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**Case Identifier:** 4597de34-ee13-546a-b04a-6f46808af316
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 03.12.2025 ZVE.2025.48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2025-48_2025-12-03.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 4. Kammer 

 

ZVE.2025.48  
(2025-011-1110)  

Art. 217 

 

 

Entscheid vom 3. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Plüss  

Gerichtsschreiber Gasser          

 

 
   

Klägerin   A._____ GmbH,  

[…] 

 

    
   

Beklagter   B._____,  

[…]  

  

 
 

Gegenstand  Vollstreckbarkeitsbescheinigung / Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Klägerin machte mit Schlichtungsgesuch vom 7. Mai 2025 

(Postaufgabe) beim Friedensrichteramt Kreis V des Kantons Aargau eine 

Forderung von insgesamt Fr. 914.00 (nebst Zins zu 5 % auf Fr. 800.00 seit 

dem 11. April 2025) gegen den Beklagten geltend und ersuchte um 

Beseitigung des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. aaa des 

Betreibungsamtes Q._____. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Lasten des Beklagten. 

 

1.2. 

Nachdem der Beklagte zur Schlichtungsverhandlung vom 20. Juni 2025 

nicht erschienen war, hiess der Friedensrichter des Friedensrichteramtes 

Kreis V des Kantons Aargau die mit Schlichtungsgesuch vom 7. Mai 2025 

gestellten Anträge der Klägerin mit Entscheid vom 20. Juni 2025 gut.  

 

1.3. 

Gegen diesen ihm am 23. Juni 2025 im Dispositiv zugestellten Entscheid 

gelangte der Beklagte mit "Beschwerde" vom 30. Juni 2025 (Postaufgabe) 

an das Obergericht des Kantons Aargau, welches die Eingabe am 21. Juli 

2025 zuständigkeitshalber als Antrag auf Begründung an den 

Friedensrichter des Friedensrichteramtes Kreis V des Kantons Aargau 

weiterleitete.  

 

1.4. 

Am 8. August 2025 erliess der Friedensrichter des Friedensrichteramtes 

Kreis V des Kantons Aargau die "Begründung zum Entscheid vom 

20. Juni 2025", welche dem Beklagten am 11. August 2025 zugestellt 

wurde.  

 

2. 

Mit Vollstreckbarkeitsbescheinigung vom 15. September 2025 "beschloss" 

der Friedensrichter des Friedensrichteramtes Kreis V des Kantons Aargau 

das Folgende: 

 

"1. 
Das Friedensrichteramt V bescheinigt, dass gegen den Entscheid mit 
anschliessender Begründung keine weitere Beschwerde beim Obergericht 
eingegangen ist. 
 
2. 
Der Entscheid mit der Geschäfts-Nr. 2025-011-1110 vom 20.06.2025 ist 
vollstreckbar (Art. 336 ZPO)." 
 

 - 3 - 

 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 22. September 2025 zugestellte 

Vollstreckbarkeitsbescheinigung erhob der Beklagte mit Eingabe vom 

1. Oktober 2025 beim Obergericht des Kantons Aargau Beschwerde und 

beantragte das Folgende: 

 

"1. 
Die Vollstreckbarkeitsbescheinigung des Friedensrichteramts Kreis V vom 
15.09.2025 (GNr. 2025-011-1110) sei aufzuheben. 
 
2. 
Es sei festzustellen, dass der Entscheid des Friedensrichteramts vom 
20.06.2025 nicht vollstreckbar ist, solange nach 
Rückweisung/Begründungsnachreichung keine neue ordnungsgemässe 
Entscheidung vorliegt. 
 
3. 
Die Beschwerdefrist gegen den begründeten Entscheid vom 08.08.2025 
sei gemäss Art. 148 ZPO wiederherzustellen, und die beiliegende 
Beschwerde in der Sache sei als rechtzeitig entgegenzunehmen. 
 
4. 
Der Beschwerde sei superprovisorisch und vorsorglich aufschiebende 
Wirkung zu erteilen. 
 
5. 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin." 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2025 erteilte die Instruktionsrichterin des 

Obergerichts des Kantons Aargau der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung. 

 

3.3. 

Am 13. Oktober 2025 (Postaufgabe) reichte der Beklagte eine "Ergänzung 

zur Beschwerde (…)" ein. 

 

3.4. 

Die Klägerin reichte innert Frist keine Beschwerdeantwort ein. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit Beschwerde angefochten ist eine Vollstreckbarkeitsbescheinigung des 

Friedensrichters des Friedensrichteramts Kreis V des Kantons Aargau 

(fortan: Vorinstanz), mit der die Feststellung verbunden ist, dass beim 

Obergericht des Kantons Aargau keine Beschwerde eingegangen und der 

Entscheid vom 20. Juni 2025 vollstreckbar sei. Die 

 - 4 - 

 

 

Vollstreckbarkeitsbescheinigung ist grundsätzlich weder ein Entscheid 

noch eine prozessleitende Verfügung, sondern ein blosses Beweismittel. 

Als solches ist sie nicht anfechtbar und entfaltet gegenüber dem 

Vollstreckungsgericht keinerlei Bindungswirkung. Dieses bleibt vielmehr 

frei, die Voraussetzungen der Vollstreckbarkeit seinerseits zu prüfen (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_593/2017 vom 20. August 2018 E. 3.2.1). Auf die 

Beschwerde ist mangels tauglichen Anfechtungsobjekts nicht einzutreten.  

 

2. 

2.1. 

Weiter beantragt der Beklagte die Wiederherstellung der Beschwerdefrist 

gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 20. Juni 2025. Zur Begründung 

führt er an, dass der begründete Entscheid keine Rechtsmittelbelehrung 

enthalten habe.  

 

2.2. 

Der begründete Entscheid vom 20. Juni 2025 wurde dem Beklagten am 

11. August 2025 zugestellt, womit die 30-tägige Rechtsmittelfrist – unter 

Berücksichtigung der Gerichtsferien (Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO) – am 

15. September 2025 endete. Die Rechtsmittelfrist wäre folglich auch mit 

der Eingabe vom 1. Oktober 2025, wobei es sich aber ohnehin um eine 

Beschwerde gegen die Vollstreckbarkeitsbescheinigung vom 

15. September 2025 handelt, nicht gewahrt.  

 

2.3. 

Gemäss Art. 238 lit. f ZPO hat ein gerichtlicher Entscheid eine 

Rechtsmittelbelehrung zu enthalten. Nach der Rechtsprechung führt nicht 

jede mangelhafte Eröffnung, insbesondere auch nicht die Eröffnung ohne 

Rechtsmittelbelehrung, zur Nichtigkeit des Entscheids, wenn sich das zur 

Verfügung stehende Rechtsmittel nicht ohne weiteres aus dem Gesetz 

ergibt, das dem Betroffenen oder seinem Anwalt bekannt sein musste 

(Urteile des Bundesgerichts 5A_120/2012 vom 21. Juni 2012 E. 4.1 und 

1B_128/2019 vom 2. Juli 2019 E. 2.2).  

 

Wie nachfolgend noch näher aufzuzeigen sein wird (E. 2.4.2. hiernach), 

wurde dem Beklagten der vorinstanzliche Entscheid vom 20. Juni 2025 

zunächst im Dispositiv mit einer nicht ganz eindeutigen, sowohl auf das 

Motivierungsbegehren als auch auf die Beschwerde verweisenden 

Rechtsmittelbelehrung eröffnet. Der dem Beklagten darauffolgend in 

begründeter Form zugestellte Entscheid enthielt demgegenüber keine 

Rechtsmittelbelehrung. Das gegen den Entscheid vom 20. Juni 2025 zur 

Verfügung stehende Rechtsmittel war dem Beklagten folglich durch den im 

Dispositiv eröffneten und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen 

Entscheid vom 20. Juni 2025 im Grundsatz bekannt und ergab sich denn 

auch ohne Weiteres aus dem Gesetz. Es ist denn auch allgemein bekannt, 

dass Entscheidungen rechtskräftig werden, wenn sie nicht innerhalb einer 

 - 5 - 

 

 

bestimmten Frist angefochten werden, wobei es auch bei einer fehlenden 

Rechtsmittelbelehrung nicht erlaubt ist, Beschwerde ohne irgendwelche 

Fristen zu erheben (vgl. BGE 119 IV 330 E. 1 c). Das Fehlen der 

Rechtsmittelbelehrung auf dem begründeten Entscheid vom 20. Juni 2025 

hätte den Beklagten folglich dazu veranlassen müssen, entsprechende 

Abklärungen zu tätigen, zumal ihm die Rechtsmittelbelehrung mit im 

Dispositiv eröffnetem Entscheid vom 20. Juni 2025 bereits mitgeteilt wurde 

und folglich bekannt war. Eine Nichtigkeit des Entscheids vom 20. Juni 

2025 liegt nach dem Dargelegten jedenfalls nicht vor.  

 

2.4. 

2.4.1. 

2.4.1.1. 

Hinsichtlich Wiederherstellungsgesuche ist sachlich diejenige Instanz 

zuständig, welche über die nachzuholende Prozesshandlung zu befinden 

hätte. Wurde - wie im vorliegenden Fall - eine Rechtsmittelfrist verpasst, ist 

das Wiederherstellungsgesuch bei der Rechtsmittelinstanz zu stellen 

(NICCOLÒ GOZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2024, N. 2 f. zu Art. 149 ZPO). Das 

Obergericht des Kantons Aargau als Rechtsmittelinstanz ist folglich für die 

Behandlung des Wiederherstellungsgesuchs zuständig.  

 

2.4.1.2. 

Eine Partei ist säumig, wenn sie eine Prozesshandlung nicht fristgerecht 

vornimmt oder zu einem Termin nicht erscheint (Art. 147 Abs. 1 ZPO). 

Gemäss Art. 148 ZPO kann das Gericht auf Gesuch einer säumigen Partei 

hin eine Nachfrist gewähren oder zu einem Termin erneut vorladen, wenn 

die Partei glaubhaft macht, dass sie kein oder nur ein leichtes Verschulden 

trifft (Abs. 1). Das Gesuch ist innert zehn Tagen seit Wegfall des 

Säumnisgrundes einzureichen (Abs. 2).  

 

Insbesondere sind auch die Rechtsmittelfristen (Art. 311, Art. 321 Abs. 1, 

Art. 329 Abs. 1 ZPO) nach ergangenem erstinstanzlichem Entscheid der 

Wiederherstellung zugänglich, auch wenn dies zur Aufhebung des 

Entscheids führt (NICOLAS FUCHS, in: Thomas Sutter-Somm/Cordula 

Lötscher/Christoph Leuenberger/Benedikt Seiler [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2025, N. 5 zu Art. 148 

ZPO). Eine Wiederherstellung ist nur möglich, wenn die Wahrung einer 

Frist oder eines gerichtlichen Termins der säumigen Partei unmöglich war. 

Unmöglichkeit kann dabei sowohl durch objektive als auch subjektive (auch 

psychische) Hinderungsgründe ausgelöst werden. Gemäss Art. 148 Abs. 1 

ZPO darf die säumige Partei überdies kein oder nur ein leichtes 

Verschulden treffen. Beim Entscheid darüber, ob die gesuchstellende 

Partei ein bloss leichtes Verschulden i.S.v. Art. 148 Abs. 1 ZPO trifft, 

handelt es sich um einen Ermessensentscheid (Urteil des Bundesgerichts 

 - 6 - 

 

 

4A_20/2019 vom 29. April 2019 E. 2; GOZZI, a.a.O., N. 9 f. zu Art. 148 

ZPO). 

 

Die Unterscheidung zwischen grobem und leichtem Verschulden ist 

gradueller Art und lässt sich nur aufgrund der konkreten Umstände des 

Einzelfalls beurteilen. Bei der Beurteilung des Verschuldens der säumigen 

Partei ist von einem objektivierten Sorgfaltsmassstab auszugehen. 

Massgebend ist, ob die Säumnis auch bei der von der säumigen Partei zu 

erwartenden Sorgfalt unter den gegebenen Umständen nicht hätte 

abgewendet werden können. Eine Wiederherstellung rechtfertigt sich auch 

bei leichtem Verschulden, d.h. bei einem Verhalten, das – ohne dass es 

zulässig oder entschuldbar wäre – nicht zum schwerwiegenden Vorwurf 

gereicht. Bei der Prüfung des Verschuldens müssen auch die persönlichen 

Verhältnisse der gesuchstellenden Partei berücksichtigt werden, wobei von 

einem Rechtsanwalt ein erhöhtes Mass an Sorgfalt erwartet werden kann. 

Ein grobes Verschulden ist umso eher anzunehmen, je höher die 

Sorgfaltspflicht der Partei bzw. ihrer Vertreter zu veranschlagen ist (Urteile 

des Bundesgerichts 4A_163/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 4.1 und 

4A_127/2021 vom 19. Mai 2021 E. 3.1; GOZZI, a.a.O., N. 10 f. zu Art. 148 

ZPO; URS H. HOFFMANN-NOWOTNY/KATRIN BRUNNER, in: Kurzkommentar 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2021, N. 6 zu Art. 148 ZPO). 

 

Schweres (grobes) Verschulden liegt im Allgemeinen dann vor, wenn die 

säumige Person ihre elementaren Sorgfaltspflichten, die für jeden 

vernünftigen Menschen zwingend sind, verletzt. Zwar wird von einem Laien 

eine geringere Sorgfalt verlangt, diesen trifft aber dann ein schweres 

Verschulden, wenn er einen Prozess im schriftlichen Verfahren selber führt, 

ohne sich nach den Verfahrensvorschriften zu erkundigen (FUCHS, a.a.O., 

N. 8 zu Art. 148 ZPO). 

 

2.4.2. 

2.4.2.1. 

Mit Entscheid vom 20. Juni 2025 befand die Vorinstanz über die mit 

Schlichtungsgesuch vom 7. Mai 2025 (Postaufgabe) gestellten 

Rechtsbegehren der Klägerin, wobei sie diese guthiess. Dieser Entscheid 

wurde dem Beklagten im Dispositiv am 23. Juni 2025 zugestellt. In der 

Rechtsmittelbelehrung des Entscheids wurde darauf hingewiesen, dass 

eine schriftliche Begründung nachgeliefert werde, wenn dies eine Partei 

innert 10 Tagen seit Eröffnung des Entscheids schriftlich verlange. Wenn 

keine Begründung verlangt werde, so gelte dies als Verzicht auf die 

Anfechtung des Entscheids mit Berufung oder Beschwerde. Weiter wurde 

unter anderem festgehalten, dass gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen 

seit seiner Zustellung Beschwerde geführt werden könne, wobei diese beim 

Obergericht des Kantons Aargau einzureichen sei.  

 

 - 7 - 

 

 

Gegen diesen ihm im Dispositiv eröffneten Entscheid erhob der Beklagte 

mit Eingabe vom 30. Juni 2025 (Postaufgabe) Beschwerde beim 

Obergericht des Kantons Aargau, welches diese Eingabe mit Schreiben 

vom 21. Juli 2025 zuständigkeitshalber als Antrag auf Begründung des 

Entscheids vom 20. Juni 2025 an die Vorinstanz weiterleitete, da der 

Beklagte die Rechtsmittelbelehrung "offenkundig falsch" verstanden habe. 

Dieses Schreiben wurde dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt. 

 

Am 8. August 2025 erliess die Vorinstanz die "Begründung zum Entscheid 

vom 20. Juni 2025", welche dem Beklagten am 11. August 2025 zugestellt 

wurde. Die "Begründung zum Entscheid vom 20. Juni 2025" enthielt kein 

Dispositiv und keine Rechtsmittelbelehrung. 

 

Mit Vollstreckbarkeitsbescheinigung vom 15. September 2025 stellte die 

Vorinstanz fest, dass gegen den Entscheid vom 20. Juni 2025 "keine 

weitere Beschwerde" beim Obergericht des Kantons Aargau eingegangen 

und der Entscheid vollstreckbar sei. Diese Vollstreckbarkeitsbescheinigung 

wurde dem Beklagten am 22. September 2025 zugestellt. Mit Eingabe vom 

1. Oktober 2025 erhob der Beklagte gegen diese 

Vollstreckbarkeitsbescheinigung Beschwerde beim Obergericht des 

Kantons Aargau. 

 

2.4.2.2. 

Nach dem Dargelegten steht zunächst fest, dass der dem Beklagten im 

Dispositiv eröffnete Entscheid vom 20. Juni 2025 eine 

Rechtsmittelbelehrung enthalten hat. Der Beklagte wurde in der 

Rechtsmittelbelehrung darauf hingewiesen, dass er innert 10 Tagen seit 

Eröffnung des Entscheids eine Begründung zu verlangen und gegen den 

begründeten Entscheid ("diesen Entscheid") innert 30 Tagen Beschwerde 

beim Obergericht des Kantons Aargau zu erheben hat, sollte er ein 

Rechtsmittel ergreifen wollen. Der Beklagte kannte folglich das Vorgehen 

wie auch die Frist(en) für die Ergreifung eines Rechtsmittels gegen den 

vorinstanzlichen Entscheid. Bereits aus dem Umstand, dass in der 

Rechtsmittelbelehrung zwei (unterschiedlich lange) Fristen aufgeführt 

wurden, musste dem Beklagten denn auch klar sein, dass – für die 

rechtsgültige Einreichung eines Rechtsmittels gegen den vorinstanzlichen 

Entscheid – ein zweistufiges Vorgehen (Begründung verlangen, 

Beschwerde erheben) erforderlich ist. Dessen ungeachtet ist es denn auch 

gar nicht möglich, gegen einen lediglich im Dispositiv eröffneten Entscheid 

sachgerecht ein Rechtsmittel zu ergreifen, zumal dem Beklagten die 

Überlegungen der Vorinstanz, welche letztlich zum Entscheid geführt 

haben, (noch) nicht bekannt waren. Dies gilt umso mehr, als der Beklagte 

an der Schlichtungsverhandlung vom 20. Juni 2025 nicht anwesend war.  

 

Im Weiteren wurde dem Beklagten das Schreiben der Instruktionsrichterin 

des Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. Juli 2025 an die Vorinstanz 

 - 8 - 

 

 

zur Kenntnisnahme zugestellt. Darin wurde unter anderem festgehalten, 

dass der Beklagte die Rechtsmittelbelehrung "offenkundig falsch" 

verstanden habe. Auch wurde das Vorgehen betreffend das Verlangen der 

Begründung innert 10 Tagen erneut dargelegt. 

  

Es ist zwar nicht nachvollziehbar, weshalb der begründete Entscheid vom 

20. Juni 2025 weder ein Dispositiv noch eine Rechtsmittelbelehrung 

enthält. Der Überschrift des begründeten Entscheids ist jedoch zu 

entnehmen, dass es sich um eine "Begründung zum Entscheid vom 

20. Juni 2025" handelt. Dem Beklagten musste folglich bewusst sein, dass 

es sich um diejenige Begründung des Entscheids handelt, welche er mit 

Eingabe vom 30. Juni 2025 (sinngemäss) verlangt hatte, zumal seine 

Eingabe vom 30. Juni 2025 mit Schreiben der Instruktionsrichterin des 

Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. Juli 2025 durch das Obergericht 

als Antrag auf Begründung zuständigkeitshalber an die Vorinstanz 

weitergeleitet wurde und darin das korrekte Vorgehen nochmals dargelegt 

wurde. Gerade auch aufgrund dieses Schreibens der Instruktionsrichterin 

des Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. Juli 2025 und der 

Bezeichnung des begründeten Entscheids, wonach es sich um die 

"Begründung zum Entscheid vom 20. Juni 2025" handelt, hätte es am 

Beklagten gelegen und wäre es ihm ohne weiteres zumutbar gewesen, die 

Rechtsmittelbelehrung auf dem Dispositiv-Entscheid vom 20. Juni 2025 

nochmals zu konsultieren. Keinesfalls durfte er einfach zuwarten und davon 

ausgehen, dass gar keine Rechtsmittelfrist lief (vgl. E. 2.4.1.2. hiervor). 

Nachdem der Entscheid im Dispositiv vom 20. Juni 2025 die 

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde enthalten hat und der Beklagte 

damit die Frist für die Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid 

hätte kennen müssen, er zudem mit Schreiben der Instruktionsrichterin des 

Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. Juli 2025 darauf hingewiesen 

wurde, dass er die Rechtsmittelbelehrung zunächst falsch verstanden hat, 

kann der Beklagte vorliegend aus der fehlenden Rechtsmittelbelehrung auf 

dem begründeten Entscheid vom 20. Juni 2025 nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Insbesondere kann nach dem Dargelegten nicht gesagt werden, 

den Beklagten treffe lediglich ein leichtes Verschulden.  

 

Dieser Schluss rechtfertigt sich auch vor dem Hintergrund, dass der 

Beklagte über Prozesserfahrung und/oder Rechtskenntnisse zu verfügen 

scheint. So machte er bereits in seiner "Beschwerde" vom 30. Juni 2025 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend und führte aus, dass er 

aufgrund Krankheit "objektiv an der Wahrnehmung meiner 

Verfahrensrechte gehindert" worden sei. In seiner Beschwerde an das 

Obergericht des Kantons Aargau vom 1. Oktober 2025 beantragt er zudem 

die Gewährung der aufschiebenden Wirkung und die Wiederherstellung der 

Beschwerdefrist, wobei er auf die korrekte Gesetzesbestimmung verweist. 

Im Weiteren hat der Beklagte "fristwahrend" Beschwerde gegen die 

Vollstreckbarkeitsbescheinigung erhoben, obschon diese keine 

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Rechtsmittelbelehrung enthalten hat. Ungeachtet der Zulässigkeit des 

Rechtsmittels hat der Beklagte damit gezeigt, dass er durchaus in der Lage 

ist, auch ohne Rechtsmittelbelehrung innert Frist entsprechend zu 

reagieren. 

 

2.5. 

Nach dem Erwogenen ist das Gesuch um Wiederherstellung der 

Beschwerdefrist gegen den Entscheid des Friedensrichters des 

Friedensrichteramts Kreis V des Kantons Aargau vom 20. Juni 2025 infolge 

des Vorliegens von grobem Verschulden seitens des Beklagten 

abzuweisen. Damit erübrigt es sich auch, auf die mit den Eingaben vom 

30. Juni 2025 und 1. Oktober 2025 gemachten Einwände in der Sache 

selbst (Gehörsverletzung wegen krankheitsbedingter Verhinderung an der 

Teilnahme der Schlichtungsverhandlung; "materielle" Bestreitung der 

Forderung) weiter einzugehen. Ebenso wenig sind die mit Eingabe vom 

10. Oktober 2025 gestellten Beweisanträge zu behandeln, womit auch 

offenbleiben kann, ob diese rechtzeitig gestellt worden sind. 

 

3. 

Ausgangsgemäss hat der Beklagte die (reduzierte) Entscheidgebühr für 

das Beschwerdeverfahren zu tragen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Das 

Wiederherstellungsverfahren wurde vom säumigen Beklagten verursacht, 

weshalb er die obergerichtliche Entscheidgebühr zu bezahlen und seine 

Parteikosten selber zu tragen hat (Art. 108 ZPO; GOZZI, a.a.O., N. 9 zu 

Art. 149 ZPO).  

 

Der Klägerin ist weder im Beschwerdeverfahren noch im 

Wiederherstellungsverfahren ein entschädigungspflichtiger Aufwand 

entstanden, weshalb ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Auf die Beschwerde des Beklagten gegen die 

Vollstreckbarkeitsbescheinigung vom 15. September 2025 wird nicht 

eingetreten. 

 

2. 

Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist gegen den 

Entscheid des Friedensrichters des Friedensrichteramts Kreis V vom 

20. Juni 2025 wird abgewiesen. 

  

 - 10 - 

 

 

3. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr für das Beschwerde- und das 

Wiederherstellungsverfahren von insgesamt Fr. 700.00 wird dem 

Beklagten auferlegt. 

 

4. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der 

Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen 

übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- 

und Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben 

werden, soweit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 

1, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

 - 11 - 

 

 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch 

Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift 

einzureichen (Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 3. Dezember 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 4. Kammer 

Der Präsident:     Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Richli      Gasser