# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fff99575-fcc2-5466-93e5-d5bb8563da61
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.07.2010 C-3303/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3303-2009_2010-07-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3303/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

E._______,
vertreten durch Dr. iur. Rebekka Riesselmann-Saxer, 
Rechtsanwältin,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf
Ann Ifeoma O._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3303/2009

Sachverhalt:

A.
Am  19.  Februar  2009  beantragte  die  aus  Nigeria  stammende 
O._______  (geb.  1974,  nachfolgend:  Gesuchstellerin  bzw.  Ein-
geladene)  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Abuja  die  Erteilung 
eines Einreisevisums für die Dauer von 90 Tagen. Als Zweck der be-
absichtigten  Reise  gab  sie  an,  den  im  Kanton  Zürich  wohnhaften 
Schweizerbürger  E._______  (nachfolgend:  Gastgeber  bzw.  Be-
schwerdeführer),  ebenfalls  aus  Nigeria  stammend,  besuchen  zu 
wollen. Nach Verweigerung der Visumserteilung in eigener Kompetenz 
übermittelte  die  Schweizerische  Vertretung  das  Gesuch  zur  Prüfung 
und zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Zürich beim Gastgeber 
ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung vom 22. April 
2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose 
und  fristgerechte  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
könne nicht als gesichert betrachtet werden. Die Gesuchstellerin lebe 
in einer Region, aus der als Folge der dort  herrschenden wirtschaft-
lichen Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzu-
stellen sei. Bei der Gesuchstellerin handle es sich um eine junge, un-
verheiratete Frau. Der als Beweismittel  eingereichte "Letter  of  Leave 
Approval"  genüge  den  Anforderungen  an  eine  seriöse  Bestätigung 
nicht  und sei  daher  ohne  Beweiswert.  Mangels  anderer  Belege  und 
Umstände sei daher nicht davon auszugehen, dass der Eingeladenen 
im Heimatland besondere berufliche,  familiäre  oder  gesellschaftliche 
Verpflichtungen  oblägen,  die  gegebenenfalls  Gewähr  für  eine  frist-
gerechte Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  20.  Mai  2009  beantragt  der  Be-
schwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die 
Erteilung  eines  Besuchervisums  zugunsten  der  Eingeladenen; 
eventualiter sei die Verfügung des BFM aufzuheben und die Sache zur 
neuerlichen  Beurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Zur  Be-
gründung  lässt  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  vorbringen, 
Zweck des Besuches sei die Prüfung, ob zwischen ihm und der Ge-
suchstellerin  eine  längerfristige  Lebensgemeinschaft  in  Frage  käme. 

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Die  Vorinstanz gehe zu  Unrecht  davon aus,  die  Wiederausreise  der 
Eingeladenen  nach  einem  Besuchsaufenthalt  wäre  nicht  gesichert. 
Indem auf die fehlenden beruflichen und familiären Verpflichtungen der 
Gesuchstellerin  hingewiesen  worden  sei,  sei  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  unvollständig  bzw.  unrichtig  festgestellt  worden.  So 
verfüge die Eingeladene über eine solide Ausbildung als medizinische 
Laborantin und arbeite als solche seit mehr als zehn Jahren im Spital,  
die  letzten  sieben  Jahre  beim  gleichen  Arbeitgeber.  Nebst  ihrer 
Teilzeitstelle  im  Krankenhaus  sei  sie  seit  drei  Jahren  in  einem 
Modegeschäft  angestellt.  Als  älteste  Tochter  von  insgesamt  neun 
Kindern sei die Gesuchstellerin zudem traditionsgemäss für die Pflege 
und den Unterhalt ihrer betagten Eltern sowie die Bewirtschaftung des 
väterlichen Grundstücks verantwortlich.

Zur  Bekräftigung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
zahlreiche  Beweismittel,  unter  anderem  zwei  weitere,  die  Gesuch-
stellerin  betreffende  Arbeitsbestätigungen  sowie  ein  Empfehlungs-
schreiben eines nigerianischen Rechtsvertreters, zu den Akten.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 8. September 2009 spricht sich die Vor-
instanz  für  die  Abweisung  der  Beschwerde  aus  und  hält  ergänzend 
fest,  die  von  einem  Modegeschäft  ausgestellte  Urlaubsbestätigung 
enthalte keinerlei Angaben zu Art oder Dauer der Beschäftigung und 
wirke  eher  wie  eine  freundschaftliche  Empfehlung  als  eine  seriöse 
Arbeitsbestätigung. Dasselbe gelte für das Bestätigungsschreiben des 
"Adeshina  Hospital"  in  Lagos,  mit  welchem  eine  zuvor  im 
Visumsverfahren (noch)  nicht  erwähnte weitere  Teilzeitstelle  der  Ge-
suchstellerin  in  einem  Krankenhaus  belegt  werden  solle.  Ohnehin 
deute  die  ursprünglich  geplante  Aufenthaltsdauer  von  drei  Monaten 
nicht  auf  eine verbindliche berufliche Stellung hin. Schliesslich weist 
das BFM darauf hin, dass in der Beschwerdeschrift erstmals von der 
Prüfung einer längerfristigen Lebensgemeinschaft bzw. einem Verlöb-
nis  die  Rede  sei,  nachdem  die  Gesuchstellerin  im  Einladungs-
schreiben bloss als  "eine Freundin"  bezeichnet worden sei. Aus den 
gesamten  Akten  seien  keine  Hinweise  ersichtlich,  wonach  sich  die 
Eingeladene und der Gastgeber näher kennen würden.

E.
In seiner Replik vom 12. Oktober 2009 hält der Beschwerdeführer an 
seinen  Anträgen  und  deren  Begründung  vollumfänglich  fest  und 

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wendet ein,  in  Nigeria  seien schriftliche Arbeitsverträge nicht  üblich.  
Die Gesuchstellerin könne deshalb den Nachweis einer "verbindlichen 
beruflichen Stellung",  den die  Vorinstanz verlange, schlichtweg nicht 
erbringen.  Es  sei  jedoch  offensichtlich,  dass  die  Eingeladene  –  im 
Gegensatz  zu  einem  grossen  Teil  anderer  Gesuchsteller  vom 
afrikanischen Kontinent  – eine Bindung und ein soziales Netz sowie 
einen Status in Nigeria aufzuweisen vermöge. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  – 
unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde er-
lassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend 
Verweigerung  der  Einreisebewilligung,  welche  vom  Bundesver-
waltungsgericht  endgültig  beurteilt  werden (Art. 83 Bst. c  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-

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schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten  auch  –  grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-
länder  vom 8. März  2002,  BBl  2002  3774; BGE 135 II  1  E. 1.1  mit 
Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b 
der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und 
des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüber-
gehender  Aufenthalt  vorgesehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu 

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BVGE  2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L 81  vom  21.03.2001,  S. 1–7)  sind  diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im  Besitze  eines  Vi-
sums sein müssen. Nigeria ist in diesem Anhang aufgeführt, weshalb 
die Gesuchstellerin der Visumspflicht unterliegt.

6.
6.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung 
der  Verhältnisse  im  Herkunftsland  und  der  persönlichen  Lebensum-
stände  einen  ermessensfehlerfreien  Entscheid  getroffen  hat.  Dabei 
rechtfertigt  es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche In-
teressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck ei-
ner zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

6.2 Die  wirtschaftliche  Lage  Nigerias,  des  bevölkerungsreichsten 
Landes  Afrikas,  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  deutlich  verbessert.  
Relativiert  wird dieser Erfolg aber durch die seit  Anfang 2006 im öl-
reichen  Niger-Delta  entfachten  und  mit  erheblicher  Gewalt  und 
Kriminalität einhergehenden Unruhen, welche zu eingeschränkten Öl- 
und  Gasförderquoten  geführt  haben  und  dadurch  auch  das  weit-
gehend  vom  Rohölexport  abhängige  Wirtschaftswachstum  bremsen. 
Die Unruhen sind ebenfalls mit  der Grund für eine Verschlechterung 
der  ohnehin  unzureichenden  inländischen  Energieversorgung.  Als 
Haupthinderungsgrund  für  die  wirtschaftliche  Entwicklung  gilt  aller-
dings  die  mangelhafte  Infrastruktur  des  Landes,  die  breiten  Bevöl-
kerungsschichten  schwierige  ökonomische  und  soziale  Lebens-
bedingungen  beschert  und  mehr  als  die  Hälfte  der  Bevölkerung  in 
extremer Armut (weniger als 1 USD/Tag) leben lässt. Auch wenn Präsi-
dent Yar' Adua, von Mai 2007 bis Mai 2010 amtierendes Staatsober-
haupt  und  gleichzeitiger  Regierungschef,  darum  bemüht  war,  die 
Reformpolitik  seines  Vorgängers  Obasanjo  fortzusetzen  und  auf  die 

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genannten  Herausforderungen  einzugehen,  hat  die  Implementierung 
von  konkreten  Massnahmen  erst  seit  kurzem  begonnen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de,  Stand  März  2010,  besucht  im  Juli 
2010;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-7306/2008 
vom  18.  November  2009  E.  8).  Angesichts  des  mit  solchen  Mass-
nahmen  verbundenen  Kostenaufwands  kann  die  nigerianische  Be-
völkerung  mittelfristig  nicht  mit  günstigeren  Lebensbedingungen 
rechnen,  wohl  auch  deshalb  nicht,  weil  die  weltweite  Finanz-  und 
Wirtschaftskrise bis auf Weiteres erhebliche Auswirkungen auf die von 
den Öleinnahmen abhängigen Staatsausgaben haben dürfte.

6.3 Vor  diesem  Hintergrund  besteht  erfahrungsgemäss  häufig  der 
Wunsch zur Auswanderung, welcher sich vor allem bei jüngeren und 
ungebundenen Menschen manifestiert. Ein bestehendes soziales Be-
ziehungsnetz (Freunde oder Verwandte) im Ausland ist  ein wichtiges 
Element,  das den Auswanderungswillen noch akzentuieren kann. Es 
gilt  nach  Möglichkeit  zu  verhindern,  dass  Gesuchsteller  ihre  An-
wesenheit  in  der  Schweiz  –  entgegen  der  ursprünglichen  Absichts-
erklärung – dazu nutzen, ein Asylgesuch einzureichen oder die frist-
gerechte  Wiederausreise  auf  andere  Weise  zu  umgehen.  Die 
schwierige  Lage  des  Landes  spiegelt  sich  im  Übrigen  in  der 
schweizerischen  Asylstatistik  wider,  in  der  Personen  aus  Nigeria  im 
Jahre 2009 mit 1'786 Gesuchen (+80.8% gegenüber dem Vorjahr) die 
grösste Gruppe von Asylsuchenden stellten. Auch im 1. und 2. Quartal 
2010 war erneut Nigeria mit  408 bzw. 421 Asylgesuchen wichtigstes 
Herkunftsland;  dies,  obwohl  nigerianische  Asylsuchende  kaum  Aus-
sicht haben, in der Schweiz Asyl zu erhalten (vgl. kommentierte Asyl -
statistik 2009 des BFM, S. 3 und 10, sowie kommentierte Asylstatistik 
1.  und  2.  Quartal  2010,  je  S. 2  und  8,  im  Internet  unter: 
http://www.bfm.admin.ch, Themen > Statistiken). 

6.4 Hinsichtlich der Rüge der Pauschalisierung ist dem Beschwerde-
führer  zwar  insoweit  zuzustimmen,  als  es  zu schematisch  und  nicht 
haltbar  wäre,  generell  und  ohne  spezifische  Anhaltspunkte  aus-
schliesslich aufgrund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf 
eine  nicht  hinreichend  gesicherte  Wiederausreise  zu  schliessen.  Es 
gilt  somit,  über  die  Situation  im Herkunftsland  hinaus,  ebenfalls  die 
weiteren  Umstände  des  Einzelfalles  zu  würdigen,  wie  dies  die  Vor-
instanz  denn  auch  getan  hat.  Namentlich  können  berufliche,  ge-
sellschaftliche oder  familiäre Verpflichtungen die  Prognose einer  an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

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7.
7.1 Die  in  Lagos,  der  grössten  Stadt  Nigerias,  lebende  Gesuch-
stellerin  ist  36-jährig  und  ledig.  Nachdem  im  vorinstanzlichen  Ver-
fahren  zu  den  familiären  Verhältnissen  keine  näheren  Angaben  ge-
macht worden sind,  wird auf  Beschwerdeebene auf  die persönlichen 
Verpflichtungen der Eingeladenen im Heimatland hingewiesen. Diese 
sei als  älteste Tochter von insgesamt neun Kindern traditionsgemäss 
für  die  Pflege und den Unterhalt  ihrer  betagten Eltern  sowie  für  die 
Bewirtschaftung des väterlichen Grundstücks verantwortlich.

Nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  vermag  dieses  Argu-
ment  schon  deshalb  nicht  zu  überzeugen,  weil  der  Umstand,  dass 
nicht bloss ein Aufenthalt in der Schweiz von einigen Wochen, sondern 
laut  den  Angaben  der  Gesuchstellerin  gleich  von  drei  Monaten  an-
gestrebt wird (vgl. Ziff. 25 des Einreisegesuches), sowie der Hinweis in 
der  Beschwerde  auf  eine  Prüfung  einer  längerfristigen  Lebens-
gemeinschaft nicht ohne weiteres darauf schliessen lässt, die Präsenz 
der Eingeladenen sei für die Belange ihrer Familie unverzichtbar; auf-
grund der Aktenlage ist vielmehr davon auszugehen, die von ihr allen-
falls geleistete Unterstützung im Elternhaus respektive auf dem väter-
lichen Grundstück könne durchaus für  längere Zeit  auch auf  andere 
Weise sichergestellt werden. Der Beschwerdeführer bringt denn auch 
in  diesem  Zusammenhang  vor,  während  der  Abwesenheit  der  Ge-
suchstellerin  werde  ihre  jüngere  Schwester  vorübergehend  für  die 
Eltern sorgen. Im Übrigen zeigt die Erfahrung, dass zurückbleibende 
Familienmitglieder gerade in Situationen angespannter wirtschaftlicher 
Verhältnisse nicht verlässlich davon abhalten können, den Entschluss 
für  eine  Emigration  zu  fällen;  sei  dies  etwa  in  der  Hoffnung,  die 
Zurückgebliebenen  aus  dem Ausland  wirtschaftlich  effizienter  unter-
stützen zu können.

7.2 Auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  bieten  keine  besondere 
Gewähr  für  eine  Wiederausreise.  Im  Visumsantrag  vom 19.  Februar 
2009 führte  die  Gesuchstellerin  hinsichtlich  der  beruflichen  Tätigkeit 
an, sie sei als "fabric desingner" bei "Chi Stain Fashion" in Lagos tätig 
und reichte eine Urlaubsbestätigung ("Letter  of  leave approval")  des 
besagten Modegeschäfts zu den Akten. Auf Beschwerdeebene, rund 
drei Monate nach Gesuchseinreichung, wird ein weiteres, diesmal mit  
"Letter  of  assistance"  bezeichnetes  Schreiben  des  gleichen  Kleider-
ladens sowie – erstmals – ein Bestätigungsschreiben eines Spitals in 
Lagos (vgl. Bst. D des Sachverhalts) zu den Akten gereicht,  wonach 

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die Eingeladene über eine zehnjährige Erfahrung als Labortechnikerin 
verfügen  und  seit  sieben  Jahren  im  fraglichen  Krankenhaus  auf 
teilzeitlicher Basis angestellt sein soll. 

Nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist der Umstand, dass auf dieses 
angeblich  unbefristete  Arbeitsverhältnis  im  Gesuchsverfahren  weder 
von der Eingeladenen selber noch vom Gastgeber hingewiesen wurde. 
Kommt hinzu, dass entsprechende Arbeitsverträge oder allfällige Ein-
kommensbelege,  welche  die  geltend  gemachten  beruflichen 
Bindungen  der  Gesuchstellerin  in  Nigeria  zweifelsfrei  nachgewiesen 
hätten,  von  den  Beteiligten  bisher  nicht  vorgewiesen  wurden.  Als 
wenig überzeugend erweist sich das in diesem Zusammenhang vom 
Beschwerdeführer vorgebrachte Argument, in Nigeria seien schriftliche 
(Arbeits-)Verträge  nicht  üblich.  Vor  diesem Hintergrund  sowie  ange-
sichts des vorgesehenen dreimonatigen Auslandaufenthaltes erscheint 
fraglich, ob die Gesuchstellerin, wie vom Beschwerdeführer behauptet, 
tatsächlich über eine massgebliche berufliche Verankerung bzw. eine 
gesicherte  wirtschaftliche  Existenz  in  ihrem Heimatland  verfügt,  die 
das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise nach einem Be-
suchsaufenthalt in der Schweiz entscheidend herabsetzen könnte. 

7.3 Im Weitern  ist  –  wie  die  Vorinstanz in  ihrer  Vernehmlassung zu 
Recht  festgehalten hat  –  in  der  Beschwerdeschrift  erstmals  von der 
Prüfung einer längerfristigen Lebensgemeinschaft bzw. einem Verlöb-
nis  die  Rede,  nachdem der  Beschwerdeführer  seinen  Gast  im  vor-
instanzlichen Verfahren noch als "eine Freundin" bezeichnet hatte. In 
seiner  Replik  wendet der Beschwerdeführer  denn auch ein,  er  habe 
sich  beim Ausfüllen des Formulars aus Schamgefühl  bedeckt  halten 
wollen. Angesichts dieser Ungereimheiten müssen die Beteuerungen 
auf  Beschwerdeebene,  wonach  die  Eingeladene  die  Schweiz  nach 
ihrem Besuchsaufenthalt fristgerecht wieder verlassen werde, als nicht 
ausschlaggebend bezeichnet werden. Vielmehr bestehen aufgrund der 
Aktenlage gewisse Migrationsabsichten und demzufolge auch Zweifel 
am deklarierten Aufenthaltszweck (Besuchsaufenthalt; vgl. Art. 5 Abs. 
1 Bst. c SGK i.V.m. Art. 12 Abs. 2 Bst. c in fine VEV), welche sich durch 
die  vom  Beschwerdeführer  abgegeben  Erklärungen  jedenfalls  nicht 
ausräumen lassen.

7.4 Gemäss den vorstehenden  Erwägungen durfte die Vorinstanz zu 
Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchstellerin sei im 
Sinne  der  massgeblichen  Bestimmungen nicht  gesichert.  Zwar  lässt 

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sich  diese  Prognose  nicht  zu  einer  gesicherten  Feststellung  ver-
dichten;  sie  genügt  indessen,  um  die  Erteilung  einer  Einreise-
bewilligung, auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht,  abzu-
lehnen.

An  dieser  Risikoeinschätzung  vermag  auch  der  Hinweis  des  Be-
schwerdeführers, er sei hierzulande eingebürgert und geniesse einen 
einwandfreien Leumund,  nichts  zu  ändern. Seine Integrität  in  seiner 
Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht in Zweifel gezogen. In-
dessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 
Wiederausreise  nicht  so  sehr  die  Einstellung und die  Absichten des 
Gastgebers,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des 
Gastes  selbst  von  Bedeutung.  Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hin-
reichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederaus-
reise zu bieten. Mit der Unterzeichnung einer Garantieerklärung kann 
der  Gastgeber  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  (Lebensunter-
haltskosten  während  des  Besuchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für 
Unfall  und  Krankheit  sowie  Rückreisekosten)  Garantie  leisten,  nicht 
aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit  – für  ein 
bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Auch die 
weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, zu 
einer von der Vorinstanz abweichenden, rechtlichen Würdigung zu ge-
langen.

8.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden, dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel -
tenden  Bestimmungen  entsprechend  gewichtete  und  der  Gesuch-
stellerin die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt 
kein Bundesrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde – entgegen 
der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  –  richtig  und  vollständig  fest -
gestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflicht -
gemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde 
ist demzufolge abzuweisen.

9.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie  werden mit  dem am 30. Juli  2009 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH [...])

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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