# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b9520de-39b5-55ae-bcaf-bfe79ceeaf1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.12.2008 C-7104/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7104-2008_2008-12-23.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7104/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Antonio Imoberdorf, 
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

E._______,
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der erleichterten Einbürgerung 
(Fristwiederherstellung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7104/2008

Sachverhalt:

A.
Mit  Verfügung  vom  24.  Juli  2008  hat  das  Bundesamt  für  Migration 
(BFM)  das  Gesuch  von  E._______  (nachfolgend: Gesuchsteller)  um 
erleichterte Einbürgerung abgelehnt. Diese Verfügung hat der Gesuch-
steller  am 28. August  2008  (Postaufgabe: 1. September  2008)  beim 
Bundesverwaltungsgericht angefochten.

B.
Am 9. September 2008 hat das Bundesverwaltunsgericht den Gesuch-
steller  dazu aufgefordert,  bis zum 9. Oktober 2008 einen Kostenvor-
schuss von Fr. 1'000.- zu leisten, ansonsten auf das Rechtsmittel unter 
Kostenfolge nicht eingetreten werde. Auf diese Zwischenverfügung hat 
der Gesuchsteller mit Schreiben vom 26. September 2008 reagiert und 
unter anderem erklärt,  den Kostenvorschuss "nicht so von heute auf 
morgen" bezahlen zu können. Daraufhin wurde der Gesuchsteller mit 
verfahrensleitender Anordnung vom 30. September 2008 – zugestellt 
am 1. Oktober 2008 – auf die Möglichkeit hingewiesen, ein Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  einreichen  zu  können. 
Gleichzeitig hielt das Bundesverwaltungsgericht an der Zwischenverfü-
gung vom 9. September 2008 fest.

C.
Nachdem innert der angesetzten Frist beim Bundesverwaltungsgericht 
weder  der  verlangte  Kostenvorschuss noch  ein  Gesuch  um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege eingegangen war, wurde mit Ur-
teil C-5568/2008 vom 17. Oktober 2008 auf die Beschwerde nicht ein-
getreten.

D.
Am  5.  November  2008  (Postaufgabe:  7.  November  2008)  hat  der 
Gesuchsteller beim Bundesverwaltungsgericht ein Gesuch um Wieder-
herstellung  der  Frist  zur  Bezahlung  des  Kostenvorschusses  einge-
reicht. Zur Begründung führt er im Wesentlichen an, dass er mit Einga-
be vom 7. Oktober 2008 (Postaufgabe: 8. Oktober 2008) beim BFM um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ersucht  habe.  Am 
20. November  2008  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Eingabe 
vom 5. November 2008 zur Prüfung als Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen  Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  weitergeleitet.  Mit 
Schreiben vom 12. Dezember 2008 wurde das fragliche Schreiben zur 

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Behandlung als Fristwiederherstellungsgesuch an das Bundesverwal-
tungsgericht zurücküberwiesen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zuständig  für  die  Behandlung 
von Fristwiederherstellungsgesuchen nach Art. 24 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  betreffend  Fristen,  bei  denen  es  im  Falle  der 
Wiederherstellung über die nachgeholte Parteihandlung bzw. Rechts-
vorkehr zu befinden hat (vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordent-
lichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes  und 
der Kantone, Zürich 1985, S. 233). Da das Bundesverwaltungsgericht 
über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM betreffend Erteilung 
oder  Verweigerung  der  erleichterten  Einbürgerung  zu  befinden  hat 
(Art. 51 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 [BüG, SR 
141.0] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]), ist es somit auch zuständig 
für die Behandlung des vorliegenden Fristwiederherstellungsgesuchs.

1.2 Der  Gesuchsteller  ist  als  Partei  im  Beschwerdeverfahren 
C-5568/2008 durch das Urteil vom 17. Oktober 2008 berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an der  Wiederherstellung der  Frist  zur 
Bezahlung  des  Kostenvorschusses  bzw.  an  der  Aufhebung  des  er-
wähnten  Urteils.  Die  Legitimation  ist  damit  gegeben  (vgl.  Art.  48 
VwVG).

1.3 Eine  unverschuldet  versäumte  Frist  kann  wiederhergestellt  wer-
den, sofern unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall 
des Hindernisses darum ersucht  und die versäumte Rechtshandlung 
nachgeholt wird (Art. 24 Abs. 1 VwVG).

Der Gesuchsteller erhielt mit der Eröffnung des Urteils vom 17. Okto-
ber 2008 am 20. Oktober 2008 Kenntnis davon, dass die Frist zur Be-
zahlung des Kostenvorschusses ungenutzt abgelaufen war. Das Frist-
wiederherstellungsgesuch  mit  Datum vom 5. November  2008  wurde 
am  7.  November  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingereicht. 
Dem Gesuch war  unter  anderem eine  Kopie  des  versehentlich  dem 
BFM  zugestellten  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 

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Rechtspflege vom 7. Oktober 2008 (inkl. Beweismittel) beigelegt. Da-
mit  wurde das Fristwiederherstellungsgesuch fristgerecht gestellt. Mit 
der  Einreichung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  wurde  zudem  die  versäumte  Rechtshandlung  in  dem 
Sinne nachgeholt,  als der Eingang dieses Gesuchs innert  der ange-
setzten  Kostenvorschussfrist  grundsätzlich  geeignet  gewesen  wäre, 
den  Fristablauf  zu  hemmen  (vgl.  MICHAEL BEUSCH,  in:  Christoph  Au-
er/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-
gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 26 zu 
Art. 63). Auf das Fristwiederherstellungsgesuch ist somit einzutreten.

2.
Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob der Gesuchsteller im Sinne von 
Art. 24 Abs. 1 VwVG unverschuldet davon abgehalten worden ist, in-
nert Frist zu handeln.

2.1 Die Rechtsprechung zur Wiederherstellung der Frist ist allgemein 
sehr restriktiv (vgl.  ANDÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Pro-
zessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht,  Basel 2008, Rz. 2.139 
mit Hinweisen auf die Praxis). Als unverschuldete Hindernisse gelten 
etwa obligatorischer Militärdienst, plötzliche schwere Erkrankung, nicht 
aber organisatorische Unzulänglichkeiten, Arbeitsüberlastung, Ferien-
abwesenheit  oder  Unkenntnis  der  gesetzlichen  Vorschriften.  Ist  die 
Verspätung durch den Vertreter verschuldet, muss sich der Vertretene 
das Verschulden desselben anrechnen lassen. Dasselbe gilt, wenn ei-
ne Hilfsperson beigezogen wurde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts A-7284/2008 vom 20. November 2008 E. 2 mit Hinweisen). Im 
Interesse der Rechtssicherheit und eines geordneten Verfahrens darf 
ein Hinderungsgrund nicht leichthin angenommen werden. Als unver-
schuldet im Sinn von Art. 24 Abs. 1 VwVG kann ein Versäumnis nur 
dann gelten, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der Partei be-
ziehungsweise der Vertretung keine Nachlässigkeit  vorgeworfen wer-
den kann. Als erheblich sind mit anderen Worten nur solche Gründe zu 
betrachten, die der Partei auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt 
die  Wahrung  ihrer  Interessen  verunmöglicht  oder  unzumutbar  er-
schwert  hätten  (vgl.  zum  Ganzen:  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., 
Rz. 2.140 ff. mit Hinweisen).

2.2 Im vorliegenden Fall  hat der Gesuchsteller sein Gesuch um Ge-
währung der  unentgeltlichen  Rechtspflege  zwar  rechtzeitig,  aber  bei 
der  falschen  Behörde  eingereicht.  Dieser  Fehler  kann  ihm indessen 

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nicht  als Verschulden im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG angelastet 
werden. So sieht Art. 21 Abs. 2 VwVG ausdrücklich vor, dass eine Frist 
als gewahrt gilt, wenn die Partei innert Frist an eine unzuständige Be-
hörde gelangt. Zudem bestehen in casu keine Anhaltspunkte, dass der 
Gesuchsteller  sein  Gesuch  bewusst  bzw.  in  rechtsmissbräuchlicher 
Absicht  an  das  BFM  gerichtet  hätte  (vgl.  URS PETER CAVELTI,  in:  Au-
er/Müller/Schindler,  a.a.O.,  Rz. 17 zu  Art. 21). Schliesslich hat  er  es 
auch  nicht  zu  verantworten,  dass  die  Vorinstanz  ihrer  Verpflichtung 
nach Art. 8 Abs. 1 VwVG nicht nachgekommen ist, seine Eingabe an 
das  Bundesverwaltungsgericht  weiterzuleiten.  In  dieser  Konstellation 
durfte er vielmehr darauf vertrauen, dass die Frist zur Bezahlung des 
Kostenvorschusses (noch) nicht verstrichen sei bzw. ihm – selbst  im 
Falle einer Abweisung seines Gesuchs um Gewährung der unentgeltli-
chen  Rechtspflege  –  zumindest  eine  kurze Nachfrist  zur  Bezahlung 
des Kostenvorschusses angesetzt würde.

2.3 Nach dem Gesagten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss, dass der Gesuchsteller die Frist zur Bezahlung des Kosten-
vorschusses unverschuldet versäumt bzw. er den Eintritt der Säumnis-
folgen nicht zu verantworten hat.

3.
Bei dieser Sachlage ist das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur 
Bezahlung des Kostenvorschusses vom 5. November 2008 gutzuheis-
sen, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Oktober 2008 
aufzuheben und das Beschwerdeverfahren wieder aufzunehmen.

4.
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Gesuchsteller keine 
Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 1 VwVG).

4.2 Da nicht davon auszugehen ist, dem Gesuchsteller seien im vorlie-
genden Verfahren notwendige und verhältnismässig hohe Kosten ent-
standen, ist ihm schliesslich keine Parteientschädigung zuzusprechen 
(vgl. Art. 64  Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7  Abs. 4  des  Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Fristwiederherstellungsgesuch vom 5. November 2008 wird gutge-
heissen.

2.
Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-5568/2008 vom 17. Okto-
ber 2008 wird aufgehoben.

3.
Das Beschwerdeverfahren wird wieder aufgenommen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Gesuchsteller (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht,  1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen und  hat  die  Begehren,  deren  Be-

gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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