# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 104d5a0a-4e33-55e1-9d70-b84be890065a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2010 D-5906/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5906-2010_2010-09-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5906/2010
D-5904/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, und deren Sohn B._______, Kolumbien
Beschwerdeführende 1 und 2,

sowie

C._______, und deren Sohn D._______, Kolumbien,
Beschwerdeführende 3 und 4,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuche aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügungen des BFM vom 12. und 19. April 2010 / 
N [...] und N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5906/2010
D-5904/2010

Sachverhalt:

I.

A.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 19. Juni 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 1 – eine kolumbi-
anische  Staatsangehörige  aus  E._______  (Departement  F._______) 
mit aktuellem Wohnsitz in Bogotá – für sich und ihren minderjährigen 
Sohn (Beschwerdeführer 2) um Gewährung von Asyl in der Schweiz. 
Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie und ihr Sohn 
müssten ihr Heimatland verlassen, um ihr Leben zu retten, nachdem 
sie bereits alles hätten aufgeben müssen, das ihrem Wohlbefinden ge-
dient habe. Sie seien Opfer verschiedener Verfolgungen geworden und 
hätten aus diesem Grund ständig ihren Aufenthaltsort wechseln müs-
sen, ohne jedoch die für sie notwendige Ruhe und Frieden zu finden. 
Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin 1 zahl -
reiche Beweismittel zu den Akten, so zunächst eine Anzeige der Be-
schwerdeführerin  1  bei  der  kolumbianischen  Generalstaatsanwalt-
schaft vom 21. September 2007, in welcher die Beschwerdeführerin 1 
angab, sie besitze einen Laden in der Stadt E._______, in welchem 
sie unter anderem Soldatenkleidung wasche. Im August 2007 sei sie 
von  einer  unbekannten  Person  telefonisch  aufgefordert  worden,  aus 
der "Partido Liberal" auszutreten. Sie habe gedacht, es handle sich um 
einen Scherz,  und habe dem Telefonat  keine weitere Beachtung ge-
schenkt,  bis  sie  an  einem Freitag  im  August  zwei  junge  Männer  in 
schwarzen Rollkragenpullovern gesehen habe, von welchen einer mit 
der Hand das Aufschlitzen der Kehle angedeutet  habe. Später  habe 
sie einen weiteren Telefonanruf erhalten, bei welchem man ihr gesagt 
habe, dass ihr minderjähriger Sohn getötet werden könnte, worauf sie 
das Haus nicht  mehr verlassen hätten. Am 25. August  2007 sei  ihre 
Schwester G._______ aufgeregt zu ihr gekommen und habe ihr eine 
schriftliche Aufforderung der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias 
de Colombia) gezeigt, wonach sie binnen 24 Stunden die Stadt hätten 
verlassen müssen. Aus diesem Grund seien sie am 27. August 2007 
nach Bogotá zu einer Schwester und deren Familie gegangen und hät-
ten dabei alles zurücklassen müssen, was sie sich aufgebaut gehabt 
hätten. Ihre Schwester C._______ und deren Mann seien aber auch in 
Angst gewesen, da C._______ von zwei in schwarze Rollkragenpullo-
ver  gekleideten  jungen  Männern  verfolgt  worden  sei.  Sie  bräuchten 
aufgrund  der  erhaltenen  Drohungen  Schutz.  Ihre  Schwester 

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G._______ sei im Übrigen Co-Präsidentin der "Partido Liberal" gewe-
sen. Als weiter Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin 1 eine von 
ihr und der Beschwerdeführerin 3 am 30. Mai 2008 bei der kolumbiani-
schen  Generalstaatsanwaltschaft  deponierte  Anzeige  ein.  Die  Be-
schwerdeführerinnen bringen darin vor, seit September 2007 bedroht 
zu werden. Sie seien zu mehreren Malen auf der Strasse und im Bus 
von  unbekannten  Männern  verfolgt  worden,  welche  per  Mobiltelefon 
mit anderen Personen gesprochen hätten, worauf sie einmal vor fünf 
Männern  hätten flüchten müssen. Die  Beschwerdeführerin  1  sei  so-
dann einmal von einer Nachbarin namens H._______ auf eine Finca 
eingeladen worden, wo sich zahlreiche Mitglieder der Guerilla, darun-
ter mehrere Verwandte der Nachbarin, aufgehalten hätten. Diese Leute 
seien auch in Drogengeschäfte verwickelt und würden in den Schulen 
Jugendliche  zum  Drogenkonsum  verleiten;  ihrem  14-jährigen  Sohn 
B._______ sei mit Schlägen gedroht worden für den Fall, dass er über 
die Orte erzählen würde, wo sie ihre Geschäfte abwickelten. Am 26. 
Mai 2008 sei ein Junge ermordet worden, der ähnliche Gesichtszüge 
wie ihr Sohn gehabt habe. Am 28. Mai 2008 habe sie einen Telefonan-
ruf einer Tante von H._______ erhalten, welche sich nach ihrem der -
zeitigen Aufenthaltsort erkundigt habe. Aus Angst, dass man sie lokali-
sieren könnte, habe sie ihr angegeben, in Medellín zu sein, obwohl sie 
sich in Bogotá aufhalte. Sie wisse, dass die Familie von H._______ der 
Guerilla angehöre, auch weil I._______ sie belästigt und häufig ange-
rufen habe; einmal habe er ihr mitgeteilt, dass er als Chemiker für die 
Guerilla tätig sei. Aus diesen Gründen könnten sie nicht mehr in Ruhe 
in  Kolumbien  leben  und  bäten  um  Hilfe.  Als  weiteres  Beweismittel 
reichte die Beschwerdeführerin 1 eine Bestätigung der Einwohnerkon-
trolle von E._______ vom 14. August 2007 zu den Akten, gemäss wel-
cher  G._______  Drohungen  gegen  Leib  und  Leben  gemeldet  habe 
und  es  als  notwendig  erachte,  mit  ihrem  Sohn,  ihren  Schwestern 
A._______ und C._______ sowie deren Söhne das Departement und 
das Land zu verlassen. Diese Personen seien Opfer im bewaffneten 
Konflikt,  der in ihrer Heimatregion herrsche, weshalb die Einwohner-
kontrolle  die  nationalen und internationalen Behörden um Unterstüt-
zung  bitte.  In  einem  von  der  Beschwerdeführerin  1  eingereichten 
Schreiben von G._______ an den Provinz-Vorsitzenden der  "Partido 
Liberal" vom 16. März 2007, erklärte diese ihren Rücktritt als Co-Präsi-
dentin der Partei, mit der Begründung, sie und ihre Familienangehöri-
gen (Schwestern, Neffen) seien von der Guerilla bedroht worden. Ne-
ben einem Schutzersuchen vom 20. September 2007 bei der Defenso-
ría des Pueblo legte die Beschwerdeführerin 1 schliesslich die Kopie 

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eines Schreibens ins Recht,  das nach ihren Angaben von der FARC 
stamme und in welchem die Beschwerdeführenden sowie G._______ 
als unerwünschte Personen bezeichnet und aufgefordert  werden, die 
Gemeinde E._______ innert 24 Stunden zu verlassen.

B.
Mit Schreiben vom 7. Juli 2008 forderte die schweizische Vertretung in 
Bogotá die Beschwerdeführerin 1 für den Fall, dass sie an ihrem Asyl-
gesuch festzuhalten gedenke, auf,  innert  30 Tagen ihr  Asylbegehren 
gestützt auf einen beigelegten Fragenkatalog einlässlich zu begründen 
und allenfalls weitere vorhandene Beweismittel einzureichen.

C.
Mit Eingabe vom 31. Juli  2008 kam die Beschwerdeführerin 1 dieser 
Aufforderung nach und gab an, sie habe ausserhalb ihres Heimatstaa-
tes keine verwandtschaftlichen Beziehungen. Sie und ihr Sohn müss-
ten Kolumbien verlassen, weil sie von der FARC bedroht würden und 
Übergriffe befürchten müssten,  obwohl  sie sich  an verschiedene ko-
lumbianische Behörden gewendet hätten und sich an die Anweisungen 
der Polizei, welche ihnen schriftliche Informationen zum Selbstschutz 
abgegeben habe, halten würden. Eine innerstaatliche Fluchtalternative 
stehe ihnen in Kolumbien nicht offen,  weil  die Verfolger sie selbst in 
Bogotá – wo sie inzwischen innerhalb von elf Monaten fünfmal ihren 
Aufenthaltsort gewechselt hätten – aufspüren könnten. Die Beschwer-
deführerin reichte im Weiteren erneut Beweismittel zu den Akten, bei 
welchen es sich indessen im Wesentlichen um dieselben handelt, die 
bereits dem Asylgesuch vom 19. Juni 2008 beigelegt worden waren.

D.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  übermittelte  die  Akten  am 
22. September 2008 zuständigkeitshalber an das BFM; sie führte da-
bei  aus,  dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin 1 
aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2010 – eröffnet am 14. Mai 2010 
– teilte das BFM der Beschwerdeführerin 1 mit,  es erachte den ent -
scheidrelevanten  Sachverhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Begründung 
des Asylgesuches und der eingereichten ausführlichen Dokumentation 
als erstellt, weshalb eine Anhörung auf der Botschaft nicht notwendig 
erscheine. Im Weiteren erwäge das Bundesamt – unter Berücksichti-

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gung der Akten, der zu beachtenden Aspekte und des ihm zukommen-
den weiten Ermessensspielraumes – das Asylgesuch der Beschwer-
deführenden abzuweisen und ihnen die Einreise in die Schweiz zu ver-
weigern. Insbesondere erachte es die Möglichkeit einer anderweitigen 
Schutzsuche als  gegeben. Das BFM gab den Beschwerdeführenden 
Gelegenheit,  sich  innert  30 Tagen ab  Erhalt  der  Zwischenverfügung 
dazu zu äussern.

F.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 19. Mai 2010, welche zuständigkeitshalber an das BFM weiter ge-
leitet  wurde  (Eingang  beim  BFM am 4.  Juni  2010)  machte  die  Be-
schwerdeführerin  1  von  dem  ihr  gewährten  rechtlichen  Gehör  Ge-
brauch und führte aus, sie arbeite in Bogotá als Aussendienstverkäu-
ferin für eine Kleiderfirma und müsse dabei von Haustüre zu Haustüre 
gehen, um die Frauen zu einem Versandkauf zu animieren. Sie mache 
diese Arbeit gerne, habe aber stets Angst, weil sie sich auf den Stras-
sen aufhalten müsse. Ferner seien ihre Lebensumstände schlecht; sie 
und ihr [...]-jähriger Sohn würden in einer Wohnung ohne jegliche Pri -
vatsphäre wohnen und müssten sich in einer Armenküche verpflegen, 
und wie sie ihrem Sohn,  der  bald die Schulzeit  beenden werde,  die 
von ihm gewünschte Militärkarriere ermöglichen könne, wisse sie auch 
nicht.

G.
Mit  Verfügung vom 14. Juli  2010 – gemäss Empfangsschein eröffnet 
am 11. August 2010 – wies das BFM das Asylgesuch der Beschwerde-
führenden ab und verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Zur 
Begründung führte das Bundesamt zunächst in formeller Hinsicht aus, 
dass in den vorliegenden Fällen die Voraussetzungen für ein Absehen 
von einer Anhörung der Beschwerdeführenden gegeben seien. In ma-
terieller Hinsicht hielt das BFM im Wesentlichen dafür, eine landeswei-
te Gefährdung der Beschwerdeführenden durch die FARC sei aus den 
Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei den Beschwerdeführenden nicht 
um  landesweit  bekannte  Personen  handle,  sei  davon  auszugehen, 
dass  ihnen  innerstaatliche  Fluchtalternativen  offenstünden,  sie  sich 
mithin in einer anderen Region Kolumbiens – etwa im Norden des Lan-
des, wo die Guerilla weniger stark präsent sei – niederlassen könnten.  
Es sei von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit  des kolumbianischen 
Staates auszugehen, wobei es in der Natur der Sache liege, dass es 
letztlich  faktisch  keinem  Staat  gelinge,  die  absolute  Sicherheit  aller 

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seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. Ferner sei es den 
Beschwerdeführenden möglich und zumutbar, gegebenenfalls in einem 
anderen Land als  der  Schweiz  um Schutz  nachzusuchen,  beispiels-
weise in  einem der  Nachbarstaaten Kolumbiens,  welche sowohl  das 
Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
(FK,  SR 0.142.30)  als  auch  das  entsprechende Zusatzprotokoll  vom 
31.  Juli  1967  ratifiziert  hätten;  besonders  nahe  Beziehungen  zur 
Schweiz hätten die Beschwerdeführenden in ihren Asylgesuchen nicht 
geltend gemacht.

H.
Mit undatierter, an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter 
Eingabe (Posteingang bei der Botschaft am 11. August 2010) erhoben 
die Beschwerdeführenden 1 und 2 gegen die Verfügung des BFM vom 
14. Juli 2010 Beschwerde, welche in der Folge zuständigkeitshalber an 
das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde (Posteingang beim 
Bundesverwaltungsgericht am 20. August 2010). Sie beantragten sinn-
gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewäh-
rung  von  Asyl  beziehungsweise  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz. Zur Begründung brachten sie im Wesentlichen vor, sie seien 
Opfer  des  bewaffneten  Konfliktes  in  ihrem Heimatstaat  und  bedroht 
worden. Die FARC sei auch in Bogotá präsent, weshalb die Bedrohung 
weiter bestehe. Sie hätten innerstaatlich um Schutz nachgesucht, aber 
die behördlichen Massnahmen seien völlig ineffizient. Sie hätten nicht  
in südamerikanischen Ländern um Schutz nachgesucht, weil sie sich 
von  der  Schweiz  eine  bessere  Perspektive  und  Lebensqualität  ver-
sprächen. Die Drohungen gegen ihr Leib und Leben kämen nicht von 
einer  gewöhnlichen  kriminellen  Gruppierung,  sondern  hätten  einen 
Hintergrund,  der  vom internationalen Menschenrecht  als  Bürgerkrieg 
betrachtet  werde;  sie  hätten  demnach  begründete  Furcht  vor  flücht-
lingsrechtlich relevanter Verfolgung.

II.

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I.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 19. Juni 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 3 – eine kolum-
bianische Staatsangehörige aus Bogotá und Schwester der Beschwer-
deführerin 1 – für sich und ihren minderjährigen Sohn (Beschwerde-
führer  4)  um Gewährung  von Asyl  in  der  Schweiz. Zur  Begründung 
machte sie im Wesentlichen geltend, sie und ihr Sohn müssten ihr Hei -
matland verlassen, weil sie Opfer schwerwiegender Drohungen gegen 
ihr Leben geworden seien. Sie lege Kopien der Anzeigen an verschie-
dene Behörden bei, welche sie zum Schutz ihres Lebens hätten einrei-
chen müssen. Sie fänden in Kolumbien weder Ruhe noch Frieden und 
könnten nicht ohne Furcht leben. Bei den von der Beschwerdeführerin 
3 eingereichten Beweismitteln handelt es sich weitgehend um solche, 
die auch von der Beschwerdeführerin 1 zu den Akten gegeben wur-
den. In einer darüber hinaus gehenden Anzeige der Beschwerdeführe-
rin 3 an die kolumbianische Generalstaatsanwaltschaft  vom 21. Sep-
tember  2007  gab  die  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll  sie  sei  Ende 
2006 mit  ihrem Sohn von Bogotá  nach E._______ gezogen,  wo sie 
wegen ihrer  Verwandtschaft  zur politisch aktiven G._______ telefoni-
sche Drohungen erhalten hätten. Sie seien deshalb im Jahr 2007 wie-
der nach Bogotá zurückgekehrt.

J.
Mit Schreiben vom 7. Juli 2008 forderte die schweizische Vertretung in 
Bogotá die Beschwerdeführerin 3 für den Fall, dass sie an ihrem Asyl-
gesuch festzuhalten gedenke, auf,  innert  30 Tagen ihr  Asylbegehren 
gestützt auf einen beigelegten Fragenkatalog einlässlich zu begründen 
und allenfalls weitere vorhandene Beweismittel einzureichen.

K.
Mit Eingabe vom 20. Juli  2008 kam die Beschwerdeführerin 3 dieser 
Aufforderung nach und gab an, sie und ihr Sohn hätten Probleme mit 
der FARC, weil  sie einer Familie angehören würden, die sich für ein 
anständiges Leben einsetze; obwohl sie in Bogotá viermal ihren Auf-
enthaltsort  gewechselt  hätten,  fühlten sie sich weiterhin bedroht. Bei 
den von der Beschwerdeführerin 3 zur Stützung ihrer Vorbringen ein-
gereichten Unterlagen handelt es sich im Wesentlichen um solche, die 
bereits  im  Rahmen  des  Asylgesuches  vom 19.  Juni  2008  vorgelegt 
wurden.

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L.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  übermittelte  die  Akten  am 
1. Oktober  2008  zuständigkeitshalber  an  das  BFM; sie  führte  dabei 
aus, dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin 3 aus 
Kapazitätsgründen nicht möglich sei.

M.
Mit Zwischenverfügung vom 19. April 2010 – eröffnet am 14. Mai 2010 
– teilte das BFM der Beschwerdeführerin 3 mit,  es erachte den ent-
scheidrelevanten  Sachverhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Begründung 
der Asylgesuche und der eingereichten ausführlichen Dokumentation 
als erstellt, weshalb eine Anhörung auf der Botschaft nicht notwendig 
erscheine. Im Weiteren erwäge das Bundesamt – unter Berücksichti -
gung der Akten, der zu beachtenden Aspekte und des ihm zukommen-
den weiten Ermessensspielraumes – das Asylgesuch der Beschwer-
deführenden abzuweisen und ihnen die Einreise in die Schweiz zu ver-
weigern. Insbesondere erachte es die Möglichkeit einer anderweitigen 
Schutzsuche als  gegeben. Das BFM gab den Beschwerdeführenden 
Gelegenheit,  sich  innert  30 Tagen ab  Erhalt  der  Zwischenverfügung 
dazu zu äussern.

N.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 19. Mai 2010, welche zuständigkeitshalber an das BFM weiter ge-
leitet  wurde  (Eingang  beim  BFM am 4.  Juni  2010)  machte  die  Be-
schwerdeführerin  3  von  dem  ihr  gewährten  rechtlichen  Gehör  Ge-
brauch und führte aus,  sie könnten in  Kolumbien wegen der Bedro-
hung durch die FARC keine Ruhe finden und hätten das Vertrauen in 
die sie umgebenden Menschen verloren.

O.
Mit Verfügung vom 7. Juli 2010 – gemäss Empfangsschein eröffnet am 
11. August 2010 – wies das BFM das Asylgesuch der Beschwerdefüh-
renden ab und verweigerte ihnen die Einreise in die Schweiz. Zur Be-
gründung  führte  das Bundesamt  zunächst  in  formeller  Hinsicht  aus, 
dass in den vorliegenden Fällen die Voraussetzungen für ein Absehen 
von einer Anhörung der Beschwerdeführenden gegeben seien. In ma-
terieller Hinsicht hielt das BFM im Wesentlichen dafür, eine landeswei-
te Gefährdung der Beschwerdeführenden durch die FARC sei aus den 
Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei den Beschwerdeführenden nicht 
um  landesweit  bekannte  Personen  handle,  sei  davon  auszugehen, 

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dass  ihnen  innerstaatliche  Fluchtalternativen  offenstünden,  sie  sich 
mithin in einer anderen Region Kolumbiens – etwa im Norden des Lan-
des, wo die Guerilla weniger stark präsent sei – niederlassen könnten.  
Es sei von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit  des kolumbianischen 
Staates auszugehen, wobei es in der Natur der Sache liege, dass es 
letztlich  faktisch  keinem  Staat  gelinge,  die  absolute  Sicherheit  aller 
seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. Ferner sei es den 
Beschwerdeführenden möglich und zumutbar, gegebenenfalls in einem 
anderen Land als  der  Schweiz  um Schutz  nachzusuchen,  beispiels-
weise in  einem der  Nachbarstaaten Kolumbiens,  welche sowohl  das 
Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
(FK,  SR 0.142.30)  als  auch  das  entsprechende Zusatzprotokoll  vom 
31.  Juli  1967  ratifiziert  hätten;  besonders  nahe  Beziehungen  zur 
Schweiz hätten die Beschwerdeführenden in ihren Asylgesuchen nicht 
geltend gemacht.

P.
Mit undatierter, an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter 
Eingabe (Posteingang bei der Botschaft am 11. August 2010) erhoben 
die Beschwerdeführenden 3 und 4gegen die Verfügung des BFM vom 
7. Juli 2010 Beschwerde, welche in der Folge zuständigkeitshalber an 
das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde (Posteingang beim 
Bundesverwaltungsgericht am 20. August 2010). Sie beantragten sinn-
gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewäh-
rung  von  Asyl  beziehungsweise  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz. Die Begründung der Beschwerde entspricht wörtlich derjeni -
gen der Beschwerdeführenden 1 und 2 (vgl. oben Bst. H).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 

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der vorliegenden Beschwerden und entscheidet im Bereich des Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerdeeingaben  sind  nicht  in  einer  Amtssprache  des 
Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdever-
besserung kann indessen verzichtet werden, da den in Spanisch ver-
fassten  Beschwerdeeingaben  genügend klare,  sinngemässe  Rechts-
begehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne weite-
res darüber befunden werden kann.

1.4 Angesichts  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammen-
hangs  der  Beschwerdeverfahren  sind  diese  zu  vereinigen  (vgl.  VERA 
MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/ 
Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 6 N 10).

1.5 Die Beschwerden sind frist- und – mit Ausnahme des genannten 
sprachlichen  Mangels  –  formgerecht  eingereicht  (Art. 108  Abs. 1 
AsylG,  Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführenden 
sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und ha-
ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legiti -
miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwer-
den ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli -
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 

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solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begrün-
den ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung führt  mit  der asylsuchenden Person in der Regel eine Befra-
gung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, 
so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre 
Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in 
BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung 
aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen Gründen  bei  der  je-
weiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land 
oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Grün-
den ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung 
der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei 
gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mit-
wirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter 
Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein stan-
dardisiertes  Schreiben  vermag  diesen  Anforderungen  damit  in  aller 
Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich ei-
ne  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu geben,  sich  zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

4.2 Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  Beschwerdeführenden  von  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  zu  ihren  Asylgesuchen  vom 

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19. Juni 2008 nicht  befragt,  da die Botschaft  dazu gemäss Überwei-
sungsschreiben  vom  22. September  2008  beziehungsweise  vom 
1. Oktober 2008 aus gerichtsnotorischen und mithin nachvollziehbaren 
Kapazitätsgründen nicht in der Lage war; den Beschwerdeführenden 
wurde  indessen  mit  Zwischenverfügungen  des  BFM vom 12.  bezie-
hungsweise 19. April  2010 Gelegenheit  zur weiteren Konkretisierung 
ihrer Asylgründe sowie das rechtliche Gehör im Hinblick auf die vom 
Bundesamt  in  Erwägung gezogene  Abweisung  der  Asylgesuche  ge-
währt;  die  Beschwerdeführenden  haben  mit  Eingaben  vom  19.  Mai 
2010 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Aufgrund der einläss-
lichen Ausführungen der  Beschwerdeführenden in  ihren schriftlichen 
Asylgesuchen und den weiteren Eingaben sowie der zahlreichen von 
ihnen eingereichten Beweismittel  erscheint  sodann der  entscheidwe-
sentliche Sachverhalt – wie das BFM in den angefochtenen Verfügun-
gen zu Recht ausführt – als genüglich abgeklärt. Schliesslich hat das 
BFM in seinen Verfügungen vom 7. beziehungsweise 14. Juli 2010 das 
Absehen von persönlichen Anhörungen einlässlich begründet. Bei die-
ser  Sachlage  ist  festzuhalten,  dass  das  BFM den  verfahrensrechtli-
chen Anforderungen Genüge getan hat.

5.
5.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

5.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die weiter-
hin zutreffende Praxis  gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbe-

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sondere S. 131 ff., welche angesichts bloss redaktioneller Änderungen 
bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit  
hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist da-
bei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Personen  (vgl.  EMARK 
1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat,  
die  Beschwerdeführenden  hätten  in  ihrem Gesuch  keine  besonders 
nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Im  Weiteren  hat 
das Bundesamt zu Recht erwogen, dass es den Beschwerdeführen-
den zuzumuten sei, in einem anderen Land um Asylgewährung nach-
zusuchen (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). So sind beispielsweise die Nach-
barstaaten Brasilien, Ecuador, Panama und Peru Vertragsparteien so-
wohl der FK als auch des betreffenden Zusatzprotokolls vom 31. Janu-
ar 1967; Venezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst nicht ra-
tifiziert, wohl aber das Protokoll. Diese Länder verfügen mit Ausnahme 
Venezuelas über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfahren zur An-
erkennung von Flüchtlingen. Zudem halten sie sich gemäss den Er-
kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich an das Ge-
bot des Non-Refoulement von Art. 33 FK, auch wenn als Einschrän-
kung festgestellt werden muss, dass es in den Grenzgebieten – insbe-
sondere denjenigen zu Panama und Venezuela – in den letzten Jahren 
zu  unkontrollierten  Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden  ge-
kommen ist. Für die praktische Möglichkeit  und die Zumutbarkeit der 
anderweitigen Schutzsuche spricht im Weiteren die Möglichkeit der vi-
sumsfreien Einreise nach Brasilien, Ecuador und Peru sowie der Um-
stand, dass jährlich mehrere tausend kolumbianische Staatsangehöri -
ge in den Nachbarländern – namentlich in Ecuador – um Asyl nachsu-
chen und dort zu einem beträchtlichen Teil auch tatsächlich als Flücht-
linge anerkannt werden. Soweit die Beschwerdeführenden in ihren Be-
schwerdeeingaben vorbringen, sie hätten nicht in südamerikanischen 
Ländern um Schutz nachgesucht, weil sie sich von der Schweiz eine 
bessere Perspektive und Lebensqualität versprächen, ist festzuhalten, 
dass in den genannten Ländern die Lebensumstände für Flüchtlinge 
zwar allenfalls nicht in jeder Hinsicht schweizerischen Standards ent-
sprechen mögen, aber jedenfalls durchaus ein menschenwürdiges Da-

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sein  ermöglichen.  Insgesamt  ergeben  sich  demnach  keine  Anhalts-
punkte, die darauf schliessen liessen, es sei den Beschwerdeführen-
den praktisch unmöglich oder objektiv unzumutbar, sich in einen ande-
ren Staat, insbesondere einen der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu be-
geben (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15 E. 2f S. 132). Dies 
gilt umso mehr, als aus den Akten ersichtlich ist, dass es sich bei den 
Beschwerdeführenden nicht um landesweit bekannte Persönlichkeiten 
handelt,  die aufgrund ihrer  besonders exponierten Stellung auch bei 
einer Flucht ins nahe Ausland allenfalls befürchten müssten, weiterhin 
verfolgt zu werden.

6.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführenden den geltend gemachten Bedrohungen seitens der 
FARC allenfalls  durch eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung dauer-
haft entziehen könnten.

6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführenden aufgrund der Akten über keine konkrete Bezie-
hungsnähe zur Schweiz verfügen, hingegen die Möglichkeit der ander-
weitigen Schutzsuche haben. Unter diesen Umständen hat die Vorin-
stanz den Beschwerdeführenden zu Recht die Erteilung der Einreise-
bewilligung verweigert und die Asylgesuche abgewiesen.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügun-
gen  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig  und  vollständig  feststellen  und  angemessen  sind  (Art. 106 
AsylG). Die Beschwerden sind nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten an sich den Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aus verwal-
tungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung von Art. 6 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor  dem Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, SR 173.320.2) 
auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerden werden abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Vertretung in Bogotá (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in Bogotá, mit der Bitte um Eröffnung 
des  Urteils  an  die  Beschwerdeführenden  und  um Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungsge-
richt (per EDA-Kurier)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N [...] und N 
[...] (per Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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