# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 652bf590-cae4-59d1-8762-048c30298099
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-30
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (1.1.2008 - 31.12.2011)
**Docket/Reference:** ST.2013.191
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2013_191_xp.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2013.191 

Entscheid 

30. September 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

A   A G   ( v o r m a l s   B   G m b H ) ,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (1.1.2008 - 31.12.2011) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  AG  (nachfolgend  die  Pflichtige)  bezweckt  die  Erbringung  von  Bera-

tungsleistungen für Unternehmen und Private, insbesondere in den Bereichen Steuern, 

Recht und Finanzen. Sie wurde am … … 2006 als B GmbH mit Sitz in C, Kanton Zü-

rich, gegründet. Per … … 2007 verlegte sie ihren Sitz formell nach D. Mit rechtskräfti-

gem  Entscheid  vom  24.  August  2010  erwog  die  Steuerrekurskommission  II  (heute 

Steuerrekursgericht),  der  Sitzwechsel  sei  bloss  fiktiv  und  die  tatsächliche  Verwaltung 

der Gesellschaft befände sich im Kanton Zürich. Die Pflichtige wurde mit diesem Ent-

scheid für die Periode … ... 2006 bis 31.12.2007 der Zürcher Steuerhoheit unterworfen. 

Am  …  …  2008  verlegte  die  Pflichtige  ihren  Sitz  nach  E  (Kanton  F),  am  … 

… 2012 erneut nach Zürich. Mit Verfügungen vom 6. April 2009 und vom 19. April 2010 

veranlagte der Kanton F die Pflichtige definitiv für die Steuerperioden 2008 und 2009 

und beanspruchte die Steuerfaktoren vollumfänglich für sich. Am 19. September 2012 

wies das kantonale Steueramt F die Steuerfaktoren für die Jahre 2010 und 2011 gänz-

lich dem Kanton Zürich zu. 

Am  11.  Februar  2011  forderte  das  kantonale  Steueramt  Zürich  (nachfolgend 

das kantonale Steueramt) die Pflichtige auf, sämtliche Kontendetails und Belege für die 

Einschätzung 2008 einzureichen. Die Pflichtige kam dem am 14. März 2011 nach. Am 

25. Mai 2012 ersuchte das kantonale Steueramt die Pflichtige um Einreichung diverser 

Unterlagen/Belege  für  die  Steuerperioden  2009  und  2010.  Darauf  beantragte  die 

Pflichtige am 31. Mai 2012 die Fällung eines Vorentscheids über die Steuerhoheit.  

Mit Entscheid vom 7. Mai 2013 beanspruchte der Kanton Zürich die Steuerho-

heit über die Pflichtige für die Steuerperioden 2008 bis 2011. 

B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 6. Juni 2013 Einsprache mit dem Antrag, 

den Sitzwechsel  ab  der  Steuerperiode  2008  zu  berücksichtigen.  Das kantonale Steu-

eramt wies die Einsprache am 5. Juli 2013 ab. 

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C.  Mit  Rekurs  vom  6.  August  2013  wiederholte  die  Pflichtige  den  Antrag  ge-

mäss Einspracheschrift und ersuchte um Zusprechung einer Parteientschädigung. Das 

kantonale Steueramt schloss am 14. August 2013 auf Abweisung des Rekurses. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird, soweit rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Die Pflichtige liess sich formell am … … 2008 in E (Kanton F) nieder. Das 

hiesige Steueramt anerkennt  – in Übereinstimmung mit der  (nachträglich geänderten) 

Auffassung  der  Steuerverwaltung  des  Kantons  F  –  die  Beendigung  der  Steuerhoheit 

des Kantons Zürich per … … 2008 nicht. 

a) Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den als juristische Personen u.a. die Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften usw.) 

besteuert.  Juristische  Personen  sind  kraft  § 55  StG  aufgrund  persönlicher  Zugehörig-

keit steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton be-

findet. Diesfalls ist ihre Steuerpflicht nach § 57 Abs. 1 StG unbeschränkt (Halbsatz 1); 

hingegen erstreckt sie sich nicht auf Betriebsstätten und Grundstücke ausserhalb des 

Kantons (Halbsatz 2). 

b)  Im  interkantonalen  Verhältnis  greift  das  harmonisierte  Steuerrecht.  Juristi-

sche  Personen  wie  namentlich  Kapitalgesellschaften  sind  nach  Art. 20  Abs. 1  des 

Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern der  Kantone und Ge-

meinden  vom  14.  Dezember  1990 (StHG) steuerpflichtig,  wenn sich ihr  Sitz  oder  ihre 

tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet. Nur dann darf der Kanton zu einer unbe-

schränkten Besteuerung schreiten. Sitz der juristischen Person ist der Ort, den die Sta-

tuten  als  Sitz  bezeichnen  (vgl.  Art. 56  ZGB).  Aufgrund  von  Art. 20  Abs. 1  StHG  bzw. 

dessen  Umsetzung  im  kantonalen  Recht  kann  es  vorkommen,  dass  sowohl  der  Sitz-

kanton  als  auch  der  Kanton  der  tatsächlichen  Verwaltung  die  Steuerpflicht  aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit, d.h. das Hauptsteuerdomizil, für die nämliche Steuerperio-

de  beanspruchen,  und  zwar  überschneidend.  In  der  Folge  resultiert  eine  unerlaubte 

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Doppelbesteuerung.  Dieser  Konflikt  ist  nach  den  Regeln  zu  lösen,  welche  die  Praxis 

zum  interkantonalen  Steuerrecht  als  Kollisionsrecht  entwickelt  hat  (Athanas/Widmer, 

in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/1,  2.  A.,  2002,  Art. 20  

N.  37  ff.  StHG;  Peter  Locher,  in:  Einführung  in  das  interkantonale  Steuerrecht  der 

Schweiz, 3. A., 2009, S. 47). 

c) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) befin-

det sich das Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person im interkantonalen Verhältnis 

grundsätzlich an ihrem durch die Statuten und den Handelsregistereintrag bestimmten 

Sitz. Auf diesen zivilrechtlichen Sitz wird jedoch dann nicht abgestellt, wenn ihm in ei-

nem anderen Kanton ein Ort gegenübersteht, an dem die normalerweise am statutari-

schen Sitz sich abspielende Geschäftsführung und Verwaltung, d. h. die leitende Tätig-

keit, in Wirklichkeit vor sich geht (StE 2009 A 24.22 Nr. 6 E. 2.2). Dann wird dieser Ort 

als (Haupt-)Steuerdomizil betrachtet. Ob der Wahl des statutarischen Sitzes fiskalische 

oder andere Erwägungen zugrunde liegen, ist unerheblich; es genügt, dass dieser Sitz 

den  wirklichen  Verhältnissen  in  keiner  Weise  entspricht  und  als  künstlich  geschaffen 

erscheint  (BGr,  22.  Dezember  2009,  2C_259/2009,  www.bger.ch).  Entscheidend  sind 

die gesamten Umstände des Einzelfalls (vgl. u. a. ASA 56, 85 E. 3; StE 2002 A 24.22 

Nr. 4 E. 2a; StE 1999 A 24.22 Nr. 3 E. 2a, je mit Hinweisen). Als rein künstlich geschaf-

fen gilt ein statutarischer Sitz, wenn zu ihm keinerlei nähere Beziehung besteht. Dann 

liegt  ein  sogenanntes  Briefkastendomizil  vor  (Höhn/Mäusli,  Interkantonales  Steuer-

recht, 4. A., 2000, § 8 N 3, auch zum Folgenden). Dieses besteht darin, dass ein An-

walt, Treuhänder oder anderer Beauftragter (infrage kommen auch entsprechende ju-

ristische  Personen)  im  Wesentlichen  lediglich  seine  Geschäftsadresse  zur  Verfügung 

stellt  und er  für  die Gesellschaft  die Post  entgegennimmt.  Der  Ort  der wirklichen Lei-

tung ist (nur) dann entscheidend, wenn sich am statutarischen Sitz keine Leitung und 

keine  Geschäftseinrichtungen  befinden  (in  diesem  Sinn  wohl  Höhn/Mäusli,  § 8  N 1). 

Gemäss  Bundesgericht  ist  mithin  primär  auf  den  Ort  des  statutarischen  Sitzes  abzu-

stellen.  Der  Ort  der  tatsächlichen  Leitung  bestimmt  einzig  dann  das  Steuerdomizil, 

wenn dem statutarischen Sitz bloss formelle Bedeutung zukommt (Locher, S. 48).  

Der Begriff der tatsächlichen Verwaltung ist nicht scharf umschrieben; er deckt 

sich mit jenem der tatsächlichen Geschäftsleitung (S. 108 der Botschaft zum Bundes-

gesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden 

sowie über die direkte Bundessteuer vom 25. Mai 1983; so letztlich auch Peter Mäusli, 

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Die  Ansässigkeit  von  Gesellschaften  im  internationalen  Steuerrecht,  1993,  S. 160;  je 

auch  zum  Folgenden).  Die  Tätigkeit  der  obersten  Gesellschaftsorgane  gehört  nicht 

dazu, falls sie die reine Kontrolle der eigentlichen Geschäftsleitung betrifft und sich auf 

gewisse  Grundsatzentscheide  beschränkt  (Widmer/Moser,  Schweizer  Aussensteuer-

recht, in: ST 2005, 499, auch zum Folgenden). Ebenso wenig ist auf die administrative 

Verwaltung bzw. eine untergeordnete Geschäftstätigkeit abzustellen. Entscheidend ist 

jener  Ort,  wo  "die  Fäden  der  Geschäftsführung  zusammenlaufen  (und)  die  wesentli-

chen  Unternehmensentscheide  fallen".  Abzustellen  ist  somit  auf  den  Ort  der  Führung 

der laufenden Geschäfte im Sinn der obersten Leitung der operationellen Betriebsfüh-

rung. Findet sie an verschiedenen Orten statt, so kommt es auf das Zentrum, d.h. den 

Mittelpunkt dieser Tätigkeit an. Der Ort der wirklichen Leitung kann ausnahmsweise bei 

einer Drittperson angesiedelt sein (Mäusli, S. 63). 

2. a) In Bezug auf die Beweislast gilt grundsätzlich, dass es der Behörde ob-

liegt, den Wohnsitz bzw. Sitz als steuerbegründende Tatsache darzutun. Dem Steuer-

pflichtigen kann freilich der Gegenbeweis für die von ihm behauptete subjektive Steu-

erpflicht  an  einem  neuen  Ort  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Behörde 

angenommene  bisherige  subjektive  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt  

(BGr, 16. Februar 2010, 2C_625/2009; 14. April 2009, 2C_576/2008, je www.bger.ch; 

vgl. schon ASA 39, 284 E. 3c). Das Bundesgericht hat dies bezüglich des steuerrecht-

lichen Wohnsitzes,  also für  natürliche  Personen  erkannt;  doch muss das  sinngemäss 

auch für juristische Personen gelten.  Gelingt es der steuerpflichtigen juristischen Per-

son nicht, den Sitzwechsel und dessen realen Hintergrund zu belegen, bleibt es bei der 

bisherigen  Domizilzuordnung.  Gleich  verhält  es sich  bezüglich  des  Orts  der  tatsächli-

chen Verwaltung einer juristischen Person. All das gilt jedenfalls dann, wenn der Steu-

erpflichtige  seiner  Mitwirkungspflicht  im  Rahmen  des  Zumutbaren  nachgekommen  ist 

(vgl.  zum  Ganzen  AJP  2008,  1288  E.  2.3;  StE 2008  A  24.21  Nr. 18  E.  2.3;  Pra 2000 

Nr. 7  S. 29  E.  3c;  BGr,  4. März  2009,  2C_770/2008  E.  3,  www.bger.ch,  mit  weiteren 

Hinweisen). 

b) Selbst wenn eine juristische Person ihren statutarischen Sitz verlegt und zu 

prüfen  ist,  ob  sie  erstmals  primär  am  neuen  Sitz  unbeschränkt steuerpflichtig  ist,  ver-

bietet  es  sich,  vorschnell  auf  eine  bloss  formelle  Gestaltung  der  Verhältnisse  zu 

schliessen.  Unterhält  sie  am  Ort  ihres  neuen  statutarischen  Sitzes  eine  wesentliche 

Büroinfrastruktur (Büroräumlichkeiten, Personal, etc.) für ihren Geschäftsbetrieb, so ist 

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anzunehmen, dass sich dort auch der effektive Sitz befindet. Es obliegt dann dem Kan-

ton  des  früheren  Sitzes,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  sich  die  eigentliche  Ge-

schäftsführung  und  Verwaltung,  d.  h.  die  leitende  Tätigkeit,  in  Wirklichkeit  weiterhin 

unter  seiner  Steuerhoheit  abspielt  (StE 2009  A  24.22  Nr. 6  E.  2.3;  StE 1984  A  24.22 

Nr. 1 E. 2b). 

3.  Bestreitet  eine  zur  Veranlagung  herangezogene  Person  die  Steuerhoheit 

des Kantons, muss grundsätzlich in einem Vorentscheid rechtskräftig über die subjekti-

ve  Steuerpflicht  im  Kanton  entschieden  werden,  bevor  das  Veranlagungsverfahren 

fortgesetzt werden kann (BGE 131 I 145 E. 2.1, 125 I 54  E. 1a, mit weiteren Hinwei-

sen). Ein solcher Steuerdomizilentscheid ist wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV 

auf  dem  ordentlichen  Rechtsmittelweg  anfechtbar  (siehe  BGr,  22.  Dezember  2009, 

2C_259/2009). 

4. a) Gestützt auf die Verlegung des statutarischen Sitzes der Pflichtigen nach 

E,  Kanton  F,  hat  die  hiesige  unbeschränkte  Steuerpflicht  geendet,  es  sei  denn,  die 

Sitzverlegung erweise sich als rein formell, ohne dass die tatsächliche Verwaltung sich 

vom Kanton Zürich nach F wegverschoben habe. 

b) Die Pflichtige argumentiert, ein Kanton verwirke gemäss Bundesgericht den 

Anspruch auf Steuerhoheit, falls er – wie vorliegend – mit dem Hoheitsentscheid unge-

bührlich lange zuwarte. Zudem habe der Kanton Zürich für die Steuerperiode 2008 auf 

die Steuerhoheit implizit verzichtet, da er sie für die direkte Bundessteuer nicht bean-

spruche.  Es  gelte,  das  Prinzip  der  einheitlichen  und  ungeteilten  Veranlagungs-  und 

Bezugszuständigkeit zu beachten. 

Die  Pflichtige  habe  2008  in  E  zwei  Räume  von  einer  von  ihr  komplett  unab-

hängigen Gesellschaft, der G AG, für je Fr. 400.- monatlich (ab .. … 2010 sodann neue 

Räumlichkeiten für Fr. 1'500.- monatlich) gemietet. Die Räumlichkeiten seien teilweise 

als  Treuhanddienstleistung  an  international  tätige,  steuerlich  privilegierte  Gesellschaf-

ten  untervermietet  worden.  Aufgrund  der  Abwicklung  dieses  Geschäftsbereichs  im 

Kanton F sei der Sitz in E nicht bloss rein formeller Natur gewesen.  

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c) Das kantonale Steueramt bestreitet, je implizit auf die Steuerhoheit für das 

Jahr 2008 verzichtet zu haben: Da der Kanton F die direkte Bundessteuer 2008 bereits 

bezogen habe, habe der Kanton Zürich darauf verzichtet, um ein umständliches Stor-

nierungsverfahren in F zu vermeiden.  

Nicht ersichtlich sei zudem, inwiefern die von der Pflichtigen belegten Mietein-

nahmen eine effektive Verwaltung in E beweisen würden. Der Gesellschafter und Ge-

schäftsführer  der  Pflichtigen  H  habe  in den  betroffenen  Jahren  im  Kanton  Zürich (na-

mentlich  bis  …  2009  in  C,  danach  in  I)  gewohnt.  Gleichzeitig  sei  er  einer 

selbstständigen Erwerbstätigkeit in der Anwaltskanzlei J mit Sitz in Zürich nachgegan-

gen.  Aus  ökonomischen  Überlegungen  erscheine  es daher  zumindest  fragwürdig,  die 

tatsächliche Verwaltung der Pflichtigen in E anzunehmen.  

d) Die Pflichtige (damals noch B GmbH) mietete am … … 2008 von der G AG 

einen Büroraum (inkl. Parkplatz und Mitbenutzung eines Sitzungsraums für maximal 4 

Stunden/Woche) im Gebäude K … in E für einen Mietzins von Fr. 400.- monatlich und 

benutzte fortan diese Geschäftsadresse. Aktenkundig ist ebenfalls ein zweiter Mietver-

trag vom … … 2008 zwischen der Pflichtigen und der G AG. Mietobjekt ist ein zweiter 

Büroraum  inkl.  Sitzungsraum  zur  Mitbenutzung  (max.  4  Stunden  wöchentlich)  im  sel-

ben Gebäude. Der Mietzins beläuft sich wiederum auf Fr. 400.- pro Monat. Mit Vertrag 

vom  …  …  2010  mietete  die  Pflichtige  alsdann  von  der  L  AG,  beide  vertreten  von  H, 

nicht  näher  bezeichnete  Büros  an  der  …strasse  12  in  E für  Fr.  1'500.- monatlich  und 

änderte entsprechend ihre Geschäftsadresse. Ob die Räumlichkeiten im Gebäude K … 

gleichzeitig  aufgegeben wurden,  ist  nicht  bekannt.  Die  Pflichtige macht  darüber keine 

Angaben,  Aufgrund  der  Adressänderung  der  Pflichtigen  erscheint  dies  indessen  als 

wahrscheinlich. 

Aktenkundig  wurden  die  gemieteten  Räumlichkeiten  zumindest  teilweise  im 

Jahr 2008 (im K …) sowie im Jahr 2010 (…strasse 12) an Dritte weitervermietet. Für 

das  Jahr  2008  belegte  die  Pflichtige  vom  verbuchten  "Mietertrag  E"  insgesamt  

Fr. 5'618.- . 

Hingegen behauptete die Pflichtige nie, die Räumlichkeiten in E je für eigene 

Geschäftsbedürfnisse  selbst  genutzt  zu  haben.  Aufgrund  der  Weitervermietung  er-

scheint  dies  auch  unwahrscheinlich.  Vielmehr  vertritt  die  Pflichtige  die  Meinung,  die 

Untervermietung  der  Geschäftsräume  in  E  reiche,  um  ihrem  Sitz  dort  den  formellen 

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Charakter abzusprechen. Da wirtschaftliche Gründe für die Anmietung der Büroräume 

in  E  bestanden  hätten,  namentlich  die  Erbringung  von  Dienstleistungen  (in  Form  von 

Vermietung)  an  international  tätige  Gesellschaften,  habe  die  Pflichtige  dort  eine  ge-

schäftliche  Aktivität  entfaltet.  Somit  sei  ihr  Sitz  im  Kanton  F  nicht  rein formeller  Natur 

gewesen. 

Die Pflichtige übersieht, dass bei der von ihr geschilderten Ausgangslage (un-

tergeordnete  Geschäftstätigkeit  jedoch  keine  Geschäftsführung  und  Verwaltung  in  E) 

davon auszugehen ist, der Sitz in E habe lediglich formelle Bedeutung gehabt. Im Ein-

klang  mit  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  ist  dann,  wenn  sich  am  statutari-

schen Sitz keine Leitung und keine Geschäftseinrichtungen befinden, auf den Ort der 

wirklichen Leitung abzustellen. Wird – wie hier – nur die Möglichkeit einer Bürobenut-

zung  durch  Dritte  geschaffen  und  arbeitet  dort  kein  eigenes  Personal,  sei  es  vollzeit-

lich,  sei  es  temporär,  so  liegt  die  Vermutung  nahe,  dass  die  Verlegung  des  statutari-

schen  Sitzes  rein  formell  ist  und  sich  die  Verhältnisse  in  steuerrechtlich  relevanter 

Hinsicht daher nicht verändert haben. Untergeordnete Tätigkeiten, namentlich einzelne 

geschäftliche Aktivitäten, sind hinsichtlich des Orts der tatsächlichen Verwaltung unbe-

achtlich (StRK II, 24. August 2010, ST.2010.197 E. 6.b).  

Da  keine  geschäftsleitende  Tätigkeit  in  E  stattfand,  sondern  nur  Mietertrag 

generiert  wurde,  erscheint  es  naheliegend,  dass  die  Pflichtige  vom  Wohn-  oder  Ar-

beitsort  des  Gesellschafters  und  Geschäftsführers  H  geführt  wurde,  beide  im  Kanton 

Zürich.  In  den  massgebenden  Steuerperioden  benutzte  H  für  die  Korrespondenz  der 

Pflichtigen mehrfach das Briefpapier der Anwaltskanzlei K und somit seine Arbeitsad-

resse in Zürich. Auch für allfällige Rückfragen an die Pflichtige in Steuersachen gab er 

in der Zeit von 2008 bis 2011 seine Arbeitsadresse bzw. seine Telefonnummer an der 

Arbeitsadresse an. Somit ist davon auszugehen, dass die Geschäftsleitung der Pflich-

tigen an der Arbeitsadresse in Zürich stattfand. 

Das Argument der Pflichtigen, der Kanton Zürich habe durch langes Zuwarten 

seinen Anspruch auf Steuerhoheit verwirkt, ist nicht zu hören: Diese Verwirkung ist ein 

Institut zugunsten der steuererhebenden Kantone und nicht der Steuerpflichtigen. Des-

halb kann die Verwirkung nur durch einen anderen Kanton und nicht durch den Steu-

erpflichtigen  selbst  geltend  gemacht  werden  (BGE  137 I  273  E.  3.3.4).  Der  Kanton  F 

erhob  gegen  die  Inanspruchnahme  der  Steuerhoheit  für  die  Steuerperioden  2008  bis 

2011 durch den Kanton Zürich keine Einwendungen. 

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Inwiefern der Kanton Zürich durch den Verzicht auf die Erhebung der direkten 

Bundessteuer 2008 implizit auf die Steuerhoheit verzichtet haben soll, ist nicht ersicht-

lich: Das Vorgehen ist prozessökonomisch nicht zu beanstanden und widerspricht inso-

fern  auch  nicht  dem  Prinzip  der  einheitlichen  und  ungeteilten  Veranlagungs-  und  Be-

zugszuständigkeit,  geht  es  doch  bei  der  Umsetzung  dieses  Prinzips  u.a.  auch  um 

Zweckmässigkeitsüberlegungen.  

5. a) Somit muss es dabei sein Bewenden haben, dass in keiner Weise erstellt 

ist, dass 2008 bis 2011 der statutarische Sitz der Pflichtigen in E mehr als nur rein for-

mell  war  und  dass  auch  nur  irgendeine  geschäftsleitende  Tätigkeit  der  Gesellschaft 

dort ausgeübt wurde. Insofern ist der unter den gegebenen Umständen der Pflichtigen 

obliegende Gegenbeweis der Ausübung der tatsächlichen Verwaltung in E klarerweise 

gescheitert. 

b) Nach alledem ist der Rekurs abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfah-

rens sind die Kosten nach § 151 Abs. 1 StG der Pflichtigen aufzuerlegen und steht ihr 

keine  Parteientschädigung  zu  (§  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1958/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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