# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f950a81-b7c6-597d-a485-92c693b2cf79
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 04.04.2025 S 2023 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2023-96_2025-04-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Judith Fischer und Ersatzrichter Dr. iur. Martin Skripsky
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 4. April 2025 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw Stephanie C. Elms, schadenanwaelte AG, 
Industriestrasse 13c, Postfach, 6302 Zug

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2023 96

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Urteil S 2023 96

A. Die 1962 geborene A.________ meldete sich – nachdem sie zuvor mit Verfügung 
vom 19. Februar 2019 bereits befristet eine ganze Invalidenrente erhalten hatte (IV-act. 92 
und 94) – am 21. August 2019 erneut zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversi-
cherung an und machte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend. Es 
bestünden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mitttelgradige depressive 
Episode, eine Fibromyalgie sowie chronische Kopfschmerzen (IV-act. 95). Die behandeln-
de Psychiaterin attestierte ihr ab dem 28. Dezember 2018 eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit (IV-act. 97 f.). Die IV-Stelle holte daraufhin die medizinischen Berichte ein und 
legte das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor (IV-act. 130 ff.), welcher 
eine polydisziplinäre Begutachtung als erforderlich ansah. In der Folge wurde das Ärztli-
che Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, mit der polydisziplinären Begutachtung der Versi-
cherten in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Rheu-
matologie beauftragt (IV-act. 147 ff.). Nachdem sich die Versicherte mit der Gutachterstel-
le nicht einverstanden erklärt hatte (IV-act. 153), erging am 16. September 2021 eine Zwi-
schenverfügung, mit welcher die IV-Stelle an der Begutachtung durch das ABI festhielt (IV-
act. 157). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons 
Zug mit Urteil S 2021 140 vom 4. Juli 2022 ab (IV-act. 165). Das ABI erstattete sein Gut-
achten schliesslich am 29. Dezember 2022 (IV-act. 172). Dabei gingen die Gutachter von 
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der bisherigen sowie auch in einer an-
gepassten Tätigkeit aus. Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 23. Februar 2023 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-
act. 177). Daran hielt sie mit Verfügung vom 25. August 2023 fest (IV-act. 188). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 27. September 2023 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung vom 25. August 2023 sei aufzuheben und es sei die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen nach IVG, namentlich 
eine Invalidenrente nach Gesetz seit Anspruchsbeginn, zu gewähren. Eventualiter sei 
durch das angerufene Gericht eine verwaltungsexterne medizinische Begutachtung in Auf-
trag zu geben. Subeventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und diese sei zu verpflichten, eine verwaltungsexterne medizinische Begutachtung durch-
zuführen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht liess die Beschwerdeführerin die Durch-
führung eines zweiten Schriftenwechsels sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Pro-
zessführung und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person von 
RA MLaw Stephanie C. Elms beantragen (act. 1). 

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Urteil S 2023 96

C. Mit Verfügung vom 28. September 2023 bewilligte der Vorsitzende der sozialversi-
cherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der Beschwerdeführe-
rin um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihr für das Verfahren vor dem Verwaltungs-
gericht in der Person von RA MLaw Stephanie C. Elms eine unentgeltliche Rechtsbeistän-
din bei (act. 2).

D. Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2023 beantragte die IV-Stelle Zug die voll-
umfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 3). 

E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Anträ-
gen und Begründungen fest (act. 7 und 9). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu: 
25. August 2023) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die In-
validenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Zwar datiert die angefochtene 
Verfügung vom 25. August 2023, womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 
19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entste-
hung des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, weshalb die bis 31. Dezember 2021 
gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden (vgl. auch 
Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]) und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 

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Urteil S 2023 96

den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invaliden-
versicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 25. August 2023; 
diese ging am 28. August 2023 bei der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein. In 
Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 27. September 2023 
der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 
Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Die Be-
schwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwer-
de legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist 
den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 
Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichts (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie 
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbin-
dung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträch-
tigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver-
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenaussch-
liessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG; BGE 139 V 547 
E. 5; 131 V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. BGer 8C_614/2015 vom 15. Dezember 
2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4.).

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Urteil S 2023 96

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben 
eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus 
(vgl. BGE 130 V 396; BGer 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 
9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische 
Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali-
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen 
und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Mass-
stab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Ver-
wertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft 
tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. BGer 
8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kön-
nen (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-
res zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 
S. 69 E. 4b/cc). 

4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt zur Beurteilung des Rentenanspruchs im 
Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des ABI vom 29. Dezember 2022 ab (IV-
act. 172). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nahmen die Gutachter 

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eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), chronisches 
Fibromyalgiesyndrom (ICD-10 M79.0), an. Folgenden weiteren Diagnosen massen die 
Gutachter keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)

- Panikstörung bei Agoraphobie (ICD-10 F40.1)

- Abhängigkeit von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.2)

- Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)

- Chronisches Spannungstyp-Kopfweh (ICD-10 G44.2)

- Chronisches lumbospondylogenes bis facettogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)

- Chronisches cervicales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0)

- Präklinische Hyperthyreose (ICD-10 E05.9)

- Leicht ausgeprägte Dyslipidämie (ICD-10 E78.2)

Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt, dass die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei der Explorandin rein psychiatrisch bedingt sei. 
Sowohl in der angestammten wie auch in jeglichen leichten bis intermittierend 
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit 
(um 30 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem 
Rendement); dies gelte seit dem Zeitpunkt der Wiederanmeldung im August 2019. 

4.2 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-
lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 
V 351 E. 3b/bb).

4.3 Das polydisziplinäre Gutachten des ABI ist umfassend, basiert auf Kenntnis der 
Vorakten und beruht auf einer eingehenden internistischen, psychiatrischen, rheumatolo-
gischen und neurologischen Abklärung. Zudem enthält das Gutachten anamnestische An-
gaben, es berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und 
vermittelt ein vollständiges Bild ihres Gesundheitszustandes. Die Schlussfolgerungen sind 
zudem begründet, einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit 

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grundsätzlich voller Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die von der Be-
schwerdeführerin vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutachten stich-
haltig sind und an dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

4.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin zunächst bemängelt, im Gutachten sei nicht 
rechtsgenüglich auf die Einschränkungen infolge der starken Kopfschmerzen eingegangen 
worden, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin sowohl in der ange-
fochtenen Verfügung als auch in der Vernehmlassung ausführlich dargelegt hat, wurde die 
Kopfschmerzproblematik im ABI-Gutachten eingehend thematisiert. 

So setzte sich insbesondere der neurologische Sachverständige an mehreren Stellen sei-
nes Gutachtens mit den geltend gemachten Kopfschmerzen auseinander. Im Rahmen der 
neurologischen Untersuchung bat er die Beschwerdeführerin einleitend, die aktuelle Kopf-
schmerzsituation zu schildern. Ihre entsprechenden Angaben zu Art, Lokalität und Häufig-
keit der Kopfschmerzen hielt er unter Ziff. 3.1 seines Gutachtens fest. Unter Ziff. 6.1 nahm 
er sodann zu den in neurologischer Hinsicht massgebenden Vorberichten – unter anderem 
zu den Berichten des B.________ – eingehend Stellung und legte anschliessend unter 
Ziff. 6.3 in ausführlicher und nachvollziehbarer Weise dar, weshalb bei der Beschwerde-
führerin die Diagnosen einer Migräne ohne Aura sowie eines chronischen Spannungstyp-
Kopfwehs zu stellen seien. Eine somatische Ursache für die geltend gemachten Kopf-
schmerzen konnte der Neurologe indes nicht finden, weshalb er davon ausging, dass – 
wie praktisch immer bei einer schweren chronischen Kopfschmerzproblematik und auch 
gemäss Eigeneinschätzung der Beschwerdeführerin – psychische Faktoren massgeblich 
mitverantwortlich seien. Zur Arbeitsfähigkeit nahm er schliesslich unter Ziff. 8.2 Stellung 
und führte aus, dass eine Migräneattacke die Arbeitsfähigkeit in unvorhersehbarer Weise 
ganz oder teilweise beeinträchtigen könne. Das Vorliegen einer Migräne per se bedinge 
aber keine prinzipielle längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, umso mehr als bei 
der Beschwerdeführerin auch keine chronische Migräne vorliege. Aus dem Vorliegen von 
Spannungstyp-Kopfweh könne ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden. Da 
der neurologische Gutachter davon ausging, dass massgeblich psychische Faktoren mit-
spielen, verwies er auf das psychiatrische Teilgutachten sowie den Konsens und merkte 
an, dass eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fachpsychiatrisch unter Berück-
sichtigung der Kopfschmerzsituation festzulegen sei. Das soeben Dargelegte zeigt, dass 
sich der neurologische Teilgutachter sehr intensiv mit der Kopfschmerzproblematik aus-
einandergesetzt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet hat. 

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Nichts anderes hat im Hinblick auf die psychiatrische Begutachtung zu gelten. Dabei ist 
zunächst festzustellen, dass die von der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die beige-
zogene Tonbandaufnahme geltend gemachten Ausführungen zu der Kopfschmerzproble-
matik im psychiatrischen Teilgutachten festgehalten wurden. So hielt der psychiatrische 
Sachverständige unter "aktuelle Beschwerden" (Ziff. 3.2) als körperliche Beschwerden ne-
ben den Magenproblemen und den Rückenbeschwerden die seit 1986 bestehenden 
rechtsseitigen Kopfschmerzen, welche über den ganzen Tag anhalten würden, fest. Im 
Weiteren zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin gegenüber dem Experten angab, die 
Kopf- und Rückenschmerzen seien verantwortlich dafür, dass sie nicht arbeiten könne 
(vgl. IV-act. 172 S. 37 oben). Unter "Tagesablauf etc." wurde sodann festgehalten, dass 
die Beschwerdeführerin kein warmes Wasser auf ihrem Kopf ertrage, da dieses die Kopf-
schmerzen verstärke. Aufgrund der berichteten körperlichen Beschwerden hielt der Psych-
iater schliesslich ein reduziertes Aktivitätsniveau fest (vgl. IV-act. 172 S. 39). Das soeben 
Ausgeführte zeigt, dass die Kopfschmerzproblematik auch im psychiatrischen Teilgutach-
ten an mehreren Stellen thematisiert wurde. Unter Ziff. 6.3 ("Herleitung der Diagnosen") 
stellte der psychiatrische Gutachter sodann fest, dass bezüglich der von der Explorandin 
geschilderten körperlichen Beschwerden [worunter notabene auch die von ihr angegebe-
nen Kopfschmerzen zu subsumieren sind] in den entsprechenden fachärztlichen Teilgut-
achten keine die Schmerzen in ihrer Ausprägung und Lokalisation hinreichend erklärbaren 
Befunde hätten erhoben werden können. Angesichts dessen diagnostizierte er (neben 
weiteren Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Diese Diagnose stufte der Sachverständige als Diagnose 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein. Hinsichtlich der Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit gab der Psychiater unter Ziff. 8.1.2 schliesslich an, dass aus psychiatrischer Sicht eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % bestehe. Diese Einschätzung sei im Umstand 
einer verminderten psychischen Gesamtbelastbarkeit durch die psychosomatischen Antei-
le der beklagten körperlichen Beschwerden begründet, durch welche sich die Explorandin 
sehr eingeschränkt sehe und bei Überforderungserleben das Abgleiten in eine depressive 
Symptomatik nicht ausgeschlossen werden könne. Angesichts dessen ist mit der Be-
schwerdegegnerin festzustellen, dass der psychiatrische Sachverständige die von der Be-
schwerdeführerin geklagten körperlichen Beschwerden und damit insbesondere auch die 
von ihr geschilderten Kopfschmerzen, die gemäss dem neurologischen Gutachter eben 
gerade auch eine psychiatrische Komponente aufweisen, im Rahmen der diagnostizierten 
somatoformen Schmerzstörung berücksichtigte und ihnen immerhin eine Einschränkung 
von 30 % zumass. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin erweist sich somit als unbegrün-
det. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der psychiatrische Sachverständige bei 

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Urteil S 2023 96

Frage 6 der Rechtsvertreterin ("Wie beurteilen Sie die regelmässigen starken Kopf-
schmerzen?") auf das neurologische Teilgutachten verwies. Es ist an dieser Stelle noch 
einmal darauf hinzuweisen, dass der neurologische Teilgutachter die Kopfschmerzproble-
matik sehr detailliert analysiert hat, dabei aber gerade keine somatische Ursache feststel-
len konnte, weshalb er betreffend eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf das 
psychiatrische Teilgutachten verwies. Der psychiatrische Sachverständige seinerseits 
berücksichtigte sämtliche von der Beschwerdeführerin beklagten körperlichen Beschwer-
den und damit auch die Kopfschmerzproblematik im Rahmen der von ihm diagnostizierten 
somatoformen Schmerzstörung und leitete daraus eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab. Von 
einer Verletzung der Begründungspflicht kann somit entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin keine Rede sein. 

4.3.2 Darüber hinaus zielt auch der Vorwurf der Beschwerdeführerin, im Gutachten feh-
le eine Diskussion zu den Wechselwirkungen, insbesondere in Bezug auf das Schmerzge-
schehen und die übrigen beklagten gesundheitlichen Einschränkungen, ins Leere. 

Wie bereits dargelegt, wurden die Schmerzen sowohl im Rahmen der somatischen als 
auch der psychiatrischen Abklärung beurteilt. Dabei wurden die nicht auf somatisches Ge-
schehen abstützbaren Beschwerden vom psychiatrischen Sachverständigen im Rahmen 
der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bewertet und daraus folgend eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % anerkannt. Die Schmerzen fanden somit ausrei-
chend Beachtung. Der Zweck einer interdisziplinären Beurteilung besteht sodann darin, al-
le relevanten Gesundheitsschädigungen zu erfassen und die daraus jeweils abgeleiteten 
Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fassen. Dabei geht es auch 
gerade darum, auch allfällige Wechselwirkungen der vorhandenen Einschränkungen zu 
berücksichtigen. Die interdisziplinäre Beurteilung der Gutachter des ABI ist angesichts der 
genannten Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel. 
Dem Gutachten können in somatischer Hinsicht keine einschränkenden Diagnosen ent-
nommen werden; aus allgemein-internistischer, rheumatologischer und neurologischer 
Sicht bestehen keine funktionellen Auswirkungen. Wenn auch vorhandene Komorbiditäten 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits dann als rechtlich bedeutsame Ko-
morbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung 
beizumessen ist, mithin nicht nur, falls sie für sich allein die Arbeitsfähigkeit einschränken 
(BGE 143 V 418 E. 8.1; BGer 8C_331/2022 vom 6. September 2022 E. 6.4 mit Hinwei-
sen), so sind vorliegend doch keine – bisher allenfalls unberücksichtigt gebliebenen – 
Wechselwirkungen ersichtlich. Die Wechselwirkungen zwischen den Kopfschmerzen und 

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Urteil S 2023 96

den psychischen Faktoren wurden gutachterlich eingehend gewürdigt. Sodann setzten 
sich die Gutachter auch mit allfälligen ressourcenhemmenden Faktoren auseinander und 
zwar sowohl im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung unter Ziff. 4.4 (mit 
Verweis betreffend Detailangaben auf die Teilgutachten) als auch im Rahmen der psychia-
trischen Begutachtung unter Ziff. 7.2. Als ressourcenhemmend nannte der psychiatrische 
Sachverständige die mangelnden sozialen Kontakte, die fehlende Ausbildung sowie das 
fortgeschrittene Alter. Sodann würdigte er den Umstand, dass die Beschwerdeführerin un-
ter psychosomatischen körperlichen Beschwerden leidet, diese bislang jedoch nicht ent-
sprechend behandelt wurden. Auch wies er auf die bestehende Benzodiazepinabhängig-
keit hin und ging davon aus, dass auch diese zu den beschriebenen Unruhezuständen 
mitbeitrage. Somit geht auch der Einwand der Beschwerdeführerin, im Gutachten sei nicht 
rechtsgenüglich auf die Frage der ressourcenhemmenden Wirkung der gestellten Diagno-
sen eingegangen worden, fehl, konnten die Gutachter über das soeben Ausgeführte hin-
aus doch offenbar keine ressourcenhemmenden Faktoren erkennen. 

4.3.3 Des Weiteren kann die Beschwerdeführerin auch aus dem Einwand, das noch 
zumutbare Belastungsprofil sei nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden, nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. Zu berücksichtigen ist, dass die Gutachter zum Schluss gekommen 
sind, die Beschwerdeführerin sei sowohl in der angestammten wie auch in jeglichen leich-
ten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten zu 70 % arbeits-
fähig. Angesichts dessen erübrigte sich eine Umschreibung eines konkreten Leistungs- 
und Belastungsprofils. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 
ATSG liegt diesbezüglich somit nicht vor. Im Übrigen schreiben weder Gesetz noch 
Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den seitens der Beschwerde-
führerin genannten Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der 
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie vor, stellen diese doch 
lediglich eine Orientierungshilfe für die begutachtenden Fachpersonen dar (BGer 
8C_772/2018 vom 19. März 2019 E. 6.2).

4.3.4 Zu guter Letzt darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Beschwerdeführerin ih-
re Einwände mit keinerlei medizinischen Ausführungen eines Arztes untermauert hat. Oh-
nehin liegen überhaupt keine ärztlichen Berichte oder Stellungnahmen vor, die sich 
zum Gutachten äussern und aufzeigen würden, weshalb darauf nicht abgestellt werden 
kann. Es darf davon ausgegangen werden, dass die ausgewiesenen gutachterlichen 
Fachärzte die Gesundheitsstörungen und die daraus abgeleiteten Einschränkungen in ob-
jektiver Hinsicht besser einzuschätzen vermögen als die Beschwerdeführerin selbst als 

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Urteil S 2023 96

medizinische Laiin. Am Beweiswert des polydisziplinären Gutachtens vermag die ander-
weitige Einschätzung der Beschwerdeführerin jedenfalls nichts zu ändern.

4.4 Nach dem soeben Dargelegten ist festzuhalten, dass sich die Vorbringen der Be-
schwerdeführerin insgesamt nicht als stichhaltig erwiesen haben, um die ausschlagge-
bende Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens in Frage zu stellen. 

4.5 Schliesslich erlaubt das ABI-Gutachten auch eine zuverlässige Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit anhand der in BGE 141 V 281 erarbeiteten Indikatoren. Der psychiatrische 
Teilgutachter befasste sich mit dem Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin, deren 
persönlichen Ressourcen, dem sozialen Kontext sowie der Konsistenz mit Bezug auf das 
alltägliche Aktivitätenniveau und den Leidensdruck. 

Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass eine schwere und therapeutisch nicht mehr 
angehbare psychische Störung vorliegt. Der erhobene psychopathologische Befund war 
weitgehend unauffällig, weshalb die rezidivierende depressive Störung gegenwärtig als 
remittiert eingestuft wurde. Den von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängsten, wenn 
sie sich unter vielen Menschen aufhalte, sowie den in diesem Zusammenhang auftreten-
den Unruhezuständen trug der psychiatrische Gutachter im Rahmen der diagnostizierten 
Panikstörung bei Agoraphobie Rechnung, wobei er hieraus jedoch keine Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ableiten konnte. Angesichts der langjährigen Rivotril-Medikation dia-
gnostizierte er sodann eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen und ging davon aus, dass 
auch diese zu den beschriebenen Unruhezuständen mitbeitrage. Darüber hinaus bestehen 
psychosomatische körperliche Beschwerden, welche bislang jedoch noch keiner entspre-
chenden Behandlung unterzogen wurden. Die therapeutischen Optionen wurden bisher 
somit noch nicht ausgeschöpft. Der psychiatrische Sachverständige empfahl eine leitlini-
engemässe ambulante fachpsychiatrische oder psychologisch-psychotherapeutische Be-
handlung mit Fokus auf die beklagten körperlichen Beschwerden sowie ein Absetzen der 
langjährigen Einnahme von Rivotril und rechnete im Falle der Einleitung dieser Therapie-
massnahmen mit einem Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb zweier 
Jahre. 

Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitspathologie liessen sich bei der psychiatrischen Un-
tersuchung nicht finden. Als ressourcenhemmend werden psychosoziale Belastungsfakto-
ren (mangelnde soziale Kontakte, fehlende Berufsausbildung, fortgeschrittenes Alter) so-
wie die psychosomatischen körperlichen Beschwerden und die Benzodiazepinabhängig-

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Urteil S 2023 96

keit genannt. Von sozialer Seite ist ein gewisser Rückzug ersichtlich. So besteht zwar 
noch ein recht guter Kontakt zum zweiten Ex-Ehemann, zu ihren zwei erwachsenen Kin-
dern hat die Beschwerdeführerin hingegen nur noch wenig Kontakt und darüber hinaus 
pflegt sie keine weiteren sozialen Kontakte. Sodann geht die Beschwerdeführerin keinen 
grossen Aktivitäten nach, hat jedoch einen geregelten Tagesablauf. Sie besucht dreimal in 
der Woche eine Tagesstruktur, wo sie verschiedene Entspannungsübungen macht und an 
den anderen Tagen erledigt sie – soweit es ihr möglich ist – die Einkäufe, geht ins Bro-
ckenhaus oder macht den Haushalt. Zudem macht sie lange Mittagsschlafe und schaut 
viel fern. Somit verfügt die Beschwerdeführerin über wenig persönliche Ressourcen. Folg-
lich kam auch der psychiatrische Sachverständige zum Schluss, dass die Beschwerdefüh-
rerin derzeit keine ausreichenden persönlichen Ressourcen habe, um widrigen Lebenser-
eignissen angemessen begegnen zu können. 

Bezüglich der Konsistenz konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Es ist von ei-
ner gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebens-
bereichen auszugehen. Auch besteht angesichts der langjährigen Behandlung ein ausge-
wiesener Leidensdruck.

Zusammenfassend ist mit der jahrelangen psychiatrisch-psychologischen Behandlung ein 
gewisser Leidensdruck durchaus ausgewiesen. Jedoch lässt sich in einer Gesamtwürdi-
gung auf eine lediglich leichtgradige versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit aufgrund der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung schliessen. 
Damit erscheint die vom Gutachter auf 30 % eingeschätzte Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit bei vollem Arbeitspensum als nachvollziehbar.  

5. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich für den Zeitraum nach der Begutach-
tung unter Verweis auf die Stellungnahme von Dr. C.________ vom 18. Januar 2024 (BF-
act. 3) eine Verschlechterung ihres psychiatrischen Gesundheitszustandes geltend macht, 
kann ihr nicht gefolgt werden. 

Zunächst ist zu berücksichtigen, dass Dr. C.________, der die Beschwerdeführerin seit 
Dezember 2018 behandelt, bereits im Jahr 2020 – mithin noch vor der polydisziplinären 
Begutachtung – eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes bei einer diagnosti-
zierten mittelgradigen depressiven Episode und einer Panikstörung verbunden mit einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit postulierte (vgl. Berichte vom 15. April 2020 [IV-act. 108] und 
26. Oktober 2020 [IV-act. 124]). Ein psychopathologischer Befund wurde dazumal jedoch 

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nicht erhoben. Vielmehr wurden in den genannten Berichten, die von der Beschwerdefüh-
rerin seit 1981 beklagten Beschwerden – Lust-/Interessenlosigkeit, Motivationslosigkeit, 
Traurigkeit, Gedankenkreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Enttäuschungen, Schlafstörungen, 
Appetitminderung, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und 
Müdigkeit – wiedergegeben, ohne dass eine Verifizierung dieser Befunde erfolgte. Es ent-
stand somit der Eindruck, dass sich der behandelnde Psychiater im Wesentlichen auf die 
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abstützte. Um auszuschliessen, dass letzt-
endlich der unveränderte psychische Gesundheitszustand behandlerseits nur anders dar-
gestellt und beurteilt wird (vgl. Stellungnahmen vom 7. Januar 2020 [recte: 2021; IV-
act. 130] und 12. März 2021 [IV-act. 131]), wurde in der Folge die polydisziplinäre Begut-
achtung beim ABI in Auftrag gegeben. Dabei konnte sich der psychiatrische Teilgutachter 
der Beurteilung von Dr. C.________ aber gerade nicht anschliessen. Die vom behandeln-
den Psychiater geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes und die 
daraus abgeleitete vollständige Arbeitsunfähigkeit war für den ABI-Gutachter unter 
Berücksichtigung des erhobenen Psychostatus – keine Hinweise auf relevante Beeinträch-
tigungen von Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächtnis (wobei die Beschwerdeführerin 
auch gegenüber dem Gutachter angegeben hatte, unter Gedächtnisstörungen zu leiden), 
kein depressiver Affekt – nicht nachvollziehbar, was er unter Ziff. 6.2.3 seines Teilgutach-
tens einleuchtend begründete. 

Im Bericht von Dr. C.________ vom 18. Januar 2024 ist nun zwar von einer Verschlechte-
rung der Symptomatik die Rede. Eine kritische Auseinandersetzung mit den von der Be-
schwerdeführerin geklagten Beschwerden findet jedoch wiederum nicht statt. Des Weite-
ren sucht man auch eine Auseinandersetzung mit dem davon abweichenden psychiatri-
schen Teilgutachten vergebens. Es ist somit nicht von der Hand zu weisen, dass der aktu-
elle psychopathologische Befund des behandelnden Psychiaters wiederum mehrheitlich 
auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Befindlichkeit zu basieren 
scheint. Sodann ist zu berücksichtigen, dass die Diagnose einer somatoformen Schmerz-
störung, wovon der ABI-Gutachter ja gerade ausgeht, per definitionem Beeinträchtigungen 
der Alltagsfunktionen voraussetzt (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1.1). Ein gewisser sozialer 
Rückzug sowie ein reduziertes Aktivitätsniveau wurden denn auch bereits im Rahmen der 
polydisziplinären Begutachtung festgestellt. Somit ist mit den Ausführungen von 
Dr. C.________, wonach ein starker Verlust der Alltagskompetenzen bestehe und die Be-
schwerdeführerin nicht mehr in der Lage sei, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten 
durchzuführen, eine Verschlechterung seit der polydisziplinären Begutachtung nicht aus-
gewiesen. Des Weiteren wurden starke Beeinträchtigungen der Konzentration, Aufmerk-

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samkeit und des Gedächtnisses behandlerseits bereits im Jahr 2019 festgehalten (vgl. IV-
act. 97). Im Weiteren zeigt ein Vergleich mit der im ABI-Gutachten festgehaltenen Medika-
tion (vgl. IV-act. 172 S. 28), dass seither zwar eine gewisse Anpassung der Psychophar-
maka erfolgte, eine Aufdosierung jedoch nur beim Temesta 1 mg zu verzeichnen ist, 
während die Dosierung von Efexor 150 mg gleichgeblieben und diejenige von Rivotril 2 mg 
sowie Sequase 100 mg (auf Seroquel 25 mg) sogar reduziert wurde. Zu guter Letzt ist der 
Bericht vom 18. Januar 2024 äusserst kurz gehalten und Dr. C.________ unterlässt es, 
Diagnosen zu nennen und sich über den Grad der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin zu äussern. 

Nach dem soeben Dargelegten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-
hen, dass die psychiatrische Einschätzung von Dr. C.________ vom 18. Januar 2024 de 
facto seinen früheren Beurteilungen bei erfahrungsgemäss fluktuierender Symptomatik 
entspricht. Eine relevante Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustands im 
Vergleich zur ABI-Begutachtung Ende 2022 ist mit dieser Stellungnahme jedenfalls nicht 
dargelegt, gelingt es dem behandelnden Psychiater doch gerade nicht, die geltend ge-
machte Verschlechterung medizinisch zu objektivieren. Vielmehr ist von einer anderen 
Beurteilung des gleichen Sachverhalts auszugehen, die im Wesentlichen wohl daher rührt, 
dass es sich bei Dr. C.________ um den behandelnden Psychiater handelt, der erfah-
rungsgemäss eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aussagen wird. Zusammenfas-
send ist somit festzustellen, dass der behandelnde Psychiater keine neuen klinisch objek-
tiven Befunde vorbringt, die eine von der bisherigen abweichende Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit zu begründen vermöchten. Insofern kann weiterhin auf das polydisziplinäre Gut-
achten vom 29. Dezember 2022 abgestellt werden. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit 
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten und je-
der anderen angepassten Tätigkeit auszugehen. 

6. Die Beschwerdeführerin bringt nun jedoch vor, die Restarbeitsfähigkeit sei wirt-
schaftlich nicht mehr verwertbar, was zu einer vollständigen Invalidität im Sinne von Art. 8 
Abs. 1 ATSG führe. In erster Linie führt sie dazu ihr Alter – sie ist am ____ 2025 63 Jahre 
alt geworden – an; sodann werden die fehlende Ausbildung, ihre beschränkten beruflichen 
Erfahrungen und die langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt erwähnt.

6.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein-
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Der ausgegli-
chene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die kon-

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krete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich 
nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chan-
cen gesundheitlich Beeinträchtigter ab, tatsächlich eine zumutbare und geeignete Arbeits-
stelle zu finden. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem 
Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeits-
markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält. Der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- 
und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen sei-
tens des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann aber dort nicht 
gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich 
ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht 
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich und das 
Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen erscheint. 
Mit dem Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes geht der Gesetzgeber somit 
grundsätzlich davon aus, dass auch gesundheitlich eingeschränkten Personen ein ihren 
(verbleibenden) Fähigkeiten entsprechender Arbeitsplatz offen steht. Selbst wenn sich der 
Fächer an Stellen- und Arbeitsangeboten im Laufe der letzten Jahrzehnte namentlich in-
folge der Desindustrialisierung und des Strukturwandels verändert hat, darf vom gesetzlich 
vorgegebenen Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht abgewichen werden, in-
dem stattdessen konkret existierende Erwerbsmöglichkeiten oder konkrete Arbeitsmarkt-
verhältnisse beigezogen werden (BGer 8C_256/2021 vom 9. März 2022 E. 9.1 mit Hinwei-
sen). 

6.2 Die Beschwerdeführerin war in dem für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Ar-
beitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens durch das ABI 
(29. Dezember 2022) 60 Jahre und 9 Monate alt. Damit blieb ihr noch eine genügende Ak-
tivitätsdauer, hat die Rechtsprechung doch bereits eine verbleibende Aktivitätsdauer von 
zweieinhalb Jahren als für die Verwertbarkeit grundsätzlich ausreichend taxiert (BGer 
8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.2.2 und 4.3.2). Das Alter der Beschwerdeführerin 
schliesst für sich allein die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit somit nicht aus. Zwar 
trifft es zu, dass sowohl ihr Alter als auch die Tatsache, dass sie über keinen Berufsab-
schluss verfügt, ihre Chancen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, schmälern. Wie die Ver-
gangenheit indes zeigt, war es der Beschwerdeführerin möglich, auch ohne Berufsab-
schluss erwerbstätig zu sein, übte sie in der Schweiz doch diverse Hilfstätigkeiten, vorwie-
gend in der Gastronomie und im Verkauf, aus. Gemäss dem ABI-Gutachten könnte die 
Beschwerdeführerin solche Tätigkeiten auch weiterhin in einem 70%-Pensum ausüben. 

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Weshalb es ihr nicht zumutbar sein sollte, ihre Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer der 
Tätigkeiten verwerten zu können, die sie bereits früher in der Schweiz ohne Ausbildung 
ausgeübt hat, erschliesst sich dem Gericht nicht, zumal solche Hilfsarbeiten auch einen 
geringen Einarbeitungsaufwand erfordern. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend fest-
gestellt hat, weist der ausgeglichene Arbeitsmarkt derartige Stellen jedenfalls zur Genüge 
auf. Sodann ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass die geltend gemachte 
langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt von fast 12 Jahren – ihre letzte Arbeitsstelle 
verlor sie per Ende Dezember 2010 (vgl. IK-Auszug vom 10. August 2016 [IV-act. 10]) – 
nicht stets gesundheitsbedingt begründet war. Aktenkundig ist jedenfalls, dass sich die 
Beschwerdeführerin während mehrerer Jahre auf eigenen Wunsch in ihrem Heimatland 
D.________ aufhielt, ohne einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Auch bei ihrer Rückkehr 
in die Schweiz im März 2016 nahm sie ihren eigenen Angaben nach aus administrativen 
Gründen keine Arbeitstätigkeit mehr auf (vgl. IV-act. 172 S. 39). Eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit, die in der Folge auch zur Zusprache einer befristeten ganzen Rente vom 1. Mai 
2017 bis 31. März 2018 führte (vgl. IV-act. 94), wurde der Beschwerdeführerin schliesslich 
erst ab dem 23. Mai 2016 attestiert (vgl. IV-act. 47). Dementsprechend kann frühestens ab 
diesem Zeitpunkt von einer gesundheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ausge-
gangen werden. Für die Zeitspanne davor kann das Fernbleiben vom Arbeitsmarkt hinge-
gen nicht auf IV-relevante Gründe zurückgeführt werden, sodass die Beschwerdeführerin 
daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Gesamthaft betrachtet schränken die dar-
gelegten persönlichen und beruflichen Gegebenheiten die Möglichkeiten der Beschwerde-
führerin jedenfalls nicht derart ein, dass es ihr unmöglich wäre, auf dem hypothetisch aus-
geglichenen Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle zu finden, weshalb die zumutbare 70%ige Ar-
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durchaus als noch verwertbar zu betrachten ist.

7. Ausgehend von der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten 
sowie jeder anderen leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden 
Tätigkeit ist der IV-Grad im Folgenden mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen. 

7.1 Was das von der IV-Stelle angenommene Valideneinkommen in der Höhe von 
Fr. 53'493.– anbelangt, ist anzumerken, dass dieses einer summarischen Überprüfung 
seitens des Gerichts standhält und die Berechnung im Übrigen auch von der Beschwerde-
führerin nicht beanstandet wird, sodass sich Weiterungen hierzu erübrigen.  

7.2

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7.2.1 Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Ta-
bellenlöhne der LSE 2020. Dabei ging sie vom Durchschnittslohn der Frauen, Tabelle 
TA1, ganzer privater Sektor, Kompetenzniveau 1 aus. Bei einer durchschnittlichen Ar-
beitszeit von wöchentlich 41,7 Stunden und unter Berücksichtigung eines leidensbeding-
ten Abzugs in der Höhe von 5 % ergab sich bei einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ein Invali-
deneinkommen von Fr. 35'573.– (vgl. IV-act. 178).

7.2.2 Diesbezüglich rügt die Beschwerdeführerin lediglich den gewährten leidensbeding-
ten Abzug von 5 % und verlangt einen solchen von mindestens 15 %. Zur Begründung 
verweist sie auf die leidensbedingten Einschränkungen, das fortgeschrittene Alter, die lan-
ge Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und die fehlende Berufsbildung. 

Einleitend ist zu bedenken, dass die Höhe des Abzuges – im Gegensatz zur Frage, ob 
überhaupt ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist – eine Ermessensfrage darstellt 
und das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 
desjenigen der Verwaltung setzt (BGE 126 V 75 E. 6). Vorliegend besteht gerade kein An-
lass, in das diesbezügliche Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Es ist festzustellen, 
dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähig, jedoch krankheitsbe-
dingt reduziert leistungsfähig ist. Bei dieser Konstellation wird in der Regel kein über die 
Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit das Rendement hin-
ausgehender Abzug anerkannt (BGer 8C_211/2018 vom 8. Mai 2018 E. 4.4). Dem 
schmerzbedingt vermehrten Pausenbedarf wurde bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit 
auf 70 % sodann gebührend Rechnung getragen. Eine nochmalige Berücksichtigung ist 
nicht statthaft. Ebenso wenig vermag das Alter der Beschwerdeführerin einen leidensbe-
dingten Abzug zu rechtfertigen, werden doch gerade Hilfsarbeiten auf dem massgebenden 
ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1; vgl. 
auch BGer 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E. 4.2). Bei Hilfsarbeitertätigkeiten im 
untersten Kompetenzniveau spielt sodann auch das Kriterium der langen Abwesenheit 
vom Arbeitsmarkt nur eine unbedeutende Rolle und vermag einen Abzug nicht zu rechtfer-
tigen (BGer 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3). Der fehlenden Berufsbildung wurde 
schliesslich bereits mit dem herangezogenen Tabellenlohn des niedrigsten Kompetenzni-
veaus 1 Rechnung getragen und kann nicht noch ein zweites Mal beim Leidensabzug gel-
tend gemacht werden. 

Soweit die Beschwerdeführerin einen (zusätzlichen) Abzug vom Tabellenlohn auf Grund-
lage des per 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Art. 26bis Abs. 3 IVV geltend macht, kann 

18

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sie ebenso wenig gehört werden, da eine positive Vorwirkung – die angefochtene Verfü-
gung erging am 25. August 2023 – aus Gründen der Rechtssicherheit grundsätzlich un-
zulässig ist (BGer 8C_106/2024 vom 8. August 2024 E. 3.2.7.2  mit Hinweis auf BGE 129 
V 455 E. 3) und keine Gründe ersichtlich sind, von diesem Grundsatz abzuweichen. 
Schliesslich würde sich am fehlenden Rentenanspruch selbst dann nichts ändern, wenn 
vom Invalideneinkommen ein Abzug von 10 % vorgenommen würde. 

Damit ist auch das von der Beschwerdegegnerin errechnete Invalideneinkommen von 
Fr. 35'573.– nicht zu beanstanden.

7.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 53'493.– und einem Invalideneinkommen 
von Fr. 35'573.– ergibt sich ein Minderverdienst von Fr. 17'920.– und somit ein Invali-
ditätsgrad von gerundet 33 %. Bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 40 % besteht 
kein Rentenanspruch. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und sie ist voll-
umfänglich abzuweisen.

8. Nachdem der medizinische Sachverhalt mit dem polydisziplinären Gutachten um-
fassend geklärt ist und dem Gutachten volle Beweiskraft zukommt, sind von einer weiteren 
Begutachtung der Beschwerdeführerin keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass ihr 
Antrag in zulässiger Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung abzuweisen ist (vgl. 
BGE 122 V 157 E. 1d). Schliesslich kann der Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung 
der Abklärungspflicht i.S.v. Art. 43 ATSG vorgehalten werden.

9. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 28. September 2023 die unentgelt-
liche Rechtspflege gewährt wurde, sind ihr für das vorliegende Verfahren keine Kosten 
aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht auszurichten. 
Die von der Beschwerdeführerin beigezogene Rechtsvertreterin ist für ihren Aufwand aus-
gehend von einem Stundenansatz für Rechtsanwälte von Fr. 220.– und in Berücksichti-
gung des Umstandes, dass nur der notwendige Aufwand verrechnet werden kann, ermes-
sensweise mit Fr. 2'700.– (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse zu ent-
schädigen.

19

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren 
mit Fr. 2'700.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 4. April 2025

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am