# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 306726c7-3e2b-54a6-a6ef-9c702d688d67
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 01.09.2025 SR1 2023 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2023-61_2025-09-01.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Urteil vom 1. September 2025
mitgeteilt am 8. Oktober 2025

Referenz SR1 23 61

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Michael Dürst
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A.________
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt E.________

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Prättigau/Davos vom 20. April 2023, 
mitgeteilt am 23. Juni 2023 (Proz. Nr. 515-2023-4)

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Sachverhalt

A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. November 
2021, mitgeteilt am 29. November 2021, wurde A.________ schuldig erklärt

– der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 
SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG, 

– der Übertretung von Art. 14 Abs. 2 ARV 1 und Art. 17 Abs. 2 ARV 1 in 
Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 und 4 ARV 1 sowie

– der Übertretung von Art. 18 Abs. 1 und 3 ARV 1 in Verbindung mit 
Art. 49 lit. a SKV. 

Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 700.00, 
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse 
von CHF 10'000.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse. Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten auferlegt. 
Gegen den Strafbefehl erhob er fristgerecht Einsprache. Nach Ergänzung der 
Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft am 13. Februar 2023 Anklage am 
Regionalgericht Prättigau/Davos, wobei der Vorwurf der Übertretung von Art. 18 
Abs. 1 und 3 ARV 1 in Verbindung mit Art. 49 lit. a SKV fallengelassen wurde.

B. Das Regionalgericht Prättigau/Davos sprach A.________ am 20. April 2023 
der Widerhandlung gegen Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung 
mit Art. 90 Abs. 2 SVG und der Übertretung von Art. 14 Abs. 2 ARV 1, Art. 16 Abs. 1 
ARV 1 und Art. 17 Abs. 2 ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 lit. d und Art. 21 
Abs. 4 ARV 1 schuldig. Dafür bestrafte es ihn mit einer Geldstrafe von 
80 Tagessätzen zu je CHF 540.00, bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von CHF 9'000.00 bzw. einer 
Ersatzfreiheitsstrafe von 16 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse. 
Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten auferlegt.

C. Gegen dieses Urteil erhob A.________ (fortan Beschuldigter) Berufung.

D. Mit Verfügung vom 23. August 2023 wurde zur Berufungsverhandlung am 
12. März 2024 vorgeladen. Am 26. Februar 2024 stellte der Verteidiger des 
Beschuldigten, Rechtsanwalt E.________, ein Verschiebungsgesuch. Dieses 
wurde mit Verfügung vom gleichen Tag abgewiesen. Zur Berufungsverhandlung am 
12. März 2024 erschienen die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte, nicht 
jedoch dessen Verteidiger. Zur Sicherstellung der notwendigen Verteidigung 
wurden die Parteien zu einem neuen Termin vorgeladen. Nach Gewährung des 

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rechtlichen Gehörs, welches Rechtsanwalt E.________ mit Stellungnahme vom 
15. April 2025 ausübte, wurde ihm aufgrund des Nichterscheinens mit Verfügung 
vom 22. Mai 2024 eine Ordnungsbusse von CHF 500.00 auferlegt.

E. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 28. Juni 2024 beantragte der 
Beschuldigte, das Urteil des Regionalgerichts Prättigau/Davos sei aufzuheben, 
soweit es SVG-Widerhandlungen betreffe. Er sei von Schuld und Strafe 
freizusprechen, eventualiter nur wegen Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 
Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen. Eventualiter sei die Rechtssache in Aufhebung 
des (teilweise) angefochtenen Urteils der Erstinstanz zu neuer Entscheidung im 
Sinne der Erwägungen des Kantonsgerichts zurückzuweisen. Alles unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zu Lasten des Kantons Graubünden. 
Währenddessen beantragte die Staatsanwaltschaft grundsätzlich die Bestätigung 
des vorinstanzlichen Urteils.

F. Mit Beschluss vom 28. Juni 2024 wurde die Parteiverhandlung zwecks 
Einholung eines Gutachtens beim Eidgenössischen Institut für Metrologie (fortan 
METAS) wiederaufgenommen. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zum 
Fragekatalog wurde mit Verfügung vom 20. August 2024 der Gutachterauftrag 
erteilt.

G. Nachdem das METAS mitgeteilt hatte, dass eine Begutachtung des 
Messortes notwendig sei, wurde am 29. April 2025 ein Augenschein am Messort 
durchgeführt, an welchem der Beschuldigte, sein Verteidiger, der Gutachter mit 
Hilfsperson, die Kantonspolizei (zur Sicherung des Verkehrs) sowie die 
Gerichtsbesetzung teilnahmen.

H. Am 22. Mai 2025 ging das Gutachten des METAS ein. Der Beschuldigte 
reichte am 30. Juli 2025 eine Stellungnahme zum Gutachten ein, in welchem 
Beweisanträge gestellt wurden. Am 4. August 2025 wurde der Gutachter 
aufgefordert, die selbständig bei der Kantonspolizei eingeholten Unterlagen 
einzureichen. Nachdem dieser die Originale der Prüfberichte zu den Eichzertifikaten 
auf Papier und die weiteren Dokumente auf einem USB-Stick eingereicht hatte, 
wurden sie mit Verfügung vom 11. August 2025 den Parteien in Kopie bzw. die 
Dokumente auf dem USB-Stick auf DVD kopiert zugestellt. Gleichzeitig wurde 
verfügt, dass keine weiteren Beweise erhoben würden. Ferner wurde eine neue 
Parteiverhandlung – inhaltlich beschränkt auf die erfolgte Beweisergänzung – auf 
den 1. September 2025 angesetzt, wobei die Teilnahme fakultativ war und den 
Parteien auch die Möglichkeit eingeräumt wurde, bis zur Verhandlung eine 
schriftliche Stellungnahme einzureichen.

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I. Am 12. August 2025 teilte Rechtsanwalt E.________ mit, die zugestellte 
DVD nicht öffnen zu können, ersuchte um Zustellung der darauf befindlichen 
Dokumente in Papierform und retournierte die DVD. Nach erneutem Schreiben am 
21. August 2025, mit welchem die Verteidigung die Verschiebung der Fortsetzung 
der Berufungsverhandlung beantragte, wurde dieser Antrag mit Verfügung vom 
25. August 2025 abgelehnt und leihweise ein USB-CD Laufwerk zur Verfügung 
gestellt.

J. Anlässlich der Fortsetzung der Berufungsverhandlung am 1. September 
2025, an welcher der Beschuldigte und sein Verteidiger teilnahmen, wurde das 
rechtliche Gehör zur Beweisergänzung gewährt.

K. Nach Beratung wurde den Parteien das Urteil am 2. September 2025 im 
Dispositiv schriftlich mitgeteilt.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Gegen das angefochtene Urteil des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 
20. April 2023 ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvor-
aussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- und formgerecht 
erhobene Berufung ist einzutreten.

1.2. Unter Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO erwachsen die mit den 
Berufungserklärungen nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_348/2021 vom 3. Mai 2021 E. 6, 6B_896/2020 vom 7. Oktober 
2020 E. 3). Vorliegend ist der Schuldspruch wegen der Übertretung von Art. 14 
Abs. 2 ARV 1, Art. 16 Abs. 1 ARV 1 und Art. 17 Abs. 2 ARV 1 in Verbindung mit 
Art. 21 Abs. 2 lit. d und Art. 21 Abs. 4 ARV 1 nicht angefochten worden (act. H.5 
S. 4) und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 StPO, Art. 402 StPO).

1.3. Der Beschuldigte stellt den Antrag, es sei die Verletzung der 
Verfahrensfairness durch die Verfahrensleitung obergerichtlich festzustellen 
(act. H.12 S. 1). Zur Begründung führt er zusammengefasst aus, die 
Verfahrensleitung habe der Verteidigung gerade einmal zwei Arbeitstage für 
Sichtung und Verarbeitung der Daten und Akten auf dem CD-Laufwerk gewährt 
(act. H.12 S. 1, act. H.11 S. 2). Die von der Verteidigung gerügten zwei Arbeitstage 
rühren daher, dass sich diese erst nach Ausleihe eines USB-CD Laufwerks durch 
das Gericht befähigt sah, die auf der DVD befindlichen Akten zu sichten. Dem 
Verteidiger wurde vom Obergericht am 11. August 2025 eine DVD mit Daten, 

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welche die Gutachterstelle des METAS dem Gericht eingereicht hatte, zugestellt. 
Dieser stellte sich auf den Standpunkt, es handle sich um eine "mit modernem 
Computer nicht lesbare CD" bzw. die DVD sei "nicht lesbar mit heutigen 
Messmethoden oder Messinstrumenten oder Lesinstrumenten" (act. H.11 S. 2). Es 
wurde indes nicht behauptet, die DVD sei beschädigt oder fehlerhaft und die 
Sichtung der sich darauf befindlichen Akten sei aus diesem Grund nicht möglich 
gewesen. Dass sich in den Akten von Strafverfahren DVDs bzw. CDs befinden, ist 
weder rechtswidrig noch aussergewöhnlich. Papierform ist nach der StPO nicht 
notwendig. Entsprechend gehört es zu den Pflichten eines Strafverteidigers, sich 
ein CD-Lesegerät, welches für einen tiefen zweistelligen Betrag erhältlich ist, zu 
beschaffen, und kann nicht vom Gericht erwartet werden, dass ein solches zur 
Verfügung gestellt wird. Wenn nun der Verteidiger auf die Beschaffung eines 
solchen Lesegeräts verzichtet, bis das Gericht ein solches pro bono zur Verfügung 
stellt, ändert dies nichts daran, dass ab der Zustellung der DVD mit Schreiben vom 
11. August 2025 die Einsicht in die sich darauf befindlichen Akten gewährt wurde. 
Eine Verletzung der Verfahrensfairness ist damit nicht auszumachen und der Antrag 
abzuweisen. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass – nach Abweisung des 
Verschiebungsgesuchs vom 21. August 2025 (act. D.52 u. D.53) – ausdrücklich 
darauf verzichtet wurde, mit der Begründung, die Verfahrensfairness sei verletzt, 
ein (erneutes) Verschiebungsgesuch in Bezug auf die Berufungsverhandlung am 
1. September 2025 zu stellen.

2. Anklagevorwurf

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 24. März 
2023 (StA-act. 1.17) zusammengefasst vor, am 16. September 2021, um 
14.52 Uhr, auf der B.________strasse innerorts in O.1.________ in Richtung 
O.2.________ trotz Höchstgeschwindigkeit 60 km/h zumindest aus grob 
pflichtwidriger Unaufmerksamkeit mit massiv überhöhter Geschwindigkeit, nämlich 
nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 98 km/h und damit 38 km/h schneller als 
erlaubt, gefahren zu sein.

3. Zulässige Höchstgeschwindigkeit

3.1. Der Beschuldigte kritisiert, die Signalisation 60 km/h sei rechtswidrig bzw. 
nichtig, womit er von einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h an der 
Messstelle habe ausgehen dürfen (act. A.2 S. 4).

3.2. Soweit der Beschuldigte die Signalisation Höchstgeschwindigkeit 60 km/h 
darum als rechtswidrig erachtet, weil sie nicht rechtmässig publiziert worden sein 

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soll (act. H.5 S. 4 f.), verkennt er die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach 
die signalisierte Höchstgeschwindigkeit ungeachtet der Gültigkeit ihrer Publikation 
aus Gründen der Verkehrssicherheit zu beachten ist. Entsprechende Mängel der 
Signalisation sind auf dem Verwaltungsrechtsweg geltend zu machen (BGE 150 II 
505 E. 5.5). 

3.3. Anlässlich der Einvernahme im Berufungsverfahren führte der Beschuldigte 
aus, die Tafel mit der Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h im Dorf 
gesehen zu haben. Als er die Abzweigung und die Häuserzeile linkerhand gesehen 
habe, habe er gedacht, hier wäre das Dorfende (act. H.8 Frage V.4). Bei einer 
Abzweigung müsse die 50er-Zone beendet sein oder 50 wiederholt werden (act. H.8 
Fragen IV.5 f. u. 18). Insofern drängt sich eine Klarstellung auf: Richtig ist, dass 
unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen für einzelne Vorschriftssignale die 
angekündigte Vorschrift an der Stelle oder von der Stelle an gilt, wo das Signal steht, 
bis zum Ende der nächsten Verzweigung (Art. 16 Abs. 2 Signalisationsverordnung 
[SSV; SR 741.21]). Wie auf den vom Beschuldigten eingereichten Fotos ersichtlich 
ist (vgl. act. H.4 Bild 3), handelt es sich bei der von ihm erkannten 50er-Tafel nach 
der Signalisation "Ortsbeginn" in O.1.________ um eine "Höchstgeschwindigkeit 50 
generell" (Anhang 2 Abb. 2.30.1 SSV). Gerade diesbezüglich greift aber der 
Vorbehalt abweichender Bestimmungen, denn sie gilt im ganzen dichtbebauten 
Gebiet von Ortschaften (Art. 16 Abs. 2 SSV) und nicht nur bis zur nächsten 
Verzweigung. Andernfalls müsste in Ortschaften bei jeder Verzweigung eine Tafel 
angebracht sein, um die Weitergeltung sicherzustellen, was ad absurdum führen 
würde. Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit wird mit dem Signal "Ende der 
Höchstgeschwindigkeit" (SSV Anhang Abb. 2.53), "Ende der 
Höchstgeschwindigkeit 50 generell" (SSV Anhang Abb. 2.53.1, Art. 22 Abs. 1 SSV) 
oder durch die Signalisation einer anderen Höchstgeschwindigkeit aufgehoben. 
Wenn nun der Beschuldigte ausführt, die letzte Tafel, die er gesehen habe, sei die 
50er Beschränkung gewesen (act. H.8 Frage 18), hätte er weiterhin von der Geltung 
der Höchstgeschwindigkeit 50 km/h ausgehen müssen. Denn die Tafel "Ortsende" 
folgt erst nach der Messstelle (vgl. StA-act. 3.15 Foto 7). Dies ergibt sich im Übrigen 
auch aus Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV, wonach die allgemeine Höchstgeschwindigkeit 
für Fahrzeuge in Ortschaften 50 km/h beträgt. Auch der elektronische 
Verkehrszeichenassistent im Auto des Beschuldigten kann keine Geschwindigkeit 
über 60 km/h angezeigt haben.

3.4. Auch die weitere Kritik des Beschuldigten zur linksseitigen Anbringung der 
Tafel, woraus er ebenfalls deren Rechtswidrigkeit und damit Unbeachtlichkeit 
ableitet (act. H.5 S. 5 ff.), geht an der aktuellen bundesgerichtlichen 

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Rechtsprechung vorbei. Das Bundesgericht hat sich im BGE 150 II 505 mit der vom 
Beschuldigten zitierten Rechtsprechung in BGE 128 IV 184 und 99 IV 164 
auseinandergesetzt (E. 5.2.1 f.) und kam insbesondere zur Konklusion, die Pflicht 
zur Beachtung der Signalisation müsse ungeachtet davon gelten, ob deren 
Missachtung zu einer konkreten Gefährdung führe. Es falle ausser Betracht, eine 
behördlich angebrachte Signalisation einer Höchstgeschwindigkeit als nichtig 
zu erachten. Zum einen würde die Verkehrssicherheit – und damit die 
Rechtssicherheit – in nicht hinzunehmender Weise gefährdet, wollte man derartige 
Anordnungen als geradezu inexistent qualifizieren, während die 
Verkehrsteilnehmenden von deren Verbindlichkeit ausgehen. Zum andern wäre das 
von Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitete Erfordernis der leichten 
Erkennbarkeit ohnehin nicht erfüllt (E. 5.4). Dieselben Überlegungen – 
insbesondere die Verkehrssicherheit, welche auch die Staatsanwaltschaft zu Recht 
betont (act. H.7 S. 4) – sind dem Beschuldigten entgegenzuhalten, wenn er im 
Weiteren die Signalisation insofern als rechtwidrig und nichtig erachtet, als das 
dichtbebaute Gebiet an der Messstelle längst beendet gewesen sei (act. H.5 S. 6 f.).

3.5. Zusammenfassend war die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h 
ungeachtet der Gültigkeit ihrer Publikation, der linksseitigen Anbringung und 
unabhängig von der Dichte der Bebauung zu beachten. Damit erweist sich der 
Beweisantrag des Beschuldigten zur Erstellung eines Lichtraumprofils auf der Höhe 
der linksseitig angebrachten Signalisationstafel Höchstgeschwindigkeit 60 km/h 
(act. H.6 S. 2) als obsolet.

3.6. Ohne die Signalisation Höchstgeschwindigkeit 60 km/h hätte an der 
Messstelle – wie die Staatsanwaltschaft zutreffend ausführt (act. H.7 S. 3) – 
weiterhin eine solche von 50 km/h gegolten, womit der Beschuldigte es der von ihm 
als rechtswidrig angebracht kritisierten Tafel Höchstgeschwindigkeit 60 km/h zu 
verdanken hat, dass ihm nicht noch eine höhere Überschreitung der 
Höchstgeschwindigkeit vorgeworfen wird. Zumal der Beschuldigte nicht einer 
Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um mehr als 38 km/h 
schuldig gesprochen wird, ist auch nicht ersichtlich, inwiefern eine Verletzung des 
Anklagegrundsatzes vorliegen soll, wie die Verteidigung rügt (act. H.5 S. 6).

4. Gefahrene Geschwindigkeit

4.1. Ausgangslage

Die Radarmessung mit dem Gerät Bredar GTS-RT4 (METAS Nr. 454311; StA-
act. 3.2 S. 2) – ein stationäres Messsystem – ergab nach Abzug der Toleranz von 

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6 km/h eine Geschwindigkeit von 98 km/h (StA-act. 3.2). Der Beschuldigte gab an, 
"etwas über 80" gefahren zu sein (act. H.8 Frage V.20), und bestreitet die 
Verwertbarkeit der Radarmessung (act. H.5 S. 4 u. 7 ff.). Mit Beschluss vom 
28. Juni 2024 wurde die Parteiverhandlung zwecks Einholung eines Gutachtens 
beim METAS wiederaufgenommen. Dieses kam nach Beurteilung der Faktoren der 
Messung dazu, dass die gefahrene Geschwindigkeit mindestens 103 km/h betrug, 
und bestätigte damit das Ergebnis der Radarmessung (act. J.10 S. 14 u. 18). Der 
Beschuldigte erhebt diverse Einwände gegen das Gutachten (act. J.19).

4.2. Verwertbarkeit METAS-Gutachten

4.2.1. Zunächst ist auf die Rüge des Beschuldigten einzugehen, dass der Gutachter 
ohne Rücksprache mit dem Obergericht selbständig weitere Akten bei der 
Kantonspolizei eingeholt hat (act. J.19 S. 2 u. 5 ff., act. H.12 S. 2).

Gemäss Art. 185 Abs. 3 StPO hat die sachverständige Person einen Antrag an die 
Verfahrensleitung zu stellen, wenn sie Ergänzungen der Akten für notwendig hält. 
Hingegen kann sie einfache Erhebungen, die mit dem Auftrag in engem 
Zusammenhang stehen, selber vornehmen und zu diesem Zweck Personen 
aufbieten (Art. 185 Abs. 4 Satz 1 StPO). Das Bundesgericht hielt fest, dass es sich 
beim Beizug von Akten einer Behörde oder einer Klinik um keine einfache Erhebung 
handelt, die der Sachverständige gemäss Art. 185 Abs. 4 StPO selbst vornehmen 
kann, sondern um eine Ergänzung der Akten im Sinne von Art. 185 Abs. 3 StPO, 
die in einem justizförmigen Verfahren zu erfolgen hat (BGE 144 IV 302 E. 3.4.2). 
Dasselbe muss für den Beizug von Akten der Polizei gelten. Mit dem selbständigen 
Beizug von Akten der Kantonspolizei verletzte der beauftragte Sachverständige 
Art. 185 Abs. 3 StPO. Wenn nun der Beschuldigte folgert, es liege eine Verletzung 
einer Gültigkeitsvorschrift vor, womit das Gutachten nur verwertet werden darf, 
wenn es zur Aufklärung schwerer Straftaten – was bei der vorliegenden SVG-
Widerhandlung klarerweise nicht zutreffe – unerlässlich sei, und daher nicht 
verwertet werden dürfe (act. J.19 S. 6 f.), kann ihm dennoch nicht gefolgt werden.

Die Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise ist in Art. 141 StPO geregelt. Für 
Beweise, die durch verbotene Beweiserhebungsmethoden erlangt werden, sieht 
Art. 141 Abs. 1 Satz 1 StPO ein absolutes Beweisverwertungsverbot vor. Dasselbe 
gilt, wenn das Gesetz einen Beweis als unverwertbar bezeichnet (Art. 141 Abs. 1 
Satz 2 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung 
von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nach Art. 141 Abs. 2 StPO 
grundsätzlich nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur 
Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Beweise, bei deren Erhebung lediglich 

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Ordnungsvorschriften verletzt wurden, sind dagegen gemäss Art. 141 Abs. 3 StPO 
verwertbar. Ob im Einzelfall eine Gültigkeits- oder eine Ordnungsvorschrift vorliegt, 
bestimmt sich (sofern das Gesetz die Norm nicht selbst als Gültigkeitsvorschrift 
bezeichnet) primär nach dem Schutzzweck der Norm: Hat die Verfahrensvorschrift 
für die Wahrung der zu schützenden Interessen der betreffenden Person eine derart 
erhebliche Bedeutung, dass sie ihr Ziel nur erreichen kann, wenn bei 
Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist, liegt eine Gültigkeitsvorschrift 
vor (BGE 139 IV 128 E. 1.6; Urteile des Bundesgerichts 6B_998/2017 vom 20. April 
2018 E. 2.2.1, 6B_56/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 3.2, je m.H.; zum Ganzen 
BGE 144 IV 302 E. 3.4.3).

Nach dem oben Gesagten dient Art. 185 Abs. 3 StPO in erster Linie dazu, dass die 
Ergänzung der Akten unter Wahrung der Verfahrensrechte der Parteien, 
insbesondere des Anspruchs auf rechtliches Gehör, erfolgt. Die Verletzung der 
Verfahrensrechte kann in der vorliegenden Konstellation auch nachträglich geheilt 
werden, indem die vom Sachverständigen beigezogenen Akten den Parteien zur 
Einsicht gegeben werden. Auch war der Beizug der Akten (vgl. act. J.22.1-5) von 
der Kantonspolizei grundsätzlich nicht rechtswidrig, sondern nur die 
Vorgehensweise. Anhaltspunkte dafür, dass sich der Sachverständige vorsätzlich 
und rechtsmissbräuchlich über die gesetzliche Zuständigkeitsordnung gemäss 
Art. 185 Abs. 3 StPO hinweggesetzt beziehungsweise das Obergericht bewusst 
nicht um Einholung der entsprechenden Akten ersucht hat, bestehen nicht. Vor 
diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der konkreten Umstände stellt die 
Pflicht, die Ergänzung der Akten bei der Verfahrensleitung zu beantragen, im 
vorliegenden Fall eine blosse Ordnungsvorschrift im Sinne von Art. 141 Abs. 3 StPO 
dar, womit das Gutachten nicht per se unverwertbar ist (vgl. BGE 144 IV 302 
E. 3.4.3). Es trifft zwar zu, dass die Korrespondenz des Gutachters mit der 
Kantonspolizei im Zusammenhang mit der Einholung der zusätzlichen Akten nicht 
eingereicht wurde – wie der Beschuldigte moniert (act. H. Plädoyer 1.9. S. 2 f.) –, 
doch ist der Vorwurf der Geheimjustiz und der Verletzung eines fairen 
Beweisverfahrens verfehlt. Die Verfahrensleitung hat die vom Sachverständigen 
beigezogenen Akten edieren lassen und den Parteien sowohl zur Einsicht gegeben 
wie auch das rechtliche Gehör in der Verhandlung vom 1. September 2025 dazu 
gewährt. Indem dem Beschuldigte sowohl zum Gutachten als auch zu jenen Akten, 
die dem Gutachter bei der Begutachtung vorlagen und auf welche sich diese stützte 
(vgl. act. J.10 S. 2), das rechtliche Gehör gewährt wurde, konnte er das Gutachten 
auf dessen Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit überprüfen. Die Verletzung der 
Verfahrensrechte wurde damit in der vorliegenden Konstellation nachträglich 
geheilt. Das Gutachten sowie die Akten, auf welche es sich stützt, sind verwertbar. 

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Die an zahlreichen Stellen wiederholten Rügen des Beschuldigten (vgl. act. J.19 
insb. S. 5), der Gutachter hätte sich nicht auf die selbständig eingeholten Akten 
stützen dürfen, greift damit nicht und der Antrag des Beschuldigten, das Gutachten 
als nicht verwertbar zu qualifizieren (act. J.19 S. 8), wird abgewiesen.

4.2.2. Wenn nun der Beschuldigte seinen weiteren Antrag auf Erstellung eines 
neuen Gutachtens bei einer unabhängigen Gutachterperson mit dem selbständigen 
Aktenbeizug begründet (act. J.19 S. 7 u. 8), ist nach dem Gesagten auch dieser 
abzuweisen. Im Übrigen führt er aus, der vorliegende Fall zeige, was auch schon 
andernorts und in anderen Fällen festgestellt habe werden können, staatliche 
Stellen setzten sich gerne und ohne Weiteres über erteilte Aufträge proaktiv hinweg. 
Es soll eine nichtstaatliche Stelle um die Erstellung eines Gutachtens angegangen 
werden (act. J.19 S. 7). Dies ist wohl dahingehend zu verstehen, dass er 
Befangenheit des Sachverständigen geltend macht. Ein entsprechendes Gesuch 
hätte aber ohne Verzug gestellt werden müssen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Die 
Verfahrensleitung hat dem Beschuldigten mit Beschluss vom 28. Juni 2024 
(act. F.2) mitgeteilt, dass ein Gutachten des Eidgenössischen Instituts für 
Metrologie (METAS) eingeholt werde, und mit Schreiben vom 4. Juli 2024 (act. J.1) 
den vorgesehenen Gutachter und die ihm zur Verfügung zu stellenden Unterlagen 
zur Kenntnis gebracht sowie Frist zur Stellungnahme eingeräumt. Das rechtliche 
Gehör wurde dem Beschuldigten damit gewährt. Mit Eingabe vom 8. August 2024 
(act. A.6) reichte der Beschuldigte seine Ergänzungsfragen ein. Einwände gegen 
den Gutachter erhob er nicht. Am 26. Mai 2025 wurde den Parteien das Gutachten 
zugestellt (act. J.11). Nach erstreckter Frist äusserte sich der Beschuldigte mit 
Eingabe vom 16. Juli 2025 erstmals zum Gutachten, am 30. Juli 2025 folgte dann 
die Stellungnahme mit dem eingangs erwähnten Antrag auf Erstellung eines neuen 
Gutachtens. Angesichts dessen erweist sich ein Ausstandsgesuch als verspätet. 
Zudem ergeben sich – wie aufzuzeigen sein wird – keine begründeten Einwände 
gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, 
ein neues Gutachten erstellen zu lassen. Der entsprechende Antrag des 
Beschuldigten ist abzuweisen.

4.2.3. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass sich das Gutachten des 
METAS als verwertbar erweist.

4.3. Radarmessung und Ergebnis Gutachten

4.3.1. Das Gutachten kommt zum Schluss, die Geschwindigkeitsmessung sei 
korrekt durchgeführt worden. Das Messmittel sei zum Zeitpunkt der Kontrolle für 
amtliche Geschwindigkeitsmessungen zugelassen und geeicht gewesen. Die 

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Messung sei gemäss Weisungen durchgeführt worden und entspreche einem 
Messverfahren nach Art. 6 VSKV-ASTRA. Es sei ein Messprotokoll geführt worden, 
aus welchem ersichtlich sei, dass der vorgeschriebene automatische Funktionstest 
durchgeführt worden sei. C.________ sei für Geschwindigkeitsmessungen mit 
Messmittel dieser Art ausgebildet. Der Standort des Messmittels sei für die Messung 
geeignet und die Integrität der ausgewerteten Dateien des Messmittels 
nachgewiesen. Es gebe keine Hinweise auf eine Fehlmessung (act. J.10 S. 18).

4.3.2. Das Gericht würdigt Gutachten grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). Nach 
ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf das Gericht in Fachfragen 
jedoch nicht ohne triftige Gründe von Sachverständigengutachten abweichen. Es 
hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der 
Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit eines Gutachtens 
aufdrängen (BGE 150 IV 1 E. 2.3.3 m.w.H.).

4.3.3. Gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Kontrolle des 
Strassenverkehrs (SKV; SR 741.013) sind bei Kontrollen der Geschwindigkeit 
technische Hilfsmittel einzusetzen. Für technische Hilfsmittel, die Messzwecken 
dienen, gelten die Messmittelverordnung (MessMV; SR 941.210) und die 
entsprechenden Ausführungsvorschriften des Eidgenössischen Justiz- und 
Polizeidepartements (Art. 9 Abs. 1bis SKV). Diese Ausführungsvorschriften des 
EJPD finden sich in der Verordnung über Messmittel für Geschwindigkeitskontrollen 
und Rotlichtüberwachungen im Strassenverkehr vom 28. November 2008 
(Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung; SR 941.261). Ergänzende 
Anforderungen dazu enthalten sowohl die Verordnung des ASTRA zur 
Strassenverkehrskontrollverordnung (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) als auch die 
Weisungen des ASTRA über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und 
Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr vom 22. Mai 2008.

4.3.4. Eingangs ist auf die Rüge des Beschuldigten im Hinblick auf die 
Bedienungsanleitung des eingesetzten Radargeräts einzugehen. Mit Hinweis auf 
das Geräte-Zulassungszertifikat CH-P 16221-00 macht er geltend, die 
Bedienungsanleitung "User Manuel IM-F1602 CHF T-Series Portable, March 2016" 
sei massgebend. Die in den Akten befindliche Bedienungsanleitung sei aber "IM-E 
1611 CH" bzw. "IM-E 1612 CH", womit die behauptete 
Geschwindigkeitsüberschreibung nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit 
ausgewiesen sei (act. H.6 S. 3). Mit Zulassungszertifikat CH-P16221-01 hat das 
Eidgenössische Institut für Metrologie METAS gestützt auf Art. 16 der 
Messmittelverordnung die Zulassung mit der Ordnungsnummer 221 per 30. August 
2016 ergänzt (act. J.22.5). Im Zuge dessen wurde unter Ziff. 1 festgehalten, dass 

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jedem Gerätebetreiber die aktuellen Bedienungsanleitungen "User Manual IM-
E1611 CH T-Series Portable, August 2016" und das "User Manual 
IM-E1612 CH T-Series Fixed, Juni 2016" auszuhändigen sei. Die Korrektheit der 
Antwort des Gutachters auf die entsprechende Ergänzungsfrage der Verteidigung, 
dass die Bedienungsanleitung aktualisiert wurde und die heute gültige Fassung bei 
den Akten liegt (act. J.10 Fragen 4), ist damit ausgewiesen und Zweifel am 
Messergebnis, weil sich die Polizisten auf die falsche Bedienungsanleitung gestützt 
hätten, sind ausgeräumt. Im Übrigen bestätigt das Gutachten das Ergebnis der 
Radarmessung, womit die Frage nach der Bedienungsanleitung obsolet wird.

4.3.5. Der Beschuldigte erhebt sodann verschiedene Einwände in Bezug auf das 
Messprotokoll. Bevor auf die einzelnen Einwände eingegangen wird, ist darauf 
hinzuweisen, dass die Weisungen des ASTRA, welche die Erstellung eines 
Messprotokolls vorsehen, keinen Gesetzescharakter haben und kein Bundesrecht 
im Sinne von Art. 95 lit. a BGG darstellen, was auch der Beschuldigte geltend macht 
(act. J.19 S. 3). Die Weisungen des ASTRA lassen die freie Beweiswürdigung durch 
die Gerichte und die Ermittlung der Geschwindigkeit durch Fachexpertisen 
unberührt (Ziff. 21 der Weisungen; BGE 150 IV 242 E. 1.1.4; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1057/2023 vom 11. März 2025 E. 2.3, 6B_443/2021 vom 9. Mai 
2022 E. 1.5.2 m.w.H.). Eine Verletzung der Weisungen führt nicht (zwingend) zu 
einer Unverwertbarkeit des Messergebnisses und zu einem Freispruch des 
Beschuldigten, mithin schliesst dieser Umstand nicht aus, dass sich das Gericht 
aufgrund anderer Beweise von der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit 
überzeugen lässt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1057/2023 vom 11. März 2025 
E. 3.2 m.w.H.). Selbst wenn das Messprotokoll gänzlich fehlen würde, ist dies zwar 
grundsätzlich geeignet, die Richtigkeit der Messung in Frage zu stellen, und kann 
dies zur Aufhebung der Verurteilung führen, aber nur, sofern die einwandfreie 
Funktionsfähigkeit des Messgerätes nicht anderweitig erstellt ist (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1057/2023 vom 11. März 2025 E. 3.2, 6B_937/2013 vom 
23. September 2014 E. 1.4).

Vorliegend ist ein handschriftlich ausgefülltes Messprotokoll in den Akten 
vorhanden (RG-act. 14 letzte Seite). Es gibt Auskunft über Datum und Zeit der 
Inbetriebnahme (16. September 2021 14.24 bis 15.20 Uhr), die genaue 
Standortbezeichnung mit Messrichtung (0364, O.1.________, B._____strasse, 
Fahrtrichtung O.3.________ und O.2.________), das Messsystem mit METAS-
Nummer (Bredar GTS-RT4), die Bestätigung der Kontrolle der erfolgreichen 
Durchführung der Funktionstests (Gerätetest in Ordnung), Registrierung der 
wichtigsten Parameter (60 km/h signalisiert, Messart beide Richtungen, 

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Objektivbrennweite 85 mm), den Bediener des Messgeräts (C.________). Darüber 
hinaus liegen die Eichzertifikate (StA-act. 3.4, act. J.22.5) vor, welche eine gültige 
Eichung vom 6. Oktober 2020 bis am 31. Oktober 2021 und damit im Zeitpunkt der 
Messung belegen, sowie die Prüfberichte zu den Eichzertifikaten (act. J.22.5). 
Soweit der Beschuldigte behauptet, die systemmässig generierten Messprotokolle 
nicht erhalten zu haben (act. H.11 S. 3), ist er darauf hinzuweisen, dass sich diese 
sehr wohl auf der ihm mit Schreiben vom 11. August 2025 zugestellten DVD 
befinden (act. J.22.5 Dokumente "210916_152618" und "210916_152638"). 
Entgegen seinen Behauptungen war damit ein Vergleich zwischen diesen nicht 
veränderbaren Messprotokollen und dem handschriftlich erstellten möglich. Auf den 
genannten systemmässig generierten Messprotokollen sind die vom Beschuldigten 
vermissten (act. H.6 S. 2, act. J.19 S. 2) automatischen Ausrichtbilder, welche eine 
erfolgreiche Durchführung der Funktionskontrolle, die Ausrichtung der jeweiligen 
Geräte sowie die Fahrtrichtung belegen. Es erübrigt sich damit, auf seine Kritik an 
den Antworten des Gutachters zu Ergänzungsfragen im Hinblick auf fehlende 
Ausrichtbilder (act. J.19 S. 4) einzugehen. Ebenso sind die Zulassungszertifikate 
der Geräte aktenkundig (act. J.22.5 Dokumente "CH_P-16221-[00-28]"). Die 
Übertretungsquote in Fahrtrichtung O.2.________ liegt mit drei Übertretungen – 
Höchstwert 104 km/h, V15 Wert 51 km/h, V85 Wert 65 km/h – angesichts von 
lediglich 44 gemessenen Fahrzeugen in 57 Minuten (act. J.22.5 Dokument 
"210916_152638") noch im Normbereich. Damit ist die einwandfreie 
Funktionsfähigkeit des Messgeräts, selbst wenn das Messprotokoll gänzlichem 
fehlen würde, ausgewiesen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1057/2023 vom 
11. März 2025 E. 3.2). Insofern und unter Hinweis, dass die automatischen 
Ausrichtbilder die Angaben im Messprotokoll bestätigen, braucht nicht weiter auf 
den Vorwurf des Beschuldigten (act. H.5 S. 9), das Messprotokoll sei rückwirkend 
erstellt worden und C.________ habe sich dabei der Urkundenfälschung schuldig 
gemacht, eingegangen werden.

4.3.6. Der Beschuldigte beanstandet sodann, im Polizeirapport vom 2. Oktober 
2021 seien als Messgerät-Bediener C.________ und als Protokollführer 
D.________ angegeben. Auch dem Radar-Messprotokoll sei zu entnehmen, dass 
zwei Personen, C.________ und D.________, die Radarmessung verantwortet 
hätten. Dieses führe aber entgegen dem Polizeirapport aus, dass der 
Protokollführer nicht wie im Polizeirapport festgehalten, D.________ gewesen sei, 
sondern C.________. Zudem führe C.________ im Schreiben vom 22. März 2023 
an das Regionalgericht Prättigau/Davos aus, "die Messung wurde während der 
ganzen Messzeit durch eine Person überwacht". Abgesehen davon, dass nicht 
ausgeführt werde, welche Person die Messung überwacht habe, widerspreche die 

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Feststellung den Angaben gemäss eigenhändig unterzeichnetem 
Radarmessprotokoll bzw. dem Polizeirapport (act. H.5 S. 8, siehe auch act. A.2 
S. 8).

Radar-Messsysteme gemäss Art. 2 Abs. 2 VSKV-ASTRA dürfen nur durch 
geschultes Personal aufgestellt, eingerichtet, betrieben und gewartet werden. Art. 2 
Abs. 3 lit. a VSKV-ASTRA verlangt aber nicht, dass die zur Messung und 
Auswertung nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse mit einer 
Ausbildungsbescheinigung in Form eines Diploms nachgewiesen werden müssten. 
Sie unterstellt diesen Nachweis auch sonst keinen Formvorschriften (Urteil des 
Bundesgerichts 7B_687/2023 vom 11. April 2025 E. 2.6.2 m.w.H.).

Da es sich bei C.________ wie auch bei D.________ um Beamte des 
Verkehrsstützpunktes Mittelbünden und damit der im Kanton Graubünden für die 
Kontrolle des Verkehrs auf öffentlichen Strassen in Mittelbünden zuständigen 
Polizeibehörde handelt, darf gemäss Bundesgericht ohne gegenteilige Hinweise 
darauf geschlossen werden, dass sie beide im Sinne von Art. 2 Abs. 3 lit. b VSKV-
ASTRA zur Durchführung der Kontrolle und Auswertungen allgemein ermächtigt 
waren und aufgrund ihrer Stellung über ausreichende theoretische und praktische 
Fachkenntnisse im Sinne von Art. 3 lit. a VSKV-ASTRA verfügen (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 7B_687/2023 vom 11. April 2025 E. 2.6.2 m.w.H., 6B_1288/2023 
vom 26. Juni 2025 E. 1.4.3).

Inwiefern sich darin, dass als Protokollführer im Messprotokoll (RG-act. 14 letzte 
Seite) C.________ und im Polizeirapport (StA-act. 3.1 S. 2) D.________ vermerkt 
wurden, konkrete Hinweise gegen ausreichende Fachkenntnisse und damit auf eine 
fehlerhafte Messung ergeben sollen, legt der Beschuldigte nicht dar und ist auch 
nicht ersichtlich. Dass C.________ im Schreiben vom 22. März 2023 an das 
Regionalgericht Prättigau/Davos von "einer Person" spricht, welche die Messung 
überwachte, heisst nicht zwingend, dass zahlenmässig nur eine Person anwesend 
war, handelt es sich beim Wort "eine" doch auch um einen unbestimmten Artikel 
und kann die Überwachung auch bei Anwesenheit zweier Personen durch eine 
allein erfolgen. Der Auffassung des Beschuldigten, es liege eine "Aktenwidrigkeit" 
vor (act. H.5 S. 8), kann nicht gefolgt werden. Die vom Beschuldigten 
aufgeworfenen Punkte vermögen damit keine Zweifel an den hinreichenden 
Fachkenntnissen von C.________ und D.________ im Umgang mit dem 
eingesetzten Messgerät oder der Auswertung der Daten zu wecken. Weitere 
Anhaltspunkte für Zweifel sind nicht ersichtlich. Insofern ist die Frage, ob 
C.________ oder D.________ das Radarmessgerät betrieben hat, ohne 
Bedeutung. Darüber hinaus ist aktenmässig belegt, dass C.________ sowohl 

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gemäss Polizeirapport vom 2. Oktober 2021 wie gemäss Messprotokoll und damit 
widerspruchsfrei dokumentiert das Gerät bediente und als Radar-Spezialist des 
eingesetzten Radarsystems GATSO GTS-RT4 (T-Serie) zertifiziert ist (StA-
act. 3.5).

Nach dem Gesagten erübrigt sich der Beweisantrag des Beschuldigten, 
C.________ und D.________ als Zeugen, eventualiter als Auskunftspersonen, 
einzuvernehmen und insbesondere mit der Frage zu konfrontieren, wer am 
16. September 2021 in O.1.________ zum vorliegend relevanten Tatzeitpunkt die 
Radar-Messgeräte effektiv bedient habe (act. H.5 S. 2), und ist dieser abzuweisen.

4.3.7. Weiter kritisiert der Beschuldigte, das auf dem handschriftlich ausgefüllten 
Messprotokoll vermerkte Datum der letzten Eichung stimme nicht mit dem 
Eichzertifikat überein (act. H.5 S. 9). 

Es ist zutreffend, dass im handschriftlich ausgefüllten Messprotokoll vom 
16. September 2021 bei "letzte Eichung" "10.2021" vermerkt wurde (RG-act. 14 
letzte Seite), obwohl sich aus den Eichzertifikaten (StA-act. 3.4, act. J.22.5) ergibt, 
dass die letzte Eichung am 6. Oktober 2020 stattfand und bis am 31. Oktober 2021 
gültig war. Unter diesen Umständen ist naheliegend, dass entweder die Jahreszahl 
verwechselt oder das Ende der Gültigkeit statt das Datum der letzten Eichung im 
Messprotokoll eingetragen wurde. Darüber braucht aber nicht spekuliert zu werden. 
Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung werden im Messprotokoll 
festgestellte Fehler, Unvollständigkeiten, Unklarheiten oder Korrekturen, mithin 
Mängel des Verfahrens, regelmässig als nicht geeignet qualifiziert, die 
Zuverlässigkeit der Messung oder ihrer Protokollierung in Frage zu stellen (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1057/2023 vom 11. März 2025 E. 3.4). Aufgrund der 
Eichzertifikate steht fest, dass die Eichung im Tatzeitpunkt gültig war, was auch vom 
Beschuldigten nicht in Abrede gestellt wird. Damit wird Gewähr für die gesetzmässig 
erfolgte Eichung des eingesetzten Radargeräts geboten (vgl. Art. 6 Abs. 1 
Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung in Verbindung mit Anhang 5 MessMV, 
SR 941.210). Dass im Messprotokoll nicht die korrekte Jahreszahl der letzten 
Eichung eingetragen wurde, vermag damit die Korrektheit der Messung nicht in 
Zweifel zu ziehen. Es kann damit festgehalten werden, dass die Kritik des 
Beschuldigten am handschriftlich ausgefüllten Messprotokoll nicht greift.

4.3.8. Der Beschuldigte moniert ferner, C.________ habe in der Stellungnahme 
vom 22. März 2023 von einer Messeinheit gesprochen, während gemäss 
Fotodokumentation die zwei Geräte jeweils die Fahrzeuge je einer Fahrtrichtung 
gemessen hätten. Zudem halte die Vorinstanz zuerst fest, das Gerät A habe 

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Fahrzeuge in Fahrtrichtung O.3.________ gemessen, um im Widerspruch dazu 
dann von Fahrzeugen in Richtung O.2.________ zu sprechen (act. H.5 S. 9 f.).

Wie aus dem Messprotokoll (RG-act. 14 letzte Seite) ersichtlich, waren zwei 
Geräte – Nr. 454310 und Nr. 454311 – im Einsatz. Aufgrund der Ausrichtbilder 
(act. J.22.5 Dokumente "210916_152618" u. "210916_1521638") und der 
Fotodokumentation (StA-act. 3.15) steht zweifelsfrei fest, dass das Gerät 
Nr. 454310 in Richtung O.2.________ und das Gerät Nr. 454311 in Richtung 
O.3.________ ausgerichtet war. Der Bedienungsanleitung ist im Detail zu 
entnehmen, wie die Geräte zusammenspielen, eine Messeinheit bilden und in der 
"Master-Slave"-Konfiguration die Geschwindigkeit von Fahrzeugen in zwei 
Fahrtrichtungen erfassen können (RG-act. 15 S. 45 f.). Daher befindet sich im 
Messprotokoll auch kein Kästchen für ein Kreuz bei den jeweiligen Geräte-
Nummern – wie der Beschuldigte vermisst – und war entgegen seiner Ansicht 
(act. H.5 S. 10) im Messprotokoll nicht anzugeben, welches Gerät die Messungen 
vornahm. Aus der Bilddokumentation unter dem Radarfoto mit dem Frontbild (StA-
act. 3.2) geht hervor, dass das Richtung O.3.________ ausgerichtete Gerät 
Nr. 454311 seine Geschwindigkeit und damit diejenigen Fahrzeuge in Fahrtrichtung 
O.2.________ gemessen hat.

4.3.9. Auch die weitere Beanstandung des Beschuldigten, es sei aktenmässig nicht 
ausgewiesen, in welchem Abstand die Geräte standen und weshalb sich diese bei 
ihren Fotografien und Messungen nicht gegenseitig störten bzw. stören konnten 
(act. H.5 S. 10, act. J.19 S. 3), verfängt nicht. Es ist auf die Messprotokolle mit den 
Ausrichtbildern zu verweisen (act. J.22.5 Dokumente "210916_152618" und 
"210916_152638"). Darin sind die zum Einsatz gelangten Geräte, die Koordinaten 
des Standorts beider Geräte und die Funktionskontrolle als erfolgreich vermerkt. 
Dass die METAS-Nummer des Geräts, welches den Beschuldigten mass, nicht wie 
vom Gutachter aufgeführt links, sondern rechts in der Bilddokumentation zu finden 
ist (vgl. act. J.19 S 3), ändert nichts. In der Bedienungsanleitung ist für das 
Aufstellen der Komponenten eine Schritt für Schritt Anleitung vorhanden (RG-
act. 15 S. 14). Ein einzuhaltender Mindestabstand ist nicht erwähnt. Die Geräte sind 
mit der "Master/Slave"-Funktion, was ein Zusammenspiel bedingt, geeicht und 
zugelassen. Die Funktionskontrolle war erfolgreich und die Geräte erfassten das 
Fahrzeug des Beschuldigten sowohl von der Front als auch im Heck. Inwiefern sich 
die Geräte gegenseitig stören sollten oder der genaue Abstand, in welchem sie 
damals aufgestellt wurden, für die Korrektheit der Messung erheblich sein soll, ist 
damit nicht ersichtlich. Vielmehr zeigt sich, dass – wie der Gutachter ausführte 
(act. J.10 S. 19 Frage 6.1.5) – der Abstand der beiden Messmittel nur insoweit von 

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Bedeutung ist, als er zur Beantwortung der Frage des Verteidigers nötig ist und der 
Abstand auf die Messung keinen Einfluss hat. 

Im Übrigen verweist der Gutachter in Bezug auf die Ergänzungsfrage nach 
Interferenzen zwischen den Geräten zutreffend auf die Zulassung und Eichung der 
Geräte (act. J.10 S. 19 Frage 6.1.6). Die Zulassung und Eichung von 
Geschwindigkeitsmessmitteln ist in verschiedenen Erlassen geregelt. Es sind dies 
das Bundesgesetz über das Messwesen vom 17. Juni 2011 (Messgesetz, 
SR 941.20), die Messmittelverordnung vom 15. Februar 2006 (MessMV, 
SR 941.210) sowie die Verordnung des EJPD über Messmittel für 
Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachungen im Strassenverkehr 
(Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung, SR 941.261). Die Verordnungen regeln 
u.a. die Anforderungen an Messmittel, Letztere spezifisch diejenigen an Messmittel 
für Geschwindigkeitskontrollen. Sie hält in Bezug auf die elektromagnetischen 
Umgebungsbedingungen fest, es müssten die Anforderungen der Klasse E2 
beziehungsweise E3 nach Anhang 1 Ziffer 1.3.3 der Messmittelverordnung erfüllt 
sein (Art. 4 Abs. 3). Klasse E3 gilt für Messmittel mit Stromversorgung durch die 
Fahrzeugbatterie, was beim vorliegend zum Einsatz gelangten Gerät nicht zutrifft. 
Damit musste es für die Zulassung die Anforderungen der Klasse E2 erfüllen. 
Klasse E2 gilt für Messmittel, die an Einsatzorten verwendet werden, an denen 
elektromagnetische Störungen wie in anderen Industriegebäuden – nicht wie in 
Klasse E1 nur Leichtindustrie – auftreten können. Durch die Zulassung, welche sich 
aus den Akten ergibt, ist also gewährleistet, dass das Gerät trotz 
elektromagnetischer Störungen im genannten Ausmass, was weit über solche des 
vorliegend zum Einsatz gekommenen zweiten Geräts hinausgeht, Messsicherheit 
bietet. Damit können Interferenzen, wie vom Beschuldigten befürchtet, 
ausgeschlossen werden. Die Messunsicherheit, welche jeder Messung immanent 
ist – wie auch der Gutachter festhält (act. J.10 S. 6) –, ist im Gutachten ausgewiesen 
worden (vgl. act. J.10 S. 14). Es ergeben sich keine Anhaltspunkte, die Zweifel an 
der Korrektheit der Messung wecken könnten.

4.3.10. Schliessich bemängelt der Beschuldigte, die Bilddokumentation der 
Radarmessung entspreche nicht den Angaben und Vorgaben gemäss 
Bedienungsanleitung. Die zweite Bilddokumentation und diejenige für die sog. 
"Slave-Dateneinblendung" fehlten (act. H.5 S. 10). Er weist zutreffend darauf hin, 
dass die Abbildung unter Ziff. 4.3 in der Bedienungsanleitung (RG-act. 15 S. 13) 
vorliegend massgebend ist. Gemäss dieser Abbildung werden bei den Beispielen 
"Dateneinblendung Slave" (jeweils unter der Abbildung beschriftet) ebenso lediglich 
"EventNr" und "ImageNr" abgebildet – ohne die weiteren Daten, welche in der 

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"Dateneinblendung Master" enthalten sind. Entsprechend fehlt auf dem zweiten 
Radarfoto keine Bilddokumentation gemäss Bedienungsanleitungen. In Bezug auf 
weitere Fotos ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen: "Der Master erfasst das 
zweite Foto, das Eventvideo, oder beides, für die zweite unabhängige 
Messmethode." und "Ein zweites Slavebild kann nach einer eingestellten 
Intervallzeit oder -Distanz erfasst werden." (RG-act. 15 S. 45). Wie im Gutachten 
erwähnt, sind in der Datei "20210916_125215_19-30-867-284_00009238.cge" 
(act. J.22.5) das Front-, das Heckbild sowie das Front-Video enthalten und damit 
alles, was vorliegen muss. Entgegen dem Beschuldigten (act. H.19 S. 4) verneinte 
der Gutachter seine Ergänzungsfrage nach dem Fehlen von Bilddokumentationen 
nicht unbegründet (act. J.10 Frage 6.2.2).

4.3.11. Das Gutachten errechnete die mindestens gefahrene Geschwindigkeit aus 
der gemessenen Geschwindigkeit abzüglich der maximal zu erwartenden 
Einzelwertabweichung, wobei es die maximale Messunsicherheit zugunsten einer 
niedrigeren Geschwindigkeit berücksichtigte. Die Sicherheitsmargen nach Art. 8 
VSKV-ASTRA zog es nicht zusätzlich ab, was der Beschuldigte kritisiert (act. J.19 
S. 2 f.). Art. 8 VSKV-ASTRA legt Sicherheitsabzüge fest, die bei 
Geschwindigkeitsmessungen ohne gutachterliche Überprüfung zur Anwendung 
kommen. Wird ein Gutachten erstellt, ist der Gutachter in der Wahl der Methodik 
grundsätzlich frei. Die Rüge ist somit unbegründet.

4.3.12. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich keine 
Anhaltspunkte ergeben, welche Zweifel an der Korrektheit der Messung bzw. an der 
Schlüssigkeit des Gutachtens hervorzurufen vermögen. Vielmehr ist die 
einwandfreie Funktionsfähigkeit des Messgerätes ausgewiesen und die 
Geschwindigkeitsmessung mit dem Radargerät also korrekt erfolgt. Zusätzlich ist 
darauf hinzuweisen, dass im Gutachten eine Plausibilitätsprüfung mittels Weg-Zeit-
Analyse anhand des Front- und Heckbildes vorgenommen wurde, um grosse 
Messfehler oder Fehlzuordnungen auszuschliessen. Daraus resultierte 
nachvollziehbar eine Geschwindigkeit von mindestens 95 km/h (101.2 km/h 
plus/minus 6.2 km/h; act. J.10 S. 17). Auch der Beschuldigte erhebt dagegen keine 
Einwände (vgl. act. J.19). Nach dem Gesagten ist die dem Beschuldigten in der 
Anklageschrift vom 13. Februar 2023 vorgeworfene Geschwindigkeit von 98 km/h 
als erstellt zu erachten.

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5. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln

5.1. Grundlagen

5.1.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die 
Weisungen der Polizei zu befolgen. Art. 32 Abs. 1 SVG verpflichtet den 
Fahrzeuglenker, die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, 
namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen‑, 
Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wer eine signalisierte Höchstgeschwindigkeit 
überschreitet, verletzt die in Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG 
festgeschriebenen Verkehrsregeln. Wer eine Verkehrsregel verletzt, kann gestützt 
auf Art. 90 SVG bestraft werden. Art. 90 SVG unterscheidet zwischen "einfachen" 
Verkehrsregelverletzungen (Abs. 1) und "groben" Verkehrsregelverletzungen 
(Abs. 2).

5.1.2. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung 
von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder 
in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtsprechung, dass 
der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet 
und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die 
Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. 
Diese setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder 
Verletzung voraus. Eine konkrete Gefahr oder Verletzung ist nicht verlangt (BGE 
143 IV 508 E. 1.3, 142 IV 93 E. 3.1, 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 
6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 2.3.1 m.w.H.).

5.1.3. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst 
schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, 
bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, 
wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. 
Grobe Fahrlässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung 
anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme 
einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das 
Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit 
beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber 
fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) 
Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 
E. 3.2 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 
E. 2.3.1).

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5.1.4. Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln 
auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit 
ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das 
Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen. Solche entlastenden 
Umstände hat das Bundesgericht indes bei der Mehrheit der 
Geschwindigkeitsüberschreitungen verneint. Gute Witterungs-, Strassen- und 
Verkehrsverhältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der 
Rechtsprechung dar (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1005/2023 vom 
10. März 2025 E. 2.3.2 m.w.H.).

5.1.5. Nach ständiger Rechtsprechung sind die objektiven und grundsätzlich auch 
die subjektiven Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung ungeachtet 
der konkreten Umstände zu bejahen, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
innerorts um 25 km/h oder mehr überschritten wird (BGE 143 IV 508 E. 1.3; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1 m.w.H.). Aufgrund der 
erhöhten Gefahrenlage gilt dies auch bei atypischen Innerortsstrecken (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1 m.w.H.).

5.2. Rechtliche Würdigung vorliegend

5.2.1. Wie erstellt, fuhr der Beschuldigte innerorts mit einer Geschwindigkeit von 
98 km/h, obwohl die zulässige Höchstgeschwindigkeit 60 km/h beträgt, und damit 
38 km/h schneller als erlaubt. Angesichts der vorerwähnten Rechtsprechung des 
Bundesgerichts hat er damit den objektiven Tatbestand der groben 
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob 
sein Verhalten auch in subjektiver Hinsicht unter Art. 90 Abs. 2 SVG fällt. Dabei ist 
von Bedeutung, ob besondere Umstände vorliegen, welche als Gegenindizien 
gegen das Vorliegen von Rücksichtslosigkeit sprechen bzw. welche die 
Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht erscheinen lassen.

5.2.2. Wie ausgeführt (E. 3) befindet sich der inkriminierte Streckenabschnitt im 
Innerortsbereich von O.1.________. Die linksseitig angebrachte Tafel erhöht die 
zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, welche aufgrund des Signals "50 
generell" ungeachtet von Verzweigungen gilt, auf 60 km/h. Die Aussage des 
Beschuldigten, das Signal "Höchstgeschwindigkeit 60 km/h" sei vom Gegenverkehr 
verdeckt gewesen, erweist sich als unglaubhaft. Zwar verweigerte er die Unterschrift 
bei der polizeilichen Einvernahme vom 24. September 2021 (StA-act. 3.3 S. 3), 
wonach er ausgesagt habe, er sei der Meinung gewesen, dass er die 60 km/h 
eingehalten, aber zu früh beschleunigt habe, und sagte anlässlich der 
Berufungsverhandlung vom 1. September 2025 aus, der Polizist habe die 60 km/h 

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dazugeschrieben (act. H.5 S. 11), doch gab er auch bei der Staatsanwaltschaft am 
31. März 2022 unterschriftlich bestätigt zu Protokoll, er sei der Meinung gewesen, 
dass er erst beschleunigt habe, nachdem die Geschwindigkeitsbeschränkung von 
60 km/h aufgehoben gewesen sei. Entsprechend sei er seines Erachtens im 60er-
Bereich mit etwa 60 km/h unterwegs gewesen (StA-act. 3.6 Frage 1). An diesen 
Aussagen hielt er auch anlässlich der Einvernahme vor der Vorinstanz fest (RG-
act. 17 Frage 3.1). Erst in der Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung 
machte er dann geltend, das Signal, welches die Höchstgeschwindigkeit auf 
60 km/h erhöht, übersehen zu haben, und stellte die Theorie auf, es müsse vom 
Gegenverkehr verdeckt worden sei (act. H.8 Frage V.4). Aufgrund seiner Aussagen 
bis vor Vorinstanz ist davon auszugehen, dass er durchaus um die Beschränkung 
auf 60 km/h wusste. Dafür spricht auch Folgendes: Auf die Frage, wieso er 
beschleunigt habe, antwortete der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme in der 
Berufungsverhandlung, er sei der Meinung gewesen, es sei 80 (act. H.8 Frage 16). 
Warum er dieser Meinung gewesen sei, begründete er in erster Linie damit, dass er 
unter einem gewissen Zeitdruck gestanden und gedacht habe, er könne zu spät 
kommen, was beschämend gewesen wäre (act. H.8 Frage 17). 

5.2.3. Selbst wenn der Beschuldigte das Signal Höchstgeschwindigkeit 60 km/h 
nicht gesehen hätte, durfte er aufgrund des Signals "Höchstgeschwindigkeit 50 
generell" nicht auf 98 km/h beschleunigen (vgl. E. 3.3). Dass die damit signalisierte 
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h im ganzen dichtbebauten Gebiet gilt und für die 
Weitergeltung nicht bei jeder Verzweigung zu wiederholen ist – wie er anlässlich der 
Einvernahme aussagte (act. H.5 Frage V.5; vgl. E. 3.3) –, stellt eine elementare 
Verkehrsregel dar, die einem erfahrenen Fahrzeugführer ohne Weiteres bekannt 
ist. Der Beschuldigte wies selber darauf hin, dass er seit 65 Jahren Auto fahre, im 
Studium öfters mit Lastzügen nach Hamburg gefahren sei und im Militärdienst als 
Motorfahr-Unteroffizier Fahrer ausbildet habe (act. H.5 S. 11). Angesichts dieser 
langjährigen und reichen Erfahrung – insbesondere auch als Ausbildner – ist ein 
Irrtum über den Geltungsbereich des Signals "Höchstgeschwindigkeit 50 generell" 
nicht glaubhaft und kann ausgeschlossen werden.

5.2.4. Soweit der Beschuldigte bei der Abzweigung im Dorf davon ausging, dort 
wäre das Dorfende (act. H.8 Frage 4), ist auch ein diesbezüglicher Irrtum nicht 
möglich. So ist auf dem von ihm eingereichten Foto (act. H.4 Foto 4) ersichtlich, 
dass auf beiden Seiten der Strasse, welche an dieser Stelle so eng ist, dass keine 
Leitlinien markiert sind, Häuser stehen, mithin eine dichte Bebauung vorliegt. 
Anhaltspunkte für das Ortsende sind keine auszumachen.

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5.2.5. Weiter in Fahrtrichtung verläuft die Strasse gerade und wird linksseitig von 
einem Trottoir und rechtsseitig von einer Mauer begrenzt. Die Messstelle befindet 
sich gemäss Staatsanwaltschaft 33 m und gemäss Beschuldigtem 50 m nach 
einem Fussgängerstreifen, wo auch eine Ein- und Ausfahrt zu den oberhalb der 
Mauer gelegenen Wohnhäusern führt. Direkt bei der Messstelle stehen einige 
Bäume, die den Blick auf den links an der Strasse befindlichen Parkplatz 
einschränken, wo sich auch der Zugang zum hangabwärts befindlichen Haus 
befindet (StA-act. 3.15). Insofern waren auch an der Messstelle noch beidseits 
Häuser vorhanden. Zudem beginnt der Bereich "ausserorts" beim Signal "Ortsende 
auf Hauptstrassen" oder "Ortsende auf Nebenstrassen" und endet beim Signal 
"Ortsbeginn auf Hauptstrassen" oder "Ortsbeginn auf Nebenstrassen" (Art. 1 Abs. 4 
SSV). Dass er ein entsprechendes Signal "Ortsende" passiert habe, machte der 
Beschuldigte nicht geltend. Dieses befindet sich denn auch erst nach der Messstelle 
(StA-act. 3.15 Foto 7). Art. 3 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) 
verpflichtet jeden Fahrzeuglenker, seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem 
Verkehr zuzuwenden. Ein Fahrzeuglenker, der dem Strassenverkehr die 
notwendige und von ihm vernünftigerweise zu erwartende Aufmerksamkeit widmet, 
was als Massstab zu Grunde zu legen ist (vgl. BGE 127 IV 229 E. 2c.aa und 
E. 2c.cc), hätte leicht erkannt, dass er sich noch im Innerortsbereich befindet und 
die zulässige Höchstgeschwindigkeit an der Messstelle nicht 80 km/h beträgt. 
Selbst wenn unter den skizzierten Umständen von einer atypischen 
Innerortsstrecke zu sprechen wäre, würde dies nichts daran ändern, dass ein 
allfälliger Irrtum über die zulässige Höchstgeschwindigkeit vermeidbar gewesen 
wäre und die subjektiven Voraussetzungen bei einer Überschreitung der zulässigen 
Höchstgeschwindigkeit um 38 km/h innerorts gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung dennoch zu bejahen sind. Der Beschuldigte hat die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit damit zumindest aus grob pflichtwidriger Unvorsicht 
überschritten.

5.2.6. Im Tatzeitpunkt war aufgrund der Tageszeit durchaus mit anderen 
Verkehrsteilnehmern zu rechnen – insbesondere vom Haus und dem Parkplatz bei 
der Messstelle herkommend –, welche kein mit 98 km/h herannahendes Fahrzeug 
erwarten mussten. Die Fahrbahn war nass, wie auf den Radarfotos (StA-act. 3.2) 
gut erkennbar ist. Von einer trockenen Strasse, wie der Beschuldigte ausführte 
(act. H.5 Fragen V.4 u. 10), kann keine Rede sein. Auch wenn entgegen dem 
Beschuldigten um 14.52 Uhr Mitte September nicht von einer frühen 
Abenddämmerung gesprochen werden kann (vgl. act. H. 1.9. S. 3 f.), lagen keine 
guten Witterungs- und damit Sichtverhältnisse vor. Unter den genannten 
Umständen bestand eine erhöhte abstrakte Gefahr, was ausreicht. Eine konkrete 

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Gefahr verlangt der Tatbestand nicht, womit ein Fehlen von Fussgängern und 
weiteren Verkehrsteilnehmern sowie leichtes Verkehrsaufkommen im inkriminierten 
Zeitpunkt wie auch übersichtliche und breite Strassenverhältnisse den 
Beschuldigten nicht zu entlasten vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.3).

5.2.7. So wie ein allfälliger Irrtum über die geltende Höchstgeschwindigkeit und 
über den Innerortscharakter des Strassenabschnitts bei der Messstelle zu 
verneinen oder zumindest vermeidbar gewesen wäre, liegen auch keine 
besonderen Umstände vor, welche die Geschwindigkeitsüberschreitung von 
38 km/h innerorts milder erscheinen liessen. Es wird damit nicht unbesehen von 
einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen. 
Indem der Beschuldigte der Signalisation nicht die gebotene Aufmerksamkeit 
schenkte und daher nach eigenem Gutdünken eine Höchstgeschwindigkeit von 
80 km/h annahm, verhielt er sich pflichtwidrig und offenbarte, dass er die 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in diesem Moment ebenfalls pflichtwidrig 
zumindest nicht in Betracht gezogen hat. Zu sehr war er darauf bedacht, nicht zu 
spät zum Einvernahmetermin im Rahmen der Untersuchung betreffend Einhaltung 
der Arbeits- und Ruhezeitvorschriften bei der Kantonspolizei zu sein, weshalb er 
unter Zeitdruck war, wie er zu Protokoll gab (act. H.8 Frage V.4). Sein Verhalten im 
Tatzeitpunkt – dem Beschuldigten wird nicht vorgeworfen, generell ein "Rowdy" zu 
sein, wie er geltend macht (act. H.5 S. 11) – erscheint unter den erläuterten 
Umständen im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als rücksichtslos 
gegenüber den Interessen anderer Verkehrsteilnehmern und grobfahrlässig.

5.2.8. Es kann festgehalten werden, dass auch der subjektive Tatbestand von 
Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist. Der Beschuldigte hat sich der groben 
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gemacht.

6. Strafzumessung

6.1. Grundlagen der Strafzumessung

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 
den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

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Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung 
oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG).

6.2. Strafrahmen

6.2.1. Für grobe Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sieht 
das Gesetz einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe vor. Die Geldstrafe beträgt grundsätzlich drei bis höchstens 
180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe 
sind in der Regel innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen und 
führen nur beim Vorliegen ausserordentlicher Umstände zur Erweiterung des 
Strafrahmens (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, 
den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.

6.2.2. Anzufügen bleibt, dass bei groben Verletzungen der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 90 Abs. 2 SVG aufgrund des Strafrahmens ein Vergehen vorliegt (vgl. Art. 10 
Abs. 3 StGB). Es kann keine Rede davon sein, dass das Regionalgericht den 
Beschuldigten als Verbrecher eingestuft habe, wie er geltend macht (act. H.5 S. 11).

6.3. Strafart

6.3.1. Nach Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine 
Freiheitsstrafe erkennen, wenn (lit. a) eine solche geboten erscheint, um den Täter 
von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten oder (lit. b) eine 
Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann. Die Geldstrafe ist im 
Bereich leichter Kriminalität die Regelsanktion (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3, 144 IV 
313 E. 1.1.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1153/2021 vom 29. März 2023 E. 2.3.3).

6.3.2. Eine Freiheitsstrafe erscheint vorliegend aus Gründen der 
spezialpräventiven Effizienz nicht erforderlich, zumal der Beschuldigte keine 
einschlägigen Vorstrafen aufweist (vgl. act. D.28) und voraussichtlich auch eine 
Geldstrafe den Beschuldigten von der Begehung weiterer Vergehen abhalten wird. 
Anhaltspunkte für eine Uneinbringlichkeit der Geldstrafe liegen keine vor. 
Entsprechend sind die gesetzlich so formulierten Voraussetzungen für das 
Aussprechen einer Geldstrafe erfüllt, wie dies auch schon die Vorinstanz 
konstatierte. Entgegen dem Beschuldigten (act. H.5 S. 11 u. 12) hat auch die 
Vorinstanz keine Freiheitsstrafe ausgesprochen.

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6.4. Objektive Tatschwere

6.4.1. Die Schuld des Täters ist anhand aller relevanten objektiven Elemente zu 
beurteilen, die sich auf die Tat selbst beziehen, d.h. insbesondere auf die Schwere 
der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, die Verwerflichkeit 
der Tat und die Art der Ausführung (BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; Art. 47 Abs. 2 StGB).

6.4.2. Nach Abzug der Toleranz von 6 km/h fuhr der Beschuldigte mit 98 km/h und 
überschritt die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h um 38 km/h und so 
die Schwelle von 25 km/h, wonach gemäss bundesgerichtlichem Schematismus 
eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt, um 
13 km/h. Von einer bloss knappen Überschreitung des Schwellenwerts kann nicht 
gesprochen werden. Zu den übrigen objektiven Umständen kann auf die 
Erwägungen zur Tatbestandserfüllung verwiesen werden (E. 5.2.3), aufgrund derer 
eine erhöhte abstrakte Gefahr bestand.

6.4.3. Im Spektrum aller Tatvarianten der groben Verkehrsregelverletzung gemäss 
Art. 90 Abs. 2 SVG ist die objektive Tatschwere vorliegend im oberen Bereich des 
untersten Drittels anzusiedeln.

6.5. Subjektive Tatschwere

6.5.1. Aus subjektiver Sicht werden die Intensität des deliktischen Willens sowie die 
Beweggründe und Ziele des Täters berücksichtigt (BGE 149 IV 217 E. 1.1 m.w.H.). 
Weiter wird das subjektive Verschulden danach bestimmt, wie weit der Täter nach 
den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB).

6.5.2. Wie im Rahmen des subjektiven Tatbestands erläutert (E. 5.2.2), hat der 
Beschuldigte die zulässige Höchstgeschwindigkeit aus grob pflichtwidriger 
Unaufmerksamkeit überschritten und damit grobfahrlässig gehandelt. Damit liegt 
ein leichtes subjektives Verschulden vor. Die subjektive Tatschwere vermag die 
objektive nur leicht zu relativieren.

6.5.3. Aufgrund der Tatkomponente rechtfertigt sich eine Einsatzstrafe von 
80 Tagessätzen.

6.6. Täterkomponente

6.6.1. Zu den Komponenten der Schuld kommen Faktoren hinzu, die mit dem Täter 
selbst zusammenhängen, d.h. Vorgeschichte, Ruf, persönliche Umstände 
(Gesundheitszustand, Alter, familiäre Verpflichtungen, berufliche Situation, 

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Rückfallrisiko usw.), Verletzlichkeit gegenüber der Strafe sowie das Verhalten nach 
der Tat und während des Strafverfahrens (BGE 149 IV 217 E. 1.1 m.w.H.).

6.6.2. Vorstrafen weist der Beschuldigte – wie ausgeführt – keine auf (vgl. 
act. D.28). Dies wirkt sich nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur 
bei besonderen Umständen strafmindernd aus (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 4.2), welche vorliegend nicht 
ersichtlich sind. Insofern bleiben die Ausführungen des Beschuldigten, er habe 
während 40 Jahren weder einen schweren Verkehrsunfall noch eine polizeiliche 
Verzeigung gehabt (act. H.5 S. 11, vgl. auch act. H. 1.9. S. 4), ohne Einfluss. 
Andere Faktoren, welche unter dem Titel der Täterkomponente zu einer 
Strafminderung zu führen vermögen – insbesondere ein Geständnis –, sind nicht 
ersichtlich. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass der Umstand, von Berufs wegen auf 
den Führerausweis angewiesen zu sein, nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
keine besondere Strafempfindlichkeit begründet (Urteile des Bundesgerichts 
6B_417/2021 vom 14. April 2022 E. 4.2, 6B_749/2017 vom 12. Februar 2018 
E. 3.3). Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich damit 
strafzumessungsneutral aus.

6.7. Höhe Tagessatz

Zur Höhe des Tagessatzes von CHF 540.00 kann auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz (act. E.1 E. 7.5) verweisen werden.

6.8. Fazit

Für die grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG ist eine 
Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 540.00 auszusprechen.

7. Strafvollzug

7.1. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (act. E.1 E. 7.6) 
verwiesen werden, wonach der Vollzug der Geldstrafe in Anwendung von Art. 42 
Abs. 1 StGB aufzuschieben ist, zumal vorliegend keine Umstände – insbesondere 
keine Vorstrafen – ersichtlich sind, die für eine ungünstige Prognose sprechen. Die 
Probezeit ist auf das Minimum von zwei Jahren festzusetzen.

7.2. Die bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden werden (Art. 42 
Abs. 4 i.V.m. Art. 106 StGB; BGE 134 IV 60 E. 7.3.1). Diese darf höchstens ein 
Fünftel der in der Summe schuldangemessenen Sanktion – bestehend aus einer 
bedingt ausgesprochenen Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungbusse – 

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betragen (BGE 149 IV 321 E. 1.3.2). Die schuldangemessene Strafe von 80 Tages-
sätzen ist aufzuteilen auf eine Geldstrafe von 64 Tagessätzen zu CHF 540.00 und 
eine Verbindungsbusse von CHF 8'600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe (Art. 106 Abs. 2 
StGB) ist auf 16 Tage festzusetzen.

8. Fazit

Der Beschuldigte ist für die grobe Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 
Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG sowie für 
die Übertretung von Art. 14 Abs. 2 ARV 1, Art. 16 Abs. 1 ARV 1 und Art. 17 Abs. 2 
ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 lit. d und Art. 21 Abs. 4 ARV 1 mit einer 
Geldstrafe von 64 Tagessätzen zu CHF 540.00, bedingt aufgeschoben unter 
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, sowie – unter Berücksichtigung der 
Busse von CHF 400 für die Übertretung (act. E.1 E. 7.7.1) – einer Busse von 
CHF 9'000.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von 16 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse zu bestrafen.

9. Kosten- und Entschädigungsfolgen

9.1. Untersuchungsverfahren und erstinstanzliches Verfahren

Nach Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, 
wenn sie verurteilt wird. Insofern sind die Untersuchungskosten von CHF 3'130.00 
sowie die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'000.00 dem 
Beschuldigten aufzuerlegen.

9.2. Berufungsverfahren

9.2.1. Für Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von 
CHF 1'500.00 bis CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Nach Art. 37 Abs. 2 des 
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 
350.100). bemessen sich die Verfahrenskosten nach dem Aufwand und den 
wirtschaftlichen Verhältnissen der kostenpflichtigen Person. Vorliegend ist zu 
berücksichtigen, dass am 12. März 2024 eine Berufungsverhandlung – zu welcher 
der Verteidiger des Beschuldigten nicht erschien, weswegen diese zur 
Sicherstellung der notwendigen Verteidigung vertagt werde musste –, am 28. Juni 
2024 eine Berufungsverhandlung, am 29. April 2025 ein Augenschein und am 
1. September 2025 die Fortsetzung der Berufungsverhandlung stattfanden. 
Zusammen mit den gehobenen wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist 
die Gerichtsgebühr auf CHF 8'000.00 festzusetzen. Hinzu kommen die Kosten von 

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CHF 6'983.25 für die Erstellung des Gutachtens des METAS sowie CHF 72.80 für 
Reisespesen des Gerichts im Zusammenhang mit dem Augenschein.

9.2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens anteilsmässig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der 
Beschuldigte unterliegt vollumfänglich. Entsprechend sind ihm auch die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens von CHF 15'056.05 aufzuerlegen.

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Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Prättigau/Davos 
vom 20. April 2023 (Proz. Nr. 515-2023-4) wie folgt in Rechtskraft erwachsen 
ist:

1. A.________ ist schuldig

– [….]

– der Übertretung von Art. 14 Abs. 2 ARV 1, Art. 16 Abs. 1 ARV 
1 und Art. 17 Abs. 2 ARV 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 
lit. d und Art. 21 Abs. 4 ARV 1.

2.-6. […]

2. A.________ ist zudem schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln 
gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Abs. 2 SVG.

3.1. A.________ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 64 Tagessätzen zu 
CHF 540.00 und einer Busse von CHF 9'000.00.

3.2. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei 
Jahre festgesetzt.

3.3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt A.________ die Busse schuldhaft nicht, 
so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 16 Tagen.

4. Die Untersuchungskosten von CHF 3'130.00 gehen zulasten von 
A.________.

5. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'000.00 gehen 
zulasten von A.________.

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 15'056.05 (Gerichtsgebühr 
von CHF 8'000.00, Auslagen von CHF 7'056.05) gehen zulasten von 
A.________.

7. [Rechtsmittelbelehrung] 

8. [Mitteilung]