# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60d84d4b-624d-5124-b5a1-f5482f9bfe80
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2023 D-1030/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1030-2023_2023-06-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1030/2023 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Chiara Piras; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan, 

vertreten durch MLaw Gianluca Schlaginhaufen, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 20. Januar 2023 / N (…) 

 

 

 

D-1030/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 2. Juli 2021 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 13. Juli 2021 beauftragte er die Mitarbeitenden des Rechtsschut-

zes für Asylsuchende im Bundesasylzentrum (BAZ) Region B._______ mit 

der Wahrung seiner Rechte im Asylverfahren. Am 16. Juli 2021 fand die 

Personalienaufnahme (PA) und am 20. Juli 2021 das Dublin-Gespräch mit 

dem Beschwerdeführer statt. Am 7. September 2021 und am 8. März 2022 

hörte das SEM ihn zu den Asylgründen an (Art. 29 AsylG [SR 142.31]). 

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer 

geltend, er habe sein Heimatland aufgrund seiner homosexuellen Neigun-

gen verlassen. Er sei in C._______ (Provinz D._______) mit einem Freund 

namens E._______ aufgewachsen. Sie seien seit seiner Kindheit eng be-

freundet gewesen – beide hätten keine anderen Freunde gehabt. Sein 

Freund habe ihn hin und wieder «angefasst» und seit seinem 18. oder 

19. Lebensjahr geküsst. Am (…) habe ein Landarbeiter beziehungsweise 

ein Onkel seines Freundes ihn (den Beschwerdeführer) mit seinem Freund 

auf einem Feld in der Nähe seines Hauses beim ersten versuchten Ge-

schlechtsverkehr ertappt. Sie seien gerade dabei gewesen, sich gegensei-

tig zu befriedigen. Der Landarbeiter beziehungsweise der Onkel seines 

Freundes habe ihn (den Beschwerdeführer) und seinen Freund festgehal-

ten und gedroht, ihn (den Beschwerdeführer) mit einer Pistole, die er nicht 

gesehen habe, zu erschiessen. Anderthalb Stunden beziehungsweise 15 

bis 20 Minuten später sei der Vater seines Freundes, Chef des (…), mit 

drei weiteren Polizisten und dem Bruder seines Freundes eingetroffen. Sie 

seien kurzerhand auf den Polizeiposten gebracht worden, wo er (der Be-

schwerdeführer) unter Qualen – er sei zweimal Stromstössen ausgesetzt 

gewesen beziehungsweise mit einem Gummischlauch geschlagen und mit 

einer Waffe bedroht worden – gestanden habe, seinen Freund vergewaltigt 

zu haben. Obschon er (der Beschwerdeführer) vor dem Richter, dem er 

drei Tage später vorgeführt worden sei, aus Angst die Vergewaltigungs-

falschaussage bestätigt habe, habe dieser angeordnet, ihn auf freien Fuss 

zu setzen. Er (der Beschwerdeführer) sei davon ausgegangen, dass der 

Vater seines Freundes seine Haftentlassung mit dem Richter abgespro-

chen habe, um ihn (den Beschwerdeführer) ermorden zu können. Der On-

kel seines Freundes habe vor seiner Freilassung seiner Familie einen Be-

such abgestattet und gedroht, ihn zu erschiessen. Auf dem Heimweg nach 

seiner Entlassung habe ihn ein Unbekannter tätlich angegriffen und mit ei-

nem Messer verletzt. Er (der Beschwerdeführer) sei eilends mit Hilfe seiner 

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Familie nach F._______ geflüchtet. Er habe dort bei Leuten, die aus seiner 

Umgebung in der Provinz D._______ stammten, gelebt und sich vergeblich 

bemüht, eine Arbeit zu finden, beziehungsweise sich im Haus eines 

Schleppers bis zu seiner Ausreise in den G._______ versteckt gehalten. 

Da die Familie seines Freundes ihn in F._______ aufgespürt habe, sei er 

im Laufe des Monats (…) aus Pakistan ausgereist. Seine Peiniger hätten 

ein Telefonat, welches er mit seiner Familie aus H._______ geführt habe, 

abgehört und diese bedroht. Sie hätten verlangt, dass man ihn (den Be-

schwerdeführer) nach Pakistan zurückrufe. Um diesen Drohungen Nach-

druck zu verleihen, habe der Bruder seines Freundes seine Schwester zu-

sammengeschlagen. Seine Familie habe ihm (dem Beschwerdeführer) 

seither von einer Rückkehr nach Pakistan abgeraten. 

A.c Der Beschwerdeführer reichte seine Geburtsurkunde und einen Poli-

zeirapport (First Information Report; FIR) je in Kopie sowie Ausdrucke meh-

rerer Fotos ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. Januar 2023 – eröffnet am 23. Januar 2023 – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug derselben an. Es entzog 

einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende 

Wirkung. Zudem händigte es ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-

tenverzeichnis aus. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. Februar 2023 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben, es sei dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter seien die Unzu-

lässigkeit/Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und es 

sei der Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die 

Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es 

sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, es sei dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in 

der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 

gewähren. 

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Der Beschwerde lagen die Vollmacht des Rechtsvertreters, die angefoch-

tene Verfügung, eine Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) vom 11. Juni 2015 (Pakistan: Situation von Homosexuellen) und 

eine Fürsorgebestätigung vom 18. Januar 2023 bei. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 23. Februar 

2023 den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich 

um eine solche, weshalb auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der 

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Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 

und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM hat in der Dispositivziffer 6 der angefochtenen Verfügung ei-

ner allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. In die-

sem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Beschwerde im ordentli-

chen Beschwerdeverfahren grundsätzlich aufschiebende Wirkung hat 

(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Diese kann vom SEM gestützt 

auf Art. 55 Abs. 2 VwVG ausnahmsweise entzogen werden, wenn kumula-

tiv die Beschwerde offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat und die asyl-

suchende Person gleichzeitig eine Gefährdung für Leib, Leben und Ge-

sundheit anderer Personen darstellt oder die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung in ernstzunehmender Weise gefährdet (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 

Nr. 9 S. 64). Vorliegend begründete das SEM den Entzug der aufschieben-

den Wirkung in den Erwägungen der Verfügung nicht ansatzweise. Gegen 

den Beschwerdeführer wurde zwar am 1. Dezember 2021 ein Strafbefehl 

wegen (…) ausgestellt (vgl. SEM-act. […]-45/6). Ungeachtet dessen geht 

aber vom Beschwerdeführer – jedenfalls zufolge der vorliegende Akten – 

offensichtlich keine Gefährdung für Leib, Leben und Gesundheit anderer 

Personen beziehungsweise für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. 

Es stellt sich mithin die Frage, ob das SEM der vorliegenden Beschwerde 

zu Recht die aufschiebende Wirkung entzogen hat. Nachdem mit dem vor-

liegenden Urteil das Asyl- und Wegweisungsverfahren des Beschwerde-

führers letztinstanzlich abgeschlossen wird, braucht indessen über die 

Frage der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 

für die Dauer des vorliegenden Verfahrens nicht mehr befunden zu werden, 

zumal in der Beschwerde auch kein entsprechendes Begehren enthält. 

4.2 Das SEM hat die wesentlichen Elemente des zur Begründung des Asyl-

gesuches vorgetragenen Sachverhalts in der angefochtenen Verfügung er-

fasst und sich in den Erwägungen mit diesen hinreichend auseinanderge-

setzt (vgl. angefochtene Verfügung, Ziff. II, 1.–2. und III, 1–3). In der Be-

schwerde wird zwar geltend gemacht, die Beweiswürdigung der Vorinstanz 

hinsichtlich des FIR sei als ungenügend zu bezeichnen. Ausserdem seien 

weder zur Zulässigkeit noch zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

rechtsgenügliche Abklärungen durchgeführt worden. Aus diesen Gründen 

sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zu neuem 

Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Beschwerde, Ziff. III 4). 

Ob das SEM den eingereichten FIR richtig gewürdigt hat, beschlägt die 

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Frage der materiellen Richtigkeit des Asylentscheids, was nachfolgend zu 

prüfen ist. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern das SEM zur Frage der 

Zulässigkeit oder der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs weitere Ab-

klärungen hätte vornehmen müssen. Der entsprechende Einwand wird in 

der Beschwerde denn auch nicht weiter substantiiert. Der subeventualiter 

gestellte Antrag, es sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und 

zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist daher abzuwei-

sen. 

5.  

5.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheids aus, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass deren Asylrelevanz nicht 

geprüft werden müsse. 

Er habe mehrere unterschiedliche Versionen über ein selbes Ereignis ge-

schildert, namentlich über den Vorfall auf dem Feld, das Kernvorbringen, 

auf welchem die gesamte geltend gemachte Verfolgung beruhe. In der 

Erstbefragung habe er eingangs behauptet, ein Feldarbeiter habe ihn und 

seinen Freund beim Geschlechtsverkehr ertappt. Aus diesem Feldarbeiter 

sei jedoch später ein Onkel seines Freundes geworden. Seinen Aussagen 

in der Erstbefragung nach habe der Feldarbeiter, der zugleich ein Onkel 

seines Freundes gewesen sei, ihn und seinen Freund «zwischen einer und 

eineinhalb Stunden» festgehalten bis der Vater seines Freundes eingetrof-

fen sei. Später habe er sich einer anderen Darstellung besonnen. Der Vater 

seines Freundes sei demnach bereits 15 bis 20 Minuten, nachdem der Be-

schwerdeführer und sein Freund erwischt worden seien, eingetroffen. Auch 

in der ergänzenden Anhörung habe er diese widersprüchlichen Zeitanga-

ben nicht zu erklären vermocht. Auf die Frage, wie der Feldarbeiter bezie-

hungsweise der Onkel seines Freundes ihn auf dem Feld in Schach gehal-

ten habe, habe er ausserdem nicht deckungsgleiche Versionen zu Proto-

koll gegeben. In der Erstbefragung habe er ausgesagt, der Zeuge seines 

Sexualaktes habe eine Pistole bei sich getragen und gedroht, ihn damit zu 

erschiessen. Er habe diese Waffe indes nicht gesehen. In der ergänzenden 

Anhörung habe er eine andere Variante vorgetragen. Dieser habe die 

Waffe auf seinen Kopf gerichtet und gedroht ihn umzubringen, falls er flüch-

ten sollte. Auf diesen Widerspruch angesprochen, habe er behauptet, er 

habe in der Erstbefragung gar mit seinen Fingern gezeigt, wie die Waffe 

auf seinen Kopf gehalten worden sei. Seine Aussagen seien auch punkto 

anderer Hauptvorbringen nicht schlüssig. In der Erstbefragung habe der 

Beschwerdeführer beispielsweise zu Protokoll gegeben, er sei auf dem 

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Polizeiposten zweimal mit Stromschlägen gefoltert und auch geschlagen 

worden. In der ergänzenden Anhörung habe er jedoch behauptet, er sei 

mit einem Gummischlauch malträtiert und mit einer Waffe bedroht worden. 

Selbst auf Nachfrage sei er bei seiner zweiten Version geblieben, von 

Elektroschocks sei nicht mehr die Rede gewesen. Seine Versuche, diese 

Widersprüche zu glätten, würden nicht überzeugen. Auch seine Aussagen 

über seinen Aufenthalt in F._______ seien nicht schlüssig. In der ersten 

Befragung habe er behauptet, bei Leuten, die aus seiner Umgebung in der 

Provinz D._______ gestammt hätten, gelebt und sich vergeblich auf Ar-

beitssuche gemacht zu haben. Diese Version sei jedoch mit der in der er-

gänzenden Anhörung vorgetragenen Variante, laut welcher er sich im Haus 

eines Schleppers versteckt gehalten habe, nicht vereinbar. Auch hier wür-

den seine Erklärungsversuche zu kurz greifen. 

Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel würden die geltend 

gemachten Vorbringen nicht glaubhaft machen. Bei den eingereichten Fo-

tos, welche laut seiner Rechtsvertretung, die von ihm «erlittenen Verletzun-

gen zeigen» sollen, sei nicht ersichtlich, ob seine beziehungsweise die 

Gliedmassen/Körperteile seiner Schwester abgebildet seien – geschweige 

denn, welches die Ursache der Verletzungen sei. Auch der eingereichte 

Polizeirapport, der laut seinen Aussagen in der Erstbefragung «eine An-

zeige von diesem Polizeiposten, wo sie mich für Sachen beschuldigen, die 

nie passiert waren» sei, würden seine Vorbringen nicht glaubhaft machen. 

Einerseits handle es sich um eine Kopie, dessen Echtheit nicht überprüft 

werden könne. Andererseits sei dessen Inhalt nicht einmal ansatzweise mit 

seiner Schilderung des Vorfalls auf dem Feld vereinbar. 

5.2 In der Beschwerde wird vorweg der Sachverhalt zusammenfassend 

wiederholt. Weiter wird geltend gemacht, gleichgeschlechtliche sexuelle 

Beziehungen seien in Pakistan gesetzlich verboten. Dies habe auch das 

Verwaltungsgericht Berlin in einem neuen Urteil vom 7. April 2022 festge-

stellt, wonach die Strafandrohung für homosexuelle Handlungen auch tat-

sächlich vollzogen werde. Der europäische Gerichtshof (EuGH) habe fest-

gehalten, dass das sogenannte Diskretions-Gebot für Homosexuelle unzu-

lässig sei, d.h. es könne von Geflüchteten nicht erwartet werden, dass sie 

ihre Homosexualität im Herkunftsland geheim hielten oder Zurückhaltung 

übten, um eine Verfolgung zu vermeiden. Homosexuelle würden in Pakis-

tan vom Flüchtlingsbegriff gemäss Art. 3 AsylG erfasst und es sei ihnen in 

der Konsequenz Asyl zu gewähren. 

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Homosexuelle Personen im Asylverfahren hätten oft negative Erfahrungen 

im Umgang mit Behörden im Herkunftsland gemacht. Ein verspätetes oder 

auch verzerrtes Vorbringen der diesbezüglichen Asylgründe sollte deshalb 

nicht grundsätzlich als Unglaubwürdigkeit gewertet werden. Es sei nicht 

erstaunlich, dass der Beschwerdeführer – traumatisiert und gefangen in 

Angst – über das Erlebte möglicherweise nicht konstant habe Auskunft ge-

ben können. Abgesehen davon sei denkbar, dass er im Wissen um die dro-

hende Verfolgung wahrheitswidrig versucht habe, die Initiative zu den se-

xuellen Handlungen seinem Freund in die Schuhe zu schieben, um selbst 

«weniger schuldig» zu erscheinen. Seine Geschichte, ausgehend von ei-

ner tatsächlichen Homosexualität, aber «etwas neben der Wahrheit», hätte 

dazu führen können, dass er sich in die angeblichen Widersprüche verwi-

ckelt habe. Die beiden Freunde hätten – versunken in ihrem Liebesspiel – 

zunächst nur von Weitem eine Person wahrnehmen können, die nach den 

Wasserleitungen auf den Feldern geschaut habe. Dann hätten sie sich an-

ziehen wollen und erst danach – beim Näherkommen – hätten sie festge-

stellt, dass es sich um einen Onkel des Freundes gehandelt habe. Im Üb-

rigen habe der Beschwerdeführer betont, dass der Onkel bei ihrer Entde-

ckung auf den Feldern Arbeiten am Verrichten gewesen sei. Es bestehe 

somit in den verschiedenen Bezeichnungen kein grösserer Widerspruch, 

auch wenn der Onkel kein Feldarbeiter gewesen sei, sondern lediglich auf 

dem Land, welches seiner Familie gehört habe, Arbeiten verrichtet habe. 

Bereits in der ersten Anhörung (26/21) habe der Beschwerdeführer richtig-

gestellt, dass es nach der Entdeckung bis zum Eintreffen des Vaters und 

der Polizei tatsächlich etwa zehn bis 15 Minuten und nicht eineinhalb Stun-

den gedauert habe. Aus der Frage 105 in der ersten Anhörung sei nicht 

ersichtlich, von welchem zeitlichen Ausgangspunkt ausgegangen worden 

sei. Bei genauer Lesart der Fragen und Antworten F67 f. in der ergänzen-

den Anhörung (46/19) zeige sich, dass der Vorhalt eines angeblichen Wi-

derspruches ein Suggestivelement enthalte. Der Beschwerdeführer habe 

in F67 nicht gesagt, er habe die Waffe gesehen, allenfalls habe er diese 

gespürt oder es sei ihm einfach gesagt worden, dass eine Waffe vorhanden 

sei. Es ergebe sich kein Widerspruch. Die Antwort zu Frage 68 sei dann 

unter dem Druck des erwähnten Suggestivelements erfolgt und dürfe da-

her nicht wörtlich genommen werden. Wann genau welche Art von Miss-

handlung erfolgt sei, könne der Beschwerdeführer im Rückblick nicht mehr 

rekonstruieren, lägen doch die Misshandlungen im Zeitpunkt der Anhörung 

mehr als ein Jahr beziehungsweise 15 Monate und 21 Monate zurück. Ent-

gegen der Auffassung der Vorinstanz, habe sich der Beschwerdeführer bei 

der Anhörung mit seiner Aussage «Ich war bei diesen Personen» lediglich 

erkundigt, ob sie Arbeit für ihn hätten. Mit dem Schlepper seien noch 

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weitere Personen aus dem D._______ nach F._______ unterwegs gewe-

sen, die ihrerseits in der Stadt Leute aus dem D._______ gekannt hätten, 

so dass sich der Beschwerdeführer in der gesamten «Community» nach 

Arbeit erkundigt habe, bis der Schlepper ihm gesagt habe, das sei nicht 

möglich. 

Bei den im FIR festgehaltenen Inhalt handle es sich um die «Strafanzeige», 

die der Vater seines Freundes bei der Polizei gemacht habe. Dem FIR 

könne zumindest entnommen werden, dass es zu homosexuellen Hand-

lungen gekommen sei, nicht aber, auf welchen der beiden Männer die Ini-

tiative zurückgegangen sei. Nicht ausgeschlossen werden könne, dass der 

FIR falsche Anschuldigen des Vaters beinhalte. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie das Referenzurteil 

des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 m.w.H.). 

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass das SEM in seinen Erwägungen mit zutreffender Begrün-

dung zum Ergebnis gelangt ist, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 

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standhalten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorweg auf die Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff. II) und die obige Zu-

sammenfassung derselben (vgl. E. 5.1 hiervor) verwiesen werden. 

7.2 Wie das SEM zutreffend festhält, war der Beschwerdeführer tatsächlich 

nicht in der Lage, das Kerngeschehen, mithin die Situation, wie er mit sei-

nem Freund in flagranti beim gemeinsamen Liebesspiel überrascht wurde, 

anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben. Vielmehr verwickelte er 

sich in Widersprüche in Bezug auf den Handlungsablauf und die darin in-

volvierten Personen, so dass nicht der Eindruck entsteht, es berichte eine 

im Mittelpunkt der Ereignisse stehende Person aus der Erinnerung heraus 

von einem real erlebten Sachverhalt. 

7.3 Während der Anhörung legte sich der Beschwerdeführer letztlich da-

rauf fest, er und sein Freund seien von dessen Onkel väterlicherseits beim 

gemeinsamen Liebesspiel entdeckt und denunziert worden, und erklärte, 

der Onkel beziehungsweise der (zuvor mehrfach erwähnte) Gärtner, der 

sie entdeckt habe, seien ein und dieselbe Person («der Gärtner, der der 

Onkel ist») und dieser Onkel seines Freundes habe ihn festgehalten, bis 

dessen Vater mit der Polizei gekommen sei (vgl. SEM-act. […]-26/21 F94). 

Zuvor gab er jedoch zu Protokoll, ein Gärtner oder Gartenhelfer habe ihn 

und seinen Freund gesehen und habe die Mutter seines Freundes infor-

miert. Der Onkel seines Freundes, der zuhause gewesen sei, sei sofort 

gekommen, während der Vater und der Bruder des Freundes später mit 

Polizisten gekommen seien, worauf man ihn festgenommen habe. Bis da-

hin habe der Gärtner ihn festgehalten (vgl. SEM-act. […]-26/21 F85, F88 

und F90). Der Onkel kann sie aber nicht beim Verrichten von Arbeiten auf 

dem Feld entdeckt und zuhause angerufen haben, gleichzeitig aber zu-

hause gewesen sein, und, nachdem die Information an die Familie ge-

langte, als erster an den Ort des Geschehens geeilt sein und den Be-

schwerdeführer dort festgehalten haben, bis der Vater mit der Polizei er-

schienen ist. Diese Unstimmigkeit vermochte der Beschwerdeführer in der 

Anhörung nicht plausibel aufzulösen (vgl. SEM-act. […]-26/21 F94). In der 

Beschwerde wird in diesem Zusammenhang eingewendet, der Beschwer-

deführer und sein Freund hätten erst bei dessen Näherkommen festge-

stellt, dass es sich um einen Onkel handelte, beziehungsweise, der Be-

schwerdeführer habe betont, dass der Onkel bei ihrer Entdeckung auf den 

Feldern Arbeiten am Verrichten gewesen sei, weshalb in den verschiede-

nen Bezeichnungen kein grösserer Widerspruch bestehe, auch wenn der 

Onkel kein Feldarbeiter gewesen sei, sondern lediglich auf dem Land, wel-

ches seiner Familie gehört habe, Arbeiten verrichtet habe. Diese 

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Erklärungsversuche ändern jedoch nichts daran, dass der Beschwerdefüh-

rer zunächst von zwei Personen sprach, einem Gärtner, welcher sie ent-

deckt habe, und vom Onkel seines Freundes, der von zuhause herbeigeeilt 

sei, während er später behauptete, beim Gärtner und beim Onkel handle 

es sich um ein und dieselbe Person. 

7.4 Das SEM führt aus, gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers bei 

der Anhörung habe der Feldarbeiter (bzw. Gärtner), der zugleich ein Onkel 

seines Freundes gewesen sei, ihn und seinen Freund «zwischen einer und 

eineinhalb Stunden» festgehalten, bis der Vater seines Freundes eingetrof-

fen sei, später habe der Beschwerdeführer jedoch erklärt, der Vater seines 

Freundes sei bereits 15 bis 20 Minuten, nachdem sie erwischt worden 

seien, eingetroffen. Diese widersprüchlichen Zeitangaben habe er auch in 

der ergänzenden Anhörung nicht zu erklären vermocht. Diesbezüglich wird 

in der Beschwerde zwar zutreffend eingewendet, der Beschwerdeführer 

habe schon während der Anhörung richtiggestellt, dass es nach der Entde-

ckung bis zum Eintreffen des Vaters und der Polizei etwa zehn bis 15 Mi-

nuten und nicht eineinhalb Stunden gedauert habe. Anlässlich der ergän-

zenden Anhörung wurde der Beschwerdeführer darauf angesprochen, er 

sei bei der Anhörung bei F105 gefragt worden, «Wie lange ist es gegangen, 

bis der Onkel Sie vorgefunden hat und bis die Polizei gekommen ist?», 

worauf er gesagt habe, zwischen einer und eineinhalb Stunden. Gebeten, 

ob er das erklären könne, gab er zu Protokoll, er habe damals die Zeit so 

berechnet, als sie losgingen, zum Feld, bis die Polizei kam. Darum habe er 

eine bis eineinhalb Stunden gesagt (vgl. SEM-act. […]-46/19 F61) Dieser 

Erklärungsversuch überzeugt jedoch schon deshalb nur bedingt, weil sich 

die Frage – auch wenn sie sprachlich nicht präzise gestellt wurde – aus 

dem Kontext für den Beschwerdeführer ohne weiteres erkenntlich auf den 

Zeitraum bezog, der ab der Entdeckung von ihm und seinem Freund in den 

Feldern bis zum Eintreffen der Polizei, vergangen war. Ungeachtet dessen 

enthalten die Aussagen des Beschwerdeführers in Bezug auf die zeitliche 

Abfolge der Ereignisse weitere Unstimmigkeiten. So sollen er und sein 

Freund gemäss der Darstellung in der Anhörung erst fünf Minuten in den 

Feldern gewesen sein, als sie vom Onkel entdeckt worden seien, und die 

Polizei sei circa zwischen 15 und 20 Minuten nachdem sie erwischt worden 

seien, gekommen (vgl. SEM-act. […]-26/21 vF105, F106 und F107). Ge-

mäss der Darstellung in der ergänzenden Anhörung sei der Onkel hinge-

gen nach circa 20 bis 30 Minuten vorbeigekommen, nachdem er und sein 

Freund sich ausgezogen hätten (vgl. SEM-act. […]-46/19 F64). Weiter er-

klärte er, vom Haus seines Freundes bis zu den Feldern brauche man circa 

15 bis 20 Minuten mit dem Auto. Sie seien mit dem Motorbike zum 

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Grundstück gekommen (vgl. SEM-act. […]-26/21 F107 und SEM-act. […]-

46/19 F40 und F41); an anderer Stelle erklärte er hingegen, sie seien «zu 

den Feldern, die der Familie gehören, gelaufen» (vgl. SEM-act. […]-26/21 

F85). Diese schon in sich nicht stimmigen Angaben lassen sich aber nur 

schwer mit seinem Erklärungsversuch in der ergänzenden Anhörung in 

Einklang bringen, ab dem Zeitpunkt, als sie sich auf den Weg zum Feld 

gemacht hätten, seien bis zum Eintreffen der Polizei zwischen einer und 

eineinhalb Stunden vergangen. 

7.5 Anlässlich der ergänzenden Anhörung wurde der Beschwerdeführer 

gebeten, er solle die Zeit nach dem Sex, als er und sein Freund vom Onkel 

festgehalten worden seien, beschreiben. Nachdem er erklärte, es sei ihm 

eine Pistole an seinen Kopf gehalten worden, wurde er vom Befrager da-

rauf hingewiesen, bei der Anhörung habe er die Frage 109, ob er die Pis-

tole gesehen habe, verneint. Gebeten, diese Unstimmigkeit zu erklären, 

gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er habe (damals) dem Dolmet-

scher gesagt: «Ja, ich habe die Pistole gesehen» und mit den Fingern so 

gezeigt, wie ihm die Pistole hingehalten worden sei (vgl. SEM-act. […]-

46/19 F68). Inwiefern hier – wie in der Beschwerde geltend gemacht – ein 

suggestives Element vorliegen soll, ist nicht ersichtlich. Wie in der Be-

schwerde festgehalten, hat der Beschwerdeführer anlässlich der ergän-

zenden Anhörung zwar tatsächlich nicht gesagt, er habe die Waffe gese-

hen. Seine Behauptung, er habe dem Dolmetscher an der Anhörung ge-

sagt, er habe die Pistole gesehen, steht jedoch in Widerspruch zu seiner 

unterschriftlich bestätigten Aussage anlässlich eben dieser Anhörung, wo-

nach er die Pistole, mit der er bedroht worden sei, nicht gesehen habe (vgl. 

SEM-act. […]-26/21 F109 [Haben Sie diese Pistole gesehen? A: Nein, 

nein. Ich hatte Angst. Er hat meine Kleider versteckt.]). 

7.6 Wie das SEM zu Recht festhält, kann der Beschwerdeführer auch aus 

den eingereichten Beweismitteln nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dies-

bezüglich kann vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung hingewiesen werden. Der Einwand in der Be-

schwerde, dem FIR könne zumindest entnommen werden, dass es zu ho-

mosexuellen Handlungen gekommen sei, nicht aber, auf welchen der bei-

den Männer die Initiative zurückgegangen sei, und es könne auch nicht 

ausgeschlossen werden, dass der FIR falsche Anschuldigen beinhalte, än-

dert nichts daran, dass sich der Inhalt des FIR (vgl. die Übersetzung in 

SEM-act. […]-46/19 F28) nicht mit den Schilderungen des Beschwerdefüh-

rers vereinbaren lässt. 

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7.7 Schliesslich sind auch die weiteren Mutmassungen in der Beschwerde, 

wonach denkbar sei, dass der Beschwerdeführer im Wissen um die dro-

hende Verfolgung wahrheitswidrig versucht habe, die Initiative zu den se-

xuellen Handlungen seinem Freund in die Schuhe zu schieben, um selbst 

«weniger schuldig» zu erscheinen beziehungsweise, seine Geschichte, die 

wohl «etwas neben der Wahrheit» liege, habe dazu führen können, dass 

er sich in die angeblichen Widersprüche verwickelte, nicht geeignet, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers in einem glaubhafteren Licht erschei-

nen zu lassen. Es ist denn auch gänzlich unverständlich, wenn der Be-

schwerdeführer wegen seiner in Pakistan aufgeflogenen gleichgeschlecht-

lichen Beziehung zu seinem Freund, wobei man ihn sogar zu Unrecht der 

Vergewaltigung seines Freundes bezichtigt und angezeigt habe (vgl. SEM-

act. […]-26/21 F56 und F86), in der Schweiz um Schutz vor Verfolgung 

nachsucht, den hiesigen Behörden dann aber gleichwohl eine «etwas ne-

ben der Wahrheit» liegende Geschichte erzählt, um selbst etwas «weniger 

schuldig» dazustehen. 

7.8 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM die Vorbringen des Be-

schwerdeführers zutreffend als unglaubhaft beurteilt hat. Es besteht vor 

diesem Hintergrund und mangels anderweitiger Anhaltspunkte in den Ak-

ten auch kein Grund davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ho-

mosexuell ist. Auf die allgemeinen Ausführungen in der Beschwerde zur 

Homosexualität in Pakistan und zu derjenigen des Beschwerdeführers (vgl. 

Beschwerde III. 2.1 f.) ist deshalb ebenso wenig einzugehen, wie auf die 

weiteren Ausführungen in der Beschwerde, weil sie an der Beurteilung der 

Vorbringen nichts zu ändern vermögen. Das SEM hat zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch fol-

gerichtig abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

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9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

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Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen H._______ vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihm unter Hinweis auf die Ausfüh-

rungen in Erwägung 7 nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 In Pakistan herrscht nach konstanter Rechtsprechung, trotz teilweise 

angespannter Sicherheitslage, keine landesweite Situation allgemeiner 

Gewalt, die zur Annahme führen müsste, jede dorthin zurückkehrende Per-

son sei mit erheblicher Wahrscheinlichkeit konkret gefährdet. Der Wegwei-

sungsvollzug ist daher nicht generell unzumutbar (vgl. dazu das Referenz-

urteil des BVGer E-3258/2018 vom 2. Juni 2020 E. 12.4.1 sowie etwa das 

Urteil des BVGer D-2534/2019 vom 7. April 2021 E. 8.4.2). 

Es sprechen auch keine individuellen Gründe gegen den Vollzug der Weg-

weisung. Der Beschwerdeführer besuchte fünf Jahre die Schule und half 

nachher zu Hause mit. Er verfügt mit seiner Mutter, einen Bruder und einer 

Schwester in der Nachbarschaft über ein familiäres Beziehungsnetz. Im 

Übrigen wird seine Familie vom Onkel mütterlicherseits finanziell unter-

stützt (vgl. SEM-act. […]-26/21 F21 und F35). Beim Dublin-Gespräch vom 

12. Juli 2021 erklärte er, es gehe ihm körperlich wie auch psychisch gut 

(vgl. SEM-act. […]-19/2). An der Anhörung gab er hingegen an, er habe 

Herzprobleme (vgl. SEM-act. […]-26/21 F6), wofür er regelmässig Medika-

mente einnehme (vgl. a.a.O. F8). Er habe diese gesundheitlichen Prob-

leme bereits in Pakistan gehabt und dort gratis Medikamente erhalten (vgl. 

a.a.O. F12 und F16). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Pakistan aus 

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individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher in 

eine existenzielle Notlage geraten wird. 

9.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

nicht als unzumutbar. 

9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Der Antrag auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht erweist sich 

mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache als gegenstandslos. 

11.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) und um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistan-

des sind ungeachtet der behaupteten prozessualen Bedürftigkeit abzuwei-

sen, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden Er-

wägungen von vornherein als aussichtslos erwiesen haben. 

11.3 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

Versand: