# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ac1f9f1-8407-58dd-b5c0-666d155062b6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.08.2018 UV 2016/54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-54_2018-08-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/54

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.08.2018

Entscheiddatum: 02.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 02.08.2018
Art. 4 ATSG. Verneinung eines Unfallereignisses in Bezug auf eine TFCC-
Läsion beim reflexartigen Nachfassen nach einer ca. 20 kg schweren 
Brotkiste, um deren Herunterfallen zu verhindern. Selbst wenn ein 
Unfallereignis vorläge, wäre der Kausalzusammenhang zwischen dem 
angeschuldigten Ereignis und den geltend gemachten Beschwerden zu 
verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
2. August 2018, UV 2016/54).

Entscheid vom 2. August 2018

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/54          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, 

Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war bei der Holzofenbäckerei B.___ AG tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen 

die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 21. 

Dezember 2015 (Posteingang) meldete die Arbeitgeberin der Mobiliar, die Versicherte 

habe seit mehreren Monaten Schmerzen und einen Verlust der Hebekraft im rechten 

Handgelenk nach gewissen Handbewegungen. Das Schadendatum sei unbekannt (UV-

act. U1). Die Versicherte gab am 19. Januar 2016 auf einem Fragebogen der Mobiliar 

an, sie habe am 18. August 2015 eine Brotkiste in den Lieferwagen laden wollen. Dabei 

sei ihr die Brotkiste aus der Hand geglitten und beim Nachfassen habe es ihr das 

rechte Handgelenk “abgeknickt“. Sie sei vorerst nicht zum Arzt gegangen, weil sie 

geglaubt habe, es handle sich um eine normale Verstauchung, die von selber heilen 

werde (UV-act. U2).

A.b  Dr. med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, hatte am 8. und 22. Dezember 2015 

über seit langem bekannte Handgelenksschmerzen berichtet. Es bestünden teils 

blitzartig einschiessende Schmerzen in das Handgelenk vor allem ulnarseits. Eine 

Minusvariante der Ulna liege nicht vor. Er hatte ein Überlastungssyndrom des 

ulnocarpalen Handgelenks rechts diagnostiziert und der Versicherten Analgesie, eine 

Schiene sowie Schonung verordnet (UV-act. K19, M2).

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A.c  Mit Schreiben vom 29. Januar 2016 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, es 

müsse davon ausgegangen werden, dass ihre Beschwerden ab 8. Dezember 2015 

(Datum der Erstbehandlung) nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 18. August 2015 stünden. Sie lehne daher einen 

Anspruch auf Versicherungsleistungen ab (UV-act. K8). Die Versicherte führte am 8. 

Februar 2016 aus, sie habe sich beim Unfall vom 18. August 2015 beim Einladen der 

Backwaren in den Lieferwagen verletzt. Da sie nicht wegen jeder Bagatelle zum Arzt 

gehe, habe sie im August 2015 keine Unfallmeldung gemacht. Erst im Dezember 2015 

habe ihre Arbeitgeberin den Unfall gemeldet, da sie immer noch 

Handgelenksschmerzen verspürt habe. Das Ereignis sei entsprechend als Unfall 

anzuerkennen (UV-act. K9).

A.d  Mit Verfügung vom 19. Februar 2016 lehnte die Mobiliar einen Anspruch auf 

Versicherungsleistungen ab. Sie begründete, es handle sich beim genannten Ereignis 

nicht um einen Unfall im Sinne des Gesetzes, da es am Erfordernis eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors fehle. Es liege auch keine unfallähnliche 

Körperschädigung vor (UV-act. K11).

B.   

B.a  Dr. med. D.___, Facharzt Plastische und Handchirurgie, Spital E.___, berichtete am 

26. Februar 2016 über einen Verdacht auf eine traumatische Läsion des triangulären 

fibrocartilaginären Komplexes (TFCC) des Handgelenks rechts nach Distorsionstrauma 

im August 2015. Er bitte die Mobiliar um Anerkennung des Unfallschadens, da keine 

Vorerkrankungen an der Extremität vorhanden seien und seines Erachtens die 

Kausalität zur Distorsion eindeutig gegeben sei (UV-act. M4). Die Mobiliar hielt am 10. 

März 2016 an ihrer Leistungsablehnung fest (UV-act. K13).

B.b  Die Versicherte hatte am 9. März 2016 Einsprache gegen die Verfügung vom 19. 

Februar 2016 erhoben. Sie hatte vorgebracht, beim Ereignis vom 18. August 2015 habe 

es sich um einen Unfall gehandelt. Allenfalls sei die Überlastung der TFCC als 

Berufskrankheit anzuerkennen (UV-act. K16). Der Einsprache hatte sie ein 

Informationsblatt von Dr. D.___ bezüglich TFCC-Läsion, Ulnaverkürzung und möglicher 

Behandlung beigelegt (vgl. UV-act. K15). Am 23. April 2016 brachte sie ergänzend vor, 

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sie habe vor dem Unfall vom 18. August 2015 keine Schmerzen oder sonstige 

Beschwerden am Handgelenk gehabt (UV-act. K20).

B.c  Am 11. März 2016 hatte Dr. D.___ festgehalten, kernspintomographisch (vgl. MRT-

Untersuch vom 1. März 2016; UV-act. M9) zeige sich eine degenerative TFCC-Läsion 

mit diskretem Ulna-Impingement. Ein Kausalzusammenhang mit dem 

Distorsionstrauma sei vorhanden, da die Versicherte vorher an der jetzt verunfallten 

Extremität völlig beschwerdefrei gewesen sei und im zeitlichen Abstand gesehen die 

initial traumatische Verletzung auch degenerative Spuren hinterlassen haben könne. Er 

bitte daher nochmals um die Anerkennung des Unfallschadens. Vom therapeutischen 

Aspekt her werde mittelfristig eine Ulnaverkürzungsosteotomie nochmals diskutiert 

werden (UV-act. M6).

B.d  Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Mobiliar, befand am 15. 

Juni 2016, die Kriterien für die Übernahme des TFCC-Schadens als Berufskrankheit 

seien nicht erfüllt. Eine äussere Einwirkung im Sinne eines Unfalls habe nicht 

stattgefunden, es sei jedoch zu einem programmwidrigen Ablauf gekommen. Mangels 

Listenverletzung liege keine unfallähnliche Körperschädigung vor (UV-act. M13).

B.e  Gestützt darauf wies die Mobiliar die Einsprache mit Entscheid vom 22. Juni 2016 

ab (UV-act. K34).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Juni 2016 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 22. August 2016. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

beantragte darin dessen Aufhebung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, 

insbesondere Heilbehandlungen und Taggelder. Eventualiter sei die Angelegenheit zur 

Durchführung weiterer Abklärungen an die Mobiliar (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Sie machte geltend, beim Ereignis vom 18. August 2015 sei es zweifellos zu einem 

programmwidrigen Ablauf gekommen und aufgrund des Gewichts der Brotkiste von 

rund 20 kg sowie deren Abrutschens sei ein äusserer Faktor gegeben, welcher 

aufgrund der Programmwidrigkeit auch als aussergewöhnlich zu qualifizieren sei. Der 

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Unfallbegriff sei deshalb erfüllt. Aufgrund der medizinischen Beurteilung von Dr. D.___ 

sei nachgewiesen, dass die TFCC-Läsion unfallkausal sei. Die Beschwerdegegnerin 

habe die gesetzlichen Leistungen daher zu übernehmen (act. G1).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. September 

2016 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, auch unter Berücksichtigung des 

erstmals geltend gemachten Gewichts der Kiste von 20 kg könne kein ungewöhnlicher 

äusserer Faktor bejaht werden. Der natürliche Ablauf der Körperbewegung sei durch 

nichts Programmwidriges beeinträchtigt worden. Da der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, 

erübrige sich die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs (act. G3).

C.c In ihrer Replik vom 31. Oktober 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest. Sie brachte vor, die in der MRI-Untersuchung vom 1. März 2016 

festgestellten degenerativen Schäden liessen sich dadurch erklären, dass der Unfall im 

Untersuchungszeitpunkt bereits über ein halbes Jahr zurückgelegen habe. Das 

Vorliegen einer Programmwidrigkeit sei gemäss Dr. F.___ zu bejahen und der 

Unfallbegriff damit erfüllt (act. G5).

C.d Mit Duplik vom 30. November 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

fest. Sie führte gestützt auf eine neu eingereichte Aktenbeurteilung von Dr. F.___ vom 

23. November 2016 (vgl. act. G7.1) aus, der nachgewiesene degenerative Schaden 

habe sich nicht innerhalb des kurzen Zeitraums zwischen dem Ereignis vom 21. 

Dezember 2015 und der MRI-Untersuchung vom 1. März 2016 bilden können. Das 

Nachfassen einer angeblich 20 kg schweren Brotkiste stelle keinen Kraftaufwand dar, 

der ungewöhnlich im Rechtssinne sein könnte. Der Unfallbegriff sei gemäss 

einheitlicher Rechtsprechung nicht erfüllt (act. G7).

C.e Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 brachte die Beschwerdeführerin vor, der 

Unfall habe sich nicht am 21. Dezember, sondern am 18. August 2015 ereignet. Die 

Beurteilung von Dr. F.___ basiere damit auf falschen Annahmen (act. G9). Die 

Beschwerdegegnerin nahm am 21. Dezember 2016 dazu Stellung (act. G11).

Erwägungen

1.   

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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorische 

Unfallversicherung der Beschwerdeführerin für die Folgen des Ereignisses vom 18. 

August 2015 leistungspflichtig ist. Unbestritten handelt es sich bei der TFCC-Läsion 

der Beschwerdeführerin um keine unfallähnliche Körperschädigung (act. G5, Art. 9 

UVV) und auch das Vorliegen einer Berufskrankheit (Art. 9 UVG) wurde im 

Beschwerdeverfahren nicht mehr vorgebracht (vgl. act. G1, G5). Es ist damit nur zu 

beurteilen, ob es sich beim genannten Ereignis um einen Unfall handelte.

2.1  Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 

199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

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Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die 

Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 

Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 

Nr. U 180 S. 38 E. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 

natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. 

Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu 

bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist 

wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 

130 V 117 E. 2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundes¬gerichts] vom 7. Oktober 2003, 

U 32/02, E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit 

Hinweisen).

2.2  Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des 

Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es 

dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 

sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann 

aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; THOMAS 

LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 

2014, § 70 N. 2 ff., N. 20; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29; RKUV 1990 Nr. U 

86 S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu LOCHER/

GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.: Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im 

Sozialversicherungsrecht, die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht).

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2.3  In der ursprünglichen Schadenmeldung der Arbeitgeberin wird als Schadendatum 

“unbekannt“ angegeben und das schädigende Ereignis nicht beschrieben. Es ist 

lediglich erwähnt, die Beschwerdeführerin leide seit mehreren Monaten unter 

Schmerzen und einem Verlust der Hebekraft im rechten Handgelenk nach gewissen 

Handbewegungen (UV-act. U1). Wie die Beschwerdeführerin jedoch am 19. Januar 

2016 nachvollziehbar ausführte, bezogen sich diese Angaben auf die zur Zeit der 

Unfallmeldung vom Dezember 2015 bestehende Gesundheitssituation und nicht das 

schädigende Ereignis (vgl. UV-act. U2). Den übrigen Akten ist als Schadendatum 

wiederholt der 18. August 2015 zu entnehmen (vgl. UV-act. U2, M13, K9). Die 

Beschwerdeführerin gab am 19. Januar 2016 an, sie habe eine Brotkiste in den 

Lieferwagen laden wollen. Da sei ihr diese Brotkiste aus der Hand geglitten. Beim 

Nachfassen habe es ihr das (rechte) Handgelenk “abgeknickt“. Daraufhin habe sie ihre 

Arbeit fortsetzen können, obwohl das Handgelenk geschmerzt habe. Sie sei vorerst 

nicht zum Arzt gegangen, da sie geglaubt habe, es handle sich um eine normale 

Verstauchung, welche von selbst heilen werde (UV-act. U2). Mit Eingabe vom 8. 

Februar 2016 und Einsprache vom 9. März 2016 brachte die Beschwerdeführerin 

lediglich vor, sie habe sich beim Einladen der Backwaren in den Lieferwagen das 

rechte Handgelenk verletzt. Beim Nachfassen der Brotkiste handle es sich um eine 

plötzliche Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors (UV-act. K9, K16). Ein 

“Abknicken“ der Hand erwähnte sie nicht. In ihrer Beschwerde brachte sie sodann vor, 

sie habe die rund 20 kg schwere Kiste auf einen bereits vorhandenen Stapel stellen 

wollen. Dabei sei ihr die Kiste aus der Hand gerutscht und beim Versuch diese 

aufzufangen, sei ihr rechtes Handgelenk abgeknickt. Es seien umgehend Schmerzen 

im Handgelenk aufgetreten und es sei zu einer leichten Schwellung gekommen (act. 

G1). Dr. D.___ erwähnte in seinen Berichten vom 26. Februar und 11. März 2016 ein 

Distorsionstrauma im August 2015 ohne den Unfallhergang zu schildern. Die Annahme, 

eine Distorsion habe stattgefunden, stützte sich offensichtlich auf die Angaben der 

Beschwerdeführerin (UV-act. M4 ff.). Anhand der Akten erstellt sind damit ein 

Entgleiten der Brotkiste und eine Nachfassbewegung mit der rechten Hand. Ob es 

darüber hinaus zu einem eigenständigen Bewegungsvorgang im Sinne eines 

“Abknickens“ der rechten Hand kam und wie dieser genau vonstattenging, ist jedoch 

fraglich bzw. bleibt unbewiesen.

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2.4  Die Beschwerdeführerin liess die nach ihren Angaben am 18. August 2015 

entstandene Verletzung erst Mitte Dezember (Posteingang 21. Dezember) 2015 der 

Beschwerdegegnerin melden (vgl. UV-act. U1). Der Unfallbegriff ist nur gegeben, wenn 

das Ereignis eine Schädigung der Gesundheit zur Folge hat. Fehlt eine solche, ist kein 

Unfall gegeben. Eine Gesundheitsschädigung macht sich im Regelfall zeitnah 

bemerkbar, woraus sich ebenfalls zeitnah die Notwendigkeit ärztlicher Konsultationen 

bzw. Untersuchungen und Heilbehandlungen ergibt. Aus den darüber erstellten 

ärztlichen Dokumenten lässt sich schliessen, ob eine versicherte Person tatsächlich 

eine Verletzung erlitten hat und falls ja, welche Diagnosen von ärztlicher Seite gestellt 

und welche Befunde erhoben wurden. Im konkreten Fall liegen keinerlei echtzeitliche 

Dokumente vor, welche Aufschluss hinsichtlich des Unfallbegriffsmerkmals der 

Schädigung der Gesundheit geben würden. Den Akten lassen sich einzig subjektive 

Angaben der Beschwerdeführerin entnehmen. Diese hat sich erstmals am 19. Januar 

2016, mithin fünf Monate nach dem angeschuldigten Ereignis, zum Geschehen 

geäussert (vgl. UV-act. U2). Die wenigen späteren ärztlichen Ausführungen zum 

Unfallereignis stützen sich einzig auf die anamnestischen Angaben der 

Beschwerdeführerin. Die erste ärztliche Behandlung erfolgte aktenkundig am 8. 

Dezember 2015 bei Dr. C.___ (vgl. UV-act. K19). Das Abwarten von rund vier Monaten 

ohne ärztliche Behandlung oder Kontrolle mit durchgehender Arbeitsfähigkeit spricht 

grundsätzlich gegen das Erleiden eines Unfalls mit der Folge einer 

Gesundheitsschädigung. Die Erklärung der Beschwerdeführerin, wonach sie vorerst 

nicht zum Arzt gegangen sei, da sie geglaubt habe, dass es sich um eine normale 

Verstauchung handle, welche selbst heile (UV-act. U2), ändert nichts an dieser 

Sichtweise. Denn es ist unwahrscheinlich, dass eine versicherte Person, die beruflich 

auf die Gebrauchsfähigkeit der Hände angewiesen ist, nach einem Unfallgeschehen 

dauerhafte Schmerzen und einen Verlust der Hebekraft im rechten Handgelenk 

während vier Monaten akzeptiert, sich nicht ärztlich untersuchen lässt und auf diese 

Weise auch einen allfälligen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung aufs Spiel 

setzt. Es fehlen vorliegend echtzeitliche Hinweise auf unmittelbare gesundheitliche 

Auswirkungen des angegebenen Ereignisses sowie anfängliche Unfallschilderungen, 

weshalb über Art, Ausmass und Ursache der “Nachfassbewegung“ und des 

“Abknickens“ des Handgelenks keine Details bekannt sind und damit grundsätzlich nur 

noch Vermutungen angestellt werden können. Die Konsequenzen der Beweislosigkeit 

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der echtzeitlichen Umstände des geltend gemachten Unfalls sind von der 

Beschwerdeführerin zu tragen, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ableiten will.

2.5  Das Heben eines Gegenstandes, konkret einer Kiste voller Brot mit beiden Händen 

vor dem Körper um sie in einen Lieferwagen zu laden, stellt eine – wenn auch 

möglicherweise anstrengende – so doch normale körpereigene Bewegung dar, wobei 

der Rahmen des Alltäglichen oder Üblichen nicht überschritten wird. Ein Unfallereignis 

bzw. ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ist in dieser Hinsicht zu verneinen (vgl. 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 31).  Auch der von der Beschwerdeführerin 

geschilderte Vorgang eines mit der rechten Hand ausgeführten reflexartigen 

Nachfassens nach der weggleitenden Brotkiste ist als solcher nicht ungewöhnlich. Er 

ist auch nicht in besonderer, einem Ausgleiten oder einem Sturz der versicherten 

Person vergleichbarer Weise geeignet, zu einer unphysiologischen Belastung einzelner 

Muskeln, Muskelgruppen, Sehnen oder Bändern zu führen. Dies gilt selbst dann, wenn 

es in der Folge zu einem (leichten) “Abknicken“ des Handgelenks kam, zumal dieses 

Teil des Bewegungsvorgangs sein konnte und damit nicht unbedingt als 

aussergewöhnlich zu gelten hat. Bei einer Distorsion, wie sie von Dr. D.___ gestützt auf 

die Angaben der Beschwerdeführerin erwähnt wurde (vgl. UV-act. M4 ff.), handelt es 

sich zudem zwar im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose, die sich jedoch 

durch verschiedenste Schweregrade auszeichnen kann. Sie kann durchaus auch nach 

einem geringfügigen Vorfall auftreten und nur einem unfallähnlichen Ereignis ohne 

Programmwidrigkeit im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen 

(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 

2016, UV 2015/9, E. 3.4, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, 

Rechtsprechung, Versicherungsgericht). Das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu bejahen, weil die Bewegung des Nachfassens 

schnell bzw. reflexartig ausgeführt worden ist. In vergleichbaren Fällen hat das EVG 

das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint, so beim reflexartigen 

Auffangen eines weggekippten Einkaufwagens (Urteil vom 21. März 2006, U 222/05, E. 

3.2), beim reflexartigen Greifen nach einem 100 kg schweren Gusseisenradiator, der 

beim zu zweit ausgeführten Transport wegzugleiten drohte (Urteil vom 12. April 2000, U 

110/99, E. 3), beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige 

Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe, beim 

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Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigem Nachfassen, als 

dieser in sich zusammenzufallen drohte, und beim ruckartigen An-sich-nehmen eines 

von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem 

Gewicht von ca. 80 kg (siehe zu diesen Beispielen das Urteil vom 23. Mai 2006, U 

144/06, E. 2.2 mit Hinweisen auf SUVA-Jahresberichte). Auch im Fall einer versicherten 

Person, die vorgeschnellt war und reflexartig mit einer Armbewegung versucht hatte, 

einen auf einem unvermittelt wegzukippen drohenden Transportroller stehenden 

Oleander in die Senkrechte zu reissen, hatte das EVG gleich entschieden (Urteil vom 

23. Mai 2006, U 144, 06, E. 2.2). Ebenso verneinte das Bundesgericht die 

Ungewöhnlichkeit einer reflexartigen Bewegung, mit welcher eine versicherte Person 

einen sich ruckartig lösenden, ca. 25 kg schweren Harass aus einem Regal 

herausgezogen hatte (Urteil vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 6.2). Das Auftreten 

von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der 

Rechtsprechung (vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.1). Der von der Beschwerdeführerin 

erwähnte Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2013, UV 2012/42 

(act. G1), bei dem ein Unfallereignis bejaht wurde, unterscheidet sich insofern vom 

vorliegenden Fall, als nachgewiesenermassen beim Umlagern ein schwerer Patient auf 

die linke Hand der versicherten Person stürzte, welche sich eine Handgelenksdistorsion 

zuzog. Vorliegend stürzte jedoch kein Gewicht auf die Hand bzw. das Handgelenk der 

Beschwerdeführerin.

2.6  Den Sachverhalten in den erwähnten höchstrichterlichen Entscheiden und dem 

von der Beschwerdeführerin geschilderten Ereignis ist zudem gemeinsam, dass der 

natürliche Ablauf der reflexartigen Körperbewegung jeweils nicht durch etwas 

Programmwidriges oder Sinnfälliges wie ein Ausgleiten oder Stolpern oder ein 

reflexartiges Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt worden ist. Vielmehr vermochte die 

Beschwerdeführerin offenbar die Nachfassbewegung ungestört mit dem angestrebten 

Ziel (Verhinderung des Herunterfallens der Brotkiste) zu vollenden. Dr. F.___ führte am 

15. Juni 2016 aus, es sei zweifellos zu einem programmwidrigen Ablauf gekommen 

(UV-act. M12). Er begründete seine Aussage jedoch nicht, weshalb sie nicht überzeugt. 

Mit der Beschwerdegegnerin (act. G3) ist zudem darauf hinzuweisen, dass es sich bei 

der Beurteilung des Unfallbegriffs nicht um eine medizinische, sondern eine rechtliche 

Frage handelt.

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2.7  Etwas Ungewöhnliches lässt sich auch nicht im Kraftaufwand erkennen, der für 

das Nachfassen der Brotkiste erforderlich war. Die höchstrichterliche Rechtsprechung 

orientiert sich hier insbesondere an Gewichten, welche von konkreten Personen unter 

bestimmten Umständen getragen werden können. Ohne Störung des 

Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges wird bei Überanstrengungen nur 

selten, d.h. bei sehr hohen Gewichten und allfälligem Hinzutreten weiterer Umstände - 

wie eine unglückliche Bewegung, eine nicht optimale Körperstellung vor dem Heben 

einer schweren Last oder ein Heben in hektischer unerwarteter Weise - ein Unfall 

anerkannt (vgl. Urteil des EVG vom 6. Mai 2002, U 477/00, E. 3b, und vom 27. Juli 

2001, U 7/00, E. 4b/dd; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; Suva-Jahresbericht 

1988 Nr. 8 S. 15, vgl. auch MAURER, a.a.O., S. 178 Anm. 359). Eine den Unfallbegriff 

erfüllende Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde 

von der Rechtsprechung nur bei Lasten von mehr als 100 kg bejaht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des 

EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen die zu hebenden Lasten 

zwischen 50 und 100 kg schwer waren, wurde eine den Unfallbegriff erfüllende 

Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint (Urteil des 

EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011, 

8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser Kasuistik fällt beim Hantieren mit einer rund 20 

kg schweren Brotkiste ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ausser 

Betracht. Weiter ist zu berücksichtigen, dass eine berufsübliche Anstrengung, wie sie in 

einem Betrieb immer wieder vorkommt, nicht als Unfall gilt (MAURER, a.a.O., S. 178; 

BGE 116 V 139 E. 3b, mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Das Tragen und 

Aufeinanderstapeln von gefüllten Brotkisten gehört zu den üblichen Tätigkeiten der 

Beschwerdeführerin an ihrem Arbeitsplatz (vgl. act. G1). Angesichts des Gesagten ist 

festzuhalten, dass im Rahmen des Ereignisses vom 18. August 2015 kein Kraftaufwand 

erfolgt ist, aufgrund dessen auf ein Unfallereignis im Sinne eines Verhebetraumas zu 

erkennen wäre. Die fragliche Körperbewegung war mit einer normalen Belastung 

verbunden.

2.8  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beweislage betreffend des Ablaufs 

des Ereignisses mangelhaft ist und anhand der vorhandenen Angaben ein 

Unfallereignis nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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3.   

Selbst wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin von einem Unfallereignis am 18. 

August 2015 ausginge, wäre eine Leistungspflicht nur dann zu bejahen, wenn die 

geltend gemachten Beschwerden zu diesem in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang stünden.

3.1  Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen. Ursachen im 

Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich ist, der 

Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 

eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Bei organischen Unfallfolgen ist die Adäquanz gemäss Rechtsprechung nicht 

gesondert zu prüfen, sondern sie ist in der Regel ohne weiteres anzunehmen, wenn die 

natürliche Kausalität feststeht (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; BGE 118 V 291 f. E. 

3a, 117 V 365 E. 5d/bb; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.).

3.2  Bei der Beschwerdeführerin wurde im Februar 2016 eine TFCC-Läsion rechts 

festgestellt (UV-act. M4). Eine solche kann unbestritten grundsätzlich traumatisch oder 

degenerativ bedingt sein. Zu einer degenerativen Schädigung trägt insbesondere eine 

Ulna-Plus-Variante bei (vgl. UV-act. M7, act. G1.12). Eine solche ist bei der 

Beschwerdeführerin zwar nicht aktenkundig, Dr. D.___ stellte am 11. März 2016 aber 

mittelfristig immerhin eine Ulnaverkürzungsosteotomie zur Diskussion (UV-act. M5, vgl. 

Bemerkung von Dr. F.___ dazu; act. G7.1). Dr. D.___ und die Beschwerdeführerin 

bringen vor, es handle sich um einen Unfallschaden, da sie unter keinen 

Vorerkrankungen der betreffenden Extremität gelitten habe. Dieses Argument erweist 

sich als untauglich, da die Formel "post hoc ergo propter hoc", nach ständiger 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Dr. 

med. G.___, Facharzt für Radiologie, führte am 1. März 2016 eine MRT Arthrographie 

des rechten Handgelenks durch und beurteilte, es liege eine Degeneration des TFCC 

sowie ein aktivierter Knorpelschaden des Triquetrum und des Lunatum, 

Differentialdiagnose ulnokarpales Impingement, vor (UV-act. M9). Dr. D.___ befand am 

11. März 2016, die Kausalität zur Distorsion im August 2015 sei doch vorhanden, da 

die initial traumatische Verletzung im zeitlichen Abstand auch degenerative Spuren 

hätte hinterlassen können (UV-act. M4, M6). Dr. F.___ ging am 15. Juni 2016 von einem 

degenerativ bedingten Schaden aus und stellte fest, es sei keine Bandstruktur verletzt 

worden (UV-act. M12). Am 23. November 2016 führte er bezugnehmend auf den MRI-

Bericht aus, es lägen eindeutig Kriterien vor, die für eine degenerative Schädigung des 

Diskus triangularis sprächen. Gestützt auf medizinische Literatur bzw. 

Beurteilungskriterien befand er überzeugend, es habe sich im MRI keine 

verletzungsbedingte Morphologie dargestellt. Hingegen fänden sich zentrale 

Signalveränderungen innerhalb des Diskus, welche degenerativ bedingt seien. Der 

chronische Verschleiss habe sich über eine längere Zeit entwickelt und könne nicht 

innerhalb des Zeitraums zwischen dem Ereignis vom 21. Dezember 2015 und der MRI-

Untersuchung vom 1. März 2016 entstanden sein (act. G7.1). Wie die 

Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, fand das angeschuldigte Ereignis nicht am 21. 

Dezember, sondern am 18. August 2015 statt, weshalb bis zum MRI rund sieben 

Monate vergingen (vgl. act. G9). Ob es sich bei der Einschätzung von Dr. F.___ – wie 

die Beschwerdegegnerin geltend macht (act. G11) – lediglich um einen Verschrieb des 

Datums handelt, lässt sich nicht eindeutig beurteilen. Die ohnehin lange Latenz 

zwischen dem Ereignis vom 18. August 2015 und der Schadenmeldung sowie dem 

ersten diesbezüglichen Arztbesuch im Dezember 2015 bzw. dem MRI vom 1. März 

2016 sprechen aber, wie bereits ausgeführt, jedenfalls gegen eine traumatische 

Genese des TFCC. Dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. C.___ vom 8. 

Dezember 2015 und dessen Arztzeugnis vom 22. Dezember 2015 lassen sich sodann 

keine Hinweise auf ein Unfallereignis entnehmen. Er berichtete über seit langem 

bekannte Schmerzen im Handgelenk und diagnostizierte ein Überlastungssyndrom 

ulnocarpales Handgelenk rechts. Diese Diagnose spricht für eine langsame Entstehung 

der Beschwerden, nicht für eine traumatische Genese (UV-act. M2, K19). Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Beschwerdeführerin macht geltend, in den Entscheiden des Versicherungsgerichts St. 

Gallen vom 26. Februar 2013, UV 2012/42, und des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 

vom 23. Mai 2013, 725 11 55 / 725 11 54, sei das TFCC bei einem ähnlichen Befund 

als unfallkausal erachtet worden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Unfallhergang 

in den erwähnten Entscheiden ein anderer war als vorliegend und zudem im Gegensatz 

zum vorliegenden Fall unter anderem ein Riss im Bereich der radialen Verankerung des 

TFCC (Entscheid Kantonsgericht Basel-Landschaft, a.a.O., E. 6, abrufbar unter https://

www. baselland.ch/politik-und-behorden/gerichte/rechtsprechung/kantonsgericht) 

bzw. eine Ruptur der volaren extrinsischen Bänder mit ganglionartiger Erweiterung der 

ventralen Gelenkkapsel festgestellt worden war (Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen, a.a.O., E. 5.3).

3.3  Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 18. August 2015 

und der TFCC-Läsion ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.

4.  

4.1  Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2016 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.08.2018
	Art. 4 ATSG. Verneinung eines Unfallereignisses in Bezug auf eine TFCC-Läsion beim reflexartigen Nachfassen nach einer ca. 20 kg schweren Brotkiste, um deren Herunterfallen zu verhindern. Selbst wenn ein Unfallereignis vorläge, wäre der Kausalzusammenhang zwischen dem angeschuldigten Ereignis und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. August 2018, UV 2016/54).

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