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**Case Identifier:** 666d25ef-9b37-50ce-a210-556ed0e2fabc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.08.2017 200 2014 1098
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1098_2017-08-21.pdf

## Full Text

200 14 1098 IV
FUR/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. August 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin und Notarin lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 10. Oktober 2011 insbesondere unter Hinweis auf eine 
schwere Depression bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV, Antwortbeilage [act. II] 1). Daraufhin führte die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche 
Erhebungen durch. Dabei liess sie die Versicherte insbesondere durch die 
Dres. med. C.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine 
Innere Medizin, sowie D.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychia-
trie und Psychotherapie, bidisziplinär begutachten (rheumatologisches und 
psychiatrisches Teilgutachten vom 30. Juni und 1. Juli 2013 [act. II 70.1 
und 71.1]; bidisziplinäres Gutachten vom 4. Juli 2013 [act. II 70.2]).

Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 76) und eines Abklärungsberichts Haushalt (act. II 79) stellte 
die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 11. März 2014 (act. II 80) 
bei einem in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerbstätigkeit 
und 30% Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 70% die Zu-
sprache einer vom 1. Mai 2012 bis am 31. August 2013 befristeten ganzen 
IV-Rente in Aussicht. Dagegen verneinte sie einen Rentenanspruch für die 
Zeit ab dem 1. September 2013. Mit diesem Vorbescheid zeigte sich die 
Versicherte nicht einverstanden (act. II 81 und 87). Nach Einholung einer 
Stellungnahme des RAD (act. II 89) und des Abklärungsdienstes (act. II 92) 
sprach die IVB mit Verfügung vom 21. Oktober 2014 (act. II 97) – wie im 
Vorbescheid angekündigt – eine vom 1. Mai 2012 bis am 31. August 2013 
befristete ganze IV-Rente zu. 

B.

Hiergegen liess die Versicherte am 17. November 2014 Beschwerde erhe-
ben und folgende Anträge stellen: 

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1. Die Verfügung der IVB vom 21. Oktober 2014 sei aufzuheben und 
es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zu-
zusprechen. 

2. Verfahrensanträge:
a. Das interdisziplinäre Gutachten von Dr. med. D.________ und 

Dr. med. C.________ sei aus den Akten zu entfernen.
b. Es sei ein polydisziplinäres Gutachten gemäss den Vorgaben 

von Art. 72bis der Verordnung über die Invalidenversicherung 
vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) zu erstellen.

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2015 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Im weiteren Verlauf reichte die Beschwerdeführerin am 9. Juli 2015 und 
14. März 2016 diverse medizinische Berichte beim Gericht ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. April 2017 machte die Instruktions-
richterin die Beschwerdeführerin auf eine mögliche Schlechterstellung (re-
formatio in peius) aufmerksam und bot ihr Gelegenheit zur Stellungnahme 
resp. zum Rückzug der Beschwerde. Mit Eingabe vom 13. Juli 2017 hielt 
die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Oktober 2014 
(act. II 97). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet sinngemäss einzig die Befristung der 
Rente. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechts-
verhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-
Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der 
Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis 
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Ren-
tenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 
125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist vorliegend der grundsätzli-
che Anspruch auf eine IV-Rente, unter Einschluss der unbestritten geblie-
benen Zusprache einer ganzen Invalidenrente von Mai 2012 bis August 
2013, zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin vorab eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend (Beschwerde S. 3 f. Ziff. 1). Die 
Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochten Verfügung nicht mit den 
im Vorbescheidverfahren erhobenen Einwänden und insbesondere mit dem 
Antrag, das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. D.________ und 
C.________ (vom 4. Juli 2013; act. II 70.2) sei aus den Akten zu weisen, 
auseinandergesetzt.

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181).

2.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erweist sich die 
angefochtene Verfügung vom 21. Oktober 2014 (act. II 97) als hinlänglich 
begründet. Der Verfügung resp. den Stellungnahmen des Abklärungsdiens-
tes vom 10. Juli 2014 (act. II 92) und des RAD-Arztes Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Mai 
2014 (act. II 89), auf welche in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
wurde (act. II 97 S. 5), lassen sich die wesentlichen Überlegungen entneh-
men, die zur Zusprache einer ganzen Invalidenrente von Mai 2012 bis Au-
gust 2013 resp. zur Verneinung eines Rentenanspruchs ab September 
2013 führten. Der Beschwerdeführerin war es denn auch ohne weiteres 
möglich, gestützt auf die Verfügung eine ausführlich begründete Be-
schwerde einzureichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs resp. der 

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Begründungspflicht ist somit nicht erfolgt. Soweit die Beschwerdeführerin 
mit ihren Einwänden zumindest implizit eine Verletzung der Pflicht zur 
vollständigen und richtigen Sachverhaltsfeststellung geltend macht, handelt 
es sich nicht um eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern um eine Fra-
ge der materiellen Richtigkeit der Verfügung, welche nachfolgend zu prüfen 
ist (vgl. E. 4.3 hiernach).

Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegend bejaht 
würde, wäre diese im Übrigen als geheilt zu erachten. Die Beschwerdefüh-
rerin hatte vor Verwaltungsgericht die Möglichkeit, ihre Standpunkte aus-
führlich darzulegen. Mit dem erfolgten Festhalten an der Beschwerde trotz 
einlässlicher Begründung im Rahmen der Beschwerdeantwort zeigte sie 
zudem, dass sie so oder anders mittels Beschwerde an das Verwaltungs-
gericht gelangt wäre. Insofern würde eine Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung zum Zweck der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einem 
formalistischen Leerlauf führen, sodass davon ohnehin abzusehen wäre.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

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3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 
für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf 
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; 
BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wa-
ren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a 
Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der IV-Grad in 
beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 142 V 290 
E. 4 S. 293).

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die 
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 
Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

4.

4.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

4.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Kardiologie, Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung der Be-
schwerdeführerin, führte im Bericht vom 27. November 2011 (act. II 25.2 
S. 4 ff.) an, die seit Mai 2011 attestierte Arbeitsunfähigkeit habe initial auf 
der gastro-intestinalen Ebene basiert. Im September 2006 sei ein Magen-
bypass angelegt worden, wobei im Dezember 2009 und im Mai 2011 eine 
Re-Operation erfolgt sei. Postoperativ habe sich die abdominale Klinik un-

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genügend beruhigt mit weiterhin anhaltenden Abdominalschmerzen. Diese 
anfänglich vorwiegend somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit sei nahtlos 
abgelöst worden durch eine psycho-somatische Variante, zurückzuführen 
auf die im Februar 2001 diagnostizierte idiopathische Hyperprolaktinämie 
(S. 4). Zur Normalisierung des Prolaktins seien Dopaminagonisten einge-
setzt worden, welche jedoch schlecht vertragen worden seien, indem sich 
zunehmend ein depressives Zustandsbild bis hin zur Psychose entwickelt 
habe. Eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit als ... sei momentan 
undenkbar bis kontraproduktiv (S. 5). 

4.1.2 Im Bericht des Spitals G.________ vom 18. Mai 2012 (act. II 34) 
wurde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung, 
mittelgradig bis schwer, diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit wurde insbesondere eine Hyperprolaktinämie aufgeführt (S. 1 
Ziff. 1.1). Körperliche und geistige Einschränkungen bestünden nicht, womit 
die Beschwerdeführerin aus dieser Sicht in der Lage sei, der Tätigkeit als ... 
nachzukommen (S. 3 Ziff. 1.7). 

4.1.3 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstellten 
Gutachten vom 22. November 2012 (act. II 47.2) insbesondere eine de-
pressive Episode (ICD-10 F32) und differentialdiagnostisch eine organisch 
bedingte affektive Störung (ICD-10 F06.3). Bei der Beschwerdeführerin 
hätten mehrere Bereiche dazu beigetragen, dass sie ihre Tätigkeit als ... 
nicht mehr ausübe. Zum einen sei nach der zweiten Entbindung ein Prolak-
tinom festgestellt worden, welches über Jahre medikamentös behandelt 
worden sei (S. 12). Die Beschwerdeführerin berichte diesbezüglich über 
eine erhebliche Gewichtszunahme und über das Auftreten von Depressio-
nen. Zum anderen habe ein Suizidversuch des Sohnes zu einer Ver-
schlechterung der depressiven Symptomatik geführt. Dies sei als Trigger-
faktor zu benennen (S. 13). Im Jahr 2011 seien mehrere erhebliche Belas-
tungsfaktoren zusammengetroffen, die zu einer ausgewiesenen Arbeitsun-
fähigkeit beigetragen haben dürften. Ferner bestünden auch Hinweise auf 
krankheitsfremde Faktoren (z.B. hysteriforme Verhaltensweise, Kränkung 
[Nichtanerkennung der im Ausland gemachten Ausbildung, Kündigung]; 
S. 16 f.). Die von der Beschwerdeführerin berichteten Klagen (Weinen, nah 

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am Wasser gebaut zu sein, die Sorgen um den Sohn, mangelnde Lebens-
freude) seien aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar, sodass von einer 
aktuell ungenügenden Behandlung des depressiven Syndroms auszuge-
hen sei. Insofern seien die krankheitsfremden Faktoren nicht als überwie-
gend zu betrachten, warum aktuell keine Arbeitstätigkeit aufgenommen 
worden sei (S. 17). Insofern sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht bei 
anzuratender stationärer Behandlung noch von einer Arbeitsunfähigkeit 
zumindest bis Ende März 2013 auszugehen. Anschliessend könnte die 
Arbeitstätigkeit z.B. zu 50% ab April 2013 wieder aufgenommen werden 
(S. 18). 

4.1.4 Die Beschwerdeführerin war vom 28. Januar bis 21. März 2013 in 
der psychiatrischen Klinik I.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 
22. März 2013 (act. II 57 S. 6 ff.) wurden als psychiatrische Diagnosen eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 
psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), organische affektive Störungen 
(ICD-10 F06.3) und eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (anan-
kastische Persönlichkeitszüge; ICD-10 Z73.1) aufgeführt (S. 6). Anamnese 
und aktuelle Pathologie mit tief gedrückter Stimmung, Freudlosigkeit, Inter-
essensverlust, Gefühl der Gefühllosigkeit sowie starkem Antriebsverlust bei 
insgesamt ausgeprägter emotionaler Instabilität sprächen für eine rezidivie-
rende depressive Störung, initial schwerer Ausprägung. Zudem bestehe im 
Rahmen des Prolaktinoms eine ausgeprägte organische Komponente, wel-
che ebenfalls als Trigger und verstärkender Faktor für die depressive 
Störung angesehen werden könne. Krankheitsaufrechterhaltend wirkten 
neben der chronischen Krankheit sowie der daraus entstehenden 
Schmerzproblematik eine stark ausgeprägte anankastische Persönlich-
keitskomponente, die die Beschwerdeführerin fortwährend unter Druck set-
ze, „fehlerfrei zu funktionieren“. Die depressive Symptomatik habe sich 
nach stattgehabter Reduktion des Serum Prolaktinspiegels sowie im Rah-
men der psychotherapeutischen Therapien gebessert. Schliesslich wurde 
initial eine 30%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert (S. 8 f.).

4.1.5 Dr. med. C.________ diagnostizierte im rheumatologischen Teilgut-
achten vom 30. Juni 2013 (act. II 70.1) eine Hyperprolaktinämie (ICD-10 
D44.3), ein chronisch-rezidivierendes zervikozephales/zervikobrachiales 

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Schmerzsyndrom links (ICD-10 M54.2) und ein Roux-Y-Magenbypass bei 
morbider Adipositas (S. 9 Ziff. 4). Eine somatische Ursache für die bren-
nenden, das gesamte Abdomen einschliessenden Schmerzen könne nicht 
gefunden werden. Gleichzeitig seien nicht alle nach Einnahme der Dopa-
min-Antagonisten geschilderten Symptome somatisch nachvollziehbar, so 
dass für beide eine somatoforme Komponente angenommen werden müs-
se. Bezüglich der anamnestisch seit Jahren vorliegenden Schmerzen in der 
linken Schulter und in der linken Nackenpartie fänden sich einzig noch eine 
endgradige Einschränkung für die Kopfrotation und das Seitwärtsneigen 
nach rechts sowie eine Verkürzung der autochthonen Rückenmuskulatur 
rechts bei Normbefunden für alle weiteren Muskelgruppen. Eine somatisch 
begründete Leistungslimitierung liege bis heute nicht vor. Jede körperlich 
leicht bis höchstens mittelgradig belastende Tätigkeit sei vollumfänglich 
zumutbar. Als ... müssten sowohl die Arbeiten auf der ... wie auch die Be-
treuung ... bzw. ... ausgeschlossen werden (S. 10).

Dr. med. D.________ diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten vom 
1. Juli 2013 (act. II 71.1) eine Dysthymia im Sinne einer verselbständigten 
negativen bzw. depressiven Selbst- und Welteinschätzung infolge der seit 
der Kindheit erlebten Kränkungen (ICD-10 F34.1) und eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 
F33.1), vor dem Hintergrund eines seit Jahrzehnten bekannten und 
medikamentös behandelten Mikro-Prolaktinoms und diversen 
psychosozialen, sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Faktoren und 
einer akzentuierten Persönlichkeit mit histrionischen und 
perfektionistischen Zügen (ICD-10 Z73.1; S. 14). Zusammenfassend sei 
davon auszugehen, dass es in Zusammenhang mit im Wesentlichen extrin-
sischen Faktoren zu einer behandlungsbedürftigen reaktiv-depressiven 
Dekompensation gekommen sei, die auch zu einer Arbeitsunfähigkeit ge-
führt habe. Dieser psychische Gesundheitsschaden erfülle zwar das Krite-
rium einer schwerwiegenden, nicht aber dasjenige einer langanhaltenden 
Störung. Es komme hinzu, dass die Auslösung und Aufrechterhaltung die-
ses psychischen Gesundheitsschadens wesentlich mit extrinsischen Fakto-
ren zusammenhänge. Die Komorbidität einer seit vielen Jahren bestehen-
den Dysthymia spiele für die Schwere der Dekompensation wie auch für 
die auf Dauer zu erwartende berufliche und private Belastbarkeit eine Rol-

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le. Aufgrund der Arbeitsbiographie könne davon ausgegangen werden, 
dass die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren aufgrund dieses komorbi-
den psychischen Gesundheitsschadens nur noch mit einem Pensum von 
70% habe belastet werden können und auch in Zukunft nicht stärker belas-
tet werden könne. Bei weniger günstigen Arbeitsumgebungen sei mit zu-
sätzlichen Fehlzeiten zu rechnen, so dass über längere Zeiträume eine 
noch geringere durchschnittliche Leistungsfähigkeit als 70% anzunehmen 
sei. Im Haushalt wirkten sich diese psychischen Beeinträchtigungen wegen 
der viel grösseren Flexibilität in der Arbeitseinteilung nur sehr gering aus 
(S. 17).

Im bidisziplinären Gutachten vom 4. Juli 2013 (act. II 70.2) kamen die Gut-
achter zum Schluss, der Beschwerdeführerin sei die Wiederaufnahme ihrer 
Tätigkeit als ... ab sofort zumutbar. Aufgrund körperlicher 
Gesundheitsschäden sollte sie nicht in Tätigkeitsbereichen mit starker 
körperlicher Belastung eingesetzt werden. Wegen des basalen 
Gesundheitsschadens einer in allen Berufstätigkeiten relevanten Dysthymia 
liege eine um 30% verminderte Leistungsfähigkeit vor, die durch eine 
Kürzung des Präsenzzeitrahmens kompensiert werden könne. Bei 
ungünstigen (potenziell kränkenden, die Beschwerdeführerin nicht 
ausreichend ernst nehmenden) Arbeitsplatzbedingungen sei mit 
überdurchschnittlich häufigen Fehlzeiten und somit mit einer zusätzlich 
verminderten Leistungsfähigkeit oder sogar Arbeitsplatzaufgabe bzw. 
Kündigung zu rechnen (S. 4 Ziff. 4). Entscheidend für die Leistungsbeurtei-
lung sei der psychische Gesundheitsschaden, wobei zu beachten sei, dass 
die Arbeitsunfähigkeit der Vergangenheit wesentlich auf Störungen mit ex-
trinsischer Ursache beruht habe und damit im Rahmen eines bio-
psychischen Krankheitsmodells nicht relevant sei. Diese Gesichtspunkte 
seien in dem ansonsten sehr differenzierten Gutachten von Dr. med. 
H.________ vom 22. November 2012 (act. II 47.2) nicht diskutiert worden. 
Aus diesem Grund sei sein Ausschluss psychosozialer und sozio-kultureller 
Faktoren bei grossen Übereinstimmungen in der soziobiographischen 
Anamnese nicht nachvollziehbar (act. II 70.2 S. 3 oben). Das angeführte 
Leistungsprofil gelte ab dem Zeitpunkt der Untersuchungen (S. 4 Ziff. 8). 
Zuvor sei im Rahmen eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells ab Mai 

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2011 eine medizinisch begründbare, vollständige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert worden (S. 3 Ziff. 2).

4.1.6 Auf Ersuchen der Beschwerdeführerin nahm der behandelnde 
Psychiater Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, am 31. März 2013 (richtig: 2014) insbesondere zum bidisziplinären 
Gutachten vom 4. Juli 2013 Stellung (act. II 87 S. 6 f.). Die beklagten Be-
schwerden würden alle berücksichtigt, aber isoliert. Die Gutachter reduzier-
ten das komplexe Beschwerdebild der Beschwerdeführerin (Adipositas, 
Hypophysenadenom, Behandlung des Hypophysenadenoms und dessen 
Nebenwirkungen, Depression und Angst) auf die Dysthymia. Sie erklärten 
so die Chronizität der Störung, indem sie von einer chronischen depressi-
ven Verstimmung sprächen. Das erkläre aber das wechselhafte Bild (Rezi-
divität) bzw. die Durchlässigkeit der Beschwerdeführerin nicht (S. 6 Ziff. 3). 
Die Schlussfolgerungen der Gutachter seien nicht begründet. Sie hätten bei 
der Exploration die Phobie, die Schuldgefühle und den sozialen Rückzug 
als schwer und zudem die Ratlosigkeit, die Störung der Vitalgefühle, die 
Deprimiertheit/Depressivität sowie die Insuffizienzgefühle als mittel klassifi-
ziert. Trotzdem sprächen sie von einer chronischen depressiven Verstim-
mung und nicht mindestens von einer mittelschweren Depression. Das sei 
auch ein Widerspruch zur Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin 
vom 9. Mai 2012 bis 7. Mai 2013 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei und 
ab dem 8. Mai 2013 werde sie plötzlich zu 70% arbeitsfähig erklärt. Die 
Beurteilung sei jedoch umgekehrt, d.h. die Fortschritte in der Behandlung 
hätten die Beschwerdeführerin zu einer 30%-igen Arbeitsfähigkeit geführt, 
aber sie sei immer noch zu 70% arbeitsunfähig (S. 7 Ziff. 6). Trotz guter 
sozialer Situation sei die Beschwerdeführerin auf eine Unterstützung und 
Begleitung der IV angewiesen (Ziff. 7).

4.1.7 Am 7. Mai 2014 nahm der RAD-Psychiater Dr. med. E.________ 
Stellung (act. II 89). Sowohl die Hyperprolaktinämie wie auch die Migräne 
würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht als invalidisierender 
Gesundheitsschaden anerkannt. Beides seien keine Krankheiten, sondern 
Symptome. Beide seien im Rahmen des bidisziplinären Gutachtens soweit 
abgeklärt worden, dass keine hierfür ursächliche Krankheiten erkennbar 
gewesen sein, und die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unerheblich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 14

seien. Soweit Dr. med. J.________ die Schlussfolgerungen des Gutachters 
als nicht begründet bezeichnet habe, wies der RAD-Psychiater darauf hin, 
aus den einzelnen Unterpunkten des verwendeten AMDP-Systems könne 
und dürfe keine Diagnostik abgeleitet werden. Das AMDP-System könne 
nur in seiner Gesamtheit zur Beurteilung der psychischen Störung heran-
gezogen werden. Dies habe der Gutachter ausführlich und differenziert 
getan (S. 2).

4.1.8 Dr. med. J.________ diagnostizierte im Bericht vom 15. Mai 2017 
(Beschwerdebeilage [act. IA] 3) eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelschwere Episode, nach dem Austritt mittelschwere de-
pressive Störung (ICD-10 F33.1; S. 1). Die Beschwerdeführerin habe nach 
dem Suizidversuch des Sohnes und nach dem Verlust der Arbeit eine nar-
zisstische Dysregulation erlitten. Dies habe zur Folge, dass sie nicht mehr 
in der Lage sei, progressive Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Andere 
Copingmechanismen, wie Vermeidungsverhalten, Flucht ins Mussdenken, 
sozialer Rückzug, Abkapselung, unaufhörliche gedankliche Weiterbeschäf-
tigung mit dem Problem sowie Resignation, nähmen überhand. Dies mache 
das Einsteigen in die angestammte Tätigkeit als ... unmöglich. Es bestehe 
seit dem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik I.________ (vgl. E. 4.1.4 
hiervor) eine 30%-ige Arbeitsfähigkeit. Dies setze einen verständnisvollen 
Arbeitgeber mit Berücksichtigung der zuvor erwähnten Situation voraus 
(S. 2).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 15

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung massgeblich auf das bidisziplinäre Gutachten vom 4. Juli 2013 
(act. II 70.2) resp. die beiden Teilgutachten vom 30. Juni 2013 (act. II 70.1) 
und 1. Juli 2013 (act. II 71.1) gestützt. Die Gutachter haben sich in ihren 
ärztlichen Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig 
mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin aus-
einandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf 
ihre eigenen (rheumatologischen und psychiatrischen) Untersuchungen 
getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusam-
menhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutach-
ten samt den beiden Teilgutachten die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zu-
kommt (BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). 
Daran vermögen die Einwendungen der Beschwerdeführerin – wie den 
nachfolgenden Erwägungen zu entnehmen ist – nichts zu ändern.

4.3.1 In formeller Hinsicht bestreitet die Beschwerdeführerin vorab die 
Unabhängigkeit, die Fachkunde und die Bewilligungsausübung von 
Dr. med. D.________, weshalb das bidisziplinäre Gutachten aus den Akten 
zu weisen sei (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 2a). 

Was die fachliche Qualifikation von Dr. med. D.________ angeht, so geht 
aus dem Medizinalberuferegister (www.medregom.admin.ch) hervor, dass 
dieser 1978 die Weiterbildungstitel „Neurologie“ und „Psychiatrie und Psy-
chotherapie“ in ... erworben hat. Diese wurden am TT. JJ. 2011 auch in der 
Schweiz anerkannt. Eine schweizerische Facharztausbildung stellt nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 16

zwingende Voraussetzung für die Eignung eines Arztes als Gutachter in 
einer bestimmten medizinischen Disziplin dar. Es wird auch nicht verlangt, 
dass der medizinische Gutachter eine FMH-Ausbildung nachweist; eine im 
Ausland erworbene Fachausbildung genügt (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 10. August 2011, 8C_997/2010, E. 2.4). Damit ist die Fach-
kompetenz des eingesetzten Gutachters formell hinreichend ausgewiesen. 
Dadurch verfügte er im Zeitpunkt der hier fraglichen Begutachtung zweifel-
los über die notwendige fachärztliche Legitimation zur Mitwirkung am Gut-
achten vom 4. Juli 2013 (act. II 70.2). Zudem war er seit August 2011 im 
Besitz einer Berufsausübungsbewilligung (Urteil des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Bern vom 12. Juli 2016, IV/2015/389, E. 3.3.4).

Weiter sind konkrete Umstände, die die fehlende Unabhängigkeit des Gut-
achters objektiv zu begründen vermögen, nicht ersichtlich und werden im 
Übrigen auch nicht substantiiert geltend gemacht. Die Tatsache allein, dass 
die IV-Stelle öffentlich bereits mehrfach für die Auftragsvergabe an 
Dr. med. D.________ kritisiert worden ist (Beschwerde S. 4 Ziff. 2a), ver-
mag kein begründetes Misstrauen betreffend Unabhängigkeit und insbe-
sondere keine systematische Voreingenommenheit des Experten zu bele-
gen. Ebenfalls der Umstand, dass es dem Gutachter – gemäss Auffassung 
in der Beschwerde (S. 4 Ziff. 2a) – vor allem um die Entschädigung gehe, 
reicht hierfür nicht aus. Es kann von einem Sachverständigen nicht erwartet 
werden, dass er seinen Aufwand für eine Begutachtung nicht in Rechnung 
stellt. Zudem liegen keine Hinweise dafür vor, dass der Gutachter seinen 
Bericht nicht neutral und sachlich abgefasst hätte (vgl. BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110). 

Auch der weitere formelle Einwand (Beschwerde S. 5 Ziff. 2b), dass anstel-
le eines polydisziplinären Gutachtens im Sinne des Art. 72bis IVV ein bidis-
ziplinäres Gutachten erstellt worden sei, weshalb das Gutachten aus den 
Akten zu weisen sei, geht fehl. Denn aus den Akten ergeben sich keine 
Hinweise dafür, dass – neben der durchgeführten rheumatologischen und 
psychiatrischen Untersuchung – in einem weiteren Fachgebiet ein invali-
denversicherungsrechtlich massgebender Gesundheitsschaden vorliegt 
(vgl. diesbezüglich auch E. 4.3.2 und 4.3.3 hiernach). Hinzu kommt, dass 
die Beschwerdeführerin am 28. August 2012 (act. II 44) über die Durch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 17

führung einer bidisziplinären Begutachtung informiert worden ist und es ihr 
offen gestanden wäre, insbesondere gegen die Art der Begutachtung Ein-
wendungen vorzubringen. Dies hat sie jedoch nicht getan. Es wurde dem-
zufolge zu Recht eine bidisziplinäre Begutachtung in Auftrag gegeben.

4.3.2 Aus psychiatrischer Sicht hat Dr. med. D.________ im Gutachten 
vom 4. Juli 2013 (act. II 70.2) resp. im psychiatrischen Teilgutachten vom 
1. Juli 2013 (act. II 71.1) unter Beizug der klassifikatorischen Vorgaben der 
ICD-10 (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) ausführlich und nachvollziehbar 
begründet, dass die Beschwerdeführerin an einer Dysthymie und einer re-
zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 
Episode, leidet (act. II 71.1 S. 14). Soweit der Gutachter aufgrund dieser 
Diagnosen eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30% attestiert 
hat (S. 17), kann ihm jedoch nicht gefolgt werden. Zum einen kommt einer 
Dysthymie – wenn sie wie hier nicht zusammen mit anderen Befunden wie 
etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung auftritt – nach bundesgericht-
licher Rechtsprechung nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Ge-
setzes gleich; sie ist allein somit regelmässig nicht invalidisierend (SVR 
2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Zum anderen gelten leichte bis höchstens 
mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich als therapeutisch 
angehbar (Entscheide des BGer vom 29. August 2012, 9C_266/2012, 
E. 4.3.2, und vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011, E. 4.2.2.1). Leicht- bis 
mittelgradige depressive Störungen kommen deshalb einzig dann als inva-
lidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapie-
resistent sind (Entscheide des BGer vom 3. April 2017, 8C_814/2016, 
E. 5.3.2, und vom 24. August 2016, 8C_399/2016, E. 4.2), was vorliegend 
nicht der Fall ist. Aus dem Bericht der psychiatrischen Klinik I.________ 
vom 22. März 2013 (act. II 57 S. 6 ff.) geht hervor, dass sich die depressive 
Symptomatik während des Klinikaufenthalts gebessert hat (S. 8 f.) und da-
mit therapeutisch angehbar ist. Gegenteiliges wird auch vom behandelnden 
Psychiater nicht geltend gemacht (vgl. act. II 87 S. 6 f. und act. IA 3). Über-
zeugende Gründe, von der zuvor geschilderten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung abzuweichen, sind vorliegend – entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin (Stellungnahme vom 13. Juli 2017 S. 3 ff. Ziff. 11 ff.; in 
den Gerichtsakten) – nicht ersichtlich. Darüber hinaus geht aus den vorlie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 18

genden Akten und dabei insbesondere aus der Beurteilung von Dr. med. 
D.________ eindeutig hervor, dass die depressive Problematik durch äus-
sere Faktoren (insbesondere Suizidversuch des Sohnes) ausgelöst worden 
ist (act. II 71.1 S. 16), weshalb sie offensichtlich reaktiver Natur ist und da-
mit keine länger dauernde Erwerbsunfähigkeit zu begründen vermag. Re-
aktive Geschehen gelten allgemein als gut therapierbar und aus rechtlicher 
Sicht als überwindbar (vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesge-
setz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 35 N. 73). Zu-
dem waren – gemäss Beurteilung des psychiatrischen Gutachters (act. II 
71.1 S. 17) – soziobiographische, psychosoziale und sozio-kulturelle Fakto-
ren entscheidend für die Entwicklung der behandlungsbedürftigen reaktiven 
depressiven Störung. Auch deshalb kann dieser bescheinigte Gesund-
heitsschaden aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht berücksich-
tigt werden (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Es ist somit erstellt, dass sowohl die rezidivierende depressive 
Störung als auch die Dysthymie vorliegend aus sozialversicherungsrechtli-
cher Sicht nicht als invalidisierender Gesundheitsschaden berücksichtigt 
werden können.

Die gegen die Einschätzung von Dr. med. D.________ vorgebrachte Kritik 
verfängt nicht. Insbesondere vermag die Stellungnahme von Dr. med. 
J.________ vom 31. März 2014 (act. II 87 S. 6 f.) die Beurteilung des Gut-
achters nicht in Zweifel zu ziehen (anders Beschwerde S. 6). Entgegen der 
Auffassung des behandelnden Psychiaters hat sich Dr. med. D.________ 
einlässlich mit den bestehenden psychischen Störungen auseinanderge-
setzt und die gestellten Diagnosen nachvollziehbar begründet. Dass der 
Gutachter die bestehenden psychischen Störungen differenziert abgehan-
delt hat, wird denn auch vom RAD-Psychiater im Bericht vom 7. Mai 2014 
(act. II 89) bestätigt. Zudem hat der Gutachter – entgegen der Behauptung 
des behandelnden Psychiaters (act. II 87 S. 7 Ziff. 6) und der Beschwerde-
führerin (Beschwerde S. 6 Ziff. 2d) – nicht nur eine chronische depressive 
Verstimmung (Dysthymie), sondern zusätzlich eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, diagnostiziert 
(act. II 71.1 S. 14), was im Übrigen der von Dr. med. J.________ im Bericht 
vom 15. Mai 2017 (act. IA 3) gestellten Diagnose entspricht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 19

An der Beurteilung von Dr. med. D.________ ändert nichts, dass Dr. med. 
H.________ im Gutachten vom 22. November 2012 (act. II 47.2) aufgrund 
einer depressiven Episode eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
hat (S. 12 und 18). Diesbezüglich ist vorab darauf hinzuweisen, dass die 
beiden psychiatrischen Beurteilungen in weiten Teilen übereinstimmen. So 
kam insbesondere auch Dr. med. H.________ zum Schluss, dass der Sui-
zidversuch des Sohnes als Triggerfaktor für die depressive Symptomatik zu 
nennen sei, womit auch er der diagnostizierten depressiven Störung einen 
reaktiven Charakter zuerkannt hat (S. 13 f.). Bezüglich der von Dr. med. 
H.________ attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit wurde im bidiszi-
plinären Gutachten vom 4. Juli 2013 (act. II 70.2) schlüssig dargelegt, dass 
bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit reaktiven Störungen im Rahmen 
des bio-psychischen Krankheitsmodell nicht relevant seien, was – wie be-
reits dargelegt worden ist – auch der höchstrichterlicher Rechtsprechung 
entspricht. Ferner wurde der Ausschluss der psychosozialen und sozio-
kulturellen Faktoren als nicht nachvollziehbar erachtet (act. II 70.2 S. 3). 

Ebenfalls der Umstand, dass im Bericht der psychiatrischen Klinik 
I.________ vom 22. März 2013 (act. II 57 S. 6 ff.) eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, diagnostiziert worden ist, 
vermag die Beurteilung von Dr. med. D.________ und insbesondere des-
sen gestellten Diagnosen nicht in Zweifel zu ziehen. Denn aus dem besag-
ten Bericht geht eindeutig hervor, dass die depressive Störung nur initial 
schwer ausgeprägt war und dass sie sich bereits im Rahmen des statio-
nären Aufenthaltes gebessert hat (S. 8 f.).

Letztlich bleibt darauf hinzuweisen, dass die Gutachter die Gültigkeit des 
erstellten Leistungsprofils zwar auf den Zeitpunkt der Untersuchungen 
(7. Mai 2013) festgelegt haben (act. II 70.2 S. 4 Ziff. 8). Jedoch geht aus 
dem psychiatrischen Teilgutachten vom 1. Juli 2013 hervor, dass die dia-
gnostizierten psychischen Störungen bereits zuvor – auf jeden Fall bereits 
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im Mai 2012 (act. II 79 
S. 13) – bestanden haben. Gemäss Dr. med. D.________ leidet die Be-
schwerdeführerin seit Jahren an einer Dysthymie. Die depressive Störung 
besteht seit dem Jahr 2011 (act. II 71.1 S. 16 f.). Damit ist vorliegend ohne 
weiteres davon auszugehen, dass die von Dr. med. D.________ gestellten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 20

psychiatrischen Diagnosen bereits vor dessen Untersuchung bestanden 
haben, womit das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens 
auch vor dem Zeitpunkt der Untersuchung zu verneinen ist. Entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin (Stellungnahme vom 13. Juli 2017 S. 3 
Ziff. 9.; in den Gerichtsakten) ist im Übrigen nicht unter sämtlichen Ärzten 
unbestritten, dass bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die 
Dres. med. D.________ und C.________ eine 70%-ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden hat. Diesbezüglich wurde im bidisziplinären Gutachten vom 
4. Juli 2013 (act. II 70.2) klar dargelegt, dass die in der Vergangenheit at-
testierten Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen eines bio-psychischen Krank-
heitsmodels nicht relevant seien (S. 3 oben). Damit sind die Gutachter of-
fensichtlich nicht davon ausgegangen, dass eine massgebende Arbeitsun-
fähigkeit bestanden hat. 

4.3.3 In somatischer resp. rheumatologischer Hinsicht wurde im Gutach-
ten vom 4. Juli 2013 (act. II 70.2) resp. im rheumatologischen Teilgutachten 
vom 30. Juni 2013 (act. II 70.1) schlüssig dargelegt, dass bei der Be-
schwerdeführerin eine Hyperprolaktinämie, ein chronisch-rezidivierendes 
zervikozephales/zervikobrachiales Schmerzsyndrom links und ein Roux-Y-
Magenbypass bei morbider Adipositas besteht (act. II 70.1 S. 9 Ziff. 4). 
Ferner hat die Expertin nachvollziehbar begründet, dass der Beschwerde-
führerin ihre angestammte Tätigkeit als ... – ohne Arbeiten auf der ... und 
ohne Betreuung ... bzw. ... – weiterhin vollzeitig zumutbar ist (S. 10), womit 
die Gutachterin das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
dens verneint hat. Diese Beurteilung ist nicht nur in sich stringent und 
nachvollziehbar, sondern sie steht auch im Einklang mit den vorliegenden 
Akten. So sprachen ebenfalls die behandelnden Ärzte des Spitals 
G.________ im Bericht vom 18. Mai 2012 (act. II 34) der bestehenden 
Hyperprolaktinämie explizit keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu 
und attestierten (aus somatischer Sicht) eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 
(S. 1 Ziff. 1.1 und S. 3 Ziff. 1.7). Im weiteren Verlauf wurde durch die be-
handelnden Ärzte des Spitals G.________ ebenfalls keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit festgestellt (vgl. Berichte vom 13. Mai 2014 und 3. Fe-
bruar 2015; unpaginierte Beschwerdebeilagen [act. I]). Zudem weisen auch 
die zahlreichen im vorliegenden Verfahren eingereichten Arztberichte keine 
somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit auf. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 21

Darüber hinaus geht insbesondere aus dem Bericht von Dr. med. 
F.________ vom 27. November 2011 (act. II 25.2 S. 4 ff.) hervor, dass im 
Zusammenhang mit der durchgeführten Magenbypass-Operation und den 
daraufhin erfolgten Re-Operationen keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden hat (S. 4). Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin denn 
auch nicht geltend gemacht. 

4.4 Nach dem Dargelegten liegt weder aus psychiatrischer noch aus 
somatischer Sicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Da keine 
Invalidität im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) vorliegt, besteht kein An-
spruch auf Leistungen der IV. Der Sachverhalt ist gestützt auf die vorlie-
genden Akten hinreichend erstellt, weshalb auf weitere Beweiserhebungen 
zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162). 

5.

Damit ist die angefochtene Verfügung vom 21. Oktober 2014, soweit vom 
1. Mai 2012 bis am 31. August 2013 eine ganze IV-Rente zugesprochen 
worden ist (act. II 97 S. 5 f.), aufzuheben und es ist festzustellen, dass die 
Beschwerdeführerin (auch) in dieser Zeit mangels invalidisierenden Ge-
sundheitsschadens keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat. Die Vorausset-
zungen zur Vornahme dieser reformatio in peius sind vorliegend erfüllt 
(Art. 84 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 61 lit. d ATSG). Das angerufene Gericht 
hat die Beschwerdeführerin mit der prozessleitenden Verfügung vom 
21. April 2017 (in den Gerichtsakten) auf die drohende Schlechterstellung 
und auf die Möglichkeit eines Beschwerderückzugs aufmerksam gemacht.

Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist 
abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 22

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
von Fr. 1‘000.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 300.-- ist ihr nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 21. Oktober 2014 wird den Zeit-
raum von Mai 2012 bis August 2013 betreffend aufgehoben und es 
wird festgestellt, dass in dieser Zeit kein Rentenanspruch besteht.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 1‘000.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 300.-- wird ihr nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/14/1098, Seite 23

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin und Notarin lic. iur. B.________ z.H. der Beschwer-

deführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.