# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0fa0e71-9317-52fc-85ac-b548ce35013d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-23
**Language:** de
**Title:** Beitragsrechtliche Qualifikation eines stv. Geschäftsführers beziehungsweise eines Dozenten eines Kursanbieters; unselbständige Erwerbstätigkeiten.
**Docket/Reference:** AB.2020.00092
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2020.00092.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2020.00092
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiber Stocker
Urteil
vom
23. April 2021
in Sachen
X.___
Y.___
, Geschäftsleiterin
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Z.___
Beigeladener
Sachverhalt:
1.
Z.___
, geboren 1965, meldete sich am 27. August 2019
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als Se
lbständig
-
erwerbender an
, umschrieb dabei seine Tätigkeit als «Weiterbildungen für Tourismus und Hotellerie»
und nannte als Vertragspartnerin einzig die
X.___
(Urk. 7/117).
Nachdem die Ausgleichskasse von
Z.___
weitere Unterlagen angefordert (vgl. Urk. 7/119) und
diese
geprüft hatte, anerkannte sie ihn nur hinsichtlich eines Teils seiner Tätigkeiten als selbständig erwerbstätig (Urk. 7/130). Die Ausgleichskasse teilte
Z.___
mit, dass sie ihn zwar als
selbständigerwerbend
in der Branche «Weiterbildung für Tourismus und Hotellerie» anerkenne, nicht aber hinsichtlich seiner Tätigkeit als «Stellvertretung der Geschäftsleitung der
X.___
» (Urk. 7/130). Das wurde auch der
X.___
mitgeteilt (Urk. 7/125).
An dieser Rechtsauffassung hielt die Ausgleichskasse auch nach der Intervention der
X.___
fest und erliess am 13. Dezember 2019 eine entsprechende Verfü
gung (Urk. 7/137), in der sie festhielt, dass
Z.___
als stellver
tretender Geschäftsführer der
X.___
als unselbständig erwerbstätig zu qualifizieren sei. Die dagegen von
d
er
X.___
am 14. Januar 2020 erhobene Ein
sprache (Urk. 7/139) wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 28. September 2020 (Urk. 2/1) ab.
2.
Mit Eingabe vom 26. Oktober 2020 (Urk. 1) erhob die
X.___
Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Anerkennung der Tätigkeit von
Z.___
für die
X.___
im Zeitraum von Juli bis Dezember 2019 als selbständig erwerbend. Die Aus
gleichskasse schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Dezember 2020 (Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der
X.___
mitgeteilt wurde (vgl.
Urk. 8).
Mit Verfügung vom 21. Januar 2021 (Urk. 9) wurde
Z.___
zum Prozess beigeladen und ihm Gelegenheit gegeben, sich zur Sache zu äussern. In der Folge reichte er am 18. Februar 2021 seine Stellungnahme ins Recht (Urk. 11), die den übrigen Verfahrensbeteiligten zu
r Kenntnis gebracht wurde (vgl.
Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
D
a der
Entscheid über die Ablehnung des Gesuchs einer versicherten Person um Anschluss als
Selbständigerwerbender
und Eintrag im Register
nach der mit BGE 132 V 257 begründeten höchstrichterlichen Praxis rechtsgestaltender Natur ist, ist auf die Beschwerde einzutreten, ohne dass geprüft werden müsste, ob ein Fest
stellungsinteresse im Sinne von Art. 49 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorliegt. Im Übrigen wär
e ein
solches schützenswertes Interesse
offensichtlich gegeben.
2.
2.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbs
einkommen als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbs
tätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
des Bundesgesetzes über die Alters- und
H
interlassenenversicherung
[
AHVG
]
sowie Art. 6 ff.
der Verordnung über die Alters- und
H
interlassenenversicherung
[
AHVV
]
). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.2
Die beitragsrechtliche Unterscheidung des
Selbständigerwerbenden
vom
Unselb
ständigerwerbenden
beruht auf einer unabhängigen Begriffsbildung, die sich ins
besondere mit dem, was üblicherweise unter einem (
Un
-)Selbständigen ver
stan
den
werden mag, nicht zu decken braucht. In diesem Sinne ist bei einem Ver
si
cherten, der gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausübt, jedes Erwerbsein
kommen dahinge
hend zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbs
tätig
keit stammt, selbst wenn die Arbeiten für eine und dieselbe Firma vor
ge
nommen wer
den (BGE 122 V 169 E. 3b; AHI-Praxis 1996 S. 241 f., je mit Hin
weisen).
2.3
2.3.1
Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind die Täti
gung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal (BGE 119 V 163 E. 3b). Das spe
zifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig vom Arbeits
er
folg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat (ZAK 1986 S. 333 E. 2d und S. 121 E. 2b). Für die Annahme selbständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen abhängig zu sein (ZAK 1982 S. 215). Massgebend ist da
bei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Arbeitgebern anzu
nehmen, sondern die tatsächliche Ausgangslage (vgl. ZAK 1982 S. 186 E. 2b).
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom Arbeitgeber abhängig und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine an
dere Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines be
stimm
ten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Be
richt zu er
statten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort (ZAK 1986 S. 121 E. 2b, S. 333 E. 2d) oder - bei einer regelmässig ausgeübten Tätig
keit - darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situa
tion
ent
steht, wie dies beim Stellenverlust eines Arb
eitnehmers der Fall ist. Die Ab
hän
gig
keit der eigenen Existenz vom persönlichen Arbeitserfolg ist pra
xisge
mäss
nur dann als Risiko eines
Selbständigerwerbenden
zu w
erten, wenn be
trächt
li
che In
vestitionen zu tätigen oder Angestelltenlöhne
zu bezahlen sind. Mit einem Ar
beits- und Lohnausfall müssen alle jene Personen rechnen, die ihre berufliche Tätigkeit von Fall zu Fall ausüben und nicht in einem fest
entlöhnten
Arbeits
ver
hältnis stehen (BGE 119 V 163 E. 3b).
2.3.2
Gemäss Rz. 4010 der
Wegleitung
des Bundesamts für Sozialversicherungen
über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (WML)
gehören zum
massgebenden Lohn Bezüge von Personen, die an Schulen, Ausbildungsstätten oder Tagungszentren regelmässig unterrichten beziehungsweise Kurse geben. Mass
gebende Kriterien sind dabei, dass die Lehrkräfte an den Investitionen der Veran
staltungen nicht beteiligt sind, das Inkassorisiko nicht tragen und die Kursteil
nehmenden nicht selber suchen müssen (vgl. auch Art. 7 lit. l
AHVV)
. Derartige Lehrtätigkeiten gelten somit als unselbständige Erwerbstätigkeiten.
Nicht zum massgebenden Lohn gehören hingegen in der Regel Vergütungen für Kurse, die nur gelegentlich gegeben werden. Insoweit sind die Lehrpersonen als selbständig erwerbstätig zu betrachten.
2.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beigeladene hinsichtlich seiner Tätigkeit für die Beschwerdeführerin
im Zeitraum von Juli bis Dezember 2019
beitragsrechtlich als selbständig oder unselbständig erwerbstätig zu qualifizieren ist.
3.2
Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich im angefochtenen Einspracheent
scheid (Urk. 2) im Wesentlichen aus, dass die Erwerbstätigkeit des Beigeladenen für die Beschwerdeführerin als unselbständig zu qualifizieren sei.
Die Beschwer
deführerin habe ausgeführt, dass der Leistungsauftrag vom 15. Juli 2019 ungültig sei; massgebend sei der Lehrauftrag für Leitende überbetriebliche Kurse (ÜK) vom 26. August 2019. Der Beigeladene führe die Leitung gemäss Pflichtenheft und Vorgaben aus. Des Weiteren erfolge der Auftrag auf unbestimmte Zeit, was auf ein Abhängigkeitsverhältnis hinweise. Bei Kündigungen zu Unzeiten sei die zurücktretende Partei zum Ersatz des verursachten Schadens verpflichtet. Eine Selbständigkeit bedinge aber ein Geschäftsrisiko, bei welchem eine plötzliche Kündigung ohne irgendwelche Ansprüche geschehen könne. Der Beigeladene unterstehe in seinen Einsätzen einem Einsatzplan. Zudem bestehe ein Konkur
renzverbot, was zusätzlich für ein Abhängigkeitsverhältnis spreche. Personen, die an Schulen, Ausbildungsstätten oder Tagungszentren regelmässig unterrichten,
würden nur als
selbständigerwerbend
gelten, wenn folgende Kriterien erfüllt seien: Werbung für Kurse auf eigene Kosten und
in
eigenem Namen. Vertrags
partei müssten die Kursteilnehmenden sein und nicht die Schule. Das Kursgeld müsse durch die Lehrperson in Rechnung gestellt und eingezogen werden. Schliesslich müssten die Räumlichkeiten durch den Kursleiter organisiert und bezahlt werden.
Dies alles treffe auf den Beigeladenen nicht zu.
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses hielt die Beschwerdegegnerin an dieser Sichtweise fest und führte ergänzend aus (Urk. 6), dass gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin der Beigeladene bereits in der Zeit ab Juli 2019 auch als Unterstützung für die Geschäftsleitung tätig gewesen sei. Der entsprechende Auf
trag sei also entgegen der Beschwerdeführerin nicht «nichtig» gewesen. Seit 1. Januar 2020 sei der Beigeladene als stellvertretender Geschäftsleiter bei der Beschwerdeführerin angestellt. Daraus sei zu schliessen, dass die gesamte Tätig
keit des Beigeladenen seit Juli 2019 auf diese Anstellung bei der Beschwerde
führerin ab 1. Januar 2020 hingeführt habe.
3.3
3.3.1
Demgegenüber führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus (Urk. 1), dass
der Beigeladene ab 2009 als ÜK-Leiter im Einsatz gewesen sei auf der Grundlage des Leistungsauftrages für ÜK-Leitende. Im September 2013 habe er einen weite
ren Leistungsauftrag erhalten für einen zusätzlichen Einsatz von 20 bis 40 %. Stets habe der Beigeladene beide Tätigkeiten als Selbständiger abgerechnet. Anlässlich der AHV-Revisionen sei
k
ein Mangel festgestellt worden; ent
sprechend sei man davon ausgegangen, dass die Selbständigkeit des Beigeladenen und die Leistungsaufträge in Ordnung seien. Nach seinem Auslandaufenthalt habe der Beigeladene wieder einen Leistungsauftrag für die Vorbereitung ÜK erhalten, der im Wortlaut mehrheitlich identisch sei
mit
de
m
jenige
n
aus dem Jahr 2013. Es habe sich jedoch schnell gezeigt, dass eine Stellvertretung mit dem kleinen Arbeitspensum nicht möglich sei, weshalb man diesen Auftrag für nichtig erklärt habe. Der Leistungsauftrag ÜK-Leiter sei bestehen geblieben. Für seinen Einsatz als Referent habe der Beigeladene separat Rechnung gestellt. Für seinen Einsatz als Unterstützung der Geschäftsleiterin (Vorbereitung ÜK etc.) habe der Beigeladene total Fr. 24'700.
abgerechnet. Alle ÜK-Leitenden, die als Selbstän
dige abrechneten, hätten denselben Leistungsauftrag. Deshalb sei nicht einzu
sehen, weshalb der Beigeladene seine Einsätze im Jahr 2019 als ÜK-Leitender nicht als Selbständiger abrechnen dürfe, obwohl er denselben Leistungsauftrag habe. Seit dem 1. Januar 2020 sei der Beigeladene als stellvertretender Geschäfts
leiter angestellt. Aufgrund seiner Funktion habe er Einblick in sämtliche Lohn
abrechnungen beziehungsweise Rechnungen und dergleichen. Wie sollte er nach
vollziehen, dass
er nicht als ÜK-Leitender abrechnen könne, die anderen aber schon? Es stelle sich auch die Frage, warum der Beigeladene vor seinem Ausland
aufenthalt als Selbständiger anerkannt worden sei, danach aber nicht mehr. Weiter sei unklar, wieso er anders behandelt werde als andere Personen, die denselben Leistungsauftrag haben würden.
3.3.2
Der Beigeladene trug in seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2021 (Urk. 11) im Wesentlichen vor, dass er nach seinem vierjährigen Auslandaufenthalt seine frühere Tätigkeit mit seiner Firma wiederaufgenommen habe. Wie bereits vor seinem Auslandaufenthalt habe er bei der Beschwerdeführerin als ÜK-Leiter tätig sein und mit einem ungefähren Pensum von 40 % (schwankend nach Arbeitsbedarf) die Geschäftsleiterin unterstützen können, primär mit der Vorbereitung und Organisation der übergeordneten Kurse (ÜK). Von Juli bis Dezember 2019 habe er mit bestem Wissen und Gewissen - wie zuvor - über seine Firma der Beschwerdeführerin Rechnung gestellt, und zwar einerseits für seine Tätigkeit als ÜK-Leiter sowie andererseits für seine Tätigkeit in der Geschäftsstelle gemäss Leistungsauftrag.
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb einige ÜK-Leitende bei der Beschwerdeführerin als Selbständige abrechnen, bei ihm das aber abgelehnt werde
.
4.
4.1
Das Vertragsverhältnis zwischen dem Beigeladenen und der Beschwerdeführerin wurde nach Lage der Akten im vorliegend relevanten Zeitraum von Juli bis Ende Dezember 2019 grundsätzlich durch zwei Dokumente definiert, nämlich zum einen durch den «Leistungsauftrag» vom 15. Juli 2019 (Urk. 3/1) und den «Lehr
auftrag für Leitende überbetriebliche Kurse (ÜK)» vom 26. August 2019 (Urk. 3/4/2).
Beim erstgenannten Vertrag (Urk. 3/1) verpflichtete sich der Beigeladene, als Stellvertreter der Geschäftsleitung und in der Administration der Beschwerde
führerin tätig zu werden, und zwar mit einem Pensum von 40 % und zu einem Entgelt von Fr. 650.
pro Tag.
Nach Möglichkeit sollte der Beigeladene jeweils am Donnerstag und Freitag in den Geschäftsräumlichkeiten der Beschwerde
führerin präsent sein. Die weitere Präsenzzeit richtete sich nach den Bedürfnissen der «Kunden».
Die Kündigungsfrist betrug drei Monate. Es wurde ein Konkurrenz
verbot vereinbart
.
Beim «Lehrauftrag für Leitende überbetriebliche Kurse (ÜK)» vom 26. August 2019 (Urk. 3/4/2) handelte es sich demgegenüber um einen Rahmenvertrag betreffend
den Einsatz des Beigeladenen
als Dozent beziehungsweise als ÜK-Leiter. Der Bei
geladene musste bei seiner Tätigkeit ein «Pflichtenheft» beachten. Es sollten ihm Klassen zugeteilt werden. Der «Auftrag» war zwar jederzeit kündbar, im Falle einer Kündigung zur Unzeit (weniger als zwei Monate vor dem nächsten ÜK-Kurs) wäre aber Schadenersatz zu leisten. Zudem war ein Konkurrenzverbot vereinbar
t
. Das Honorar des Beigeladenen wurde fixiert (Fr. 1'100.
beziehungsweise Fr. 1'200.
pro Kurstag je nach Art des Kurses sowie Fr. 100.
pro Tag für Spesen).
4.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, dass der Leistungs
auftrag vom 15. Juli 2019 (Urk. 3/1) «nichtig» sei beziehungsweise
«
als nichtig erklärt» worden sei, weil der Beigeladene aufgrund seines geringen Pensums nicht in der Lage gewesen sei, seine Aufgabe als Stellvertreter der Geschäftsleitung zu erfüllen (Urk. 1 S. 1).
Es steht ausser Frage, dass von einer Nichtigkeit des «Leistungsauftrages» in einem juristisch-technischen Sinn nicht die Rede sein kann. Es mag aber sein, dass die Beschwerdeführerin zum Ausdruck bringen wollte, dass dieser Verein
barung nach einer gewissen Zeit (oder vielleicht schon von Anfang an) nicht mehr nachgelebt wurde, dass also sie und der Beigeladene übereingekommen sind, den «Leistungsauftrag» als unwirksam anzusehen. Das mag sein wie es will; streitentscheidend ist es jedenfalls nicht.
Der «Leistungsauftrag» vom 15. Juli 2019 (Urk. 3/1) und die damit vereinbarte Tätigkeit des Beigeladenen als Stellvertreter der Geschäftsleitung und Mitarbeiter in der Administration ist offensichtlich als unselbständig zu qualifizi
eren. Er
weist
überhaupt
keine Elemente einer selbständigen Erwerbstätigkeit auf. Der Bei
geladene ist in die Arbeitsorganisation der Beschwerdeführerin integriert. Er muss zwei Tage pro Woche anwesend sein
. Er hat ein Pflichtenheft zu beachten. Es besteht eine dreimonatige Kündigungsfrist. Es wurde ein Konkurrenzverbot ver
einbart. Sein Arbeitslohn ist fixiert (Fr. 650.
pro Tag). Der Beigeladene trägt überdies kein Unternehmerrisiko. Als Stellvertreter der Geschäftsleitung und Mit
arbeiter in der Administration der Beschwerdeführerin ist der Beigeladene offen
sichtlich als Arbeitnehmer beziehungsweise als unselbständig erwerbstätig zu qualifizieren.
4.3
In E. 2.3.2 wurde dargelegt, dass Personen, die an Schulen, Ausbildungsstätten oder Tagungszentren regelmässig unterrichten beziehungsweise Kurse geben, eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausüben, sofern die Lehrkräfte an den Investitionen der Veranstaltungen nicht beteiligt sind, das Inkassorisiko nicht tragen und die Kursteilnehmenden nicht selber suchen müssen.
Angesichts dieser Kriterien ist ebenfalls offensichtlich, dass die Tätigkeit des Bei
geladenen als ÜK-Leiter für die Beigeladene gemäss dem «Lehrauftrag für Leitende überbetriebliche Kurse (ÜK)» vom 26. August 2019 (Urk. 3/4/2) als unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist. Der Beigeladene trägt kein Unternehmerrisiko, da er an den Investitionen der Beschwerdeführerin nicht beteiligt ist
, kein Inkassorisiko
hat
,
da er
nicht von den Kursteilnehmern (sondern von der Beschwerdeführerin) bezahlt wird und die Kursteilnehmer auch nicht selber suchen muss. Er ist (wenigstens bis zu einem gewissen Grad) arbeits
organisatorisch in den Betrieb der Beschwerdeführerin integriert, weil er sich nach einer Einsatzplanung richten muss und bei einer Kündigung, falls nicht eine Frist von mindestens zwei Monaten eingehalten wird, Schadenersatz schuldet. Bei seiner Tätigkeit als ÜK-Leister muss er sich an das «Pflichtenheft» der Beschwer
deführerin halten. Es wurde ein Konkurrenzverbot vereinbart. Das Honorar, das dem Beigeladenen von der Beschwerdeführerin ausgerichtet wird, ist standardi
siert festgelegt - ebenso die Spesenentschädigung.
Aus dem Gesagten folgt, dass der Beigeladene auch hinsichtlich seiner Tätigkeit für die Beschwerdeführerin als ÜK-Leiter als unselbständig erwerbstätig zu betrachten ist.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Tätigkeiten des Beigeladenen für die Beschwerdeführerin zu Recht als unselbständige Erwerbs
tätigkeiten
(im sozialversicherungsrechtlichen Sinn)
qualifiziert hat. Es spielt deshalb keine Rolle, in welchem Ausmass der Beigeladene im fraglichen Zeitraum
von Juli bis Dezember 2019 effektiv als Stellvertreter der Geschäftsleitung und Mitarbeiter in der Administration oder als ÜK-Leiter gearbeitet hat, denn alle genannten Tätigkeiten sind beitragsrechtlich als unselbständig zu qualifizieren.
Soweit eingewandt wurde, dass der Beigeladene früher (
vor seinem mehrjährigen Ausland
aufenthalt) als selbständig erwerbstätig betrachtet wurde und dass ande
ren Mitarbeitern der Beschwerdeführerin dieser Status nach wie vor zugestanden werde, ist dem entgegenzuhalten, dass die beitragsrechtliche Qualifikation im vorliegenden Fall klar und eindeutig ist. Es liegt mit anderen Worten kein Grenz
fall vor, welcher der Beschwerdegegnerin bei einem ins Auge gefassten Wechsel des Beitragsstatuts unter Umständen eine gewisse Zurückhaltung nahelegen würde (vgl. dazu
Ueli
Kieser
, Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 56 f.). Mit anderen Worten können sich weder die Beschwerdeführerin noch der Beigeladene darauf berufen, dass der Beigeladene früher offenbar zu Unrecht als
Selbständigerwerbender
qualifi
ziert wurde. Ent
sprechendes würde
im Übrigen
auch für
etwaige
fehlerhafte Qualifikation
en
weiterer Mitarbeiter der Beschwerdeführerin
gelten
, was jedoch nicht Thema dieses Prozesses ist.
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde verschiedene Lösungs- und Vergleichsvorschläge machte, ist ihr mitzugeben, dass das Sozialversicherungs
gericht dafür der falsche Adressat ist und dass sich die Beschwerdegegnerin offenbar nicht in der Lage sah, auf die genannten Vorschläge einzugehen. Daran ist im vorliegenden Prozess nichts zu ändern.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Z.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubStocker