# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bb7261e-e664-5af1-8ab7-604e47c5dc72
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1999 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1999-28_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 1999 28

- Strafmandatsverfahren; Adhäsionsklage (Art. 130 ff., Art. 
173 Abs. 2 Ziff. 1 StPO; Art. 9 Abs. 4 OHG). Bestrittene Scha- 
denersatzansprüche sind - auch im Anwendungsbereich 
des Opferhilfegesetzes - auf den Zivilweg zu verweisen.

Aus den Erwägungen:
In der Bündner Strafprozessordnung sind die Bestimmungen über 

die Geltendmachung von Zivilansprüchen in Art. 129 ff. StPO unter dem 
Rechtsinstitut der Adhäsionsklage geregelt, insbesondere in Art. 130 Abs. 1 
StPO, wo es ausdrücklich heisst, dass der Geschädigte seine zivilrechtliche 
Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Strafgericht adhäsions- 
weise geltend machen kann. Das Adhäsionsverfahren gilt nur vor Kollegial- 
gerichten im ordentlichen Strafprozess. Vorliegend haben wir es allerdings 
mit der Beurteilung einer Straftat im summarischen Strafmandatsverfahren 
vor dem Kreispräsidenten zu tun, für das die besonderen Bestimmungen von 
Art. 170 ff. StPO massgebend sind. Laut Art. 173 Abs. 2 Ziff. 1 StPO sind 
nämlich Schadenersatzansprüche, die vom Angeschuldigten nicht anerkannt 
werden, nicht bereits im Strafmandatsverfahren geltend zu machen, sondern 
werden auf den Zivilweg verwiesen. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass 
der Geschädigte an diesem Verfahren nicht partizipiert. Es ist alleinige Sa- 
che der Parteien, sich über den Zivilpunkt auseinanderzusetzen (vgl. Pa- 
drutt, a. a. O., Ziff. 3.2 zu Art. 173). Auch aus dem Bundesgesetz über die 
Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) ergibt sich nichts anderes. Zwar kön- 
nen Zivilansprüche in aller Regel laut Art. 8 Abs. 1 lit. a OHG im Strafver- 
fahren vom Opfer geltend gemacht werden. Art. 9 Abs. 4 OHG erlaubt 
jedoch ausdrücklich, dass die Kantone für Zivilansprüche im Strafmandats- 
verfahren abweichende Bestimmungen erlassen. Davon hat der Kanton 
Graubünden, wie oben dargelegt, Gebrauch gemacht, womit die Frage, ob D. 
wirklich die Stellung eines Opfers im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG zu- 
kommt, an dieser Stelle offengelassen werden kann.
SB 99 61 Urteil vom 1. September 1999

93

28