# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf2de3f6-39b3-531c-84af-35f9b20dba03
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 12.12.2025 SST.2025.220
**Docket/Reference:** SST.2025.220
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-220_2025-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2025.220 
(ST.2025.15; STA.2025.1434) 

 

 

Urteil vom 12. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin i.V. Meyer 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1979, von Schongau LU, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Zoë Arnold,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Einfache Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz; 

Massnahme 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft erhob am 24. Februar 2024 Anklage gegen den Be-

schuldigten wegen einfacher Körperverletzung, Drohungen, Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz und Tätlichkeiten. 

 

2. 

Mit Verfügung vom 23. Januar 2025 wurde das Gesuch des Beschuldigten 

um vorzeitigen Massnahmenvollzug bewilligt. 

 

3. 

Das Bezirksgericht Zurzach fällte am 7. Mai 2025 folgendes Urteil: 

 

1. 
Das Strafverfahren wird betreffend der Anklagepunkte  
- der Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalts-Ziffer 3.2 und 
- der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalts-Ziffer 4) 
 
zufolge Rückzugs der Strafanträge eingestellt.  
 
2. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage der Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 
StGB (Anklagesachverhalts-Ziffer. 3.1.). 
 
3. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- des Vergehens gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. d 

WG (Anklagesachverhalts-Ziffer 1) und 
- der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziffer 1 und Ziffer 2 Abs. 2 StGB (Ankla-

gesachverhalts-Ziffer 2). 
 
4. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der in Ziffer 3 genannten Gesetzesbestimmun-
gen sowie gestützt auf Art. 40, 47 und 49 StGB verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 6 
Monaten. 
 
5. 
Die vorläufige Festnahme von 3 Tagen (24. Juli 2024 bis 26. Juli 2024), die ausgestandene 
Untersuchungshaft von 158 Tagen (18. August 2024 bis 23. Januar 2025) sowie der vor-
zeitige Massnahmenvollzug von 104 Tagen (23. Januar 2025 bis 7. Mai 2025), insgesamt 
265 Tage, werden dem Beschuldigten an die Freiheitsstrafe angerechnet (Art. 51 StGB 
und Art. 236 StPO).  
 
6. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu Gunsten einer stationären Massnahme nach Art. 60 
StGB aufgeschoben. 
 
7. 
Der sichergestellte Teleskopschlagstock wird gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und 
vernichtet. 
 

 - 3 - 

 

 

8. 
Die Zivilforderung des Privatklägers [C._____] wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

4. 

4.1. 

Das Zwangsmassnahmengericht hat am 16. Juli 2025 ein vom Beschuldig-

ten gestelltes Haftentlassungsgesuch abgewiesen. Er wurde stattdessen 

bis zum 16. Oktober 2025 in Sicherheitshaft versetzt. Eine dagegen erho-

bene Beschwerde wurde von der Beschwerdekammer in Strafsachen des 

Obergerichts am 7. August 2025 abgewiesen. 

 

4.2. 

Mit Berufungserklärung vom 28. August 2025 focht der Beschuldigte die 

vorinstanzlich angeordnete stationäre Massnahme an und beantragte, auf 

eine stationäre Massnahme sei ersatzlos zu verzichten, eventualiter sei 

eine ambulante Massnahme anzuordnen. Weiter beantragte der Beschul-

digte eine Entschädigung für die Dauer der Sicherheitshaft vom 14. Juli 

2025 bis zu seiner noch ausstehenden Freilassung bzw. der Hauptver-

handlung vor dem Berufungsgericht, wobei er eine Entschädigung in Höhe 

von Fr. 300.00 pro Tag des Freiheitsentzugs nach dem 14. Juli 2025 im 

B._____ und im Übrigen Fr. 200.00 pro Tag beantragte. 

 

4.3. 

Mit Verfügung des Obergerichts vom 29. August 2025 wurde festgehalten, 

dass der Beschuldigte – unter Vorbehalt eines allfälligen Haftentlassungs-

gesuchs – bis zum rechtskräftigen Abschluss des Berufungsverfahrens in 

Sicherheitshaft bleibe. 

 

4.4. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten und Erläu-

terung, Aktualisierung und Ergänzung des Gutachtens durch die Sachver-

ständige Dr. med. Bettina Mescher fand am 12. Dezember 2025 statt.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich einzig gegen die vorinstanzlich 

angeordnete stationäre therapeutische Massnahme. Er beantragt die Auf-

hebung der vorinstanzlich angeordneten stationären Massnahme, eventu-

aliter die Anordnung einer ambulanten Massnahme. Die übrigen Punkte 

sind im Berufungsverfahren unangefochten geblieben, weshalb diese 

grundsätzlich nicht mehr zu überprüfen sind (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

Entgegen der Vorinstanz ist der sichergestellte Teleskopschlagstock nebst 

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch unberechtigten Besitz 

 - 4 - 

 

 

nicht zur Begehung einer Straftat benutzt worden, weshalb er nicht gemäss 

Art. 69 StGB einzuziehen und zu vernichten, sondern gestützt auf Art. 31 

WG i.V.m. § 30 Abs. 1 der Polizeiverordnung (PolV) der Kantonspolizei, 

Fachstelle SIWAS, zu überwiesen ist (vgl. BGE 150 II 519), was von Amtes 

wegen zu korrigieren ist. 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 60 StGB eine stationäre Massnahme 

zur Suchtbehandlung angeordnet. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei auf eine stationäre Mass-

nahme ersatzlos zu verzichten, eventualiter sei eine ambulante Mass-

nahme gemäss Art. 63 StGB anzuordnen (Berufungserklärung, S. 2). Zur 

Begründung führt er im Wesentlichen aus, die stationäre Massnahme sei 

offensichtlich unangemessen, unnötig und letztlich aussichtslos (Beru-

fungserklärung, S. 4).  

 

2.2. 

Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, 

der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein Behandlungs-

bedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert 

und die Voraussetzungen der Artikel 59-61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind 

(Art. 56 Abs. 1 StGB). Dabei stützt sich das Gericht bei seinem Entscheid 

auf eine sachverständige Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB).  

 

Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, kann das 

Gericht eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein Verbre-

chen oder ein Vergehen begangen hat, das mit seiner Abhängigkeit in Zu-

sammenhang steht, und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr 

weiterer mit der Abhängigkeit in Zusammenhang stehender Taten begeg-

nen (Art. 60 Abs. 1 StGB). Unter denselben Bedingungen kann eine ambu-

lante Behandlung angeordnet werden, wenn dies ausreichend ist, um der 

Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters stehender Taten zu begegnen 

(Art. 63 Abs. 1 StGB). 

 

Die Anordnung einer Massnahme setzt weiter voraus, dass der mit ihr ver-

bundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die 

Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismäs-

sig ist (Art. 56 Abs. 2 StGB). Eine stationäre Massnahme kommt – spezielle 

Umstände vorbehalten – nicht in Betracht, wenn von einem Täter lediglich 

Übertretungen oder andere Delikte geringer Schwere zu erwarten sind (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_933/2023 vom 15. Februar 2024 E. 12.2.4). 

 

 - 5 - 

 

 

2.3. 

Die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären therapeutischen 

Massnahme nach Art. 60 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 56 StGB sind vorliegend 

erfüllt: 

 

2.3.1. 

Der Beschuldigte wurde im Rahmen des vorliegenden Verfahrens durch 

Dr. med. Bettina Mescher, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeu-

tische Medizin, psychiatrisch untersucht. Das von ihr erstellte forensisch-

psychiatrische Vorabgutachten vom 11. Oktober 2024 sowie das foren-

sisch-psychiatrische Gutachten vom 12. Januar 2025 wurde von ihr an der 

Berufungsverhandlung soweit nötig ergänzt und erläutert. Der Beschuldigte 

hatte die Möglichkeit, der Sachverständigen an der Berufungsverhandlung 

Ergänzungsfragen zu stellen. Die gutachterlichen Ausführungen beruhen 

auf einer sorgfältigen Sachverhaltsabklärung und sind in sich schlüssig so-

wie nachvollziehbar, weshalb nachfolgend darauf abzustellen ist. Das 

Obergericht schliesst sich den Ausführungen an. 

 

2.3.2. 

Die Gutachterin diagnostizierte beim Beschuldigten eine seit vielen Jahren 

bestehende schwere Suchterkrankung sowie damit im Zusammenhang 

stehende psychische und physische Folgeschäden (Gutachten UA 

act. 681). Es bestehe eine Abhängigkeit von Alkohol, Cannabinoiden, Se-

dativa und Hypnotika sowie von Opioiden (ICD-10: F10.2, F11.22, F12.2 

und F13.2). Darüber hinaus bestehe ein schädlicher Gebrauch von Kokain 

(ICD-10: F14.1). Aufgrund der langjährigen Suchterkrankung sei es zudem 

zu einer sogenannten Persönlichkeitsdepravation gekommen (ICD-10: 

F10.71, F10.72). Darunter verstehe man eine Nivellierung des Persönlich-

keitsgefüges mit einem Abbau sozialer Verantwortung und nachlassendem 

Interesse in vielen wichtigen Bereichen. Es komme häufig auch zu einem 

Verlust an Kritik- und Urteilsfähigkeit sowie zu einem psychischen und phy-

sischen Vitalitätsverlust, auch als sogenanntes amotivationales Syndrom 

bezeichnet. Es bestehe eine schwere psychische Störung sowohl im Hin-

blick auf eine angenommene Gesamtgruppe sowie in der entsprechenden 

Diagnosekategorie (Gutachten UA act. 684). Die psychische Störung in 

Form der schweren Suchterkrankung bestehe weiterhin fort, auch wenn der 

Beschwerdeführer unter den gegenwärtigen Haftbedingungen derzeit in 

beschützender Umgebung abstinent sei (Gutachten UA act. 688; Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12). 

 

Die Direktion des B._____ bestätigte in ihrem Bericht über den Behand-

lungsverlauf vom 31. Juli 2025 sowie auch im Abschlussbericht vom 13. 

Oktober 2025, dass sich aus ihrer Sicht in der Zwischenzeit bezüglich der 

Diagnosen keine Änderungen zur Vorberichterstattung und zum foren-

sisch-psychiatrischen Gutachten vom 12. Januar 2025 ergeben haben. So 

bestehe weiterhin die Diagnose der Abhängigkeit von Alkohol, 

 - 6 - 

 

 

Cannabinoiden, Sedativa, Hypnotika sowie Opioiden (unter Substitution), 

der schädliche Gebrauch von Kokain sowie eine alkoholbedingte Persön-

lichkeitsveränderung (Persönlichkeitsdepravation). Diese multiplen sub-

stanzbezogenen Störungen sowie die langjährige Suchtentwicklung wür-

den die Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten in erheblichem Ausmass 

prägen (GA act. 122). 

 

2.3.3. 

Der Beschuldigte hat mit der einfachen Körperverletzung (Art. 123 StGB) 

und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 WG) Ver-

gehen i.S.v. Art. 10 Abs. 3 StGB begangen, womit gleich zwei Anlasstaten 

gemäss Art. 60 Abs. 1 lit. a StGB vorliegen. Auch die grundsätzliche Be-

handlungsbedürftigkeit wird vom Beschuldigten nicht in Frage gestellt, zu-

mal er selbst im Eventualstandpunkt die Anordnung einer ambulanten Mas-

snahme beantragt (Berufungserklärung, S. 2). Zu sämtlichen Tatzeitpunk-

ten lag eine schwere Abhängigkeitserkrankung mit einer Abhängigkeit von 

Alkohol, Cannabinoiden, Sedativa, Hypnotika und Opioiden vor (Gutachten 

UA act. 671). Als der Beschuldigte am 27. März 2024 in Döttingen einen 

Schlagstock im Rucksack bei sich trug, wies er einen Atemalkoholwert von 

0.94 mg/l, was einem Wert von 1.88 Promille entspricht, auf (UA act. 466). 

Als er am 27. Juli 2024 C._____ mit einem aufklappbaren Taschenmesser 

einen vertikal-queren Schnitt am Rücken zufügte, wies er einen Atemalko-

holwert von 0.94 mg/l auf (UA act. 484) und hatte nach eigenen Angaben 

zuvor getrunken und ab und zu eine «Base» (Kokaininhalation) geraucht 

(UA act. 517). Gemäss Dr. med. Bettina Mescher sei zudem eine Mischin-

toxikation mit Antidepressiva, Sedativa und Morphin sehr wahrscheinlich 

(Gutachten UA act. 671). Aufgrund der mittelschweren Alkoholintoxikation 

in Verbindung mit einer sehr wahrscheinlichen (in ihrem Ausmass aller-

dings unklaren) Mischintoxikation mit Medikamenten und möglicherweise 

Cannabis sei, bei einer deutlichen Persönlichkeitsdepravation im Hinblick 

auf die körperlichen Auseinandersetzungen, von einer deutlichen Minde-

rung der Impulskontrolle auszugehen (Gutachten UA act. 672 f.). Die Taten 

stünden mit der Suchterkrankung in engem kausalem Zusammenhang 

(Gutachten UA act. 688; Protokoll Berufungsverhandlung S. 12). Die Gut-

achterin bezieht sich in ihren Ausführungen im Gutachten einerseits auf 

den Vorfall mit dem Messer vom Juli 2024 und andererseits auf die ihm 

vorgeworfenen Tätlichkeiten vom August 2024, wobei letztere vorliegend 

nicht mehr Gegenstand des Verfahrens bilden, da die Vorinstanz das Ver-

fahren zufolge Rückzugs des Strafantrages eingestellt hat.  

 

2.3.4. 

Dr. med. Bettina Mescher führte im Gutachten vom 12. Januar 2025 zur 

Delinquenzrisikoprognose aus, dass die fortbestehenden psychischen Stö-

rungen das Risiko für zukünftige Straftaten erhöhen würden (Gutachten UA 

act. 681). Die aktuelle Delinquenz sei der chronischen Alkoholabhängigkeit 

und dem damit einhergehenden Verlust sozialer Kompetenzen und 

 - 7 - 

 

 

Verantwortung geschuldet (Gutachten UA act. 680). Zuletzt sei es zu einer 

Ausweitung gewalttätiger Handlungsweisen ausserhalb des Beziehungs-

rahmens gekommen, es sei daher anzunehmen, dass es zu einer weiteren 

Zunahme der Gewaltbereitschaft gekommen sei (Gutachten UA act. 681). 

Die statistisch relevanten Risikofaktoren für zukünftige strafbare Handlun-

gen würde vorliegend darin bestehen, dass es sich beim Beschuldigten um 

eine männliche Person mit einer schweren Suchterkrankung und entspre-

chenden Vorstrafen (einfache Körperverletzung, Gefährdung des Lebens, 

Drohung, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz usw.) handle. Der 

Beschuldigte ordne sich im Vergleich zu einem gedachten durchschnittli-

chen Täter in der vergleichbaren Deliktskategorie als eine Person ein, die 

über eine deutlich höhere Anzahl an Risikofaktoren verfüge (Gutachten UA 

act. 686 f.). Aktuell verfüge der Beschuldigte zudem über keinerlei protek-

tive Faktoren [wie z.B. starke soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, 

Problemlösefähigkeiten und ein positives familiäres Umfeld] (Gutachten UA 

act. 680).  

 

Bezüglich den im Rahmen der Begutachtung angewendeten statistischen 

Prognoseinstrumenten stellte die Gutachterin fest, dass der Beschuldigte 

bei der Prognoseskala PCL-R mit einem Gesamtwert von 26.3 (von 40) 

Punkten 67.2 % der Vergleichspopulation übertrifft und somit ausgeprägte 

psychopathische Wesenszüge aufweise (Gutachten UA act. 674 ff.). Auch 

im in Bezug auf erneute Gewaltdelinquenz verwendeten Violence Risk Ap-

praisal Guide (VRAG) erreiche der Beschuldigte einen Summenwert von 

18, was der Risikokategorie 7 (von 9) entspreche. Das Rückfallrisiko für 

erneute Gewaltdelikte läge für einen Beobachtungszeitraum von 10 Jahren 

demnach bei 64% (Gutachten UA act. 676). 

 

Im Falle einer Entlassung des Beschuldigten in Freiheit sei mit einer unge-

wöhnlich hohen Rückfallquote für Gewalttaten innerhalb der Beziehung, 

wie auch im sozialen Nahraum auszugehen (Gutachten UA act. 681). Aus-

gehend davon, dass der Beschuldigte in allen wichtigen Prognoseinstru-

menten Höchstwerte erzielt habe, sei davon auszugehen, dass die Rück-

fallquote im oberen Bereich bzw. über der Basisrate von 42 % in einem 

Zeitraum von drei Jahren läge (Gutachten UA act. 687). Hierfür würde ins-

besondere auch die durch die langjährige Suchterkrankung entstandene 

Persönlichkeitsdepravation sprechen, welche zu einem Verlust an Kritik- 

und Urteilsfähigkeit geführt habe, womit in Zukunft mit Taten ähnlich den 

Anlassdelikten zu rechnen sei (Gutachten UA act. 687).  

 

Die Gutachterin führte an der Berufungsverhandlung aus, dass im B._____ 

keine erfolgreiche Therapie habe stattfinden können und sich folglich nichts 

an den Rahmenbedingungen geändert habe, weshalb sich auch nichts an 

ihrer prognostischen Einschätzung geändert habe. Würde der Beschuldigte 

entlassen, sei damit zu rechnen, dass er mit grosser Wahrscheinlichkeit 

wieder im selben Milieu unter denselben Bedingungen landen würde und 

 - 8 - 

 

 

es sei damit zu rechnen, dass es in der Kombination von Alkohol, Drogen 

und Medikamenten erneut zu Handgreiflichkeiten, namentlich zu Körper-

verletzungen und zum Einsatz von Waffen, kommen könnte (Protokoll Be-

rufungsverhandlung S. 12). Auch wenn die beiden Anlassdelikte nicht von 

besonderer Schwere waren – insbesondere die Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz – und die Körperverletzung vergleichsweise glimpflich aus-

gegangen ist, so offenbart die Art und Weise der Tatbegehung unter Ver-

wendung eines Messers ein sehr erhebliches Gefährdungspotenzial.  

 

Die Ausführungen der Sachverständigen erscheinen dem Obergericht 

schlüssig und nachvollziehbar. Es ist deshalb ohne Behandlung von einem 

hohen Rückfallrisiko auszugehen, wobei erneut mit Körperverletzungs- 

oder Waffendelikten, und somit mit Delikten gegen Leib und Leben zu rech-

nen ist. 

 

2.3.5. 

Eine stationäre therapeutische Massnahme muss verhältnismässig sein 

(Art. 36 Abs. 2 und 3 BV; Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeits-

prinzip verlangt, dass die Massnahme geeignet ist, beim Betroffenen die 

Legalprognose zu verbessern. 

 

Der Beschuldigte stellt mit seiner Berufung die Eignung der angeordneten 

stationäre Massnahme infrage. Er beruft sich auf den Bericht über den Be-

handlungsverlauf des B._____ vom 31. Juli 2025 (GA act. 112 ff.). Die Di-

rektion des B._____ kommt in ihrem Bericht zum Schluss, dass der Aufent-

halt im Massnahmenzentrum dem Beschuldigten mehr Schaden anrichte, 

als es ihm helfen würde, dass keine therapeutische Institution bekannt sei, 

von welcher der Beschuldigte profitieren könnte und eine stationäre Sucht-

behandlung somit aussichtslos sei (GA act. 123; Berufungserklärung, 

S. 3 f.).  

 

Dr. med. Bettina Mescher kommt in ihrem Gutachten zum Schluss, dass 

eine stationäre Massnahme zur Absenkung des Delinquenzrisikos sinnvoll 

und dringend notwendig sei. Es existiere eine wissenschaftliche Evidenz 

dafür, dass durch die Behandlung derartiger Krankheitsbilder die Rückfall-

wahrscheinlichkeit deutlich gesenkt werden könne. Gemäss der klinischen 

Erfahrung seien die Chancen in diesem Fall relativ hoch, da sich in der 

Vergangenheit gezeigt habe, dass eine Abstinenz und eine Einbindung in 

ein entsprechendes Setting beim Beschuldigten dazu geführt habe, dass 

es zu keinen neuen Straftaten gekommen sei. Die benötigte Suchtbehand-

lung bestehe aus mehreren Phasen. Um eine langfristige Abstinenzmotiva-

tion zu erreichen, die nötigen Strukturen aufzubauen und die Behandlung 

zu festigen, sei mit einer Behandlungsdauer von mindestens zwei Jahren 

zu rechnen. Entscheidend erscheine die nach stationärer Behandlung zu 

planende Belastungs- und Erprobungsphase mit Aufbau eines tragfähigen 

sozialen Empfangsraumes (Gutachten UA act. 688 f.).  

 - 9 - 

 

 

 

Gemäss Dr. med. Bettina Mescher habe der Beschuldigte eine grundsätz-

liche Bereitschaft signalisiert, sich mit seiner Problematik auseinanderzu-

setzen (Gutachten UA act. 682). Es sei jedoch damit zu rechnen, dass 

seine Behandlungsmotivation mit grosser Wahrscheinlichkeit zunächst 

nicht konsistent und überdauernd sein würde (Gutachten UA act. 690). Eine 

Behandlung gegen den Willen der beschuldigten Person sei nur kurzfristig 

sinnvoll. Sollte es nicht gelingen, im Rahmen einer angeordneten Behand-

lung die Motivation und Bereitschaft zur Mitarbeit aufzubauen, erscheine 

eine Massnahme wenig sinnvoll (Gutachten UA act. 690). Der Bericht über 

den Behandlungsverlauf des B._____ hält fest, dass sich der Beschuldigte 

im Massnahmenvollzug mit den strukturellen Anforderungen des therapeu-

tischen Settings deutlich überfordert zeigte und seine Motivation zur Mitwir-

kung an der Therapie durchgehend gering gewesen sei (GA act. 122). Zu-

dem erfolgten wiederholt appellative suizidale Äusserungen mit dem Ziel, 

eine Verlegung in eine psychiatrische Klinik zu erwirken. Eine genuine Aus-

einandersetzung mit dem Delikt oder therapeutischen Themen konnte nur 

punktuell beobachtet werden (GA act. 122). Zusammenfassend sei bisher 

keine deliktspezifische oder risikominimierende Therapie durchführbar ge-

wesen, die Therapiefähigkeit stark eingeschränkt und eine Therapiemoti-

vation praktisch nicht vorhanden. Der Therapiebedarf bleibe aber hoch (GA 

act. 122).  

 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte Dr. med. Bettina Mescher 

schlüssig und nachvollziehbar aus, dass beim Beschuldigten weiterhin ein 

Therapiebedarf bestehe, allein um die Gefahr weiterer Straftaten zu min-

dern (Protokoll Berufungsverhandlung S. 13). Es sei bedauerlich, dass der 

Therapieversuch im B._____ so verlaufen sei, aufgrund der fehlenden Fle-

xibilität der Institution sei der Therapieversuch von Anfang an zum Schei-

tern verurteilt gewesen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 13). In den drei 

von ihr empfohlenen Institutionen hätte die Chance bestanden, den Be-

schuldigten zur Mitarbeit zu motivieren und bestehe auch heute noch die 

Chance, für den Beschuldigten eine erfolgreiche Therapie durchzuführen 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 13 f.). In ihrer Erfahrung könne eine 

längere Phase der Abstinenz durchaus einen Rückgang der Persönlich-

keitsdepravation bewirken, womit sich jemand wesentlich bessern könne 

und eine gute Zusammenarbeit möglich sei (Protokoll Berufungsverhand-

lung S. 14).  

 

Eine stationäre Therapie gegen den Willen des Beschuldigten ist nur dann 

zielführend, wenn Aussicht darauf besteht, beim Beschuldigten eine hinrei-

chende Therapiebereitschaft zu schaffen. Das gelingt nicht immer auf An-

hieb. Aus der fehlenden Motivation des Beschuldigten für eine Therapie 

kann jedoch nicht automatisch auf dessen fehlende Behandlungsfähigkeit 

geschlossen werden. Würde dieser Argumentation gefolgt und vorausge-

setzt, dass bei der Anordnung der Massnahme Behandlungsbereitschaft 

 - 10 - 

 

 

und Behandlungswilligkeit gegeben sein müssen, bliebe Art. 60 StGB in 

Fällen wie dem vorliegenden faktisch toter Buchstabe. Ist die aktuell feh-

lende Therapiebereitschaft auf die langjährige Suchterkrankung zurückzu-

führen, bei Vorhandensein einer Therapiebereitschaft die Senkung der 

Rückfallwahrscheinlichkeit jedoch als relativ hoch anzusehen, so darf eine 

stationäre Massnahme gestützt auf Art. 60 StGB im wohlverstandenen In-

teresse des Beschuldigten nicht vorschnell als undurchführbar qualifiziert 

werden. Ein wichtiges Therapieziel besteht denn auch darin, ein belastba-

res Krankheitsverständnis zu erarbeiten und eine überdauernde Behand-

lungs- und Abstinenzmotivation zu erreichen. Daraus, dass dieses Thera-

pieziel in den knapp sechs Monaten, die der Beschuldigte im vorzeitigen 

Massnahmenvollzug in einer – gemäss Ausführungen der Gutachterin in 

casu ungeeigneten – Institution verbracht hat, noch nicht erreicht werden 

konnte, kann nicht auf eine fehlende Eignung der Massnahme zur Verbes-

serung der Legalprognose oder auf deren gänzliche Aussichtslosigkeit ge-

schlossen werden. So weist Dr. med. Bettina Mescher in ihrem Gutachten 

sowie auch anlässlich der Berufungsverhandlung auch darauf hin, dass die 

Behandlungsmotivation mit grosser Wahrscheinlichkeit zunächst nicht kon-

sistent und überdauernd sein werde (Gutachten UA act. 690; Protokoll Be-

rufungsverhandlung S. 14). Erfahrungsgemäss sei ein längerer Zeitraum 

nötig, um die Legalprognose längerfristig verbessern zu können (Gutach-

ten UA act. 683). Bei guter Mitarbeit und günstigem Verlauf benötige man 

vorliegend ungefähr zwei Jahre (Protokoll Berufungsverhandlung S. 17). 

 

Daran ändert auch die vom Beschuldigten vorgebrachte Einschätzung des 

B._____, wonach der Aufenthalt im B._____ dem Beschuldigten mehr 

Schaden zufüge als ihm helfe, nichts. Es ist nicht näher ersichtlich, noch 

wurde dies vom Beschuldigten konkret dargelegt, inwiefern ihm die Thera-

pie im B._____ schade und wie sich dieser «Schaden» bei objektivierter 

Betrachtung zeigen solle. Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte 

der Beschuldigte zudem vor, dass er seit seinem Aufenthalt im B._____ 

dauerhaft keine Behandlungsbereitschaft aufweise und ihm jegliche Moti-

vierbarkeit für eine stationäre Behandlung fehle, womit keine stationäre 

Massnahme angeordnet werden könne (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 18).  

 

Die Gutachterin hat demgegenüber bereits in ihrem Gutachten schlüssig 

und nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschuldigte nicht untherapierbar 

sei, was anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigt wurde (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 13). Gestützt auf ihre fachliche Einschätzung 

empfahl sie in ihrem Gutachten drei für den Beschuldigten geeignete Insti-

tutionen (D._____, E._____, F._____). Das B._____ zählte ausdrücklich 

nicht dazu, da diese Institution – im Gegensatz zu den drei empfohlenen 

Einrichtungen – über keine spezifische Erfahrung mit Suchterkrankten, die 

zusätzlich noch Persönlichkeitsprobleme haben, verfügt (Protokoll Beru-

fungsverhandlung S. 14). Indem der Beschuldigte entgegen den 

 - 11 - 

 

 

Empfehlungen der Gutachterin gleichwohl im B._____ untergebracht 

wurde, sei nicht die Therapie als solche gescheitert, sondern vielmehr der 

Therapieversuch in einer für ihn ungeeigneten Institution. Es könne nach 

Auffassung der Gutachterin auch nach diesem Therapieversuch nicht von 

einer Untherapierbarkeit des Beschuldigten ausgegangen werden; viel-

mehr bestehe weiterhin Aussicht darauf, die Behandlungsmotivation beim 

Beschuldigten wieder aufzubauen und eine erfolgreiche Behandlung 

durchzuführen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 13 f.).  

 

Für das Obergericht liegen keine Gründe vor, von den schlüssigen und 

nachvollziehbaren von Dr. med. Bettina Mescher im Gutachten sowie an-

lässlich der Berufungsverhandlung getroffenen Feststellungen abzuwei-

chen. Unter diesen Umständen ist die Therapierbarkeit und die damit ein-

hergehende Reduktion des Rückfallrisikos in Bezug auf den Beschuldigten 

zu bejahen. Auch der Beschuldigte selbst scheint nunmehr nicht mehr von 

einer vollständig fehlenden Motivierbarkeit für eine stationäre Behandlung 

auszugehen, hat er doch bereits kurz nach der Berufungsverhandlung mit 

Eingabe vom 19. Dezember 2025 um vorzeitigen Massnahmenvollzug er-

sucht. 

 

2.3.6. 

Weiter muss die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, 

wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den angestreb-

ten Erfolg ausreichen würde.  

 

Dr. med. Bettina Mescher sprach sich sowohl in ihrem Gutachten als auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung für eine Massnahme im Sinne von 

Art. 60 StGB aus. Diesbezüglich führte sie aus, dass zur Senkung der 

Rückfallwahrscheinlichkeit eine stationäre therapeutische Massnahme 

zum gegenwärtigen Zeitpunkt am besten geeignet sei, die Kombination 

mehrerer Massnahmen erscheine nicht notwendig. 

 

Die Gutachterin hielt in ihrem Gutachten fest, dass ein Therapieerfolg eine 

Abstinenz von allen psychotropen Substanzen voraussetze. Der Schwer-

punkt der Therapie solle im Sinne einer Psychoedukation und Vermittlung 

von «Copingverhalten» auf der Therapiebereitschaft, Compliance sowie 

dem spezifischen Konfliktverhalten liegen (Gutachten UA act. 682 f.). Ein 

besonderes Gewicht käme der Schaffung eines sozialen Empfangsraumes 

zu, zudem solle eine stabile Behandlungsmotivation, Krankheitseinsicht 

und eine langfristige Abstinenz jeglichen Konsums erzielt werden (Gutach-

ten UA act. 683). In einem stationären Setting könne der Beschuldigte in 

einem beschäftigungstherapeutischen Programm einbezogen und eine 

Abstinenzauflage eng kontrolliert werden. Zudem böte eine stationäre The-

rapie einen festen Rahmen im Hinblick auf Wohnen und Bezugspersonen 

und mögliche Problembereiche wie Rückfälle oder depressive Einbrüche 

könnten frühzeitig erkannt und betreut werden (Gutachten UA act. 683).  

 - 12 - 

 

 

 

Die Anordnung einer ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB erscheine 

derzeit angesichts dessen, dass der Beschuldigte weder über einen festen 

Wohnsitz verfüge noch eine stabile Behandlungsmotivation mitbringe, nicht 

erfolgsversprechend (Gutachten UA act. 683). Zudem habe der Vollzug im 

B._____ gezeigt, dass der Beschuldigte nicht über die Zuverlässigkeit und 

die inneren Strukturen verfüge, dass er regelmässig Termine einhalten 

könne und zu einer deliktpräventiven Therapie gehen würde, womit eine 

ambulante Massnahme ausser Betracht falle (Protokoll Berufungsverhand-

lung S. 15). Im Falle einer Entlassung in ein unstrukturiertes Entlassungs-

szenario sei mit einer hohen Rückfallquote zu rechnen (Gutachten UA, act. 

681). Alternativen oder Ergänzungen zur Anordnung einer stationären Mas-

snahme seien gemäss Gutachterin derzeit nicht geeignet, die Wahrschein-

lichkeit von zukünftigen strafbaren Handlungen günstig zu beeinflussen, 

insbesondere vor dem Hintergrund, dass derartige Ersatzmassnahmen in 

der Vergangenheit bereits gescheitert seien (Gutachten, UA act. 690). 

 

Für das Obergericht liegen keine Gründe vor, von den schlüssigen und 

nachvollziehbaren von Dr. med. Bettina Mescher im Gutachten sowie an-

lässlich der Berufungsverhandlung getroffenen Feststellungen und den da-

raus gezogenen Schlüssen abzuweichen. Unter den gegebenen Umstän-

den erscheint ausschliesslich eine stationäre Massnahme geeignet und an-

gezeigt. 

 

2.3.7. 

Entgegen dem Beschuldigten erweist sich die Anordnung einer stationären 

therapeutischen Massnahme auch als verhältnismässig im engeren Sinn. 

 

Die Schwere und Wahrscheinlichkeit künftiger Straftaten sowie das Be-

handlungsbedürfnis ist in Relation zur Schwere des Eingriffs in die Frei-

heitsrechte des Beschuldigten bei einer stationären Massnahme zu setzen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_933/2023 vom 15. Februar 2024 E. 12.2.2 

mit Hinweisen).  

 

2.3.7.1. 

Eine stationäre Massnahme in einer forensisch-psychiatrischen Klinik ist 

von starken Eingriffen in die persönliche Freiheit des Beschuldigten ge-

prägt. Eine solche bedeutet nicht bloss eine Einschränkung der Bewe-

gungsfreiheit, sondern umfasst regelmässig auch weitere Eingriffe, die sich 

aus der Notwendigkeit der Behandlung ergeben (vgl. BGE 130 IV 49 

E. 3.3). Die stationäre Massnahme ist üblicherweise zeitlich relativ unbe-

stimmt, dauert in der Regel maximal 3 Jahre und kann wenn nötig einmal 

um ein weiteres Jahr verlängert werden (Art. 60 Abs. 4 StGB). Die Dauer 

der stationären therapeutischen Massnahme hängt vom Behandlungsbe-

dürfnis des Massnahmenunterworfenen und den Erfolgsaussichten der 

Massnahme ab. Das Ende der Massnahme wird damit im Unterschied zum 

 - 13 - 

 

 

Ende der Strafe nicht durch simplen Zeitablauf bestimmt. Ihre Dauer hängt 

letztlich von den Auswirkungen der Massnahme auf die Gefahr weiterer 

Straftaten ab, wobei die Freiheit dem Betroffenen nur so lange entzogen 

werden darf, als die von ihm ausgehende Gefahr dies zu rechtfertigen ver-

mag. Die Massnahme dauert aber grundsätzlich so lange an, bis ihr Zweck 

erreicht ist oder sich eine Zweckerreichung als aussichtslos erweist (statt 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_796/2019 vom 16. Oktober 2019 

E. 3.2.3 mit Hinweisen). Der Sachverständigen zufolge sei mit einer Be-

handlungsdauer von mindestens zwei Jahren zu rechnen, um die Legal-

prognose längerfristig verbessern zu können (Gutachten UA act. 689; Pro-

tokoll Berufungsverhandlung S. 17). Der Grundrechtseingriff erweist sich 

somit aufgrund der zu erwartenden Dauer der stationären therapeutischen 

Massnahme als schwer, namentlich auch mit Blick auf die von der Vo-

rinstanz für die begangenen Straftaten verhängte Freiheitsstrafe von 6 Mo-

naten, die er mit der anrechenbaren Haft und dem vorzeitigen Massnah-

menvollzug an sich bereits verbüsst hat. 

 

2.3.7.2. 

Die Bedeutung des öffentlichen Interesses an der Verhinderung künftiger 

Straftaten ist danach zu beurteilen, ob der Täter weitere Straftaten begehen 

wird und wie schwer diese wiegen. Die bereits begangenen Straftaten sind 

ein Element dieser Prognose. Die Wahrscheinlichkeit und die Schwere der 

künftig zu erwartenden Straftaten sind keine voneinander unabhängige Kri-

terien. Je höherwertiger die gefährdeten Rechtsgüter sind, desto geringer 

muss das Rückfallrisiko sein (Urteil des Bundesgerichts 7B_408/2025 vom 

4. September 2025 E. 2.3.1). Bei der Gefährdung hochwertiger Rechtsgü-

ter wie Leib und Leben sind an die Nähe und das Ausmass der Gefahr 

weniger hohe Anforderungen zu stellen als bei der Gefährdung weniger 

bedeutender Rechtsgüter wie Eigentum und Vermögen (Urteil 

6B_576/2024 vom 11. Dezember 2024 E. 6.3 mit Hinweisen). 

 

Bei einer mit einem Messer begangenen Köperverletzung ist von einem 

schwerwiegenden Delikt auszugehen, welches die Gefährlichkeit des Be-

schuldigten, der über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit ver-

fügt hat, offenbart hat. Die vom Beschuldigten bedrohten Rechtsgüter sind 

insbesondere die körperliche und gesundheitliche Integrität. Da es sich da-

bei um hochwertige Rechtsgüter handelt, ist das Behandlungsbedürfnis hö-

her zu werten als die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte des Be-

schuldigten. Weiter ergibt sich, dass die Legalprognose ohne Behandlung 

sehr schlecht ist, zumal sich eine Zunahme der Gewaltbereitschaft des Be-

schuldigten gezeigt hat und die ihren vorläufigen Abschluss in der mit ei-

nem Messer verursachten einfachen Körperverletzung gefunden hat. Die 

seit 2021 zu beobachtende erneut zunehmende Delinquenz wurde nur 

durch Gefängnisaufenthalte unterbrochen (Gutachten UA act. 682). Prog-

nostisch ungünstig wirke sich zudem der durch den schweren Alkoholkon-

sum bedingte weiter zunehmende soziale Abstieg, eine zeitweilig 

 - 14 - 

 

 

bestehende Obdachlosigkeit sowie der zunehmende kognitive Abbau aus 

(Gutachten UA act. 682). Ohne adäquate Behandlung besteht den Ausfüh-

rungen der Sachverständigen zufolge eine aussergewöhnlich hohe Rück-

fallgefahr für Taten ähnlich den Anlassdelikten (Gutachten UA act. 687; 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 12). Folglich wäre bei einem Absehen 

von einer stationären therapeutischen Massnahme von einer hohen Wahr-

scheinlichkeit künftiger Straftaten auszugehen. 

 

2.3.7.3. 

Nach einlässlicher Prüfung des Gutachtens und Anhörung von 

Dr. med. Bettina Mescher und nachdem sich das Obergericht einen per-

sönlichen Eindruck des Beschuldigten machen konnte, erachtet das Ober-

gericht die Einschätzung der Gutachterin als schlüssig und nachvollzieh-

bar, weshalb darauf abzustellen ist. Ohne stationäre Behandlung muss 

dementsprechend von einem aussergewöhnlich hohen Rückfallrisiko für 

ähnliche deliktische Handlungen wie die vorliegenden Anlasstaten und da-

mit von einer Gefährlichkeit des Beschuldigten ausgegangen werden. Das 

beschriebene Risiko von weiteren strafbaren Handlungen bei ausbleiben-

der Behandlung scheint der chronischen Alkoholabhängigkeit und dem da-

mit einhergehenden Verlust sozialer Kompetenzen und Verantwortung ge-

schuldet zu sein und liegt in seiner Konkretheit über dem, was als vertret-

bares Restrisiko noch ohne Weiteres hinzunehmen wäre. Ausgehend von 

der hohen Rückfallgefahr sowie in Anbetracht dessen, dass es sich bei ei-

nigen der bei einem Rückfall gefährdeten Rechtsgütern um hochwertige 

Rechtsgüter handelt, sind das öffentliche Interesse an der Verhütung wei-

terer Straftaten und das Behandlungsbedürfnis des Beschuldigten höher 

zu werten als die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte des Beschul-

digten, selbst wenn diese Eingriffsschwere als hoch zu bezeichnen ist. So-

mit ist auch die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne der stationären 

Massnahme gegeben. 

 

2.4. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten als un-

begründet und ist abzuweisen. Es ist eine stationäre therapeutische Mass-

nahme gemäss Art. 60 Abs. 1 StGB anzuordnen. 

 

Die Festlegung der konkreten Vollzugsmodalitäten obliegt nicht dem Ge-

richt. Zuhanden der Vollzugsbehörde ist jedoch auf das Gutachten von 

Dr. med. Bettina Mescher sowie ergänzend auf ihre Ausführungen anläss-

lich der Berufungsverhandlung (Protokoll Berufungsverhandlung S. 13 f.) 

hinzuweisen, namentlich auf die darin enthaltenen Empfehlungen zu ge-

eigneten Institutionen (D._____, E._____, F._____). 

 

2.5. 

Die vorläufige Festnahme von 3 Tagen (24. Juli bis 26. Juli 2024), die aus-

gestandene Untersuchungshaft von 158 Tagen (18. August 2024 bis 

 - 15 - 

 

 

23. Januar 2025), der zwischenzeitliche vorzeitige Massnahmenvollzug 

von 172 Tagen (23. Januar 2025 bis 13. Juli 2025) sowie die ausgestan-

dene Sicherheitshaft von 152 Tagen (14. Juli 2025 bis 12. Dezember 

2025), gesamthaft 485 Tage, sind auf die stationäre Massnahme anzurech-

nen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB; BGE 145 IV 359 und 

BGE 141 IV 236 Regeste). Damit entfällt ein Anspruch des Beschuldigten 

auf eine Haftentschädigung. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Berufung des Beschuldigten ist abzuweisen. Ausgangsgemäss sind 

ihm die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 15 Ge-

bührD), welche auch die Kosten der Teilnahme von Dr. med. Bettina Me-

scher an der Berufungsverhandlung im Betrag von Fr. 1'907.40 enthalten, 

vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

3.1.2. 

Der bisherige amtliche Verteidiger und die neue amtliche Verteidigerin sind 

für das Berufungsverfahren gestützt auf die eingereichte Honorarnoten mit 

insgesamt Fr. 10'009.20 (inkl. Aufwände im Zusammenhang mit dem Voll-

zug des vorzeitigen Massnahmenantritts und dem Haftentlassungsgesuch) 

aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 

1 und Abs. 3bis AnwT). 

 

Entschädigungspflichtig sind nur jene Bemühungen, die in einem kausalen 

Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und 

die notwendig und verhältnismässig sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Mas-

sstab bei der Beantwortung der Frage, welcher Aufwand für eine angemes-

sene Verteidigung im Strafverfahren nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu 

gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und des Strafprozess-

rechts über fundierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leistungen von 

Anfang an zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil des Bundesge-

richts 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 18.3.1 mit Hinweisen). 

 

Die amtliche Verteidigerin hat anlässlich der Berufungsverhandlung eine 

Kostennote mit einem Aufwand von 29.68 Stunden zu einem Stundenan-

satz von Fr. 220.00 sowie Auslagen von Fr. 178.50 und die gesetzliche 

Mehrwertsteuer von 8.1 %, gesamthaft somit Fr. 7'251.45, geltend ge-

macht. Zusammen mit dem geschätzten Aufwand von 4 Stunden für die 

Berufungsverhandlung sowie einer weiteren geschätzten Stunde zur Prü-

fung und Besprechung des Urteils mit dem Beschuldigten beläuft sich der 

geltend gemachte Aufwand auf insgesamt Fr. 8'440.55. Dieser Aufwand 

steht zum Umfang und zur Schwierigkeit des Berufungsverfahrens, das sei-

tens des Beschuldigten von Anfang an auf die Frage beschränkt war, ob 

eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen ist, in einem 

 - 16 - 

 

 

offensichtlichen Missverhältnis, weshalb nicht unbesehen auf die Kosten-

note abgestellt werden kann. Sie erweist sich als deutlich überhöht und ist 

zu kürzen. 

 

Die amtliche Verteidigerin macht für das Erstellen des Plädoyers einen Auf-

wand von 15.83 Stunden geltend (Positionen vom 7. Oktober 2025, 20. No-

vember 2025, 21. November 2025, 3. Dezember 2025, 9. Dezember 2025). 

Dieser Aufwand erweist sich als zu hoch, zumal der vorherige amtliche Ver-

teidiger, welcher Kanzleikollege der neuen amtlichen Verteidigerin ist, für 

das Berufungsverfahren bereits mit Fr. 4'974.20 entschädigt wird. Seiner 

Kostennote ist zu entnehmen, dass die neue amtliche Verteidigerin bereits 

vor ihrer Einsetzung mit dem Sachverhalt und den sich stellenden Fragen 

vertraut war. Zudem konnte sich der Parteivortrag aufgrund der gestellten 

Berufungsanträge auf die Frage beschränken, ob eine stationäre therapeu-

tische Massnahme anzuordnen ist. Die genannte Position ist um 8.83 Stun-

den auf 7 Stunden zu kürzen.  

 

Die amtliche Verteidigerin macht für das Aktenstudium einen Aufwand von 

insgesamt 3 Stunden geltend, was sich in Anbetracht der Tatsache, dass 

sie mit dem Fall bereits aufgrund des Mandats ihres Kanzleikollegen ver-

traut war, als zu hoch erweist. Dem Obergericht erscheint ein Aufwand von 

2 Stunden angemessen, weshalb die genannte Position um 1 Stunde zu 

kürzen ist. 

 

Für die Vorbereitung der Unterlagen für die Berufungsverhandlung sowie 

für Telefonate und persönliche Besprechungen mit dem Klienten macht die 

amtliche Verteidigerin einen Aufwand von gesamthaft 6.67 Stunden gel-

tend (Positionen vom 10. September 2025, 26. September 2025, 3. De-

zember 2025, 11. Dezember 2025). In Anbetracht der Tatsache, dass die 

amtliche Verteidigerin einzig ihre Plädoyernotizen und einen Bericht des 

Beistands des Beschuldigten schriftlich abgegeben hat, erscheint ein Auf-

wand von 3 Stunden zur Vorbereitung der Unterlagen als überhöht. Im Üb-

rigen ist nicht ersichtlich, wofür eine erneute 3-stündige Besprechung mit 

dem Klienten (inkl. Weg) zu diesem Verfahrenszeitpunkt notwendig gewe-

sen sein sollte, nachdem bereits mehrere telefonische Besprechungen 

stattgefunden hatten. Es ist allein der notwendige Zeitaufwand für das kon-

krete Strafverfahren zu vergüten, nicht hingegen z.B. Aufwand für bloss 

soziale Betreuung (Urteil des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 

2017 E. 18.4.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 214). Der zu vergütende Auf-

wand ist um 3 Stunden auf angemessene 3.67 Stunden zu reduzieren. 

 

Dies ergibt gesamthaft einen um 12.83 Stunden reduzierten und an die 

Dauer der Berufungsverhandlung von 2.5 Stunden angepassten Aufwand 

der neuen amtlichen Verteidigerin von gerundet 20.35 Stunden bei einem 

Stundenansatz von Fr. 220.00. Hinzu kommen die Auslagen von Fr. 178.50 

und die gesetzliche Mehrwertsteuer von 8.1 %, woraus eine Entschädigung 

 - 17 - 

 

 

der neuen amtlichen Verteidigerin für das Berufungsverfahren von gerun-

det Fr. 5'035.00 resultiert. Zusammen mit der Entschädigung des früheren 

amtlichen Verteidigers für das Berufungsverfahren Fr. 4'974.20 ergibt dies 

eine – insgesamt sehr hoch erscheinende – Entschädigung von 

Fr. 10'009.20. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte hat die erstinstanzli-

chen Verfahrenskosten vollumfänglich zu tragen (siehe E. 8.1 des vo-

rinstanzlichen Urteils). 

 

3.2.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung von Fr. 15'799.90 ist im Berufungsverfahren nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht zurück-

zukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 

2023 E. 2.1).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 

  

 - 18 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

1.1. 

Das Strafverfahren wird hinsichtlich des Vorwurfs der Drohung (Anklage-

sachverhalt Ziff. 3.2) und der Tätlichkeiten (Anklagesachverhalt Ziff. 4) zu-

folge Rückzugs der Strafanträge eingestellt.  

 

1.2. 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Drohung (Anklagesachverhalt Ziff. 

3.1) freigesprochen. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB (Anklage-

sachverhalt Ziff. 2); 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 WG 

(Anklagesachverhalt Ziff. 1). 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziffer 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 StGB und 

Art. 40 StGB zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt. 

 

4. 

Es wird eine stationäre Massnahme zur Suchtbehandlung gemäss Art. 60 

Abs. 1 StGB angeordnet. 

 

5. 

Die vorläufige Festnahme, die ausgestandene Untersuchungs- und Sicher-

heitshaft und der vorzeitige Massnahmenantritt von insgesamt 485 Tagen 

werden dem Beschuldigten an die Freiheitsstrafe und die stationäre Mass-

nahme angerechnet. 

 

6. 

Der sichergestellte Teleskopschlagstock wird gestützt auf Art. 31 WG i.V.m. 

§ 30 Abs. 1 der Polizeiverordnung (PolV) der Kantonspolizei, Fachstelle 

SIWAS, überwiesen. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

7. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Zivilklage des Privatklägers C._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 - 19 - 

 

 

8. 

8.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem Be-

schuldigen auferlegt. 

 

8.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem früheren amtlichen Verteidi-

ger, Rechtsanwalt Adrian Dumitrescu, für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung von Fr. 4'974.20 auszurichten. 

 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der neuen amtlichen Verteidige-

rin, Rechtsanwältin Zoë Arnold, für das Berufungsverfahren eine Entschä-

digung von Fr. 5'035.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigungen werden vom Beschuldigten zurückgefordert, so-

bald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9. 

9.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 35'085.40 (inkl. Anklagege-

bühr von Fr. 2'250.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

9.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem damaligen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt 

Adrian Dumitrescu, für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung 

von Fr. 15'799.90 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

 - 20 - 

 

 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 12. Dezember 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Six     Meyer