# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc2cc5e1-d13a-5820-b2e8-3da52202f59f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.04.2021 UE200052
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE200052_2021-04-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE200052-O/U/MUL 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, und lic. iur. D. Oehninger, 

Oberrichterin lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreiber 

Dr. iur. S. Christen 

 

Beschluss vom 16. April 2021 
 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. X._____,  

Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme   
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Winterthur/Unterland vom 5. Februar 2020, A-9/2019/10017307 
 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. C._____ ist Eigentümer der Liegenschaft an der D._____-strasse 1 in 

E._____. Die A._____ AG (vormals A1._____ AG) ist die Eigentümerin des be-

nachbarten Grundstücks an der D._____-strasse 2 (vgl. Urk. 19/4/1). Am 8. Mai 

2019 schnitt B._____ im Auftrag von C._____ die Äste einer Fichte bis auf den 

Stamm zurück, die auf dem Grundstück der A._____ AG steht. Die Äste der Fich-

te ragten über die Grundstücksgrenze hinaus auf das  Grundstück von C._____. 

Die A._____ AG stellte am 20. Mai 2019 bzw. 19. Juni 2019 Strafantrag gegen 

C._____ und B._____ wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs 

(Urk. 19/2 und Urk. 19/5). 

Mit Verfügung vom 30. Januar 2020 trat die Staatsanwaltschaft See/Oberland in-

folge eines Amtsstellenwechsels der sachbearbeitenden Assistenzstaatsanwältin 

das Strafverfahren an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ab (Urk. 19/13 

= Urk. 3/1). Am 5. Februar 2020 erliess die Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland eine Nichtanhandnahmeverfügung (Urk. 3/2 = Urk. 5). 

2. Die A._____ AG erhebt Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich 

(Urk. 2). Sie beantragt, es sei die Unwirksamkeit der Verfügung vom 30. Januar 

2020 und der Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. Februar 2020 festzustellen. 

Eventualiter seien die Anfechtungsobjekte aufzuheben. Alles unter Erlass geeig-

neter Weisungen an die Staatsanwaltschaft. 

C._____ hat Stellung genommen, ohne einen Antrag zu stellen (Urk. 15). Die 

Staatsanwaltschaft hat sich vernehmen lassen (Urk. 18). Sie beantragt die Abwei-

sung der Beschwerde. B._____ hat sich nicht vernehmen lassen (vgl. Urk. 14/3 

und Urk. 17). Die A._____ AG hält in der Replik an ihren Anträgen fest (Urk. 25). 

Die Staatsanwaltschaft, C._____ und B._____ haben nicht dupliziert (vgl. 

Urk 27 ff.). 

- 3 - 

II. 

1. 

1.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die Nichtanhand-

nahmeverfügung vom 5. Februar 2020. Die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 30. Januar 2020 wird in einem separaten Verfahren beurteilt (UH200068-O). 

1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die Unwirksamkeit der Nichtan-

handnahmeverfügung festzustellen (Urk. 2 S. 2). 

Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Person, die ein rechtlich geschütztes In-

teresse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel 

ergreifen. 

Das rechtlich geschützte Interesse muss praktisch und aktuell sein. Ein rein tat-

sächliches oder zukünftiges Interesse genügt nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_304/2020 vom 3. Dezember 2020 E. 2.1). Feststellungsbegehren zielen nicht 

auf die Aufhebung oder Änderung eines Entscheids ab. Sie sind gegenüber Leis-

tungsbegehren subsidiär und bedürfen eines ausgewiesenen Feststellungsinte-

resses (Urteil des Bundesgerichts 1B_446/2018 vom 14. November 2018 E. 1.1). 

Wer ein Leistungsbegehren stellen kann, hat kein rechtlich geschütztes Interesse 

an einem Feststellungsbegehren (Urteil des Bundesgerichts 6B_1317/2019 vom 

15. Juni 2020 E. 2.2). Ein selbstständiges Feststellungsinteresse hat das Bun-

desgericht - soweit ersichtlich - bisher nur bei BV- und EMRK-Verletzungen in 

Haftverfahren bejaht (Urteil des Bundesgerichts 6B_470/2019 vom 9. August 

2019 E. 2). 

Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 396 Abs. 1 und Art. 385 Abs. 1 StPO). 

Nach der Rechtsprechung muss die Beschwerdeführerin die Tatsachen darlegen, 

aus denen sich namentlich ihre Beschwerdeberechtigung ergeben soll, sofern 

dies nicht offensichtlich ist. Zu den Substanziierungsobliegenheiten der be-

schwerdeführenden Partei gehört grundsätzlich auch das sinngemässe Darlegen 

der Beschwerdelegitimation; dies gilt jedenfalls für juristisch versierte oder anwalt-

lich verbeiständete Rechtsuchende (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_339/2016 

vom 17. November 2016 E. 2.1). 

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Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, worin ihr Feststellungsinteresse besteht. 

Das ist auch nicht ersichtlich, zumal sie selbst eventualiter den Antrag auf Aufhe-

bung der Nichtanhandnahmeverfügung stellt (vgl. Urk. 2 S. 2). Auf das Feststel-

lungsbegehren ist mangels eines Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten. 

1.3 Die Beschwerdeführerin verweist in der Beschwerde auf ihre Strafanzeige 

vom 20. Mai 2019 und erklärt diese zum "integrierenden Bestandteil" der Be-

schwerde (Urk. 2 S. 2). 

Wie erwähnt, ist die Beschwerde zu begründen (vgl. Art. 396 Abs. 1 und Art. 385 

Abs. 1 StPO). Der blosse Verweis auf die Strafanzeige ist keine Begründung. 

Namentlich setzt sich die Beschwerdeführerin damit nicht mit der angefochtenen 

Verfügung auseinander. Auf die Beschwerde ist insofern nicht einzutreten. 

1.4 Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass. Auf die Beschwerde ist mit Ausnahme des Gesagten einzutreten. 

2. 

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Abtretung des Verfahrens von 

der Staatsanwaltschaft See/Oberland an die Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland sei unzulässig gewesen. Der Stellenwechsel einer Assistenz-

staatsanwältin sei kein triftiger Grund im Sinne von Art. 38 Abs. 1 StPO. Es sei 

auch keine Vereinbarung über den Gerichtsstand getroffen worden. Die Nichtan-

handnahme sei unwirksam/nichtig, weil sie von einer unzuständigen Staatsan-

waltschaft verfügt worden sei (Urk. 2 S. 3 f.). 

2.2 Ob die Beschwerdeführerin mit dieser Rüge im vorliegenden Beschwerde-

verfahren zu hören ist, weil die Abtretungsverfügung vom 30. Januar 2020 an sich 

Gegenstand eines separaten Beschwerdeverfahrens ist, kann mit Blick auf die 

folgenden Erwägungen offen bleiben. 

2.3 Gemäss Art. 31 StPO sind die Behörden desjenigen Ortes, an welchem die 

Tat verübt worden ist, zur Verfolgung und Beurteilung der Straftat zuständig. Die 

Verordnung über die Organisation der Oberstaatsanwaltschaften und der Staats-

anwaltschaften vom 27. Oktober 2004 (LS 213.21) hält fest, dass die Staatsan-

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waltschaft See/Oberland für die Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster zu-

ständig ist (§ 9 Abs. 1 lit. d). Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ist ge-

mäss der erwähnten Verordnung für die Bezirke Andelfingen, Bülach, Dielsdorf 

und Winterthur zuständig (§ 9 Abs. 1 lit. c). Vorbehalten bleiben Geschäfte, wel-

che in die Zuständigkeit der Kantonalen Staatsanwaltschaften fallen (vgl. dazu 

auch § 10). 

Den Beschwerdegegnern 1 und 2 wird Sachbeschädigung und Hausfriedens-

bruch vorgeworfen, wobei sich der Tatort in E._____ befindet. E._____ liegt im 

Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft See/Oberland. In der Abtretungs-

verfügung vom 30. Januar 2020 hat die Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen, 

dass die Assistenzstaatsanwältin zur Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

gewechselt und den Fall mitgenommen habe (Urk. 3/1). 

Art. 38 StPO erlaubt es, dass Staatsanwaltschaften untereinander einen anderen 

als den in Art. 31-37 StPO vorgesehenen Gerichtsstand vereinbaren, unter ande-

rem wenn "andere triftige Gründe" vorliegen. Nach der Literatur kann aus blossen 

Zweckmässigkeitsüberlegungen vom gesetzlichen Gerichtsstand abgewichen 

werden. Denkbar sind auch aus prozessökonomischer Sicht sinnvolle Gründe zur 

Abweichung vom gesetzlichen Gerichtsstand (Samuel Moser/Annia Schlapbach, 

in: Niggli/Heer/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-

zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N. 10 zu Art. 38 StPO; vgl. auch Beschluss 

BG.2011.3 des Bundesstrafgerichts vom 8. April 2011 E. 2.4). 

Gemäss den Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich für das 

Vorverfahren (WOSTA; vom 1. Oktober 2020) sind bei einem Wechsel der Amts-

stelle die hängigen Verfahren auf die neue Amtsstelle mitzunehmen (Ziff. 5.2). 

Dabei handelt es sich um eine langjährige Praxis der Zürcher Strafbehörden, die 

im Lichte der erwähnten Literatur nicht zu beanstanden ist. Aus Gründen der Ver-

fahrensökonomie und Verfahrensbeschleunigung kann ein anderer als der ge-

setzlich vorgesehene Gerichtsstand vereinbart werden. Bei den (spezialisierten) 

Kantonalen Staatsanwaltschaften spielt der Deliktsort keine Rolle. Aus Gründen 

der Effizienz scheint es auch sinnvoll, wenn ein Sachbearbeiter Fälle, die er 

schon bearbeitet hat, bei einem Amtsstellenwechsel mitnimmt. Zudem können 

- 6 - 

gemäss § 94 Abs. 1 GOG Staatsanwälte grundsätzlich im ganzen Kanton einge-

setzt werden. 

Die Nichtanhandnahmeverfügung erging sechs Tage nachdem der Fall an die 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland abgetreten wurde. Die Mitnahme des 

Falls diente offensichtlich dem Beschleunigungsgebot und der Verfahrensökono-

mie. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern ihr dadurch ein Nachteil ent-

standen ist. 

Es mag zutreffen, dass weder die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland noch 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland der Abtretung formell zugestimmt haben. 

Indessen sieht die Strafprozessordnung keine Form für die Zustimmung vor. Im-

merhin hat jedoch die stellvertretende Leitende Staatsanwältin der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland die Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. Februar 

2020 am 7. Februar 2020 genehmigt. Darin kommt auch die Genehmigung der 

Verfahrensabtretung bzw. der anerkannten Zuständigkeit zum Ausdruck. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung insofern nicht zu beanstan-

den. 

3. 

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Assistenzstaatsanwältin sei nicht 

berechtigt gewesen, eine Strafuntersuchung zu eröffnen. Sie habe gar nicht die 

Möglichkeit gehabt, ergebnisoffen im Sinne von Art. 299 Abs. 2 StPO zu verfah-

ren. Die Verfügung habe aufgrund der eingeschränkten Kompetenzen der Assis-

tenzstaatsanwältin gar nicht anders lauten können als auf Nichtanhandnahme. 

Entsprechend sei die Verfügung offensichtlich von Beginn weg weder unbefan-

gen, noch vollständig ergebnisoffen erlassen worden (Urk. 2 S. 4 f.). 

3.2 Gemäss § 102 GOG üben die Staatsanwältinnen und -anwälte die durch die 

StPO der Staatsanwaltschaft übertragenen Aufgaben aus (Abs. 1). Die stellvertre-

tenden Staatsanwältinnen und -anwälte können keine a) Strafuntersuchungen er-

öffnen, b) Zwangsmassnahmen anordnen, c) Anklagen erheben und vertreten 

(Abs. 2). Den Assistenzstaatsanwältinnen und -anwälten ist zusätzlich zu den 

- 7 - 

Aufgaben gemäss Abs. 2 die Befugnis zum Erlass von Strafbefehlen entzogen, 

sofern eine vollziehbare Freiheitsstrafe anzuordnen ist (Abs. 3). 

3.3 Aus § 102 GOG folgt e contrario, dass es einer Assistenzstaatsanwältin 

nicht untersagt ist, eine Nichtanhandnahmeverfügung zu erlassen. Auch wenn sie 

keine Untersuchung eröffnen kann, schränkt dies ihre Kompetenz zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung nicht ein. Ist die Assistenzstaatsanwältin der Auffas-

sung, es müsse eine Untersuchung eröffnet werden, hat sie einen Staatsanwalt 

oder eine Staatsanwältin beizuziehen. Inwiefern sie deshalb aber nicht mehr un-

befangen und ergebnisoffen eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen kann, ist 

nicht erkennbar. Die Einwände der Beschwerdeführerin sind unbegründet. 

4. Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der 

Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbe-

stände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 

Abs. 1 lit. a StPO). Sie eröffnet demgegenüber namentlich dann eine Strafunter-

suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der 

Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-

dacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die Frage, ob die Strafverfolgungsbe-

hörde ein Strafverfahren durch Nichtanhandnahme erledigen kann, beurteilt sich 

nach dem aus dem strafprozessualen Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in 

dubio pro duriore" (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 

und Art. 324 Abs. 1 StPO; BGE 138 IV 86 E. 4.2). Danach darf die Nichtanhand-

nahme gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nur in sachverhaltsmässig und 

rechtlich klaren Fällen ergehen, so bei offensichtlicher Straflosigkeit, wenn der 

Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand fällt, oder bei eindeu-

tig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Die Strafverfolgungsbehörde und die Be-

schwerdeinstanz verfügen in diesem Rahmen über einen gewissen Ermessens-

spielraum. Im Zweifelsfall, wenn die Nichtanhandnahmegründe nicht mit absoluter 

Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren eröffnet werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_810/2020 vom 14. September 2020 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

- 8 - 

5. 

5.1 Zum Vorwurf der Sachbeschädigung erwog die Staatsanwaltschaft in der 

Nichtanhandnahmeverfügung, der Beschwerdegegner 2 habe den Beschwerde-

gegner 1 als Fachmann beauftragt, die Äste der im Eigentum der Beschwerdefüh-

rerin stehenden Fichte zurückzuschneiden. Durch das Zurückschneiden der Äste 

sei die Fichte in ihrer Substanz erheblich verletzt bzw. beeinträchtigt worden. Der 

objektive Tatbestand der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

sei grundsätzlich erfüllt. Es seien jedoch die Voraussetzungen des Kapprechts 

nach Art. 687 Abs. 1 ZGB gegeben, weshalb für die Sachbeschädigung ein 

Rechtfertigungsgrund nach Art. 14 StGB vorliege. Vom Kapprecht nicht erfasst sei 

das Zurückschneiden der Äste von der Grundstücksgrenze bis zum Stamm der 

Fichte. Insofern sei aber nicht erstellbar, ob der Beschwerdegegner 2 dem Be-

schwerdegegner 1 dazu den Auftrag tatsächlich so erteilt habe, ob es zu einem 

Missverständnis gekommen sei oder der Beschwerdegegner 1 aus eigener Initia-

tive gehandelt habe. Den Beschwerdegegnern 1 und 2 könne bei dieser Aktenla-

ge kein vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden (Urk. 5 S. 3 ff.). 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Voraussetzungen zum Erlass 

einer Nichtanhandnahmeverfügung seien nicht gegeben. Nach der Staatsanwalt-

schaft sei der objektive Tatbestand erfüllt. Ihr sei die bundesgerichtliche Praxis zu 

den Kapprechts-Fällen bekannt. Die Eindeutigkeit nach Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO 

sei nicht gegeben. Die Divergenz zwischen der Anstiftung zum rechtswidrigen 

Absägen der Äste und der Tatausführung sei in keiner Weise erstellt. Es sei min-

destens zum Absägen von 14 Ästen angestiftet worden. Es treffe nicht zu, dass 

der Zeuge F._____ gegenüber der Kantonspolizei Zürich gesagt habe, der Rasen 

des Beschwerdegegners 2 habe durch den Nadelfall der Fichte einen Schaden 

erlitten. Es treffe auch nicht zu, dass der Zeuge F._____ den Vertreter der Be-

schwerdeführerin um einen Rückschnitt der nunmehr abgesägten Äste gebeten 

habe. Zudem habe der Zeuge F._____ gegenüber der Polizei keinen Schaden am 

Rasen durch Nadelbefall der Fichte erwähnt. Einen Schaden am Rasen durch 

den angeblich starken Nadelfall der Fichte sei vom Beschwerdegegner 2 weder 

qualitativ noch quantitativ substantiiert worden. Es müsse eine erhebliche Beein-

trächtigung sein. Das Bundesgericht betrachte eine durch Laubfall verursachte 

- 9 - 

Beeinträchtigung nicht als erheblich, geschweige denn als übermässig (vgl. BGE 

131 III 505 S. 509). Es sei willkürlich, wenn die Staatsanwaltschaft erwäge, es lie-

ge eine klare Beeinträchtigung des Grundstücks des Beschwerdegegners 2 vor 

(Urk. 2). 

5.3 Das Kapprecht stellt ein Selbsthilferecht dar, welches bestimmte Handlun-

gen zu rechtfertigen vermag, die ansonsten als Sachbeschädigungen gemäss 

Art. 144 StGB strafbar wären (Urteile des Bundesgerichts 6B_751/2017 vom 

29. März 2018 E. 3.2; 6B_898/2015 vom 27. Juni 2016 E. 4.1). Gemäss Art. 687 

Abs. 1 ZGB kann der Nachbar überragende Äste und eindringende Wurzeln kap-

pen und für sich behalten, wenn sie sein Eigentum schädigen und auf seine Be-

schwerde hin nicht binnen angemessener Frist beseitigt werden. 

Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Äste ihrer Fichte auf das 

Grundstück des Beschwerdegegners 2 hinüberragten. Sie bestreitet auch nicht, 

dass sich der Beschwerdegegner 2 bei ihr beschwert und die Beseitigung der Äs-

te innert angemessener Frist verlangt hat. Sie macht geltend, der Beschwerde-

gegner 2 habe die Schädigung nicht substantiiert. Ob sie damit ihrer Rügepflicht 

im Sinne von Art. 385 Abs. 1 StPO genügend nachgekommen ist, kann mit Blick 

auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. 

Eine Schädigung im Sinne von Art. 687 Abs. 1 ZGB ist jede erhebliche, das heisst 

übermässige Beeinträchtigung des nachbarlichen Grundeigentums (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_898/2020 vom 27. Juni 2016 E. 4.1). Übermässig ist eine 

Einwirkung, wenn sie nicht zu tolerieren ist. Es wird in Analogie zu Art. 684 ZGB 

auf die diesbezüglich massgebenden Kriterien abgestellt (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 5C.269/2004 vom 16. Juni 2005 E. 5.2). 

Die Staatsanwaltschaft stellt zur Beurteilung der Schädigung auf die in den Akten 

liegenden und vom Beschwerdegegner 2 eingereichten Fotos ab. Auf den Fotos 

sei der starke Nadelbefall durch die Fichte deutlich zu sehen. Zu sehen sei auch 

die Beschädigung des Rasens im Bereich der überragenden Äste und die Beein-

trächtigung von Fahrzeugen. Der auf den eingereichten Fotos ersichtliche Zu-

stand werde zudem vom unbeteiligten F._____ bestätigt (Urk. 5 S. 4). 

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Auf den Fotos ist erkennbar, dass die Äste der Fichte auf das benachbarte 

Grundstück ragen. Zu sehen ist sodann ein Fahrzeug unter der Fichte. Auf dem 

Fahrzeug sind Verunreinigungen zu sehen (Urk. 19/10/2). Gemäss den Aussagen 

des Beschwerdegegners 2 handelt es sich dabei um "Wachs" (Urk. 19/7 S. 7). 

Gemeint hat der Beschwerdegegner 2 offensichtlich Harz, das von der Fichte 

tropft. Nach den Aussagen des Beschwerdegegners 2 habe sich sein Mieter dar-

über beschwert, weil dieser den Parkplatz so nicht brauchen könne. Sein Mieter 

habe verlangt, dass sich der Beschwerdegegner 2 an den Reinigungskosten be-

teilige (Urk. 19/7 S. 8). Mit diesen nachvollziehbaren und durch die Fotos belegten 

Ausführungen hat der Beschwerdegegner 2 eine Schädigung genügend darge-

legt. Es ist allgemein bekannt, dass Harz den Autolack schädigen kann. Die Be-

schwerdeführerin setzt sich damit nicht auseinander. Unter diesen Umständen 

kann offen bleiben, ob auch der Rasen des Beschwerdegegners 2 Schaden ge-

nommen hat. Die Einwände, welche die Beschwerdeführerin bezüglich des Kapp-

rechts erhebt, sind unbegründet. 

5.4 Aufgrund der Aussagen der Beschwerdegegner 1 und 2 lässt sich nicht klä-

ren, ob der Beschwerdegegner 2 dem Beschwerdegegner 1 den Auftrag gab, die 

Äste bis zum Stamm oder nur bis zur Grundstücksgrenze zurückzuschneiden. 

Möglich ist auch ein Missverständnis zwischen dem Beschwerdegegner 1 und 2 

oder dass der Beschwerdegegner 1 aus eigener Initiative handelte (vgl. dazu 

Urk. 19/7 S. 6 und Urk. 19/8 S. 4). Wenn die Staatsanwaltschaft daraus ableitet, 

dass sich der Sachverhalt insofern nicht erstellen lasse, ist dies nicht zu bean-

standen. Entsprechend lässt sich der subjektive Tatbestand nicht erstellen. Was 

die Beschwerdeführerin dazu vorbringt (Urk. 2 S. 6), überzeugt nicht, zumal aus 

ihren Ausführungen nicht ersichtlich ist, wie der Sachverhalt erstellt werden könn-

te. 

5.5 Die Einwände der Beschwerdeführerin bezüglich des Vorwurfs der Sachbe-

schädigung sind unbegründet. 

6. 

6.1 Zum Vorwurf des Hausfriedensbruchs macht die Beschwerdeführerin gel-

tend, der Beschwerdegegner 1 habe ihr Grundstück mit Sicherheit mehrfach und 

- 11 - 

längerdauernd betreten. Anders liessen sich die mindestens 14 grossen Äste der 

Fichte gar nicht absägen und schon gar nicht mit den Schnittbildern/Spuren, die 

auf den Fotos in den Akten ersichtlich seien. Zudem seien die Äste zu einem 

grossen Haufen zusammengetragen worden, was nur bei einem rechtswidrigen, 

längerdauernden Betreten des Grundstücks erklärbar sei (Urk. 2 S. 6). 

6.2 Die Staatsanwaltschaft erwog in der Nichtanhandnahmeverfügung, die Be-

schwerdegegner 1 und 2 hätten übereinstimmend ausgesagt, dass der Be-

schwerdegegner 2 dem Beschwerdegegner 1 den Auftrag erteilt habe, die Leiter 

vom Grundstück des Beschwerdegegners 2 an die Fichte anzulehnen und von 

dort die Äste zurückzuschneiden. Der Beschwerdegegner 2 habe dem Beschwer-

degegner 1 - soweit ersichtlich - zu keinem Zeitpunkt den Auftrag erteilt, sich auf 

das Grundstück der Beschwerdeführerin zu begeben. Sollte bei der Ausführung 

des Auftrags, während der Beschwerdegegner 1 auf der Leiter stand, sein Ober-

körper in der Luft in den Bereich des Grundstückes der Beschwerdeführerin ein-

gedrungen sein, sei allenfalls von einer fahrlässigen Tatbegehung auszugehen 

(Urk. 5 S. 5). 

Die Beschwerdeführerin setzt sich in ihren Einwänden nicht mit der Begründung 

der Staatsanwaltschaft auseinander. Welche Spuren und Schnittbilder die Be-

schwerdeführerin konkret meint und was sie weshalb aus diesen ableitet, legt sie 

nicht konkret dar. Es ist nachvollziehbar, wenn die Staatsanwaltschaft ausführt, 

der Oberkörper des Beschwerdegegners 1 habe sich allenfalls in der Luft auf dem 

Grundstück der Beschwerdeführerin befunden. Dass zum Absägen der Äste am 

Stamm eine andere Haltung des Beschwerdegegners 1 notwendig gewesen wä-

re, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. In Bezug auf die grossen Haufen aus 

Ästen ist auf die in den Akten liegenden Aussagen zu verweisen. Der Beschwer-

degegner 1 sagte aus, er habe die abgeschnittenen Äste auf das Nachbarsgrund-

stück geworfen. Er sei dabei hinter dem Zaun gestanden. Der Beschwerdegeg-

ner 2 habe ihm dies so in Auftrag gegeben. Dabei habe er das Nachbargrund-

stück nicht betreten, weil dies nicht nötig gewesen sei (Urk. 19/8 S. 4). Der Be-

schwerdegegner 2 sagte aus, er habe dem Beschwerdegegner 1 den Auftrag da-

zu erteilt. Er selbst habe keine Äste auf dem Nachbargrundstück deponiert 

- 12 - 

(Urk. 19/7 S. 7). F._____ sagte gegenüber der Polizei telefonisch, er habe festge-

stellt, dass auf dem Grundstück Äste liegen würden. Es seien mehrere Haufen 

gewesen. Er habe dann daraus einen grossen Haufen gemacht (Urk. 19/1 S. 4). 

Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den Aussagen nicht auseinander. Es ist 

nicht ersichtlich, wie die Aussagen der Beschwerdegegnern 1 und 2 widerlegt 

werden sollen. 

6.3 Die Einwände der Beschwerdeführerin bezüglich des Vorwurfs des Haus-

friedensbruchs sind unbegründet. 

7. 

7.1 Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Be-

schwerdeführerin unterliegt. Sie hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu 

tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts der Bedeutung und Schwierigkeit des 

Fall sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Be-

schwerdeverfahren auf Fr. 1'500.-- festzusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 

GebV OG). 

7.2 Da die Beschwerdeführerin unterliegt, ist sie für das Beschwerdeverfahren 

nicht zu entschädigen. Mangels Anträgen sind die Beschwerdegegner 1 und 2 für 

das Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen. 

7.3 Die Beschwerdeführerin hat für das Beschwerdeverfahren eine Sicherheits-

leistung von Fr. 1'200.-- bezahlt (Art. 383 StPO; Urk. 7 und Urk. 9). Die ihr aufer-

legten Kosten sind von der Sicherheitsleistung zu beziehen und im Restbetrag mit 

der Sicherheitsleistung im parallelen Verfahren UH200068-O zu verrechnen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.-- fest-

gesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt. 

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3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro-

chen. 

4. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Kosten werden von der Sicherheits-

leistung (im vorliegenden Verfahren) bezogen und im Restbetrag (Fr. 300.--) 

mit der Sicherheitsleistung im Verfahren UH200068-O verrechnet. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Beschwerdeführerin, per Gerichtsurkunde 
− den Beschwerdegegner 1, per Gerichtsurkunde 
− den Beschwerdegegner 2, per Gerichtsurkunde 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-9/2019/10017307, 

gegen Empfangsbestätigung 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-9/2019/10017307, unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 19), gegen Empfangsbe-
stätigung 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

  

- 14 - 

 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 

 
 
Zürich, 16. April 2021 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. S. Christen 
 

	Beschluss vom 16. April 2021
	Erwägungen:
	I.
	II.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'500.-- festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Kosten werden von der Sicherheitsleistung (im vorliegenden Verfahren) bezogen und im Restbetrag (Fr. 300.--) mit der Sicherheitsleistung im Verfahren UH200068-O verrechnet.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Beschwerdeführerin, per Gerichtsurkunde
	 den Beschwerdegegner 1, per Gerichtsurkunde
	 den Beschwerdegegner 2, per Gerichtsurkunde
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-9/2019/10017307, gegen Empfangsbestätigung

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad A-9/2019/10017307, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 19), gegen Empfangsbestätigung
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.
	Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.