# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcefd672-3897-5f4f-ac98-6dcc08f4e0b6
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-11-19
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** DB.2012.243
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_243_ld.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2012.243 
2 ST.2012.269 

Entscheid 

19. November 2012 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiber Stefan Eichenberger 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Am 6. April 2011 ging die Steuererklärung von A (nachfolgend die Pflichti-

ge)  vom  30. März  2011  beim  Gemeindesteueramt  B  ein.  Darin  deklarierte  sie  für  die 

direkte  Bundessteuer  2010  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 107'000.-  und für  die 

Staats- und Gemeindesteuern 2010 ein steuerbares Einkommen von Fr. 106'300.- so-

wie ein steuerbares Vermögen von Fr. 26'000.-.  

Das kantonale Steueramt veranlagte sie am 21. Mai 2012 mit einem steuerba-

ren Einkommen für die direkte Bundessteuer 2010 von Fr. 115'600.- und für die Staats- 

und  Gemeindesteuern  2010  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 114'900.-  so-

wie  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 26'000.-.  Die  Abweichung  gegenüber  der 

Steuererklärung der Pflichtigen begründete es im Wesentlichen damit, dass es den von 

der  Pflichtigen  besuchten  Lehrgang  zum  "C"  als  Ausbildung  und  nicht  als  Weiterbil-

dung qualifiziere und die damit verbundenen Kosten folglich nicht zum Abzug zulasse. 

B.  Hiergegen  erhob  die  Pflichtige  am  29. Mai  2012  Einsprache  und  machte 

geltend, dass es sich bei den in Abzug gebrachten Kosten um Auslagen für eine Wei-

terbildung und nicht für eine Ausbildung handle.  

Am 18. Juni 2012 forderte das kantonale Steueramt von der Pflichtigen weite-

re Aktenunterlagen ein. Nachdem die Pflichtige dieser Aufforderung nicht nachgekom-

men war, mahnte es sie am 25. Juli 2012 und setzte ihr eine Frist zur Erfüllung bis am 

14. August 2012 an. Mit Schreiben vom 23. Juli 2012, welches am 26. Juli 2012 beim 

kantonalen Steueramt einging, reichte die Pflichtige verschiedene Unterlagen ein.  

Das  kantonale  Steueramt  wies  die  Einsprachen  der  Pflichtigen  am  20.  Au-

gust 2012 ab, da es am genügend engen Zusammenhang zwischen ihrem ausgeführ-

ten, angestammten Beruf und dem Lehrgang fehle, sodass der Lehrgang als Weiterbil-

dungsmassnahme zu qualifizieren sei. 

C.  Hiergegen  erhob  die  Pflichtige  am  18. September  2012  Beschwerde  bzw. 

Rekurs und wiederholte ihren Antrag aus der Einsprache. 

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Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  der  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort 

vom 5. Oktober 2012 auf kostenpflichtige Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössi-

sche Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) und § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den  zur  Ermittlung  des  Reineinkommens  von  den  gesamten  steuerbaren  Einkünften 

die zur Erzielung notwendigen Aufwendungen abgezogen. Abzugsfähig im Bereich der 

unselbstständigen Erwerbstätigkeit sind nach Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 26 Abs. 1 

lit. d StG unter anderem die mit dem Beruf zusammenhängenden Weiterbildungs- und 

Umschulungskosten.  Nicht  abzugsfähig  sind  hingegen  die  Ausbildungskosten  (Art. 34 

lit. b DBG bzw. § 33 lit. b StG). 

b) Weiterbildung im Sinn des Gesetzes besteht in denjenigen Bildungsmass-

nahmen, die ein Steuerpflichtiger auf sich nimmt, um in einem Beruf, in dem er tätig ist, 

auf  dem  Laufenden  und  den  steigenden  Anforderungen  seiner  beruflichen  Stellung 

gewachsen zu bleiben (Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten nach schweize-

rischem  Einkommenssteuerrecht,  1989,  S. 96  f.;  Felix  Richner,  Bildungskosten, 

ZStP 2002, 189 und 264). Die Ausgaben der Weiterbildung dienen der Erhaltung und 

Verbesserung der für die gegenwärtige Berufsausübung erforderlichen Sachkenntnisse 

oder der Erhaltung/Sicherung der gegenwärtigen Berufsstellung (vgl. Michael Beusch, 

Bildungskosten – Eine  Analyse  der  Abgrenzung  von  Aus-  und  Weiterbildung  anhand 

neuerer  Entwicklungen  in  der  Rechtsprechung,  "zsis",  Zeitschrift  für  Schweizerisches 

und  Internationales  Steuerrecht,  Aufsätze,  www.zsis.ch,  Ziff. 10;  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 26 N 71 und 78 ff. DBG und 

Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 26 N 64 und 71 

ff. StG), aber auch dem Erwerb besonderer Fachkenntnisse mit Blick auf eine Speziali-

sierung (RB 2004 Nr. 92). Abzugsfähige Weiterbildungskosten stellen auch die so ge-

nannten  Berufsaufstiegskosten  dar,  sofern  die  getätigten  Aufwendungen  im  Hinblick 

auf  den  Aufstieg  im  angestammten  Beruf  erfolgen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

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Art. 26 N 98 ff. DBG und § 26 N 95 ff. StG). Zielen die Aufwendungen aber auf einen 

Anstieg in eine von der bisherigen Berufstätigkeit zu unterscheidende höhere Stellung 

oder gar in einen anderen Beruf, so sind die betreffenden Aufwendungen als solche für 

die Ausbildung zu einem neuen Beruf zu würdigen und demzufolge zu den grundsätz-

lich nicht  abzugsfähigen  privaten  Lebenshaltungskosten  zu rechnen (RB 2004  Nr. 92; 

RB 1996  Nr. 34  =  StE 1997  B 27.6  Nr. 12  und  VGr,  23. Februar  2000  =  StE 2000 

B 22.3  Nr. 71  E.  3d;  BGr,  6. Juli  2005  =  StE 2006  B 22.3  Nr. 86  mit  weiteren  Hinwei-

sen; BGE 113 Ib 114 E.3 S. 120 f.).  

c)  Unter  nicht  abziehbarer  Ausbildung  im  Sinne  von  Art. 34  lit.  b  DBG  bzw. 

§ 33  lit. b  StG  sind  diejenigen  Bildungsvorgänge  zu  verstehen,  die nicht mit  einer  be-

reits ausgeübten Erwerbstätigkeit zusammenhängen, insbesondere die Ausbildung, die 

der  erstmaligen  Erlangung  eines  Berufs  oder  der  ersten  Erwerbstätigkeit  dient 

(RB 2004  Nr. 92;  Funk,  S. 95;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 26  N 7  DBG  und 

§ 26  N 8  StG).  Sie  bilden  mangels  eines  qualifiziert  engen  wesentlichen  Zusammen-

hangs  mit  einer  vorbestehenden,  so  genannten  angestammten  beruflichen  Tätigkeit 

keine  Berufskosten  im  Sinn  des  Gesetzes,  sondern  nicht  abzugsfähige  private  Le-

benshaltungskosten.  Als  Kosten  der  Ausbildung  gelten  aber  auch  diejenigen  einer 

Zweitausbildung, die im Hinblick auf einen späteren Berufswechsel absolviert wird und 

deren Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen abzugsfähig sind (Art. 26 Abs. 1 

lit. d DBG bzw. § 26 Abs. 1 lit. d StG; Umschulung).  

d)  Das  Merkblatt  des  kantonalen  Steueramts  über  die  Abzugsfähigkeit  von 

Aufwendungen  für  Bildungsmassnahmen  vom  11. November  2009  konkretisiert  die 

Abgrenzung zwischen Aus- und Weiterbildung.  

Demnach sind Ausbildungskosten Auslagen, die anfallen, um die notwendigen 

Fähigkeiten  und  Kenntnisse  zur  Ausübung  eines  bestimmten  Berufs  zu  erlernen.  Als 

Ausbildungskosten  gelten  auch  Auslagen,  die  zum  Aufstieg  in  eine  vom  bisherigen 

Beruf  eindeutig  zu  unterscheidende  höhere  Berufsstellung  oder  gar  zum  Umstieg  in 

einen anderen Beruf dienen. Solche Auslagen stehen nicht in einem „qualifiziert engen“ 

und  wesentlichen  Zusammenhang  mit  einer  angestammten  beruflichen  Tätigkeit;  sie 

stellen daher nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten dar (Ziff. 3.1 des Merkblattes). 

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Weiterbildungskosten  sind  demgegenüber  Aufwendungen  zur  Erhaltung  oder 

Sicherung der vom Pflichtigen erreichten beruflichen Stellung oder zum Aufstieg in eine 

gehobenere  Stellung  im  angestammten  Beruf.  Weiterbildungskosten  sind  Auslagen, 

die  getätigt  werden,  um  im  angestammten  Beruf  auf  dem  Laufenden  zu  bleiben  oder 

dessen  steigenden oder  neuen Anforderungen  zu genügen,  oder  zum  Erwerb  beson-

derer  Fachkenntnisse  mit  Blick  auf  eine  Spezialisierung  oder  den  Aufstieg  im  ange-

stammten Beruf (Ziff. 3.2 des Merkblattes). 

Aufwendungen für Lehrgänge wie Sprach- und EDV-Kurse sowie Kurse über 

den  Umgang mit  Arbeitswerkzeugen  und  -instrumenten gelten  als Weiterbildungskos-

ten,  sofern sie für  die gegenwärtige  berufliche Tätigkeit  nützlich sind  und im  Rahmen 

des Üblichen liegen. Beispiele dafür sind Kurse in Kommunikation, Rhetorik, Verhand-

lungs-  und  Gesprächstechnik,  Arbeitsmethodik,  Konfliktmanagement,  Gedächtnis-, 

Lern-,  Problemlösungs-,  Entscheidungstechnik,  Teamprozesse,  Teameffizienz,  Proto-

kollführung sowie Kurse in Teamcoaching für Führungskräfte und Projektleiter (Ziff. 4.3 

des Merkblattes). 

e) Das Verwaltungsgericht verweist in seiner Rechtsprechung zu den Weiter-

bildungskosten auf Art. 30 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 

13. Dezember 2002 (BBG; SR 412.10) und hält fest, die Bestimmung enthalte insofern 

ein taugliches Kriterium für den Weiterbildungsbegriff, als die berufsorientierte Weiter-

bildung primär dazu dient, "durch organisiertes Lernen bestehende berufliche Qualitä-

ten  zu  erneuern,  zu  vertiefen  und  zu  erweitern"  (RB 2004  Nr. 92).  Indessen  schliesst 

die in Art. 30 lit. a und b BBG erwähnte Zwecksetzung auch Elemente der Umschulung 

bzw. Ausbildung mit ein ("neue berufliche Qualifikationen" bzw. "berufliche Flexibilität"), 

welche  über  die  steuerlich  abzugsfähige  Weiterbildung  hinausgehen.  Ob  die  Kosten 

eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten zu würdigen sind, kann daher 

nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten Umstän-

de, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die be-

rufliche  Tätigkeit  oder  die  Grundausbildung  des  Absolventen  andrerseits  ankommt. 

Mitentscheidend, insbesondere bei Master-Lehrgängen, sind nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung aber auch die Auswirkungen, welche die Zusatzausbildung und 

der  damit  erworbene  Titel  auf  die  gegenwärtige  und  künftige  Berufstätigkeit  hat 

(BGr, 17. Oktober  2005,  2A.182/2005  =  StR  2006,  41;  BGr,  6. Juli  2005, 

2A.623/2004 = StE 2006 B.22.3 Nr. 86; BGr, 6. Juli 2005, 2A.671/2004 = www.bger.ch; 

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BGr, 18. Dezember 2003, 2A.277/2003 = StE 2004 B 22.3 Nr. 77 = StR 2004, 451). In 

der  Regel  gelten  jedoch  Aufwendungen  für  meist  mehrjährige  Lehrgänge  an  (Fach-) 

Hochschulen als Ausbildungskosten, und zwar auch dann, wenn die Absolvierung des 

Studiums  dem  Steuerpflichtigen  als  persönlicher  Leistungsausweis  für  die  Erhaltung 

und  Sicherung  seiner  Stellung  im  Beruf  dient  und  er  die  im  Studium  erworbenen 

Kenntnisse  und  Fähigkeiten  bei  der  Arbeit  auch  verwenden  kann  (BGr,  6. Juli  2005, 

2A.623/2004;  BGr,  18. Dezember  2003,  2A.277/2003;  VGr,  3. November  2004, 

SB.2004.00069;  VGr,  28. April  2004,  SB.2003.00069;  VGr,  23. Oktober  2002, 

SB.2002.00046 = StE 2003 B 22.3 Nr. 75).  

f)  Als  steuermindernde  Tatsachen  sind  Weiterbildungskosten  von  der  Steuer-

pflichtigen geltend zu machen, hinreichend darzulegen und nachzuweisen.  

2. a) Damit die Auslagen der Pflichtigen für den von  ihr besuchten Lehrgang 

"C" abzugsfähige Weiterbildungskosten darstellen, ist – wie bereits oben ausgeführt – 

ein qualifiziert enger und wesentlicher Zusammenhang zwischen der von ihr während 

der Bemessungsperiode ausgeübten Tätigkeit sowie dem Lehrgang erforderlich.  

b)  Zu  der  von  ihr  während  der  Steuerperiode  2010  ausgeübten  Tätigkeit 

machte die Pflichtige folgende Angaben: Vom Dezember 2007 bis im Juni 2011 – und 

somit in der fraglichen Steuerperiode 2010 – sei sie als Produkt bzw. Projektleiterin D 

der  E  tätig  gewesen  und  habe  dabei  gemäss  ihrem  Lebenslauf  diverse  Stabsfunktio-

nen  ausgeübt,  bei  der  Planung,  Umsetzung  und  Koordination  von  Projekten  in  den 

Bereichen Strategie, Organisation, Marketing und Business Development sowie bei der 

Weiterentwicklung der internen und externen Prozesse mitgewirkt. Entsprechende Do-

kumente, mit welchen sie ihre berufliche Tätigkeit hätte nachweisen können, reichte sie 

trotz  entsprechender  Auflage  des  kantonalen  Steueramtes  nicht  ein.  Sie  begründete 

dies damit, dass sie ihre Privatsphäre schützen wolle und dies keine Relevanz habe. 

Welche  Aufgaben  die  Pflichtige  als  Produkt-  bzw.  Projektleiterin  D  der  E  zu 

erfüllen  hatte,  wurde  somit  lediglich  in  ihrem  Lebenslauf  bzw.  in  ihren  Rechtsmittel-

schriften  stichwortartig  zusammengefasst.  Dies  stellt  jedoch  einen  blossen  Parteivor-

trag  dar  und  besitzt  dementsprechend  keine  Beweiskraft.  Die  Pflichtige  liegt  falsch, 

wenn  sie  denkt,  ihre  berufliche  Tätigkeit  (Aufgabengebiet  etc.)  habe  keine  Relevanz. 

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Denn, wie bereits ausgeführt, hat sie Weiterbildungskosten – und somit auch den quali-

fiziert  engen  und  wesentlichen  Zusammenhang  zwischen  ihrer  beruflichen  Tätigkeit 

während der Bemessungsperiode und dem von  ihr besuchten Lehrgang  – als steuer-

mindernde  Tatsachen  hinreichend  darzulegen  und  nachzuweisen.  Ihre  berufliche  Tä-

tigkeit,  welche  hierfür  den  Ausgangspunkt  darstellt,  hat  sie  jedoch  nur  ungenügend 

substanziiert.  Zudem  blieb  sie  –  trotz  entsprechender  Aufforderung  –  den  Beweis 

schuldig.  Ihre  Argumentation,  dass  sie  damit  ihre  Privatsphäre  schützen  wolle,  geht 

fehl,  da  geschäftliche  Angelegenheiten  gerade  nicht  die  Privatsphäre  betreffen.  Sie 

kann sich nicht gestützt auf den Schutz der Privatsphäre weigern, einschlägige Belege 

einzureichen und ihrer Beweispflicht nachzukommen. Es wäre ihr vielmehr ohne Weite-

res  zuzumuten  gewesen,  die  entsprechenden  Belege  wie  Arbeitsverträge,  Stellen-

beschrieb,  Zeugnisse,  Bestätigungen  des  Arbeitgebers  etc.  ins  Recht  zu  legen.  Dass 

sie dies (bewusst) unterlassen hat, führt dazu, dass ihre Beschwerde bzw. ihr Rekurs 

nicht genügend substanziiert sowie mangelhaft belegt und somit abzuweisen sind.  

c)  Überdies  ist  festzuhalten,  dass  selbst  wenn  man  auf  die  rudimentäre  und 

nicht  nachgewiesene  Beschreibung  der  Tätigkeit  der  Pflichtigen  abstellen  würde,  ein 

qualifiziert  enger  und  wesentlicher  Zusammenhang  zum  besuchten  Lehrgang  nicht 

gegeben ist. 

Die Pflichtige besuchte in der Steuerperiode 2010 den Lehrgang "C" bei der F 

in  G,  was  sie  als  Weiterbildung  zur  "Persönlichkeitstrainerin"  bezeichnet.  Eine  Bu-

chungsbestätigung sowie einen Zahlungsnachweis über Fr. 6'840.- hat sie beigebracht. 

Dazu  reichte  sie  eine  Beschreibung  der  Bausteine  und  Inhalte,  eine  Broschüre  des 

Ausbildungsangebots  der  F  ein,  einen  Auszug  aus  dem  Lehrgangszertifikat  sowie  ei-

nen Auszug aus dem Firmenprofil der F ein. 

Aus diesen Dokumenten ergibt sich, dass bei diesem Lehrgang offensichtlich 

schwerpunktmässig mit Tieren – und nicht mit Menschen – gearbeitet wird; die Pflichti-

ge  bezeichnet  dies  entsprechend  auch  als  tiergestütztes  Coaching.  Dies  ergibt  sich 

auch ohne Weiteres aus der eingereichten Broschüre des Ausbildungsangebots der F, 

welche ca. zur Hälfte aus ganzseitigen Tierbildern besteht und somit offensichtlich Tier-

liebhaber  ansprechen  möchte.  Mit  dem  fünftägigen  Kurs  soll  demnach  das  Basiswis-

sen der Tierarbeit am Boden unter den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit 

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den  Elementen  des  Persönlichkeitstrainings  verbunden  werden.  Zusammengefasst 

geht  es  um  Themen  wie  die  Grundlagenarbeit  mit  Tieren,  persönliche  Lebensziele, 

Mensch und Tier im Dialog, nonverbale Kommunikation sowie das Tier als unser Spie-

gel.  Schwerpunktmässige  Ausbildungsinhalte  sind  das  Verständnis  und  eine  Einfüh-

rung in die Tiersprache (als Körpersprache), die Übernahme klarer Führung, die Kom-

munikation  mit  dem  Tier  vom  Boden  aus,  die  Körpersprache  des  Menschen  sowie 

Selbstwahrnehmung und -einschätzung, die innere Stimme bzw. die Intuition, der Um-

gang  mit  schwierigen  Situationen,  sich  selbst  näher  kennenzulernen,  die  Wahrneh-

mung und die Interpretation. Als Nutzen gibt die F bessere Chancen auf dem Arbeits-

markt,  Förderung  der  eigenen  Ressourcen  auf  seinem  Lebensweg,  mehr  Service  für 

die Kunden, Förderung der persönlichen Ressourcen der Klienten, neue Ideen für den 

Unterricht,  Leistungssteigerung  des  Tieres  durch  Motivation  sowie  Sicherheit  im  Um-

gang mit Tieren an. 

Vorliegend fehlt es damit am qualifiziert engen und wesentlichen Zusammen-

hang  zwischen  der  beruflichen  Tätigkeit  der  Pflichtigen  und  dem  von  ihr  besuchten 

Lehrgang.  Die  Pflichtige  arbeitete  als  Produkt-  bzw.  Projektleiterin  D  der  E  in  erster 

Linie  mit  Menschen  und  war  beispielsweise  nicht  Tierpflegerin.  Führungsqualitäten 

waren  bei  ihrer  beruflichen  Stellung  zweifellos  gefragt,  doch  war  der  besuchte  Lehr-

gang, dessen Schwerpunkt bei der Arbeit mit Tieren liegt, für diese Tätigkeit höchstens 

am Rande nützlich und liegt keineswegs im Rahmen des Üblichen. So ist insbesondere 

nicht  klar,  inwieweit  die  Grundlagenarbeit  mit  Tieren  vom  Boden  aus,  der  Dialog  inkl. 

nonverbaler  Kommunikation  zwischen  Mensch  und  Tier  sowie  das  "Tier  als  unser 

Spiegel" für die Pflichtige eine Weiterbildung darstellen sollen. Auch die Bereiche Phy-

siologie des Tieres, Physiotherapie mit Tieren sowie das Arbeiten mit fremden Tieren 

haben keinen Bezug zu ihrer beruflichen Tätigkeit während der Steuerperiode 2010. 

Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Pflichtige durch den Besuch die-

ses Lehrgangs ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen wollte, um ihre neue Tä-

tigkeit als Unternehmensberaterin aufnehmen zu können. 

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. Die 

Kosten  des  Verfahrens  sind  ausgangsgemäss  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1  DBG  bzw.  § 151  Abs. 1  StG),  und  es  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzu-

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sprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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