# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e482820c-44f7-541b-95fc-02322b69aaac
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.07.2009 UV 2008/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-103_2009-07-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/103

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 14.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2009
Art. 6 UVG; Art. 19 Abs. 1 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen 
Beschwerden im Nachgang zu einem HWS-Schleudertrauma. Prüfung der 
Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung. Verneinung der Adäquanz in 
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2009, UV 
2008/103).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiber Benedikt Fässler

Entscheid vom 14. Juli 2009

in Sachen

I.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Franziskus Ott, Haus zum Anker, 

Ankerstrasse 24, 8004 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Am 18. April 2005 wurde I.___, geboren 1978, Mitarbeiter im Call-Center der A.___ 

und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 

versichert, in einen Auffahrunfall verwickelt. Wegen ca. zwei Stunden später 

auftretender Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit, Schwindel, starker 

Müdigkeit und Konzentrationsschwäche suchte er noch am gleichen Tag Dr. med. 

B.___, Facharzt FHM für Allgemeinmedizin, auf. Eine Arbeitsunfähigkeit resultierte keine 

und eine Zweitkonsultation am 26. April 2005 zeigte eine günstige Entwicklung. 

Anlässlich einer Konsultation am 26. Juni 2005 war das Unfallereignis kein Thema mehr 

(Suva-act. 58.3 und 4).

A.b   Am 12. August 2006 wurde I.___ erneut in einen Auffahrunfall auf der Hardbrücke 

in Zürich verwickelt. Die Unfallverursacherin fuhr in das hinter dem Versicherten 

stehende Auto. Dieses kollidierte mit dem stehenden Fahrzeug des Versicherten, 

welches noch in das vor ihm stehende Auto geschoben wurde. Der Versicherte 

verspürte unmittelbar nach dem Unfall Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit 

(Suva-act. 5) und begab sich deshalb noch am Unfalltag in Behandlung zu Dr. med. 

C.___, Allgemeinmedizin FMH. Dieser diagnostiziert eine HWS-Distorsion QTF II und 

bescheinigte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 5). Dr. 

med. D.___, Physikalische Medizin FMH, an den der Versicherte überwiesen worden 

war, stellte gestützt auf eine persönliche Untersuchung am 5. September 2006 und 

eine Röntgenuntersuchung vom 23. August 2006 anhaltende myofasciale Störungen 

Nacken-/Schultermuskulatur nach HWS-Distorsion vom 12. August 2006 fest (Suva-

act. 2). Bei der Röntgenuntersuchung wurde eine Gefügelockerung in den Segmenten 

C4/5 und C5/6 mit minimal vermehrter Beweglichkeit in der Inklination festgestellt. 

Darüber hinaus fanden sich keine weiteren Pathologien, insbesondere keine 

erkennbaren Zeichen von traumatischen Läsionen der Wirbelkörper oder der 

Wirbelfortsätze (Suva-act. 2 und 6). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen 

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(Heilbehandlung, Taggeld). Die medikamentöse und physiotherapeutische Behandlung 

brachte jedoch keine wesentliche Besserung der Beschwerden.

A.c   Nach einem ambulanten Assessment am 8. November 2006 durch Dr. med. E.___, 

FMH Chirurgie, bei dem ein zervikozephales und zervikobrachiales beidseitiges 

myofasziales Syndrom mit schmerzbedingten Konzentrationsstörungen und 

Ängstlichkeit diagnostiziert wurden (Suva-act. 36.1), begab sich der Versicherte vom 

22. November 2006 bis zum 11. Januar 2007 in eine stationäre Rehabilitation in die 

Rehaklinik Bellikon. Während der Rehabilitation wurde am 30. November 2006 ein MRI 

der HWS durchgeführt, bei dem sich keine posttraumatischen Veränderungen zeigten 

(Suva-act. 52). Weiter erfolgte eine neurologische Beurteilung durch Dr. med. F.___, 

Spezialarzt FMH für Neurologie: Danach ergab die klinisch-neurologische 

Untersuchung keine pathologischen Befunde. Es bestanden keine Anhaltspunkte für 

eine Hirnschädigung oder eine Rückenmarksläsion im cervicalen Bereich und es waren 

keine zentralen oder peripheren Nervenläsionen nachweisbar (Suva-act. 53). Am 1. 

Dezember 2006 wurden durch lic. phil. G.___, Psychologin, und H.___, med. pract., 

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychosomatisches Konsilium 

und ein neuropsychologisches Screening durchgeführt. Das psychosomatische 

Konsilium zeigte eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion 

gemischt. Im neuropsychologischen Screening wurden eine deutliche Verlangsamung 

sowie Tendenzen zu Leistungseinbrüchen bei der Bearbeitung monotoner visueller 

Konzentrationsaufgaben nachgewiesen. Die mentale Dauerbelastbarkeit und Ausdauer 

war insbesondere schmerzbedingt deutlich herabgesetzt (Suva-act. 54.7-10). Im 

Austrittsbericht von Dr. med. J.___, Assistenzärztin Arbeitsorientierte Rehabilitation und 

Dr. med. K.___, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation FHM, vom 18. 

Januar 2007 wird ein cerviko-cephales und cerviko-brachiales myofasziales Syndrom 

beidseits, sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion 

diagnostiziert. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, dass zusätzlich zu den 

muskuloskelletal bedingten Einschränkungen aktuell eine schmerzbedingte 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche bestehe, welche zu einer 

verminderten mentalen Dauerbelastbarkeit führe, die sich momentan relevant 

leistungsmindernd auf die aktuelle berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter in einem Call-

Center der A.___ auswirke. Die zusätzliche psychische Störung von Krankheitswert 

begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung (Suva-act. 54.1). Die Ärzte 

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empfahlen eine schrittweise Wiederaufnahme der bisherigen Arbeit mit anfänglich 

zusätzlichen Pausen und Anpassungen am Arbeitsplatz (Stehpult) (Suva-act. 54.2). 

Zum Therapieverlauf wird ausgeführt, dass es dem Versicherten wegen einer 

ausgeprägten Ängstlichkeit und Fixierung auf die Schmerzen im Schulter-/

Nackenbereich nur begrenzt gelang, vom Therapieprogramm zu profitieren. Nach 

Einschätzung der Ärzte stünden im Vordergrund der Beschwerden psychische 

Beeinträchtigungen in Form eines ausgeprägten ängstlichen Besorgtseins bezüglich 

körperlicher Symptome mit daraus resultierender starker Verunsicherung sowie einer 

Schmerzfixierung. Allfällige somatische Restfolgen seien anzunehmen, stünden aber im 

Hintergrund. Die Schmerzfixierung verstärke die körperlichen Beschwerden und wirke 

sich auch hinderlich auf die berufliche Eingliederung aus (Suva-act. 54.3).

A.d   In einer biomechanischen Kurzbeurteilung vom 15. Januar 2007 kamen die 

Experten zum Schluss, dass die durch die Kollision bedingte 

Geschwindigkeitsänderung

(delta-v) für den VW des Versicherten unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von

10 - 15 km/h lag und damit höchstens im Bereich der kritischen Grenze, wo 

unfallbedingte Beschwerden zu erklären wären (Suva-act. 51.4).

A.e   Die schrittweise Wiedereingliederung am Arbeitsplatz bei der Call-Center der 

A.___ verlief nicht erfolgreich, weil die Versuche des Beschwerdeführers, seine 

Arbeitsleistung stufenweise zu erhöhen, an seiner raschen Ermüdbarkeit mit 

Konzentrationsstörungen und begleitender Steigerung der Schmerzintensität 

scheiterten. Am 26. Mai 2007 diagnostizierte Dr. med. L.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion 

auf dem Boden anhalterender psychosozialer und somatischer Belastung nach dem 

Autounfall vom 12. August 2006. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

schätzte er mit 30 % ein (Suva-act. 86). Am 30. Mai 2007 fand eine kreisärztliche 

Untersuchung bei Kreisarzt Dr. med. M.___, Orthopädische Chirurgie FMH, statt (Suva-

act. 91). Dr. M.___ gelangte zur Einschätzung, dass die heutigen Beschwerden 

organisch nicht erklärt werden könnten. Ob die von psychiatrischer Seite 

diagnostizierte Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Situation eine 

Traumafolge sei oder durch eine psychosoziale Belastungssituation erklärt werden 

könne, könne er nicht entscheiden (Suva-act. 91.5). Am 23. Juli 2007 wurde dem 

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Versicherten mit Wirkung auf den 30. September 2007 gekündigt (Suva-act. 104). Es 

erfolgte eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung. Seit Oktober 2007 werden 

dem Versicherten Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet (Suva-act. 

158.7). Im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms des RAV ist der Versicherte an der 

Gestaltung eines Handbuches im Computer-Bereich beteiligt.

A.f    Ab Ende August 2007 bestand laut Dr. D.___ wieder eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % (Suva-act. 107.1 und 109). Am 17. Oktober 2007 wurde ein MRI des Schädels 

durchgeführt, welches keine pathologischen Befunde ergab (Bericht Prof. Dr. med. 

N.___; Suva-act. 131). Mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 erklärte Dr. L.___, aus 

psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 129). Am 19. 

November 2007 fand eine neuropsychologische Untersuchung bei Dr. phil. O.___, 

Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, statt (Suva-act. 137). Dieser 

diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. Dezember 2007 defizitäre Hirnleistungen in 

verschiedenen Bereichen. Bei knappem allgemeinem Leistungsniveau seien v.a. 

Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Lernen und Gedächtnis beeinträchtigt. Mit 

diesem Hirnleistungsbild wären nach Auffassung des Gutachters weder die diversen 

Aus- und Weiterbildungen noch der letzte Arbeitsplatz des Versicherten möglich 

gewesen (Suva-act. 137.6). Am 12. Januar 2008 berichtete Dr. O.___ über die bei ihm 

durchgeführte Schmerzpsychotherapie (10 Sitzungen). Dr. O.___ führt aus, es sei 

möglich, dass eine Kumulation mehrerer HWS-Distorsionstraumen plötzlich zu 

massivsten Schädigungen führen könne, auch wenn anfangs keine Anzeichen zu 

erkennen waren. Dass der Beschwerdeführer ein erstes Schleudertrauma von 2005 

problemlos weggesteckt habe, rechtfertige nicht die Annahme, deshalb sei auch keine 

Schädigung zurückgeblieben. Aus Sicht von Dr. O.___ blockiert eine gedankliche 

Schmerz-Fixierung eine adäquate Wahrnehmung und Bearbeitung seiner Störungen. Er 

glaube, das eigentliche Problem seien seine Schmerzen und dass erst dann alles 

wieder in Ordnung sei, wenn diese Schmerzen durch ärztliche Kunst behoben seien 

(Suva-act. 140.2). Gestützt auf die Akten und auf eine eigene neurologische 

Untersuchung vom 13. September 2007 diagnostizierte Dr. med. P.___, Facharzt FMH 

für Neurologie, mit Bericht vom 13. Februar 2008 ein organisches Psychosyndrom 

nach Schädelhirntrauma, ein zervikozephales Syndrom und ein Zervikobrachial-

Syndrom. Bei seiner Untersuchung stellte er eine angedeutete Asterixis und leichte 

Dysdiadochokinese links fest (Suva-act. 149.2). Er gelangte zur Auffassung, dass diese 

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sehr leichten Koordinationsstörungen der linken oberen Extremität darauf schliessen 

liessen, dass bei den beiden Auffahrunfällen spinocerebelläre Verbindungen leicht 

geschädigt worden seien. Somit seien die Hirnleistungsstörungen – einschliesslich der 

neuropsychologisch festgestellten – mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

organisch bedingt. Der Versicherte sei deshalb im bisherigen Beruf als EDV-

Kundenberater zu 100 % und in angepasster Beschäftigung zwischen 60 % und 70 % 

arbeitsunfähig. In Bezug auf den Unfallmechanismus führt Dr. P.___ auf, die 

wiederholten Auffahrunfälle seien bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen, wobei 

der letzte Unfall einem Schütteltrauma entspreche (Suva-act. 149.3). Am 28. April 2008 

fand erneut eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. M.___ statt. Die klinische 

Untersuchung ergab einen Normalbefund mit Ausnahme einer als eingeschränkt 

gezeigten HWS-Beweglichkeit und einem minimal erhöhten Tonus des M. trapezius im 

Sitzen. Die verschiedenen koordinativen Tests waren unauffällig, neurologische 

Auffälligkeiten wurden keine festgestellt. Er kommt darin zum Schluss, dass eine 

strukturelle Schädigung durch das Unfallereignis vom 12. August 2006 nie 

nachgewiesen werden konnte und aufgrund der bei der Aufarbeitung des 

Unfallereignisses errechneten physikalischen Beschleunigung auch gar nicht zu 

erwarten sei. Ein Weiterführen der Behandlung sei nicht vertretbar, die 

Erfolgsaussichten erschienen zu gering (Suva-act. 153.7). Die Beurteilung durch Dr. 

P.___ vom 13. Februar 2008 stuft er als in mehrerer Hinsicht schwer nachvollziehbar 

ein. So seien die von Dr. P.___ festgestellten "sehr leichten Koordinationsstörungen" an 

der linken oberen Extremität bei der fachärztlich-neurologischen Beurteilung im 

Dezember 2006 nicht vorhanden gewesen und im MRI habe sich keine Schädigung im 

Bereiche der spionocerebellären Verbindungen nachweisen lassen. Zudem sei bei 

beiden Unfällen ein Schädel-Hirn-Trauma nicht überliefert und es bestünden auch nicht 

leise Verdachtsmomente für eine Commotio (Suva-act. 153.6).

A.g   Mit Verfügung vom 22. Mai 2008 (Suva-act. 157) stellte die Suva die 

Heilungskosten per 31. Mai 2008 ein. Die Taggeldleistungen wurden bis 30. September 

2007 bezahlt, da ab 1. Oktober 2007 keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr 

ausgewiesen sei. Die Suva begründete ihren Entscheid damit, dass die vom 

Versicherten geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. 

Deshalb sei die Adäquanz nach den bundesgerichtlichen Kriterien zu prüfen. Nach 

Prüfung der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen.

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B.       

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Kaspar Noser, Lachen, am 20. Juni 2008 Einsprache (Suva-act. 158). Darin beantragte 

der Anwalt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass der 

Versicherte weiterhin unfallbedingt arbeitsunfähig sei und es seien die gesetzlichen 

Leistungen weiterhin auszurichten. Mit Einspracheentscheid vom 20. August 2008 

wurde die Einsprache abgewiesen. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass vorliegend 

die bundesgerichtlichen Adäquanzkriterien (BGE 134 V 109) nicht erfüllt seien und das 

vom Versicherten geklagte Beschwerdebild deshalb nicht als adäquate Unfallfolge 

anerkannt werden könne (Suva-act. 162).

C.       

Mit Eingabe vom 18. September 2008 (act. G 1) und Ergänzung vom 30. Oktober 2008 

(act. G 6) erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Franziskus Ott, 

Zürich, Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Er 

beantragte, der Einspracheentscheid der Suva vom 20. August 2008 sei aufzuheben, 

es sei festzustellen, dass er weiterhin unfallbedingt arbeitsunfähig sei, die 

Beschwerdeführerin sei zu verpflichten, ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen 

auszurichten, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zudem 

wurde die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung beantragt. In ihrer 

Beschwerdeantwort vom 26. November 2008 (act. G 8) verlangt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Am 2. Dezember 2008 wurde 

dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom Präsidenten des 

Versicherungsgerichts entsprochen (act. G 10). Mit Replik vom 22. Dezember 2008 

(act. G 11) hielt der Beschwerdeführer an den Beschwerdeanträgen fest. Materiell 

wurden insbesondere ergänzende medizinische Abklärungen zur natürlichen 

Unfallkausalität verlangt. Mit Duplik vom 15. Januar 2009 (act. G 13) hielt die 

Beschwerdegegnerin vollumfänglich an ihrem Standpunkt, wie er sich aus dem 

Einsprache-Entscheid sowie aus der Beschwerdeantwort ergibt, fest.

Erwägungen:

1.        

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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen 

und weitere Leistungen der Unfallversicherung nach dem 31. Mai 2008 verweigert hat. 

Es besteht zusätzlich die Besonderheit, dass die Beschwerdegegnerin die Taggelder 

bereits per 30. September 2007 eingestellt (vgl. Suva-act. 106 und 157.1), dies jedoch 

nicht - wie an sich vorgeschrieben - in Verfügungsform mitgeteilt hat (vgl. Art. 49 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1] i.V.m. Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; 

SR 832.202]). Erst in der angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2008 hat die 

Beschwerdegegnerin in Verfügungsform mitgeteilt, die Taggeldleistungen seien per 

30. September 2007 eingestellt worden, weil ab dem 1. Oktober 2007 keine 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen sei (Suva-act. 157.1). Nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann im Fall einer gesetzeswidrig formlos 

mitgeteilten Leistungseinstellung die betroffene Person grundsätzlich innerhalb eines 

Jahres den Erlass einer schriftlichen Verfügung verlangen. Ansonsten erwächst auch 

der unzulässigerweise formlos mitgeteilte Entscheid in Rechtskraft (vgl. BGE 134 V 

145). Vorliegend hat jedoch die Beschwerdegegnerin von sich aus am 22. Mai 2008 

eine Verfügung erlassen. Da der Anwalt des Beschwerdeführers die in der Einsprache 

vom 20. Juni 2008 (vgl. Suva-act. 158) gemachten Ausführungen zum integrierenden 

Bestandteil der vorliegenden Beschwerde erklärte (act. G 6 Ziff. 4), ist die in der 

Einsprache bestrittene Rechtmässigkeit der Einstellung der Taggelder per 30. 

September 2007 (vgl. Suva-act. 158.2) ebenfalls zu prüfen.

2.        

2.1    Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 

eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der diesen Instanzen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt dabei für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 

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118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Weiter ist das Vorhandensein des adäquaten 

Kausalzusammenhangs zu prüfen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 125 V 456 E. 5a mit 

Hinweisen). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu 

bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen 

Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können 

doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. 

In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei 

welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte 

Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die 

Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen dagegen, dass die versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung 

erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen 

Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend, andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a festgelegten bzw. den 

mit BGE 134 V 109 E. 10.3 modifizierten Kriterien (BGE 127 V 102 E. 5b/bb).

3.        

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3.1    Aus den Akten ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer im Rahmen umfassender 

bildgebender Abklärungen kein Beschwerdebild festgestellt wurde, welchem ein 

organisches Substrat im Sinn einer Verletzung der Halswirbelsäule oder des Gehirns 

zugrunde liegt (vgl. Suva-act. 6, 52, 131). Im Röntgen der HWS vom 23. August 2006 

wurde zwar eine Gefügelockerung in den Segmenten C4/5 und C5/6 mit minimal 

vermehrter Beweglichkeit in der Inklination festgestellt (Suva-act. 6). Im MRI der HWS 

vom 30. November 2006 wurde ein leichter Wasserverlust der Bandscheiben in den 

Segmenten HWK2/3 bis einschliesslich HWK6/7 festgestellt (Suva-act. 52). Nach 

Einschätzung von Kreisarzt Dr. M.___ ist die minimale Hypermobilität der Segmente 

C4/5 und C5/6 einerseits konstitutionell und andererseits möglicherweise degenerativ 

bedingt (Suva-act. 91.4). Auch die im MRI der HWS festgestellte leichte Dehydration 

der Bandscheiben ist laut Dr. M.___ degenerativ bedingt (Suva-act. 91.2). Klinisch 

erhobene Bewegungseinschränkungen der HWS sowie ein erhöhter Muskeltonus - wie 

von Dr. M.___ anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 28. April 2008 festgestellt 

(vgl. Suva-act. 153.7) - stellen praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat 

dar (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. August 2005, U 9/05, E. 4). 

Ein Hinweis auf ein organisches Substrat ergibt sich auch nicht aus dem Bericht des 

Neurologen Dr. P.___ vom 13. Februar 2008: Dieser führt aus, die von ihm 

diagnostizierten leichten Koordinationsstörungen deuteten darauf hin, dass bei den 

beiden Auffahrunfällen spinocerebelläre Verbindungen leicht geschädigt worden seien. 

Die neuropsychologischen Hirnleistungsstörungen seien zudem so klar begrenzt, dass 

eine organische Ursache mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden 

könne (Suva-act. 149.3). Wie Kreisarzt Dr. M.___ zu Recht ausführt, ist der Bericht von 

Dr. P.___ in mehrerer Hinsicht schwer nachvollziehbar. So findet sich in den Vorakten 

kein Hinweis auf ein Schädel-Hirntrauma, ja sogar nicht einmal auf eine 

Hirnerschütterung. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, wie Dr. P.___ über ein Jahr 

nach dem Unfall plötzlich zur Diagnose eines Schädel-Hirntraumas gelangt ist. Ferner 

ist nicht nachvollziehbar, wie Dr. P.___ zum Schluss kommt, es bestünden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit organische Ursachen für die neuropsychologisch 

festgestellten Hirnleistungsstörungen, obwohl beim MRI des Schädels keine 

pathologischen Befunde festgestellt wurden. Zudem wurden die von Dr. P.___ 

festgestellten sehr leichten Koordinationsstörungen von keinem anderen Arzt 

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diagnostiziert (vgl. Suva-act. 153.6). Auf den Bericht von Dr. P.___ ist wegen der 

genannten Mängel deshalb nicht abzustellen.

3.2    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleudertraumaverletzungen der Halswirbelsäule auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) typischen Beschwerden nicht mit 

entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) 

objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, sie in Abrede zu stellen (BGE 117 V 

359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung 

typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen 

Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, 

rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, 

Wesensveränderungen usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und den Beschwerden resp. der dadurch eingetretenen Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b). In casu hat der 

Beschwerdeführer bereits am Unfalltag wegen Kopf- und Nackenschmerzen und 

Übelkeit den Notfallarzt Dr. C.___ aufgesucht. Dieser dokumentierte das Ergebnis 

seiner Untersuchung auf dem "Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach 

kraniozervikalem Beschleunigungstrauma". Danach klagte der Beschwerdeführer 

unmittelbar nach dem Unfall über Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit. Als 

Befunde wurden Ruheschmerzen und Schmerzen bei der Flexion, Extension, 

Linksdrehung und Seitenneigung links im Bereiche der HWS, Druckschmerz im 

Nackenbereich und eine Verspannung im rechten Schultergürtel festgestellt. Als 

Diagnose wurde eine HWS-Distorsion QTF II gestellt (Suva-act. 5). Am 5. September 

2006 bestanden gemäss Bericht von Dr. D.___ andauernde Schmerzen im Bereich 

Nacken, Schulter und zwischen den Schulterblättern, sowie Muskelverspannungen und 

Pseudoparästhesien im linken Arm. Die Beweglichkeit der HWS war jedoch passiv und 

aktiv ohne wesentliche Einschränkung (Suva-act. 2). Anlässlich des ambulanten 

Assessments vom 8. November 2006 wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion QTF II 

bestätigt. Weiter wurden ein zervikocephales und zervikobrachiales beidseitiges 

myofasciales Syndrom, schmerzbedingte Konzentrationsstörungen und Ängstlichkeit 

diagnostiziert (Suva-act. 36.1). Im nach einem stationären Aufenthalt vom 22. 

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November 2006 bis zum 11. Januar 2007 in der Rehaklinik Bellikon erstellten 

Austrittsbericht wurden ein zervikozephales und zervikobrachiales myofaciales 

Syndrom beidseits und eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion 

gemischt diagnostiziert. Ferner zeigte sich eine schmerzbedingte Konzentrations- und 

Aufmerksamkeitsschwäche (Suva-act. 54.1). Somit traten unmittelbar nach dem Unfall 

erste Beschwerden auf, die sich in der Folge zu einem für 

Schleudertraumaverletzungen typischen bunten Beschwerdebild ausweiteten. Es ist 

deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 12. August 2006 und dem 

Beschwerdebild des Versicherten auszugehen. Entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder 

und Heilbehandlungen anerkannt.

4.        

4.1    Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab dem 31. Mai 2008 sei der 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 12. August 2006 und den geklagten 

Beschwerden nicht mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es sich dabei um eine 

leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht bei der versicherten 

Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 15. Oktober 2003, U 

154/03, E. 2.1, RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Dabei muss nicht etwa der Beweis für 

unfallfremde Ursachen erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).

4.2    Vorliegend lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass die einmal anerkannte 

natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers weggefallen wäre. Da somit nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass ab dem 31. Mai 2008 keine 

Unfallfolgen mehr bestehen, ist auch nach dem 31. Mai 2008 vom Fortbestehen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen. Die Beschwerdegegnerin durfte ihre 

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Leistungen somit nur einstellen, wenn ab diesem Zeitpunkt die Adäquanz verneint 

werden kann. Kann die Adäquanz verneint werden, erübrigen sich auch weitere 

Abklärungen zur natürlichen Kausalität, wie sie vom Anwalt des Beschwerdeführers 

beantragt werden. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich in einer ersten 

Phase nach dem Unfall die natürliche mit der adäquaten Kausalität deckt; auf eine 

gesonderte Adäquanzprüfung kann verzichtet werden. Eine solche ist erst 

vorzunehmen, wenn sich die Frage nach Dauerleistungen (Rente) stellt (vgl. BGE 134 V 

109 E. 9.2 und 9.3).

5.        

5.1    Das Gesetz legt nicht fest, bis zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer die 

Heilbehandlungen und Taggelder zu gewähren hat. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch 

aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem 

Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach 

konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer hat – sofern allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die 

Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 

Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet 

werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 

E. 4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten 

bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt. "Namhaft" 

bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende 

Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3).

5.2    Vorliegend führt Kreisarzt Dr. M.___ am 28. April 2008 aus, eine Weiterführung der 

Behandlung sei nicht vertretbar, die Erfolgsaussichten erschienen zu gering, da die 

bisherige sehr vielfältige Behandlung das bunte Beschwerdebild nicht zu beeinflussen 

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vermochte (Suva-act.153.7). Auch der Neurologe Dr. P.___ nennt in seinem Bericht 

vom 13. Februar 2008 (Suva-act. 149) keine weiteren Behandlungsmassnahmen. Einzig 

der Neuropsychologe Dr. O.___ formuliert in seinem Bericht über die 

Schmerzpsychotherapie vom 12. Januar 2008 als Behandlungsziele ein Training der 

Selbst-Wahrnehmung als Basis für jede weitere therapeutische Tätigkeit: Es müsse ein 

Wechsel von einer aussengelenkten auf eine selbstgelenkte Orientierung seiner 

Aktivitäten stattfinden, sonst komme es zu einer Fortschreitung von Chronifizierung 

und Schmerzausweitung. Ferner schlägt Dr. O.___ eine Gestaltung der Tagesstruktur 

und seines Arbeitseinsatzes gemäss seinen aktuellen Grenzen und das Erlernen von 

Entspannungstechniken vor (Suva-act. 140.3). Es ist jedoch zu erwähnen, dass der 

Beschwerdeführer bereits intensiv sowohl somatisch als auch psychologisch/

psychiatrisch behandelt wurde, ohne dass sich eine wesentliche Verbesserung des 

Gesundheitszustandes zeigte. Auch der schrittweise leidensangepasste Versuch der 

Wiederaufnahme der alten Arbeitstätigkeit verlief erfolglos. Allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung sind nicht ausgewiesen. 

Vielmehr wurde mit Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen vom 1. 

Dezember 2008 festgehalten, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, weil 

ab dem 2. Juli 2007 sowohl in der angestammten als auch für sämtliche andere 

Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. act. G 13.1). Vor diesem 

Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin den Fall mit 

Verfügung vom 22. Mai 2008 abgeschlossen hat. Die Prüfung einer Rente oder einer 

Integritätsentschädigung erübrigt sich, wenn die Adäquanz verneint werden kann.

6.        

6.1    Es ist deshalb zu prüfen, ob die Vorinstanz die Adäquanz zu Recht gemäss den 

für Schleudertraumaverletzungen massgeblichen Adäquanzkriterien nach BGE 134 V 

109 verneint hat.

6.2    Im Abschlussbericht aus Bellikon wird ausgeführt, dass allfällige somatische 

Restfolgen anzunehmen seien, jedoch im Verhältnis zur psychischen Problematik im 

Hintergrund stünden. Während der Rehabilitation zeigte sich, dass der 

Beschwerdeführer wegen seiner Ängstlichkeit und Schmerzfixierung nur begrenzt vom 

Therapieprogramm profitieren konnte (Suva-act. 54.3). Nach der Aktenlage stand 

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demnach schon ca. ein halbes Jahr nach dem Unfall die psychische Problematik im 

Vordergrund. Auch Dr. M.___ hat zur kreisärztlichen Untersuchung vom 30. Mai 2007 

ausgeführt, die gezeigte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit sei am ehesten als 

Schmerzverdeutlichungshaltung oder möglicherweise als bewusstseinsnahe 

Selbstlimitierung zu werten. Bezüglich der neu beklagten lumbalen Beschwerden liege 

eine Symptomausweitung vor (Suva-act. 91.5). Der Psychiater Dr. L.___ diagnostizierte 

am 30. Oktober 2007 eine ausgeprägte Somatisierung (Schmerzverarbeitungsstörung). 

Dr. L.___ führte aus, Ursache der Beschwerden (Kopf-, Nacken- und seit ca. März 2007 

zusätzlich Kreuzschmerzen sowie anhaltende Müdigkeit und Erschöpfbarkeit) sei 

vermutlich eine Schmerzverarbeitungsstörung bei Status nach Schleudertrauma (Suva-

act. 129.2). Auch Dr. O.___ betrachtete in seinem Bericht vom 12. Februar 2008 die 

psychologische Schmerz-Fixierung als Hauptproblem des Beschwerdeführers (Suva-

act. 140.2). Vorliegend muss jedoch nicht abschliessend geprüft werden, ob tatsächlich 

eine im Vordergrund stehende psychische Problematik besteht oder nicht. Denn wenn 

- wie sich zeigen wird - die Adäquanz schon nach den für den Versicherten günstigeren 

Kriterien des BGE 134 V 109 verneint werden muss, ist sie auch gemäss BGE 115 V 

133 zu verneinen.

6.3    Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu 

verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit 

eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine 

gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die 

Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend 

vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen 

einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 

mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in 

der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen 

verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem 

mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es 

sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 

eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die weiteren unfallbezogenen 

Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in 

besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann 

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(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1, 117 V 359 E. 6, mit Hinweisen). Als in die 

Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 134 V 

109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche 

Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und 

erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

6.4    Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als 

mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 

549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Aufgrund des Geschehensablaufs und 

der biomechanischen Beurteilung (kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung 

[delta-v] unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10 - 15 km/h; vgl. Suva-act. 

51.4) sind hier keine Gründe ersichtlich um vom Regelfall abzuweichen, weshalb 

vorliegend von einem mittelschweren Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten 

Unfällen auszugehen ist. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist daher nur zu 

bejahen, wenn ein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in 

besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien in 

gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b).

6.5     

6.5.1           Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls sind offensichtlich nicht gegeben. Vielmehr handelt es sich 

um einen alltäglichen Auffahrunfall.

6.5.2           Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen 

besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere 

Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer 

besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder 

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, wie etwa 

eine besondere Körperhaltung im Unfallzeitpunkt (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche 

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besonderen Umstände liegen hier nicht vor. Der Beschwerdeführer sass zum 

Unfallzeitpunkt mit gerader Kopfstellung im Auto (Suva-act. 5). Auch die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer zwei HWS-Distorsionen nacheinander erlebt hat, 

begründet keine massgebende Schwere der Verletzung. Dies ist nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung nur der Fall, wenn der erste Unfall eine erhebliche 

Vorschädigung der HWS verursachte (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2006, U 39/04, 

E. 3.4.2). Vorliegend verlief das erste Ereignis vom 18. April 2005 jedoch ohne 

Komplikationen (vgl. Suva-act. 58.3) und ist als Bagatellunfall einzustufen (vgl. Suva-

act. 91.4).

6.5.3           Zum Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung ist zu sagen, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall 

physiotherapeutisch (Suva-act. 12 und 13), mit Akupunktur (Suva-act. 17.1) und 

zusätzlich medikamentös behandelt wurde. Während des Reha-Aufenthaltes in Bellikon 

wurden folgende Behandlungsmassnahmen durchgeführt: Physiotherapie einzeln und 

in Gruppen zur allgemeinen Aufkonditionierung und Muskellockerung; Massage zur 

Entspannung; psychotherapeutische Gespräche. Bezüglich der medikamentösen 

Therapie wurde eine Reduktion der Schmerzmittel empfohlen, welche der Versicherte 

jedoch nicht umsetzen konnte (Suva-act. 54.3). Auch nach Abschluss der 

Rehabilitation wurde die Physiotherapie fortgesetzt (Suva-act. 72-74, 80, 90, 100, 117, 

139, 144, 156). Zudem begab sich der Versicherte in Behandlung beim Psychiater Dr. 

L.___. Dieser behandelte ihn psychotherapeutisch und mit Psychopharmaka (Suva-act. 

86.2). Von Dr. D.___ wurde er wegen ungenügender Wirkung der Analgesiemittel mit 

diversen Opiaten behandelt, welche jedoch die Schmerzen nur geringgradig 

beeinflussten (Suva-act. 87). Danach erfolgte eine Schmerzpsychotherapie bei Dr. 

O.___ in 10 Sitzungen (Suva-act. 140.1). Der Anwalt des Beschwerdeführers weist 

zudem darauf hin, dass dieser von seinem Hausarzt nach wie vor 

psychopharmakologisch behandelt wird (act. G 6, S. 4). Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung erfüllen Physio- sowie eine medikamentöse Schmerztherapie für sich 

allein das Kriterium nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2008, 

8C_52/2008, E. 8.2). Der Beschwerdeführer wurde jedoch zusätzlich zuerst bei 

Dr. L.___ und danach bei Dr. O.___ psychotherapeutisch und psychopharmakologisch 

behandelt. Diese ambulanten Behandlungen können jedoch ebenfalls nicht als 

besonders belastend betrachtet werden. Das Bundesgericht hat den Besuch einer 

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psychiatrischen Tagesklinik während mehrerer Wochen, jeweils halbtags, als 

fortgesetzte und belastende ärztliche Behandlung qualifiziert (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. September 2008, 8C_52/2008, E. 8.2). Die hier in Frage 

stehenden ambulanten Behandlungen sind im Vergleich dazu nicht als belastend zu 

betrachten. Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung ist somit nicht erfüllt.

6.5.4           Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den 

glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person 

durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Anlässlich 

der letzten kreisärztlichen Untersuchung am 28. April 2008 wurde keine wesentliche 

Beeinträchtigung der Beweglichkeit festgestellt. Die Schmerzen treten zudem nach 

eigenen Angaben des Beschwerdeführers nicht dauernd auf (Suva-act. 153.4). 

Auffallend ist, dass auch bei Nachfrage die noch im Mai 2007 angegebenen 

Konzentrationsstörungen, das Schwitzen, die Müdigkeit, die Lustlosigkeit und die 

Kälteintoleranz seitens des Beschwerdeführers nicht mehr erwähnt werden (Suva-act. 

153.6). Zudem ist der Beschwerdeführer in der Lage, in der Funktion eines Ausbilders 

an einem Beschäftigungsprogramm des RAV im Bereich der Computerausbildung 

teilzunehmen (Suva-act. 153.4). Es kann deshalb nicht von erheblichen Beschwerden 

ausgegangen werden. Auch Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen wesentlich verschlimmert hat, sind nicht ersichtlich.

6.5.5           Auch das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 

Komplikationen ist nicht erfüllt. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und 

der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 

geschlossen werden. Hierzu bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung 

beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts U 590/06 vom 7. Februar 2008, 

E. 4.3.2 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008, E. 7.6). Vorliegend war vor allem die 

psychische Symptomatik Ursache des verzögerten Heilungsverlaufs. Darin liegt 

praxisgemäss kein besonderer Grund, welcher die Annahme eines schwierigen 

Heilungsverlaufs rechtfertigt (vgl. Urteil des EVG vom 10. Februar 2006, U 79/05, 

E. 4.2).

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6.5.6           Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen setzt voraus, dass die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen 

unternimmt, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Darin liegt der Anreiz für die 

versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu 

werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung 

des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Willen erkennbar sein, sich durch aktive 

Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche 

Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften 

Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei 

ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von Therapiemassnahmen zu 

berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen 

Einschränkung besser Rechnung tragenden Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in 

der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse 

arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium 

erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Vorliegend hat die 

Beschwerdegegnerin einen detaillierten Wiedereingliederungsplan erstellt (Suva-act. 

75). Dieser wurde vom Beschwerdeführer jedoch nicht eingehalten. Er verliess den 

Arbeitsplatz oft vor Schichtende, weil er sich aufgrund der Nacken- und 

Rückenschmerzen nicht in der Lage fühlte, die Schichten zu beenden, obwohl ihm zur 

Entlastung ein Stehpult zur Verfügung gestellt wurde (Suva-act. 95). Ob die 

Arbeitsversuche des Beschwerdeführers ausreichend waren, kann jedoch offen 

bleiben. Aus somatischer Sicht bestand nämlich spätestens ab Ende August 2007 eine 

volle Arbeitsfähigkeit (vgl. Suva-act. 107.1 und 109). Eine volle Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht wurde von Dr. L.___ mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 ab dem 

15. Oktober bescheinigt (Suva-act. 129.2). Die Beurteilung von Dr. P.___, der im 

angestammten Tätigkeitsbereich von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgeht 

(Suva-act. 149.3), ist wegen der bereits erwähnten Mängel (vgl. E. 3.1) der Beurteilung 

nicht massgeblich. Da somit nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit bis zum 

Zeitpunkt des Fallabschlusses gesprochen werden kann, ist das Kriterium zu 

verneinen.

6.6    Da keines der massgeblichen Adäquanzkriterien erfüllt ist, hat die Beschwerde­

gegnerin die Adäquanz zu Recht verneint und die Versicherungsleistungen per 31. Mai 

2008 eingestellt.

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7.        

Aus den in E. 6.5.6 gemachten Ausführungen ergibt sich, dass auch aus 

psychiatrischer Sicht ab dem 15. Oktober 2007 eine volle Arbeitsfähigkeit bestand (vgl. 

Suva-act. 129.2). Am 14. September 2007 wurde demgegenüber aus psychiatrischer 

Sicht noch eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 % bescheinigt (Suva-act. 120.2). Somit 

liegt erst ab dem 15. Oktober 2007 keine aus ärztlicher Sicht ausgewiesene 

Arbeitsunfähigkeit mehr vor. Per 30. September 2007 wurde dem Beschwerdeführer 

jedoch gekündigt (vgl. Suva-act. 104). Gemäss Art. 25 Abs. 3 UVV besteht bei 

arbeitslosen Versicherten kein Taggeldanspruch gegenüber der Unfallversicherung, 

wenn die Arbeitsunfähigkeit 25 % und weniger beträgt. In Anbetracht dessen, dass Dr. 

L.___ auf die Unschärfe seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hinweist (ca. 30 %) 

und angesichts der Tatsache, dass andere Ärzte zu diesem Zeitpunkt schon eine volle 

Arbeitsfähigkeit bescheinigten, darf im fraglichen Zeitraum zwischen dem 30. 

September und dem 15. Oktober 2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von unter 25 % 

ausgegangen werden. Deshalb ist die Einstellung der Taggelder per 30. September 

2007 nicht zu beanstanden.

8.   

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Dem Beschwerdeführer 

wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt. Der Staat ist zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar 

zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Mangels Kostennote ist 

die Entschädigung vom Gericht ermessensweise festzusetzen. Ein Betrag von Fr. 

3'200.-- (80% von Fr. 4'000.--; inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) scheint der 

Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Aufwand des 

Rechtsvertreters angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2009
	Art. 6 UVG; Art. 19 Abs. 1 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem HWS-Schleudertrauma. Prüfung der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung. Verneinung der Adäquanz in Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2009, UV 2008/103).

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