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**Case Identifier:** d4b28a3c-3645-5860-8c8c-a3f4ea49ddce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2018 IV 2016/405
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-405_2018-09-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/405

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2019

Entscheiddatum: 11.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2018
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Befristete Rente. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. September 2018, IV 2016/405). Aufgehoben durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2018.

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina 

Janett

Geschäftsnr.

IV 2016/405

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ war als Zimmermann bei der von ihm geführten B.___ AG tätig und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 20. Januar 2012 erlitt er einen Verkehrsunfall mit 

Frontalkollision (Fremd-act. 1-127, vgl. auch den Polizeirapport der Kantonspolizei St. 

Gallen vom 1. Februar 2012, Fremd-act. 1-59 ff.). Die behandelnden Ärzte des Spitals 

C.___, in das der Versicherte am Unfalltag eingeliefert worden war, diagnostizierten 

eine mehrfragmentäre Calcaneusfraktur links. Diese wurde am 25. Januar 2012 

operativ versorgt (offene Reposition und winkelstabile Plattenosteosynthese; Fremd-

act. 1-121 f.), und der Versicherte war bis am 6. Februar 2012 hospitalisiert (vgl. den 

Austrittsbericht des Spitals C.___ vom 3. Februar 2012, Fremd-act. 1-116 f.).

A.b  Vom 20. März bis 5. April 2012 war der Versicherte aufgrund einer 

Wundheilungsstörung mit Infektion und Osteomyelitis erneut im Spital C.___ 

hospitalisiert (Fremd-act. 1-39). Am 21. März 2012 wurde das Osteosynthesematerial 

entfernt und u.a. eine Biopsie-Entnahme und bakteriologische Analyse durchgeführt 

(vgl. den Operationsbericht vom 27. März 2012, Fremd-act. 1-42). Im Kantonsspital St. 

Gallen (KSSG) wurden eine Pseudoarthrose Calcaneus links mit pathologischem 

Rückfussvalgus sowie eine beginnende posttraumatische USG-Arthrose diagnostiziert 

(vgl. den Bericht des KSSG vom 21. November 2012, Fremd-act. 4-52 f.).

A.c  Am 9. August 2012 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 6). Am 21. August 2012 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass keine berufliche Massnahmen angezeigt seien, da er seine 

selbständige Tätigkeit als geschäftsführender Zimmermann nicht aufgeben wolle (IV-

act. 15).

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A.d  Am 9. Dezember 2013 wurde in der Uniklinik Balgrist eine subtalare 

Distraktionsarthrodese links durchgeführt, wobei es in der Folge erneut zu einer 

Wundheilungsstörung mit persistierender Sekretion und oberflächlichem Hautdefekt 

kam (vgl. die Berichte der Uniklinik Balgrist vom 16. und 20. Dezember 2013, Fremd-

act. 9-57 ff., sowie vom 7. und 22. Januar und 25. Februar 2014, Fremd-act. 9-55 f., 

9-49 f., 9-45 f.).

A.e  Anlässlich der Verlaufskontrollen vom 24. Juni und 23. September 2014 stellten die 

behandelnden Ärzte der Uniklinik Balgrist die Diagnosen Non-Union subtalar und Ulcus 

Achillessehne links und erachteten eine Revisionsoperation als indiziert (vgl. Fremd-act. 

9-18 f., 12-5 f.). Am 4. Februar 2015 wurde das Osteosynthesematerial entfernt und ein 

ausgiebiges Débridement USG links mit mehrfacher Biopsieentnahme und Spülung 

durchgeführt (Fremd-act. 16-23 f., vgl. auch den Austrittsbericht vom 19. Februar 2015, 

Fremd-act. 16-20 ff.). Die postoperativ durchgeführten Verlaufskontrollen ergaben 

einen regelrechten Verlauf (vgl. Fremd-act. 16-7 f., 18-2 f., 18-8 f.).

A.f  Am 31. August 2015 wurde der Versicherte von Suva-Kreisarzt Dr. med. E.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

untersucht. Dieser hielt im Bericht vom 1. September 2015 fest, dass von einem 

Endzustand auszugehen sei. Dem Versicherten sei die frühere Tätigkeit als 

Geschäftsinhaber einer Zimmerei mit aktiver Mitarbeit zweifellos nicht mehr zumutbar. 

Zumutbar sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen 

Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung bzw. von kurzen Stehepisoden. In einer solchen 

Tätigkeit erachtete Dr. E.___ den Versicherten als ganztags einsetzbar. Den 

Integritätsschaden schätzte er auf 15% (Fremd-act. 22-18 ff.).

A.g  Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt am 28. Oktober 2015 unter Verweis auf 

die kreisärztliche Untersuchung vom 31. August 2015 fest, dass der 

Gesundheitszustand des Versicherten als vollumfänglich stabilisiert erachtet werden 

könne. In Übereinstimmung mit der Suva ging der RAD von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit, unterbrochen 

von kurzen Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung bzw. von kurzen Stehepisoden, aus. 

Die angestammte Tätigkeit als Geschäftsinhaber einer Zimmerei mit aktiver Mitarbeit 

sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 59).

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A.h  Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht mit 

der Begründung, dass er in seiner angestammten Tätigkeit in den Jahren 2010 und 

2011 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 47‘955.00 erzielt habe und 

gemäss Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik unter 

Berücksichtigung des Minderverdienstes das gleiche Jahreseinkommen erzielen könne 

(IV-act. 62).

A.i Dagegen wandte der Versicherte am 23. November 2015 und am 18. August 2016 

im Wesentlichen ein, dass beim Valideneinkommen von einem massgeblichen 

Einkommen von Fr. 81‘250.00 auszugehen sei. Darüber hinaus führte er an, dass ihm 

die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit nicht mehr zumutbar sei und deshalb eine 

vollständige Erwerbsunfähigkeit vorliege (IV-act. 66, 90).

A.j Mit Verfügung vom 2. November 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten gemäss Vorbescheid ab (IV-act. 96).

B. 

B.a  Dagegen erhob der Versicherte am 22. November 2016 Beschwerde und 

beantragte, die Verfügung vom 2. November 2016 sei aufzuheben und es sei ihm ab 

Januar 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Er machte im Wesentlichen das 

bereits im Vorbescheidverfahren Dargelegte geltend und bestritt insbesondere die 

Zumutbarkeit der Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin mit Verweis auf den Einspracheentscheid der Suva vom 10. 

Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde bei einem Invaliditätsgrad von 21%. Sie 

reichte zudem die Suva-Akten betreffend das Unfallereignis vom 20. Januar 2015 als 

Fremdakten ein (act. G 4, vgl. auch act. G 7).

Erwägungen

1. 

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1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20).

1.3  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).

2. 

In medizinischer Hinsicht ist aufgrund der vorliegenden Akten erstellt, dass der 

Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr 

arbeitsfähig ist. In einer überwiegend sitzenden Tätigkeit unterbrochen von kurzen 

Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung und kurzen Stehepisoden ist der 

Beschwerdeführer gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 31. August 2015 

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(Fremd-act. 22-18 ff.) hingegen zu 100% arbeitsfähig. Es sind den Akten keine 

Anhaltspunkte zu entnehmen, aufgrund derer diese nachvollziehbare und unbestritten 

gebliebene Zumutbarkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen wäre. Damit ist vorliegend 

davon auszugehen, dass in adaptierten Tätigkeiten medizinisch-theoretisch eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.

3. 

3.1  Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist der 

Invaliditätsgrad zu ermitteln.

3.2  Bei der Festlegung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns – vorliegend am 1. Oktober 

2015 – nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdient hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2015, 

8C_612/2014, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr 1970 

in der als Familienbetrieb geführten Zimmerei als Zimmermann und ab 1988 zusätzlich 

als Geschäftsführer tätig (IV-act. 73, 75, vgl. auch den Handelsregisterauszug, IV-act. 

78). Die Suva ging im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2017 gestützt auf die 

Angaben des Beschwerdeführers davon aus, dass er ohne Unfallfolgen ein 

Jahreseinkommen von Fr. 81‘250.00 (Fr. 6‘250.00 x 13) erzielen könnte (vgl. E. 5b des 

genannten Entscheids, bei den Fremd-Akten). Weder aus den vorliegenden 

betriebswirtschaftlichen bzw. erwerblichen Unterlagen (vgl. IV-act. 49 ff., 56; Fremd-

act. 22-4 ff., 25-11 ff.) noch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers ergeben 

sich Hinweise darauf, dass er vor dem Unfallereignis ein höheres Einkommen erzielt 

hat. Es ist gerechtfertigt, davon auszugehen, dass dieses Einkommen seine 

Erwerbsfähigkeit bzw. sein Erwerbspotential ohne Gesundheitsbeeinträchtigung 

zuverlässig wiederspiegelt. Das von der Suva festgesetzte und von der 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 (act. G 4) 

anerkannte Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 ist deshalb nicht zu beanstanden.

3.3 

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3.3.1  Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seinen Betrieb aufgrund der 

Unfallfolgen Anfang 2015 an seinen Sohn habe übergeben müssen. Seine Arbeitskraft 

als Arbeitnehmer werde realistischerweise insbesondere aufgrund seines Alters und 

der kurzen Aktivitätsdauer nicht mehr nachgefragt. Damit fehle es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbfähigkeit und es liege eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor (vgl. act. G 1 S. 3, S. 6 ff.).

3.3.2  Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person 

unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, 

ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein 

Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde 

(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es 

für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im 

tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die 

zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit 

Hinweisen).

3.3.3  Der Beschwerdeführer war im massgeblichen Zeitpunkt der kreisärztlichen 

Beurteilung vom 31. August 2015 (vgl. dazu BGE 138 V 457 E. 3.3 und 3.4) __ Jahre alt. 

Dass eine versicherte Person lediglich zufolge ihres Alters keine ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung angepasste Arbeit mehr findet, ist ein Problem der Arbeitslosigkeit 

und nicht der Invalidität. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird das 

fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, jedoch als 

Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen 

Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene 

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Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 

mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 

Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Gemäss der Rechtsprechung lässt 

sich der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene 

Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, nicht nach 

einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls 

ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und 

seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem 

Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und 

Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von 

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1 mit Hinweisen).

3.3.4  Das Alter des Beschwerdeführers schliesst für sich allein die Verwertbarkeit 

seiner Restarbeitsfähigkeit somit nicht aus. Im Falle des Beschwerdeführers ist 

zusätzlich zu berücksichtigen, dass er in medizinischer Hinsicht in einer adaptierten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig ist und der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch unter 

Berücksichtigung der kreisärztlich aufgestellten Adaptionskriterien (vorwiegend 

sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen Gehstrecken und Stehepisoden; vgl. 

vorstehende E. 2) ein hinreichend grosses Angebot an Betätigungsmöglichkeiten 

bietet. Dies umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 2009, 9C_941/2008, E. 

3.5). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer über eine fundierte Berufsausbildung 

und über gute sprachliche und intellektuelle Ressourcen verfügt und durch seine 

langjährige Tätigkeit in seiner Zimmerei vertiefte fachliche Kenntnisse erworben hat. 

Insgesamt ist damit im vorliegenden Fall trotz des fortgeschrittenen Alters des 

Beschwerdeführers von einer Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auszugehen. 

Diesbezüglich ist anzumerken, dass, obwohl der Beschwerdeführer als Berufsmann 

grundsätzlich einen Anspruch darauf hätte, Umschulungsmassnahmen aufgrund seines 

Alters als unverhältnismässig zu erachten sind und damit ausser Betracht fallen. 

Dennoch ist es dem Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden 

Schadenminderungspflicht zumutbar, eine leidensadaptierte Hilfsarbeit aufzunehmen. 

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Zwar ist dies beruflich mit einem Abstieg verbunden; dies ist jedoch in Kauf zu nehmen 

bzw. nicht durch Invalidenleistungen zu verhindern.

3.4 

3.4.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte 

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten 

abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer 

physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss 

werden hierzu in der Regel LSE-Tabellenlöhne herangezogen (BGE 135 V 297 E. 5.2 

mit Hinweisen).

3.4.2  Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 2. 

November 2016 von einem Invalideneinkommen von Fr. 47‘955.00 ausging, stützte sie 

sich in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 auf das von der Suva festgelegte 

Invalideneinkommen (vgl. act. G 5). Die Unfallversicherung zog bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens den Durchschnittslohn gemäss Tabelle TA1, Kompetenzniveau 2, 

Total, Männer, LSE 2014 von Fr. 5‘560.00 heran und errechnete unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung bis 2015 sowie eines Tabellenlohnabzugs von 10% ein 

Invalideneinkommen von Fr. 63‘981.00. Das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 

(Praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung, Administration, 

Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst, Fahrdienst) ist 

vorliegend jedoch nicht überzeugend begründbar (vgl. diesbezüglich den ähnlich 

gelagerten Fall eines Plattenlegers, Urteil des Bundesgerichtes vom 14. Juni 2018, 

8C_227/2018, E. 4.2.2, bzw. den Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons 

St. Gallen vom 25. Januar 2018, UV 2016/69, E. 5.3; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichtes vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). Aus den Akten geht 

hervor und wird zudem vom Beschwerdeführer plausibel darlegt, dass er vor Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung in seiner eigenen Unternehmung hauptsächlich auf dem 

Bau und in der Werkstatt, mithin handwerklich tätig war und lediglich im Rahmen von 

etwa 10% Büroarbeiten ausführte. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte 

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dafür, dass der Beschwerdeführer über die übliche Geschäftsführertätigkeit in einem 

Kleinbetrieb hinausgehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben hätte, die er 

in einer Arbeitnehmertätigkeit nutzbringend einsetzen könnte (vgl. den 

Arbeitgeberfragebogen vom 2. Mai 2016, IV-act. 73, vgl. auch vgl. IV-act. 66, Fremd-

act. 1-6, 1-26 f.). Es rechtfertigt sich deshalb entgegen der von der 

Beschwerdegegnerin übernommenen Argumentation der Suva, beim 

Invalideneinkommen auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. Danach ergibt sich ein 

Invalideneinkommen von Fr. 66‘653.00 (LSE 2014, TA 1, Männer, Fr. 5‘312.00 x 12, 

angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit und die 

Nominallohnentwicklung bis 2015). Der von der Suva vorgenommene 

Tabellenlohnabzug von 10% ist angemessen, da auf der einen Seite zwar offenkundig 

ein Konkurrenznachteil gegenüber gesunden Arbeitnehmern besteht, auf der anderen 

Seite die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers aber im 

Wesentlichen bereits in das Zumutbarkeitsprofil und damit die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen sind. Nach dem Gesagten kann somit weder 

auf das von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2. November 2016 

festgelegte noch auf das von der Suva errechnete Invalideneinkommen abgestellt 

werden, sondern es ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 59‘969.70 auszugehen.

3.5  Bei einem Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 59‘969.70 resultiert ein Invaliditätsgrad von 26% und damit grundsätzlich kein 

Rentenanspruch.

3.6  Zu prüfen bleibt jedoch, ob dem Beschwerdeführer eine befristete Rente 

zuzusprechen ist, da er nach dem Unfallereignis vom 20. Januar 2012 über längere Zeit 

unbestrittenermassen in allen Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig war. Aus 

medizinischer Sicht war die Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit erst ab dem 

Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 31. August 2015 ausgewiesen (vgl. auch 

E. 2). Im vorliegenden Fall konnte und musste der Beschwerdeführer indes aufgrund 

seiner jahrzehntelangen Selbständigkeit von sich aus nicht wissen, dass es ihm 

zugemutet wird, eine solche adaptierte Tätigkeit aufzunehmen. Mit anderen Worten 

konnte von ihm nicht verlangt werden, dass er sich ohne explizite Aufforderung der 

Beschwerdegegnerin um eine seiner Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste 

Tätigkeit bemüht. Vielmehr hätte es sich im vorliegenden Fall aufgedrängt, dass die 

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Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine 

Schadenminderungspflicht dazu auffordert, seine selbständige Erwerbstätigkeit 

aufzugeben und eine leidensadaptierte Tätigkeit zu suchen. Dies ist allerdings nicht 

geschehen; nach Lage der Akten erlangte der Beschwerdeführer erst mit Erhalt des 

Vorbescheids vom 29. Oktober 2015 Kenntnis davon, dass ihm die Aufnahme einer 

adaptierten Tätigkeit zugemutet wird. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte es dem 

Beschwerdeführer zugemutet werden, sich selbständig um eine angepasste Tätigkeit 

zu bemühen. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer bei Anmeldung im August 

2012 ab 1. Februar 2013 (ein Jahr nach dem Unfall vom 20. Januar 2012; vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Dabei ist praxisgemäss 

in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) eine dreimonatige Übergangsfrist zu gewähren und die Rente auf den 31. 

Januar 2016 zu befristen. Demnach hat der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. 

Februar 2013 bis zum 31. Januar 2016 einen befristeten Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente.

4. 

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise 

gutzuheissen, die Verfügung vom 2. November 2016 aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer ab 1. Februar 2013 bis 31. Januar 2016 eine ganze Invalidenrente 

auszurichten. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 

1‘000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Zusprache einer auf drei Jahre befristeten Rente bei der beantragten unbefristeten 

Rente als teilweises Obsiegen zu würdigen ist, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten 

hälftig auf die Parteien zu verlegen. Vom geleisteten Kostenvorschuss ist dem 

Beschwerdeführer damit der Betrag von Fr. 300.-- zurückzuerstatten.

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4.3  Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht pauschal Fr. 

1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO; sGS 963.75). Mit Blick auf 

vergleichbare Fälle ist der Vertretungsaufwand aufgrund der eingeschränkten 

Streitfrage und wegen der Fallkenntnis in der unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit 

(Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen, UV 2017/14, vom 11. 

September 2018) als unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Deshalb wäre bei 

vollständigem Obsiegen eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) gesprochen worden. Aufgrund des teilweisen 

Obsiegens ist dem Beschwerdeführer damit eine Parteientschädigung von Fr. 1'250.-- 

zuzusprechen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 2. November 2016 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2013 bis 31. Januar 2016 eine 

ganze Invalidenrente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen.

2. 

Die Parteien haben die Gerichtskosten von Fr. 600.-- je zur Hälfte zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird vom geleisteten Kostenvorschuss der Betrag von Fr. 300.-- 

zurückerstattet.

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 1'250.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2018
	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Befristete Rente. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. September 2018, IV 2016/405). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2018.

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		2025-07-19T05:45:17+0200
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