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**Case Identifier:** 4a1548b2-37c2-54eb-8ae6-3e9c0f016624
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.11.2023 720 2022 101 / 264 (720 22 101 / 264)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-101---264_2023-11-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. November 2023 (720 22 101 / 264) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1965 geborene A.____ meldete sich im August 1999 bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Durchführung verschiedener Abklärun-
gen sprach ihr die IV-Stelle Basel-Stadt mit Verfügung vom 4. April 2003 gestützt auf einen in 
Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ermittelten Invaliditätsgrad von 
60 % rückwirkend ab 1. Oktober 1998 eine halbe Rente zu. Im Rahmen eines im Oktober 2005 
eingeleiteten Revisionsverfahrens ermittelte die IV-Stelle Basel-Stadt einen unveränderten Inva-
liditätsgrad von 60 %. Unter Hinweis auf die am 1. Januar 2004 in Kraft getretene 4. IV-Revision 
sprach sie der Versicherten jedoch mit Verfügung vom 19. November 2010 mit Wirkung ab 

 

 
 
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1. Januar 2004 neu eine Dreiviertelsrente zu. Im Dezember 2010 leitete die IV-Stelle Basel-
Stadt wiederum ein Revisionsverfahren ein. Dabei aktualisierte sie die medizinischen Akten und 
holte unter anderem bei der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH das polydisziplinäre Gutach-
ten vom 5. Januar 2016 und beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) beider Basel die Stel-
lungnahme vom 22. März 2016 ein. Gestützt auf diese Unterlagen ermittelte die IV-Stelle Basel-
Stadt bei A.____ in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung nunmehr 
noch einen Invaliditätsgrad von 14 %. Sie verfügte deshalb am 30. Mai 2017 die Einstellung der 
bisherigen Invalidenrente. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  
 
Mit Gesuch vom 27. Mai 2019 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine seit der Rentenauf-
hebung eingetretene und durch ihren Hausarzt bestätigte Verschlechterung ihres Gesundheits-
zustands erneut bei der IV zum Bezug von Leistungen an. Die aufgrund eines Wohnsitzwech-
sels der Versicherten örtlich neu zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (nachfolgend: IV-Stelle) 
holte unter anderem das polydisziplinäre Gutachten der Aerztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) 
GmbH vom 19. April 2021 sowie den Abklärungsbericht Haushalt vom 2. Januar 2020 ein und 
ermittelte in der Folge bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode der Invalidi-
tätsbemessung - mit Anteilen von 65 % an Erwerbs- und von 35 % an Haushalttätigkeit - einen 
Invaliditätsgrad von 24 %. Unter Hinweis auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Stelle nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 28. Februar 2022 einen Anspruch von 
A.____ auf eine Invalidenrente ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 31. März 2022 Beschwerde beim Kantons-
gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) mit den Rechtsbegehren, es sei 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 
ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2022 die Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung des RAD-Arztes 
Dr. med. B.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom 13. April 2022 bei.  
 
D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 24. November 2022 gelangte das Kantonsgericht 
zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vor-
handene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustel-
len und zur Klärung der medizinischen Sachlage bei der asim Begutachtung ein polydisziplinä-
res Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im Anhang zu diesem Beschluss unterbreitete das 
Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den vorgesehenen 
Fragenkatalog. Die Parteien verzichteten darauf, Zusatzfragen zu stellen, worauf das Kantons-
gericht die asim Begutachtung am 24. Januar 2023 mit der Erstellung des Gutachtens beauf-
tragte.  
 
E. Am 15. Juni 2023 erstattete die asim Begutachtung das polydisziplinäre Gerichtsgut-
achten. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu 
äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der Versicherten auswirken 
würden. Während die Beschwerdegegnerin am 28. Juni 2023 ihre entsprechende Stellungnah-

 

 
 
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me einreichte, liess sich die Beschwerdeführerin innert der ihr eingeräumten Fristen nicht ver-
nehmen.  
 
F. Mit Verfügung vom 25. August 2023 überwies die instruierende Präsidentin die Ange-
legenheit dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 31. März 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend 
erging die angefochtene Verfügung erst nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion steht jedoch, 
ob davor ein Rentenanspruch entstanden ist. Insoweit beurteilt sich die Streitigkeit nach den bis 
zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassungen des IVG, der IVV und des ATSG (Urteil 
des Bundesgerichts vom 13. November 2023, 8C_309/2023, E. 2.1 mit Hinweis). Die betreffen-
den Bestimmungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und 
angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 

 

 
 
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(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der 
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me-
thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 
 
3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb 
des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be-
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 
141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig einzustufen ist, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der 

 

 
 
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Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern 
in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten 
im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 
das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen 
und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 144 I 28 E. 2.3). Ein starkes Indiz ist dabei die Tä-
tigkeit, welche bei Eintritt der invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung tatsächlich - 
und unter Umständen seit längerer Zeit - ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen 
unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs (Urteil des Bundesge-
richts vom 3. November 2017, 9C_201/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Die Statusfrage beurteilt 
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (hier: 28. Februar 2022) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 mit 
Hinweisen).  
 
4.2 Im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" gab die Versicherte am 19. De-
zember 2019 an, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen aus finanziellen Gründen ein 
Vollzeitpensum (100 %) ausüben würde. Trotz dieser Erklärung hielt die Abklärungsperson im 
"Abklärungsbericht Haushalt" vom 2. Januar 2020 fest, dass die Versicherte heute im Gesund-
heitsfall "mit grösster Wahrscheinlichkeit" nach wie vor in einem 65 %-Pensum erwerbstätig 
wäre. Zur Begründung gab sie an, die Versicherte habe im früheren Abklärungsbericht vom 
2. Mai 2011 angegeben, dass sie aufgrund nicht mehr erforderlicher Kinderbetreuung und aus 
finanziellen Überlegungen mit einem Pensum von fünf bis sechs Stunden pro Tag arbeiten wür-
de. Diese Begründung der Abklärungsperson vermag nicht zu überzeugen. Es trifft zwar zu, 
dass das jüngste Kind der Versicherten zum Zeitpunkt des Abklärungsberichts vom 2. Mai 2011 
bereits 17 Jahre alt war und deshalb keine Betreuung mehr benötigte. Ebenso richtig ist, dass 
die Versicherte damals trotz dieses Umstands erklärt hatte, dass sie bei guter Gesundheit nicht 
in einem Vollpensum, sondern während fünf bis sechs Stunden pro Tag erwerbstätig wäre. Al-
lerdings wird im aktuellen Bericht ausgeblendet, dass die Versicherte im Mai 2011 auf Nachfra-
ge der Abklärungsperson zusätzlich angegeben hatte, sie müsste - wohl in Anbetracht des da-
maligen Einkommens ihres Ehemannes von Fr. 6'100.-- pro Monat - auch nicht aus finanziellen 
Gründen mehr als fünf bis sechs Stunden pro Tag arbeiten. Zum Zeitpunkt des Abklärungsbe-
richts vom 2. Januar 2020 präsentierte sich die finanzielle Situation der Familie nun aber inso-
fern anders, als der Ehemann der Versicherten nicht mehr erwerbstätig war und lediglich noch 
ein Ersatzeinkommen in Form einer Invalidenrente aus der obligatorischen Unfallversicherung 
im Betrag von Fr. 500.-- pro Monat erzielte. Vor diesem Hintergrund erweist sich die nunmehri-
ge Angabe der Beschwerdeführerin, wonach sie bei guter Gesundheit aus finanziellen Gründen 
in einem Vollzeitpensum erwerbstätig wäre, durchaus als nachvollziehbar und glaubhaft. Es 
spricht daher einiges dafür, die Invaliditätsbemessung im vorliegenden Fall nach der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen. Wie es sich damit verhält, braucht nun 
allerdings nicht weiter geprüft und abschliessend entschieden zu werden. Die Frage nach dem 
hypothetischen Umfang der im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit kann im vorliegen-

 

 
 
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den Fall nämlich, wie weiter unten (vgl. E. 9 hiernach) zu zeigen sein wird, letztlich offen blei-
ben. 
 
5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich bildet die Fra-
ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen arbeitsunfähig ist. 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
5.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-

 

 
 
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rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ge-
richt als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerun-
gen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5.3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
6.1.1 Nachdem ihre bisherige Rente mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfü-
gung vom 30. Mai 2017 aufgehoben worden war, reichte die Versicherte, wie eingangs geschil-
dert, am 28. Mai 2019 ein neues Leistungsbegehren ein. Eine solche Neuanmeldung wird - wie 
auch ein Gesuch um Rentenrevision - nur materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Entschei-
dung in einem für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (Art. 87 Abs. 3 IVV). 
Ist die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf 
das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht um-
fassend zu prüfen. Sie hat in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG 
vorzugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2020, 8C_455/2020, E. 3.1. und 3.2.). 
 
6.1.2 Die IV-Stelle gelangte in Würdigung der von der Versicherten eingereichten medizini-
schen Unterlagen zu Recht zur Auffassung, dass durch die neuen Arztberichte eine erhebliche 
Verschlechterung des Gesundheitszustands glaubhaft gemacht sei. Entsprechend gab sie das 
polydisziplinäre ABI-Gutachten in Auftrag, das in der Folge am 19. April 2021 erstattet wurde. 
 
6.2 In diesem Gutachten, das Abklärungen in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin, 
Orthopädie, Psychiatrie, Viszeralchirurgie, Pneumologie und Gastroenterologie umfasst, erhe-
ben die beteiligten ABI-Fachärzte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
chronische Kniebeschwerden links und rechts (lCD-10 M17.0/Z98.8), ein Asthma bronchiale 
(ICD-10 J45), ein mittelschweres obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (lCD-10 G47.31) und ei-
nen Status nach laparoskopischem Magenbypass am 27.08.2019 (lCD-10 K31.0). Als Leiden 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit halten sie eine Dysthymie (ICD-10 F34.1), eine chroni-
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (lCD-10 F45.41), eine Rhi-
noconjunctivitis allergica (ICD-10 J30.1), einen Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.0) und eine 
Divertikulose (ICD-10 K57.0) fest. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit der Explorandin führen die 
ABI-Gutachter aus, für körperlich mittelschwere und schwere sowie überwiegend stehende und 
gehende Verrichtungen, wie sie die Explorandin in der Reinigung ausgeübt habe, bestehe eine 
bleibende und vollständige Arbeitsunfähigkeit. Hingegen könne die Versicherte körperlich sehr 
leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten unter Wechselbelastung ohne wiederholtes Heben 
und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne längeres Stehen und Gehen, ohne wiederholtes Über-

 

 
 
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winden von Treppen oder Gehen auf unebenem Grund, ohne Kälte-, Nässe- oder Staubexposi-
tion und ohne Tätigkeiten an gefährlichen Maschinen oder in sturzgefährdender Höhe während 
acht Stunden pro Tag ausüben. In einer solchen leidensadaptierten Verweistätigkeit bestehe 
eine 100 %-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.  
 
6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2022 bei 
der Beurteilung des Gesundheitszustands der Versicherten auf dieses ABI-Gutachten vom 
19. April 2021. In Bezug auf Arbeitsfähigkeit hingegen ging sie - allerdings ohne nähere Be-
gründung - in Abweichung von der Einschätzung der ABI-Gutachter davon aus, dass in einer 
leidensadaptierten Verweistätigkeit nicht eine 100 %-ige, sondern eine 80 %-ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit bestehe. 
 
6.4.1 Das Kantonsgericht gelangte anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 24. November 
2022 zum Schluss, dass dem polydisziplinären ABI-Gutachten vom 19. April 2021 bei der Beur-
teilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten keine ausschlagge-
bende Beweiskraft zukomme. Vergleiche man die Diagnosen im ABI-Gutachten mit denjenigen 
im vorausgegangenen Gutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH, so zeige sich, dass 
die Versicherte neu an diversen zusätzlichen gesundheitlichen Beschwerden leide. So würden 
aktuell chronische Kniebeschwerden beidseitig, ein Asthma bronchiale, ein mittelschweres ob-
struktives Schlafapnoesyndrom und ein Status nach laparoskopischem Magenbypass aufge-
führt. Laut den Gutachtern wirkten sich diese neuen Diagnosen allesamt auf die Arbeitsfähigkeit 
der Explorandin aus. Vor diesem Hintergrund sei aber - und zwar unabhängig davon, ob die 
ABI-Gutachter weitere Diagnosen wie etwa die chronische Schmerzstörung mit somatischen 
und psychischen Faktoren richtigerweise als Beeinträchtigungen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit qualifiziert hätten - nur schwer nachvollziehbar, weshalb aktuell nicht zumindest 
die zuletzt attestierte Arbeitsfähigkeit von 60 % (gemäss Gutachten der MEDAS Interlaken Un-
terseen GmbH) bzw. von 80 % (gemäss der damaligen RAD-Beurteilung), sondern neu wieder 
eine vollständige Arbeitsfähigkeit vorliegen solle. Die ABI-Fachärzte hätten es in ihrer Expertise 
unterlassen, dieses - prima vista doch erstaunliche - Ergebnis zu begründen. Da vorliegend in 
analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG vorzugehen sei (vgl. E. 6.1.1 
hiervor), hätten die ABI-Gutachter aber hinreichend darlegen sollen, inwiefern sich der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten rechtskräftigen Verfügung trotz zahlreicher 
neuer Diagnosen derart verbessert habe, dass nunmehr von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in 
einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Im Umstand, dass sie dies unterlas-
sen hätten, liege der Hauptmangel des ABI-Gutachtens vom 19. April 2021. Auf die Expertise 
könne deshalb bereits aus diesem Grund nicht abgestellt werden. Der Beweiswert des ABI-
Gutachten werde im Weiteren aber auch dadurch geschmälert, dass sich dieses teilweise als 
eher oberflächlich und sogar als aktenwidrig erweise. So werde im psychiatrischen Fachteil 
(S. 42 des ABI-Gutachtens) ausgeführt, im Gutachten der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH 
sei der Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Diese 
Feststellung treffe aber nicht zu, habe man die Versicherte im genannten MEDAS-Gutachten 
doch aus psychiatrischer Sicht in einer Verweistätigkeit lediglich im Umfang von 66 % als ar-
beitsfähig erachtet. 
 

 

 
 
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6.4.2 Da die übrigen damals vorliegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausrei-
chende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde bildeten, beschloss 
das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und eine zusätzliche Abklärung des medizinischen 
Sachverhalts im Rahmen eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Mit 
dessen Erstellung wurde in der Folge die asim Begutachtung beauftragt. 
 
7.1.1 Am 15. Juni erstattete die asim Begutachtung ihr Gerichtsgutachten, das auf Abklärun-
gen in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie, Pneumologie und 
Gastroenterologie beruht. Gestützt auf ihre Untersuchungen erheben die involvierten Fachärzte 
darin als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) einen Status nach proxima-
lem Roux-Y-Magenbypass (08/2019) mit persistierender Refluxkrankheit nach multiplen Korrek-
turoperationen wegen Komplikationen (chronische Schmerzen beim Essen, Spätdumpingsyn-
drom, partielle Ernährung über PEG-Sonde), (2) ein chronisches, postoperatives Schmerz-
Syndrom nach multiplen operativen Eingriffen mit Verwachsungsbauch (Status nach Adhäsioly-
se), (3) eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), (4) einen dringenden Verdacht auf Minderintelligenz 
(ICD-10 F70) / Analphabetismus, (5) eine Gonarthrose beidseits (links > rechts), (6) eine chro-
nische Coccygodynie, (7) ein chronisches Panvertebralsyndrom (lumbal- und zervikalbetont) mit 
HWS-, BWS- und LWS-Syndrom, (8) Senk-Spreizfüsse beidseits mit Tibialis Posterior-Insuffi-
zienz und (9) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41).  
 
7.1.2 In ihrer Beurteilung begründen die Gutachter die gestellten Diagnosen ausführlich, und 
zwar unter Einbezug der früheren medizinischen Berichte und Begutachtungen, insbesondere 
des vom Kantonsgericht als ohne ausschlaggebenden Beweiswert qualifizierten ABI-
Gutachtens vom 19. April 2021. Sie legen nachvollziehbar und schlüssig dar, dass alle Be-
schwerden der Explorandin schon immer eine hochgradige Wechselwirkung zwischen den 
Schmerzen, den psychiatrischen Grunderkrankungen und psychosozial-funktionellen Überlage-
rungen aufgewiesen hätten. Eine relevante Verschlechterung der Situation sei durch die miss-
glückte Magenbypass-Operation im August 2019 und deren Komplikationen bis heute eingetre-
ten. Führend dabei sei die komplexe Blutzucker-Regulationsstörung bei Spätdumping. 
 
7.1.3 Was die Arbeitsfähigkeit angehe, sei die angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin 
nach wie vor nicht zumutbar. Darüber hinaus könne man aus interdisziplinärer Gesamtsicht 
aber auch kein denkbares Belastungsprofil formulieren, welches sich von der Versicherten im 
Arbeitsprozess realistisch umsetzen liesse. Die aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht 
formulierten Zumutbarkeitsprofile könnten aufgrund der gleichzeitigen gastroenterologischen 
und internistischen Beschwerden nicht umgesetzt werden. Aufgrund der aktuellen Gesamtsitua-
tion müsse von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeder ausserhäuslichen (körperlichen) 
Tätigkeit ausgegangen werden. Für alle intellektuell geprägten Arbeiten verfüge die Explorandin 
als Analphabetin ohne Deutschkenntnisse über keinerlei Qualifikation, zudem sei von einem 
überwiegend wahrscheinlichen Fehlen der dafür erforderlichen kognitiven Fähigkeiten auszu-
gehen. Was den Verlauf und die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit betreffe, so sei diesbezüglich 
die Verschlechterung aufgrund der Operation vom August 2019 von massgeblicher Bedeutung. 
Die andauernde volle Arbeitsunfähigkeit gelte seither; die Komplikationen des Eingriffs hätten 

 

 
 
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bisher nicht beherrscht werden können. Zu beachten sei ferner, dass der Versicherten im Zu-
sammenhang mit den vorausgegangenen operativen Interventionen am linken Knie durch die 
damaligen Behandler aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 17. Dezember 
2018 bis 31. August 2019 attestiert worden sei. Diese Beurteilung könne geschützt werden. 
 
7.2 In ihrer Stellungnahme vom 28. Juni 2023 zum asim-Gerichtsgutachten hielt die Be-
schwerdegegnerin fest, dass bei der Versicherten laut dem Gutachten seit August 2019 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Erwerbstätigkeit bestehe. Hieraus ergebe sich in 
Anwendung der gemischten Methode mit Anteilen von 65 % an Erwerbs- und von 35 % an 
Haushalttätigkeit ein Invaliditätsgrad von 70 %. Somit habe die Versicherte ab 1. August 2020 
Anspruch auf eine ganze Rente. Die Beschwerdeführerin wiederum liess sich innert der ihr ein-
geräumten Fristen nicht zum asim-Gerichtsgutachten und zu dessen Auswirkungen auf ihren 
Leistungsanspruch vernehmen.  
 
7.3 Nach den oben geschilderten Beweismaximen (vgl. E. 5.3.1 hiervor) weicht das Gericht 
bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der 
medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend ist 
kein Grund für ein Abweichen vom polydisziplinären asim-Gerichtsgutachten vom 15. Juni 2023 
ersichtlich. Es ist viel mehr festzuhalten, dass dieses die rechtsprechungsgemässen Vorausset-
zungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt: Es weist weder 
formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. 
E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es stützt sich auf eine sorgfältige persön-
liche Untersuchung der Explorandin, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden und es ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Inhaltlich ist das Gutachten widerspruchsfrei und es 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi-
nischen Situation ein. Die Experten nehmen auch zu den fachärztlichen Einschätzungen der 
Vorgutachter Stellung und sie begründen schlüssig, weshalb nicht auf deren abweichende Be-
urteilungen abgestellt werden kann. Insbesondere zeigen die asim-Fachärzte überzeugend auf, 
dass es bei der Versicherten wegen der missglückten Magenoperation vom August 2019 zu 
einer relevanten und anhaltenden Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen ist 
und dass bei ihr aufgrund der aktuellen Gesamtsituation seither von einer vollständigen Ar-
beitsunfähigkeit in jeder ausserhäuslichen körperlichen Tätigkeit auszugehen ist.  
 
7.4 Die geschilderte Beurteilung der asim-Gutachter wird auch von der Beschwerdegegne-
rin zu Recht nicht in Zweifel gezogen, teilt sie doch in ihrer Stellungnahme vom 28. Juni 2023 
ausdrücklich deren Auffassung, dass bei der Versicherten nunmehr eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit für jegliche Erwerbstätigkeit besteht. Somit kann hier aber von Weiterungen zum me-
dizinischen Sachverhalt abgesehen und stattdessen vollumfänglich auf die überzeugenden 
Ausführungen hierzu im asim-Gutachten vom 15. Juni 2023 verwiesen werden. 
 
8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad 
bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dassel-
be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für die Ermittlung des 

 

 
 
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Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich. Da die Versicherte nach dem Gesagten in sämtlichen be-
ruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig ist, ist sie nicht mehr in der Lage, einer Erwerbs-
tätigkeit nachzugehen und ein Invalideneinkommen zu erzielen. Somit erübrigt sich die Vor-
nahme eines Einkommensvergleichs und es ist stattdessen ohne Weiteres von einer vollständi-
gen Erwerbsunfähigkeit und somit von einem Invaliditätsgrad der Versicherten im Erwerbsbe-
reich von 100 % auszugehen. 
 
9. Zu klären bleibt die Frage, ob der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin nach der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs - woraus nach dem soeben Gesagten ein 
Invaliditätsgrad von 100 % resultiert - oder aber nach der gemischten Methode zu bemessen 
ist. Dies hängt davon ab, ob die Beschwerdeführerin, wie die IV-Stelle in der angefochtenen 
Verfügung annimmt, als Gesunde in einem Pensum von 65 % einer ausserhäuslichen Erwerbs-
tätigkeit nachgehen würde, oder ob sie - wie von ihr anlässlich der Haushaltabklärung angege-
ben - zu 100 % erwerbstätig wäre. Letztlich kann diese Frage aber, wie bereits weiter oben 
festgehalten (vgl. E. 4.2 hiervor), vorliegend offen bleiben. Im Haushaltabklärungsbericht vom 
2. Januar 2020 wurde bei der Versicherten im Haushaltbereich eine Einschränkung von insge-
samt 14 % ermittelt. Bei einer Einschränkung in diesem Umfang im Haushaltbereich und einer 
solchen von 100 % im Erwerbsbereich resultiert in Anwendung der gemischten Methode der 
Invaliditätsbemessung mit Anteilen von 65 % an Erwerbs- und von 35 % an Haushalttätigkeit 
ein lnvaliditätsgrad von insgesamt 69,9 % [(65 x 100 %) + (35 x 14 %)] bzw. gerundet (vgl. zur 
Rundungspraxis: BGE 130 V 121) von 70 %. Der Versicherten steht deshalb - wie auch die Be-
schwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 28. Juni 2023 zu Recht anerkennt - auch dann 
eine ganze Rente zu, wenn man ihre Invalidität nicht nach der allgemeinen Methode des Ein-
kommensvergleichs, sondern - wie in der angefochtenen Verfügung - in Anwendung der ge-
mischten Methode mit Anteilen von 65 % an Erwerbs- und von 35 % an Haushalttätigkeit be-
misst.  
 
10. Zu prüfen ist schliesslich, ab welchem Zeitpunkt die Versicherte die ihr zustehende 
ganze Rente beanspruchen kann.  
 
10.1 Laut Art. 28 Abs. 1 IVG setzt der Rentenanspruch unter anderem voraus, dass die ver-
sicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b). Im Weiteren schreibt Art. 29 Abs. 1 IVG in Bezug 
auf den Rentenanspruch vor, dass dieser frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs entsteht.  
 
10.2 In seinem Bericht vom 18. Juni 2019 attestierte der behandelnde Orthopäde Dr. med. 
C.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, der Ver-
sicherten im Zusammenhang mit den vorausgegangenen operativen Interventionen am linken 
Knie aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 17. Dezember 2018 bis 
31.  August 2019. In ihrem Gutachten vom 15. Juni 2023, dem nach dem Gesagten voller Be-
weiswert zukommt, vertraten die asim-Fachärzte die Auffassung, dass die damalige Beurteilung 
des behandelnden Orthopäden geschützt werden könne. An diese auf die erfolgten Knieopera-
tionen zurückzuführende vollständige Arbeitsunfähigkeit schloss sich dann laut asim-Gutachten 

 

 
 
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Ende August 2019 nahtlos eine weitere (neue) 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit an, die ihre Ursa-
che nunmehr in der Magenbypass-Operation der Versicherten vom 27. August 2019 hatte bzw. 
nach wie vor hat. Somit lag bei der Beschwerdeführerin aber seit 17. Dezember 2018 - wenn 
auch aus unterschiedlichen medizinischen Gründen - durchgehend bis auf Weiteres eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit vor. Das gesetzliche Wartejahr begann deshalb - entgegen der von 
der Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 28. Juni 2023 vertretenen Auffassung - 
nicht erst im August 2019, sondern bereits am 17. Dezember 2018 zu laufen und es endete 
demzufolge am 16. Dezember 2019. Da die Anmeldung zum Leistungsbezug vom 27. Mai 2019 
zudem mehr als sechs Monate vor diesem Zeitpunkt erfolgt war, ist der Beschwerdeführerin die 
ihr zustehende ganze Rente mit Wirkung ab 1. Dezember 2019 zuzusprechen.  
 
11. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde der Versicher-
ten gutzuheissen ist. Die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2022 ist aufzuheben und es 
ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2019 Anspruch auf 
eine ganze Rente hat. 
 
12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist dem Kantonsgericht ein 
überdurchschnittlich hoher Verfahrensaufwand entstanden, weshalb es sich rechtfertigt, die 
Verfahrenskosten auf den gemäss bundesrechtlichem Kostenrahmen maximal zulässigen Be-
trag von Fr. 1'000.-- festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-
Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind.  
 
12.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens-
fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem 
Versicherer aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung 
von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das 
Gericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 24. November 2022 zum Ergebnis gelangt, dass 
ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich 
war. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Klärung des medizinischen 
Sachverhalts ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, Wie sich nunmehr 
zeigt, war das in der Folge eingeholte polydisziplinäre asim-Gerichtsgutachten vom 15. Juni 
2023 für eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts unerlässlich. Im 
Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten der 

 

 
 
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Begutachtung der IV-Stelle aufzuerlegen. Diese Kosten belaufen sich gemäss der Honorar-
rechnung der asim Begutachtung vom 30. Juni 2023 auf Fr. 19'849.35.  
 
12.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Darunter sind die Kosten zu verstehen, die einer Be-
schwerde führenden versicherten Person im gerichtlichen Verfahren für den Beizug einer 
Rechtsanwältin bzw. eines Rechtsanwalts entstanden sind. Vorliegend hat die Beschwerdefüh-
rerin zwar obsiegt, da sie sich jedoch nicht anwaltlich hat vertreten lassen, entfällt ein Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten im Sinne der genannten Bestimmung. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 28. Februar 2022 aufgehoben und es 
wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2019 
Anspruch auf eine ganze Rente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 19'849.35 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  
 

 
 
 
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