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**Case Identifier:** b0a75887-3637-5581-b149-be4e22081ef8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.10.2017 200 2017 710
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-710_2017-10-10.pdf

## Full Text

200 17 710 IV
FUR/ABE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Oktober 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Juni 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/710, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), ..., 
meldete sich im September 2016 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zur Früherfassung und im Oktober 2016 zum Leis-
tungsbezug an, wobei sie auf Folgen eines Verkehrsunfalls vom 28. Juni 
2014 hinwies (Antwortbeilage [AB] 1, 6). Die IVB tätigte erwerbliche und 
medizinische Abklärungen (AB 17 ff.), u.a. unterbreitete sie das Dossier 
ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 37). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 38 ff.) verneinte sie mit Verfügung vom 15. Juni 
2017 (AB 50) einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, da 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege.

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 18. August 2017 Beschwerde. Sie beantragt die kostenfällige Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer Dreiviertels-
rente ab April 2017. Eventualiter sei die Sache zu neurologischen/neuro-
psychologischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. September 2017 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Juni 2017 (AB 50). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 
2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c).

2.4 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Rheumatologie und für Allge-
meine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 15. Februar 2016 (AB 2) fol-
gende Diagnosen:

• Posttraumatisch persistierende Beschwerden der Halswirbelsäule nach typi-
schem Beschleunigungstrauma anlässlich einer Vollbremsung und Frontalaufprall 
mit einem entgegenkommenden Fahrrad-Fahrer am 28.06.2014 mit/bei:
- Chronischem Cervicovertebralsyndrom und Cervicooccipitalsyndrom post-

traumatisch persistierend bei leichter re-konvexer Torsionsskoliose cervico-
thoracal, Rotationsfehlstellung von C2 deutlich nach links, segementalen 
Dysfunktionen, leichter muskulärer Dysbalance und einer leichten bis modera-
ten intramuskulären Dysbalance und deutlichen Dekonditionierung der Cer-
vicalextensoren der CE

- Posttraumatisch persistierende Leistungsinsuffizienz physisch und psychisch, 
rezidivierendes Cervicooccipitalsyndrom intermittierend, posttraumatisch per-
sistierend, rezidivierender ungezielter Schwindel und selten Sehstörungen 
posttraumatisch persistierend, insgesamt verminderte Konzentrationsfähigkeit 
und verminderte kognitive Leistungen mit Mehrbedarf an Erholungsphasen 
und Ruhepausen während der Arbeit tagsüber

• Chronisch-rezidivierendes leichtes, jeweils selbst limitierendes rechts-betontes 
Lumbovertebralsyndrom bei rechts-konvexer Torsionsskoliose der LWS, mus-
kulärer Dysbalance, rezidivierenden segmentalen Dysfunktionen, moderate bis 
deutliche intramuskuläre Dysbalance und leichte Dekonditionierung der Lumba-
lextensoren

• Arterielle Hypotonie mit orthostatischen Beschwerden, letzteres ausgeprägter seit 
dem Unfallereignis, persistierend posttraumatisch

• Anamn. Verdacht auf Ibubrufen-Allergie (Dysmenol Tabl.)
• Rein überlastungsbedingte myofasciale Beschwerden im Bereich der Handgelen-

ke, Hand- und Fingerextensoren bds.
• Rezidivierende störende Hyperakusis bei normalem Gehör, normalem Ohrstatus, 

DD bei psychischer Überlastungssituation, passager verstärkt, posttraumatisch, 
aktuell identisch mit Zustand vor dem Unfall

Konventionell radiologisch finde sich ein identischer Normalbefund wie in 
den am Unfalltag durchgeführten Röntgenbildern der HWS (vgl. AB 34/43). 
Es beständen keine degenerativen Veränderungen und das Alignement sei 
normal. Radikuläre Irritations- oder Kompressionszeichen fehlten sowohl 
an der oberen als auch an der unteren Extremität. Nebst den praktisch täg-

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lichen, vorwiegend belastungsabhängigen Nackenbeschwerden beständen 
weiterhin neuro-psychologische Defizite, die allerdings nie neuropsycholo-
gisch und/oder psychiatrisch quantifiziert und beurteilt worden seien. Je 
nach Belastung und Reizüberflutung würden bei starken Nackenschmerzen 
auch ein ungezielter Schwindel, selten auch Parästhesien in den Händen 
und noch seltener Sehstörungen auftreten. Falls sich die Patientin als 
selbstständig erwerbende ..., ... und ... ihren Tagesablauf selbstverantwort-
lich einteilen könne, mit vermehrten Ruhephasen und Entspannung, seien 
die Nackenbeschwerden erträglich; die belastungsabhängigen Beschwer-
den lumbal seien „ohne grossen Krankheitswert“. Die Patientin schätze ihre 
Arbeitsfähigkeit auf maximal 50% ein, was aus medizinisch-theoretischer 
Sicht übernommen werden könne. Die isometrischen Kraftmessungen der 
Cervical- und Lumbalextensoren (CE und LE) hätten beste Kraftwerte in 
maximaler Flexion und moderate bis teilweise deutliche Dysbalancen ge-
zeigt. Die Patientin werde eine konsequente muskuläre Stabilisationsbe-
handlung im Sinne eines therapeutisch begleitetes medizinischen 
Krafttrainings an Med X Geräten durchführen und eine Einführung in ein 
allgemeines aufbauendes Krafttraining erhalten.

3.1.2 Im Bericht des Spitals D.________ vom 8. Juni 2016 (AB 34/25) 
wurde dargelegt, eine neuropsychologische Untersuchung sei nur indiziert, 
wenn aus der Anamnese ein Verdacht auf eine Hirnverletzung (Commotio 
oder Contusio cerebri mit Bewusstlosigkeit oder Amnesie) abgeleitet wer-
den könne oder wenn eine entsprechende Hirnverletzung nachgewiesen 
sei. Dies sei hier nicht der Fall. Subjektiv geklagte kognitive Beeinträchti-
gungen seien folglich schmerz- und/oder psychisch bedingt. Eine neuro-
psychologische Untersuchung mache vorliegend keinen Sinn.

3.1.3 Med. pract. E.________ verwies in seinem Bericht vom 5. Januar 
2017 (AB 35/2) auf den Bericht des Dr. med. C.________ vom 15. Februar 
2016 und erwähnte eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2014. 
Aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Anfälle (Energielosigkeit, Kribbelpa-
rästhesien, Nachen-/Kopfschmerzen, Schwindel) sei die Patientin beruflich 
sehr eingeschränkt einsetzbar. Die Frage nach der Zumutbarkeit der aktu-
ellen Tätigkeit sei klar zu bejahen, es sei mit einer Leistungssteigerung zu 
rechnen.

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3.1.4 Dr. med. C.________ berichtete am 6. Januar 2017 (AB 34/7), nach 
durchgeführtem Krafttraining sei im Bereich der Cervicalextensoren ein 
Kraftzuwachs von knapp 135%, objektiv ein ausgezeichnetes muskulo-
skelettäres Rehabilitationsresultat, und bei den Lumbalextensoren ein sol-
cher von gut 36% zu verzeichnen. Entsprechend zur Kraftzunahme hätten 
sich die Beschwerden verbessert; die Patientin fühle sich allgemein kräfti-
ger, stabiler und belastbarer. Nach wie vor würden aber vorwiegend belas-
tungsabhängige Schmerzen im Bereich des Nackens und lumbo-sacral 
auftreten, jedoch mit geringerem Krankheitswert als zu Beginn der Behand-
lung. Auch die vegetativen Begleitsymptome hätten sich verbessert
(weniger Spannungskopfschmerzen, Schwindelattacken und Augensensa-
tionen). Da eine neuropsychologische Untersuchung vom Spital 
D.________ abgelehnt worden und die Arbeitsfähigkeit als selbstständige 
... weiterhin moderat bis deutlich eingeschränkt sei, und „um der Patientin 
nicht unrecht zu tun“ bzw. das Ausmass einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung mit kognitiven Hirnleistungsstörungen zu objektivieren, schla-
ge er eine neuropsychologische Untersuchung in der Klinik H.________ 
vor. Grundsätzlich wäre eine begleitende, aufarbeitende und stützende 
psychologische/psychiatrische Behandlung wünschenswert. Falls kognitive 
Defizite vorlägen, käme auch ein neuropsychologisches Training in Frage.

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, für Tropen- und Reisemedizin sowie für Allge-
meine Innere Medizin, legte in der Stellungnahme vom 3. April 2017 (AB 
37/2), Folgendes dar: Der Zusammenprall mit einem Velofahrer (Unfall vom 
28. Juni 2014) habe zu chronischen HWS- und Rückenbeschwerden ge-
führt. Es seien keine strukturellen Veränderungen am Kopf oder an der 
HWS bekannt. Eine länger andauernde Invalidität nach einem Schleuder-
trauma ohne objektivierbare strukturelle Veränderungen an Kopf oder HWS 
könne nicht nachvollzogen werden. Die bisherige Tätigkeit könne weiterhin 
voll zugemutet werden.

3.1.6 Am 12. Juni 2017 (AB 49/2) führte Dr. med. F.________ aus, es 
seien keine neurologischen Ausfälle beschrieben und der Mechanismus 
des Unfalls sei auch nicht geeignet gewesen, solche zu provozieren. Es 
habe kein Schädel-Hirn-Trauma gegeben und die radiologische Abklärung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/710, Seite 8

der HWS habe keine strukturellen Läsionen gezeigt. Die vom behandeln-
den Rheumatologen beschriebenen klinischen Befunde seien funktioneller 
Natur und könnten nicht organisch-strukturell ätiopathogenetisch erklärt 
werden. Es liege vielmehr eine massive muskuläre Dysbalance und De-
konditionierung vor, die mit einem gezielten Krafttraining verbessert worden 
sei. Eine neuropsychologische Untersuchung sei vom Spital D.________ 
zu Recht abgelehnt worden, da keine Indikation dazu bestehe. Die drop 
attacks seien im Rahmen der psychosozialen Belastung zu interpretieren 
und ätiologisch harmlos. Die Leistungsinsuffizienz könne durch übertriebe-
nes Schonverhalten mitbedingt sein. Es liege keine anhaltende relevante 
objektive medizinische Gesundheitsstörung vor. 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2017 (AB 50) 
hat die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die Einschätzung des RAD-
Arztes Dr. med. F.________ abgestellt. Dessen Stellungnahmen vom 3. 

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April 2017 (AB 37/2) und vom 12. Juni 2017 (AB 49/2) erfüllen die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor) und überzeugen. 
Dass es sich dabei um Aktenbeurteilungen handelt, ist nicht zu beanstan-
den, ergeben die Akten doch ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 
und gegenwärtigen Zustand und der RAD-Arzt konnte sich aufgrund der 
vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen (vgl. 
RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4). Entgegen der in der Beschwerde (S. 7) 
vertretenen Auffassung wird die Schlüssigkeit der RAD-ärztlichen Feststel-
lungen denn auch nicht durch Berichte behandelnder Ärzte in Zweifel ge-
zogen (vgl. sogleich).

3.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin pauschal geltend macht, die Ein-
schätzung des RAD stehe im Widerspruch zu derjenigen ihrer behandeln-
den Ärzte (Beschwerde, S. 5, 7 f.), ist darauf hinzuweisen, dass es die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 
(Fach-)Arztes einerseits und Auftrag des amtlich bestellten fachmedizini-
schen Experten anderseits nicht zulässt, die versicherungsmedizinische 
Einschätzung stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärun-
gen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ein-
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige 
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspek-
te benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Dies ist hier 
jedoch nicht der Fall.

3.3.2 Wenn Dr. med. C.________ erneut (vgl. bereits AB 34/27) eine neu-
ropsychologische Abklärung fordert (vgl. AB 34/9), verkennt er, dass es 
nicht Aufgabe der Invalidenversicherung ist, nach Gesundheitsschäden zu 
forschen und Erstabklärungen durchzuführen. Zwar besagt der Untersu-
chungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG), dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abklären und feststellen 
muss. Zusätzliche Abklärungen sind jedoch allein dann vorzunehmen oder 
zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer 
sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/710, Seite 10

steht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283). Im vorliegenden Fall besteht indessen 
kein rechtsgenüglicher Anlass zu weiteren, namentlich nicht zu neurologi-
schen und neuropsychologischen Abklärungen durch die Beschwerdegeg-
nerin. Vielmehr haben die Fachärzte des Spitals D.________ eine 
Indikation für solche Abklärungen verneint resp. eine neuropsychologische 
Untersuchung – trotz ärztlicher Überweisung (AB 34/7) – sogar explizit ab-
gelehnt. Dies wurde nachvollziehbar und überzeugend begründet. Insbe-
sondere wurde im entsprechenden Schreiben des Zentrums G.________ 
dargelegt, dass eine neuropsychologische Untersuchung zur Einschätzung 
von Art und Ausmass allfälliger Hirnfunktionsstörungen und damit der Ar-
beitsfähigkeit nur Sinn mache, wenn eine Commotio oder Contusio Cerebri 
mit Bewusstlosigkeit bzw. Amnesie (anlässlich des Unfallereignisses) an-
genommen werden müsse oder gar nachgewiesen sei, was bei der Be-
schwerdeführerin aber nicht der Fall sei (AB 34/25). Wenn selbst der 
leitende Neuropsychologe des Spitals D.________ eine Indikation zu ent-
sprechenden Testungen verneint, ist nicht einzusehen, dass von solchen 
mit Bezug auf die vorliegend streitigen Belange neue Erkenntnisse zu er-
warten wären. Dies zumal auch deshalb nicht, weil der Beschwerdeführerin 
aus fachärztlicher Sicht eine psychische Erkrankung nicht attestiert wird 
und sie deswegen bislang auch noch nie in fachärztlicher Behandlung 
stand.

3.3.3 Weiter vermag die Einschätzung von Dr. med. C.________ unter 
diversen Aspekten nicht zu überzeugen. Zum einen ist offensichtlich, dass 
er die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in erster Linie auf den subjektiven Anga-
ben der Beschwerdeführerin beruht („Frau … schätzt ihre Arbeitsfähigkeit 
als selbstständig erwerbende ... auf maximal 50% ein“ [AB 2/4]). Wie in E. 
2.2 hiervor dargelegt, bildet Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung stets die 
medizinische, d.h. objektive Befundlage; eine Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit aufgrund subjektiver Angaben des Patienten ist nicht 
anspruchserheblich. Dass die Beschwerdeführerin gelegentlich unter 
Nackenbeschwerden leidet, wird keinesfalls in Abrede gestellt. Entschei-
dend ist jedoch, ob und inwiefern es ihr trotz ihres Leidens sozialpraktisch 
zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten 
offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, was nach ei-
nem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen ist (BGE 136 V 279 E. 

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3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). In den Berichten der behan-
delnden Ärzte werden indessen keine objektivierbaren Gesundheitsschä-
den genannt, die objektiv betrachtet eine langandauernde Einschränkung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit begründen würden (vgl. AB 37/2, 49/2).

Zum anderen erscheint die Einschätzung des Dr. med. C.________ vom 6. 
Januar 2017 insofern widersprüchlich, als er nach dem medizinisch beglei-
teten Krafttraining zwar eine deutliche Verbesserung der Befunde angibt 
(„objektiv ein ausgezeichnetes muskulo-skelettäres Rehabilitationsresultat“ 
[AB 34/9]) sowie auch in subjektiver Hinsicht ein allgemein besseres Befin-
den der Beschwerdeführerin beschreibt aber trotzdem nach wie vor diesel-
be Arbeitsunfähigkeit attestiert (50%). Bei der erfolgreichen Therapie bzw. 
der deutlichen Reduktion der Kopfschmerzen, der Schwindelattacken und 
der Sehstörungen und bei gesteigertem Wohlbefinden wäre zumindest an-
zugeben gewesen, aus welchen Gründen sich diese Verbesserung nicht 
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Der entsprechende Bericht ist deshalb 
nicht voll beweiskräftig und vermag die nachvollziehbaren und überzeu-
genden Schlussfolgerungen des RAD nicht in Zweifel zu ziehen oder gar zu 
entkräften.

3.3.4 Die Beschwerdegegnerin hat eine Invalidität folglich zu Recht ver-
neint. Bei diesen Gegebenheiten bzw. aufgrund des Umstands, dass selbst 
aus medizinischer Sicht keine Einschränkungen auf die bisherige Tätigkeit 
mit dem hier erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt sind, stellt sich schliesslich 
auch die Rechtsfrage nach der invalidisierenden Wirkung von allfälligen 
unfalladäquaten HWS-Verletzungen nach einem Schleudertrauma ohne 
organisch nachweisbare Funktionsausfälle nach den Kriterien von BGE 141 
V 281 nicht (dazu vgl. BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550, 137 V 64 E. 4.2 S. 68, 
136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). 

3.4 Nach dem Dargelegten erweist sich die gegen die Verfügung vom 
15. Juni 2017 (AB 50) erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet 
und ist abzuweisen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/710, Seite 12

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem 
geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2017, IV/17/710, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.