# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29aa4bea-2ab9-5bb3-bd96-7e5776cff5ca
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.06.2018 SB160453
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160453_2018-06-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB160453-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bussmann 

 

Urteil vom 1. Juni 2018 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
5. B._____,  
6. C._____,  
7. D._____,  
8. E._____,  
9. F._____,  
10. G._____,  
Privatkläger und I. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

5, 6, 7, 8, 9, 10 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. H. Wieser, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin  

 

gegen 

 

1. H._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ 

 

-   2   - 

2. I._____,  
3. J._____,  
5. K._____,  
6. L._____,  
Beschuldigte und II. Berufungskläger 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ 

5 verteidigt durch Fürsprecher Dr. iur. Y4._____ 

6 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y5._____ 

betreffend  

schwere Körperverletzung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 21. September 2016 (DG160091) 

 

sowie 

X1._____, lic. iur. 

betreffend 

Entschädigung unentgeltliche Vertretung 
 

Beschwerde der unentgeltlichen Vertretung gegen ein Urteil des  
Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) 

 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 18. März 

2016 (Urk. 22/1) sowie die Korrekturen der Anklageschrift vom 17. Juni 2016 

(Urk. 43) sind diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 104 S. 101 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte K._____ ist schuldig 

- der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

sowie 

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB.  

2. Der Beschuldigte H._____ ist schuldig 

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB.  

3. Der Beschuldigte L._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB.  

4. Der Beschuldigte J._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB.  

5. Der Beschuldigte I._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB.  

6. Der Beschuldigte M._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB.  

7. Der Beschuldigte K._____ wird bestraft mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

140 Tage durch Haft erstanden sind. 

-   4   - 

8. Der Beschuldigte H._____ wird bestraft mit 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 26 

Tage durch Haft erstanden sind. 

9. Der Beschuldigte L._____ wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

21 Tage durch Haft erstanden sind. 

10. Der Beschuldigte J._____ wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

23 Tage durch Haft erstanden sind. 

11. Der Beschuldigte I._____ wird bestraft mit 13 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

23 Tage durch Haft erstanden sind. 

12. Der Beschuldigte M._____ wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe. 

13. Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten K._____ wird vollzogen.  

14. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten H._____ wird im Umfang von 

18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen 

(12 Monate, abzüglich 26 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.  

15. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten L._____ wird im Umfang von 

9 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen 

(9 Monate, abzüglich 21 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.  

16. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten J._____ wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

17. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten I._____ wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

18. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten M._____ wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

19. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 13. September 2013 gegen den Beschuldigten K._____ ausgefällten Geld-

strafe von 15 Tagessätzen zu CHF 80 wird widerrufen.  

-   5   - 

20. Der Privatkläger 1 wird mit seinem Schadenersatzbegehren gegen den Beschuldig-

ten K._____ im Betrag von CHF 5'400 zzgl. Zins auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

21. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte K._____ gegenüber dem Privatkläger 1 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der 

Privatkläger 1 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

22. Der Privatkläger 8 wird mit seinem Schadenersatzbegehren gegen den Beschuldig-

ten K._____ im Betrag von CHF 12'107.80 zzgl. Zins auf den Weg des Zivilprozes-

ses verwiesen. 

23. Der Beschuldigte K._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 CHF 25'000 zuzüg-

lich 5 % Zins ab 26. Juli 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

24. Der Beschuldigte K._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin 5 CHF 10'000 und 

der Privatklägerin 6 CHF 5'000 je zuzüglich 5 % Zins ab 26. Juli 2015 als Genugtu-

ung zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

25. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 7-10 werden abgewiesen.  

26. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger 1 und 5-10 gegen 

die Beschuldigten H._____, I._____, J._____, M._____ und L._____ werden abge-

wiesen.  

27. Die Beschuldigten K._____, H._____, L._____, J._____ und I._____ werden in so-

lidarischer Haftbarkeit verpflichtet, der Privatklägerin 11 Schadenersatz von 

CHF 1'916.65 zuzüglich 5 % Zins ab 11. August 2015  zu bezahlen.   

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen.  

28. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 11 gegen N._____ wird nicht 

eingetreten.  

29. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 4 wird auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen.  

-   6   - 

30. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 4 wird abgewiesen. 

31. Der Beschuldigte M._____ wird verpflichtet, sich innerhalb von 30 Tagen nach Ein-

tritt der Rechtskraft bei der Kantonspolizei Zürich, Erkennungsdienst, Zeughaus-

strasse 11, 8004 Zürich zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wangen-

schleimhautabnahme zur Erstellung eines DNA-Profils zu melden. Die Kantonspoli-

zei Zürich wird mit dem Vollzug dieser Massnahme beauftragt.  

32. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Privat-

klägers 1: 

- A008'403'416 (Herrenjacke olivgrün) 
- A008'403'427 (schwarzes T-Shirt) 
- A008'403'438 (Herrenschuhe) 
- A008'403'449 (Herrenhose) 

werden dem Privatkläger 1 ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate da-

nach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser Frist werden die 

Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

33. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Privatklä-

gers 2: 

- A008'403'450 (blau/rotes Gillet) 
- A008'403'461 (Jeanshose grau) 
- A008'403'472 (grau/weisses T-Shirt) 
- A008'403'483 (Sportschuhe Adidas) 

werden dem Privatkläger 2 ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate da-

nach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser Frist werden die 

Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

34. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen der Privat-

klägerin 3: 

- A008'403'494 (weisser Pullover) 

werden der Privatklägerin 3 ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate da-

nach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser Frist werden die 

Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

-   7   - 

35. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Beschuldig-

ten K._____: 

- A008'426'446 (T-Shirt weiss) 
- A008'474'188 (Sportschuhe weiss) 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

36. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Beschuldig-

ten H._____: 

- A008'449'385 (Hose schwarz) 
- A008'449'396 (T-Shirt schwarz) 
- A008'449'409 (Schuhe weiss) 
- A008'449'432 (Baseball-Cap rot) 

werden dem Beschuldigten H._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 

3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser 

Frist werden die Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

37. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Beschuldig-

ten L._____: 

- A008'459'129 (Sportschuhe blau) 
- A008'459'130 (Hose blau) 
- A008'459'141 (T-Shirt weiss-schwarz) 

werden dem Beschuldigten L._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 

3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser 

Frist werden die Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

38. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Beschuldig-

ten I._____: 

- A008'459'152 (Herrenhose oliv) 
- A008'459'209 (Pullover weiss) 
- A008'459'221 (Baseball-Cap NY schwarz) 
- A008'459'878 (Sportschuhe schwarz) 

werden dem Beschuldigten I._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 

3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser 

Frist werden die Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

-   8   - 

39. Die beim Forensischen Institut Zürich gelagerten Sicherstellungen des Beschuldig-

ten J._____: 

- A008'459'345 (Baseball-Cap NY rot) 
- A008'459'367 (Bluejeans) 
- A008'459'389 (Sportschuhe rot) 
- A008'459'403 (T-Shirt weiss) 

werden dem Beschuldigten J._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 

3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser 

Frist werden die Sicherstellungen dem FOR Zürich zur Vernichtung überlassen.  

40. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'667.00   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 4'500.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 320.60   Auslagen Untersuchung  

Fr. 2'273.45   Gutachten/Expertisen 

Fr. 300.00   Spruchgebühr Obergericht des Kt. Zürich (nur Bes. J._____) 

Fr. 70'872.15   amtliche Verteidigungen 

Fr. 12'000.00   unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers A._____ 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

41. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten, werden den Beschul-

digten in folgendem Umfang auferlegt: 

- Beschuldigter K._____:  2/8 
- Beschuldigter H._____: 2/8 
- Beschuldigter L._____.  1/8 
- Beschuldigter I._____:  1/8 
- Beschuldigter M._____:  1/8 
- Beschuldigter J._____:  1/8; dem Beschuldigten J._____ werden zudem 

die Kosten für das Haftbeschwerdeverfahren vor 
dem Obergericht des Kantons Zürich in der  
Höhe von CHF 300 auferlegt.  

-   9   - 

42. Die Kosten der amtlichen Verteidiger Y2._____, Y3._____, Y5._____, Y6._____ 

und Y7._____ (frühere amtliche Verteidigung des Beschuldigten K._____) sowie 

der amtlichen Verteidigerinnen Y1._____ und Y7._____ (frühere amtliche Verteidi-

gung des Beschuldigten K._____) werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

43. Die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklägers 1 werden auf die 

Gerichtskasse genommen.  

44. Auf die Entschädigungsforderungen der Privatkläger 5-10 und der Privatklägerin 11 

wird nicht eingetreten.  

45. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand des Privatklägers 1 mit CHF 12'000 (inkl. MWST) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

46. Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidi-

gerin des Beschuldigten H._____ mit CHF 13'655.10 (inkl. MWST) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.  

47. Rechtsanwalt lic. iur. Y5._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Vertei-

diger des Beschuldigten L._____ mit CHF 11'773.25 (inkl. MWST) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. 

48. Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Vertei-

diger des Beschuldigten I._____ mit CHF 14'743.10 (inkl. MWST) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.  

49. Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten J._____ mit CHF 13'002.55 (inkl. MWST) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

50. Rechtsanwalt Dr. iur. Y6._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Vertei-

diger des Beschuldigten M._____ mit CHF 7'229.90 (inkl. MWST) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

51. (Mitteilungen) 

52. (Rechtsmittel)" 

-   10   - 

 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 12 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten 1, H._____: 

 (Urk. 193 S. 3) 

1. Es seien die Dispositivziffer 8 und 14 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) aufzuheben und der 

Beschuldigte H._____ sei mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 26 Tage 

durch Haft erstanden sind, zu bestrafen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des 

Beschuldigten H._____ sei aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre 

festzusetzen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % beziehungs-

weise 7.7 % MWST zu Lasten der Staatskasse.  

 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten 2, I._____: 

(Urk. 194 S. 1 f.) 

1. Ziffer 11 des Urteilsdispositivs des Urteils (nachfolgend "erstinstanzliches 

Urteil") des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung (nachfolgend "erstinstanz-

liches Gericht" oder "Vorinstanz") vom 21.09.2016 (Geschäftsnummer: 

DG160091-L/Seite 102), sei aufzuheben und neu wie folgt zu fassen: 

"Der Beschuldigte I._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

23 Tage durch Haft erstanden sind." 

2. Die restlichen den Beklagten betreffenden Ziffern des Urteilsdispositivs sei-

en im erstinstanzlichen Urteil unverändert zu belassen. Insbesondere sei Zif-

fer 17 des Urteilsdispositivs im erstinstanzlichen Urteil wie folgt zu belassen: 

-   11   - 

"Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten I._____ wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt." 

3. Die Verfahrenskosten (Berufungsverfahren), sind von der Staatskasse zu 

tragen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. MWST) sind definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

c) Der Verteidigung des Beschuldigten 3, J._____: 

(Urk. 195 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB schuldig 

zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 

180 Tagessätzen zu Fr. 50.00 zu bestrafen, unter Anrechnung der erstan-

denen Untersuchungshaft. 

3. Der Beschuldigte J._____ sei in solidarischer Haftbarkeit mit den Beschul-

digten K._____, H._____, L._____ und I._____ zu verpflichten, der O._____  

Schadenersatz von CHF 1'916.15 zuzüglich 5 % Zins ab 11. August 2015 zu 

bezahlen.  

Allfällige weitere Zivilansprüche seien auf den Zivilweg zu verweisen.  

4. Die Verfahrenskosten (Untersuchungs- und Gerichtskosten) seien dem Be-

schuldigten anteilsmässig aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

d) Der Verteidigung des Beschuldigten 5, K._____: 

(Urk. 196 S. 1 f.) 

Ziffer 1  

Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der schweren Körperverletzung im Sinne 

-   12   - 

von Art. 122 Abs. 1 StGB freizusprechen. Der Schuldspruch betreffend 

Raufhandel im Sinne von Art. 133 sei hingegen zu bestätigen. 

Ziffer 7  

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten, wovon 

140 Tage durch Haft erstanden sind, zu bestrafen. 

Ziffer 13  

Dem Beschuldigten sei für die ausgefällte Freiheitsstrafe der bedingte Straf-

vollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

Ziffer 23  

Die Genugtuungsforderung des Privatklägers 1 sei vollumfänglich abzu-

weisen. 

Ziffer 24  

Die Genugtuungsforderungen der Privatklägerin 5 sowie der Privatklägerin 6 

seien vollumfänglich abzuweisen. 

Ziffer 41  

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten) seien 

dem Beschuldigten im Umfange von einem Sechstel aufzuerlegen. 

Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% MWST). 

 

e) Der Verteidigung des Beschuldigten 6, L._____: 

(Urk. 121 S. 2, Prot. II S. 23) 

1. Unter Aufhebung des Dispositiv Ziff. 3., 9, 27 und 41 des Urteils der Vor-

instanz vom 21. September 2016 im Dossier DG160091-L sei der Beschul-

digte von Schuld und Strafe freizusprechen. 

-   13   - 

2. Alles unter Prozesskosten, also die ersten und zweiten Gerichtskosten und 

die Parteientschädigung (zzgl. MWST), zu Lasten der Staatskasse.  

 

f) Der Staatsanwaltschaft:  

(Urk. 199 S. 3) 

1. Der Beschuldigte K._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu be-

strafen. 

2. Der Beschuldigte H._____ sei der schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 

3 ½ Jahren zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte L._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu 

bestrafen. Hälftig aufgeschoben, hälftig bedingt.  

4. Der Beschuldigte I._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu 

bestrafen. 

5. Der Beschuldigte J._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten zu 

bestrafen. 

 

g) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers 1, A._____: 

(Urk. 197 S. 4 f.) 

1. Die Dispositivziffer 1 erster Spiegelstrich des Urteils des Bezirksgerichts  

Zürich, 9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) sei aufzuheben 

bzw. zu erweitern und der Beschuldigte 5 und II. Berufungskläger K._____ 

sei der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 

bzw. Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Die Dispositivziffer 2 erster Spiegelstrich des Urteils des Bezirksgerichts  

Zürich, 9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) sei aufzuheben 

und der Beschuldigte 1 und II. Berufungskläger H._____ sei der schweren 

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Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und 2 bzw. Abs. 3 StGB 

schuldig zu sprechen. 

3. Die Dispositivziffern 23 und 26 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) seien aufzuheben bzw. 

zu erweitern und die Beschuldigten und II. Berufungskläger H._____,  

I._____, J._____, K._____ und L._____, eventualiter die Beschuldigten und 

II. Berufungskläger H._____ und K._____, seien unter solidarischer Haftung 

zu verpflichten, dem Privatkläger und I. Berufungskläger sowie Anschlussbe-

rufungskläger A._____ Genugtuung in der Höhe von Fr. 60'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit dem 26. Juli 2015 zu bezahlen. 

4. Die Dispositivziffern 21 und 26 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 21. September 2016 (DG160091) seien aufzuheben bzw. 

zu erweitern und es sei festzustellen, dass die Beschuldigten und II. Beru-

fungskläger H._____, I._____, J._____, K._____ und L._____, eventualiter 

die Beschuldigten und II. Berufungskläger H._____ und K._____, beim Pri-

vatkläger und I. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger A._____ 

widerrechtlich, verschuldet und kausal einen Schaden verursacht und einen 

Genugtuungsanspruch ausgelöst haben und daher unter solidarischer Haf-

tung dem Grundsatz nach zu verpflichten sind, dem Privatkläger und I. Beru-

fungskläger sowie Anschlussberufungskläger A._____ weiteren Schaden 

und weitere Genugtuung, welche aus dem Vorfall vom 26. Juli 2015 herrüh-

ren, zu bezahlen. 

5. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 

21. September 2016 (DG160091) - mit Ausnahme von Dispositivziffer 45 - 

zu bestätigen. 

6. Dem Privatkläger und I. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

A._____ sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren und in der Person des Sprechenden einen unentgeltlichen 

Rechtsvertreter zu bestellen. 

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7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten und II. Beru-

fungsklägern H._____, I._____, J._____, K._____ und L._____, unter solida-

rischer Haftung aufzuerlegen. 

h) Des Rechtsvertreters der Privatkläger 5-10: 

(Urk. 198 S. 2 f.) 

1. Ziffern 24., 25. und 26 (S. 103 unten, S. 104 oben) der Urteile des Bezirks-

gerichts Zürich, 9. Abteilung vom 21. September 2016 seien aufzuheben. 

2. Die Beschuldigten 1, 2, 3, 5 und 6 seien unter solidarischer Haftung zu ver-

pflichten, den Privatklägern folgende Genugtuung zu bezahlen: 

5 B._____  CHF 20'000.00 

6 C._____  CHF 15'000.00 

7 D._____  CHF   2'000.00 

8 E._____  CHF 10'000.00 

9 F._____  CHF 10'000.00 

10 G._____ CHF   5'000.00 

je zuzüglich Zins zu 5% seit 26.07.2015 

3. Eventuell: 

Die Beschuldigten H._____ und K._____ seien solidarisch zu verpflichten, 

den Privatklägern folgende Genugtuung zu bezahlen: 

5 B._____  CHF 20'000.00 

6 C._____  CHF 15'000.00 

7 D._____  CHF   2'000.00 

8 E._____  CHF 10'000.00 

9 F._____  CHF 10'000.00 

10 G._____ CHF   5'000.00 

je zuzüglich Zins zu 5% seit 26.07.2015 

Zur Anschlussberufung gegen die Berufungen von 1 H._____ und 5 K._____ stel-

le ich folgende Anträge: 

-   16   - 

1. Ziffer 1 erstes Lemma und Ziffer 2 erstes Lemma, des Urteils des Bezirks-

gerichtes Zürich vom 21. September 2016 seien aufzuheben. 

2. Die Beschuldigten 1 H._____ und 5 K._____ seien der schweren  

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und 3 StGB schuldig zu 

sprechen. 

Die Kosten des Verfahrens und der Vertretung der Privatklägerschaft seien den 

Beschuldigten und Berufungsklägern aufzuerlegen. 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 21. September 2016 wurde den Parteien gleichentags mündlich 

eröffnet (Urk. 104 S. 109, Prot. I S. 33 ff.). Abgesehen vom Beschuldigten 4 ha-

ben sämtliche Beschuldigten rechtzeitig Berufung angemeldet. Die amtlichen Ver-

teidiger der Beschuldigten 2, 3 und 5 meldeten am 22. September 2016 Berufung 

an (Urk. 90, 91, 92). Die Berufungsanmeldungen des Beschuldigten 1 und 6 gin-

gen am 28. September 2016 bzw. 29. September 2016 ein (Urk. 95, 96). Ebenso 

Berufung anmelden liessen der Privatkläger 1 am 28. September 2016 und die 

Privatkläger 5, 6, 7, 8, 9 und 10 am 21. September 2016 (Urk. 89, 94). Nach Zu-

stellung des begründeten Urteils reichten die Verteidiger der Beschuldigten 1, 2, 

3, 5 und 6 sowie die Vertreter der Privatkläger 1 und 5, 6, 7, 8, 9 und 10 ebenfalls 

fristgerecht die Berufungserklärungen ein (Urk. 107, 109, 112, 115, 117, 121, 

123). Mit Präsidialverfügung vom 23. November 2016 wurden in Anwendung von 

Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO die eingegangenen Berufungserklärungen den übri-

gen Parteien übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 125). Am 5. Dezember 

2016 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung in Bezug auf die Beru-

fungen der Beschuldigten 1, 2, 5 und 6 (Urk. 127). Ferner stellte sie den Antrag, 

auf die Berufung des Beschuldigten 3 sei nicht einzutreten, eventualiter sei die 

-   17   - 

Berufungserklärung zu verdeutlichen. Subeventualiter erklärte sie auch in Bezug 

auf die Berufung des Beschuldigten 3 Anschlussberufung (Urk. 127 S. 4). Auch 

der Privatkläger 1 stellte mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 den Antrag, auf die 

Berufung des Beschuldigten 3 sei nicht einzutreten und erklärte ferner Anschluss-

berufung in Bezug auf die Berufungen der Beschuldigten 1 und 5 (Urk. 128). 

Ebenso Anschlussberufung erheben liess mit Eingabe vom 19. Dezember 2016 

der Beschuldigte 1 in Bezug auf die Berufung des Privatklägers 1 (Urk. 130). Die 

Privatkläger 5, 6, 7, 8, 9 und 10 liessen mit Eingabe vom 20. Dezember 2016 An-

schlussberufung in Bezug auf die Berufungen der Beschuldigten 1 und 5 erheben 

(Urk. 132). Mit Präsidialverfügung vom 6. Januar 2016 wurde dem Beschuldigten 

3 Frist angesetzt, um seine Berufungserklärung zu verdeutlichen, mit der An-

drohung, dass ansonsten das Urteil mit entsprechender Kostenfolge als Ganzes 

angefochten gelte (Urk. 134). Mit Eingabe vom 12. Januar 2016 liess der Be-

schuldigte 3 die verbesserte Berufungserklärung einreichen (Urk. 136).  

1.2. Mit Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 

vom 1. März 2017 wurde die von Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ gegen Disposi-

tivziffer 45 des vorstehend wiedergegebenen Urteils erhobene Beschwerde zur 

weiteren Behandlung an die hiesige Strafkammer zuhanden des vorliegenden Be-

rufungsverfahrens überwiesen (Urk. 144, 145).  

1.3. In der Folge wurde am 2. Februar 2018 auf den 31. Mai sowie 1. Juni 2018 

zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 148).  

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 4. April 2018 wurde Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ Frist angesetzt, sich - vorgängig zur Berufungsverhandlung und nach 

Erhalt des begründeten Urteils - ergänzend zu seiner Kostenbeschwerde zu äus-

sern (Urk. 153), welcher Aufforderung dieser mit Eingabe vom 25. April 2018 

nachgekommen ist (Urk. 154). Mit Präsidialverfügung vom 2. Mai 2018 wurde die 

ergänzende Stellungnahme von Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ der Staats-

anwaltschaft sowie der Vorinstanz zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt 

(Urk. 159), worauf diese verzichteten (Urk. 161, 162). 

-   18   - 

1.5. Mit Eingabe vom 22. Mai 2018 stellte der Rechtsvertreter des Privatklägers 

1 betreffend die Berufungsverhandlung ein Dispensationsgesuch zugunsten des 

Privatklägers 1 (Urk. 174 S. 3), welchem die Verfahrensleitung am darauffolgen-

den Tag entsprach (Urk. 179). 

1.6. Mit Schreiben vom 25. Mai 2018 setzte die Verfahrensleitung die Parteien 

unter Zusendung des Entwurfes des Vorabbeschlusses betreffend die Teilrechts-

kraft des vorinstanzlichen Urteils über den geplanten Ablauf der Berufungs-

verhandlung in Kenntnis (Urk. 180). 

1.7. Gleichentags hat die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 1 ihre An-

schlussberufung vom 19. Dezember 2018 zurückgezogen (Urk. 182), wovon 

Vormerk zu nehmen ist. 

1.8. Am 30. Mai 2018 liess der Rechtsvertreter der Privatkläger 5-10 hinsicht-

lich des ersten Verhandlungstages ein Dispensationsgesuch für die Privatkläger 

5, 6, 7, 9 und 10 sowie hinsichtlich des zweiten Verhandlungstages ein Dispensa-

tionsgesuch für die Privatkläger 6, 7 und 10 stellen (Urk. 189), welchem ebenfalls 

entsprochen wurde (Prot. II S. 18).   

1.9. Zur Berufungsverhandlung vom 31. Mai 2018 erschienen sind die Beschul-

digten 1, 2, 3, 5 und 6, je in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger bzw. ihrer amt-

lichen Verteidigerin und des erbetenen Verteidigers des Beschuldigten 5. Ferner 

erschienen sind der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers 1 sowie der 

Privatkläger 8 mit seiner Vertretung, gleichzeitig namens der Privatkläger 5, 6, 7, 

9 und 10. Schliesslich erschienen ist auch der zuständige Staatsanwalt (Prot. II 

S. 12). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung keine zu entschei-

den und - abgesehen von der Befragung der Beschuldigten (Urk. 191) sowie der 

von der Rechtsvertretung des Privatklägers 1 eingereichten medizinischen Unter-

lagen (Urk. 192) - waren auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 19). Nach 

Durchführung der Parteivorträge verzichteten die Parteien übereinstimmend auf 

eine mündliche Urteilseröffnung und -erläuterung (Prot. II S. 50). Das Urteil erging 

am 1. Juni 2018 und wurde den Parteien schriftlich im Dispositiv zugestellt (Prot. 

II S. 52 ff.). 

-   19   - 

1.10. Am 1. Juni 2018 reichte die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 6 ein 

Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 

12. Dezember 2017 ein (Urk. 202), wobei er bereits im Rahmen seines Parteivor-

trages anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte, dieses beim Obergericht 

des Kantons Aargau zu edieren und zu den Akten zu nehmen (Prot. II S. 42).  

1.11. Die Einreichung des Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau, Straf-

gericht, 2. Kammer, vom 12. Dezember 2017 seitens der amtlichen Verteidigung 

des Beschuldigten 6 erfolgte nach durchgeführter Parteiverhandlung und damit 

verspätet. Insofern ist das von der Verteidigung des Beschuldigten 6 eingereichte 

Urteil im vorliegenden Verfahren unbeachtlich. Sodann vermochte die Vertei-

digung des Beschuldigten 6 nicht aufzuzeigen, inwiefern die beantragte Edition 

des vorgenannten Urteils in der vorliegenden Sache entscheidrelevant sein sollte. 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte 1 beschränkt seine Berufung auf die Strafzumessung. Er 

akzeptiert damit seine Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung 

sowie Raufhandels, verlangt aber mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 

18 Monaten eine tiefere Strafe als die von der Vorinstanz ausgesprochene teilbe-

dingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten (Prot. II S. 12 f., Urk. 115, Dispositivziffern 

8 und 14 des vorinstanzlichen Urteils).  

2.2. Der Beschuldigte 2 beschränkt seine Berufung ebenfalls auf die Bemes-

sung der Strafe und erachtet - statt der von der Vorinstanz verhängten bedingten 

Freiheitsstrafe von 13 Monaten - eine bedingte Freiheitsstrafe von 6 Monaten als 

der Tat und Schuld angemessen (Prot. II S. 13, Urk. 123, Dispositivziffern 11 und 

17 des vorinstanzlichen Urteils). 

2.3. Der Beschuldigte 3 verlangte in seiner Berufungserklärung noch einen 

vollumfänglichen Freispruch und hat das vorinstanzlich Urteil - soweit ihn dieses 

betrifft - zu Beginn des Berufungsverfahrens vollumfänglich angefochten 

(Urk. 107, Urk. 136, Dispositivziffern 4, 10, 16, 27 und 41 des vorinstanzlichen Ur-

-   20   - 

teils). Anlässlich der Berufungsverhandlung änderte die Verteidigung des Be-

schuldigten 3 seine ursprünglich gestellten Anträge und verlangt nunmehr einen 

Schuldspruch wegen Raufhandels und eine Bestrafung des Beschuldigten 3 mit 

einer bedingten Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 50.–. 

Ferner sei der Beschuldigte 3 in solidarischer Haftbarkeit mit den Beschuldigten 1, 

2, 5, und 6 zu verpflichten, der O._____ Schadenersatz von CHF 1'916.15 zuzüg-

lich 5 % Zins ab 11. August 2015 zu bezahlen (Prot. II S. 13 ff.).   

2.4. Der Beschuldigte 5 ficht den Schuldspruch wegen schwerer Körperverlet-

zung an (Prot. II S. 14 f., Urk. 112 S. 5, 7, Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen 

Urteils). Hingegen akzeptiert er den Schuldspruch wegen Raufhandels und bean-

tragt hierfür eine bedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten (Prot. II S. 14, Urk. 112 

S. 5, 7; Dispositivziffer 7, 13). Ferner angefochten ist die dem Grundsatze nach 

festgestellte Schadenersatzpflicht gegenüber dem Privatkläger 1 (Prot. II S. 14 f., 

Urk. 112 S. 5, Dispositivziffer 21 des vorinstanzlichen Urteils) sowie die dem Pri-

vatkläger 1 sowie den Privatklägerinnen 5 und 6 zugesprochenen Genugtuungen 

zulasten des Beschuldigten 5 (Prot. II S. 14 f., Urk. 112 S. 5 Dispositivziffer 23, 

24). Nicht angefochten ist hingegen der Widerruf des bedingten Vollzugs einer 

früher gegen den Beschuldigten 5 ausgesprochenen Strafe (Prot. II S. 19, 

Urk. 112 S. 6, Dispositivziffer 19), der Verweis der Privatkläger 1 und 8 auf den 

Weg des Zivilprozesses für die von dem Beschuldigten 5 geforderten Beträge von 

Fr. 5'400.– bzw. 12'107.80 (Prot. II S. 19, Urk. 112 S. 6, Dispositivziffer 20, 22 des 

vorinstanzlichen Urteils) sowie die Verpflichtung, der Privatklägerin 11 in solidari-

scher Haftbarkeit Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'916.65 zuzüglich 5% Zins 

ab 11. August 2015 zu bezahlen (Dispositivziffer 27). Ebenso unangefochten ge-

blieben ist die Vernichtung von beschlagnahmten Kleidungsstücken des Beschul-

digten 5 (Prot. II S. 19, Urk. 112 S. 6, Dispositivziffer 35 des vorinstanzlichen Ur-

teils). 

2.5. Der Beschuldigte 6 verlangt einen vollumfänglichen Freispruch (Prot. II 

S. 15, Urk. 121, Dispositivziffer 3, 9, 15, 27, 41 des vorinstanzlichen Urteils). 

2.6. Der Privatkläger 1 ficht die ihm zugesprochene Genugtuungssumme in der 

Höhe von Fr. 25'000.– an. Während er in der Berufungserklärung - wie auch vor 

-   21   - 

Vorinstanz - noch eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 80'000.– beantragt hatte, 

reduzierte er seine Forderung an der Berufungsverhandlung auf Fr. 60'000.–. 

Über das vorinstanzliche Urteil hinaus verlangt er zudem, auch die Beschuldigten 

1, 2, 3 und 6 solidarisch zur Genugtuungsleistung zu verpflichten und nicht nur 

den Beschuldigten 5. Ferner verlangt er in Abweichung des vorinstanzlichen Ur-

teils, dass - neben dem Beschuldigten 5 - auch die Beschuldigten 1, 2, 3 und 6 

unter solidarischer Haftung dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig zu erklä-

ren seien (Prot. II S. 16, Urk. 109 S. 3, Dispositivziffern 23 und 26 des vorinstanz-

lichen Urteils).  

2.7. Die Privatkläger 5-10 fechten die sie betreffenden Entscheide über die Ge-

nugtuung an und wollen je eine (höhere) solche zugesprochen erhalten, über das 

vorinstanzliche Urteil hinaus zudem auch von den Beschuldigten 1, 2, 3 und 6 und 

nicht nur vom Beschuldigten 5 (Prot. II S. 17 f., Urk. 117, Dispositivziffern 24, 25 

und 26 des vorinstanzlichen Urteils).  

2.8. Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Anschlussberufung eine höhere 

Strafe für alle am Berufungsverfahren beteiligten Beschuldigten sowie in Bezug 

auf den Beschuldigten 1 einen Schuldspruch wegen vollendeter schwerer Körper-

verletzung und nicht nur wegen eines Versuchs dazu (Prot. II S. 15 f., Urk. 127, 

Dispositivziffern 2 [soweit die versuchte schwere Körperverletzung betreffend],  

7-12, 14 des vorinstanzlichen Urteils). Anlässlich der Berufungsverhandlung prä-

zisierte die Staatsanwaltschaft ihre ursprünglich im Berufungsverfahren gestellten 

Anträge dahingehend, dass dem Beschuldigten 6 - in Abweichung zu dem vor  

Vorinstanz beantragten unbedingten Vollzug (Urk. 75 S. 4) - nunmehr der teilbe-

dingte Vollzug zu gewähren sei (Prot. II S. 15). 

2.9. Sowohl der Privatkläger 1 als auch die Privatkläger 5-10 erheben An-

schlussberufung in Bezug auf die Berufungen der Beschuldigten 1 und 5 und be-

antragen, diese je wegen vollendeter schwerer Körperverletzung zu bestrafen, 

und zwar - über das vorinstanzliche Urteil hinaus - in Anwendung von Art. 122 

Abs. 1 und 3 StGB und nicht nur Abs. 1 (Urk. 128 S. 3; Urk. 132; Dispositivziffern 

1 und 2 [soweit die schweren Körperverletzungen betreffend] des vorinstanzlichen 

Urteils). Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der Privatkläger 1 diesen An-

-   22   - 

trag dahingehend ergänzen, dass er nunmehr - wie ursprünglich auch vor Vor-

instanz (Urk. 76 S. 4) - beantragt, es sei neben Absatz 1 auch Absatz 2 bzw. 3 

StGB anzuwenden (Prot. II S. 16).  

2.10. Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind bei dieser Ausgangs-

lage die folgenden Dispositivziffern: 1 Abs. 2 (Schuldspruch wegen Raufhandels 

betreffend Beschuldigten 5), 2 Abs. 2 (Schuldspruch wegen Raufhandels betref-

fend Beschuldigten 1), 5 (Schuldspruch wegen Raufhandels betreffend Beschul-

digten 2), 6 (Schuldspruch wegen Raufhandels betreffend Beschuldigten 4), 

12 (Strafe betreffend Beschuldigten 4), 18 (Vollzug betreffend Beschuldigten 4), 

19 (Widerruf Vorstrafe betreffend Beschuldigten 5), 20 (Verweis Schadenersatz-

begehren des Privatklägers 1 gegen Beschuldigten 5 auf den Zivilweg), 22 (Ver-

weis Schadenersatzbegehren des Privatklägers 8 gegen Beschuldigten 5 auf 

den Zivilweg), 26 (soweit den Beschuldigten 4 betreffend), 28-30 (Entscheid über 

Zivilansprüche der Privatklägerinnen 4 und 11), 31 (Abgabe DNA-Profil Beschul-

digter 4), 32-39 (div. Anordnungen betr. sichergestellte Kleidungsstücke), 

40 (Kostenfestsetzung, soweit es nicht um das Honorar des unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes des Privatklägers 1 geht. 43 (Übernahme der Kosten des un-

entgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklägers 1 auf die Gerichtskasse), 

44 (Nichteintreten auf die Entschädigungsforderungen der Privatkläger 5-10),  

46-50 (Entschädigungen der amtlichen Verteidiger).  

3. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

3.1. Ausgangslage 

3.1.1. Den Beschuldigten 1, 2, 3, 5 und 6 wird in einem ersten Sachverhaltsteil 

betreffend den Raufhandel kurz zusammengefasst vorgeworfen, am Sonntag, 

dem 26. Juli 2015, um ca. 06:20 Uhr auf der …-Strasse vor der Liegenschaft Nr. 7 

in … Zürich als eine von zwei Gruppierungen wissentlich und willentlich an einer 

tätlichen Auseinandersetzung, unter anderem gegen den Beschuldigten 4, betei-

ligt gewesen zu sein (Urk. 23, Anklageziffer 1.2.1, 1.2.6). Im Zuge der Auseinan-

dersetzung habe der Beschuldigte 1 mit seinem rechten Fuss gegen den Körper 

und der Beschuldigte 2 mindestens einmal mit der Faust von hinten gegen den 

-   23   - 

Oberkörper oder Kopf des Beschuldigten 4 geschlagen (Anklageziffer 1.2.3 und 

1.2.4). Der Beschuldigte 5 habe den Beschuldigten 4 mit der Faust ins Gesicht 

oder gegen den Oberkörper geschlagen. Ferner habe er den Privatkläger 1 mit 

der Faust mehrfach gegen den Kopf und den Oberkörper und die Privatklägerin 4 

mit der offenen Handinnenseite gegen den Kopf geschlagen (Anklageziffer 1.2.5). 

Infolge der gewalttätigen Auseinandersetzung hätten der Beschuldigte 4, der Pri-

vatkläger 1 sowie der Privatkläger 2, P._____, welcher nicht Partei im vorliegen-

den Berufungsverfahren ist, diverse - teils zuordenbare und teils nicht zuordenba-

re - Verletzungen erlitten (vgl. zu den Verletzungen Anklageziffer 1.2.7 und 2.2.3, 

sowie nachstehende Erw. 3.2.4, 3.3.4).  

3.1.2. Die zuordenbaren Verletzungen bilden Teil des zweiten Anklagesachver-

haltsteils "schwere Körperverletzung". Dabei wird den Beschuldigten 1 und 5 kurz 

zusammengefasst vorgeworfen, aufgrund eines gemeinsam getragenen Tatent-

schlusses gleichmassgeblich durch ihre Tathandlungen den Privatkläger 1 verletzt 

zu haben (Blutungen unter der harten und der weichen Hirnhaut, Schädel-, Ober-

kiefer- und Nasenbeinbruch, starke Einschränkung der kognitiven Fähigkeit, an-

dauernde Arbeitsunfähigkeit und Therapiebedürftigkeit zumindest bis Ende  

Januar 2016), wobei der Privatkläger 1 vorübergehend das Bewusstsein verloren 

und in Lebensgefahr geschwebt habe (Anklageziffer 2.2.3 sowie Korrektur der 

Anklageschrift, Urk. 43 Ziffer 1; vgl. zu den einzelnen Tathandlungen Anklagezif-

fer 2.2.1 und 2.2.2).  

3.2. Raufhandel "erster Sachverhaltsteil" (Anklageziffer 1) 

3.2.1. Hinsichtlich des Raufhandels verlangt neu wie gesehen nur noch der Ver-

teidiger des Beschuldigten 6 einen Freispruch (Erw. 2.3 und 2.5). Die weiteren 

Beschuldigten wenden sich, soweit sie überhaupt Berufung erhoben haben, nicht 

gegen die vorinstanzliche Sachverhaltserstellung sowie rechtliche Würdigung be-

treffend den Raufhandel. Sie fechten lediglich die Strafzumessung an bzw. bean-

tragt auch der Beschuldigte 3 neu einen Schuldspruch hinsichtlich des Rauf-

handels (vgl. vorstehende Erw. 2.1-2.4). Die Verteidigung des Beschuldigten 6 

begründet den beantragten Freispruch damit, dass der Beschuldigte 6 seine Ab-

wehr gegenüber dem Beschuldigten 4 zwar stufenweise erhöht habe, damit aber 

-   24   - 

die Grenzen des für eine Abwehr gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB zulässigen nicht 

überschritten habe (Prot. II S. 23 f.). Dass die Verteidigung des Beschuldigten 6 

nach wie vor einen Freispruch verlangt, ist - wie nachfolgend aufzuzeigen sein 

wird - angesichts der Videoaufnahmen, der Aussagen des Beschuldigten 6 wäh-

rend des gesamten Verfahrens und insbesondere aufgrund der klaren Aussagen 

des Beschuldigten 6 anlässlich der Berufungsverhandlung nicht nachvollziehbar 

(vgl. nachstehende Erw. 3.2.5.2).  

3.2.2. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt als grossmehrheitlich er-

stellt. Bei der Erstellung des Sachverhaltes konnte sich die Vorinstanz - neben 

den Aussagen der Beschuldigten sowie weiterer Personen (vgl. Urk. 104 S. 19 ff.) - 

insbesondere auf die Videoaufzeichnungen des "Coop-Videos" (Urk. 1/6) sowie 

des "…-Videos" (Urk. 49) stützen. Dabei hat die Vorinstanz in ihrem Urteil das auf 

den beiden Videoaufzeichnungen erkennbare Geschehen grossmehrheitlich zu-

treffend in Worte gefasst (vgl. Urk. 104 S. 32-34, vgl. zur einzigen Korrektur nach-

folgende Erw. 3.2.5.2). Gestützt auf diese Videoanalyse hat die Vorinstanz zutref-

fend festgehalten, dass der Anklagesachverhalt insoweit zu korrigieren sei, als 

nicht der Beschuldigte 4, sondern der Beschuldigte 1 P._____ getreten habe 

(Urk. 104 S. 39, vgl. Urk. 1/6: 04:24 und Urk. 104 S. 32). Ebenso zutreffend fest-

gehalten hat die Vorinstanz, dass gestützt auf das Videomaterial nicht erstellt 

werden könne, dass der Beschuldigte 4 den Beschuldigten 5 gegen den Körper 

oder Kopf geschlagen habe (Urk. 104 S. 38, vgl. Anklageziffer 1.2.2). Da der Be-

schuldigte 4 nicht Partei des vorliegenden Berufungsverfahrens ist, ist dies für die 

Sachverhaltserstellung aber nicht von Relevanz. 

3.2.3. Der sorgfältigen Videoanalyse der Vorinstanz sowie den daraus gezogenen 

Schlüssen kann abgesehen von einer ganz kleinen Abweichung (vgl. nachste-

hende Erw. 3.2.5.2) vollumfänglich gefolgt werden. Mithin ist hinsichtlich des 

Raufhandels vom Sachverhalt auszugehen, wie ihn die Vorinstanz erstellt hat 

(vgl. Urk. 104 S. 38 f.).  

3.2.4. Unbestrittenermassen ist auch die für eine Verurteilung wegen Raufhandels 

vorausgesetzte objektive Strafbarkeitsbedingung, wonach mindestens eine der 

beteiligten Personen zumindest eine einfache Körperverletzung im Sinne von 

-   25   - 

Art. 123 StGB erlitten haben muss, erfüllt (vgl. dazu die Vorinstanz in Urk. 104 

S. 41, 45, vgl. zu den Verletzungen Anklageziffer 1.2.7 und 2.2.3 sowie die Un-

fallberichte und Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Universitätsspitals, 

Urk. 11/2/2, 3; Urk. 12/3/1; Urk. 12/3/3; Urk. 13/2). 

3.2.5. Uneingeschränkt gefolgt werden kann sodann der zutreffenden rechtlichen 

Würdigung der Vorinstanz, wonach sich die Beschuldigten durch ihr Verhalten 

wissentlich und willentlich an einem Raufhandel im Sinne von Art. 133 Abs. 1 

StGB beteiligt haben (Urk. 104 S. 40 ff.). Insbesondere ist auch hinsichtlich des 

Beschuldigten 3 und 6 die aktive Teilnahme an der Auseinandersetzung erstellt 

und kann von einem ausschliesslich abwehrenden Verhalten im Sinne von 

Art. 133 Abs. 2 StGB nicht ausgegangen werden: 

3.2.5.1. Zu Recht beantragt wie gesehen nun auch die Verteidigung des Beschul-

digten 3 eine entsprechende Bestrafung des Beschuldigten 3 wegen Raufhandels 

(vgl. vorstehende Erw. 2.3 und 3.2.1). Wie die Vorinstanz in ihrem Urteil korrekt 

wiedergegeben hat, hat der Beschuldigte 3 während des gesamten Unter-

suchungsverfahrens konstant angegeben, zurückgeschlagen zu haben, als er 

vom Beschuldigten 4 geschlagen worden sei (Urk. 104 S. 21 f. mit Verweis auf 

Urk. 7/1/1 S. 3, Urk. 7/1/2 S. 3, Urk. 7/4/10 S. 3). Er sei im Gesicht getroffen wor-

den und habe den "Dicken" [Beschuldigter 4] dann auch ins Gesicht geschlagen 

(Urk. 7/1/2 S. 3). Was er bekomme, das gebe er zurück. Er könne sich nicht er-

innern, ob die Faust geballt oder offen gewesen sei. Er habe in den Bereich 

Oberkörper oder Kopf geschlagen. Es sei ein Schlagabtausch gewesen (Urk. 4/1 

S. 38). Auch auf Vorhalt der beiden Videoaufzeichnungen bestätigte er, mit dem 

Beschuldigten 4 "gefightet" bzw. gekämpft zu haben (Urk. 104 S. 21 f. mit Verweis 

auf Urk. 7/1/3 S. 3 und Urk. 4/1 S. 37 ff.). Allerdings stellte er in Abrede, sich auf 

dem "Coop-Video" erkennen zu können. Er könne sich aber an das Geschehene 

erinnern (Urk. 4/1 S. 43). Auch anlässlich der Hauptverhandlung gab er an, sich 

mit dem Beschuldigten 4 geprügelt zu haben (Urk. 104 S. 22 mit Verweis auf 

Urk. 70 S. 3 ff.), was er auch vor Berufungsgericht bestätigte (Urk. 191 S. 25). 

Diese Version des Tatgeschehens wird auch seitens der Verteidigung nicht in 

Frage gestellt (Urk. 81 S. 4, Urk. 195 S. 2). Dass der Beschuldigte 3 mehrmals 

-   26   - 

gegen den Kopf und Oberkörper des Beschuldigten 4 geschlagen hat, ist auch auf 

dem "…-Video" erkennbar. Wie auf dem Video ersichtlich, näherte sich der Be-

schuldigte 3 von hinten und schlug auf den Beschuldigten 4 ein, als dieser gleich-

zeitig von weiteren Personen attackiert worden war (vgl. Urk. 104 S. 35 und 

Urk. 49: 01:09-1:16). Aufgrund dieses Beweisergebnisses ist ausgeschlossen, 

dass der Beschuldigte 3 nur abgewehrt hat, wie dies von der Verteidigung wie 

auch vom Beschuldigten anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung noch 

vorgebracht wurde (Urk. 104 S. 22 mit Verweis auf Urk. 70 S. 3 f. und S. 37 mit 

Verweis auf Urk. 81 S. 3 f.). Es kann der Vorinstanz uneingeschränkt gefolgt wer-

den, wenn sie festhält, dass, wer immer so viel zurückschlägt, wie er selbst ge-

schlagen werde, nichts zu einer Deeskalation beiträgt, sondern vielmehr nach 

dem Prinzip der Vergeltung handelt (Urk. 104 S. 37).      

3.2.5.2. Auch der Beschuldigte 6 gab im Rahmen der persönlichen Befragung vor 

Berufungsgericht zu, sich - nachdem er und sein Bruder attackiert worden seien - 

in die Schlägerei eingemischt und mit dem Beschuldigten 4 einen Schlagabtausch 

gehabt zu haben, was er auch nie bestritten habe. Er finde einfach sein Strafmass 

zu hoch (Urk. 191 S. 33 f.). Damit hat er seine anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung gemachte Aussage, wonach er sich unschuldig fühle, da er nur 

abgewehrt habe (Urk. 69/1 S. 6), relativiert. Das entspricht auch seinen ursprüng-

lich im Verfahren gemachten Angaben, welche er vor Berufungsgericht nochmals 

bestätigte (Urk. 191 S. 33). In der polizeilichen Einvernahme vom 11. August 

2015 gab er an, dass er - nachdem er bemerkt habe, dass der Beschuldigte 4 

immer wieder auf ihn loskomme und es nichts bringe, nur zu schützen und abzu-

wehren - begonnen habe, mit gezielten Schlägen auf dessen Kopf zu schlagen, 

wobei er nicht wisse, wo er den Beschuldigten 4 getroffen habe (Urk. 9/1/3 S. 4). 

Sie hätten sich je gegenseitig ungefähr fünf mal getroffen (Urk. 9/1/3 S. 8). Im 

Wesentlichen hatte er diese Aussagen auch an der Konfrontationseinvernahme 

bestätigt, wobei er damals festhielt, nicht genau zu wissen, ob er in Richtung 

Kopf, Brustbereich oder Oberkörper geschlagen habe (Urk. 104 S. 23 mit Verweis 

auf Urk. 4/1 S. 49 f.). Und auch an der Hauptverhandlung gab er zu, sich mit dem 

Beschuldigten 4 einen Schlagabtausch geliefert zu haben und bestätigte, sich an 

der Schlägerei beteiligt zu haben (Urk. 69/1 S. 1, 6). Dass sein Tun weit über das-

-   27   - 

jenige eines im Rahmen einer Abwehr Notwendigen und Zulässigen hinausge-

gangen war, ist auch in der Videosequenz 01:05 - 01:11 auf dem "…-Video" ein-

drücklich erkennbar (Urk. 104 S. 35, Urk. 191 S. 34). Von einem rein defensiven 

Verhalten, wie es für die Anwendung von Art. 133 Abs. 2 StGB vorausgesetzt wä-

re - und wie dies von der Verteidigung des Beschuldigten 6 nach wie vor geltend 

gemacht wird (Prot. II S. 23 f.) -, kann bei dieser Ausgangslage nicht gesprochen 

werden. Auch die Verteidigung bringt nichts vor, was den Beschuldigten 6 entlas-

ten könnte. Mit der Vorinstanz ist auf den Videoaufzeichnungen klar erkennbar, 

wie der Beschuldigte 6 den Beschuldigten 4 mehrmals schlägt (Urk. 104 S. 32, 

35; Urk. 1/6: 04:23, Urk. 49: 01:05 - 01:11), und zwar in Richtung des oberen Be-

reichs des Körpers. Auch der Beschuldigte 4 schlägt in Richtung des oberen Be-

reichs des Körpers des Beschuldigten 6. Undeutlicher zu erkennen ist das Ge-

schehen zu Beginn der Aufzeichnungen, wo gemäss der Vorinstanz der Beschul-

digte 6 den Beschuldigten 4 gegen seine linke Gesichtshälfte geschlagen haben 

soll (Urk. 104 S. 32, 04:18). Erkennbar ist lediglich, aber immerhin, dass der Be-

schuldigte 6 eine Bewegung in Richtung des oberen Rückens bzw. Hinterkopfs 

des Beschuldigten 4 macht und diesen in der Nackenregion trifft (Urk. 1/6: 04:18). 

Klar ist aber auch damit, dass sich der Beschuldigte 6 anklagegemäss an der 

Auseinandersetzung beteiligt hat und sein Tun in keiner Weise deeskalierend war. 

Vielmehr hat er den Kampf gefördert, indem er es war, der im Rahmen des dy-

namischen Geschehens erneut auf den Beschuldigten 4 zugegangen war und 

diesen geschlagen hatte (vgl. insbesondere Urk. 104 S. 32, Urk. 1/6: 04:18). Da-

mit hat er - entgegen seiner Verteidigung (Prot. II S. 23 f.) - die einem Raufhandel 

immanenten Risiken klarer Weise erhöht, was die Anwendung von Art. 133 Abs. 2 

StGB im Sinne der von der Vorinstanz zitierten Rechtsprechung ausschliesst (vgl. 

Urk. 104 S. 43 f. mit Verweis auf BGE 131 IV 150 E. 2.1.2 = Pra 95 [2006] Nr. 83 

S. 592 ff.). 

3.2.6. Hinsichtlich des Raufhandels bleibt es damit - soweit für das vorliegende 

Berufungsverfahren relevant - bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen recht-

lichen Würdigung, wonach sich neben den Beschuldigten 1, 2 und 5 auch die Be-

schuldigten 3 und 6 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB schuldig ge-

macht haben. In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils kommt Art. 133 Abs. 2 

-   28   - 

StGB, wonach straffrei bleibt, wer ausschliesslich abwehrt oder scheidet, nicht zur 

Anwendung. 

3.3. (versuchte) schwere Körperverletzung "zweiter Sachverhaltsteil" (Anklage-

ziffer 2) 

3.3.1. Wie gesehen wird den Beschuldigten 1 und 5 in einem zweiten Sachver-

haltsteil vorgeworfen, den Privatkläger 1 aufgrund eines gemeinsam getragenen 

Tatentschlusses gleichmassgeblich durch ihre Tathandlungen schwer verletzt zu 

haben (vgl. vorstehende Erw. 3.1.2).  

3.3.2. Die Vorinstanz erachtete hinsichtlich des Beschuldigten 5 den Vorwurf der 

schweren Körperverletzung als erfüllt. Den Beschuldigten 1 verurteilte sie wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung (Urk. 104 S. 40 ff., 101). Während der Be-

schuldigte 5 lediglich den Schuldspruch wegen Raufhandels akzeptiert und einen 

Freispruch vom Vorwurf der schweren Körperverletzung verlangt, anerkennt der 

Beschuldigte 1 die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung 

(vgl. vorstehende Erw. 2.1, 2.4). Die Staatsanwaltschaft verlangt wie bereits vor 

Vorinstanz auch hinsichtlich des Beschuldigten 1 einen Schuldspruch wegen 

(vollendeter) schwerer Körperverletzung und begründet dies im Wesentlichen 

damit, dass sich der Beschuldigte 1 als Mittäter die finale Gewalt des Beschuldig-

ten 5 anrechnen zu lassen habe (vgl. vorstehende Erw. 2.8; Urk. 75 S. 8 f.; 

Urk. 127 S. 3; Urk. 199 S. 5; Prot. II S. 30, 48). Auch die Privatkläger 1 sowie 5-10 

verlangen in ihrer Anschlussberufung eine Verurteilung des Beschuldigten 1 we-

gen (vollendeter) schwerer Körperverletzung (vgl. vorstehende Erw. 2.9; Urk. 197 

S. 4, 12 ff.; Urk. 198 S. 3, 6). 

3.3.3. Die den Beschuldigten 1 und 5 zur Last gelegten Tathandlungen (Anklage-

ziffer 2.1 und 2.2) sind aufgrund der Aufzeichnungen des "Coop-Videos" erstellt 

(Urk. 104 S. 39). Hinsichtlich der Tathandlungen kann vollumfänglich auf die sorg-

fältig vorgenommene Videoanalyse der Vorinstanz verwiesen werden, wobei da-

rauf hinzuweisen ist, dass die Videokamera im Laden positioniert und dadurch ein 

Teil des sich vor dem Laden abspielenden Geschehens aufgrund der sich im La-

den befindenden Gegenstände sowie der Schiebetüre verdeckt war (Urk. 104 

-   29   - 

S. 33 f. mit Verweis auf Urk. 1/6: 04:27 - 06:27): Mit der Vorinstanz steht aufgrund 

der Videoaufzeichnungen fest, dass im Rahmen der dynamischen Auseinander-

setzung zunächst der Beschuldigte 5 auf den Privatkläger 1 zugegangen ist, ihn 

sodann mehrfach in Richtung Kopf und Oberkörper geschlagen und gegen die 

Schiebetür des Coop Prontos gedrückt hat, bis dieser den Beschuldigten 5 durch 

eine Abwehrbewegung zu Fall bringen konnte, woraufhin dieser auf seinem Ge-

säss landete. In diesem Moment kam der Beschuldigte 1 im Laufschritt auf den 

zum Beschuldigten 5 herabschauenden und damit unvorbereiteten Privatkläger 1 

zu und schlug diesem aus dem Lauf heraus die rechte Hand gegen die rechte 

Seite des Kopfes, wodurch der Privatkläger 1 von der Wucht des Schlages um-

gehend rücklings zu Boden ging und nicht mehr in der Lage war, sich mit seinen 
- sich vor seinem Körper befindenden Armen - abzustützen bzw. aufzufangen. 

Der Kopf ist in diesem Moment verdeckt und auf der Videoaufzeichnung nicht zu 

sehen. Es ist aber klar zu erkennen, dass der Privatkläger 1 daraufhin mit leicht 

angezogenen Beinen seinen Oberkörper aufzurichten begann. Gleichzeitig erhob 

sich der seitlich vom Privatkläger 1 liegende Beschuldigte 5 und stieg über den 

Privatkläger 1 hinweg, woraufhin der Oberkörper des Privatklägers 1 durch die 

Berührung mit dem linken Oberschenkel des Beschuldigten 5 wieder in Richtung 

Boden gedrückt wurde. Daraufhin verpasste der Beschuldigte 5 - das ist aus den 

Bewegungen seines Körpers und der Reaktion des Privatklägers 1 zu schliessen - 

dem Privatkläger 1 einen gezielten Schlag gegen den Kopf, woraufhin der Privat-

kläger 1 kurz zusammenzuckte und danach für beinahe 2 Minuten reglos liegen 

blieb. Weitere Schläge seitens des Beschuldigten 5 sind - entgegen der Verteidi-

gung des Beschuldigten 1 (Urk. 193 S. 4, Prot. II S. 36) - nicht erstellt und von der 

Anklagebehörde auch nicht vorgeworfen.  

3.3.4. Unbestritten und aufgrund des Eintrittsberichts der Klinik für Unfallchirurgie 

des Universitätsspitals Zürich vom 26. Juli 2015 sowie des rechtsmedizinischen 

Gutachtens des Instituts für Rechtsmedizin vom 13. Oktober 2015 erstellt ist mit 

der Vorinstanz sodann, dass der Privatkläger 1 durch diese Tathandlungen die in 

der Anklageziffer 2.2.3 umschriebenen Verletzungen (Blutungen unter der harten 

und der weichen Hirnhaut, Schädel-, Oberkiefer- und Nasenbeinbruch, starke 

Einschränkung der kognitiven Fähigkeit) erlitten hat, welche eine andauernde Ar-

-   30   - 

beitsunfähigkeit und Therapiebedürftigkeit zumindest bis Ende Januar 2016 

(Urk. 104 S. 48 mit Verweis auf Urk. 12/3/1 und Urk. 12/3/3 S. 6 ff.) zur Folge hat-

te. Auch ein Jahr nach dem Vorfall wurden bei der ambulanten Verlaufskontrolle 

durch die Rehaklinik Q._____ eine leichte bis mittelschwere kognitive Störung 

festgestellt, ätiologisch gut vereinbar mit der erlittenen traumatischen Hirnver-

letzung. Im Vordergrund stünden eine reduzierte psychophysische Belastbarkeit 

und chronische Kopfschmerzen. Somatisch-neurologisch und aus neuropsycho-

logischer Sicht stünde einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit unter 

ärztlich-therapeutischer Begleitung nichts entgegen (Urk. 60/6 S. 5). Gemäss der 

von der Vertretung des Privatklägers 1 anlässlich der Berufungsverhandlung aus-

zugsweise ins Recht gereichten psychiatrischen Beurteilung der Suva vom 

6. Dezember 2016 leidet der Privatkläger 1 an einem Organischen Psycho-

syndrom (chronische, permanente, starke Spannungs-Kopfschmerzen, Zunahme 

unter Belastung, starke Empfindlichkeit auf Lärm und helles Licht, stark erhöhte 

Ermüdbarkeit, einhergehend mit Konzentrationsstörungen) und an einer leichten 

kognitiven Störung, wobei die Beschwerden und Beeinträchtigungen überwiegend 

wahrscheinlich eine Folge der mittelschweren Schädel-Hirn-Verletzung seien und 

somit in einem natürlichen teilkausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 

25. Juli 2016 stünden (Urk. 192 S. 26, Urk. 197 S. 10). Wie den an der Beru-

fungsverhandlung ins Recht gereichten Arztzeugnissen entnommen werden kann, 

ist der Privatkläger 1 auch rund drei Jahre nach dem Vorfall nach wie vor zu 

100% arbeitsunfähig (Urk. 197 S. 11; Arztzeugnisse vom 19.09.2017, 16.10.2017, 

18.05.2018: Urk. 192/5-8). Sodann führte der Vertreter des Privatklägers 1 an der 

Berufungsverhandlung aus, dass der Privatkläger 1 nach wie vor therapiebedürf-

tig sei und er sich bei der IV angemeldet habe (Urk. 197 S. 11, 13). 

3.3.5. Umstritten ist, wem die Verursachung dieser Verletzungen sowie die ge-

mäss Anklageschrift eingetretene vorübergehende Bewusstlosigkeit (vgl. Ankla-

geziffer 2.2.3) zuzurechnen sind: 

3.3.5.1. Der Beschuldigte 5 stellt sich auf den Standpunkt, die Bewusstlosigkeit 

bzw. der Schädelbruch sei Folge des Sturzes und damit des Aufpralls des unge-

schützten Kopfes auf den Asphalt, verursacht durch den Schlag des Beschuldig-

-   31   - 

ten 1. Es könne in keiner Weise der Nachweis erbracht werden, dass die Ver-

letzungen des Privatklägers 1 sowie die Bewusstlosigkeit ausschliesslich vom Be-

schuldigten 5 verursacht worden seien (Urk. 85 S. 12 ff.; Urk. 196 S. 5 f., 11). Die 

Annahme der Vorinstanz, wonach die Bewusstlosigkeit erst durch den Schlag auf 

den Kopf des Privatklägers 1 durch den Beschuldigten 5 verursacht worden sei, 

erweise sich als willkürlich und sei durch nichts belegt (Urk. 196 S. 6). Überhaupt 

sei eine vorübergehende Bewusstlosigkeit des Privatklägers 1 nicht nachge-

wiesen (Prot. II S. 40).  

3.3.5.2. Demgegenüber erachtet es die Verteidigung des Beschuldigten 1 als er-

stellt, dass der Privatkläger 1 seinen Kopf während des Sturzes habe anheben 

und damit einen direkten Aufprall habe verhindern können. Zum einen habe der 

Privatkläger das Bewusstsein nicht als Folge des Sturzes verloren und zum ande-

ren habe er sich umgehend, nachdem er auf dem Boden aufgeschlagen sei, be-

wegt, als wollte er aufstehen. Der Beschuldigte 1 sei deshalb als Verursacher für 

die Verletzungen ausgeschlossen (Urk. 84 S. 7 f.). Die Bewusstlosigkeit sei Folge 

der Schläge des Beschuldigten 5 gewesen (Urk. 193 S. 4).  

3.3.5.3. Die Staatsanwaltschaft geht von einem gleichmassgeblichen Vorgehen 

des Beschuldigten 1 und 5 und damit von Mittäterschaft aus. Der Beschuldigte 1 

habe bei der Tatausführung einen dermassen wesentlichen Beitrag geleistet, 

dass der Taterfolg, die schwere Körperverletzung des Privatklägers 1, nicht einge-

treten wäre, wenn er nicht mitgewirkt hätte (Urk. 127 S. 3). Indem der Beschuldig-

te 1 den Privatkläger 1 brutal niedergestreckt habe, habe er es dem Beschuldig-

ten 5 ermöglicht, diesen bewusstlos zu schlagen. Die finale Gewalt des Beschul-

digten 5 sei dabei vom Vorsatz des Beschuldigten 1 miterfasst gewesen (Urk. 127 

S. 3). Entsprechend erachtet die Staatsanwaltschaft die vom Privatkläger 1 erlit-

tenen Verletzungen sowie die gemäss dem Gutachten während der Dauer der 

Bewusstlosigkeit vorhandene konkrete Lebensgefahr als durch die von den Be-

schuldigten 1 und 5 gegen ihn geführte Gewalt verursacht (Anklageziffer 2.2.3, 

Urk. 75 S. 7 ff., Urk. 127 S. 3, Urk. 199 S. 5, Prot. II S. 31 f.). Auf diesen Stand-

punkt stellt sich auch der Rechtsvertreter des Privatklägers 1 (Urk. 76 S. 18, 

Urk. 197 S. 17 ff.). 

-   32   - 

3.3.5.4. Bei Annahme von Mittäterschaft würde die Frage der natürlichen Kausali-

tät der Einzelbeiträge infolge Zurechnung gegenstandslos, was zu einer Be-

weiserleichterung hinsichtlich des individuellen Nachweises von Tatbeiträgen führt 

(BGE 143 IV 361 E. 4.10). Ein mittäterschaftliches Vorgehen der Beschuldigten 1 

und 5 kann entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft sowie der Privatkläger-

schaft vorliegend aber nicht erstellt werden. Mit der Vorinstanz ist zu betonen, 

dass sich die Schläge gegen den Privatkläger 1 während einer Massenschlägerei 

ereigneten, wobei ein chaotisches Durcheinander geherrscht hatte. Dabei wurden 

jeweils diejenigen Personen der jeweils anderen Gruppe angegriffen, welche sich 

gerade in der Nähe befanden. Ein koordiniertes Zusammenwirken bzw. gleichzei-

tiges Vorgehen gegen einzelne Personen kann nicht erkannt werden (Urk. 104 

S. 50). Mithin ist nicht von einem bewussten Zusammenwirken bzw. gemeinsa-

men Handeln des Beschuldigten 1 und 5 gegen den Privatkläger 1 auszugehen, 

wie dies bei Mittäterschaft vorausgesetzt wäre (vgl. zu den Voraussetzungen der 

Mittäterschaft Urk. 104 S. 47 mit Verweis auf BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; 

vgl. BGE 143 IV 361 E. 4.10; BGE 118 IV 227 E. 5a und b und Urteile des Bun-

desgerichts 6P.188/2006 vom 21. Februar 2007, E. 6.3 sowie 6B_492/2008 vom 

19. Mai 2009, E. 2.3.1 und 2.3.2.1). Mit der Verteidigung des Beschuldigten 1 ist 

hervorzuheben, dass sich dieser sofort nach Vollendung des Faustschlages ge-

gen den Privatkläger 1 wieder abgedreht und seine Aufmerksamkeit auf die rest-

lichen Beteiligten der gesamten Auseinandersetzung gerichtet hat (Urk. 84 S. 9 f., 

Urk. 193 S. 6). Obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, schlug er nicht weiter auf 

den am Boden liegenden Privatkläger 1 ein. Daraus kann mit der Verteidigung 

des Beschuldigten 1 zugunsten des Beschuldigten 1 angenommen werden, dass 

sein Tatwille in Bezug auf die Verletzung des Privatklägers 1 nach vollzogenem 

Faustschlag geendet hat (a.a.O.). Mit der Vorinstanz konnte der Beschuldigte 1 

nicht wissen, was der Beschuldigte 5 als nächstes unternehmen würde (Urk. 104 

S. 50) und musste auch nicht mit der darauffolgenden Tathandlung des Beschul-

digten 5 rechnen. Ein gemeinsamer Tatentschluss bzw. koordinierte Tatbeiträge 

kommen bei einem solchen Vorgehen - entgegen der Vertretung des Privat-

klägers 1 (Urk. 197 S. 19) - auch nicht konkludent zum Ausdruck. Auch die Tat-

sache, dass sich der Beschuldigte 5 hernach den Umstand zunutze machte, dass 

-   33   - 

der Privatkläger 1 am Boden lag, vermag keine Mittäterschaft - entgegen der Vor-

instanz auch keine sukzessive Mittäterschaft (Urk. 104 S. 50 f.) - begründen. Zwar 

kann sich ein Beteiligter anderen nachträglich anschliessen, dieser Entschluss 

kann allerdings nicht zurückwirken. Der Hinzutretende haftet nur für dasjenige Un-

recht, das nach seinem Beitritt noch begangen wird (Stratenwerth, Schweizeri-

sches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Auflage 2011, § 13 N 54, mit 

Hinweisen). Soweit sich die Vertretung des Privatklägers 1 zur Begründung der 

Mittäterschaft sodann auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_939/2013 vom 

17. Juni 2014 beruft (Urk. 197 S. 20), beschreibt sie einen Sachverhalt, der mit 

dem vorliegenden nichts zu tun hat. Anders als im zitierten Bundesgerichtsent-

scheid musste der Beschuldigte 1 in der vorliegenden Konstellation eben gerade 

nicht damit rechnen, dass der Beschuldigte 5 in der erstellten Art und Weise auf 

den durch seinen Schlag auf den Boden niedergegangenen Privatkläger 1 ein-

wirken würde. 

3.3.5.5. Damit stehen die Beschuldigten 1 und 5 hinsichtlich der ihnen zur Last 

gelegten Körperverletzungsdelikte als Alleintäter da und können ihnen nur dieje-

nigen Tatbeiträge zugerechnet werden, welche sie auch verursacht haben.  

3.3.5.6. Aufgrund der gutachterlichen Einschätzung steht fest, dass sowohl das 

Vorgehen des Beschuldigten 1 als auch das Vorgehen des Beschuldigten 5 

grundsätzlich geeignet gewesen wäre, den Schädelbruch des Privatklägers 1 zu 

verursachen, wobei es hinsichtlich des Schädelbruches schwierig sei, zwischen 

einem Schlag- und Sturzgeschehen zu unterscheiden (Urk. 104 S. 48 f. mit Ver-

weis auf Urk. 12/3/3 S. 6 ff., insbesondere S. 9). Der Schädelbruch indiziere einen 

Anprall gegen eine harte Fläche, z.B. Asphalt und somit ein zumindest sturzähn-

liches Ereignis. Verletzungen, wie sie am Kopf des Privatklägers 1 festgestellt 

worden seien, bedürften einer starken Beschleunigung durch entweder einen 

Sturz oder einen oder mehrere wuchtige Schläge gegen den Kopf mit Anprall an 

ein hartes Widerlager, was beides zu den Videoaufzeichnungen passe 

(Urk. 12/3/3 S. 9). Dass aus rechtsmedizinischer Sicht sowohl ein Sturz mit Auf-

prall als auch ein Schlag gegen den am Boden liegenden Privatkläger 1 Ursache 

für die von diesem erlittenen Verletzungen sowie Bewusstlosigkeit hätte sein kön-

-   34   - 

nen, betont auch die Verteidigung des Beschuldigten 5 (Urk. 85 S. 15 ff., Urk. 196 

S. 7, 10 f.; Prot. II S. 39 f.). Mit der Vorinstanz ist aber darauf hinzuweisen, dass 

der Privatkläger 1 unmittelbar nach dem durch den Faustschlag des Beschuldig-

ten 1 verursachten Sturz versucht hat, sich aufzurichten (vgl. vorstehende 

Erw. 3.3.3, Urk. 104 S. 33, Urk. 1/6: 04:34). Eine solche Reaktion lässt sich mit 

der Annahme, dass der Privatkläger 1 kurz zuvor einen Schädelbruch erlitten ha-

ben könnte, nicht vereinbaren. Auch wenn nicht der ganze Körper des Privat-

klägers 1 vom Kamerabild erfasst wurde, ist aus der Haltung des Privatklägers 1 

zu schliessen, dass er sich unmittelbar nach dem Sturz mit dem rechten Arm auf 

den Boden aufgestützt hat, während sein - vom Kamerabereich erfasste - linker 

Arm vor seinem Oberkörper war (Urk. 1/6: 04:34 - 04:35). Demnach hat sich der 

Privatkläger 1 kurz nach dem durch den Faustschlag des Beschuldigten 1 verur-

sachten Sturz nicht etwa mit seinen Händen an den Kopf gefasst oder sich vor 

Schmerzen gewunden, was zu erwarten gewesen wäre, wenn er aufgrund des 

Sturzes mit dem Kopf auf dem Asphalt aufgeschlagen wäre. Mithin ist - mit der 

Vorinstanz - davon auszugehen, dass der Privatkläger 1 seinen Kopf beim Sturz 

durch Anheben hatte schützen können und dieser nicht auf dem Asphalt aufprall-

te. Entgegen der Darstellung der Verteidigung des Beschuldigten 5 ist es dem-

nach nicht so und wurde von der Vorinstanz auch nicht angenommen, dass der 

Kopf des Privatklägers 1 bereits bei dem durch den Schlag des Beschuldigten 1 

verursachten Sturz auf den Asphalt aufgeschlagen ist (Urk. 85 S. 17 f., Urk. 196 

S. 6). Demgegenüber liegt es - aufgrund der Nähe des Kopfes zum Asphalt - auf 

der Hand, dass der Kopf des Privatklägers 1 nach dem aus nächster Nähe ausge-

führten Schlag durch den Beschuldigten 5 am Boden aufprallte, woraufhin der 

Privatkläger 1 dann noch kurz zusammenzuckte und danach für beinahe 2 Minu-

ten reglos liegen blieb (vgl. vorstehende Erw. 3.3.3). Damit steht fest, dass der 

Schädelbruch sowie die Schädelblutung dem Beschuldigten 5 zugerechnet wer-

den muss, wie dies bereits die Vorinstanz überzeugend dargelegt hat (Urk. 104 

S. 49). Sodann ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass gemäss erstelltem 

Sachverhalt der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 mit seiner Faust an der rechten 

Seite des Kopfes und damit nicht im Gesicht getroffen hat (vgl. vorstehende 

Erw .3.3.3, Urk. 104 S. 33, Urk. 1/6: 04:31). Damit ist auch der Nasenbein- und 

-   35   - 

Oberkieferbruch nicht dem Faustschlag des Beschuldigten 1, sondern dem Be-

schuldigten 5 zuzurechnen. Aufgrund des zweiminütigen reglosen Liegenbleibens 

kann gemäss dem rechtsmedizinischen Gutachten sodann ohne weiteres auch 

von einer Bewusstlosigkeit ausgegangen werden (Urk. 12/3/3 S.10). Es trifft zwar 

zu, dass im Gutachten bei der Bezugnahme auf die Berichte des Universitäts-

spitals Zürich, in welchen ebenfalls von einer Bewusstlosigkeit ausgegangen wird, 

der Vermerk "(fragliche Quelle)" angebracht wurde, worauf die Verteidigung des 

Beschuldigten 5 zu Recht verweist (Prot. II S. 40). Daraus kann aber - entgegen 

der Verteidigung des Beschuldigten 5 - nicht geschlossen werden, dass das Gut-

achten das Vorliegen der Bewusstlosigkeit in Zweifel gezogen hätte. Vielmehr ge-

hen auch die für das rechtsmedizinische Gutachtachten verantwortlichen Perso-

nen gestützt auf die Videoaufnahmen "ohne weiteres" von einer Bewusstlosigkeit 

aus (a.a.O.), was angesichts der Tatumstände überzeugt. Es kann ausgeschlos-

sen werden, dass der Privatkläger 1 angesichts der dramatischen Situation in 

der er sich befunden hatte und der massiven Einwirkung auf seinen Kopf mit den 

erstellten Verletzungsfolgen einfach so während zwei Minuten liegen geblieben 

wäre, wenn er noch die Möglichkeit gehabt hätte, zu reagieren. Überdies lässt 

sich die Annahme einer Bewusstlosigkeit auch mühelos mit der übrigen Beweis-

lage in Einklang bringen. Zu Recht verweist die Staatsanwaltschaft diesbezüglich 

auf die Zeugenaussage von R._____ vom 17. Dezember 2017, bei der sie ange-

geben hatte, gedacht zu haben, dass der Privatkläger 1 tot sei, als sie ihn nach 

dem Schlag regungslos am Boden liegen gesehen habe (Prot. II S. 48 mit Ver-

weis auf Urk. 15/5 S. 6, 9, 13). Entsprechend steht mit der Vorinstanz fest, dass 

die Bewusstlosigkeit des Privatklägers 1 durch das Tatvorgehen des Beschuldig-

ten 5 verursacht wurde (Urk. 104 S. 33 f., 39, 51).  

3.3.6. Gemäss gutachterlicher Einschätzung hat während der Dauer dieser Be-

wusstlosigkeit für den Privatkläger 1 eine konkrete Lebensgefahr bestanden. 

Durch das Aussetzen von Schutzreflexen (u.a. Hustenreflex) könne es bei gleich-

zeitigem Zurückfliessen von Mageninhalt in den Mund-/Rachenraum sowie von 

Blutungen in den Nasen-Rachenraum aufgrund von Mittelgesichtsverletzungen 

und Schädelbrüchen zu einem Einatmen und Ersticken kommen. Zudem bestehe 

bei Bewusstlosigkeit durch die Muskelerschlaffung die Gefahr, dass die Zunge in 

-   36   - 

den Rachen zurücksinke und die Atemwege verschliesse, was ebenfalls zu einem 

Ersticken führen könne (Urk. 104 S. 51, Urk. 12/3/3 S. 10). Der erlittene Schädel-

bruch sowie die Schädelhöhlenblutungen hätten hingegen nicht zu einer unmittel-

bar lebensgefährlichen Druckerhöhung im Schädel mit resultierendem Versterben 

des Privatklägers geführt, was allerdings lediglich einem glücklichen Umstand zu 

verdanken sei (Urk. 12/3/3 S. 9). 

3.3.7. Bei diesem Beweisergebnis bleibt es bei der rechtlichen Würdigung der  

Vorinstanz: 

3.3.7.1. Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte 5 mit seinem wuchtigen, aus dem 

ganzen Oberkörper bzw. der Schulter ausgeführten Schlag gegen den Kopf des 

Privatklägers 1 und der dadurch bewirkten Bewusstlosigkeit beim Privatkläger 1 

eine konkrete Lebensgefahr herbeigeführt und damit den objektiven Tatbestand 

gemäss Art. 122 Abs. 1 StGB erfüllt (Urk. 104 S. 46, 51).  

3.3.7.2. Wie gesehen verlangt die Privatklägerschaft neben der Anwendbarkeit 

von Art. 122 Abs. 1 StGB auch eine Verurteilung des Beschuldigten 5 wegen 

Art. 122 Abs. 3 StGB. Die Vertretung des Privatklägers 1 macht darüber hinaus 

auch noch die Anwendbarkeit von Art. 122 Abs. 2 StGB geltend (vgl. vorstehende 

Erw. 2.9).  

3.3.7.3. Nach Art. 122 Abs. 2 StGB macht sich unter anderem strafbar, wer einen 

anderen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht. 

Verlangt wird eine dauernde und irreversible Beeinträchtigung der Gesundheit 

(BSK StGB II-Roth/Berkemeier, 2. Auflage 2011, Art. 122 N 16 mit Hinweisen). 

Wie die Vertretung des Privatklägers 1 an der Berufungsverhandlung ausführte, 

besteht beim Beschuldigten zwar seit längerem eine hundertprozentige Arbeits-

unfähigkeit. Allerdings erfolgte erst die Anmeldung bei der IV und wurde (noch) 

keine Invalidenrente zugesprochen (vgl. vorstehende Erw. 3.3.4). Eine dauernde 

Arbeitslosigkeit, wie dies für die Anwendung von Art. 122 Abs. 2 StGB verlangt 

wird, ist mithin nicht erstellt.  

-   37   - 

3.3.7.4. Soweit die Privatkläger beantragen, dass neben Art. 122 Abs. 1 StGB 

auch Abs. 3 zur Anwendung kommen müsse, ist darauf hinzuweisen, dass der 

Generalklausel von Abs. 3 dieser Bestimmung keine eigenständige Bedeutung 

zukommt, soweit bereits Absatz 1 als erfüllt erachtet werden muss (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_857/2015 vom 21. März 2016, E. 1.4.1 mit Hinweisen). Ent-

sprechend fällt eine gleichzeitige Subsumtion des Tatvorgehens unter den Auf-

fangtatbestand gemäss Art. 122 Abs. 3 StGB bei diesem Ergebnis ausser Be-

tracht und kommt nur Art. 122 Abs. 1 StGB zur Anwendung. 

3.3.7.5. Unter Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz muss 

auch der subjektive Tatbestand von Art. 122 Abs. 1 StGB als durch den Beschul-

digten 5 erfüllt erachtet werden. Mit der Vorinstanz ist zugunsten des Beschuldig-

ten 5 von Eventualvorsatz auszugehen (Urk. 104 S. 52) - wenngleich angesichts 

des konkreten Tatvorgehens einem, der sehr nahe an einen direkten Vorsatz zu 

liegen kommt. Wie gesehen musste der Beschuldigte 5 vor dem Schlag noch über 

den Privatkläger 1 hinwegsteigen und sich nach unten Bücken. Damit erfolgte ein 

ganz bewusstes Zuwenden, in Kenntnis des Umstandes, dass sich der Kopf des 

Privatklägers 1 in nächster Nähe zum Asphalt befand (vgl. vorstehende Erw. 3.3.3 

und 3.3.5.6). Diesbezüglich lässt auch tief blicken, wenn die Verteidigung des Be-

schuldigten 5 an der Berufungsverhandlung ausführte, dass der Beschuldigte 5 

gegen den am Boden liegenden Privatkläger 1 vorgegangen sei, um sich zu rä-

chen (Urk. 196 S. 9), zumal der Privatkläger 1 erstelltermassen nicht der Angreifer 

war (vgl. vorstehende Erw. 3.3.3). 

3.3.7.6. Dem Beschuldigten 1 kann hingegen keine lebensgefährliche Verletzung 

oder eine andere schwere Schädigung des Körpers des Privatklägers 1 im Sinne 

von Art. 122 StGB nachgewiesen werden. Insbesondere sind ihm mangels eines 

koordinierten Vorgehens nicht die durch den Beschuldigten 5 verursachten Ver-

letzungen anzurechnen. Wie gesehen wäre sein Tatvorgehen aber durchaus ge-

eignet gewesen, den Privatkläger 1 lebensgefährlich zu verletzen (vgl. vorstehen-

de Erw. 3.3.5.6). Mit der Vorinstanz fällt insbesondere die Intensität des vom Be-

schuldigten 1 aus dem Lauf heraus vollzogenen Schlages gegen den Kopf sowie 

der Umstand, dass der Privatkläger 1 aufgrund der Auseinandersetzung mit dem 

-   38   - 

Beschuldigten 5 nicht auf den Schlag gefasst war, ins Gewicht (Urk. 104 S. 53). 

Diese Umstände legten einen Sturz des Privatklägers 1 und somit die Möglichkeit 

einer schweren Schädigung des Privatklägers 1 im Sinne von Art. 122 StGB na-

he, was der Beschuldigte 1 durch sein Vorgehen in Kauf nahm. Das wird vom Be-

schuldigten 1 mit seinem Antrag auf Verurteilung wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung denn auch anerkannt (vgl. vorstehende Erw. 2.1, 3.3.2). Damit 

hat sich der Beschuldigte 1 in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils der ver-

suchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.  

3.4. Fazit 

In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils haben sich auch die Beschuldigten 3 

und 6 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Der 

Beschuldigte 1 ist zudem der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen und der Beschuldigte 5 ist zudem wegen schwerer Körperverletzung im Sin-

ne von Art. 122 Abs. 1 StGB zu verurteilen. 

4. Strafzumessung und Sanktionsart 

4.1. Vorbemerkung 

4.1.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen 

ist, unter Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung richtig zusammengefasst 

und insbesondere auch dargelegt, wie bei Deliktsmehrheit sowie einem Versuch 

vorzugehen ist (Urk. 104 S. 54 f.). Zur Vermeidung von Wiederholungen kann da-

rauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenso hat sie den zur Verfügung 

stehenden Strafrahmen der vorliegend zu beurteilenden Delikte grundsätzlich 

richtig angegeben (Urk. 104 S. 56). 

4.1.2. Am 1. Januar 2018 sind im Sanktionenrecht des Strafgesetzbuches revi-

dierte Bestimmungen in Kraft getreten. Mitunter wurden die Gesetzesartikel be-

treffend die Strafarten und insbesondere die Dauer der Geld- und Freiheitsstrafen 

angepasst. Gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB ist für ein Delikt, welches vor Inkrafttreten 

-   39   - 

der neuen Gesetzesbestimmungen begangen wurde, jedoch erst nach Inkraft-

treten beurteilt wird, dasjenige Gesetz anzuwenden, welches für den Täter das 

mildere ist. 

4.1.3. Die Beschuldigten haben die zu beurteilenden Straftaten vor Inkrafttreten 

des neuen Rechts verübt. Sämtliche Beschuldigten wurden zu Freiheitsstrafen 

von über einem Jahr verurteilt. Sollten vorliegend Strafen bis zu 360 Strafein-

heiten in Frage kommen, gilt das alte Sanktionenrecht als das mildere, weshalb 

dieses zur Anwendung käme. Gemäss neuem Recht darf die Geldstrafe nämlich 

höchstens 180 Tagessätze betragen (Art. 34 StGB), während nach altem Recht 

Geldstrafen bis zu 360 Tagessätzen möglich sind (aArt. 34 StGB). Weil eine 

Geldstrafe gegenüber einer Freiheitsstrafe milder ist (BGE 134 IV 82 E. 7.2.2), 

sind für vor dem 1. Januar 2018 begangene Straftaten mittlerer Kriminalität, die 

nach altem Recht eine Geldstrafe von 180 bis 360 Tagessätzen nach sich ziehen, 

weiterhin solche Geldstrafen auszufällen (Heimgartner, in: Donatsch/Heimgartner/ 

Isenring/Weder [Hrsg.], OFK/StGB Kommentar, 20. Auflage 2018, Art. 34 N 7). 

Ebenso als milder zu gelten hat das alte Sanktionenrecht in Bezug auf Strafen im 

Bereich von bis zu 180 Strafeinheiten (vgl. zur grundsätzlichen Ausdehnung der 

Freiheitsstrafen auf einen Bereich ab drei Tagen anstatt 6 Monaten: Heimgartner, 

a.a.O., Art. 34 N 1, Art. 41 N 1 f.).  

4.2. Beschuldigter 5 

4.2.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten 5 wegen der schweren Körperverlet-

zung sowie des Raufhandels in Anwendung des Asperationsprinzips zu einer 

Freiheitsstrafe von insgesamt 3 ½ Jahren bzw. 42 Monaten verurteilt (Urk. 104 

S. 60). Der Beschuldigte 5 lässt wie gesehen eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten 

beantragen, dies allerdings "lediglich" wegen des Raufhandels und unter der An-

nahme eines Freispruchs wegen der schweren Körperverletzung (Urk. 112 S. 7, 

Prot. II S. 14).  

4.2.2. Die Staatsanwaltschaft erachtet die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe 

als zu tief und beantragt in ihrer Anschlussberufung eine Strafe von insgesamt 

4 Jahren. Hinsichtlich der wegen des Raufhandels von der Vorinstanz in Anwen-

-   40   - 

dung des Asperationsprinzips vorgenommenen Erhöhung der Einsatzstrafe um 

6 Monate opponiert die Staatsanwaltschaft nicht (Urk. 127 S. 3, Prot. II S. 15 f., 

Urk. 199 S. 3 f.). Vielmehr entspricht dies der von ihr selbst vorgenommenen 

Strafzumessung (Urk. 75 S. 10, Urk. 127 S. 3, Urk. 199 S. 4). Hinsichtlich der 

schweren Körperverletzung stellt sich die Staatsanwaltschaft auf den Standpunkt, 

dass bei der vorinstanzlichen Strafzumessung die schwere Schädigung des Kör-

pers und der Gesundheit des Privatklägers 1, welche eine lange Dauer der Be-

handlung und der Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen habe, bei der Strafzu-

messung nicht berücksichtigt worden sei, weshalb die schwere Körperverletzung 

objektiv schwerer wiege, als von der Vorinstanz angenommen. Das objektive Ver-

schulden der schweren Körperverletzung müsse als keinesfalls leicht eingestuft 

werden, was zur Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe von 3 ½ Jahren 

bzw. 42 Monaten führe (Urk. 127 S. 2 f., Urk. 199 S. 4). Aus dem Plädoyer vor 

Vorinstanz ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft hinsichtlich der schweren Kör-

perverletzung in objektiver Hinsicht noch von einem nicht mehr leichten Verschul-

den ausgegangen war und eine Einsatzstrafe von 3 Jahren beantragt hatte 

(Urk. 75 S. 10).        

4.2.3. Schwere Körperverletzung 

4.2.3.1. Die Vorinstanz ist nach Würdigung der Tatkomponenten betreffend die 

schwere Körperverletzung von einem nicht mehr leichten Verschulden ausgegan-

gen und hat eine Einsatzstrafe für die schwere Körperverletzung in der Höhe von 

3 ¼ Jahren bzw. 39 Monaten festgesetzt (Urk. 104 S. 58).  

4.2.3.2. Der Privatkläger 1 lag nach dem durch den Faustschlag des Beschuldig-

ten 1 verursachten Sturz am Boden und versuchte gerade, sich zu erheben, als 

der Beschuldigte 5 mit voller Wucht aus nächster Nähe gezielt gegen den Kopf 

des am Boden liegenden Privatklägers 1 geschlagen hat. Das Verletzungsbild des 

Privatklägers 1 wiederspiegelt die hemmungslose und ungebremste Gewalt, mit 

welcher der Beschuldigte 5 gegen den Kopf des vorgängig durch den Beschuldig-

ten 1 zu Boden geschlagenen Privatklägers 1 vorgegangen ist. Wie gesehen ist 

es alleine dem Zufall zu verdanken, dass nicht noch gravierende Folgen eingetre-

ten sind (vgl. vorstehende Erw. 3.3.6). Der Privatkläger 1 war in seiner Situation 

-   41   - 

mit der Vorinstanz weder in der Lage, sich zu wehren, noch stellte er zu diesem 

Zeitpunkt eine Gefahr für den Beschuldigten 5 dar (Urk. 104 S. 56 f.). Neben dem 

Umstand, dass es sich beim Kopf schon ohnehin um eine besonders sensible 

Region des Körpers handelt, offenbarte sich die besondere Gefährlichkeit des 

vom Beschuldigten 5 gewählten Vorgehens mit der Vorinstanz zudem insbeson-

dere auch aufgrund der Nähe des Kopfes des Privatklägers 1 zum Asphalt. Es 

war damit auch für den Beschuldigten 5 erkennbar, dass ein wuchtiger Schlag 

gegen den Kopf des Privatklägers 1 nahezu zwingend auch die Folge haben 

musste, dass der Kopf auf dem Asphalt aufschlägt (vgl. auch vorstehende 

Erw. 3.3.7.5). Neben der vom Beschuldigten 5 verursachten konkreten Lebensge-

fahr des Privatklägers 1 infolge der - mit zwei Minuten zwar nur einigermassen 

kurzen - Bewusstlosigkeit ist mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 127 S. 2, Urk. 199 

S. 4) sodann zu sehen, dass der Privatkläger 1 gravierende Kopfverletzungen er-

litten hat und bis heute an den Folgen leidet und immer noch zu hundert Prozent 

arbeitsunfähig ist (vgl. vorstehende Erw. 3.3.4). Zwar handelte es sich nur um ei-

nen Schlag, dieser war aber heftig und erfolgte gezielt gegen den Kopf des am 

Boden liegenden und sich nicht wehrenden Privatklägers 1. Vor dem Hintergrund, 

dass der Privatkläger 1 nach diesem Schlag bewusstlos liegen geblieben war, 

gab es denn auch keine Veranlassung mehr für weitere Schläge. Der Beschuldig-

te 5 hat mit seinem Vorgehen eine hohe Gewaltbereitschaft gezeigt und auf kras-

se Weise die physische Integrität des Privatklägers 1 missachtet, was auf eine 

bedeutende kriminelle Energie hindeutet.  

4.2.3.3. In subjektiver Hinsicht kann man dem Beschuldigten 5 einzig zugutehal-

ten, dass von einem spontanen Tatentschluss auszugehen ist und ihm hinsichtlich 

der Verletzungsfolgen lediglich Eventualvorsatz nachgewiesen werden kann. Wie 

bereits erwogen (vgl. vorstehende Erw. 3.3.7.5), liegt der Eventualvorsatz aber an 

der Grenze zum direkten Vorsatz: Mit der Vorinstanz musste der Beschuldigte 5 

unter den gegebenen Umständen wissen, dass der Kopf des Privatklägers 1 un-

gebremst auf den Asphalt aufschlagen konnte und nahm dies mit seinem Vor-

gehen auch hochgradig in Kauf (Urk. 104 S. 58). Aufgrund seiner Lage nach dem 

Niederschlag durch den Beschuldigten 1 hatte der Privatkläger 1 keine Möglich-

keit, die Wucht des Schlages des Beschuldigten 5 und damit den Aufprall auf den 

-   42   - 

Asphalt abzufedern. Das Risiko für den Eintritt schwerer Verletzungen sowie das 

Herbeiführen einer Bewusstlosigkeit war damit hoch, und die mit dem Vorgehen 

verbundene Pflichtverletzung wiegt schwer. Der Faustschlag war offensichtlich 

auf eine Verletzung ausgerichtet. Dieses Vorgehen kann mit der Vorinstanz und 

unter Verweis auf die Ausführungen der Staatsanwaltschaft nicht anders interpre-

tiert werden, als dass er dem Privatkläger 1 "den Rest" geben wollte (vgl. Urk. 75 

S. 8; Urk. 104 S. 50/51, 57, 85). Ein solches Verhalten ist niederträchtig. Soweit 

die Vorinstanz dem Beschuldigten aufgrund der behaupteten (und nicht widerleg-

baren) Alkoholisierung eine leicht gesenkte Hemmschwelle attestiert (Urk. 104 

S. 58), kann dies wohlwollend so übernommen werden. Von einer Angetrunken-

heit in einem Masse, die die Schuldfähigkeit einschränken würde, kann aber si-

cher nicht ausgegangen werden. Auf dem Video jedenfalls, ist nicht ersichtlich, 

dass der Beschuldigte 5 massgeblich beeinträchtigt gewesen wäre. Insgesamt ist 

von einem hemmungslosen und überaus verwerflichen Vorgehen auszugehen, 

was mit der Vorinstanz von einer krassen Geringschätzung und Gleichgültigkeit 

gegenüber der körperlichen Unversehrtheit des Privatklägers 1 zeugt (Urk. 104 

S. 58). Auch wenn gestützt auf die Videoaufzeichnung davon auszugehen ist, 

dass der Beschuldigte 5 vom Privatkläger 1 zuvor zu Fall gebracht worden war, ist 

festzuhalten, dass dies aus einer reinen Abwehrhandlung heraus erfolgte und sich 

dieser lediglich gegen die Schläge des sichtbar aggressiven Beschuldigten 5 zu 

wehren versuchte. Der Aggressor war der Beschuldigte 5. Der Gewaltexzess des 

Beschuldigten 5 erfolgte völlig grundlos, zumal mit der Vorinstanz von dem am 

Boden liegenden und durch den Beschuldigten 1 mit einem Faustschlag getroffe-

nen Privatkläger 1 überhaupt keine Gefahr ausging und dieser völlig wehrlos war 

(Urk. 104 S. 57). Die Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten 5 war demnach 

vollständig gewahrt und entgegen der Darstellung seiner Verteidigung hatte der 

Beschuldigte 5 keineswegs allen Grund, sich am Privatkläger 1 zu rächen 

(Urk. 199 S. 9). Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass auch die Schlä-

gerei an sich aus nichtigem Anlass erfolgte (Urk. 104 S. 58); gemäss der Darstel-

lung des Beschuldigten 5 aufgrund einer verbalen Provokation des Beschuldig-

ten 4 (Urk. 8/1/3 S. 7). Insgesamt vermag das subjektive Verschulden das objekti-

ve Verschulden nicht in einem milderen Licht erscheinen.  

-   43   - 

4.2.3.4. Nach Würdigung sämtlicher Strafzumessungskriterien erweist sich ange-

sichts des keinesfalls leichten Verschulden hinsichtlich der Tatkomponente eine 

Einsatzstrafe im unteren Bereich des mittleren Drittels als angemessen. Wenn die 

Vorinstanz nach Würdigung der Tatkomponente auf eine Einsatzstrafe von 

3 ¼ Jahren bzw. 39 Monate kommt, erweist sich dies als etwas tief. Insgesamt 

erscheint es als angemessen, eine Einsatzstrafe im Bereich von 3 ¾ Jahren bzw. 

45 Monaten festzusetzen.  

4.2.4. Raufhandel 

4.2.4.1. Nachdem sich der Raufhandel und die schwere Körperverletzung inner-

halb des selben Lebenssachverhaltes abspielten und damit in direktem Zusam-

menhang zueinander stehen, ist auch hinsichtlich des Raufhandels auf Freiheits-

strafe zu erkennen. Entsprechend ist wegen des zusätzlich begangenen Rauf-

handels die hypothetische Einsatzstrafe angemessen zu erhöhen.  

4.2.4.2. Zunächst ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass beim Raufhan-

del als abstraktes Gefährdungsdelikt die Schwere der tatsächlich eingetretenen 

Verletzungen im Rahmen der Strafzumessung nicht berücksichtigt werden darf 

(Urk. 104 S. 69, BSK StGB II-Maeder, a.a.O., Art. 133 N 4). Wie aus der sorgfälti-

gen Videoanalyse der Vorinstanz hervorgeht, hat der Beschuldigte 5 mit seinem 

Vorgehen einen erheblichen Beitrag an die Auseinandersetzung geleistet 

(Urk. 104 S. 32 ff., 58). Damit hat der Beschuldigte 5 zu einer Fortdauer des 

Raufhandels beigetragen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei dem vor-

liegend zu beurteilenden Raufhandel um eine momentane Eskalation handelte, 

keine Waffen oder andere gefährlichen Gegenstände in die Auseinandersetzung 

miteinbezogen worden sind und sich dieselbe nicht über eine längere Zeitdauer 

hingezogen hat.  

4.2.4.3. Der Beschuldigte 5 hat direktvorsätzlich gehandelt und die Vorinstanz hat 

überzeugend dargelegt, dass er aufgrund seiner und der Aussagen der weiteren 

Beteiligten als zentraler Teil der verbalen Auseinandersetzung gesehen werden 

muss, welche die Rauferei überhaupt hat entstehen lassen (Urk. 104 S. 59). Die 

Teilnahme an einer tätlichen Auseinandersetzung als solche begründet dagegen 

-   44   - 

erst den Tatbestand des Raufhandels und wirkt sich weder strafmindernd noch 

straferhöhend aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1158/2014 vom 21. April 

2015, E. 1.3.2). Dementsprechend ist es - entgegen der Vorinstanz (a.a.O.) - nicht 

entscheidend, ob es ein Leichtes gewesen wäre, die ganze Auseinandersetzung 

zu vermeiden. Mit der Vorinstanz kann dem Beschuldigten 5 wie allen anderen an 

der Rauferei Beteiligten sodann der spontane Tatentschluss zugutegehalten wer-

den, nach dem er sich provoziert gefühlt hatte. Schliesslich kann dem Beschuldig-

ten 5 auch in Bezug auf den Raufhandel wohlwollend eine leicht gesenkte 

Hemmschwelle aufgrund des (nicht widerlegbaren) Alkoholkonsums attestiert 

werden. Insgesamt sind entgegen der Vorinstanz jedenfalls keine Umstände er-

sichtlich, die eine Straferhöhung angezeigt erscheinen lassen würde.  

4.2.4.4. Damit - und unter Berücksichtigung der schweizerischen Recht-

sprechungspraxis zum Raufhandel (vgl. nachstehende Erw. 4.4.1.3) - erscheint es 

angemessen, die Einsatzstrafe für das Hauptdelikt zufolge Asperation leicht zu 

erhöhen. Die von der Vorinstanz in Anwendung des Asperationsprinzips vorge-

nommene Erhöhung um etwa 6 Monate erweist sich vor diesem Hintergrund als 

deutlich zu hoch.  

4.2.5. Täterkomponente 

4.2.5.1. Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten 5 ergeben sich aus der 

zusammenfassenden Wiedergabe im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 104 S. 59 f.). 

An der Berufungsverhandlung führte er ergänzend aus, im Jahr 2017 geheiratet 

zu haben. Zudem habe er nach 10 Jahren als Maschinist den Job gewechselt, wo 

er nun eine Lehre als Heizungsinstallateur machen könne (Urk. 191 S. 12). Mit 

der Vorinstanz wirken sich die persönlichen Verhältnisse strafzumessungsneutral 

aus und ist die geltend gemachte positive Lebensführung entgegen der Ansicht 

der Verteidigung (Urk. 196 S. 13 f.) nicht strafmindernd zu berücksichtigen.  

4.2.5.2. Zu Recht hat die Vorinstanz das Geständnis des Beschuldigten 5 straf-

mindernd berücksichtigt (Urk. 104 S. 59). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass 

sich das erst an der Hauptverhandlung und damit relativ spät erfolgte Geständnis 

lediglich auf den Sachverhalt des Raufhandels bezogen und angesichts der er-

-   45   - 

drückenden Beweislage das Verfahren nicht massgeblich vereinfacht hat. Hin-

sichtlich des Hauptdeliktes der schweren Körperverletzung machte er hingegen 

Erinnerungslücken geltend und verlangt wie gesehen einen Freispruch (Urk. 74 

S. 6, Urk. 104 S. 22 f., Urk. 191 S. 29 ff., vgl. vorstehende Erw. 2.4). Hinsichtlich 

des Raufhandels ist das Geständnis aber leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

Reue oder Einsicht in das Unrecht der Tat sind hingegen mit der Vorinstanz nicht 

zu erkennen (Urk. 104 S. 60). Auch wenn er an der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung und auch an der Berufungsverhandlung erklärt hatte, zu bedauern, dass 

jemand verletzt worden sei (Urk. 74 S. 7, Urk. 191 S. 28 f.), übernimmt er keinerlei 

Verantwortung für das begangene Unrecht.  

4.2.5.3. Schliesslich ist mit der Vorinstanz auf die Vorstrafe des Beschuldigten 5 

sowie Delinquenz während laufender Probezeit hinzuweisen. Die nicht einschlä-

gige Vorstrafe vom 13. September 2013 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

stand zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 80.– (Urk. 106/5, 

Urk. 166) fällt im Vergleich zu dem heute zu beurteilenden Hauptdelikt kaum ins 

Gewicht. Die Vorstrafe ist daher nur in geringem Masse straferhöhend zu berück-

sichtigen.  

4.2.5.4. Insgesamt halten sich die strafmindernd und -erhöhend zu berück-

sichtigenden Faktoren die Waage. Damit erscheint eine Strafe von 4 Jahren 

bzw. 48 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. 

4.2.6. Fazit 

Der Beschuldigte 5 ist wegen schwerer Körperverletzung sowie Raufhandels zu 

einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren bzw. 48 Monaten zu bestrafen. Der Anrech-

nung der erstandenen Untersuchungshaft im Umfang von 141 Tagen steht 

schliesslich nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

4.3. Beschuldigter 1  

4.3.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten 1 wegen versuchter schwerer Kör-

perverletzung sowie wegen Raufhandels zu einer Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren 

verurteilt.  

-   46   - 

4.3.2. versuchte schwere Körperverletzung 

4.3.2.1. Mit der Vorinstanz fällt in objektiver Hinsicht für die mutmasslich vollende-

te schwere Körperverletzung ins Gewicht, dass der Privatkläger 1 noch mit dem 

Abwehren des Angriffs des Beschuldigten 5 beschäftigt und damit auf den Schlag 

des Beschuldigten 1 völlig unvorbereitet war (Urk. 104 S. 61). Zu Recht weist die 

Verteidigung allerdings darauf hin, dass der Schlag seitlich, und nicht wie die Vor-

instanz erwogen hat, von hinten erfolgte (Urk. 104 S. 61, Urk. 193 S. 8, vgl. vor-

stehende Erw. 3.3.3). Gleichwohl hatte der Privatkläger 1 keine Möglichkeit, den 

Schlag abzuwehren oder sich wenigstens darauf einzustellen, und fiel als Folge 

des für ihn gänzlich überraschenden Schlages unkontrolliert rücklings auf den 

Boden. Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte 1 dem Privatkläger 1 immerhin 

aber "nur" diesen einen - wenn auch aus dem Lauf heraus ausgeführten - Schlag 

verabreicht und sich hernach sogleich wieder von ihm abgewendet (Urk. 104 

S. 61, vgl. auch vorstehende Erw. 3.3.5.4). Auch wenn durchaus brutalere Ver-

letzungsmethoden - z.B. auch unter Einsatz gefährlicher Tatmittel - vorstellbar 

sind, ist festzuhalten, dass ein Aufschlagen des Kopfes auf dem Asphalt und da-

mit verbundene lebensgefährliche Kopf- und Hirnverletzungen bzw. Hirnblutungen 

sowie das Herbeiführen einer Bewusstlosigkeit ohne Weiteres möglich gewesen 

wären, was sich auch aus dem Gutachten ergibt (vgl. vorstehende Erw. 3.3.5.6, 

Urk. 12/3/3 S. 9). Auf einer Skala aller denkbaren schweren Körperverletzungen 

wäre ein solcher Erfolg im unteren Bereich des mittleren Drittels anzusiedeln. Vor 

diesem Hintergrund erweist sich die von der Vorinstanz für die objektive Tat-

schwere festgesetzte hypothetische Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren als etwas tief. 

4.3.2.2. In subjektiver Hinsicht kann der Vorinstanz gefolgt werden, wenn sie da-

von ausgeht, dass der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 aus nichtigem Grund 

niedergeschlagen habe (Urk. 104 S. 62). Weder wurde der Beschuldigte 1 zuvor 

vom Privatkläger 1 angegriffen noch wurde er verbal provoziert. Wenn die Vertei-

digung vorbringt, subjektiv betrachtet sei von einer Reaktionshandlung auszu-

gehen, da der Beschuldigte 1 kurz zuvor einen Schlag von hinten gespürt habe 

(Urk. 115 S. 5, Urk. 193 S. 10), überzeugt dies nicht. Wie die Verteidigung richtig 

ausführt, kann aufgrund der Videoaufnahme ausgeschlossen werden, dass der 

-   47   - 

Privatkläger 1 den Beschuldigten 1 kurz zuvor geschlagen hätte (a.a.O.). Der Be-

schuldigte 1 selbst führte anlässlich der Hauptverhandlung aus, dass er nicht be-

urteilen könne, ob es der Privatkläger 1 gewesen sei, der ihn geschlagen habe. Er 

sei aber geschlagen worden und dann - als er nach rechts geschaut habe, habe 

er sich gegen den Privatkläger 1 gewandt und wahrscheinlich aus Verteidigungs- 

oder Schutzgefühlen den Schlag abgegeben (Urk. 73 S. 7, Urk. 104 S. 20). Dar-

aus kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es lässt das Verschulden in sub-

jektiver Hinsicht keineswegs in einem milderen Licht erscheinen, wenn man sich 

im Rahmen einer Auseinandersetzung, an der mehrere Personen beteiligt sind, 

als Vergeltungsaktion für einen erhaltenen Schlag quasi den Nächstbesten aus-

wählt, und dann ungehemmt in Richtung Kopf des abgelenkten Gegenübers zu-

schlägt. Überdies hat sich der Beschuldigte 1 von sich aus in die Auseinanderset-

zung begeben und damit das Risiko, geschlagen zu werden, selbst geschaffen 

(vgl. dazu Urk. 73 S. 5). Zugutehalten kann man dem Beschuldigten, dass ihm le-

diglich Eventualvorsatz hinsichtlich möglicher Verletzungsfolgen nachgewiesen 

werden kann. Zudem ist zugunsten des Beschuldigten 1 mit der Verteidigung von 

einem spontanen Tatentschluss auszugehen (Urk. 115 S. 6, Urk. 193 S. 10). Ins-

gesamt vermag das subjektive Verschulden die objektive Tatschwere nicht in ei-

nem milderen Licht erscheinen. Umgekehrt sind auch keine Umstände ersichtlich, 

die eine Straferhöhung nötig machen würden.  

4.3.2.3. Nach Würdigung aller Strafzumessungskriterien und im Vergleich zu allen 

denkbaren schweren Körperverletzungen erscheint für die mutmasslich vollendete 

schwere Körperverletzung eine hypothetische Einsatzstrafe von 3 Jahren 

bzw. 36 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen.  

4.3.2.4. Zutreffend hat die Vorinstanz in Betracht gezogen, dass es beim vollen-

deten Versuch geblieben ist, was sich im Sinne einer Reduzierung der (hypotheti-

schen) Einsatzstrafe auszuwirken habe (Urk. 104 S. 62). Aufgrund der konkreten 

Umstände erweist sich die seitens der Vorinstanz vorgenommene Reduktion um 

3 Monate bzw. zehn Prozent der hypothetischen Einsatzstrafe in quantitativer 

Hinsicht allerdings als zu gering.  

-   48   - 

4.3.2.5. Vorliegend lag der tatbestandsmässige Erfolg weit entfernt. Der Privat-

kläger 1 befand sich aufgrund des Schlages des Beschuldigten 1 nicht in Lebens-

gefahr und verletzte sich auch nicht (schwer). Wie gesehen ist aufgrund der Re-

aktion des Privatklägers 1 nach dem Sturz vielmehr davon auszugehen, dass er 

einen Aufprall seines Kopfes auf dem Asphalt hat verhindern können (vgl. vor-

stehende Erw. 3.3.5.6). Der Sturz ging glimpflich aus und es können dem Be-

schuldigten 1 keine Verletzungen des Privatklägers 1 zugerechnet werden. Dieser 

Umstand hat sich stark verschuldensmindernd auszuwirken. Sodann ist dem Be-

schuldigten 1 zugutezuhalten, dass er lediglich einen Schlag ausgeteilt hatte und 

von sich aus vom Privatkläger 1 abgelassen hatte. Zusammenfassend muss sich 

der Umstand, dass sich die tatsächlichen Folgen bei Weitem nicht tatbestands-

mässig im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB erweisen, spürbar verschuldensmin-

dernd auswirken.  

4.3.2.6. Insgesamt erscheint es angemessen, für die versuchte schwere Körper-

verletzung mit der Vorinstanz von einer Einsatzstrafe von rund 2 Jahren bzw. 

24 Monaten auszugehen. 

4.3.3. Raufhandel 

4.3.3.1. Nachdem sich der Raufhandel und die versuchte schwere Körperverlet-

zung innerhalb des selben Lebenssachverhaltes abspielten und damit in direktem 

Zusammenhang zueinander stehen, ist auch hinsichtlich des Raufhandels auf 

Freiheitsstrafe zu erkennen. Entsprechend ist wegen des zusätzlich begangenen 

Raufhandels die hypothetische Einsatzstrafe angemessen zu erhöhen. 

4.3.3.2. Auch der Beschuldigte 1 hat durch sein Vorgehen zur Aufrechterhaltung 

des Raufhandels beigetragen (vgl. Urk. 104 S. 32, 61). Wie auch beim Beschul-

digten 5 ist auch hier zu berücksichtigen, dass es sich um eine momentane Eska-

lation handelte, keine Waffen oder andere gefährlichen Gegenstände in die Aus-

einandersetzung miteinbezogen worden sind und sich dieselbe nicht über eine 

längere Zeitdauer hingezogen hat.  

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4.3.3.3. In subjektiver Hinsicht ist von direktem Vorsatz auszugehen. Auch hier ist 

entgegen der Vorinstanz nicht entscheidend, ob es ein Leichtes gewesen wäre, 

die ganze Auseinandersetzung zu vermeiden, da die Teilnahme an einer tätlichen 

Auseinandersetzung als solche erst den Tatbestand des Raufhandels begründet 

und sich weder strafmindernd noch straferhöhend auswirkt (vgl. vorstehende 

Erw. 4.2.4.3). Damit ist von einem tatimmanenten Vorsatz auszugehen, der dem 

Beschuldigten 1 nicht im besonderen Masse vorzuwerfen ist. Wie allen anderen 

an der Rauferei Beteiligten kann auch dem Beschuldigten 1 der spontane Tatent-

schluss zugutegehalten werden. Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte 1 bei 

dem der Auseinandersetzung vorangegangenen Disput nicht zugegen war, muss 

mit der Vorinstanz geschlossen werden, dass sich der Beschuldigte 1 an der 

Auseinandersetzung beteiligt hat, ohne zu w