# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ac7d8fa-bd43-5f9f-ba52-0b3babc21e8f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.04.2022 A-4570/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4570-2020_2022-04-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4570/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richterin Iris Widmer,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 X._______, …, 

vertreten durch  

Dr. iur. Beat Badertscher, Rechtsanwalt, und  

Dr. iur. Mischa Morgenbesser, Rechtsanwalt, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Zoll Nord,  

Elisabethenstrasse 31,  

Postfach 149, 4010 Basel,   

handelnd durch  

das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Dienstbereich Grundlagen, Sektion Recht,  

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 CO2-Abgabe (Erdgas). 

A-4570/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 5. März 2020 meldete die A._______ bei der Zollstelle […] im EDV-

Verfahren e-dec web unter anderem für eine ihrer Aktionärinnen, die 

X._______ bestimmtes Erdgas der Zolltarifnummer 2711.2110 zum Antrieb 

von Turbinen zur Kompression des Erdgases in der Transitleitung 

B._______ zur Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr an. Die Zoll-

anmeldung enthielt keinen Schlüssel für die CO2-Abgabe. 

A.b Die Zollstelle korrigierte die Zollanmeldung gleichentags dahingehend, 

dass sie den CO2-Abgabeschlüssel 022 (damaliger Ansatz Fr. 255.40 je 

1'000 kg Eigenmasse) hinzufügte. Nach der Freigabe zur weiteren Verar-

beitung erstellte das EDV-System ebenfalls am 5. März 2020 die entspre-

chende Veranlagungsverfügung, in der unter anderem ein CO2-Abgaben-

betrag in Höhe von Fr. 52'221.65 betreffend das zuvor genannte Erdgas 

enthalten war. 

A.c Die X._______ focht diese Veranlagungsverfügung mit Beschwerde 

vom 28. Mai 2020 bei der Zollkreisdirektion Nord (heutige Bezeichnung: 

Zoll Nord; nachfolgend auch: Vorinstanz) an. Sie machte geltend, die CO2-

Abgabe sei im Betrag von Fr. 52'221.65 zu Unrecht erhoben worden. Beim 

importierten Erdgas handle es sich um einen Treibstoff, weshalb es nicht 

der CO2-Abgabe unterstehe. In prozessualer Hinsicht sei die Beschwerde 

auch als Beschwerde gegen die künftigen monatlichen Veranlagungsver-

fügungen zu betrachten, wozu die künftigen Beschwerdeverfahren bis zum 

Abschluss des vorliegenden Verfahrens zu sistieren seien. 

A.d Den prozessualen Anträgen gab die Vorinstanz am 10. Juni 2020 statt. 

A.e Mit Beschwerdeentscheid vom 11. August 2020 wies die Vorinstanz 

die Beschwerde vom 28. Mai 2020 ab und auferlegte der X._______ die 

Verfahrenskosten. Sie begründete dies zusammengefasst damit, beim 

streitgegenständlichen importierten Erdgas handle es sich um Brennstoffe, 

welche der CO2-Abgabe unterlägen. 

B.  

Gegen diesen Beschwerdeentscheid der Vorinstanz erhob die X._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 14. September 2020 Beschwerde 

ans Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung des ange-

fochtenen Entscheids sowie die Aufhebung der mit Verfügung vom 5. März 

2020 verfügten CO2-Abgabe in Höhe von Fr. 52'221.65 unter Kosten- und 

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Seite 3 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Zusammengefasst hält 

sie daran fest, dass es sich beim streitbetroffenen Erdgas um einen Treib-

stoff handle. 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 13. November 2020 beantragt die Vorinstanz die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Sie regt an, das bezüglich der 

CO2-Gesetzgebung federführende Bundesamt für Umwelt (BAFU) anzuhö-

ren. 

D.  

Am 9. Februar 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme 

ein. Die Vorinstanz antwortete am 11. März 2021, worauf die Beschwerde-

führerin am 26. März 2021 erneut eine Stellungnahme einreichte. 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die Akten 

wird – soweit dies für den Entscheid wesentlich ist – im Rahmen der fol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

1.1.1 Beschwerdeentscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss 

Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 (VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht angefochten wer-

den. Im Verfahren vor dieser Instanz wird die Eidgenössische Zollverwal-

tung (EZV; seit 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, 

BAZG) durch die Oberzolldirektion vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgeset-

zes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Bundesverwaltungsgericht 

ist demnach zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.1.2 Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 37 VGG – soweit das VGG 

nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des Verwaltungsverfah-

rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). 

1.1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Sie ist somit zur Beschwerde legitimiert. 

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1.1.4 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige Ent-

scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 139 II 404 E. 2.5, 

136 II 470 E. 1.3, 134 II 142 E. 1.4; Urteile des BVGer A-5196/2020 vom 

6. August 2021 E. 1.3, A-2845/2020 vom 19. Juli 2021 E. 1.3, A-1098/2019 

vom 10. September 2019 E. 1.2; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 

2013, Rz. 2.7). 

Die Beschwerdeführerin beantragt unter anderem, die mit Verfügung vom 

5. März 2020 verfügte CO2-Abgabe in Höhe von Fr. 52'221.65 sei aufzuhe-

ben. Demnach beantragt sie zu Recht nicht die Aufhebung dieser Verfü-

gung, welche aufgrund des Devolutiveffekts bereits durch den Beschwer-

deentscheid vom 11. August 2020 ersetzt wurde. Sie bezieht sich nur auf 

den in der Verfügung vom 5. März 2020 genannten Betrag, weshalb der 

entsprechende Antrag nichts an der Beantwortung der Frage, ob bzw. in 

welchem Umfang auf die Beschwerde einzutreten ist, ändert. 

1.1.5 Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 22a Abs. 1 Bst. b VwVG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist demnach vollumfänglich einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie die Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

2.  

2.1  

2.1.1 Gemäss Bundesgesetz vom 23. Dezember 2011 über die Reduktion 

der CO2-Emissionen (CO2-Gesetz, SR 641.71) sollen die Treibhaus-

gasemissionen, insbesondere die CO2-Emissionen, die auf die energeti-

sche Nutzung fossiler Energieträger (Brenn- und Treibstoffe) zurückzufüh-

ren sind, vermindert werden. Damit wird das Ziel verfolgt, einen Beitrag zu 

leisten, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als 2 Grad Celsius zu 

beschränken (Art. 1 Abs. 1 CO2-Gesetz). 

2.1.2 Ein zentrales Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist die CO2-Ab-

gabe. Sie wird vom Bund auf der Herstellung, Gewinnung und Einfuhr von 

Brennstoffen erhoben (vgl. Art. 29 Abs. 1 CO2-Gesetz). Brennstoffe sind 

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dabei definiert als fossile Energieträger, die zur Gewinnung von Wärme, 

zur Erzeugung von Licht, in thermischen Anlagen zur Stromproduktion oder 

für den Betrieb von Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK-Anlagen) ver-

wendet werden (Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz). Demgegenüber handelt es sich 

bei Treibstoffen um fossile Energieträger, die in Verbrennungsmotoren zur 

Krafterzeugung eingesetzt werden (Art. 2 Abs. 2 CO2-Gesetz). 

2.2 Der Inhalt einer Norm ist durch Auslegung zu ermitteln. Ausgangspunkt 

jeder Auslegung ist der Wortlaut, wobei bei Erlassen des Bundesrechts die 

Fassungen in den drei Amtssprachen gleichwertig sind. Ist der Text nicht 

ohne Weiteres klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, muss 

nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden. Vom Wort-

laut kann abgewichen werden, wenn triftige Gründe für die Annahme be-

stehen, dass er nicht den wahren Sinn der Vorschrift wiedergibt. Solche 

Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte, aus Sinn und Zweck 

der Norm oder aus dem Zusammenhang mit anderen Gesetzesbestim-

mungen ergeben (statt vieler: BGE 143 II 268 E. 4.3.1, 143 II 202 E. 8.5). 

Bei der Auslegung sind alle Auslegungselemente zu berücksichtigen (Me-

thodenpluralismus; BGE 146 II 111 E. 2.3.2, 143 I 109 E. 6, 141 I 78 E. 4.2). 

Es sollen alle jene Methoden kombiniert werden, die für den konkreten Fall 

im Hinblick auf ein vernünftiges und praktikables Ergebnis am meisten 

Überzeugungskraft haben. Sind mehrere Lösungen denkbar, ist jene zu 

wählen, die der Verfassung entspricht (BGE 143 V 114 E. 5.2, 140 II 495 

E. 2.3 insb. 2.3.3; BVGE 2018 III/4 E. 3.4.2.1, 2016/25 E. 2.6.4.1). 

3.  

Im vorliegenden Verfahren stellt sich die Frage, ob es sich beim von der 

Beschwerdeführerin importierten Erdgas um einen Brennstoff im Sinne von 

Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz handelt oder einen Treibstoff im Sinne von Art. 2 

Abs. 2 CO2-Gesetz (E. 2.1.2). Das streitbetroffene Erdgas wird zum Be-

trieb der Kompressorenanlage in C._______ eingesetzt, in welcher (ande-

res) Erdgas für den Transport in der Transitleitung B._______ komprimiert 

wird. Insbesondere ist umstritten, ob es sich bei der Kompressorenanlage 

in C._______ um eine WKK-Anlage im Sinne des CO2-Gesetzes handelt. 

Da fossile Energieträger, die für den Betrieb von WKK-Anlagen verwendet 

werden, gemäss Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz als Brennstoffe gelten, ist die 

Beantwortung dieser Frage zentral und die Beantwortung der letztlich über-

geordneten Frage, ob auf dem genannten Erdgas die CO2-Abgabe zu er-

heben ist, hängt direkt von der Antwort auf die erste Frage ab: wird die 

Frage, ob in C._______ eine so verstandene WKK-Anlage betrieben wird, 

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bejaht, handelt es sich beim Erdgas, das zum Antrieb der Anlage verwen-

det wird, um einen Brennstoff im Sinne des CO2-Gesetzes und darauf ist 

die CO2-Abgabe zu erheben; wird die Frage verneint, ist auf dem streitbe-

troffenen Erdgas keine CO2-Abgabe geschuldet (vgl. E. 2.1.2). 

Im Folgenden wird zunächst der unbestrittene Sachverhalt kurz dargestellt 

(E. 3.1). Daran anschliessend werden die Positionen der Verfahrensbetei-

ligten wiedergegeben (E. 3.2) und schliesslich anhand einer Auslegung 

festgestellt, ob es sich bei der Anlage in C._______ um eine WKK-Anlage 

im Sinne von Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz handelt (E. 3.3). 

Vorab ist jedoch festzuhalten, dass die Vorinstanz vorbringt, der Beschwer-

deführerin würde ohnehin auf Antrag die CO2-Abgabe zurückerstattet. Für 

das vorliegende Verfahren ist dies jedoch nicht relevant. Die Frage der 

Rückerstattung kann sich erst stellen, wenn überhaupt eine Abgabepflicht 

besteht. Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren ist denn auch die Ab-

gabepflicht und nicht eine allfällige Rückerstattung. Damit erübrigt es sich, 

darauf einzugehen, dass eine Rückerstattung für die Beschwerdeführerin 

mit administrativem Mehraufwand und Kosten verbunden wäre. 

3.1 Das streitgegenständliche Erdgas (ein fossiler Energieträger) wird für 

den Antrieb von Gasturbinen verwendet, die ihrerseits vier Turbokompres-

soren antreiben, durch die in der Transithochdruckleitung für den Erdgas-

transport der erforderliche Betriebsdruck erzeugt wird. Nur zwei der Turbo-

kompressoren sind technisch so ausgestattet, dass sie Strom produzieren 

können. Die Abwärme eines dieser Kompressoren, der bei Volllast läuft, 

wird für die Stromproduktion und Wärmelieferungen verwendet, wobei der 

Strom zum Eigenbedarf der Verdichtungsstation verwendet wird und im 

Übrigen ins öffentliche Netz eingespeist wird. Laufen beide Kompressoren, 

kann nur die Abwärme des einen auch zur Stromproduktion verwendet wer-

den. Die Abwärme des anderen wird über einen Bypasskamin abgeleitet. 

3.2  

3.2.1 Die Vorinstanz bringt vor, bei der Anlage, die mit dem importierten 

Erdgas betrieben werde, handle es sich um eine WKK-Anlage. Damit eine 

WKK-Anlage vorliege, sei die Koppelung der Erzeugung von mechanischer 

Energie (Kraft) und nutzbarer Wärme entscheidend. Es gebe keine Vor-

schrift, wonach in einer WKK-Anlage eine Gasturbine mit einem Stromge-

nerator gekoppelt sein müsse. Auch müsse der Hauptzweck einer solchen 

Anlage nicht die Stromproduktion sein. Die primäre Absicht, mit der die An-

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lage hätte betrieben werden sollen, sei nicht relevant. WKK-Anlagen be-

zweckten die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie (Kraft) 

und nutzbarer Wärme, die in einem gemeinsamen thermodynamischen 

Prozess entstünden. Die mechanische Energie der Gasturbine werde bei 

vielen Anwendungen in elektrische Energie umgewandelt; der Direktan-

trieb von Arbeitsmaschinen sei aber ebenso üblich. Die Wärme werde häu-

fig als Nah- oder Fernwärme oder als Prozesswärme genutzt. 

WKK-Anlagen sei gemein, dass sie gleichzeitig Strom und Wärme liefer-

ten. Ob dies direkt oder indirekt geschehe, sei ebenso irrelevant wie, ob es 

sich dabei um ein Nebenprodukt handle. Die Vorinstanz stützt sich auf die 

Materialien (diese sind unten in E. 3.3.1.1 wiedergegeben) und zitiert das 

deutsche Recht. 

Die kontrovers zu beantwortende Frage, ob eine Gasturbine als Verbren-

nungsmotor gelte, könne – so die Vorinstanz – offenbleiben, da mit Blick 

auf die Lenkungsabgabenpflicht einzig die Frage relevant sei, ob das in 

Rede stehende Erdgas als Brennstoff zu betrachten sei. 

In der durch die A._______ betriebenen Kompressorenstation in 

C._______ werde die Abwärme der mit Erdgas betriebenen Gasturbinen in 

einem Abhitzekessel zur Erzeugung von Dampf verwendet. Der erzeugte 

Dampf werde in einer Dampfturbine in mechanische und anschliessend im 

Generator in elektrische Energie umgewandelt und zudem teilweise als 

Fernwärme an Dritte weitergeleitet. Diese Wärme- und Dampferzeugung 

sei Teil des thermodynamischen Prozesses. In der Kompressorenstation 

sei die Abtriebswelle der mit Erdgas betriebenen Gasturbinen direkt mit der 

Antriebswelle der Turbokompressoren zur Druckerhöhung des Erdgases in 

der Gaspipeline verbunden. Die mechanische Energie (Kraft) der Gastur-

binen werde somit direkt als mechanische Energie an die Turbokompres-

soren übertragen. Die stationäre Gasturbine werde also zum Antrieb einer 

anderen stationären Maschine betrieben. Es sei unerheblich, ob es sich bei 

dieser stationären Maschine um einen Generator zur Stromerzeugung 

oder um einen Turbokompressor handle. In beiden Fällen werde die me-

chanische Energie (Kraft) und die nutzbare Wärme gleichzeitig erzeugt und 

genutzt. 

Weiter führt die Vorinstanz aus, sie habe zwar der A._______ am 13. Feb-

ruar 2008 mitgeteilt, dass das in der Kompressorenstation verbrauchte Erd-

gas nicht als Brennstoff zu qualifizieren sei. Sie habe aber in einem neuen 

Schreiben an die A._______ vom 13. Dezember 2019 ihren Standpunkt 

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geändert und mitgeteilt, dass das Erdgas als Brennstoff betrachtet werde. 

Grund für die Neubeurteilung sei eine zollinterne Fachdienstaufsicht bei 

der Kompressorenstation in C._______ gewesen. Dabei sei festgestellt 

worden, dass die Abwärme der Gaskompressoren einerseits mittels 

Dampfturbine Strom produziere und andererseits Wärme an Dritte geliefert 

werde. Dieser Umstand sei dem BAZG (damals noch: EZV) vorher nicht 

bekannt gewesen. 

Die Vorinstanz regt die Anhörung des BAFU, dem bezüglich des CO2-Ge-

setzes federführenden Amt, an. 

3.2.2 Die Beschwerdeführerin hält dagegen, bei der Kompressorenstation 

handle es sich nicht um eine WKK-Anlage. Einerseits werde das Erdgas 

nicht direkt für die Strom- und Wärmeproduktion verwendet, sondern in 

Gasturbinen, welche die Kompressoren antreiben würden. Andererseits sei 

der Hauptzweck der Anlage die Verdichtung des in der Pipeline transpor-

tierten Erdgases. Es werde auch nicht Gas in Strom, sondern lediglich Ab-

wärme in Strom umgewandelt. Wärme und Strom seien dabei nur Neben-

produkte. Zudem sei sie (die Beschwerdeführerin) im Plangenehmigungs-

verfahren von der zuständigen Behörde verpflichtet worden, einen Teil der 

Abwärme für die Produktion nutzbarer Wärme und Stroms zu verwenden. 

Überhaupt seien zwei der vier Turbokompressoren gar nicht in der Lage, 

Strom zu generieren. Die beiden anderen würden nicht ständig laufen, son-

dern nur bei hoher Transportkapazität. Selbst wenn diese beiden Kompres-

soren im Einsatz stünden, würde nicht immer Strom erzeugt, denn es ent-

stehe zu wenig Abwärme, wenn sie nur kurz oder mit geringer Leistung im 

Einsatz stünden. Diese beiden Kompressoren stünden oft im Einsatz, ohne 

dass Strom produziert werde. Auch könne, wenn beide eingesetzt seien, 

nur die Abwärme des einen für die Stromproduktion genutzt werden. 

3.3 Damit ist auf die Auslegung der Absätze 1 und 2 von Art. 2 CO2-Gesetz 

einzugehen und insbesondere auf den Begriff der WKK-Anlage. Hierbei 

handelt es sich um eine Rechtsfrage, die durch das Bundesverwaltungs-

gericht zu entscheiden ist. Schon aus diesem Grund ist das BAFU nicht 

anzuhören. Zudem stand die Vorinstanz mit dem BAFU im Verlauf des Ver-

fahrens im Austausch, weshalb auf die Anregung, letzteres anzuhören, 

nicht weiter einzugehen ist. 

Wie zu zeigen sein wird, ist es nicht möglich, aber auch nicht notwendig, 

abschliessend zu bestimmen, was für Anlagen gemäss Art. 2 Abs. 1 CO2-

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Gesetz als WKK-Anlagen gelten. Die vorliegende Auslegung wird daher 

zwar auch allgemeingültige Aussagen enthalten, sich aber insbesondere 

auf die Kompressorenanlage der A._______ in C._______ beziehen. 

3.3.1 Bei der Auslegung ist vom Wortlaut des Textes auszugehen. Bei der 

Beantwortung der Frage, ob ein fossiler Energieträger als Brenn- oder 

Treibstoff gilt, stellt das CO2-Gesetz auf den Verwendungszweck ab (vgl. 

ANDREA BURKHARDT/JÜRG BALLY/BARBARA NÄGELI, in: Kratz/Merker/Tami/ 

Rechsteiner/Föhse [Hrsg.], Kommentar zum Energierecht, Band II, 2016 

[nachfolgend: Kommentar zum Energierecht]), Art. 2 CO2-Gesetz N. 9). 

Brennstoffe werden dabei unter anderem in WKK-Anlagen verwendet. Da-

mit gilt ein fossiler Energieträger per se als Brennstoff, wenn er für den 

Betrieb einer WKK-Anlage verwendet wird. Damit ist im vorliegenden Zu-

sammenhang zu ermitteln, was das CO2-Gesetz unter einer WKK-Anlage 

versteht. Festzuhalten ist, dass weder das CO2-Gesetz noch die Verord-

nung vom 30. November 2012 über die Reduktion der CO2-Emissionen 

(CO2-Verordnung, SR 641.711) eine Definition des Begriffs «WKK-Anlage» 

enthalten. 

3.3.1.1 Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einer WKK-Anlage 

(ausserhalb der Schweiz in der Regel als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage 

bezeichnet) eine Anlage verstanden, in der Strom und Wärme erzeugt wird. 

Gemäss Brockhaus, Wahrig – Deutsches Wörterbuch, 9. Aufl. 2011, 

S. 887, wird unter «Kraftwärmekopplung» (auch «Kraft-Wärme-Kopp-

lung») die «kombinierte Erzeugung von mechanischer od[er] elektrischer 

Energie u[nd] Wärme für Heizzwecke durch Nutzung der bei der Energie-

gewinnung anfallenden Abwärme» verstanden. Ähnlich definiert der Du-

den, Deutsches Universalwörterbuch, 6. Aufl. 2007, S. 1011, die «Kraft-

Wärme-Kopplung», nämlich «(als Verfahren zur Energiegewinnung ange-

wendeter) Verbund von mechanischer Energie, die in Elektrizität umge-

wandelt wird, u[nd] Wärme bes[onders] für Heizzwecke (wie z.B. Fern-

wärme […])». Der italienischsprachige Begriff «cogenerazione» bedeutet 

«Produzione associata di energia elettrica e di calore in un impianto ter-

moelettrico, con utilizzazione del calore per riscaldamento civile o per altre 

applicazioni» (Lo Zingarelli, Vocabolario della lingua italiana, 12. Aufl. 

2004, S. 388), also die gleichzeitige Produktion von elektrischer Energie 

und Wärme in einer thermoelektrischen Anlage, mit Nutzung der Wärme 

für Heizungen oder andere Anwendungen. 

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Seite 10 

In der Botschaft vom 26. August 2009 über die Schweizer Klimapolitik nach 

2012 (BBl 2009 7433 [nachfolgend: Botschaft Klimapolitik] 7523) findet 

sich folgende Ausführung: 

«Unter Wärmekraftkoppelung (WKK) versteht man vereinfacht eine Heizung, 

die gleichzeitig Strom produziert oder auch ein Stromkraftwerk, dass gleich-

zeitig Wärme liefert. Der Verbraucher wird so mit den beiden wichtigsten Ener-

giearten, Strom und Wärme, versorgt.» 

In der Botschaft vom 4. September 2013 zum ersten Massnahmenpaket 

der Energiestrategie 2050 und zur Volksinitiative «Für den geordneten Aus-

stieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)» (BBl 2013 7561 

[nachfolgend: Botschaft Energiestrategie] 7631) wird festgehalten: 

«Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK-Anlagen) sind dezentrale, fossil oder 

teilweise fossil befeuerte Anlagen. Sie werden in der Regel mit Erdgas betrie-

ben und erzeugen sowohl Wärme als auch Elektrizität.» 

Gleich definiert das Bundesamt für Energie (BFE) die WKK-Anlagen und 

fährt dann fort (www.bfe.admin.ch  Versorgung  Energieeffizienz  

Wärme-Kraft-Kopplung; abgerufen am 22. Februar 2022): 

«So können sie im Winterhalbjahr die in dieser Zeit reduzierte Produktion von 

Strom aus Sonne und Wasserkraft teilweise kompensieren. Ausserdem kön-

nen sie bedarfsgerecht produzieren, weil sie sich rasch ein- und ausschalten 

lassen. Sie leisten somit einen Beitrag zur Stabilität des lokale Verteilnetzes 

und zur Versorgungssicherheit.» 

3.3.1.2 Eine WKK-Anlage zeichnet sich somit dadurch aus, dass sie gleich-

zeitig sowohl Strom als auch Wärme erzeugt (vgl. auch BURKHARDT/ 

BALLY/NÄGELI, Kommentar zum Energierecht, Art. 2 CO2-Gesetz N. 14). 

3.3.1.3 Gemäss diesem Sprachgebrauch ist unerheblich, ob Strom und 

nutzbare Wärme direkt oder indirekt erzeugt werden, anders formuliert, ist 

nicht relevant, welche Technologie in der Anlage verwendet wird. Auch die 

«Zwischenschaltung» eines Verbrennungsmotors ändert damit grundsätz-

lich nichts an der Qualifikation als WKK-Anlage. Zwar würde die Verwen-

dung eines fossilen Energieträgers in einem Verbrennungsmotor grund-

sätzlich die Definition eines Treibstoffs im Sinne von Art. 2 Abs. 2 CO2-Ge-

setz erfüllen, doch enthält die Definition von Brennstoffen in Art. 2 Abs. 1 

CO2-Gesetz mit der ausdrücklichen Erwähnung von WKK-Anlagen für ei-

nen solchen Fall eine lex specialis zu Art. 2 Abs. 2 CO2-Gesetz (BURK-

HARDT/BALLY/NÄGELI, Kommentar zum Energierecht, Art. 2 CO2-Gesetz 

N. 16). Gemäss den zuvor genannten Formulierungen muss eine WKK-

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Seite 11 

Anlage technisch in der Lage sein, nutzbare Wärme und Strom zu erzeu-

gen. Ob dies ihr Hauptzweck oder die Erzeugung von Wärme und Strom 

lediglich ein Nebenprodukt ist, kann den oben genannten Umschreibungen 

nicht zweifelsfrei entnommen werden. Der Wortlaut des Gesetzes selbst 

deutet darauf hin, dass die Erzeugung von nutzbarer Wärme zumindest 

nicht von ganz untergeordneter Bedeutung sein kann, damit eine Anlage 

als WKK-Anlage im Sinne des CO2-Gesetzes gilt. Gemäss dem Wortlaut 

von Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz (vgl. E. 2.1.2) sind fossile Energieträger näm-

lich dann Brennstoffe, wenn sie «zur Gewinnung von Wärme, zur Erzeu-

gung von Licht, in thermischen Anlagen zur Stromproduktion oder für den 

Betrieb von Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen (WKK-Anlagen) verwendet 

werden» (Hervorhebungen durch das Gericht). Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz 

misst mithin der Nutzung der Wärme entscheidende Bedeutung bei. In die 

gleiche Richtung geht insbesondere die italienischsprachige Umschrei-

bung (E. 3.3.1.1, 1. Absatz), wonach Energie und Wärme in einer thermo-

elektrischen Anlage erzeugt werden. Die Umschreibung gemäss der Bot-

schaft Klimapolitik deutet ebenfalls darauf hin, dass zumindest die Produk-

tion von Strom oder Wärme in der Anlage nicht nur von (ganz) untergeord-

neter Bedeutung sein darf, denn dort ist davon die Rede, dass es sich bei 

einer WKK-Anlage um eine Heizung oder ein Stromkraftwerk handelt, wo-

bei auch die jeweils andere Energieform produziert wird (E. 3.3.1.1, 2. Ab-

satz). In eine ähnliche Richtung weist die oben genannte Ergänzung des 

BFE (E. 3.3.1.1, 4. Absatz): Wenn eine solche Anlage bedarfsgerecht pro-

duzieren und rasch ein- und ausgeschaltet werden kann, deutet dies eben-

falls darauf hin, dass die Produktion von nutzbarer Wärme und Strom nicht 

nur von untergeordneter Bedeutung ist. Eine Anlage, die nur nebenbei der 

Produktion von Wärme und Strom dienen würde, würde nicht insbesondere 

deshalb eingeschaltet werden, weil Wärme oder Strom benötigt werden 

und würde zumindest in der Regel auch wenig zur Stabilität des lokalen 

Verteilnetzes und der Versorgungssicherheit beitragen. 

Geht man mit BURKHARDT/BALLY/NÄGELI (Kommentar zum Energierecht, 

Art. 2 CO2-Gesetz, N. 14) davon aus, dass WKK-Anlagen eine Unterkate-

gorie der thermischen Anlagen zur Stromproduktion sind – wobei sie inso-

fern effizienter sind, als die Abwärme, die bei der Stromproduktion entsteht, 

nicht verloren geht, sondern weiter genutzt wird (N. 13) – deutet dies darauf 

hin, dass in Anlagen, die das CO2-Gesetz erfassen will, die Stromproduk-

tion (unter gleichzeitiger Nutzung und Produktion von Wärme) nicht nur von 

untergeordneter Bedeutung ist (siehe auch die bereits im Absatz zuvor ge-

nannte Umschreibung gemäss ZINGARELLI, oben E. 3.3.1.1, 1. Absatz). 

A-4570/2020 

Seite 12 

3.3.1.4 Ergänzend ist festzuhalten, dass weder der französische noch der 

italienische Wortlaut mehr zur Auslegung insbesondere des Begriffs der 

WKK-Anlage beitragen kann. Dort ist von «pour l’exploitation d’installations 

de couplage chaleur-force» bzw. «per il funzionamento di impianti di coge-

nerazione forza-calore» die Rede. 

3.3.1.5 Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang die Berufung der Vor-

instanz auf das deutsche Recht. Zwar wird in § 2 Ziff. 14 des Gesetzes für 

die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopp-

lung (KWKG; www.bmj.de > Service > Gesetze im Internet; abgerufen am 

7. März 2022) eine Vielzahl unterschiedlicher Anlagen unter die Kraft-

Wärme-Kopplungs-Anlagen subsummiert. Dass es nicht nur einen Typ der 

WKK-Anlage gibt, ergibt sich aber bereits aus dem vorhin Ausgeführten. 

Eines Rückgriffs auf das deutsche Recht bedarf es hierzu nicht. Weiter 

führt die Vorinstanz aus, die unter § 2 Ziff. 14 Bst. d KWKG genannte An-

lage sei erwähnenswert, weil sie Abhitze und Energie als Nebenprodukte 

erzeuge. Dies ergibt sich jedoch nicht aus dem Wortlaut der entsprechen-

den Vorschrift («Im Sinne dieses Gesetzes […] sind […] ‹KWK-Anlagen› 

Anlagen, in denen Strom und Nutzwärme erzeugt werden […]; zu KWK-

Anlagen gehören: […] Gasturbinen-Anlagen mit Abhitzekessel und Dampf-

turbinen-Anlage […]»). Ohnehin wäre zu berücksichtigen, dass das KWKG 

einem anderen Zweck dient – nämlich gemäss dessen § 1 Abs. 1 der Er-

höhung der Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen – 

als das CO2-Gesetz, auch wenn beide Gesetze letztlich zum Umwelt- und 

Klimaschutz beitragen sollen. Damit hilft die Begriffsbestimmung gemäss 

KWKG so oder anders im vorliegenden Verfahren nicht weiter. 

3.3.1.6 Es ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass die streitbetroffene 

Anlage in C._______ insofern eine WKK-Anlage ist, als sie gleichzeig nutz-

bare Wärme und Strom produzieren kann. Dass das in die Anlage ge-

speiste Erdgas zunächst Turbinen antreibt und erst diese den Generator, 

ist nicht erheblich. Allerdings ist aufgrund des nicht vollends klaren Wort-

lauts des Gesetzes mittels der weiteren Auslegungselemente insbeson-

dere weiter zu klären, ob der Umstand, dass die Anlage nicht in erster Linie 

der Produktion von Wärme und Strom dient, dazu führt, dass sie nicht als 

WKK-Anlage im Sinne von Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz gilt. 

3.3.2 Der Entstehungsgeschichte der Norm ist nichts weiter zu entnehmen. 

Weder der Bundesrat noch das Parlament hat sich – soweit ersichtlich – 

mit einer Definition oder Umschreibung des Begriffs der WKK-Anlage be-

fasst. Dieser Begriff wurde, wie im Übrigen auch die Begriffe Brennstoffe 

A-4570/2020 

Seite 13 

und Treibstoffe, so selbstverständlich verwendet, als würde sich eine ge-

nauere Definition erübrigen. 

3.3.3 In Bezug auf Sinn und Zweck der Norm kann nicht nur auf Art. 2 

Abs. 1 CO2-Gesetz abgestellt werden, definiert dieser doch nur (ansatz-

weise) verschiedene Begriffe. 

3.3.3.1 Wie erwähnt, ist das Ziel des CO2-Gesetzes insbesondere die Re-

duktion der CO2-Emissionen (E. 2.1.1). Da Treibstoffe im Unterschied zu 

Brennstoffen von der CO2-Abgabe befreit sind (der Umstand, dass fossile 

Treibstoffe mit anderen Abgaben belastet sind, wird hier ausser Acht ge-

lassen), liesse sich dieses Ziel auf den ersten Blick am besten erreichen, 

wenn möglichst viele fossile Energieträger als der CO2-Abgabe unterlie-

gende Brennstoffe betrachtet würden, wobei – wie erwähnt – nicht die Art 

des fossilen Energieträgers, sondern dessen Verwendung entscheidend ist 

(E. 3.3.1). 

Auch wenn grundsätzlich davon ausgegangen werden darf, dass weniger 

fossile Energieträger verwendet werden, wenn sie mit der CO2-Abgabe be-

lastet sind, und dies ist Sinn und Zweck der Abgabe, ist im vorliegenden 

Verfahren folgende Überlegung von Bedeutung: 

Würde die Beschwerdeführerin die Abwärme nicht nutzen, sondern das 

streitbetroffene Erdgas lediglich für die Kompression des weiterzuleitenden 

Erdgases nutzen, würde das streitbetroffene Erdgas als Treibstoff gelten 

und nicht der CO2-Abgabe unterliegen. Da die Abwärme aber genutzt und 

die Anlage insofern energetisch effizienter betrieben wird, soll das streitbe-

troffene Erdgas nun als Brennstoff gelten, der der CO2-Abgabe unterliegt. 

Dies erscheint widersinnig und widerspricht insbesondere Sinn und Zweck 

der Erhebung der CO2-Abgabe. In einem Fall wie dem vorliegenden würde 

damit eine energieeffizientere Nutzung fossiler Energieträger nämlich dazu 

führen, dass überhaupt erst die Abgabe erhoben würde; bei einer weniger 

effizienten Nutzung würde hingegen keine Abgabe fällig. Dieser Umstand 

würde dazu führen, dass potentiell Abgabepflichtige allenfalls eine weniger 

effiziente Nutzung vorziehen würden, was dem Ziel des CO2-Gesetzes, 

den Ausstoss von Treibhausgasen und insbesondere den CO2-Ausstoss 

zu vermindern, entgegenlaufen würde. Dem Ziel des CO2-Gesetzes ent-

spricht damit einzig, wenn eine Anlage nur dann als WKK-Anlage gilt (und 

die für ihren Betrieb verwendeten fossilen Energieträger nur dann als mit 

der CO2-Abgabe belastete Brennstoffe gelten), wenn die Gewinnung von 

A-4570/2020 

Seite 14 

Strom und/oder Wärme zumindest nicht nur von untergeordneter Bedeu-

tung ist. 

3.3.3.2 Da die Produktion von nutzbarer Wärme und Strom in der Anlage 

in C._______ nur von untergeordneter Bedeutung ist, weisen Ziel und 

Zweck des Gesetzes damit klar darauf hin, dass es sich beim streitbetroffe-

nen Erdgas um einen Treibstoff und nicht einen Brennstoff handelt und 

stützen somit die Auslegung, die der Wortlaut bereits nahelegt. 

3.3.3.3 In diesem Zusammenhang ist noch auf das Vorbringen der Be-

schwerdeführerin einzugehen, wonach sie im Plangenehmigungsverfah-

ren behördlich verpflichtet worden sei, einen Teil der Abwärme für die Pro-

duktion nutzbarer Wärme und Stroms zu verwenden (E. 3.2.2). Auch wenn 

die Beschwerdeführerin damit keine Möglichkeit hatte, auf die Nutzung der 

Abwärme vollständig zu verzichten, ändert dies nichts am zuvor Ausgeführ-

ten, dass nämlich die Erzeugung von nutzbarer Wärme und Strom nicht 

nur von untergeordneter Bedeutung sein darf. Damit bleibt es dabei, dass 

die Erhebung der CO2-Abgabe im vorliegenden Fall nicht mit Ziel und 

Zweck des CO2-Gesetzes vereinbar ist.  

3.3.3.4 Allfälligen Bedenken, die CO2-Abgabe für WKK-Anlagen könne um-

gangen werden, indem solche Anlagen überwiegend einem anderen 

Zweck zugeführt würden, ist zu entgegnen, dass dies einerseits unwahr-

scheinlich ist, weil Anlagen, die hauptsächlich der Strom- und Wärmepro-

duktion dienen, nicht einfach umgerüstet werden können; andererseits 

würde bei einem reinen «pro forma-Zweck» wohl auf die wirklichen Gege-

benheiten abgestellt, allenfalls wäre gar ein Rechtsmissbrauch zu prüfen. 

3.3.4 Schliesslich lässt sich in systematischer Hinsicht festhalten, dass das 

Gesetz Spezialregeln für WKK-Anlagen enthält (Art. 32a ff. CO2-Gesetz), 

die unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer Rückerstat-

tung der CO2-Abgabe für WKK-Anlagen vorsehen. Daraus ergibt sich, dass 

der Gesetzgeber solche Anlagen teilweise bevorzugt behandeln wollte. 

Wenn gar «klassische» WKK-Anlage, die nicht unwesentlich der Gewin-

nung von Strom und Wärme dienen, privilegiert werden sollen, deutet auch 

dies darauf hin, dass Anlagen wie jene in C._______, bei denen die Ge-

winnung von Strom und Wärme nur in kleinem Umfang geschieht, nicht 

zuerst (übermässig) mit der CO2-Ablage belastet werden sollten, nur um 

dann wieder teilweise entlastet zu werden. Auch die Systematik spricht da-

her dafür, dass es sich bei der vorliegend zu beurteilenden Anlage nicht um 

eine WKK-Anlage im Sinne des Gesetzes handelt. 

A-4570/2020 

Seite 15 

3.4 Insgesamt ergibt damit die Auslegung, dass es sich bei der vorliegend 

betroffenen Kompressorenanlage in C._______ nicht um eine WKK-An-

lage im Sinne von Art. 2 Abs. 1 CO2-Gesetz handelt und das streitbe-

troffene Erdgas somit als Treibstoff im Sinne von Art. 2 Abs. 2 CO2-Gesetz 

gilt. Es unterliegt nicht der CO2-Abgabe. 

Daran ändert nichts, dass die (teilweise) Tochtergesellschaft der Be-

schwerdeführerin – nämlich die A._______ –, welche die Anlage betreibt, 

am Standort C._______ zur Teilnahme am Schweizerischen Emissions-

handelssystem verpflichtet worden ist. Die Verpflichtung hängt nicht mit der 

Frage zusammen, ob der Treibhausgasausstoss durch Brenn- oder Treib-

stoffe verursacht wurde (vgl. Art. 2 Abs. 3 CO2-Gesetz). 

Nicht mehr einzugehen ist damit auf den Umstand, dass die Beschwerde-

führerin nicht als WKK-Anlage im Sinne der Definition im Dokument des 

BFE «Thermische Stromproduktion inklusive Wärmekraftkopplung (WKK) 

in der Schweiz» vom September 2020 gelten würde, weil die Stromproduk-

tion nicht mindestens 5 % des Energieeinsatzes beträgt (Definition gemäss 

Ziff. 2.3 S. 14 des Dokuments; zu finden unter https://www.bfe. 

admin.ch > News und Medien > Publikationen; dort den Suchbegriff «ther-

mische Stromproduktion» eingeben; abgerufen am 7. März 2022). Dem 

Dokument liegt zu statistischen Zwecken eine eigene Definition der WKK-

Anlagen zugrunde. 

4.  

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen. 

4.1 Der obsiegenden Beschwerdeführerin sind keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario). Der unterliegenden Vor-

instanz können als Bundesbehörde keine Verfahrenskosten auferlegt wer-

den (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte 

Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 3'500.-- ist ihr nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

4.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteient-

schädigung ist im vorliegenden Verfahren, mangels Kostennote, praxisge-

mäss auf Fr. 5’250.-- festzusetzen. 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)  

A-4570/2020 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘500.-- 

wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstat-

tet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 5'250.-- auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Keita Mutombo Susanne Raas 

 

 

  

A-4570/2020 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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