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**Case Identifier:** 27bd0c3d-718b-5d16-9cea-e65ec0174e27
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 20.02.2023 IV 2022/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2022-29_2023-02-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.06.2023

Entscheiddatum: 20.02.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 20.02.2023
Rückweisung zur ergänzenden Abklärung bei nach gegenwärtiger Aktenlage 
ungenügend nachvollziehbarer psychiatrischer Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit gemäss einem polydisziplinären Gutachten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Februar 2023, IV 
2022/29).

Entscheid vom 20. Februar 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2022/29

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 1993 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Sie gab an, sie habe keinen Beruf erlernt und sei von 198_ 

bis 1992 im ___ selbständigerwerbend gewesen. Seit November 1991 sei sie 

gesundheitlich beeinträchtigt. Ausserdem gab sie an, sie würde einem Erwerb 

nachgehen, obwohl sie ein Kind (geboren 199_) habe (vgl. IV-act. 6). In ihrem 

Gutachten vom 25. August 1994 (IV-act. 16) gab die MEDAS Zentralschweiz folgende 

Diagnose an: ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei/mit Fehlhaltung/-form mit 

muskulärer Dysbalance, St. n. Morbus Scheuermann, leichter Adipositas, affektiv-

emotional noch sehr unreifer Persönlichkeit, Aggravation wahrscheinlich. Eine 

körperliche Schwerarbeit, insbesondere die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im ___ bzw. als 

Reinigungsangestellte, sei für die Versicherte wegen der Wirbelsäulen-Fehlstatik nicht 

geeignet. Im eigenen Haushalt bestehe keine Einschränkung. Eine mittelschwere 

Tätigkeit in vorzugsweise wechselnder Körperposition sei der Versicherten voll 

zumutbar. Im ___ dürfte bereits seit März 1992 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

vorgelegen haben. Am 22. November 1994 (IV-act. 20) erklärte die Versicherte, sie 

könne an der angeordneten beruflichen Abklärung in einer BEFAS wegen der 

Betreuung ihres kranken Kindes nicht teilnehmen (vgl. IV-act. 11, IV-act. 17). - Mit 

Verfügung vom 2. Februar 1995 (IV-act. 23) verneinte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen den Anspruch auf eine Rente. In der Begründung führte 

sie aus, die Anspruchsvoraussetzungen könnten wegen Widersetzlichkeit gegen 

zumutbare Abklärungsmassnahmen nicht abschliessend geprüft werden. Gemäss dem 

(damaligen) Art. 73 IVV könne aufgrund der Akten entschieden werden. In einem IV-

Protokollauszug wurde vermerkt, die Versicherte könne ein neues Gesuch einreichen, 

wenn sie für die Abklärung bereit sei (vgl. IV-act. 24).

A.a. 

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B.  

Am 16. November 2015 (IV-act. 27) ging bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen ein IV-Anmeldeformular ein. Die Versicherte hatte darin 

angegeben, Mutter von ___ Kindern zu sein (___). Seit 1992 sei sie als Hausfrau tätig. 

Sie leide seit etwa zehn Jahren an chronischem Asthma, Klaustrophobie und einer 

Erkrankung des Nervensystems/Rheuma bzw. Lupus erythematodes. Bei Dr. med. 

B.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und bei Dr. med. C.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, sei sie bis möglicherweise 2014 in Behandlung 

gewesen. Dr. B.___ berichtete am 24. November 2015 (IV-act. 35), die Versicherte leide 

an einer undifferenzierten Kollagenose (ED 05/2015, am ehesten vereinbar mit einem 

Lupus erythematodes), vermehrten Angstzuständen im Rahmen dieser neu 

diagnostizierten Grunderkrankung, Asthma bronchiale, St. n. Lungenembolien Mai 

2015, Adipositas (St. n. Magenbypass Mai 2014) und Polyarthralgien wahrscheinlich im 

Rahmen der rheumatologischen Grunderkrankung. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 

dem Auftreten eines extremen Ausschlags im Gesicht etwa Mitte Dezember 2014. Die 

immunsuppressive Therapie schränke die Versicherte derzeit deutlich ein; sie könne 

wahrscheinlich noch an maximal zwei Stunden pro Tag leichte Haushaltstätigkeiten 

ausüben.

B.a. 

In einer Mitteilung vom 26. November 2015 (IV-act. 33) hielt die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen fest, berufliche 

Eingliederungsmassnahmen seien nicht angezeigt, da die Versicherte vorwiegend als 

Hausfrau tätig sei. - In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend 

Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die Versicherte am 3. Juli 2016 (IV-act. 42) an, sie sei in 

den letzten fünf Jahren zu 100 % als Selbständigerwerbende/Hausfrau tätig gewesen 

und habe die Erwerbstätigkeit ab 2014 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. 

Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung wäre sie zu 100 % selbständig erwerbstätig 

(___). Im _-Personen-Haushalt ergebe sich ein hoher Aufwand. Auf die Frage, wer 

diesfalls die Kinder betreuen würde, antwortete die Versicherte, das würde ihr 

Lebenspartner tun (vgl. IV-act. 45-3). – Dr. B.___ hielt am 13. Juli 2016 (IV-act. 43) fest, 

bei der Versicherten sei ursprünglich nebst einem Asthma bronchiale und einer 

Depression ein Schlafapnoesyndrom bei ausgeprägter Adipositas bekannt gewesen. 

Dann sei eine Magenbypass-Operation erfolgt und Hautausschläge (mit schliesslich der 

B.b. 

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Diagnose eines Lupus erythematodes) seien aufgetreten, ausserdem eine 

Lungenembolie. Die Versicherte könne sich kaum der Sonne exponieren, ohne eine 

extreme Hautrötung und Kreislaufprobleme zu verspüren, und sie erkläre, sie sei in 

ihrer Leistungsfähigkeit sehr stark eingeschränkt. Der Arzt hielt fest, seit ca. Mitte 

Dezember 2014 bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der ausgeübten Haushaltstätigkeit von 

maximal 20 bis 30 % bzw. an maximal eineinhalb bis zwei Stunden pro Tag mit 

entsprechenden Pausen, und zwar nur im eigenen Haushalt. Die Versicherte werde 

durch Dr. C.___ psychiatrisch betreut. - Der RAD gab am 18. August 2016 (IV-act. 47) 

an, es sei keine fachärztliche Behandlung der ängstlich-depressiven Symptome, deren 

Schwere und Häufigkeit ausserdem nicht beschrieben worden seien, aktenkundig. Den 

fachärztlichen Berichten sei zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand unter 

Behandlung gut bessere. Bei den wiederholten Notfallkonsultationen in Spitälern sei 

eine schlechte Behandlungscompliance beschrieben worden. Die vom Hausarzt 

attestierte Arbeitsunfähigkeit im Haushalt stütze sich wohl massgeblich auf die 

subjektiven Angaben der Versicherten; sie könne nicht nachvollzogen werden. Aus dem 

Gutachten von 1994 sei zudem eine Aggravationsneigung bekannt. Mit Verfügung vom 

10. November 2016 (IV-act. 50) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen das Rentengesuch der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie 

aus, die Versicherte sei seit 1992 als Hausfrau tätig. In diesem Aufgabenbereich 

bestünden keine Einschränkungen. 

Die Versicherte erhob eine Beschwerde (vgl. IV-act. 57) gegen diese Verfügung. 

Daraufhin widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 9. Mai 2017 die 

Verfügung vom 10. November 2016 (IV-act. 63). Die Versicherten hatte geltend machen 

lassen, die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle verkenne die leistungsmindernden 

Folgen der medikamentösen Therapie und negiere insbesondere, dass ein 

Grosshaushalt zu betreuen sei und folglich eine Vollzeittätigkeit als Hausfrau vorliege, 

die nicht leicht und wechselbelastend sei. Die Qualifikation als Hausfrau müsste 

allerdings noch geprüft werden. Trotz der reduzierten Arbeitsfähigkeit im Haushalt habe 

keine Haushaltsabklärung stattgefunden. Die Krankheit verlaufe progredient.

B.c. 

Die Klinik für Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen empfahl am 13. Juli 2017 

(IV-act. 84-1 bis -6) eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Sie hatte 

am 16. Juni 2017 (IV-act. 84-10 ff.) berichtet, die Versicherte habe angegeben, von 

B.d. 

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Seiten der Gelenke und des Allgemeinbefindens gehe es ihr so weit gut, doch habe sie 

erneut zunehmend dermale Beschwerden. - Dr. C.___ hatte am 29. Juni 2017 (IV-

act. 79) berichtet, sie habe die Versicherte von 2004 bis 2006 behandelt und sie 

behandle die Versicherte seit 2010 in grösseren Abständen. Zuletzt hätten 

Konsultationen am 7. September 2016 und am Tag vor der Berichterstattung 

stattgefunden. Die Beschwerdeführerin leide an einer chronischen Angststörung mit 

Panikattacken. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen sei nie attestiert 

worden. Am 26. September 2017 (IV-act. 96) gab Dr. C.___ bekannt, seit dem Bericht 

vom 29. Juni 2017 habe die Versicherte nicht mehr bei ihr in Behandlung gestanden. 

Sie (die Ärztin) verfüge auch nicht über Sprechstunden- oder Austrittsberichte (IV-

act. 101). 

Mit Vorbescheid vom 20. Februar 2018 (IV-act. 104) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten erneut 

eine Ablehnung des Rentenanspruchs an. Bei einem Fortführen der bestehenden 

Behandlung und bei einer optimalen Mitwirkung liessen sich im Haushalt keine 

Einschränkungen ableiten. Selbst bei der Annahme einer erheblichen Einschränkung im 

Haushalt ergäbe sich gesamthaft kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.

B.e. 

Am 15. Mai 2018 (IV-act. 108-1) liess die Versicherte mitteilen, sie lege eine 

Bestätigung ihres Lebenspartners ein, laut der sie mit ihm zusammen in eine Kasse 

gewirtschaftet habe, als er selbständig gewesen sei. Selbstverständlich gehe es nicht 

um ein grosses oder regelmässiges Pensum, da sie ja krank gewesen sei bzw. krank 

sei. Gemäss seiner Bestätigung vom _. April 2018 (IV-act. 108-3) war der 

Lebenspartner von 200_ bis September 200_ selbständig und die Versicherte war bei 

ihm unentgeltlich mit selbständig gewesen.

B.f. 

Ab ___ 2018 nahm die Versicherte eine Arbeit mit einem Pensum nach Bedarf im 

Stundenlohn auf und verlor sie im ___ 2018 fristlos wieder (vgl. IV-act. 140 f.). Am 

20. August 2018 (IV-act. 136) musste sie sich einer Operation (Abdominoptose) 

unterziehen. Die Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen (Fachpsychologe 

für Psychotherapie FSP dipl.-psych. D.___) berichtete am 31. Juli 2019 (IV-act. 169), 

bei der Beschwerdeführerin liege zurzeit eine volle Arbeitsunfähigkeit vor (vgl. auch 

Bericht vom 28. Dezember 2018, IV-act. 146).

B.g. 

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In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

gab die Versicherte am 17. Februar 2020 (IV-act. 182-1) an, ohne gesundheitliche 

Einschränkung würde sie eine Erwerbstätigkeit zu ca. 50 bis 80 % ausüben, denn sie 

habe noch zwei schulpflichtige Kinder. In einem weiteren Fragebogen vom 14. März 

2020 (IV-act. 186-1) gab sie ohne Begründung an, sie wäre zu 80 bis 100 % 

erwerbstätig. 

B.h. 

Am 7. Juli 2020 (IV-act. 195) erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle in der 

Wohnung der Versicherten. Diese gab dabei an, im Haushalt seien ___ Personen 

(davon ___ ihrer Kinder, geboren zwischen [...]). Sie habe die Erwerbstätigkeit im 

Frühjahr 1997 aus gesundheitlichen Gründen und wegen der Kinder aufgegeben. Im 

Bericht hielt die Abklärungsperson fest, der höchste Jahresverdienst der Versicherten 

habe gemäss dem IK-Auszug Fr. 24'___.-- (im Jahr 1988) ausgemacht. Im Fragebogen 

vom Februar 2020 (IV-act. 182) habe sie eine hypothetische Erwerbstätigkeit im 

Gesundheitsfall von 50 bis 80 %, in jenem vom März 2020 (IV-act. 186) eine solche von 

80 bis 100 % angegeben. Sie habe eine Einschränkung im Haushalt von insgesamt 

46.85 % geltend gemacht. Anerkannt würden 30.32 %, unter (gemeint wohl: ohne) 

Schadenminderungspflicht 46.85 %.

B.i. 

In seinem Gutachten vom 2. Juni 2021 (IV-act. 275; Begutachtungen zwischen 

12. April 2021 und 26. Mai 2021, IV-act. 275-4) führte das BEGAZ 

Begutachtungszentrum BL aus, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit seien erhoben worden: Partielle sekundäre Nebennieren-Insuffizienz, 

subsyndromale Agoraphobie mit episodischer Panikstörung, nicht näher bezeichnete 

Angststörung, Verdacht auf dissoziative Anfälle gemischt, rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert, nichtorganische Schlafstörung, nicht näher 

bezeichnet, und V.a. Asthma bronchiale. Hinzu kämen Diagnosen ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit: Status nach Hysterektomie und Ovarektomie, Status nach 

Cholecystektomie, Status nach laparoskopischer Magenbypass-Operation 27.05.2014 

wegen morbider Adipositas, aktuell Adipositas WHO 1, Verdacht auf Prädiabetes 

mellitus Typ 2, leichtgradige Osteopenie, chronische Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp, rezidivierende Zitterattacken mit Beteiligung der rechten oder beider 

unteren Extremitäten oder der rechten Hand unklarer Ätiologie, Hörminderung rechts 

bei Status nach Hörsturz (anamnestisch), aktenanamnestisch V.a. vorwiegend 

B.j. 

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Zwangsgedanken oder Grübelzwang, Status nach sonstigen negativen 

Kindheitserlebnissen, sonstige näher bezeichnete Probleme verbunden mit der sozialen 

Umgebung, cutaner Lupus erythematodes, Pollinose bei Allergie auf frühblühende 

Pflanzen und Gräser, Status nach subsegmentaler Lungenembolie basal links, nicht 

respiratorische Dyssomnie, wandernde und unterschiedlich stark ausgeprägte 

Arthralgien mit u.a. sonographisch wiederholter Darstellung von Insertionstendinitis 

Unterarmstrecker rechts und Tendinitis der langen Bizepssehne an der rechten 

Schulter und Bursitis, rezidivierendes lumbales, zum Teil auch zervikales 

Schmerzsyndrom bei insuffizienter muskulärer Rumpfstabilisation, leichter 

rechtskonvex-skoliotischer LWS, multisegmentaler initialer Spondylosis deformans und 

initialer Osteochondrosis intervertebralis, kaudalbetonter Facettengelenksarthrosen 

(p.m. LWK4-SWK1) und ISG-Arthrose beidseits, sowie leichte Spreizfusskonfiguration 

rechts und leichter Hallux valgus rechts (links beides initial). Die Beschwerden am 

Bewegungsapparat würden bereits über Jahre hinweg geschildert und seien durch die 

klinischen Befunde gut erklärbar, führten aber nicht zu wesentlichen Einschränkungen 

in der Tätigkeit als Hausfrau. Aus endokrinologischer Sicht bestehe in einer körperlich 

nicht überlastenden Arbeit eine Einschränkung von 20 % (im Haushalt null, vgl. IV-

act. 275-15, -277-22). Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in ihrer zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit (___) weiterhin an vier Stunden pro Tag arbeitsfähig. Ab ca. 2019 

müsse aufgrund des Auftretens des Diabetes und aufgrund vermehrter Ängste eine 

Verschlechterung angenommen werden (vgl. IV-act. 275-15). Aus rheumatologischer 

Sicht seien durchschnittliche Reinigungsarbeiten, vor allem Büroreinigungen, zumutbar. 

Ebenfalls keine Einschränkung bestehe bei administrativen Tätigkeiten, bei denen die 

Arbeitsposition zwischen Sitzen, Stehen und Gehen gewechselt werden könne. Aus 

rein rheumatologischer Sicht hätten zu keiner Zeit längerfristige Einschränkungen 

bestanden. Zusammenfassend hielten die Sachverständigen fest, die eingehende 

Konsensbesprechung habe zum Schluss geführt, dass die Versicherte ab Sommer 

2019 in einer den körperlichen Leiden adaptierten Tätigkeit an vier Stunden pro Tag 

arbeitsfähig sei. Aufgrund der Aktenlage sei anzunehmen, dass zuvor eine 

Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden pro Tag bestanden habe (vgl. IV-act. 275-15). Der 

RAD hielt am 10. Juni 2021 (IV-act. 286) fest, in einer angestammten wie auch in einer 

adaptierten Tätigkeit könne ab Sommer 2019 eine Arbeitsfähigkeit für vier, zuvor eine 

solche für fünf Stunden pro Tag angenommen werden.

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Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen ging in der Folge 

aufgrund des Abklärungsberichts vom 30. September 2020 und des inzwischen 

höheren Alters der Kinder davon aus, dass die Versicherte zu 50 % im Erwerb und zu 

50 % im Haushalt tätig wäre (vgl. IV-act. 287-1; offenbar ab September 2020, IV-

act. 287-2). Am 29. Juli 2021 (IV-act. 288) kündigte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten Ergänzungsfragen zum Gutachten an. Auf 

die entsprechenden Fragen vom 24. September 2021 (IV-act. 300) antwortete das 

BEGAZ am 13. Oktober 2021 (IV-act. 304), eine Leistungseinbusse von 20 % aus 

endokrinologischer Sicht bestehe seit Juni 2015, dem Zeitpunkt des Einsatzes von 

Plaquenil. Auf die Frage nach der Leistungseinbusse als Hausfrau aus psychiatrischer 

Sicht seit Sommer 2017 wurde geantwortet, ohne detaillierte Haushaltabklärung könne 

die Arbeitsfähigkeit im Haushalt unter psychiatrischem Aspekt nur geschätzt werden, 

da eine generelle Verlangsamung episodisch, eine u.a. erschwerte Planungsfähigkeit, 

dissoziative Konzentrationsschwierigkeiten und die Zwangsgedanken 

(Gedankenkreisen) die Haushalttätigkeit generell erschwerten, allerdings in 

inkonstantem Auftreten. Von Sommer 2017 bis Sommer 2019 sei eine 

Arbeitsunfähigkeit von 10 %, danach eine solche von 40 % anzunehmen. - Der 

Rechtsvertreter der Versicherten teilte am 15. Oktober 2021 (IV-act. 301) mit, es gehe 

immer schlechter. Mittlerweile würden der Versicherten infolge der langen Dauer der 

Einnahme von Kortison ___. Die Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen hatte in einem 

Bericht Orthoptik vom 23. September 2021 (IV-act. 299) als Diagnosen u.a. einen ___, 

eine Sursoadduktion beidseits, eine Hyperopie und einen Astigmatismus beidseits, eine 

Presbyopie, einen St. n. drei ___operationen 1976 und 1975 und 2013, eine chronische 

Blepharitis mit Sicca-Symptomatik sowie einen diskoiden Lupus erythematodes (EM 

10/2014, ED 05/2015) angegeben. 

B.k. 

In der Folge hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 29. Oktober 2021 (IV-

act. 306) fest, die psychiatrisch bedingte Einschränkung im Haushalt von 10 % bis 

Sommer 2019 entspreche beim angegebenen Gesamtaufwand von zehn Stunden pro 

Tag einer Stunde, während den Familienangehörigen eine Mithilfe von eineinhalb 

Stunden zumutbar sei. Die danach getroffene Einschätzung auf 40 % 

Arbeitsunfähigkeit im Haushalt - entsprechend einer Verschlechterung von 30 % - 

lasse sich nicht nachvollziehen, da doch im Erwerb lediglich eine Verringerung der 

B.l. 

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C.  

Arbeitsfähigkeit um 12 % eingetreten sei und weil die Versicherte über einige 

Ressourcen und eine perfekte Sozialkompetenz als Mutter verfüge. Mit einer 

Verschlechterung um rund 10 % liege die Einschränkung bei maximal 20 %. Nach 

Abzug des Anteils der Schadenminderungspflicht verbleibe eine anrechenbare 

Einschränkung von einer halben Stunde oder 5 %. 

Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2021 (IV-act. 310) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine 

Abweisung des Rentengesuchs vom November 2015 in Aussicht. In einer adaptierten 

Tätigkeit sei sie von Dezember 2014 bis Mai 2019 zu 40 % arbeitsunfähig gewesen und 

seit Juni 2019 sei sie es zu 52 %. Bis 2017 ergebe sich im Einkommensvergleich keine 

invaliditätsbedingte Einbusse, nach der Rechtsprechungsänderung auf 1. Januar 2018 

eine solche von 40 % und nach der Verschlechterung mit der Arbeitsunfähigkeit von 

52 % eine entsprechende Einbusse. Bei Anwendung der gemischten Methode mit einer 

Aufteilung in 50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Haushalttätigkeit liege bis Dezember 

2017 kein Invaliditätsgrad vor (keine Einschränkung im Haushalt), von Januar 2018 bis 

Mai 2019 ein Invaliditätsgrad von 20 % (ebenfalls keine Einschränkung im Haushalt) 

und nach der Verschlechterung ein Invaliditätsgrad von 29 % (Einschränkung im 

Haushalt 5 %). - Mit Einwand vom 30. November 2021 (IV-act. 313) beantragte die 

Versicherte eine Einstufung als zu 100 % Erwerbstätige, eine neue Ermittlung der 

Arbeitsunfähigkeit sowie die Zusprache einer Rente. Am 24. Januar 2022 (IV-act. 316) 

verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen wie 

angekündigt.

B.m. 

Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 25. Februar 2022 Beschwerde 

erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter stellte den Antrag, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei mindestens eine Rente von 45 % 

zuzusprechen; ausserdem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung 

zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführerin leide 

seit mindestens November 1991 an invalidisierenden Beschwerden. Seit 2005 bestehe 

ein Lupus erythematodes, also eine chronische Krankheit mit wechselnd guten und 

schlechten Phasen. Bei der Würdigung des BEGAZ-Gutachtens sei zu berücksichtigen, 

C.a. 

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dass die Begutachtung möglicherweise gerade zu einer besseren Zeit erfolgt sei. Ohne 

Erkrankung würde die Beschwerdeführerin spätestens seit August 2018, als ihr 

Lebenspartner invalid geworden sei, für das Einkommen der Familie sorgen. Ab Juli 

1992 sei sie zwar vorläufig nichterwerbstätig gewesen. Sie habe aber trotzdem in guten 

Phasen wieder arbeiten wollen, wie die Meldung des Sozialamtes vom Januar 2010 (IV-

act. 26) zeige, laut der sie seit damals wieder erwerbstätig sei. Bis 1997 habe es - bei 

gleichzeitiger Betreuung eines fünfjährigen Kindes (mit einem Entwicklungsrückstand) - 

einzelne Anstellungen als Reinigungskraft gegeben, danach sei die Beschwerdeführerin 

aus nachvollziehbaren Gründen (___ Kind beziehe IV-Rente) nichterwerbstätig 

gewesen. Am 3. Juli 2016 habe sie angegeben, ohne Behinderung wäre sie vollzeitlich 

als Selbständigerwerbende tätig, und sie habe ihr Pensum ab 2014 wegen der 

Gesundheit reduziert. Mittlerweile sei das jüngste Kind zwölfeinhalb Jahre alt. Im 

Zusammenhang mit den Kindesunterhaltsberechnungen werde dem hauptbetreuenden 

Elternteil (sc. ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes) eine 

Erwerbstätigkeit von 80 % zugemutet, ab Schuleintritt eine solche von 50 %. Das habe 

auch im Sozialversicherungsrecht zu gelten. Mit dem Unterhaltsversprechen des Vaters 

könne nicht einmal der Barbedarf gedeckt werden, erst recht nicht ein 

Betreuungsunterhalt der Beschwerdeführerin. Mindestens seit 2011 müsse sie somit 

selber schauen, wie sie zu einem Einkommen gelange; im Normalfall gehe das nur 

durch eine Vollzeitarbeit. Wenn die Beschwerdegegnerin von der Hypothese einer 

Erwerbstätigkeit von nur 50 % ausgehe, verkenne sie die moderne gesellschaftliche 

Rollenteilung. Der Vater der Kinder sei zudem wegen eines Unfalls im Jahr 201_ seit 

2018 invalid. Er könnte bei krankheitsbedingtem Lohnausfall die jüngeren beiden 

Kinder betreuen. Die Beschwerdeführerin müsste realistischerweise zu mindestens 

80 % erwerbstätig sein. Von der Grundregel des BGE 144 III 481 könne nach oben 

abgewichen werden, insbesondere wenn ansonsten eine - vorliegend bereits 

eingetretene - Sozialhilfeabhängigkeit drohe. Auf die Angaben der Beschwerdeführerin 

einer hypothetischen Erwerbstätigkeit von 50 bis 80 % abzustellen, gehe u.a. 

deswegen nicht an, weil im psychiatrischen BEGAZ-Gutachten ein Verdacht auf 

dissoziative Anfälle seit 2019, eine Beschönigungstendenz der Gesamtumstände und 

eine Tendenz zur Verdrängung von erlebten Schwierigkeiten angegeben worden sei. 

Die Beschwerdeführerin verkenne offenbar auch ihre prekäre finanzielle Lage. Dass die 

Beschwerdegegnerin das Verfahren in die Länge ziehe, indem sie Fragebogen - in 

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anderen Fällen auch Gutachten - wieder und wieder anfordere, bis das Ergebnis passe, 

gehe nicht an. Auszugehen sei von einer Erwerbstätigkeit von 80 % bzw. von einer 

Vollerwerbstätigkeit. Der Beschwerdeführerin sei nicht zumutbar, in einer körperlich 

sehr anstrengenden Arbeit tätig zu sein. Deshalb sei die Anwendung der Löhne aus der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung, die solche Berufe mitumfassten, eigentlich 

falsch. Wegen der Parallelisierung sei das aber nicht entscheidend. Bis Dezember 2017 

betrage der Invaliditätsgrad 40 % (Valideneinkommen Fr. 27'341.--, 

Invalideneinkommen Fr. 16'404.60) aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 40 %, 

ebenso von Januar 2018 bis Mai 2019. Ab Juni 2019 mache er 52 % aus 

(Valideneinkommen Fr. 56'681.--, Invalideneinkommen Fr. 26'247.--; bei einer 

Resterwerbsfähigkeit von 48 %). Auch bei einer Erwerbstätigkeit von 80 % im 

hypothetischen Gesundheitsfall ergebe sich ein Anspruch auf eine Rente.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2022 (act. G 5) beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, das Ausmass der 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall könne nicht anhand der Angaben der 

Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgelegt werden, weil die 

Angaben unterschiedlich gewesen seien. Aus familienrechtlicher Sicht sei der 

Beschwerdeführerin schon vor der IV-Wiederanmeldung eine Erwerbsaufnahme zu 

50 % zumutbar gewesen. Dennoch sei sie nach eigenen Angaben seit 1992 keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Aus den Auszügen aus dem Individuellen Konto 

gingen nur sehr wenige Einträge mit eher geringfügigen Einkommen hervor. Damit habe 

die Beschwerdeführerin weder die familienrechtlich noch die versicherungsmedizinisch 

zumutbare Erwerbsarbeit ausgeschöpft. Das habe sie vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens des Lebenspartners nicht getan, und zwar obwohl die 

finanziellen Verhältnisse vergleichbar, wenn nicht noch schlechter als zum 

Verfügungszeitpunkt gewesen seien. Die ältesten Kinder seien mittlerweile volljährig 

und teilweise selber erwerbstätig, was zu einer finanziellen Entlastung geführt haben 

sollte. Gegen eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit (von 8.4 Stunden pro Tag; bzw. eine 

Tätigkeit von 80 % oder 6.8 Stunden pro Tag; zuzüglich Zeiten für Fahrtwege und 

allfällige auswärtige Verpflegung) spreche auch der geltend gemachte Aufwand für den 

Haushalt von täglich knapp zehn Stunden. Dem inzwischen wieder voll erwerbstätigen 

Lebenspartner seien im Rahmen der Schadenminderungspflicht lediglich etwa 

C.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/20

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eineinhalb Stunden Hausarbeit pro Tag zumutbar. Dass eine Erwerbstätigkeit aus 

gesundheitlichen Gründen seit 2005 nicht möglich sein solle, widerspreche sowohl 

dem Gutachten der MEDAS Zentralschweiz von 1994 als auch demjenigen des BEGAZ 

von 2021. Auch nach dem BEGAZ-Gutachten habe die Beschwerdeführerin keine 

Erwerbstätigkeit aufgenommen und sie mache keine Arbeitsbemühungen geltend. Die 

Abweisung beruflicher Massnahmen sei ohne weitere Äusserungen akzeptiert worden. 

Damit könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin lediglich 

aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit verzichtet habe. Überwiegend wahrscheinlich wäre sie im 

Gesundheitsfall teilerwerbstätig, allerdings nicht in einem Pensum von 80 bis 100 %, 

sondern in einem solchen von 50 %. 

Am 11. Mai 2022 (act. G 6) wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen.

C.c. 

In seiner Replik vom 10. Juni 2022 (act. G 8) liess Beschwerdeführerin vorbringen, 

schon bei der ersten IV-Anmeldung 1993 habe der behandelnde Arzt erklärt, sie könne 

kaum sitzen oder eine längere Strecke gehen. Ohne Rückenschmerzen würde sie trotz 

ihres Kindes einem Erwerb nachgehen, weil sie finanziell auf ein Einkommen 

angewiesen sei. Das sei glaubwürdig. Bei voller Gesundheit hätte sie zu 100 % 

gearbeitet. Denn ihr Ziel sei es immer gewesen, aus eigener Kraft und mit dem eigenen 

Einkommen aus der Armut herauszufinden. Ein Hausfrauendasein helfe da aber nicht. 

Zudem sei der Zusammenhalt in der Familie gross, weshalb jemand den Sohn während 

der Erwerbstätigkeit versorgt hätte. Wenn eine Person allerdings dreissig Jahre lang 

Schmerzen gehabt habe, werde sie im IV-Verfahren nicht eine volle ausserhäusliche 

Arbeit angeben. Eine solche Person könne sich nicht mehr daran erinnern, je keine 

Beschwerden gehabt zu haben. Zwischen 50 bis 80 % und 80 bis 100 % gebe es 

einen gemeinsamen Wert, nämlich 80 %. Bei diesem Ausgangswert ergebe sich immer 

noch eine ganze Rente.

C.d. 

In ihrer Duplik vom 24. Juni 2022 (act. G 10) hielt die Beschwerdegegnerin an 

ihrem Antrag fest. 

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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Erwägungen

1.

Angefochten worden ist die Verfügung vom 24. Januar 2022, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin einen im November 2015 (durch Neuanmeldung) geltend 

gemachten Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt hat. Die 

Beschwerdegegnerin hat angesichts des Ablaufs von zwischenzeitlich 20 Jahren und 

somit eingetretener formeller Rechtskraft der Erledigung der ersten Anmeldung durch 

die Verfügung vom 2. Februar 1995 zu Recht einzig dieses Gesuch behandelt. Die 

Beschwerdeführerin beantragt nur Rentenleistungen. Streitgegenstand bildet daher nur 

der Rentenanspruch. Ergäbe sich bei der Beurteilung allerdings, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

Streitgegenstand der Rente notwendigerweise auch die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin den Grundsatz der "Eingliederung vor Rente" (vgl. etwa U. Kieser, 

ATSG-Kommentar, 4. A., Vorbemerkungen N. 86 ff.) beachtet und eine allfällige Pflicht 

der Beschwerdeführerin, sich Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen, ausreichend 

durchgesetzt hätte (vgl. etwa den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 3. Juli 2020, IV 2018/143 E. 2.1). 

2.

Vorliegend sind, da ein vor dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu beurteilen ist, die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) und der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) sowie des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) in den bis 

31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassungen anwendbar. Vorbehältlich besonderer 

übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1, BGE 

144 V 210 E. 4.3.1). Die Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 19. Juni 

2020 (Weiterentwicklung der IV) enthalten keine abweichende Regelung, so dass die 

genannte (lückenfüllende) Praxis des Bundesgerichts anzuwenden ist.

3.

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. schon 

BGE 102 V 165). - Nach der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 

V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem 

strukturierten Beweisverfahren gemäss den Vorgaben in BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

4.  

Über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist 

ein polydisziplinäres Gutachten erstellt worden. Bei der allgemeininternistischen 

Begutachtung ist nach Erhebung der Befunde keine Hauptdiagnose gestellt worden; 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist nicht beeinträchtigt gewesen (vgl. IV-

act. 278-11). Anlässlich der neurologischen Begutachtung hat sich nach der Abklärung 

ebenfalls keine Hauptdiagnose ergeben. Der Gutachter hat festgehalten, lediglich eine 

Hörminderung rechts habe sich (neurologisch) nachweisen lassen (vgl. IV-

act. 276-16 f.). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht 

bestehe nicht (vgl. IV-act. 276-17). - Die Ergebnisse beider Begutachtungen sind 

überzeugend begründet. Auch bei der dermatologischen Begutachtung ist keine 

Hauptdiagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt worden. Der Gutachter 

hat festgehalten, die Dermatose spiele für die Arbeitsfähigkeit eine untergeordnete 

Rolle (vgl. IV-act. 279-14). Möglich bzw. angepasst seien für die Beschwerdeführerin 

alle Tätigkeiten, welche die Haut nicht reizten. Damit entfielen vermehrte Expositionen 

gegenüber UV-Licht, chemischen Stoffen wie Putz- und Lösungsmitteln, mechanischen 

Einflüssen und übermässigem Schwitzen (vgl. IV-act. 279-15). Andere Tätigkeiten seien 

dermatologisch gesehen zu 100 % zumutbar. Allenfalls sei im Fall eines Schubes des 

cutanen Lupus erythematodes mit einer vorübergehenden Reduktion der 

Arbeitsfähigkeit zu rechnen (vgl. IV-act. 279-16). Die Häufigkeit und Ausprägung von 

Schüben sei mangels konsistenter Antworten aber schwierig zu beurteilen (vgl. IV-

act. 279-15). - Wie dem Gutachten zu entnehmen ist, hat die Beschwerdeführerin 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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bestätigt, dass die Hautveränderungen auf ihre aktuelle Arbeit als Hausfrau einen 

untergeordneten Einfluss haben (vgl. IV-act. 279-14). Die Schübe dürften daher für sich 

allein nicht rentenrelevant sein. Damit ergibt sich lediglich eine qualitative 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der rheumatologischen Begutachtung ist 

ebenfalls keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben worden (vgl. IV-

act. 281-23). Ein systemischer Lupus könne ausgeschlossen werden (vgl. IV-

act. 281-24). Eine Arthritis habe trotz mehrfacher, auch sonographischer Abklärungen 

nie nachgewiesen werden können (vgl. IV-act. 281-25). Die Beschwerdeführerin hatte 

diverse wechselnde, wetterabhängige Schmerzen am Bewegungsapparat beklagt (vgl. 

IV-act. 281-13). Die Gutachterin hat festgehalten, klinisch würden die aktuellen 

Beschwerden am ehesten u.a. einer Supraspinatustendinose beidseits, 

Insertionstendinosen der Hüftabduktoren und einer Tendinopathie am Pes anserinus 

entsprechen (vgl. IV-act. 281-25 f.). Die lumbalen Beschwerden, die inzwischen 

deutlich seltener aufträten, weil sich die Beschwerdeführerin kaum noch körperlich 

belaste, seien durch die mässigen degenerativen Veränderungen und die nach wie vor 

stark insuffiziente muskuläre Rumpfstabilisation (Verlagerung des Oberkörpers im 

Stand nach dorsal, d.h. passives Halten) erklärbar (vgl. IV-act. 281-26; vgl. IV-

act. 281-32). Die Beschwerdeführerin könne keine schweren und schwersten Arbeiten 

und keine durchgehend mittelschweren Arbeiten mehr ausüben (vgl. IV-act. 281-26 und 

IV-act. 281-23). Als Hausfrau bestünden trotz der erhobenen Befunde keine 

rheumatologisch bedingten Einschränkungen (vgl. IV-act. 281-26). Durchschnittliche 

Reinigungsarbeiten seien der Beschwerdeführerin zumutbar (vgl. IV-act. 281-27 f.). 

Vollschichtig zumutbar (und adaptiert) seien (allgemein) leichte, maximal intermittierend 

mittelschwere wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten. Dauerndes oder 

sehr häufiges Arbeiten mit den Armen in und über der Horizontalen sowie 

Zwangshaltungen sollten vermieden werden (vgl. IV-act. 281-28). Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist widerspruchsfrei; auf sie kann abgestellt werden. 

Qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sind vorhanden. Bei der 

pneumologischen Abklärung hat sich gemäss dem Gutachter als Hauptdiagnose 

lediglich eine Verdachtsdiagnose ergeben (vgl. IV-act. 280-13). Der Gutachter hat 

festgestellt, die aktuelle Bodyplethysmographie habe eine leichte Hyperventilation 

provoziert und es bestehe der Verdacht auf ein kontrolliertes Asthma bronchiale ohne 

aktuelle obstruktive Ventilationsstörung (vgl. IV-act. 280-14 und 280-16). Insgesamt sei 

die Dyspnoe eher nicht respiratorischen Ursprungs, sondern im Rahmen der 

Hyperventilation/Psyche zu sehen (vgl. IV-act. 280-14). Bei der Beschwerdeführerin 

bestünden u.a. auch zeitweise Husten und Auswurf bei Nikotinabusus mit 

gelegentlichen Infektazerbationen im Winterhalbjahr. Die Dyssomnie mit fehlender 

Struktur sei nicht respiratorisch bedingt (vgl. IV-act. 280-15). Die Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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sollte insgesamt bei atopischer Diathese und vermutetem Asthma keine Tätigkeiten mit 

Exposition gegenüber atemwegsreizenden Stoffen (Stäube, Rauch, Gase, Dämpfe) 

oder relevanten Antigenen ausführen. Ebenso seien Tätigkeiten mit erhöhter 

Infektionsgefahr (Kälte, Nässe, stark schwankende Temperaturen) nicht geeignet (vgl. 

IV-act. 280-15). Eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht (vgl. IV-

act. 280-16). Die Beschwerdeführerin hat gemäss dem beweiskräftigen Teilgutachten 

demnach einzig qualitativ Rücksicht auf die pneumologischen Leiden zu nehmen. Bei 

der endokrinologischen Begutachtung ist eine partielle sekundäre Nebennieren-

Insuffizienz, supprimiert, als Hauptdiagnose bezeichnet worden (vgl. IV-act. 277-17). 

Die Gutachterin hat festgehalten, der Diabetes sei zurzeit nicht manifest und bewirke 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 277-22) und die Hypoglykämien 

seien aktuell in Remission (vgl. IV-act. 277-18). Schwerste Hypoglykämien mit 

Bewusstseinsverlust seien bisher nie aufgetreten. Derzeit komme es wesentlich 

weniger oft zu Hypoglykämien, nämlich nur bei verzögerter Einnahme von Mahlzeiten 

(vgl. IV-act. 277-19 f.). Vermehrte körperliche Belastungen sollte die 

Beschwerdeführerin wegen der dadurch bewirkten zusätzlichen Hypoglykämiegefahr 

nicht ausüben; ungünstig seien auch Arbeiten auf Leitern/Gerüsten oder mit Maschinen 

mit Verletzungsgefahr (vgl. IV-act. 277-23). In einer adaptierten körperlich belastenden 

bzw. mittelschwer belastenden, aber auch in einer körperlich wenig belastenden 

(Erwerbs-) Tätigkeit bestehe hingegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 

20 % (vgl. IV-act. 277-24). Diese Beurteilung erscheint als nachvollziehbar, da diese 

Einschränkung mit dem Bedarf nach einer ausreichenden Pausenzeit für die 

regelmässige und pünktliche Einnahme von sechs kleineren Mahlzeiten überzeugend 

begründet worden ist (vgl. IV-act. 277-24).

 4.2. 

Im psychiatrischen Gutachtensteil sind mehrere Leiden mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (Hauptdiagnosen) festgehalten worden (vgl. IV-act. 282-23 f.), darunter 

allerdings auch ein subsyndromales (Agoraphobie mit episodischer Panikstörung) und 

ein weitgehend remittiertes (rezidivierende depressive Störung) Leiden sowie eine 

(blosse) Verdachtsdiagnose (dissoziative Anfälle gemischt). Daneben bestehen gemäss 

dem Gutachten als Hauptdiagnosen auch eine Angststörung und eine nichtorganische 

Schlafstörung. Obwohl der psychiatrische Gutachter angegeben hat, die 

Beschwerdeführerin weise klinisch keine Hinweise auf eine ausgesprochen relevante 

solche Störung (im Sinn einer generalisierten Angststörung) auf (vgl. IV-act. 282-26), 

hat er hauptsächlich die Angststörung für die allgemeine psychogene Überlastung der 

Beschwerdeführerin verantwortlich gemacht (vgl. IV-act. 282-27). Trotz einiger 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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Anstrengungen und emotionaler Arbeit für die Familie mit ___ Kindern, die teilweise 

auch Probleme gehabt hätten, zeige die Beschwerdeführerin keine Anzeichen für eine 

durchgemachte Burnout-Erkrankung und sei auch nie depressiv geworden (vgl. IV-

act. 282-24). Eine Depression von Relevanz liege nicht vor (vgl. IV-act. 282). Die 

Beschwerdeführerin habe u.a. auch im Willen zielstrebig durchsetzungsfähig gewirkt 

(vgl. IV-act. 282-22). Bei der Begutachtung haben psychopathologisch allgemein kaum 

Auffälligkeiten bestanden (vgl. IV-act. 282-22 f.). Einzelne Feststellungen einer geringen 

Ausprägung bzw. des blossen Verdachts von aufgelisteten Hauptdiagnosen stellen die 

attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen in Frage. Der psychiatrische 

Gutachter hat dann aber eine weitgehend remittierte rezidivierende depressive Störung 

diagnostiziert (vgl. IV-act. 282-24; vgl. dazu auch die Vorakten IV-act. 43-3, IV-

act. 169-2), obwohl er für die Vergangenheit angegeben hat, die Beschwerdeführerin 

sei nie depressiv geworden (vgl. IV-act. 282-24). Diesen Widerspruch hat der 

psychiatrische Gutachter nicht ausgeräumt.

Hinzu kommt, dass bei der psychiatrischen Begutachtung eine Inkonsistenz 

vorliegt. Die Beschwerdeführerin hat nämlich angegeben, das Begutachtungsgespräch 

ziehe sich hin und mache sie müde. Der Gutachter hat dann aber angemerkt, die 

angegebene Müdigkeit habe man der Beschwerdeführerin nicht angesehen; vielmehr 

sei die Beschwerdeführerin sehr eloquent und angetrieben gewesen (vgl. IV-

act. 282-21). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass auch der 

dermatologische Gutachter angegeben hat, die Beschwerdeführerin habe auf neutral 

und suggestiv gestellte Fragen nicht konsistent geantwortet (vgl. IV-act. 279-15). 

4.2.2. 

Der Gutachter der Psychiatrie hat weiter festgestellt, dass keine gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen bestehe (vgl. 

IV-act. 282-28). Das ist insofern nachvollziehbar, als die Beschwerdeführerin bei der 

endokrinologischen Begutachtung angegeben hat, die Hausarbeit gelinge ihr, weil sie 

darin Übung habe. Arbeiten mit viel körperlicher Aktivität seien nicht möglich (vgl. IV-

act. 277-12). Im endokrinologischen Teilgutachten ist zudem darauf hingewiesen 

worden, dass die Beschwerdeführerin ihre ___ Hunde mit viel Enthusiasmus und 

körperlicher Bewegung begrüsst habe (vgl. IV-act. 277-22). Bei der psychiatrischen 

Begutachtung hat die Beschwerdeführerin zum Tagesablauf erklärt, am Morgen 

komme es auf ihre Verfassung an, für den Haushalt - wie Betten und Saugen - brauche 

sie drei Stunden, dann müsse sie sich hinsetzen und mehrmals einen Anlauf nehmen, 

manchmal gehe im Haushalt auch gar nichts. Die beiden ___ würden zum Essen 

kommen und abends seien fast alle zu Hause und es sei viel Betrieb. Abends würden 

die Familienmitglieder den Hund ausführen, weil sie sich nachts fürchte; morgens 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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könne sie das selbst tun (vgl. IV-act. 282-20). Sollte sich die geltend gemachte 

gesundheitliche Beeinträchtigung in einer Arbeit und bei vergleichbaren 

Alltagsbeschäftigungen nicht gleichermassen manifestieren, spräche das gegen die 

Beweiskraft der von der Beschwerdeführerin angegebenen Schwere der 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Der psychiatrische Gutachter hat denn auch 

vorhandene Ressourcen feststellen können. Er hat nämlich angegeben, die 

Beschwerdeführerin habe eine erstaunliche soziale Kompetenz bei der Erziehung ihrer 

___ Kinder entwickelt; ihr sei es gut gelungen, auch mit Defiziten bei einigen ihrer 

Kinder gut umzugehen (vgl. IV-act. 282-28 f.).

Des Weiteren sind Anhaltspunkte für eine mangelnde Behandlungscompliance 

der Beschwerdeführerin ersichtlich geworden. So hat der Trazodon-Blutspiegel der 

Beschwerdeführerin trotz der Angabe der Einnahme von Trittico 100 mg täglich 

unterhalb der Norm gelegen (vgl. IV-act. 277-23). Bei der endokrinologischen 

Begutachtung sind zudem eine gewisse Nachlässigkeit in der Selbstkontrolle 

(Blutzuckerselbstmessgerät und Traubenzucker nicht dabei gehabt, vgl. IV-act. 277-8) 

und eine Inkonsequenz in der Ernährung und der Prophylaxe von Hypoglykämien (vgl. 

IV-act. 277-23) festgestellt worden.

4.2.4. 

Der psychiatrische Gutachter ist zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführerin 

seien ab Sommer 2017 nach einer leichten Verschlechterung (psychische 

Mitbeteiligung, IV-act. 282-31) nur noch an fünf Stunden täglich dem Körperleiden 

angepasste Tätigkeiten zumutbar gewesen (vgl. IV-act. 282-30). Er hat diese 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit damit begründet, dass die Beschwerdeführerin 

schon damals wegen einer akuten psychischen Dekompensation auf der Notfallstation 

der Klinik E.___ gewesen sei (vgl. IV-act. 282-27). Gemäss dem entsprechenden 

Bericht vom 8. Juni 2017 (IV-act. 200-1 ff.) hat es sich jedoch um eine akute 

Belastungssituation ([...] im Dezember 2016 und im Januar 2017, deshalb [...] 

Räumungsbefehl) gehandelt und die klinische Untersuchung hat insgesamt einen 

unauffälligen Befund erbracht. Nach Lage der gegenwärtigen Akten hat demnach (wie 

bei der früheren Notfallkonsultation vom 31. Januar 2016, Bericht vom 8. Februar 2016, 

IV-act. 73-3 f.) eine akute, vorübergehende Beeinträchtigung des Gesundheitszustands 

vorgelegen, mit der sich noch keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen lässt. Die 

akute Verschlechterung vom 8. Juni 2017 ist zudem unmittelbar durch psychosoziale 

Umstände ausgelöst worden, die, soweit sie direkt negative funktionelle Folgen 

gezeitigt hat, unbeachtet bleiben muss (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 

8C_559/2019 E. 3.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2; BGE 141 V 281 E. 4.3.3).

4.2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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5.  Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an 

zahlreichen somatischen Gesundheitsschäden leidet (vgl. IV-act. 275-10 ff.), die diverse 

erhebliche qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bewirken. Zudem ist der 

Beschwerdeführerin ab 2015 aus endokrinologischen Gründen für ausserhäusliche 

Arbeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestiert worden (vgl. IV-act. 304-2). Die 

Annahme einer durchgehenden Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen von 

40 % ab Sommer 2017 und ab 31. Juli 2019 von 52 % (arbeitsfähig vier Stunden pro 

Tag) für eine den körperlichen Leiden adaptierte Tätigkeit ist, auch wenn diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung polydisziplinär nach einer eingehenden 

Konsensbesprechung (vgl. IV-act. 275-15) abgegeben worden ist, bis anhin nicht 

nachvollziehbar begründet worden. Die Sache ist zur entsprechenden Ergänzung des 

Gutachtens des BEGAZ Begutachungszentrums BL an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).

6.  

Der psychiatrische Gutachter hat eine weitere Verschlechterung des 

Gesundheitszustands ab 2019 angenommen. Er ist nämlich für die Zeit ab dem 31. Juli 

2019 (dem Datum des Berichts der Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital 

St. Gallen, Fachpsychologe dipl.-psych. D.___, IV-act. 169) von einer Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit von nur noch vier Stunden 

täglich ausgegangen (vgl. IV-act. 282-30, -28 f.). Er hat diese Verschlechterung 

einerseits mit einem psychosozial bedingten psychogenen Überlastungsanfall (Ende 

2018 habe die Familie [...] die Wohnung verlassen müssen, vgl. IV-act. 282-27) und 

andererseits mit der Diagnose des Diabetes sowie dem vermehrten Auftreten von 

Ängsten (vgl. IV-act. 282-29) begründet. Der Gutachter hat aber auch festgestellt, dass 

sich die Belastungssituation inzwischen wieder gelegt habe (vgl. IV-act. 282-27). 

Klinisch hat die Beschwerdeführerin nach seinen Angaben keine Hinweise auf eine 

ausgesprochen relevante Störung im Sinn einer generalisierten Angststörung gezeigt 

(vgl. IV-act. 282-26). Die angegebene Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes ist daher nach der gegenwärtigen Aktenlage nicht stichhaltig 

begründet worden. Die gutachterliche Annahme einer die attestierte Arbeitsunfähigkeit 

begründenden psychiatrischen Beeinträchtigung lässt sich somit derzeit nicht mit einer 

notwendig gewesenen langwierigen Behandlung stützen.

4.2.6. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-

Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

200 bis 1000 Franken festgelegt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist praxisgemäss 

6.1. bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

von einem vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen und die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

festgelegt werden, sind gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 

Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen.

Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der 

Bedeutung der Streitsache und dem hier durchschnittlichen Aufwand angemessen ist 

praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer).

6.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.02.2023
	Rückweisung zur ergänzenden Abklärung bei nach gegenwärtiger Aktenlage ungenügend nachvollziehbarer psychiatrischer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit gemäss einem polydisziplinären Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Februar 2023, IV 2022/29).

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		2024-05-26T20:59:43+0200
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