# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f23a7fa5-0ff4-54f5-9844-bcde681abd16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2010 E-4755/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4755-2010_2010-09-03.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4755/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, 
Richter Markus König, 
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

A._______,
Sri Lanka,
durch Vermittlung der Schweizerischen Botschaft in 
Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 
19. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4755/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer ersuchte mit  an die Schweizerische Botschaft 
in  Colombo gerichtetem  englischsprachigem  Schreiben  vom 
26. August 2009 um Asyl und sinngemäss um Bewilligung der Einreise 
in die Schweiz.

Zur Begründung machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er sei 
tamilischer  Ethnie,  in  B._______  (Nordprovinz)  geboren  und  Vater 
zweier Kinder. Am 14. Januar 2009 sei er  am Flughafen in Colombo 
von der Terror Investigation Division (TID) festgenommen worden, weil 
er verdächtigt worden sei, die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 
zu  unterstützen.  Am  23.  Januar  2009  sei  er  in  ein  Gefängnis  in 
C._______ verlegt worden, wo er von der TID weiter verhört  worden 
sei. Seit dem 11. April 2009 befinde er sich im D._______ Gefängnis.  
Seine Menschenrechte würden verletzt, und er erhalte im Heimatland 
von  niemandem  Unterstützung.  Er  könne  dort  nicht  länger  bleiben, 
weshalb er um Asyl in der Schweiz bitte.

B.
Mit Schreiben vom 10. September 2009 bestätigte die Botschaft dem 
Beschwerdeführer den Eingang seines Asylgesuches vom 26. August 
2009  und  bat  ihn  um  Mitteilung,  sobald  er  aus  der  Haft  entlassen 
werde.

C.
Mit  Schreiben vom 10. September  2009 überwies die  Botschaft  das 
vom Beschwerdeführer  eingereichte Asylgesuch zuständigkeitshalber 
an das BFM.

D.
Mit internem Abschreibungsbeschluss vom 4. November 2009 schrieb 
das  BFM  das  Asylgesuch  als  gegenstandslos  geworden  ab.  Zur 
Begründung  führte  es  aus,  das  Asylgesuch  könne  nicht  behandelt 
werden, da sich der Gesuchsteller  in Haft  befände und deshalb von 
einem lediglich abstrakten Schutzinteresse auszugehen sei, das sich – 
im  Sinne  einer  Einreise  in  die  Schweiz  –  in  absehbarer  Zeit  nicht  
verwirklichen liesse.

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E.
Mit an die Botschaft  gerichtetem Schreiben vom 10. November 2009 
informierte  der  Beschwerdeführer  über  seine  Haftentlassung  vom 
14. Oktober 2009 und seine aktuelle Korrespondenzadresse.

F.
Die  Botschaft  forderte  mit  Schreiben  vom 18.  November  2009  den 
Beschwerdeführer auf, bis am 31. Dezember 2009 seine Fluchtgründe, 
die  bisher  unternommenen  Schutzvorkehrungen  sowie  mögliche 
innerstaatliche  Fluchtalternativen  detailliert  darzulegen,  allfällige 
Beweismittel  und  Kopien  seiner  Identitätspapiere  einzureichen  und 
fremdsprachige Dokumente übersetzen zu lassen.

G.
Der  Beschwerdeführer  antwortete  mit  in  Englisch  verfasstem 
Schreiben  vom  18.  Dezember  2009,  er  sei  aufgrund  seines 
Geburtsortes B._______ der ständigen Gefahr ausgesetzt, Opfer von 
widerrechtlicher Haft,  Folter  oder  Entführung durch die  srilankischen 
Behörden  oder  paramilitärische Gruppen  zu  werden. Im Jahre  1983 
sei  er  während  einer  Woche  in  einem Militärlager  festgehalten  und 
gefoltert  worden, worauf  er  nach seiner Entlassung nach E._______ 
(Nordprovinz) gezogen sei und dort bis im Jahr 1999 gelebt und unter  
anderem  als  Unternehmer  gearbeitet  habe.  Danach  sei  er  wegen 
seiner in E._______ ausgestellten Ausweise mehrmals von der Polizei 
und  dem  Criminal  Investigation  Department  (CID)  verhaftet  und 
gefoltert  worden.  Deshalb  sei  er  im  Jahr  2000  nach  B._______ 
zurückkgekehrt,  wo  er  bis  2008  für  das  srilankische  Rote  Kreuz 
gearbeitet  habe. Im April  2007 sei  er  von der  Armee  verhaftet  und 
angewiesen worden,  im dortigen Militärlager  während zwei  Monaten 
regelmässig  seine Unterschrift  zu  leisten. Im Juni  2008 sei  er  nach 
Colombo  gezogen,  von  wo  aus  er  am  14.  Januar  2009  eine 
Geschäftsreise  nach  Singapur  habe  antreten  wollen,  jedoch  am 
Flughafen von der  Polizei  festgenommen worden sei. Er sei von der 
TID in Haft gesetzt, verhört, gefoltert und zum Geständnis, Informant 
der  LTTE  zu  sein,  angehalten  worden,  was  er  verweigert  habe. 
Daraufhin  sei  er  zuerst  nach  C._______  und  anschliessend  ins 
D._______ Gefängnis verlegt worden, von wo er am 14. Oktober 2009 
entlassen worden sei. Während dieser  Haft  sei  seine Frau ebenfalls 
auf  einen  Polizeiposten  beordert  und  verhört  worden;  seine  Kinder 
seien  wegen  dieses  Ereignisses  traumatisiert.  Seine  in  E._______ 
ausgestellten  Ausweise  seien  Grund  genug  für  die  srilankischen 

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Behörden, ihn immer wieder zu verdächtigen und festzunehmen. Seine 
Bewegungsfreiheit  sei  aufgrund  der  häufigen  Kontrollen  durch  die 
Sicherheitskräfte stark eingeschränkt,  und er lebe in ständiger Angst 
vor Verhaftung und Folter. Vom srilankischen Staat  erhalte er  keinen 
Schutz, da die geltend gemachte Verfolgung von diesem ausgehe. Im 
Heimatstaat  präsente  Menschenrechtsinstitutionen  seien  ebenfalls 
nicht in der Lage, ihm Schutz zu gewähren, und eine innerstaatliche 
Aufenthaltsalternative  stehe  ihm  nicht  zur  Verfügung,  da  neu 
zugezogene  Personen  tamilischer  Ethnie  im  ganzen  Land  den 
Sicherheitskräften gemeldet würden.

H.
Mit  Schreiben  vom 21. Dezember  2009  teilte  der  Beschwerdeführer 
der Botschaft mit, er habe am aktuellen Wohnort Sicherheitsprobleme 
und informierte über seine neue Korrespondenzadresse.

I.
Anlässlich der Befragung vom 22. März 2010 durch die Botschaft  in 
Colombo  brachte  der  Beschwerdeführer  in  Ergänzung  seiner 
schriftlichen Eingaben im Wesentlichen Folgendes vor:

Weder  er  noch  seine  Angehörigen  seien  jemals  politisch  aktiv  oder 
Mitglieder  der  LTTE  oder  der  Eelam  People's  Democratic  Party 
(EPDP) gewesen. Weil  er für das srilankische Rote Kreuz gearbeitet 
habe, werde er jedoch von den srilankischen Behörden verdächtigt, für 
die LTTE aktiv zu sein. Im Jahr 2007 sei ihm von der Armee bei einer  
Razzia im Heimatort  seine Identitätskarte  abgenommen worden. Am 
darauffolgenden  Tag  habe  er  seine  Identitätskarte  abholen  wollen, 
habe diese aber  – bis Ende 2007  – nicht zurückerhalten und sei von 
Mitgliedern  der  EPDP  unter  Todesdrohungen  dazu  aufgefordert 
worden,  LTTE-Mitglieder  zu  identifizieren,  was  er  verweigert  habe. 
Danach sei von der EPDP nicht weiter behelligt worden, habe jedoch 
während  der  zwei  folgenden  Monate  beziehungsweise  im  März  und 
April  2008  regelmässig  im  Militärcamp  seine  Unterschrift  leisten 
müssen.  Im  März  2008  sei  er  infolge  einer  Razzia  erneut  von  der 
srilankischen  Armee  einen  Tag  im  Militärcamp  in  Point  Pedro 
festgehalten worden. Nach diesem Ereignis habe er den Heimatort mit 
einem Passierschein, der aufgrund seiner (...) erkrankung ausgestellt 
worden sei, verlassen können und sei nach Colombo gegangen. Dort 
habe  er  als  Heiratsvermittler  und  Kleiderhändler  gearbeitet.  Als  er 
anfangs Januar  2009 nach Singapur  habe  reisen wollen,  um Waren 

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einzukaufen,  sei  er  am  Flughafen  von  der  TID  verhaftet  und 
verdächtigt  worden,  die  LTTE  finanziell  zu  unterstützen.  Dabei  und 
auch  in  der  nachfolgenden  Haft  sei  er  misshandelt  worden.  Nach 
seiner  Entlassung  sei  er  nach  B._______  zurückgekehrt,  habe  auf 
seinem  Land  als  Bauer  sowie  als  Heiratsvermittler  gearbeitet.  Seit 
seiner Rückkehr sei er nicht mehr verhaftet worden, leide aber unter 
dem  psychischen  Druck,  von  der  Armee  und  den  Geheimdiensten 
aufgrund  seines  ehemaligen  Aufenthaltes  in  E._______  erneut 
festgenommen zu werden, weshalb er um Asyl ersucht habe.

J.
Die  Botschaft  überwies  das  Befragungsprotokoll  am  22.  März  2010 
zusammen mit einem Begleitschreiben, obenerwähnter Korrespondenz 
und  vom Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismitteln  (...)  an  das 
BFM.

K.
Mit Verfügung vom 19. April 2010 (Eröffnungsdatum: unbekannt) lehnte 
das BFM das Asylgesuch ab und verweigerte dem Beschwerdeführer 
die Einreise in die Schweiz. 

Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, es treffe zwar 
zu,  dass  der  Beschwerdeführer  während  der  Haft  im  Jahr  2009 
massive  Eingriffe  in  seine  Bewegungsfreiheit  sowie  körperliche  und 
psychische Integrität erlitten habe, hingegen würde die Tatsache, dass 
er ohne Auflagen freigesprochen worden sei und seither ohne weitere 
Beeinträchtigungen  mit  seiner  Familie  in  B._______  lebe,  belegen, 
dass  die  srilankische  Justiz  ihn  keiner  strafrechtlich  relevanten 
Tätigkeit  mehr  verdächtige. Die  Einreisebewilligung  diene  nicht  dem 
Ausgleich vergangenen Unrechts, weshalb die erwähnte Inhaftierung 
keine  einreiserelevante  Bedeutung  habe.  Weiter  habe  sich  die 
Sicherheitslage  der  tamilischen  Bevölkerung  seit  dem  letzten  Jahr 
sukzessive verbessert, was insbesondere für Personen gelte, die keine 
hohen  Posten  in  einer  oppositionellen  Bewegung  oder  Partei 
innegehabt  hätten  und  sich  somit  auch  nicht  durch  regelmässige, 
regierungskritische  Aktivitäten  hervorgetan  hätten.  So  gebe  es 
gegenwärtig  keine  Razzien  und  keine  willkürlichen  Verhaftungen 
seitens der Sicherheitskräfte mehr. Der Beschwerdeführer habe an der 
Befragung  angegeben,  weder  er  noch  seine  Familienangehörigen 
hätten Kontakte zu den LTTE oder anderen politischen Gruppierungen, 
so  dass  davon ausgegangen werden  könne,  dass  er  zum aktuellen 

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Zeitpunkt  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  nicht  von  den 
Sicherheitskräften  gesucht  werde  und  dementsprechend  nicht  akut 
gefährdet  sei. Seine Reisen nach Colombo in den Jahren 2008 und 
2010 und sein Versuch, im Januar 2009 nach Singapur auszureisen, 
würde dafür sprechen, dass er damals nicht akut gefährdet oder sich 
zumindest  keiner  Gefahr  bewusst  gewesen  sei.  Es  könne  davon 
ausgegangen werden, dass er nicht Opfer einer gezielten Verfolgung 
gewesen,  sondern  von  den  Sicherheitskräften  eher  zufällig 
herausgegriffen  worden  und  aufgrund  des  mitgeführten  hohen 
Geldbetrages der LTTE-Mitgliedschaft verdächtig worden sei. Nach der 
Haftentlassung im Oktober 2009 sei es ihm möglich gewesen, an den 
Heimatort zurückzukehren und dort als Heiratsvermittler tätig zu sein. 
Auch  vor  dem  Hintergrund  der  aktuellen  politischen  und 
gesellschaftlichen  Entwicklungen  im  Heimatland  sei  seine  Angst, 
erneuert Opfer von Übergriffen der srilankischen Sicherheitskräfte zu 
werden, nicht ausreichend begründet, weshalb er nicht schutzbedürftig 
im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3 AsylG) sei, das Asylgesuch daher 
abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei.

L.
Mit  am 8. Juni  2010  bei  der  Botschaft  eingegangener,  in  deutscher 
Sprache verfasster Beschwerdeschrift vom 3. Juni 2010 ersuchte der 
Beschwerdeführer  sinngemäss  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung und um Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie um 
Gewährung des Asyls.

Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die bei der Vorinstanz 
geltend  gemachte  Verfolgung  sei  nach  wie  vor  aktuell.  Von  der 
srilankischen Justiz sei  er zwar aus der Haft  entlassen worden, was 
aber  nicht  bedeute,  dass  er  keine  Probleme  mehr  habe.  Die 
srilankischen  Sicherheitskräfte  und  der  Geheimdienst  würden  ihn 
verdächtigen,  ein  ranghohes  Mitglied  der  LTTE  zu  sein  und  diese 
finanziell  zu  unterstützen,  weshalb  er  jeden  Tag  gesucht  werde. 
Deshalb  wechsle  er  seinen  Aufenthaltsort  täglich  und  benutze 
verschiedene Ausweise. Seine in  E._______ ausgestellten  Ausweise 
würden genügen, um ihn der LTTE-Mitgliedschaft zu verdächtigen. Die 
srilankische  Regierung  behaupte  zwar,  dass  der  Krieg  beendet  sei,  
dennoch würden immer noch Personen entführt  und getötet. Zudem 
hätten  die  srilankische  Justiz  und  die  Sicherheitskräfte 
unterschiedliche Perspektiven. So sei  kürzlich  ein  ehemaliges  LTTE-
Mitglied  von  der  Justiz  freigesprochen,  und  anschliessend  nach  der 

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Haftentlassung vom Geheimdienst getötet worden. Seine zwei Reisen 
nach Colombo betreffend hält er fest, dass er beide Male verschiedene 
Ausweise benutzt  habe und nur aus diesem Grund nicht  identifiziert  
worden sei. In Sri Lanka würden immer noch Notstandsgesetze gelten, 
und  er  könne  sich  nicht  frei  bewegen.  Er  werde  von  bewaffneten 
Personen verfolgt und befürchte, getötet oder entführt zu werden und 
habe keine andere Möglichkeit, sein Leben zu retten, weshalb er um 
Asyl in der Schweiz bitte.

M.
Mit  Zwischenverfügung vom 13. Juli  2010 bestätigte das Bundesver-
waltungsgericht dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde;  es  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).

1.3 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels  Vorliegens  einer  Empfangsbestätigung  nicht  fest.  Aufgrund 
der bestehenden Akten ist zugunsten des Beschwerdeführers von der 
Rechtzeitigkeit der Beschwerde auszugehen.

1.4 Die  Beschwerde  ist  zudem  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 

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schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei  
einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht  an  das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die 
schweizerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der 
Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 
11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR 142.311]).  Ist 
dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der 
Vertretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten 
(Art. 10  Abs.  2  AsylV  1).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine 
schriftliche  Sachverhaltsabklärung  kann  sich  erübrigen,  wenn  der 
Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als 
entscheidreif  erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber 
diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 
geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich  zu  äussern  (Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30  E.  5.7).  Schliesslich  ist 
das  Bundesamt  in  jedem  Fall  gehalten,  das  Absehen  von  einer 
Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begründen (a.a.O. 
E. 5.6 sowie 5.7).

3.2 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das  BFM Asylsuchenden 
die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht 
zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Kann  einer 
asylsuchenden  Person,  die  sich  im  Ausland  befindet,  zugemutet 
werden, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen, so 
stellt dies im Weiteren einen Asylausschlussgrund dar (Art. 52 Abs. 2 
AsylG).

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3.3 Die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
beziehungsweise zur Verneinung der Zumutbarkeit der Schutzsuche in 
einem Drittstaat sind restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden 
ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen 
Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich – mithin weder 
abschliessend noch kumulativ – die Beziehungsnähe zur Schweiz, die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen  (vgl.  die  zutreffenden  und  weiterhin  geltenden 
Erwägungen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b-f S. 129 ff).

3.4 Eine  asylsuchende  Person,  die  sich  noch  in  ihrem Heimatstaat 
befindet,  muss  diesen  –  um  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  zu 
können  –  gemäss  völkerrechtlichen  Grundsätzen  verlassen  haben; 
hingegen kann sie verfolgt im Sinne von Art. 3 AsylG und demzufolge 
schutzbedürftig sein (a.a.O. E. 2c S. 130). Verfolgt im Sinne von Art. 3 
AsylG sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem 
sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind 
oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen.

3.5 In  Analogie zu Art. 7 AsylG muss eine Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Glaubhaft 
gemacht  ist  diese,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind 
insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht 
entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel abgestützt werden. 

4.

4.1 Vorab ist  in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  festzuhalten,  dass die 
Vorinstanz den Beschwerdeführer rechts- und praxiskonform zu seinen 

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Asylgründen  befragt  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  in 
ausreichender Weise erstellt hat. Zu prüfen ist vorliegend, ob das BFM 
die  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG zu Recht verneint hat und die vorinstanzlichen Erwägungen zur 
fehlenden Einreisebeachtlichkeit der vorgebrachten Benachteiligungen 
zutreffend sind.

4.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist  festzuhalten, dass die 
vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  und  mit  Beweismittel 
hinreichend belegte (...) Haft im Jahr 2009 einen schweren Eingriff in 
dessen  physische  und  psychische  Integrität  darstellt,  indessen 
aufgrund  der  fehlenden  Aktualität  der  Verfolgungssituation   keine 
asylrechtliche  Relevanz erlangt. Zwar  ist  nicht  in  Abrede  zu stellen, 
dass  der  Beschwerdeführer  infolge  der  erlittenen  Haft  in  subjektiver 
Hinsicht  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  hat.  Hingegen 
lassen  sich  den  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  und  den 
weiteren  Akten  keine  Hinweise  auf  konkrete  Umstände  entnehmen, 
welche  auf  eine  drohende  Verfolgung  in  absehbarer  Zeit  schliessen 
und  die  Furcht  vor  Verfolgung  auch  objektiv  begründet  erscheinen 
lassen  würden.  So  wurde  er  ohne  Anklageerhebung  und  ohne 
Auflagen  aus  der  Haft  entlassen,  was  dafür  spricht,  dass  die 
srilankischen  Behörden  in  der  Person  des  Beschwerdeführers  kein 
Sicherheitsrisiko  gesehen  haben,  und  er  somit  keine  weitere 
Verhaftung zu befürchten hat. Diese Einschätzung wird gestützt durch 
die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  seit  der  Haftentlassung  und 
anschliessenden Rückkehr in seinen Heimatort  weder festgenommen 
noch  inhaftiert  worden  zu  sein.  Zudem  war  es  ihm  möglich,  ohne 
grössere  Schwierigkeiten  –  insbesondere  hat  er  angegeben,  einen 
Personenkontrollpunkt  passiert  zu  haben  –  vom  Heimatort  nach 
Colombo  zu  reisen  und  den  Befragungstermin  auf  der 
Schweizerischen Botschaft  wahrzunehmen,  was ebenfalls  gegen ein 
Verfolgungsinteresse  der  srilankischen  Sicherheitsbehörden  spricht. 
Der  Beschwerdeführer  hält  dem  in  seiner  Beschwerdeeingabe 
entgegen,  er  sei  einer  weiteren  Verhaftung  nur  entgangen,  weil  er 
seinen  Aufenthaltsort  und  Schlafplatz  täglich  wechsle  sowie 
verschiedene Identitätsausweise benutze. Die Verfolgungssituation sei 
aber  nach  wie  vor  aktuell,  insbesondere  werde  er  von  bewaffneten 
Personen verfolgt. Vor dem Hintergrund der an der Befragung vom 22. 
März  2010  gemachten  Aussagen  sind  diese  Einwände  als 
nachgeschoben  und  somit  unglaubhaft  zu  bewerten,  zumal  der 
Beschwerdeführer  an  der  besagten  Befragung  ausdrücklich  zu 

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Protokoll gegeben hat, es sei seit seiner Entlassung aus der Haft zu 
keinen  weiteren  Zwischenfällen  gekommen.  Im  Weiteren  steht  auch 
sein  Vorbringen  in  der  Beschwerdeeingabe,  aufgrund  seines  in 
E._______ ausgestellten Identitätsausweises der LTTE-Mitgliedschaft 
verdächtigt  zu  werden,  in  Widerspruch  zu  seiner  Aussage  an  der 
Befragung, über eine neue, im Heimatort  ausgestellte Identitätskarte 
zu verfügen. Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine 
aktuelle  oder  objektiv  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung 
durch  die  srilankischen  Behörden   nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen.

4.3 Zusammenfassend  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht 
schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG ist und die Voraussetzungen 
für  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  erfüllt.  Die  
Vorinstanz  hat  die  Einreise  des  Beschwerdeführers  zu  Recht 
verweigert und das Asylgesuch abgewiesen. Es erübrigt sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Eingabe des Beschwerdeführers sowie 
auf  die  bei  der  Vorinstanz  eingereichten  und  von  dieser  zutreffend 
beurteilten  Beweismittel  einzugehen,  da  sie  am  Ausgang  des 
Verfahrens nichts zu ändern vermögen.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  ist  auf  die  Auferlegung  von 
Verfahrenskosten  zu  verzichten  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  letzter  Satz; 
Art 6  Bst. b  Reglements vom 21. Februar  2008 über  die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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E-4755/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

Versand: 

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