# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a13c5d39-d216-5313-85ef-5b057391e797
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.12.2021 BK 2021 378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-378_2021-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 378+379

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Dezember 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte unbekannte Täterschaft 

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________

Straf- und Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1

C.________
Straf- und Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2

Gegenstand Sistierung

Strafverfahren wegen Betrugs

Beschwerde gegen die Verfügung der Kantonalen Staatsanwalt-
schaft für Besondere Aufgaben vom 20. Juli 2021 (BA 21 1119)

2

Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 20. Juli 2021 eröffnete die Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Besondere Aufgaben (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eine Untersuchung gegen 
unbekannte Täterschaft wegen Betrugs zum Nachteil von C.________ (Straf- und 
Zivilklägerin, nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) und B.________ (Straf- und Zi-
vilkläger, nachfolgend: Beschwerdeführer 1) und sistierte die Untersuchung gleich-
zeitig. Hiergegen erhoben die Beschwerdeführer am 9. August 2021 Beschwerde. 
Gestützt auf die Verfügung vom 10. August 2021 reichten die Beschwerdeführer je 
mit Eingaben vom 12. August 2021 eine nachgebesserte Beschwerde ein. Sie be-
antragten sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Wei-
terführung der Ermittlungen. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Stel-
lungnahme vom 18. August 2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 
[OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdeführer sind durch die angefochtene Ver-
fügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur 
Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und – mit den 
Eingaben vom 12. August 2021 als Laieneingabe – formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten. 

3.

3.1 Der Beschwerdeführer 1 wurde durch eine Bekanntschaft auf Tinder auf eine an-
geblich neue Kryptowährung bei der Firma D.________ aufmerksam gemacht. Die 
Beschwerdeführer investierten daraufhin insgesamt ca. CHF 172'200.00 in eine 
nicht existierende Kryptowährung in Form von Bitcoins und Ethereum via e-wallet. 
Der Beschwerdeführer 1 bemerkte den Betrug, als das angelegte Geld nicht aus-
bezahlt und der Kontakt zur Bekanntschaft auf Tinder sowie zur Firma D.________ 
abgebrochen wurde. 

3.2 Die Kantonspolizei Bern hielt im Nachtrag vom 24. Juni 2021 u.a. Folgendes fest: 

Ermittlungshandlungen der Polizei 

Ermittlungsansätze im Bereich der digitalen Spuren führen erfahrungsgemäss selten zur Identifikation 
der Täterschaft, da diese die Möglichkeiten zur Verschleierung von Spuren im Internet bestens kennt 
und auch anwendet. Grundsätzlich werden digitale Spuren durch die Täterschaft bewusst verfälscht 
oder anonymisiert. Ebenfalls führten bislang die Auswertungen der Header Daten der Emails in kei-
nem der Fälle zum Erfolg. Zum Telefonieren werden i.d.R. *gespoofte Telefonnummern verwendet, 
wodurch ebenfalls keine Rückschlüsse auf einen Aufenthaltsort der Täterschaft zu ziehen sind. Bei 
verschiedenen Anzeigen wurden die Zugriffe der UT auf die PC's der Geschädigten – meist via Re-
mote Access Tool (RAT) wie z.Bsp. Anydesk oder Teamviewer – forensisch analysiert. Auch in diesen 

3

Fällen gab es bis anhin wenig konkrete Hinweise auf die Täterschaft. Die Geschädigten gaben in die-
sem Fall der Täterschaft keinen Zugriff auf ihren PC.

* Spoofing liegt vor, wenn der Anrufer absichtlich eine falsche Anrufer-ID verwendet. Das meiste 

Spoofing erfolgt über einen VoIP-Dienst (Voice over Internet Protocol). Verschiedene Angebote sind 

im Internet vorhanden. Provider sind bei der Unterdrückung solcher Anrufe wenig erfolgreich. 

Die Täterschaft agiert international und bestens organisiert. So sind meist mehrere Länder in ihrem 
Konstrukt involviert: z.B. soll die Firma irgendwo einen Firmensitz haben, die Homepages werden je-
doch anderswo auf der Welt gehostet und die Gelder der Betroffenen fliessen meist auf mehrere Kon-
ten weltweit, zu Gunsten von Drittpersonen, häufig Scheinfirmen, welche für das so genannte "Money 
Laundering" verwendet werden. Nicht selten wird den Geschädigten empfohlen, Accounts bei Kryp-
towährungs-Plattformen, so genannte "Exchanger" zu eröffnen. Die UT ist den Geschädigten dabei 
telefonisch oder via RAT behilflich. Nach der Eröffnung fliesst das umgewandelte Geld meist in Form 
von Bitcoins ins "Darknet". Ermittlungen in diesem Bereich sind sehr zeitintensiv und meist nicht ziel-
führend, da Transaktionen mit Kryptowährungen völlig anonym sind. 

Im vorliegenden Fall kauften die Geschädigten auf der Schweizer Plattform "E.________" in 
F.________ (Ort) Kryptowährungen in Form von Bitcoin und Ether. Insgesamt investierten die Ge-
schädigten ca. 8.1 BTC und 7.3 ETH. In der Blockchain sind die Transaktionen ersichtlich. Das Ver-
mögen wurde auf nachfolgende Adressen verschoben, welche der Täterschaft gehören dürfte: 

.________ (BTC) und .________ (ETH) 

Recherchen haben ergeben, dass die Transaktionen der BTC-Adressen zu der ursprünglich chinesi-
schen Exchangeplattform "G.________.com" führen. Mittels "Information Request" wurde 
"G.________.com" angefragt, vorhandene Kunden-, Registrierungs- und Payment-Angaben zu teilen. 
Mit E-Mail vom 21.06.2021 teilt "G.________.com" mit, dass die angefragten Informationen nur mit 
einem internationalen Rechtshilfeersuchen herausgegeben werden. Eine Anfrage an die zuständigen 
Polizeidienststellen (Interpol) dauert erfahrungsgemäss sehr lange und ist oft nicht zielführend. Eine 
solche Anfrage wird nur durch einen entsprechenden Auftrag der Staatsanwaltschaft gemacht.

[…]

3.3 Mit Verfügung vom 20. Juli 2021 sistierte die Staatsanwaltschaft die Untersuchung 
gegen unbekannte Täterschaft. Zur Begründung führte sie aus, die Beweise, deren 
Verlust zu befürchten sei, seien erhoben worden. Weiterführende verhältnismässi-
ge Beweismassnahmen würden sich mit Blick auf den einlässlichen Nachtrag der 
Kantonspolizei Bern vom 24. Juni 2021 derzeit nicht anbieten. Ein internationales 
Rechtshilfeersuchen an «G.________.com» (in Hongkong/China) würde mit grös-
ster Wahrscheinlichkeit einzig zu einer nicht weiter mit der Täterschaft verbunde-
nen Geldwäscherei-Institution führen. Es handle sich hier um eine bestens organi-
sierte, international agierende unbekannte Täterschaft. 

3.4 Die Beschwerdeführer bringen in ihrer Beschwerde im Wesentlichen vor, die gegen 
unbekannte Täterschaft eröffnete Untersuchung wegen Betrugs sei ihnen gegenü-
ber nicht dokumentiert worden. Sie hätten keine Kenntnis über die Ermittlungen 
und die daraus resultierenden Ergebnisse der zuständigen Polizei. Damit Internet-
betrug eingedämmt werden könne, müssten die Kriminellen zur Rechenschaft ge-
zogen und entsprechend gebüsst werden. Der Kryptohandel resp. die Kryp-

4

towährungen, wie beispielsweise Ethereum und Bitcoin, könnten durchaus zurück-
verfolgt werden. Gemäss eigenen Recherchen würde die Firma G.________ in 
dieser Sache aktiv werden und den Kontoinhaber ermitteln und bekanntgeben, so-
fern eine formelle Anfrage der zuständigen Polizei aus der Schweiz vorliege. Fer-
ner sei die Firma G.________ zwar in China gegründet worden, ihre Basis sei je-
doch auf den Seychellen. Weitere Vertretungen seien auch in Japan, Südkorea und 
den USA. 

4.

4.1 Gemäss Art. 314 Abs. 1 Bst. a StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersu-
chung sistieren, wenn die Täterschaft oder ihr Aufenthalt unbekannt ist oder andere 
vorübergehende Verfahrenshindernisse bestehen. Die Sistierung ermöglicht, Un-
tersuchungen, die wegen äusserer Gründe weder weitergeführt noch abgeschlos-
sen werden können, unter bestimmten Voraussetzungen vorläufig ad acta zu legen 
(SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 
2018, N. 1 zu Art. 314 StPO).

4.2 Gemäss Anzeigerapport vom 11. Februar 2021 handelt es sich bei G.________ um 
einen Kryptowährungsaustausch auf den Seychellen. Das in China gegründete Un-
ternehmen verfüge über Niederlassungen in Hongkong, Südkorea, Japan und den 
USA. Seit August 2018 sei G.________ ein börsennotiertes Unternehmen in Hong-
kong. Mit Blick auf die Ausführungen der Kantonspolizei Bern im Nachtrag vom 
24. Juni 2021 ist der Staatsanwaltschaft beizupflichten, dass ein internationales 
Rechtshilfeersuchen an «G.________.com» derzeit nicht zielführend wäre. Selbst 
wenn «G.________.com» die vorhandenen Kunden-, Registrierungs- und Pay-
ment-Angaben herausgeben würde, ist aufgrund des beschriebenen Tatvorgehens 
nicht damit zu rechnen, dass diese Angaben und die weiteren Ermittlungen zur 
Täterschaft führen würden. Wie in der angefochtenen Verfügung dargelegt, sam-
melt Fedpol seit September 2019 Detailangaben zu allen Strafanzeigen i.S. Online 
Anlagebetrug in der Schweiz. Allenfalls wird zu einem späteren Zeitpunkt ein ge-
meinsames Vorgehen bestimmt. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden seitens der 
Kantonspolizei Bern seit September 2019 keine einzelnen Ermittlungen mehr 
durchgeführt, sofern keine konkreten Ermittlungsansätze zur Täterschaft vorhan-
den sind (vgl. Nachtrag vom 24. Juni 2021). 

4.3 Nach dem Gesagten hat die Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen unbe-
kannte Täterschaft zu Recht sistiert. Die Beschwerde ist unbegründet und daher 
abzuweisen. 

Den Beschwerdeführern steht es als Privatkläger aber offen, bei der Staatsanwalt-
schaft Einsicht in die Akten des Strafverfahrens zu verlangen, um sich über den ak-
tuellen Verfahrensstand ins Bild zu setzen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1’000.00, den unterliegenden Beschwerdeführern unter solidari-
scher Haftbarkeit aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO). 

5

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’000.00, werden dem 
Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 unter solidarischer Haftbarkeit 
auferlegt. 

3. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1 (per Einschreiben)
- der Straf- und Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2 (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, Staatsanwalt 

H.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 13. Dezember 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Bettler
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.