# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c5b1601-4529-50b6-a6d0-7380530c1e53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2025 D-857/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-857-2025_2025-02-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-857/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Tunesien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (sicherer Heimatsstaat); 

Verfügung des SEM vom 31. Januar 2025. 

 

 

 

D-857/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein tunesischer Staatsangehöriger – suchte am 

25. Januar 2025 in der Schweiz um Asyl nach. Er wurde dem Bundesasyl-

zentrum (BAZ) der Region Zürich zugewiesen.  

B.  

Am 28. Januar 2025 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu den Asylgrün-

den nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) angehört beziehungsweise nach 

Art. 26 Abs. 3 AsylG befragt.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er im Wesentlichen aus, Tune-

sien verlassen zu haben, um in Europa zu arbeiten. Er sei Ende 2021 nach 

Italien aus- und später von dort in die Schweiz eingereist.  

Zu seiner gesundheitlichen Situation befragt, gab er nebst einer aktuell ge-

brochenen Hand (Gipsverband) an, in Tunesien psychische Probleme ge-

habt zu haben. 

C.  

Im Rahmen des vom SEM gewährten rechtlichen Gehörs reichte die da-

malige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers eine Stellungnahme vom 

29. Januar 2025 zum Entscheidentwurf ein. 

D.  

Mit gleichentags eröffnetem Entscheid vom 31. Januar 2025 lehnte das 

SEM unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers vom 25. Januar 2025 ab, ordnete seine Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Vollzug an. 

E.  

Der Beschwerdeführer erhob mit handschriftlich ergänzter Formularein-

gabe vom 10. Februar 2025 (Datum des Poststempels) gegen den Ent-

scheid des SEM vom 31. Januar 2025 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Es wurde die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft die Gewährung von Asyl, 

eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung 

der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungs-

vollzuges beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Wie-

derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und unter 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses um Gewährung der 

D-857/2025 

Seite 3 

unentgeltlichen Prozessführung sowie um Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistandes. 

F.  

Mit Schreiben vom 11. Februar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

1.3 Auf den Prozessantrag auf (Wieder-) Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde ist, da dieser eine solche bereits von Gesetzes 

wegen zukommt und sie von der Vorinstanz nicht entzogen wurde (Art. 55 

VwVG), mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher 

D-857/2025 

Seite 4 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-

nes zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit 

summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht standhalten. Er habe Tune-

sien verlassen, um seine Situation zu verbessern. Die geltend gemachten 

Nachteile seien auf die allgemeinen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens-

bedingungen zurückzuführen und würden ihn nicht aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG treffen. Gemäss eigenen Angaben sei er weder politisch 

aktiv gewesen, noch habe er Probleme mit Drittpersonen gehabt, noch sei 

er in Haft oder vor Gericht gewesen. Demzufolge erfülle er die Flüchtlings-

eigenschaft nicht und das Asylgesuch sei abzulehnen. 

Die Stellungnahme der Rechtsvertretung zum Entscheidentwurf habe sich 

nicht zu den Erwägungen des SEM geäussert, sondern lediglich angege-

ben, der Beschwerdeführer würde den beabsichtigten Entscheid nicht ak-

zeptieren. Es seien keine Beweismittel oder Tatsachen eingereicht worden, 

welche eine Änderung des Standpunktes des SEM rechtfertigen könnten. 

5.2 In der Beschwerde wird dargelegt, es gehe dem Beschwerdeführer 

psychisch «nicht so gut», er habe früher in Tunesien Suizidgedanken ge-

habt, welche beim Gedanken an eine Rückkehr wieder aufflammen wür-

den. In Tunesien sei die Hilfe nicht in der gleichen Art, wie in der Schweiz 

möglich. Er habe dort nicht nur ökonomische, sondern auch familiäre 

D-857/2025 

Seite 5 

Probleme, weil er mit seiner religiösen und konservativen Familie nicht of-

fen über seine andere Lebenseinstellung sprechen könne. Sein Vater sei 

ihm gegenüber regelmässig gewalttätig gewesen und er habe sich ge-

zwungen gesehen, sein Glück anderswo zu finden. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz hat die Vorbringen des Beschwerdeführers in der ange-

fochtenen Verfügung mit überzeugender Begründung als nicht asyl-

rechtlich relevant qualifiziert. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie 

auf E. 5.1 hiervor verwiesen werden. Die Ausführungen in der Beschwerde 

führen zu keiner anderen Betrachtungsweise, zumal sie keine 

wesentlichen neuen Tatsachen enthalten und auch keine entsprechenden 

Beweismittel eingereicht wurden. 

6.2 In der Beschwerde werden zunächst gesundheitliche Beeinträchti-

gungen des Beschwerdeführers (psychische Probleme, Suizidgedanken) 

wiederholt, ohne dass – wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren – 

medizinische Unterlagen oder sonstige Beweismittel eingereicht werden. 

Aus den Akten gehen keine entsprechenden Hinweise darauf hervor, dem 

Beschwerdeführer sei in seinem Heimatstaat medizinische Hilfe aus 

asylbeachtlichen Motiven verwehrt worden, was von ihm überdies auch 

nicht geltend gemacht wird. Alsdann hat die Vorinstanz zutreffend 

festgehalten, dass die dargelegten wirtschaftlichen Probleme (Arbeit 

finden) im Heimatstaat keine Asylgründe darstellen. Ebensowenig handelt 

es sich beim Vorbringen, im Heimatstaat nicht dieselbe Art an genereller 

Unterstützung zu erhalten, wie in der Schweiz, um einen Asylgrund. Im 

Weiteren kann der Beschwerdeführer aus den auf Beschwerdeebene vor-

gebrachten, weitgehend unsubstantiiert gebliebenen familiären Problemen 

nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vorab fehlt ein asylrelevantes Motiv im 

Sinn von Art. 3 AsylG. Abgesehen davon und selbst wenn die angebliche 

Gewalt des Vaters gegenüber dem Beschwerdeführer ein asylrechtlich 

relevantes Ausmass (Intensität) angenommen hätte – was nicht 

substanziiert dargetan wird –, würde sie einerseits keine staatliche Ver-

folgungsmassnahme darstellen, andererseits wäre eine Verfolgung von 

privaten Drittpersonen einzig flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die 

betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 

finden könnte (vgl. zur sogenannten Schutztheorie: BVGE 2008/4 E. 6.1-

6.5; BVGE 2011/51 E. 7; EMARK 2006 Nr. 18). Das Bundes-

verwaltungsgericht geht in ständiger Praxis von der grundsätzlichen 

Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der tunesischen Strafverfolgungs- und 

D-857/2025 

Seite 6 

Justizbehörden aus (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-269/2025 vom 4. 

Februar 2025 E. 5.3, m.w.H), was vom Beschwerdeführer im Übrigen auch 

nicht bestritten wird.  

Insgesamt wird in der Beschwerde nichts Substantielles vorgebracht, was 

an der Einschätzung des SEM etwas zu ändern oder eine asylrechtlich 

relevante Verfolgung begründet erscheinen zu lassen vermag.  

6.3 Aufgrund des Gesagten hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig 

abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur 

D-857/2025 

Seite 7 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen 

schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nach-

zuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Tunesien ist 

demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-

fung nach Tunesien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

er eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, 

dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-

lung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 

2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Es bestehen keine 

stichhaltigen Gründe für die Annahme, der Beschwerdeführer würde nach 

einer Rückkehr in sein Heimatland einer menschenrechtswidrigen Behand-

lung unterzogen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Tune-

sien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der 

landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

D-857/2025 

Seite 8 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

In Tunesien herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-

ation allgemeiner Gewalt. Der Wegweisungsvollzug dorthin ist praxisge-

mäss als generell zumutbar zu erachten (vgl. a.a.O. BVGer Urteil D-

269/2025 E. 7.3). 

Auch sprechen keine individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvoll-

zug. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, handelt es sich 

beim Beschwerdeführer um einen jungen, gebildeten Mann ohne akten-

kundige gesundheitliche Beeinträchtigungen und mit einem intakten Bezie-

hungsnetz, dem es aufgrund seiner Arbeitserfahrung zuzumuten ist, bei ei-

ner Rückkehr ins Heimatland ein wirtschaftliches Auskommen zu erzielen 

(vgl. SEM-Akten A14/8, F31 f., F37 ff.) Hinsichtlich allfälliger gesundheitli-

cher Einschränkungen ist darauf hinzuweisen, dass Unzumutbarkeit nicht 

vorliegt, wenn im Zielstaat nicht eine dem schweizerischen Standard ent-

sprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. von vielen BVGer 

Urteil D-520/2025 vom 30. Januar 2025 E.10.2, m.w.H.). Insgesamt ist da-

her nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Tunesien aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesundheitlichen 

Gründen in eine existenzielle Notlage geraten würde. In der Beschwerde 

wird denn auch nichts dergleichen vorgebracht. Allfälligen suizidalen Ten-

denzen wird bei der Beurteilung der Reisefähigkeit Rechnung getragen 

und es ist auf die Möglichkeit, bei der Vorinstanz bei Bedarf einen Antrag 

auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs.1 Bst. d AsylG), 

hinzuweisen. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach als zumutbar zu 

erachten. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allfällig notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

D-857/2025 

Seite 9 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Direktentscheid gegenstandslos geworden. 

10.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung sind unabhängig von einer allfälligen prozessualen 

Bedürftigkeit abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend 

den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben (Art. 65 

Abs. 1 VwVG und Art. 102m Abs. 1 AsylG). 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.‒ 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-857/2025 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser