# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d67b9d6-a78d-54b3-9b25-a8aecb41da46
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.10.2021 S 2021 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-76_2021-10-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 76
3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin ad hoc Guhl

URTEIL

vom 26. Oktober 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. Die 1963 geborene und als selbstständige Schreinerin und Landwirtin 

tätige A._____ erlitt am 5. April 2018 einen Arbeitsunfall, bei welchem sie 

sich mit einer Kippsäge eine subtotale Amputation der adominanten linken 

Hand auf Höhe des Midkarpalgelenks zuzog. Daraufhin erfolgte eine 

notfallmässige operative Replantation der Hand im Universitätsspital 

Zürich mit unter anderem midkarpaler Arthrodese. In der Folge stellte sich 

bei einer intensiven handtherapeutischen Behandlung ein erfreuliches 

Ergebnis mit Blick auf die Knochenheilung und Schmerzarmut ein; die 

(aktive) Beweglichkeit der linken Hand und Finger blieb aber sehr 

eingeschränkt und neben einer Kälteüberempfindlichkeit zeigte sich eine 

(im Verlauf regrediente) Sensibilitätsstörung im Medianusgebiet.

2. Unter Hinweis auf diese Verletzung meldete sich A._____ am 7. Juni 2018 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden zum Leistungsbezug an. Diese 

tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. 

3. Aufgrund der eingeschränkten Fingerfunktion unterzog sich A._____ am 

6. Mai 2019 einer Tenolyse der FDP-Beugesehnen, woraufhin sich die 

Beweglichkeit der Langfinger verbesserte und die Faustbildung möglich 

wurde; eine aktive Opposition bzw. Abduktion des linken Daumens aber 

fehlte.

4. Um den Einsatz der linken Hand im Alltag zu üben und die beruflichen 

Möglichkeiten zu erproben, begann A._____ zunächst im 

Einsatzprogramm B._____ in der Holzwerkstatt, wofür die IV-Stelle eine 

Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining ab dem 9. September 

2019 erteilte. Am 9. Dezember 2019 wechselte sie in das 

Einsatzprogramm H.________, wo sie im Rahmen einer 

Vorbereitungsmassnahme (mit dem Ziel einer Anstellung zu 50 %) als 

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Mitarbeiterin die Leitung der Schreinerei übernahm. Aufgrund der 

fehlenden Aussichten auf eine Anstellung infolge der Übernahme des 

Einsatzprogramms H.________ durch Ökojob und den anstehenden (aber 

Covid-bedingt zunächst nicht durchgeführten) medizinischen 

Massnahmen wurde die berufliche Massnahme per 18. März 2020 

aufgehoben.

5. Vom 25. August 2020 bis zum 6. September 2020 absolvierte A._____ 

einen Arbeitsversuch im Altersheim C._____ in D._____ in einem 50 %-

Pensum im Bereich der Pflege und Betreuung. Dabei kamen die 

involvierten Personen überein, dass die Feinmotorik der linken Hand zu 

eingeschränkt sei für eine Tätigkeit in der Hilfspflege. In der Folge fand ab 

dem 26. Oktober 2020 ein weiterer, von der IV-Stelle unterstützter 

Arbeitsversuch bei der Gemeindeverwaltung D._____ statt, wo A._____ 

beim Mittagstisch der Volksschule mithelfen sollte.

6. Aufgrund der fehlenden Daumenabduktion erfolgte zu deren 

Wiederherstellung am 25. November 2020 ein Sehnentransfer Extensor 

digiti quinti auf Abductor pollicis brevis. Dadurch konnte A._____ eine gute 

Daumenabspreizung erreichen und die Handfunktion verbessern, indem 

sie besser greifen und auch kleine Gegenstände mittels Pinch-Griff 

zwischen Daumen und Zeigfinger fassen konnte.

7. Vom 8. März 2021 bis zum 30. April 2021 absolvierte A._____ eine 

Vorbereitungsmassnahme bei der Gemeindeverwaltung D._____, wo sie 

den Mittagstisch in der Schule organisierte und betreute. In der Folge 

verzichtete A._____ auf eine Anstellung bei der Gemeinde.

8. Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2021 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. April 2019 bis zum 

30. September 2019 sowie vom 1. November 2020 bis zum 31. März 2021 

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in Aussicht. Zum Abklärungsergebnis hielt sie fest, nach Ablauf des 

Wartejahres im April 2019 sei A._____ keine Tätigkeit zumutbar gewesen. 

Im Laufe des Jahres 2019 habe sich der Gesundheitszustand verbessert. 

Ab dem 9. September 2019 sei ein Belastbarkeitstraining beim 

Einsatzprogramm E._____ begonnen worden, wofür ein Taggeld 

ausgerichtet worden sei, weshalb ein Anspruch auf eine Invalidenrente 

entfalle. Aus medizinischer Sicht sei A._____ ab November 2019 eine 

angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar gewesen. Aufgrund der im 

November 2020 durchgeführten Operation habe bis Ende Februar 2021 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab März 2021 sei eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % für adaptierte Arbeiten gegeben. Für die ab 

dem 8. März 2021 aufgenommenen Eingliederungsmassnahmen sei 

wiederum ein Taggeld ausbezahlt worden. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 

50 % ergebe der Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 22 %. 

Dagegen erhob A._____ am 21. Juni 2021 Einwand. Mit Verfügungen vom 

12. Juli 2021 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach 

A._____ eine vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 sowie vom 

1. November 2020 bis zum 31. März 2021 befristete ganze Invalidenrente 

zu.

9. Mit dagegen als Einsprache bezeichneter Eingabe vom 12. August 2021 

erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss 

neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügungen, ihr sei (weiterhin) 

eine Invalidenrente zuzusprechen. Dazu führte sie im Wesentlichen aus, 

aufgrund der massiven Funktionseinschränkung der linken Hand und 

deren Anschwellen während der Arbeit müsse sie oft Pausen einlegen, 

weshalb auch in einer adaptierten Tätigkeit keine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

bestehe; vielmehr betrage diese 50 %. Aufgrund des dauernden 

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Anschwellens der linken Hand sei ihr zusätzlich ein Leidensabzug von 

25 % zu gewähren.

10. Mit Vernehmlassung vom 8. September 2021 schloss die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und 

führte zusammenfassend aus, dass selbst bei Annahme einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit und einem 

grosszügigen Leidensabzug von 20 % ein Rentenanspruch entfalle. Ein 

Leidensabzug von 25 % sei nicht gerechtfertigt, da die gesundheitlichen 

Einschränkungen bei einer auf 50 % reduzierten Arbeitsfähigkeit bereits 

grosszügig berücksichtigt würden.

11. Die Beschwerdeführerin reichte trotz der ihr eingeräumten Frist für eine 

freigestellte Stellungnahme keine Replik ein.

Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie auf die weite-

ren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit ent-

scheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gungen der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 12. Juli 2021 (Akten 

der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2 und 3, Akten der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act.] 157 und 167 f.) stellen solche anfechtbaren Verfügungen der In-

validenversicherung und folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die 

sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

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rechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin 

der strittigen Verfügungen ist die Beschwerdeführerin berührt, und sie 

weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). 

Die Beschwerde hat eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein 

Rechtsbegehren und eine kurze Begründung zu enthalten (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 61 lit. b ATSG). Was das Rechtsbegehren betrifft, lässt sich 

aus der Beschwerde sinngemäss der Antrag auf Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügungen und die Zusprechung einer Invalidenrente ableiten, 

womit sie formgerecht eingereicht wurde. Da im Übrigen auch die Frist 

eingehalten wurde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 ATSG), ist auf die Be-

schwerde einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die 

Beschwerdeführerin während den Eingliederungsmassnahmen vom 

9. September 2019 bis zum 18. März 2020, vom 25. August 2020 bis zum 

6. September 2020, vom 26. Oktober 2020 bis zum 22. November 2020 

und vom 8. März 2021 bis zum 30. April 2021, anlässlich derer sie ein 

Taggeld bezog (vgl. Bg-act. 47, 70, 90, 110, 121, 129, 134), keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat (Art. 43 Abs. 2 IVG). Unbestritten ist 

sodann die ihr vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 sowie vom 

1. November 2020 bis zum 31. März 2021 zugesprochene, befristete 

ganze Invalidenrente. Da sich die Beschwerdeführerin in adaptierter 

Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig erachtet, was mit der ab November 2019 

medizinisch ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit 

übereinstimmt (vgl. angefochtene Verfügungen vom 12. Juli 2021 [Bg-

act. 157, 169, 175]), ist daher primär zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin 

ab dem 1. Mai 2021 weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

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3. Unstreitig ist dabei das gestützt auf die Tätigkeiten der 

Beschwerdeführerin als selbstständige Schreinerin und Landwirtin 

ermittelte Valideneinkommen von CHF 36'029.-- für das Jahr 2021 (Bg-

act. 152 und 159 S. 14 f.). Da die Beschwerdeführerin diese 

selbstständigen Erwerbstätigkeiten seit 1987 ausübte (Bg-act. 3 S. 5, Bg-

act. 5 S. 2, Bg-act. 65 S. 2) und sich mithin über viele Jahre hinweg – auch 

als sie noch nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war – mit einem 

solchen bescheidenen Einkommen begnügt hat (vgl. hierzu auch IK-

Auszug vom 13. Juni 2018 [Bg-act. 10 S. 2 f.], Fragebogen 

Selbstständigerwerbende vom 25. Juni 2018 [Bg-act. 11 S. 3] und diverse 

Steuerveranlagungen [Bg-act. 12]), ist dieses rechtsprechungsgemäss für 

die Festlegung des Valideneinkommens massgebend. Das Bundesgericht 

hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbstständig 

Erwerbenden in der Regel abgelehnt (vgl. BGE 135 V 58 E.3.4.6; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_564/2020 vom 9. Dezember 2020 E.4.2.1 und 

9C_148/2016 vom 2. November 2016 E.2.1).

4. Uneinig sind sich die Parteien im Wesentlichen hinsichtlich der (Rest-

)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Kritisiert wird dabei die 

von der Beschwerdegegnerin ab März 2021 angenommene 

Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit. Die 

Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, sie sei aufgrund der 

Funktionseinschränkungen ihrer linken Hand und deren Anschwellung nur 

zu 50 % arbeitsfähig. Zudem kritisiert sie die Bemessung des 

Invalideneinkommens und dabei insbesondere die fehlende Vornahme 

eines Leidensabzugs. 

5.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob 

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dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Ex-

pertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 

125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). 

Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizi-

nischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf-

zustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit 

Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärztinnen bzw. Spezialärzten, welche 

auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 

E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen bzw. Hausärzten darf 

und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

Hausärztinnen bzw. Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht-

liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin-

nen oder Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3b/cc). 

Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Ärztinnen bzw. Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

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Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 E.4.4, 125 

V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).

5.2. Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die RAD-

Abschlussbeurteilung vom 3. Mai 2021 abgestellt hat oder ob konkrete In-

dizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von den übrigen 

medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von der 

100%igen Arbeitsfähigkeiteinschätzung in adaptierter Tätigkeit ab März 

2021 abzuweichen wäre.

5.2.1. In seinem Abschlussbericht vom 3. Mai 2021 führte RAD-Arzt 

Dr. med. F._____ namentlich aus, dass obwohl das Resultat der 

durchgeführten rekonstruktiven Massnahmen an der linken Hand als gut 

bezeichnet werden könne, bestehe weiterhin eine massive 

Funktionseinschränkung. Die Feinmotorik fehle und die Kraft beim Greifen 

sei massiv eingeschränkt. Auch sei weiterhin mit einer deutlichen 

Reduktion der Pinch-Kraft zu rechnen. Daneben bestehe eine Asensibilität 

im Medianusgebiet, was den Einsatz der Hand zusätzlich erschwere. 

Durch die fehlende Schweisssezernation sei bei extrem trockenen 

Fingerkuppen das Greifen noch schwieriger. Die linke Hand bleibe im 

Alltag weiterhin nur als Hilfshand einsetzbar. Es fehle sowohl die 

Feinmotorik als auch die Kraft und Sensibilität. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht könne die angestammte Tätigkeit als 

selbstständige Schreinerin und Landwirtin nicht mehr ausgeübt werden. In 

einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin ab März 2021 

zeitlich uneingeschränkt einsetzbar (Bg-act. 159 S. 11 f.). Als solche 

leidensangepasste Tätigkeit führte Dr. med. F._____ eine sitzende, 

laufende, stehende und – mit technischen Hilfsmittel unterstützt – auch 

fahrende Tätigkeit, adaptierte PC-Arbeiten oder eine Ausbildungstätigkeit 

an (Bg-act. 159 S. 10).

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5.2.2. Mit dieser Beurteilung stellte Dr. med. F._____ auf den Bericht der 

behandelnden Handchirurgin des Kantonsspitals Graubünden (KSGR), 

Dr. med. G._____, vom 13. Januar 2021 ab, welche die genau gleiche 

medizinische Situation beschrieb und identische Schlussfolgerungen zur 

Arbeitsfähigkeit zog (Bg-act. 126). Zu den Funktionseinschränkungen 

führte sie aus, die linke Hand könne nur als Hilfshand eingesetzt werden. 

Es bestehe eine Einschränkung der Feinmotorik, eine Kraftverminderung 

sowie eine fehlende Sensibilität. Tätigkeiten mit Anforderungen an die 

Feinmotorik seien für die Beschwerdeführerin nicht möglich. Dies habe 

sich vor allem anlässlich des Arbeitseinsatzes in der Pflege gezeigt, wo 

die Beschwerdeführerin z.B. keine Reissverschlüsse habe schliessen 

können (Bg-act. 126 S. 4). Daraus folgerte Dr. med. G._____, dass die 

bisherige Tätigkeit als Schreinerin nicht mehr zumutbar sei. In einer 

angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin indes zeitlich 

uneingeschränkt einsetzbar (Bg-act. 126 S. 5).

5.2.3. Für diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit spricht 

denn auch der weitere Verlauf, welcher sich sehr erfreulich zeigte. So 

berichtete die Beschwerdeführerin anlässlich der handchirurgischen 

Sprechstunde am 19. Januar 2021 bei Dr. med. G._____, sie habe eine 

sehr gute, willkürlich ansteuerbare Daumenabduktion erreicht. Die 

Funktion der linken Hand habe sich durch den Sehnentransfer stark 

verbessert. Sie könne nun sehr viel besser greifen und auch kleine 

Gegenstände mittels Pinch-Griff zwischen Daumen und Zeigfinger fassen 

(Bg-act. 140 S. 1). Damit übereinstimmend hielt Dr. med. G._____ in ihrer 

Befunderhebung fest, die aktive Daumenabduktion gelinge problemlos. 

Der Pinch-Griff zwischen Daumen- und Zeigefingerkuppe sei gut möglich. 

Es bestehe ein guter Bewegungsumfang der Langfinger mit leichtem 

Einkralldefizit des Dig. II sowie ein diskretes Extensionsdefizit des Dig. V 

im MCP-Gelenk. Insgesamt hielt Dr. med. G._____ fest, es zeige sich acht 

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Wochen nach der Rekonstruktion der Daumenfunktion links ein sehr 

erfreuliches Resultat (Bericht vom 21. Januar 2021 [Bg-act. 140]). 

Gleichermassen berichtete Dr. med. G._____ am 29. März 2021 rund vier 

Monate nach der Rekonstruktionsoperation, die Funktionsfähigkeit der 

linken Hand habe sich gut verbessert, auch wenn diese nur als Hilfshand 

eingesetzt werden könne (Bg-act. 142).

5.3. Soweit die Beschwerdeführerin die von ihr geltend gemachte 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit mit einer weiterhin 

bestehenden massiven Funktionseinschränkung der linken Hand 

begründet, übersieht sie, dass diese – wie hiervor ausgeführt – auch vom 

RAD-Arzt Dr. med. F._____ ausdrücklich thematisiert und im Rahmen 

seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen hat. Dabei kam er 

in Übereinstimmung mit der behandelnden Handchirurgin 

Dr. med. G._____ zum Schluss, dass die bisherige Tätigkeit als 

selbstständige Schreinerin und Landwirtin nicht mehr zumutbar ist, 

während in einer leidensangepassten Tätigkeit eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit besteht (Bg-act. 159 S. 11 f.). Letzteres wird denn auch – 

wie aufgezeigt – durch den positiven postoperativen Verlauf mit einer 

verbesserten Funktions-, Greif- und Bewegungsfähigkeit der linken Hand 

bestätigt. Wenn Dr. med. G._____ in dem von der Beschwerdeführerin 

beigebrachten Bericht vom 4. August 2021 ausführt, es bestehe bei der 

replantierten Hand eine massiv eingeschränkte Belastbarkeit mit Auftreten 

von belastungsabhängigen Schmerzen sowie einer Schwellung bereits 

nach einigen Stunden Arbeit (Bf-act. 1 S. 1), ist der sich darauf 

abstützenden Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass 

Dr. med. G._____ diese Ausführungen auf die – nach einhelliger 

medizinischer Auffassung nicht mehr zumutbare – angestammte Tätigkeit 

als Schreinerin und Landwirtin bezog. So hielt sie fest, die 

Beschwerdeführerin könne aufgrund eines erheblichen Verletzungsrisikos 

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ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Schreinerin unmöglich uneingeschränkt 

nachgehen und auch bei der Arbeit als Landwirtin sei sie massiv 

eingeschränkt. Aus handchirurgischer Sicht könne die linke Hand lediglich 

als Hilfshand eingestuft werden und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als 

Schreinerin und Landwirtin sei unrealistisch und nicht zu verantworten (Bf-

act. 1 S. 2). Soweit die Beschwerdeführerin gestützt darauf die von ihr 

angeführte, auch für Verweistätigkeiten geltende Arbeitsfähigkeit von 

50 % zu plausibilisieren versucht, weil die linke Hand dauernd während 

der Arbeit anschwelle, kann ihr daher nicht gefolgt werden. Vielmehr legt 

der Bericht von Dr. med. G._____ nahe, dass solche Beschwerden bei 

einer nicht leidensadaptierten, handwerklich fordernden Belastung der 

linken Hand auftreten. Auch finden sich entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin in den Akten keine Hinweise dafür, dass es bei 

Arbeitseinsätzen in leidensadaptierten Tätigkeiten im Rahmen von 

Eingliederungsmassnahmen zu einer Anschwellung der linken Hand 

gekommen wäre. So wurde denn auch beispielsweise ihre Tätigkeit als 

EP-Mitarbeiterin in der Leitung der Schreinerei, welche ihr gut gefallen hat 

(Bg-act. 126 S. 4) und bei welcher sie die Programmteilnehmenden 

anleitete und betreute (Bg-act. 57 S. 92), von den 

Eingliederungsfachpersonen trotz der gesundheitsbedingten 

Einschränkungen der linken Hand für grundsätzlich möglich erachtet (Bg-

act. 88), wobei bereits damals von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

dieser leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen wurde (Bg-act. 79, 159 

S. 9).

5.4. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

nicht geeignet sind, den Beweiswert der RAD-Beurteilung vom 3. Mai 

2021 zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin auf die darin ausgewiesene 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab dem 1. März 2021 

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abstellte. Dabei wird mit der davor attestierten vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit denn auch eine angemessene Rekonvaleszenzzeit seit 

der letzten Rekonstruktionsoperation Ende November 2020 berücksichtigt 

(Bg-act. 159 S. 12). Letztlich würde aber auch – wie nachfolgend 

aufgezeigt wird – selbst bei Annahme der von der Beschwerdeführerin 

angeführten Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer Verweistätigkeit kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.

6.1. Insofern ist auf die Bemessung des Invalideneinkommens einzugehen. 

Die Beschwerdeführerin erachtet insbesondere einen Leidensabzug von 

25 % als angemessen und begründet diesen damit, dass ihre linke Hand 

bei der Arbeit dauernd anschwelle, so dass oft Pausen eingelegt werden 

müssten.

6.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und 

berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der 

Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität 

oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung 

Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 % 

begrenzter Leidensabzug gestützt auf die Tabellenlöhne der vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu ermittelnden Invalideneinkommen 

vorgenommen werden kann, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des 

Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder 

mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu 

BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen 

verwertet werden kann (BGE 146 V 16 E.4.1, BGE 135 V 297 E.5.2; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und 

9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der 

Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf 

das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

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nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt, 

wie erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen 

(BGE 135 V 297 E.5.2, BGE 134 V 322 E.5.2, BGE 126 V 75 E.5b/bb-cc; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1, 

9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die 

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen 

einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb; Urteil des Bundesgerichts 

9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist jedoch, dass 

allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit 

enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 

Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 

(BGE 146 V 16 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1).

6.3. Soweit die Beschwerdeführerin einen Abzug mit dem Verweis auf die Be-

schwerden bzw. Einschränkungen der linken Hand geltend macht, ist ihr 

entgegenzuhalten, dass die sich aus medizinischer Sicht auf die Arbeits-

fähigkeit auswirkenden Limitierungen, welche bereits in qualitativer Hin-

sicht bei der Festlegung des Belastungsprofils berücksichtigt worden sind, 

nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen. Dies 

käme einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben Gesichts-

punkte gleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_48/2021 vom 20. Mai 

2021 E.4.3.4 und 8C_705/2018 vom 16. Mai 2019 E.4.3 m.H.). Wie bereits 

ausgeführt, liegt aufgrund der (medizinischen) Aktenlage nahe, dass die 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Anschwellung der linken 

Hand bei einer handwerklich fordernden Belastung derselben auftreten, 

indes nicht bei einer leidensadaptierten Tätigkeit. Den ausgewiesenen 

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Funktionseinschränkungen der linken Hand wurde dadurch Rechnung ge-

tragen, als insbesondere nur noch körperlich leichte Tätigkeiten ohne hohe 

Anforderungen an die Feinmotorik, Beidhändigkeit, Sensibilität und 

Greifkraft als zumutbar erachtet werden (dies folgt aus dem Bericht vom 

13. Januar 2021 von Dr. med. G._____ [Bg-act. 126 S. 4] und der RAD-

Beurteilung vom 24. Januar 2020 [Bg-act. 159 S. 10]). Bei der 

Beschwerdeführerin ist die linke adominante Hand eingeschränkt. Da sie 

sie aber als Hilfshand einsetzen, mit ihr beispielsweise auch Holz- bzw. 

Küchenarbeiten ausführen kann (vgl. Protokolle zu den 

Standortgesprächen im EP B._____ vom 18. November 2019 [Bg-act. 56 

S. 1] und 15. Oktober 2019 [Bg-act. 51 S. 1], Verlaufsprotokoll 

Eingliederung, Einträge vom 18. Februar 2021 und 30. März 2021 [Bg-

act. 147 S. 5 f.], Statusbericht Bewerbungscoaching vom 20. November 

2020 [Bg-act. 146 S. 6]) und sich die Handfunktion nach der letzten 

rekonstruktiven Daumenoperation wesentlich verbessert hat, indem sie 

nun besser greifen und auch kleine Gegenstände mittels Pinch-Griff 

zwischen Daumen und Zeigfinger fassen kann (Bg-act. 140, 142), ist nicht 

von faktischer Einhändigkeit auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2). In solchen Konstellationen 

verbleibt rechtsprechungsgemäss kein Raum für einen Leidensabzug (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.3.2). Auch 

kann angesichts des vorerwähnten Belastungsprofils nicht gesagt werden, 

dass die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, 

dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_426/2020 vom 29. April 2021 E.5.2, 8C_95/2020 

vom 14. Mai 2020 E.5.2.2, 9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E.4.2 und 

9C_304/2018 vom 5. November 2018 E.5.1.1). Vielmehr umfasst das hier 

anwendbare Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von 

zumutbaren Tätigkeiten. Die Beschwerdegegnerin brachte dazu in der an-

gefochtenen Verfügung namentlich vor, dass bspw. leichte Maschinenbe-

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dienungen, Kontrollfunktionen oder leichte Prüfarbeiten in Frage kämen. 

Auch ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt ein theoretischer und abstrakter 

Begriff, weshalb für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, 

ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 

vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 

Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren 

Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E.11.2 und 

8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.3.1; AHI-Praxis 6/1998 S. 291). 

Zudem kann auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden (Urteile 

des Bundesgerichts 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E.4.1.3 und 

8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 m.H.). Insofern stehen der 

Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten Tätigkeit offen.

6.4. Die Beschwerdeführerin weist in einer Verweistätigkeit mit einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit eine höhere Leistungsfähigkeit auf als in der 

angestammten Tätigkeit als selbstständige Schreinerin und Landwirtin, 

welche ihr nicht mehr zumutbar ist (Bg-act. 159 S. 11 f., Bg-act. 126). 

Dabei ist zu beachten, dass der im Rahmen Ersterer erzielbare Verdienst 

in nicht unerheblichem Masse höher ist als in Letzterer (vgl. hierzu der 

Einkommensvergleich hernach mit einem aufindexierten Einkommen als 

selbstständige Schreinerin und Landwirtin von CHF 36'029.-- und einem 

gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen von 

CHF 56'288.85). Für den Wechsel der Beschwerdeführerin in eine 

unselbstständige Tätigkeit bzw. die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung 

sprechen des Weiteren deren persönlichen Verhältnisse und Fähigkeiten. 

Ihre bisher gewonnenen Berufserfahrungen und breiten Kenntnisse 

(insbesondere als Schreinerin mit Erfahrungen im Bereich von Umbauten 

- 17 -

bzw. Innenausbau und der Verlegung von Bodenbelägen, als 

Möbelrestauratorin, als Landwirtin und in der Führung ihrer Betriebe mit 

den entsprechenden administrativen Aufgaben [vgl. Bg-act. 5 S. 2 f., Bg-

act. 11, 65]) würden in einer Verweistätigkeit die Vermittelbarkeit 

erleichtern. Auch hat die Beschwerdeführerin bisher vornehmlich 

praktische Tätigkeiten ausgeübt, weshalb sich der Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand in eine Verweistätigkeit in Grenzen halten dürfte. 

Schliesslich spricht neben ihrer Persönlichkeitsstruktur als motivierte und 

leistungswillige Person (vgl. Arbeitszeugnis des EP H.________ vom 

6. März 2020 [Bg-act. 92], Protokoll zum Standortgespräch im EP 

H.________ vom 21. Januar 2020 [Bg-act. 79], Schlussbericht vom 

6. Dezember 2019 zum Einsatz im EP B._____ [Bg-act. 71] mit 

Detailbericht vom 5. Dezember 2019 [Bg-act. 73], Protokoll zu den 

Standortgesprächen im EP B._____ vom 15. Oktober 2019 [Bg-act. 51 

S. 1] und vom 18. November 2019 [Bg-act. 56 S. 1], Sitzungsprotokoll vom 

18. November 2019 [Bg-act. 57]) auch das Alter der Beschwerdeführerin 

(57 Jahre im Zeitpunkt des Verfügungserlasses) und damit verbunden die 

noch verbleibende Aktivitätsdauer für die Aufnahme einer 

unselbstständigen Erwerbstätigkeit. In einer solchen hat die 

Beschwerdeführerin denn bereits als EP-Mitarbeiterin in der Leitung der 

Schreinerei, welche ihr gut gefallen hat (Bg-act. 126 S. 4), Erfahrungen 

sammeln können. Insofern und aufgrund der anderen durchgeführten 

Eingliederungsmassnahmen ist auch nicht ersichtlich, was mit 

zusätzlichen beruflichen Massnahmen zu gewinnen wäre.

7.1. Bei einem unbestritten gebliebenen und korrekt bemessenen 

Valideneinkommen von CHF 36'029.-- für das Jahr 2021 (Bg-act. 152 und 

159 S. 14 f.) und einem gestützt auf die LSE-Tabelle bemessenen 

Invalideneinkommen von CHF 56'288.85 (LSE 2018, TA 1, 

Kompetenzniveau 1, weiblich, Totalwert, umgerechnet auf die 

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durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, 

Arbeitsfähigkeit 100 %, aufindexiert, ohne Leidensabzug = CHF 4'371.-- x 

12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 1.01) resultiert ein negativer 

Invaliditätsgrad. Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 

Selbst wenn aber ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt würde, würde ein 

solcher 10 % jedenfalls nicht übersteigen, so dass immer noch ein Invali-

ditätsgrad resultierte, der keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu be-

gründen vermöchte ([Valideneinkommen von CHF 36'029.-- - Invaliden-

einkommen von CHF 50'660.--] x 100 : CHF 36'029.-- = Invaliditätsgrad 

von - 40.6 %).

7.2. Würde ausserdem auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in leidensadaptierter Tätigkeit abgestellt wer-

den, wäre der verminderten Belastbarkeit der linken Hand, einschliesslich 

des sich daraus ergebenden erhöhten Pausenbedarfs, bereits in 

quantitativer Hinsicht genügend Rechnung getragen. Ein Leidensabzug 

rechtfertigte sich nicht. Bei einem Valideneinkommen von CHF 36'029.-- 

für das Jahr 2021 und einem Invalideneinkommen von CHF 28'144.-- (= 

CHF 4'371.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 1.01 x 0.5) ergäbe sich 

ein Invaliditätsgrad von gerundet 22 %. Auch diesfalls bestünde kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente.

8. Zu beachten ist dabei des Weiteren, dass rechtsprechungsgemäss bei 

einer (erstmaligen) rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften 

und/oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden 

Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) über die Änderung des 

Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung oder Verschlechterung der 

Erwerbsfähigkeit analog anzuwenden sind (BGE 133 V 263 E.6.1, BGE 

131 V 164 E.2.2, BGE 125 V 413 E.2d; Urteil des Bundesgerichts 

8C_542/2019 vom 4. Dezember 2019 E.3.2). Dementsprechend richtet 

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sich der Wechsel bei gleichzeitiger Verfügung über eine ganze 

Invalidenrente und ein sie ablösender fehlender Rentenanspruch nach 

Art. 88a Abs. 1 IVV. Damit ist vorliegend Erstere in Anwendung der 

dreimonatigen Frist ab der ab März 2021 angenommenen Verbesserung 

der Erwerbsfähigkeit noch bis zum 31. Mai 2021 auszurichten (und nicht 

– wie von der Beschwerdegegnerin verfügt – nur bis zum 31. März 2021). 

Ab dem 1. Juni 2021 besteht gestützt auf die obigen Ausführungen bei 

einem negativen bzw. nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente mehr. Für die jeweiligen Zeiträume als 

die Beschwerdeführerin sich in den Eingliederungsmassnahmen befand, 

verfügte die Beschwerdegegnerin – wie bereits dargelegt – Taggelder, 

welche gemäss Art. 43 Abs. 2 IVG einem Rentenanspruch vorgehen 

(Urteile des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E.3.1 

ff. und 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E.3.3.1 f.).

9. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde folglich 

teilweise gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen vom 12. Juli 

2021 insoweit aufzuheben, als dass der Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf eine ganze Invalidenrente bis zum 31. März 2021 befristet wurde. Der 

Beschwerdeführerin ist die ab dem 1. November 2020 zugesprochene 

ganze Invalidenrente bis zum 31. Mai 2021 auszurichten, soweit keine 

Taggelder zugesprochen worden sind. Im Übrigen ist die Beschwerde 

abzuweisen.

10. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

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Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Bei diesem Prozessausgang mit einer Korrektur des 

Rentenanspruchs nur in zeitlicher Hinsicht mit Blick auf die Befristung 

rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten zu einem Drittel und somit im 

Betrag von CHF 233.-- der Beschwerdegegnerin und zu zwei Dritteln und 

damit im Restbetrag von CHF 467.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

(vgl. so schon Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

[VGU] S 19 22 vom 7. April 2020 E.6 und VGU S 19 9 vom 15. April 2020 

E.10). Letztere hat im Umfang ihres Obsiegens praxisgemäss keinen 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, da sie nicht anwaltlich vertreten ist.

Der Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten 
zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die angefochtenen Ver-

fügungen vom 12. Juli 2021 werden insoweit aufgehoben, als der An-

spruch von A._____ auf eine ganze Invalidenrente bis zum 31. März 2021 

befristet wurde. A._____ steht die ab dem 1. November 2020 zugespro-

chene ganze Invalidenrente bis zum 31. Mai 2021 zu, soweit keine Tag-

gelder zugesprochen worden sind. Im Übrigen wird die Beschwerde abge-

wiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen im Betrag von CHF 233.-- zulasten der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden und im Umfang von CHF 467.-- zu 

Lasten von A._____. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

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