# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74828a37-3967-5a32-86ba-4ffbe5bcbc8e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2010 D-4542/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4542-2008_2010-06-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4542/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, 
geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. Mai 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4542/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat am 21. Juni 2003 und gelangte am 23. Juni 2003 unter 
Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz, wo er am gleichen Tag 
ein  erstes  Asylgesuch  einreichte.  Zur  Begründung  machte  er  im 
Wesentlichen  geltend,  er  sei  singhalesischer  Ethnie,  buddhistischen 
Glaubens und habe in Colombo gewohnt. Seit Februar 2000 sei er als 
privater Leibwächter des Parlamentsabgeordneten B._______ von der 
People's Alliance (PA) tätig gewesen. Im Rahmen dieser Arbeit sei er  
wiederholt gewaltsam gegen politische Gegner vorgegangen. Er habe 
anlässlich von Wahlen auch Personen genötigt, für den Kandidaten der 
PA zu stimmen. Am 25. März 2003 habe er aufgehört, für B._______ 
zu arbeiten. Am 2. Mai 2003 seien zwei Männer in Polizeiuniform zu 
ihm  nach  Hause  gekommen  und  hätten  ihn  zum  Mitkommen 
aufgefordert. Er sei ins Auto gebracht und an einen ihm unbekannten 
Ort gefahren worden. Dort  habe man ihn geschlagen und zu seinem 
Engagement für B._______ befragt. Er sei mit  dem Tod bedroht und 
am  6.  Mai  2003  auf  einem  Friedhof  seinem  Schicksal  überlassen 
worden. Am 8. Mai 2003 habe man auf offener Strasse versucht, ihn in 
ein Auto zu zerren, was jedoch nicht gelungen sei. Deswegen habe er  
es  mit  der  Angst  zu  tun bekommen und sei  wenige  Wochen später 
ausser Landes geflohen.

A.b Mit  Verfügung  vom  27.  November  2003  stellte  das  Bundesamt 
fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Weg-
weisung aus der Schweiz und den Vollzug. Zur Begründung führte es 
aus,  die  Vorbringen  würden  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlings-
eigenschaft nicht standhalten. Bei der geltend gemachten Entführung 
und mehrtägigen Festhaltung durch unbekannte Personen handle es 
sich  um  Übergriffe  durch  unbekannte  Drittpersonen.  Es  gebe  vor-
liegend keine Hinweise, dass der Staat trotz bestehender Schutzpflicht 
und  Schutzfähigkeit  den  erforderlichen  Schutz  nicht  gewähre.  Es 
handle  sich  vielmehr  um kriminelle  Machenschaften  privater  Dritter. 
Dem Beschwerdeführer sei es möglich und zumutbar, den Schutz der 
srilankischen  Behörden  respektive  Sicherheitskräfte  in  Anspruch  zu 
nehmen. Daran vermöge auch der Einwand, er  habe den Vorfall  aus 
Angst vor der Polizei nicht gemeldet, nichts zu ändern. Es sei davon 

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auszugehen, dass in Sri Lanka der staatliche Wille bestehe, die Bürger 
vor Übergriffen durch Privatpersonen zu schützen. 

A.c Mit Beschwerde vom 5. Januar 2004 rügte der Beschwerdeführer 
unter  anderem  die  unvollständige  und  unrichtige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts.  Zudem machte  er  geltend,  dass  es 
ihm  nicht  möglich  gewesen  sei,  sich  mit  seinen  Problemen  an  die 
srilankischen Sicherheitskräfte zu wenden, da dies dazu geführt hätte, 
dass er von den Sicherheitskräften entweder keinen Schutz erhalten 
hätte oder gar mit Übergriffen konfrontiert worden wäre. 

A.d Mit Urteil  vom 15. Mai 2007 wies das Bundesverwaltungsgericht 
die  Beschwerde  vollumfänglich  ab.  Es  erwog  dabei,  die  Vorinstanz 
habe  den  Sachverhalt  entgegen  der  Rüge  des  Beschwerdeführers 
vollständig und richtig abgeklärt. Der srilankische Staat sei zur Zeit im 
südlichen Teil des Landes grundsätzlich willens und fähig, Personen, 
welche  von Drittpersonen  bedroht  beziehungsweise  verfolgt  würden, 
den erforderlichen Schutz zu gewähren. Es stehe zwar fest, dass auf-
grund des seit Jahren andauernden ethnischen Konfliktes in Sri Lanka 
eine Tätigkeit für einen Parlamentsabgeordneten mit einem gewissen 
Sicherheitsrisiko  verbunden  sei.  Des  Weiteren  sei  nicht  auszu-
schliessen, dass eine Person in der Situation des Beschwerdeführers 
als Leibwächter eines Parlamentsabgeordneten der PA zum Zeitpunkt 
des politischen Machtwechsels, mithin des Verlusts der Mehrheit  der 
PA im Parlament, damals nicht gewagt hätte, sich an die staatlichen 
Behörden zu wenden und um Schutz zu ersuchen. Aber in Anbetracht 
der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in Sri  Lanka der singhale-
sischen Mehrheit  angehöre und er darüber hinaus eigenen Angaben 
zufolge  nie  politisch  aktiv  gewesen  sei,  könne  nicht  davon  ausge-
gangen  werden,  dass  er  bei  Bedarf  den  nötigen  staatlichen  Schutz 
nicht erhalten würde. 

B.
Am 2. August 2007 liess der Beschwerdeführer beim BFM durch seine 
Vertretung ein zweites Asylgesuch einreichen. Zur Begründung führte 
er  an, dass B._______ und weitere Personen im Mai  2007 verhaftet 
worden  seien  und  man  gegen  sie  ein  Strafverfahren  eröffnet  habe. 
Diesen Personen werde zur Last gelegt,  im Zusammenhang mit den 
Wahlen vom 24. August 1996 einen Mord begangen zu haben. Die PA 
sei  zwar  mittlerweile  wieder  an  der  Macht  in  Sri  Lanka  beteiligt. 
Innerhalb  der  Partei  habe  es  aber  teilweise  gewaltsame  interne 

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Auseinandersetzungen  gegeben.  Die  Anklage  gegen  B._______  sei 
politisch bedingt. Im Weiteren sei C._______, einer seiner Cousins, für 
eine  oppositionelle  Partei  tätig  gewesen  und  seit  Juli  2006 
unbekannten Aufenthalts. Seine -  des Beschwerdeführers -  gesamte 
Familie  sei  überdurchschnittlich  politisch  aktiv,  und  zwar  für 
verschiedene  Parteien;  es  sei  zu  befürchten,  dass  noch  weitere 
Angehörige wie der erwähnte Cousin aus politischen Gründen getötet 
oder  entführt  werden  könnten.  In  Anbetracht  des  gegen  seinen 
früheren Arbeitgeber eingeleiteten Verfahrens wegen Mordes sei seine 
aktuelle  Gefährdungslage  evident;  er  müsse  damit  rechnen,  dass 
wegen seiner  Gewaltakte während des Engagements  für  B._______ 
auch gegen ihn ermittelt werde, zumal diverse Personen aus dessen 
Entourage bereits angeklagt seien. Es bestehe auch die Gefahr, dass 
er wie sein Cousin C._______ zum Verschwinden gebracht werde. Es 
lägen mithin neue Asylgründe vor. 

Diesem Asylgesuch lagen unter anderem die folgenden Beweismittel 
(inklusive deutscher Übersetzung) bei: Ausschnitte aus zwei singhale-
sischen  Zeitungen  vom  8.  Mai  beziehungsweise  5.  Juli  2007,  ein 
Bestätigungsschreiben  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  vom  25. 
Juni 2007, ein Bestätigungsschreiben von D._______ vom 2. Juli 2007, 
ein Schreiben der Ehefrau von C._______ an den srilankischen Ver-
teidigungsminister vom 3. Juli  2007 sowie ein Schreiben der Polizei-
station E._______ vom 22. Juni 2007.

C.
Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 - eröffnet am 8. Februar 2008 - trat 
das  BFM gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das zweite Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht ein und verfügte dessen Wegweisung sowie den 
Vollzug. Die  Vorinstanz erwog dabei  zum einen,  dass  sich  aufgrund 
von  Ungereimtheiten  in  den  eingereichten  Beweismitteln  zum  Ver-
schwinden  des  Cousins  keine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Gefähr-
dungslage des Beschwerdeführers ergebe. Zum anderen lägen keine 
Hinweise  dafür  vor,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  das  gegen 
B._______  angestrengte  Verfahren  persönlich  betroffen  sei 
beziehungsweise  gegen  ihn  ermittelt  werde.  Zudem  seien  solche 
allfälligen  Ermittlungen  als  rechtsstaatlich  legitim  zu  bezeichnen,  da 
der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Aussagen 
Körperverletzungsdelikte begangen habe. Es bestünden mithin keine 
Hinweise, dass nach Abschluss des ersten Asylverfahrens Ereignisse 

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eingetreten  seien,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu 
begründen  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes 
relevant seien.

D.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2008 an das Bundesverwaltungsgericht 
liess  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Ver-
fügung und Eintreten auf sein Asylgesuch beantragen. Eventualiter sei 
die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit  be-
ziehungsweise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustel-
len. Zur Begründung machte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen 
geltend, dass Hinweise auf eine Verfolgung vorlägen. Diese Hinweise 
ergäben  sich  insbesondere  aus  dem  im  Jahre  2007  gegen  seinen 
früheren Arbeitgeber eingeleiteten Strafverfahren. Dieses Verfahren sei 
Teil  einer  politischen  Abrechnung  mit  B._______;  als  dessen 
ehemaliger Arbeitnehmer und Beteiligter an Gewaltdelikten könne er in 
Sri Lanka bei ihn betreffenden Ermittlungen nicht mit einem fairen Ver-
fahren rechnen. Demzufolge hätte das BFM weitere Abklärungen vor-
nehmen  und  auf  das  Asylgesuch  eintreten  müssen.  Das  gegen 
B._______  eingeleitete  Verfahren  belege,  dass  ein  enormes 
Rachebedürfnis und auch das Bedürfnis einer politischen Abrechnung 
mit diesem Parlamentarier und dessen Umfeld bestehe. 

E.
Mit Urteil vom 28. März 2008 hiess das Bundesverwaltungsgericht die 
Beschwerde gut, hob die Verfügung des BFM vom 31. Januar 2008 auf 
und überwies die Akten der Vorinstanz zur Neubeurteilung des Asyl -
gesuchs.  Es  begründete  diesen  Entscheid  im  Wesentlichen  damit, 
dass  im  Zeitpunkt  der  Entscheidfällung  durch  das  BFM  aufgrund 
zwischenzeitlicher  Ereignisse  Hinweise  auf  Verfolgung  bestanden 
hätten, die eine einlässliche und seriöse Überprüfung im Sinne einer 
Evaluation der aktuellen Gefährdung des Beschwerdeführers als un-
abdingbar hätten erscheinen lassen. Eine bloss vorfrageweise Prüfung 
in  einem  formellen  Verfahren  sei  daher  ausgeschlossen  gewesen, 
weshalb die Vorinstanz gehalten gewesen wäre, auf das zweite Asyl-
gesuch einzutreten und es materiell zu prüfen. 

F.
Am 23. Mai 2008 hörte das BFM den Beschwerdeführer ein weiteres 
Mal  zu  seinen  Asylgründen  an.  Im  Wesentlichen  machte  er  dabei 
geltend,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  nach Sri  Lanka  verfolgt  würde. 

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Eine  solche  Verfolgung  könnte  von  Seiten  der  Polizei  ausgehen, 
jedoch auch von einer Untergrundorganisation. Überdies bestehe die 
Möglichkeit,  dass  sein  ehemaliger  Arbeitgeber  B._______  ihn 
verfolgen werde, da er im Jahre 2003 seine Stelle gegen dessen Wille 
gekündigt habe. 

Auf die übrigen Aussagen in der Anhörung wird - soweit wesentlich - in 
den Erwägungen eingegangen.

G.
Mit Verfügung vom 30. Mai 2008 - eröffnet am 6. Juni 2008 - stellte das 
Bundesamt  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigen-
schaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  verfügte es 
die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. Ferner wurde eine 
Gebühr in der Höhe von Fr. 600.-- erhoben. Zur Begründung führte es 
aus, aus Internetquellen sei ersichtlich, dass B._______ nicht erst im 
Jahre 2007 - wie vom Beschwerdeführer behauptet -, sondern schon 
im  Jahre  2002  wegen  Mordes  angeklagt  worden  sei,  zu  einem 
Zeitpunkt, als sich der Beschwerdeführer noch in Sri Lanka befunden 
habe. Ausserdem befinde sich  B._______  heute  nicht  mehr  in  Haft, 
sondern  sei  auf  Kaution  freigelassen  worden,  weshalb  sich  die 
Aussagen des Beschwerdeführers sowie dessen Behauptung, es habe 
sich  eine  neue  Gefährdungslage  ergeben,  als  tatsachenwidrig 
erweisen  würden.  Zudem  würden  zwischen  den  Angaben,  die  der 
Beschwerdeführer  im Asylgesuch vom 2. August  2007 bezüglich der 
politischen  Aktivitäten  seiner  Familienmitglieder  und  seines  Cousins 
C._______  gemacht  habe,  und  seinen  diesbezüglichen  Aussagen 
anlässlich  der  Anhörung  vom  23.  Mai  2008  erhebliche  Differenzen 
liegen,  weshalb  diese  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand 
halten würden, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 

Bezüglich des Verschwindens von C._______ hielt das BFM fest, dass 
die  vom Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel  zwar  belegen 
könnten,  dass sein  Cousin  verschwunden sei. Aus diesen Akten sei 
indes  kein  Zusammenhang  zwischen  dem  Verschwinden  von 
C._______ und den Aktivitäten des Beschwerdeführers ersichtlich. Es 
würden  auch  keine  Hinweise  vorliegen,  dass  der  Beschwerdeführer 
mit  C._______  zusammengearbeitet  hätte.  Der  Beschwerdeführer 
selbst wisse nicht, weshalb der Cousin verschwunden sei, weswegen 
auch  andere  als  politische  Gründe  für  dessen  Verschwinden  in 

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Betracht  kämen.  Es  lasse  sich  daher  aus  dem  Verschwinden  von 
C._______  keine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  ableiten.  Die 
eingereichten  Beweismittel  seien  daher  nicht  geeignet,  einen 
asylrelevanten Sachverhalt zu belegen.

Hinsichtlich  des  eingereichten  Schreibens  des  Vaters  des  Be-
schwerdeführers  vom 25. Juni  2007,  gemäss  dem der  Beschwerde-
führer  bei  einer  Rückkehr  nach Sri  Lanka gefährdet  sei,  weil  er  vor 
seiner  Ausreise  nach Wahlaktivitäten Morddrohungen erhalten habe, 
hielt  die Vorinstanz fest,  dass diese Angaben nicht  über  das hinaus 
gehen  würden,  was  der  Beschwerdeführer  bereits  im  Rahmen  des 
ersten  Asylverfahrens  geltend  gemacht  habe.  Bezüglich  des  ein-
gereichten Schreibens von D._______ vom 2. Juli 2007 hielt die Vor-
instanz fest,  dass dieses als  Gefälligkeitsschreiben gewertet  werden 
müsse,  da die darin enthaltenen Aussagen bezüglich der politischen 
Tätigkeiten  des  Beschwerdeführers  und  dessen  Familie  klar  den 
diesbezüglichen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der 
Anhörung vom 23. Mai 2008 widerspreche. 

Was  die  vom  Beschwerdeführer  befürchtete  Festnahme  im  Zu-
sammenhang  mit  dem Gerichtsverfahren  gegen  B._______  betreffe, 
lägen  in  den  Akten  ebenfalls  keine  Hinweise  vor,  dass  der 
Beschwerdeführer von diesem Verfahren betroffen sein könnte, da sein 
Name in den eingereichten srilankischen Zeitungen nirgends erwähnt 
sei. Dafür spreche auch der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer 
noch in Sri Lanka aufgehalten habe, als das Gerichtsverfahren gegen 
B._______ eröffnet worden sei, weshalb davon auszugehen sei, dass 
ihn die srilankischen Behörden noch während seines Aufenthalts in Sri 
Lanka  angeklagt  hätten,  würden  sie  ihn  tatsächlich  gerichtlich 
belangen  wollen.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  habe  der 
Beschwerdeführer  daher  im  Zusammenhang  mit  diesem 
Gerichtsverfahren nichts zu befürchten. 

Hinsichtlich  den  Befürchtungen  des  Beschwerdeführers,  von seinem 
ehemaligen  Arbeitgeber  B._______  nach  seiner  Rückkehr  nach  Sri 
Lanka  behelligt  zu  werden,  hielt  das  BFM  fest,  dass  eine  solche 
Behelligung  unwahrscheinlich  sei,  zumal  zu  einem  Arbeitsverhältnis 
auch  die  Möglichkeit  gehöre,  den  Vertrag  gegen  den  Willen  des 
anderen aufzulösen. 

Bezüglich  der  vom Beschwerdeführer  geäusserten  Befürchtung,  bei 
einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland von Unbekannten festgenommen 

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zu werden, führte das BFM aus, es sei nach fast fünf Jahren wenig 
wahrscheinlich, dass die Personen, die den Beschwerdeführer im Mai 
2003  festgehalten  hätten,  ihn  erneut  verfolgen  sollten,  zumal  diese 
kaum  Kenntnis  von  dessen  Rücker  hätten.  Sollte  der  Beschwerde-
führer  wider  Erwarten  dennoch  erneut  von  Unbekannten  bedroht 
werden,  wäre  es  ihm  möglich,  bei  den  srilankischen  Behörden  um 
Schutz zu ersuchen. Nach dem Gesagten bestehe daher für den Be-
schwerdeführer keine begründete Furcht vor zukünftiger asylrelevanter 
Verfolgung. Überdies sei der Vollzug als zulässig, zumutbar und mög-
lich zu bezeichnen. 

H.
Mit  Beschwerde  vom 7. Juli  2008  (Poststempel)  an das Bundesver-
waltungsgericht liess der Beschwerdeführer beantragen, die Verfügung 
des BFM sei aufzuheben und die Sache sei zur Feststellung des voll -
ständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neu-
beurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die 
Verfügung des BFM aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzu-
stellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die  
Verfügung des BFM betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Zudem stellte 
der Beschwerdeführer ein Gesuch um Akteneinsicht in zwei vom BFM 
in der angefochtenen Verfügung erwähnte Internetberichte. 

Auf den Inhalt  der Beschwerde wird - soweit  wesentlich - in den Er-
wägungen eingegangen. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2008 bestätigte der Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Berechtigung  des  Be-
schwerdeführers zur Anwesenheit in der Schweiz bis zum Abschluss 
des  Verfahrens  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses.  Gleichzeitig  lud  er  die  Vorinstanz  zur  Einreichung  einer 
Stellungnahme bis zum 28. Juli 2008 ein. 

J.
In seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2008 beantragte das BFM die 
Abweisung der  Beschwerde. Der  Vernehmlassung lagen neben zwei 
neuen Internetberichten diejenigen zwei  Internetberichte bei,  auf  die 
das BFM in seiner Verfügung vom 30. Mai 2008 verwies. 

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K.
Mit  Replik  vom  15.  August  2008  hielt  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen an seinen bisherigen Darstellungen fest. Auf den Inhalt  
der  Replik  wird  -  soweit  wesentlich  -  in  den  nachfolgenden  Er -
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgereicht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). 
Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung; er ist  daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.4 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

2.
2.1 Bezüglich  des  Begehrens  des  Beschwerdeführers  um Aktenein-
sicht ist festzuhalten, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit 
Zwischenverfügung vom 12. Juni 2008 bereits Akteneinsicht  gewährt 

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hat. Zudem hat das BFM der Vernehmlassung vom 25. Juli 2008 die-
jenigen zwei Internetberichte beigelegt, auf die es in seiner Verfügung 
vom 30. Mai  2008  verwiesen  und  um deren Einsichtnahme der  Be-
schwerdeführer  in  der  Rechtsmittelschrift  explizit  ersucht  hat.  Diese 
Berichte wurden dem Beschwerdeführer in  der Folge zusammen mit 
der vorinstanzlichen Vernehmlassung mit Verfügung des Instruktions-
richters  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  30.  Juli  2008  zur 
Stellungnahme unterbreitet, wovon der Beschwerdeführer mit Eingabe 
vom 15. August 2008 Gebrauch gemacht hat.

3.
Vom Beschwerdeführer wird vorab in der Beschwerde vom 7. Juli 2008 
eine  unzutreffende  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
gerügt und eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neu-
beurteilung beantragt. Die Vorinstanz habe es im Zusammenhang mit 
der Anklageerhebung gegen B._______ unterlassen, die notwendigen 
Abklärungen vorzunehmen. Dazu ist Folgendes festzuhalten: Aus den 
Akten geht  nicht  hervor,  dass  die  Vorinstanz zum Zeitpunkt  des  Er-
lasses  der  Verfügung  die  notwendigen  Abklärungen  im  Zusammen-
hang mit der Anklageerhebung gegen B._______ nicht vorgenommen 
hat. Aber selbst wenn dies der Fall gewesen sein sollte, würde das im 
vorliegenden Fall keine Kassation der angefochtenen Verfügung recht-
fertigen,  da  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  eine  Prüfung  im 
gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt und die Vorinstanz 
im  Rahmen  der  Vernehmlassung  die  vom  Beschwerdeführer  ge-
forderten weiteren Abklärungen im Zusammenhang mit der Anklage-
erhebung  gegen  B._______  vorgenommen  hat  (vgl.  Replik  des 
Beschwerdeführers vom 15. August 2008, S. 2). 

Bei  dieser  Sachlage  besteht  kein  Anlass  für  eine  Rückweisung  der 
Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und Neubeurteilung, weshalb 
der diesbezügliche Rückweisungsantrag abzuweisen ist. 

4.  
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 

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Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/4  E. 5.2  S. 37;  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 
Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrecht-
lichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
ausserdem voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem Heimatland 
keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE  2008/12  E. 
7.2.6.2  S. 174  f.;  BVGE 2008/4  E. 5.2  S. 37 f.;  EMARK 2006  Nr. 18 
E. 10 S. 201 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 
f.).

4.3 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 
zur Annahme besteht,  eine Verfolgung hätte sich - aus der Sicht  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  -  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zeit  verwirklicht beziehungsweise werde sich -  auch aus 
heutiger Sicht - mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-
kunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Ver-
folgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen,  welche 
den  Eintritt  der  erwarteten  -  und  aus  einem  der  vom  Gesetz  auf-
gezählten  Motive  erfolgenden  -  Benachteiligung  als  wahrscheinlich 
und  dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nach-
vollziehbar erscheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., 
EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9).

5.  
5.1 Der  Beschwerdeführer  macht  einerseits  geltend,  wegen  seiner 
Tätigkeit  für  B._______,  gegen  den  in  Sri  Lanka  ein  Strafverfahren 
laufe, müsse er im Falle einer Rückkehr in sein Heimatland befürchten,  

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umgehend  festgenommen  und  wegen  der  damals  begangenen 
kriminellen  Handlungen ebenfalls  angeklagt  zu werden. Übereinstim-
mend mit der Vorinstanz ist diesbezüglich festzuhalten, dass aus den 
Akten keine Hinweise darauf  ersichtlich  sind,  dass  der  Beschwerde-
führer  aufgrund  des  Verfahrens  gegen  B._______  befürchten  muss, 
bei einer Rückkehr nach Sri Lanke selbst von einem Strafverfahren be-
troffen zu sein, insbesondere da in den als Beweismittel eingereichten 
Zeitungen  sowie  den  von  der  Vorinstanz  recherchierten  Internet-
berichten  sein  Name  im  Zusammenhang  mit  dem  Verfahren  gegen 
C.K. nirgends auftaucht. Zudem wurde gemäss den von der Vorinstanz 
eingereichten  Internetberichten  schon  im  Jahre  2002  gegen 
B._______ wegen Mordes im Zusammenhang mit den Wahlen vom 24. 
August 1996 Anklage erhoben, und nicht erst im Mai 2007, wie das im 
Asylgesuch vom 2. August 2007 geltend gemacht wurde. Die Tatsache, 
dass gegen B._______ schon im Jahre 2002 wegen Mordes Anklage 
erhoben  wurde,  lässt  darauf  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer 
bei einer Rückkehr nach Sri Lanke von Seiten der Behörden nichts zu 
befürchten hat, hätten ihn diese ansonsten doch schon im Jahre 2002 
-  gleichzeitig  wie  seinen  ehemaligen  Chef  B._______  -  gerichtlich 
belangt,  zumal  sich  der  Beschwerdeführer  bis  im  Juni  2003  in  Sri 
Lanka aufgehalten hat. Die in der Stellungnahme vom 15. August 2008 
geltend  gemachte  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  wonach  er 
heute  eher  eine  Strafverfolgung  zu  befürchten  habe  als  früher,  da 
B._______ in Sri Lanka immer mehr an Einfluss verliere und ihn - den 
Beschwerdeführer  -  daher  nicht  mehr  vor  Strafverfahren  bewahren 
könne,  ist  nicht  stichhaltig.  Das  wird  schon  daraus  deutlich,  dass 
gegen  B._______  selbst  schon  im  Jahre  2002  ein  Strafverfahren 
eröffnet worden ist, was sicherlich nicht der Fall gewesen wäre, hätte 
B._______  tatsächlich  eine  derartige  Machtfülle  gehabt,  um  jedes 
Strafverfahren  zu  verhindern.  Überdies  ist  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer trotz der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht keine 
Beweismittel  zu  den  Akten  gereicht  hat,  die  auf  eine  gegen  seine 
Person  gerichtete  Strafverfolgung  durch  die  srilankischen  Behörden 
schliessen lassen würden,  was ebenfalls  gegen eine solche spricht. 
Schliesslich ist  darauf  hinzuweisen,  dass dem Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigenschaft  selbst  dann nicht  zuzuerkennen wäre,  falls  er 
bei  seiner  Rückkehr  nach Sri  Lanka tatsächlich eine Strafverfolgung 
durch  die  srilankischen  Behörden  zu  befürchten  hätte,  da  der 
srilankische  Staat  aufgrund  der  kriminellen  Vergangenheit  des 
Beschwerdeführers ein legitimes Interesse an dessen Strafverfolgung 
hat,  und  auch  nicht  ersichtlich  ist,  der  Beschwerdeführer  hätte  ein 

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unfaires Verfahren im Sinne eines Politmalus zu befürchten, zumal er 
keine politischen Aktivitäten ausgeübt haben will.

5.2 Der  Beschwerdeführer  macht  andererseits  geltend,  er  befürchte 
bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  Unbekannten  entführt  zu 
werden  und  spurlos  zu  verschwinden,  wie  das  seinem  Cousin 
C._______ im Juli 2006 passiert sei. Übereinstimmend mit dem BFM 
ist  festzuhalten,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 
Beweismittel  allenfalls  nachzuweisen  vermögen,  dass  C._______ 
verschwunden  ist.  Aus  den  eingereichten  Beweismitteln  sowie  den 
übrigen Akten lassen sich jedoch keine Hinweise darauf entnehmen, 
dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland 
ernsthaft  befürchten  müsste,  wie  sein  Cousin  entführt  zu  werden, 
zumal kein Zusammenhang zwischen dessen Verschwinden und den 
Aktivitäten des Beschwerdeführers ersichtlich ist. Es ist diesbezüglich 
auf  die  zutreffenden  Erwägungen  des  BFM  zu  verweisen.  Die  im 
Asylgesuch  vom  2.  August  2007  sinngemäss  geltend  gemachte 
Behauptung des Beschwerdeführers, wonach er wegen der politischen 
Tätigkeit seiner Familie befürchten müsse, bei einer Rückkehr nach Sri 
Lanka von politischen Gegnern entführt zu werden, ist nicht glaubhaft,  
zumal  er  bei  der  Anhörung vom 23. Mai  2008 aussagte,  von seiner 
Familie  sei  niemand in  relevantem Ausmass politisch aktiv  gewesen 
(vgl.  act.  B  21/7,  S.  4).  Da  das  Anhörungsprotokoll  dem 
Beschwerdeführer  rückübersetzt  wurde und er  die  Richtigkeit  dieser 
Aussage  mit  seiner  Unterschrift  bestätigt  hat,  muss  er  sich  dabei 
behaften lassen. Auch aus dem Bestätigungsschreiben von D._______ 
vom  2.  Juli  2007  vermag  der  Beschwerdeführer  nichts  zu  seinen 
Gunsten  abzuleiten,  zumal  insbesondere  die  darin  enthaltene 
Aussage, wonach der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit  Mitglied 
der  United  National  Party  sei,  seinen  Aussagen  anlässlich  der 
Anhörung vom 23. Mai  2008 widerspricht,  verneinte  er  doch damals 
die Frage, politische Aktivitäten ausgeübt zu haben (act. B 21/7, S. 4; 
A 1/10, S. 6). 

5.3
5.3.1 Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, bei seiner Rück-
kehr  nach  Sri  Lanka  von  seinem  ehemaligen  Chef  B._______ 
Nachteile befürchten zu müssen, da er im Jahre 2003 gegen dessen 
Willen  den Arbeitsvertrag gekündigt  habe. Zudem macht  er  geltend, 
sich  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  auch  vor  anderen 
Drittpersonen zu fürchten. 

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5.3.2 Eine  Verfolgung  durch  Dritte  ist  nach  der  Schutztheorie  dann 
flüchtlingsrechtlich relevant, wenn dem Asylsuchenden im Heimatland 
kein adäquater Schutz zur Verfügung steht. Schutz vor nichtstaatlicher 
Verfolgung im Heimatstaat  ist  als ausreichend zu qualifizieren,  wenn 
die betroffene Person effektiv  Zugang zu einer  funktionierenden und 
effizienten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme eines 
solchen innerstaatlichen Schutzsystems individuell zumutbar ist. Eine 
Garantie für langfristigen individuellen Schutz kann jedoch nicht  ver-
langt  werden. Keinem Staat  gelingt  es,  die  absolute  Sicherheit  aller 
seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D-2838/2007 vom 15. Mai  2009; EMARK 
2006  Nr.  18  E.  10.3.2.  S.  204;  EMARK  1996  Nr.  28  S.  271  f.).  In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist vorliegend festzuhalten, dass 
für  den  Beschwerdeführer  nach  diesen  Massstäben  hinreichender 
Schutz durch die heimatlichen Behörden gewährleistet ist. Nach den 
Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichtes  funktioniert  der 
srilankische  Polizei-  und  Justizapparat  grundsätzlich  und  ist  darauf 
bedacht,  seine Unabhängigkeit  zu wahren. Zudem ergeben sich aus 
den Akten keine Hinweise, dass die staatliche Schutzinfrastruktur dem 
Beschwerdeführer  nicht  zugänglich  wäre  und  die  srilankischen  Be-
hörden  offensichtlich  nicht  willens  wären,  ihm  Schutz  vor  allfälligen 
Übergriffen der angeführten Drittpersonen zu gewähren und zu diesem 
Zweck  konkrete  und  geeignete  Massnahmen  zu  treffen.  Dies  ins-
besondere auch unter Berücksichtigung,  dass der  Beschwerdeführer 
in Sri  Lanka der singhalesischen Mehrheit  angehört,  und er darüber 
hinaus eigenen Angaben zufolge nie politisch aktiv gewesen ist. Somit 
sprechen vorliegend keine Gründe dafür, dass in Bezug auf den Be-
schwerdeführer  in  Sri  Lanka  keine  wirksame  und  funktionierende 
Infrastruktur zur Schutzgewährung zur Verfügung steht. Dafür, dass die 
staatliche  Schutzinfrastruktur  dem  Beschwerdeführer  zugänglich  ist 
und die srilankischen Behörden willens sind, ihm Schutz vor allfälligen 
Übergriffen der angeführten Drittpersonen zu gewähren, spricht über-
dies der Umstand, dass sich gemäss dem Schreiben der Polizeistation 
E._______  vom  22.  Juni  2007  die  Polizei  des  Falls  des  ver-
schwundenen  C._______  angenommen  hat  und  den  Fall 
weiterverfolgt. Somit ist die geltend gemachte Verfolgung durch Dritte -  
unbeachtlich  der  Frage  nach  deren  Glaubhaftigkeit  -  asylrechtlich 
unerheblich. 

5.4 Nach dem soeben Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zutreffend  als  nicht  asylrelevant 

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erachtet  und  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  ab-
gelehnt  hat.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren 
Vorbringen in der Beschwerdeschrift  betreffend Asyl  und die als Be-
weismittel  eingereichten Dokumente  näher  einzugehen,  zumal  diese 
insgesamt nicht zu einem anderen Entscheid zu führen vermögen. 

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

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(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

7.3 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,  eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung 
finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Sri  Lanka  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen).  Dies  ist  ihm  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  nicht 
gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 
lässt  den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  nicht  als  un-
zulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 

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Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.5 Trotz  der  in  Sri  Lanka  zurzeit  herrschenden  angespannten 
Situation ist eine Rückkehr des Beschwerdeführer dorthin als zumut-
bar  zu  erachten.  Der  Beschwerdeführer  gehört  der  singhalesischen 
Mehrheitsethnie  an  und  stammt  aus  Colombo.  Begünstigend  kommt 
hinzu,  dass  seine Mutter,  seine Geschwister  und weitere  Verwandte 
noch im Heimatstaat beziehungsweise in der Heimatregion leben und 
er  demzufolge  auf  ein  intaktes  Beziehungsnetz  zurückgreifen  kann. 
Zudem  hat  der  Beschwerdeführer  Berufserfahrung  als  Küchenhilfe, 
weshalb  anzunehmen  ist,  er  könne  sich  in  seiner  Heimat  auch 
wirtschaftlich wieder integrieren.

Es ergeben sich auch keine Vollzugshindernisse aus gesundheitlichen 
Gründen.  Der  Beschwerdeführer  hatte  im  ersten  Asylverfahren 
psychische  Probleme  geltend  gemacht.  Solche  werden  im  zweiten 
Asylverfahren jedoch nicht  mehr vorgebracht,  weshalb davon auszu-
gehen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  keinen  nennenswerten 
gesundheitlichen Problemen mehr leidet.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Weg-
weisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat  den Vollzug zu Recht  als 
zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt 
eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme ausser  Betracht  (Art.  83 
Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

Seite 17

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10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein; über die Rückgabe der bei der Vorinstanz ein-
gereichten Beweismittel entscheidet die Vorinstanz)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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