# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69d0b8fb-04e7-5b27-b86d-c719cf46b0f3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 29.08.2006 A 2006 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_A-2006-14_2006-08-29.pdf

## Full Text

A 06 14

3. Kammer 

URTEIL
vom 29. August 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantonssteuer und direkte Bundessteuer

1. a) … war als Geschäftsführer bei der … AG, …, angestellt. Am 29. März 1999 

reichte er die Steuererklärung 1999/2000 (Bemessungsgrundlage 1997/1998) 

ohne ein Wertschriftenverzeichnis ein. In der Folge tätigte die 

Steuerverwaltung verschiedene Abklärungen und nahm im Rahmen der 

Veranlagungsverfügungen vom 2. August 2001 für die Kantons- und 

Bundessteuern 1999/2000 gegenüber der Selbstdeklaration … folgende 

Aufrechnungen vor:

Einkommen

Einzahlung vom 18.2.97 … Fr.    50'000.00
Einzahlung vom 9.11.98 … Fr.      5'200.00
Einzahlung vom 9.10.98 … Fr.      3'800.00
Eingänge auf … Fr.  131'025.00
Einzahlung vom 12.8.98 … Fr.  100'000.00
Einzahlung vom 12.8.98 … Fr.  200'000.00
Einzahlung vom 30.1.1996 … Fr.    50'000.00
geldwerte Leistungen von der … Fr.    80'164.00
Total Aufrechnungen Einkommen Fr.  620'189.00

Vermögen
UBS … Fr.    16‘545.00
UBS … Fr.    80‘231.80
Namenaktien … (40 % liberiert) Fr.    40'000.00
Jugendsparkonto … Fr.      1‘273.00
UBS … Fr.         587.00
Creditanstalt-Bankverein … Fr.    35‘789.00
Anlagen in … gemäss Bankauszug Fr.    93‘357.00
Darlehen … Fr.    39‘000.00
Darlehen … Fr.    16‘094.00
Aktien gem. Depotauszug … Fr.  141‘800.00

Wertschriftenoptionen gem. Depotauszug … Fr.    47‘800.00
KK gem. Depotauszug … Fr.    78‘054.00
Darlehen … Fr.    16‘000.00
Total Aufrechnungen Vermögen Fr.  606‘530.00

Die Steuerverwaltung erachtete ihre Steuerforderung als gefährdet und 

erliess am 15. August 2001 zwei Sicherstellungsverfügungen für die Kantons- 

und direkte Bundessteuer 1999/2000. Die vom Steuerpflichtigen gegen die 

Sicherstellungsverfügung für die direkte Bundessteuer erhobene Beschwerde 

wurde vom Bundesgericht abgewiesen (BG-Urteil 2A.380/2001 vom 

12.3.2002), der gegen die Sicherstellungsverfügung für die Kantonssteuer 

erhobene Rekurs vom Verwaltungsgericht dagegen gutgeheissen (VGU A 01 

74 vom 11.12.2001).

b) Gegen die Veranlagungsverfügungen vom 2. August 2001 für die Kantons- 

und Bundessteuern 1999/2000 erhob … am 30. August 2001 Einsprache. 

Dabei anerkannte er einige Aufrechnungen, während er die übrigen bestritt. 

Die Steuerverwaltung errechnete nach weiteren Abklärungen einen 

mutmasslichen Steuerbetrag von Fr. 671'400.--. Da der Steuerpflichtige eine 

Sicherstellung verweigerte, erliess die Steuerverwaltung am 30. Oktober 2002 

je eine Sicherstellungsverfügung für die Kantons- und für die direkten 

Bundessteuern über Fr. 234'000.-- bzw. Fr. 226'000.--. Die dagegen 

erhobenen Rechtsmittel wurden sowohl vom Verwaltungsgericht (VGU A 02 

85 vom 17.11.2003) wie auch vom Bundesgericht (BG-Urteil 2A.550/2002 

vom 8.9.2003) abgewiesen. Letzteres wies ausdrücklich darauf hin, dass der 

Steuerpflichtige seine Vermögensverhältnisse jeweils nur in dem Umfang 

offen gelegt habe, als die Veranlagungsbehörde von den 

Vermögensverhältnissen bereits Kenntnis erhalten habe. Im Verlauf des 

Einspracheverfahrens entdeckte die Steuerverwaltung zudem bei der 

Überprüfung der Bankunterlagen, dass der Steuerpflichtige eine 

Wertschriftentransaktion getätigt hatte, mit welcher er einen Gewinn von Fr. 

1'219'000.-- erzielt hatte. Mit Blick auf diese und verschiedene andere 

Wertschriftentransaktionen stellte sich daher die Frage, ob er als 

gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert werden müsste. Der 

Rechtsvertreter des Steuerpflichtigen führte unter Bezugnahme auf 

zahlreiche Literatur- und Judikaturstellen mehrfach aus, dass der 

Steuerpflichtige klarerweise nicht als Wertschriftenhändler zu betrachten sei. 

Da die Steuerverwaltung im Verlauf des Einspracheverfahrens 

verschiedentlich auf Sachverhalte gestossen war, welche vom 

Steuerpflichtigen verschwiegen worden waren, teilte sie dem Rechtsvertreter 

mit Schreiben vom 7. September 2004 mit, dass sie die Frage einer reformatio 

in peius prüfe und forderte diesen zur Stellungnahme auf, wobei sie folgende 

zusätzliche Aufrechnungen anführte:

Geldwerte Leistungen von der … gemäss

Rechnung vom 12. Dezember 1998 Fr.         8‘000.00

AK Verzinsung … AG 1998 Fr.         8‘000.00

Restbonus aus Aktienverkauf … AG Fr.     800‘000.00

Einkommen aus Wertschriftenhandel Fr.     231‘678.00

Aktienverkauf … AG Fr. 1 ‘219‘000.00

In der Stellungnahme vom 27. September 2004 hielt der Vertreter des 

Steuerpflichtigen fest, dass er über die geldwerte Leistung von der … AG … 

keine Unterlagen besitze, die Auszahlung der AK-Verzinsung erst im 1999 

erfolgt sei und der Restbonus über Fr. 800'000.-- erst bei Realisierung 

besteuert werden könne. Bezüglich des von der Steuerverwaltung geltend 

gemachten Ertrags aus Wertschriftenhandel über Fr. 231'678.-- bestritt er 

erneut, dass der Steuerpflichtige die Voraussetzungen des gewerbsmässigen 

Wertschriftenhändlers erfülle. Auch der Verkaufsgewinn aus dem 

Aktienverkauf der … AG stelle auf jeden Fall einen privaten Kapitalgewinn aus 

privatem Vermögen dar, selbst wenn der Steuerpflichtige als 

gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert werden müsste, da auch 

der Wertschriftenhändler über Privatvermögen verfügen könne. Mit 

Einspracheentscheiden vom 9. Februar 2006 hiess die Steuerverwaltung die 

Einsprache teilweise gut. Auf die Vornahme einer reformatio in peius 

verzichtete sie dabei, weil die Prüfung der Sachverhaltsangaben des 

Rekurrenten gezeigt habe, dass die Voraussetzungen für einen 

gewerbsmässigen Wertschriftenhandel gemäss Praxis der Steuerverwaltung 

nicht gegeben seien.

2. Dagegen erhob … am 10. März 2006 Rekurs und Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die angefochtenen 

Einspracheentscheide aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne seiner 

Ausführungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die 

Sicherstellungsverfügungen seien aufzuheben. Der Rekurrent und 

Beschwerdeführer (im Folgenden: Rekurrent) bringt vor, er sei fälschlich nicht 

als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert worden. Von den 

Aufrechnungen bestreite er noch die Zahlung von Fr. 50'000.-- von seinem 

Bruder, bei der es sich um die Rückzahlung eines Darlehens gehandelt habe. 

Die Eingänge auf den Creditanstalt-Bankverein … im Betrag von Fr. 131'205.-

- seien für seinen Sohn erfolgt. Wirtschaftlich sei er auch nicht Eigentümer von 

Fr. 35'789.-- und Fr. 93'357.-- auf diesem Konto. Die Steuerverwaltung habe 

ihn schliesslich für seine grossen Umtriebe zu entschädigen. 

3. Die Steuerverwaltung beantragte in ihrer Vernehmlassung, Rekurs und 

Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Der Rekurrent beantragt, er sei als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler zu 

qualifizieren mit den entsprechenden Möglichkeiten zur Verlustverrechnung. 

Die Vorinstanz erblickt darin eine unzulässige Erweiterung des 

Rechtsbegehrens gegenüber den in der Einsprache gestellten Anträgen. Auf 

den Rekurs könne daher in dieser Hinsicht nicht eingetreten werden. Diese 

Frage kann indessen offengelassen werden. Die Vorinstanz hat sich mit der 

Qualifikation des Rekurrenten als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler 

befasst und ist zum Schluss gekommen, dass er den Wertschriftenhandel 

nicht gewerbsmässig betrieben habe. Es erweist sich daher als angezeigt, 

darüber auch im Rechtsmittelverfahren materiell zu befinden.

b) Fragen der Steuerhinterziehung oder des Bestandes der im Sachverhalt 

erwähnten Sicherstellungsverfügungen bilden klarerweise nicht Gegenstand 

der angefochtenen Einspracheentscheide und können daher auch nicht 

Gegenstand der vorliegenden Rechtsmittelverfahren sein. Ebenso wenig hat 

sich das Gericht mit den nicht förmlich angefochtenen bzw. vom Rekurrenten 

anerkannten Aufrechnungspositionen zu befassen. Schliesslich kann auch 

nicht auf das sinngemässe Begehren eingetreten werden, es sei ihm eine 

ausseramtliche Entschädigung für das Einspracheverfahren zuzusprechen. 

Abgesehen davon, dass es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt, hat der 

Rekurrent in seiner Einsprache auch keinen entsprechenden Antrag gestellt 

und damit den Instanzenzug nicht eingehalten (Art. 51 VGG).

2. a) Wie der Rekurrent zu Recht selber ausführt, ist die Frage, ob 

gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt oder nicht, immer aufgrund der 

gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Das Bundesgericht 

verwendet in ständiger Rechtsprechung verschiedene Indizien, die bereits 

einzeln für sich alleine für die Bejahung des gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandels genügen können, d.h. nicht kumulativ vorhanden sein 

müssen. Genannt werden insbesondere das systematische bzw. planmässige 

Vorgehen, die Häufigkeit der An- und Verkäufe, der enge Zusammenhang mit 

der beruflichen Tätigkeit der betroffenen steuerpflichtigen Person, der Einsatz 

besonderer Fachkenntnisse (auch von Drittpersonen), die Besitzesdauer, der 

Einsatz von Fremdkapital, die Wiederanlage der Gewinne in gleiche oder 

ähnliche Geschäfte oder das Zusammenwirken mehrerer Personen (vgl. zum 

ganzen Absatz: BGE 125 II 124, ASA 71, S. 627ff). Bei Wertschriften ist die 

ausschliessliche oder weit überwiegende Eigenfinanzierung üblich, während 

bei Grundstücken der Kauf in der Regel über eine mehr oder weniger hohe 

Fremdfinanzierung erfolgt; deshalb wird der gewerbsmässige 

Wertschriftenhandel alleine schon aufgrund einer hohen Fremdfinanzierung 

bejaht (BGE 122 II 454). 

b) Der Rekurrent hat nun während der Dauer des Einspracheverfahrens bis fast 

zum Schluss gestützt auf eben die von ihm zitierte Lehre und Rechtsprechung 

den Standpunkt vertreten, er habe keinen gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandel betrieben. In seinem Schreiben vom 27. Oktober 2003 

an die Steuerverwaltung hat er diese Ansicht ausführlich wie folgt begründet:

"An sich wäre für … die Annahme des gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandels sogar vorteilhaft, weil er ja gesamthaft mit den 

Wertschriften einen Verlust erzielt hat, den er mit dem übrigen Einkommen 

verrechnen könnte. Diese Überlegungen sind allerdings nur zutreffend, wenn 

der erwähnte Gewinn von Fr. 1'219'000.-- aus dem Verkauf der Aktien der … 

AG nicht dem gewerbsmässigen Wertschriftenhandel zugewiesen werden.

Zu beachten ist übrigens, dass der gewerbsmässige Wertschriftenhandel eine 

steuerbegründende Tatsache ist, und deshalb die zuständige Steuerbehörde 

die entsprechende Beweislast trägt. Trotzdem mache ich - gewissermassen 

vorsorglich - einige gezielte Ausführungen zum gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandel ganz allgemein, bevor ich auf die Beurteilung des 

Gewinnes von Fr. 1'219'000.-- eingehe.

Im Zusammenhang mit der auf 1. Januar 1997 in Kraft getretenen Teilrevision 

des kantonalen Steuergesetzes (v.a. betr. Abschaffung der Besteuerung der 

Kapitalgewinne auf beweglichem Privatvermögen) hat …, Vorsteher der 

Kantonalen Steuerverwaltung Graubünden, geschrieben:

Für den Kanton Graubünden wird zu beachten sein, dass die Steuerbehörden 

an den Entscheid des Gesetzgebers, wonach die privaten Kapitalgewinne 

nicht mehr besteuert werden sollen, gebunden sind. Nur ausnahmsweise und 

nur in Fällen, in denen Anzahl und Umfang der Wertschriftentransaktionen 

einer effektiven Geschäftstätigkeit entsprechen, kann daher von einer 

gewerbsmässigen Tätigkeit gesprochen werden. Eine gewerbsmässige 

Tätigkeit wird insbesondere dort anzunehmen sein, wo der Steuerpflichtige 

unter Einsatz von erheblichen Fremdmitteln eine grosse Anzahl von 

Wertschriftentransaktionen veranlasst und damit den Rahmen der privaten 

Vermögensverwaltung deutlich sprengt.

Die Kantonale Steuerverwaltung Graubünden ist also bei der Annahme eines 

gewerbsmässigen Wertschriftenhandels zu grösster Zurückhaltung 

verpflichtet. Dies ist heute umso mehr berechtigt, weil die Anlage des 

Vermögens in Wertschriften weit verbreitet ist und längst keine Ausnahme 

mehr bildet. Zudem liegt es im Wesen der „Bewirtschaftung“ von 

Wertschriften, dass der Bestand dauernd verändert wird, schlechte Papiere 

abgestossen, gute erworben und möglichst Gewinne erzielt werden; darin 

liegt ein wesentlicher Unterschied zur Vermögensanlage in Liegenschaften. 

Je nach Veranlagung bzw. Vorgehensweise und Risikobereitschaft kann 

zwischen "aggressiven Investoren“ und „konservativen Investoren“ 

unterschieden werden. Das Bundesgericht hat dazu ausgeführt:

Auch die private Vermögensverwaltung ist in der Regel nicht auf die reine 

Werterhaltung, sondern darüber hinaus auf die Erzielung einer 

angemessenen Rendite ausgerichtet. Grundsätzlich ohne Belang ist dabei, ob 

diese mit einer konservativen Anlagestrategie oder durch Investitionen in 

Wertschriften und derivate Finanzinstrumente angestrebt wird, auch wenn 

dies mit einem höheren Verlustrisiko verbunden ist.

Das Verwaltungsgericht Graubünden verlangt deshalb für die Annahme eines 

gewerbsmässigen Wertschriftenhandels in der Regel jährlich mindestens 100 

Transaktionen.

Die gesamte Vermögensverwaltung erfolgte übrigens durch …, Bank …, völlig 

selbständig und anhand einer vereinbarten Strategie. … wurde rund zweimal 

im Jahr mittels Depotauszug über den Stand informiert. Eine solche 

Vermögensverwaltung entspricht im Ergebnis einer Fonds-Anlage.

Dass kein gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt, belegt auch die 

Tatsache, dass jeweils Ende Jahr eine Steueroptimierung mittels Buchung der 

jeweils erlittenen Verluste unterblieb. Eine Steueroptimierung ist aber ein 

wesentliches Merkmal einer gewerbsmässigen Tätigkeit.

Aufgrund der obigen Ausführungen ist im Fall von … der gewerbsmässige 

Wertschriftenhandel ganz grundsätzlich zu verneinen."

Mit diesen eigenen Ausführungen bestätigt der Rekurrent in eindrücklicher 

Weise, dass bei ihm die Voraussetzungen für die Annahme gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandels aufgrund der in Lehre und Rechtsprechung 

entwickelten Kriterien gerade nicht gegeben sind. Weshalb diese 

Selbsteinschätzung nun nicht mehr zutreffen soll, vermag der Rekurrent im 

Rechtsmittelverfahren nicht darzulegen. Vielmehr beschränkt er sich im 

Wesentlichen darauf, in aller Breite die einschlägige Lehre und 

Rechtsprechung zu zitieren, ohne einleuchtende Gründe dafür anzugeben, 

weshalb seine diesbezügliche Tätigkeit als gewerbsmässig zu qualifizieren 

sei. Solche Gründe sind auch nicht ersichtlich. Der angefochtene Entscheid 

erweist sich damit in dieser Beziehung als rechtmässig.

3. a) Der Rekurrent macht geltend, bei der Zahlung von Fr. 50'000.--, welche er von 

seinem Bruder erhalten hat, handle es sich um die Rückzahlung eines 

Darlehens. Er habe während vielen Jahren seine Verwandtschaft (v.a. Mutter, 

Vater und einen anderen Bruder) unterstützt, indem er insbesondere die 

Kosten der ärztlichen Behandlung, der Medikamente und der langjährigen 

Pflege der Mutter bezahlte, weil damals seine finanziellen Verhältnisse besser 

waren als jene seiner beiden anderen Brüder. Klar sei aber für alle gewesen, 

dass der Rekurrent einen Teil zurückerhalten sollte, sobald für die Brüder 

entsprechende Zahlungen möglich würden. Der Bruder habe seine bloss 

„moralische“, nicht aber rechtliche Verpflichtung im eigentlichen Sinn mit der 

Zahlung der Fr. 50'000.-- erfüllt. 

b) Gemäss den einschlägigen Bestimmungen des Bundes- wie auch des 

kantonalen Rechtes unterliegen grundsätzlich alle wiederkehrenden und 

einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Aus diesem Grundsatz ergibt 

sich auch die Beweislastverteilung. Die Steuerverwaltung hat nachzuweisen, 

dass der Steuerpflichtige einen bestimmten Vermögenszufluss hatte. Dem 

Steuerpflichtigen obliegt demgegenüber der Nachweis, dass der 

Vermögenszufluss keinen Einkommenscharakter hat, da sich dies 

steuermindernd auswirkt. Der Rekurrent glaubt nun, den Beweis für seine 

Behauptung, beim vom Bruder erhaltenen Betrag handle es sich um eine 

Darlehensrückzahlung, durch die eidesstattliche Erklärung des Bruders bzw. 

durch dessen Einvernahme als Zeugen erbringen zu können. Dazu ist 

zunächst festzuhalten, dass sich in freier Beweiswürdigung eine Einvernahme 

des Bruders als entbehrlich erweist, da nicht zu erwarten ist, dass dieser als 

Zeuge etwas anderes aussagen würde als in der eidesstattlichen Erklärung. 

Das Gericht ist auch der Überzeugung, dass der Aussage eines engen 

Verwandten dafür keine hohe Glaubwürdigkeit zukommt, wenn nicht weitere 

Umstände sie zu stützen vermöchten. Für den Rekurrenten wäre es nun ein 

Leichtes gewesen, die von ihm für die Unterstützung seiner Verwandten, 

insbesondere für die Mutter, aufgewendeten Zahlungen zu belegen. So hätte 

er Quittungen oder Überweisungsbelege dafür produzieren können. Ohne 

solche Nachweise bleibt der Rechtsgrund des angeblichen Darlehens im 

Dunklen, woran auch die Zeugenaussage des Bruders nichts ändern könnte. 

Mangels eines gegenteiligen Beweises ist die Vorinstanz demnach zu Recht 

davon ausgegangen, dass der Vermögenszufluss von Fr. 50'000.-- als 

Einkommen zu besteuern ist.

4. a) Der Rekurrent bringt weiter vor, die Eingänge auf den Creditanstalt-

Bankverein … im Betrag von Fr. 131'205.-- seien für seinen Sohn erfolgt. 

Dieser sei für die … AG und die … AG, die damaligen Arbeitgeberinnen des 

Rekurrenten, als ausgebildeter Bankfachmann beratend tätig gewesen und 

dafür entschädigt worden, was sich aus dem Schreiben der "…" vom 25. Juli 

2001 ganz klar ergebe. Schlichtwegs nicht nachvollziehbar sei deshalb die 

Behauptung der Steuerverwaltung in den angefochtenen 

Einspracheentscheiden, die Begründung, dass es sich dabei um Honorare für 

Banktätigkeiten des Sohnes … gehandelt habe, kann nicht als erwiesen 

betrachtet werden.

b) Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge wird ein in eigenem Namen 

abgeschlossenes Rechtsgeschäft auch auf eigene Rechnung getätigt. Liegt - 

ausnahmsweise - ein Vertretungs- bzw. Treuhandverhältnis vor, obliegt daher 

dessen Nachweis als steuermindernde Tatsache nach den allgemeinen 

Beweisregeln dem Steuerpflichtigen. Die Behauptung, ein im eigenen Namen 

abgeschlossenes Rechtsgeschäft sei treuhänderisch für einen Dritten 

abgeschlossen worden, darf nach der Praxis unberücksichtigt gelassen 

werden, wenn das Treuhandverhältnis nicht einwandfrei nachgewiesen ist 

(ASA 49 211 E. 1a; vgl. auch Heinz Masshardt, Die direkte Bundessteuer, 2. 

Aufl. 1985, N 30 zu Art. 1 BdBSt). Nach der Praxis der ESTV (vgl. deren 

Merkblatt «Treuhandverhältnisse» vom Oktober 1967, abgedruckt in 

Masshardt, a.a.O., S. 24 ff.) müssen für die Anerkennung eines 

Treuhandverhältnisses folgende formellen Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Es müssen schriftliche Abmachungen aus der Zeit der Begründung der 

Treuhand vorliegen. 2. Das Treugut muss im Vertrag genau umschrieben 

sein. 3. Dem Treuhänder dürfen aus der Anlage, Verwaltung und 

Veräusserung des Treuguts keine Risiken erwachsen. 4. Der Treuhänder soll 

vom Treugeber eine Entschädigung (Treuhandkommission) erhalten, die den 

für derartige Dienstleistungen handelsüblichen Ansätzen entspricht und im 

Vertrag genau festzuhalten ist. 5. Das Treugut muss in der Bilanz des 

Treuhänders klar als solches ersichtlich sein. 6. Über das Treugut sowie die 

Ansprüche und Verpflichtungen des Treugebers sind in der Buchhaltung des 

Treuhänders besondere Konti zu eröffnen und zu führen.

Die Erfüllung dieser formellen Voraussetzungen ist nach der Rechtsprechung 

nicht unabdingbare Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung eines 

Treuhandverhältnisses. Ein Nachweis ist dem Pflichtigen somit auch auf 

andere Weise möglich. Doch ist in jedem Falle ein eindeutiger Nachweis 

erforderlich (ASA 60 558 E.2b; 68 750 E. 3a).

c) Soweit der Rekurrent zum Nachweis, dass er nicht wirtschaftlicher 

Eigentümer dieses Kontos sei, die Einvernahme von Verwandten beantragt, 

gilt sinngemäss das unter E.3.b Gesagte. Sodann vermöchte für sich allein 

weder die Zeugenaussage …, offenbar eines ehemaligen Verwaltungsrates 

der … AG, einen eindeutigen Beweis für die Behauptung des Rekurrenten zu 

erbringen. Auch hier wären zusätzliche Unterlagen erforderlich. So hätte der 

Rekurrent etwa einen schriftlichen Beratervertrag seines inzwischen 

verstorbenen Sohnes oder andere schriftliche Unterlagen über dessen 

Geschäfte einreichen können, um den Aussagen der Zeugen Glaubwürdigkeit 

zu verleihen. Ein Leichtes wäre es ebenso gewesen, die angebliche 

Übertragung des fraglichen Kontos auf die Witwe seines Sohnes durch einen 

entsprechenden Bankbeleg nachzuweisen. Da er dies alles unterlassen hat, 

ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass der Rekurrent den 

erforderlichen eindeutigen Nachweis dafür, dass die sich auf dem fraglichen 

Konto eingegangenen Vermögenszuflüsse nicht in seinem Eigentum 

befanden, nicht erbracht hat. Rekurs und Beschwerde sind daher auch in 

diesem Punkt abzuweisen.

d) Dagegen ist dem Rekurrenten - allerdings erst während hängigem Verfahren 

vor Verwaltungsgericht - der Nachweis geglückt, dass es sich bei einem 

Teilbetrag von Fr. 45'350.-- nicht um eine tatsächliche Überweisung, sondern 

um eine blosse Stornobuchung handelte, wie die Bank mit Schreiben vom 18. 

Juli 2006 bestätigte. Da somit diesbezüglich kein effektiver Vermögenszufluss 

vorliegt, sind Rekurs und Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen; die 

Sache ist demgemäss zu neuer Veranlagung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu drei Vierteln zulasten 

des Rekurrenten und zu einem Viertel zulasten des Staates, welcher dem 

anwaltlich vertretenen Rekurrenten überdies eine reduzierte 

aussergerichtliche Entschädigung auszurichten hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird teilweise gutheissen, der angefochtene Einspracheentscheid 

aufgehoben und die Sache zu neuer Veranlagung im Sinn der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die Beschwerde wird teilweise gutheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache zu neuer Veranlagung im 

Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 270.--

zusammen Fr. 4'270.--

gehen zu drei Vierteln zulasten von … und zu einem Viertel zulasten des 

Kantons Graubünden (Steuerverwaltung) und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

4. Der Kanton Graubünden entschädigt … aussergerichtlich mit Fr. 1'000.-- (inkl. 

MWST).

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde 

am 21. November 2006 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde 

(2A.689/2006/leb).