# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28656caa-b9af-55b8-97d8-92a977644ab2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.03.2024 LY230035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY230035_2024-03-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LY230035-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw T. Rumpel

Beschluss und Urteil vom 22. März 2024

in Sachen

A._____, 
Klägerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Beklagter und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend Unterhalt / Rückweisung

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (4. Abteilung) des 
Bezirksgerichtes Zürich vom 25. Juli 2022; Proz. FP180160
Beschluss und Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons 
Zürich vom 14. November 2022; LY220039
Urteil Bundesgericht vom 29. August 2023; Proz. 5A_954/2022

- 2 -

Anträge des Beklagten zu den vorsorglichen Massnahmen:
(act. 4/173 S. 1 ff.; act. 4/184 S. 1 ff.)

" 1. Der Klägerin sei zu verbieten, den Wohnsitz von C._____ per 1. Okto-
ber 2021 an die D._____-strasse 1 in E._____ zu verlegen.

2. Der Klägerin sei gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB unter Androhung der 
Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB vorsorglich die Weisung zu er-
teilen, C._____ weiterhin in die Kita F._____ an der G._____-gasse 2 in 
H._____ zu bringen.

3. Ziffer 3 Ziffer 1 lit. a (Obhut) der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich 
vom 14. Dezember 2018 sei wie folgt abzuändern:

Hauptantrag:
„C._____ sei vorsorglich für die Dauer des Verfahrens unter die allei-
nige Obhut des Beklagten zu stellen. Der Wohnsitz von C._____ sei ab 
sofort beim Beklagten." 

Eventualantrag:
„C._____ sei vorsorglich für die Dauer des Verfahrens bis am 31. Juli 
2022 unter der gemeinsamen Obhut der Parteien zu belassen. Ab 
1. August 2022 sei C._____ unter die alleinige Obhut des Beklagten zu 
stellen. Der Wohnsitz von C._____ sei ab sofort beim Beklagten." 

Subeventualantrag:
„C._____ sei vorsorglich für die Dauer des Verfahrens bis am 31. Juli 
2022 unter der gemeinsamen Obhut der Parteien zu belassen. Ab 
1. August 2022 sei C._____ unter die alleinige Obhut der Klägerin zu 
stellen."

4. Die Ziffer 1 lit. c) der Vereinbarung vom 20. Mai 2020 und genehmigt in 
Ziffer 1 Ziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 2. August 
2021 (Betreuung) sei wie folgt abzuändern:

Hauptantrag:
"Der Klägerin wird das folgende Kontaktrecht eingeräumt:
Phase 1 bis 31. Juli 2022:
- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitag, 8 Uhr, bis 

Sonntagabend, 18 Uhr. Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ 
beim Beklagten abzuholen und zurück zu bringen.

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, so ver-
längert sich die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 
18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- 3 -

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- 5 Wochen Ferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter. 

- Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr 
sowie den Geburtstag von C._____ sowie Ferien gehen der wö-
chentlichen Betreuung vor.

In der übrigen Zeit wird C._____ durch seinen Vater betreut.

Phase 2 ab 1. August 2022:

Kontaktrecht Mutter:
- Jede Woche ab Mittwochmittag nach Kindergarten- bzw. Schul-

ende, bis Donnerstagmorgen vor Kindergarten bzw. Schulbeginn. 
Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ jeweils in den Kindergar-
ten bzw. die Schule zu bringen resp. zu holen.

- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitag nach Kinder-
garten- bzw. Schulende Montagmorgen zum Kindergarten- bzw. 
Schulbeginn. Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ jeweils in 
den Kindergarten- bzw. die Schule zu bringen resp. zu holen.

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt 
ihre Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Montagabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- Die Hälfte der Schulferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter.

- 4 -

In der übrigen Zeit wird C._____ durch den Vater betreut.

Eventualantrag: 

Phase 1 bis 31. Juli 2022:

Betreuungsanteile Vater:
 - Jede Woche jeweils Sonntagabend, 18 Uhr, bis Mittwochabend, 

18 Uhr
- In den ungeraden Kalenderwochen jeweils von Freitagabend, 

18 Uhr, bis Sonntagabend, 18 Uhr. Die Klägerin sei zu verpflich-
ten, C._____ am Freitagabend an den Wohnsitz des Beklagten zu 
bringen.

- Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt 
seine Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Mittwochabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verbleibt 
C._____ ohnehin bis am Mittwochabend beim Vater.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 
12 Uhr, bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit gerader Jah-
reszahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 31. Dezem-
ber, 12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit ungerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl verbringt die Mutter den 
Geburtstag von C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr 
und in den Jahren mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- 5 Wochen Ferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter.

Betreuungsanteile Mutter:
- Jede Woche ab Mittwochabend, 18 Uhr, bis Freitagabend, 18 Uhr. 

Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ am Wohnsitz des Be-
klagten zu holen und ihn in den ungeraden Wochen am Freitag-
abend zum Wohnsitz des Beklagten zu bringen.

- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitagabend, 
18 Uhr, bis Sonntagabend, 18 Uhr. Die Klägerin sei zu verpflich-
ten, C._____ am Sonntagabend an den Wohnsitz des Beklagten 
zu bringen.

- 5 -

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt 
ihre Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Montagabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- 5 Wochen Ferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter.

- Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr 
sowie den Geburtstag von C._____ sowie Ferien gehen der wö-
chentlichen Betreuung vor.

Phase 2 ab 1. August 2022:

Kontaktrecht Mutter:
- Jede Woche ab Mittwochmittag nach Kindergarten- bzw. Schul-

ende, bis Donnerstagmorgen vor Kindergarten- bzw. Schulbeginn. 
Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ jeweils in den Kindergar-
ten bzw. die Schule zu bringen resp. zu holen.

- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitag nach Kinder-
garten- bzw. Schulende bis Montagmorgen zum Kindergarten- 
bzw. Schulbeginn. Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ je-
weils in den Kindergarten bzw. die Schule zu bringen resp. zu ho-
len.

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt 
ihre Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Montagabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

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- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- Die Hälfte der Schulferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter. 

In der übrigen Zeit wird C._____ durch den Vater betreut.
Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr sowie 
den Geburtstag von C._____ sowie Ferien gehen der wöchentlichen 
Betreuung vor. 

Subeventualantrag

Phase 1 bis 31. August 2022:

Betreuungsanteile Vater:
- Jede Woche jeweils Sonntagabend, 18 Uhr, bis Mittwochmittag, 

12 Uhr.
- In den ungeraden Kalenderwochen jeweils von Freitagabend, 

18 Uhr, bis Sonntagabend, 18 Uhr. Die Klägerin sei zu verpflich-
ten, C._____ in am Freitagabend an den Wohnsitz des Beklagten 
zu bringen.

- Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt 
seine Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Mittwochabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verbleibt 
C._____ ohnehin bis am Mittwochabend beim Vater.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 
12 Uhr, bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit gerader Jah-
reszahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 31. Dezem-
ber, 12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit ungerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl verbringt die Mutter den 
Geburtstag von C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr 
und in den Jahren mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 12 Uhr.

- 5 Wochen Ferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-

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dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter. 

Betreuungsanteile Mutter:
- Jede Woche ab Mittwochmittag, 12 Uhr, bis Freitagabend, 18 Uhr. 

Die Klägerin sei zu verpflichten, C._____ am Wohnsitz des Be-
klagten zu holen und ihn in den ungeraden Wochen am Freitag-
abend zum Wohnsitz des Beklagten zu bringen.

- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitagabend, 
18 Uhr, bis Sonntagabend, 18 Uhr. Die Klägerin sei zu verpflich-
ten, C._____ am Sonntagabend an den Wohnsitz des Beklagten 
zu bringen.

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt 
ihre Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Montagabend, 18 Uhr.

- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr.

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr.

- 5 Wochen Ferien (maximal 2 Wochen am Stück).
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter.

- Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr 
sowie den Geburtstag von C._____ sowie Ferien gehen der wö-
chentlichen Betreuung vor.

Phase 2 ab 1. August 2022:

Kontaktrecht Vater:
- Jede Woche ab Mittwochmittag nach Kindergarten- bzw. Schul-

ende, bis Donnerstagmorgen vor Kindergarten- bzw. Schulbeginn.
- In den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitag nach Kinder-

garten- bzw. Schulende bis Montagmorgen zum Kindergarten- 
bzw. Schulbeginn.

- Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt 
ihre Betreuungsverantwortung bereits ab Karfreitag, 10 Uhr, und 
dauert bis am Montagabend, 18 Uhr.

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- Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung bis am Montagabend, 18 Uhr. 

- In den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12 Uhr, 
bis 25. Dezember, 12 Uhr, und in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember 12 Uhr.

- Sowie in den Jahren mit gerader Jahreszahl vom 31. Dezember, 
12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr.

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von 
C._____ von 14 Uhr bis am Folgetag um 8 Uhr und in den Jahren 
mit gerader Jahreszahl von 9 Uhr bis 14 Uhr. 

- Die Hälfte der Schulferien (maximal 2 Wochen am Stück). 
- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindes-

tens 3 Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so 
kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich Aufteilung der Ferien zu; in den Jahren mit 
ungerader Zahl der Mutter. 

In der übrigen Zeit wird C._____ durch die Mutter betreut.
Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr sowie 
den Geburtstag von C._____ sowie Ferien gehen der wöchentlichen 
Betreuung vor."

5. Ziffer 3 Ziffer 2 lit. a der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 
14. Dezember 2018 sei wie folgt abzuändern:

Hauptantrag:

"Die Klägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten für C._____
- ab sofort einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von 

mindestens Fr. 1'995.–
- und ab September 2022 einen Unterhaltsbeitrag von mindestens 

Fr. 1'695.– je zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen." 

Eventualantrag:
„Der Beklagte sei zu verpflichten, die Kita-Kosten in der Höhe von 
Fr. 533.– bis und mit Juli 2022 zu bezahlen."
„Für die Phase ab August 2022 sei die Klägerin zu verpflichten, dem 
Beklagten für C._____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe 
von mindestens Fr. 1'695.– zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen."

Subeventualantrag:
„Der Beklagte sei zu verpflichten, die Kita-Kosten in der Höhe von 
Fr. 533.– bis und mit Juli 2022 zu bezahlen."
"Für die Phase ab August 2022 sei der Beklagte zu verpflichten, der 
Klägerin für C._____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe 
von maximal Fr. 1'300.– zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen.

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Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST.) zu Lasten der 
Klägerin."

Anträge der Klägerin zu den vorsorglichen Massnahmen:
(act. 4/186 S. 1 ff., sinngemäss)

1. Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung des Einzelgerichts, 4. Abteilung, des 
Bezirksgerichts Zürich vom 8. September 2021 (Geschäfts-Nr.: 
FP180160-L/Z08) sei aufzuheben und es sei das Gesuch des Beklag-
ten um Erlass vorsorglicher Massnahmen (superprovisorisch) vollum-
fänglich abzuweisen.

2. Insbesondere sei der Antrag Ziffer 2 der Eingabe des Beklagten vom 
7. September 2021 «es sei der Klägerin gestützt auf Art. 307 Abs. 3 
ZGB vorsorglich die Weisung zu erteilen, C._____ weiterhin in die Kita 
F._____ an der G._____-gasse 2 in H._____ zu bringen», abzuweisen.

3. Ebenso sei der Antrag Ziffer 3 der Eingabe des Beklagten vom 7. Sep-
tember 2021 abzuweisen.

4. Weiter sei der Antrag Ziffer 4 der Eingabe des Beklagten vom 7. Sep-
tember 2021 abzuweisen.

5. Auch sei der der Antrag Ziffer 5 der Eingabe des Beklagten vom 7. Sep-
tember 2021 vollumfänglich abzuweisen.

6. Es sei der Beklagte anzuweisen, die Unterschrift zur Kündigung des 
Kita-Vertrags (Kita F._____, G._____-gasse 2) in H._____ unter Andro-
hung der Ungehorsamsstrafe gemäss 292 StGB zu leisten.

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7% MwSt.) 
zu Lasten des Beklagten.

Prozessualer Antrag der Klägerin
(act. 186 S. 9; sinngemäss)

Es sei ein Beweisverfahren durchzuführen, in welchen insbesondere Dr.med. 
I._____, die Psychologin J._____ und weitere Personen, die zum Kindeswohl 
von C._____ Aussagen machen können, zu befragen seien.

Verfügung des Einzelgerichtes:

1. Die Anträge der Parteien betreffend den montäglichen Besuch C._____s, geboren 

am tt.mm.2017, der Kita F._____ an der G._____-gasse 2 in H._____ werden als 

gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

2. Die Weisung an die Klägerin, C._____ jeweils am Montag weiterhin in die Kita 

F._____ an der G._____-gasse 2 in H._____ zu bringen, wird per 1. August 2022 

aufgehoben.

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3. Der prozessuale Antrag der Klägerin, wonach Dr. med. I._____, lic. phil. I J._____ 

und "weitere Personen, die zum Kindeswohl von C._____ Aussagen machen kön-

nen", befragt werden sollen, wird abgewiesen.

4. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme wird C._____ für die Dauer des vorlie-

genden Verfahrens per 1. August 2022 unter die alleinige Obhut des Beklagten ge-

stellt. Der Wohnsitz von C._____ ist beim Beklagten und seine Einschulung per Au-

gust 2022 findet an diesem Ort statt.

5. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme wird die Klägerin für die Dauer des vorlie-

genden Verfahrens berechtigt und verpflichtet, C._____ wie folgt auf eigene Kosten 

zu sich bzw. mit sich auf Besuch zu nehmen:

 in den geraden Kalenderwochen ab Freitag nach Kindergarten- bzw. Schul-
schluss bis Montagmorgen vor Kindergarten- bzw. Schulbeginn, wobei die 
Klägerin C._____ jeweils am Freitag vom Kindergarten bzw. der Schule ab-
holt und ihn am Montag in den Kindergarten bzw. die Schule bringt;

 an jedem Mittwoch nach Kindergarten- bzw. Schulschluss bis Donnerstag-
morgen vor Kindergarten- bzw. Schulbeginn, wobei die Klägerin C._____ je-
weils am Mittwoch vom Kindergarten bzw. der Schule abholt und ihn am Don-
nerstag in den Kindergarten bzw. die Schule bringt;

 Fällt das Betreuungswochenende der Klägerin auf Ostern, beginnt ihre Be-
treuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr bzw. nach Kin-
dergarten- bzw. Schulschluss, und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr; da-
nach hat sie C._____ zurück zum Beklagten zu bringen;

 Fällt das Betreuungswochenende der Klägerin auf Pfingsten, verlängert sich 
ihre Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, danach hat sie 
C._____ zurück zum Beklagten zu bringen;

 in Jahren mit gerader Jahreszahl an Weihnachten vom 24. Dezember, 12.00 
Uhr, bis 25. Dezember, 12.00 Uhr, sowie an Silvester vom 31. Dezember, 
12.00 Uhr, bis 1. Januar, 12.00 Uhr); wobei die Klägerin C._____ beim Vater 
abholt und ihn wieder zurückbringt;

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl an Weihnachten vom 25. Dezember, 
12.00 Uhr, bis 26. Dezember, 12.00 Uhr, wobei die Klägerin C._____ beim 
Beklagten abholt und ihn wieder zurückbringt;

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl am Geburtstag von C._____ nach Kinder-
garten- bzw. Schulschuss bis zum Folgetag vor Kindergarten- bzw. Schulbe-
ginn, wobei die Klägerin C._____ vom Kindergarten bzw. der Schule abholt 
und ihn am Folgetag wieder in den Kindergarten bzw. die Schule bringt; fällt 
der Geburtstag auf einen Wochenendtag, so betreut die Klägerin C._____ 
von 10.00 Uhr bis am Folgetag um 10.00 Uhr bzw. bis vor Kindergarten- bzw. 
Schulbeginn, wobei die Klägerin C._____ beim Beklagten abholt und ihn am 
Folgetag wieder zum Beklagten bzw. in den Kindergarten bzw. die Schule 
bringt;

 während der Hälfte der Schulferien (höchstens zwei Wochen am Stück).

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In der übrigen Zeit wird C._____ durch den Beklagten betreut.

Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr, den Geburtstag 

von C._____ sowie die Schulferien gehen der wöchentlichen Betreuung vor.

Die Parteien sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils mindestens drei 

Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Beklagten in 

Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der 

Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Klägerin.

Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte 

bzw. -betreuung nach gegenseitiger Ansprache und mit Rücksichtnahme auf die 

Wünsche des Kindes bleiben vorbehalten.

6. Für C._____ wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB 

errichtet. Dem Beistand / Der Beiständin werden die folgenden Aufgaben übertra-

gen: 

 Überwachung des Besuchsrechts der Klägerin insofern, als er/sie in regel-
mässigen Abständen mit den Eltern klärt, wie die Besuche verlaufen sind und 
insbesondere, ob das Abholen und Bringen von C._____ vom bzw. in den 
Kindergarten bzw. die Schule durch die Klägerin reibungslos funktioniert;

 Unterstützung der Eltern mit Rat und Tat, insbesondere betreffend die neue 
Betreuungssituation;

 Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten C._____ betreffend;
 Förderung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Be-

zug auf die Kinderbelange, zum Beispiel durch die Moderation von gemeinsa-
men Gesprächen mit den Eltern;

 dem Gericht im Rahmen des Verfahrens über die Entwicklung Bescheid zu 
geben und bei diesem bei einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse 
respektive bei einer drohenden Kindeswohlgefährdung entsprechende Mass-
nahmen zu beantragen.

7. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Hinwil wird ersucht, umgehend einen 

Beistand/eine Beiständin für die Aufgaben gemäss vorstehend Dispositiv-Ziffer 6 zu 

ernennen.

8. Die Verpflichtung des Beklagten, Kinderunterhalt für C._____ an die Klägerin zu be-

zahlen, wird per 1. August 2022 für die Dauer des Verfahrens aufgehoben.

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9. Der Antrag des Beklagten, die Klägerin sei zu verpflichten, für die Dauer des Ver-

fahrens Kinderunterhalt für C._____ zu leisten, wird mangels aktueller Leistungsfä-

higkeit der Klägerin abgewiesen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 3'000.–. Allfällige weitere Auslagen 

bleiben vorbehalten.

11. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und aus dem vom 

Beklagten geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Dem Beklagten wird das Rück-

griffsrecht auf die Klägerin im Umfang von CHF 1'500.– eingeräumt.

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

13./14. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittel.

Berufungsanträge der (Berufungs-)Klägerin:
(act. 2 S. 2, vgl. auch act. 17 S. 2)

"1. Vorab seien die Vorakten des Bezirksgerichts Zürich 4. Abt., Einzelge-
richt (Geschäfts-Nr.: FP180160-L/Z13) beizuziehen.

 2. Es seien die Ziffer 3, 4, 5, 8, der Verfügung vom 18. März 2022 (recte: 
25. Juli 2022) des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, Einzelgericht 
(Geschäfts-Nr. FP180160-L/Z13) aufzuheben und es sei
- dem prozessualen Antrag der Klägerin, wonach Dr. med. I._____, lic. 

phil. I J._____ und "weitere Personen, die zum Kindeswohl von 
C._____ Aussagen machen können", befragt werden sollen, stattzu-
geben und diese Fachpersonen zum Kindswohl von C._____ zu be-
fragen bzw. ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme zu erteilen.

- Weiter sei C._____ für die Dauer des vorliegenden Verfahrens wei-
terhin unter die gemeinsame Obhut der Eltern zu stellen, wie dies 
das Gesetz vorsieht und von den Parteien vereinbart wurde. Weiter 
es sei der Wohnsitz bei der Klägerin zu belassen. Zudem sei anzu-
ordnen, dass die Einschulung am Wohnsitz der Klägerin zu erfolgen 
hat.

 3. Es wird ein zweiter Schriftenwechsel beantragt.
 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungs-

gegners."

- 13 -

Anträge der (Berufungs-)Klägerin anlässlich der Verhandlung vom 
14. Oktober 2022

(Prot. S. 19, S. 26, S. 37 im Verfahren LY220039):

"Der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und die Obhut über 
C._____ wieder der Klägerin zuzuteilen." 

Prozessualer Antrag der (Berufungs-)Klägerin:
(act. 2 S. 3)

"Es sei mit sofortiger Wirkung im Sinne einer superprovisorischen Massnah-
me des Kindswohls eine Befragung von Dr. med. I._____ und lic. phil. I 
J._____ sowie einer Stellungnahme des MMI durchzuführen, damit der Sach-
verhalt im Sinne des Gesetzes geklärt werden kann."

Berufungsanträge des (Berufungs-)Beklagten:
(act. 8 S. 2; vgl. auch act. 20 S. 1 Ziff. 1 sinngemäss)

"1. Es seien sämtliche Anträge der Berufungsklägerin in der Hauptsache 
abzuweisen soweit darauf einzutreten sei.

 2. Es seien die prozessualen Anträge betr. Dr. med. I._____ und lic. phil. I 
J._____ sowie die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels vollum-
fänglich abzuweisen.

 3. Es seien die Anträge betr. vorsorgliche Massnahmen im Berufungsver-
fahren
a. wonach C._____ für die Dauer des Berufungsverfahrens unter der 

gemeinsamen Obhut der Eltern zu belassen sei
b. wonach der Wohnsitz bei der Berufungsklägerin zu belassen sei
c. wonach die Einschulung am Wohnsitz der Berufungsklägerin zu 

erfolgen habe
abzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten 
der Berufungsklägerin."

Anträge der (Berufungs-)Klägerin zum Kindesunterhalt:
(Prot. S. 6 im Verfahren LY220039, sinngemäss)

1. Es seien keine Kindesunterhaltsbeiträge durch die Berufungsklägerin zu 
bezahlen.

2. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, einen angemessenen Un-
terhalt in der Höhe von Fr. 1'320.– zu bezahlen.

- 14 -

Anträge des (Berufungs-)Beklagten zum Kindesunterhalt:
(act. 20 S. 1)

"1. (…)
 2. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, an die Berufungsklägerin für 

C._____ rückwirkend ab 1. Oktober 2021 bis und mit 31. Juli 2022 ei-
nen Unterhaltsbeitrag von maximal monatlich Fr. 100.– zu bezahlen.
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Berufungsbeklagte wäh-
rend dieser Zeitspanne einen Unterhaltsbeitrag von monatlich 
Fr. 1'320.– zuzüglich Fr. 266.– für die Kita überwiesen hat.

 3. Die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, rückwirkend ab 1. August 
2022 und für die Dauer des Hauptverfahrens an den Berufungsbeklag-
ten für C._____ einen Unterhaltsbeitrag von mindestens monatlich 
Fr. 740.– zu bezahlen.

 4. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, ab dem Zeitpunkt der Ob-
hutsumteilung und für die Dauer des Hauptverfahrens an die Beru-
fungsklägerin für C._____ einen Unterhaltsbeitrag von monatlich maxi-
mal Fr. 742.– zu bezahlen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der 
Berufungsklägerin."

Beschluss und Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons 
Zürich:

(act. 22 = act. 38)

Beschluss:

1. Der prozessuale Antrag der Klägerin betreffend Befragung von Dr. med. I._____ 

und lic. phil. I J._____ sowie Einholung einer Stellungnahme des MMI wird abge-

wiesen.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem Erkennt-

nis.

Erkenntnis:

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung der Klägerin und Berufungsklägerin werden 

die Dispositiv-Ziffern 4, 5 und 8 der Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Ab-

teilung, Einzelgericht, vom 25. Juli 2022 aufgehoben und durch folgende Fassung 

ersetzt:

- 15 -

 "4. Der Sohn C._____, geboren am tt.mm.2017, wird ab 1. Januar 2023 für die 

weitere Dauer des Hauptverfahrens unter die alleinige Obhut der Klägerin ge-

stellt. Der Wohnsitz von C._____ befindet sich ab dann bei der Klägerin, wo er 

ab Januar 2023 den Kindergarten besuchen wird.

5. Der Beklagte wird für die weitere Dauer des Hauptsachenverfahrens berechtigt 

und verpflichtet, C._____ wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen:

 – an jedem zweiten Wochenende jeweils von Freitagnachmittag nach Kinder-
garten- bzw. Schulschluss bis Montagmorgen vor Kindergarten- bzw. 
Schulbeginn, beginnend mit dem Wochenende vom 13. Januar 2023;

 – Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Ostern, beginnt seine 
Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und dauert 
bis Ostermontag, 18.00 Uhr;

 – Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Pfingsten, verlängert 
sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr;

 – in Jahren mit ungerader Jahreszahl an Weihnachten vom 24. Dezember, 
12.00 Uhr, bis 25. Dezember, 12.00 Uhr, sowie an Silvester vom 31. Dezem-
ber, 12.00 Uhr, bis 1. Januar, 12.00 Uhr;

 – in Jahren mit gerader Jahreszahl an Weihnachten vom 25. Dezember, 12.00 
Uhr, bis 26. Dezember, 12.00 Uhr;

 – in Jahren mit gerader Jahreszahl am Geburtstag von C._____ nach Kinder-
garten- bzw. Schulschuss bis zum Folgetag vor Kindergarten- bzw. Schulbe-
ginn bzw. bis samstags oder während der Ferienzeit bis zum Folgetag um 
10.00 Uhr; fällt der Geburtstag auf einen Samstag oder Sonntag eines Be-
treuungswochenendes der Klägerin, so betreut der Beklagte C._____ von 
10.00 Uhr bis zum Folgetag um 10.00 Uhr bzw. bis vor Kindergarten- bzw. 
Schulbeginn.

Ausserdem wird der Beklagte ab 2023 berechtigt und verpflichtet, C._____ für 

die Dauer von vier Wochen pro Jahr (maximal zwei Wochen am Stück) auf ei-

gene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien sind 

verpflichtet, die Ferienbetreuung mindestens drei Monate vor dem geplanten Fe-

rienbeginn abzusprechen. Können sich die Parteien nicht einigen, so hat der Be-

klagte das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien in Jahren mit 

gerader Jahreszahl; die Klägerin in Jahren mit ungerader Jahreszahl.

In der Übrigen Zeit wird C._____ durch die Klägerin betreut.

Die Betreuungsregelung für Weihnachten, Sylvester und Neujahr, den Ge-

burtstag von C._____ sowie die Schulferien gehen der wöchentlichen Betreuung 

vor. Endet ein Wochenende mit Ferien von C._____ mit einem Elternteil, so be-

- 16 -

ginnt die Wochenendbetreuung des Folgewochenendes mit dem jeweilig ande-

ren Elternteil neu.

Der Beklagte wird verpflichtet, C._____ jeweils im Kindergarten bzw. in der 

Schule und ausserhalb der Kindergarten- /Schulzeiten bei der Klägerin abzuho-

len und wieder zurückzubringen.

Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkon-

takte bzw. -betreuung nach gegenseitiger Absprache und mit Rücksicht auf die 

Wünsche und das Wohl von C._____ bleiben vorbehalten.

8.1 Der Beklagte wird für die Dauer des Hauptverfahrens verpflichtet, für C._____ 

ab Januar 2023 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'320.– (davon Fr. 410.– 

als Betreuungsunterhalt und Fr. 450.– als Überschussanteil), zuzüglich allfälliger 

Kinderzulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten 

eines jeden Monats im Voraus an die Klägerin zu bezahlen.

8.2 Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge basiert auf folgenden Grundlagen:

Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn:

 Klägerin: Fr. 0.–

 Beklagter: Fr. 6'850.– (70%-Pensum)

 C._____: Fr. 200.– (gesetzliche Kinderzulagen)

Bedarf (familienrechtliches Existenzminimum):

 Klägerin: Fr. 1'650.–

 Beklagter: Fr. 2'990.–

 C._____: Fr. 660.–"

2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen und die Verfügung des Bezirksgerichtes 

Zürich, 4. Abteilung, Einzelgericht, vom 25. Juli 2022 bestätigt.

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'500.– festgesetzt und den Par-

teien je zur Hälfte auferlegt.

- 17 -

4. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

5./6. Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittel.

Urteil des Bundesgerichtes:
(act. 36 = act. 39)

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Obergerichts des Kantons 

Zürich vom 14. November 2022 wird aufgehoben und die Sache wird zu neuer Ent-

scheidung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche Rechtspflege für das bun-

desgerichtliche Verfahren wird gutgeheissen und es wird ihr Rechtsanwalt X._____ 

als unentgeltlicher Rechtsvertreter beigeordnet.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt, in-

des vorläufig auf die Bundesgerichtskasse genommen.

4. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche 

Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entschädigen.

5. Rechtsanwalt X._____ wird aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 3'000.-- entschä-

digt.

6. Mitteilungen.

Prozessuale Anträge des (Berufungs-)Beklagten nach der 
bundesgerichtlichen Rückweisung:

(act. 40 S. 1, act. 64 S. 1, act. 75 S. 1)

"1. Es sei für C._____ umgehend eine Kindsverfahrensvertretung nach Art. 
299 ZPO zu bestellen.

 2. Es sei C._____ im Sinne von Art. 298 ZPO anzuhören.
 3. Es sei ein Bericht der Beiständin von C._____ einzuholen."

- 18 -

Prozessuale Anträge der (Berufungs-)Klägerin nach der 
bundesgerichtlichen Rückweisung:

(act. 43 S. 2, act. 73 S. 2)
 "1. Die Anträge des Berufungsbeklagten seien vollumfänglich abzuweisen. 

2. Weiter sei der Beschluss und das Urteil des Obergerichts Zürich, II. Zi-
vilkammer vom 14. November 2022 mit einer korrekten, gesetzeskon-
formen Gerichtsbesetzung neu zu bestätigen bzw. zu fällen. 

3. Die durch die Fehlbesetzung des obergerichtlichen Gerichtskörpers 
beim Bundesgericht entstandenen Kosten von CHF 3'000.-- zulasten 
der Berufungsklägerin, seien ihr vom Obergericht des Kantons Zürich 
(Gerichtskasse) zu erstatten.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. der gesetzlichen 
MWST) zulasten des Berufungsbeklagten."

Erwägungen

I.

1. Die Parteien sind die unverheirateten Eltern von C._____, geboren am 

tt.mm.2017 (act. 4/1; act. 4/8/1). Seit dem 19. Mai 2018 leben die Parteien ge-

trennt, wobei der damals neun Monate alte C._____ mit seiner Mutter, der Kläge-

rin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin), vorerst in der gemeinsam gemieteten 

Wohnung blieb und sein Vater, der Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan Be-

klagter), auszog (act. 4/1 S. 4; act. 4/6 S. 3; Prot. S. 27 im Verfahren LY220039).

2.

2.1 Seit August 2018 ist zwischen den Parteien – bzw. zu Beginn zwischen 

C._____ und dem Beklagten – ein Verfahren betreffend Unterhalt sowie die weite-

ren Kinderbelange vor dem Einzelgericht des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abtei-

lung (fortan Vorinstanz), hängig (act. 4/1). Mit Eingabe vom 17. September 2018 

stellte der Beklagte ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen, wobei er unter an-

derem die alternierende Obhut beantragte (act. 4/6). Anlässlich der Verhandlung 

vom 5. Dezember 2018 über den Erlass von vorsorglichen Massnahmen trafen 

die Parteien eine Vereinbarung und einigten sich unter anderem auf die gemein-

same elterliche Sorge sowie die alternierende Obhut mit wechselnder Betreuung 

und zivilrechtlichem Wohnsitz von C._____ bei der Klägerin (Prot. Vi. S. 5 und 16; 

- 19 -

act. 4/44). Es folgten in den nächsten rund drei Jahren weitere Gerichtsverhand-

lungen (Prot. Vi. S. 23 ff., S. 41 f., S. 43 ff. und S. 72 ff.), die teilweise bezüglich 

Details der Regelungen zu anderslautenden Vereinbarungen führten (act. 4/93; 

act. 4/105; act. 4/171A). Anzumerken ist, dass sich die Parteien teilweise auch 

aussergerichtlich auf andere Betreuungsregelungen einigten (vgl. z.B. act. 4/121). 

Es blieb aber immer bei der gemeinsamen elterlichen Sorge sowie (formell) bei 

der Anordnung der alternierenden Obhut mit wechselnder Betreuung und zivil-

rechtlichem Wohnsitz von C._____ bei der Klägerin (act. 4/44; act. 4/93; 

act. 4/105; act. 4/171A). Gemäss der Betreuungsregelung vom 20. Mai 2020 und 

konkret betreute der Beklagte C._____ von da an im Wesentlichen jede Woche 

jeweils ab Dienstagmorgen, 8.00 Uhr, bis Mittwochabend, 18.00 Uhr, sowie in den 

ungeraden Kalenderwochen bzw. jedes zweite Wochenende jeweils von Freitag-

abend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Die übrige Zeit wurde C._____ 

gemäss dieser Regelung von der Klägerin betreut (act. 4/105; act. 4/171A).

2.2 Nachdem im Juli 2021 eine Gefährdungsmeldung bei der KESB eingegan-

gen war und die Parteien sich im Rahmen einer Instruktionsverhandlung bereit er-

klärt hatten, eine Eltern-/Familienberatung am Marie Meierhofer Institut (fortan 

MMI) in Anspruch zu nehmen, wozu ihnen auch eine Weisung auferlegt worden 

war, zog die Klägerin mit C._____ im Herbst 2021 zufolge neuer Partnerschaft 

nach E._____ (act. 4/170; act. 4/171A; act. 4/172C).

2.3 Mit Eingabe vom 7. September 2021 verlangte der Beklagte zunächst super-

provisorisch, der Klägerin sei unter anderem die Weisung zu erteilen, C._____ 

weiterhin in die Kita F._____ in H._____ zu bringen. Die Vorinstanz hiess diesen 

Antrag mit Verfügung vom 8. September 2021 gut (act. act. 4/173; act. 4/176). 

Weiter beantragte der Beklagte mit der genannten Eingabe vom 7. September 

2021, es sei ihm vorsorglich für die Dauer des Verfahrens die alleinige Obhut über 

C._____ zuzuteilen (act. 4/173). Anlässlich der im Folgenden stattgefundenen 

Verhandlung vom 11. Oktober 2021 kam keine Einigung zwischen den Parteien 

zustande (Prot. Vi. S. 72 ff.).

2.4 Die Klägerin liess mit Eingabe vom 26. November 2021 sinngemäss ein 

Ausstandsbegehren gegen die am Entscheid vom 8. September 2021 beteiligte 

- 20 -

Einzelrichterin und gegen die für die Instruktionsverhandlung vom 19. Juli 2021 

und die Verhandlung über den Erlass vorsorglicher Massnahmen vom 11. Okto-

ber 2021 zuständige Einzelrichterin stellen (act. 4/196). Das Ausstandsbegehren 

wurde mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 des Vizepräsidenten der 4. Abtei-

lung des Bezirksgerichtes Zürich abgewiesen (act. 4/204).

2.5 Es wurde im Folgenden zur Hauptverhandlung auf den 7. März 2022 vorge-

laden, die kurzfristig nicht stattfinden konnte (act. 4/215; act. 4/230-33). Mit Einga-

be vom 8. März 2022 ersuchte der Beklagte daraufhin unter anderem um soforti-

gen Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen gemäss seinem Gesuch vom 

7. September 2021 (act. 4/235).

2.6 Nach Bemühungen der Vorinstanz, einen neuen Verhandlungstermin zu fin-

den, sowie nach Einforderung weiterer Unterlagen von der Klägerin und rechtzeiti-

ger Bezahlung des dem Beklagten auferlegten Kostenvorschusses betreffend das 

Massnahmenverfahren, erging am 25. Juli 2022 der vorinstanzliche Entscheid zu 

den vorsorglichen Massnahmen mit dem eingangs erwähnten Dispositiv 

(act. 4/238-240; act. 4/243; act. 4/252 = act. 3, fortan zitiert als act. 3). Die Vorin-

stanz verfügte im Wesentlichen und in Abweichung der zuvor geltenden Rege-

lung, dass C._____ für die Dauer des Verfahrens per 1. August 2022 unter die al-

leinige Obhut des Beklagten – mit Wohnsitz und Einschulung beim Beklagten – 

gestellt wird und dementsprechend die Verpflichtung des Beklagten zu Kindesun-

terhaltszahlungen aufgehoben wird. Ebenso wurde der prozessuale Antrag der 

Klägerin auf Befragung diverser Personen abgewiesen und eine Beistandschaft 

für C._____ errichtet (act. 3).

3. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhob die Klägerin mit Eingabe vom 

8. August 2022 Berufung bei der Kammer mit den eingangs erwähnten Rechtsmit-

telanträgen (act. 2). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 4/1-254). 

Das Berufungsverfahren wurde unter der Geschäfts-Nr. LY220039 geführt (act. 1-

36). Mit Verfügung der Kammer vom 11. August 2022 wurde das superprovisori-

sche Massnahmenbegehren der Klägerin betreffend die Befragung von Dr. med. 

I._____ und lic. phil. I J._____ sowie Einholung einer Stellungnahme des MMI ab-

gewiesen und dem Beklagten Frist zur Berufungsantwort angesetzt (Art. 312 

- 21 -

Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO; act. 5). Innert Frist ging die Berufungsantwort 

des Beklagten ein (act. 6/2; act. 8). Mit Verfügung vom 8. September 2022 wurde 

der Klägerin die Berufungsantwort zugestellt und die Parteien zur Einreichung 

weiterer Unterlagen aufgefordert (act. 14). Auf Vorladung hin fand am 14. Oktober 

2022 eine Instruktionsverhandlung zur Sachverhaltsfeststellung inkl. Wahrung des 

Replikrechts statt, anlässlich welcher die Parteien zu den Noven Stellung nahmen 

sowie Anträge zum Kindesunterhalt stellen konnten und die Parteien befragt wur-

den (act. 12; Prot. S. 5 ff. im Verfahren LY220039). Ohne – und entgegen dem 

unbegründeten Antrag der Klägerin (vgl. act. 2) – einen zweiten Schriftenwechsel 

durchzuführen, der in summarischen Verfahren nicht vorgesehen ist und dessen 

Notwendigkeit nicht ersichtlich war, erging der obgenannte Entscheid der hiesigen 

Kammer vom 14. November 2022 (act. 22 = act. 38). 

4. Dagegen erhob der Beklagte Beschwerde beim Bundesgericht. Das Bun-

desgericht hiess die Beschwerde – welcher vorgängig die aufschiebende Wirkung 

betreffend die Obhut zuerkannt worden war (act. 32) – infolge unzulässiger Ge-

richtsbesetzung gut, hob das Urteil der Kammer vom 14. November 2022 auf und 

wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Obergericht zurück (vgl. oben so-

wie BGer 5A_954/2022 vom 29. August 2023 = act. 36 = act. 39, fortan zitiert als 

act. 39). In materieller Hinsicht äusserte sich das Bundesgericht nicht zum Urteil 

der Kammer. 

5. Nach Rückweisung durch das Bundesgericht wird das Verfahren unter der 

Prozess-Nr. LY230035 geführt. Die Akten des Berufungsverfahrens LY220039 in-

klusive der vorinstanzlichen Akten (act. 4/1-254) wurden von Amtes wegen beige-

zogen (act. 1-36). Mit Eingabe vom 19. September 2023 stellte der Beklagte im 

obergerichtlichen Verfahren die eingangs erwähnten prozessualen Anträge (vgl. 

oben sowie act. 40 S. 1). Innert der der Klägerin mit Verfügung vom 27. Septem-

ber 2023 angesetzten Frist nahm sie Stellung und beantragte die Abweisung der 

Anträge des Beklagten und die Bestätigung des Entscheids vom 14. November 

2022. Ebenso verlangte sie von der Obergerichtskasse die Rückerstattung der ihr 

durch die Fehlbesetzung des obergerichtlichen Gerichtskörpers beim Bundesge-

richt "entstandenen Kosten von Fr. 3'000.–" (act. 43 S. 2). Nach telefonischen An-

- 22 -

fragen der Beiständin und deren Vorgesetzten wurden den Parteien die entspre-

chenden Aktennotizen der zuständigen Gerichtsschreiberin der Kammer (act. 44-

45) mit Verfügung vom 7. November 2023 zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

zugestellt (act. 46). Sowohl der Beklagte (act. 48) als auch die Klägerin (act. 50-

51/1-3) nahmen fristgerecht Stellung, wobei die Klägerin mit genannter Stellung-

nahme zugleich für das obergerichtliche Verfahren um Bewilligung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ersuchte (act. 50 S. 2). Mit (berichtigter) Verfügung vom 

11. Dezember 2023 und Mitteilung vom 28. Dezember 2023 erhielt der Beklagte 

nochmals Gelegenheit, sich zu den Stellungnahmen der Klägerin gemäss act. 43 

und act. 50 zu äussern (act. 56, act. 62). Die entsprechenden Stellungnahme des 

Beklagten gingen fristgerecht ein (act. 60 und act. 64). Der Beklagte zog in der 
Stellungnahme vom 11. Januar 2024 (act. 64 S. 1) den Antrag, es sei ein Bericht 

des Psychotherapeuten Dr. phil. K._____ einzuholen, zurück. Mit Beschluss vom 

29. Januar 2024 wurde die Kinderanhörung von C._____ angeordnet und der Klä-

gerin – unter Hinweis auf eine separate Vorladung zur Wahrung des rechtlichen 

Gehörs – die letzten Stellungnahmen des Beklagten (act. 48, act. 60 und act. 64) 

zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 65). Die Kinderanhörung fand am 16. Februar 

2024 statt (act. 71); das Protokoll wurde den Parteien zur Kenntnisnahme zuge-

stellt (act. 72/1-2). Anlässlich der Verhandlung vom 4. März 2024 konnten die Par-

teien zum Protokoll der Kinderanhörung sowie zu den Noven abschliessend Stel-

lung nehmen (Prot. S. 9 ff.; act. 73-77). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

II.

1. Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die 

Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Klägerin beantragte in ihrer Be-

rufung die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 3 (Abweisung Antrag auf Befragung 

von Dr. med. I._____ sowie lic. phil. I J._____), 4 (Obhutszuteilung), 5 (Besuchs-

recht) und 8 (Kindesunterhalt) der vorinstanzlichen Verfügung. Damit liegt insge-

samt eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vor (Art. 308 Abs. 2 ZPO).

2. Die Berufung ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-

scheids schriftlich, mit Rechtsmittelanträgen versehen und begründet einzurei-

chen (Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO). Mit der Berufung können die 

- 23 -

unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Sachverhaltsfeststellung gerügt 

werden (Art. 310 ZPO). Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemes-

senheit eines Entscheides, da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes 

Rechtsmittel handelt. Die Rechtsmittelinstanz kann die Berufung auch mit einer 

anderen Argumentation gutheissen oder diese mit einer von der Argumentation 

der ersten Instanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. BGer 4A_397/2016 

vom 30. November 2016 E. 3.1). Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in fami-

lienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Un-

tersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den 

Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge 

entscheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unter-

stehen, können die Parteien – entgegen den Ausführungen des Beklagten 

(vgl. Prot. S. 7 und 37 im Verfahren LY220039) – auch im Berufungsverfahren 

neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach im Berufungsverfahren Noven nur dann zulässig 

sind, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorge-

bracht werden konnten, gilt folglich nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange 

zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).

3. Vorsorgliche Massnahmen bezwecken, in einem raschen Verfahren – ohne 

Anspruch auf abschliessende Beurteilung – eine vorläufige Friedensordnung her-

zustellen. Im Rahmen dieses summarischen Verfahrens sind die entscheidrele-

vanten Tatsachen lediglich glaubhaft zu machen. Es genügt, dem Gericht auf-

grund objektiver Anhaltspunkte den Eindruck einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

des Vorhandenseins der Tatsache zu vermitteln, ohne dass dabei die Möglichkeit 

ausgeschlossen sein muss, dass die Verhältnisse sich auch anders gestalten 

könnten (BGE 142 II 49 E. 6.2). Blosse Behauptungen genügen danach aber 

nicht, sondern es müssen gewisse objektive Anhaltspunkte vorliegen, die auf das 

Vorhandensein der behaupteten Tatsachen schliessen lassen. Dass das Gericht 

den Sachverhalt hinsichtlich der Kinderbelange von Amtes wegen erforscht, än-

dert im Grundsatz nichts an der summarischen Natur des Verfahrens und an den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. zum Ganzen auch OGer ZH LY180055 

vom 26. Juni 2019 E. 3.1 sowie OGer ZH LY120054 vom 27. Mai 2013 

- 24 -

E. II./1.4 f., je mit Hinweisen; BK ZGB-Spycher, Art. 296-327c ZGB, Bern 2016, 

Art. 296 N 5 ff.).

4.

4.1 Die Berufung vom 8. August 2022 wurde rechtzeitig erhoben, wobei die ein-

gangs erwähnten Rechtsmittelanträge gestellt wurden (act. 2; act. 4/253/1 zur 

Rechtzeitigkeit). Die entsprechenden Anträge der Klägerin sind zusammen mit 

der Begründung sowie den Ausführungen anlässlich der Verhandlung vom 

14. Oktober 2022 zu lesen (vgl. act. 17 S. 2 und 15; Prot. S. 37 im Verfahren 

LY220039). Zusammenfassend will die Klägerin C._____ (bei formell unterschied-

lichen Anträgen betreffend alternierende und alleinige Obhut) in ihrer Obhut ha-

ben, C._____ soll bei ihr Wohnsitz haben und in E._____ den Kindergarten bzw. 

die Schule besuchen (vgl. act. 2 S. 2; act. 17 S. 2 und 15; Prot. S. 37 im Verfah-

ren LY220039). Die Klägerin ist daran zu erinnern, dass im Rechtsmittelverfahren 

die Begründungsobliegenheit gilt, was bedeutet, dass die Berufung führende Par-

tei sich sachbezogen mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheids 

im Einzelnen auseinanderzusetzen und darzulegen hat, was am angefochtenen 

Entscheid falsch ist. Die mangelhafte Auseinandersetzung mit dem vorinstanzli-

chen Entscheid schadet vorliegend jedoch insoweit nicht, als dieser im Umfang 

der gerügten Obhutszuteilung, des Besuchsrechts und des Kindesunterhalts so-

wie der diesbezüglichen prozessualen Anträge aufgrund der geltenden Offizial- 

und Untersuchungsmaxime zu überprüfen ist. Nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens ist insbesondere die durch die Vorinstanz errichtete Beistandschaft. 

Nachfolgend ist insoweit auf die Ausführungen in der Berufung und Berufungsant-

wort einzugehen, als diese für den vorliegenden Entscheid relevant sind.

4.2 Entgegen den Ausführungen des Beklagten (vgl. act. 8 S. 11 f.) ist davon 

auszugehen, dass sich der Berufungsantrag Ziffer 2, 2. Spiegelstrich, entspre-

chend der dortigen Auflistung auf die Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-

ziffer 4 bezieht und es sich demnach um die Obhutszuteilung für die Dauer des 

laufenden Hauptsachenverfahrens handelt. Dass die Klägerin zusätzlich noch die 

Anordnung von vorsorglichen Massnahmen für das Berufungsverfahren beantra-

gen bzw. einen (sinngemässen) Antrag auf aufschiebende Wirkung stellen wollte, 

- 25 -

ist der Berufung(-sbegründung) nicht zu entnehmen. Insbesondere ist davon aus-

zugehen, dass die anwaltlich vertretene Klägerin einen konkreten Antrag gestellt 

und sich insbesondere inhaltlich dazu geäussert hätte, weshalb C._____ für das 

laufende Berufungsverfahren - wie vor dem vorinstanzlichen Entscheid - unter die 

alternierende Obhut mit Wohnsitz bei der Klägerin zu stellen gewesen wäre.

4.3 Im Weiteren ist die Klägerin – aufgrund ihrer entsprechenden Ausführungen 

(act. 2 Rz. II./1; act. 17 S. 3) – darauf hinzuweisen, dass im Kanton Zürich ge-

mäss § 136 GOG üblicherweise entweder ein Mitglied des Gerichts oder die Ge-

richtsschreiberin den Entscheid unterzeichnet, wenn es sich nicht um einen End-

entscheid in der Sache im ordentlichen oder vereinfachten Verfahren handelt. 

Dass die vorinstanzliche Verfügung im summarischen Verfahren durch die Ge-

richtsschreiberin unterzeichnet wurde, ist folglich nicht zu beanstanden und lässt 

– entgegen den Ausführungen der Klägerin – nicht darauf schliessen, dass der 

Richter beim Entscheid nicht mitgewirkt hat. Zudem sind keine Hinweise vorhan-

den, die darauf schliessen würden, dass der vorinstanzliche Entscheid nicht 

rechtskonform ergangen sein sollte.

5.

5.1 Die Klägerin beantragte im Berufungsverfahren im Sinne einer superproviso-

rischen Massnahme die Befragung von Dr. med. I._____ und lic. phil. I J._____ 

sowie die Einholung einer Stellungnahme des MMI (act. 2 S. 3). Das superprovi-

sorische Massnahmenbegehren wurde von der Kammer mit Verfügung vom 

11. August 2022 abgewiesen (act. 5), weshalb im Rahmen des vorliegenden 

Rechtsmittelentscheids darauf zurück zu kommen ist. Gleichzeitig beantragte die 

Klägerin in ihrer Berufung, es sei dem diesbezüglich vor Vorinstanz ähnlich ge-

stellten Antrag unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids (Dispositiv-

Ziff. 3) stattzugeben (act. 2 S. 2).

5.2 Vor Vorinstanz stellte die Klägerin den Antrag, es seien Befragungen von 

Dr. med. I._____, der Psychologin J._____ und weiteren Personen durchzufüh-

ren, die zum Kindeswohl von C._____ Aussagen machen können bzw. es sei ih-

nen Gelegenheit zur Stellungnahme zu erteilen. Die Vorinstanz wies den Antrag 

- 26 -

im angefochtenen Entscheid ab und erwog diesbezüglich, dass nicht erläutert 

worden sei, zu welchen konkreten Themen die Personen hätten befragt werden 

sollen, wobei das Kindeswohl von C._____ kein allgemein abzuklärendes Sach-

verhaltselement darstelle. Die Notwendigkeit von weiteren Aussagen von 

Dr. med. I._____ und der Psychologin J._____ seien unter Berücksichtigung der 

im Recht liegenden Schriften nicht ersichtlich (act. 3 S. 40; act. 4/186 S. 9). 

5.3 Die Klägerin führte in ihrer Berufung zur Begründung aus, gemäss MMI sei 

eine psychologische Begutachtung von C._____ angebracht, was die Vorinstanz 

verneint habe. Die Vorinstanz habe – trotz Gefährdungsmeldung vom Kinderarzt 

Dr. med. I._____ und von der Psychologin J._____ – alle Anträge der Klägerin für 

ein psychologisches Gutachten abgewiesen und habe ohne Fachwissen entschie-

den. Aufgrund der vom Beklagten produzierten Dramen und Lügen gegenüber 

C._____ sei ein Fachgutachten dringend angezeigt (act. 2 Rz. II./6, 8 und 14). 

Auch anlässlich der Verhandlung vom 14. Oktober 2022 liess die Klägerin ausfüh-

ren, der Sachverhalt sei mit dem MMI, allenfalls mit einer anderen unabhängigen 

Stelle, abzuklären (act. 17 S. 9).

5.4.

5.4.1 Vorab ist festzustellen, dass die Klägerin in der Berufungsbegründung ne-

ben den Anträgen auf Befragung von Dr. med. I._____ und lic. phil. I J._____ so-

wie auf Einholung einer Stellungnahme des MMI die Anordnung einer psychologi-

schen Begutachtung thematisiert. Ein konkreter Antrag liegt indes nicht vor, insbe-

sondere auch nicht, ob ein kinderpsychologisches Gutachten oder ein Erwachse-

nengutachten einzuholen sei. 

Der Vollständigkeit halber ist diesbezüglich festzuhalten, dass die von der 

Klägerin angesprochenen Gefährdungsmeldungen nicht per se die Einholung ei-

nes Gutachtens indizieren, wobei diesen Gefährdungsmeldungen auch nicht zu 

entnehmen ist, dass aus ärztlicher Sicht ein Gutachten notwendig erscheine (vgl. 

act. 4/110/1; act. 4/170). Dem Schreiben des MMI vom 20. Januar 2022 ist zwar 

zu entnehmen, dass eine gutachterliche Beurteilung der Situation von C._____ 

bei beiden Elternteilen empfohlen werde (act. 4/214). Jedoch erachtete es die 

- 27 -

Vorinstanz als nicht notwendig, aufgrund der Aktenlage für den vorsorglichen 

Massnahmenentscheid noch weitere Abklärungen zu tätigen. Inwiefern eine psy-

chologische Begutachtung von C._____ im jetzigen Zeitpunkt im Rahmen des 

summarisch geführten vorsorglichen Massnahmenverfahrens erforderlich er-

scheint, ist nicht dargetan und aus den Akten auch nicht ersichtlich. 

5.4.2 Der Berufung nicht zu entnehmen ist, inwiefern den beantragten Befragun-

gen von J._____ und I._____ sowie der Stellungnahme des MMI Erkenntniswert 

zukommen sollte. In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen ist 

unter Berücksichtigung der im Recht liegenden Akten auch nicht ersichtlich, inwie-

fern weitere Äusserungen dieser Personen bzw. des MMI für den vorsorglichen 

Massnahmenentscheid notwendig sein sollten. Damit ist sowohl der prozessuale 

Antrag der Klägerin (act. 2 S. 3) als auch die Berufung im Umfang des Antrags 

auf Aufhebung der Dispositivziffer 3 der vorinstanzlichen Verfügung inklusive ers-

ter Spiegelstrich der Ziffer 2 der Berufungsanträge (act. 2 S. 2) abzuweisen.

6.

6.1 Wie eingangs erwähnt, beantragte der Beklagte nach der bundesgerichtli-

chen Rückweisung die Bestellung einer Kindsverfahrensvertretung, die Anhörung 

von C._____ und die Einholung eines Berichts von C._____s Beiständin (act. 40 

S. 1; vgl. auch act. 60; act. 64 S. 1; act. 75 S. 1). Der Beklagte begründete sowohl 

die Bestellung einer Kindsverfahrensvertretung als auch die Anhörung von 

C._____ damit, dass sich C._____ mit seinen mittlerweile sechs Jahren zu seinen 

Wünschen und Befindlichkeiten äussern könne, weshalb es im vorliegenden, 

hochstrittigen Verfahren dringend nötig sei, dass er eine eigene Interessenvertre-

tung erhalte und angehört werde. C._____ habe nun über ein Jahr unter der allei-

nigen Obhut des Beklagten gelebt. Diese neuen Lebensumstände der vergange-

nen 12 Monate hätten noch keinen Eingang in das Verfahren gefunden und seien 

zu berücksichtigen. Da die vorliegende Obhutszuteilung präjudizierende Wirkung 

für den Fortgang des Hauptverfahrens vor Bezirksgericht haben werde, seien eine 

entsprechende Bestellung sowie die Anhörung zum jetzigen Zeitpunkt unerläss-

lich. Durch die Anhörung von C._____ könne sich das Obergericht ein Bild von 

den Wünschen und Bindungen von C._____ sowie der Qualität der Beziehungen 

- 28 -

von C._____ zu seinen Eltern machen. Für die Klärung des Sachverhalts sei so-

dann die Beiständin L._____ aufzufordern, in einem Bericht ihre Beobachtungen, 

Feststellungen, Eindrücke und gegebenenfalls Anträge mitzuteilen (act. 40 S. 2 

ff.). Da einige Themen, die C._____ anlässlich der Kinderanhörung angesprochen 

habe, nicht Eingang ins Protokoll gefunden hätten, stelle sich die Frage, ob diese 

Erzählungen bei der Obhutszuteilung relevant sein könnten und ins Verfahren ein-

fliessen müssten. Folglich sei die Bestellung einer Kindsverfahrensvertretung un-

erlässlich, welche gestützt auf die Erzählungen von C._____ Anträge stellen 

könne, sollte nicht den Anträgen des Beklagten gefolgt werden (act. 75 Rz. 2).

6.2 Die Klägerin beantragte die Abweisung der Anträge des Beklagten und hielt 

im Wesentlichen fest, dass in diesem Verfahren kein Anlass für Weiterungen be-

stehe und die Anträge des Beklagten im Hauptverfahren zu stellen seien. Die Ein-

gabe des Beklagten diene einzig dazu, die Entfremdung von C._____ ihr gegen-

über voranzutreiben und die Obhutsumteilung zu verhindern bzw. möglichst lange 

hinauszuzögern. Insbesondere habe der Beklagte keine echten Noven vorbringen 

können (act. 43 S. 1 ff., vgl. auch act. 73 S. 1 ff.).

6.3 Vorab ist festzuhalten, dass der Beklagte in seinen Eingaben vom 19. Sep-

tember 2023 und 11. Januar 2024 nicht dartat, inwiefern die Gutheissung seiner 

Anträge der Sachverhaltsermittlung dienen könnte. Er erläutert nicht, wie sich der 

Sachverhalt im vergangenen Jahr konkret verändert haben soll bzw. welche 

(neuen) Fakten durch die Gutheissung der Anträge untermauert werden könnten. 

Vielmehr ist festzuhalten, dass das Verfahren seit August 2018 hochstrittig geführt 

wird (act. 40 S. 2) und sich der Elternkonflikt nach Angaben des Beklagten sogar 

noch verschärft hat (act. 60 S. 4). Ob und welche Schlussfolgerungen aus der ein-

getretenen zeitlichen Verzögerung zu ziehen sind, ist eine Rechtsfrage. Auch bei 

Geltung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime, gemäss welcher das Ge-

richt den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat, hat das Gericht nicht 

von sich aus das Verfahren durch für den Entscheid unerhebliche Abklärungen 

auszuweiten. Dies gilt im Rahmen des vorliegenden Summarverfahrens umso 

mehr. Zu den Anträgen ist im Einzelnen folgendes festzuhalten:

- 29 -

6.3.1 Zur beantragten Kinderanhörung ist grundsätzlich festzuhalten, dass im 

Sinne einer Richtlinie die Anhörung ab dem sechsten Altersjahr möglich ist (BGE 

131 III 553, E. 1.2.3. und E. 1.2.4.), wobei die Alterslimite nicht schematisch anzu-

wenden ist (BGer 5C.149/2006 vom 10. Juli 2006 E. 1.2.). Die Anhörung von klei-

neren Kindern dient in erster Linie der Sachverhaltsfeststellung (und der persön-

lichkeitsrechtliche Aspekt der Anhörung steht, anders als bei älteren Kindern, we-

niger im Fokus). Gemäss Bundesgericht sind Kinder erst ab einem Alter von 11 

oder 12 Jahren zur autonomen Willensbildung fähig. So ist bei einem 11 ½-jähri-

gen Kind angesichts des fortgeschrittenen Alters seinem konstant geäusserten 

Willen eine relativ grosse Beachtung zu schenken, auch wenn dem Kind selbst-

verständlich kein eigentliches Bestimmungsrecht zukommt, bei welchem Eltern es 

zukünftig leben möchte (vgl. BGer 5A 1013/2018 vom 1. Februar 2019 E. 5; be-

stätigt für einen 14-Jährigen in BGer 5A 558/2021 vom 29. Juli 2021 E. 3). Die El-

tern können aufgrund ihrer Parteistellung die Anhörung des Kindes beantragen. 

Dann besteht unter Vorbehalt der vom Gesetz genannten wichtigen Gründen 

(Art. 298 Abs. 1 ZPO) grundsätzlich eine Verpflichtung, eine Anhörung durchzu-

führen (vgl. bspw. BGer 5A 821/2013 vom 16. Juni 2014 E. 4.). 

In Gutheissung des entsprechenden prozessualen Antrags des Beklagten 

wurde am 16. Februar 2024 – insbesondere mit Blick auf den Zeitablauf seit dem 

erstinstanzlichen Entscheid und die einschneidenden Folgen, die mit der vorlie-

gend zu prüfenden Obhutsumteilung verbunden sind – eine Kinderanhörung mit 

C._____ durchgeführt. Aus dem Protokoll dieser Kinderanhörung geht im Wesent-

lichen hervor, dass C._____ in seinem noch jungen Alter – während er spielte – 

dem nahezu eine Stunde dauernden Gespräch problemlos und konzentriert fol-

gen und am Ende des Gesprächs klar sagen konnte, was er protokolliert und den 

Eltern mitgeteilt haben möchte und was nicht. Er äusserte sich zum Kindergarten 

und Freunden, Ferien und Feiertagen sowie zu Spielen, die er mag, und solchen, 

die er nicht mag. Ausführungen zur familiären Situation wollte C._____ nicht pro-

tokolliert haben, mit Ausnahme, dass er nächsten Mittwoch zu seiner Mutter gehe. 

Zur Visualisierung wurde eine Linie auf dem Tisch markiert und C._____ wurde 

gebeten, im unteren Bereich zu zeigen, was gut sei, und im oberen Bereich, was 

noch besser sein könnte. Dabei erklärte C._____ auf Nachfrage, es gebe nichts, 

- 30 -

das er in den einen oder anderen Bereich tun würde. Es sei gut und er mache 

sich keine Sorgen (Letzteres auf Frage, ob ihm etwas Sorgen mache, ihn etwas 

bekümmere). Als C._____ noch einmal darüber informiert wurde, dass alles, was 

aufgeschrieben werde, von seinen Eltern gelesen werden könne, bezeichnete er 

mehrere konkrete Aussagen, die er nicht protokolliert haben wollte (act. 71).

6.3.2 Im Hinblick auf die beantragte Einholung eines Berichts der Beiständin ist in 

erster Linie auf das bereits Festgehaltene zu den neuen prozessualen Anträgen 

zu verweisen, wonach nicht dargetan ist, inwiefern die beantragten Berichte der 

Sachverhaltsermittlung dienen würden bzw. welche neuen Sachverhaltselemente 

daraus zu erwarten wären. Behauptungen dazu fehlen. Zudem setzen sich die 

Beiständin und deren Vorgesetzte aus eigener Initiative am 2. und 3. November 

2023 telefonisch mit der Kammer in Verbindung (act. 44-45). Die Besuchsbeistän-

din, L._____, bat um einen telefonischen Ideenaustausch zwischen der zuständi-

gen Richterin und ihrer Vorgesetzten, Frau M._____. Die Situation der Eltern sei 

hochstrittig und es stelle sich ihr (Frau L._____) die Frage, was sie noch machen 

könne, damit C._____ in der ganzen Sache zumindest etwas weniger geschädigt 

werde. Am darauffolgenden Tag, dem 3. November 2023, teilte Frau M._____ der 

Kammer telefonisch mit, sie sorge sich um das Kindeswohl und befürchte, die In-

teressen von C._____ würden im Gerichtsverfahren zu wenig berücksichtigt. Ge-

mäss Frau M._____ sei dringend eine Kindsverfahrensvertretung zu bestellen. 

Aus ihrer Sicht dürfe C._____ nicht zur Mutter zurückplatziert werden. Sie wisse 

nicht, was passieren würde, wenn C._____ zur Mutter umgeteilt würde. Die von 

ihnen durchgeführte Anhörung von C._____ habe ergeben, dass der Bube beim 

Vater bleiben möchte. C._____ habe mit seinen Argumenten, wie beispielsweise 

"die Mutter dusche zu lange", versucht zu sagen, dass die Mutter bzw. es bei der 

Mutter nicht gut sei. Die Übergaben für die Ausübung der Besuche würden nicht 

rund laufen und C._____ sträube sich jeweils, zur Mutter zu gehen. Der Eltern-

konflikt habe sich leider nicht verbessert, es werde immer schlimmer. Seitdem 

C._____ beim Vater sei, habe sich das Blatt gewendet und nun sei es die Mutter, 

die sich nicht mehr kooperativ verhalte, während der Vater nun vordergründig ko-

operativ sei. Es bestehe der Eindruck, dass die Eltern die Beiständin "einnehmen" 

wollten. Es sei nicht möglich, mit der Mutter Gespräche zu führen und Lösungen 

- 31 -

zu finden. Die Mutter scheine auch sonst alles zu unternehmen, um den Vater 

schlecht dastehen zu lassen; es würden immer wieder Arztberichte über C._____ 

eingeholt (act. 45). Diese Ausführungen erwecken den Eindruck, dass die Bei-

ständin (derzeit) keinen Zugang zur Klägerin findet und gegenüber dem Beklagten 

Vorbehalte zu haben scheint, was ihre Zusammenarbeit mit den beiden Elterntei-

len von C._____ erschwert. Zudem zeigen die wiedergegebenen Schilderungen 

das massive Spannungsfeld auf, in welchem sich C._____ befindet (vgl. nachste-

hende E. III./A.5. f.) zur genaueren Würdigung der Ausführungen). Die Kon-

taktaufnahmen mit der Kammer als solche wie auch die Schilderungen der Bei-

ständin und deren Vorgesetzter lassen auf eine gewisse Überforderung schlies-

sen. Es ist aufgrund des Gesagten davon auszugehen, dass ein Bericht der Bei-

ständin keine neuen Erkenntnisse für die im heutigen Zeitpunkt vorzunehmenden 

– notwendigen – Regelungen hervorbrächte. Es ist daher davon abzusehen, ei-

nen Bericht der Beiständin einzuholen.

6.3.3 Eine Kindsverfahrensvertretung kann zwar auch erst im Rechtsmittelverfah-

ren bestellt werden, wenn sich deren Anordnung erst dann aufdrängt (KUKO 

ZPO-Stalder/van de Graaf, 3. Aufl. 2021, Art. 299 N 2). Es sind allerdings keine 

(neuen) Umstände ersichtlich, welche die Bestellung einer Kindsverfahrensvertre-

tung im Rechtsmittelverfahren dringend notwendig erscheinen lassen. Die Bestel-

lung eines Kindsvertreters würde das vorliegende Verfahren erheblich verzögern. 

Ebenso wäre die Kindsvertretung eines gut sechsjährigen Kindes mit grossen 

Herausforderungen verbunden und würde neben umsichtig anzugehenden alter-

sadäquaten Gesprächen auch zeitintensive Beobachtungen des Kindes in ver-

schiedenen Situationen bedingen, um das wohlverstandene Interesse des Kindes 

eruieren zu können. Da die für die vorsorgliche Obhutszuteilung von C._____ not-

wendigen Sachumstände – insbesondere auch nach durchgeführter Kinderanhö-

rung und erneuten Ausführungen der Parteien anlässlich der Verhandlung vom 

4. März 2024 – aus den Akten hinreichend hervorgehen sowie angesichts der mit 

der Bestellung einer Kindesvertretung verbundenen Verzögerung des Verfahrens, 

ist der Antrag auf Bestellung einer Kindesvertretung im vorliegenden Verfahren 

abzuweisen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Frau M._____ offenbar 

die Bestellung einer Kindesvertretung befürwortet. Es ist insbesondere nicht er-

- 32 -

sichtlich, inwiefern die Bestellung einer Kindsverfahrensvertretung am festgestell-

ten massiven Loyalitätskonflikt und der festgestellten Kindswohlgefährdung in der 

jetzigen Konstellation (vgl. nachfolgende E. III./A.5) etwas zu ändern vermöchte. 

Auch an der hoch strittigen Ausgangslage, die sich einer Beistandsperson präsen-

tiert, würde sich dadurch nichts ändern. 

6.4 Aufgrund des Gesagten sind – mit Ausnahme des Antrages auf Anhörung von 

C._____ (act. 65) – die nach der Rückweisung des Bundesgerichts gestellten, 

prozessualen Anträge des Beklagten abzuweisen.

7. Nachfolgend ist der Entscheid nach der Rückweisung des Bundesgerichts 

und unter Berücksichtigung der Weiterungen zum Sachverhalt (vgl. insbesondere 

die Kinderanhörung) neu zu fällen. 

III.

A. Obhut

1. Strittig ist in erster Linie die Zuteilung der Obhut für C._____ für die Dauer 

des Hauptverfahrens. Die Klägerin beantragte in ihrer Berufung die Aufhebung 

der vorinstanzlichen Ziffer betreffend die Obhutszuteilung an den Beklagten und 

die Zuteilung der Obhut an sie bzw. das Wechselmodell mit Wohnsitz und Ein-

schulung von C._____ bei ihr (act. 2 S. 2; act. 17 letzte Seite; Prot. S. 37 im Ver-

fahren LY220039). Der Beklagte beantragte die Abweisung sämtlicher Anträge 

der Klägerin, soweit darauf überhaupt einzutreten ist (act. 8 S. 2).

2. Die Vorinstanz verneinte die Weiterführung der alternierenden Obhut einer-

seits mit der Argumentation der neuen Wohnsituation der Klägerin und anderer-

seits – unabhängig von der geografischen Komponente – mit dem Elternkonflikt, 

welcher dem Wohl von C._____ zuwiderlaufe. 

Sie begründete sodann ihren Entscheid, die Obhut dem Beklagten zuzutei-

len, insbesondere mit der mangelhaften Bindungstoleranz der Klägerin, d.h. der 

Fähigkeit bzw. Bereitschaft, die Beziehung des Kindes zum anderen Elternteil zu 

fördern oder zumindest zuzulassen. Der Beklage habe bisher keine Versuche un-

- 33 -

ternommen, der Klägerin C._____ vorzuenthalten, entsprechende Handlungen 

der Klägerin seien jedoch aktenkundig. Die Kriterien Stabilität und Kontinuität des 

Umfeldes würden sodann insgesamt – wenngleich sie nicht ausschlaggebend 

seien – für eine Obhutszuteilung an den Beklagten sprechen (act. 3 E. II./B.3.4).

3.

3.1 Entscheidend für die Regelung des Eltern-Kind-Verhältnisses ist immer das 

Kindeswohl als oberste Maxime des Kindesrechts (Art. 133 Abs. 2 ZGB). Die In-

teressen und Wünsche der Eltern haben in den Hintergrund zu treten. In den Ent-

scheid über die Obhutszuteilung einbezogen werden müssen in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz die persönliche Beziehung des Kindes zu den beiden Elterntei-

len, deren erzieherische Fähigkeiten, die Eignung und Bereitschaft, sich weitge-

hend persönlich um das Kind zu kümmern und sich mit ihm zu beschäftigen, die 

Stabilität und Kontinuität, die die Eltern dem Kind bieten können, die Kooperati-

onsbereitschaft sowie die Bereitschaft, die Beziehung zum anderen Elternteil zu-

zulassen. Das Konfliktverhalten der Eltern kann deren Erziehungs- und Betreu-

ungsfähigkeit beeinträchtigen. Es ist diejenige Lösung zu wählen, die unter Be-

rücksichtigung der gesamten Umstände dem Kind die notwendige Stabilität der 

Beziehungen gewährleistet, die es für seine optimale Entwicklung und Entfaltung 

benötigt (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 7. Aufl. 2022, Art. 298 N 5 und 7a 

m.w.H.). 

3.2 Auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes hat das Gericht zu prüfen, ob 

die alternierende Obhut möglich ist und dem Kindeswohl entspricht (Art. 298 

Abs. 2ter ZGB). Voraussetzung ist, dass beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter 

hat das Gericht im Wesentlichen anhand der bereits genannten Beurteilungskrite-

rien (E. III./A.3.1 vorstehend) zu prüfen, ob die beantragte alternierende Obhut 

sich auch praktisch umsetzen lässt. Die alternierende Obhut stellt hohe Anforde-

rungen an Eltern und Kinder. Sie erfordert vermehrte organisatorische Massnah-

men und gegenseitige Informationen, weshalb die praktische Umsetzung voraus-

setzt, dass die Eltern diesbezüglich fähig und bereit sind, miteinander zu kommu-

nizieren und zu kooperieren. Allein weil ein Elternteil eine alternierende Betreu-

ungsregelung ablehnt, kann die Kooperationsfähigkeit noch nicht verneint werden. 

- 34 -

Bei einem anhaltenden Konflikt zwischen den Eltern in Fragen der Kinderbelange 

sind dagegen Schwierigkeiten bei der Kooperation vorhersehbar, mit der Folge, 

dass das Kind immer wieder dem Elternkonflikt ausgesetzt wäre, was seinen In-

teressen offensichtlich widersprechen würde (anstatt vieler: BGE 142 III 612 

E. 4.2 ff.). Ein (von der Vorinstanz festgestellter,) schwerwiegender elterlicher 

Dauerkonflikt, insbesondere eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit der El-

tern, steht schon der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegen. So scheidet auch 

eine alternierende Obhut als Betreuungslösung aus, setzt doch gerade die prakti-

sche Umsetzung einer alternierenden Kinderbetreuung voraus, dass die Eltern fä-

hig und bereit sind, in Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu ko-

operieren und gar in einem höheren Mass als bei einer einseitigen Betreuungsre-

gelung zur konstruktiven Austragung ihrer Konflikte in der Lage sind (BGer 

5A_377/2021 vom 21. Februar 2022 E. 4; vgl. auch BSK ZGB I-Schwenzer/Cot-

tier, a.a.O, Art. 298 N 6 ff. m.w.H.). Bei der Anordnung der alternierenden Obhut 

sind zudem das Entwicklungsalter des Kindes und die sogenannte Fussläufigkeit 

(die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern) zu beachten.

4.

4.1 Die Parteien beantragen beide, sei es im Haupt- oder Eventualantrag, die al-

ternierende Obhut, weshalb es deren Anordnung nachfolgend zu prüfen gilt. 

4.2 Voranzustellen ist, dass sich die Parteien zu einem Zeitpunkt getrennt ha-

ben, als C._____ erst neun Monate alt war. Eine stabile, harmonische Betreu-

ungssituation hat sich weder während des kurzen gemeinsamen Familienlebens 

noch danach etabliert. 

4.3 Den vorinstanzlichen Akten ist zu entnehmen, dass die Parteien immer wie-

der – und teilweise sehr weitgehende – Vorwürfe gegen einander erheben (bspw. 

Prot. Vi. S. 60 und 74, act. 2 Rz. II./5; act. 4/40 S. 8; act. 4/77 S. 3; act. 4/160 

Rz. 10, act. 4/172B; act. 4/185/93; act. 4/186 S. 10 und 12; act. 4/190/1+3; 

act. 4/218/1-2). So gab die Klägerin an, sie habe Gewalt in der Beziehung mit 

dem Beklagten erlebt. Ebenso erhob sie vor Vorinstanz den Vorwurf, sie sei zwei-

mal zu Schwangerschaftsabbrüchen genötigt worden, und dass dritte Mal, bei 

- 35 -

C._____, habe sie sich dem Ansinnen des Beklagten, der eine weitere Abtreibung 

gewollt habe, widersetzen können (vgl. act. 4/77 S. 3). Der Beklagte äusserte sich 

gegenüber der Klägerin despektierlich und führte aus, die beiden Schwanger-

schaften vor C._____ seien für die Klägerin (und nicht für ihn) ungünstig gewe-

sen, weil sie damals zuerst die Nase, die Ohren, die Füsse und die Brüste der 

Schönheit wegen habe operieren lassen wollen (Prot. S. 28 im Verfahren 

LY220039). Die schwerwiegende Konfliktlage der Eltern zeigt sich unter anderem 

auch am Strafverfahren gegen die Klägerin auf Anzeige des Beklagten (vgl. 

hierzu nachstehende E. 5.4.2).

4.4 Eine einigermassen konstruktive mündliche Kommunikation zwischen den 

Parteien ist über die letzten fünf bis sechs Jahre nicht (zumindest nicht anhaltend) 

möglich gewesen (act. 4/40 S. 9; act. 4/77 S. 4 und 8; Prot. Vi. S. 56, act. 60 

S. 4). Diese Einschätzung lässt sich insbesondere den SMS-Chatverläufen ent-

nehmen (vgl. u.a. act. 4/82/51; act. 4/236/106). Exemplarisch hierfür steht auch 

die Art, wie die Klägerin dem Beklagten ihren Umzug nach E._____ mitteilte. Die 

Klägerin teilte dem Beklagten an einem Morgen mündlich und danach am 17. Au-

gust 2021 per E-Mail schriftlich mit, sie werde im Oktober 2021 zu ihrem neuen 

Partner nach E._____ ziehen und der Krippenplatz von C._____ in H._____ 

werde gekündigt (vgl. Prot. Vi. S. 81 f., S. 85 und S. 94; act. 4/173 Rz. 3; 

act. 4/174/76-79). Zuvor war C._____ im Frühling 2019 bereits einige Monate in 

einer Kita, bis der Beklagte davon erfuhr. Weiter konsultieren die Parteien ver-

schiedene ("ihre eigenen") Kinderärzte. Der Beklagte hat den Verdacht, dass die 

Klägerin nur dann zu Dr. I._____ geht, wenn sie Berichte braucht, die im Prozess 

ihren Standpunkt stützen (Prot. S. 35 im Verfahren LY220039, act. 60 S. 3 f.). Der 

Austausch in gesundheitlichen Belangen von C._____ funktioniert nicht und zeugt 

von gegenseitigem Misstrauen (vgl. Prot. Vi. S. 24, 35 f., 55 und 62 f.; act. 4/81 

Rz. 3 und 14; act. 4/100/64; act. 4/173 Rz. 23, act. 60 S. 3 f., vgl. auch 

act. 74/7.2-10 sowie act. 74/13-14 und zuletzt in Prot. S. 13 f., S. 22). Ferner kon-

taktierte die Klägerin den Vermieter des Beklagten, als sie aufgrund von Äusse-

rungen von C._____ vermutete, der Beklagte lebe entgegen dessen Darstellung 

mit seiner Partnerin zusammen (Prot. Vi S. 60 f.). Die Parteien sind massiv zer-

stritten und vertrauen sich nicht. 

- 36 -

In den letzten Jahren wurde sodann mehrfach mit Paar- und Elternberatun-

gen versucht, den elterlichen Konflikt zu lösen: Im Januar und Februar 2018 be-

suchten die Parteien ein Paar-Coaching (act. 4/41/2). Nach der Trennung im 

Sommer 2018 versuchte die Fachstelle Elternschaft der Sozialen Dienste der 

Stadt Zürich auf Ersuchen der Klägerin eine Einigung in den Kinderbelangen zu 

finden (act. 4/3). Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich 

stellte daraufhin mit Schreiben vom 11. September 2018 fest, dass keine Einigung 

zwischen den Parteien zustande gekommen war (act. 4/15 letzte beiden Seiten). 

Mit Verfügung vom 18. September 2019 genehmigte die Vorinstanz eine Verein-

barung der Parteien, welche Beratungsgespräche beim Kinder- und Jugendhilfe-

zentrum (kjz) zum Gegenstand hatte, und sistierte das Verfahren bis Ende Fe-

bruar 2020 (act. 4/93). Mit Eingabe vom 3. März 2020 liess der Beklagte mitteilen, 

es hätten diverse Gespräche beim kjz stattgefunden, die finanziellen Belange 

seien selbstredend nicht diskutiert worden und das Verfahren sei wieder aufzu-

nehmen (act. 4/96). Das Verfahren nahm seinen Fortgang und anlässlich einer 

weiteren Instruktionsverhandlung vom 20. Mai 2020 einigten sich die Parteien er-

neut, eine Elternberatung aufzusuchen, vorzugsweise bei der Paarberatung und 

Mediation Kanton Zürich (act. 4/105). Mit Verfügung der Vorinstanz vom 2. August 

2021 wurden die Parteien schliesslich angewiesen, eine Eltern-/Familienberatung 

am MMI wahrzunehmen, wobei die Beratung ebenfalls nicht in Gang kam und 

scheiterte (act. 4/171A; act. 4/214). Dem Schreiben des MMI vom 20. Januar 

2022 ist zu entnehmen, dass sich die gerichtlich angeordneten Beratungsgesprä-

che aufgrund des tiefen gegenseitigen Misstrauens zwischen den Eltern als sehr 

schwierig gestaltet hätten. Mit der Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung 

des Beklagten gegen die Klägerin habe sich für das MMI bestätigt, dass der Rah-

men einer psychologischen Beratung nicht mehr das richtige Format sei. Wenn 

schwere, strafrechtlich relevante Vorwürfe im Raum stehen würden, fehle die Ba-

sis für einen positiven Beratungsprozess. Durch diese Anzeige sei C._____ nun 

ins Zentrum des elterlichen Konflikts gerückt, weshalb das MMI eine gutachterli-

che Beurteilung der Situation von C._____ bei beiden Elternteilen empfehle 

(act. 4/214). Gemäss Ausführungen der Klägerin anlässlich der Verhandlung vom 

19. Juli 2021 sei absehbar gewesen, dass die Beratungen nichts gebracht hätten, 

- 37 -

weil die Probleme viel weiter greifen würden, als die Verständigungsprobleme in 

Bezug auf C._____ (Prot. Vi. S. 49).

Aufgrund des Gesagten ist in der Tat augenscheinlich, dass all die obge-

nannten Beratungsbemühungen nicht gefruchtet haben, insbesondere das Ver-

hältnis zwischen den Parteien nicht besser geworden ist, sondern sich der Eltern-

konflikt vielmehr verschärft hat, wovon auch die Parteien ausgehen (vgl. act. 60 

S. 4; act. 73 S. 7). Die rund vier Jahre seit Verfahrensbeginn bis zum vorinstanzli-

chen Entscheid zeigen, dass das bis im Juli 2022 angeordnete Betreuungsmodell 

der alternierenden Obhut das Verhalten der Parteien nicht zu ändern vermochte 

und sich die Beziehung bzw. die Kommunikation und Kooperation der Parteien 

nicht besserten, auch wenn die Parteien inzwischen separat Unterstützung in An-

spruch nehmen bzw. Kurse besuchen ("Eltern bleiben - Mein Kind im Zentrum"; 

act. 60 S. 8).

4.5 Zusammenfassend ist der jahrelange, mittlerweile als schwerwiegend zu be-

zeichnende Dauerkonflikt der Parteien, dem Wohl von C._____ in hohem Masse 

abträglich. Die nötige Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern als 

wesentliches Element für die Anordnung der alternierenden Obhut ist nicht gege-

ben, was unter anderem die jüngsten, sich teilweise widersprechenden Vorbrin-

gen bzw. gegenseitigen Anschuldigungen der Parteien zur Besuchs- und Ferien-

regelung, zur Behandlung der HMO-Entzündung und weiteren Belangen zeigen 

(vgl. insbes. act. 73 S. 5 ff., act. 75 Rz. 6 ff., Prot. S. 9 ff.). Die alternierende Ob-

hut ist als Betreuungslösung gescheitert und scheidet aus. Damit kommt dem Kri-

terium der geographischen Nähe zwischen den Wohnorten der Eltern und der 

Umstand, dass die Klägerin mit dem Wegzug nach E._____ eine grössere Di-

stanz zwischen den Wohnorten schuf, keine besondere Bedeutung mehr zu. Auf 

den Wegzug nach E._____ ist nicht mehr näher einzugehen. Abschliessend ist 

festzuhalten, dass – entsprechend den obigen Erwägungen – seit Beginn des 

Verfahrens im Jahr 2018 keine Basis für die Anordnung der alternierenden Obhut 

für ein Kleinkind vorhanden war. 

5. Zur Beurteilung der Frage, welchem Elternteil die alleinige Obhut zuzuteilen 

ist, sind insbesondere die obgenannten Kriterien unter Einbezug der vorinstanzli-

- 38 -

chen Erwägungen und der Vorbringen der Parteien zu prüfen (vgl. obige 

E. III./A.3.1).

5.1 Vorab ist in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen festzu-

halten (vgl. act. 3 E. II./B.3.4.2 f.), dass einstweilen (noch) von der Erziehungsfä-

higkeit beider Parteien sowie einer engen Bindung von C._____ zu beiden Eltern-

teilen auszugehen ist. Eine Kindeswohlgefährdung durch einen hochstrittigen El-

ternkonflikt kann allerdings ein Hinweis für fehlende Erziehungsfähigkeit sein. 

Diesbezügliche allfällige Weiterungen bleiben dem Hauptverfahren vorbehalten.

5.2 In Bezug auf die Eignung und Bereitschaft zur persönlichen Betreuung von 

C._____ brachte die Klägerin vor, sie könne sich vollständig um die Kinderbetreu-

ung kümmern, währenddessen der Beklagte einer Berufstätigkeit nachgehen 

müsse (act. 2 Rz. II./3; act. 17 S. 4). 

Der Beklagte führte aus, dass er C._____ aufgrund der Kindergartenzeiten 

und seiner flexiblen Arbeitszeiten mit Ausnahme des Donnerstagnachmittags 

selbst betreuen könne. Dass C._____ einen Nachmittag fremdbetreut werde, 

heisse nicht, dass eine Obhutszuteilung an ihn ausgeschlossen wäre. Auch das 

Bundesgericht gehe vom Gleichwertigkeitsgrundsatz von Fremd- und Eigenbe-

treuung aus (act. 8 Rz. 4; Prot. S. 8 f. im Verfahren LY220039). 

Der Beklagte macht neu geltend, die Klägerin biete unterdessen Beratungen 

als psychologischer Coach an, weshalb das Argument, die Klägerin gehe keiner 

Erwerbstätigkeit nach und könne sich daher vollständig um die Betreuung von 

C._____ kümmern, nicht mehr verfange (act. 60 S. 9, act. 61/5). 

Die Klägerin betreut unbestrittenermassen die am tt.mm.2022 geborene 

Halbschwester von C._____, N._____ (Prot. S. 18 f. im Verfahren LY220039; 

act. 17 S. 4; act. 19/4; act. 73 S. 7; Prot. S. 11). Auch wenn sie Beratungen als 

psychologischer Coach anbietet, bedeutet dies nicht, dass sie C._____ ausser-

halb der Schulzeiten nicht persönlich betreuen kann, zumal glaubhaft ist, dass sie 

ihre Tochter N._____ nach wie vor 100% betreut und dies weiterhin tun wird (vgl. 

- 39 -

act. 73 S. 7). Das Kriterium der persönlichen Betreuung spricht damit eher für die 

Zuteilung der Obhut an die Klägerin. 

5.3 Betreffend das Kriterium der Stabilität und Kontinuität des sozialen Umfelds 

ist aktenkundig, dass der Beklagte seit Einleitung des Hauptverfahrens im August 

2018 immer dieselbe Arbeitsstelle hatte und – mit einem Umzug in derselben Ge-

meinde – stets im selben Umfeld gewohnt hat. Die Klägerin wechselte hingegen 

ihre Arbeitsstelle und auch ihren Wohnort mehrere Male (vgl. dazu die vorinstanz-

lichen Erwägungen act. 3 E. II./B.3.4.5 mit Verweis auf die entsprechenden Akten-

stellen). Die Klägerin war indes stets bemüht, sogleich eine neue Arbeitsstelle zu 

finden, um den Lebensunterhalt von ihr und C._____ zu bestreiten, was Verant-

wortungsbewusstsein zeigt. Sowohl die Klägerin als auch der Beklagte sind in ei-

ner neuen Partnerschaft, wobei der neuen Partnerschaft der Klägerin, wie er-

wähnt, eine Tochter entsprossen ist, was auf eine enge partnerschaftliche Verbin-

dung schliessen lässt. Der Beklagte ist gemäss eigenen Ausführungen seit meh-

reren Jahren in derselben Partnerschaft, wobei sie sich mittlerweile verlobt hätten 

und bald heiraten würden (vgl. act. 2 Rz. II./4; act. 8 Rz. 6 f.; act. 19/11; Prot. 

S. 18 im Verfahren LY220039; Prot. S. 15). Die neuen Partnerschaften und das 

derzeitige soziale Umfeld der Parteien sind neutral zu gewichten. Derzeit für die 

Obhutszuteilung an den Beklagten spricht im Rahmen der Stabilität und Kontinu-

ität, dass C._____ seit August 2022 beim ihm lebt und in O._____ den Kindergar-

ten besucht. Hier nicht massgeblich ins Gewicht fällt der kürzlich nach den Sport-

ferien im Februar 2024 erfolgte Kindergartenwechsel (vgl. Prot. S. 9 ff., act. 73 

S. 6, act. 75 Rz. 7 ff., act. 76 /11), zumal C._____ voraussichtlich im Sommer 

2024 ohnehin in die Schule gehen wird und es wiederum einen Wechsel geben 

wird. In Bezug auf das Kriterium der Stabilität und Kontinuität des sozialen Um-

felds ist jedoch zu berücksichtigen, dass dieses – wie von der Vorinstanz festge-

halten – aufgrund des (immer) noch jungen Alters von C._____ noch nicht im Vor-

dergrund steht.

5.4 Hinsichtlich der Bereitschaft, die Beziehung zum anderen Elternteil zuzulas-

sen bzw. zu unterstützen (sog. Bindungstoleranz), ist Folgendes auszuführen:

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5.4.1 Die Vorinstanz erwog, dass der Beklagte unbestrittenermassen keine Versu-

che unternommen habe, der Klägerin C._____ vorzuenthalten oder auf andere 

Weise die Ausübung ihres Betreuungsrechts zu verhindern. Auf Seiten der Kläge-

rin seien mehrere Handlungen aktenkundig, mit denen sie dem Beklagten den ge-

meinsamen Sohn vorenthalten habe und sein Betreuungs- und Sorgerecht stark 

erschwert habe. Zu nennen seien der Versuch, C._____ eigenmächtig von der 

Kita F._____ abzumelden, und der Umzug nach E._____. Auch habe die Klägerin 

im Februar 2021 spontan entschieden, sich nicht mehr an die aussergerichtliche 

Vereinbarung vom Oktober 2020 zu halten. Diese Vorfälle würden deutlich auf 

eine mangelhafte Bindungstoleranz der Klägerin hinweisen. Die Klägerin scheine 

häufig nicht willens und in der Lage zu sein, sich an gelebte oder gerichtlich ver-

einbarte Betreuungsregelungen zu halten, was auch für C._____ das Verständnis 

und die Akzeptanz betreffend die Betreuungsregelung erschwere (act. 3 

E. II./B.3.4.6). 

Dass die Klägerin den Kontakt von C._____ zum Beklagten teilweise verwei-

gerte, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz aktenkundig. So erklärte die Klä-

gerin selbst, C._____ im Juli 2021 bis auf Weiteres bei sich behalten zu haben 

(Prot. Vi. S. 51; act. 4/174/85). Den Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil zu 

verweigern, wenn die Situation selber als sogenannt "toxisch" empfunden wird 

(Prot. Vi. S. 51), ist nicht angemessen. Jedoch ist die Vorgehensweise der Kläge-

rin bzw. sind die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen zu relativieren, 

denn weitergehende aussergerichtliche Betreuungsregelungen gelten nur, so-

lange sich die Parteien einig sind. Es ist der Klägerin daher nichts vorzuwerfen, 

wenn sie aufgrund der schwierigen elterlichen Situation der gerichtlich genehmig-

ten Betreuungsregelung nachleben wollte (vgl. act. 4/121; act. 4/135; Prot. Vi. 

S. 45 f.), zumal auch der Beklagte bereits von einer aussergerichtlichen Vereinba-

rung Abstand nahm und wieder die Einhaltung der gerichtlich genehmigten Be-

treuungsregelung verlangte (vgl. act. 4/57). 

Weiter machte der Beklagte geltend, C._____ von Mitte August bis Mitte 

September 2018 nicht gesehen zu haben, worauf die Klägerin entgegnete, mit 

C._____ damals in den Ferien gewesen zu sein (act. 4/6 S. 3 Rz. 3; act. 4/38 

- 41 -

S. 6; act. 4/39/25 S. 8 f.; act. 4/173 Rz. 19; Prot. Vi. S. 12). Zu berücksichtigen ist, 

dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine konkrete Betreuungsregelung gab. In 

diesem Zusammenhang beanstandet der Beklagte neu, dass die Klägerin 

C._____ während der Sport- und Frühjahrsferien 2023 nicht zu sich genommen 

habe, obwohl sie aufgrund des aktuell geltenden Entscheides des Bezirksgerich-

tes Zürich dazu verpflichtet gewesen sei (act. 60 S. 5 f.). Ob und aus welchen 

Gründen die Besuchsregelung nicht klappte und wie die Anordnung der Vorin-

stanz zu verstehen ist, welche die Klägerin berechtigt, C._____ während der 

Hälfte der Schulferien, höchstens zwei Wochen am Stück, zu betreuen (act. 3 S. 

41 f. Dispositivziffer 5 am Schluss), kann im Rahmen des summarischen Beru-

fungsverfahrens offen bleiben. Festzuhalten ist jedoch, dass die Ausführungen 

des Beklagten zur Ferienregelung und zu den Übergaben (vgl. act. 60 S. 5 oben 

und auch act. 74/19) zeigen, dass sich die Situation (auch aus seiner Sicht) in kei-

ner Weise beruhigt hat und übliche Handlungen von getrennten Eltern wie Überg-

abe und Empfangnahme des kleinen gemeinsamen Kindes nicht konfliktlos mög-

lich sind. Alleine aus diesen Vorkommnissen abzuleiten, der Klägerin fehle es an 

der nötigen Bindungstoleranz, weshalb dem Beklagten die Obhut alleine zuzuwei-

sen sei, überzeugt angesichts des jahrelangen Paar- und Elterndramas jedenfalls 

nicht. 

5.4.2 Die Vorinstanz übergeht im Rahmen der Bindungstoleranz den durch den 

Beklagten erhobenen und von ihm als strafrechtlich relevant erachteten Vorwurf 

der schweren Körperverletzung begangen durch die Klägerin zum Nachteil von 

C._____. Gemäss polizeilicher Befragung des Beklagten soll die Klägerin 

C._____ am 11. Juni 2021 mit einem iPad ins Gesicht geschlagen haben, wobei 

C._____ aufgrund dieses Vorfalls am 3. November 2021 einen Zahnwurzelbruch 

erlitten haben soll (act. 4/218/1 S. 3 f.). Allerdings geht aus dem E-Mail der Kin-

derzahnarztpraxis, welches dem Beklagten am 3. November 2021 weitergeleitet 

wurde, hervor, diese Zahnwurzelfraktur stamme von einem Spielplatzunfall im 

März 2021 (act. 4/218/1 S. 9 ff.). Dem Polizeirapport ist zu entnehmen, dass der 

Beklagte am 11. Juni 2021 zwei Videos drehte, in welchen C._____ gesagt habe, 

dass die Klägerin ihm die Verletzung an der Lippe mit dem iPad zugefügt habe 

(act. 4/218/1 S. 4 f.). Gemäss Ausführungen des Beklagten sei auf dem einen Vi-

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deo zu sehen, wie C._____ ins Auto einsteige und umgehend erzähle, dass seine 

Mutter ihn mit dem iPad geschlagen habe und dass er Schmerzen an der Lippe 

habe (Prot. Vi. S. 52). Solche "Beweismittel" irritieren. Darüber hinaus erscheint 

nicht glaubhaft, dass C._____ exakt im Moment der Videoaufnahme bei einem all-

täglichen Vorgang wie des Einsteigens in ein Auto von sich aus von einem derart 

schwerwiegenden Vorfall erzählen würde.

In der vorinstanzlichen Verhandlung vom 19. Juli 2021 führte die Klägerin – 

ohne danach gefragt worden zu sein – aus, dass sie vor zwei Wochen wieder so 

eine Situation gehabt habe: Der Beklagte habe C._____ am Freitag wohlbehalten 

abgeholt und eine Viertelstunde später mitgeteilt, er befinde sich im Notfall des 

Spitals, weil C._____ eine aufgeschlagene Lippe habe und gesagt habe, dass sie 

(die Klägerin) ihn mit dem iPad an den Kopf geschlagen habe. Sie frage sich, 

weshalb er ihr das Kind zurückgegeben habe, wenn er (der Beklagte) tatsächlich 

geglaubt hätte, dass sie C._____ derart geschlagen habe (Prot. Vi. S. 48). Gleich-

lautende Aussagen, wonach sie C._____ dem Beklagten wohlbehalten übergeben 

habe, machte die Klägerin auch im Strafverfahren (act. 4/218/1 S. 31 f. F/A 84 ff.).

Im Laufe des Strafverfahrens wurde C._____ am 11. Januar 2022 durch die 

Polizei, Kinderschutz, im Beisein einer Psychologin befragt. Zur Befragung er-

schien C._____ in Begleitung des Beklagten und dessen Partnerin. Auf entspre-

chende Frage erklärte C._____, er sei bei der Polizei, weil sein Zahn gebrochen 

sei, seine Mutter habe ihn mit dem iPad ins Gesicht geschlagen. Sie habe das ge-

macht, weil sie es schön finde und es einfach sei. Auf Frage, wie genau sie dies 

gemacht habe, sagte C._____: "Weil sie so geboren ist." Nähere Angaben, wie 

seine Mutter ihn geschlagen habe, konnte C._____ auf Befragen ausführen. Auch 

konnte er sich nicht mehr daran erinnern, wie er reagiert habe und ob er geweint 

habe. Schliesslich sagte C._____, dass die Mutter ihn, nachdem sie ihn mit dem 

iPad geschlagen habe, immer wieder geschlagen habe; 1000 Mal habe sie das 

gemacht. Er gehe nicht gerne zur Mutter, weil sie gemein sei.

Gemäss Einschätzung und Bericht der Psychologin töne die Aussage von 

C._____ "weil sie so geboren sei" merkwürdig für einen Vierjährigen. Er sei – 

auch wegen seines Alters – kaum in der Lage, etwas selbständig und chronolo-

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gisch zu schildern (act. 4/218/2, Sammelbeilage, am Schluss "Bericht zur Video-

befragung"). 

Die pauschalen Vorwürfe von C._____ gegen seine Mutter erscheinen un-

glaubhaft und lassen erkennen, dass er den Vorfall des Schlagens mit dem iPad 

nicht mit einer konkreten Situation verbinden konnte (vgl. act. 4/218/1 letzte vier 

Seiten). Es erscheint unwahrscheinlich, dass ein vierjähriges Kind von sich aus 

solche Äusserungen macht. Die Übertreibung, die Klägerin habe ihn 1000 Mal ge-

schlagen, ist ein weiteres deutliches Zeichen für die unrealistische Wiedergabe ei-

nes angeblichen Vorfalls. Auch die Formulierung "Weil sie so geboren ist" ent-

spricht nicht derjenigen eines vierjährigen Kindes. Solches Aussagenverhalten 

lässt gegenteils darauf schliessen, dass C._____ massgeblich vom Beklagten be-

einflusst wurde. Unerklärlich bleibt zudem, weshalb der Beklagte erst am 25. No-

vember 2021 bzw. Monate nach dem angeblichen Vorfall Strafanzeige erstattete, 

sollte sich der Vorfall tatsächlich wie von ihm behauptet ereignet haben (vgl. auch 

act. 60 S. 6). Es überrascht daher nicht, dass das Strafverfahren mit Verfügung 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. September 2022 rechtskräftig 

eingestellt wurde (act. 51/1).

Der Vorfall erweist sich mit Blick auf das Wohl des Kindes jedoch als be-

denklich und äusserst besorgniserregend. Der Zahnwurzelbruch bei C._____ 

spricht nicht gegen die Obhutszuteilung des Kindes an die Klägerin, sondern deu-

tet gegenteils darauf hin, dass der Beklagte dieses Ereignis als Instrument im Ob-

hutsstreit für seine Anliegen zu nutzen versuchte und damit C._____ als Spielball 

im Obhutsstreit missbraucht wurde.

5.4.3 Die Klägerin sprach im Berufungsverfahren unter anderem erneut an, der 

Beklagte erzähle C._____, dass er im Bauch seiner Freundin geboren worden sei 

(act. 2 Rz. II./13; act. 50 S. 2; vgl. auch act. 4/160 Rz. 2; act. 4/172). Anlässlich ei-

ner vorinstanzlichen Verhandlung erklärte der Beklagte dazu: "Wie soll ich das ei-

nem Dreijährigen erzählt haben, er hat ja gar keine Ahnung davon? So etwas hat 

er aus meinem Mund nie gehört" (Prot. Vi. S. 56). Zu einem späteren Zeitpunkt, 

als der Beklagte diese "Bauch-Geschichte" anlässlich einer weiteren Verhandlung 

selbst ansprach, führte er aus, wenn man C._____ sage, es gebe den Osterha-

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sen, dann werde er sagen, es gebe den Osterhasen (Prot. Vi. S. 79 f.). In der Be-

rufungsantwort stellte der Beklagte in Abrede, dass er C._____ erzähle, er sei im 

Bauch seiner Freundin geboren worden. C._____ wisse ganz genau, wer seine 

Mutter sei (act. 8 Rz. 18). Der Beklagte führte vor Vorinstanz aus, C._____ 

komme immer zu ihnen und sage, Mami habe gesagt, er sei im Bauch von 

P._____ auf die Welt gekommen. Er (der Beklagte) müsse ihm nun ständig das 

Gegenteil erklären (Prot. Vi S. 93). 

Aus welchen Gründen C._____ dies äusserte, lässt sich im Rahmen des 

vorsorglichen Verfahrens nicht eruieren. Dies ändert jedoch nichts daran, dass al-

lein der Umstand, dass C._____ solches wiederholt erklärte, die bestehenden Be-

denken an seiner gesunden Entwicklung bestätigen. An seiner Anhörung nannte 

C._____ die Partnerin seines Vaters "Stiefmami" und sagte auf Nachfrage, sie 

heisse "P._____"; die Klägerin nannte er "sein Mami" (vgl. act. 71 S. 2).

5.4.4 Im Laufe des Verfahrens führte die Klägerin aus, C._____ habe seinen Va-

ter gerne und sie wolle bzw. hoffe, dass der Kontakt zum Vater bzw. die Betreu-

ung durch beide Elternteile funktioniere (Prot. Vi. S. 50, 63 f.). Sie wolle, dass 

C._____ einen Vater habe (Prot. Vi. S. 63). Es sei nie ihr Ziel gewesen, die Be-

treuung von C._____ durch den Beklagten irgendwie zu erschweren (Prot. Vi. 

S. 82). Die Parteien müssten nun hinsichtlich der Betreuungsregelung einen Weg 

finden (Prot. Vi. S. 84). Ihr sei das Wohl von C._____ das Wichtigste und ihm 

könne nur geholfen werden, wenn beide Elternteile am gleichen Strang ziehen 

würden (Prot. S. 19 im Verfahren LY220039). Der Verlauf bis zur vorsorglichen 

Obhutszuteilung durch die Vorinstanz zeigt ferner, dass die Klägerin C._____ 

trotz Konfliktsituation und schwerwiegender Vorwürfe gegen sie zum Beklagten 

gehen liess und die Besuche nicht vereitelte. Eine fehlende Bindungstoleranz der 

Klägerin lässt sich daher nicht bestätigen.

Der Beklagte stellte dagegen seine Vorzüge bei der Betreuung wiederholt in 

den Vordergrund und ging auf die Bedeutung der Betreuung durch die Klägerin 

für C._____ nicht näher ein. Er wies des Öfteren darauf hin, dass die Betreuung 

von C._____ durch ihn gut funktioniere, wogegen die Klägerin mit der Betreuung 

Mühe haben bzw. überfordert sein könnte (Prot. Vi. S. 56, 58 und 93; act. 4/81 

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Rz. 6; act. 4/172B S. 14). Zuletzt machte der Beklagte geltend, die Klägerin sei 

nicht in der Lage, die Bedürfnisse von C._____ wahrzunehmen (act. 75 Rz. 3). 

Angesprochen auf seine angebliche ablehnende Haltung gegenüber der Klägerin 

äusserte sich der Beklagte pauschal und eher ausweichend (Prot. Vi. S. 52 und 

93). Die Klägerin sehe (so der Beklagte weiter) eine Gefahr darin, dass C._____ 

lieber bei ihm sei (Prot. Vi. S. 58). Auch erklärte er, es könne sein, dass C._____ 

sich bei der Klägerin langweile; er hingegen unternehme sehr viel mit ihm, wovon 

er "eine Million Videos zeigen" könnte (Prot. Vi. S. 56). Schliesslich hielt er fest, er 

wisse, dass C._____ die Mutter gerne habe und er auch kein Problem damit habe 

(Prot. S. 30). Die aus den Aussagen des Beklagten erkennbare Tendenz, seine 

eigenen Betreuungsfähigkeiten als Vater hervorzuheben und diejenigen der Klä-

gerin in Frage zu stellen, lassen daran zweifeln, dass er den Kontakt von C._____ 

zur Klägerin unterstützt und fördert. Dafür, dass der Beklagte C._____ nicht moti-

viert, zur Klägerin zu gehen, spricht insbesondere die Tatsache, dass die Überg-

aben zur Ausübung des Besuchsrechts gemäss Beiständin nicht gut verlaufen 

und C._____ sich sträube, zur Klägerin zu gehen (act. 45). 

Wesentlich für das Kindeswohl fällt in Betracht, dass der Beklagte das Befin-

den von C._____ zu verkennen scheint. So ist er der Ansicht, es gehe C._____ 

gut und er entwickle sich gut (vgl. z.B. Prot. S. 34 im Verfahren LY220039, act. 75 

Rz. 1 f., Prot. S. 17 f.). Er erklärte pauschal, verschiedene Kinderpsychologen – 

ohne diese aber namen