# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5e2239d-ba37-5c0e-aa09-8d385a65fa94
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.02.2024 SST.2023.213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-213_2024-02-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 3. Kammer 

 

SST.2023.213 
(ST.2022.169; STA.2022.3454) 

 

 

Urteil vom 19. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Möckli 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1989, von Bischofszell, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Stephan Weber,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichtgewähren des Vortritts 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau bestrafte den Beschuldigten mit 

Strafbefehl vom 13. September 2022 wegen grober Verletzung der 

Verkehrsregeln durch Nichtgewähren des Vortritts gegenüber einem 

Fussgänger beim Fussgängerstreifen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG mit einer 

bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 170.00, Probezeit 2 Jahre, 

und einer Busse von Fr. 800.00.  

 

Ihm wurde vorgeworfen, dass er am 26. April 2022 um ca. 08:00 Uhr als 

Lenker des Personenwagens Mini Cooper AG aaa beim Einbiegen auf die 

Schützenmattstrasse in Lenzburg B._____, welcher im Begriffe war, den 

Fussgängerstreifen zu überqueren, aus mangelnder Aufmerksamkeit nicht 

gesehen habe, worauf er mit diesem kollidiert sei. 

 

1.2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg sprach den Beschuldigten 

mit Urteil vom 7. März 2023 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln 

gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG durch Nichtgewähren des Vortritts gegenüber 

einem Fussgänger beim Fussgängerstreifen für schuldig und verurteilte ihn 

zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 120.00, Probezeit 

2 Jahre, und einer Verbindungsbusse von Fr. 600.00, ersatzweise 5 Tage 

Freiheitsstrafe.  

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 5. September 

2023, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Im Falle einer Verurtei-

lung sei er lediglich wegen einfacher und nicht wegen grober Verletzung 

der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen und zu einer Busse von 

Fr. 500.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen. 

 

2.2. 

Im Einverständnis der Parteien wurde das schriftliche Verfahren 

angeordnet (Art. 406 Abs. 2 StPO). 

 

Der Beschuldigte reichte die schriftliche Berufungsbegründung am 

29. September 2023 ein.  

 

2.3. 

Mit Berufungsantwort vom 20. Oktober 2023 beantragte die Staats-

anwaltschaft die Abweisung der Berufung.  

 

 

 - 3 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen grober Verletzung der 

Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG durch Nichtgewährens des 

Vortritts gegenüber einem Fussgänger beim Fussgängerstreifen infolge 

mangelnder Aufmerksamkeit schuldig gesprochen.  

 

Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch, eventualiter einen Schuld-

spruch wegen einer Übertretung (Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 

Abs. 1 SVG) statt eines Vergehens (grobe Verkehrsregelverletzung 

gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG). 

 

1.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte den Personenwagen Mini Cooper AG 

aaa am 26. April 2022 um ca. 08.00 Uhr in Lenzburg von der Hendschiker-

strasse auf die Schützenmattstrasse gelenkt hat und dass es auf dem 

dortigen Fussgängerstreifen mit dem damals neun Jahre alten B._____ zu 

einer Kollision gekommen ist (zur Verkehrssituation: vgl. Bilder, act. 15 und 

19 f.).  

 

Der Beschuldigte bringt jedoch vor, er habe rechtzeitig auf dem 

Fussgängerstreifen angehalten. Das Kind sei abgelenkt gewesen und in 

sein stehendes Fahrzeug gelaufen. Er habe keine grobe Verkehrsregel-

verletzung begangen (Berufungsbegründung, S. 5 f.).  

 

1.3. 

Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf 

nimmt. In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Wider-

handlung bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die 

Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte 

abstrakte Gefährdung (BGE 143 IV 508 E. 1.3; BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1173/2020 vom 18. November 2020 E. 1.1.1). 

Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-

wiegend verkehrswidriges Verhalten (BGE 148 IV 374 E. 3.1), d.h. ein 

schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit. Je 

schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird 

Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonderen 

Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_ 1/2020 vom 6. Mai 2021 E. 4.1.2; 6B_1173/2020 vom 18. November 

2020 E. 1.1.1; 6B_994/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1.1). 

 

 - 4 - 

 

 

Nach Art. 33 Abs. 2 SVG hat der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen 

besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den 

Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen 

befinden oder im Begriff sind, ihn zu betreten. Vor Fussgängerstreifen ohne 

Verkehrsregelung muss der Fahrzeugführer jedem Fussgänger, der sich 

bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die 

Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren. Er muss seine Geschwin-

digkeit rechtzeitig mässigen und nötigenfalls anhalten, damit er dieser 

Pflicht nachkommen kann (Art. 6 Abs. 1 VRV). Art. 6 Abs. 1 VRV verweist 

damit auf die im konkreten Einzelfall angemessene Geschwindigkeit. 

Gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen 

anzupassen, namentlich den Strassen-, Sicht- und Verkehrsverhältnissen 

(Art. 4 VRV). Der Fahrzeugführer muss insoweit Sicht auf die gesamte 

Strasse und das Trottoir in der Nähe des Fussgängerstreifens haben und 

hat – sofern dies nicht der Fall ist – die Geschwindigkeit so zu 

verlangsamen, dass er bei überraschend auftauchenden Fussgängern 

jederzeit anhalten kann (Urteile des Bundesgerichts 6B_654/2023 vom 

5. Januar 2024 E. 1.1.2; 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.3.3; je mit 

Hinweisen).  

 

Bei Art. 33 Abs. 1 und 2 SVG sowie Art. 32 Abs. 1 SVG handelt es sich um 

grundlegende Verkehrsregeln, welche wesentlich für die Gewährleistung 

der Sicherheit des Strassenverkehrs sind (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Die Missachtung 

des Vortrittsrechts von Fussgängern auf der Fahrbahn durch unvorsichtige 

Fahrzeuglenker stellt in aller Regel sowohl objektiv als auch subjektiv eine 

schwere Verkehrsregelverletzung dar. Denn bei einem unaufmerksamen 

Fahren innerorts im Bereich eines Fussgängerstreifens liegt die Möglichkeit 

einer konkreten Gefährdung oder gar Verletzung des Fussgängers nahe, 

da dieser bei einer Kollision mit einem Auto selbst bei relativ geringer 

Fahrgeschwindigkeit schwere und schwerste Verletzungen davontragen 

kann (Urteile des Bundesgerichts 6B_1318/2019 vom 23. Juni 2021 

E. 2.4.2; 6B_502/2019 vom 27. Februar 2020 E. 2.3.3).  

 

1.4. 

Zur Kollision mit B._____ ist es unbestrittenermassen in der Mitte des 

Fussgängerstreifens gekommen. Der Beschuldigte führte vor Vorinstanz 

diesbezüglich aus, dass sich B._____ bereits auf dem Fussgängerstreifen 

befunden habe («auf dem ersten oder zweiten Streifen des 

Fussgängerstreifens»; act. 62), als er ihn beim Einbiegen von der 

Hendschikerstrasse auf die Schützenmattstrasse gesehen habe. Er habe 

zuvor keine freie Sicht auf das Trottoir gehabt, da dieses von Fahrzeugen 

verdeckt gewesen sei. Da das Kind unaufmerksam gewesen sei und nach 

hinten geschaut habe, habe es sein Fahrzeug nicht gesehen und sei in 

seinen linken Kotflügel gelaufen (act. 61). Dies deckt sich mit seinen 

früheren Aussagen gegenüber der Polizei, wonach er das Kind beim 

 - 5 - 

 

 

Einbiegen «ca. in der Mitte der Gegenfahrbahn des Fussgängerstreifens» 

gesehen habe und er sodann eine «Vollbremsung» gemacht habe. Das 

Kind habe den Blick nach hinten gerichtet gehabt und sei unaufmerksam 

gewesen. Sein Fahrzeug sei bereits stillgestanden, als das Kind auf der 

Höhe des linken Seitenspiegels in sein Auto gelaufen sei (Rapport der 

Kantonspolizei Aargau vom 2. Mai 2022 [act. 12 ff., act. 16]).  

 

Mit dem vom Beschuldigten geschilderten Verhalten hat er den Vortritt von 

B._____ als Fussgänger beim Fussgängerstreifen missachtet und sich in 

diesem Sinne verkehrswidrig verhalten. Der Beschuldigte kannte die 

örtlichen Verhältnisse, benutzte er die dortige Abzweigung nach eigenen 

Angaben doch zwei- bis dreimal pro Woche (act. 62). Aufgrund der ihm 

bekannten Örtlichkeit, der Uhrzeit, zu welcher ohne Weiteres mit 

Fussgängern und insbesondere auch Schülern gerechnet werden musste, 

sowie der erheblich eingeschränkten Sicht auf das Trottoir wäre zu 

erwarten gewesen, dass er die Geschwindigkeit vor dem Fussgänger-

streifen so stark reduziert, dass er noch vor diesem hätte anhalten können, 

wenn ein Fussgänger schon auf dem Fussgängerstreifen war oder im 

Begriff war, ihn zu betreten. Obwohl er das an den Fussgängerstreifen 

angrenzende Trottoir nicht überblicken konnte (act. 61: «hatte keine Sicht 

auf das Trottoir»), hat er seine Geschwindigkeit nicht den Umständen 

entsprechend angepasst, sondern hat das Bremsmanöver erst eingeleitet, 

als er B._____ auf dem Fussgängerstreifen erblickt hatte, so dass er mitten 

auf dem Fussgängerstreifen statt zur Gewährung des Vortrittsrechts vor 

diesem zum Stehen gekommen ist. Das Vortrittsrecht gegenüber 

Fussgängern wird augenscheinlich nicht gewahrt, wenn das Fahrzeug nach 

der eingeleiteten Bremsung erst mitten auf dem Fussgängerstreifen zum 

Stillstand gelangt, so dass der sich schon auf dem Streifen befindende 

Fussgänger die Strasse auf diesem nicht mehr ungehindert queren kann. 

 

Sein Vorbringen, B._____ sei abgelenkt gewesen, indem dieser nach 

hinten und nicht auf die Strasse geschaut hätte, führt nicht dazu, dass er 

diesem deshalb das Vortrittsrecht nicht mehr hätte gewähren müssen, 

zumal sich Fahrzeuglenker gegenüber Kindern besonders vorsichtig 

verhalten müssen (Art. 26 Abs. 2 SVG). Als Folge dieser Pflicht bleibt ihm 

eine Berufung auf das Vertrauensprinzip (Art. 26 Abs. 1 SVG) grundsätzlich 

verwehrt, selbst wenn – entgegen dem Beschuldigten – keine konkreten 

Anzeichen dafür vorgelegen haben, dass sich der Fussgänger nicht korrekt 

verhalten würde. Soweit der Beschuldigte schliesslich geltend macht, 

B._____ sei allenfalls auf die Strasse gesprungen (vgl. Berufungs-

begründung S. 5 f. Rz. 14, S. 7 Rz. 22), so ist dem entgegenzuhalten, dass 

dieser gemäss den Angaben des Beschuldigten seinen Fokus nach hinten 

gerichtet hatte, womit ein Springen auf die Strasse sehr unwahrscheinlich 

erscheint. Der Beschuldigte hatte eine solche Beobachtung denn auch gar 

nie geschildert. Auch sonst gibt es keine Hinweise darauf, dass B._____ 

nicht in üblicher Geschwindigkeit über den Fussgängerstreifen gegangen 

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wäre. Damit im Einklang stehen die Schilderungen der von der Polizei 

befragten C._____, Lenkerin des Autos hinter dem Fahrzeug des 

Beschuldigten. Sie hat nicht davon berichtet, dass B._____ auf den 

Fussgängerstreifen gesprungen sei. Vielmehr schilderte auch sie, dass das 

Kind etwas abgelenkt geschienen und zurückgeblickt habe, der Mini vor ihr, 

d.h. das Fahrzeug des Beschuldigten, dann mitten auf dem 

Fussgängerstreifen eine Vollbremsung gemacht habe und das Kind dann 

gegen das Auto geprallt sei (Rapport der Kantonspolizei Aargau vom 2. Mai 

2022 [act. 12 ff., act. 17]). Da für das Obergericht bereits ohne die 

Aussagen von C._____ erstellt ist, dass B._____ den Fussgängerstreifen 

nicht in einer Weise betreten hat, die es dem Beschuldigten bei gebotener 

Aufmerksamkeit und Geschwindigkeit verunmöglicht hätte, ihn rechtzeitig 

zu erkennen und vor dem Fussgängerstreifen anzuhalten, kann 

offenbleiben, ob ihre für das Beweisergebnis nicht ausschlaggebenden 

Aussagen verwertbar sind (vgl. Berufungsbegründung S. 4 Rz. 7 ff.). 

 

Der Beschuldigte ist den ihm gemäss Art. 33 SVG und Art. 6 VRV 

obliegenden Pflichten gegenüber einem Fussgänger auf dem Fussgänger-

streifen nicht genügend nachgekommen. Trotz der eingeschränkten Sicht-

verhältnisse auf das an den Fussgängerstreifen angrenzende Trottoir hat 

er seine Geschwindigkeit nicht genügend angepasst und seine Aufmerk-

samkeit nicht genügend erhöht. Indem er sein Fahrzeug schliesslich erst 

auf dem Fussgängerstreifen zum Stillstand hat bringen können, hat er nicht 

nur das Vortrittsrecht von B._____ verletzt, sondern diesen auch konkret 

gefährdet, ist es doch gar zu einer Kollision mit einer leichten Verletzung 

gekommen, die jedoch weitaus schlimmer hätte ausfallen können. Damit 

ist ohne Weiteres von einer schweren Verkehrsregelverletzung und einem 

rücksichtslosen Verhalten bzw. grober Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG auszugehen. Denn gerade das Verkennen sich aufdrängender 

Risiken und Gefahren ist als Ausdruck besonderer Gleichgültigkeit oder 

Rücksichtslosigkeit einzustufen. Für die Annahme einer blossen 

Übertretung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG bleibt unter diesen 

Umständen kein Raum. Führt, wie vorliegend, u.a. die mangelnde 

Aufmerksamkeit und das Nichtanpassen der Geschwindigkeit zur Missach-

tung des Vortrittsrechts, wird die mangelnde Aufmerksamkeit gemäss 

Art. 31 Abs. 1 SVG und das Nichtanpassen der Geschwindigkeit durch die 

Missachtung des Vortrittsrechts gemäss Art. 33 SVG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 

VRV konsumiert und es ergeht nur ein Schuldspruch. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten im 

Schuldpunkt als unbegründet. Er hat sich der groben Verkehrsregel-

verletzung durch Missachtung des Vortrittsrechts eines Fussgängers auf 

dem Fussgängerstreifen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 SVG 

schuldig gemacht. 

 

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2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. Fr. 2'400.00, und einer Busse von 

Fr. 600.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe verurteilt. 

 

Für den Fall der Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs finden 

sich in der Berufung keine Ausführungen zur Strafzumessung. Ausführun-

gen dazu erübrigen sich deshalb bzw. es kann auf die unbestritten 

gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanz-

liches Urteil, E. 7. f.), zumal der Beschuldigte betreffend seine finanziellen 

Verhältnisse keine erheblichen Veränderungen geltend macht. 

 

Die ausgefällte Geldstrafe befindet sich am unteren Ende des Straf-

rahmens von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe (Art. 90 Abs. 2 SVG) und 

kann auch unter Annahme des von der Vorinstanz angenommenen leichten 

Verschuldens nicht reduziert werden. Sie erscheint in Anbetracht dessen, 

dass es nicht nur zu einer Verletzung des Vortrittsrechts eines sich bereits 

auf dem Fussgängerstreifen befindenden Fussgängers, sondern darüber 

hinaus zu einer Kollision mit leichter Verletzung des Fussgängers 

gekommen ist, als sehr mild. Eine Erhöhung der Strafe ist jedoch 

ausgeschlossen, da lediglich der Beschuldigte Berufung erklärt hat und 

keine Anschlussberufung erhoben wurde, weshalb das Obergericht an das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) gebunden ist. 

 

3. 

Die Berufung des Beschuldigten ist vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens sind die obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 3'000.00 (§ 18 VKD) dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 

StPO) und er hat keinen Anspruch auf Entschädigung (Art. 436 Abs. 1 

i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).  

 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Korrektur, nachdem der 

Beschuldigte schuldig gesprochen wird und deshalb die Verfahrenskosten 

zu tragen hat (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Folglich sind 

dem Beschuldigten die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 1'518.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 300.00) aufzuerlegen. Ausgangs-

gemäss hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 429 

Abs. 1 StPO e contrario). 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch 

Nichtgewähren des Vortritts gegenüber einem Fussgänger beim 

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Fussgängerstreifen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 33 SVG 

schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sowie in 

Anwendung von Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 

Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. 

Fr. 2'400.00, Probezeit 2 Jahre, und einer Verbindungsbusse von 

Fr. 600.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt.  

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

3.2. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für das Berufungsverfahren selbst 

zu tragen. 

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'518.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 300.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

4.2. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren 

selbst zu tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 

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Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 19. Februar 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 3. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli