# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffa60055-ebb3-54eb-8c38-3d569ff6a64f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.10.2020 UV 2020/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-8_2020-10-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2021

Entscheiddatum: 19.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2020
Art. 4 ATSG: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors in Bezug 
auf einen beim Volleyballspiel ausgeführten Ausfallschritt, ein 
Steckenbleiben im Sand und eine Verdrehung des Knies. Art. 6 Abs. 2 VG: 
Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von lit. g 
(Bandläsionen) und Verneinung einer solchen im Sinne von lit. b 
(Verrenkungen von Gelenken) und c (Meniskusrisse) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2020, UV 
2020/8).

Entscheid vom 19. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen

Geschäftsnr.

UV 2020/8

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Kauffrau bei der B.___ AG angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom 11. Juni 2019 liess die 

Versicherte durch ihre Arbeitgeberin melden, sie habe am 4. Juni 2019 beim 

Beachvolleyballspielen bei einem unberechenbaren Ball einen Ausfallschritt gemacht 

und habe sich dabei das Knie verdreht (Suva-act. 1). Die Versicherte hatte sich am 

selben Tag in die unfallchirurgische Klinik des Spitals C.___ begeben, wo die 

behandelnden Ärzte nach einer Röntgen- sowie CT-Untersuchung des rechten Knies 

(Suva-act. 8) eine Kniedistorsion rechts bei Volleyballspiel am 4. Juni 2019 

diagnostizierten, unter anderem eine Ruhigstellung in einer Knieklettschiene für zwei 

Wochen veranlassten und der Versicherten bis 18. Juni 2019 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigten (Suva-act. 7).

A.a. 

Am 17. Juni 2019 machte die Versicherte in einem Fragebogen der Suva nähere 

Angaben zum Hergang des Ereignisses vom 4. Juni 2019. Sie habe Beachvolleyball 

gespielt und habe dabei mit einem Ausfallschritt versucht, einen Ball zu erreichen. 

Dabei müsse sie im Sand stecken geblieben sein, denn es habe ihr das Knie verdreht 

und es habe einen lauten Knall gegeben (Suva-act. 6).

A.b. 

Am 2. Juli 2019 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. D.___, 

Facharzt Orthopädische Chirurgie, vor, der festhielt, aufgrund der Akten sei keine 

Listendiagnose erkennbar, jedoch würden die gesamte Anamnese und die klinischen 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Befunde für eine partielle oder vollständige Verletzung des VKB (vorderes Kreuzband) 

oder des Innenbandes sprechen, weshalb er eine MRI-Untersuchung empfahl (Suva-

act. 10). Eine solche war bereits zuvor am 6. Juni 2019 in der Radiologie E.___, 

Diagnosezentrum F.___, durch Dr. med. G.___, Facharzt FMH für medizinische 

Radiologie, durchgeführt worden (Suva-act. 18).

Am 6. August 2019 wurde die Versicherte durch Dr. med. H.___, Leitender Arzt 

Orthopädie, Spital C.___, untersucht, der im Untersuchungsbericht vom 13. August 

2019 ein Kniedistorsionstrauma am 4. Juni 2019 mit/bei fraglich symptomatischem 

Lappenriss am Innenmeniskushorn, MCL-Distorsion mit Läsion der tiefen Anteile, 

aktiviertem Knorpelschaden asymptomatisch retropatellär und Knorpelschaden 

lateraler Femurcondylus diagnostizierte (Suva-act. 21).

A.d. 

In einer Aktenbeurteilung vom 29. August 2019 kam Kreisarzt Dr. D.___ sodann 

zum Schluss, dass die MRI-Befunde - insgesamt eine mittelgradige Gonarthrose mit 

Betonung des femoropatellaren und femorotibialen Gelenkkompartiments - 

degenerativer Natur seien. Ein Riss des medialen Seitenbandes sei zu verneinen, eine 

Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) jedoch zu bejahen. Eine Anerkennung derselben 

als unfallähnliche Körperschädigung sei aber aufgrund von Verschleisserscheinungen 

zu verneinen. Dr. D.___ stellte schliesslich eine Aktivierung der Gonarthrose fest (Suva-

act. 22).

A.e. 

Mit Verfügung vom 4. September 2019 wies die Suva ihre Leistungspflicht für die 

Kniebeschwerden rechts der Versicherten ab, da diese weder auf einen Unfall noch auf 

eine unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen seien (Suva-act. 23).

A.f. 

Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch ihre 

Rechtsschutzversicherung, die Dextra Rechtsschutz AG, am 27. September 2019 

Einsprache erheben (Suva-act. 30).

B.a. 

Nach Einholung einer ausführlichen Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. D.___ 

(Suva-act. 32 f.) wies die Suva die Einsprache vom 27. September 2019 mit 

Einspracheentscheid vom 9. Januar 2020 ab (Suva-act. 34).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das von der 

Beschwerdeführerin gemeldete Ereignis vom 4. Juni 2019 und die bei ihr in der Folge 

behandelten Gesundheitsstörungen im Bereich des rechten Kniegelenks sowie die ab 

5. Juni 2019 ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (vgl. insbesondere Suva-act. 7) 

leistungspflichtig ist.

Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Januar 2020 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch ihre Rechtsschutzversicherung, mit 

Eingabe vom 6. Februar 2020 Beschwerde erheben mit dem Antrag, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen 

auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). Zusammen mit der 

Beschwerde reichte die Rechtsschutzversicherung eine E-Mail von Dr. H.___ vom 5. 

Februar 2020 ein (act. G 1.1.3).

C.a. 

Mit Schreiben vom 12. Februar 2020 teilte das Versicherungsgericht der 

Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin mit, dass die berufsmässige 

Vertretung der Parteien vor Gericht Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten mit 

Bewilligung zur Berufsausübung vorbehalten sei, und forderte sie auf, eine 

entsprechende Berufsausübungsbewilligung vorzulegen (act. G 2). Die 

Rechtsschutzversicherung teilte dem Versicherungsgericht daraufhin am 3. März 2020 

telefonisch mit, es solle künftig direkt mit der Beschwerdeführerin korrespondiert 

werden (act. G 3).

C.b. 

In der Beschwerdeantwort vom 27. April 2020 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 5).

C.c. 

Mit Schreiben vom 29. Mai 2020 verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine 

Replik (act. G 7).

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetztes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (André Nabold, N 42 zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 32 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]). 

Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung 

bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise 

dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen 

Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 

Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem 

Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das 

Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von 

Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb 

eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte 

Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich 

in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen 

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 

134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

N 38 zu Art. 6).

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 

E. 2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn 

dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 

1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko 

einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist 

auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 

185 E. 4.4).

2.2. 

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen 

eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 48 ff. zu 

Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 63 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, S. 55). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 

3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 

28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2).

2.3. 

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die Versicherung 

ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten 

Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, 

b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; 

f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h 

UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer 

bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner 

Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 

S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit 

verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- oder 

krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den natürlichen Kausalzusammenhang. 

Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend degenerativ oder 

krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers führen 

(Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das 

Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend 

krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn 

die Listendiagnose zu mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung beruht (BGE 146 

V 64 E. 8.2.2.1 mit Hinweisen). Aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit 

des Gegenbeweises ergibt sich allerdings auch nach der am 1. Januar 2017 in Kraft 

getretenen UVG-Revision die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer 

zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur 

Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit bleibt auch beim Vorliegen einer 

Listendiagnose die Frage nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis - 

nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung als zeitlicher Anknüpfungspunkt für Fragen 

der Versicherungsdeckung oder Zuständigkeit des Unfallversicherers - relevant (zum 

Ganzen BGE 146 V 69 f. E. 8.6 mit Hinweisen; zum Datum des Inkrafttretens der 

Revisionsbestimmungen vgl. E. 6.1). Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse, 

konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob eine Schädigung vorwiegend auf Abnützung 

oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen 

angewiesen, die ihr von Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 

122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 

6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Samuelsson, 

a.a.O., S. 357 f.).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Die 

Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, ob sich ein 

Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 2.1), und falls ja, die weitere 

Frage, ob zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 4. Juni 2019 als Unfall zu qualifizieren ist, 

und dabei insbesondere, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4 

ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 2.3), und ebenso die 

Frage, ob eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist 

(vgl. Erwägung 2.4), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines 

Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die 

Verneinung einer Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 

2014, § 70 N 58 f.).

Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt nach Eingang der Schadenmeldung 

UVG vom 11. Juni 2019 (Suva-act. 1) mit einem Fragebogen detailliert erhoben (Suva-

act. 5 f.). Darin schilderte die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2019, sie habe am 4. 

Juni 2019 Beachvolleyball gespielt und versucht, mit einem Ausfallschritt einen Ball zu 

erreichen. Dabei müsse sie im Sand stecken geblieben sein, denn es habe ihr das Knie 

verdreht. Die Frage, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz, Anschlagen usw.) 

ereignet habe, beantwortete die Beschwerdeführerin damit, sie sei in einem Sandloch 

hängen geblieben. Mit dieser Frage wird offensichtlich das Ungewöhnliche bzw. 

Programmwidrige ermittelt (vgl. Erwägung 2.1). Zur weiteren Frage, wann sich die 

Beschwerden erstmals bemerkbar gemacht hätten, schrieb die Beschwerdeführerin 

"unmittelbar nach dem Unfall" (Suva-act. 6). Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen 

Verhältnisse erfolgt durch den Unfallversicherer oft mittels Frageblättern. Im 

Vordergrund stehen entsprechend - wie auch im konkreten Fall - Fragen betreffend die 

für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden Voraussetzungen des 

Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels 

Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und 

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich 

rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 

122 V 158 E. 1a). Dem Einwand der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 

9. Januar 2020 (Suva-act. 34, Erwägung 4.b.), die Beschwerdeführerin habe die 

"Präzisierung" "im Sand stecken geblieben" bzw. "in einem Sandloch hängen 

geblieben" erst in der Einsprache vorgebracht, weshalb sie unter dem Gesichtspunkt 

zu betrachten sei, dass sie im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens bewusst oder 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unbewusst durch nachträgliche Überlegungen beeinflusst sein könne (vgl. dazu BGE 

121 V 47 E. 2a mit Hinweisen), kann demnach nicht gefolgt werden. Die 

Sachverhaltsschilderung im Fragebogen stimmt im Übrigen in den wesentlichen 

Elementen mit der Sachverhaltsschilderung in der Schadenmeldung UVG vom 11. Juni 

2019 (Suva-act. 1) überein. Die Sachverhaltselemente "im Sand stecken geblieben" 

bzw. "in einem Sandloch hängen geblieben" sind zwar der Schadenmeldung UVG nicht 

zu entnehmen, doch können die Sachverhaltsschilderungen im Fragebogen und in der 

Schadenmeldung UVG zumindest nicht als widersprüchlich bezeichnet werden. 

Allgemein ist zu beachten, dass die Schadenmeldung UVG durch die Arbeitgeberin 

ausgefüllt worden war und die Beschwerdeführerin erstmals mit dem Fragebogen die 

Gelegenheit bekam, sich persönlich zum Ereignis vom 4. Juni 2019 zu äussern. Der 

darin vorgetragene Sachverhalt ist damit als glaubwürdig zu betrachten und bei der 

Beurteilung, ob ein Unfall im Rechtssinn vorliegt, ist von diesem auszugehen.

 3.2. 

Bei einem Ausfallschritt handelt es sich zunächst, selbst wenn dabei das 

Kniegelenk verdreht wird und der Sand uneben ist, um ein typisches 

Bewegungselement beim Beachvolleyball, welches mit dem Körper ausgeführt werden 

kann. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen Bewegungsablauf und 

insbesondere bei sportlichen Betätigungen mässige Verdrehungen oder ein gewisser 

Zug auf Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke nichts Aussergewöhnliches darstellen, 

sondern die genannten Körperteile gerade ein normales und verletzungsfreies 

Funktionieren im täglichen Leben bzw. im Sport mit verschiedensten Bewegungen und 

Drehungen und dergleichen gewährleisten. Die erstbehandelnden Ärzte der 

unfallchirurgischen Klinik C.___ diagnostizierten am 4. Juni 2019 eine Kniedistorsion 

rechts bei Volleyballspiel am 4. Juni 2019 (Suva-act. 7). Bei einer Distorsion handelt es 

sich zwar im Regelfall um eine traumatische Diagnose, doch können Distorsionen in 

verschiedensten Schweregraden und auch nach einem geringfügigen Trauma auftreten 

(vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, a.a.O., 

S. 1090 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 420; Roche 

Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 441; vgl. dazu auch Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 30. August 2001, U 277/99). Damit ist allgemein 

gesagt, dass eine Distorsion nicht in jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, 

programmwidriger Beanspruchung eines Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors entspricht. Beachvolleyball ist zwar bekanntermassen eine Sportart, 

bei welcher die Knie- und Sprunggelenke beansprucht und belastet werden. Allein 

3.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

deshalb kann jedoch nicht von einem Überschreiten der physiologischen 

Bewegungsgrenze ausgegangen werden.

Auch verbunden mit dem Umstand, dass der Ausfallschritt laut Schadenmeldung 

UVG vom 11. Juni 2019 bei einem unberechenbaren Ball ausgeführt worden ist (Suva-

act. 1), ist das Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht erfüllt. Laut EVG 

(Urteil vom 10. Mai 2004, U 199/03, E. 4.2) ist es im Volleyball durchaus üblich, dass 

ein Zuspiel ungenau erfolgt oder aber der Absprung des Spielers nicht optimal auf ein 

Zuspiel abgestimmt ist. In diesen Fällen wie auch bei Angriffen des Gegners müssten 

Bälle regelmässig mit aussergewöhnlichen Körperbewegungen oder im Fallen geholt 

werden. Entsprechende Bewegungsabläufe würden denn auch trainiert. Ballabnahmen 

in der spezifischen Körperlage eines Ausfallschritts bei unberechenbaren Bällen 

kommen ebenso beim Beachvolleyball, wo die einzelnen Spieler einen noch grösseren 

Raum abzudecken haben als beim Volleyball, häufig vor und fallen in die gewöhnliche 

Bandbreite der Bewegungsmuster dieses Sports.

3.2.2. 

Ein Stecken- bzw. Hängenbleiben im Sand(loch), wie es von der 

Beschwerdeführerin im Fragebogen am 17. Juni 2019 beschrieben wurde (vgl. Suva-

act. 6), kann im Beachvolleyball ebenfalls nicht als relevante Programmwidrigkeit oder 

als besonderes, ungewöhnliches Vorkommnis betrachtet werden. Das rasche und 

reaktionsschnelle Bewegen im tiefen, unebenen Sand ist ein Wesensmerkmal des 

Beachvolleyballspiels. Der Beachvolleyballsand ist im Regelfall feinkörnig, leicht und 

locker und dadurch geeignet für die Ausübung dieser Sportart. Es ist auch im 

vorliegenden Fall davon auszugehen, dass das Spielfeld normal beschaffen war. 

Zumindest behauptet die Beschwerdeführerin nichts Gegenteiliges. Abgesehen davon 

ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ein Stecken- bzw. Hängenbleiben im 

Sand(loch) lediglich vermutet und einen solchen Sachverhalt aus der Verdrehung des 

Knies ableitet. Mit der blossen Vermutung, dass ein Schaden durch einen 

ungewöhnlichen äusseren Faktor eingetreten sei, ist nur ein möglicher Sachverhalt 

dargetan, ein entsprechender Nachweis jedoch nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht (vgl. Erwägung 2.5).

3.2.3. 

Nach dem Gesagten ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors 

nicht erfüllt, weshalb das Ereignis vom 4. Juni 2019 keinen Unfall im Rechtssinne 

darstellt.

3.3. 

Da die Beschwerdeführerin ein auslösendes Ereignis genannt hat, bleibt zu prüfen, 

ob eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aufgrund einer der in Art. 6 Abs. 2 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

UVG abschliessend aufgelisteten unfallähnlichen Körperschädigungen besteht (vgl. 

Erwägung 2.4).

Die erstbehandelnden Ärzte der unfallchirurgischen Klinik C.___ diagnostizierten 

am 4. Juni 2019 eine Kniedistorsion rechts (Suva-act. 7). Die für eine Distorsion 

typischen Befunde einer Schwellung und eines Hämatoms konnten zwar nicht erhoben 

werden, doch zeigte sich eine typische Druckdolenz und schmerzbedingte 

Bewegungseinschränkung (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412; Roche Lexikon, a.a.O., S. 

357). Zwar wäre die Subsumtion der Distorsion als Verrenkung eines Gelenks (lit. b) 

vorstellbar. Das Bundesgericht steht jedoch dieser weiten Auslegung ablehnend 

gegenüber. Als Gelenksverrenkungen werden ausschliesslich vollständige 

Verrenkungen (Luxationen) anerkannt, nicht aber Verdrehungen (Torsionen) und 

Verstauchungen (Distorsionen; Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2013, 

8C_909/2012, E. 5.2). Hinweise für eine Luxation bestehen nicht. Eine unfallähnliche 

Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG lit. b UVG ist damit nicht gegeben.

4.2. 

 4.3. 

In seiner Kurzbeurteilung vom 2. Juli 2019 hatte Dr. D.___ festgehalten, dass die 

gesamte Anamnese sowie der klinische Befund für eine partielle oder vollständige 

VKB- oder Innenbandläsion sprechen würden, weshalb er dringend eine MRI-

Untersuchung empfehle (Suva-act. 10). In der bereits am 6. Juni 2019 durchgeführten 

MRI-Untersuchung (Suva-act. 18) hatte Dr. G.___ eine mediale Seitenbandläsion Grad 

1-2 humeralseitig (Zerrung/leichte Partialruptur) sowie einen moderaten Gelenkserguss 

erhoben. Bezüglich des vorderen Kreuzbandes hatte Dr. G.___ eine ursprungsnahe 

leichtgradige interstitielle Partialruptur und differentialdiagnostisch eine myxoide 

Degeneration beschrieben. Dr. D.___ betrachtet in seiner Beurteilung vom 3. Oktober 

2019 eine Bandläsion des vorderen Kreuzbandes unter Berücksichtigung des 

geschilderten Ereignisses als ausgeschlossen. Eine eigentliche Begründung bzw. eine 

Konkretisierung dieser Aussage ist der Beurteilung nicht zu entnehmen. Dass das 

Ereignis vom 4. Juni 2019 keinen Unfall darstellt, vermag jedenfalls eine unfallähnliche 

Körperschädigung nicht bereits in Frage zu stellen (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 40 

zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 53 ff. zu Art. 6). Zudem hatte Dr. D.___, wie bereits 

erwähnt, in seiner Beurteilung vom 2. Juli 2019 (Suva-act. 10) offensichtlich gerade im 

Widerspruch zu seiner Aussage in der Beurteilung vom 3. Oktober 2019 aufgrund der 

Anamnese und des klinischen Befundes eine partielle oder vollständige VKB- oder 

Innenbandläsion in Erwägung gezogen. Bei der Beschwerdeführerin wurde 

unbestrittenermassen eine Distorsion diagnostiziert (vgl. Erwägung 4.2), eine 

4.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verletzung also, welche durchaus auch geeignet ist, Bandläsionen zu bewirken (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 1090 f.). Entsprechend nennt Dr. H.___ im Untersuchungsbericht 

13. August 2019 (Suva-act. 21) in der Diagnose die Distorsion zusammen mit der 

medialen Seitenbandläsion. Der Befund einer myxoiden Degeneration des vorderen 

Kreuzbandes wurde von Dr. G.___ nur als Differentialdiagnose festgehalten. Als solche 

bezeichnet man eine Diagnose, die alternativ als Erklärung für die erhobenen 

medizinischen Befunde oder Symptome (Krankheitszeichen) in Betracht zu ziehen ist 

und damit nicht eindeutig feststeht. Dr. G.___ erhob ausserdem eine mediale 

Seitenbandläsion Grad 1-2, welche er als Zerrung/leichte Partialruptur erkannte. Beim 

erhobenen moderaten Gelenkerguss handelt es sich zudem um einen mit einer 

Seitenbandläsion zu vereinbarenden Befund (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 1090 ff.; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 420; Roche Lexikon, a.a.O., S. 441). Laut höchstrichterlicher 

Rechtsprechung gelten schliesslich Risse, Zerrungen und blosse Dehnungen von 

Bändern als UVG-versicherte Bandläsionen (BGE 114 V 298 E. 3d; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 84).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der Ausführungen in 

Erwägung 4.3.1 der überwiegend wahrscheinliche Nachweis, dass die Bandläsionen 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, von der 

Beschwerdegegnerin nicht erbracht werden konnte, womit sie bis zur Heilung der 

fraglichen Verletzungen die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat.

4.3.2. 

Im Sinne eines obiter dictum ist anzufügen, dass es sich bei einer Bandläsion um 

eine einfache Weichteilverletzung handelt. Nach der medizinischen Erfahrung heilt eine 

Weichteilverletzung auch ohne spezifische Behandlung innert kurzer Zeit folgenlos ab 

und die mit ihr verbundenen Beschwerden bilden sich demzufolge gänzlich zurück 

(Debrunner, a.a.O., S. 412, 1096 f.). Für eine solche vorübergehende unfallbedingte 

Gesundheitsschädigung hat der Unfallversicherer bis zur Besserung der klinischen, für 

eine Bandläsion spezifischen Befundsituation (allfällige Hämatome, Schwellungen, 

Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen usw.; Debrunner, a.a.O., S. 412) und 

damit offensichtlichen Heilung der Unfallverletzung die gesetzlichen Leistungen zu 

erbringen (vgl. dazu "Status quo ante" in Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O. S. 54; KOSS 

UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG). Aktenkundig 

ist insbesondere, dass der Beschwerdeführerin von den Ärzten der unfallchirurgischen 

Klinik C.___ eine Ruhigstellung in einer Knieklettschiene für zwei Wochen verschrieben 

wurde, wobei es sich um die für eine Bänderzerrung spezifische konservative 

Behandlung handelt (Debrunner, a.a.O., S. 1097 f.). Ausserdem wurde ihr vom 4. bis 

18. Juni 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act. 7).

4.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 4.4. 

Im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 6. Juni 2019 erhob Dr. G.___ schliesslich 

eine mediale Meniskopathie mit Fibrillation, horizontaler Auffaserung und vemuteter 

kleiner radiärer Rissbildung des freien Randes am Übergang Hinterhorn/Korpus mit/bei 

postulierter kleiner flacher lappenförmiger nach zentro-ventral vorgewölbter 

Meniskuskomponente (DD kleiner dislozierter Lappenriss), zudem eine interstitielle 

Auffaserung/ feine Rissbildung des medialen Meniskuskorpus und eine 

meniskokapsuläre Zerrung medial am Übergang Korpus/Hinterhorn (Suva-act. 18). Dr. 

H.___ diagnostizierte daraufhin ein Kniedistorsionstrauma am 4. Juni 2019 mit/bei 

fraglich symptomatischem kleinen Lappenriss am Innenmeniskushinterhorn (Suva-act. 

21).

4.4.1. 

Dr. D.___ stellte in seiner Beurteilung vom 29. August 2019 fest, dass die MRI-

Untersuchung eine randständige Veränderung des Innenmeniskus degenerativer Natur 

zeige (Suva-act. 22). In seiner Beurteilung vom 3. Oktober 2019 bezeichnete er sodann 

die Meniskusproblematik als arthroseassoziierten Innenmeniskusschaden (Suva-act. 

33). Die kreisärztliche Beurteilung einer unfallfremden Meniskusproblematik ist - wie 

nachfolgend erörtert - schlüssig und nachvollziehbar. Im vorliegenden Fall ergeben sich 

keine bedeutsamen Hinweise für einen traumatisch bedingten Meniskusriss.

4.4.2. 

Der Meniskusriss wird in der medizinischen Literatur im Regelfall als 

degenerative bzw. chronische Schädigung beschrieben (Pschyrembel, a.a.O., S. 1146; 

Roche Lexikon, a.a.O., S. 1204, 1852; Debrunner, a.a.O., S. 1056; Samuelsson, a.a.O., 

S. 344 f.). Dr. G.___ spricht im MRI-Untersuchungsbericht vom 6. Juni 2019 von einer 

medialen Meniskopathie und führt nachfolgend die einzelnen diesbezüglichen 

Auffälligkeiten im Bereich des Hinterhorns auf. Eine Meniskopathie bzw. der Zusatz "-

pathie" kennzeichnet eine "Krankheit" (Roche Lexikon, a.a.O., S. 1204, 1419) und 

benennt damit keine traumatische Meniskusläsion. Dementsprechend sind auch 

Fibrillationen sowie Auffaserungen Stadien bzw. Zeichen einer Knorpeldegeneration.

4.4.3. 

Bei der Beschwerdeführerin zeigten sich sodann in der MRI-Untersuchung des 

rechten Kniegelenks vom 6. Juni 2019 eine retropatelläre Knorpelläsion Grad 3-4, 

Chondropathiezonen Grad 2-3 am lateralen Femurkondylus und am lateralen 

Tibiaplateau sowie eine kleinflächige, leichte Chondropathie am medialen 

Femurkondylus (Suva-act. 18). Entsprechend hielt Dr. D.___ in seiner Beurteilung vom 

3. Oktober 2019 schlüssig und nachvollziehbar fest, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin neben deutlichen Knorpelschäden im Bereich der 

Kniescheibenrückfläche und der Trochlea Knorpelschäden im Bereich des lateralen 

4.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und medialen Gelenkkompartiments im Sinne einer vorbestehenden leichten bis 

mittelschweren Pangonarthrose finden würden (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., 

1068 ff.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134). Die arthrotischen Veränderungen würden 

vorwiegend das femoropatellare und laterale Gelenkkompartiment betreffen (Suva-act. 

33, vgl. auch Suva-act. 22). Eine Arthrose kann definitionsgemäss keine primäre 

Unfallverletzung, sondern einzig eine degenerative Erkrankung sein. Im Regelfall 

entsteht sie im Rahmen des normalen Alterungsprozesses oder durch 

Überbeanspruchung, kann aber im Einzelfall auch als sekundärer unfallkausaler 

Gesundheitsschaden in Form einer Spätfolge einer primären Verletzung - hauptsächlich 

nach einer schlecht verheilten intraartikulären Fraktur; nach Verletzungen von 

Gelenkweichteilstrukturen (z.B. Menisci) oder des Gelenkknorpels - auftreten (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 579 ff, 700 f., 735; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134; Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 152 f.). Angesichts des kurzen Zeitraums 

zwischen dem fraglichen Ereignis und der nur zwei Tage später erhobenen 

Pangonarthrose ist von einem Vorzustand auszugehen und wird auch in den übrigen 

medizinischen Akten die Frage nach einer unfallbedingten (sekundären) Arthrose in 

Bezug auf das Ereignis vom 4. Juni 2019 nicht diskutiert. Alle degenerativen Vorgänge 

in einem Gelenk führen zum Endzustand der Arthrose. Insofern passen die 

Meniskusproblematik und die Pangonarthrose im Sinne des von Dr. D.___ benannten 

arthroseassoziierten Innenmeniskusschadens zueinander. Ebenfalls nachvollziehbar 

erscheint, dass eine ausgedehnte Meniskopathie, wie im vorliegenden Fall, mit 

Rissbildungen in verschiedenen Anteilen, in der Regel nicht durch eine bestimmte 

Bewegung verursacht werden kann. Bei der vorliegenden Gesamtsituation des rechten 

Kniegelenks mit einer umfassenden degenerativen Arthrosesituation im lateralen und 

medialen Gelenkkompartiment würde die Herauslösung des Meniskusschadens und 

dessen Betrachtung als unabhängiger, traumatisch bedingter Gesundheitsschaden 

ohne konkreten Grund nicht einleuchten. Zumindest ist eine traumatische Genese nicht 

wahrscheinlicher als eine durch Degeneration begünstigte Entwicklung. Die Ausdrücke 

"Riss" und "Läsion" können auch nicht ohne Weiteres mit einer Traumarelevanz 

verbunden werden (vgl. zu allem Debrunner, a.a.O., S. 123 f., 412, 579 ff., 628, 724 f., 

728 ff, 1056 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f., 1576; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134).

In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (act. G 5) vermag die E-Mail 

von Dr. H.___ vom 5. Februar 2020 (act. G 1.1.3) die kreisärztliche Beurteilung nicht in 

Zweifel zu ziehen. Die Formulierung "ich denke" beschreibt lediglich einen möglichen, 

nicht überwiegend wahrscheinlichen Sachverhalt (vgl. Erwägung 2.5). Dass sich Dr. 

H.___ hinsichtlich Ätiologie der Meniskusproblematik nicht sicher ist, wird auch 

4.4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 9. Januar 

2020 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der Beschwerdeführerin 

für die Bandläsionen die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Die Streitsache wird zur 

Prüfung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin und zum Erlass einer 

entsprechenden anfechtbaren Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

dadurch deutlich, dass er einräumt, im konkreten Fall nicht sagen zu können, ob der 

Meniskus bereits vordegeneriert gewesen sei, weil ihm das MRI-

Untersuchungsergebnis nicht mehr vorgelegen habe.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der gesamten Umstände mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass 

die Meniskopathie der Beschwerdeführerin vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen 

ist und die Beschwerdegegnerin damit für die Meniskopathie nicht leistungspflichtig ist.

4.4.6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 9. Januar 2020 (Suva-act. 34) teilweise gutzuheissen und 

die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die Bandläsionen 

die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Die Streitsache ist zur Prüfung des 

Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin und zum Erlass einer entsprechenden 

anfechtbaren Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Für weitere 

Körperschädigungen im Sinn von Art. 6 Abs. 2 lit. a ff. UVG besteht von Seiten der 

Beschwerdegegnerin keine Leistungspflicht.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine 

Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem die Beschwerdeführerin nicht 

anwaltlich vertreten ist.

5.2. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2020
	Art. 4 ATSG: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors in Bezug auf einen beim Volleyballspiel ausgeführten Ausfallschritt, ein Steckenbleiben im Sand und eine Verdrehung des Knies. Art. 6 Abs. 2 VG: Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von lit. g (Bandläsionen) und Verneinung einer solchen im Sinne von lit. b (Verrenkungen von Gelenken) und c (Meniskusrisse) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2020, UV 2020/8).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T23:37:17+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen