# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f2425a6-1bcb-5fcc-9ae9-82dfc2377be5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2004-10-27
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 27.10.2004 JAAC 69.43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_015_JAAC-69-43--_2004-10-27.pdf

## Full Text

JAAC 69.43

Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission
vom 27. Oktober 2004 in Sachen X. [SRK 2002-126]

Impôt anticipé. Prestation appréciable en argent. Vente d’un manteau
d’actions. Tenue des livres comptables et estimation. Transfert des
droits de recours à la Confédération.

Art. 4 al. 1 let. b et art. 46 LIA.

- Afin d’estimer la valeur vénale d’actions non cotées, la pratique
se fonde aujourd’hui en règle générale, à bon droit, sur la moyenne
entre la valeur intrinsèque (non-doublée) et la valeur de rendement
(consid. 4a).

- Pour déterminer la valeur de rendement, il serait également
admissible de se fonder sur l’exercice comptable en cours ainsi que sur
le suivant au lieu de se baser sur les deux derniers exercices comptables
clôturés (consid. 4a).

- La valeur de rendement n’est pas prise en compte lorsque la
société est liquidée et inactive (ou pas encore active en raison d’une
restructuration). Dans cette hypothèse, c’est la valeur intrinsèque en
vue de la liquidation qui est déterminante (consid. 4a).

- En l’espèce, le recourant, lequel était titulaire de droits de
participation auprès de la société acheteuse, a reçu de cette dernière
une somme d’argent pour la vente des actions d’une entreprise sans
s’être acquitté d’une contre-prestation correspondante à ce montant.
L’administration a donc conclu avec raison à l’existence d’une
prestation appréciable en agent (consid. 5).

- Suite à la faillite de la société qui n’avait pas encore exécuté
son obligation de mettre l’impôt à la charge du bénéficiaire,
l’administration ne pouvait plus faire valoir la créance - non acquittée -
d’impôt anticipé contre cette dernière. C’est pourquoi les droits de
recours à l’égard de tiers sont passés à la Confédération (consid. 7).

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Verrechnungssteuer. Geldwerte Leistung. Mantelhandel. Führung der
Geschäftsbücher und Schätzung. Übergang der Rückgriffsansprüche auf
den Bund.

Art. 4 Abs. 1 Bst. b und Art. 46 VStG.

- Für die Schätzung des Verkehrswertes von nichtkotierten Aktien stellt
die Praxis heute zu Recht in der Regel auf den Durchschnitt zwischen
(einfach gewichtetem) Substanzwert und Ertragswert ab (E. 4a).

- Für die Ermittlung des Ertragswerts wäre auch zulässig, statt auf die
letzten zwei abgeschlossenen Geschäftsjahre auf das laufende sowie das
folgende Geschäftsjahr abzustellen (E. 4a).

- Die Berücksichtigung des Ertragswertes entfällt, wenn die Gesellschaft
liquidiert und inaktiv (oder wegen Umstrukturierung noch nicht aktiv)
ist. In diesem Fall ist der Substanzwert zu Liquidationszwecken zu
ermitteln (E. 4a).

- In casu hat der Beschwerdeführer, der Inhaber gesellschaftlicher
Beteiligungsrechte an der kaufenden Gesellschaft war, von dieser beim
Verkauf der Aktien eines Unternehmens eine Zahlung erhalten, ohne
eine dieser Höhe entsprechende Gegenleistung entrichtet zu haben. Die
Verwaltung hat daher zutreffend auf das Vorliegen einer geldwerten
Leistung erkannt (E. 5).

- Infolge Konkurses der leistungspflichtigen Gesellschaft konnte die
Verwaltung die - nicht bezahlte - Verrechnungssteuerforderung nicht
mehr bei dieser geltend machen. Daher sind die Rückgriffsansprüche
gegenüber Dritten auf den Bund übergegangen (E. 7).

Imposta anticipata. Prestazione valutabile in denaro. Vendita di un
mantello di azioni. Tenuta dei libri contabili e stima. Trasferimento dei
diritti di regresso alla Confederazione.

Art. 4 cpv. 1 lett. b e art. 46 LIP.

- Per la stima del valore commerciale di azioni non quotate in borsa,
attualmente la prassi si basa di regola, a giusta ragione, sulla media
tra il valore intrinseco (considerato una sola volta) e il valore di
reddito (consid. 4a).

- Per la determinazione del valore di reddito sarebbe anche ammissibile
basarsi sull’anno d’esercizio corrente e su quello successivo invece che
sui passati due anni d’esercizio conclusi (consid. 4a).

- Non occorre tenere conto del valore di reddito se la società è liquidata
ed inattiva (oppure non ancora attiva a causa di una trasformazione).
In questo caso, è decisivo il valore intrinseco a scopo di liquidazione
(consid. 4a).

2

- In casu il ricorrente, che deteneva diritti di partecipazione
societari alla società acquirente, ha ricevuto da quest’ultima un
pagamento per la vendita delle azioni di un’azienda, senza avere
fornito una contro-prestazione corrispondente dello stesso importo.
L’amministrazione ha quindi giustamente ritenuto che si trattasse di
una prestazione valutabile in denaro (consid. 5).

- In seguito al fallimento della società obbligata alla prestazione,
l’amministrazione non ha più potuto far valere nei confronti di tale
azienda il credito di imposta preventiva non pagato. Per questo motivo
i diritti di regresso verso terzi sono stati trasferiti alla Confederazione
(consid. 7).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. Die Y. Holding AG, eine Aktiengesellschaft, wurde gestützt auf die
Statuten vom 17. November 1995 mit Handelsregistereintrag vom (…)
gegründet. Die Gesellschaft bezweckte das Halten von Beteiligungen an
anderen Unternehmen sowie die Finanzierung und Koordination von
Gruppengesellschaften; sie kann Patente und Lizenzen erwerben und
verwerten sowie Liegenschaften erwerben, verwalten und veräussern. Das
Aktienkapital betrug Fr. 1’000’000.-. Im Rahmen einer Sachübernahme erwarb
die Gesellschaft im Anschluss an die Gründung Namenaktien der O. AG und
der X. Verwaltungs AG, der T. AG und der S. AG sowie der Y. Interfinanz AG
zum Preis von Fr. 900’000.-.

Mit Schreiben vom 6. Juli 1998 teilte die Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben
(ESTV), dem Rechtsvertreter der Y. Holding AG mit, dass die fünf im Rahmen
der Sachübernahmegründung erworbenen Gesellschaften ihres Erachtens
wirtschaftlich liquidiert und inaktiv gewesen seien, das heisst dass es sich um
so genannte Aktienmäntel gehandelt habe, weshalb der Zusammenschluss
praxisgemäss nicht als fusionsähnlich betrachtet werde und Art. 6 Abs. 1
Bst. abis des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben vom 27. Juni 1973
(StG, SR 641.10) nicht angewendet werden könne. Auf dem bar liberierten
Aktienkapital (von Fr. 1’000’000.-) sei somit die Emissionsabgabe zu dem
im Zeitpunkt der Gründung gültigen Satz von 3%, ausmachend Fr. 30’000.-
(zuzüglich Verzugszins ab 1. Januar 1996), geschuldet. Zudem sei für die
Aktienpakete ein zu hoher Preis bezahlt worden. Damit sei dem Verkäufer
eine der Verrechnungssteuer unterliegende geldwerte Leistung in der Höhe
der Differenz zwischen dem Verkehrswert der Beteiligungen von gerundet
Fr. 600’000.- und dem entrichteten Übernahmepreis von Fr. 900’000.- erbracht
worden. Die geschuldete Steuer belaufe sich auf Fr. 105’000.- (35% von
Fr. 300’000.-) zuzüglich Verzugszins ab 1. Januar 1998.

B. Nachdem die Y. Holding AG diese Forderung mit Schreiben vom
17. Juli 1998 bestritten hatte, erliess die ESTV am 16. August 1999 einen
Entscheid im Sinne von Art. 31 StG und Art. 41 des Bundesgesetzes über
die Verrechnungssteuer vom 13. Oktober 1965 (VStG, SR 642.21) und
verpflichtete die Gesellschaft zur Bezahlung von Fr. 15’000.- Stempelabgaben
und Fr. 105’000.- Verrechnungssteuern (je zuzüglich Verzugszins) sowie zur

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Überwälzung der Verrechnungssteuer auf den Begünstigten. Aus den ihr
vorliegenden Jahresrechnungen gehe hervor, dass es sich bei der S. AG und
der Y. Interfinanz AG um tätige Firmen gehandelt habe. Insoweit werde der
fusionsähnliche Tatbestand anerkannt und die Emissionsabgabe daher auf
Fr. 15’000.- (3% von Fr. 500’000.-) reduziert. Die Verrechnungssteuer von
Fr. 105’000.- sei unverzüglich zu bezahlen und auf den Begünstigten zu
überwälzen.

C. Gegen diesen Entscheid erhob die Y. Holding AG mit Schreiben
ihres Vertreters vom 16. September 1999 Einsprache, mit dem Antrag,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Zur Begründung dieses
Begehrens führte die Gesellschaft u. a. aus, auf Grund einer Änderung des
Bankengesetzes habe sich die Y-Unternehmensgruppe umstrukturieren
müssen. Daher sei die Y. Holding AG gegründet worden, wobei durch
Sachübernahme von X. fünf schweizerische Gesellschaften eingebracht
worden seien, die als Investorengesellschaften vorgesehen gewesen seien.
Entgegen der Auffassung der ESTV habe es sich bei allen Gesellschaften
um aktive Unternehmen gehandelt, auch wenn die Neuausrichtung
als Investorengesellschaften entsprechende Anpassungen bei der
Gesellschaftstätigkeit nötig gemacht habe. Es liege somit auch insoweit ein
fusionsähnlicher Tatbestand vor, weshalb keine Emissionsabgabe geschuldet
sei.

In der Zwischenzeit hatte indessen die Eidgenössische Bankenkommission
(EBK) die Y. Holding AG (mit Verfügung vom 26. August 1999) aufgelöst und
in Liquidation gesetzt. Die R. AG war als Liquidatorin eingesetzt worden. Am
27. Juni 2000 wurde gegenüber der aufgelösten Y. Holding AG der Konkurs
eröffnet, der am 11. September 2000 mangels Aktiven eingestellt werden
musste. Im Handelsregister wurde die Gesellschaft am 21. März 2001 von
Amtes wegen gelöscht.

D. In der Folge teilte die ESTV X. mit Schreiben vom 6. September 2001
mit, dass sie ihn als Begünstigten der steuerbaren Leistung für die der Y.
Holding AG gegenüber geltend gemachte Verrechnungssteuer ins Recht
fasse, sei doch das Verfahren gegen die Gesellschaft mit deren Löschung
gegenstandslos geworden, so dass jene Steuerforderung dieser gegenüber
nicht mehr durchgesetzt werden könne.

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. Oktober 2001 ersuchte X. die ESTV,
das Verfahren sowohl ihm als auch der Y. Holding AG gegenüber einzustellen
bzw. die Verrechnungssteuerforderung von Fr. 105’000.- zuzüglich Verzugszins
aufzuheben.

E.Mit Entscheid vom 11. Januar 2002 verpflichtete die ESTV X. zur Bezahlung
von Fr. 105’000.- Verrechnungssteuern zuzüglich Verzugszins ab 1. Januar
1998.

Gegen diesen Entscheid liess X. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
13. Februar 2002 bei der ESTV Einsprache erheben, mit dem Begehren,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen,
dass im Zusammenhang mit dem Einbringen von Beteiligungen in die

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Y. Holding AG keine geldwerte Leistung vorliege, dass X. nicht in den
Genuss eines unrechtmässigen Vorteils gelangt sei und dass er daher nicht
Ersatzsteuerpflichtiger sein könne.

F.Mit Einspracheentscheid vom 17. September 2002 schrieb die ESTV das
Verfahren gegen die Y. Holding AG - infolge der am 21. März 2001 erfolgten
Löschung dieser Gesellschaft im Handelsregister - als gegenstandslos ab. Die
Einsprache von X. wies sie ab und verpflichtete diesen zur Bezahlung von
Fr. 105’000.- Verrechnungssteuer zuzüglich 5% Verzugszins ab 1. Januar
1998. Sie erwog, die Emissionsabgabeforderung sei als gegenstandslos
abzuschreiben, da diese nach der Löschung der Gesellschaft nicht mehr
geltend gemacht werden könne. Die Y. Holding AG habe X. für die Aktien
einen (um Fr. 300’000.-) zu hohen Preis bezahlt und diesem damit eine der
Verrechnungssteuer unterliegende geldwerte Leistung erbracht.

G.Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 4. November 2002 erheben
X. (im Folgenden: Beschwerdeführer) und die Y. Holding AG gegen den
Einspracheentscheid der ESTV vom 17. September 2002 Beschwerde an
die Eidgenössische Steuerrekurskommission (SRK), mit den Anträgen,
der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei
festzustellen, dass durch das Einbringen von Beteiligungen in die Y.
Holding AG keine geldwerte Leistung erbracht worden sei und somit keine
Verrechnungssteuerforderung vorliege, dass X. auf Grund der von der EBK
amtlich angeordneten sofortigen Liquidation der Y. Holding AG und ihrer
schweizerischen Tochtergesellschaften daran gehindert worden sei, weitere
Gesellschaften in die Y. Holding AG einzubringen und dass er von dieser keine
geldwerte Leistung empfangen habe und demnach auch nicht für die von der
ESTV erhobene Verrechnungssteuerforderung haftbar sei.

In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2002 beantragt die ESTV die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.

H. Im Zuge einer Instruktionsmassnahme der SRK nimmt die ESTV mit
Schreiben vom 28. Juni 2004 Stellung zur Frage der Verbuchung der von der
Y. Holding AG erworbenen Beteiligungen in deren ersten Jahresabschluss per
31. Dezember 1996.

Aus den Erwägungen:

1. (…)

2.a. (Streitgegenstand, vgl. VPB 65.58 oder VPB 67.123)

b., c. (…)

3.a. (Geldwerte Leistung, vgl. VPB 68.98 E. 3a und b sowie VPB 68.163 E. 2b
und c)

b. (Steuerpflichtige, vgl. VPB 68.163 und VPB 62.45)

c. (Entstehung und Fälligkeit der Steuerforderung, vgl. VPB 68.98, sowie auch
VPB 68.59, VPB 68.75, VPB 68.99)

4.a. Art. 39 VStG sieht vor, dass der Steuerpflichtige der ESTV über alle
Tatsachen, die für die für die Steuerpflicht oder für die Steuerbemessung von
Bedeutung sein können, nach bestemWissen und Gewissen Auskunft erteilen
und insbesondere seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss führen muss. Er

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005234.pdf?ID=150005234
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005837.pdf?ID=150005837
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006713.pdf?ID=150006713
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006398.pdf?ID=150006398
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006398.pdf?ID=150006398
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003923.pdf?ID=150003923
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006713.pdf?ID=150006713
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006584.pdf?ID=150006584
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006638.pdf?ID=150006638
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006716.pdf?ID=150006716

hat diese, die Belege und andere Urkunden auf Verlangen beizubringen (vgl.
die Entscheide der SRK vom 19. Oktober 2000 in Sachen B. AG [SRK 1999-146],
E. 2b, und vom 26. Februar 1996 in Sachen P. AG [SRK 1995-033], E. 3).

Macht der Steuerpflichtige über das Ausmass der steuerbaren Leistungen
keine zuverlässigen Angaben, sind diese nach Ermessen festzusetzen,
was sich implizit aus Art. 39 und Art. 41 Bst. a VStG ergibt (Archiv für
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 44 S. 394 E. 1). Dabei haben die
Steuerbehörden auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf das Verhalten
des Steuerpflichtigen abzustellen. Sie müssen von haltbaren Grundlagen
ausgehen. Die Ermessenstaxation soll dem wirklichen Sachverhalt möglichst
nahe kommen. Fehlen schlüssige Anhaltspunkte, ist auf Erfahrungswerte
abzustellen (ASA 57 S. 516 E. 2a, mit Hinweisen; vgl. auch Hans Peter
Hochreutener, Verfahrensfragen im Bereich der Stempelabgaben und
der Verrechnungssteuer, in ASA 57 S. 610 f., mit Hinweisen). Nach altem
Verfahrensrecht unterlagen die Einspracheentscheide der ESTV unmittelbar
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Dieses prüfte
Ermessensveranlagungen nur mit Zurückhaltung auf offensichtliche
Fehler und Irrtümer hin (ASA 61 S. 819; 55 S. 575; vgl. auch die Übersicht
in ASA 63 S. 231 f. betreffend die Warenumsatzsteuer). Heute unterliegen
Einspracheentscheide der ESTV nunmehr vorerst der Beschwerde an die
SRK (Art. 42a VStG). Sie kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich
in vollem Umfang überprüfen. Rügbar ist somit neben der Verletzung von
Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts ebenso die Unangemessenheit (Art. 49
des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember
1968 [VwVG], SR 172.021). Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation
und Behördenhierarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit
bestimmtes Verwaltungsgericht auferlegt sich indessen auch die SRK bei der
Überprüfung von Ermessensveranlagungen eine gewisse Zurückhaltung,
soweit die Zweckmässigkeit der Entscheidung in Frage steht, welche rechtlich
nicht fassbar ist, sondern vielmehr eine Angelegenheit der Sachkunde und
von deren praktischer Anwendung darstellt. In Anbetracht des Charakters der
SRK als Fachinstanz geht die Kognitionseingrenzung aber etwas weniger weit
als seinerzeit beim Bundesgericht (vgl. den Entscheid der SRK vom 9. Oktober
1996 in Sachen V. [SRK 1995-030], E. 3e betreffend die Warenumsatzsteuer).
Grundsätzlich setzt die SRK nur dann ihr eigenes Ermessen an die Stelle
desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung grössere
Ermessensfehler unterlaufen sind (Entscheide der SRK vom 26. Mai 1999
in Sachen T. AG [SRK 1998-009], E. 6b und S. AG [SRK 1998-010], E. 6b, je mit
weiteren Hinweisen, betreffend die Warenumsatzsteuer, bestätigt durch die
Urteile des Bundesgerichts vom 9. Mai 2000 [2A.326/1999 und 2A.327/1999]).

Von der Ermessenstaxation ist die Schätzung des Verkehrswertes eines
Vermögensgegenstandes zu unterscheiden, welche nicht unbedingt eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen voraussetzt.
Auch hier geht es grundsätzlich um die Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts. Allerdings ist die Festsetzung eines Verkehrswertes nicht eine
reine Tatfrage. Sie hat sich nach materiell-rechtlichen Grundsätzen - hier des
Bundesrechts - zu richten. Soweit die gesetzliche Ordnung keine Vorschriften
über die massgebenden Bewertungsgrundsätze enthält, sind diese vom
Richter zu bestimmen. Entspricht ihnen die Schätzung der Steuerbehörden,

6

was vom Gericht frei zu prüfen ist, so ist sie hinzunehmen, sofern sie im
Übrigen nicht offensichtlich unhaltbar ist (ASA 43 S. 241 E. 4, betreffend die
direkte Bundessteuer, allerdings unter dem Blickwinkel der nach Art. 105
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege
vom 16. Dezember 1943 [OG], SR 173.110, eingeschränkten Kognition
des Bundesgerichts; vgl. auch ASA 54 S. 220 E. 5b). Auf dem Gebiet der
Stempelabgaben und der Verrechnungssteuer ergibt sich die Notwendigkeit
zur Ermittlung von Vermögenswerten namentlich im Zusammenhang
mit Zugängen und Abgängen von Unternehmensvermögen, welche ihre
Ursache in den Beziehungen der Beteiligten zur Unternehmung haben (vgl.
Francis Cagianut/Ernst Höhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. Auflage, Bern
1993, § 12, S. 433, Rz. 1). Je nach dem Verhältnis des Verkehrswertes der
Vermögensgegenstände zur Höhe des für diese entrichteten Entgelts kann
sich eine der Verrechnungssteuer unterliegende geldwerte Leistung der
Gesellschaft an Inhaber von Beteiligungsrechten oder ihnen nahe stehende
Personen oder aber eine der Emissionsabgabe (Art. 5 ff. StG) unterliegende
Zuführung von Eigenkapital ergeben.

Was insbesondere die Bewertung von Aktien betrifft, so ist grundsätzlich auf
den Börsen- oder Marktpreis abzustellen, falls die Papiere an der Börse kotiert
sind oder für sie Kursnotierungen bekannt sind (ASA 44 S. 401 E. 2 betreffend
die Emissionsabgabe auf Aktien; 44 S. 310 f. E. 2). Dies gilt jedenfalls, soweit
nicht im Einzelfall Gründe bestehen, anzunehmen, dass die Kursnotierung -
entgegen der Regel - nicht Ausdruck des wirklichen Verkehrswertes sei (vgl.
das Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 1987 in Sachen Holding AG
[A.523/1986], E. 1a). Im Übrigen hat eine Wertermittlung mittels schematischer
Schätzungsregeln auch dann zurückzutreten, wenn sich der Verkehrswert
mit genügender Sicherheit aus tatsächlich getätigten Geschäften, die zu
den Verkehrswert repräsentierenden Preisen abgewickelt worden sind,
ableiten lässt, von denen die ESTV Kenntnis erhalten hat (ASA 48 S. 347 f.
E. 6). Erweist sich eine Schätzung als nötig, so muss der Preis ermittelt werden,
der mutmasslich im Verkehr mit unbeteiligten Dritten für die Titel vereinbart
worden wäre (ASA 44 S. 401 E. 2; 44 S. 310 E. 2; 43 S. 241 E. 3). Der Wert nicht
kotierter Aktien wird insbesondere durch deren bisherigen und erwarteten
Ertrag, die Ertragsintensität der Gesellschaft sowie durch weitere Faktoren
wie das Vermögen der Gesellschaft, die Liquidität des Unternehmens und
die Stabilität des Geschäftsbetriebes usw. bestimmt (ASA 44 S. 311 E. 2). Die
Ermittlung des Verkehrswertes von Aktien hat daher grundsätzlich auf Grund
des Substanzwertes und des Ertragswertes zu erfolgen (ASA 43 S. 242 f. E. 5
und 6). Zumindest im Falle eines industriellen Unternehmens widerspräche
es jeder Bewertungserfahrung, den Ertragswert ganz ausser acht zu lassen
(ASA 44 S. 312 E. 3). Der Ertrag beeinflusst jedoch den Wert einer Aktie nicht
in jedem Fall gleich. Bei Familien- und Einmann-Aktiengesellschaften ist sein
Einfluss geringer als bei Publikums-Aktiengesellschaften, an denen zahlreiche
Aktionäre beteiligt sind (ASA 44 S. 311 E. 2). Darüber, ob auf das einfache
oder auf ein gewogenes Mittel zwischen Substanzwert und Ertragswert
abzustellen sei, haben denn auch die Steuerbehörden nach Ermessen auf
Grund einer Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse zu befinden, so dass
das Bundesgericht nur einschreiten könnte, wenn die Schätzung, zu der sie
gelangt sind, offensichtlich unrichtig wäre (ASA 43 S. 243 E. 6).

7

Die ESTV hat bei der Schätzung des Verkehrswertes von Aktien
früher auf die von ihr herausgegebene, in erster Linie auf die
Ermittlung des Vermögenssteuerwertes ausgerichtete «Wegleitung
für die Bewertung nichtkotierter Wertpapiere»[27], welche für die
Berechnung des Unternehmenswerts von Handels-, Industrie- und
Dienstleistungsgesellschaften die zweimalige Gewichtung des Ertragswertes
und die einmalige Gewichtung des Substanzwertes vorsah (vgl. ASA 40
S. 96 ff.), abgestellt (ASA 44 S. 401 E. 2; 44 S. 311 E. 2). Später hat sie ihre Praxis
geändert, stellt sie doch heute im Bereich der Verrechnungssteuer und der
Stempelabgaben in der Regel auf den Durchschnitt zwischen dem (einfach
gewichteten) Substanzwert und dem Ertragswert ab (vgl. dazu das Urteil
des Bundesgerichts vom 17. April 2001 in Sachen O. [2A.572/2000], E. 1c, mit
Hinweisen). Da der bisherige und der erwartete Ertrag der Aktien und die
Ertragsintensität der Gesellschaft für die Bewertung massgebend sind (ASA
44 S. 311 E. 2), wurde es in einem vom Bundesgericht beurteilten Fall auch
als zulässig erachtet, für die Ermittlung des Ertragswerts statt - wie von der
ESTV ursprünglich vorgesehen - auf die Ergebnisse der letzten zwei vor dem
Stichtag abgeschossenen Geschäftsjahre auf diejenigen des laufenden sowie
des folgenden Geschäftsjahres abzustellen. Auch noch spätere Geschäftsjahre
in Rechnung zu stellen, käme hingegen einer Betrachtung ex post gleich und
erschiene kaum mehr angängig (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2001
in Sachen O., a.a.O., E. 1c). Die Berücksichtigung des Ertragswertes entfällt
gegebenenfalls dann, wenn die Gesellschaft wirtschaftlich liquidiert und
inaktiv (bzw. noch nicht aktiv) ist oder schon seit längerer Zeit unrentabel
gewesen ist, wobei auch der Substanzwert diesfalls zu Liquidations- und nicht
zu Fortführungszwecken zu ermitteln sein dürfte.

5.a. Im vorliegenden Fall geht aus der vom Beschwerdeführer eingereichten
Kopie des öffentlich beurkundeten Aktienkaufvertrages vom 6. Dezember
1995 zwischen ihm und der Y. Holding AG hervor, dass der Kaufpreis für
die Übertragung der Aktienzertifikate über 100 Namenaktien der O. Finanz
AG (Aktienkapital: Fr. 100’000.-), 200 Namenaktien der T. AG (Aktienkapital:
Fr. 200’000.-), 100 Namenaktien der X. Verwaltungs AG (Aktienkapital:
Fr. 100’000.-), 300 Namenaktien der Y. Interfinanz AG (Aktienkapital:
Fr. 300’000.-) und 200 Namenaktien der S. AG (Aktienkapital: Fr. 200’000.-)
insgesamt Fr. 900’000.- betrug (entsprechend dem Total des Aktiennennwerts
bzw. Aktienkapitals der verkauften Gesellschaften) und dass die Käuferin dem
Verkäufer einen Vergütungsauftrag vom 6. Dezember 1995 übergab, wonach
die Bank dem Verkäufer den Betrag von Fr. 900’000.- ab dem freigegebenen
Sperrkonto der Y. Holding AG gutzuschreiben hatte. Die Übergabe der
Aktienzertifikate sowie des Vergütungsauftrags über Fr. 900’000.- wurde
im Übrigen vom beurkundenden Notar ausdrücklich bestätigt. Die ESTV
ermittelte indessen für die Gegenstand dieses Kaufvertrages bildenden
Gesellschaften - ausgehend vom Substanzwert gemäss den Bilanzen per
31. Dezember 1994 und unter Berücksichtigung der vor der Übertragung
durchgeführten Kapitalerhöhungen (T. AG: Fr. 150’000.-; Y. Interfinanz
AG: Fr. 250’000.-; S. AG: Fr. 150’000.-) - einen Verkehrswert von lediglich
Fr. 596’747.22 oder gerundet Fr. 600’000.-. Sie gelangte dementsprechend
zum Schluss, dass ein Betrag von Fr. 300’000.- zu viel bezahlt worden sei. In

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diesem Umfang liege eine geldwerte Leistung an den Beschwerdeführer vor,
was einen geschuldeten Verrechnungssteuerbetrag von Fr. 105’000.- (35% von
Fr. 300’000.-, zuzüglich Verzugszins) ergebe.

b. Diese Vorgehensweise der ESTV, welche bei der Ermittlung des
Substanzwertes der Gesellschaften vom nominellen Aktienkapital den
Verlustvortrag gemäss den letzten Bilanzen vor der Übertragung der Aktien
in Abzug brachte und die Beträge, um welche das Kapital in der Zeit zwischen
der Erstellung dieser Bilanzen und dem Aktienverkauf erhöht worden
war, hinzurechnete, erscheint grundsätzlich als sachgerecht. Da es in casu
um den Verkauf von Aktien geht und keinerlei Haftung der Aktionäre für
Verbindlichkeiten der Gesellschaft besteht, erscheint allerdings die Annahme,
die Beteiligung an der X. Verwaltungs AG weise einen negativen Wert auf
(Aktienkapital von Fr. 100’000.- abzüglich Verlustvortrag von Fr. 105’001.45
= - Fr. 5’001.45), als problematisch. Weil allerdings eine schematische
Verkehrswertberechnung wie sie hier vorgenommen wurde, eine Schätzung
darstellt, welche naturgemäss mit gewissen Unsicherheiten verbunden ist
und die ESTV zudem ohnehin auf einen gerundeten Betrag (Fr. 600’000.-
statt Fr. 596’747.22 gemäss der vorgenommenen Berechnung) abgestellt
hat, besteht kein Anlass zu einer Korrektur der Berechnung der ESTV. Deren
Ermittlung des Substanzwertes als solche und die Grundlagen, worauf sie
sich dabei gestützt hat, werden im Übrigen vom Beschwerdeführer auch
nicht bestritten. Dieser vertritt hingegen die Auffassung, die Verwaltung
habe zu Unrecht den Verkehrswert mit dem Substanzwert gleichgesetzt.
Ein Verkehrswert berechne sich aus Substanz- und Ertragswert. Allein im
Jahre 1996 hätten die veräusserten Gesellschaften Erträge von insgesamt
Fr. 1’102’902.- erwirtschaften können. Daher müsse von einem Verkehrswert
dieser Gesellschaften von mindestens Fr. 900’000.- ausgegangen werden. Wie
es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen.

c. Vorerst ist festzuhalten, dass mit den vom Beschwerdeführer erwähnten
«Erträgen» entgegen der Auffassung der ESTV nicht die Jahresgewinne
1996, sondern die erzielten Umsätze (Position «Total Ertrag» gemäss den
Erfolgsrechnungen) gemeint sind , stimmen diese doch mit dem Total der
Erträge gemäss den als Beilage zur Einsprache vom 16. September 1999
eingereichten Erfolgsrechnungen 1996 der O. Finanz AG, der T. AG und der
X. Verwaltungs AG überein. Es ist jedoch klar, dass bei der Berechnung des
Ertragswertes einer Unternehmung nicht der erzielte Umsatz, sondern der
- um ausserordentliche Faktoren bereinigte - Reingewinn zu kapitalisieren
ist (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2001 in Sachen O.,
a.a.O., E. 1c). So haben denn auch die Aktien einer Gesellschaft, die keine
Gewinne erzielt und nicht in der Lage ist, ihren Aktionären eine Dividende
auszurichten, keinen Ertragswert, das heisst dieser ist gleich null (vgl. ASA
44 S. 313 f. E. 4 und 5). Geht es wie hier um die Bewertung von Aktien, die
übertragen (verkauft) worden sind, so sind grundsätzlich die ausbezahlten
Dividenden zu kapitalisieren, wobei unter Umständen, wenn keine (oder
allenfalls nur sehr tiefe) Dividenden ausgerichtet worden sind, auch liquid
nachgewiesene erhebliche Gewinne als mögliche Dividenden betrachtet
werden können, was im Ergebnis dazu führen kann, dass auf die erzielten
Jahresreingewinne der Gesellschaft abgestellt und der auf diese Weise
errechnete Ertragswert gegebenenfalls anteilig - entsprechend dem

9

prozentualen Anteil der übertragenen Beteiligung am gesamten Aktienkapital
- berücksichtigt wird (ASA 44 S. 313 f. E. 4, mit Hinweisen; vgl. auch ASA 44
S. 396 ff. sowie das Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2001, a.a.O., E. 1c).

In casu ist die ESTV ursprünglich davon ausgegangen, sämtliche
Gesellschaften, welche der Beschwerdeführer in die Y. Holding AG eingebracht
hat, seien im Zeitpunkt der Übernahme wirtschaftlich liquidiert und inaktiv
gewesen. Offensichtlich entspricht es der Praxis der ESTV, in solchen
Fällen nur den Substanzwert zu ermitteln und diesen dem Verkehrswert
gleichzusetzen. Dies erscheint denn auch als sinnvoll und entspricht
dem Grundsatz, wonach der Verkehrswert so zu ermitteln ist, dass das
Ergebnis der Wertermittlung der wirtschaftlichen Wirklichkeit möglichst
nahe kommt (ASA 48 S. 347 E. 6). Das Bundesgericht hat denn auch nur
in Bezug auf ein industrielles Unternehmen festgestellt, es widerspräche
jeder Bewertungserfahrung, den Ertragswert ganz ausser acht zu lassen
(ASA 44 S. 312 E. 3). Im Entscheid vom 16. August 1999 hat die ESTV dann
allerdings festgehalten, es habe sich bei zwei der übernommenen fünf
Gesellschaften, nämlich bei der Y. Interfinanz AG und der S. AG, um tätige
Gesellschaften gehandelt, was dann zur Anwendung von Art. 6 Abs. l Bst. abis

StG geführt hat. Auch diese beiden Gesellschaften sind indessen wie die
anderen drei «durch Anpassung des neuen statutarischen Zweckes neu
formiert worden». Im Zuge der vorgenommenen Umstrukturierung sei
(…) eine Neuausrichtung der Gesellschaften erfolgt und diese seien für
ihre neue Aufgabe innerhalb der Y Unternehmensgruppe (als «zentrale
Managementgesellschaft» bzw. «Investorengesellschaften») neu ausgestaltet
worden. Gemäss den Ausführungen in der Einsprache des Beschwerdeführers
vom 13. Februar 2002 befanden sich die Gesellschaften auch im Jahre 1996
noch «in der Umstrukturierungsphase» und sie konnten «noch nicht voll im
neuen Bereich aktiv werden».

Gemäss den Ausführungen der ESTV im Entscheid vom 16. August 1999 hatte
der Beschwerdeführer die X. Verwaltungs AG und die T. AG erst kurze Zeit
vor der Einbringung in die Y. Holding AG von Dritten übernommen, wobei
im Zusammenhang damit im September 1995 die Emissionsabgabe infolge
Mantelhandels erhoben worden sei. Die entsprechenden Steuerbeträge
seien unbestritten geblieben und bezahlt worden. Unter diesen Umständen,
insbesondere in Anbetracht der vorgenommenen Umstrukturierungen,
welche dazu geführt haben, dass alle eingebrachten Gesellschaften - im
Hinblick auf die Übernahme von andersartigen Aufgaben - neu ausgerichtet
wurden, lässt es sich nach Auffassung der SRK rechtfertigen, auch bei den
Gesellschaften, die vor der Übertragung auf die Y. Holding AG noch tätig
gewesen waren, von der Mitberücksichtigung des Ertragswertes im Rahmen
der Verkehrswertberechnung abzusehen. Einerseits kann den Ergebnissen
der bisherigen Tätigkeit infolge der vorgenommenen Änderungen keine
Aussagekraft für die Zukunft mehr zukommen. Andererseits hat aber der
Beschwerdeführer auch nicht dargetan, dass die Gesellschaften in der Zeit
(unmittelbar) nach der Übernahme Dividenden ausgeschüttet hätten oder
liquid nachgewiesen, dass sie erhebliche Gewinne erzielt hätten, welche als
Grundlage für die Berechnung eines Ertragswertes dienen könnten (vgl. ASA
44 S. 313 E. 4). Wie die ESTV im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht
festhält, spricht zudem der Umstand, dass der Konkurs der Holdinggesellschaft
im Jahre 2000 mangels Aktiven eingestellt werden musste, nicht dafür, dass

10

die eingebrachten Gesellschaften die behaupteten hohen Gewinne abgeworfen
hätten. Gemäss einem bei den Akten befindlichen Zirkular der R. AG in
ihrer Funktion als Liquidatorin der Y-Unternehmensgruppe vom 19. Mai
2000 verfügten in jenem Zeitpunkt weder die Y. Holding AG noch die fünf
Gesellschaften, deren Aktien im Jahre 1995 übertragen worden waren, über
irgendwelche Aktiven. Etwas anderes ergibt sich im Übrigen auch nicht
aus den als Beilage zur Einsprache der Y. Holding AG vom 16. September
1999 eingereichten Erfolgsrechnungen der O. Finanz AG, der T. AG und
der X. Verwaltungs AG. Im Jahre 1995 erlitten sowohl die O. Finanz AG als
auch die T. AG einen Verlust, während die X. Verwaltungs AG einen Gewinn
von Fr. 6’383.19 realisierte. Im Jahre 1996 wiesen zwar alle Gesellschaften
kleine Gewinne von Fr. 2’538.05 im Falle der O. Finanz AG, Fr. 9’927.06 im
Falle der T. AG und Fr. 3’444.11 im Falle der X. Verwaltungs AG aus. Die
zuletzt genannte Gesellschaft erzielte allerdings nur infolge eines - wohl
als ausserordentlicher Ertrag zu qualifizierenden - Darlehensverzichts
(von Fr. 20’121.20) ein leicht positives Ergebnis. Im Übrigen bestanden
die Erträge aller Gesellschaften in beiden Jahren beinahe ausschliesslich
aus Kommissionseinnahmen und «Management-Fees», während auf der
Aufwandseite vor allem Darlehenszinsen zu Buche schlugen. Lohnaufwand
dagegen ist bei keiner der Gesellschaften angefallen.

Es drängt sich daher der Schluss auf, dass die drei Gesellschaften keine
echte wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt haben, sondern dass die erzielten
Ergebnisse lediglich auf gruppeninternen Verrechnungen beruhen, bei
denen fraglich ist, inwieweit sie dem Drittvergleich standhalten. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich die Mitberücksichtigung des
Ertragswerts zumindest in den Fällen, wo - allenfalls nach Elimination von
ausserordentlichen Aufwand- und Ertragsbestandteilen - Verluste realisiert
worden sind, ohnehin zu Ungunsten des Beschwerdeführers auswirken
würde, da der Ertragswert diesfalls mit null anzusetzen wäre. Hinzu kommt
schliesslich, dass auch die Beteiligten selber ausschliesslich den Substanzwert
als massgebend erachtet haben, indem der Beschwerdeführer der Y. Holding
AG im Aktienkaufvertrag vom 6. Dezember 1995 ausdrücklich den Bestand des
(nominellen) Eigenkapitals der fünf eingebrachten Gesellschaften von total
Fr. 900’000.- garantiert hat, wobei für den Fall des Über- oder Unterschreitens
des garantierten Eigenkapitalbestandes die Leistung einer Ausgleichszahlung
zugunsten oder zulasten des Verkäufers statuiert wurde (Ziff. IV.3. und V.2. des
Aktienkaufvertrages vom 6. Dezember 1995; vgl. dazu E. 6a hiernach).

d. Die Verkehrswertberechnung der ESTV ist nach dem Gesagten nicht
zu beanstanden; insbesondere verletzt der Verzicht, den Ertragswert
mitzuberücksichtigen, kein Bundesrecht. Die Y. Holding AG hat dem
Beschwerdeführer eine Leistung (Zahlung von Fr. 900’000.-) ohne eine dieser
Höhe entsprechende Gegenleistung (Übergabe von Aktienzertifikaten im
Wert von lediglich Fr. 600’000.-) erbracht. Dass der Beschwerdeführer zudem
Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte der Y. Holding AG war und
in dieser Eigenschaft begünstigt wurde, ist unbestritten. Auch kann ohne
weiteres davon ausgegangen werden, dass der Charakter der Leistung für die
handelnden Gesellschaftsorgane erkennbar war. Die Voraussetzungen einer
geldwerten Leistung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
VPB 68.98 und VPB 68.163) sind demnach im Zusammenhang mit Kauf der
Aktien der O. Finanz AG, der T. AG, der X. Verwaltungs AG, der Y. Interfinanz

11

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006713.pdf?ID=150006713
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006398.pdf?ID=150006398

AG und der S. AG durch die Y. Holding AG erfüllt. Die ESTV hat die geschuldete
Verrechnungssteuer zu Recht auf Fr. 105’000.- (35% der geldwerten Leistung
von Fr. 300’000.-) festgesetzt.

6. Die weiteren Einwendungen, die der Beschwerdeführer dagegen erhebt,
erweisen sich wie im Folgenden zu zeigen ist, als nicht stichhaltig.

a. Nach Auffassung des Beschwerdeführers soll deshalb keine geldwerte
Leistung vorliegen, weil im Aktienkaufvertrag festgehalten worden sei, dass
im Falle eines Minderwertes der eingebrachten Beteiligungen vom Verkäufer
eine Ausgleichszahlung zu leisten sei. Eine Frist sei dabei nicht angesetzt
worden, da man die Einbringung der Projektabwicklungsgesellschaften wie
der Y. US Inc. habe abwarten wollen.

Unter Ziff. IV.3. des - der SRK in Kopie eingereichten - Aktienkaufvertrages vom
6. Dezember 1995 wurde festgehalten, der Aktienkaufpreis basiere auf den
geprüften Jahresrechnungen 1995 mit Stichtag per 31. Dezember 1995. Der
Verkäufer garantiere für jede der fünf Gesellschaften, deren sämtliche Aktien
er verkaufe, einen Eigenkapitalwert in der Höhe des jeweiligen Aktienkapitals
dieser Gesellschaft. Unter Ziff. V.2. sodann gab der Beschwerdeführer unter
dem Titel «Garantien des Eigenkapitalbestandes im besonderen» die folgenden
Zusicherungen ab:

«2.1 Garantierung des Eigenkapitalbestandes im Ausmass des gesamten
Aktienkapitals

Der Kaufpreis für die 900 Namenaktien der vorerwähnten Gesellschaften
hat dem Eigenkapitalbestand resp. dem gesamten Aktienkapital aller fünf
Gesellschaften zu entsprechen. Er beträgt Fr. 900’000.-. Der Verkäufer garantiert
der Käuferin einen totalen Eigenkapitalbestand dieser fünf Gesellschaften
von total Fr. 900’000.- […], der mit dem gesamten Aktienkapitalbetrag der
vorerwähnten fünf Gesellschaften identisch ist. Die Feststellung, ob dieser
Eigenkapitalbestand per 31.12.1995 vorhanden ist, lässt sich erst nach
Abschluss und Revision der Jahresrechnung 1995 feststellen. Diese geprüften
Jahresbilanzen des Geschäftsjahres 1995 stehen den Vertragsparteien bis
spätestens 30.06.1996 zur Verfügung.

2.2 Ausgleich des Eigenkapitals

Besteht per 31.12.1995 ein höherer Eigenkapitalbestand bei einer Gesellschaft
als dem Aktienkapital, so steht dieser Mehrwert dem Verkäufer zu und ist ihm
seitens der Käuferin zurückzuerstatten. Die Ausgleichszahlung zugunsten oder
zulasten des Verkäufers erfolgt unter den Vertragsparteien direkt und unter
Entlastung des Notars. Wird andererseits bei einer der Gesellschaften jedoch
der garantierte Eigenkapitalbestand unterschritten, so hat der Verkäufer diese
Differenz auszugleichen resp. einzuschiessen.»

Unter Ziff. V.3. des Vertrages gab der Beschwerdeführer sodann verschiedene
Zusicherungen ab, unter anderem diejenige, dass bis zum 30. Juni 1996 die
von der Revisionsstelle geprüften Jahresrechnungen der fünf eingebrachten
Gesellschaften vorliegen und der Käuferin ausgehändigt würden. Unter
Ziff. V.4. wurde die generelle Verpflichtung des Beschwerdeführers statuiert,
der Käuferin gegenüber im Ausmasse des Nichteinhaltens der Garantien und
Zusicherungen die entsprechenden Beträge auszugleichen.

12

Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers trifft es sodann nicht
zu, dass keine Frist für die Leistung einer allfälligen Ausgleichszahlung
zur Abgeltung eines Minderwerts der eingebrachten Beteiligungen
vorgesehen war. Im Vertrag ist klar geregelt worden, dass die Ermittlung
eines allfälligen Minder- bzw. Mehrwerts auf Grund der geprüften
Buchhaltungsabschlüsse der fünf Gesellschaften für das Jahr 1995 zu erfolgen
habe. Der Beschwerdeführer hat garantiert, dass diese Abschlüsse per
30. Juni 1996 vorliegen würden. Implizit ergibt sich daraus, dass auch die
auf Grund der - wie die Ausführungen unter E. 5 hievor zeigen - tatsächlich
bestehenden Differenz zwischen dem Substanzwert und dem Eigenkapital
der Gesellschaften erforderliche Ausgleichszahlung des Beschwerdeführers
an die Y. Holding AG in diesem Zeitpunkt oder zumindest innert einer
üblichen Zahlungsfrist hätte erfolgen müssen. Angesichts der - auch in
zeitlicher Hinsicht - klaren diesbezüglichen Regelung im Vertrag kann dem
Beschwerdeführer keinesfalls beigepflichtet werden, wenn er ausführt,
durch die zu einem späteren, nicht genau definierten Zeitpunkt vorgesehene
Einbringung von ausländischen «Projektabwicklungsgesellschaften» in die
Y. Holding AG - welche dann jedoch durch die Verfügung der EBK vereitelt
worden sei - wäre er seiner Ausgleichungspflicht nachgekommen. Nur
nebenbei sei in diesem Zusammenhang festgehalten, dass er damit gerade
einräumt, die erforderliche Ausgleichszahlung im hierfür vertraglich
vorgesehenen Zeitpunkt (und auch später) nicht geleistet zu haben. Er
hat im Übrigen auch keinerlei Unterlagen vorgelegt, woraus ersichtlich
wäre, dass auch nur Anstalten getroffen worden wären, den Bestand des
Eigenkapitals der Gesellschaften per 31. Dezember 1995 und damit den Betrag
der erforderlichen Ausgleichszahlung auch nur zu ermitteln, obwohl auch
für die Beteiligten offensichtlich gewesen sein muss, dass eine erhebliche
Differenz zwischen dem Substanzwert und dem nominellen Aktienkapital der
Gesellschaften bestand. Daher erscheint es als höchst fraglich, ob überhaupt
je die Absicht bestanden hat, der entsprechenden Regelung des Vertrages
nachzuleben und die notwendige Ausgleichszahlung zu leisten. Unter diesen
Umständen erscheint es denn auch als sachgerecht, dass die ESTV davon
ausgegangen ist, dass dem Beschwerdeführer bereits mit der Bezahlung des
Kaufpreises für die Übertragung der Aktienzertifikate im Dezember 1995
eine geldwerte Leistung erbracht worden ist. Sie war nicht gehalten, vorerst
von einer Gleichheit von Leistung (Kaufpreiszahlung) und Gegenleistung
(Substanzwert der Aktien zuzüglich Ausgleichsverpflichtung in der Höhe der
Differenz zwischen Substanzwert und nominellem Aktienkapital [=Kaufpreis])
auszugehen und erst im darauf folgenden Verzicht der Y. Holding AG, trotz
einer diesbezüglichen grundsätzlichen Verpflichtung des Beschwerdeführers
(gemäss Kaufvertrag) die Ausgleichung des Differenzbetrages zwischen
Substanzwert und Aktienkapital der Gesellschaft durchzusetzen, eine
geldwerte Leistung zu erblicken.

b. Der Beschwerdeführer stellt sich imWeiteren auf den Standpunkt, eine
geldwerte Leistung liege in casu auch deshalb nicht vor, weil durch die
Sachübernahme im Falle eines Minderwertes der Beteiligungen im Verhältnis
zum bezahlten Kaufpreis ein Guthaben entstanden wäre, das rechtlich
ein Darlehen darstelle. Dabei sei auf den Zeitpunkt der Sachübernahme
abzustellen, der zugleich dem Zeitpunkt der Kreditgewährung eines Darlehens
entspreche. Um festzustellen, ob ein von einer Aktiengesellschaft an ihren
Aktionär gewährtes Darlehen eine geldwerte Leistung darstelle, sei nach

13

der Praxis des Bundesgerichts auf die finanzielle Situation im Zeitpunkt
der Kreditgewährung abzustellen. Daher wäre, wenn schon ein Guthaben
zugunsten der Y. Holding AG angenommen würde, abzuklären, ob der
Beschwerdeführer in der Lage gewesen wäre, dieses zurückzuzahlen. Diese
Fähigkeit müsse beim Beschwerdeführer bejaht werden, sei doch dieser im
Zeitpunkt des Einbringens in die Y. Holding AG im Jahre 1995 genau so wie
auch später, im Jahre 1999, in der Lage gewesen, Immobilien der Y. US Inc. für
einige Millionen Schweizer Franken in die Y. Holding AG einzubringen.

Für die vom Beschwerdeführer behauptete Begründung eines
Darlehensverhältnisses bestehen indessen keinerlei Anhaltspunkte. Gestützt
auf den Aktienkaufvertrag vom 6. Dezember 1995 hätte allenfalls vom
Entstehen einer entsprechenden Verbindlichkeit des Beschwerdeführers im
Zeitpunkt des Aktienverkaufs - im Sinne einer «schwebenden» Verpflichtung
- ausgegangen werden können, wenn tatsächlich den Bestimmungen des
Aktienkaufvertrages nachgelebt worden wäre, das heisst per 30. Juni 1996
gestützt auf die Jahresabschlüsse der verkauften Gesellschaften die Differenz
zwischen effektivem Eigenkapital und nominellem Aktienkapital ermittelt
worden und in der Folge eine entsprechende Ausgleichszahlung geleistet
worden wäre. Dabei wäre wohl auch nicht ausgeschlossen gewesen, den
Ausgleichsbetrag im Anschluss an die Feststellung von dessen Höhe in ein
Darlehen umzuwandeln. Eine solche Darlehensgewährung hätte allerdings,
um nicht ihrerseits als geldwerte Leistung qualifiziert zu werden, wiederum
dem Drittvergleich standhalten müssen. Diesfalls wäre dann tatsächlich von
Bedeutung gewesen, ob die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der Gewährung des Darlehens eine Rückzahlung desselben
erlaubt hätten (vgl. ASA 64 S. 645 ff. E. 3 ff. betreffend direkte Bundessteuer).
Wie bereits gesagt sind indessen offensichtlich keinerlei Anstalten getroffen
worden, auch nur, so wie dies im Aktienkaufvertrag vorgesehen war, den
Differenzbetrag zwischen dem Verkehrswert der Beteiligungen und dem
Kaufpreis auf Grund der Jahresabschlüsse per 31. Dezember 1995 der
Gesellschaften zu ermitteln, was die Voraussetzung für die Begründung eines
entsprechenden Darlehens des Beschwerdeführers gegenüber der Y. Holding
AG gewesen wäre. Es sind denn auch weder ein schriftlicher Darlehensvertrag
noch irgendwelche andere Dokumente vorgelegt worden, welche auf den
Bestand eines derartigen Darlehens hätten schliessen lassen. Zudem hätte
ein solches Darlehen zwingend im ersten Abschluss der Y. Holding AG per
31. Dezember 1996 verbucht werden müssen und der Beschwerdeführer hätte
einen dem Drittvergleich standhaltenden Darlehenszins entrichten müssen.
Beides ist indessen, wie dem bei den Akten befindlichen Jahresabschluss zu
entnehmen ist, unterblieben. Die Behauptung des Beschwerdeführers, es liege
keine geldwerte Leistung vor, weil eine - dem Minderwert der eingebrachten
Beteiligungen entsprechende - Darlehensforderung der Y. Holding AG ihm
gegenüber entstanden sei, erweist sich demnach als gänzlich unbegründet.
Nicht relevant für das vorliegende Verfahren ist damit auch die Frage, ob
der Beschwerdeführer auf Grund seiner finanziellen Situation in der Lage
gewesen wäre, den Minderwert der Beteiligungen auszugleichen. Dieser
Umstand wäre nur dann von Bedeutung gewesen, wenn die Gesellschaft über
eine rechtlich abgesicherte, hinreichend dokumentierte und entsprechend
verbuchte Darlehensforderung gegenüber dem Beschwerdeführer verfügt
hätte. Bezeichnenderweise hat denn auch der Beschwerdeführer, wie die
Liquidatorin R. AG in ihrem Zirkular vom 19. Mai 2000 an die Gläubiger

14

festgehalten hat, im Zusammenhang mit den Ansprüchen der um ihre
Einlagen geprellten Investoren, den Standpunkt vertreten, die ausländischen
Vermögenswerte hätten mit der Y-Unternehmensgruppe nichts zu tun und
sich geweigert, die Liquidatorin über Bestand und Wert des Vermögens
zu dokumentieren bzw. ihr die Vermögenswerte zugänglich zu machen,
obwohl er vorher sowohl den Behörden wie auch der Liquidatorin gegenüber
versichert habe, es wären im Ausland ausreichend Vermögenswerte
vorhanden, um die Schulden der Gesellschaft begleichen zu können.

c. Mit Schreiben vom 17. März 2004 an den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers bzw. vom 16. Juni 2004 an die ESTV hat die SRK die
Parteien darauf hingewiesen, dass die von der Y. Holding AG erworbenen
Beteiligungen an der O. Finanz AG, der T. AG, der X. Verwaltungs AG und der S.
AG im ersten Abschluss der Y. Holding AG per 31. Dezember 1996 (betreffend
den Zeitraum vom 21. November 1995 bis zum 31. Dezember 1996) mit einem
Betrag von lediglich 10% des Aktienkaufpreises (Nominalwerts) figurieren
(O. Finanz AG: Fr. 10’000.- [Nominalwert: Fr. 100’000.-]; T. AG: Fr. 20’000.-
[Nominalwert: Fr. 200’000.-]; X. Verwaltungs AG: Fr. 10’000.- [Nominalwert:
Fr. 100’000.-] und S. AG: Fr. 20’000.- [Nominalwert: Fr. 200’000.-]). Sie hat
die Parteien um nähere Angaben zu diesem Sachverhalt sowie um die
Einreichung entsprechender Beweismittel ersucht. Mit Schreiben vom
5. April 2004 an die SRK hat der Vertreter des Beschwerdeführers nochmals
den Inhalt des öffentlich beurkundeten Aktienkaufvertrages zwischen
dem Beschwerdeführer und der Y. Holding AG vom 6. Dezember 1995
sowie der öffentlichen Urkunde über die Gründung der Y. Holding AG vom
17. November 1995 erläutert und Kopien dieser Dokumente eingereicht.
Ferner hat er ausgeführt, dass er keine Kontoblätter der Y. Holding AG
zustellen könne, da alle Gesellschaftsunterlagen von der Liquidatorin
beschlagnahmt worden seien. Er bitte die SRK deshalb, sich an die R. AG
zu wenden. Zum angesprochenen Sachverhalt selber hat er sich jedoch
nicht geäussert. Die ESTV ihrerseits hat der SRK mit Brief vom 28. Juni
2004 mitgeteilt, sie verfüge über keine weiteren Unterlagen betreffend
die vorliegende Beschwerdeangelegenheit, da sie gemäss ihrer ständigen
Praxis Aktenstücke in aller Regel nach 5 Jahren aus den entsprechenden
Dossiers ausscheide. Weil für das Vorliegen einer der Verrechnungssteuer
unterliegenden geldwerten Leistung alleine der Verkehrswert sowie der
Einbringungswert eines Vermögensgegenstandes massgebend seien, nicht
jedoch der jeweilige Buchwert, hätten vorliegend die allenfalls zu niedrigen
Buchwerte der Beteiligungen in der Jahresrechnung 1995/1996 der Y. Holding
AG für die Belange der Verrechnungssteuer keine Auswirkungen. Weitere
Abklärungen in diesem Punkt erscheinen nicht als erfolgversprechend, zumal
die ESTV offenbar sämtliche die hier interessierenden Firmen betreffenden
Aktenstücke aus der Zeit vor 1999 makuliert hat, was im Falle eines hängigen
Beschwerdeverfahrens doch etwas erstaunt. Es ist somit auf Grund der
vorliegenden Akten zu entscheiden.

Wären die Beteiligungen an den genannten vier Gesellschaften von der Y.
Holding AG im ersten Geschäftsjahr auf 10% abgeschrieben worden, so
müsste dies jedenfalls als ein starkes Indiz dafür gewertet werden, dass
deren Verkehrswert bereits Ende 1995 wesentlich unter dem nominellen
Aktienkapital lag. In der Erfolgsrechnung 1995/96 sind jedoch weder
Abschreibungen von Beteiligungen noch ausserordentliche Aufwendungen

15

verbucht worden. Der Umstand, dass die Beteiligungen in der Bilanz per
31. Dezember 1996 nur mit 10% des Kaufpreises erfasst worden sind, muss
daher wohl entweder auf einen groben Buchungsfehler zurückzuführen
sein oder aber darauf, dass 90% der in Frage stehenden Beteiligungen an die
Y. Interfinanz AG weiterverkauft worden sind. Gegenüber dieser Gesellschaft
verfügte die Y. Holding AG gemäss Bilanz nämlich am 31. Dezember 1996
über ein Guthaben von Fr. 567’524.10 («Konto Korrent Y. Interfinanz AG»,
unter den Aktivkonten). Sollten die Beteiligungsanteile zum gleichen Preis,
der zuvor dem Beschwerdeführer vergütet worden ist (also zum Betrag von
Fr. 540’000.- für 90% der Aktien der vier Gesellschaften), weiterübertragen
worden sein, so könnte aber nicht etwa argumentiert werden, die dem
Beschwerdeführer erbrachte geldwerte Leistung sei damit (in entsprechendem
Umfang) wieder ausgeglichen worden und könne daher nicht besteuert
werden. Abgesehen davon, dass nachträgliche Gegenleistungen des
Leistungsempfängers bzw. diesen gleichzustellende Vorkehrungen - wie
sie hier vorliegen dürften - die infolge einer geldwerten Leistung an den
Aktionär entstandene Steuerforderung (von Ausnahmefällen abgesehen)
ohnehin nicht mehr beseitigen können (vgl. ASA 44 S. 384 ff.), erscheint die
Bonität der Kontokorrentforderung der Y. Interfinanz AG im massgebenden
Zeitpunkt als fraglich, wie dies denn auch aus dem Testat der Revisionsstelle
der Y. Holding AG zur Jahresrechnung 1995/96 hervorgeht. Zudem hätte
sich durch die Begründung einer Kontokorrentforderung gegenüber
einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft an der finanziellen und
wirtschaftlichen Situation der Y. Holding AG ohnehin nichts geändert, das
heisst die vorangegangene Entreicherung der Gesellschaft hätte dadurch
nicht rückgängig gemacht werden können. Im Übrigen liessen sich aus
einer solchen Weiterübertragung unter den indirekt vom Beschwerdeführer
beherrschten Gesellschaften - im Gegensatz allenfalls zu einer Transaktion
unter unabhängigen Dritten - auch keine Rückschlüsse auf die Werthaltigkeit
der Titel im Zeitpunkt der Einbringung in die Y. Holding AG ziehen. Allenfalls
müsste sogar von einer erneuten geldwerten Leistung, hier der Y. Interfinanz
AG an die Y. Holding AG - in Form eines wiederum übersetzten Kaufpreises
-, ausgegangen werden. Die Frage, wie es sich damit verhält, bildet indessen
nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

7.a. Die in Frage stehende geldwerte Leistung, welche von der ESTV
nachträglich festgestellt worden ist, ist naturgemäss nicht um die
Steuer gekürzt worden. Die Y. Holding AG hat den Steuerbetrag vom
Beschwerdeführer auch nicht nachträglich eingefordert, bevor über sie
am 27. Juni 2000 der Konkurs eröffnet worden ist. Der ihr zustehende
Rückgriffsanspruch ist unter diesen Umständen gemäss Art. 46 VStG
in Höhe des (gesamten) nicht bezahlten Steuerbetrages auf den Bund
übergegangen. Der Einwand des Beschwerdeführers, er dürfe nicht als
«Ersatzsteuerpflichtiger» in Anspruch genommen werden, erweist sich somit
als nicht stichhaltig.

b. Gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 VStG wird die
Steuer auf den Erträgen von Aktien innert 30 Tagen nach dem Zeitpunkt fällig,
in dem die steuerbare Leistung fällig geworden ist. Art. 16 Abs. 2 VStG in der
ab 1. Januar 1998 in Kraft stehenden Fassung (AS 1998 676 f.) sieht vor, dass
auf Steuerbeträgen, die nach Ablauf der in Abs. 1 geregelten Fälligkeitstermine
ausstehen, ohne Mahnung ein Verzugszins geschuldet ist. Nach Art. 16 Abs. 2

16

VStG in der alten Fassung waren demgegenüber Steuerbeträge, die 15 Tage
nach behördlicher Mahnung noch ausstehend waren, von der Mahnung
an zu verzinsen. Die seit dem 1. Januar 1998 geltende Regelung von Art. 16
Abs. 2 VStG findet nach der von der SRK geschützten Praxis der ESTV keine
Anwendung auf Steuerforderungen, die vor dem 1. Januar 1998 entstanden
und gemahnt worden sind (Entscheid der SRK vom 20. Januar 2000 in Sachen
D. [SRK 1998-141], E. 4b). Ist die Steuerforderung - wie im vorliegenden Falle -
zwar vor dem 1. Januar 1998 entstanden, jedoch nicht vor diesem Zeitpunkt
gemahnt worden, so läuft der Verzugszins vom 1. Januar 1998 (das heisst
vom Inkrafttreten des neuen Rechts) an (vgl. den Entscheid der SRK vom
19. Oktober 2000 in Sachen B. SA [SRK 1999-146], E. 9).

In casumacht allerdings die ESTV dem Beschwerdeführer gegenüber nicht
direkt die Verrechnungssteuerforderung als solche geltend, sondern den
Regressanspruch der Y. Holding AG, welcher gemäss Art. 46 VStG auf den
Bund übergegangenen ist. Man kann sich fragen, ob dieser tatsächlich, wie
die ESTV offensichtlich annimmt, neben dem Steueranspruch auch die
Zinsforderung umfasst. Da der Gesetzgeber in Art. 14 Abs. 1 VStG davon
ausgeht, dass die steuerbare Leistung unmittelbar bei der Auszahlung,
Überweisung, Gutschrift oder Verrechnung um den Steuerbetrag gekürzt
wird, hat er sich nicht veranlasst gesehen, zur Frage einer Verzinsung des
Regressanspruchs Stellung zu nehmen. Weil die genannte Bestimmung
indessen ein öffentlichrechtliches Schuldverhältnis begründet, dessen Bestand
und Umfang samt den damit zusammenhängenden Rechten und Pflichten
ausschliesslich von Bestand und Umfang der Steuerforderung abhängen,
erscheint es durchaus als gerechtfertigt, Art. 16 Abs. 2 VStG analog auch
auf den Regressanspruch anzuwenden, zumindest in den Fällen, wo dieser
gemäss Art. 46 VStG auf den Bund übergegangen ist, dies umso mehr als das
Bundesgericht entschieden hat, dass auch Ansprüche auf Wiedereinzahlung
einer zu Unrecht zurückerstatteten Verrechnungssteuer in Analogie zu Art. 16
Abs. 2 VStG zu verzinsen seien (ASA 43 S. 469 E. 9).

Gemäss der Verordnung über die Verzinsung ausstehender
Verrechnungssteuern vom 29. November 1996 (SR 642.212) beträgt der
Zinssatz (für die Zeit ab 1. Januar 1997) 5%.

8. Die Beschwerde ist mithin vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.

[27] Einsicht und Online-Bestellung auf http://www.estv.admin.ch/data/dvs/
index/d/ unter dem Dienst DVS. Bestellung in Papierform: Eidgenössische
Steuerverwaltung, Hauptabteilung DVS, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern.

17

http://www.estv.admin.ch/data/dvs/index/d/
http://www.estv.admin.ch/data/dvs/index/d/

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Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

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JAAC 69.43 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 27. Oktober

2004 in Sachen X. [SRK 2002-126]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2005
Année

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Band 69
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Ref. No 150 006 962

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	Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 27. Oktober 2004 in Sachen X. [SRK 2002-126]