# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c77908ed-b5bd-54eb-b4af-bec1e6381228
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2018 D-6135/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6135-2018_2018-12-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6135/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;    

Gerichtsschreiber Gian-Flurin Steinegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. September 2018 / N (…). 

 

 

 

D-6135/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a. Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-

scher Ethnie aus B._______ (Jaffna Distrikt, Nord-Provinz) verliess Sri 

Lanka eigenen Angaben gemäss am 3. März 2016 und gelangte am  

6. März 2016 in die Schweiz, wo er am 15. März 2016 um Asyl nachsuchte. 

A.b. Bei der Summarbefragung vom 16. März 2016 und der einlässlichen 

Anhörung vom 3. September 2018 machte er im Wesentlichen geltend, 

dass er sich wegen der angespannten Lage in Sri Lanka im März 2008 

nach Indien begeben habe. Als sich die Lage in Sri Lanka wieder verbes-

sert habe, sei er im Jahr 2012 nach Sri Lanka zurückgekehrt. Kurz nach 

seiner Rückkehr sei er vom CID (Criminal Investigation Department) we-

gen möglicher Verbindungen zu den LTTE (Liberation Tigers of Tamil 

Eelam) festgenommen und inhaftiert worden. Während der Haft sei er wie-

derholt misshandelt worden. Durch Beziehungen seines Vaters und durch 

das Bezahlen einer hohen Geldsumme habe man schliesslich seine Frei-

lassung erwirken können, er sei jedoch bis 2014 unter Meldepflicht gestan-

den. Als es Ende 2015 beim CID zu einem Führungswechsel gekommen 

sei, habe man sämtliche Dossiers nochmals überprüft und er habe erfah-

ren, dass CID-Agenten an seinem Wohnort nach ihm gesucht hätten. Aus 

Angst vor weiteren Behelligungen durch das CID habe er sich in der Folge 

so schnell als möglich ausser Landes begeben.   

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er Geburtsregisterauszüge, 

einen Eheschein und seine Identitätskarte zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 26. September 2018 – eröffnet am 27. September 2018 

– stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2018 (Poststempel; Eingabe datiert vom  

25. Oktober 2018) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs-

gericht gegen diesen Entscheid Beschwerde und beantragte, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei fest-

zustellen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er in der Schweiz 

vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht stellte er den Antrag, ihm 

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sei das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und der Beschwerde sei 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zudem ersuchte er um Beiordnung 

einer amtlichen Rechtvertretung.  

Als Beschwerdebeilage reichte der Beschwerdeführer ein Affidavit seines 

Vaters C._______, datiert von August 2016, ein Bestätigungsschreiben «To 

Whom It May Concern» von D._______, (…), datiert vom 23. August 2018, 

ein Bestätigungsschreiben «To Whom It May Concern» des E._______, 

(…), datiert vom 30. August 2016 und seinen Arbeitsvertrag mit der (…), 

Appenzell, datiert vom 21. August 2018, zu den Akten.   

D. 

Mit Schreiben vom 31. Oktober 2018 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver-

fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 37 VGG i.V.m. 

Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet sich 

die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

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3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

3.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die 

Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-

dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-

blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 

(Art. 7 AsylG).  

4. 

4.1 In ihren Entscheiderwägungen hielt die Vorinstanz fest, die Schilderun-

gen des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten Repressalien 

durch das CID (Festnahme, Inhaftierung, Misshandlungen) seien zeitlich 

widersprüchlich, ausweichend, vage und detailarm ausgefallen, enthielten 

kaum Realkennzeichen und vermöchten somit nicht den Eindruck von tat-

sächlich Erlebtem zu erwecken. Auch die Umstände seiner Freilassung 

aus der Haft habe der Beschwerdeführer lediglich summarisch geschildert 

und er habe keine Dokumente eingereicht, die die geltend gemachte Inhaf-

tierung belegen würden. Die erneuten Behelligungen durch das CID kurz 

vor seiner Ausreise würden konstruiert und nur darauf angelegt erschei-

nen, der Ausreise ein Motiv zu verleihen. Aus all diesen Gründen – so das 

sinngemässe Schlussfazit des SEM – erfülle der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei. 

4.2 Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber in der Beschwerde auf 

den Standpunkt, dass er die geltend gemachten Repressalien durch das 

CID glaubhaft geschildert habe. So habe er seine Festnahme durch das 

CID in der Anhörung beschrieben und auf Nachfrage konkretisiert. Er sei 

entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung der Frage nach dem genauen 

Ablauf seiner Festnahme auch nicht ausgewichen. Unzutreffend sei auch 

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die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass er zu den Haftumständen kei-

nerlei Angaben gemacht habe. Er habe die Umstände seiner Haft sehr wohl 

erwähnt und sei auch auf die erlebten Misshandlungen eingegangen. Weil 

die Vorinstanz auf weitere Nachfragen verzichtet habe, sei er davon aus-

gegangen, dass seine Ausführungen genügten. Dass er seine Inhaftierung 

nicht dokumentieren könne, spreche nicht gegen seine Glaubwürdigkeit. 

Zur Zeit seiner Inhaftierung im Jahr 2012 habe es nämlich keine Polizei-

verwaltung in seinem Gebiet gegeben und die heimatlichen Behörden hät-

ten sicher kein Interesse daran, ihm Dokumente auszuhändigen, die seine 

unrechtmässige Haft belegten. Das SEM halte ihm sodann zu Unrecht vor, 

dass er die Umstände seiner Freilassung vage und undetailliert wiederge-

geben habe. Er habe in der Anhörung alles erzählt, was er zu den Umstän-

den seiner Freilassung wisse. Seine Schilderungen seien insgesamt somit 

glaubhaft ausgefallen und es erscheine nachvollziehbar, dass das CID kurz 

vor seiner Ausreise nochmals nach ihm gesucht habe. Er bestreite jedoch 

nicht, dass er zum Zeitpunkt seiner Festnahme, zur Dauer der Haft, zur 

Meldepflicht und zur erneuten Vorladung in den Befragungen zeitlich wi-

dersprüchliche Angaben gemacht habe. Er erkläre sich dies mit seiner 

grossen Nervosität und Überforderung.    

 

4.3 Entgegen der sinngemässen Beanstandung durch den Beschwerde-

führer hat die Vorinstanz die Beweisregel von Art. 7 AsylG nicht zu restriktiv 

gehandhabt. Bei eingehender Prüfung der Befragungsprotokolle wird bald 

deutlich, dass das SEM zu Recht Ungereimtheiten, einen fehlenden Reali-

tätsbezug und eine unzureichende Substanz in den Aussagen des Be-

schwerdeführers festgestellt hat. Die Würdigung dieser Unzulänglichkeiten 

als Erkennungsmerkmale für die Unglaubhaftigkeit der betreffenden Vor-

bringen im Sinne von Art. 7 Abs. 3 AsylG ist nicht zu beanstanden. So hat 

sich der Beschwerdeführer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz Unge-

reimtheiten hinsichtlich der Art und Weise entgegenhalten zu lassen, in 

welcher er gemäss seinen Angaben vom CID angegangen worden sein 

will. Im Gegensatz zur klaren Aussage in der Summarbefragung, dass er 

zwei bis drei Tage nach seiner Rückkehr aus Indien nach Sri Lanka vom 

CID festgenommen und einen Monat inhaftiert worden sei, liess er in der 

Anhörung verlauten, dass er erst einen Monat nach seiner Rückkehr von 

Indien nach Sri Lanka vom CID festgenommen und zirka ein halbes Jahr 

inhaftiert worden sei. Diese Widersprüche werden in der Beschwerde trotz 

darauf Bezug nehmender Einwendungen (vgl. daselbst, S. 6 f.) nicht auf-

gelöst und lassen sich auch nicht schlüssig auf die angebliche Nervosität 

und Überforderung des Beschwerdeführers zurückführen. In der Tat ist von 

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einem Menschen, der über aussergewöhnliche und zwangsläufig einpräg-

same Erlebnisse wie eine von Gewaltanwendung geprägte Haft berichtet, 

natürlicherweise zu erwarten, dass er das Naheliegende in den Vorder-

grund stellt. Demnach ist es schlechterdings nicht nachvollziehbar, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich der – vergleichsweise ausführlichen – 

Summarbefragung sowie im freien Bericht der Anhörung diese Zeitab-

schnitte derart unterschiedlich wiedergibt. Gleichermassen widersprüchlich 

äusserte sich der Beschwerdeführer auch im Zusammenhang mit der ihm 

angeblich auferlegten Meldepflicht. In der Summarbefragung gab er zu 

Protokoll, dass diese Pflicht bis Ende 2014 gegolten habe, wogegen er in 

der Anhörung im Unterschied hierzu erklärte, er habe lediglich bis Juli 2013 

einer solchen Pflicht unterstanden. Sodann ist mit der Vorinstanz einig zu 

gehen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers zu den angeblich durch 

die sri-lankischen Behörden gegen ihn gerichteten Repressalien grund-

sätzlich als substanzarm bezeichnet werden müssen, er – entgegen der 

Beschwerde – mithin anlässlich der Befragungen keine vertieften, mit Re-

alkennzeichen versehene Sachverhaltsschilderungen machte. Die Tatsa-

che, dass er in seiner freien Erzählung zahlreiche Angaben zu den Haft-

umständen und zu den Misshandlungen gemacht habe, wie in der Be-

schwerde darauf hingewiesen, ist für sich alleine noch kein Indiz für die 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen, zumal diese die notwendige Substanz ver-

missen lassen. Auch die vage Schilderung seiner Freilassung, bei der ihm 

sodann einflussreiche Kontakte seines Vaters nützlich gewesen sein sol-

len, überzeugt nicht, was auch die Vorinstanz zutreffend erkannt hat. Im 

Lichte der vorstehenden Erwägungen erscheint somit auch sein Vorbrin-

gen, dass er kurz vor seiner Ausreise nochmals vom CID aufgespürt wor-

den sein will, unglaubhaft. Insgesamt scheint hinter dem Aussageverhalten 

des Beschwerdeführers der Versuch erkennbar, einstudierte Informationen 

über tatsächliche Begebenheiten in seiner Heimatregion als Gerüst für eine 

vorgespiegelte Verfolgungsgeschichte zu benutzen. Hierauf deuten insbe-

sondere seine offensichtlichen Schwierigkeiten hin, seine eigene Hand-

lungsweise in den behaupteten Geschehnisverlauf einzubetten und eine 

nicht angebrachte Zurückhaltung abzulegen beim Hervorheben der logi-

scherweise wichtigen Punkte. An dieser Einschätzung vermögen auch die 

eingereichten Beweismittel (vgl. Bst. C vorstehend) nichts zu ändern. Den 

kommentarlos und in Kopie eingereichten Bestätigungsschreiben und dem 

Affidavit ist ein geringer Beweiswert zu attestieren, zumal die Dokumente 

keinerlei Sicherheitsmerkmale aufweisen und nach dem Gesagten als Ge-

fälligkeitsschreiben zu bewerten sind.  

 

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4.4 Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, das Bestehen einer begründeten Furcht 

vor Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden im Zeitpunkt seiner Aus-

reise im März 2016 darzulegen. Zu prüfen bleibt, ob ihm wegen seiner Zu-

gehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr in sein Heimatland 

ernsthafte Nachteile drohen würden. 

 

4.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O., E. 8.3). Zur Beur-

teilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in 

Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko-

faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder 

vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der «Stop-List» und 

die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als 

stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid 

dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung 

einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Feh-

len ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben 

und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach ri-

sikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weit-

reichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe 

tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen 

Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu 

lassen, und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die 

dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, 

deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren «Stop-List» ver-

merkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungs-

weise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen 

oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte 

für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch be-

tätigt hätten (vgl. a.a.O., E. 8). 

 

4.6 Entgegen den Vorbringen auf Beschwerdeebene erfüllt der Beschwer-

deführer keinen der stark risikobegründenden Faktoren. Gestützt auf die 

vorangehenden Erwägungen kann ihm nämlich nicht geglaubt werden, 

dass er zum Zeitpunkt seiner Ausreise aufgrund angeblicher Verbindungen 

zu den LTTE behördlich gesucht war. Sodann liegen die von ihm geltend 

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gemachten Verbindungen einzelner Familienangehöriger zu den LTTE be-

reits Jahrzehnte zurück und eigenen Angaben gemäss wurde er auch nie 

zu diesen Verbindungen befragt. Aus den Akten sind auch keine exilpoliti-

schen Tätigkeiten ersichtlich und solche werden auch nicht geltend ge-

macht. Schliesslich vermögen am fehlenden Risikoprofil des Beschwerde-

führers auch die weiteren schwach risikobegründenden Faktoren der feh-

lenden Identitätspapiere (Reisepass), der angeblichen illegalen Ausreise 

und dem Aufenthalt und dem Asylgesuch in der Schweiz nichts zu ändern. 

Zudem weist er offenbar keine Narben am Körper auf. Auch im Sinne einer 

Gesamtwürdigung lässt sich eine Gefährdung des Beschwerdeführers im 

oben dargelegten Sinn vorliegend nicht erkennen. Es ist somit davon aus-

zugehen, dass er nicht in der «Stop-List» aufgeführt ist. 

 

4.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver-

folgungsgründe ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

 

5. 

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

6. 

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-

genschaft nicht zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-

bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 

BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

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andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation von Tamilen, die aus ei-

nem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, im Hinblick 

auf eine EMRK-widrige Behandlung wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. 

gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 

10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde 

Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Be-

schwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 

2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, 

dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden 

Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im 

Rahmen der Beurteilung, ob der Betroffene ernsthafte Gründe für die Be-

fürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung 

ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die 

in Erwägung 4.5 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. EGMR, 

T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) – in Betracht gezogen werden, wobei 

dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzel-

nen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein 

«real risk» darstellten, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung er-

reichen könnten.  

Nachdem der Beschwerdeführer – wie in den vorstehenden Erwägungen 

ausgeführt – nicht darlegen konnte, dass er befürchten müsse, bei einer 

Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden 

in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, beste-

hen keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine 

menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. 

6.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka ist das 

Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegwei-

sungsvollzug in die Nordprovinz (damals noch offengelassen für das 

«Vanni-Gebiet») zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumut-

barkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder 

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sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (Urteil E-1866/2015 

E. 13.2). Der Beschwerdeführer hat bis zu seiner Ausreise zusammen mit 

seiner Ehefrau und seinem Sohn in B._______ (Jaffna Distrikt, Nord-Pro-

vinz) gelebt. Er verfügt über einen College-Schulabschluss und über Be-

rufserfahrung als (…) und (…). Es kann angenommen werden, dass er bei 

einer Rückkehr wieder bei seiner Familie wohnen und wirtschaftlich für sich 

wird sogen können. Zudem ist er jung und gesund.  

6.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich-

nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung 

seines Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente 

zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AslyG; BVGE 2008/34 E. 12). 

6.5 Die Vorinstanz hat somit den Wegweisungsvollzug zu Recht als zuläs-

sig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Auf 

den Prozessantrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung ist man-

gels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, zumal einer Beschwerde 

von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt und diese vorlie-

gend nicht entzogen wurde. 

8. 

Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten 

haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus demselben 

Grund kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

nicht stattgegeben werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE], SR 173.320.2) somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Ver-

zicht eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Simon Thurnheer Gian-Flurin Steinegger 

 

 

Versand: