# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8111058c-32ba-5407-a1fc-729f3571d11e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 28.01.2021 ZK 2020 470
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2020-470_2021-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Zivilkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre civile

Entscheid
ZK 20 470 (Berufung)
ZK 20 471 (uR-Gesuch Berufungskläger)
ZK 20 498 (uR-Gesuch Berufungsbeklagte)

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 02
Fax +41 31 634 50 53
obergericht-zivil.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. Januar 2021

Besetzung Oberrichter D. Bähler (Referent), Oberrichterin Grütter und Ober-
richter Niklaus
Gerichtsschreiberin Wittwer

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________

Gesuchsgegner/Berufungskläger/Gesuchsteller

gegen

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Gesuchstellerin/Berufungsbeklagte/Gesuchstellerin

Gegenstand Abänderung Eheschutzmassnahmen

Berufung gegen den Entscheid des Regionalgerichts Bern-
Mittelland vom 15. September 2020 (CIV 20 90)

Gesuch des Berufungsklägers um unentgeltliche Rechtspflege 
vom 15. Oktober 2020

Gesuch der Berufungsbeklagten um unentgeltliche Rechtspflege 
vom 2. November 2020

2

Regeste: 

Im Rahmen der Unterhaltsberechnung sind für die Kinder Steuerbeträge auszuscheiden 
und in deren Bedarf einzurechnen (E. 43).

Resultiert im Berechnungsblatt eine Mankosituation, wenn bei den Familienmitgliedern die 
automatisch berechneten Steuerbeträge vollständig im Bedarf eingerechnet werden, führt 
das Weglassen der laufenden Steuern hingegen zu einem Überschuss, ist keine Strei-
chung der Steuern vorzunehmen, sondern lediglich eine anteilsmässige Kürzung (E. 61).

  

Erwägungen:

I. Sachverhalt/Prozessgeschichte

1. E.________ (geb. am ________ 2014) und F.________ (geb. am ________ 2016) 
sind die beiden Kinder der verheirateten, seit 24. Juli 2017 getrennt lebenden El-
tern A.________ (nachfolgend: Berufungskläger/Kindsvater) und C.________ 
(nachfolgend: Berufungsbeklagte/Kindsmutter). Beide Elternteile sind Inhaber der 
elterlichen Sorge.

2. Im Rahmen eines vom Berufungskläger am 5. Dezember 2017 beim Regionalge-
richt Bern-Mittelland anhängig gemachten Eheschutzverfahrens (CIV 17 7408) 
schlossen die Ehegatten am 14. März 2019 eine Vereinbarung ab, in welcher sie 
u.a. die Betreuungsanteile und Ferien regelten (Kindsvater: Sonntagabend, 18:00 
Uhr, bis Mittwochmittag, 12:00 Uhr; Kindsmutter: Mittwochmittag, 12:00 Uhr, bis 
Freitagabend, 18:00 Uhr; Wochenenden alternierend bei den Eltern; hälftige Auftei-
lung der Schulferien, praxisübliche Feiertagsregelung), dem Gericht die Weiter-
führung der für die Kinder errichteten Beistandschaften sowie Familienbegleitung 
beantragten, den Unterhalt regelten (grundsätzlich kommt jeder Elternteil für die 
während seiner Betreuungszeit anfallenden laufenden Kosten der Kinder selber 
auf, gegenseitig keine Unterhaltsbeiträge) und festhielten, dass der Berufungsklä-
ger ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich CHF 3'362.00 erzielt ha-
be, seit dem 1. Januar 2019 jedoch bei der Arbeitslosenkasse angemeldet sei und 
die Höhe der Taggelder zurzeit noch unklar sei (pag. 235 ff. Eheschutzakten 
CIV 17 7408). 

Mit gleichentags ergangener Verfügung wurde diese Vereinbarung gerichtlich ge-
nehmigt, die beiden Kinder unter der gemeinsamen Obhut der Eltern belassen (mit 
Wohnsitz an der G.________strasse in H.________) und festgehalten, dass die 
Beistandschaft sowie die Familienbegleitung weitergeführt werden. Das Verfahren 
wurde infolge Vergleichs als erledigt abgeschrieben (pag. 243 ff. Eheschutzakten 
CIV 17 7408). 

3. Mit Eingabe vom 9. Januar 2020 stellte die Berufungsbeklagte durch ihren Rechts-
vertreter beim Regionalgericht Bern-Mittelland ein Gesuch um Abänderung der 
Eheschutzmassnahmen und beantragte was folgt (pag. 1 ff.):

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1. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 4 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner, vorbehältlich anderwei-
tiger direkter Einigung zwischen den Parteien, als berechtigt und verpflichtet zu erklären, die 
gemeinsamen Kinder, F.________ und E.________, jeweils von Sonntagabend 18.00 Uhr bis 
Dienstagabend 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.

2. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 8 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwir-
kend per 1. Oktober 2019 für F.________, geb. ________2016, einen jeweils monatlich im Vor-
aus zahlbaren Kinderunterhaltsbeitrag in richterlich zu bestimmender Höhe zzgl. allfällige Fami-
lienzulagen zu bezahlen.

3. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 8 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwir-
kend per 1. Oktober 2019 für E.________, geb. ________2014, einen jeweils monatlich im Vor-
aus zahlbaren Kinderunterhaltsbeitrag in richterlich zu bestimmender Höhe zzgl. allfällige Fami-
lienzulagen zu bezahlen.

Soweit der Gesuchsgegner nicht über die nötigen Mittel verfügt, sei der gebührende Unterhalt 
von F.________ und E.________ sowie eine allfällige Unterdeckung gerichtlich festzustellen und 
der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die Differenz zu bezahlen, sobald er dazu in der Lage 
ist.

4. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 10 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlos-
senen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsteller (recte: Gesuchsgegner) 
zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens für sie persönlich einen 
jeweils monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in richterlich zu bestimmender Höhe, 
aber von mindestens CHF 1’000.00, zu bezahlen.

Es sei der gebührende Unterhalt der Gesuchstellerin sowie eine allfällige Unterdeckung gericht-
lich festzustellen.

5. Der Gesuchsgegner sei zur Leistung eines Prozesskostenbeitrags im Betrag von mindestens 
CHF 4’000.00 zzgl. MWST zu verpflichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Zudem stellte sie mit Eingabe vom 9. Januar 2020 ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege (CIV 20 94).

4. Mit Eingabe vom 4. März 2020 stellte der Berufungskläger ein Gesuch um Erlass 
superprovisorischer Massnahmen (pag. 53 ff.). Er verlangte insbesondere, dass 
der Berufungsbeklagten unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB zu untersagen 
sei, den Aufenthaltsort der Kinder E.________ und F.________ von H.________ 
wegzuverlegen und die Obhut über die beiden Kinder sei ihm zuzuteilen, sollte die 
Berufungsbeklagte in die Umgebung von I.________ ziehen. Gleichzeitig stellte er 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (CIV 20 2251).

4

5. Mit Verfügung vom 5. März 2020 wurde das Gesuch um Erlass superprovisorischer 
Massnahmen wie folgt gutgeheissen: Die Berufungsbeklagte wurde angewiesen, 
innert Frist von fünf Tagen ab Erhalt der Verfügung den Wohnsitz der beiden Kin-
der nach H.________ zurück zu verlegen und E.________ in der bisherigen Schule 
in H.________ zu belassen, jeweils unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB (pag. 
77 ff.).

In ihrer Gesuchsantwort vom 13. März 2020 (pag. 95 ff.) verlangte die Berufungs-
beklagte daraufhin die kostenfällige Abweisung des Gesuchs des Kindsvaters um 
Erlass vorsorglicher Massnahmen, die Aufhebung der superprovisorischen Mass-
nahmen und die Erlaubnis, den Aufenthaltsort der beiden Kinder nach I.________ 
zu verlegen.

6. In seiner Stellungnahme zum Gesuch um Abänderung der Eheschutzmassnahmen 
und Leistung eines Prozesskostenbeitrages vom 30. April 2020 verlangte der Beru-
fungskläger die gerichtliche Feststellung, wo die Berufungsbeklagte und die beiden 
Kinder derzeit Wohnsitz verzeichneten und beantragte weiter, er sei zu verpflich-
ten, für die beiden Kinder einen Unterhalt in noch zu beziffernder Höhe ab Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung zu bezahlen und im Übrigen sei das Gesuch kos-
tenfällig abzuweisen (pag. 137 ff.). 

7. Am 16. Juli 2020 fand die Gesuchsverhandlung statt (pag. 199 ff.). In ihren ersten 
Parteivorträgen modifizierten die Parteien ihre Anträge.

7.1 Die Berufungsbeklagte beantragte was folgt:

1. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 2 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung seien die gemeinsamen Kinder, E.________, 
geb. ________2014, und F.________, geb. ________2016, unter die alleinige Obhut der Ge-
suchstellerin zu stellen.

2. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 3 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Wohnsitz der gemeinsamen Kinder bei 
der Mutter an der J.________strasse, I.________, festzulegen.

3. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 4 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner, vorbehältlich anderwei-
tiger direkter Einigung zwischen den Parteien, als berechtigt und verpflichtet zu erklären, die 
gemeinsamen Kinder, F.________ und E.________, jedes zweite Wochenende von Freitag-
abend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.

Zu den genannten Zeiten holt der Gesuchsgegner die Kinder ab und bringt sie wieder zurück.

4. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 8 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwir-
kend per 1. Oktober 2019 für F.________, geb. ________2016, einen jeweils monatlich im Vor-
aus zahlbaren, ab Verfall zu 5 % verzinslichen und indexierten Kinderunterhaltsbeitrag in richter-

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lich zu bestimmender Höhe, aber von mindestens CHF 2’173.00 (CHF 661.00 Barunterhalt + 
CHF 1’512.00 Betreuungsunterhalt) zzgl. allfällige Familienzulagen, zu bezahlen.

5. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 8 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlosse-
nen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwir-
kend ab 1. Oktober 2019 für E.________, geb. ________2014, einen jeweils monatlich im Vor-
aus zahlbaren, ab Verfall zu 5 % verzinslichen und indexierten Kinderunterhaltsbeitrag in richter-
lich zu bestimmender Höhe, aber von mindestens CHF 2’160.00 (CHF 648.00 Barunterhalt + 
CHF 1’512.00 Betreuungsunterhalt) zzgl. allfällige Familienzulagen, zu bezahlen.

Soweit der Gesuchsgegner nicht über die nötigen Mittel verfügt, sei der gebührende Unterhalt 
von F.________ und E.________ sowie eine allfällige Unterdeckung gerichtlich festzustellen und 
der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die Differenz zu bezahlen, sobald er dazu in der Lage 
ist.

6. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 (CIV 17 7408) i.V.m. Ziff. 10 der zwischen den Ehegatten am 14. März 2019 abgeschlos-
senen und gerichtlich genehmigten Vereinbarung sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der 
Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens für sie persönlich einen jeweils monatlich im 
Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in richterlich zu bestimmender Höhe, aber von mindestens 
CHF 1’000.00, zu bezahlen.

Es sei der gebührende Unterhalt der Gesuchstellerin sowie eine allfällige Unterdeckung gericht-
lich festzustellen.

7. Der Gesuchsgegner sei zur Leistung eines Prozesskostenbeitrags im Betrag von mindestens 
CHF 4’000.00 zzgl. MSWT zu verpflichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

7.2 Der Berufungskläger stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Das Abänderungsgesuch vom 09.01.2020 sei abzuweisen, soweit nicht mit den folgenden 
Rechtsbegehren übereinstimmend.

2. Die alleinige Obhut über die gemeinsamen Kinder E.________ und F.________ sei dem Ge-
suchsgegner zuzuteilen.

3. Es sei gerichtlich festzustellen, wo die Gesuchstellerin und die beiden Kinder derzeit Wohnsitz 
verzeichnen.

4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die gemeinsamen Kinder F.________, geb. 
________2016, und E.________, geb. ________2014, einen Unterhalt in noch zu beziffernder 
Höhe ab Zeitpunkt der Gesuchseinreichung zu bezahlen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

7.3 Nach der Durchführung der Parteibefragungen wurde die Verhandlung abgebro-
chen und es wurden in Gutheissung des gesuchstellerischen Beweisantrages Be-
richte bei der Kindergärtnerin von E.________ (Frau K.________) und bei der The-
rapeutin von E.________ (Frau Dr. L.________) eingeholt (pag. 235).

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8. Nachdem die Berichte von Frau K.________ und Frau Dr. L.________ am 22. Juli 
2020 resp. am 7. August 2020 beim Gericht eingegangen waren (pag. 255 ff. resp. 
281 ff.), wies das Gericht die Parteien mit Verfügung vom 7. August 2020 unter An-
drohung der Straffolgen nach Art. 292 StGB an, die Tochter E.________ an ihrem 
bisherigen rechtmässigen Wohnsitz in H.________ und damit im Schulhaus 
M.________, Schulkreis N.________, einzuschulen (pag. 291 ff.).

9. Im Rahmen ihrer schriftlichen Stellungnahme zum Beweisergebnis vom 25. August 
2020 (pag. 335 ff.) bestätigte die Berufungsbeklagte ihre anlässlich der Gesuchs-
verhandlung angepassten Rechtsbegehren.

10. Der Berufungskläger stellte im Rahmen seiner schriftlichen Stellungnahme zum 
Beweisergebnis vom 31. August 2020 die folgenden Rechtsbegehren (pag. 351 ff.):

1. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 i.V.m. Ziffer 2 der zwischen den Ehegatten abgeschlossenen Vereinbarung sei die Obhut 
über die gemeinsamen Kinder E.________, geb. ________2014 und F.________, geb. 
________2016 unter die alleinige Obhut des Kindsvaters zu stellen.

2. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 i.V.m. Ziffer 3 der zwischen den Ehegatten abgeschlossenen Vereinbarung sei der Wohn-
sitz der gemeinsamen Kinder beim Kindsvater festzulegen.

3. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 i.V.m. Ziffer 4 der zwischen den Ehegatten abgeschlossenen Vereinbarung sei die Kinds-
mutter zu berechtigen und zu verpflichten, die beiden gemeinsamen Kinder jedes zweite Wo-
chenende von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu 
nehmen.

4. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 i.V.m. Ziffer 8 der zwischen den Ehegatten abgeschlossenen Vereinbarung sei der Kinds-
vater zu verpflichten, rückwirkend ab Oktober 2019 bis August 2020 für die beiden Kinder einen 
Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von je CHF 1’414.10 zu bezahlen.

5. Der Kindsvater sei zu berechtigen, von seinen rückwirkend zu zahlenden Unterhaltsbeiträgen 
die bezahlten Krankenkassenprämien, Spielgruppen- und Kitarechnungen in Abzug zu bringen.

6. In Abänderung von Ziff. 1 der Verfügung des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 14. März 
2019 i.V.m. Ziffer 8 der zwischen den Ehegatten abgeschlossenen Vereinbarung sei die Kinds-
mutter zu verpflichten, rückwirkend ab August 2020 für die beiden Kinder einen Barunterhalts-
beitrag in der Höhe von je CHF 1’414.10 zu bezahlen.

7. Es sei dem Kindsvater das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Beiord-
nung der unterzeichnenden als amtliche Anwältin.

11. Nachdem am 10. September 2020 ein zweiter Bericht von Frau Dr. L.________ 
beim Gericht eingegangen war (pag. 381) und die Parteien hierzu Stellung nehmen 
konnten (zwei Eingaben der Berufungsbeklagten vom 11. September 2020 
[pag. 395 ff.]; Eingabe des Berufungsklägers ebenfalls vom 11. September 2020 
[pag. 403 ff.]), eröffnete das Gericht seinen Entscheid vom 15. September 2020 im 
Dispositiv. Dieser lautete wie folgt (pag. 419 ff.):

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1. Für die Dauer der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts werden die Kinder

- E.________, geb. ________2014
- F.________, geb. ________2016

fortan unter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt.

Als Stichtag für den Obhutswechsel gilt der 30. September 2020.

2. Dem Gesuchsgegner steht ab Oktober 2020 folgendes Besuchs- und Ferienrecht zu:

- jeden Mittwoch nach Schulschluss bzw. ab 12.00 Uhr bis am Donnerstagvormittag Schul-
beginn bzw. bis 08.30 Uhr;

- jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr;

- in den geraden Jahren von Gründonnerstag 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr sowie 
am 24. Dezember von 12.00 Uhr bis 25. Dezember 12.00 Uhr und in den ungeraden Jahren 
von Pfingstfreitag 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie am 25. Dezember von 
12.00 Uhr bis am 26. Dezember um 12.00 Uhr und vom 31. Dezember 18.00 Uhr bis 
02. Januar 18.00 Uhr;

- drei Wochen während den Schulferien (jeweils von Sonntag 10.00 Uhr bis Samstag 10.00 
Uhr). Der Gesuchsgegner hat seine diesbezüglichen Wünsche der Gesuchstellerin mindes-
tens zwei Monate zum Voraus anzumelden.

3. Die für die Kinder E.________, geb. ________2014, und F.________, geb. ________2016, be-
stehende Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sowie die Familienbegleitung wer-
den weitergeführt.

4. Der Gesuchsgegner wird verurteilt, der Gesuchstellerin für die Tochter E.________, geb. 
________2014, ab Oktober 2019 bis und mit September 2020 einen monatlichen Unterhaltsbei-
trag (Ausgleich Barunterhalt) von CHF 239.00 zu bezahlen.

5. Der Gesuchsgegner wird verurteilt, der Gesuchstellerin für die Tochter F.________, geb. 
________2016, ab Oktober 2019 bis und mit September 2020 einen monatlichen Unterhaltsbei-
trag (Ausgleich Barunterhalt) von CHF 270.00 zu bezahlen.

6. Der Gesuchsgegner wird verurteilt, der Gesuchstellerin für die Kinder E.________ und 
F.________ ab Oktober 2020 und für die Dauer der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ei-
nen Unterhaltsbeitrag, zahlbar monatlich zum Voraus, in der Höhe von je CHF 2’025.00 (wovon 
der Betreuungsunterhalt je CHF 1'295.00 beträgt), zu bezahlen.

Die Familienzulagen sind im Unterhaltsbeitrag nicht inbegriffen und zusätzlich geschuldet, wenn 
der Gesuchsgegner darauf Anspruch hat und sie nicht von der Gesuchstellerin bezogen werden. 
Sie werden in erster Linie von der Gesuchstellerin bezogen.

Art. 179 Abs. 1 sowie Art. 286 Abs. 2 und 3 ZGB bleiben vorbehalten.

Der Gesuchsgegner hat den Unterhaltsbeitrag von CHF 2’025.00 gestützt auf Art. 277 Abs. 2 
ZGB über die Volljährigkeit hinaus weiterhin zu erbringen, bis die Erstausbildung des jeweiligen 
Kindes ordentlicherweise abgeschlossen ist.

7. Es wird festgestellt, dass mit dem vorstehenden Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt der 
Kinder gedeckt ist.

8. Der Gesuchsgegner wird verurteilt, der Gesuchstellerin folgende persönliche Unterhaltsbeiträge 
zu bezahlen:

8

für Oktober 2019: CHF 4'607.00

ab November 2019 - August 2020: CHF 2'930.00

für September 2020: CHF 2'609.00

ab Oktober 2020 CHF 274.00

9. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden Einkommenszahlen (netto pro 
Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn/Gratifikation, exkl. Familienzulagen) ausgegangen:

- C.________: CHF 0.00

- A.________:

im Oktober 2019 CHF 11'697.00

ab November 2019 CHF 8'394.00

- E.________ CHF 230.00

- F.________ CHF 230.00

Die Ehegatten und die Kinder verfügen nicht über nennenswertes Vermögen. 

10. Betreffend Einkünfte und Bedarf der Familie wird auf die diesem Entscheid beiliegenden Be-
rechnungsblätter verwiesen.

11. Ziffer 2 der Verfügung vom 05.03.2020 sowie Ziffer 1 der Verfügung vom 07.08.2020 werden 
aufgehoben.

12. Das Gesuch um Leistung eines Prozesskostenvorschusses von C.________ wird abgewiesen.

13. Die Gerichtskosten des Verfahrens um Leistung eines Prozesskostenvorschusses (CIV 20 94) 
werden bestimmt auf CHF 400.00 und zusammen mit den Parteikosten zur Hauptsache ge-
schlagen (Art. 104 Abs. 3 ZPO).

14. C.________ wird für das Verfahren betreffend Abänderung von Eheschutzmassnahmen (CIV 20 
90) das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege erteilt, unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
D.________, H.________, als amtlichem Anwalt.

15. A.________ wird für das Verfahren betreffend Abänderung von Eheschutzmassnahmen (CIV 20 
90) das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege erteilt, unter Beiordnung von Rechtsanwältin 
B.________, O.________, als amtlicher Anwältin.

16. Für die Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege (CIV 20 91 und CIV 20 2251) werden 
keine Gerichtskosten erhoben.

17. Die Gerichtskosten, bestimmt auf CHF 3’877.30 (Gebühr Hauptverfahren inkl. Auslagen für die 
Übersetzerin und den Bericht der Sachverständigen zuzüglich CHF 400.00 Zuschlag für die su-
perprovisorische Verfügung vom 05.03.2020 und CHF 400.00 Verfahren Prozesskostenvor-
schuss) werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, unter Vorbehalt des ihnen gewährten Rech-
tes zur unentgeltlichen Rechtspflege.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Entscheidgebühr der Hauptsache 
auf CHF 1'500.00. Die Gerichtskosten betragen damit CHF 3’377.30.

18. Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten, unter Vorbehalt des den Parteien gewährten Rech-
tes zur unentgeltlichen Rechtspflege.

19. Die Entschädigungen der amtlichen Anwälte werden nach Eingang der Honorarnoten bestimmt 
werden.

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20. [Eröffnungsformel]

12. Mit Eingabe vom 23. September 2020 verlangte der Berufungskläger die schriftli-
che Begründung des Entscheides (pag. 439), welche am 25. September 2020 er-
ging (pag. 445 ff.).

13. Am 29. September 2020 gab der Kindsvater beim Obergericht des Kantons Bern 
mündlich ein Gesuch um Erlass superprovisorischer Massnahmen (Aufschub der 
Vollstreckbarkeit und vorsorgliche Zuteilung der alleinigen Obhut an ihn) zu Proto-
koll (pag. 499 ff.), welches der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 30. Septem-
ber 2020 abwies (ZK 20 441). Nach Eingang der eingeholten Stellungnahme der 
Kindsmutter vom 12. Oktober 2020 wurde auch das Gesuch um vorsorgliche 
Massnahmen in der Folge abgewiesen (Entscheid vom 12. November 2020 im Ver-
fahren ZK 20 441).

14. Bereits zuvor hatte der Kindsvater durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 
15. Oktober 2020 (Postaufgabe am selben Tag) Berufung beim Obergericht des 
Kantons Bern eingereicht und folgende Rechtsbegehren gestellt:

1. Ziffern 1, 2, 5-6, 8-9 und 11 des Entscheids des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
15.09.2020 seien aufzuheben.

2. In Abänderung von Ziffer 1 des Entscheids vom 15.09.2020 sei die Obhut über die beiden Töch-
ter E.________, geb. ________2014 und F.________, geb. ________2016 für die Dauer des 
Getrenntlebens dem Berufungskläger alleine zuzuteilen.

3. In Abänderung von Ziffer 2 des Entscheids vom 15.09.2020 sei ein angemessenes Besuchs- 
und Ferienrecht zwischen der Berufungsbeklagten und den beiden Töchtern festzulegen und 
zwar als Minimalregelung jeden Freitag nach Schulschluss bzw. ab 12.00 Uhr bis am Samstag 
um 12.00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende von Freitagnachmittag nach Schulschluss bzw. 
12.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie drei Wochen während den Schulferien (jeweils 
von Sonntag 10.00 Uhr bis Samstag 10.00 Uhr). Die Berufungsbeklagte hat ihre diesbezüglichen 
Wünsche dem Berufungskläger mindestens zwei Monate zum Voraus anzumelden.

Eventualiter: Für den Fall, dass die Obhut über die gemeinsamen Kinder ab Oktober 2020 bei 
der Berufungsbeklagten verbleiben sollte, sei in Abänderung von Ziffer 2 des Entscheids vom 
15.09.2020 ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht zwischen dem Berufungskläger und 
den beiden Töchtern festzulegen und zwar als Minimalregelung jeden Mittwoch nach Schul-
schluss bzw. 12.00 Uhr bis am Donnerstagvormittag Schulbeginn und Freitag nach Schulschluss 
bis Samstag um 12.00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende von Freitagnachmittag nach Schul-
schluss bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie drei Wochen während den Schulferien (jeweils von 
Sonntag 10.00 Uhr bis Samstag 10.00 Uhr).

4. In Abänderung von Ziffer 5 des Entscheids vom 15.09.2020 sei: 

der Berufungsbeklagte (recte: Berufungskläger) zu verpflichten, mit Wirkung ab Oktober 2019 an 
den Unterhalt von F.________ einen monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbetrag wie folgt zu 
bezahlen: 

Oktober 2019: CHF 270.00 

ab November 2019 bis März 2020: CHF 270.00

10

ab April 2020 bis und mit Juni 2020: CHF 200.00

ab Juli 2020 bis August 2020: CHF 270.00

September 2020: CHF 270.00

5. In Abänderung von Ziffer 6 des Entscheids sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, mit Wir-
kung ab Oktober 2020 einen monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag für E.________ in der 
Höhe von CHF 302.00 und für F.________ von CHF 540.00 zu bezahlen.

Eventualiter: Für den Fall, dass die Obhut bei der Berufungsbeklagten belassen werden sollte, 
sei der Berufungskläger in Abänderung von Ziffer 6 des Entscheids zu verpflichten, mit Wirkung 
ab Oktober 2020 einen monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag für E.________ in der 
Höhe von je CHF 1’728.00 und für F.________ von CHF 1’966.00 zu bezahlen.

6. In Abänderung von Ziffer 8 des Entscheids sei:

a) der Berufungskläger zu verpflichten, an den Unterhalt der Berufungsbeklagten einen monat-
lich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag in folgender Höhe zu bezahlen:

Oktober 2019: CHF 1’000.00

ab November 2019 bis März 2020: CHF 1’000.00

ab April 2020 bis und mit Juni 2020: CHF 1’000.00

ab Juli 2020 bis August 2020: CHF 990.00

September 2020: CHF 883.00

Eventualiter: Für den Fall, dass die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss den Ziffer 5-6 des Ent-
scheids tiefer ausfallen sollten, als beantragt, sei der Berufungskläger zu verurteilen, der Be-
rufungsbeklagten einen monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe der Diffe-
renz zwischen den effektiven Kinderunterhaltsbeiträgen und dem beantragten Gesamtunter-
haltsbeitrag (Kinderunterhalt plus nachehelicher Unterhalt) zu bezahlen.

b) festzustellen, dass die Berufungsbeklagte ab Oktober 2020 nicht in der Lage ist, dem Beru-
fungskläger einen nachehelichen Unterhalt zu bezahlen.

Eventualiter: Für den Fall, dass die Obhut über die gemeinsamen Kinder ab Oktober 2020 
bei der Berufungsklägerin (recte: Berufungsbeklagten) belassen werden sollte, sei ab Okto-
ber 2020 festzustellen, dass der Berufungskläger nicht in der Lage ist, der Berufungsbeklag-
ten einen nachehelichen Unterhalt zu leisten.

7. In Abänderung von Ziffer 9 des Entscheids sei der Berufungsbeklagten bis und mit Juni 2020 ein 
hypothetisches Nettoeinkommen in der Höhe von CHF 1'000.00, in den [Monaten] ab Juli bis 
September 2020 von CHF 3’250.00 und ab Oktober von CHF 6’500.00 (jeweils inkl. 13. Monats-
lohn exkl. Kinderzulagen) sowie dem Berufungskläger im Oktober 2019 ein Einkommen von 
CHF 11’237.00 anzurechnen.

8. In Abänderung von Ziffer 11 des Entscheids seien die Ziffern 2 der Verfügung vom 05.03.2020 
sowie Ziffer 1 der Verfügung vom 07.08.2020 nicht aufzuheben.

9. Eventualiter:

Der Entscheid vom 15.09.2020 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur vertieften Ab-
klärung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

10. Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege:

11

Es sei dem Berufungskläger für die Durchführung des oberinstanzlichen Verfahrens das Recht 
auf unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung der Unterzeichnenden als amtliche Anwältin 
zu gewähren.

11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

15. In ihrer Berufungsantwort vom 2. November 2020 (pag. 605 ff.) beantragte die Be-
rufungsbeklagte durch ihren Rechtsvertreter was folgt:

1. Die Berufung des Berufungsklägers vom 15. Oktober 2020 sei vollumfänglich abzuweisen, so-
fern darauf einzutreten ist.

2. Der Entscheid des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 25. September 2020 (CIV 20 
90/91/94/2251) sei zu bestätigen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 15. Oktober 2020 sei abzuweisen.

4. Der Berufungsbeklagten bzw. der Gesuchstellerin sei für das vorliegende Berufungsverfahren 
das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Beiordnung des Unterzeichnen-
den als amtlicher Rechtsbeistand.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

16. Nachdem der Berufungskläger dem Gericht mit Schreiben vom 4. November 2020 
mitteilte, dass die Beurteilung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege der 
Berufungsbeklagten ins richterliche Ermessen gestellt werde (pag. 659), ordnete 
der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 5. November 2020 keinen weiteren 
Schriftenwechsel an und stellte einen schriftlichen Entscheid ohne Parteiverhand-
lung in Aussicht. Gleichzeitig wurden die Parteien zur Einreichung ihrer Kostenno-
ten aufgefordert (pag. 661 ff.). Diese gingen am 12. November 2020 (Rechtsanwalt 
D.________) resp. am 17. November 2020 (Rechtsanwältin B.________) beim Ge-
richt ein (pag. 697 ff. resp. 703 ff.). 

II. Formelles

17. Eheschutzentscheide und diese betreffende Abänderungsurteile stellen Entscheide 
über vorsorgliche Massnahmen dar (BGE 137 III 475). Vor der Vorinstanz streitig 
war bis zuletzt die Obhutszuteilung der Kinder sowie der Kinder- und Ehegattenun-
terhalt, womit keine rein vermögensrechtliche Angelegenheit vorliegt. Für den vor-
liegend angefochtenen Eheschutzentscheid erweist sich die Berufung damit als das 
zulässige Rechtsmittel (Art. 308 Abs. 1 Bst. b der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art.  308 Abs. 2 ZPO e contrario).

18. Die Zivilkammern des Obergerichts sind zuständig für die Beurteilung der mit Beru-
fung weitergezogenen Streitigkeiten (vgl. Art. 4 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 1 des 
Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur 
Jugendstrafprozessordnung [EG ZSJ; BSG 271.1] und Art. 28 Abs. 1 Bst. a des 
Organisationsreglements des Obergerichts vom 23. Dezember 2010 [OrR OG; 
BSG 162.11]).

12

Die Urteilsfindung erfolgt in Dreierbesetzung (vgl. Art. 3 ZPO i.V.m. Art 45 Abs. 1 
des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]).

19. Als befasstes Gericht nach Art. 13 Abs. 1 EG ZSJ ist die Zivilkammer ebenfalls 
zuständig für die Behandlung der eingereichten Gesuche um unentgeltliche 
Rechtspflege für das Berufungsverfahren (ZK 20 471 und ZK 20 498).

Der Entscheid obliegt dem Instruktionsrichter (Art. 13 Abs. 1 EG ZSJ). Eine Beur-
teilung durch die Kammer schadet jedoch nicht.

20. Gegen einen – wie vorliegend – im summarischen Verfahren ergangenen Ent-
scheid ist die Berufung innert 10 Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-
scheids bzw. der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich 
und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO).

20.1 In casu wurde die schriftliche Entscheidbegründung der Rechtsvertreterin des Be-
rufungsklägers effektiv am 7. Oktober 2020 zugestellt. Allerdings erfolgte die Avi-
sierung durch die Post bereits am 28. September 2020 (pag. 497b). Weil mit der 
Rechtshängigkeit des Eheschutzverfahrens ein Prozessrechtsverhältnis entstand 
und die Parteien deshalb mit der Zustellung der schriftlichen Entscheidbegründung 
rechnen mussten, gilt diese in Anwendung der Zustellfiktion gemäss Art. 138 
Abs. 3 Bst. a ZPO als dem Berufungskläger bereits am 5. Oktober 2020, dem 
siebten Tag nach erfolglosem Zustellungsversuch, zugestellt (vgl. auch BGE 138 III 
225 E. 3.1). Da die Berufung am 15. Oktober 2020 der Post übergeben wurde, ist 
die 10-tägige Frist eingehalten.  

20.2 Auf die überdies formgerecht eingereichte Berufung ist – ebenso wie auf die beiden 
uR-Gesuche – unter Vorbehalt von E. 22.3 unten einzutreten.

21. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids im Umfang der 
Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Im Übrigen erwächst der Entscheid in Rechtskraft.

22. Der Berufungskläger ficht die Dispositivziffern 1, 2, 5-6, 8-9 und 11 des Entschei-
des des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 15. September 2020 an. Er verlangt 
die Zuteilung der alleinigen Obhut über die beiden Kinder E.________ und 
F.________ an sich und macht damit einhergehend eine Anpassung des Besuch- 
und Ferienrechts sowie eine Anpassung des Kinderunterhaltes sowie des persönli-
chen Unterhaltes geltend. Weiter stellt er Eventualanträge im Bereich Besuchs- 
und Ferienrecht sowie des Unterhaltes für den Fall, dass es bei der alleinigen Zu-
teilung der Obhut an die Kindsmutter bleibt.

22.1 Von beiden Parteien unangefochten blieben die Weiterführung der für die beiden 
Kinder bereits bestehenden Beistandschaft gemäss Art.  308 Abs. 1 und 2 ZPO 
sowie der Familienbegleitung (Dispositivziffer 3 des angefochtenen Entscheides). 
Da die Kindseltern mit diesen Massnahmen einverstanden sind und sie offensicht-
lich dem Kindswohl entsprechen, fällt eine oberinstanzliche Anpassung ausser Be-
tracht. Diesbezüglich kann die Rechtskraft festgestellt werden.

13

Ebenso in Rechtskraft erwachsen sind die Dispositivziffern 12 - 16, beinhaltend die 
Abweisung des Gesuches der Berufungsbeklagten um Leistung eines Prozesskos-
tenvorschusses wegen fehlender Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers und die 
Gutheissung der Gesuche der Parteien um unentgeltliche Rechtspflege sowie die 
entsprechenden Kostenbestimmungen.

22.2 Lediglich deklaratorischen Charakter kommt Dispositivziffer 10 des angefochtenen 
Entscheides zu, in welcher betreffend Einkünfte und Bedarf der Familie auf die dem 
Entscheid beiliegenden Berechnungsblätter verwiesen wird. Diesbezüglich kann 
keine Rechtskraft festgestellt werden.

22.3 Im Weiteren erweist sich die Dispositivziffer 11 des angefochtenen Entscheides, in 
welcher festgehalten wird, dass die im Laufe des Abänderungsverfahrens 
getroffenen (superprovisorischen) Massnahmen aufgehoben werden, als 
überflüssig. Mit dem instanzabschliessenden Entscheid in der Sache enden diese 
für die Dauer des Abänderungsverfahrens vorsorglich getroffenen Massnahmen 
auch ohne explizite Aufhebung (siehe auch Ziff. 3 der Verfügung vom 5. März 
2020, wo festgehalten wird, dass die getroffenen Massnahmen bis zum Entscheid 
über das Verfahren betreffend Abänderung der Eheschutzmassnahmen gültig 
seien [pag. 79] und die in der Verfügung vom 7. August 2020 von der Vorinstanz 
angegebene Begründung zur Aufrechterhaltung der superprovisorisch getroffenen 
Massnahmen). Auf das Rechtsbegehren Ziff. 8 des Berufungsklägers ist daher 
nicht einzutreten. 

22.4 Was die vom Berufungskläger nicht angefochtene Dispositivziffer 4 anbelangt, 
welche den Kindesunterhalt für E.________ ab Oktober 2019 bis und mit 
September 2020 betrifft, ist festzuhalten, dass im Bereich Kinderbelange – 
worunter der vorliegend strittige Kindesunterhalt fällt – die in Art. 296 Abs. 3 ZPO 
vorgesehene Offizialmaxime auch oberinstanzlich zur Anwendung gelangt (BGE 
137 III 617 E. 4.5.2). Weil das Obergericht in diesem Bereich also nicht an die 
Parteianträge gebunden ist, mithin auch das Verschlechterungsverbot unter der 
Offizialmaxime nicht zum Tragen kommt (BGE 137 III 617 E. 4.5.3), ist in Bezug 
auf die Dispositivziffer 4 keine Rechtskraft festzustellen. Dasselbe gilt aus den 
nämlichen Gründen für die Dispositivziffer 7 (Feststellung, dass der gebührende 
Unterhalt der Kinder mit vorstehendem Unterhaltsbeitrag gedeckt ist).

23. Soweit die Berufungsbeklagte in ihrer Berufungsantwort beantragt, es seien 
sämtliche neu eingereichten Beweismittel des Berufungsklägers aus den Akten zu 
weisen, da sie bei zumutbarer Sorgfalt bereits im Rahmen des vorinstanzlichen 
Verfahrens hätten eingereicht werden können, kann dem nicht gefolgt werden. Da 
es sich bei den neu eingereichten Beweismitteln um Belege handelt, welche die 
Kinderbelange betreffen und für welche auch oberinstanzlich die uneingeschränkte 
Untersuchungsmaxime gilt, kommt die Novenregelung von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 144 III 349
E. 4.2.1) gerade nicht zum Tragen.

14

III. Vorbemerkungen zur Obhutsfrage 

24. Beide Elternteile haben im vorinstanzlichen Verfahren die Zuteilung der alleinigen 
Obhut über die beiden Kinder jeweils an sich beantragt, nachdem – worin sich alle 
beteiligten (Fach-)Personen einig waren – die Weiterführung der im 
Eheschutzverfahren CIV 17 7408 vereinbarten und gerichtlich genehmigten 
alternierenden Obhut mit Blick auf das Kindswohl keine Option mehr darstellte 
(siehe den Bericht der Beiständin Frau P.________ vom 10. März 2020 [pag. 93] 
sowie den Bericht von Frau Dr. L.________ vom 5. August 2020 [pag. 285; pag. 
319]).

Damit war die Voraussetzung für eine Neubeurteilung der Obhutszuteilung gege-
ben und hatte die Vorinstanz also über die Zuteilung der alleinigen Obhut an einen 
Elternteil zu entscheiden. 

IV. Erwägungen der Vorinstanz zur Obhut

25. Die Vorinstanz liess sich mit Blick auf die Obhutsfrage von folgenden 
Überlegungen leiten: 

Vorab müsse die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Sei diese bei bei-
den Elternteilen gegeben, seien vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige Kin-
der demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit habe und dazu bereit sei, 
sie persönlich zu betreuen. Erfüllten beide Elternteile diese Voraussetzung unge-
fähr in gleicher Weise, könne die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse 
ausschlaggebend sein. Diesen Kriterien liessen sich die weiteren Gesichtspunkte 
zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinder-
belangen zusammenzuarbeiten oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut 
von einer persönlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte (mit 
Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 5A_57/2014 vom 16. Mai 2014, E. 2.1).

25.1 Der Kindsvater werfe der Kindsmutter vor, nicht erziehungsfähig zu sein und berufe 
sich dabei auf das anlässlich des Eheschutzverfahrens erstellte Gutachten vom 
29. November 2018 (pag. 157.1 Eheschutzakten CIV 17 7408). Dieses Gutachten 
sei mittlerweile fast zwei Jahre alt. Es sei nicht aktuell und entspreche nicht mehr 
der heutigen Situation. Die Parteien und insbesondere auch die Kindsmutter seien 
damals mit den kleinen Kindern und der Arbeit bzw. dem Studium überfordert ge-
wesen (pag. 157.18 Eheschutzakten CIV 17 7408). Einhergehend mit dem Alter 
der Kinder seien zu wenig Schlaf und Erholung hinzugekommen (pag. 157.18 Ehe-
schutzakten CIV 17 7408). Diese Probleme bestünden heute nicht mehr. Die Kin-
der seien älter, ihr Schlafverhalten besser (pag. 217, Z. 38 ff.). Zudem habe die 
Kindsmutter trotz allem ihr Studium der ________ in Q.________ erfolgreich mit 
dem Master abschliessen können (pag. 219, Z. 37 ff.). Das Hin und Her zwischen 
H.________ und Q.________ falle weg (mit Verweis auf pag. 157.20 Eheschutzak-
ten CIV 17 7408). Die Kindsmutter habe anlässlich der Verhandlung vom 16. Juli 
2020 glaubhaft versichert, dass sie heute emotional stabil sei und es ihr gelinge, 
den Alltag als alleinerziehende Mutter zu meistern und den an sie gestellten Anfor-

15

derungen gerecht zu werden (pag. 217, Z. 41 ff.; pag. 219, Z. 1 ff.). Sie reflektiere 
ihre persönliche Situation, diejenige der Kinder und auch den Konflikt mit dem 
Kindsvater. Dieser habe die Situation insgesamt ebenfalls als ruhiger geschildert 
(pag. 225 ff.). Hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter scheine auch er 
keine Vorbehalte zu haben, wäre für ihn die alternierende Obhut doch grundsätz-
lich weiterhin möglich gewesen (pag. 227, Z. 8). Aus diesen Gründen sei das Gut-
achten vom 29. November 2018 aus Sicht des Gerichts bezüglich der Erziehungs-
fähigkeit der Elternteile nicht mehr von Relevanz. Dies gelte umso mehr, als dass 
im Bericht der Beiständin, Frau P.________, vom 10. März 2020 festgehalten wer-
de, dass die zwei Jahre andauernde Familienbegleitung zum Schluss gekommen 
sei, dass die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit keine Begleitung benötigten (pag. 
93). Diese Ansicht vertrete zumindest sinngemäss auch die Beiständin, hätte sie 
andernfalls in ihrem Bericht auf die fehlende Erziehungsfähigkeit hingewiesen. 
Mündlich habe sie gegenüber der Gerichtspräsidentin festgehalten, dass die Par-
teien «es gut machen mit den Kindern» (pag. 91). Gestützt auf das Festgehaltene 
sei auch das Gericht der Auffassung, dass es weder der Kindsmutter (vgl. auch 
pag. 217, Z. 24 ff.) noch dem Kindsvater an der Erziehungsfähigkeit mangle. 

25.2 Hinsichtlich der persönlichen Betreuungsmöglichkeiten verfüge die Kindsmutter 
nach Abschluss ihres Studiums und aufgrund des Umstands, dass sie momentan 
keiner Arbeit nachgehe, über die besseren Möglichkeiten als der Kindsvater, der 
100 % arbeite (mit Verweis auf die vom Gesuchsgegner am 10. Juli 2020 einge-
reichten Beilagen 7 und 9).

25.3 Was die Stabilität der familiären und örtlichen Verhältnisse betreffe, so lasse sich 
feststellen, dass die Kindsmutter und auch der Kindsvater mindestens betreffend 
die örtlichen Verhältnisse nicht die gewünschte Beständigkeit aufweisen würden. 
Die Kindsmutter sei bekanntlich von H.________ nach I.________ gezogen (pag. 
73). Der Kindsvater habe im Zeitpunkt des Eheschutzverfahrens noch in 
H.________ gewohnt (R.________; pag. 229 und pag. 235 Eheschutzakten CIV 17 
7408), sei dann später – ohne Einverständnis der Kindsmutter – nach S.________ 
und im Laufe des vorliegenden Verfahrens wieder in die ehemalige Familienwoh-
nung in H.________ gezogen (pag. 307 ff.). Insbesondere E.________ habe ent-
gegen den Ausführungen des Kindsvaters gemäss dem Bericht der Kindergärtnerin 
Frau K.________ in den zwei Jahren Kindergarten keinen Anschluss zu anderen 
Kindern gefunden (pag. 255). Die Eltern der Parteien lebten nicht im Kanton Bern 
(pag. 229, Z. 36 f.). Von einer Verwurzelung in H.________ könne unter diesen 
Umständen keine Rede sein, weder in Bezug auf die Eltern noch die Kinder.

25.4 Die Kooperationsfähigkeit der Eltern lasse mit Blick auf den bisherigen Verfahrens-
verlauf wie auch unter Berücksichtigung der erwähnten Berichte der Beiständin, der 
Psychologin und Kindergärtnerin von E.________ zu wünschen übrig. Es falle den 
Eltern schwer, sich über Kleinigkeiten zu verständigen und darüber einig zu werden 
(pag. 93; pag. 119; pag. 133; pag. 255, unten; pag. 285), geschweige denn hin-
sichtlich wichtigeren Themen gemeinsam eine Lösung zu finden. Dies würden die 
Aussagen der Parteien bezüglich Wahl der Schule für E.________ (pag. 213, Z. 40 
ff.; pag. 225, Z. 23 ff.) und den Umzug in die Westschweiz eindrücklich belegen 
(pag. 213, Z. 29 ff.; pag. 215, Z. 9 ff., Z. 18 ff. und Z. 23 ff.; pag. 225, Z. 36 ff.).

16

25.5 Die persönliche Bindung und Zuneigung zwischen Eltern und Kindern sei im vor-
liegenden Verfahren weder von den Parteien noch von den involvierten Drittperso-
nen und Fachstellen zum Thema gemacht worden. Damit sei davon auszugehen, 
dass in diesem Bereich kein Handlungsbedarf bestehe und die persönliche Bezie-
hung zwischen den Eltern und ihren Kindern gut sei (vgl. im Übrigen auch 
pag. 157.20 und pag. 157.22 Eheschutzakten CIV 17 7408).

25.6 Zusammenfassend sei festzuhalten, dass beide Elternteile erziehungsfähig seien. 
Die Kindsmutter verfüge aber im Gegensatz zum Kindsvater mindestens momen-
tan über die Möglichkeit, die beiden Töchter persönlich zu betreuen. Dies bestreite 
der Kindsvater nicht. Er mache jedoch geltend, dass Fremd- und persönliche Be-
treuung gleichwertig seien. Dies treffe nach Ansicht des Gerichts – insbesondere 
im vorliegenden Fall – nicht zu (auch mit Blick auf das bereits zitierte Urteil des 
Bundesgerichts 5A_57/2014 vom 16. Mai 2014, E. 2.1). Gemäss dem Bericht von 
Frau Dr. L.________ sei darauf zu achten, dass die beiden Kinder einen möglichst 
unkomplizierten und geregelten Alltag haben würden (pag. 285). Dies sei mit einer 
persönlichen Betreuung durch einen Elternteil momentan besser möglich, als mit 
verschiedenen Fremdbetreuungsmodellen. Dem Gericht sei bewusst, dass diese 
hochprozentige persönliche Betreuung mittel- und langfristig weder vom Kindsvater 
noch von der Kindsmutter übernommen werden könne, zumal Letztgenannte die 
________praktika absolvieren wolle (pag. 217, Z. 7). Es gelte jedoch zu bedenken, 
dass es vorliegend um die Abänderung von Eheschutzmassnahmen gehe und 
nicht um eine langfristige Regelung der familiären Situation. Der Kindsvater habe 
denn im ersten Parteivortrag auch richtigerweise ausführen lassen, dass die Ver-
hältnisse nicht definitiv geregelt würden, sondern mit Blick auf die nächsten 1,5 bis 
2 Jahre zu regeln seien (pag. 209). Der Kindsvater werfe sodann die Frage auf, ob 
es den Kindern zugemutet werden könne, die Schule zu wechseln. Diese Frage sei 
nach Ansicht des Gerichts zu bejahen. Beide Elternteile hätten im Laufe des Ehe-
schutz- bzw. des Abänderungsverfahrens ihren Wohnort gewechselt. E.________ 
habe im Kindergarten nie richtig Anschluss zu anderen Kindern gefunden. Weder 
die Kindsmutter noch der Kindsvater würden nähere Verwandte in H.________ ha-
ben, zu denen sie oder die Kinder regelmässig Kontakt hätten. Insbesondere die 
Kinder hätten in H.________ damit keine Wurzeln schlagen können, so dass ein 
Schulwechsel nicht belastender sei als der jetzige Zustand. Im Laufe des Verfah-
rens sei der Zustand von E.________ noch schlechter geworden (pag. 327, Bericht 
der Beiständin vom 17. August 2020; pag. 381, Bericht von Frau Dr. L.________ 
vom 10. September 2020). Die Belastung sei für sie schlicht zu gross. Dem Gericht 
sei es ein Anliegen, diese Situation für die Kinder zu beenden, soweit dies mit den 
rechtlichen Möglichkeiten, die dem Gericht zur Verfügung stünden, überhaupt mög-
lich sei. So wie sich die Situation für die Kinder darstelle, könne es nicht mehr wei-
tergehen. Die Kinder hätten einen Neuanfang – aus Sicht von E.________ inkl. 
Schulwechsel – verdient. Hierfür spreche auch der Bericht von Frau Dr. 
L.________ (pag. 285; pag. 319) und derjenige von Frau K.________, der Kinder-
gärtnerin (pag. 259). Unter den gegebenen und dargestellten Umständen sei die al-
leinige Obhut über die beiden Kinder deshalb der Mutter zuzuteilen. Würde die al-
leinige Obhut dem Vater zugeteilt werden, würde die suboptimale Situation für die 
Kinder in H.________ weitergeführt werden, wobei sie aufgrund des vollen Arbeits-

17

pensums des Kindsvaters noch mehr fremdbetreut werden müssten als bisher. 
Diese «Alternative» entspreche dem Kindeswohl weniger als die vom Gericht ge-
wählte Lösung.

V. Parteivorbringen zur Obhut

26. In seiner Berufung macht der Berufungskläger geltend, dass die Kindsmutter – im 
Gegensatz zu ihm – nur mit Einschränkungen erziehungsfähig sei, weshalb die 
alleinige Obhut schon aus diesem Grund ihm hätte zugesprochen werden sollen.

26.1 Im von der Vorinstanz erwähnten Gutachten der T.________ vom 29. November 
2018 werde die Kindsmutter als eine Person beschrieben, welche klare berufliche 
Vorstellungen habe, welchen sich die Kinder mittelfristig unterziehen müssten, 
selbst wenn dies bedeute, dass sie aus einem bestehenden Umfeld herausgeris-
sen würden. Die Kindsmutter verfüge grundsätzlich über erzieherische Fähigkeiten, 
wobei sie massiv überfordert und erschöpft sei (Seite 19 ff.). Der Gutachter habe 
sodann empfohlen, die Obhut über die gemeinsamen Kinder dem Kindsvater zu 
übertragen, dies mit der Begründung, dass dieser besser Stabilität und Kontinuität 
garantieren könne. Zudem bestünden bei der Kindsmutter Unsicherheiten betref-
fend ihre Reaktion den Kindern gegenüber in emotional belasteten Situationen so-
wie eine mangelnde Kompromiss- und Konfliktfähigkeit. Die Bedürfnisse der Kinder 
würden ausserdem zu wenig beachtet, wenn die Kindsmutter mittelfristig in die 
Westschweiz ziehen wolle und die Kinder aus dem bestehenden, guten Netzwerk 
herausgerissen würden (Seite 26).

26.2 Diese Aussagen hätten bis heute ihre Gültigkeit. So sei die Kindsmutter ohne Zu-
stimmung des Kindsvaters oder des Gerichts mit den Kindern nach I.________ ge-
zogen. Anlässlich der Parteibefragung vom 16. Juli 2020 habe sie zu Protokoll ge-
geben, dass sie ihre berufliche Zukunft in I.________ sehe (Seite 9, Zeile 45 f.). 
Damit seien das Verhalten der Kindsmutter und die Ausführungen im Gutachten 
kongruent. Die Kindsmutter habe ihre beruflichen Vorstellungen konsequent umge-
setzt, selbst wenn dafür die Kinder aus ihrem guten Umfeld gerissen werden muss-
ten. Dies stelle gemäss Gutachten ein Nichtbeachten der Bedürfnisse der Kinder 
dar.

26.3 Die Vorinstanz gehe anhand der Aussagen der Kindsmutter, jedoch ohne Belege 
hierfür, davon aus, dass sich die im Gutachten erwähnte Überforderung und Er-
schöpfung der Kindsmutter aufgrund des Alters der Kinder und des Studienab-
schlusses gebessert habe. Die Aussage der Kindsmutter anlässlich ihrer Parteibe-
fragung, dass es ihr aufgrund der familiären Situation nicht möglich gewesen sei, 
schon während des Bachelorstudiums ein ________praktikum zu suchen (Partei-
einvernahme S. 10 Z. 11 f.) sowie der Umstand, dass sie offenbar auch während 
des Masterstudiums nicht dazu in der Lage gewesen sei, zeige auf, dass sie nach 
wie vor überfordert sei. Weiter sei zu bedenken, dass die Überforderung zunehmen 
werde, wenn sie die Kinder alleine betreuen und nebenbei ein ________praktikum 
mit einem Pensum von mind. 80 % absolvieren wolle (Parteieinvernahme S. 11 
Z. 17 ff.), ganz zu schweigen von den Belastungen einer Lernphase und den 
________prüfungen an sich. Aus dem Umstand, dass die Beiständin die Erzie-

18

hungsfähigkeit nicht angesprochen habe, könne nicht gefolgert werden, dass die 
Kindsmutter erziehungsfähig sei. Vielmehr wäre es an der Vorinstanz gewesen, im 
Rahmen der Untersuchungsmaxime die notwendigen Grundlagen zur Beurteilung 
der Erziehungsfähigkeit abzuklären. Sollte das Obergericht zum Schluss gelangen, 
dass das erwähnte Gutachten der T.________ vom 29. November 2018 veraltet 
sei, sei zur Klärung der Situation ein neues Erziehungsfähigkeitsgutachten in Auf-
trag zu geben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

26.4 Der Kindsvater habe stets an der Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter gezweifelt. 
Im Rahmen einer alternierenden Obhut könnten aber gewisse Schwächen ver-
steckt oder vom Kindsvater aufgefangen werden, was nun bei einer alleinigen Ob-
hut nicht mehr der Fall sein werde.

26.5 Was das von der Vorinstanz berücksichtigte Kriterium der persönlichen Betreuung 
anbelange, so sei im Familienrecht entscheidend, worauf sich die Eltern im Rah-
men ihrer Lebensplanung verständigt hätten. Vorliegend habe man sich von An-
fang an darauf verständigt, dass die Kinder zu einem Grossteil fremdbetreut wür-
den, hätte die Berufungsbeklagte ihre Ausbildung sonst gar nicht beginnen müs-
sen. So habe auch der Berufungskläger in seiner Parteibefragung erklärt, dass sie 
als Eltern die Kita gemeinsam ausgesucht hätten, damit die Kinder, wenn sie bei 
der Mutter seien, in die gleiche Kita gehen könnten, wie wenn sie beim Vater seien 
(Seite 11, Zeile 18 ff.). Die Kinder seien sich die Fremdbetreuung schon gewohnt, 
weshalb es keinen Grund gebe, die persönliche Betreuung im vorliegenden Fall 
höher zu gewichten als eine Externe, sie seien gleichwertig.

Der Berufungsbeklagten sei bewusst gewesen, dass sie durch die Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit vor Urteilsverkündung ihre Chancen auf die alleinige Obhut 
schmälern würde, weshalb sie noch keine Stelle angenommen habe. Dieses Ver-
halten sei missbräuchlich und verdiene keinen Schutz.

26.6 Mit dem Beginn eines ________praktikums werde auch die Berufungsbeklagte die 
Kinder nicht mehr persönlich betreuen können. Das Kriterium der persönlichen Be-
treuung dürfe auch mit Blick auf eine kurzfristig benötigte Lösung nicht das aus-
schlaggebende Kriterium sein. Vielmehr sei dieses weder zugunsten des einen, 
noch zugunsten des anderen Elternteils zu berücksichtigen. Für die Kinder sei nun 
eine stabile Situation wichtig. Der Kindsvater könne den Kindern einen geregelten 
Ablauf bieten, welcher sich nicht in ein paar Monaten wieder vollständig ändere, 
sondern an welchen sie sich nun wieder gewöhnen könnten.

26.7 In Bezug auf den Berufungskläger sei es falsch, von fehlender Stabilität 
auszugehen. So sei er wieder in die eheliche Wohnung an der G.________strasse 
in H.________ gezogen, um den Kindern die Möglichkeit bieten zu können, in der 
gewohnten Umgebung aufzuwachsen. F.________ würde wieder diejenige Kita 
besuchen, die sie auch schon vorher besucht habe und E.________ würde mit 
denjenigen Kindern zur Schule gehen, mit denen sie schon im Kindergarten 
gewesen sei. Die M.________ (Schule) biete im Übrigen eine Tagesschule an, in 
welcher die Kinder zu Mittag essen und auch am Nachmittag betreut werden könn-
ten. Das garantiere möglichst wenig Wechsel, eine optimale Struktur und damit ei-

19

nen unkomplizierten und geregelten Alltag. Zudem würden die Grosseltern und die 
Schwester des Berufungsklägers mindestens einmal pro Woche etwas mit den 
Kindern unternehmen und so ebenfalls Stabilität und Kontinuität bieten. Damit ver-
füge der Berufungskläger über ein stabiles, organisiertes Umfeld, das die Beru-
fungsbeklagte nicht bieten könne.

26.8 Die Kooperationsfähigkeit des Berufungsklägers sei beispiellos. Bei der Berufungs-
beklagten hingegen liege keinerlei Kooperationsfähigkeit vor. Sie sei nach wie vor 
nicht in der Lage, zwischen der Paar- und der Elternebene zu unterscheiden und 
übertrage ihre Konflikte auf die Kinder. Aus diesem Grund steckten die Kinder in 
einem Loyalitätskonflikt, der sich durch die alleinige Obhut der Berufungsbeklagten 
lediglich verschärfen werde. Der Berufungskläger habe gezeigt, dass er in der Lage 
sei, die Kinder aus Konflikten herauszuhalten und werde als konflikt- und kompro-
missfähig beschrieben (Gutachten der T.________ vom 29. November 2018, Seite 
22).

26.9 Die Vorinstanz stelle stark auf die Ausführungen der von der Berufungsbeklagten 
aufgesuchten Kinder- und Jugendpsychiaterin Frau Dr. L.________ ab. Diese habe 
aber keinerlei Kontakt mit dem Berufungskläger gehabt, weshalb sie von Vornher-
ein keine neutrale Einschätzung der Situation habe vornehmen können. Was die 
Aussagen der Kindergartenlehrerin von E.________ betreffe, so habe diese 
E.________ aufgrund der Coronakrise längere Zeit nicht mehr gesehen und sich 
daher nur zur Vergangenheit äussern können.

26.10 Dass die Kinder nicht in H.________ verwurzelt seien, treffe nicht zu, wie die nun-
mehr eingereichten Schreiben der Lehrerin von E.________ in der M.________ 
(Schule), Frau U.________, der Nanny der Kinder sowie einer Nachbarin aufzeig-
ten. E.________ habe durch die Einschulung diesen sogenannten Neuanfang ma-
chen und sich nach kurzer Eingewöhnung öffnen können. Auch F.________ habe 
die Spielgruppe und die Kita gefallen. Sie habe Freundinnen gehabt und sich beim 
Vater sehr wohl gefühlt. Es habe keinen Grund gegeben, die Kinder aus diesem 
Umfeld herauszureissen und an einen Ort zu bringen, an dem sogar eine andere 
Sprache in der Schule gesprochen werde.

26.11 Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die Berufungsbeklagte nur 
mit Einschränkungen erziehungsfähig sei, der Berufungskläger den Kindern die 
nun so wichtige Stabilität bieten könne und die Kinder in H.________ verwurzelt 
seien und sich wohl fühlten. Aus diesen Gründen sei die Obhut dem Berufungsbe-
klagten zuzusprechen.

27. In ihrer Berufungsantwort bringt die Berufungsbeklagte zur Frage der 
Obhutszuteilung vor, dass die Vorinstanz den relevanten Sachverhalt korrekt und 
mit grosser Umsicht festgestellt habe. Die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile sei 
im Abänderungsverfahren eigentlich nicht zur Diskussion gestanden. Erst mit der 
allerletzten Eingabe vom 31. August 2020, wohl auch teilweise als letzte Hoffnung 
und als Reaktion auf die Berichte von Frau Dr. L.________ und Frau K.________, 
habe der Berufungskläger behauptet, dass die Erziehungsfähigkeit der Berufungs-
beklagten nicht voll gegeben sei. Dies werde entsprechend bestritten. Wie die Vor-
instanz korrekt festgestellt habe und was auch dem Eindruck der Beiständin ent-

20

sprochen habe, hätten sich die persönlichen Umstände der Berufungsbeklagten 
seit der Begutachtung im Jahre 2018 erheblich verändert. Insbesondere habe diese 
mittlerweile das ________studium erfolgreich abgeschlossen und auch die Kinder 
seien älter geworden. Die für die Berufungsbeklagte sehr belastende Beziehung 
mit dem Berufungskläger liege ausserdem mittlerweile lange zurück. So habe denn 
auch die damalige Familienbegleitung die weitere Unterstützung der Berufungsbe-
klagten als nicht mehr notwendig angesehen. 

27.1 Die französisch sprechende Berufungsbeklagte sei aus sprachlichen Gründen von 
H.________ nach I.________ gezogen. Dies ermögliche es ihr, die Kinder in schu-
lischen Belangen zu unterstützen. Die Schule sei komplett bilingual organisiert, 
weshalb beide Elternteile am Schulleben teilnehmen könnten. 

27.2 Fakt sei, dass die Berufungsbeklagte die Betreuung der Kinder derzeit zu 100 % 
alleine wahrnehmen könne und dies nun schon seit einem Monat mache. Die Aus-
führungen des Berufungsklägers, wonach er seine Arbeitszeit flexibel einteilen und 
dann arbeiten könne, wenn die Kinder in der Schule bzw. in der Spielgruppe seien, 
würden bestritten. Dagegen spreche bereits die Tatsache, dass der Berufungsklä-
ger während der alternierenden Obhut eine Drittperson habe organisieren müssen, 
damit E.________ in den Kindergarten bzw. in die Schule gekommen sei.

27.3 Es werde bestritten, dass sich die Parteien von Anfang an darauf verständigt hät-
ten, dass die Kinder zu einem Grossteil fremdbetreut würden. Eine Fremdbetreu-
ung sei nur partiell und wenn dringend nötig in Anspruch genommen worden. Dass 
nie eine solche Absprache bestanden habe, werde bereits dadurch deutlich, dass 
die Kinder in den letzten Jahren nie fremdbetreut worden seien, während sie bei 
der Berufungsbeklagten gewesen seien.

27.4 Der haltlose Vorwurf, wonach die Berufungsbeklagte absichtlich vor der Urteilsver-
kündung keine Stelle angenommen habe, werde bestritten. Es könne ihr nicht vor-
geworfen werden, dass sie kurz nach dem Studium noch über keine Praktikums-
stelle verfüge. Hätte die Berufungsbeklagte einen Vorteil aus diesem Umstand zie-
hen wollen, wäre es geradezu naiv von ihr gewesen, dem Gericht gegenüber ihre 
Absicht zu äussern, grundsätzlich für das Jahr 2021 ein Praktikum zu suchen. Dies 
zeige, dass sie sich nicht rechtsmissbräuchlich verhalte. Zumindest bis zu dem 
Zeitpunkt, an welchem die Berufungsbeklagte ein Praktikum finde, könne diese zu 
100 % für die Kinder schauen.

27.5 Bei der Frage, wer die Betreuung persönlich wahrnehmen könne oder auch wahr-
nehmen wolle, müsse auch ein Blick auf die Vergangenheit geworfen werden. Die 
Berufungsbeklagte habe während der alternierenden Obhut die Kinder stets selbst 
betreut und sich nach den Bedürfnissen von diesen gerichtet, während der Beru-
fungskläger seine Kinder habe fremdbetreuen lassen.

27.6 Es werde bestritten, dass beim Berufungskläger stabile Verhältnisse vorliegen wür-
den (3 Umzüge in den letzten drei Jahren, Umzugspläne nach Q.________ im 
Sommer 2020 [Protokoll Gesuchsverhandlung vom 16. Juli 2020, S. 14], Wechsel 
der Arbeitsstelle). Die Familie des Berufungsklägers wohne nicht im Raum 
H.________ und die Aussagen zur Häufigkeit der Besuche der Grosseltern seien 
widersprüchlich ausgefallen. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten habe, könne 

21

von einer Verwurzelung der Parteien und der Kinder in H.________ keine Rede 
sein. Die Kindergärtnerin von E.________ habe erklärt, dass diese keinen An-
schluss im Kindergarten in H.________ gefunden habe. F.________ sei noch klein 
und habe notorisch keine Bindung zu H.________.

27.7 Die Ausführungen des Berufungsklägers betreffend seine angeblich beispiellose 
Kooperationsfähigkeit würden bestritten. Bereits aus dem Bericht der Beiständin 
vom 17. August 2020 gehe hervor, dass beide Eltern nicht fähig seien, eine ge-
meinsame Entscheidung mit Fokus auf das Kindeswohl zu treffen. Die Vergangen-
heit habe gezeigt, dass die Parteien einzig unter Zuhilfenahme der Anwälte kom-
munizieren könnten.

27.8 Sowohl die Kindergärtnerin wie auch die Psychotherapeutin von E.________, Frau 
Dr. L.________, hätten sich im Rahmen des Abänderungsverfahrens dahingehend 
geäussert, dass sie eine Verlegung des Wohnsitzes der Kinder an einen bilingua-
len Ort für das Kindswohl als notwendig und angezeigt erachteten. Insbesondere 
die Berichte von Frau Dr. L.________ würden eine deutliche Sprache sprechen 
und deutlich machen, dass E.________ einen Neustart gebraucht habe.

27.9 Es sei mitnichten so, dass die Berufungsbeklagte die Kinder nicht aus den Konflik-
ten heraushalte. Vielmehr entspreche es offenbar der Gewohnheit des Berufungs-
klägers, dass er immer wieder Nährboden für neue Konflikte bereitstelle.

27.10 Dem Bericht von Frau Dr. L.________ komme unzweifelhaft erhöhte Beweiskraft 
zu. Aus diesem gehe hervor, dass E.________ bereits seit Januar 2018 regelmäs-
sig bei ihr gewesen sei. Dies sei noch während der Zeit gewesen, als die Kinder mit 
ihrem Vater im Kinderheim gelebt hätten. Entsprechend müsse angenommen wer-
den, dass Frau Dr. L.________ bestens über die Situation im Gesamten informiert 
gewesen sei.

27.11 Frau Dr. L.________ führe in ihrem Bericht nachvollziehbar aus, dass es im Inter-
esse von E.________ sei, wenn beide Eltern die gleiche Möglichkeit hätten, unab-
hängig voneinander mit der Schule zusammen zu arbeiten und E.________ zu un-
terstützen. Dies spreche für die französische Schulsprache, da beide Elternteile 
Französisch sprechen würden und dies zu Beginn auch die Familiensprache gewe-
sen sei. Weiter habe sie ausgeführt, die Kindsmutter immer als sehr organisiert und 
vorausschauend erlebt zu haben. Sie habe gute Möglichkeiten, die Bedürfnisse der 
Kinder wahrzunehmen. E.________ brauche sodann einen Neustart, damit sie die 
durch die Elternkonflikte belastenden Kindergartenjahre hinter sich lassen könne. 
Frau Dr. L.________ habe im Bericht vom 5. August 2020 objektiv und unbeein-
flusst ihre professionelle Meinung als Fach- und Vertrauensperson von E.________ 
zu deren Gesundheitszustand gegenüber dem Gericht geschildert. Auf den Bericht 
könne ohne weiteres abgestellt werden.

27.12 Die Einholung eines Berichtes der Lehrerin von E.________ hätte nichts gebracht. 
Der Zeitraum, über welche ein Bericht hätte eingeholt werden können, wäre viel zu 
kurz gewesen und damit nichtssagend. Der Bericht der Kindergärtnerin sei ent-
sprechend viel wertvoller, da sie E.________ schon lange kenne und sich von ihr 
ein gutes und umfassendes Bild habe machen können. Insbesondere habe sie be-
obachten können, wie sich E.________ fortwährend veränderte und sich nicht 

22

mehr wohlfühlte. E.________ habe sich im Kindergarten nicht von ihrer besten Sei-
te zeigen können, da sie wie blockiert gewirkt habe. Im Frühjahr 2020 habe es 
dann einen Lichtblick gegeben, als für E.________ der Umzug nach I.________ 
zur Realität geworden sei. E.________ sei in dieser Zeit geradezu aufgeblüht. Dem 
Bericht von Frau K.________ komme insbesondere auch deshalb eine gesteigerte 
Glaubwürdigkeit zu, da aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten einzig der Beru-
fungskläger mit dieser in regelmässigem Austausch gestanden habe.

27.13 Die neu eingereichten Berichte (Berufungsbeilagen 6-9) seien zur Klärung der Si-
tuation unbehilflich und stellten reine Parteibehauptungen dar. Aus Beilage 6 gehe 
unzweifelhaft hervor, dass Frau U.________ einerseits auf eine direkte Anfrage 
vom Berufungskläger antworte und andererseits könne dem Bericht nicht entnom-
men werden, dass E.________ irgendwelche Freundschaften geschlossen hätte 
und in H.________ bleiben wolle. Die Ausführungen von Frau V.________ seien 
dermassen subjektiv, dass man sich hierzu gar nicht äussern müsse. Zudem sei 
das Schreiben nicht unterzeichnet. Der Bericht von Frau W.________ sei ebenfalls 
auf Wunsch des Berufungsklägers erstellt worden, weshalb auch er eine reine Par-
teibehauptung darstelle.

27.14 Die Kinder hätten sich in I.________ derart gut eingelebt, dass sie sich ein Leben 
in H.________ beim Vater gar nicht mehr vorstellen könnten. Sie hätten endlich 
Ruhe und Stabilität gefunden. Auch gemäss ersten Rückmeldungen aus der Schu-
le habe E.________ wunderbar und innert Kürze guten Anschluss zu den Mitschü-
lern gefunden. Sodann sei sie als aufgewecktes Mädchen beschrieben worden, 
welchem es an nichts zu fehlen scheine.

27.15 Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die Berufungsbeklagte unein-
geschränkt erziehungsfähig sei und sich zumindest vorübergehend zu 100 % um 
die beiden Töchter kümmern könne. Eine Fremdbetreuung könne damit ausge-
schlossen werden. Sodann gehe aus den Berichten von Frau Dr. L.________ und 
Frau K.________ eindeutig hervor, dass insbesondere E.________ dringend einen 
Neustart benötige. Beide Fachpersonen hätten unabhängig voneinander ausge-
sagt, dass es für die Kinder wichtig sei, dass beide Elternteile sie insbesondere in 
schulischen Belangen unterstützen könnten. Dies spreche für eine Einschulung im 
französischen Raum der Schweiz. Entsprechend sei ein Umzug nach I.________ 
nicht gegen das Kindeswohl, bzw. sei es zur Wahrung des Kindeswohls geradezu 
angezeigt. Indem die Vorinstanz dies erkannt und entsprechend die Obhut der Be-
rufungsbeklagten zugeteilt habe, sei der Entscheid nicht zu beanstanden und die 
Berufung in diesem Punkt abzuweisen.

VI. Erwägungen der Kammer zur Obhutszuteilung

28. Im vorliegenden Fall geht es um eine Abänderung von Eheschutzmassnahmen und 
damit (lediglich) um eine vorsorgliche Massnahme, welche in Bezug auf die Ob-
hutsfrage wegen der bestehenden Kindswohlgefährdung bei Aufrechterhaltung der 
geteilten Obhut einer zügigen Regelung durch die Vorinstanz bedurfte. Diese war 
deshalb – entgegen der Auffassung des Berufungsklägers – nicht gehalten, von 
Amtes wegen ein zeitaufwändiges weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. Dies 

23

hätte dem Kindswohl, welches nach einer raschen Klärung der Obhutszuteilung 
verlangte, geradezu widersprochen. Indem die Vorinstanz Kontakt mit der Beistän-
din der Kinder aufgenommen, die beiden Elternteile befragt und Berichte bei der 
Kindergärtnerin von E.________ (Frau K.________) sowie der Therapeutin von 
E.________ (Frau Dr. L.________, Fachärztin für Kinder-und Jugendpsychiatrie 
sowie -psychotherapie) eingeholt hat, hat sie den Sachverhalt pflichtgemäss ermit-
telt. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb nicht auf die Berichte der Kinder-
gärtnerin oder der Therapeutin von E.________ abgestellt werden sollte. Beide 
Fachpersonen haben sich im Rahmen ihrer Fachkompetenzen zum Verhalten und 
psychischen Befinden von E.________ geäussert und lediglich diesbezüglich ihre 
Einschätzung kundgetan. Zu guter Letzt ist denn auch zu berücksichtigen, dass be-
reits im Rahmen des Eheschutzverfahrens CIV 17 7408 ein Gutachten eingeholt 
worden war, welches sich zur Situation bis Ende 2018 äusserte. Eine Verletzung 
der Untersuchungsmaxime durch die Vorinstanz ist bei dieser Ausgangslage nicht 
auszumachen, weshalb der Eventualantrag des Berufungsklägers auf Rückwei-
sung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur vertieften Abklärung (Rechtsbegeh-
ren Ziff. 9) abzuweisen ist. 

29. Soweit der Berufungskläger in seiner Berufung vorab den Sachverhalt ergänzt, 
indem er Ausführungen zu der Zeit vor Abschluss des Eheschutzverfahrens 
CIV 17 7408 macht, so kann diesbezüglich auf Ziff. 1 auf S. 6 des im Rahmen die-
ses Verfahrens eingeholten Gutachtens der T.________ vom 29. November 2018 
verwiesen werden, wo die wesentlichen Sachverhaltselemente aufgeführt werden.

30. Für das vorliegende Abänderungsverfahren von entscheidender Bedeutung ist oh-
nehin vielmehr, ob und wie sich die Situation seit Abschluss des Eheschutzverfah-
rens CIV 17 7408 verändert hat und welche Obhutszuteilung in der aktuellen Situa-
tion am ehesten dem Kindswohl entspricht. Denn dieses hat Vorrang vor allen an-
deren Überlegungen, insbesondere den Wünschen der Eltern und deren Bedürfnis 
nach «Gerechtigkeit». 

31. Dass sich die Vorinstanz mit Blick auf die Obhutszuteilung von falschen Kriterien 
hätte leiten lassen, wird von den Parteien zu Recht nicht geltend gemacht. Hinge-
gen besteht Uneinigkeit darüber, ob und in welchem Ausmass die Kriterien auf bei-
den Seiten erfüllt resp. wie diese zu gewichten sind.

31.1 Im Gegensatz zur Vorinstanz erachtet der Berufungskläger die Kindsmutter nur als 
eingeschränkt erziehungsfähig und verweist in diesem Zusammenhang auf das 
Gutachten der T.________ vom 29. November 2018. Allerdings gelangte der Gut-
achter damals zum Schluss, dass die Kindsmutter über die grundlegenden erziehe-
rischen Kompetenzen verfüge, um ihre Kinder erziehen und betreuen zu können. 
Er hielt jedoch fest, dass aufgrund ihrer bisherigen heftigen emotionalen Reaktio-
nen und physischen Attacken gegenüber dem Kindsvater im Beisein der Kinder 
während des ehelichen Zusammenlebens Unsicherheiten bestünden, wie sie in 
anderen Belastungssituationen in Umgang und Erziehung ihrer Kinder reagieren 
werde. Als positiv wurde in diesem Zusammenhang jedoch wiederum gewertet, 
dass die Kindsmutter dem Therapieprogramm des X.________ gefolgt sei, freiwillig 

24

weitere Sitzungen absolviert habe und die therapeutische Begleitung weiterhin in 
Anspruch nehme.

Auch wenn damals in einer Gesamtbeurteilung empfohlen wurde, die Obhut über 
die Kinder dem Kindsvater zu übertragen, da dieser besser garantieren könne, 
dass die Betreuung und Erziehung der Kinder von Stabilität und Kontinuität geprägt 
sein werde, spricht das Gutachten der Kindsmutter die Erziehungsfähigkeit also 
nicht ab. Hinweise, dass sich daran etwas geändert haben sollte, liegen keine vor. 
Vielmehr gelangte auch die sozialpädagogische Familienbegleitung, welche die 
Familie rund zwei Jahre lang unterstützte, zum Schluss, dass die Eltern in ihrer Er-
ziehungsfähigkeit keine Begleitung benötigten, da sie genug Ressourcen aufwei-
sen würden. Nachdem sich die Beiständin bereits gegenüber dem Gutachter da-
hingehend geäussert hatte, dass aus ihrer Sicht beide Elternteile gute erzieheri-
sche Kompetenzen und eine gute Beziehung zu den Mädchen hätten (pag. 157.16 
Eheschutzakten CIV 17 7408), betonte sie auch in ihrem Bericht vom 10. März 
2020, dass die Schwierigkeit vielmehr in der extrem strittigen Kommunikation zwi-
schen den Eltern gewesen sei, welche weder durch die Vermittlung der Familien-
begleitung noch mittels Versuchs der Mediation habe verbessert werden können 
(pag. 91 ff.). Dass die Vorinstanz die Aussagen der Kindsmutter anlässlich der Par-
teibefragung, wonach sie heute emotional stabil sei und es ihr gelinge, den Alltag 
als alleinerziehende Mutter zu meistern und den an sie gestellten Anforderungen 
gerecht zu werden, als glaubhaft erachtete, ist nachvollziehbar und nicht zu bean-
standen. So hat die Berufungsbeklagte klar benennen können, dass und weshalb 
es ihr damals wirklich schlecht ging (insbesondere Schlafmangel, Erschöpfung 
durch die Mehrfachbelastung von Haushalt, Studium und Kleinkindern sowie Kon-
flikte in der Ehe) und auf der anderen Seite anhand konkreter Beispiele darlegen 
können, wie sich ihre persönliche Situation seit der Trennung verbessert hat. So 
wies sie darauf hin, dass sie nun ein Sozialleben habe, in welches die Kinder inte-
griert seien, und sie im Gegensatz zu früher nun Sachen mit den Kindern unter-
nehmen könne. Sie fühle sich ausgeglichener und auch stärker (pag. 217 ff.). Das 
schlechte Schlafen der damals noch sehr kleinen Kinder sowie das Studieren in 
Q.________ sind zwischenzeitlich weggefallen, was sich entlastend auswirkte.

Nach dem Gesagten gelangt auch das Obergericht zum Schluss, dass die Erzie-
hungsfähigkeit sowohl bei der Kindsmutter als auch beim Kindsvater gegeben ist. 
Nur am Rande sei an dieser Stelle angemerkt, dass wohl auch Letzterer von der 
grundsätzlichen Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter ausging, hätte er anlässlich 
seiner Befragung sonst wohl kaum eine 50:50-Lösung weiterhin als möglich ange-
sehen (pag. 227 Z. 7 f.).

31.2 Was das Kriterium der Stabilität anbelangt, so teilt das Gericht die Einschätzung 
der Vorinstanz, dass die beiden Kinder (noch) nicht in H.________ verwurzelt sind 
resp. waren. Bei F.________ ergibt sich dies bereits aus ihrem jungen Alter und bei 
E.________ hatte die Kindergärtnerin Frau K.________ festgehalten, dass diese in 
den zwei Jahren Kindergarten keinen Anschluss zu den anderen Kindern gefunden 
hatte (pag. 255). An dieser Einschätzung vermögen auch die vom Berufungskläger 
oberinstanzlich eingereichten Berichte nichts zu ändern, zumal sie sich entweder 

25

auf eine zu kurze Zeitspanne beziehen (Bericht der Lehrerin Frau U.________, 
welche überdies wiederum von einer anfänglichen Zurückhaltung von E.________ 
berichtet) oder auf Wunsch des Kindsvaters erstellt wurden, sich nur oberflächlich 
zu den Befindlichkeiten der Kinder äussern und jedenfalls keine Verwurzelung zu 
belegen vermögen.

Weiter wohnen auch keine nahen Verwandten in H.________, mit welchen regel-
mässige Kontakte stattgefunden hätten. Ein Verbleib der Kinder in der bisherigen 
Familienwohnung in H.________ bot unter diesen Umständen keine nennenswer-
ten Vorteile, weshalb sich ein Wechsel des Wohnortes grundsätzlich als mit dem 
Kindswohl vereinbar erwies resp. erweist. In diese Richtung weist auch das von der 
Kindergärtnerin Frau K.________ geschilderte Verhalten von E.________. So habe 
es einen kurzen Lichtblick im Frühjahr gegeben, als es für E.________ Realität 
geworden sei, dass sie nach I.________ umziehen werde. In dieser Zeit habe sie 
E.________ viel zugänglicher, entspannter und emotional in Vorfreude erlebt. Auch 
wenn die verspürte Erleichterung – wie vom Kindsvater vermutet – wohl vor allem 
auf die Klärung der Situation zurückzuführen war und nicht auf den Umzug nach 
I.________ an sich, so zeigt es doch, dass der bevorstehende Umzug die Erleich-
terung von E.________ jedenfalls nicht drosselte.

Mittlerweile ist der Wohnortwechsel für die beiden Kinder Realität geworden, was 
bei E.________ zusätzlich einen Schulwechsel mit sich brachte. Eine Zuteilung der 
Obhut an den Kindsvater würde somit zu einem erneuten Wohnort- und Schul-
wechsel führen, was mit Blick auf das Bedürfnis der Kinder nach Stabilität und Kon-
tinuität nicht ausser Acht gelassen werden darf. Aus Sicht des Obergerichts müss-
ten daher zwingende Gründe für einen Obhutswechsel zum Kindsvater vorliegen, 
um einen erneuten – sich für die Kinder wiederum destabilisierend auswirkenden – 
Umzug rechtfertigen zu können.

Gerade solch zwingende Gründe bestanden und bestehen vorliegend jedoch nicht. 
Wie bereits festgehalten wurde, waren sich im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Ent-
scheides alle einig, dass eine Weiterführung der alternierenden Obhut aufgrund der 
Spannungen zwischen den Elternteilen mit Blick auf das Kindswohl keine Option 
mehr darstellt. Insbesondere E.________ wurde als sehr belastet und blockiert er-
lebt (Bericht von Frau Dr. L.________, pag. 317 ff. sowie pag. 381, Bericht der Kin-
dergärtnerin Frau K.________, pag. 255). Da mit der Zuteilung der alleinigen Obhut 
an einen Elternteil eine Beruhigung der Situation und eine Entlastung für die Kinder 
bewirkt werden sollte und auch Frau Dr. L.________ betont hatte, dass die Kinder 
hierfür auf einen unkomplizierten und geregelten Alltag angewiesen sind, ist nicht 
zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Obhut über die Kinder der Kindsmutter 
zuteilte, welche diese – im Gegensatz zum Kindsvater – in dieser Umbruchphase 
persönlich betreuen kann. Auch wenn die Kinder in der Vergangenheit bereits 
fremdbetreut wurden, so geschah dies nie in einem Umfang, wie es bei einer Zutei-
lung der Obhut an den Vollzeit erwerbstätigen Kindsvater der Fall gewesen wäre. 
Wie der Kindsvater in seiner Berufung auf S. 17 selbst festhält, betreute die Kinds-
mutter die Kinder neben dem Studium zu rund 50 %. Mit der Zuteilung der Obhut 
an die Kindsmutter konnte somit im Interesse der Kinder sichergestellt werden, 
dass sie – und insbesondere auch die noch nicht schulpflichtige F.________ – zu-

26

mindest noch für eine gewisse Zeit wie gewohnt durch die Kindsmutter persönlich 
betreut werden konnten. Wie bereits die Vorinstanz verkennt jedoch auch das 
Obergericht nicht, dass es sich eher um eine Momentaufnahme handelt und sich 
die Betreuungssituation bei der Kindsmutter wohl in näherer Zukunft ändern wird.

31.3 Letztlich lagen nach Auffassung des Obergerichts weder im Zeitpunkt des erstin-
stanzlichen Entscheides noch heute zwingende Gründe vor, welche eindeutig für 
die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Kindsmutter oder an den Kindsvater ge-
sprochen hätten. Schlussendlich musste jedoch ein Entscheid gefällt werden und 
es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mit Blick auf das Kindswohl 
überwiegende Vorteile bei der Kindsmutter sah. Dies auch unter Berücksichtigung 
des Umstandes, dass damit E.________ und später F.________ aufgrund der 
französischen Schulsprache auch von der Kindsmutter in schulischen Belangen un-
terstützt werden können und es mit Blick auf den Elternkonflikt von Vorteil ist, wenn 
beide Elternteile unabhängig voneinander mit der Schule zusammenarbeiten kön-
nen, was wiederum den Kindern zugutekommt.

32. Nach dem Gesagten ist der vorinstanzliche Entscheid mit Blick auf die Obhutszutei-
lung zu bestätigen.

VII. Besuchs- und Ferienrecht

33. Der Kindsvater beantragt für den Fall, dass die alleinige Obhut auch oberinstanz-
lich bei der Kindsmutter belassen wird, ein im Vergleich zum angefochtenen Ent-
scheid ausgedehnteres Besuchs- und Ferienrecht. Zur Begründung wird allerdings 
lediglich ausgeführt, dass es nötig sei, dem (jeweils) nicht obhutsberechtigten El-
ternteil so viel Betreuungszeit zuzugestehen, wie es die Planung und Organisation 
der Kinder zulasse. Damit findet jedoch keine Auseinandersetzung mit den 
vorinstanzlichen Erwägungen statt, wonach auf ein weitergehendes Besuchsrecht 
angesichts der Empfehlung von Frau Dr. L.________, den Kindern einen unkompli-
zierten und geregelten Alltag zu gewähren, zu verzichten sei. Auch wenn der 
Kindsvater die Kinder zusätzlich zu jedem Mittwochmittag bis Donnerstag Schulbe-
ginn auch von Freitagmittag bis am Samstagmittag zu sich nehmen könnte, erweist 
sich dies in der jetzigen Situation nicht als dem Kindswohl entsprechend. Die Zutei-
lung der alleinigen Obhut hat gerade auch zum Ziel, die Übergänge zwischen den 
Elternteilen zu reduzieren und so eine Entspannung der Situation sowie eine Ver-
einfachung für die Kinder zu bewirken. Die vorinstanzliche Regelung, wonach der 
Kindsvater die Kinder nebst den vierzehntäglichen Besuchswochenenden auch un-
ter der Woche jeweils am Mittwoch zu sich nehmen kann, erweist sich unter diesen 
Umständen als angemessen.

Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Besuchs- und Ferienregelung zu 
bestätigen.

27

VIII. Unterhalt, Vorbemerkungen

34. Wie die Vorinstanz feststellte, hatte der Berufungskläger unbestrittenermassen seit 
Oktober 2019 wieder eine Arbeitsstelle mit einem vollen Pensum, nachdem er im 
Zeitpunkt der Trennungsvereinbarung noch arbeitslos gewesen war. Mit der 
Vorinstanz sowie den Parteien ist einig zu gehen, dass damit ein Abänderungs-
grund vorlag.

35. Was die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz auf S. 15 f. der Ent-
scheidbegründung anbelangt, so erweisen sich diese als korrekt, weshalb vollum-
fänglich darauf verwiesen wird. 

36. Die Vorinstanz hat in Bezug auf die Unterhaltsbeiträge 6 Phasen festgelegt, was 
von den Parteien nicht beanstandet wurde und auch keiner Anpassung von Amtes 
wegen bedarf. Im Nachfolgenden wird daher dem Aufbau des vorinstanzlichen Ent-
scheides entsprechend nacheinander auf die einzelnen Phasen eingegangen. Das 
Obergericht hat jeweils ein eigenes Berechnungsblatt hierzu ausgefüllt, wobei es in 
Bezug auf das Berechnungsblatt bei geteilter Obhut im Gegensatz zur Vorinstanz 
die neuste Version verwendet hat. Die Berechnungsblätter, welche auf der Metho-
de des betreibungsrechtlichen Existenzminimums bzw. familienrechtlichen Grund-
bedarfs mit Überschussverteilung beruhen, werden dem vorliegenden Entscheid 
beigelegt und es wird nachfolgend darauf Bezug genommen.

37. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass das vorinstanzliche Berechnungsblatt zur alter-
nierenden Obhut (betrifft die Phasen I - V) einleitend nicht korrekt ausgefüllt wurde, 
was sich auf die Steuerberechnung auswirkte. So wurde beim Kinderabzug Bund 
und Kanton fälschlicherweise «part» (also je ein halber Kinderabzug) eingegeben. 
Dies wäre jedoch nur dann korrekt, wenn kein Kindesunterhalt fliessen würde, was 
vorliegend nicht der Fall ist. Vielmehr hat die Kindsmutter als Empfängerin der Kin-
derunterhaltsbeiträge die Kinderabzüge zu Gute, weshalb jeweils ein «f» einzuset-
zen ist. Was den Elterntarif anbelangt, so kann dieser nur von einem Elternteil gel-
tend gemacht werden und zwar von demjenigen, welcher die Unterhaltsbeiträge 
erhält (siehe Kreisschreiben Nr. 30 der Eidg. Steuerverwaltung [10.2 und 13.4.2]). 
Entsprechend ist bei der Kindsmutter in der Zeile «Ermässigter Tarif Kanton (x)» 
ein Kreuz zu setzen und in der Zeile «Elterntarif Bund, Anzahl Kinder» bei der 
Kindsmutter eine 2 einzusetzen. 

IX. Phase I (Oktober 2019)

38. Die Phase I zeichnet sich dadurch aus, dass der Berufungskläger im Monat Okto-
ber 2019 in Y.________ bei der Z.________ arbeitete, noch in H.________ wohn-
te, eine alternierende Obhut bestand und die Berufungsbeklagte ebenfalls noch in 
H.________ wohnte und studierte.

39. Die Vorinstanz ging gestützt auf den vom Berufungskläger eingereichten Lohnaus-
weis (Beilage 8) von einem Nettoeinkommen von CHF 11'697.00 aus. Wie in der 
Berufung zu Recht bemängelt wird, hätten im Berechnungsblatt von diesem Betrag 

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korrekterweise die vom Kindsvater bezogenen Kinderzulagen von CHF 460.00 ab-
gezogen werden müssen, zumal diese im Lohn gemäss Lohnausweis, da sie zu 
versteuern sind, inbegriffen sind (siehe auch Zusatzblatt zu Lohnausweis Ziff. 15). 
Im Berechnungsblatt des Obergerichts wird dies entsprechend angepasst und als 
Nettoeinkommen des Berufungsklägers CHF 11'237.00 eingegeben.

40. Als nicht zutreffend erweist sich hingegen die Rüge des Berufungsklägers, wonach 
die Vorinstanz der Berufungsbeklagten – welche vor und nach der Trennung keiner 
Erwerbstätigkeit nachging, sondern im Rahmen der gelebten Aufgabenteilung stu-
dierte und die Kinder betreute – ein hypothetisches Einkommen hätte anrechnen 
müssen. Ein solches Vorgehen erwiese sich als von Vornherein unzulässig, zumal 
ein hypothetisches Einkommen – unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, 
wofür in casu keinerlei Anhaltspunkte vorliegen – nicht rückwirkend und ohne Ge-
währung einer angemessenen Übergangsfrist angerechnet werden darf.

41. Was den weiteren Einwand des Berufungsklägers betrifft, dass bei der Kindsmutter 
kein Betrag für auswärtiges Essen im Bedarf anzurechnen sei, da sie als Studie-
rende ihr Budget einzuteilen habe und ihr Essen selber mitbringen könne, so kann 
diesem nicht gefolgt werden. Der Umstand allein, dass die Kindsmutter – entspre-
chend der gemeinsam getroffenen Lebensplanung – ein Studium absolvierte und 
keiner Erwerbstätigkeit nachging, rechtfertigt keine diesbezügliche Ungleichbe-
handlung der Ehegatten. Entsprechend erweist sich der von der Vorinstanz bei der 
Kindsmutter eingesetzte Betrag von CHF 110.00, welcher einem Pensum von 50 % 
entspricht, als korrekt.

42. Die übrigen Bedarfsposten der Elternteile werden nicht beanstandet. Die von der 
Vorinstanz diesbezüglich eingesetzten Beträge können (mit Ausnahme der Steu-
ern) übernommen werden.  

43. Von Amtes wegen zu korrigieren ist jedoch der Bedarf der Kinder. Hier hätte die 
Vorinstanz Steuerbeträge für die Kinder und ausserdem einen Anteil der Kinder an 
den jeweiligen Wohnkosten der Eltern ausscheiden sollen (zur Publikation vorge-
sehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.2). 
Während die Steuerbeträge automatisch berechnet werden, ist für den Wohnkos-
tenanteil bei zwei Kindern in diesem Alter von insgesamt 30 %, d.h. 15 % pro Kind, 
auszugehen. Vorliegend ergibt dies in Bezug auf die Wohnkosten der Kindsmutter 
einen Anteil pro Kind von CHF 264.00 und in Bezug auf diejenigen des Kindsvaters 
einen solchen von CHF 265.00 (siehe Berechnungsblatt OGer Phase I).

44. Wie dem beigelegten Berechnungsblatt OGer Phase I zu entnehmen ist, ergibt dies 
einen kleinen Überschuss von CHF 242.00 (Verfügbare Mittel von total 
CHF 11'697.00 - Grundbedarf der einzelnen Familienmitglieder von total 
CHF 11'455.00). Verteilt nach grossen und kleinen Köpfen (Urteil des Bundesge-
richts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.3), ergibt dies pro Kind einen 
Überschussanteil von CHF 40.00. Da es sich um einen sehr kleinen Betrag han-
delt, welcher nicht nach der Eröffnung eines Kinderkontos verlangt, sind die 

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CHF 40.00 pro Kind beim Kindsvater einzusetzen, welcher die genannten Beträge 
für Kindszwecke zu verwenden hat.

45. Wie dem Berechnungsblatt weiter zu entnehmen ist, beträgt der wirtschaftliche 
Unterhaltsanspruch von E.________ damit CHF 1'388.00 und derjenige von 
F.________ CHF 1'659.00. Da die Kindsmutter über kein Einkommen verfügt, hat 
der Kindsvater diesen zu 100 % zu übernehmen und der Kindsmutter, nach Aus-
gleich des Barunterhaltes, für E.________ einen Barunterhalt von CHF 537.00 und 
für F.________ einen Barunterhalt von CHF 570.00 zu bezahlen. Der wirtschaftli-
che Unterhaltsanspruch der Kindsmutter, welcher CHF 3'610.00 beträgt, ist in der 
Folge zu 100 % auf Betreuungsunterhalt – je hälftig auf die beiden Kinder verteilt – 
umzulagern, da die Kindsmutter über kein Einkommen verfügt und aufgrund der 
persönlichen Kinderbetreuung nicht für ihren Bedarf aufkommen kann. Damit hat 
der Berufungskläger der Berufungsbeklagten für den Oktober 2019 einen Kindes-
unterhalt für E.________ von CHF 2'341.00 (CHF 537.00 Barunterhalt und 
CHF 1'805.00 Betreuungsunterhalt) und für F.________ einen solchen von CHF 
2'374.00 (CHF 570.00 Barunterhalt und CHF 1'805.00 Betreuungsunterhalt) zu be-
zahlen. Ein persönlicher Unterhaltsbeitrag ist in der vorliegenden Konstellation 
nicht geschuldet.   

X. Phase II (November 2019 - März 2020) 

46. Die Phase II zeichnet sich dadurch aus, dass der Berufungskläger seit November 
2019 100 % als Betriebsleiter bei AA.________ in AB.________ arbeitete und nun 
in S.________ wohnte, nach wie vor eine alternierende Obhut bestand und die Be-
rufungsbeklagte noch in H.________ wohnte und studierte.

47. In dieser Phase betrug das Nettoeinkommen inkl. 13. Monatslohn des Berufungs-
klägers unbestrittenermassen CHF 8'394.00. Von beiden Parteien ebenfalls nicht 
beanstandet wurde der von der Vorinstanz berechnete Grundbedarf des Beru-
fungsklägers von CHF 3'626.00. Allerdings erweist sich dieser als zu hoch, da es 
die Vorinstanz auch in dieser Phase unterlassen hat, einen Wohnkostenanteil der 
Kinder auszuscheiden. Ausgehend von den unbestritten gebliebenen Mietkosten 
(inkl. Nebenkosten) des Berufungsklägers von CHF 1'459.00, ist ein Anteil der Kin-
der von 30 %, ausmachend CHF 438.00, abzuziehen. Dies führt zu einem Grund-
bedarf des Berufungsklägers von CHF 3'188.00. Wie bereits unter E. 40 ausge-
führt, ist der Berufungsbeklagten auch hier entgegen den Ausführungen in der Be-
rufung kein hypothetisches Einkommen anzurechnen und auch keine Kürzung des 
Betrages für auswärtiges Essen vorzunehmen, so dass der Grundbedarf der Beru-
fungsbeklagten – auch hier nach Abzug eines Wohnkostenanteils der Kinder von 
30 % (ausmachend CHF 527.00) – CHF 3'307.00 beträgt. Aufgrund der Ausschei-
dung des Wohnkostenanteils beträgt der Grundbedarf von E.________ folglich 
CHF 1'498.00 und derjenige von F.________ CHF 1'767.00. Da diese Umvertei-
lung am Gesamtbedarf der Familie nichts ändert, resultiert auch bei der Berech-
nung des Obergerichts ein Manko von CHF 905.00, weshalb zu Recht keine Beträ-
ge für laufende Steuern im Bedarf eingerechnet wurden. Dieses Manko geht zu 

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Lasten der Berufungsbeklagten, weshalb ihr wirtschaftlicher Unterhaltsanspruch 
CHF 2'401.00 beträgt. Für E.________ resultiert ein solcher von CHF 1'268.00 und 
für F.________ ein solcher von CHF 1'537.00. Diese sind zu 100 % vom Beru-
fungskläger zu tragen, so dass sich – nach Ausgleich des Barunterhaltes (siehe 
Berechnungsblatt) – ein von diesem der Berufungsbeklagten zu leistender Barun-
terhalt von total CHF 1'037.00 ergibt (E.________: CHF 503.00, F.________: 
CHF 534.00). Auch hier ist der wirtschaftliche Unterhaltsanspruch der Kindsmutter 
– je hälftig auf die beiden Kinder verteilt – auf Betreuungsunterhalt umzulagern, da 
die Kindsmutter über kein Einkommen verfügt und aufgrund der persönlichen Kin-
derbetreuung nicht für ihren Bedarf aufkommen kann. Damit hat der Berufungsklä-
ger der Berufungsbeklagten für diese Phase einen Kindesunterhalt für E.________ 
von CHF 1'703.00 (CHF 503.00 Barunterhalt und CHF 1'201.00 Betreuungsunter-
halt) und für F.________ einen solchen von CHF 1'734.00 (CHF 534.00 Barunter-
halt und CHF 1'201.00 Betreuungsunterhalt) zu bezahlen. Ein persönlicher Unter-
haltsbeitrag ist in der vorliegenden Konstellation nicht geschuldet und es ist eine 
Unterdeckung des Kindesunterhaltes im Bereich Betreuungsunterhalt im Betrag 
von CHF 452.50 pro Kind festzuhalten (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 
vom 11. November 2020, E. 7.2).  

XI. Phase III (April 2020 – Juni 2020)

48. Die Phase III zeichnet sich dadurch aus, dass die Berufungsbeklagte neu in 
I.________ wohnt. Nach wie vor studiert die Berufungsbeklagte und besteht eine 
alternierende Obhut.

49. Die verfügbaren Mittel ändern sich im Vergleich zu Phase II nicht und betragen 
weiterhin CHF 8'854.00 (nach wie vor ist aus den bereits genannten Gründen kein 
hypothetisches Einkommen bei der Berufungsbeklagten anzurechnen). Was den 
Grundbedarf der beiden Elternteile anbelangt, so ist die vorinstanzliche Berech-
nung einzig dahingehend anzupassen, dass wiederum ein Anteil der Kinder an den 
Wohnkosten der beiden Elternteile von 30 % auszuscheiden ist (ausmachend beim 
Kindsvater CHF 219.00 pro Kind und bei der Kindsmutter CHF 254.00 pro Kind). 
Soweit in der Berufung geltend gemacht wird, dass auf Seite der Berufungsbeklag-
ten die Bedarfsposten des öffentlichen Verkehrs und des auswärtigen Essens zu 
streichen seien, da aufgrund der Corona-Krise sämtliche Vorlesungen im Online-
Format stattgefunden hätten, kann dem nicht gefolgt werden. Wie in der Beru-
fungsantwort zu Recht entgegnet wird, verfasste die Berufungsbeklagte in dieser 
Zeit ihre Masterarbeit, welche Besuche in der Universitätsbibliothek in Q.________ 
erforderlich machten. Bereits aus diesem Grund, aber auch weil zu diesem Zeit-
punkt die weitere Entwicklung der Corona-Krise nicht abgeschätzt werden konnte, 
war es ihr nicht zumutbar, ihr Generalabonnement zu kündigen. Eine Anpassung 
des von der Vorinstanz unter diesem Titel eingesetzten Betrages von CHF 340.00 
ist nicht angezeigt. Ebenso wenig – und schon gar nicht einseitig – muss der von 
der Vorinstanz bei beiden Parteien berücksichtigte praxisübliche Betrag für auswär-
tiges Essen aufgrund der Corona-Krise korrigiert werden. Soweit der Berufungsklä-
ger in der Berufung jedoch unter Verweis auf seine vorinstanzlich eingereichte Bei-

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lage 13 geltend macht, in diesem Zeitraum die Rechnung für die Spielgruppe von 
E.________ (recte: F.________) bezahlt zu haben, so wird dies in der Berufungs-
antwort nicht (explizit) bestritten, weshalb hier die entsprechende Anpassung im 
Berechnungsblatt vorzunehmen ist.

Da sich auch in dieser Phase ein Manko, dieses Mal in der Höhe von CHF 791.00, 
ergibt, welches wiederum zu Lasten der Berufungsbeklagten geht, beläuft sich ihr 
wirtschaftlicher Unterhaltsanspruch auf CHF 2'420.00, während derjenige von 
E.________ CHF 1'258.00 und derjenige von F.________ CHF 1'527.00 beträgt. 
Nach Ausgleich des Barunterhaltes ergibt dies einen vom Berufungskläger an die 
Berufungsbeklagte zu leistenden Barunterhalt von E.________ von CHF 493.00 
und von F.________ von CHF 454.00.

Wiederum ist der wirtschaftliche Unterhaltsanspruch der Kindsmutter auf Betreu-
ungsunterhalt – je hälftig auf die beiden Kinder verteilt – umzulagern, da die 
Kindsmutter über kein Einkommen verfügt und aufgrund der persönlichen Kinder-
betreuung nicht für ihren Bedarf aufkommen kann. Damit hat der Berufungskläger 
der Berufungsbeklagten für diese Phase einen Kindesunterhalt für E.________ von 
CHF 1'703.00 (CHF 493.00 Barunterhalt und CHF 1'210.00 Betreuungsunter-
halt) und für F.________ einen solchen von CHF 1'664.00 (CHF 454.00 Barunter-
halt und CHF 1’210.00 Betreuungsunterhalt) zu bezahlen. Ein persönlicher Unter-
haltsbeitrag ist in der vorliegenden Konstellation nicht geschuldet und es ist eine 
Unterdeckung des Kindesunterhaltes im Bereich Betreuungsunterhalt im Betrag 
von CHF 395.50 pro Kind festzuhalten.  

XII. Phase IV (Juli 2020 - August 2020)

50. Die Phase IV zeichnet sich dadurch aus, dass die Berufungsbeklagte ihr Master-
studium an der Universität Q.________ abgeschlossen hat. Nach wie vor besteht 
eine alternierende Obhut und wohnt der Berufungskläger in S.________ sowie die 
Berufungsbeklagte in I.________.

51. Bei den verfügbaren Mitteln ergeben sich keine Veränderungen zur Phase III. Wie 
die Vorinstanz korrekt erwogen hat, ist der Berufungsbeklagten auch nach Ab-
schluss ihres Studiums der ________ kein hypothetisches Einkommen anzurech-
nen, zumal – wie die Einvernahmen ergaben (insbesondere pag. 225, Z.18 ff.) – 
zwischen den Ehegatten vereinbart war, dass die Berufungsbeklagte noch auf das 
Erlangen des ________ hinarbeitet. Wenn die Vorinstanz unter Berücksichtigung 
dieser Vereinbarung zum Schluss gelangte, dass der Berufungskläger die Beru-
fungsbeklagte gestützt auf die eheliche Beistandspflicht zumindest im Rahmen des 
vorliegenden Abänderungsverfahrens auch weiterhin zu unterstützen habe, ist dies 
nicht zu beanstanden. Da aus dem Umstand, dass die Berufungsbeklagte im Zeit-
punkt des Abschlusses ihres Studiums noch nicht über eine ________praktikums-
stelle verfügte, auch noch nicht auf ein rechtsmissbräuchliches Verhalten ge-
schlossen werden kann, vermögen die Ausführungen des Berufungsklägers in der 
Berufung an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Diese bauen denn auch insbe-
sondere darauf auf, dass die Berufungsbeklagte nach Abschluss ihres Studiums 

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eine Anstellung als ________ hätte anstreben müssen, was – wie erwähnt – auf-
grund der anderweitigen Vereinbarung der Ehegatten gerade nicht zutreffend ist.

52. Was die Bedarfsposten der Familienmitglieder anbelangt, so werden die von der 
Vorinstanz berücksichtigten Beträge von den Parteien nicht beanstandet. Sie prä-
sentieren sich denn auch gleich wie in der Phase III, ausser dass die Vorinstanz bei 
der Berufungsbeklagten aufgrund deren Studiumabschlusses zu Recht keine Be-
träge mehr für den Arbeitsweg und das auswärtige Essen eingerechnet hat. Von 
Amtes wegen zu korrigieren bleibt jedoch auch hier, dass für die Kinder ein Anteil 
an den Wohnkosten ihrer Eltern auszuscheiden ist und zwar in derselben Höhe wie 
in Phase III.

53. Da wiederum ein Manko, dieses Mal in der Höhe von CHF 341.00, besteht und 
dieses zu Lasten der unterhaltsberechtigten Berufungsbeklagten geht, beträgt ihr 
wirtschaftlicher Unterhaltsanspruch gemäss beigelegtem Berechnungsblatt 
CHF 2'420.00. Derjenige der Kinder beträgt CHF 1'258.00 (E.________) resp. 
CHF 1'527.00 (F.________), was nach Ausgleich des Barunterhaltes einen vom 
Berufungskläger der Berufungsbeklagten zu leistenden Barunterhalt von 
CHF 493.00 (E.________) resp. CHF 454.00 (F.________) ergibt.

54. In einem nächsten Schritt ist erneut eine Umlagerung auf Betreuungsunterhalt vor-
zunehmen, da die Berufungsbeklagte aufgrund der persönlichen Kinderbetreuung 
nicht für ihren Grundbedarf aufkommen kann. Im Ergebnis hat der Berufungskläger 
der Berufungsbeklagten damit für E.________ einen Kinderunterhaltsbeitrag von 
CHF 1'703.00 zu bezahlen, wovon CHF 493.00 Bar- und CHF 1'210.00 Betreu-
ungsunterhalt bilden, und für F.________ einen solchen von CHF 1’664.00, wovon 
CHF 454.00 Bar – und CHF 1'210.00 Betreuungsunterhalt bilden. Ein persönlicher 
Unterhaltsbeitrag entfällt in dieser Konstellation und es ist eine Unterdeckung des 
Kindesunterhaltes im Bereich Betreuungsunterhalt im Betrag von CHF 170.50 pro 
Kind festzuhalten. 

XIII. Phase V (September 2020)

55. Phase V zeichnet sich dadurch aus, dass der Berufungskläger wieder in 
H.________ an der G.________strasse (ehemalige Familienwohnung) wohnt. 
Nach wie vor besteht eine alternierende Obhut, geht die Berufungsbeklagte noch 
keiner Erwerbstätigkeit nach und wohnt diese in I.________.

56. Für diese Phase ändert sich im Vergleich zur Phase IV einzig, dass der Bedarfs-
posten des Berufungsklägers in Bezug auf die Mietkosten auf den oberinstanzlich 
nicht beanstandeten Betrag von CHF 1'780.00 festzusetzen ist, und dementspre-
chend auch der auf die Kinder fallende Anteil an diesen Mietkosten von 30 %, 
ausmachend pro Kind CHF 267.00, entsprechend anzupassen ist (siehe Berech-
nungsblatt OGer Phase V). Wiederum resultiert ein Manko, in dieser Phase in der 
Höhe von CHF 662.00, welches zu Lasten der Berufungsbeklagten geht. Der wirt-
schaftliche Unterhaltsanspruch der Berufungsbeklagten beträgt, wie dem beigeleg-
ten Berechnungsblatt zu entnehmen ist, CHF 2'099.00 und derjenige der Kinder 

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CHF 1'306.00 (E.________) resp. CHF 1'575.00 (F.________), was nach Aus-
gleich des Barunterhaltes einen vom Berufungskläger der Berufungsbeklagten zu 
leistenden Barunterhalt von nach wie vor CHF 493.00 (E.________) resp. 
CHF 454.00 (F.________) ergibt.

57. Nach wiederum vorzunehmender Umlagerung auf Betreuungsunterhalt hat der 
Berufungskläger der Berufungsbeklagten damit für E.________ einen Kinderunter-
haltsbeitrag von CHF 1'543.00 zu bezahlen, wovon CHF 493.00 Bar- und 
CHF 1'050.00 Betreuungsunterhalt bilden, und für F.________ einen solchen von 
CHF 1’504.00, wovon CHF 454.00 Bar – und CHF 1'050.00 Betreuungsunterhalt 
bilden. Ein persönlicher Unterhaltsbeitrag entfällt in dieser Konstellation und es ist 
eine Unterdeckung des Kindesunterhaltes im Bereich Betreuungsunterhalt im Be-
trag von CHF 331.00 pro Kind festzuhalten.

XIV. Phase VI (ab Oktober 2020)

58. Diese letzte Phase zeichnet sich dadurch aus, dass der Berufungsbeklagten 
gemäss Entscheid der Vorinstanz, welcher oberinstanzlich in Bezug auf die Ob-
hutsfrage bestätigt wird, die alleinige Obhut über die beiden Kinder zukommt. Zur 
Berechnung der Unterhaltsbeiträge ist daher – wie es die Vorinstanz gemacht hat – 
das hierfür vorgesehene Berechnungsblatt, welches sich an der Lebenskostenme-
thode orientiert, heranzuziehen.

59. Der Berufungskläger beanstandet für den Fall, dass die Obhut bei der Kindsmutter 
verbleibt, einzig, dass ihm die Vorinstanz keine Besuchsrechtskosten eingerechnet 
hat. Diese Rüge erweist sich entgegen den Ausführungen in der Berufungsantwort 
als berechtigt, da dem unterhaltspflichtigen Berufungskläger diese Kosten effektiv 
anfallen und er – aufgrund der Mankolage – nicht auf einen Überschuss zurückgrei-
fen kann. Der Berufungskläger hat die beiden Kinder jeweils am Mittwoch sowie je-
des zweite Wochenend