# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db8a7b79-328d-544b-9276-a5c90f168302
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-20
**Language:** de
**Title:** Umschulung zum medizinischen Masseur, medizinischer Sachverhalt ungenügend abgeklärt, Rückweisung zu weiteren Abklärungen
**Docket/Reference:** IV.2013.00974
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00974.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00974
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Dietrich
Urteil
vom
20. Februar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Aids-Hilfe Schweiz
Mlaw
Y.___
Konradstrasse 20, Postfach 1118, 8031 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1967, absolvierte von 1984 bis 1988 eine Lehre als
Maschinen
mechaniker
bei
Z.___
sowie von 1990 bis
1991 eine weitere Ausbildung im Bereich
Flugzeugmechanik
und war von
August
2008
bis
2009
bei der
A.___
als
Service
techniker
tätig
(Ur
k. 8/5
)
. Am
1
7.
Dezember 2009
(Urk. 8/5)
meldete er sich wegen
eines ver
schobenen Wirbels, einer
Be
wegungs
be
schränkung
im linken Fuss
gelenk nach einem Un
fall sowie einer Erblindung des linken Auges durch einen Virus
bei der Invali
den
ver
sicherung zum
Leistungs
bezug
an
.
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
in der
Folge
medizinische und berufliche Abklärungen
(Urk.
8/14
-
15)
.
Am
2
5.
Mai
2010 (Urk. 8/16) teilte sie dem Ver
sicherten mit, dass berufliche Ein
gliederungs
mass
nahmen auf
grund der un
klaren medizinischen Sachlage derzeit nicht sinn
voll seien und der An
spruch auf be
rufliche Massnahmen und Rente geprüft würden,
so
bald alle er
for
der
lichen Unterlagen vorlägen.
Am 2
0.
August
2010 (Urk. 8/17)
forderte die IV-Stel
le den Versicherten unter Hin
weis auf
Art.
43 des Bundes
gesetzes über den all
gemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(ATSG)
auf
, eine Kopie des Arbeits
ver
trages der letzten Arbeit
geberin sowie eine Kopie des
Lohn
ausweises
vom Jahr
2009
bis spätestens 2
0.
September 2010 zuzu
stel
len.
Sodann
holte d
ie IV-Stelle einen weiteren medizinischen Bericht (Urk. 8/19)
ein und lud
den Versicherten am
1.
Dezember
für den 1
4.
Dezember 2010 (Urk. 8/21), am 1
4.
Dezember für den 2
3.
Dezember 2010 (Urk. 8/22) sowie am 2
3.
Dezember 2010 für den 1
3.
Januar 2011 (Urk. 8/24)
zu einem per
sön
lichen Gespräch ein; zu
sämtlichen
Terminen
erschien
der Versicherte nicht, die ein
geschriebene Sendung vom 2
3.
Dezember 2010
(Urk. 8/24-25)
holte
er
nicht ab
(
Urk. 8/32 S.
1
).
Am 15.
Juli 2011 (Urk. 8/30) lud die IV-Stelle den Ver
sicherten erneut zu einem p
er
sönlichen Gespräch
für
den
2. August 2011 ein, an wel
ches der Versicherte wiederum nicht erschien
(Urk. 8/31)
. Am 2
6.
August 2011 (Urk. 8/32) führte die IV-Stel
le ein Standortgespräch durch, welches ergab, dass der Versicherte
bereits in Eigen
initiative ei
n
e Technikerschule begonnen hat.
Am 2
5.
Oktober 2011
(Urk. 8/33) forderte
die IV-Stelle
den Versicherten
auf,
eine Kostenaufstellung der
Aus
bildungskosten
bis 1
5.
November 2011
zu erstellen
, damit sie die
Kosten
über
nahme
prüfen könne
. Am 2
5.
November 2011
(Urk. 8/34) teilte s
i
e
dem Ver
sicherten mit, dass das
Leistungs
begehren
(beruf
li
che Massnahmen)
wegen Nichteinreichens
der Unterlagen
ab
ge
wiesen werde. Mit Vor
be
scheid vom 1
4.
Dezember 2011 (Urk. 8/38) s
tellte
sie dem
Ver
sicher
ten
zudem
die Abweisung
eines
Anspruches auf eine
Rent
e
der Invaliden
ver
si
cherung
in Aussicht.
Mit Verfügung vom
1
5.
Februar 2012 (Urk. 8/39) ver
neinte
sie bei einem Invaliditätsgrad von 1
%
einen Anspruch des
Ver
sicherten auf eine R
ente
der Invalidenversicherung
.
1.3
Am 16. Januar 2013 (Urk. 8/40)
meldete sich
X.___
unter
Hinweis auf seine Blindheit auf dem linken Auge
er
neut zum Leistungsbezug an. Am 5. Februar 2013 (Urk.
8/41)
forderte die IV-Stelle den Versicherten zur Glaub
haft
machung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf
, woraufhin
dieser
mit Schreiben vom
8.
März 2013
(Urk. 8/43)
seine Situa
tion darlegte
.
Am 1
4.
März 2013
(Urk.
8/45) lud die IV-Stelle den Ver
sicherten zu einem pe
rsönlichen Gespräch für den 20.
März 2013
ein
. Bei diesem und den nachfolgenden Gesprächen ergab
sich, dass
d
e
r Versicherte sich zum
medizi
ni
schen Masseur
umschulen lassen wollte (
vgl. etwa
Ver
laufs
protokoll
Berufs
be
ratung/Folgegespräche
vom 1
0.
Juli 2013
,
Urk.
8
/
59
S. 2 ff.
).
Nach durch
ge
führtem
Vorbe
scheidverfahren
(vgl. dazu Urk. 8/56, Urk. 8/60, Urk. 8/63-64) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
3.
September 2013
(
Urk.
2)
einen An
spruch auf berufliche Massnahme (Kostengutsprache für Um
schulung zum medizinischen Masseur)
.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte am 24. Oktober 2013
(Urk. 1)
Beschwerde
und
beantragte, diese sei aufzuheben und
sein Anspruch auf berufliche Massnahmen neu zu prüfen und die Finanzierung der Umschulung zum medizinischen Mas
seur gutzuheissen.
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2013 (Urk. 7
) beantragte die IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
4.
Dezem
ber
2013 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten
wird
, soweit für die
Ent
scheid
fin
dung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein
gegangen
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
ATSG). Die In
validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbs
un
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schlies
slich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8
Abs.
1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die ei
nzelnen Massnahmen er
füllt sind.
Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören unter anderem Massnahmen berufli
cher Art wie die Umschulung (
Art.
8
Abs. 3
lit
.
B
IVG
).
1.3
1.3
.1
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Er
werbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die
Wieder
ein
schulung
in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Ab
schluss einer erst
maligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.3
.2
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bis
her ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Aus
bildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 Prozent erleidet, wobei es sich um einen blos
sen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 f. E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der strittigen Verfügung vom 2
3.
September 2013 (Urk. 2
S. 2
) dafür, dass
aus ärztlicher Sicht nur eine begrenzte Eignung für
eine Umschulung zum medizinischen Masseur
bestehe, da ein allfällig dro
hender invaliditätsrelevanter
Gesund
heits
schaden
bei längerer Ausübung des Berufs mit anzunehmend häufiger monoton nach vorn gebeugter Rumpfhaltung durch das bekannte chronische Rücken
leiden nicht ausgeschlossen werden könne.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Stand
punkt (Urk. 1
),
die Beschwerdegegnerin habe
seine
gesundheitliche Situa
tion
nur
ungenau abgeklärt und
sich bei ihrer Beurteilung auf ver
altete
Arzt
be
richte
gestützt (Urk. 1
S. 3
f
f.
).
Ferner habe sie das aktuelle ärzt
liche Zeugnis von
Dr. Dr.
B.___
,
Chiropraktor
, welcher keine fehlende Eignung für den Beruf des medizinischen Masseurs habe feststellen kön
nen, nicht berücksichtigt. Es sei nicht korrekt, dass die Tätigkeit als medizinischer Masseur häufig mono
ton repetitive nach vorn gebeugte
Rumpf
vor
haltung
beinhalte, vielmehr sei die Tätigkeit eines medizinischen Masseurs sehr vielseitig und beinhalte wechselnd belastende leichte Tätigkeiten im Sitzen und Stehen.
Diese
Tätigkeit
könne
auch bei eingeschränkter Sehtüchtigkeit problemlos aus
ge
übt werden
, was für eine erfolgreiche berufliche Wieder
ein
gliederung von besonderer Bedeutung sei
.
Zu
dem
sei er hoch motiviert, den Be
ruf als medizinischer Masseur auszuüben.
2.3
Str
it
tig und zu prüfen ist, ob d
ie
Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwer
deführers
auf e
ine Kostengutsprache für eine Um
schulung zum medi
zi
nischen Masseur zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Vorab gilt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die HIV-Erkrankung des Be
schwerdeführers aufgrund des aktuellen Berichtes von
Dr.
med.
C.___
vom 1
1.
September 2013 (Urk. 8/63/4) zu Recht nicht mehr als Grund dafür
aufgeführt hat, weshalb eine
Umschulung zum medizinische Masseur
des Beschwerdeführers
nicht geeignet sein soll
.
3.2
3.2.1
Zutreffend ist, dass die IV-Stelle keine medizinischen Abklärungen getätigt hat, ob
wo
hl sie auf das Gesuch
des Beschwerdeführers
für
eine Kostengutsprache für eine
Umschulung eingetreten ist.
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sie sich einzig auf die Stellungnahme des Regional
en
Ärztlichen Dienstes
(RAD) vom 1
0.
Juli 2013 (Urk. 8/58),
welcher wiederum auf die Stellungnahme des RAD vom
2.
November 2011 verwies und eine behinderungsangepasste Tätig
keit
in einem h
öheren Mass als die Ausübung der bisherigen Tätigkeit
als möglich erachtete
(vgl. dazu Belastungs- und Ressourcenprofil, Urk. 8/58 S. 2)
.
Ins
besondere hielt
Dr.
med.
D.___
, Vertrauensarzt, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie, Manuelle Medizin FMH,
RAD,
in seiner Stellungnahme
vom 4.
respektive 29. April
2013 (Urk. 8/58 S. 2)
hinsichtlich der Rückenproblematik
fest, dass die Tätigkeit als medizinischer Masseur auch häufige Tätig
keiten in an
haltend nach vorn ge
beugter Körperhaltung beinhalte,
die
dem
Be
lastungs
profil
des Beschwerdeführers
nicht adäquat
ent
sprächen
.
3.2.2
Demgegenüber
hielt
Dr.
B.___
in seinem ärzt
lichen Zeugnis vom 1
0.
Sep
tembe
r 2013 (Urk. 8/63/24
)
fest
, dass er den Be
schwerde
führer am 1
0.
September 2013 in seiner Sprechstunde gesehen und unter
sucht
habe.
Er hielt dafür, dass der Beschwerdeführer a
ufgrund der anam
nestischen Angaben sowie der aktuellen Untersuchungsbefunde
in der Lage sein sollte, die Ausbil
dung zum medizinischen Masseur zu absolvieren.
Ferner hielt die
behandelnde Ärztin im Zusammenhang mit der HIV
-Infektion,
Dr
.
C.___
,
Assistenzärztin,
E.___
, Klinik für
Infektiologie
und Spitalhygiene, im Schreiben vom 2
1.
Oktober 2013 (Urk. 3/10)
fest,
dass der Beschwerdeführer
ihr
bezüglich des chronischen rezidivierenden
lumbo
-vertebralen Schmerzsyndroms bei Spondylose und
Spondylol
i
sthesis
L5/S1 und L3/L4
glaub
haft berichtet habe, beschwerdefrei zu sein und keine Analgetika zu be
nötigen. Eine klinische Unter
suchung habe anlässlich dieser Konsultation nicht statt
finden können.
E
ine fachspezifische Kontrolle bezüglich des
Rücken
leide
n
s
habe ihrem Wissen nach
letztmals im Juli 2010 an der
Rheumaklinik
des
E.___
statt
gefunden. Die Ablehnung
der Revision sei
zu eva
luieren
und
nötigen
falls
eine
rheuma
tologische Untersuchung der Wirbel
säule durch
zuführen.
3.2.3
Der jüngste medizinische Bericht, welcher im Rahmen der rentenablehnenden
Ver
fügung vom 1
5.
Februar 2012 (Urk. 8/39) erging
und
auch rheumatologische Diagnosen enthielt
,
datiert vom 2
7.
Oktober 2010 (Urk. 8/19/6-8). Darin diag
nostizierten PD
Dr.
med.
F.___
, Leitender Arzt, und
Dr.
med.
G.___
,
Assistenz
ärztin
,
E.___
, Departement für Innere Medizin, Klinik für
Infektiologie
und
Spital
hygiene
, eine HIV-Infektion CDC-Stadium C3 (Erstdiagnose Mai/2009), einen Status nach akuter
retinaler
Nekrose mit
Amotio
links am 29.
Mai 2009, einen Status nach
Pneumozystis
jirovecii
-Pneumonie im Juli 2009, ein chroni
sches panvertebrales Schmerzsyndrom,
Spondylolyse
und
Spondylo
listhesis
L5/S1 und L3/L4,
eine Diskushern
ie C5/C6 lateral rechts
mit Ein
engung des
Neuroforamens
beziehungsweise Kompression der Nervenwurzel C6
fora
mina
l
,
wenig
breitbasige
Diskusvorwölbu
n
g
in der oberen Brustwirbelsäule ohne
Wur
zelkompression
(
Magnetr
esonanztomographie der
Halswirbel- und
Brust
wirbel
säule
vom 1
2.
August
2010
)
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit
. Ein Belastungsprofil
bezüglich der Rückenproblematik
ist diesem Bericht nicht zu ent
nehmen.
Ein Belastungsprofil in behinderungsangepasster Tätigkeit ist einzig dem Bericht von
Dr.
med.
H.___
, Oberärztin, und
Dr
.
G.___
,
Assistenz
ärztin
, vom
4.
März 2010 (Urk. 8/14) zu entnehmen (
kein Bücken, keine Über-Kopf-Arbeit, kein Kauern, Knien,
Gewichtslimite
15
k
g
;
vgl. dazu Urk. 8/14 S. 2).
3.4
A
ngesichts der Umstände
, dass
die jüngsten Berichte,
welche
rheumatologische
Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit enthalten,
aus dem Jahr 2010
stammen
(vgl. dazu Urk. 8/14 und Urk. 8/19)
,
die behandelnden Ärzte
sich
nicht im Detail mit dem Rückenleiden auseinandergesetzt haben und nicht von rheuma
tologischen Fachärzten verfasst wurden
,
kein
aktueller
rheuma
tologi
scher Bericht vor
liegt und
zudem
Anhaltspunkte vorliegen, die für eine
ver
bes
serte gesundheitliche Situation
hinsichtlich des
Rückenleiden
s
sprechen (vgl.
dazu E. 3.2.2,
Urk. 8/14, Urk
. 8/19/6
-
8 S. 2
)
,
sieht das
Gericht
sich
ausser Stande
, eine
zuverlässige Be
ur
teilung
des Gesundheitszustandes des
Be
schwer
deführers
vor
zu
nehmen
.
Die angefoch
tene Verfügung ist dem
nach auf
zuheben und die Sache an die
Beschwerdegeg
nerin
zurück
zu
weisen, damit sie ergänzende medizinische Ab
klä
rungen einleite und den Gesund
heits
zu
s
tand sowie die Arbeitsfähigkeit
unter Berück
sichtigung des
Visus
ver
lustes
links sowie der weiteren Beschwerden
des Be
schwerde
führers
ins
besondere
in rheuma
tologischer Hinsicht
unter Evaluie
rung
eines Belastungsprofils
abkläre. Dabei hat sie
insbesondere
zu ermitteln
, ob
die
Tätigkeit als medizinischer Masseur
mit dem Belastungsprofil des Be
schwerde
führers vereinbar ist.
Im Übrigen wird sie auch vorfrageweise darüber zu befinden haben, ob die Voraussetzungen für
eine
Umschulung im Allgemeinen
erfüllt sind (vgl. E. 1.2 und 1.3.1-1.3.2
hievor
).
Hernach wird sie über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu
ver
fügen
.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr.
6
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
4.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Unter Berücksichtig
ung der massgeblichen Kriterien
ist die
Prozess
entschädi
gung
bei einem Stundenansatz von
Fr.
170.-- (
zuzüglich
MWSt
)
er
messensweise
auf Fr
.
1‘300
.
--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen.
Das Gericht erkennt:
1.
D
ie Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
3.
September 2013 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu
rück
gewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schä
digung
von
Fr.
1‘300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Aids-Hilfe Schweiz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubDietrich