# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb493bb5-5545-51f8-9b14-41ef701ce18b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.04.2024 IV 2023/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-9_2024-04-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.07.2024

Entscheiddatum: 17.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 17.04.2024
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG, Grundsatz "Eingliederung vor Rente". 
Gemäss Gutachten besteht beim Beschwerdeführer trotz erheblicher 
Inkonsistenzen eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Darauf kann abgestellt 
werden. Aufgrund einer Angststörung ist dem Beschwerdeführer jedoch 
lediglich sehr beschränkt (alle 14 Tage etwa 3 Stunden) eine ausserhäusliche 
Arbeit zumutbar. Die Restarbeitsfähigkeit ist daher insbesondere im Bereich 
Sanitärinstallation bzw. als Servicemonteur ohne vorangehende berufliche 
Massnahmen nicht verwertbar. Indes ist der Beschwerdeführer zu 
verpflichten, an beruflichen (und gegebenenfalls medizinischen) 
Massnahmen zur Vermeidung der Invalidität bzw. zur Herstellung der 
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit mitzuwirken (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. April 2024, IV 2023/9).

Entscheid vom 17. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Marie 

Löhrer und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2023/9

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) ist als eidgenössisch diplomierter 

Sanitärinstallateur (IV-act. 27) ausgebildet und arbeitete als Service-Techniker bei der 

B.___ AG (IV-act. 10). Er meldete sich wegen einer Sozialphobie am 18. August 2015 

bei der IV zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Ein von Coaching begleitetes 

Arbeitstraining bei C.___ (Mitteilung vom 5. September 2016, IV-act. 40) musste 

vorzeitig abgebrochen werden (IV-act. 64-11; Mitteilung vom 12. Dezember 2016, IV-

act. 66). Weitere berufliche Massnahmen lehnte die IV-Stelle ab (Mitteilung vom 

10. März 2017, IV-act. 74). Ein im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstelltes 

psychiatrisches Gutachten von med. pract. D.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 29. Mai 2017 (Fremdakten, act. 4), ergab, dass beim Versicherten 

keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. 

Gestützt darauf wies die IV-Stelle nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens (IV-

act. 87; IV-act. 93) mit Verfügung vom 17. Oktober 2017 das Rentengesuch ab (IV-

act. 96). Eine dagegen gerichtete Beschwerde (IV-act. 100) hiess das 

Versicherungsgericht mit Entscheid vom 3. Juni 2020 (Verfahren IV 2017/421) teilweise 

gut und wies die Sache zur weiteren Abklärung und zur allfälligen Evaluation und 

Anordnung beruflicher Massnahmen an die Beschwerdegegnerin zurück. Es erwog, 

bezüglich der Festlegung der angestammten und adaptierten Arbeitsfähigkeit sowie 

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

deren Verlauf ein Jahr vor dem allfälligen frühesten Rentenbeginn bis zum 

Verfügungszeitpunkt könne weder auf die Ergebnisse des Gutachtens noch auf die 

Angaben der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Aus eingliederungsrechtlicher 

Sicht stelle sich nach wie vor die Frage, ob bzw. welche Tätigkeiten dem 

Beschwerdeführer trotz seiner Einschränkungen möglich wären. Der medizinische 

Sachverhalt erweise sich als noch nicht spruchreif abgeklärt und weitere berufliche 

Massnahmen erschienen angezeigt (IV-act. 119, E. 3.7 und 4; siehe auch detaillierter 

Sachverhalt im Urteil).

Die IV-Stelle holte einen Arztbericht beim den Versicherten seit Dezember 2016 

behandelnden med. pract. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein, 

worin dieser ausführte, die ursprüngliche berufliche Tätigkeit sei dem Versicherten auf 

absehbare Zeit nicht mehr zumutbar. Eine ideal angepasste Tätigkeit – z. B. im 

Homeoffice – sei nach Aufbau über ein Training in einem Pensum von 4 bis 5 Stunden 

möglich. Für andere Tätigkeiten müsse erst eine entsprechende Abklärung stattfinden 

(Arztbericht vom 14. Januar 2021, IV-act. 135). Die RAD-Ärztin Dr. med. F.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrer Stellungnahme vom 

23. Februar 2021 aus, zur Klärung des Sachverhalts sei ein psychiatrisches Gutachten 

erforderlich (IV-act. 137-2). In der Folge beauftragte die IV-Stelle Dr. med. G.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

A.b. 

Der Gutachter diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

remittiert (ICD-10: F33.4), eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1), eine Agoraphobie mit 

Panikstörung (ICD-10: F40.01), eine Psychische und Verhaltensstörung durch 

psychotrope Substanzen, Störung durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, ständiger 

Substanzgebrauch (ICD-10 F 10.25), und Störung durch Cannabinoide: Schädlicher 

Gebrauch (ICD-10: F12.1; IV-act. 149-34). Er stellte verschiedene Inkonsistenzen in den 

Aussagen des Versicherten fest und konstatierte, dass dieser Notizen verfasst und 

nach eigenen Angaben mit dem behandelnden Arzt mögliche Fragen, nicht aber die 

einzelnen Antworten diskutiert habe (IV-act. 149-22). Er kam zum Schluss, die soziale 

Phobie verunmögliche die bisherige Tätigkeit im Bereich Aussendienst, weshalb ab 

August 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Eine Homeoffice-

Tätigkeit mit geringer unmittelbarer Interaktionsnotwendigkeit könne der Versicherte 

vollzeitlich ausüben. Der Versicherte benötige selbst gewählte Pausen und eine 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rückzugsmöglichkeit, weshalb von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Diese bestehe ab 1. September 2016 

(psychiatrisches Gutachten vom 30. Juni 2021, IV-act. 149-48 ff.).

Die RAD-Ärztin bewertete das Gutachten als den Qualitätskriterien entsprechend 

(Stellungnahme vom 23. Juli 2021, IV-act. 151), worauf die IV-Stelle dem Versicherten 

mit Vorbescheid vom 25. August 2021 bei einem Invaliditätsgrad von 20 % die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht stellte (IV-act. 154).

A.d. 

Mit Einwand vom 22. September 2021 liess der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. L. Gmünder, im Wesentlichen geltend machen, der Gutachter 

gehe fälschlicherweise davon aus, dass er seinen Gesundheitszustand bei 

entsprechendem Verhalten ändern könne. Als gelernter Sanitärinstallateur könne er 

seine Restarbeitsfähigkeit nicht im Homeoffice verwerten, da er nicht über die 

erforderlichen (kaufmännischen) Kenntnisse verfüge (IV-act. 157).

A.e. 

Am 11. März 2022 führte die Sachbearbeiterin der IV-Stelle mit dem Versicherten in 

Anwesenheit seines Rechtsvertreters ein Gespräch, wobei sie sich insbesondere nach 

den genauen Beschwerden, den durch diese bedingten Einschränkungen im Alltag und 

der Behandlung erkundigte und den Versicherten gestützt auf seine Mitwirkungspflicht 

zur Bestimmung des Medikamentenspiegels aufforderte (IV-act. 168). Der Laborbefund 

war bezüglich Cannabinoide negativ, zeigte eine Alkoholabstinenz während mindestens 

drei Tagen und eine Einnahme des Medikaments Mirtazapin während mindestens einer 

Woche vor der Untersuchung (IV-act. 173-2). Unter Mitwirkung der RAD-Ärztin Dr. 

F.___ (Stellungnahme vom 10. Dezember 2021, IV-act. 159) stellte die IV-Stelle an den 

Gutachter unter Bezugnahme auf das Gesprächsprotokoll und die Laborbefunde 

Rückfragen (IV-act. 178). Der Gutachter nahm am 27. Juli 2022 Stellung, es fänden sich 

in den neu vorgelegten Dokumenten keine Veränderung der Therapie und keine 

spezifischen Angaben zur Psychopathologie. Aus den veränderten Angaben zum 

Konsum von Alkohol und Cannabis ergäben sich keine neuen Aspekte in Bezug auf 

Suchtmittelkonsum oder Diagnosen. Er verwies sodann auf die Ausführungen im 

Gutachten zu den Diagnosen (insbesondere bezüglich Cannabinoide), auf die 

Anhaltspunkte für bedeutsame Antwortverzerrungen und hielt fest, die Angaben des 

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten im Gesprächsprotokoll vom 11. März 2022 oder die Labordokumentation 

begründeten keine Notwendigkeit, die Diagnosen zu ändern (IV-act. 180).

Mit der zweiten Anhörung vom 13. September 2022 stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten erneut eine Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung 

stützte sie sich auf das Gutachten. Da in den vorliegenden Unterlagen diverse Hinweise 

auf ein Aggravationsverhalten sowie Antwortverzerrung beschrieben worden seien, der 

Gutachter sich dennoch mehrheitlich auf die subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers gestützt habe und die behaupteten Einschränkungen im klinischen 

Kontext nicht hätten beobachtet werden können, bestünden unüberwindbare Zweifel 

an der Authentizität der geltend gemachten Beschwerden. Der Nachweis eines 

Gesundheitsschadens, welcher die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

relevant einschränke, sei damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht. 

Selbst wenn der Gesundheitsschaden dennoch anerkannt würde, wäre davon 

auszugehen, dass der Versicherte in einer optimal adaptierten Tätigkeit zu mindestens 

70% arbeitsfähig wäre, woraus ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30 % 

resultiere (IV-act. 181).

A.g. 

Mit Einwand vom 11. Oktober 2021 (richtig: 2022) liess der Versicherte durch 

seinen Rechtsvertreter vorbringen, die Einnahme von CBD als legalem Stoff könne ihm 

nicht vorgeworfen werden. Inzwischen habe er dessen Konsum vollständig eingestellt 

und trinke nur noch am Wochenende Alkohol, wofür er die Durchführung 

unangekündigter Urin- und Blutproben als Beweismittel anbiete. Entgegen dem 

Gutachter stehe ihm aufgrund einer nachgewiesenen erhöhten Blut-/Hirnschranke 

lediglich das Medikament Mirtazapin zur Verfügung. Der Gutachter erläutere mit 

keinem Wort, inwiefern er, der lediglich über handwerkliche Fähigkeiten verfüge, auf 

einmal einen reinen Bürojob erledigen können sollte, bei dem er aufgrund seiner 

Angststörung nicht einmal vor Ort eingeschult und eingearbeitet werden könne (IV-

act. 185).

A.h. 

Die IV-Stelle verfügte am 28. November 2022 gemäss Vorbescheid. Zum Einwand 

vom 11. Oktober 2022 hielt sie fest, der Gutachter habe auf erhebliche 

Antwortverzerrungen hingewiesen. Er vermute zumindest einen schädlichen Konsum 

von Alkohol und Cannabis. Der Versicherte habe bei der Begutachtung ungenaue bzw. 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

widersprüchliche Angaben gemacht, wobei ungenaue und bagatellisierende Angaben 

bei Personen mit Suchtproblemen sehr oft zu beobachten seien. Dem Gutachter sei 

somit keine mangelnde Sorgfalt vorzuwerfen. Liege tatsächlich keine Suchtproblematik 

vor, könne umso mehr eine erhaltene bzw. verbesserte Leistungsfähigkeit 

angenommen werden. Der Versicherte weise gute PC-Kenntnisse auf und habe in 

eigener Kompetenz zwei Online-Shops aufgebaut. Aus deren Scheitern könne nicht 

geschlossen werden, dass er seine Arbeitsfähigkeit nicht in einer einfachen 

kaufmännischen Tätigkeit ohne unternehmerische Verantwortung verwerten könne. Es 

sei nicht einsehbar, weshalb es dem Versicherten nicht zumutbar sein solle, zumindest 

gelegentlich für die Erledigung von Arbeiten oder die Wahrnehmung von Terminen an 

den Ort des Betriebes zu gelangen (IV-act. 186).

Mit Beschwerde vom 16. Januar 2023 beantragt der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. L. Gmünder, die 

angefochtene Verfügung vom 28. November 2022 sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen aufzuheben und es sei ihm ab Februar 2016 eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen 

vorzunehmen. Zur Begründung bringt er vor, das Gutachten weise einen augenfällig 

kritischen Tenor und eine negative Grundhaltung gegenüber seiner Person auf. Die 

Tatsache, dass er sich für das Gespräch mit dem Gutachter vorbereitet habe, werde zu 

Unrecht negativ gewertet. Die Abhängigkeitsdiagnosen betreffend Cannabis und 

Alkohol seien nicht gegeben. Das von ihm eingenommene CBD sei legal, was vom 

Gutachter ignoriert werde. Mirtazapin sei das einzige Medikament, das bei ihm wirksam 

und verträglich sei. Er nehme dieses korrekt ein und habe es wegen Magenproblemen 

im Untersuchungszeitpunkt während weniger Tage ausgesetzt. Der Vorhalt einer 

verzerrenden Antwort treffe nicht zu. Der Gutachter begründe nicht, weshalb die 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gerade 70 % betragen solle, und 

weshalb ihm gemäss seiner eigenen Aussage eine Interaktion mit dem Arbeitgeber alle 

14 Tage für drei Stunden möglich sein solle. Aus dem Abschlussbericht des Coachings 

gehe hervor, dass es ihm nicht möglich gewesen sei, in einem optimalen Arbeitssetting 

mehrere Stunden zu arbeiten. Sodann verfüge er – im Unterschied zum von der IV-

Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) angerufenen Bundesgerichtsurteil – über 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

keinerlei Qualifikation im kaufmännischen oder IT-Bereich. Schliesslich würden die 

gestellten Diagnosen nicht ernsthaft bezüglich einer leidendadaptierten Tätigkeit 

thematisiert oder berücksichtigt. Zwar rate der Gutachter dringend von einem weiteren 

Versuch eines strukturierten Integrationstrainings ab; weitere Massnahmen wie etwa 

eine Umschulung würden indes nicht diskutiert (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 29. März 2023 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung macht sie geltend, auch bei der 

neuerlichen Begutachtung hätten kaum objektive Beweise erhoben werden können, die 

für eine Erkrankung sprechen würden, obwohl der Beschwerdeführer angeblich 

unmittelbar vor der Abklärung die Medikamente abgesetzt habe und entsprechend ein 

Aufflammen der Symptomatik zu erwarten gewesen wäre. Aufgrund der vom Gutachter 

dargelegten Hinweise für eine nicht authentische Beschwerdepräsentation sei ein 

Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 

(act. G 6 S. 3). Die Darstellung des Untersuchungsgesprächs durch den Gutachter sei 

rein deskriptiv und frei von unsachlichen Wertungen. Es ergäben sich keinerlei 

Anhaltspunkte, dass er sich keine eigenständige Meinung gebildet hätte. Weiter 

verweist die Beschwerdegegnerin auf die in der von ihr eingereichten Akten enthaltene 

Stellungnahme vom 14. März 2023 der IV-Ärztin H.___. Daraus ergebe sich 

einleuchtend, dass die Beurteilung des Gutachters lege artis erfolgt sei und überzeuge. 

Die gemäss Aussage des Beschwerdeführers inzwischen erfolgte Sistierung des CBD- 

und Reduktion des Alkoholkonsums vermöge die Überzeugungskraft des Gutachtens 

nicht zu schmälern, da es sich um eine Entwicklung nach dem gutachterlichen 

Untersuch handle. Vielmehr belege dies, dass eine Suchtmittelabstinenz weitgehend 

möglich sei, was auf eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit schliessen lasse. Hinzu 

komme, dass nicht alle Therapieoptionen ausgeschöpft seien. Die Adaptionskriterien 

liessen eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu. Der Beschwerdeführer habe 

zusammen mit seinem Bruder einen Online-Shop aufgebaut, was nicht nur EDV-

Kenntnisse, sondern auch umsichtiges Handeln und eine langfristige Planungsfähigkeit 

voraussetze. Auch habe er mit Freude ein Bauernhaus umgebaut bzw. saniert. Er 

könne folglich im Homeoffice ein breites Spektrum an verschiedenen Arbeitsleistungen 

anbieten und erbringen. Der in letzter Zeit stark veränderte und ausgeglichene 

Arbeitsmarkt biete genügend geeignete Stellen an. Angesichts der umschriebenen 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einschränkungen sei zu bezweifeln, dass der Beschwerdeführer gewillt sei, sich einer 

Umschulung zu unterziehen. Aufgrund seiner EDV-Kenntnisse sei davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer ohne Weiteres in eine einfache Homeoffice-Tätigkeit 

eingewiesen werden könne (act. G 6).

In seiner Replik vom 16. Mai 2023 bringt der Beschwerdeführer vor, der Gutachter 

habe den Kern, nämlich die seit Jahren bestehende psychiatrische Erkrankung, nicht 

erfasst. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel Stadt, das Bundesgericht 

und auch das hiesige Versicherungsgericht mit Urteil vom 3. Juni 2020 hätten zu seinen 

Gunsten entschieden. Dass er die Thematik mit dem behandelnden Psychiater 

besprochen habe, sei absolut normal, richtig und wichtig. Die Aussage des Gutachters, 

dass diesbezüglich keine adäquate Diskussion stattgefunden habe, treffe nicht zu, 

entlarve aber dessen Denkweise. Die IV-Ärztin verneine die vom Gutachter 

beschriebene Complianceproblematik. Der von ihr angerufene ABCB1-Test sei indes 

hoch umstritten. Zum Beweis dafür legt er einen Aufsatz aus einer Fachzeitschrift vor 

(act. G 9.1.1). In Anbetracht der im Jahr 2021 erhobenen negativen Blut- und 

Urinproben sowie des Umstands, dass er CBD nicht mehr und Alkohol nur am 

Wochenende konsumiere sowie dass er unangekündigte Probeentnahmen angeboten 

habe, sei nicht nachvollziehbar, dass die IV-Ärztin noch immer von einer Alkohol- und 

Suchtproblematik ausgehe. Der Gutachter sei bei der Erstellung des weiteren 

Gutachtens vom Juli 2022 (gemeint wohl die Beantwortung der Rückfragen vom 

27. Juli 2022, IV-act. 180) über die Suchtabklärungen informiert gewesen. Da der 

Versuch, mit seinem Bruder einen Online-Shop zu eröffnen, gescheitert sei, könne nicht 

davon ausgegangen werden, dass er trotz fehlender Ausbildung und Erfahrung 

problemlos eine Homeoffice-Tätigkeit aufnehmen könnte. Eine solche würde von 

ausgebildeten Mitarbeitern ausgeübt, die keine Unterstützung durch den Arbeitgeber 

mehr benötigten (act. G 9).

B.c. 

In der Duplik vom 19. Juni 2023 legt die Beschwerdegegnerin dar, mit dem 

Hinweis, dass der ABCB1-Test hoch umstritten sei, stütze der Beschwerdeführer die 

Argumentation des Gutachters und der IV-Ärztin und stelle seine bisherige 

Argumentation in Frage (act. G 11).

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge 

sowie die Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.  

In einer weiteren Stellungnahme vom 18. Juli 2023 lässt der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen ausführen, da der ABCB1-Test umstritten sei, könne die von Dr. G.___ 

postulierte "Falschmedikation" nicht mit diesem begründet werden. Die Aussage der 

IV-Ärztin H.___, wonach die aktuelle Medikation optimal sei, stehe im Widerspruch zu 

ihren Ausführungen zum ABCB1-Test (act. G 13).

B.e. 

Zu befinden ist über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dieser wurde 

mit Anmeldung vom 18. August 2015 geltend gemacht. Gemäss beweiskräftigem 

Gutachten besteht die 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Aussendienstmitarbeiter ab 

August 2015 (IV-act. 149-48), weshalb ein Rentenanspruch vorliegend erst nach 

Erfüllung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), somit frühestens ab 1. August 2016 bestehen 

könnte. Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in 

Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand nebst dem Rentenanspruch 

notwendigerweise auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet habe und eine allfällige Pflicht des 

Beschwerdeführers zur Teilnahme an allfälligen medizinischen und beruflichen 

Massnahmen (siehe nachfolgende E. 4 und 5.3 f.).

1.1. 

Die angefochtene Verfügung erging am 28. November 2022. Soweit sie einen vor 

Inkrafttreten der mit der Revision zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung 

verschiedene Änderungen des IVG und der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) am 1. Januar 2022 entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand 

hat, sind die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 

anwendbar (BGE 144 V 213 E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 

8C_455/2021, E. 2 und Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101) und werden nachfolgend in dieser zitiert.

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Zu prüfen ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. G.___ vom 30. Juni 2021 

(IV-act. 149) unter Berücksichtigung der Beantwortung der Rückfragen vom 27. Juli 

2022 (IV-act. 180).

Für psychische und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis eines 

invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens nach dem 

strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (BGE 145 V 215; BGE 143 V 409 

und 418; BGE 141 V 281). Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche 

gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, 

wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden 

Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 

(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6 a. E.).

2.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

2.5. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

2.6. 

Der Gutachter erhob eine ausführliche Anamnese, in deren Rahmen er den 

Beschwerdeführer unter anderem zu seinen Angst- und Panikattacken und zum 

Konsum psychotroper Substanzen befragte (IV-act. 149-22 ff.). Die Befunderhebung 

wurde lege artis erhoben und umfasst insbesondere Laborbefunde und einen 

Beschwerdevalidierungstest (IV-act. 149-31 ff.). Weiter geht der Gutachter detailliert 

auf die vorhandenen Akten ein (IV-act. 149-34 ff., 42 ff.). Vorhandene Inkonsistenzen 

werden – wie nachfolgend darzulegen (E. 3.3.6) – konkret sachlich begründet, so dass 

sich keine Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit des Gutachters finden.

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die vom Gutachter erhobenen Diagnosen sind plausibel begründet.3.2. 

Der Gutachter fand keine Hinweise für affektive Einschränkungen (IV-act. 149-31, 

36) und diagnostizierte somit nachvollziehbar und in Übereinstimmung mit dem 

behandelnden med. pract. E.___ (Berichte vom 25. August 2017, IV-act. 93-12 f., und 

vom 14. Januar 2021, IV-act. 135-4 f.) eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4).

3.2.1. 

Weiter bestätigte er die von med. pract. E.___ gestellten Diagnosen (vgl. 

Stellungnahme vom 25.08.2017, IV-act. 93-12 f.; Arztbericht vom 14. Januar 2021, 

Befund vom 16. Dezember 2021; IV-act. 135-5 f.) einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1) 

und einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01), wies jedoch auf 

unterschiedliche Angaben des Beschwerdeführers zur Häufigkeit von Angstsymptomen 

inner- und ausserhalb des Hauses hin (IV-act. 149-35).

3.2.2. 

Schliesslich diagnostizierte der Gutachter eine Psychische und 

Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen, Störung durch Alkohol: (Übergang 

zum) Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10: F10.25) sowie 

durch Cannabinoide: schädlicher Gebrauch (ICD-10: F12.1; IV-act. 149-34). Zwar 

waren Labortests bezüglich Cannabinoide und Alkoholkonsum in den Tagen vor der 

Untersuchung negativ (IV-act. 149-54; IV-act. 173-1). Der Gutachter führte jedoch auch 

nach Kenntnisnahme des nach der Begutachtung durchgeführten zweiten Labortests 

nachvollziehbar aus, der Beschwerdeführer trinke gemäss eigener Angabe jeden Tag 

mindestens einen Liter Bier. Er gebe zwar an, weitgehend auf alkoholfreies Bier 

umgestiegen zu sein und nie Entzugszeichen erlebt zu haben. Andererseits beschreibe 

er Angstsymptome mit Schwitzen, Tremor und erhöhtem Herzschlag. Eine 

Differenzierung zwischen Entzugssymptomatik und Angstsymptomatik sei beim 

Beschwerdeführer nur sehr eingeschränkt möglich. Der Beschwerdeführer nehme trotz 

Angsterkrankung und depressiver Symptomatik täglich Alkohol zu sich. Dieser löse 

depressive Zustände, möglicherweise eine Entzugssymptomatik und eine 

Rückzugskomponente aus, die schwierig von Angstsymptomen abzugrenzen seien (IV-

act. 149-36; IV-act. 180-6 f.). Sowohl Alkohol als auch Cannabis wirkten auch 

sedierend und veränderten die Wahrnehmung bei Angst. Es sei hier auch von einer 

sekundären Abhängigkeitserkrankung auszugehen (IV-act. 149-38). Zu berücksichtigen 

sei eine erhebliche Antwortverzerrung. Den Angaben des Beschwerdeführers liessen 

sich keine Hinweise auf eine Toleranzentwicklung entnehmen, jedoch finde sich eine 

erhebliche Abwehrhaltung, wenn nach Alkoholkonsum gefragt werde. Zufuhr und 

Effekte würden heruntergespielt und es werde immer wieder betont, dass die Stoffe zur 

3.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verbesserung des Schlafs und gegen die Ängste eingesetzt würden. Entgegen dem 

Befundbericht des behandelnden Arztes könne der Beschwerdeführer mit dem 

Konsum nicht aufhören (vgl. IV-act. 149-36 f.). Weiter gebe der Beschwerdeführer an, 

jeden Abend CBD zu sich zu nehmen, um schlafen zu können. Cannabinoide würden 

kognitive Einschränkungen und Antriebsprobleme bewirken, wobei der 

Beschwerdeführer letztere berichte. Aufgrund der verzerrten Darstellung sei nicht mit 

ausreichender Sicherheit zu beurteilen, ob es sich um ein Abhängigkeitssyndrom oder 

einen schädlichen Gebrauch handle, es sei jedoch mit ausreichender medizinischer 

Sicherheit von einem schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden auszugehen (IV-

act. 149-37). Diesen Auffassungen des Gutachters folgt die IV-Ärztin H.___. Sie 

erachtete die Ausführungen des Gutachters betreffend Alkoholkonsum als 

nachvollziehbar und bedeutsam und wies darauf hin, dass CBD zu den Cannabinoiden 

gehöre und aufgrund seiner Nebenwirkungen (Schläfrigkeit, Benommenheit, 

Unwohlsein, Durchfall, Appetitlosigkeit, Hautausschläge, Schlaflosigkeit, 

Schlafstörungen und innere Unruhe) nicht unbedenklich sei (IV-act. 193).

Der Gutachter äusserte sich auch zu den massgeblichen Standardindikatoren. 

Massgebend sind die Indikatoren "funktioneller Schweregrad" (Gesundheitsschädigung 

– d.h. Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, Behandlungs- und 

Eingliederungserfolg bzw. -resistenz, Komorbiditäten, Persönlichkeit, sozialer Kontext) 

sowie "Konsistenz" (BGE 141 V 297, E. 4.1.3).

3.3. 

Bezüglich funktioneller Schweregrad hielt der Gutachter fest, innerhalb des 

vierstündigen Untersuchs habe keine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten festgestellt 

werden können. Konzentration, Aufmerksamkeit, Merk- und Abstraktionsfähigkeit seien 

unauffällig gewesen (IV-act. 149-31 f.). Ausschliesslich anamnestisch werde das 

Auftreten von Angstattacken angegeben (IV-act. 149-32). Innerhalb von Haushalt und 

Organisation seien keinerlei Beeinträchtigungen vorhanden (IV-act. 149-38), jedoch 

seien aufgrund der sozialen Phobie die soziale Interaktion und Kontakte zu Dritten und 

Gruppenaktivitäten schwerwiegend eingeschränkt und aufgrund der Agoraphobie die 

Mobilität beeinträchtigt (IV-act. 149-38 f., 47). Im aktuellen Zeitpunkt sei der gesamte 

Symptomenkomplex mittelgradig ausgeprägt (IV-act. 149-38). In der Gesamtbewertung 

sei noch von einer leichtgradigen mit teilweise mittelgradigen Einschränkungen 

bezüglich der Aktivitäten in den verschiedenen Lebensbereichen auszugehen (IV-

act. 149-51).

3.3.1. 

Zum Indikator Behandlungserfolg bzw. -resistenz lässt sich dem Gutachten 

entnehmen, eine stationäre oder tagesklinische Therapie sei nie durchgeführt worden 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(IV-act. 149-39). Basierend auf der fehlenden Einnahme, dem fehlenden Auftreten von 

Zeichen nach abruptem Absetzen und der erheblichen Problematik bezüglich 

Compliance sei von einer eingeschränkten Einnahme der verschriebenen Medikamente 

auszugehen. Es sei damit weder von einer intensiven Psychotherapie noch von einer 

entsprechenden Psychopharmakotherapie auszugehen (IV-act. 149-40). Der 

Beschwerdeführer sollte dringend eine leitliniengerechte Psychopharmakotherapie 

unter Einhaltung einer Abstinenz durchführen; diese sei ihm zumutbar (vgl. IV-

act. 149-50 ff.). Es bestehe die Möglichkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit adaptiert 

innerhalb von 2 bis 3 Jahren bei Durchführung der vorgeschlagenen Massnahmen 

(Abstinenz, Intensivierung der Psychotherapie und medikamentöse Behandlung). Auch 

die Auffassung des Gutachters, dass eine gezieltere medikamentöse Behandlung 

möglich sei, wird von der IV-Ärztin bestätigt (IV-act. 193). Ob diese durch eine allenfalls 

höhere Dosierung von Mirtazapin oder durch andere Medikamente erfolgen sollte, ist 

aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unerheblich. So oder anders erscheint eine 

wirksamere Psychopharmakotherapie angezeigt und dem Beschwerdeführer zumutbar.

Der Beschwerdeführer nahm vom 1. September 2016 bis 28. Februar 2016 an 

einer Integrationsmassnahme als Allrounder mit einer Arbeitszeit von zu Beginn drei 

Stunden mit Steigerung auf 5 Stunden täglich teil (Eingliederungsplan vom 23. August 

2016, IV-act. 37). Der Start gelang gut, jedoch war der Beschwerdeführer bereits im 

Oktober wegen einer Grippe und anschliessend wegen Paniksymptomen rund zwei 

Wochen abwesend. Am 17. November 2016 wurde die Massnahme abgebrochen, da 

der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde (IV-act. 68-2 f.).

3.3.3. 

Als Ressource werden die Familie und die Katze angegeben (IV-act. 149-39). Der 

Beschwerdeführer sei fähig, den Haushalt zu erledigen, zu kochen, in vertrauten 

Geschäften einzukaufen, seine Eltern zu besuchen, seinen Garten zu pflegen und die 

Katze zu versorgen, zwei bis drei Stunden täglich mit uneingeschränkter Interaktion am 

PC zu chatten und Simulationen auszuführen (IV-act. 149-29, 38; IV-act. 168-5). Der 

Beschwerdeführer könne gemäss eigenen Angaben ohne Einschränkungen mindestens 

drei Stunden online am PC arbeiten (IV-act. 149-38). Als Einziges fänden sich 

Einschränkungen im sozialen Kontakt. Die Selbstpflege sei leicht, die Selbstversorgung 

nicht eingeschränkt. Der Beschwerdeführer könne gemäss eigenen Angaben mit 

geringgradigen oder teils mittelgradigen Einschränkungen das eigene Auto nutzen (IV-

act. 149-46 f.).

3.3.4. 

Zur Konsistenz führte der Gutachter aus, die Panikattacken würden 

ausschliesslich anamnestisch geltend gemacht (IV-act. 180-3). Obwohl keine 

3.3.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Medikation eingenommen worden sei, finde sich während der gesamten gut vier 

Stunden dauernden Untersuchung zu keinem Zeitpunkt das Auftreten von Panik, Angst 

oder Panikanfällen. Nebst den bereits erörterten (so etwa die auf eher geringen 

Leidensdruck hinweisende Behandlungscompliance [IV-act. 149-40]) erwähnte er 

weitere Inkonsistenzen im Verhalten und den Aussagen des Beschwerdeführers. Dieser 

habe immer wieder revidierte, ausweichende, generalisierte oder gegenläufige Angaben 

gemacht (IV-act. 149-22 f.). Weiter gebe der Beschwerdeführer an, die Gliederung und 

die Fragen seien konkret mit dem behandelnden Facharzt durchgesprochen worden. 

Inwieweit hier ein spezifisches Coachingverhalten durch den Behandler vorliege, 

obliege der Evaluation der Beschwerdegegnerin (IV-act. 149-41). Schliesslich habe ein 

Beschwerdevalidierungstest eine hohe Wahrscheinlichkeit, jedoch knapp keine nahezu 

sicheren Hinweise für ungültige Beschwerdeangaben ergeben (vgl. IV-act. 149-33; IV-

act. 180-3). Sowohl in der klinischen Evaluation bezüglich Aggravation als auch in der 

Testung finde sich in der Gesamtbewertung eine Wahrscheinlichkeit von bedeutsamen 

Antwortverzerrungen, jedoch nicht das Niveau eines sicheren Nachweises einer 

ungültigen Beschwerdeangabe im Sinne des SRSI und der Klinik (IV-act. 142-42).

Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, in der bisherigen Tätigkeit im 

Aussendienst bestehe seit August 2015 aufgrund der sozialen Phobie eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 149-48). In einer Homeoffice-Tätigkeit mit geringer 

unmittelbarer Interaktionsnotwendigkeit sei eine Arbeitszeit von 8,5 Stunden täglich 

bzw. 42 Stunden wöchentlich zumutbar. Dabei solle die Möglichkeit selbstgewählter 

Pausen und eine Rückzugsmöglichkeit bestehen. Es sei von einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die 

sozialen Kompetenzen oder interaktionelle Kompetenzen auszugehen (IV-act. 149-49).

3.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwar – wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht darauf hinweist – viele Auffälligkeiten bzw. Hinweise auf ein 

Aggravationsverhalten beschrieben werden und die aktuelle Therapie nicht ausreichend 

ist. Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin führte der Gutachter 

jedoch erneut und explizit aus, dass basierend auf der Untersuchung und der 

differenzierten Überprüfung bezüglich Antwortverzerrungen er bei den gestellten 

Diagnosen und dem Ausprägungsgrad verbleibe. Somit hat er sich ausführlich mit den 

von ihm gefundenen Inkonsistenzen und Anhaltspunkten befasst und ist unter deren 

Berücksichtigung zum Schluss gelangt, dass insbesondere Angsterkrankungen 

vorliegen, die zwar eine quantitative Arbeitsfähigkeit von 70 %, jedoch praktisch 

ausschliesslich im Homeoffice, zulasse, da die soziale Phobie es verunmögliche, eine 

adäquate Interaktion durchzuhalten. Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70% erscheint 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bei eher leichten bis mittelgradigen Einschränkung gerade noch angemessen und mit 

der Indikatorenprüfung, insbesondere der Inkonsistenzen bzw. Antwortverzerrungen, 

gerade noch vereinbar. Unter Berücksichtigung der Aussage von med. pract. E.___, 

dass bei der Diagnose von Angststörungen die Beschwerdeschilderung des Patienten 

im Vordergrund stehe und die objektive Beobachtung eines schweren Panikanfalls in 

der psychiatrischen Praxis eher eine Rarität sei (IV-act. 93-11), ist eine juristische 

Parallelüberprüfung vorliegend nicht am Platz (vgl. dazu BGE 145 V 361 E. 3.2.2, 4.1.1. 

und 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2022, 9C_439/2021, E. 4.2.2).

Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen einer Abhängigkeitserkrankung und 

die Tragweite der ihm vorgehaltenen Inkonsistenzen. Entgegen seiner Ansicht kann er 

daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten.

3.6. 

Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, CBD sei ein legaler Stoff. Zudem habe er 

dessen Konsum mittlerweile vollständig eingestellt und trinke nur noch am 

Wochenende Alkohol (act. G 1 S. 6 f.; vgl. auch IV-act. 185-2; act. G 9 S. 7 f.). Laut 

med. pract. E.___ sind die Kriterien einer Alkohol- oder Cannabis-Suchterkrankung 

eindeutig nicht erfüllt (IV-act. 93-12 f.; vgl. auch IV-act. 135-6). Wie es sich damit 

verhält, kann letztlich offen bleiben. Denn für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 

sind nicht die Diagnosen massgebend, sondern unter welchen Beschwerden die 

versicherte Person leidet, ob diese objektiviert werden können und welche Tätigkeiten 

der versicherten Person trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbar 

sind (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2020, 

9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren Verweisen). Dass der Konsum von CBD und Alkohol 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 

relevanter Weise beeinträchtigen, legten sowohl der Gutachter als auch die IV-Ärztin 

H.___ überzeugend dar.

3.6.1. 

Der Gutachter bestätigt die Diagnosen einer sozialen Phobie und einer 

Agoraphobie mit Panikstörung explizit trotz der zuvor aufgezeigten Hinweise auf 

vorhandene Antwortverzerrungen und Inkonsistenzen (vgl. IV-act. 180-3 f.). Es kann 

ihm daher nicht vorgehalten werden, er habe zu Unrecht die Gültigkeit der 

Beschwerdeangaben verneint und folglich eine zu hohe Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus 

der Tatsache, dass das Vorgutachten als nicht beweistauglich erachtet wurde, kann 

der Beschwerdeführer nichts für sich ableiten. Die Vorgutachterin attestierte ihm 

nämlich eine höhere (eine volle) Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin gab eine 

neue Begutachtung in Auftrag, anlässlich derer sich eine Arbeitsfähigkeit von 70 % 

ergab. Somit ist gestützt auf das Gutachten von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

3.6.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Bezüglich der Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % steht die 

Selbsteingliederungs- (Art. 7 IVG) sowie Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 

ATSG) des Beschwerdeführers im Raum.

angepassten Tätigkeit mit geringer unmittelbarer Integrationsnotwendigkeit und mit der 

Möglichkeit selbst gewählter Pausen und zum Rückzug auszugehen (vgl. IV-

act. 149-49). Dabei ist es dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der 

Antwortverzerrung zumutbar, alle 14 Tage etwa 3 Stunden an einem ausserhäuslichen 

Arbeitsplatz zu verbringen (IV-act. 180-9). Weiter hielt der Gutachter fest, zum aktuellen 

Zeitpunkt sei von der Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit 

auszugehen (IV-act. 149-49). Unter Durchführung einer leitliniengerechten 

medikamentösen Behandlung der Angsterkrankung sowie einer überwachten 

absoluten Abstinenz bezüglich Alkohol, Cannabis, CBD und anderer Wirkstoffe bestehe 

die Möglichkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit innerhalb von 2 bis 3 Jahren. Die 

Massnahmen seien zumutbar (IV-act. 149-50 ff.).

Nach Art. 7 IVG besteht eine Selbsteingliederungspflicht der versicherten 

Personen. So haben diese alles ihnen Zumutbare zu unternehmen, um die Dauer und 

das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG64) zu verringern und den Eintritt einer 

Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Abs. 1). Dazu gehören namentlich berufliche wie 

medizinische Massnahmen (Abs. 2). Nach Art. 7a IVG gilt als Ausfluss einer verstärkten 

Schadenminderungspflicht der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der 

Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient. Kommt die 

versicherte Person ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach, ist sie grundsätzlich so 

zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungsplicht wahrgenommen hätte (Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. Juni 2019, 9C_155/2019, E. 2.2.1 f. mit Verweisen).

4.1. 

Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren 

Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung 

der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht 

aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen 

vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher 

schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine 

angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder 

Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind 

nicht zumutbar (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare 

unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.

Der Beschwerdeführer stellt die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Abrede. In 

Ermangelung einer Ausbildung im EDV/IT oder im kaufmännischen Bereich sei es ihm 

nicht möglich, seine verbleibende Arbeitsfähigkeit durch eine Homeoffice-Tätigkeit zu 

verwerten. Das Scheitern des Online-Shops habe gezeigt, dass ihm und seinem Bruder 

die dafür notwendigen Kenntnisse fehlten. Eine Umschulung oder Einarbeitung 

erfordere Ortsanwesenheit, die ihm nicht zumutbar sei (act. G 1 S. 9 f.; act. G 9 S. 4 f.).

verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 

IVG). Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 21 Abs. 4 

ATSG sind streng, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in 

Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren 

Rentenleistungen auslöst resp. perpetuiert (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 

2019, 9C_155/2019, E. 2.2.1 f. mit Verweisen).

Da die Schadenminderungspflicht auch Massnahmen zur Vermeidung des Eintritts 

einer Invalidität erfasst, ist die Eingliederungspflicht nicht dadurch ausgeschlossen, 

dass der Beschwerdeführer bereits ohne die empfohlenen medizinischen Massnahmen 

zu 70 % arbeitsfähig ist. Die IV-Ärztin hat in ihrer Stellungnahme vom 14. März 2023 

deren voraussichtlich positiven Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers und deren Zumutbarkeit ausführlich und überzeugend bestätigt (IV-

act. 193-3 ff.). Die vom Gutachter formulierten medizinischen Massnahmen einer 

absoluten Abstinenz von Alkohol und Cannabis sowie einer Intensivierung der 

Psychotherapie (evtl. stationäre oder tagesklinische Behandlung) und einer 

leitliniengerechten psychiatrischen Medikation für Angsterkrankungen (siehe 

detaillierter: IV-act. 149-50) sind dem Beschwerdeführer zumutbar (siehe auch 

Stellungnahme RAD vom 23. Juli 2021; IV-act. 151). Er hat sich diesen Massnahmen 

folglich im Rahmen seiner Selbsteingliederungs- (Art. 7 IVG) sowie 

Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) zu unterziehen.

4.3. 

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die 

verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare 

Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Verweisen). 

Bezüglich wirtschaftliche Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in einer Homeoffice-

Tätigkeit bejahte das Bundesgericht eine solche im Fall einer KV-Angestellten, da im 

kaufmännischen Bereich diverse Arbeitsstellen mit der Möglichkeit zur Arbeit im 

Homeoffice vorhanden sind (Urteil vom 10. Dezember 2020, 9C_15/2020).

Der Beschwerdeführer kann unbestrittenermassen seine erlernte Tätigkeit als 

Sanitärinstallateur nicht mehr ausüben. Seine in der Ausbildung in der Sanitärbranche 

erworbenen Kenntnisse und seine Erfahrung als Servicemonteur kann er unter den vom 

Gutachter definierten Zumutbarkeitsbedingungen (fast ausschliesslich Homeoffice) 

momentan nicht umsetzen. Er verfügt zwar über Computer- und IT-Kenntnisse, die ihn 

zur Reparatur von Computern und zum Aufbau eines Webshops befähigen bzw. 

befähigten. Die erwerbliche Umsetzung scheiterte an finanziellen Problemen und 

Schwierigkeiten des Lieferanten (vgl. IV-act. 149-27; IV-act. 135-4; Schlussbericht 

Coaching vom 12. Dezember 2016, IV-act. 68-2). Der Beschwerdeführer kann jedoch 

keine Ausbildung im EDV/IT-Bereich, in welchem Homeoffice verbreitet möglich ist, 

vorweisen. Insofern ist davon auszugehen, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit ohne 

berufliche Massnahmen nicht verwertbar ist. Der Beschwerdeführer verfügt aber über 

gute Ressourcen. So ist er beispielsweise in der Lage, seinen gesamten Haushalt zu 

erledigen und seinen sowie den Garten seiner Eltern zu pflegen (IV-act. 149-29). Daher 

sind dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zumutbar, zumal heutzutage 

diverse Möglichkeiten für Online-Tätigkeiten sowie entsprechende Aus- und 

Weiterbildungen im Fernstudium bestehen.

5.2. 

Die IV-Stelle hat nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" zuerst abzuklären, 

ob die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person (oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen) voraussichtlich durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann 

(vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). Ein Rentenanspruch kann nur bejaht werden, wenn keine 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Massnahmen zur Wiederherstellung, zum Erhalt oder zur Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit (mehr) in Frage kommen, allenfalls sind vorab geeignete 

Eingliederungsmassnahmen anzuordnen. Nach der gesetzlichen Konzeption kann eine 

Rente vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch 

rückwirkend) nur zugesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres 

Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig war. Dass der 

Rentenanspruch grundsätzlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen 

entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, dass diese nur einen Teilerfolg brachten oder 

scheiterten Nach der gesetzlichen Konzeption kann deshalb eine Rente vor der 

Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur 

zugesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres 

Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig war (Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. Januar 2022, 9C_380/2021, E. 5.1).

 5.4. 

Der Gutachter führt zwar aus, von weiteren Integrationsversuchen in einem 

strukturierten Integrationstraining sei dringend abzuraten; da der Beschwerdeführer 

erhebliche Strategien zur Aggravation und Verzerrung der Angaben entwickelt habe, 

bestehe eine sehr geringe Erfolgschance einer solchen Massnahme (IV-act. 149-51 f.). 

Es gilt jedoch, dass bei einem möglichen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente die 

Herstellbarkeit der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit streng zu handhaben ist. In 

diesem Sinne obliegt dem Beschwerdeführer eine Selbsteingliederungs- und 

Schadenminderungspflicht. Denn gemeint hat der Gutachter wohl, dass der 

Beschwerdeführer bei Integrationsmassnahmen eine viele tiefere Leistungsfähigkeit 

demonstrieren würde, und nicht, dass ihm keine beruflichen Massnahmen zumutbar 

wären. Indessen wären die vom Beschwerdeführer allenfalls gezeigten tieferen 

Leistungen insofern unbeachtlich, als gemäss dem beweiskräftigen Gutachten bereits 

feststeht, dass der Beschwerdeführer in einer Homeoffice-Tätigkeit zu 70 % 

arbeitsfähig ist. Sofern dieser somit keine beruflichen Massnahmen wahrnehmen will, 

ist er unter Beachtung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf seine Pflicht 

hinzuweisen und gegebenenfalls so zu stellen, wie wenn er diese wahrgenommen 

hätte. Somit stellt die Möglichkeit einer beruflichen Massnahme vielmehr eine Chance 

für den Beschwerdeführer dar.

5.4.1. 

Zudem empfiehlt der Gutachter medizinische Massnahmen (siehe E. 4.3). 

Zweckgemäss ist davon eine Verbesserung der Angsterkrankung des 

Beschwerdeführers zu erwarten. Diese hat nicht nur eine quantitative Steigerung der 

5.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Arbeitsfähigkeit zur Folge, wie sie der Gutachter hervorhebt, sondern auch, dass der 

Beschwerdeführer zunehmend fähig werden sollte, mit anderen Personen zu 

interagieren. Somit ist davon auszugehen, dass sich das qualitative 

Zumutbarkeitskriterium "Homeoffice" im Verlauf immer weniger streng zu handhaben 

sein wird und damit als Hindernis der Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit mehr und 

mehr wegfällt. Auch aus diesem Grund besteht eine Pflicht des Beschwerdeführers zur 

Eingliederung. Zu den beruflichen Massnahmen fallen auch flankierende Massnahmen 

wie Abstinenzkontrollen und allenfalls Entzugsmassnahmen bezüglich Cannabis, CBT 

und Alkohol in Betracht. Deren Notwendigkeit ist unter Berücksichtigung der 

dannzumal aktuellen Situation durch den RAD bzw. die Beschwerdegegnerin zu prüfen 

bzw. festzulegen.

Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 28. November 2022 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und 

Fortführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren 

Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 

E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 

eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer somit mit 

Fr. 4'000.-- zu entschädigen.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 28. November 2022 

aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und Fortführung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird ihm zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.04.2024
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG, Grundsatz "Eingliederung vor Rente". Gemäss Gutachten besteht beim Beschwerdeführer trotz erheblicher Inkonsistenzen eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Darauf kann abgestellt werden. Aufgrund einer Angststörung ist dem Beschwerdeführer jedoch lediglich sehr beschränkt (alle 14 Tage etwa 3 Stunden) eine ausserhäusliche Arbeit zumutbar. Die Restarbeitsfähigkeit ist daher insbesondere im Bereich Sanitärinstallation bzw. als Servicemonteur ohne vorangehende berufliche Massnahmen nicht verwertbar. Indes ist der Beschwerdeführer zu verpflichten, an beruflichen (und gegebenenfalls medizinischen) Massnahmen zur Vermeidung der Invalidität bzw. zur Herstellung der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit mitzuwirken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. April 2024, IV 2023/9).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte