# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e76a7b1a-4480-569b-850b-64643de6d913
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2018 200 2017 856
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-856_2018-01-11.pdf

## Full Text

200 17 856 IV
SCJ/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Januar 2018, IV/17/856, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1994 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
erlitt im Jahr 2005 aufgrund einer aneurysmatischen Knochenzyste einen 
Spontanbruch des rechten proximalen Humerus, welcher im Oktober 2008 
operativ fixiert wurde (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; AB] 23 S. 25). Am 1. März 2016 meldete sie sich unter 
Hinweis auf „sehr grosse Schmerzen und Probleme mit der Bewegung“ am 
rechten Ellbogen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (AB 2). Die IVB nahm Abklärungen in medizinischer und erwerblicher 
Hinsicht vor, holte die Akten des zuständigen Krankentaggeldversicherers 
ein und liess die Versicherte bidisziplinär (psychiatrisch/orthopädisch) be-
gutachten (AB 41 und AB 48). Gestützt auf das entsprechende Gutachten 
vom 30. Juni 2017 (AB 54.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 12. Juli 
2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da kein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden vorliege (AB 56). Damit zeigte sich die Ver-
sicherte – vertreten durch die B.________ AG – mit Einwand vom 8. Sep-
tember 2017 (AB 60) nicht einverstanden und beantragte die Durchführung 
einer beruflichen Abklärung und eine Neuberechnung des Rentenan-
spruchs unter Berücksichtigung einer invalidisierenden anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung. Am 14. September 2017 verfügte die IVB dem 
Vorbescheid entsprechend und wies das Leistungsbegehren ab (AB 62).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch 
die B.________ AG, Rechtsanwältin C.________ – am 27. September 
2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie bean-
tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer 
Invalidenrente in gesetzlicher Höhe seit wann rechtens. Eventualiter sei die 
Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks Rentenprüfung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen.

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In der Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2017 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 15. November 2017 nahm die Beschwerdeführerin zu den 
Ausführungen in der Beschwerdeantwort Stellung und hielt an ihren 
Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. September 2017 
(AB 62). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente (IV-Rente).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-

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kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1.1 Die Hausärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 30. Mai 2016 (AB 23) 
einen Status nach Prevotnagelung, Zystenentfernung und Füllung des 
rechten proximalen Humerus mit Restbeschwerden bei liegendem Prevot-
nagel am Ellbogen rechts, differentialdiagnostisch neurogene Schmerzen 
im Bereich des Epicondylus humeri radialis rechts. Seit dem 29. Oktober 

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2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit (S. 4). Zur genauen Festlegung des Rendements seien weitere 
Abklärungen notwendig.

3.1.2 Im Gutachten des Spitals E.________ vom 25. August 2016 (AB 31) 
hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi-
litation, die Diagnosen eines gemischten Schmerzes der oberen rechten 
Extremität (ICD-10: M79.6) und einer nichtorganischen Schlafstörung (ICD-
10: F51.0) fest. Ohne klare Diagnose eines möglicherweise zugrundelie-
genden depressiven Geschehens oder einer möglichen dissoziativen 
Störung könne er sich nicht zur Arbeitsfähigkeit äussern (S. 5). Sicher sei, 
dass auch nach der letzten Operation vom 29. Oktober 2015 (Versuch der 
Nagelentfernung, Entfernung/Kürzung eines Nagelteils, Versenkung und 
Denervation [vgl. AB 23 S. 14 f.]) der selbe biomechanische Zustand des 
rechten Armes vorliege, der es der Beschwerdeführerin früher erlaubt ha-
be, im angestammten Beruf tätig zu sein. Möglicherweise bestehe eine 
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aufgrund des psychischen Zustan-
des.

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
konnte in seinem Gutachten vom 20. Februar 2017 zu Handen der zustän-
digen Krankentaggeldversicherung (AB 45) keine Diagnosen mit anhalten-
der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben (S. 6). Ohne anhaltende 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Verdacht auf psychosomatische 
Überlagerung von Armschmerzen (ICD-20: F54.4). Die Beschwerdeführerin 
zeige die für das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung notwendi-
gen Symptome teilweise, insbesondere sei sie auf die Schmerzen fixiert 
(S. 7). Sie zeige keine hypochondrischen Befürchtungen, zeige auch keine 
erhebliche Schmerzausdehnung. Die Schmerzen seien nicht ständig 
quälend, seien in erster Linie von körperlichen Belastungen, aber nicht von 
Lebensproblemen abhängig. Zudem zeige die Beschwerdeführerin eine 
Diskrepanz, wenn sie über phasenweise quälende Schmerzen berichte, 
dabei aber emotional ausgeglichen bleibe. Die Angaben über eine während 
zwei Tagen bestehende völlige Schmerzfreiheit nach einer diagnostischen 
Infiltration seien beinahe beweisend, dass keine relevante psychosomati-
sche oder psychogene Genese der Schmerzen vorhanden sei (S. 8). Es 

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müsse auf ungünstige krankheitsfremde Faktoren des sekundären Krank-
heitsgewinns und einer vermuteten ungünstigen Familiendynamik sowie 
auf soziokulturelle Faktoren hingewiesen werden. Da keine psychiatrische 
Störung nachweisbar bzw. eine psychosomatische Störung nur in geringem 
Ausmass vorhanden sei, könne keine krankheitsbedingte Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit attestiert werden.

3.1.4 Im bidisziplinären Gutachten vom 30. Juni 2017 (AB 54.1) diagnos-
tizierten die Fachärzte einen chronischen Schulter-Armschmerz rechts 
(ICD-10: M79.60) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19 Ziff. 5.1). Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Schmerzverarbeitungsstörung 
(ICD-10: F54 [Ziff. 5.2]).

In psychiatrischer Hinsicht hielt Dr. med. H.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, in seinem Teilgutachten fest, dass sowohl in der 
bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 100 % bestehe (AB 54.1 S. 8). Es beständen keine Hinweise dafür, 
dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht jemals eingeschränkt 
gewesen sei. Es hätten keine psychopathologischen Befunde erhoben 
werden können und die Beschwerdeführerin sei im Alltag durch psychische 
Beschwerden nicht beeinträchtigt (S. 9). Vor dem Hintergrund der invali-
ditätsfremden Faktoren neige sie dazu, ihre Beschwerden zu verdeutlichen. 
Die Beschwerdeführerin werde relativ hochdosiert mit Antidepressiva be-
handelt, eine psychiatrische Behandlung finde dabei jedoch nicht statt 
(S. 10). Die Behandlung mit diesen Medikamenten sei zu hinterfragen und 
sollte beendet werden. Es beständen jedoch keine weiteren Therapieoptio-
nen und die Beschwerdeführerin leide nicht an einem behandlungsbedürfti-
gen psychiatrischen Leiden. Dass sie sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle, 
lasse sich nicht durch eine psychiatrische Störung erklären, weshalb auch 
durch eine psychiatrische Behandlung die subjektive Krankheitsüberzeu-
gung, die keinen Krankheitswert habe, nicht wesentlich beeinflusst werden 
könne.

Im orthopädischen Teilgutachten (AB 54.1 S. 12 ff.) führte Dr. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, dass für die angestammte Tätigkeit als ... eine 
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe 

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(S. 17 Ziff. 4.5). Die Beschwerdeführerin habe die Ausbildung zur ... nach 
dem Schulabgang gemacht und sei in der Folge auch in diesem Bereich 
tätig gewesen. In diesem Zeitpunkt sei die Behandlung der mechanisch 
relevanten Pathologie am rechten Arm bereits erfolgt, was für eine ausrei-
chende Belastungsfähigkeit auch in einer Tätigkeit mit durchaus relevanten 
körperlichen Ansprüchen spreche. Es sei deshalb nicht plausibel begründ-
bar, weshalb diese nun nicht mehr möglich sein sollte, zumal sich die ob-
jektiven Befunde in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert hätten. 
Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Tätigkeit als ... mit zu 
hohen Ansprüchen an die Belastungsfähigkeit des rechten Armes verbun-
den wäre, könne die Beschwerdeführerin zumindest körperlich leichte Akti-
vitäten, wo ein Hebe- und Tragelimit am rechten Arm von 10 kg nur aus-
nahmsweise überschritten werde und keine repetitiven Bewegungen ober-
halb der Horizontalen vorkämen, uneingeschränkt ausüben. Für entspre-
chend adaptierte berufliche Tätigkeiten bestehe somit eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 100 %. Mit dem operativen Eingriff vom Oktober 
2015 sei vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit von drei Monaten 
eingetreten. 

Anlässlich der bidisziplinären Beurteilung (AB 54.1 S. 19 f.) hielten die Gut-
achter fest, dass entgegen den subjektiven Beschwerden objektiv praktisch 
keine Befunde hätten erhoben werden können. Gewisse postoperative Re-
siduen am rechten Arm seien vorhanden. Diese seien allerdings durch die 
Primäroperation (wohl: Fraktur) im Jahr 2005 entstanden. Anschliessend 
habe die Beschwerdeführerin noch ihre Ausbildung absolvieren und fast 
zwei Jahre voll in diesem Beruf tätig sein können. Die aktuellen Beschwer-
den liessen sich aus orthopädischer Sicht nicht erklären und auch die Ak-
tenlage könne dafür keine somatische Erklärung liefern. Aus bidisziplinärer 
Sicht resultiere, dass bei der Beschwerdeführerin lediglich bis einige Wo-
chen nach dem Eingriff vom 29. Oktober 2015 eine vorübergehend einge-
schränkte Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden könne (S. 20). Ansonsten 
lägen weder somatisch noch psychiatrisch wesentliche Befunde vor, die 
eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Dies gelte auch für die Haus-
haltstätigkeit.

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 14. September 2017 (AB 62) massgeblich auf das bidisziplinäre 
Gutachten der Dres. med. H.________ und I.________ vom 30. Juni 2017, 
basierend auf dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. H.________ 
(S. 5 ff.) und dem orthopädischen Teilgutachten von Dr. med. I.________ 
(S. 11 ff.), gestützt. 

Diese bidisziplinäre Beurteilung vom 30. Juni 2017 erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor), weshalb ihr volle Be-
weiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthal-
tenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen der Sachverstän-
digen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 
geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beur-
teilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die ge-

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zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvoll-
ziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Schliesslich stehen auch die 
beiden Teilbeurteilungen untereinander in Übereinstimmung und die Er-
kenntnisse der Gutachter flossen in die überzeugende interdisziplinäre Be-
urteilung ein.

3.4 In somatischer Hinsicht diagnostizierte der orthopädische Gutachter 
Dr. med. I.________ zwar einen chronischen Schulter-Armschmerz mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (AB 54.1 S. 15). Gleichzeitig sieht er 
aber keine Gründe, weshalb die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als ... nicht mehr möglich sein sollte, denn die Beschwerdeführerin 
habe die entsprechende Ausbildung in einem Zeitpunkt gemacht, als die 
Behandlung der mechanisch relevanten Pathologie am rechten Arm bereits 
erfolgt gewesen sei und die Tätigkeit mit den entsprechenden körperlichen 
Anforderungen danach möglich war (S. 17). Da sich die objektiven Befunde 
seither nicht wesentlich verändert hätten, sei es nicht plausibel begründbar, 
weshalb dies nun nicht mehr möglich sein solle. Dies überzeugt. Auch der 
orthopädische Gutachter am Spital E.________, Dr. med. F.________, hat 
in seinem Gutachten vom 25. August 2016 (AB 31) festgehalten, dass sich 
nach der dritten Operation aus biomechanischer Sicht keine Änderung er-
geben habe im Vergleich zum Zustand, als die Beschwerdeführerin noch 
als ... tätig war. Allerdings stufte Dr. med. I.________ (AB 54.1 S. 17) kör-
perlich schwer belastende Arbeiten aufgrund der Schmerzprovokation als 
ungeeignet ein, erklärte jedoch körperlich leichte Aktivitäten mit einem He-
be- und Tragelimit von nur ausnahmsweise über 10 kg und ohne repetitive 
Bewegungen oberhalb der Horizontalen als uneingeschränkt in einem 
100 %igen Pensum zumutbar. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht gel-
tend macht, ist damit zumindest fraglich, ob in der – körperlich zuweilen 
durchaus belastenden – angestammten Tätigkeit als ... tatsächlich von ei-
ner uneingeschränkten Leistungsfähigkeit auszugehen ist. Fest steht aber 
jedenfalls, dass die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht unter 
Berücksichtigung der Schulter-Armschmerzen in einer angepassten Tätig-
keit vollständig leistungsfähig ist.

Daran mag auch der von der Beschwerdeführerin eingereichte Bericht der 
Abklärungsstelle J.________ über die Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit 

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vom 15. August bis zum 11. September 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 5) 
nichts zu ändern. Die dort angegebene Einschätzung der Leistungsein-
schränkung stammt von Eingliederungsfachleuten. Die Frage nach der 
noch zumutbaren Arbeitsleistung ist jedoch nach Massgabe der objektiv 
feststellbaren Gesundheitsschädigung durch die Ärzte und nicht durch die 
Eingliederungsfachleute aufgrund der subjektiven Arbeitsleistung zu be-
antworten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesge-
richt] vom 4. Dezember 2006, I 928/05 E. 3). Das anlässlich der beruflichen 
Abklärung festgestellte Leistungsvermögen kann deshalb die Beweiskraft 
der gutachterlichen Einschätzung von Dr. med. I.________ nicht in Zweifel 
ziehen.

3.5 Auf dem psychiatrischen Fachgebiet diagnostizierte der Gutachter 
Dr. med. H.________ eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54). 
Dieser Diagnose misst der Psychiater jedoch keinen Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit zu (AB 54.1 S. 8). Auch wenn die Beschwerdeführerin sich 
selbst nicht mehr als arbeitsfähig sieht und ihre Hausärztin ihr eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (vgl. AB 23), kann daraus nicht 
eine relevante Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden. Diesbezüglich führt der 
Gutachter der K.________ (MEDAS) nachvollziehbar aus, dass keine Hin-
weise auf schwere psychosoziale Belastungen vorliegen und die Diagnose 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden 
kann (AB 54.1 S. 8). Die Beschwerdeführerin klagte zwar über starke 
Schmerzen, macht dabei aber keinen leidenden Eindruck und pflegt rege 
soziale Kontakte (AB 54.1 S. 9), kann sich über mehrere Stunden um ihren 
Sohn kümmern und konnte im Jahr 2016 auch in ihr Herkunftsland reisen 
(S. 11). Darüber hinaus konnte der Psychiater bei der psychiatrischen Un-
tersuchung keine psychopathologischen Symptome feststellen, so dass 
sich die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 
nicht objektivieren lässt. Diese Einschätzung überzeugt, denn sie steht im 
Einklang mit den übrigen medizinischen Akten. So konnte insbesondere 
auch Dr. med. G.________, der im Auftrag der zuständigen Krankentag-
geldversicherung eine psychiatrische Begutachtung vornahm, bereits im 
Gutachten vom 20. Februar 2017 (AB 45) keine Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit stellen und keine krankheitsbedingte Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit attestieren (S. 7 und S. 9). 

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3.6 Nach dem hiervor Dargelegten erweist sich das bidisziplinäre Gut-
achten der MEDAS vom 30. Juni 2017 (AB 54.1) als voll beweiskräftig, so 
dass darauf abzustellen ist. Dies umso mehr, als aufgrund der Akten keine 
weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestehen, welche einen Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten und die im Gutachten nicht 
ausreichend gewürdigt worden wären. Der medizinische Sachverhalt er-
weist sich damit als genügend abgeklärt. Es ist davon auszugehen, dass 
von weiteren Beweismassnahmen – wie sie von der Beschwerdeführerin in 
der Beschwerde eventualiter beantragt werden (S. 2 Eventualbegehren 
bzw. S. 7 Ziff. 7) – keine zusätzliche Erkenntnisse zu erwarten sind, wes-
halb auf deren Durchführung in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet 
werden kann (BGE 122 V 157 E.  1d S. 162).

3.7 Auch wenn bei der Beschwerdeführerin eine Schmerzverarbei-
tungsstörung vorliegt, kann unter den gegebenen Umständen und gestützt 
auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 30. Juni 2017 (AB 54.1) 
von einem strukturierten Beweisverfahren mit Indikatorenprüfung gemäss 
BGE 141 V 281 abgesehen werden. Ein solches ist nämlich dort entbehr-
lich, wo – wie vorliegend – im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Be-
richte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise ver-
neint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen kein Beweiswert 
beigemessen werden kann (zur Publikation vorgesehene Entscheide des 
BGer vom 30. November 2017, 8C_130/2017, E. 7.1 und 8C_841/2016, 
E. 4.5.3). Es ist deshalb zusammenfassend davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin lediglich einige Wochen nach dem Eingriff vom 29. Ok-
tober 2015 (vgl. AB 54.1 S. 20) vorübergehend in ihrer Arbeitsfähigkeit ein-
geschränkt war. Ansonsten liegen weder somatisch noch psychiatrisch 
wesentliche Befunde vor, die eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten.

3.8 Nach dem Dargelegten ist bei der Beschwerdeführerin sowohl in 
somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht ein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden zu verneinen.

4.

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4.1 Selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin davon auszuge-
hen wäre, dass die Tätigkeit als ... mit zu hohen Ansprüchen an die Belast-
barkeit des rechten Armes verbunden wäre und es ihr deshalb nicht mehr 
möglich wäre, in ihrem angestammten Beruf tätig zu sein (vgl. orthopädi-
sches Teilgutachten von Dr. med. I.________ [AB 54.1 S. 17 Ziff. 4.5), be-
steht kein Anspruch auf eine IV-Rente, wie nachfolgend darzulegen ist. 
Diesfalls wäre auf der Grundlage des festgestellten Zumutbarkeitsprofils 
(100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätig-
keit mit nur ausnahmsweisem Überschreiten eines Hebe- und Tragelimits 
von 10 kg am rechten Arm und ohne repetitive Bewegungen) der IV-Grad 
anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln 
(vgl. E. 2.4 hiervor). 

4.2 Für die Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens wäre 
diesfalls auf das von der Beschwerdeführerin zuletzt erzielte Einkommen 
als ... bei der der letzten Arbeitgeberin L.________ abzustellen. Gestützt 
auf deren Angaben im Fragebogen für Arbeitgebende vom 11. März 2016 
(AB 10) beträgt dieses Fr. 61‘100.– pro Jahr (Fr. 4‘700.– x 13 [S. 4 
Ziff. 2.12]). Bei einem hypothetischen Invalideneinkommen von 
Fr. 53‘949.40 (vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, 
Totalwert der LSE 2014 Tabelle TA1 für Frauen von monatlich Fr. 4‘300.–, 
aufindexiert auf das Jahr 2015 und angepasst an die durchschnittliche be-
triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit) wird der für den Anspruch auf eine 
IV-Rente minimal erforderliche IV-Grad von 40 % klarerweise nicht erreicht.

5.

Nach dem hiervor Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin das Leis-
tungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Die angefochtene 
Verfügung vom 14. September 2017 (AB 62) ist nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzu-
weisen.

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Januar 2018, IV/17/856, Seite 14

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerde-
führerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) 
noch die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt 
des Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Januar 2018, IV/17/856, Seite 15

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Stellungnahme vom 15. November 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.