# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e468f86-c1b9-52cd-a421-a238d87497cb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 20.08.2025 WBE.2024.257
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-257-_2025-08-20.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2024.257 / lm / jb 
ZEMIS [***]; (E.2024.006)  

Art. 53 

 

Urteil vom 20. August 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Blocher 

Verwaltungsrichter Clavadetscher 

Gerichtsschreiber Manz 

 

 
   

Beschwerde-

führer 1 

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei,  

 

Beschwerde-

führerin 2 

 B._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei, 

   

 

Beschwerde-

führer 3 

 C._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei 

 

2 und 3 vertreten durch A._____ 

 

alle vertreten durch lic. iur. Andreas Bänziger, Rechtsanwalt, 

Eichwaldstrasse 7, 6005 Luzern    

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 21. Juni 2024 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Beschwerdeführer 1 ist türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ab-

stammung. Am 6. Mai 2017 reiste er als Asylbewerber in die Schweiz ein 

(Akten des Amtes für Migration und Integration betreffend den Beschwer-

deführer 1 [MI1-act.] 90 ff.). Nach der rechtskräftigen Abweisung seines 

Asylgesuchs ersuchte er am 7. Mai 2019 beim Migrationsamt des Kantons 

Zürich um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der 

Eheschliessung mit der damals im Kanton Zürich aufenthaltsberechtigten 

Landsfrau D._____ (MI1-act. 2, 114 f.). Nachdem das Migrationsamt des 

Kantons Zürich das Gesuch am 3. Juni 2019 abgelehnt hatte, gebar 

D._____ am 7. Juni 2019 die gemeinsame Tochter B._____ 

(Beschwerdeführerin 2; MI1-act. 2, 55 f., 172 f.). Nach mehrfachem Durch-

laufen der unteren kantonalen Instanzen wies das Verwaltungsgericht 

Zürich mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Urteil vom 9. Juli 

2020 (VB.2020.00291) die Beschwerde gegen die Verweigerung einer Auf-

enthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung ab, weil D._____ 

der Kantonswechsel vom Kanton Aargau in den Kanton Zürich verweigert 

worden war, worauf das Migrationsamt des Kantons Zürich dem 

Beschwerdeführer 1 eine Ausreisefrist bis zum 23. Oktober 2020 ansetzte 

(MI1-act. 1 ff., 277 ff., 286). 

 

Noch vor Ablauf der Ausreisefrist ersuchten der Beschwerdeführer 1 und 

D._____ am 27. Juli 2020 bzw. 8. September 2020 beim Amt für Migration 

und Integration Kanton Aargau (MIKA) bzw. der Einwohnerkontrolle der 

Gemeinde R._____ um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur 

Vorbereitung der Eheschliessung (MI1-act. 10 ff., 36), welche am 15. De-

zember 2020 bewilligt wurde (MI1-act. 359). Nachdem das Paar am 22. Ja-

nuar 2021 geheiratet hatte (MI1-act. 375 f.), erhielt der Beschwerdeführer 1 

am 11. Februar 2021 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner 

Ehefrau, welche am 2. Juni 2022 einmalig bis zum 31. Januar 2023 verlän-

gert wurde (MI1-act. 380 ff., 531). Am 25. September 2021 kam das zweite 

gemeinsame Kind, C._____ (Beschwerdeführer 3), auf die Welt (MI1-

act. 518). 

 

Am 7. Januar 2022 teilte D._____ dem MIKA mit, sie habe sich per 

24. Dezember 2021 vom Beschwerdeführer 1 getrennt (MI1-act. 420). Am 

Folgetag bestätigte auch der Beschwerdeführer 1 die Trennung und am 

18. Januar 2022 informierte die Wohngemeinde R._____ über eine Adress-

änderung des Beschwerdeführers 1 per 29. Dezember 2021 (MI1-

act. 475). Nachdem die Eheleute das Zusammenleben kurzzeitig wieder 

aufgenommen hatten, informierten sie das MIKA am 24. März 2022 per  

E-Mail erneut über ihre Trennung (MI1-act. 480, 494). Hierauf stellte das 

MIKA dem Beschwerdeführer 1 am 24. März 2022 die Nichtverlängerung 

seiner Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz in 

 - 3 - 

 

 

Aussicht und gewährte ihm hierzu das rechtliche Gehör (MI1-act. 496 f.). 

Beide Eheleute bestritten hierauf Scheidungsabsichten und der Beschwer-

deführer 1 meldete sich per 1. Mai 2022 wieder bei seiner Ehefrau an (MI1-

act. 500, 521, 527).  

 

Mit Auflage vom 22. September 2022 forderte das MIKA den Beschwerde-

führer 1 zur Einreichung eines Arbeitsvertrags und eines Sprachnachwei-

ses auf (MI1-act- 572 f. und 577 ff.). Der Beschwerdeführer 1 blieb in der 

Folge einen entsprechenden Sprachnachweis schuldig und zog per 1. März 

2023 alleine nach R._____ (MI1-act. 626). In der Folge bestätigten beide 

Eheleute ihre Trennung (MI1-act. 649 ff.; 660). Die Ehefrau des Beschwer-

deführers 1 wurde mit in Rechtskraft erwachsenem Strafurteil des Oberge-

richts des Kantons Aargau vom 5. September 2023 wegen ihrer Straffällig-

keit zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten und einer fünfjährigen Landes-

verweisung verurteilt (MI1-act. 670, act. 140). 

 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das MIKA am 12. De-

zember 2023 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Be-

schwerdeführers 1 und dessen Wegweisung aus der Schweiz und dem 

Schengen-Raum, unter Ansetzung einer Ausreisefrist von 30 Tagen ab 

Rechtskraft der Verfügung. Seine beiden Kinder (Beschwerdeführende 2 

und 3) wurden in die Verfügung miteinbezogen (MI1-act. 682 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA vom 12. Dezember 2023 liessen die Be-

schwerdeführenden beim Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) mit Eingabe 

vom 12. Januar 2024 (MI1-act. 736) Einsprache erheben (MI1-act. 696 ff.).  

 

Am 21. Juni 2024 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid 

(act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden darf. 
 
2. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Mit Eingabe vom 22. Juli 2024 (Postaufgabe) reichte der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführenden beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

 - 4 - 

 

 

(Verwaltungsgericht) Beschwerde ein und stellte folgende Anträge 

(act. 17 ff.):  

 

1.  
Der Einspracheentscheid vom 21. Juni 2024 sei aufzuheben. 
 
2.  
Es sei den Beschwerdeführern 1-3 weiterhin eine Aufenthaltsbewilligung 
B zu erteilen. 

 
3. 
Eventualiter sei die Unzulässigkeit bzw. die Unzumutbarkeit des Vollzugs 
der Wegweisung der Beschwerdeführer 1-3 festzustellen und es sei die 
Beschwerdegegnerin anzuweisen beim Staatssekretariat für Migration die 
vorläufige Aufnahme zu beantragen. 

 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Nach Eingang des mit Instruktionsverfügung vom 24. Juli 2024 (act. 78 f.) 

einverlangten Kostenvorschusses hielt die Vorinstanz mit Beschwerdeant-

wort vom 12. August 2024 an ihren Erwägungen fest, beantragte die Ab-

weisung der Beschwerde und reichte aufforderungsgemäss die Akten ein 

(act. 80, 84). Die Beschwerdeantwort wurde den Beschwerdeführenden 

am 14. August 2024 zugestellt. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht 

angeordnet (act. 85 f.).  

 

Aufgrund der Adressangaben in einem Erhebungsbericht der Regionalpo-

lizei Aargausüd vom 27. August 2024 (Rapport-Datum) forderte das Ver-

waltungsgericht den zwischenzeitlich wegen offener Ausstände im Zusam-

menhang mit SVG-Delikten zur Verhaftung ausgeschriebenen Beschwer-

deführer 1 mit Instruktionsverfügung vom 5. September 2024 auf, seine ak-

tuell gültige Adresse und deren Übereinstimmung mit den Meldeverhältnis-

sen bekanntzugeben bzw. mitzuteilen. Hierauf wurde mit Eingabe vom 

19. September 2024 die Zahlung der Ausstände belegt und die aktuelle 

Adresse in S._____ bekanntgegeben, wo sich der Beschwerdeführer auch 

(erfolglos) anzumelden versuchte (act. 87 ff.). Die in diesem Zusammen-

hang eingereichten Dokumente und die dazu geführte Korrespondenz zwi-

schen dem MIKA und den Einwohnerdiensten S._____ wurden der Vorin-

stanz bzw. den Beschwerdeführenden mit Instruktionsverfügung vom 

25. September 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 100 f.). Eine vom 

MIKA an die Adresse in S._____ versandte Anwesenheitsbestätigung 

wurde mangels Ermittelbarkeit des Empfängers retourniert und in der Folge 

über die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers 1 zugestellt, was den 

Beschwerdeführenden im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mit Instruk-

 - 5 - 

 

 

tionsverfügung vom 9. Oktober 2024 ebenfalls zu Kenntnis gebracht wurde 

(act. 102 ff.). In der Folge meldete sich der Beschwerdeführer 1 per 1. No-

vember 2024 in der Wohnung seiner Ehefrau in T._____ an (act. 105, 107). 

Die diesbezügliche Mitteilung der Einwohnerdienste T._____ (samt 

Beilagen) vom 5. November 2024 wurde den Beschwerdeführenden mit 

Verfügung vom 11. November 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt 

(act. 111 f.). 

 

Am 26. November 2024 reichte der Kinder- und Erwachsenenschutzdienst 

(KESD) Baden einen Bericht ein, gemäss dem die Beschwerdeführenden 

2 und 3 seit April 2022 unter Beistandschaft stünden und die Kinder seit 

dem Antritt einer Haftstrafe durch die Kindsmutter beim Beschwerdeführer 

lebten. Weiter wurde auf das konventionsrechtlich geschützte Interesse der 

Kinder an Stabilität, Kontinuität und einem weiteren Verbleib im Land hin-

gewiesen (act. 113 f.).  

 

Mit Eingabe vom 17. Dezember 2024 hielt der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführenden an seinen Anträgen fest und teilte unter Beilage ent-

sprechender Unterlagen mit, dass die Ehe des Beschwerdeführers 1 inzwi-

schen rechtskräftig geschieden und die Beschwerdeführenden 2 und 3 nun 

unter die gemeinsame elterliche Sorge der Kindeseltern sowie die alleinige 

Obhut des Beschwerdeführers 1 gestellt worden seien. Er lebe nun zusam-

men mit den Kindern in der früheren Familienwohnung, während die Kinds-

mutter eine dreijährige Freiheitsstrafe verbüsse. Weiter wurde unter Bei-

lage verschiedener Belege auf laufende schulpsychologische Abklärungen 

und die Schuldentilgungsbemühungen des Beschwerdeführers 1 hingewie-

sen (act. 115 ff.). 

 

Der Bericht der KESD Baden vom 26. November 2024 und die Eingabe 

vom 17. Dezember 2024 wurden der Vorinstanz bzw. den Beschwerdefüh-

renden zur Kenntnisnahme und freigestellten Stellungnahme zugestellt 

(act. 127 f.).  

 

In der Folge reichte das MIKA weitere Unterlagen nach, welche den Be-

schwerdeführenden mit Instruktionsverfügung vom 30. Januar 2025 eben-

falls zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (act. 129 ff.). 

 

Mit Eingabe vom 18. März 2025 gaben die Beschwerdeführenden unter 

Beilage eines entsprechenden Arbeitsvertrags bekannt, dass der Be-

schwerdeführer 1 seit dem 1. März 2025 in einem Teilzeitpensum als Ser-

vicemitarbeiter arbeite und die dortige Stelle voraussichtlich per 1. April 

2025 zu einem Vollzeitpensum aufstocken könne (act. 133 ff.). Auch diese 

Eingabe wurde der Vorinstanz zu Kenntnis gebracht. 

 

Mit Instruktionsverfügung vom 6. August 2025 wurden die Parteien über 

den Beizug des Vollzugsauftrags der früheren Ehefrau des Beschwerde-

 - 6 - 

 

 

führers 1 informiert, gemäss welchem diese frühestens per 4. September 

2026 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen werden könne und als Voll-

zugsende der 19. August 2027 festgesetzt sei (act. 138 f.). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden 

(vgl. § 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200])  

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Die Beschwerdeführenden beantragen mit Antrag 2 die (Weiter-)Erteilung 

von Aufenthaltsbewilligungen. Das Verwaltungsgericht kann jedoch keine 

Bewilligungen erteilen oder verlängern. Der Antrag ist daher so zu verste-

hen, dass das MIKA gegebenenfalls anzuweisen sei, die Aufenthaltsbewil-

ligung der Beschwerdeführenden zu verlängern bzw. ihnen eine solche zu 

erteilen. 

 

Nachdem sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Vorin-

stanz vom 21. Juni 2024 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwaltungsge-

richts gegeben und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

ist daher, unter Beachtung der vorstehenden Präzisierungen, einzutreten. 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2 

EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensausübung 

bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER/ANNE 

KNEER, in: MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Hand-

kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

 - 7 - 

 

 

[AIG], 2. Auflage, Bern 2024, N. 6 zu Art. 96 AIG mit Hinweisen). In diesem 

Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 AIG relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, persönliche Ver-

hältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechtsfehlerfrei ge-

wichtet wurden (vgl. SCHINDLER/KNEER, a.a.O., N. 8 zu Art. 96 AIG). 

Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, ob 

die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches Interesse 

gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Die Vorinstanz hält in ihrem Einspracheentscheid zusammenfassend fest, 

dass der türkische Beschwerdeführer 1 aus seiner (damaligen) Ehe mit ei-

ner inzwischen wegen Straffälligkeit des Landes verwiesenen Landsfrau 

weder eheliche noch nacheheliche Aufenthaltsansprüche ableiten könne, 

nachdem die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft keine drei Jahre ge-

dauert habe und auch kein nachehelicher Härtefall ersichtlich sei.  

 

Der Beschwerdeführer 1 habe seine lebensprägenden Jahre in der Türkei 

verbracht und habe sich zunächst nur aufgrund seines später abgewiese-

nen Asylgesuchs in der Schweiz aufhalten dürfen. Nach der Regulierung 

seines Aufenthalts sei er wiederholt straffällig geworden sowie betrieben 

worden, während seine sprachliche und wirtschaftliche Integration (ledig-

lich) ausreichend sei. Seine Wiedereingliederung in der Türkei sei aufgrund 

seiner dortigen Sozialisierung und trotz seiner kurdischen Ethnie nicht ge-

fährdet. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 befänden sich in einem anpas-

sungsfähigen Alter und würden ausländerrechtlich das Schicksal ihrer El-

tern teilen, welche beide das Land verlassen müssten. Ein persönlicher 

Härtefall oder ein Eingriff in konventionsrechtliche Beziehungen sei auf-

grund des Alters der Kinder, der bisherigen Integration des Beschwerde-

führers 1 und der Wegweisung der gesamten Familie, bzw. der Landesver-

weisung der Ehefrau, nicht ersichtlich.  

 

Ebensowenig lägen Vollzugshindernisse vor, nachdem dem Beschwerde-

führer 1 nach Einschätzung des Staatssekretariats für Migration (SEM) 

trotz drohender Strafverfolgung in der Türkei weder flüchtlingsrechtlich re-

levante Nachteile oder Verfolgung noch Folter oder eine andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung drohe. 

 

1.2.  

Die Beschwerdeführenden haben ihre Argumentation aufgrund der zwi-

schenzeitlich erfolgten Scheidung und Obhutsumteilung sowie dem Stel-

lenantritt des Beschwerdeführers 1 und dessen jüngsten Bemühungen um 

 - 8 - 

 

 

einen Schuldenabbau im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens etwas ange-

passt. Im Wesentlichen machen sie noch Folgendes geltend:  

 

Das MIKA habe es in gehörsverletzender Weise unterlassen, den ent-

scheidrelevanten Sachverhalt richtig abzuklären und die Fallakten richtig 

zu würdigen. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 befänden sich seit der In-

haftierung der Kindsmutter in der Obhut des Beschwerdeführers 1 und 

seien auf ein verlässliches und von Kontinuität geprägtes Betreuungsum-

feld angewiesen. Ihre Wegweisung ins Heimatland würde in konventions-

widriger Weise ihr Wohl gefährden und den regelmässigen Kontakt zur in-

haftierten Kindsmutter sowie weiteren Verwandten verunmöglichen. Über-

dies drohe dem Beschwerdeführer 1 in der Türkei eine mehrjährige Frei-

heitsstrafe, womit die Kinder dort mindestens zeitweise von beiden Ehegat-

ten getrennt werden könnten.  

 

Die Vorinstanzen hätten keine Gesamtbetrachtung vorgenommen und 

nacheheliche Aufenthaltsrechte nach Art. 77 Abs. 1 lit. b der Verordnung 

über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 

(VZAE; SR 142.201; in Verbindung mit Art. 44 AIG) oder einen persönli-

chen Härtefall nach Art. 31 Abs. 1 VZAE (in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 

lit. b AIG) in unzulässigerweise verneint, nachdem keinerlei Widerrufs-

gründe vorlägen, dem Beschwerdeführer 1 in der Türkei bis zu drei Jahre 

Gefängnis sowie Folter und unmenschliche Behandlung drohen würden 

und er danach als verurteilter Straftäter kurdischer Herkunft keine wirt-

schaftlichen und sozialen Wiedereingliederungschancen habe. Diese seien 

überdies auch aufgrund der langen Landesabwesenheit und fehlender fa-

miliärer Unterstützung getrübt. Zudem begründeten auch die dargelegten 

Interessen der Kinder einen entsprechenden Härtefall.  

 

Weiter lassen die Beschwerdeführenden ausführen, dass sich der Be-

schwerdeführer 1 zunächst aufgrund seines Asylverfahrens und danach 

aufgrund laufender Ausreisefristen bzw. seines Gesuchs um Vorbereitung 

der Ehe durchgehend rechtmässig in der Schweiz aufgehalten habe, wes-

halb ihm sein Aufenthalt seit seiner Einreise am 6. Mai 2017 anzurechnen 

und grundsätzlich als lange zu bezeichnen sei. Seine Delinquenz liege teil-

weise länger zurück und bewege sich ansonsten im Bagatellbereich, ohne 

dass deshalb auf eine schlechte Integration geschlossen werden könne 

oder gar ein Widerrufsgrund anzunehmen sei. Auch die finanziellen Ver-

hältnisse seien seit dem 11. April 2023 gefestigt und seine Schulden seien 

von seiner (früheren) Ehefrau verursacht, während er sich um einen Schul-

denabbau bemühe und beruflich und sprachlich auch nach den vorinstanz-

lichen Feststellungen integriert sei. 

 

Die Wegweisung der Beschwerdeführenden verletze damit deren Anwe-

senheitsrechte aufgrund eines ehelichen bzw. persönlichen Härtefalles, 

missachte das konventionsrechtlich anerkannte Kindswohl und erscheine 

 - 9 - 

 

 

jedenfalls unverhältnismässig. Zudem stünden einer Wegweisung in die 

Türkei das konventionsrechtliche Folterverbot und flüchtlingsrechtliche 

Gründe entgegen.  

 

Eventualiter würden die dargelegten Gründe, eine konkrete Gefährdungs-

situation im Heimatland nach Art. 83 Abs. 4 AIG und eine drohende An-

klage wegen weiterer politischer Delikte den Vollzug in die Türkei unzuläs-

sig und unzumutbar erscheinen lassen, zumal das SEM in seinem vorin-

stanzlich angeführten Abklärungsbericht keine vertiefte Einzelfallabklärung 

vorgenommen habe. Es seien deshalb unter Beizug der türkischen Straf-

akten weitere Abklärungen zu treffen und beim SEM die vorläufige Auf-

nahme des Beschwerdeführers 1 und dessen Kinder zu beantragen.  

 

2.  

2.1.  

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Spricht jedoch 

nichts gegen eine Bewilligungsverlängerung, wird diese praxisgemäss ver-

fügt. Das AIG enthält keine Bestimmungen, welche die Kriterien für die 

Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung festlegen. Art. 33 Abs. 3 

AIG normiert lediglich, dass eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden 

kann, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Wie 

mit Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.298 vom 28. März 2022, 

Erw. II/2.1 festgehalten, setzt die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbe-

willigung einen Nichtverlängerungsgrund voraus. Dieser kann entweder in 

einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG oder in einem Erlöschens-

grund gemäss Art. 51 AIG bestehen oder sich aus einer ständigen, rechts-

gleich gehandhabten Praxis des MIKA ergeben.  

 

2.2.  

Wird die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung damit begründet, 

dass der Aufenthaltszweck dahingefallen sei, besteht der Nichtverlänge-

rungsgrund darin, dass die betroffene Person eine mit der Bewilligungser-

teilung verbundene Bedingung nicht mehr erfüllt, womit der Widerrufs- bzw. 

Nichtverlängerungsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt ist (Entscheid 

des Verwaltungsgerichts WBE.2022.67 vom 1. Juni 2022, Erw. II/2.2; ein-

gehend WBE.2021.346 vom 28. März 2022, Erw. II/2.2). 

 

2.3.  

Wie jede behördliche Massnahme müssen auch die Nichtverlängerung ei-

ner Aufenthaltsbewilligung und die gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. c AIG damit 

verbundene Wegweisung verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV und 

Art. 96 Abs. 1 AIG; vgl. BGE 135 II 377, Erw. 4.3) und verlangen folglich 

nach einer Interessenabwägung unter den Gesichtspunkten von Art. 96 

Abs. 1 AIG. 

 

 - 10 - 

 

 

Da sich die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung und 

Wegweisung erübrigt, wenn der betroffenen Person gestützt auf eine an-

dere Norm eine Bewilligung zu erteilen ist, ist die Verhältnismässigkeitsprü-

fung zunächst zurückzustellen und es ist vorab zu klären, ob der betroffe-

nen Person ohnehin eine Bewilligung zusteht (WBE.2022.86 vom 19. April 

2023, Erw. II/2.3 f.). 

 

3.  

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob ein Nichtverlängerungsgrund vor-

liegt (siehe vorne Erw. II/2.1).  

 

Der Beschwerdeführer 1 verfügte aufgrund seiner am 22. Januar 2021 ge-

schlossenen Ehe mit einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Lands-

frau ab dem 11. Februar 2021 über eine abgeleitete Aufenthaltsbewilligung 

zum Verbleib bei seiner Ehefrau, die einmalig bis zum 31. Januar 2023 ver-

längert wurde (MI1-act. 382, 531). Das Zusammenleben in ehelicher Ge-

meinschaft war Aufenthaltszweck und gleichsam Bedingung für die Verlän-

gerung der Aufenthaltsbewilligung.  

 

Die eheliche Gemeinschaft wurde nach übereinstimmender Auffassung 

beider Parteien und der Vorinstanz (spätestens) am 1. März 2023 aufgelöst 

(MI1-act. 708, act. 20) und die Ehe ist seit dem 10. Dezember 2024 rechts-

kräftig geschieden (act. 118 ff., 129). Selbst wenn sich die früheren Ehe-

leute zukünftig wieder annähern und eine neue Ehe eingehen sollten, ist 

der ursprüngliche Aufenthaltszweck dahingefallen, zumal die inzwischen 

des Landes verwiesene frühere Ehefrau ihr eigenes Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz verloren hat.  

 

Da der Beschwerdeführer damit nicht mehr mit einer aufenthaltsberechtig-

ten Person in ehelicher Gemeinschaft zusammenlebt, kann er sich im heu-

tigen Zeitpunkt für die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung auch 

nicht mehr auf Art. 44 Abs. 1 AIG berufen. Damit wird der Aufenthaltszweck 

bzw. die mit der Bewilligungserteilung verbundene Bedingung nicht mehr 

eingehalten und der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG ist erfüllt. 

Nach dem Gesagten steht fest, dass ein Nichtverlängerungsgrund vorliegt. 

 

4.  

4.1.  

Wie bereits ausgeführt, ist vor der Durchführung der Verhältnismässigkeits-

prüfung zu klären, ob dem Beschwerdeführer 1 – und davon abgeleitet 

auch dessen Kindern – gestützt auf eine andere Norm eine Bewilligung zu 

erteilen ist (vgl. vorne Erw. II/2.3). Vorliegend ist deshalb zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer 1 einen nachehelichen Aufenthaltsanspruch geltend 

machen kann.  

 

 - 11 - 

 

 

Der Einspracheentscheid ist am 21. Juni 2024 ergangen. Gemäss der Än-

derung des AIG vom 14. Juni 2024, welche bezüglich Art. 50 AIG den Ein-

leitungssatz von Absatz 1 sowie den Absatz 2 betrifft und einen Absatz 4 

einführt, ist per 1. Januar 2025 eine in Teilen revidierte Fassung von Art. 50 

AIG in Kraft getreten (AS 2024 713 ff.). Diese findet gemäss spezifischer 

Übergangsregelung von Art. 126g AIG auf alle (hängigen) Gesuche, die vor 

Inkrafttreten der Neufassung von Art. 50 AIG, also vor dem 1. Januar 2025 

eingereicht wurden, Anwendung. In materieller Hinsicht hat die Neurege-

lung einerseits Neuerungen beim Aufenthaltsrecht infolge häuslicher Ge-

walt gebracht (vgl. BBI 2023 2418 ff.). Andererseits steht die Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Familiengemeinschaft nun 

auch bei (ehemaligen) Ehegatten von Drittstaatsangehörigen nicht mehr 

bloss im pflichtgemäss auszuübenden Ermessen der Bewilligungsbehörde 

(vgl. dazu aArt. 77 Abs. 1 VZAE in der bis Ende 2024 in Kraft stehenden 

Fassung). Vielmehr besteht neu auch bei einer Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung nach Art. 44 AIG ein Verlängerungsanspruch, sofern die 

Verlängerungsvoraussetzungen von Art. 50 Abs. 1 AIG erfüllt sind. 

 

Ansonsten erweist sich die vorliegend vorzunehmende Prüfung, ob ein 

nacheheliches Anwesenheitsrecht bzw. ein nachehelicher Härtefall be-

steht, sowohl vor als auch nach der per 1. Januar 2025 eingeführten Ge-

setzesanpassung als dieselbe, wenngleich sich die Rechtsgrundlagen ge-

ändert haben. Während sich die Verlängerung der gestützt auf Art. 44 AIG 

erteilten Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehegemeinschaft vor 

der per 1. Januar 2025 erfolgten Gesetzesänderung nach aArt. 77 VZAE 

richtete, stützt sich diese nun auf Art. 50 AIG, wobei ausser den vorstehen-

den Änderungen grundsätzlich dieselben Voraussetzungen zu erfüllen 

sind.  

 

4.2.  

4.2.1.  

Gemäss aArt. 77 Abs. 1 lit. a VZAE bzw. neu nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG 

kann bzw. (neu) muss die Aufenthaltsbewilligung von Eheleuten nach 

Art. 44 AIG trotz Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft verlän-

gert werden, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden 

hat und die betroffene Person die Integrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 

AIG erfüllt. Die geforderte Ehegemeinschaft besteht grundsätzlich solange, 

als die Eheleute in der Schweiz zusammenleben (vgl. MARC SPESCHA, in: 

MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/ 

FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, 

N. 4 zu Art. 50 AIG; BGE 136 II 113, Erw. 3.3).  

 

Die über eine Dauer von drei Jahren geforderte Ehegemeinschaft besteht 

nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich so-

lange, als die Eheleute in der Schweiz in ehelicher Gemeinschaft, d.h. mit 

dem beidseitigen Willen, eine Ehe zu führen, zusammenleben 

 - 12 - 

 

 

(BGE 136 II 113, Erw. 3.3; 140 II 289, Erw. 3.5.1; Urteil des Bundesge-

richts 2C_436/2020 vom 2. Juli 2020, Erw. 3.2; vgl. SPESCHA, a.a.O., N. 4 

zu Art. 50 AIG). Steht fest, dass kein beidseitiger Wille zur Fortführung der 

Ehegemeinschaft mehr besteht, ist das weitere Zusammenleben nicht an 

die Dreijahresfrist anrechenbar. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Ehe-

leute in rechtsmissbräuchlicher Weise einzig deshalb auf ihre Ehe berufen, 

um die Vorschriften über die Zulassung und den weiteren Aufenthalt zu 

umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a AIG; vgl. THOMAS HUGI YAR, 

Von Trennungen, Härtefällen und Delikten – Ausländerrechtliches rund  

um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: ALBERTO ACHERMANN/ 

CESLA AMARELLE/MARTINA CARONI/ASTRID EPINEY/WALTER KÄLIN/PETER 

UEBERSAX [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, Bern 2013, 

S. 57 ff., 69 f. mit weiteren Hinweisen). 

 

Weiter setzen nacheheliche Aufenthaltsrechte voraus, dass der originär 

aufenthaltsberechtigte Ehegatte bzw. die originär aufenthaltsberechtigte 

Ehegattin bei Auflösung der Ehegemeinschaft weiterhin ein Aufenthalts-

recht in der Schweiz hat. Erfolgt die Auflösung der Ehegemeinschaft erst, 

nachdem das abgeleitete eheliche Aufenthaltsrecht bereits untergegangen 

war, kann ein nacheheliches Aufenthaltsrecht nicht durch Aufgabe des ehe-

lichen Zusammenlebens neu entstehen. Sodann kann es rechtsmiss-

bräuchlich erscheinen, wenn eine Ehetrennung allein der Aufenthaltssiche-

rung dient und ein definitives Scheitern der Ehe erst behauptet wird, nach-

dem sich eine Wegweisung oder Landesverweisung der originär aufent-

haltsberechtigten Person bereits eindeutig abzeichnet (THOMAS GEISER/ 

FELIX BLOCHER/MARC BUSSLINGER, Ausländische Personen als Ehepartner 

und registrierte Partner, in: PETER UEBERSAX/BEAT RUDIN/THOMAS HUGI 

YAR/THOMAS GEISER/LUZIA VETTERLI [Hrsg.], Handbücher für die Anwalts-

praxis, Ausländerrecht, 3. Aufl., Basel 2022, Rz. 23.297 ff.). 

 

4.2.2.  

Einhergehend mit den vorinstanzlichen Ausführungen sind die Vorausset-

zungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf aArt. 77 

Abs. 1 lit. a VZAE bzw. neu nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nicht erfüllt, da 

der Beschwerdeführer 1 lediglich ab der Heirat, d.h. ab dem 22. Januar 

2021 (MI1-act. 375 ff.) bis zur definitiven Trennung am 1. März 2023 (MI1-

act. 708, act. 20) und damit weniger als drei Jahre mit seiner damaligen 

Ehefrau in ehelicher Gemeinschaft in der Schweiz zusammenlebte. Inwie-

weit zwischenzeitliche Trennungsphasen der (damaligen) Eheleute an die 

Dreijahresfrist anrechenbar sind, kann bei dieser Sachlage offenbleiben.  

 

Ebenso kann offenbleiben, ob die Trennung und spätere Scheidung der 

Ehegatten allenfalls bloss der Sicherung des weiteren Aufenthalts dienen 

könnte, nachdem die Ehefrau ihr originäres Anwesenheitsrecht aufgrund 

der gegen sie ausgesprochenen Landesverweisung definitiv verloren hatte 

 - 13 - 

 

 

und sich eine entsprechende Entfernungsmassnahme wohl schon vor der 

Trennung am 1. März 2023 abzeichnete. 

 

Da die Erfüllung der Integrationskriterien von Art. 58a AIG sodann kumula-

tive Voraussetzung zur mindestens dreijährigen Dauer der Ehegemein-

schaft ist, kann an dieser Stelle auch offengelassen werden, ob der Be-

schwerdeführer 1 die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfüllt. Jedoch 

ist diesbezüglich anzumerken, dass der Beschwerdeführer 1 wegen Fah-

rens ohne Autobahnvignette, Fahrens in fahrunfähigen Zustand, Ungehor-

sams gegen amtliche Verfügungen, Verletzung von Verkehrsregeln, Verei-

telung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, pflichtwidri-

gen Verhaltens bei Unfall, Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, 

Förderung der rechtswidrigen Einreise und Schwarzfahrens in mehreren 

Strafbefehlen zu insgesamt 210 Tagessätzen Geldstrafe und Bussen ver-

urteilt (MI1-act. 151 f, 297 ff., 397 ff., 482 ff., 571, 679 f., 694 f.) sowie wie-

derholt betrieben wurde (MI1-act. 560). Zudem mussten er und seine Fa-

milie zeitweise von der Sozialhilfe unterstützt werden (MI1-act. 564 ff., 

607 ff.) und sind vertiefte Deutschkenntnisse trotz mehrjährigem Aufenthalt 

nicht nachgewiesen (MI1-act. 553, 579, 634 ff., 749 f.). Seine Integration 

liegt damit unter den üblichen Erwartungen und ist insgesamt eher als man-

gelhaft zu bezeichnen, woran auch seine erst unter dem Druck des auslän-

derrechtlichen Bewilligungsverfahrens aufgenommenen Bemühungen zur 

Schuldentilgung bzw. Erzielung eines existenzsichernden Erwerbseinkom-

mens nichts mehr zu ändern vermögen (vgl. auch Urteil des Bundesge-

richts 2C_191/2024 vom 30. Januar 2025, Erw. 4.5.2). 

 

4.3.  

4.3.1.  

4.3.1.1.  

Die Anspruchsregelung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG kommt zum Tragen, 

wenn die anrechenbare eheliche Gemeinschaft weniger als drei Jahre ge-

dauert hat und/oder die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG nicht erfüllt 

sind (womit ein Anspruch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ausser Be-

tracht fällt), jedoch aufgrund der gesamten Umstände ein nachehelicher 

Härtefall vorliegt. Dies ist dann der Fall, wenn es für den nachgezogenen 

Ehegatten aufgrund der Umstände eine unzumutbare Härte darstellen 

würde, müsste er die Schweiz nach Auflösung der Ehegemeinschaft wieder 

verlassen. Der Härtefall muss sich aus der Lebenssituation der betroffenen 

Person nach der Auflösung der Ehe und dem Dahinfallen der gestützt auf 

die Ehe erteilten Anwesenheitsberechtigung ergeben. Gemäss Art. 50 

Abs. 2 AIG können wichtige persönliche Gründe, die einen weiteren Auf-

enthalt in der Schweiz erforderlich machen – d.h. einen nachehelichen Här-

tefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG begründen –, namentlich dann 

vorliegen, wenn der nachgezogene Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt ge-

worden ist oder dieser die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder 

die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet er-

 - 14 - 

 

 

scheint. Rechtsprechungsgemäss kann darüber hinaus insbesondere auch 

der Tod des nachziehenden Ehegatten oder die Beziehung zu einem an-

wesenheitsberechtigten gemeinsamen Kind dazu führen, dass dem nach-

gezogenen Ehegatten ein nachehelicher Härtefall zu attestieren ist (einge-

hend zum Ganzen Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2020.401 vom 

27. Juni 2022, Erw. II/5.3.2.1 unter Verweis auf das Urteil des Bundesge-

richts 2C_830/2010 vom 10. Juni 2011, Erw. 3.1; vgl. auch BGE 138 II 229, 

Erw. 3; 139 II 393, Erw. 6, 140 II 289, Erw. 3.6.1 und 143 I 21).  

 

4.3.1.2.  

Bei der Beurteilung, ob wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 

Abs. 1 lit. b AIG vorliegen, sind insbesondere die Konkretisierungen in 

Art. 31 VZAE zu beachten. Diese Bestimmung umschreibt in allgemeiner 

Form, dass bei Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls 

eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann. Sie bezieht sich gemäss 

Klammerverweis im Titel sowohl auf Art. 14 des Asylgesetzes vom 26. Juni 

1998 (AsylG; SR 142.31) als auch auf den Anwendungsbereich des AIG 

(Art. 30 Abs. 1 lit. b, Art. 50 Abs. 1 lit. b und Art. 84 Abs. 5 AIG). In Art. 31 

Abs. 1 VZAE werden folgende zu berücksichtigende Kriterien aufgelistet: 

 

- die Integration anhand der Kriterien von Art. 58a Abs. 1 AIG (Beach-

tung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Respektierung der Werte 

der Bundesverfassung, Sprachkompetenzen und Teilnahme am Wirt-

schaftsleben oder am Erwerb von Bildung; Art. 31 Abs. 1 lit. a VZAE), 

- die familiären Verhältnisse unter besonderer Beachtung des Zeitpunkts 

der Einschulung und der Dauer des Schulbesuchs der Kinder (lit. c), 

- die finanziellen Verhältnisse (lit. d), 

- die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz (lit. e), 

- der Gesundheitszustand (lit. f) und  

- die Möglichkeiten der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat (lit. g). 

 

Die Kriterien gemäss Art. 31 Abs. 1 VZAE beziehen sich einerseits auf här-

tefallbegründende Umstände und andererseits auf Aspekte des öffentli-

chen Interesses, die der Erteilung einer Härtefallbewilligung entgegenste-

hen können. Mit Blick auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG sind nur die härtefallbe-

gründenden bzw. privaten Interessen massgebend, da es lediglich um die 

Frage geht, ob wichtige persönliche Gründe vorliegen, die einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen und somit einen Anspruch 

auf Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung und deren Verlängerung 

begründen. Besteht ein Anspruch im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG und 

liegen keine Erlöschensgründe im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AIG vor, ist die 

Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich zu erteilen bzw. zu verlängern (Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2016.545 vom 8. Mai 2018, 

Erw. II/3.1.2).  

 

 - 15 - 

 

 

4.3.1.3.  

Der nacheheliche Härtefall muss sodann in Kontinuität bzw. Kausalität zur 

gescheiterten Ehegemeinschaft und zum damit verbundenen (abgeleite-

ten) Aufenthalt stehen, weshalb erst nach der definitiven Trennung ausge-

übte Gewalt grundsätzlich keinen nachehelichen Härtefall mehr zu begrün-

den vermag (BGE 137 II 345, Erw. 3.2.3; Urteile des Bundesgerichts 

2C_1017 vom 15. Juni 2018, Erw. 3.2 und 2C_972/2017 vom 15. Juni 

2018, Erw. 4.2). Selbiges gilt auch für Umstände, die bereits vor der Auf-

nahme der ehelichen Gemeinschaft und der Bewilligung eines entspre-

chenden (abgeleiteten) Aufenthalts eingetreten sind bzw. nicht mit diesem 

in Zusammenhang stehen. Diesfalls ist lediglich die ermessensweise Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden per-

sönlichen Härtefalls im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG zu prüfen (vgl. 

dazu GEISER/BLOCHER/BUSSLINGER, a.a.O., RZ 23.322 f. m.w.H.). 

 

4.3.2.  

4.3.2.1.  

Die Beschwerdeführenden machen geltend, dass der Beschwerdeführer 1 

aufgrund regierungskritischer Äusserungen und eines deshalb eingeleite-

ten Strafverfahrens in der Türkei Opfer politischer Verfolgung werden 

könne. Weder seine regierungskritischen Äusserungen noch das an-

schliessend im Jahr 2020 in der Türkei eingeleitete Strafverfahren stehen 

jedoch in einem erkennbaren Konnex zum ehebedingten Aufenthalt des 

Beschwerdeführers 1, nachdem er zum Zeitpunkt seiner nun in der Türkei 

strafrechtlich verfolgten Äusserungen und der Einleitung des Strafverfah-

rens in der Türkei weder verheiratet war noch über ein abgeleitetes eheli-

ches Aufenthaltsrecht verfügte. Seiner diesbezüglichen Situation ist damit 

bei der Beurteilung eines nachehelichen Härtefalles grundsätzlich keine 

Rechnung zu tragen, kann jedoch nachfolgend bei der Prüfung eines allge-

meinen persönlichen Härtefalls nach Art. 30 Abs. 1 AIG in Verbindung mit 

Art. 31 VZAE berücksichtigt werden. 

 

4.3.2.2.  

Wie die Vorinstanz bereits festgehalten hat, bringen die Beschwerdefüh-

renden nicht vor, Opfer ehelicher bzw. häuslicher Gewalt geworden zu sein. 

Auch anhand der Akten ergeben sich hierfür keine Anhaltspunkte. Vielmehr 

ist polizeilich rapportiert, dass der Beschwerdeführer 1 gegenüber seiner 

damaligen Verlobten bzw. Ehefrau mehrfach gewalttätig geworden sein soll 

und deswegen auch Gewaltschutzmassnahmen ergriffen werden mussten, 

wenngleich entsprechende Verfahren aufgrund der abgegebenen Desinte-

resseerklärungen des (mutmasslichen) Opfers jeweils eingestellt wurden 

(MI1-act. 45 ff., 193 ff., 288 ff., 295 f., 364 ff., 408 ff., 442 ff., 462 ff., 503 ff., 

600 ff.). Ebenfalls gibt es keine Hinweise und machen die Beschwerdefüh-

renden auch nicht geltend, dass der Beschwerdeführer 1 die Ehe mit seiner 

früheren Ehefrau nicht freiwillig eingegangen wäre.  

 

 - 16 - 

 

 

4.3.2.3.  

Auch ein nachehelicher Härtefall aufgrund einer fortgeschrittenen Integra-

tion des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz oder aufgrund einer starken 

Gefährdung seiner sozialen oder beruflichen Wiedereingliederung in der 

Türkei ist zu verneinen. 

 

Der heute 38-jährige Beschwerdeführer 1 ist in der Türkei sozialisiert wor-

den und mit den dortigen Verhältnissen trotz seiner über achtjährigen Lan-

desabwesenheit nach wie vor vertraut. Zudem leben dort mehrere nahe 

Verwandte (MI1-act. 95), die ihm – wenn auch allenfalls nicht finanziell – 

bei der Wiedereingliederung helfen könnten. Unabhängig davon ist ihm 

aber aufgrund seiner Sozialisierung und seines noch relativ jungen Alters 

zumutbar, sich nötigenfalls auch ein neues soziales Netzwerk in seinem 

Heimatland aufzubauen. 

 

In der Schweiz hat der Beschwerdeführer 1 aufgrund wiederholter Straffäl-

ligkeit und seiner Verschuldung zu Klagen Anlass gegeben, während seine 

sprachliche und berufliche Integration bestenfalls üblichen Integrationser-

wartungen entspricht (vgl. auch vorne II/4.2.2). Ob er damit die Integra-

tionskriterien von Art. 58a AIG allesamt erfüllt, erscheint fraglich, kann je-

doch offenbleiben, da das Erfüllen der Integrationskriterien zwar eine not-

wendige, aber nicht hinreichende Bedingung für eine Bewilligungserteilung 

ist (vgl. BGE 137 II 345, Erw. 3.2.3). Entscheidend ist vielmehr, ob die per-

sönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung des Beschwerde-

führers 1 bei einer Rückkehr in das Heimatland als stark gefährdet gilt.  

 

Die nicht mit seinem ehebedingten Aufenthalt in der Schweiz in Zusam-

menhang stehenden Strafverfahren in der Türkei und die allgemeinen Hin-

weise auf allfällige Reintegrationsschwierigkeiten genügen jedenfalls nicht, 

um eine starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung des Be-

schwerdeführers 1 in seinem Herkunftsland im Sinne von Art. 50 Abs. 2 

AIG rechtsgenügend darzulegen. Vielmehr müsste anhand der konkreten 

Umstände des Einzelfalls glaubhaft gemacht werden, dass eine mit dem 

ehebedingten Aufenthalt in Zusammenhang stehende Beeinträchtigung 

der Wiedereingliederung von erheblicher Schwere zu befürchten ist (vgl. 

BGE 138 II 229, Erw. 3.2.3).  

 

Nach dem Gesagten ist zumindest mit Blick auf seinen ehebedingten Auf-

enthalt nicht davon auszugehen, dass die soziale Wiedereingliederung des 

Beschwerdeführers 1 bei einer Rückkehr in sein Herkunftsland ernsthaft 

gefährdet wäre. Der Gefahr einer Inhaftierung in der Türkei und deren Aus-

wirkung auf die Reintegrationschancen des Beschwerdeführers 1 ist wie-

derum erst bei der Prüfung eines Härtefalls nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG 

Rechnung zu tragen, während es diesbezüglich für die Bejahung eines 

nachehelichen Härtefalls bereits am erforderlichen Konnex zum ehebe-

dingten Aufenthalt mangelt. 

 - 17 - 

 

 

 

4.3.2.4.  

Ist aus einer inzwischen aufgelösten ehelichen Gemeinschaft ein gemein-

sames Kind hervorgegangen, kann die Beziehung zum in der Schweiz an-

wesenheitsberechtigten Kind einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne 

von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG darstellen, welcher den weiteren Aufenthalt des 

ausländischen Elternteils in der Schweiz erforderlich macht (Urteil des Bun-

desgerichts 2C_163/2021 vom 2. Juni 2021, Erw. 5.2; vgl. Art. 31 Abs. 1 

lit. c VZAE).  

 

Wie vorinstanzlich zu Recht festgehalten wurde, leitet sich das Anwesen-

heitsrecht der Beschwerdeführenden 2 und 3 allein vom Aufenthaltsan-

spruch des Beschwerdeführers 1 ab, nachdem dieser sorge- und obhuts-

berechtigt ist und die Kindsmutter rechtskräftig des Landes verwiesen 

wurde, derzeit aber noch ihre Strafe in der Schweiz absitzt. Sodann befin-

den sich beide Kinder in einem anpassungsfähigen Alter und wurden diese 

noch nicht oder erst vor kurzem eingeschult, weshalb es ihnen grundsätz-

lich zumutbar ist, ihren Eltern in das gemeinsame Heimatland zu folgen 

(vgl. dazu auch Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2017.340 vom 

7. November 2018, Erw. 3.3.3.3). Dies gilt umso mehr, als auch ihre Mutter 

aufgrund der ausgesprochenen Landesverweisung nach ihrer Haftentlas-

sung das Land wird verlassen müssen und der persönliche Kontakt zu bei-

den Elternteilen damit mittel- und langfristig nur in der Türkei wird fortge-

setzt werden können.  

 

Allfällige Auswirkungen einer zukünftigen Inhaftierung des Beschwerdefüh-

rers 1 in der Türkei stehen in Zusammenhang mit dessen Verhalten vor 

dem ehebedingten Aufenthalt und der Erteilung von daraus abgeleiteten 

Aufenthaltsbewilligungen. Es rechtfertigt sich deshalb, auch in Bezug auf 

die Kinder die Auswirkungen einer allenfalls gleichzeitigen Inhaftierung der 

Kindsmutter in der Schweiz und des Beschwerdeführers 1 in der Türkei erst 

bei der Prüfung eines allgemeinen Härtefalls nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG 

zu behandeln.  

 

4.3.2.5.  

Weitere Anhaltspunkte, welche für die Annahme wichtiger persönlicher 

Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG i.V.m. Art. 31 

Abs. 1 VZAE sprechen könnten, ergeben sich aus den Akten nicht und wer-

den auch nicht substanziiert geltend gemacht. 

 

4.4.  

Nach dem Ausgeführten bestehen weder nacheheliche Aufenthaltsansprü-

che aufgrund einer mindestens dreijährigen Ehegemeinschaft und Erfül-

lung der Integrationskriterien von Art. 58a AIG (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG), 

noch liegt ein nachehelicher Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a und 

Art. 50 Abs. 2 AIG vor. 

 - 18 - 

 

 

 

5.  

5.1. 

Liegen keine wichtigen persönlichen Gründe nach aArt. 77 Abs. 1 lit. b 

VZAE i.V.m. Abs. 2 VZAE bzw. Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG vor 

und werden bei der Prüfung dieser Frage die Kriterien gemäss Art. 31 

VZAE berücksichtigt, liegt regelmässig auch kein schwerwiegender per-

sönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vor. Vorliegend ist 

jedoch zu beachten, dass gegen den Beschwerdeführer 1 ein Strafverfah-

ren in der Türkei hängig ist, welches im dargelegten Sinne zwar nicht in 

Zusammenhang mit seinem ehebedingten Aufenthalt steht, jedoch gleich-

wohl einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall im Sinn von Art. 30 

Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 31 VZAE begründen könnte. Sodann 

wird auf die Auswirkungen verwiesen, welche eine gleichzeitige Inhaftie-

rung der Kindsmutter in der Schweiz und des Beschwerdeführers 1 in der 

Türkei haben könnte. Es werden deshalb besondere Umstände geltend ge-

macht, welche unabhängig von der Ehe auf das Bestehen einer Härtefall-

situation hindeuten könnten und einer näheren Prüfung bedürfen. 

 

5.2.  

Wie bereits dargelegt wurde, sind grundsätzlich die härtefallbegründenden 

Umstände von Art. 31 Abs. 1 VZAE zu berücksichtigen, soweit sie nicht 

schon in die vorstehende Prüfung eines nachehelichen Härtefalls miteinbe-

zogen wurden. Konkret geht es damit vorliegend allein noch um die Prüfung 

der Familienverhältnisse, insbesondere zum Einschulungszeitpunkt der 

Kinder (Art. 31 Abs. 1 lit. c VZAE), und deren Möglichkeiten zur Wiederein-

gliederung im Herkunftsland im Falle einer Inhaftierung des Beschwerde-

führers 1. 

 

5.3.  

5.3.1.  

Gegen den Beschwerdeführer 1 ist vor rund fünf Jahren in der Türkei ein 

Strafverfahren wegen öffentlicher Demütigung der türkischen Nation bzw. 

des Staates der Republik Türkei und dessen Organe und Institutionen im 

Sinn von Art. 301 des türkischen Strafgesetzbuchs anhängig gemacht wor-

den. Hintergrund des Verfahrens sind dessen regierungskritischen Äusse-

rungen auf Twitter vom 22. April 2020, in welchen er auf den kurdischen 

Befreiungskampf verwies und die Türkei als faschistisch besetzt bezeich-

nete (MI1-act. 715 ff.). Wie das SEM in seinem Amtsbericht vom 26. März 

2024 festhielt, droht dem Beschwerdeführer 1 deshalb in der Türkei maxi-

mal eine dreijährige Freiheitsstrafe, welche aber in der Regel in einer offe-

nen Strafanstalt vollzogen werden könnte (MI1-act. 755 f.). Zudem führen 

lediglich ein Bruchteil der Social-Media-Ermittlungsverfahren wegen Belei-

digung des Präsidenten, Verbreitung terroristischer Propaganda oder Auf-

stachelung zu Feindschaft und Hass zu einer tatsächlichen Verurteilung 

oder einer Haftstrafe (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVG]  

 - 19 - 

 

 

D-1826/2020 vom 15. Januar 2024, Erw. 6.5.2.3; D-4764/2025 vom 24. Juli 

2025, Erw. 6.2). Auch wenn der Beschwerdeführer gemäss den eingereich-

ten Unterlagen bis in die jüngere Vergangenheit zwecks Vorführung mit 

Haftbefehl gesucht und letztmals auf den 25. April 2024 eine Verhandlung 

angesetzt wurde (vgl. Anhörungsberichte und Haftbefehle des zuständigen 

türkischen Strafgerichts vom 26. Dezember 2023, 28. November 2023, 

16. November 2021 [MI1-act. 717 ff.]), erscheint eine künftige Verurteilung 

des Beschwerdeführers 1 in der Türkei zu einer unbedingten Freiheitsstrafe 

unwahrscheinlich, wenn auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Sodann 

hätte er selbst bei einer Haftstrafe kaum mit einer Ausschöpfung des drei-

jährigen Strafrahmens zu rechnen und würde der Vollzug voraussichtlich in 

einer offenen Strafvollzugsanstalt stattfinden. 

 

5.3.2.  

Grundsätzlich ist jeder Staat berechtigt, seine Strafbarkeitsgrenzen selbst 

zu definieren. Die Ausübung legaler und legitimer Strafgewalt durch die hei-

matlichen Behörden ist in aller Regel nicht härtefallbegründend. Eine dro-

hende Strafverfolgung im Heimatland kann vielmehr lediglich dort einen 

persönlichen Härtefall begründen, wo dem Betroffenen ein flüchtlingsrecht-

lich relevanter Nachteil entstünde. Hierfür muss mit stichhaltigen Gründen 

konkret und ernsthaft glaubhaft gemacht werden, dass eine Wegweisung, 

bzw. ihr Vollzug, völker- und verfassungsrechtlich unzulässig ist, insbeson-

dere wenn betroffene Personen im Heimatland keinen fairen Prozess er-

warten können oder sie dort Folter oder einer unmenschlichen oder ernied-

rigenden Strafe oder Behandlung unterworfen würden (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 2C_766/2019 vom 14. September 2020, Erw. 7). Die Kriterien 

für die Begründung eines persönlichen Härtefalls überschneiden sich dies-

bezüglich weitgehend mit den Gründen, die auch einem Wegweisungsvoll-

zug entgegenstünden (vgl. Urteil des BVG F-3956/2016 vom 17. Dezember 

2018, Erw. 6.3). 

 

Wie sich aus dem bereits zitierten Amtsbericht des SEM vom 26. März 

2024 erschliesst, stehen der Wegweisung des Beschwerdeführers 1 vorlie-

gend weder Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG entgegen 

noch besteht ein tatsächliches Risiko einer unmenschlichen Behandlung 

im Sinne von Art. 3 EMRK. Der Beschwerdeführer 1 erscheint nicht poli-

tisch exponiert und ist – soweit aus den Akten ersichtlich (vgl. MI1-act. 61) 

– in der Türkei auch nicht einschlägig vorbestraft. Wie bereits dargelegt 

wurde, besteht nur eine geringe Gefahr einer längeren Inhaftierung. Der 

blosse Umstand, dass ihm in der Türkei wegen politischer Delikte eine 

Strafverfolgung droht, begründet keinen Härtefall, zumal auch die Schweiz 

Strafbestimmungen zum Schutz ihrer Staatsordnung und Institutionen 

kennt (vgl. Art. 265 ff. des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. De-

zember 1937 [StGB; SR 311.0]) und die restriktivere Ahndung solcher De-

likte in der Türkei nicht zwangsläufig der Wegweisung bzw. dem Wegwei-

sungsvollzug entgegenstehen muss (vgl. Urteil des BVG D-1826/2020 vom 

 - 20 - 

 

 

15. Januar 2024, Erw. 6.5.2). Auch wenn die Türkei gerade in solch poli-

tisch gefärbten Prozessen rechtsstaatliche Defizite aufweist, kann der Be-

schwerdeführer 1 mangels besonders geschärften politischen Profils und 

fehlender Indizien für eine bisherige Beschneidung seiner Verfahrens-

rechte damit rechnen, sich in der Türkei angemessen gegen die erhobenen 

Vorwürfe verteidigen zu können, sollten die dortigen Behörden deren Ahn-

dung überhaupt noch weiter vorantreiben (vgl. Urteil des BVG E-1327/2024 

vom 17. April 2024, Erw. 6.3). Ein persönlicher Härtefall ist damit diesbe-

züglich zu verneinen. 

 

5.3.3.  

Sollte der Beschwerdeführer 1 in der Türkei gleichwohl zu einer unbeding-

ten Freiheitsstrafe verurteilt werden, stellt sich weiter die Frage, ob die Be-

treuung der Beschwerdeführenden 2 und 3 dann noch hinreichend sicher-

gestellt werden könnte, nachdem die Kindsmutter derzeit noch in der 

Schweiz inhaftiert ist.  

 

Die Inhaftierung eines betreuenden Elternteils schränkt zwangsläufig des-

sen Betreuungsmöglichkeiten ein und erfordert regelmässig vormund-

schaftliche Massnahmen, soweit eine adäquate Betreuung der Kinder nicht 

durch den anderen Elternteil, weitere Bezugspersonen oder eine ange-

passte Vollzugsform sichergestellt werden kann (vgl. dazu für die Schwei-

zer Verhältnisse BGE 146 IV 267, Erw. 3). Die Türkei als Vertragsstaat des 

Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 

(KRK; SR 0.107) hat sich hierbei aber verpflichtet, das Wohl der Kinder zu 

achten, entsprechende Institutionen zu deren Schutz zu unterhalten und 

alles zu tun, um deren Rechte zu wahren (vgl. Art. 3 und 4 KRK; vgl. auch 

BGE 146 IV 267, Erw. 3.3.1). Es darf deshalb davon ausgegangen werden, 

dass die türkischen Behörden die familiäre Situation des Beschwerdefüh-

rers 1 berücksichtigen und einer allfälligen Gefährdung des Kindswohls mit 

geeigneten Gegenmassnahmen begegnen, zum Beispiel durch Anpassung 

der Vollzugsform, Gewährung eines Strafaufschubs (bis zur Entlassung der 

Kindsmutter) oder Ergreifung adäquater Kindesschutzmassnahmen. Über-

haupt ist das Risiko einer tatsächlichen Inhaftierung des Beschwerdefüh-

rers 1 aus dargelegten Gründen als gering einzustufen und wäre selbst bei 

Verhängung einer unbedingten Haftstrafe mit einer offenen Vollzugsform 

und zeitlich milder Strafe zu rechnen, zumal der Beschwerdeführer 1 weder 

politisch exponiert erscheint noch einschlägig vorbestraft ist. Die geltend 

gemachte Gefährdung des Kindswohls ist deshalb zu wenig konkret, als 

dass sie vorliegend einen persönlichen Härtefall begründen könnte. Viel-

mehr ist im dargelegten Sinne davon auszugehen, dass die Betreuung der 

Kinder durch den Beschwerdeführer 1 auch in der Türkei sichergestellt ist 

bzw. im unwahrscheinlichen Fall von dessen Inhaftierung durch die türki-

schen Behörden gewährleistet werden kann und höchstens kurzzeitig eine 

Fremdplatzierung erfordern würde. 

 

 - 21 - 

 

 

Das in einem Bericht des KESD Baden vom 26. November 2024 

(act. 113 f.) angesprochene Erfordernis von Kontinuität für die Kinder ist 

auch in der Türkei gewährleistet, wo die Kinder im dargelegten Sinne nicht 

nur weiterhin von ihrem Vater betreut werden können, sondern auch den 

Kontakt zu ihrer Mutter inskünftig pflegen können. Im Gegensatz dazu ist 

der Kontakt zur Kindsmutter in der Schweiz aufgrund von deren Inhaftie-

rung und drohenden Ausschaffung ohnehin nur beschränkt und zeitlich li-

mitiert möglich. Zudem wird im Bericht des KESD auch auf Entwicklungs-

verzögerungen im Spracherwerb hingewiesen, weshalb eine Integration in 

einer türkischsprachigen Umgebung allenfalls auch Vorteile für die Kinder 

mit sich bringt. Jedenfalls ist entgegen den Ausführungen im Bericht des 

KESD nicht ersichtlich, dass das Kindswohl und internationale Verpflich-

tungen vorliegend einen weiteren Verbleib der Kinder in der Schweiz ge-

bieten würden. Vielmehr befinden sich diese offenkundig noch in einem an-

passungsfähigen Alter und ist die mittel- und langfristige Aufrechterhaltung 

des Kontakts zu beiden Elternteilen nur in der Türkei gewährleistet. 

 

5.3.4.  

Aus dargelegten Gründen begründen somit auch die familiären Verhält-

nisse (Art. 31 Abs. 1 lit. c VZAE) und das Strafverfahren gegen den Be-

schwerdeführer 1 im Heimatland keinen persönlichen Härtefall nach Art. 30 

Abs. 1 lit. b AIG. Weitere härtefallbegründende Umstände sind sodann we-

der ersichtlich noch substanziiert dargelegt worden bzw. waren bereits bei 

der Prüfung eines nachehelichen Aufenthaltsanspruchs zu verneinen. 

 

6.  

Erweist sich unter Berücksichtigung der Kriterien von Art. 31 VZAE, dass 

bei einer ausländischen Person nach Wegfall ihres abgeleiteten Bewilli-

gungsanspruchs zwecks Verbleibs beim (früheren) Ehegatten bzw. bei der 

Ehegattin weder ein nachehelicher Härtefall im Sinne von aArt. 77 Abs. 1 

lit. b VZAE bzw. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG noch ein schwerwiegender persön-

licher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt, ist damit 

gleichsam erstellt, dass das private Interesse der betroffenen Person an 

einem weiteren Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an der 

Beendigung ihres Aufenthalts nach Auflösung der anwesenheitsberechti-

genden Ehegemeinschaft nicht aufzuwiegen vermag. Dies gilt auch in je-

nen Fällen, in denen sich das öffentliche Interesse in migrationsregulato-

rischen Überlegungen erschöpft (vgl. zum Ganzen Art. 31 Abs. 1 VZAE mit 

Art. 96 Abs. 1 AIG; Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.346 

vom 28. März 2022, Erw. II/8). 

 

Im Rahmen der vorstehenden Erwägungen und unter Verweis auf die zu-

treffenden vorinstanzlichen Erwägungen (act. 7 f.) wurde unter Berücksich-

tigung der Kriterien von Art. 31 VZAE festgestellt, dass beim Beschwerde-

führer 1, der seinen abgeleiteten Bewilligungsanspruch zwecks Verbleibs 

bei seiner (früheren) Ehefrau verloren hat (siehe vorne Erw. II/3), weder ein 

 - 22 - 

 

 

nachehelicher Härtefall (Erw. II/5.2 ff.) noch ein schwerwiegender persön-

licher Härtefall (Erw. II/6) vorliegt. Damit steht fest, dass die Nichtverlänge-

rung der bisherigen sowie die Verweigerung einer neuen Aufenthaltsbewil-

ligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers 1 aus der Schweiz 

auch vor dem Gebot der Verhältnismässigkeit standhalten. Auf eine er-

neute Darlegung und detaillierte Bemessung der zu berücksichtigenden In-

teressen kann unter diesen Umständen verzichtet werden. 

 

Der Beschwerdeführer 1 ist in der Türkei aufgewachsen und sozialisiert 

worden, während er sich erst seit dem 6. Mai 2017 in der Schweiz aufhält 

und seine hiesige Integration hinter üblichen Erwartungen zurückblieb. 

Auch wenn sein nunmehr über achtjähriger Aufenthalt in der Schweiz als 

eher lange zu bezeichnen ist, durfte er sich hier überwiegend nur aufgrund 

seines Asylgesuchs, hängiger Rechtsmittelverfahren sowie noch laufender 

Ausreisefristen aufhalten. Einem solchermassen prekären Aufenthalt ist 

nicht dieselbe integrierende Wirkung zuzumessen wie einem ordentlich be-

willigten Aufenthalt, weshalb die bisherige Aufenthaltsdauer des Beschwer-

deführers erheblich zu relativieren ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_18/2019 vom 9. Januar 2019, Erw. 2.3; BGE 137 II 10, Erw. 4.6 f.).  

 

Den Beschwerdeführenden 2 und 3 ist sodann aufgrund ihres anpassungs-

fähigen Alters zuzumuten, dem betreuenden Beschwerdeführer 1 ins ge-

meinsame Heimatland zu folgen, in welches nach Strafende auch die 

Kindsmutter ausgeschafft werden wird.   

 

7.  

Hinsichtlich der Prüfung, ob die Verweigerung des weiteren Aufenthalts des 

Beschwerdeführers in der Schweiz und die damit verbundene Wegweisung 

vor Art. 8 EMRK standhalten, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 12 f., Erw. 7). Eine Ver-

letzung von Art. 8 EMRK ist in Bezug auf den Beschwerdeführer 1 nicht 

ersichtlich und wird auch nicht substanziiert behauptet. 

 

Bezüglich der Beschwerdeführenden 2 und 3 wird hierzu lediglich vorgetra-

gen, dass es im Falle einer Wegweisung zu einer Trennung von der inhaf-

tierten Kindsmutter und weiterer Verwandter komme. Diesbezüglich ist je-

doch festzuhalten, dass aufgrund der Inhaftierung der Kindsmutter die fa-

miliäre Beziehung zu dieser ohnehin nur eingeschränkt durch Besuche und 

über die Distanz gepflegt werden kann und die Kindsmutter nach ihrer Haft-

entlassung in die Türkei wird zurückkehren müssen. Ein massgeblicher 

Eingriff in eine konventionsrechtlich geschützte Beziehung ist unter diesen 

Umständen nicht ersichtlich (siehe dazu auch Erw. II/5.3.3 vorstehend). Die 

familiären Beziehungen zu weiteren Verwandten in der Schweiz sind so-

dann mangels Zugehörigkeit zur Kernfamilie und ersichtlichem Abhängig-

keitsverhältnis etc. konventionsrechtlich nicht geschützt und im Übrigen 

 - 23 - 

 

 

auch nicht hinreichend substanziiert dargelegt worden (vgl. BGE 144 II 1, 

Erw. 6.1). 

 

8.  

Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass keine Hinweise er-

sichtlich sind, wonach der Vollzug der Wegweisung im Sinne von Art. 83 

AIG unzulässig, unmöglich oder unzumutbar sein könnte. Die Beschwer-

deführenden weisen lediglich darauf hin, dass eine Zwangsausschaffung 

aufgrund der aktuellen völkerrechtlichen Situation und der politischen Lage 

in der Türkei sowie einer dort angeblich drohenden Inhaftierung des Be-

schwerdeführers 1 unzumutbar sei, was im bereits dargelegten Sinne un-

zutreffend ist. Auch wenn der kurdischstämmige Beschwerdeführer 1 durch 

seine regierungskritischen Äusserungen auf Twitter in seiner Heimat straf-

rechtlich belangt werden könnte, gehört er keinem politisch besonders ex-

ponierten Personenkreis an und steht entsprechend nicht im Fokus des tür-

kischen Sicherheitsapparats. Seine blosse Zugehörigkeit zur kurdisch-

stämmigen Bevölkerung und das dort eingeleitete Strafverfahren reichen 

hierzu jedenfalls nicht aus (vgl. vorne Erw. II/5.3.1 und die dort angeführte 

bundesverwaltungsgerichtliche Praxis). Gemäss Bundesverwaltungs-ge-

richt herrscht in der Türkei überdies weder Krieg oder Bürgerkrieg noch 

eine Situation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell 

unzumutbar wäre und sind Wegweisungen in die Türkei auch für Ange-

hörige der kurdischen Minderheit weiterhin möglich (Urteil des BVG  

E-4713/2025 vom 25. Juli 2025 m.w.H.; vgl. dazu auch den Amtsbericht 

des SEM vom 26. März 2024 [MI1-act. 755 ff., den Beschwerdeführer 1 

betreffend]). Mangels ersichtlicher Vollzugshindernisse im Sinne von 

Art. 83 AIG besteht somit keine Veranlassung, im Sinne des Eventualan-

trags beim SEM um die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden zu 

ersuchen. 

 

9.  

Wie sich aus vorstehenden Erwägungen erschliesst, erscheint der ent-

scheiderhebliche Sachverhalt hinreichend abgeklärt und sind weitere Un-

tersuchungen nicht erforderlich. Dementsprechend erweist sich auch der 

Vorwurf einer unzureichenden Sachverhaltsabklärung bzw. gehörsverlet-

zenden Würdigung der entscheidrelevanten Umstände durch die Vorin-

stanzen als unbegründet und kann von weiteren Beweiserhebungen abge-

sehen werden. 

 

10.  

Zusammenfassend steht fest, dass die Nichtverlängerung der bisherigen 

sowie die Verweigerung von neuen Aufenthaltsbewilligungen und die Weg-

weisung der Beschwerdeführenden gemäss nationalem Recht nicht zu be-

anstanden sind und vor Art. 8 EMRK und den übrigen internationalen Ver-

pflichtungen standhalten. Nachdem auch dem Vollzug der Wegweisung 

 - 24 - 

 

 

keine Hindernisse entgegenstehen, ist der Entscheid der Vorinstanz nicht 

zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

III.  

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Obsiegens und Unterliegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem die Beschwerdeführenden vollumfänglich unterliegen, 

gehen die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu ihren Las-

ten. Ein Kostenbezug rechtfertigt sich bei den minderjährigen Beschwerde-

führenden 2 und 3 aufgrund ihres Alters nicht. Die Verfahrenskosten sind 

daher allein beim Beschwerdeführer 1 zu beziehen. Ein Parteikostenersatz 

fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2.  

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 1'500.00, sind vom Beschwerdeführer 1 zu bezahlen. 

 

3.  

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführenden (Vertreter) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

 - 25 - 

 

 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizeri-

schen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 20. August 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber:  

 

 

 

Busslinger Manz