# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b3ead75-d2fc-58d7-8857-fd37782fbbfe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 23.06.2020 BK 2020 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-67_2020-06-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 67

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. Juni 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Gerber, Oberrichter 
Schmid
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
a.v.d. Fürsprecher D.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung / Beweisanträge

Strafverfahren wegen sexueller Handlungen mit einem Kind

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 28. Januar 2020 (BJS 18 21306)

2

Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 28. Januar 2020 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Ber-
ner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren gegen den Be-
schuldigten u.a. wegen sexueller Handlungen mit einem Kind zum Nachteil der 
Straf- und Zivilklägerin ein. Dagegen reichte die Straf- und Zivilklägerin (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin), amtlich vertreten durch Rechtsanwalt D.________, am 
17. Februar 2020 Beschwerde ein und beantragte, die Einstellungsverfügung sei 
aufzuheben, das gegen den Beschuldigten eröffnete Strafverfahren wegen sexuel-
ler Handlungen mit einem Kind sei weiterzuführen und die Staatsanwaltschaft sei 
anzuweisen, die mit Schreiben vom 13. Januar 2020 gestellten Beweisanträge 
(Zeugeneinvernahme von E.________ sowie Einholung eines aussagepsychologi-
schen Gutachtens über die Glaubhaftigkeit der Aussagen) durchzuführen, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft als 
auch der Beschuldigte, amtlich vertreten durch Rechtsanwältin B.________, bean-
tragten in ihren Stellungnahmen vom 4. März 2020 bzw. 27. April 2020 die Abwei-
sung der Beschwerde und die Auflage der Verfahrenskosten an die Beschwerde-
führerin. In ihrer Replik vom 18. Mai 2020 hielt die Beschwerdeführerin an den ge-
stellten Anträgen fest. 

2. Einstellungsverfügungen können von den Parteien innert 10 Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 ff. der Straf-
prozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die 
Beschwerdeführerin hat als Straf- und Zivilklägerin im betreffenden Strafverfahren 
Parteistellung (Art. 118 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Auf die 
form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Das vorliegende Verfahren kam gestützt auf die telefonische Meldung einer Mitar-
beiterin des Frauenhauses F.________ vom 17. Dezember 2018 in Gang. Die Mut-
ter der Beschwerdeführerin meldete sich beim Frauenhaus, nachdem ihr die Be-
schwerdeführerin von zwei Vorfällen anlässlich ihres Besuchs beim Vater (dem Be-
schuldigten) erzählt hatte. Die Mutter der Beschwerdeführerin wurde am 18. De-
zember 2018 polizeilich einvernommen. Aus ihren Aussagen geht hervor, dass ihr 
die Beschwerdeführerin am Sonntag, 16. Dezember 2018 beim Abendessen er-
zählt hatte, dass sie den Penis des Beschuldigten gesehen habe und sie auf der 
Toilette auf dem Beschuldigten gesessen habe (Z. 153 ff.). Zudem habe ihr die Be-
schwerdeführerin erzählt, dass der Beschuldigte ihre Vagina immer liebkosen wür-
de, auch ihre Pobacken (Z. 198 ff.). 

3.2 Die Staatsanwaltschaft unterschied in ihrer Einstellungsverfügung zwischen diesen 
beiden Vorfällen und nahm auch eine getrennte Beurteilung vor. Der Vorfall auf der 
Toilette wird in der Beschwerde nicht mehr thematisiert und auch in der Replik wird 
weder erwähnt noch begründet, inwiefern dieser Sachverhalt einen konkreten Tat-
verdacht wegen sexueller Handlungen mit einem Kind zu begründen vermag. Vor 

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diesem Hintergrund bildet der Vorfall auf der Toilette nicht mehr Gegenstand des 
Beschwerdeverfahrens. Abgesehen davon ergeben sich auch nach Ansicht der 
Kammer weder aus den Erzählungen der Beschwerdeführerin gegenüber der Mut-
ter noch aus ihren Aussagen anlässlich der Videobefragungen ausreichende An-
haltspunkte dafür, dass der Beschuldigte sie in diesem Zusammenhang in eine se-
xuelle Handlung miteinbezogen hat. Es kann insofern auf die Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung verwiesen werden (S. 16, 1. Ab-
schnitt). 

3.3 Zu prüfen bleibt damit, ob andere konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen von 
sexuellen Handlungen des Beschuldigten mit der Beschwerdeführerin vorliegen. 
Einzige Beweismittel sind die Aussagen der Mutter der Beschwerdeführerin, die 
sich auf die Erzählungen der Beschwerdeführerin stützen, zwei Videoeinvernah-
men mit der Beschwerdeführerin sowie die Aussagen des Beschuldigten und des-
sen Mutter. Weiter wurden bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nach-
folgend: KESB) diverse Berichte und Entscheide betreffend Besuchsrecht ediert. 
Bei diesen Akten befindet sich auch ein Bericht einer Fachpsychologin des Frau-
enhauses vom 18. Januar 2019.

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin erwähnte die Vorfälle erstmals gegenüber ihrer Mutter und 
zwar am 16. Dezember 2018. Die Mutter sagte am 18. Dezember 2018 gegenüber 
der Polizei aus, sie seien am Essen gewesen, da habe ihre Tochter gesagt, dass 
sie den Penis ihres Vaters gesehen habe. Das habe ihre Tochter vorher schon et-
wa dreimal gesagt, sie hätte es aber nicht geglaubt. Sie habe ihr deshalb auch am 
Sonntag gesagt, dass ihr Vater das nicht gemacht habe. Die Beschwerdeführerin 
habe dann gesagt, dass sie am Sonntag auf ihrem Vater gesessen habe auf der 
Toilette (Z. 147 ff.). Danach forderte die Mutter die Beschwerdeführerin zum ge-
meinsamen Spiel und Erzählen auf (Z. 159 f.). Auf Frage, wann genau dieser Vor-
fall passiert sei, sagte die Mutter aus, das habe die Beschwerdeführerin ihr nicht 
erzählt, aber das müsse an diesem letzten Wochenende passiert sein. Aber es 
komme noch viel schlimmer. Die Beschwerdeführerin habe sie immer wieder mal 
gefragt, warum die Mutter ihre (eigene) Vagina nicht liebkosen würde. Sie habe 
darauf immer geantwortet, dass «man dies einfach sauber halte». Die Beschwerde-
führerin habe ihr daraufhin aber geantwortet, dass der Beschuldigte ihre Vagina 
immer liebkosen würde, auch ihre Pobacken. Sie habe dann gefragt, wie der Be-
schuldigte sie liebkost habe. Da habe sie gesagt, wenn sie bei ihm übernachte, 
streichle er ihre Vagina (Z. 196 ff.). Sie (die Mutter) habe der Beschwerdeführerin 
gesagt, «komm, lass uns spielen», sie sei nun die Beschwerdeführerin und die Be-
schwerdeführerin sei der Beschuldigte. Sie habe sich rückwärts aufs Bett gelegt 
und die Beschwerdeführerin gefragt, wo das stattgefunden habe. Die Beschwerde-
führerin habe ihr gesagt, dass dies im eigenen Zimmer passiert sei. Der Beschul-
digte habe ihre Vagina massiert. Sie habe die Beschwerdeführerin gefragt, ob sie 
nackt gewesen sei und das habe sie bejaht. Sie (die Mutter) habe die Gewissheit 
haben wollen und habe sich auch ausgezogen. Danach habe die Beschwerdefüh-
rerin sie an der Vagina und an ihrem Hintern gestreichelt. Dies ziemlich lange. Die 
Beschwerdeführerin habe ihr erzählt, dass sie dabei jeweils die Augen geschlossen 

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gehabt habe und der Beschuldigte mit seinem Fuss ihre Vagina gestreichelt habe. 
Die Beschwerdeführerin habe das Wort Fuss benutzt, aber sie glaube nicht, dass 
sie damit Fuss gemeint habe. Die Beschwerdeführerin habe verneint, den Fuss ge-
sehen zu haben (Z. 205 ff.). Der Beschuldige habe ihr gesagt, dass er sie nicht 
mehr massiere, wenn sie die Augen öffne. Der Beschuldigte habe den Fuss auf die 
Vagina gedrückt und das habe ihr wehgetan (Z. 216 ff.). Die Beschwerdeführerin 
habe ihr noch gesagt, dass sie sich schäme wegen dem, was der Beschuldigte 
gemacht habe (Z. 223 f.). Das Streicheln an der Vagina sei immer passiert, wenn 
sie beim Beschuldigten übernachtet habe (Z. 231). Auf Frage, ob die Beschwerde-
führerin bereit sei, mit einer anderen Person darüber zu sprechen, habe sie gesagt, 
dass man das nicht mache, was der Beschuldigte gemacht habe, und dass sie sich 
dafür schäme (Z. 244 ff.). 

4.2 Anlässlich der Videobefragung vom 19. Dezember 2018 machte die Beschwerde-
führerin zunächst Aussagen zum Vorfall auf der Toilette. Auf Vorhalt, dass mit 
«dem Papi noch etwas Anderes passiert sei» machte die Beschwerdeführerin Sto-
ssbewegungen mit dem Fuss und Wischbewegungen mit der Hand und führte aus, 
der «Papi» habe so gemacht (ab 09:11:35). Die Bewegungen mit der Hand wieder-
holte sie in der Folge auch nochmals. Auf Frage, wo das gewesen sei, wird die Be-
schwerdeführerin offensichtlich ganz verlegen und sagt beim «Popi», auf Nachfra-
ge und Übersetzung gibt sie auf türkisch an, es sei dort gewesen, wo «man Gagi» 
mache. Dabei zeigt sie nach einer Aufforderung auch auf ihr Gesäss (ab 09:12:58). 
Auf Nachfrage, was der Beschuldigte genau mit dem Fuss gemacht habe, sagt sie, 
das habe sie vergessen. Sie habe so getan, als würde sie schlafen und zeigt, wie 
sie die Augen zu gehabt habe. Sie habe Kleider angehabt. Auf nochmalige Frage, 
was der Beschuldigte mit dem Fuss gemacht habe, sagt sie, sie wisse es nicht. Die 
Frage, ob der Beschuldigte auch etwas mit der Hand gemacht habe, bejaht sie. Er 
habe mit der Hand und mit dem Fuss etwas gemacht. Auf Frage, ob der Beschul-
digte nur hinten etwas gemacht habe, schüttelt die Beschwerdeführerin den Kopf 
und sagt «auch hier» und deutet mit dem Finger auf ihren Genitalbereich. Sie wisse 
nicht, was der Beschuldigte gemacht habe, so gestreichelt (ab 09:14:00 bis ca. 
09:15:45). Sie habe es nur ihrer Mami erzählt und die habe gesagt, dass sie alles 
erzählen müsse (ab 09:16:30). Auf Frage, ob noch mehr passiert sei beim Be-
schuldigten, sagt die Beschwerdeführerin ja, aber sie habe alles vergessen (ab 
09:17:09). Auf Frage, ob das mit dem Fuss schon lange her sei, sagt sie, es sei nur 
einmal passiert (09:18:40). Sie sei schon fünf gewesen, als das mit dem Fuss pas-
siert sei (09:18:45). Als die Beschwerdeführerin gefragt wird, ob der Beschuldigte 
gedacht habe, sie schlafe, bejaht sie dies (09:19:15) und fügt dann spontan an, 
dass sie ihrer Mutter etwas nicht gesagt habe, «weil ich nicht geschlafen habe, das 
habe ich vergessen Mami zu sagen» (ab 09:19:25). Auf Frage, ob das schlimm 
gewesen sei mit dem Fuss und der Hand, nickt sie, weiss aber nicht warum. Die 
Frage, ob es wehgetan habe, verneint sie (ab 09:20:00). Die Frage, ob der Papi sie 
manchmal streichle, bejaht sie und auf die Frage wo, zeigt sie auf ihren Arm. Sonst 
streichle der Beschuldigte sie nirgends (ab 09:20:51). Die Frage, ob der Beschul-
digte sie auf der Toilette gestreichelt habe, verneint sie und sagt schliesslich spon-
tan, nur im Bett habe er sie gestreichelt (ab 09:30:20/36). Sie habe den Fuss nicht 
gesehen. Auf Frage, warum sie wisse, dass es mit dem Fuss gewesen sei, gibt sie 

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an, sie habe die «Fussfinger (Zehen)» gesehen und deshalb gewusst, dass es der 
Fuss des Beschuldigten gewesen sei (ab 09:30:50). Die Beschwerdeführerin wird 
nochmals auf ihre Aussage hingewiesen, wonach sie auf dem Bett Kleider ange-
habt habe, und sie wird weiter gefragt, ob der Beschuldigte auch ihre nackte Haut 
mit dem Fuss berührt habe. Die Beschwerdeführerin schüttelt zunächst den Kopf. 
Auf Frage, ob er nur die Kleider berührt habe, überlegt sie kurz und sagt dann, nein 
nur auf der nackten Haut und berührt ihre Hand. Der Beschuldigte habe mit ihrer 
Kleidung «so gemacht». Dann zeigt sie, dass ihr die Hosen runtergezogen wurden. 
Das habe ihr Papi gemacht (ab 09:31:53). 

4.3 In der Videobefragung vom 29. April 2019 erinnert sich die Beschwerdeführerin 
daran, dass sie erzählt habe, dass der Beschuldigte ihr hier (dabei drückt sie mit ih-
ren Händen in ihren Genitalbereich) wehgemacht habe, fährt dann aber gleich wei-
ter, zeigt auf ihren Plüschhund und meint, dass sie ein Bett brauche, dort könne sie 
es zeigen. Das Bett müsse «mega» gross sein. Sie könne es nicht erzählen, ohne 
es zu zeigen (ab 14:10:45). Auf Frage, was sie denn im Bett zeigen würde, legt sie 
ihren Plüschhund auf den Tisch und schlägt mit der Faust zwischen die Beine des 
Plüschhundes, «ihr Papa habe so gemacht, das habe «mega weh getan». Die Be-
schwerdeführerin streicht auch mit der flachen Hand zwischen den Beinen des 
Plüschhundes hin und her und erzählt, der Beschuldigte habe zuerst so gemacht. 
Das Streichen mit der flachen Hand habe nicht wehgetan, aber das Schlagen 
schon. Es sei in Omas Haus passiert. Der Beschuldigte habe auch dort gewohnt, 
jetzt wohne er auch noch dort, aber unten. Die Oma wohne oben (ab 14:12:15). Sie 
wechselt dann wieder das Thema und sagt, dass sie ein Bett brauche, sogar zwei 
und auch einen Karton, aus dem sie ein Herz ausschneide. Auf Frage sagt sie, 
dass ihr Bett ein Herz habe und dass es dort passiert sei, was sie vorhin gezeigt 
habe. Es sei nur einmal passiert. Sie habe es nicht gesehen, weil ihre Augen zu 
gewesen seien. Sie wisse, dass es passiert sei, weil sie es gespürt habe. Sie habe 
das (zeigt auf ihre Fingerknöchel) und den Fuss, die kleinen Finger am Fuss ge-
spürt. Auf Frage, wo sie die Zehen gespürt habe, sagt die Beschwerdeführerin «in 
ihrem Fudi» (14:14:26). Die Beschwerdeführerin verneint die Frage, dass sie letz-
tes Mal noch mehr erzählt habe. Sie wisse jetzt aber, was der Beschuldigte ge-
macht habe. Auf Frage, ob sie erzählen könne, meint die Beschwerdeführerin, sie 
müssten dafür auf die Toilette gehen. Sie will es mit ihrem Plüschhund vorführen, 
dieser sei Papi und sie das Kind (ab 14:16:38). Sie erzählt dann recht ausführlich 
vom Vorfall auf der Toilette (ab 14:18:50) und erwähnt dann plötzlich wieder das 
Bett (14:21:35). Ab 14:27:50 zeigt die Beschwerdeführerin wieder, wie ihr Papi sie 
im Bett zwischen den Beinen angefasst habe. Sie zeigt, wie er sie mit der flachen 
Hand zwischen den Beinen gestreichelt und gesagt habe, er liebe sie. Dann habe 
er ihre Hose runtergemacht. Anschliessend führt sie vor, wie der Beschuldigte sie 
mit der Faust zwischen den Beinen geschlagen habe. Das habe «mega wehge-
tan». Auf Frage, was die Beschwerdeführerin dann gemacht habe, gibt sie an, sie 
habe ihre Augen selber zugemacht. Sie habe nichts zu ihrem Papi gesagt. Wenn 
sie sage, es tue weh, werde ihr Papi immer sauer. Es sei nur einmal vorgekom-
men, dass er ihr wehgetan habe. Sie habe vergessen, es ihrer Mutter zu sagen, 
dass der Beschuldigte sauer sei. Der Beschuldigte habe ihr nicht gesagt, dass er 
sauer sei. Ihre Mutter habe ihr nur gesagt, dass sie mit ihr (der Polizistin) wieder 

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spreche und habe gesagt, sie solle alles erzählen (ab 14:30:40). Ihre Mama habe 
gesagt, dass sie nicht wisse, was der Papi gemacht habe und sie (die Beschwerde-
führerin) habe gesagt, dass sie schon alles erzähle. Sie sage immer die Wahrheit 
(14:37:20). Die Beschwerdeführerin sagt schliesslich von sich aus, dass sie noch 
darüber sprechen möchte, was der Beschuldigte hier (zeigt mit dem Finger zwi-
schen die Beine des Plüschhundes) gemacht habe (ab 14:38:57). Sie führt dann 
wieder vor, wie ihr Papi sie zuerst zwischen den Beinen gestreichelt habe, wie er 
sie dann zwischen den Beinen mit der Faust geschlagen und auch noch mit dem 
Fuss gestossen habe. Das habe er vorne und hinten beim «Popo» gemacht. Sie 
sei auf dem Bett gelegen, so wie beim Schlafen. Sie sei zuerst auf dem Rücken ge-
legen, dann auf der Seite. Sie habe sich gedreht, weil sie nicht gewusst habe, dass 
ihr Papa das mache, sie habe gedacht, er mache ihre Schlafhosen nicht herunter. 
Dann habe sie Angst gehabt. Sie habe immer Angst, dass er sie an den Armen 
festhalte. Das sei noch vorher im Haus gewesen. Auf der Toilette habe sie die Ho-
sen selber runtergezogen, im Bett habe es ihr Papa gemacht. Sie habe nicht gese-
hen, wie er ihre Schlafhosen runtergezogen habe, aber es sei kitzelig, wenn es je-
mand anfasse (ab 14:44:00). Dann habe sie gedacht, ihr Papa wolle sie töten. Sie 
wisse nicht, warum sie das gedacht habe. Ihr Papa habe das nicht gesagt. Auf 
Nachfrage gibt sie an, Unterhosen getragen zu haben. Diese habe der Beschuldig-
te auch runtergezogen. Ab 14:46:25 führt sie auf dem Boden mit dem Plüschhund 
vor, wie der Beschuldigte sie mit dem Fuss in den Genitalbereich gestossen habe. 
Dabei sitzt sie vor dem Plüschtier. Sie wisse nicht, warum ihr Vater dies gemacht 
habe. Sie habe einfach gedacht, ob er sie töten wolle oder nicht. Sie habe die Au-
gen immer zugehabt, wisse aber gerade nicht warum. Der Papi sei angezogen ge-
wesen. Auf Nachfrage bejaht sie, dass sie das ihrer Mami auch gesagt habe. Diese 
habe nichts gesagt. Sie bejaht, dass sie es ihrer Mami in deren Bett auch gezeigt 
habe. Sie habe es ihrer Mami so gezeigt, wie sie es jetzt (anlässlich der Befragung) 
gezeigt habe. Die Frage, ob sie es noch auf eine andere Art gezeigt habe, verneint 
sie. Weder ihre Mutter noch sie hätten sich hingelegt; sie (die Beschwerdeführerin) 
habe es nur mit den Plüschhunden gezeigt (ab 14:48:00). In der Folge führt die Be-
schwerdeführerin den Vorfall auf dem Bett nochmals vor. Ein Badetuch bildet das 
Bett und sie legt ihren Plüschhund darauf. Dann kniet die Beschwerdeführerin vor 
das Tuch und boxt mehrmals mit der Faust zwischen die Beine des Plüschhundes. 
Der Plüschhund sei sie. Die Beschwerdeführerin legt dem Plüschhund die Ohren 
über die Augen. Auf Frage, wo sich der Beschuldigte befunden habe, setzt sich die 
Beschwerdeführerin im Schneidersitz vor bzw. auf den Bettrand (Ende des Badetu-
ches), sie wolle aber lieber knien (ab 15:10:25). Sie bejaht nochmals, dass sie es 
ihrer Mutter gezeigt habe. Diese habe aber nur zugeschaut. Sie habe das, was sie 
beim Hund gezeigt habe, nicht an der Mutter gezeigt. Dabei schlägt sie immer wie-
der mit der Faust zwischen die Beine des Plüschhundes (ab 15:13:30). Sie habe ih-
re Mutter schon nackt gesehen, das sei aber nicht schlimm. Es sei aber nicht ok, 
wenn man den Vater nackt sehe. Dieser habe ein «Pipi» (ab 15:14:57). Sie ver-
neint, dass sie ihre Mutter jemals so zwischen den Beinen angefasst habe, wie sie 
es beim Plüschhund gezeigt habe (ab 15:16:27). Sie habe keine Angst vor der Mut-
ter, aber sie habe immer Angst vor dem Papi, dass er sie an der Hand festhalte 
und sie schlage. Er habe sie schon am Rücken geschlagen (ab 15:17:06). Zu Hau-

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se schlafe sie immer im Bett von der Mutter (ab 15:18:10). Auf Frage, ob der Be-
schuldigte ihr gesagt habe, was sie bei der Polizei sagen oder nicht sagen solle, 
schüttelt die Beschwerdeführerin den Kopf (ab 15:35:07). Auf dem Bett sei sie auf 
der Seite und auf dem Rücken gelegen. Ihre Beine seien lang gestreckt und zu-
sammen gewesen. Sie korrigiert aber anschliessend und sagt, die Beine seien 
nicht zusammen gewesen, erst nachher. Sie habe vergessen, warum die Beine 
nicht zusammen gewesen seien. Sie sei müde (ab 15:42:14).

5. Bereits die ersten Aussagen der Beschwerdeführerin enthalten nach Ansicht der 
Kammer Sachverhalte, die eine sexuelle Handlung darstellen könnten (09:11:35 bis 
09:15:45; Fuss am Gesäss und Streicheln im Genitalbereich). Es ist jedenfalls nicht 
ersichtlich, weshalb das Streicheln und Stossen im Genitalbereich keinen unmittel-
baren sexuellen Bezug aufweisen soll, zumal die Beschwerdeführerin behauptet, 
dies habe sich im Bett zugetragen und sie habe so getan, als würde sie schlafen. 
Eine Einstellung mit dem Hinweis, es lägen keine sexuellen Handlungen vor, kann 
jedenfalls nicht erfolgen. Zudem stellen nicht erst die anlässlich der zweiten Video-
befragung geschilderten Faustschläge gegen den Intimbereich einen Hinweis für 
eine sexuelle Handlung dar. 

6. Zu prüfen ist, ob die Aussagen der Beschwerdeführerin glaubhaft sind und eine 
Verurteilung gestützt darauf wahrscheinlicher scheint als ein Freispruch. Dabei darf 
dem urteilenden Gericht nicht vorgegriffen werden. Stehen sich gegensätzliche 
Aussagen gegenüber («Aussage gegen Aussage»-Situation) und ist es nicht mög-
lich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, 
ist nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in der Regel Anklage zu erheben. 
Dies gilt insbesondere, wenn typische «Vier-Augen-Delikte» zu beurteilen sind, bei 
denen oftmals keine objektiven Beweise vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann 
verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten 
offenbarte und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verur-
teilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von 
vornherein unwahrscheinlich erscheint (Urteil des Bundesgerichts 6B_1034/2018 
vom 13. Mai 2019 E. 2.3.1 f. mit Verweis auf BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 und 2.2.2).

7.

7.1 Die Beschwerdeführerin war in der Lage, dem Gespräch zu folgen und kontextbe-
zogen Antwort zu geben. Es gibt keine Anzeichen, dass sie nicht über die kogniti-
ven Voraussetzungen verfügt hatte, grundsätzlich verwertbare Aussagen zu ma-
chen. Es trifft aber zu, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin zum Kernge-
schehen wenig Details enthalten, grösstenteils auf konkrete Nachfrage hin erfolg-
ten und sich oftmals auf ein Nicken bzw. Kopfschütteln sowie auf ein Vorzeigen der 
angeblichen sexuellen Handlung beschränkten. Dies gilt fast für die gesamten Aus-
sagen der Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Videoeinvernahme. Allgemein 
wirkt die Beschwerdeführerin an der ersten Befragung sehr verschlossen. Ihre Re-
aktionen und Antworten beschränken sich auch bei den Einstiegsfragen und Fra-
gen ausserhalb des Kerngeschehens oftmals auf ein Nicken oder Kopfschütteln. 
Sie macht allgemein nur wenig spontane Äusserungen und erzählt fast aussch-
liesslich nur auf konkrete Nachfrage hin. Die Aussagen zum Kerngeschehen und 

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die Aussagen ausserhalb des Kerngeschehens weisen daher eine ähnliche Qua-
lität auf, weshalb aufgrund der detailarmen Aussagen zum Kerngeschehen nicht 
auf einen fehlenden Erlebnisbezug geschlossen werden kann (vgl. betreffend 
Grundlagen der merkmalsorientierten Inhaltsanalyse: LUDEWIG/BAUMER/TAVOR, 
Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, 2017, S. 53 ff.). Zudem dürften in der 
ersten Einvernahme auch sprachliche Schwierigkeiten die Aussagequalität beein-
flusst haben. 

7.2 Die Reaktionen und Antworten der Beschwerdeführerin erfolgten aber teilweise 
durchaus differenziert. So kann beispielsweise betreffend die Frage an der ersten 
Videoeinvernahme, ob die Beschwerdeführerin nackt war, nicht einzig auf den Vi-
deoabschnitt ab 09:33:05 verwiesen werden. Diese Frage war schon kurz vorher 
Thema. Die Beschwerdeführerin wurde nochmals auf ihre Aussage hingewiesen, 
wonach sie auf dem Bett Kleider angehabt habe, und sie wurde weiter gefragt, ob 
der Beschuldigte auch ihre nackte Haut mit dem Fuss berührt habe. Die Beschwer-
deführerin schüttelte zunächst den Kopf. Auf Frage, ob er nur die Kleider berührt 
habe, überlegte sie kurz und sagte dann, nein nur die nackte Haut und berührte 
dabei ihre Hand. Weiter sagte sie, der Beschuldigte habe mit ihrer Kleidung «so 
gemacht». Dann zeigte sie, wie ihre Hosen runtergezogen wurden. Das habe ihr 
Papi gemacht (ab 09:31:53). Mit Blick darauf scheint es weder ein Widerspruch 
noch das Ergebnis einer Beeinflussung zu sein, wenn die Beschwerdeführerin ei-
nerseits bestätigt, Kleider angehabt zu haben, andererseits aussagt, der Beschul-
digte habe ihre nackte Haut berührt (sie trug Kleider, die Hosen ihres Schlafanzu-
ges waren aber runtergezogen). 

7.3 Weiter unterschied die Beschwerdeführerin zwischen «Fudi» und «Popo (dort, wo 
man Kacka macht)». Sie führte an der ersten Videobefragung auch aus, dass es im 
Bett des Beschuldigten passiert sei, nur das Spielzeug sei in ihrem Bett gewesen 
(09:12:25). Der Kammer stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin hier zwi-
schen dem Nachspielen mit den Plüschhunden und dem Vorfall mit dem Beschul-
digten differenziert. Sie fügte auch spontan an, dass der Beschuldigte sie nur im 
Bett gestreichelt habe und nicht auf der Toilette, womit sie auch hier Differenzie-
rungen vornimmt. Originell und erlebnisfundiert scheint insbesondere auch ihre 
Aussage, wonach sie die «Fussfinger» des Beschuldigten gesehen habe. Die Mut-
ter sagte aus, die Beschwerdeführerin habe vom Fuss gesprochen, habe aber wohl 
etwas Anderes gemeint. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die Be-
schwerdeführerin es ihrer Mutter genauso wie bei der Polizei erzählt hat. Die Frage 
an der Videoeinvernahme lautete, warum die Beschwerdeführerin wisse, dass es 
mit dem Fuss gewesen sei. Es scheint nachvollziehbar, dass sie in diesem Zu-
sammenhang davon sprach, die «Fussfinger» gesehen zu haben, auch wenn sich 
ihre Wahrnehmung allenfalls auf das Fühlen beschränkte. So sagte ihre Mutter 
aus, die Beschwerdeführerin habe den Fuss nicht gesehen. An der zweiten Video-
befragung waren die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin deutlich besser 
und sie sagte aus, sie habe die «Fussfinger» gespürt, was ihre ersten Aussagen 
bei der Mutter bestätigt. 

7.4 Die Beschwerdeführerin wirkt anlässlich der zweiten Videobefragung, viereinhalb 
Monate später, insgesamt viel offener. Anlässlich der zweiten Einvernahme gab sie 

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an, dass sie auf der Toilette selber die Hosen runtergezogen habe, im Bett habe es 
ihr Papa gemacht. Sie habe nicht gesehen, wie er ihre Schlafhosen runtergezogen 
habe, aber es sei kitzelig, wenn es jemand anfasse (ab 14:44:00). Das Runterzie-
hen der Hosen bestätigte sie somit auch an der zweiten Einvernahme. Zudem un-
terschied sie zwischen den beiden Vorfällen. Ihre Aussage, es sei kitzlig gewesen, 
ist dabei durchaus ein originelles Detail. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Aus-
sage der Beschwerdeführerin, wonach sie so getan habe, als würde sie schlafen 
(dabei hat sie auch ihrem Plüschtier die Ohren über die Augen gelegt). Diese Aus-
sagen sowie die Antworten, welche Positionen sie im Bett eingenommen hatte 
(Seite und Rücken) und wo bzw. mit was sie der Beschuldigte berührt haben soll, 
blieben ebenfalls gleich. Bei der Kammer entstand zudem nicht der Eindruck, dass 
sie nur bei Alltagsfragen spontan und differenziert Aussagen machte (vgl. dazu 
auch E. 11 dieses Beschlusses). Zwar schilderte die Beschwerdeführerin anlässlich 
der zweiten Videobefragung auf einmal Faustschläge, die sie vorgängig nicht er-
wähnt hatte. Die Beschwerdeführerin sprach aber nach wie vor auch vom Strei-
cheln bzw. führte ein solches vor. Ob und inwiefern die Faustschläge allenfalls auf 
suggerierte Einvernahmen hindeuten und welchen Einfluss dies auf die Würdigung 
der Aussagen hat, wird nachfolgend geprüft werden. Die plötzliche Erwähnung von 
Faustschlägen schliesst nach Ansicht der Kammer jedenfalls nicht einen realen Er-
lebnishintergrund aus, zumal die Aussagen ansonsten konstant blieben. Die Be-
schwerdeführerin beschrieb wiederholt eine konkrete Handlung und es scheint 
nachvollziehbar, dass deren Bedeutung sich ihr nicht erschloss bzw. ihr zum Zeit-
punkt der ersten Befragung unverständlich war. Ihre Aussagen sind daher auch vor 
diesem Hintergrund zu würdigen und einzuordnen (vgl. Beschwerde S. 7 unten). 

7.5 Die Kammer erkennt somit Realkennzeichen in den Aussagen der Beschwerdefüh-
rerin. Der Umstand, dass sich der Vorfall mit dem Fuss nicht so abgespielt haben 
kann, wie von der Beschwerdeführerin vorgeführt, oder dass sie und ihre Mutter 
betreffend Nachspielen des Vorfalls im Bett gegensätzliche Aussagen machen, 
führt nicht zur Unglaubhaftigkeit der Aussagen, auch wenn diesbezüglich 
Klärungsbedarf besteht. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch allfällig 
suggestiven oder anderen Einflüssen Rechnung zu tragen. Zudem scheint es 
durchaus möglich, dass sich die Beschwerdeführerin an der zweiten Einvernahme 
nicht mehr an das Nachspielen mit der Mutter erinnert hat. 

8.

8.1 Die Generalstaatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte verweisen in ihren Stellung-
nahmen auf suggestive Störeinflüsse. Auch die Kammer erkennt solche. Die Frage 
ist, ob und inwiefern sich diese ausgewirkt haben. Insbesondere steht eine Beein-
flussung durch die Mutter im Raum, welche getrennt vom Beschuldigten lebt. Die 
Vorwürfe wurden zu einem Zeitpunkt erhoben, als der Beschuldigte eine eigene 
Wohnung in Aussicht hatte, was gemäss Trennungsvereinbarung zu einer Auswei-
tung seines Besuchsrechts führte. Allerdings bestreitet die Mutter, dass sie von der 
neuen Wohnung des Beschuldigten gewusst hat (Einvernahme vom 24. Juni 2019, 
Z. 224 ff.). Aus der Einvernahme des Beschuldigten geht auch nicht hervor, dass er 
ihr dies zu diesem Zeitpunkt mitgeteilt hatte (Einvernahme vom 21. Dezember 
2018, Z. 79 ff.). Insofern ist jedenfalls ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen 

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der Erhebung der Vorwürfe und der Ausweitung des Besuchsrechts eine reine 
Mutmassung. Die Trennung ist eine belastende Situation, aber es bestehen keine 
konkreten Anhaltspunkte, dass es seit der Regelung des Besuchsrechts im August 
2018 zu Schwierigkeiten gekommen ist. So ergibt sich auch aus dem Bericht der 
Fachpsychologin, welche sowohl die Beschwerdeführerin als auch deren Mutter 
betreut hat, dass bis zum 14. Dezember 2018 keine Äusserungen der Mutter der 
Beschwerdeführerin vorgelegen haben, wonach die Beschwerdeführerin nicht zum 
Beschuldigten gehen wolle. Sie habe auch nie negativ über den Beschuldigten ge-
sprochen. Vielmehr habe die Mutter erwähnt, dass sie der Beschwerdeführerin eine 
gute Beziehung zum Kindsvater ermöglichen möchte und schien darum bemüht zu 
sein (Bericht vom 18. Januar 2019, S. 3). Die Aussage der Beschwerdeführerin, 
wonach der Beschuldigte böse sei, mit anderen Frauen spreche und ihre Mutter 
verlassen habe, stammt auch nach Ansicht der Kammer eher aus dem Umfeld der 
Beschwerdeführerin und nicht von ihr selber. Daraus lassen sich aber keine Rück-
schlüsse für die anderen Aussagen ziehen.

8.2 Aus den Aussagen der Mutter geht hervor, dass die Beschwerdeführerin sie schon 
vorher einmal gefragt hatte, wieso sie (die Mutter) denn die Vagina der Beschwer-
deführerin nicht streicheln würde (vgl. E. 4.1 dieses Beschlusses). Es ergeben sich 
aber keine Anzeichen, dass die Mutter der Beschwerdeführerin dies wieder zum 
Thema gemacht und die Initiative ergriffen bzw. nachgefragt hat. Es fehlen auch 
Anhaltspunkte, dass es zu einem früheren Zeitpunkt ein intensives Thema gewe-
sen ist. Vielmehr schien sich die Mutter bis anhin nicht viele Gedanken darüber 
gemacht zu haben. Hinweise, dass ein solcher Verdacht bereits vorher Thema ge-
wesen war, liegen nicht vor. Gemäss Angaben der Mutter schilderte die Beschwer-
deführerin diese Vorfälle spontan beim Essen. Erst (unmittelbar) danach muss vom 
Vorliegen suggestiver Bedingungen ausgegangen werden (Nachspielen). Zwar 
schien das Nachspielen betreffend den Vorfall auf der Toilette schon vor den Aus-
sagen betreffend Streicheln an der Vagina erfolgt zu sein. Es handelt sich aber um 
separate Vorfälle, die auch von der Beschwerdeführerin immer unterschieden wur-
den. Es kann daher auch nicht zwingend davon ausgegangen werden, dass das 
erste Spiel die Aussagen betreffend Streicheln an der Vagina beeinflusst haben. 
Wie ausgeführt, bestehen durchaus Hinweise, dass die Beschwerdeführerin in der 
Lage war zu differenzieren und auch zwischen dem Nachspielen und der Situation 
mit dem Beschuldigten unterscheiden konnte. Mit der Aufforderung zum Spiel war 
zudem nicht die Aufforderung an die Beschwerdeführerin verbunden, die Mutter 
anzufassen. Der Beschuldigte erkannte in der ersten Videobefragung folgende 
Aussage der Beschwerdeführerin: «Mein Mami hat mit mir ein Spiel gemacht, damit 
ich es nicht wieder vergesse» (09:00:13/23). Die Aussage betraf den Vorfall auf der 
Toilette und beginnt bereits etwas früher mit dem folgenden Wortlaut (09:59:43): 
«…nur zu Hause, bei mine Mami zu Hause, damit Mami wissen kann, Mami hat 
nichts gemacht, nur Spiel gemacht zum nicht vergessen, aber mine Papi … habe 
ich wieder schon vergessen». Die Aussage könnte in diesem Zusammenhang und 
in Anbetracht der damaligen Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin daher 
auch bedeuten, sie hätten das Spiel gemacht, damit die Mutter Bescheid weiss. Ein 
eindeutiger Hinweis, dass es sich um suggerierte Aussagen aufgrund eines ein-
geübten Spiels handelt, ergibt sich daraus jedenfalls nicht. Die Mutter der Be-

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schwerdeführerin schien abgesehen von der Aufforderung zum Spiel eher eine 
passive Rolle eingenommen zu haben. So gibt es keine Hinweise, dass die Mutter 
die Beschwerdeführerin aufgefordert hatte, sie zu berühren. Allenfalls könnte es 
der Beschwerdeführerin auch leichter gefallen sein, die Szene nachzuspielen oder 
ihre Mutter hat dies so angenommen. Der Umstand, dass die Mutter die Plüsch-
hunde an die Einvernahme mitgebracht hat, ist deshalb ebenfalls kein Hinweis auf 
ein einstudiertes Rollenspiel, wie vom Beschuldigten behauptet. 

Die Ausgangslage präsentiert sich nach Ansicht der Kammer daher nicht derge-
stalt, dass offensichtlich bereits vor der Erstbekundung (erstmalige Schilderung ge-
genüber der Mutter) gravierende, suggestive Bedingungen vorgelegen haben. Zu-
dem scheint es unwahrscheinlich, dass die Mutter der Beschwerdeführerin die 
Berührung mit dem Fuss suggeriert hat. In diesem Sinn äusserte sich auch die 
Fachpsychologin in ihrem Bericht vom 18. Januar 2019 (S. 3). Zumindest das 
Kerngeschehen (Streicheln an der Vagina und Stossen mit dem Fuss) blieb denn 
auch gleich. Insbesondere muss betreffend allfälliger Auswirkung der suggestiven 
Störeinflüsse zwischen der ersten und zweiten Videobefragung differenziert wer-
den. 

8.3 Die Beschwerdeführerin gab zweimal (in der ersten und zweiten Videobefragung) 
spontan an, dass sie ihrer Mutter nicht erzählt habe, dass sie so getan habe, als 
würde sie schlafen und dass der Beschuldigte sauer geworden sei. Solche Aussa-
gen wären nach Ansicht der Kammer nicht zu erwarten, wenn sie der Mutter nicht 
eigene, erlebnisbezogene Schilderungen gemacht hätte. Es zeigt vor allem, dass 
es der Beschwerdeführerin wichtig zu sein schien, der Mutter alles genau wieder-
zugeben. Mit Blick darauf sind ihr Aussageverhalten, der Drang, die Vorfälle unbe-
dingt vorspielen zu wollen, sowie ihr Ärger darüber, etwas vergessen zu haben, 
auch im Zusammenhang mit Druck, den sie sich selber oder der ihr (unbewusst) 
auch durch die Mutter auferlegt worden ist, zu interpretieren. Die Beschwerdeführe-
rin wollte alles richtig erzählen. Es scheint nachvollziehbar, dass ein Nachspielen 
auch aufgrund der türkischen Muttersprache einfacher gewesen ist. Auch ein Loya-
litätskonflikt oder Schamgefühl könnten die detailarmen Aussagen und das stereo-
type Vorzeigen der angeblichen Handlungen sowie die sich widersprechenden 
Aussagen betreffend die Frage, ob der Beschuldigte ihr weh getan habe, veran-
lasst haben. Immerhin sagte die Mutter anlässlich ihrer Einvernahme bei der Polizei 
aus, dass die Beschwerdeführerin gesagt habe, dass sie sich schäme. Auch die 
Fachpsychologin führte in ihrem Bericht vom 18. Januar 2019 aus, die emotionale 
Reaktion der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Thema der mögli-
chen sexuellen Übergriffe habe wiederholt auf ein hohes Belastungsniveau hinge-
wiesen, das sich auch körperlich gezeigt habe (S. 3). Auf einen Loyalitätskonflikt 
weisen auch die Aussagen der Mutter bei der Staatsanwaltschaft vom 24. Juni 
2019 betreffend die Frage, ob die Beschwerdeführerin gelogen habe, hin (Z. 144 
ff.). Dabei erschliesst sich der Kammer nicht, ob die Beschwerdeführerin damit ihre 
Mutter oder den Beschuldigten schützen wollte. Die Unklarheiten sowie das stereo-
type Vorzeigen können jedenfalls auch auf andere Konflikte hinweisen und sind 
nicht in erster Linie oder ausschliesslich auf suggestive Störeinflüsse zurückzu-
führen.

12

8.4 Es wird nicht in Abrede gestellt, dass die Fragen der Polizistin zumindest teilweise 
eingebend waren. Dies hängt auch mit dem Umstand zusammen, dass die Be-
schwerdeführerin kaum spontane Aussagen machte und sie sich noch nicht gut auf 
Deutsch verständigen konnte. Es entsteht aber auch bei den Videobefragungen 
nicht der Eindruck, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin überhaupt erst 
durch die Fragestellungen entstanden oder mehrheitlich durch diese beeinflusst 
wurden (vgl. E. 8 und 9 dieses Beschlusses). 

8.5 Auffallend ist tatsächlich, dass das Element mit den Faustschlägen gegen den In-
timbereich sowohl von der Beschwerdeführerin als auch deren Mutter erst in den 
zweiten Einvernahmen aufgetaucht ist. Aus den Akten erschliesst sich der Kammer 
nicht, ob die Mutter das Video gesehen hat. Jedenfalls könnte die Ähnlichkeit ihrer 
Aussagen sowie das neue Element auch damit zusammenhängen, dass die Mutter, 
falls sie das Video gesehen hat, die Glaubhaftigkeit der Aussagen ihrer Tochter un-
terstreichen wollte. Denkbar ist insbesondere auch, dass die Faustschläge an wei-
teren Gesprächen mit der Mutter aufgetaucht sind. Jedenfalls deutet auch dieser 
Umstand nicht zwingend daraufhin, dass sich suggestive Einflüsse ausgewirkt ha-
ben. Dies gilt insbesondere für die erste Videobefragung.

9. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass suggestive aber auch andere Stör-
einflüsse vorliegen. Mit Blick auf die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der 
Aussagen scheint es aber nicht offensichtlich, dass sich suggestive Störeinflüsse in 
einem Mass ausgewirkt haben, das es nicht mehr erlaubt, eine inhaltsanalytische 
Beurteilung anhand von Realkennzeichen vorzunehmen, d.h. erlebnisbasierte von 
suggerierten Aussagen zu unterscheiden. Eine Beurteilung der Aussagezuverläs-
sigkeit scheint jedenfalls insbesondere im Zusammenhang mit der ersten Videobe-
fragung immer noch möglich zu sein. Die Aussagen der Beschwerdeführerin müs-
sen zudem auch vor dem Hintergrund eines Loyalitätskonfliktes oder Schamgefühls 
beurteilt werden. 

Bei dieser Ausgangslage können nach Ansicht der Kammer aber einzig durch die 
Erstellung eines aussagepsychologischen Gutachtens weitere Erkenntnisse ge-
wonnen werden. Auch wenn die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen primär 
Aufgabe des Gerichts, aber auch der Staatsanwaltschaft ist, drängt sich eine 
Glaubwürdigkeitsbegutachtung durch eine sachverständige Person beim Vorliegen 
besonderer Umstände auf. Solche sind nach Ansicht der Kammer gegeben. Es be-
stehen Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin unter dem Einfluss von Dritt-
personen steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_1090/2018 vom 17. Januar 2019 E. 
1.2 mit weiteren Hinweisen). Hinzu kommt das Alter der Beschwerdeführerin im 
Zeitpunkt der Befragungen (5 Jahre und 10 Monate bzw. 6 Jahre und zwei Monate) 
sowie der Umstand, dass ihre Aussagen anlässlich der ersten Videobefragung ins-
gesamt sehr karg waren und bei deren Würdigung nach Ansicht der Kammer auch 
weiteren psychologischen/emotionalen Konflikten Rechnung zu tragen ist. Eine 
Beurteilung, ob und wie sich welche Störeinflüsse bei der ersten und/oder zweiten 
Videobefragung ausgewirkt haben, scheint nur durch eine Fachperson möglich zu 
sein. 

13

Die Aussagen der Beschwerdeführerin sind für den Ausgang des Verfahrens ent-
scheidend, zumal die Kammer zum Schluss gekommen ist, dass die Aussagen der 
Beschwerdeführerin durchaus Realkennzeichen enthalten und nicht von vorneher-
ein als unglaubhaft bezeichnet werden können. Dies geht auch aus dem Bericht 
der Fachpsychologin vom 18. Januar 2019 hervor. Der Umstand, dass die Besuche 
mit dem Beschuldigten positiv verlaufen, lässt keine zwingenden Rückschlüsse zu.

Eine abschliessende Aussagewürdigung kann damit nicht erfolgen. Mit Blick auf 
diese Ausgangslage scheint es auch angezeigt, die von der Beschwerdeführerin 
beantragte Zeugeneinvernahme durchzuführen. Zwar beschränken sich die Aussa-
gen der angerufenen Zeugin ebenfalls nur auf die Wiedergabe der Erzählungen 
durch die Beschwerdeführerin. Aber allenfalls ergeben sich daraus weitere Er-
kenntnisse, welche auch im Zusammenhang mit der Erstellung des Glaubhaftig-
keitsgutachtens von Bedeutung sind. 

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, das 
Verfahren fortzuführen und nach Durchführung der beantragten Zeugeneinvernah-
me die Erstellung eines aussagepsychologischen Gutachtens betreffend Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin in Auftrag zu geben. 

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton die Verfahrenskosten (Art. 
428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung des amtlichen Anwaltes der Beschwerdefüh-
rerin sowie der amtlichen Anwältin des Beschuldigten werden am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht festgesetzt. 

14

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland wird angewiesen, das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen sexueller 
Handlungen mit einem Kind im Sinne der Erwägungen weiterzuführen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Die Entschädigung des amtlichen Anwaltes der Beschwerdeführerin sowie der amtli-
chen Anwältin des Beschuldigten werden am Ende des Verfahrens durch die Staats-
anwaltschaft oder das Gericht festgesetzt.

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, a.v.d. Fürsprecher D.________ 

(per Einschreiben)
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwältin B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

G.________
(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 23. Juni 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.