# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b29ae365-c172-50ef-ab96-59254817318f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2011 E-4356/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4356-2011_2011-09-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­4356/2011

U r t e i l   v om   1 4 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Markus König (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, 
Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

Parteien A._______,
Sri Lanka,
p.A. Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz,

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 23. Juni 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit  englischsprachiger Eingabe  an  die Schweizer Botschaft  in Colombo 
vom  25.  August  2010  (Eingang  Botschaft  31.  August  2010)  stellte  der 
Beschwerdeführer ein Asylgesuch und ersuchte um Hilfe und Schutz vor 
Verfolgung.  Zur  Begründung  verwies  er  auf  seine  persönliche  Situation 
als  kriegsversehrter  ehemaliger  Kämpfer  der  Liberation  Tigers  of  Tamil 
Eelam (LTTE).

B. 
Mit  Schreiben  vom  31.  August  2010  forderte  die  Botschaft  den 
Beschwerdeführer  auf,  detailliertere Angaben zu  seinen Asylgründen zu 
machen und allfällige Beweismittel einzureichen. Dem Beschwerdeführer 
wurde dazu Frist bis zum 30. September 2010 gesetzt.

Mit Eingabe vom 20. September 2010 an die Botschaft beantwortete der 
Beschwerdeführer  die  ihm  von  der  Botschaft  gestellten  Fragen.  Als 
Beweismittel  reichte  der Beschwerdeführer  die Kopien  der Übersetzung 
seiner  Geburtsurkunde,  seiner  (…)  Identitätskarte  und  der  (…) 
Entlassungsurkunde zu den Akten.

C. 
Mit  Verfügung  vom  4.  November  2010  lud  die  Botschaft  den 
Beschwerdeführer  zu  einer  auf  den  16.  November  2010  festgesetzten 
Anhörung ein. Der Beschwerdeführer leistete der Einladung Folge.

D. 
Mit Begleitschreiben vom 18. November 2010 überwies die Botschaft das 
Dossier  des  Beschwerdeführers,  insbesondere  das  Befragungsprotokoll 
vom 16. November  2010,  dem BFM zur weiteren Bearbeitung und  zum 
Entscheid.

E. 
Mit  Eingaben  an  die  Botschaft  vom  7.  Januar  2011  und  vom  21. März 
2011 wies der Beschwerdeführer auf eine anhaltende Bedrohung seitens 
staatlicher  und  nichtstaatlicher  Akteure  sowie  auf  seine  nach  wie  vor 
prekären  Lebensumstände  hin.  Die  Botschaft  überwies  diese  Eingaben 
ebenfalls an das BFM.

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Mit  Schreiben  vom  18.  Januar  2010  und  10.  Februar  2010  an  die 
Botschaft führte der Beschwerdeführer erneut aus, er sei in Gefahr. Auch 
diese Eingaben wurden an das BFM weitergeleitet.

F. 
Mit Verfügung vom 23. Juni 2011 verweigerte das BFM die Einreise des 
Beschwerdeführers in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.

Mit Schreiben vom 6. Juli 2011 leitete die Botschaft die Verfügung an den 
Beschwerdeführer weiter.

G. 
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  (deutschsprachiger) 
Eingabe vom 27. Juli 2011 beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss 
die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die Gewährung  von 
Asyl. Die Beschwerde ging am 9. August 2011 beim Gericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken 
(Art. 3 AsylG).

4.2. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 
die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können 
oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann. 
Vorbringen sind glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind 
insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht 
entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  [Abs.  2] 
AsylG).

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4.3.  Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt 
Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn 
ihnen nicht zugemutet werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat 
zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20 
Abs.  3  AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement 
(EJPD)  schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  Asylsuchenden  die 
Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare 
Gefahr  für  Leib  und Leben oder  für  die Freiheit  aus  einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinn von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 
die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Qualität  allfälliger  persönlicher  Beziehungen  zu  anderen  Staaten,  die 
praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  einer  anderweitigen 
Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1997 Nr. 15 E. 2.e­g S. 131 ff.; diese Praxis hat nach bloss redaktionellen 
Änderungen des Gesetzestexts bei der letzten Revision des Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5. 
5.1.  In  der  angefochtenen Verfügung wird  zusammengefasst  Folgendes 
ausgeführt:

5.1.1.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  Tamile  aus  B._______  im  Jaffna 
Distrikt  –  sei  eigenen  Angaben  zufolge  (…)  den  LTTE  beigetreten  und 
nach  einer  militärischen  Grundausbildung  deren  politischem  Flügel 
zugeteilt worden. Ab (…) habe er im Finanzbereich und in der Verwaltung 
der Organisation  gearbeitet.  Später  sei  er militärisch  weiter  ausgebildet 
worden. Im (…) sei er anlässlich eines Bombenangriffs der sri­lankischen 
Armee  auf  das  Camp,  in  dem  er  sich  aufgehalten  habe,  (…)  schwer 
verletzt  worden,  (…).  Dennoch  sei  er  bis  Kriegende  als  G._______  im 
Fronteinsatz  gestanden.  Am  (…)  2009  habe  er  sich  in  C._______  der 
Armee ergeben. Danach sei er in verschiedenen Rehabilitierungszentren 
der  Sicherheitskräfte  interniert  und  dort  ständigen  Verhören  unterzogen 
worden. Man habe ihn über Waffenschmuggel befragt, und er hätte auch 
Waffenverstecke  zeigen  sollen.  Er  habe  zugegeben, mehrere  Jahre  bei 

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den LTTE gewesen zu sein, aber  verschwiegen,  zeitweise einem Team 
angehört zu haben, das Anschläge auf die Armee verübt habe. Er habe 
auch abgestritten, ein F._______ gewesen zu sein. Im April 2010 sei der 
Beschwerdeführer entlassen worden und nach B._______ zurückgekehrt. 
Dort  sei  er  häufig  von  Armeeangehörigen  sowie  vom  Criminal 
Investigation  Department  (CID)  aufgesucht  worden,  wobei  das  Haus 
durchsucht  und  er  zu  seiner  früheren  LTTE­Tätigkeit  in  Jaffna  und  zu 
anderen  LTTE­Mitgliedern  befragt  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer 
glaube,  die  Sicherheitskräfte  seien  von  Überläufern  über  ihn  informiert 
worden. Immer wieder sei ihm vorgehalten worden, über Kenntnisse von 
Waffenverstecken  der  LTTE  zu  verfügen.  Familienangehörige,  Freunde 
und  Nachbarn  seien  ebenfalls  über  ihn  ausgefragt  worden.  Der 
Beschwerdeführer werde zudem von unbekannten bewaffneten Personen 
sowie  von  Angehörigen  paramilitärischer  Gruppen,  wie  der  D._______ 
bedroht.  Am  (…)  2011  sei  er  von  drei  bewaffneten  Personen  entführt, 
festgehalten, befragt und am (…) 2011  freigelassen worden. Von einem 
Freund,  der  für  die  D._______  tätig  sei,  habe  er  Anfang  (…)  2011 
erfahren, die D._______ werfe ihm vor, einst den D._______­Führer von 
B._______  ermordet  zu  haben.  Der  Beschwerdeführer  wechsle  immer 
wieder  den  Aufenthaltsort.  Trotz  der  Entlassung  aus  der  Rehabilitation 
habe  er  vor  erneuter  Verhaftung  Angst.  Ausserdem  habe  er  aufgrund 
seiner Invalidität Mühe, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

5.1.2.  Angesichts  der  zahlreichen  vergangenen  Gewaltereignisse,  des 
Aufenthalts in Rehabilitation Camps, der Bedrohungen und Behelligungen 
durch die Sicherheitskräfte nach der Freilassung sei es nachvollziehbar, 
dass der Beschwerdeführer sich um seine Sicherheit sorge. Bei objektiver 
Betrachtungsweise  sei  seine  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  im  Sinn 
des  Asylgesetzes  jedoch  als  nicht  begründet  einzustufen.  Die 
Anforderungen  an  eine  Einreisebewilligung  seien  hoch  und  gemäss 
ständiger  Praxis  werde  die  Bewilligung  nur  im  Falle  einer  mit 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  vorliegenden  Gefährdung  der 
gesuchstellenden  Person  bei  einem  Verbleib  in  Sri  Lanka  erteilt.  Der 
Beschwerdeführer sei  im  (…) nach  fast  (…) Aufenthalt  im Rehabilitation 
Camp  und  entsprechender  intensiver  Überprüfung  entlassen  worden. 
Daher  sei  davon  auszugehen,  dass  er  trotz  früherer  Mitgliedschaft  bei 
den LTTE nicht mehr als Gefahr für den sri­lankischen Staat angesehen 
werde. Er sei zwar nach seiner Freilassung weiterhin unter Beobachtung 
der  Behörden  gestanden,  aber  den  entsprechenden  Massnahmen 
komme  aufgrund  ihrer  geringen  Eingriffsintensität  kein 
Verfolgungscharakter  zu  und  es  bestünden  keine  konkreten 

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Anhaltspunkte  für  zu  befürchtende  schwerwiegende  staatliche 
Verfolgungsmassnahmen.

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5.1.3. Mit Bezug auf die geltend gemachten Übergriffe seitens Dritter hält 
das  BFM  fest,  dass  die  Befürchtung,  künftig  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt zu sein, nur dann einreiserelevant sei, wenn der Staat seiner 
Schutzpflicht  nicht  nachkomme oder  nicht  schutzfähig  sei. Dies  sei  hier 
nicht der Fall. Zudem handle es sich um lokal oder regional beschränkte 
Massnahmen,  denen  sich  der  Beschwerdeführer  durch  den Wegzug  in 
einen anderen Landesteil entziehen könne.

5.1.4.  Die  schwierige,  auf  der  Invalidität  beruhende  persönliche 
Lebenssituation  des  Beschwerdeführers  sei  bedauerlich,  stelle  aber 
ebenfalls  keinen  Grund  für  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz 
dar. 

5.1.5.  Abschliessend  hält  das  BFM  fest,  dass  die  Vergangenheit  des 
Beschwerdeführers  auch  eine  vertiefte  Prüfung  der  Asylunwürdigkeit 
gemäss  Art.  53  AsylG  sowie  einen  Ausschluss  von  der 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  1  F  des  Abkommens  vom  28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  als 
angezeigt  erscheinen  lassen  würde.  Da  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  nicht  einreiserelevant  seien,  könne  darauf  vorläufig 
verzichtet werden.

5.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  macht  der  Beschwerdeführer  geltend, 
seine  Probleme  in  Jaffna  seien  ja  aktenkundig,  und  es  werde  dort  von 
Tag zu Tag immer schlimmer. Er müsse zurzeit versteckt leben und habe 
ständig  Probleme  mit  D._______  und  mit  einer  unbekannten,  auf 
Entführungen spezialisierten weiteren Gruppe. Aus diesen Gründen und 
auch wegen seiner Behinderung bitte er um Schutz und Hilfe.

5.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  vorweg  fest,  dass  die 
allgemeine  Situation  für  die  Tamilen  im  Norden  und  Osten  Sri  Lankas 
während des langjährigen Bürgerkriegs sehr schwierig war und es in der 
Nachkriegszeit – wenn auch in einem sich vermindernden Mass – immer 
noch ist.

5.3.1. Der Beschwerdeführer war wegen seiner Vergangenheit als LTTE­
Kämpfer  insbesondere  verschiedenen  staatlichen 
Untersuchungsmassnahmen  ausgesetzt,  die  indessen  –  nachdem  der 
Beschwerdeführer  selber  angibt,  dabei  grundsätzlich  korrekt  behandelt 
worden  zu  sein  (vgl.  Befragungsprotokoll  S.  10)  –  offensichtlich  im 
Rahmen  der  Terrorabwehr  und  nicht  aus  flüchtlingsrechtlich  relevanten 
Motiven  erfolgt  sind.  Hätten  sich  aus  diesen  Untersuchungen  konkrete 

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Verdachtsmomente gegen  ihn ergeben, wäre er mit Sicherheit  verhaftet 
und strafrechtlich verfolgt worden. Namentlich den wiederholten Verhören 
und Kontrollen ist zudem, wie das BFM in der angefochtenen Verfügung 
zu  Recht  festgestellt  hat,  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Intensität 
gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG abzusprechen. 

5.3.2. Bei den Behelligungen seitens Dritter handelt es sich offenbar um 
lokale  oder  regionale  Probleme,  denen  der  Beschwerdeführer  durch 
einen  Umzug  zu  seinen  Verwandten  beispielsweise  nach  E._______ 
(vgl. Befragungsprotokoll  S.  10)  ausweichen  könnte.  Im Übrigen  könnte 
sich  der  Beschwerdeführer  wohl  auch  an  die  zuständigen  behördlichen 
Stellen wenden und um Schutz nachsuchen, nachdem der  sri­lankische 
Staat als grundsätzlich schutzfähig gelten kann.

5.3.3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
bisher  keiner  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Verfolgung  ausgesetzt  war. 
Es  gibt  bei  der  vorliegenden  Aktenlage  keinen  Grund  zu  Annahme,  er 
würde  einer  solchen  Verfolgung  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  in 
absehbarer Zukunft ausgesetzt werden. 

5.3.4. Dem Beschwerdeführer  ist  es  somit  nicht  gelungen,  eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG beziehungsweise 
konkrete Hinweise auf eine  relevante künftige Verfolgung darzutun. Das 
BFM hat  demnach  zu Recht  die Einreise des Beschwerdeführers  in  die 
Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

5.4.  Der  Vollständigkeit  halber  ist  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  –  der  unter  anderem  angegeben  hatte,  als  aktives 
Mitglied der LTTE während (…) Jahren und Anführer einer Kampftruppe 
persönlich  für  (…)  verantwortlich  zu  sein,  (…)  (vgl.  Befragungsprotokoll 
S. 4 f.)  –  bei  näherer  Betrachtung  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  als 
asylunwürdig  gemäss  Art.  53  AsylG  zu  qualifizieren  wäre.  Diese 
Qualifikation schliesst gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die 
Erteilung  einer  Einreisebewilligung  im  Rahmen  des  Ausland­
Asylverfahrens generell aus (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil 
E­8127/2008 vom 12. Mai 2011 E. 7).

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 

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Die Beschwerde ist abzuweisen.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG  und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  jedoch 
auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer 
Botschaft in Colombo.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

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