# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45e3bb3f-611d-566f-b233-1d5a24442044
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 28.09.2004 SF 2004 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-29_2004-09-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 28. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 29 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Tomaschett-Murer und Burtscher
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch lic. iur. Bruno Maranta, c/o Degia-
comi/Riedi/Schreiber/Schmid, Advokatur und Notariat, Hartbertstrasse 11, Postfach 
180, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Juni 2004, 

wegen unvollendeten Raubversuchs, mehrfachen Diebstahls, etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am V. in Torres Novas/Portugal geboren, wo er die ersten 
Lebensjahre verbrachte und vier Klassen der Primarschule besuchte. Im Alter von 
10 Jahren zog er zu seinen Eltern nach A.. Dort wuchs er zusammen mit seiner im 
Jahr 1988 geborenen Schwester in geordneten Verhältnissen auf. Er setzte die Pri-
marschule fort und besuchte anschliessend die Realschule. Nach der Schulentlas-
sung begann er im Sommer 1993 bei der B. in A. eine Lehre als Autolackierer, wel-
che er jedoch nach einem Jahr vorzeitig abbrach. Anschliessend war er während 
eines guten halben Jahres als Portier im Hotel C., A., angestellt. In der Folge liess 
sich X. zum Kellner ausbilden und arbeitete von Oktober 1995 bis ca. April 1997 
vorerst als Portier und später als Kellner im Hotel D. in A.. Von August 1997 bis 
etwa August 2000 war er bei der E. im internen Transport beschäftigt. Darauf folgten 
einige kurze Anstellungen als Chauffeur, Kellner, Bergbahnangestellter und Türste-
her. Seit Juli 2002 arbeitet der Angeklagte bei der F. AG in G. als Gokart-Mechani-
ker. Er bezieht einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 3'900.--. Unter Berücksichti-
gung der laufenden Lohnpfändung erhält der Angeklagte monatlich Fr. 2'100.-- aus-
bezahlt. Seine Schulden belaufen sich auf etwa Fr. 30'000.-- bis 40'000.--. X. ist 
ledig und hat keine Kinder. 

Im Schweizerischen Strafregister ist der Angeklagte mit einer Eintragung ver-
zeichnet. Am 3. Januar 1996 verurteilte ihn der Kreispräsident A. wegen mehrfa-
chen Diebstahls, geringfügigen Diebstahls, mehrfacher unrechtmässiger Aneig-
nung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Entwendung zum Gebrauch und Fahrens 
ohne Führerausweis zu einer bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 20 Ta-
gen Gefängnis, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Nach eigenen Angaben des 
Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung wurden ihm infolge eines Selbstun-
falls mit dem Auto zudem eine Busse sowie ein Führerausweisentzug auferlegt. 

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei H. vom 20. Mai 2003 ist über 
den Ruf des Angeklagten nichts Nachteiliges bekannt. 

X. befand sich vom 13. November 2002 bis am 15. November 2002 in Poli-
zeihaft.

B. Mit Verfügung vom 18. November 2002 eröffnete die Staatsanwalt-
schaft Graubünden gegen X. eine Strafuntersuchung wegen versuchten Raubs und 
beauftragte das Untersuchungsrichteramt A. mit deren Durchführung. Die Schluss-
verfügung erging am 20. Mai 2003. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 7. Juni 2004 wurde X. wegen unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 

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140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, mehrfachen Dieb-
stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung gemäss Art. 
144 Abs. 1 StGB und mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 
in Anklagezustand versetzt. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 7. Juni 2004 der folgende Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt 

A. des unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB. 

Etwa im April 2001 fragten I. und J. den Angeklagten telefonisch an, ob 
er bei einer illegalen Geldbeschaffung in A. mitmachen würde. Als mög-
lichen Deliktsbetrag nannten sie Fr. 80'000.- bis 120'000.-. 

Einige Tage später, das heisst im April oder anfangs Mai 2001, fuhr X. 
an einem Abend von seinem damaligen Arbeitsort K. nach A., wo er sich 
im Keller des Mehrfamilienhauses, in dem J. wohnte, mit seinen Kom-
plizen traf und von folgendem Tatplan in Kenntnis gesetzt wurde: 

J. und I. beabsichtigten, zusammen mit dem Angeklagten V. Z., Mitar-
beiter der L. A., in dessen Wohnung an der M.-Strasse 16 in A. mit Soft-
gun-Pistolen zu überfallen und ihn sowie seine allenfalls anwesende 
Ehefrau mit Klebeband zu fesseln und ihnen den Mund zuzukleben. 
Dann wollte J. mit den Schlüsseln von V. Z. das Büro der L. aufsuchen 
und den dortigen Tresor ausräumen. X. und I. sollten währenddessen 
das oder die Opfer bewachen. Je nach Situation wollte man auf eine 
zweite Tatvariante ausweichen und sich zusammen mit V. Z. von der 
Wohnung ins Büro der L. begeben. Bei dieser Variante wäre der Ange-
klagte in der Wohnung zurückgeblieben und hätte dort W. Z. bewacht. 

Nach der geplanten Tat wären die Opfer in jedem Fall gefesselt in ihrer 
Wohnung zurückgelassen worden. 

Die Beute sollte zu drei gleichen Teilen unter den Tätern aufgeteilt wer-
den. 

Als X. am fraglichen Abend in A. eintraf war er vereinbarungsgemäss - 
wie seine Komplizen - dunkel gekleidet und führte eine Baseballmütze 
sowie eine Sonnenbrille mit. I. und J. brachten zudem zwei Softgun-Pis-
tolen und Klebeband mit. Als sich die drei Männer zwischen etwa 22 
oder 23 Uhr mit den erwähnten Gegenständen in Richtung des Wohn-
hauses von V. Z. begaben, hatten sie - um am Tatort keine Fingerab-
druckspuren zu hinterlassen - ihre Fingerkuppen mit Klebeband abge-
deckt. X. trug eine der erwähnten Pistolen in einem Holster auf sich. In 
der Folge versteckten sich X., J. und I. in der Nähe der erwähnten Lie-
genschaft und beobachteten aus einer Entfernung von ca. 100 Meter 
den Hauseingang. J. hatte am Nachmittag das Schloss der Hauptein-
gangstüre mit einem Holzstück so präpariert, dass die Türe nicht mehr 
automatisch schloss, um am Abend ungestört ins Haus eindringen zu 
können. Von ihrem Standort aus konnten die drei Männer in der Folge 
beobachten wie V. Z. nach Hause kam. Kurze Zeit später erschien je-
doch ein Mann beim Hauseingang und stellte fest, dass sich die 
Haustüre nicht mehr richtig abschliessen liess. Als der Mann in der Folge 

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mit seinem Mobiltelefon ein Gespräch führte, befürchteten X., I. und J., 
dass er mit der Polizei telefonieren könnte und brachen ihr Vorhaben ab. 

Akten  Dossier 4 

Gegen J. und I. wird unter der Proz.Nr. VV.2002.1819 ein separates 
Strafverfahren geführt. 

B. des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfa-
chen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des mehr-
fachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

1. Am 24. Juni 2002 brach der Angeklagte gegen 2 Uhr mit Hilfe einer 
mitgeführten Eisenstange die Tür des Verein N. an der Dorfstrasse 1 
in A. Dorf auf und begab sich darauf in die Räumlichkeiten. Dort ent-
wendete er aus der Registrierkasse ein Serviceportemonnaie im Wert 
von etwa Fr. 30.- mit Bargeld in Höhe von Fr. 2'048.10 sowie ein Cou-
vert mit ca. Fr. 2'000.- Bargeld. Weiter brach er den Zigarettenauto-
mat im Lokal auf und entnahm daraus etwa Fr. 700.- Bargeld. Zudem 
nahm der Angeklagte aus dem Lokal ein Handy der Marke Alcatel mit 
Prepay-Card im Gesamtwert von etwa Fr. 100.- mit. 

Die gestohlenen Gegenstände warf der Angeklagte kurz nach der Tat 
weg; das Geld verspielte er zu einem grossen Teil in den folgenden 
Tagen im Casino in A.. 

An der Eingangstüre sowie am Zigarettenautomat entstand ein Sach-
schaden in Höhe von ca. Fr. 800.-. 

Akten Dossier 5 

Am 24. Juni 2002 stellte O. als Vertreter des Verein N. Strafantrag 
gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedens-
bruchs. 

Akten Dossier 5, act. 5.2

2. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 2002 beabsichtigte X. in das Re-
staurant P., Q. 58, in A. einzubrechen. Als er zwischen ca. 2 und 3 
Uhr festgestellt hatte, dass der Lieferanteneingang des Restaurants 
abgeschlossen war, begab er sich in die nahe gelegene Diskothek 
"R.", holte dort ein Messer und ging damit erneut zum erwähnten Lie-
feranteneingang. Mit Hilfe des Messer gelang es ihm schliesslich die 
Türe aufzubrechen. Im Innern des Gebäudes stieg er zwei Treppen 
bis zur Bar hoch und behändigte dort aus einer Schublade eine Geld-
kassette im Wert von Fr. 98.- mit Bargeld in Höhe von Fr. 1'044.50. 
Zudem versuchte er erfolglos mit dem Messer den Zigarettenautoma-
ten im ersten Untergeschoss aufzubrechen. In der Folge verliess der 
Angeklagte das Restaurant in Richtung Schulhaus, wo er die entwen-
dete Geldkassette aufbrach, das Bargeld entnahm und die Geldkas-
sette entsorgte. 

Mit dem Geld finanzierte er in den nächsten Tagen den Ausgang, wo-
bei er einen Teil davon im Casino verspielte. 

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An der Eingangstüre und am Zigarettenautomat entstand ein Sach-
schaden von insgesamt etwa Fr. 900.-. 

Akten Dossier 6 

Am 4. Juli 2002 stellte S., Geschäftsführerin der T. AG (Restaurant 
P.), Strafantrag gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung und 
Hausfriedensbruchs. 

Akten Dossier 6, act. 6.2“

C. Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden fand am 28. September 2004 in Anwesenheit des Angeklagten, X., und 
seines amtlichen Verteidigers, lic. iur. Bruno Maranta, statt. Die Anklage wurde 
durch Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob vertreten. Gegen die Zuständigkeit und die 
Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass sich die-
ses als in der Sache legitimiert erklärte.

Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person bestätigte der Angeklagte auf 
richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen gemäss 
Anklageschrift. Er gab an, weiterhin als Gokart-Mechaniker bei der F. AG in G. tätig 
zu sein. Der amtliche Verteidiger reichte in diesem Zusammenhang ein Zwischen-
zeugnis der F. AG zu den Akten. Der Angeklagte hielt sodann fest, er habe seine 
Finanzen wie auch die Casino-Besuche jetzt unter Kontrolle. Im Anschluss wurde 
das Beweisverfahren zur Sache durchgeführt. Der Angeklagte zeigte sich hinsicht-
lich der ihm zur Last gelegten Taten geständig.

Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der Staatsan-
walt in seinem Plädoyer folgende Anträge:

„1. X. sei des unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs 
im Sinne von Art. 186 StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit neun Monaten Gefängnis zu bestrafen, unter Anrech-
nung der Polizeihaft von drei Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von zwei Jahren.

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger anerkannte in seinem Plädoyer den dem Angeklag-
ten zur Last gelegten Sachverhalt wie auch die von der Anklage vorgenommene 
rechtliche Qualifikation desselben, letztere allerdings mit Ausnahme des unvollen-
deten Raubversuchs. Diesbezüglich machte er geltend, dem Angeklagten könne 

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höchstens Gehilfenschaft, nicht jedoch Mittäterschaft vorgeworfen werden. Darüber 
hinaus sei X. freiwillig vom Versuch zurückgetreten, so dass von einer entsprechen-
den Bestrafung Umgang genommen werden könne. Abschliessend gelangte der 
amtliche Verteidiger zu folgenden Anträgen:

„1. X. sei der Gehilfenschaft zu unvollendet versuchtem Raub gemäss Art. 
25 StGB in Verbindung mit Art. 26 StGB, Art. 21 Abs. 2 StGB und Art. 
140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 
1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 
StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 3 Monaten Gefängnis zu bestrafen, abzüglich der er-
standenen Polizeihaft von 3 Tagen.

3. Die Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer angemessenen 
Probezeit.

4. Die beschlagnahmte Pistole Pervecta sei zurückzugeben.

5. Auf eine Ersatzabgabe sei zu verzichten.

6. Unter gesetzlicher Kostenfolge.“

In der Replik beziehungsweise der Duplik hielten sowohl der Staatsanwalt 
als auch der amtliche Verteidiger an ihren Anträgen und deren Begründung fest.

In seinem Schlusswort hielt der Angeklagte fest, I. und er seien in der Tat-
nacht alles andere als sicher gewesen, ob sie die geplante Raubtat auch tatsächlich 
ausführen wollten beziehungsweise ausgeführt hätten. Der Mann, der an der Hau-
seingangstüre erschienen sei, habe ihnen in diesem Sinne eine willkommene Gele-
genheit geboten, das Vorhaben abzubrechen. Er bedaure, was er getan habe und 
werde sich künftig wohlverhalten. Ein grosses Anliegen sei es ihm, seine Arbeits-
stelle behalten zu können.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts und des amt-
lichen Verteidigers sowie die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der 
Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1.a. Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwär-
tiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand 
unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jah-

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ren oder mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB). Der objektive Tatbestand des Raubs ist dadurch gekennzeichnet, dass ein 
Diebstahl begangen wird, nachdem eine Nötigungshandlung ausgeführt wurde, wel-
che gerade die Duldung dieses Diebstahls bezweckt. Das Gesetz nennt alternativ 
drei Nötigungshandlungen, nämlich Gewalt gegen eine Person, Androhung gegen-
wärtiger Gefahr für Leib und Leben sowie das Bewirken der Widerstandsunfähigkeit. 
Unter Gewalt wird die unmittelbare physische Einwirkung auf den Körper einer Per-
son verstanden. Die Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben kann 
durch entsprechende Äusserungen sowie durch konkludente Handlungen erfolgen 
und muss grundsätzlich geeignet sein, das Opfer widerstandsunfähig zu machen. 
Die angedrohte Beeinträchtigung der körperlichen Integrität muss entsprechend 
eine erhebliche sein. Die Drohung muss objektiv die Intensität erreichen, dass ein 
durchschnittlich Einsichtiger dem Ansinnen des Täters nachgibt. Allgemein ist aner-
kannt, dass der Täter seine Drohung nicht zu verwirklichen wollen braucht. Es 
genügt, wenn beim Opfer dieser Eindruck erweckt wird, wie das z.B. beim Vorhalten 
einer ungeladenen Schusswaffe regelmässig geschieht (vgl. BGE 121 IV 182 ff., 
107 IV 33). Die Androhung der Gewalt beziehungsweise gegenwärtiger Gefahr für 
Leib und Leben kann sich gegen jede Person richten, die zumindest eine faktische 
Schutzposition in Bezug auf die Sache hat, die gestohlen werden soll. Als dritte 
Nötigungshandlung wird das Bewirken der Widerstandsunfähigkeit genannt, wobei 
davon andere Tatmittel als Gewalt oder Drohung erfasst werden, durch welche der 
Täter das Opfer widerstandsunfähig macht. Im Anschluss und als Konsequenz der 
begangenen Nötigungshandlung muss der Täter einen Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 
1 StGB begehen, d.h. eine fremde, bewegliche Sache in Bereicherungsabsicht zur 
Aneignung wegnehmen. Dieser Diebstahl muss ihm gerade durch die Nötigungs-
handlungen ermöglicht oder zumindest erleichtert worden sein. In subjektiver Hin-
sicht ist der Vorsatz des Täters, jemanden durch die gesetzlich umschriebenen Nöti-
gungsmittel widerstandsunfähig zu machen, erforderlich. Dies hat zudem in der Ab-
sicht zu erfolgen, einen Diebstahl zu begehen (Niggli Marcel Alexander/Riedo Chri-
stof, in: Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 10 ff. zu Art. 140 
StGB, mit Hinweisen; Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 
2. Auflage, Zürich 1997, N 1 ff. zu Art. 140 StGB).

Vollendet ist der eigentliche Raub nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erst mit 
Vollendung des Diebstahls (Niggli/Riedo, a.a.O., N 160 zu Art. 140 StGB). Kommt 
es nicht soweit, liegt ein unvollendeter Versuch des Raubs vor. In diesem Zusam-
menhang bestimmt Art. 21 Abs. 1 StGB, dass ein Täter milder bestraft werden kann, 
wenn er zwar mit der Ausführung eines Verbrechens oder eines Vergehens begon-

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nen hat, die strafbare Tätigkeit aber nicht zu Ende führt. Die Strafbarkeit eines Ver-
suchs tritt im Allgemeinen erst ein, wenn der Täter mit der Ausführung der Tat be-
gonnen hat. Dies erfordert implizit, dass er zuvor einen auf die Begehung der Tat 
gerichteten Entschluss gefasst hat (Jenny Guido, in: Basler Kommentar zum StGB, 
Band I, Basel 2003, N 1 und 6 zu Art. 21 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn der 
Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlos-
senheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirk-
licht wären. Für die Frage, ob mit der Ausführung der Tat begonnen wurde, stellt die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung auf die sogenannte Schwellentheorie ab. Da-
nach wird zum Beginn der Ausführung schon jede Tätigkeit gerechnet, die nach 
dem Plan, den sich der Täter gemacht hat, auf dem Weg zum Erfolg den letzten 
entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt 
(point of no return), es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfol-
gung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 120 IV 115, mit Hinwei-
sen, 119 IV 253, 119 IV 227). Der Beginn der Tatausführung liegt daher bei denje-
nigen Handlungen vor, mit denen der Täter zur Verwirklichung des Tatbestandes 
unmittelbar ansetzt (Jenny, a.a.O., N 20 zu Art. 21 StGB). Beim Raub beginnt der 
strafbare Versuch mit dem unmittelbaren Ansetzen zur Nötigungshandlung, sofern 
diese von der Absicht getragen wird, einen Diebstahl zu begehen. Dieses unmittel-
bare Ansetzen kann bereits im Betreten des Tatorts bestehen (Niggli/Riedo, a.a.O., 
N 158 zu Art. 140 StGB). Wird das Stadium des strafbaren Versuchs beim Raub 
nicht erreicht, so ist zu prüfen, ob strafbare Vorbereitungshandlungen gemäss Art. 
260bis StGB vorliegen, da die Strafbarkeitsschwelle beim Raub schon vor dem Ver-
suchsstadium angesetzt wird (Baumgartner Hans, Basler Kommentar zum StGB, 
Band II, Basel 2003, N 16 zu Art. 260bis StGB). Nach Art. 260bis StGB wird bestraft, 
wer planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, de-
ren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, einen Raub nach Art. 140 StGB 
zu begehen. Erst wenn auch dieser Tatbestand verneint würde, könnte auf ein nicht 
strafbares Verhalten geschlossen werden. Hinzuzufügen ist, dass - wird eine Raub-
tat versucht oder vollendet - die Bestrafung nach Art. 140 StGB in Verbindung mit 
Art. 21 StGB beziehungsweise nach Art. 140 StGB erfolgt. Art. 260bis StGB erweist 
sich als subsidiär (Baumgartner, a.a.O., N 18 zu Art. 260bis StGB).

b. X. wird von der Anklage vorgeworfen, Ende April oder anfangs Mai 
2001 einen unvollendeten Raubversuch zum Nachteil der L. A. begangen zu haben. 
Im damaligen Zeitpunkt fragten J. und I. den Angeklagten telefonisch an, ob er bei 
einer illegalen Geldbeschaffung in A. mit einem möglichen Deliktsbetrag von Fr. 
80'000.-- bis 120'000.-- mitmachen würde. Einige Tage später fuhr X. an einem 

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Abend von seinem damaligen Arbeitsort K. nach A., wo er sich im Keller des Mehr-
familienhauses, in dem J. wohnte, mit seinen Komplizen traf und vom Tatplan in 
Kenntnis gesetzt wurde. J. und I. beabsichtigten, zusammen mit dem Angeklagten 
V. Z., Mitarbeiter der L. A., in dessen Wohnung an der M.-Strasse 16 in A. mit Soft-
gun-Pistolen zu überfallen und ihn sowie seine allenfalls anwesende Ehefrau mit 
Klebeband zu fesseln und ihnen den Mund zuzukleben. Mit anderen Worten hätte 
man gegenüber den Opfern Nötigungshandlungen ausgeführt, indem man diesen 
eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben angedroht und sie dadurch sowie 
durch anschliessende Fesselung und Knebelung zum Widerstand unfähig gemacht 
hätte. Im Anschluss wollte J. mit den Schlüsseln von V. Z. das Büro der L. aufsuchen 
und den dortigen Tresor ausräumen, anders ausgedrückt einen Diebstahl begehen. 
X. und I. sollten währenddessen das oder die Opfer bewachen. Je nach Situation 
wollte man auf eine zweite Tatvariante ausweichen und sich zusammen mit V. Z. 
von dessen Wohnung ins Büro der L. begeben. Bei dieser Variante wäre der Ange-
klagte in der Wohnung zurückgeblieben und hätte dort W. Z. bewacht. Nach der 
geplanten Tat wären die Opfer in jedem Fall gefesselt in ihrer Wohnung zurückge-
lassen worden. Die Beute sollte zu drei gleichen Teilen unter den Tätern aufgeteilt 
werden. Als X. am fraglichen Abend in A. eintraf war er vereinbarungsgemäss - wie 
seine Komplizen - dunkel gekleidet und führte eine Baseballmütze sowie eine Son-
nenbrille mit. I. und J. brachten zudem zwei Softgun-Pistolen und Klebeband mit. 
Als sich die drei Männer zwischen etwa 22 oder 23 Uhr mit den erwähnten Ge-
genständen in Richtung des Wohnhauses von V. Z. begaben, hatten sie - um am 
Tatort keine Fingerabdruckspuren zu hinterlassen - ihre Fingerkuppen mit Klebe-
band abgedeckt. X. trug eine der erwähnten Pistolen in einem Holster auf sich. In 
der Folge versteckten sich der Angeklagte, J. und I. in der Nähe der erwähnten 
Liegenschaft und beobachteten aus einer Entfernung von ca. 100 Metern den Hau-
seingang. J. hatte am Nachmittag das Schloss der Haupteingangstüre mit einem 
Holzstück so präpariert, dass die Türe nicht mehr automatisch schloss, um am 
Abend ungestört ins Haus eindringen zu können. Von ihrem Standort aus konnten 
die drei Männer in der Folge beobachten, wie V. Z. nach Hause kam. Kurze Zeit 
später erschien jedoch ein Mann beim Hauseingang und stellte fest, dass sich die 
Haustüre nicht mehr richtig abschliessen liess. Als der Mann in der Folge mit seinem 
Mobiltelefon ein Gespräch führte, befürchteten X., I. und J., dass er mit der Polizei 
telefonieren könnte und brachen ihr Vorhaben ab. Der geschilderte Sachverhalt ist 
vom Angeklagten zugestanden.

c. Der Angeklagte X. begab sich mit dem Vorsatz, zusammen mit J. und 
I. einen Raub zu begehen, an den Tatort. Durch das vorerwähnte, unter Erwägung 

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1.b. genannte Verhalten setzten er und seine Komplizen unmittelbar zur Tatbe-
standsverwirklichung an und überschritten das Stadium der strafbaren Vorberei-
tungshandlungen gemäss Art. 260bis StGB deutlich. Da die drei Täter nicht zum an-
gestrebten Erfolg gelangten, das heisst keinen vollendeten Diebstahl begingen, ist 
gemäss obigen Ausführungen von einem unvollendeten Raubversuch im Sinne von 
Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB auszugehen. 

d.aa. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei der 
Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts vorsätzlich und in massge-
bender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter 
dasteht (BGE 108 IV 92). Darüber hinaus wird verlangt, dass der Beteiligte über die 
tatsächliche Begehung der Tat nicht allein, sondern zusammen mit anderen zu ent-
scheiden hat. Hierfür ist Tatherrschaft vorauszusetzen, nämlich eine arbeitsteilige, 
für den Erfolg wesentliche Mitwirkung im Ausführungsstadium (BGE 118 IV 399 f.; 
Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 2. Aufl., Bern 1996, N 
55 zu § 13). Es kommt darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des kon-
kreten Falls und dem Tatplan für die Ausführung des Delikts so wesentlich ist, dass 
sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein, 
genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber nicht, dass Mit-
täter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beein-
flussen vermag. In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft einen gemeinsamen Ta-
tentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es 
genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass 
der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, dass er sich 
später den Vorsatz seiner Mittäter zu Eigen macht. Dies kann auch erst im Laufe 
der Tatausführung geschehen (BGE 125 IV 136, 120 IV 271 f., je mit Hinweisen; 
Forster Marc, in: Basler Kommentar zum StGB, Band I, Basel 2003, N 7 ff. vor Art. 
24 StGB, mit Hinweisen). Als Rechtsfolge hat jeder Mittäter in den durch den ge-
meinsamen Tatentschluss gesteckten Grenzen für die Tat als Ganzes einzustehen 
(Stratenwerth, a.a.O., N 61 zu § 13).

Gehilfe ist, wer zu einem Verbrechen oder zu einem Vergehen vorsätzlich 
Hilfe leistet (Art. 25 StGB), das heisst in untergeordneter Stellung die Vorsatztat 
eines andern fördert. Nach der Rechtsprechung gilt als Hilfeleistung jeder kausale 
Beitrag, der die Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders 
abgespielt hätte. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Hilfeleistung nicht zur Tat 
gekommen wäre. Die Förderung der Tat genügt. Anderseits muss die Hilfeleistung 
tatsächlich zur Tat beigetragen, also einen kausalen Beitrag dargestellt haben. Der 

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Gehilfe muss die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung erhöhen. 
Hierfür ist Vorsatz erforderlich, was bedeutet, dass der Gehilfe weiss oder damit 
rechnet, eine bestimmt geartete Straftat zu unterstützen und dass er dies will oder 
zumindest billigend in Kauf nimmt. Die Einzelheiten der Haupttat müssen dem Ge-
hilfen nicht bekannt sein. Es genügt, dass jener die wesentlichen Merkmale des vom 
Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns erkennt (BGE 120 IV 272, 117 IV 188 f.; 
Forster, a.a.O., N 39 vor Art. 24 StGB; Trechsel, a.a.O., N 1 und N 6 zu Art. 25 
StGB).

bb. J. und I. wurden hinsichtlich des geschilderten Sachverhalts vom Kan-
tonsgericht mit Urteil vom 17. August 2004 des bandenmässigen unvollendeten 
Raubversuchs gemäss Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB für schuldig befunden. Es ist im Folgenden zu klären, wie sich die Beteiligung 
von X. am genannten Raubversuch gestaltete.

Der amtliche Verteidiger von X. machte anlässlich der Hauptverhandlung gel-
tend, der Angeklagte habe beim unvollendeten Raubversuch nichts als Mittäter, 
sondern lediglich als Gehilfe gehandelt. Dieser Auffassung kann sich das Kantons-
gericht nicht anschliessen. Aus der dem Angeklagten gemäss Anklageschrift vorge-
worfenen und von diesem zugestandenen Vorgehensweise wird ersichtlich, dass 
der Angeklagte keinesfalls nur einen der geplanten Haupttat untergeordneten Tat-
beitrag geleistet hätte. Vielmehr hätte es sich um eine für den Erfolg des Tatplanes 
massgebliche Mitwirkung im Ausführungsstadium gehandelt. So reiste der Ange-
klagte zunächst extra von seinem damaligen Arbeitsort K. nach A., was seine klare 
Bereitschaft und damit den entsprechenden Vorsatz widerspiegelt, beim Raubüber-
fall mitzumachen. Zwar wirkte er nicht bei der Entschlussfassung zur Tat mit, 
machte sich im Anschluss aber den Vorsatz der Mittäter zu Eigen, indem er zusagte, 
am Raubüberfall teilzunehmen. In A. angelangt, traf er sich mit J. und I., um den 
Tatplan zu besprechen und die Ausrüstung bereitzustellen. Der Angeklagte war da-
her über alle Einzelheiten des Tatplans informiert. Sodann begab er sich mit Ver-
mummungs- und Fesselungsmaterial sowie einer Softgun-Pistole ausgerüstet an 
den Tatort und nahm zusammen mit den anderen beiden Position ein. Wäre die Tat 
zur Ausführung gelangt, wäre der Angeklagte im Anschluss zusammen mit J. und I. 
in die Wohnung von V. Z. eingedrungen und hätte jenen sowie allenfalls auch des-
sen Ehefrau mit den Softgun-Pistolen bedroht, gefesselt und geknebelt sowie im 
Anschluss bis zur Vollendung der Raubtat bewacht, mithin Tätigkeiten, welche für 
das Gelingen der Tat alles andere als unbedeutend waren. Der Angeklagte hätte 
bei der Tatausführung vielmehr eine tragende Rolle gehabt, und zwar bei beiden 

12

zur Diskussion stehenden Tatvarianten. Im Anschluss an die Tat wäre die Beute zu 
gleichen Teilen unter den Tätern aufgeteilt worden, was ebenfalls für eine gleichge-
ordnete Beteiligung aller drei Täter spricht. Nicht erhärten lässt sich aufgrund der 
Akten schliesslich die von der Verteidigung vorgebrachte Argumentation, der Ange-
klagte allein habe die anderen beiden zur Aufgabe des Tatplans überredet. Das 
Ablassen von der Tat beruhte offensichtlich auf einem gemeinsamen Entschluss 
aller drei Beteiligten und war überdies - darauf wird sogleich einzugehen sein - in 
erster Linie durch äussere Umstände bedingt. Auch in subjektiver Hinsicht besteht 
kein Zweifel, dass der Angeklagte wusste, welche Straftat er unterstützte und dass 
sich sein Beitrag keinesfalls auf eine untergeordnete Rolle beschränkt hätte. Dem-
nach gelangt das Kantonsgericht zur Erkenntnis, dass der Tatbeitrag des Angeklag-
ten klar als Mittäterschaft zu qualifizieren ist und X. sich eines unvollendeten Raub-
versuchs schuldig gemacht hat.

e.aa. Zu prüfen bleibt, ob der Angeklagte die strafbare Tätigkeit aus eige-
nem Antrieb nicht zu Ende führte oder ob er aufgrund äusserer Umstände von der 
Tat absah. Art. 21 Abs. 2 StGB bestimmt nämlich, dass das Gericht von einer Be-
strafung wegen eines Versuchs Umgang nehmen kann, wenn der Täter die straf-
bare Tätigkeit aus eigenem Antrieb nicht zu Ende führt. Die Anwendung von Art. 21 
Abs. 2 StGB setzt voraus, dass der Täter sein Vorhaben freiwillig aufgibt, das heisst, 
obwohl er die Vollendung seiner Tat immer noch für möglich hält. Nicht freiwillig ist 
dagegen der Rücktritt, wenn für den Entschluss äussere, von seinem Willen unab-
hängige Umstände, die sich tatsächlich oder vermeintlich der Vollendung entgegen-
stellen, bestimmend sind. Die Beweggründe, die zum Rücktritt führen, sind 
grundsätzlich unerheblich. Auch rein egoistische Motive gelten grundsätzlich als 
„Handeln aus eigenem Antrieb“ im Sinne von Art. 21 Abs. 2 StGB. Dass der Täter 
aus Furcht vor Entdeckung und Strafe von der Tat absieht, schliesst ein Handeln 
aus eigenem Antrieb demnach nicht aus. Voraussetzung ist allerdings, dass diese 
Furcht auf einen eigenen Entschluss und die innere Einstellung des Täters zurück-
zuführen ist und nicht auf eine äussere Einwirkung. Keine Freiwilligkeit liegt daher 
vor, wenn der Täter tatsächliche oder vermeintliche Hindernisse vor sich sieht, die 
unüberwindbar sind oder die er für praktisch unüberwindbar hält, aber auch bereits 
dann, wenn die Hindernisse, die sich dem Täter in den Weg stellen, die Vollendung 
des Delikts nicht eigentlich verunmöglichen, sondern nur erschweren. Die Aufgabe 
des Tatvorhabens ist in den letzteren Fällen jedenfalls dann nicht freiwillig, wenn 
die Erschwernisse das Risiko des Scheiterns so sehr erhöhen, dass es offenbar 
unvernünftig wäre, die Tat fortzuführen. Ist der Täter nämlich nur aufgrund eines 
reinen Kosten-Nutzen-Kalküls vor dem, gemessen an den möglichen Vorteilen, zu 

13

hohen Preis zurückgescheut, besteht kein Grund, ihm dies als Verdienst zu hono-
rieren (BGE 108 IV 104 f.; 118 IV 369 f., 83 IV 1 f.; Jenny, a.a.O., N 35 ff. zu Art. 21 
StGB). Liegt ein freiwilliger Rücktritt von der Tat vor, stellt sich sodann die Frage, 
ob dies bei einem Delikt wie Raub - bei dem gemäss Art. 260bis StGB ja bereits 
Vorbereitungshandlungen strafbar sind - tatsächlich dazu führen könnte, dass das 
Gericht im Sinne von Art. 21 Abs. 2 StGB von einer Bestrafung wegen des Versuchs 
Umgang nimmt, wie dies vom amtlichen Verteidiger gefordert wird. Die subsidiäre 
Natur von Art. 260bis StGB gegenüber Art. 21 StGB deutet grundsätzlich in diese 
Richtung. Allerdings könnte dies zu stossenden Ergebnissen führen, indem jemand, 
der strafbare Vorbereitungshandlungen vornimmt, jedoch nicht ins Versuchssta-
dium übertritt, strafbar ist, derjenige, der bereits einen Schritt weiterging und mit der 
Ausführung der Tat begann, schliesslich aber aus eigenem Antrieb davon absah, 
unter Umständen aber straflos bleibt. In diesem Sinne dürfte das richterliche Ermes-
sen in Art. 21 Abs. 2 StGB eingeschränkt sein. Die Frage kann in casu allerdings 
offen gelassen werden, da - wie nachfolgend aufgezeigt wird - Art. 21 Abs. 2 StGB 
gar nicht zur Anwendung gelangt.

bb. Die Verteidigung bringt vor, der Angeklagte habe die Tat aus eigenem 
Antrieb nicht zu Ende geführt und sei freiwillig vom Versuch zurückgetreten. Als 
jener gesehen habe, dass ein Mann die Manipulation an der Haustüre entdeckt 
hatte und im Anschluss ein Gespräch mit seinem Mobiltelefon führte, habe er sich 
eines Besseren besonnen; dies, obwohl der Mann an der Tür kein unüberwindbares 
Hindernis für die Fortsetzung der Tat gewesen sei. Aufgrund dieses freiwilligen 
Rücktritts könne im Sinne von Art. 21 Abs. 2 StGB von einer Bestrafung Umgang 
genommen werden. 

Das Kantonsgericht kann sich diesen Ausführungen nicht anschliessen. Aus-
schlaggebend für den Abbruch des Tatvorhabens waren unzweifelhaft äussere Um-
stände, namentlich die Tatsache, dass ein Mann beim Hauseingang erschienen war 
und festgestellt hatte, dass sich die Haustüre nicht mehr richtig abschliessen liess. 
Im Anschluss führte diese Person mit ihrem Mobiltelefon ein Gespräch, woraus die 
drei Täter schlossen, dass ihr Tatplan entdeckt worden war und unter Umständen 
die Polizei gerufen werde. Diese Furcht vor Entdeckung und das anschliessende 
Absehen von der Tat wurde klar durch das Erscheinen der besagten Person her-
vorgerufen und beruhte nicht auf einer inneren Einstellung des Angeklagten bezie-
hungsweise auf einer plötzlichen Einsicht in das Unrecht der Tat. Die Furcht war 
vielmehr fremdbestimmt, da das Auftauchen des Mannes zwar nicht ein unüber-
windbares, aber doch ein massgebliches Hindernis für die Fortsetzung der Tat dar-

14

stellte. Zunächst war bereits das Eindringen in das Haus dadurch erschwert worden, 
dass nun das Schloss mit erheblichem Aufwand und der damit verbundenen Entde-
ckungsgefahr hätte aufgebrochen werden müssen. Hätte der Mann sodann tatsäch-
lich die Polizei gerufen, wäre diese in der Folge unter Umständen angerückt, was 
das Risiko des Scheiterns derart erhöht hätte, dass es offenbar unvernünftig gewe-
sen wäre, die Tat fortzuführen. Die Akten, insbesondere die Einvernahmen der bei-
den Mittäter, lassen ferner den Schluss auf die vom Angeklagten vorgebrachte Ar-
gumentation, jener habe die beiden Mittäter aus einer plötzlichen Einsicht heraus 
überredet, die Tat abzubrechen, nicht zu. Offenbar lag vielmehr ein gemeinsamer 
Entschluss aller drei Täter vor, aufgrund des hohen Entdeckungsrisikos von der Tat 
abzusehen. Nicht zu übersehen ist sodann die Tendenz aller drei Täter, sich im 
Sinne einer Schutzbehauptung selbst als denjenigen darzustellen, der auf den Ab-
bruch des Vorhabens gedrängt hat (vgl. act. 4.3, 4.9 und 4.10 betreffend I. sowie 
act. 4.4 betreffend J.). In Würdigung aller Umstände gelangt das Kantonsgericht zur 
Erkenntnis, dass kein Handeln aus eigenem Antrieb vorlag und Art. 21 Abs. 2 StGB 
nicht zur Anwendung gelangt.

X. hat sich demnach eines unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 140 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

2.a. Den Tatbestand des Diebstahls erfüllt, wer jemandem eine fremde, 
bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit 
unrechtmässig zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Als Tatobjekte kommen fremde 
bewegliche Sachen in Frage. Wegnahme ist Bruch fremden und Begründung neuen 
Gewahrsams. Unter Gewahrsam versteht man die tatsächliche Herrschaft über eine 
Sache, bestehend aus der tatsächlichen Herrschaftsmöglichkeit verbunden mit dem 
Herrschaftswillen. In subjektiver Hinsicht werden das Wissen des Täters um die 
Fremdheit der Sache und sein Willen zum Bruch des fremden und zur Begründung 
des eigenen Gewahrsams an der Sache verlangt. Ausserdem werden Aneignungs-
absicht und die Absicht zur unrechtmässigen Bereicherung gefordert (Niggli/Riedo, 
a.a.O., N 10 ff. und N 63 ff. zu Art. 139 StGB). Als Strafe droht Gefängnis oder eine 
Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren.

b. Dem Angeklagten wird seitens der Anklage vorgeworfen, im Juni und 
Juli 2002 zwei Diebstähle verübt zu haben. Es handelt sich um folgende Fälle:

aa. Am 24. Juni 2002 brach der Angeklagte gegen 2 Uhr mit Hilfe einer 
mitgeführten Eisenstange die Tür des Lokals des Verein N. an der Dorfstrasse 1 in 

15

A. Dorf auf und begab sich daraufhin in die Räumlichkeiten. Dort entwendete er aus 
der Registrierkasse ein Serviceportemonnaie im Wert von etwa Fr. 30.-- mit Bargeld 
in Höhe von Fr. 2'048.10 sowie ein Couvert mit ca. Fr. 2'000.-- Bargeld. Weiter brach 
er den Zigarettenautomat im Lokal auf und entnahm daraus etwa Fr. 700.-- Bargeld. 
Zudem nahm der Angeklagte aus dem Lokal ein Handy der Marke Alcatel mit Pre-
pay-Card im Gesamtwert von etwa Fr. 100.-- mit (Ziff. B.1. der Anklageschrift).

bb. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 2002 beabsichtigte X. in das Re-
staurant P., Q. 58, in A. einzubrechen. Als er zwischen ca. 2 und 3 Uhr festgestellt 
hatte, dass der Lieferanteneingang des Restaurants abgeschlossen war, begab er 
sich in die nahe gelegene Diskothek "R.", holte dort ein Messer und ging damit er-
neut zum erwähnten Lieferanteneingang. Mit Hilfe des Messers gelang es ihm 
schliesslich, die Türe aufzubrechen. Im Innern des Gebäudes stieg er zwei Treppen 
bis zur Bar hoch und behändigte dort aus einer Schublade eine Geldkassette im 
Wert von Fr. 98.-- mit Bargeld in Höhe von Fr. 1'044.50. Zudem versuchte er erfolg-
los, mit dem Messer den Zigarettenautomaten im ersten Untergeschoss aufzubre-
chen. In der Folge verliess der Angeklagte das Restaurant in Richtung Schulhaus, 
wo er die entwendete Geldkassette aufbrach, das Bargeld entnahm und die Geld-
kassette entsorgte (Ziff. B.2. der Anklageschrift).

c. Der Angeklagte ist geständig, die genannten Taten begangen zu ha-
ben. Er hat sich mit Wissen und Willen und daher vorsätzlich fremde, bewegliche 
Sachen angeeignet, um sich damit unrechtmässig zu bereichern. Durch dieses Ver-
halten hat er den Tatbestand des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB mehrfach 
erfüllt.

3.a. Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Die ge-
nannte Bestimmung stellt das Recht des Eigentümers, ausschliesslich über die Ge-
stalt und Verwendung der Sache zu bestimmen, unter Schutz. Das tatbestandsmäs-
sige Verhalten („beschädigen“, „zerstören“ oder „unbrauchbar machen“) umfasst 
nicht nur Eingriffe in die Substanz des Gegenstandes, sondern auch die Beeinträch-
tigung der Funktion, die ihm nach seiner Beschaffenheit zukommt oder vom Ei-
gentümer zugedacht wird, oder die Minderung der Ansehnlichkeit (BGE 115 IV 28). 
Vorauszusetzen ist aber stets, dass die Brauchbarkeit der Sache durch eine Einwir-
kung auf die Sache selbst und nicht durch ein anderweitiges Verhalten beeinträch-
tigt wird. In subjektiver Hinsicht werden das Wissen um die Fremdheit der Sache 

16

und der Wille zu deren Beschädigung verlangt (vgl. Weissenberger Philippe, in: 
Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 2 ff. zu Art. 144 StGB; Reh-
berg/Schmid, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 
1.2, S. 154).

b.aa. Beim Einbruch in die Räumlichkeiten des Verein N. in A. Dorf (vgl. Erw. 
2.b.aa. hiervor) verursachte der Angeklagte an der Eingangstüre sowie am Zigaret-
tenautomat einen Sachschaden in der Höhe von ca. Fr. 800.-- (Ziff. B.1 der Ankla-
geschrift). 

bb. Beim Einbruch in das Restaurant P. in A. (vgl. Erw. 2.b.bb. hiervor) 
entstand ein Sachschaden von insgesamt etwa Fr. 900.-- (Ziff. B.2 der Anklage-
schrift).

c. Der Angeklagte ist geständig, die genannten Sachbeschädigungen 
begangen zu haben. Strafanträge der Geschädigten liegen in beiden Fällen vor. 
Indem der Angeklagte vorsätzlich fremde bewegliche Sachen beschädigte, erfüllt er 
mehrfach den Tatbestand der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.

4.a. Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, 
in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zum Haus 
gehörenden umfriedeten Platz, Hof, Garten oder Werkplatz unrechtmässig eindringt 
oder, trotz der Aufforderung des Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt, wird 
gemäss Art. 186 StGB auf Antrag mit Gefängnis oder mit Busse bestraft.

b. Bei den in Erwägung 2 erwähnten Diebstählen drang der Angeklagte 
gegen den Willen der Berechtigten, nämlich zur Begehung von Diebstählen, in die 
Räumlichkeiten des Verein N. und in das Restaurant P. in A. ein. Es handelt sich 
damit um ein vorsätzliches und unrechtmässiges Eindringen in fremde Räumlich-
keiten, wodurch der Angeklagte den Tatbestand des Hausfriedensbruchs gemäss 
Art. 186 StGB mehrfach erfüllt. Entsprechende Strafanträge der Geschädigten lie-
gen vor.

5.a. Gemäss Art. 63 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Grundlage für die Bemessung der 
Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei der Beurteilung der Tatkomponente wer-
den insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise sei-
ner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat und die 

17

Beweggründe des Schuldigen berücksichtigt. Die Täterkomponente umfasst das 
Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat oder im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das 
Mass des Verschuldens variiert unter anderem mit der Schwere des deliktischen 
Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modalitäten der Tatbegehung und dem 
Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss. Je 
leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechtsgutverletzung zu vermeiden, je grösser 
also sein Handlungsspielraum war, desto grösser wiegt das Verschulden. Diese in 
die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wo-
bei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Gerichts nach-
vollziehbar sein müssen (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff., 129 IV 
20 f.).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt, im vorliegenden Fall der unvollendete Raubver-
such. Grundlage für die Strafzumessung ist damit der in Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder Gefängnis nicht 
unter sechs Monaten.

b. Das Verschulden des Angeklagten X. wiegt erheblich, insbesondere 
was die versuche Raubtat betrifft. Auch wenn es letztlich beim Versuch blieb, war 
die Absicht des Angeklagten und seiner Mittäter darauf gerichtet, einen Raubüber-
fall grösseren Ausmasses zu begehen. Gemäss Tatplan wären gegen das oder die 
Opfer massive Nötigungsmittel eingesetzt worden - diese wären mit Softgun-Pisto-
len bedroht und im Anschluss gefesselt und geknebelt worden - und es wäre eine 
erhebliche Deliktssumme erbeutet worden. Zu beachten ist, dass der Raubversuch 
im Ergebnis nur deshalb nicht zum Erfolg führte, weil äussere Umstände die Tat-
ausführung verhinderten. Zu Gunsten des Angeklagten kann immerhin ins Feld ge-
führt werden, dass nicht er es war, der den Anstoss zu diesem Raubversuch gege-
ben hat. Anderseits ergibt sich aus den Akten aber auch, dass es keiner grösseren 
Anstrengungen seitens J. und I. bedurfte, um den sich in Geldnot befindenden An-
geklagten zum Mitmachen zu überreden. Strafschärfend fallen das Zusammentref-
fen mehrerer strafbarer Handlungen und die teilweise mehrfache Tatbegehung ins 

18

Gewicht (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Unwesentlich straferhöhend wirkt sich die Vorstrafe 
aus dem Jahr 1996 aus. Strafmildernd ist gemäss Art. 21 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 65 StGB der Versuch zu berücksichtigen. Strafmindernd kann dem Ange-
klagten der rechte Leumund, das Geständnis und die Kooperation im Strafverfahren 
sowie die vorgebrachte Reue und Einsicht zu Gute gehalten werden.

Die Mittäter J. und I. wurden wegen mehrerer vollendeter und versuchter 
Raubtaten, Diebstählen sowie weiteren Delikten mit Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 17. August 2004 mit 3 ½ beziehungsweise 3 Jahren Zuchthaus 
bestraft. 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe sowie vergleich-
barer Urteile erachtet das Kantonsgericht eine Freiheitsstrafe von neun Monaten 
Gefängnis als dem Verschulden und der Verhaltensweise von X. angemessen und 
gerechtfertigt. 

c. Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Ein solches Verhalten kann 
X. nicht zur Last gelegt werden, so dass einer Anrechnung der erstandenen Polizei-
haft an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegensteht.

6.a. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die neun-
monatige Gefängnisstrafe die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs gewährt 
werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 
1 StGB. Danach kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 
als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen und 
Vergehen abgehalten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es ist zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann. Dabei ist in erster Linie 
der Grundsatz der Spezialprävention massgeblich (BGE 118 IV 100). Allerdings 
lässt sich selbst durch eine umfassende und intensive Auseinandersetzung mit der 
Täterpersönlichkeit keine absolut verlässliche Zukunftsvoraussage treffen. Bei Prü-
fung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB steht daher die Frage 
im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten trotz unsiche-
rer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann. Vermag das Gericht be-
gründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschie-
ben. Der Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf 

19

Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Verge-
hens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten ver-
büsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Im Falle des Aufschubes bestimmt das Ge-
richt dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis zu fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 
3 StGB).

b. Da X. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüssen musste und beim hier zu beurteilenden Fall eine Frei-
heitsstrafe von neun Monaten Gefängnis verhängt wird, sind die objektiven Voraus-
setzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben. Auch in sub-
jektiver Hinsicht erachtet das Gericht die Voraussetzungen als erfüllt. Nach Ansicht 
des Kantonsgerichts kann dem Verurteilten eine günstige Prognose gestellt werden. 
Zwar weist er eine Vorstrafe aus dem Jahr 1996 auf, die unter anderem wegen 
Diebstahls verhängt wurde. Allerdings liegt diese Tat nun schon längere Zeit zurück 
und der Angeklagte hat sich zwischenzeitlich - abgesehen von den vorliegend zu 
beurteilenden Taten - soweit bekannt nichts zu Schulden kommen lassen. Seit eini-
gen Jahren verfügt X. sodann über eine feste Arbeitsstelle, die es ihm erlaubt, seine 
Schulden nach und nach abzuzahlen. Die Arbeitgeberin stellt ihm ein gutes Zeugnis 
aus. Für die Zukunft kann unter diesen Umständen erwartet werden, dass sich X. 
wohl verhalten wird. Aus diesen Gründen wird der Vollzug der neunmonatigen Frei-
heitsstrafe aufgeschoben. Die Probezeit wird auf zwei Jahre angesetzt.

7.a. Der Geschädigte kann gestützt auf Art. 130 Abs. 1 StPO seine zivil-
rechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Strafgericht adhäsi-
onsweise geltend machen. Der Adhäsionsprozess dient seinem Wesen nach dazu, 
den Bestand privatrechtlicher Ansprüche obrigkeitlich verbindlich festzustellen, da-
mit sie nötigenfalls zwangsweise durchgesetzt werden können.

b. Am 26. Mai 2003 reichte S. im Namen der T. AG gegen X. eine Adhä-
sionsklage im Betrag von Fr. 1'205.20 ein. Geltend gemacht werden die aus dem 
Einbruchdiebstahl vom 3./4. Juli 2002 in das Restaurant P. in A. resultierende De-
liktssumme sowie Reparaturkosten und Schadenszins (act. 6.6). Die Forderung 
wurde vom Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht 
von Graubünden am 28. September 2004 anerkannt. Von der Anerkennung der Ad-
häsionsklage der T. AG, A., im Betrag von Fr. 1'205.20 nimmt das Kantonsgericht 
Vormerk.

20

8.a. Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. 

b. Im Rahmen der vorliegenden Strafuntersuchung beschlagnahmte der 
zuständige Untersuchungsrichter mit Verfügung vom 13. Februar 2003 eine Pistole 
„Pervecta“. Es handelt sich um eine dem Vater des Angeklagten gehörende Waffe 
der portugiesischen Armee. Diese Waffe weist keinen Bezug zu den zur Anklage 
gelangten und vorliegend beurteilten Delikten auf. Auch eine Widerhandlung gegen 
das Waffengesetz liegt nicht vor. Zur Einziehung der genannten Pistole im Sinne 
von Art. 58 Abs. 1 StGB durch das Kantonsgericht besteht unter diesen Umständen 
kein Anlass.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden, die Gerichtsgebühr sowie das Honorar der 
amtlichen Verteidigung gestützt auf Art. 158 Abs. 1 StPO zu Lasten des Verurteilten. 
Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie eines allfälligen Strafvollzugs trägt 
der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

21

Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss 
Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB.

2. Dafür wird er mit 9 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizeihaft von drei Tagen.

Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren.

3. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der T. AG, A., im Betrag von Fr. 
1'205.20 wird Vormerk genommen.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 3'092.50

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'593.15
total somit Fr. 7'685.65

gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizeihaft 
und eines allfälligen Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________

22

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: