# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc21b0e0-87ce-508d-ac18-70e065317724
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.07.2014 ZK1 2014 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-52_2014-07-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 07. Juli 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 52 08. Juli 2014

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schlenker
Aktuar ad hoc Decurtins

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 
10. April 2014, mitgeteilt am 11. April 2014, in Sachen der Beschwerdeführerin,

betreffend Weisung ambulante Suchttherapie,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die Eheleute X._____ und Y._____ wurden mit Urteil des Kantonsgerichts 
von Z._____ vom 19. September 2005 geschieden und die beiden aus der Ehe 
hervorgegangenen Kinder, A._____, geboren am _____1999, und B._____, gebo-
ren am _____2000, wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt (vgl. 
KESB act. 3). Im nämlichen Urteil wurde eine Erziehungsbeistandschaft im Sinne 
von Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) 
angeordnet, um die Mutter bei der Erziehung der Kinder zu unterstützen und den 
persönlichen Verkehr mit dem Vater zu überwachen. Als Beistand wurde C._____ 
eingesetzt.

B. Als X._____ zusammen mit ihren beiden Kindern im Frühjahr 2006 in 
O.1_____ Wohnsitz begründete, übernahm die Vormundschaftsbehörde des Krei-
ses Trins die bestehende Beistandschaft zur Weiterführung und setzte mit Be-
schluss vom 28. Juli 2006 (vgl. KESB act. 4) D._____ als neuen Beistand ein.

C. Nach einigen Wechseln in der Mandatsführung wurde am 1. Februar 2013 
schliesslich E._____ zur neuen Beiständin ernannt (vgl. KESB act. 19 und 20). In 
ihrem Zwischenbericht zu Handen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) Nordbünden vom 3. April 2013 (vgl. KESB act. 21) hielt diese fest, dass 
die Ziele der Beistandschaft bislang nicht erreicht worden seien. So vereitle die 
Mutter mit ihrem unkooperativen Verhalten die Durchführung des gerichtlich fest-
gelegten Besuchsrechts und sei im Übrigen mit der Erziehung der Kinder überfor-
dert. Die Kinder ihrerseits hätten aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen mit den 
verschiedenen Beiständen Mühe, die Unterstützung von ihr als Beiständin anzu-
nehmen und sie als Vertrauensperson zu akzeptieren. Zudem stellte E._____ fest, 
dass sich die Mutter in einer schlechten psychischen Verfassung befand. Da eine 
Zusammenarbeit mit X._____ derzeit nicht möglich sei, bat sie die KESB Nord-
bünden um Unterstützung. Am 10. April 2013 äusserte die Beiständin anlässlich 
eines Telefonats mit der KESB Nordbünden erstmals den Verdacht auf übermäs-
sigen Alkoholkonsum (vgl. KESB act. 22).

D. Nach Anhörung von Y._____ sowie der Kinder erliess die KESB Nordbün-
den am 25. Juni 2013 einen Entscheid, in welchem sie den Kindern gemäss Art. 
307 Abs. 3 ZGB die Weisung erteilte, mindestens zweimal monatlich an einer am-
bulanten Psychotherapie bei einer geeigneten Fachstelle teilzunehmen. Den El-
tern wurde die Weisung erteilt, auf Wunsch der Therapeuten an der ambulanten 
Psychotherapie der Kinder mitzuwirken und sich in Bezug auf Erziehungsfragen 

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beraten zu lassen. Zudem wurden sämtliche Beteiligte im Sinne von Art. 273 Abs. 
2 und 3 ZGB angehalten, bei der Umsetzung des bestehenden Besuchsrechts 
(jedes zweite Wochenende und drei Wochen Ferien pro Jahr) aktiv und kooperativ 
mit der Beistandsperson zusammenzuarbeiten. Entsprechend wurden im Disposi-
tiv die Aufgaben und Kompetenzen der Beiständin konkretisiert (vgl. KESB act. 
40).

E. Am 31. Januar 2014 trat X._____ freiwillig, aber auf Anraten ihres Hausarz-
tes F._____ in die Psychiatrische Klinik I._____ ein, während die Kinder vorüber-
gehend bei Gastfamilien untergebracht werden konnten (vgl. KESB act. 55). Wie 
F._____ auf Anfrage der KESB in seinem Schreiben vom 20. Februar 2014 aus-
führte (vgl. KESB act. 63 und 72), habe X._____ an einer Suchterkrankung mit 
Alkoholabusus sowie einer Depression gelitten und sei ganz klar therapiebedürftig 
gewesen. Sie habe die Notwendigkeit einer Therapie anerkannt, weshalb er sie 
zum Eintritt in die Klinik I._____ habe bewegen können. Ob sie sich tatsächlich 
einer Therapie unterziehe, habe sie jedoch davon abhängig gemacht, dass ihre 
Kinder während ihrer Abwesenheit angemessen betreut werden.

F. Am 10. Februar 2014 wurde X._____ von G._____ von der KESB Nord-
bünden in Anwesenheit von Dr. med. H._____, ihrem behandelnden Arzt, in der 
Klinik I._____ angehört. Dabei führte sie aus, dass sie derzeit stimmungsstabilisie-
rende Medikamente einnehme, nachdem es ihr beim Eintritt in die Klinik nicht gut 
gegangen sei. Sie anerkannte ihr Suchtproblem sowie die Notwendigkeit einer 
zweimonatigen stationären Suchttherapie, bat diesbezüglich jedoch um einige Ta-
ge Bedenkzeit. Mit der Notfallunterbringung ihrer Kinder bei Gastfamilien, welche 
ihr Hausarzt organisiert habe, sei sie einverstanden gewesen. Sie stehe mit ihren 
Kindern täglich in Kontakt und könne sich vorstellen, dass ihre Kinder − sofern 
diese damit ebenfalls einverstanden seien − längerfristig bei diesen Gastfamilien 
platziert werden würden (vgl. KESB act. 60).

G. In ihrem Bericht über X._____ vom 7. März 2014 (vgl. KESB act. 81) hielt 
die Klinik I._____ fest, dass diese gegenwärtig an einer mittelgradigen Episode 
ihrer rezidivierenden depressiven Störung leide (F33.1) und auch ein Alkoholab-
hängigkeitssyndrom offenbare (F10.2). Am 16. Februar 2014 sei sie aus der Klinik 
ausgetreten, wobei ihr psychischer Zustand − abgesehen von einer leichten Ent-
spannung und inneren Beruhigung − im Vergleich zum Eintrittsstatus im Wesentli-
chen unverändert gewesen sei. Die Klinik habe sie deshalb verlassen, weil sie die 
befürchtete Fremdplatzierung ihrer Kinder habe verhindern wollen. Aus dem Be-

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richt geht hervor, dass aus Sicht der Klinik I._____ eine Weiterführung der Sucht-
therapie sehr wichtig gewesen wäre.

H. Nachdem die KESB Nordbünden durch den vorerwähnten Bericht der Klinik 
I._____ darüber informiert worden war, dass X._____ die Klinik verlassen und 
damit die stationäre Therapie abgebrochen hatte, lud sie diese zu einem persönli-
chen Gespräch ein. Da dieses jedoch nicht zustande kam, wurde X._____ mittels 
Schreiben vom 2. April 2014 zur Behördensitzung vom 10. April 2014 vorgeladen 
(vgl. KESB act. 84). In diesem Schreiben wurde X._____ darüber informiert, dass 
die KESB eine an sie gerichtete Weisung zur Teilnahme an einer verbindlichen 
ambulanten Suchttherapie in einer geeigneten Therapiestelle prüfe.

I. Mit Schreiben vom 5. April 2014 teilte X._____ der KESB mit, dass sie der 
Vorladung zur Behördensitzung vom 10. April 2014 nicht Folge leisten werde (vgl. 
KESB act. 90). Die Klinik habe sie − entgegen den Ausführungen im Bericht der 
Klinik I._____ − nicht aus Angst vor einer Fremdplatzierung ihrer Kinder verlassen, 
sondern deshalb, weil ohne ihr Wissen Gespräche mit ihren Kindern geführt wor-
den seien und diesen dabei von einer bereits beschlossenen zweimonatigen The-
rapieteilnahme ihrer Mutter berichtet worden sei, obwohl sie sich selbst noch gar 
nicht definitiv dazu entschlossen hatte. Ihr diesbezüglicher Entscheid habe sie da-
von abhängig gemacht, wo ihre Kinder während ihrer Abwesenheit untergebracht 
worden wären. Schliesslich führte sie aus, dass sie mit der beabsichtigten Wei-
sung zur Teilnahme an einer verbindlichen ambulanten Suchttherapie nicht ein-
verstanden sei.

J. Mit Entscheid vom 10. April 2014, mitgeteilt am 11. April 2014, erkannte die 
KESB Nordbünden was folgt:

"1. X._____ wird die Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB)

- mit Hilfe ihres Hausarztes oder eines anderen dafür geeigneten 
Arztes bis Ende April 2014 die Voraussetzungen für eine ambulan-
te Suchttherapie (nämlich ärztlich begleiteter und bestätigter Alko-
holentzug) zu erfüllen;

- im Sinne der Erwägungen ab Anfang Mai 2014 aktiv an einer am-
bulanten Suchttherapie in einer geeigneten Therapiestelle mitzu-
wirken mit derzeit unbegrenzter Therapiedauer. Zur Kontrolle der 
Alkoholabstinenz sind regelmässige Atemtests und zweimonatliche 
Blutkontrollen durch einen Arzt abnehmen zu lassen;

- nach Beginn der ambulanten Suchttherapie vom behandelnden 
Therapeuten bzw. der behandelnden Therapeutin eine schriftliche 
Bestätigung des Therapiebeginns ausstellen zu lassen und diese 
unverzüglich der KESB Nordbünden zukommen zu lassen;

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- nach drei Monaten einen ersten Verlaufsbericht vom Therapeuten 
bzw. von der Therapeutin inkl. Ergebnisse der Blut- und Atemtest 
einzufordern und diesen der KESB Nordbünden zukommen zu las-
sen.

2. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten für diesen Entscheid im Be-
trag von Fr. 860.-- wird aufgrund der aktuell angespannten Einkom-
mens- und Vermögensverhältnisse der Mutter von A._____ und 
B._____ (X._____) verzichtet.

3. (Rechtsmittelbelehrung; Die Beschwerde hat keine aufschiebende 
Wirkung).

4. (Eröffnung).

5. (Mitteilung)."

K. Hiergegen erhob X._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) mit Eingabe 
vom 24. April 2014 (Poststempel 28. April 2014) beim Kantonsgericht von 
Graubünden Beschwerde. Darin führte sie − wie schon in ihrem Schreiben vom 
5. April 2014 (vgl. KESB act. 90) − aus, dass sie sich durch das Vorgehen der Bei-
ständin und der KESB, welche hinter ihrem Rücken Gespräche mit ihren Kindern 
geführt hätten, übergangen fühle. Zudem wehrte sie sich gegen die mittels Wei-
sung angeordnete Suchttherapie. Sie sei nun seit drei Monaten "trocken" und 
nehme unter ärztlicher Aufsicht zweimal wöchentlich das Medikament Antabus 
ein. Eine psychologische Therapie könne sie sich vorstellen, aber momentan sei 
ihr Vertrauen zur Beiständin und zur KESB etwas beeinträchtigt.

L. In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2014 beantragte die KESB Nord-
bünden die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 
werden könne. Unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid und die Akten 
verzichtete sie auf weitere Ausführungen.

M. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Diese 
Bestimmung ist entgegen dem Wortlaut des Gesetzes nicht nur auf das Verfahren 
vor der Erwachsenenschutzbehörde, sondern grundsätzlich ebenso im Kindes-
schutzverfahren anwendbar. Dies lässt sich aus Art. 440 Abs. 3 ZGB ableiten, wo-

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nach der Erwachsenenschutzbehörde auch die Aufgaben der Kindesschutzbehör-
de zukommt (vgl. Daniel Steck, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 
Personen- und Familienrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf, N 6 zu Vorb. zu Art. 
443 ff. ZGB). Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden 
die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach 
Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in 
erster Linie die von der Anordnung der KESB direkt betroffene Person (Daniel 
Steck, in: Geiser/Reusser, Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 
2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, 
Zürich 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). Die Beschwerdeführerin ist somit als unmit-
telbar Betroffene des Entscheids klar zu dessen Anfechtung legitimiert.

b) Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schrift-
lich und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforde-
rungen gestellt werden dürfen (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 
2006, BBl 7001, S. 7085; Steck, Basler Kommentar, N 42 zu Art. 450 ZGB). Der 
angefochtene Entscheid der KESB vom 10. April 2014 wurde der Beschwerdefüh-
rerin am 11. April 2014 mitgeteilt. Die Beschwerde vom 28. April 2014 (Poststem-
pel) erfolgte demnach innert Frist und genügt im Übrigen auch den Formerforder-
nissen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2.a) Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO 
aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 
entscheiden.

b) Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (Steck, Basler Kommentar, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für 
die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialma-

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xime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsät-
ze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch 
auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Au-
er/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachse-
nenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Schmid, 
a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, Fam-
Kommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). Da die Behör-
de nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes wegen 
anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurteilung des Betroffenen über 
die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeutung für den Ent-
scheid der KESB bzw. der Beschwerdeinstanz (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 40 zu 
Art. 446 ZGB).

c) Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 
Die Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche 
Urteil in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann 
(Botschaft, a.a.O., S. 7085; Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

d) Gemäss Art. 450c ZGB kommt der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu, 
sofern die Erwachsenenschutzbehörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz 
nichts anderes verfügt. Die KESB Nordbünden hat die aufschiebende Wirkung im 
angefochtenen Entscheid jedoch ausdrücklich entzogen (vgl. Ziff. 3 des Disposi-
tivs).

3.a) Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde ist der Entscheid der 
KESB Nordbünden vom 10. April 2014, mit welcher der Beschwerdeführerin im 
Rahmen eines Kindesschutzverfahrens nach Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung 
erteilt wurde, zunächst die Voraussetzungen für eine ambulante Suchttherapie zu 
erfüllen und anschliessend an einer entsprechenden Therapie mitzuwirken. Vorab 
ist festzuhalten, dass dieses Vorgehen der KESB grundsätzlich zulässig ist: Wo 
die Eltern ihre umfassende Verantwortung für ihr Kind zeitweise oder dauernd 
nicht (mehr) übernehmen können und dadurch das Wohl des Kindes gefährdet 
wird, hat die KESB geeignete Massnahmen zu treffen (vgl. Peter Breitschmid, in: 
Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 4. Auflage, 
Basel 2010, N 1 zu Art. 307 ZGB). Dazu kann die Behörde insbesondere die El-

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tern ermahnen oder ihnen bestimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder 
Ausbildung erteilen (Art. 307 Abs. 3 ZGB). Unter anderem ist die KESB befugt, 
eine Weisung für die Durchführung einer Therapie zu erteilen (vgl. Breitschmid, 
a.a.O., N 22 zu Art. 307 ZGB sowie Urteile des Bundesgerichts 5A_852/2011 vom 
20. Februar 2012 E. 6 und 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 4.3 bezüglich 
einer Gesprächstherapie). 

b) Aufgrund der Aktenlage ist die vorliegende Weisung zur Mitwirkung an einer 
ambulanten Suchttherapie nicht zu beanstanden. Wie aus dem Schreiben des 
Hausarztes F._____ vom 20. Februar 2014 und dem Bericht der Klinik I._____ 
vom 7. März 2014 hervorgeht, leidet die Beschwerdeführerin an einer Suchter-
krankung mit Alkoholabusus. Deren Therapiebedürftigkeit sehen zwar sowohl die 
Beschwerdeführerin selbst wie auch die Kinder grundsätzlich ein (vgl. etwa KESB 
act. 60 und 72). Die Beschwerdeführerin bekundete allerdings Mühe, sich zum 
definitiven Antritt einer Entzugstherapie durchzuringen. Da die Suchterkrankung 
zu einem Zustand der psychischen Angeschlagenheit führte und die Beschwerde-
führerin insbesondere mit ihren Erziehungsaufgaben zunehmend überfordert war, 
hat die KESB Nordbünden die Beschwerdeführerin in ihrem Entscheid vom 
10. April 2014 zu Recht zur Aufnahme einer ambulanten Suchttherapie angewie-
sen, zumal diese in direktem Zusammenhang mit der Wahrung des Kindeswohls 
steht.

c) Eine genaue Begründung, weshalb die Beschwerdeführerin mit der Wei-
sung der KESB nicht einverstanden ist, ist ihrer Beschwerdeschrift nicht zu ent-
nehmen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es sich nach dem von ihr geschil-
derten Vertrauensbruch im Verhältnis zur Beiständin und der KESB um eine Art 
Trotzreaktion handelt. Wie sich aus den Akten ergibt, ist sie sich der Therapiebe-
dürftigkeit ihrer Alkoholsucht nämlich grundsätzlich bewusst. Bis anhin machte die 
Beschwerdeführerin den Antritt einer Suchttherapie stets davon abhängig, wo ihre 
Kinder während ihrer Abwesenheit untergebracht und wie sie betreut werden. 
Auch in ihrer Beschwerdeschrift kommt sie abermals darauf zu sprechen (vgl. act. 
A.1 S. 1). Soweit sie sich mit diesem Argument gegen die von der KESB auferleg-
te Weisung zu wehren versucht, geht sie in ihrer Beschwerde von falschen Vor-
aussetzungen aus. Mit dem angefochtenen Entscheid der KESB wird nämlich − 
bis auf den zweiwöchigen stationären Alkoholentzug, mit welchem die Vorausset-
zungen für eine ambulante Suchttherapie geschaffen werden sollen − nur eine 
ambulante Therapie angeordnet; eine Fremdplatzierung der Kinder steht gar nicht 
zur Debatte. Zudem befindet sich die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Aus-
sagen in ihrer Beschwerdeschrift bereits in ambulanter ärztlicher Behandlung und 

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ist seit drei Monaten abstinent. Umso leichter wird es ihr also fallen, die Weisung 
der KESB zu erfüllen. Die Voraussetzungen für eine ambulante Suchttherapie 
scheinen folglich ebenso vorhanden zu sein wie der grundsätzliche Wille, sich ei-
ner entsprechenden Therapie zu unterziehen. Eine solche sollte sie nicht zuletzt 
auch ihren Kindern zuliebe, welche unter der Alkoholabhängigkeit ihrer Mutter zu 
leiden scheinen, auf sich nehmen.

d) Am Ende ihrer Beschwerdeschrift bringt die Beschwerdeführerin zum Aus-
druck, dass sie auch eine psychologische Therapie in Erwägung ziehe. Relativie-
rend fügt sie jedoch an, dass ihr Vertrauen nach dem Vorgefallenen aber sehr ge-
litten habe. Zur Verbesserung und Stabilisierung ihres psychischen Zustandes ist 
die von der Beschwerdeführerin selbst ins Spiel gebrachte psychologische oder 
psychiatrische Therapie sicherlich zu empfehlen. Zu beachten ist nämlich, dass 
gemäss dem Bericht der Klinik I._____ vom 7. März 2014 (vgl. KESB act. 81) als 
Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung (F33.1) mit gegenwärtig 
mittelgradiger Episode genannt wird, während das (Alkohol-)Abhängig-
keitssyndrom (F10.2) lediglich eine Nebenfolge darstelle (vgl. dazu auch den Be-
richt des Hausarztes F._____ vom 20. Februar 2014; KESB act. 72). Es könnte 
also ohne weiteres sein, dass der Alkoholabusus der Beschwerdeführerin lediglich 
eine Folge des psychisch labilen Zustandes und ihrer persönlichen Überforderung 
darstellt. Um eine nachhaltige Besserung ihres Gesundheitszustands zu errei-
chen, müsste bei dieser Ausgangslage zweifellos auch die Ursache, nämlich die 
psychische Störung, therapiert werden. Im Hinblick auf die Zusatzbemerkung am 
Ende der Beschwerdeschrift, wonach das Vertrauensverhältnis nach dem Vorge-
fallenen beeinträchtigt sei, ist der Beschwerdeführerin vor Augen zu führen, dass 
sie die Suchttherapie weder für die Beiständin ihrer Kinder noch für die KESB, 
sondern für sich selbst und insbesondere für ihre Kinder in Angriff zu nehmen hat.

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die im angefochtenen Entscheid 
erteilte Weisung zur Mitwirkung an einer ambulanten Suchttherapie angesichts der 
konkreten Umstände und insbesondere des gesundheitlichen Zustandes der Be-
schwerdeführerin nicht zu beanstanden ist. Mit der Teilnahme an einer ambulan-
ten Suchttherapie sowie allenfalls einer psychologischen oder psychiatrischen 
Nachbehandlung kann die Beschwerdeführerin nicht nur ihren Zustand nachhaltig 
verbessern, sondern der Beiständin der Kinder und auch der KESB gleichzeitig 
beweisen, dass sie sich auf dem Wege der Besserung befindet und gewillt ist, ihr 
anerkanntes Problem − nicht zuletzt auch ihren Kindern zuliebe − entschlossen 
anzupacken. Damit ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen.

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5. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im kindes- und erwachse-
nenschutzrechtlichen Beschwerdeverfahren verweist Art. 450f ZGB subsidiär auf 
die Bestimmungen der ZPO, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. 
Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei 
auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.-- demnach grundsätz-
lich von der Beschwerdeführerin zu tragen. Aufgrund der Feststellung der Vor-
instanz, dass die Beschwerdeführerin Sozialhilfeempfängerin ist, werden diese 
Kosten gestützt auf Art. 63 Abs. 3 EGzZGB jedoch auf die Gerichtskasse genom-
men.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.-- verblei-
ben beim Kanton Graubünden und gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: