# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31532b9a-433b-590b-aed0-ea154fb1c6fc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.04.2013 UV 2012/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-55_2013-04-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 30.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 30.04.2013
Art. 6 UVG. Art. 19 UVG. Adäquanzprüfung bei mehreren Unfällen mit 
gleichartigem Beschwerdebild. Adäquanz auch bei Anwendung der 
Schleudertrauma-Praxis verneint. Unentgeltliche Rechtsverbeiständung im 
Verwaltungsverfahren (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St.Gallen vom 30. April 2013, UV 2012/55). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_446/2013.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Marc Giger

Entscheid vom 30. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Horschik, Weinbergstrasse 29, 8001 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,

3074 Muri b. Bern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war seit dem Jahr 2002 bei der B.___ AG in C.___ angestellt und dadurch bei 

der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen 

von Unfällen versichert. Am 25. November 2005 war sie mit ihrem Personenwagen auf 

der P.___-Strasse in Q.___ unterwegs. Die Strasse war verschneit und das Fahrzeug 

mit Sommerpneus ausgestattet. Auf Höhe einer Fahrzeuggarage verlor die Versicherte 

die Kontrolle über ihren Wagen und kollidierte folglich mit zwei parkierten Fahrzeugen 

(Suva-Doss. IV; act. 1, 5). Ein MRI vom 2. Dezember 2005 beim Röntgeninstitut R.___ 

ergab folgende Beurteilung: Fehlstellung der HWS mit leichter Kyphose, Diskopathien 

C4/5 und C5/6, keine Diskushernien, keine Raumforderungen des cervicalen 

Wirbelkanals, keine Kompressionen der neuralen Strukturen (Suva-Doss. IV; act. 8). Der 

Chiropraktor Dr. D.___ hielt in seinem Bericht vom 11. Januar 2006 als Diagnose fest: 

Distorsionstrauma der HWS und posttraumatisches lumbovertebragenes Syndrom 

nach Schleuderunfall am 25.11.2005 (Suva-Doss. IV; act. 7). Suva-Kreisarzt Dr. med. 

E.___ hielt in seinem Bericht vom 7. März 2006 fest, objektiv könne kein 

aussagekräftiger pathologischer Befund festgestellt werden. Die Schmerzangaben 

seien derart diffus, überzeichnet und bei wiederholter Prüfung different, dass ein 

zusätzliches psycho-somatisches Moment oder gar eine relativ bewusstseinsnahe 

Verdeutlichungstendenz nicht ausgeschlossen werden könne (Suva-Doss. IV; act. 14). 

Die Neurologische Klinik und Poliklinik des Universitätsspitals Zürich erwähnte am 7. 

April 2006 folgende Diagnosen: Posttraumatisches Schmerzsyndrom mit 

Symptomausweitung, Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung, keine fokal-

neurologischen Defizite fassbar. Es bestehe ein lumbales Schmerzsyndrom mit im 

Verlauf zunehmender Symptomausweitung (Suva-Doss IV; act. 23). Eine 

biomechanische Beurteilung durch die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) vom 

26. Juni 2006 ergab, zufolge der Fahrzeugkollision habe sich die Versicherte nach links, 

vermutlich schräg nach vorne bewegt. Die durch die Kollision bedingte 

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Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs dürfte dabei innerhalb von 10 - 15 km/h 

gelegen haben (Suva-Doss. IV; act. 40).

A.b Die Suva veranlasste am 29. Juni 2006 ein interdisziplinäres Gutachten durch das 

Universitätsspital Zürich (Suva-Doss. IV; act. 37). Die gutachterlichen Untersuchungen 

fanden am 14. und 21. Dezember 2006 sowie am 29. März 2007 statt. Es wurden ein 

neurologisches, ein neuropsychologisches sowie ein psychiatrisches Konsilium 

durchgeführt. Das neuropsychologische Teilgutachten vom 14. Dezember 2006 führt 

aus, es zeigten sich leichte Konzentrationsdefizite, ein vermindertes Arbeitstempo, eine 

eingeschränkte kognitive Flexibilität und ein Verhaltenssyndrom mit flachem Affekt und 

Traurigkeit. Die Defizite seien unspezifisch, aber vereinbar mit dem Schmerzsyndrom 

und einer wahrscheinlich vorhandenen reaktiven Depression. Des Weiteren interagiere 

die sedierende Medikation zusätzlich negativ. Hinweise auf eine traumatische 

Hirnschädigung lägen keine vor (Suva-Doss. IV; act. 97). Das neurologische Gutachten 

vom 28. Dezember 2006 hält als Diagnosen fest: Status nach Selbstunfall am 

25.11.2005 mit/bei seitlichem HWS-Distorsionstrauma, initial zervikal- und 

lumbalbetonte Beschwerden, im Verlauf Symptomausweitung mit funktionellem 

Hemisyndrom links, etc., somatoformer Schmerzstörung; mittelgradiger depressiver 

Episode. Die bisherige Tätigkeit als Fabrikarbeiterin sei der Versicherten zu 50% 

zumutbar; dasselbe gelte für andere Tätigkeiten (Suva-Doss. IV; act. 98). Das 

psychiatrische Teilgutachten vom 30. Mai 2007 erwähnt als Diagnosen eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und eine mittelgradige Episode. Eine Arbeitsfähigkeit sei 

zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben (Suva-Doss. IV; act. 96).

A.c Mit Verfügung vom 4. März 2008 stellte die Suva ihre seit dem 25. November 2005 

erbrachten Versicherungsleistungen per 1. April 2008 ein (Suva-Doss. IV; act. 107). Die 

hiegegen erhobene Einsprache der durch Rechtsanwalt Matthias Horschik, Zürich, 

vertretenen Versicherten vom 4. April 2008 wurde mit Entscheid vom 7. November 

2008 abgewiesen (Suva-Doss. IV; act. 131). Die Versicherte erhob am 4. Dezember 

2008 Beschwerde. Nachdem die Suva am 7. Januar 2009 mitteilte, der angefochtene 

Einspracheentscheid werde aufgehoben und die Sache ins Verwaltungsverfahren 

zurückgenommen, wurde das Beschwerdeverfahren am 13. Januar 2009 als 

gegenstandslos abgeschrieben (Verfahren UV 2008/135). 

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A.d Am 6. Oktober 2008 wurde in der Klinik H.___ eine interdisziplinäre Schmerz­

sprechstunde durchgeführt. Im Bericht vom 7. Oktober 2008 sind als Diagnosen 

aufgeführt: Chronisches myofasciales Schmerzsyndrom mit Ausprägung einer Halb­

seitenschmerz- und Sensibilitätsstörung links, leicht- bis mittelgradig depressive Epi­

sode mit abklingendem Syndrom, höchstwahrscheinlich im Sinn einer Anpassungs­

störung, übergehend in eine Dysthymie, und Symptome der Agoraphobie mit Panik­

störung. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne fürs Erste nicht 

bestätigt werden. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%, die jedoch nach 

erfolgreicher Rehabilitation und ausreichend ambulant weitergeführtem Krafttraining 

steigerbar sein sollte (Suva-Doss. IV; act. 132). Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, hielt in seinem Bericht vom 20. Februar 2009 fest, bei der 

Versicherten liege ein depressives Syndrom vor, welches sich sehr wahrscheinlich als 

Reaktion auf das Schmerzsyndrom mit den sich daraus ergebenden Einschränkungen 

ergeben habe. Aktuell habe die psychiatrische Störung aber ein derartiges Ausmass 

angenommen, dass sie als eigenständige Krankheit zu betrachten sei (Suva-Doss. IV; 

act. 148). Vom 19. Januar bis 7. Februar 2009 befand sich die Versicherte stationär in 

der Klinik H.___. Der Austrittsbericht vom 23. Februar 2009 erwähnt die Diagnosen 

chronisches myofasciales Schmerzsyndrom mit Ausprägung einer 

Halbseitenschmerzsymptomatik und Halbseitensensibilitätsstörung links, leicht- bis 

mittelgradige depressive Episode mit abklingendem somatischem Syndrom, 

höchstwahrscheinlich im Sinn einer posttraumatischen Anpassungsstörung, überge­

hend in eine Dysthymie, Symptome der Agoraphobie mit Panikstörung, Palpitationen. 

In einer adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte mittelfristig zu 100% arbeitsfähig 

(Suva-Doss. IV; act. 154). Vom 4. März bis 1. April 2009 hielt sich die Versicherte in der 

Rehaklinik G.___ auf, wo  am 17. März 2009 ein neurologisches und am 31. März 2009 

ein psychosomatisches Konsilium durchgeführt wurden. Der Austrittsbericht vom 3. 

April 2009 erwähnt folgende Diagnosen: Unfall vom 25.11.2005: Selbstautounfall mit 

HWS-Distorsion, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Major Depression. Es sei 

eine erhebliche Symtomausweitung zu beobachten. Diese sei weitgehend auf eine 

psychische Störung zurückzuführen. Die Resultate der physischen Leistungstests seien 

für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar. Das 

Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 

geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur 

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ungenügend erklären. Medizinisch-theoretisch bestehe ab 31. März 2009 aus psychi­

atrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Prognose für einen erfolgreichen 

beruflichen Wiedereinstieg werde jedoch als fraglich beurteilt (Suva-Doss. IV; act. 156 - 

158).

B. 

B.a Am 6. April 2009 war die Versicherte mit ihrem Personenwagen auf in R.___ 

unterwegs. Auf Höhe der Verzweigung S.___-Strasse verlangsamte sie ihre Fahrt. Da 

die Lenkerin des hinter ihr fahrenden Autos einen ungenügenden Abstand einhielt, 

prallte dieses mit dem linken Frontbereich in den rechten Heckbereich des Wagens der 

Versicherten (Suva-Doss. III; act. 5). Die Versicherte war vom 15. bis 20. April 2009 im 

Spital T.___ hospitalisiert. Der Austrittsbericht vom 20. April 2009 erwähnt als 

Diagnosen ein chronisches zerviko- und zephalospondylogenes Syndrom, bei vorbe­

stehend degenerativen Veränderungen der HWS, speziell C4/5 und C5/6 ohne Kom­

pression der neuralen Strukturen, Status nach HWS-Distorsionstrauma 25.11.2005, 

und aktuell Schmerzexazerbation nach erneutem Autounfall 06.04.09 mit zervikogenem 

Schwindel, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Major Depression leichten 

Ausprägungsgrades, Symptome der Agoraphobie mit Panikstörung, Palpitationen 

(Suva-Doss III; act. 4). Der Chiropraktor Dr. D.___, bei dem die Versicherte nach dem 

ersten Unfall mehrfach in Behandlung war, hielt in seinem Bericht vom 21. Juli 2009 

fest, seit dem Unfall vom 6. April 2009 sei eine deutliche Verschlechterung des bereits 

zuvor ungünstig verlaufenden Geschehens eingetreten. Mit einer Wiederaufnahme der 

Arbeit sei in naher Zukunft nicht zu rechnen (Suva-Doss. III; act. 16).

B.b Eine Unfallanalyse des Ingenieurbüros I.___ vom 13. Juli 2009 kam zum Schluss, 

im Rahmen des Unfalls vom 6. April 2009 habe die kollisionsbedingte Geschwindig­

keitsänderung des Fahrzeugs der Versicherten zwischen 17.0 und 21.5 km/h betragen 

(Suva-Doss. III; act. 23). Eine biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für 

Unfallmechanik Zürich vom 9. November 2009 gelangte zum Ergebnis, die im 

Anschluss an das Unfallereignis festgestellten Beschwerden und Befunde bei der Ver­

sicherten seien im Normalfall erklärbar. Da bei der Versicherten eine Abweichung vom 

Normallfall (ein früherer Verkehrsunfall mit Beteiligung der HWS und degenerative 

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Veränderungen daselbst) vorliege, ergäben sich zusätzliche Erklärungsmöglichkeiten 

(Suva-Doss. III; act. 39).

B.c Vom 27. Juli bis 15. August 2009 hielt sich die Versicherte erneut stationär in der 

Klinik H.___ auf. Der Austrittsbericht vom 11. September 2009 hält nebst den bisheri­

gen folgende neuen Diagnosen fest: Status nach Morbus Scheuermann BWK11 bis 

LWK3, Sensibilitätsstörungen in beiden Armen, Doppelbilder, Konzentrationsstörun­

gen, teilweise Wortfindungsstörungen und Schwindelgefühle, Verdacht auf posttrau­

matische Belastungsstörung, AV-Knoten Reentry-Tachykardie, erfolgreiche Ablation 

am 05.06.09. Die Arbeitsfähigkeit betrage sowohl aus psychiatrischer als auch soma­

tischer Sicht 0% (Suva-Doss. III; act. 32).

B.d Am 21. Dezember 2009 wurde die Versicherte von Kreisarzt Dr. med. J.___, 

Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, untersucht. Der Bericht 

vom gleichen Tag hält fest, bei der Versicherten liege ein generalisiertes Schmerz­

syndrom im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung und nach zwei Autounfällen 

vor. Es sei gut möglich, dass im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung auch 

einzelne Aspekte einer Symptomausweitung oder Inkonsistenz eingestreut seien, bei 

der klinischen Untersuchung habe es dafür deutliche Hinweise gegeben. Es lägen auch 

bezüglich des zweiten Unfalls keine organisch-strukturellen Läsionen vor. Der fehlende 

therapeutische Nutzen von insgesamt drei stationären Rehabilitationsmassnahmen 

sowie von zusätzlichen vielseitigen Behandlungsmassnahmen indiziere einen 

medizinischen Endzustand möglicher unfalltraumatischer Folgen (Suva-Doss III; act. 

44).

B.e Die kantonale IV-Stelle gab am 26. November 2009 bei der MEDAS Ostschweiz ein 

interdisziplinäres Gutachten in Auftrag. Die Suva stellte am 27. Januar 2010 

Zusatzfragen. Die gutachterlichen Untersuchungen fanden am 1., 3., 10. und 16. Feb­

ruar 2010 statt. Es wurden ein neurologisches, eine neuropsychologisches sowie ein 

psychiatrisches Konsilium durchgeführt. Das Gutachten vom 28. April 2010 stellt 

folgende Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit: Mittelgradige depressive 

Störung mit somatischem Syndrom, generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom 

(funktionell bzw. dissoziativ) unter Angabe einer Hyperalgesie und Hypästhesie der 

linken Körperseite mit multiplen vegetativen Begleitbeschwerden mit/bei Autoselbst­

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unfall 11/2005 und Heck-Auffahrunfall 04/2009. Unter den Diagnosen ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt: Anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, aus neurologischer Sicht multifaktoriell, hauptsächlich durch psychi­

sche Faktoren und Schmerzverhalten bedingte kognitive Leistungsschwankungen und 

partielle Einschränkungen, bei nicht hinreichend validen Befunden, keine hinreichenden 

Hinweise für traumatisch-hirnorganisch/-strukturell bedingte neuropsychologische 

Funktionsstörungen; Status nach Ablation wegen AV-Knoten-Reentry-Tachykardie/

paroxysmalem Herzrasen, Status nach sechsmonatiger Tb-Behandlung nach Exzision 

eines Leistenlymphknotens rechts mit entsprechender Diagnose. Bezüglich der 

früheren oder einer ähnlichen Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%. Zur Frage 

der Unfallkausalität äussert sich das neuropsychologische Teilgutachten dahingehend, 

die kognitive Auffälligkeit bzw. die unspezifischen Befunde stellten keine direkten, 

hirnorganisch bedingten Unfallfolgen dar, sondern seien zu einem erheblichen Anteil 

Begleiterscheinungen anderer Beschwerden, vor allem von Schmerzen/

Schmerzverhalten und psychischen Faktoren. Der Unfall im April 2009 habe aus 

neuropsychologischer Sicht keine Verschlechterung zur Folge gehabt. Im neurologi­

schen Teilgutachten wird ausgeführt, aus fachspezifischer Sicht bestünden keine 

Anhaltspunkte für organisch nachweisbare Beschwerden, die auf die beiden Unfälle 

zurückgeführt werden könnten. Die geklagten, organisch nicht nachweisbaren Be­

schwerden könnten zwar traumatisch ausgelöst, aber nach einigen Monaten bis 

spätestens nach einem Jahr nicht mehr organisch unfallbedingt sein. Diese Frist sei 

weitgehend willkürlich, mit einem anfechtbaren Spielraum nach oben wie unten. Bei 

unverändertem Fortbestehen der Beschwerden trotz einer Vielzahl durchgeführter 

Behandlungsmassnahmen könnten diese jedoch keinesfalls mehr somatisch auf die 

beiden Unfälle zurückgeführt werden. Die Unfälle hätten ja nicht einmal strukturelle 

Verletzungen bewirkt. Dem psychiatrischen Gutachten schliesslich ist zu entnehmen, 

die anhaltende somatoforme Schmerzstörung wie auch die depressive Symptomatik 

seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 25. November 2005 

zurückzuführen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien die psychiatrischen Diagnosen 

als Teil des für Halswirbelsäulen-Distorsionstraumata und äquivalenten Verletzungen 

typischen somatisch-psychischen Beschwerdebilds zu betrachten (Suva-Doss. III; act. 

55). Der Rechtsvertreter der Versicherten nahm am 23. September 2010 zum Gut­

achten Stellung. Er hielt dieses nicht für beweiskräftig (Suva-Doss. III; act. 69).

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C. 

Am 21. Mai 2010 stürzte die Versicherte auf einer Treppe. Gemäss eigenen Angaben 

hatte sie dabei mit dem Gesäss aufgeschlagen und sei fünf Stufen hinuntergerutscht. 

Der erstbehandelnde Arzt Dr. D.___ diagnostizierte am 25. Mai 2010 eine Kontusion Os 

sacrum und ein posttraumatisches lumbovertebragenes Syndrom (Suva-Doss. II; act. 

2). Eine Computertomographie des Beckens vom 27. Mai 2010 ergab folgende 

Beurteilung: Reguläre Darstellung des Sacrums sowie des Os coccygis ohne Hinweis 

auf eine Fraktur, reguläre Darstellung der Iliosacralgelenke sowie des angrenzenden Os 

ileum, Spondylarthrose rechts (Suva-Doss. II; act. 4). Am 2. Dezember 2010 wurde die 

Versicherte einer Untersuchung durch Kreisarzt Dr. med. K.___, Facharzt FMH für 

Chirurgie, unterzogen. Der Arzt hielt in seiner Beurteilung fest, der Treppensturz, 

welchen die Versicherte erlitten habe, zähle zu den sog. "banalen Unfällen" bzw. zu 

den "minor accidents"; diese stünden im Gegensatz zu den "major accidents", die 

beispielsweise Wirbelfrakturen oder Wirbelluxationen zur Folge hätten. Im 

medizinischen Schrifttum werde davon ausgegangen, die Dauer der zeitlich vorü­

bergehenden Verschlimmerung von Rückenbeschwerden durch ein banales Ereignis 

betrage längstens sechs Monate, unabhängig davon, ob die Wirbelsäule degenerativ 

vorgeschädigt sei. Der kausale Zusammenhang der nach wie vor behandlungs­

bedürftigen Rückenbeschwerden zum Unfallereignis vom 21. Mai 2010 sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben (Suva-Doss. II; act. 19).

D. 

D.a Am 27. Dezember 2010 war die Versicherte mit dem Auto in Z.___ unterwegs, als 

sie bei vereister Strasse die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor und in einem Graben 

neben der Strasse landete. Dr. D.___ diagnostizierte am 3. Januar 2011 eine 

Exazerbation der vorbestehenden Panvertebralbeschwerden der Versicherten (Suva-

Doss. I; act. 8). Die Suva legte die MR-Aufnahmen der HWS und der LWS, welche am 

30. Dezember 2010 in Z.___ angefertigt worden waren, sowie die Aufnahmen, welche 

vor dem fraglichen Unfall erstellt worden waren, am 5. Juli 2011 der Radiologischen 

Abteilung der Universitätsklinik Balgrist vor (Suva-Doss. I; act. 17). Chefarzt Prof. Dr. 

med. L.___, gelangte am 4. August 2011 zu folgender Beurteilung: Leichtgradige, im 

Verlauf zu den Voruntersuchungen stationäre degenerative Veränderungen der HWS 

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(betreffend die Segmente C3-C6), leichtgradige degenerative Veränderungen im 

unteren BWS-Bereich und im thorakolumbalen Übergangsbereich, im Verlauf soweit 

beurteilbar stationär (Suva-Doss. I; act. 27).

D.b Die Versicherte reichte am 1. Dezember 2011 bei der Suva einen Arztbericht von 

Dr. med. M.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals-, und Gesichts­

chirurgie, ein. Gemäss diesem Bericht sprächen die vier Unfälle (insbesondere die drei 

Verkehrsunfälle) eindeutig für eine relevante biomechanische und kinematische 

Belastung vor allem der cervico-cranialen Region. Die betreffenden Unfallmechanismen 

würden zwangsläufig zu multilokulären intraaxonalen und synaptischen Mikroläsionen 

im zentralen Nervensystem führen, ebenso zu multisegmentalen Mikroläsionen im 

Bereich der cervicalen Bewegungssegmente. Die Folge seien, wie dies bei der 

Versicherten der Fall sei, typische Symptomkomplexe im Rahmen eines cervico-

encephalen Syndroms sowie einer Funktionsstörung des posturalen Kontrollsystems 

(Suva-Doss I; act. 41).

D.c Am 22. Dezember 2011 führte Dr. K.___ die kreisärztliche Abschlussuntersuchung 

durch. In seiner Beurteilung weist der Arzt auf den Kreisarztbericht vom 2. Dezember 

2010 hin. Demnach wirke die Versicherte seit jener Untersuchung verlangsamt. 

Während zudem am 2. Dezember 2010, wenn auch mit Mühe, noch eine symmetrische 

freie Schulterfunktion möglich gewesen sei, bestehe nun eine symmetrische 

Einschränkung, die die Versicherte auf diffuse Schmerzen im Schulter-/Nackenbereich 

zurückführe. An Brust- und Lendenwirbelsäule bestehe sowohl an den Dornfortsätzen 

wie auch an der Muskulatur eine diffuse Druckdolenz, welche sich keinem organischen 

Korrelat zuordnen lasse. Bildgebend sei eine traumatisch bedingte Läsion 

ausgeschlossen worden. Ebenso bestehe eine diffuse Druckdolenz sowohl an der 

Halswirbelsäule als auch an der Nacken- und Halsmuskulatur. Obwohl bildgebend 

keine Veränderungen vorliegen würden, sei nun die aktive, somatisch nicht erklärbare 

HWS-Funktion deutlich eingeschränkt. Insgesamt liessen sich die Symptome keinem 

organischen Korrelat mehr zuordnen. Aus somatischer Sicht sei der Endzustand 

erreicht (Suva-Doss. I; act. 42).

E.

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E.a Am 26. Januar 2012 verfügte die Suva die Einstellung ihrer Versicherungsleistungen 

per 1. März 2012. Sie führte aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass die aktuell 

noch geklagten Beschwerden organisch nicht nachweisbar seien. Es sei daher die 

Adäquanz zu prüfen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei diese hier 

zu verneinen (Suva-Doss. I; act. 44).

E.b Die Versicherte liess am 28. Februar 2012 durch Rechtsanwalt Horschik Einsprache 

erheben (Suva-Doss. I; act. 55). Diese wurde von der Suva mit Entscheid vom 1. Mai 

2012 abgewiesen. Einer allfälligen Beschwerde wurde dabei die aufschiebende 

Wirkung entzogen (Suva-Doss. I; act. 58).

F.

F.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 1. Mai 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde der wiederum durch Rechtsanwalt Horschik vertretenen Versicherten vom 

1. Juni 2012. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragt sie, es sei der 

angefochtene Entscheid aufzuheben und es seien ihr über den 1. März 2012 hinaus 

weiterhin die versicherungsrechtlichen Leistungen, insbesondere Taggelder, Hei­

lungskosten, evtl. eine Rente und eine Integritätsentschädigung, zu erbringen. Es sei im 

vorliegenden Verfahren mindestens ein zweiter Schriftenwechsel, unter vorheriger 

Zustellung sämtlicher Akten, durchzuführen und es sei eine öffentliche Verhandlung 

durchzuführen. Der Einspracheentscheid sei auch insofern aufzuheben, als das Gesuch 

um unentgeltliche Verbeiständung betreffend den Unfall vom 27. Dezember 2010 im 

Einspracheverfahren gutzuheissen sei, und es sei ihr im Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Horschik zu gewähren (act. 

G 1). Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens weitere 

Arztberichte ein, so u.a. einen Kurzaustrittsbericht der Klinik U.___ vom 22. Juni 2012, 

wo sie vom 4. bis 24. Juni 2012 stationiert war (act. G 9, Beilage 3).

F.b In einer weiteren Eingabe vom 11. Juli 2012 stellte die Beschwerdeführerin 

eventualiter den Antrag, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wiederher­

zustellen und es seien ihr im Sinn von vorsorglichen Massnahmen die unfallver­

sicherungsrechtlichen Leistungen weiterhin auszurichten (act. G 9).

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F.c  In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. August 2012 beantragt die Beschwerde­

gegnerin die Abweisung der Beschwerde wie auch des Gesuchs um Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (act. G 11).

F.d Mit Verfügung vom 14. September 2012 wurde dem Gesuch der Beschwer­

deführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechts­

anwalt Horschik für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 12).

F.e  Mit Zwischenentscheid vom 28. November 2012 wies der Abteilungspräsident das 

Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab (act. 

G 17). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

F.f In der Replik vom 18. Januar 2013 (act. G 20) und der Duplik vom 20. Februar 2013 

(act. G 22) hielten beide Parteien an ihren Standpunkten fest.

F.g Mit Schreiben vom 7. März 2013 teilte der Abteilungspräsident den Parteien den 

Abschluss des Schriftenwechsels mit. Die Beschwerdeführerin wurde gleichzeitig 

aufgefordert bekannt zu geben, ob am Antrag auf Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung festgehalten werde (act. G 23). Die Beschwerdeführerin erklärte am 

18. März 2013 den Verzicht auf eine mündliche Verhandlung (act. G 24).

F.h Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird - soweit 

erforderlich - in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen 

(Heilungskosten, Taggelder), welche sie der Beschwerdeführerin im Anschluss an das 

Unfallereignis vom 25. November 2005 ausrichtete, zu Recht per 1. März 2012 einge­

stellt hat, bzw. ob die Ablehnung von weiteren Leistungen (Rente, Integritätsentschä­

digung) rechtens war.

2.

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2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsun­

fällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 

genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge­

tretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 

eine Tatfrage, worüber die Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem 

im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein­

lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe 

des Arztes ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während 

es der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 111 E. 2).

2.2  Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im 

Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen, 

zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die Heil­

behandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch aus 

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Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der 

versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass­

nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn 

fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach konstanter 

Rechtsprechung bedeutet dies, dass der Versicherer die Heilbehandlung und das 

Taggeld nur solange zu gewähren hat, als von der Fortsetzung der Heilbehandlung 

noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft 

dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit 

gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritäts­

entschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands der versicherten Person bestimmt sich 

namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. "Namhaft" bedeutet, dass 

die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende Verbesserungen ebenso 

wenig genügen wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (BGE 134 V 109 E. 4.3; 

Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hinweisen). Die 

von der Beschwerdegegnerin am 26. Januar 2012 verfügte Einstellung der Taggelder 

und Heilungskosten stützt sich grundsätzlich auf den Bericht über die kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung durch Dr. K.___ vom 22. Dezember 2011. Gemäss diesem 

Bericht ist aus somatischer Sicht der Endzustand erreicht (Suva-Doss. I; act. 42).

2.3  Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Leistungen für Taggelder und Hei­

lungskosten seien zu früh eingestellt worden. Sie wirft der Beschwerdegegnerin eine 

Verletzung der Abklärungspflicht vor. Konkret weist sie darauf hin, aus dem Austritts­

bericht der Klinik U.___ gehe hervor, dass eine Fortsetzung der hausärztlichen und 

fachärztlichen Behandlung vorgeschlagen werde. Der Anspruch auf UVG-Taggelder 

bestehe daher weiterhin, da offensichtlich die medizinische Behandlung weiterzuführen 

sei bzw. die Beschwerdegegnerin es unterlassen habe, mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass die medizinische Behandlung zu keiner 

Besserung des Gesundheitszustands führe. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin ist 

unzutreffend. Der Kurzaustrittsbericht der Klinik U.___ (act. G 9.3), wo sich die 

Beschwerdeführerin vom 4. bis 24. Juni 2012 in stationärer Behandlung befand, 

erwähnt zwar, es hätten einige Medikamente ohne wesentliche Symptomverschlech­

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terung abgesetzt werden können und eine weitere Reduktion der Medikamente sei 

dringend zu empfehlen. Ebenfalls wird ausgeführt, die Beschwerdeführerin bedürfe 

weiterhin dringender fachärztlicher Behandlung, um im Rahmen eines Arbeitsversuchs 

mit halbem Pensum die theoretische Arbeitsfähigkeit von 50% zu erlangen. Der Bericht 

empfiehlt somit lediglich eine Fortsetzung der Behandlung. Eine klare Stellungnahme, 

wonach sich mit der Behandlung eine Verbesserung des Gesundheitszustands 

erreichen lasse, die ihrerseits eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zur Folge 

habe, fehlt hingegen. Die vom Gesetz geforderte Prognose, dass sich mit einer 

weiteren Behandlung eine "namhafte" Verbesserung des Gesundheitszustands errei­

chen lasse, ist mit dem Bericht nicht dargetan.

2.4  Die Beschwerdeführerin rügt ebenfalls, die kreisärztliche Beurteilung von Dr. K.___ 

sei unvollständig. Es fehle eine umfassende psychiatrische Begutachtung. Bezüglich 

dieses Vorbringens ist festzuhalten, dass sich mit zusätzlichen psychiatrischen 

Abklärungen lediglich allfällige neue Erkenntnisse über die natürliche Kausalität der 

Unfälle für die Schmerzen der Beschwerdeführerin gewinnen lassen könnten. Steht 

aber - wie dies vorliegend zu zeigen sein wird - aufgrund einer speziellen Ad­

äquanzprüfung fest, dass ein allfällig bestehender natürlicher Kausalzusammenhang 

nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre, ist die Frage, ob der natürliche 

Kausalzusammenhang tatsächlich besteht, nicht entscheidrelevant und es kann auf 

weitere Abklärungen verzichtet werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472). Im Prinzip ist im 

Übrigen bereits aufgrund der vorhandenen Akten auf einen Endzustand aus 

psychiatrischer Sicht zu schliessen. N.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera­

pie, hatte im Rahmen der von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Begutachtung in 

seinem Bericht vom 26. März 2010 dargelegt, die psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung sollte weitergeführt werden, werde aber die Arbeitsfähigkeit kaum 

verbessern. Prognostisch werde in Zukunft kaum eine Besserung eintreten (Suva-Doss. 

III; act. 55; psychiatrisches Teilgutachten, S. 9). Diese Beurteilung wurde zeitlich nach 

dem zweiten Unfall vom 6. April 2009 abgegeben. Sie muss demzufolge ihre Gültigkeit 

erst recht auch für den Status der Beschwerdeführerin nach dem vierten Unfall haben, 

zumal dieser die psychiatrische Situation sicher nicht positiv beeinflussen konnte, was 

auch für den dritten Unfall gelten dürfte.

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2.5  Beanstandet wird von der Beschwerdeführerin sodann, dass die Beschwerdegeg­

nerin den audio-neuro-otologischen Bericht von Dr. M.___ (Suva-Doss. 1; act. 41) 

ausser Acht gelassen habe. Dr. M.___ habe in seinem Bericht vom 29. November 2011 

klar festgehalten, dass u.a. ein mehrfaches cervico-encephales Akzelerations-/ 

Dezelerationstrauma im Rahmen der vier Unfälle vorliege. Die chronifizierten Be­

schwerden seien auf die Unfälle zurückzuführen. Das Bundesgericht hat sich mit den 

von Dr. M.___ angewandten diagnostisch-therapeutischen Untersuchungen in den 

Urteilen U 254/04 vom 29. März 2006 E. 2.3.2 und U 197/04 vom 29. März 2006 E. 3.2 

schon einlässlich auseinander gesetzt. Gestützt auf ein eingeholtes Gutachten hielt es 

fest, dass es sich bei der dynamischen Posturographie um eine wissenschaftlich 

anerkannte Untersuchungsmethode handle, welche zusätzliche Informationen über 

sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen zu geben vermöge. Es folgten daraus 

normalerweise jedoch keine direkten Hinweise auf eine spezifische Krankheitsätiologie. 

Die erhebbaren Befunde seien aus wissenschaftlicher Sicht nicht beweisend, sondern 

vermöchten lediglich zwischen verschiedenen Typen einer Gleichgewichtsfehlfunktion 

zu unterscheiden. Rein aufgrund pathologischer neurootologischer Befunde sei es 

nicht möglich und werde es wahrscheinlich auch nie möglich sein, eine überwiegend 

wahrscheinliche Kausalitätsbeurteilung zervikozephaler Traumafolgen vorzunehmen. 

Gestützt auf diese Auskünfte war das Bundesgericht zum Ergebnis gelangt, dass sich 

Gleichgewichtsstörungen mit der Untersuchungsmethode der dynamischen 

Posturographie objektivieren, sich daraus aber keine Informationen zur Ätiologie oder 

zu einer allfälligen Unfallkausalität entnehmen liessen (zitiertes Urteil U 197/04 E. 3.2 in 

fine). Angesichts dieser Schlussfolgerungen ist nicht zu beanstanden, dass sich die 

Beschwerdegegnerin nicht zu weiteren Massnahmen verpflichtet sah. Im Übrigen wird 

die Einschätzung des Kreisarztes Dr. K.___, wonach ein Endzustand erreicht sei, durch 

die Einschätzungen von behandelnden Ärzten hinreichend gestützt. Dr. med. O.___, 

Allgemeine Medizin FMH, hatte in seinem Bericht vom 16. September 2011 erklärt, es 

habe sich bei der Beschwerdeführerin ein Krankheitsbild entwickelt, das sämtlichen 

medizinischen Gesetzen bezüglich der Klinik und der bildgebenden Resultate 

widerspreche. Die von ihr geschilderten Symptome von Kopf bis Fuss seien 

anatomisch nicht mehr einzuordnen. Die ganze Situation sei dermassen zerfahren, 

dass es keine sinnvollen therapeutischen Ansätze gebe. Er könne nurmehr eine 

symptomatische Behandlung mittels Schmerzmittel anbieten (Suva-Doss. I; act. 32). In 

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derselben Hinsicht wies der Chiropraktor Dr. D.___ in seinem Bericht vom 16. 

September 2011 darauf hin, dass sich der heutige Zustand kaum zum Positiven 

beeinflussen lasse (Suva-act. I; act. 33). Das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 

28. April 2010, welches von der IV-Stelle in Auftrag gegeben worden war, weist ebenso 

darauf hin, es sei aufgrund des bisherigen Verlaufs und der aktuellen Situation nicht 

mehr mit einer weiteren Besserung zu rechnen. Es dürfe schon als günstig gelten, 

wenn künftige Verschlechterungen ausbleiben würden (Suva-Doss. III; act. 55; 

Hauptgutachten, S. 14). Gesamthaft ist somit mit der Beurteilung von Kreisarzt Dr. 

K.___ davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht der 

Endzustand erreicht sei. Damit kann die Adäquanz geprüft werden.

3.

3.1  Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweis­

baren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit bildgebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen wer­

den) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanz­

beurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst 

abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist 

dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur 

Anwendung (sog. "Psycho-Praxis"). Ergeben die Abklärungen dagegen, dass die 

versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, 

ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

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gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten bzw. den mit BGE 134 

V 109 modifizierten Kriterien (sog. "Schleudertrauma-Praxis"). Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem 

Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie 

Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit 

sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 i/S G. [U 243/03]; RKUV 2000 

Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

3.2  Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweis­

bare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Compu­

tertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die dies­

bezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein 

Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert 

und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter) 

Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität ein für 

diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie 

diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

Übelkeit, rasche Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderungen usw. vorliegen 

(BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 117 V 379 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung 

des Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 

2007 i/S G. [U 258/06]) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild 

mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung 

innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt 

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es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - 

bei einem Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die 

anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

3.3  Im Rahmen der Schleudertraumapraxis ist für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung 

der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen 

Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfall­

ereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - 

zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und 

schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres 

bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 

Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens 

allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die 

unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte 

Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die 

weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder 

ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die 

Adäquanz bejaht werden kann (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1; BGE 117 V 359 E. 6, mit 

Hinweisen). Als in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die 

Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche 

Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 

Keineswegs müssen alle Umstände gegeben sein, um die adäquate Kausalität bejahen 

zu können. Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im 

mittleren Bereich handelt. Dann kann ein Kriterium genügen, wenn es in besonders 

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ausgeprägter Weise erfüllt ist. Falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, 

müssen mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je 

leichter der Unfall ist, desto mehr Kriterien erfüllt sein müssen. Mit Urteil vom 29. 

Januar 2010 (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht 

die Rechtsprechung zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei 

mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren 

Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter 

oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu 

den leichten Unfällen sind hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).

3.4  Hat die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der HWS 

oder gleichgestellter Verletzung erlitten, ist die Adäquanz prinzipiell für jeden Unfall 

gesondert zu beurteilen (E. 4.1 des in RKUV 2005 Nr. U 536 S. 57 f. teilweise publi­

zierten Urteils P. vom 30.September 2004 [U 126/04]; Urteile G. vom 16. Dezember 

2005 [U 297/04], E. 4.1.2, H. vom 28. Juni 2005 [U 376/04], E. 3.2.2, H. vom 14. Juni 

2005 [U 105/05], E. 2.2 und J. von 6. Februar 2005 [U 90/04], E. 4; nicht veröffentlichtes 

Urteil G. vom 7. Februar 2003 [U 241/02]). In diesem Rahmen ist es nach der 

Rechtsprechung jedoch nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit 

desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist 

insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf 

gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht 

voneinander abgegrenzt werden können (Urteile G. vom 16. Dezember 2005 [U 

297/04], E. 4.1.2; nicht veröffentlichtes Urteil G. vom 7. Februar 2003 [U 241/02], 

E. 1.2). Der hinreichend nachgewiesenen, durch einen früheren versicherten Unfall 

verursachten dauerhaften Vorschädigung der HWS kann diesfalls im Rahmen der 

Beurteilung der einzelnen Kriterien - beispielsweise der besonderen Art der Verletzung, 

des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit oder der Dauer der ärztlichen 

Behandlung - Rechnung getragen werden.

4.

4.1  Im Folgenden ist in Bezug auf jeden einzelnen der vier Unfälle gesondert zu prüfen, 

ob die geklagten Beschwerden adäquat kausal auf den jeweiligen Unfall 

zurückzuführen sind.

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4.2 

4.2.1 Was den Unfall vom 25. November 2005 betrifft, hatte die Beschwerdeführerin 

anlässlich der Erstbehandlung durch Dr. D.___ vom 25. November 2005 zervikal und 

lumbal betonte Panvertebralbeschwerden geltend gemacht. Diese hätten sofort nach 

dem Aufprall auf die parkierten Fahrzeuge eingesetzt. Das MRI vom 2. Dezember 2005 

beim Röntgeninstitut Jona hatte indes keine unfallbezogenen strukturellen Läsionen zu 

Tage gefördert (Suva-Doss. IV; act. 8). Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung 

durch Dr. E.___ vom 7. März 2006 - also mehr als drei Monate nach dem Unfall - 

erwähnte die Beschwerdeführerin sodann, seit dem Unfall hätte sie täglich ein- bis 

zweimal eine Blockade, d.h. der ganze Rücken sei dann steif und unbeweglich. Sie 

hätte dauernd Schmerzen im Lumbalbereich sowie zervikal, wobei die Schmerzen vom 

Nacken links gegen den Kopf hochsteigen und sich im linken Auge konzentrieren 

würden. Andererseits würden sie auch über den linken Arm nach distal ausstrahlen. Sie 

hätte ein gestörtes Gefühl am linken Oberarm (Suva-Doss. IV; act. 14). Anlässlich einer 

Schmerzsprechstunde vom 7. April 2006 im Universitätsspital Zürich wurden von der 

Beschwerdeführerin ausserdem Schmerzen, welche von der rechten Hüfte ins Bein 

ausstrahlen würden, angegeben; diese würden seit einem Monat bestehen (Suva-Doss. 

IV; act. 23). Einem Bericht des Zentrums für die medizinische Rehabilitation in V.___, 

wo die Beschwerdeführerin zwischen dem 20. und 25. Juli 2006 in Behandlung stand, 

ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt auch über 

einen Drang, sich zu erbrechen, sowie zeitweiligen Schwindel klagte (Suva-Doss. IV; 

act. 47). Nachdem die Beschwerdeführerin in den ersten drei Monaten nach dem Unfall 

also grundsätzlich nur über zervikale und lumbale Beschwerden klagte bzw. 

Schmerzen im Bein erst ab März 2006 und Schwindel und Übelkeit erst ab Juni 2006 

dokumentiert sind, ist an sich bereits fraglich, ob sämtliche Beschwerden der 

Beschwerdeführerin natürlich kausale Folgen des Unfalls vom 25. November 2005 

darstellen. Die Frage braucht letztlich aber nicht abschliessend beantwortet zu werden, 

da die Adäquanz auch bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs sowie bei 

Anwendung der für die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl. 

dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009, 

8C_283/2009) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden.

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4.2.2 In Bezug auf den Hergang des Unfalls vom 25. November 2005 ist dem 

Polizeirapport zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei verschneiter Fahrbahn 

und bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h die Kontrolle über ihr mit Sommerpneus 

ausgestattetes Fahrzeug verlor. Dieses sei auf die Gegenfahrbahn geschleudert, sei 

dann wieder auf die rechte Strassenseite gelangt und habe danach mit zwei parkierten 

Fahrzeugen einer Autogarage kollidiert. Die durch die Kollision bedingte 

Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs habe dabei innerhalb von 10 - 15 km/h 

gelegen. Dieses Unfallereignis ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs 

sowie der freigesetzten Kräfte im mittleren Bereich anzusiedeln, jedoch im Grenzbe­

reich zu den leichten Unfällen. Für die Bejahung der Adäquanz müssen somit grund­

sätzlich vier Kriterien in einfacher Weise oder eines der Kriterien in besonders ausge­

prägtem Mass erfüllt sein.

4.2.3 Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin darin einig zu gehen, dass das 

Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt ist; etwas anderes wird selbst von der 

Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Der Unfall hatte auch keine schweren 

Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines 

Schleudertraumas oder einer schleudertrauma-ähnlichen Verletzung der HWS vermag 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu 

begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild 

beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche besonderen Umstände sind 

den vorliegenden Akten nicht zu entnehmen. Das MRI vom 2. Dezember 2005 hatte 

keine unfallbezogenen strukturellen Läsionen zu Tage gefördert. Zudem erscheint 

gemäss obigen Erwägungen ohnehin fraglich, ob der Unfall bei der Beschwerdeführerin 

das für ein Schleudertrauma oder eine schleudertrauma-ähnliche Verletzung typische 

Beschwerdebild hervorrief.

4.2.4 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden ärztlichen Behandlung 

(BGE 134 V 128 E. 10.2.3) ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des 

subjektiven Empfindens der versicherten Person (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. September 2009 i/S G. [8C_299/2009] E. 4.3.3). Die Beschwerdeführerin ging nach 

dem Unfall regelmässig zum Chiropraktor Dr. D.___ mit Massage und Übungen. 

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Daneben wurde sie medikamentös behandelt (Suva-Doss. IV; act. 98, neurologisches 

Gutachten, S. 5ff; act. 23). Später kamen auch Physiotherapie sowie eine psycho­

therapeutische Behandlung durch Dr. F.___ hinzu. Das Erstgespräch beim Psychiater 

wurde im Juni 2007 durchgeführt, ab August 2008 hätten die Konsultationen alle ein 

bis zwei Wochen stattgefunden (Suva-Doss. I, act. 148;  act. G 1.3). Dokumentiert sind 

weiter stationäre Rehabilitationsaufenthalte in der Klinik H.___ vom 19. Januar bis 7. 

Februar 2009 sowie in der Rehaklinik G.___ vom 4. März bis 1. April 2009. Der 

Beschwerdeführerin ist zuzubilligen, dass sie nach dem Unfallereignis zahlreiche 

Behandlungsanstrengungen unternahm. In Bezug auf die medikamentöse Behandlung 

ist indes festzuhalten, dass diese nicht die Intensität einer fortgesetzten spezifischen 

belastenden Behandlung aufweist. Dasselbe gilt für die Behandlung durch den 

Chiropraktor und den Physiotherapeuten. Die psychotherapeutische Behandlung 

wurde zudem offenbar erst ab August 2008 regelmässig durchgeführt; berücksichtigt 

man, dass vorliegend nur Unfallfolgen bis Anfang April 2009 zu beurteilen sind (bis zu 

jenem Zeitpunkt, als sich der zweite Unfall ereignete), kann nicht von einer lang 

dauernden belastenden Behandlung gesprochen werden. Ebenso wenig ist schliesslich 

aufgrund der stationären Behandlungen in der Klinik H.___ bzw. in der Rehaklinik G.___ 

von einer belastenden Behandlung auszugehen, zumal diese Aufenthalte nicht nur der 

zielgerichteten Behandlung dienten, sondern auch weitere Abklärungsmassnahmen 

durchgeführt wurden, wie etwa die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Gesamthaft ist das 

Adäquanzkriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Behandlung zu verneinen.

4.2.5 Für die Erfüllung des Adäquanzkriteriums erhebliche Beschwerden können nur in 

der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch 

bestehende erhebliche Beschwerden massgebend sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich 

nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 

verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (vgl. BGE 134 V 109 

E. 10.2.4 S. 128 und Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2009 vom 21. Juli 2009 E. 

5.3.3). Die Beschwerdeführerin hatte nach dem Unfall über Schmerzen im Lumbal- und 

Zervikalbereich geklagt. In der Folge kam es gemäss ihren Angaben zu einer 

erheblichen Symptomausweitung. Kurz vor dem zweiten Unfall vom 6. April 2009 

machte die Beschwerdeführerin im Rahmen eines neurologischen Konsiliums bei der 

Rehaklinik G.___ am 20. März 2009 geltend, sie leide an permanenten Schmerzen im 

Schulter- und Nacken-Bereich beidseits, an Rücken- und Kreuzschmerzen, z.T. 

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ausstrahlend in beide Beine, sowie an einer Gefühlsstörung der linken Körperseite. 

Hinzu kämen Kopfschmerzen, welche von Übelkeit begleitet seien, sie müsse relativ 

häufig erbrechen (Suva-Doss. IV; act. 158). Diese Schilderungen sind an sich als 

glaubhaft einzustufen. Die Beschwerdeführerin hatte allerdings auch etwa gegenüber 

dem Gutachter N.___ am 10. Februar 2010 - also bereits nach dem zweiten Unfall - 

berichtet, sie sei vor etwa einem Jahr in W.___ gewesen, vor zwei Jahren in X.___ bei 

ihren Eltern. Im Zusammenhang mit der Frage, inwieweit sie noch in der Lage sei, den 

Haushalt zu besorgen, hatte sie ausserdem ausgeführt, sie erhalte Unterstützung von 

einer Nichte. Diese kümmere sich ums Staubsaugen und das Reinigen des 

Badezimmers. Sie selber räume auf, erledige leichtere Arbeiten und koche das Essen 

(Suva-Doss. III; act. 55; psychiatrisches Teilgutachten, S. 3). Gesamthaft sind 

erhebliche Beschwerden grundsätzlich zu bejahen. Da die Beschwerdeführerin nach 

dem Gesagten jedoch immer noch in der Lage erscheint, bestimmte häusliche und 

ausserhäusliche Aktivitäten auszuüben und die besondere Intensität der Beschwerden 

bereits definitionsgemäss vorausgesetzt ist, kann dieses Kriterium höchstens in 

geringfügigem Masse als erfüllt gelten.

4.2.6 Ohne Weiteres zu verneinen ist das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, 

welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Eine solche wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.

4.2.7 Beim Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 

Komplikationen müssen die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 

369 E. 7b). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche 

im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht 

bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen 

geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung 

beeinträchtigt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2009 [8C_1020/2008] E. 

5.7 und vom 22. August 2008 [8C_623/2007] E. 8.6). Vorliegend ergeben sich aufgrund 

der Akten keine Hinweise für einen schwierigen Heilungsverlauf bzw. erhebliche 

Komplikationen. Insbesondere reicht der Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien 

weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit erreicht werden konnte, nicht zur Bejahung dieses Kriteriums 

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(Urteile des Bundesgerichts vom 1. Juli 2008 [8C_252/2007] E. 7.6 und vom 16. Mai 

2008 [8C_57/2008] E. 9.6.1, je mit Hinweisen).

4.2.8 Zu prüfen ist schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen. Die Beschwerdeführerin war seit dem Unfall vom 

25. November 2005 nicht mehr erwerbstätig. Bemühungen zur Wiederaufnahme einer 

Arbeitstätigkeit sind aktenmässig nicht dokumentiert. Im Ergebnis ist damit auch dieses 

Kriterium nicht gegeben.

4.2.9 Zusammenfassend ist mit den "erheblichen Beschwerden" lediglich ein 

Adäquanzkriterium erfüllt, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 25. November 2005 und 

den in der Folge von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ist somit zu 

verneinen.

4.3 

4.3.1 Was den Hergang des zweiten Unfalls vom 6. April 2009 betrifft, ist dem 

Polizeirapport zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin damals mit ihrem Auto in 

R.___ unterwegs gewesen ist. Sie sei mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h 

gefahren. Das Fahrzeug, welches hinter ihr gewesen sei, habe eine Geschwindigkeit 

von ca. 50 – 60 km/h aufgewiesen und einen Sicherheitsabstand von rund 5 m 

eingehalten. In einer Rechtskurve habe die Beschwerdeführerin ihr Fahrzeug 

verlangsamt, indem sie vom Gas gegangen sei. Die Lenkerin des hinteren Fahrzeugs 

habe sofort eine Vollbremsung eingeleitet und nach rechts auszuweichen versucht. 

Dabei sei sie mit dem linken Frontbereich ihres Personenwagens gegen den rechten 

Heckbereich des Autos der Beschwerdeführerin geprallt. Die kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs der Versicherten habe zwischen 17.0 und 

21.5 km/h gelegen. Dieses Unfallereignis ist aufgrund des augenfälligen Geschehens­

ablaufs sowie der freigesetzten Kräfte als einfache Auffahrkollision zu qualifizieren, 

welche nach der Rechtsprechung regelmässig den mittelschweren im Grenzbereich zu 

den leichten Unfällen zugeordnet werden (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.2; 

RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.1.2 mit Hinweisen; Urteil 8C_714/2009 

vom 14. April 2010 E. 6.2). Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind vorliegend 

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keine gegeben. Im Ergebnis müssten zur Bejahung der Adäquanz somit wiederum vier 

Kriterien in einfacher Weise, oder eines der Kriterien in besonders ausgeprägtem Mass 

erfüllt sein.

4.3.2 Vorweg ist zu bemerken, dass auch in Bezug auf den Unfall vom 6. April 2009 die 

Adäquanzkriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls, der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen 

Heilungsverlaufs bzw. der erheblichen Komplikationen sowie der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen, nicht gegeben sind. Es sei 

diesbezüglich auf die Erwägungen unter 4.2 verwiesen.

4.3.3 Bezüglich der Frage nach dem Vorliegen schwerer Verletzungen oder Verlet­

zungen besonderer Art ist zu beachten, dass auch der zweite Unfall bei der 

Beschwerdeführerin keine nachweisbaren organisch-strukturellen Läsionen zur Folge 

hatte. Das Spital T.___ berichtete am 20. April 2009, die Beschwerdeführerin habe 

unmittelbar nach dem Unfall Kopf- und Nackenschmerzen verspürt. In der Nacht sei es 

zu Schwindel und Übelkeit gekommen. Passager seien auch Doppelbilder und 

Wortfindungsstörungen aufgetreten. Zudem habe die Beschwerdeführerin über eine 

Sensibilitätsstörung in beiden Armen berichtet. Das Spital T.___ ging im Rahmen der 

Diagnosestellung von einer Schmerzexazerbation aus (Suva-Doss. III; act. 4). Anlässlich 

der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Dezember 2009 hatte die 

Beschwerdeführerin sodann angegeben, dass sie eigentlich alles schmerze, insbe­

sondere die Wirbelsäule, und zwar kontinuierlich, mit einem Schmerzlevel von 8-10 auf 

einer 10-teiligen VAS-Skala (Suva-Doss. III; act. 44). Wenngleich vorliegend eine 

organische Vorschädigung der HWS aufgrund des Unfalls vom November 2005 zu 

verneinen ist, fällt die erneute Traumatisierung der HWS doch ins Gewicht. Der 

Heckauffahrunfall war geeignet, zu einer Exazerbation der Beschwerden zu führen. 

Gesamthaft ist hier deshalb von einer besonderen Art der erlittenen Verletzungen 

auszugehen. Das Kriterium ist jedoch höchstens in durchschnittlicher Weise erfüllt, 

zumal als fraglich bezeichnet werden musste, ob der Unfall vom 25. November 2005 

bei der Beschwerdeführerin überhaupt das gesamte für Schleudertraumta und äquiva­

lente Verletzungen typische Beschwerdebild hervorrief.

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4.3.4 Sodann ist auf das Kriterium der fortgesetzten spezifischen belastenden 

Behandlung einzugehen. Die Beschwerdeführerin hatte auch nach dem zweiten Unfall 

weiterhin manualtherapeutische, physiotherapeutische und medikamentöse Behand­

lungen durchgeführt. Derartige Behandlungen können indes auch angesichts des 

Umstands, dass ein zweiter Unfall im Sinn eines bereits einmal erfolgten HWS-Traumas 

zu berücksichtigen ist, nicht als spezifisch belastend angesehen werden. Dasselbe gilt 

für den Aufenthalt im Spital T.___ vom 15. bis 20. April 2009 sowie die nochmalige 

stationäre Rehabilitationsbehandlung in der Klinik H.___ vom 27. Juli bis 15. August 

2009. Hingegen kann die bereits im August 2008 begonnene psychotherapeutische 

Behandlung, welche auch nach dem Unfall vom 6. April 2009 wöchentlich bis 

zweiwöchentlich durchgeführt wurde, angesichts des Umstands, dass eine 

Vorbelastung durch den ersten Unfall zu berücksichtigen ist, als eine fortgesetzt 

spezifische belastende Behandlung angesehen werden. Das Kriterium ist hier im 

Ergebnis, wenn auch nur in einem geringen Ausmass, erfüllt.

4.3.5 In Bezug auf das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist grundsätzlich 

wiederum auf die glaubhaften Darlegungen der Beschwerdeführerin hinzuweisen, 

wonach sie an einer Vielfalt an Schmerzen leide, welche ihren Alltag prägten. Allerdings 

war es ihr auch nach dem zweiten Unfall immer noch möglich, bestimmte 

Haushaltsaufgaben zu erledigen und ihre Kinder zu betreuen. Ebenfalls erwähnte sie, 

sie gehe manchmal spazieren. Aus den Schilderungen der Beschwerdeführerin geht 

allgemein klar hervor, dass ihre Beschwerden nicht zu einem sozialen Rückzug führten, 

empfängt sie doch offenbar auch recht häufig Besuch von ihrer Familie und unterhält 

sie Kontakt zu einer Nachbarin (Suva-Doss. III; act. 55, psychiatrisches Teilgutachten, 

S. 3). Im Ergebnis ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden zu bejahen, jedoch 

liegt es nicht in besonders ausgeprägter Weise, sondern nur in einem geringen Masse 

vor.

4.3.6 Zusammenfassend ist sind drei der Adäquanzkriterien erfüllt, jedoch keines 

davon in besonders ausgeprägter Weise. Der adäquate Kausalzusammenhang zwi­

schen dem Unfall vom 6. April 2009 und den von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden ist somit zu verneinen.

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4.4  Betreffend den Hergang des Unfalls vom 21. Mai 2010 ist den Akten zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auf einer Treppe stürzte, mit dem Gesäss 

aufschlug und fünf Stufen hinunterrutschte. Eine CT des Beckens vom 27. Mai 2010 

ergab keinen Hinweis auf eine Fraktur im Bereich des Sacrums bzw. Os coccygis 

(Suva-Doss. II; act. 4). Dr. K.___ hatte sodann nach der kreisärztlichen Untersuchung 

am 2. Dezember 2010 berichtet, aus unfallkausaler Sicht habe die Beschwerdeführerin 

beim Treppensturz vom 21. Mai 2010 einen sog. banalen Unfall des Rückens erlitten, 

der weder eine Fraktur noch eine Luxation zur Folge gehabt habe. In der Literatur 

werde davon ausgegangen, dass die Dauer der zeitlich vorübergehenden 

Verschlimmerung von Rückenschmerzen durch ein banales Ereignis längstens sechs 

Monate betrage, unabhängig davon, ob die Wirbelsäule degenerativ vorgeschädigt sei. 

Der kausale Zusammenhang der immer noch behandlungsbedürftigen Rückenbe­

schwerden zum Unfallereignis vom 21. Mai 2010 sei mit überwiegender Wahrschein­

lichkeit nicht mehr gegeben (Suva-Doss. II; act. 19). Gestützt auf diese als zuverlässig 

erscheinende Beurteilung von Dr. K.___ ist festzustellen, dass die nach dem Unfall vom 

21. Mai 2010 immer noch geklagten Rückenschmerzen der Beschwerdeführerin in 

keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen. Die Prüfung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs kann unter diesen Umständen unterbleiben.

4.5 

4.5.1 In Bezug auf den vierten Unfall vom 27. Dezember 2010 macht die 

Beschwerdeführerin zunächst geltend, dass nach total vier Unfällen eine umfassende 

interdisziplinäre Begutachtung notwendig gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin 

habe dies jedoch pflichtwidrig unterlassen. Nachdem oben (E.2) das Vorliegen eines 

Endzustands aufgrund der vorhandenen Akten als hinreichend erstellt erachtet wurde, 

erweist sich dieses Vorbringen der Beschwerdeführerin als unbegründet. Ohnehin ist 

auch hier darauf hinzuweisen, dass mit einer weiteren Begutachtung allenfalls neue 

Erkenntnisse zur natürlichen Kausalität der Unfallfolgen gewonnen werden könnten. Da 

jedoch, wie hier zu zeigen ist, die Adäquanz auch hinsichtlich des vierten Unfalls zu 

verneinen ist, erübrigen sich weitere Abklärungen zur natürlichen Kausalität.

4.5.2 Betreffend den Unfall vom 27. Dezember 2010 ist den Akten zu entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin in Z.___ bei Nacht und verschneiter Fahrbahn mit ihrem Auto 

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von der Strasse abgekommen sei. Dieses sei in einem Graben zu stehen gekommen, 

wobei es gegen eine Lattenzaun und ein Gebüsch geprallt sei. Aufgrund des 

augenfälligen Geschehensablaufs sowie der freigesetzten Kräfte erscheint fraglich, ob 

hier von einem mittelschweren Unfall ausgegangen werden kann. Die polizeiliche 

Beschreibung des Unfallhergangs wie auch die vom Unfallfahrzeug angefertigten Bilder 

(Suva-Doss I; act. 20) lassen nicht auf einen starken Aufprall des Autos schliessen. Ein 

mittelschwerer Unfall kann wohl noch knapp bejaht werden, allerdings ist dieser klar im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen anzusiedeln. Im Ergebnis müssen hier zur 

Bejahung der Adäquanz somit wiederum vier Kriterien in einfacher Weise, oder eines 

der Kriterien in besonders ausgeprägtem Mass erfüllt sein.

4.5.3 Vorweg ist zu bemerken, dass auch in Bezug auf den Unfall vom 27. Dezember 

2010 die Adäquanzkriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der ärztlichen Fehlbehandlung, des 

schwierigen Heilungsverlaufs bzw. der erheblichen Komplikationen sowie der erheb­

lichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen, nicht gegeben sind. Es 

kann diesbezüglich auf die Erwägungen unter 4.2 verwiesen werden.

4.5.4 In Bezug auf das Kriterium der besonderen Art und Schwere der Verletzungen ist 

zu beachten, dass Dr. D.___ in seinem Bericht vom 12. April 2011 eine Exazerbation 

der Panvertebralbeschwerden durch Unfall vom 27. Dezember 2010 diagnostizierte 

(Suva-Doss. I, act. 8). Sodann wurden MR-Aufnahmen der HWS und der LWS, welche 

am 30. Dezember 2010 in Z.___ angefertigt worden waren, sowie die Aufnahmen, die 

vor dem fraglichen Unfall erstellt worden waren, der Radiologischen Abteilung der 

Universitätsklinik Balgrist vorgelegt. Diese kam am 4. August 2011 zu folgender 

Beurteilung: Leichtgradige, im Verlauf zu den Voruntersuchungen stationäre 

degenerative Veränderungen der HWS (betreffend die Segmente C3-C6), leichtgradige 

degenerative Veränderungen im unteren BWS-Bereich und im thorakolumbalen 

Übergangsbereich, im Verlauf soweit beurteilbar stationär (Suva-Doss. I; act. 27). Damit 

ist grundsätzlich festzustellen, dass auch im Rahmen des dritten Autounfalls keine 

organischen Schädigungen der HWS eintraten. Da jedoch von einer erneuten, wenn 

auch nicht allzu starken Traumatisierung der HWS ausgegangen werden muss, ist hier 

angesichts der Tatsache, dass zwei weitere Verkehrsunfälle mit HWS-Traumatisierung 

mitzuberücksichtigen sind, eine Verletzung von besonderer Art zu bejahen. Das 

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Kriterium ist somit erfüllt, allerdings nicht ins besonders ausgeprägter, sondern nur in 

einfacher Weise.

4.5.5 Betreffend das Kriterium der fortgesetzt spezifischen Belastung ist zu bemerken, 

dass die Beschwerdeführerin weiterhin eine chiropraktische und medikamentöse 

Behandlung durchführte. Die Physiotherapie nahm sie hingegen nicht mehr in 

Anspruch (Suva-Doss. I; act. 42). In der chiropraktischen und medikamentösen 

Behandlung ist auch angesichts des Umstands, dass zwei Vorunfälle mit HWS-Trauma 

bei der Beurteilung mitzuberücksichtigen sind, keine fortgesetzt spezifische belastende 

Behandlung zu erblicken. Eine stationäre Massnahme fand nach dem vierten Unfall bis 

zum Fallabschluss am 1. März 2012 - welcher wie ausgeführt zu Recht erfolgte - nicht 

mehr statt. Die psychotherapeutische Behandlung, welche die Beschwerdeführerin ab 

August 2008 durchgehend alle 1 - 2 Wochen durchführte, ist hingegen angesichts der 

besonderen Problematik mit bereits zuvor erfolgter zweifacher HWS-Traumatisierung 

als fortgesetzte spezifisch belastende Behandlung zu qualifizieren. Das Kriterium ist 

hier in durchschnittlicher Weise erfüllt.

4.5.6 Sodann ist anhand der Akten zu schliessen, dass sich die bei der Beschwer­

deführerin bestehenden Beschwerden seit dem vierten Unfall offenbar nochmals 

verschlechtert haben. Dies geht insbesondere aus der Beurteilung von Dr. O.___ vom 

16. September 2011 hervor, welcher ausführte, es habe sich ein Krankheitsbild ent­

wickelt, welches sämtlichen medizinischen  Gesetzen widerspreche. Die Beschwerde­

führerin sei von Kopf bis Fuss mit Schmerz behaftet (Suva-Doss. I; act. 32). In Bezug 

auf ihren Alltag führte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. K.___ im Rahmen der 

Abschlussuntersuchung vom 22. Dezember 2011 aus, grundsätzlich besorge eine 

Nichte den Haushalt, sie selber mache im Haushalt nur wenig. Gelegentlich koche sie 

am Abend für die beiden Söhne (Suva-Doss. I; act. 42). Die Beschwerdeführerin ist 

demnach also nach wie vor in der Lage, bestimmte häusliche Aktivitäten auszuüben. 

Gesamthaft erscheint hier das Kriterium der erheblichen Beschwerden in durch­

schnittlicher Weise erfüllt. Eine besonders ausgeprägte Weise, wie sie von der Recht­

sprechung verlangt wird, ist indes zu verneinen. 

4.5.7 Zusammenfassend sind drei der Adäquanzkriterien erfüllt, jedoch keines davon in 

besonders ausgeprägter Weise. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

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Unfall vom 27. Dezember 2010 und den von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden ist somit ebenfalls zu verneinen.

4.6  Nachdem im Ergebnis keiner der drei Verkehrsunfälle als adäquat kausale Ursache 

bzw. der Treppensturz nicht als natürlich kausale Ursache für die bei der 

Beschwerdeführerin bestehenden Schmerzen angesehen werden kann, ist festzu­

stellen, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per 1. März 2012 

eingestellt hat. Zufolge Verneinung der Adäquanz besteht auch keine Grundlage für 

eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Im Weiteren ergeben sich aufgrund der 

Akten keine Anhaltspunkte für eine Integritätseinbusse, womit ein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung ebenso zu verneinen ist. Die Beschwerde erweist sich in den 

betreffenden Punkten als unbegründet.

5.

5.1  Die Beschwerdeführerin rügt ebenfalls, die Beschwerdegegnerin habe den von ihr 

geltend gemachten Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das 

Einspracheverfahren (Verwaltungsverfahren) betreffend den Unfall vom 27. Dezember 

2010 zu Unrecht verneint.

5.2  Beim Einspracheverfahren handelt es sich um ein bundesrechtliches Verfahren. 

Auf die Frage nach dem Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung für 

das Einspracheverfahren findet deshalb das Bundesrecht Anwendung. Für die vorlie­

gend strittige Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das abgeschlossene Einspracheverfahren 

hat, ist demnach Art. 37 Abs. 4 ATSG massgebend. Gemäss dieser Bestimmung wird 

der gesuchstellenden Person im Sozialversicherungsverfahren ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Dieser Anspruch setzt die 

Erfüllung derselben sachlichen Bedingungen voraus, die auch für eine unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung im gerichtlichen Verfahren massgebend sind (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 2. Aufl., 2009, Art. 37 Rz 23 und Art. 61 Rz 102 ff.): Die versicherte Person 

muss finanziell bedürftig und das Verfahren darf nicht aussichtslos sein. Sodann muss 

die Rechtsverbeiständung sachlich geboten, das heisst aufgrund der Tragweite der 

Sache, aufgrund der Schwierigkeit der aufgeworfenen tatsächlichen und rechtlichen 

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Fragen und aufgrund der mangelnden Rechtskenntnisse der versicherten Person 

notwendig sein. Diese Kriterien müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 125 V 32 E. 4b S. 35 

f. mit Hinweisen; Peter Omlin, Erfahrungen in der UV, in: Praktische Anwendungsfragen 

des ATSG, 2004, S. 72). Bei der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Einspracheverfahren sind im Vergleich zum Gerichtsverfahren höhere Anforderungen 

zu erfüllen, denn die Erforderlichkeit der Vertretung muss im konkreten Fall eingehend 

geprüft werden. Dazu ist auf die Schwierigkeit des Falls und auf die Verfahrensphase 

abzustellen (Kieser, a.a.O., Art. 37 Rz 23).

5.3  Streitig und zu prüfen ist vorliegend einzig der Aspekt der Bedürftigkeit. Von der 

Beschwerdegegnerin wurde diese verneint mit Verweis auf die Rechtsschutzver­

sicherung, welche die Beschwerdeführerin am 1. Dezember 2010 abgeschlossen habe. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Rechtsschutzversicherung habe eine 

Kostenübernahme abgelehnt, womit ihre Bedürftigkeit ausgewiesen sei.

5.4  Aus dem Schriftenwechsel zwischen der CAP Versicherungsgesellschaft (nach­

folgend: CAP) und dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (act. G 1.5) geht 

hervor, dass die CAP den Rechtsvertreter im Zusammenhang mit der Antragstellung 

am 26. Mai 2011 um bestimmte Informationen ersucht hatte. Die CAP führte aus, aus 

den ihr vorliegenden Unterlagen gehe hervor, dass die Zürich Versicherung (Haftpflicht 

und Insassen) eine Schadenersatzforderung der Beschwerdeführerin zurückgewiesen 

habe und diesbezüglich ein Prozess am Laufen sei. Die CAP ersuchte den 

Rechtsvertreter darum, ihr mitzuteilen, ob betreffend dieser vier Unfälle ein Verfahren 

mit der Zürich Versicherung am Laufen und seit wann diese Streitigkeit der 

Beschwerdeführerin bekannt sei. Eine Antwort des Rechtsvertreters blieb zunächst 

aus, worauf sich die CAP mit Schreiben vom 20. Juni 2011 erneut mit dieser Frage an 

den Rechtsvertreter wandte. Nachdem auch dieses Schreiben unbeantwortet blieb, 

stellte die CAP dem Rechtsvertreter am 6. Juli 2011 ein weiteres Schreiben zu, in wel­

chem sie ausführte, es bestehe von Seiten des Rechtsvertreters bzw. der Beschwer­

deführerin eine Mitwirkungspflicht. Dem Rechtsvertreter wurde eine letzte Frist ange­

setzt, um die betreffenden Informationen zu liefern. Mit Schreiben vom 13. Juli 2011 

führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gegenüber der CAP aus, es sei 

festzuhalten, dass seine Mandantin keine Anzeigepflichtverletzung begangen habe. 

Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts könne der Anwalt der Versiche­

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rungsnehmerin zudem nicht verpflichtet werden, im Rahmen einer Anzeigepflicht­

verletzung Informationen zu liefern. In einem Schreiben vom 18. Juli 2011 wandte sich 

die CAP mit ihrem Informationsbegehren direkt an die Beschwerdeführerin. Eine 

Bekanntgabe der betreffenden Informationen durch die Beschwerdeführerin erfolgte 

nicht.

5.5  Gemäss diesen Erwägungen hatte die CAP ihre Leistungspflicht verneint, weil die 

Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter sich geweigert hatte, Informationen im 

Zusammenhang mit einem Schadenfall der Zürich Versicherung, welche ebenfalls mit 

dem Unfall vom 27. Dezember 2010 befasst ist, zu liefern. Es stellt sich die Frage, ob 

das Vorgehen der CAP rechtmässig war. Art. 7.3 der Allgemeinen Versicherungs­

bedingungen der CAP bestimmt, dass die versicherte Person alle Angaben zum 

Schadenfall und sämtliche Tatsachen, die die Feststellung der Schadensumstände 

beeinflussen, vollständig, inhaltlich korrekt und freiwillig mitzuteilen habe. Daraus ist 

das Recht und die Pflicht der Versicherungsgesellschaft abzuleiten, von der versicher­

ten Person sämtliche für die Beurteilung des Versicherungsanspruchs erforderlichen 

Informationen zu verlangen. Der Rechtsvertreter brachte zwar gegenüber der CAP vor, 

gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts sei er in seiner Eigenschaft als 

Anwalt nicht verpflichtet, die betreffenden Informationen zu liefern. In seiner 

Beschwerdeschrift gab der Rechtsvertreter überdies an, es widerspreche ebenfalls der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts, wenn die versicherte Person selber zur 

Herausgabe der Auskünfte aufgefordert werde. Beide Aussagen des Rechtsvertreters 

erfolgten indes nicht substantiiert. Es ist vorliegend denn auch nicht ersichtlich, 

inwieweit die Bekanntgabe der fraglichen Informationen nicht im Einklang mit 

geltendem Recht bzw. mit einer vorherrschenden Praxis stehen sollte. Dass der 

Beschwerdeführerin hieraus ein rechtlicher oder faktischer Nachteil erwachsen würde 

oder könnte, wird von ihr nicht geltend gemacht. Ebenso wenig wird von ihr dargetan, 

die Informationen betreffend den Schadenfall bei der Zürich Versicherung seien für die 

Beurteilung des Antrags bei der CAP gar nicht erforderlich. Gesamthaft muss deshalb 

davon ausgegangen werden, dass die Verweigerung der Bekanntgabe der 

Informationen aus dem Verfahren bei der Zürich Versicherung pflichtwidrig erfolgte. 

Demnach steht auch fest, dass die Leistungsverweigerung durch die CAP auf das 

eigene Verschulden der Beschwerdeführerin zurückzuführen ist. In diesem Sinn kann 

es deshalb nicht angehen, wenn die Beschwerdeführerin sich nun gegenüber der 

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Beschwerdegegnerin auf ihre fehlenden finanziellen Mittel beruft und einen unentgelt­

lichen Rechtsbeistand verlangt. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren betreffend den Unfall 

vom 27. Dezember 2010 zu Recht abgelehnt. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde 

auch in diesem Punkt als unbegründet.

6.

6.1  Zusammenfassend ist die Beschwerde in sämtlichen Punkten abzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Der Beschwerdeführerin wurde am 14. September 2012 die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht bewilligt, wobei dies 

bezüglich des Unfalls vom 27. Dezember 2010 nur deswegen erfolgte, weil durch 

diesen kein zusätzlicher Aufwand für den Rechtsvertreter der Gesuchstellerin verur­

sacht wurde. Sofern es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann die 

Beschwerdeführerin indessen zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung 

verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] 

i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.4  Der Staat hat zufolge der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für die 

Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Die Partei­

entschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Das kantonale Versiche­

rungsgericht spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO in der Regel eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen 

Fr. 3'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Da es sich vorliegend im Vergleich zu anderen 

Beschwerdeverfahren im Unfallversicherungsbereich um einen überdurchschnittlich 

aufwändigen Fall handelt, rechtfertigt sich, von einer höheren Entschädigung von 

Fr. 6'000.-- auszugehen. Der Staat hat hierfür aufgrund der bewilligten unentgeltlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 34/34

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Rechtsverbeiständung im Umfang von 80% (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. 

mit einem Betrag von Fr. 4'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aufzukom­

men.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin mit

Fr. 4'800.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.04.2013
	Art. 6 UVG. Art. 19 UVG. Adäquanzprüfung bei mehreren Unfällen mit gleichartigem Beschwerdebild. Adäquanz auch bei Anwendung der Schleudertrauma-Praxis verneint. Unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 30. April 2013, UV 2012/55). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_446/2013.

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