# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46fbb2c8-973d-5f60-bf20-9da43d841a17
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2025 E-6645/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6645-2025_2025-11-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6645/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;   

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann-Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihr Sohn,  

B._______, geboren am (…), 

beide ukrainische Staatsangehörige,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz;  

Verfügung des SEM vom 25. Juli 2025 / N (…). 

 

 

 

E-6645/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin stellte am 17. Juni 2025 für sich und ihren Sohn 

im Bundesasylzentrum (BAZ) C._______ ein Gesuch um Gewährung des  

vorübergehenden Schutzes (vgl. insbesondere schriftliche Kurzbefragung 

Ukraine vom 17. Juni 2025; SEM-Akten […] [Akte] 4).  

B.  

Im Rahmen dieser Kurzbefragung und anlässlich eines Vorgesprächs 

(Akte 1) führte die Beschwerdeführerin aus, bei Ausbruch des Krieges in 

der Ukraine habe sie in der Oblast D._______ gelebt. Von (…) habe sie 

sich in Belgien aufgehalten und dort gearbeitet. In Belgien habe sie in ei-

nem Container neben der Fabrik, in welcher sie gearbeitet habe, gelebt; ihr 

Sohn sei während dieser Zeitspanne bei seinem Vater in der Ukraine ge-

blieben. Sie sei nach ihrem Aufenthalt in Belgien in die Ukraine zurückge-

kehrt. Ihr Heimatland habe sie wiederum am 18. Mai 2025 Richtung Polen 

verlassen und sei danach auf dem Luftweg in die Schweiz eingereist. Sie 

habe eine Cousine in der Schweiz.  

Als Beweismittel reichte sie insbesondere zwei ukrainische Reisepässe 

(von ihr und ihrem Sohn), ihre ukrainische Identitätskarte, einen Eheschein 

sowie eine Geburtsurkunde zu den Akten. 

C.  

Das SEM forderte die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2025 auf, Doku-

mente zu ihrem Aufenthalt in Belgien (Aufenthaltstitel und/oder Visa für den 

Zeitraum […] 2023) sowie zum Nachweis ihres Lebensmittelpunkts in der 

Ukraine vom 24. Februar 2022 bis Februar 2023 (Mietvertrag, Krankenkas-

sen-, Steuer-, Versicherungsnachweise) beizubringen. 

D.  

Am 18. Juni 2025 ersuchte das SEM die belgischen Behörden unter Bei-

lage der beiden ukrainischen Identitätsausweise um die Rückübernahme 

der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes.  

E.  

Die belgischen Behörden stimmten mit Schreiben vom (…) 2025 dem 

Rückübernahmeersuchen des SEM betreffend die Beschwerdeführerin zu. 

Mit separatem Schreiben gleichen Datums lehnten sie die Rückübernahme 

des Sohnes B._______ ab. Dazu führten sie aus, betreffend den Sohn 

gebe es keine Unterlagen zu einem Aufenthalt in Belgien. Die 

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Seite 3 

Verweigerung der Rückübernahme werde bei Vorlage eines Nachweises 

des alleinigen Sorgerechts der Beschwerdeführerin über das Kind erneut 

geprüft.  

F.  

Mit Schreiben des SEM vom 24. Juni 2025 wurde die Beschwerdeführerin 

aufgefordert, Beweismittel (Scheidungsurteil/Sorgerechtsregelung) und 

weitere sachdienliche Angaben einzureichen. 

G.   

Mit Eingabe der zugewiesenen Rechtsvertretung vom 3. Juli 2025 reichte 

die Beschwerdeführerin mehrere Beweismittel (gemäss eigenen Angaben: 

ukrainische Bankkontoauszüge vom (…) 2022 bis (…) 2023, Auszug aus 

einem Patientendossier, eine Wohnsitzbestätigung [«Aankomstverkla-

ring»] vom 3. April 2023, ausgestellt durch das Bürgermeisteramt der Stadt 

E._______, eine Übersicht über Taxifahrten im Jahr 2022, Fotos aus der 

Ukraine von 2022 sowie ein Scheidungsurteil aus dem Jahr 2021) nach.  

H.  

Mit Eingabe vom 8. Juli 2025 führte die Beschwerdeführerin ergänzend 

aus, sie habe sich im Rahmen der Visumsfreiheit für ukrainische Staatsan-

gehörige zwei Monate lang in Belgien aufgehalten. 

I.  

Am 8. Juli 2025 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin das rechtliche 

Gehör zur beabsichtigten Ablehnung des Gesuches um vorübergehenden 

Schutz und zum Wegweisungsvollzug nach Belgien.  

J.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 17. Juli 2025 führte die Beschwer-

deführerin aus, sie sei mit der beabsichtigen Ablehnung ihres Gesuches 

um Gewährung vorübergehenden Schutzes inklusive Wegweisungsvollzug 

nach Belgien nicht einverstanden. In einem beiliegenden persönlichen 

Schreiben führte sie weiter aus, sie sei am (…) 2023 in Belgien angekom-

men. Die ihr dort ausgestellte Aufenthaltsgenehmigung sei nur bis zum (…) 

2023, und somit lediglich bis vor ihrer eigentlichen Ankunft, gültig gewesen. 

Sie habe sich nur vorübergehend in Belgien aufgehalten und habe dort 

nicht um Schutz ersucht, sondern die Hoffnung gehabt, Geld zu verdienen. 

Während ihres Belgien-Aufenthaltes sei ihr Sohn bei seinem Vater in der 

Ukraine geblieben. Der Vater ihres Sohnes arbeite nicht und habe keinen 

Unterhalt zahlen können. Sie sei gezwungen gewesen, die Ukraine 

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Seite 4 

vorübergehend zu verlassen, um in Belgien Geld zu verdienen. Dort habe 

sie ohne offiziellen Status, soziale Unterstützung oder Zugang zum Arbeits-

markt gelebt und illegal gearbeitet. Sie habe ohne ihr Kind keinen Schutz 

beantragen können. Mit ihrem Sohn in der Schweiz habe sie erstmals seit 

Beginn des Krieges Stabilität und Sicherheit erfahren. Weil ihre Cousine in 

der Schweiz lebe, habe sie sich für die Schweiz entschieden. Weder ihr 

Sohn noch sie hätten jemals in Belgien Schutz erhalten und es gebe dafür 

keine gesetzliche Grundlage. In die Ukraine könne sie angesichts der stän-

digen Raketenbeschüsse nicht zurück.   

K.   

Mit Verfügung vom 25. Juli 2025 – gleichentags eröffnet – lehnte das SEM 

das Gesuch um Gewährung des vorübergehenden Schutzes ab, verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegwei-

sung der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes an. 

L.  

Am 28. Juli 2025 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM mit, 

dass das Mandatsverhältnis mit den Beschwerdeführenden beendet sei. 

M.  

Mit ans SEM gerichteter Eingabe, datiert vom 24. August 2025 (Postauf-

gabe: 25. August 2025), erhob die Beschwerdeführerin für sich und ihren 

Sohn Beschwerde. Dabei beantragte sie, es sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und ihr und ihrem Sohn der vorübergehende Schutz zu 

gewähren.  

Zur Stützung der Vorbringen wurden ergänzend zu den bereits im  

vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismitteln weitere Doku-

mente (Schreiben der Beschwerdeführerin betreffend Sohn B._______ 

vom 11. August 2025, medizinisches Attest vom 6. August 2025 über die 

Konsultation bei einem Neurologen in der Ukraine, Schulbestätigung be-

treffend B._______ vom 22. August 2025, undatiertes Schreiben der Be-

schwerdeführerin über ihre familiäre Beziehung zur «Schwester» [recte: 

Cousine], Bestätigungsschreiben von F._______ vom 14. August 2025 mit 

Ausweiskopie, Empfehlungsschreiben von G._______ vom 8. August 2025 

[Ehemann der Cousine F._______] mit Ausweiskopie sowie zwei Empfeh-

lungsschreiben vom 5. und 12. August 2025 mit Ausweiskopien) nachge-

reicht. 

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Seite 5 

N.  

In einer E-Mail vom 29. August 2025 an die kantonale Migrationsbehörde 

hielt das SEM fest, dass die SEM-Verfügung vom 25. Juli 2025 am 25. Au-

gust 2025 in Rechtskraft erwachsen sei.  

O.  

Mit Schreiben vom 29. August 2025 teilte das SEM den Beschwerdefüh-

renden mit, dass ihre an das SEM gerichtete Eingabe dem Bundesverwal-

tungsgericht zur Prüfung als Beschwerde weitergeleitet werde, und über-

wies dem Gericht die Eingabe mit Beilagen.  

P.  

Die Instruktionsrichterin stellte mit Instruktionsverfügung vom 2. Septem-

ber 2025 fest, die Beschwerdeführenden könnten den Entscheid einstwei-

len in der Schweiz abwarten.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 und Art. 32 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur 

Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM nach Art. 5 

VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – 

wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 72 i.V.m. 

105 AsylG [SR 142.31]).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin und ihr Sohn haben am Verfahren vor der  

Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 

AsylG; Art. 72 i.V.m. Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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Seite 6 

richten sich, soweit die Verweigerung vorübergehenden Schutzes betref-

fend, nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 72 i.V.m. Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist. Auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels wurde verzichtet (Art. 72 i.V.m. Art. 111a 

Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die 

Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während ei-

nes Kriegs oder Bürgerkriegs sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, vo-

rübergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und nach 

welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022 

586). Gemäss Ziff. I dieses Erlasses wird der Schutzstatus für folgende 

Personenkategorien gewährt: 

a. schutzsuchende ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger und ihre 

Familienangehörige (Partnerinnen und Partner, minderjährige Kinder 

und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht ganz 

oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 2022 

in der Ukraine wohnhaft waren; 

b. schutzsuchende Personen anderer Nationalität und Staatenlose sowie 

ihre Familienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche vor 

dem 24. Februar 2022 einen internationalen oder nationalen Schutz-

status in der Ukraine hatten; 

c. Schutzsuchende anderer Nationalität und Staatenlose sowie ihre Fa-

milienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit einer 

gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen können, 

dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine 

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verfügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zu-

rückkehren können. 

Am 1. November 2025 ist eine neue Allgemeinverfügung in Kraft getreten, 

welche die bisherige ersetzt (BBl 2025 3074). Gemäss Ziff. III Abs. 3 des 

neuen Erlasses gilt die neue Regelung auch für Verfahren, die im Zeitpunkt 

des Inkrafttretens beim Staatssekretariat für Migration hängig sind. Da die 

vorinstanzliche Verfügung vom 25. Juli 2025 datiert, ist auf den vorliegen-

den Fall noch die alte Fassung anwendbar. 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung im We-

sentlichen aus, dass die Beschwerdeführenden nicht zu der vom Bundes-

rat definierten Gruppe der schutzberechtigten Personen gehören, weil sie 

gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip über eine Schutzalternative in Bel-

gien verfügen würden, womit sie nicht auf den Schutz der Schweiz ange-

wiesen seien. Belgien habe am (…) 2025 der Rückübernahme der Be-

schwerdeführerin zugestimmt und bestätigt, dass sie nicht um vorüberge-

henden Schutz ersucht habe, sondern im Besitz einer temporären Aufent-

halts- und Arbeitsbewilligung, gültig vom (…) 2023 bis (…) 2023, gewesen 

sei. Die Rückübernahme des Sohnes sei abgelehnt worden mit dem Hin-

weis, dass dieser Entscheid neu beurteilt werde, wenn belegt sei, dass die 

Beschwerdeführerin das Sorgerecht für ihren Sohn innehabe. Dem Schei-

dungsurteil und der eingereichten persönlichen Stellungnahme zum recht-

lichen Gehör vom 17. Juli 2025 sei zu entnehmen, dass der Vater des Kin-

des Unterhalt zahlen solle. Daraus sei zu schliessen, dass die Beschwer-

deführerin den Elternteil darstelle, bei dem ihr Kind überwiegend lebe und 

sie das Sorgerecht innehabe. Darüber hinaus könne der minderjährige 

Sohn unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Einheit der Familie ge-

meinsam mit der Beschwerdeführerin nach Belgien reisen. Die Beschwer-

deführenden verfügten daher über eine Schutzalternative in Belgien, wes-

halb sie auf den Schutz der Schweiz nicht angewiesen seien.  

Aus den Akten gehe nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin Belgien un-

freiwillig verlassen hätte. Das Institut des vorübergehenden Schutzes sei 

im gesamten EU-Raum nach wie vor in Kraft. Es seien daher keine Gründe 

ersichtlich, weshalb Belgien den Beschwerdeführenden gestützt auf die 

einschlägige Richtlinie 2001 der Europäischen Union (EU) vom 20. Juli 

2001 respektive den Durchführungsbeschluss vom 4. März 2022 nicht  

vorübergehenden Schutz gewähren sollte beziehungsweise ihre Aufent-

halts- und Arbeitsbewilligung nicht erneuern würde. Belgien habe dem 

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Rückübernahmeersuchen des SEM (betreffend die Beschwerdeführerin) 

zugestimmt, im Wissen, dass diese in der Schweiz ein Gesuch um vorüber-

gehenden Schutz gestellt habe.   

Es gebe in den Akten keine Hinweise, die gegen ihre Rückkehr nach Bel-

gien sprechen würden. Die Beschwerdeführenden hätten in der Schweiz 

kein Asylgesuch gestellt. Die Angabe der Beschwerdeführerin, wonach sie 

erst nach Ablauf ihrer Aufenthaltsbewilligung nach Belgien gereist sei, er-

weise sich angesichts der Stempeleinträge im Reisepass als Falschbe-

hauptung. Aufgrund der expliziten Zustimmung der belgischen Behörden 

sei nicht davon auszugehen, dass die Aufenthaltsbewilligung nicht verlän-

gert respektive erneuert oder ihnen nicht gestützt auf die einschlägige EU-

Richtlinie vorübergehenden Schutz gewährt werde.  

Gemäss der EU-Richtlinie müssten die Mitgliedstaaten für eine angemes-

sene Unterbringung und den Lebensunterhalt der Geflüchteten Sorge tra-

gen. In Belgien sei der Zugang zur Grundversorgung für schutzsuchende 

Personen gewährleistet. Belgien verfüge über ein Sozial- und Gesund-

heitssystem mit europäischen Standards, das auch geflüchteten Personen 

aus der Ukraine zugänglich sei. Es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, 

sich in Belgien eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen und für sich und 

ihren Sohn den Lebensunterhalt zu sichern. Bei Bedarf könnten sie sich an 

die zuständigen belgischen Behörden wenden und um eine Unterkunft 

oder sozialstaatliche Unterstützung ersuchen. Aufgrund des jungen Alters 

des Sohnes sei davon auszugehen, dass er sich in Belgien gut einleben 

werde. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin sich in der Nähe ihrer 

Cousine in der Schweiz aufhalten wolle, sei zwar verständlich. Bei dieser 

Cousine handle es sich aber nicht um ein Familienmitglied, von welchem 

ein Anwesenheitsrecht abgeleitet werden könne. Es gebe auch keine Hin-

weise, dass ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis vorliege. Die Be-

schwerdeführerin sei gesund und arbeitsfähig und habe als junge, selb-

ständige und ressourcenvolle Frau bewiesen, dass sie nicht auf die Unter-

stützung einer Drittperson angewiesen sei.  

5.2 In ihrer Beschwerde machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

geltend, sie habe in Belgien keinen «vorübergehenden Schutz» respektive 

«rechtmässigen Schutz» erhalten. Ihr sei lediglich im Jahr 2023 eine kurz-

fristige Aufenthaltserlaubnis erteilt worden, die vom «(…) 2023 bis zum (…) 

2023» gültig gewesen sei. Das Dokument stelle keinen Nachweis für den 

vorübergehenden Schutz gemäss EU-Richtlinie dar. Sie habe weder eine 

Aufenthaltsbewilligung noch Sozialhilfe, Unterkunft, eine «A-

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Karte/Residence Card» noch ein anderweitiges offizielles Schreiben erhal-

ten. Es sei nicht zutreffend, dass sie in Belgien einen alternativen Schutz 

erhalten habe. Die dortigen Behörden hätten lediglich ihre «mögliche Rück-

übernahme» bestätigt; dies sei kein Beweis für die tatsächliche Gewährung 

vorübergehenden Schutzes. Seit Beginn der grossangelegten Invasion 

vom 24. Februar 2022 (in der Ukraine) habe sie erstmals in der Schweiz 

um Schutz ersucht. Es gebe keine rechtlichen Gründe für eine Ablehnung 

ihres Schutzersuchens.   

In ihrem persönlichen Schreiben vom 11. August 2025 hält die Beschwer-

deführerin fest, dass ihr Sohn durch den Krieg in der Ukraine viele trauma-

tische Erfahrungen gemacht habe. Sie hätten bereits im Heimatland ärztli-

che Hilfe in Anspruch genommen. Für den Sohn seien Stabilität und Si-

cherheit von grosser Bedeutung. Häufige Ortswechsel oder Unsicherheiten 

bezüglich des Aufenthaltes würden seinen Zustand und seine psychische 

Entwicklung beeinträchtigen. In der Schweiz habe er die Schule bereits be-

gonnen und lerne Deutsch, was seine Integration unterstütze.  

Im beigelegten medizinischen Attest vom 6. August 2025 wird festgehalten, 

dass der Sohn B._______ von einem Neurologen behandelt werde. Zudem 

werden die Diagnosen «F93.0 Angststörung bei Kindern und F51.0 Insom-

nie» gestellt.   

Im Schreiben der Schule vom 22. August 2025 wird bestätigt, dass der 

Sohn seit Beginn des Schuljahres am 11. August 2025 die erste Klasse 

sowie einen intensiven Unterricht in Deutsch besuche; er zeige bereits 

Fortschritte. 

In einem weiteren der Beschwerde beigelegten Schreiben hält die Be-

schwerdeführerin fest, dass sich ihre Eltern hätten scheiden lassen, als sie 

9-jährig gewesen sei. Die Mutter habe in der Folge die Familie verlassen. 

Seither habe ihre Schwester (recte: Cousine) für sie die Ersatzmutterrolle 

übernommen. Als die Beschwerdeführerin noch Schülerin gewesen sei, 

habe sie oft ihre Ferien bei ihrer Cousine, die damals bereits verheiratet 

gewesen sei, verbracht. Sie und ihr Ehemann G._______ hätten sie wie 

ein Familienmitglied aufgenommen. Sie habe auch mit 16 Jahren viel Zeit 

mit ihrer Cousine verbracht, die ihr wichtige Dinge für das Leben gelehrt 

habe. Die Cousine habe die Beschwerdeführerin auch bei deren Schwan-

gerschaft und nach der Geburt ihres Kindes begleitet und unterstützt. Nach 

ihrer Scheidung habe sie mit ihrem Sohn einige Zeit bei ihrer Cousine ge-

lebt. Die Nähe zu ihrer Cousine habe eine entscheidende Rolle in ihrem 

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Leben gespielt. Auch für B._______ sei es wichtig, in der Nähe von der 

Familie aufzuwachsen.   

In ihrem Schreiben vom 14. August 2025 hält die Cousine F._______ fest, 

dass sie zusammen mit der Beschwerdeführerin aufgewachsen sei und sie 

seit ihrer Kindheit eine sehr enge Beziehung, ähnlich wie zwischen leibli-

chen Schwestern, pflegen würden. Seit ihrer Ankunft in der Schweiz hätten 

die Beschwerdeführerin und ihr Sohn einen Monat lang in ihrer Familie ge-

lebt. Auch ihre Kinder hätten eine sehr starke emotionale Bindung. Sie und 

ihr Ehemann G._______ seien bereit gewesen, die Beschwerdeführenden 

bei sich aufzunehmen, während sie auf die Entscheidung des SEM gewar-

tet hätten. G._______ bestätigt in seinem Schreiben vom 8. August 2025, 

dass die Beschwerdeführerin schon immer ein Teil der Familie gewesen 

sei. Seine Ehefrau habe von klein auf engen Kontakt zu ihrer Cousine ge-

habt und sie seien wie Schwestern aufgewachsen. Sie würden auch seit 

der Ankunft der Beschwerdeführenden in der Schweiz regelmässigen und 

engen Kontakt pflegen.  

In zwei weiteren mit der Beschwerde eingereichten Schreiben bestätigen 

die Verfasserinnen, dass sie die Beschwerdeführerin im Juni 2025 kennen-

gelernt, sich mehrfach getroffen und eine Freundschaft aufgebaut hätten. 

Zudem werden die Integrationsbemühungen sowie die besonders enge 

Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Cousine betont.   

6.  

Nach Prüfung der Akten kommt das Gericht zu folgendem Schluss:  

6.1 Aus den vorliegenden Akten ergibt sich nicht mit hinreichender Klarheit, 

dass den Beschwerdeführenden in Belgien eine valable Schutzalternative 

zur Schweiz zur Verfügung steht. Eine Rückübernahmezusicherung liegt 

lediglich für die Beschwerdeführerin vor; die Rückübernahme des Sohnes 

wurde von den belgischen Behörden verweigert (vgl. Sachverhalt oben, 

Bst. E).  

6.2 In seiner Verfügung vom 25. Juli 2025 hat das SEM festgehalten, dem 

eingereichten Scheidungsurteil (und der eingereichten persönlichen Stel-

lungnahme zum rechtlichen Gehör vom 17. Juli 2025) sei zu entnehmen, 

dass der Vater des Kindes Unterhaltszahlungen leisten solle. Daraus sei 

zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin den Elternteil darstelle, bei 

dem ihr Kind überwiegend lebe und sie das Sorgerecht habe. Der 

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Seite 11 

minderjährige Sohn könne gestützt auf den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie gemeinsam mit der Beschwerdeführerin nach Belgien reisen. 

Die Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 3. Juli 2025 zwar ein Doku-

ment zu den Akten gereicht, bei welchem es sich um ein Scheidungsurteil 

handeln soll. Das SEM zitiert dieses Scheidungsurteil und hält fest, dort sei 

die Pflicht zur Leistung von Unterhaltszahlungen festgelegt worden. Die 

vorinstanzlichen Akten enthalten jedoch weder eine Übersetzung des 

Scheidungsurteils noch eine Aktennotiz mit einer Zusammenfassung des 

wesentlichen Inhalts. Das Bundesverwaltungsgericht kann daher dieses 

Dokument inhaltlich nicht überprüfen.  

Die belgischen Behörden haben zu ihrer Weigerung der Rückübernahme 

des Sohnes festgehalten, diese Weigerung werde überprüft, wenn die Be-

schwerdeführerin ihr alleiniges Sorgerecht über ihren Sohn nachweisen 

könne (vgl. Sachverhalt oben, Bst. E).  

Das SEM hat das Sorgerecht der Beschwerdeführerin über ihren Sohn 

nicht auf nachvollziehbare, sich auf die Verfahrensakten stützende Weise 

bejaht. Ob das Sorgerecht, insbesondere das alleinige Sorgerecht der Be-

schwerdeführerin für ihren Sohn im besagten Scheidungsurteil festgelegt 

wird, steht mangels Überprüfbarkeit des Dokumentes nicht fest. Zudem 

lässt alleine der Umstand, dass der Kindsvater zur Leistung von Unterhalts-

zahlungen für den Sohn verpflichtet sein soll, nach Auffassung des Ge-

richts nicht zwingend auf den von den belgischen Behörden für die Rück-

übernahme des Kindes erforderlichen Nachweis des alleinigen Sorge-

rechts der Beschwerdeführerin schliessen.  

Zum Urteilszeitpunkt steht somit nicht fest, ob die Beschwerdeführenden 

beide nach Belgien zurückkehren können beziehungsweise dort Aufnahme 

finden werden. Diese Frage wird die Vorinstanz zu klären haben, gegebe-

nenfalls nach Rücksprache mit den zuständigen belgischen Behörden.   

6.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Sachverhalt vorliegend hinsicht-

lich Rückkehrmöglichkeiten der Beschwerdeführenden nach Belgien als 

nicht genügend abgeklärt. Eine Heilung dieses Verfahrensmangels auf Be-

schwerdeebene kommt nicht in Betracht.  

6.4 Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit damit die Kassation der an-

gefochtenen Verfügung der Vorinstanz beantragt worden ist (vgl. erster Teil 

des Beschwerdeantrags auf Seite 3 der Rechtsmitteleingabe).  

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Seite 12 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos.  

7.2 Den nicht vertretenen Beschwerdeführenden ist trotz ihres Obsiegens 

keine Parteientschädigung auszurichten, nachdem davon auszugehen ist, 

dass ihnen keine notwendigen Vertretungskosten im Sinne von Art. 64 

Abs. 1 VwVG entstanden sind.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6645/2025 

Seite 13 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit damit die Kassation der ange-

fochtenen Verfügung beantragt worden ist. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 25. Juli 2025 wird aufgehoben.  

3.  

Das SEM wird angewiesen, den Sachverhalt im Sinne der Erwägungen 

vollständig abzuklären und neu zu verfügen.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Sandra Bodenmann-Widmer 

 

 

Versand: