# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be720a08-1ceb-5455-ac65-8503b560f42a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 05.10.2015 SK1 2015 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2015-16_2015-10-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 5. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 15 16 [nicht mündlich eröffnet] 30. November 2015

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Angeklagter und Berufungskläger, amtlich verteidigt durch Rechts-
anwalt lic. iur. Andreas Flütsch, Mattastrasse 21, 7270 Davos Platz, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 27. November 2014, im Dis-
positiv mitgeteilt am 2. Dezember 2014, schriftlich begründet und mitgeteilt am 
5. Mai 2015, in Sachen 

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

der Y._____, Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechts-
anwältin Dr. iur. Silvia Däppen, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur

und der Z._____, Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte, c/o Rechtsanwältin 
Dr. iur. Silvia Däppen, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen den Angeklagten und Berufungskläger, 

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betreffend mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kin-
dern, mehrfachen Inzest, mehrfache Nötigung, Tätlichkeiten und Nichtanzeigen 

eines Fundes,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1976 in der Republik A._____ geboren. Er wuchs 
dort zusammen mit sechs Geschwistern bei seinen Eltern auf und besuchte die 
Schule während neun Jahren. Da sich die Familie aus finanziellen Gründen einen 
weitergehenden Schulbesuch des Angeklagten nicht leisten konnte, verrichtete er 
in der Folge Hausarbeiten und zog mit 19 Jahren von der Insel auf das B._____ 
Festland, wo er eine Anstellung als Fabrik- und Bauarbeiter fand. In der Wintersai-
son 2009/2010 kam er erstmals in die Schweiz und arbeitete im Skigebiet C._____ 
im Kanton Graubünden in der Gastronomie, bis er über die Sommermonate wie-
der nach B._____ zurückkehrte, wo er jedoch keine Arbeit mehr finden konnte. 
Dies sollte sich während der folgenden zwei Jahre wiederholen. Von April 2013 bis 
November 2013 konnte X._____ schliesslich in O.1_____ eine Tätigkeit in einer 
Gärtnerei verrichten, wo ihm in Aussicht gestellt wurde, ihn auch ab dem kom-
menden April wiederum für einen Stundenlohn von Fr. 21.00 beziehungsweise 
einen Nettomonatslohn von rund Fr. 3'500.00 zu beschäftigen. 

Vor gut 15 Jahren hatte X._____ in A._____ Z._____ geheiratet, mit welcher er 
schon seit seiner Kindheit bekannt war. Mit seiner Frau hat er heute drei Kinder: 
Die mittlerweile siebzehnjährige Tochter Y._____, die elfjährige Tochter D._____ 
und den zweijährigen Sohn E._____. 

X._____ ist zusammen mit seiner Frau Eigentümer eines Hauses in B._____, das 
mit einer Hypothek belastet ist. Gemäss den Angaben der Vertreterin der Adhäsi-
onsklägerinnen beträgt der Wert des Hauses ca. EUR 70'000.00. 

X._____ befand sich zum Zeitpunkt seiner Festnahme, Ende Januar 2014, in ei-
nem Programm des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums O.2_____; bis zu die-
sem Datum erhielt er jedoch noch keine Arbeitslosengelder ausbezahlt. Bis zu 
seiner Verhaftung unterstützte der Beschuldigte seine in A._____ lebenden Eltern 
mit rund EUR 200.00 pro Monat. 

B. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ mit einem Eintrag vom 
15. Mai 2010 wegen Vergehens gegen das Waffengesetz verzeichnet. Er wurde 
damals von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, 
mit einer bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 30 Tagessätzen und einer Bus-
se von Fr. 600.00 bestraft. Offenbar hatte er versucht, eine Handfeuerwaffe aus 
der Schweiz nach B._____ auszuführen, was bei einer Kontrolle am Flughafen 
Zürich festgestellt worden war. 

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C. Am 29. Januar 2014 verfügte die Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Ak-
ten und in Anwendung von Art. 309 StPO die Eröffnung der Strafuntersuchung 
gegen X._____ wegen Vergewaltigung etc. 

D. Mit Parteimitteilung vom 26. August 2014 teilte die Staatsanwaltschaft mit, 
dass die Strafuntersuchung gegen X._____ wegen Vergewaltigung etc. abge-
schlossen sei und stellte die Anklageeinreichung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. 
StPO in Aussicht. 

E. Die Staatsanwaltschaft legt ihrer Anklageschrift vom 25. September 2014 
den nachstehenden Sachverhalt zu Grunde:

"1.1 Mehrfache Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, mehrfa-
che sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 
StGB und mehrfacher Inzest gemäss Art. 213 Abs. 1 StGB

Der Beschuldigte lebt seit der Wintersaison 2009/2010 zumindest teil-
weise in der Schweiz. Per August 2013 zogen seine Ehefrau Z._____ 
und die gemeinsamen Töchter, Y._____, geb. _____1998, und 
D._____, geb. _____2004, im Rahmen des Familiennachzugs eben-
falls in die Schweiz. Die Familie lebte fortan in einer Dreizimmerwoh-
nung an der _____strasse in O.1_____. 

Vom 14. bis zum 25. September 2013 war Z._____ im Zusammen-
hang mit der Geburt des dritten Kindes (E._____, geb. _____2013) in 
O.2_____ und O.3_____ im Spital. In dieser Zeit vollzog der Beschul-
digte gegen den Willen von Y._____ mit dieser etwa sechs Mal den 
Geschlechtsverkehr. Zudem kam es in der Zeit vom 25. September 
2013 bis im November 2013 zwischen X._____ und Y._____ ein weite-
res Mal zu sexuellen Handlungen. 

Im Einzelnen geht es um folgende Ereignisse:

A. mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Handlungen mit 
Kindern, mehrfacher Inzest

Um den 15. September 2013 rief der Beschuldigte an einem 
späten Nachmittag Y._____ in das Elternschlafzimmer der erwähn-
ten Wohnung in O.1_____ und schloss den Raum von innen ab. Er 
packte die Arme seiner Tochter, warf das Mädchen aufs Bett und 
kniete auf das nun auf dem Rücken liegende Kind. In der Folge 
zog der Beschuldigte Y._____ die Bluse aus und zog deren Hose 
und Unterhose nach unten. Das Mädchen versuchte erfolglos, sich 
durch Bewegungen zu befreien. Trotz der Aufforderung von 
X._____, ruhig zu bleiben, schrie Y._____ um Hilfe und ersuchte 
ihren Vater, sie los zu lassen und "das" nicht zu tun. Der Beschul-
digte erklärte, dass sie nicht zu wollen brauche und stellte seiner 
Tochter in Aussicht, bei weiterem Schreien ihr den Mund mit einem 
Tuch abzudecken und den Hals "anzubinden". Der Aufforderung 
des Beschuldigten, seinen Penis mit dem Mund zu berühren, kam 
Y._____ nicht nach. X._____ wollte nun stattdessen gegen den 
Willen des Mädchens den Geschlechtsverkehr vollziehen. 
Während er das Mädchen auf den Hals küsste, drang er mit dem 

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Penis in die Vagina seiner Tochter ein, obwohl Y._____ ihn wie-
derholt ersuchte, dies nicht zu tun. Sodann forderte der Beschul-
digte das noch immer auf dem Rücken liegende Mädchen auf, sich 
umzudrehen, um Analsex zu vollziehen. Dieser Aufforderung kam 
Y._____ nicht nach, worauf X._____ erneut bewusst gegen den 
Willen des Mädchens den Geschlechtsverkehr vollzog, wobei er 
nun auf dem Mädchen lag. Zum Tatzeitpunkt hielt sich neben dem 
Beschuldigten nur D._____ in der Wohnung auf. 

In den folgenden Tagen vollzog X._____ in der erwähnten Woh-
nung bis am 25. September 2014 in vergleichbarer Weise weitere 
etwa fünf Male mit Y._____ bewusst gegen deren Willen den Ge-
schlechtsverkehr. Jedes Mal packte er das Mädchen und legte es 
unter Anwendung von Kraft auf das Sofa in der Stube oder das 
Bett im Elternschlafzimmer, um auf ihr liegend mit seinem Glied 
vaginal einzudringen. Weil sich Y._____ jeweils durch entspre-
chende Aufforderungen, Schreien, Bewegungen und teilweise Zu-
sammendrücken ihrer Beine zu wehren versuchte, zeigte der Be-
schuldigte ihr mitunter Plastikhandschellen und stellte ihr in Aus-
sicht, sie damit bei weiterer Gegenwehr zu fesseln. Die Zimmertüre 
hatte er von innen jeweils abgeschlossen. Zu den Tatzeitpunkten 
hielt sich neben dem Beschuldigten und Y._____ nur deren kleine 
Schwester in der Wohnung auf.

Y._____ wurde anlässlich der erwähnten Übergriffe von ihrem Va-
ter schwanger und musste ihr Kind anfangs Februar 2014 tot ge-
bären. 

B. sexuelle Handlungen mit Kindern

Zwischen dem 25. September 2013 und November 2013 berührte 
der Beschuldigte in der Familienwohnung in O.1_____ bewusst die 
Brüste von Y._____ und küsste das Mädchen auf den Nacken. 
Gleichzeitig rieb er seinen Genitalbereich mit angezogener Unter-
hose an ihr. 

1.2 Mehrfache Nötigung gemäss Art. 181 StGB

Nach dem erwähnten ersten sexuellen Kontakt zwischen dem Be-
schuldigten und seiner Tochter wies X._____ Y._____ an, niemandem 
etwas vom Vorgefallenen zu erzählen. Anderenfalls würde sie sehen, 
was passiere, was Y._____ als Todesdrohung wahrnahm. Bis am 26. 
Januar 2014 wiederholte der Beschuldigte diese Aussage mehrfach 
und sagte zu Y._____ wiederholt, dass er sie töten werde, falls sie je-
mandem vom Vorgefallenen erzählen würde. Zudem fragte er seine 
Tochter in der erwähnten Zeitspanne einmal, ob sie seine Pistole se-
hen möchte. Y._____ wurde durch diese Aussagen in grosse Angst 
versetzt, weshalb sie sich bis am 27. Januar 2014 an die Anweisung 
hielt.

Nachdem X._____ die Schwangerschaft seiner Tochter festgestellt 
hatte, wiederholte er bis am 26. Januar 2014 gegenüber Y._____ im-
mer wieder, dass er sie töten werde, wenn die Mutter bzw. das Umfeld 
erfahren würde, was geschehen sei. Aus Angst vor einer Umsetzung 
dieser Drohung verschwieg Y._____ die Schwangerschaft gegenüber 
ihrem Umfeld, bis ihre Mutter am 26. Januar 2014 den Bauch feststell-
te. Nun gab Y._____ aus Angst vor ihrem Vater an, von einem Jungen 

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in B._____ schwanger zu sein. Als in der Folge Z._____ und ihre Ver-
wandten den Kindsvater ausfindig machen wollten, geriet Y._____ – 
unter Berücksichtigung der bekannten letzten Monatsblutung – in ei-
nen Erklärungsnotstand und erzählte am 27. Januar 2014 schliesslich 
das Vorgefallene. Unmittelbar zuvor hatte sie noch erklärt, dass sie lü-
gen müsse, weil die betroffene Person sie mit dem Tod bedrohe. 

Die erwähnten Drohungen sprach der Beschuldigte in der Regel in der 
Familienwohnung in O.1_____ aus. Während eines einmonatigen Fe-
rienaufenthaltes zwischen Dezember 2013 und Januar 2014 machte er 
die Aussagen jeweils telefonisch von B._____ aus, wobei sich Y._____ 
stets in O.1_____ aufhielt. 

1.3 Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB

Ungefähr Mitte Januar 2014 trat der Beschuldigte seiner Ehefrau 
Z._____ anlässlich einer verbalen Auseinandersetzung in der Famili-
enwohnung in O.1_____ mit dem Fuss bewusst gegen den Ober-
schenkel und packte seine Frau am Handgelenk. 

1.4 Nichtanzeigen eines Fundes gemäss Art. 332 StGB

Ungefähr im Frühjahr 2013 fand X._____ in O.1_____ auf der Strasse 
ein Portemonnaie mit Ausweispapieren und Kundenkarten. Weil aus 
seinem Bekanntenkreis niemand die auf den Dokumenten genannte 
Person kannte, deponierte er das Portemonnaie inkl. Inhalt in seiner 
Wohnung und meldete den Fund niemanden. Im Frühjahr 2014 konn-
ten die Gegenstände von der Polizei sichergestellt und dem Geschä-
digten erstattet werden. 

F. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden 
vom 3. Oktober 2014 wurde gegen X._____ wegen Fluchtgefahr gemäss Art. 221 
Abs. 1 Bst. a StPO und Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO 
Sicherheitshaft bis längstens am 24. Dezember 2014 angeordnet. 

G. Die Hauptverhandlung fand am 27. November 2014 vor dem Bezirksgericht 
Prättigau/Davos statt. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:

"Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden:

1. X._____ sei schuldig zu sprechen der mehrfachen Vergewaltigung 
gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen 
mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Inzests 
gemäss Art. 213 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 
181 StGB, der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB sowie des 
Nichtanzeigens eines Fundes gemäss Art. 332 StGB.

2. Dafür sei er zu verurteilen:

a) Zu einer Freiheitsstrafe von 5 ½ Jahren.

b) Zur Bezahlung einer Busse von CHF 200.00, ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von 2 Tagen. 

3. Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei an die Frei-
heitsstrafe anzurechnen.

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4. X._____ sei gestützt auf Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO in Sicherheitshaft 
zu behalten. 

5. Die beschlagnahmten Plastikhandschellen seien gestützt auf Art. 69 
StGB einzuziehen. 

6. Kostenfolge sei die gesetzliche."

"Anträge von X._____:

1. In Bezug auf X._____ sei ein Gutachten im Sinne von Art. 20 StGB an-
zuordnen. 

2. X._____ sei für die angeklagten Taten schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von maximal dreieinhalb Jahren 
(somit 42 Monaten) sowie einer Busse zu bestrafen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz. 

a) In Bezug auf das Rechtsbegehren 1 [der Zivilklage] sei die [Zivil-] 
Klage abzuweisen.

b) In Bezug auf das Rechtsbegehren 2 [der Zivilklage] sei der Ange-
klagte und Adhäsionsbeklagte zu verpflichten, der Adhäsionskläge-
rin eine Genugtuung nach Ermessen des Gerichts zu bezahlen. 

c) In Bezug auf das Rechtsbegehren 3 [der Zivilklage] sei die [Zivil-] 
Klage abzuweisen.

d) In Bezug auf das Rechtsbegehren 4 [der Zivilklage] sei die [Zivil-] 
Klage abzuweisen.

5. Kostenfolge gemäss Gesetz."

"Anträge der Privatklägerschaft:

1. Der Adhäsionsbeklagte sei unter dem ausdrücklichen Vorbehalt eines 
Nachklagerechts zu verpflichten, der Adhäsionsklägerin Schadenersatz 
in der Höhe von CHF 6'874.00 zuzüglich 5% Zins auf CHF 4'761.00 seit 
20.6.14, auf CHF 552.00 seit 1.7.2014 und auf CHF 1'426.00 ab 
10.9.2014 zu bezahlen. 

2. Der Adhäsionsbeklagte sei zudem zu verpflichten, der Adhäsionskläge-
rin eine Genugtuung von CHF 30'000.00 zuzüglich 5% Zins seit 
25.9.2013 zu bezahlen. 

3. Der Adhäsionsbeklagte sei zu verpflichten, den der Adhäsionsklägerin 
entstandenen Aufwand durch anwaltliche Vertretung im Umfang, in 
welchem dieser der Adhäsionsklägerin nicht als prozessuale Kosten 
zugesprochen wird, als weiteren Schaden zu ersetzen. 

4. Es sei dem Adhäsionsbeklagten unter Androhung der Straffolgen von 
Art. 292 StGB zu verbieten, sich der Adhäsionsklägerin näher als 500 m 
anzunähern bzw. sich im Umkreis von 500 m vom Wohnort der Adhäsi-
onsklägerin aufzuhalten, mit ihr Kontakt aufzunehmen oder sie in ande-
rer Weise zu belästigen. 

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Ad-
häsionsbeklagten."

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H. Gegen das am 27. November 2014 gefällte, gleichentags mündlich eröffne-
te und am 2. Dezember 2014 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts 
Landquart meldete X._____ mit Eingabe vom 4. Dezember 2014 Berufung an (vgl. 
act. A.1), woraufhin das Bezirksgericht Landquart den Parteien am 5. Mai 2015 
das schriftlich begründete Urteil mitteilte (vgl. act. E.1). Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____ ist schuldig der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 
Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Inzests gemäss Art. 
213 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB, 
der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB und des Nichtanzeigen 
eines Fundes gemäss Art. 332 StGB.

2. Dafür wird X._____ verurteilt zu

a) einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Die erstandene Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft wird an die Freiheitsstrafe angerechnet.

b) einer Busse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse 
beträgt zwei Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit diese 
schuldhaft nicht bezahlt wird. 

3. X._____ wird gestützt auf Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO in Sicherheitshaft 
behalten. 

4. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 2. April 2014 in den Räum-
lichkeiten des Beschuldigten gefundenen Handschellen werden ge-
stützt auf Art. 69 StGB eingezogen und vernichtet. 

5. a) Es wird festgestellt, dass X._____ gegenüber Y._____ für die Fol-
gen der ihr gegenüber begangenen Straftaten vollumfänglich scha-
denersatzpflichtig wird. 

b) X._____ wird verpflichtet, Y._____ eine Genugtuung von CHF 
30'000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 25. September 2013 zu be-
zahlen.

c) Im Übrigen wird die Zivilklage von Y._____ auf den Zivilweg verwie-
sen. 

6. Es wird X._____ unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB, 
wonach mit Busse bestraft wird, wer einer amtlichen Verfügung keine 
Folge leistet, verboten, sich Y._____ näher als 500 Meter anzunähern, 
sich im Umkreis von 500 Metern vom Wohnort von Y._____ aufzuhal-
ten oder mit ihr auf irgendwelche Weise in Kontakt zu treten (insbe-
sondere auf brieflichem oder telefonischem Wege oder über sonstige 
elektronische Kommunikationsmittel).

7. Die Kosten des Verfahrens von CHF 19'647.70 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
11'647.70 und Gerichtsgebühren CHF 8'000.00) gehen nach Art. 426 
Abs. 1 StPO zu Lasten von X._____.

Die Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird in einem 
separaten Beschluss festgelegt. Sie geht – unter dem Vorbehalt der 
Rückerstattungspflicht der beschuldigten Person gemäss Art. 135 Abs. 

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4 StPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der Ge-
richtskasse bezahlt. 

Die Kosten der angerechneten Untersuchungs- und Sicherheitshaft 
betragen CHF 63'082.00. Die beschuldigte Person hat sich daran nach 
Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen. 

X._____ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:

Busse CHF 200.00

Verfahrenskosten CHF 19'647.70

Total CHF 19'847.70

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu überweisen. 

8. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung von Y._____ gehen – 
unter dem Vorbehalt der Rückerstattungspflicht der beschuldigten Per-
son gemäss Art. 426 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 2 StPO – im Be-
trag von CHF 4'930.40 zu Lasten des Kantons Graubünden und wer-
den aus der Gerichtskasse bezahlt. 

9. Die Kosten der Übersetzung gehen zu Lasten der Gerichtskasse (Art. 
426 Abs. 3 lit. b StPO). 

10. (Rechtsmittelbelehrung).

11. (Mitteilung)."

Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass es erwiesen und auch 
eingestanden sei, dass X._____ mehrmals mit seiner fünfzehnjährigen Tochter 
Geschlechtsverkehr gehabt habe. Die Glaubhaftigkeit der Schilderungen von 
Y._____ würden dem Gericht in einer Gesamtbetrachtung der geschilderten Zeu-
genbeweise und auch in Anbetracht des Aussageverhaltens von X._____ ohne 
jeden Zweifel als erstellt gelten. Es könne daher vom Sachverhalt, wie er von 
Y._____ geschildert worden sei, ausgegangen werden. X._____ habe sich daher 
mit seinen Handlungen der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 
StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 
StGB und des mehrfachen Inzests gemäss Art. 213 Abs. 1 StGB schuldig ge-
macht. Indem X._____ seiner Tochter wiederholt zu verstehen gegeben habe, es 
werde ihr und ihrer Familie etwas passieren, wenn sie jemandem von ihrer 
Schwangerschaft oder von den sexuellen Übergriffen erzähle, und dabei sowohl 
explizite Todesdrohungen ausgesprochen als auch eine sich in seinem Besitz be-
findende Pistole erwähnt habe, habe er Y._____ dazu gebracht, während eines 
längeren Zeitraums niemandem von dem Erlebten zu berichten und damit auch 
weitere Übergriffe durch den Beschuldigten erdulden zu müssen. Mit diesem Ver-
halten habe er sich der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB schuldig ge-
macht. Zudem habe X._____ eine Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB be-

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gangen, indem er Z._____ ungefähr Mitte Januar 2014 in der Familienwohnung in 
O.1_____ einen Fusstritt versetzt habe, welcher ein Hämatom zur Folge gehabt 
habe. Anlässlich einer Einvernahme vom 3. März 2014 habe er ausgesagt, ein 
Portemonnaie, welches die Polizei zuvor in seiner Wohnung sichergestellt hatte, 
vor etwa einem Jahr in O.1_____ auf der Strasse gefunden zu haben. Da ihm der 
Eigentümer nicht bekannt gewesen sei und er nicht gewusst habe, wie nun zu ver-
fahren sei, habe er das Portemonnaie mitsamt dem Inhalt in seiner Wohnung ver-
wahrt. Es sei davon auszugehen, dass der Inhaber auf den diversen Karten na-
mentlich erwähnt worden sei. Auch wenn dieser allenfalls nicht im Telefon ver-
zeichnet gewesen sein sollte, so gehöre es doch zum Allgemeinwissen, und müs-
se auch X._____ klar gewesen sein, dass gefundene amtliche Ausweise der Poli-
zei übergeben werden könnten. Zudem hätte er sich an das Strassenverkehrsamt 
oder die Banken wenden können, um in Erfahrung zu bringen, ob er den Fund 
irgendwo abgeben könnte. Indem er dies unterlassen habe, habe sich X._____ 
des Nichtanzeigens eines Fundes gemäss Art. 332 StGB schuldig gemacht. Das 
Verschulden von X._____ sei als sehr schwer einzustufen. Es seien keine Recht-
fertigungs- oder Strafmilderungsgründe ersichtlich. Der Antrag auf Einholung eines 
Gutachtens zur intellektuellen Leistungsfähigkeit von X._____ werde abgelehnt, 
da bereits ein psychiatrisches Gutachten bei den Akten liege, das sich am Rande 
zur Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten äussere und festhalte, es seien keine 
Hinweise auf eine Aufhebung oder Einschränkung der Zurechnungsfähigkeit er-
sichtlich. Für die Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 StGB werde eine Einsatz-
strafe von zweieinhalb Jahren festgelegt. Ob nun tatsächlich vier, fünf oder sechs 
Übergriffe stattgefunden hätten, ändere am gesamthaften Verschulden von 
X._____ nur sehr wenig. Die Einsatzstrafe sei aufgrund der verübten sexuellen 
Handlungen mit Kindern nach Art. 187 Ziff. 1 StGB um ein Jahr auf dreieinhalb 
Jahre zu erhöhen. Für den begangenen Inzest nach Art. 213 Abs. 1 sei die Strafe 
um nochmals sechs Monate auf vier Jahre zu erhöhen. Für die begangene mehr-
fache Nötigung sei die Strafe um weitere zwei Jahre Freiheitsstrafe auf insgesamt 
sechs Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen. Schliesslich erweise sich das Ausspre-
chen eines zeitlich unbegrenzten Kontakt- und Annährungsverbots angesichts der 
zugrundeliegenden äusserst schwerwiegenden Übergriffe als verhältnismässig. 

I. Mit Schreiben vom 5. Mai 2015 überwies das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos die Anmeldungen der Berufung sowie sämtliche Gerichtsakten inklusi-
ve Aktenverzeichnis und die Akten der Staatsanwaltschaft Graubünden dem Kan-
tonsgericht von Graubünden (vgl. act. D.1).

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J. Mit Berufungserklärung vom 26. Mai 2015 stellte X._____ die folgenden 
Rechtsbegehren (vgl. act. A.2):

"Anträge in materieller Hinsicht:

1. Die Ziff. 2a des Urteilsdispositivs sei dahingehend abzuändern, als dass 
X._____ zu einer Freiheitsstrafe von maximal 4 ½ Jahren (somit 54 
Monaten) zu bestrafen sei.

2. Die Ziff. 6 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben und mit einer Weisung 
gemäss Art. 94 StGB zu ersetzen.

Anträge in formeller Hinsicht:

3. Am Antrag, wonach in Bezug auf X._____ ein Gutachten im Sinne von 
Art. 20 StGB anzuordnen sei, wird festgehalten.

4. Dem Unterzeichnenden seien die seit der Hauptverhandlung vor der 
Vorinstanz produzierten Akten, insbesondere der schriftlich abgegebe-
ne Vortrag der Staatsanwaltschaft sowie das über die Befragung des 
Sachverständigen erstellte Protokoll, zur Einsichtnahme zuzustellen.

5. Es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt von der Verfahrensleitung als 
amtlicher Verteidiger im Sinne von Art. 132 StPO zu bestätigen. 

6. Kostenfolge gemäss Gesetz."

K. Mit Schreiben vom 16. Juli 2015 teilte der Vorsitzende der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Flütsch mit, 
dass er gestützt auf Art. 133 StPO in Verbindung mit Art. 130 lit. b StPO und Art. 
132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO als amtlicher Verteidiger bestellt werde. Zudem 
erhalte er zur Einsichtnahme sämtliche Akten der Vorinstanz gemäss Aktenver-
zeichnis (vgl. act. D.4). 

L. Mit Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 15 18 vom 
16. Juli 2015 wurde das Gesuch von Y._____ vom 1. Juni 2015 um unentgeltliche 
Rechtspflege gutgeheissen und Y._____ ab Gesuchseinreichung die Bewilligung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 136 Abs. 2 StPO im Verfahren 
SK1 15 16 vor Kantonsgericht von Graubünden erteilt. Zur Rechtsvertreterin wur-
de Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen ernannt. 

M. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 23. Juli 2015 wurden X._____, sein amtlicher Verteidiger, 
der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie die Vertreterin der Adhäsionsklägerin-
nen zur Berufungsverhandlung am 5. Oktober 2015 vor Kantonsgericht (I. Straf-
kammer) vorgeladen (vgl. act. D.5). 

N. Die Rechtsvertreterin von Y._____ beantragte in ihrer Eingabe vom 18. Au-
gust 2015 (vgl. act. A.3) den Ausschluss der Öffentlichkeit von der mündlichen 

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Verhandlung gestützt auf Art. 70 Abs. 1 lit. a StPO. Diesem Gesuch gab der Vor-
sitzende der I. Strafkammer, nachdem sich weder die Staatsanwaltschaft (vgl. act. 
A.4) noch X._____ (vgl. act. A.5) dagegen widersetzten, mit Verfügung vom 28. 
September 2015 statt (vgl. act. D.8). 

O. Am 5. Oktober 2015 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt. Anwesend waren 
X._____ mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Flütsch, 
der Erste Staatsanwalt lic. iur. Renato Fontana, die Vertreterin der Adhäsionsklä-
gerin Y._____ Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen, die Übersetzerin I._____ und 
zwei Beamte der Kantonspolizei Graubünden. Einleitend gab der Vorsitzende die 
Zusammensetzung des Gerichts bekannt. Einwände gegen die Zusammenset-
zung und die Zuständigkeit des Gerichts wurden nicht erhoben. Da der amtliche 
Verteidiger von X._____ an seinem Antrag um Einholung eines erneuten psychia-
trischen Gutachtens festhielt, wurde die Hauptverhandlung zur Beratung über den 
Beweisantrag unterbrochen. Nach Eröffnung des entsprechenden Zwischenent-
scheids der I. Strafkammer erfolgte die Befragung von X._____. Im Anschluss an 
die persönliche Befragung des Berufungsklägers durch den Vorsitzenden hinsicht-
lich seiner persönlichen Verhältnisse und in Bezug auf die Umstände der ihm zur 
Last gelegten Taten verzichteten die Parteien auf das Verlesen von Aktenstücken 
sowie auf weitere Beweisanträge, worauf das Beweisverfahren geschlossen wur-
de. In der Folge nahmen der amtliche Verteidiger, der Erste Staatsanwalt und die 
Rechtsvertreterin der Adhäsionsklägerinnen in ihren Plädoyers zu der Berufung 
Stellung. Nachdem X._____ auf das letzte Wort verzichtete, wurde die mündliche 
Berufungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche 
Urteilseröffnung. Das Urteilsdispositiv wurde dem amtlichen Verteidiger von 
X._____ am 6. Oktober 2015 schriftlich mitgeteilt (vgl. act. F.1).  

P. Auf das Ergebnis der persönlichen Befragung des Berufungsklägers durch 
den Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Begründung der Anträge 
anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf die Ausführungen im 
angefochtenen Urteil und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 

Seite  13 — 41

Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor 
der ersten Instanz damit abgeschlossen wird (vgl. Luzius Eugster, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N. 2 zu Art. 398 StPO [zit. Basler Kommentar 
zur StPO]). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen 
Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu 
Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach 
Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsge-
richt als Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO, Art. 22 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 
350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet 
hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Ur-
teils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das 
Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des 
erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. 
c). 

b) Gegen das am 27. November 2014 gefällte und am 2. Dezember 2014 im 
Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos meldete der Beru-
fungskläger am 4. Dezember 2014 die Berufung an (vgl. act. A.1). Nach Mitteilung 
des begründeten Urteils am 5. Mai 2015 reichte der Berufungskläger fristgerecht 
am 26. Mai 2015 seine Berufungserklärung ein (vgl. act. A.2). Der Berufungsklä-
ger ist als beschuldigte Person im Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO Partei und 
durch den vorinstanzlichen Schuldspruch offensichtlich beschwert. Die übrigen 
Prozessvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, wes-
halb auf die frist- und formgerecht eingereichte Berufung einzutreten ist. 

2. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). 
Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzli-
che Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Ko-
gnition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 1 zu Art. 398 StPO [zit. 
Praxiskommentar]; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hans-
jakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N. 14 zu Art. 398 StPO [zit. Donatsch/Hans-
jakob/Lieber]). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil 

Seite  14 — 41

grundsätzlich nur in den angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO). Die 
nicht angefochtenen Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen damit nicht 
länger zur Diskussion (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur StPO, 
a.a.O., N. 3 zu Art. 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so 
fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. Art. 408 StPO). 
Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren 
nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Ur-
teil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und 
zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (vgl. Art. 
409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann indessen das Berufungsgericht – wie 
sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fällen.

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.1; BGE 124 I 49 E. 3a; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die 
Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erfor-
derlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss 
so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids 
Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz 
weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen 
genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 
Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.1; BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). 
Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die 
tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die 
Begründung der Vorinstanz verweisen. Das Bundesgericht führte im Zusammen-
hang mit Art. 82 Abs. 4 StPO in BGE 141 IV 244 aus, dass aus einem Entscheid 
klar hervorgehen müsse, von welchem festgestellten Sachverhalt das Gericht 
ausgegangen sei und welche rechtlichen Überlegungen es angestellt habe. Von 
der Möglichkeit, auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, sei zurückhal-
tend Gebrauch zu machen. Ein Verweis komme bei strittigen Sachverhalten und in 
Bezug auf die rechtliche Subsumtion nur dann in Frage, wenn die Rechtsmittelin-
stanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichte. 

4. a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Beim Vorliegen 
verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

Seite  15 — 41

eine Rangordnung (vgl. Niklaus Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N. 5 zu Art. 
10). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der materi-
ellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus (vgl. 
ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Auskunftsperso-
nen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Auch 
wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage gleich-
wohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richterlich auf ihre materielle 
Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, sondern 
der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie die 
Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall entscheidend (vgl. Robert Hau-
ser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 
Basel 2005, § 54, N. 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aus-
sagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im 
Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die 
innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens 
sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im 
Detail: Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, 
System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993). Die Schilderung 
des Vorfalls in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwar-
ten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Kennzeichen für die Rich-
tigkeit der Deposition. Die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragun-
gen sowie die unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle sprechen ebenfalls für 
die Korrektheit einer Aussage. Bei wahrheitswidrigen Depositionen fehlen diese 
Kennzeichen regelmässig. Als Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Be-
kundungen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aus-
sagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im 
Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende 
Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Mehrere Indizien, die 
einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täter-
schaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vollen Beweis und volle Über-
zeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall 
sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4). 

b) Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-

Seite  16 — 41

weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 129 I 151 E. 5; BGE 125 I 127 E. 6c/aa; 
Thomas Hofer, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 67 ff. zu Art. 10 StPO). 
Das Gericht hat nur solchen Beweisanträgen zu folgen, die nach seiner Würdi-
gung rechts- und entscheiderheblich sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.2). 

5. Der Berufungskläger stellt in seiner Berufungserklärung vom 26. Mai 2015 
den Beweisantrag, dass in Bezug auf X._____ ein Gutachten im Sinne von Art. 20 
StGB anzuordnen sei. Diesen Beweisantrag gilt es vorab zu behandeln. 

a) Der amtliche Verteidiger des Berufungsklägers bringt in seinem Plädoyer 
anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden vom 
5. Oktober 2015 vor, die Vorinstanz sei auf seine Ausführungen nicht eingegan-
gen, wonach gemäss herrschender Lehre oft leichte Grade der Intelligenzminde-
rung bei Tätern vorliegen würden, welche Delikte wie die vorliegend zu beurteilen-
den begangen hätten. Er kritisiere auch heute noch, dass die Intelligenz und damit 
auch eine allfällige teilweise Schuldunfähigkeit von X._____ nicht abgeklärt wor-
den sei. Sein Mandant habe grosse Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Dies nicht 
verbal, sondern inhaltlich. Er hätte einerseits Mühe gehabt, zu verstehen, wie der 
ganze Strafprozess ablaufe. Andererseits habe er Mühe gehabt, sein eigenes 
Verhalten zu reflektieren und schliesslich habe er häufig nicht verstanden, was die 
verschiedenen Beteiligten im Strafverfahren von ihm gewollt hätten. 

Der Erste Staatsanwalt beantragt, auf eine Ergänzung des psychiatrischen Gut-
achtens sei zu verzichten, da X._____ von den psychiatrischen Diensten detailliert 
begutachtet worden sei. Zudem sei Dr. med. E._____ bei der Hauptverhandlung 
vor der Vorinstanz anwesend gewesen und habe noch zu einzelnen Punkten be-
fragt werden können. Dort sei er denn auch vom amtlichen Verteidiger auf die In-
telligenz von X._____ angesprochen worden. Dr. med. E._____ habe dabei ange-
geben, dass im Rahmen der Begutachtung keine Hinweise auf eine Intelligenz-
minderung gefunden worden seien und der Beschuldigte sicher normalintelligent 
sei. 

b) Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, 
so ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht gemäss Art. 20 StGB die 
sachverständige Begutachtung durch einen Sachverständigen an. Entscheidend 
für eine Begutachtung ist, ob der Richter nach den Umständen des Falles Zweifel 

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an der Schuldfähigkeit haben sollte, wobei ein ernsthafter Anlass zu derartigen 
Zweifeln genügt. Von einem solchen ernsthaften Anlass ist auszugehen, wenn der 
Betroffene diesbezüglich in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fällt, nicht 
aber, wenn er nur leicht vom Durchschnitt abweicht. Auf ein früher erstattetes 
Gutachten darf abgestellt werden, wenn sich der Geisteszustand des Täters seit-
her nicht geändert hat (vgl. Andreas Donatsch, in: Andreas Donatsch [Hrsg.], 
Kommentar StGB, Schweizerisches Strafgesetzbuch und weitere einschlägige 
Erlasse mit Kommentar zu StGB, JStG, den Strafbestimmungen des SVG, BetmG 
und AuG, 19. Aufl., Zürich 2013, N. 1 ff. zu Art. 20 StGB, mit weiteren Hinweisen 
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung [zit.: Donatsch, Kommentar StGB]). 

Die Staatsanwaltschaft erteilte Dr. med. E._____ am 6. Februar 2014 den Auftrag 
zur psychiatrischen Begutachtung gestützt auf Art. 184 StPO (vgl. Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 3.7). Im Rahmen der Begutachtung sollte sich der Gut-
achter auch zur Frage der Schuldfähigkeit äussern. Das entsprechende Gutachten 
der Psychiatrischen Dienste Graubünden erging am 17. Juni 2014 (vgl. Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 3.12). Der Gutachter kam zum Schluss, dass bei X._____ 
eine dissoziale Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10; F60.2 vorliege. Zur Frage 
der Schuldfähigkeit führte der Gutachter Dr. med. E._____ aus, dass keinerlei 
Hinweise dafür vorliegen würden, dass X._____ aufgrund seiner psychischen 
Störung zur Einsicht in das Unrecht der Taten oder zum Handeln gemäss dieser 
Einsicht nicht fähig gewesen wäre. Die Zurechnungsfähigkeit sei nicht aufgeho-
ben. Zudem würden keine Hinweise dafür vorliegen, dass X._____ zum Zeitpunkt 
der beschuldigten Taten wegen seiner psychischen Störung teilweise unfähig ge-
wesen wäre zur Einsicht in das Unrecht der Taten oder zum Handeln gemäss die-
ser Einsicht. Die Zurechnungsfähigkeit sei auch im Rahmen von Art. 19 Abs. 2 
StGB nicht eingeschränkt gewesen. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-
handlung vom 27. November 2014 führte Dr. med. E._____ auf entsprechende 
Frage des amtlichen Verteidigers aus, dass im Rahmen der Begutachtung keine 
Hinweise auf eine Intelligenzminderung gefunden worden seien, welche vertieft zu 
testen wären. Der Täter sei sicher normalintelligent. Es treffe nicht zu, dass disso-
ziale Persönlichkeiten eher niederintelligent seien, sondern das Gegenteil sei der 
Fall (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 20, S. 6). 

c) Der Berufungskläger beruft sich bei seinen Ausführungen auf N. 34 zu Art. 
19 StGB im Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch, wonach gemäss herrschen-
der Lehre oft leichte Grade der Intelligenzminderung bei Tätern vorliegen würden, 
welche Delikte wie das vorliegend zu beurteilende (gemeint ist wohl die mehrfache 
Vergewaltigung) begangen haben (vgl. act. D.12, S. 2). Dieser doch eher pauschal 

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gehaltenen Meinung kann vorliegend nicht gefolgt werden, gilt es doch immer, den 
konkreten Einzelfall zu beurteilen. Der Berufungskläger wurde eingehend psychia-
trisch begutachtet. Der Gutachter kam zum Schluss, dass trotz der dissozialen 
Persönlichkeitsstörung keine Hinweise auf eine Aufhebung oder Einschränkung 
der Zurechnungsfähigkeit ersichtlich seien (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
3.12, S. 12 f.). In der an der Hauptverhandlung vom 27. November 2014 stattge-
fundenen mündlichen Erläuterung seines Gutachtens wiederholte Dr. med. 
E._____ diese Ansicht und fügte bei, dass der Berufungskläger seiner Ansicht 
nach sicher normalintelligent sei. Der Berufungskläger vermag keine Gründe vor-
zubringen, welche Zweifel an diesen Feststellungen erwecken und die Einholung 
eines erneuten Gutachtens betreffend die Intelligenz von X._____ rechtfertigen 
könnten. Es ist auch nicht ersichtlich, dass sich der Geisteszustand des Beru-
fungsklägers seit der letzten Begutachtung geändert hätte. Der Umstand, dass der 
Berufungskläger Mühe hatte, den Strafprozess zu verstehen und diesem zu folgen 
– sofern dies überhaupt zutreffen sollte – liegt nicht an einer verminderten Intelli-
genz, sondern ergibt sich wohl eher daraus, dass das Strafverfahren für ihn neu 
und dementsprechend unbekannt war und auch jede andere Person damit Mühe 
bekunden würde. Erschwerend kommt beim Berufungskläger hinzu, dass er nur 
B._____ spricht, was das Verständnis zusätzlich erschwert. Gewisse Verständnis-
schwierigkeiten können aber nicht mit verminderter Intelligenz gleichgesetzt wer-
den und vermögen keinen ernsthaften Anlass an der Schuldfähigkeit von X._____ 
zu begründen. Es ergibt sich denn auch nicht aus den Akten der Staatsanwalt-
schaft, dass der Berufungskläger nicht im Stande gewesen wäre, die ihm gestell-
ten Fragen zu beantworten (vgl. dazu insbesondere die Einvernahmeprotokolle in 
act. 8.4-8.7). Schliesslich zeigen die Aussagen des Berufungsklägers anlässlich 
der vorinstanzlichen Einvernahme klar, dass er sich des Unrechtsgehalts seines 
Handelns bewusst war (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 17, S. 4). X._____ wusste, 
dass er die ihm vorgeworfenen Delikte nicht hätte begehen sollen. Schliesslich 
war der Berufungskläger anlässlich der Berufungsverhandlung vom 5. Oktober 
2015 persönlich anwesend und die I. Strafkammer konnte sich auch selber ein 
Bild von X._____ machen. Irgendwelche Anhaltspunkte, die ernsthafte Zweifel an 
der Schuldfähigkeit des Berufungsklägers mangels Intelligenz begründet hätten, 
waren nicht erkennbar. Deshalb erscheint die Feststellung des Gutachters Dr. 
med. E._____, X._____ sei trotz der dissozialen Persönlichkeitsstörung normalin-
telligent, als schlüssig und nachvollziehbar. Somit steht fest, dass kein Bedarf an 
der Einholung eines Gutachtens im Sinne von Art. 20 StGB besteht, womit der 
Beweisantrag des Berufungsklägers abzuweisen ist. 

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6. Was den Sachverhalt gemäss Anklageschrift betrifft, so anerkennt der Be-
rufungskläger diesen im Berufungsverfahren weitestgehend. Er bringt hingegen 
vor, dass es nicht fünf bis sechs, sondern zwei bis drei Übergriffe gewesen seien. 
Dieser Umstand sei insbesondere bei der Strafzumessung relevant und zu 
berücksichtigen. Die Vorinstanz habe ausgeführt, dass die Tante des Opfers 
F._____ gesagt habe, dass sie die beiden Töchter von X._____ zu sich genom-
men habe, als seine Frau im Spital gewesen sei. Diese Tatsache sei von der Vor-
instanz nicht berücksichtigt worden, als sie in ihrer Urteilsbegründung ausgerech-
net habe, wie viele Tage die Ehefrau von X._____ ausser Haus gewesen sei. Die 
Vorinstanz sei zum Schluss gekommen, dass Z._____ 12 Tage ausser Haus ge-
wesen sei und dass deshalb dem Täter 12 Tage zur Verfügung gestanden seien, 
um die zur Diskussion stehenden Übergriffe zu begehen. Wenn die Kinder eben 
nicht bei ihm zu Hause gewesen seien, sondern bei F._____, dürfe nicht von die-
sen 12 Tagen ausgegangen werden. 

a) Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Anklageschrift vom 25. September 
2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.26) aus, dass Z._____ im Zusam-
menhang mit der Geburt des dritten Kindes E._____ vom 14. bis 25. September 
2013 in O.2_____ und O.3_____ im Spital gewesen sei. In dieser Zeit habe der 
Beschuldigte gegen den Willen von Y._____ mit dieser etwa sechs Mal den Ge-
schlechtsverkehr vollzogen. Die Vorinstanz führt aus, es sei aktenmässig erstellt, 
dass Z._____ während zwölf und nicht, wie der Beschuldigte glauben machen 
wolle, lediglich während vier Tagen gesundheitsbedingt ausser Haus geweilt habe. 
Dies habe dem Beschuldigten genügend Zeit gelassen, die ihm vorgeworfenen 
Übergriffe während der Abwesenheit seiner Ehefrau begehen zu können. Es sei 
somit ohne weiteres möglich und stehe nicht im Widerspruch zu den Schilderun-
gen von Y._____, dass die sexuellen Übergriffe an sechs der zwölf genannten 
Tage stattgefunden haben könnten. Aus den glaubhaften Aussagen von Y._____ 
ergebe sich, dass es während eines Zeitraums von ungefähr einer Woche zu etwa 
sechs Übergriffen gekommen sei, während der Beschuldigte drei Übergriffe einge-
steht. 

b) Wie der Berufungskläger zu Recht vorbringt, ist es für die Strafzumessung 
relevant, ob er seine Tochter drei- oder wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, 
sechsmal vergewaltigt hat. Es gilt daher festzustellen, ob den Ausführungen des 
Berufungsklägers, wonach er seine Tochter zwei- bis dreimal vergewaltigt habe, 
gefolgt werden kann. Vorliegend ist zweifelsfrei erstellt, dass Z._____ vom 14. bis 
25. September 2013 im Zusammenhang mit der Geburt ihres dritten Kindes im 
Spital in O.2_____ und O.3_____ gewesen ist. Das Spital O.2_____ bestätigte am 

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11. September 2014, dass Z._____ am 14. September 2013 stationär im Spital 
aufgenommen und an diesem Tag von einem Sohn entbunden worden sei. Aus 
"kindlicher Indikation" sei die Patientin am 15. September 2013 in die Frauenklinik 
G._____ nach O.3_____ verlegt worden (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
5.20). Das Kantonsspital Graubünden hält in seinem Schreiben vom 16. Septem-
ber 2014 fest, dass sich Z._____ vom 15. September 2013 bis am 25. September 
2015 regelmässig im Kantonsspital Graubünden bei ihrem Kind aufgehalten habe. 
Die Mutter habe über eine lange und ausgeprägte Zeit Tag und Nacht im Kan-
tonsspital Graubünden logiert. Sie habe auch ausgedehnte Zeiten ununterbro-
chen, also über 24 Stunden, zusammen mit ihrem Kind im Kantonsspital verbracht 
(vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.22). F._____ führte in ihrer polizeilichen 
Einvernahme vom 28. Januar 2014 aus (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
8.1), dass sie sich anerboten habe, die beiden Mädchen zu sich nach Hause zu 
nehmen, während ihre Tante im Krankenhaus ihr drittes Kind zur Welt bringe. 
X._____ habe aber gewollt, dass Y._____ jeweils zu ihm nach Hause komme, um 
gemeinsam Mittag zu essen. Sie sollte dann jeweils für ihn kochen. Y._____ habe 
eigentlich nicht bei ihrem Vater übernachten wollen. Wie diese Ausführungen be-
reits zeigen, war Y._____ nicht permanent während 12 Tagen bei ihrer Tante, 
sondern sie war zumindest teilweise über Mittag und über Nacht beim Berufungs-
kläger. Y._____ führte anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 
28. Februar 2014 aus, dass der erste Übergriff stattgefunden habe, als ihre Mutter 
im September das Baby bekommen habe. Sie habe bei ihrer Cousine übernachtet. 
Dann sei sie zum Vater nach Hause gegangen und dann habe es begonnen. Sie 
erinnere sich nicht mehr genau, wie oft ihr Vater sie missbraucht habe, es sei etwa 
sechs Mal vorgekommen. Dies sei beinahe täglich gewesen. Er habe sie während 
Arbeitspausen missbrauchen wollen. Es sei innerhalb von etwa einer Woche pas-
siert. Er sei am Mittag nach Hause gekommen. Sie sei zu Hause gewesen und er 
sei gekommen. Er habe sie festgehalten und sie dann auf das Sofa geworfen oder 
sie in das Zimmer gebracht. Auf die Frage hin, wo ihre Mutter während dieser Zeit 
gewesen sei, führte Y._____ aus, dass sie im Spital gewesen sei, um das Baby zu 
bekommen. Da habe er begonnen, sie zu vergewaltigen. Als ihre Mutter zu Hause 
gewesen sei, habe er nichts versucht, aber sobald ihre Mutter irgendwohin habe 
müssen, habe er es manchmal versucht. Auf Frage hin, ob es nur zum Ge-
schlechtsverkehr gekommen sei, während die Mutter im Spital gewesen sei, führte 
Y._____ aus, dass ihr Vater es danach auch noch versucht habe. Aber so wie 
vorher sei nichts mehr passiert (vgl. die Zusammenfassung der Videoeinvernahme 
vom 28. Februar 2014 von Y._____ vom 18. März 2014 [Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 8.8, S. 3, 6 und 7]). 

Seite  21 — 41

Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, erweisen sich die Aussagen von Y._____, 
respektive die Aussagen von F._____, als überzeugend und glaubhaft (vgl. dazu 
E. 6.7 des angefochtenen Urteils und Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist damit für die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden erstellt, dass der Berufungs-
kläger während der Abwesenheit seiner Ehefrau Z._____ vom 14. bis 25. Sep-
tember 2013 mit seiner Tochter Y._____ etwa sechs Mal gegen deren Willen den 
Geschlechtsverkehr vollzogen hat. Der Berufungskläger bringt nichts vor, was zu 
einem anderen Schluss führen könnte. Insbesondere vermag der pauschale Hin-
weis, es sei auf die Aussage von X._____ abzustellen, nichts zu bewirken. Es wird 
nicht substantiiert dargetan, inwiefern die Aussagen des Berufungsklägers an die-
sem Beweisergebnis etwas ändern könnten. F._____ führte aus, dass Y._____ 
während der Spitalabwesenheit von Z._____ jeweils am Mittag nach Hause ging, 
um bei ihrem Vater zu kochen und das Mittagessen einzunehmen. Sie hat teilwei-
se auch zu Hause beim Berufungskläger übernachtet (vgl. dazu die staatsanwalt-
schaftliche Konfronteinvernahme vom 3. Februar 2014 [Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 8.5], Frage 5, S. 6). Der Berufungskläger selber hat diese Aussagen 
nie bestritten. Die Aussagen von Y._____ lassen darauf schliessen, dass sie sich 
gemäss dem Willen ihres Vaters jeweils am Mittag und über Nacht beim ihm an 
der _____strasse in O.1_____ aufgehalten hat. Es ist somit erwiesen, dass der 
Berufungskläger Y._____ während der zwölftägigen Abwesenheit von Z._____ 
gemäss den Aussagen seiner Tochter etwa fünf bis sechsmal vergewaltigt hat. 
Aufgrund der bei Y._____ festgestellten verminderten kognitiven Leistungsfähig-
keit (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.15) wird Y._____ wohl weniger fähig 
sei, komplexe Lügen bezüglich der Anzahl der Vergewaltigungen aufzustellen. Ein 
Rachebedürfnis ist ebenfalls nicht feststellbar. Es kann daher von den glaubhaften 
Aussagen von Y._____ ausgegangen werden. Damit ist der diesbezügliche Sach-
verhalt gemäss der Anklageschrift vom 25. September 2014 (vgl. Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 1.26) erstellt. 

7. Was die rechtliche Qualifikation der vom Berufungskläger begangenen 
Übergriffe auf seine Tochter Y._____ anbelangt, wird das vorinstanzliche Urteil 
vom Berufungskläger ausdrücklich anerkannt (vgl. act. A.2, S. 3). Insofern kann in 
Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die entsprechenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden. 

Der Berufungskläger hat sich demzufolge schuldig gemacht der mehrfachen Ver-
gewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen 
mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Inzests gemäss Art. 
213 Abs. 1 StGB und der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB. Im Übri-

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gen ist Ziffer 1. des vorinstanzlichen Urteilsdispositives unangefochten geblieben 
und damit in Rechtskraft erwachsen. 

8. Der Berufungskläger rügt die Strafzumessung, wie sie die Vorinstanz vor-
genommen hat. So habe die Vorinstanz einerseits das Urteil nicht in die Recht-
sprechung eingebettet, andererseits habe sie die Strafe bei einzelnen Straftat-
beständen (insbesondere bei der Nötigung) zu stark erhöht. Der Berufungskläger 
beantragt eine mildere Bestrafung von 4 ½ anstatt 6 Jahren.

a) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von 
ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 
gegen sie und damit seine Schuld (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; Stefan Trech-
sel/Heidi Affolter-Eijsten, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 21 zu Art. 47 StGB; Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht I, 3. Aufl., Basel 2013, N. 117 zu Art. 47 StGB [zit. Basler Kommentar zum 
StGB I]). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld 
bezieht. Das Verschulden soll die Strafe begründen und nach oben begrenzen, 
wobei Verschulden im Sinne dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des 
Rechtsbruchs ist (vgl. Hans Wiprächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum 
StGB I, a.a.O., N. 14 zu Art. 47 StGB). 

Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von Straf-
milderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründe zu 
prüfen. Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschär-
fungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung 
des Strafrahmens nach unten oder oben führen. Strafminderungs- und Strafer-
höhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu berücksichtigen sind 
(vgl. Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58). Das Gericht muss die wesentlichen in der Strafzumessung 
berücksichtigten Kriterien darlegen, damit sein Entscheid nachvollziehbar ist, be-

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ziehungsweise auf die Vollständigkeit und die korrekte Würdigung hin überprüft 
werden kann. Es kann über Elemente stillschweigend hinweggehen, die ihm nicht 
entscheidend scheinen, beziehungsweise von geringer Bedeutung sind (vgl. BGE 
134 IV 17 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_764/2009 vom 17. Dezember 2009 
E. 1.2.1). 

b) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 
für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 
der schwersten Straftat (sog. Einsatzstrafe) und erhöht sie angemessen (sog. As-
perationsprinzip; vgl. dazu BGE 132 IV 102 E. 8.1). Das Gericht darf jedoch das 
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 
ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (vgl. Art. 49 Abs. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt (vgl. BGE 116 IV 300 E. 2c/bb). Methodisch ist bei der 
Bildung der Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses 
Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der 
anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu er-
höhen. Das Gericht hat mithin in einem Schritt, unter Einbezug aller straferhöhen-
den und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwers-
te Delikt festzulegen. In einem zweiten Schritt hat es diese Einsatzstrafe unter 
Einbezug der anderen Straftaten gegebenenfalls zu einer Gesamtstrafe zu er-
höhen, wobei es ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_405/2011 vom 24. Januar 2012 E. 5.4 und 
6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.4.4; vgl. ferner auch Jürg-Beat Acker-
mann, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 113 zu Art. 49 StGB). Art. 49 
Abs. 1 StGB greift aber nur, wenn das Gericht im konkreten Fall für die einzelnen 
Normverstösse gleichartige Strafen ausfällen würde (vgl. BGE 138 IV 120). Für die 
Anwendung von Art. 49 StGB genügt es also nicht, auf die abstrakt angedrohten, 
gleichartigen Strafen abzustellen. Geldstrafen und Freiheitsstrafen sind ungleich-
artige Strafen. Sieht das Gericht im konkreten Fall zum Beispiel für eine Tat eine 
Geldstrafe (obwohl die entsprechende Norm abstrakt auch Freiheitsstrafe androht) 
und für die andere eine Freiheitsstrafe vor, kommen die Regeln von Art. 49 Abs. 1 
StGB nicht in Betracht (vgl. Jürg-Beat Ackermann, in: Basler Kommentar zum 
StGB I, a.a.O., N. 87, 89 und 90 zu Art 49 StGB). Für den Fall, dass die konkurrie-
renden Tatbestände alternativ unterschiedliche Strafarten androhen, kann das 
Gericht in den Grenzen des gesetzlichen Höchstmasses der Strafart eine einzige 

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Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB aussprechen, sofern es der Ansicht ist, 
es würde für jedes dieser Delikte im Einzelfall diese gleichartige Strafart ausfällen. 
Hält es dagegen im einen Fall eine Freiheitsstrafe, im anderen eine Geldstrafe für 
angemessen, müssen die Strafen kumulativ ausgefällt werden (vgl. Jürg-Beat 
Ackermann, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 92 zu Art. 49 StGB). 
Von den durch den Berufungskläger verübten Delikten sehen Art. 181 StGB, Art. 
187 Ziff. 1 StGB und Art. 213 Abs. 1 StGB jeweils Geld- oder Freiheitsstrafe vor, 
während nach Art. 190 Abs. 1 StGB einzig die Verhängung einer Freiheitsstrafe 
zulässig ist. Aufgrund der jeweils schweren und mehrfachen Tatbegehung ist, wie 
nachfolgend noch darzulegen sein wird, für die Nötigung gemäss Art. 181 StGB, 
die sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und den In-
zest gemäss Art. 213 Abs. 1 StGB trotz Alternativität auf eine Freiheitsstrafe zu 
erkennen. Das schwere Verschulden des Berufungsklägers würde sich nicht aus-
reichend in der Sanktion widerspiegeln, wenn für das eine Delikt eine Freiheits-
strafe, für das andere aber eine Geldstrafe ausgesprochen würde. 

c) Im Rahmen der Rechtsprechung haben Gerichte dafür besorgt zu sein, 
dass ähnliche Fälle auch in etwa ähnlich beurteilt werden, was die Rechtssicher-
heit fördert. Nun ist es aber – gerade im Bereich der Strafzumessung – so, dass 
die zu beurteilenden Sachverhalte meist nicht identisch, sondern höchstens ähn-
lich beziehungsweise vergleichbar sind und dass die jeweiligen Personen, über 
welche dabei zu richten ist, unterschiedliche Merkmale aufweisen (vgl. Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 10 und N. 
200 ff. zu Art. 47 StGB und Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 12 27 
vom 11. Juli 2012 E. 4. c)).

d) Der Strafrahmen für Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB) als dem mit der 
höchsten Strafandrohung belegten Delikt lautet auf Freiheitsstrafe von einem bis 
zu zehn Jahren. Die mehrfache Vergewaltigung steht zu den vom Berufungskläger 
mehrfach begangenen sexuellen Handlungen mit Kindern und dem mehrfach be-
gangenen Inzest in (echter) Idealkonkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. 
Die mehrfach begangene Nötigung gemäss Art. 181 StGB steht zu den übrigen 
Delikten in Realkonkurrenz (vgl. Markus Hug, in: Donatsch, Kommentar StGB, 
a.a.O., 19. Aufl., Zürich 2013, N. 1 zu Art. 49 StGB).

9. Bezogen auf die für die Vergewaltigung zu ermittelnde Einsatzstrafe ist hin-
sichtlich der einzelnen Strafzumessungsaspekte und in Berücksichtigung der beru-
fungsklägerischen Vorbringen was folgt festzuhalten:

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a) Der Berufungskläger erklärt sich mit der von der Vorinstanz festgelegten 
Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren für die Vergewaltigung als einverstanden. Die Vor-
instanz führt aus, dass mit der Festlegung einer Einsatzstrafe für die Vergewalti-
gung von 2 ½ Jahren der Tatsache Rechnung getragen werde, dass die Nöti-
gungsmittel, die der Beschuldigte in diesem Zusammenhang angewandt habe, in 
ihrer Intensität eher gering ausgefallen seien und keine weiteren Qualifizierungen 
wie beispielsweise sadistische oder im Besonderen demütigende Handlungen 
vorgenommen worden seien. Strafschärfend wirke sich aus, dass die Tat im nah-
familiären Umfeld stattgefunden habe. Mit der Einsatzstrafe von zweieinhalb Jah-
ren werde darüber hinaus berücksichtigt, dass im hier vorliegenden Fall, wie er 
sich insgesamt präsentiere, der blossen Anzahl der Vergewaltigungshandlungen 
keine zu hohe Bedeutung beigemessen werden dürfe. Ob nun tatsächlich vier, 
fünf, sechs oder sieben Übergriffe stattgefunden hätten, ändere am gesamthaften 
Verschulden des Beschuldigten nur sehr wenig.

b) Auch wenn sich der Berufungskläger mit der von der Vorinstanz festgeleg-
ten Einsatzstrafe für die Vergewaltigungen einverstanden erklärt, rechtfertigen sich 
an dieser Stelle die folgenden Ausführungen. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, 
dass sich eine Einsatzstrafe für die mehrfache Vergewaltigung von 2 ½ Jahren 
rechtfertige. Die Anzahl der begangenen Übergriffe ändere nichts am gesamthaf-
ten Verschulden des Berufungsklägers. Der Berufungskläger hat Y._____ in der 
Zeit vom 14. bis zum 25. September 2013 ca. fünf bis sechs Mal vergewaltigt. Der 
Berufungskläger beging somit innert kurzer Zeit ca. sechs Vergewaltigungen, von 
denen alle mit der sog. schwersten Tat verschuldensmässig vergleichbar sind. In 
einem solchen Falle ist es gemäss der bundesgerichtlichen Praxis nicht ange-
bracht, für jeden Normverstoss einzeln eine (hypothetische) Strafe zu ermitteln. Es 
ist vielmehr angebracht, die Taten und die kriminelle Energie in einem Gesamtzu-
sammenhang zu betrachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_499/2013 vom 22. 
Oktober 2013 E. 1.8.). Bei den vom Berufungskläger begangenen Vergewaltigun-
gen handelt es sich um eine Reihe schwerer Verbrechen, die von einer erhebli-
chen kriminellen Energie zeugen. Der Berufungskläger nutzte die Abwesenheit 
seiner Frau schamlos aus, um seine Tochter während dieser Zeit mehrmals zu 
vergewaltigen. Er hat ohne Not seine minderjährige und ihm gegenüber wehrlose 
Tochter gegen ihren Willen zum Beischlaf gezwungen, indem er sie jeweils ge-
packt und sie unter Anwendung von Kraft auf das Sofa oder das Bett im Eltern-
schlafzimmer gelegt hat, um auf ihr liegend mit seinem Glied vaginal einzudringen. 
Das Verschulden des Berufungsklägers ist als sehr schwer zu bezeichnen. Dass 
die Nötigungsmittel in ihrer Intensität eher gering ausgefallen sind, ergibt sich ein-

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zig aus der körperlichen Überlegenheit des Berufungsklägers gegenüber seiner 
Tochter und wirken sich nicht strafmindernd aus. Die mehrfache Tatbegehung von 
fünf bis sechs Vergewaltigungen wirkt sich, in abweichender Meinung zur Vorin-
stanz, zweifelsfrei massiv strafschärfend aus. Die Verurteilung vom 15. Mai 2010 
wegen Verstosses gegen das Waffengesetz ist vorliegend nicht einschlägig und 
daher nicht straferhöhend zu berücksichtigten (vgl. dazu auch Hans Wiprächti-
ger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 137 zu Art. 47 
StGB). Strafmindernde und strafmildernde Gründe sind nicht ersichtlich, zumal die 
bei X._____ diagnostizierte dissoziale Persönlichkeitsstörung die Schuldfähigkeit 
zum Zeitpunkt der Taten nicht beeinträchtigte (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, 
act. 3.12, S. 12 f.). Zudem bestritt der Berufungskläger seine Taten noch anläss-
lich seiner letzten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 3. März 2014, indem 
er ausführte, seine Tochter Y._____ habe sich aus freien Stücken mit ihm einge-
lassen. Seine Tochter habe ihn ständig provoziert und schliesslich verführt. Es sei 
ihm nie in den Sinn gekommen, seine Tochter mit Gewalt zu einem sexuellen Akt 
zu zwingen. Er habe seine Tochter nie vergewaltigt und ihr nie angedroht, dass ihr 
etwas passieren würde, wenn sie etwas über ihr Verhältnis mit ihm erzählen wür-
de (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 8.7, S. 3). Vor der Berufungsinstanz 
wollte er sich zu seinen Taten gar nicht äussern (vgl. act. F.3). Es liegen weder ein 
Geständnis noch Einsicht und Reue des Berufungsklägers vor. Die von ihm an-
lässlich seiner Befragung im vorinstanzlichen Verfahren bekundete Reue (vgl. Ak-
ten der Vorinstanz, act. 17, S. 4) erfolgte in einem späten Zeitpunkt des Verfah-
rens und ist vorliegend nicht strafmindernd zu berücksichtigen (vgl. Hans Wipräch-
tiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 171 und N. 173 
StGB). Alles in allem erscheint die von der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe 
unter Berücksichtigung des soeben Ausgeführten und des Strafrahmens von ei-
nem bis vorliegend fünfzehn Jahre gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 49 Abs. 1 StGB (vgl. dazu auch oben E. 8. b)) als zu tief angesetzt. Es 
rechtfertigt sich daher, die Einsatzstrafe für die mehrfache Vergewaltigung gemäss 
Art. 190 Abs. 1 StGB auf viereinhalb Jahre festzusetzen. 

c) Die Vorinstanz erhöhte die Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren aufgrund der ver-
übten sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB um ein Jahr 
auf dreieinhalb Jahre. Mit der Erhöhung werde berücksichtigt, dass es sich bei 
Y._____ um die leibliche Tochter des Beschuldigten handle, was eindeutig ins 
Gewicht falle. Für den begangenen Inzest gemäss Art. 213 Abs. 1 StGB sei die 
Strafe um nochmals sechs Monate zu erhöhen. Bei der Nötigung gemäss Art. 181 
StGB sei zu beachten, dass der Deliktskomplex, wie er sich gesamthaft präsentie-

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re, in seiner Tragweite durch die Nötigung ganz wesentlich bestimmt worden sei. 
Diese habe das begangene Unrecht durch die Aufrechterhaltung einer Bedro-
hungslage noch während Monaten zu perpetuieren vermocht. Gleichzeitig sei dem 
Beschuldigten zum Zeitpunkt eines grossen Teils der Nötigungshandlungen die 
Schwangerschaft von Y._____ bewusst gewesen und die fortdauernde, gewalt-
same Einwirkung auf den Willen der schwangeren Tochter sei ganz wesentlich für 
die schockierende Dimension der hier zu beurteilenden Taten verantwortlich. Die-
sem sehr schweren Verschulden könne nur mit einer wesentlichen Straferhöhung 
durch die mitbegangene Nötigung entsprochen werden. Die Strafe sei aus diesem 
Grund um weitere zwei Jahre auf insgesamt sechs Jahre Freiheitsstrafe zu er-
höhen. 

Der Berufungskläger rügt, dass die Vorinstanz die Strafe aufgrund der verübten 
sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 Ziff. 1 StGB zu Unrecht um ein 
Jahr und dann noch einmal für den Tatbestand des Inzests um ein weiteres halbes 
Jahr erhöht habe. Dies sei eine zu starke Erhöhung. Er erachte eine Erhöhung 
von maximal zwei Jahren für alle drei Tatbestände (sexuelle Handlungen mit Kin-
dern, Inzest und Nötigung) und damit eine Gesamtstrafe von 4 ½ Jahren als ge-
rechtfertigt. Die Vorinstanz habe nicht beachtet, dass die Erfüllung des Tatbestan-
des der Vergewaltigung – wenn es sich beim Opfer um die eigene Tochter handle 
– unweigerlich die Erfüllung der beiden anderen Tatbestände bedeute. Die Vor-
instanz habe die Straferhöhung vorgenommen, wie wenn der Berufungskläger 
jeweils drei verschiedene Taten begangen habe. Man dürfe in Bezug auf die Ver-
gewaltigungen nicht so tun, als ob drei verschiedene Taten vorgelegen seien. Dies 
tue die Vorinstanz jedoch, wenn sie für die sexuelle Handlung mit Kindern und den 
Inzest, die ja in der bereits bestraften Vergewaltigung bestünden, noch einmal ei-
neinhalb Jahre veranschlage. 

ca) Der Berufungskläger bringt zu Recht vor, dass die Vergewaltigung gemäss 
Art. 190 Abs. 1 StGB in (echter) Idealkonkurrenz zu den sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und dem Inzest gemäss Art. 213 Abs. 1 
StGB steht (vgl. Philipp Maier, Basler Kommentar zum StGB II, a.a.O., N. 57 und 
N. 61 zu Art. 187 StGB). Das bedeutet aber, dass der Berufungskläger mit der 
begangenen Vergewaltigung gleichzeitig auch den Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 
StGB und von Art. 213 Abs. 1 StGB erfüllt hat und diese Tatbestände nicht von 
der Vergewaltigung konsumiert werden. Art. 49 Abs. 1 StGB bezieht sich ebenfalls 
auf die Idealkonkurrenz, womit das Asperationsprinzip zur Anwendung gelangt 
(vgl. Markus Hug, in: Donatsch, Kommentar StGB, a.a.O., N. 1 und N. 4 zu Art. 49 
StGB). 

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cb) Der Berufungskläger rügt, dass die Vorinstanz die Tatbestände der mehrfa-
chen Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und des 
mehrfachen Inzests wie drei verschiedene Taten behandelt und deshalb die Strafe 
zu Unrecht um 1.5 Jahre erhöht hat. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. 
Wie soeben erwähnt, werden die Art. 187 Ziff. 1 StGB und Art. 213 Abs. 1 StGB 
aufgrund der echten Idealkonkurrenz zueinander nicht von Art. 190 Abs. 1 StGB 
konsumiert, weshalb diese bei der Strafzumessung einzeln zu betrachten sind. Es 
trifft zwar zu, dass Art. 187 Ziff. 1 StGB und Art. 213 Abs. 1 StGB vorliegend in 
einem engen Zusammenhang zu der Vergewaltigung stehen. Dieser Umstand 
lässt den Berufungskläger aber in keinem besseren Licht erscheinen und ändert 
nichts daran, dass der Berufungskläger mit der mehrfachen Vergewaltigung zu-
gleich mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind vorgenommen und mehr-
fachen Inzest mit seiner Tochter begangen hat. Hätte die Vorinstanz die Delikte 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und Art. 213 Abs. 1 StGB wie vom Berufungskläger 
vorgebracht tatsächlich als einzelne Taten bei der Strafzumessung berücksichtigt, 
so wären die einzelnen Strafen für die mehrfach begangenen Taten wohl viel 
höher ausgefallen. 

cc) Die Vorinstanz führt aus, dass die Straferhöhung um ein Jahr für die sexuel-
len Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB deshalb gerechtfertigt 
sei, weil es sich beim Opfer um die leibliche Tochter des Beschuldigten gehandelt 
habe, was eindeutig strafschärfend ins Gewicht falle. Strafmindernd sei, in enge-
rem Rahmen, die Nähe zum Schutzalter von sechzehn Jahren zu beachten, da 
Y._____ zum Tatzeitpunkt bereits fünfzehn Jahre alt gewesen sei. Die Praxis des 
Bundesgerichts bei der Strafzumessung zu Art. 187 StGB ist streng (vgl. BGE 123 
IV 49). Beim Geschlechtsverkehr mit einem Kind handelt es sich um einen äus-
serst gravierenden Eingriff (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_222/2012 vom 8. 
Oktober 2012). Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, ob es sich um ein 
pubertierendes Opfer oder um ein kleines Kind handelt. Wenn der Täter Druck 
ausübt oder seine Stellung ausnützt, kann dies straferhöhend berücksichtigt wer-
den (vgl. Philipp Maier, in: Basler Kommentar zum StGB II, a.a.O., N. 26 zu Art. 
187 StGB). Vorliegend war Y._____ zum Zeitpunkt der Übergriffe 15 Jahre alt. 
Wie soeben erwähnt, handelt es sich beim Geschlechtsverkehr mit einem Kind um 
einen gravierenden Eingriff in die sexuelle Entwicklung des Kindes. Der Beru-
fungskläger hat etwa fünf- bis sechsmal mit seiner Tochter gegen deren Willen 
den Geschlechtsverkehr praktiziert, indem er jeweils mit seinem Penis in ihre Va-
gina eingedrungen ist. Es ist von einem sehr schweren Verschulden des Beru-
fungsklägers auszugehen. X._____ hat seine Stellung als Familienvater skrupellos 

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ausgenutzt, was sich zweifelsfrei straferhöhend auswirkt. Strafschärfend wirkt sich 
die mehrfache Tatbegehung aus. Dass seine Tochter zum Zeitpunkt der Übergriffe 
fast sechszehn Jahre alt war, lässt das Verschulden des Täters nicht minder er-
scheinen und kann, im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz, nicht strafmin-
dernd berücksichtigt werden, da die Altersgrenze von 16 Jahren absolut gilt (vgl. 
Philipp Maier, Basler Kommentar zum StGB II, a.a.O., N. 6 zu Art. 187 StGB). Der 
Umstand, dass es sich beim Opfer um die leibliche Tochter des Berufungsklägers 
handelte, ist im Rahmen von Art. 213 StGB zu berücksichtigen. Strafmilderungs-
gründe gemäss Art. 48 StGB sind ebenso wenig ersichtlich wie strafmindernde 
Gründe, zumal weder Reue noch ein Geständnis vorliegen. In der Berufung wird 
denn auch nicht geltend gemacht, die Vorinstanz habe die strafmildernden und 
strafmindernden Punkte nicht berücksichtigt oder zu wenig gewichtet. Die I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden ist somit der Auffassung, dass die 
Vorinstanz dem Verschulden des Berufungsklägers im Rahmen seiner Verurtei-
lung wegen mehrfachen Verstosses gegen Art. 187 Ziff. 1 StGB mit einer Frei-
heitsstrafe von einem Jahr zu wenig stark Rechnung getragen hat, weshalb die 
Einsatzstrafe für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern um eineinhalb 
Jahre zu erhöhen ist. 

cd) Im Zusammenhang mit dem begangenen Inzest erhöhte die Vorinstanz die 
Strafe um ein halbes Jahr. Geschütztes Rechtsgut ist bei Art. 213 StGB das Fern-
halten von Geschlechtsbeziehungen im familiären Umfeld (vgl. Andreas Eckert, 
Basler Kommentar zum StGB II, a.a.O., N. 2 zu Art. 213 StGB). Indem der Beru-
fungskläger mehrfach Geschlechtsbeziehungen zu seiner leiblichen Tochter un-
terhalten hat, ist von einem schweren Verschulden des Berufungsklägers auszu-
gehen. Die mehrfache Tatbegehung wirkt sich strafschärfend aus. Strafminde-
rungs- und Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich. Es rechtfertigt sich daher, 
die Einsatzstrafe analog der Vorinstanz um ein weiteres halbes Jahr zu erhöhen. 

ce) Schliesslich gilt es noch der mehrfach begangenen Nötigung gemäss Art. 
181 StGB Rechnung zu tragen. Die Vorinstanz erhöhte die Strafe für die mehrfa-
che Nötigung um zwei Jahre. Der Berufungskläger wendet dagegen ein, dass so-
wohl die Todesdrohungen wie auch die Drohung mit der Pistole bestritten werden. 
Dass er seiner Tochter gesagt habe, sie dürfe nichts erzählen, streite er nicht ab. 
Es sei zudem gar nicht erstellt, wann er von der Schwangerschaft seiner Tochter 
erfahren habe. Die Nötigung sei dem gleichen gemeinsamen kriminellen Hang 
entsprungen wie die Vergewaltigungen und die anderen Delikte. Die Anweisung 
an das Opfer, nichts zu verraten, sei beinahe logische Folge des Delikts. Er habe 
keine andere Handlungsvariante gesehen. Insgesamt sei die Erhöhung der Strafe 

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um zwei Jahre viel zu hoch, da die Nötigung eng mit den anderen Delikten zu-
sammenhänge und nicht wie ein einzelnes Delikt beurteilt werden könne. Die Er-
höhung, mit welcher die Nötigungshandlungen von der Schwere her offenbar mit 
der Vergewaltigung gleichgesetzt werden, sei unhaltbar und deshalb willkürlich. 

Die Vorinstanz geht im Rahmen der vom Berufungskläger mehrfach begangenen 
Nötigung von einem sehr schweren Verschulden aus. Der Deliktskomplex sei in 
seiner Tragweite durch die Nötigung ganz wesentlich mitbestimmt worden. Gleich-
zeitig sei dem Beschuldigten zum Zeitpunkt eines grossen Teils der Nötigungs-
handlungen die Schwangerschaft von Y._____ bewusst gewesen und die fortdau-
ernde, gewaltsame Einwirkung auf den Willen der schwangeren Tochter sei ganz 
wesentlich für die schockierende Dimension der hier zu beurteilenden Taten ver-
antwortlich. Diesem sehr schweren Verschulden könne nur mit einer wesentlichen 
Straferhöhung durch die mitbegangene Nötigung entsprochen werden. 

Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger wegen mehrfacher Nötigung 
gemäss Art. 181 StGB. Indem X._____ seiner Tochter wiederholt zu verstehen 
gegeben habe, es werde ihr und ihrer Familie etwas passieren, wenn sie jeman-
dem von ihrer Schwangerschaft oder von den sexuellen Übergriffen erzähle und 
dabei sowohl explizite Todesdrohungen ausgesprochen als auch eine sich in sei-
nem Besitz befindende Pistole erwähnt habe, habe er Y._____ dazu gebracht, 
während eines längeren Zeitraums niemandem von dem Erlebten zu berichten, 
und damit auch weitere Übergriffe durch den Beschuldigten erdulden zu müssen. 
Indem nun der Berufungskläger bestreitet, er habe weder Todesdrohungen aus-
gesprochen noch seiner Tochter mit einer Pistole gedroht, falls sie etwas erzählen 
würde, bestreitet er das eigentliche Fundament seiner Verurteilung wegen mehr-
facher Nötigung gemäss Art. 181 StGB. Da nun aber der Berufungskläger in sei-
ner Berufung keine Überprüfung des Schuldpunktes beantragt, ist erstellt, dass er 
seine Tochter mit Todesdrohungen einschüchterte, damit sie niemanden etwas 
sagt. Indem er ihr für den Fall, dass sie etwas sagen würde, ernstliche Nachteile 
androhte, erfüllte er gerade den objektiven Tatbestand von Art. 181 StGB. 

Der Berufungskläger erachtet die vorinstanzliche Straferhöhung um zwei Jahre für 
die mehrfach begangene Nötigung gemäss Art. 181 StGB als zu hoch, weil die 
nötigenden Handlungen in einem sehr engen Zusammenhang mit den übrigen 
Delikten stehen würden. Die Anweisung an das Opfer, niemanden etwas zu verra-
ten, sei beinahe eine logische Folge der Vergewaltigung. Einleitend ist festzuhal-
ten, dass die Nötigung gemäss Art. 181 StGB, wie bereits erwähnt, in Realkonkur-
renz zu der mehrfachen Vergewaltigung, den mehrfachen sexuellen Handlungen 

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mit Kindern und dem mehrfachen Inzest steht, was sich zwangsläufig strafschär-
fend gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB auswirkt. Die vorliegende Nötigung kann jeden-
falls nicht als logische Konsequenz der übrigen Delikte angesehen werden, womit 
das Verschulden des Berufungsklägers weniger schwer zu gewichten wäre. Mit 
der Vorinstanz ist daher übereinzustimmen, dass die nötigenden Handlungen von 
einem schweren Verschulden des Berufungsklägers zeugen. Der Berufungskläger 
schüchterte seine minderjährige Tochter mit (Todes-) Drohungen ein, niemandem 
etwas über die Vergewaltigungen zu sagen, ansonsten ihr oder ihrer Familie et-
was passieren werde (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 8.8, S. 8 und 10). Mit 
dem aufrecht Erhalten der Bedrohungslage vermochte der Berufungskläger sein 
begangenes Unrecht noch während Monaten nach den Vergewaltigungen zu ver-
bergen. Der Einwand des Berufungsklägers, die Nötigungen seien aufgrund der 
Schwangerschaft von Y._____ ein untaugliches Mittel gewesen, um die Angele-
genheit nicht ans Tageslicht kommen zu lassen, da die Schwangerschaft ohnehin 
früher oder später entdeckt worden wäre, vermag nicht zu überzeugen, zumal die 
Nötigungen unmittelbar auf die Vergewaltigungen folgten (vgl. Akten der Staats-
anwaltschaft, act. 8.8, S. 5) und zu diesem Zeitpunkt optisch noch keine Schwan-
gerschaft erkennbar war. Der Berufungskläger liess von seinen Drohungen aber 
auch dann nicht ab, als er von der Schwangerschaft wusste und er ihr bis Ende 
Januar 2014 wiederholt drohte, sie zu töten, wenn die Mutter beziehungsweise 
das Umfeld erfahren würde, was geschehen sei. Die Drohungen erwiesen sich 
auch während der Schwangerschaft als sehr effektiv, um Y._____ einzuschüch-
tern. Strafschärfend wirkt sich die mehrfache Begangenschaft aus. Strafminde-
rungs- oder Strafmilderungsgründe sind keine ersichtlich. Dem Berufungskläger 
kann aber zugestimmt werden, dass die vorinstanzliche Erhöhung der Strafe um 
zwei Jahre im Rahmen der Gesamtwürdigung, insbesondere im Vergleich zu den 
mehrfachen Vergewaltigungen, als zu hoch erscheint. Es rechtfertigt sich daher, 
die Erhöhung der Gesamtstrafe für das Delikt der mehrfachen Nötigung gemäss 
Art. 181 StGB auf ein Jahr festzusetzen. 

d) Wird nun die Einsatzstrafe für die mehrfache Vergewaltigung auf vierein-
halb Jahre festgesetzt und diese gestützt auf Art. 49 StGB um eineinhalb Jahre für 
die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und um ein halbes Jahr für den 
mehrfachen Inzest und um ein Jahr für die mehrfache Nötigung erhöht, resultiert 
eine Gesamtfreiheitsstrafe von 7 ½ Jahren. Da nun aber die Rechtsmittelinstanz 
gemäss Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO Entscheide nicht zum Nachteil der verurteil-
ten Person abändern darf (Verbot der reformatio in peius), wenn das Rechtsmittel 
nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist, rechtfertigt sich die von der Vorinstanz 

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ausgesprochene Freiheitsstrafe von sechs Jahren ohne weiteres. Der Berufungs-
kläger nutzte seine Stellung als Familienvater skrupellos aus und beging schwere 
Verbrechen mit Gewaltanwendung gegenüber seiner minderjährigen Tochter. In-
dem X._____ mehrmals den ungeschützten Beischlaf mit seiner Tochter vollzog, 
musste er mit einer Schwangerschaft rechnen. Es ist klar, dass die von ihm an 
seiner Tochter begangenen mehrfachen Vergewaltigungen und die daraus resul-
tierende Schwangerschaft ein schweres Trauma für Y._____ darstellt und sie 
durch die Taten in ihrer weiteren physischen und psychischen Entwicklung ganz 
erheblich beeinträchtigt sein wird. Als besonders gravierend ist der Umstand zu 
werten, dass Y._____ ihren Sohn H._____ am 7. Februar 2014 tot gebären muss-
te (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.10). Hinzu kommt, dass der Beru-
fungskläger Y._____ drohte, sie umzubringen oder ihrer Familie und somit ihren 
nächsten Angehörigen etwas anzutun, falls sie irgendjemandem etwas sagen 
würde. Das Verhalten des Berufungsklägers ist in jeder Hinsicht unentschuldbar. 
Obwohl der Berufungskläger in O.1_____ eine Arbeitsstelle in Aussicht hatte und 
das Familienleben grundsätzlich noch intakt war, beging er schwere Verbrechen. 
Die Höhe der Freiheitsstrafe von sechs Jahren ist aber auch im Vergleich mit an-
deren, teilweise ähnlich gelagerten, Fällen vertretbar. So verurteilte die Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden mit Urteil SF 01 19 vom 10. September 
2001 den damaligen Täter wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, 
versuchter sexueller Nötigung und mehrfacher Vergewaltigung zu einer Zucht-
hausstrafe von sechs Jahren. Weiter bestätigte das Bundesgericht in seinem Urteil 
6B_693/2012 vom 23. Februar 2011 das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen 
vom 19. Juni 2009, in welchem X wegen Vergewaltigung, mehrfacher qualifizierter 
Vergewaltigung, Inzests, mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher sexueller 
Handlungen mit Kindern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren, als Zusatzstra-
fe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. September 1997, ver-
urteilt wurde. Schliesslich bestätigte das Bundesgericht in BGE 128 IV 97 ein Ur-
teil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 16. November 2000, in welchem 
der damalige Beschuldigte wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 
sowie mehrfacher sexueller Nötigung zu einer Zuchthausstrafe von 3 ¼ Jahren 
verurteilte wurde. In diesem Urteil war der Tatbestand der mehrfachen Vergewalti-
gung aber nicht gegeben. Das Strafmass ist vorliegend in Gesamtbetrachtung und 
im Vergleich mit anderen Fällen, soweit dies überhaupt möglich ist, da, wie bereits 
erwähnt, jeder Fall individuell gestaltet ist und ein direkter Vergleich immer schwie-
rig ist, als gerechtfertigt und vertretbar auch wenn dies vom Berufungskläger an-
ders angesehen wird. Daran vermögen auch die vom Berufungskläger zitierten 
Urteile des Bundesgerichts nichts zu ändern, zumal die Täter auch in diesen Fäl-

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len mit Freiheitsstrafen zwischen fünf und sechs Jahren bestraft wurden. Es darf 
nicht vergessen werden, dass der Gesetzgeber den Strafrahmen für Delikte wie 
die vorliegenden bewusst hoch angesetzt hat. 

e) X._____ ist somit wegen mehrfacher Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 
StGB, mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 Ziff. 1 StGB, 
mehrfachen Inzests nach Art. 213 Abs. 1 StGB und wegen mehrfacher Nötigung 
nach Art. 181 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu verurteilen. Dem An-
trag des Berufungsklägers, wonach er mit einer Freiheitsstrafe von maximal 4 ½ 
Jahren zu bestrafen sei, kann somit nicht gefolgt werden. 

10. Die erstandene Untersuchungshaft (inkl. Sicherheitshaft) wird an die Frei-
heitsstrafe gemäss Art. 51 StGB angerechnet. Art. 51 StGB wendet sich an den 
Richter. Dieser hat nach der eigentlichen Strafzumessung von Amtes wegen über 
die Anrechnung der Untersuchungshaft zu befinden. Die Anrechnung muss folg-
lich im Dispositiv Erwähnung finden und hat immer und ohne jede Ausnahme zu 
erfolgen (vgl. Christoph Mettler/Nicolas Spichtin, in: Basler Kommentar zum StGB 
I, a.a.O., N. 30 ff. zu Art. 51 StGB). Der Berufungskläger wurde am 27. Januar 
2014 festgenommen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 2.1). Seit dem 
31. Januar 2014 befindet er sich in Untersuchungshaft (vgl. Akten der Staatsan-
waltschaft, act. 2.8) und seit dem 3. Oktober 2014 in Sicherheitshaft (vgl. Akten 
der Vorinstanz, act. 3). Dem Berufungskläger ist somit die erstandene Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft von 616 Tagen bis zum Urteilszeitpunkt im Beru-
fungsverfahren anzurechnen. Die Kosten des Strafvollzuges trägt der Kanton 
Graubünden (vgl. Art. 380 Abs. 1 StGB). Der Berufungskläger hat sich daran nach 
Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB in angemessener Weise zu beteiligen. 

11. a) Der Berufungskläger beantragt schliesslich, das von der Vorinstanz ausge-
sprochene Kontakt- und Annäherungsverbot aufzuheben und durch eine Weisung 
gemäss Art. 94 StGB zu ersetzen. Das zeitlich nicht befristete Annäherungsverbot 
sei nicht durchdacht. Insbesondere werde dieses Verbot, solange Y._____ zu 
Hause lebe, so wirken, dass X._____ auch seine anderen beiden Kinder nicht be-
suchen könne, wenn er nicht in die Nähe von Y._____ dürfe. 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Weisungen gemäss Art. 94 StGB 
können nur bei einer bedingten oder teilbedingten Freiheitsstrafe für die Probezeit 
oder bei der Anordnung einer ambulanten Massnahme und bei bedingten Entlas-
sungen erteilt werden (vgl. Martino Imperatori, in: Basler Kommentar zum StGB I, 
a.a.O., N. 2 zu Art. 94 StGB). Die vom Beschuldigten beantragte Weisung nach 

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Art. 94 StGB kommt von vornherein nicht in Frage, weil sich derartige Weisungen 
nur auf die Probezeit (nicht auf die Strafverbüssung und nicht auf die Zeit nach der 
Probezeit) beziehen und sich nach dem spezialpräventiven Zweck des bedingten 
Strafvollzuges richten müssen. Unzulässig sind Weisungen, die vorwiegend darauf 
abzielen, dem Verurteilten Nachteile zuzufügen oder Dritte vor ihm zu schützen 
(vgl. Markus Hug, in: Donatsch, Kommentar StGB, a.a.O., N. 2 zu Art. 94 StGB). 
Hinzu kommt, dass hier ein zivilrechtlicher Anspruch des Opfers zu beurteilen ist, 
dessen Berechtigung – vorbehältlich des hier nicht gegebenen vollständigen Weg-
falls des Rechtsschutzinteresses – unabhängig von allfälligen strafrechtlichen Ge-
sichtspunkten zu beurteilen ist. 

b) Gemäss Art. 28b ZGB kann das Gericht zum Schutze gegen Gewalt, Dro-
hungen oder Nachstellungen einem Angreifer verbieten, sich einer angegriffenen 
Person anzunähern oder sich in einem bestimmten Umkreis ihrer Wohnung auf-
zuhalten (vgl. Art. 28b Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) oder mit ihr Kontakt aufzunehmen und 
sie zu belästigen (vgl. Art. 28b Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Es liegt im Ermessen des Ge-
richts, ob eine Massnahme befristet oder unbefristet angeordnet wird (vgl. Andre-
as Meili, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 
1-456 ZGB, 5. Aufl., Basel 2014, N. 6 zu Art. 28b ZGB). Der Berufungskläger 
bringt nicht weiter vor, weshalb das gestützt auf Art. 28b ZGB angeordnete unbe-
fristete Kontakt- und Annäherungsverbot aus anderen Gründen unzulässig sein 
soll. Die Anordnung nach Art. 28b ZGB kann vom Gericht unabhängig davon an-
geordnet werden, ob der Berufungskläger mit einer solchen Anordnung seine bei-
den anderen Kinder nicht mehr sehen kann. Dieser Umstand steht der Anordnung 
nach Art. 28b ZGB nicht im Weg. Vorliegend sind die Voraussetzungen nach Art. 
28b ZGB erfüllt. Der Berufungskläger hat seine Tochter Y._____ in ganz erhebli-
chem Ausmass durch Gewalt und Drohung angegriffen. Die beantragte Mass-
nahme scheint auch geeignet und kann selbstverständlich unabhängig davon an-
geordnet werden, ob der Berufungskläger den Aufenthaltsort seiner Tochter kennt. 
Angesichts der zugrundeliegenden äusserst schwerwiegenden Übergriffe er-
scheint eine zeitliche Unbegrenztheit als verhältnismässig. Somit ist die Ziffer 6. 
des Urteils des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 27. November 2014, welche 
folgenden Wortlaut aufweist, 

"Es wird X._____ unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB, wonach mit 
Busse bestraft wird, wer einer amtlichen Verfügung keine Folge leistet, verboten, 
sich Y._____ näher als 500 Meter anzunähern, sich im Umkreis von 500 Metern 
vom Wohnort von Y._____ aufzuhalten oder mit ihr auf irgendwelche Weise in 

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Kontakt zu treten (insbesondere auf brieflichem oder telefonischem Weg oder über 
sonstige elektronische Kommunikationsmittel)", 

ausdrücklich zu bestätigen. 

12. Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufung die Aufhebung der Ziffern 
2. a) und 6 des Urteilsdispositivs. Damit sind die Ziffern 1., 2. b), 3., 4., 5., 7., 8., 
9., 10. und 11. des Urteils des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 27. November 
2014 unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen. 

13. Die Vorinstanz verlängerte die mit Entscheid des Zwangsmassnahmenge-
richts des Kantons Graubünden vom 3. Oktober 2014 bis längstens am 24. De-
zember 2014 angeordnete Sicherheitshaft aufgrund bestehender Flucht- respekti-
ve Wiederholungs- oder Ausführungsgefahr (vgl. angefochtenes Urteil E. 11.6). Im 
Falle der Berufung entfaltet das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf die Sicher-
heitshaft über die Rechtshängigkeit bei der Berufungsinstanz hinaus bis zu einem 
gegenteiligen Entscheid der Verfahrensleitung der Berufungsinstanz gemäss Art. 
233 StPO Wirksamkeit (vgl. Franz Riklin, Kommentar StPO, Schweizerische 
Strafprozessordnung mit JStPO, StBOG und weiteren Erlassen, 2. Aufl., Zürich 
2014, N. 3 zu Art. 231 StPO). Anlässlich des Berufungsentscheids ist in sinn-
gemässer Anwendung von Art. 231 StPO über die Anordnung beziehungsweise 
Fortdauer der Sicherheitshaft zur Sicherung des Vollzugs der freiheitsentziehen-
den Sanktion oder im Hinblick auf ein allfälliges Beschwerdeverfahren vor Bun-
desgericht zu befinden, da das erstinstanzliche Urteil durch einen materiellen 
zweitinstanzlichen Entscheid gemäss Art. 408 ersetzt wird. Das Verfahren richtet 
sich dabei nach Art. 232 StPO (vgl. BGE 139 IV 280 und Markus Hug/Alexandra 
Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, a.a.O., N. 1b zu Art. 232 StPO). 
Nach Art. 231 Abs. 1 StPO entscheidet das erstinstanzliche Gericht mit dem Urteil, 
ob eine verurteilte Person zur Sicherung des Straf- und Massnahmenvollzuges 
oder im Hinblick auf das Berufungsverfahren in Sicherheitshaft zu setzen oder zu 
behalten ist. Die in Art. 231 Abs. 1 lit. a und b genannten Kriterien bilden keine 
selbständigen Haftgründe im Sinne von Art. 31 Abs. 1 BV. Sie verdeutlichen (im 
Verfahrensstadium nach dem erstinstanzlichen Urteil) vielmehr besondere prozes-
suale Aspekte im Hinblick auf die gesetzlichen Haftgründe von Art. 221, welche 
auch bei Entscheiden nach Art. 231 StPO erfüllt sein müssen (vgl. Marc Forster, 
in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 4 zu Art. 231 StPO). Sicherheitshaft ist 
gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO zulässig, wenn die beschuldigte Person eines 
Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und ernsthaft zu befürchten 

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ist, dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sank-
tion entzieht. 

Der dringende Tatverdacht ergibt sich aus dem vorinstanzlichen Urteil, das einen 
Schuldspruch zum Gegenstand hat, welcher im Berufungsverfahren vor dem Kan-
tonsgericht von Graubünden unangefochten geblieben ist. Der Berufungskläger ist 
B._____ Staatsangehöriger und verfügt über keine grösseren Beziehungen zur 
Schweiz. Demgegenüber besitzt er zusammen mit seiner Frau ein Haus in 
B._____. Angesichts der hohen Freiheitsstrafe, zu welcher X._____ verurteilt wur-
de, ist die Gefahr einer Flucht hoch. Die bestehende Fluchtgefahr gefährdet einer-
seits den noch durchzuführenden Strafvollzug, andererseits die Durchführung ei-
nes allfälligen Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesgericht. X._____ bleibt so-
mit bis zu einer entsprechenden Anordnung der Vollzugsbehörde in Sicherheits-
haft. 

14. a) Der Berufungskläger ist mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, wes-
halb die Berufung abzuweisen ist. Die Verfahrenskosten setzen sich aus den Ge-
bühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall zu-
sammen. Auslagen sind namentlich die Kosten für die amtliche Verteidigung und 
unentgeltliche Verbeiständung (vgl. Art. 422 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StPO) und 
Kosten für Übersetzungen (vgl. Art. 422 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StPO). Die Kosten 
des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 Abs. 1 Satz 1 
StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens.

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten nicht, die für Übersetzungen 
anfielen, die durch die Fremdsprachigkeit der beschuldigten Person nötig wurden 
(vgl. Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO und Thomas Domeisen, in: Basler Kommentar zur 
StPO, a.a.O., N. 17 zu Art. 426 StPO). Der Kanton Graubünden hat damit die Kos-
ten für die Übersetzung zu tragen. 

Vorliegend vermochte der Berufungskläger mit seinen Anträgen wie soeben er-
wähnt nicht durchzudringen. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens ist 
daher die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren vollumfänglich X._____ auf-
zuerlegen. Für Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von 
Fr. 1'500.00 bis Fr. 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Ge-
richtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Gerichtsgebühr für das 
vorliegende Berufungsverfahren wird auf Fr. 5'000.00 festgelegt.

b) Mit Schreiben vom 16. Juli 2015 bestätigte der Vorsitzende der I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden Rechtsanwalt lic. iur. Andreas 

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Flütsch, dass er gestützt auf Art. 133 StPO in Verbindung mit Art. 130 StPO und 
Art. 132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO als amtlicher Verteidiger von X._____ be-
stellt werde (vgl. act. D.4). Da der Berufungskläger vollständig unterlegen ist, ge-
hen die Auslagen für die amtliche Verteidigung vollumfänglich zu seinen Lasten, 
wobei diese vorerst gesamthaft zu Lasten des Kantons Graubünden gehen und 
aus der Gerichtskasse zu bezahlen sind. Da X._____ zur Tragung der Verfah-
renskosten verpflichtet wird, hat er, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
gestatten, die ihm für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung auferlegten 
Kosten dem Kanton zurückzuzahlen (vgl. Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Dieser An-
spruch verjährt in 10 Jahren nach Rechtskraft des Entscheides (vgl. Art. 135 Abs. 
5 StPO). 

15. a) Das Bundesgericht hielt in BGE 139 IV 199 fest, dass die Auslagen für die 
amtliche Verbeiständung und die unentgeltliche Rechtspflege Bestandteil der Ver-
fahrenskosten bilden und das Gericht darüber im Sachurteil zu befinden habe. Die 
Festsetzung des Honorars für die amtliche Verteidigung im Urteil entspreche der 
Praxis verschiedener Gerichte und namentlich auch des Bundesstrafgerichts. 
Auch die Entschädigung für die private Verteidigung sei zwingend im Urteil festzu-
setzen. Im Ergebnis sei festzuhalten, dass der Gesetzgeber bewusst das urteilen-
de Gericht für die Festsetzung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers für 
zuständig erklärt habe. Dieser Entscheid – wie auch derjenige über die Entschädi-
gung für die private Verteidigung und die weiteren Verfahrenskosten – sei Gegen-
stand des Urteils und könne von den Parteien mit Berufung angefochten werden, 
während sich der amtliche Verteidiger gegen die Höhe der Entschädigung mit Be-
schwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 StPO zur Wehr setzen müsse (vgl. BGE 139 IV 
199 E. 5.1, 5.4 und 5.6). Aufgrund dieser Ausführungen des Bundesgerichts ist die 
Höhe der Entschädigung für die amtliche Verteidigung nicht mehr in einem sepa-
raten Entscheid, sondern im jeweiligen verfahrenserledigenden Entscheid respek-
tive im vorliegenden Urteil festzulegen. Dieser Hinweis richtet sich primär an die 
Vorinstanz, die es unterliess, das Honorar des amtlichen Verteidigers im Urteil 
vom 27. November 2014 festzulegen (vgl. angefochtenes Urteil, E. 13.). Die Fest-
legung der Höhe der Entschädigung in einem separaten Beschluss ist inskünftig 
unzulässig. 

b) Seit Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung am 1. Januar 
2011 werden die Grundsätze der Entschädigung der amtlichen Verteidigung in 
deren Art. 135 geregelt. Rechtsgrundlage für die Entschädigung bildet das öffent-
lich-rechtliche Verhältnis zwischen dem Kanton und dem von ihm ernannten amtli-
chen Verteidiger. Für die Entschädigung, welche sich nach dem Anwaltstarif des 

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Bundes oder des verfahrensführenden Kantons berechnet (vgl. Art. 135 Abs. 1 
StPO) haftet der Staat, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Unter Vorbe-
halt von Art. 135 Abs. 4 StPO kann der Verteidiger von seinem Mandanten keine 
weitere Vergütung verlangen. Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Honorarverordnung (HV; 
BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand der amtlichen Verteidigung dem 
Rechtsanwalt ein Honorar von Fr. 200.00 pro Stunde zuzüglich notwendiger Bar-
auslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet. Zuschläge werden keine gewährt. 
Diese Bestimmung hat auch nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung Bestand und bleibt für die Festlegung der Entschädigung des amtlichen 
Verteidigers weiterhin massgebend. Art. 5 Abs. 1 HV differenziert somit nicht zwi-
schen Freispruch und Schuldspruch beziehungsweise Obsiegen und Unterliegen. 
Mit anderen Worten steht dem amtlichen Verteidiger gestützt auf Art. 5 Abs. 1 HV 
unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, mithin im Falle des Obsiegens als 
auch des Unterliegens, eine Entschädigung von Fr. 200.00 pro Stunde zu (vgl. 
zum Ganzen den Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 12 32 vom 
12. November 2012 E. 4. und das Urteil des Bundesgerichts 6B_151/2013 vom 
26. September 2013 in BGE 139 IV 261). Reicht die amtliche Verteidigerin oder 
der amtliche Verteidiger keine Honorarnote ein, die eine umfassende Überprüfung 
der Aufwendungen erlaubt, wird die Entsch