# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4bbfc83-ebeb-544b-a7b5-9ba882b8bb03
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.05.2015 200 2015 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-161_2015-05-27.pdf

## Full Text

200 15 161 IV
SCJ/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Mai 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2015, IV/15/161, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) bezog aufgrund eines Tourette-Syndroms seit dem 1. No-
vember 2001 eine ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung bei einem Invaliditätsgrad von 100 % (Verfügung vom 29. Januar 
2003 [Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage {AB} 2.2, 2.9]). Mit 
Mitteilungen vom 30. September 2004 (AB 12), 28. November 2008 (AB 
29) und 23. Oktober 2012 (AB 43) bestätigte die IV-Stelle Bern (nachfol-
gend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) den bisherigen Rentenanspruch. 

B.

Im Rahmen einer im Juli 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Revision 
nahm die IVB medizinische und berufliche Abklärungen vor und stellte dem 
Versicherten mit Vorbescheid vom 8. April 2014 (AB 63) die Aufhebung der 
bislang ausgerichteten ganzen Rente bei einem Invaliditätsgrad von nun-
mehr 32 % in Aussicht. Hiergegen liess der Versicherte durch seinen 
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 10. Juni 2014 (AB 73) Einwand erheben. 
Daraufhin teilte die IVB dem Versicherten mittels Vorbescheid vom 12. No-
vember 2014 (AB 80) ihre Absicht mit, die laufende Rente bei einem ermit-
telten Invaliditätsgrad von 47 % auf eine Viertelsrente herabzusetzen. Nach 
dagegen vorgebrachten Einwänden (AB 84) verfügte die IVB am 14. Janu-
ar 2015 (AB 87) wie angekündigt.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 16. Februar 2015 Beschwerde. Er beantragt 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Weiterausrichtung 
einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 
an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im Wesentli-

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chen vor, die Beschwerdegegnerin habe bei der Bemessung des Invali-
ditätsgrades zu Unrecht auf das von ihm erzielte Einkommen abgestützt. 
Dieses beziehe er im Rahmen eines temporären Arbeitsverhältnisses, wo-
mit nicht von einer stabilen Arbeitssituation ausgegangen werden könne. 
Der tatsächlich erzielte Lohn dürfe dementsprechend nicht als Invaliden-
lohn angerechnet werden.

Mit Schreiben vom 16. März 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
eine begründete Beschwerdeantwort. Sie beantragt die Abweisung der 
Beschwerde.

Mit Verfügung vom 20. März 2015 gab der Instruktionsrichter dem Be-
schwerdeführer die Gelegenheit, das im Jahr 2014 erzielte Einkommen zu 
belegen, woraufhin dieser dem Verwaltungsgericht mit Eingabe vom 
9. April 2015 einen Lohnausweis für das Jahr 2014 zukommen liess.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 14. Januar 2015 (AB 87). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente 
der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang die Rechtmäs-
sigkeit der verfügten Rentenherabsetzung per 1. März 2015 (AB 88).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 

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Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen

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(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 
V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 
E. 3.1.1). Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach 
ständiger Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen 
gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; SVR 2014 
UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Auch eine neue Verwaltungs- oder Gerichtspraxis 
rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden Rentenanspruchs 
zum Nachteil des Versicherten (BGE 135 V 201 E. 6.4 S. 210, 115 V 308 
E. 4a bb S. 313).

2.4.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.4.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

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3.

3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Rentenherabset-
zung. Hierzu ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenzusprechenden 
Verfügung vom 29. Januar 2003 (AB 2.2) mit demjenigen im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2015 (AB 87) zu vergleichen 
und zu prüfen, ob in dieser Zeit eine Änderung in den medizinischen oder 
erwerblichen Verhältnissen eingetreten ist, welche geeignet ist, den bishe-
rigen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.1 hiervor). Die mehrma-
ligen Bestätigungen der ganzen Rente (zuletzt mit Mitteilung vom 23. Okto-
ber 2012 [AB 43]) sind vorliegend unbeachtlich, da diesen keine hinrei-
chende materielle Prüfung der anspruchserheblichen Tatsachen zugrunde 
gelegen hat (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Sollte im massgebenden Vergleichszeit-
raum eine relevante Änderung eingetreten sein, wäre in einem weiteren 
Schritt zu prüfen, ob sich diese auf den bisherigen Rentenanspruch aus-
wirkt (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

3.2 Mit dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. C.________ 
vom 23. November 2013 (AB 57), worin ein stationärer Gesundheitszu-
stand attestiert wurde, ist erstellt, dass sich die medizinische Situation des 
Beschwerdeführers im massgeblichen Vergleichszeitraum nicht verändert 
hat. Dies ist zwischen den Parteien denn auch unbestritten. 

In erwerblicher Hinsicht präsentiert sich die Aktenlage hingegen wie folgt: 
Zum Zeitpunkt der Rentenzusprache im Januar 2003 wurde der Beschwer-
deführer als nicht erwerbsfähig erachtet, woraus ein Invaliditätsgrad von 
100 % resultierte (AB 2.2, 2.6). In der Folgezeit hat er verschiedene Teil-
zeitarbeitsstellen bekleidet (AB 60). Im Februar 2006 nahm er eine Tem-
porärarbeitnehmertätigkeit (vorerst bei D.________, sodann bei 
E.________) auf (AB 50, 60). Dabei erzielte er Einkommen zwischen Fr. 
18'544.-- im Jahr 2006 (AB 60) und Fr. 41'788.-- im Jahr 2014 (Beschwer-
debeilage [BB] 3). Damit ist ein Revisionsgrund offensichtlich ausgewiesen 
und der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig 
neu zu prüfen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). 

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4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse 
im Zeitpunkt der allfälligen Rentenrevision massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; Urteil des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
12. Februar 2004, I 607/03, E. 7.2.1).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
bzw. im Zeitpunkt der Rentenrevision nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei 
wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 
134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Konnte die versicherte 
Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse 
erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide 
erzielen könnte, den folgenden nach Alter abgestuften Prozentsätzen des 
jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamtes für Statistik: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 
70 %, vor Vollendung des 25. Altersjahres 80 %, vor Vollendung des 30. 
Altersjahres 90 % und nach Vollendung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]).

Die Beschwerdegegnerin hat in der vorliegend angefochtenen Verfügung 
vom 14. Januar 2015 (AB 87) das Valideneinkommen erstmals nach Mass-
gabe von Art. 26 Abs. 1 IVV bestimmt, nachdem sie dieses im Rahmen der 
erstmaligen Rentenzusprache anhand der Position 85 (Gesundheits- und 
Sozialwesen), Anforderungsniveau 4, der LSE-Tabelle TA1 festgelegt hatte 
(AB 2. 9 S. 2). Dies ist nicht zu beanstanden: Zwar konnte der Beschwer-
deführer zunächst eine Ausbildung als ... (AB 2.36 S. 4) und sodann als … 
erfolgreich abschliessen (AB 2.36 S. 5), womit vom Erwerb zureichender 
beruflicher Kenntnisse auszugehen ist. Seitens verschiedener Arbeitgeber 
erhielt er jedoch aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme jeweils relativ 

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rasch die Kündigung (AB 1.1 S. 121; 2.34 S. 4, 2.32), dies selbst im Rah-
men eines Arbeitsverhältnisses im geschützten Rahmen in der Abklärungs-
stelle F.________ (AB 2.11). Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer 
seine erworbenen Kenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 
"ummünzen" konnte, womit er als Frühinvalider zu betrachten ist (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Februar 2015, 9C_611/2014, E. 
4.3). Gemäss IV-Rundschreiben Nr. 329 vom 18. Dezember 2014 beträgt 
das auf Grund von Art. 26 Abs. 1 IVV zu berücksichtigende durchschnittli-
che Einkommen ab 1. Januar 2015 Fr. 82'500.--. Dieser Betrag ist bei der 
Invaliditätsbemessung als Valideneinkommen heranzuziehen.

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine 
Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver-
hältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1).

4.3.2 Die Beschwerdegegnerin setzte das Invalideneinkommen in der 
angefochtenen Verfügung auf Fr. 41'140.-- fest (AB 87 S. 2). Dies ent-
spricht dem Durchschnitt der in den Jahren 2011 bis 2013 bei der 
E.________ erzielten Einkommen (2011: Fr. 38'468 [AB 60], 2012: 
Fr. 41'397.-- [AB 60], 2013: Fr. 43'554.-- [AB 61]). Sie begründete das Ab-
stellen auf ein effektiv erzieltes Einkommen dahingehend, dass der Be-
schwerdeführer in einem stabilen Arbeitsverhältnis stehe, wobei ein Ar-
beitsvertrag bestehe und er schon seit über sieben Jahren bei der gleichen 
Firma im Einsatz sei. Trotz der Abhängigkeit von einem Arbeitgeber und 
nicht immer gleich vielen Einsätzen sei es ihm seit 2008 möglich gewesen, 
das Einkommen stetig zu steigern. Im Weiteren erhalte er keinen Sozial-
lohn, der Lohn entspreche der erbrachten Leistung. 

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Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, es läge kein stabiles Arbeits-
verhältnis im Sinne der Rechtsprechung vor. Er arbeite seit sieben Jahren 
temporär, es sei ihm in den letzten 15 Jahren nie eine Festanstellung an-
geboten worden. Seine Arbeitssituation sei zufolge der temporären Tätig-
keit als äusserst labil zu bezeichnen. Glücklicherweise habe er derzeit ver-
ständnisvolle Mitarbeiter und Chefs. Diese Situation könnte sich aber je-
derzeit verändern. Einerseits könnte sich seine gesundheitliche Situation in 
dem Sinne verschlechtern, als er noch vermehrt Anfälle bekommen könnte. 
Andererseits könnte sich die Arbeitssituation verändern. Der jetzige Mitar-
beiter, welcher ihn betreue, könnte ausscheiden oder ausfallen. Er könne 
jedoch nur mit diesem Mitarbeiter arbeiten, welcher das nötige Verständnis 
für die Krankheit aufbringe und die Geduld habe, die Anfälle vorbeigehen 
zu lassen. Weiter könnte jederzeit die Leitung des Betriebes wechseln, was 
zu Umstrukturierungen und Kosteneinsparungen führen könnte. Er wäre 
sicher der erste Arbeitnehmer, dem die Firma kündigen würde. Der Ver-
such, eine Festanstellung zu erreichen, sei ohne Erfolg geblieben. Seine 
Einsätze seien völlig unregelmässig, so habe er im November / Dezember 
2014 kaum Einsätze gehabt. 

4.3.3 Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers lässt sich das 
Vorgehen der Beschwerdegegnerin, den tatsächlich erzielten Verdienst als 
Invalideneinkommen heranzuziehen, nicht beanstanden. Die diesbezügli-
chen Voraussetzungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind 
allesamt erfüllt (vgl. E. 4.3.1 hiervor). 

Es ist zwar durchaus nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer einem 
im Vergleich zu einem gesunden Mitarbeiter erhöhten Risiko ausgesetzt ist, 
die für ihn ideale Arbeitsstelle zu verlieren. Dies ändert jedoch nichts daran, 
dass er bereits seit Februar 2006 angestellt ist (AB 50 S. 1 Ziff. 2.1) und 
sein Erwerbseinkommen im Schnitt stetig steigern konnte (AB 60). Sollte 
sich eines der in der Beschwerde im Konjunktiv formulierten Risiken ver-
wirklichen, würde dies möglicherweise einen Revisionsgrund darstellen, 
aufgrund dessen der Rentenanspruch erneut zu überprüfen wäre. Zum 
jetzigen Zeitpunkt ist jedoch von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszuge-
hen, im Rahmen dessen der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitli-
chen Einschränkungen ein nicht unerhebliches Erwerbseinkommen zu er-

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zielen vermag. Es besteht – auch im Sinne der Gleichbehandlung mit ande-
ren Versicherten – keine Veranlassung, dieses bei der Invaliditätsbemes-
sung ausser Acht zu lassen, zumal der Lohn der Arbeitsleistung entspricht 
(AB 50 S. 2 Ziff. 2.10) und sowohl der behandelnde Arzt als auch der Ar-
beitgeber die Arbeitsstelle unter Berücksichtigung der gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen als ideal angepasst erachten (AB 57 S. 3; AB 50 S. 7), 
im Rahmen derer er gemäss Arzt sein maximales Leistungspotential aus-
schöpft (AB 57 S. 3). Aufgrund des im Beschwerdeverfahrens eingereich-
ten Lohnausweises für das Jahr 2014 (BB 3) ist entgegen der in der Be-
schwerde vertretenen Auffassung (Beschwerde S. 6) zudem nicht davon 
auszugehen, dass sich die erwerblichen Verhältnisse im Jahr 2014 im Ver-
gleich zu den Vorjahren erheblich verändert haben. Vielmehr liegt das zu-
letzt erzielte Einkommen von Fr. 41'788.-- in der Grössenordnung der Jahre 
2012 (Fr. 41'397.-- [AB 60]) und 2013 (Fr. 43'554.-- [AB 61]). 

4.3.4 Aufgrund der jeweils schwankenden jährlichen Erwerbseinkommen 
hat die Beschwerdegegnerin eine Durchschnittsberechnung über drei Jahre 
(2011 bis 2013) vorgenommen, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. 
Zum Zeitpunkt der Verfügung war sie bezüglich des Jahres 2014 lediglich 
im Besitz der Lohnangaben bis September (AB 79 S. 3). Mittlerweile liegen 
die Lohnangaben für das gesamte Jahr 2014 vor (BB 3), womit die Berech-
nung der Beschwerdegegnerin insoweit zu korrigieren ist, als das Durch-
schnittseinkommen anhand der in den Jahren 2012 bis 2014 erzielten Ein-
kommen zu bestimmen ist. Damit wird dem Grundsatz Rechnung getragen, 
dass für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt der allfäl-
ligen Rentenrevision massgebend sind (vgl. E. 4.1 hiervor). Das Durch-
schnittseinkommen der drei der Verfügung vorangehenden Jahre beläuft 
sich auf Fr. 42'246.-- (2012: Fr. 41'397.-- [AB 60], 2013: Fr. 43'554.-- 
[AB 61], 2014: Fr. 41'788.-- [BB 3]). Dieses ist nach dem Gesagten als In-
valideneinkommen in der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen. Wie 
sogleich aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 4.4), änderte sich am Ergebnis im 
Übrigen nichts, wenn anstatt auf ein Durchschnittseinkommen einzig auf 
das im Jahr 2014 erzielte Einkommen abgestellt würde.

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (vgl. 
E. 4.2 und 4.3.4 hiervor) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 40'254.-- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2015, IV/15/161, Seite 12

bzw. ein auf 49 % aufzurundender (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123) Invaliditätsgrad ([Fr. 82'500.-- - Fr. 42'246.--] / Fr. 82'500.-- x 100), 
womit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente hat (vgl. 
E. 2.2 hiervor). Unter Heranziehung der im Jahr 2014 erzielten Fr. 41'788.-- 
als Invalideneinkommen resultierte ebenfalls ein (abgerundeter) Invali-
ditätsgrad von 49 % ([Fr. 82'500.-- - Fr. 41'788.--] / Fr. 82'500.-- x 100). Die 
Beschwerdegegnerin hat die laufende Rente damit korrekterweise herab-
gesetzt. Der Zeitpunkt der Herabsetzung ist unter Berücksichtigung von 
Art. 88a Abs. 1 und Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV ebenfalls nicht zu beanstan-
den. Die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2015 (AB 87) erweist 
sich damit im Ergebnis als rechtens. Die dagegen erhobene Beschwerde 
ist unbegründet und somit abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2015, IV/15/161, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.