# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9630fab7-4b8b-59a6-a439-6bdc6f8aa26d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 06.10.2010 SK2 2010 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2010-43_2010-10-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 06. Oktober 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 10 43

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Bochsler
Richter Schlenker und Hubert
Redaktion Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Beschwerde

des A., Geschädigter und Beschwerdeführer, 

gegen

die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten Trins vom 9. Juli 2010, in Sachen 
gegen B., Angeschuldigter und Beschwerdegegner, gegen den Geschädigten und 
Beschwerdeführer,

betreffend Tätlichkeit und Sachbeschädigung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1. Am 11. Dezember 2009 um 10.20 Uhr kam es bei der Ein-/Ausfahrt der 
Tiefgarage des C. an der D. in Z. zwischen A. und B. zu einer 
Auseinandersetzung. Gemäss den aktenkundigen Aussagen von A. und der 
Auskunftsperson E. sowie aufgrund der Feststellungen der Polizei soll sich der 
Vorfall wie folgt zugetragen haben:

2. A., Chauffeur bei der Firma F., fuhr mit seinem Lieferwagen vor den 
Lieferanteneingang des C. in Z., um dort ein Paket auszuliefern. Während er das 
Paket zum Lieferanteneingang brachte, stand sein Lieferwagen teilweise im 
Einfahrtsbereich der Tiefgarage. In der Zwischenzeit muss B. mit seinem 
Mercedes aus der Tiefgarage gefahren sein und sein Fahrzeug schräg hinter dem 
Lieferwagen abgestellt haben. Anschliessend stieg A. wieder in seinen 
Lieferwagen und wollte rückwärts an besagtem Mercedes vorbeifahren. Der 
Aussage von A. zufolge sei B. in diesem Moment aus dem C. herausgekommen 
und habe sich zu seinem Lieferwagen begeben. B. habe die Fahrertür des 
Lieferwagens aufgerissen und ihn beschimpft. Anschliessend habe B. die Tür mit 
voller Wucht wieder zugeschlagen, so dass sich die Innenverschalung gelöst habe 
und beschädigt worden sei. Im Laufe der darauffolgenden verbalen 
Auseinandersetzung habe B. A. mit der rechten oder linken Handfläche durch das 
mittlerweile geöffnete Fahrerfenster gegen sein Gesicht geschlagen. B. sei 
daraufhin wieder in sein Fahrzeug gestiegen und habe wegfahren wollen. A. 
seinerseits stieg aus seinem Lieferwagen und stellte sich vor das Fahrzeug von 
B., um die Sache mit diesem zu bereden und das Kontrollschild abzulesen. 
Daraufhin sei B. mit seinem Fahrzeug langsam nach vorne gerollt und habe ihn 
auf diese Weise bis zur Strasse geschoben. Schliesslich sei B. Richtung Y. 
weggefahren.

3. B. bestritt diese Sachverhaltsfeststellungen. Seinen Aussagen zufolge sei 
die Signalanlage unüblich lange auf „rot“ gestellt gewesen, als er aus der 
Tiefgarage des C. habe wegfahren wollen. Er sei langsam hinaufgefahren und 
habe den verbotenerweise vor dem Lieferanteneingang abgestellten Lieferwagen 
gesehen. Nachdem er im C. über Lautsprecher den fehlbaren Lenker habe 
ausrufen lassen, sei er zum Lieferwagen zurückgekehrt und habe gesehen, dass 
sich nun zwei Personen darin befanden. Er habe an das Fahrerfenster geklopft 
und sie dazu bewegen wollen, endlich wegzufahren bzw. die blockierte Zufahrt 
freizugeben. Zunächst sei er ignoriert worden und erst nach wiederholtem Klopfen 
habe A. das Fenster geöffnet und ihn aufs Gröbste beschimpft. Plötzlich habe A. 

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die Tür aufgestossen und ihn weggedrückt. Da er erkannt habe, dass den beiden 
sprachlich nicht beizukommen gewesen sei, habe er sich entschlossen 
wegzufahren.

4. A. meldete den Vorfall gleichentags der Kantonspolizei Graubünden und 
stellte gegen B. Strafantrag wegen Tätlichkeit und Sachbeschädigung 

B. Mit Kompetenzentscheid vom 13. April 2010 überwies die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafsache zur Verfolgung im 
Strafmandatsverfahren an den Kreispräsidenten Trins. Als in Betracht fallende 
Tatbestände wurden die Art. 126 StGB (Tätlichkeit) und Art. 144 StGB in 
Verbindung mit Art. 172ter StGB (geringfügige Sachbeschädigung) genannt.

Mit Einstellungsverfügung vom 9. Juli 2010 stellte der Kreispräsident Trins das 
gegen B. geführte Strafmandatsverfahren ein, im Wesentlichen mit der 
Begründung, es lasse sich im vorliegenden Fall nicht rechtsgenüglich nachweisen, 
was sich während der Auseinandersetzung tatsächlich zugetragen habe. Mangels 
Beweisen sowie unter Berücksichtigung sämtlicher Tatumstände und der 
widersprüchlichen Aussagen werde von einer Verurteilung von B. abgesehen und 
die eingeleitete Strafuntersuchung eingestellt.

C. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob A. mit Eingabe vom 2. August 
2010 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden. Er beantragt 
sinngemäss, die Einstellungsverfügung sei aufzuheben und die Strafuntersuchung 
gegen B. wegen Tätlichkeit und Sachbeschädigung sei weiterzuführen.

Der Kreispräsident Trins beantragt mit Vernehmlassung vom 10. August 2010 die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung verwies 
er auf die angefochtene Einstellungsverfügung.

B. beantragt mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2010, die Beschwerde 
sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers 
abzuweisen.

II. Erwägungen

1.a. Gegen Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten kann beim 
Kantonsgericht wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde 

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geführt werden (Art. 176a des kantonalen Gesetzes über die Strafrechtspflege 
[StPO; BR 350.000] in Verbindung mit Art. 138 StPO). Zur Beschwerdeführung ist 
berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend macht. 
Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und 
Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 176a StPO in Verbindung mit Art. 139 
Abs. 1 StPO). Als Geschädigter im Sinne des Strafprozessrechts gilt der 
tatbeständlich Verletzte, der Träger des durch die Strafrechtsordnung geschützten 
Rechtsguts, dessen Verletzung oder Gefährdung Gegenstand der Strafverfolgung 
bildet (PKG 1998 Nr. 45 E. 1.a).

Als durch die mutmassliche Straftat Geschädigter ist A. durch die 
Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten Trins vom 9. Juli 2010 berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Er ist folglich zur 
Beschwerdeführung legitimiert.

b. Gemäss Art. 176a StPO in Verbindung mit Art. 139 Abs. 2 StPO ist die 
Beschwerde innert zwanzig Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen 
Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen.

Den Akten ist im vorliegenden Fall nicht zu entnehmen, wann die angefochtene 
Einstellungsverfügung den Parteien mitgeteilt worden ist. Da sie vom Freitag, dem 
9. Juli 2010 datiert, kann sie frühestens gleichentags der Post übergeben worden 
sein. Daraus und aus dem Umstand, dass die Post an Samstagen keine 
eingeschriebenen Briefsendungen zustellt, ergibt sich als frühestmöglicher 
Empfangstermin der Montag, der 12. Juli 2010, womit die 20-tägige 
Beschwerdefrist frühestens am 13. Juli 2010 zu laufen begann. Da der letzte Tag 
der Frist auf Sonntag, den 1. August 2010 fiel, lief die Frist folglich frühestens am 
2. August 2010 ab (Art. 65 StPO). Da die Beschwerde somit unabhängig vom 
exakten Mitteilungsdatum der angefochtenen Einstellungsverfügung rechtzeitig 
erhoben wurde und auch den übrigen Formerfordernissen entspricht, ist auf sie 
einzutreten.

2.a. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 
Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten Trins vom 9. Juli 2010, in welcher das 
Strafverfahren gegen B. wegen Tätlichkeit und geringfügiger Sachbeschädigung 
eingestellt wurde

b. Der Erlass einer begründeten Einstellungsverfügung durch den 
Kreispräsidenten ist zulässig, wenn das Vorliegen eines Straftatbestands objektiv 

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und subjektiv nicht genügend dargetan ist, dem Angeschuldigten also kein 
Straftatbestand zur Last gelegt werden kann. Nach Art. 138 StPO kann die 
Beschwerdeinstanz angefochtene Einstellungsverfügungen im 
Rechtsmittelverfahren nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf 
Angemessenheit überprüfen. Obwohl ihr das Gesetz ausdrücklich eine 
Ermessenskontrolle einräumt, setzt die Beschwerdeinstanz ihr Ermessen nur dort 
an Stelle desjenigen der Vorinstanz, wo sich deren Verfügung nicht mit triftigen 
Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung ist dann angemessen und 
hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des 
Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen einer 
straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit bei gerichtlicher 
Beurteilung ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn darüber hinaus 
keine neuen Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis zu beeinflussen 
vermöchten (PKG 1997 Nr. 36 E. 5, 1995 Nr. 45 E. 4, 1991 Nr. 50; Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (StPO), 2. Aufl, 
Chur 1996, S. 347).

Die Beweislast für eine dem Angeklagten zur Last gelegten Tat liegt grundsätzlich 
beim Staat (Padrutt, a.a.O., S. 306). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind 
hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer 
möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich 
vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst 
um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (PKG 2005 Nr. 16 
E. 2.a; Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, § 17 N 288; 
Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 
2005, § 54 N 11).

c. Im Folgenden ist zu prüfen, ob hinreichende Anhaltspunkte gegeben sind, 
die einen Schuldspruch gegen B. wegen Tätlichkeit und (geringfügiger) 
Sachbeschädigung als wahrscheinlich erscheinen lassen. Ist dies zu verneinen 
und sind auch keine weiteren Beweismittel ersichtlich, welche das Beweisergebnis 
im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten, ist die angefochtene 
Einstellungsverfügung vom 9. Juli 2010 zu Recht ergangen.

3.a. Nach Art. 126 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) 
wird, auf Antrag, mit Busse bestraft, wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die 
keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge haben. Eine 

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typische Tätlichkeit ist die Ohrfeige (Trechsel/Fingerhuth, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich 2008, N 1 zu Art. 126 StGB). Sodann 
wird nach Art. 144 Abs. 1 StGB, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, 
Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder 
unbrauchbar macht. Richtet sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert 
oder auf einen geringen Schaden, so wird der Täter, auf Antrag, mit Busse bestraft 
(Art. 172ter Abs. 1 StGB). Die Grenze für den geringfügigen Vermögenswert bzw. 
den geringfügigen Schaden im Sinne dieser Bestimmung wurde vom 
Bundesgericht auf Fr. 300.-- festgesetzt (BGE 121 IV 261 E. 2.d S. 268). Die Höhe 
des von A. geltend gemachten Schadens beträgt Fr. 200.--, womit im Sinne der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein geringfügiger Schaden vorliegt.

b. Der Kreispräsident Trins führte in der angefochtenen Einstellungsverfügung 
aus, aufgrund der Akten stehe zwar fest, dass es zwischen A. und B. zu einer 
verbalen Auseinandersetzung gekommen sei. Der Nachweis, dass dabei eine 
Tätlichkeit ausgeübt worden sei, könne jedoch nicht erbracht werden, da sich die 
Aussagen von A., B. und der Auskunftsperson betreffend des weiteren Verlaufs 
widersprächen; somit stehe Aussage gegen Aussage. Die Ausführungen der 
Auskunftsperson seien für eine abschliessende Urteilsfindung zu wenig 
aussagekräftig, da diese nur teilweise und lückenhafte Angaben von der 
Konfrontation wiedergäben und ein Schlag ins Gesicht von A. nicht habe erkannt 
werden können. Ein Arztbericht, welcher allfällige Einwirkungen durch 
Tätlichkeiten nachgewiesen hätte, liege auch nicht vor. Ebenso habe aufgrund der 
gemachten Aussagen der verschiedenen Parteien nicht eindeutig geklärt oder 
festgestellt werden können, ob es im Laufe der Auseinandersetzung zur 
Verursachung eines Sachschadens an der Innenseite der Fahrertür des 
Lieferwagens von A. gekommen sei.

c. Der Beschwerdeführer macht vorliegend geltend, der Beschwerdegegner 
habe ihn sehr wohl mit der rechten Hand durch das geöffnete Fenster der 
Fahrertür geohrfeigt. Selbst wenn er ihn dabei nicht getroffen hätte - was aber 
nicht der Fall sei - hätte er sich einer versuchten Tätlichkeit schuldig gemacht. 
Dies wird vom Beschwerdegegner bestritten. Er habe den Beschwerdeführer zu 
keiner Zeit geohrfeigt; selbst der „Zeuge E.“ habe diese Anschuldigung nicht 
bestätigen können.

c/aa. An dieser Stelle sei zunächst erwähnt, dass der eventualiter vorgebrachte 
Tatbestand der versuchten Tätlichkeit im Schweizerischen Strafrecht nicht existiert 

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und demnach auch keine strafrechtlichen Konsequenzen zu zeitigen vermöchte. 
Gemäss Art. 21 Abs. 1 StGB ist der Versuch lediglich bei Vergehen und 
Verbrechen mit Strafe bedroht, nicht dagegen bei Übertretungen - um eine solche 
handelt es sich bei der Tätlichkeit -, ausser wenn das Gesetz dies ausdrücklich 
vorsieht. Da dies bei der Tätlichkeit nicht der Fall ist (vgl. Art. 126 StGB), fällt ein 
strafbarer Versuch im vorliegenden Fall von vornherein nicht in Betracht.

c/bb. Der Beschwerdeführer und die Auskunftsperson E. haben übereinstimmend 
ausgesagt, dass der Beschwerdegegner mit der Hand ausholte - ob es sich dabei 
um die rechte oder linke Hand gehandelt hat, ist letztlich unerheblich - und durch 
das offene Fenster der Fahrertür in das Innere des Lieferwagens schlug (vgl. act. 
4 S. 2, act. 6 S. 2). Demgegenüber behauptet der Beschwerdegegner, lediglich 
mehrmals gegen das verschlossene Fahrerfenster des Lieferwagens geklopft zu 
haben, was die Auskunftsperson wohl fälschlicherweise als Schlagbewegung 
interpretiert habe.

Die Auskunftsperson hat ihre diesbezüglich gemachte Feststellung in der 
polizeilichen Befragung zweimal und widerspruchsfrei zu Protokoll gegeben. Sie 
deckt sich sodann auch mit den Aussagen des Beschwerdeführers und erscheint 
mithin als glaubhaft. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb die 
Auskunftsperson bezüglich der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit nicht 
die Wahrheit sagen sollte. Zu Zweifeln an der Glaubhaftigkeit der Aussage der 
Auskunftsperson besteht umso weniger Anlass, als dass der Bewegungsablauf bei 
einem mit der Hand ausholenden Schlag ins Wageninnere einerseits und das 
blosse Klopfen an das Fahrzeugfenster andererseits sehr verschieden ist und eine 
irrtümliche Wahrnehmung daher ausgeschlossen werden kann. Hinzu kommt, 
dass das Fenster auf der Fahrerseite nach den Aussagen des Beschwerdeführers 
und der Auskunftsperson zum fraglichen Zeitpunkt entgegen der Behauptung des 
Beschwerdegegners auch nicht geschlossen war.

Hat es nach dem Gesagten als erwiesen zu gelten, dass B. auf der Fahrerseite mit 
der flachen Hand ins Fahrzeuginnere schlug, wo sich der Fahrzeuglenker A. 
befand, so erscheint es naheliegend, dass er diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit 
auch tatsächlich getroffen hat. Die diesbezügliche Behauptung des 
Beschwerdeführers erscheint mithin durchaus als glaubhaft. Dass kein Arztbericht 
vorliegt, vermag daran nichts zu ändern, zumal ein blosser Schlag ins Gesicht 
nicht zwingend zu nachträglich feststellbaren physischen Einwirkungen führen 
muss.

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d. Auch in Bezug auf den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung, wobei der 
Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner mit dem Fahrzeug bis an die Strasse 
geschoben worden sein soll, stimmen die Aussagen des Beschwerdeführers und 
der Auskunftsperson überein (vgl. act. 4 S. 3, act. 6. S. 2). Obschon diese 
Folgehandlung nicht Gegenstand des Strafverfahrens ist, eignet sie sich dennoch, 
die Glaubwürdigkeit der Auskunftsperson zu untermauern. Es ist nicht ersichtlich, 
weshalb sich E. eine derartige Situation hätte ausdenken sollen, wenn er sie denn 
nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.

e. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, der Beschwerdegegner habe 
an seinem Lieferwagen durch heftiges Zuschlagen der Fahrertür eine 
Sachbeschädigung begangen. Die von der Polizei gemachten Fotoaufnahmen 
würden dies beweisen. Auch dies wird vom Beschwerdegegner bestritten. Er habe 
mit der Existenz dieses vermutlich vorbestandenen, vom Beschwerdeführer bei 
anderer Gelegenheit selbst zugefügten Schadens nicht das Geringste zu tun. 

Was die Sachbeschädigung anbelangt, steht in der Tat die Aussage des 
Beschwerdeführers gegen jene des Beschwerdegegners. Die Auskunftsperson 
konnte hierzu keine Angaben machen, da sie gemäss eigener Aussage erst auf 
die Situation aufmerksam geworden sei, als der Beschwerdegegner in den 
Lieferwagen geschlagen habe (vgl. act. 6 S. 2), mithin erst nach der 
mutmasslichen Sachbeschädigung. Dem Beschwerdegegner ist insoweit 
zuzustimmen, als die von der Polizei gemachten Fotografien keinen direkten bzw. 
absoluten Beweis für die ihm vorgeworfene Sachbeschädigung abzugeben 
vermögen. Wie erwähnt, ist ein derartiger Beweis jedoch auch nicht erforderlich. 
Vielmehr genügen auch indirekte Beweise bzw. Indizien, sofern sich daraus mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft schliessen lässt (vgl. E. 2.b 
hiervor). Dies ist denn auch vorliegend der Fall. So steht fest, dass zwischen dem 
Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner eine heftige verbale 
Auseinandersetzung stattfand. Wie dargelegt, wird der Verlauf dieser 
Auseinandersetzung von ihnen unterschiedlich geschildert. Soweit sich die 
Aussagen des Beschwerdeführers auf Vorkommnisse beziehen, die auch von der 
Auskunftsperson wahrgenommen wurden, decken sie sich in allen wesentlichen 
Punkten. Sie erscheinen mithin im Gegensatz zu jenen des Beschwerdegegners 
als glaubhaft. Es besteht nun schlichtweg kein Anlass, an der Glaubhaftigkeit der 
weiteren Aussagen des Beschwerdeführers allein deshalb zu zweifeln, weil 
diesbezüglich die Auskunftsperson keine Wahrnehmungen machen konnte. Dazu 
besteht umso weniger Anlass, als dass der vom Beschwerdeführer auch bezüglich 
des Sachschadens geschilderte Geschehensablauf in Gesamtwürdigung der 

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damals herrschenden Umstände als durchaus nachvollziehbar erscheint. Es 
liegen denn auch keine Anhaltspunkte vor und es erscheint sachfremd, dass der 
Sachschaden bereits vorbestand und sich der Beschwerdeführer die 
Auseinandersetzung mit dem Beschwerdegegner zunutze machte, diesen 
Schaden dann flugs bei Erscheinen der Polizei wahrheitswidrig als vom 
Beschwerdegegner verursacht zu behaupten. Im Übrigen ist es gerichtsnotorisch, 
dass Lieferwagen hinsichtlich Konstruktion und Festigkeit nicht die gleich hohe 
Stabilität aufweisen wie andere Fahrzeuge und ein heftiges Zuschlagen der Tür 
daher durchaus ausreichen kann, um deren Innenverschalung zu lösen.

f. Zusammenfassend bleibt somit festzustellen, dass nach dem Gesagten 
sowohl bezüglich Tätlichkeit als auch Sachschaden derart gewichtige Indizien für 
die Täterschaft von B. vorliegen, dass nicht (mehr) davon ausgegangen werden 
kann, dieser werde bei gerichtlicher Beurteilung mit hoher Wahrscheinlichkeit 
freigesprochen. Führen bereits die vorliegenden Beweise zu diesem Schluss, ist 
eine Einvernahme des Beifahrers des Beschwerdeführers nicht mehr zwingend 
erforderlich, auch wenn dies unter Umständen sachdienlich gewesen wäre. 
Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass der Grundsatz „in dubio pro reo“ im 
Untersuchungsverfahren nicht gilt; im Zweifelsfall ist anzuklagen (Padrutt, a.a.O., 
S. 164).

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die angefochtene Einstellungsverfügung 
aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

4. Der Beschwerdegegner hat die Abweisung der Beschwerde beantragt, so 
dass es sich rechtfertigt, ihm die Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen 
(Art. 160 Abs. 3 StPO). Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wird 
praxisgemäss keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene 
Einstellungsverfügung wird aufgehoben und die Sache im Sinne der 
Erwägungen an den Kreispräsidenten Trins zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdegegners.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen 
an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. 
Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: