# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea1339af-ae74-5bbe-af86-6905b3159a60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 26.10.2016 B 2016/172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-172_2016-10-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/172

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 26.10.2016

Entscheiddatum: 26.10.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 26.10.2016
Verfahren, Aufschiebende Wirkung, Art. 51 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). Die 
Beschwerdeführerin wurde vom Studium an der Pädagogischen Hochschule 
ausgeschlossen, nachdem sie die Zwischenprüfungen nicht bestanden 
hatte. Den dagegen erhobenen Rechtsmitteln kam von Gesetzes wegen 
aufschiebende Wirkung zu und die Beschwerdeführerin setzte die 
Ausbildung vorerst fort. Die seither erbrachten Studienleistungen sind 
indessen nicht geeignet, die streitbetroffene Ausschlussverfügung allein 
wegen der Dauer des Verfahrens nachträglich als unverhältnismässig oder 
gar willkürlich erscheinen zu lassen. Die aufschiebende Wirkung des 
Rekurs- und Beschwerdeverfahrens sichert lediglich bestehende 
Rechtspositionen, verbessert diese aber nicht. Sie ist rechtserhaltend, aber 
nicht -gestaltend (Verwaltungsgericht, B 2016/172). Entscheid vom 
26. Oktober 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder, Zindel; 

Gerichtsschreiber Wehrle

 

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vertreten durch Bruno Ludescher, Rechtsagent, Rotachstrasse 14, 9000 St. Gallen,

gegen

Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG), Davidstrasse 31, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Nichtbestehen der Zwischenprüfung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. Mit Verfügung vom 19. August 2015 schloss die Pädagogische Hochschule 

St. Gallen (PHSG) X.Y. vom Studiengang Kindergarten und Primarschule, den sie im 

Studienjahr 2014/15 begonnen hatte, aus. Zur Begründung führte die PHSG an, X.Y. 

habe die Nachprüfungen zur Zwischenprüfung nicht bestanden. Zum Verhängnis ist ihr 

geworden, dass sie in der Nachprüfung «Fachdidaktik Mathematik» die gegenüber der 

ordentlichen Zwischenprüfung unveränderte Note 3.0 erreicht hatte, obwohl laut 

Prüfungsreglement keine Note unter 3.5 liegen darf.

 

B. Mit Eingabe vom 3. September 2015 erhob Rechtsagent Bruno Ludescher für X.Y. 

bei der Rekurskommission der PHSG Rekurs. Er rügte, dass seine Mandantin 

anlässlich der Prüfungseinsicht keine Begründung für die einzelnen Bewertungen 

erhalten habe. Korrekturanleitungen hätten ebenso gefehlt wie der Notenschlüssel; die 

anwesenden Dozenten seien nicht in der Lage gewesen, die Beurteilung 

nachvollziehbar zu erklären. Zudem bemängelte er die zu geringe Punktevergabe für 

verschiedene Aufgaben. Die Rekurskommission zog die fehlenden Korrektur- und 

Bewertungsunterlagen bei, liess X.Y. dazu Stellung nehmen und wies den Rekurs 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schliesslich am 13. November 2015 ab. Sie gelangte zum Schluss, auch nach vertiefter 

Überprüfung der Bewertung könnten keine zusätzlichen Punkte vergeben werden.

 

C. Gegen diesen Entscheid liess X.Y. mit Eingabe vom 30. November 2015 Rekurs 

beim Hochschulrat der PHSG erheben. Die gleichzeitig beantragte unentgeltliche 

Rechtspflege wurde ihr mit Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom 

8. Februar 2016 gewährt. Der Hochschulrat wies das Rechtsmittel in der Hauptsache 

mit Entscheid vom 1. Juli 2016 ab. Die Rekurskommission habe die Nichtvergabe der 

von der Rekurrentin geforderten Punkte nachvollziehbar und in sich schlüssig 

begründet. Die Prüfungskorrektur und -bewertung sei jedenfalls nicht willkürlich. 

Hinweise auf eine unkorrekte, widersprüchliche oder in rechtswidriger Art 

durchgeführte Prüfung hätten sich auch nach nochmaliger Überprüfung im 

Rekursverfahren vor dem Hochschulrat nicht ergeben. Daran ändere nichts, dass die 

Rekurrentin die Zwischenprüfung nur knapp nicht bestanden habe. Ein 

Rechtsanspruch darauf, dass in knappen Fällen die Noten nachträglich aufgerundet 

würden, bestehe nicht.

 

D. Gegen den Entscheid des Hochschulrates vom 1. Juli 2016 erhob Rechtsagent 

Bruno Ludescher für X.Y. (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 22. Juli und 

Ergänzung vom 7. September 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den 

folgenden Anträgen (act. 1 und 4):

1.

Ich ersuche Sie weiterhin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, wie sie 

durch den Rechtsdienst des Sicherheits- und Justizdepartementes am 8. Februar 2016 

bereits verfügt wurde.

2.

Der Entscheid des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule St. Gallen ist 

aufgrund der Verletzung des Verhältnismässigkeits-Prinzips und des Willkürverbotes 

aufzuheben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Die Zwischenprüfung ist aufgrund der Verletzung des Verhältnismässigkeits-Prinzips 

und des Willkürverbotes nachträglich als bestanden zu werten.

4.

Das 2. Studienjahr ist unter den gegebenen Umständen voll anzurechnen. Andernfalls 

wären die durch die unstatthafte Verzögerung entstandenen Studienmehrkosten 

zurückzuerstatten.

5.

Eventualiter ist die Zwischenprüfung unter Aufaddierung des einen fehlenden Punktes 

nachträglich als bestanden zu werten.

Der Dienst für Recht und Personal des Bildungsdepartementes beantragte für den 

Hochschulrat der PHSG (Vorinstanz) mit Vernehmlassung vom 21. September 2016 

Abweisung der Beschwerde (act. 7). Die Beschwerdeführerin replizierte am 

28. September 2016 (act. 10); im übrigen ist anzumerken, dass sie das Studium an der 

PHSG bis heute fortgesetzt hat.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die 

Akten ist – soweit notwendig – in den Erwägungen einzugehen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (59bis Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin, 

die Adressatin des angefochtenen Entscheides ist und von diesem in ihren 

schutzwürdigen Interessen berührt wird, ist zur Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 22. Juli 

2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. September 

2016 in formeller und inhaltlicher Hinsicht grundsätzlich die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf die Beschwerde ist folglich – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – 

einzutreten.

2. Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP ist die Beschwerde zu 

begründen. An die Qualität und Ausgestaltung der Begründung werden zwar keine 

grossen Anforderungen gestellt, dennoch wird vom Beschwerdeführer verlangt, dass er 

ein gewisses Mass an Sorgfalt einhält. So genügen weder pauschale Verweise auf 

vorinstanzliche Eingaben – es ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, darin nach 

Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte – noch 

ist eine Begründung ausreichend, die sich nicht mit dem angefochtenen Entscheid 

bzw. dessen Motiven auseinandersetzt. Vorausgesetzt werden Argumente, mit denen 

dargelegt wird, weshalb der angefochtene Entscheid auf fehlerhafter 

Sachverhaltsdarstellung oder Rechtsanwendung beruht (vgl. Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 921 ff.).

Hinsichtlich des Eventualantrages (Ziff. 5) fehlt es an einer Begründung, die diesen 

Anforderungen genügt. Die Beschwerdeführerin macht lediglich geltend, es sei für sie 

nicht nachvollziehbar, weshalb der einzige fehlende Punkt, der über das Bestehen der 

Zwischenprüfung entschieden habe, nicht erteilt worden sei. Sie halte an der 

Begründung, wonach die Prüfungsfrage 3.1 falsch korrigiert worden sei, fest. 

Desgleichen könne sie nicht nachvollziehen, weshalb die Frage 8.2 mit null Punkten 

bewertet worden sei. In Erwägung 5 befasste sich die Vorinstanz eingehend mit diesen 

beiden Aufgabenstellungen bzw. deren Bewertung und legte mit ausführlicher 

Begründung dar, weshalb die bemängelte Punktevergabe in ihren Augen korrekt erfolgt 

sei. Eine argumentative Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Ausführungen 

kann der Beschwerde in dieser Hinsicht nicht entnommen werden, weshalb insofern 

nicht auf sie einzutreten ist, als die Beschwerdeführerin die punktemässige Bewertung 

ihrer Prüfungsleistung in Frage stellt. Der Beschwerdeführerin waren die an die 

Begründung gestellten Anforderungen zudem offensichtlich bekannt (vgl. vi-act. 3).

Im Übrigen ist das Verwaltungsgericht (lediglich) mit der Rechtskontrolle befasst und 

prüft mit freier Kognition, ob eine Rechtsverletzung im Sinn von Art. 61 Abs. 1 VRP 

vorliegt. Eine Kontrolle der Angemessenheit des angefochtenen Entscheids ist dem 

Verwaltungsgericht deshalb verwehrt, weshalb es nur bei einer Rechtsverletzung im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sinne eines eigentlichen Ermessensfehlers einschreiten würde. Eine zusätzliche 

Einschränkung der Prüfungsdichte ergibt sich daraus, dass das Verwaltungsgericht 

nicht über besonderes pädagogisches Fachwissen verfügt, weshalb es die Bewertung 

von Prüfungsleistungen nur mit Zurückhaltung überprüft. Es kontrolliert praxisgemäss 

nur, ob die Bewertung nachvollziehbar ist, keine offensichtlichen Mängel aufweist und 

nicht auf sachfremden Kriterien beruht (vgl. VerwGE B 2014/151 vom 4. Dezember 

2014 E. 2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Weder aus den Akten noch aus den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin ergeben sich im konkreten Fall Hinweise auf 

derartige Bewertungsfehler.

3. Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerdeergänzung vor, die PHSG habe 

die Musterlösungen und die begründete Bewertung der streitbetroffenen 

Prüfungsaufgaben erst am 21. Januar 2016 offengelegt, mithin nicht im Verfahren vor 

der Rekurskommission, sondern erst gegenüber dem Hochschulrat (vgl. act. 4). 

Sinngemäss rügt sie damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Aus den Akten 

ergibt sich indessen, dass diese Unterlagen bereits der Rekurskommission zur 

Verfügung gestanden haben; die PHSG hatte sie zusammen mit ihrer Vernehmlassung 

am 23. September 2015 eingereicht (vgl. vi-act. 7a/4), worauf die Beschwerdeführerin 

am 12. Oktober 2015 Stellung genommen hatte (vgl. vi-act. 7a/5). Diese Unterlagen 

wurden der Vorinstanz insgesamt dreimal zur Kenntnis gebracht, nämlich (wie erwähnt) 

mit den Vorakten der Rekursstelle, durch die Beschwerdeführerin selbst (vgl. vi-act. 3a/

7; Beilage zur Eingabe vom 22. Dezember 2015) und durch die PHSG (Beilage zur 

Vernehmlassung vom 21. Januar 2016, vi-act. 6/1). Die Rüge der Beschwerdeführerin 

erweist sich als unbegründet, wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme zutreffend 

festhielt (vgl. act. 7) und die Beschwerdeführerin schliesslich selbst einräumte (vgl. 

act. 10).

4. Aus der Dauer der beiden vorinstanzlichen Verfahren – die Rekurskommission 

entschied über den am 3. September 2015 erhobenen Rekurs am 13. November 2015, 

der Hochschulrat über das am 30. November 2015 gegen diesen Entscheid erhobene 

Rechtsmittel am 1. Juli 2016 – will die Beschwerdeführerin ableiten, der angefochtene 

Entscheid sei willkürlich und unverhältnismässig. Sie habe ihre Ausbildung nach 

Erhebung der (auch) gegen den verfügten Ausschluss aus dem Studium gerichteten 

Rekurse aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Rechtsmittelverfahren weiter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

verfolgt und im Zeitpunkt des hochschulrätlichen Entscheids das 2. Studienjahr bereits 

absolviert gehabt. Aus der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege habe sie die 

berechtigte Hoffnung auf einen positiven Ausgang des Rechtsmittelverfahrens 

geschöpft. Der Dienst für Recht und Personal des Bildungsdepartementes habe ihr am 

17. März 2015 mitgeteilt, dass er dem Hochschulrat sobald als möglich Antrag zum 

Entscheid stelle. Weshalb bis zum Entscheid anschliessend weitere fünfzehn Wochen 

vergangen seien, sei – im Wissen darum, dass sie weiterstudiert habe – überhaupt 

nicht erklärbar. Die dem Rekurs innewohnende einfache Problematik hätte bei 

angemessener Behandlung von beiden angerufenen Instanzen innert bedeutend 

kürzerer Zeit beurteilt werden müssen.

4.1. Der Rekurs hat grundsätzlich aufschiebende Wirkung (vgl. Art. 51 Abs. 1 VRP). Das 

bedeutet, dass der angefochtene Entscheid während der Dauer des Verfahrens 

grundsätzlich noch keine Wirkungen entfalten kann (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1096) 

bzw. die Rechtsfolgen einer Verfügung nicht einsetzen, bevor sie verbindlich 

feststehen. Aufgrund dieses sog. «Suspensiveffekts» hat die Beschwerdeführerin ihr 

Studium an der PHSG nach erfolgtem, aber angefochtenem Ausschluss fortgesetzt, 

was ihr unbenommen war und nicht zu beanstanden ist. Wird ein Rechtsmittel 

schliesslich abgewiesen, soll dem Rechtsmittelkläger durch die während des 

Rechtsmittelverfahrens geltende aufschiebende Wirkung indessen kein materiell-

rechtlicher Vorteil entstehen (BGE 112 V 74 E. 2). Damit soll vermieden werden, dass 

sich die Rechtsmitteleinlegung trotz Unterliegens dadurch bezahlt macht, dass die 

Verfügung erst mit Rechtskraft wirksam wird (vgl. auch X. Baumberger, Aufschiebende 

Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel im öffentlichen Recht, Diss. Zürich 2006, 

Rz. 219 und 344 f. mit Hinweisen). Die aufschiebende Wirkung sichert demnach 

bestehende Rechtspositionen, ohne sie zu verbessern; sie wirkt mithin bloss 

rechtserhaltend, nicht aber auch rechtsgestaltend (R. Kiener, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar VwVG, Zürich/St. Gallen 2008, N 3 zu Art. 55 VwVG). Dies bedeutet 

konkret, dass die seit dem Ausschluss erbrachten Studienleistungen nicht geeignet 

sind, die streitbetroffene Verfügung – wie gerügt – allein wegen der Dauer des 

Verfahrens im heutigen Zeitpunkt als unverhältnismässig oder gar willkürlich erscheinen 

zu lassen. Eine Anrechnung des zweiten Studienjahres oder gar die Rückerstattung der 

diesbezüglichen Studienmehrkosten lässt sich mit dem geschilderten Zweck der 

aufschiebenden Wirkung nicht vereinbaren, wobei die Frage offengelassen werden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

kann, ob dies überhaupt Verfahrensgegenstand ist und in die Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts fallen würde.

4.2. Was die als übermässig gerügte Verfahrensdauer anbetrifft, ist folgendes 

festzuhalten: Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (SR 101, BV) hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und 

Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf 

Beurteilung innert angemessener Frist. Der gleichlautende Anspruch ist auch 

konventionsrechtlich garantiert (vgl. Art. 6 Ziff. 1 Satz 1 der Konvention zum Schutze 

der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK). Nach Art. 77 Abs. 3 der 

Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisten 

Rechtspflegeverfahren und Gerichtsorganisation, dass rasch und verlässlich Recht 

gesprochen wird. Der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist wird verletzt, 

wenn eine Sache über Gebühr verschleppt wird und die Gesamtdauer des Verfahrens 

nicht mehr angemessen ist (BGE 135 I 265 E. 4.4). Die Angemessenheit der 

Verfahrensdauer beurteilt sich nach der Art des Verfahrens und den konkreten 

Umständen einer Angelegenheit (a.a.O., vgl. auch die Übersicht von G. Steinmann, in: 

Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 

3. Aufl. 2014, N 22 ff. zu Art. 29 BV). Welche Behandlungsfrist angemessen ist, muss 

unter gesamthafter Beachtung spezifischer Sachverhalts- und Verfahrensverhältnisse 

für Fallgruppen und Einzelfälle konkretisiert und differenziert werden (vgl. BGE 130 I 

312 E. 5.1; 130 I 269 E. 3): Schlichte Untätigkeit der Behörde ist zu unterscheiden von 

ungerechtfertigten Instruktionsmassnahmen; die unangemessene Dauer kann sich aus 

einzelnen Verfahrensabschnitten, aber auch aus der Gesamtdauer des Verfahrens 

ergeben, und Verfahren über materielle Ansprüche sind von Verfahren über 

vorsorgliche Massnahmen abzugrenzen. Ausgangspunkt ist die Art des Verfahrens, 

dessen Streitgegenstand raschere Entscheide erfordern oder längere 

Behandlungsperioden erlauben kann. Innerhalb dieses Kreises ist auf den Umfang und 

die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen abzustellen. Zu 

beachten sind weiter die Bedeutung des Verfahrens für die Beteiligten sowie die 

Auswirkungen auf deren Interessen und hochrangige Rechtsgüter. Anzurechnen ist den 

Parteien schliesslich ihr eigenes Verhalten (Steinmann, a.a.O., N 24 f. mit Hinweisen).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach Abschluss des Verfahrens kann eine nachträglich durch die Rechtsmittelinstanz 

konstatierte Rechtsverzögerung nicht mehr beseitigt werden, weshalb in solchen Fällen 

deren Feststellung im Dispositiv als Wiedergutmachung und die kostenmässige 

Berücksichtigung verbleiben (BGE 138 II 513 E. 6.5; BGer 1C_370/2013 vom 14. 

Oktober 2013 E. 6, in: ZBl 2014, S. 385). Wird – wie hier – kein Feststellungsbegehren 

gestellt, so ist die Rechtsmittelinstanz berechtigt, eine Rechtsverzögerung von Amtes 

wegen im Rahmen der Erwägungen festzustellen (VGR ZH, VB.2012.00719 vom 

28. Februar 2013 E. 3.3, www.vgrzh.ch). Eine verwaltungsrechtliche Massnahme kann 

sodann in Einzelfällen mit dem Zeitablauf unverhältnismässig werden (vgl. BGE 139 II 

534 E. 5.4). Hierauf beruft sich die Beschwerdeführerin im konkreten Fall insbesondere.

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass das Verfahren vor der Rekurskommission nach 

etwas über zwei Monaten durch Entscheid abgeschlossen worden ist und die 

Verfahrensdauer als kurz zu gelten hat. Dies gilt insbesondere, weil die Unterlagen über 

die Prüfungsbewertung der Beschwerdeführerin erst in diesem Verfahren offengelegt 

worden sind bzw. das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wurde. Aus den Akten 

des vorinstanzlichen Verfahrens ergibt sich ferner, dass das Rechtsmittel am 

30. November 2015 erhoben und am 22. Dezember 2015 durch die heutige 

Beschwerdeführerin ergänzt bzw. begründet worden ist. Nach den Festtagen wurden 

die Rekurskommission und die PHSG mit ca. 14-tägiger Frist zur Vernehmlassung 

aufgefordert. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege vom Sicherheits- und Justizdepartement bearbeitet und schliesslich am 

8. Februar 2016 gutgeheissen (vi-act. 9). In der Folge replizierte die 

Rechtsmittelklägerin, und am 11. März 2016 wurde der Schriftenwechsel mit Duplik der 

PHSG abgeschlossen. Der Entscheid der Vorinstanz folgte am 1. Juli 2016 und wurde 

den Verfahrensbeteiligten eine Woche später eröffnet. Zwischen Zustellung der Duplik 

am 17. März 2016 und Eröffnung des Entscheids vergingen 16 Wochen. Die Vorinstanz 

führte den Schriftenwechsel straff und zügig; dieser Verfahrensabschnitt dauerte nicht 

übermässig lange. Die für die Entscheidredaktion beanspruchte Zeitspanne dauerte 

demgegenüber etwas länger, wird dem Streitgegenstand, der im Interesse der heutigen 

Beschwerdeführerin verhältnismässig rasch zu entscheiden war, indessen noch 

gerecht. Dies gilt umso mehr, als sich die Vorinstanz trotz der in E. 2 des 

angefochtenen Entscheids auferlegten Kognitionsbeschränkung einlässlich mit den 

Prüfungsaufgaben und deren Bewertung auseinandergesetzt hat. Eine Verletzung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist ist nicht ersichtlich. 

Anhaltspunkte dafür, dass das öffentliche Interesse am Ausschluss der 

Beschwerdeführerin mit dem Zeitablauf dahingefallen sein könnte und die Massnahme 

unverhältnismässig geworden wäre, sind ebenfalls nicht vorhanden.

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf 

einzutreten ist. Die Vorinstanz hat den Anspruch auf Beurteilung innert angemessener 

Frist nicht verletzt. Folglich kann der verfügte Ausschluss vom Studium durch den 

Zeitablauf nicht unverhältnismässig geworden sein. Der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin während den Rechtsmittelverfahren das Studium fortgesetzt hat, 

ändert daran nichts.

6. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

 

2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2‘000.-- werden der 

Beschwerdeführerin auferlegt. Auf die Erhebung wird verzichtet.

 

3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird zufolge 

Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

 

Der Präsident                        Der Gerichtsschreiber

Eugster                                  Wehrle

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 26.10.2016
	Verfahren, Aufschiebende Wirkung, Art. 51 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). Die Beschwerdeführerin wurde vom Studium an der Pädagogischen Hochschule ausgeschlossen, nachdem sie die Zwischenprüfungen nicht bestanden hatte. Den dagegen erhobenen Rechtsmitteln kam von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu und die Beschwerdeführerin setzte die Ausbildung vorerst fort. Die seither erbrachten Studienleistungen sind indessen nicht geeignet, die streitbetroffene Ausschlussverfügung allein wegen der Dauer des Verfahrens nachträglich als unverhältnismässig oder gar willkürlich erscheinen zu lassen. Die aufschiebende Wirkung des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens sichert lediglich bestehende Rechtspositionen, verbessert diese aber nicht. Sie ist rechtserhaltend, aber nicht -gestaltend (Verwaltungsgericht, B 2016/172). Entscheid vom 26. Oktober 2016

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:51:57+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen