# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ac6f2e6-d6ea-51c5-9c2f-76c50712c6a4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2009 A-1337/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1337-2007_2009-09-21.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1337/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richter Markus Metz, 
Gerichtsschreiberin Nadine Mayhall.

X._______,
vertreten durch ... ,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST (2. Semester 1998 bis 2. Semester 2000; 
Umsatzschätzung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1337/2007

Sachverhalt:

A.
X._______ betrieb an der ..., ..., ein Geschäft für Nagelkosmetik und 
einen Handel mit kosmetischen Produkten. Im Zusammenhang mit die-
ser Tätigkeit war er seit dem ... im Register der Mehrwertsteuerpflichti-
gen eingetragen. Aufgrund am ... bzw. ... erteilter Bewilligung rechnete 
er nach vereinnahmten Entgelten und nach Saldosteuersätzen ab.

B.
B.a Am  22. Mai  2002  reiste  X._______  von  ...,  ...,  kommend  beim 
Zollinspektorat Zürich-Flughafen in die Schweiz ein. Wegen Verdachts 
auf  illegale  Einfuhr  von  Arzneimitteln  und  Medizinprodukten  sowie 
Handel damit wurde er dort  von der Eidgenössischen Zollverwaltung 
(EZV) als Beschuldigter einvernommen.

Dem durch die EZV am 22. Mai 2002 erstellten Einvernahme-Protokoll 
lässt sich entnehmen, dass die EZV während des Auslandaufenthalts 
von  X._______  auf  Grund  eines  Durchsuchungsbefehls  eine  Haus-
durchsuchung in dessen Geschäft an der ..., ..., sowie an dessen da-
maligem Wohnsitz an der ..., ..., durchgeführt hatte, wobei verschiede-
ne Arzneimittel und Unterlagen über den Handel mit diesen Produkten 
aufgefunden worden waren. Zu Beginn der Einvernahme erklärte sich 
X._______ bereit, im Rahmen des Möglichen dazu Auskunft zu ertei-
len. Er gab zu Protokoll,  sich vom Handel  zu distanzieren und auch 
nichts  eingeführt  zu  haben;  die  Anschuldigung  der  illegalen  Einfuhr 
wurde bestritten. Er  habe keine Produkte in  die  Schweiz eingeführt, 
weder Anabolika noch andere Produkte.

Auf  den Vorhalt,  in  seinem Bastelraum sei  eine  Kartonschachtel  mit 
Arzneimitteln gefunden worden, und die Frage, um was für Produkte 
es sich dabei handle, gab X._______ zu Protokoll:

"Ich habe mich vor Jahren interessiert,  um solche Produkte zu kaufen. Ich 
kaufte damals auch eine Kur für mich. Es sind Tabletten und ich glaube es 
sind noch  Ampullen. Ich  wusste  gar  nicht,  dass  ich  diese  noch hatte. Ich 
kaufte diese an einer Meisterschaft. Ich hatte damals im ... ein wenig trai-
niert. Es ist mir schon bekannt."

Als Erklärung, wie die Arzneimittel in seinen Bastelraum gelangt seien, 
gab X._______ an, dass er die Schachtel in den Bastelraum gebracht 
habe. Zum Bastelraum machte er folgende Angaben:

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"Vor 2 – 3 Jahren hatte ich im Bastelraum mein Büro eingerichtet. Ich habe 
dann das Büro vor einem Jahr an die ... gezügelt. Alles, was Sie im Bastel-
raum gefunden haben, kommt von dieser Zeit. Ich gebe zu, dass ich in die-
ser Zeit, vor ca. 2 oder 3 Jahren, an Meisterschaften Arzneimittel/ Anabolika 
gekauft habe und diese an weitere Personen, die ebenfalls an Meisterschaf-
ten anwesend waren, weiterverkauft habe. Es war eine kurze Zeitdauer. Ich 
weiss es nicht mehr, 1 oder 2 Monate, ich würde formulieren einige Monate. 
Für  mich war das nicht  wichtig. Ich habe dem keine Bedeutung zugemes-
sen."

Nach den Verkäufern und den Abnehmern der Produkte gefragt, gab 
er folgende Auskunft:

"Die Produkte kaufte ich immer an Meisterschaften von Personen. Ich kenne 
diese Personen nicht,  man bestellt  über Natelnummern,  ich kenne die Na-
men nicht. Ich verkaufte die Waren an verschiedene Personen, aus der gan-
zen Schweiz, z.B. einen A._______, einen B._______ usw. Ich war an den 
Meisterschaften,  man redete,  sie können selber  an eine Meisterschaft  ge-
hen, es gibt diesen Markt. Ich hatte mit der Zeit einen Stock an Lager. Natür-
lich habe ich etwas damit verdient. Dies ist ja sicher aus den Listen aus den 
Abfalleimern bekannt. Ich weiss, es ist Jahre her, pro Ampulle ist Fr. ... . Es 
kann aber auch 60 – 80 % Gewinn sein. (...)"

B.b Die Einvernahme von X._______ wurde am 23. Mai 2002 fortge-
setzt. Auf die Frage, ob er zu der Befragung vom 22. Mai 2002 etwas 
zu berichtigen oder zu ergänzen habe, gab er zu Protokoll:

"(...) Zudem möchte ich berichtigen, dass es sich beim Umsatz, den ich mit 
den Arzneimitteln erzielt  habe, nicht nur um ca. Fr. ... handelt  sondern um 
Fr. ..., d.h. ich habe sicher mehr als 2 – 3 Mal Ware gekauft an Veranstaltun-
gen als Hinterhofgeschäft. Ich habe dabei immer Cash bezahlt. Die Geschäf-
te laufen genau gleich ab, wie wenn sie irgendwo "Gras" kaufen. So hat sich 
bei mir ein gewisses Lager angesammelt. Diese Produkte habe ich dann in 
gleicher Weise wieder verkauft.

Ich  habe  meinen  Bruder  C._______ an  die  Veranstaltungen  begleitet  und 
ihm beim Filmen geholfen. Dabei bin ich mit verschiedenen Leuten in Kontakt 
gekommen. Ich sah dabei, dass ein gewisser Markt vorhanden war. Ich habe 
dies  nicht  uneigennützig  gemacht.  Ich  sah,  dass  ich  hier  Geld  verdienen 
konnte. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich immer bei 2 – 3 Personen 
Waren eingekauft. (...) Es handelte sich immer um Bodybuilder. (...) Die Bo-
dybuilder finanzieren sich damit den Eigenkonsum. Ich bin weder schriftlich 
dokumentiert noch habe ich Natelnummer. Ich habe das Zeug gekauft, wie-
der verkauft und den Gewinn habe ich in den Hosensack genommen. (...) Die 
von mir gekaufte Ware habe ich an Lager genommen. Mit der Zeit ergab sich 
eine Kundschaft. Diese riefen an oder bestellten per SMS, ob ich das Pro-
dukt habe. Wenn ja lieferte ich gegen cash. Dann kam die Sache mit den Na-
tel  dazu. Daraufhin habe ich aufgeräumt und die Unterlagen fortgeschmis-
sen. Das sind eben noch die Unterlagen, die sie heute noch haben bzw. ge-
funden haben. (...)"

Hinsichtlich der Zeitspanne, während welcher er mit Anabolika gehan-
delt hatte, machte X._______ folgende Angaben:

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"Es kann ein halbes Jahr sein,  es kann aber auch 3 – 4 Monate sein. Es 
kann gewesen sein in den Jahren 1999 – 2001. Nein so lange habe ich das 
nicht betrieben. Als die Natelgeschichte passierte,  ab diesem Datum habe 
ich aufgehört. Ich weiss es nicht mehr genau, da ich dieser Sache keine Be-
deutung zugemessen habe."

Auf eine weitere Nachfrage nach dem Bezug der Produkte antwortete 
er, dass er die Produkte – wie bereits ausgesagt – an Meisterschaften 
bei Händlern gekauft und diese anschliessend in sein Lager gebracht 
habe; das Lager habe sich im Bastelraum befunden. An die Einkaufs-
preise  könne  er  sich  nicht  mehr  erinnern.  Den  Gewinn  gab  er  mit 
ca. 50  –  60 % an. Angesprochen  auf  die  Quelle  der  Einkaufspreise 
gab X._______ zur Auskunft:

"Ich kann es heute nicht mehr nachsehen. Ich habe Ihnen doch erklärt, dass 
ich alles fortgeworfen habe. Sie haben sicher Listen gefunden. Dort stehen 
die Einkaufspreise sicher drauf."

Hinsichtlich der Frage, ob er bereit sei, weitere Abnehmer bekannt zu 
geben, antwortete er:

"Ich kann Ihnen nur die von mir vorher genannten Namen sagen, ansonsten 
müssen wir uns auf die Listen stützen."

Zu einzelnen, im Bastelraum aufgefundenen Auflistungen mit  Arznei-
mitteln – auf welchen die Namen D._______, E._______, F._______, 
G._______ und H._______ aufgeführt sind – erläuterte X._______ je-
weils die den einzelnen Listen zugrunde liegenden Verkäufe mit  den 
namentlich genannten Abnehmern. Betreffend Aufzeichnung des Ge-
schäftsgangs und der entsprechenden Kontrollführung führte er aus:

"Ich hatte alles ab einer Diskette ausgedruckt. Die Listen habe ich ab dem 
Internet heruntergeladen. Die Listen haben Sie im Papierkorb gefunden und 
die Diskette habe ich gelöscht oder überspielt. Es hat mich auch gar nicht 
mehr interessiert. Seit, im Zeitraum Frühjahr 2001, Sommer 2001 habe ich 
aufgehört mit dem Handel von Arzneimitteln und Anabolika. Ich denke, dass 
das so richtig ist. Ich wollte auch gar nicht."

B.c Anlässlich  einer  weiteren  Einvernahme  am 27. Mai  2002  wurde 
X._______ eingangs gefragt, ob er zu den beiden vorgängigen Einver-
nahmen vom 22. Mai 2002 und vom 23. Mai 2002 etwas zu ergänzen 
oder zu berichtigen habe. X._______ antwortete darauf, dass er daran 
festhalte, Handel betrieben zu haben, sich jedoch weiterhin klar davon 
distanziere, irgendwelche Arzneimittel  oder Anabolika in die Schweiz 
eingeführt, übernommen oder bestellt zu haben. Auf die Aufforderung 
hin, die Periode, in welcher er mit Arzneimitteln gehandelt habe, sowie 

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die  umgesetzte  Menge  bekannt  zu  geben,  gab  X._______  zu 
Protokoll:

"Ich kann mich nicht genau dazu äussern. Ich habe ca. während 2 Jahren 
den Handel mit Arzneimitteln und Anabolika vorgenommen. Es ist auch spo-
radisch passiert. Einmal da, einmal dort. Ich kann den Zeitraum nicht mehr 
einrahmen. Über die Menge kann ich nur sagen, dass es sich um die han-
delt, die ihr habt, die belegt werden kann."

Die Erläuterungen zur Datei "Spain.doc" mit dem Titel "Anabolika Spa-
nien  Preis  in  Pts.",  welche  die  Behörden  dem  Computer  von 
X._______ entnommen hatte, lauteten wie folgt:

"Dabei handelt es sich um Produkte, welche man in Spanien kriegt. Ich habe 
diese Daten irgendwann in den PC eingegeben, rein informativ. Ich interes-
siere mich für diese Sachen. Ich informierte mich, was auf dem Markt erhält-
lich ist, für welchen Betrag die Produkte gehandelt wurden. Ich sagte Ihnen 
schon aus, dass sich viele Sportler in Spanien in den Apotheken mit diesen 
Produkten eindecken. Es handelt sich hier um eine reine Informationsliste."

Die  Frage  nach  dem Ort  des  Erwerbs  des  aufgefundenen  Produkts 
"Ionamine" beantwortete X._______ mit dem Graumarkt anlässlich von 
Meisterschaften; das Produkt sei ihm nicht vom Arzt verschrieben wor-
den. Nachdem er durch die Behörden darauf hingewiesen worden war, 
dass  es  sich  bei  dem  besagten  Produkt  um  ein  Betäubungsmittel 
handle, dessen Besitz ohne ärztliche Verschreibung strafbar sein, tele-
fonierte X._______ mit seinem Rechtsanwalt und erklärte, ohne des-
sen Beisein jede weitere Antwort zu verweigern.

B.d Bei der Einvernahme vom 4. Juni 2002 wurden X._______ mehre-
re Dateien vorgelegt,  welche in  seinem Computer  aufgefunden bzw. 
wiederhergestellt  worden waren. Zum beschlagnahmten Computer  – 
Modell PSION – sagte X._______ aus, dass es sich dabei um seinen 
persönlichen  Computer  handle.  Niemand  anderer  habe  seines  Wis-
sens den PSION benutzt. Auf die Frage, wer die vorgelegten Listen er-
stellt habe, antwortete X._______, dass er dies nicht wisse. Die Com-
puter hätten im Büro gestanden und jeder Angestellte habe darauf Zu-
griff gehabt. Konfrontiert mit seiner früheren Aussage, wonach er Per-
sonen mit den Namen F._______, E._______ und I._______ Anabolika 
geliefert habe und der Tatsache, dass die aufgefundenen Dokumente 
durchwegs mit Namen wie F._______, E._______ und I._______ beti-
telt seien, erklärte X._______:

"Ich habe nicht allen geliefert, ich unterschreibe hin wie her nichts mehr. Ich 
habe die Listen zum Plausch erstellt."

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Die Einvernahme von X._______ wurde auf seinen Wunsch hin been-
det. Gemäss Einvernahme-Protokoll  vom 4. Juni  2002 stellte  er  fest, 
dass die ihm vorgelegten Unterlagen zu erdrückende Beweiskraft hät-
ten und sagte aus, er wolle nicht zu jedem Beleg eine Geschichte er-
zählen. Er beabsichtige, die Angelegenheit zu bereinigen und sich zu-
erst mit seinem Rechtsanwalt zu besprechen, damit er sich nicht alles 
vergebe. Er habe auch Angst, dass die bedingte Strafe aus der "Natel-
geschichte" in eine unbedingte umgewandelt werde.

B.e Am  21. Juni  2002  erschien  X._______  in  Begleitung  seines 
Rechtsanwalts auf schriftliche Vorladung hin bei der Sektion Untersu-
chung Zürich der Zollkreisdirektion Schaffhausen und wurde zum vor-
genannten Grund als Beschuldigter einvernommen. Der Rechtsvertre-
ter  gab  zu  Protokoll,  seinen  Mandanten  angewiesen  zu  haben,  von 
seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen; sein Man-
dant  werde  also  nichts  mehr  aussagen. Des  Weiteren  kenne  er  die 
Protokollnotizen zu den Reaktionen seines Mandanten zu den bisheri-
gen Befragungen, werte sie jedoch anders als die Beamten des Zoll-
untersuchungsdienstes. 

X._______  sagte  aus,  er  teile  die  Meinung  seines  Rechtsvertreters. 
Der Rechtsvertreter erklärte auf Nachfrage hin, weder Ergänzungen, 
Anfügungen  noch  Berichtigungen  zu  dieser  Einvernahme  und  auch 
keine Fragen an seinen Mandanten zu haben. 

C.
C.a Aufgrund einer Meldung durch die EZV unterzog ein Inspektor der 
Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) die  Geschäftsbücher  von 
X._______ betreffend die Jahre 2000 – 2004 am 31. Mai 2005 sowie 
am 11. Juli  2005 und am 12. Juli  2005 einer vertieften Kontrolle. Mit 
Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr. ...  vom  14. Juli  2005  machte  die 
ESTV für die Steuerperioden 2. Semester 1998 bis 2. Semester 2000 
eine Steuernachforderung in  der  Höhe von Fr. ...  zuzüglich  Verzugs-
zins von 5 % ab dem 29. Februar 2000 geltend. 

Den Aufrechnungen lag der nicht  in der Buchhaltung berücksichtigte 
Handel  mit  Anabolika und ähnlichen Präparaten zugrunde. Aufgrund 
der fehlenden Aufzeichnungen sprach die ESTV der Buchhaltung die 
Beweiskraft ab und nahm eine Ermessenseinschätzung für die Umsät-
ze mit Muskelaufbaupräparaten in den Jahren 1998 bis 2000 vor. Die 
Schätzung stützt sich auf zwei Dateien, welche die EZV im Rahmen 
der  erwähnten  Hausdurchsuchung  (oben,  B.a)  im  Computer  von 

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X._______ sichergestellt hatte. Das erste Dokument trägt den Namen 
"Astock  5.9.98"  und  weist  Waren  mit  einem  Wert  von  Fr. ... 
(Ankaufspreis)  aus.  Das  zweite  Dokument  stammt  vom  September 
2000  und  bezieht  sich  auf  Waren  mit  einem  Wert  von  Fr. ... 
(Ankaufspreis). Diese beiden Werte setzte die ESTV im Rahmen ihrer 
Schätzung  als  Lagerbestand  per  September  1998  bzw.  September 
2000  ein,  rechnete  einen  geschätzten  Gewinnzuschlag  in  der  Höhe 
von  100 %  sowie  Mehrwertsteuern  in  Höhe  von  6.5 %  bzw.  7.5 % 
hinzu  und  legte  die  nachgeforderte  Steuer  in  Anwendung  des 
Saldosteuersatzes von 5.2 % für das Jahr 1998 auf Fr. ... und für das 
Jahr  2000 –  in  Anwendung  des Saldosteuersatzes  von 5.9 % –  auf 
Fr. ... fest. 

C.b Mit Entscheid vom 25. Juli 2005 bestätigte die ESTV die besagte 
Nachsteuerforderung. Wegen eines Kanzleifehlers im Dispositiv wurde 
dieser Entscheid am 2. August 2005 aufgehoben und die Steuernach-
forderung in unveränderter Höhe nochmals neu bestätigt. Gegen die-
sen  Entscheid  erhob  X._______  Einsprache,  welche  mit  Entscheid 
vom 16. Januar 2007 abgewiesen wurde.

C.c Mit Beschwerde vom 19. Februar 2007 gelangte X._______ (Be-
schwerdeführer)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte, 
der angefochtene Einspracheentscheid sei unter Kosten- und Entschä-
digungsfolge  aufzuheben  und  es  sei  von  der  Erhebung  von  Steuer-
nachforderungen  aus  einem  Handel  mit  Muskelaufbaupräparaten  in 
den Jahren 1998 bis 2000 abzusehen. Eventualiter  stellt  er  den An-
trag, das vorliegende Beschwerdeverfahren sei einstweilen zu sistieren 
und das Ergebnis des Strafverfahrens sei abzuwarten.

In  ihrer  Vernehmlassung schloss  die  Vorinstanz  auf  eine  Abweisung 
der Beschwerde unter Kostenfolge. Als Beilagen wurden insbesondere 
Kopien  der  Protokolle  der  Einvernahmen  des  Beschwerdeführers 
durch die EZV vom 22. Mai 2002, vom 23. Mai 2002, vom 27. Februar 
(recte:  Mai)  2002,  vom  4. Juni  2002  und  vom  21. Juni  2002  einge-
reicht. Mit Instruktionsmassnahme forderte das Bundesverwaltungsge-
richt  die  Vorinstanz  auf,  ihr  die  Originale  der  Einvernahmeprotokolle 
vom 22. Mai  2002,  vom 23. Mai  2002,  vom 27. Februar  (recte: Mai) 
2002 und vom 4. Juni 2002 einzureichen. Die Vorinstanz kam dieser 
Aufforderung mit Eingabe vom 3. September 2009 nach.

Auf die Begründung der Beschwerde wird – soweit entscheidwesent-
lich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren  (VwVG,  SR 172.021); als  anfechtbare  Verfügungen  gelten  auch 
Einspracheentscheide der  Departemente  und der  ihnen unterstellten 
oder  administrativ  zugeordneten Dienststellen  der  Bundesverwaltung 
(Art. 5 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG). Das Verfahren vor Bun-
desverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit  das VGG 
nichts anderes bestimmt (Art. 2 Abs. 4 VwVG; Art. 37 VGG).

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  Überschreitung  oder  Miss-
brauch des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) – die unrichtige bzw. un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 
Bst. b  VwVG)  wie  auch  die  Unangemessenheit  der  vorinstanzlichen 
Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG) gerügt werden.

1.2.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Im Beschwerdever-
fahren  gilt  der  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen. 
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  demzufolge verpflichtet,  auf  den – 
unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – festgestellten Sachverhalt 
die richtige Rechtsnorm, d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden, den es 
als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von 
der  es  überzeugt  ist  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, N. 1.54, 
unter Verweis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Aus der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen folgt,  dass das  Bundesverwaltungsgericht  als  Be-
schwerdeinstanz nicht an die rechtliche Begründung der Begehren ge-
bunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine Beschwerde auch aus an-
deren als den geltend gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder 
den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz 
abweichenden Begründung bestätigen kann (vgl. BVGE 2007/41 E. 2 
mit Hinweisen).

1.2.2 Im Rechtsmittelverfahren kommt jedoch – wenn auch in sehr ab-
geschwächter  Form (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  N. 1.55)  – das 
Rügeprinzip mit Begründungserfordernis in dem Sinn zu tragen, dass 

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der Beschwerdeführer die seine Rügen stützenden Tatsachen darzule-
gen und allfällige Beweismittel einzureichen hat (Art. 52 Abs. 1 VwVG; 
PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in Bernhard Waldmann/Philippe 
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das 
Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 59 ad Art. 12; FRANK 
SEETHALER/FABIA BOCHSLER,  in  Bernhard Waldmann/Philippe Weissenber-
ger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwal-
tungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009,  N. 67  ad  Art. 52;  CHRISTOPH 
AUER,  in  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.], 
Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG), Zürich/St. Gallen 2008, N. 9 und 12 ad Art. 12). 

Hingegen ist es grundsätzlich nicht Sache der Rechtsmittelbehörden, 
den für den Entscheid erheblichen Sachverhalt von Grund auf zu er-
mitteln und über die tatsächlichen Vorbringen der Parteien hinaus den 
Sachverhalt  vollkommen  neu  zu  erforschen  (BVGE  2007/27  E. 3.3; 
ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 676;  MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER, a.a.O., N. 1.52). Vielmehr geht es in diesem Verfahren da-
rum, den von den Vorinstanzen ermittelten Sachverhalt zu überprüfen 
und allenfalls zu berichtigen oder zu ergänzen. 

2.
2.1 Am 1. Januar 2001 ist das Mehrwertsteuergesetz vom 2. Septem-
ber 1999 (MWSTG, SR 641.20) sowie die dazugehörende Verordnung 
(Verordnung  vom 29. März  2000  zum Bundesgesetz  über  die  Mehr-
wertsteuer [MWSTGV, SR 641.201]) in Kraft getreten. Der zu beurtei-
lende Sachverhalt bezieht sich indessen auf die Steuerperioden 2. Se-
mester 1998 bis 2. Semester 2000. Auf die vorliegende Beschwerde ist 
damit grundsätzlich noch die Verordnung vom 22. Juni 1994 über die 
Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) anwendbar (Art. 93 und 94 
MWSTG).

2.2
2.2.1 Gemäss  Art. 41ter  Abs. 1  Bst. a  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  29. Mai  1874  (aBV)  (vgl. 
Art. 130 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) kann der Bund eine Um-
satzsteuer (Mehrwertsteuer) erheben. Diese ist in Form einer Umsatz-
steuer  mit  Vorsteuerabzug  auf  den  Lieferungen  von  Gegenständen, 
auf Dienstleistungen sowie auf Einfuhren zu erheben (Art. 41ter Abs. 3 

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aBV bzw. Art. 130 Abs. 1 BV). Die Steuerbarkeit bedingt gemäss Art. 4 
MWSTV,  dass  Lieferungen  und  Dienstleistungen  gegen  Entgelt  er-
bracht  werden,  mithin  auf  einem  Leistungsaustausch  beruhen  (vgl. 
zum Begriff BGE 126 II 443 E. 6). 

2.2.2 Die  Mehrwertsteuer  stellt  auf  wirtschaftliche  Vorgänge  ab  und 
besteuert den wirtschaftlichen Konsum. Bestand und Umfang einer der 
Mehrwertsteuer unterstehenden Leistung wird aufgrund der wirtschaft-
lichen Betrachtungsweise bestimmt. Die  mehrwertsteuerliche  Qualifi-
kation von Vorgängen hat nicht in erster Linie aus einer zivil-,  sprich 
vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirtschaftlichen, tatsächlichen 
Kriterien  zu  erfolgen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.304/2003  vom 
14. November 2003 E. 3.6.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1612/2006 und A-1613/2006 vom 9. Juli 2009 E. 2.3; 
PATRICK IMGRÜTH, in mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über die 
Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 1 zu Art. 6). Der wirtschaftlichen Be-
trachtungsweise kommt im Bereich der Mehrwertsteuer nicht  nur bei 
der rechtlichen Qualifikation von Sachverhalten, sondern auch bei der 
Auslegung von zivilrechtlichen und von steuerrechtlichen Begriffen Be-
deutung zu (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2003, veröffent-
licht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  73  S. 565  ff. 
E. 3.2; BVGE 2007/23 E. 2.3.2).

2.2.3 Für das schweizerische Mehrwertsteuerrecht erfordert  das Vor-
liegen eines Leistungsaustauschs gemäss Rechtsprechung des Bun-
desgerichts nicht, dass diesem ein Rechtsverhältnis zugrunde liegt. Es 
genügt  vielmehr,  dass  Leistung  und  Gegenleistung  innerlich  derart 
verknüpft  sind,  dass  die  Leistung  eine  Gegenleistung  auslöst 
(BGE 132 II 353 E. 4.1, 126 II 443 E. 6a; BVGE 2007/23 E. 4.1). Ein 
Leistungsaustausch  kann  insbesondere  ohne  Vertrag  gegeben  sein. 
Darüber hinaus ist auch bei Vorliegen eines Vertrags unerheblich, ob 
dieser rechtswidrig, unüblich, anfechtbar oder nichtig ist (vgl. BGE 126 
II 249 E. 4a; BVGE 2007/23 E. 4.1).

Die  Feststellung  des  Bundesgerichts,  dass  ein  Leistungsaustausch 
nicht auf einem gültigen Rechtsverhältnis basieren muss, sondern die 
wirtschaftliche  Verknüpfung  genügt,  gründet  auf  der  wirtschaftlichen 
Betrachtungsweise  (oben,  E. 2.2.2).  Da  mehrwertsteuerlich  der  wirt-
schaftliche Gehalt eines Geschäftes massgeblich ist, kommt es für die 
Steuerbarkeit einer Leistung nicht darauf an, ob eine Aktivität erlaubt 
oder  unerlaubt  bzw.  strafbar  ist.  Folglich  wird  die  Mehrwertsteuer 

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grundsätzlich etwa auch auf Umsätzen mit Betäubungsmitteln erhoben 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2C_17/2008  vom  16. Mai  2008  E. 6.8; 
BVGE 2007/23 E. 6.1).

3.
3.1 Die  individuell-konkrete  Steuerschuld  eines  Steuersubjekts  wird 
im Steuerveranlagungsverfahren festgesetzt. Als ein Verfahren,  wel-
ches die Steuererhebung zum Gegenstand hat, ist das Veranlagungs-
verfahren  als  nichtstreitiges  Verwaltungsverfahren  zu  qualifizieren 
(MARTIN ZWEIFEL/HUGO CASANOVA,  Schweizerisches  Steuerverfahrens-
recht, Direkte Steuern, Zürich/Basel/Genf 2008, S. 3 f.; für die Mehr-
wertsteuer  PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, veröffent-
licht in ASA 69 S. 511 ff.,  519;  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS 
A. VALLENDER,  Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG],  Bern 
2003, 2. Aufl., N. 132 f.). Die im Strafrecht zur Anwendung gelangen-
de  Unschuldsvermutung  ist  auf  Verfahren,  welche  lediglich  auf  die 
Festsetzung von öffentlich-rechtlichen Abgaben gerichtet  sind,  nicht 
anwendbar. Dasselbe gilt  für  die besonderen Verfahrensvorschriften 
gemäss Art. 6 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Gegen-
stand von Entscheiden über Bestand, Höhe und Fälligkeit von Steu-
erforderungen bilden grundsätzlich  öffentlich-rechtliche Verpflichtun-
gen und nicht zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen (Urteile 
des Bundesgerichts 2A.701/2006 vom 3. Mai 2007 E. 5.2, 2P.7/2004 
vom 8. Juni 2004 E. 1.3, 2P.41/2002 vom 10. Juni 2003 E. 5 mit Hin-
weisen  auf  die  Rechtsprechung  des  Europäischen  Gerichtshofs  für 
Menschenrechte [EGMR]; Urteil der Eidgenössischen Zollrekurskom-
mission [ZRK] 2004-001 vom 31. März 2005 E. 2a mit weiteren Hin-
weisen).

Vom Steuerverfahrensrecht als Verwaltungsverfahrensrecht zu unter-
scheiden  ist  das  Steuerstrafprozessrecht,  welches  vollständig  von 
strafprozessualen Grundsätzen – insbesondere der Unschuldsvermu-
tung und den Garantien von Art. 6 EMRK – beherrscht wird (ZWEIFEL/
CASANOVA,  a.a.O.,  S. 4;  zur  Eröffnung  des  Anwendungsbereichs  von 
Art. 6 EMRK bei Steuerverfahren, welche eine "criminal charge" zum 
Gegenstand haben, vgl.  STEFAN OESTERHELT, Anwendbarkeit von Art. 6 
EMRK auf  Steuerverfahren,  in  ASA 75 S. 593 ff.). Das Steuerstraf-
recht betreffend die Mehrwertsteuer ist für Delikte im Zusammenhang 
mit Inlandumsätzen in den Art. 60 ff. MWSTV und für Delikte im Zu-

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sammenhang  mit  Einfuhren  in  den  Art. 77  ff.  MWSTV  geregelt 
(CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., N. 1762). 

Die Ermessenseinschätzung stellt  keine strafrechtliche Sanktion dar 
(ausdrücklich  MOLLARD,  a.a.O.,  S. 524,  mit  weiteren Hinweisen). Ent-
sprechend  ist  das  Verfahren  auf  Veranlagung  nach  Ermessen  ein 
nichtstreitiges  Verwaltungsverfahren  und  nicht  ein  Steuerverfahren, 
welches eine "criminal charge" zum Gegenstand hat.

3.2 Steuerveranlagungsverfahren werden vom Untersuchungsgrund-
satz beherrscht (anstatt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1506/2006 vom 3. Juni  2008 E. 2.1.3).  Art. 2 Abs. 1 VwVG nimmt 
jedoch  Steuerverfahren  insbesondere  vom  Anwendungsbereich  von 
Art. 12 VwVG aus,  wonach die Behörde den Sachverhalt  von Amtes 
wegen feststellt. Nach dem Willen des historischen Gesetzgebers soll-
te das Steuerverfahren vorbehalten bleiben, "soweit das normale Ver-
waltungsverfahren für die Steuerverwaltung nicht passt und das Bun-
dessteuerrecht ein abweichendes, besser auf ihre Bedürfnisse zuge-
schnittenes  Verfahren  kennt"  (Botschaft  des  Bundesrates  vom 
24. September  1965  an  die  Bundesversammlung  über  das  Verwal-
tungsverfahren, BBl 1965 II 1361;  PETER SALADIN, Das Verwaltungsver-
fahrensrecht des Bundes, Basel 1979, N. 9.311). Nach der Rechtspre-
chung ist  eine vom VwVG abweichende Verfahrensgestaltung zu be-
achten; für Verfahren gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG gelten somit die spe-
zialgesetzlichen, nicht die allgemeinen Bestimmungen des VwVG über 
die Sachverhaltsermittlung (BGE 103 Ib 192 E. 3b; Urteile  des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1506/2006  vom  3. Juni  2008  E. 2.1.2, 
A-1504/2006 vom 25. September 2008 E. 2, A-3069/2007 vom 29. Ja-
nuar  2008  E. 1.2;  Entscheid  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskom-
mission  [SRK]  vom 30. Juni  1998  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis 
der Bundesbehörden [VPB] 63.23 E. 3a/aa; ebenso  PIERRE TSCHANNEN, 
in Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommen-
tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/
St. Gallen 2008, N. 6 ad Art. 2 und NADINE MAYHALL,  in  Bernhard Wald-
mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundes-
gesetz über das Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009,  N. 6 
ad Art. 2).

3.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer auf den Um-
sätzen im Inland erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 37 f. 
MWSTV; vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des schweizeri-

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schen  Steuerrechts,  6. Aufl.,  Zürich  2002,  S. 421 ff.).  Dies  bedeutet, 
dass der Steuerpflichtige selbst und unaufgefordert über seine Umsät-
ze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ab-
lauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag 
(Steuer  vom Umsatz abzüglich  Vorsteuern)  an die ESTV abzuliefern 
hat.  Der  Steuerpflichtige  hat  seine  Mehrwertsteuerforderung  selbst 
festzustellen; er ist allein für die vollständige und richtige Versteuerung 
seiner steuerbaren Umsätze und für  die korrekte Ermittlung der Vor-
steuer verantwortlich (vgl. Kommentar des Eidgenössischen Finanzde-
partementes  zur  Verordnung  vom 22. Juni  1994  über  die  Mehrwert-
steuer [Kommentar EFD], S. 38). 

In Verfahren, welche durch das Selbstveranlagungsprinzip beherrscht 
werden, ist die Steuerschuld in der Regel nur bei bestehenden Unei-
nigkeiten  zwischen  dem  Steuerpflichtigen  und  der  Steuerbehörde 
durch eine amtliche Verfügung festzusetzen (ZWEIFEL/CASANOVA,  a.a.O., 
S. 6). Die ESTV ermittelt denn auch die Höhe des geschuldeten Mehr-
wertsteuerbetrages  nur  dann  an  Stelle  des  Steuerpflichtigen,  wenn 
dieser seinen Pflichten nicht nachkommt (CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O., N. 1680 ff.).

Die Steuer auf die Einfuhr wird hingegen von der EZV erhoben, welche 
die erforderlichen Entscheide und Anordnungen trifft (Art. 75 MWSTV). 
Die Erhebung der Einfuhrsteuer erfolgt nicht  in einem reinen Selbst-
veranlagungsverfahren,  sondern  in  einem gemischten Veranlagungs-
verfahren  (Art. 65  ff. MWSTV i.V.m. Art. 29  ff.  des  Zollgesetzes  vom 
1. Oktober  1925  [aZG,  BS  6  465  und  nachträgliche  Änderungen]; 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., N. 135). 

3.4 Gemäss Art. 47 Abs. 1 MWSTV hat der Mehrwertsteuerpflichtige 
seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurich-
ten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwertsteuer-
pflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vor-
steuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln las-
sen. Die  ESTV kann hierüber  nähere  Bestimmungen aufstellen. Von 
dieser Befugnis hat sie mit dem Erlass der Wegleitung für Mehrwert-
steuerpflichtige (in erster Auflage erschienen im Herbst 1994; im Früh-
ling 1997 als "Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige" neu he-
rausgegeben,  im  Folgenden:  Wegleitung  1997),  Gebrauch  gemacht. 
Darin sind genauere Angaben enthalten, wie eine Buchhaltung auszu-
gestalten ist (N. 870 ff. Wegleitung 1997). Alle Geschäftsfälle müssen 

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fortlaufend,  chronologisch  und  lückenlos  aufgezeichnet  werden 
(N. 874 Wegleitung 1997) und alle Eintragungen haben sich auf ent-
sprechende Belege zu stützen, so dass die einzelnen Geschäftsvorfäl-
le von der Eintragung in die Hilfs- und Grundbücher bis zur Steuerab-
rechnung  und bis  zum Jahresabschluss  sowie  umgekehrt  leicht  und 
genau  verfolgt  werden  können  ("Prüfspur";  vgl.  N. 879  Wegleitung 
1997).

Nach der Rechtsprechung ist der Steuerpflichtige selbst bei geringem 
Barverkehr zur Führung zumindest eines einfachen ordentlichen Kas-
sabuchs verpflichtet. Er ist zwar mehrwertsteuerrechtlich nicht gehal-
ten,  kaufmännische  Bücher  im  Sinne  des  Handelsrechts  zu  führen; 
seine Geschäftsbücher müssen die erzielten Umsätze jedoch lücken-
los erfassen und die entsprechenden Belege sind aufzuheben (Urteile 
des  Bundesgerichts  2A.693/2006  vom  26. Juli  2007  E. 3.1, 
2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-4360/2007 vom 3. Juli 2009 E. 2.2, A-1634/2006 vom 
31. März 2009 E. 3.5 mit weiteren Hinweisen).

Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches muss 
besonders  hohen  Anforderungen  genügen  (vgl.  dazu  auch  HANS 
GERBER, Die Steuerschätzung [Veranlagung nach Ermessen], in Steuer 
Revue [StR] 1980 S. 306). Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit 
des  erfassten  Bargeldverkehrs  Beweis  erbringen,  ist  zu  verlangen, 
dass in diesem die Bareinnahmen und -ausgaben fortlaufend, lücken-
los und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassenstürze regel-
mässig – in bargeldintensiven Betrieben täglich – kontrolliert werden. 
Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass die erfassten Bareinnah-
men vollständig sind, das heisst den effektiven Bareinnahmen entspre-
chen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 
E. 3.1, 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-4360/2007 vom 3. Juli 2009 E. 2.2, A-1634/2006 vom 
31. März 2009 E. 3.5 mit weiteren Hinweisen).

3.5 Die Erfüllung der Pflicht zur Anmeldung als Steuerpflichtiger sowie 
die  Steuerabrechnungen  und  -ablieferungen  werden  von  der  ESTV 
überprüft  (Art. 50  Abs. 1  MWSTV).  Zur  Abklärung  des  Sachverhalts 
hat  die  steuerpflichtige  Person  der  ESTV Zugang  zu ihrer  Betriebs- 
und Finanzbuchhaltung – unter Einschluss von Belegen – zu gewäh-
ren; dasselbe gilt auch für auskunftspflichtige Personen (Art. 50 Abs. 2 
MWSTV). Art. 50 MWSTV geht grundsätzlich weiter als die Auskunfts-

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pflicht  der Steuerpflichtigen und die Auskunftspflicht  Dritter,  da nicht 
nur Unterlagen und Belege einzureichen sind, sondern die ESTV auch 
ein Recht auf Zugang zu den erwähnten Unterlagen hat (vgl. zu der in 
diesem  Punkt  gleich  lautenden  Bestimmung  von  Art. 62  MWSTG 
STEPHAN NEIDHARDT in  mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz über 
die Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 4 zu Art. 62).

3.6 Die Steuer auf die Einfuhr von Gegenständen wird durch die EZV 
in einem gemischten Veranlagungsverfahren (oben, E. 3.3 in fine) er-
hoben (Art. 75 Abs. 1 MWSTV). Die Organe der EZV sind befugt, zur 
Prüfung der für die Steuerveranlagung wesentlichen Tatsachen alle er-
forderlichen Erhebungen vorzunehmen (Art. 75 Abs. 2 MWSTV). Auf-
grund der analog anwendbaren Bestimmungen (Art. 46 – 49 MWSTV) 
hat der Steuerpflichtige auch gegenüber der EZV die Pflicht zur Aus-
kunftserteilung sowie die ihm im Bereich der Buchführung obliegenden 
Pflichten zu erfüllen; die EZV kann zudem von Dritten kostenlos jede 
Art  von zweckdienlichen Auskünften zur  Abklärung  der  Steuerpflicht 
oder der Steuerberechnung verlangen (vgl. zu der inhaltlich gleich lau-
tenden  Bestimmung  von  Art. 82  MWSTG  ANNIE ROCHAT PAUCHARD in 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel 2000, N. 10 zu Art. 82).

3.7 Gemäss  Art. 43  Abs. 1  MWSTV unterstützen sich  die  Steuerbe-
hörden der Kantone,  Bezirke,  Kreise und Gemeinden und die ESTV 
gegenseitig in der Erfüllung ihrer Aufgaben; sie haben sich kostenlos 
die zweckdienlichen Meldungen zu erstatten, die benötigten Auskünfte 
zu  erteilen  und  Akteneinsicht  zu  gewähren.  Die  in  Art. 43  Abs. 1 
MWSTV genannten Behörden haben eine Berechtigung und eine Ver-
pflichtung zur Amtshilfe (Kommentar EFD, S. 40). 

Art. 43 Abs. 2 MWSTV regelt demgegenüber die Amtshilfe im Verkehr 
mit anderen Verwaltungsbehörden des Bundes, der Kantone, Bezirke, 
Kreise  und Gemeinden als  Steuerbehörden und mit  den autonomen 
eidgenössischen  Anstalten  und  Betrieben  (Kommentar  EFD,  S. 40). 
Betreffend dieser in Art. 43 Abs. 2 MWSTV erwähnten anderen Behör-
den als  Steuerbehörden wird in  der  Lehre die  Auffassung vertreten, 
dass diese lediglich verpflichtet sind, entsprechende Anfragen zu be-
antworten, nicht jedoch als berechtigt anzusehen sind, gemachte Fest-
stellungen einander freiwillig  mitzuteilen (so zur inhaltlich gleich lau-
tenden Bestimmung von Art. 54 Abs. 2 MWSTG  STEPHAN NEIDHARDT in 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 

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Basel  2000,  N. 8  zu  Art. 54).  Gemäss  Art. 75  Abs. 2  MWSTV  ist 
Art. 43 MWSTV im Rahmen der Erhebungen der EZV zur Prüfung der 
für  die  Steuerveranlagung  wesentlichen  Tatsachen  sinngemäss  an-
wendbar.

Die Geheimhaltungspflicht über die in Ausübung des Amtes gemach-
ten Wahrnehmungen sowie die Verpflichtung, Einblick in amtliche Ak-
ten zu verweigern, ist bei der Leistung von Amtshilfe gemäss Art. 43 
MWSTV nicht anwendbar (Art. 44 Abs. 2 Bst. a MWSTV).

4.
4.1 Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor,  oder 
stimmen die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachver-
halt  offensichtlich  nicht  überein,  so  nimmt  die  ESTV  nach  Art. 48 
MWSTV eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem Ermessen  vor. Eine 
Ermessenstaxation ist somit immer dann nötig, wenn eine steuerpflich-
tige  Person  ihren  Obliegenheiten  zur  Mitwirkung  nicht  ordnungsge-
mäss nachkommt und entweder überhaupt keine oder aber unvollstän-
dige oder  ungenügende Aufzeichnungen führt  (DIETER METZGER,  Kurz-
kommentar zum Mehrwertsteuergesetz, Bern 2000, S. 190 N. 1). Die 
Ermessenseinschätzung ist  deshalb auch logische Folge von Art. 50 
MWSTV, welcher die ESTV beauftragt,  die Erfüllung der den Steuer-
pflichtigen obliegenden Pflichten zu überprüfen (Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-4360/2007  vom  3. Juli  2009  E. 2.3, 
A-1549/2006 vom 16. Mai 2008 E. 2.3; MOLLARD, a.a.O., S. 519).

Zu unterscheiden sind  nach dem Gesagten zwei  voneinander  unab-
hängige Konstellationen, welche zu einer Ermessenseinschätzung ge-
mäss Art. 48 MWSTV führen. Die erste ist diejenige der ungenügen-
den Aufzeichnung, wobei eine Schätzung insbesondere dann zu erfol-
gen hat, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsregeln 
derart gravierend sind, dass sie die materielle Richtigkeit der Buchhal-
tungsergebnisse  in  Frage  stellen  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesge-
richts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1; Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.4).  Zweitens 
kann selbst eine formell  einwandfreie Buchführung die Durchführung 
einer  Schätzung erfordern,  wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit 
dem wirklichen Sachverhalt  offensichtlich nicht übereinstimmen. Dies 
ist nach der Rechtsprechung insbesondere dann der Fall, wenn die in 
den Büchern enthaltenen Geschäftsergebnisse von den von der Steu-
erverwaltung erhobenen branchenspezifischen Erfahrungszahlen we-

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sentlich abweichen, vorausgesetzt der Steuerpflichtige ist nicht in der 
Lage, allfällige besondere Umstände, auf Grund welcher diese Abwei-
chung erklärt  werden kann,  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft 
zu  machen  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.3, A-5712/2007 vom 17. Janu-
ar 2008 E. 2.6).

4.2 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung erfüllt, 
ist  die  ESTV  nicht  nur  berechtigt,  sondern  verpflichtet,  eine  solche 
nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Die  Fälle,  in  denen 
die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen und 
keine,  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  über  ihre 
Umsätze führen, dürfen keine Steuerausfälle  zur Folge haben (Kom-
mentar  EFD  zu  Art. 48  MWSTV;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.552/2006  vom  1. Februar  2007  E. 3.2:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-4360/2007 vom 3. Juli 2009 E. 3.2).

Im Rahmen des Schätzungsvorgangs hat die Behörde einerseits den 
Sachverhalt aufgrund von Wahrscheinlichkeitsüberlegungen festzustel-
len (BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 404, mit weiteren Hinweisen) sowie 
andererseits darauf die Rechtssätze über die Steuerpflicht und die Be-
steuerung  anzuwenden  (ZWEIFEL/CASANOVA,  a.a.O.,  S. 243).  Die  ESTV 
hat diese Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, 
d.h.  diejenige  Schätzungsmethode  zu  wählen,  die  den  individuellen 
Verhältnissen  im  Betrieb  der  Steuerpflichtigen  soweit  als  möglich 
Rechnung trägt,  auf  plausiblen Angaben beruht  und deren Ergebnis 
der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteile des Bundesge-
richts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 3.2, 2A.253/2005 vom 
3. Februar  2006  E. 4.1).  Die  Ermessensveranlagung  hat  somit  zum 
Ziel,  den tatsächlichen Gegebenheiten möglichst gerecht zu werden. 
Es  haftet  ihr  deshalb eine gewisse Unsicherheit  an,  die der  Steuer-
pflichtige aufgrund seiner Pflichtverletzung jedoch selber zu vertreten 
hat (Urteil  des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1523/2006 vom 10. Dezem-
ber 2008 E. 2.3.3, A-1526/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.3 und 3.4). 
Ein pflichtgemässes Ermessen schliesst aber auch ein, dass die ESTV 
in zumutbarem Rahmen Auskünfte, Nachweise und Belege bei Dritten 
einholt  (METZGER,  a.a.O.,  S. 190  N. 3).  Im  Weiteren  ist  dem  Steuer-
pflichtigen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben und Akteneinsicht 
zu gewähren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1549/2006 
vom 16. Mai 2008 E. 4.1). 

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In Betracht fallen einerseits Schätzungsmethoden, die auf eine Ergän-
zung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslau-
fen,  andererseits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbestrittener  Teil-
Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgericht  A-1454/2006  vom  26. September  2007 
E. 2.6.1,  A-1398/2006  vom  19. Juli  2007  E. 2.4  mit  Hinweisen;  vgl. 
auch MOLLARD, a.a.O., S. 526 ff.).

5.
5.1 Ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensveran-
lagung  gegeben  sind  (oben,  E. 5.1),  überprüft  das  Bundesverwal-
tungsgericht uneingeschränkt (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1523/2006  vom  10. Dezember  2008  E. 2.2,  A-1475/2006  vom 
20. November 2008 E. 2.1). 

5.2 Demgegenüber  auferlegt  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  bei 
der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagun-
gen  (oben,  E. 5.2)  eine  gewisse  Zurückhaltung,  soweit  die  Zweck-
mässigkeit  der  Entscheidung in  Frage steht  (Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-4360/2007  vom 3. Juli  2009  E. 5.1,  A-1596/2006 
vom 2. April 2009 E. 2.5.3) und führt so die gefestigte Rechtsprechung 
der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  (SRK)  weiter,  die 
höchstrichterlich  bestätigt  worden ist  (vgl. Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). Sind die Voraussetzun-
gen  einer  Ermessenseinschätzung  erfüllt,  obliegt  es  nach  ständiger 
Rechtsprechung dem Steuerpflichtigen, den Beweis für die Unrichtig-
keit  der  Schätzung  zu  erbringen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4.3, 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 
E. 3.3). Dabei ist eine ausführliche Begründung unter Hinweis auf Be-
weismittel  erforderlich,  inwiefern  die  Mehrwertsteuerforderung  tiefer 
sein soll als von der ESTV geschätzt (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.5.2, A-1397/2006 vom 
19. Juli  2007 E. 2.5.2). Aufgrund der Zurückhaltung bei der Überprü-
fung der zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagung nimmt das 
Bundesverwaltungsgericht  erst  dann eine Korrektur  der  erstinstanzli-
chen Schätzung vor, wenn der Mehrwertsteuerpflichtige den Nachweis 
dafür erbringt, dass der Vorinstanz bei der Schätzung erhebliche und 
offensichtliche Ermessensfehler unterlaufen sind (Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1425/2006 und A-1426/2006 vom 6. November 
2008 E. 2, A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.4).

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6.
Zusammenfassend rügt der Beschwerdeführer, dass der angefochtene 
Einspracheentscheid auf falschen Sachverhaltsannahmen beruhe. Zu-
ständig für die Feststellung des Sachverhalts seien in erster Linie die 
Strafbehörden; ein entsprechender Entscheid liege nicht vor. Des Wei-
teren habe die Vorinstanz keine Untersuchungen und eigene Feststel-
lungen über den Sachverhalt vorgenommen, sondern lediglich die un-
wahren Behauptungen der Zollbehörde blind übernommen. Damit ver-
letze der angefochtene Entscheid den Grundsatz der Unschuldsvermu-
tung und der Beweisbelastung des Staates. Eine Umkehr der Beweis-
last, wie sie sich aus dem Verfahren über die Ermessenseinschätzung 
ergäbe, widerspreche rechtsstaatlichen Grundsätzen und der EMRK.

6.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können neben 
Verletzungen des Bundesrechts auch die unrichtige bzw. unvollständi-
ge Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz gerügt werden. Es ist 
hingegen  nicht  Sache  des  Bundesverwaltungsgerichts,  den  für  den 
Entscheid  erheblichen  Sachverhalt  von  Grund  auf  zu  ermitteln  und 
über die tatsächlichen Vorbringen der Parteien hinaus vollkommen neu 
zu erforschen (oben,  E. 1.2). Das Vorliegen der Voraussetzungen für 
eine Veranlagung nach Ermessen (E. 5.1)  unterliegt  der freien Über-
prüfung durch das Bundesverwaltungsgericht (oben, E. 6.1).

6.1.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Organe der EZV zwecks Prüfung 
der für die Veranlagung der Einfuhrsteuer wesentlichen Tatsachen be-
fugt  sind,  alle  erforderlichen  Erhebungen  vorzunehmen  (vgl.  dazu 
oben,  E. 4.2).  Soweit  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  eine  Zu-
ständigkeit  der  Strafverfolgungsbehörden  geltend  macht,  kann  ihm 
nicht gefolgt werden. 

Im  Rahmen  einer  solchen  Erhebung  im  Jahre  2002  hatte  der  Be-
schwerdeführer  –  in  Erfüllung  seiner  Auskunftspflicht  (vgl.  oben, 
E. 4.2) – gegenüber der EZV Angaben über seinen Handel mit Anabo-
lika und anderen Produkten erteilt. Gemäss den Akten erklärte der Be-
schwerdeführer:

- Arzneimittel  bzw.  Anabolika  an  Meisterschaften  von  Personen 
(Bodybuildern bzw. Händlern) gekauft zu haben (B.a, B.b, B.c);

- die gekaufte Ware an Lager genommen zu haben, welches sich 
in seinem Bastelraum befunden habe (B.a, B.b);

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- diese Waren an verschiedene Personen in der ganzen Schweiz 
verkauft zu haben (B.a), wobei sich mit der Zeit eine Kundschaft 
ergeben habe (B.b);

- die Ware gegen Bargeld verkauft zu haben (B.b);

- über den Gewinn (B.a) und die Abnehmer Listen (B.b) bzw. über 
den Geschäftsgang Unterlagen (B.b) bzw. Daten über Preise von 
Anabolika in den Computer eingegeben zu haben (B.c); 

- dass es sich um den Computer Modell  PSION, in welchem die 
besagten  Dateien  aufgefunden  worden  waren,  um seinen  per-
sönlichen  Computer  handle,  auf  welchen  seines  Wissens  nie-
mand sonst Zugriff  gehabt habe; er jedoch nicht wisse, wer die 
Listen erstellt habe bzw. er habe die Listen "zum Plausch" erstellt 
(B.d);

- alle Unterlagen bzw. Daten gelöscht bzw. weggeworfen zu haben 
(B.b); da seien jedoch noch die Unterlagen, welche sich in den 
Abfalleimern  befunden  haben  (B.a)  bzw. welche  die  Behörden 
gefunden haben (B.b); aus diesen Unterlagen gingen auch Ein-
kaufspreise und namentlich genannte Abnehmer hervor (B.b);

- während einigen Monaten (B.a, B.b) bzw. einem halben Jahr bzw. 
in den Jahren 1999 – 2001 (B.b) bzw. während zwei Jahren (B.c) 
den Handel mit Anabolika und Arzneimitteln betrieben zu haben;

- dass es sich bei der Menge der verkauften Produkte um diejeni-
ge handle, welche belegt werden könne (B.c);

- mit dem Verkauf einen Gewinn in der Höhe von 60 – 80 % (B.a) 
bzw. 50 – 60 % (B.b) erzielt zu haben.

6.1.2 Nach  dem  Willen  des  Gesetzgebers  sind  die  Steuerbehörden 
der  verschiedenen  Ebenen  gegenseitig  zur  Amtshilfe  berechtigt  und 
verpflichtet  (Art. 43  Abs. 1  MWSTV); den  übrigen  Verwaltungsbehör-
den, welche nicht als Steuerbehörden zu qualifizieren sind, wird hinge-
gen eine Auskunftspflicht auferlegt (Art. 43 Abs. 2 MWSTV; vgl. dazu 
oben, E. 4.3). Zur sinngemässen Anwendbarkeit  von Art. 43 MWSTV 
bei Erhebungen gemäss Art. 75 Abs. 2 MWSTV ist festzuhalten, dass 
die EZV in diesem Zusammenhang ebenfalls als Steuerveranlagungs-
behörde auftritt (oben, E. 4.2). Gemäss dem Sinn und Zweck der Re-

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gelung der Amtshilfe in Art. 43 MWSTV ist  davon auszugehen, dass 
die EZV zumindest bei der Veranlagung der Einfuhrsteuer ebenfalls als 
Steuerbehörde im Sinne von Art. 43 Abs. 1 MWSTV gilt und somit zur 
Amtshilfe  gegenüber  anderen  Steuerbehörden  des  Bundes  und  der 
Kantone,  Bezirke,  Kreise  und Gemeinden berechtigt  und verpflichtet 
ist (oben, E. 4.3). Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die EZV im 
vorliegenden Fall  die  ESTV über die  Auskünfte  des Beschwerdefüh-
rers sowie die sichergestellten Dokumente und Dateien informiert und 
ihr die entsprechenden Unterlagen weiter geleitet hat.

6.1.3 Für die Steuerbarkeit einer Leistung ist es unerheblich, ob eine 
Aktivität erlaubt oder unerlaubt bzw. strafbar ist. In Anwendung der von 
der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (E. 2) sind auch gegen Ent-
gelt  erbrachte Lieferungen von Betäubungs- und Arzneimitteln sowie 
von Muskelaufbaupräparaten als der Inlandumsatzsteuer unterstehen-
de Umsätze zu qualifizieren.

Die  übermittelten  Informationen  und  Unterlagen  erhielten  zahlreiche 
Hinweise  darauf,  dass  der  Beschwerdeführer  –  eine  steuerpflichtige 
Person – entgeltliche Lieferungen von Anabolika und anderen Produk-
ten erbracht hatte. Des Weiteren liessen die von der EZV erhaltenen 
Informationen darauf  schliessen, dass der Beschwerdeführer diesbe-
züglich seinen Buchführungspflichten (oben, E. 3.4) nicht nachgekom-
men war. 

Die ESTV ist verpflichtet, die Erfüllung der dem Beschwerdeführer als 
Steuerpflichtigen obliegenden Pflichten zu überprüfen (oben,  E. 4.1). 
Eine zur  Abklärung des Sachverhalts  durchgeführte  Kontrolle  seiner 
Betriebs- und Finanzbuchhaltung (oben, E. 4.1) für die Abrechnungs-
perioden 2000 – 2004 führte zum Ergebnis, dass für diesen Zeitraum 
keine  Aufzeichnungen  über  entgeltliche  Lieferungen  von  Anabolika 
oder von anderen oben (E. 7.1.1) erwähnten Produkten vorliegen. 

6.1.4 Aufgrund der Auskünfte, welche der Beschwerdeführer der EZV 
erteilt hatte (oben, E. 7.1.1), und den Ergebnissen ihrer Kontrolle ging 
die ESTV davon aus, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 1998 
bis 2000 einen Handel mit Anabolika und anderen, von ihm angegebe-
nen Produkten betrieben hatte und diesbezüglich seinen ihm als Steu-
erpflichtigen obliegenden Buchführungspflichten nicht nachgekommen 
war.

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Dass der  Beschwerdeführer  grundsätzlich gegenüber  der  EZV einen 
Handel  mit  Anabolika  anerkannt  hat,  wird  auch  in  der  Beschwerde-
schrift vom 19. Februar 2007, S. 10, so dargestellt. Entsprechend kann 
nachfolgend davon ausgegangen werden, dass der Handel mit Anabo-
lika als solcher durch den Beschwerdeführer im vorliegenden Verfah-
ren unbestritten geblieben ist. Dessen ungeachtet,  ob es sich – wie 
der  Beschwerdeführer  geltend machen – um eine geringfügige oder 
aber  um  eine  ausgedehnte  Aktivität  gehandelt  hat,  wäre  der  Be-
schwerdeführer angesichts des Umstandes, dass er die besagten Pro-
dukte  gemäss seinen eigenen  Angaben gegen  Bargeld  geliefert  hat 
(oben, E. 7.1.1, B.b), selbst bei geringem Bargeldverkehr zur Führung 
zumindest eines einfachen ordentlichen Kassabuchs verpflichtet gewe-
sen (vgl. oben, E. 3.4). Dass der Beschwerdeführer seinen aus Art. 47 
MWSTV fliessenden Pflichten nachgekommen wäre, ist weder darge-
tan noch ersichtlich. 

Nachdem vorliegend aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass 
der  Beschwerdeführer  Lieferungen  von  Anabolika  und  Arzneimitteln 
gegen Entgelt erbracht hat und diesbezüglich keine bzw. unvollständi-
ge Aufzeichnungen vorliegen, war die ESTV berechtigt und verpflich-
tet,  eine Ermessenseinschätzung durchzuführen (oben, E. 5.1). Dass 
in  einer  solchen Konstellation  der  Sachverhalt  durch  die  Strafverfol-
gungsbehörden abzuklären wäre – wie der Beschwerdeführer geltend 
macht – wird bereits durch den Wortlaut von Art. 48 MWSTV widerlegt.

Da der Sachverhalt  bereits aufgrund der Akten genügend erstellt  ist, 
muss auf  die  vom Beschwerdeführer  offerierten  Beweismittel  bereits 
aus diesem Grund nicht weiter eingegangen werden (antizipierte Be-
weiswürdigung,  BGE  131  I  157  E. 3  mit  Hinweisen;  MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER, a.a.O., N. 3.144 f.).

6.2 Sind wie im vorliegenden Fall die Voraussetzungen einer Ermes-
senseinschätzung erfüllt, so obliegt es dem Mehrwertsteuerpflichtigen, 
den Beweis für  die Unrichtigkeit  der Schätzung zu erbringen. Er hat 
sich  mit  den  Elementen  der  durchgeführten  Schätzung  zu befassen 
und aufzuzeigen, dass und inwiefern die Schätzung auf nicht haltbaren 
Grundlagen  beruht.  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  sich  – 
wie aufgeführt – bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Er-
messensveranlagungen  eine  gewisse  Zurückhaltung,  soweit  die 
Zweckmässigkeit der Entscheidung in Frage steht (E. 6.2). 

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6.2.1 Für die Durchführung der Schätzung ging die ESTV – gestützt 
auf die Angaben des Beschwerdeführers, (E. 7.1.1, B.a, B.b) – davon 
aus, dass der Beschwerdeführer in seinem Bastelraum ein Lager mit 
Anabolika  und  anderen  Produkten  führte.  Dagegen  bringt  der  Be-
schwerdeführer lediglich die unsubstantiierte Behauptung vor, dass ein 
solches Lager nie existiert habe. Diese Behauptung vermag die frühe-
ren  Aussagen  des  Beschwerdeführers  gegenüber  der  EZV  nicht  zu 
entkräften.

6.2.2 In Übereinstimmung mit der zulässigen Schätzungsmethode, die 
ungenügende  Buchhaltung  zu  ergänzen  bzw.  zu  rekonstruieren 
(E. 5.2),  stellte  die  ESTV für  die  Feststellung  des  Sachverhalts  auf-
grund von Wahrscheinlichkeitsüberlegungen (oben, E. 5.2) auf Dateien 
ab,  welche  anlässlich  einer  Hausdurchsuchung  durch  die  EZV  im 
Computer  des  Beschwerdeführers  sichergestellt  bzw.  rekonstruiert 
worden sind (oben, C.a). Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich 
geltend,  dass die aufgefundenen Dokumente dem Beschwerdeführer 
nicht zugeordnet werden können und unbekannter Herkunft sind.

Der  Beschwerdeführer  übersieht  dabei,  dass  er  gegenüber  der  EZV 
sehr wohl anerkannt hat, Listen über Gewinn, Abnehmer, Einkaufsprei-
se und Geschäftsgang geführt wie auch Daten über diese Produkte in 
seinen persönlichen Computer – in welchem diese Dateien auch auf-
gefunden worden sind – eingegeben zu haben (E. 7.1.1, B.a, B.b, B,c, 
B.d). Dass die Vorinstanz angesichts dieser Angaben des Beschwer-
deführers durch das Abstellen auf die im Computer des Beschwerde-
führers sichergestellten Daten ihr Ermessen überschritten oder miss-
braucht  hätte,  vermag der  Beschwerdeführer  nicht  darzulegen,  wes-
halb ihm auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden kann.

6.2.3 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass es ihm 
nicht  möglich  sei,  den  Nachweis  einer  reduzierten  oder  fehlenden 
Steuerpflicht  zu  erbringen.  In  diesem  Zusammenhang  verkennt  der 
Beschwerdeführer  indes,  dass  er  sich  diesen  Umstand  selbst  zuzu-
schreiben hat. Denn es wäre seine Aufgabe als Mehrwertsteuerpflichti-
ger gewesen,  durch ordnungsgemäss geführte und vollständige Auf-
zeichnungen  von  vornherein  Klarheit  über  die  erzielten  Umsätze  zu 
schaffen (oben, E. 3.4). Dieser Verpflichtung ist der Beschwerdeführer 
nicht nachgekommen, weshalb er allfällig sich daraus ergebende Kon-
sequenzen selbst zu tragen hat (oben, E. 5.2, 6.2).

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6.2.4 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass die  ESTV angesichts 
der unvollständigen Aufzeichnungen des Beschwerdeführers zur Vor-
nahme einer Ermessenseinschätzung berechtigt und verpflichtet war. 
Dass in einer solchen Konstellation der Sachverhalt nicht durch Schät-
zung  festgestellt,  sondern  von  einer  Strafverfolgungsbehörde  abge-
klärt werden müsste, wie dies der Beschwerdeführer vorbringt, wider-
spricht dem klaren Wortlaut von Art. 48 MWSTV. Dem Antrag auf Sis-
tierung des Verfahrens bis  zum Abschluss des Strafverfahrens kann 
somit nicht gefolgt werden. Vorliegend hat der Beschwerdeführer zu-
dem nichts vorgebracht, was seine eigenen Aussagen gegenüber der 
EZV im Rahmen der im Jahre 2002 durchgeführten Erhebungen zu wi-
derlegen vermöchte. Die von der ESTV durchgeführte Schätzung, ins-
besondere die angewandte Schätzungsmethode, ist  deshalb nicht zu 
beanstanden.

6.2.5 Ebenfalls nicht begründet ist die Rüge der Verletzung von Art. 6 
EMRK. Das Steuerveranlagungsverfahren – wozu auch das Verfahren 
der Veranlagung nach Ermessen zu zählen ist – stellt ein nichtstreiti-
ges  Verwaltungsverfahren dar,  welches lediglich  auf  die  Festsetzung 
von Abgaben gerichtet ist. Auf solche Verfahren finden weder die Un-
schuldsvermutung  des  Strafrechts  noch  die  Garantien  von  Art. 6 
EMRK Anwendung (oben, E. 3.1). 

Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen.

7.
Bei  diesem  Verfahrensausgang  hat  der  Beschwerdeführer  gemäss 
Art. 63 Abs. 1 VwVG sämtliche Verfahrenskosten für das Beschwerde-
verfahren zu tragen. Diese werden nach Art. 4 des  Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. ... angesetzt und 
mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  verrechnet. 
Dem Beschwerdeführer steht als Unterliegendem keine Parteientschä-
digung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. ... werden dem Beschwerdeführer aufer-
legt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. ... ver-
rechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Nadine Mayhall 

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14, Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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