# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7784ad7-2f0c-5ed8-8653-aba99d451df9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.05.2016 IV 2014/429
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-429_2016-05-10.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/429

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 10.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2016
Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG: Invalidisierende Wirkung einer langjährigen 
Depression bejaht. Würdigung eines medizinischen Gutachtens, das 
bezüglich Schweregrad der Depression und Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit von der Beurteilung des behandelnden Psychiaters 
abweicht, als beweistauglich (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2016, IV 2014/429).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2014/429

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsagent Markus Riz, RGB Consulting, Sonnenbühlstrasse 3, 

9200 Gossau SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 8. April 2009 (Eingang IV-Stelle: 1. Juli 2009) bei der 

Invalidenversicherung (IV) wegen einer Depression, die seit 15 Jahren bestehe und seit 

dem Jahr 2000 fachärztlich behandelt werde, zum Leistungsbezug an. Weiter gab sie 

an, wegen körperlichen Folgen eines Unfalles in ärztlicher Behandlung zu stehen (IV-

act. 1). Die Versicherte war am 13. Januar 2005 ausgerutscht und hatte sich dabei eine 

nicht dislozierte Fraktur bzw. einen Abriss des Tuberculum majus des linken Humerus 

zugezogen (Fremdakten, Unfallmeldung vom 14. Januar 2005; Arztzeugnis UVG vom 

18. Januar 2005, ärztlicher Bericht UVG vom 1. März 2005). Die B.___ AG hatte das seit 

dem 2. April 1991 bestehende Arbeitsverhältnis am 9. April 2007 fristlos aufgelöst, da 

die Versicherte nicht mehr zur Arbeit erschienen sei (IV-act. 8).

A.b Dr. med. C.___, Oberarzt Psychiatrische Klinik D.___, berichtete am 17. April 2009 

dem die Versicherte einweisenden Dr. med. E.___, Psychiatrie/Psychotherapie, über 

ihren dritten stationären Aufenthalt vom 31. Dezember 2008 bis 11. April 2009 

(vorherige stationäre Behandlungen vom 28. November 2006 bis 16. Februar 2007 und 

vom 13.-14. November 2007; IV-act. 27-1). Dabei wurde die Diagnose einer bipolaren 

affektiven Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10: F31.4), sowie der Verdacht auf eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit dependenten und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0) 

gestellt und bei Austritt eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (Austrittsbericht, IV-

act. 21).

A.c  Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt Tagesklinik 

G.___, berichtete am 28. Oktober 2009 dem RAD, die aktuelle tagesklinische 

Behandlung dauere seit Ende des stationären Aufenthaltes. Die Versicherte könne 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

keine Erwerbstätigkeit ausüben; schon die regelmässige Anwesenheit in der 

Tagesklinik stelle eine Leistung dar (IV-act. 23).

A.d Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 22. Dezember 2009 mit, es seien zurzeit 

keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 26).

A.e  Dr. F.___ führte in einem Arztbericht vom 29. März 2010 aus, es sei eine leichte 

Verbesserung der Symptomatik erkennbar. Diese sei sehr labil und zeige rasche, 

intensive Schwankungen. Es bestehe nach wie vor eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. 

Es sei begonnen worden, im klinikinternen geschützten Rahmen an drei Halbtagen pro 

Woche eine Arbeit zu installieren (IV-act. 27). Gemäss Verlaufsbericht vom 22. Juli 2010 

wurde die tagesklinische Behandlung Ende April 2010 abgebrochen (IV-act. 31).

A.f Dr. E.___ berichtete am 13. Dezember 2010 dem damaligen Hausarzt der 

Versicherten, Dr. med. H.___, Allgemeinmedizin, er behandle die Versicherte seit dem 

8. Juli 2000. Im Dezember 2008 sei sie in einem verwahrlosten und tief depressiven 

Zustand aus I.___ in die Schweiz zurückgekehrt. Als Diagnosen hielt er eine bipolare 

affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit "somatischen 

Symptomen" (ICD-10: F31.31) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F60.4, F60.5) fest. Die psychische Störung werde von den körperlichen Beschwerden 

beeinflusst. Das psychische Leiden habe sich chronifiziert. Die Versicherte sei weiterhin 

100 % arbeitsunfähig und könnte nur in einem geschützten Rahmen ein Pensum von 

30 % bis 40 % ausüben (IV-act. 46-3 ff.).

A.g Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das medizinische Gutachterzentrum St. Gallen 

(MGSG) am 15. Dezember 2010 ein orthopädisch (Dr. med. J.___) - psychiatrisches 

(Dr. med. K.___) Gutachten. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

wurde ein Impingement der linken Schulter bei Supraspinatussehnenteilruptur nach 

Tuberculum-maius-Fraktur im Januar 2005, eine mediane und teils foraminale 

Bandscheibenprotrusion L3/4 mit eventueller leichter Irritation der Nervenwurzel L3 

links, eine mässige Spondylarthrose L4/5 mit eventueller leichter Irritation des 

Nervenwurzelpaares L5 und S1 recessal, eine rezidivierende depressive Störung mit 

(überwiegend) mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem Syndrom, 

bestehend seit mindestens November 2006 (ICD-10: F33.11), sowie eine kombinierte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Persönlichkeitsstörung mit dependenten und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0), 

bestehend seit Jahren, erhoben. Als Hilfsmetzgerin bei voller Stundenpräsenz bestehe 

seit Mai 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, da aufgrund der rezidivierenden 

depressiven Störung die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, 

die Interessen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien. Für 

angepasste, im Wesentlichen wenig belastende Tätigkeiten könne seit Mai 2010 von 

einer Arbeitsfähigkeit von 60 % ausgegangen werden. Vom 31. Dezember 2008 bis 

11. April 2009 sowie während der anschliessenden tagesklinischen Behandlung bis 

April 2010 sei auch für adaptierte Tätigkeiten von einer vollen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen (IV-act. 48-23 f.). Die Arbeitsfähigkeit sei durch ein somatisches und ein 

psychisches Leiden mit Krankheitswert eingeschränkt. Daneben bestünden 

psychosoziale Belastungsfaktoren vor allem mit finanziellen Problemen und 

Abhängigkeit vom Sozialamt (IV-act. 48-25 f.).

A.h Der RAD nahm am 24. März 2011 Stellung, das Gutachten sei überwiegend 

plausibel; mit gewissen Korrekturen könne darauf abgestellt werden. Insbesondere sei 

nachzufragen, ob und wie die arthroskopische Behandlung der Schulter durchgeführt 

worden sei (IV-act. 50).

A.i Dr. J.___ berichtete am 31. Oktober 2011, nun neu als behandelnder Arzt, es 

bestehe ein Status nach Labrumteilresektion, Acromioplastik und Bursektomie links bei 

Supraspinatussehnenteilruptur mit Restbursitis. Die stationäre Behandlung sei vom 

29. Juni bis 1. Juli 2011 erfolgt. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte ab 

7. November 2011 wieder voll arbeitsfähig (IV-act. 56).

A.j Dr. E.___ berichtete am 5. November 2012, es bestünden eine bipolare affektive 

Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige depressive Episode (ICD-10: F31.3, 

F31.4), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4, F60.5) sowie ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom. Die Versicherte sei seit November 2007 bis auf 

weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Sie habe intensive Schmerzen, die Beweglichkeit der 

linken Schulter sei eingeschränkt, dazu sei sie depressiv, niedergeschlagen, im Antrieb 

stark vermindert, lustlos, sehr ängstlich, immer erschöpft, zeige Tendenz zum sozialen 

Rückzug. Sie sei psychomotorisch verlangsamt, habe keine Ausdauer, könne sich nicht 

länger auf eine Arbeit konzentrieren, werde rasch müde und zeige starke 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anpassungsstörungen (IV-act. 69). RAD-Arzt Dr. med. L.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, ging daraufhin gestützt auf die Aktenlage davon aus, dass 

dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (IV-act. 71).

A.k  Am 16. Januar 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde zurzeit aufgrund des 

Gesundheitszustands abgewiesen (IV-act. 75).

A.l RAD-Ärztin Dr. med. M.___ nahm am 24. April 2013 Stellung, aus heutiger 

versicherungsmedizinischer Sicht sei das bidisziplinäre Gutachten des MGSG in 

einigen Beurteilungen nicht ausreichend begründet. Obwohl eine rezidivierende 

depressive Störung diagnostiziert werde, werde der diagnostischen Einschätzung in 

den Vorakten (bipolare affektive Störung) zugestimmt. Zur abweichenden Einschätzung 

der Arbeitsunfähigkeit (gemäss Vorakten 100 %) werde keine Stellung genommen. Es 

fehle auch eine Stellungnahme zur Suizidalität (IV-act. 76).

A.m  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch med. pract. N.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet (Gutachten vom 30. November 

2013). Dabei wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradig depressive 

Episode (ICD-10: F33.0 / F33.1), differenzialdiagnostisch eine bipolare affektive 

Störung, Typ II, gegenwärtig leichte oder mittelgradig depressive Episode (ICD-10: 

F31.3), sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) erhoben. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 

mit abhängigen und histrionischen Zügen (ICD-10: F61.0) diagnostiziert (IV-act. 80-22). 

In der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin (Hilfsmetzgerin) sei aus 

psychiatrischer Sicht spätestens seit der gutachterlichen Untersuchung im November 

2013 eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % ausgewiesen. Die angestammte Tätigkeit 

sei angepasst (IV-act. 80-29 ff.).

A.n Der RAD würdigte das Gutachten am 9. Dezember 2013 als umfassend, in 

Kenntnis der Vorakten erstellt, auf allseitigen Untersuchungen beruhend, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigend und in der Beurteilung der medizinischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zusammenhänge und Schlussfolgerungen und in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nachvollziehbar (IV-act. 81).

A.o Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 84). Dagegen erhob die 

Versicherte am 10. Februar 2014 Einwand (IV-act. 85). Sie liess einen Bericht von 

Dr. E.___ vom 8. März 2014 nachreichen, der im Wesentlichen äusserte, 

med. pract. N.___ habe die Symptome der tiefen Depression (Selbstwertproblematik, 

Suizidalität) nicht erfasst. Der psychische Zustand zeige eine stete Tendenz zur 

Chronifizierung und Verschlechterung. Med. pract. N.___ stelle gegenüber dem 

Gutachten von Dr. K.___ eine Verbesserung fest; diese sei nicht nachvollziehbar. Die 

Beschwerdeführerin sei nicht im Stande, ihre bisherige Tätigkeit auszuüben. Sie könnte 

nur eine Arbeit in geschütztem Rahmen verrichten (IV-act. 88).

A.p Der RAD hielt am 8. Mai 2014 fest, der Bericht von Dr. E.___ führe keine weiteren, 

bisher nicht bekannten Aspekte an. Sowohl die gutachterliche Beurteilung als auch 

jene von Dr. E.___ seien mit der gebotenen Sorgfalt vorgetragen. Durch weitere 

medizinische Abklärungen sei derzeit keine höhere Aussagesicherheit zu erwarten (IV-

act. 89).

A.q Der Bericht von Dr. E.___ vom 8. März 2014 wurde med. pract. N.___ zur 

Stellungnahme vorgelegt. Die Gutachterin hielt am 26. Juli 2014 im Wesentlichen an 

ihrer Einschätzung fest, da sie nicht nur die von der Versicherten angegebenen 

Beschwerden, sondern auch die angegebenen Aktivitäten, Interessen und Hobbys 

berücksichtige. Die Versicherte habe sich stolz auf die von ihr selbst vorgenommenen 

positiven Veränderungen und zufrieden über das Leben auf dem Bauernhof geäussert, 

was mit der von Dr. E.___ beschriebenen starken Selbstwertproblematik nicht vereinbar 

sei. Die von Dr. E.___ beschriebene Verschlechterung seit der Begutachtung im Januar 

2011 lasse sich nicht mit der unverändert gebliebenen medikamentösen Behandlung 

vereinbaren (IV-act. 92).

A.r Mit Verfügung vom 4. August 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Aus rein medizinischer Sicht sei ein Invaliditätsgrad von 35 % gegeben. Aus rechtlicher 

Sicht seien jedoch die rezidivierende depressive Störung und die anhaltende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

somatoforme Schmerzstörung nicht als invalidisierend zu betrachten. Das Vorliegen 

eines invalidisierenden Gesundheitsschadens sei daher zu verneinen (IV-act. 93).

B.   

B.a  A.___ erhebt am 15. September 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 

4. August 2014. Sie beantragt deren Aufhebung unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Es sei ihr nach Ablauf der Wartefrist bis 30. April 2010 eine 

ganze Rente, vom 1. Mai 2010 bis 28. Juni 2011 mindestens eine Viertelsrente, vom 

29. Juni 2011 bis 6. November 2011 eine ganze Rente und vom 7. November 2011 bis 

31. Oktober 2013 mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Für die Dauer ab 

November 2013 sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, eventualiter sei ihr ab 1. November 2013 eine ganze Rente 

zuzusprechen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (act. G 1; 

act. G 11). Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne frühestens ab 

dem Zeitpunkt der Begutachtung durch med. pract. N.___ im November 2013 als 

ausgewiesen betrachtet werden, jedoch nicht rückwirkend gestellt werden. Bis 

November 2013 sei auf das MGSG-Gutachten und den Arztbericht von Dr. J.___ 

abzustellen. Die Beurteilung von med. pract. N.___ weiche diametral von derjenigen 

des langjährig behandelnden Psychiaters ab und lasse ausser Acht, dass die 

Beschwerdeführerin nach wie vor und seit Jahren täglich die Beschäftigungstherapie 

des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D.___ besuche. Die Gutachterin habe 

hierüber keine fremdanamnestischen Angaben erhoben. Auch rate die Gutachterin zu 

einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, obwohl diese 

durch Dr. E.___ bereits seit Jahren ohne weitere Erfolge durchgeführt werde. Es 

bestehe eine nicht überwindbare Schmerzstörung und somit eine invalidisierende 

Gesundheitsschädigung (act. G 1).

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit sei Aufgabe des Arztes. Die Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich 

medizinisch-theoretisch zu bestimmen und nicht anhand einer beruflichen Abklärung 

oder einer Beschäftigung. Dies gelte umso mehr, als die Beschwerdeführerin bei der 

psychiatrischen Exploration ein inkonsistentes und verdeutlichendes Verhalten gezeigt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

habe. Demnach sei med. pract. N.___ nicht verpflichtet gewesen, Berichte des 

Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D.___ einzuholen. Die Ausführungen der 

Gutachterin belegten nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer 

schweren psychischen Erkrankung leide. Demnach sei gemäss Rechtsprechung vom 

Normalfall auszugehen, wonach eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung nicht 

als invalidisierend gelte, weil kein von depressiven Verstimmungszuständen klar 

unterscheidbarer pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Die volle 

Arbeitsfähigkeit aus juristisch-psychiatrischer Sicht gelte entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin auch für den Zeitraum vor dem Gutachten N.___. Sowohl Dr. F.___ 

als auch Dr. E.___ stützten ihre Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen schwergewichtig auf 

die Schilderungen der Beschwerdeführerin, ohne dass die geltend gemachten 

Einschränkungen durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Zudem 

sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund 

ihrer auftragsrechtlichen Stellung zugunsten ihrer Patienten aussagten. Es sei demnach 

für den gesamten relevanten Zeitraum von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht auszugehen (act. G 3).

B.c  Mit Verfügung vom 11. November 2014 bewilligte die Verfahrensleitung der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten 

und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 4).

B.d Mit Replik vom 30. Dezember 2014 macht die Beschwerdeführerin geltend, die 

Einholung eines Berichts des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D.___ sei nötig, 

um sich ein Bild über das erwerblich nutzbare Leistungsvermögen zu verschaffen. Die 

Beschwerdegegnerin sei zur umfassenden Abklärung und Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit bzw. des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens verpflichtet. Die 

Behauptung, dass aus dem Gutachten N.___ hervorgehe, dass keine erhebliche 

psychische Störung vorliege, sei aktenwidrig. Gemäss med. pract. N.___ sei von einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie einer rezidivierenden depressiven 

Störung auszugehen, die auf dem Boden einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 

entstanden sei. Die psychische Erkrankung habe sich zeitlich vor der somatoformen 

Schmerzstörung und von dieser völlig unabhängig entwickelt und sei chronifiziert. Der 

RAD habe sowohl das Gutachten N.___ als auch den Bericht von Dr. E.___ als 

beweiskräftig erachtet. Es sei gestützt auf das Gutachten von med. pract. N.___ von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von höchstens 60 % ab November 

2013 auszugehen. Aufgrund ihrer Leistungsminderung von mindestens 20 %, weil sie 

nur noch ein teilzeitliches Pensum an einem Arbeitsplatz ohne grössere Belastungen 

und ohne Stress mit leichten Tätigkeiten verrichten könne und weil Menschen mit einer 

psychischen Störung erfahrungsgemäss deutlich tiefer entlöhnt würden, sei ein 

Tabellenlohnabzug von mindestens 15 % vorzunehmen (act. G 8).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen

1.

1.1  Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a), 

wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine 

Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze 

Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

1.2  Art. 8 ATSG des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) definiert Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht das Gesetz den durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachten Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

2.

2.1  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

2.2  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3.  

3.1  Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist. 

Insbesondere stellt sich die Frage, inwieweit auf das Gutachten von med. pract. N.___ 

abgestellt werden kann.

3.2  Med. pract. N.___ befand, diagnostisch sei von einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig in Form einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode 

(ICD-10: F33.0/F33.1) auszugehen, die auf dem Boden einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und histrionischen Zügen entstanden sei. 

Differenzialdiagnostisch sei das Vorliegen einer bipolaren affektiven Störung zu 

erwägen, jedoch seien deren Symptome nicht konkret eruiert bzw. beschrieben worden 

und es seien keine Überlegungen zur Phasenprophylaxe vorgenommen worden, was 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf eine mangelnde diagnostische Klarheit bzw. mangelnde therapeutische 

Konsequenz hinweise (IV-act. 80-26). Die von den behandelnden Ärzten festgestellte 

kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und histrionischen Zügen lasse 

sich nachvollziehen bzw. auch bestätigen (IV-act. 80-25 f.). Die Diagnostik von 

med. pract. N.___ stimmt mit derjenigen von Dr. K.___ überein, der gemäss 

psychiatrischem MGSG-Teilgutachten vom 15. Dezember 2010 eine rezidivierende 

depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem 

Syndrom sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dependenten und 

histrionischen Anteilen diagnostiziert hatte (IV-act. 48-17). Med. pract. N.___ hat denn 

auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ ausdrücklich bestätigt, ist jedoch 

von einem seit seiner Begutachtung weiter ein wenig stabilisierten und geringgradig 

gebesserten psychiatrischen Zustandsbild ausgegangen (IV-act. 80-32 f.). Der die 

Beschwerdeführerin seit 8. Juli 2000 behandelnde Dr. E.___ diagnostiziert eine bipolare 

affektive Störung bei mittel- bis schwergradigen depressiven Episoden, eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung sowie seit dem 5. November 2012 zusätzlich ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom (IV-act. 46; IV-act. 69). Die attestierte Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit beruht gemäss med. pract. N.___ auf den depressiven Episoden 

(IV-act. 80-26). Eine manische Episode wurde auch von den behandelnden Fachärzten 

nur für die Zeit vor dem Klinikeintritt im Dezember 2008 angenommen. Seither werden 

sowohl von den behandelnden wie von den begutachtenden Psychiater/-innen 

ausschliesslich depressive Episoden diagnostiziert.

3.3  Dr. E.___ beschrieb die Beschwerdeführerin bei letzter dem Bericht 

vorangegangenen Konsultation vom 26. September 2012 (IV-act. 69-1) als im Antrieb 

vermindert, lust- und interessenlos, sehr ängstlich, psychomotorisch verlangsamt, leise 

und mit Pausen sprechend, den Blick vermeidend, mit Tränen in den Augen, im Denken 

eingeengt auf ihre Beschwerden und Lebenssituation. Sie habe Minderwertigkeits- und 

Versagensgefühle, Zukunftsängste, leide an intensiven Schmerzen, Müdigkeit und 

Schlafstörungen. Es bestünden zeitweise starke Konzentrationsschwierigkeiten, die 

Beschwerdeführerin wirke geistig abwesend. Suizidgedanken würden wegen der 

Kinder abgelehnt. Es bestehe eine Tendenz zum sozialen Rückzug (IV-act. 69-3). In 

einem weiteren Bericht an den Hausarzt vom 16. November 2013, der der Gutachterin 

med. pract. N.___ vorlag (IV-act. 80-11), berichtete Dr. E.___, die Beschwerdeführerin 

sei immer noch niedergeschlagen, zeitweise ganz apathisch, hoffnungslos und völlig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entmutigt. Aus psychiatrischer Sicht halte er sie für voll arbeitsunfähig. Med. pract. 

N.___ vermerkte, die anfangs hilflos-ängstliche Beschwerdeführerin sei innerhalb 

weniger Minuten aktiv, initiativ, recht energisch geworden und habe um Verständnis für 

ihre psychosozialen Probleme geworben. Das Denken sei formal unauffällig und 

fokussiert auf Insuffizienzgefühle. Die Stimmung sei herabgesetzt, freudlos und 

klagsam. Die emotionale Resonanzfähigkeit sei herabgesetzt, aber wiederholt 

aufhellbar. Der Antrieb sei unauffällig, spontan und initiativ, die Psychomotorik sei 

unauffällig. Es seien kein wesentlicher sozialer Rückzug und keine akute oder latente 

Suizidalität vorhanden (IV-act. 80-20 ff.). Die angegebenen Konzentrationsprobleme 

hätten aktuell nicht festgestellt werden können. Trotz angegebener Müdigkeit habe die 

Beschwerdeführerin aktiv und initiativ gewirkt (IV-act. 80-20 f.). Der geschilderte 

Interessenverlust sei diskrepant zur Tätigkeit in einem selbst angelegten Garten und 

Hühnerstall, der angegebene Rückzug sei diskrepant zu ihren Kontakten (privat, 

Beschäftigungstherapie) und zu ihrem Reiseverhalten (IV-act. 80-23). Das Benützen 

eines Computers und des Programms „Skype“ zeuge bei einer 55-jährigen Frau von 

einer guten Lernfähigkeit und einer guten Anpassungsfähigkeit an die Gegebenheiten 

einer multimedialen Welt. Insgesamt, unter Berücksichtigung der Diskrepanzen, sei von 

einer höchstens geringgradig eingeschränkten Funktion und Partizipation des 

Soziallebens auszugehen (IV-act. 80-23). Zur Einschätzung von Dr. E.___ nahm die 

Gutachterin Stellung, die von Dr. E.___ im November 2012 und November 2013 

diagnostizierte mittelgradige bis schwere bzw. schwere depressive Episode lasse sich 

nicht nachvollziehen. Bei der aktuellen Untersuchung im November 2013 hätten leichte 

bis mittelgradige depressive Symptome vorgelegen. Schwere depressive Symptome 

hätten nicht festgestellt werden können. Die aktuellen Schilderungen der 

Beschwerdeführerin zu ihrem Freizeit- und Sozialverhalten liessen sich mit den von 

Dr. E.___ angegebenen Einschränkungen (starke Antriebsminderung, Lust- und 

Interesselosigkeit, Ängstlichkeit, starker sozialer Rückzug) nicht vereinbaren. Vor 

diesem Hintergrund lasse sich auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % nicht 

nachvollziehen. Es sei davon auszugehen, dass Dr. E.___ subjektive Beschwerden, 

Vorstellungen und Wünsche der Beschwerdeführerin in seine Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit mit einbezogen habe. Insgesamt sei von einer Teilremission der 

depressiven Symptomatik trotz einer seit mehreren Jahren weitestgehend 

unveränderten medikamentösen Behandlung auszugehen (IV-act. 80-26, 28 f.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4  Die von med. pract. N.___ gestellte Diagnose einer leichten bis mittelgradigen 

depressiven Episode beruht auf einer 3 1/2-stündigen, ausführlichen Exploration. Dabei 

gab die Beschwerdeführerin an, sie habe Ende 2009 eine neue Wohnung gefunden, 

eine Dreizimmerwohnung im ersten Stock eines Bauernhauses. Im Frühjahr 2010 habe 

sie selbst einen Garten angelegt und besitze Hühner, für die ihr ein Kollege einen Stall 

gebaut habe (IV-act. 80-13, 16 f.). Sie habe keine Hobbys, mache aber in der 

Beschäftigungstherapie verschiedene Handarbeiten. Im Sommer 2013 habe sie zwei 

Ferienwochen bei einer Kollegin in O.___ verbracht. Zuletzt sei sie im September 2013 

in I.___ bei ihrer Tochter gewesen. Sie fahre einmal jährlich nach I.___, bisher stets als 

Mitfahrerin einer Kollegin aus P.___. Sie kenne von früher viele Leute, sei aber nicht 

mehr in der Lage, eine Freundschaft aufzubauen. Das Schönste für sie sei, alleine zu 

sein (IV-act. 80-18). Es erscheint nachvollziehbar, dass med. pract. N.___ aufgrund der 

Angaben der Beschwerdeführerin und ihrer umfassenden Untersuchung zum Ergebnis 

gelangte, es liege keine schwergradige Depression vor. Die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit mit 60 % bis 70 % (entsprechend einer Arbeitsdauer von täglich 7 bis 

7,5 Std. mit einer Leistungsminderung von 20 %; IV-act. 80-29) erscheint damit 

plausibel. Auch Dr. K.___ hatte im Rahmen seines Gutachtens keine schwergradige 

depressive Störung festgestellt und eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 

60 % bestätigt. Wie der RAD in seiner Stellungnahme vom 8. Mai 2014 zu Recht 

festhält, ist das Gutachten in der Form und inhaltlich argumentativ sorgfältig erstellt 

und differenziert begründet (IV-act. 89). Dass Dr. E.___ die Depression der 

Beschwerdeführerin als schwergradiger einschätzt, rechtfertigt keine weiteren 

Abklärungen: Wie der RAD zutreffend anführt, erklärt sich diese unterschiedliche 

Einschätzung auch in den unterschiedlichen Rollen von Gutachterin und Behandler. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann diese in der Natur der Sache 

begründete weitgehend fehlende Validierbarkeit („Reliabilität“) psychiatrischer 

Diagnosen, namentlich im depressiven Formenkreis, nicht automatisch zu 

Beweiserweiterungen führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 

9C_661/2009, E. 3.2). Die Beschwerdeführerin besucht nach eigenen Angaben 

während drei Halbtagen wöchentlich das Kunstatelier der Psychiatrischen Klinik D.___ 

(IV-act. 80-19; IV-act. 69-3). Sie macht geltend, das Gutachten von med. pract. N.___ 

sei insbesondere mangelhaft, da kein Bericht über die Beschäftigungstherapie im 

Ambulatorium der Psychiatrischen Klinik D.___ eingeholt worden sei (act. G 1, S. 11). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Kunsttherapien/Ateliers stehen unter der Leitung einer promovierten Pädagogin 

(Dr. paed.; http://www.psychiatrienord.sg.ch/home/wil/therapien_und_dienste/

freizeitangebot_wil0.html). Sie dienen der Tagesstruktur und bezwecken im Gegensatz 

zu einem Arbeitsversuch oder einer Beschäftigungstherapie nicht die Abklärung oder 

den Aufbau der Arbeitsfähigkeit. Es ist daher nicht zu erwarten, dass in dieser Therapie 

medizinisch relevante objektive Erkenntnisse gewonnen werden, die geeignet sein 

könnten, die Beweiskraft des Gutachtens von med. pract. N.___ in Frage zu stellen. 

Auch ist es grundsätzlich der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der 

aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden 

(Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2). Dies dürfte ohne 

Weiteres auch für den Entscheid über den Beizug von Berichten von 

Therapieeinrichtungen gelten. Dr. E.___ nennt zwar in seinem Bericht vom 8. März 2014 

erfüllte Diagnosekriterien einer Depression (IV-act. 88-1), legt damit aber nicht 

ausreichend objektiv feststellbare Gesichtspunkte dar, die im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer vom 

Gutachten von med. pract. N.___ abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen). Auch weist er 

keine nach der Begutachtung eingetretene Veränderung des medizinischen 

Sachverhalts nach, wie auch der RAD bemerkt (IV-act. 89; IV-act. 88). Abzustellen ist 

daher auf das sorgfältig begründete Gutachten. Es ist folglich von einer medizinisch-

theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 30 % bis 40 % bzw. 35 % (vgl. zum 

massgebenden Mittelwert Urteil des Bundesgerichts vom 12. April 2011, 9C_280/2010, 

E. 4.2; U. Meyer/M. Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., 

Zürich 2014, Art. 28a N 267) auszugehen. Dies gilt gemäss Gutachten seit November 

2013. Bis April 2010 bestand aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 %, danach bis zur Begutachtung im November 2013 seine solche von 50 % 

(angestammt) bzw. 40 % (adaptiert) (IV-act. 80-30). Diese Schätzung stützt sich auf 

das Gutachten von Dr. K.___, welches med. pract. N.___ ausdrücklich als hinsichtlich 

der Diagnosen und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als weitgehend nachvollziehbar 

würdigt. Sie begründet den Unterschied zu ihrer Schätzung damit, dass aus aktueller 

gutachterlicher Sicht sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin ein wenig 

stabilisiert und geringgradig gebessert habe (IV-act. 80-28, 32 f.).

4.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.1  Die Beschwerdegegnerin anerkennt weder die Depression noch die somatoforme 

Schmerzstörung als invalidisierend an. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, dass die psychischen Einschränkungen überwindbar seien und auf 

psychosozialen Belastungsfaktoren beruhten.

4.2  Die Gutachterin attestiert zwar an zweiter Stelle eine somatoforme 

Schmerzstörung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Tatsächlich geht 

sie jedoch nur bezüglich der depressiven Störung von einer die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigenden Krankheit aus (vgl. IV-act. 80-26). Es kann damit offen bleiben, ob 

und seit wann eine somatoforme Schmerzstörung besteht. Bei der seit dem Jahr 2000 

bestehenden und mehrfach stationär behandelten depressiven Störung handelt es sich 

um einen von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbaren 

pathologischen Gesundheitsschaden. Das Vorliegen einer depressiven Störung wurde 

denn auch von sämtlichen behandelnden und begutachtenden ärztlichen 

Fachpersonen bestätigt. Im Übrigen hat die Gutachterin allfällige psychosoziale 

Belastungsfaktoren bei ihrer Arbeitsfähigkeitseinschätzung ausgeklammert (IV-

act. 80-29).

5.

5.1  Das Gutachten N.___ attestiert der Beschwerdeführerin eine 100 %ige 

Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2008 (IV-act. 80-30). Das Wartejahr gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG war demnach am 1. Dezember 2009 bestanden. Die 

Beschwerdeführerin hat sich am 8. April 2009/Ende Juni 2009 bei der IV zum 

Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 1). Der Rentenanspruch entsteht somit frühestens 

am 1. Dezember 2009 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Die Berechnung des 

Einkommensvergleichs richtet sich nach diesem Zeitpunkt (BGE 129 V 222).

5.2  Die Beschwerdeführerin erzielte im Jahr 2007 einen Monatslohn von Fr. 4‘480.-- 

(IV-act. 8-2), was einem Jahreseinkommen von Fr. 58‘240.-- entspricht (13 x 

Fr. 4‘480.--, IV-act. 59-2). Indes wurden gemäss individuellem Konto (IV-act. 9) im Jahr 

2006 Fr. 60‘590.-- und im Jahr 2004 Fr. 59‘690.-- abgerechnet. Der tiefere Betrag im 

Jahr 2005 von Fr. 50‘626.-- erklärt sich durch den Unfall vom 13. Januar 2005. Da die 

Beschwerdeführerin bereits vom 28. November 2006 bis 16. Februar 2007 stationär 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

behandelt werden musste (IV-act. 27-1), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass sie per 1. Januar 2007 eine gesundheitsbedingte 

Lohneinbusse in Kauf nehmen musste (z.B. Wegfall der monatlichen 

Anwesenheitsprämie von Fr. 100.--, vgl. IV-act. 8-7). Das Valideneinkommen ist somit 

gestützt auf das Einkommen im Jahr 2006 zu berechnen. Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2009 (Bundesamt für Statistik [BfS], 

Lohnentwicklung 2014, T 39, Index Frauen 2006: 2417, 2009: 2552) beläuft es sich auf 

Fr. 63‘974.--.

5.3  Med. pract. N.___ attestiert der Beschwerdeführerin auch für die angestammte 

Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 60 % - 70 % (IV-

act. 80-30). Indes führte Dr. J.___ im orthopädischen Teilgutachten vom 6. Januar 2011 

aus, körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung mit häufiger 

Inklination, Reklination sowie Rotation seien wegen dem Impingement der linken 

Schulter, der Bandscheibenprotrusion L3/4 und der mässigen Spondylarthrose L4/5 

nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als Hilfsmetzgerin betrage 

dementsprechend 50 % (IV-act. 48-7 f.). Auch wenn sich die medizinische Situation 

hinsichtlich der Schulter durch die Operation geändert haben dürfte, erscheint 

aufgrund der weiteren somatischen Diagnosen fraglich, ob die bisherige Tätigkeit im 

Umfang von 65 % zumutbar wäre. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist 

daher vom durchschnittlichen Tabellenlohn für allgemeine Hilfsarbeiten auszugehen. 

Das durchschnittliche Einkommen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des BfS beläuft 

sich für Frauen im Jahr 2009 auf Fr. 52‘457.-- (Fr. 4‘371.-- pro Monat; 

Informationsstelle AHV/IV, IV, Gesetze und Verordnungen, Ausgabe 2015). Aufgrund 

des Alters der Beschwerdeführerin und ihrer mehrjährigen Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 10 %.

5.4  Ab 1. Dezember 2009 besteht aufgrund der Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

Anspruch auf eine ganze Rente. Gemäss beiden Gutachten (IV-act. 48-42; IV-

act. 80-30) bestand ab 1. Mai 2010 eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht für adaptierte Tätigkeiten. Diese wird gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ab 1. August 2010 rentenwirksam. Für 

diesen Zeitraum beträgt der Invaliditätsgrad 56 % (Invalideneinkommen: 0,6 x 0,9 x 

Fr. 52‘457.-- = Fr. 28‘327.--) und es besteht somit ab 1. August 2010 Anspruch auf eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

halbe Rente. Vom 29. Juni bis 6. November 2011 bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit 

aus somatischen Gründen (Schulteroperation, IV-act. 56 ; IV-act. 58). Unter 

Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV führt dies zu einem Anspruch auf eine 

ganze Rente vom 1. Oktober 2011 bis 29. Februar 2012. Ab 1. März 2012 besteht 

wiederum Anspruch auf eine halbe Rente bei einem weiterhin geltenden 

Invaliditätsgrad von 56 %. Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht auf 65 % (Arbeitsunfähigkeit 35 %) besteht spätestens ab November 2013. Bei 

einem Invaliditätsgrad von 52 % (Invalideneinkommen: 0,65 x 0,9 x Fr. 52‘457.-- = 

Fr. 30‘687.--) besteht weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente.

6.  

6.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. August 2014 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2009 eine ganze Rente, ab 

1. August 2010 eine halbe Rente, ab 1. Oktober 2011 eine ganze Rente und ab 1. März 

2012 wiederum eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

6.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. August 2014 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2009 eine ganze Rente, ab 

1. August 2010 eine halbe Rente, ab 1. Oktober 2011 eine ganze Rente und ab 1. März 

2012 wiederum eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2016
	Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG: Invalidisierende Wirkung einer langjährigen Depression bejaht. Würdigung eines medizinischen Gutachtens, das bezüglich Schweregrad der Depression und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von der Beurteilung des behandelnden Psychiaters abweicht, als beweistauglich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2016, IV 2014/429).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:14:26+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen