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**Case Identifier:** 2f9d6dba-19f2-5646-8da0-ec901c06134b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.04.2015 200 2014 886
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-886_2015-04-29.pdf

## Full Text

200 14 886 IV
SCI/GET/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. April 2015

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. August 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 3. September 2012 unter Hinweis auf Depres-
sionen sowie Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 1). Die 
IVB tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, zog die Akten des 
Krankentaggeldversicherers bei und veranlasste bei Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH sowie 
Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, eine bidis-
ziplinäre Begutachtung (rheumatologisches und psychiatrisches Teilgutach-
ten vom 12. November 2013 [act. II 39.1; 40.1]; Interdisziplinäres Gutach-
ten vom 15. November 2013 [act. II 39.4]). Mit Vorbescheid vom 4. April 
2014 (act. II 45) stellte die IVB der Versicherten die Ablehnung des Leis-
tungsbegehrens mit der Begründung in Aussicht, es bestehe aus rechtli-
cher Sicht kein Gesundheitsschaden mit invalidisierendem Charakter. Da-
gegen liess die Versicherte Einwand erheben und einen Bericht der behan-
delnden Ärztin, Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, einreichen (act. II 53 S. 3 f.), woraufhin die IVB eine Stel-
lungnahme von Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), einholte (act. II 56). 
Am 19. August 2014 (act. II 57) verfügte die IVB wie im Vorbescheid in 
Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 19. September 2014 Beschwerde erheben und die fol-
genden Rechtsbegehren stellen: 

1. Die Verfügung vom 19. August 2014 ist aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 3

2. Der Beschwerdeführerin ist für das Beschwerdeverfahren die 
unentgeltliche Prozessführung, unter Beiordnung eines 
Rechtsbeistandes zu bewilligen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. September 2014 forderte der In-
struktionsrichter die Beschwerdeführerin auf, das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege nachzubessern, worauf sie mit Schreiben vom 3. und 
20. Oktober 2014 weitere Unterlagen einreichen liess (Akten der Be-
schwerdeführerin, [act. IA]).  

Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2014 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf eine ausführliche 
Stellungnahme verzichtete. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. November 2014 forderte der In-
struktionsrichter die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf das 
Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des 
Verwaltungsgerichts erneut auf, das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege zu verbessern. Zudem wurden die Kliniken G.________ 
sowie H.________ gebeten, ihre die Beschwerdeführerin betreffenden 
medizinischen Berichte und Unterlagen dem Gericht zuzustellen. 

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2014 liess die Beschwerdeführerin weitere 
Unterlagen betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
einreichen (Akten der Beschwerdeführerin, [act. IB]).

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Dezember 2014 forderte der 
Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin auf, darzulegen, warum trotz 
ausgewiesenem Fehlbetrag und im November 2014 erfolgter Anmeldung 
bei der Sozialhilfe keine Sozialhilfeleistungen ausgerichtet würden bzw. – 
sollte inzwischen Sozialhilfe geleistet werden – das entsprechende Budget 
vorzulegen. Zudem ersuchte er die in der prozessleitenden Verfügung vom 
19. November 2014 genannten Institutionen nochmals, die angeforderten 
Unterlagen einzureichen.

Am 23. Dezember 2014 stellte die Klinik G.________ dem Gericht einen 
Bericht vom 22. Dezember 2014 (in den Gerichtsakten) zu. 

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Mit Eingabe vom 12. Januar 2015 liess die Beschwerdeführerin das Sozial-
hilfebudget ab November 2014 betreffend ihren Ehemann einreichen (act. 
IB 7) und darlegen, warum bis November 2014 keine Sozialhilfe bezogen 
wurde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Januar 2015 stellte der Instrukti-
onsrichter die Eingabe der Klinik G.________ vom 22. Dezember 2014 den 
Parteien zu. Zudem setzte er der Klinik H.________ eine letzte Nachfrist 
zur Einreichung der die Beschwerdeführerin betreffenden medizinischen 
Akten an. 

Mit Schreiben vom 28. Januar 2015 stellte die Klinik H.________ die vom 
Instruktionsrichter einverlangten Akten zu (act. III, IIIA und IIIB). Mit 
prozessleitender Verfügung vom 20. Februar 2015 stellte der 
Instruktionsrichter ein Doppel der Eingabe der Klinik H.________ (ohne 
Beilagen) den Parteien zu und gewährte ihnen die Möglichkeit, 
Schlussbemerkungen einzureichen. 

Mit Eingabe vom 19. März 2015 liess die Beschwerdeführerin im 
Wesentlichen an den in der Beschwerde vom 19. September 2014 
vorgebrachten Standpunkten festhalten. Mit Eingabe vom 23. März 2015 
hielt die Beschwerdegegnerin an der mit Beschwerdeantwort vom 3. No-
vember 2014 beantragten Abweisung der Beschwerde fest. Ergänzend 
brachte sie vor, der Bericht der Klinik G.________ vom 22. Dezember 2014 
zeige, dass eine erhebliche psychosoziale Belastung vorliege, weshalb die 
Ausführungen im Gutachten von Dr. med. D.________ bestätigt würden.   

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. August 2014 (act. 
II 57). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

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2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheits-wert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 

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und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entneh-
men: 

3.1.1 Mit Bericht vom 15. Mai 2012 (act. II 9.4) hielt Dr. med. E.________ 
fest, seit März 2012 habe sich der psychische Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin verschlechtert. Sie leide an einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode und sei seit dem 2. April 
2012 bei ihr in Behandlung. Ab diesem Datum bestehe eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit. 

3.1.2 Vom 11. bis 21. Juni 2012 war die Beschwerdeführerin in der Klinik 
I.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 13. Juli 2012 (act. II 11 
S. 9 f.) wurde im Wesentlichen eine akute psychosoziale Überlastungssi-
tuation mit/bei akuter Überforderung, Depression, chronischen Kopf- und 
Nackenschmerzen sowie Verspannungszuständen diagnostiziert (S. 9). Die 
Beschwerdeführerin habe angegeben, sie leide seit mehreren Jahren an 
Kopf- und Nackenschmerzen, welche sie immer bei „Stress“ habe. Zuhau-
se habe sie sechs Kinder und es bestehe ein starkes familiäres Span-

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nungsfeld. Am 21. Juni 2012 sei die Beschwerdeführerin – vorzeitig und auf 
eigenen Wunsch – in leicht gebessertem Allgemeinzustand, jedoch bei 
weiterhin bestehender Grundproblematik, nach Hause entlassen worden. 
Der Hausarzt werde gebeten, der Beschwerdeführerin dabei zu helfen, mit 
dem Sozialdienst zwecks Beratung bei „finanziellen Sorgen“ Kontakt auf-
zunehmen (S. 10). 

3.1.3 Im Bericht vom 23. Oktober 2012 (act. II 19) hielt Dr. med. 
E.________ unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2) sowie eine abhängige 
und ängstliche Persönlichkeit (ICD-10 F61) fest (S. 1). Weil der Ehemann 
der Beschwerdeführerin eine aussereheliche Beziehung geführt habe, sei 
es in der Vergangenheit zu Problemen in der (von den Eltern der Be-
schwerdeführerin arrangierten) Ehe gekommen; auch aktuell sei das Ver-
hältnis angespannt. In physischer Hinsicht klage die Beschwerdeführerin 
über Kopf- und seit diesem Jahr verschlimmerte Rückenschmerzen. Im 
September 2010 sei eine Magenbypassoperation erfolgt und die Be-
schwerdeführerin habe 25kg abgenommen. In psychischer Hinsicht sei zu 
erwähnen, dass sie wegen Suizidversuchen (im Rahmen einer depressiven 
Episode im Kontext eines familiären und ehelichen Konflikts) zweimal in der 
Klinik G.________ hospitalisiert gewesen sei (vgl. auch act. II 11 S. 12). 
Seit anfangs Jahr habe sie (wiederum) diverse depressive Symptome ent-
wickelt (S. 2). Es bestehe seit dem 19. März 2012 bis auf unbestimmte Zeit 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4). 

3.1.4 Am 21. November 2012 wurde die Beschwerdeführerin ambulant 
neurologisch untersucht. Im entsprechenden Bericht des Spitals 
J.________ vom 26. November 2012 (act. II 23 S. 4 f.) wurde ein chroni-
scher Spannungskopfschmerz und „Medikamentenübergebrauchskopf-
schmerz“ sowie eine „Depression“ diagnostiziert. Das MRI des Schädels 
habe keinen Nachweis einer intrakraniellen Raumforderung ergeben (S. 5). 

3.1.5 Mit Bericht vom 18. Januar 2013 (act. II 23 S. 1 ff.) hielt Dr. med. 
E.________ fest, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei sta-
tionär. Ihre persönliche Situation sei durch familiäre Spannungen, Sorgen 
wegen den Kindern, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen geprägt (S. 1). 

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Es bestehe für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 3). 

3.1.6 Am 27. August 2013 wurde die Beschwerdeführerin durch die Dres. 
med. C.________ und D.________ rheumatologisch respektive psychia-
trisch im Beisein einer Dolmetscherin begutachtet. 

Dr. med. C.________ hielt in der Beurteilung im Rahmen des rheumatolo-
gischen Teilgutachtens vom 12. November 2013 (act. II 39.1) zusammen-
gefasst fest, für die angegebenen Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen, 
die diffusen abdominalen Beschwerden sowie die Müdigkeit und Kraftlosig-
keit in den Beinen habe sich kein klinisches Korrelat bzw. hätten sich keine 
pathologischen Befunde finden lassen. Aus somatischer Sicht lägen keine 
sicheren körperlichen Einschränkungen vor. Die muskuläre und kardiovas-
kuläre Dekonditionierung sei potenziell voll reversibel, sobald die Grundla-
gen für ein konsequentes Ausdauer- und Krafttraining geschaffen werden 
könnten (S. 8). 

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 12. November 2013 (act. II 40.1) 
hielt Dr. med. D.________ im Rahmen der Diskussion fest, zweifellos erfül-
le die Beschwerdeführerin in ihrem ganzen Auftreten und der Art ihrer Be-
schwerdeschilderung viele der Kriterien einer Dysthymie (ICD-10 F34.1). 
Für diese Diagnose spreche zunächst einmal der inzwischen lange Verlauf 
(Kriterium A). Das Vorliegen des Kriteriums B (Ausschluss einer depressi-
ven Episode) liege allerdings nicht vor, weshalb entsprechend dem Kon-
zept des DSM-4 von einer „double depression“ auszugehen wäre, wofür die 
Symptome sprächen. Für diese Diagnose sei zudem charakteristisch, dass 
extrinsische Faktoren, also psychosoziale und sozioökonomische Proble-
me, die bei der Beschwerdeführerin ganz im Vordergrund ständen und 
massgeblich zur Entstehung und Aufrechterhaltung beigetragen hätten, 
vorlägen, woraus folge, dass bei Wegfall dieser extrinsischen Faktoren 
auch eine Verbesserung bis hin zu vollständigem Verschwinden der Dys-
thymie eintreten würde. Es sei ebenfalls nicht bezweifelbar, dass die Be-
schwerdeführerin in Zusammenhang mit ihren familiären Problemen auch 
mittelgradig bis schwere depressive Episoden im Sinne einer rezidivieren-
den depressiven Störung (ICD-10 F33.x) entwickelt habe. Unter Berück-
sichtigung einer über 30 Jahre leeren psychiatrischen Vorgeschichte und 

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einer diesbezüglich ebenfalls leeren Familienanamnese werde deutlich, 
dass das depressive Geschehen nicht als eine in der Psyche der Be-
schwerdeführerin angelegte Störung zu betrachten sei. Vielmehr hätten 
unmittelbar kränkende und verletzende Erlebnisse durch Verhaltensweisen 
des Ehemannes zu akuten reaktiv-depressiven Verstimmungen mit Suizi-
dalität geführt. Die nun anhaltende depressive Störung lasse sich nur vor 
dem Hintergrund der kulturellen Entwurzelung auf allen psychosozial rele-
vanten Ebenen (geographische Heimat, soziale Einbettung in vertrauter 
Umgebung mit unbehinderter sprachlicher Kommunikationsfähigkeit, 
selbstverständliche Religion) begreifen (S. 14). 

Im interdisziplinären Gutachten (act. II 39.4) vom 15. November 2013 stell-
ten die Dres. med. C.________ und D.________ die folgenden Diagnosen: 

• Chronifizierte Schulter-Nacken-Schmerzen (ICD-10 M53.0), partiell 
mit zusätzlichen Spannungskopfschmerzen (G44.2)

• Multifaktorielle abdominale Schmerzen nach Magen-Bypass-
Operation September 2011 (ICD-10 R10.4)

• Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10.9)

• Dysthymie (ICD-10 F34.1)

• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (siehe 
Diskussion; ICD-10 F33.x) 

In der interdisziplinären Beurteilung hielten sie im Wesentlichen fest, die in 
den Teildisziplinen gestellten Diagnosen wiesen deutliche Überlappungen 
auf, nachdem die Schmerzen somatisch nicht ausreichend begründbar 
seien und auf der Basis der interdisziplinären Diskussion als ganz überwie-
gend „somatoform“ bezeichnet werden müssten. Es erscheine allerdings 
falsch, die Schmerzen deshalb als anhaltende somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4) diagnostisch einordnen zu wollen. Es stehe eindeu-
tig kein andauernd schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund. 
Vielmehr sei deutlich geworden, dass die Beschwerdeführerin, trotz 
reumütiger Verhaltensänderung ihres Ehemanns, nicht zu verwinden ver-
möge, dass er sie vor nunmehr fast 10 Jahren über einen längeren Zeit-
raum mit einer anderen Frau betrogen habe (S. 2). 

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Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, nach rheuma-
tologischer Einschätzung seien der Beschwerdeführerin leichte Arbeiten 
auf dem ersten Arbeitsmarkt mit den im rheumatologischen Teilgutachten 
ausgeführten qualitativen Funktionseinschränkungen (leicht- bis höchstens 
mittelgradig belastende Tätigkeiten, welche nicht in statischer Haltung und 
insbesondere nicht in einer Inklination von Oberkörper und Kopf verrichtet 
werden müssten [act. II 39.1 S. 9]) mit vollem Pensum zumutbar. Der psy-
chische Gesundheitsschaden führe nur subjektiv zu einem aufgehobenen 
beruflichen Leistungsvermögen. Aus psychiatrischer Sicht seien der Be-
schwerdeführerin mittelschwere Anlerntätigkeiten – wie zuletzt auch aus-
geübt – weiterhin vollschichtig zumutbar. Eine regelmässige Berufstätigkeit 
würde der Beschwerdeführerin sogar helfen, ihr negatives Selbstbild wirk-
sam zu überwinden (S. 3). 

3.1.7 Mit Bericht vom 6. Dezember 2013 (act. III) wies Dr. med. 
E.________ die Beschwerdeführerin der Klinik H.________ zu. Das Ehe-
paar durchlebe aktuell wiederum eine Periode von Konflikten aufgrund der 
früheren ausserehelichen Beziehung des Ehemannes. 

3.1.8 Im Februar 2014 wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med. 
E.________ „auf freiwilliger Basis“ sowie „aufgrund einer mittelgradigen 
depressiven Episode mit psychosomatischen Kopfschmerzen bei psycho-
sozialer Belastungssituation (Konflikte mit dem Ehemann)“ der Klinik 
G.________ zur stationären Behandlung zugewiesen, welche vom 17. bis 
27. Februar 2014 dauerte. Im Bericht vom 22. Dezember 2014 (in den Ge-
richtsakten) wurde im Wesentlichen eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode bei somatischem Syndrom 
(ICD-10 F33.11) sowie ein Status nach zweifachen Suizidversuchen (Ta-
blettenintoxikation 09/2014 und 12/2005) diagnostiziert (S. 1). Weiter hiel-
ten die behandelnden Ärzte fest, milieutherapeutisch sei der Schwerpunkt 
auf die Verhaltensaktivierung gelegt worden. Einzeltherapeutisch sei der 
„anhaltende Groll“ der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Ehemann 
thematisiert worden (S. 2). Es sei der Eindruck einer „interpersonellen 
Funktionalität der Depression in der Paarbeziehung im Sinne einer passiv-
aggressiven Reaktion“ der Beschwerdeführerin auf die tiefe Verletzung 

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durch die damalige aussereheliche Beziehung ihres Ehemannes entstan-
den (S. 3). 

3.1.9 Vom 4. bis 28. März 2014 erfolgte in der Klinik H.________ eine im 
Wesentlichen auf die Erlernung einer Tagesstruktur gerichtete Therapie 
(vgl. Entretien clinique d’admission vom 6. März 2014 [act. IIIA]). Im Aus-
trittsbericht vom 1. April 2014 (act. IIIA) wurde eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine 
anhaltende Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert. Im Weiteren 
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten ge-
meinsam mit dem internen Sozialdienst über ihre finanziellen Probleme 
diskutiert. Die Tagesstruktur habe ihre Stimmungslage stabilisiert; sie habe 
sodann von sich aus entschieden, den Aufenthalt am 28. März 2014 abzu-
schliessen und in den … zu reisen. Es beständen indes weiterhin ein feh-
lender Antrieb und ein Schmerzsyndrom. 

3.1.10 Mit Bericht vom 2. Mai 2014 (act. II 53 S. 3 f.) hielt Dr. med. 
E.________ fest, es sei bei der Beschwerdeführerin seit März 2012 nie zu 
einer kompletten Remission der Depression gekommen. Die depressiven 
Symptome seien chronifiziert. Im Übrigen sei die Arbeitsunfähigkeit, welche 
weiterhin 100% betrage, auf die psychische Krankheit und auf keinen Fall 
auf religiöse oder sprachliche Gründe zurückzuführen (S. 3). 

3.1.11 In der Stellungnahme vom 5. August 2014 (act. II 56) hielt Dr. med. 
F.________ (RAD) fest, die im Gutachten von Dr. med. D.________ fest-
gehaltenen Restsymptome seien mit der Diagnose einer Dysthymie verein-
bar (S. 5). 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 19. August 2014 (act. II 57) er-
ging in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen gestützt auf das interdiszi-
plinäre (rheumatologisch-psychiatrische) Gutachten der Dres. med. 
C.________ und D.________ vom 15. November 2013 (act. II 39.4). Die-
ses erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 3.2.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Es ist nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeu-
gend begründet. 

3.3.1 Die Rheumatologin Dr. med. C.________ konnte – in Übereinstim-
mung mit den übrigen medizinischen Berichten – für die von der Be-
schwerdeführerin geltend gemachten, körperlich empfundenen Beschwer-
den „keine sicher andauernden, somatisch begründbaren Einschränkun-
gen“, mithin kein organisches Korrelat, feststellen (act. II 39.4 S. 2). Dies 
deckt sich mit den übrigen medizinischen Akten (vgl. etwa act. II 23 S. 5) 
und ist auch nicht bestritten. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden ist 
demnach insofern nicht gegeben. 

3.3.2 Dr. med. D.________ ordnete die psychischen Beschwerden nach-
vollziehbar und überzeugend einer Dysthymie sowie einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, zu. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 14

3.4 Zu keiner anderen Beurteilung führen die von der Beschwerdeführe-
rin vorgebrachten, ausschliesslich das psychiatrische Teilgutachten von Dr. 
med. D.________ (act. II 40.1) beschlagenden Einwände. 

3.4.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert, die behandelnden Ärzte beurteil-
ten den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach-
vollziehbar schlechter als Dr. med. D.________. 

Sämtliche involvierten Psychiater – einschliesslich dem Gutachter Dr. med. 
D.________ – haben eine depressive Stimmungslage bei der Beschwerde-
führerin befundet und auch diagnostisch im Rahmen des depressiven For-
menkreises zugeordnet. Unterschiedliche Auffassungen bestehen insoweit 
einzig in der Beurteilung des Schweregrades und der Aetiologie der de-
pressiven Verstimmungen, welche indessen auch die behandelnden Ärzte 
in der Vergangenheit unterschiedlich einschätzten, was nicht zuletzt mit 
dem diesbezüglich (auch von Dr. med. D.________ anerkannten [act. II 
40.1 S. 14]) fluktuierenden Verlauf erklärt werden kann. Davon abgesehen, 
stellt eine abweichende Meinung in Bezug auf die Diagnose noch keinen 
hinreichenden Grund dar, ein Gutachten in Zweifel zu ziehen (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 28. Dezember 2012, 9C_513/2012, 
E. 4.2), zumal wenn die Abweichung – wie hier – bloss gradueller Natur ist. 
Wesentliche medizinische Aspekte, welche von Dr. med. D.________ un-
berücksichtigt geblieben wären, ergeben sich sodann weder aus den übri-
gen medizinischen Berichten, noch werden solche in der Beschwerde kon-
kret geltend gemacht. Einzig die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 
nach der Begutachtung auf Zuweisung von Dr. med. E.________ hin bzw. 
„auf freiwilliger Basis“ in der Klinik G.________ respektive in der Klinik 
H.________ stationär bzw. teilstationär behandelt wurde (vgl. Bericht von 
Dr. med. E.________ vom 6. Dezember 2013 [act. III] sowie der Klinik 
G.________ vom 22. Dezember 2014 [in den Gerichtsakten]), lässt nicht 
auf eine inhaltliche Überholung des psychiatrischen Teilgutachtens schlies-
sen, stellt doch die Therapiebedürftigkeit der von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Beschwerden deren versicherungsmedizinische Ein-
ordnung durch Dr. med. D.________ für sich allein nicht in Frage, umso 
weniger, als auch der Gutachter ausdrücklich von einem grundsätzlich be-
handlungsbedürftigen psychischen Gesundheitsschaden ausging (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 15

40.1 S. 15). Im Weiteren fällt auf, dass sich die befundmässigen Feststel-
lungen von Dr. med. D.________ nicht wesentlich von denjenigen der Kli-
nikärzte unterscheiden, 

3.4.2 Sodann ist der Hinweis auf die 30jährige „leere psychiatrische 
Vorgeschichte“ (act. II 40.1 S. 14) der Beschwerdeführerin – wie aus dem 
Gutachten von Dr. med. D.________ unmissverständlich hervorgeht – 
dahingehend zu verstehen, dass das depressive Geschehen nicht in deren 
Psyche angelegt ist, sondern durch äussere (extrinsische bzw. 
psychosoziale) Faktoren bestimmt wurde und wird (vgl. E. 3.6 hinten). 
Inwiefern diese Einschätzung den Beweiswert des Gutachtens schmälern 
soll, ist nicht ersichtlich. Namentlich erweist sie sich nicht deshalb als 
unrichtig, weil die Beschwerdeführerin in den Jahren 2004 und 2005 bereits 
zweimal stationär in der Klinik G.________ behandelt wurde. Aus den 
Akten geht hervor, dass bereits diese Klinikaufenthalte primär vor dem 
Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation – mithin in erster 
Linie aufgrund äusserer bzw. invalidenversicherungsrechtlich nicht 
relevanter Faktoren – erfolgten (vgl. act. II 11 S. 12; 39.1 S. 3 f.).

Demnach geht auch die Kritik der Beschwerdeführerin fehl, im Gutachten 
bzw. seitens des RAD würden zu Unrecht „iv-fremde Faktoren in den 
Vordergrund“ gestellt: In zahlreichen medizinischen bzw. psychiatrischen 
Berichten wurde auf den engen Konnex zwischen dem 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und den familiären 
Problemen hingewiesen (vgl. act. II 11 S. 9 und 12; 19 S. 2; 23 S. 1; 40.1 
S. 14; Bericht der Klinik G.________ vom 22. Dezember 2014 [in den 
Gerichtsakten]). Daran ändert auch der Bericht von Dr. med. E.________ 
vom 2. Mai 2014 (act. II 53 S. 3 f.) nichts, worin sie festhielt, die von ihr 
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei einzig krankheitsbedingt und 
anderweitige Faktoren spielten keine Rolle: Einerseits begründet sie dies 
nicht näher; andererseits hat Dr. med. E.________ in der Vergangenheit 
wiederholt und ausdrücklich (act. II 23 S. 1), zuletzt mit Bericht vom 6. 
Dezember 2013 (act. III), auf schwerwiegende familiäre Konflikte 
hingewiesen, weshalb ihre am 2. Mai 2014 nunmehr geäusserte 
Auffassung nicht nachvollziehbar ist. Insofern kann auch nicht auf die von 
ihr konstant und für sämtliche Tätigkeiten attestierte 100%ige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 16

Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden, beruht diese Einschätzung doch auf 
dem für die Belange der Rechtsanwendung nicht massgeblichen bio-
psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2007 IV Nr. 33 S. 118 E. 5.2). 
Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem Arbeitgeberbe-
richt vom 6. Februar 2013 (act. II 26 S. 5), wonach sie „durch ihre gute 
Leistung“ eine Festanstellung erhalten habe, nichts zu ihren Gunsten abzu-
leiten, steht doch gemäss Gutachten von Dr. med. D.________ nicht eine 
allfällige mangelnde Integration im ersten Arbeitsmarkt durch fehlende 
Ausbildung, sondern insbesondere der bereits erwähnte Paarkonflikt (und 
weitere familiäre Konflikte) im Zentrum der psychosozialen Belastungsfak-
toren. 

3.5 Demnach ist der rechtserhebliche Sachverhalt – auch unter Berück-
sichtigung der gerichtlich erhobenen umfangreichen weiteren Unterlagen – 
mit dem interdisziplinären Gutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ rechtsgenüglich abgeklärt. 

3.6 Eine Dysthymie, welche nicht zusammen mit anderen Befunden wie 
etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung auftritt, kommt nach der 
Rechtsprechung nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes 
gleich; sie ist allein somit regelmässig nicht invalidisierend (SVR 2011 IV 
Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Nichts anderes hat auch vorliegend zu gelten. Ge-
stützt auf die medizinischen Akten spielen psychosoziale Faktoren bei der 
Entstehung und Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen eine hervorragende Rolle. Im Vordergrund stand und steht ein im ge-
samten Überprüfungszeitraum und darüber hinaus anhaltender Konflikt der 
Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann, wobei offensichtlich bereits die 
beiden Suizidversuche in den Jahren 2004 und 2005 in diesem Zusam-
menhang standen. Hinzu kommen weitere familiäre Konflikte – namentlich 
mit einem der Söhne der Beschwerdeführerin (vgl. „Verlauf Sozialdienst“, 
Eintrag vom 19. März 2014 [act. IIIA]; Extrait du journal de la secrétaire 
médicale, Eintrag vom 10. Dezember 2014, S. 4 [act. IIIB]) – sowie finanzi-
elle und soziokulturelle Probleme (vgl. act. II 11 S. 10; 39.1 S. 4; 40.1 
S. 15). Entsprechend hielt Dr. med. D.________ fest, dass „bei Wegfall 
dieser extrinsischen Faktoren auch eine Verbesserung bis hin zu vollstän-
digem Verschwinden der Dysthymia eintreten würde“ (act. II 40.1 S. 14). Zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 17

einem ähnlichen Schluss gelangte die Klinik G.________ im Bericht vom 
22. Dezember 2014 (in den Gerichtsakten). Insofern kann nicht gesagt 
werden, dass die ausgewiesenen psychosozialen Belastungsfaktoren einen 
allenfalls verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten. Viel-
mehr bilden sie die direkte Ursache der geltend gemachten Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit, woran im Übrigen nichts änderte, wenn gemäss Be-
richt der Klinik G.________ vom 22. Dezember 2014 im Verfügungszeit-
punkt nicht von einer Dysthymie, sondern von einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 
Syndrom, ausgegangen würde: So oder anders findet die depressive 
Störung gemäss den medizinischen Akten ihre hinreichende Erklärung in 
psychosozialen Umständen, weshalb auch in psychischer Hinsicht keine 
Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung vorliegt. 

3.7 Dem Dargelegten zufolge erweist sich die Beschwerde mangels 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens im Rechtssinne als unbe-
gründet und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin, welche sich nach der gesamten 
wirtschaftlichen Situation im Zeitpunkt der Entscheidung über das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege beurteilt (vgl. Entscheid des BGer vom 
2. Dezember 2010, 8C_772/2010, E. 2.2.1), ist aktenmässig erstellt (vgl. 
insbesondere act. IB 7). Im Weiteren ist die Beschwerde nicht als von 
vornherein aussichtslos zu qualifizieren, weshalb die Voraussetzungen für 
die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 18

sind. Das entsprechende Gesuch der Beschwerdeführerin ist somit gutzu-
heissen und es ist ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt bei-
zuordnen. 

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.1 hiervor) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3

4.3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. 

4.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWSt.) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 und der 
Übergangsbestimmung Ziff. 2 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die 
Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 
2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 19

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 19. März 
2015 bzw. der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 10 Stunden ist 
nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikostener-
satz auf total Fr. 2‘994.20 festzusetzen (Honorar: Fr. 2‘500.--; Auslagen: 
Fr. 272.40; MWSt. [auf Fr. 2‘772.40]: Fr. 221.80). Davon ist Rechtsanwalt 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘000.-- (10 Stunden x Fr. 200.--) zu-
züglich Auslagen von Fr. 272.40 und MWSt. von Fr. 181.80 (8% von 
Fr. 181.80), total somit eine Entschädigung von Fr. 2‘454.20, auszurichten. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin ge-
genüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 
123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘994.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘454.20 festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 20

setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. April 2015, IV/14/886, Seite 21

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.