# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5016ad7-d62a-5a82-8c12-f57c53d7c713
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.06.2009 BVGE 2009/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2009-47_2009-06-29.pdf

## Full Text

2009/47  Alters- und Hinterlassenenversicherung

8 Gesundheit – Arbeit – Soziale Sicherheit
Santé – Travail – Sécurité sociale
Sanità – Lavoro – Sicurezza sociale

47
Auszug aus dem Urteil der Abteilung III

i. S. A. gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK
C-6892/2007 vom 29. Juni 2009

Alters-  und  Hinterlassenenversicherung.  Beitritt  zur  freiwilligen 
AHV/IV. 

Art. 1a und Art. 2 Abs. 1 AHVG. Art. 7 und Art. 8 VFV. Art. 3 und 
Art. 9  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 1408/71  des  Rates  vom 
14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicher-
heit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familien-
angehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, 
in  der  Fassung  von  Anhang  II  zum Abkommen  zwischen  der 
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits 
und der schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die 
Freizügigkeit (nachfolgend: Verordnung [EWG] Nr. 1408/71). 

1. Der Begriff  « obligatorisch Versicherte » gemäss Art. 1a AHVG 
ist  massgebend betreffend Beitritt  zur freiwilligen AHV/IV ge-
mäss Art. 2 Abs. 1 AHVG (E. 5).

2. Betreffend die  Mindestbeitragszeit  als  Voraussetzung zum Bei-
tritt  zur freiwilligen AHV/IV erfolgt  keine Zusammenrechnung 
der in verschiedenen Mitgliedstaaten zurück gelegten Versiche-
rungszeiten  im  Sinne  von  Art. 9  Abs. 2  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71 (E. 6).

Assurance-vieillesse et survivants. Adhésion à l'AVS/AI facultative.

Art. 1a et art. 2 al. 1 LAVS. Art. 7 et art. 8 OAF. Art. 3 et art. 9 du 
règlement (CEE) no 1408/71 du Conseil du 14 juin 1971 relatif à 
l'application des régimes de sécurité sociale aux travailleurs sa-
lariés, aux travailleurs non salariés et aux membres de leur fa-
mille qui se déplacent à  l'intérieur de la Communauté,  adapté 
selon l'annexe II à l'accord sur la libre circulation des personnes 

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entre  la  Communauté  européenne et  ses  Etats  membres d'une 
part,  et  la  Suisse  d'autre  part  (ci-après:  règlement  [CEE] 
no 1408/71).

1. La notion d'assuré  obligatoire  telle  qu'elle  découle  de l'art. 1a 
LAVS est déterminante en matière d'adhésion à l'assurance fa-
cultative selon l'art. 2 al. 1 LAVS (consid. 5).

2. En ce qui concerne la période minimale de cotisation ‒ condition 
à l'adhésion à l'AVS/AI facultative ‒ les périodes d'assurance ac-
complies  dans les  différents  Etats  membres au sens de  l'art. 9 
par. 2  règlement  (CEE)  no 1408/71  ne  sont  pas  additionnées
(consid. 6).

Assicurazione per la vecchiaia e i superstiti. Adesione all'AVS/AI fa-
coltativa.

Art. 1a e art. 2 cpv. 1 LAVS. Art. 7 e art. 8 OAF. Art. 3 e art. 9 del 
regolamento (CEE) n. 1408/71 del Consiglio del 14 giugno 1971 
relativo all'applicazione dei regimi di sicurezza sociale ai lavora-
tori subordinati, ai lavoratori autonomi e ai loro familiari che si 
spostano all'interno della Comunità, nella versione dell'allegato 
II all'accordo tra la Comunità europea ed i suoi Stati membri, da 
una parte,  e  la  Confederazione Svizzera dall'altra,  sulla  libera 
circolazione  delle  persone  (qui  di  seguito:  regolamento  [CEE] 
n. 1408/71).

1. Il  concetto  di  persona  assicurata  obbligatoriamente  ai  sensi 
dell'art. 1a LAVS è determinante per l'adesione all'assicurazione 
facoltativa AVS/AI secondo l'art. 2 cpv. 1 LAVS (consid. 5).

2. Per quanto riguarda il periodo minimo di contribuzione, condi-
zione  per l'adesione  all'assicurazione  facoltativa  AVS/AI,  i  pe-
riodi  assicurativi  compiuti  nei  differenti  Stati  membri  ai  sensi 
dell'art. 9  cpv. 2  del  regolamento  (CEE)  n. 1408/71  non vanno 
sommati (consid. 6).

Der  Beschwerdeführer,  wohnhaft  in  den  Vereinigten  Arabischen 
Emiraten  (UAE),  ist  Schweizer  Staatsangehöriger.  Er  arbeitete  in  der 
Schweiz und im Ausland, unter anderem einige Zeit in Luxemburg. In 
den Jahren 1975 bis April 2000 sowie für einzelne Monate in der Zeit 
vom November 2004 bis August 2006 zahlte der Versicherte die obliga-

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torischen  Beiträge  an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und 
Invalidenversicherung.

Am 4. Juni 2007 reichte der Versicherte eine Beitrittserklärung bei der 
freiwilligen  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  der 
Schweiz ein. Er gab an, während seines Aufenthaltes in Luxemburg bei 
der obligatorischen Sozialversicherung von Luxemburg versichert gewe-
sen zu sein. Aufgrund der bilateralen Verträge seien die Versicherungen 
als  gleichwertig  zu  betrachten  und  die  Versicherungszeiten  in 
Luxemburg  denjenigen  in  der  schweizerischen  obligatorischen  Versi-
cherung gleichzusetzen, so dass er bis zur Einreichung der Beitrittser-
klärung der obligatorischen AHV angeschlossen gewesen sei.

Mit Verfügung vom 10. September 2007 wies die Schweizerische Aus-
gleichskasse SAK (Vorinstanz) das Beitrittsgesuch des Versicherten ab. 
Die « luxemburgische Beitragszeit » könne nicht berücksichtigt werden, 
da die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen 
Union keine Gleichstellung der Versicherungszeiten vorsehen würden.

Am  10. Oktober  2007  liess  der  Beschwerdeführer  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht (BVGer) gegen die Verfügung vom 10. Sep-
tember 2007 erheben. Er beantragte,  die Verfügung der Vorinstanz sei 
aufzuheben und er sei  in die freiwillige AHV/IV aufzunehmen. Even-
tualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden 
mit der Weisung, die Aufnahme des Beschwerdeführers in die freiwillige 
AHV/IV zu verfügen.

Das BVGer weist die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen:

2. Aufgrund der Beschwerdebegehren streitig (vgl. BGE 125 V 414 
E. 1b) und daher im Folgenden zu prüfen ist, ob die Verwaltung zu Recht 
die Nichtaufnahme des Beschwerdeführers in die freiwillige Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung verfügt hat.

Diese Frage beurteilt sich aufgrund derjenigen Rechtssätze, die bei Er-
füllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tatbestandes  Geltung  hatten 
(BGE 126 V 136 E. 4b, BGE 124 V 227 E. 1). Anknüpfungspunkt bildet 
vorliegend  die  Einreichung  des  Beitrittsgesuchs  zur  freiwilligen 
AHV/IV-Versicherung, so dass die in jenem Zeitpunkt, das heisst im Juni 
2007 gültig gewesenen gesetzlichen Bestimmungen anwendbar sind.

2.1 (...)

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3.
3.1 Nach Art. 1a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 
über  die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung (AHVG,  SR 831.10) 
sind obligatorisch versichert unter anderem die natürlichen Personen mit 
Wohnsitz in der Schweiz (Bst. a) und die natürlichen Personen, die in der 
Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (Bst. b). Art. 2 Abs. 1 AHVG be-
stimmt  unter  dem  Titel  « Freiwillige  Versicherung »,  dass  Schweizer 
Bürgerinnen und Bürger  und Staatsangehörige der  Mitgliedstaaten der 
Europäischen Gemeinschaft (EU), die in einem Staat ausserhalb der EU 
leben, der freiwilligen Versicherung beitreten können, falls sie unmittel-
bar vorher während mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren obli-
gatorisch versichert waren.

3.2 (...)

3.3 Gemäss Art. 7 der Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwil-
lige  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  (VFV,  SR 
831.111) können der freiwilligen Versicherung Personen beitreten, wel-
che die Versicherungsvoraussetzungen nach Art. 2 Abs. 1 AHVG erfül-
len,  einschliesslich  jener,  die  für  einen  Teil  ihres  Einkommens  der 
obligatorischen Versicherung unterstellt sind.

(...)

4.
4.1 Indem der Beschwerdeführer zuletzt im August 2006 Beiträge an 
die schweizerische obligatorische Versicherung bezahlt und am 4. Juni 
2007 sein Beitrittsgesuch zur freiwilligen Versicherung eingereicht hat, 
erfüllt er eine Voraussetzung gemäss Art. 8 Abs. 1 VFV.

Es  gilt  also  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  die  in  Art. 2  Abs. 1 
AHVG  vorgesehene  Voraussetzung  der  ununterbrochenen  obligatori-
schen Versicherung während fünf Jahren vor dem beantragten Beitritt zur 
freiwilligen Versicherung erfüllt.

4.2 Der Beschwerdeführer gab in seiner Beschwerde an, er habe seit 
März 2000 in Luxemburg gearbeitet. Eine Weiterführung der schweize-
rischen AHV/IV auf freiwilliger Basis sei nach damaliger Auskunft der 
luxemburgischen Compagnie fiduciaire  sowie eines  Informationsdoku-
ments der Schweizerischen Botschaft in Luxemburg nicht möglich gewe-
sen. Von August 2004 bis März 2007 habe er in der Schweiz gearbeitet 
und die obligatorischen Beiträge an die AHV/IV bezahlt. Seit April 2007 
arbeite er in den UAE.

4.3 Die Vorinstanz macht geltend, der Beschwerdeführer sei laut Ein-
wohnerkontrolle Y. am 1. September 2004 vom Ausland zugezogen (...). 

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Versicherungszeiten  aus  einem EU-Land  könnten  nicht  berücksichtigt 
werden. Es würden daher Versicherungszeiten aus den Jahren 2001 bis 
2003 fehlen.

4.4 (...) Aufgrund der im individuellen Konto fehlenden Einträge an 
die schweizerische AHV/IV ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer 
während den dem beantragten Beitritt zur freiwilligen Versicherung vor-
angegangenen  5 Jahren  nicht  ununterbrochen  Beiträge  an  die 
schweizerische AHV/IV geleistet hat.

5. Laut Art. 2 Abs. 1  AHVG können Schweizer  Bürger und Bürge-
rinnen sowie Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Ge-
meinschaft oder der Europäischen Freihandelsassoziation, die nicht in ei-
nem  Mitgliedstaat  der  Europäischen  Gemeinschaft  oder  der 
Europäischen  Freihandelsassoziation  leben,  der  freiwilligen  Versiche-
rung beitreten, falls sie unmittelbar vorher während mindestens fünf auf-
einander folgenden Jahren obligatorisch versichert waren.

Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob der Begriff « obligatorisch versichert » 
in Art. 2 Abs. 1 AHVG nur die schweizerischen oder auch die in Mit-
gliedstaaten der EU erworbenen Versicherungszeiten erfasst.

5.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass Art. 2 
Abs. 1 AHVG nach dem Wortlaut klarerweise nicht von der « schweize-
rischen AHV/IV » beziehungsweise « ausschliesslich von der schweizeri-
schen Versicherung » die Rede sei. Es liege weder auf Gesetzes- noch 
auf Verordnungsebene eine Grundlage für die Auffassung der Vorinstanz 
vor, dass die in Art. 2 Abs. 1 AHVG erwähnte obligatorische Versiche-
rung sich allein auf die schweizerische AHV/IV beziehe. Der Bundesrat 
(BR) habe es unterlassen, den Begriff in der Verordnung zu definieren. 
Demnach sei  jede obligatorische Versicherung, sei  es eine schweizeri-
sche oder eine ausländische, erfasst. Entscheidend sei einzig, dass eine 
obligatorische  Versicherungspflicht  bestanden  habe.  Indem  der  Be-
schwerdeführer in Luxemburg obligatorisch versichert gewesen sei, sei 
er insgesamt also mindestens vom 1. März 2000 bis im April 2007 obli-
gatorisch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 AHVG versichert gewesen. Es stehe 
ihm deshalb ein Anspruch auf Eintritt in die freiwillige Versicherung zu.

5.2 In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2007 führte die Vor-
instanz aus, dass die einschränkenden Beitritts-Massnahmen, die mit der 
Revision der freiwilligen Versicherung per 1. Januar 2001 in Kraft ge-
treten seien, unter anderem zum Ziel gehabt hätten, die Zahl der beitrags-
zahlenden  Personen  zu  senken.  Ferner  habe  auch  vermieden  werden 
wollen, dass eine grössere Anzahl von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern 
mit Wohnsitz ausserhalb der EU der freiwilligen Versicherung beitreten 

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könne,  falls  die  eingangs erwähnten fünf  Versicherungsjahre teilweise 
oder  sogar  ausschliesslich  in  der  EU zurückgelegt  worden  seien.  Die 
Vorinstanz verwies weiter auf Anhang VI Art. 1 der Verordnung (EWG) 
Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme 
der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren 
Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, 
in der Fassung von Anhang II zum Abkommen zwischen der Europäi-
schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (SR 
0.831.109.268.1,  nachfolgend:  Verordnung  [EWG]  Nr. 1408/71),  der 
unter  Bezugnahme  auf  Art. 2  AHVG  klar  von  der  « schweizerischen 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung » spreche und somit 
im Ausland  erworbene Versicherungszeiten eindeutig  ausschliesse.  Er-
gänzend  führte  sie  aus,  dass  sich  ihres  Erachtens  der  Begriff 
« obligatorisch  versichert »  zwangsläufig  auf  die  Schweiz  beziehen 
müsse. Unter Berücksichtigung des in Art. 1a Abs. 1 Bst. a und b gefor-
derten Wohn- oder Arbeitsortes in der Schweiz, liege es auf der Hand, 
dass sich das AHVG in erster Linie auf das schweizerische Umfeld be-
ziehe und eine Ergänzung des vorerwähnten Begriffes mit  « obligato-
risch in der Schweiz in der AHV/IV » unnötig erscheine.

5.3 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestim-
mung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen 
möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden, unter 
Berücksichtigung aller Auslegungselemente; dabei kommt es namentlich 
auf den Zweck der Regelung, die dem Text zu Grunde liegenden Wer-
tungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. 
Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, die-
nen aber als Hilfsmittel, den Sinn der Norm zu erkennen. Das Bundes-
gericht (BGer) lässt sich bei der Auslegung jeweils von einem Metho-
denpluralismus leiten, das heisst es erkennt keiner Auslegungsmethode 
(grammatikalische,  historische,  zeitgemässe,  systematische,  teleologi-
sche) grundsätzlich Vorrang zu (BGE 133 V 82 E. 3.4,  BGE 133 V 9 
E. 3.1, BGE 132 V 93 E. 5.2.1 mit Hinweisen).

5.3.1 Der Gesetzgeber hat den Begriff der obligatorischen Versiche-
rung für das schweizerische AHVG in Art. 1a AHVG definiert. Demnach 
sind natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, natürliche Per-
sonen,  die  in  der  Schweiz  eine  Erwerbstätigkeit  ausüben,  sowie 
Schweizer Bürger, die im Ausland tätig sind (im Dienste der Eidgenos-
senschaft, im Dienste der internationalen Organisationen, mit denen der 
BR ein Sitzabkommen abgeschlossen hat und die als Arbeitgeber im Sin-
ne  von  Art. 12  gelten  oder  im  Dienste  privater,  vom  Bund  namhaft 

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subventionierter  Hilfsorganisationen  nach  Art. 11  des  Bundesgesetzes 
vom 19. März 1976 über  die  internationale Entwicklungszusammenar-
beit und humanitäre Hilfe [SR 974.0]) obligatorisch versichert. Zudem 
sind gemäss Art. 1a Abs. 2 Bst. c AHVG Personen, welche die in Abs. 1 
genannten  Voraussetzungen  nur  für  eine  verhältnismässig  kurze  Zeit 
erfüllen, nicht versichert. Der Beschwerdeführer fällt für die Zeit, in der 
er in Luxemburg Wohnsitz hatte und eine Erwerbstätigkeit ausübte, nicht 
unter  die  obligatorisch  versicherten  Personen  gemäss  Art. 1a Abs. 1 
AHVG.

5.3.2 Gemäss der Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Bun-
desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (Revision 
der freiwilligen Versicherung) vom 28. April 1999 (BBl 1999 4983 ff., 
nachfolgend: Botschaft zur AHV/IV) erscheint es kaum mehr gerecht-
fertigt, allen Inhabern eines Schweizerpasses mit Wohnsitz im Ausland 
mittels der freiwilligen Versicherung den gleichen sozialen Schutz anzu-
bieten, wie der schweizerischen Wohnbevölkerung. Weiter wird festge-
halten, dass Art. 2 AHVG das Anwendungsgebiet der freiwilligen Ver-
sicherung bezüglich der  Versicherten umschreibe.  Erste  Voraussetzung 
bilde der Wohnsitz in einem Staat, mit welchem die Schweiz kein Ab-
kommen  über  Soziale  Sicherheit  abgeschlossen  habe.  Des  Weiteren 
werde  ein  vorbestandenes  Versicherungsverhältnis  verlangt.  Auf  diese 
Weise werde der Versichertenkreis auf diejenigen Personen beschränkt, 
welche eine enge Bindung zur Schweiz hätten. Die Dauer dieses Verhält-
nisses, das heisst fünf aufeinanderfolgende Versicherungsjahre unmittel-
bar vor der Abreise ins Ausland, entspreche derjenigen für die Weiterfüh-
rung gemäss aArt. 1 Abs. 3 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, AS 63 
837). Aus Gründen der Gleichbehandlung hänge die freiwillige Versiche-
rung nicht mehr von der Staatszugehörigkeit ab (BBl 1999 5009).

Mit der Revision der freiwilligen Versicherung wurde beschlossen, die 
Beitrittsmöglichkeit  zu  dieser  Versicherung  im Europäischen  Gemein-
schafts (EG)-Raum abzuschaffen (Botschaft des Bundesrates zur Geneh-
migung  des  Protokolls  zum  Freizügigkeitsabkommen  zwischen  der 
Schweiz  und  der  EG vom 1. Oktober  2004,  BBl  2004  5907).  Damit 
werde verhindert, dass das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügig-
keit  (FZA,  SR  0.142.112.681)  die  Schweiz  verpflichte,  aufgrund  des 
Gleichbehandlungsgebots  Vertragsstaatsangehörige  zur  freiwilligen 
AHV/IV zuzulassen. Lebten Staatsangehörige eines EU-Staates in einem 
Nichtvertragsstaat, so sei ihnen der Beitritt zur freiwilligen Versicherung 

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nur dann gestattet, wenn sie ihn spätestens ein Jahr nach Ausscheiden aus 
der  schweizerischen AHV/IV erklärten und unmittelbar  vor  dem Aus-
scheiden eine mindestens fünfjährige ununterbrochene Vorversicherungs-
zeit in der schweizerischen obligatorischen Versicherung aufwiesen (Bot-
schaft  des  Bundesrates  zur  Genehmigung der  sektoriellen  Abkommen 
zwischen der Schweiz und der EG vom 23. Juni 1999, BBl 1999 6339 f., 
nachfolgend: Botschaft sektorielle Abkommen Schweiz/EU).

5.3.3 Das AHVG regelt grundsätzlich nur das schweizerische Versi-
cherungssystem.  Aufgrund der  systematischen,  historischen  und  teleo-
logischen Auslegung ist davon auszugehen, dass der in Art. 1a AHVG 
definierte  Begriff  « obligatorisch  Versicherte »  auch  für  Art. 2  Abs. 1 
AHVG gilt.

Der Beschwerdeführer war somit  in der  Zeit,  in der  er in Luxemburg 
Wohnsitz hatte und nach dortigem Recht versichert war, nicht im Sinne 
von Art. 2 Abs. 1 AHVG obligatorisch versichert.

6. Es bleibt zu prüfen, ob die Versicherungszeiten des Beschwerde-
führers in Luxemburg aufgrund des FZA und seiner Ausführungsverord-
nungen anzurechnen sind.

6.1 In seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, ge-
mäss Art. 3 und Art. 9 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 seien zurück-
gelegte Versicherungszeiten in jedem anderen Vertragsstaat  zu berück-
sichtigen.  Im  Geltungsraum  der  bilateralen  Abkommen  seien  somit 
sämtliche Versicherungszeiten für  sämtliche Versicherten,  die  Angehö-
rige  eines  Vertragsstaates  seien,  zusammenzuzählen,  soweit  sie  nach 
1972 angefallen seien (Art. 94 Verordnung [EWG] Nr. 1408/71). Es ste-
he  fest,  dass  als  Staatsangehörige  eines  Mitgliedstaates  im Sinne  von 
Art. 2 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 auch Staatsangehörige 
der Schweiz zu verstehen seien. Die Verordnung sei damit auf den Be-
schwerdeführer anwendbar,  und er  könne sich auf  deren Art. 9 Abs. 2 
berufen.  Damit  seien ihm die in Luxemburg zurückgelegten Versiche-
rungszeiten  aufgrund  der  ihm  durch  die  bilateralen  Verträge  einge-
räumten Rechtsstellung anzurechnen. Vorliegend handle es sich nicht um 
einen Fall  einer  reinen Inländerdiskriminierung.  Zudem sei  es gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 133 V 137 E. 5) ausdrücklich 
unerheblich, dass allenfalls Versicherungs-, Beschäftigungs- oder Wohn-
zeiten zu berücksichtigen seien, die in einem anderen Abkommensstaat 
vor dem 1. Juni 2002 (Inkrafttreten der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71) 
zurückgelegt worden seien. Es sei zu beachten, dass das von ihm in Auf-
trag gegebene Kurzgutachten des Europa Instituts der Universität Zürich 
seine Argumentation bestätige.

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(...)

6.2 Die Vorinstanz äusserte sich in ihrer Vernehmlassung nicht kon-
kret  zu  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  bezüglich  des  an-
geblichen  Verstosses  gegen  die  bilateralen  Verträge  zwischen  der 
Schweiz und der EU. In ihrer Vernehmlassung wies sie lediglich auf die 
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 Anhang VI Art. 1, der unter Bezugnah-
me auf Art. 2 AHVG klar von der « schweizerischen Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung » spreche und somit im Ausland erwor-
bene Versicherungszeiten eindeutig ausschliesse. In ihrer Verfügung vom 
10. September  2007  argumentierte  sie,  dass  die  bilateralen  Verträge 
zwischen der  Schweiz und der EU keine Gleichstellung der Versiche-
rungszeiten vorsähen.

6.3 Durch den Abschluss der bilateralen Verträge mit der EU hat sich 
die  Schweiz verpflichtet,  die staatsvertraglichen Regelungen anzuwen-
den und ihre eigenen schweizerischen Gesetze vertragskonform auszu-
legen  (Art. 153a AHVG).  Das  FZA  sowie  die  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71 koordinieren die Systeme der sozialen Sicherheit der Mit-
gliedschaftsländer, ohne sie zu harmonisieren. Koordinierung bedeutet, 
dass  die  Gesetzgebungen  der  beteiligten  Staaten  grundsätzlich  nicht 
verändert  werden.  Wo  deren  Bestimmungen  den  zwischenstaatlichen 
Regelungen zuwiderlaufen, gehen letztere aber vor. Die Schweiz kann 
demnach  weiterhin  autonom  über  die  Entwicklung  seiner  Sozial-
versicherungsgesetzgebung und über die Art und Höhe der Leistungen 
entscheiden, muss aber bei der Anwendung der Gesetzgebung die durch 
die Koordinierungsvorschriften akzeptierten Grundsätze (u. a. Diskrimi-
nierungsverbot,  Gleichbehandlung und Erwerbsortprinzip)  respektieren 
(vgl.  JOSEF DOLESCHAL, Die Regelung der Sozialen Sicherheit im Perso-
nenverkehrsabkommen mit der Europäischen Union, in: Soziale Sicher-
heit  3/1999 S. 120 ff.;  Urteil  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Ge-
meinschaften  [EuGH]  vom  20. Oktober  1993  in  der  Rechtssache 
C-297/92, INPS/Baglieri, Slg. 1993, S. I-5211).

Die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 wurde speziell  für  Wanderarbeit-
nehmer  ausgestaltet,  welche  definitionsgemäss  Versicherungszeiten  in 
verschiedenen Ländern erworben haben.

Wenn für einen Arbeitnehmer die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer 
Mitgliedstaaten  gelten  oder  galten,  soweit  sie  Staatsangehörige  eines 
Mitgliedstaates sind, so ist der persönliche Anwendungsbereich gemäss 
Art. 2 Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 gegeben. Der Begriff « Mitglied-
staaten » in der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 ist auch auf die Schweiz 
anzuwenden (Art. 1 Abs. 2 Anhang II Abschnitt A Ziff. 1 FZA). Der Be-

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schwerdeführer ist  Schweizer  Staatsangehöriger  und macht einen Ver-
sicherungsanspruch in der Schweiz geltend, nachdem er Versicherungs-
zeiten in einem Mitgliedstaat der EU und in der Schweiz zurücklegte. 
Der Anwendbarkeit der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 steht nicht ent-
gegen, dass der  Beschwerdeführer  die  Staatsangehörigkeit  des in casu 
betroffenen  Mitgliedsstaates  besitzt.  Er  kann  sich  auch  als  Schweizer 
Staatsangehöriger  gegenüber  Schweizer  Behörden  auf  die  Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71 berufen, da er sich als Wanderarbeitnehmer in einem 
in Art. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 geregelten Rechtsverhältnis 
befunden hat (vgl. SILVIA BUCHER, Das Freizügigkeitsabkommen im letzt-
instanzlichen Sozialversicherungsprozess,  in:  Thomas Gächter  [Hrsg.], 
Das  europäische  Koordinationsrecht  der  sozialen  Sicherheit  und  die 
Schweiz, Schulthess Zürich 2006, S. 12; vgl. auch die neuere EU-Recht-
sprechung: Urteil  des EuGH vom 5. Februar  2002 in der Rechtssache 
C-255/99, Humer, Slg. 2002, S. I-1205, Urteil des EuGH vom 18. April 
2002 in der Rechtssache C-290/00, Duchon, Slg. 2002, S. I-3567, Urteil 
des  EuGH  vom  7. November  2002  in  der  Rechtssache  C-333/00, 
Maaheimo, Slg. 2002, S. I-10087). Der persönliche Geltungsbereich ist 
damit vorliegend gegeben.

Da  es  sich  um  Rechtsvorschriften  der  sozialen  Sicherheit  betreffend 
Leistungen bei  Invalidität, Alter und Hinterbliebenen handelt,  ist auch 
der sachliche Geltungsbereich im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. b, c und d 
der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 erfüllt.

Der zeitliche Anwendungsbereich kann ebenfalls bejaht werden (Art. 94 
Abs. 2 Verordnung [EWG] Nr. 1408/71; BGE 133 V 137 E. 5).

Art. 9 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 regelt die Zulassung zur frei-
willigen Versicherung oder freiwilligen Weiterversicherung. Fordern mit-
gliedstaatliche Rechtsvorschriften für die Zulassung zu einer freiwilligen 
Versicherung, dass der Berechtigte im Gebiet dieses Staates wohnt, so 
gelten diese Rechtsvorschriften nicht für Personen, die im Gebiet eines 
anderen Mitgliedstaats wohnen, wenn für diese Personen zu irgendeiner 
Zeit  ihrer  früheren  Laufbahn  als  Arbeitnehmer  oder  Selbständige  die 
Rechtsvorschriften des ersten Staates gegolten haben (Abs. 1). Ist nach 
den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die freiwillige Versicherung 
von der Zurücklegung von Versicherungszeiten abhängig, so werden die 
nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats zurückgelegten 
Versicherungs- oder Wohnzeiten, soweit erforderlich, wie Versicherungs-
zeiten berücksichtigt, die nach den Rechtsvorschriften des ersten Staates 
zurückgelegt  worden  sind  (Abs. 2).  Diese  Regelungen  sind  Konkreti-

BVGE / ATAF / DTAF 683

2009/47  Alters- und Hinterlassenenversicherung

sierungen des Gleichbehandlungsgrundsatzes nach Art. 3 der Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71.

6.4 Der EuGH scheint sich – aufgrund der publizierten Urteile – mit 
der vorliegenden Streitfrage noch nicht auseinandergesetzt zu haben. Der 
einschlägigen Rechtsprechung sind folgende Grundsätze zu entnehmen.

Art. 1 Bst. a und Art. 3 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 sind gemäss 
EuGH dahin auszulegen, dass es Sache jedes Mitgliedstaats sei, durch 
den  Erlass  von  Rechtsvorschriften  die  Voraussetzungen  festzulegen, 
unter  denen  eine  Person  einem  System  der  sozialen  Sicherheit  oder 
einem bestimmten Zweig eines solchen Systems beitreten könne oder 
müsse, solange es dabei nicht zu einer Diskriminierung zwischen Inlän-
dern und Angehörigen der übrigen Mitgliedstaaten komme. Hänge somit 
der Beitritt zu einem System der sozialen Sicherheit oder einem seiner 
Zweige nach innerstaatlichem Recht unter bestimmten Umständen von 
der  Voraussetzung ab, dass der Betroffene zuvor dem innerstaatlichen 
System der sozialen Sicherheit angehört habe, so verpflichte die Verord-
nung (EWG) Nr. 1408/71 die Mitgliedstaaten nicht,  in  einem anderen 
Mitgliedstaat zurückgelegte Versicherungszeiten mit im eigenen Staats-
gebiet  zurückgelegten  Zeiten  gleichzustellen  (Urteil  des  EuGH  vom 
24. April  1980,  Ersuchen um Vorabentscheidung,  Rechtssache 110-79, 
Leitsätze Ziff. 2). Der diesem EuGH-Urteil zugrunde liegende Sachver-
halt lässt sich jedoch nur beschränkt mit der vorliegend zu beurteilenden 
Sachlage vergleichen. Im Gegensatz zum Beschwerdeführer gehörte die 
Klägerin in der Rechtssache 110-79 dem System der sozialen Sicherheit, 
von  welchem  sie  nun  Leistungen  beantragte,  bis  anhin  nie  an.  Der 
Beschwerdeführer  hingegen  gehörte  vor  seinem  Aufenthalt  in  einem 
Mitgliedstaat während Jahren dem System der schweizerischen sozialen 
Sicherheit an.

Weiter ist gemäss der Rechtsprechung des EuGH Art. 9 Abs. 2 der Ver-
ordnung (EWG) Nr. 1408/71 dahin auszulegen, dass ein Sozialversiche-
rungsträger  eines  Mitgliedstaats  nicht  verpflichtet  sei,  nach  den 
Rechtsvorschriften  eines  anderen  Mitgliedstaates  zurückgelegte  Versi-
cherungszeiten  zu  berücksichtigen,  wenn der  betroffene  Arbeitnehmer 
im  ersten  Mitgliedstaat  niemals  den  Beitrag  entrichtet  habe,  der  zur 
Begründung der Versicherteneigenschaft im Sinne der Rechtsvorschrif-
ten dieses Mitgliedstaats gesetzlich vorgeschrieben sei (Urteil des EuGH 
vom 27. Januar  1981,  Rechtssache 70-80,  Vigier,  Slg.  1981 S. 00229, 
Randnrn. 19 und 20).

Diese  Rechtsprechung  wurde  im  Urteil  des  EuGH  vom  20. Oktober 
1993,  Rechtssache  C-297/92,  INPS/Baglieri,  Slg.  1993  S. I-5211, 

684 BVGE / ATAF / DTAF

Alters- und Hinterlassenenversicherung  2009/47

Randnrn. 11  und  19  bestätigt.  Art. 9  Abs. 2  der  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71 auferlege einem Mitgliedstaat nicht die Verpflichtung, Per-
sonen den Beitritt zu seinem System der sozialen Sicherheit zu gestatten, 
die  in  einem anderen  Mitgliedstaat  der  Pflichtversicherung unterlägen 
und  die  nicht  die  Voraussetzungen  für  den  Beitritt  zum  System  der 
sozialen  Sicherheit  im  erstgenannten  Mitgliedstaat  erfüllten.  Weiter 
bestätigt der EuGH, dass es sich um keine unzulässige Diskriminierung 
handle, wenn einem Gesuchsteller die Zulassung zur freiwilligen Versi-
cherung eines Mitgliedstaates verweigert werde, wenn er in diesem Mit-
gliedstaat noch nie Beiträge an die obligatorische Versicherung gezahlt 
habe.

Im Urteil des EuGH vom 18. Mai 1989, Rechtssache 368/87, Hartmann 
Troiani, Slg. 1989 S. 01333, Randnrn. 15, 17 sowie 22 wird festgehalten, 
Art. 9 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 solle die Gleichstel-
lung der in verschiedenen Mitgliedstaaten zurückgelegten Versicherungs-
zeiten  gewährleisten,  damit  die  Betroffenen  die  Voraussetzung  einer 
Mindestversicherungszeit  erfüllen  könnten,  wenn  eine  nationale 
Regelung den Zugang zur freiwilligen Versicherung oder der freiwilligen 
Weiterversicherung  davon  abhängig  mache.  Dagegen  ergebe  sich  aus 
dem Wortlaut dieser Bestimmung, dass sie nicht die sonstigen Voraus-
setzungen regle, von deren Erfüllung die Rechtsvorschriften eines jeden 
Mitgliedstaates  die  Begründung  eines  Rechts  wie  z. B.  der  Befugnis, 
Beiträge zu einem nationalen System der freiwilligen Versicherung oder 
freiwilligen  Weiterversicherung  zu  entrichten,  abhängig  machen 
könnten. Art. 9 sei dahin auszulegen, dass die Voraussetzung der Zuge-
hörigkeit  zu einem Pflichtversicherungssystem in einem Mitgliedstaat, 
die nach den Rechtsvorschriften dieses Staates zum Zeitpunkt der Ein-
reichung eines Antrags auf Nachentrichtung freiwilliger Rentenversiche-
rungsbeiträge erfüllt  sein  müsse,  nicht  als erfüllt  gelte,  wenn der  An-
tragsteller  zu  diesem  Zeitpunkt  einem  Pflichtversicherungssystem  in 
einem anderen Mitgliedstaat angehöre.

6.5 Art. 9 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 enthält keine vollstän-
dige Koordinierungsregelung für  freiwillige Versicherungen.  Für diese 
gelten auch nicht die für die obligatorischen Pflichtversicherungen nach 
Art. 13 ff. massgeblichen Prinzipien der Einheitlichkeit und Ausschliess-
lichkeit.  Dies  folgt  aus  Art. 15  Abs. 3  der  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71,  wonach  in  den  Sicherungssystemen  für  Invalidität,  Alter 
und Tod (Renten) eine freiwillige Versicherung neben einer Pflichtversi-
cherung (in einem anderen Mitgliedstaat) nach Massgabe des mitglied-
staatlichen Rechts zulässig ist. Im Unterschied zu den Pflichtversicherun-
gen setzen freiwillige Versicherungen eine entsprechende Entscheidung 

BVGE / ATAF / DTAF 685

2009/47  Alters- und Hinterlassenenversicherung

des Betroffenen voraus. Dem Verordnungsgeber erschien es daher nicht 
notwendig,  diese  Zugangsberechtigung  koordinationsrechtlich  einheit-
lich zu regeln. Art. 9 Abs. 2 verpflichtet zur Berücksichtigung sämtlicher 
fremdmitgliedstaatlicher  Versicherungs-  oder  Wohnzeiten  im  Rahmen 
erforderlicher  Vorversicherungszeiten  der  nationalen  Vorschriften  zur 
freiwilligen Versicherung. Diese Gleichstellung der in den verschiedenen 
Mitgliedstaaten  zurückgelegten  Versicherungszeiten soll  gewährleisten, 
dass die Betroffenen die Voraussetzung einer Mindestversicherungszeit 
erfüllen können, wenn eine nationale Regelung dies für den Zugang zur 
freiwilligen Versicherung oder  freiwilligen  Weiterversicherung voraus-
setzt (vgl. ROLF SCHULER, in: Maximilian Fuchs [Hrsg.], Kommentar zum 
Europäischen Sozialrecht, 4. Aufl., S. 138 ff.; ROLAND A. MÜLLER, Soziale 
Sicherheit in: Daniel Thürer/Rolf H. Weber/Roger Zäch [Hrsg.], Bilatera-
le  Verträge  Schweiz-EG:  Ein  Handbuch,  Zürich  2002,  S. 156;  BASILE 
CARDINAUX,  Das  Personenfreizügigkeitsabkommen  und  die  schweize-
rische berufliche Vorsorge, Diss. Freiburg 2008, S. 101, Rz. 173).

Die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 wird durch Anhänge mit den Num-
mern I bis VII vervollständigt. Ihr Zweck besteht im Wesentlichen darin, 
Regelungen, die in engem Bezug zum nationalen System eines Staates 
stehen  (bspw.  Begriffsbestimmungen,  innerstaatliche  Besonderheiten, 
Ausnahmeregelungen),  dort  aufzuführen, um die Verordnung selbst zu 
entlasten  (Botschaft  sektorielle  Abkommen  Schweiz/EU,  BBl  1999 
6328).  In  Anhang VI  werden  die  besonderen  Bestimmungen über  die 
Anwendung der Rechtsvorschriften bestimmter Mitgliedstaaten gemäss 
Art. 89 der  Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 geregelt.  Unter  dem Titel 
Schweiz, Ziff. 1 wird festgehalten, dass Art. 2 AHVG, welcher die frei-
willige Versicherung in diesem Versicherungszweig für schweizerische 
Staatsangehörige regle, die in einem Staat wohnten, für den dieses Ab-
kommen nicht gelte, anwendbar sei auf ausserhalb der Schweiz wohn-
ende Staatsangehörige der  anderen Staaten,  für  die  dieses  Abkommen 
gelte, sowie auf Flüchtlinge und Staatenlose, die im Gebiet dieser Staa-
ten wohnten, wenn diese Personen spätestens ein Jahr nach dem Tag, ab 
dem sie nach einer ununterbrochenen Versicherungszeit von mindestens 
fünf Jahren nicht mehr der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und 
Invalidenversicherung angehörten,  ihren Beitritt  zur freiwilligen Versi-
cherung erklärten.

In der Botschaft sektorielle Abkommen Schweiz/EU (BBl 1999 6339 f.) 
wird weiter ausgeführt, das Personenverkehrsabkommen sehe hinsicht-
lich der  freiwilligen  Versicherung im EU-Raum keine  Ausnahme vor. 
Eine  Abweichung  von  der  Gleichbehandlung  habe  dagegen  für  den 
Nicht-EU-Raum erreicht werden können (Anhang II zum Abkommen in 

686 BVGE / ATAF / DTAF

Alters- und Hinterlassenenversicherung  2009/47

Anhang VI  [Ziff. 1]  zur  Verordnung  [EWG]  Nr. 1408/71).  Würden 
Staatsangehörige eines EU-Staates in einem Nichtvertragsstaat leben, so 
sei ihnen der Beitritt nur dann gestattet, wenn sie ihren Beitritt zur frei-
willigen Versicherung der Schweiz spätestens ein Jahr nach Ausscheiden 
aus  der  schweizerischen  AHV/IV erklärten  und  unmittelbar  vor  dem 
Ausscheiden eine mindestens fünfjährige ununterbrochene Vorversiche-
rungszeit in der schweizerischen obligatorischen Versicherung aufweisen 
könnten. Hingegen könnten Staatsangehörige von EU-Staaten mit Wohn-
ort in ihrem Heimatland oder einem anderen EU-Staat der schweizeri-
schen freiwilligen AHV/IV beitreten.

6.6 Das  BGer  hat  sich  mit  Art. 9  Abs. 2  der  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71 im BGE 131 V 209 auseinandergesetzt, wenn auch nicht die 
vorliegende Streitfrage zu beurteilen war. Es befand, dass angesichts der 
Tatsache, dass die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 nicht die Vorausset-
zungen für die Entstehung von Versicherungszeiten regle, es Sache jedes 
Mitgliedstaats  sei,  die  Voraussetzungen  festzulegen,  unter  denen  eine 
Person  einem  System  der  sozialen  Sicherheit  beitreten  könne  oder 
müsse, solange es dabei nicht zu einer diskriminierenden Unterscheidung 
zwischen  Inländern  und  Angehörigen  der  anderen  Mitgliedstaaten 
komme und allgemein das Gemeinschaftsrecht beachtet werde. Art. 52d 
der Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung (AHVV, SR 831.101) begründe dadurch, dass er Per-
sonen, die weder zur Zeit der Entstehung der Beitragslücken irgendeinen 
Bezug zur Schweiz aufwiesen noch zu einem davor liegenden Zeitpunkt 
irgendeine  für  die  Begründung  eines  hinreichenden  Bezugs  in  Frage 
kommende Verbindung zu diesem Staat hergestellt hätten, von der An-
rechnung zusätzlicher  Beitragsjahre ausschliesse,  keine gemeinschafts- 
beziehungsweise abkommensrechtlich unzulässige Diskriminierung. Zu-
sammenfassend hält das BGer fest, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber 
selbst davon ausgehe, dass es gerechtfertigt sei, den Kreis der Personen, 
die  sich  einer  freiwilligen  Versicherung  oder  Weiterversicherung 
anschliessen könnten, auf Personen zu beschränken sei, die einen Bezug 
zum betroffenen Staat aufwiesen, der im aktuellen Wohnsitz oder darin 
begründet sein könne, dass diese Personen früher als Erwerbstätige den 
Rechtsvorschriften  dieses  Staates  unterstanden  hätten.  Auf  dem  Ge-
danken, dass für den Beitritt zu einer freiwilligen Versicherung oder Wei-
terversicherung ein bereits bestehender Bezug zum Sozialversicherungs-
system  des  diese  Versicherung  vorsehenden  Staates  verlangt  werden 
könne, beruhe auch Art. 9 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71. 
Denn  danach  müssten,  wenn  nach  den  Rechtsvorschriften  eines  Mit-
gliedstaats  die  freiwillige  Versicherung  oder  freiwillige  Weiterver-

BVGE / ATAF / DTAF 687

2009/47  Alters- und Hinterlassenenversicherung

sicherung von der Zurücklegung von Versicherungszeiten abhängig sei, 
die nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats zurückge-
legten  Zeiten  nur  dann  wie  nach  den  Rechtsvorschriften  des  ersten 
Staates  zurückgelegte  Zeiten  berücksichtigt  werden,  wenn  die  betref-
fende Person erforderlichenfalls  dem System dieses  Staates  überhaupt 
angehört habe; es sei mit anderen Worten eine Berücksichtigung auslän-
discher Zeiten nur hinsichtlich der Erreichung einer allenfalls erforderli-
chen  Mindestversicherungszeit,  nicht  aber  schon hinsichtlich  der  Sys-
temzugehörigkeit vorgeschrieben (BGE 131 V 209 E. 8.2.2).

Weiter führt das BGer aus, auch wenn in der schweizerischen AHV eine 
freiwillige Versicherung für in einem EU-Mitgliedstaat wohnende Perso-
nen  noch  vorgesehen  wäre  und  für  Angehörige  dieser  Staaten  die 
gleichen Beitrittsvoraussetzungen gälten wie für Schweizer Bürgerinnen 
und Bürger – heute gebe es eine freiwillige Versicherung zwar sowohl 
für Schweizer Bürgerinnen und Bürger als auch für Staatsangehörige der 
Mitgliedstaaten  der  EU  und  der  Europäischen  Freihandelsassoziation 
(EFTA), aber nur für Personen, die ausserhalb des EU-/EFTA-Raumes 
wohnten –, dürfe der Beitritt zu dieser Versicherung von einem bestehen-
den  Bezug  der  betroffenen  Person  zur  Schweiz  beziehungsweise  zu 
deren Sozialversicherungssystem abhängig gemacht werden, ohne dass 
dadurch gegen die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 verstossen werde. In 
der Voraussetzung des Vorliegens eines Bezuges zur Schweiz könne da-
her, obwohl das von Schweizerinnen und Schweizern leichter zu erfüllen 
sei als von Ausländerinnen und Ausländern, keine unzulässige indirekte 
Diskriminierung gesehen werden, weil die daraus resultierende Benach-
teiligung von EU-Ausländern aufgrund des Systems der Koordinations-
regelung  selbst  objektiv  gerechtfertigt  sei.  Demzufolge  sei  das  Erfor-
dernis  eines  Bezugs  zur  Schweiz  für  den  Beitritt  zur  freiwilligen 
Versicherung  keine  verbotene  Ungleichbehandlung,  sondern  objektiv 
gerechtfertigt (BGE 131 V 209 E. 8.2.3).

6.7 Gestützt wird diese Auslegung durch die Botschaft zur AHV/IV 
(BBl 1999 4983), wonach die ursprüngliche, vom Gesetzgeber gewollte 
Konzeption  der  freiwilligen  Versicherung  angesichts  der  Entwicklung 
der Systeme der Sozialen Sicherheit in anderen Ländern sowie der Mög-
lichkeit, sich am Arbeits- oder Wohnort versichern zu lassen, nicht mehr 
der Realität entspreche. Es erscheine kaum mehr gerechtfertigt, allen In-
habern eines Schweizerpasses mit Wohnsitz im Ausland mittels der frei-
willigen Versicherung den gleichen sozialen Schutz anzubieten wie der 
schweizerischen  Wohnbevölkerung.  Die  freiwillige  Versicherung  solle 
ausschliesslich  die  in  der  obligatorischen  Versicherung  erworbenen 
Rechte vervollständigen beziehungsweise bewahren. Deshalb solle ledig-

688 BVGE / ATAF / DTAF

Alters- und Hinterlassenenversicherung  2009/47

lich  ihre  Funktion  als  Weiterversicherung  beibehalten  werden.  In  Zu-
kunft solle sie darum nur gerade für Personen offen stehen, die aus der 
obligatorischen AHV/IV austräten,  nachdem sie dort  während mindes-
tens fünf Jahren versichert gewesen seien. Der Beitritt zum freiwilligen 
System müsse somit dem Austritt aus dem obligatorischen System un-
mittelbar folgen (BBl 1999 4998). Die Weiterführung der obligatorischen 
Versicherung  erfordere  besondere  Bestimmungen  für  die  Dauer  des 
vorbestandenen Versicherungsverhältnisses sowie für das Beitrittsgesuch 
und die Frist für den Beitritt. Erste Voraussetzung bilde der Wohnsitz in 
einem Staat,  mit  welchem die Schweiz  kein  Abkommen über  Soziale 
Sicherheit abgeschlossen habe. Des Weiteren werde ein vorbestandenes 
Versicherungsverhältnis verlangt. Auf diese Weise werde der Versicher-
tenkreis auf diejenigen Personen beschränkt, welche eine enge Bindung 
zur  Schweiz  hätten.  Die  Dauer  dieses  Verhältnisses,  das  heisst  fünf 
aufeinanderfolgende Versicherungsjahre unmittelbar vor der Abreise ins 
Ausland,  entspreche  derjenigen  für  die  Weiterführung  gemäss  aArt. 1 
Abs. 3  Bst. a  AHVG.  Aus  Gründen  der  Gleichbehandlung  hänge  die 
freiwillige Versicherung nicht mehr von der Staatszugehörigkeit ab (BBl 
1999 5008 f.).

6.8 Demzufolge  ist  eine  Zusammenrechnung  der  in  verschiedenen 
Mitgliedstaaten zurückgelegten Versicherungszeiten im Sinne von Art. 9 
Abs. 2  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 1408/71  auf  diejenigen  Fälle  be-
schränkt, in welchen die Person dem Versicherungssystem – im vorlie-
gendem Fall  der  schweizerischen  freiwilligen  AHV/IV-Versicherung – 
bereits angehört, die konkrete Leistungserbringung aber zusätzlich von 
einer Mindestbeitragszeit (« Wartezeit », vgl. BBl 1999 6356 und 6324) 
abhängig gemacht  wird.  Betreffend das Erfordernis einer Vorversiche-
rungszeit,  um dem System der  schweizerischen  freiwilligen  AHV/IV-
Versicherung  beitreten  zu  können,  greift  Art. 9  Abs. 2  Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71 hingegen nicht.

Dies hat zur Folge, dass für Schweizer Staatsangehörige ausschliesslich 
Art. 2 Abs. 1 AHVG gilt, wonach eine fünfjährige schweizerische Vor-
versicherungszeit gefordert wird, um dem System der freiwilligen Versi-
cherung beitreten zu können. Für Staatsangehörige der EU gilt dieselbe 
Regelung  gemäss  expliziter  Verankerung  in  der  Verordnung  (EWG) 
Nr. 1408/71, Anhang VI, Schweiz, Ziff. 1 (E. 5.1).

6.9 Wie weiter oben festgestellt wurde, war der Beschwerdeführer vor 
seinem  Austritt  aus  der  schweizerischen  obligatorischen  Versicherung 
nicht während fünf Jahren ununterbrochen in dieser versichert. Er erfüllt 

BVGE / ATAF / DTAF 689

2009/47  Alters- und Hinterlassenenversicherung

daher die Voraussetzungen für die Zulassung zur schweizerischen frei-
willigen Versicherung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 AHVG nicht.

7. Aus  diesen  Gründen  erweisen  sich  die  Rügen  des  Beschwerde-
führers als unbegründet. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

690 BVGE / ATAF / DTAF