# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7aab316c-6c1b-5460-a250-78406d3c0c97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2024 E-2951/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2951-2024_2024-06-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2951/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Giulia Marelli;   

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Gambia,   

vertreten durch MLaw Max Horlacher,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 30. April 2024. 

 

 

 

E-2951/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 6. Februar 2024 in der Schweiz ein Asyl-

gesuch.  

B.  

Am 27. Februar 2024 fand – im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertre-

tung beziehungsweise Vertrauensperson – die sogenannte Erstbefragung 

für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (EB UMA) statt. Am 19. April 

2024 wurde der Beschwerdeführer im Beisein seiner Rechtsvertretung im 

Sinn von Art. 29 AsylG [SR 142.31] zu seinen Asylgründen angehört.  

C.  

Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs im 

Wesentlichen Folgendes vor: 

Er sei gambischer Staatsangehöriger und stamme aus B._______, Gam-

bia, wo er zusammen mit seiner Familie gelebt habe, die nach wie vor dort 

wohnhaft sei. Er stamme aus einer muslimischen Familie. Nach dem Be-

such einer Koranschule im Senegal habe er ab 2017 während vier Jahren 

eine Lehre als (…) absolviert, diese jedoch nicht formell abgeschlossen. 

Ein Freund habe ihm vom christlichen Glauben erzählt und ihn in eine Kir-

che mitgenommen. Schliesslich sei er zum Christentum konvertiert und 

habe sich taufen lassen. Als sein Vater, ein lmam, von der Konversion er-

fahren habe, habe dieser ihn bedroht und aufgefordert, zum islamischen 

Glauben zurückzukehren. Man habe ihm gesagt, dass er damit rechnen 

müsse, gesteinigt zu werden, weil er ohne Einwilligung seiner Eltern kon-

vertiert sei. In der Folge habe er bei seinem Freund gewohnt. Schliesslich 

habe er sich zur Ausreise entschlossen, weil sein Leben in Gefahr gewe-

sen sei. Er habe seinen Heimatstaat im Jahr 2021 verlassen und sei via 

Senegal, Mali, Niger und Libyen nach Tunesien gereist. Von dort aus habe 

er am 19. November 2023 Italien erreicht. Am 6. Februar 2024 sei er in die 

Schweiz eingereist. 

D.  

Aufgrund von Zweifeln an der geltend gemachten Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers gab das SEM beim Institut für C._______ ein Gutachten 

zur Altersabklärung in Auftrag. Nachdem das Gutachten vom 11. März 

2024 zum Schluss kam, dass das vom Beschwerdeführer angegebene 

chronologische Lebensalter innerhalb der Ergebnisse der Altersschätzung 

E-2951/2024 

Seite 3 

liege, nahm das SEM im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) 

keine Änderungen vor. 

E.  

E.a Die Vorinstanz unterbreitete der zugewiesenen Rechtsvertretung des 

Beschwerdeführers am 26. April 2024 den Entwurf des ablehnenden Asyl-

entscheids zur Stellungnahme. 

E.b Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 29. April 2024 Stellung 

zum Entscheidentwurf nehmen und erklärte sich mit diesem nicht einver-

standen. 

F.  

Mit Verfügung vom 30. April 2024 – gleichentags eröffnet – stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Wegweisungsvollzug an. 

G.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seiner zugewiesenen Rechtsver-

tretung an das Bundesverwaltungsgericht vom 10. Mai 2024 Beschwerde 

gegen die vorinstanzliche Verfügung erheben. Darin beantragte er, die Dis-

positiv-Ziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung seien aufzuheben 

und das SEM sei anzuweisen, ihn wegen Unzulässigkeit beziehungsweise 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen; even-

tualiter sei die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean-

tragte der Beschwerdeführer, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren und von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. 

H.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

13. Mai 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

  

E-2951/2024 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Gegenstand des Verfahrens ist die Frage des Vollzugs der Wegweisung 

respektive ob die Verfügung des SEM vom 30. April 2024 in diesem Punkt 

zu kassieren sei. Die Dispositivziffern 1–3 (Verneinung der Flüchtlings- 

eigenschaft, Ablehnung des Asylgesuchs und Anordnung der Wegweisung 

an sich) der Verfügung sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. 

E-2951/2024 

Seite 5 

5.  

5.1 Das SEM führte in seiner Verfügung im Wegweisungspunkt im Wesent-

lichen aus, der Beschwerdeführer verfüge bereits über Arbeitserfahrung 

und es seien keine gesundheitlichen Probleme aktenkundig. Gemäss sei-

nen Angaben stehe er weiterhin in Kontakt mit seiner Mutter und seiner 

Schwester und habe sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits im Hei-

matstaat eine grosse Familie, zu der er ein gutes Verhältnis pflege. Die 

geltend gemachte Verfolgung durch seinen Vater sei als unglaubhaft zu 

qualifizieren. Es könne davon ausgegangen werden, dass er im Falle sei-

ner Rückkehr auf die finanzielle und moralische Unterstützung seiner Fa-

milienangehörigen sowie allenfalls der Familie seines Freundes zählen 

könne. Er habe angegeben, dass die finanzielle Situation seiner Familie 

"nicht so schlecht" sei. Es seien keine Hinweise dafür ersichtlich, dass er 

nicht in ein familiäres Umfeld zurückkehren und in eine existenzielle Not-

lage geraten könnte. 

5.2 Zur Begründung der Beschwerde wurde im Wesentlichen ausgeführt, 

der Beschwerdeführer habe glaubhaft dargelegt, dass infolge seiner Kon-

version zum christlichen Glauben das Verhältnis zu seinem Vater zerrüttet 

sei. Er pflege mit diesem keinen Kontakt mehr. Aufgrund dieser Umstände 

könne er nicht mehr auf Unterstützung durch seinen Vater oder seine Mut-

ter zählen, und es müsste auf eine Unterbringung in seiner Familie verzich-

tet werden. Zu seinen weiteren Verwandten im Heimatstaat habe er keinen 

Kontakt. Überdies seien seine protokollierten Angaben zur finanziellen  

Situation der Familie unklar ausgefallen. Dass er die Schule in Gambia 

nach drei Jahren habe abbrechen müssen, lasse auf schlechte wirtschaft-

liche Verhältnisse schliessen. Er verfüge nicht über die nötige schulische 

oder berufliche Ausbildung, um seinen Lebensunterhalt eigenständig zu 

verdienen. Zudem würde ihm auch aufgrund der Ächtung durch die ansäs-

sige Gesellschaft wegen seiner Konversion ein wirtschaftliches Fortkom-

men verunmöglicht. Im Weiteren wurde gerügt, das SEM habe den Sach-

verhalt unvollständig erhoben. Es sei der bei unbegleiteten minderjährigen 

Asylsuchenden bestehenden Verpflichtung, spezifische Abklärungen der 

persönlichen Situation unter dem Blickwinkel des Kindeswohls vorzuneh-

men, nicht gebührend nachgekommen. Da es nicht möglich sei, ihn in ein 

dem Kindeswohl entsprechendes familiäres Umfeld zurückzuführen, wäre 

die Vorinstanz verpflichtet gewesen, Abklärungen betreffend eine alterna-

tive Unterbringung vorzunehmen. Es sei unklar, von wem er bei seiner An-

kunft in Gambia in Empfang genommen würde, bei wem er untergebracht 

werden könnte und wer ihm bei der Bestreitung des Lebensunterhalts be-

hilflich sein könnte. 

E-2951/2024 

Seite 6 

6.  

6.1 Zu der vom Beschwerdeführer gerügten unvollständigen Sachverhalts-

feststellung hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs von 

ihm als Minderjährigem ist mit Verweis auf die Akten und den einschlägigen 

Publikationsentscheid BVGE 2021 VI/3 E. 5 Folgendes festzustellen: 

6.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 

2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Das SEM ist jedoch nur in dem Ausmass zur Un-

tersuchung des Sachverhaltes verpflichtet, wie man dies vernünftigerweise 

von ihm erwarten kann. Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die ge-

setzlich vorgesehenen Mitwirkungspflichten eingeschränkt (Art. 13 VwVG 

und Art. 8 AsylG).  

6.3 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ver-

pflichten Art. 3 und 22 des Übereinkommens über die Rechte der Kinder 

(sog. Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) die asylrechtlichen Behör-

den, das Kindeswohl im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung als gewichti-

gen Aspekt zu berücksichtigen. Das SEM ist bezüglich unbegleiteter min-

derjähriger Asylsuchender verpflichtet abzuklären, ob diese zu ihren Eltern 

oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden können und ob jene in 

der Lage sind, ihre Bedürfnisse abzudecken. Können die Angehörigen 

nicht ausfindig gemacht werden oder ergibt sich, dass die Rückkehr zu die-

sen dem Kindeswohl nicht entspricht, ist weiter abzuklären, ob das Kind in 

der Heimat allenfalls in einer geeigneten Anstalt oder bei einer Drittperson 

untergebracht werden kann. Auch gemäss Art. 69 Abs. 4 AIG (SR 142.20) 

hat die Vorinstanz vor der Ausschaffung einer unbegleiteten minderjähri-

gen Person sicherzustellen, dass diese im Rückkehrstaat einem Familien-

mitglied, einem Vormund oder einer Aufnahmeeinrichtung übergeben wer-

den kann, welche den Schutz des Kindes gewährleistet. Damit vom Vorlie-

gen einer Betreuung ausgegangen werden kann, muss die Vorinstanz sich 

auf festgestellte Tatsachen stützen, welche aus den Akten ersichtlich sind; 

andernfalls müssen geeignete Abklärungen getroffen werden. Die Ver-

pflichtung, sicherzustellen, dass unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

nach ihrer Rückkehr unter die Obhut ihrer Eltern, anderer Familienmitglie-

der oder einer geeigneten Institution gestellt werden können, resultiert aus 

der KRK sowie aus der Bundesverfassung (vgl. Art. 11 BV). Dabei ist zu 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10

E-2951/2024 

Seite 7 

präzisieren, dass aus diesen Bestimmungen, die zum Teil eher program-

matischer Natur sind, zwar eine Abklärungspflicht von Amtes wegen, aber 

regelmässig kein unmittelbarer Anspruch auf Feststellung der Unzumutbar-

keit beziehungsweise Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung ab-

geleitet werden kann (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2).  

6.4  

6.4.1 Entgegen der Argumentation in der Beschwerde sind die vorinstanz-

lichen Abklärungen in Bezug auf die Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstadt Gambia als hinrei-

chend zu bezeichnen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich 

seine Familie weiterhin in seinem Heimatort aufhält, und er gab zu Proto-

koll, dass er mit seiner Mutter und seiner Schwester nach wie vor in Kontakt 

stehe (vgl. Akten SEM A23/20 F65, F110).  

6.4.2 In der angefochtenen Verfügung wurde zu Recht und mit überzeu-

gender Begründung dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer behaup-

tete Bedrohung durch seinen Vater aufgrund seiner angeblichen Konver-

sion zum Christentum den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht standhält. Die diesbezüglich protokollierten Aussagen 

des Beschwerdeführers sind auch nach Auffassung des Bundesverwal-

tungsgerichts unsubstanziiert; sie wirken konstruiert, wenig plausibel sowie 

lebensfremd und sind als offensichtlich unglaubhaft zu qualifizieren. Dem-

nach ist auch die Behauptung, er könne aufgrund dieser Umstände nicht 

auf die Unterstützung seiner Familie zählen, nicht überzeugend.  

6.4.3 Unter diesen Umständen bestand entgegen der Argumentation in der 

Beschwerdeschrift kein Anlass, Abklärungen betreffend eine alternative 

Unterbringung im Heimatstaat zu tätigen. Aufgrund des bestehenden Kon-

takts des Beschwerdeführers zu seiner Familie kann davon ausgegangen 

werden, dass diese in der Lage ist, ihn am internationalen Flughafen 

D._______ – der nur wenige Kilometer vom Wohnort der Familie entfernt 

liegt – abzuholen, dass eine Rückkehr zu seinen Eltern mithin gewährleis-

tet und dass eine angemessene Betreuung durch diese gesichert ist.  

6.5 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sach-

verhalt – auch mit Blick auf ihre erhöhte Abklärungspflicht – hinreichend 

festgestellt. Die formelle Rüge erweist sich somit als unbegründet, weshalb 

der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache abzuweisen ist. 

  

E-2951/2024 

Seite 8 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

  

E-2951/2024 

Seite 9 

7.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Wie den nachfolgenden Erwägungen entnommen 

werden kann, muss sich das SEM auch keine Verletzung der Bestimmun-

gen der KRK vorwerfen lassen. Schliesslich lässt auch die allgemeine  

Menschenrechtssituation im Heimatstaat den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

7.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 In Gambia herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation 

allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumutbar 

wäre (vgl. dazu bspw. das Urteil des BVGer E-221/2022 vom 7. Februar 

2022 E. 10.2). 

7.3.3 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 30. April 2024 die Minder-

jährigkeit des Beschwerdeführers ausdrücklich anerkannt (vgl. insbeson-

dere Verfügung S. 9). Die Tatsache, dass es sich bei ihm um einen unbe-

gleiteten minderjährigen Asylsuchenden handelt (Art. 1a Bst. d der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), hat zur Folge, 

dass erhöhte Anforderungen an die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs zu stellen und diese von Amtes wegen zu prüfen sind (vgl. BVGE 

2015/30 E. 7.2, 2009/51 E. 5.6; Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 13 E. 5e).  

E-2951/2024 

Seite 10 

Unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls im Sinne von Art. 3 Abs. 1 KRK 

sind im Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit des Vollzugs sämtliche Um-

stände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegwei-

sung wesentlich erscheinen. Dabei können namentlich folgende Kriterien 

im Rahmen einer gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung sein: Alter 

und Reife des Kindes, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) 

seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen (insbeson-

dere Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und Prognose be-

züglich Entwicklung/Ausbildung, sowie der Grad der erfolgten Integration 

bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. dazu BVGE 2009/51 

E. 5.6; 2009/28 E. 9.3.2).  

7.3.4 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht 

zum Schluss, dass das SEM auch die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs des Beschwerdeführers zu Recht bejaht hat. Es kann vorab auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Wie bereits 

festgehalten, ist das SEM vorliegend seiner oben skizzierten Abklärungs-

pflicht bei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden genügend nach-

gekommen. Die Behauptung des Beschwerdeführers, das Verhältnis zu 

seinem Vater sei wegen seiner Konversion zerrüttet und er könne daher 

nicht auf Unterstützung durch seine Familie zählen, ist unglaubhaft. Es 

kann aufgrund der Aktenlage davon ausgegangen werden, dass er in sei-

nem Herkunftsort B._______ über ein tragfähiges familiäres Beziehungs-

netz verfügt. Zudem leben gemäss seinen Aussagen weitere Verwandte in 

der Nähe seines Herkunftsorts, zu denen er ein gutes Verhältnis habe (vgl.  

Akten SEM A23/20 F91). Insgesamt kann somit von einem intakten Bezie-

hungsumfeld des Beschwerdeführers in seinem Herkunftsland ausgegan-

gen werden.  

7.3.5 Der Argumentation in der Beschwerde, die finanzielle Situation seiner 

Familie erscheine zweifelhaft, kann nicht gefolgt werden. Vielmehr lassen 

die Aussagen des Beschwerdeführers darauf schliessen, dass ihre wirt-

schaftliche Situation hinreichend sein dürfte, um ihn aufnehmen und unter-

stützen zu können (vgl. Akten SEM A23/20 F51 f.). Zudem verfügt der mitt-

lerweile (…)jährige Beschwerdeführer selber über gewisse berufliche Qua-

lifikationen, die es ihm ermöglichen sollten, zur Sicherung seines Lebens-

unterhalts beizutragen. Schliesslich hat er auch keine gesundheitlichen 

Probleme vorgebracht (vgl. a.a.O. F5, F10). 

7.3.6 An dieser Stelle ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, 

dass es dem SEM obliegen wird, bei der Bestimmung der konkreten Mo-

dalitäten des Wegweisungsvollzug den Bedürfnissen des bis zum 10. März 

E-2951/2024 

Seite 11 

2025 minderjährigen Beschwerdeführers Rechnung zu tragen. Das SEM 

hat vor der Ausschaffung des unbegleiteten minderjährigen Beschwerde-

führers sicherzustellen, dass dieser in Gambia seinen Eltern respektive ei-

nem sonstigen Familienmitglied übergeben wird, welches den Schutz des 

Kindes gewährleistet (Art. 69 Abs. 4 AIG; vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2). 

Nach dem Gesagten spricht das Kindeswohl somit ebenfalls nicht gegen 

die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

7.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Angesichts des direkten Entscheids in der Sache erweist sich der Antrag 

auf Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit abzuwei-

sen, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden  

Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

10.2 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

E-2951/2024 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

Versand: