# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef753624-b137-5b08-884d-96475fdbd6a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2009 E-4896/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4896-2009_2009-10-09.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4896/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, 
Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
1. Juli 2009 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4896/2009

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer den Heimat-
staat am 10. Oktober 2008 und gelangte am 17. Oktober 2008 in die 
Schweiz, wo er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Am 21. Okto-
ber 2008 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen 
erstmals befragt. Das BFM hörte ihn am 30. Oktober und am 4. No-
vember 2008 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte der Be-
schwerdeführer  geltend,  er  sei  tamilischer  Ethnie  und  stamme  aus 
B._______, Nordprovinz Jaffna. Er habe einerseits als Chauffeur, an-
dererseits als Geschäftsführer einer Videothek gearbeitet. Zur Zeit des 
Waffenstillstandes  im  Jahre  2002  habe  er  seinen  Verwandten 
C._______, der sich von den „Liberation Tigers of Tamil Eelan“ (LTTE) 
getrennt  habe,  als  Schaffner  angestellt.  Gleichzeitig  habe  ihn 
C._______ auch in seinem Geschäft vertreten. Als im Jahre 2006 der 
Krieg  in  Jaffna  erneut  ausgebrochen  sei,  sei  sein  Verwandter  im 
August  2006  plötzlich  verschwunden.  Im  September  2006  habe  die 
srilankische Armee bei ihm vorgesprochen und sich nach C._______ 
erkundigt.  Dabei  hätten  die  Militärs  seine  Identitätskarte 
beschlagnahmt und ihn aufgefordert,  sich in der Kaserne zu melden. 
Dort  sei  er intensiv über seinen Verwandten befragt  und schliesslich 
beschuldigt  worden,  die  LTTE  unterstützt  zu  haben.  Er  habe  seine 
Identitätskarte  nicht  zurückerhalten;  vielmehr  sei  er  verpflichtet 
worden,  sich  regelmässig  zu  melden.  Seine  Freundin  habe  diesen 
Vorfall der Polizei und dem Dorfvorsteher gemeldet. Ende des Jahres 
2006  habe  ihm  die  Armee  mitgeteilt,  dass  seine  Identitätskarte 
verloren gegangen sei und er sich beim Dorfvorsteher melden könne, 
um einen neuen Ausweis zu erhalten. Am 31. Januar 2008 sei in der 
Nähe seines Hauses eine von den LTTE versteckte Mine explodiert. 
Ein  Nachbar,  mit  welchem  er  in  der  Vergangenheit  diverse  Ausein-
andersetzungen gehabt habe, habe der Armee mitgeteilt,  C._______ 
habe die Bombe versteckt. In der Folge habe die Armee die gesamte 
Dorfbevölkerung zusammengerufen und ihn – den Beschwerdeführer – 
mitnehmen  wollen,  was  die  Bevölkerung,  seine  Familie  und  seine 
Freundin  indes  hätten  verhindern  können.  Am folgenden  Tag hätten 
vier  vermummte  Militärpersonen  ihn  bei  seiner  Freundin  gesucht. 
Während  seine  Freundin  ihn  am  Telefon  über  das  Vorsprechen  der 
Militärs orientiert habe, sei sie erschossen worden. Er habe sich daher 
umgehend zu seiner Tante begeben. Seine Eltern hätten sich zu einem 
Nachbar begeben, welcher ihm – dem Beschwerdeführer – sehr ähn-

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lich sehe. Die Armee habe diesen Nachbar mit ihm verwechselt  und 
erschossen.  Nach  der  Beerdigung  des  Nachbars  habe  sich 
herumgesprochen, dass die Armee den Falschen getötet habe. Zudem 
seien  seine  Eltern  von  der  Armee  befragt  worden  und  hätten  sich 
täglich bei  dieser  melden müssen. Deshalb und weil  ihn die Familie 
seiner Freundin für  deren Tod verantwortlich gemacht habe, habe er 
sich  nach  Jaffna-City  begeben. Im  September  2008  sei  er  mit  dem 
Ausweis eines ihm ähnlich sehenden Cousins nach Colombo geflogen. 
Dort  habe  er  bei  einer  Tante  bleiben  wollen. Diese  habe  ihm indes 
mitgeteilt,  dass  es  aufgrund  der  strengen  Kontrollen  unmöglich  sei, 
sich  ohne  Anmeldung  in  Colombo  aufzuhalten.  Die  Tante  habe 
schliesslich einen Agenten organisiert,  so dass er Sri  Lanka am 10. 
Oktober 2008 auf dem Luftweg habe verlassen können.

B.
Mit  Verfügung  vom  1.  Juli  2009  stellte  das  BFM  fest,  der  Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 31. Juli  2009 beantragte der Beschwerdeführer 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  er-
suchte um Fristansetzung zur Begründung der Eingabe.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 10. August 2009 setzte der Instruktions-
richter dem Beschwerdeführer Frist zur Beschwerdeverbesserung so-
wie zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.--.

E.
Innert  der angesetzten Frist  reichte der Beschwerdeführer durch sei-
nen  neu  mandatierten  Rechtsvertreter  die  Beschwerdeverbesserung 
ein. Darin beantragte er, die Ziffern 4 und 5 der Verfügung des BFM 
seien aufzuheben und die Sache sei zur ergänzenden Sachverhalts-
feststellung und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Ebenfalls  innert  der  angesetzten Frist  leistete  der  Beschwerdeführer 
am 24. August 2009 den einverlangten Kostenvorschuss.

F.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 4. September 2009 
die Abweisung der Beschwerde. Am 10. September 2009 stellte der In-

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struktionsrichter  dem  Beschwerdeführer  die  Vernehmlassung  zur 
Kenntnisnahme ohne Replikrecht zu.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in die-
sem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung und ist  daher  zur  Einreichung der  Beschwerde legitimiert. 
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzu-
treten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 
48 Abs. 1 und Art 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die vorliegende Beschwerde richtet sich allein gegen den Vollzug der 
Wegweisung. Die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 
(Ablehnung des Asylgesuchs) und 3 (verfügte Wegweisung) des Dis-
positivs der Verfügung des BFM vom 1. Juli 2009 sind demnach man-
gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen.

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4.
4.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

4.3 Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Vor-
liegend ist die angefochtene Verfügung betreffend die Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl mangels Anfech-
tung in Rechtskraft erwachsen. Dennoch macht der Beschwerdeführer 
in  der  Rechtsmitteleingabe geltend,  das BFM habe den Sachverhalt 
bezüglich  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  unzureichend 
festgestellt.  Namentlich  habe  es  nicht  berücksichtigt,  dass  der  Be-
schwerdeführer  während rund vier  Jahren zahlreiche Fahrten für  die 
LTTE ausgeführt und auch ein Kurztraining bei den LTTE abgeschlos-

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sen habe. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer 
von sich aus keine Transporte für die LTTE durchgeführt hat, sondern 
angeblich lediglich im Auftrag  des  Verkehrsvereins  bei  Anlässen der 
LTTE tätig  war.  Zudem  fügte  er  in  diesem  Zusammenhang  an,  die 
LTTE sei in seiner Region wenig aktiv (vgl. A11, S. 5, F 12). Sodann 
hat  der  Beschwerdeführer  an  keiner  Stelle  im  Rahmen  der 
Befragungen  geltend  gemacht,  an  einem  Training  der  LTTE 
teilgenommen zu haben. Vielmehr hat er zu Protokoll  gegeben, dass 
er  sich  für  die  LTTE nicht  interessiere  und  sie  auch  nie  unterstützt 
habe  (vgl.  A11,  S.  6,  F  18).  Damit  liegt  offensichtlich  keine 
unzureichende  Sachverhaltsfeststellung  vor.  Es  besteht  daher  keine 
Veranlassung,  die  Akten  zum  neuen  Entscheid  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,  weshalb  der  entsprechende  Antrag  abzweisen  ist. 
Somit  findet  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine  Anwendung.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Sri 
Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR   [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 
2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127, mit weiteren Hinwei-
sen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als 
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

4.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 

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Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

4.5
4.5.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  führte  das  BFM  aus,  im  Mai 
2009  sei  der  Krieg  zwischen  der  srilankischen  Regierung  und  den 
LTTE zu Ende gegangen. Damit  befinde sich das Land wieder unter 
Regierungskontrolle. Der dem Bürgerkrieg zugrunde liegende Konflikt, 
wie die Frage der regionalen Autonomie für die tamilische Minderheit 
im  Norden  und  Osten  des  Landes,  bleibe  vorerst  ungelöst.  Zudem 
habe  sich  die  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  namentlich  im 
Norden aber auch im Osten des Landes nicht massgeblich verändert. 
Unter diesen Umständen erscheine der Vollzug der Wegweisung des 
Beschwerdeführers in den Norden Sri Lankas nicht zumutbar. Gestützt 
auf die mit der Staatsangehörigkeit verbundene Niederlassungsfreiheit 
des Beschwerdeführers könne er jedoch in einem anderen Teil seines 
Heimatlandes  –  beispielsweise  im  Grossraum  Colombo  –  Wohnsitz 
nehmen. Zwar gebe es auch im Südwesten Sri Lankas und insbeson-
dere  im  Grossraum Colombo  sehr  strenge  Sicherheitskontrollen.  Es 
sei  aber  davon auszugehen,  dass  sich  in  dieser  Region die  Sicher-
heitslage mit Beendigung des Krieges stabilisieren und allmählich ver-
bessern werde. Insgesamt bestehe im Süden und Westen des Landes 
keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem würden auch keine indivi-
duellen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  einer  Wohnsitznahme  in 
Colombo sprechen. Namentlich würden dort  mehrere Verwandte und 
insbesondere eine Tante leben,  die dem Beschwerdeführer auch bei 
der Ausreise geholfen habe. Schliesslich sei der Beschwerdeführer ein 
junger gesunder Mann und habe Arbeitserfahrungen als Chauffeur und 
Verkäufer. Insgesamt sei der Vollzug der Wegweisung zumutbar.

4.5.2 Dieser vorinstanzliche Schluss wird in der Rechtsmitteleingabe 
bestritten und es wird ausgeführt, aus dem kurzfristigen Aufenthalt in 
Colombo bei einer entfernten Verwandten könne nicht auf eine zumut-
bare  dortige  Wohnsitznahme  geschlossen  werden.  Die  Kernfamilie 
lebe  im  Norden  und  in  Colombo  habe  der  Beschwerdeführer  keine 
weiteren Verwandten.

4.5.3 Im  Grundsatzurteil  BVGE  2008/2  hat  sich  das  Bundesverwal-
tungsgericht zur Lage in Sri Lanka, namentlich zur Frage der Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asylsuchender geäu-

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ssert. Dabei hat es festgestellt, dass die Rückkehr abgewiesener Asyl-
gesuchsteller aus Sri Lanka in die  Nordprovinz (die Distrikte Kilinoch-
chi, Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) und die Ostprovinz (Dist-
rikte  Trincomalee,  Batticaloa  und  Ampara)  angesichts  der  dort  herr-
schenden allgemeinen Lage unzumutbar sei. Sodann setze für aus der 
Nord- oder Ostprovinz stamenden srilankischen Asylsuchenden tamili-
scher Ethnie  die Anerkennung einer innerstaatlichen Aufenthaltsalter-
native im Süden des Landes, namentlich im Grossraum Colombo, das 
Vorliegen besonders begünstigender Faktoren, wie die Existenz eines 
tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie die Aus-
sicht auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation vor.

4.5.4 Die tamilische Ethnie des Beschwerdeführers sowie seine Her-
kunft aus der Provinz Jaffna wird weder vom BFM noch vom Bundes-
verwaltungsgericht  bestritten.  Dementsprechend  ist  ein  Vollzug  der 
Wegweisung in  das  Herkunftsgebiet  des  Beschwerdeführers (Jaffna) 
nicht zumutbar. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist indes 
von der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in den Grossraum 
Colombo auszugehen. Gemäss den eigenen Angaben des Beschwer-
deführers leben „viele Bekannte und Verwandte“ in Colombo (vgl. A13, 
S. 6). Auch wenn der Beschwerdeführer gemäss seinen weiteren An-
gaben angeblich keinen grossen Kontakt zu diesen Personen hatte, so 
kann dennoch davon ausgegangen werden, dass er diese Beziehun-
gen wieder aufleben lassen kann, dies um so mehr, als er sich im jetzi-
gen Zeitpunkt noch weniger als ein Jahr ausserhalb der Heimat auf-
hält. Zudem hat sich der Beschwerdeführer vor der Ausreise bei einer 
Tante in Colombo  aufgehalten, die ihm bei der Organisation der Aus-
reise  behilflich  war.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  davon  auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer im Grossraum Colombo über ein soziales 
Beziehungsnetz verfügt und insbesondere in einer Anfangsphase auf 
die Unterstützung von Verwandten und Bekannten zurückgreifen kann. 
Im Weiteren hat der Beschwerdeführer mehrere Jahre das Gymnasium 
besucht  und  verfügt  über  Berufserfahrungen  als  Chauffeur  und  Ge-
schäftsführer einer Videothek, weshalb es ihm zuzumuten ist, sich um 
eine  Anstellung  zu  bemühen. In  Anbetracht  dieser  Umstände  ist  es 
dem – soweit den Akten zu entnehmen – gesunden Beschwerdeführer 
zuzumuten, in den Grossraum Colombo zurückzukehren und sich dort 
niederzulassen. Damit erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 
als zumutbar. 

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4.6  Es obliegt  dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Ver-
tretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-
dokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung auch als  möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

5.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
mit dem am 24. August 2009 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu verrechnen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses  Urteil  geht  an:  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers, 
das BFM, das D._______.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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Zustellung an  :

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in 

Kopie)
- das D._______ (in Kopie)

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