# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fd1ba73-ae9b-5062-97c6-e4568a26ef4d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.02.2016 RR.2016.14
**Docket/Reference:** RR.2016.14
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2016-14_2016-02-02

## Full Text

Beschwerde gegen Verfügung wegen Nichterscheinens zur Zeugeneinvernahme im Rechtshilfeverfahren; Zwischenverfügung.;;Beschwerde gegen Verfügung wegen Nichterscheinens zur Zeugeneinvernahme im Rechtshilfeverfahren; Zwischenverfügung.;;Beschwerde gegen Verfügung wegen Nichterscheinens zur Zeugeneinvernahme im Rechtshilfeverfahren; Zwischenverfügung.;;Beschwerde gegen Verfügung wegen Nichterscheinens zur Zeugeneinvernahme im Rechtshilfeverfahren; Zwischenverfügung.

Entscheid vom 2. Februar 2016 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Roy Garré,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
Parteien  A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Beschwerde gegen Verfügung wegen Nichterschei-

nens zur Zeugeneinvernahme im Rechtshilfeverfah-

ren; Zwischenverfügung 

 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2016.14 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Regionalgericht Riga am 18. Mai 2015 in einem Strafverfahren gegen B. 

an die Schweiz gelangt ist und unter anderem um Einvernahme von A. als 

Zeuge ersucht hat (act. 1.2); 

 

- die Bundesanwaltschaft mit Vorladung vom 4. September 2015 A. aufgefor-

dert hat, am 19., 20., 22. und 26. Oktober 2015 als Zeuge im Einvernahme-

zentrum, Brückenstrasse 50, 3003 Bern persönlich zur Einvernahme zu er-

scheinen (act. 1.2); 

 

- auf die von A. gegen die Vorladung erhobene Beschwerde vom 15. Septem-

ber 2015 die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Entscheid 

vom 16. September 2015 nicht eintrat (RR.2015.258 act. 1 und act. 3); 

 

- A. in der Folge zu den Einvernahmen vom 19., 20., 22. und 26. Oktober 2015 

nicht erschien (act. 1.2);  

 

- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 14. Januar 2016 wegen Nichter-

scheinens gemäss Art. 205 StPO A. mit einer Ordnungsbusse von Fr. 1'000.-

- belegte und ihm die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- auferlegte (act. 1.2); 

 

- A. dagegen mit Beschwerde vom 22. Januar 2016 an die Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts gelangt und sinngemäss die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2016 beantragt (act. 1); 

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (vgl. Art. 57 

Abs. 1 VwVG). 

 

 

 

 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Lettland sich primär nach den ein-

schlägigen Staatsverträgen, insbesondere nach dem Europäischen Überein-

kommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; 

SR 0.351.1 und dem zweiten Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.351.12), richtet; 

das Rechtshilfegesetz (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über internati-

onale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) 

zur Anwendung gelangen, soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen 

nicht abschliessend regelt (Art. 1 Abs. 1 IRSG); auf Beschwerdeverfahren in 

internationalen Rechtshilfeangelegenheiten zudem die Bestimmungen des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

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(Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar sind (Art. 39 

Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG), wenn das IRSG nichts anderes 

bestimmt (vgl. Art. 12 Abs. 1 IRSG);  

 

- gemäss Art. 80e Abs. 2 IRSG der Schlussverfügung vorangehende Zwi-

schenverfügungen selbständig angefochten werden können, sofern sie       

einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, 

a) durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen   

oder b) durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Prozess 

beteiligt sind;  

 

-  nach der bundesgerichtlichen Auslegung die Aufzählung der selbständig an-

fechtbaren Zwischenverfügungen in lit. a und b von Art. 80e Abs. 2 IRSG 

grundsätzlich abschliessend ist (s. BGE 126 II 495 E. 5);  

 

-  die Rechtsmittelordnung von Art. 80e IRSG abschliessend für alle Anordnun-

gen der ausführenden Behörden in Rechtshilfeverfahren gilt; darunter auch 

Vorladungen zu Zeugeneinvernahmen in Rechtshilfeverfahren fallen;  

 

- die Verfügung wegen Nichterscheinens gemäss Art. 205 StPO eine nicht 

selbständig anfechtbare Zwischenverfügung darstellt (Art. 80e Abs. 2 lit. a 

und b IRSG e contrario); 

 

- demnach auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist; 

 

- der Beschwerdeführer mit diesem Entscheid keine Rechtsschutzlücke zu ge-

wärtigen hat, da die Verfügung wegen Nichterscheinens gemäss 

Art. 205 StPO zusammen mit der Schlussverfügung der Beschwerde unter-

liegt (vgl. Art. 80e Abs. 1 IRSG);  

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer kostenpflichtig 

wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); die Gerichts-

gebühr vorliegend auf Fr. 400.-- anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. 

Art. 8 BStKR).  

 

 

 

 

 

  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 2. Februar 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 93 Abs. 2 Satz 1 BGG).