# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6834d3a1-9945-5e6f-b954-7a1128b5c1cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2008 D-2454/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2454-2008_2008-08-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2454/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, 
Richter Bendicht Tellenbach,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren U._______,
B._______, geboren V._______,
C._______, geboren W._______,
D._______, geboren X._______,
E._______, geboren Y._______,
F._______, geboren Z._______,
Somalia,
alle vertreten durch Thomas Wüthrich, Rechtsanwalt, 
G._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2454/2008

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  aus  H._______  stammende 
Beschwerdeführerin,  eine Angehörige des Clans I._______, Subclan 
J._______, mit ihren Kindern ihren Heimatstaat im Mai 2006 auf dem 
See- respektive dem Landweg. Über Griechenland und weitere, ihnen 
unbekannte  Länder  seien sie am 3. Juni  2006 unter  Umgehung der 
Grenzkontrolle in die Schweiz gelangt.

Am 3. Juli  2006 stellten sie und ihre Kinder im Empfangszentrum in 
Basel ein Asylgesuch. Nach den Kurzbefragungen vom 6. Juli 2006 der 
Beschwerdeführerin  und  der  Kinder  B._______  und  C._______ 
wurden die Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juli 2006 für den 
Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton Luzern zugewie-
sen.

Am 8. August 2006 wurden die Beschwerdeführerin sowie ihre beiden 
ältesten  Kinder  B._______  und  C._______  von  der  zuständigen 
kantonalen Behörde angehört. Zur Begründung ihres Gesuchs führte 
die Beschwerdeführerin dabei im Wesentlichen aus, sie habe in ihrer 
Heimat  keinerlei  Probleme  mit  den  Behörden  gehabt.  Vor  einigen 
Monaten  sei  ihr  Mann,  als  sich  dieser  draussen  auf  Arbeitssuche 
befunden  habe,  von rivalisierenden  bewaffneten  Banditen  mit  vielen 
weiteren  Leuten  umgebracht  worden.  Als  sie  ihren  Mann  vermisst 
habe, sei ihr von Leuten der erwähnte Vorfall zugetragen worden. Sie 
habe Angst bekommen und sei zu Hause geblieben. Eines Tages seien 
bewaffnete  Banden  in  ihr  Quartier  gekommen  und  hätten  gemordet 
und geplündert, worauf sie zusammen mit ihren Kindern und weiteren 
Quartierbewohnern die Flucht ergriffen habe. Unterwegs seien sie von 
Banditen erwischt worden, von denen sie geschlagen worden sei und 
deshalb Prellungen an den Füssen erlitten sowie ihre Zähne verloren 
habe. Wegen der schlechten Sicherheitslage habe sie in der Folge ihre 
Heimat verlassen, wobei Mitreisende für die Reisekosten für sie und 
ihre Kinder aufgekommen seien. Ferner führte die Beschwerdeführerin 
an, dass sie allgemein gesund sei, aber keine Zähne mehr habe. Ihr 
einziges Anliegen sei, dass ihr mit ihren Zähnen geholfen werde.

Die  Tochter  B._______  gab  zur  Begründung  ihres  Asylgesuches  zu 
Protokoll,  in  ihrem  Heimatland  herrsche  Krieg  und  sie  sei  aus 
Sicherheitsgründen  in  die  Schweiz  gekommen.  Ihr  Vater  sei  vor 

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längerer Zeit gestorben.

Der Sohn C._______ gab zur Begründung seines Asylgesuches an, er 
habe  seine  Heimat  aus  ihm  unbekannten  Gründen  zusammen  mit 
seinen  nächsten  Familienangehörigen  verlassen.  Wann  sein  Vater 
verstorben sei, wisse er nicht.

B.
Mit Verfügung vom 17. März 2008 lehnte das BFM die Asylbegehren 
der  Beschwerdeführer  ohne  weitere  Abklärungen  ab  und  ordnete 
gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz an. Der Vollzug der Weg-
weisung  wurde  jedoch  wegen  Unzumutbarkeit  desselben  zugunsten 
einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben. Die Vorinstanz begründete 
ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Schilderungen der Be-
schwerdeführer den Anforderungen von Art. 7  des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  an die Glaubhaftigkeit nicht genüg-
ten. Ferner sei der Vollzug der Wegweisung zwar als zulässig, jedoch 
als nicht zumutbar zu erachten.

C.
Mit Eingabe vom 16. April 2008 beantragten die Beschwerdeführer die 
Aufhebung der Ziffern 1 bis 3 sowie Ziffer 6 des Dispositivs des vorins-
tanzlichen Entscheides. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei ihnen die 
unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) zu gewähren und es sei ihnen ihr Rechtsvertreter 
gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG zum unentgeltlichen Rechtsbeistand zu 
ernennen. Weiter sei die Beschwerdeführerin psychiatrisch zu begut-
achten und durch das Bundesverwaltungsgericht ergänzend zu befra-
gen. Auf die Begründung und das eingereichte Beweismittel wird, so-
weit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

D.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 5. Mai 2008 wur-
de  der  Beschwerdeführerin  mitgeteilt,  dass  sie  und  ihre  Kinder  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könnten.  Ferner 
wurde den Beschwerdeführern die Gelegenheit gewährt, innert 30 Ta-
gen ab Erhalt  der Zwischenverfügung ein psychiatrisches Gutachten 
zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einzu-
reichen,  andernfalls  aufgrund der  übrigen Akten entschieden werde. 
Weiter wurden die Beschwerdeführer aufgefordert, innert gleicher Frist 

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Auskunft  über  die  genauen Umstände der  Beschaffung und des Er-
halts der auf Beschwerdeebene eingereichten Geburtsurkunde der Be-
schwerdeführerin zu erteilen. Ferner wurde für den Entscheid über das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen, jedoch 
gleichzeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

E.
Mit Eingabe vom 6. Juni 2008 teilten die Beschwerdeführer mit, dass 
die Beschwerdeführerin nicht über die finanziellen Mittel verfüge, um 
selbst ein psychiatrisches Gutachten zu finanzieren. Es werde daher 
entweder um Erteilung der Kostengutsprache oder um Erteilung des 
Auftrages zwecks Erstellung eines Gutachtens durch das Bundesver-
waltungsgericht  selber  ersucht.  Weiter  teilte  die  Beschwerdeführerin 
mit, wie und durch welche Umstände sie in den Besitz der eingereich-
ten Geburtsurkunde gelangt sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer sind  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  und 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.

2.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.

3.1 Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid zur Begründung 
im  Wesentlichen  fest,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  würden 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 
standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. So 
würden  die  Erkenntnisse  der  Glaubwürdigkeitsforschung  ein  System 
von so genannten Realitätskennzeichen liefern. Laut dieser Forschung 

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würden Aussagen von Personen, welche von tatsächlich erlebten ein-
schneidenden Vorfällen  berichteten,  in  aller  Regel  eine  Vielzahl  von 
Realitätskennzeichen  aufweisen.  Solche  seien  insbesondere  Detail-
reichtum der  Schilderung,  freies  assoziatives  Erzählen,  Interaktions-
schilderung  sowie  inhaltliche  Besonderheiten.  In  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin würden sich jedoch keine solchen Realitätskenn-
zeichen finden, zumal ihre Aussagen bezüglich der Ermordung ihres 
Ehemannes keinerlei Detailreichtum aufweisen würden. Es fehlten in-
dividualisierte  Aussagen,  welche  ihre  persönliche  Betroffenheit  oder 
ein persönlich gefärbtes Reaktionsmuster zum Ausdruck bringen wür-
den.  Erfahrungsgemäss  könnten  tatsächlich  Verfolgte  detailliert  über 
ihre Erlebnisse berichten, was auch von der Beschwerdeführerin hätte 
erwartet  werden  dürfen,  sofern  sie  die  Vorbringen  tatsächlich  erlebt 
hätte.

Weiter  habe  die  Beschwerdeführerin  bei  der  kantonalen  Anhörung 
erstmals erwähnt, dass ihr Haus geplündert und sie auf der Flucht von 
bewaffneten Banditen geschlagen worden sei. Es sei nicht ersichtlich, 
warum die Beschwerdeführerin dies nicht bereits anlässlich der Erst-
befragung zu Protokoll gegeben habe, handle es sich hierbei doch um 
zentrale  Vorbringen.  Deshalb  müsse  davon  ausgegangen  werden, 
dass die Beschwerdeführerin nachträglich versucht habe, ihren Asyl-
gründen mehr Gewicht zu verleihen.

Abschliessend sei  festzuhalten,  dass sich  die Beschwerdeführer  be-
züglich des Todes des Ehemannes respektive des Vaters gegenseitig 
widersprochen hätten. So habe die Beschwerdeführerin bei der Erst-
befragung erklärt, ihr Ehemann sei im Januar 2006 ermordet worden. 
Die Tocher B._______ habe angegeben, ihr Vater sei vor längerer Zeit 
verstorben, während der Sohn C._______ erklärt habe, er wisse nicht, 
wann sein Vater verstorben sei.

3.2 Demgegenüber führten die Beschwerdeführer in ihrer Rechtsmit-
teleingabe im Wesentlichen an, entgegen der Darstellung im angefoch-
tenen Entscheid seien die Aussagen der Tochter und des Sohnes nicht 
widersprüchlich. Die beiden im Zeitpunkt der Befragung noch minder-
jährigen Kinder seien einerseits bei der Anhörung sehr eingeschüch-
tert  gewesen.  Andererseits  müsse  beachtet  werden,  dass  die  Be-
schwerdeführerin ihre Kinder, welche schon unter der Plünderung des 
Hauses gelitten hätten, nicht weiter habe traumatisieren wollen und ih-
nen daher  die  Nachricht  vom Tod ihres  Vaters  erst  später  mitgeteilt 

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habe. Deshalb hätten die Kinder den genauen Todeszeitpunkt gar nicht 
wissen  können,  weshalb  diesbezüglich  kein  Widerspruch  vorhanden 
sei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  werde  eingeladen,  diesbezüglich 
eine  Parteibefragung  mit  der  Beschwerdeführerin  und  den  beiden 
Kindern B._______ und C._______ durchzuführen.

Die  Beschwerdeführerin  sei  aufgrund  der  schlimmen  Erlebnisse  bei 
der Ermordung ihres Ehemannes und bei der Plünderung ihres Hau-
ses schwer traumatisiert. Sie habe daher anlässlich der Befragungen 
ihre Gefühle nicht zeigen können und sei auch nicht in der Lage gewe-
sen, detailliert zu schildern, wie ihr Ehemann ermordet worden sei und 
wie sich die Plünderung in H._______ abgespielt habe. Es sei daher 
ein  psychiatrisches  Gutachten zu  erstellen,  das  zeigen werde,  dass 
das  Verhalten  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Traumatisierung 
typisch  und  glaubhaft  sei,  sowie  eine  Parteibefragung  mit  der  Be-
schwerdeführerin zu diesen Vorkommnissen durchzuführen.

Weiter  müsse  entsprechend  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr. 18  eine 
nichtstaatliche Verfolgung, wie vorliegend durch die Banditen, zu Asyl 
führen, wenn sie in ihrer Heimat effektiv keinen Zugang zu einer funkti-
onierenden und effizienten Schutzinfrastruktur hätten. Gemäss dem zi-
tierten Entscheid hätte das BFM die Effektivität des Schutzes im Hei-
matland respektive in H._______ abzuklären und zu begründen, was 
die Vorinstanz jedoch nicht getan habe. Deshalb sei ihnen Asyl zu ge-
währen oder die Angelegenheit  zur  weiteren Abklärung an das BFM 
zurückzuweisen.

3.3 Nachdem  die  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom 
5. Mai 2008 aufgefordert worden waren, innert 30 Tagen ab Erhalt der 
Zwischenverfügung  ein  psychiatrisches  Gutachten  zum  psychischen 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  einzureichen  sowie  in-
nert  gleicher  Frist  genaue Auskunft  über  die  exakten  Umstände der 
Beschaffung und des Erhalts der auf Beschwerdeebene eingereichten 
Geburtsurkunde  zu  erteilen,  nahmen  diese  in  ihrer  Eingabe  vom 
6. Juni 2008 dazu Stellung.

In dieser Stellungnahme wiesen die Beschwerdeführer auf ihre prekä-
re finanzielle Situation hin, weshalb es der Beschwerdeführerin nicht 
möglich sei,  ein  psychiatrisches Gutachten zu finanzieren. Das Bun-
desverwaltungsgericht  werde  daher  ersucht,  eine  Kostengutsprache 

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oder den Auftrag für die Erstellung des fraglichen Gutachtens selber 
zu erteilen.

Ferner habe bezüglich der eingereichten Geburtsurkunde auf Nachfra-
ge der Beschwerdeführerin ein Bekannter (an dessen Namen sich die 
Beschwerdeführerin nicht mehr erinnern könne) ihr die Auskunft erteilt, 
sie  solle  sich  an  L._______  wenden,  der  ihr  vielleicht  weiterhelfen 
könne.  Diesem  sei  es  dann  nach  Kontaktaufnahme  durch  die 
Beschwerdeführerin gelungen, über Bekannte eine Geburtsurkunde zu 
organisieren.  Über  den  Aufenthaltsstatus  von  L._______  in  der 
Schweiz  und  den  genauen  Wohnort  desselben  wisse  die 
Beschwerdeführerin  nichts.  Weiter  glaube  die  Beschwerdeführerin, 
dass  es  sich  bei  der  eingereichten Geburtsurkunde um ein  Original 
handle, was sie aber nicht habe überprüfen können.

3.4

3.4.1 In  formeller  Hinsicht  ist  vorliegend zunächst  Folgendes festzu-
halten: Die Beschwerdeführer ersuchen mit Blick auf die nähere Abklä-
rung zu den Vorfällen, welche zur Traumatisierung der Beschwerdefüh-
rerin  geführt  hätten,  und  der  Befragungssituation  der  beiden  Be-
schwerdeführer  B._______ und  C._______ um eine  Parteibefragung 
durch das Bundesverwaltungsgericht. Nach der Rechtsprechung ist ein 
Anspruch  auf  mündliche  Anhörung  nur  ausnahmsweise  gegeben, 
wenn eine solche zur Abklärung des Sachverhaltes unumgänglich ist. 
Die  Notwendigkeit  einer  Verhandlung  kann  insbesondere  dann 
verneint  werden,  wenn  eine  Partei  im  Beschwerdeverfahren 
Gelegenheit hatte, ihre Sachverhaltsdarstellung und Beweisanerbieten 
umfassend  schriftlich  einzubringen.  Diese  Voraussetzungen  sind 
vorliegend  als  erfüllt  zu  erachten:  Die  Beschwerdeführer  hatten  auf 
Beschwerdeebene mit der Einreichung einer Beschwerdeschrift sowie 
einer weiteren Stellungnahme im Rahmen des Instruktionsverfahrens 
wiederholt  Gelegenheit,  ihre  Asylvorbringen  beziehungsweise  ihre 
Sachverhaltsdarstellung  und  Beweisanerbieten  schriftlich 
einzubringen,  weshalb  vorliegend  die  Notwendigkeit  einer 
Parteibefragung  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  als  nicht 
gegeben  erachtet  werden  muss  und  die  diesbezüglichen  Anträge 
abzuweisen sind.

Weiter bringen die Beschwerdeführer vor, gemäss EMARK 2006 Nr. 18 
hätte das BFM vorliegend die Effektivität des Schutzes in ihrem Hei-

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matland respektive in H._______ abklären und begründen müssen, da 
eine nichtstaatliche Verfolgung - wie sie vorliegend gegeben sei - zur 
Asylgewährung führe,  wenn die Effektivität  des Schutzes in  Somalia 
nicht  gegeben  sei.  Dies  habe  die  Vorinstanz  jedoch  nicht  getan. 
Deshalb sei ihnen Asyl zu gewähren oder die Angelegenheit zur weite-
ren Abklärung an das BFM zurückzuweisen. Dem ist entgegenzuhal-
ten, dass gemäss Art. 7 AsylG eine Person, die um Asyl nachsucht, 
die Flüchtlingseigenschaft  nachweisen oder zumindest glaubhaft ma-
chen muss. Da die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die ange-
führte Gefährdung (Verfolgung durch Banditen) bereits als nicht glaub-
haft erachtete, war das BFM demzufolge korrekterweise auch nicht ge-
halten, die gleichen Sachverhaltselemente noch auf ihre Asylrelevanz 
hin zu überprüfen. Daher ist der gestellte Rückweisungsantrag abzu-
weisen.

Weiter  ist  hinsichtlich  der  von  der  Beschwerdeführerin  angeführten 
Traumatisierung  festzuhalten,  dass  im  Verlaufe  des  Verfahrens  kein 
Beweismittel  respektive  kein  ärztliches  Zeugnis  eingereicht  wurde, 
welches die  von der  Beschwerdeführerin  oder  ihrem Rechtsvertreter 
vertretene Hypothese der Traumatisierung infolge der angeführten Tö-
tung des Ehemannes sowie der vorgebrachten Plünderung des Hau-
ses und Schläge durch Banditen stützen könnte.

Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin seitens des Bundesverwal-
tungsgerichtes,  gestützt  auf  die  ihr  obliegende  Mitwirkungspflicht  im 
Verfahren,  die  Gelegenheit  zur  Einreichung  eines  psychiatrischen 
Gutachtens eingeräumt. In ihrer Eingabe vom 6. Juni 2008 ersucht die 
Beschwerdeführerin  das Bundesverwaltungsgericht,  infolge fehlender 
finanzieller Mittel für die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens 
eine  Kostengutsprache  oder  den  Auftrag  für  die  Erstellung  des 
fraglichen  Gutachtens  selber  zu  erteilen.  Wohl  gehört  der 
Untersuchungsgrundsatz  zu  den  allgemeinen  Grundsätzen  des 
Asylverfahrens  (vgl.  Art.  12  VwVG  i.V.m.  Art.  6  AsylG).  Dieser 
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat 
in  der Mitwirkungspflicht  des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und 
Art. 8 AsylG). Zudem ist vorliegend anzuführen, dass bei einer genau-
en  Durchsicht  der  Befragungsprotokolle  keine  Hinweise  -  wie  bei-
spielsweise ein auffälliges Aussageverhalten - ersichtlich sind, welche 
darauf  schliessen  lassen  würden,  dass  die  Beschwerdeführerin  aus 
psychischen Gründen nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Asylgrün-
de  mehr  als  nur  ansatzweise  zu  erwähnen.  Zudem  wurde  die  Be-

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schwerdeführerin  im Rahmen der kantonalen Anhörung explizit  nach 
ihrem gesundheitlichen Befinden befragt, wobei sie sich als allgemein 
gesund  einschätzte,  sie  jedoch  keine  Zähne  mehr  habe  (vgl.  kant. 
Protokoll, S. 8 unten). Weiter gab die Beschwerdeführerin am Schluss 
der kantonalen Befragung an, sie habe lediglich ein Anliegen, nämlich 
dass  ihr  mit  den Zähnen geholfen  werde  (vgl. kant.  Protokoll,  S. 13 
oben). Weitergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen oder auch 
nur Andeutungen von solchen machte die Beschwerdeführerin demge-
genüber  nicht.  Auch  die  bei  der  kantonalen  Anhörung  anwesende 
Hilfswerkvertreterin  sah sich nicht  veranlasst,  aufgrund allfälliger  bei 
der  Anhörung  aufgetretener,  in  psychischer  Hinsicht  relevanter  An-
haltspunkte weitere Abklärungen anzuregen. Gestützt auf diese Aus-
führungen  und  entsprechend  den  in  der  Zwischenverfügung  vom 
5. Mai  2008  angedrohten  Säumnisfolgen  ist  somit  aufgrund  der  be-
stehenden Aktenlage zu entscheiden. Jedenfalls besteht aufgrund die-
ser Einschätzung für die urteilende Instanz keine Veranlassung, eine 
Kostengutsprache für die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens 
zu leisten oder ein solches Gutachten selber in Auftrag zu geben. Füh-
ren nämlich die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-
scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen 
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die 
Abnahme  weiterer  Beweise  zu  verzichten  (antizipierte  Beweiswürdi-
gung; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, 
S. 274). Die entsprechenden Beweisanträge sind daher abzuweisen.

3.4.2 Weiter ist in materieller Hinsicht Folgendes anzuführen: Da sich 
die Beschwerdeführerin  in  der Schweiz trotz eines zweijährigen Auf-
enthaltes noch keiner medizinischen Behandlung unterzieht, ist  davon 
auszugehen,  dass  in  objektiver  Hinsicht  der  psychische  Gesund-
heitszustand nicht gravierend - falls überhaupt - angeschlagen ist. Das 
ist denn auch erklärbar, zumal die von der Beschwerdeführerin vorge-
brachten Asylgründe - wie weiter unten aufzuzeigen sein wird - vorlie-
gend nicht glaubhaft gemacht werden können. Zwar kann das in den 
auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Eingaben  behauptete  Aussage-
verhalten der Beschwerdeführerin auf  Merkmale psychischer Störun-
gen  hinweisen,  welche  eine  Tendenz  aufweisen,  der  bewussten 
Auseinandersetzung  mit  belastenden  Erlebnissen  auszuweichen.  Es 
ist heute durch eine Vielzahl von Studien und Erfahrungsberichten be-
legt,  dass  Folteropfer  weitgehend unfähig  sind,  über  das  Erlebte  zu 

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berichten, solange nicht ein Klima des Vertrauens hergestellt  ist,  um 
das Vorgefallene in so sensiblen Bereichen zu offenbaren. So gehören 
zu den häufigsten Traumata entweder eine ernsthafte Bedrohung des 
eigenen  Lebens  beziehungsweise  der  körperlichen  Integrität  (etwa 
Folter und Vergewaltigungen), ernsthafte Bedrohung oder Schädigung 
der eigenen Kinder, des Ehepartners oder naher Verwandter sowie die 
plötzliche Zerstörung des eigenen Zuhauses. Zu den Folgen gehören 
auch  Gedächtnisschwäche  oder  Konzentrationsschwierigkeiten.  Je-
doch leiden nicht  nur Folteropfer unter  der posttraumatischen Belas-
tungsstörung, sie kann bei allen Menschen auftreten, die einem Trau-
ma ausgesetzt waren. Diesbezüglich ist vorliegend festzustellen, dass 
es der Beschwerdeführerin bereits anlässlich der Erstbefragung grund-
sätzlich möglich war, über die angebliche Ermordung ihres Ehegatten 
und später beim Kanton über die Plünderung ihres Hauses zu berich-
ten, auch wenn die angeführte Ermordung des Ehemannes anlässlich 
der  Empfangsstellenbefragung  eigenen  Angaben  zufolge  erst  ein 
knappes halbes Jahr zurückgelegen habe. 

Ferner  lassen  gewichtige,  während  des  Asylverfahrens  in  den  Be-
fragungen aufgetretene Widersprüche und Ungereimtheiten nicht  auf 
eine  Traumatisierung  beziehungsweise  posttraumatische  Belastungs-
störung  aufgrund  der  geltend  gemachten  Vorkommnisse  schliessen. 
So  kann  dem  Hinweis  in  der  Rechtsmitteleingabe,  wonach  die  Be-
schwerdeführerin wegen der schlimmen Erlebnisse bei der Ermordung 
ihres Ehemannes schwer traumatisiert worden sei und daher nicht de-
tailliert über dieselbe habe aussagen können, so nicht gefolgt werden. 
So  gab  die  Beschwerdeführerin  in  diesem  Zusammenhang  an,  nie-
mand habe ihren Mann gesehen. Als sie ihn vermisst habe, hätten ihr 
Leute - was für Leute dies gewesen seien, kann die Beschwerdeführe-
rin auch auf explizite Nachfrage anlässlich der kantonalen Befragung 
nicht  konkretisieren  -  gesagt,  dass  dieser  bei  einer  Auseinanderset-
zung mit vielen weiteren Personen umgekommen sei. Sie selber habe 
nichts  gesehen (vgl. kant. Protokoll,  S. 9  ff.).  Schliesslich  führte  die 
Beschwerdeführerin auf Nachfrage über ihre Empfindungen nach der 
Todesnachricht an: "Gott  sei Dank, jeder wird irgend einmal sterben. 
Ich war traurig. Ich werde auch mal sterben, jeder Mensch wird irgend 
einmal sterben, aber Gott sei Dank." (vgl. kant. Protokoll, S. 11 unten). 
Es ist unter diesen Umständen schwer nachvollziehbar, dass die Be-
schwerdeführerin  aufgrund dieser  von dritter  Seite  erhaltenen Nach-
richt und ohne die Leiche ihres Mannes je gesehen zu haben, in der 
vorgebrachten Art und Weise traumatisiert worden sein soll. Zudem ist 

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es als äusserst befremdlich zu erachten, dass die Beschwerdeführerin 
nicht nach dem Leichnam ihres Mannes gesucht hat,  um Gewissheit 
über die ihr zugetragene Nachricht zu bekommen, weshalb die Glaub-
haftigkeit dieses Vorbringens auch unter diesem Aspekt als zweifelhaft 
erscheint. Überdies widerspricht sich die Beschwerdeführerin hinsicht-
lich  des Aufenthaltsortes ihres Mannes,  wenn sie einerseits  anführt, 
niemand habe ihren Mann gesehen oder ihn beerdigt, um andererseits 
vorzubringen, Leute hätten ihr gesagt, dass ihr Mann bei den umge-
brachten Leuten dabei gewesen sei (vgl. kant. Protokoll, S. 9 und 11), 
ohne dabei jedoch angeben zu können, wo dies genau gewesen sein 
soll.

Hinsichtlich der von der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ange-
führten Widersprüche wenden nun die Beschwerdeführer in ihrer Be-
schwerdeschrift im Einzelnen kaum etwas Konkretes ein, ausser eben, 
dass durch die Traumatisierung der Beschwerdeführerin deren Ausfüh-
rungen  undetailliert  und  emotionslos  ausgefallen  seien.  Demgegen-
über kann jedoch gestützt auf obige Schlussfolgerungen den Ausfüh-
rungen des BFM bezüglich des Zeitpunkts der angeblichen Ermordung 
des Ehemannes und Vaters aufgrund der protokollierten und von den 
Beschwerdeführern unterschriftlich bestätigten Aussagen gefolgt wer-
den.  Auch  wenn  die  Beschwerdeführerin  ihre  Kinder  erst  zu  einem 
späteren Zeitpunkt über den Tod ihres Vaters informiert hätte, ist nicht 
ersichtlich,  inwiefern  die  Kinder keine konkreten Aussagen über  den 
ungefähren  Todeszeitpunkt  machen können,  zumal  die  Beschwerde-
führerin angab, dies sei im Januar 2006 gewesen. Auch die Ungereimt-
heiten hinsichtlich weiterer wesentlicher Sachverhaltselemente, so der 
erst  nachträglichen Erwähnung der Plünderung des Hauses und der 
von  der  Beschwerdeführerin  erlittenen  Schläge  (vgl.  dazu  EMARK 
1993 Nr. 3), sind zu bestätigen, zumal es den Beschwerdeführern im 
Rahmen  der  kantonalen  Befragung  nicht  gelingt,  den  Widerspruch 
plausibel aufzulösen, sondern die spätere Darstellung als nachträgli-
che  Anpassung  an  den  bereits  in  der  Empfangsstelle  geschilderten 
Sachverhalt erscheint.

Auch die von der Vorinstanz gemachten Erörterungen zu den fehlen-
den Realkennzeichen - so würden die Schilderungen der Beschwerde-
führerin  hinsichtlich  der  Ermordung  ihres  Ehemannes  jeglichen  per-
sönlichen  Bezug  zu  tatsächlichen  Begebenheiten  und  Realkennzei-
chen (insbesondere  Detailreichtum der  Schilderung,  freies  assoziati-
ves  Erzählen,  Interaktionsschilderung sowie  inhaltliche  Besonderhei-

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ten) vermissen lassen -, können in der vom BFM aufgezeigten Form 
vollumfänglich bestätigt werden.

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  -  selbst  in  der  Annahme 
einer Traumatisierung der Beschwerdeführerin - diese Traumatisierung 
nicht auf die von ihr geschilderten Vorkommnisse zurückgeführt  wer-
den kann, da ihre Aussagen als unglaubhaft zu erachten sind.

Unter diesen Umständen braucht denn auch die allfällige Einreichung 
eines  psychiatrischen Gutachtens die Beschwerdeführerin  betreffend 
nicht  abgewartet  zu  werden  (vgl.  auch  E.  3.4.1  oben;  GYGI, a.a.O. 
S. 274).

Auch die im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens eingereichte Geburts-
urkunde  der  Beschwerdeführerin  vermag  an  obiger  Einschätzung 
nichts zu ändern. So gab die Beschwerdeführerin anlässlich der kanto-
nalen Befragung noch an, alle ihre Papiere seien geplündert  worden 
und sie habe keine Heimat mehr (vgl. kant. Protokoll,  S. 4 f.), um im 
Verlaufe des Beschwerdeverfahrens eine solche Urkunde vorlegen zu 
können, die sie angeblich über den Bekannten eines Bekannten aus 
ihrer  Heimat  habe  erhältlich  machen  können  (vgl.  Schreiben  vom 
6. Juni  2008,  S.  2).  Die  Beschwerdeführerin  vermag  jedenfalls  die 
genauen Umstände der Beschaffung dieser Geburtsurkunde nicht nä-
her zu konkretisieren. Zudem weist die eingereichte Urkunde diverse 
orthographische Fehler  auf,  so beispielsweise bezüglich der ausstel-
lenden Behörde und des Namens der Mutter der Beschwerdeführerin, 
weshalb der eingereichten Geburtsurkunde in casu kein rechtserhebli-
cher Beweiswert beigemessen werden kann.

3.5 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände ist 
festzustellen, dass die Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Zu-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. Die Vorinstanz hat 
daher die Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, 
auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  sowie  der 
Eingabe vom 6. Juni 2008 und auf allfällige weitere Ungereimtheiten in 
den Aussagen der Beschwerdeführer näher einzugehen, da sie an obi-
ger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen.

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4.  

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

5.

5.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

5.2 Die  Beschwerdeführer  wurden  vom  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig 
in der Schweiz aufgenommen, weshalb sich weitere Erörterungen er-
übrigen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Eine Partei,  die  nicht  über  die erforderlichen Mittel  verfügt,  wird  auf 
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr 
Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit Zwi-
schenverfügung vom 5. Mai 2008 wurde für die Behandlung des Ge-
suchs  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.

Vorliegend ist festzustellen, dass die Beschwerde aufgrund vorstehen-
der Erwägungen (vgl. Ziffern 3.4. und 3.5) als aussichtslos zu qualifi-

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zieren und deshalb  des  Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen 
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG - auch bei ausge-
wiesener Bedürftigkeit - abzuweisen ist.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- M._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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