# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbe2e1a3-926b-59a5-8ce2-e3dc2bbf3cb0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.06.2020 200 2020 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-144_2020-06-23.pdf

## Full Text

200 20 144 IV
JAP/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Juni 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete bis Oktober 2001 bei C.________ als … (Akten der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1/4 Ziff. 6.3.1/1). Wegen Überlas-
tung bzw. Überforderung und nach mehreren Klinikaufenthalten wurde er 
von der C.________ anderweitig eingesetzt (act. II 5/8, 19/5 Ziff. 6.3.1, 
23/1). Im Juli 2002 meldete er sich erstmals bei der IVB zum Leistungsbe-
zug an (act. II 1). Mit Verfügung vom 25. Juli 2003 verneinte die IVB bei 
einem IV-Grad von 35 % einen Rentenanspruch (act. II 15). Per November 
2004 nahm die C.________ eine Reklassierung aus medizinischen Grün-
den vor und der Versicherte bezog eine Invaliden-Teilrente der Pensions-
kasse C.________ (act. II 16). 

Im Juli 2005 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an (act. II 19). Nach erwerblichen (act. II 55, 60) und medizini-
schen Abklärungen (act II 53, 66) sprach die IVB dem Versicherten mit un-
angefochten gebliebenen Verfügungen vom 8. Juni (act. II 74: laufende 
Invaliden- und Kinderrenten) und 6. August 2007 (act. II 81: rückwirkende 
Invaliden- und Kinderrenten inkl. Verrechnung mit Taggeldern) ab 1. April 
2005 bei einem Invaliditätsgrad von 74 % eine ganze IV-Rente zu. Die 
C.________ löste das Arbeitsverhältnis infolge Pensionierung aus medizi-
nischen Gründen auf den 1. August 2007 auf (act. II 76). Im Rahmen der 
Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl. act. II 69/3) ging 
der Versicherte stundenweise diversen Beschäftigungen nach (act. II 86/2 
f., 88/2 f., 91.1/2, 92/2 f., 93.2) oder war arbeitslos (act. II 122).

Nach einer Revision von Amtes wegen im Juli 2010 (act. II 90) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 19. September 2012 bei einem Invaliditätsgrad 
von 41 % die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine Viertels-
rente in Aussicht (act. II 140). Hiergegen erhob der Versicherte Einwand 
(act. II 146). In der Folge veranlasste die IVB eine bidisziplinäre Begutach-
tung durch die Dres. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, und E.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Re-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 3

habilitation und Rheumatologie (psychiatrisches Gutachten vom 6. Mai 
2013 [act. II 156.1] und rheumatologisches Gutachten vom 13. Mai 2013 
[act. II 157.1]). Nach Einholung einer Stellungnahme des Versicherten (act. 
II 159) verfügte die IVB am 18. Juni (act. II 160) und 16. Juli 2013 (act. 
II 164) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. Die dagegen erhobene Be-
schwerde (act. II 168, 169) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
mit Urteil vom 29. November 2013 ab (IV/2013/693 f.; act. II 173). Dieses 
blieb unangefochten.

B.

Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2015 stellte die IVB dem Versicherten den 
Abschluss der Arbeitsvermittlung in Aussicht (II 178). Hiergegen erhob der 
Versicherte am 29. Januar 2015 Einwand, machte eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes geltend und ersuchte um Ausrichtung von 
Übergangsleistungen bei Arbeitsunfähigkeit (act. II 179; vgl. auch Akten der 
IVB [act. IIA] 187). Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 27. April 
2015 schloss die IVB die Arbeitsvermittlung ab (act. IIA 216). Nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 195, 218) verfügte die IVB am 
18. Mai 2015 die Ablehnung von Übergangsleistungen (act. IIA 221). Die 
hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern mit Urteil vom 23. Oktober 2015 ab (IV/2015/575; act. IIA 242). 
Dieses Urteil blieb unangefochten.

C.

Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2016 stellte die IVB in Aussicht, dass das 
Rentenerhöhungsgesuch abgelehnt werde (Akten der IVB, [act. IIB] 269); 
hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, Einwand (act. IIB 273, 277). In der Stellungnahme vom 23. 
Dezember 2016 empfahl der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) die Durch-
führung einer polydisziplinären Begutachtung (act. IIB 280/3) und in der 
Folge gewährte die IVB dem Versicherten diesbezüglich das rechtliche 
Gehör (act. IIB 281, 287, 294). Am 3. Februar 2017 erteilte die IVB der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 4

(ausgelosten) MEDAS F.________ GmbH (MEDAS) den Begutachtungs-
auftrag (act. IIB 296), was sie dem Versicherten am 8. Februar 2017 zur 
Kenntnis gab (act. IIB 299). Die MEDAS reichte das polydisziplinäre Gut-
achten vom 18. Mai 2017 ein (act. IIB 308.1) und mit Vorbescheid vom 24. 
Mai 2017 stellte die IVB erneut die Ablehnung einer Rentenerhöhung in 
Aussicht (act. IIB 310). Hiergegen liess der Versicherte Einwand erheben 
(act. IIB 313, 315, 318, 321). Zudem meldete er eine Verschlechterung 
bezüglich der rechten Schulter (act. IIB 336, 341). In der Folge holte die 
IVB Berichte der behandelnden Ärzte ein (Akten der IVB, [act. IIC] 352, 355 
ff., 363) und der RAD empfahl in der Stellungnahme vom 28. März 2019 
eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung (act. IIC 375/3 ff.). Gegen die 
Mitteilung der IVB vom 2. April 2019, wonach bei derselben MEDAS eine 
Verlaufsbegutachtung veranlasst werde (act. IIC 378), liess der Versicherte 
Einwand erheben (act. IIC 381). Mit unangefochten gebliebener Zwischen-
verfügung vom 29. April 2019 hielt die IVB am Vorgehen fest (act. IIC 384). 
Nach Bekanntgabe der Namen der Gutachter am 18. Juni 2019 (act. IIC 
388) liess der Versicherte Einwand gegen den Gutachter im Fachbereich 
Psychiatrie erheben (act. IIC 394). In der Folge wurde ein neuer psychiatri-
scher Gutachter ernannt (act. IIC 400). Nachdem die MEDAS das polydis-
ziplinäre Gutachten vom 30. Oktober 2019 sowie die Teilgutachten einge-
reicht hatte (act. IIC 403.1-403.10), stellte die IVB mit Vorbescheid vom 21. 
November 2019, bei einem Invaliditätsgrad von 41 %, die Ablehnung einer 
Rentenerhöhung in Aussicht (act. IIC 405). Hiergegen liess der Versicherte 
Einwand erheben (act. IIC 406) und am 15. Januar 2020 verfügte die IVB 
wie in Aussicht gestellt (act. IIC 408).

D.

Am 17. Februar 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. iur. B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 
es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein polydiszi-
plinäres Gerichtsgutachten bei der MEDAS G.________ oder der MEDAS 
H.________ einzuholen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 5

Mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2020 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Mit unverlangter Replik vom 18. Mai 2020 hielt der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Januar 2020 (act. 
IIC 408). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zu-
sammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende Vier-
telsrente zu Recht nicht erhöhte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 6

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 7

2.1.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.1.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 8

im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung oder eines Revisionsgesuchs 
ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der 
versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt 
sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 9

sie unter anderem zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze 
oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaub-
haftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern 
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätz-
lich zu respektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten 
streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.4.3 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.4 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 10

gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.4.6 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Mit Verfügungen vom 18. Juni und 16. Juli 2013, bestätigt durch 
VGE IV/2013/693 f. (act. II 173), reduzierte die Beschwerdegegnerin die 
seit dem 1. April 2005 zugesprochene ganze Rente auf eine Viertelrente 
(act. II 160, 164). Mit der angefochtenen Verfügung vom 15. Januar 2020 
sprach sie dem Beschwerdeführer weiterhin eine Viertelsrente bei einem 
Invaliditätsgrad von 41 % zu und lehnte eine Rentenerhöhung ab 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 11

(act. IIC 408). Zu prüfen ist, ob im Vergleichszeitraum zwischen den Verfü-
gungen vom 18. Juni und 16. Juli 2013 sowie der angefochtenen Verfü-
gung vom 15. Januar 2020 in den tatsächlichen Verhältnissen eine Ände-
rung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen.

3.2 In den Verfügungen vom 18. Juni und 16. Juli 2013 (act. II 160, 164) 
stellte die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht auf die Gutachten 
der Dres. med. D.________ und E.________ vom 6. bzw. 13. Mai 2013 ab 
(act. II 156.1, 157.1). Im MEDAS-Gutachten vom 30. Oktober 2019 wurde 
zwar festgehalten, seit diesem Referenzzeitpunkt sei keine Veränderung 
des Gesundheitszustandes mit Einfluss auf den Rentenanspruch eingetre-
ten, vielmehr handle es sich bei der interdisziplinär auf 60 % geschätzten 
Restarbeitsfähigkeit lediglich um eine andere Gewichtung des gleichen 
Sachverhalts (act. IIC 403.1/17 f. Ziff. 4.8; vgl. auch act. IIC 403.1/27, 
403.6/33, 403.7/18, 403.8/19 f.). Den Akten ist jedoch zu entnehmen, dass 
der Beschwerdeführer – nach den verschiedenen Vorunfällen (act. II 
127.1/49, 129.57; act. IIA 201.6/2) – am 2. November 2014 einen weiteren 
Unfall erlitten hatte, bei welchem er sich wiederum die linke Schulter ver-
letzte (act. IIA 198.6). Diesbezüglich erfolgte denn auch am 17. Februar 
2015 ein operativer Eingriff (act. IIA 198.3). Bereits am 10. November 2014 
war – als Folge eines Skisturzes im Januar 2013 – eine Operation an der 
rechten Schulter vorgenommen worden (act. IIA 183/6 f., 201.6/2). Die be-
handelnden Ärzte attestierten ab dem 10. November 2014 für die rechte 
Schulter (act. IIA 183/5, 188/3, 191/4) und nach dem operativen Eingriff für 
die linke Schulter eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (act. IIA 198.3/7, 203). 
Der Einschätzung der behandelnden Ärzte folgte auch Dr. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, welcher im orthopädischen Teilgutachten explizit 
erklärte, die Arbeitsfähigkeit habe sich nach den Schultereingriffen vorü-
bergehend für maximal sechs Monaten verschlechtert (act. IIC 403.8/22 
Ziff. 8). Auch wenn er das Ausmass der Verschlechterung der Arbeitsfähig-
keit nicht quantifizierte, ist mit dem Beschwerdeführer (Beschwerde S. 3 
Ziff. III Ziff. 2 am Ende) von einer vorübergehenden Verschlechterung und 
damit von einem Revisionsgrund auszugehen. Gemäss Art. 88a Abs. 2 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 12

SR 831.201) ist eine Verschlechterung zu berücksichtigen, sobald sie ohne 
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat; nicht verlangt ist, 
dass sie voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. Sep-
tember 2012, 9C_530/2012, E. 5.2). Damit ist der Rentenanspruch frei zu 
prüfen (E. 2.4.5 hiervor). Es steht zudem fest, dass die Schlussfolgerungen 
im MEDAS-Gutachten vom 30. Oktober 2019, wonach im Vergleich zur 
Referenzlage keine relevante Veränderung auszumachen sei (act. IIC 
403.1 S. 18), sich bei Lichte betrachtet im Sinne einer Momentaufnahme 
auf den Explorationszeitpunkt beziehen.

3.3 Im MEDAS-Gutachten vom 30. Oktober 2019 diagnostizierten die 
Gutachter Dres. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
K.________, Facharzt für Neurologie, R.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, und Dr. med. I.________ sowie lic. phil. L.________, 
Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit das Folgende (act. IIC 403.1 S. 11 f.):

1. Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F31.7)
2. Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung
3. Posttraumatische Gonarthrose links bei 

• Status nach Knieunfall mit offener VKB-Naht 1984 
• Status nach Polytrauma mit Knieverletzung und arthroskopischer VKB-

Plastik am 22. Mai 1987
• Status nach arthroskopischem Shaving und partieller Hoffaresektion am 

25. April 1989
4. Posttraumatische Omarthrose rechts bei 

• Status nach Schulterkontusion rechts am 21. Juni 2011
• Status nach arthroskopischer Bizepssehnentenodese, Supraspinatusseh-

nennaht, subacromialer Dekompression und AC-Gelenksteilresektion so-
wie Labrumrefixation am 18. November 2011

• Status nach Skisturz mit Schulterdistorsion rechts am 19. November 2013
• Status nach Schulterarthroskopie rechts, subacromialer Dekompression 

und Supraspinatussehnennaht am 10. November 2014
5. Chronisch rezidivierendes lumbospondylogenes Syndrom bei

• Moderaten degenerativen LWS-Veränderungen
• Kein Nachweis eines lumboradikulären Reiz- und Ausfallsyndroms

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Experten das 
Folgende (act. IIC 403.1 S. 12 f.):

6. Arterielle Hypertonie
7. Status nach Osteosynthese einer Femurschaftfraktur rechts bei Polytrauma am 22. 

Mai 1987 mit

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 13

• Status nach Metallentfernung und Narbenexzision Femur rechts am 25. 
April 1989

8. Über-/Fehlbelastung Mittelfuss rechts bei
• Status nach Metatarsale IV Fraktur rechts und operativer Schienung bei 

Polytrauma am 22. Mai 1987
9. Status nach Schulterarthroskopie links, subacromialer Dekompression, Bizepsseh-

nentenotomie, Supraspinatussehnennaht am 17. Februar 2015 bei
• Status nach Schulterdistorsion links am 2. Januar 2014

10. Episodischer Spannungskopfschmerz
11. Cerebraler MRI-Befund einer leichten frontoparietalen Atrophie beidseits, unklarer 

Wertigkeit
12. Akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die Gutachter aus, 
aus Sicht des neurologischen Gutachters sei in der angestammten Tätig-
keit als ..., unter Berücksichtigung der früheren MEDAS-Begutachtung eine 
100 %ige Arbeitsunfähigkeit zu bestätigen, wobei sich diese explizit auf die 
psychiatrische und die neuropsychologische Beurteilung beziehe. Unter 
rein somatisch-neurologischen Gesichtspunkten könne eine Arbeitsun-
fähigkeit nicht begründet werden. Aufgrund des Vorliegens der bipolaren 
affektiven Störung und der erhöhten affektiven Labilität sei die ursprüngli-
che Tätigkeit als ... respektive in leitender Funktion mit häufigen Mitarbei-
ter- und Kundenkontakten nicht mehr gegeben. Dabei ergäben sich keine 
unterschiedlichen Beurteilungen seit den letzten Begutachtungen im Mai 
2013 und Mai 2017. Nach eingehender Konsensbesprechung kämen sie 
somit zum Schluss, dass dem Exploranden die angestammte Tätigkeit – in 
Übereinstimmung mit den Vorbeurteilungen – nicht mehr zugemutet wer-
den könne (act. IIC 403.1 S. 16). Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit hielten die Gutachter fest, aus orthopädischer Sicht seien dem 
Exploranden leichte und intermittierend mittelschwere, wechselbelastende 
Tätigkeiten, ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten 
über 10 bis 15 kg, ohne Arbeiten auf unebenem und/oder rutschigem 
Gelände und ohne Arbeiten in absturzgefährdeter Position (wie Leitern, 
Gerüste etc.) vollschichtig zumutbar. Unter rein somatisch-neurologischen 
Gesichtspunkten bestehe auch in einer anderweitig zumutbaren Ver-
weistätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die gegenwärtig 
quartalsweise ausgeübte Tätigkeit als …, wo der Explorand jeweils 
während einer Woche ein weitgehendes Vollzeitpensum ausübe, sei aus 
neurologischer Sicht als angepasst zu taxieren. In einer angepassten 
Tätigkeit, das heisst in einer Tätigkeit, bei welcher der Explorand keine 
Führungsfunktionen wahrnehmen und keine intensiven zwischenmenschli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 14

chen Beziehungen führen müsse, sei er jedoch aufgrund der sicherlich ak-
tuell und mutmasslich bereits seit Jahren remittierten bipolaren affektiven 
Störung, welche lediglich durch eine Affektlabilität die Leistungsfähigkeit 
des Exploranden reduziere, zu 80 % als arbeitsfähig zu beurteilen. Es er-
gebe sich somit keine medizinische Veränderung der psychiatrischen Si-
tuation seit der letzten Begutachtung im Mai 2017 oder auch im Mai 2013 
(act. IIC 403.1 S. 17). Zu empfehlen sei eine Tätigkeit in verständnisvollem 
Umfeld mit klar umschriebenen Aufgaben, vorgegebenen Abläufen, wenig 
Zeitdruck und ohne erhöhte Stressbelastung. Dabei begründe sich aus 
neuropsychologischer Sicht eine leicht- bis mittelgradige Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit (inhaltliche Einschränkungen, kein Zeitdruck, erhöhter 
Einarbeitungs- und Betreuungsaufwand, begrenzte Teamfähigkeit, Einsatz 
von Hilfsmitteln). Ein vergleichbares Anforderungsprofil sei bereits im neu-
ropsychologischen Bericht von Juli 2007 formuliert worden, es gelte seit 
diesem Zeitpunkt. Die Experten führten zusammenfassend aus, sie hätten 
die Situation im Rahmen der Konsensbesprechung umfangreich diskutiert 
und seien zum Schluss gekommen, dass gemäss den im aktuellen neuro-
psychologischen Teilgutachten genannten Richtlinien die neuropsychologi-
sche Störung als leicht bis mittelschwer zu taxieren sei, woraus sich eine 
40 %ige Arbeitsunfähigkeit ergebe. Es handle sich aber nicht um eine Zu-
standsverschlechterung, sondern um eine anderslautende Gewichtung des 
gleichen Sachverhaltes (act. IIC 403.1 S. 18).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 15

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 30. Oktober 2019 (act. IIC 403.1) er-
füllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (E. 3.4.2 hier-
vor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353), dar-
an ändern auch die interpretationsbedürftigen Ausführungen zum revisions-
rechtlichen Beweisthema nichts (vgl. E. 3.2 hiervor).

3.5.1 Aus somatischer Sicht überzeugt die Einschätzung der Gutachter, 
dass der Beschwerdeführer seitens des Bewegungsapparates in einer lei-
densadaptierten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig sei; Ausnahme bil-
den lediglich die postoperativen Rekonvaleszenz-Phasen nach den Schul-
tereingriffen vom 10. November 2014 bis 17. August 2015 (E. 3.5.2 hier-
nach). Dieser Schluss war bereits im rheumatologischen Gutachten des Dr. 
med. E.________ vom 13. Mai 2013 (act. II 147.1) sowie – nach den bei-
den Schulteroperationen vom 10. November 2014 (act. IIA 183/6 f.) bzw. 
vom 17. Februar 2015 (act. IIA 198.3/1 f.) – im MEDAS-Vorgutachten vom 
18. Mai 2017 (act. IIB 308.1) gezogen worden. Diese Beurteilung korreliert 
auch mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte. So hielt Dr. med. 
M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, Spital N.________, im Bericht vom 14. Mai 2015 
(act. IIA 223/1-3) fest, leichte wechselbelastende Arbeiten ohne repetitives 
Leitern- und Treppensteigen sowie unter Vermeidung von knienden und 
hockenden Positionen seien zumutbar (act. IIA 223/2 Ziff. 1.7). Der Haus-
arzt Dr. med. O.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Endokrinologie-Diabetologie, erklärte im Zwischenbericht vom 3. Juni 2016, 
es bestünden nach Erholung von der Schulteroperation keine Einschrän-
kungen für Büroarbeiten und körperlich leicht belastende Arbeiten (act. IIA 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 16

225/3 Ziff. 2). Dr. med. P.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital N.________, hielt im 
Bericht vom 4. November 2015 (act. IIA 254.2/1 f.) fest, leichte Arbeiten 
wären unter Einhaltung eines spezifischen Zumutbarkeitsprofils problemlos 
möglich; eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für Verweisungstätigkeiten 
bestätigte sie in den Berichten vom 6. bzw. 12. Januar 2016 (act. IIA 253; 
act. IIB 259.19), 23. Februar (act. IIB 259.18) und 30. Mai 2016 (act. IIB 
259.8). Auch nach der bildgebend ausgewiesenen (act. IIB 338/3) und kon-
servativ behandelten erneuten Re-Ruptur der Supraspinatussehne rechts 
hielt Dr. med. S.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital N.________, im Dezem-
ber 2017 (act. IIB 338/2) und November 2018 (act. IIC 355/2 f.) an dieser 
Einschätzung fest (act. IIB 338/2). Im Zusammenhang mit den Beschwer-
den am rechten Knie (vgl. act. IIC 394/18-21) und am rechten OSG/Fuss 
(act. IIC 403.9/4 f.) wurde seitens des Spitals N.________ keine Arbeitsun-
fähigkeit bescheinigt. Schliesslich attestierte der Suva-Kreisarzt Dr. med. 
Q.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Chirurgie, ge-
stützt auf seine Untersuchung vom 3. Mai 2016 ebenfalls eine uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit (act. IIB 
259.12), wobei im rechtskräftigen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Bern vom 11. Juli 2018 (UV/2017/263; act. IIC 347.14) das entspre-
chende Zumutbarkeitsprofil als schlüssig beurteilt wurde. Unter Berücksich-
tigung der erneuten Re-Ruptur hielt der Suva-Kreisarzt im Oktober 2018 
daran fest (act. IIC 348.10). Auch liegt aus kardialen Gründen keine Ar-
beitsunfähigkeit vor, wurde doch die kardiale Gesamtsituation im Konsiliar-
bericht vom 26. März 2018 (act. IIC 363/8 f.) als stabil bewertet und ange-
geben, der Belastungstest habe eine altersadäquate Belastbarkeit ergeben.

3.5.2 Wie bereits erwähnt ist jedoch hinsichtlich der postoperativen Pha-
sen, in welchen der orthopädische Gutachter Dr. med. I.________ eine 
Gesundheitsverschlechterung während höchstens sechs Monaten annahm 
(also vom 10. November 2014 bis 17. August 2015), mit Blick auf die Attes-
te und die Unfallschein-Einträge der behandelnden Ärzte überwiegend 
wahrscheinlich von einer durchgängigen 100 %igen Arbeitsunfähigkeit aus-
zugehen (act. IIA 183/5, 188/3, 188/5, 201.1/11, 203/1, 223/9, 225/19, 
234.3/8, 234.3/10, 234.3/12, 235.1/11). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 17

3.5.3 Die Rüge des Beschwerdeführers, wonach im neurologischen Teil-
gutachten „die neuroradiologischen Fragen nicht beantwortet und eine neu-
roradiologische Begutachtung empfohlen" worden sei (Beschwerde S. 6 
Ziff. IV Ziff. 3), ist nicht stichhaltig. Der Sachverständige Dr. med. 
K.________ verwies (act. IIC 403.6/35) auf seine Diagnoseherleitung (act. 
IIC 403.6/24 ff. Ziff. 7.1), wo er sich eingehend mit den diesbezüglichen 
Einschätzungen der involvierten Medizinalpersonen auseinandersetzte und 
schliesslich richtigerweise darauf hinwies, dass die Kontroverse um die 
bildgebend ausgewiesene frontoparietale Hirnatrophie (vgl. dazu act. IIA 
217/2-6, 218/11-18; act. IIB 262, 308.2/1, 315/11-16, 321/4-13, 321/15-38; 
act. IIC 347.30 f., 363/25) letztlich die Frage der natürlichen Unfallkausalität 
beschlägt. Diese Thematik ist im hier betroffenen Zweig der finalen Invali-
denversicherung irrelevant, zumal der betreffende MRI-Befund von Dr. 
med. K.________ ohnehin unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit abgehandelt wurde (act. IIC 403.6/24 Ziff. 6). 

3.6 Die Einschätzung aus psychiatrischer Sicht im MEDAS-Gutachten 
vom 30. Oktober 2019, dass die seit Jahren remittierte bipolare affektive 
Störung durch eine Affektlabilität die Leistungsfähigkeit – in der ange-
stammten Tätigkeit komplett und in einer angepassten Arbeit teilweise – 
reduziere (act. IIC 403.1/13 unten, 403.1/16 f., 403.4/25), erscheint 
grundsätzlich nachvollziehbar. Dies gilt ebenso aus neuropsychologischer 
Sicht für die Einschränkungen durch die leichte bis mittelschwere neuro-
psychologische Funktionsstörung (act. IIC 403.1/18, 403.4/26). Aus rein 
medizinischer Sicht überzeugt somit die Einschätzung der Gutachter, dass 
der Beschwerdeführer aufgrund des psychischen bzw. neuropsychologi-
schen Gesundheitsschadens auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 
40 % arbeitsunfähig sei (act. IIC 403.1/18). Mithin ist der rechtserhebliche 
Sachverhalt hinreichend erstellt; weiterer Abklärungen bedarf es nicht (an-
tizipierte Beweiswürdigung: BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

Zu prüfen bleibt jedoch, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 der Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und 
Erwerbsunfähigkeit zu erbringen ist, wobei die versicherte Person die mate-
rielle Beweislast zu tragen hat (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364, 143 V 409 
E. 4.5.2 S. 416). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 18

4.

4.1 Die klassifikatorischen Vorgaben hinsichtlich Diagnoseerstellung 
sind im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. R.________ vom 19. 
September 2019 (act. IIC 403.7/14 f.) eingehalten. Der psychiatrische 
Sachverständige zeigt keine Diskrepanzen im Sinne eines Ausschluss-
grundes auf (act. IIC 403.7/16), insbesondere bestehen auch aus gesamt-
gutachterlicher Sicht keine Hinweise auf Selbstlimitierung, Verdeutlichung 
oder gar Aggravation (act. IIC 403.1/14 Ziff. 4.6). Die Prüfung der ersten 
Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht 
aus, womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die er-
gebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens zu erfolgen hat. 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Bei 
der Untersuchung wurden keine depressiven oder manischen/hypomanen 
Symptome festgestellt; aufgrund der Befunde ging der Experte deshalb von 
einer Remission aus (act. IIC 403.7/14).

Sodann ist auf den Behandlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz 
als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad einzugehen 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Der Beschwerdeführer nimmt seit 
2008 keine Psychopharmaka mehr ein, welche beim Vorliegen einer bipola-
ren affektiven Störung angezeigt wären (act. IIC 403.7/16). Er befand sich 
bis März 2017 in keiner psychiatrischen Behandlung; ab März 2017 fand 
einmal pro zwei Monate und im Untersuchungszeitpunkt nur noch bei Be-
darf eine ambulante psychiatrische Behandlung statt (letzte Sitzung im Ja-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 19

nuar 2019; vgl. auch act. IIC 403.7/10/14 f.). Mithin kann nicht von einer 
ausgewiesenen Behandlungsresistenz ausgegangen werden. In Bezug auf 
die Eingliederung ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit der 
Kündigung bei der C.________ zwar Teilzeittätigkeiten ausübte (act. IIC 
403.6/19 f., 403.7/8), indessen weder in einem solchen Pensum wie er sich 
selbst als arbeitsfähig einschätzt (act. IIC 403.7/8) noch wie es ihm medizi-
nisch-theoretisch seit Jahren zumutbar wäre (act. IIC 403.1/17 f.). Es ist 
somit keine Eingliederungsresistenz erstellt.

Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
anbelangt, diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine posttraumatische Gonarthrose links und ein chronisch rezidi-
vierendes lumbospondylogenes Syndrom (act. IIC 403.1/12), was sich inso-
fern auf das Zumutbarkeitsprofil auswirkt, als dass dem Beschwerdeführer 
eine leichte und intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit, 
ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 bis 15 
kg, ohne Arbeiten auf unebenem und/oder rutschigem Gelände und ohne 
Arbeiten in absturzgefährdeter Position (wie Leitern, Gerüste etc.) voll-
schichtig zumutbar ist (act. IIC 403.1/17). Wechselwirkungen zwischen so-
matischen und den psychiatrischen Diagnosen wurden nicht postuliert.

4.2.2 Betreffend den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ging der psychiatrische Gutachter vom Vorliegen von akzentuierten 
narzisstischen Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1), jedoch nicht von einer 
Persönlichkeitsstörung aus (act. IIC 403.7/15).

4.2.3 Zum Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
stellten die Gutachter keinen sozialen Rückzug fest, vielmehr hat der Be-
schwerdeführer eine gute partnerschaftliche Beziehung und guten Kontakt 
zu den Kindern (Treffen ca. einmal jede zweite Woche), er hütet die Enkel 
ca. einmal pro Monat. Somit pflegt er normale soziale Kontakte innerhalb 
der Ursprungsfamilie. Auch wenn er angibt, weniger soziale Kontakte aus-
serhalb der Familie zu haben, trifft er sich zwei- bis dreimal pro Jahr mit 
Freunden aus der Jugendzeit (act. IIC 403.7/8 f.). Damit hält das soziale 
Umfeld Ressourcen bereit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 20

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303). 

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäten-
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) bemerkte der Experte keine Diskrepanzen. Der Beschwerdefüh-
rer gibt an, er spiele aktiv in einem … mit, fahre Motorrad und Velo. Er lese 
Bücher und gehe schwimmen. Er sei in der Lage, Ferienreisen mit dem 
Flugzeug zu machen und könne den Haushalt führen und am Abend Frei-
zeitaktivitäten wahrnehmen (act. IIC 403.1/14 Ziff. 4.6, 403.3/11, 403.7/8 
ff./16 f.). Die angegebenen Freizeitaktivitäten und erhaltenen Fähigkeiten 
kontrastieren somit mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer sich als 
sehr eingeschränkt arbeitsfähig hält (vgl. act. IIC 403.4/19, 403.6/21) und 
auch nur in einem tiefen Pensum beruflich tätig ist (act. IIC 403.7/8).

4.3.2 Was die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen betrifft, 
kann der Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) nicht als er-
heblich bezeichnet werden, nimmt der Beschwerdeführer doch keine re-
gelmässige Medikation ein und eine psychiatrische Behandlung erfolgt le-
diglich bei Bedarf (act. IIC 403.7/10).

4.4 Wenngleich einige Indikatoren allenfalls für eine relevante funktio-
nelle Einschränkung bzw. eine gewisse Ressourcenhemmung sprechen 
(somatische Komorbiditäten, Persönlichkeit), stehen die Komplexe „Sozia-
ler Kontext“ und „Konsistenz“ klar der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
40 % entgegen. Damit ist aus rechtlicher Sicht allein auf die aus somati-
scher Sicht attestierte Arbeits(un)fähigkeit abzustellen. Es besteht somit – 
wie bereits im Jahr 2013 – in der angestammten Tätigkeit als ... eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer leidensangepassten (mit 
Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils) Tätigkeit eine uneingeschränk-
te Arbeitsfähigkeit. Einzig vom 10. November 2014 (Arbeitsunfähigkeit we-
gen der rechten Schulter; act. IIA 183/5, 188/3, 191/4) bis 17. August 2015 
(nach der vorübergehenden sechs monatigen Verschlechterung infolge der 
Schulteroperation links vom 17. Februar 2015; act. IIC 403.8/3, 403.8/22 
Ziff. 8) ist von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auch in einer angepass-
ten Tätigkeit auszugehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 21

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.2

5.2.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

5.2.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 
das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft 
zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begren-
zen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 
IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 22

teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.3 Der Beschwerdeführer machte am 29. Januar 2015 eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes geltend (act. II 179), als er in 
allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig war (act. IIA 183/5, 188/3, 191/4). 
Bei einem Invaliditätsgrad von 100 % bestand somit ab Januar 2015 An-
spruch auf eine ganze IV-Rente (vgl. Art. 88bis Abs. 1 lit. a IVV).

5.4

5.4.1 Mit Blick auf das Dargelegte (E. 4.4 hiervor) war dem Beschwerde-
führer ab 18. August 2015 wiederum eine angepasste Tätigkeit zu 100 % 
zumutbar. Das Valideneinkommen betreffend kann dahingestellt bleiben, 
ob der Beschwerdeführer als Gesunder in der Tätigkeit bei der C.________ 
vom persönlichen Geltungsbereich des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) 
C.________ AG erfasst gewesen wäre, gilt der GAV doch erst ab 1. Januar 
2016. Es ist auf die Angaben in VGE IV/2013/693 f. abzustellen, worin ge-
stützt auf die Angaben der früheren Arbeitgeberin (act. II 6/2 Ziff. 12) und 
indexiert auf das Jahr 2012 – mangels damals vorhandener Zahlen für das 
Jahr 2013 – ein Valideneinkommen von Fr. 126‘477.25 ermittelt worden 
war (act. II 173/17 E. 4.3 und 4.4). Dieses Valideneinkommen ist auf das 
Jahr 2015 zu indexieren, was ein Bruttojahreseinkommen von 
Fr. 128‘105.15 ergibt (Fr. 126‘477.25 / 101.0 x 102.3 [Tabelle T1.1.10, No-
minallohnindex, Männer, Wirtschaftszweig Ziff. 84 {öffentliche Verwaltung}, 
Indices 2012 und 2015]).

5.4.2 Der Beschwerdeführer war zuletzt als ... in einem tiefen Pensum 
tätig (vgl. act. IIC 403.8/18); es wäre ihm jedoch eine angepasste Tätigkeit 
zu 100 % zumutbar. Es ist deshalb das Invalideneinkommen gestützt auf 
den Tabellenlohn der LSE 2014, Tabelle TA1, Total, Männer, Kompetenz-
niveau 2, von Fr. 5‘660.-- abzustellen. Angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit, aufgerechnet auf ein Jahr und indexiert auf das 
Jahr 2015 ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 71‘013.45 (Fr. 
5‘660.-- / 40 x 41.7 x 12 / 103.2 x 103.5 [Tabelle T1.1.10, Nominallohnin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 23

dex, Männer, Total, Indices 2014 und 2015]). Es liegen keine Merkmale 
(vgl. E. 5.2.2 hiervor) vor, welche einen leidensbedingten Abzug rechtfertig-
ten; insbesondere ist kein Abzug für gesundheitlich bedingt lediglich noch 
teilzeitlich erwerbstätige Männer (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Novem-
ber 2010, 9C_721/2010, E. 4.2) zu berücksichtigen (vgl. Replik vom 18. 
Mai 2010, S. 5 f.), könnte der Beschwerdeführer doch eine Erwerbstätigkeit 
zu 100 % aufnehmen.

5.5 Bei der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkom-
mens resultiert ein gerundeter Invaliditätsgrad von 45 % ([Fr. 128‘105.15 ./. 
Fr. 71‘013.45] / Fr. 128‘105.15 x 100 = 44.5 %). Damit ist die ganze Rente 
ab November 2015 (Art. 88a Abs. 1 IVV) wiederum auf eine Viertelsrente 
herabzusetzen. 

In diesem Zeitpunkt hatte der 1961 geborene Beschwerdeführer (act. II 1) 
das 55. Altersjahr noch nicht erreicht (vgl. BGE 141 V 5 E. 4.2.1 S. 7), 
weshalb die Rentenherabsetzung keine vorgängige Prüfung von Eingliede-
rungsmassnahmen (vgl. Replik vom 18. Mai 2020 S. 5) voraussetzt.

5.6 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 15. Januar 2020 (act. IIC 408) insoweit ab-
zuändern, als der Beschwerdeführer vom 1. Januar bis 31. Oktober 2015 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde 
abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Der Beschwerdeführer obsiegt in einem kleineren Teil, insofern als ihm 
nunmehr – entgegen der angefochtenen Verfügung vom 15. Januar 2020 
(act. IIC 408) – eine ganze Rente während zehn Monaten zugesprochen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 24

wird. Es rechtfertigt sich, von einem Obsiegen im Umfang von einem Achtel 
auszugehen. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 800.--, sind deshalb 
zu sieben Achtel vom Beschwerdeführer und zu einem Achtel von der Be-
schwerdegegnerin zu tragen. Die vom Beschwerdeführer zu tragenden 
Verfahrenskosten von Fr. 700.-- (Art. 108 Abs. 1 VRPG) werden dem ge-
leisteten Kostenvorschuss entnommen. Der zu viel geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 100.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

Die restlichen Verfahrenskosten von Fr. 100.-- sind von der Beschwerde-
gegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Mit Kostennote vom 18. Mai 2020 macht Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________ einen Gesamtaufwand von Fr. 3'323.48 geltend. Die Parteien-
tschädigung ist somit auf Fr. 415.45 (1/8 von 3'323.48) inkl. Auslagen und 
MWSt. festzusetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 15. Januar 2020 insoweit abgeändert, 
als der Beschwerdeführer vom 1. Januar bis 31. Oktober 2015 An-
spruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- bestimmt und dem Be-
schwerdeführer in der Höhe von Fr. 700.-- zur Bezahlung auferlegt so-
wie dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der vom Be-
schwerdeführer zu viel geleistete Kostenvorschuss von Fr. 100.-- wird 
ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. Die restlichen Verfah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, IV/20/144, Seite 25

renskosten von Fr. 100.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 415.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.