# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91b16060-2e18-58ba-a5d0-66c122ca7f87
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.06.2016 IV 2013/96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-96_2016-06-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/96

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.10.2019

Entscheiddatum: 01.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 01.06.2016
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. 
Prozentvergleich. Tabellenlohnabzug. Anspruch auf eine halbe Rente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 
2016, IV 2013/96). Aufgehoben betreffend Gutachtenkosten (reduziert) durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2016.

Besetzung

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungs-richterinnen Monika 

Gehrer-Hug und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Daniel Furrer

Geschäftsnr.

IV 2013/96

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oskar Müller, Badenerstrasse 141, Postfach, 

8036 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.a  A.___ meldete sich am 20. November 2010 wegen seit ca. 7 Jahren bestehenden, 

starken Rückenschmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2).

A.b  Im Bericht des Palliativzentrums des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 13. 

Oktober 2010 wurde beim Versicherten ein chronisches thorakovertebrales 

Schmerzsyndrom, eine koronare Herzkrankheit und ein Status nach Hepatitis A und B 

diagnostiziert. Der Versicherte leide seit August 2003 unter Rückenschmerzen. Nach 

einer Spondylodese L5-S1 im September 2003 sei es zu einem vollständigen Sistieren 

der Beschwerden gekommen, im weiteren Verlauf seien jedoch zunehmende 

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule aufgetreten. Eine Spondylodese TH9/10 im 

Juni 2007 habe keinerlei Linderung gebracht. Mit der Installation von 

Neurostimulations-Sonden habe nur ein vorübergehender Beschwerderückgang 

erreicht werden können, so dass der Versicherte über die Zeit immer mehr 

Schmerzmedikamente eingenommen habe. Unter der Therapie mit 4x 40 mg Oxycontin 

retard habe zwar eine Stabilisierung der Schmerzen erzielt werden können, bei 

allerdings massiver Müdigkeit und verminderter Belastbarkeit als Nebenwirkung. Neu 

sei die Schmerztherapie auf 2x 90-120 mg MST umgestellt worden. Für den 

Versicherten seien nun die Schmerzen kontrollierbar bei gleichzeitigem deutlichen 

Rückgang der Müdigkeit (IV-act. 24.5 ff.).

A.c  Der behandelnde Psychiater, Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 31. Januar 2011 eine Depression 

(ICD-10: F32.0) seit November 2005 und attestierte dem Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 30. November bis 31. Dezember 2010. Die bisherige 

Tätigkeit sei dem Versicherten noch zumutbar, wobei dies nach der Rückenoperation 

Ende Januar 2011 besser eingeschätzt werden könne (IV-act. 24).

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A.d  In der Neurochirurgie des KSSG wurden am 10. März 2011 eine operative 

Implantation von 4 Quad plus-Elektroden subkutan paravertebral beidseits im Bereich 

der mittleren und unteren Brustwirbelsäule und Konnektion an den bestehenden 

Neurostimulator vorgenommen. Anlässlich der postoperativen Verlaufskontrolle gab 

der Versicherte an, dass er grundsätzlich von der subcutanen Neurostimulation im 

Sinne einer signifikanten Schmerzreduktion profitiere. Das weitere Ziel sei eine 

schrittweise Reduktion der MST-Medikation (IV-act. 28). Im Bericht der Neurochirurgie 

des KSSG vom 26. Juli 2011 wurde festgehalten, dass aus neurochirurgischer Sicht 

eine Arbeitsunfähigkeitsschreibung zu 100% nur bis 30. Juni 2011 möglich sei, da sich 

die Arbeitsunfähigkeitsschreibungen in diesem Fachgebiet auf den stationären 

Aufenthalt und die unmittelbare postoperative Nachbetreuung beziehen würden, 

welche nun abgeschlossen sei (IV-act. 34).

A.e  Im Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 30. März 2012 hielt Dr. med. 

C.___, Oberärztin Neurochirurgie fest, dass der Versicherte auf epidurale 

Rückenmarkstimulation und hochdosierte Opiate angewiesen sei, wobei die Opiatdosis 

auf 3x 100 mg MST und 20-40 mg Sevredol habe reduziert werden können. Eine 

weitere Reduktion sei nicht zu erwarten. Bezüglich der Beantwortung der Fragen zur 

Arbeitsfähigkeit und zumutbaren Tätigkeit empfahl sie eine Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL; IV-act. 46).

A.f Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten der Medas Ostschweiz vom 

16. Juli 2012 wurde keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein chronisches thorakovertebrales 

Schmerzsyndrom, ein chronisch rezidivierendes ischialgiformes Schmerzsyndrom links, 

ein Status nach Polytoxikomanie (ICD-10: F19) in der Jugendzeit, ein Verdacht auf 

chronischen Alkoholkonsum (ICD-10: F10.24) sowie ein Verdacht auf 

Opiatabhängigkeit (ICD-10: F11.22) iatrogen diagnostiziert (IV-act. 47).

A.g  Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 57). Mit Einwand vom 26. 

November 2012 machte der Versicherte mehrere Einwände gegen das Medas-

Gutachten geltend (IV-act. 61). Gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 16. 

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Januar 2013 (IV-act. 67) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mit 

Verfügung vom 23. Januar 2013 ab (IV-act. 68).

B.

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde 

vom 25. Februar 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen, die Verfügung vom 23. Januar 2013 sei aufzuheben, und es sei 

die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Beschwerdeführer von unabhängiger Stelle 

bidisziplinär (psychiatrisch und insbesondere neuropsychologisch) begutachten zu 

lassen, mit anschliessender funktionsorientierter medizinischer Abklärung (FOMA) und 

den Rentenspruch neu zu beurteilen. Eventualiter sei die beantragte Aktenergänzung 

und die bidisziplinäre Begutachtung im gerichtlichen Verfahren zu veranlassen. 

Subeventualiter sei die Verfügung vom 23. Januar 2013 aufzuheben, und es sei dem 

Beschwerdeführer eine Rente nach Gesetz zuzusprechen. Er begründet dies 

insbesondere damit, dass die Beschwerdegegnerin ihrer umfassenden 

Abklärungspflicht nicht nachgekommen sei und bisher weder eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) noch eine neuropsychologische Abklärung 

durchgeführt worden sei. Zudem sei das Medas-Gutachten widersprüchlich und 

unvollständig (act. G 1).

B.b  Mit Eingabe vom 12. April 2013 (Datum Postaufgabe) reichte der 

Beschwerdeführer einen psychiatrischen Verlaufsbericht von Dr. med. D.___ vom 25. 

März 2013 (act. G 3.1) nach und machte eine massive Verschlimmerung des 

Beschwerdebildes geltend (act. G 3).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer 

von der Medas nicht umfassend und kompetent untersucht worden sei. Weil die 

Notwendigkeit der Einnahme von Schmerzmitteln in hoher Dosis aufgrund der relativ 

harmlosen körperlichen Befundlage objektiv nicht ausgewiesen sei, dürfte die 

entsprechende Überdosierung bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung ohnehin nicht 

berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang werde im Medas-Gutachten auch zu 

Recht geltend gemacht, dass die beim Beschwerdeführer im Rückenbereich 

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vorhandene erhebliche muskuläre Dekonditionierung bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt werden dürfe. Eine 

neuropsychologische Abklärung und eine EFL seien zudem nicht zielführend (act. G 4).

B.d  Mit Replik vom 24. Juni 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert an seiner 

Beschwerde fest (act. G 9). Mit Eingabe vom 1. Juli 2013 reichte der Beschwerdeführer 

zudem eine ärztliche Bescheinigung des Spitals E.___ vom 21. Juni 2013 (act. G 10.1) 

ein, wonach die Schmerzmedikation mit Morphin in der aktuellen Dosis notwendig sei 

(act. G 10).

B.e  Am 26. September 2013 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 14).

B.f Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 19) beauftragte 

das Versicherungsgericht am 15. September 2015 die Medas Zentralschweiz mit der 

Erstellung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens in den Fachgebieten Allgemeine 

Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie (act G 21). Der Gutachterauftrag wurde 

auf Empfehlung der Begutachtungsstelle am 19. Oktober 2015 um eine 

neuropsychologische Abklärung erweitert, wovon den Parteien Kenntnis gegeben 

wurde (act. G 25).

B.g  Der Beschwerdeführer wurde am 27. und 28. Oktober sowie am 23. November 

2015 in den genannten Fachdisziplinen untersucht. Im Gerichtsgutachten vom 12. 

Februar 2016 diagnostizierten die Gutachter mit  Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit ein chronisches therapierefraktäres thorakovertebrales 

Schmerzsyndrom und eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0). Ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie einen Status nach dorsaler 

Sponylodese L5/S1, Adipositas (BMI 31), schädlichen Alkoholgebrauch (ICD-10: F10.1) 

und Nikotinabhängigkeit, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10: F17.25). In der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Wohngruppenbetreuer sei dem Beschwerdeführer 

medizinisch-theoretisch, soweit es sich dabei um eine körperlich ausschliesslich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne rückenhygienisch ungünstige Arbeitsposition 

handle, lediglich noch eine Leistung von 50% (6 Stunden Präsenz mit 30%iger 

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Leistungseinschränkung) zumutbar. Limitierend erweise sich diesbezüglich vor allem 

die Minderbelastbarkeit des Achsenorgans in Kombination mit den unerwünschten 

Arzneimittelwirkungen. Diese Einschätzung gelte auch für jede andere, allenfalls in 

Frage kommende Verweistätigkeit. Diese Arbeitsfähigkeit gelte seit November 2010 

(act. G 29).

B.h  Der Beschwerdeführer hält das Gerichtsgutachten und die darin vorgenommene 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für beweiskräftig (act. G 31). Die Beschwerdegegnerin hat 

die Frist für eine Stellungnahme unbenützt verstreichen lassen.

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

2. 

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

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2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 

sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können 

(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

2.4 Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht 

weiche „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen des medizinischen 

Experten ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich 

erwogen, der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der 

Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit 

Hinweisen).

3. 

3.1 Das vorliegende Gerichtsgutachten erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige 

Expertise. Mängel, welche die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens erschüttern, sind 

weder ersichtlich noch werden solche von den Parteien geltend gemacht.

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3.2 Gemäss Gerichtsgutachten leidet der Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit an einem chronischen therapierefraktären thorakovertebralen 

Schmerzsyndrom und an einer Neurasthenie. Die vom Beschwerdeführer glaubhaft 

geschilderten, seit der Operation 2007 (Spondylodese Th 9/10) anhaltenden thorakalen 

Beschwerden seien auch in Berücksichtigung des Verlaufs mit diversen (erfolglosen) 

Therapiemassnahmen - unter anderem Implantation eines epiduralen Neurostimulators 

(Herbst 2007) und Implantation von 4 Quad-Plus-Elektroden im Bereich der 

Brustwirbelsäule mit Konnektion an den bestehenden Neurostimulator (März 2011) - 

am ehesten als ein failed back surgery syndrome einzustufen. Aufgrund der 

Minderbelastbarkeit des Achsenorgans seien dem Beschwerdeführer lediglich noch 

körperlich leichte, vorzugsweise wechselbelastende Tätigkeiten zu 50% der Norm, das 

bedeute sechs Stunden täglich mit 30%iger schmerz- und opiatbedingter 

Leistungseinschränkung, zumutbar. Keine zusätzliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sei dem Beschwerdeführer aufgrund der psychiatrisch erhobenen 

Befunde zu attestieren, wobei diesbezüglich diagnostisch die  unerwünschten 

Arzneimittelwirkungen bei therapeutischer Anwendung von Opiaten (Morphium) Y57 

mit sekundär Opioidabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch F11.25 sowie eine 

Neurasthenie F48.0 im Vordergrund stünden. Die damit zu begründende 

Beeinträchtigung des Antriebs, der Ausdauer, des Selbstvertrauens, der 

Konzentrationsfähigkeit und des Arbeitstempos sowie die vermehrte Müdigkeit und 

Kraftlosigkeit mit mangelnder Stressresistenz würden zu einer nicht additiven 

Arbeitsunfähigkeit von 45% in der angestammten Tätigkeit als Wohngruppenbetreuer 

bzw. von 35% in einer sehr einfachen Tätigkeit ohne besonderen Anforderungen an die 

psychische Belastbarkeit führen. Die neuropsychologische Begutachtung ihrerseits 

habe keine Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit gezeigt, weshalb aus 

dieser Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (act. G 29, S. 17 ff.) 

Insgesamt ist gestützt auf das Gerichtsgutachten beim Beschwerdeführer sowohl in 

der angestammten Tätigkeit als Wohngruppenbetreuer, soweit es sich um eine 

körperlich leichte rückenadaptierte Tätigkeit handelt, wie auch in jeder anderen 

entsprechenden Verweistätigkeit ab November 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

anzunehmen (act. G 29, S. 20).

4. 

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4.1 Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ist zu berücksichtigen, dass es sich 

gemäss dem Gerichtsgutachten bei der zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Wohngruppenbetreuer um eine adaptierte Tätigkeit handelt (act. G 29, S. 20). Somit 

entspricht die Invalidenkarriere der Validenkarriere, weshalb der Invaliditätsgrad 

vorliegend anhand eines Prozentvergleichs berechnet werden kann. Auch bei einem 

Prozentvergleich ist zu prüfen, ob ein Abzug im Sinne eines Tabellenlohnabzugs 

aufgrund einer zu erwartenden unterdurchschnittlichen Entlöhnung vorzunehmen ist.

4.2 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 f. E. 5b 

und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

4.3 Die leidensbedingten Einschränkungen wurden bereits bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt und rechtfertigen vorliegend keinen weiteren 

Abzug. Mit dem fortgeschrittenen Alter und dem eingeschränkten Spektrum 

verbliebener Arbeitsmöglichkeiten des Beschwerdeführers liegen lohnsenkende 

Faktoren vor, welche einen Tabellenlohnabzug von 10% rechtfertigen. Daraus resultiert 

in Anwendung eines Prozentvergleichs bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% ein 

Invaliditätsgrad von 55% (50% + [50% x 0.1]). Damit hat der Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

4.4 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der 

Beschwerdeführer meldete sich vorliegend im November 2010 zum Bezug von 

Leistungen der IV-Stelle an (IV-act. 2), somit ist ein Rentenanspruch frühestens per 1. 

Mai 2011 entstanden. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, welches mit 

Eintritt der 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab November 2010 ausgelöst wurde, war sechs 

Monate nach der Anmeldung jedoch noch nicht erfüllt, weshalb der Rentenanspruch 

per 1. November 2011 entstanden ist.

5. 

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5.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 23. 

Januar 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 

2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Aufgrund der Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als 

angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

5.3 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 13'931.15 gemäss Rechnung der 

Medas Zentralschweiz vom 12. Februar 2012 hat die Beschwerdegegnerin zu tragen 

(BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung 

entsprechend der vom Rechtsvertreter eingereichten Honorarnote vom 30. März 2016 

(act. G 33) von Fr. 5'678.20 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Unter diesen Umständen erübrigt sich die Festsetzung einer 

Entschädigung im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 23. Januar 2013 aufgehoben 

bis

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und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 2011 eine halbe Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 13'931.15 zu 

bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

5'678.20 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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