# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fb75ad2-adda-5567-a608-d4f30c0f1aee
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.08.2018 S 2017 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-112_2018-08-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 112

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat 

Aktuarin ad hoc Jauch

URTEIL

vom 21. August 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war im Unfallzeitpunkt bei der B._____ GmbH in X._____ ange-

stellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ob-

ligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi-

chert. Am 20. August 2016 stürzte A._____ vom Roller auf die rechte 

Schulter. Wegen Schmerzen in der rechten Schulter begab er sich am 

23. August 2016 in ärztliche Behandlung bei seinem Hausarzt Dr. med. 

C._____. Dieser stellte eine rechte Schulter mit fehlendem Nachweis ei-

nes Hämatoms oder einer Schwellung, Druckdolenz im Bereich des Kora-

koids und der Bicepssehne und radiologisch keine frische ossäre Läsion 

fest.

2. Die von Dr. med. C._____ in der Folge veranlasste MRI-Untersuchung 

der rechten Schulter fand am 12. September 2016 statt. Gestützt auf die-

se Abklärung diagnostizierte Dr. med. C._____ am 20. September 2016 

eine mittels MRI nachgewiesene traumatisierte AC-Gelenksarthrose so-

wie eine posttraumatische Bursitis. Die SUVA anerkannte mit Schreiben 

vom 13. Oktober 2016 ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzli-

chen Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilkosten). 

3. Am 9. November 2016 gab A._____ gegenüber der SUVA an, ca. Mitte 

Oktober 2016 in der Wohnung erneut gestürzt und dabei mit der rechten 

Schulter gegen die Stubenwand geprallt zu sein.

4. Gleichentags wurde der Gesundheitszustand von A._____ im Kantonsspi-

tal Graubünden abgeklärt, wobei Dres. med. D._____ und E._____ dabei 

ein posttraumatisches subacromiales Impingementsyndrom bei einer AC-

Gelenksarthrose an der rechten Schulter nach einem Kontusionstrauma 

im August 2016 diagnostizierten. 

5. Auf Veranlassung des SUVA Kreisarztes, Dr. med. F._____, erfolgte am 

19. Dezember 2016 eine Verlaufs-Arthro-MRI-Untersuchung der rechten 

Schulter. Der zuständige Facharzt hielt dabei kleinste Unregelmässigkei-

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ten der Supraspinatussehne im Rahmen einer Tendinose, ein AC-Gelenk 

mit leichten degenerativen Veränderungen sowie Zeichen einer leichten 

subacromialen Bursareizung und Aktivierung der AC-Gelenksarthrose 

fest. Diese Befunde könnten nach wie vor eine Impingementproblematik 

gut erklären. 

6. In der Folge fanden am 21. Dezember 2016 eine diagnostisch/-

therapeutische subacromiale Infiltration der rechten Schulter sowie am 

15. März 2017 eine diagnostisch/therapeutische subacromiale Infiltration 

des rechten AC-Gelenks am Kantonsspital Graubünden statt.

7. Mit kreisärztlicher Beurteilung vom 23./27. März 2017 kam Dr. med. 

G._____ zum Schluss, dass es weder durch das Unfallereignis vom 

20. August 2016 noch durch dasjenige von Mitte Oktober 2016 zu struktu-

rellen Unfallfolgen an der rechten Schulter gekommen sei. Mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit seien die diagnostizierten degenerativen Ver-

änderungen durch die Unfallereignisse nur vorübergehend aktiviert, aber 

nicht verursacht worden. Das Schmerzsyndrom sei spätestens nach drei 

bis vier Monaten abgeschlossen und der Status quo sine Mitte Oktober 

2016 erreicht. 

8. Gestützt auf diese kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. G._____ stellte 

die SUVA mit Verfügung vom 29. März 2017 ihre Versicherungsleistun-

gen infolge Erreichens des Status quo sine per 31. März 2017 ein. Die 

gegen die Verfügung erhobene Einsprache von A._____ am 7. April 2017, 

wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 27. Juni 2017 ab.

9. Am 9. Juni 2017 führte Dr. med. H._____ (Kantonsspital Graubünden) an 

der rechten Schulter von A._____ eine Arthroskopie mit subakromialer 

Dekompression und Resektion des AC-Gelenks durch. 

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10. Gegen den Einspracheentscheid vom 27. Juni 2017 erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 22. August 2017 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte die Auf-

hebung des Einspracheentscheids sowie die Ausrichtung der vertragli-

chen Leistungen. Eventualiter beantragte er die Erstellung eines gerichtli-

chen Gutachtens zur Frage der Unfallkausalität. Zur Begründung führte er 

im Wesentlichen aus, es bestehe unbestrittenermassen ein Vorzustand 

an der rechten Schulter, welcher sich bis zum Unfallereignis vom 20. Au-

gust 2016 nicht ausgewirkt habe und klinisch stumm gewesen sei. Die 

nach den Unfällen aufgetretenen Beschwerden hätten am 9. Juni 2017 

eine Operation notwendig gemacht. Die SUVA habe sich mit der Frage, 

ob der Vorzustand ohne das Unfallereignis und aus seiner eigenen Dy-

namik heraus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu den geklagten 

Beschwerden und der notwendigen Operation geführt hätte, nicht ausrei-

chend auseinandergesetzt und den Nachweis für den Status quo sine 

nicht erbracht. Wenn ein Unfallereignis bei einem seit Jahren stummen 

Vorzustand zu einer relevanten Arbeitsunfähigkeit und einer Operation 

führe, spreche einiges dafür, dass das Unfallereignis für die Beschwerden 

kausal sei. Von einem solch jahrelangen stummen Vorzustand sei nicht 

zu erwarten, dass er plötzlich und ohne äusseren Grund Beschwerden 

verursache und eine Operation notwendig mache. Darin sei denn auch 

keine post hoc ergo propter hoc Beurteilung zu sehen. Weiter machte der 

Beschwerdeführer geltend, die Beurteilung des Kreisarztes vom 

23./27. März 2017 sei nicht nachvollziehbar. Zum einen habe sich entge-

gen den Aussagen des Kreisarztes ein Ödemnachweis anlässlich der Ar-

thro-MRI-Untersuchung der rechten Schulter vom 12. September 2016 

ergeben. Und zum anderen sei am 19. Dezember 2016 eine leichte struk-

turelle Veränderung an der Rotatorenmanschette und eine subacromiale 

Bursareizung diagnostiziert worden, womit die Erreichung des Status quo 

sine Mitte Oktober 2016 nicht nachvollziehbar sei. Schliesslich gehe der 

Operateur (Dr. med. H._____) in seinem Austrittsbericht davon aus, dass 

ein Trauma zu den geklagten Beschwerden des subacromialen Impinge-

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mentsyndroms und damit zur notwendigen Operation geführt habe. Zu-

sammenfassend hielt der Beschwerdeführer fest, der Status quo sine sei 

nicht eingetreten, weshalb die SUVA auch nach dem 31. März 2017 leis-

tungspflichtig bleibe. 

11. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2017 beantragte die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde so-

wie die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 27. Juni 2017 und 

legte eine Beurteilung des Versicherungsmediziners Dr. med. I._____ 

vom 3. Oktober 2017 ins Recht. Zur Begründung führte sie im Wesentli-

chen aus, aufgrund der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände 

gegen die kreisärztliche Beurteilung habe sie das Dossier dem Versiche-

rungsmediziner Dr. med. I._____ zur Stellungnahme vorgelegt. Dieser 

komme in seiner Beurteilung zum Schluss, die Bildgebung spreche nicht 

für eine massive Traumatisierung des Schultergelenks/AC-Gelenks. Zu-

dem lasse sich das zweite Unfallereignis bildgebend nicht belegen. Die 

Behandlungsdauer nach einer Schulterkontusion dauere max. 6-8 Wo-

chen, womit der Status quo sine per Mitte Oktober erreicht gewesen sei. 

Auf diese Beurteilung von Dr. med. I._____, welche die Schlussfolgerun-

gen des Kreisarztes Dr. med. G._____ stütze, sowie auch auf den Bericht 

von Dr. med. G._____ selber könne abgestellt werden, da sie allen Anfor-

derungen an den Beweiswert gerecht würden. Den Akten seien sodann 

keine Dokumente zu entnehmen, die auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen oder versicherungsme-

dizinischen Feststellungen aufkommen liessen. Insbesondere könne aus 

dem Bericht von Dr. med. H._____ über die Konsultation vom 3. August 

2017, in welchem dieser von einem posttraumatischen Impingement 

spreche, nichts abgeleitet werden. Der Begriff "posttraumatisch" sei auf 

die zeitliche Reihenfolge bezogen zu verstehen. Als eindeutig die Kausa-

lität betreffend könne dieser nicht interpretiert werden, zumal sich hierfür 

keine ausreichende Begründung finden lasse. Dr. med. H._____ habe 

sich in seinen Berichten nicht explizit zur Unfallkausalität geäussert. Da-

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mit zeige sich der medizinische Sachverhalt richtig und vollständig abge-

klärt, weshalb sich weitere Abklärungen wie die Einholung eines medizini-

schen Sachverständigengutachtens zur Unfallkausalität erübrigten. Die 

Versicherungsleistungen seien damit zu Recht per 31. März 2017 (obwohl 

der Endzustand bereits Mitte Oktober 2016 erreicht gewesen sei) einge-

stellt worden. 

12. Der Beschwerdeführer machte in seiner Eingabe vom 11. Oktober 2017 

geltend, die Einreichung der versicherungsmedizinischen, chirurgischen 

Beurteilung von Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 2017 durch die Be-

schwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort sei ein unzulässiges Nach-

reichen einer weiteren medizinischen Stellungnahme. Die chirurgische 

Beurteilung werde sodann bestritten, da es sich um eine Parteibehaup-

tung handle. Die umstrittenen Fragen könnten einzig durch das beantrag-

te unabhängige gerichtliche Gutachten geklärt werden. Es gelinge der 

Beschwerdegegnerin nach wie vor nicht, den Status quo sine zu bewei-

sen, weshalb diese mindestens bis und mit der operativen Versorgung 

vom 9. Juni 2017 zuzüglich einer angemessenen Rekonvaleszenz leis-

tungspflichtig sei. Gleichzeitig reichte der Beschwerdeführer eine medizi-

nische Beurteilung von Dr. med. C._____ vom 23. August 2017 ein, in 

welcher dieser ebenfalls zum Schluss komme, dass eine Unfallkausalität 

bis zur Operation zu bejahen sei. 

13. Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung 

einer Duplik. 

14. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht lie-

genden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 27. Juni 2017. Ein solcher Entscheid kann 

gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten 

werden, in dem die versicherte Person oder der beschwerdeführende 

Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der versicherte 

Beschwerdeführer wohnte im massgeblichen Zeitpunkt in X._____, wes-

halb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben 

ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des 

angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zu 

bejahen.  

1.2. Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch den an-

gefochtenen Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges In-

teresse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Der Beschwerdeführer 

ist als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Entscheides 

zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdelegitimation des Beschwerde-

führers ist daher zu bejahen, und es ist auf die im Übrigen frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 

und Art. 61 lit. a ATSG).

2. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar 

2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über 

die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 

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2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-

krafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend 

ereignete sich der Unfall im August bzw. Oktober 2016, so dass diesbe-

züglich grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestim-

mungen Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfah-

ren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten 

der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben.

3. Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen dem Unfall vom 20. August 2016 

bzw. Mitte Oktober 2016 einerseits und dem Gesundheitsschaden an der 

rechten Schulter des Beschwerdeführers (posttraumatisches subacromia-

les Impingementsyndrom bei AC-Gelenksarthrose) sowie der Notwendig-

keit der Operation vom 9. Juni 2017 andererseits ein Kausalzusammen-

hang überwiegend wahrscheinlich (weiter) besteht bzw. ob davon ausge-

gangen werden kann, dass der Status quo sine per Mitte Oktober 2016 

mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit erreicht war, und die Beschwerdegegnerin daher die Versicherungs-

leistungen zu Recht per 31. März 2017 eingestellt hat.

4.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-

fällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG 

die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines unge-

wöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen 

Schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(BGE 129 V 177 E.3).

http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177

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4.2. Als Ursache im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs gelten alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der in Frage stehende Erfolg nicht 

als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei-

chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-

schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 

nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 

einer gesundheitlichen Störung ist. Es genügt, dass er als schädigendes 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche, geistige 

oder psychische Gesundheit der Versicherten beeinträchtigt hat, mithin 

der Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass die eingetretene 

gesundheitliche Beeinträchtigung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1, 119 

V 335 E.1, 118 V 286 E.1b; ARMESTO, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN 

[Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 18.27 ff.).

4.3. Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin anfänglich ihre Leis-

tungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 20. August 2016 und erbrach-

te die gesetzlichen Leistungen. Diese Anerkennung der Leistungspflicht 

durch den Unfallversicherer ist in rechtlicher Hinsicht von Belang. Wird 

nämlich durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest, entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht 

des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzte-

rer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies 

trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf ei-

nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge-

stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, in: 

MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozi-

alversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., 

Zürich 2012, Art. 6 S. 54 m.H. u.a. auf das Urteil des Bundesgerichts 

8C_101/2008 vom 6. August 2008 E.2.2). Trifft ein Unfall auf einen vorge-

http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177
http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335
http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335
http://links.weblaw.ch/de/BGE-118-V-286
http://links.weblaw.ch/de/8C_101/2008

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schädigten Körper und steht medizinischerseits fest, dass weder der Sta-

tus quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, 

so spricht die Rechtsprechung von einer "richtungsgebenden Verschlim-

merung" (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54 m.H. auf das Urteil 

des Bundesgerichts 8C_467/2007 vom 25. Oktober 2007 E.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2).

4.4. Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht 

bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall ledig-

lich ein (zuvor stummer) degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht aber 

verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer bis zum Erreichen des 

Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammen-

hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E.4.3) und zwar selbst 

dann, wenn sich die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der 

konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als Krankheits-

folge darstellt. Dies bedeutet unter Umständen, dass die versicherte Per-

son Anspruch auf einen operativen Eingriff mit anschliessender zweck-

mässiger Behandlung hat, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letzt-

lich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung 

der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen diente und nicht 

gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall 

bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeit-

punkt notwendig geworden (Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2008 vom 

24. Juni 2008 E.4). Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegen-

heits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit des-

sen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden 

lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung ei-

genständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_380/2011 vom 20. Oktober 2011 E.4.2.1).

http://links.weblaw.ch/de/8C_467/2007

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4.5. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage. 

Darüber haben die Verwaltung sowie das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan-

spruches nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1 m.H.; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., Art. 6 S. 54). Dasselbe gilt für den Wegfall eines einmal bestehen-

den Kausalzusammenhangs. Während bei der Frage, ob ein Kausalzu-

sammenhang existiert, der Versicherte die objektive Beweislast trägt, liegt 

die objektive Beweislast für den behaupteten Wegfall der Kausalität auf-

grund des Erreichens des Status quo sine vel ante beim Unfallversicherer 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2013 vom 28. Januar 2014 

E.4.2.1 m.H.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54).

5.1. Im vorliegenden Fall sah die Beschwerdegegnerin den Status quo sine 

Mitte Oktober 2016 als erreicht an und stützte sich dabei auf die Beurtei-

lung ihres Kreisarztes Dr. med. G._____ vom 23./27. März 2017 (SUVA-

act. 44) sowie auf die im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens eingeholte versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. 

I._____ vom 3. Oktober 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1). 

5.2. In diesem Zusammenhang ist vorab der Einwand des Beschwerdeführers 

zu prüfen, wonach das Nachreichen der versicherungsmedizinischen 

chirurgischen Beurteilung von Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 2017 

durch die Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort unzulässig sei 

(vgl. Replik S. 1). Damit macht er sinngemäss eine Verletzung des Prin-

zips des Devolutiveffekts geltend. 

5.3. Als ordentliches Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 ff. 

ATSG Devolutiveffekt zu. Die formgültige Beschwerdeerhebung begrün-

det (zusammen mit der Beschwerdeantwort des Versicherungsträgers) 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177
http://links.weblaw.ch/de/8C_604/2013

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die alleinige Zuständigkeit des kantonalen Gerichts, über das in der ange-

fochtenen Verfügung (beziehungsweise im angefochtenen Einspra-

cheentscheid) geregelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert 

der Versicherungsträger die Herrschaft über den Streitgegenstand, und 

zwar insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und 

Entscheidungsgrundlagen. Die Beschwerdeinstanz hat den rechtserhebli-

chen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 61 lit. c ATSG) und 

ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 61 lit. d ATSG). 

Folgerichtig ist es der Verwaltung grundsätzlich verwehrt, nach Einrei-

chung des Rechtsmittels weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzu-

nehmen, soweit sie den Streitgegenstand betreffen und auf eine allfällige 

Änderung der angefochtenen Verfügung durch Erlass einer neuen abzie-

len. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht muss 

gemäss Art. 61 lit. a ATSG einfach und rasch sein. Im erstinstanzlichen 

Beschwerdeverfahren ist deshalb eine Sachverhaltsvervollständigung 

durch die Verwaltung im Rahmen punktueller Abklärungen (wie das Ein-

holen von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen bei 

medizinischen Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen) recht-

sprechungsgemäss in aller Regel noch zulässig, wohingegen umfassen-

dere Abklärungen wie eine medizinische Begutachtung mit Mitwirkung der 

versicherten Person oder vergleichbare zeitraubende Beweismassnah-

men den Rahmen sprengen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_410/2013 

vom 15. Januar 2014 E.5.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_81/2017 vom 

2. März 2017 E.6.3). 

5.4. Vorliegend legte die Beschwerdegegnerin nach Erhalt der Beschwerde-

schrift vom 22. August 2017 ihrem Versicherungsmediziner Dr. med. 

I._____ das Aktendossier des Beschwerdeführers vor und ersuchte um 

Beantwortung folgender Fragen: "Es bestehen unterschiedliche Beurtei-

lungen betreffend Vorhandensein eines Ödems. Liegt ein Ödem vor? Und 

wie ist es zu interpretieren?" In Bezug auf den Status quo sine per Mitte 

Oktober 2016 wurde zudem folgende Frage gestellt: "Kann die Beurtei-

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lung des Kreisarztes bestätigt werden? Bitte Beurteilung unter Berück-

sichtigung des zweiten Unfallereignisses." (vgl. SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 1). 

Damit hat die Beschwerdegegnerin die vom Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde im Wesentlichen vorgebrachten Einwände (vgl. Beschwer-

deschrift S. 4 f.) ihrem Versicherungsmediziner Dr. med. I._____ zur Stel-

lungnahme unterbreitet. Es handelt sich somit um punktuelle Rückfragen 

bzw. Abklärungen. Hierzu war die Beschwerdegegnerin berechtigt, zumal 

die chirurgische Beurteilung vom 3. Oktober 2017 ohne Mitwirkung des 

Beschwerdeführers erstellt wurde und keine namhafte zeitliche Verzöge-

rung des Verfahrens verursachte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_284/2014 vom 16. Dezember 2014 E.5.4 und 5.5). Die Aktenbeurtei-

lung von Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 2017 wurde dem Beschwerde-

führer alsdann auch zusammen mit der Vernehmlassung der Beschwer-

degegnerin vom 6. Oktober 2017 mit Verfügung vom 9. Oktober 2017 zu-

gestellt, unter Ansetzung einer Frist zur Einreichung der Replik. Mit Ein-

gabe vom 11. Oktober 2017 nahm der Beschwerdeführer zu dieser Stel-

lung, womit auch das rechtliche Gehör gewahrt wurde. Der diesbezügli-

che Einwand des Beschwerdeführers erweist sich damit als unbegründet.

6.1. Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf die Aktenbeurteilung des Kreisarztes Dr. med. G._____ vom 

23./27. März 2017 (SUVA-act. 42 und 44) und die versicherungsmedizini-

sche Beurteilung von Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 2017 (SUVA-

act. Bg.Bel.1) abgestellt hat oder ob die übrigen medizinischen Akten 

daran zumindest geringe Zweifel (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4) zu wecken 

vermögen. In diesem Fall wären weitere Abklärungen erforderlich und sei-

tens der Beschwerdegegnerin vorzunehmen.

6.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

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lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1; BGE 125 V 351 E.3a m.H.). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a; BGE 122 V 157 E.1c m.H.). Dennoch hat es die 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medi-

zinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So kommt den Berichten und Gutachten versicherungsinter-

ner Ärzte voller Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi-

zien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-

trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 

125 V 351 E.3b/ee). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-

sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E.4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 25. August 2011 

E.5.3). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht 

der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b/cc 

m.H.).

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-231
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/8C_245/2011
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351

- 15 -

7.1. Dr. med. G._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, führte in seiner Beurteilung vom 

23./27. März 2017 aus, die im Arthro-MRT-Befundbericht am 12. Septem-

ber 2016 diagnostizierte AC-Gelenksarthrose könne er nach eigener 

Durchsicht der Röntgenaufnahmen vom 9. November 2016 bestätigen. In 

der Verlaufs-Arthro-MR-Untersuchung am 19. Dezember 2016 seien kei-

ne neuen strukturellen Unfallfolgen festgehalten bei erneuten beurteilten 

degenerativen Veränderungen am rechten AC-Gelenk und der ansatzna-

hen Supraspinatussehne im Sinne einer Tendinose ohne Zeichen einer 

Knorpelschädigung. Gemäss den bildgebenden Dokumenten der beiden 

MRI-Untersuchungen der rechten Schulter würden sich keine kernspinto-

mographischen Anzeichen einer relevanten Gewalteinwirkung darstellen. 

Es fänden sich weder Knochenödeme noch Ödeme/Schwellungen des 

umgebenden Weichteilapparates, welche als Zeichen einer relevanten 

Gewalteinwirkung nach drei bzw. vier Wochen zwingend zu erwarten 

wären. Zusammenfassend könne deshalb davon ausgegangen werden, 

dass es weder durch das Ereignis am 20. August 2016 noch durch das 

Ereignis Mitte Oktober 2016 zu strukturellen Unfallfolgen an der rechten 

Schulter gekommen sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die 

MRT-morphologisch drei bzw. vier Wochen nach jeweiligen Ereignis dia-

gnostizierten degenerativen Veränderungen an der rechten Schulter 

durch die Ereignisse nur vorübergehend aktiviert, aber nicht verursacht 

worden. Schliesslich hielt Dr. med. G._____ fest, dass in der Regel zu 

erwarten sei, dass das Schmerzsyndrom an der rechten Schulter spätes-

tens nach drei bis vier Monaten abgeschlossen und damit der Status quo 

sine Mitte Oktober 2016 erreicht sei (SUVA-act. 42 und 44 S. 3).

7.2. Der SUVA Versicherungsmediziner, PD Dr. med. I._____, Facharzt für 

Chirurgie, Mitglied FMH, hielt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 

3. Oktober 2017 im Wesentlichen fest, die Bilder der ersten MRI-

Untersuchung vom 12. September 2016 zeigten ein sehr diskretes 

Ödem/Knochenmarködem am AC-Gelenk. Dabei handle es sich um ein 

- 16 -

scharf begrenztes Knochenmarködem und damit um ein reaktives Ödem, 

welches Ausdruck der vorliegenden AC-Arthrose sei. Dass der Be-

schwerdeführer vor dem Unfall keine Beschwerden an der rechten Schul-

ter gehabt hätte, sei möglich, da Knochenmarködeme im Rahmen von Ar-

throsen auch asymptomatisch vorhanden sein könnten. In den Weichtei-

len direkt über dem AC-Gelenk sei ebenfalls eine deutliche Signalalterati-

on zu erkennen. Dies könnte Ausdruck einer traumatischen Weichteilkon-

tusion sein. Da es aber direkt über dem arthrotisch veränderten AC-

Gelenk liege, entspreche es eher einer reaktiven Mitbeteiligung der 

Weichteile auf die AC-Arthrose. Diese Vermutung werde denn auch ge-

stützt durch die Persistenz dieses Befundes im zweiten MRI vom 19. De-

zember 2016. Da die beiden MRI-Befunde sich zu sehr ähnelten, könne 

das zweite Unfallereignis bildgebend nicht objektiviert werden. Schliess-

lich hielt er fest, die Bildgebung spreche nicht für eine massive Traumati-

sierung des Schultergelenks/AC-Gelenks. Der klinische Befund im Arztbe-

richt vom 20. September 2016 von Dr. med. C._____ weise auf eine 

leichtgradige Traumatisierung der rechten Schulter hin, die sich aber bild-

gebend nicht wesentlich äussere. In der zweiten MRI-Untersuchung drei 

Monate später zeige sich ein praktisch unveränderter Befund. Falls die 

Signalalterationen traumatisch bedingt seien, würde man eine Abnahme 

der Signalalteration erwarten oder bei einer erneuten relevanten Trauma-

tisierung durch das zweite Unfallereignis eine Zunahme dieser Befunde. 

Dr. med. I._____ kommt alsdann zum Schluss, dass die vorhandenen 

diskreten Signalalterationen mit Ödem als reaktiv im Rahmen von Arthro-

sen und degenerativen Veränderungen zu interpretieren seien. Die Ope-

ration vom 9. Juni 2017 habe die morphologischen Veränderungen, die 

für das vorbestehende Impingement verantwortlich seien, adressiert. In 

Bezug auf das Erreichen des Status quo sine stützte er die Beurteilung 

von Kreisarzt Dr. med. G._____ und führte diesbezüglich aus, die Be-

handlungsdauer nach einer Schulterkontusion resp. einer AC-Gelenks-

Kontusion dauere gemäss Reintegrationsleitfaden Unfall des Schweizeri-

- 17 -

schen Versicherungsverbandes (SVV) max. 6-8 Wochen, womit der Sta-

tus quo sine Mitte Oktober erreicht gewesen sei (SUVA-act. Bg.Bel.1).

8.1. In Würdigung der beiden versicherungsinternen Beurteilungen ist festzu-

halten, dass sowohl die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. G._____ als 

auch diejenige von Dr. med. I._____ angesichts der medizinischen Akten-

lage aus nachfolgenden Gründen nicht schlüssig erscheinen und nicht 

nachvollziehbar sind. 

8.1.1. Dr. med. G._____ führt in seiner Beurteilung vom 23./27. März 2017 u.a. 

aus, dass sich bildgebend weder Knochenödeme noch Öde-

me/Schwellungen des umgebenden Weichteilapparates finden würden, 

welche als Zeichen einer relevanten Gewalteinwirkung nach drei bzw. vier 

Wochen zwingend zu erwarten gewesen wären (vgl. SUVA-act. 44 S. 3). 

Gemäss dem Arthro-MRI der rechten Schulter vom 12. September 2016 

lagen jedoch beim Beschwerdeführer eine AC-Gelenksarthrose mit akti-

viertem Charakter bei Ödemnachweis, bei Downsloping des Acromions 

sowie Typ II-Konfiguration zusätzliche Faktoren, welche für eine Im-

pingementproblematik prädisponierend seien, eine moderate subacromia-

le/subdeltoidale Bursitis, eine Tendinopathie/Tendinose der Supraspina-

tussehne, eine leichte Tendinose der Infraspinatus-, Subscapularis- sowie 

der langen Bicepssehne jedoch ohne Ruptur, keine eindeutige Labrumlä-

sion, keine Knorpelpathologie glenohumeral und keine Capsulitiszeichen 

vor (SUVA-act. 13 S. 2). Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, 

übersieht der Kreisarzt Dr. med. G._____ somit, dass bei der Arthro-MRI-

Untersuchung der rechten Schulter vom 12. September 2016 beim Be-

schwerdeführer ein Ödem bildgebend festgestellt werden konnte. Die 

kreisärztliche Beurteilung steht damit im Widerspruch zur Bildgebung vom 

12. September 2016. Soweit Dr. med. G._____ in seiner Beurteilung vom 

23./27. März 2017 zudem ausführt, in der Verlaufs-Arthro-MRI-

Untersuchung vom 19. Dezember 2016 wären keine neuen strukturellen 

Unfallfolgen festgehalten (SUVA-act. 44 S. 3) und der Beschwerdeführer 

- 18 -

dagegen vorbringt, gemäss der zweiten MRI-Untersuchung vom 19. De-

zember 2016 würden sich neu leichte strukturelle Veränderungen an der 

Rotatorenmanschette und eine Bursitis subacromial zeigen (vgl. Be-

schwerdeschrift S. 5), ist dem Beschwerdeführer demgegenüber nicht 

beizupflichten. Dem Bericht der MRI-Untersuchung vom 19. Dezember 

2016 ist nämlich u.a. eine lediglich kleinste Unregelmässigkeit der Supra-

spinatussehne an der Unterfläche sowie auch geringe Signalanhebungen 

in der PDW-Sequenz im Rahmen einer Tendinose sowie eine leichte 

subacromiale Bursareizung und Aktivierung der AC-Gelenksarthrose zu 

entnehmen (vgl. SUVA-act. 32). Bereits bei der MRI-Untersuchung vom 

12. September 2016 wurden aber ebenfalls eine Tendinopa-

thie/Tendinose der Supraspinatussehne sowie eine moderate subacro-

miale/subdeltoidale Bursitis bildgebend festgestellt (vgl. SUVA-act. 13). 

Damit stimmen die Ausführungen von Dr. med. G._____ zumindest in Be-

zug auf das zweite Unfallereignis mit den medizinischen Akten überein, 

nicht aber in Bezug auf das erste Unfallereignis vom 20. August 2016.

8.1.2. Der Kreisarzt Dr. med. G._____ geht in seiner Beurteilung vom 

23./27. März 2017 alsdann davon aus, dass degenerative Veränderungen 

an der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die 

Ereignisse nur vorübergehend aktiviert, nicht aber verursacht worden sind 

(SUVA-act. 44 S. 3). Unbestrittenermassen geht aus den beiden MRI-

Untersuchungen vom 12. September 2016 (SUVA-act. 13) und 19. De-

zember 2016 (SUVA-act. 32) bildgebend hervor, dass beim Beschwerde-

führer an der rechten Schulter degenerative Veränderungen, insbesonde-

re eine AC-Gelenksarthrose, vorhanden sind. Entgegen den Ausführun-

gen von Dr. med. G._____ diagnostizierte die Klinik für Orthopädie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital Graubünden 

bzw. die behandelnden Ärzte Dres. D._____ und E._____ in ihrem Kon-

sultationsbericht vom 10. November 2016 ein posttraumatisches suba-

cromiales Impingementsyndrom bei AC-Gelenksarthrose an der rechten 

Schulter nach einem Kontusionstrauma im August 2016 und hielten in ih-

- 19 -

rer Beurteilung fest, dass es sich klinisch und MR-tomographisch um eine 

subakromiale Impingementproblematik nach vorangegangener Traumati-

sierung handle und zusätzlich eine AC-Gelenksarthrose bestehe (vgl. 

SUVA-act. 21). Die Betonung liegt bei ihrer Einschätzung – so darf ange-

nommen werden – auf der Impingementproblematik nach Traumatisie-

rung und nicht auf der AC-Gelenksarthrose. Mit dieser Beurteilung setzte 

sich der Kreisarzt aber nicht auseinander, womit seine Schlussfolgerung 

der bloss vorübergehenden Aktivierung von degenerativen Veränderun-

gen nicht schlüssig begründet ist. 

8.1.3 Des Weiteren nimmt Dr. med. G._____ in seiner Beurteilung vom 

23./27. März 2017 auf bildgebende Dokumente der drei Wochen nach Er-

eignis am 20. August 2016 und ca. vier Wochen nach Ereignis Mitte Fe-

bruar erstellten Arthro-Kernspintomographie der rechten Schulter Bezug 

(vgl. SUVA-act. 44 S. 3). Hierzu ist festzuhalten, dass es kein Ereignis 

von Mitte Februar gibt. Vielmehr ereignete sich das zweite Ereignis Mitte 

Oktober 2016. Die zweite Arthro-MRI-Untersuchung hat dann aber am 

19. Dezember 2016 stattgefunden (vgl. SUVA-act. 32), mithin ca. acht 

Wochen nach dem Ereignis Mitte Oktober und nicht vier Wochen nach ei-

nem Ereignis Mitte Februar. Ebenfalls nicht schlüssig und nachvollziehbar 

ist letztlich die Aussage, wonach das Schmerzsyndrom an der rechten 

Schulter spätestens nach drei bis vier Monaten abgeschlossen sei und 

damit der Status quo sine Mitte Oktober 2016 erreicht sei (vgl. SUVA-

act. 44 S. 3). Geht man aufgrund dessen, dass das zweite Unfallereignis 

von Mitte Oktober 2016 bildgebend nicht festgestellt werden konnte, vom 

Unfallereignis am 20. August 2016 aus und berücksichtigt die genannten 

drei bzw. vier Monate, wäre der Status quo sine zwischen dem 20. No-

vember 2016 und dem 20. Dezember 2016 erreicht gewesen und nicht 

Mitte Oktober 2016. Es ist damit nicht ansatzweise dargetan, weshalb der 

Status quo sine bereits Mitte Oktober 2016 erreicht gewesen sein soll. 

- 20 -

8.1.4. Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass die kreisärztliche Beurtei-

lung vom 23./27. März 2017 von Dr. med. G._____ (SUVA-act. 42 und 

44) in diversen Punkten nicht schlüssig und nachvollziehbar ist und dem-

zufolge nicht auf diese abgestellt werden kann. 

8.2.1. Im Zusammenhang mit der chirurgischen Beurteilung von Dr. med. 

I._____ vom 3. Oktober 2017 ist sodann zunächst auf den Einwand des 

Beschwerdeführers einzugehen, wonach es sich bei dieser Beurteilung 

um ein Parteigutachten handle (vgl. Replik S. 1). Diesbezüglich kann auf 

die vorstehende Erwägung 6.2 und die dort erwähnte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung verwiesen werden. Entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers handelt es sich bei der Beurteilung von Dr. med. I._____ 

vom 3. Oktober 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) nicht um ein Parteigutachten, 

sondern um einen versicherungsinternen Arztbericht. Diesem kommt vol-

ler Beweiswert zu, sofern er schlüssig erscheint, nachvollziehbar begrün-

det sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen seine Zu-

verlässigkeit sprechen. Allerdings gilt zu beachten, dass die Beschwerde-

gegnerin diese Beurteilung erst zu einem Zeitpunkt eingeholt hat, als sie 

selbst Partei in einem gerichtlichen Verfahren und nicht mehr lediglich ein 

– zur Objektivität verpflichtetes (BGE 122 V 157 E.1c) - gesetzesvollzie-

hendes Organ war. Die Einholung der Beurteilung durch Dr. med. I._____ 

vom versicherungsmedizinischen Dienst der Beschwerdegegnerin erfolg-

te damit nicht allein zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts 

gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG, sondern diente in erster Linie dazu, den ei-

genen, beschwerdeweise bestrittenen Standpunkt zu untermauern (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_575/2009 vom 6. November 2009 E.3.2.2.2 

m.w.H.). Dies umso mehr, nachdem der Beschwerdeführer in seiner Be-

schwerde zu Recht darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Kreisarzt 

Dr. med. G._____ das bildgebend festgestellte Ödem ausser Acht gelas-

sen hat (vgl. E.8.1.1 vorstehend). Aufgrund der unter diesen Umständen 

bestehenden Zweifel an der Unparteilichkeit des Versicherungsmedizi-

ners Dr. med. I._____ kann somit nicht ohne weiteres auf dessen Beurtei-

http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/de/9C_575/2009

- 21 -

lung abgestellt werden, zumal auch diese Beurteilung, welche auf den 

gesamten medizinischen Vorakten samt bildgebenden Abklärungen be-

ruht, – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nicht schlüssig und nachvoll-

ziehbar ist.

8.2.2. Im Gegensatz zum Kreisarzt Dr. med. G._____ hält der Versicherungs-

mediziner Dr. med. I._____ auf entsprechende Frage betreffend Vorhan-

densein eines Ödems in seiner chirurgischen Beurteilung vom 3. Oktober 

2017 in Übereinstimmung mit den medizinischen Akten fest, dass die Bil-

der der ersten MRI-Untersuchung vom 12. September 2016 ein sehr dis-

kretes Ödem/Knochenmarködem am AC-Gelenk zeigen würden. Er-

klärend ergänzt er sodann, dass solche aber nicht unbedingt traumati-

schen Ursprungs sein müssten. Es gäbe drei Gruppen von Läsionen, die 

sich als Knochenmarködeme manifestieren: traumatisch/mechanisch, 

ischämisch, reaktiv. Eine grobe Unterscheidung könne aufgrund der 

Form/Morphologie des Knochenmarködems gemacht werden: scharf be-

grenzt seien Cysten, knöcherne Erosionen und transiente Osteoporosen. 

Unscharf begrenzt sei demgegenüber alles Traumatische und Nekrosen. 

Das in der MRI-Untersuchung vom 12. September 2016 bildgebend fest-

gestellte Ödem sei ein scharf begrenztes, d.h. ein reaktives Knochen-

marködem, und somit Ausdruck der AC-Gelenksarthrose (SUVA-

act. Bg.Bel.1 S. 16 f.). Hinsichtlich des zweiten Unfallereignisses von Mit-

te Oktober 2016 stellt Dr. med. I._____ ebenso wie Dr. med. G._____ 

fest, dass dieses bildgebend nicht objektiviert habe werden können, da 

der MRI-Befund vom 19. Dezember 2016 praktisch demjenigen vom 

12. September 2016 entspreche (SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 17). Damit stützt 

Dr. med. I._____ trotz Vorhandenseins eines Ödems die Schlussfolge-

rung von Kreisarzt Dr. med. G._____, wonach es zu keiner relevanten 

Gewalteinwirkung gekommen sein könne. Dr. med. I._____ geht deshalb 

in seiner Beurteilung von einem nicht traumatisch bedingten Impingement 

bzw. einem vorgängig vorhandenen Impingementsyndrom mit AC-

Arthrose und subacromialer Bursitis aus (vgl. SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 18). 

- 22 -

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer 

bildgebend und in Übereinstimmung mit allen ärztlichen Meinungen eine 

AC-Gelenksarthrose vorhanden ist. Aus dem ärztlichen Zeugnis des 

Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. med. C._____ vom 23. August 

2017, geht hervor, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis 

vom 20. August 2016 an der rechten Schulter beschwerdefrei gewesen ist 

und nie eine medizinische therapeutische Behandlung benötigt hat (vgl. 

Beilage Beschwerdeführer act. 6). Etwas Gegenteiliges ergibt sich denn 

auch nicht aus den Akten. Demnach ist beim Beschwerdeführer von ei-

nem stummen Vorzustand auszugehen. Der Versicherungsmediziner Dr. 

med. I._____ unterlässt es nun aber, Ausführungen zu einer vorüberge-

henden oder sogar richtungsgebenden Verschlimmerung dieses Vorzu-

standes zu machen. Für eine abschliessende Beurteilung des Status quo 

sine wäre dies aber notwendig gewesen. Dies umso mehr, nachdem be-

reits der Kreisarzt Dr. med. G._____ in seiner Beurteilung vom 

23./27. März 2017 von einer vorübergehenden Aktivierung des Vorzu-

standes ausgegangen ist (SUVA-act. 44 S. 3). Hinzu kommt, dass der 

operierende Arzt, Dr. med. H._____, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nach durchge-

führter Schulterarthroskopie rechts in seinem Austrittsbericht vom 10. Juni 

2017 sowie im Bericht über die Konsultation vom 3. August 2017 ein post-

traumatisches subacromiales Impingementsyndrom bei AC-

Gelenksarthrose an der rechten Schulter nach Kontusionstrauma im Au-

gust 2016 diagnostizierte (vgl. SUVA-act. 52 und 58). Soweit die Be-

schwerdegegnerin diesbezüglich ausführt, der Begriff „posttraumatisch“ 

begründe keine Kausalität, sondern beinhalte einzig eine zeitliche Kom-

ponente, kann ihr nicht gefolgt werden, da im medizinischen Sprachge-

brauch „posttraumatisch“ häufig mit „unfallkausal“ gleichgesetzt wird (vgl. 

Urteil des Bundesgerichtes 8C_400/2014 vom 21. Juli 2014 E.3.2 mit 

Hinweis u.a. auf Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, 2003: [posttrauma-

tisch: als Folge eines Unfalls geschehen]).

- 23 -

8.2.3. Letztlich ist auch der Zeitpunkt des Status quo sine nicht schlüssig durch 

Dr. med. I._____ begründet. Diesbezüglich stützt er sich in seiner chirur-

gischen Beurteilung vom 3. Oktober 2017 auf den Reintegrationsleitfaden 

Unfall des SVV und stellt fest, dass bei einer Schulterkontusion resp. ei-

ner AC-Gelenks-Kontusion mit einer Behandlungsdauer von sechs bis 

acht Wochen gerechnet werde. In diesem Zusammenhang ist festzuhal-

ten, dass ein solcher Leitfaden allenfalls zeitliche Richtwerte zu liefern 

vermag, welche hinsichtlich des zu beurteilenden Einzelfalls aber nicht als 

strikt verbindlich beurteilt werden können. Zu beachten ist denn auch, 

dass selbst der Kreisarzt Dr. med. G._____, welcher ebenfalls von keiner 

relevanten Gewalteinwirkung ausging, dennoch einen Behandlungsab-

schluss erst nach ca. drei bis vier Monaten angab (SUVA-act. 44 S. 3). 

Die von Dr. med. I._____ erwähnte Behandlungsdauer von sechs bis acht 

Wochen ist demnach nicht schlüssig begründet, sondern stützt sich allein 

auf den Reintegrationsleitfaden und trifft wohl auch nicht zu, sofern es zu 

einer vorübergehenden oder richtungsgebenden Verschlimmerung ge-

kommen sein sollte. 

8.2.4. Nach dem Ausgeführten ergibt sich, dass auch die chirurgische Beurtei-

lung des versicherungsinternen Arztes Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 

2017 nicht schlüssig und nachvollziehbar ist.

9.1. Angesichts der gesamten Umstände kommt das Gericht damit zum 

Schluss, dass zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der Ein-

schätzungen des Kreisarztes Dr. med. G._____ vom 23./27. März 2017 

sowie des Versicherungsmediziners Dr. med. I._____ vom 3. Oktober 

2017 bestehen. Die Beweislage zur Frage des Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Unfall vom 20. August 2016 bzw. von Mitte Oktober 2016 

einerseits und dem Gesundheitsschaden an der rechten Schulter des Be-

schwerdeführers (posttraumatisches subacromiales Impingementsyndrom 

bei AC-Gelenksarthrose) sowie der Operation vom 9. Juni 2017 anderer-

seits ist unvollständig und erlaubt keine zuverlässige Beurteilung. Die 

- 24 -

Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. März 2017 erweist sich 

damit als nicht rechtens. 

9.2.1. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin – unter Beachtung der Verfah-

rensrechte des Beschwerdeführers - ein versicherungsexternes fachärzt-

liches Gutachten zur Frage des Kausalzusammenhangs zwischen dem 

Unfall vom 20. August 2016 bzw. Mitte Oktober 2016 und dem Gesund-

heitsschaden an der rechten Schulter des Beschwerdeführers (posttrau-

matisches subacromiales Impingementsyndrom bei AC-Gelenksarthrose) 

sowie der Operation vom 9. Juni 2017 einzuholen (vgl. BGE 135 V 465 

E.4.4). Der/die zu beauftragende Gutachter/in wird sich zur Frage der Un-

fallkausalität in Bezug auf das posttraumatische subacromiale Impinge-

mentsyndrom bei AC-Gelenksarthrose an der rechten Schulter sowie zur 

Frage einer (vorübergehenden oder richtungsgebenden) Verschlimme-

rung des Vorzustandes durch den Unfall vom 20. August 2016 bzw. Mitte 

Oktober 2016 sowie zum Zeitpunkt eines allfälligen Eintritts des Status 

quo sine vel ante zu äussern haben. Nach Vorliegen des versicherungs-

externen fachärztlichen Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin über 

den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers erneut zu verfügen ha-

ben.

9.2.2. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, der angefochtene Einspra-

cheentscheid vom 27. Juni 2017 ist aufzuheben und die Angelegenheit ist 

zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der vorstehenden 

Erwägungen sowie zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

10.1. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist.

http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465

- 25 -

10.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung der Sa-

che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid gilt 

als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 

vom 25. August 2017 E.8.1), weshalb der anwaltlich vertretene Be-

schwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streit-

wert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. Vorliegend hat der Rechtsvertreter des Beschwer-

deführers mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 seine Honorarnote im Um-

fang von Fr. 2'557.65 eingereicht. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 

einem Honorar von Fr. 2'299.20 für 9.58 Arbeitsstunden à Fr. 240.-- zu-

züglich 3 % Barauslagen (Fr. 69.--) und 8 % MWST (Fr. 189.45). Der gel-

tend gemachte Aufwand erscheint dem Gericht als angemessen. Die Be-

schwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer demzufolge im Umfang von 

Fr. 2'557.65 (inkl. MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 27. Juni 2017 wird aufgehoben und die Sache wird zu weite-

rer medizinischer Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuer Ver-

fügung an die SUVA zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die SUVA hat A._____ aussergerichtlich mit Fr. 2'557.65 (inkl. MWST) zu 

entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

- 26 -

5. [Mitteilungen]