# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9de5bce6-21b1-5d7a-bff4-eb3364c31881
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.02.2025 D-7539/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7539-2024_2025-02-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7539/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Ali Tüm,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2024 / N (…). 

 

 

 

D-7539/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 2. März 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Am 26. Mai 2023 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen Asyl-

gründen an. Er brachte im Wesentlichen vor, er sei türkischer Staatsange-

höriger kurdischer Ethnie. Seine Familie stamme ursprünglich aus der Pro-

vinz B._______, sei aber vor rund dreissig Jahren nach C._______ gezo-

gen, wo er zuletzt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder (insge-

samt […] Geschwister) in einer Mietwohnung gelebt habe. Sein Vater sei 

aus politischen Gründen und wegen (…) (…) bis (…) Jahre im Gefängnis 

gewesen, als er (der Beschwerdeführer) noch ein Kind gewesen sei. In 

dieser Zeit seien Polizisten zwei Mal zu ihnen nach Hause gekommen und 

hätten sie beschimpft und aufgefordert, nach B._______ zurückzugehen. 

Er sei damals – im Alter von 10 oder 11 Jahren – auch zwei Mal von Poli-

zisten in einem Auto mitgenommen und bedroht worden, indem man ihm 

auch gesagt habe, seine Familie solle nach B._______ zurückgehen. Dies 

habe ihn psychisch belastet. In ihrem damaligen Wohnquartier seien sie 

wegen ihrer kurdischen Ethnie von niemandem unterstützt worden. Sein 

Vater sei aus dem Gefängnis entlassen worden, als er (der Beschwerde-

führer) 14 oder 15 Jahre alt gewesen sei. Seither habe es mit den türki-

schen Behörden keine Schwierigkeiten mehr gegeben. Er selbst habe das 

Berufsgymnasium mit Fachrichtung (…) absolviert, danach aber nicht wei-

terstudiert, sondern in verschiedenen Bereichen gearbeitet, um seine Fa-

milie, der es finanziell nicht gut gegangen sei, zu unterstützen. Kurden wür-

den kaum staatliche Stellen erhalten. Er habe nach dem Gymnasium zwar 

bei der Gemeinde eine Anstellung als (…) gefunden, aber nach wenigen 

Monaten sei er entlassen worden, nachdem Arbeitskollegen, denen er 

seine Ethnie offenbart habe, sich über ihn beschwert hätten. Die letzten 

fünfzehn Jahre habe er bei seinem Onkel väterlicherseits als (…) gearbei-

tet. Abgesehen davon, dass er im Alter von 21 oder 22 Jahren an Demonst-

rationen teilgenommen habe und früher einmal als Mitglied der Halkların 

Demokratik Partisi (HDP) eingetragen gewesen sei, sei er nicht politisch 

aktiv gewesen, und es bestehe gegen ihn in der Türkei kein Verfahren. Am 

(…) Februar 2023 sei er mit einem gefälschten türkischen Pass und einem 

(…) Visum von D._______ nach E._______ geflogen und dann mit einem 

LKW in die Schweiz gefahren. Er habe die Türkei verlassen, weil Kurden 

dort diskriminiert würden und er keine passende Arbeit gefunden habe. 

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Seinen Angehörigen in der Türkei, mit denen er in telefonischem Kontakt 

stehe, gehe es gut. Sie hätten derzeit keine Schwierigkeiten. In C._______ 

habe er eine Freundin, sie seien verlobt. Gesundheitlich habe er keine 

Probleme. Früher habe er Albträume gehabt, aber seine psychischen Prob-

leme hätten hierzulande von einem Arzt gelöst werden können. Er nehme 

auch keine Medikamente mehr. Bei einer Rückkehr in die Türkei befürchte 

er, keine Arbeit zu finden. Er sehe für sich dort keine Zukunft. 

Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des 

rechtserheblichen Sachverhalts wird auf das Anhörungsprotokoll (vgl. 

SEM-Akte […]-18) verwiesen. 

C.  

Am 8. Juni 2023 verwies das SEM das Asylgesuch in das erweiterte Ver-

fahren gemäss Art. 26d AsylG (SR 142.31), und es teilte den Beschwerde-

führer dem Kanton F._______ zu. 

D.  

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2024 (eröffnet am 4. November 2024) 

stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten. Der Wegweisungsvollzug 

sei als durchführbar zu erachten. Für die detaillierten Ausführungen wird 

auf die angefochtene Verfügung verwiesen. 

E.  

Mit Eingabe vom 2. Dezember 2024 erhob der Beschwerdeführer durch 

den rubrizierten Rechtsvertreter (Vollmacht vom 28. November 2024) beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er ersuchte um Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und um Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft sowie um Gewährung des Asyls, eventualiter um Rückweisung der 

Sache an das SEM zwecks Neubeurteilung. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht ersuchte er zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Nebst der angefochtenen Verfügung und der Vollmacht des Rechtsvertre-

ters lag der Eingabe ein die Mutter des Beschwerdeführers betreffender 

Arztbericht aus dem Jahr 2017 ([…]) bei. Der Beschwerdeführer bekräftigte 

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in der Beschwerde seine Sachdarstellung und betonte, dass er sich nach 

dem, was er als Kind erlebt habe, vor Reflexverfolgung wegen der Vergan-

genheit seines Vaters fürchte. Auf die detaillierte Begründung der Be-

schwerdebegehren wird – soweit für den Entscheid wesentlich – in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 3. Dezember 2024 den Ein-

gang der Beschwerde. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. Januar 2025 hielt die Instruktionsrichterin 

fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

in der Schweiz abwarten dürfe. Weiter stellte sie fest, dass die Beschwerde 

aussichtslos erscheine. Sie wies deshalb das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung ab und forderte den Beschwerdeführer 

auf, bis zum 28. Januar 2025 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leis-

ten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. 

Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG, wenn sie Nachteile bestimmter Intensität erlitten hat respektive mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-

weise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte 

Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete 

Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Massgeblich für 

die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des 

Asylentscheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu dienen, einen 

Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern bezweckt, Schutz 

vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4). 

Erstrecken sich Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffenen 

Person auf Familienangehörige und Verwandte, liegt eine Reflexverfolgung 

vor. Diese ist flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die von der Reflexverfol-

gung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

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AsylG ausgesetzt ist oder die Zufügung solcher Nachteile mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss (vgl. BVGE 

2007/19 E. 3.3 m.w.H). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerde-

führer mit seinen Vorbringen die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG nicht zu begründen vermag. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

verwiesen werden. Dem Beschwerdeführer wurde bereits mit Zwischen-

verfügung vom 13. Januar 2025 dargelegt, weshalb seine Beschwerdevor-

bringen keine Änderung in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft und das 

Asyl sowie den Wegweisungsvollzug zu bewirken vermögen. Seither 

wurde keine Veränderung der Sachlage dargetan, so dass ebenfalls auf 

die Ausführungen in der Zwischenverfügung verwiesen werden kann. 

5.2 Das SEM hat zu Recht die asylrechtliche Relevanz der dargelegten 

Fluchtgründe verneint und der Rechtsmitteleingabe sind keine stichhalti-

gen Entgegnungen zu entnehmen, wonach der Beschwerdeführer – bei 

Wahrunterstellung des dargelegten Sachverhalts – bei einer Rückkehr in 

die Türkei künftig asylrechtlich relevante (Reflex-)Verfolgungsmassnah-

men zu befürchten hätte. 

Bei den vor rund (…) Jahrzehnten im Zusammenhang mit einem damaligen 

Strafverfahren gegen den Vater des Beschwerdeführers behaupteten bei-

den Mitnahmen des Beschwerdeführers durch Polizisten und den zwei 

Hausbesuchen der Polizei, bei denen die Familie beschimpft und aufgefor-

dert worden sei, nach B._______ zurückzukehren, fehlt es nebst der für die 

Bejahung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz notwendigen Intensität der 

Behelligungen auch am zeitlichen Kausalzusammenhang zur erst etliche 

Jahre später erfolgten Ausreise des Beschwerdeführers aus der Türkei. An 

dieser Einschätzung vermag das auf Beschwerdeebene eingereichte 

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Beweismittel (die Mutter des Beschwerdeführers betreffender Arztbericht 

aus dem Jahr 2017 [{…}]) nichts zu ändern. Ein anhaltendes behördliches 

Interesse am Vater des Beschwerdeführers ist nicht ersichtlich, zumal es 

laut dem Beschwerdeführer seit der Haftentlassung des Vaters vor rund 

(…) Jahren keine Schwierigkeiten mit den türkischen Behörden mehr ge-

geben habe. Es liegen auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass 

der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei nunmehr allein auf-

grund der Vergangenheit des Vaters gezielt gegen ihn gerichtete Reflexver-

folgungsmassnahmen flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmasses fürchten 

müsste. 

Die Ausführungen des Beschwerdeführers geben auch keinen Anlass zur 

Annahme, er hätte in der Türkei künftig wegen politischen Aktivitäten oder 

der Ethnie eine asylbeachtliche Verfolgung zu befürchten. In Bezug auf das 

Vorbringen, Kurden würden in der Türkei generell diskriminiert und seien 

insbesondere bei der Vergabe von staatlichen Stellen benachteiligt, ver-

kennt das Gericht zwar nicht, dass Angehörige der kurdischen Bevölkerung 

in der Türkei Schikanen und Benachteiligungen ausgesetzt sein können. 

Indessen führen solche allgemein die kurdische Bevölkerungsgruppe be-

treffenden Nachteile praxisgemäss nicht zur Anerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft, da sie die Schwelle der Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG 

in der Regel nicht erreichen. Auch sind im Fall der Kurden in der Türkei die 

praxisgemäss sehr hohen Anforderungen an die Bejahung einer Kollektiv-

verfolgung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.4.1 m.w.H.) nicht als erfüllt zu erach-

ten, dies auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Entwicklun-

gen in der Türkei (vgl. statt vieler Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 

vom 8. November 2024 E. 7.1). Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

ökonomischen Schwierigkeiten vermögen keine Asylrelevanz im Sinne von 

Art. 3 AsylG zu entfalten. 

5.3 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

im Sinne von Art. 3 AsylG relevante (Reflex-)Verfolgung beziehungsweise 

(Reflex-)Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu 

machen. Er erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht und das SEM hat das 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine 

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ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

7.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

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7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm 

das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen.  

7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 In der Türkei herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine lan-

desweite Situation allgemeiner Gewalt, aufgrund welcher eine Rückkehr 

generell unzumutbar wäre. 

7.3.2 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Beschwerdeführer, der keine 

aktuellen, schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme geltend machte, 

verfügt in C._______ über ein enges Beziehungsnetz (Familie, Onkel, Ver-

lobte) und eine gesicherte Unterkunft. Der pauschale Einwand, Kurden 

würden auf dem türkischen Arbeitsmarkt generell diskriminiert, vermag 

nicht zur Annahme zu führen, es wäre dem Beschwerdeführer verunmög-

licht, künftig in der Türkei wieder für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. 

Nachdem er eine gymnasiale Schul- respektive Berufsbildung und Arbeits-

erfahrung in verschiedenen Bereichen vorweisen kann, darf erwartet wer-

den, dass er sich im Heimatland wieder wirtschaftlich integrieren kann. All-

fällige anfängliche wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten vermögen 

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dem Vollzug im Übrigen nicht entgegenzustehen, da blosse soziale oder 

wirtschaftliche Schwierigkeiten, von den die ansässige Bevölkerung betrof-

fen ist (bspw. Mangel an Arbeitsplätzen), keine existenzbedrohende Situa-

tion zu begründen vermögen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Insgesamt be-

trachtet ist somit nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer würde 

bei einer Rückkehr in die Türkei aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, 

sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzielle Notlage geraten. 

7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Der Antrag auf Rückweisung zwecks Sachverhaltsabklärung und Neube-

urteilung ist abzuweisen, da sich der Sachverhalt als liquide erweist.   

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der 

Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Begleichung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr