# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e239fe10-a248-51d0-b9b8-5370ff1f4897
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.04.2016 UP150053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UP150053_2016-04-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UP150053-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und lic. iur. W. Meyer, 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Ch. Negri  

 

Beschluss vom 28. April 2016 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Beschwerdegegnerin 

 

sowie 

 
B._____, 

Verfahrensbeteiligte 

 

betreffend Wechsel der amtlichen Verteidigung   
 
Beschwerde gegen die Verfügungen des Bezirksgerichtes Zürich,  
7. Abteilung, vom 8. und 14. Dezember 2015, DG150317-L 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) führte ein Strafverfahren gegen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

betreffend Freiheitsberaubung etc. (vgl. Urk. 11). Am 6. Mai 2015 wurde Rechts-

anwältin lic. iur. B._____ (nachfolgend: Verfahrensbeteiligte) mit Wirkung auf den 

5. Mai 2015 als amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers bestellt (Urk. 

11/13/2). Am 27. Oktober 2015 erhob die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht 

Zürich Anklage gegen den Beschwerdeführer (Urk. 11/23). Mit Verfügung vom 16. 

November 2015 wurde die Hauptverhandlung auf den 12. Januar 2016 angesetzt 

(Urk. 11/27).  

Am 26. November 2015 liess der Beschwerdeführer durch Rechtsanwalt MLaw 

X._____ ein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung stellen (Urk. 11/41). 

Mit Verfügung vom 1. Dezember 2015 wies der Vorsitzende der 7. Abteilung des 

Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend: Vorinstanz) den Antrag des Beschwerdefüh-

rers auf Wechsel der amtlichen Verteidigung ab (Urk. 11/44). Mit Eingabe vom 7. 

Dezember 2015 stellte die Verfahrensbeteiligte ihr Mandat als amtliche Verteidi-

gerin zur Verfügung und beantragte bei der Vorinstanz, dass dem Beschwerde-

führer ein neuer Verteidiger bestellt werde, da davon auszugehen sei, dass der 

Beschwerdeführer ihre anwaltliche Vertretung nicht weiter wünsche und sich wohl 

auch an der Hauptverhandlung dagegen wehren werde (Urk. 11/47). Die Vo-

rinstanz wies den Antrag auf Wechsel der amtlichen Verteidigung mit Verfügung 

vom 8. Dezember 2015 erneut ab (Urk. 6 = 11/48 = 12). 

Das am 7. Dezember 2015 gestellte Gesuch von Rechtsanwalt X._____ um Ver-

schiebung der Hauptverhandlung (Urk. 11/49) wies die Vorinstanz am  

9. Dezember 2015 ab (Urk. 11/50). Mit Schreiben vom 11. Dezember 2015 stellte 

er sodann ein erneutes Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung / even-

tualiter erneutes Gesuch um Verschiebung der Hauptverhandlung (Urk. 11/56). 

Mit Schreiben vom 14. Dezember 2015 teilte die Vorinstanz Rechtsanwalt 

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X._____ mit, sie sehe keinen Anlass, auf die Entscheidungen zurückzukommen 

(Urk. 7 = 11/57 = 13). Auf neuerliches Gesuch von Rechtsanwalt X._____ vom 4. 

Januar 2016 hin (Urk. 11/59) wurde die Hauptverhandlung verschoben bzw. die 

Ladung abgenommen (Urk. 11/62). 

2. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 liess der Beschwerdeführer durch 

Rechtsanwalt X._____ innert Frist Beschwerde gegen die genannten Verfügun-

gen vom 8. und 14. Dezember 2015 erheben und folgende Anträge stellen (Urk. 2 

S. 2): 

"1. Die Verfügungen des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezember 
und 14. Dezember 2015 (DG150317) seien aufzuheben und der 
Wechsel der amtlichen Verteidigung auf den Unterzeichneten sei 
zu bewilligen; 

 2. Eventualiter seien die Verfügungen des Bezirksgerichts Zürich 
vom 8. Dezember und 14. Dezember 2015 (DG150317) aufzuhe-
ben und die Sache zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägun-
gen an die Vorinstanz zurück zu weisen; 

 3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen; 

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Staatskasse." 

3. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2015 wurde das Gesuch um Gewährung 

der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Gleichzeitig wurde der Verfahrensbe-

teiligten, der Vorinstanz sowie der Staatsanwaltschaft Frist zur (freigestellten) 

Stellungnahme angesetzt (Urk. 8). Die Vorinstanz verzichtete am 5. Januar 2016 

auf eine Vernehmlassung (Urk. 15). Die Staatsanwaltschaft liess sich am  

6. Januar 2016 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde, unter 

Auferlegung der Kosten an den Beschwerdeführer (Urk. 17). Die Verfahrensbetei-

ligte nahm mit Eingabe vom 13. Januar 2016 Stellung, stellte jedoch keinen An-

trag (Urk. 19). Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 wurden die Stellungnahmen 

der Staatsanwaltschaft sowie der Verfahrensbeteiligten Rechtsanwalt X._____ zur 

freigestellten Äusserung übermittelt (Urk. 21). Nach einmaliger Fristerstreckung 

(vgl. Urk. 22) liess dieser sich mit Eingabe vom 24. Februar 2016 vernehmen 

(Urk. 24). Mit Verfügung vom 26. Februar 2016 wurde sodann der Verfahrensbe-

teiligten, der Vorinstanz sowie der Staatsanwaltschaft Frist zur freigestellten 

Äusserung angesetzt (Urk. 26). Die Staatsanwaltschaft liess sich am  

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2. März 2016 und die Verfahrensbeteiligte am 11. März 2016 vernehmen  

(Urk. 28, 31). Rechtanwalt X._____ liess sich schliesslich nach entsprechender 

Fristansetzung (vgl. Urk. 33) mit Eingabe vom 8. April 2016 vernehmen (Urk. 34). 

II.  

1. Bei den angefochtenen Verfügungen, mit welchen ein Gesuch um eine 

Auswechslung des amtlichen Verteidigers abgewiesen wurde, handelt es sich um 

verfahrensleitende Entscheide. Gegen verfahrensleitende Entscheide der erstin-

stanzlichen Gerichte ist eine Beschwerde grundsätzlich nicht zulässig (Art. 393 

Abs. 1 lit. b StPO). Die Rechtsprechung lässt aber eine Beschwerde gegen einen 

solchen Entscheid dann zu, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil 

bewirken kann (BGE 140 IV 202 = Pra 103 [2014] Nr. 105 E. 2.1). Gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt ein solcher Nachteil u.a. vor, wenn – 

wie vorliegend – geltend gemacht wird, dass keine Vertrauensbasis mehr  

zwischen der verteidigten Person und dem Verteidiger bestehe (Urteil des  

Bundesgerichts 1B_127/2015 vom 8. Juni 2015 E. 1). Die Beschwerde ist somit 

zulässig.  

2. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt und geben zu 

keinen besonderen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist somit einzu-

treten. 

III. 

1. Die Vorinstanz führt in der Verfügung vom 8. Dezember 2015 im Wesentli-

chen zusammengefasst aus, die Verfahrensbeteiligte habe in ihrer Eingabe nicht 

geltend gemacht, sie sei zu einer wirksamen Wahrnehmung ihrer Aufgabe nicht 

mehr in der Lage. Zwar scheine der Beschwerdeführer den Bruch nun zu forcie-

ren, indem er sich weigere, die Verteidigerin zu empfangen. Dieses Verhalten  

alleine könne jedoch für einen Wechsel nicht genügen, denn dies liefe darauf hin-

aus, schlicht die Wünsche des Beschwerdeführers zu respektieren. Dies gehe 

nicht an. Dass die Verfahrensbeteiligte sich ihrerseits darum bemühe, die Sicht-

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weise des Beschwerdeführers zu übernehmen und dessen Wunsch auf einen 

Wechsel zu respektieren, zeige, dass sie nach wie vor in Übereinstimmung mit 

den Interessen des Beschwerdeführers handle, und zwar trotz der erschwerten 

Bedingungen. Dies prädestiniere sie geradezu für ihre Aufgabe (Urk. 6 S. 3). Im 

Schreiben vom 14. Dezember 2015 hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, 

dass Rechtsanwalt X._____ in der neuerlichen Eingabe keine stichhaltigen Argu-

mente vorgetragen habe und kein Anlass gesehen werde, auf die Entscheidungen 

zurückzukommen (Urk. 7). 

2. Der Beschwerdeführer lässt hierzu in der Beschwerdeschrift im Wesentli-

chen zusammengefasst ausführen, es sei unbestritten, dass die Grundvorausset-

zung für einen Wechsel der amtlichen Verteidigung, nämlich eine Störung des 

Vertrauensverhältnisses, gegeben sei. Dies bestätigten sowohl der Beschwerde-

führer als auch die Verfahrensbeteiligte. Aus deren Gesuch gehe klar hervor, 

dass eine wirksame Verteidigung nicht mehr möglich sei. So halte sie fest, dass 

sie die Hauptverhandlung aufgrund des gestörten Vertrauensverhältnisses nicht 

mit dem Beschwerdeführer vorbereiten könne. Zwar halte sie gleichzeitig fest, 

dass sie trotzdem in der Lage sei, das Plädoyer und die Hauptverhandlung vorzu-

bereiten. Aus ihren Ausführungen gehe jedoch klar hervor, dass eine wirksame 

Verteidigung gerade nicht mehr möglich sei. Ihre Ausführungen würden darauf 

hindeuten, dass eine Verteidigung noch "irgendwie" möglich sei. Im Weiteren ha-

be der Beschwerdeführer in seinem Gesuch objektive Gründe für das zerrüttete 

Vertrauensverhältnis geltend gemacht. So habe ihn die Verfahrensbeteiligte wäh-

rend des gesamten Strafverfahrens bis zur Anklage im Glauben gelassen, es 

könne für ihn sowieso maximal um eine Strafe von rund 15 Monaten gehen. Die 

Anklage fordere jedoch ein rund dreifaches Strafmass. Dies erschüttere natürlich 

berechtigterweise das Vertrauen in die Anwältin (Urk. 2 S. 5). Ferner habe die 

Verfahrensbeteiligte auf das Stellen von Beweisanträgen verzichtet (Urk. 2 S. 6). 

3. Die Staatsanwaltschaft führt hierzu in ihrer Vernehmlassung vom 6. Januar 

2016 im Wesentlichen zusammengefasst Folgendes aus: Während des ganzen 

Vorverfahrens und insbesondere in der Schlusseinvernahme hätten zwischen der 

Verfahrensbeteiligten und dem Beschwerdeführer weder Unstimmigkeiten festge-

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stellt noch irgendwelche Äusserungen der besagten Parteien vernommen werden 

können, die auf eine Zerrüttung hingewiesen hätten. Unzutreffende Aufklärung 

und Verzicht auf Beweisanträge reichten nicht, einen Verteidigerwechsel vorzu-

nehmen. Zudem bestünden keine Anhaltspunkte, im Handeln der Verfahrensbe-

teiligten ein pflichtverletzendes Verhalten zu erkennen. Sollte diese eine andere 

Mandats- und Prozessführung verfolgt haben, als der Beschwerdeführer das ge-

wollt oder sich vorgestellt habe, was im vorliegenden Fall erst noch zu beweisen 

wäre, wäre ein solches Verteidigerverhalten nicht a priori als ungenügend zu  

qualifizieren (Urk. 17 S. 2). 

4. Die Verfahrensbeteiligte nimmt hierzu in ihrer Eingabe vom 13. Januar 2016 

zusammengefasst wie folgt Stellung: Sie habe in ihrem Gesuch vom 7. Dezember 

2015 betreffend Antrag auf Verteidigerwechsel weder geltend gemacht, das Ver-

trauensverhältnis zwischen ihr und dem Beschwerdeführer sei zerrüttet noch, sie 

könne die Hauptverhandlung nicht vorbereiten. Es sei ihr bloss eine Besprechung 

der Hauptverhandlung aufgrund der Verweigerungshaltung des Beschwerdefüh-

rers nicht möglich gewesen. Der Beschwerdeführer habe ihr während des laufen-

den Strafverfahrens immer die notwendigen Instruktionen gegeben, weshalb die 

Vorbereitung des Plädoyers kein Problem wäre. Komme hinzu, dass sie den Be-

schwerdeführer seit Jahren kenne und ihm entweder in den vor den Zürcher 

Staatsanwaltschaften geführten Verfahren als amtliche Verteidigerin beigestan-

den habe oder dann durch ihn von den laufenden Strafverfahren in Kenntnis ge-

setzt worden sei. Gerade weil sie sich anmasse, den Beschwerdeführer sehr gut 

zu kennen, habe sie auf die Einreichung von Beweisergänzungsanträgen verzich-

tet. Sie habe ihn auch nie im Glauben gelassen, dass es für ihn sowieso maximal 

um eine Strafe von rund 15 Monaten gehe. Solche Aussagen würden auch nicht 

ihrem Verständnis einer sorgfältigen Verteidigung entsprechen (Urk. 19 S. 2 f.). 

5. Der Beschwerdeführer lässt hierzu am 24. Februar 2016 im Wesentlichen 

geltend machen, es gebe für die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses objektive 

Gründe, einerseits die falsche Aufklärung über das mögliche Strafmass und an-

derseits der offenbar eigenmächtige Verzicht auf die Stellung von Beweisanträgen 

(Urk. 24 S. 2 f.). Gerade Letzteres habe überhaupt nichts damit zu tun, dass die 

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Verteidigung nicht jede problematische, aber von der beschuldigten Person ge-

wünschte Verteidigungsstrategie übernehmen müsse. Es gehe vielmehr um eine 

geradezu fundamental wichtige und entscheidende Aufgabe der Verteidigung, die 

in jedem Fall verpflichtet sei, diese wesentliche Frage eingehend mit der beschul-

digten Person zu besprechen. Dies habe die Verfahrensbeteiligte nicht getan. Im 

Weiteren unterstelle sie dem Beschwerdeführer offenbar, bezüglich der von ihr 

angeblich in Aussicht gestellten, maximalen Strafe von 15 Monaten gelogen zu 

haben. Bei einer solchen Ausgangslage könne nicht mehr von einer auf einer Ver-

trauensbasis basierenden effizienten Verteidigung ausgegangen werden (Urk. 24 

S. 3). Gerade in Fällen, in denen der Sachverhalt – wie vorliegend – in relevanten 

Punkten (zumindest teilweise) umstritten sei, müsse die Stellung von Beweisan-

trägen zwingend mit dem Beschuldigten besprochen werden. Der Beschwerde-

führer habe die Befragung des Cousins von C._____ beantragen wollen. Es spie-

le keine Rolle, ob es im konkreten Fall tatsächlich geboten gewesen wäre, Be-

weisanträge zu stellen oder nicht. Entscheidend sei vielmehr, dass die Verfah-

rensbeteiligte diese zentrale Frage nach der Durchsicht der Verfahrensakten 

zwingend nochmals eingehend mit dem Beschwerdeführer hätte besprechen 

müssen. Die Staatsanwaltschaft habe eine hohe Strafe beantragt. Umso wichtiger 

und notwendiger könnten zusätzliche Beweisanträge sein. Für Rechtsanwalt 

X._____ sei jetzt schon, nachdem er sich kurz mit dem Beschwerdeführer über 

die Stellung von Beweisanträgen unterhalten habe, ohne Aktenstudium klar, dass 

verschiedene zentrale Beweisanträge zu stellen seien (Urk. 24 S. 4). 

6. Die Staatsanwaltschaft bringt hierzu in der Eingabe vom 2. März 2016 im 

Wesentlichen vor, es bestünden keinerlei Anhaltspunkte, dass die Verfahrensbe-

teiligte den zur Anklage gebrachten Sachverhalt rechtlich oder tatsächlich falsch 

eingeschätzt oder daraus falsche Schlüsse gezogen habe. Sie sei aufgrund ihres 

Werdegangs und Fachwissens eine sehr erfahrene und versierte Verteidigerin 

(Urk. 28 S. 2). 

7. Die Verfahrensbeteiligte führt in ihrer Eingabe vom 11. März 2016 aus, sie 

habe das Schreiben vom 7. Dezember 2015 betreffend Wechsel der amtlichen 

Verteidigung verfasst, um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Das Vertrauens-

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verhältnis sei damals von ihrer Seite her nicht zerrüttet gewesen, was sich daraus 

ergebe, dass sie im erwähnten Schreiben nichts Solches erwähnt habe. Der Be-

schwerdeführer könne nicht benennen, welche Beweisergänzungsanträge sie an-

geblich versäumt habe. Bereits vor Erlass der Mitteilung des Verfahrensabschlus-

ses seien mögliche Beweisergänzungsanträge besprochen worden und bereits 

damals sei klar gewesen, dass im Interesse des Beschwerdeführers keine sol-

chen zu stellen seien. Die amtliche Verteidigung sei nicht verpflichtet, jedem Be-

weisergänzungsantragswunsch des Beschuldigten zu folgen, insbesondere nicht 

solchen, die dem Beschuldigten letztlich nur schaden, was in casu der Fall ge-

wesen wäre (Urk. 31 S. 2).  

8. Der Beschwerdeführer lässt in der Eingabe vom 8. April 2016 im Wesentli-

chen wiederholen, dass das Vertrauensverhältnis gestört sei. Sodann lässt er  

geltend machen, mit der neuerlichen Eingabe habe die Verfahrensbeteiligte noch 

einen Grund "gesetzt". Jeder Beschuldigte in der Situation des Beschwerdefüh-

rers hätte sich nach einem neuen Verteidiger umgeschaut und diesen mandatiert 

(Urk. 34 S. 2 f.). Es könne ferner nicht darauf ankommen, welche konkreten Be-

weisergänzungsanträge im Hauptverfahren nicht gestellt worden seien. Die ge-

naue Formulierung der Beweisanträge gehöre in das Hauptverfahren und es kön-

ne nicht sein, dass in diesem Verfahren die Strategie preisgegeben werden  

müsse (Urk. 34 S. 3). 

9. Soweit erforderlich, d.h. für die Entscheidfindung notwendig, ist nachfolgend 

auf die Begründung der Vorinstanz und die Vorbringen des Beschwerdeführers, 

der Staatsanwaltschaft sowie der Verfahrensbeteiligten näher einzugehen.  

IV. 

1. Ist das Vertrauensverhältnis zwischen der beschuldigten Person und ihrer 

amtlichen Verteidigung erheblich gestört oder eine wirksame Verteidigung aus 

anderen Gründen nicht mehr gewährleistet, so überträgt die Verfahrensleitung die 

amtliche Verteidigung einer anderen Person (Art. 134 Abs. 2 StPO). 

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Art. 134 Abs. 2 StPO lässt somit bereits ein erheblich gestörtes Vertrauensver-

hältnis zwischen der beschuldigten Person und ihrer Verteidigung genügen, womit 

die subjektive Sichtweise der beschuldigten Person in den Vordergrund gestellt 

und – im Gegensatz zur früheren Praxis des Bundesgerichts – nicht mehr nur auf 

objektivierbare schwerwiegende Berufspflichtverletzungen durch die Verteidigung 

abgestellt wird. Das bedeutet aber nicht, dass allein das subjektive Empfinden der 

beschuldigten Person für einen Wechsel der Verteidigung ausreicht, sondern die-

ses muss anhand konkreter Hinweise soweit objektiviert werden, als das gestörte 

Vertrauensverhältnis nachvollziehbar wird. Von einem gestörten Vertrauensver-

hältnis ist auszugehen, wenn auch eine privat verteidigte Person einen Wechsel 

des Verteidigers vornehmen würde. Verlangt die beschuldigte Person einen Ver-

teidigerwechsel, so hat sie die Gründe dafür glaubhaft zu machen. (Lieber, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur schweizerischen Strafprozessord-

nung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 134 N 19; BSK StPO-Ruckstuhl, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 134 N 8 f., je m.w.H.). Auch nach der neueren bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung folgt aus der Weigerung der beschuldigten Person, 

mit dem amtlichen Verteidiger zu kooperieren und diesem die grundsätzliche 

Wahl der Verteidigungsstrategie zu überlassen, noch kein Anspruch auf Verteidi-

gerwechsel. Insbesondere bei umfangreichen oder komplexen Straffällen und 

nach längerer Ausübung des Mandats wird der Wechsel der amtlichen Verteidi-

gung daher nur mit Zurückhaltung bewilligt (Lieber, a.a.O., Art. 134 N 19 a).  

Von einer erheblichen Störung des Vertrauensverhältnisses ist bereits dann aus-

zugehen, wenn eine gewissenhafte Erklärung der amtlichen Verteidigung vorliegt, 

sie könne eine wirksame Verteidigung nicht mehr gewährleisten. Aus welchen 

Gründen dies im Einzelnen der Fall ist, kann die Verteidigung mit Blick auf das 

Berufsgeheimnis ohne Einwilligung der beschuldigten Person zumeist nicht offen-

legen, ausser es handle sich um sachliche Gründe, die nicht in der beschuldigten 

Person liegen (vgl. hierzu Lieber, a.a.O., Art. 134 N 20; BSK StPO-Ruckstuhl, 

a.a.O., Art. 134 N 9; Urteil des Bundesgerichts 1B_207/2014 vom 23. Juli 2014 

E. 2.2). 

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2. Aus obigen Ausführungen ergibt sich, dass aus einer Weigerungshaltung 

des Beschwerdeführers, mit der Verfahrensbeteiligten sachgerecht zu kooperie-

ren, allein noch kein Anspruch auf Auswechslung der amtlichen Verteidigerin ent-

steht. Objektivierbare Hinweise, die das aus der subjektiven Sicht des Beschwer-

deführers gestörte Vertrauensverhältnis zur Verfahrensbeteiligten nachvollziehbar 

machen würden, wurden nicht glaubhaft gemacht. So reicht insbesondere das 

Vorbringen, die Verfahrensbeteiligte habe entgegen dem Wunsch des Beschwer-

deführers auf die Stellung von Beweisanträgen verzichtet, nicht aus, um einen 

Anspruch auf Verteidigerwechsel zu begründen, obliegt doch die Verteidigungs-

strategie grundsätzlich der Verteidigung. Daran vermag nichts zu ändern, dass 

der Beschwerdeführer geltend machen lässt, die Verfahrensbeteiligte hätte die 

Frage der Stellung von Beweisergänzungsanträgen vor ihrem Verzicht auf solche 

nochmals mit ihm besprechen müssen, hat diese doch nachvollziehbar dargelegt, 

dass sie dies bereits zuvor mit dem Beschwerdeführer besprochen habe. Welche 

konkreten Beweisergänzungsanträge die Verfahrensbeteiligte hätte stellen sollen, 

wurde – mit Ausnahme der Einvernahme des Cousins von C._____ – nicht darge-

legt. Dies ist jedoch aufgrund des soeben Dargelegten für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren unerheblich. Sodann vermag der Beschwerdeführer auch mit 

der Behauptung, die Verfahrensbeteiligte habe ihm eine Freiheitsstrafe von 

höchstens 15 Monate in Aussicht gestellt, kein zerrüttetes Vertrauensverhältnis 

glaubhaft darzutun. Im Übrigen steht diese Behauptung im Widerspruch zu den 

Ausführungen im Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung vom 26. No-

vember 2016, liess der Beschwerdeführer darin doch vorbringen, die Höhe der 

gestellten Strafanträge sei nie auch nur ansatzweise ein Thema gewesen, und er 

habe entsprechend immer mit einer massiv tieferen Strafe gerechnet (Urk. 11/41 

S. 1). 

Im Weiteren lassen sich entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers der 

Eingabe der Verfahrensbeteiligten betreffend Antrag auf Verteidigerwechsel vom 

7. Dezember 2015 keine Anhaltspunkte für ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis 

zwischen ihr und dem Beschwerdeführer entnehmen. Die Verfahrensbeteiligte hat 

in dieser Eingabe vielmehr darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer die 

Zusammenarbeit mit ihr verweigere und sie deshalb die bevorstehende Hauptver-

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handlung nicht mit ihm besprechen könne, sie jedoch in der Lage sei, die Haupt-

verhandlung und das Plädoyer ohne weitere Instruktionen vorzubereiten, da sie 

bereits während des laufenden Strafverfahrens die Instruktionen des Beschwer-

deführers habe einholen können und er ihr gegenüber mehrfach zum psychiatri-

schen Gutachten und zu den von der Staatsanwaltschaft gestellten Anträgen Stel-

lung genommen habe (Urk. 11/47 S. 1). Dass eine wirksame Verteidigung des-

halb oder aus anderen Gründen nicht mehr gewährleistet wäre, ist nicht ersicht-

lich. 

3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Gründe ersichtlich sind bzw. 

glaubhaft dargetan wurden, die auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen 

dem Beschwerdeführer und der Verfahrensbeteiligten schliessen lassen. Ausser-

dem hat die Verfahrensbeteiligte nachvollziehbar dargelegt, dass sie den Be-

schwerdeführer nach wie vor effektiv verteidigen könne, mithin bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass eine wirksame Verteidigung aus andern Gründen nicht 

mehr gewährleistet wäre. Insgesamt bestehen daher keine Gründe, welche einen 

Wechsel des amtlichen Verteidigers gestützt auf Art. 134 Abs. 2 StPO rechtferti-

gen. Der Beschwerdeführer liess nichts vorbringen, das an dieser Beurteilung  

etwas zu ändern vermöchte. 

Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 

V. 

1. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid 

zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO).  

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das 

Strafverfahren abschliessenden Strafbehörde in Beachtung der Bemessungs-

kriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG (Bedeutung des Falls, Zeitaufwand des 

Gerichts, Schwierigkeit des Falls) und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 1'000.– festzusetzen.  

- 12 - 

3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung ist durch die das Strafverfah-

ren abschliessende Behörde festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 
Es wird beschlossen: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– fest-

gesetzt. 

3. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird dem Endent-

scheid vorbehalten. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt MLaw X._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde) 

− Rechtsanwältin lic. iur. B._____ (per Gerichtsurkunde) 

− das Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, unter Rücksendung der beige-
zogenen Akten (Urk. 11; gegen Empfangsbestätigung) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestä-
tigung) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 
von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen er-

hoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 13 - 

Zürich, 28. April 2016 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Negri 
 

	Beschluss vom 28. April 2016
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	V.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	3. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird dem Endentscheid vorbehalten.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt MLaw X._____, zweifach, für sich und den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 Rechtsanwältin lic. iur. B._____ (per Gerichtsurkunde)
	 das Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 11; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffent...