# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c987091-70f0-5278-8184-2c34ed7a63cc
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 15.05.2024 I 2023 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2023-2_2024-05-15.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2023 2

Entscheid vom 15. Mai 2024 

Besetzung lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Rente)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1968, verheiratet, 2 erwachsene Kinder 
________ Abschluss der obligatorischen Schulzeit, keine Berufsausbildung) 
meldete sich am 29. April 2004 (Posteingang) aufgrund einer starken Gleichge-
wichtsstörung mit starkem Schwindel seit 1. März 2003 erstmals bei der IV-Stelle 
Schwyz zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Zuvor arbeitete sie von 1997 bis 
2000 bzw. vom 2. September 2000 bis Dezember 2000 und ab 9. Januar 2002 
bis 28. Februar 2002 als Teilzeitangestellte im Service (IV-act. 8f.). Nach weite-
ren Abklärungen verfügte die IV-Stelle Schwyz am 25. Januar 2005 die Abwei-
sung des Gesuchs um berufliche Massnahmen und Ausrichtung einer Invaliden-
rente (IV-act. 12).

B. Am 25. Mai 2021 (Posteingang) meldete sich A.________ bei Schwindel, 
Migräne, Ischialgie, Rücken und Darm seit 2003 und aufgrund einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit seit 1. Januar 2021 erneut bei der IV-Stelle Schwyz zum Leis-
tungsbezug an. Zuvor arbeitete A.________ seit dem 1. Januar 2014 zu 40% in 
einem Online-Shop-Lager (mit Kündigung per 31.12.2022) und übte zusätzlich 
eine Reinigungstätigkeit von vier bis sechs Stunden pro Woche aus (IV-act. 13, 
24-2/6). 

C. Nach weiteren Abklärungen sowie Abschluss der Frühintervention teilte die 
IV-Stelle Schwyz A.________ am 2. Juni 2022 im Rahmen eines Mahn- und Be-
denkzeitverfahrens die Notwendigkeit weiterer Abklärungen mit (IV-act. 31). 
Nachdem A.________ in der Folge die verlangten Unterlagen einreichte bzw. 
einreichen liess (vgl. IV-act. 34, 36f.) sah die IV-Stelle Schwyz mit Vorbescheid 
vom 21. Oktober 2022 vor, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 43). Da-
gegen erhob A.________ keine Einwände. Mit Verfügung vom 2. Dezember 
2022 wies die IV-Stelle Schwyz das Leistungsbegehren ab (IV-act. 44).

D. Mit Eingabe vom 9. Januar 2023 (= Datum der Postaufgabe) lässt 
A.________ gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2022 fristgerecht Be-
schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den fol-
genden Anträgen:

1. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 2. Dezember 2022 sei 
dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente 
zusteht.

2. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung der angefochtenen Verfügung der IV-
Stelle Schwyz vom 2. Dezember 2022 zur Vornahme ergänzender 
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder das Gericht 
habe selber ergänzende Abklärungen anzuordnen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

3

E. Mit Vernehmlassung vom 10. Februar 2023 beantragt die IV-Stelle Schwyz, 
die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Las-
ten der Beschwerdeführerin. Mit Replik vom 23. Februar 2023 lässt die Be-
schwerdeführerin vollumfänglich an den Anträgen gemäss Beschwerdeschrift 
vom 9. Januar 2023 festhalten. Die Duplik der Vorinstanz erfolgte am 14. März 
2023.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2020 sieht die Teilnahme am vor-
instanzlichen Verfahren nicht explizit vor, womit die Beschwerdelegitimation da-
her auch gegeben sein kann, wenn sich eine Partei nicht durchgehend und expli-
zit am kantonalen bzw. verwaltungsinternen Verfahren beteiligt hat (vgl. hierzu 
Bollinger, BSK ATSG, Art. 59 N 7f. m.V.a. BGE 127 V 107 E. 2; vgl. auch VGE I 
2022 73 vom 12.1.2024 E. 1.3; Kieser, ATSG-Komm., 4. A., Zürich / Basel / Genf 
2020, Art. 59 N 12; Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 13.3.2014, EL 2012/24 E. 1.4 m.V.a. Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 11.11.2003, IV 2003/54-Z). Dem Interesse an der 
objektiv richtigen Anwendung des materiellen Bundessozialversicherungsrechts 
wird dabei ein höheres Gewicht beigemessen, zumal in der Regel kaum öffentli-
che Interessen gegen einen Verzicht auf das Erfordernis der formellen Beschwer 
sprechen (vgl. Meyer, Die Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren als Voraus-
setzung der Rechtsmittellegitimation, in: Schaffhauser / Schlauri, Sozialversiche-
rungsrechtstagung 2004, S. 9ff.). Dafür spricht auch, dass - gemäss Art. 57a 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) vom 19. Juni 
1959 - das Vorbescheidverfahren insbesondere der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs dient.

Damit kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden, auch wenn die 
(damals nicht anwaltlich vertretene) Beschwerdeführerin keine Einwände gegen 
den Vorbescheid der Vorinstanz vom 21. Oktober 2022 erhoben hat. Von der 
Vorinstanz wird denn auch nichts Anderes geltend gemacht.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann 
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein-
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

4

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus-
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti-
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be-
dingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe-
reich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare 
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 
ATSG).

2.2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, 
die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während eines Jah-
res ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeits-
unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 
invalid sind (lit. c).

2.2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31.12.2021 geltenden Fassung) be-
steht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine 
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf 
eine Viertelsrente. 

Gemäss der seit 1. Januar 2022 geltenden Gesetzesrevision "Weiterentwicklung 
der IV" (WEIV), wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt (Art. 28b Abs. 1 IVG). Dieses neue System gilt für 
alle ab 1. Januar 2022 zugesprochenen Renten (vgl. Dupont, Weiterentwicklung 
der IV, SZS 2022, S. 7). 

Erfolgt die Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 
2022, welche aber einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 begründet, 
sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig bis 
31. Dezember 2021 massgebend (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung, KSIR [Fassung ab 1.1.2022] Rz. 9101; KOSS - Ger-
ber, Art. 28b IVG, N 102). Dies gilt auch bei erstmalig abgestuften bzw. befriste-
ten Rentenzusprachen und Revisionsfällen (KSIR Rz. 9102). 

2.2.3 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 
nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 
29 Abs. 1 IVG).

5

2.2.4 Vorliegend hat die Vorinstanz einen Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin am 2. Dezember 2022, also nach dem 1. Januar 2022 verneint. Die Be-
schwerdeführerin meldete sich am 25. Mai 2021 bei der Vorinstanz zum Leis-
tungsbezug an und machte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. Januar 2021 
geltend. Gemäss angefochtener Verfügung vom 2. Dezember 2022 hätten die 
Abklärungen ergeben, dass ab 4. Januar 2021 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
vorgelegen habe. Es habe jedoch keine anhaltende Erwerbsunfähigkeit während 
der Dauer eines Jahres vorgelegen, da spätestens ab 4. August 2021 wieder ei-
ne volle Arbeitsfähigkeit gegeben gewesen sei. Aus den Akten ergeben sich je-
doch auch Anhaltspunkte dafür, dass bereits vor dem 1. Januar 2021 eine (Teil-) 
Arbeitsunfähigkeit vorhanden gewesen sein könnte (vgl. IV-act. 24-2/6). Ob diese 
Anhaltspunkte ausreichen, um den Beginn des Wartejahres und somit in der Fol-
ge den Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs auf einen früheren Zeitpunkt 
festzulegen, kann vorliegend jedoch offen bleiben. Mit dem nachfolgenden Er-
gebnis ist unerheblich, welche der vorstehend erwähnten (geänderten) Bestim-
mungen anwendbar sind. 

2.3 Die Invalidität bemisst sich rechtsprechungsgemäss nicht nach medizini-
schen, sondern nach wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbs-
unfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die 
versicherte Person in Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die ver-
bliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 
109 V 25 E. 3d). Wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch 
nicht erwerbsunfähig und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 E. 1b).

2.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelieren 
die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung des 
Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung IVG, 4. Aufl., 
Zürich 2022, Art. 53-57 IVG N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 E. 1a).

2.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 

6

der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f.; BGE 
125 V 256 E. 4).

2.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 
157 E. 1c). 

2.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a; BGE 
134 V 231 E. 5.1).

2.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und Arzt-
person im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt worden: 
Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschrei-
ben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksich-
tigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf 
die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Auf-
gabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall Gerichte nicht kompetent sind (z.B. 
Urteil BGer 9C_437/2012 vom 6.11.2012 E. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der 
erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt 
der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Viel-
mehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. 
Die ärztlichen Angaben sind eine wichtige Grundlage für die juristische Beurtei-
lung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 

7

können (so die mit BGE 105 V 156 E. 1 begründete und in zahllosen Urteilen 
bestätigte Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 E. 4; BGE 140 V 193 E. 3.2).

2.5.5 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Un-
tersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweis-
würdigung Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). 

2.5.6 Den versicherungsinternen Beurteilungen misst die Rechtsprechung nicht 
die gleiche Beweiskraft zu wie versicherungsexternen Gutachten (BGE 135 V 
470). Auf versicherungsinterne Gutachten wird schon dann nicht mehr abgestellt, 
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit beste-
hen (SK ATSG - Kieser, 4. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2020, Art. 44 N 37 m.H.a. 
SVR 2010 IV Nr. 41, 8C_197/2014 E. 4.2). 

2.6 Für die Festsetzung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Leiden definiert 
das strukturierte Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 systematisierte Indi-
katoren, die - unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs-
faktoren einerseits und allfälliger Kompensationspotentiale (Ressourcen) ander-
seits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 
(vgl. BGE 143 V 409 bzw. BGE 143 V 418 betr. Anwendbarkeit des strukturierten 
Beweisverfahrens auf depressive Störungen leicht bis mittelgradiger Natur bzw. 
grundsätzlich auf sämtliche psychischen Erkrankungen). Bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch 
die Organe der Rechtsanwendung in ihrer Einschätzung des Leistungsvermö-
gens an den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall 
gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). 

2.7 Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher prak-
tisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-
nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 
sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteile BGer 9C_77/2015 vom 
27.3.2015 E. 5.4; 9C_78/2014 vom 18.3.2014 E. 4; I 676/05 vom 13.3.2006 E. 
2.4 mit Hinweisen).

2.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 

8

und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Rz. 153; Urteil BGer 8C_424/2010 vom 
19.7.2010 E. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 E. 5.3).

3.1 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab und vor der ersten 
Anmeldung bei der Vorinstanz am 29. April 2004 ergibt sich aus den Akten was 
folgt.

3.1.1 Dr.med. C.________ (Facharzt FMH für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten) 
untersuchte die Beschwerdeführerin am 24. März 2003. In seinem Bericht vom 
31. März 2003 diagnostizierte er eine Unterfunktion des peripheren Vestibularor-
ganes rechts. Im übrigen ORL-Status fände sich noch eine Septumdeviation 
nach links, ansonsten bestehe ein altersentsprechend unauffälliger Befund. Der 
Untersuchungsbefund sei insofern etwas überraschend, als dass die von der Be-
schwerdeführerin angegebene Anamnese für eine periphere Vestibulopathie 
nicht typisch sei (fehlender Drehschwindel) und auch im orientierenden Vestibu-
larisstatus nichts auf eine solche Unterfunktion schliessen liess. Differenzialdia-
gnostisch gelte es daher auch an eine zentrale Pathologie zu denken, weshalb 
dringend ein neurologisches Konsilium, allenfalls mit Magnetresonanz-
Untersuchung, empfohlen werde (IV-act. 7-26/29).

3.1.2 Am 4. April 2003 berichtete Dr.med. D.________ (Spezialarzt FMH für 
Neurologie) dem Hausarzt, dass die Ursache des angeblich zunächst massiven, 
jetzt noch leichten Dauerschwindels nicht mit Sicherheit bestimmt werden könne. 
Es gebe keine erklärenden Befunde (das MRI des Schädels vom 4.4.2003 sei 
normal). Differenzialdiagnostisch scheine eine psychogene Störung zu bestehen 
(IV-act. 7-16/29).

3.1.3 Der Hausarzt Dr.med. E.________ (Allgemeine Medizin FMH), bei wel-
chem die Beschwerdeführerin seit November 1993 in Behandlung war, hielt in 
seinem Bericht vom 14. Mai 2004 einen chronischen persistierenden reaktivier-
ten benignen Lagerungsschwindel mit psychosomatischer Überlagerung fest. Die 
Beschwerdeführerin sei durch diese Krankheit im chronischen Verlauf sehr 
ängstlich geworden. Sie sei sehr sensibel, habe gelegentliche Anfälle von Migrä-
ne, Hypotonie, deutliche Tendinosen im Bereich der Ansätze an der ersten Rippe 
und massive Verspannungen nuchal, cervical und costo-scapulär. Dr.med. 
E.________ attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
seit 1. März 2003 bis auf weiteres. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig 
(IV-act. 7-1ff./29).

9

3.1.4 Mit Stellungnahme vom 21. Januar 2005 hielt der Arzt des Regionalen ärzt-
lichen Dienstes (RAD) der Vorinstanz folgende Diagnosen fest (IV-act. 11-4/4):

Diagnosen ohne Auswirkungen auf Arbeitsleistung:
Benigner Lagerungsschwindel
Psychosomatische Beschwerden
Migräne
Hypotonie
Tendinosen, Myosen

Ein Gesundheitsschaden nach Art. 8 ATSG sei nicht vorhanden. Im Speziellen 
fände sich auch keine invalidisierende psychiatrische Erkrankung. Eine ergän-
zende (psychiatrische) Abklärung sei nicht angezeigt. Die Beschwerden der Be-
schwerdeführerin seien ausführlich medizinisch abgeklärt worden.

3.1.5 Im Rahmen der Abklärungen zur Anmeldung bei der Vorinstanz vom 
25. Mai 2021 ging bei der Vorinstanz am 12. September 2022 zudem der Bericht 
von Dr.med. F.________ (Spezialarzt FMH für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, 
Hals- und Gesichtschirurgie, IV-Expertenarzt) vom 27. Februar 2009 ein (IV-act. 
36-5/13). Demgemäss erlitt die Beschwerdeführerin am 27. Februar 2009 in den 
Skiferien mehrere kurzdauernde Drehschwindelattacken beim Aufsitzen oder Ab-
liegen aus dem Sitzen, weshalb eine notfallmässige Untersuchung bei Dr.med. 
F.________ erfolgte, welcher in der Lagerungsprüfung u.a. kein Lagerungsnys-
tagmus oder Schwindel habe provozieren können. In der Folge überwies Dr.med. 
F.________ die Beschwerdeführerin an Dr.med. G.________ (FMH Hals-, Na-
sen-, Ohrenkrankheiten, Speziell Hals- und Gesichtschirurgie).

3.1.6 Der Bericht von Dr.med. G.________ vom 4. März 2009 nennt folgende 
Diagnosen (IV-act. 36-6/13):

1. Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel des horizontalen Bogenganges 
rechts 

2. Chronische multifaktorielle Schwindelbeschwerden 
 Status nach anamnestisch dreimaliger Kanalolithiasis 
 Verdacht auf vestibuläre Migräne 
 Vorbestehende Kinetose

Anamnestisch sei es seit dem 27. Februar 2009 immer wieder zu Drehschwinde-
lattacken, meist beim Drehen im Bett, Aufsitzen oder Hinlegen, gekommen. In 
der Beurteilung hielt Dr.med. G.________ fest, dass es ihm erstmals gelungen 
sei, bei der Beschwerdeführerin eindeutig einen benignen paroxysmalen Lage-
rungsschwindel nachzuweisen. Das Lagerungsmanöver sei erfolgreich gewesen, 
bei der Nachkontrolle am 4. März 2009 sei die Beschwerdeführerin - abgesehen 
von ihren leichten Dauertrümmelbeschwerden - weitgehend beschwerdefrei ge-
wesen. In einer nochmaligen Lagerungsprüfung habe weder Schwindel noch 

10

Nystagmus provoziert werden können. Dr.med. G.________ habe die Beschwer-
deführerin darüber aufgeklärt, dass bei ihr verschiedene Faktoren (Migräne, La-
gerungsschwindel, phobische Komponente) dazu führen könnten, ihr labiles 
Gleichgewicht aus dem Ruder zu bringen. Eine psychologisch-psychiatrische 
Beurteilung und Begleitung könne er hier sehr unterstützen. Als nächstes sei ei-
ne Kontrolle in der psychiatrischen Poliklinik am H.________ (Spital) geplant. Die 
Behandlung bei Dr.med. G.________ könne vorübergehend abgeschlossen wer-
den. Bei Wiederauftreten von Drehschwindelattacken könne sich die Beschwer-
deführerin jederzeit wieder für das Lagerungsmanöver melden (IV-act. 36-7/13).

3.1.7 Am 13. Juli 2010 diagnostizierte Dr.med. C.________ eine Canalolithiasis 
rechts. Bei bekannter Vorgeschichte habe er (bei der Beschwerdeführerin, wel-
che er am 28.4.2010 gesehen habe) aufgrund der Angabe, dass die Schwindel-
beschwerden vor allem bei Lagewechsel nach rechts auftreten würden, einen 
Repositionsversuch durchgeführt und die Beschwerdeführerin dazu angehalten, 
ein Habituationstraining durchzuführen. Unter diesen Massnahmen sei es im Ver-
lauf zur Verbesserung der Symptomatik, mit - anlässlich der letzten Kontrolle am 
Berichtstag-  subjektiv kaum noch Schwindelbeschwerden, gekommen. Eine wei-
tere Kontrolle sei nur noch bei Bedarf vorgesehen (IV-act. 36-8f./13).

3.1.8 Dr.med. I.________ (Facharzt FMH für Neurologie, Neuroangiologie, EMG, 
EEG, evoz. Potentiale) hielt in seinem Bericht vom 22. September 2010 fest, 
dass die gewünschte zerebrovaskuläre Dopplersonographie bei St. n. Sinus-
Venenthrombose der Schwester (unter Ovulationshemmern) vollständig normale 
Befunde im Carotis- und Vertebralisstromgebiet sowie auch in den Hirnbasisarte-
rien zeige. Die Beschwerdeführerin habe seit dem 20. Lebensjahr eine Migräne 
mit ophthalmischer und auch sensorischer Aura. Bei dieser Migräneform seien 
Ovulationshemmer kontraindiziert, weshalb er die Absetzung von Milvane emp-
fohlen habe. Ferner dürfe die Beschwerdeführerin Triptan erst nach Ende der Au-
ra applizieren. Klinisch-neurologisch sei die Beschwerdeführerin völlig unauffällig. 
Eine Basistherapie für die Migräne sei derzeit bei obiger Frequenz nicht nötig (IV-
act. 36-10ff./13).

3.1.9 Am 15. September 2011 bestätigte PD Dr.med. J.________ (Ophthalmolo-
gie / Ophthalmochirurgie FMH), dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund ei-
nes praeperimetrisch primär chronischen Offenwinkelglaukoms in seiner Behand-
lung befinde. Zurzeit würden verschiedene Medikamente erprobt, um die best-
mögliche Verträglichkeit zu gewährleisten (IV-act. 36-13/13).

3.2 Nach der Anmeldung bei der Vorinstanz am 25. Mai 2021 ergibt sich aus 
den Akten zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin was folgt.

11

3.2.1 Die neue Hausärztin Dr.med. K.________ (Allgemeine Innere Medizin 
FMH) attestierte im Bericht vom 31. August 2021 keine Arbeitsunfähigkeit und 
hielt auch keine eigenen die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Diagnosen fest, 
sondern verwies vielmehr auf den behandelnden Psychiater (IV-act. 23-1ff./8).

3.2.2 Dr.med. L.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH), bei welchem 
die Beschwerdeführerin seit 9. Februar 2021 (anfangs jede zweite Woche, seit 
März 2021 monatlich) in Behandlung war, hielt in seinem Bericht vom 25. Sep-
tember 2021 an die Taggeldversicherung folgende Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit fest: "Ängstlich-depressive Anpassungsstörung (ICD 10: 
F43.22) abklingend; Somatoforme Störung (ICD 10: F45.4 und F45.8), Kopf-
schmerzen, Schwindel, abklingend" (IV-act. 38-1/10). Das Wohlbefinden sei im 
Laufe der Monate zunehmend gewesen, der affektive Kontakt noch leicht ange-
spannt. Die Beschwerdeführerin erhalte seit Mitte Februar Relaxan und Rebalan-
ce mit gutem Erfolg bzw. Besserung der Ängstlichkeit (sowie Tebokan betreffend 
Schwindel von Dr. M.________). Das Leiden im täglichen Leben zeige sich durch 
Energiemangel, Antriebslosigkeit, anfänglich noch Schwindel, Kopfschmerzen, 
innere Unruhe. Jetzt sei es zu einer klaren Besserung gekommen. Die Be-
schwerdeführerin fahre wieder Auto (zum ersten Mal seit 6 Monaten). Die Be-
schwerdeführerin könne ihre bisherige Tätigkeit (Allrounderin, Dekoration) sobald 
genesen wieder wie bislang aufnehmen. Beim letzten therapeutischen Termin 
am 17. Mai 2021 sei die Beschwerdeführerin noch nicht stabil gewesen. Es sei 
jedoch zu einer klaren Besserung von Ängstlichkeit und Unsicherheit gekommen, 
sodass die prämorbide Arbeitsfähigkeit wiedererlangt sei (IV-act. 38-1f./10).

Gemäss Bericht von Dr.med. L.________ an die Vorinstanz am 26. September 
2021 (Posteingang: 1.10.2021), sei die letzte Konsultation am 4. August 2021 
bzw. am 29. September 2021 (sic!) erfolgt. Gemäss aktueller medizinischer 
Symptomatik und Situation sei es bereits 2003 zu einem Dreh- und Lager-
schwindel bei früheren Belastungen gekommen. Im November 2020 sei es als 
Spätfolge des Versterbens ihrer Mutter (2016) und Auszug der erwachsenen 
Kinder zu Schwindel, Rückzugstendenz, Gefühl des Blockiertseins, wie in einem 
Käfig, Antriebslosigkeit, Höhenangst und Verlustängsten gekommen. Es sei am 
Abend vor dem Einschlafen zu Grübeln und panischer Angst gekommen. Sie sei 
sehr anlehnungsbedürftig und traurig-aufgelöst gewesen, sobald sie alte Fotoal-
ben ihrer Kinder betrachtet habe. Sie habe sich nicht mehr in der Lage gefühlt zu 
arbeiten und sei von ihrer Arbeitgeberin sehr unterstützt worden. Mittlerweile sei 
es zu einer klaren Besserung der obigen Symptomatik gekommen. Neben den 
erwähnten Medikamenten Relaxan, Rebalance und Tebokan sei Brintellix wegen 
Nebenwirkungen gestoppt worden. Die Grundstimmung sei leicht angespannt 

12

aber moduliert (leicht reduziert) und auslenkbar (lächelt auch). Im affektiven Kon-
takt lache die Beschwerdeführerin zum Teil trotz Anspannung und suche Anleh-
nung. Aus psychiatrischer Sicht sei zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin 
nach Abklingen der noch aktuellen Restsymptome wieder uneingeschränkt arbei-
ten könne. Weiter seien stützende Gespräche und Biographie-Arbeit vorgesehen. 
Dr. M.________ verfolge chiropraktische und osteopathische Ansätze. Soma-
tisch bestünden keine Funktionseinschränkungen. Einschränkend seien die Er-
schöpfungstendenz bei psychischem Stress oder Überforderung. Nach Gene-
sung sei keine Minderung der Leistungsfähigkeit zu erwarten (IV-act. 26 und 38-
3ff./10).

3.2.3 Am 17. Januar 2022 berichtete Dr. M.________ (Chiropraktor SCG/ECU), 
bei welchem die Beschwerdeführerin seit 1. Dezember 2020 in Behandlung ist, 
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit 3. November 2020 bis auf weiteres. 
Durch die Schwindelattacken könne er sich keine Arbeit vorstellen, welche mo-
mentan funktionieren würde. Die Beschwerdeführerin leide erneut an einer "cer-
vico-encephalen" Schwindelattacke mit assoziierter Angststörung sowie an Verti-
go, Nausea, Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen. Betreffend Diagnosen und 
Medikation verwies Dr. M.________ auf den Bericht von Dr.med. L.________. 
Die Beschwerdeführerin leide sowohl subjektiv wie objektiv an starken Verspan-
nungen in der HWS mit Flexions- und Rotationseinschränkung nach rechts, an 
nicht objektivierbar unscharfem Sehen (verschwommenes Sehen), an Schwinde-
lattacken (objektiv) mit positiven Rhomberg’s und positivem Einbeinstand, sowie 
an segmentaler Dysfunktion der oberen HWS, subjektiv an Atemnot sowie Tre-
mor (IV-act. 28).

3.2.4 Mit Stellungnahme vom 17. Mai 2022 hielt die RAD-Ärztin fest, dass bei of-
fensichtlich nun seit über einem Jahr andauernder, für die Beschwerdeführerin 
arbeitsunfähigkeitsrelevanter Schwindelsymptomatik eine erweiterte medizini-
sche Abklärung erforderlich sei. Eine neurologische und HNO-ärztliche Beurtei-
lung sowie wahrscheinlich die Vorstellung in einem Schwindelzentrum sollte er-
folgen. Zudem sollten die Blutdruckwerte, die Kopfschmerzfrequenz und Schwin-
delattackenfrequenz inkl. Auslöser dokumentiert werden (IV-act. 30).

3.2.5 Am 14. Juli 2022 erfolgte eine Untersuchung durch Dr.med. N.________ 
(FMH ORL) mit den Diagnosen (IV-act. 36-1/13):

Chronischer Schwindel mit/bei 
- leichte peripher-vestibuläre Unterfunktion links 
- V.a. vestibuläre Migräne 
- St.n. Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel 2007-2008 
- starke phobische Komponente

13

In der Beurteilung hielt Dr.med. N.________ fest, dass sich in ihrer Untersuchung 
eine leichte peripher-vestibuläre Unterfunktion gezeigt habe, was wahrscheinlich 
Ende 2020 initial zum Beginn des Schwindels geführt habe, allenfalls im Sinne 
einer Neuritis vestibularis. Differentialdiagnostisch könne es sich auch um eine 
vestibuläre Migräne handeln. Verschlechtert werde das Ganze durch eine phobi-
sche Komponente. Angst könne ebenfalls Schwindel auslösen. Dr.med. 
N.________ habe der Beschwerdeführerin geraten, sich möglichst viel zu bewe-
gen und sich täglich etwas mehr zu getrauen. Hierfür wäre gemäss Dr.med. 
N.________ sicherlich auch eine Verhaltenstherapie wichtig. Normalerweise 
werde eine Unterfunktion des Gleichgewichtsorgans zentral sehr gut kompen-
siert, so dass die Patienten alles wieder tun könnten. Kontrolle sei bei Bedarf 
vorgesehen (IV-act. 36-1f./13).

3.2.6 Nach Einreichung der bereits erwähnten Arztberichte seit Februar 2009 
(vgl. vorstehende E. 3.1.5ff.), insbesondere mit den neurologischen und HNO-
ärztlichen Beurteilungen, den dokumentierten Blutdruckwerten (IV-act. 34, 37-
1ff./10) und dem Tagebuch über die Kopfschmerz- und Schwindelattackenfre-
quenz inkl. Auslöser (IV-act. 37-5ff./10) äusserte sich der RAD in einer Stellung-
nahme vom 10. Oktober 2022 (IV-act. 40). 

Darin bestätigte die RAD-Ärztin O.________ (Fachärztin Allgemeine Innere Me-
dizin FMH) das Vorliegen eines invalidisierenden Leidens. Ein kurzfristiger vorü-
bergehender Gesundheitsschaden sei ausgewiesen. Offenbar habe die Be-
schwerdeführerin eine vestibuläre Schwindelproblematik mit zusätzlicher ängst-
lich-depressiver Anpassungsstörung und somatoforme Störung (Kopfschmerzen, 
Schwindel, ebenfalls abklingend zum Zeitpunkt vom 25.9.2021) erlitten. Zum 
Zeitpunkt vom 4. August 2021 und 29. September 2021 sei die Symptomatik als 
bereits abklingend beschrieben und keine Einschränkung hinsichtlich bisheriger 
Tätigkeit (Allrounderin, Dekoration) gesehen worden. Die Beschwerdeführerin sei 
zu diesem Zeitpunkt bereits wieder Auto gefahren, was sie seit Beginn der Er-
krankung für sechs Monate habe pausieren müssen. Seit März 2021 hätten nur 
noch monatliche psychiatrische Behandlungen stattgefunden (anfangs jede zwei-
te Woche). Die im Jahr 2017 noch vereinzelt erhöhten Blutdruckwerte seien in 
den letzten Jahren normwertig gewesen. Gemäss aktuellem HNO Befund vom 
14. Juli 2022 habe zu diesem Zeitpunkt eine nur noch leichte periphere vestibulä-
re Unterfunktion ohne Auswirkungen auf den Alltag festgestellt werden können 
(sie könne spazieren, shoppen und Fahrrad fahren). Auch die HNO-Ärztin 
Dr.med. N.________ erwähne eine phobische / Angst Komponente. Bereits zum 
Zeitpunkt 2009 / 2010 habe bei den primär lagerungsabhängigen aber auch mul-

14

tifaktoriellen Schwindelbeschwerden eine psychiatrische Komponente bestan-
den. 

Von einer anhaltenden vollen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit sei nicht aus-
zugehen. Spätestens seit März 2021 könne eine Teilarbeitsfähigkeit (50%) und 
spätestens ab dem 4. August 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten und einer angepassten Tätigkeit angenommen werden. Nach dem erwähnten 
psychiatrischen Arztbericht sei zum Zeitpunkt der oben genannten Konsultation 
sogar bereits die Fahrfähigkeit wiederhergestellt gewesen.

Zum optimalen Belastungsprofil führte die RAD-Ärztin aus, dass der Schwere-
grad des Schwindels und die schwindelauslösenden Umstände zu berücksichti-
gen seien. Des Weiteren seien die konkreten Arbeitsbedingungen und Gefähr-
dungen zu erheben (Absturzgefahr, z.B. bei Arbeiten auf Dächern, Gerüsten, Lei-
tern oder Podesten). Auch Arbeiten, bei denen Körperteile von rotierenden Ma-
schinenelementen erfasst werden könnten oder bei denen die Gefahr eines Stur-
zes in flüssigkeitsgefüllte Becken oder stromführende elektrische Anlagen beste-
he, könnten kontraindiziert sein. Schnell laufende Motorenteile könnten bei ge-
störter Optokinetik zu Problemen führen. Bei auch nur subjektiven Schwindelbe-
schwerden seien Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Gleichgewichts-
system (z.B. ungesicherte Gerüste / hohe Leitern oder Freileitungsmontagen) 
nicht zumutbar. Zusätzlich stelle sich die Frage der Eignung für das Führen eines 
betrieblichen Fahrzeuges wie eines Hubstaplers oder von gefährlichen Maschi-
nen. 

Das Führen des Autos und Fahrradfahren sei der Beschwerdeführerin wieder 
möglich, sodass spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von namhaften Ein-
schränkungen durch Schwindel ausgegangen werden könne.

4. Eine gerichtliche Würdigung dieser in den Erwägungen 3.1 bis 3.2.6 zu-
sammengefassten, aus den vorliegenden Unterlagen entnommenen Angaben 
zeitigt die nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

4.1 Im konkreten Fall ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin ein 
(zumindest vorübergehender und grundsätzlich invalidisierender) Gesundheits-
schaden ausgewiesen ist. Die Vorinstanz hält hierzu in der angefochtenen Verfü-
gung zutreffend fest, dass der Beschwerdeführerin ab 4. Januar 2021 von 
Dr. M.________ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. IV-act. 
15-3/3; 25-2/27; KV-act. 2-23/31). Gemäss Bericht der Hausärztin vom 31. Au-
gust 2021 sei es im Februar 2021 zu einem psychischen Zusammenbruch ge-
kommen mit massivem Schwindel, Agoraphobie, Angst und Panikattacken, wes-
halb die Beschwerdeführerin bei Dr.med. L.________ und Dr. M.________ in 

15

Behandlung gewesen sei (IV-act. 23-2/8). Im Rahmen der Abklärung zur berufli-
chen Integration (im Juni 2021) berichtete die Beschwerdeführerin von einem ge-
störten vegetativen Nervensystem, aufgrund dessen der Gesundheitszustand be-
reits seit 2003 nie mehr stabil war bzw. es im Verlauf von ca. 10 Jahren (nämlich 
bereits 2009 und dann wieder ab November 2020) jeweils zu stärkeren "Schü-
ben" (u.a. Schwindel, Migräne, Gleichgewichtsprobleme etc.) gekommen sei, 
was zu erheblichen Einschränkungen geführt habe. Ebenfalls erwähnt werden 
Angst, Panikattacken, depressive Verstimmung und Schlafprobleme (IV-act. 24-
2/6). Die Beschwerdeführerin berichtete bei der Abklärung zur beruflichen Inte-
gration im Juni 2021 zudem von einer Verbesserung, jedoch nicht von einem 
vollständigen Abklingen der Symptome, was sich mit dem Bericht von Dr.med. 
L.________ deckt (vgl. vorstehende E. 3.2.2). Dr.med. L.________ äusserte in 
seinem Bericht an die Vorinstanz vom 26. September 2021 die Symptome 
Schwindel, Rückzugstendenz, Gefühl des Blockiertseins, wie in einem Käfig, an-
triebslos, Höhenangst, Verlustängste, Grübeln, panische Angst vor dem Verster-
ben der Kinder, Traurigkeit, hielt indes zu diesem Zeitpunkt eine klare Besserung 
und gegenüber der Taggeldversicherung ein Abklingen dieser Symptomatik fest. 
Die Beschwerdeführerin sei mit stützenden Gesprächen und Biographie-Arbeit 
behandelt worden. Unter Relaxan und Rebalance konnte zudem eine weitere 
Besserung der Ängstlichkeit erreicht werden. Des Weiteren äusserte Dr.med. 
L.________, keine Arbeitsunfähigkeit attestiert zu haben, sowie dass der Be-
schwerdeführerin die bisherige Tätigkeit (welche die Beschwerdeführerin im 
Pensum von 40% sowie eine zusätzliche Reinigungstätigkeit von 4 bis 6 Stunden 
pro Woche ausübte) zu vier bis fünf Stunden zumutbar sei, weil nach der Gene-
sung keine Minderung der Leistungsfähigkeit mehr zu erwarten sei bzw. nach 
Abklingen der noch aktuellen Restsymptome könne die Beschwerdeführerin wie-
der uneingeschränkt arbeiten. Unter Berücksichtigung der Restsymptome bzw. 
des noch bestehenden Schwindels formulierte die RAD-Ärztin in der Folge ein 
Belastungsprofil. Damit wurden noch bestehende Einschränkungen berücksich-
tigt, sie vermochten indes nach dem Gesagten keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit mehr zu begründen. Gegenüber der Taggeldversicherung hielt Dr.med. 
L.________ am 25. September 2021 denn auch fest, dass die prämorbide Ar-
beitsfähigkeit wiedererlangt sei, was auch die vorangehenden Ausführungen 
bestätigt, wonach der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit wieder zu vier 
bis fünf Stunden zumutbar ist (IV-act. 38-2/10). Im gleichen Bericht hielt Dr.med. 
L.________ fest, dass die Beschwerdeführerin nach Genesung ihre bisherige 
Tätigkeit wieder wie bislang aufnehmen könne. Inzwischen fahre die Beschwer-
deführerin wieder Auto (zum ersten Mal seit sechs Monaten). Die Situation sei im 
Mai 2021 noch nicht stabil gewesen. Jetzt sei die Besserung klar. Den Haushalt 

16

führt die Beschwerdeführerin gemäss Dr.med. L.________ vollumfänglich und 
kümmere sich um den Ehemann (welcher nach der Schulter-OP noch in Rehabili-
tation sei), die Schwiegermutter (welche im gleichen Haus lebe) und teils auch 
noch um die Kinder (IV-act. 26-6/6). Bereits im März 2021 wurde die anfänglich 
jede zweite Woche erfolgte Behandlung auf monatliche Termine ausgedehnt. 
Zwischen der letzten und der zweitletzten Konsultation am 4. August 2021 und 
am 29. September 2021 liegen gar acht Wochen (IV-act. 26-2/6 und 38-2/10). 
Der zeitliche Abstand zwischen den Behandlungsterminen hat damit noch zuge-
nommen, was ebenfalls für eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustan-
des spricht. Schliesslich ist ab Oktober 2021 keine weitere Behandlung der Be-
schwerdeführerin durch Dr.med. L.________ aktenkundig. Die Beschwerdeführe-
rin ist inzwischen - gemäss eigenen Angaben - nicht mehr bei Dr.med. 
L.________ in psychiatrischer Behandlung, weil dieser pensioniert sei. Mit sei-
nem Nachfolger habe es offenbar Verständigungsschwierigkeiten gegeben, wes-
halb sie sich "privat" Hilfe hole. Hierzu finden sich indes keine Berichte in den Ak-
ten bzw. macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, dass es sich bei der priva-
ten Hilfe um eine psychiatrische Behandlung handelt. Ein psychischer Leidens-
druck bzw. eine Behandlungsbedürftigkeit seitens der Beschwerdeführerin ist 
somit vorliegend seit Ende September 2021 nicht mehr erkennbar. Damit aber 
kann aus psychiatrischer Sicht - mit den Berichten von Dr.med. L.________ - von 
einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit spätestens seit Ende September 2021 ausge-
gangen werden bzw. lassen sich mit den Berichten von Dr.med. L.________ und 
dem übrigen Sachverhalt die Feststellungen der RAD-Ärztin in dieser Hinsicht 
bestätigen.

Dafür spricht nach dem Gesagten auch, dass Dr.med. L.________ in seinem Be-
richt vom 26. September 2021 nicht nur von einer Verbesserung spricht, sondern 
gar einzelne Befunde, mit welchen er die somatoforme Störung begründete (ins-
besondere die Kopfschmerzen), nicht mehr aufführte und beim Schwindel eben-
falls eine klare Besserung festhielt. Die phobische Komponente, welche aus 
psychiatrischer Sicht den Schwindel mitbegründete (vgl. hierzu auch IV-act. 36-
1/13, 7/13), fiel mit der Besserung der ängstlich-depressiven Anpassungsstörung 
weg. Nachdem die Kopfschmerzen in der Befunderhebung nicht mehr enthalten 
sind und auch die Anpassungsstörung, als (Mit-) Ursache des Schwindels ent-
fällt, ist ein Wegfall der Diagnose einer somatoformen Störung nach Genesung 
ohne Weiteres ebenfalls nachvollziehbar. In ihrem Tagebucheintrag vom Juni 
2022 betreffend Kopfschmerzen hielt die Beschwerdeführerin sodann fest, dass 
es bei der Aura-Migräne zu einer Besserung gekommen sei und sie zu diesem 
Zeitpunkt noch ca. zwei bis drei Mal im Jahr davon betroffen sei. Im Übrigen kam 
es nach den Einträgen der Beschwerdeführerin häufiger zu Kopfschmerzen infol-

17

ge des Wetterwechsels, welchen sie jeweils mit Medikamenten behandelte und 
was ihr helfe (IV-act. 37-6/10; vgl. nachfolgende E. 4.2). Es ist dabei auch nicht 
von einer arbeitsfähigkeitsrelevanten psychischen Beeinträchtigung auszugehen.

4.2 Auch gegenüber Dr.med. N.________ bestätigte die Beschwerdeführerin 
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Gemäss Anamnese im Bericht 
vom 15. Juli 2022 nehme die Beschwerdeführerin bei Migräne jeweils Aspirin ein, 
was ihr helfe. Auch alternativmedizinische Therapien und Chiropraktik würden ihr 
sehr helfen. Aufgrund des Schwindels habe sie seit Ende 2020 nicht mehr arbei-
ten können. Initial habe sie kaum das Haus verlassen aus Angst, dass der 
Schwindel wiederkomme. Inzwischen könne sie wieder spazieren, auch mal 
shoppen gehen und Fahrrad fahren. Bei dieser Untersuchung wurde der Be-
schwerdeführerin auch geraten, sich möglichst viel zu bewegen, sich täglich et-
was mehr zu trauen und eine Verhaltenstherapie zu machen (IV-act. 36-1f./13). 

4.3 Betreffend Arbeitsunfähigkeit und Schwindelsymptomatik verwies Dr.med. 
L.________ sodann auch auf den behandelnden Chiropraktor Dr. M.________. 
Dieser attestierte noch im Januar 2022 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit auf-
grund der Schwindelsymptomatik. Es ist darauf hinzuweisen, dass nach der Pra-
xis zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit auch auf Berichte von (behandelnden) 
Chiropraktoren als Sachverständige für dieses Gebiet abgestellt werden kann, 
wenn es um funktionelle Einschränkungen infolge Behinderungen seitens des 
Bewegungsapparates geht (Meyer / Reichmuth, a.a.O., Art. 28a N 231 m.H.a. Ur-
teil BGer I 783/03 vom 18.8.2004). Damit lässt sich jedoch der Arbeitsfähig-
keitseinschätzung von Dr. M.________ in psychiatrischer Hinsicht keine Dr.med. 
L.________ entgegenstehende Beurteilung entnehmen. Vielmehr bestätigte auch 
Dr. M.________, dass für die psychische Prognose der behandelnde Psychiater 
zuständig sei. Damit stellt sich die Frage, ob die funktionellen Einschränkungen 
infolge Behinderungen des Bewegungsapparates bei der Beschwerdeführerin ei-
ne vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen, zumal auch Dr. 
M.________ in seinem Bericht vom 17. Januar 2022 eine sowohl subjektive als 
auch objektive Verbesserung der körperlichen Symptome bestätigte (IV-act. 28-
3/8). Des Weiteren beurteilte Dr. M.________ die Prognose zur Eingliederung als 
eher schlecht aufgrund der Kombination der psychischen und somatischen Sym-
ptome. Gleichzeitig verwies er für die Diagnose lediglich auf Dr.med. 
L.________. 

4.4 Die Beschwerdeführerin litt bereits im Jahr 2009 unter leichten "Dauer-
trümmelbeschwerden", mit welchen es ihr in der Folge dennoch möglich war, ei-
ner Arbeitstätigkeit nachzugehen nachdem der Lagerungsschwindel behandelt 

18

werden konnte (vgl. IV-act. 36-7/13). Dr.med. G.________ hielt damals fest, dass 
bei der Beschwerdeführerin verschiedene Faktoren (Migräne, Lagerungsschwin-
del und eine phobische Komponente) ihr labiles Gleichgewicht aus dem Ruder zu 
bringen vermöchten, weshalb er eine psychologisch-psychiatrische Beurteilung 
und Begleitung unterstütze. Diese Ausführungen wurden auch aktuell von 
Dr.med. N.________ am 15. Juli 2022 bestätigt. Im November 2020 kam es - 
gemäss Beschwerdeführerin wie bereits 2003 und 2009 - wieder zu einer Ver-
schlechterung. Nachdem sie eine psychiatrische Behandlung aufnahm und die 
phobische Komponente behandelt werden konnte, kam es indes schnell wieder 
zu einer Verbesserung. Wie gesagt kam es auch bei der Migräne wieder zu einer 
Verbesserung. Klinisch-neurologisch wurde die Beschwerdeführerin - bei ver-
gleichbarer Symptomatik - bereits im September 2010 (wie auch schon im April 
2003, vgl. vorstehende E. 3.1.2) als völlig unauffällig beurteilt, weshalb sich wei-
tere Abklärungen hierzu (im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung) erübrigen 
(vgl. IV-act. 36-12/13). Gemäss der ORL-Ärztin Dr.med. N.________ zeigte die 
Untersuchung zwar eine leichte peripher-vestibuläre Unterfunktion, was wahr-
scheinlich Ende 2020 initial zum Beginn des Schwindels geführt habe. Norma-
lerweise werde jedoch eine Unterfunktion des Gleichgewichtsorgans zentral sehr 
gut kompensiert, so dass die Patienten alles wieder tun könnten. Diese Unter-
funktion wurde bereits 2003 festgestellt (vorstehende E. 3.1.1). Dr.med. 
N.________ konnte somit weder einen Behandlungsbedarf erkennen, noch attes-
tierte sie aufgrund ihrer Beurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, was 
nachvollziehbar ist. 

4.5 Damit aber ist eine dauerhafte und gleichbleibende Arbeitsunfähigkeit von 
100% seit dem 3. November 2020 bzw. 4. Januar 2021 bis auf weiteres - wie sie 
von Dr. M.________ attestiert und lediglich mit den Schwindelattacken begründet 
wird - nicht nachvollziehbar. Dr. M.________ begründet auch nicht weiter, dass 
der Schwindel durch Behinderungen seitens des Bewegungsapparates verur-
sacht wird, abgesehen allenfalls durch die von ihm erwähnten Verspannungen in 
der HWS sowie der segmentalen Dysfunktion der oberen HWS, wobei er diese 
Symptome als gebessert beurteilte. Des Weiteren wurden auch diese Beschwer-
den bereits im Jahr 2005 als nicht invalidisierend beurteilt. Weitere Behandlun-
gen dieser Beschwerden (wie beispielsweise Medikation, sollte die bisherige 
Therapie nicht genügend Linderung verschaffen) sind sodann nicht aktenkundig. 
Vielmehr hält Dr. M.________ fest, dass Druck und Veränderung zur Akzentuie-
rung der Symptomatik führen würden. Dabei handelt es sich indes nicht um eine 
somatische Befundung, weshalb insoweit wieder auf die psychiatrische Beurtei-
lung zu verweisen ist. Der Bericht von Dr. M.________ ist somit nicht geeignet, 
betreffend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2021 auch 

19

nur geringe Zweifel an der Beurteilung der RAD-Ärztin (welche gestützt auf die 
Aktenlage bereits ab 4. August 2021 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgeht) zu 
erwecken. 

4.6 Eine Verschlechterung der Situation seit November 2022 - wie dies die Be-
schwerdeführerin geltend macht - lässt sich anhand der Akten nicht verifizieren 
und wird von der Beschwerdeführerin nicht weiter begründet. Im Gegenteil be-
richtete Dr. M.________ gegenüber der Vorinstanz am 17. Januar 2022, dass bei 
Verbesserung des Zustandes ein Aktivierungsprogramm durch Physiotherapie 
vorgesehen sei (IV-act. 28-3/8). Gemäss Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 
9. Januar 2023 (Rz. 32) geht die Beschwerdeführerin einmal im Monat zur Phy-
siotherapie, was nach dem Gesagten eher für eine Verbesserung spricht. Soweit 
die Beschwerdeführerin replizierend von einer Blasenentzündung berichtet, so ist 
nicht ersichtlich, inwiefern eine behandelbare Blasenentzündung invalidisierend 
ist und an der Beurteilung der RAD-Ärztin Zweifel zu erwecken vermöchte. So-
dann macht die Beschwerdeführerin nach wie vor nicht geltend, wieder in psych-
iatrischer Behandlung zu sein, um Angst, Druck und Stress behandeln zu lassen, 
was den Leidensdruck fraglich erscheinen lässt. Im Übrigen (betreffend spätere 
gesundheitliche Beeinträchtigungen) beschränkt sich der gerichtliche Überprü-
fungszeitraum grundsätzlich auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der 
angefochtenen Verfügung (hier: Verfügung vom 2.12.2022) verwirklicht hat (vgl. 
Urteil BGer 8C_503/2021 vom 18.11.2021 E. 4.1 mit Hinweisen, u.a. auf 
BGE 121 V 362 E. 1b; Urteile BGer 9C_534/2018 vom 15.2.2019 E. 2.1 und 
8C_71/2017 vom 20.4.2017 E. 8.3).

4.7 Unerheblich ist sodann das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach 
die RAD-Ärztin weder Fachärztin für ORL, Psychiatrie oder Neurologie bzw. Chi-
ropraktorin sei, noch die Beschwerdeführerin persönlich untersucht habe. Die 
RAD-Ärztin beurteilt die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan-
spruchs. Die geeigneten Prüfmethoden kann sie im Rahmen ihrer medizinischen 
Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des BSV frei wählen 
(Art. 54a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 IVV). Bei Bedarf können die RAD sel-
ber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen (Art. 49 Abs. 2 IVV). 
Im konkreten Fall hat die RAD-Ärztin für ihre Beurteilung auf die Berichte des 
Psychiaters, Neurologen und Chiropraktors abgestellt. Aus den Akten ergibt sich, 
dass die Beschwerdeführerin genügend abgeklärt wurde und sich daraus kein 
weiterer Untersuchungsbedarf ergab. 

4.8 Nach dem Gesagten kann der Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 10. Ok-
tober 2022 insoweit gefolgt werden, als bei der Beschwerdeführerin spätestens 

20

seit 29. September 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit angenommen werden kann. 
Zwar ist die RAD-Ärztin spätestens ab dem 4. August 2021 von einer vollen Ar-
beitsfähigkeit ausgegangen. Dies ist angesichts des Arztberichts von Dr.med. 
L.________ vom 26. September 2021, wonach die letzte Konsultation am 4. Au-
gust 2021 erfolgte bzw. am 29. September 2021 (somit nach Berichtdatum aber 
vor Eingang bei der Vorinstanz am 1.10.2021), nicht abwegig. Dennoch kann 
nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch die Konsultation vom 29. Sep-
tember 2021 im Bericht berücksichtigt wurde. Selbst wenn man jedoch von einer 
vollen Arbeitsfähigkeit erst ab 29. September 2021 ausginge, änderte dies am 
vorliegenden Ergebnis nichts. Auch wenn man im konkreten Fall von einem Be-
ginn der Arbeitsunfähigkeit bereits im November 2020 ausgehen würde, so wäre 
die anhaltende Arbeitsunfähigkeit während der Dauer eines Jahres auch am 
29. September 2021 noch nicht gegeben. Nicht nachvollziehbar - aber im konkre-
ten Fall unerheblich - ist jedoch, weshalb die RAD-Ärztin anschliessend in ihrer 
Beurteilung vom 10. Oktober 2022 - u.a. aufgrund der nur noch monatlichen 
(statt zweiwöchentlichen) psychiatrischen Behandlung - von einer Teilarbeits-
fähigkeit von 50% spätestens seit März 2021 ausging. Gemäss dem behandeln-
den Psychiater seien noch im April 2021 folgende Symptome nachweisbar ge-
wesen: "Schwindel, Rückzugstendenz, Gefühl des Blockiertseins, wie in einem 
Käfig, antriebslos, Höhenangst, Verlustängste: Am Abend vor dem Einschlafen, 
Grübeln, panische Angst, dass nach dem Tod ihrer Mutter auch ihre Kinder ver-
sterben könnten. Sehr anlehnungsbedürftig" (IV-act. 38-1/10). Dieselbe Sympto-
matik wurde im Bericht vom 26. September 2021 aufgeführt und erst zu diesem 
Zeitpunkt als gebessert beurteilt (IV-act. 26-3/6), was die RAD-Ärztin nicht 
berücksichtigte. Sodann bestätigte Dr.med. L.________ im Bericht an die Tag-
geldversicherung vom 25. September 2021, dass die Situation beim letzten the-
rapeutischen Termin am 17. Mai 2021 noch nicht stabil gewesen sei. Immerhin 
erscheint nachvollziehbar, dass der immer grösser werdende zeitliche Abstand 
der Behandlungen für eine schon vor August bzw. September 2021 erfolgte Bes-
serung des Gesundheitszustandes spricht, was Dr.med. L.________ auch 
bestätigte (vgl. vorstehende E. 3.2.2).  

4.9 Schliesslich berücksichtigte die RAD-Ärztin beim Belastungsprofil den 
Schweregrad des Schwindels und die schwindelauslösenden Umstände und 
führte aus, dass konkrete Arbeitsbedingungen und Gefährdungen wie Absturzge-
fahr (z. B. bei Arbeiten auf Dächern, Gerüsten, Leitern oder Podesten), Arbeiten, 
bei denen Körperteile von rotierenden Maschinenelementen erfasst werden kön-
nen oder bei denen die Gefahr eines Sturzes in flüssigkeitsgefüllte Becken oder 
von stromführenden elektrischen Anlagen besteht, kontraindiziert sein könnten. 
Schnell laufende Motorenteile könnten bei gestörter Optokinetik zu Problemen 

21

führen. Bei auch nur subjektiven Schwindelbeschwerden seien Tätigkeiten mit 
hohen Anforderungen an das Gleichgewichtssystem (z. B. ungesicherte Gerüs-
te/hohe Leitern oder Freileitungsmontagen) nicht zumutbar. Zusätzlich stelle sich 
die Frage der Eignung für das Führen eines betrieblichen Fahrzeuges wie eines 
Hubstaplers oder von gefährlichen Maschinen. Das Führen des Autos und Fahr-
radfahren sei der Beschwerdeführerin wieder möglich, sodass spätestens ab die-
sem Zeitpunkt nicht mehr von namhaften Einschränkungen durch Schwindel 
ausgegangen werden könne. Damit hat die Vorinstanz eine Restschwindelsym-
ptomatik berücksichtigt. Diese vermag jedoch gemäss RAD-Ärztin und Vorin-
stanz die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht weiter einzu-
schränken, was nach dem Gesagten nachvollziehbar ist. Soweit die Beschwerde-
führerin bestreitet, wieder Autofahren zu können, so widerspricht sie sich selbst, 
indem sie gleichzeitig ausführt, (wenn auch nur selten und kurze Strecken) wie-
der mit dem Auto gefahren zu sein. 

5. Bei dieser Sachlage hat die Vorinstanz zu Recht auf die Beurteilung der 
RAD-Ärztin abgestellt und den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali-
denrente (selbst befristet) verneint. Nachdem bereits eine anhaltende Arbeitsun-
fähigkeit während der Dauer eines Jahres verneint werden muss, erübrigen sich 
weitere Äusserungen zur Erwerbstätigkeit bzw. Tätigkeit im Aufgabenbereich so-
wie zum Einkommensvergleich. 

Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
Diesem Ergebnis entsprechend sind die Verfahrenskosten der Beschwerdeführe-
rin aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht. 

22

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie 
hat am 12. Januar 2023 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 500.-- 
bezahlt, sodass die Rechnung ausgeglichen ist.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, 3003 Bern (A).

Schwyz, 15. Mai 2024

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 5. Juni 2024