# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb877b99-4132-5413-97b9-e0d75c42f13f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2025 F-8108/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8108-2025_2025-10-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8108/2025, F-8112/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (...), Russland,  

2. B._______, geboren am (...), Russland,  

3. C._______, geboren am (...), Russland,  

4. D._______, geboren am (...), Russland,   

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügungen des SEM vom 17. Oktober 2025 /  

N (…) und N (…). 

 

F-8108/2025, F-8112/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a. Die Beschwerdeführenden sind ein Ehepaar mit minderjährigem 

(Kind) (Beschwerdeführende 1-3) und volljährigem (Kind) (Beschwerde-

führer 4). Sie ersuchten am 10. August 2025 in der Schweiz um Asyl.  

A.b. Mit Verfügungen vom 17. Oktober 2025 (gleichentags eröffnet) trat die 

Vorinstanz auf ihre Asylgesuche nicht ein, ordnete ihre Wegweisung nach 

Kroatien an, forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen, und wies auf die einer allfälligen Beschwerde 

fehlende aufschiebende Wirkung hin. 

B.  

B.a. Die Beschwerdeführenden erhoben am 22. Oktober 2025 (Datum 

Poststempel) gemeinsam Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragten sinngemäss, die vorinstanzlichen Verfügungen seien auf-

zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Asylanträge in der Schweiz 

materiell zu prüfen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie darum, ihre Be-

schwerdeverfahren zu vereinigen und ihren Beschwerden die aufschie-

bende Wirkung zuzuerkennen.  

B.b. Das Bundesverwaltungsgericht registrierter die Beschwerdeverfahren 

separat unter den Geschäftsnummern F-8108/2025 (Beschwerdefüh-

rende 1-3) und F-8112/2025 (Beschwerdeführer 4).  

B.c. Am 23. Oktober 2025 ordnete die Instruktionsrichterin superprovisori-

sche Vollzugsstopps an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt es sich, die in engem per-

sönlichem und sachlichem Zusammenhang stehenden Beschwerdeverfah-

ren F-8108/2025 und F-8112/2025 – wie beantragt – zu vereinigen.  

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwer-

den zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31], Art. 31 ff. VGG) und die Sa-

churteilsvoraussetzungen (Art. 48 Abs. 1 VwVG [Legitimation], Art. 108 

F-8108/2025, F-8112/2025 

Seite 3 

Abs. 3 AsylG [Frist] und Art. 52 Abs. 1 VwVG [Form]) sind erfüllt, sodass 

auf die Beschwerden einzutreten ist. 

2.2 Die Beschwerden erweisen sich als offensichtlich unbegründet, wes-

halb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung ei-

nes zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 

Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln sind (Art. 111a AsylG). 

3.  

Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass die Beschwerdeführenden zu-

letzt am 7. August 2025 in Kroatien um Asyl ersucht haben, weshalb grund-

sätzlich Kroatien für die Durchführung ihrer Asyl- und Wegweisungsverfah-

ren zuständig ist. Die kroatischen Behörden haben ihre Zuständigkeit am 

1. September 2025 bzw. 1. Oktober 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), explizit aner-

kannt. Weiter hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass das kroatische 

Asyl- und Aufnahmesystem trotz kritischer Berichte keine systemischen 

Schwachstellen aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit auf die Schweiz 

überginge (vgl. Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO), und vorliegend keine völker-

rechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu ei-

nem Selbsteintritt verpflichten würden (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Dabei hat sie die Vorbringen der Beschwerdeführenden berücksichtigt, sie 

hätten den gewalttätigen Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin 2, der sie 

mehrfach bedroht habe, in Kroatien gesehen, und korrekt erwogen, dass 

Kroatien ein funktionierender Rechtsstaat mit einer schutzwilligen und -fä-

higen Polizeibehörde sei, an die sie sich diesbezüglich wenden könnten. 

Überdies hat sie die dokumentierte Gesundheitssituation der Beschwerde-

führenden (Nennung Beschwerden) berücksichtigt und zutreffend festge-

halten, dass diese einer Überstellung nach Kroatien nicht entgegenstünde, 

auch weil dort der Zugang zu einer genügenden medizinischen Versorgung 

grundsätzlich gewährleistet sei. Schliesslich hat sie in rechtsfehlerfreier 

Ausübung des ihr zustehenden Ermessens von einem freiwilligen Selbst-

eintritt der Schweiz abgesehen (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, 

SR 142.311]). Sie ist demnach zu Recht auf die Asylgesuche der Be-

schwerdeführenden nicht eingetreten (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) und 

F-8108/2025, F-8112/2025 

Seite 4 

hat ihre Wegweisung nach Kroatien angeordnet (Art. 44 AsylG). Zur nähe-

ren Begründung wird auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. 

4.  

Was die Beschwerdeführenden auf Rechtsmittelebene vorbringen, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügungen nichts zu ändern: 

Das Bundesverwaltungsgericht geht auch unter Würdigung der kritischen 

Berichte (inter-)nationaler Organisationen davon aus, dass das Asyl- und 

Aufnahmesystem in Kroatien keine systemischen Schwachstellen (Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO) aufweist (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 

vom 22. März 2023 E. 9.5; zuletzt Urteile des BVGer F-7457/2025 vom 

7. Oktober 2025 E. 4.1, F-6917/2025 und F-6921/2025 vom 23. September 

2025 E. 5). Daher erübrigen sich Weiterungen zur Einhaltung des Non-Re-

foulement-Gebots durch die kroatischen Behörden (vgl. einlässlich Urteil 

des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 30. November 2023, 

C-228/21, C-254/21, C-297/21, C-315/21 und C-328/21, §§ 129-142 und 

Dispositivziffer 2; Referenzurteil E-1488/2020 E. 9.4.2). Die pauschalen 

Vorbringen der Beschwerdeführenden, in Kroatien seien Verweigerungen 

des Zugangs zu einem fairen Asylverfahren, Gewalt, Push-backs, Ketten-

abschiebungen, schlechte Haftbedingungen und mangelnde medizinische 

Versorgung dokumentiert, können die Vermutung nicht umstossen, dass 

Kroatien seine völkerrechtlichen Verpflichtungen einhält.  

Die vorgebrachte Gesundheitssituation der Beschwerdeführenden 1-3 

(Nennung Beschwerden) ist nicht als derart gravierend zu beurteilen, dass 

in Anwendung von Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Kroatien ab-

gesehen werden müsste (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO; vgl. einlässlich 

Urteile des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer, Nr. 41738/10, §§ 180-193, bestätigt durch Savran gegen 

Dänemark 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, Nr. 57467/15, §§ 121 ff.). 

Zudem verfügt Kroatien über eine ausreichende, für Dublin-Rückkehrende 

grundsätzlich zugängliche medizinische und psychiatrisch-psychologische 

Infrastruktur, um die allenfalls notwendige Behandlung der Beschwerde-

führenden zu gewährleisten (vgl. zuletzt Urteile F-7457/2025 E. 4.2, 

F-6917/2025 und F-6921/2025 E. 6.3). Überdies vermerkte die Vorinstanz 

den koordinierten Wegweisungsvollzug und die dokumentierten gesund-

heitlichen Probleme der Beschwerdeführenden in den Überstellungsmoda-

litäten (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

Schliesslich drängen weder diese Gesundheitssituation der Beschwerde-

führenden 1-3 noch die vorgebrachten Deutschkenntnisse, die Schulpflicht 

F-8108/2025, F-8112/2025 

Seite 5 

bzw. die Integrationsaussichten der Beschwerdeführenden 3 und 4 einen 

Selbsteintritt der Schweiz aus humanitären Gründen auf (vgl. Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1). Auch räumt die Dublin-III-VO 

asylsuchenden Personen kein Recht ein, den für die Durchführung ihrer 

Asylverfahren zuständigen Staat selbst frei zu wählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3).  

5.  

Im Ergebnis erweisen sich die angefochtenen Verfügungen als rechtmäs-

sig (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG) und die Beschwerden sind abzuweisen. Mit 

diesem Urteil fallen die angeordneten Vollzugsstopps dahin und die Gesu-

che um aufschiebende Wirkung der Beschwerden werden gegenstandslos. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.‒ festzusetzen (vgl. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[SR 173.320.2]). Eine Parteientschädigung fällt ausgangsgemäss ausser 

Betracht (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

7.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-8108/2025, F-8112/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren F-8108/2025 und F-8112/2025 werden ver-

einigt.  

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki