# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2b32799-8738-5df3-91dd-2365b398e154
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.12.2023 SB220621
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220621_2023-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220621-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Oberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Willi

Urteil vom 7. Dezember 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

bis 1. Juni 2023 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

1. B._____, 
2. C._____ AG, 

1 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.  

- 2 -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 21. Juni 2022 
(DG210014)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 18. Februar 2021 

(Urk. 29) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,

 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 

 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 2 StGB,

 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und 

Art. 2 Abs. 1 der Verordnung der Bundesversammlung über Alkohol-

grenzwerte im Strassenverkehr,

 der mehrfachen vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 SVG, Art. 33 

VRV, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 68 Abs. 1bis SSV und Art. 69 Abs. 3 

SSV.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 51 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 

130 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 400.–. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 13 Tagen. 

- 4 -

6. Die Kantonspolizei Zürich wird angewiesen, die gesicherten Daten gemäss 

Bericht vom 17. September 2019 (POLIS-G.-Nr. 75776146; D1 act. 20/4/4) 

nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zu löschen.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der C._____ AG Regress (Privatklägerin 

2) anstelle der Privatklägerin 1 (B._____) Fr. 8'402.15 zu bezahlen. Im Mehr-

betrag (inkl. Zinsbegehren) wird die Forderung auf den Zivilweg verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) 

Fr. 20'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 15. Juni 2019 als Genugtuung zu bezah-

len. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 4'500.00   Gebühr für das Vorverfahren,

Fr. 450.00   Auslagen Polizei.

10. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Bezirksgerichtskasse mit 

Fr. 11'902.25 (Fr. 26'300.– abzüglich der bereits geleisteten Akontozahlung 

von Fr. 14'397.75; inkl. Barauslagen und 7,7% MwSt.) entschädigt. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 26'563.20 (inkl. Bar-

auslagen und 7,7% MwSt.) zu bezahlen.

- 5 -

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung:

(Urk. 108 S. 2 ff.)

1. Es sei A._____ in teilweiser Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 vom 

Vorwurf

- der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

StGB, der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB,

- des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB,

- sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 StGB

freizusprechen;

2. A._____ sei für die verbleibenden Delikte (Fahren in fahrunfähigem 

Zustand sowie mehrfache vorsätzliche Verletzung der Verkehrsregeln) 

schuldig zu sprechen;

3. In Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 sei A._____ mit einer Geldstrafe 

von 130 Tagessätzen à CHF 30.– und einer Busse von CHF 400.– zu 

bestrafen;

4. Es sei Dispositiv-Ziffer 3 ersatzlos aufzuheben;

5. Dispositiv-Ziffern 4, 5, 6, 9, 10 und 14 seien zu belassen;

6. Dispositiv-Ziffern 7, 8 und 13 seien ersatzlos aufzuheben und es seien 

die Zivilforderungen der Privatklägerin (Schadenersatz, Genugtuung 

sowie Prozessentschädigungen) abzuweisen;

7. Es seien in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 11 die Kosten für 

Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren zu 1/6 dem A._____ 

aufzuerlegen;

- 6 -

8. Es sei in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 12 die Nachforderung ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf 1/6 der in Dispositiv-Ziffer 10 zugespro-

chenen Entschädigung der amtlichen Verteidigung zu beschränken;

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen und es sei A._____ im Umfang der Kosten sei-

ner Verteidigung (zzgl. MwSt) zu entschädigen.

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis: 

(Urk. 110 S. 1)

Das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 21. Juni 2022 sei vollumfäng-

lich zu bestätigen. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin 1:

(Urk. 111 S. 2)

1. Die Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen und das vorinstanzli-

che Urteil zu bestätigen.

2. Der Privatklägerin 1 sei für das Berufungsverfahren eine Prozessent-

schädigung in der Höhe von CHF 5'650.80 zuzusprechen.

___________________________

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Das Bezirksgericht Dietikon entschied mit Urteil vom 21. Juni 2022 im Verfah-

ren DG210014. Gegen diesen Entscheid wurde seitens der Verteidigung fristge-

recht Berufung angemeldet. Mit Präsidialverfügung vom 29. Dezember 2022 

(Urk. 76) wurde der Staatsanwaltschaft sowie den Privatklägerinnen unter Hinweis 

- 7 -

auf die Berufungserklärung der Verteidigung Frist zur Erhebung einer Anschluss-

berufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt. Mit Eingaben vom 6. Ja-

nuar 2023 (Staatsanwaltschaft; Urk. 78) bzw. 12. Januar 2023 (Privatklägerin 1; 

Urk. 79) erklärten die Staatsanwaltschaft bzw. die Privatklägerin 1 jeweils ihren Ver-

zicht auf Erhebung einer Anschlussberufung bzw. auf Nichteintreten auf die Beru-

fung, wobei von der Privatklägerin 1 der Beweisantrag gestellt wurde, sie sei im 

Rahmen der Berufungsverhandlung zu befragen. Mit Präsidialverfügung vom 3. Fe-

bruar 2023 (Urk. 81) wurden die Doppel der Eingaben der Staatsanwaltschaft und 

der Privatklägerin 1 jeweils den übrigen Parteien zugestellt. Am 23. März 2023 er-

gingen die Vorladungen zur Berufungsverhandlung auf den 6. Oktober 2023 

(Urk. 83). Mit Präsidialverfügung vom 6. April 2023 (Urk. 84) wurde der Beweisan-

trag der Privatklägerin 1 hinsichtlich ihrer Befragung an der Berufungsverhandlung 

einstweilen abgewiesen. Mit Eingabe vom 25. Mai 2023 (Urk. 86) zeigte Rechtsan-

walt Dr. iur. X2._____ an, dass er die erbetene Verteidigung des Beschuldigten 

übernommen habe. Mit Eingabe vom gleichen Datum (Urk. 88) beantragte der amt-

liche Verteidigter, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, seine Entlassung aus seinem 

Mandat. Mit Präsidialverfügung vom 1. Juni 2023 (Urk. 84) wurde Rechtsanwalt lic. 

iur. X1._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten entlassen. Mit Eingabe 

vom 5. Juni 2023 (Urk. 93) stellte der (erbetene) Verteidiger ein Verschiebungsge-

such hinsichtlich der bereits anberaumten Berufungsverhandlung. In der Folge 

wurde am 6. Juni 2023 neu auf den 4. Oktober 2023 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 94). Mit Beschluss vom 15. Juni 2023 (Urk. 96) wurde Rechtsan-

walt lic. iur. X1._____ für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren mit 

Fr. 5'351.70 entschädigt, wobei die Kostenauflage dem Endentscheid vorbehalten 

wurde.

2. Am 3. Oktober 2023 wurde ein aktueller Strafregisterauszug des Beschuldig-

ten eingeholt (Urk. 106). Gestützt auf den Strafregisterauszug wurde sodann das 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 8. Mai 2023 (DH230029) bei-

gezogen (Urk. 107). 

3. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde den Parteien nach erfolgter Zwi-

schenberatung mitgeteilt, dass für eine allfällige Zusatzstrafenbildung die Akten des 

- 8 -

Verfahrens DH230029 beigezogen werden müssen (Prot. II S. 44). Mit Beschluss 

vom 4. Oktober 2023 wurden die Akten des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, 

mit der Geschäfts-Nr. DH230029 sodann beigezogen (Urk. 113). Mit Präsidialver-

fügung vom 16. Oktober 2023 wurden der Staatsanwaltschaft die Beizugsakten 

(Urk. 115) zugestellt sowie Frist zur Stellungnahme hierzu angesetzt (Urk. 116). 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme zu den Beizugsakten 

(Urk. 118). Mit Präsidialverfügung vom 23. Oktober 2023 wurden die Verzichtser-

klärung der Staatsanwaltschaft sowie die Beizugsakten der Verteidigung zugestellt 

und ihr ebenfalls Frist zur Stellungnahme eingeräumt (Urk. 119). Innert zweimal 

erstreckter Frist verzichtete die Verteidigung auf eine Stellungnahme zur Strafzu-

messung, verwies jedoch auf die beigelegte Aktennotiz des Staatsanwaltes 

Dr. D._____ vom 10. Februar 2023, wo die Gründe für das Strafmass dargelegt 

seien. Weiter beantragte die Verteidigung, dass Staatsanwalt Dr. D._____ seine 

Erfahrungen mit dem Beschuldigten bzw. die Bedeutung von dessen Einlassung 

zur Sache dem Referenten im Rahmen eines persönlichen Gesprächs darlege 

(Urk. 121; Urk. 122; Urk. 123-124). Die Eingabe der Verteidigung wurde der Privat-

klägerin 1 sowie der Staatsanwaltschaft und der Verzicht der Staatsanwaltschaft 

der Privatklägerin 1 in der Folge zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 125/1-2).

4. Am 1. Dezember 2023 wurde die Verteidigung aufgefordert, eine aktuelle Ho-

norarnote einzureichen (Urk. 126). Dieser Aufforderung kam sie gleichentags nach 

(Urk. 127-128).

5. Am 7. Dezember 2023 erfolgte die Beratung sowie schriftliche Mitteilung des 

Urteils im Dispositiv an die Parteien (Prot. II S. 49 ff.; Urk. 129). 

II. Prozessuales

1. Beweisanträge dürfen abgelehnt werden, wenn damit die Beweiserhebung 

über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offenkundig, bekannt oder bereits 

rechtsgenügend erwiesen sind (s. STPO KOMMENTAR-RIKLIN, Art. 331 StPO N 1; 

bzw. Art. 318 Abs. 2 StPO).

- 9 -

1.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde seitens des Beschuldigten er-

neut der Beweisantrag gestellt, die Privatklägerin sei durch das Gericht zu befra-

gen. Darüber hinaus wurde wiederum um Edition der Verbindungsnachweise und 

der detaillierten Telefonabrechnungen der Rufnummern 1 resp. 2 der Monate Juni 

und Juli 2019 bei den Mobilfunkanbieterinnen Swisscom und Sunrise ersucht (Prot. 

II S. 33). 

1.2. Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist notwendig im Sinne von 

Art. 343 Abs. 3 StPO, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. 

Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender 

Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise 

wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck der Aussage der 

einzuvernehmenden Person ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte 

Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Allein der Inhalt der Aussage ei-

ner Person (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme nicht notwendig er-

scheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise von deren Aus-

sageverhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine 

erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 

(BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f.; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1087/2019 

vom 17. Februar 2021 E. 1.2.2; 6B_1352/2019 vom 14. Dezember 2020 E. 2.4.2; 

6B_83/2020 vom 18. Juni 2020 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Eine unmittelbare Be-

weisabnahme durch das Gericht erscheint bei sog. "Aussage gegen Aussage"-

Konstellationen insbesondere geboten, wenn diesen grundlegende Bedeutung zu-

kommt, es um schwere Vorwürfe geht und die belastenden Aussagen zudem Wi-

dersprüche und Ungereimtheiten aufweisen (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_1378/2021 vom 2. August 2023 E. 2.3.2; 6B_388/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 2.1.2.1; 6B_639/2021, 6B_640/2021, 6B_663/2021 und 6B_685/2021 vom 

27. September 2022 E. 2.2.1; je mit Hinweisen).

1.3. Von einer erneuten Einvernahme der Privatklägerin 1 kann trotz einer Aus-

sage-gegen-Aussage-Konstellation abgesehen werden. Die Privatklägerin 1 wurde 

bereits in der Untersuchung drei Mal ausführlich zu den inkriminierten Vorfällen be-

fragt (Urk. D1 10/1-3), wobei die beiden in Anwesenheit des Beschuldigten und der 

- 10 -

Verteidigung einlässlich durchgeführten staatsanwaltlichen Befragungen jeweils 

auf Video festgehalten wurden (Urk. D1 10/4). Wesentlich ist in diesem Zusammen-

hang, dass sich das Gericht anhand der Videoaufnahmen der staatsanwaltlichen 

Einvernahmen der Privatklägerin 1 einen nahezu unmittelbaren Eindruck auch über 

ihr nonverbales Aussageverhalten verschaffen konnte. Eine erneute Einvernahme 

durch das Gericht drängt sich vor diesem Hintergrund nicht auf, zumal sie zum 

Kerngeschehen im Wesentlichen konstant ausgesagt hat, sodass auch keine Not-

wendigkeit besteht, sie mit Widersprüchen zu konfrontieren. Von einer erneuten 

Einvernahme ist deshalb auch unter Mitberücksichtigung der massgeblichen Inter-

essen (insbesondere die in Frage stehende Verurteilung und die damit in Verbin-

dung stehenden Folgen für den Beschuldigten einerseits und die mit einer erneuten 

Befragung zur Disposition stehende Belastung und allfällige, damit verbundene Re-

traumatisierungsrisiken für die Privatklägerin 1 andererseits) abzusehen.

1.4. Auch eine Edition der Verbindungsnachweise resp. Rechnungen kann un-

terbleiben. Selbst wenn es zutreffen würde, so wie dies der Beschuldigte geltend 

machte, dass nicht er den Kontakt zur Privatklägerin 1 suchte, sondern sie es ge-

wesen sei, die jenen zu ihm suchte (vgl. Urk. 102 S. 7 f), dienen die Verbindungs-

nachweise resp. Rechnungen der Mobilfunkanschlüsse nicht der Sachverhaltser-

stellung des Kerngeschehens. 

1.5. Im Übrigen drängen sich im Berufungsprozess – abgesehen von der erneu-

ten Befragung des Beschuldigten – keine weiteren Beweiserhebungen auf.

1.6. Die Verteidigung stellte den Antrag, wonach betreffend die Strafzumessung 

und die Bildung einer Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Ab-

teilung, vom 8. Mai 2023 ein Erfahrungsaustausch zwischen dem Staatsanwalt 

Dr. D._____ und dem Referenten stattzufinden habe (Urk. 123). Der Antrag ist ab-

zuweisen. Der Aktennotiz vom 10. Februar 2023 (Urk. 124) ist zu entnehmen, dass 

die ursprüngliche Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe aufgrund eines voll-

ständigen Geständnisses bereits zu Beginn sowie dem Umstand, dass der Be-

schuldigte damals mehr zugegeben hatte, als ihm hätte nachgewiesen werden kön-

nen, auf 24 Monate Freiheitsstrafe gemindert wurde. Aufgrund des persönlichen 

Eindruckes des Staatsanwaltes über den Beschuldigten sind sodann keine mass-

- 11 -

gebenden Aufschlüsse zu erwarten, die an der Strafzumessung etwas zu ändern 

vermögen würden. Ein entsprechender Austausch ist somit für die Festsetzung der 

Zusatzstrafe nicht erforderlich. 

2. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Beru-

fungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein ins-

gesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3 und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 

E. 5.3).

3. Vom Beschuldigten wurde die Berufung teilweise auf die Schuldsprüche hin-

sichtlich Dossier 1 (mehrfache Vergewaltigung; sexuelle Nötigung; Hausfriedens-

bruch; versuchte Nötigung) und die dazugehörigen Sanktionen und weiteren Ne-

benfolgen des Urteils (Dispositivziffern 2 teilweise und 3 sowie 7-8 und 11-13) be-

schränkt. In Bezug auf die ausgefällten Strafen und den Vollzug (Dispositivziffern 2 

bis 5) rechtfertigt es sich, diese Punkte in ihrer Gesamtheit einer erneuten Überprü-

fung zu unterziehen, zumal teilweise eine andere Sanktionsart zur Anwendung 

kommt bzw. eine andere Gesamtfreiheitstrafe bzw. Gesamtgeldstrafe zu bilden ist 

(vgl. nachstehend unter E. V.A.-K.). Der vorinstanzliche Entscheid ist demnach hin-

sichtlich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldsprüche betr. Fahren in fahrunfähi-

gem Zustand und mehrfache vorsätzliche Verletzung der Verkehrsregeln), 6 (Lö-

schung Daten), 9 und 10 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen, was mit-

tels Beschlusses festzustellen ist. 

III. Materielles

A. Tatvorwurf

Hinsichtlich der Tatvorwürfe ist auf die Anklageschrift zu verweisen (Urk. 29).

- 12 -

B. Anerkennungen des Beschuldigten

Vom Beschuldigten wurde hinsichtlich des ihm vorgeworfenen Anklage-sachver-

haltes gemäss Dossier 1 – auch anlässlich der Berufungsverhandlung – anerkannt, 

dass es am Abend des 15. Juni 2019 zu Geschlechtsverkehr mit der Privatkläge-

rin 1 kam (Urk. 108 S. 11 f.; Prot. II S. 25).

C. Bestreitungen des Beschuldigten

Vom Beschuldigten wird – auch im Rahmen des Berufungsverfahrens – indes gel-

tend gemacht, dass die am 15. Juni 2019 an bzw. mit der Privatklägerin 1 vorge-

nommenen sexuellen Handlungen einvernehmlich erfolgten (Urk. 108 S. 11 f.; 

Prot. II S. 25); wobei insbesondere von seiner Seite keinerlei Gewalt angewendet 

wurde (Urk. 108 S. 15; Prot. II S. 25 f., 31). Er habe der Privatklägerin 1 nie gedroht, 

sei nie handgreiflich geworden und sie habe auch nie Angst vor ihm gehabt (Prot. II 

S. 26, 30). Ferner hätten sie auch nach der Trennung einvernehmlichen Ge-

schlechtsverkehr gehabt (Prot. II S. 26 f.). Das ihm vorgeworfene angeklagte straf-

rechtlich relevante Kerngeschehen bestreitet der Beschuldigte demgegenüber 

(Urk. 108 S. 9 ff.; Prot. II S. 24 f., 28-30).

D. Beweismittel

Bei den Akten finden sich im Wesentlichen folgende massgeblichen verwertbaren 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

des Beschuldigten (Urk. D1 9/1-4; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II S. 13 ff.), diejenigen der 

Privatklägerin 1 (Urk. D1 10/1-3 [Videoaufnahmen: Urk. 10/4]), die Zeugeneinver-

nahmen von E._____ (Urk. D1 11/1), F._____ (Urk. D1 11/2), G._____ (Urk. D1 

11/3) und H._____ (Urk. D1 11/4), mehrere Printscreens von E-Mail-, SMS- und 

iMessage-Korrespondenzen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 

(Urk. D1 13/1; 20/4/6; 20/5/1-5; Anheftung zur staatsanwaltlichen Einvernahme des 

Beschuldigten vom 5. März 2020: Urk. D1 10/3) sowie eine E-Mail der Mutter der 

Privatklägerin 1 an die Staatsanwaltschaft vom 12. Juni 2020 (Urk. D1 12). 

- 13 -

E. Beweisgrundsätze

Von der Vorinstanz wurden die Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend dar-

gelegt (Urk. 73 E. I.C.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Auf die Ar-

gumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen ein-

zugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass das Gericht 

die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch 

tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforder-

lich ist, dass es sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für 

den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leitenlassen und 

auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; 

BGE 138 IV 81 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_770/2020 vom 25. Novem-

ber 2020 E. 1.3.2; 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1; je mit weiteren Hinwei-

sen).

F. Allgemeine Glaubwürdigkeit der Beteiligten

1. Die allgemeine Glaubwürdigkeit des Beschuldigten wurde von der Vorinstanz 

unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände zutreffend gewürdigt, wes-

halb vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen (Urk. 73 E. I.C.3.1.) ver-

wiesen werden kann. Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte weder gewalttätig 

bekannt noch einschlägig vorbestraft sei, sondern als liebenswürdig beschrieben 

werde (so die Verteidigung: Urk. 59 S. 34), lässt sich für den zu prüfenden ankla-

gegegenständlichen Vorfall nichts Wesentliches zu seinen Gunsten ableiten. Zu 

unterstreichen ist, dass die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen, auf welche noch ein-

zugehen sein wird, im Vordergrund steht (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3).

2. Ebenso hat sich die Vorinstanz sorgfältig mit der Beurteilung der allgemeinen 

Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 1 und ihre damit im Zusammenhang stehende 

Interessenlage (Umstand der auch konfliktbehafteten bzw. mit einem Konflikt be-

endeten Beziehung des Beschuldigten und der Privatklägerin 1; finanzielle Interes-

sen der Privatklägerin 1; allfällige Rachegelüste der Privatklägerin 1 unter beson-

- 14 -

derer Berücksichtigung einer von ihr versandten E-Mail an den Beschuldigten vom 

14. Juni 2019 13:36 Uhr) auseinandergesetzt (Urk. 73 E. I.C.3.2.). Diese erweisen 
sich als zutreffend und darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. 59 S. 15 ff.; Urk. 75 S. 11) vermögen diese Um-

stände bzw. auch die übrige Vorgeschichte zwischen der Privatklägerin 1 und dem 

Beschuldigten das Beweisergebnis (s. nachstehend zusammenfassend unter 

E. G.4.) nicht zu relativieren. Abgesehen davon ist zu vermerken, dass die Privat-

klägerin 1 den Charakter des Beschuldigten durchaus differenziert und teilweise 

sogar sehr positiv darstellt, indem sie ihm beispielsweise in verschiedenen Belan-

gen "ein gutes Herz" beschied (Urk. D1 10/3 S. 22; 10/4 03:12:00). Dass die Straf-

anzeige von der Privatklägerin 1 (bzw. ihrer Mutter: vgl. Urk. D1 1 S. 2) nicht unmit-

telbar, sondern erst 2 ½ Wochen nach dem anklagegegenständlichen Vorfall er-

folgte, erweist sich aufgrund ihrer überzeugenden Schilderungen über ihre damali-

gen Ängste vor dem Beschuldigten, die empfundene Scham, die realitätsverken-

nenden Verdrängungsmechanismen sowie angesichts des glaubhaften Verlaufs 

der Inkenntnissetzung ihrer Freundin und sodann ihrer Familie über den Vorfall (vgl. 

Urk. D1 10/1 S. 13; 10/2 S. 23; 10/3 S. 8; 10/4 [EV 1] 03:01:30 bzw. [EV 2] 00:54:30) 

– einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. I.D.2.2.5.) und entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 59 S. 27) – als kom-

plett unverdächtig. Diese Umstände vermögen auch die nach dem Vorfall vom 

15. Juni 2019 vorerst aufrechterhaltene Kommunikation mit dem Beschuldigten zu 

erklären. 

3. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der als Zeugen einvernommenen vier Perso-

nen ist zu bemerken, dass es sich bei E._____ (vgl. Urk. D1 11/1 S. 3), F._____ 

(vgl. Urk. D1 11/2 S. 2) sowie G._____ (vgl. Urk. D1 11/3 S. 2) um enge Freundin-

nen der Privatklägerin 1 und bei H._____ (vgl. Urk. D1 11/4 S. 2) um einen engen 

Freund des Beschuldigten handelt. Auch wenn diese Personen als Zeugen einver-

nommen wurden und unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zu 

wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet waren, sind ihre Ausführungen aufgrund 

der freundschaftlichen Verbundenheit mit den beteiligten Personen – einhergehend 

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. I.C.3.3.) – mit einer ge-

wissen Zurückhaltung zu würdigen. 

- 15 -

G. Beweiswürdigung

1. Von der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschuldigten 

anlässlich seiner ersten drei Befragungen vor Polizei und Staatsanwaltschaft zum 

Kerngeschehen zusammengefasst und zutreffend wiedergegeben (Urk. 73 

E. I.D.1.1.-1.3.), weshalb vorab grundsätzlich darauf verwiesen werden kann. Nicht 

wiedergegeben wurden von der Vorinstanz indes seine anlässlich der staatsanwalt-

lichen Einvernahme vom 9. Dezember 2020 (Urk. D1 9/4) sowie im Rahmen der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 7 ff.) gemachten Aussagen. Dies ist 

nebst der Aufführung weiterer massgebender, von der Vorinstanz nicht wiederge-

gebener Aussagen aus seinen ersten drei Einvernahmen, insbesondere auch zum 

Rahmengeschehen nachzuholen.

1.1. Hinsichtlich seiner bei der Polizei am 2. September 2019 gemachten Angaben 

ist zu ergänzen, dass der Beschuldigte aussagte, die Privatklägerin 1 habe ihn nach 

dem 15. Juni 2019 angefragt, sein Auto für einen Ausflug nach I._____ [Stadt in 

Europa] auszuleihen. In der Zeit, in der sie behaupte, er habe sie vergewaltigt, habe 

sie sein Auto gehabt (Urk. D1 9/1 S. 5 f.). Ferner stellte er in Abrede, dass er der 

Privatklägerin 1 nach der Trennung Vorschriften gemacht habe, wo sie sich aufhal-

ten dürfe und wo nicht bzw. dass er andernfalls Nacktbilder von ihr an Kollegen, 

Familie und an Arbeitskollegen schicken würde (Urk. D1 9/1 S. 8). Auch stellte er 

in Abrede, jemals Zugriff auf das Handy der Privatklägerin 1 gehabt zu haben (Urk. 

D1 9/1 S. 8). Weiter fügte er mehrfach an, dass sie Beide nach der Trennung immer 

wieder Geschlechtsverkehr gehabt hätten, da sie nicht voneinander hätten lassen 

können (Urk. D1 9/1 S. 9 f.). An einen Geschlechtsverkehr nach dem Geburtstag 

der Privatklägerin 1 am 3. Mai 2019 konnte sich der Beschuldigte nicht erinnern 

(Urk. D1 9/1 S. 10). Zu erinnern vermochte er sich indes an einen Vorfall, als die 

Privatklägerin 1 nach dem Geschlechtsverkehr ausgerastet sei und ihm Vorwürfe 

gemacht habe, dass er nur an Sex mit ihr interessiert sei und sonst nicht. Dem sei 

eine Diskussion vorangegangen, wonach er bei ihr einige Tage zuvor einen starken 

Geruch im Unterleib festgestellt habe und ihr das auch gesagt habe. Er habe sich 

daraufhin vom Arzt untersuchen lassen, welcher Chlamydien festgestellt habe. Da-

nach sei ihm die Lust etwas vergangen, was ihm die Privatklägerin 1 auch übelge-

- 16 -

nommen habe. Eine Vergewaltigung oder einen ähnlichen Vorfall habe es nie auch 

nur annähernd gegeben (Urk. D1 9/1 S. 10). Er gab weiter zu Protokoll, dass er den 

Kontakt zur Privatklägerin 1 aufgrund ihres Drogenkonsums habe abbrechen müs-

sen (Urk. D1 9/1 S. 5). Der Grund, weshalb er die Beziehung beendet habe, sei 

gewesen, dass er im Leben mit ihr stehengeblieben sei und er nicht mehr vorwärts 

gekommen sei (Urk. D1 9/1 S. 6). Am 15. Juni 2019 sei er bei ihr vorbeigegangen, 

weil sie am Telefon gesagt habe, er solle vorbeikommen (Urk. D1 9/1 S. 12). Er 

würde ihr gegenüber nie handgreiflich werden. Sie sei ein lieber Mensch (Urk. D1 

9/1 S. 13). Auf die Frage, ob die Privatklägerin 1 geweint habe, erwiderte er, sie 

habe immer geweint (Urk. D1 9/1 S. 13). Auf den Vorhalt, ob er die Privatklägerin 1 

mit einer Hand am Nacken gepackt und an sich herangezogen habe, erwiderte der 

Beschuldigte, dass es sein könne, dass er sie an sich herangezogen habe, aber 

sicher nicht mit Gewalt. Denn so sei er nicht, er habe sie ja beruhigen wollen 

(Urk. D1 9/1 S. 13). Wenn er sie ausgezogen habe, habe sie sich nie dagegen ge-

wehrt oder habe geweint (Urk. D1 9/1 S. 14). Gedroht habe er der Privatklägerin 1 

nie (Urk. D1 9/1 S. 16 ff.). Schliesslich ergänzte der Beschuldigte, dass regelmässig 

Oralverkehr mit der Privatklägerin 1 stattgefunden habe, weil er nicht gewusst habe, 

ob sie die Pille nehme und er nicht in ihr habe kommen wollen. Deshalb habe der 

Geschlechtsverkehr regelmässig mit Oralverkehr geendet. Dieser könne ja 

schlecht unfreiwillig passiert sein, zumal man einfach den Mund zuhalten oder die 

Zähne zubeissen könne (Urk. D1 9/1 S. 18).

1.2. Hinsichtlich seiner vor Staatsanwaltschaft am 3. September 2019 gemachten 

Angaben ist betreffend der von der Vorinstanz wiedergegebenen Aussagen zu er-

gänzen bzw. zu spezifizieren, dass der Beschuldigte in Abrede stellte, der Privat-

klägerin 1 gedroht zu haben, weil er noch nie zu einem Menschen gesagt habe, er 

solle das Land verlassen, und vor allem nicht zur Privatklägerin 1 (Urk. D1 9/2 S. 2). 

Ebenso negierte er, die Privatklägerin 1 zu stalken oder auf ihr Handy zugegriffen 

zu haben (Urk. D1 9/2 S. 3 f.). Auf die Frage, wann er das letzte Mal Geschlechts-

verkehr mit der Privatklägerin 1 gehabt habe, antwortete er, dass das letzte Datum, 

an welches er sich erinnern könne, ihr Geburtstag gewesen sei. Da könne er sich 

an den ganzen Ablauf erinnern (Urk. D1 9/2 S. 4). Er wisse es datummässig nicht, 

aber es könne gut sein, dass sie nach dem 3. Mai 2019 (Geburtstag der Privatklä-

- 17 -

gerin 1) etwas zusammen gehabt hätten. Hinsichtlich des Tages, an welchem sie 

sich beim Triemli getroffen hätten, wisse er nicht mehr, wie am Abend der Kontakt 

zustande gekommen sei, wobei er auf Vorhalt seiner bei der Polizei gemachten 

Aussagen auf jene verwies, wonach die Privatklägerin 1 ihn angerufen und gesagt 

habe, er solle vorbeikommen (Urk. D1 9/2 S. 5 f.). Auf die Frage, was dann gesche-

hen sei, antwortete der Beschuldigte, sie hätten geredet und etwas getrunken. Sie 

hätten sehr oft Geschlechtsverkehr gehabt. Er habe aber noch nie gemacht, was 

sie nicht gewollt habe. Er kenne ihren Vater 10 Jahre, die Mutter 15 Jahre, sie sei 

seine Zahnärztin. Mit ihrem Bruder spiele er Fussball (Urk. D1 9/2 S. 6). Auf die 

Frage, wie es dazu gekommen sei, dass sie an jenem Tag Sex gehabt hätten, er-

widerte der Beschuldigte, dass er es nicht mehr so genau sagen könne. Er wisse 

aber, dass er ihr nichts angetan habe, was sie nicht gewollt habe. Immer wenn sie 

ihn angerufen habe, sei er für sie dagewesen. Ob sie das Auto gebraucht habe für 

I._____ [Stadt in Europa] oder sonst etwas, er habe ihr immer alles gegeben und 

nie etwas dafür verlangt (Urk. D1 9/2 S. 6). Später in der Einvernahme nochmals 

auf den Ablauf des Geschlechtsverkehrs angesprochen, gab der Beschuldigte zu 

Protokoll, sie hätten sich geküsst und nachher habe er sie am Hals angefangen zu 

verwöhnen und dann so. Es sei ihm unangenehm das zu erzählen. Sie sei dann 

runter gegangen und habe angefangen ihn zu verwöhnen. Und dann hätten sie Sex 

gehabt, wobei sie zunächst auf ihm gelegen sei. Dann sei er auf sie gelegen. Und 

bevor er gekommen sei, das wisse er genau, habe er nein gesagt und sie sei runter 

gegangen, habe seinen Penis in den Mund genommen, habe aber nicht geschluckt, 

sondern habe es immer rausgespuckt (Urk. D1 9/2 S. 7 f.). So sei das immer ge-

wesen. Er könne nicht genau sagen, wie der Ablauf an diesem angeblichen Vorfall 

gewesen sei. Er könne sagen, wie es immer gewesen sei, und es sei nie anders 

gewesen. Ein Kondom habe er nicht benutzt (Urk. D1 9/2 S. 8). Während des Ge-

schlechtsverkehrs sei nichts gesprochen worden, aber danach hätten sie noch mit-

einander gesprochen, und er sei gegangen, ohne dass ihn die Privatklägerin 1 

darum gebeten gehabt hätte (Urk. D1 9/2 S. 8 ff.). Wann die Privatklägerin 1 das 

Auto ausgeliehen habe, wisse er nicht mehr (Urk. D1 9/2 S. 11). Am 16. Juni 2019 

habe er sein vergessenes Portemonnaie bei der Privatklägerin 1 abgeholt. Die Pri-

vatklägerin 1 sei rausgekommen, und sie hätten normal zusammen geredet (Urk. 

- 18 -

D1 9/2 S. 12). Weshalb ihn die Privatklägerin 1 zu Unrecht diverser Straftaten be-

zichtige, könne er sich nicht erklären (Urk. D1 9/2 S. 13). 

1.3. Hinsichtlich seiner bei der Staatsanwaltschaft am 8. Juni 2020 gemachten An-

gaben ist bezüglich der von der Vorinstanz wiedergegebenen Aussagen zu ergän-

zen bzw. zu spezifizieren, dass der Beschuldigte auf die anfänglich gestellte Frage, 

ob irgendetwas stimme, was die Privatklägerin 1 über den Abend des 15. Juni 2019 

ausgesagt habe, sehr ausführliche Angaben machte, welche sich indes vorwiegend 

nicht auf das angeklagte Kerngeschehen bezogen: Er stellte in Abrede, die Privat-

klägerin 1 gestalkt oder ihr Handy gehackt zu haben, verwies auf die gute langjäh-

rige Beziehung zur Familie der Privatklägerin 1 und betonte, dass er gegenüber der 

Privatklägerin 1 noch nie handgreiflich geworden sei. Er erläuterte, dass die Privat-

klägerin 1 eifersüchtig sei und ausraste, wenn sie verletzt worden sei, bzw. wirklich 

aggressiv werden könne, sich aber auch wehren und lautwerden könne. Sie habe 

ihn verflucht und sei gleichzeitig immer wieder zu ihm gekommen, wenn sie etwas 

gebraucht habe. Eine Woche nach seiner Haftentlassung habe er die Mutter der 

Privatklägerin 1 getroffen, welche ihm bestätigt habe, dass sie nicht glaube, dass 

er die Privatklägerin 1 vergewaltigt habe, aber dass sie hinter ihrer Tochter stehe. 

Am Geburtstag der Privatklägerin 1 sei ihm bewusst geworden, dass sie sich ver-

ändert hatte und Drogen konsumierte. Das habe ihn dann abgetörnt und er habe 

gewusst, mehr als Geschlechtsverkehr könne es nicht mehr werden. Am 

15. Juni 2019 sei er nicht freiwillig zur Privatklägerin 1 gegangen. Er sei mit ihr am 

Telefon gewesen und habe mit ihr diskutiert wegen den Drogen. Er wisse noch, 

was ihn dazu gebracht habe, zu ihr zu gehen. Sie habe ihm gesagt "Du kannst 

meiner Mutter erklären, wenn es mich nicht mehr gibt" bzw. "du machst mich ka-

putt". Er habe das als Selbstmorddrohung aufgefasst. Er habe die Privatklägerin 1 

weder an die Wand gedrückt noch habe er ihr den Mund zugedrückt oder habe sie 

ihn gebissen. Er habe noch nie jemandem die Hose runtergerissen. Es stimme alles 

nicht, was die Privatklägerin 1 sage. Er wisse, dass sie Geschlechtsverkehr hatten, 

er habe gehen wollen und die Privatklägerin 1 sei hässig geworden und habe ihm 

diverse Vorwürfe gemacht. Er wiederholte, dass er nie handgreiflich gegenüber der 

Privatklägerin 1 geworden sei und sie nie zu etwas gezwungen habe, was sie nicht 

gewollt habe. Es sei für ihn eine Selbstmorddrohung gewesen, weshalb er zu ihr 

- 19 -

gegangen sei. Er habe mit ihr geredet und sie runtergeholt. Zur Tat könne er ei-

gentlich nichts mehr sagen. Er habe einfach alles nicht gemacht, was ihm vorge-

worfen werde. Das mit dem Mund zudrücken, Hosen ausziehen und Hände halten 

etc., das habe er alles nicht gemacht und würde es auch nie machen. Nach dem 

15. Juni 2019 habe die Privatklägerin 1 immer noch Kontakt zu ihm gesucht. Er 

frage sich einfach, weshalb man noch Kontakt suche zum Täter, wenn man verge-

waltigt worden sei. Die Privatklägerin 1 brauche einfach viel Aufmerksamkeit 

(Urk. D1 9/3 S. 2 ff.). Der Beschuldigte verwies auf seinen Schockzustand nach der 

Verhaftung, weshalb er sich nicht habe erinnern können. Am besagten Abend habe 

er die Privatklägerin 1, welche auf dem Sofa geschrien und geweint habe, in den 

Arm genommen. Irgendwann hätten sie sich geküsst und seien dann ins Schlaf-

zimmer gegangen. Er könne sich gut daran erinnern, dass sie ihm gesagt habe "Du 

kommst nur wegen dem hierher". Sein Fehler sei es einfach gewesen, dass er der 

Privatklägerin 1 gesagt habe, er habe Gefühle für sie und ihr wie Hoffnung gemacht 

habe, um sie zu beruhigen (Urk. D1 9/3 S. 6 f.). Alles was im Schlafzimmer passiert 

sei, sei 100% freiwillig gewesen. Er habe kein "Nein" gehört. Es habe kein Beissen, 

kein Weinen gegeben (Urk. D1 9/3 S. 7). Angesprochen auf seine Position beim 

Geschlechtsverkehr gab der Beschuldigte an, auf sie gelegen zu sein. Er habe da-

nach einfach nur noch weg wollen, nachdem die Privatklägerin 1 ihm vorgeworfen 

gehabt habe, dass er nur deshalb gekommen sei (Urk. D1 9/3 S. 8). 

1.4. Bei der Staatsanwaltschaft gab der Beschuldigte am 9. Dezember 2020 zu 

Protokoll, dass die Mutter der Privatklägerin 1 in ihrer E-Mail vom 12. Juni 2020 

(Urk. D1 12) nicht ganz die Wahrheit sage. Während des Gesprächs sei sie nicht 

hässig gewesen, sondern sie habe geschmunzelt. Bei dem Satz, bei dem sie im 

E-Mail schreibe, dass sie ihm am liebsten ins Gesicht schlagen würde, habe sie 

geschmunzelt. Es sei eher ironisch gemeint gewesen von ihr (Urk. D1 9/4 S. 2). 

Befragt zu den sexuellen Handlungen am 15. Juni 2019 gab der Beschuldigte an, 

dass er sich nicht mehr 100% an den Ablauf erinnern könne. Er habe sich nicht 

selber eingeladen und könne das mit seinen Telefonanrufen bzw. der Telefonab-

rechnung beweisen. Sie habe ihn weinend angerufen, weil er sie als Junkie be-

schrieben gehabt habe. Dann sei er zu ihr gefahren. Er habe mit ihr geredet, sie 

getröstet. Dann seien sie auf dem Sofa gelegen und hätten sich versöhnt und sich 

- 20 -

geküsst. Wie der Ablauf dann gewesen sei, könne er nicht mehr genau sagen. Sie 

seien dann irgendwann ins Schlafzimmer gegangen und hätten Sex gehabt. Nach-

her habe er gesagt, er müsse ins Pop-up Restaurant gehen (Urk. D1 9/4 S. 3). Sie 

hätten sich vom Sofa bis ins Schlafzimmer geküsst und sich ausgezogen. Dann 

habe die Privatklägerin 1 angefangen ihn zu verwöhnen. Sie habe ihn am Körper 

geküsst und dann hätten sie Sex gehabt, wobei er nicht mehr wisse, wie sie ange-

fangen hätten, wer oben und wer unten gewesen sei. Es sei zu vaginalem und 

oralem Geschlechtsverkehr gekommen. Er bejahte, dass es zu Stellungswechseln 

gekommen sei, wobei es die Privatklägerin 1 immer gerne von hinten gehabt habe, 

was sie dann auch gehabt hätten. Die Initiative zu den sexuellen Handlungen sei 

von beiden gekommen. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass die Privatkläge-

rin 1 die sexuellen Handlungen nicht gewollt habe (Urk. D1 9/4 S. 3 f.). Kurz nach 

den sexuellen Handlungen habe es zwei Telefonate mit der Privatklägerin 1 gege-

ben, anlässlich derer sie ihm vorgeworfen habe, er sei nur wegen dem zu ihr ge-

kommen, sie sei ein Sexobjekt für ihn (Urk. D1 9/4 S. 4 f.). Danach hätte die Privat-

klägerin 1 immer Kontakt zu ihm gehabt und gesucht. Die Privatklägerin 1 habe 

davon erfahren, dass er seinen Kollegen Nacktbilder von ihr gezeigt habe und ihm 

gedroht, welche Drohung er nicht ernstgenommen hätte. Auch vor dem 

15. Juni 2019 habe ihm die Privatklägerin 1 schon ein paar Mal vorgeworfen ge-

habt, sie nur für Sex zu treffen (Urk. D1 9/4 S. 6). 

1.5. Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte am 21. Juni 2022 im Wesentlichen zu 

Protokoll, dass er sich nicht mehr genau 100% erinnern könne, was am 

15. Juni 2019 passiert sei. Er habe eine telefonische Auseinandersetzung mit der 

Privatklägerin 1 gehabt. Empört habe ihn ihr geäusserter Satz, "du kannst es dann 

meiner Mutter erklären", was ihn nachdenklich gemacht habe. Er sei dann zur Pri-

vatklägerin 1 gegangen. Sie habe ihn darauf angesprochen, weshalb er sie als Jun-

kie bezeichnet habe. Sie seien auf dem Sofa gesessen, hätten gesprochen, sie sei 

traurig und gleichzeitig auch sauer gewesen. Er habe ihr während dem Gespräch 

die Sterne vom Himmel geholt und sie beruhigt. Sie habe ihm nie gesagt, er solle 

die Wohnung verlassen. Sie hätten sich dann geküsst, seien ins Schlafzimmer ge-

gangen und hätten Sex gehabt, ohne dass sie ihm gesagt hätte, sie wolle das nicht. 

Als der Sex fertig gewesen sei, sei er gegangen. Er habe dann noch mit ihr telefo-

- 21 -

niert und es sei immer wieder der Satz gekommen, dass er nur wegen dem komme 

und er nur das wolle (Prot. I S. 7 f.). Es sei kein Tag gewesen, welcher er sich 

gemerkt habe und besonders gewesen sei. Er habe nie etwas gemacht, was die 

Privatklägerin 1 nicht gewollt habe. Beim Telefonat habe er die Aussage der Privat-

klägerin 1 als Selbstmorddrohung aufgefasst. Aber ob sie es nachher wirklich so 

gemeint habe oder nicht, wisse er nicht (Prot. I S. 9 f.). In den ersten beiden Ein-

vernahmen habe er diesen Anlass für das Vorbeigehen bei der Privatklägerin 1 

nicht erwähnt, weil er so schockiert gewesen sei bzw. er selber erst habe recher-

chieren müssen bezüglich einer Anrufliste der Privatklägerin 1 (Prot. I S. 11 f.). 

Weshalb ihn die Privatklägerin 1 zu Unrecht der Straftaten bezichtige, sei sein 

grösstes Rätsel. Das einzige, was er sich vorstellen könne, sei, weil er nicht mehr 

mit ihr zusammengekommen sei oder weil sie nicht mehr zusammen daran gear-

beitet hätten (Prot. I S. 12). Am 15. Juni 2019 sei er vielleicht so 30 bis 40 Minuten 

bzw. nicht so lange bei der Privatklägerin 1 gewesen. Im Anschluss hätten sie für 

12 Minuten telefoniert und die Privatklägerin 1 habe ihm vorgeworfen, dass er nur 

wegen dem Sex komme etc. Beim zweiten Telefonat sei es dann ruhiger gewesen. 

Nach dem 15. Juni 2019 hätten sie auch weitere Male kommuniziert. Es sei ein Hin 

und Her gewesen. Getroffen hätten sie sich nicht mehr, aber er habe sie einmal 

gesehen. Ob er sie beim Abholen des Portemonnaies am 16. Juni 2019 gesehen 

habe, könne schon sein. Er könne sich nicht an Details erinnern (Prot. I S. 14 ff.). 

Er habe der Privatklägerin 1 vorgeschlagen, den Betrag ihrer Restlaufzeit der Fit-

nessclub-Mitgliedschaft zu übernehmen. Er glaube, das sei vor dem Vorfall vom 

15. Juni 2019 gewesen (Prot. I S. 16 f.). 

1.6. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass 

die Anklagevorwürfe nicht zutreffen würden. Es sei am Tatabend zu Geschlechts-

verkehr mit der Privatklägerin 1 gekommen, dieser sei jedoch einvernehmlich er-

folgt. Er habe die Privatklägerin 1 nicht bedroht, und sie habe auch keine Angst vor 

ihm gehabt. Beide hätten die Beziehung vor dem anklagegegenständlichen Ge-

schlechtsverkehr beendet, dies weil sie ein toxisches Verhalten beiderseits gehabt 

hätten. Weiter führte der Beschuldigte aus, dass er nach der Trennung drei Mal bei 

der Privatklägerin 1 zu Hause gewesen sei, wobei es zwei Mal zu Sex gekommen 

sei. Hinsichtlich des Vorfalles vom 15. Juni 2019 gab er zu Protokoll, sich nicht 

- 22 -

mehr zu 100% an alle Details erinnern zu können. Sie hätten sich am Tag beim 

Triemli getroffen, seien zu seiner neuen Wohnung gefahren, die er ihr gezeigt habe. 

Hernach seien sie zurück zum Triemli gefahren, und er habe noch einen Termin 

wegen dem Pop-up gehabt. Am Abend sei er zu Hause gewesen und habe beim 

Losfahren einen verpassten Anruf der Privatklägerin 1 gehabt, worauf er sie zu-

rückgerufen habe. Sie hätten telefoniert. Die Privatklägerin 1 sei am Telefon wü-

tend, impulsiv und beleidigt gewesen. Er habe dort einen Seich gemacht, weil er im 

Ausgang vor dem Kaufleuten, als sie in einer Runde draussen gestanden seien, 

etwas über sie gesagt habe, was er nicht hätte sagen sollen. Auf Nachfrage, was 

er gesagt habe, führte er aus, dass die Mitbewohnerin gemeint habe, dass er und 

die Privatklägerin 1 ein Traumpaar seien, worauf er erwidert habe, dass er niemals 

mit einem Junkie, der Drogen nehme, zusammen sein könne. Die Freundin habe 

dies der Privatklägerin 1 dann erzählt. Am Telefon habe die Privatklägerin 1 ferner 

etwas gesagt, was er so aufgenommen habe, als würde sie Selbstmord begehen 

wollen. Er habe das Auto daraufhin gewendet und sei zur Privatklägerin 1 gefahren. 

Er habe geklingelt, und sie habe ihn reingelassen. Er habe mit ihr geredet, habe ihr 

die Sterne vom Himmel geholt und gesagt, was sie hören wollte. Sie hätten zuerst 

auf dem Sofa geredet und seien dann ins Schlafzimmer, weil die Privatklägerin 1 

gemeint habe, dass ihre Kollegin nach Hause kommen würde und es blöd sei, wenn 

sie sie auf dem Sofa sehen würde. Sie habe ihm gesagt, dass sie Gefühle für ihn 

habe. Er habe sie in den Arm genommen, sie hätten sich geküsst, und dann hätten 

sie Sex wie immer gehabt. Sie habe nie gesagt, dass sie das nicht wolle oder dass 

er weggehen solle. Er sei nie handgreiflich geworden, habe vielleicht etwas Verlet-

zendes gesagt, sie aber nie geschlagen oder sonst etwas gemacht. Hätte die Pri-

vatklägerin 1 ihn weggeschubst, wäre er weg gewesen. Der Sex sei wie immer 

gewesen, der gleiche Ablauf. Es sei nichts Gravierendes, als dass er sagen könne, 

was sie gemacht hätten. Dann habe er geduscht, wobei sie ihm den Satz "du bisch 

nur wege dem cho" etwa 100 Mal gesagt habe. Er habe gemeint "nein, nein, nein" 

und sei losgefahren, wobei sie nochmals 20 Minuten miteinander telefoniert hätten, 

bis er im Pop-up angekommen sei. Er habe die Privatklägerin 1 nach dem Vorfall 

etwa zehn Mal per Zufall noch gesehen, nicht jedoch, als er in der Nacht des Vor-

falles sein Portemonnaie in ihrem Briefkasten geholt habe. Die Frage, ob das Ver-

- 23 -

halten der Privatklägerin 1 nach dem Vorfall auffällig gewesen sei, verneinte der 

Beschuldigte und verwies auf das toxische Verhalten. Sie hätten sich ab und zu 

gegenseitig blockiert und dann wieder geöffnet. Wenn er sich nicht täusche, hätten 

sie sich am nächsten Tag wieder gehört. Auf Nachfrage, ob auch der Sex ein Hin 

und Her gewesen sei, bejahte der Beschuldigte dies. Wie dies konkret aussehe, 

konnte er jedoch nicht erklären (Prot. II S. 26, 29-32).

1.7. Die Ausführungen des Beschuldigten zum Kerngeschehen – welche von der 

Vorinstanz lediglich knapp wiedergegeben und gewürdigt wurden (vgl. Urk. 73 

E. I.C.) – erweisen sich – insoweit er solche überhaupt traf (so nicht anlässlich sei-

ner ersten, polizeilichen Einvernahme: vgl. Urk. 9/1 S. 2 ff.) – als sehr vage. Es 

erscheint vorab auffällig, dass der Beschuldigte sich anfänglich und lediglich rund 

zweieinhalb Monate nach dem anklagegegenständlichen Vorfall nicht mehr an den 

damaligen Geschlechtsverkehr, gleichzeitig aber an denjenigen vom 3. Mai 2019 

mit "dem ganzen Ablauf" zu erinnern vermochte. Dass sie Beide nach der Trennung 

immer wieder Geschlechtsverkehr gehabt hätten, wie er behauptete (Urk. D1 9/1 

S. 9 f.; Prot. II S. 27), widerspricht nicht nur der Sachdarstellung der Privatklägerin 1 

(Urk. D1 10/2 S. 24; 10/3 S. 11 u. 21 f.) und der Zeuginnen E._____ (Urk. D1 11/1 

S. 11 f. u. 17), F._____ (Urk. D1 11/2 S. 8 u. 11) und G._____ (Urk. D1 11/3 S. 8 

u. 10), sondern letztlich auch seiner eigenen, wonach er nicht in der Lage war, 

nebst dem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr am Geburtstag der Privatklägerin 

1, dem 3. Mai 2019, weitere Daten oder Begebenheiten, anlässlich welcher es zu 

Geschlechtsverkehr gekommen sein soll, näher zu erläutern. Dies wiederspiegelt 

sich auch in seinen Aussagen anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 27). 

An einen Geschlechtsverkehr nach dem Geburtstag der Privatklägerin 1 am 3. Mai 

2019 vermochte sich der Beschuldigte zu Beginn nicht einmal zu erinnern (Urk. D1 

9/1 S. 10). Fragen zum Verlauf des Abends am 15. Juni 2019 beantwortete er auch 

in späteren Einvernahmen generell ausweichend und verwies insbesondere an-

fänglich lediglich darauf, wie der Geschlechtsverkehr zwischen der Privatklägerin 1 

und ihm im Allgemeinen abgelaufen sei. Einhergehend mit der zutreffenden Auf-

fassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. I.D.1.4.) fallen die Aussagen des Beschuldigten 

zum Kerngeschehen auch anlässlich seiner späteren Einvernahmen äusserst pau-

schal aus und beschränken sich im Wesentlichen auf das Bestreiten der gegen ihn 

- 24 -

erhobenen Vorwürfe, welche Detailarmut umso mehr auffällt, als er hinsichtlich des 

Rahmengeschehens mit Bezug auf seine mit der Privatklägerin 1 gemachten Er-

fahrungen und Konflikte ungleich präziser und durchaus auch selbstkritisch aus-

sagte. So auch anlässlich der Berufungsverhandlung, wo der Beschuldigte sich in 

Bezug auf den Konflikt am Telefon mit der Privatklägerin 1 am 15. Juni 2019 noch 

genau an den Anlass resp. die Geschichte, welche zum Konflikt am Telefon führte, 

erinnern und diese Szene auch detailliert erzählen konnte sowie selbst zugab, dort 

mit seiner Aussage in der Freundesrunde einen "Seich" gemacht zu haben. Seine 

Aussagen zum Nebensachverhalt erweisen sich als eloquent, wohingegen die Aus-

sagen zum Kerngeschehen, mithin zum Ablauf des Geschlechtsverkehrs am 

15. Mai 2019, unverändert karg, vage und wenig ausführlich ausfallen (Prot. II 

S. 28 ff.). Bereits vor diesem Hintergrund ergeben sich nicht unerhebliche Zweifel 

an seiner Darstellung des Kerngeschehens. Daran vermag auch eine allfällige Ner-

vosität des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, welche bei der 

Aussagewürdigung sehr wohl berücksichtigt ist (vgl. Prot. II S. 34), nichts zu än-

dern. Dem Argument der Verteidigung (Urk. 108 S. 11), wonach der Vergessens-

prozess bei Ereignissen mit nur geringer persönlicher Bedeutung, mithin dem Ge-

schlechtsverkehr am 15. Juni 2019, beim Beschuldigten schneller voranschritt und 

er deshalb keine detaillierten Aussagen zum Kerngeschehen machen konnte, ist 

Folgendes entgegenzuhalten: Einerseits war der Geschlechtsverkehr vom 

15. Juni 2019 in ein emotionales Rahmengeschehen eingebettet (Streit, Telefon-

gespräche) – an welches sich der Beschuldigte, wie dargelegt, auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung detailliert erinnern konnte – und andererseits hatten er und 

die Privatklägerin 1 ihre Beziehung damals bereits beendet, sodass vieles darauf 

hindeutet, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalles weniger sexuellen Kontakt hatten 

und deshalb einzelne entsprechende Vorfälle besser in Erinnerung blieben. Auffäl-

lig erscheinen ferner seine mehrfachen und durchaus auch ausführlichen Diskredi-

tierungen der Privatklägerin 1, welche mehrheitlich unpräzise, wenig konstant und 

teilweise konstruiert erscheinen. So wies er bereits in der ersten, polizeilichen Ein-

vernahme darauf hin, dass ihn die Privatklägerin 1 nach dem 15. Juni 2019 ange-

fragt habe, sein Auto für einen Ausflug nach I._____ [Stadt in Europa] auszuleihen. 

Diese habe somit in der Zeit, in der sie behaupte, er habe sie vergewaltigt, sein 

- 25 -

Auto gehabt (Urk. D1 9/1 S. 5 f.), welche Sachdarstellung und insbesondere zeitli-

che Einordnung er demgegenüber hernach unterliess, zumal die Autoausleihe auch 

gemäss den glaubhaften Aussagen der Zeugin E._____ offensichtlich mehrere Mo-

nate vor dem anklagegegenständlichen Vorfall stattfand (vgl. Urk. D1 10/3 S. 9 f. u. 

24; 11/1 S. 11). Auch seine Darstellung der Privatklägerin 1 als regelmässige Kon-

sumentin harter Drogen findet in den Akten keine Stütze (vgl. auch die Aussagen 

der Zeuginnen E._____, F._____ und G._____: Urk. D1 11/1 S. 17; 11/2 S. 10; 11/3 

S. 10). Spät erst brachte er vor, dass seine Desavouierung der Privatklägerin 1 als 

(Drogen-)Junkie und eine damit im Zusammenhang stehende angebliche Selbst-

mordandrohung der Privatklägerin 1 dazu geführt hätten, dass er am 15. Juni 2019 

zu ihr gegangen sei. Dies führte er sodann auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung aus (Prot. II S. 29). Diesbezüglich erweist sich nicht nur die erst späte Thema-

tisierung dieses emotional berührenden Geschehens durch den Beschuldigten als 

auffällig, sondern auch der Umstand, dass er sich gerade ungeachtet dieser Emo-

tionalität zu Beginn überhaupt nicht bzw. später nur vage an den weiteren Verlauf 

des Abends zu erinnern vermochte, wäre doch gerade das Gegenteil zu erwarten 

gewesen. Auch erweist sich sein diesbezüglich schlechtes Erinnerungsvermögen 

angesichts des Umstands, dass laut seinen Aussagen nach dem 15. Juni 2019 

keine bewusst vereinbarten Treffen mit der Privatklägerin 1 mehr stattgefunden ha-

ben (Prot. I S. 14 ff.; Prot. II S. 31), als umso augenfälliger. Dass ihm die Mutter der 

Privatklägerin 1 ferner bestätigt habe, dass sie nicht glaube, dass er die Privatklä-

gerin 1 vergewaltigt habe, findet in den übrigen Akten zudem keine Stütze (vgl. 

auch die an die Strafverfolgungsbehörden gerichtete E-Mail der Mutter der Privat-

klägerin 1 vom 12. Juni 2020; Urk. D1 12). Offen bleiben muss, was der Beschul-

digte mit der Thematisierung seiner Ansteckung mit Chlamydien (z.B. in Urk. D1 

9/1 S. 10) zum Ausdruck bringen wollte. Massgebende Aufschlüsse über den An-

klagesachverhalt lassen sich daraus jedenfalls nicht gewinnen. Auch aus dem Um-

stand, dass sich der Beschuldigte, wie von der Verteidigung ausgeführt, wie ein 

Fuckboy benommen hat, lässt sich nichts zu seinen Gunsten ableiten (Urk. 108 

S. 13). 

1.8. Dass es kurz nach den sexuellen Handlungen am 15. Juni 2019 noch am glei-

chen Abend zu zwei Telefonaten mit der Privatklägerin 1 gekommen ist (Urk. D1 

- 26 -

9/4 S. 4 f.; Prot. I S. 14 f.; Prot. II S. 28-30), ist unstrittig (Urk. D1 10/1 S. 8 u. 10; 

10/2 S. 9, 21 u. 25; detaillierte Verbindungsnachweise der Rufnummer des Be-

schuldigten der Sunrise Communications AG für den Monat Juni 2019: Anhang zu 

Urk. D1 10/4). Strittig ist demgegenüber der genaue Inhalt der Gespräche. Wäh-

rend der Beschuldigte geltend macht, die Privatklägerin 1 habe ihm vorgeworfen, 

er sei nur wegen Sex zu ihr gekommen, sie sei ein Sexobjekt für ihn (Urk. D1 9/4 

S. 4 f.; Prot. I S. 14 f.), brachte die Privatklägerin 1 vor, es sei nebst dem bei ihr 

vergessenen Portemonnaie des Beschuldigten darum gegangen, dass er das Ge-

schehene verharmlost habe ("gäll, das isch nöd das, was du jetzt dänksch, was 

passiert isch") und ihr das Angebot unterbreitet habe, alle ihre Rechnungen zu zah-

len (Urk. D1 10/ 1 S. 8 u. 10; 10/2 S. 9, 21 u. 25). Letztlich kann nicht mit genügen-

der Sicherheit erstellt werden, was der exakte Inhalt der Gespräche war, zumal sich 

die vorgebrachten Inhalte nicht zwingend gegenseitig ausschliessen müssen und 

die Dauer der Telefonate von insgesamt mehr als 10 Minuten darauf hinweist, dass 

Diverses diskutiert worden sein könnte. Aus dem Umstand allein, dass es im An-

schluss zu diesen Gesprächen kam, lässt sich entgegen der Auffassung der Ver-

teidigung (Urk. 59 S. 28) nicht ableiten, dass es im Vorfeld nicht zu den anklagege-

genständlichen Vorfällen gekommen ist, weil die in Frage stehende Kontaktpflege 

auch von der Privatklägerin 1 nicht als per se nicht nachvollziehbar oder nicht na-

türlich (entsprechend die Verteidigung) eingestuft werden muss, zumal gerichtsno-

torisch ist, dass die denkbaren Reaktionsformen auf sexuelle Übergriffe sich nicht 

spezifizieren lassen. Insofern vermögen diese Gespräche das Beweisergebnis 

nicht massgeblich zu beeinflussen.

1.9. Uneinheitlich erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten zu seinem Ab-

holen des bei der Privatklägerin 1 vergessenen Portemonnaies am 16. Juni 2019: 

Während er zunächst angab, die Privatklägerin 1 sei rausgekommen, und sie hät-

ten normal zusammen geredet (Urk. D1 9/2 S. 12), vermochte er sich später nicht 

mehr an ein persönliches Aufeinandertreffen an diesem Tag zu erinnern (Prot. I 

S. 14 ff.; Prot. II S. 31), welches laut der Privatklägerin 1 auch nicht stattgefunden 

habe (Urk. D1 10/2 S. 22; 10/3 S. 14 f.). Dieses inkohärente Aussageverhalten des 

Beschuldigten erweist sich als wenig überzeugend und stellt seine Sachdarstellung 

- 27 -

hinsichtlich der ihm zur Last gelegten sexuellen Handlungen bzw. des ihm ange-

lasteten Hausfriedensbruchs am Wohnort der Privatklägerin 1 weiter in Frage.

1.10. Als einheitlich erweisen sich demgegenüber seine Bestreitungen, dass er 

der Privatklägerin 1 jemals – und somit auch am 1. Juli 2019 – gedroht habe, womit 

er die ihm zur Last gelegte Nötigungshandlung jeweils gänzlich in Abrede stellte 

(Urk. D1 9/1 S. 3 u. 16 f.; 9/2 S. 2 u. 10; 9/4 S. 12; Prot. II S. 26). Aus der Würdigung 

der entsprechenden Aussagen des Beschuldigten allein lassen sich keine auf-

schlussreichen Erkenntnisse zur Erstellung des entsprechenden Anklagesachver-

halts gewinnen.

2. Die Anklagebehörde stützt sich in ihrer Beweisführung insbesondere auf die 

Aussagen der Privatklägerin 1 (vgl. z.B. Urk. 55). Deren Aussageverhalten ist nach-

folgend zu würdigen.

2.1. Einheitlich schilderte die Privatklägerin 1 zunächst, wie es zu den Streitigkei-

ten mit dem Beschuldigten am 15. Juni 2019 und letztlich dazu kam, dass er bei ihr 

vorbeikam. Sie hätten sich am Nachmittag geeinigt, sich gegenseitig in Ruhe zu 

lassen und diesbezüglich auch nicht ihre Freunde zu kontaktieren, gegen welche 

Regelung der Beschuldigte indes gleichentags verstossen habe, indem er ihre 

Freundin G._____ kontaktierte, welche anschliessend die Privatklägerin 1 darüber 

informierte, was die Privatklägerin 1 wütend gemacht habe (Urk. D1 10/1 S. 3; 

Urk.10/2 S. 7 f.; 10/3 S. 8 u. 22), wobei die Bezeichnung der Privatklägerin 1 kein 

Thema in der Konversation zwischen dem Beschuldigten und G._____ gewesen 

sei (Urk. D1 10/3 S. 20). Auch wenn sich G._____ als Zeugin befragt nicht mehr an 

die Details dieser Konversationen zu erinnern vermochte (Urk. D1 11/3 S. 5), ver-

mag dies die glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin 1 nicht in Frage zu stel-

len.

2.2. Das angeklagte strafrechtlich relevante Kerngeschehen wurde von der Privat-

klägerin 1 in mehrmaligen, vorwiegend freien Berichten detailliert und einheitlich 

beschrieben. Entgegen der Verteidigung, welche diverse Strukturbrüche im Aussa-

geverhalten der Privatklägerin 1 ausgemacht haben will (Urk. 108 S. 16 f.), erfolgen 

ihre Aussagen konsistent und lebensnahe. So schilderte sie anlässlich ihrer Befra-

- 28 -

gungen, wie der Beschuldigte sie gegen ihren Willen auf den Nacken und ins Ge-

sicht geküsst und auf ihren Mund zu küssen versucht habe (Urk. D1 10/1 S. 4 f.; 

10/2 S. 7 f. u. 12 f.; 10/3 S. 21), er sie im Schlafzimmer auf das Bett gezogen, sich 

auf sie gelegt und ihr die Trainerhosen und den Tanga trotz ihrer klar erkennbaren 

körperlichen Gegenwehr (Spreizen der Beine) auszogen habe (Urk. D1 10/1 S. 4; 

10/2 S. 8, 13 u. 15 ff.; 10/3 S. 4) und er sodann ihre Beine gespreizt und mit seinem 

erigierten Penis – ohne Kondom – vaginal in sie eingedrungen sei, wobei er den 

vaginalen Geschlechtsverkehr während ca. 5-6 Minuten vollzogen habe (Urk. D1 

10/1 S. 4, 6 f. u. 13 f.; 10/2 S. 8 u. 14 ff.; 10/3 S. 14), wobei er ihr dabei ihre beiden 

Hände bzw. Arme mit einer Hand über ihrem Körper festgehalten, ihren Körper mit 

seinem Körpergewicht fixiert und sie im weiteren Verlauf zuerst am Hals und später 

an den Beinen festgehalten habe, so dass sie sich nicht aus der Situation habe 

lösen können ("[…] ich hatte keine Chance mehr das Zimmer zu verlassen"; vgl. 

Urk. D1 10/2 S. 14) sowie ihr während des vaginalen Geschlechtsverkehrs auch 

noch die Oberbekleidung ausgezogen habe, in ihre nackten Brüste gekniffen und 

diese geknetet habe (Urk. D1 10/1 S. 4 u. 6 ff.; 10/2 S. 8 u. 14 ff.; 10/3 S. 14).

2.3. Im Wesentlichen einheitlich und emotional merklich bzw. sichtlich berührt 

schilderte die Privatklägerin 1 sodann, wie sie den Beschuldigten dabei wiederholt 

und schreiend, u.a. mit den Worten "hör auf, hör auf" bat aufzuhören und so stark 

weinte, dass sie nur noch schwer Luft bekam, und sie versuchte, ihn wegzustossen, 

was ihr aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit misslang, demgegenüber der 

Beschuldigte wiederholt äusserte, dass sie ruhigsein solle, "ihre Fresse halten 

solle", sie ihm eins blasen solle und "er sie wann er wolle, wo er wolle und wie fest 

er wolle, zu jedem Zeitpunkt ficken könne" bzw. (nachdem er von ihr abgelassen 

hatte) er hoffe, dass er sie geschwängert habe und sie ein Kind von ihm bekomme 

(Urk. D1 10/1 S. 4 ff.; 10/2 S. 8 ff.; 10/3 S. 13 ff.), welche doch sehr individuell 

geprägten Äusserungen – mit der Vorinstanz (Urk. 73 E. I.D.2.2.) – Realitätsmerk-

male darstellen. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Verteidigung 

(Urk. 75 S. 7) wehrte sich die Privatklägerin 1 insbesondere zu Beginn und wurde 

danach ruhig, was sich denn auch ohne Weiteres als schlüssig erweist, weil die 

Privatklägerin 1 merkte, dass der ihr körperlich überlegene Beschuldigte sich un-

geachtet ihrer vehementen verbalen und nonverbalen Gegenwehr weiterhin über 

- 29 -

ihren Willen hinwegsetzte und nachvollziehbar erscheint, dass ihre Kräfte schwan-

den. Entgegen der unzutreffenden Ansicht der Verteidigung schilderte die Privat-

klägerin 1 ihre mit der Zeit einsetzende Atemnot in mehreren Einvernahmen ein-

heitlich (Urk. D1 10/1 S. 4: "Ich musste schauen, dass ich noch atmen konnte"; 

Urk. D1 10/2 S. 12: "Ich habe auch irgendwann aufgehört zu schreien und zu reden, 

weil ich auch schauen musste, dass ich noch genügend Luft bekam"; Urk. D1 10/2 

S. 16: "Irgendwann hatte ich keinen Atem mehr, um zu schreien"). Auch eine allfäl-

lige Übertreibung hinsichtlich der von der Privatklägerin 1 an den Tag gelegten ver-

balen Gegenwehr, wonach sie dem Beschuldigten 100 Mal gesagt habe, er solle 

aufhören (Urk. D1 10/2 S. 21), vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht 

einzuschränken.

2.4. Ebenfalls konsistent und detailliert schilderte die Privatklägerin 1 des Weiteren 

den Zwang zum oralen Geschlechtsverkehr, indem der Beschuldigte sie mit der 

rechten Hand fest am Nacken gepackt , ihr Gesicht zu seinem erigierten Penis ge-

drückt habe und sie gezwungen habe, diesen in den Mund zu nehmen und ihn oral 

zu befriedigen, wobei er während ca. 2-3 Minuten Auf- und Ab-Bewegungen mit 

ihrem Kopf ausgeübt habe und sie sich dagegen zu wehren versucht habe, indem 

sie sich mit dem Kopf gegen die Hand des Beschuldigten gestemmt und diesen 

hochzudrücken versucht habe (Urk. D1 10/1 S. 4 ff.; 10/2 S. 8 f., 15 u. 18 ff.; 10/3 

S. 14). Dies vermag auch eine Erklärung für den Einwand der Verteidigung zu lie-

fern, wonach die Privatklägerin 1 beim Oralsex von keinem Würgegefühl, Brechreiz 

oder dergleichen berichtete (Urk. 108 S. 20 f.). Dem Einwand des Beschuldigten 

bzw. der Verteidigung, wonach der orale Geschlechtsverkehr ja schlecht unfreiwillig 

passiert sein könne, zumal die Privatklägerin 1 einfach den Mund zuhalten oder die 

Zähne hätte zubeissen können (Urk. D1 9/1 S. 18; Urk. 75 S. 9), ist entgegenzu-

halten, dass angesichts der erstellten Umstände ohne Weiteres nachvollziehbar 

erscheint, dass die herrschende Drucksituation die Privatklägerin 1 von einem sol-

chen Vorgehen abgehalten hat. Abgesehen davon ist gestützt auf ihre glaubhaften 

Aussagen (Urk. D1 insb. 10/2 S. 19) auch erstellt, dass der Beschuldigte von der 

Weiterführung des Oralverkehrs absah, nachdem er bemerkt hatte, dass sie sich 

dagegen zur Wehr setzte.

- 30 -

2.5. Ebenso ist gestützt auf die einheitlichen und anschaulichen Ausführungen der 

Privatklägerin 1 erstellt, dass der Beschuldigte sie hernach erneut auf den Rücken 

gedreht habe, sich auf sie gelegt und ihre Arme mit seinen Händen auf die Matratze 

gedrückt habe, so dass sie nicht entkommen habe können, und nochmals vaginal 

mit seinem erigierten Penis – ohne Kondom – in die Privatklägerin 1 eingedrungen 

sei und den vaginalen Geschlechtsverkehr während 5-10 Minuten bis zum 

Samenerguss in der Privatklägerin 1 vollzogen habe, wobei er ihr dabei wieder an 

die nackten Brüste gefasst habe (Urk. D1 10/1 S. 4 u. 6 ff.; 10/2 S. 9 u. 19 ff.; 10/3 

S. 13 f.). Dass die Privatklägerin 1 für die Schilderung des Kerngeschehens 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. Dezember 2019, wie 

von der Verteidigung geltend gemacht, lediglich 6 Minuten gebraucht habe 

(Urk. 108 S. 16), lässt sich mit den gestellten Fragen erklären, welche insbesondere 

auf das Rahmengeschehen abzielten und nicht direkt das Kerngeschehen im 

Fokus hatten (vgl. Urk. D1 10/2). 

2.6. Ferner erweisen sich ihre Aussagen, wonach der Beschuldigte ihre Wohnung 

am besagten Abend bewusst und gewollt nicht verlassen habe, obwohl sie ihn 

mehrfach und eindringlich zum Gehen aufgefordert habe (Urk. D1 10/1 S. 4 u. 9 f.; 

10/2 S. 8, 12), als kohärent und widerspruchsfrei.

2.7. Es sind allerdings auch mehrere Inkohärenzen im Aussageverhalten der Pri-

vatklägerin 1 auszumachen: So schilderte sie uneinheitlich, ob der Beschuldigte sie 

an beiden Handgelenken bzw. Armen festhaltend mit sich in ihr Schlafzimmer führte 

(Urk. D1 10/1 S. 4; 10/2 S. 8 u. 13) oder lediglich an einem Arm (Urk. D1 10/2 S. 7 f. 

u. 13). Dies betrifft einen eher untergeordneten Punkt, welcher die Glaubhaftigkeit 

der übrigen Aussagen der Privatklägerin 1 nicht zu erschüttern vermag. Auch ver-

mag der Umstand, dass die Privatklägerin 1 zu Protokoll gab, dass sie mitgelaufen 

sei (Urk. D1 10/2 S. 13), ihrer Sachdarstellung nicht entgegenzustehen, da sie in 

diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, was sie erwartete und sie den Beschul-

digten überdies dadurch nur zurückhaltend belastet, was bei einem Erfinden des 

Handlungsablaufs nicht naheliegend erscheint. Aus ihrem Mitlaufen ins Schlafzim-

mer ein Einverständnis zu den nachfolgenden sexuellen Handlungen abzuleiten, 

wie es die Verteidigung in den Raum zu stellen scheint (vgl. Urk. 75 S. 9 f.), geht 

- 31 -

demnach fehl. Die von der Verteidigung bei der Privatklägerin 1 festgestellten Be-

lastungstendenzen, indem sie ausgeführt habe, dass der Beschuldigte ihr iPhone 

gehackt oder sie bspw. früh morgens im Fitness abgepasst habe (Urk. 108 S. 13), 

beziehen sich nicht auf das Kerngeschehen, sondern erfassen Nebensächlichkei-

ten, weshalb sie letztlich von untergeordneter Bedeutung sind. Gleiches hat hin-

sichtlich der Ausführungen der Verteidigung zur Frequenzillusion und dem Verfal-

len der Privatklägerin 1 in das sogenannte Baader-Meinhof-Phänomen zu gelten 

(Urk. 108 S. 13). In diesem Zusammenhang erscheint erwähnenswert, dass die Pri-

vatklägerin 1 im Übrigen eher zurückhaltende Belastungen zum Nachteil des Be-

schuldigten formulierte, so beispielsweise, dass sie ihm keine Anwendung (über-

mässiger) Gewalt beschied (Urk. 10/2 S. 17 u. 19) bzw. erläuterte, dass er beim 

Küssen nicht aggressiv vorgegangen sei (sondern sie einfach habe küssen wollen: 

Urk. D1 10/2 S. 13) oder indem sie angab, dass er sie bei der vaginalen Penetration 

nicht verletzt habe (Urk. D1 10/2 S. 17 f.). Dieses differenzierte Aussageverhalten 

lässt ihre Sachdarstellung glaubhaft erscheinen.

2.8. Unklar bleibt, wann genau der Beschuldigte der Privatklägerin 1 ihre Unter-

wäsche oder auch die Oberbekleidung ausgezogen haben soll, woran sie sich nicht 

genau zu erinnern vermochte (Urk. D1 10/1 S. 4 ff.; 10/2 S. 15 f.; 10/3 S. 4). Dieser 

Umstand erschüttert indes – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 75 

S. 10; Urk. 108 S. 21 ff.) – die Glaubhaftigkeit ihrer ansonsten kohärenten Sach-

darstellung nicht, sondern vermag vielmehr ihre Überforderung in dieser Situation 

aufzuzeigen, in welcher sie mehrere Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten hatte. 

Abgesehen davon wäre bei einem Erfinden des ganzen Handlungsablaufs eher zu 

erwarten gewesen, dass die Privatklägerin 1 den Zeitpunkt des Ausziehens ihrer 

Kleidung zeitlich konziser beschrieben hätte. Insofern vermögen gewisse Unsicher-

heiten im Aussageverhalten die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen sogar zu unterstüt-

zen, weil ihre Ausführungen nicht einstudiert wirken. Mit der Verteidigung ist fest-

zuhalten, dass die Aussage der Privatklägerin 1, dass sie sich aus Angst aufs Sofa 

gesetzt habe (Urk. 108 S. 23; D1 10/1 F/A 15), unklar resp. als Übertreibungsten-

denz zu werten ist. In diesem Zeitpunkt hatte sie keinen Grund, Angst zu haben 

resp. ist nicht nachvollziehbar, wovor sie Angst gehabt haben soll, wusste sie doch 

- 32 -

noch nicht, was passieren würde resp. erfolgten bis dahin keine Handlungen gegen 

ihren Willen.

2.9. Auch das inkonsistente Aussageverhalten der Privatklägerin 1, ob der Be-

schuldigte sie nunmehr an den Händen (Urk. D1 10/2 S. 8), den Armen (Urk. D1 

10/1 S. 4) oder Oberarmen festgehalten hat, als er erstmalig vaginal in sie eindrang 

(Urk. D1 10/1 S. 6 f.), ist letztlich – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 75 

S. 7) – von eher untergeordneter Bedeutung, weil sich die Fixationshaltung zwi-

schenzeitlich auch geändert haben kann. Massgebend ist, dass die Privatklägerin 1 

ihre Arme aufgrund des Festhaltens des Beschuldigten nicht mehr frei bewegen 

konnte. Massgebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen vermögen 

diese Divergenzen nicht zu erwecken. Auch die von der Verteidigung aufgeführten 

Ungereimtheiten in den Aussagen der Privatklägerin 1 hinsichtlich der Fusstritte 

(Urk. 108 S. 19) sowie den Umarmungen und Küssen auf dem Sofa (Urk. 108 

S. 20 f.) erscheinen vielmehr als Spitzfindigkeiten und stellen keine wesentlichen 

Widersprüche dar, welche die Glaubhaftigkeit von deren Aussagen in Frage stellen. 

Im Übrigen bestehen auch keine Anhaltspunkte für die von der Verteidigung er-

wähnte kognitive Dissonanz und deren Auflösung (Urk. 108 S. 5 ff.). Die Akten 

müssten auf einen entsprechenden psychischen Zustand bei der Privatklägerin 1 

hindeuten, was sie indes gerade nicht tun. Auch sind keine solch gearteten Verhal-

tensweisen der Privatklägerin 1 auszumachen. 

2.10. Insofern vermögen die wenigen – teils wie aufgezeigt auch vermeintlichen – 

Inkohärenzen im Aussageverhalten der Privatklägerin 1 die Stringenz und Über-

zeugungskraft ihrer übrigen Aussagen in keiner Weise spürbar zu beeinträchtigen. 

Nichts daran zu ändern vermögen auch die von der Verteidigung bezeichneten 

Stellen in den Videoaufzeichnungen der beiden staatsanwaltlichen Einvernahmen 

der Privatklägerin 1 (Urk. D1 10/4). Die in diesem Zusammenhang von der Vertei-

digung geltend gemachte Wahrnehmung (Urk. 75 S. 12 ff.), dass die Antworten der 

Privatklägerin 1 von ihrer Rechtsvertretung mehrfach vorgegeben ("souffliert") wor-

den oder die gezeigten Emotionen der Privatklägerin 1 unpassend oder übertrieben 

("filmreif empört") sein sollen, kann nicht geteilt werden. Auf die Aussagen der Pri-

vatklägerin 1 ist deshalb abzustellen. Aufgrund der gestützt auf die glaubhaften 

- 33 -

Ausführungen der Privatklägerin 1 erstellten äusseren Umstände ist auch ohne 

Weiteres darauf zu schliessen, dass der Beschuldigte im Wissen darum handelte, 

dass die in Frage stehenden Handlungen gegen ihren Willen erfolgten.

2.11. Letztlich offenbleiben muss die Klärung der Frage, ob der Beschuldigte der 

Privatklägerin 1 im Nachgang zum anklagegegenständlichen Vorfall – im Sinne ei-

nes Schuldeingeständnisses und eines Vorschlages zur Wiedergutmachung – vor-

geschlagen hat, alle ihre Rechnungen zu zahlen (entsprechend die Privatkläge-

rin 1: Urk. D1 10/1 S. 10; 10/2 S. 9) oder lediglich diejenige betreffend die Restlauf-

zeit der Mitgliedschaft der Privatklägerin 1 im Fitnessclub J._____, um ein Aufein-

andertreffen zu vermeiden (so der Beschuldigte: Prot. I S. 16, wobei er gleichzeitig 

angab, er glaube, dieses Angebot vor dem 15. Juni 2019 gemacht zu haben; Prot. I 

S. 17, was wiederum irritiert). Die Verteidigung moniert, die Vorinstanz habe sich 

zu Unrecht nicht kritisch mit diesem Themenkomplex auseinandergesetzt, wobei 

sie die von der Privatklägerin 1 in diesem Zusammenhang gemachten Behauptun-

gen als unglaubhaft und polemisch bezeichnete (Urk. 75 S. 12), welchem Vorbrin-

gen insbesondere auch unter Verweis auf die vorstehend zum Inhalt der beiden 

unmittelbar nach dem anklagegegenständlichen Vorfall geführten Telefonate zwi-

schen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 gemachten Erwägungen (vgl. 

E. III.G.1.8.) nicht zugestimmt werden kann. Der Umstand, dass die Zeugin 

E._____ bestätigte, dass ihr die Privatklägerin 1 davon erzählt habe, dass der Be-

schuldigte der Privatklägerin 1 ein Angebot gemacht habe, dass er ihr die Rech-

nungen für einen gewissen Zeitraum bezahlen werde, wenn sie "ihre Fresse" halte 

(Urk. D1 11/1 S. 9), vermag indes weder der einen noch der anderen Sachdarstel-

lung klar Nachdruck zu verleihen, zumal sich diese Aussage unmittelbar auf die 

Angaben der Privatklägerin 1 stützt. 

2.12. Dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1 gegenüber anlässlich eines Te-

lefonats ca. am 1. Juli 2019 als Reaktion auf deren kommuniziertes Ansinnen, den 

Vorfall vom 15. Juni 2019 bei der Polizei zu melden, geäussert hat "Wenn du das 

machst, kannst du das Land verlassen, du bist dann mein Feind. Du weisst, was 

dies bedeutet" und damit bezweckte, eine entsprechende Meldung des Vorfalls 

durch die Privatklägerin 1 zu verhindern, ist angesichts der konsistenten Ausfüh-

- 34 -

rungen der Privatklägerin 1 (Urk. D1 9/1 S. 10 f.; 10/2 S. 22) ebenso erstellt. So 

spricht die Schilderung ihrer Gefühle und Reflektionen bei der Entgegennahme der 

Drohung (vgl. Urk. D1 10/2 S. 22 F/A 123; 10/4 02:51:20) klar für ein von ihr selbs-

terlebtes Geschehen. Ferner wird die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen auch in die-

sem Sachzusammenhang durch ihr differenziertes und zurückhaltendes Aussage-

verhalten, wonach sie im ersten Augenblick keine Angst verspürt habe (Urk. D1 

10/2 S. 22; 10/4 02:52.10), entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 59 

S. 32), gestärkt. Die Aussagen der Privatklägerin 1 erweisen sich deshalb auch in 

diesem Zusammenhang als überzeugend.

2.13. Ergänzend kann hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Ausführungen der 

Privatklägerin 1 zum Nachtatgeschehen vollumfänglich auf die sich als zutreffend 

erweisenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 73 E. I.D.2.2.1.-2.2.5.) verwiesen 

werden. Auffälligkeiten im Verhalten der Privatklägerin 1, welche ihre Sach-

darstellung des Kerngeschehens in Frage stellen würden, lassen sich daraus nicht 

ableiten. Insbesondere vermag der Umstand, dass nach dem Vorfall vorerst 

gelegentlich noch weiter zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 

kommuniziert wurde, entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 59 S. 27 u. 32 f.), 

nichts am vorläufigen Beweisergebnis zu ändern, zumal ein Abbruch der 

Kommunikation nach solch einem Vorfall zwar naheliegend aber keinesfalls 

zwingend erscheint und bereits dargetan wurde, dass die Privatklägerin 1 den 

Vorfall zuerst zu verdrängen suchte (vgl. dazu vorstehend unter E. III.F.2.). Auch 

die Tatsache, dass im – von der Privatklägerin 1 nicht gegengezeichneten – 

Polizeirapport vom 9. Juli 2019 davon die Rede ist, dass sie gesagt habe, dem 

Beschuldigten im Nachgang geschrieben zu haben, dass dies eine Vergewaltigung 

gewesen sei (Urk. 1 S. 3), vermag die mangelnde Validierung dieser Aussage durch 

aktenkundige Textnachrichten nichts Entscheidendes zu ändern, zumal die 

Thematisierung des Vorfalls zwischen den beiden Direktbeteiligten auch mit 

anderen Worten diskutiert bzw. kommuniziert worden sein könnte (vgl. die 

vorstehend unter E. III.G.1.8. u. 2.11. gemachten Erwägungen).

2.14. Schliesslich ist festzuhalten, dass von einer unmittelbar nach dem Vorfall 

vorgenommenen medizinischen Untersuchung – obschon in der Regel wünschens-

- 35 -

wert – vorliegend keine massgebenden Aufschlüsse zu erwarten gewesen wären, 

weil die Vornahme der sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin 1 ja unstrittig ist. Deshalb erweist sich auch der (sinngemäss vorge-

brachte) Einwand der Verteidigung, dass das Unterbleiben der Untersuchung auf-

fällig erscheint (Urk. 59 S. 32), nicht von Relevanz. 

3. Von der Vorinstanz wurden ferner die massgebenden Aussagen der vier ein-

vernommenen Zeugen zutreffend wiedergegeben (Urk. 73 E. I.D.3.1.-3.3.; 4.1.; 

5.1.; 6.1.), weshalb vorab darauf verwiesen werden kann.

3.1. Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. I.D.3.4.) vermochte die Zeugin E._____ anschaulich zu schildern, wie sich die 

Privatklägerin 1 nach dem Vorfall verändert hatte, wie sie über die Vergewaltigung 

in Kenntnis gesetzt wurde und weshalb dies erst nach einiger Zeit geschah (Urk. D1 

11/1 S. 4 ff.). Die von der Zeugin geschilderten Umstände der Offenlegung der Ge-

schehnisse durch die Privatklägerin 1 erweisen sich als unverdächtig, so auch die 

Diskussion betreffend das separate Waschen der Bettwäsche (vgl. Urk. D1 11/1 

S. 9; im Einklang stehend mit den entsprechenden glaubhaften Aussagen der Pri-

vatklägerin 1: Urk. D1 10/2 S. 10 u. 23). Die Zeugin E._____ tat glaubhaft dar, dass 

ihr die Privatklägerin 1 das Vorgefallene – aus Scham – wahrscheinlich auch nicht 

so schnell hätte anvertrauen können, wenn sie (die Zeugin E._____) sie nicht damit 

konfrontiert hätte (Urk. D1 11/1 S. 7). Ihre Aussagen erweisen sich auch im Übrigen 

als schlüssig und überzeugend. Sie fügen sich auch hinsichtlich der ihr seitens der 

Privatklägerin 1 mitgeteilten Details des anklagegegenständlichen Vorfalls mühelos 

in das übrige Beweisergebnis ein, was deren Glaubhaftigkeit zusätzlich stützt und 

validiert. Anzeichen dafür, dass die Zeugin E._____ nicht die Wahrheit sagte oder 

dass es zu einer Absprache mit der Privatklägerin 1 kam, sind keine auszumachen. 

3.2. Die Sachdarstellung der Privatklägerin 1 wird auch durch die Aussagen der 

Zeugin F._____ gestützt, auch wenn festzustellen ist, dass sich jene nicht mehr im 

Detail zu erinnern vermochte, was am 15. Juni 2019 geschah (vgl. Urk. D1 11/2 

insb. S. 5). Auch ihre weiteren Ausführungen zur Beziehung zwischen dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin 1 und dem ihr bekannten Verhalten der beiden 

- 36 -

Personen vor und nach dem anklagegegenständlichen Vorfall vermögen keine 

Zweifel an der Sachdarstellung der Privatklägerin 1 zu erwecken.

3.3. Daran vermögen auch die seitens der Zeugin G._____ gemachten Aussagen 

nichts zu ändern, welche die Privatklägerin 1 – wenn auch nicht detailliert – eben-

falls über den anklagegegenständlichen Vorfall unterrichtet hatte (Urk. D1 11/3 S. 

4). Aufschlussreich erscheinen ihre Schilderungen, wonach sie die Privatklägerin 1 

am späteren Abend des 15. Juni 2019 "irgendwie anders als sonst", traurig, zurück-

haltend und ruhig wahrgenommen habe und sie damals die Privatklägerin 1 ein, 

zwei Mal gefragt habe, ob alles in Ordnung sei (Urk. D1 11/3 S. 6). Diese von der 

Zeugin G._____ zu Protokoll gegebene Wahrnehmung der Stimmungslage der Pri-

vatklägerin 1 nach dem anklagegegenständlichen Vorfall vermag das Beweiser-

gebnis weiter zu stützen.

3.4. Der Zeuge H._____ vermochte keine sachdienlichen Aussagen zum Kernge-

schehen oder zu relevanten, mit dem anklagegegenständlichen Vorfall im Zusam-

menhang stehenden Geschehnissen zu machen, weshalb seine zu Protokoll gege-

benen Ausführungen am Beweisergebnis nichts ändern. Insbesondere vermögen 

auch seine Schilderungen des Aufeinandertreffens des Beschuldigten mit der Mut-

ter der Privatklägerin 1 ca. im Mai 2020 nichts an dieser Einschätzung zu ändern, 

zumal er die Konversation zwischen diesen beiden Personen nicht unmittelbar mit-

bekommen hat (vgl. Urk. D1 11/4 S. 7 f.).

4. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die detaillierten, kohärenten, emotional 

spürbaren und im Wesentlichen widerspruchsfreien Aussagen der Privatklägerin 1 

zum Kerngeschehen überzeugen. Demgegenüber erweist sich die über weite Stre-

cken sehr vage gebliebene Sachdarstellung des Beschuldigten zum Kerngesche-

hen als wenig glaubhaft. Auffällig erscheinen ferner seine mehrfachen und durch-

aus auch ausführlichen Diskreditierungen der Privatklägerin 1, welche sich zudem 

als mehrheitlich unpräzise, wenig konstant und teilweise konstruiert erweisen und 

seine Angaben generell als unzuverlässig erscheinen lassen. Auch vermag die 

Würdigung der weiteren Beweise die Sachdarstellung der Privatklägerin 1 zu stüt-

zen. Der Anklagesachverhalt ist deshalb ohne massgebliche Zweifel als erstellt zu 

erachten. Bei diesem klaren Beweisergebnis bleibt – entgegen der Auffassung der 

- 37 -

Verteidigung (Urk. 75 S. 9 ff.) – auch unerheblich, dass keine Fotos erstellt wurden 

oder nicht bekannt ist, ob Nachbarn der Privatklägerin 1 sich nach dem Schreien 

der Privatklägerin 1 erkundigt haben.

IV. Rechtliche Würdigung

A. Vergewaltigung / Sexuelle Nötigung

1. Den Tatbestand der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

erfüllt, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen 

sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie 

unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Eine Verge-

waltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB begeht, wer eine Person weiblichen 

Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, 

Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig 

macht. Die in den beiden Tatbeständen beispielhaft angeführten Nötigungsmittel 

sind identisch. 

1.1. Art. 189 und Art. 190 StGB bezwecken den Schutz der sexuellen Selbstbe-

stimmung. Das Individuum soll sich im Bereich des Geschlechtslebens unabhängig 

von äusseren Zwängen oder Abhängigkeiten frei entfalten und entschliessen kön-

nen. Die sexuellen Nötigungstatbestände von Art. 189 und 190 StGB setzen über-

einstimmend voraus, dass der Täter das Opfer durch eine Nötigungshandlung dazu 

bringt, eine sexuelle Handlung zu erdulden oder vorzunehmen. Die Tatbestände 

erfassen alle erheblichen Nötigungsmittel, auch solche ohne unmittelbaren Bezug 

zu physischer Gewalt. Es soll ebenfalls das Opfer geschützt werden, das in eine 

ausweglose Situation gerät, in der es ihm nicht zuzumuten ist, sich dem Vorhaben 

des Täters zu widersetzen, auch wenn dieser keine Gewalt anwendet. Dement-

sprechend umschreibt das Gesetz die Nötigungsmittel nicht abschliessend. Es er-

wähnt namentlich die Ausübung von Gewalt und von psychischem Druck sowie das 

Bedrohen und das Herbeiführen der Widerstandsunfähigkeit, wobei der zuletzt ge-

nannten Variante kaum eigenständige Bedeutung zukommt (zum Ganzen: 

BGE 131 IV 167 E. 3; Urteile des Bundesgerichtes 6B_643/2021 E. 3.3.2 vom 

- 38 -

21. September 2021; 6B_1444/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.2; 6B_479/2020 

vom 19. Januar 2021 E. 4.3.2; je mit Hinweisen). 

1.2. Gewalt im Sinne von Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB ist nach der 

Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft 

aufwendet, als zum blossen Vollzug des Akts notwendig ist, bzw. wenn sich der 

Täter mit körperlicher Kraftentfaltung über die Gegenwehr des Opfers hinwegsetzt. 

Eine körperliche Misshandlung, rohe Gewalt oder Brutalität etwa in Form von Schlä-

gen und Würgen ist indes nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine über-

legene Kraft einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf 

sie legt. Vom Opfer wird nicht verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen 

Mitteln zu wehren versucht. Dieses muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder 

Verletzungen in Kauf nehmen. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr 

des Opfers meint eine tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher 

dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht 

einverstanden zu sein (Urteile des Bundesgerichtes 6B_643/2021 E. 3.3.3 vom 

21. September 2021; 6B_1444/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.2; 6B_479/2020 

vom 19. Januar 2021 E. 4.3.3; je mit Hinweisen). Der Tatbestand der sexuellen 

Nötigung oder Vergewaltigung ist auch erfüllt, wenn das Opfer unter dem Druck 

des ausgeübten Zwangs zum Voraus auf Widerstand verzichtet oder ihn nach an-

fänglicher Abwehr aufgibt (BGE 126 IV 124 E. 3c; 118 IV 52 E. 2b mit Hinweisen; 

Urteile 6B_1444/2020 vom 10. März 2021 E. 2.3.2; 6B_479/2020 vom 19. Ja-

nuar 2021 E. 4.3.3). 

1.3. Die Tatbestände der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung erfordern 

Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Wer es für möglich hält, dass das Opfer 

mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden ist, und dies in Kauf nimmt, be-

geht eventualvorsätzlich eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung (BGE 87 IV 

66 E. 3; Urteile des Bundesgerichtes 6B_643/2021 E. 3.3.5 vom 21. Septem-

ber 2021; 6B_995/2020 vom 5. Mai 2021 E. 2; 6B_479/2020 vom 19. Januar 2021 

E. 4.3.5; je mit Hinweisen). 

1.4. Einfache Tatbegehung ist anzunehmen, wenn der Täter über längere Zeit das 

gleiche Opfer sexuell missbraucht oder vergewaltigt. Hat der Täter beispielsweise 

- 39 -

durch die Anwendung eines Tatmittels das Opfer widerstandsunfähig gemacht und 

verkehrt mehrmals geschlechtlich mit ihr, so handelt es sich um keine Tatmehrheit. 

Entscheidendes Kriterium zur Abgrenzung von einer mehrfachen Tatbegehung 

dürfte sein, ob der Täter zwischenzeitlich für eine gewisse Zeit von seinem Opfer 

ablässt und später mit den sexuellen Handlungen fortfährt (PHILIPP MAIER, Die Nö-

tigungsdelikte im neuen Sexualstrafrecht, Diss. Zürich 1994, S. 348).

1.5. Der Tatbestand der Vergewaltigung geht demjenigen der sexuellen Nötigung 

vor (sog. Konsumation), soweit den beischlafsähnlichen bzw. anderen sexuellen 

Handlungen neben der Vergewaltigung keine eigenständige Bedeutung zukommt, 

die sexuelle Nötigung damit primär eine Begleiterscheinung der Vergewaltigung 

darstellt. Realkonkurrenz ist demgegenüber anzunehmen, wenn die anderen sexu-

ellen Handlungen neben dem eigentlichen Geschlechtsverkehr auf selbständige, 

geschlechtliche Befriedigung zielen (BSK STGB-MAIER, 4. A. 2019, Art. 189 N 81 

m.w.H. sowie Art. 190 N 24).

2. Die erstellte vom Beschuldigten an den Tag gelegte Handlungsweise deckt 

ein weites Spektrum sexueller Handlungen ab (vaginaler Geschlechtsverkehr, Ora-

lverkehr, Küssen, Anfassen bzw. Kneifen und Kneten der Brüste) und erfolgte ins-

gesamt in einem fliessenden Handlungsablauf, ohne dass es zu eigentlichen Un-

terbrüchen, die einen neuen Tatentschluss bedingt hätten, gekommen wäre. Des-

halb ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 II.2.2.) auch hinsichtlich 

der durch den zwischenzeitlichen Oralverkehr unterbrochenen vaginalen Penetra-

tion der Privatklägerin 1 durch den Beschuldigten nicht von einer mehrfachen Ver-

gewaltigung auszugehen. 

2.1. Sodann liegen – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 75 S. 5 ff.; 

Prot. I S. 26 ff.) – auch klarerweise verschiedene Nötigungshandlungen vor: Der 

Beschuldigte setzte seine überlegene Kraft ein, indem er die Privatklägerin 1 

zwecks Ermöglichung des vaginalen Geschlechtsverkehrs mit seinem 

Körpergewicht fixierte, ihre Beine spreizte und ihre Arme sowie im weiteren Verlauf 

den Hals, den Nacken und die Beine der Privatklägerin 1 festhielt, beim Oralverkehr 

Druck gegen ihren Kopf ausübte und sie ausserdem mittels seiner sehr aggressiven 

Äusserungen widerstandsunfähig machte. Die von der Rechtsprechung geforderte 

- 40 -

Gegenwehr des Opfers in Form einer tatkräftigen und manifesten 

Willensbezeugung, mit welcher dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, 

mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden zu sein, liegt durch den erstellten 

vehementen verbalen, nonverbalen (Weinen) und physischen (Wegdrehen des 

Kopfes beim Küssen; Versuche, den Beschuldigten wegzustossen bzw. beim 

Oralverkehr mit ihrem Kopf Gegendruck zu geben) Widerstand unmissverständlich 

vor. Der Umstand, dass ihre Gegenwehr mit zunehmendem Zeitablauf 

insbesondere aufgrund ihrer Erschöpfung nachliess, vermag nichts daran zu 

ändern, dass sie den ihr zumutbaren Widerstand klar manifestierte. Die 

geschilderten Nötigungshandlungen des Beschuldigten erreichten jedenfalls über 

die gesamte Zeit die nötige Intensität und waren geeignet, den der Privatklägerin 1 

zumutbaren Widerstand zu überwinden bzw. zu unterbinden. Damit ist der objektive 

Tatbestand sowohl hinsichtlich der Vergewaltigung wie auch – hinsichtlich des 

Oralverkehrs – der sexuellen Nötigung erfüllt. Den weiteren anderen sexuellen 

Handlungen (Küssen; Anfassen bzw. Kneifen und Kneten der Brüste) kommt neben 

dem erzwungenen vaginalen und oralen Geschlechtsverkehr keine eigenständige 

Bedeutung zu. Diese stellen im Rahmen der rechtlichen Subsumption hierzu 

Begleiterscheinungen dar.

2.2. In subjektiver Hinsicht konnte und durfte der Beschuldigte angesichts der an 

den Tag gelegten deutlichen verbalen, nonverbalen und physischen Gegenwehr 

der Privatklägerin 1 bzw. nach der Schaffung einer für sie ausweglosen Situation 

keinesfalls auf ein Einvernehmen ihrerseits schliessen. Damit erfüllte er die Tatbe-

stände der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB und der sexuellen 

Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht. Alle seine 

Handlungen (Nötigungs- und sexuelle Handlungen) erfolgten bewusst und gewollt, 

mithin vorsätzlich. Hinsichtlich der nötigen Kausalität war ihm bewusst, dass die 

Privatklägerin 1 mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden war und diese 

nur aufgrund der Nötigungen übersichergehenliess. 

2.3. Mangels Vorliegens von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen 

macht sich der Beschuldigte demnach der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig.

- 41 -

B. Hausfriedensbruch

1. Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB begeht und auf Antrag bestraft 

wird, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen 

abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause 

gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrecht-

mässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, 

darin verweilt. Art. 186 StGB schützt das sogenannte Hausrecht, das heisst die 

Befugnis, über die Anwesenheit Aussenstehender in den eigenen Räumlichkeiten 

entscheiden zu können. Träger des Hausrechts ist derjenige, dem die Verfügungs-

gewalt über die Räume zusteht, gleichgültig, ob jene auf einem dinglichen oder 

obligatorischen Recht beruht (Urteil BGE 146 IV 320 E. 2.3; BGE 121 IV 81 E. 3a; 

BGE 118 IV 167 E. 1c S. 172; BGE 112 IV 31 E. 3 S. 33).

2. Der erforderliche Strafantrag der Privatklägerin 1 liegt vor (Urk. D1 2). Der ob-

jektive Tatbestand ist erfüllt, befand sich der Beschuldigte doch trotz mehrfacher 

Aufforderung der Privatklägerin 1 in ihrer Wohnung an der K._____-strasse … in 

L._____. Subjektiv war es für den Beschuldigten jedoch aufgrund des ambivalenten 

Verhaltens der Privatklägerin 1 nicht erkennbar, dass sie wollte, dass er geht. Dies 

insbesondere, weil sie seine Anwesenheit trotz Aufforderung zu gehen, duldete. So 

liess sie sich vom Beschuldigten vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer komplimen-

tieren, was unbestrittenermassen ohne Gewalt erfolgte. Auch aufgrund der schnel-

len Abfolge von diversen Geschehnissen im Wohnzimmer, wie dem Einreden auf 

die Privatklägerin 1, der Auseinandersetzung resp. dem Gespräch auf dem Sofa, 

dem Umarmen und Küssen und der darauffolgenden freiwilligen Verschiebung ins 

Schlafzimmer, war es für den Beschuldigten subjektiv nicht erkennbar, dass er ge-

gen den Willen der Privatklägerin 1 in deren Räumlichkeiten verblieb. Somit ist der 

Tatbestand nicht erfüllt und der Beschuldigte ist vom Vorwurf des Hausfriedensbru-

ches im Sinne von Art. 186 StGB freizusprechen.

C. Versuchte Nötigung

1. Gemäss Art. 181 StGB wird wegen Nötigung bestraft, wer jemanden durch 

Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung sei-

- 42 -

ner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Schut-

zobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und Willensbetätigung 

des Einzelnen (BGE 134 IV 216 E. 4.4.3; BGE 129 IV 6 E. 2.1, BGE 129 IV 262 E. 

2.1). Der Tatbestand ist ein Erfolgsdelikt; die Anwendung des Nötigungsmittels 

muss den Betroffenen in seiner Handlungsfreiheit beeinträchtigen (BGE 141 IV 437 

E. 3.2.1; Urteil 6B_819/2010 vom 3. Mai 2011 E. 5.1). Eine Intensität des durch die 

Androhung ernstlicher Nachteile ausgeübten Zwanges, wie sie die schwere Dro-

hung im Sinne von Art. 180 StGB verlangt, ist bei der Nötigung nicht erforderlich 

und ein Ausnahmezustand beim Opfer wie Panik oder Angstlähmung ist keine Vor-

aussetzung (BSK STGB-DELNON/RÜDY, 4. A. 2019, Art. 181 N 26 m.w.H.).

2. Der Versuch ist in Art. 22 StGB geregelt. Das Gesetz enthält hierfür keine 

eigentliche Definition. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt ein Ver-

such vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und 

seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestands-

merkmale verwirklicht wären (Urteile des Bundesgerichtes 6B_183/2014 vom 

28. Oktober 2014 E. 3.4; BGE 131 IV 100 E. 7.2.1; 120 IV 199 E. 3e; 128 IV 18 

E. 3b; 122 IV 246 E. 3). Zum Versuch gehört folglich der Entschluss des Täters, 

eine Straftat zu begehen, und die Umsetzung dieses Tatentschlusses in eine Hand-

lung. Der Täter muss mit der Ausführung der Tat (mindestens) begonnen haben.

2.1. Der Beschuldigte liess gegenüber der Privatklägerin 1 ca. am 1. Juli 2019 

anlässlich eines Telefonats verlautbaren, dass sie das Land verlassen könne, weil 

sie dann sein Feind sei, wobei sie wisse, was das bedeute, wenn sie die Polizei 

über den Vorfall vom 15. Juni 2019 informiere. Durch diese Androhung ernstlicher 

Nachteile beabsichtigte er, die Privatklägerin 1 vom Aufsuchen der Polizei abzuhal-

ten, die Privatklägerin 1 damit in ihrer Handlungsfreiheit zu beinträchtigen. Auch 

wenn die Privatklägerin 1 im ersten Augenblick keine Angst verspürt habe (Urk. D1 

10/2 S. 22), bleibt dieser Umstand von untergeordneter Bedeutung, weil die zur 

Nötigungshandlung des Beschuldigten kausale Angstwirkung spätestens im Zeit-

punkt der Anzeigeerstattung eintrat (vgl. ebenfalls Urk. D1 10/2 S. 22), weshalb die 

für den Beschuldigten auch erkennbare erforderliche Intensität der angedrohten 

Nachteile so oder anders gegeben ist. 

- 43 -

2.2. Da es dem Beschuldigten letztlich nicht gelang, die Privatklägerin 1 in ihrer 

Handlungsfreiheit zu beeinträchtigen, er indes wissentlich und willentlich alle zur 

Erfüllung des objektiven Tatbestandes nötigen Handlungen vornahm, blieb es le-

diglich beim Versuch.

3. Mangels Vorliegens von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen 

macht sich der Beschuldigte demnach überdies der versuchten Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig. Anzumerken 

bleibt, dass es sich bei der Annahme der Vorinstanz, es liege ein Versuch gemäss 

Abs. 2 von Art. 22 StGB (untauglicher Versuch aus grobem Unverstand) vor, um 

ein offensichtliches Versehen handelt, liegen doch keine diesbezüglichen Hinweise 

vor.

- 44 -

V. Strafzumessung

A. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung, retrospektive Konkurrenz, 

Wahl der Sanktionsart und Strafvollzug

1. Von der Vorinstanz wurden die theoretischen Grundlagen der Strafzumes-

sung, die Wahl der Sanktionsart und des Strafvollzugs umfassend und zutreffend 

erörtert. Darauf (Urk. 73 E. III.A. bzw. IV.B.1. u. C.) und auf die aktuelle Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Thema (Urteile des Bundesgerichtes 6B_619/2019 

vom 11. März 2020 E. 3.3.; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 

102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden.

2. Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit Urteil vom 8. Mai 2023 

zwischenzeitlich und während des vorliegenden Verfahrens rechtskräftig für meh-

rere Delikte verurteilt wurde (Urk. 107). Im Zeitpunkt des Urteils vom 8. Mai 2023 

waren die zu beurteilenden Delikte bereits erfolgt, mithin verübte der Beschuldigte 

die Delikte gegenüber der Privatklägerin 1 allesamt vor dem Urteil vom 8. Mai 2023. 

Es besteht damit retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB hin-

sichtlich des Urteiles vom 8. Mai 2023, sodass im Verhältnis zu diesen Strafen eine 

Zusatzstrafe zu bilden ist.

Für das Vorgehen zur Bildung einer Zusatzstrafe in Konstellationen teilweiser oder 

vollständiger retrospektiver Konkurrenz kann auf die bundesgerichtliche Praxis ver-

wiesen werden (Urteil des Bundesgerichtes 6B_829/2014 vom 30. Juni 2016 

E. 2.4.3 f.). In seiner jüngeren Rechtsprechung hat das Bundesgericht entschieden, 

dass die neuen nach der Erstverurteilung begangenen Delikte selbstständig und 

getrennt von denjenigen bis zum Ersturteil zu beurteilen sind. Nach Massgabe die-

ser höchstrichterlichen Praxisänderung hat das Gericht demnach in einem ersten 

Schritt die Sanktion für jene Delikte zu bestimmen, die vor der früheren Verurteilung 

begangen wurden, wobei es bei gleicher Strafart eine Zusatzstrafe im Sinne von 

Art. 49 Abs. 2 StGB auszuscheiden hat. In einem zweiten Schritt ist sodann unab-

hängig von der bereits ausgeschiedenen Zusatzstrafe die Sanktion für die Delikte 

nach dem Ersturteil festzusetzen. Handelt es sich dabei um dieselbe Strafart, sind 

- 45 -

die ermittelten Strafen zusammenzuzählen, was die zu verhängende Strafe ergibt 

(zum Ganzen: BGE 145 IV 1 E. 1). 

3. Für die Delikte der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung kommt bereits auf-

grund des festzustellenden Verschuldens bzw. der anzuwendenden Mindeststrafe 

(vgl. Art. 190 Abs. 1 StGB) jeweils lediglich Freiheitsstrafe als Sanktion in Betracht. 

B. Strafrahmen

Es besteht hinsichtlich der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB ein 

Strafrahmen von einem Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe. Eine Erweiterung des 

Strafrahmens ist – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz 

(Urk. 73 E. III.1.4.) – nicht angezeigt. Hernach wird diese Einsatzstrafe mit der Frei-

heitsstrafe für die sexuelle Nötigung zu asperieren sein. Hinsichtlich der auszufäl-

lenden Geldstrafe erweist sich der Nötigungsversuch als schwerstes Delikt. Es gilt 

diesbezüglich ein Strafrahmen von 3 Tagessätzen Geldstrafe bis 3 Jahre Freiheits-

strafe (Art. 181 StGB; Art. 34 Abs. 1 StGB). Gründe, den Strafrahmen zu erweitern 

sind diesbezüglich ebenso wenig angezeigt. Die dafür eingesetzte Geldstrafe wird 

hernach mit derjenigen für das Fahren in fahrunfähigen Zustand zu asperieren sein. 

Hinsichtlich der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln besteht ein Strafrah-

men von Busse bis zu Fr. 10'000.– (Art. 90 Abs. 1 und Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. 

Art. 106 Abs. 1 StGB).

C. Vergewaltigung

1. Bei der objektiven Tatschwere wirkt sich merklich verschuldenserschwerend 

aus, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 zwei Mal während jeweils mehrerer 

Minuten ungeschützt vaginal penetrierte und schliesslich in ihr ejakulierte. Ebenso 

wirkt sich deutlich verschuldenserhöhend aus, dass er sich ungeachtet der nicht 

unerheblichen Gegenwehr der Privatklägerin 1 unter Anwendung seiner körperli-

chen Überlegenheit sowie physischer Gewalt über ihren Willen hinwegsetzte, auch 

wenn noch brutalere Vorgehensweisen denkbar sind. Einhergehend mit der zutref-

fenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. III.B.1.1.) sind der grosse Vertrau-

ensbruch zu einer Person, mit welcher der Beschuldigte in einer besonderen Be-

- 46 -

ziehung stand, und die Tatbegehung in den eigenen vier Wänden der Privatkläge-

rin 1, in denen sie sich besonders geschützt fühlen sollte, zusätzlich nicht unerheb-

lich verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. In den Hintergrund rücken bei die-

ser Sachlage die weiteren im Zusammenhang mit der Vergewaltigung stehenden 

sexuellen Handlungen (Küssen; Anfassen bzw. Kneifen und Kneten der Brüste). 

Immerhin zeigen diese auf, dass der Übergriff von umfassender (sexueller, aber 

auch physischer) Einwirkung und damit besonderer Intensität war, wenn auch – wie 

bereits angesprochen – nicht von stark überschiessender Gewaltanwendung ge-

sprochen werden kann. Die objektive Tatschwere erweist sich als erheblich bis mit-

telschwer, wofür eine Einsatzstrafe von 34 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen 

ist.

2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direkt