# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc06d36c-cfba-5226-ac31-0e3ec69e1dd7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.12.2023 200 2023 585
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-585_2023-12-18.pdf

## Full Text

200 23 585 AHV
SCP/PES/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________ AG, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Renten und Taggelder, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 10. Juli 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, AHV/23/585, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist Vater 
von drei Kindern (1996, 1998 und 2001 geboren). Am TT. April 2022 ver-
starb seine Ehefrau. Im April 2023 meldete er sich bei der Ausgleichskasse 
des Kantons Bern (nachfolgend AKB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Be-
zug einer Hinterlassenenrente an (Akten der AKB, Antwortbeilage [AB] 3). 
Mit Verfügung vom 16. Mai 2023 (AB 4) wies die AKB das Gesuch ab, was 
sie auf Einsprache hin (AB 5) mit Entscheid vom 10. Juli 2023 (AB 6) 
bestätigte.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________ AG, Rechts-
anwalt C.________, am 17. August 2023 Beschwerde mit den Rechtsbe-
gehren, der angefochtene Einspracheentscheid vom 10. Juli 2023 sei auf-
zuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 11. Oktober 2022 eine unbefristete 
Witwerrente auszurichten. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2023 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, AHV/23/585, Seite 3

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 84 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 10. Juli 2023 (AB 6). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine Witwerrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente haben Witwen oder 
Witwer, sofern sie im Zeitpunkt der Verwitwung Kinder haben (Art. 23 
Abs. 1 AHVG). Witwen haben überdies Anspruch auf eine Witwenrente, 
wenn sie im Zeitpunkt der Verwitwung keine Kinder oder Pflegekinder im 
Sinne von Artikel 23, jedoch das 45. Altersjahr vollendet haben und min-
destens fünf Jahre verheiratet gewesen sind (Art. 24 Abs. 1 Satz 1 AHVG). 
Der Anspruch auf die Witwen- oder Witwerrente entsteht am ersten Tag 
des dem Tod des Ehemannes oder der Ehefrau folgenden Monats (Art. 23 

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Abs. 3 erster Teilsatz AHVG). Der Anspruch erlischt: a. mit der Wiederver-
heiratung; b. mit dem Tod der Witwe oder des Witwers (Art. 23 Abs. 4 
AHVG).

2.2 Zusätzlich zu den in Artikel 23 Absatz 4 aufgezählten Beendi-
gungsgründen erlischt der Anspruch auf die Witwerrente, wenn das letzte 
Kind des Witwers das 18. Altersjahr vollendet hat (Art. 24 Abs. 2 AHVG).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch des Beschwer-
deführers auf eine Witwerrente mit der Begründung, gemäss Randziffer 
3401 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) herausgegebe-
nen Wegleitung über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (RWL) bestehe bei Witwern mit volljähri-
gen Kindern nur Anspruch auf eine Rente gestützt auf den Entscheid der 
Grossen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
(EGMR) vom 11. Oktober 2022, 78630/12, in Sachen Beeler c. Schweiz 
(nachfolgend EGMR 78630/12), wenn die Verwitwung nach dem 11. Okto-
ber 2022 eingetreten sei. Wenn die Anmeldung für eine Witwerrente nach 
dem 11. Oktober 2022 für eine vor diesem Zeitpunkt eingetretene Verwit-
wung eingehe, bestehe ein unbefristeter Anspruch, sofern am 11. Oktober 
2022 der Witwer mindestens ein minderjähriges Kind habe (AB 4). Der Be-
schwerdeführer macht demgegenüber geltend, mangels Vorliegens objekti-
ver und vernünftiger Rechtfertigungsgründe für eine Ungleichbehandlung 
von Witwern und Witwen mit Kindern, seien diese gemäss EGMR 78630/12 
gleich zu behandeln. Daraus folge, dass ihm spätestens ab 11. Oktober 
2022 eine unbefristete Witwerrente zu gewähren sei (vgl. AB 5 sowie Be-
schwerde S. 4 ff.).

3.2 Nach ständiger Rechtsprechung ist der Grundsatz der rechtsglei-
chen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung 
[BV; SR 101]) verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tat-
sache rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die ein vernünfti-
ger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder 
wenn Unterscheidungen unterlassen werden, welche sich aufgrund der 

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Verhältnisse aufdrängen. Die Rechtsgleichheit ist insbesondere verletzt, 
wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Unglei-
ches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Die 
Frage, ob für eine rechtliche Unterscheidung ein vernünftiger Grund in den 
zu regelnden Verhältnissen ersichtlich ist, kann zu verschiedenen Zeiten 
unterschiedlich beantwortet werden, je nach den herrschenden Anschau-
ungen und Verhältnissen. Dem Gesetzgeber bleibt im Rahmen dieser 
Grundsätze und des Willkürverbots ein weiter Spielraum der Gestaltung 
(BGE 147 V 312 E. 6.3.2 S. 319, 143 V 139 E. 6.2.3 S. 145).

Nach Art. 8 Abs. 3 BV sind Mann und Frau gleichberechtigt. Das Gesetz 
sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Fami-
lie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen 
Lohn für gleichwertige Arbeit. Nach der Rechtsprechung ist es dem kanto-
nalen und dem eidgenössischen Gesetzgeber grundsätzlich verwehrt, 
Normen zu erlassen, welche Mann und Frau ungleich behandeln; die er-
wähnte Verfassungsbestimmung schliesst die Geschlechtszugehörigkeit 
als taugliches Kriterium für rechtliche Differenzierungen aus. Eine unter-
schiedliche Behandlung von Mann und Frau ist nur noch zulässig, wenn auf 
dem Geschlecht beruhende biologische oder funktionale Unterschiede eine 
Gleichbehandlung absolut ausschliessen (BGE 134 V 131 E. 7.1 S. 136, 
129 I 265 E. 3.2 S. 269).

3.3 Gemäss Art. 190 BV sind Bundesgesetze und Völkerrecht für das 
Bundesgericht und die anderen rechtsanwendenden Behörden massge-
bend.

3.4 Der hier im Zentrum des Interesses stehende Art. 24 Abs. 2 AHVG 
trifft bezüglich des Erlöschens des Anspruchs auf eine Hinterlassenenrente 
eine geschlechtsspezifische Unterscheidung, ohne dass sich diese wegen 
biologischer oder funktionaler Verschiedenheiten zwischen Mann und Frau 
aufdrängen würde. Die Bestimmung verstösst damit unbestrittenermassen 
gegen das in Art. 8 Abs. 3 BV normierte Diskriminierungsverbot (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Mai 2012, 9C_617/2011, E. 3.5). 
Allerdings ist diese verfassungswidrige Norm gestützt auf Art. 190 BV an-
zuwenden (vgl. PIERRE TSCHANNEN, Staatsrecht der Schweizerischen Eid-
genossenschaft, 5. Aufl. 2021, S. 199 § 11 N. 501; E. 3.3 hiervor), zumal 

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eine verfassungskonforme Auslegung (vgl. TSCHANNEN, a.a.O., S. 149 § 8 
N. 377, S. 152 f. N. 383) hier ausser Betracht fällt (vgl. etwa SVR 2010 
AHV Nr. 2 S. 3). Art. 190 BV ändert jedoch nichts daran, dass einem völ-
kerrechtswidrigen Bundesgesetz regelmässig die Anwendung zu versagen 
ist (TSCHANNEN, a.a.O., S. 172 ff. § 9 N. 432 ff.; KIENER/KÄLIN/WYTTEN-
BACH, Grundrechte, 3. Aufl. 2018, S. 19 N. 32). Damit ist nachfolgend zu 
prüfen, ob die Verweigerung einer Witwerrente für den Beschwerdeführer 
durch die Beschwerdegegnerin gegen Völkerrecht, mithin gegen Art. 14 
i.V.m. Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101), verstösst.

4.

4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK hat jede Person das Recht auf Ach-
tung ihres Privat‑ und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespon-
denz.

Eine Behörde darf in die Ausübung dieses Rechts nur eingreifen, soweit 
der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesell-
schaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das 
wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur 
Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder 
zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer (Art. 8 Abs. 2 EMRK).

4.2 Der Genuss der in dieser Konvention anerkannten Rechte und 
Freiheiten ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des Geschlechts, 
der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder 
sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehö-
rigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt oder 
eines sonstigen Status zu gewährleisten (Art. 14 EMRK).

4.3 Zwar ist die auf dem ersten Zusatzprotokoll vom 20. März 1952 
EMRK (nachfolgend 1. ZP EMRK) basierende Rechtsprechung des EGMR 
zur diskriminierungsfreien Gewährung von Sozialleistungen mangels Ratifi-
zierung dieses Protokoll für die Schweiz nicht verbindlich (vgl. etwa BGE 
139 I 257 E. 5.3.3 S. 263 f.; BGer 9C_617/2011, E. 3.1), durch die Verwei-

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gerung einer Witwerrente könnte jedoch der sachliche Anwendungsbereich 
von Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) und 
damit folglich auch Art. 14 EMRK (Diskriminierungsverbot) betroffen sein.

4.3.1 Mit EGMR 78630/12 stellte die Grosse Kammer des EGMR fest, 
dass Art. 24 Abs. 2 AHVG Art. 14 i.V.m. Art. 8 EMRK verletzt (vgl. dazu 
auch BASILE CARDINAUX, Das EGMR-Urteil Beeler und seine Folgen, in: 
SZS 2023 S. 115 ff.). Im Entscheid präzisierte der EGMR die relevanten 
Kriterien für die Frage, was in Bezug auf Sozialleistungen unter 
Art. 8 EMRK fällt (EGMR 78630/12, § 66 ff.). Er erwog, damit Art. 14 EMRK 
anwendbar sei, müsse die in Frage stehende Leistung in dem Sinne mit der 
Ausübung der in Art. 8 EMRK garantierten Achtung des Familienlebens 
verknüpft sein, als sie auf die Förderung des Familienlebens abziele und 
sich notwendigerweise auf die Organisation des Familienlebens auswirke. 
Als relevantes Prüfelement stellte er u.a. auf die tatsächlichen Auswirkun-
gen ab, welche die Witwerrente auf den Witwer und sein Familienleben 
während des Rentenbezugs hatte (EGMR 78630/12, § 72). Der EGMR 
berücksichtigte dabei, dass das Alter der gemeinsamen Kinder (ein Jahr 
und neun Monate bzw. vier Jahre) im Todeszeitpunkt der Mutter schwierige 
Entscheidungen des Witwers hinsichtlich der Organisation des Familienle-
bens erforderte und dieser schliesslich seine Erwerbstätigkeit aufgab, um 
sich vollumfänglich seiner Familie zu widmen und die Kinderbetreuung 
bzw. -erziehung zu übernehmen (EGMR 78630/12, § 79).

4.3.2 Der dem Entscheid EGMR 78630/12 zu Grunde liegende Sach-
verhalt lässt sich – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde Rz. 8 S. 5) – nicht mit der hier zu beurteilenden Konstellation 
vergleichen. Unstrittig geht es hier nicht um die Aufhebung einer laufenden 
Witwerrente (EGMR 78630/12, § 12), weshalb nicht die retrospektiven 
Auswirkungen während der (hypothetischen) Rentendauer berücksichtigt 
werden können, sondern die vom Beschwerdeführer nach der Verwitwung 
im April 2022 (vgl. AB 3) in Bezug auf den familiären Kontext getroffenen 
Dispositionen bzw. die prospektiven Folgen hinsichtlich der Organisation 
des Familienlebens massgebend sind. Im Zeitpunkt der Verwitwung waren 
die Kinder des Beschwerdeführers längst volljährig, womit kein Betreuungs- 
bzw. Erziehungsbedarf mehr bestand. Dass sich in dieser Konstellation ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, AHV/23/585, Seite 8

Anspruch auf eine Witwerrente notwendigerweise auf die Organisation des 
Familienlebens niederschlagen würde (vgl. E. 4.3.1 hiervor), ist weder er-
sichtlich noch wird dies geltend gemacht. Damit ist hier – anders als im 
vom Beschwerdeführer referenzierten Entscheid EGMR 78630/12 – der 
Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK und damit folglich auch jener von 
Art. 14 EMRK nicht betroffen (für eine mit dem EGMR-Entscheid vergleich-
bare Konstellation vgl. SVR 2023 AHV Nr. 9 S. 25). Bei dieser Ausgangsla-
ge erübrigen sich Weiterungen zu den für das Verwaltungsgericht unver-
bindlichen Verwaltungsweisungen des BSV in der Mitteilung Nr. 460 vom 
21. Oktober 2022 an die AHV-Ausgleichskassen und die EL-Durchfüh-
rungsstellen (siehe AB 7 S. 16 ff.) bzw. in Rz. 3401 RWL (vgl. E. 3.1 hier-
vor), zumal diese für die vorliegende Konstellation unstrittig ebenfalls kei-
nen Anspruch auf eine Witwerrente postulieren (vgl. Beschwerde S. 6 so-
wie Entscheid des BGer vom 2. August 2023, 9C_248/2023, E. 3.2.3 und 
4.2). 

4.4 Da Art. 24 Abs. 2 AHVG unbesehen der offensichtlichen Verfas-
sungswidrigkeit anzuwenden (vgl. E. 3.4 hiervor) und der sachliche An-
wendungsbereich von Art. 8 EMRK im hier zu beurteilenden konkreten Ein-
zelfall nicht betroffen – die Völkerrechtswidrigkeit demnach nicht gegeben – 
ist (vgl. E. 4.3 hiervor), besteht de lege lata kein Anspruch auf eine Witwer-
rente. Bei allem Verständnis für das davon abweichende Rechtsempfinden 
des Beschwerdeführers ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
10. Juli 2023 (AB 6) unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Rechtslage 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Es ist vielmehr Aufgabe des Gesetzgebers, de lege ferenda bezüglich der 
Diskriminierung Abhilfe zu schaffen; entsprechende Bestrebungen sind 
denn auch im Gange. So gab der Bundesrat am 8. Dezember 2023 einen 
Vorentwurf zur Teilrevision des AHV-Gesetzes betreffend Anpassung der 
Hinterlassenenrenten in die Vernehmlassung. Dieser Vorentwurf enthält 
Massnahmen, welche die Rechtsgleichheit zwischen Witwen und Witwern 
wiederherstellen und das System an die heutigen sozialen Realitäten an-
passen sollen. Die Massnahmen sehen vor, die Hinterlassenenleistungen 
unabhängig vom Zivilstand der Eltern auf die Erziehungszeit auszurichten 
und enthalten Übergangsregelungen, um die Einführung des neuen Sys-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, AHV/23/585, Seite 9

tems zu begleiten (Vernehmlassung 2023/100; abrufbar unter https://fedlex.
data.admin.ch/eli/dl/proj/2023/100/cons_1).

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder der unterliegende 
Beschwerdeführer (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG) noch die obsiegende Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf 
Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG, Rechtsanwalt C.________ z.H. des Beschwerdefüh-

rers
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Renten und Taggelder
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, AHV/23/585, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.