# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2de72cf4-8e1b-50fb-a956-9648ad32635b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 17.05.2010 AA070076
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA070076_2010-05-17.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich 

 
Kass.-Nr. AA070076/U/ys 

Mitwirkende: der Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, sowie der juristische Sekretär 

Lukas Künzli 

Erledigungs-Verfügung vom 17. Mai 2010 

in Sachen 

1. A-AG,  

   

2. B-AG, 

  

3. C- AG,  

  

4. D-AG,  

  

5. E-AG,  

  

6. F-AG,  

  

Beklagte und Beschwerdeführerinnen 

 
gegen 

 
1. X.  

  

2. Z-AG 

 vertreten durch Rechtsanwalt […] 
 
Kläger und Beschwerdegegner 

 
betreffend  

Feststellung Nichtigkeit / Anfechtung von Gesellschaftsbeschlüssen  

Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

vom 18. April 2007 (HG060404/Z05/ei) 

 

1. Das Handelsgericht des Kantons Zürich nahm mit (Zwischen-)Beschluss vom 

18. April 2007 den Klagerückzug von R.S., C.S. und D.S. namens der Klägerin 2 

(vorliegend Beschwerdegegnerin 2 bzw. deren VR-Fraktion um R.S. nicht entge-

gen (Disp.-Ziff. 1). Gleichzeitig wies es auch die Anträge der Beklagten (vorlie-

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gend Beschwerdeführerinnen 1-6) auf Sistierung des Verfahrens sowie Bestellung 

eines Rechtsbeistandes im Sinne von § 29 Abs. 2 ZPO für die Beschwerdegegne-

rin 2 ab (Disp.-Ziff. 4 und 5; KG act. 2 S. 11). 

2. Die Beschwerdeführerinnen legten gegen den Zwischenentscheid des Han-

delsgerichts mit Eingabe vom 23. Mai 2007 rechtzeitig kantonale Nichtigkeitsbe-

schwerde ein mit dem Hauptantrag auf Aufhebung von Disp.-Ziff. 1 und 5 des an-

gefochtenen Entscheids (vgl. KG act. 1 S. 2). Der Beschwerde wurde mit Präsidi-

alverfügung vom 30. Mai 2007 (KG act. 6) insofern aufschiebende Wirkung verlie-

hen, als das handelsgerichtliche Verfahren - mit Ausnahme des Begehrens um 

vorsorgliche Beweissicherung - einstweilen nicht weitergeführt werden konnte. 

Gleichzeitig wurde den Gegenparteien Frist angesetzt, um die Beschwerde zu 

beantworten. Die Vorinstanz verzichtete am 15. Juni 2007 auf eine Vernehmlas-

sung (KG act. 12). Die den Beschwerdeführerinnen auferlegte Kaution von 

Fr. 30’000.– wurde innert Frist geleistet (KG act. 13). 

Auf Gesuch des Beschwerdegegners 1 hin kam es in der Folge zur Sistierung des 

Verfahrens, wobei die Sistierung letztmals mit Zwischenbeschluss vom 11. Feb-

ruar 2010 bis und mit 31. März 2010 verlängert worden war (vgl. KG act. 75). 

Grund für die Sistierung bildete der Umstand, dass der Beschwerdegegner 1 und 

R.S. im Rahmen eines am Bezirksgericht Zürich hängigen familienrechtlichen 

Verfahrens Vergleichsgespräche aufgenommen hatten. Ziel dieser Gespräche 

war eine Gesamtlösung für die familienrechtlichen und die damit untrennbar ver-

knüpften gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen. 

3. Die Beschwerdegegnerin 2 bzw. deren VR-Fraktion um R.S. teilte mit Schrei-

ben vom 30. März 2010 (vgl. KG act. 77) mit, dass dem Kassationsgericht in den 

Parallelverfahren AA070093 und AA070094 eine unterzeichnete Vergleichsver-

einbarung eingereicht worden sei und das vorliegende sowie die weiteren Paral-

lelverfahren AA070077 und AA070080 ebenfalls durch Vergleich erledigt würden. 

Zur Zeit sei man daran, die verschiedenen Unterschriften einzuholen. In der Wo-

che nach Ostern könnten sämtliche unterzeichneten Vergleichsvereinbarungen 

eingereicht werden. 

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4. Mit Eingabe vom 31. März 2010 (Poststempel 8. April 2010) teilte die Be-

schwerdegegnerin 2 bzw. deren VR-Fraktion um R.S. wie angekündigt mit, dass 

sich die Parteien geeinigt hätten und das Verfahren wie folgt abzuschreiben sei 

(KG act. 78): 

"[...], [...] + Partner, als Zustelladresse für die Z-AG vormals Aktiengesellschaft [...] 
zu streichen; 

Die Gerichtskosten für alle Instanzen zur Hälfte X und zur Hälfte der Z-AG/A-AG, 
B-AG, C-AG, D-AG, E-AG, F-AG aufzuerlegen; 

Davon Vormerk zu nehmen, dass alle Parteien gegenseitig auf die Zusprechung 
von Prozessentschädigungen für alle Instanzen verzichten; 

Das Verfahren als durch Vergleich erledigt abzuschreiben." 

5. Ein Vergleich über die Erledigung der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde ist 

ausgeschlossen (VON RECHENBERG, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und 

Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Auflage, Zürich 1986, S. 50 unten). 

Das vorliegende Verfahren kann daher nicht - wie von den Parteien übereinstim-

mend beantragt - als durch Vergleich erledigt abgeschrieben werden. Eine Aner-

kennung der Nichtigkeitsbeschwerde ist ebenfalls ausgeschlossen (a.a.O.). 

R.S. und X. erklärten in der "Vereinbarung betreffend güterrechtliche Auseinan-

dersetzung" vom 27. Januar 2010, mit "Abschluss dieses Vergleichs zwischen 

den Parteien vereinbaren diese weiter, dass alle zwischen ihnen noch hängigen 

(und zur Zeit sistierten) gerichtlichen Auseinandersetzungen und Verfahren durch 

gemeinsame Rückzugserklärungen oder Desinteresseerklärungen unter Über-

nahme der anfallenden Kosten hälftig durch beide Parteien erledigt werden [...]" 

(vgl. Kass.-Nr. AA070093 [act. 73/1 S. 5 unten]). Daraus geht hervor, dass es den 

Parteien der Sache nach darum ging, die noch hängigen gerichtlichen Verfahren 

nicht mehr weiterzuführen und eine Abschreibung dieser Verfahren zu erwirken, 

wobei sie sich auch verpflichteten, die hierfür erforderlichen Parteierklärungen ab-

zugeben.  

In Auslegung des Vergleichs vom 31. März 2010 ist daher trotz anderslautender 

Formulierung anzunehmen, dass die Beschwerdeführerinnen ihre Nichtigkeitsbe-

schwerde zurückziehen wollten bzw. eine solche Lösung von den Parteien unter 

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Berücksichtigung der vorstehend zitierten Passage der Vereinbarung vom 27. Ja-

nuar 2010 zumindest nicht ausgeschlossen werden wollte. Dies erscheint auch 

insofern angezeigt, als der Präsident die Abschreibung des Verfahrens infolge 

Rückzugs verfügen kann (vgl. § 122 Abs. 3 GVG), und somit – im Gegensatz zur 

Beschlussform – weniger Kosten anfallen. Ohnehin ist nicht evident, inwiefern ei-

ne Partei durch diese Erledigungsform beschwert bzw. benachteiligt sein könnte. 

Die Kosten- und Entschädigungsfolgen des abzuschreibenden Verfahrens werden 

entsprechend den in der Vereinbarung gestellten Anträgen geregelt. 

6. Der Streitwert der vorliegenden Klage ist bis anhin noch nicht festgelegt wor-

den. Die Vorinstanz ging für die Festsetzung der Gerichtsgebühr im angefochte-

nen (Zwischen-)Entscheid einstweilen von einem Streitwert von (sicherlich) meh-

reren Millionen Schweizerfranken aus. Sie erwog, dass es in der Sache selber um 

die Kontrolle der sechs Tochtergesellschaften (Beschwerdeführerinnen 1-6) gehe 

und diesen insgesamt mindestens 12 Liegenschaften gehören würden (vgl. KG 

act. 2 S. 9-10). 

Das Kassationsgericht nahm in Anlehnung an die vorinstanzlichen Überlegungen 

im Rahmen der Festsetzung der Höhe der Prozesskaution einen Streitwert von 

Fr. 3 Millionen an. Für die mutmasslich anfallende Gerichtsgebühr und Prozess-

entschädigung auferlegte es den Beschwerdeführerinnen unter Berücksichtigung 

der Reduktionsgründe nach der (alt)GerGebV und der AnwGebV eine Kaution 

von Fr. 30'000.–. 

Die Höhe der Kaution blieb in der Folge unangefochten. Die Beschwerdeführerin-

nen leisteten die Kaution. Für die Bemessung der Gerichtsgebühr ist daher nach 

wie vor von einem Streitwert von Fr. 3 Millionen auszugehen. In Anwendung von 

§ 2, § 4 Abs. 1 und § 13 Abs. 1 GerGebV (in der Fassung vom 4. April 2007, in 

Kraft seit 1. Januar 2008) resultiert für das Kassationsverfahren eine (Grund-) 

Gebühr von Fr. 50'750.–. Weiter sind die Reduktionsgründe nach § 4 Abs. 2, § 10 

Abs. 1 und § 13 Abs. 2 GerGebV und der Aufwand des Kassationsgerichts für die 

Fällung der verschiedenen Zwischenentscheide (insbesondere KG act. 20, 25, 34, 

45, 55, 58, 69 und 75) zu berücksichtigen. In Anbetracht dieser Faktoren ist die 

Gerichtsgebühr auf Fr. 20'000.– festzusetzen. Diese ist den Parteien entspre-

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chend ihren Anträgen aufzuerlegen. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf 

Prozessentschädigung ist Vormerk zu nehmen. Ferner ist [...] als Zustelladresse 

für die Beschwerdegegnerin 2 bzw. deren VR-Fraktion um X. aus dem Rubrum zu 

streichen. 

 

Der Vizepräsident verfügt: 

1. Das Kassationsverfahren wird infolge Rückzugs der Nichtigkeitsbeschwerde 

als erledigt abgeschrieben. 

Damit entfällt die ihr verliehene aufschiebende Wirkung. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird auf Fr. 20'000.– fest-

gesetzt. 

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden zur einen Hälfte dem Be-

schwerdegegner 1 und zur anderen Hälfte der Beschwerdegegnerin 2 sowie 

den Beschwerdeführerinnen 1-6 auferlegt. 

4. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf Prozessentschädigung wird 

Vormerk genommen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Handelsgericht des Kan-

tons Zürich, je gegen Empfangsschein. 

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KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Der juristische Sekretär: 

 

 

	Erledigungs-Verfügung vom 17. Mai 2010
	Der Vizepräsident verfügt: