# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4ed88e7-ebf7-5f7b-ad1b-59e75dc3c508
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-09-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 25.09.2001 BRKE II Nrn. 0236-0237/2001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nrn--0236-02_2001-09-25.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 236 und 237/2001 vom 25. September 2001 in BEZ 2001 Nr. 62

14. c) Neue und alte Anlagen müssen im massgebenden Betriebszustand an Orten 
mit empfindlicher Nutzung den frequenzabhängigen Anlagegrenzwert einhalten (Ziffer 
65 Anhang 1 NISV), welcher in Bezug auf Mobilfunkbasisstationen als Effektivwert der 
elektrischen Feldstärke definiert wird. Bei den hier vorliegenden Frequenzbereichen um 
900/1800 MHz darf die elektrische Feldstärke an den Orten mit empfindlicher Nutzung 
den Anlagegrenzwert von 5,0 V/m nicht überschreiten (Ziffer 64 lit. c Anhang 1 NISV). 
Gemäss Art. 3 Abs. 3 NISV gelten als Orte mit empfindlicher Nutzung «Räume in Ge-
bäuden, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten» (lit. a), 
«öffentliche oder private, raumplanungsrechtlich festgesetzte Kinderspielplätze» (lit. b) 
sowie «diejenigen Flächen von unüberbauten Grundstücken, auf denen Nutzungen 
nach den Buchstaben a und b zugelassen sind (lit. c).»

d) Aufgrund dieses Wortlauts sind Kinderspielplätze die einzigen Bereiche ausser-
halb von Räumen in Gebäuden, welche explizit als Orte mit empfindlicher Nutzung gel-
ten. Offene Terrassen, Gartensitzplätze und Balkone, wo sich vor allem in der wärmeren 
Jahreszeit regelmässig sehr viele Personen über längere Zeit aufhalten, wären dem-
nach generell keine Orte, an welchen die Anlagegrenzwerte eingehalten werden müss-
ten. Es stellt sich die Frage, ob diese Konsequenz im Lichte des vom Umweltschutzge-
setz festgelegten und vorgängig bereits dargelegten Vorsorgeprinzips Bestand haben 
könne. Die Antwort ergibt sich auf dem Wege der (zulässigen) akzessorischen Überprü-
fung der genannten bundesrätlichen Bestimmung auf ihre Übereinstimmung mit dem 
Umweltschutzgesetz (vgl. u.a. Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechts-
pflegegesetz des Kantons Zürich, 1999, § 50 N. 123; Urteil des Bundesgerichts vom 30. 
August 2000, 1A.94/2000).

Mit der Durchsetzung des Vorsorgeprinzips soll u.a. sichergestellt werden, dass 
Personen an jenen Orten, an welchen sie sich regelmässig und während längerer Zeit 
aufhalten, zwecks Minimierung des Risikos von möglichen, jedoch wissenschaftlich bis-
her (noch) nicht einwandfrei nachgewiesenen schädlichen Wirkungen einer möglichst 
geringen Strahlenexposition unterworfen werden (vgl. den erläuternden Bericht zur 
NISV vom 23. Dezember 1999, S. 6, Ziffer 33). Im Lichte dieser Zielsetzung erscheint es 
als geboten, regelmässig und über eine längere Zeit von Menschen frequentierte und zu 
Orten mit empfindlicher Nutzung gehörende Bereiche wie etwa Balkone oder Dachter-
rassen ebenfalls zu schützen (vgl. auch den Entscheid der Baurekurskommission des 
Kantons Basel-Stadt vom 2. Mai 2001 i.S. J. c. Bauinspektorat Basel-Stadt, Erw. 4, S. 
5). Aufgrund der Tatsache, dass der Gesetzgeber das Vorsorgeprinzip auch in Wohn-
zonen nicht flächendeckend durchsetzen will, kann dieser Schutz jedoch nur für jene 
eng umgrenzte Aussenbereiche gelten, die von der Situierung und Funktion her unmit-
telbar zu Räumen mit empfindlicher Nutzung gehören bzw. diese ergänzen; diese Berei-
che müssen im konkreten Einzelfall bestimmt werden.

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Die vorliegend strittige Dachterrasse mit dem Berechnungspunkt G gehört gemäss 
Mietvertrag ausschliesslich zu den Büroräumen des Rekurrenten. Auf Dachterrassen, 
welche zu einem Industrie-, Handels- oder Gewerbebetrieb gehören, halten sich ge-
wöhnlich keine Personen regelmässig im Sinne von Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV während 
längerer Zeit auf, weshalb solche Terrassen schon aufgrund der geringeren Nutzungsin-
tensität nicht mit «Wohnterrassen» verglichen werden können. Sie sind somit keine im 
Sinne des Emissionsschutzes zu privilegierenden Bereiche. Da eine Wohnnutzung in 
der Industriezone grundsätzlich nicht zonenkonform ist (§ 56 Abs. 4 PBG), stellt sich 
auch die Frage nicht, ob hier im Sinne von Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV eine künftige «Wohn-
terrasse» (bei einer Umnutzung der rekurrentischen Räume zu Wohnzwecken) berück-
sichtigt werden müsste. Der Anlagegrenzwert ist daher beim Berechnungspunkt G nicht 
einzuhalten.