# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6347e00-9149-5765-91ff-d91d38f9e19d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.12.2025 100 2024 241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2024-241_2025-12-03.pdf

## Full Text

100.2024.241U
MAM/AEN/AMA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Dezember 2025

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Marti
Gerichtsschreiberin Aellen

1. A.________
2. B.________
Beschwerdeführerinnen

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei 
der Tochter bzw. Enkelin sowie Wegweisung (Entscheid der Sicherheits-
direktion des Kantons Bern vom 24. Juli 2024; 2024.SIDGS.216)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.12.2025, Nr. 100.2024.241U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Die brasilianische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1959) ersuchte am 
26. April 2023 bei der Schweizer Vertretung in Rio de Janeiro um Erteilung 
eines Visums für den langfristigen Aufenthalt (Visum D) in der Schweiz 
zwecks Verbleibs bei ihrer Tochter B.________ (Jg. 1986). Am 3. Mai 2023 
reiste A.________ im Rahmen eines visumsfreien Besuchsaufenthalts in die 
Schweiz ein. Am 27. Juli 2023 meldete sie sich in E.________ an der 
Adresse ihrer Tochter B.________ an. Eine zweite Tochter von A.________ 
lebt seit Ende 2018 in der Schweiz und ist hier aufenthaltsberechtigt.

B.________ war aufgrund ihrer Ehe mit einem Schweizer Bürger am 
14. November 2008 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden. Seit Oktober 
2013 verfügt sie über eine Niederlassungsbewilligung. Nach der Scheidung 
ihrer kinderlos gebliebenen Ehe heiratete sie am 1. März 2019 einen hier 
niederlassungsberechtigten spanischen Staatsangehörigen. Am 9. April 
2019 kam die gemeinsame Tochter C.________ zur Welt, die die spanische 
Staatsbürgerschaft besitzt und über eine Niederlassungsbewilligung verfügt. 
Am 2. Oktober 2023 trennte sich B.________ vom zweiten Ehemann und 
begab sich zusammen mit ihrer Tochter ins Frauenhaus D.________. Dort 
blieben sie bis zum 1. Dezember 2023. Ihre Mutter A.________ hat per 
1. Oktober 2023 die von ihrer Tochter gemietete Wohnung in F.________ 
bezogen. Nach dem Aufenthalt im Frauenhaus zogen B.________ und 
C.________ ebenfalls nach F.________ und bildeten dort mit A.________ 
einen gemeinsamen Haushalt. 

Mit Verfügung vom 20. Februar 2024 verweigerte das Amt für Bevölkerungs-
dienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), die nachgesuch-
te Aufenthaltsbewilligung und wies A.________ unter Ansetzen einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz sowie dem Schengen-Raum und der 
Europäischen Union weg.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.12.2025, Nr. 100.2024.241U, 
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B.

Dagegen erhob B.________ am 17. März 2024 Beschwerde bei der 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Ihre Mutter A.________ wurde 
am 25. März 2024 von Amtes wegen als notwendige Partei ins Verfahren 
einbezogen, worauf diese am 15. April 2024 eine mit ihrer Unterschrift 
versehene Beschwerde einreichte. Die SID wies die Beschwerde am 24. Juli 
2024 ab und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 
30. September 2024. 

C.

Dagegen haben A.________ und B.________ am 26. August 2024 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, A.________ sei 
unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids «bis mindestens 
30. September 2025» eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Gleichzeitig 
ersuchen sie sinngemäss um unentgeltliche Rechtspflege.

Die SID schliesst mit Vernehmlassung vom 24. September 2024 auf Abwei-
sung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerinnen haben am vorinstanzlichen Verfah-
ren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders be-
rührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist 

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sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Die Beschwerdeführerinnen machen zunächst geltend, die SID habe «völlig 
ausser Acht gelassen, dass es ebenso um das Abhängigkeitsverhältnis zwi-
schen Grossmutter und Grosskind» gehe (Beschwerde S. 1). Sinngemäss 
rügen sie damit eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör.

2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-
fassung [BV; SR 101], Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1], Art. 21 ff. VRPG) verlangt unter anderem, dass die Behörde die 
Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und 
in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Begründungspflicht 
(vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Behörde muss die Begründung 
ihres Entscheids zumindest so abfassen, dass die Betroffenen die Verfügung 
oder den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dies be-
dingt, dass wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (statt 
vieler BGE 149 V 156 E. 6.1, 146 II 335 E. 5.1; BVR 2022 S. 51 E. 2.3). Da-
gegen wird nicht verlangt, dass sich die Begründung mit allen Parteistand-
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-
drücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid 
wesentlichen Punkte beschränken (BGE 150 III 1 E. 4.5; BVR 2021 S. 285 
E. 3.4.2). Die Begründungspflicht ist nur dann verletzt, wenn die Behörde auf 
die für den Ausgang des Verfahrens wesentlichen Vorbringen selbst implizit 
nicht eingeht (BGE 141 V 557 E. 3.2.1, 133 III 235 E. 5.2; BGer 2C_68/2024 
vom 30.6.2025 E. 9.1). 

2.2 Die SID hat erwogen, dass «mit der durch die psychisch erkrankte 
Beschwerdeführerin 2 und ihre Tochter benötigten Unterstützung im Alltag 
sowie bei der Kinderbetreuung […] ein konventionsrechtlich relevantes be-

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sonderes Abhängigkeitsverhältnis» nicht erstellt sei (angefochtener Ent-
scheid E. 3.2.3, auch zum Folgenden). Auch wenn verständlich sei, dass 
sich die Beschwerdeführerin 2 und deren Tochter die Unterstützung im Alltag 
durch ihre Mutter bzw. Grossmutter wünschten, könne diese ohne weiteres 
auch ohne die dauerhafte Anwesenheit der Beschwerdeführerin 1 in der 
Schweiz organisiert und allenfalls gegen Entgelt erhältlich gemacht werden. 
Anschliessend hat die SID zwar ausdrücklich ein besonderes Abhängigkeits-
verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführe-
rin 2 verneint. Zum geltend gemachten Abhängigkeitsverhältnis zwischen 
der Beschwerdeführerin 1 und ihrer Enkelin hat sie sich hingegen nicht mehr 
geäussert. Dessen ungeachtet ist der SID keine Verletzung der Begrün-
dungspflicht vorzuwerfen, da sich doch aus ihren Erwägungen ergibt, dass 
sie auch zwischen der Beschwerdeführerin 1 und ihrer Enkelin kein beson-
deres Abhängigkeitsverhältnis erblickt. Den Beschwerdeführerinnen war es 
denn auch möglich, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Ob die Begrün-
dung der SID inhaltlich zutreffend ist, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, 
sondern der nachfolgend zu prüfenden materiellen Beurteilung (vgl. etwa 
BGE 130 II 530 E. 4.3; BVR 2018 S. 310 E. 3.5; Michel Daum, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 21 N. 28). 

3.

Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein mehr als 
dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür eine 
Bewilligung erforderlich (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Inte-
gration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]). Die Aufent-
haltsbewilligung wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem 
Jahr erteilt (Art. 33 Abs. 1 AIG). Sie wird für einen bestimmten Aufenthalts-
zweck erteilt, ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Wider-
rufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen (Art. 33 Abs. 2 und 3 AIG). 
Demnach besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung oder Verlänge-
rung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilligung ersu-
chende Person oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten sich 

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auf eine besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundesver-
fassungsrecht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 
133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die zuständige Behörde nach 
pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungserteilung oder -verlänge-
rung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Das AIG unterscheidet 
folglich zwischen Bewilligungen, auf deren Erteilung ein Rechtsanspruch 
besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, über welche die 
Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Ermessensbewilligung; 
BVR 2022 S. 93 [VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht publ. E. 2.1, 2013 
S. 73 E. 2.2, 2010 S. 481 E. 2.1).

4.

Die Beschwerdeführerinnen machen im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
nur noch geltend, der Beschwerdeführerin 1 sei der Aufenthalt gestützt auf 
Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) zu bewilligen. 

4.1 Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten unter 
anderem das Recht auf Achtung des Familienlebens. Hat eine ausländische 
Person nahe Verwandte in der Schweiz und ist die familiäre Beziehung zu 
diesen intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es diese Bestimmungen 
verletzen, wenn den Verwandten die Anwesenheit in der Schweiz untersagt 
und damit ihr Zusammenleben vereitelt wird (BGE 144 I 266 E. 3.3). Der 
Schutz des Familienlebens im Sinn der erwähnten Grundrechte erfasst in 
erster Linie die Kernfamilie (Beziehungen zwischen Eheleuten und zwischen 
Eltern und ihren minderjährigen Kindern); andere familiäre Beziehungen, 
namentlich diejenigen zwischen den Eltern und ihren volljährigen Kindern, 
stehen nur in besonderen Fällen (ausnahmsweise) unter diesem Schutz, 
wenn ein Abhängigkeitsverhältnis dargetan wird, das über die normalen 
familiären Bindungen hinausgeht (BGE 147 I 268 E. 1.2.3; BVR 2022 S. 93 
[VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht publ. E. 3.1, 2020 S. 443 E. 4.2.1, je 
mit weiteren Hinweisen). Vorausgesetzt ist dabei grundsätzlich, dass die 
ausländische von der in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten 
Person abhängig ist und nicht umgekehrt (BGE 120 Ib 257 E. 1d; 

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BGer 2C_194/2024 vom 19.5.2025 E. 5.2.1, 2C_121/2022 vom 24.11.2022 
E. 7.2). Im Verhältnis der Eltern zu ihren volljährigen Kindern ist dieses Er-
fordernis allerdings zu relativieren in dem Sinn, dass die besondere 
Abhängigkeit bzw. Pflegebedürftigkeit auch auf Seiten der in der Schweiz 
anwesenheitsberechtigten Person bestehen kann (statt vieler jüngst 
BGer 2C_466/2025 vom 4.9.2025 E. 3.3, 2C_194/2024 vom 19.5.2025 
E. 5.2.1, je mit weiteren Hinweisen; vgl. auch VGE 2023/96 vom 26.6.2023 
E. 2.1 f.). Ausnahmsweise und unter restriktiven Bedingungen kann das-
selbe auch im Verhältnis zwischen der ausländischen Person und nahen An-
gehörigen ausserhalb der Kernfamilie gelten, etwa zwischen Grosseltern 
und ihren Enkelkindern (vgl. BGer 2C_369/2015 vom 22.11.2015 E. 1.1 und 
4.1). 

4.2 Ein Abhängigkeitsverhältnis kommt unabhängig vom Alter etwa bei 
Betreuungs- und Pflegebedürfnissen zufolge schwerwiegender Krankheiten 
oder körperlicher bzw. geistiger Behinderungen in Betracht. Es soll zwischen 
Eltern und ihren erwachsenen Kindern indessen nicht leichthin angenommen 
werden; erforderlich ist zusätzlich, dass eine Betreuung durch (hier anwe-
senheitsberechtigte) Angehörige unabdingbar ist (zum Ganzen BGE 144 II 1 
E. 6.1; BGer 2C_293/2023 vom 11.6.2025 E. 5.1 f., 2C_779/2021 vom 
9.5.2022 E. 3.2; BVR 2022 S. 93 [VGE 2020/246 vom 25.11.2021] nicht 
publ. E. 3.1, 2019 S. 314 E. 5.1.1). Minderjährige Personen können von 
einem anderen Familienmitglied als ihren Eltern zudem in besonderer Weise 
abhängig sein, wenn dieses Familienmitglied anstelle der Eltern die Be-
treuung und Fürsorge und damit eigentlich die Elternrolle übernimmt (vgl. 
BGE 120 Ib 257 E. 1d; BGer 2C_409/2022 vom 8.9.2022 E. 6.5, 
2C_369/2015 vom 22.11.2015 E. 4.1; zum Ganzen sowie zum Folgenden 
jüngst auch BGer 2C_323/2024 vom 14.4.2025 E. 4.1). Liegt kein derartiges 
Abhängigkeitsverhältnis vor, ist Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV 
durch die Verweigerung einer Bewilligung von vornherein nicht betroffen.

4.3 Die Beschwerdeführerin 2 und ihre Tochter verfügen beide über eine 
Niederlassungsbewilligung und leben in F.________ (vorne Bst. A; Akten 
MIDI 3C pag. 69 und 72 ff.). Ihr jeweiliges Anwesenheitsrecht ist damit im 
Sinn der Rechtsprechung gefestigt (zum gefestigten Anwesenheitsrecht vgl. 
BGE 144 I 266 E. 3.3). Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 1 

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nicht zur Kernfamilie der erwachsenen Beschwerdeführerin 2 und deren 
Tochter zählt, zu diesen aber eine intakte familiäre Beziehung besteht. Die 
drei bilden seit der Einreise der Beschwerdeführerin 1 eine Haushaltsge-
meinschaft (mit zweimonatigem Unterbruch, vgl. vorne Bst. A sowie hinten 
E. 4.4.2). Strittig ist, ob die SID zu Recht sowohl zwischen der Beschwerde-
führerin 1 und ihrer Tochter (Beschwerdeführerin 2) als auch zwischen der 
Beschwerdeführerin 1 und ihrer Enkelin (Tochter der Beschwerdeführerin 2) 
ein Abhängigkeitsverhältnis verneint hat. Vorgebracht ist insoweit, die Be-
schwerdeführerin 2 und ihre Tochter (Enkelin der Beschwerdeführerin 1) 
seien «über mehrere Jahre extremer häuslicher Gewalt» ausgesetzt gewe-
sen (Beschwerde S. 1). Erst mit Hilfe der Beschwerdeführerin 1 habe sich 
die Beschwerdeführerin 2 aus dem gewaltgeprägten Alltag lösen können. 
Auch den Wiedereinstieg ins Berufsleben habe sie nur dank der Beschwer-
deführerin 1 geschafft, welche ebenso dafür gesorgt habe, dass sich die 
Enkelin wieder etwas fassen konnte. Beide seien weiterhin stark darauf 
angewiesen, von der Beschwerdeführerin 1 unterstützt zu werden (Be-
schwerde S. 2).

4.4 Der Sachverhalt stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:

4.4.1 Zur Absicht ihres Aufenthalts gab die Beschwerdeführerin 1 mit 
Visumsgesuch vom April 2023 (vorne Bst. A) im Wesentlichen an, sehr ein-
sam zu sein und deshalb in der Nähe ihrer Töchter leben zu wollen, um diese 
bei der Hausarbeit unterstützen und bei der Erziehung der (zukünftigen) 
Enkelkinder helfen zu können. Wohnen würde sie im Haus der älteren 
Tochter (Beschwerdeführerin 2), wo sie auch verpflegt werden würde und 
dank ihrer zwei Renten «finanziell mithelfen könnte» (Akten MIDI 3B 
pag. 6 ff.). Mit Schreiben vom 12. April 2023 führte die Beschwerdeführerin 2 
aus, die Anwesenheit ihrer Mutter (Beschwerdeführerin 1) sei «von grosser 
Bedeutung, da sie als Grossmutter eine wichtige Rolle für [ihre] Familie» 
spiele (Akten MIDI 3B pag. 24). 

4.4.2 Zur vorgebrachten häuslichen Gewalt, der die Beschwerdeführerin 2 
und ihre Tochter ausgesetzt waren, findet sich der Anzeigerapport der 
Kantonspolizei Bern vom 8. November 2022 in den Akten. Die damals zur 
Anzeige gebrachten wiederholten Tätlichkeiten und Beschimpfungen gingen 
von beiden Eheleuten aus, da sowohl die Beschwerdeführerin 2 als auch ihr 

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damaliger Ehemann als beschuldigte Personen genannt wurden. Gemäss 
dem Anzeigerapport kam es zwischen den Eheleuten bereits im Jahr 2021 
zu (gegenseitigen) Handgreiflichkeiten, die sich aufgrund widersprüchlicher 
Aussagen jedoch nicht klären liessen (zum Ganzen Akten MIDI 3C 
pag. 65 ff.). Weiter liess sich die Beschwerdeführerin 2 bis (mindestens) zum 
21. August 2023 bei G.________, der Fachstelle Opferhilfe bei sexualisierter 
Gewalt, beraten (Beschwerdebeilage [BB] 5 [act. 1C]). Anfang September 
2023 schloss sie den Mietvertrag für ihre aktuelle Wohnung in F.________ 
ab, mit Mietbeginn per 1. Oktober 2023 (Akten MIDI 3B pag. 72 ff.). In der 
Folge zog die Beschwerdeführerin 2 indes nicht in diese Wohnung, sondern 
begab sich mit ihrer Tochter in das Frauenhaus D.________. Dort hielten sie 
sich vom 2. Oktober bis zum 1. Dezember 2023 auf (BB 3 [act. 1C]). Die 
Beschwerdeführerin 1 meldete sich ihrerseits per 30. September 2023 in 
E.________ ab und per 1. Oktober 2023 in F.________ an, dies unter 
Angabe der Adresse der von ihrer Tochter neu gemieteten Wohnung (Akten 
MIDI 3B pag. 118; vgl. auch pag. 121, 134). 

4.4.3 Im Rahmen des Eheschutzverfahrens wurde dem Ehemann – auf 
Empfehlung der Psychotherapeutin hin – die neue Wohnadresse der Be-
schwerdeführerin 2 vorläufig nicht bekannt gegeben (Psychiatrische Stel-
lungnahme vom 11.1.2024, in Akten MIDI 3B pag. 185; Teilvereinbarung 
vom 11.12.2023 sowie Verfügung Regionalgericht … vom 12.12.2023 
jeweilige S. 1, in Akten MIDI 3B pag. 187, 190). Mit Teilvereinbarung vom 
11. Dezember 2023 wurde C.________ für die Dauer der Aufhebung des 
gemeinsamen Haushalts «vorläufig» unter die Obhut der Be-
schwerdeführerin 2 gestellt, mit Wohnsitz bei ihr. Ferner beantragten die 
Eheleute, für die gemeinsame Tochter sei eine Beistandschaft zu errichten 
und der Beistandsperson sei die Aufgabe zu erteilen, «so schnell wie möglich 
ein (soweit notwendig begleitetes) Besuchsrecht aufzugleisen sowie ein sol-
ches schrittweise bis zu einem üblichen Mass auf- und auszubauen» (Akten 
MIDI 3B pag. 190 ff.). Die Beistandschaft über C.________ wurde mit Ver-
fügung vom 12. Dezember 2023 angeordnet (Akten MIDI 3B pag. 187). Wie 
sich das Eheschutzverfahren weiterentwickelte und welche Anordnungen 
insbesondere auch betreffend die gemeinsame Tochter noch verfügt wur-
den, lässt sich den Akten nicht entnehmen.

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4.4.4 Zur gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin 2 und ihrer 
Tochter ergibt sich Folgendes:

‒ Die Beschwerdeführerin 2 war seit August 2018 in psychotherapeutischer 
Behandlung, da sie Symptome einer mittelschweren bis schweren De-
pression zeigte. Im Mai 2023 war sie wegen einer schweren Depression 
vorübergehend arbeitsunfähig; sie wurde psychiatrisch-psychotherapeu-
tisch behandelt. Auch im August 2024 befand sie sich in einem depres-
siven Zustand (zum Ganzen: Arzt- und Therapieberichte vom 11.1. sowie 
22.8.2024, BB 2, 6 [act. 1C]; Bericht vom 8.7.2024, in Akten SID 3A1; Be-
richt vom 14.7.2023, in Akten MIDI 3B pag. 93). Nach der behandelnden 
Fachpsychologin stellt die «Konsistenz einer emotionalen und familiären 
Unterstützung […] einen entscheidenden Faktor im Genesungsprozess» 
dar. Die Anwesenheit der Mutter (Beschwerdeführerin 1) spiele eine 
«zentrale Rolle für das psychologische Wohlbefinden» der Beschwerde-
führerin 2. Deren Mutter (Beschwerdeführerin 1) sei nicht nur eine 
emotionale Stütze, sondern auch eine praktische Hilfe, damit sich die Be-
schwerdeführerin 2 auf die Therapie und die Genesung konzentrieren 
könne (BB 6 [act. 1C]).

‒ Auch die Tochter der Beschwerdeführerin 2 bzw. die Enkelin der Be-
schwerdeführerin 1 war psychisch beeinträchtigt, weshalb sie im Dezem-
ber 2023 eine Figurenspieltherapie begann. Gemäss dem Kurzbericht 
vom 16. Januar 2024 habe die Tochter psychische und physische Gewalt 
erlebt, ausgehend vom Vater gegenüber der Mutter (Beschwerdeführe-
rin 2) und sich selber. Zusätzlich bestehe der Verdacht, dass die Tochter 
Opfer sexueller Gewalt durch den Vater geworden sei. Sie sei gut ins the-
rapeutische Figurenspiel eingestiegen und komme freudig in die Thera-
pie. Sie spiegle mit ihrem Verhalten eine grosse Verunsicherung und zei-
ge allgemein ein regressives Verhalten. Obwohl sie sich sprachlich dem 
Alter entsprechend ausdrücken könne, spreche sie in einer Babysprache 
(Laute) und traue sich bei der kleinsten Verunsicherung nichts mehr zu, 
sodass sie Hilfe bei den Erwachsenen hole. Dies sei bei ihr mit viel Frust 
verbunden, was wiederum Wut und Trauer auslöse und sich in Wutaus-
brüchen und Weinanfällen äussere. Die Therapiedauer sei schwer zu 
prognostizieren; nach den ersten 15 Stunden müsse die Situation neu 

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evaluiert werden (zum Ganzen Kurzbericht vom 16.1.2024 S. 1 f., in 
Akten MIDI 3B pag. 182 f.). Ob sich der Verdacht der sexuellen Gewalt 
(ausgehend vom Vater) erhärten liess, wie lange die Tochter die Therapie 
noch besuchte und wie sie sich dabei entwickelte, ist nicht bekannt. Fest-
stellen lässt sich anhand der Akten aber, dass die Tochter die Kita 
besuchte. Gemäss der eingereichten Abrechnung (Rechnung vom 
31.3.2024, in BB 7 [act. 1C]) erbrachte die Kita im März 2024 Leistungen 
im Wert von Fr. 1'320.--, was bei einem 5-jährigen Kind einer Betreuung 
von drei ganzen oder mehr als drei halben Wochentagen entsprochen 
haben dürfte (vgl. <www...ch>, Rubrik: «Preise»). 

4.5 Die soeben dargelegten Sachumstände sind wie folgt zu würdigen: 

4.5.1 Zunächst ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 1 am 
3. Mai 2023 in die Schweiz kam, um die Beschwerdeführerin 2 während 
einer sehr schwierigen und belastenden Zeit unterstützen und anschliessend 
auch weiterhin in der Nähe ihrer Töchter und (zukünftigen) Enkelkinder blei-
ben zu können. Die Beschwerdeführerin 2 war damals aufgrund der häusli-
chen Konfliktsituation und ihrer psychischen Erkrankung sehr belastet. Das 
Gericht zweifelt nicht daran, dass die Anwesenheit der Beschwerdefüh-
rerin 1 der Beschwerdeführerin 2 guttat und für den Genesungsprozess för-
derlich war. Entgegen den Beschwerdeführerinnen begründet die psychi-
sche Erkrankung der Beschwerdeführerin 2 jedoch keine Abhängigkeit von 
der Beschwerdeführerin 1, die über die normalen familiären Bindungen hin-
ausgeht: Da sich die Beschwerdeführerin 2 bereits im Zeitpunkt des Visums-
gesuchs (26.4.2023) in therapeutischer Behandlung befand, kann von vorn-
herein nicht von Betreuungs- und Pflegebedürfnissen ausgegangen werden, 
die unabdingbar von der Beschwerdeführerin 1 befriedigt werden mussten. 
Jedenfalls ergeben sich solche Bedürfnisse nicht aus den eingereichten 
Arzt- und Therapieberichten. Die häusliche Konfliktsituation vermochte 
weder für sich allein noch in Kombination mit der psychischen Erkrankung 
der Beschwerdeführerin 2 ein solches Abhängigkeitsverhältnis zu begrün-
den. Gewiss deutet der Aufenthalt im Frauenhaus und die Beratung durch 
G.________ auf eine gewisse Schwere der Ereignisse hin. Dass die Be-
schwerdeführerin 2 professionelle Unterstützung in Form von Beratung und 
Unterkunft erhielt, spricht allerdings gegen ein Abhängigkeitsverhältnis im 

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Sinn der Rechtsprechung. Die SID hat deshalb zutreffend erwogen, dass die 
Beschwerdeführerin 2 nicht derart von der Beschwerdeführerin 1 abhängig 
war bzw. immer noch ist, dass diese daraus einen Aufenthaltsanspruch ab-
leiten kann (angefochtener Entscheid E. 3.2.3).

4.5.2 Wie die Beschwerdeführerinnen an sich zutreffend bemerken (Be-
schwerde S. 1), kann auch die Beziehung zwischen Enkelkindern und 
Grosseltern grundsätzlich in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK und Art. 13 
BV fallen (s. dazu vorne E. 4.1). Dies trifft hier indes nicht zu: Es ist weder 
dargetan noch ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin 1 die Elternrolle 
übernehmen musste, weil die Beschwerdeführerin 2 (oder der Vater der 
Tochter) dazu nicht mehr imstand war (zu dieser Voraussetzung vgl. vorne 
E. 4.2). So hat sich die Beschwerdeführerin 2 zusammen mit ihrer Tochter 
ins Frauenhaus D.________ begeben und sich auch in dieser schwierigen 
Phase selber um ihre Tochter gekümmert. Soweit die Tochter psycho-
logischer Unterstützung bedurfte, erhielt sie diese überdies im Rahmen der 
besuchten Therapie. Eine (hier nicht weiter substanziierte) Mithilfe der 
Beschwerdeführerin 1 bei der Kinderbetreuung begründet für sich allein kein 
hinreichendes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr und ihrer Enkelin. Dies 
umso weniger, als die Enkelin während mehreren (Halb-)Tagen pro Woche 
in der Kita fremdbetreut worden ist, sodass erst recht nicht davon ausgegan-
gen werden kann, die (Kinder-)Betreuung müsse unabdingbar von der 
Beschwerdeführerin 1 erbracht werden. 

4.5.3 Nach dem Gesagten hat die SID zu Recht geschlossen, dass weder 
zwischen der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 noch 
zwischen der Beschwerdeführerin 1 und ihrer Enkelin ein besonders Abhän-
gigkeitsverhältnis besteht. Die Beschwerdeführerin 1 kann sich demnach 
nicht auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV berufen. 

5.

5.1 Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren machen die Beschwerdefüh-
rerinnen nicht mehr geltend, dass der Beschwerdeführerin 1 der Aufenthalt 
gestützt auf Art. 3 Abs. 1 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.12.2025, Nr. 100.2024.241U, 
Seite 13

SR 0.142.112.681) zu bewilligen sei. Wie die Vorinstanz zu Recht erwogen 
hat, kann die Beschwerdeführerin 1 weder aus dem Aufenthaltsstatus ihres 
(ehemaligen) Schwiegersohns noch aus jenem der Enkelin etwas zu ihren 
Gunsten ableiten. Zum einen ist die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin 2 
und ihrem Ehemann gescheitert. Zum anderen kann die Enkelin ihrer Gross-
mutter keine materielle Unterstützung leisten. Es kann insoweit auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (angefochtener 
Entscheid E. 3.3). Im Verfahren vor Verwaltungsgericht verlangen die Be-
schwerdeführerinnen auch nicht mehr, dass der Beschwerdeführerin 1 der 
Aufenthalt in Anwendung von Art. 28 AIG als Rentnerin oder aufgrund eines 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG zu 
bewilligen sei. Daher kann auch diesbezüglich auf die zutreffenden Erwä-
gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (angefochtener 
Entscheid E. 4 und 5). Weiterungen erübrigen sich.

5.2 Der angefochtene Entscheid hält nach dem Gesagten der Rechts-
kontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet 
und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in 
Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]). Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung hat als Konse-
quenz die Wegweisung zur Folge (Art. 64 Abs. 1 Bst. c AIG). Da die von der 
Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine 
neue festzulegen (Art. 64d Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7).

6.

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Be-
schwerdeführerinnen an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie 
haben indes für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege ersucht (vgl. vorne Bst. C).

6.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.12.2025, Nr. 100.2024.241U, 
Seite 14

VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 
nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese (statt vieler 
BVR 2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1; zum Ganzen Lucie von 
Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 111 N. 29 ff.).

6.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist als von vornherein aussichts-
los zu bezeichnen. Die Vorinstanz hat einlässlich und zutreffend begründet, 
weshalb der Beschwerdeführerin 1 die Aufenthaltsbewilligung verweigert 
wird. Dabei hat sie die massgebenden Gesichtspunkte zutreffend gewürdigt. 
Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen Rechtspflege im ober-
instanzlichen Rechtsmittelverfahren berücksichtigt werden (BVR 2015 
S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen; BGE 149 III 193 E. 7.1.2 [Pra 112/2023 
Nr. 41]). Gegen die vorinstanzlichen Erwägungen bringen die Beschwerde-
führerinnen nichts Neues vor. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist deshalb abzuweisen.

6.4 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im End-
entscheid befunden wird und die Beschwerdeführerinnen deshalb keine Ge-
legenheit hatten, ihr Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens zurück-
zuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im 
Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2016 
S. 369 E. 4.3.1; Lucie von Büren, a.a.O., Art. 111 N. 17). Für das Gesuchs-
verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege sind keine Kosten zu erhe-
ben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.12.2025, Nr. 100.2024.241U, 
Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin 1 wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 30. Januar 2026.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwerde-
führerinnen auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerinnen 
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Staatsekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden