# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0cf2892-631a-5bfa-8bf7-ffc891cc08c7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.07.2021 200 2020 941
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-941_2021-07-26.pdf

## Full Text

200 20 941 IV und
200 20 942 IV (2)
LOU/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Juli 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 20. November 2020 und 9. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 8. November 2017 unter Hinweis auf "mentale Gründe" 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin) nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Sie gewährte 
Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Kurses (AB 25) und holte 
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine Beurteilung ein (AB 28). Im 
März 2019 teilte der Arbeitgeber des Versicherten mit, neu sei eine Multiple 
Sklerose (MS) diagnostiziert worden (AB 54), woraufhin die IVB weitere 
medizinische Erhebungen tätigte und in der Folge beim RAD erneut ärztli-
che Berichte einholte (AB 67 f., 96). Nachdem sie eine Abklärung Haus-
halt/Erwerb durchgeführt hatte (Bericht vom 25. August 2020, AB 102), 
stellte sie mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2020 die Ausrichtung einer be-
fristeten Viertelsrente ab 1. Mai 2018, einer befristeten ganzen Rente ab 
1. April 2019 sowie einer unbefristeten halben Rente ab 1. Juli 2019 in 
Aussicht (AB 106). Am 20. November 2020 verfügte die IVB eine halbe 
Rente ab Dezember 2020 (AB 108). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2020 
sprach sie entsprechend dem Vorbescheid eine Viertelsrente ab Mai 2018, 
eine ganze Rente ab April 2019 sowie eine halbe Rente ab Juli 2019 zu 
unter entsprechender Nachzahlung bzw. Verrechnung mit Drittauszahlun-
gen (AB 116). 

B.

Gegen die beiden Verfügungen vom 20. November bzw. 9. Dezember 2020 
erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch B.________,  …, mit Eingabe 
vom 30. Dezember 2020 Beschwerde. Er stellt die folgenden Anträge:

1. Es seien die Verfügungen vom 20. November 2020 und 9. Dezember 2020 auf-
zuheben.

2. Es sei dem Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2018 eine halbe Invalidenrente, ab 
1. April 2019 eine ganze Invalidenrente und ab 1. Juli 2019 eine Dreiviertels-
Rente zuzusprechen.

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.  

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2021 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 20. November und 
9. Dezember 2020 (AB 108 und 116). In anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend 
eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur 
die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit 
die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, 
dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterli-

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chen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 
1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2). Streitig und zu prüfen ist demnach 
der Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der vom 1. April bis 
30. Juni 2019 zugesprochenen, befristeten ganzen Invalidenrente. Die 
Nachzahlung und Verrechnung mit Drittauszahlungen ist nicht umstritten. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

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gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.3

2.3.1 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E.  4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E.  1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-

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gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3.5 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die ver-
sicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grund-
lage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine 
davon losgelöste Parallelüberprüfung "nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen“ darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. 
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswir-

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kungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts 
abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 
145 V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.5.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.2 Erfolgt die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspen-
sums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem 
Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, ist dies für die 
Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine 
ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit 
sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, 
als sie in Zusammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbe-

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reich nach Art. 5 Abs. 1 IVG (und Art. 8 Abs. 3 ATSG). Insbesondere wer-
den allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgra-
des aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen 
mit einem Aufgabenbereich Haushalt neben der Berufsausübung. Ist im 
konkreten Fall von einer Teilzeiterwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich 
auszugehen, so gelangt die gemischte Methode nicht zur Anwendung 
(BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und E. 5.2 S. 54). 

Bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich ist die anhand 
der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) zu ermittelnde Ein-
schränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional – im 
Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen. Der 
Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerbli-
chen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das 
hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen (BGE 142 V 
290 E. 7.3 S. 298; SVR 2019 IV Nr. 34 S. 105 E. 4.1). 

Die proportionale Gewichtung gemäss BGE 142 V 290 hat nicht auf der 
Ebene der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erfolgen, vielmehr ist das Ergeb-
nis des Einkommensvergleichs proportional (entsprechend dem hypotheti-
schen erwerblichen Teilpensum) zu veranschlagen (SVR 2017 IV Nr. 53 S. 
160 E. 5.5). 

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.7 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-

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spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die In-
validenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die er-
werblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 
2.2.1).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Die RAD-Ärztin, Dr. med. C.________, Fachärztin für Neurologie, 
führte im Neurologischen Konsil vom 25. Februar 2020 (AB 95) aus, beim 
jetzt 59-Jährigen Beschwerdeführer sei im März 2019 die Diagnose einer 

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MS gesichert worden, nachdem zuvor über längere Zeit unklare somati-
sche/neurologische Beschwerden bestanden hätten. Im Anschluss an eine 
zunächst durchgeführte Hochdosis-Kortisontherapie zur Akutbehandlung 
sei aufgrund der primär sehr hohen Läsionslast im MRI die Einstellung auf 
Tysabri erfolgt (S. 2). Den Berichten aus der MS-Spezialsprechstunde im 
Spital D.________ sei zu entnehmen, dass neurologisch derzeit ein stabiler 
Befund vorliege. Im Vordergrund der Beschwerden beständen aktuell Sym-
ptome einer MS-Fatigue mit einer erhöhten Erschöpfbarkeit und Ruhebe-
dürfnis sowie leichte koordinative Störungen. Bzgl. der Fatigue sei auch 
von einer Überschneidung der Symptomatik bei gleichzeitiger Depression 
auszugehen. Aus neurologischer Sicht habe für den Zeitraum Februar bis 
Juni 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Das Zumutbar-
keitsprofil sei wie folgt zu definieren: Der Beschwerdeführer sei in der Lage, 
körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten im Sitzen, Gehen und Ste-
hen auszuüben. Die Tätigkeiten könnten in geschlossenen Räumen und im 
Freien ausgeübt werden. Zu vermeiden seien Tätigkeiten mit häufigem 
Heben und Tragen von schweren Lasten, Absturzgefahr und in Zwangshal-
tungen. Nachtarbeit sei nicht zumutbar. Die Gebrauchsfähigkeit beider 
Hände sei gegeben. Die Wegefähigkeit sei nicht eingeschränkt. Bei Tätig-
keiten, die eine ausgeprägte Konzentration und Aufmerksamkeit über län-
gere Zeit voraussetzten, sollten zusätzliche Pausen möglich sein. Der Be-
schwerdeführer sollte die Arbeit, wenn möglich, selbst einteilen können. 
Tätigkeiten mit hohem Zeitdruck und im Akkord seien zu vermeiden. Die 
Ausübung einer derartigen Tätigkeit sei fünf Stunden pro Tag an fünf Ta-
gen pro Woche mit einer Leistungsfähigkeit von 90% möglich (S. 3). Die 
bisherige Tätigkeit als … bei der E.________ sei als bedingt geeignet an-
zusehen, da ein hoher Zeitdruck bestehe und die Arbeit witterungsabhän-
gig zu zusätzlichen Belastungen führen könne. Diese Tätigkeit könne er 
vier Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche mit einer Leistungsfähig-
keit von 80% ausüben (S. 4). 

3.1.2 Der RAD-Arzt, Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 28. Februar 2020 (AB 96) 
eine schubförmig remittierte MS sowie eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; S. 12). Der 
Beschwerdeführer sei seit 1983 als … bei der E.________ angestellt. Auf-

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grund von verschiedenen Veränderungen im … in den letzten Jahren seien 
ein zunehmender Arbeitsdruck und eine hohe Arbeitsbelastung entstanden, 
sodass es stressbedingt in der Folge zu vier Autounfällen mit dem Dienst-
fahrzeug gekommen sei. Daraufhin sei er an einen anderen Standort ver-
setzt worden. Nach dem ersten Arbeitstag nach der Versetzung habe er 
einen Suizidversuch mit seiner Pistole verübt (2016). Es habe sich um eine 
dranghafte suizidale Handlung gehandelt, das Überleben sei zufällig gewe-
sen. Im Anschluss sei es zu einer Hospitalisation und einer ersten psychia-
trischen Behandlung gekommen. Seit der ambulanten Behandlung (ab 28. 
Juni 2017) bestehe, durch die objektiven und nachvollziehbaren Befunde 
belegt, durchwegs eine mittelgradige, zeitweise auch eine schwere depres-
sive Episode. Die psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeiten im Verlauf 
seien nachvollziehbar. Am 6. Februar 2019 sei es zu einem erneuten 
Selbstmordversuch durch Vergiftung mit Antidepressiva und anschliessen-
der Hospitalisation gekommen. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit anzunehmen, dass sich spätestens seit Januar 2019 eine Verstärkung 
der depressiven Symptomatik eingestellt habe in Kombination mit körperli-
chem Leistungsversagen bei erst im Februar 2019 diagnostizierter MS vor 
dem Hintergrund des biografisch geprägten hohen inneren Leistungsan-
spruchs. Trotz Depression und durchgemachter MS-Therapie habe der 
Beschwerdeführer mit Rest-Beeinträchtigungen im … mit einem Pensum 
von 35% gearbeitet. Die kontinuierliche ambulante psychiatrische Behand-
lung sei lege artis (S. 13). Zur Arbeitsunfähigkeit machte Dr. med. 
F.________ folgende Angaben: Arbeitsunfähigkeit von 50% vom 12. Juni 
bis 2. Juli 2017, von 100% vom 3. Juli bis 1. Oktober 2017, von 50% vom 2. 
Oktober 2017 bis 9. Mai 2018. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon auszugehen, dass im gesamten Zeitraum vom 10. Mai bis 31. 
Dezember 2018 neben der kurz auf 100% erhöhten Arbeitsunfähigkeit im 
Juli eine Arbeitsunfähigkeit von 50% vorgelegen habe. Ab 1. Januar bis 30. 
Juni 2019 habe die Arbeitsunfähigkeit 100% betragen. Seit Juli 2019 gelte 
das folgende Zumutbarkeitsprofil. Als …: Psychiatrisch konklusiv mit der 
neurologischen Auswirkung: Vier Stunden täglich mit einer Leistungsfähig-
keit von 70%. In einer angepassten Tätigkeit: Psychiatrisch konklusiv mit 
der neurologischen Auswirkung: Vier Stunden täglich mit einer Leistungs-
fähigkeit von 80% (S. 14). 

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Auch reine Aktengut-
achten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 
und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche 
Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt 
grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen Regionaler 
Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Urteilt das Gericht 
indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Ver-
fahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweis-
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 13

gen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 20. November 2020 (AB 108) massgeblich auf die versicherungsmedi-
zinischen Aktenbeurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. C.________ vom 
25. Februar 2020 (AB 95) sowie F.________ vom 28. Februar 2020 (AB 
96) ab. Diese erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforde-
rungen an eine versicherungsmedizinische Expertise bzw. eine versiche-
rungsinterne medizinische Aktenbeurteilung (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb 
ihnen volle Beweiskraft zuzuerkennen ist. Die Beurteilungen erfassen den 
gesamten massgebenden Sachverhalt, namentlich die verschiedenen im 
Betrachtungszeitraum erfolgten somatischen und psychiatrischen Ab-
klärungen und therapeutischen Interventionen  und stützen sich auf einen 
lückenlosen fachärztlichen Untersuchungsbefund, welcher ein vollständiges 
Bild über Anamnese, Verlauf und den aktuellen Gesundheitszustand er-
laubt, sodass sich die besagten RAD-Ärzte ein zuverlässiges Bild der me-
dizinischen Situation des Beschwerdeführers und deren Auswirkung auf die 
funktionelle Leistungsfähigkeit machen konnten. Unter diesen Umständen 
durften sie auf eine eigene persönliche Untersuchung des Beschwerdefüh-
rers verzichten. Ebenso erübrigt sich angesichts der vorliegend beweiskräf-
tigen versicherungsmedizinischen Beurteilungen der Beizug eines versi-
cherungsexternen Gutachtens (vgl. BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 
157 E. 2c S. 165). 

3.3.1 Der RAD-Psychiater hat seine Schlussfolgerungen insbesondere 
gestützt auf die Berichte des Ambulatoriums G.________ vom 22. Novem-
ber 2017 und 15. Januar 2019 (AB 15 und 45), den Bericht des Spitals 
H.________ vom 26. April 2018 (AB 57.2 S. 7 f.) sowie die Berichte des 
Zentrums I.________ vom 8. März und 23. Mai 2019 (AB 78 S. 2 ff. und 13 
ff.) getroffen. Dabei hat er schlüssig dargelegt, dass der Beschwerdeführer 
an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10: F33.1; AB 96 S. 12) leidet. Die vom RAD-Psychiater ge-
machten Ausführungen zum Verlauf der attestierten Arbeitsunfähigkeiten 
ab Juni 2017 sind nachvollziehbar und plausibel (AB 96 S. 14, 57.1 S. 4 ff.). 
Seine Einschätzung, wonach sich seit Januar 2019 eine Verstärkung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 14

depressiven Symptomatik eingestellt hat in Kombination mit körperlichem 
Leistungsversagen (AB 96 S. 13), überzeugt.

In der Folge wurde, nachdem zuvor über längere Zeit unklare somati-
sche/neurologische Beschwerden bestanden, im März 2019 in somatischer 
Hinsicht die Diagnose einer schubförmigen remittierenden MS gesichert 
(AB 72 S. 7 f.). Die RAD-Neurologin hat bereits in ihrer Stellungnahme vom 
10. Juli 2019 überzeugend dargelegt, dass ein Teil der vom Beschwerde-
führer angegebenen Leistungsinsuffizienz am Arbeitsplatz nicht allein durch 
eine Depression bedingt war, sondern im Sinne einer MS-typischen Fatigue 
zu werten ist (AB 67 S. 2). Sie hat das von ihr in neurologischer Hinsicht 
formulierte medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil (Ausübung einer 
angepassten Tätigkeit während fünf Stunden an fünf Tagen in der Woche 
mit einer Leistungsfähigkeit von 90%, AB 95 S. 3) insbesondere aufgrund 
der vom Neurozentrum des  Spitals D.________ dokumentierten klinischen 
Befunde (stabiler Verlauf, Gleichgewichtsstörungen sind regredient und nur 
noch leicht vorhanden, Stimmung ist stabil, Fatigue hat jedoch zugenom-
men, AB 72 S. 3, 79 S. 3) nachvollziehbar und schlüssig begründet. 

Soweit der behandelnde Psychiater, Dr. med. J.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 16. Januar 2020 
(AB 88 S. 7) eine dem Leiden angepasste Tätigkeit maximal drei Stunden 
täglich für zumutbar hält, ist zu beachten, dass er darin keine neuen Befun-
de oder Umstände aufführt, die dem RAD nicht bekannt gewesen wären 
oder die zu einer anderen Beurteilung führen müssten. 

3.3.2 Wenn der RAD-Psychiater aufgrund der rezidivierenden depressi-
ven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; AB 96 
S. 12) in einer angepassten Tätigkeit psychiatrisch konklusiv mit der neuro-
logischen Auswirkung eine Arbeitsfähigkeit von vier Stunden täglich mit 
einer Leistungsfähigkeit von 80% attestiert hat (AB 96 S. 14), ist deren 
rechtliche Ausgewiesenheit nachfolgend nach Massgabe der einschlägigen 
Indikatoren zu prüfen (vgl. E. 2.3.2 ff. hiervor): 

Vorab ist festzuhalten, dass vorliegend weder von einer Aggravation noch 
einer Simulation auszugehen ist, womit keine Ausschlussgründe im Sinne 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (BGE 141 V 281 E. 2.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 15

S. 287 f.). Im Rahmen der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (BGE 141 
V 281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex "Gesundheitsschädigung" 
zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Die diagnoserelevanten 
Befunde und Symptome sind offenkundig erfüllt. Der RAD-Psychiater quali-
fizierte die psychische Störung als gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt bei 
einem Status nach zweimaligem Suizidversuch 2016 und 2019 (AB 96 
S. 11). Betreffend den Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass 
eine kontinuierliche psychotherapeutische Behandlung über Jahre ausge-
wiesen und gemäss RAD-Psychiater lege artis ist (AB 96 S. 13). Der Be-
schwerdeführer steht bei Dr. med. J.________ bzw. einer durch ihn dele-
gierten Psychotherapeutin alle 14 Tage in Behandlung. Zudem ist eine Be-
handlung mit Cipralex sowie Mirtazapin installiert (AB 88 S. 4 f., AB 96 S. 
12, 53 S. 4, 102 S. 2). Als massgebende somatische Komorbidität (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) besteht eine MS. Bezüglich der Fatigue ist 
von einer Überschneidung der Symptomatik auszugehen (AB 95 S. 3). Zur 
Persönlichkeit des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass er infolge sei-
nes hohen inneren Leistungsanspruchs dazu neigt, sich zu überfordern, 
was auf eine gewisse Ressourcenhemmung schliessen lässt (AB 96 S. 13; 
BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302). Der Komplex sozialer Kontext (BGE 141 
V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass der Beschwerdeführer zwar durch ein 
gutes familiäres Umfeld (Ehefrau, Enkelkinder) sowie Freunde und Vereine 
(…) über Ressourcen verfügt. Überdies besucht er wöchentlich … sowie 
Physiotherapie. Vor der MS-Erkrankung war er jedoch ein ambitionierter 
Sportler (…, … und …) und … (AB 88 S. 6 Ziff. 3.5, 78 S. 3, 78 S. 4, 102 S. 
2). In der Kategorie "Konsistenz" in Bezug auf die Einschränkung des Akti-
vitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) sind Inkonsistenzen mit Sicherheit auszuschliessen (AB 96 
S. 13): Es besteht ein verminderter Antrieb und ein sozialer Rückzug und 
eine gravierende Beeinträchtigung bei sämtlichen Tätigkeiten im Haushalt 
(AB 88 S. 4 Ziff. 2.4, S. 7 Ziff. 4.5). Wegen der geringen Energiereserven 
sind kaum noch Freizeitaktivitäten möglich (AB 88 S. 4 Ziff. 2.2). Als … 
kann er nicht mehr tätig sein, er geht nur noch ab und zu an einen … (AB 
102 S. 2). Was den Indikator der "Inanspruchnahme von therapeutischen 
Optionen" anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), hat der Be-
schwerdeführer sowohl ambulante als auch stationäre therapeutische Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 16

handlungen absolviert und besteht eine Medikamenten-Compliance, was 
für einen erheblichen Leidensdruck spricht. 

In der Gesamtbetrachtung sind die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Stan-
dardindikatoren überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb auf die ärztli-
cherseits attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik abzustellen ist. 

3.3.3 Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer seit Juli 2019 psychia-
trisch konklusiv mit der neurologischen Auswirkung in einer angepassten 
Tätigkeit vier Stunden täglich mit einer Leistungsfähigkeit von 80% arbeits-
fähig. Er ist dabei in der Lage, körperlich leichte und mittelschwere Tätig-
keiten im Sitzen, Gehen und Stehen auszuüben. Zu vermeiden sind Tätig-
keiten mit häufigem Heben und Tragen von schweren Lasten, Absturzge-
fahr und in Zwangshaltungen. Nachtarbeit ist nicht zumutbar. Bei Tätigkei-
ten, die eine ausgeprägte Konzentration und Aufmerksamkeit über längere 
Zeit voraussetzen, sollten zusätzliche Pausen möglich sein. Der Beschwer-
deführer sollte die Arbeit, wenn möglich, selbst einteilen können. Tätigkei-
ten mit hohem Zeitdruck und im Akkord sind zu vermeiden (AB 96 S. 14, 95 
S. 3). 

4.

4.1 Umstritten ist sodann der Status des Beschwerdeführers resp. der 
Umfang, in welchem er als Gesunder erwerbstätig wäre. 

Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 26. August 2020 (AB 102) wur-
de der Beschwerdeführer als 90% Erwerbstätiger ohne Aufgabenbereich 
eingestuft. Unbestritten ist dabei, dass er im aussererwerblichen Bereich 
von 10% nicht im Aufgabenbereich tätig ist. Seine Ehefrau erledigt seit je-
her die Arbeiten im Haushalt (AB 102 S. 9 Ziff. 7). Gemäss den Aussagen 
des Beschwerdeführers anlässlich der Abklärung vom 19. August 2020 und 
verschiedenen weiteren Akten arbeitete er seit dem 1. April 2017 noch in 
einem 90%-Pensum, wobei seit dem 5. April 2016 eine variierende Arbeits-
unfähigkeit bestand infolge Krankheit ("mentale Gründe"; AB 12 S. 2, S. 4; 
13.1; 13.2; 13.3, 13.4 S. 2). Zwar bestehen insofern gewisse Anhaltspunkte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 17

dafür, dass bei seit 2016 vorliegenden psychischen Beschwerden die Re-
duktion des Pensums von 100% auf 90% aus gesundheitlichen Gründen 
hätte erfolgen können. Indessen machte der Beschwerdeführer solches 
anlässlich der Abklärung nicht geltend, sondern verwies auf die Geschäfts-
politik der E.________, in deren Zug er und andere … aus betrieblichen 
Gründen in ihren Pensen herabgesetzt wurden (AB 102 S. 4). Überdies 
führte er aus, bei guter Gesundheit hätte er weiterhin bis zu seiner Pensio-
nierung in einem 90%-Pensum bei der E.________ gearbeitet. Zwar hätte 
der Beschwerdeführer unter diesen Umständen theoretisch eine neue Stel-
le suchen können bzw. müssen, wenn er denn vollzeitig hätte weiterarbei-
ten wollen. Bei seinem Gesundheitszustand und seinem Alter (Jahrgang 
1961) wäre ein solches Vorgehen aber kaum zielführend, sondern ist der 
Verbleib an der langjährigen Stelle bei der E.________ nachvollziehbar und 
damit die Inkaufnahme der betriebsbedingten Reduktion des Pensums. 
Dies muss sich der Beschwerdeführer im iv-rechtlichen Zusammenhang 
allerdings entgegenhalten lassen. 

Nach dem Dargelegten ist überwiegend wahrscheinlich, dass der Be-
schwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin zu 90% arbeitstätig wäre. 
Damit ist von einem Status 90% Erwerb ohne Aufgabenbereich auszuge-
hen. 

5.

5.1 Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu er-
mitteln. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Beschwerde 
S. 8) ist nicht von einer ungewichteten Übernahme des IV-Grades im er-
werblichen Bereich auszugehen. Vielmehr ist bei teilerwerbstätigen Versi-
cherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsme-
thode zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen 
Bereich proportional – im Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit – 
zu berücksichtigen (vgl. E. 2.5.2 hiervor). 

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 18

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 
5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 
5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität / Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 19

ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Ab 20. März 2017 bestand eine wesentliche Arbeitsun-
fähigkeit (AB 13.1 S. 5). Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der 
Anmeldung vom 8. November 2017 (AB 2) ist der frühest mögliche Ren-
tenbeginn hier in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG 
auf den 1. Mai 2018 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkom-
mensvergleich durchzuführen. 

5.3 Ab Mai 2018 war der Beschwerdeführer zu 50% arbeitsunfähig (AB 
96 S. 14). Die vorübergehende Verschlechterung im Juli 2018 (Arbeitsun-
fähigkeit 100%, AB 57.1 S. 10) dauerte weniger als drei Monate und ist 
deshalb nicht zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 2 IVV). 

5.3.1 Entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (AB 102 
S. 6 ff.) wird der IV-Grad zu Gunsten des Beschwerdeführers jeweils mit 
Aufrechnung auf ein 100%-Pensum berechnet und danach gewichtet. Das 
Valideneinkommen ist gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin, der 
E.________ AG, festzulegen. Für das Jahr 2018 resultiert ein Validenein-
kommen von Fr. 73'934.-- (AB 104 S. 1; 102 S. 6). 

5.3.2 Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Angaben der 
Arbeitgeberin zu berechnen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% resultiert 
ein Invalideneinkommen von Fr. 36'967.-- (50% von Fr. 73'934.--). 

5.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 73'934.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 36'967.-- (ab 1. Mai 2018) resultiert eine Einschrän-
kung von 50% resp. gewichtet 45% (50% x 0.9). 

5.4 Ab Januar 2019 war der Beschwerdeführer für jegliche Tätigkeiten 
zu 100% arbeitsunfähig (AB 96 S. 14, 57.1 S. 4). Diese gesundheitliche 
Verschlechterung, die nach drei Monaten zu berücksichtigen ist (Art. 88a 
Abs. 2 IVV), stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.7 hiervor). Ab April 
2019 bestand damit eine Einschränkung von 100% resp. gewichtet 90% 
(100% x 0.9). 

5.5 Ab Juli 2019 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeits-
fähigkeit von 4 Stunden pro Tag mit 80%iger Leistungsfähigkeit auszuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 20

hen (vgl. E. 3.3.3 hiervor). Diese gesundheitliche Verbesserung stellt einen 
Revisionsgrund dar, der nach drei Monaten zu berücksichtigen ist (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Damit ist auf diesen Zeitpunkt hin eine weitere Invaliditätsbe-
messung vorzunehmen. 

5.5.1 Das Valideneinkommen ist auch hier gestützt auf die Angaben der 
Arbeitgeberin zu berechnen. Es resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 74’507.-- (AB 104 S. 1; 102 S. 8). 

5.5.2 Der Beschwerdeführer verwertet die ihm noch verbleibende Restar-
beitsfähigkeit nur teilweise, weshalb die Beschwerdegegnerin das Invali-
deneinkommen zu Recht anhand der LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenz-
niveau 1, Männer, Total, von Fr. 5'417.-- festgelegt hat. Aufgerechnet auf 
ein Jahr und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 
41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen, Total, 2018) sowie indexiert auf das Jahr 2019 ergibt dies einen Be-
trag von Fr. 68'346.97 (Fr. 5’417.-- x 12 / 40 x 41.7 / 105.1 x 106.0 [Nomi-
nallohnindex Männer, 2011-2010, T1.1.10, Total). Bei 20 Stunden pro Wo-
che und einer Leistungsfähigkeit von 80% ergibt dies Fr. 26'224.25 
(Fr. 68'346.97 : 41.7 x 20 x 0.8). 

5.5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 74’507.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 26'224.25 (ab 1. Oktober 2019) resultiert eine Ein-
schränkung von 64.8% resp. gewichtet 58.32% (64.8% x 0.9). 

5.6 Zusammengefasst besteht ab 1. Mai 2018 ein Anspruch auf eine 
Viertelsrente (IV-Grad 45%), ab 1. April 2019 ein Anspruch auf eine ganze 
IV-Rente (IV-Grad 90%) sowie ab 1. Oktober 2019 ein Anspruch auf eine 
halbe IV-Rente (IV-Grad 58%). 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 9. Dezember 
2020 (AB 109) insoweit abzuändern, als dem Beschwerdeführer vom 1. 
April bis 30. September 2019 eine ganze und ab 1. Oktober 2019 eine hal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 21

be IV-Rente zugesprochen wird. Soweit weitergehend ist die Beschwerde 
abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens im Betrag von Fr. 700.-- dem Be-
schwerdeführer und im Betrag von Fr. 100.-- der Beschwerdegegnerin zur 
Bezahlung auferlegt. Der Anteil des Beschwerdeführers wird dem geleiste-
ten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen. Der Restbetrag von 
Fr. 100.-- wird ihm zurückerstattet.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57).  

Entsprechend dem geringfügigen Obsiegen ist dem Beschwerdeführer eine 
von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende reduzierte Parteientschädi-
gung von pauschal Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und MWST) zuzusprechen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 9. Dezember 2020 dahingehend abgeändert, als dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/20/941, Seite 22

Beschwerdeführer vom 1. April bis 30. September 2019 eine ganze 
und ab 1. Oktober 2019 eine halbe IV-Rente zugesprochen wird. Im 
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- bestimmt und dem Be-
schwerdeführer in der Höhe von Fr. 700.-- zur Bezahlung auferlegt und 
dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der vom Beschwerde-
führer zu viel geleistete Kostenvorschuss von Fr. 100.-- wird ihm nach 
Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. Die restlichen Verfahrenskos-
ten von Fr. 100.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auf-
erlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte 
Parteientschädigung von pauschal Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und 
MWST) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnisnahme:
- Pensionskasse K.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juli 2021, IV/2020/941, Seite 23

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.