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**Case Identifier:** a3d53e67-eae0-56e7-a2b5-e6a476e84e4f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.01.2021 200 2020 745
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-745_2021-01-25.pdf

## Full Text

200 20 745 IV
FUE/SCC/IVE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 25. Januar 2021

Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. August 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Jan. 2021, IV/20/745, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 6. März 2020 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Bezug von Hilfsmitteln in Form von orthopädischen 
Massschuhen an (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 1, 2). Die IVB 
holte Berichte der behandelnden Ärzte sowie eine Stellungnahme von Dr. 
med. B.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Hämato-
logie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 12. Mai 2020 ein (act. II 31). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 34) verneinte sie mit 
Verfügung vom 28. August 2020 den Anspruch auf eine orthopädische 
Schuhversorgung mit der Begründung, die versicherungsmässigen Vor-
aussetzungen seien nicht erfüllt (act. II 40).

B.

Am 28. September 2020 erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde. Sie beantragte sinngemäss, die angefoch-
tene Verfügung sei aufzuheben und die orthopädische Schuhversorgung 
durch die Invalidenversicherung zu bewilligen.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2020 schloss die IVB auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 28. August 
2020 (act. II 40). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf ein Hilfsmittel 
(orthopädische Schuhversorgung); umstritten ist insbesondere, ob die Be-
schwerdeführerin die versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt.

1.3 Mit Blick auf den Kostenvoranschlag für die orthopädischen Mass-
schuhe der C.________ GmbH vom 6. März 2020 von Fr. 6'603.70 (act. II 
2/1 f.) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Ausländische Staatsangehörige sind – vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 
IVG – nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnli-
chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei 

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Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge 
geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz 
aufgehalten haben (Art. 6 Abs. 2 IVG). Abweichende staatsvertragliche 
Regelungen sind vorbehalten (vgl. Art. 5 Abs. 4 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]).

2.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald 
sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfor-
derliche Art und Schwere erreicht hat. Das IVG beruht somit auf dem Kon-
zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 
S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit-
punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherten Per-
son festzustellen; zufällige externe Faktoren, wie insbesondere die subjek-
tive Kenntnis des Leistungsansprechers oder der Leistungsansprecherin, 
sind unerheblich (BGE 112 V 275 E. 1b S. 277; ZAK 1987 S. 46 E. 3a; AHI 
2003 S. 209 E. 2a). Der Zeitpunkt des Invaliditätseintritts richtet sich insbe-
sondere nicht danach, wann eine Anmeldung eingereicht oder von wann an 
eine Leistung gefordert wird. Er braucht auch nicht mit jenem Zeitpunkt 
identisch zu sein, in welchem die versicherte Person erstmals erfährt, dass 
ihr Gesundheitsschaden einen Leistungsanspruch zu begründen vermag 
(BGE 118 V 79 E. 3a S. 82).

Ein Gesundheitsschaden kann somit bezüglich verschiedener Leistungsar-
ten der Invalidenversicherung mehrere Invaliditätseintritte auslösen, wes-
halb der Versicherungsfall im Rahmen jeder gesetzlichen Leistungsnorm 
autonom bestimmt werden muss (SVR 2007 IV Nr. 7 S. 24 E. 1.1). Dies 
bedeutet, dass die Ablehnung eines bestimmten Anspruches wegen dama-
liger fehlender Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen 
später in Betracht fallende andersartige Ansprüche nicht präjudiziert 
(SVR 2008 IV Nr. 14 S. 42 E. 4).

2.3 Hinsichtlich der Hilfsmittel tritt der Versicherungsfall ein, wenn der 
Gesundheitsschaden objektiv erstmals ein solches Gerät notwendig macht, 
wobei dieser Zeitpunkt nicht mit demjenigen der erstmaligen Behandlungs-
bedürftigkeit des Gesundheitsschadens übereinzustimmen braucht 
(BGE 108 V 61 E. 2b S. 63; Entscheid des BGer vom 12. Januar 2011, 
8C_262/2010, E. 2.2). Jedes einzelne Hilfsmittel, welches sich in Bezug auf 

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die invaliditätsmässigen Voraussetzungen von den übrigen Hilfsmitteln un-
terscheidet, bildet eine eigenständige Leistungskategorie, welche einen 
eigenen Versicherungsfall begründet (BVR 1992 S. 473 ff.; ZAK 1992 
S. 359 ff.).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin ist … Staatsangehörige, reiste am TT. 
MM.JJJJ in die Schweiz ein, hat Wohnsitz in der Schweiz und eine Aufent-
haltsbewilligung …. Sie ist Hausfrau (act. II 22, 23) und seit dem 24. März 
2017 mit einem schweizerischen Staatsangehörigen verheiratet (act. II 1, 
3), weshalb ihre eigenen AHV/IV-Beiträge als bezahlt gelten, wenn der 
Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitra-
ges bezahlt hat (Art. 2 IVG i.V.m. 3 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
[AHVG; SR 831.10]), was hier offenkundig der Fall ist (act. II 28). Zwischen 
… und der Schweiz besteht kein Sozialversicherungsabkommen (vgl. Liste 
der Sozialversicherungsabkommen; [www.bsv.admin. ch]; Stand 1. Januar 
2020). Damit ist die Beschwerdeführerin nur anspruchsberechtigt, wenn sie 
bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge 
geleistet hat (vgl. E. 2.1 hiervor). Umstritten ist hier der Eintritt der Invali-
dität, wobei diese bei Hilfsmitteln in dem Moment eintritt, in dem die ge-
sundheitliche Beeinträchtigung objektiv betrachtet einen entsprechenden 
Behelf erstmals notwendig macht (E. 2.3 hiervor; vgl. auch SILVIA BUCHER, 
Eingliederungsrecht in der Invalidenversicherung, 2011, S. 196 Rz. 332; 
THOMAS ACKERMANN, Versicherungsmässige Voraussetzungen des Leis-
tungsanspruchs in der Invalidenversicherung, in KIESER/LENDFERS, Sozial-
versicherungsrechtstagung 2011, S. 24; BGE 111 V 117 E. 2b S. 123). Die 
Rechtsprechung, wonach die Invalidität in dem Zeitpunkt eintritt, da das 
Leiden objektiv behandlungs- und kontrollbedürftig ist (BGE 111 V 117), gilt 
auch für Geburtsgebrechen (MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., 2014, Art. 13 N. 14).

3.2 Den medizinischen Akten ist im Wesentlichen das Folgende zu ent-
nehmen.

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3.2.1 Im Bericht vom 18. April 2018 führte Dr. med. D.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
aus, die Patientin sei am 13.03.2018 mittels einer Keilexzision an der 
Grosszehe links operiert worden. Postoperativ sei drei Tage der Schnürring 
für die Blutleere akzidentell belassen worden. Der Zeh sei noch residuell 
geschwollen, aber ausgezeichnet rekapillarisiert. Es bestehe eine explizite 
Druckdolenz vor allem distal über dem Nagel an einer Nekrosestelle. 
Grundsätzlich sie diese kleine Nekrosestelle aber reizlos. Er empfehle wei-
teres Abwarten. Die Beschwerden sollten von selbst regredient sein, die 
Schwellung der Grosszehe werde sicher lange vorhanden sein, diese sei 
aber grundsätzlich problemlos (act. II 18/25).

3.2.2 Im Bericht vom 23. Oktober 2019 hielt Dr. med. E.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, Ambulatorium Orthopädie F.________, zu den Befunden fest, die 
Grosszehe werde massiv nach dorsal und etwas nach medial gezogen, sie 
könne praktisch nicht mehr gestreckt werden durch das atypische und un-
physiologische Gangbild. Es bestehe eine massivste Hyperpathie; im Be-
reich des Grossenzehenballens und der Zehe selbst dürfe die Haut nicht 
berührt werden. Lateral bestünden kaum Beschwerden (act. II 18/20).

3.2.3 Im Austrittsbericht vom 9. März 2020 – nach einer stationären Ab-
klärung und Behandlung vom 13. Januar bis 11. Februar 2020 – führten die 
Ärzte des Spitals G.________ aus, es bestehe eine chronische Schmerz-
störung mit Fuss- und Unterschenkelschmerzen links aufgrund eines CRPS 
1 des linken Fusses und- Unterschenkels mit chronisch neuropathischem 
Schmerz. Als Auslöser des CRPS und der neuropathischen Schmerzen 
finde sich eine kochersche Keilexzision medial und lateral an der Grossze-
he links im März 2018. Hierbei sei die Blutsperre akzidentell für drei Tage 
belassen worden. Seitdem bestünden sehr starke Schmerzen mit Schwel-
lung, Hitzegefühl, Schwitzen, vermindertem Nagelwachstum, Myoklonien in 
der Grosszehe, verminderter Beweglichkeit, versteiftem OSG und Allodynie 
der Grosszehe und des Unterschenkels: Es bestehe ein Status nach multi-
plen Infiltrationen und Nervenblockaden über sechs Monate ohne deutliche 
Verbesserung der Symptomatik (act. II 13/2). Durch die Kollegen des …. 

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sei ein Konzil erfolgt zur Empfehlung eines orthopädischen Schu-
hes/Strumpfes zur Entlastung des linken Fusses (act. II 13/3).

3.2.4 Im Aktenbericht vom 12. Mai 2020 diagnostizierte die RAD-Ärztin 
Dr. med. B.________ das Folgende (act. II 31 3 f.):

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen mit/bei:
- Fuss- und Unterschenkelschmerzen links
- postoperatives complex regional pain syndrome (CRPS) 1 (mit im Januar 

2020 Ausschluss eines Infektes) linker Fuss und Unterschenkel mit chro-
nisch neuropathischen Schmerzen, Budapest Kriterien erfüllt

- Schwellung, Hitzegefühl, Schwitzen, vermindertem Nagelwachstum, Myo-
klonien der Grosszehe links, verminderter Beweglichkeit, versteiftem OSG 
sowie Allodynie der Grosszehe und des Unterschenkels, Haut- und Mus-
keldystrophie und Atrophie 

- Wundheilungsstörung im Bereich der dorsalen Grosszehe 
- wechselnde Hyperalgesie und Hypästhesieareale Unterschenkel und Fuss 

rechts 
- Schlafstörung 
- Zeichen der zentralen Sensitisierung: Positive Klammeralgometrie, 

Schmerzausbreitung, erhöhte Reizbarkeit, Phono- und Photophobie 
- Risikofaktoren Chronifizierung: erhebliche pain- und actionprone Anamne-

se
- Bildgebung: SPECT/CT 16. Januar 2020: Szintigraphisch kein Bild eines 

CRPS. A.e. belastungsbedingte DD ggf. beginnend degenerative sehr ge-
ringe Steigerungen des Knochenstoffwechsels links im unteren Sprungge-
lenk, im Calcaneus angrenzend an das Os cuboideum sowie im Bereich 
des Interphalangealgelenks D1. Bei hier nur sehr flauen Mehranreiche-
rungen auch in der Blutpoolphase und in der Perfusion kann eine zusätzli-
che sehr geringe aktivierte Komponente vorliegen. Szintigraphisch kein 
Nachweis infektiöser Veränderungen. 

- Interventionen: März 2018 kochersche Keilexzision medial und lateral an 
der Grosszehe links mit akzidenteller Belassung der Blutsperre für drei 
Tage 

- Zustand nach 18x Infiltrationen und Nervenblockaden über ca. sechs Mo-
nate, zuletzt September 2019 in der Schmerzsprechstunde Spitalzentrum 
I.________

- Kopfschmerzen: häufige Spannungskopfschmerzen mit Analgetikaabusus
2. Oberflächliche Ulzeration Digitus 1 Fuss links i.R. Diagnose 1

- Konsil Dermatologie G.________ vom 24. Januar 2020: Die Ulzeration ist 
sekundär durch die stattgehabte Infiltration sowie die Grunderkrankung 
erklärbar 

- Intensive Wundversorgung stationär erfolgt und weiterführend ambulant
3. Anamnestisch rezidivierende Gastritiden und Reflux bei Verdacht auf somatoforme 

Störung des oberen Magen-Darm-Traktes, DD atypische Anorexie
- Januar 2020 stabiles Gewicht von 46 kg bei 163 cm Körpergrösse BMI 

17,3 kg/m2
- fragliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten

4. Vaginalinfekt mit E.coli (ESBL) Januar 2020
- Abstrich vom 17. Januar 2020: E.coli (ESBL)
- Theapie: Fluomizin vom 18. bis 24. Januar 2020, Gynoflor vom 25. bis 31. 

Januar 2020 vaginal
5. Zustand nach chronisch venöser Insuffizienz im klinischen Stadium C3EAP links, 

rechts geringe Besenreiservarikose
- duplexsonographisch (10. Januar 2018) rechts suffizientes tiefes und 

oberflächliches Beinvenensystem, links Crosse- und proximale Stammin-

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suffizienz der V. saphena parva mit insuffizienten medialen und lateralen 
Astvarizen 

- Zustand nach endovenöser Lasertherapie der V. saphena parva und Mini-
phlebektomie von Astvarizen am linken Unterschenkel vom 29. Januar 
2018 

- duplexsonographisch (17. Januar 2019) links ab Crosse bis distal komplett 
resorbierte V. saphena parva ohne Zeichen einer frühen Rekanalisation 
und komplett entfernte Astvarizen ohne Rezidiv. Keine postthromboti-
schen Veränderungen

6. Anamnestisch Coxarthropathie rechts
- Status nach Implantation einer Hüft-TP rechts 10. September 2018

Die RAD-Ärztin führte in der Beurteilung aus, im Vordergrund stehe eine 
chronische Schmerzstörung bei generalisierter Schmerzverarbeitungs-
störung mit somatischen und psychischen Anteilen, aufgetreten nach ko-
cherscher Keilexcision medial und lateral an der Grosszehe linker Fuss am 
13. März 2018 mit akzidentellem Belassen der Blutsperre über drei Tage. 
Bezüglich Fussdeformität könne aufgrund der vorliegenden Unterlagen das 
Folgende gesagt werden: Am 18. April 2018 sei der Nachweis eines antal-
gischen Ganges auf Fussaussenkante erfolgt, was nach dem genannten 
Eingriff plausibel erscheine (Schmerzen i.R. der Wundheilung seien 
gemäss orthopädischen Angaben über ca. sechs bis acht Wochen zu er-
warten), sowie einer Fussdeformität mit Krallenzehen, am 23. Oktober 
2019 könne die Grosszehe nicht mehr nach plantar flektiert werden, werde 
massiv dorsalflektiert, praktisch nicht mehr streckbar durch unphysiologi-
sches und atypisches Gangbild, oberes Sprunggelenk (OSG) und Rückfuss 
seien normal beweglich, am 13. Januar 2020 sei das OSG stark einge-
schränkt beweglich. D.h. zusammengefasst habe sich aufgrund der vorlie-
genden Unterlagen die massive Hyperextension der Grosszehe links und 
im Verlaufe eingeschränkte Beweglichkeit des Fusses im OSG erst einige 
Zeit nach dem Beginn des aktuellen Leidens ausgebildet. Bezüglich allfälli-
ger vorbestehender Pathologien, welche bereits vor Einreise in die Schweiz 
bestanden hätten, könne nach interner Besprechung mit dem RAD-
Orthopäden Dr. med. H.________ das Folgende gesagt werden: Die Fotos 
vom 9. April 2020 belegten, dass die Patientin eine Fussfehlstatik in Form 
eines Senk-Spreizfusses beidseits mit kompensatorischer Krallenzehenbil-
dung Dig. Il-V beidseits sowie eine Teilsyndaktylie Dig. IV-V links aufweise 
(letztere ohne Krankheitswert). Sie sei sicher bereits mit dieser genannten 
Fussfehlstellung in die Schweiz eingereist. Diese Fussfehlstatik werde, 
wenn sie symptomatisch sei, mit orthopädischen Schuheinlagen behandelt 
und stelle keine Indikation für orthopädische Massschuhe dar (act. II 31/4).

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3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.4 Der Aktenbericht der RAD-Ärztin erfüllt die Anforderungen an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts. Die darin enthaltenen Aus-
führungen und Feststellungen beruhen auf Kenntnis der Vorakten und da-
mit den eingehenden Abklärungen der behandelnden Ärzte. Basierend 
darauf hat die RAD-Ärztin die zu stellenden Diagnosen, die medizinischen 
Befunde und daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen nachvollziehbar und 
einleuchtend dargestellt. Insbesondere sind auch die Ausführungen zur 
Frage, wann die Fussfehlstellung symptomatisch wurde und die Beschwer-
deführerin objektiv betrachtet auf die Versorgung mit einem Hilfsmittel an-
gewiesen war, schlüssig und leuchten ein (act. II 31/4 f.; vgl. E. 3.3 hiervor). 
Die Beurteilung ist in sich widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien 
gegen die Zuverlässigkeit der Ausführungen der RAD-Ärztin, welche zwar 
keine orthopädische Fachärztin ist, die sich jedoch beim RAD-Orthopäden 
rückversicherte. Es liegt ein lückenloser Befund vor und es geht um einen 
feststehenden medizinischen Sachverhalt, weshalb eine direkte ärztliche 
Befassung mit der Beschwerdeführerin in den Hintergrund rückt (E. 3.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Jan. 2021, IV/20/745, Seite 10

hiervor). Mithin kann auf den beweiskräftigen Aktenbericht abgestellt wer-
den. 

Es ist somit erstellt, dass die Beschwerdeführerin bereits am 1. Dezember 
2016 mit einer Fussfehlstatik in Form eines Senk-Spreizfusses mit kom-
pensatorischer Krallenzehenbildung Dig. II-V beidseits sowie einer Teil-
syndaktylie Dig. IV-V links in die Schweiz einreiste. Dies wird von ihr auch 
anerkannt („Mein linker Fuss hatte bereits vor der Einreise in die Schweiz 
Fehlstellungen“). Ebenso überzeugt die Aussage der RAD-Ärztin, dass 
diese Fehlstatik erst mit orthopädischen Schuheinlagen dann behandelt 
wird, wenn sie symptomatisch wird (act. II 31/5), was weder vor der Einrei-
se in die Schweiz noch unmittelbar danach der Fall war. Den Berichten der 
behandelnden Ärzte ist vielmehr zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh-
rerin am 13. März 2018 mittels einer Keilexzision an der Grosszehe links 
operiert wurde, wobei postoperativ während drei Tagen der Schnurring für 
die Blutleere akzidentell belassen wurde. Dr. med. D.________ stellte am 
18. April 2018 fest, die Grosszehe sei noch residuell geschwollen, aber 
ausgezeichnet rekapillarisiert; die Beschwerden sollten von selbst regre-
dient sein, die Schwellung der Grosszehe werde sicher noch lange vorhan-
den sein, dies sei aber grundsätzlich problemlos (act. II 18/25). Im Bericht 
vom 20. November 2019 diagnostizierten die Ärzte des Spitalzentrums 
I.________ u.a. neuropathische Schmerzen nach peripherer Nervenverlet-
zung am linken Fuss und invalidisierende Schmerzen/Hyperpathien einer 
Grosszehe links bei Zustand nach kocherscher Keilexzision im März 2018 
mit accidenteller Belassung der Blutsperre für drei Tage (act. II 18/17); ein 
CRPS wurde weitgehend ausgeschlossen, jedoch eine Schmerzverarbei-
tungsstörung komplexer Genese erwähnt (act. II 18/18). Im Bericht vom 9. 
März 2020 gingen die Ärzte der Universitätsklinik für Neurologie, 
G.________, dann von einem postoperativen CRPS 1 linker Fuss und Un-
terschenkel mit chronisch neuropatischen Schmerzen aus (act. II 13/1) und 
empfahlen nach einem Konsil mit den Ärzten des …. einen orthopädischen 
Schuh/Strumpf zur Entlastung des linken Fusses (act. II 13/3). Überzeu-
gend ist mit Blick auf diese Berichte die Beurteilung der RAD-Ärztin, wo-
nach der Nachweis eines antalgischen Ganges auf der Fussaussenkante 
(erstmals) am 18. April 2018 erfolgt sei, dies jedoch im Zusammenhang mit 
plausiblen Schmerzen im Rahmen der Wundheilung, welche normalerwei-

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se sechs bis acht Wochen dauere (vgl. act. II 31/4). Die Beschwerden ent-
wickelten sich jedoch solchermassen, dass die Beschwerdeführerin am 23. 
Oktober 2019 die Grosszehe dann nicht mehr nach plantar habe flektieren 
können, die Grosszehe massiv dorsalflektiert worden, praktisch nicht mehr 
streckbar sei durch ein unphysiologisches und atypisches Gangbild sowie 
am 13. Januar 2020 das OSG nunmehr stark eingeschränkt beweglich ge-
wesen sei. Damit ist die Einschätzung der RAD-Ärztin, die massive Hyper-
extension der Grosszehe links und im Verlaufe die eingeschränkte Beweg-
lichkeit des Fusses im OSG hätten sich erst einige Zeit nach dem Beginn 
des aktuellen Leidens ausgebildet (act. II 31/4), nachvollziehbar und 
schlüssig. Die Beschwerden entwickelten sich nachdem die kochersche 
Keilexzision am linken Grosszeh – entgegen dem normalen Verlauf – nicht 
gut verheilte und es mehrmals zu einer Wundinfektion gekommen ist (vgl. 
act. II 15/2 Ziff. 2.1).

Mithin ist gestützt auf die schlüssige Beurteilung der RAD-Ärztin davon 
auszugehen, dass die Notwendigkeit eines Behelfs zu jenem Zeitpunkt 
gegeben ist, in dem die Fussfehlstatik symptomatisch wird. Auch wenn die 
Fussfehlstellung bereits vor Einreise in die Schweiz am 1. Dezember 2016 
bestanden hat, hat die RAD-Ärztin – entgegen der Meinung der Beschwer-
degegnerin – in ihrer Beurteilung nicht postuliert, diese sei mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit bereits vor dem 1. Dezember 2016 symptomatisch 
geworden. Solches ist weder aufgrund der Akten erkennbar noch gibt die 
Beschwerdeführerin zu erkennen, sie sei vor ihrer Einreise in die Schweiz 
durch die Fehlstatik behindert worden (Beschwerde S. 1; vgl. auch act. II 
41). Vielmehr bildete sich die Symptomatik, welche mit orthopädischen 
Schuheinlagen zu behandeln ist, erst einige Zeit nach dem Beginn des Lei-
dens aus, d.h. auch nicht unmittelbar nach der kocherscher Keilexcision 
medial und lateral an der Grosszehe linker Fuss am 13. März 2018 mit ak-
zidentellem Belassen der Blutsperre über drei Tage. Im Übrigen stelle laut 
RAD die Fussfehlstatik, selbst wenn sie symptomatisch sei und Schuhein-
lagen nötig mache, alleine noch keine Indikation für orthopädische Mass-
schuhe dar (act. II 31/4). Die Empfehlung durch das …. des Spitals 
G.________ zur Entlastung des linken Fusses erfolgte denn auch erst auf-
grund der weiteren Beschwerdeentwicklung (act. II 13/3).

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3.5 Nach dem Dargelegten ist die Fussfehlstatik nicht bereits vor der 
Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz am 1. Dezember 2016 
symptomatisch gewesen bzw. nicht innerhalb eines Jahres nach der Ein-
reise symptomatisch geworden. Von weiteren Beweismassnahmen sind 
diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu 
verzichten ist (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 
V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Die Beschwerdegeg-
nerin hat die versicherungsmässigen Voraussetzungen somit zu Unrecht 
verneint. Über die weiteren Anspruchsvoraussetzungen hat sie bei dieser 
Ausgangslage nicht befunden, womit die Sache zur Prüfung der übrigen 
Anspruchsvoraussetzungen an die Verwaltung zurückzuweisen ist.

3.6 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 28. August 2020 (act. II 40) aufzuheben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die weiteren An-
spruchsvoraussetzungen prüfe und über den Anspruch neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 500.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die nicht vertretene Beschwerdeführerin hat trotz ihres Obsiegens 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da die Interessenwahrung 
keinen Arbeitsaufwand erforderte, der den Rahmen dessen überschreitet, 
was der einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Jan. 2021, IV/20/745, Seite 13

der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 127 V 
205 E. 4b S. 207; SVR 2019 KV Nr. 7 S. 51 E. 9.2.1).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 28. August 2020 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie über den Anspruch auf 
orthopädische Schuhversorgung neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.