# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2ba4424-492d-5c74-9166-48af4cfd3f14
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2023 A-4141/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4141-2023_2023-08-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4141/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richter Jürg Steiger, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 Ehemalige MWST-Gruppe A._______ Holding, bestehend 

aus 

1. Einzelunternehmung B._______, 

(…), 

2. A._______ Holding, 

(…), 

3. C._______ Ltd., 

(…), 

4. D._______ AG, (…), 

alle vertreten durch 

Béatrice Blum, Rechtsanwältin, 

(…), 

Beschwerdeführerinnen,  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, 

Vorinstanz,  
 

 
 

Gegenstand 
 Neuverlegung der Verfahrenskosten und  

Parteientschädigung. 

A-4141/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) mit Einspracheent-

scheid vom 10. September 2020 unter anderem die Einsprache der ehe-

maligen MWST-Gruppe A._______ Holding, bestehend aus der Einzelun-

ternehmung B._______, der C._______ Ltd., der A._______ Holding und 

der D._______ AG (nachfolgend gemeinsam: Beschwerdeführerinnen) 

teilweise guthiess und die Steuernachforderung für die Steuerperioden 

1. Quartal 2005 bis 4. Quartal 2009 um Fr. 10'000.-- auf Fr. 1'149'841.-- 

nebst Verzugszins herabgesetzt hat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A-5088/2020 vom 21. No-

vember 2022 die dagegen gerichtete Beschwerde der Beschwerdeführe-

rinnen insoweit teilweise guthiess, als es feststellte, für die Steuerperioden 

vom 1. Quartal 2005 bis und mit dem 4. Quartal 2006 sei die absolute Ver-

jährung eingetreten und die Sache lediglich zur allfälligen Neuberechnung 

des mittleren Verfalls an die ESTV zurückwies; dass es die Beschwerde im 

Übrigen jedoch abwies und den Beschwerdeführerinnen die Verfahrens-

kosten in Höhe von Fr. 5'500.-- auferlegte und ihnen eine reduzierte Par-

teientschädigung in Höhe von Fr. 6'750.-- zusprach, 

dass die Beschwerdeführerinnen das genannte Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts am 16. Januar 2023 mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten beim Bundesgericht angefochten haben, 

dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_32/2023 vom 12. Juli 2023 die Be-

schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten teilweise gutgeheissen 

und das angefochtene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf 

die Steuerforderung betreffend das Kalenderjahr 2007 infolge zwischen-

zeitlich eingetretener Verjährung aufgehoben hat, 

dass das Bundesgericht im Übrigen jedoch auf die Beschwerde nicht ein-

getreten ist, 

dass das Bundesgericht die Sache zum neuen Entscheid über die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen im bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren 

an das Bundesverwaltungsgericht zurückwies, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die Verfahrenskosten den Parteien in 

der Regel gemäss ihrem Obsiegen und Unterliegen auferlegt (vgl. Art. 63 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-

tungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und der ganz oder teilweise obsie-

genden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung 

A-4141/2023 

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für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zu-

spricht (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; ANDRÉ MOSER ET AL., Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 4.65), 

dass vorliegend das Bundesgericht auf die Beschwerde, was die Kalender-

jahre 2005 und 2006 betraf, mangels Legitimation (den Beschwerdeführe-

rinnen konnte kein ausreichendes schutzwürdiges Interesse an der Aufhe-

bung oder Änderung des Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts zu-

gebilligt werden) nicht eingetreten ist und diesbezüglich den Entscheid des 

Bundesverwaltungsgerichts materiell bestätigt hat; dass die Beschwerde-

führerinnen insofern (nach wie vor infolge Eintritt der absoluten Verjährung) 

als obsiegend zu betrachten sind; dass sie keine anteilsmässigen Verfah-

renskosten zu tragen haben (vgl. Art. 63 Abs. 3 VwVG) und ihnen eine an-

teilsmässige Parteientschädigung auszurichten ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]), 

dass das Bundesgericht des Weiteren die Verjährung der Steuerforderung 

der ESTV für das Kalenderjahr 2007 festgestellt hat; dass es insofern die 

Beschwerde gutgeheissen und den Entscheid des Bundesverwaltungsge-

richts aufgehoben hat; dass es im Übrigen auch bezüglich des Kalender-

jahres 2007 feststellte, dass kein Argument dargetan sei, das es als ange-

bracht erscheinen lasse, Bestand und Höhe der verjährten Forderung ne-

gativ festzustellen und dass es auch insoweit nicht auf die Beschwerde 

eingetreten ist, 

dass demnach zu prüfen ist, ob die teilweise Gutheissung der Beschwerde 

durch das Bundesgericht (bezüglich des Kalenderjahres 2007) eine Ände-

rung der durch das Bundesverwaltungsgericht vorgenommenen Kosten-

verlegung im seinerzeitigen Beschwerdeverfahren (A-5088/2020) nach 

sich zieht, 

dass das Bundesgericht in einer direktsteuerlichen Angelegenheit, bei der 

die Verjährung durch das Bundesgericht verschuldet worden war, in Bezug 

auf die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens erwog, dass die Veranla-

gungsverjährung vor der kantonalen Rekurskommission noch nicht einge-

treten war; dass es in der Folge eine summarische Prüfung der Be-

schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vornahm und zum 

Schluss kam, bei materieller Beurteilung der streitigen Punkte hätte die Be-

schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht 

nicht gutgeheissen werden können, weshalb es die vorinstanzlichen 

A-4141/2023 

Seite 4 

Kosten dem Beschwerdeführer auferlegte (Urteil des BGer 2C_137/2011 

vom 30. April 2012 E. 5 [nicht publiziert in BGE 138 II 169]; vgl. auch Urteil 

des BVGer A-1052/2019 vom 27. März 2019), 

dass vorliegend die absolute Verjährung der Steuerforderung der ESTV für 

das Kalenderjahr 2007 (erst) am 1. Januar 2023 und somit nach Ergehen 

des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. November 2022 ein-

getreten ist; dass die Steuerforderung der ESTV für das Kalenderjahr 2007 

im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht folglich noch nicht verjährt 

war; dass die absolute Verjährung vor Bundesgericht eintrat; dass sich das 

Bundesgericht im Urteil 9C_32/2023 vom 12. Juli 2023 nicht zur bundes-

verwaltungsgerichtlichen Kostenverlegung geäussert, sondern die Sache 

diesbezüglich an das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen hat; dass 

sich dem bundesgerichtlichen Urteil nicht entnehmen lässt, ob das Bun-

desgericht die Steuerforderung der ESTV für das Kalenderjahr 2007 (vor 

Eintritt der Verjährung) für materiell begründet hielt, 

dass es dem Bundesverwaltungsgericht bei dieser Ausgangslage nicht zu-

steht, die materielle Begründetheit der Beschwerde ans Bundesgericht und 

damit die Rechtsbeständigkeit des eigenen Entscheids aus Sicht des Bun-

desgerichts summarisch zu prüfen; dass daher eine Abschätzung des mut-

masslichen Verfahrensausgangs (ohne Eintritt der Verjährung) und folglich 

eine Kostenverlegung nach dem mutmasslichen Unterliegen bzw. Obsie-

gen nicht angebracht ist, 

dass ferner keine Gründe – namentlich Verletzung von Verfahrenspflichten 

oder eine andere anzulastende Verursachung von Kosten – ersichtlich 

sind, welche eine Kostenauflage an die Parteien rechtfertigen könnten, 

dass es daher sachgerecht erscheint, (auch) den Verfahrenskostenanteil, 

der auf die Beurteilung des Kalenderjahres 2007 (Gutheissung durch das 

Bundesgericht aufgrund daselbst eingetretener absoluter Verjährung) ent-

fällt, auf die Bundesverwaltungsgerichtskasse zu nehmen; dass den Be-

schwerdeführerinnen auch diesbezüglich eine anteilsmässige Parteient-

schädigung auszurichten ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 

VGKE), 

dass die Beschwerdeführerinnen zu den Abrechnungsperioden vom 

1. Quartal 2008 bis und mit dem 4. Quartal 2009 im bundesgerichtlichen 

Verfahren keine Anträge gestellt haben; dass der Entscheid des Bundes-

verwaltungsgerichts damit hinsichtlich der Jahre 2008 und 2009 in Teil-

rechtskraft erwachsen ist; dass die Steuer(nach)forderung in Bezug auf 

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Seite 5 

diese beiden Jahre jedoch lediglich 2 % ausmacht; dass dies ein vernach-

lässigbarer Prozentsatz darstellt; dass die Beschwerdeführerinnen folglich 

im bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren als zu 100 % obsiegend zu 

gelten haben, 

dass der unterliegenden Vorinstanz keine Kosten aufzuerlegen sind 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG), weshalb die im Verfahren A-5088/2020 auf insge-

samt Fr. 10'000.-- festgesetzten Verfahrenskosten ausgangsgemäss auf 

die Bundesverwaltungsgerichtskasse zu nehmen sind; dass der von den 

Beschwerdeführerinnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 10'000.-- diesen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Kostenentscheids 

vollumfänglich zurückzuerstatten ist, 

dass einer obsiegenden Partei – wie gezeigt – von Amtes wegen oder auf 

Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhält-

nismässig hohe Kosten zuzusprechen ist, 

dass die Vertreterin der Beschwerdeführerinnen im Verfahren A-5088/2020 

keine Kostennote eingereicht hat, weshalb die Parteientschädigung auf-

grund der Akten festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE); dass die Entschä-

digung für die Parteientschädigung nicht jeden erdenklichen, sondern nur 

den notwendigen Aufwand zu ersetzen hat (vgl. Urteile des BVGer 

A-2495/2020 vom 18. November 2020 E. 4.3.1, A-3121/2017 vom 1. Sep-

tember 2017 E. 5.3 und A-6903/2015 vom 25. April 2016 E. 10); dass die 

Parteientschädigung vorliegend praxisgemäss auf Fr. 15'000.-- festzuset-

zen ist, 

dass auf die Auferlegung der zuzusprechenden Parteientschädigung an 

die ESTV verzichtet wird, da die Gutheissung der Beschwerde auf den Ver-

jährungseintritt während der Verfahrenshängigkeit vor Bundesverwal-

tungsgericht und vor Bundesgericht zurückzuführen ist; dass somit die den 

Beschwerdeführerinnen zuzusprechende Parteientschädigung auf die 

Bundesverwaltungsgerichtskasse zu nehmen ist (vgl. Urteil des BGer 

2C_263/2020 vom 10. Dezember 2021 E. 7 [nicht publiziert in BGE 148 II 

233]), 

dass für den vorliegenden Kostenentscheid weder Kosten aufzuerlegen 

sind noch eine Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 6 Bst. b 

VGKE und Art. 7 Abs. 3 VGKE; Urteile des BVGer A-587/2023 vom 7. Feb-

ruar 2023 und A-6105/2020 vom 16. Dezember 2020, je mit weiterem Hin-

weis). 

  

A-4141/2023 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Kosten des Verfahrens A-5088/2020 von insgesamt Fr. 10'000.-- wer-

den auf die Bundesverwaltungsgerichtskasse genommen. Der von den Be-

schwerdeführerinnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 10'000.-- wird den Beschwerdeführerinnen nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Kostenentscheids vollumfänglich zurückerstattet. 

2.  

Die den Beschwerdeführerinnen im Verfahren A-5088/2020 zuzuspre-

chende Parteientschädigung in Höhe Fr. 15'000.-- wird auf die Bundesver-

waltungsgerichtskasse genommen. 

3.  

Für den vorliegenden Kostenentscheid werden keine Kosten erhoben und 

keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Strässle 

  

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Seite 7 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

  

A-4141/2023 

Seite 8 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)