# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61b54c9e-4dfd-58ef-8c76-cbcd80c27644
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-17
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zur weiteren Abklärung, da Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unklar und Arztberichte ungenügend.
**Docket/Reference:** IV.2014.01327
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01327.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01327
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Brühwiler
Urteil
vom
17. Juni 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Lorenzo
Marazzotta
Badertscher
Rechtsanwälte AG
Mühlebachstrasse 32, Postfach 769, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1956, war
seit August 2012
als Installateur bei der
Y.___
in einem Vollpensum tätig, als er auf
grund eines
Lumbovertebralsyndrom
s
und einer S
pinalkanalstenose a
b
2. Juli 201
3
teilweise arbeitsunfähig
geschrieben wurde
und sich am 16. September 2013 bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung
(Urk. 8/2
)
sowie
unter
Hinweis dieser seit Dezember 201
2 bestehenden Beschwerden am 20. Oktober 2013 zum Bezug von Leistungen anmeldete (Urk. 8/7).
Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und zog Akten der Taggeldversicherung des Versicherten (Urk. 8/15-16, Urk. 8/20, Urk. 8/28) bei
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/34
-37, Ur. 8/47
) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 14. November 2014 einen Rentenanspruch (Urk. 8/49 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte
erhob am
15. Dezember 2014
unter Auflage
weiterer
Arztbe
richte
(Urk. 3/
3-6
) Beschwerde gegen die Verfügung vom
14. November 2014
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
seien ihm die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen
; eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
beantragte unter Hinweis auf die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
vom 23. Januar 2015 (Urk. 7) mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2015 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 6. Februar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9)
.
Mit Eingabe vom 6. Februar 2015 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer wei
tere medizinische Berichte (Urk. 11/1-3) ein, welche der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 9. Februar 2015 (Urk. 12) zugestellt wurden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs.
1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
de
stens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres z
u mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 %
auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist d
er
Invaliditäts
grad
gemäss Art.
16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt u
ngenügend festgestellt wurde (§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer mög
lichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 1
9.
April 2000 E. 3).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Streitig ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers. Zu prüfen ist zunächst, ob die vorhandenen medizinischen Akten eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulassen, oder ob es weiterer Abklärungen des rechtser
heblichen Sachverhalts bedarf.
2.2
Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin
ist
der Beschwerdeführer seit Juli 2013 in seiner bisherigen Tätigkeit als Sanitärinstallateur zu 100 % arbeitsunfähig. Dafür seien ihm behinderungsangepasste Tätigkeiten (körperlich sehr leichte und wechselbelastende Tätigkeit
en
, häufig sitzend, ohne Gewichtsheben über 5 kg) zu 100 % zumutbar
, womit nach durchgeführtem Einkommensvergleich ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 30 % resultiere
(Urk. 2 S. 2).
Der medizinische Sachverhalt sei überdies genügend abgeklärt
(Urk. 7)
.
2.3
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerde geltend, ihm sei nur eine
Arbeitsfähigkeit
von 50 % auch für behinderungsangepasste Tätig
keiten mit wechselnd sitzender oder stehender Tätigkeit ohne grössere Belastung des Rückens
zumutbar
(Urk. 1 S. 16).
3.
3.1
Den medizinischen Berichten
der
Ärzte der
Z.___
, Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie, ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund eines seit dem Jahr 2012 zunehmende
n
chronische
n
lumbospondylogene
n
Schmerzsyndroms mit Spinalkanalstenose L4/5
bei verminderter Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 8/16/5-7
Ziff.
6)
am 14. Oktober 2013
einer Facettengelenksinfiltration L4/5 beidseits und eine
r
Sakral
block
-Operation
unterzog (Urk.
8/18/2-4, Urk.
8/
41), auf welche er in der Folge nur ungenügend ansprach, weshalb die Ärzte
in
ihrem Bericht vom 12. Dezember 2013 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 8/18/1)
von keiner lang
fristigen vollständigen A
r
beitsfähigkeit als Sanitä
r
installateur mehr ausgingen
und aufgrund der gestellten Nebendiagnosen (vgl. Urk. 8/41)
von einem opera
tiven Vorgehen absahen
.
3.2
Am 9. Januar 2014
er
suchte der Beschwerdeführer
aufgrund starker Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Gesäss um medizinische Hilfe. Die Ärzte der
Z.___
hielten in ihrem Bericht vom 9. Januar 2014 (Urk. 8/44) fest, nach dem Sakralblock
und der Facettengelenksinfiltration
sei es nur für zehn Tage zu einem Schmerzrückgang gekommen. Aktuell beklage der Beschwerdeführer wieder starke
lumbospondylogene
Schmerzen sowie eine Hyposensibilität in beiden Fusssohlen. Eine typische
Claudicatio
spinalis
bestehe bei
Spinalkanalstenose L4/5 nicht. Konventionell radiologisch zeige sich eine leichte
Olisthese
Meyerding
Grad I L4 zu 5 mit
geringgradiger
Zunahme bei Flexion. Angesichts des etwas unklaren Beschwerdebildes und
des
erhöhte
n
operativen Risiko
s
bei koronar 1-Gefässerkrankung
und
Status nach
Stentim
plantation
sowie vermehrten kardiovaskulären Risikofaktoren, sei mit dem Beschwerdeführer die erneute Durchführung eines Sakralblocks sowie das Aus
schöpfen konservativer Therapiemassnahmen besprochen worden (S.
2 unten).
3.3
Dr. med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, beur
teilte auf Anfrage des behandelnden Hausarztes des Beschwerdeführers mit Bericht vom 22. Januar 2014 (Urk. 8/31) die medizinische Situation dahinge
hend, dass bei weiteren therapieresistenten Schmerzen mit invalidisierendem Charakter
ein operativer Eingriff (reine Dekompression L4/5 oder eine
Verstei
fungs-Spondylodese
mit Dekompression L4/5) in Frage
käme
, wobei auch
mit
einem operativen Eingriff die Belastbarkeit der Wirbelsäule nicht gross gestei
gert werden könn
t
e, womit unklar sei, ob der Beschwerdeführer als Heizungs
monteur noch voll eingesetzt werden könne (S. 1 f.).
3.4
Am 13. Februar 2014 unterzog sich der Beschwerdeführer in der
Z.___
einer weiteren Sakralblock-Operation (vgl. Operationsbericht vom 19. Februar 2014, Urk. 8/25/7-8) und am 10. April 2014 einer
Facettengelenks
infiltration
L4/5 beidseits (vgl. Operationsbericht vom 16. April 2014, Urk. 8/42)
.
3.5
Med.
pract
.
B.___
, Facharzt für Innere Medizin, nannte in seinem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 26. April 2014 (Urk. 8/25/1-3) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei Spinalkanalstenose L4/5
-
k
oronare 1-Gefäss-Erkrankung und diffuse
Koronaratheromatose
-
PCI mit
BioMatrix-Stentimplantation
am 16. Oktober 2009
-
Risikofaktoren (RF)
: Adipositas, Hypertonie und
Dyslipidämie
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Verdacht auf
Cholezystolithiasis
, einen Status nach Zirkumzision und
Korrek
t
uroperation
bei Hypospadie, eine Gonarthrose beidseits, eine
Fasziitis
plantaris
rechts, einen Status nach Tonsillektomie, einen Status nach lateraler
Bandnaht
nach Distorsion links des
oberen Sprunggelenkes sowie eine Lebersteatose.
Er führte aus, der Beschwerdeführer habe chronische Schmerzen in Ruhe und bei Belastungen mit zeitweiliger Ischialgie nach links, jedoch keine neurologi
schen Ausfälle (Ziff. 1.4). Es stehe eine lumbale Dekompression als künftige Therapie zur Diskussion (Ziff. 1.5).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigk
eit bestehe vom 2.
Juli bis 26. August 2013 eine 50%ige, vom 27. August 2013 bis 27. Februar 2014 eine 80%ige und seit 28. Februar 2014 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
bei Beschwerdefreiheit zu 50-100 % zumutbar (Ziff. 1.7).
3.6
Dr. med.
C.___
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom RAD, hielt in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2014 (Urk. 8/33 S. 3) fest, dass beim Beschwerde
führer im Wesentlichen eine verminderte Belastung des Rückens vorliege, wel
che eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf mit sich bringe.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe
bei guter Prognose
eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit für körperlich sehr leichte und wechselbelastende Tätig
keiten, häufig sitze
nd und ohne Gewichtheben über 5 kg.
Diese Einschätzung bestätigte er mit Stellungnahme vom 7. November 2014 mit der Feststellung, dass bei den hier ausgewiesenen rein somatischen Einschrän
kungen aufgrund klinischer und versicherungsmedizinischer Erfahrung und bei strikter Einhaltung des Belastungsprofils grundsätzlich keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei (Urk. 8/48 S. 1 f.).
3.7
Med.
pract
.
B.___
berichtete nach Verfügungserlass am 2. Dezember 2014 über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers (Urk. 3/3). Er führte aus, der Beschwerdeführer leide nun seit etwas mehr als zwei Jahren unter einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom linksbetont. Die Beschwerden seien im Oktober 2012 erstmals
exazerbiert
und seither nicht mehr verschwunden. Trotz mehrerer Therapieansätze wie beispielsweise Infiltration, Medikamente, Physio
therapie und einer deutlichen Gewichtsreduktion von über 20 kg hätten die Beschwerden nie ganz aufgehört. In seinem angestammten Beruf als
Sanitärin
stallateur
bestehe seit dem 28. Februar 2014 eine vollständige Arbeitsunfähig
keit. Aktuell erscheine eine behinderungsangepasste Tätigkeit kaum möglich. Bei Abnahme der Beschwerden sei von einer theoretisch möglichen
Arbeitsein
schränkung
von etwa 50 % in einer wechselnd sitzenden oder stehenden Tätig
keit ohne grössere Belastung des Rückens vorstellbar (S. 1).
3.8
Dr.
med. D.___
, Assistenzarzt,
Z.___
, nannte am 5. Dezember 2014 (Urk. 3/4) als Diagnose neu eine degenerative
Spondylolisthesis
L4/5 (Grad I nach
Meyerding
) und berichtete von tieflumbalen Kreuzschmerzen, die es dem Beschwerdeführer trotz adäquater Analgesie verunmöglich
ten
, die angestammte Tätigkeit auszuüben (S. 1).
3.9
Ein
e
am 10. Dezember 2014 erhobene bildgebende Untersuchung der
Lenden
wir
belsäule
(LWS) ergab eine mittel- bis hochgradige konzentrische
osteoliga
mentäre
Spinalkanalstenose auf Höhe Lendenwirbelkörper (LWK) 4/5 infolge
Diskusprotrusion
und
dekonfigurierender
Spondylarthrose
sowie eine
leicht
g
radige
osteoligamentäre
konzentrische Einengung auf Höhe LWK
3/4
(vgl. Bericht des
E.___
vom 10. Dezember 2014, Urk. 11/1).
3.10
Dr. med.
F.___
, Facharzt für Neurologie, bestätigte nach durch
geführ
tem neurologische
m
Untersuch vom 5. Januar 2015 die Diagnose einer lumbalen Spinalkanalstenose in Höhe LWK 4/
5.
Er
berichtete darüber hin
aus von Sensibilitätsstörungen im Bereich der Unterschenkel und Füsse beid
seits und empfahl aus neurologischer Sicht eine wirbelsäulenchirurgische Inter
vention (Bericht vom 13. Januar 2015, Urk. 11/2).
3.11
Dr.
C.___
vom RAD hielt in seiner Beurteilung vom 23. Januar 2015 an seinen vorherigen Stellungnahmen (vgl. vorstehend E. 3.
6
) fest und führte aus, die medizinischen Befunde seien klar und unbestritten, weshalb weitere medizini
sche Abklärungen nicht notwendig seien (Urk. 7).
3.12
Nach Aktualisierung der Bildgebung (Magnetresonanz- und Computertomogra
phie der LWS vom 23. Januar 2015) führten die Ärzte der
Z.___
in ihrem Bericht vom 26. Januar 2015 (Urk. 11/3) hinsichtlich des weiteren
medi
zinischen
Vorgehens aus,
die
belastungsabhängigen Beinschmerzen könnten durch die Spinal
kanalstenose L4/5 erklärt werden, sodass hier eine Dekompres
sion als sinnvoll erscheine. Bezüglich des Kreuzschmerzes bestehe eine
Olisthese
L4/5 auch mit
Spondylarthrosen
in diesem Segment. Jedoch bestünden auch weniger stark ausgeprägte degenerative Veränderungen der übrigen Segmente. Daher sei eine Schmerzfreiheit bezüglich des Rückenschmerzes durch eine Fusion des Segmentes L4/5 nicht
zu
garantieren. Eine Schmer
z
reduktion sei jedoch sehr wahrscheinlich (S. 2).
4.
4.1
Den vorliegenden Arztberichten kann grundsätzlich übereinstimmend entnom
men werden, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als
Sanitärin
stallateur
nicht mehr zumutbar ist. Dies ist unbestritten.
4.2
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit stützte die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid auf die Stellungnahmen von Dr.
C.___
vom RAD, welcher betreffend Diagnosen auf die vorhandenen Arztberichte abstellte, aber abweichend von der Annahme
des behandelnden Arztes Dr.
B.___
eine
r
Restarbeitsfähigkeit von 50
%
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging, ohne dies zu begründen (Urk. 2, vgl. vor
stehend E. 3.6, E. 3.11).
4.3
Die Ärzte der
Z.___
führten beim Beschwerdeführer am 14. Oktober 2013, 13. Februar und am 10. April 2014 je
eine
Sakralblock-Operation und
eine
Facettengelenksinfiltration durch.
Der behandelnde Hausarzt Dr.
B.___
legte dar, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines chronischen
lumbospon
dylogenen
Schmerzsyndrom
s
bei Spinalkanalstenose LWK 4/5
trotz der vorge
nannten medizinischen Eingriffe
und der konservativen Therapie
nicht beschwerdefrei und auch in einer angepassten Tätigkeit
zu etwa 50 % in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei
. Dies nachdem er anfänglich noch von einer möglichen behinderungsangepassten Arbeitsfähigkeit von 50-100
%
bei voll
ständiger Be
schwe
rdefreiheit ausgegangen war (vgl. vorstehend E.
3.5, E. 3.7
).
4.4
Bei der Würdigung
der
drei
Stellungnahmen von
Dr.
C.___
ist demgegenüber zu berücksichtigen, dass interne Berichte des RAD eine andere Funktion als medi
zinische Gutachten (Art. 44 ATSG) oder Untersuchungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) haben. Zu deren Verfassung erheben die RAD-Ärzte nicht selber medizinische Befunde, sondern setzen sich mit den vorhandenen auseinander. Die Funktion dieser Berichte besteht darin, aus
medizinischer Sicht
gewissermassen
als Hilfe
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
,
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (
Urteil des Bundesgerichts
9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall lagen im Zeitpunkt der Stellungnahmen des RAD-Arztes ledigl
ich die Berichte der
Z.___
und des Hausarztes vor. Dar
aus
war ersichtlich, dass aus Sicht der Ärzte zumindest nicht von einer Besserung der Beschwerden ausgegangen werden konnte und zusätzliche Operationen
zwecks Schmerzlinderung
erwogen wurden.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nahm nur der Hausarzt Stellung.
Unter diesen Umständen wäre
d
er
RAD
gehalten gewesen, zusätzliche Abklärungen zu empfehlen oder den Beschwerdeführer selbst zu untersuchen. Seine Stellung
nahme beruht weder auf der Würdigung eines umfassend abgeklärten Sachver
haltes noch auf den Befunden einer persönlichen Untersuchung des Beschwer
deführers, sondern allein
auf klinischer und versicherungsmedizinischer Erfahrung, weshalb darauf nicht abgestellt werden darf.
4.5
Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden medizinischen Akten keine hinrei
chende Grundlage zur Klärung der streitentscheidenden medizinischen Fragen
beziehungsweise
der Frage nach dem Restleistungsvermögen in ange
passter Tätigkeit darstellen.
Die ärztliche Einschätzung soll so genau wie mög
lich Auskunft über die tatsächlich verbleibende Arbeitsfähigkeit der versicherten Person geben. Ist nach ärztlicher Ansicht die Arbeitsfähigkeit mittels Therapie
beziehungsweise Operation
steigerbar
, so handelt es sich noch nicht um den Endzustand. Damit ist auch gesagt, dass im Verfügungszeitpunkt keine
abschliessende
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers möglich war.
Eine solche könnte gegebenenfalls nach durchgeführter
Operation und
Therapie mittels einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) ermittelt werden
(vgl. diesbezüglich
e
Empfehlung der Ärzte der
Z.___
vom 1
2.
Dezember 2013,
Urk.
8/18)
.
Die Sache erweist sich demzufolge als nicht spruchreif.
4.6
Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin
entscheidrelevante
Fragen ledig
lich aufgrund wenig aussagekräftiger Arztberichte beantwortete, rechtfer
tigt es sich nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen ein
Gerichtsgut
achten
einzuholen
, zumal im vorliegenden Fall die Therapiemöglichkeiten noch nicht voll ausgeschöpft sind
und
von einer
lumbalen
Dekompression eine Schmerzreduktion zu erwarten ist
.
Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
14. November 2014
(Urk. 2)
und in
Gutheissung
der Beschwerde
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die notwendigen Abklärungen veranlasse und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. Diese Vorgehensweise steht im Einklang mit der höchstrichterlichen Praxis (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), da es sich um eine notwendige Erhebung einer bisher gutachterlich ungeklärten Frage handelt (vgl. etwa auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.
00633 vom 17. September 2014 E.
4.3).
Bei diesem Ergebnis kann auch die Prüfung der vom Beschwerdeführer gerügten formellen Mängel
, namentlich die
Ver
letzung der Begründungspflicht und des Untersuchungsgrundsatzes (Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 22 ff.)
,
offen bleiben.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und, da die
Rückwei
sung
an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr.
10 S. 28 E. 3),
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Zudem ist
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessentschädigung von Fr. 1‘8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1
GSVGer
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird i
n dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 14. November 2014 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schä
digung
von Fr.
1‘800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Lorenzo
Marazzotta
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrühwiler