# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a88d317c-3367-5936-adb8-a76a98a1a7c3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.05.2010 S 2009 198
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-198_2010-05-25.pdf

## Full Text

S 09 198

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 25. Mai 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 52-jährige … (geboren 1958) war befristet vom 09.01.2006 bis 

Ende November 2007 bei der Hoch- und Tiefbaufirma … AG, …, angestellt 

und durch die Arbeitgeberin obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 

versichert. Am 05.07.2006 wurde er bei Arbeiten auf der Baustelle von einem 

starken Windstoss aus dem Gleichgewicht gebracht, worauf er eine Böschung 

hinunterfiel und sich an der rechten Schulter verletzte. In der Klinik …, …, 

wurde ihm eine traumatische Schulterluxation mit disloziertem Abriss des 

Tuberculum majus an der rechten Schulter diagnostiziert, welche am 

06.07.2006 chirurgisch versorgt wurde. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen 

Leistungen. Wegen anhaltender Schmerzen hielt sich der Versicherte danach 

während fast vier Wochen (11.12.2006 bis 05.01.2007) in der 

Rehabilitationsklinik Bellikon auf. Am 05.07.2007 erfolgte in der Klinik … durch 

Dr. … eine diagnostische Arthroskopie der rechten Schulter und eine 

subacromiale Dekompression mit Acromioplastik, eine Schulterausspühlung 

(Shaving) samt partieller Synovectomie. Die neurologische Untersuchung 

beim Spezialisten Dr. … am 10.08.2007 ergab keine sicheren Hinweise für 

eine radikuläre Schädigung oder auf eine Verletzung eines peripheren Nervs 

oder eine Plexusläsion. Es folgte ein ca. drei wöchiger, stationärer 

Klinikaufenthalt in … (12.11.2007 bis 03.12.2007). Im Austrittsbericht vom 

10.12.2007 wurde der Patient aus psychiatrischer und somatischer Sicht für 

eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ab sofort wieder zu 100% 

arbeitsfähig eingestuft. 

b) In der Folge wurde der Versicherte von verschiedenen Ärzten auf seine 

Gesundheit untersucht und die Arbeitsfähigkeit abgeklärt (vgl. Kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung vom 21.01.2008 [Dr. …]; Austrittsbericht der Klinik 

Bellikon vom 09.10.2008; medizinischer Abklärungsbericht samt MRI der 

Schulter im Schweizerischen Paraplegiker Zentrum … vom 20.11.2008 [Dr. 

…] und 05.01.2009 [Dres. … und …] und Abschlussuntersuchung des 

Kreisarztes vom 12.02.2009 [Dr. …]).

c) Gestützt auf die so gewonnenen Erkenntnisse teilte die SUVA dem 

Versicherten mittels Verfügung vom 27.04.2009 mit, dass sie ihm eine 

monatlich wiederkehrende Invalidenrente - auf der Basis eines 

Invaliditätsgrads von 17% und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 

71'282.-- - sowie eine einmalige Integritätsentschädigung von 10% bzw. 

umgerechnet Fr. 10'680.-- zuspreche. Zur Ermittlung des IV-Grads stellte sie 

dabei auf ein mutmassliches Valideneinkommen von Fr. 63'586.-- und ein 

hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 53'083.-- (laut 

Lohnstrukturerhebungen [LSE] 2006, Niveau 4, Fr. 62'451.-- 

teuerungsbereinigt; abzüglich Leidensabzug von 15% [= Fr. 9’368.--]) ab, was 

zum erwähnten IV-Grad von 17% führte.   

d) Dagegen liess der Versicherte Einsprache erheben, was zu weiteren 

medizinischen Abklärungen (vgl. Beurteilung vom 07.09.2009 

Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin SUVA [Dr. …]; Stellungnahme 

Einsprecher vom 07.10.2009 mit Abklärungsbericht Klinik … [Dr. …]; 

Ergänzungsbericht vom 29.10.2009 [Dr. …] sowie weitere Stellungnahme 

Einsprecher vom 10.11.2009) führte. Mit Entscheid vom 24.11.2009 hiess die 

SUVA die Einsprache teilweise gut, wobei sie den IV-Grad neu auf 18% 

erhöhte; ausgehend vom unveränderten Valideneinkommen von Fr. 63'586.-

- und einem leicht reduzierten Invalideneinkommen von Fr. 52'052.70 

(nämlich LSE 2006, aufindexiert, Fr. 61'238.45 abzüglich Leidensabzug 15% 

[Fr. 9'185.75]).

2. a) Dagegen liess der Versicherte und Einsprecher am 14.12.2009 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben mit den 

Begehren um Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

Feststellung, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei. Die 

SUVA sei ausserdem zu verpflichten, ihre Taggeldleistungen rückwirkend ab 

Einstellung per Ende März 2009 wieder aufzunehmen. Der Beschwerdeführer 

sei einem operativen Stabilisierungseingriff des Schultergelenks zu 

unterziehen, wobei die SUVA für die Operations- und Heilungskosten 

aufzukommen habe. Schliesslich sei der Beschwerdeführer auch noch auf 

eine unfallbedingte psychiatrische Komponente zu begutachten. Nach 

Vorliegen des Endzustands sei neu über die Rente und die 

Integritätsentschädigung zu entscheiden. Im Übrigen sei dem 

Beschwerdeführer noch die unentgeltliche Rechtspflege samt 

Rechtsverbeiständung in der Person von RA … zu gewähren. Zur 

Begründung dieser Anträge wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass alle 

beteiligten Ärzte – mit Ausnahme des Kreisarztes Dr. … – davon ausgehen 

würden, dass mit dem operativen Stabilisierungseingriff nicht nur eine 

Verbesserung des Gesundheitszustands, sondern auch der Erwerbsfähigkeit 

des Beschwerdeführers gelingen würde. Selbst nach der Beurteilung des 

SUVA-Versicherungsarztes Dr. … dürfe eine gewisse Verbesserung erwartet 

werden. Es sei erforderlich, dass sich die Fachärzte auch noch über das Mass 

der mit der Operation erzielbaren Verbesserungen konkret äussern. Die 

SUVA erachte es offenbar nicht für nötig, hier tiefer zu gehen. Die Aussage 

von Dr. … im Abklärungsbericht vom 29.10.2009, wonach „vom operativen 

Eingriff zum vornherein keine wesentliche auch beruflich nutzbare funktionelle 

Verbesserung erwartet wird“, beziehe sich nur auf die bisherige Tätigkeit des 

Beschwerdeführers als Maurer. Diese Tätigkeit sei ihm aber nicht mehr 

zumutbar. Es gehe jetzt darum, dem Beschwerdeführer alles Mögliche zur 

Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit zu eröffnen. Für den 

Beschwerdeführer seien vor allem die Schmerzen und Instabilität an der 

rechten Schulter störend. Auch der Hausarzt Dr. … sei für eine 

Schulteroperation. Er habe den Patienten daher bereits in Zürich zur 

Operation bzw. für Vorabklärungen angemeldet. Der Beschwerdeführer habe 

bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) … schon verschiedene 

Arbeitsversuche absolviert. Die Vorinstanz wolle davon nichts wissen, 

sondern ziehe die Methode der Lohnstrukturerhebungen vor, was willkürlich 

sei. Der Beschwerdeführer habe die Arbeitsversuche jeweils wegen 

Schmerzen und Schulterproblemen unterbrechen müssen, was in der Folge 

eben auch noch zu unfallkausalen psychischen Problemen geführt habe. 

b) Mit Verfügung vom 22.01.2010 entsprach die zuständige Instruktionsrichterin 

dem Antrag des Beschwerdeführers vom 13.01.2010 auf Sistierung des 

Verfahrens, damit noch ein MRT-Bericht der Klinik Schulthess (ZH) 

abgewartet werden könne.

3. In ihrer Beschwerdeantwort beantragte die SUVA (Vorinstanz) die Abweisung 

der Beschwerde. Den Einwänden des Beschwerdeführers wurde 

entgegengehalten, dass – nebst dem ausgewiesenen 

Versicherungsmediziner Dr. … – auch der behandelnde Klinikarzt Dr. … der 

Ansicht sei, dass angesichts des starken Leidensdrucks eine operative 

Stabilisation diskutiert werden müsse. Letzterer sehe aber den 

Heilungsausgang in Bezug auf die restlichen Beschwerden als offen an. Auch 

nach der Beurteilung der Ärzte im Paraplegikerzentrum … würde der 

Beschwerdeführer durch eine Schulteroperation nicht wieder leistungsfähig 

für körperlich schwere Arbeiten, weshalb diese Operation auch nicht als 

dringlich einzustufen sei. Selbst Dr. …, der die Operation vorgeschlagen 

habe, gehe zwar von einer Lebensqualitätssteigerung aus, nicht aber von 

einer beruflichen Verbesserungsmöglichkeit. Der Hausarzt Dr. … „glaube“ 

bloss, dass eine Schulteroperation helfen könnte. Allseits klar sei aber, dass 

der Beschwerdeführer nicht mehr als Maurer arbeiten könne. Keiner der 

beteiligten Ärzte gehe von einer möglichen Steigerung der Erwerbsfähigkeit 

aus. Auch sonstige Wirkungen seien zweifelhaft, weshalb der Fallabschluss 

durch sie zu Recht erfolgt sei. Die erwähnten Arbeitsversuche beim RAV 

seien für die Rentenfrage irrelevant, umso mehr, als er diese Bemühungen 

offenbar selbst abgebrochen habe. Es bestehe zudem auch keine 

psychiatrische Problematik mit Krankheitswert. Laut Austrittsbericht der Klinik 

… vom 10.12.2007 sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer und 

somatischer Sicht zu 100% arbeitsfähig gewesen; anderslautende 

Abklärungsberichte lägen nicht vor. Der Beschwerdeführer gehe auf die 

Argumente im Einspracheentscheid zudem nicht ein, weshalb davon 

auszugehen sei, dass er mit der Berechnung/Erhöhung des IV-Grads (auf 

18%) einverstanden sei.

4. Am 16.02.2010 beantragte der Beschwerdeführer noch vorsorgliche 

Massnahmen, indem die Vorinstanz zu verpflichten sei, ihre Taggelder 

rückwirkend ab 03.02.2010 für die Dauer des Beschwerdeverfahrens zu 

erbringen. In ihrer Stellungnahme vom 01.03.2010 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der vorsorglichen Massnahmen. Mit Verfügung vom 

09.03.2010 wies die zuständige Instruktionsrichterin den Zusatzantrag auf 

vorsorgliche Massnahmen ab.

5. Mit der Replik reichte der Beschwerdeführer dem Gericht noch den schon 

zuvor (mit Sistierungsantrag vom 13.01.2010) in Aussicht gestellten MRT-

Bericht der Klinik … vom 04.02.2010 samt weiterer Berichte vom Februar 

2010 nach. Daraus gehe hervor, dass die Instabilität der rechten Schulter 

massiv sei und die Schmerzen trotzdem nicht von daher rührten. Auch die 

genannte Fachklinik komme zum Schluss, dass zur Feststellung seiner 

Arbeitsfähigkeit noch eine detaillierte und vertiefte Evaluation der 

Leistungsfähigkeit (EVL) mit gutachterlicher Aussagekraft notwendig sei. 

6. Am 12.03.2010 verzichtete die SUVA auf die Einreichung einer Duplik.   

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Zuerst gilt es die Frage nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses per 

31.03.2009 zu klären. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Einstellung 

der Weiterausrichtung von Taggeldern vorliegend zu früh erfolgt sei. Wie das 

Bundesgericht in diesem Zusammenhang bereits mehrfach festgehalten hat, 

bildet die Heilbehandlung in Art. 10 des Unfallversicherungsgesetzes (UVG; 

SR 832.20) den Kerngehalt der Pflegeleistungen. Diese zählt – gleich wie das 

in Art. 16 f. UVG geregelte Taggeld und anders als etwa die als klassische 

Dauerleistung geltende Invalidenrente nach Art. 18 ff. UVG – zu den 

vorübergehenden Leistungen (BGE 134 V 109 E. 4.1, 133 V 57 E. 6.6 und 6.7 

S. 63 ff.). Bis zu welchem Zeitpunkt Heilbehandlung und Taggeld durch den 

Unfallversicherer zu gewähren sind, ergibt sich aus Art. 19 UVG. Danach 

entsteht ein Rentenanspruch, falls von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des 

Versicherten, das heisst keine Steigerung oder Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit, mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 

und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (so bereits: BGE 128 V 

169 E. 1b S. 171, 116 V 41 E. 2c S. 44; RKUV 1995 Nr. U 227 S. 190 E. 2a). 

Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes „nahmhaft“ durch den 

Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende 

Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 

nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_590/2008 vom 

03.12.2008 E. 4.2 und 8C_467/2008 vom 04.11.2008 E. 5.2.2.2). 

b) Aktenkundig ist hier erstellt, dass die Invalidenversicherung die 

Eingliederungsmassnahmen mit Verfügung vom 01.09.2008 abgeschlossen 

hat. Gemäss den ärztlichen Beurteilungen kann mit der vorgeschlagenen 

Schulteroperation rechts (Stabilisierungseingriff) offenkundig keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands und demnach auch keine Steigerung 

oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit mehr herbeigeführt werden. So 

hielten die Dres. …/… im Abklärungsbericht vom 05.01.2009 fest, dass der 

Versicherte auch durch die vorgeschlagene Operation sicherlich nicht mehr 

leistungsfähig für schwere körperliche Arbeit (wie früher als Maurer) sei. Die 

Operation sei deshalb auch nicht als dringlich einzustufen. Noch deutlicher 

äusserte sich der Kreisarzt Dr. … in seiner Abschlussuntersuchung vom 

12.02.2009, worin er festhielt, dass von weiteren medizinischen Massnahmen 

keine wesentliche Besserung der Befunde zu erwarten seien. Von einer 

Operation der rechten Schulter sei weder eine nachhaltige Verbesserung der 

Symptomatologie noch der Beweglichkeit sowie Funktionalität zu erwarten. 

Der medizinische Endzustand sei nun erreicht. Zwar sei ihm die bisherige 

Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar, für alternative Beschäftigungen sei 

er aber noch voll arbeits- und einsatzfähig (vgl. dazu Austrittsbericht Klinik 

Bellikon vom 09.10.2008, Seite 7, „Basistest-Assessments“ und Bericht 

Kreisarzt Dr. … vom 21.01.2008). Die ärztlichen Beurteilungen erscheinen 

dem Gericht zu dieser Frage grundsätzlich klar und übereinstimmend, zumal 

auch noch Dr. Meier im Bericht vom 07.09.2009 festhielt, dass selbst eine 

Operation insgesamt zu keiner wesentlichen Verbesserung des 

Gesundheitszustands führen würde. Sogar Dr. … (Zentrum …), welcher als 

Erster einen operativen Eingriff an der Schulter vorgeschlagen hatte, sagte 

danach aus, dass damit zwar eine Besserung der Lebensqualität und eine 

Beherrschung der akut einschiessenden Schmerzen zu erwarten sei, aber 

trotzdem keine Rückkehr zum Beruf als Maurer möglich sei. Dieser 

Auffassung widersprach ausserdem auch Dr. … (Klinik …) im Bericht vom 

07.10.2009 nicht, worin er einräumte, dass mit einer Operation die 

Subluxation zwar beseitigt und so auch eine zunehmende Dekompensation 

des Gelenks verhindert werden könne; dennoch aber bleibe der weitere 

Ausgang in Bezug auf die restlichen Beschwerden offen. Nichts anderes ist 

auch den noch mit der Replik eingereichten Arztberichten der … Klinik vom 

04.02.2010 sowie der Klinik … vom 12.02.2010 zu entnehmen. Die Ärzte der 

Klinik … empfehlen keine operative Therapie. Sie halten fest, dass bezüglich 

der Instabilität vermutlich eine Indikation der Operation zur Re-Stabilisierung 

gegeben wäre, falls diese Instabilität isoliert vorliegen würde. Das 

Hauptproblem liege aber in der massiven Schmerzsymptomatik. Weil sie 

keinen Zusammenhang zwischen der Schmerzsymptomatik und der 

Instabilität sähen, möchten sie von einer operativen Therapie zur Re-

Stabilisierung Abstand nehmen. Der Vorteil (Benefit) für die Patienten, die 

eine solche Operation vornehmen liessen, sei eher fraglich. In Anbetracht 

dieser einheitlichen Facharzt- und Klinikberichte kann auf die Einholung der 

Krankengeschichte beim Hausarzt Dr. … verzichtet werden, da daraus im 

Voraus keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. zur antizipierten 

Beweiswürdigung: BGU 8C_818/2008 vom 20.02.2009; BGE 127 V 491 E. 1b 

S. 494, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; RKUV 2006 Nr. U 578 

S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S. 28).

c) Soweit der Beschwerdeführer behauptet, auch die Klinik … habe zur 

Feststellung der Arbeitsfähigkeit noch nach einer Evaluation der 

Leistungsfähigkeit (EVL) mit gutachterlicher Aussagekraft verlangt, übersieht 

er, dass die dortigen Ärzte offenbar nicht umfassende Kenntnis der schon 

vorhandenen medizinischen Akten – namentlich den Berichten der Klinik … 

vom 10.12.2007 und Bellikon vom 09.10.2008 - gehabt und daher eben auch 

keine Kenntnis von den bereits vorliegenden Beurteilungen zur 

Arbeitsfähigkeit hatten. Auf eine vertiefte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

mittels zusätzlichen EVL-Gutachtens kann darum verzichtet werden.

d) Was die beantragte psychische Begutachtung betrifft, vermag sich das 

Gericht den Ausführungen der Vorinstanz anzuschliessen, wonach sich bisher 

in den medizinischen Akten weder Hinweise auf psychische Leiden mit 

Krankheitswert noch Hinweise auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

infolge psychischer Probleme finden lassen. Zwar trifft es zu, dass Dr. … vom 

Psychosomatischen Dienst der Klinik … im Bericht vom 22.10.2007 festhält, 

dass psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts 

klassifizierten Krankheiten insofern erfüllt seien, als dass sich die berechtigten 

Sorgen und Erwartungsängste auf die Erkrankung negativ auswirken und 

sicherlich einem Circulus vitiosus von Schmerz, Trainingsverlust und noch 

mehr Schmerzen Vorschub leisten würden (S. 3). Diese Diagnose wurde im 

Abklärungsbericht der Klinik … vom 10.12.2007 nochmals wiederholt (S. 2) 

und auch im Austrittsbericht der Klinik Bellikon vom 16.10.2008 bestätigt. Dies 

ändert aber nichts daran, dass diese psychischen Probleme keinen 

Krankheitswert erlangt haben. So wurde im Bericht der Klinik … ausdrücklich 

festgehalten, dass zusätzlich zu den muskuloskelettal bedingten 

Einschränkungen keine psychische Störung mit Krankheitswert bestehe, die 

einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnte. Selbst der aktuellste 

Bericht des Hausarztes Dr. … vom 23.12.2009 enthält keine Hinweise auf 

psychische Fehlentwicklungen oder Defekte beim Beschwerdeführer mit 

Krankheitswert. Auf die beantragte Begutachtung unter diesem 

Gesundheitsaspekt kann deshalb aus den gleichen Gründen - wie oben Erw. 

1b-c dargetan – verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung).

e) Was die wirtschaftliche Seite der Rentenfrage und im konkreten Fall speziell 

die Höhe des mutmasslichen Invalideneinkommens angeht, so hat die 

Vorinstanz zu Recht auf die abstrakten Lohnstrukturerhebungen (LSE) der 

Schweiz für 2006 abgestellt. Nach gefestigter Rechtsprechung des 

Bundesgerichts darf einzig dann nicht auf die LSE-Werten abgestellt werden, 

wenn der/die Versicherte nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 

ausübt, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse (z.B. 

Festanstellung; langjährige Beschäftigung) vorliegen und angenommen 

werden darf, dass die noch verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise 

voll ausgeschöpft wird und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als 

angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 

475 mit Hinweisen). Alle drei erwähnten Voraussetzungen sind hier zu 

verneinen, da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und 

somit auch keinen Soziallohn beziehen kann. Sollten auch Arbeitsversuche 

beim Regionalen Arbeitsvermittlungsamt (RAV) in Form von 

Beschäftigungsprogrammen stattgefunden haben, kann mit Sicherheit 

trotzdem nicht schon von einem stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen 

werden, da bereits der Begriff „Arbeitsversuch“ ein gefestigtes 

Arbeitsverhältnis ausschliesst. Die Vorinstanz stellte folglich zu Recht auf ein 

Invalideneinkommen von Fr. 52'052.70 ab (nämlich LSE 2006, TA1, 

Anforderungsniveau 4, erzielbarer Monatslohn Fr. 4'806.--, aufindexiert (2009; 

2.1%); bei 41.6 Wochenarbeitsstunden jährlich Fr. 61'238.45 abzüglich 15% 

Leidensabzug [minus Fr. 9'185.75]). Wird das unbestritten gebliebene 

Valideneinkommen (Fr. 63'586.--) dem leicht modifizierten 

Invalideneinkommen (Fr. 52'052.70) gegenüber gestellt, so resultiert daraus 

eine jährliche Erwerbseinbusse von Fr. 11'533.30, was gerundet dem von der 

Vorinstanz ermittelten IV-Grad von 18% entspricht.    

f) Im Übrigen gibt es auch nichts an der (zu Recht unbestritten gebliebenen) 

Integritätsentschädigung nach Art. 24 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 36 

Abs. 1 UVV auszusetzen. Gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG bestimmt sich die Höhe 

der Entschädigung im Grundsatz nach der Schwere der Verletzung 

(Gilg/Zollinger, Die Integritätsentschädigung nach UVG, Bern 1984, S. 100 f. 

und Frei, Die Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 UVG, Diss. 

Freiburg 1998, S. 68). Gestützt auf den Kreisarztbericht des Dr. … vom 

21.01.2008 und im Einklang mit der Tabelle 1 im Anhang zur UVV schätzte 

die Vorinstanz die Integritätseinbusse dabei zu Recht auf 10%, woraus korrekt 

eine einmalige Entschädigung (infolge Lebensqualitätsverlustes) von Fr. 

10'680.-- errechnet wurde.

g) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 24.11.2009 erweist sich damit in 

jeder Beziehung als rechtmässig, was zu seiner Bestätigung und zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

2. a) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) – ausser 

hier nicht zutreffender Ausnahmen - grundsätzlich kostenlos ist. 

b) Dem Gesuch vom 13.01.2010 um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird 

entsprochen, da die Voraussetzungen nach Art. 61 lit. f ATSG (vgl. auch Art. 

76 des Gesetzes über die kantonale Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 

370.100]) als erfüllt angesehen werden können. Bezüglich der Höhe der vom 

Staat (zulasten der Gerichtskasse) zu übernehmenden Kosten gilt es 

klarzustellen, dass dabei laut Art. 5 Abs. 1 der kantonalen Verordnung über 

die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(HV; BR 310.250) von einem reduzierten Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde 

auszugehen ist. Mit Honorarnote vom 18.05.2010 machte der prozessierende 

Anwalt eine Entschädigung von total Fr. 4'708.-- (17.7 Std. x Fr. 240.-- [= Fr. 

4'248.--], plus Barauslagen 3% [Fr. 127.45] und 7.6% Mehrwertsteuer [Fr. 

332.55]) geltend. Dem Verwaltungsgericht erscheint jedoch eine derart hohe 

Aufwandentschädigung vorliegend nicht als gerechtfertigt, zumal der Aufwand 

und die Bemühungen im Zusammenhang mit dem seit Frühling 2010 

laufenden Verfahren vor der Fremdenpolizei (Frepo/APZ; 5.2 Std.) samt 

Korrespondenzen (1.2 Std. inkl. IV-Stelle 03.03.2010: 0.10 Std.; total fallfremd 

6.41 Std.) vor Erhebung der Beschwerde am 14.12.2009 nicht anrechenbar 

sind. Die eingereichte Honorarnote ist somit entsprechend zu kürzen, was 

einen effektiv anrechenbaren Arbeitsaufwand von 11.29 Std. à Fr. 200.--/Std. 

(Fr. 2'258.--) plus Barauslagen 3% (Fr. 67.75), zuzüglich 7.6% 

Mehrwertsteuer (176.75), total Fr. 2'502.50 ergibt. In diesem Umfang wird der 

Beschwerdeführer zulasten der Gerichtskasse entschädigt, wobei der 

Vorbehalt von Art. 77 VRG gilt, wonach das Erlassene zu erstatten ist, falls 

sich die Einkommen- oder Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers 

dereinst verbessern sollten und er dann zur Rückzahlung der Summe in der 

Lage sein sollte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwalt … ein Rechtsvertreter auf Kosten des 

Staates bestellt. Dieser wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 2'502.50 (inkl. 

MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).