# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c053b69-fea4-5ea1-ba98-cac5590996e5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.01.2023 RB220026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RB220026_2023-01-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RB220026-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler  

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hochuli 

Beschluss vom 11. Januar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte 3 und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Beschwerdegegnerin 1  

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
sowie 

 
 
C._____,  
Beklagte 1 und Beschwerdegegnerin 2  

 
sowie 

 
D._____,  
Beklagte 2 und Beschwerdegegnerin 3  

 

betreffend Erbteilung (Beweisverfügung) 
 

- 2 - 

Beschwerde im Verfahren der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Dielsdorf im 
ordentlichen Verfahren (CP170003-D) 
 

- 3 - 

Erwägungen: 

1.1. Die Parteien sind die Erbinnen des am tt.mm.2014 verstorbenen E._____ 

(die Klägerin als zweite Ehefrau und die drei Beklagten als Töchter des Erblas-

sers aus dessen erster Ehe). Betreffend den Nachlass des Erblassers waren im 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung zwischen den genannten Parteien bei der Vo-

rinstanz drei, mit Beschlüssen vom 3. Juni 2020 (Urk. 9/171 und 9/173) vereinigte 

Verfahren (CP160001-D [betreffend Auskunft und erbrechtliche Herabsetzung], 

CP160002-D [betreffend erbrechtliche Herabsetzung] sowie CP170003-D [betref-

fend Erbteilung etc.]) pendent. 

1.2. Am 16. Juni 2022 lud die Vorinstanz die Parteien zur Hauptverhandlung am 

10. November 2022 vor (Urk. 5/297), anlässlich welcher die Parteien je zwei Par-

teivorträge hielten (Prot. I S. 66 ff.). Des Weiteren teilte die Vorinstanz den Partei-

en mit, dass sie die Durchführung eines Beweisverfahrens als unnötig erachte 

und im Anschluss an die Verhandlung zur Beratung übergehen werde (Prot. I 

S. 76). Mit Beschluss vom selben Tag teilte die Vorinstanz den Parteien schriftlich 

mit, dass das Verfahren in die Phase der Urteilsberatung übergegangen sei 

(Urk. 5/337 S. 2). Letzterer Beschluss ist Gegenstand des Parallelverfahrens 

RB220028-O. 

1.3. Mit Eingabe vom 18. November 2022 erhob die Beklagte 3 Beschwerde mit 

folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2): 

" 1. Es sei der Beschluss aufzuheben. Die Sache sei zur rechtmässi-
gen/ordentlichen Beendigung der mündlichen Gerichtsverhandlung vom 10. 
November 2022 an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. Da die Beschwerde die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochte-
nen Entscheids nicht hemmt, sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde 
beantragt, um bei Abweisung der Beschwerde die Möglichkeit zu erhalten der 
Haltung von Schlussvorträgen (gemäss Art. 232 ZPO) noch rechtzeitig nach-
kommen zu können und keinen Nachteil gegenüber den anderen Partei-
en/Erbinnen erleiden zu müssen. 

Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge des Beschwerdegegners bzw. der 
Staatskasse, da das Bezirksgericht Dielsdorf diese prozessleitende «Verfügung» 
verursacht hat." 

1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 5/1-343). Da sich die 

Beschwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als offensichtlich 

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unzulässig bzw. unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Beschwer-

deantwort (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2.1. Die Beschwerde der Beklagten 3 richtet sich gegen die von ihr beantragte 

(vgl. u.a. Prot. I S. 76 und S. 84), jedoch unterbliebene Durchführung eines Be-

weisverfahrens bzw. die vor ihrem zweiten mündlichen Parteivortrag erfolgte 

mündliche Mitteilung der Vorinstanz, sie werde im Anschluss an die Verhandlung 

zur Beratung übergehen (vgl. Prot. I S. 76). Die Beklagte 3 scheint darin nicht ei-

ne blosse Absichtsbekundung, sondern eine prozessleitende Anordnung zu erbli-

cken. Nur in diesem Fall läge überhaupt ein Anfechtungsobjekt vor. Wie es sich 

damit verhält, kann allerdings offenbleiben, da es – wie nachfolgend aufzuzeigen 

sein wird – ohnehin an der Eintretensvoraussetzung eines nicht leicht wieder gut-

zumachenden Nachteils mangelt (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). 

2.2. Ein solcher Nachteil ist ohne Weiteres anzunehmen, wenn er auch durch ei-

nen für den Ansprecher günstigen Endentscheid nicht mehr beseitigt werden 

kann. Indes ist bei der Annahme eines drohenden, nicht leicht wiedergutzuma-

chenden Nachteils grundsätzlich Zurückhaltung angebracht. Der Gesetzgeber hat 

die selbstständige Anfechtung gewöhnlicher Inzidenzentscheide absichtlich er-

schwert, denn der Gang des Prozesses sollte nicht unnötig verzögert werden 

(Botschaft ZPO, BBl 2006, 7221 ff., 7377). In der Literatur wird unter Verweis auf 

die Botschaft die Auffassung vertreten, dass bei Vorladungen (Art. 133/134 ZPO), 

Terminverschiebungen (Art. 135 ZPO), Fristansetzungen und -erstreckungen 

(Art. 144 ZPO) oder Beweisanordnungen (Art. 231 ZPO) ein nicht leicht wieder-

gutzumachender Nachteil kaum je in Betracht fallen könne (BK ZPO-Sterchi, 

Art. 319 N 14; Blickensdorfer, DIKE-Komm-ZPO, Art. 319 N 41). Die entspre-

chenden prozessleitenden Verfügungen können somit erst im Rahmen des 

Hauptrechtsmittels gegen den Endentscheid beanstandet werden. Die betroffene 

Partei muss einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil dartun, d.h. sie ist 

beweispflichtig, sofern die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist (BK 

ZPO-Sterchi, Art. 319 N 15). Fehlt die Rechtsmittelvoraussetzung des drohenden, 

nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils, so ist auf die Beschwerde nicht 

einzutreten. 

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3.1. Vorliegend erblickt die Beklagte 3 einen nicht leicht wieder gutzumachenden 

Nachteil in den ihr bereits angefallenen Kosten von insgesamt Fr. 20'000.– (Urk. 1 

S. 3 Rz. 7) sowie der ihrer Ansicht nach bei Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids resultierenden Kostenersparnis, wenn "die Beweise abgenommen sind 

und das Beweisergebnis bekannt ist" (Urk. 1 S. 3 Rz. 8). Bloss allfällige zusätzli-

che bzw. höhere Kosten (die im Übrigen von der Beklagten 3 vorliegend nicht 

einmal ansatzweise substantiiert wurden) begründen jedoch keinen nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO (OGer ZH 

RB200027 vom 11. Dezember 2020, E. 3.1; OGer ZH PP200003 vom 14. Februar 

2020, E. 3.3, in: ZR 119 [2020] Nr. 10; OGer ZH PF190024 vom 21. Juni 2019, 

E. III/4). 

3.2. Einen weiteren Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO sieht die Be-

klagte 3 im Verzicht auf die Durchführung eines Beweisverfahren, womit ihr An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt werde (Urk. 1 S. 2 ff.). Ausserdem habe die 

Vorinstanz zu Unrecht keine Schlussvorträge zugelassen und dadurch "die All-

gemeine Verfahrenssicherheit" verletzt (Urk. 1 S. 7 Rz. 20). Inwiefern der Beklag-

ten 3 dadurch ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht, erschliesst 

sich allerdings nicht, zumal die erhobenen Rügen betreffend Gehörsverletzung 

ohne Weiteres auch im Rahmen eines Rechtsmittels gegen den (mittlerweile er-

gangenen) Endentscheid (vgl. Urk. 5/343) vorgetragen werden können.  

 Abgesehen davon liesse sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör oh-

nehin nicht ableiten, dass das Gericht vor seinem Entscheid die Parteien darüber 

informieren muss, wie es einzelne Beweise zu würdigen gedenkt und sie dazu 

Stellung nehmen zu lassen (BGer 4A_367/2014 vom 13. Januar 2015, E. 2.2; 

BGer 5P.378/2003 vom 8. Dezember 2003, E. 4.2). Sind sodann im Stadium der 

Hauptverhandlung keine Beweise abzunehmen, verlangt die Zivilprozessordnung 

von der Verfahrensleitung nicht, dass sie den Parteien Gelegenheit zu Schluss-

vorträgen gibt. Zu allfälligen bereits im Vorbereitungsverfahren abgenommenen 

Beweisen oder zu als Urkunden eingereichten Beweismitteln haben sich die Par-

teien in einem solchen Fall vielmehr im Rahmen der ersten Parteivorträge zu äus-

sern (BGer 4A_28/2021 vom 18. Mai 2021, E. 3.2.2). 

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3.3. Bezüglich des Vorwurfs der Beklagten 3, die Vorinstanz habe auf ein Verfah-

ren der freiwilligen Gerichtsbarkeit unrechtmässig und gesetzwidrig Einfluss ge-

nommen, indem sie mit Beschluss vom 9. April 2019 bei der ZKB ein Konto für die 

Nachlassverwaltung eröffnet habe (vgl. Urk. 1 S. 5 Rz. 15 mit Verweis auf 

Urk. 5/55), ist darauf hinzuweisen, dass diese Rügen bereits Gegenstand des 

Rechtsmittelverfahrens LB190023-O waren (vgl. Urk. 5/81, insbesondere E. 4.9), 

weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf einzugehen ist. 

3.4. Soweit die Beklagte 3 angebliche weitere Verfahrensmängel (intransparente 

und unfaire Verfahrensleitung [Urk. 1 S. 3 Rz. 8 und S. 6 Rz. 19]; Ungleichbe-

handlung [Urk. 1 S. 6 Rz. 19]) moniert, ist weder dargetan noch ersichtlich, inwie-

fern der Beklagten 3 dadurch ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil 

droht, zumal die entsprechenden Rügen ohne Weiteres auch im Rahmen eines 

Rechtsmittels gegen den (mittlerweile ergangenen) Endentscheid (vgl. Urk. 5/343) 

vorgetragen werden können. 

3.5. Zusammengefasst vermag die Beklagte 3 keinen nicht leicht wiedergutzu-

machenden Nachteil darzutun, weshalb auf ihre Beschwerde nicht einzutreten ist. 

4. Die Beklagte 3 hat in ihrer Beschwerde einen Antrag um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung gestellt (Urk. 1 S. 2). Dieser wird mit dem heutigen Endent-

scheid im Beschwerdeverfahren gegenstandslos. 

5.1. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist in Anwendung von 

§ 12 Abs. 1 in Verbindung mit § 9 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 800.– festzusetzen und 

ausgangsgemäss der Beklagten 3 aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

5.2. Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-

chen, der Beklagten 3 zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), der Klä-

gerin sowie den Beklagten 1 und 2 mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 

ZPO). 

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Es wird beschlossen: 

1. Der Antrag der Beklagten 3 um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird 

als gegenstandslos abgeschrieben. 

2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt. 

4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten 3 auf-

erlegt. 

5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin sowie die Beklagten 1 

und 2 unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 2 und 3/1-5, sowie an die Vorin-

stanz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzurVeichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Hauptsache übersteigt 
Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 

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Zürich, 11. Januar 2023 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. M. Hochuli 
 
 
versandt am: 
jo 

	Beschluss vom 11. Januar 2023
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Der Antrag der Beklagten 3 um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird als gegenstandslos abgeschrieben.
	2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten 3 auferlegt.
	5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin sowie die Beklagten 1 und 2 unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 2 und 3/1-5, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzurVeichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...