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**Case Identifier:** d0bff4b6-6cce-5bd4-9b12-2f7abf08ec2a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2022 200 2021 609
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-609_2022-05-12.pdf

## Full Text

200 21 609 IV
KOJ/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im November 2018 unter Hinweis auf seit dem 1. 
April 2018 bestehende Schwindelprobleme bei der Invalidenversicherung 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin; act. II] 2). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor, führte ein Erstgespräch durch (act. II 12, 16, 
19, 30, 53) und holte die Akten der zuständigen Krankentaggeldversiche-
rungen und der zuständigen Unfallversicherung ein (act. II 29.1 - 29.5, 68.1 
- 68.5, 69.1 - 69.4, 89.1 - 89.9, 99). Am 5. Mai 2019 teilte die IVB der Versi-
cherten mit, dass gemäss den erfolgten Abklärungen keine Eingliede-
rungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnten, 
weshalb der Anspruch auf eine Rente geprüft werde.

Im weiteren Verlauf gewährte die IVB Beratung und Unterstützung beim 
Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes (Mitteilung vom 27. September 2019 
[act. II 71]) und Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Jobcoachings 
(Mitteilung vom 10. Dezember 2019 [act. II 77]). Am 3. Februar 2020 
schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab, da ein am 6. Januar 2020 
beim bisherigen Arbeitgeber begonnener Arbeitsversuch per 24. Januar 
2020 abgebrochen werden musste (act. II 84, 88, 103; vgl. auch Protokoll 
der IVB per 4. Oktober 2021 [im Gerichtsdossier], S. 5 ff., Einträge vom 
10. Dezember 2019, 7., 16., 28. und 29. Januar 2020). In der Folge liess 
die IVB die Versicherte durch die C.________ (MEDAS) in den Disziplinen 
Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie unter Berücksichtigung einer Evaluation der funktionellen Leistungs-
fähigkeit (EFL) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 14. Dezember 
2020 [act. II 156.1 - 156.7, 156.10 f.]). Zudem liess die IVB einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (Bericht vom 30. April 2021 [act. 
II 168]). Darin wurde bei einem Status 80 % Erwerb und 20 % Haushalt im 
erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 36.08 % und im Haushalt 
eine solche von 4.40 % ermittelt, was einen gewichteten Gesamtinvali-
ditätsgrad von 30 % ergab. 

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Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 172, 176) und der Ein-
holung von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) und 
des Bereichs Abklärungen (act. II 180, 186) verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 2. August 2021 (act. II 187) bei einem Invaliditätsgrad von 30 % 
den Anspruch auf eine Invalidenrente.

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, am 13. September 2021 Beschwerde. Sie beantragt, unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei der Anspruch der Beschwer-
deführerin, seit wann rechtens, auf eine halbe Invalidenrente festzustellen. 
Eventualiter sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Ange-
legenheit an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzu-
weisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Ankündigungs- bzw. aufforderungsgemäss reichte die Beschwerdeführerin 
mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 einen Bericht von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Okto-
ber 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4) sowie ein Aufgebot der 
Abklärungsstelle E.________ vom 13. Oktober 2021 für eine "Spezifische 
Abklärung" vom 18. Oktober bis 10. Dezember 2021 (act. I 5) ein. Gleich-
zeitig verwies die Beschwerdeführerin auf eine am 1. November 2021 bei 
Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheu-
matologie, stattfindende rheumatologische Untersuchung, wobei mit dem 
entsprechenden Bericht bis Ende November 2021 zu rechnen sei. Den 
ebenfalls gestellten Antrag auf Sistierung des vorliegenden Verfahren bis 
am 31. Januar 2022 wies der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 2. No-
vember 2021 ab. 

Aufforderungsgemäss reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 
29. November 2021 den in Aussicht gestellten Bericht von Dr. med. 
F.________ vom 22. November 2021 (act. I 6) zu den Akten.

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Mit Verfügung vom 30. November 2021 erhielt die Beschwerdegegnerin 
Gelegenheit, zu den neu eingereichten Beschwerdebeilagen act. I 4 - 6 bis 
am 21. Dezember 2021 Stellung zu nehmen. 

Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 13. Dezember 2021 den 
Schlussbericht AMM der Abklärungsstelle E.________ vom 10. Dezember 
2021 (act. I 7) ein. Dieser wurde der Beschwerdegegnerin mit Verfügung 
vom 14. Dezember 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt mit der Möglichkeit, 
dazu bis zum 4. Januar 2022 Stellung zu nehmen, wobei die mit Verfügung 
vom 30. November 2021 gesetzte Frist zur Stellungnahme ebenfalls bis 
zum 4. Januar 2022 verlängert wurde. 

Mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2021 bestätigt die Beschwerdegeg-
nerin das gestellte Rechtsbegehren auf Abweisung der Beschwerde, dies 
unter Verweis auf zwei Stellungnahmen des RAD vom 14. und 17. Dezem-
ber 2021 (im Gerichtsdossier).

Die Beschwerdeführerin bestätigt mit Eingabe vom 2. März 2022 sinn-
gemäss die beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG).

Der von der Beschwerdeführerin gestellte Hauptantrag ist als Feststel-
lungsbegehren formuliert. Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben 
auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begründung 
(SVR 2015 BVG Nr. 55 S. 234 E. 2.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 20. Mai 2020, 9C_813/2019, E. 1.2). Mit Blick auf diese Ausle-
gungsregel und die Beschwerdebegründung, S. 9, wo explizit die Zuspra-
che einer halben Invalidenrente, seit wann rechtens, beantragt wird, ist 
nicht von einem Feststellungs-, sondern von einem Leistungsbegehren 
auszugehen. Damit erübrigen sich nähere Ausführungen zu einem allfälli-
gen Feststellungsinteresse (vgl. dazu BGE 128 V 41 E. 3a S. 48).

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 
831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form 
(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 2. August 2021 (act. II 187). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705, BBl 2017 2535) und die Änderung 
vom 3. November 2021 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In-
validenversicherung (IVV; SR 831.201 [AS 2021 706]) in Kraft getreten. 

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Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher 
Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 
210 E. 4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung vom 2. August 2021 
(act. II 187) vor dem Inkrafttreten der genannten Änderungen datiert, ist der 
vorliegende Fall nach den bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Bestim-
mungen (nachfolgend aArt) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

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Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.4

2.4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 
3 IVG).

2.4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

2.4.3 Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen 
entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig 
war oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und 
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreu-
ungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten 
und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 
berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 
versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 

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würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

2.5

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie un-
fähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28a Abs. 2 IVG; 
spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.5.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 
27bis Abs. 2 IVV).

Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 9

(BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich an-
hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht inva-
lid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV).

Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 14. Dezember 2020 
basiert auf Untersuchungen in den Fachgebieten Orthopädie, Rheumatolo-
gie, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Allgemeine Innere 
Medizin und einer EFL (act. II 156.1 - 156.7, 156.10 f.). In der interdiszi-
plinären Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung) wurden die folgenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 
156.1/8):

 Zustand nach einem konservativ therapierten Knochenbruch des Kreuzbeins 
(Sakrumfraktur) rechts mit einer funktionellen Schon- und Fehlhaltung des 
Hüftgelenks rechts (ICD-10 S32.1)

 Kreuzbeinschmerz rechts mit einer gemischten nozizeptiven und neuropathi-
schen Schmerzkomponente L5 bei mehretagigen degenerativen Veränderun-
gen und einer leichten abnützungsbedingten Instabilität L4/5 (ICD-10 M54.17)

 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41)

Die Gutachter gaben an (act. II 156.1/11 Ziff. 3), die Arbeitsfähigkeit im 
angestammten Beruf als ... sei relevant eingeschränkt, was sich durch die 
orthopädischen Diagnosen und Befunde begründen lasse. Die leichte Min-
derung der Leistungsfähigkeit bei der Ausübung einer angepassten Tätig-
keit könne fächerübergreifend festgestellt werden (Arbeitsunfähigkeit von je 
20 % aus orthopädischer [act. II 156.2/13 Ziff. 8.2], rheumatologischer [act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 10

II 156.3/5 Ziff. 8.2] und psychiatrischer [act. II 156.5/8 Ziff. 8.2] Sicht). Da 
die einzelnen fachspezifischen Beschwerden aber weitgehend kompensiert 
seien, sei keine relevante negative Wechselwirkung zwischen den einzel-
nen Fachdiagnosen zu erwarten und deshalb komme es auch zu keiner 
Teilsummation der attestierten einzelnen Arbeitsunfähigkeiten. Die Arbeits-
fähigkeit im angestammten Beruf betrage 40 %; vom 18. August 2017 bis 
März 2018 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (act. II 
156.1/9 Ziff. 4.7). Seit Januar 2018 bestehe in einer angepassten Tätigkeit 
eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit; vom 18. August 2017 bis Dezember 2017 
habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Tagesarbeitszeit 
sei nicht eingeschränkt, aber es müsse ein erhöhter Pausenbedarf von ca. 
1.5 Stunden angenommen werden. Unter Berücksichtigung des unten an-
geführten Belastungsprofils seien keine qualitativen Einschränkungen an-
zunehmen. Folgende Tätigkeiten sollten vermieden werden: 

 Das Heben/Tragen von Gewichten über 10 kg. Das Heben/Tragen sollte 
grundsätzlich nur selten gefordert sein mit anschliessender ausreichender Ru-
hezeit.

 Arbeitszwangshaltungen mit vermehrter Belastung der Lendenwirbelsäule (z.B. 
vorgebeugte Oberkörperhaltung ohne die Möglichkeit, sich mit den Händen 
abzustützen, häufige Rotationen des Oberkörpers bei fixiertem Stand der Bei-
ne, etc.).

 Arbeiten, welche mit Bücken unter Tischkantenniveau verbunden seien.
 Arbeitshaltungen in Hockstellung.
 Arbeiten, welche mit dem regelmässigen Überwinden von Niveauunterschie-

den (z.B. Treppensteigen) verbunden seien.
 Höhenexponierte (z.B. auf Leitern oder Gerüsten) und Überkopfarbeiten.
 Stehend/gehende Tätigkeiten sollten auf 45 Minuten am Stück reduziert sein 

mit anschliessender Möglichkeit zum Wechsel in eine sitzende Arbeitsposition.
 Vermehrte Anforderung an die Durchhalte-, Selbstbehauptungs- und Wider-

standsfähigkeit.

Zu empfehlen seien leichte bis fallweise mittelschwere, wechselbelastende 
Arbeiten mit der Möglichkeit zu vermehrten Ruhepausen. Die Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf beruhe massgeblich auf 
den orthopädischen Befunden und Diagnosen. Bei der Belastung in einer 
leidensangepassten Tätigkeit könne aus polydisziplinärer Sicht eine gene-
relle leichte Minderung der Leistungsfähigkeit festgestellt werden (act. II 
156.1/10 Ziff. 4.8 und 4.9).

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3.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Kardiologie, führte im Bericht vom 7. Juni 2021 (act. II 176/9 - 11) die fol-
genden Diagnosen auf:

 St. n. nicht dislozierter, konservativ behandelter Fraktur Os sacrum SWK 2/3 
nach Sturz 08/2017 mit funktioneller Schon- und Fehlhaltung des rechten Hüft-
gelenkes

 Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei degenerativen Facettenge-
lenksarthrosen

 Chronische Schmerzen rechter Fuss bei Spreizfuss bds. und Knick-Senkfuss 
rechts

 Chronischer Schwindel/Gangunsicherheit multifaktorieller Genese
 Chronische Knieschmerzen rechts bei Aussenmeniskusläsion
 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(F45.41)
 Adipositas
 St. n. Makrohämaturie unklarer Ätiologie
 Dyslipidämie

Als nicht mehr zumutbare Tätigkeiten gab Dr. med. G.________ das Tra-
gen von Lasten über 10 kg, Arbeiten in gleicher Position, Arbeitshaltungen 
mit Belastungen der Lendenwirbelsäule, lange stehend oder gehende 
Tätigkeiten ohne Absitzgelegenheit und wiederholtes Bücken an. Die Ar-
beitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als ... erachte er bei maximal 20 %. 
Wiederaufnahmeversuche seien in der Vergangenheit jedoch nach weni-
gen Tagen gescheitert. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit der 
Möglichkeit zu vermehrten Ruhepausen erachte er in einem Pensum von 
50 - 60 % als zumutbar. Auf das von der IV eingeholte Gutachten könne in 
den meisten Aspekten abgestützt werden. Die im Gutachten erhobenen 
medizinischen Befunde seien nachvollziehbar und deckten sich mit den in 
seiner Sprechstunde erhobenen Befunden. Die erhobenen Diagnosen sei-
en korrekt gestellt worden und deckten sich auch mit den medizinischen 
Voruntersuchungen. Die Einschätzung der Belastbarkeit der Beschwerde-
führerin durch die Gutachter erachte er als zu hoch (40 % Arbeitsfähigkeit 
im angestammten Beruf, 80 % in angepasster Tätigkeit). In seinen wieder-
holten Konsultationen mit der Beschwerdeführerin (häufig im Beisein ihres 
Ehemannes) seit dem Hausarztwechsel im Februar 2020 erlebe er die Be-
schwerdeführerin in ihren täglichen Verrichtungen doch als mehr einge-
schränkt, als im Gutachten beschrieben werde. Bereits im Wartezimmer, 

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auf dem Weg ins Sprechstundenzimmer und auch während der Konsultati-
on sei die Beschwerdeführerin häufig schmerzgeplagt. Dies äussere sich in 
einem verlangsamten Gang mit Entlastungshinken, einer Schonhaltung im 
Sitzen sowie dem häufigen Suchen von entlastenden Positionen (Wechsel 
der Sitzposition, Aufstehen während der Sprechstunde etc.). Etwas para-
dox hierzu erscheine die sehr tiefe Ausschöpfung von Analgetika (Gele-
gentliche Einnahme von Paracetamol). Diese ergebe sich jedoch aus den 
schlechten Erfahrungen, welche die Beschwerdeführerin mit der Einnahme 
von NSAR-Medikamenten gemacht habe (sie assoziiere NSAR-Medika-
mente mit dem Ausbruch der Schwindelbeschwerden sowie einer Ma-
krohämaturie). Dieser Aspekt sei im Gutachten kaum beachtet worden. In 
den verschiedenen Gesprächen berichte die Beschwerdeführerin von den 
gescheiterten Wiederaufnahmeversuchen der ehemaligen Tätigkeit als ... in 
reduziertem Pensum sowie auch der Einschränkung beim Verrichten von 
Haushaltsarbeiten. Bei letzterem sei sie stark auf die Unterstützung ihrer 
beiden noch zu Hause lebenden Töchter und des Ehemannes angewiesen. 
Folglich seien die Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit im 
Gutachten etwas unterschätzt worden. Beim Erstellen des Gutachtens sei 
die Beschwerdeführerin an zwei Tagen von den medizinischen Experten 
gründlich untersucht worden. Die Beschwerden/Einschränkungen seien in 
der Intensität nicht immer konstant, resp. zeitlich mässigen Schwankungen 
unterworfen, so dass es hier möglicherweise zu einer Überschätzung der 
körperlichen Leistungsfähigkeit an den Untersuchungstagen gekommen 
sei.

3.3 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 21. Juni 2021 (act. II 180) die folgenden 
(Haupt-)Diagnosen auf: 

 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen
 Lumbo- und zervikovertebrale Schmerzen
 Chronische Schmerzen Fuss rechts
 Chronische Schmerzen Knie rechts

 Anamnestisch chronischer Schwindel multifaktorieller Genese
 Osteopenie
 Adipositas Grad I, NASH

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 13

Den Einwänden des Hausarztes der Beschwerdeführerin könne nicht ge-
folgt werden. Insbesondere weise er in seiner Stellungnahme vom 7. Juni 
2021 darauf hin, dass aufgrund der Konsultationen der Beschwerdeführerin 
bei ihm auf eine geringere Belastbarkeit der Beschwerdeführerin zu 
schliessen sei als während der Begutachtung vom November 2020 festge-
stellt worden sei. Gleichzeitig erwähne er jedoch in derselben Stellung-
nahme, dass die Beschwerden/Einschränkungen in der Intensität nicht 
immer konstant resp. zeitlich mässigen Schwankungen unterworfen seien, 
sodass es hier zu einer Überschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit 
an den Untersuchungstagen gekommen sei. Aus anderem Blickwinkel be-
trachtet könne aus Sicht des RAD vor diesem Hintergrund auch gefolgert 
werden, dass die Einschätzung der Belastbarkeit der Beschwerdeführerin 
durch den Hausarzt im Gegensatz zur gutachterlichen Einschätzung eher 
unterschätzt werde – dies vor dem Hintergrund, dass anlässlich des teilsta-
tionären Aufenthaltes in der Tagesklinik I.________ im entsprechenden 
Austrittsbericht vom 23. November 2020 darüber berichtet werde, dass die 
Beschwerdeführerin beschrieben habe, dass ihre Schmerzen vormittags 
jeweils kaum vorhanden seien, jedoch ab 15:00 Uhr so stark seien, dass 
sie ab diesem Zeitpunkt keine körperliche Aktivität mehr ausüben könne. 
Insgesamt habe die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben gut 
vom multimodalen tagesklinischen Angebot profitieren können und habe 
bei Austritt angegeben, dass ihre Schmerzen leicht reduziert seien und sie 
mit mehr Energie austrete als zuvor. Diese Aussagen deckten sich zumeist 
auch mit den Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Erhebung 
der Anamnese in den Teilbegutachtungen und ihren Schilderungen des 
jeweiligen Tagesablaufes. Zudem habe die Beschwerdeführerin in der ent-
sprechenden Anamnese anlässlich der neurologischen Teilbegutachtung 
zu Protokoll gegeben, dass sie auch nachmittags unterschiedlichen Be-
schäftigungen nachgehe und gerne spazieren gehe. Sie müsse sich dabei 
mittags nicht hinlegen. Zudem könne den Einwänden des Hausarztes ent-
gegengehalten werden, dass die Leistung der Beschwerdeführerin im 
Rahmen einer EFL geprüft worden sei und die gutachterliche Beurteilung 
der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus Sicht des RAD somit 
genügend abgestützt sei. Bezüglich der eingenommenen Medikamente 
werde anlässlich der Teilbegutachtungen wiederholt darauf hingewiesen, 
dass die Beschwerdeführerin jeweils vermerkt habe, dass sie wegen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 14

Schmerzen lediglich ab und zu eine Tablette Dafalgan benötige. Entspre-
chend werde in den gutachterlichen Berichten eine Bedarfsmedikation er-
wähnt und nicht eine Dauermedikation. Dies bestätige aus Sicht des RAD 
sowohl die Einschätzung der Gutachter wie auch die Einschätzung aus 
rheumatologischer/psychosomatischer Sicht anlässlich der zitierten teilsta-
tionären Aufenthalte in der Tagesklinik I.________, dass primär eine 
fächerübergreifende, multimodale Behandlung mit dem Ziel einer Verbes-
serung des Umgangs mit der chronischen Schmerzsymptomatik und Erar-
beitung von Kompensationsmechanismen im Vordergrund stehe und nicht 
eine ausschliesslich analgetische Therapie wie vom Hausarzt der Be-
schwerdeführerin beschrieben. 

Zusammenfassend vermöchten weder die im Rahmen der Anhörung ein-
gebrachten Einwände des Rechtsvertreters noch die Einwände des Haus-
arztes die gutachterliche Beurteilung vom 14. Dezember 2020 zu 
widerlegen. Das Gutachten sei aus Sicht des RAD nachvollziehbar und 
schlüssig. Im Rahmen der Diagnose 1 bestehe eine verminderte Belastbar-
keit des Bewegungsapparates für körperlich mittelschwere bis schwere 
Tätigkeiten sowie für Gewichtsbelastungen unter gewissen Körperpositio-
nen. Ebenfalls bestünden eine verminderte Durchhalte-, Selbstbehaup-
tungs- und Widerstandsfähigkeit. Zumutbar seien körperlich leichte bis 
gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelastender Position mit 
einer Gewichtsbelastung von maximal 10 kg ganztags über 8.5 Stunden mit 
zusätzlicher Leistungsminderung von 20 % aufgrund eines erhöhten Pau-
senbedarfs. Das Heben und Tragen von Gewichten sollte grundsätzlich 
noch selten gefordert sein mit anschliessender ausreichender Ruhezeit. 
Die angestammte Tätigkeit in der ... sei der Beschwerdeführerin mit einer 
Arbeitsfähigkeit von 40 % noch zumutbar.

3.4 PD Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, gab im Bericht vom 13. August 
2021 (act. II 192/18 f.) die folgende (Haupt-)Diagnose an: 

 Status nach Kniegelenksarthroskopie rechts mit medialer und lateraler Teilme-
niskektomie (21. Mai 2021)

Es persistierten subjektiv leider relativ ausgeprägte Beschwerden sechs 
Wochen postoperativ. Leider erfüllten sich damit die Befürchtungen, welche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 15

er vor der Operation geäussert habe, dass aufgrund der vielschichtigen 
Problematik der Patientin ein isolierter Eingriff nur wenig Verbesserung 
erbringen möge. Die Beschwerdeführerin berichte auch von einer generali-
sierten Müdigkeit, welche allein durch den Eingriff am Knie nicht erklärbar 
sei. Er habe ihr erläutert, dass er objektiv gesehen am Knie momentan ei-
nen guten Verlauf sehe.

3.5 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
gab im Bericht vom 15. Oktober 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [act. 
I] 4) die folgenden Diagnosen an: 

 F45.4 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
 F32.0/F32.1 Depressive Episode, Beginn der depressiven Episode nicht ein-

deutig explorierbar

Die Behandlung zeige, dass die Beschwerdeführerin eine enorme Bagatel-
lisierungstendenz in Hinsicht auf psychische Beschwerden aufweise. Es 
habe einen erheblichen Vertrauensgewinn benötigt, damit die Beschwerde-
führerin über ihre psychischen Beschwerden Aussagen mache. Die 
Schmerzsymptomatik stehe im Vordergrund. Es handle sich dabei um an-
dauernde, schwere und quälende Schmerzen. Die Schmerzen beträfen 
diverse Körperteile. Auf Nachfrage teile die Beschwerdeführerin mit, dass 
sich die Schmerzen im Zusammenhang mit emotionalen Konflikten oder 
psychosozialen Problemen jeweils verstärkten (Eheprobleme). Die 
Schmerzen sollten seit Sommer 2017 bestehen. Die Beschwerdeführerin 
fühle sich durch die Schmerzen in diversen Lebensaktivitäten massgeblich 
eingeschränkt. Sie äussere hypochondrische Befürchtungen. Die vertiefte 
psychiatrische Exploration zeige eine nicht unerhebliche Depressivität: Die 
Beschwerdeführerin sei in der Stimmung oft gedrückt, sie empfinde wenig 
Freude und klage über starke Ermüdbarkeit. Die Konzentration sei einge-
schränkt, Suizidtendenzen seien in der Regel nicht vorhanden. Der Schlaf 
sei gestört, der Appetit vermindert. Die von der Beschwerdeführerin ge-
schilderten Beschwerden könnten objektiv bestätigt werden. Am 11. Okto-
ber 2021 erkläre sie sich bereit, Fluctine 20mg täglich einzunehmen. Die 
während der Psychotherapie festgestellten psychopathologischen und psy-
chosomatischen Befunde liessen einen deutlich höheren Krankheitswert 
annehmen, als dies im Gutachten der MEDAS erfolge. Die Diskrepanz las-

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se sich dadurch erklären, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Be-
gutachtung nicht genügend Vertrauen habe aufbauen können, um effektiv 
über ihre Beschwerden Auskunft zu erteilen.

3.6 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 22. November 2021 
(act. I 6) die folgenden (Haupt-)Diagnosen auf:

 Chronifiziertes Schmerzsyndrom mit multiplen Schmerzgeneratoren, somati-
scher und z.T. wahrscheinlich extrasomatischer Art, gemäss unten stehenden 
Diagnosen

 Chronisches lumbogluteales bis lumbospondylogenes Syndrom rechts
 Sekundäre Periarthropathie der Hüfte rechts, mit anamnestisch Tendenz zu 

IR-Kontraktur
 Persistierende Kniereizung rechts
 Chronische Sprunggelenk- und Fussbeschwerden rechts
 St. n. Plantarfaszitis
 Chronischer Schwankschwindel, unklarer Ätiologie
 Gangstörung und verminderte Belastbarkeit des Beckens und des rechten 

Beins bei den oben genannten Diagnosen
 Osteopenie
 Adipositas

Auffällig sei, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall eine massive 
Beckenring-Schmerzstörung erlitten habe. Die Beschwerden mit Schmer-
zen im Gesäss, muskulärer lokaler Atrophie und muskulärer Insuffizienz, 
sowie mit den Ausstrahlungen und zeitweilig auch Parästhesien dorsal im 
rechten Bein hätten an eine Beeinträchtigung des Plexus lumbosakralis 
durch die erlittene Sakrumfraktur denken lassen. Die anatomische Lage der 
Fraktur, die Schmerzausstrahlung und Symptomatik lasse an eine Irritation 
des N. cutaneus femorus posterior denken, der aus den Segmenten S1 - 
S3 versorgt werde. Im durchgeführten Becken-MRI lasse sich zurzeit keine 
sichere Neurokompression mehr erkennen und auch keine eindeutige Ver-
narbung. Es scheine aber möglich, dass die Verletzung zu einem partiell 
anhaltenden Schaden geführt habe, der bildgebend eventuell nicht mehr 
erkennbar sei. Eventuell sollte ein Neurologe diesbezüglich nochmals Stel-
lung nehmen. Betreffend die Gutachten bemängle er eine differenzierte 
Anamnese und Untersuchung, insbesondere beim behandelnden Rheuma-
tologen. Sowohl in der Anamnese beschränkten sich die komplexen 
Schmerzangaben der Beschwerdeführerin im Text auf sehr wenige Zeilen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 17

ohne auf die diversen Symptome einzugehen. Auch im körperlichen Status 
ergäben sich keine Hinweise auf den zirka fünf Zeilen, dass die Beschwer-
deführerin mit ihren multifokalen Beschwerden adäquat untersucht worden 
sei. Zumindest gehe es aus dem Text nicht hervor.

Bei der orthopädischen Begutachtung seien zwar viele Aspekte sehr ein-
gehend untersucht worden. Auf die komplexe Beeinträchtigung im Becken-, 
Knie- und Fussbereich rechts sei aber nicht adäquat eingegangen worden. 
Insgesamt sei die Beurteilung etwas erschwert durch eine gewisse 
Schmerzverdeutlichungstendenz und Hyperalgesie bei der Beschwerdefüh-
rerin. Trotzdem bestünden genügend somatische Befunde, die auf eine 
erhebliche körperliche Beeinträchtigung hinwiesen. Ein unabhängiger 
Rheumatologe mit manualmedizinischen Kenntnissen sollte mitbeurteilen, 
falls seine Stellungnahme – die von Dr. med. F.________ – nicht genüge. 
Es sollte nach den jetzt ergänzten Abklärungen und Behandlungen ein 
Fuss- und Knieorthopäde Stellung nehmen. Die Arbeitsfähigkeit für einen 
Beruf, wie es den bisherigen Arbeitsgebieten der Beschwerdeführerin ent-
spreche, sei nicht gegeben. Ein Beruf mit häufigem Stehen, Gehen, Bü-
cken, Fliessbandarbeit, Lastenheben etc. sei nicht geeignet. Eine 
Restarbeitsfähigkeit bestehe für leichte wechselbelastende Tätigkeiten. 
Diese müsste evtl. auch noch konkret ausgetestet werden. Eine Erwerbs-
tätigkeit, die den Fähigkeiten und Gesundheitseinschränkungen der Be-
schwerdeführerin entspreche, dürfte kaum zu finden sein. Eine 
stundenweise Beschäftigung z.B. zwei Stunden täglich mit Möglichkeit von 
Pausen und Absitzen wäre theoretisch denkbar.

3.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin und Hämatologie, führte in den Stellungnahmen vom 14. 
bzw. 17. Dezember 2021 (im Gerichtsdossier) aus, somatisches Hauptpro-
blem sei nach wie vor eine chronische multilokuläre Schmerzproblematik, 
dies bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren, welche seit zumindest 2020 psychosomatisch diagnostiziert und 
damals stationär multimodal über längere Zeit behandelt worden sei, dies 
noch vor der Begutachtung im 11/2020. Seit dem 11/2020 liessen sich bis 
auf eine Kniegelenksarthroskopie am rechten Knie im 05/2021, welche sub-
jektiv kaum eine Veränderung an den chronischen, bereits 2020 bestehen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 18

den Beschwerden erbracht habe, somatisch keine neuen Aspekte eruieren, 
und gemäss behandelndem Orthopäden sei angesichts der Beschwerden 
denn auch nicht zu erwarten gewesen, dass der genannte lokale Eingriff 
am Gesamtbild etwas ändern würde. Eine rheumatologische Abklärung 
durch Dr. med. F.________ im 10-11/2021 habe ebenfalls keine neuen 
medizinischen Aspekte erbracht. Aus somatischer Sicht lasse sich somit im 
Vergleich zum Zustand beim Gutachten vom 11/2020 aufgrund der vorlie-
genden Akten keine signifikante Veränderung des Gesundheitszustandes 
nachweisen, welche zu einer somatisch bedingten Veränderung der Ar-
beitsfähigkeit führen würde.

3.8 Der RAD-Psychiater Dr. med. L.________ hielt in der Stellungnah-
me vom 14. Dezember 2021 (im Gerichtsdossier) fest, aufgrund des darge-
stellten Krankheitsverlaufes mit Rekurrenz auf das psychiatrische 
Gutachten sei auszuführen, dass in diesem eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychologischen Anteilen nachvollziehbar 
dargestellt worden sei. In diesem Rahmen seien auch leichte Stimmungs-
beeinträchtigungen, die vorliegenden Konzentrationsbeeinträchtigungen, 
die Fatigue/leichtere Ermüdbarkeit, die Schlafstörung massgeblich zu sub-
sumieren. Dabei habe der ambulante Psychiater diese Symptome im Rah-
men einer depressiven Episode sehen wollen. Er selbst schreibe aber 
auch, dass die chronischen Schmerzen im Vordergrund stünden. Zudem 
sei zu kritisieren, dass sich in der vorgelegten Stellungnahme des behan-
delnden Psychiaters kein dezidierter psychopathologischer Befund und 
auch keine differenzialdiagnostische Diskussion hinsichtlich des Vorliegens 
einer depressiven Episode nach ICD 10 fänden. Insofern seien seine Aus-
führungen, dass während der Psychotherapie festgestellt worden sei, dass 
psychopathologische und psychosomatische Befunde in einem deutlich 
höheren Ausmass vorlägen als dies im Rahmen der Begutachtung festge-
stellt worden sei, lediglich eine Behauptung, die nicht hinreichend durch 
fachliche Anknüpfungstatsachen unterlegt worden sei. Das Vorliegen einer 
depressiven Episode könne daher nicht nachvollzogen werden. 
Zusammenfassend sei daher zu beurteilen, dass nach der polydisziplinären 
Begutachtung im Dezember 2020 eine Zustandsverschlechterung auf 
psychiatrischem Fachgebiet aufgrund der oben genannten Ausführungen 
nicht nachvollziehbar sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 19

4.

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 20

4.2 Das MEDAS-Gutachten vom 14. Dezember 2020 (act. II 156.1 - 
156.7, 156.10 f.) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Experti-
se gestellten Anforderungen. Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf 
allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis 
der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen 
Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden ein-
gehend begründet (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Da die psychisch bedingte Ar-
beitsunfähigkeit nicht grösser ist als die somatisch (insbesondere 
orthopädisch) begründete – je 20 % – bzw. sie in Letzterer aufgeht (vgl. 
E. 3.1 hiervor), kann eine Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 hier 
unterbleiben. 

4.3 Die Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere die nach der 
Begutachtung verfassten, vermögen keine Zweifel an den gutachterlichen 
Ausführungen zu begründen.

4.3.1 Dr. med. G.________ erachtet im Bericht vom 7. Juni 2021 (act. II 
176/9 - 11) eine angepasste leichte wechselbelastende Tätigkeit zu 50 - 
60 % als zumutbar; seine Einschätzung liegt somit nur geringfügig unter 
derjenigen der Gutachter, wobei er die unterschiedliche Einschätzung u.a. 
mit subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes, 
situativem Schonverhalten der Beschwerdeführerin sowie Vermutungen 
(die Gutachter hätten schlechte Erfahrungen der Beschwerdeführerin mit 
Analgetika kaum beachtet, möglicherweise hätten sie die Leistungsfähigkeit 
im Begutachtungszeitpunkt wegen nicht konstanten bzw. zeitlich schwan-
kenden Beschwerden überschätzt) begründet, was nicht überzeugt. Aus-
serdem darf und soll das Gericht in Bezug auf Atteste von Hausärzten der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Zudem lässt es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits 
und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper-
ten anderseits nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 21

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-
ben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3; 
Entscheid des BGer vom 15. November 2021, 9C_458/2021, E. 3.4), was 
hier nicht der Fall ist. Auch gemäss Bericht des RAD-Arztes Dr. med. 
H.________ vom 21. Juni 2021 (act. II 180) ist an den gutachterlichen 
Schlüssen festzuhalten. Schliesslich ändern auch die Arbeitsunfähigkeits-
zeugnisse von Dr. med. G.________ pro August bis Oktober 2021 (act. II 
188) nichts, da diese keine Begründung enthalten. In den Berichten des 
Spitals M.________ vom 2. Juni 2021 (act. II 175; fusschirurgische Be-
handlung) und vom 9. Juni 2021 (act. II 179; kniechirurgische Behandlung) 
fehlen Angaben über die aktuelle Arbeitsfähigkeit. Im Bericht vom 13. Au-
gust 2021 (act. II 192/18 f.) von PD Dr. med. J.________ wird keine Ar-
beitsunfähigkeit attestiert und festgehalten, die von der Beschwerdeführerin 
berichtete generalisierte Müdigkeit sei durch den Eingriff am Knie vom 21. 
Mai 2021 nicht erklärbar. Weiter attestiert Dr. med. D.________ im Bericht 
vom 15. Oktober 2021 (act. I 4) keine Arbeitsunfähigkeit und der RAD-Arzt 
Dr. med. L.________ weist zu Recht auf das Fehlen eines dezidierten psy-
chopathologischen Befundes hin (Bericht vom 14. Dezember 2021 [im Ge-
richtsdossier]). Damit kann die Beschwerdeführerin aus dem Hinweis auf 
den Umstand, dass es sich beim besagten Bericht von Dr. med. 
L.________ um eine Aktenbeurteilung (zur Beweiskraft von Aktengutachten 
vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3) handelt (Eingabe vom 2. März 2022 
S. 2 f.), nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Der Bericht von Dr. med. F.________ vom 22. November 2021 (act. I 6) ist 
insoweit zu berücksichtigen, als er sich auf den Sachverhalt vor Erlass der 
angefochtenen Verfügung vom 2. August 2021 (act. II 187) – dem für das 
Gericht massgebenden Überprüfungszeitpunkt (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 
243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) – bezieht (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). 
Soweit er von den Gutachtern angeblich nicht bzw. zu wenig berücksichtig-
te Beschwerden im Bereich des Beckens und des rechten Beins erwähnt, 
ist nicht ersichtlich, dass diese der Ausübung einer dem gutachterlich defi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 22

nierten Zumutbarkeitsprofil (vgl. act. II 156.1/10 Ziff. 4.8) entsprechenden 
Tätigkeit in reduziertem Pensum entgegenstehen würden. Zudem erwähnt 
er auch eine Schmerzverdeutlichungstendenz der Beschwerdeführerin und 
gibt keine abschliessende Beurteilung ab, sondern empfiehlt weitere Unter-
suchungen (neurologisch, rheumatologisch, orthopädisch). Die RAD-Ärztin 
Dr. med. K.________ hält im Bericht vom 17. Dezember 2021 (im Ge-
richtsdossier) denn auch fest, dass Dr. med. F.________ keine neuen rele-
vanten Diagnosen stelle, bekannte Probleme beschreibe und sich aus 
somatischer Sicht keine signifikante Veränderung des Gesundheitszustan-
des seit der Begutachtung feststellen lasse. Soweit die Beschwerdeführerin 
geltend macht, die RAD-Ärztin Dr. med. K.________ sei nicht Spezialistin 
in den vorliegend massgebenden Disziplinen (Rheumatologie/Orthopädie; 
Stellungnahme vom 2. März 2022, S. 1 f.), ist zu berücksichtigen, dass die 
RAD-Ärztin im vorliegenden Fall weder einen internen Bericht noch einen 
Untersuchungsbericht (Art. 49 Abs. 1 bzw. 2 IVV) verfasst hat, in denen sie 
den medizinischen Sachverhalt selber gewürdigt hätte und wofür sie der 
"im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen" be-
durft hätte (vgl. Entscheid des BGer vom 5. September 2019, 9C_446/2019 
E. 2.2). Vielmehr hat sie eine beratende Funktion gegenüber der Verwal-
tung ausgeübt (aArt. 59 Abs. 2bis IVG; Art. 49 Abs. 3 IVV), d.h. sie hat diese 
bei der Einschätzung unterstützt, ob die von der Beschwerdeführerin nach 
der Begutachtung neu eingelegten Stellungnahmen der behandelnden Ärz-
te Anlass zu weiteren Abklärungen gaben. Bei ihrer Stellungnahme handel-
te es sich mithin nicht um eine eigenständige medizinische Einschätzung 
und damit Grundlage für die Beurteilung des Leistungsanspruchs, sondern 
um eine Hilfestellung an die Verwaltung bei deren Vornahme. Hiefür ist 
keine spezifische fachärztliche Qualifikation des RAD vorausgesetzt (Ent-
scheid des BGer vom 30. November 2020, 9C_550/2020, E. 5.3; vgl. auch 
Entscheid des BGer vom 8. September 2021, 9C_582/2020, E. 3.3). 

4.3.2 Ebenfalls nichts zu ändern vermögen die von der Arbeitslosenversi-
cherung veranlassten Berichte AMM Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit 
der Abklärungsstelle E.________ vom 29. März 2021 (act. II 176/4 - 7) und 
10. Dezember 2021 (act. I 7) – Letzterer wurde ohnehin nach dem für das 
Gericht massgebenden Überprüfungszeitpunkt der angefochtenen Verfü-
gung vom 2. August 2021 (act. II 187; vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 

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130 V 138 E. 2.1 S. 140) verfasst –, in welchen die Arbeitsmarktfähigkeit 
der Beschwerdeführerin als zurzeit wenig vorhanden eingeschätzt wurde. 
Denn diese Berichte basieren nicht auf vertieften medizinischen Untersu-
chungen (an der Massnahme war kein Arzt beteiligt und die von der Be-
schwerdegegnerin getätigten Abklärungen wurden nicht einbezogen), 
sondern allein auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie 
die subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben (Ent-
scheid des BGer vom 16. März 2017, 9C_646/2016, E. 4.2.2). Zudem ent-
halten die genannten AMM-Berichte keine objektiven Gesichtspunkte, die 
den MEDAS-Gutachtern entgangen wären (vgl. Entscheid des BGer vom 
15. Februar 2019, 9C_534/2018, E. 4.2.2). 

4.4 Nach dem Dargelegten ist der medizinische Sachverhalt rechts-
genüglich abgeklärt, weshalb auf weitere Beweismassnahmen in antizipier-
ter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) verzichtet werden 
kann. Massgebend ist somit das gutachterlich formulierte Zumutbar-
keitsprofil (act. II 156.1/10 Ziff. 4.8).

5.

5.1 Hinsichtlich des Status (vgl. E. 2.4 hiervor) macht die Beschwerde-
führerin geltend (Beschwerde S. 5 f.; Eingabe vom 2. März 2022 S. 3), sie 
habe vor dem Unfall im Jahr 2017 in einem 70 %-Pensum gearbeitet und 
nicht wie von der Beschwerdegegnerin angenommen in einem 80 %-
Pensum. Folglich sei das Valideneinkommen bei der Invaliditätsbemessung 
ausgehend von 70 % auf ein Vollpensum hochzurechnen. 

Gegenüber der Abklärungsfachperson führte die Beschwerdeführerin aus 
(act. II 168/4), sie würde bei guter Gesundheit zum selben Pensum wie vor 
dem Unfall arbeiten (sie habe nicht genau angeben können, zu welchem 
Pensum). Es wäre nicht vorgesehen gewesen, etwas mehr zu arbeiten, sie 
habe früher immer etwa zu diesem Pensum gearbeitet. Zudem gab der 
Ehemann der Beschwerdeführerin gemäss Aktennotiz vom 30. April 2021 
(act. II 170) an, seine Ehefrau habe lange ... (..., ... sowie ... für ein paar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 24

Stunden; das genaue Pensum könne nicht beziffert werden). Es seien zirka 
2 - 3 Stunden gewesen, bei N.________ etwas mehr (5 - 10 %). 

Die Beschwerdeführerin war vor dem Unfall im Jahr 2017 im Jahr 2016 als 
... bei O.________, in einem Pensum von 30 % bzw. 28.57 % (12 Stunden 
pro Woche bei einer 40- bzw. 42-Stunden-Woche [act. II 30]; gemäss IK-
Auszug 2016 Einkommen von Fr. 20'352.-- [act. II 171]) und bei der 
P.________ in einem Pensum von 32.14 % tätig (13.5 Stunden pro Woche 
bei einer 42-Stunden-Woche [act. II 53]; gemäss IK-Auszug 2016 Einkom-
men von Fr. 17'787.-- [Fr. 19'081.-- - Fr. 1'294.--; act. II 171]). Zusätzlich 
hat die Beschwerdeführerin 2016 bei Q.________ ein von der Beschwer-
degegnerin nicht berücksichtigtes Einkommen von Fr. 10'800.-- erzielt (act. 
II 168/4 f., 171), was rund einem 15 %-Pensum entsprechen dürfte, womit 
bereits ein gesamtes Pensum von rund 75 % vorliegt. Mit Blick auf die wei-
teren Kleinstpensen im Jahr 2016 (R.________ Fr. 947.--; N.________ Fr. 
2'140.-- und S.________ Fr. 1'607.--) ist der von der Beschwerdegegnerin 
angenommene Status von 80 % Erwerb und 20 % Haushalt nicht zu bean-
standen. 

5.2 Es ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich mittels Einkom-
mensvergleich zu ermitteln. Dieser hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 

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so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 
3.2).

5.2.3 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 
5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 
das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft 
zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begren-
zen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 
IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

Mit Entscheid vom 9. März 2022, 8C_256/2021 (zur Publikation vorgese-
hen), hat das Bundesgericht eine Änderung seiner bisherigen Rechtspre-
chung zur Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand der Tabellenlöhne der 
LSE abgelehnt (vgl. auch Medienmitteilung vom 9. März 2022, abrufbar 
unter www.bger.ch). 

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 

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Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die Leistungsanmeldung erfolgte im November 2018 
(act. II 2) und seit August 2017 ist die Beschwerdeführerin nach einem Un-
fall in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (vgl. act. II 156.1/9 f.). Mit Blick auf 
diese Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Ka-
renzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn auf 
Anfang Mai 2019.

5.4

5.4.1 Mit Blick auf die Ausführungen in E. 5.1 hiervor hat die Beschwer-
degegnerin für die Bestimmung des Valideneinkommens zu Recht ausge-
hend vom Einkommen gemäss IK-Auszug im Jahr 2016 im Betrag von 
Fr. 54'763.-- (act. II 171) eine Indexierung auf das Jahr 2019 vorgenommen 
(Tabelle T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016 - 2020, Ziff. 77 - 82 sons-
tige wirtschaftliche Tätigkeiten, Index Jahr 2016: 100.4 Punkte, Jahr 2019: 
101.3 Punkte), was einen Betrag von Fr. 55'253.90 ergibt, und diesen aus-
gehend von einem 80 %-Pensum auf 100 % aufgerechnet, womit ein Vali-
deneinkommen von Fr. 69'067.35 (Fr. 55'253.90 / 80 x 100) resultiert.

5.4.2 Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt der gesundheitlichen Be-
schwerden keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat 
(vgl. E. 5.2.2 hiervor), ist das Invalideneinkommen anhand statistischer 
Daten festzulegen. Auszugehen ist von den LSE 2018, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert), nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, 
Frauen, Kompetenzniveau 1, im Betrag von Fr. 4'371.-- monatlich bzw. 
Fr. 52'452.-- jährlich. Indexiert auf das Jahr 2019 resultiert ein Betrag von 
Fr. 52'967.75 (Tabelle T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016 - 2020, To-
tal, Index Jahr 2018: 101.7 Punkte, Jahr 2019: 102.7 Punkte). Unter 
Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % 
(volles Pensum mit Leistungsminderung von 20 % [act. II 156.1/10 Ziff. 
4.8]) verbleibt ein Betrag von Fr. 42'374.20 (Fr. 52'967.75 x 0.8). Ob ein 
Tabellenlohnabzug von jedenfalls nicht mehr als 15 % – wie von der Be-

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schwerdeführerin geltend gemacht (Beschwerde S. 6 ff.) – zu berücksichti-
gen ist, kann offen bleiben; bei ansonsten gleichen Berechnungsfaktoren 
ergäbe sich diesfalls trotzdem kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 
(vgl. E. 5.6 hiernach). Mit einem leidensbedingten Abzug von 15 % würde 
sich das Invalideneinkommen auf Fr. 36'018.05 belaufen (Fr. 42'374.20 x 
0.85). 

5.4.3 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt ungewichtet eine Einschränkung im Erwerb von 38.65 % 
(ohne Tabellenlohnabzug; 100 / Fr. 69'067.35 x [Fr. 69'067.35 - 
Fr. 42'374.20]) bzw. 47.85 % (mit 15 %-igem Tabellenlohnabzug; 100 / 
Fr. 69'067.35 x [Fr. 69'067.35 - Fr. 36'018.05]), was gewichtet im Erwerb 
einen Behinderungsgrad von 30.92 % (38.65 % x 0.8) bzw. 38.28 % 
(47.85 % x 0.8) ergibt.

5.5 Sodann ist die Einschränkung im Haushalt zu bestimmen.

5.5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Rechtsprechungsgemäss können Familienangehörigen im Rahmen der 
familienrechtlichen Beistandspflicht im Einzelfall umfangreiche Hilfestellun-
gen zugemutet werden. Diese Mithilfe geht zwar weiter als die ohne Ge-

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sundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung, jedoch darf 
den Familienangehörigen keine unverhältnismässige Belastung entstehen. 
Vielmehr ist bei der Mitarbeit von Familienangehörigen stets danach zu 
fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, 
sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 
E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5). 

Keinesfalls darf aber unter dem Titel der Schadenminderungspflicht die 
Bewältigung der Haushaltstätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt 
auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass 
gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden 
müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine 
ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt 
(BGE 141 V 642 E. 4.3 S. 648). 

5.5.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 30. April 2021 (act. II 
168; inklusive der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 22. Juli 
2021 [act. II 186]) erfüllt die rechtsprechungsgemäss an den Beweiswert 
eines solchen Berichtes gestellten Anforderungen (vgl. E. 5.5.1 hiervor) 
und es besteht kein Anlass, in das Ermessen der Abklärungsperson einzu-
greifen, da keine Fehleinschätzungen ersichtlich sind und solche werden 
denn auch nicht geltend gemacht. Die einzelnen Einschätzungen sind 
nachvollziehbar begründet, insbesondere auch die jeweilige Berücksichti-
gung der Mithilfe der einzelnen Familienmitglieder als Teil der Schaden-
minderungspflicht (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Folglich ist darauf abzustellen. Die 
Einschränkung im Haushalt beträgt ungewichtet 4.40 %, was gewichtet 
einen Behinderungsgrad von 0.88 % ergibt (4.40 % x 0.2; act. II 168/11).

5.6 Nach dem Dargelegten resultiert insgesamt ein nicht rentenbegrün-
dender Invaliditätsgrad von 32 % (ohne Tabellenlohnabzug; 30.92 % [Er-
werb] + 0.88 % [Haushalt] = 31.8%) bzw. 39 % (mit 15 %-igem 
Tabellenlohnabzug; 38.28 % [Erwerb] + 0.88 % [Haushalt] = 39.16 %; zu 
den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 
IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1). Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. 

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2022, IV/21/609, Seite 29

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und dem geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe zu entnehmen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.