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**Case Identifier:** 489cfd28-e608-5227-89a8-15ddad91a79c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2016 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2016-1_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 2016 1 

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I. Urteile des Kantonsgerichts
a) Zivilrechtliche Berufungen

1 – Haftung eines Beirates nach Art. 426 aZGB für Vorkomm- 
nisse aus der Zeit vor Inkrafttreten des neuen Kindes- und 
Erwachsenenschutzrechts (Erw. 2).

– Ausführungen insbesondere zur Abgrenzung des Verfah- 
rens betreffend Genehmigung von Schlussbericht und 
Schlussrechnung von jenem zur Durchsetzung von Ver- 
antwortlichkeitsansprüchen sowie zur Einrede der res 
iudicata (Erw. 3 a, b).

– Ausführungen schliesslich zu den dem Beirat obliegen- 
den Sorgfaltspflichten und zu den Folgen deren Verlet- 
zung. Auseinandersetzung mit den im vorliegenden Fall 
geltend gemachten Schadenspositionen (Erw. 4, 5).

Aus dem Sachverhalt:
A.1. Für Y._, geboren am _ 1965, besteht seit dem 19. November 

2003 eine Beiratschaft zur Mitwirkung, Vertretung sowie zur Einkommens- 
und Vermögensverwaltung im Sinne von Art. 395 Abs. 1 und 2 aZGB. Mit 
Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde des Kreises O.1_ vom
17. März 2009, mitgeteilt am 1. Juli 2009, wurde A._ aus seinem Amt als 
Beirat von Y._ entlassen und Rechtsanwalt lic. iur. X._ zum neuen Beirat 
desselben ernannt. Er wurde mit der persönlichen Betreuung des Verbei- 
rateten sowie der Regelung der finanziellen Angelegenheiten einschliess- 
lich der vollständigen Einkommens- und Vermögensverwaltung betraut. 
Des Weiteren wurde der Beirat verpflichtet, der Vormundschaftsbehörde 
gemäss Art. 423 aZGB alle zwei Jahre die Rechnung samt Belegen zur Prü- 
fung und Genehmigung vorzulegen.

2.  Die  Vormundschaftsbehörde  Prättigau-Davos  teilte  X._ am
18. September 2009 mit, dass sich die Entschädigung des angenommenen 
Mandats gemäss ordentlicher Praxis nach Art. 27 f. der kantonalen Ver- 
ordnung über die Geschäftsführung und Entschädigung vormundschaft- 
licher Organe (BR 215.100, ausser Kraft gesetzt per 1. Januar 2013) richte, 
was dieser mit unterschriftlicher Bestätigung zur Kenntnis nahm. Art. 28 
Abs. 1 dieser Verordnung bestimmt, dass Beiräte Anspruch auf eine von 
der Vormundschaftsbehörde anlässlich der Rechnungsprüfung oder der 
Berichtsgenehmigung festzusetzende Entschädigung von CHF 200.– bis 
CHF 1000.– pro Jahr haben. Gemäss Abs. 2 kann dieser Betrag bei besonde- 
rer Beanspruchung angemessen erhöht, jedoch höchstens verdoppelt werden.

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3. In Zusammenhang mit der Suche nach einer neuen Unterbrin- 
gung für Y._ machte X._ gegenüber der Vormundschaftsbehörde mit Schrei- 
ben vom 4. März 2010 geltend, dass ihm dadurch ein erheblicher Mehrauf- 
wand entstehe und er hierfür mit CHF 100.– pro Stunde entschädigt werden 
möchte. Mit Beschluss vom 17. März 2010, mitgeteilt am 24. März 2010, 
lehnte die Vormundschaftsbehörde diesen Antrag ab, stellte X._ jedoch in 
Aussicht, dass die Arbeitsintensität des Mandats bei der Festsetzung der 
Entschädigung gewürdigt werde, indem bei ausgewiesenem hohen Auf- 
wand die Maximalansätze gemäss Verordnung angewendet würden.

B. Am 29. März 2011 stellte X._ Y._ für die Führung der Beirat- 
schaft vom 1. Juli bis 31. Dezember 2009 einen Betrag von CHF 1172.45 und 
für das Jahr 2010 einen Betrag von CHF 2344.90 in Rechnung. Diese Beträ- 
ge wurden dem Konto des Verbeirateten am 19. August 2011 belastet. Für 
seine Leistungen im Jahr 2011 stellte X._ am 27. Februar 2012 eine Rech- 
nung über CHF 3580.20 aus, wobei er diese Summe am 29. Februar 2012 vom 
Konto des Verbeirateten bezog. Während der Dauer seines Amtes als Bei- 
rat bezahlte er vom Konto von Y._ zudem vier Rechnungen zugunsten sei- 
nes Rechtsanwalts Dr. iur. B._, welcher zusammen mit X._ das Advokatur- 
und Notariatsbüro C._ führt. Die Rechnungen wurden in Zusammenhang 
mit der Finanzbuchhaltung, den Steuererklärungen und der Abwicklung 
des Zahlungsverkehrs des Verbeirateten gestellt. Es handelt sich insgesamt 
um eine Summe von CHF 11 262.85 (Rechnung vom 29. März 2010 über 
CHF 2050.30, beglichen am 18. Mai 2011 [Teilbetrag von CHF 1751.10] bzw. 
am 22. März 2012 [Restbetrag von CHF 299.20]; Rechnung vom 29. März 
2011 über CHF 1607.–, beglichen am 18. Mai 2011; Rechnung vom 29. März 
2011 über CHF 3795.60, beglichen am 18. Mai 2011, sowie Rechnung vom
21. März 2012 über CHF 3809.95, beglichen am 22. März 2012).

C. X._ liess der Vormundschaftsbehörde Prättigau-Davos am
30. März 2011 den Jahresbericht betreffend die Beiratschaft von Y._ für 
den Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2010 und am 21. März 2011 
(recte 2012) jenen für die Dauer vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 
zukommen, wobei er jeweils eine Entschädigung in Höhe des mit entspre- 
chender Verordnung festgelegten Maximalbetrags beantragte. In seinem 
Schreiben vom 21. März 2012 teilte er der Vormundschaftsbehörde gleich- 
zeitig mit, dass er die Beiratschaft nicht weiterführen könne und sein Amt 
niederlege.

D. In der Folge verweigerte die Vormundschaftsbehörde mit Be- 
schluss vom 18. Juli 2012, mitgeteilt am 29. August 2012, die Genehmigung 
der für die Periode vom 1. August 2009 bis zum 29. Februar 2012 eingereich- 
ten Schlussrechnung, da diese keine exakten Auskünfte über Vermögen 
und Vorschlag gebe. Des Weiteren legte die Behörde die Entschädigung 
von X._ auf CHF 5177.– exklusive nachgewiesener Auslagen fest und ver-

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pflichtete ihn unter anderem, CHF 13796.70 an zu viel bezogenen Entschä- 
digungen zurückzuerstatten.

E. Gegen den vorerwähnten Beschluss der Vormundschaftsbe- 
hörde erhob X._ am 9. September 2012 Beschwerde beim Bezirksgericht 
Prättigau/Davos, welche infolge eines intertemporalrechtlichen Zuständig- 
keitswechsels an das Kantonsgericht von Graubünden überwiesen und von 
diesem behandelt wurde. Mit Entscheid vom 29. April 2013 (ZK1 13 17) 
hiess das Kantonsgericht die Beschwerde teilweise gut und stellte fest, dass 
der zu Unrecht aus dem Vermögen des Verbeiständeten bezogene Betrag 
von CHF 13183.40 vom neuen Beistand mittels Verantwortlichkeitskla- 
ge geltend zu machen sei. Eine von X._ gegen diesen Entscheid erhobene 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom
14. August 2013 (_) ab.

F. Am 10. Juli 2013 leitete Y._, handelnd durch seine Beirätin mit 
entsprechender Prozessführungsermächtigung der KESB Prättigau/Davos, 
beim Vermittleramt des Bezirks Prättigau/Davos das Schlichtungsverfah- 
ren gegen X._ betreffend Rückforderung der widerrechtlich bezogenen Ent- 
schädigung für die Beiratstätigkeit ein. Die Schlichtungsverhandlung führ- 
te zu keiner Einigung, sodass am 12. September 2013 die Klagebewilligung 
erteilt wurde. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 liess Y._ beim Bezirks- 
gericht Prättigau/Davos Klage gegen X._ auf Bezahlung von CHF 13183.40 
nebst 5 % Zins seit dem 31. August 2012 sowie von CHF 1010.– nebst 5 % 
Zins seit dem 10. Juli 2013 einreichen. In seiner Klageantwort vom 17. März 
2014 beantragte X._ die kostenfällige Abweisung der Klage.

G. Anlässlich der am 12. Juni 2014 durchgeführten mündlichen 
Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos hielten die Par- 
teien an ihren Anträgen fest. Mit gleichentags gefälltem Entscheid, mitge- 
teilt am 8. Juli 2014, erkannte das Bezirksgericht wie folgt:

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und X._ wird verpflichtet, Y._ die 
folgenden Geldbeträge zu bezahlen:
a) CHF 13183.40 nebst 5 % Zins seit dem 31. August 2012;
b) CHF 1010.– nebst 5 % Zins seit dem 5. August 2013.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von CHF 2000.– gehen zulasten von 
X._ Sie werden vom Kostenvorschuss des Y._ unter Einräumung eines 
Regressrechts erhoben.

3. X._ hat Y._ für das vorliegende Verfahren mit CHF 8062.20 ausseramt- 
lich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid)
5. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid)
6. (Mitteilung)

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H. Hiergegen erhob X._ mit Eingabe vom 10. September 2014 Be- 
rufung beim Kantonsgericht von Graubünden mit den folgenden Rechtsbe- 
gehren:

1. Das Urteil vom 12. Juni 2014 des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos, mit- 
geteilt am 8. Juli 2014, sei aufzuheben und die Klage sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer 
für beide Instanzen.

In formeller Hinsicht stellte der Berufungskläger den Antrag, die 
Kantonsrichter Brunner, Michael Dürst, Pritzi, Huonder (recte Hubert) 
und Schnyder hätten in den Ausstand zu treten. Zur Beurteilung dieses 
Ausstandsgesuchs wurden die Akten an die Verwaltungsrichter in ihrer 
Funktion als stellvertretende Kantonsrichter überwiesen, wobei die drei 
Kantonsrichter Brunner, Michael Dürst und Schnyder erklärten, sie wür- 
den freiwillig in den Ausstand treten. Kantonsrichter Hubert und Pritzi 
äusserten sich hingegen in ihrer Stellungnahme vom 29. bzw. 30. Oktober 
2014 dahingehend, dass sie in der fraglichen Streitsache bislang noch nicht 
tätig gewesen seien und es keine Gründe gebe, welche nach objektiven Ge- 
sichtspunkten eine Befangenheit begründen könnten. Mit Entscheid vom
12. Dezember 2014 (ZK1 14 131) wurde das Ausstandsbegehren gegen die 
Kantonsrichter Hubert und Pritzi abgewiesen, wobei dieser Entscheid un- 
angefochten in Rechtskraft erwuchs.

I. Mit Berufungsantwort vom 22. April 2015 liess Y._ die Abwei- 
sung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen.

Aus den Erwägungen:
2.  Das  neue  Kindes-  und  Erwachsenenschutzrecht  ist  auf den

1. Januar 2013 in Kraft gesetzt worden. Gemäss Art. 14 Abs. 1 der Schluss- 
titel zum ZGB gilt das neue Recht, sobald es in Kraft getreten ist. Art. 454 
Abs. 3 ZGB statuiert für widerrechtliche Handlungen im Rahmen der be- 
hördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes eine reine Staatshaf- 
tung und schliesst einen direkten Ersatzanspruch gegen die Person, welche 
den Schaden verursacht hat, aus (vgl. Rolando Forni/Giorgio Piatti, Bas- 
ler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 aZGB, 4. Aufl., Basel 2010, 
N 11 zu Art. 426–429 aZGB; Thomas Geiser, in: Büchler/Häfeli/Leuba/ 
Stettler [Hrsg.], Fam Kommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 1 f. zu 
Art. 454 ZGB). Wenn das schädigende Ereignis allerdings vor Inkrafttre- 
ten des neuen Rechts eingetreten und abgeschlossen ist, richtet sich die Haf- 
tung nach dem alten Recht, wobei es keine Rolle spielt, wann der Anspruch 
geltend gemacht wird. Für die Verjährung ist dabei ebenfalls das bisheri- 
ge Recht massgebend (vgl. Entscheid der I. Zivilkammer des Kantonsge-

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richts von Graubünden ZK1 13 17 vom 29. April 2013 E. 5b mit Verweis auf 
Ruth E. Reusser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Erwach- 
senenschutz, Basel 2012, N 38 zu Art. 14 SchlT ZGB). Da die vorliegend 
zu beurteilenden Handlungen des Beirats allesamt vor dem 1. Januar 2013 
vorgenommen worden sind und der vermeintliche Schaden ebenfalls vor- 
her eingetreten ist, richtet sich die Haftung noch nach den Bestimmungen 
des alten Rechts. Primär einschlägig ist Art. 426 aZGB, wonach vormund- 
schaftliche Organe für absichtlich oder fahrlässig verursachten Schaden bei 
der Ausübung ihres Amtes haften. Art. 49 des alten Einführungsgesetzes 
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (aEGzZGB, in Kraft bis 31. Dezem- 
ber 2012; BR 210.100) bestimmt zudem, dass bei mangelnder Deckung 
des durch den Vormund verursachten Schadens für den Ausfall in erster 
Linie der Kreis und in zweiter Linie der Kanton haftet (vgl. auch Art. 427 
Abs. 2 aZGB). Dies bedeutet, dass für widerrechtliche Handlungen des 
Vormunds bzw. Beirats grundsätzlich keine Kausalhaftung des Kantons be- 
steht, sondern der Mandatsträger nach altem Recht direkt haftbar ist.

3.a) Die Vorinstanz hält es aufgrund des Urteils des Kantons- 
gerichts von Graubünden vom 29. April 2013 (ZK1 13 17), wogegen der 
Beklagte erfolglos mit Beschwerde an das Bundesgericht gelangte, für 
rechtskräftig erstellt, dass X._ aus dem Vermögen von Y._ widerrechtlich 
einen Betrag von CHF 13183.40 bezogen habe. An diese Feststellung (Wi- 
derrechtlichkeit der Geldbezüge und Betragshöhe) sei das Bezirksgericht 
zufolge der positiven Rechtskraftwirkung des kantonsgerichtlichen Ent- 
scheids gebunden. Daher seien die vorinstanzlichen Erwägungen, welche 
mit der erwähnten Rechtskraftwirkung interferieren würden, eher als zu- 
sätzliche Erläuterungen denn als eigenständige Entscheidbegründung zu 
verstehen. Der Berufungskläger rügt dies und macht geltend, wenn dem so 
wäre, hätte das Bezirksgericht gar nicht erst auf die Klage eintreten dürfen, 
da insofern eine res iudicata vorliegen würde. Die Vorinstanz habe sich zu 
Unrecht nicht eigenständig mit den Argumenten des Beklagten befasst. Das 
Feststellungsurteil des Kantonsgerichts könne für eine Leistungsklage in 
derselben Sache keine Rechtskraftwirkung entfalten, ansonsten wäre die 
Erhebung einer Verantwortlichkeitsklage nicht mehr erforderlich gewesen. 
Sodann äussert sich der Berufungskläger zum Beschluss der damaligen 
Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos vom 18. Juli 2012 betreffend die 
Nichtgenehmigung der Schlussrechnung, welcher unter Verletzung seines 
rechtlichen Gehörs ergangen sei, was sowohl das Kantons- als auch das 
Bundesgericht verkannt hätten.

b/aa) Soweit der Berufungskläger in seiner Berufung den besagten 
Beschluss der Vormundschaftsbehörde sowie die in der Folge ergangenen 
Rechtsmittelentscheide des Kantonsgerichts (ZK1 13 17) und des Bun- 
desgerichts (_) kritisiert, ist er nicht zu hören. Denn diese Angelegenheit

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wurde rechtskräftig erledigt, sodass darauf nicht mehr zurückzukommen 
ist. Anders verhält es sich indessen mit seinem Einwand, wonach sich die 
Vorinstanz nicht eigenständig mit seinen Argumenten auseinandergesetzt 
und damit seinen Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt habe. Nachfol- 
gend gilt es zu prüfen, ob sich dieser Vorwurf als berechtigt erweist und in- 
wiefern eine Bindung des Bezirksgerichts an das kantonsgerichtliche Urteil 
besteht. In positiver Hinsicht bindet die materielle Rechtskraft das Gericht 
in einem späteren Prozess an alles, was im Urteilsdispositiv des früheren 
Prozesses festgestellt wurde (sog. Präjudizialitäts- oder Bindungswirkung; 
BGE 139 III 126 E. 3.1 mit Verweis auf BGE 121 III 474 E. 4a und 116 II 738
E. 3). In negativer Hinsicht verbietet die materielle Rechtskraft jedem spä- 
teren Gericht, auf eine Klage einzutreten, deren Streitgegenstand mit einem 
bereits rechtskräftig abgeurteilten identisch ist, d. h. wenn der Anspruch 
dem Richter aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf denselben Sach- 
verhalt erneut zur Beurteilung unterbreitet wird. Die Rechtskraftwirkung 
tritt nur so weit ein, als über den geltend gemachten Anspruch entschieden 
worden ist. Inwieweit dies der Fall ist, ergibt die Auslegung des Urteils, zu 
welcher dessen ganzer Inhalt heranzuziehen ist (BGE 141 III 257 E. 3.2; 
139 III 126 E. 3.2.3; 121 III 474 E. 4a). Vorliegend ist das kantonsgericht- 
liche Urteil in Zusammenhang mit der verweigerten Genehmigung der 
Schlussrechnung durch die Vormundschaftsbehörde ergangen, womit nicht 
die Beurteilung von Verantwortlichkeitsansprüchen den eigentlichen Ver- 
fahrensgegenstand bildete. Indem die Vormundschaftsbehörde jedoch im 
Rahmen der Nichtgenehmigung die Rückerstattung der ihrer Ansicht nach 
durch den Beirat unrechtmässig bezogenen Gelder anordnete, beschäftigte 
sich auch das Kantonsgericht mit dieser Frage. Dabei wurde festgestellt, 
dass der zu Unrecht aus dem Vermögen des Verbeirateten bezogene Betrag 
von CHF 13 183.40 vom neuen Beistand bzw. Beirat mittels Verantwort- 
lichkeitsklage geltend zu machen sei (vgl. Entscheid der I. Zivilkammer 
ZK1 13 17 vom 29. April 2013 Dispositivziffer 2). Da die Verantwortlich- 
keitsansprüche gegenüber dem Beirat im vorliegenden Verfahren erstmals 
geltend gemacht werden, handelt es sich nicht um eine abgeurteilte Sache. 
Allerdings fragt sich, ob die vorerwähnte Feststellung hinsichtlich der Er- 
satzansprüche des Verbeirateten für den Richter im Verantwortlichkeits- 
verfahren bindend ist.

bb) Es gilt das Verfahren betreffend die Genehmigung des Schluss- 
berichts und der Schlussrechnung vom Verfahren der Durchsetzung von 
Verantwortlichkeitsansprüchen abzugrenzen. Der Schlussbericht und die 
Schlussrechnung dienen – unter altem wie unter neuem Recht – der Infor- 
mation und nicht der Überprüfung der Führung der Beistand- bzw. Beirat- 
schaft. Dies bedeutet, dass sich die mit der Genehmigung befasste Behörde 
nicht über allfällige Verfehlungen des Mandatsträgers zu äussern hat. Da

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sich die Prüfung der Schlussrechnung nicht auf formelle Gesichtspunkte 
beschränkt, kommt ihrer Genehmigung zwar in dem Sinne erhöhte Beweis- 
kraft zu, als dass sie im Unterschied zum Schlussbericht für sich die Vermu- 
tung der Richtigkeit geniesst. Indessen wird dem Mandatsträger durch die 
Genehmigung der Schlussrechnung weder eine vollständige Décharge er- 
teilt noch werden dadurch allfällige Rechtsansprüche des Schutzbefohlenen 
tangiert. Namentlich die Verantwortlichkeitsklage nach Art. 426 ff. aZGB 
wird mit der Genehmigung der Schlussrechnung nicht ausgeschlossen (Ur- 
teile des Bundesgerichts 5A_714/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 4.3 und 
5A_494/2013 vom 6. September 2013 E. 2.1 f.). Die (Nicht-)Genehmigung 
der Schlussrechnung durch die Vormundschaftsbehörde berührt die Ver- 
antwortlichkeit des Amtsträgers damit nicht und hat keine unmittelbare ma- 
teriellrechtliche Wirkung. Vielmehr bleibt es ausschliesslich dem Zivilrich- 
ter im dafür vorgesehenen Verantwortlichkeitsverfahren vorbehalten, über 
Haftungsansprüche zu entscheiden (vgl. Kurt Affolter, in: Honsell/Vogt/ 
Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 aZGB,
4. Aufl., Basel 2010, N 60 zu Art. 451–453 aZGB; Kurt Affolter/Urs Vogel, 
in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Erwachsenenschutz, Ba- 
sel 2012, N 52 zu Art. 425 ZGB; Thomas Geiser, in: Honsell/Vogt/Geiser 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 aZGB, 4. Aufl., 
Basel 2010, N 6 und N 10 zu Art. 423 aZGB; Martin Good, Das Ende des 
Amtes des Vormundes, Diss. Freiburg 1992, N 10 zu § 7 sowie N 64 und 
N 68 zu § 8; Stephanie Hrubesch-Millauer/Silvia Pfannkuchen-Heeb, 
ZGB Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2011, N 6 zu Art. 423 aZGB und N 2 zu 
Art. 452 aZGB). Daher können Verantwortlichkeitsansprüche auch nicht 
Gegenstand eines vormundschaftlichen Beschwerdeverfahrens sein (Urteil 
der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 09 10 vom
31. August 2009 E. 2c mit Verweis auf Thomas Geiser, Basler Kommen- 
tar, a.a.O., N 15 zu Art. 420 aZGB). Es obliegt dem ordentlichen Zivilrich- 
ter und nicht der Vormundschaftsbehörde oder deren Beschwerdeinstanz, 
sich mit allfälligen Verfehlungen des Beirats während seiner Amtsfüh- 
rung zu befassen, dessen Haftbarkeit festzustellen und entsprechende 
Schadenersatzforderungen zu beurteilen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_494/2013 vom 6. September 2013 E. 2.1, 5A_587/2012 vom 23. Novem- 
ber 2012 E. 3.2.1 und 5D_215/2011 vom 12. September 2012 E. 3.2). So wird 
auch in Art. 430 aZGB bestimmt, dass über die Verantwortlichkeitsklage 
gegen den Vormund das Gericht entscheidet und dass die Klage aus Ver- 
antwortlichkeit nicht von der vorgängigen Prüfung durch eine Verwaltungs- 
behörde abhängig gemacht werden darf. In der Literatur finden sich zwar 
Stimmen, wonach die Vormundschaftsbehörde im Rahmen der Genehmi- 
gung des Schlussberichts (vgl. Art. 452 aZGB) vertieft abzuklären habe, 
ob ein Verantwortlichkeitsfall vorliege, und sich zum allfälligen Bestehen

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solcher Ansprüche äussern dürfe (Daniel Rosch, in: Büchler/Häfeli/Leuba/ 
Stettler [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 20 zu 
Art. 425 ZGB; vgl. auch Martin Good, a.a.O., N 64 zu § 8). Der Haupt- 
zweck der Schlussrechnung bestehe nämlich darin, Haftungsansprüche be- 
legen zu können und sichtbar zu machen und damit die Durchsetzung der 
Rechte des Bevormundeten zu erleichtern (Martin Good, a.a.O., N 4 f., N 41 
und N 68 zu § 8). Doch gleichermassen halten die Autoren dafür, dass die 
Vormundschaftsbehörde nicht befugt sei, über Verantwortlichkeitsansprü- 
che zu entscheiden (Daniel Rosch, a.a.O., N 20 zu Art. 425 ZGB; Martin 
Good, a.a.O., N 64 zu § 8). Folglich kann eine verbindliche Festlegung der 
Ersatzansprüche nicht im Genehmigungsverfahren, sondern erst im ent- 
sprechenden Verantwortlichkeitsverfahren durch den Zivilrichter erfolgen. 
Verbindlich ist der Genehmigungsentscheid hingegen in Bezug auf die darin 
festgesetzte Mandatsentschädigung des Beirats, da dies in den klaren Zu- 
ständigkeitsbereich der Vormundschaftsbehörde fällt (vgl. Art. 417 Abs. 2 
aZGB; vgl. auch August Egger, Zürcher Kommentar zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Zürich 1948, N 15 und N 17 zu Art. 416 aZGB; 
Thomas Geiser, Basler Kommentar, a.a.O., N 6 zu Art. 416 aZGB). Das- 
selbe dürfte auch für die Bestimmung des Umfangs der Leistungen, welche 
durch die festgelegte Entschädigung abgedeckt werden, gelten.

cc) Nach dem Gesagten entbindet die Nichtgenehmigung der 
Schlussrechnung bzw. ein diesbezüglich geführtes Verfahren den für die 
Verantwortlichkeitsklage zuständigen Richter nicht von einer eigenständi- 
gen Beurteilung der Angelegenheit, weshalb bei der entsprechenden rich- 
terlichen Prüfung keine Zurückhaltung zu üben ist. In Anbetracht dessen 
erweist sich die Aussage der Vorinstanz, ihre Erwägungen seien eher als 
zusätzliche Erläuterungen denn als eigenständige  Entscheidbegründung 
zu verstehen, als verfehlt (vgl. angefochtener Entscheid E. 4). Allerdings 
hat sie in ihren nachfolgenden Erwägungen (E. 5–8) doch noch eine Be- 
urteilung vorgenommen, die Haftungsvoraussetzungen dargelegt und sich 
mit den einzelnen Schadensposten auseinandergesetzt, worauf auch der 
Berufungsbeklagte zutreffend hinweist. Bezüglich der Widerrechtlichkeit 
und Höhe der getätigten Geldbezüge sah sich die Vorinstanz jedoch an 
die getroffenen Feststellungen des Kantonsgerichts in seinem Entscheid 
ZK1 13 17 gebunden, womit fraglich bleibt, inwieweit ihre Beurteilung dies- 
bezüglich auf eigenständigen Überlegungen beruht. Daher erscheint die 
Rüge des Berufungsklägers nicht unbegründet. Er leitet daraus indessen 
keinen spezifischen Anspruch ab und stellt insbesondere keinen Antrag 
auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz im Sinne von Art. 318 lit. c 
Ziff. 1 ZPO, sondern beschränkt sich darauf, die Aufhebung des angefoch- 
tenen Entscheids und die Abweisung der Klage zu verlangen. Da die Ange- 
legenheit spruchreif ist und die Berufungsinstanz über eine volle Kognition

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verfügt (vgl. vorstehend E. 1b), drängt es sich vorliegend auch nicht auf, die 
Sache von Amtes wegen an das Bezirksgericht zurückzuweisen.

4. In materieller Hinsicht erwog die Vorinstanz, dass Art. 413 
Abs. 1 aZGB den Mandatsträger zu einer sorgfältigen Vermögensverwal- 
tung verpflichte. Gemäss Art. 426 aZGB habe der Vormund bei der Aus- 
übung seines Amtes die entsprechenden Sorgfaltspflichten zu beachten und 
hafte für absichtlich oder fahrlässig verursachten Schaden. Dies gelte auch 
für den Beirat. Die erhobene Klage richte sich berechtigterweise direkt ge- 
gen den Beklagten als ehemaligen Beirat. Dieser habe sich als Entschädi- 
gung für seine Amtsführung aus dem Vermögen des Klägers CHF 7097.55 
ausbezahlt. Gemäss Art. 30 der damals gültigen Verordnung über die Ge- 
schäftsführung und Entschädigung der vormundschaftlichen Organe wer- 
de die Entschädigung indessen aus der Kasse der Vormundschaftsbehörde 
geleistet, nachdem sie die Höhe der Entschädigung anlässlich der Rech- 
nungsprüfung oder Berichtsgenehmigung gestützt auf Art. 28 der besag- 
ten Verordnung festgesetzt habe. Durch den eigenmächtigen Bezug eines 
Honorars von CHF 7097.55 habe der Beklagte den Kläger im Umfang von 
CHF 1920.55 geschädigt, zumal die Vormundschaftsbehörde die Entschä- 
digung für die Mandatsführung des Beklagten lediglich auf CHF 5177.– 
beziffert habe. Darüber hinaus habe der Beklagte verschiedene Rechnun- 
gen des Anwaltsbüros C._ aus dem Vermögen des Klägers beglichen. Die 
Rechnungsstellung sei erfolgt, weil der Beklagte die Arbeiten in Zusam- 
menhang mit der Buchhaltung und Steuererklärung des Klägers nicht selbst 
vorgenommen, sondern an das vorgenannte Anwaltsbüro delegiert habe. 
Es handle sich dabei gesamthaft um einen Betrag von CHF 11262.85. Der 
Beklagte mache geltend, dass sich eine solche Delegation als zulässig er- 
weise. Diesbezüglich führte die Vorinstanz an, dass für gewisse Tätigkeiten 
abhängig von den konkreten Umständen wie der Komplexität des Mandats, 
des daraus erwachsenden Aufwands und der Sachkompetenz des Beirats 
Drittpersonen beigezogen werden dürften. Allerdings hätten beim Verbei- 
rateten im vorliegenden Fall keine allzu komplexen finanziellen Verhältnis- 
se vorgelegen. Da die Einkünfte des Klägers beinahe ausschliesslich aus 
den monatlichen Renten der E._ und der F._ bestanden und sich die Ausga- 
ben grösstenteils in einem dem Kläger jeweils auszurichtenden Taschengeld 
erschöpft hätten, seien zur Führung der Buchhaltung und Steuererklärung 
keine spezifischen Fachkenntnisse erforderlich gewesen. Zudem könne es 
als erstellt gelten, dass der Beklagte durch seine Ausbildung und Tätigkeit 
als Anwalt das nötige Sachverständnis für eine im üblichen Rahmen lie- 
gende Buchhaltung aufweise. Insbesondere unter Berücksichtigung, dass 
er bei der Übernahme des vormundschaftlichen Mandats ausdrücklich mit 
der vollständigen Einkommens- und Vermögensverwaltung des Verbeira- 
teten betraut sowie dazu verpflichtet worden sei, der Vormundschaftsbe-

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hörde die Rechnung mindestens alle zwei Jahre zur Prüfung vorzulegen, 
habe er nicht davon ausgehen können, dass er zusätzlich zum Erhalt des 
maximalen Entschädigungsansatzes auch noch eine kostenpflichtige Ausla- 
gerung der Buchhaltungsarbeiten vornehmen dürfe. Aufgrund dessen kam 
die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beklagte dem Kläger im Umfang der 
bezahlten Rechnungen von CHF 11 262.85 weiteren Schaden zugefügt habe. 
Bezüglich der erhobenen Verjährungseinrede seitens des Beklagten (recte 
Klägers) für den vom Beirat im Mai 2011 bezahlten Betrag von CHF 1625.– 
hielt die Vorinstanz fest, dass nicht ersichtlich sei, inwiefern dieses Datum 
für die Frage der Verjährung von Relevanz sein solle. Vielmehr müsse hier- 
für auf den Zeitpunkt abgestellt werden, in welchem die Schlussrechnung 
dem Verbeirateten bzw. dem neuen Beirat zugestellt worden sei. Indem das 
Schlichtungsgesuch vor Ablauf der einjährigen Verjährungsfrist eingereicht 
worden sei, sei die Verjährung unterbrochen worden. Sodann erhebe der 
Kläger zusätzlich eine Forderung von CHF 1010.– nebst 5 % Zins seit dem
10. Juli 2013, bestehend aus den Verfahrenskosten für die Ausstellung der 
Prozessführungsermächtigung gemäss Art. 416 Abs. 1 Ziff. 9 ZGB durch 
die KESB Prättigau/Davos. Die Kosten der gerichtlichen Durchsetzung 
eines Schadenersatzanspruches seien kausal durch die schädigende Hand- 
lung verursacht worden und deshalb ebenfalls vom Beklagten zu tragen. 
Ein Verzugszins sei indessen erst ab dem 5. August 2013 geschuldet, da der 
entsprechende Entscheid der KESB dem Beirat am 3. Juli 2013 mitgeteilt 
worden sei und eine Zahlungsfrist von 30 Tagen bestanden habe. Die Klage 
werde damit teilweise gutgeheissen.

5. Im vorliegenden Fall lassen sich drei verschiedene Kategorien 
von Schadenspositionen unterscheiden, die es nachfolgend näher zu prüfen 
gilt. Dabei handelt es sich zum einen um die persönliche Entschädigung des 
Berufungsklägers für seine Tätigkeit als Beirat, welche er sich für die Jah- 
re 2009 bis 2011 unbestrittenermassen selbst aus dem Vermögen des Ver- 
beirateten ausbezahlt hat und die den durch die Vormundschaftsbehörde 
festgesetzten Honoraranspruch übersteigt. Zum anderen handelt es sich um 
bezahlte Rechnungen zugunsten des Anwaltsbüros C._ für durch den Be- 
rufungskläger in Auftrag gegebene Buchhaltungs- und Steuererklärungs- 
arbeiten sowie um Rechnungen des genannten Anwaltsbüros für Arbeiten, 
die noch während der Amtszeit des alten Beirats A._ ausgeführt wurden.

a) Die Haftung nach Art. 426 aZGB setzt das Vorliegen eines 
Schadens, der Widerrechtlichkeit – welche in einer Pflichtverletzung bzw. 
in einem Verstoss gegen die Regeln einer sorgfältigen Vermögensverwal- 
tung liegt –, eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der bean- 
standeten Handlung oder Unterlassung und dem eingetretenen Schaden 
sowie das Vorliegen eines Verschuldens voraus (BGE 135 III 198 E. 2.3; vgl. 
auch Rolando Forni/Giorgio Piatti, a.a.O., N 5 f. zu Art. 426–429 aZGB;

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Christoph Caviezel, Die Vermögensverwaltung durch den Vormund, Diss. 
Freiburg, Stans 1988, S. 254). Da die Haftung des Beistands bzw. Beirats 
nicht speziell geregelt wird, gelten für diesen dieselben Bestimmungen wie 
für den Vormund (vgl. Art. 367 Abs. 3 aZGB; Hans Aepli, Die Verantwort- 
lichkeit der vormundschaftlichen Organe, Diss. Freiburg 1979, S. 32; vgl. 
auch BGE 136 III 113 E. 3 sowie Urteile des Bundesgerichts 5A_494/2013 
vom 6. September 2013 E. 2.1 und 5C.211/2001 vom 15. November 2001 E. 
4a). Gemäss Art. 426 in Verbindung mit Art. 413 Abs. 1 aZGB ist der Beirat 
verpflichtet, bei der Ausübung seines Amtes die Regeln einer sorgfältigen 
Vermögensverwaltung zu beachten. Kommt er dieser Pflicht nicht oder nur 
ungenügend nach, handelt er widerrechtlich und wird schadenersatzpflich- 
tig (Hans Aepli, a.a.O., S. 39 f.; Rolando Forni/Giorgio Piatti, a.a.O., N 1 zu 
Art. 426 aZGB). In Zusammenhang mit der Vermögensverwaltung besteht 
das die Widerrechtlichkeit begründende Fehlverhalten in jeder Sorgfalts- 
pflichtverletzung. Es ist ein hoher Sorgfaltsmassstab anzuwenden, wobei eine 
professionelle Verwaltung nach anerkannten Grundsätzen und unter Aus- 
nutzung aller möglichen Informationsinstrumente erwartet wird (Thomas 
Geiser, FamKommentar Erwachsenenschutz, a.a.O., N 12 zu Art. 454 ZGB).

b) Zunächst ist auf die Entschädigung des Beirats für seine Man- 
datsführung einzugehen, wobei wie erwähnt unbestritten ist, dass der Be- 
rufungskläger die betreffende Entschädigung direkt aus dem Vermögen des 
Berufungsbeklagten bezog. Der vormundschaftliche Mandatsträger hat ge- 
stützt auf Art. 416 bzw. Art. 417 Abs. 2 aZGB zweifelsohne einen Anspruch 
auf Entschädigung für seine Tätigkeit (vgl. Thomas Geiser, Basler Kommen- 
tar, a.a.O., N 2 zu Art. 416 aZGB). Gemäss ausdrücklichem Gesetzeswort- 
laut obliegt es der Vormundschaftsbehörde, diese festzulegen. Demzufolge 
hat der Beirat seine Aufwendungen nicht dem Verbeirateten in Rechnung 
zu stellen, sondern bei der Behörde geltend zu machen, für welche die bean- 
spruchte Entschädigungsforderung lediglich einen unverbindlichen Antrag 
darstellt. Die Entschädigung wird im Einzelfall nach Mühe und Aufwand 
sowie unter Berücksichtigung allenfalls notwendiger Spezialkenntnisse 
festgesetzt (Yvo Biderbost, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom- 
mentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 aZGB, 4. Aufl., Basel 2010, N 38 f. zu 
Art. 417 aZGB). Der Mandatsträger kann sich die Entschädigung also nicht 
selbst zusprechen, sondern bedarf hierzu des Entscheids der Vormund- 
schaftsbehörde (Kurt Affolter, a.a.O., N 42 zu Art. 451–453 aZGB). Auf- 
grund dieser Ausführungen wird deutlich, dass der Berufungskläger seine 
Leistungen nicht dem Verbeirateten hätte verrechnen bzw. die Entschädi- 
gung nicht direkt von dessen Konto hätte beziehen dürfen. Wie bereits die 
Vorinstanz zutreffend erwogen hat, hätte er vielmehr ein entsprechendes 
Entschädigungsbegehren bei der Vormundschaftsbehörde stellen müs- 
sen, welche anschliessend darüber befunden hätte. Indem er sein  Honorar

  1 PKG 2016

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eigenmächtig aus dem Vermögen des Verbeirateten bezog, hat er klarer- 
weise widerrechtlich und schuldhaft gehandelt. Der Berufungskläger hat 
sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als auch in seiner Berufungsschrift 
selbst eingestanden, dass er sich für die Führung des Mandats für das Jahr 
2009 CHF 1172.45, für das Jahr 2010 CHF 2344.90 sowie für das Jahr 2011 
einen Betrag von CHF 3580.20, gesamthaft damit CHF 7097.55, ausbezahlt 
hat. Dem Berufungsbeklagten ist insoweit ein Schaden entstanden, als das 
bezogene Honorar die von der Vormundschaftsbehörde mit Beschluss vom
18. Juli 2012 festgelegte Entschädigung des Beirats von CHF 5177.– über- 
steigt. Der Schadensposten beläuft sich damit auf CHF 1920.55. Wie dar- 
gelegt, ist der Genehmigungsentscheid der Behörde in Bezug auf die fest- 
gesetzte Entschädigung für das Gericht verbindlich (vgl. vorstehend E. 3b/ 
bb). Lediglich ergänzend sei angemerkt, dass sich die zugesprochene Ver- 
gütung als sachgerecht erweist und den rechtlichen Grundlagen, namentlich 
der Verordnung über die Geschäftsführung und Entschädigung vormund- 
schaftlicher Organe (BR 215.100), entspricht. Entgegen der Auffassung des 
Berufungsklägers ist das alte während der Amtsführung geltende Recht 
und nicht die Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutz (KESV; 
BR 215.010) massgebend. Dem Berufungsbeklagten ist darin beizupflich- 
ten, dass der Berufungskläger durch die damalige Vormundschaftsbehörde 
mehrfach auf die einschlägigen Rechtsgrundlagen und Entschädigungsan- 
sätze hingewiesen wurde und er diese sogar unterschriftlich zur Kenntnis 
nahm, womit ihm bewusst gewesen sein musste, dass sein ausbezahltes Ho- 
norar nicht den massgebenden Bestimmungen entsprach.

c/aa) Strittig ist unter den Parteien sodann, ob und inwieweit der 
Beirat eine entschädigungspflichtige Aufgabendelegation an Dritte vor- 
nehmen durfte. Der Berufungskläger erachtet den Beizug von Hilfsper- 
sonen zur Ausführung bestimmter Aufgaben als zulässig bzw. notwendig 
und argumentiert, dass die Buchhaltung und Steuererklärung nicht zu den 
typischen Aufgaben der Vermögensverwaltung zählen würden. Vielmehr 
würden sie lediglich Hilfsarbeiten darstellen, welche der Beirat je nach Si- 
tuation selber ausführen oder in Auftrag geben könne, wobei insbesonde- 
re die finanzielle Situation des Verbeirateten zu berücksichtigen sei. Die 
Vorinstanz habe zudem den für die Führung der Beiratschaft anfallenden 
Zeitaufwand bei der Beurteilung, ob eine Delegation der Aufgaben zuläs- 
sig sei, unberücksichtigt gelassen. Die Mandatstätigkeit werde im Wesent- 
lichen als Rechnungs- und Zahlungsführung, aber nicht als Personensor- 
ge betrachtet. Eine rein administrative Tätigkeit habe sich angesichts der 
Persönlichkeit des Verbeirateten im vorliegenden Fall jedoch nicht als aus- 
reichend erwiesen. Neben der aufwendigen Personensorge habe dem Be- 
rufungskläger nicht noch zugemutet werden können, sich um die Buchhal- 
tung und Steuererklärung zu kümmern. Bei der Rechnungsführung könne

 PKG 2016 1 

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keineswegs von einer «Milchbüchleinrechnung» gesprochen werden, son- 
dern es handle sich um eine professionell geführte Buchhaltung mit einer 
Bilanzsumme von CHF 497319.42, einem Vermögen von CHF 489 016.77,
einem Aufwand von CHF 57 218.80, einem Ertrag von CHF 106 763.15 und 
einem Gewinn von CHF 49544.35. Ausserdem hätten sich auch Fragen der 
Vermögensanlage gestellt. Daher habe er diese Aufgaben berechtigterwei- 
se an das Sekretariat des Anwaltsbüros C._ delegiert, welches die Arbei- 
ten kostengünstig, aber sicherlich nicht unentgeltlich verrichtet habe. Auch 
sein Vorgänger A._ habe die Steuererklärungs- und Buchhaltungsarbeiten 
durch das Sekretariat des betreffenden Anwaltsbüros ausführen lassen und 
zudem ein beträchtlich höheres Honorar als der Berufungskläger erhalten. 
Dies stelle eine eklatante Ungleichbehandlung dar. Damit hätten sich die 
Instanzen bislang nicht befasst und dadurch ihre Prüfungspflicht verletzt. 
Der Berufungsbeklagte seinerseits macht in erster Linie geltend, der Beru- 
fungskläger setze sich nicht mit dem angefochtenen Entscheid auseinander, 
sondern nehme stattdessen Bezug auf das Urteil des Kantonsgerichts. Im 
Weiteren bringt der Berufungsbeklagte vor, dass es irrelevant erscheine, ob 
die Buchhaltung und Steuererklärung als typische Arbeiten oder nur Hilfs- 
arbeiten der Vermögensverwaltung zu qualifizieren seien. Denn selbst wenn 
es sich um Hilfsarbeiten handeln würde, müssten diese Arbeiten vom Bei- 
rat selbst oder einer nicht zusätzlich zu entschädigenden Hilfsperson ausge- 
führt werden. Eine Delegation sei nur statthaft, wenn Spezialwissen für die 
entsprechenden Tätigkeiten erforderlich wäre, über welches der Beirat nicht 
verfüge. Vorliegend gehe es bei den übertragenen Aufgaben jedoch um ein- 
fache Buchhaltungsarbeiten und das Ausfüllen einer gewöhnlichen Steuer- 
erklärung. Der Berufungskläger behaupte zu Recht nicht, dass das damit 
betraute Sekretariat in dieser Hinsicht Spezialwissen aufweise, welches ihm 
mit seiner juristischen Ausbildung und langjährigen Anwaltstätigkeit fehle. 
Unter diesen Umständen und in Anbetracht, dass der Berufungskläger als 
Beirat bereits das maximal mögliche Honorar erhalten habe, hätte das Se- 
kretariat jedenfalls nicht zusätzlich entschädigt werden dürfen.

bb) Was die Rüge des Berufungsbeklagten angeht, der Berufungs- 
kläger setze sich nicht mit dem angefochtenen Entscheid, sondern mit dem 
Urteil des Kantonsgerichts auseinander, so ist vorab festzuhalten, dass die 
Vorinstanz in ihrem Entscheid Bezug auf dieses Urteil genommen und sich 
den darin enthaltenen Erwägungen angeschlossen hat. Dies erklärt auch, 
weshalb sich der Berufungskläger in seiner Berufung vornehmlich auf das 
kantonsgerichtliche Urteil bezieht, was ihm aufgrund des Gesagten aller- 
dings nicht vorgeworfen werden kann. Hinsichtlich der Aufgabenerfüllung 
gilt der Grundsatz, dass der Mandatsträger zur persönlichen Amtsführung 
verpflichtet ist. Diese Pflicht folgt aus dem auftragsrechtlichen Verhältnis 
zwischen Mündel und Vormund bzw. Beirat und Verbeiratetem. Unter Um-

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ständen darf oder muss der Beauftragte zur Vermögensverwaltung jedoch 
Hilfspersonen beiziehen (vgl. Christoph Caviezel, a.a.O., S. 183 f.; August 
Egger, a.a.O., N 6 und N 9 zu Art. 413 aZGB; Albert Guler, in: Honsell/ 
Vogt/Geiser [Hrsg.],  Basler  Kommentar,  Zivilgesetzbuch  I,  Art.  1–
456 aZGB, 4. Aufl., Basel 2010, N 5 zu Art. 413 aZGB; Christoph Häfeli, 
in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenen- 
schutz, Bern 2013, N 2 zu Art. 408 ZGB). Dies ist der Fall, wenn er zur 
Übertragung gewisser Geschäfte ermächtigt ist, durch die Umstände genö- 
tigt oder eine Vertretung übungsgemäss als zulässig betrachtet wird (vgl. 
Art. 398 Abs. 3 OR). Demgemäss kann etwa zur Verwaltung einer Liegen- 
schaft und zum Ausfüllen einer Steuererklärung ein Treuhänder oder zur 
Durchsetzung von Rechtsansprüchen ein Rechtsanwalt beigezogen werden 
(Kurt Affolter, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar Erwachse- 
nenschutz, Basel 2012, N 14 zu Art. 408 ZGB; vgl. auch Urteil der I. Zivil- 
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 15 41 vom 2. Juni 2015
E. 3c). Dem Mandatsträger obliegt aber die Pflicht zur sorgfältigen Aus- 
wahl, Instruktion und Überwachung der Hilfsperson und bei ihm verbleibt 
auch die Verantwortlichkeit hierfür (Albert Guler, a.a.O., N 4 zu Art.   
413 aZGB). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, richtet 
sich die Befugnis zur Übertragung einzelner Aufgaben nach der Komplexi- 
tät des Mandats, dem zeitlichen und sachlichen Aufwand, der Sachkompe- 
tenz des Beirats, dessen zeitlicher Verfügbarkeit sowie den Regeln einer 
effizienten Auftragserfüllung und den Finanzierungsmöglichkeiten (Kurt 
Affolter, Basler Kommentar Erwachsenenschutz, a.a.O., N 14 zu Art. 408 
ZGB). Der Berufungskläger moniert, seinem Amtsvorgänger sei zusätzlich 
zu einer höheren Entschädigung eine kostenpflichtige Delegation der Auf- 
gaben zugestanden worden. Auch wenn dem vormaligen Beirat A._ ein hö- 
heres Honorar ausgerichtet worden sein mag, so kann der Berufungskläger 
daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie erwähnt wurde er mehrfach 
auf den massgebenden Entschädigungsrahmen hingewiesen (vgl. vorste- 
hend E. 5b) und ihm wurde weder eine Vergütung nach Zeitaufwand noch 
ein gewisser Stundenansatz zugesichert. Ebenso kann er aus der behaupte- 
ten Aufgabendelegation, welche sein Vorgänger vorgenommen haben soll, 
nicht darauf schliessen, dass eine solche ohne Weiteres als zulässig gilt. 
Vielmehr ist deren Zulässigkeit stets im Einzelfall zu prüfen. Für die Frage, 
ob der Berufungskläger in seiner Funktion als Beirat berechtigt war, auf 
Kosten des Verbeirateten Dritte für die Erfüllung gewisser Tätigkeiten bei- 
zuziehen, ist auf die Umschreibung seines Aufgabenbereichs sowie auf die 
Fachkenntnisse, über die er selbst verfügt, sowie auf jene, welche die Aufga- 
benerfüllung erfordert, abzustellen. Im Beschluss der Vormundschaftsbe- 
hörde vom 17. März 2009 sind die Aufgaben des Berufungsklägers in 
Nachachtung von Art. 395 aZGB dahingehend ausgestaltet worden, dass

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ihm als Beirat die persönliche Betreuung sowie die Regelung der finanziel- 
len Angelegenheiten des Verbeirateten einschliesslich der vollständigen 
Einkommens- und Vermögensverwaltung auferlegt wurden. Dass darunter 
insbesondere auch die Erledigung des Zahlungsverkehrs, das Ausfüllen der 
Steuererklärung und die Führung der Buchhaltung fallen, wird von keiner 
Partei in Abrede gestellt. Ob es sich hierbei um typische Arbeiten der Ver- 
mögensverwaltung oder Hilfsarbeiten handelt, ist nicht entscheidend. Mass- 
gebend ist vielmehr, dass diese Tätigkeiten grundsätzlich im Aufgabenbe- 
reich des Berufungsklägers als Beirat lagen und damit auch durch dessen 
Mandatsentschädigung abgedeckt werden sollten. Das Führen der Buchhal- 
tung, d.h. die Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben sowie Kapitalver- 
änderungen und die Ausweisung des Gewinns, entspricht der Rechnungs- 
führung im Sinne von Art. 413 Abs. 2 aZGB (vgl. Albert Guler, a.a.O., N 11 
zu Art. 413 aZGB). Aufgrund der im Bundesrecht statuierten Pflicht zur 
Rechnungsführung musste dem Berufungskläger bewusst sein, dass dies zu 
seinen Aufgaben gehören würde und hierfür kein zusätzliches Entgelt als 
die bereits durch die Vormundschaftsbehörde in Aussicht gestellte jährliche 
Höchstentschädigung ausgerichtet würde. Angesichts der nachfolgenden 
Ausführungen kann die Vermögensverwaltung des Berufungsklägers nicht 
als sorgfältig bezeichnet werden. Eine solide Verwaltung hat sich am Grund- 
satz der Erhaltung  des  Vermögens  zu  orientieren  (vgl.  Art.  419  Abs. 
1 aZGB). Gleichzeitig trifft den vermögensverwaltenden Beirat aber auch 
die Pflicht, notwendige Ausgaben vorzunehmen. Darunter fallen die ge- 
wöhnlichen Lebenshaltungskosten des Verbeirateten sowie ausserordentli- 
che, unabwendbare Kosten, wie rechtlich geschuldete Ausgaben, die in Er- 
füllung einer Leistungspflicht erfolgen. Da die Ausgaben notwendigerweise 
begründet sind, besteht bei deren Tätigung keine Entscheidungsfreiheit des 
Mandatsträgers. Im Rahmen der sorgfältigen Verwaltung hat der Beirat 
indessen darauf zu achten, dass sich die notwendigen Ausgaben auf ein ver- 
tretbares Minimum beschränken. Neben den notwendigen Kosten sind die 
nützlichen Ausgaben zu erwähnen. Zum nützlichen Verbrauch zählen jene 
Ausgaben, die zwar nicht unbedingt notwendig, aber für den Verbeirateten 
vorteilhaft sind und in seinem Interesse liegen (vgl. zum Ganzen Christoph 
Caviezel, a.a.O., S. 215 ff.). Der Berufungskläger weist in seiner Berufung 
zwar zu Recht darauf hin, dass die finanzielle Situation des Verbeirateten 
bei der Vermögensverwaltung zu berücksichtigen und die Verwaltung den 
entsprechenden Verhältnissen anzupassen ist (Christoph Caviezel,  a.a.O.,
S. 222). Dies bedeutet aber nicht, dass er die ihm persönlich obliegenden 
Aufgaben der Vermögensverwaltung wie die Erledigung des Zahlungsver- 
kehrs, das Ausfüllen der Steuererklärung und die Führung der Buchhal- 
tung zu Lasten des Vermögens des Verbeirateten auf Dritte übertragen 
kann. Es handelt sich dabei nicht um notwendige Ausgaben, da sie vom Be-

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rufungskläger vorliegend selbst hätten vorgenommen werden können und 
damit durch sein Honorar abgegolten worden wären. Des Weiteren sind die 
Ausgaben auch nicht als nützlich zu qualifizieren, zumal die Aufgabener- 
füllung nicht im Interesse des Verbeirateten an eine Fachperson – die Ange- 
legenheiten wurden durch das Sekretariat erledigt – delegiert wurde und 
die Schwierigkeit der betroffenen Aufgabenbereiche eine Delegation auch 
nicht erfordert hätte. In diesem Zusammenhang macht der Berufungsklä- 
ger weder geltend, dass er selbst nicht über die erforderlichen Kompetenzen 
zur Aufgabenerfüllung noch dass das Sekretariat über mehr Fachwissen 
verfügt hätte. Der Mandatsträger hat seine eigenen Interessen hinter jene 
des Mündels bzw. des Verbeirateten zurückzustellen und alle Handlungen 
zu unterlassen, welche sich für Letzteren als nachteilig erweisen könnten 
(Christoph Caviezel, a.a.O., S. 231). Im Rahmen der getreuen Amtsführung 
wird mithin eine Geschäftsführung ohne Eigennützigkeit gefordert (Au- 
gust Egger, a.a.O., N 7 und N 10 zu Art. 413 aZGB; Albert Guler, a.a.O., 
N 4 zu Art. 413 aZGB). Demnach geht die Argumentation des Berufungs- 
klägers fehl, dass es ihm nebst der aufwendigen Personensorge nicht noch 
zumutbar gewesen sei, sich um den Zahlungsverkehr, die Buchhaltung und 
die Steuererklärung zu kümmern. Er verkennt dabei, dass dies zu seinen 
Aufgaben gehört hätte und eine Übertragung an Dritte nur zulässig gewe- 
sen wäre, wenn dies nicht mit zusätzlichen Kosten zu Lasten des Verbeira- 
teten verbunden gewesen wäre oder sich die Aufgabenübertragung auf- 
grund notwendiger Spezialkenntnisse aufgedrängt hätte. Beides trifft 
vorliegend nicht zu, weshalb er dem Berufungsbeklagten die im Rahmen 
der unsorgfältigen Vermögensverwaltung getätigten Ausgaben zu ersetzen 
hat.

d/aa) In Bezug auf die einzelnen Rechnungen moniert der Beru- 
fungskläger, dass insgesamt ein strittiger Betrag von CHF 11 133.10 und 
nicht – wie das Kantonsgericht festgestellt habe – von CHF 13 183.40 resul- 
tiere. Wie bereits dargelegt, gesteht der Berufungskläger ein (vgl. vorstehend
E. 5b), drei Rechnungen in Höhe von total CHF 7097.55 zwecks Entgelt sei- 
ner Bemühungen als Beirat während der Jahre 2009 bis 2011 beglichen zu 
haben, wobei er die Teuerung einberechnet und auch ausserordentliche Be- 
mühungen sowie eine pauschale Spesenvergütung verrechnet habe. Weiter 
führt der Berufungskläger aus, die am 29. März 2011 in Rechnung gestellten 
Bemühungen des Anwaltsbüros C._ im Betrag von CHF 3795.60 seien ab 
dem Jahre 2005 in Zusammenhang mit den Steuererklärungen des Verbei- 
rateten angefallen und würden vor allem auf die Auftragserteilung durch 
den seinerzeitigen Beirat A._ zurückgehen. Bei der ebenfalls vom 29. März 
2011 datierenden Rechnung des Anwaltsbüros über CHF 1607.– handle es 
sich um dem Sekretariat in Auftrag gegebene Buchhaltungsarbeiten für 
das Jahr 2009 und um die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Auch die am

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21. März 2012 gestellte Rechnung über einen Betrag von CHF 3809.95 be- 
treffe die Organisation des Zahlungsverkehrs und die Führung der Buch- 
haltung des Verbeirateten für das Jahr 2011. Sodann bringt der Berufungs- 
kläger vor, dass die Behörde mit der eigenen Rechnungsstellung auch nicht 
zögerlich sei. Er beanstandet in diesem Zusammenhang, dass ihm die 
Kosten für den Beschluss der KESB Prättigau/Davos von CHF 1010.– be- 
treffend die Prozessführungsermächtigung angelastet werden. Der Beru- 
fungsbeklagte hält dem entgegen, dass in der Klageschrift die schädigenden 
Handlungen bzw. die entsprechend durch den Beklagten ausgeführten Zah- 
lungen detailliert nachgewiesen worden seien. Nebst dem ausbezahlten Ho- 
norar für die Beiratschaft in Höhe von insgesamt CHF 7097.55 und den vom 
Berufungskläger selbst erwähnten Rechnungen vom 29. März 2011 über 
CHF 3795.60 und CHF 1607.– sowie vom 21. März 2012 über CHF 3809.95 
sei eine weitere Rechnung datierend vom 29. März 2010 über einen Betrag 
von CHF 2050.30 zugunsten des Anwaltsbüros C._ beglichen worden. Da- 
mit belaufe sich die Rückforderungssumme unter Abzug der Entschädi- 
gung von CHF 5177.– auf CHF 13 183.40. Der Berufungskläger habe nicht 
nur Rechnungen stammend aus durch ihn persönlich erteilten Aufträgen 
bezahlt, sondern überdies auch solche, welche angebliche Leistungen zum 
Gegenstand gehabt hätten, die noch vom früheren Beirat A._ in unzulässi- 
ger Weise an das Anwaltsbüro C._ übertragen worden seien. Was die Kosten 
der Prozessführungsermächtigung der KESB angehe, so seien diese vom 
Berufungskläger aufgrund des Umstands, dass er dem Berufungsbeklagten 
sämtlichen aus der unsorgfältigen Mandatsführung entstandenen Schaden 
zu ersetzen habe, zu übernehmen.

bb) Nachdem bereits dargetan worden ist, dass der entschädi- 
gungspflichtige Beizug des Sekretariats des Anwaltsbüros C._ für Tätigkei- 
ten, die dem Beirat oblegen hätten, als unzulässig gilt und sich die dies- 
bezüglich vorgebrachten Einwände des Berufungsklägers als unbehelflich 
erweisen (vgl. E. 5c/bb), bleibt die Höhe des daraus erwachsenen Schadens 
festzustellen. Wie erwähnt war die Vorinstanz in Bezug auf die Widerrecht- 
lichkeit des Geldbezugs und die Höhe der unrechtmässig bezahlten Be- 
träge nicht an die Feststellungen des Kantonsgerichts in seinem Entscheid 
ZK1 13 17 gebunden (vgl. dazu vorstehend E. 3b). Trotz des geäusserten 
Vorbehalts, ihre Ausführungen seien lediglich als Erläuterungen zu ver- 
stehen, hat die Vorinstanz gerade zur Frage, ob die Aufgabenübertragung 
an Dritte zulässig war, umfangreiche eigene Erwägungen angestellt (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 7.1–7.3), welche nicht zu beanstanden sind. 
Insgesamt wurde vom Berufungskläger eine Summe von CHF 11 262.85 
an das Anwaltsbüro C._ überwiesen (Rechnung vom 29. März 2010 über 
CHF 2050.30, beglichen am 18. Mai 2011 [Teilbetrag von CHF 1751.10] bzw.
am 22. März 2012 [Restbetrag von CHF 299.20]; Rechnung vom 29. März

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2011 über CHF 1607.–, beglichen am 18. Mai 2011; Rechnung vom 29. März
2011 über CHF 3795.60, beglichen am 18. Mai 2011, sowie Rechnung vom
21. März 2012 über CHF 3809.95, beglichen am 22. März 2012). Obschon 
der Berufungskläger die Rechnung vom 29. März 2010 über einen Betrag 
von CHF 2050.30 in seiner Berufung nicht anführt, ergibt sich aus den Ak- 
ten, dass er diese Zahlung in zwei Tranchen zu Lasten des Kontos des Be- 
rufungsbeklagten getätigt hat (vgl. Akten Vorinstanz KB 18, 19 und 23).

cc) Näher zu prüfen sind in der Folge jene Rechnungsbeträge, un- 
ter deren Titel auch allfällige Arbeiten enthalten sein könnten, welche noch 
durch den früheren Beirat A._ in Auftrag gegeben wurden. Dies betrifft 
die beiden vom 29. März 2011 datierenden Rechnungen über CHF 1607.– 
sowie über CHF 3795.60. Bei der ersteren handelt es sich um dem Sekre- 
tariat in Auftrag gegebene Buchhaltungsarbeiten für das Jahr 2009 (Über- 
nahme und Einrichtung der Buchhaltung per 1. Juli 2009, Zahlungsverkehr 
und Buchungen 2009, Buchhaltungsabschluss 2009; vgl. Akten Vorinstanz 
KB 20). Bei der letzteren geht es um Buchhaltungsarbeiten und das Aus- 
füllen der Steuererklärungen des Verbeirateten für die Jahre 2005 bis 2009 
(vgl. Akten Vorinstanz KB 21). Der Berufungskläger trat sein Amt als Bei- 
rat am 1. Juli 2009 an und auf diesen Zeitpunkt hin wurde A._ als Beirat 
entlassen (vgl. Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 17. März 2009, 
Akten Vorinstanz KB 6). Was die Rechnung über CHF 1607.– angeht, so 
bringt der Berufungskläger im Berufungsverfahren erstmals vor, dass das 
Sekretariat des Anwaltsbüros C._ die Buchhaltungsarbeiten für das Jahr 
2009 im Auftrag des ehemaligen Beirats ausgeführt habe. In seiner Klage- 
antwort machte er lediglich geltend, dass die Arbeiten im Auftrag des Bei- 
rats erledigt wurden. Damit musste X._ und nicht A._ gemeint sein, da er in 
der Rechtsschrift ansonsten explizit vom seinerzeitigen Beistand oder vom 
Vorgänger sprach (vgl. Akten Vorinstanz Klageantwort vom 17. März 2014
S. 7 f.). In seinem Parteivortrag anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver- 
handlung führte er sodann nur in allgemeiner Weise aus, dass A._ die Buch- 
haltung über Jahre hinweg durch das Büro C._ habe erledigen lassen, nahm 
aber keinen Bezug auf die vorerwähnte Rechnung (vgl. Akten Vorinstanz 
Protokoll HV vom 12. Juni 2014, act. I./8. S. 3). Damit gilt die betreffende 
Tatsachenbehauptung, zumal die Voraussetzungen von Art. 317 ZPO nicht 
erfüllt sind, als verspätet und kann keine Berücksichtigung mehr finden. 
Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Arbeiten vom Berufungsklä- 
ger und nicht von A._ in Auftrag gegeben wurden. Dafür sprechen über- 
dies auch die in der Rechnung genannten Positionen, da an erster Stelle die 
Übernahme (und nicht Übergabe) und Einrichtung der Buchhaltung per
1. Juli 2009 aufgeführt wird, was mit dem Amtsantritt des Berufungsklägers 
zusammenfällt. Mangels rechtsgenüglicher Behauptung bedarf es auch kei- 
ner Zeugeneinvernahme für den Nachweis einer Beauftragung durch den

 PKG 2016 1 

25

vormaligen Beirat. Der Berufungskläger haftet somit für diesen Schadens- 
betrag (vgl. dazu vorstehend E. 5c/bb).

dd) Die Rechnung über einen Betrag von CHF 3796.60 müsste 
zwar, soweit sie die Erstellung der Steuererklärungen für die Jahre 2005 
bis 2008 betrifft, aus zeitlicher Hinsicht notwendigerweise Leistungen bein- 
halten, welche vom früheren Beirat A._ in Auftrag gegeben wurden. Doch 
der Berufungsbeklagte vertritt den Standpunkt, dass die Auftragserteilung 
nicht klar nachgewiesen sei (vgl. Akten Vorinstanz Plädoyer RA Schny- 
der vom 12. Juni 2014, act. I./5. S. 5 [Rz. 5d/b] und Berufungsantwort vom
22. April 2015 S. 5 [Rz. 8]). Für den Fall, dass ein solcher Auftrag erteilt 
worden sein sollte, hält er fest, dass der Berufungskläger die erst über sechs 
Jahre später in Rechnung gestellten Leistungen des Sekretariats niemals 
hätte bezahlen dürfen. Vielmehr hätte dieser die Rechnung auf ihre Recht- 
mässigkeit hin überprüfen und dabei bemerken müssen, dass der Auftrag 
durch den damaligen Beirat zu Unrecht erteilt worden sei. Überdies sei 
die Forderung für die Steuererklärung 2005 in Höhe von CHF 1625.– im 
Zeitpunkt der Bezahlung bereits verjährt gewesen. Diese Einrede hat der 
Kläger bereits im vorinstanzlichen Verfahren anlässlich der mündlichen 
Hauptverhandlung erhoben (vgl. Akten Vorinstanz Plädoyer RA Schnyder 
vom 12. Juni 2014, act. I./5. S. 5 [Rz. 5d/b]). Sie ist in Erwägung 7.4 des 
angefochtenen Entscheids indessen falsch dargestellt worden, was die Vor- 
instanz in ihrer nachträglich erstellten Aktennotiz vom 15. Juli 2014 selbst 
festhält und gleichzeitig darauf hinweist, dass dies allerdings ohne Einfluss 
auf das Entscheidergebnis geblieben sei (vgl. Akten Vorinstanz act. I./9.). 
Der Berufungskläger macht bezüglich der betreffenden Rechnung demge- 
genüber einzig geltend, die Annahme, er hätte diese Rechnung nicht bezah- 
len dürfen, sei willkürlich. Die späte Rechnungsstellung schädige weder den 
Berufungsbeklagten noch stelle sie den Bestand der Forderung in Frage. 
Vorab ist auf die erhobene Verjährungseinrede in Bezug auf die Teilforde- 
rung von CHF 1625.– in Zusammenhang mit der Buchhaltung und Steuer- 
erklärung 2005 einzugehen. Der Berufungskläger hat sich – soweit ersicht- 
lich – weder anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (vgl. Akten 
Vorinstanz Protokoll HV vom 12. Juni 2014, act. I./8., zumal er während des 
klägerischen Parteivortrags auf eigenen Wunsch und damit auch auf eigene 
Gefahr die Verhandlung verliess), noch in seiner Berufung zur Verjährung 
dieser Forderung geäussert und damit deren Eintritt nicht bestritten. Im 
Zivilrecht darf der Richter die Verjährung gemäss Art. 142 OR nicht von 
Amtes wegen berücksichtigen. Nur wenn die Einrede fristgerecht erhoben 
worden ist, greift der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen 
ein und ist sie unter allen rechtlichen Aspekten zu prüfen (Urteil des Bun- 
desgerichts 2C_137/2011 vom 30. April 2012 E. 2.2, nicht publiziert in BGE 
138 II 169, mit Verweis auf das Urteil 4A_56/2008 vom 8. Oktober 2009 E.

  1 PKG 2016

26

9.1; vgl. auch Robert K. Däppen, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Balser 
Kommentar Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, 6. Aufl., Basel 2015, N 5 zu 
Art. 142 OR). Vorliegend hat der Kläger die Einrede im vorinstanzlichen 
Verfahren gemäss Art. 229 Abs. 2 ZPO rechtzeitig erhoben und zudem 
dargelegt, weshalb er diese Teilforderung als bereits verjährt erachte. Die 
Widerlegung dieser Behauptung bzw. der Beweis, dass die Verjährungsfrist 
unterbrochen wurde, obliegt demgegenüber dem Gläubiger einer Forderung 
(Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZF 08 13 
vom 25. Juni 2008 E. 4; vgl. auch Robert K. Däppen, a.a.O., N 23 zu Art. 135 
OR sowie N 11 zu Art. 142 OR). Der Berufungskläger bestreitet jedoch gar 
nicht, dass die die fünfjährige Verjährungsfrist nach Art. 128 Ziff. 3 OR bei 
der Bezahlung der Forderung am 18. Mai 2011 bereits abgelaufen war. Zwar 
ist auf der Rechnung vom 29. März 2011 nicht ersichtlich, zu welchem Zeit- 
punkt die betreffenden Arbeiten vom Sekretariat genau ausgeführt wurden, 
doch ordentlicherweise sollte die Steuererklärung für das Jahr 2005 bis spä- 
testens am 31. März 2006 eingereicht worden sein. Da der Berufungskläger 
nicht geltend macht, dass die Arbeiten später vorgenommen worden seien, 
ist davon auszugehen, dass die fünfjährige Frist zum Zeitpunkt der Beglei- 
chung der Forderung bereits verstrichen war. Denn Tatsachen, welche von 
der gegnerischen Partei im Prozess ausdrücklich oder stillschweigend zuge- 
standen werden, d.h. wenn eine Bestreitung der gegnerischen Behauptung 
unterbleibt, müssen nicht bewiesen werden (Myriam A. Gehri, in: Spühler/ 
Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozess- 
ordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 13 zu Art. 55 ZPO mit weiteren Hinweisen; 
Thomas Sutter-Somm/Claude Schrank, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ 
Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord- 
nung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 27 und N 37 zu Art. 55 ZPO; vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts 4A_225/2011 vom 15. Juli 2011 E. 2.3). Aufgrund 
des Verjährungseintritts hätte der Berufungskläger diesen Teilbetrag da- 
mit nicht begleichen dürfen. Gegenständlich liegt sodann weder eine Voll- 
machtserteilung durch A._ an das Anwaltsbüro C._ zur Ausführung der 
Steuererklärungs- und Buchhaltungsarbeiten noch eine Vereinbarung über 
den Honoraransatz bei den Akten. Auch wenn in den Spesenrechnungen 
von Beirat A._ diverse Besprechungen mit Dr. B._ aufgeführt werden (vgl. 
Akten Vorinstanz BB 7), erschliesst sich aufgrund der Akten nicht, ob eine 
Auftragserteilung stattgefunden hat und bejahendenfalls zu welchen Kon- 
ditionen die Erteilung erfolgt ist. Daher hätte der übrige Rechnungsbetrag 
nicht vorbehaltlos, d.h. ohne Nachweis eines Auftrags und Kenntnis des 
konkreten Auftragsinhalts, bezahlt werden dürfen. Insbesondere die späte 
Rechnungsstellung hätte zu Erkundigungen Anlass geben müssen und auch 
der Stundenansatz von CHF 100.– für Sekretariatsarbeiten erscheint unge- 
wöhnlich hoch. Darin liegt grundsätzlich ein sorgfaltswidriges haftungsbe-

 PKG 2016 1 

27

gründendes Verhalten. Um die Auftragserteilung nachzuweisen, beantragt 
der Berufungsbeklagte, dass der vormalige Beirat A._ als Zeuge einzuver- 
nehmen sei, was von der Vorinstanz mangels Entscheidrelevanz abgewiesen 
wurde. Obschon der Frage nach dem Bestehen eines Auftragsverhältnisses 
nicht jegliche Relevanz abgesprochen werden darf, kann im Berufungsver- 
fahren von einer Zeugeneinvernahme abgesehen werden, da sich im Ergeb- 
nis an der Haftung des Berufungsklägers nichts ändert, auch wenn ein Auf- 
trag angenommen wird (vgl. dazu nachfolgend E. 5d/ee).

ee) Wird davon ausgegangen, dass eine Auftragserteilung seitens 
des Amtsvorgängers nachgewiesen und die Aufträge in Vertretung des 
Verbeirateten erteilt wurden, war das Anwaltsbüro C._ berechtigt, für sei- 
ne korrekt erbrachten Leistungen Rechnung zu stellen. Die bereits vor 
Amtsantritt des Berufungsklägers ausgeführten Dienstleistungen gelten 
demnach als rechtlich geschuldete Ausgaben. Deshalb könnte dem Beru- 
fungskläger nicht vorgeworfen werden, dass er die betreffende Rechnung, 
soweit sie aus der Auftragserteilung des früheren Beirats herrührt, bezahlt 
hat. Diese in Erfüllung einer Leistungspflicht zu tätigenden Ausgaben ge- 
hören zu den notwendigen Aufwendungen, bei dessen Vornahme kein Ent- 
scheidungsspielraum des Mandatsträgers besteht (Christoph Caviezel, 
a.a.O., S. 218). Damit erscheint die Auffassung des Berufungsbeklagten, 
wonach eine allfällige Auseinandersetzung über die Bezahlung dieser 
Rechnung zwischen dem vormaligen Beirat und Dr. iur. B._ hätte geführt 
werden müssen, unzutreffend. Es fragt sich allerdings, ob der Berufungs- 
kläger nicht hätte erkennen müssen, dass sein Vorgänger die übertragenen 
Arbeiten selbst hätte vornehmen und ob er demzufolge Haftungsansprü- 
che gegen diesen hätte geltend machen müssen. Im Rahmen der Vermö- 
gensverwaltung obliegt es dem Amtsträger, die Rechte des Mündels bzw. 
Verbeirateten zu wahren und dessen Forderungen geltend zu machen. Dies 
muss rechtzeitig unter Wahrung der Fristen erfolgen (August Egger, a.a.O., 
N 16 zu Art. 413 aZGB). Der Mandatsträger haftet nicht nur für pflicht- 
widrige Handlungen, sondern auch für Unterlassungen (vgl. August Egger, 
a.a.O., N 20 zu Art. 426 aZGB; Thomas Geiser, FamKommentar Erwach- 
senenschutz, a.a.O., N 7 zu Art. 454 ZGB), wobei es keine Rolle spielt, ob 
die Untätigkeit auf Passivität, Überbeanspruchung, ungenügende Kennt- 
nis der massgebenden Vorschriften oder fehlende Qualifikation zurück- 
zuführen ist (Rolando Forni/Giorgio Piatti, a.a.O., N  1  zu  Art. 426– 
429 aZGB). Wie vorstehend bereits einlässlich dargetan worden ist, erweist 
sich eine kostenpflichtige Delegation von dem Beirat obliegenden Aufga- 
ben, welche sich weder auf-grund der Komplexität des Mandats noch der 
fehlenden Sachkompetenz des Mandatsträgers aufdrängt, als unzulässig 
(vgl. E. 5c/bb). Dies muss auch für den alten Beirat gelten. Er war ebenfalls 
mit der Vermögensverwaltung und Rechnungsführung betraut und als Bei-

  1 PKG 2016

28

rat im Sinne von Art. 395 Abs. 1 und 2 aZGB eingesetzt (vgl. Akten Vorin- 
stanz KB 6). Damit fielen ihm dieselben Pflichten wie dem Berufungsklä- 
ger zu. Dass er als diplomierter Sozialarbeiter nicht die Fähigkeiten 
aufgewiesen hätte, die Steuererklärungs- und Buchhaltungsarbeiten selbst 
zu erledigen, ist nicht anzunehmen. Da ein hoher Sorgfaltsmassstab gilt 
(vgl. E. 5a), ist die Erkennbarkeit der unrechtmässigen Auftragserteilung 
für den Berufungskläger zu bejahen. Die Geltendmachung der Verant- 
wortlichkeit gegenüber dem früheren Beirat gehört zur Erhaltung des Ver- 
mögens des Verbeirateten und damit zu den Aufgaben des (neuen) Verwal- 
tungsbeirats (BGE 85 II 468 E. 2; Christoph Caviezel, a.a.O. S. 213; Martin 
Good, a.a.O., N 15 zu § 12; Bernhard Schnyder/Erwin Murer, Berner Kom- 
mentar zum Schweizerischen Privatrecht, Bd. II/3/1, Bern 1984, N 131 zu 
Art. 395 aZGB; vgl. auch Entscheid der I. Zivilkammer des Kantonsge- 
richts von Graubünden ZK1 13 17 vom 29. April 2013 E. 5b). Die Vor- 
mundschaftsbehörde muss den Amtsnachfolger gegebenenfalls dazu an- 
halten, gegen seinen Vorgänger vorzugehen (vgl. August Egger, a.a.O., N 5 
zu Art. 454 aZGB) und für die Einleitung eines Prozesses benötigt er 
ausserdem die Zustimmung der Behörde (vgl. Art. 421 Ziff. 8 aZGB). Da- 
raus ergibt sich eine Mitteilungspflicht des Amtsträgers, wenn er auf Hand- 
lungen seines Vorgängers stösst, welche eine unsorgfältige Vermögens- 
verwaltung begründen. Vorliegend hat der Berufungskläger durch die 
Rechnungsstellung vom 29. März 2011 von der (unzulässigen) Aufgaben- 
delegation des vormaligen Beirats A._ erfahren. Die Forderung in Zusam- 
menhang mit den Buchhaltungen und Steuererklärungen der Jahre 2005 
bis 2008 wurde durch das Anwaltsbüro C._ erst in Rechnung gestellt, nach- 
dem die Vormundschaftsbehörde den Schlussbericht und die Schlussrech- 
nung von A._ mit Beschluss vom 2. September 2009, mitgeteilt am 11. Janu- 
ar 2010, genehmigt hatte (vgl. Akten Vorinstanz BB 8), weshalb dieser 
Posten dementsprechend keinen Eingang in dessen Schlussrechnung fand. 
Daher war die kostenfällige Aufgabenübertragung für die Vormund- 
schaftsbehörde zum Genehmigungszeitpunkt nicht erkennbar. Der Man- 
datsträger ist verpflichtet, die Vormundschaftsbehörde über Informationen 
in Kenntnis zu setzen, die diese zur Erfüllung ihrer Aufsichtspflichten und 
spezifischer Fürsorgemassnahmen benötigt (Bernhard Schnyder/Erwin 
Murer, a.a.O., N 181 zu Art. 360 aZGB; Christoph Caviezel, a.a.O., S. 82). 
Falls nach dem Amtsende noch vermögensrelevante Handlungen vorge- 
nommen werden, müsste darüber eine zusätzliche Übergaberechnung ab- 
gelegt und der Vormundschaftsbehörde zur Kenntnis gebracht werden, 
sofern sie Handlungen betrifft, die vor der Entlassung im Sinne von Art. 
453 ZGB getätigt wurden (vgl. Kurt Affolter, Basler Kommentar Zivilge- 
setzbuch I, a.a.O., N 37 zu Art. 451–453 aZGB), was für die fragliche Auf- 
tragserteilung durch den alten Beirat zutrifft. Auch daraus lässt sich ablei-

 PKG 2016 1 

29

ten, dass der Berufungskläger die Behörde über diese Rechnungsstellung 
hätte informieren müssen, da sie vornehmlich Tätigkeiten seines Amtsvor- 
gängers beinhaltet. Indem der Berufungskläger bis zur Niederlegung sei- 
nes Mandats per Ende März 2012 untätig geblieben und die Vormund- 
schaftsbehörde weder über diese Rechnung unterrichtet noch hinsichtlich 
der Bezahlung mit der Behörde Rücksprache genommen hat, hat er seine 
Informationspflichten verletzt. Die Behörde hat davon erst durch die Prü- 
fung des vom Berufungskläger am 21. März 2012 eingereichten periodi- 
schen Berichts samt Buchhaltung für die Zeitspanne vom 1. Januar 2011 bis 
zum 31. Dezember 2011 (vgl. Akten Vorinstanz KB 15) erfahren können, 
wobei nicht ganz klar ist, wann die Prüfung erfolgte bzw. ob diese im Rah- 
men des gefassten Beschlusses vom 18. Juli 2012 betreffend die (Nicht-)Ge- 
nehmigung der Schlussrechnung geschah (vgl. Akten Vorinstanz KB 24). 
Jedenfalls war die einjährige Verjährungsfrist nach Art. 455 Abs. 1 ZGB 
für die Geltendmachung der Verantwortlichkeitsansprüche gegen A._ bei 
der Einreichung dieses Berichts bereits nahezu abgelaufen, sodass der Be- 
hörde auch bei sofortiger Prüfung keine ausreichende Reaktionszeit mehr 
blieb. Hinzu kommt, dass der Berufungskläger auch bei Einreichung des 
Berichts keinen Hinweis auf die unrechtmässige Auftragserteilung machte. 
Somit konnte er nicht damit rechnen, dass die Prüfung des Berichts samt 
Buchhaltung innert Wochenfrist erfolgte, wozu ohne besonderen Hinweis 
auch keine Veranlassung bestand. Massgebend für den Beginn der Verjäh- 
rung ist gemäss Art. 455 Abs. 1 ZGB die Entdeckung des Verantwortlich- 
keitsgrundes, sofern dieser Grund wie vorliegend erst nach Beginn der or- 
dentlichen Verjährungsfrist, d.h. nach der Zustellung der Schlussrechnung, 
entdeckt werden konnte (vgl. dazu August Egger, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 
455 aZGB; Martin Good, a.a.O., N 16 ff. zu § 12). Die Verjährungshem- 
mung gemäss Art. 134 Abs. 1 Ziff. 2 OR entfällt bei Amtsende des Man- 
datsträgers, auch wenn die Massnahme weiterdauert (August Egger, a.a.O., 
N 5 zu Art. 454 aZGB; Martin Good, a.a.O. N 15 zu § 12). Vorliegend hat 
der Berufungskläger mit Erhalt der Rechnung vom 29. März 2011 von der 
unzulässigen Aufgabenübertragung von A._ und damit vom Haftungs- 
grund Kenntnis erhalten. Es wäre ihm als Vertreter des Berufungsbeklag- 
ten oblegen, gegen seinen Amtsvorgänger fristgerecht vorzugehen bzw. die 
Vormundschaftsbehörde zumindest frühzeitig genug darüber zu informie- 
ren. Indem er dies unterliess und die Rechnung ohne Weiteres bezahlte, 
hat er seine Pflichten verletzt, was letztlich zu einer Schädigung des Beru- 
fungsbeklagten in Höhe der durch die unzulässige Auftragsvergabe seines 
Amtsvorgängers verursachten Kosten geführt hat. Es schadet dabei nicht, 
dass sich der Berufungsbeklagte nicht auf eine Haftbarkeit durch Unterlas- 
sen beruft, zumal das Gericht nicht an die rechtliche Begründung der Par- 
teien gebunden ist (iura novit curia, Art. 57 ZPO).

  1 PKG 2016

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Zusammenfassend ist dem Berufungskläger in Bezug auf die 
Rechnung über CHF 3795.60 somit vorzuwerfen, dass er im Umfang von 
CHF 1625.– eine verjährte Forderung beglichen und den Restbetrag ohne 
Nachweis und Erkundigung bezüglich Erteilung und Inhalt des Auftrags 
bezahlt hat. Für den Fall, dass das Bestehen eines Auftragsverhältnisses 
angenommen wird, wäre dem Berufungskläger einerseits ebenfalls vorzu- 
halten, eine teilweise verjährte Forderung bezahlt zu haben, sowie ande- 
rerseits, dass er nicht gegen seinen Amtsvorgänger vorgegangen ist bzw. 
die Vormundschaftsbehörde nicht rechtzeitig über dessen unrechtmässige 
Amtstätigkeit informiert hat.

e) Schliesslich bleibt noch auf die Kosten der Prozessführungser- 
mächtigung einzugehen. Die KESB Prättigau/Davos hat für den Entscheid 
der Kollegialbehörde vom 3. Juni 2013, mittels welchem dem neuen Beirat 
die Ermächtigung zur Einleitung eines Verantwortlichkeitsverfahrens ge- 
gen den Berufungskläger und zur Beauftragung eines Rechtsanwalts erteilt 
wurde, Verfahrenskosten von CHF 1010.– zu Lasten des Berufungsbeklag- 
ten erhoben. Die Höhe der Entscheidgebühr lässt sich entgegen der Ansicht 
des Berufungsklägers nicht beanstanden. Vielmehr liegt sie am unteren 
Rand des in Art. 28 Abs. 2 lit. a KESV festgelegten Kostenrahmens und 
erweist sich in Anbetracht des Aufwands, des Interesses und der wirtschaft- 
lichen Verhältnisse des Verbeirateten (vgl. Art. 28 Abs. 1 KESV) als ange- 
messen. Sodann ist es auch nicht – wie der Berufungskläger meint – neu, 
dass solche Kosten im Rahmen einer Schadenersatzklage dem Schädiger 
auferlegt werden. Sämtlicher Schaden, welcher adäquat kausal verursacht 
wurde, ist von diesem zu ersetzen. Die Kausalität kann auch auf der Neben- 
folge einer Handlung beruhen (Thomas Geiser, FamKommentar Erwach- 
senenschutz, a.a.O., N 13 zu Art. 454 ZGB). Vorliegend hat die unsorgfäl- 
tige Amtsführung des Berufungsklägers dazu geführt, dass die Einleitung 
eines Verantwortlichkeitsverfahrens erforderlich geworden ist. Da es für 
die Prozessführung durch den Beistand gestützt auf Art. 416 Abs. 1 Ziff. 9 
ZGB zwingend der behördlichen Zustimmung bedarf, sind die damit ver- 
bundenen Kosten als Nebenfolge der unsorgfältigen Vermögensverwaltung 
anzusehen und daher durch den Berufungskläger zu ersetzen.

Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid, wonach der Beru- 
fungskläger dem Berufungsbeklagten CHF 13 183.40 nebst 5 % Zins seit 
dem 31. August 2012 sowie CHF 1010.– nebst 5 % Zins seit dem 5. August 
2013 zu bezahlen hat, mithin zu bestätigen.
ZK1 14 107 Urteil vom 28. Juni 2016