# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b560a379-bbbb-5a8a-9f29-fcc7225fab17
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.03.2010 C-6232/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6232-2008_2010-03-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6232/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Alberto Meuli (Vorsitz), Richter Michael Peterli, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiber Jean-Marc Wichser.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Leimacher, 
Marktgasse 34, Postfach, 8180 Bülach,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV-Leistungen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6232/2008

Sachverhalt:

A.

A.a Die  am  NN.  geborene,  verheiratete,  in  ihrem  Heimatstaat 
wohnhafte  portugiesische  Staatsangehörige  X._______,  die  in  den 
Jahren  1978  bis  1998  in  der  Schweiz  gearbeitet  und  obligatorische 
Beiträge  an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und 
Invalidenversicherung (AHV/IV) entrichtet hatte (vgl. act. 3 und 77 der 
IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  [IV-Stelle]),  meldete  sich  am 3. 
Februar  2003  beim  heimatlichen  Sozialversicherungsträger   zum 
Bezug einer schweizerischen Invalidenrente an (act. 1 bis 5 IV).

A.b In der Folge zog die IV-Stelle verschiedene Unterlagen wirtschaft-
lichen und medizinischen Inhalts zu den Akten, insbesondere:

- einen von der Antragstellerin am 30. Oktober 2003 ausgefüllten Fra-
gebogen für den Versicherten, woraus hervorgeht,  dass sie zuletzt 4 
Stunden am Tag in der ABM Kloten gearbeitet habe, bis sie ihre Tätig-
keit  am  30.  Juni  1998  infolge  Wegzugs  nach  Portugal  aufgegeben 
habe, und dass sie seit 1990 bis zum Zeitpunkt der Antragstellung so-
wohl in der Schweiz als auch in Portugal wegen Depressionen in Be-
handlung gewesen sei (act. 8 IV);

- einen wohl ebenfalls am 30. Oktober 2003 ausgefüllten Fragebogen 
für  im Haushalt  tätige  Versicherte,  dem zu  entnehmen ist,  dass  die 
Versicherte die tägliche Haushaltsarbeit leistet, aber sich bei grösse-
ren Putzarbeiten helfen lässt (act. 7 IV);

- einen Bericht vom 17. Januar 2004 des behandelnden Arztes in der 
Zeit  von  1989  bis  1998,  Dr.  med.  K._______  in  Kloten,  welcher 
aufgrund  von  älteren  ärztlichen  Attesten  (vgl.  act.  12  bis  24)  als 
Diagnosen  mit  Auswirkung  auf  die  Arbeitsfähigkeit 
Schulterbeschwerden  links  und  beidseitige  Schwerhörigkeit  erwähnt 
(act. 37 IV);

-  einen medizinischen Bericht  des portugiesischen Versicherungsträ-
gers vom 14. Februar 2003, woraus hervorgeht, dass die Versicherte 
im Wesentlichen an einer Persönlichkeitsstörung leide (mit Suizidver-
suchen noch in der Schweiz und im Oktober 2002 in Portugal), welche 
aber  keine bleibende Arbeitsunfähigkeit  verursache (vgl. act. 32  IV), 

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sowie den Bericht der Psychiaterin Dr. med. P._______ der portugiesi-
schen Klinik Z._______ in B._______ vom 6. Oktober 2003 (vgl. act. 
33  IV),  welche  eine  Depression  und  eine  histrionische 
Persönlichkeitsstörung  (301.5.0  –  D.S.M.  IV  TR)  diagnostiziert,  sich 
zur Arbeitsfähigkeit jedoch nicht äussert;

- verschiedene weitere ärztliche Atteste, Berichte und Gutachten aus 
den Jahren 1989 bis anfangs 2003 (act. 12 bis 31 IV).

Nach Einsichtnahme in diese medizinischen Akten befand die IV-Stel-
len-Ärztin  Dr. med. M._______  in  ihrer  Stellungnahme vom 15.  Mai 
2004 (vgl. act. 40 IV), in  welcher im Wesentlichen die aktuelle Diagno-
se  einer  Depression  mit  einer  histrionischen  Persönlichkeitsstörung 
sowie  eines  Status  nach  Suizidversuchen  Ende  Oktober  2002  in 
Portugal und früher in der Schweiz  gestellt werden. Dazu werden aber 
auch  frühere  Diagnosen,  wie  eine  sensorineurale  Schwerhörigkeit 
links mehr als rechts, eine Periarthropathia humeroscapularis tendo-
pathica links mit subacromialem Impingement sowie ein cerviko-thora-
co-spondylogenes  Syndrom  bei  Hyperkyphose  und  Status  nach 
Scheuermann aufgelistet,  und es wird das Einholen einer psychiatri-
schen Beurteilung mit Angaben zum weiteren Verlauf und zur Arbeits-
fähigkeit im Haushalt sowie eine orthopädische Untersuchung empfoh-
len.

A.c Während  der  verlangte  orthopädische  Untersuchungsbericht  im 
August 2005 der IV-Stelle übermittelt  wurde, aus welchem keine Be-
funde ersichtlich sind, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen könn-
ten (vgl. act. 43 bis 49 IV), musste die besagte IV-Stelle den psychiatri-
schen Bericht mehrmals, so im Mai 2004, November 2004, November 
2005 und März 2006 nachfordern (act. 52, 53 IV), bis die Versicherte 
im Dezember 2007 einen Bericht ihrer seit 2002 behandelnden Psych-
iaterin Dr. med. P._______ vom 10. April 2006 einreichte, wonach die 
Versicherte an neurotischen Störungen leidet (act. 54, 55 IV).

Der  zugezogene  IV-Stellenpsychiater  Dr.  med.  N._______  befand, 
dass der Testbericht von Dr. med. P._______ ungenügend sei, um die 
Entwicklung, den aktuellen Status, die Diagnose und die Behandlung 
der angegebenen psychischen Krankheit beurteilen zu können, worauf 
die IV-Stelle einen solchen Bericht nachverlangte (act. 58, 59 IV). Mit 
Bericht vom 22. April 2008 (vgl. Act. 64 IV) stellte die portugiesische 
Psychiaterin  Dr.  med.  P._______  die  Diagnose  von  schweren  de-
pressiven Zuständen,  einer  Dysthymie  und  einer  histrionischen  Per-

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sönlichkeitsstörung  mit  einer  limitierten  Intelligenz  und  kam  zum 
Schluss,  die  Versicherte  sei  nicht  mehr  in  der  Lage,  einer  Be-
schäftigung nachzugehen, dies weder als Hausfrau noch als Putzfrau; 
die Arbeitsunfähigkeit liege bei über 50%.

A.d Der  IV-Stellenpsychiater,  dem  der  letztgenannte  Attest  von  Dr. 
med. P._______ unterbreitet wurde, bestätigte mit Stellungnahme vom 
15. Juni 2008 deren Diagnosen von wiederholten depressiven Zustän-
den  (F  33.1)  und  einer  Dysthymie  (F  34.1),  infolge  deren  die  Ver-
sicherte jeweils mehrmals für eine kurze Dauer hospitalisiert  worden 
sei,  nachdem  sie  Suizidversuche  unternommen  habe  (act.  69  IV). 
Gemäss  seiner  Einschätzung  würden  diese  Leiden,  welche  zu  De-
kompensationen  von  kurzer  Dauer  führten,  die  Arbeitsfähigkeit  der 
Versicherten  in  der  Haushaltarbeit  nicht auf  dauerhafte  Weise ein-
schränken.

B.

B.a Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2008 teilte die IV-Stelle der Versi-
cherten mit, dass das Leistungsbegehren aufgrund der Aktenlage ab-
gewiesen  werden  müsste,  da  sich  aus  diesen  Akten  ergebe,  dass 
keine  gemäss den  gesetzlichen Bestimmungen  ausreichende  durch-
schnittliche  Arbeitsunfähigkeit  während  eines  Jahres  vorliege.  Trotz 
des Gesundheitsschadens sei die Ausübung der gewöhnlichen Tätig-
keiten noch immer in rentenausschliessender Weise zumutbar. Für die 
Bemessung des Invaliditätsgrades sei es unerheblich, ob eine zumut-
bare Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werde. Eine Invalidität liege bei der 
Versicherten gemäss dem IVG nicht vor (act. 70 IV).

B.b Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens wies die Versicherte tele-
fonisch auf einen weiteren psychiatrischen Bericht vom 14. Mai 2008 
von Dr. med. O._______ hin,  welchen  der  IV-Stellenpsychiater  noch 
nicht berücksichtigt  hatte (act. 71 IV). Mit  kurzer Stellungnahme vom 
16. August 2008 bemerkte der Letztgenannte, dass dieser Bericht, in 
welchem eine totale Arbeitsunfähigkeit  attestiert  wurde (vgl. act. 68), 
an seiner Beurteilung nichts zu ändern vermöge (act. 73 IV).

B.c Mit Verfügung vom 29. August 2008 wies die IV-Stelle das Leis-
tungsbegehren  von  X._______  ab  im  Wesentlichen  unter 
Wiederholung der Begründung des Vorbescheids vom 25. Juni 2008, 
wonach sich aus den Akten ergeben habe, dass  keine gemäss den 
gesetzlichen  Bestimmungen  ausreichende  durchschnittliche 

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Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege. Trotz des Gesund-
heitsschadens sei die Ausübung der gewöhnlichen Tätigkeiten in ren-
tenausschliessender  Weise  zumutbar.  Der  zuletzt  ins  Recht  gelegte 
medizinische Bericht  vom 14. Mai  2008 sei  dem internen  ärztlichen 
Dienst unterbreitet worden, welcher diese Einschätzung bestätigt habe 
(act. 74 IV).

C.
Mit  Eingabe vom 29. September 2008 liess X._______ (nachfolgend 
die Beschwerdeführerin) gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 29. 
August  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 
Zusprechung  einer  ganzen  Invalidenrente  beantragen.  Zudem 
ersuchte  sie  um  umfassende  unentgeltliche  Prozessführung,  da  sie 
nicht  über  die  Mittel  verfüge,  um  das  vorliegende  Verfahren  zu 
bestreiten und um die Kosten des beizuziehenden Anwalts zu tragen. 
Die  Beschwerdeführerin  machte  im  Wesentlichen  geltend,  dass  sie 
seit  Jahren unter  starken psychischen Beschwerden leide,  seit  2002 
deswegen  mehrere  stationäre  Behandlungen  notwendig  gewesen 
seien  und  sie  wiederholt  Suizidversuche  begangen  habe.  Diese 
Beschwerden  würden  es  ihr  verunmöglichen,  einer  Erwerbstätigkeit 
nachzugehen  oder  Haushaltsarbeiten  zu  erledigen.  Sie  sei  auf  den 
Beistand der Familie angewiesen (act. 1).

D.
Mit  Vernehmlassung vom 27. Januar 2009 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. Dabei führte sie im Wesentlichen aus, 
dass der beurteilende Facharzt ihres ärztlichen Dienstes aufgrund der 
ausländischen psychiatrischen Berichte zum Schluss gekommen sei, 
dass  bei  der  Beschwerdeführerin  eine  Dysthymie (F  34.1)  und eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(F 33.1) bestehe, und dass bislang – trotz wiederholten kurzfristigen 
Dekompensationen - keine länger anhaltende Unfähigkeit zur Führung 
des  Haushaltes  eingetreten  sei,  eine  Tätigkeit,  welche  sie  seit  ihrer 
Rückkehr nach Portugal ausübe und eine Invaliditätsbemessung nach 
der spezifischen Methode nach sich führe. Mit der Beschwerde seien 
keine neuen Beweismittel vorgelegt worden (act. 5).

E.
Mit Replik vom 4. Mai 2009 liess die Beschwerdeführerin an ihren An-
trägen und an der Beschwerdebegründung festhalten. Zudem machte 

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sie  im Wesentlichen geltend,  dass sich  der  IV-Stellen-Facharzt  nicht 
mit den Ausführungen der portugiesischen Psychiaterin auseinander-
gesetzt  habe,  wonach  die  Beschwerdeführerin  mit  einer  Intelligenz 
nahe der Debilität mit ihren Impulsen nicht zurechtkomme, psychisch 
stark  belastet  sei  bis  zur Psychose und in  dieser Situation nicht  ar-
beitsfähig sei. Ohne Begründung käme dieser Facharzt zu einem an-
deren Schluss. Des Weiteren seien weitere Beschwerden im Schulter-
bereich sowie die Schwerhörigkeit und die progressive Diabetes unbe-
achtet  geblieben.  Im  Übrigen  würde  das  Formular  betreffend  Ein-
schränkung in der Haushaltsarbeit aus dem Jahre 2003 datieren. Mitt-
lerweile  seien  über  5  Jahre  vergangen.  Die  Angehörigen  der  Be-
schwerdeführerin  seien  gesundheitlich  auch  sehr  angeschlagen  und 
könnten im Haushalt nicht mithelfen (act. 11).

F.
Mit Duplik vom 26. Mai 2009 bestätigte auch die Vorinstanz ihren Ab-
weisungsantrag.  Sie  verwies  dabei  auf  den  Befund  ihres  ärztlichen 
Dienstes vom 23. Mai 2009 (vgl. Act. 79 IV),  wonach die bereits be-
kannten  somatischen  Beschwerden  (Schwerhörigkeit,  Schulterbe-
schwerden),  aber  auch  die  neu  erwähnten  im Bericht  vom 22. April 
2008 von Dr. med. P._______ (Diabetes mellitus, Hypertonie) und im 
zuletzt eingereichten ärztlichen Bericht vom 14. Mai 2008 von Dr. med. 
O._______  (Dyslipidämie,  Osteoporose)  wohl  die  Gesundheit,  nicht 
aber die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Hinsichtlich der psy-
chiatrischen Situation habe sich nichts geändert (act. 13).

G.
Auf Aufforderung des zuständigen Instruktionsrichters hin liess die Be-
schwerdeführerin am 7. August 2009 ein ausgefülltes Formular sowie 
Unterlagen zum Gesuch um Bewilligung der  unentgeltlichen Rechts-
pflege einreichen (act. 14 und 17).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IV-Stelle 
für Versicherte im Ausland, die zu den Vorinstanzen des Bundesver-

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waltungsgerichts gehört (Art. 33 lit. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. 
b  des  Bundesgesetzes  über  die  Invalidenversicherung  vom 19. Juni 
1959 [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, 
ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).

1.2 Das VwVG findet keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, 
soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 
Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG, SR 830.1)  anwendbar  ist 
(Art. 3 Bst. dbis VwVG).

1.3 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens  ist  die  Ver-
fügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 29. August 2008. 
Die Beschwerdeführerin hat frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG) Be-
schwerde erhoben. Durch die Verfügung ist sie besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung 
(Art. 59 ATSG). Damit ist auf das ergriffene Rechtsmittel einzutreten.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung von Bundesrecht 
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermes-
sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan-
tonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).

3.
Die  Beschwerdeführerin  ist  Staatsangehörige  eines  Mitgliedstaates 
der Europäischen Gemeinschaft (EU), so dass vorliegend das am 1. 
Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen 
der  Schweizerischen Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäi-
schen  Gemeinschaft  mit  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die 
Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang 
II,  der die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit  regelt, 
anwendbar ist (vgl. Art. 80a IVG, in Kraft seit dem 1. Juni 2002). Nach 
Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. 
Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) haben die Personen, die im Gebiet ei-
nes Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen 
Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitglied-
staates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst,  soweit  be-
sondere  Bestimmungen dieser  Verordnung nichts  anderes vorsehen. 
Demnach richtet sich vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf  Leistungen der Invalidenversicherung nach dem schweizerischen 

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Recht,  insbesondere dem IVG sowie der Verordnung über die Invali-
denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201).

4.

4.1 Im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch 
auf eine schweizerische Invalidenrente hat. Weil in zeitlicher Hinsicht 
grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend  sind,  die  bei  der 
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, 
weil zudem nach ständiger Praxis der Sozialversicherungsgerichte bei 
der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt 
des  Erlasses  des  angefochtenen Verwaltungsaktes  (hier:  29. August 
2008) eingetretenen Sachverhalt  abgestellt  wird (BGE 132 V 2 E. 1, 
129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), und weil schliesslich ein allfälliger Leis-
tungsanspruch  für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bis-
herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen 
ist (pro rata temporis; BGE 130 V 445), sind im vorliegenden Fall  an-
wendbar: das IVG ab dem 1. Januar 2001 in der Fassung vom 23. Juni 
2000 (AS 2000 2685), ab dem 1. Juni 2002 in der Fassung vom 8. Ok-
tober 1999 (AS 2002 685 sowie AS 2002 701), ab dem 1. Januar 2003 
in  der Fassung vom 6. Oktober  2000 (AS 2002 3371 und 3453),  ab 
dem 1. Januar  2004  in  der  Fassung  vom 21. März  2003  (AS  2003 
3837; 4. IVG-Revision) und ab dem 1. Januar 2008 die zu diesem Zeit-
punkt in Kraft getretenen Bestimmungen der 5. IV-Revision (AS 2007 
5129 bzw. AS 2007 5155); im Übrigen finden die ab 1. Januar 2003 
geltenden Bestimmungen des ATSG und jene der entsprechenden Ver-
ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11) Anwendung.

4.2 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung 
mit  Art.  1  Abs. 1  IVG zu  berücksichtigenden  ATSG-Normen  zur  Ar-
beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) 
und  zur  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  (Art.  16)  hat  das 
Schweizerische  Bundesgericht  (vormals  Eidgenössisches  Versiche-
rungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG 
enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche 
Fassung  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  zu  den  ent-
sprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich 
inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte 
Rechtsprechung  übernommen  und  weitergeführt  werden  kann  (vgl. 
BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art. 16 
ATSG führt  nicht zu einer Modifizierung der bisherigen Judikatur  zur 

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Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten, welche weiter-
hin nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzu-
nehmen ist (zu Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 2002 in 
Kraft gestandenen Fassung vgl. BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 
2a und b).

5.

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Nach  Art.  4  IVG  kann  die  Invalidität  Folge  von  Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie 
die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfor-
derliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2).

5.2 Anspruch auf  eine  ganze Invalidenrente  besteht  gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 geltenden Fassung) bzw. 
Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) bei einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente 
bei einem solchen von mindestens 60%, derjenige auf eine halbe Ren-
te ab einem Grad der Invalidität von 50% und derjenige auf eine Vier-
telsrente ab einem solchen von 40%. Gemäss Abs. 1ter dieser Norm (in 
der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) respektive Art. 29 
Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die ei-
nem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, jedoch nur an 
Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufent-
halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Eine Ausnahme von diesem 
Prinzip gilt ab 1. Juni 2002 für Schweizer Bürgerinnen und Bürger so-
wie Angehörige von Mitgliedstaaten der Europäischen Union, welche 
Anspruch auf  Viertelsrenten haben,  wenn sie  in  einem Mitgliedstaat 
der Europäischen Union Wohnsitz haben.

5.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu  erfolgen,  dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif-
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 

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werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 
bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen nicht ge-
nau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall 
bekannten Umstände zu schätzen und die  so  gewonnenen Annähe-
rungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b; ZAK 
1990 S. 518 E. 2). Erwerbsunfähigkeit ist, vereinfacht ausgedrückt, die 
durch einen Gesundheitsschaden verursachte Unfähigkeit,  durch zu-
mutbare Arbeit Geld zu verdienen (ALFRED MAURER, Bundessozialversi-
cherungsrecht, Basel 1993, S. 140).

5.4 Der Begriff  der Invalidität  ist  demnach nicht  nach dem Ausmass 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung definiert, sondern nach der dar-
aus folgenden Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 110 
V 275 E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 
betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur 
im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn 
erforderlich –  auch  in  zumutbaren  anderen  beruflichen  Tätigkeiten 
(Verweistätigkeiten) zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist also grundsätz-
lich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen Grundsätzen 
zu ermitteln. Das heisst,  dass  es  bei  der  Bemessung  der  Invalidität 
einzig und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen der funktio-
nellen  Behinderung  ankommt,  welche  nicht  unbedingt  mit  dem vom 
Arzt  festgelegten Grad  der  funktionellen  Einschränkung übereinstim-
men müssen (BGE 110 V 275; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Ver-
waltung und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unterlagen ange-
wiesen,  die der  Arzt  und gegebenenfalls  auch andere Fachleute zur 
Verfügung gestellt haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage 
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicher-
ten noch zugemutet werden können (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 
E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c). Die rein wirtschaftlichen 
und rechtlichen Beurteilungen,  insbesondere  im Zusammenhang  mit 
der Bestimmung der Erwerbsfähigkeit, obliegt dagegen der Verwaltung 
und im Beschwerdefall dem Gericht.

5.5 Hinsichtlich der Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 
schreibt Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 
gewesenen Fassung) vor, dass der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG 

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frühestens in dem Zeitpunkt  entsteht,  in dem die versicherte Person 
mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig bzw. bleibend invalid (vgl. 
THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,  Bern 2003, 
§52 N13) geworden ist  (Bst. a: Dauerinvalidität)  oder während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40%  arbeitsun-
fähig gewesen war (Bst. b: langdauernde Krankheit). Gemäss der ab 1. 
Januar  2008 geltenden Fassung von Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene 
Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit,  sich im Aufgabenbereich zu betätigen,  nicht  durch zu-
mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 
verbessern  können (lit. a),  und die zusätzlich während eines Jahres 
ohne  wesentlichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens  40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c).

Für  die  Annahme bleibender  Invalidität  im  Sinne  von  Art. 29  Abs. 1 
Bst. a IVG und Art. 29 IVV (in der bis zum 31. Dezember 2007 gelten-
den  Fassung)  ist  nach  ständiger  Rechtsprechung  des  EVG  die 
überwiegende  Wahrscheinlichkeit  erforderlich,  dass  ein  weitgehend 
stabilisierter,  im  Wesentlichen  irreversibler  Gesundheitsschaden  vor-
liegt,  welcher  die  Erwerbsfähigkeit  der  versicherten  Person  voraus-
sichtlich  dauernd  in  rentenbegründendem  Ausmass  beeinträchtigen 
wird. Als  relativ  stabilisiert  kann ein ausgesprochen labil  gewesenes 
Leiden nur dann betrachtet werden, wenn sich sein Charakter deutlich 
in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann, in ab-
sehbarer  Zeit  werde  keine  praktisch  erhebliche  Wandlung  mehr 
erfolgen (BGE 119 V 102 E. 4a mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung 
führt  dazu, dass die Annahme bleibender Invalidität  im Rahmen von 
Art.  29  IVG  Seltenheitswert  hat;  in  Betracht  fällt  sie  etwa  bei 
Amputationen  (MEYER-BLASER,  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts 
zum IVG, Zürich 1997, S. 232 f., mit weiteren Hinweisen). Fehlen die 
genannten restriktiven Kriterien, so ist  die Frage, wann ein allfälliger 
Rentenanspruch entsteht und mithin der Versicherungsfall eintritt, stets 
nach Massgabe von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG zu prüfen. Mit der in die-
ser  Bestimmung  vorgesehenen  Wartezeit  von  einem  Jahr  wird  eine 
Abgrenzung  zwischen  den  Aufgaben  der  Invalidenversicherung  und 
denjenigen  der  sozialen  Kranken-  und  Unfallversicherung  bezweckt; 
letztere haben während der Wartezeit in erster Linie für den Erwerbs-
ausfall bei Krankheit oder Unfall aufzukommen (BGE 111 V 23 E. 3a). 
Nach  Art.  29ter IVV liegt  ein  wesentlicher  Unterbruch  der  Arbeitsun-
fähigkeit  im Sinne  von Art.  29  Abs. 1  Bst. b  IVG vor,  wenn die  ver-

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sicherte  Person  an  mindestens  30  aufeinanderfolgenden  Tagen  voll 
arbeitsfähig war.

5.6 Zu bemerken bleibt, dass aufgrund des im gesamten Sozialversi-
cherungsrecht  geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht 
ein invalider Versicherter gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit im 
angestammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu su-
chen  und  anzunehmen,  soweit  sie  möglich  und  zumutbar  erscheint 
(BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am behandeln-
den  Arzt  bzw.  am  Vertrauensarzt  einer  IV-Stelle  aus  medizinischer 
Sicht zu bestimmen, in welchem Ausmass ein Versicherter seine ver-
bliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumutbarer  Tätigkeit  und  zumutbarem 
Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese 
Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen.

5.7 Zusammenfassend  ist  somit  im  Folgenden  vom  Bundesverwal-
tungsgericht zu prüfen, ob für die Beschwerdeführerin zwischen dem 
3.  Februar  2002  (ein  Jahr  vor  Antragstellung)  und  dem  26.  August 
2008 (Datum der angefochtenen Verfügung) ein Anspruch auf eine In-
validenrente bestand oder ein solcher in diesem Zeitraum entstanden 
ist.

6.
Die Beschwerdeführerin hat zuletzt angeblich als Küchengehilfin in der 
Schweiz gearbeitet. Diese Arbeit hat sie gemäss eigenen Angaben am 
30. Juni 1998 aufgegeben, um definitiv in ihre Heimat zurückzukehren. 
Dort  hat  sie  seither  keine  Erwerbstätigkeit  mehr  aufgenommen  und 
sich  nurmehr  um den Haushalt  gekümmert  (act. 8  IV). Unter  diesen 
Umständen – und nachdem aus den Akten nicht hervorgeht, dass eine 
Erwerbstätigkeit  aus  gesundheitlichen  Gründen  definitiv  aufgegeben 
wurde, was von der Beschwerdeführerin denn auch nie behauptet wur-
de  –  ist  für  die  IV-Bemessung  die  Hausfrauentätigkeit  massgebend. 
Dabei  ist  aufgrund der medizinischen Beurteilung zu prüfen,  ob und 
wieviel der Beschwerdeführerin im Haushalt noch zumutbar ist, nach-
dem  sie  nach  eigenen  Angaben  einige  Tätigkeiten  selbst  erledigen 
kann  und  sich  bei  anderen,  grösseren  Putzarbeiten  helfen  lassen 
muss (act. 7 IV).

6.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im We-
sentlichen an einer rezidivierenden depressiven Störung (F 33.1 des 
ICD-10: Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekenn-
zeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode mittelgradig ist) und an 

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einer Dysthymie (F 34.1 des ICD-10: chronische, wenigstens mehrere 
Jahre  andauernde  depressive  Verstimmung,  die  weder  schwer  noch 
hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien 
einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressi-
ven Störung zu erfüllen) leidet. Neben diesen psychischen Beschwer-
den, welche bei der Beschwerdeführerin im Vordergrund stehen, leidet 
diese in somatischer Hinsicht seit Jahren an beidseitiger Schwerhörig-
keit, Schulterbeschwerden links, sowie neuerdings an Diabetes melli-
tus und Hypertonie. Dabei handelt es sich insgesamt um labiles patho-
logisches  Geschehen,  so  dass  ein  allfälliger  Rentenanspruch  erst 
nach der gesetzlichen Wartezeit von einem Jahr entstehen kann (Art. 
29 Abs. 1 Bst. b in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 
Fassung).

6.2 Hinsichtlich des Einflusses der erwähnten Leiden auf die Arbeits-
fähigkeit gehen die Meinungen der Ärzte, die sich mit dem Fall befasst 
haben, stark auseinander. Während der von der Vorinstanz  zugezoge-
ne Psychiater   davon ausgeht,  dass die mittelgradigen,  aber  zeitlich 
begrenzten Episoden mit nur kurzfristigen Dekompensationen der un-
bestrittenen  depressiven  Störung  die  Beschwerdeführerin  auf  Dauer 
nicht daran hindere, die Haushaltsarbeit auszuführen, kommt die be-
handelnde portugiesische Psychiaterin, auf welche sich die Beschwer-
deführerin stützt,  zum Schluss, dass diese hauptsächlich wegen den 
genannten  Hauptbeschwerden,  auch  angesichts  des  sehr  tiefen  IQ 
(zwischen 70 und 80),  des  zeitweiligen Verlustes  der  Kontrolle  ihrer 
Impulse  und  der  Persönlichkeitsstörung,  zusammen mit  den  somati-
schen  Leiden  überhaupt  nicht  arbeitsfähig  sei,  weder  im  Haushalt 
noch in der früheren Erwerbstätigkeit als Putzfrau.

6.3 Beeinträchtigungen  der  psychischen  Gesundheit  können  in  glei-
cher  Weise  wie  körperliche  Gesundheitsschäden  eine  Invalidität  im 
Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. 
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch der 
rezidivierenden  depressiven  Störung  und  der  Dysthymie,  setzen  zu-
nächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem 
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. im Zu-
sammenhang mit der Fibromyalgie BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 398 ff. 
E. 5.3 und E. 6), was in casu vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass das 
klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen 
darf,  welche  von  belastenden  psychosozialen  oder  soziokulturellen 
Faktoren herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende 

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Befunde zu umfassen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Ver-
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression in 
fachmedizinischem Sinne. Solche verselbständigte psychische Störun-
gen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unab-
dingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Ent-
scheid EVG I 232/04 vom 10. Januar 2005, E. 5).

7.

7.1 Für die Beurteilung, ob die erwähnten psychischen Beschwerden 
die Beschwerdeführerin dauerhaft hindern, ihre Tätigkeit als Hausfrau 
auszuüben,  ist  der  Richter  -  wie  bereits  ausgeführt  wurde -  auf  die 
ärztlichen  Gutachten  und  Berichte  angewiesen.  Bezüglich  des  Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in  der  Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen der Exper-
ten  begründet  sind.  Ausschlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  somit 
grundsätzlich weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 
Bericht oder als Gutachten. Bei einander widersprechenden medizini-
schen Berichten darf  das Gericht den Prozess nicht  erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt  (vgl. dazu Urteil  des EVG I 268/2005 E. 1.2 vom 26. Januar 
2006, BGE 125 V 352 E. 3a). Die Rechtsprechung erachtet es mit dem 
Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  als  vereinbar,  Richtlinien  für 
die Beweiswürdigung in  Bezug auf  bestimmte Formen medizinischer 
Berichte und Gutachten aufzustellen (BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 
S. 114 E. 3b). Berichte der behandelnden Ärzte etwa sind aufgrund de-
ren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt 
zu  würdigen (BGE 125  V 353 E. 3b/cc). Dies  gilt  für  den  allgemein 
praktizierenden Hausarzt wie auch den behandelnden Spezialarzt (Ur-
teil des EVG I 655/05 E. 5.4 vom 20. März 2006). Deren Berichte sind 
allerdings dann geeignet, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten in 
Frage zu stellen und Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben, wenn 
die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des 

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BGer  8C_908/2009  vom  17.  Dezember  2009  E.  4.2.1,  9C_24/2008 
vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). Schliesslich ist zum Beweiswert der von 
der  Vorinstanz  zugezogenen  RAD-Berichte  ergänzend  festzuhalten, 
dass diese nicht  selber  medizinische Befunde erheben,  sondern die 
vorhandenen  Befunde  aus  medizinischer  Sicht  würdigen.  Aufgrund 
dieser unterschiedlichen Funktion können und müssen sie nicht die an 
ein medizinisches Gutachten gestellten inhaltlichen Anforderungen er-
füllen. Es kann ihnen aber nicht jegliche Aussen- oder Beweiswirkung 
abgesprochen  werden.  Sie  sind  vielmehr  entscheidrelevante  Akten-
stücke (Urteil des BGer I 143/07 vom 14. September 2007 E. 3.3).

7.2 Erforderlich ist im Sozialversicherungsrecht grundsätzlich der Be-
weisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit.  Dieser  Grad  über-
steigt einerseits die Annahme einer blossen Möglichkeit bzw. einer Hy-
pothese und liegt anderseits unter demjenigen der strikten Annahme 
der  zu  beweisenden  Tatsache.  Die  Wahrscheinlichkeit  ist  insoweit 
überwiegend, als der begründeten Überzeugung keine konkreten Ein-
wände  entgegenstehen (UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  Zürich  2003, 
Art. 43  Rz. 23;  THOMAS LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungs-
rechts, Bern 2003, § 68, Rz. 43 ff).

7.3 Schliesslich ist daran zu erinnern, dass nach ständiger Rechtspre-
chung der Befund eines ausländischen Versicherungsorgans die invali-
denversicherungsrechtliche Beurteilung nach schweizerischem Recht 
nicht bindet (Urteil des EVG I 435/02 vom 2. März 2003, ZAK 1989 S. 
320 E. 2). 

8.
Im vorliegenden Fall liegen wie gesagt ärztliche Berichte vor, welche 
im Wesentlichen nicht in der Diagnose, sondern hinsichtlich des  Ein-
flusses der diagnostizierten Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin divergieren.

8.1 Der  von der  Vorinstanz  zugezogene Psychiater,  auf  dessen Be-
richte sich die erstgenannte abstützt, hat sich durchwegs, nämlich am 
15. Juni  2008 (vgl. act. 69 IV) nach Einsichtnahme in den ausländi-
schen psychiatrischen Bericht vom 22. April 2008 sowie am 16. August 
2008 (vgl. act. 73 IV) nach Einsichtnahme in einen weiteren, im Rah-
men  des  Vorbescheidverfahrens  eingereichten  Bericht  vom  14.  Mai 
2008  dahingehend  geäussert,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer 
Arbeitsfähigkeit nicht auf dauerhafte Weise eingeschränkt sei. Demge-
genüber geht die behandelnde portugiesische Psychiaterin ganz allge-

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mein und ohne spezifische, detailliertere Begründung im Ergebnis von 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. Beide Beurteilungen wider-
sprechen sich wohl bezüglich der schweren, aber kurzen Dekompen-
sationszeiten mit Klinikaufenthalt nicht. In diesen Zeiten dürfte die Be-
schwerdeführerin  tatsächlich  arbeitsunfähig  gewesen  sein.  Dagegen 
gehen diese Berichte für die Zeiten zwischen den Dekompensationen 
derart auseinander, dass das Gericht nicht in der Lage ist zu beurtei-
len, ob die Beschwerdeführerin bis zum Erlass der Verfügung während 
eines Jahres ohne Unterbruch im Schnitt mindestens zu 40% arbeits-
unfähig  und  danach  mindestens  in  selbem  Masse  weiterhin  invalid 
war.

8.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das 
den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sa-
che zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen 
oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen (ZAK 1987 S. 264 
E. 2a). Bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit verletzt die Rückwei-
sung  der  Sache  an  die  Verwaltung  als  solche  weder  den  Untersu-
chungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfah-
rens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die 
Verwaltung  einer  Verweigerung  des  gerichtlichen  Rechtsschutzes 
gleichkäme (beispielsweise  dann,  wenn  aufgrund  besonderer  Gege-
benheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere gerichtliche Beweis-
massnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizu-
tragen), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen 
als unverhältnismässig bezeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 
1d). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der 
Sache zur weiteren Abklärung an die  IV-Stelle  entgegenstehen wür-
den.

8.3 Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als die 
angefochtene Verfügung vom 29. August 2008 aufzuheben und die Sa-
che zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die 
IV-Stelle zurückzuweisen ist. Die IV-Stelle wird angewiesen, ein poly-
disziplinäres – insbesondere ein psychiatrisches - Gutachten erstellen 
zu lassen und die Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die Haushaltstätig-
keiten festzusetzen. Anschliessend ist  eine neue Verfügung zu erlas-
sen.

9.

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9.1 Ausgangsgemäss sind im vorliegenden Fall keine Verfahrenskos-
ten zu erheben.

9.2 Der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschä-
digung von Fr. 2'000.-- zulasten der Vorinstanz zugesprochen (Art. 64 
Abs. 1 VwVG).

9.3 Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  unentgeltliche  Rechts-
pflege ist angesichts des Ausgangs des Verfahrens als gegenstands-
los zu betrachten.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, 
damit sie entsprechend der Erwägung 8 vorgehe und über die Sache 
mittels Verfügung neu befinde.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben und  der  Beschwerde-
führerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von 
Fr. 2'000.--  zugesprochen,  was zur  Folge hat,  dass  das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos wird.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Alberto Meuli Jean-Marc Wichser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern, Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110) 
gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen 
und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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