# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb0c1d1a-9c67-5a7b-a704-a1f9570e540f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2019 D-6929/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6929-2017_2019-08-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6929/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch Annelies Djellal-Müller,  

Verein Give a Hand.ch,  

Sandstrasse 5, 3302 Moosseedorf,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 3. November 2017. 

 

 

 

D-6929/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer Eth-

nie, gelangte eigenen Angaben zufolge über den Sudan, Libyen und Italien 

am 31. Juli 2015 in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte. Am 12. August 

2015 wurde er zu seiner Person, zum Reiseweg sowie summarisch zu den 

Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]) und am 27. Januar 

2017 eingehend angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, 

er stamme aus C._______, und habe 2012 ein Jahr in Sawa absolviert. In 

der Folge habe er aufgrund seiner guten Noten am (…) studieren können. 

Als er eines Tages Ende Juli 2014 unterwegs nach D._______ gewesen 

sei, wo seine Familie eine Farm bewirtschafte, seien er und zwei Freunde 

verhaftet worden, da man sie verdächtigt habe, das Land illegal verlassen 

zu wollen. Seine beiden Freunde hätten keine Passierscheine gehabt, 

weshalb klar gewesen sei, dass diese im Gefängnis landen würden. Er 

habe aber Hoffnung gehabt, nicht festgehalten zu werden, da er über einen 

Passierschein vom College verfügt habe. Man habe sein Papier jedoch 

nicht richtig überprüft und er sei – wie die anderen – brutal geschlagen und 

ins Gefängnis nach E._______ gebracht worden. Er sei während ungefähr 

fünf Monaten inhaftiert gewesen. In Haft sei er sehr krank geworden, wes-

halb er zur Behandlung ins Militärspital nach F._______ gebracht worden 

sei. Als es ihm nach etwas über einer Woche bessergegangen sei, habe er 

von dort fliehen können. Da es nach dieser Flucht keine Möglichkeit für ihn 

gegeben habe, im Land zu bleiben, habe er sich entschlossen, Eritrea zu 

verlassen. Jemand habe ihn nach seiner Flucht aus dem Spital nach 

G._______ mitgenommen, wo er jemanden gekannt habe, bei dem er 

übernachtet habe. Danach sei er für kurze Zeit zu einer Tante nach 

H._______ gegangen, danach nach I._______ zu einem Freund. Dort sei 

er ein paar Wochen geblieben und dann mit dem Bus nach K._______ ge-

fahren. Von dort sei er zu Fuss über die Grenze nach L._______ gelangt. 

Vertreter der Behörden seien nach seiner Flucht zu ihm nach Hause ge-

kommen und hätten nach ihm gefragt und seine Eltern unter Druck gesetzt. 

Als sie gemerkt hätten, dass er nicht mehr zurückkomme, hätten die Be-

hörden es aufgegeben. 

D-6929/2017 

Seite 3 

Der Beschwerdeführer reichte bei der Vorinstanz folgende Beweismittel 

ein: Eine Admission Card für die Prüfungen in Sawa, Fotos von seinem 

Aufenthalt in Sawa sowie Schulzeugnisse des (…). 

B.  

Mit Verfügung vom 3. November 2017 – eröffnet am 7. November 2017 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Vollzug an. 

C.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Dezember 2017 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung, die Gutheissung des Asylgesuchs 

unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, eventualiter sinngemäss 

die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer Hinsicht 

die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, unter Verzicht auf Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. Als Beweismittel reichte er eine Fürsorge-

bestätigung der Flüchtlingshilfe Regionalstelle Belp vom 22. November 

2017, Ausdrucke von Landkarten Eritreas sowie handschriftliche Angaben 

betreffend die Distanzen ein.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2017 stellte die Instruktions-

richterin den legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers während des Ver-

fahrens fest. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf Erheben eines Kosten-

vorschusses. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2018 hielt das Bundesamt an sei-

ner Verfügung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

F.  

Am 20. Dezember 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein unter 

Beilage des Dokuments «Analyse des durcissements de la pratique suisse 

à l’égard de requérant-e-s erythréen-ne-s» der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe (SFH) vom 13. Dezember 2018. 

 

D-6929/2017 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt.  108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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Seite 5 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Glaubhaftmachung im 

Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Gegensatz zum strikten Be-

weis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse 

Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entschei-

dend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen 

Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf 

eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung 

für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen 

Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie 

und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheits-

gemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekenn-

zeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere 

Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen ins-

besondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nach-

geschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht 

es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüg-

lich des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der 

Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Ge-

suchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die 

positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es dem-

nach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in 

Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Um-

stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2). 

3.3 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung 

oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete 

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Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal-

tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM begründete seinen abweisenden Entscheid im Wesentlichen 

damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen 

an die Glaubhaftmachung nicht genügen. So habe dieser anlässlich der 

BzP gesagt, ab Ende Juli 2015 (recte: Ende Juli 2014) in Haft gewesen zu 

sein, anlässlich der Anhörung habe er jedoch angegeben, im August 2014 

festgenommen worden zu sein. Weiter habe er an der BzP angegeben, 

nach der Flucht aus dem Spital zwei Monate in I._______ geblieben zu 

sein, anlässlich der Anhörung habe er von ungefähr vier Monaten gespro-

chen (von Januar bis April 2015). Ausserdem habe er sich wenig genau 

über die Haftumstände seiner fünfmonatigen Haft in E._______ geäussert. 

Trotz mehrmaliger Aufforderung, sich detailliert zu äussern, seien seine 

Aussagen allgemein und substanzarm ausgefallen. Dasselbe gelte für den 

Transfer ins Spital, den Aufenthalt dort, die Flucht sowie die Ausreise. Fer-

ner widerspreche es der Logik, dass er nicht direkt nach seiner angeblichen 

Flucht aus dem Militärgefängnis in F._______, welches sich offenbar in der 

Zoba Gash Barka und damit an der Grenze zum Sudan befinde, ausge-

reist, sondern zuerst noch nach I._______ gereist sei. Dieses Verhalten 

entspreche nicht einer tatsächlich verfolgten Person, die versuchen würde, 

so schnell als möglich zu fliehen. Auch sei nicht nachvollziehbar, wie ihm 

die Flucht aus dem bewachten Militärspital in F._______ gelungen sei und 

er anschliessend seine Ausreise habe organisieren können. Das SEM 

komme daher zum Schluss, dass die behauptete Desertion sowie die ille-

gale Ausreise nicht glaubhaft gemacht seien. Es sei davon auszugehen, 

dass er aus irgendwelchen Gründen in Eritrea nicht mehr dem National-

dienst unterstanden habe oder von diesem ordentlich entlassen worden 

sei. An dieser Einschätzung würden auch die eingereichten Dokumente 

nichts ändern. Da die Vorbringen betreffend Inhaftierung, Desertion bezie-

hungsweise Flucht aus dem Militärspital in F._______ sowie illegale Aus-

reise nicht geglaubt werden könnten, müsse diesbezüglich die Asylrele-

vanz nicht geprüft werden. Betreffend illegale Ausreise wurde weiter fest-

gehalten, dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass sich erit-

reische Staatsangehörige aufgrund einer illegalen Ausreise mit Sanktionen 

ihres Heimatstaates konfrontiert sehen, die bezüglich ihrer Intensität und 

der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 

Abs. 2 AsylG darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche ihn in 

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den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen 

lassen könnten, seien ebenfalls nicht ersichtlich. Demzufolge erfülle der 

Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb sein Asylge-

such abzulehnen sei.  

4.2 In der Beschwerde wurde dem entgegnet, die vorinstanzliche Verfü-

gung enthalte verschiedene Ungenauigkeiten und Fehler. So werde dem 

Beschwerdeführer vorgehalten, er habe anlässlich der BzP angegeben, im 

Juli 2015 in Haft gewesen zu sein. Dies treffe nicht zu, dem Protokoll der 

BzP lasse sich entnehmen, dass er gesagt habe, er sei Ende Juli 2014 

verhaftet worden. Ferner kenne das SEM anscheinend die Landkarte Erit-

reas nicht und siedle verschiedene Ortschaften in den falschen Zobas an. 

So befinde sich der Geburts- beziehungsweise Wohnort des Beschwerde-

führers nicht in der Zoba Debub, sondern in der Zoba Anseba, wo sich auch 

das Militärspital von F._______ befinde. Der Vorhaltung, sein Fluchtverhal-

ten sei unlogisch, fehle damit die Grundlage. Auch sonst sei das Fluchtver-

halten des Beschwerdeführers sehr wohl logisch. So sei dieser nach 

I._______ gegangen und habe sich einige Zeit dort aufgehalten, da er sich 

dadurch zunächst noch eine Klärung seiner verfahrenen Lage erhofft habe. 

Der Beschwerdeführer sei durchwegs in der Lage, zu sämtlichen seiner 

Asylvorbringen detaillierte und schlüssige Angaben zu machen. Diese 

seien weder widersprüchlich, noch würden sie der Logik des menschlichen 

Handelns widersprechen, und seien somit glaubhaft. Da der Beschwerde-

führer sodann entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht aus dem zivilen 

Teil des Nationaldienstes entlassen worden sei, sondern aufgrund der In-

haftierung nicht ans College habe zurückkehren können und in der Folge 

aus der Haft geflohen und später illegal ausgereist – und damit desertiert 

– sei, seien seine Vorbringen auch asylrelevant. Er würde in Eritrea Gefahr 

laufen, erneut inhaftiert zu werden. Die von ihm eingereichten Beweisdo-

kumente, insbesondere die Zeugnisse des (…), würden diese Annahme 

bekräftigen. 

4.3 Das SEM legte in seiner Vernehmlassung dar, die Beschwerdeschrift 

enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche 

eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. So würden in 

der Beschwerde die Widersprüche, die wenig detaillierten und unlogischen 

Angaben zu den Umständen der Haft sowie die angeblich illegale Ausreise 

nicht plausibel widerlegt. Das SEM halte daher an seiner Schlussfolgerung, 

die behauptete Desertion aus dem zivilen Teil des Nationaldienstes sowie 

die angeblich daraus erwachsenen Verfolgungsmassnahmen entsprächen 

nicht der Wahrheit, fest.  

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Seite 8 

4.4 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Replik im Wesentlichen ent-

gegen, das von der Vorinstanz zitierte Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts widerspreche verschiedenen Berichten und werde auch von der SFH 

kritisiert. Ferner wurde auf das Urteil des Committee Against Torture (CAT) 

D-811/2017 vom 7. Dezember 2018 verwiesen, mit welchem die Schweizer 

Behörden dafür gerügt worden seien, die Gefahr, der zu Unrecht nach Erit-

rea weggewiesene Mandant könnte Opfer von Folter oder unmenschlicher 

Behandlung werden, nicht ausreichend geprüft zu haben. 

5.  

5.1 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Aussagen des Beschwer-

deführers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen genügen. Das 

SEM geht von der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen aus und begründet 

dies einerseits mit mangelnder Substanz und Differenziertheit, anderer-

seits mit verschiedenen Widersprüchen und Ungereimtheiten betreffend 

Daten und Ortschaften. Zu letzterem ist festzuhalten, dass der Beschwer-

deführer diese in seiner Beschwerde hinreichend erklärt hat. So ist die Be-

hauptung der Vorinstanz, er habe anlässlich der BzP ausgesagt, ab Ende 

Juli 2015 in Haft gewesen zu sein, schlicht falsch (vgl. vorinstanzliche Ak-

ten act. 4 S. 7 unten: «F: Wann wurden Sie verhaftet? A: Ende Juli 2014»). 

Bei der Anhörung legte der Beschwerdeführer sodann dar, von August 

2014 bis Januar 2015 im Gefängnis gewesen zu sein (vg. act. A14 F66). 

Diese Aussagen stellen keinen klaren Widerspruch dar. Dies trifft auch für 

seine Aussagen betreffend Aufenthalt in I._______ zu, zumal er an der BzP 

von zwei Monaten spricht und an der Anhörung sagt, sich von ca. Januar 

bis Anfang April 2015, also zwei bis drei Monate, in I._______ aufgehalten 

zu haben (vgl. act. A4 S. 7 und A14 F71). Ferner wirft die Vorinstanz dem 

Beschwerdeführer vor, sein Ausreiseverhalten widerspreche der allgemei-

nen Erfahrung und der Logik des Handelns da er nicht direkt ausgereist 

sei, obwohl das Militärspital in F._______ sich in der Zoba Gash Barka und 

somit an der Grenze zum Sudan befinde. Auch hier geht das SEM von fal-

schen Tatsachen aus. Sowohl der Heimatort des Beschwerdeführers 

C._______ als auch das Militärspital F._______ liegen in der Zoba 

J._______ und viel weiter entfernt von der sudanesischen Grenze als von 

der Stadt I._______. Die von der Vorinstanz angeführten Widersprüche 

wurden vom Beschwerdeführer somit mehrheitlich widerlegt, gewisse Un-

genauigkeiten lassen aber dennoch Zweifel entstehen. Im Weiteren legte 

die Vorinstanz dar, die Vorbringen seien zu wenig konkret und detailliert 

dargelegt worden. Dies gelte für das Darlegen der Haftumstände, des 

Transfers ins Spital, des Aufenthaltes dort sowie des Aufenthalts in 

I._______. Dieser Einschätzung kann gefolgt werden. Zwar lassen sich 

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den Protokollen verschiedene Realkennzeichen entnehmen. So erwähnte 

der Beschwerdeführer in der freien Schilderung immer wieder Details, nach 

denen nicht gefragt wurde, wie beispielsweise die Information, dass sein 

Vater mit den zuständigen Leuten gesprochen habe, damit er zu Schulbe-

ginn wieder studieren könne, als er im Gefängnis gewesen sei (vgl. act. 

A14 F32) oder die Schilderung der Probleme beim Grenzübergang (vgl. 

act. A14 F81). Es ist ihm aber nicht gelungen, die Begebenheiten im Ge-

fängnis sowie auf der Flucht ausführlich, substanziiert und logisch nach-

vollziehbar darzulegen. So fielen seine Aussagen betreffend Haftumstände 

seiner fünfmonatigen Haft, wie vom SEM zutreffend festgehalten, trotz 

mehrmaliger Aufforderung, sich frei und detailliert zu äussern, bloss allge-

mein und substanzarm aus und vermögen nicht den Eindruck einer Person 

zu erwecken, die tatsächlich mehrere Monate dort inhaftiert war. Das Glei-

che kann über die Schilderung des Aufenthaltes im Spital sowie die Flucht 

aus diesem gesagt werden. Zwar erscheint es nachvollziehbar, dass er den 

Transfer aus dem Gefängnis zum Spital nicht habe beschreiben können, 

da er zu diesem Zeitpunkt in einem kritischen Zustand, fast bewusstlos, 

gewesen sei, weshalb er sich nicht daran erinnern könne. Dies vermag die 

oberflächliche Beschreibung des Aufenthalts dort sowie der Flucht aber 

nicht zu erklären. Seine Vorbringen zur geltend gemachten Haft und dem 

anschliessenden Spitalaufenthalt erreichen nicht diejenige Überzeugungs-

kraft, die sie überwiegend glaubhaft erscheinen liessen, da es an der nöti-

gen Substanz und an der Wiedergabe persönlich geprägter Erlebnisse 

fehlt. Diesbezüglich ist die vorinstanzliche Verfügung zu stützen. Nicht zu 

überzeugen vermag allerdings die Folgerung des SEM, es sei davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführer aus irgendwelchen Gründen nicht 

mehr dem Nationaldienst unterstanden habe oder von diesem ordentlich 

entlassen worden sei. Dem vom Beschwerdeführer eingereichten «Exami-

nation Grade Report» (…) zufolge wurde ihm am 23. Juni 2014 ein «Good 

standing» attestiert. Es bestehen somit keine Anhaltspunkte für die An-

nahme, der Beschwerdeführer habe seine dortige Ausbildung aufgrund 

mangelhafter Leistungen nicht fortführen können. Er hat seine Anhaltung 

zwar grundsätzlich nachvollziehbar geschildert, indessen ist angesichts 

der als unglaubhaft zu qualifizierenden anschliessenden Haft davon aus-

zugehen, er habe aufgrund der von ihm geschilderten Intervention seines 

Vaters sein Studium bis zur Ausreise weiterführen können. Damit ist – ent-

gegen der Ansicht des SEM – davon auszugehen, dass er sich im Zeitpunkt 

seiner Ausreise noch in Ausbildung am (…) befand.   

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach dem Gesagten zum 

Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend geltend 

D-6929/2017 

Seite 10 

gemachter Haft sowie Spitalaufenthalt nicht als glaubhaft gemacht zu er-

kennen sind. Sein Studium am (…) und die Tatsache, dass er zur Zeit der 

Ausreise noch Student dort war, erscheint jedoch als überwiegend wahr-

scheinlich und damit glaubhaft.  

6.  

6.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer auf-

grund des von ihm glaubhaft dargelegten Sachverhalts die Flüchtlingsei-

genschaft erfüllt, ihm mithin Asyl zu gewähren ist. 

6.2 Nach Lehre und Praxis setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG voraus, dass die asylsuchende Person 

ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungs-

weise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach-

teile müssen gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen 

oder zugefügt worden sein. Die betroffene Person muss zudem einer lan-

desweiten Verfolgung ausgesetzt sein. Ausgangspunkt für die Beurteilung 

der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage, ob im Zeitpunkt der Ausreise eine 

Verfolgung oder eine begründete Furcht vor einer solchen bestand. Die 

Verfolgungsfurcht muss im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. 

Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen dem 

Ausreisezeitpunkt und dem Zeitpunkt des Asylentscheids sind deshalb zu-

gunsten und zulasten der Asylsuchenden zu berücksichtigen (vgl. dazu 

BVGE 2010/57 E. 2 m.w.H.).  

6.3 Wehrdienstverweigerung oder Desertion vermögen für sich allein die 

Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen, sondern nur dann, wenn damit 

eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG verbunden ist, mit ande-

ren Worten, wenn die betroffene Person aus den in dieser Norm genannten 

Gründen (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

sozialen Gruppe oder politische Anschauungen) wegen ihrer Wehrdienst-

verweigerung oder Desertion eine Behandlung zu gewärtigen hat, die 

ernsthaften Nachteilen gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt. Die ge-

setzgeberische Einführung von Art. 3 Abs. 3 AsylG hat die Rechtslage dem-

nach nicht verändert. Im spezifisch eritreischen Kontext können Wehr-

dienstverweigerung oder Desertion – unter bestimmten Umständen – zur 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft führen (vgl. zum Ganzen bei-

spielsweise das Urteil des BVGer E-2058/2016 vom 11. Juli 2018 E. 7.2 f., 

mit Hinweisen auf BVGE 2015/3 sowie den dort referenzierten und diesbe-

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Seite 11 

züglich immer noch einschlägigen Leitentscheid der vormaligen Asylre-

kurskommission: Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3). 

6.4 Dienstverweigerung und Desertion werden in Eritrea unverhältnismäs-

sig streng bestraft. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweige-

rung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in ei-

nem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt 

ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven 

Dienst stand und desertierte. In diesen Fällen droht nicht nur eine Haft-

strafe, sondern eine Inhaftierung unter unmenschlichen Bedingungen und 

Folter, wobei Deserteure regelmässig der Willkür ihrer Vorgesetzten aus-

gesetzt sind. Die Desertion wird von den eritreischen Behörden als Aus-

druck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. Es ist daher davon auszugehen, 

dass die einem Deserteur drohende Strafe nicht allein der Sicherstellung 

der Wehrpflicht dienen würde, was nach zu bestätigender Praxis ‒ immer 

unter der Voraussetzung rechtsstaatlicher und völkerrechtskonformer Rah-

menbedingungen ‒ grundsätzlich als legitim zu erachten wäre; vielmehr 

wäre damit zu rechnen, dass die betroffene Person aufgrund ihrer Deser-

tion als politischer Gegner qualifiziert und als solcher unverhältnismässig 

schwer bestraft würde. Mit anderen Worten hätte ein Deserteur, sollte das 

staatliche Regime seiner habhaft werden, eine politisch motivierte Bestra-

fung und eine Behandlung zu erwarten, die einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt (vgl. dazu bei-

spielsweise das Urteil D-1359/2015 des Bundesverwaltungsgerichts vom 

22. August 2017 E. 6.1, ebenfalls mit Hinweis auf EMARK 2006 Nr. 3). Dies 

betrifft auch Personen, die aus dem zivilen Teil des Nationaldienstes de-

sertiert sind (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-1334/2017 vom 

12. Dezember 2018, D-5632/2016vom 17. Januar 2019). Der konkrete Be-

hördenkontakt ist im Sinne von Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen (EMARK 

2006 Nr. 3 E. 4.11 S. 40). 

6.5 Im Sinne der vorangehenden Ausführungen zur Glaubhaftigkeit der 

Vorbringen des Beschwerdeführers ist vorliegend davon auszugehen, dass 

er zum Zeitpunkt seiner Ausreise noch Student am (…) war. Es stellt sich 

somit die Frage, ob die Ausbildung am (…) dem zivilen Nationaldienst 

gleichzustellen ist, beziehungsweise ob ein College-Abbruch und Verlas-

sen des Landes dieselben Konsequenzen mit sich bringt wie die Ausreise 

trotz Verpflichtung zur zivilen Nationaldienstleistung.  

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Seite 12 

6.5.1 Dazu ist zunächst festzuhalten, dass Eritrea quellentechnisch eine 

grosse Herausforderung darstellt: Es existieren nur wenige verlässliche 

und überprüfbare Informationen, die auf in Eritrea erhobenen empirischen 

Daten beruhen. Zahlreiche zirkulierende Informationen zu Eritrea sind Mei-

nungen, Annahmen, Spekulationen und Schätzungen ohne empirische Da-

tenbasis, während die tatsächliche Faktenlage dünn ist. Spezifisch zur 

Quellenlage über College-Abbrechende ist zu erwähnen, dass aufgrund 

fehlender Quellen unklar ist, welche konkreten Konsequenzen ein College-

Abbruch in Kombination mit dem Verlassen des Landes nach sich zieht. Es 

existieren auch keine Quellen zur Einstellung der Behörden gegenüber 

rückkehrenden College-Abbrechenden. Es finden sich jedoch einzelne 

Quellen, die darauf hinweisen, dass Collegestudenten sich im National-

dienst befinden. So schrieb Gaim Kibreab, Professor an der London South 

Bank University, 2017 in seinem Buch «The Eritrean National Service», 

dass Studierende an Colleges Teil des Nationaldienstes seien. Auch einem 

Bericht des UN Human Rights Council (UNHRC (Report oft he detailed fin-

dings oft he Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea) aus dem 

Jahr 2015, der sich vor allem auf Informationen von Personen aus Eritrea 

in der Diaspora stützt, ist zu entnehmen, dass Collegestudenten nicht aus 

dem Nationaldienst entlassen worden sind, sondern als Rekruten gelten. 

Zwar lässt sich auch verschiedenen Quellen entnehmen, dass sich der ur-

sprünglich militärische Charakter des (…) seit 2009 geändert habe, nach-

dem der bisherige «de facto» Leiter des Colleges, Oberst K._______, das 

(…) verlassen hatte. Aus dieser Lockerung kann aber nicht geschlossen 

werden, dass dies auch bedeutet, Studenten würden nicht mehr dem zivi-

len Nationaldienst angehören. Dies insbesondere, da sich keine Quellen 

finden, die darauf schliessen liessen, Collegestudenten seien nicht mehr 

Teil des Nationaldienstes. Somit ist festzuhalten, dass die – wenn auch 

spärlichen – existierenden Quellen darauf hindeuten, dass Collegestuden-

ten als mit zivilen Nationaldienst leistende Personen vergleichbar erschei-

nen und ein Abbruch, verbunden mit dem Verlassen des Landes, als De-

sertion angesehen würde.  

6.5.2 Nach dem Gesagten hat sich der Beschwerdeführer, der zum Zeit-

punkt seiner Ausreise Student am (…) war, somit im zivilen Nationaldienst 

befunden. Seine Ausreise ist als Desertion zu werten.  

6.6 Der Beschwerdeführer ist nach dem Gesagten als Deserteur im Sinne 

der oben zitierten Rechtsprechung zu betrachten und hat deshalb im Falle 

seiner Rückkehr nach Eritrea auch im heutigen Zeitpunkt begründete 

Furcht, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu 

D-6929/2017 

Seite 13 

werden. Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Hinweise auf das 

Vorliegen von Asylausschlussgründen. Auch eine innerstaatliche Fluchtal-

ternative besteht offensichtlich nicht.  

Bei dieser Sachlage kann davon abgesehen werden, auf weitere Be-

schwerdevorbringen (namentlich die Frage der flüchtlingsrechtlichen Rele-

vanz der illegalen Ausreise sowie die Frage der Unzulässigkeit des Weg-

weisungsvollzugs), Beweismittel und Beschwerdeanträge einzugehen. 

Hinweise auf Art. 53 AsylG sind den Akten nicht zu entnehmen. 

7.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen, die Verfügung des SEM vom 3. Novem-

ber 2017 ist aufzuheben und das SEM anzuweisen, dem Beschwerdefüh-

rer in Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Die mit Zwischenverfügung vom 12. Dezem-

ber 2017 gewährte unentgeltliche Prozessführung ist mit vorliegendem Ur-

teil als gegenstandslos geworden zu betrachten. 

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die Rechts-

vertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote zu den Akten ge-

reicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann indes verzichtet werden, 

nachdem sich der Aufwand im vorliegenden Fall zuverlässig abschätzen 

lässt. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) sind dem Beschwerdeführer pauschal Fr. 1500.– (inklu-

sive Auslagen und Mehrwertsteuer) zulasten der Vorinstanz zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

D-6929/2017 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung des SEM vom 3. No-

vember 2017 wird aufgehoben.  

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 1500.– auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel 

 

 

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