# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38b9030d-9360-5677-ad90-7af6ece35292
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.02.2021 BK 2021 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-16_2021-02-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 16

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Februar 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, 
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lauber

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Erkennungsdienstliche Erfassung

Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffge-
setz

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 6. Januar 2021 (BM 20 47407)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) führt ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten A.________ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über 
explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41) durch miss-
bräuchliche Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen. Am 6. Januar 2021 
verfügte die Staatsanwaltschaft die erkennungsdienstliche Erfassung des Be-
schwerdeführers. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, verteidigt durch Rechts-
anwalt B.________, am 18. Januar 2021 Beschwerde. Er beantragte, die ange-
fochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und 
es sei von einer erkennungsdienstlichen Erfassung abzusehen. Der Beschwerde 
sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 
19. Januar 2021 wurde der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wir-
kung erteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft schloss mit Stellungnahme vom 3. Fe-
bruar 2021 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 4. Februar 2021 re-
plizierte der Beschwerdeführer und hielt an den bereits gestellten Rechtsbegehren 
fest. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen Beschwerde 
geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Zuständig ist die Beschwerdekammer in 
Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdefüh-
rer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich 
geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten.

3.

3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht vorab eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs. Die angefochtene Verfügung sei betreffend die Verhältnismässigkeit 
nicht hinreichend begründet worden.

3.2 Gemäss Art. 260 Abs. 3 StPO ist die erkennungsdienstliche Erfassung in einem 
schriftlichen, kurz begründeten Befehl anzuordnen. Angesichts der ausgesprochen 
weiten Regelung hinsichtlich der Voraussetzungen für eine erkennungsdienstliche 
Massnahme, kommt dieser Begründung nur eine untergeordnete Bedeutung zu 
(vgl. HANSJAKOB, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 260 StPO). Entsprechend genügt es, wenn in der Anord-
nung steht, dass gegen die betroffene Person wegen bestimmter Straftaten eine 
Strafuntersuchung geführt werde und die erkennungsdienstliche Erfassung für de-
ren Abklärung bzw. allfällige spätere Verfahren sachdienlich sei (vgl. 
SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 
2018, N. 10 zu Art. 260 StPO; vgl. auch Beschluss des Obergerichts des Kantons 
Bern BK 19 344 vom 24. September 2019 E. 3). 

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3.3 Die Staatsanwaltschaft hat in der angefochtenen Verfügung beschrieben aufgrund 
welchen Vorfalls sie eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer führt 
und die erkennungsdienstliche Erfassung angeordnet hat. Der strafrechtliche Vor-
wurf war dem Beschwerdeführer zudem bereits bekannt, wurde er doch am 2. De-
zember 2020 polizeilich befragt. Der Beschwerdeführer verweigerte zwar die Aus-
sage, die entsprechenden Vorhalte wurden ihm aber dennoch gemacht. Zudem 
setzte sich die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung auch mit der 
Frage der Verhältnismässigkeit im konkreten Fall auseinander. So hielt sie fest, 
dass die Eigenheit der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftat insbesonde-
re der visuellen Erfassung bedürfe, um diese [richtig: ihn] bei zukünftigen zu erwar-
tenden Straftaten (insbesondere in der Szene, in welcher oftmals mehrere Perso-
nen zum Teil gemeinsam diverse Delikte begehen würden) eindeutig identifizieren 
zu können. Mithin wurde die erkennungsdienstliche Erfassung als geeignet und 
notwendig erachtet, um den Beschwerdeführer bei weiteren solchen Straftaten 
identifizieren zu können. Ausserdem wurde in der angefochtenen Verfügung fest-
gehalten, dass sich der geringfügige Eingriff vor dem Hintergrund des zu untersu-
chenden Deliktes als verhältnismässig erweise, womit die Verhältnismässigkeit im 
engeren Sinne thematisiert wurde. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es 
seien einzig die einschlägigen Gesetzesbestimmungen bzw. Voraussetzungen be-
treffend die Verhältnismässigkeit repetiert worden, kann ihm nicht gefolgt werden. 
Auch wenn die Begründung knapp gefasst ist, genügt sie doch den Anforderungen 
von Art. 260 Abs. 3 StPO. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist 
insoweit nicht auszumachen. 

3.4 Weiter ist auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs darin zu erblicken, dass 
die Generalstaatsanwaltschaft in der oberinstanzlichen Stellungnahme erstmals 
geltend machte, dass die verfügte Zwangsmassnahme nicht bloss zur Aufklärung 
allfälliger weiterer Delikte diene, sondern auch der Klärung der Anlasstat (vgl. den 
diesbezüglichen Einwand in der Replik). Der Generalstaatsanwaltschaft steht es 
frei, neue zusätzliche Argumente für die Begründetheit der verfügten erkennungs-
dienstlichen Erfassung vorzubringen. Sie ist nicht an die Erwägungen der Staats-
anwaltschaft gebunden. Der Beschwerdeführer hatte Gelegenheit, zu diesen Aus-
führungen Stellung zu nehmen, was er denn auch gemacht hat. Sein rechtliches 
Gehör wurde dadurch nicht verletzt. 

4. In materieller Hinsicht wendet der Beschwerdeführer gegen die erkennungsdienst-
liche Erfassung ein, bei der gemäss Fotodokumentation als «B» bezeichneten Per-
son handle es sich nicht um ihn. Es gebe in den Akten keine Hinweise darauf, dass 
er zum fraglichen Zeitpunkt vor dem Stadion E.________ gewesen sei. Es sei auch 
nicht bekannt, welcher «Szenenkenner» ihn aus welchem Grund und in welcher 
Funktion als Person «B» identifiziert habe. Es liege kein hinreichender Tatverdacht 
vor. Zudem bestünden keine erheblichen und konkreten Anhaltspunkte, dass er in 
andere bereits begangene oder künftige Delikte von einer gewissen Schwere ver-
wickelt sein könnte. Dies wäre selbst dann nicht der Fall, wenn es sich bei der Per-
son «B» um den Beschwerdeführer handeln würde. Die Art und Weise sowie die 
Umstände, unter denen die Person «B» den pyrotechnischen Gegenstand gezün-
det habe, sei nicht mit der Zündung in einem Stadion in einer dichten Menschen-

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menge vergleichbar. Entsprechend könne nicht der Schluss gezogen werden, dass 
diese Person dasselbe in einem Stadion machen oder sonstige Delikte begehen 
werde. In jedem Fall vermöge das öffentliche Strafinteresse die Interessen des Be-
schwerdeführers bzw. die Beeinträchtigung seiner individuellen Grundrechte nicht 
zu überwiegen. 

In der Replik ergänzte der Beschwerdeführer, würde die angebliche Identifikation 
durch einen unbekannten «Szenenkenner» ausreichen, um gegen ihn einen kon-
kreten Verdacht auf die Begehung der zu untersuchenden Straftat zu begründen, 
könnte theoretisch jede x-beliebige Person mit dem Hinweis auf eine angebliche 
Identifikation durch einen unbekannten «Szenenkenner» der verfügten Zwangs-
massnahme unterworfen werden. Eine derartige Begründung des Tatverdachts 
brächte ein enormes Missbrauchspotenzial mit sich. Auch die leicht erhöhte Wahr-
scheinlichkeit, dass sich der Beschwerdeführer in ähnlicher Weise an unaufgeklär-
ten oder künftigen Straftaten beteiligt haben könnte bzw. beteiligen werde, werde 
einzig mit dem vom unbekannten «Szenenkenner» geäusserten Verdacht begrün-
det, dass es sich bei der Person «B» um den Beschwerdeführer handle. 

5.

5.1 Gemäss Art. 260 Abs. 1 StPO werden bei der erkennungsdienstlichen Erfassung 
die Körpermerkmale einer Person festgestellt und Abdrücke von Körperteilen ge-
nommen. Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung der Daten 
stellen einen Eingriff in das Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]), auf infor-
mationelle Selbstbestimmung (Art. 13 Abs. 2 BV) und auf Familienleben gemäss 
Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und der Grundfreiheiten 
(EMRK; SR 0.101) dar. Dabei ist je von einem leichten Eingriff auszugehen 
(BGE  145 IV 263 E. 3.4 mit Hinweisen). Einschränkungen von Grundrechten sind 
gestützt auf Art. 36 BV zulässig, sofern sie auf einer gesetzlichen Grundlage beru-
hen, im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sind und den Kerngehalt 
des Grundrechts wahren. Diese Voraussetzungen werden für die Anordnung straf-
prozessualer Zwangsmassnahmen in Art. 197 Abs. 1 StPO konkretisiert. Nach 
dessen Wortlaut können Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn ein hin-
reichender Tatverdacht vorliegt (Bst. b), die damit angestrebten Ziele nicht durch 
mildere Massnahmen erreicht werden können (Bst. c) und die Bedeutung der Straf-
tat die Zwangsmassnahme rechtfertigt (Bst. d).

5.2 Zweck einer erkennungsdienstlichen Erfassung ist die Abklärung des Sachverhalts, 
worunter insbesondere die Feststellung der Identität einer Person fällt (BGE 141 IV 
87 E. 1.3.3). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur DNA-Analyse ist 
eine Erfassung aber auch zulässig, wenn sie nicht für die Aufklärung der Straftat 
erforderlich ist, der eine Person im hängigen Strafverfahren beschuldigt wird. Diese 
Rechtsprechung muss auch in Bezug auf den weniger schweren Eingriff der erken-
nungsdienstlichen Behandlung ohne DNA-Analyse gelten. Demnach kann die er-
kennungsdienstliche Erfassung auch der Identifikation von Tätern im Zusammen-
hang mit Straftaten dienen, die den Strafverfolgungsbehörden noch unbekannt 
sind. Dabei kann es sich um vergangene oder künftige Delikte handeln. Die Profil-

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Erfassung kann so Irrtümer bei der Identifikation einer Person und die Verdächti-
gung Unschuldiger verhindern. Sie kann auch präventiv wirken und damit zum 
Schutz Dritter beitragen. Damit in diesem Fall die Zwangsmassnahme verhältnis-
mässig ist, müssen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
die beschuldigte Person in andere, bereits begangene oder künftige Delikte von 
gewisser Schwere verwickelt sein könnte (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 und E. 1.4.1; Ur-
teile des Bundesgerichts 1B_111/2015 vom 20. August 2015 E 3.1 f.; 1B_685/2011 
vom 23. Februar 2012 E. 3.4). Als Beispiel für Delikte von gewisser Schwere nennt 
das Bundesgericht Delikte gegen Leib und Leben, das Vermögen (Raubüberfälle, 
Einbruchdiebstähle) und die sexuelle Integrität – womit aber andere Delikte von 
gewisser Schwere selbstredend nicht ausgeschlossen werden. Nicht zulässig ist 
eine rein routinemässige Anordnung der erkennungsdienstlichen Erfassung. Es 
sind immer die Umstände des Einzelfalls zu prüfen (BGE 141 IV 87 E. 1.4.2; Urteil 
des Bundesgerichts 1B_111/2015 vom 20. August 2015 E. 3.5; vgl. zum Ganzen: 
Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 20 119 vom 10. Juni 2020 
E.  5.2).

5.3 Der verfassungs- und konventionsrechtlich normierte Grundsatz der Unschulds-
vermutung besagt, dass jede Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als un-
schuldig gilt (Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Der 
Grundsatz der Unschuldsvermutung schliesst aber nicht per se aus, dass Erkennt-
nisse aus einer laufenden Strafuntersuchung bei der Beurteilung der Frage, ob eine 
beschuldigte Person mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bereits gleichartige Delikte 
begangen hat oder in Zukunft begehen wird, berücksichtigt werden dürften. Diese 
Frage ist vielmehr anhand der Umstände des Einzelfalles zu prüfen, wobei dem 
Grundsatz der Unschuldsvermutung Rechnung zu tragen ist. Anhaltspunkte für die 
Annahme weiterer Delikte lassen sich jedenfalls nicht nur aus rechtskräftigen Ver-
urteilungen gewinnen, sondern auch aus anderen Umständen. Es wird nicht ver-
langt, dass solche Umstände in jedem Fall ausserhalb der laufenden Strafuntersu-
chung liegen müssen. Die Annahme der Beteiligung an unaufgeklärten oder 
zukünftigen Straftaten kann mit anderen Worten auch durch die im Rahmen der 
laufenden Untersuchung abgenommenen Beweise, ein Geständnis, die Persön-
lichkeitsstruktur der beschuldigten Person oder andere aktenkundige Umstände der 
zu untersuchenden Anlasstat begründet sein (vgl. zum Ganzen: Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Bern BK 16 304 vom 28. Oktober 2016 E. 4.2 [Leitent-
scheid]).

5.4 Die Beschwerdekammer in Strafsachen teilt die Auffassung der Staatsanwaltschaft, 
wonach vorliegend ein hinreichender Tatverdacht wegen Widerhandlung gegen 
das Sprengstoffgesetz durch missbräuchliche Verwendung eines pyrotechnischen 
Gegenstandes zu bejahen ist. Der Tatverdacht ergibt sich aus dem Anzeigerapport 
der Kantonspolizei Bern vom 7. Dezember 2020. Demnach versammelten sich 
nach dem Cupfinal am 30. August 2020 nach dem Spiel zwischen dem 
F.________(Fussballclub) und dem G.________(Fussballclub) einige Fans beim 
Stadion vor dem H.________(Örtlichkeit). Als zwei Spieler des 
G.________(Fussballclub) den Cup-Pokal präsentierten, wurden durch einige der 
anwesenden Fans pyrotechnische Gegenstände für technische und gewerbliche 
Zwecke wie auch handelsübliches Feuerwerk abgebrannt. Hiervon wurden von der 

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Kantonspolizei Bern Videoaufnahmen gemacht. Auf den Videoaufnahmen ist er-
sichtlich, wie eine als «B» bezeichnete Person vor dem Stadion Seite 
H.________(Örtlichkeit) innerhalb der feiernden Fans eine Handlichtfackel ab-
brannte. Die vorhandenen Bildaufnahmen wurden intern unter Szenenkennern ver-
breitet, wobei einer die beschuldigte Person «B» als den Beschwerdeführer identi-
fizierte.

Der Beschwerdeführer verweigerte anlässlich der Einvernahme vom 2. Dezember 
2020 die Aussage. Dem steht die Identifizierung durch den Szenenkenner entge-
gen. 

Es trifft zu, dass derzeit die genauen Umstände betreffend die angebliche Identifi-
zierung des Beschwerdeführers unbekannt sind. Indes darf zum jetzigen Zeitpunkt 
darauf vertraut werden, dass die entsprechenden Angaben eine gewisse Zuverläs-
sigkeit haben, wenn sie im Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern erwähnt wer-
den. Sie können jedenfalls nicht als von vornherein völlig unglaubwürdig bezeich-
net werden, so dass sie berücksichtigt werden dürfen. Soweit der Beschwerdefüh-
rer rügt, in den Akten gebe es keine Hinweise darauf, dass er sich zum fraglichen 
Zeitpunkt vor dem Stadion E.________ aufgehalten habe, ist ihm entgegenzuhal-
ten, dass sich eben gerade aus den aktenkundigen Videoaufnahmen die diesbe-
züglichen Hinweise ergeben. Dies reicht zusammen mit dem Hinweis des unbe-
kannten Szenenkenners, welcher den Beschwerdeführer offenbar identifizierten 
konnte, aus, um einen konkreten und erheblichen Verdacht auf die Begehung der 
zu untersuchenden Straftat zu begründen (vgl. auch WEBER, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, a.a.O., N. 8 zu Art. 197 StPO, wonach sich 
der für die Anordnung einer strafprozessualen Zwangsmassnahme erforderliche 
Verdachtsgrad nach der Eingriffsschwere der betreffenden Zwangsmassnahme 
richtet, die sich aus der Art des Eingriffes sowie dessen zeitlicher Dauer ergibt). Bei 
der erkennungsdienstlichen Erfassung handelt es sich um einen leichten Eingriff, 
weshalb die Anforderungen an die Begründung des hinreichenden Tatverdachts 
entsprechend tiefer sind (vgl. E. 5.1 hiervor). Der hinreichende Tatverdacht wird 
demnach entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht erst durch die 
Zwangsmassnahme selbst begründet, sondern durch die Videoaufnahmen und die 
offenbare Identifizierung durch einen Szenenkenner. Wie von der Generalstaats-
anwaltschaft zu Recht dargetan wurde, geht es nun in einem nächsten Schritt dar-
um, diesen Hinweis des Szenenkenners zu verifizieren oder zu verwerfen, indem 
die vorhandene Fotodokumentation mit den erkennungsdienstlichen Daten des Be-
schwerdeführers abgeglichen wird. Hierfür ist die erkennungsdienstliche Erfassung 
des Beschwerdeführers geeignet, erforderlich und – aufgrund des geringen Ein-
griffs – auch verhältnismässig im engeren Sinne. Die verfügte Zwangsmassnahme 
dient demnach zunächst einmal auch der Klärung der Anlasstat (vgl. insoweit auch 
S. 2 des Anzeigerapports, wonach zum Abgleich mit dem Bildmaterial aus den vor-
handenen Videoaufnahmen eine erkennungsdienstliche Erfassung angedacht sei). 

5.5 Des Weiteren bestehen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der 
Beschwerdeführer an weiteren – bereits begangenen oder künftigen – Delikten von 
einer gewissen Schwere beteiligt sein könnte und die erkennungsdienstliche Erfas-
sung auch für die Aufklärung dieser allfälligen Delikte erforderlich erscheint. Es 

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kann insoweit auf die einlässlichen und zutreffenden Ausführungen der General-
staatsanwaltschaft verwiesen werden: 
Der Beschwerdeführer ist bereits wegen Hinderung einer Amtshandlung vorbestraft. Diese Tat liegt 
zwar schon einige Zeit zurück, ist aber noch immer im Strafregister einsehbar und darf ihm daher 
auch entgegengehalten werden. Darüber hinaus schliesst der Grundsatz der Unschuldsvermutung 
nicht aus, dass Erkenntnisse aus einer laufenden Strafuntersuchung bei der Beurteilung der Frage, ob 
eine beschuldigte Person mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bereits gleichartige Delikte begangen hat 
oder in Zukunft begehen wird, berücksichtigt werden dürfen (Beschluss des Obergerichts des Kantons 
Bern BK 16 304 vom 28. Oktober 2016, auch zum Folgenden). Die in der Fotodokumentation als «B» 
bezeichnete Person, bei der es sich mutmasslich um den Beschwerdeführer handelt, weiss genau, 
wie sie mit einer Handlichtfackel umzugehen bzw. diese zu zünden hat. Ausserdem wurde die Tat 
professionell vorbereitet (Beschaffen und Mitführen von Pyrotechnik und Vermummungsmaterial) und 
durchgeführt (Vermummung während der Tat, Demaskieren nach der Tat). Dass die Tat nicht inner-
halb des Stadions erfolgte und aus diesem Grund der pyrotechnische Gegenstand nicht hineinge-
schmuggelt werden musste, ändert nichts an dieser Einschätzung. Anders als der Beschwerdeführer 
darlegt, geht es ausserdem nicht um einen Generalverdacht gegen G.________(Fussballclub)-Fans. 
Vielmehr liegen aufgrund des teilweise bekannten Tatvorgehens und der mutmasslichen Identifikation 
des Beschwerdeführers erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass eben dieser bereits 
früher gleichartige Delikte gegen das Sprengstoffgesetz begangen hat bzw. solche in Zukunft bege-
hen wird. Es besteht bei ihm daher eine gegenüber dem Durchschnittbürger zumindest leicht erhöhte 
Wahrscheinlichkeit dafür, dass er sich in ähnlicher Weise an unaufgeklärten oder künftigen Straftaten 
beteiligt haben könnte bzw. beteiligen wird.

Was der Beschwerdeführer hiergegen in der Replik einwendet, überzeugt nicht. Es 
trifft nicht zu, dass die Generalstaatsanwaltschaft die leicht erhöhte Wahrschein-
lichkeit dafür, dass sich der Beschwerdeführer in ähnlicher Weise an unaufgeklär-
ten oder künftigen Straftaten beteiligt haben könnte bzw. beteiligen werde, einzig 
mit dem von einem unbekannten Szenenkenner geäusserten Verdacht begründet, 
dass es sich bei der Person «B» um den Beschwerdeführer handelt. Vielmehr wur-
de auch auf die Vorstrafe des Beschwerdeführers wegen Hinderung einer Amts-
handlung Bezug genommen, welche, da sie im Strafregisterauszug noch ersichtlich 
ist, bei der Beurteilung berücksichtigt werden darf (Art. 369 Abs. 7 Schweizerisches 
Strafgesetzbuch e contrario [StGB; SR 311.0]). Der Beschwerdeführer ist mithin 
bereits früher straffällig in Erscheinung getreten. Zudem wurde auf die Erkenntnis-
se der laufenden Untersuchung Bezug genommen (vgl. E. 5.3 hiervor), insbeson-
dere auf die Art und Weise der Vorbereitung und Durchführung der Tat. Es mag 
zwar zutreffen, dass die Schutzmaske angesichts der zurzeit bestehenden COVID-
19-Pandemie für die Tatbegehung nicht speziell beschafft werden musste. Auffällig 
ist indes doch, dass die Person «B» die Maske einzig beim Abbrennen des pyro-
technischen Gegenstandes getragen hat und diese alsdann nach der Tatbegehung 
wieder abgenommen hat. Es kann zudem nicht davon ausgegangen werden, dass 
eine Person bei einem erstmaligen Zünden eines pyrotechnischen Gegenstandes 
derart versiert gewirkt hätte, wie es in den Videoaufnahmen ersichtlich ist.

5.6 Soweit der Beschwerdeführer die Verhältnismässigkeit der erkennungsdienstlichen 
Massnahme in Abrede stellt, sind ihm die zutreffenden Erwägungen der General-
staatsanwaltschaft entgegenzuhalten: 

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Schliesslich macht der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Frage der Verhältnismässigkeit 
im engeren Sinn geltend, es werde ihm ein Verstoss gegen Art. 37 Ziff. 1 SprstG vorgeworfen, für den 
die VBRS-Richtlinien eine referenzstrafe von 60 Strafeinheiten vorsehen würden. Sein Tatverschul-
den sei im Vergleich zum Referenzsachverhalt aber wesentlich geringer. Das öffentliche Interesse an 
der Aufklärung dieses Delikts sei folglich gering oder gar nicht vorhanden. Dem ist entgegenzuhalten, 
dass sicherheitspolizeiliche Ziele und die Unfallverhütung bei der Benutzung von Sprengmitteln 
Hauptzwecke des Sprengstoffgesetzes sind (Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung 
zu einem Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe [Sprengstoffgesetz] vom 20. August 1975, 
BBI 1975 II 1293 Ziff. 2.22). Dass die Zündung des pyrotechnischen Gegenstandes angeblich «in 
kontrollierter Art und Weise am Rande einer Ansammlung einer geschlossenen Menschengruppe, 
welche mit dieser Form der Freudenbekundung gerechnet habe» erfolgt sei, führt daher sicher nicht 
zu einem geringen oder gar fehlenden Strafbedürfnis. Strafgrund ist bei der vorgeworfenen Tat eben 
nicht bloss eine zweckentfremdete Verwendung des Sprengmittels, sondern auch die damit einherge-
hende Gefahr, welche von einer solchen Verwendung ausgeht. Dass niemand «in einem nicht ver-
tretbaren bzw. nicht in Kauf genommenem Masse gefährdet oder sogar verletzt» worden sei, kann 
folglich nicht ernsthaft behauptet werden. Bei einer Abwägung der betroffenen Interessen des Be-
schwerdeführers, in dessen Grundrechte bloss leicht eingegriffen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_250/2016 vom 20. September 2016 E. 2.3.3) und dem öffentlichen Interesse an einer Verhinde-
rung der missbräuchlichen Verwendung von Pyrotechnik überwiegt Letzteres. 

Zu ergänzen ist, dass gestützt auf die Videoaufnahmen entgegen den Ausführun-
gen des Beschwerdeführers offensichtlich kein hinreichender kontrollierter Sicher-
heitsabstand gewahrt wurde. Vielmehr erfolgte das Abbrennen des pyrotechni-
schen Gegenstandes, wenn auch etwas am Rand, so doch bei den feiernden Fans. 
Die erkennungsdienstliche Erfassung dient der Aufklärung der inkriminierten Straf-
tat und allfällig weiter begangener oder künftiger Delikte, für welche erhebliche und 
konkrete Anhaltspunkte vorliegen (vgl. E. 5.4 f. hiervor). Der angestrebte Zweck 
lässt sich zudem nicht mit milderen Mitteln erreichen. Die Erforderlichkeit ist damit 
zu bejahen. Zudem ist auch die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne gegeben, 
wie es von der Generalstaatsanwaltschaft einlässlich dargetan wurde.

6. Zusammengefasst steht fest, dass die erkennungsdienstliche Erfassung rechtens 
ist. Die Beschwerde ist unbegründet und daher abzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1’200.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 
Zufolge Unterliegens hat er keinen Anspruch auf eine Entschädigung. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’200.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt C.________

(mit den Akten – per Kurier)
- Kantonspolizei Bern, KTD, ED-Behandlung (per A-Post)
- Kantonspolizei Bern, Polizeiwache Ostring, D.________, Brunnadernstrasse 42, 

3006 Bern (per A-Post)

Bern, 22. Februar 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber 
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.