem der drei flüchtenden Männer um den an den Händen blutenden
  Beschuldigten handelte. Dafür spricht auch der Umstand, dass die auf dem
  Fluchtweg vorgefundenen Blutspuren dem Beschuldigten zugeordnet werden
  konnten (OG.2019.00069 act. 23/37, SG.2018.00093 act. 2/12). 

  
	
  Bei diesem Sachverhalt drängt sich die Vermutung geradezu auf, dass der
  Beschuldigten zusammen mit den maskierten Angreifern, welche auf den
  Geschädigten geschossen hatten, kooperierte (OG.2019.00069 act. 27 S. S. 13
  f. Erw. III.2.6.5 und OG.2019.00046 act. 26 S. 8 f. Erw. III.3).
  Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte gemäss dem albanischen
  Strafregisterauszug, laufend auf F.______ (hier handelt es sich um den
  richtigen Namen des Beschuldigten), am 16. Mai 2017 wegen der
  Produktion und des Verkaufs von Betäubungsmitteln zu 7 Jahren und 6 Monaten
  Haft verurteilt wurde ("Prodhim Dhe shit je E Narkotikeve. […] Denuar Me
  7 vite e 6 Muaj Burgim", übersetzt durch Google Übersetzung
  [act. 3/16]).

  
	
  Die Behauptung des Beschuldigten,
  wonach sich in den Akten keine Hinweise befänden, dass er an der versuchten
  Tötung beteiligt gewesen sei, ist nicht nachvollziehbar. Der Beschuldigte
  blendet aus, dass sein Blut aufgrund von DNA-Spuren am Tatort, am Fahrzeug
  des Geschädigten sowie an dessen Jacke und auf dem Fluchtweg
  identifiziert wurde. Weiter ignoriert er, dass gerade zwei Auskunftspersonen
  beobachten konnten, wie drei Männer zusammen vom Tatort weg flüchteten, wovon
  einer der Männer (mutmasslich handelt es sich um den Beschuldigten) an den
  Händen verletzt schien. Nach dem Gesagten liegt ein geradezu erdrückender
  Tatverdacht (i.S.v. Art. 221 Abs. 1 StPO) vor, dass der
  Beschuldigte an der versuchten Tötung zum Nachteil von C.______ beteiligt
  war. Dieser erdrückende Tatverdacht gegen den Beschuldigten hat sich im
  Verlauf der Strafuntersuchung (auch mit den zwei Einvernahmen vom
  20. Dezember 2019 und vom 24. Januar 2020 [act. 3/2
  und act. 3/5]) nicht abgeschwächt. Die Vorinstanz hat dies zutreffend festgestellt.

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1. Neben dem dringenden
  Tatverdacht verlangt Art. 221 Abs. 1 StPO auch einen
  besonderen Haftgrund. Beim Beschuldigten
  könnte auch Fluchtgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO)
  vorliegen. Nach der Rechtsprechung des
  Bundesgerichts braucht es für die Annahme der Fluchtgefahr eine gewisse
  Wahrscheinlichkeit, dass sich der Beschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, der
  Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde. Die
  Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden;
  sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Es
  müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere die
  gesamten Verhältnisse des Beschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 117
  Ia 69 E. 4a, BGE 108 Ia 67 E. 3).

  
	
   

  
	
  3.2. 

  
	
  3.2.1. Die Vorinstanz
  bejahte auch die konkrete Fluchtgefahr und erwog, dass die
  Ehefrau des Beschuldigten, [...], Wohnsitz in Lodi, Italien, habe (act. 20 S.
  3 f. act. 23/10.7.01 S. 1). Offenbar habe sie als Touristin zur Tatnacht
  eine Wohnung in Unterterzen mit dem Beschuldigten und der Tochter [...]
  bewohnt. Sie sei mit dem an der Hand verletzten Beschuldigten in der Tatnacht
  nach Italien zurückgefahren. Dies sei ein weiterer konkreter Anhaltspunkt,
  dass sich der Beschuldigte nach einer allfälligen Freilassung in das Ausland
  absetzen würde, zumal es an einem intensiveren sozialen Bezug zur Schweiz
  mangle, auch wenn die Eltern des Beschuldigten in der Schweiz wohnten (act.
  18 S. 5). Ein stabiler und legaler Wohnsitz der Ehefrau in der Schweiz scheine
  demzufolge nicht gegeben zu sein. Die Fluchtgefahr sei in Fortschreibung der
  bisherigen Entscheide unverändert als gegeben zu erachten, auch mit Hinweis
  auf den Beschluss des Obergerichts vom 20. September 2019
  (OG.2019.00069 act. 27 S. 14 ff. Erw. III.3). Es lägen keine
  neuen Tatsachen vor, welche zu einer anderen Beurteilung führten. 

  
	
   

  
	
  3.2.2. Der Beschuldigte führte im vorinstanzlichen Verfahren hinsichtlich
  der Fluchtgefahr aus, dass seine Eltern in der Schweiz wohnten. Die
  Fluchtgefahr sei immer in Bezug zu setzen zu der effektiv zu erwartenden
  Strafe. Bei der Beweislage sei in Bezug auf das versuchte Tötungsdelikt davon
  auszugehen, dass er freigesprochen werde (act. 18 S. 5). Im
  Beschwerdeverfahren bringt er vor, er wolle nach seiner Entlassung bei seinen
  Eltern in der Schweiz wohnen. Er habe keinen Grund mehr, aus der Schweiz zu
  flüchten, da ihm – wenn überhaupt – nur noch eine geringe Reststrafe drohe,
  die mit den Vorzügen des Verbleibs in der Schweiz aufzuwiegen sei. Die
  Staatsanwaltschaft ziehe als Fluchtland Italien in Erwägung, da seine Ehefrau
  in Italien wohne. Zwischen der Schweiz und Italien bestünden intakte
  Vollzugsvereinbarungen, was Italien als Fluchtland unattraktiv mache. Es sei
  nicht davon auszugehen, dass er sich nach Italien absetzen werde, um dort in
  einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld unterzutauchen, nur um sich einer
  – wenn überhaupt – geringen Reststrafe zu entziehen. Die konkrete
  Opportunität einer Flucht sei für ihn heute so tief, dass das Vorliegen einer
  Fluchtgefahr als Haftgrund verneint werden müsse (act. 24 S. 4 f.).

  
	
   

  
	
  3.2.3. Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin von Fluchtgefahr aus. Der
  Beschuldigte habe aufgrund seiner Vorstrafen mit einer deutlich höheren
  Freiheitsstrafe von mehr als fünf Jahren zu rechnen. Dies und die von
  Albanien verlangte Auslieferung des Beschuldigten würden es für den
  Beschuldigten geradezu attraktiv machen, sich durch Flucht dem Hauptverfahren
  und der auszusprechenden Sanktion zu entziehen (act. 1 S. 3, act.
  27, SG.2019.00020 act. 1).

  
	
   

  
	
  3.3. Die nachfolgenden
  Anhaltspunkte legen nahe, dass sich der Beschuldigte, wenn er auf freiem Fuss
  wäre, der Strafverfolgung resp. dem Vollzug
  der Strafe durch Flucht entziehen würde:

  
	
  Wie
  bereits erwähnt, wurde der Beschuldigte in Albanien am 16. Mai 2017
  wegen einem Betäubungsmitteldelikt zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und
  6 Monaten verurteilt. Der Beschuldigte ist
  albanischer Staatsangehöriger und wurde bereits mehrfach straffällig (in
  Italien und in Albanien [act. 3/15, act. 3/16]). Da Albanien seine
  Auslieferung verlangt, ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte
  bereits dem Vollzug der Freiheitsstrafe in Albanien entzogen hat.

  
	
  Der
  Anklageschrift ist zu entnehmen, dass Italien im März 2016 gegen den
  Beschuldigten ein Einreiseverbot für alle Schengenstaaten, gültig bis 16.
  März 2026, verhängte. Dieses Einreiseverbot missachtete der Beschuldigte
  offenbar, indem er rechtswidrig mehrfach in die Schweiz einreiste. Das
  Migrationsamt Zürich erliess am 12. November 2018 eine Wegweisungsverfügung
  gegen den Beschuldigten; auch diese Verfügung missachtete der Beschuldigte
  (act. 28/1 S. 4 f.). 

  
	
  Anlässlich
  einer Personenkontrolle in Zürich vom 10. November 2018 fanden die Polizisten
  beim Beschuldigten ein Schreiben seiner Anwältin, worin der Beschuldigte mit
  dem Namen F.______ bezeichnet wurde. Auf diesen Namen lautete das im März
  2016 in Italien ausgestellte Einreiseverbot. Es ist davon auszugehen, dass
  sich der Beschuldigte eines Aliasnamens bedient hat, um das bestehende
  Einreiseverbot zu umgehen (SG.2019.00093 act. 2/8).

  
	
  Mit
  Hinweis auf die bereits angefallenen Dolmetscherkosten gemäss der
  Kostenaufstellung in der Anklageschrift (act. 28/1) spricht der Beschuldigte
  kein Deutsch.

  
	
  Unmittelbar
  nach der Tat vom 25. September 2018 setzte sich der Beschuldigte
  nach Italien ab (vgl. Erw. III.4.3 nachfolgend) und am
  15. November 2018 versuchte der Beschuldigte, sich mit einem Sprung
  vom Balkon aus dem ersten Stock der Polizei und drohenden Verhaftung zu
  entziehen (SG.2018.00093 act. 2/2 S. 2).

  
	
  Die Mutter des
  Beschuldigten, G.______, gab an, ca. März oder April 2017 in die Schweiz
  gekommen zu sein, um hier zu arbeiten. Der Rest der Familie lebe in Italien
  (OG.2019 00069 act. 23/41). Es gibt aus den Akten keinerlei Hinweise, dass
  der Beschuldigte irgendwelche soziale Bindungen – abgesehen von seiner Mutter
  – zur Schweiz hat.

  
	
   

  
	
  3.4. Das Obergericht ging
  bereits in seinen Beschlüssen vom 27. Juni 2019 und vom
  20. September 2019 von einer konkreten Fluchtgefahr aus
  (OG.2019.00046 act. 26. OG.2019.00069 act. 27). Daran ist festzuhalten. Zu
  den Ausführungen des Beschuldigten in seiner Beschwerde ist Folgendes
  festzuhalten: 

  
	
  Aufgrund der Vorstrafen des
  Beschuldigten und der erdrückenden Beweislage, kann der Beschuldigten nicht
  mit einer "sehr geringen Reststrafe" rechnen. Die vom Beschuldigten
  thematisierten Vorzüge seines Verbleibs in der Schweiz sind vor dem
  Hintergrund, dass er über keinen gültigen Aufenthaltstitel für die Schweiz
  verfügt, nicht nachvollziehbar. Es ist dem Beschuldigten jedoch beizupflichten,
  dass Italien als mögliches Fluchtland eher unattraktiv ist, zumal er auch für
  Italien keinen Aufenthaltstitel besitzt und auch in Italien offensichtlich
  bereits straffällig wurde. Es ist nicht ersichtlich, dass der Beschuldigte in
  der Schweiz, ausser zu seiner Mutter, irgendwelche private Beziehungen pflegt
  oder soziale Bindungen aufweist. Bei dieser Sachlage ergeben sich keine
  Hinweise, dass sich der Beschuldigte, wenn er auf freiem Fuss wäre, der
  Strafuntersuchung resp. dem Vollzug der Strafe zur Verfügung halten würde. Es
  ist höchst wahrscheinlich, dass der Beschuldigte, sobald er auf freiem Fuss
  ist, untertauchen wird. Damit ist beim Beschuldigten immer noch von konkreter
  Fluchtgefahr (i.S.v. Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) auszugehen.

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1. Weiter ist zu prüfen,
  ob beim Beschuldigten auch Kollusionsgefahr vorliegt. Diese liegt vor, wenn
  ernsthaft zu befürchten ist, dass der Beschuldigte Personen beeinflusst oder
  auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen
  (Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO). Dies kann insbesondere in
  der Weise erfolgen, dass sich der Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen,
  Sachverständigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu
  wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel
  beseitigt. Strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass
  der Beschuldigte die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts vereitelt
  oder gefährdet. Konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr können sich
  namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten des Beschuldigten im
  Strafprozess, aus seinen persönlichen Merkmalen, aus seiner Stellung und
  seinen Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus den
  persönlichen Beziehungen zwischen ihm und den beteiligten Personen. Bei der
  Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des
  Strafverfahrens wegen Kollusion droht, ist auch der Art und Bedeutung der von
  Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismitteln, der Schwere der
  untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen
  (BGE 132 I 21 E. 3.2).

  
	
   

  
	
  4.2.

  
	
  4.2.1. Die Vorinstanz
  misst der Kollusionsgefahr nur noch eine geringe Bedeutung zu, da die Anklage
  unmittelbar bevorstehe (act. 20 S. 3 Erw. 4.2).

  
	
   

  
	
  4.2.2. Der Beschuldigte
  äussert sich in seiner Beschwerde nicht explizit zur Kollusionsgefahr (act.
  24). Im vorinstanzlichen Verfahren zitierte der Beschuldigte die Erwägungen
  des Zwangsmassnahmengerichts in der Verfügung vom 22. November 2019, wonach
  die Kollusionsgefahr durch den Zeitablauf seit der Tat erheblich relativiert
  werde und mit dem Abschluss des Vorverfahrens keine Kollusionsgefahr mehr
  gegeben sei. Seit langem werde eine Anklage in Aussicht gestellt und
  Beweiserhebungen sollten keine mehr stattfinden. Entsprechend könne von
  Kollusionsgefahr keine Rede mehr sein. Dass er den Geschädigten einschüchtern
  wolle, sei absurd. Die Einschüchterungen würden beweismässig nichts mehr
  nützen, nachdem der Geschädigte mehrfach befragt und konfrontiert worden sei
  (act. 18 S. 6).

  
	
   

  
	
  4.2.3. Die
  Staatsanwaltschaft geht weiterhin von Kollusionsgefahr aus. Es bestehe die
  konkrete Gefahr, dass der Beschuldigte auf C.______ einwirken würde, um
  diesen zu unwahren, den Beschuldigten begünstigenden Aussagen zu bewegen. Im
  Übrigen verweist die Staatsanwaltschaft auf ihren gleichzeitig mit der
  Anklage eingereichten Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft
  (act. 27). Darin führt die Staatsanwaltschaft hinsichtlich der
  Kollusionsgefahr aus, dass beim Beschuldigten während des gesamten Vorverfahrens
  Kollusionsgefahr bestanden habe, was vom Haftrichter auch verschiedentlich
  ausdrücklich bejaht worden sei. Die Mittäter, mit welchen der Beschuldigte
  sich absprechen könne und werde, seien flüchtig. Bei einer Freilassung könne
  sich der Beschuldigte ungehemmt mit diesen absprechen und so die
  Wahrheitsfindung beeinträchtigen. Zudem könne der Beschuldigte bei einer
  Freilassung ungehemmt auf C.______ einwirken und diesen einschüchtern, was
  gemäss den Aussagen von C.______ seitens der Gruppierung rund um den
  Beschuldigten nach der Tat bereits geschehen sei (act. 28/2 S. 4).

  
	
  4.3. Das Obergericht ging
  in seinen Beschlüssen vom 27. Juni 2019 und vom
  20. September 2019 von konkreter Kollusionsgefahr aus
  (OG.2019.00046 act. 26, OG.2019.00069 act. 27). Aufgrund der
  Aussage des Geschädigten und den Beobachtungen von zwei Auskunftsperson ist
  davon auszugehen, dass am Tatort mindestens drei (teils maskierte) Personen
  zum Nachteil des Geschädigten agierten und der Beschuldigte zu dieser
  Gruppe gehört. Die mutmasslichen Mittäter sind flüchtig.

  
	
  Der Beschuldigte
  nahm bereits im Gefängnis Glarus während der Untersuchungshaft
  Kollusionshandlungen vor, indem er D.______ (welcher den stark blutenden
  Beschuldigten am Abend nach der Tat in Näfels abholte) eine Mitteilung zukommen
  liess (vgl. Erw. III.2.3.8. vorstehend).

  
	
  Nach der Tat vom
  25. September 2018 verliess der Beschuldigte zusammen mit seiner
  Frau, seiner Mutter und einem namentlich nicht bekannten Mann die Schweiz in
  Richtung Italien. Das Fluchtauto wurde am 26. September 2018, um
  00.23 Uhr, in Splügen GR geblitzt. Auf dem Radarfoto ist zu erkennen, dass
  das Fahrzeug von einem Mann gelenkt wurde. G.______ (die Mutter des
  Beschuldigten) wurde am 16. Mai 2019 u.a. auch zu dieser Fahrt
  befragt. Sie sagte aus, dass bei der Abfahrt von zu Hause [...] (die Frau des
  Beschuldigten) das Fahrzeug gelenkt habe. Dann sei sie (G.______)
  eingeschlafen und habe bis nach Italien geschlafen. Das Gesicht des Lenkers
  (auf Vorhalt des Radarfotos) habe sie noch nie gesehen (OG.2019.00069 act.
  23/41 S. 7). Es ist erstaunlich, dass die Mutter des schwer verletzten
  Beschuldigten die ganze Fahrt nach Italien geschlafen haben will. Es ist
  davon auszugehen, dass auch die Familie des Beschuldigten zumindest in seine
  Flucht nach Italien involviert war und offenbar keine Aussagen tätigen will. 

  
	
  Gemäss den Aussagen des
  Geschädigten vom 24. Januar 2020 wurde auf diesen mehrfach
  eingewirkt (gespraytes Totenkreuz auf seinem Parkplatz in der Tiefgarage,
  Drohbriefe) und er hat offensichtlich Angst (act. 3/5 S. 3 f.). 

  
	
  Nach dem Gesagten und unter
  Würdigung der gesamten Umstände besteht beim Beschuldigten die konkrete
  Gefahr, dass er sich, wenn er auf freiem Fuss wäre, mit den weiteren
  Tatbeteiligten absprechen könnte. Weiter ist der Staatsanwaltschaft beizupflichten,
  dass der Beschuldigte auf den Geschädigten und wohl auch auf seine eigene
  Familie einwirken könnte. Damit ist beim Beschuldigten immer noch von
  konkreter Kollusionsgefahr auszugehen (i.S.v. Art. 221 Abs. 1
  lit. b StPO).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1. Nachdem der dringende Tatverdacht gegen den Beschuldigten
  vorliegt und auch die Haftgründe der Flucht- und der Kollusionsgefahr zu
  bejahen sind, gilt zu prüfen, ob die Untersuchungshaft verhältnismässig ist
  (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO) oder ob an Stelle der Untersuchungshaft
  eine oder mehrere mildere Massnahmen (Ersatzmassnahmen) treten können, die
  den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO, BGE
  140 IV 19 E. 2.1.2).

  
	
   

  
	
  5.2. 

  
	
  5.2.1. Die Vorinstanz erachtete die Fortsetzung der Untersuchungshaft unter
  der Prämisse, dass Ende April 2020 mit der Anklage zu rechnen sei, als
  verhältnismässig (act. 20 S. 4 f.).

  
	
   

  
	
  5.2.2. Der Beschuldigte ist der Auffassung, dass eine weitere Inhaftierung
  nicht mehr verhältnismässig sei. Er sei seit rund 18 Monaten in
  Untersuchungshaft und diese Haftdauer befinde sich seit langem in grosser
  zeitlicher Nähe der konkret zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion.
  Stossend seien auch die Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts in der
  Verfügung vom 22. November 2019, wonach es der Staatsanwaltschaft
  einen Zeithorizont für die Anklageerhebung bis spätestens Anfang Februar 2020
  gewährt und die Verlängerung der Untersuchungshaft nur mit diesem
  Zeithorizont noch als verhältnismässig erachtet habe. In der angefochtenen Verfügung
  widerspreche sich die Vorinstanz (ohne diesen Widerspruch zu begründen),
  indem sie nun neu erst Ende April 2020 mit der Anklageerhebung rechne. Diese
  Inkonsistenz sei willkürlich und gebe den Anschein, keine tatsächliche
  Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen. Dies sei mit rechtsstaatlichen
  Prinzipien nicht zu vereinbaren. Damit habe die Vorinstanz das Willkürverbot
  (Art. 9 BV) sowie das Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 31 Abs. 3-4
  BV, Art. 5 Ziff. 3-4 EMRK, Art. 5 Abs. 2 StPO) verletzt. Eine weitere
  Inhaftierung sei seit Längerem nicht mehr verhältnismässig, insbesondere da
  auch keine Fluchtgefahr mehr bestehe (act. 24 S. 5 f.). Im vorinstanzlichen
  Verfahren vertrat der Beschuldigte die Auffassung, dass aufgrund der
  stossenden Verletzung des Beschleunigungsgebotes keine Ersatzmassnahmen
  anzuordnen seien. Er sei aber trotzdem bereit, sich solchen zu unterziehen.
  Der Umstand, dass er für die Schweiz über keinen Aufenthaltstitel verfüge,
  spreche nicht gegen eine Entlassung mit Auflagen (wöchentliches Melden bei
  einer Polizeistation, Passsperre, Hausarrest bei seinen in der Schweiz
  wohnenden Eltern, elektronische Fussfessel [act. 18 S. 10]).

  
	
   

  
	
  5.2.3. Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Beschwerdeantwort aus, dass
  der vom Beschuldigten angeführte Widerspruch in den vorinstanzlichen
  Verfügungen eine Relativierung erfahren habe, denn in der zitierten Verfügung
  des Zwangsmassnahmengerichts vom 22. November 2019 sei die Vorinstanz von
  einem anderen Tatdatum (3. Oktober 2018) und einer anderen rechtlichen
  Würdigung (versuchter Mord) ausgegangen. Im Übrigen verweist die
  Staatsanwaltschaft auf ihren Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft
  (welches Verfahren derzeit vor dem Zwangsmassnahmengericht noch hängig ist
  [act. 27]). Die Staatsanwaltschaft rechnet gemäss ihrem Antrag auf Anordnung
  von Sicherheitshaft mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe. Die Gefahr von
  Überhaft bestehe bei Weitem nicht und mildere Massnahmen seien auch nicht
  ersichtlich (act. 28/2). 

  
	
   

  
	
  5.3. 

  
	
  5.3.1. Wie bereits
  dargelegt, ist der dringende Tatverdacht gegen den Beschuldigten, in das
  versuchte Tötungsdelikt involviert zu sein, geradezu erdrückend. Zusätzlich
  werden ihm die Beteiligung an einem qualifizierten Raub sowie Vergehen gegen
  das Ausländer- und Integrationsgesetz vorgeworfen. Es besteht ein gewichtiges
  öffentliches Interesse an der Aufklärung resp. gerichtlichen Beurteilung
  dieser Straftaten. Nach Art. 212 Abs. 3 StPO dürfen Untersuchungs- und
  Sicherheitshaft nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe.
  Dem Beschuldigten droht bei einer (höchst wahrscheinlichen) Verurteilung eine
  mehrjährige Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte befindet sich nun seit 18
  Monaten in Untersuchungshaft und entgegen seiner Auffassung ist die
  erstandene Untersuchungshaft noch nicht in die Nähe der konkret zu
  erwartenden mehrjährigen Freiheitsstrafe gerückt. Nach dem Gesagten ist die
  Fortdauer der Haft weiterhin verhältnismässig. 

  
	
   

  
	
  5.3.2. Die vom
  Beschuldigten thematisierte Inkonsistenz resp. die widersprüchlichen
  Erwägungen im Zusammenhang mit der vom Zwangsmassnahmengericht der
  Staatsanwaltschaft angesetzten Frist für die Anklageerhebung beruht auf einem
  Versehen seitens der Vorinstanz. In ihrer Verfügung vom 22. November 2019
  ging sie teils von einem falschen Tatverdacht (versuchter Mord statt
  versuchte Tötung) und einem falschen Deliktsdatum aus (SG.2019.00126 act.
  11). Diese Verfügung wurde nicht angefochten. Zu bemerken ist, dass es in der
  vorliegenden umfassenden und durchaus komplexen Strafuntersuchung Sache der
  Staatsanwaltschaft ist, diese Strafuntersuchung beförderlich voranzutreiben
  und den Zeitpunkt für die Anklageerhebung festzulegen.

  
	
   

  
	
  5.3.3. Sodann ist zu
  prüfen, ob die vom Beschuldigten erwähnten Ersatzmassnahmen (Art. 212 Abs. 2
  lit. c StPO i.V.m. Art. 237 StPO), welche nach seinem Dafürhalten geeignet
  wären, die konkrete Fluchtgefahr zu bannen, anstelle der Untersuchungshaft
  treten könnten.

  
	
  Die elektronische Überwachung,
  allenfalls auch verbunden mit einem Hausarrest (sog. Electronic Monitoring,
  Art. 237 Abs. 2 lit. c i.V. Abs. 3 StPO), sowie die Meldepflicht (Art. 237
  Abs. 2 lit. d StPO), würden die sehr hohe Fluchtgefahr im vorliegenden
  Fall nicht hinreichend reduzieren, sondern lediglich bewirken, dass Alarm
  ausgelöst und eine Flucht damit rascher entdeckt würde (BGer 1B_358/2019
  Urteil vom 5. August 2019 E. 4, diesbezüglich wird auch das
  Merkblatt des Ostschweizer Strafvollzugskonkordat zur elektronischen
  Überwachung im Front-Door-Vollzug verwiesen, welches festhält, dass
  Electronic Monitoring weder Delikte noch Fluchten verhindern kann und es
  deshalb nur als Kontroll- und nicht als Sicherungsinstrument eingesetzt
  werden kann; vgl. https://www.osk-web.ch/assets/files/pdf/rechtserlasse/
  MB+Eletronic+Monitoring+EM+2017.pdf, zuletzt besucht am
  20. Mai 2020). 

  
	
  Auch eine Ausweis- und
  Schriftensperre (Art. 237 Abs. 2 lit. b StPO) ist angesichts der albanischen
  Staatsangehörigkeit des Beschuldigten nur beschränkt wirksam, da die Schweiz
  ausländischen Behörden nicht verbieten kann, neue Ausweise auszustellen (BGer
  1B_348/2018 Urteil vom 9. August 2018 E. 6.2.5). Weiter könnte eine
  Ausweis- und Schriftensperre den Beschuldigten nicht daran hindern,
  unterzutauchen. Zu bedenken ist auch, dass sich der Wohnort der Mutter des
  Beschuldigten (Unterterzen) in einem grenznahen Gebiet befindet und der
  Beschuldigte bereits in rund einer Stunde die Schweiz verlassen könnte. Zur
  Bannung der konkreten Kollusionsgefahr sind die vom Beschuldigten
  vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen unwirksam. Weitere Ersatzmassnahmen (i.S.v.
  Art. 237 Abs. 2 StPO), welche geeignet wären, der erheblichen Flucht- und
  Kollusionsgefahr entgegenzuwirken, sind nicht ersichtlich.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1. Der Beschuldigte
  wirft der Staatsanwaltschaft vor, sie habe das Beschleunigungsgebot verletzt.
  Im vorinstanzlichen Verfahren spricht der Beschuldigte von einer "nicht
  nachvollziehbaren systematischen Verfahrensverzögerung seit August 2010
  [recte wohl: 2019]" (act. 18 S. 10) und beantragt diesbezüglich im
  Beschwerdeverfahren, es sei die Verletzung des Beschleunigungsgebotes
  festzustellen und ins Dispositiv des Beschwerdeentscheids aufzunehmen (act.
  24 S. 2 Ziff. I.2, S. 9).

  
	
   

  
	
  6.2. Vorliegend handelt es
  sich um eine umfangreiche und komplexe Strafuntersuchung. Von den mutmasslich
  drei Tätern sind zwei flüchtig. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass
  weitere Familienmitglieder des Beschuldigten zumindest bei der Flucht nach
  Italien involviert waren. Die Aussage der Mutter des Beschuldigten, wonach
  sie auf der ganzen Fahrt von Unterterzen nach Italien geschlafen haben will,
  ist nicht glaubhaft. Weiter wies das im Fahrzeug des Geschädigten
  sichergestellte Bargeld eine relevante Kontamination von Kokain auf.

  
	
   

  
	
  6.3. Im
  Haftverlängerungsgesuch vom 15. November 2019 führte die Staatsanwaltschaft
  aus, dass am 11. September 2019 die Ehefrau des Beschuldigten nochmals
  befragt worden sei und mit Schreiben vom 1. Oktober 2019 sei dem
  fallzuständigen Staatsanwalt mitgeteilt worden, dass der Beschuldigte nunmehr
  einen anderen Verteidiger (Rechtsanwalt B.______) privat mandatiert habe. Der
  neue Verteidiger sei mit Schreiben vom 24. Oktober 2019 mit fünf Bundesordner
  Akten bedient worden. Die Akten seien zwischenzeitlich retourniert worden und
  würden nunmehr auch dem Anwalt des Geschädigten zur Einsicht zugestellt. Es
  sei geplant, im Dezember 2019, nach erfolgter Akteneinsicht,
  parteiöffentliche Einvernahmen mit dem Beschuldigten und dem Geschädigten
  durchzuführen (SG.2019.00126 act. 1). Im Dezember 2019 wurde der Beschuldigte
  nochmals einvernommen (act. 3/2) und Ende Januar 2020 fand eine Konfrontationseinvernahme
  zwischen dem Beschuldigten und dem Geschädigten statt (act. 3/5). Mit
  Schreiben vom 14. Februar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft die
  Anklageerhebung in Aussicht (act. 3/10). Im März 2020 wurde dem neuen
  Verteidiger des Beschuldigten seitens der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass
  eine Entlassung des Beschuldigten gegen eine Sicherheitsleistung nicht in
  Frage komme (act. 3/14). Die Anklage wurde zwischenzeitlich eingereicht und
  die Akten der Strafuntersuchung sind umfangreich (act. 28/1).

  
	
   

  
	
  6.4. Nach dem Gesagten ist
  nicht ersichtlich, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren nicht mit der
  für Haftfälle verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung
  vorangetrieben hätte. Die vom Beschuldigten geltend gemachte (nicht ersichtliche)
  Verfahrensverzögerung ist auch nicht geeignet, die Rechtmässigkeit der
  Untersuchungshaft in Frage zu stellen (vgl. BGer 1B_384/2018 Urteil vom 4.
  September 2018 E. 3.1).

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  7.1. Weiter wirft der
  Beschuldigte der Vorinstanz vor, sie habe sich nicht mit den Argumenten der
  Verteidigung zum Tathergang auseinandergesetzt. Diese
  Ermessensunterschreitung komme einer Rechtsverweigerung im Sinne des
  Gehörsanspruchs (Art. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 StPO) gleich. Sie
  habe lediglich geschrieben, dass der Tatablauf und die Rollenverteilung
  Fragen aufwerfen, was jedoch im Hauptverfahren zeitnah zu klären sei. Der
  Beschuldigte ist der Auffassung, dass sich das Zwangsmassnahmengericht mit
  den Tathandlungen auseinandersetzen müsse, insoweit das Vorliegen eines
  Tatverdachts in Frage stehe. Weiter habe es die Vorinstanz in ihrer Verfügung
  vom 20. April 2020 verpasst, bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit eine
  Interessenabwägung vorzunehmen. Der Beschuldigte verlangt auch bezüglich der
  geltend gemachten Gehörsverletzung eine Feststellung im Dispositiv des
  Beschwerdeentscheids (act. 24 S. 2 Ziff. I.3, S. 8 f.).

  
	
   

  
	
  7.2. Der Beschuldigte und
  sein Wahlverteidiger sind darauf hinzuweisen, dass der Tathergang bereits vom
  amtlichen Verteidiger im Detail in seiner Beschwerde vom
  4. September 2019 über Seiten thematisiert wurde (OG.2019.00069
  act. 18 S. 3-11). Das Obergericht hat sich in seinem Beschluss vom
  20. September 2019 mit dem dringenden Tatverdacht und insbesondere
  auch mit den Vorbringen des amtlichen Verteidigers ausführlich
  auseinandergesetzt (OG.2019.00069 act. 27 S. 4-14). Die Vorbringen des
  Wahlverteidigers im vorinstanzlichen Verfahren hinsichtlich des Tatablaufs
  gehen nicht über das bereits im obergerichtlichen Beschluss vom
  20. September 2019 Erörterte hinaus. Auch wurde bereits in den
  zahlreichen Haftverfahren jeweils eine Interessenabwägung vorgenommen, die
  jedoch aufgrund der Schwere des Tatvorwurfs, des erdrückenden Tatverdachts,
  der konkreten Flucht- und Kollusionsgefahr immer zu Ungunsten des Beschuldigten
  ausgefallen ist. Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. Vor diesem
  Hintergrund durfte die Vorinstanz auf die grundlegenden Erwägungen im
  erwähnten Beschluss des Obergerichts verweisen (vgl. hiezu auch BGer
  1B_281/2015 Urteil vom 15. September 2015 E. 4.3).

  
	
   

  
	
  8. Im Lichte der
  vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde des Beschuldigten gegen die
  Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 20. April 2020 vollumfänglich
  abzuweisen.

  
	
   

  
	
  9. Der Beschuldigte
  befindet sich seit dem 27. Januar 2020 im vorzeitigen Strafvollzug (act.
  3/6). Reicht eine beschuldigte Person, die vorzeitig die Strafe angetreten
  hat, ein Haftentlassungsgesuch ein, hat die zuständige Behörde die
  Voraussetzungen der Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft zu prüfen (was
  vorliegend erfolgte [BGE 143 IV 160 E. 2.3]). Während des laufenden
  Beschwerdeverfahrens erhob die Staatsanwaltschaft bei der Strafkammer des
  Kantonsgerichts Glarus Anklage (act. 28/1). Die Anklageschrift datiert
  vom 4. Mai 2020 (act. 28/1). Gleichentags beantragte die
  Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht, es sei über den
  Beschuldigten die Sicherheitshaft anzuordnen (act. 28/2). Dieses Verfahren
  ist erstinstanzlich pendent. Um das Erfordernis des doppelten Instanzenzugs
  zu gewährleisten, ist in Abweisung der vorliegenden Beschwerde die
  Untersuchungshaft über den Beschuldigten einstweilen zu verlängern, bis das
  Zwangsmassnahmengericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung
  von Sicherheitshaft entschieden hat. Dabei wird das Zwangsmassnahmengericht
  zu prüfen haben, ob die Voraussetzungen der Sicherheitshaft erfüllt sind.
  Bejaht es diese Voraussetzungen, hat das Zwangsmassnahmengericht formell die
  Sicherheitshaft (im Dispositiv) anzuordnen (BGE 143 IV 160, 164 E. 2.3).

  
	
  Der Beschuldigte ist darauf hinzuweisen,
  dass er jederzeit bei der Staatsanwaltschaft ein Entlassungsgesuch stellen
  kann (Art. 228 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  1. Die Gerichtsgebühr für
  das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden
  Behörde auf CHF 1'000.— festzulegen (Art. 8 Abs. 2 lit. b
  i.V.m. Art. 6 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung [GS
  III A/5]) und zu den Untersuchungskosten im Sinne von Art. 326
  Abs. 1 lit. d StPO zu schlagen. Die Regelung der Kostenauflage ist
  dem Endentscheid vorbehalten (Art. 421 Abs. 1 StPO). 

  
	
   

  
	
  2. Der Verteidiger des
  Beschuldigten beantragt für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
  Prozessführung. Der Beschuldigte wird amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt
  X.______. Auf privater Basis mandatierte er Rechtsanwalt B.______ mit der
  Wahrung seiner Interessen und liess durch diesen ein Gesuch um Einsetzung als
  amtlicher Verteidiger stellen (act. 3/8); zog dieses Gesuch jedoch wieder
  zurück (act. 3/13). Im Beschwerdeverfahren beantragte der Beschuldigte nicht,
  sein Wahlverteidiger, Rechtsanwalt B.______, sei für das Beschwerdeverfahren
  als amtlicher Verteidiger einzusetzen. Dass die Voraussetzungen von Art. 132
  Abs. 1 lit. b StPO erfüllt sind, legt der Beschuldigte nicht dar.
  Offensichtlich verfügt der Beschuldigte über die finanziellen Mittel, einen
  privaten Wahlverteidiger zu mandatieren. Damit ist der Antrag auf Gewährung
  der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen.

  
	
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  Das Gericht   beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird vollumfänglich
    abgewiesen und die Untersuchungshaft über A.______ einstweilen verlängert.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das
    Beschwerdeverfahren wird zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden
    Behörde auf CHF 1'000.— festgelegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Regelung der Kostenauflage
    und allfälliger Entschädigung wird dem End-entscheid vorbehalten.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Der Antrag auf Gewährung der
    unentgeltlichen Prozessführung wird abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]