# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62b8b3ab-c785-57cd-9257-49652e8b61dc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.06.2015 SB140554
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140554_2015-06-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140554-O/U/gs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger, die 

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Schneeberger 

 

Urteil vom 5. Juni 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc. und Widerruf 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. Juli 2014 

(DG140006) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. März 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 34). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (HD) 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 

1 StGB (ND 10) 

− der mehrfachen versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (ND 1, ND 4 

und ND 7) 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 9) 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 6) 

− der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 1 und ND 7) 

− der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 

286 StGB (ND 1 und ND 7) 

− der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 

Fahrunfähigkeit im Sinne von aArt. 91a Abs. 1 SVG in Verbindung 

mit Art. 55 SVG (ND 11) 

− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von aArt. 94 Ziff. 1 Abs. 

1 SVG (ND 11) 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b 

SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (ND 11) 

− der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von aArt. 90 Ziff. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 

SVG (ND 11) 

- 3 - 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 

Abs. 1 Satz 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 

2 Abs. 1 VRV (ND 5) 

− des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von aArt. 92 

Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG (ND 

11) 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf des Angriffs im 

Sinne von Art. 134 StGB (ND 4). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren und 6 Monaten Freiheits-

strafe (wovon 561 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug er-

standen sind) sowie mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 1'000.–. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 10. Juni 2010 ausgefällte, 

bedingte Freiheitsentzug von 8 Monaten (abzüglich der damals bereits 

erstandenen Haft von 178 Tagen) wird widerrufen. 

6. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 12. Mai 

2011 bedingt ausgefällte Teil der Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– wird widerrufen. 

7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 61 StGB in eine Einrichtung für 

junge Erwachsene eingewiesen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu 

diesem Zweck aufgeschoben. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (B._____) Scha-

denersatz von Fr. 535.90 zuzüglich 5 % Zins ab 29. Dezember 2012 zu 

bezahlen. 

Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 (B._____) wird im 

Umfang von Fr. 236.– abgewiesen. Im Mehrbetrag wird der Privatklä-

- 4 - 

ger 1 (B._____) mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (B._____) 

Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 29. Dezember 2012 als Genugtuung 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

10. Die Zivilforderungen (Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren) des 

Privatklägers 2 (C._____) werden auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine Bemühungen und Baraus-

lagen als amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse wie folgt ent-

schädigt: 

Honorar: Fr. 30'800.– 

Barauslagen: Fr. 1'131.95 

MwSt 8.0%: Fr. 2'554.55 

  __________________ 

Total: Fr. 34'486.50 

12. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, wird für seine Bemühungen und Baraus-

lagen als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklägers 1 (B._____) 

aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt: 

Honorar: Fr. 6'000.– 

Barauslagen: Fr. 337.– 

MwSt 8.0%: Fr. 506.95 

  __________________ 

Total: Fr. 6'843.95 

13. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 22'703.20  Auslagen Vorverfahren 

- 5 - 

Fr. 1'310.–  Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Fr. 8'000.–  Gebühr für das Vorverfahren 

Fr.  34'486.50  Honorar amtlicher Verteidiger 

Fr.  6'843.95  Honorar unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklä-gers 1 (B._____) 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung des Privatklägers 1 (B._____), werden 

dem Beschuldigten auferlegt. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung des Privatklägers 1 (B._____) werden auf die 

Staatskasse genommen. Das Nachforderungsrecht des Staates für die 

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung des Privatklägers 1 (B._____) gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bleibt vorbehalten. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 131 S. 1 ff.) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

22. Juli 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− […] 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (ND 10) 

− der […] versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ([…] ND 7) 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 9) 

− […] 

- 6 - 

− der […] Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB ([…] ND 7) 

− der […] Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB ([…] 

ND 7) 

− der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

im Sinne von aArt. 91a Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 55 SVG 

(ND 11) 

− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von aArt. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG 

(ND 11) 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in 

Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (ND 11) 

− der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von aArt. 90 Ziff. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG (ND 11) 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 1 

Satz 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV 

(ND 5) 

− des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von aArt. 92 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG (ND 11) 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB (ND 4). 

3. […] 

4. […] 

5. […] 

6. […] 

7. […] 

8. […] 

 Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 (B._____) wird im Umfang 

von Fr. 236.– abgewiesen. Im Mehrbetrag wird der Privatkläger 1 (B._____) mit 

seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. […] Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren [des Privatklägers 

B._____] abgewiesen. 

- 7 - 

10.  Die Zivilforderungen (Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren) des Privat-

klägers 2 (C._____) werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

11.  Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt: 

 Honorar: Fr. 30'800.– 

Barauslagen: Fr. 1'131.95 

MwSt 8.0%: Fr. 2'554.55 

  __________________ 

Total: Fr. 34'486.50 

12.  Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklägers 1 (B._____) aus der Ge-

richtskasse wie folgt entschädigt: 

 Honorar: Fr. 6'000.– 

Barauslagen: Fr. 337.– 

MwSt 8.0%: Fr. 506.95 

  __________________ 

Total: Fr. 6'843.95 

13.  Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 22'703.20  Auslagen Vorverfahren 

Fr. 1'310.–  Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Fr. 8'000.–  Gebühr für das Vorverfahren 

Fr.  34'486.50  Honorar amtlicher Verteidiger 

Fr.  6'843.95 
 Honorar unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklä-

gers 1 (B._____) 

14.  […] 

15.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung des Privatklägers 1 (B._____) werden auf die Staatskasse ge-

nommen. Das Nachforderungsrecht des Staates für die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers 

1 (B._____) gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

16.  (Mitteilungssatz) 

- 8 - 

17.-19. (Rechtsmittel) 

2. Der Beschuldigte sei darüber hinaus der einfachen, eventualiter der 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 bzw. Art. 122 

StGB (HD) schuldig und im Übrigen von Schuld und Strafe freizuspre-

chen; 

3. Der Beschuldigte sei – unter Anrechnung der bereits verbüssten Haft – 

gemäss den nachfolgenden Ausführungen ausgesprochen milde zu 

bestrafen; 

4. Der Beschuldigte sei im Sinne von Art. 61 StGB in eine Einrichtung für 

junge Erwachsene einzuweisen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zu 

diesem Zweck aufzuschieben; 

5. Der Privatkläger 1 (B._____) sei mit seinen Zivilforderungen auf den 

Zivilweg zu verweisen; 

6. Die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, sei-

en im nachfolgend noch näher umschriebenen Umfang auf die Staats-

kasse zu nehmen oder aber dem Beschuldigten aufzuerlegen und in-

folge Uneinbringlichkeit sofort abzuschreiben; 

7. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 130 S. 2) 

1. Von der Rechtskraft der mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

22. Juli 2014 nicht angefochtenen Dispositivpunkten, namentlich auch 

bezüglich der Schuldpunkte, sei Vormerk zu nehmen.  

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 22. Juli 2014 sei im Übrigen 

grundsätzlich zu bestätigen, namentlich auch hinsichtlich der Schul-

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punkte und dabei des Tatbestands der versuchten vorsätzlichen Tö-

tung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB, mit folgender Ausnahme: 

3. Der Beschuldigte sei mit 9 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, unter 

Anrechnung der erstandenen Haft bzw. vorzeitigen Massnahmenvoll-

zug von insgesamt 879 Tagen (9.1.2013 – heute), und einer Geldstrafe 

von 15 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 10.– und einer Busse von 

Fr. 1'000.–. 

4. Auf die Anordnung einer Massnahme nach Art. 61 StGB sei zu verzich-

ten.  

c) Des Vertreters des Privatklägers 1: 

(Urk. 105 S. 1, schriftlich) 

 Abweisung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

- 10 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes 

Hinwil vom 22. Juli 2014 (Urk. 96), das schriftlich eröffnet und den Parteien am 

25. Juli 2014 zugestellt worden war (Prot. I S. 48; Urk. 72 und 73), meldete der 

amtliche Verteidiger am 23. Juli 2014 rechtzeitig die Berufung an (Urk. 74).  

2. Nach Zustellung des begründeten Urteils der Vorinstanz an die Parteien 

(Urk. 92 [resp. 96] und 93) reichte der Verteidiger die Berufungserklärung vom 

11. Dezember 2014 innert der gesetzlichen Frist nach Art. 399 Abs. 3 StPO bei 

der hiesigen Berufungsinstanz ein (Urk. 99), woraufhin die Anklagebehörde innert 

angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO mit Eingabe vom 29. Dezem-

ber 2014 Anschlussberufung erhob, wohingegen der Vertreter des Privatklägers 1 

mit Eingabe vom 6. Januar 2015 auf Anschlussberufung verzichtete (Urk. 104 und 

105). Die übrigen Privatkläger liessen sich allesamt nicht vernehmen. Weder der 

Beschuldigte noch die Anklagebehörde stellten Beweisanträge, so dass mit Vor-

ladung vom 11. März 2015 die Berufungsverhandlung auf den 5. Juni 2015 ange-

setzt wurde (Urk. 108). Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 zog der Verteidiger die Be-

rufung in drei Punkten zurück (Urk. 124) und reichte gleichzeitig den Massnah-

mebericht des Amtes für Justizvollzug über den Beschuldigten ein (Urk. 128). Zur 

Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte mit seinem Verteidiger, der 

Vertreter der Anklagebehörde und der mit Vorladung vom 21. Mai 2015 (Urk. 118) 

aufgebotene Gutachter, der stellvertretende Leiter der Abteilung Forensische Me-

dizin & Bildgebung des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM), 

Dr. med. D._____, (Prot. II S. 6). 

3. Der Beschuldigte befand sich vom 8. Juli 2011 bis 9. Juli 2011 sowie vom 

9. Januar 2013 bis 18. November 2013 in Untersuchungshaft und wechselte ab 

dem 18. November 2013 in den vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 27/2/24). Dem 

schriftlichen Gesuch des Beschuldigten vom 23. Juli 2014 um vorzeitige Einwei-

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sung in eine Einrichtung für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB 

(Urk. 75) wurde nach Eingang der Eignungsabklärung durch das Amt für Justiz-

vollzug des Kantons Zürich vom 6. resp. 22. Oktober 2014 (Urk. 88 und 89) im 

Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (Urk. 78) durch 

die Vorinstanz mit Verfügung vom 29. Oktober 2014 entsprochen (Urk. 90). Der 

Beschuldigte befindet sich nunmehr seit dem 15. Dezember 2014 im vorzeitigen 

Massnahmenvollzug im Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) (Urk. 94 101 und 

128 S. 1).  

II. Prozessuales 

A.  Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

2. Der Beschuldigte hat seine Berufung auf die Schuldsprüche betreffend die 

versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (HD), die mehrfache versuchte einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(ND 1, ND 4 und ND 7), die Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB (ND 9), die Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 6), die mehrfa-

che Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 

Ziff. 1 StGB (ND 1 und ND 7) und die mehrfache Hinderung einer Amtshandlung 

im Sinne von Art. 286 StGB (ND 1 und ND 7) sowie auf den Strafpunkt (Disposi-

tiv-Ziffer 3 und 4) samt Vollzug (Dispositiv-Ziffer 7) und den Widerruf der bedingt 

ausgefällten Strafen gemäss Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 10. Juni 2010 

und gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 12. Mai 2011 

(Dispositiv-Ziffer 5 und 6) und überdies auf die Verpflichtung zur Leistung von 

Schadenersatz und Genugtuung an den Privatkläger 1 (Dispositiv-Ziffer 8 und 9) 

- 12 - 

sowie auf die vollständige Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 14) beschränkt (Urk. 99 

S. 4 f.). 

Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihrerseits die Anschlussberufung auf die Be-

messung der Strafe und die Anordnung der Massnahme (Urk. 104 S. 1; Prot. II 

S. 10). 

3. Der Verteidiger zog die Berufung hinsichtlich Schuldsprüche betreffend ND 7 

(versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB und Hinderung einer Amtshandlung im 

Sinne von Art. 286 StGB) und ND 9 (Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB) und hinsichtlich der in Dispositiv Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils 

angeordneten Massnahme für junge Erwachsene jedoch noch vor der Berufungs-

verhandlung wieder zurück (Urk. 124). 

4. Da die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gemäss Art. 401 Abs. 2 

StPO nicht auf die Themen der Hauptberufung des Beschuldigten beschränkt ist, 

verbleibt als Prüfungsgegenstand des Berufungsverfahrens die Anordnung einer 

Massnahme (vgl. auch BGE 140 IV 92). 

5. Entsprechend ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil 

vom 22. Juli 2014 hinsichtlich der Dispositivziffern 1 (Schuldsprüche betreffend 

die einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [ND 10], 

die versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB [ND 7], die Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB [ND 9], die Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB [ND 7], die Hinderung einer Amtshand-

lung im Sinne von Art. 286 StGB [ND 7], die Vereitelung von Massnahmen zur 

Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne von aArt. 91a Abs. 1 SVG in Verbin-

dung mit Art. 55 SVG [ND 11], die Entwendung zum Gebrauch im Sinne von 

aArt. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG [ND 11], das Fahren ohne Berechtigung im Sinne von 

Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG [ND 11], die Verlet-

zung der Verkehrsregeln im Sinne von aArt. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 

- 13 - 

31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG [ND 11], das Fahren in fahrunfähigem Zu-

stand im Sinne von aArt. 91 Abs. 1 Satz 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 

SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV [ND 5] und das pflichtwidrige Verhalten bei Unfall im 

Sinne von aArt. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG 

[ND 11]) und weiter hinsichtlich der Dispositivziffern 2 (Freispruch), 10 (Zivilan-

sprüche des Privatklägers 2), 11 und 12 (Entschädigung des amtlichen Verteidi-

gers und des unentgeltlichen Rechtsbeistandes des Privatklägers 1), 13 (Kosten-

festsetzung), 15 (Kostenübernahme der amtlichen Verteidigung und des unent-

geltlichen Rechtsbeistandes des Privatklägers 1 auf die Staatskasse) in Rechts-

kraft erwachsen ist. 

B.  Beweisgrundsätze 

1. Da der Beschuldigte den Anklagesachverhalt bezüglich der angefochtenen 

Schuldsprüche auch heute in der Berufungsverhandlung bestritt (Prot. II S. 16 ff.), 

ist nachfolgend aufgrund der vorhandenen Beweismittel zu prüfen, ob sich der im 

Berufungsverfahren zu beurteilende Anklagesachverhalt betreffend das Haupt-

dossier (HD) und die Nebendossiers (ND) 1, 4 und 6 (Urk. 34) rechtsgenügend 

erstellen lässt.  

2.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219, 

E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38, E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_617/2013, E. 1.2., vom 4. April 2014). Angesichts der Unschuldsvermutung 

besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten al-

le objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (Niklaus 

Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. A., Zürich/St. Gal-

len 2013, N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38, E. 

2a). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter 

nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes 

- 14 - 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat 

(BGE 138 V 74, E. 7; BGE 128 I 81, E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des 

Richters muss auf einem verstandesmässig einleuchtenden Schluss beruhen und 

für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/ Hart-

mann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6.A. Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.).  

2.2. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 

von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des 

Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-

stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich 

erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, 

E. 3.3. mit Hinweisen). 

2.3. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxis-

kommentar, 2.A. Zürich/St. Gallen 2013, Art. 10, N 2a; Tophinke in: Niggli/Heer/ 

Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung 

[kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, Art. 10, N 21). 

2.4. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

- 15 - 

sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 3 StPO; Max Guldener, Be-

weiswürdigung und Beweislast, S. 7; BGE 124 IV 88, 120 1a 31 E. 2c). Es liegt in 

der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Si-

cherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, 

dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abs-

trakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche 

immer möglich sind (BGE 138 V 74, E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf 

ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. 

C.  Strafanträge 

Die Vorinstanz hat zutreffende grundsätzliche Erwägungen zur Prozessvoraus-

setzung des Strafantrages bei Delikten gemacht, die gemäss Art. 30 StGB nur auf 

Antrag der verletzten Person strafbar sind, wobei die Antragsfrist gemäss Art. 31 

StGB mit dem Tag zu laufen beginnt, an welchem der antragsberechtigten Person 

der Täter bekannt wird und nach Ablauf von drei Monaten erlischt. Darauf kann 

vorab verwiesen werden (Urk. 96 S. 7). Ebenfalls zutreffend legte die Vorinstanz 

dar, dass der Strafantrag gemäss Art. 304 Abs. 1 StPO bei der Polizei, der 

Staatsanwaltschaft oder Übertretungsstrafbehörde schriftlich eingereicht oder 

mündlich zu Protokoll gegeben werden kann (Urk. 96 S. 8 f.). 

Ebenfalls ist auf die unbestritten und unangefochten gebliebenen Ausführungen 

der Vorinstanz zu verweisen, wonach sich sowohl hinsichtlich der (versuchten) 

einfachen Körperverletzungen in den ND 1 und 4 als auch hinsichtlich der Dro-

hung in ND 6 die entsprechenden Strafanträge in den Akten befinden, wodurch 

sich weitere Ausführungen erübrigen (Urk. 96 S. 7 und 9).  

- 16 - 

III. Sachverhalt 

A. Anklagepunkt HD:  
versuchte vorsätzliche Tötung 

 

1. Der Anklagepunkt des HD befasst sich mit dem Vorfall von Samstag, 

29. Dezember 2012, ca. 00.30 Uhr, in der Nähe der E._____ Bar in F._____, bei 

welchem der Beschuldigte dem Privatkläger 1 den von diesem mitgeführten Eis-

pickel im Verlaufe des Gerangels um eben diesen in den Rücken schlug, als die-

ser den Beschuldigten und seine Kollegen um Ruhe für die Nachbarschaft bat. 

Dabei wurde der Privatkläger 1 derart in nächster Nähe zu lebenswichtigen Struk-

turen verletzt, dass er sich in mittelbarer Lebensgefahr befand, die jedoch durch 

eine rasche chirurgische Intervention und medizinische Versorgung am ... Spital 

F._____ behoben werden konnte. Der detaillierte Sachverhalt ergibt sich aus der 

Anklageschrift (Urk. 34 S. 3 f.) und aus der Zusammenfassung im vorinstanzli-

chen Urteil (Urk. 96, S. 14 f.), worauf gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen 

werden kann. 

2. Unbestritten und gemäss Untersuchung ist folgender Sachverhalt erstellt: In 

der fraglichen Nacht hielt sich eine Gruppe junger Männer im Bereich vor der 

E._____ Bar im … - Zentrum in F._____ auf, zu der nebst dem Beschuldigten 

auch G._____, H._____, I._____, J._____, K._____ und L._____ gehörten (Urk. 

70 S. 4). Der Privatkläger 1 begab sich, nachdem er eine Kollegin zur M._____-

Strasse Höhe Hausnummer 10 begleitet hatte, zu dieser Gruppe, um die Leute zu 

bitten, etwas ruhiger zu sein, da die Nachbarschaft schon schlafe. Der Privatklä-

ger 1 führte einen Eispickel mit sich, um den es darauf ein Gerangel gab, den er 

aber auf keinen Fall hatte loslassen wollen. Im Verlaufe des Gerangels um den 

Eispickel, an dem verschiedene Beteiligte zogen, ging der Privatkläger 1 zu Bo-

den. Nach übereinstimmenden Aussagen befand sich teils aber auch der Be-

schuldigte auf dem Boden (Urk. HD 10/2 S. 9 und 18 [Privatkläger 1]; HD 8/3 S. 3 

f. [Beschuldigter]; HD 9/3 S. 2 [G._____]; HD 12/2 S. 4 [K._____]). Schliesslich 

musste der Privatkläger 1 den Pickel frei geben, worauf ihn der Beschuldigte da-

mit am Rücken verletzte. Danach rannten die jungen Männer weg und liessen den 

- 17 - 

Privatkläger 1 verletzt liegen (Urk. 70 S. 4). Nachweislich begab sich dieser zur 

Treppe vor dem ... - Zentrum vor der E._____-Bar auf der Seite der Bahn-

hofstrasse, wo die Passantin N._____ auf ihn aufmerksam wurde und sich um ihn 

kümmerte (Urk. HD 2; Urk. HD 3 S. 1; Urk. HD 12/11 S. 3; Urk. HD 12/12). Die 

durch den Eispickel verursachten Verletzungen, eine 7,5 bis 11,5 cm tiefe Stich-

wunde am Rücken linksseitig auf Höhe des 3. Lendenwirbelkörpers mit Durch-

trennung der Rückenmuskulatur, zwei Dünndarmverletzungen, Verletzungen der 

Lymphgefässe auf Höhe des 3. Lendenwirbelkörpers und ein Bruch des 3. Len-

denwirbelkörpers (Abbruch des linken Seitenfortsatzes), wurden nach einer chi-

rurgischen Intervention im ... Spital F._____ behandelt, hatten einen 12-tägigen 

Spitalaufenthalt notwendig gemacht und führten zu einer rund 4 wöchigen Ar-

beitsunfähigkeit des Privatklägers 1. Dieser war nach der medizinischen Behand-

lung beschwerdefrei und reiste Ende Januar 2013 zurück nach Kanada an seinen 

Wohnort (Urk. HD 10/2 S. 4). Diese Sachdarstellung wird denn auch vom Be-

schuldigten nicht bestritten (Urk. 8/2 S. 9 f; Urk. 8/3 S. 2 f; Urk. 70 S. 4 und 11). 

Zudem decken sich seine Aussagen zu diesem Teil des Tatgeschehens im Kern 

mit den Aussagen des Privatklägers 1 (Urk. HD 10/1 S. 2 f.; Urk. HD 10/2) und 

den medizinischen Akten des ... Spitals F._____ (Urk. 14/6-8). Dies hat auch die 

Vorinstanz zu Recht erkannt (Urk. 96 S. 31). 

3. Die Verteidigung macht im Wesentlichen geltend, der Privatkläger 1 sei mit 

dem in der weit erhobenen Hand mitgeführten Eispickel in drohender Haltung auf 

die Gruppe junger Männer zugegangen, wodurch diese in Angst und Schrecken 

versetzt worden seien und daher angefangen hätten, am Pickel zu reissen 

(Urk. 70, S. 8). So sei auch der Beschuldigte zu Boden gegangen. Dieser habe 

den Privatkläger 1 zwar mit dem Pickel verletzt, jedoch habe er damit nicht aus-

geholt und entgegen der Anklageschrift habe er den Pickel nicht mit einem hohen 

Impuls in den Rücken des Privatklägers 1 geschlagen. Es habe sich vielmehr um 

einen "Stoss" resp. einen "Schubser" gehandelt (Urk. 70 S. 8 f. und S. 12; 

Urk. 131 S. 8 f.). Der Beschuldigte bestritt überdies von Anfang an jeglichen Tö-

tungsvorsatz und auch, dass er den Beschuldigten verletzen wollte (Urk. 70 S. 11 

und Urk. HD 8/2 S. 11 f., HD 8/3 S. 5; Prot. II S. 11 und S. 23). Die Verteidigung 

macht weiter geltend, dass vorliegend der objektive Tatbestand der schweren 

- 18 - 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB nicht erfüllt sei, denn es habe keine 

unmittelbare Lebensgefahr für den Privatkläger 1 vorgelegen, dieser habe be-

schwerdefrei aus dem Spital nach Hause entlassen werden können und die Ar-

beitsunfähigkeit sei keine bleibende gewesen, so dass sich der Beschuldigte ent-

gegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft nur der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 StGB schuldig gemacht habe (Urk. 70 S. 11; Urk. 131 S. 12).  

4. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. HD 

8/1-11) die Aussagen des Privatklägers 1 (Urk. HD 10/1-2) und der als Zeugen 

befragten Kollegen des Beschuldigten G._____ (Urk. HD 9/1-6), I._____ (Urk. HD 

12/5-6), K._____ (Urk. HD 12/1-2) und H._____ (Urk. HD 12/7-8) sowie die Aus-

sagen der unbeteiligten Zeugen N._____ und O._____ (Urk. HD 12/11-12), ferner 

betreffend die vom Privatkläger 1 erlittenen Verletzungen insbesondere die medi-

zinischen Akten (Urk. HD 14/1-30), namentlich der ärztliche Befund des ... Spitals 

F._____ vom 16. Januar 2013 (Urk. 14/6), der Operations- und der Austrittsbe-

richt desselben Spitals vom 29. Dezember 2012 resp. 9. Januar 2013 (Urk. HD 

14/7 und 14/8) sowie das Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Uni-

versität Zürich (IRM), Abteilung Medizin & Bildgebung, vom 15. Juli 2013 (Urk. HD 

14/20) und sein Ergänzungsgutachten vom 4. September 2013 (Urk. HD 14/29) 

sowie der Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 9. Januar 2013 

(Urk. HD 19) vor. Ausserdem wurde die sichergestellte Bekleidung des Privatklä-

gers 1 beschlagnahmt und beigezogen (Urk. 112) und das Aktengutachten des 

IRM mündlich erläutert (Prot. II S. 11 ff.).  

4.1. Was die Vorwürfe der Verteidigung bezüglich der teilweise nicht beschrifte-

ten im ... Spital F._____ erstellten computertomografischen Aufnahmen betrifft, ist 

vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen, in welchen die 

Vorwürfe einlässlich entkräftet wurden (Urk. 69 S. 31). An dieser Beurteilung ist 

ohne Einschränkung festzuhalten. 

4.2. Nachdem die Verteidigung geltend machte, es sei nicht klar, ob die Kleidung 

des Privatklägers 1 mit der Pickelspitze perforiert wurde oder nicht (Urk. 70 

S. 10), wurde die Bekleidung des Beschuldigten gemäss dem Spurenbericht des 

Forensischen Instituts Zürich, bestehend aus einem blauen T-Shirt, einer dunkel-

- 19 - 

grauen Jacke, Marke Mountain, einer blauen Jeans, und den Boxershorts, die 

durch das Spitalpersonal ab dem verletzten Beschuldigten sichergestellt und als 

Asservate registriert gelagert worden waren, mit Verfügung vom 15. Mai 2015 als 

Beweismittel beigezogen (Urk. HD 19 S. 4). Die Sichtung der Bekleidung ergibt 

unzweifelhaft, dass der Eispickel weder die Winterjacke noch das T-Shirt des Be-

schuldigten, noch die Boxershorts oder die Jeans perforierte, was durch den Gut-

achter des IRM bestätigt wird (Prot. II S. 12 f.) und worauf im Zusammenhang mit 

der Würdigung der Gutachten des IRM nachstehend noch zurückzukommen sein 

wird (siehe nachfolgend Erw. Ziff. 4.4.2.-4.). 

4.3.1. Bezüglich der allgemeinen Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Be-

teiligten kann vorab auf die diesbezüglichen zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 96 S. 11-14). Sie hat ausserdem die bisherigen 

Aussagen des Privatklägers 1 und des Beschuldigten richtig und umfassend 

(Urk. 96 S. 15-19, S. 20-24) und die Aussagen der Kollegen des Beschuldigten, 

soweit nötig, korrekt wiedergegeben (Urk. 96, S. 25-29). Sodann würdigte sie die 

vorhandenen Beweise sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit und nahm eine 

nachvollziehbare Sachverhaltserstellung vor, die im Ergebnis zutreffend und zu 

teilen ist. Sie hielt die Aussagen des Privatklägers 1 letztlich für plausibel, wider-

spruchsfrei, authentisch, detailreich und in sich schlüssig (Urk. 96 S. 19 f.). Dage-

gen schildere der Beschuldigte, abgesehen von seinem glaubhaften Geständnis, 

die Begleitumstände eher karg, seinen Aussagen fehlten zu weiten Teilen Reali-

tätskriterien und er widerspreche teilweise auch den Aussagen seiner Kollegen 

(Urk. 96 S. 24). Insgesamt stellte sie auf die Aussagen des Privatklägers 1 und 

das Gutachten des IRM ab und erwog, der angeklagte Sachverhalt sei erstellt 

(Urk. 96 S. 31). Entsprechend kann vorab auf die diesbezüglichen vorinstanzli-

chen Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 96, Erw. III. 4.4.1. 

- 4.4.5.; S. 24-31). Die nachfolgenden Ausführungen sind als Ergänzung resp. 

Präzisierung zu verstehen. 

4.3.2. Die ersten Aussagen des Beschuldigten und seines Kollegen G._____ 

gegenüber der Polizei erfolgten am 9. Januar 2013, nachdem sie am Morgen die-

ses Tages verhaftet worden waren (Urk. 7 S. 7, HD 8/2 S. 1 und HD 9/1 S. 2). 

- 20 - 

I._____ wurde noch gleichentags ebenfalls durch die Kantonspolizei Zürich zu 

dem Vorfall befragt (Urk. HD 12/5 S. 1), während die weiteren Kollegen des Be-

schuldigten erst am folgenden Tag, jedoch noch während der Beschuldigte und 

G._____ in Haft waren, erstmals polizeilich befragt wurden (Urk. HD 12/1 

[K._____], HD 12/3 [J._____], HD 12/7 [H._____], HD 12/9 [P._____]). Somit hat-

ten der Beschuldigte und seine sämtlichen Kollegen seit dem Vorfall vom 29. De-

zember 2012 bis zur ersten Befragung im Januar 2013 mehr als eine Woche lang 

Zeit, sich über das Vorgefallene auszutauschen, befanden sie sich doch weder in 

Haft noch hielten sie sich sonst unerreichbar zueinander auf. Darauf wies der Be-

schuldigte in der Hafteinvernahme vom 9. Januar 2013 denn auch eigens hin 

(Urk. HD 8/2 S. 8). 

Ausserdem wurde von der Kantonspolizei Zürich eine Medienmitteilung mit Zeu-

genaufruf publiziert (Urk. HD 1 S. 9) und in der lokalen Presse sowie in ... [TV-

Lokalsender] wurde über den Vorfall ebenfalls berichtet, worüber die Befragten 

teilweise auch Kenntnis hatten (Urk. 71/4 S. 3; HD 12/1 S. 3 [K._____]; HD 12/3 

S. 3 [J._____]; HD 12/5 S. 2 [I._____]; HD 12/12 S. 5 [N._____]). Dies ist bei der 

Würdigung der Aussagen der Beteiligten ebenfalls zu berücksichtigen. Aus diver-

sen Aussagen der drei Beteiligten ergibt sich denn auch konkret, dass sie unter 

einander über das Vorgefallene gesprochen hatten (Urk. HD 9/1 S. 5 und HD 9/3 

S. 7 [G._____]; HD 12/3 S. 5 [J._____]; HD 12/1 S. 5 [K._____]; HD 12/5 S. 5 

[I._____]; HD 12/7 S. 3 [H._____]), was ja durchaus einem nachvollziehbaren, lo-

gischen Verhalten unter Kollegen entspricht. Gemäss übereinstimmenden Aussa-

gen hatten G._____, H._____, I._____ und J._____ zusammen in der E._____-

Bar abgemacht, um den Abend miteinander zu verbringen (HD 9/1 S. 2 f. und HD 

9/2 S. 2 [G._____]; HD 12/3 S. 1 und 12/4 S. 2 [J._____]; HD 12/5 S. 2 [I._____]; 

HD 12/7 S. 1 f. und S. 4 f. [H._____]), wo sie anschliessend auf weitere Kollegen 

trafen. Ausserdem bezeichnete P._____ den Beschuldigten und K._____ als "gu-

te Kollegen" (ND 4/16 S. 4), was denn auch der Beschuldigte, zumindest bezüg-

lich P._____ bestätigte (Urk. ND 8/6 S. 3). Dass der Beschuldigte eine konkrete 

Absprache im Hinblick auf seine Inhaftierung noch knapp mit "nein, eigentlich 

nicht" bestritt (Urk. HD 8/2 S. 8), ist unter diesen Umständen als reine Schutzbe-

hauptung zu qualifizieren.  

- 21 - 

In diesem Zusammenhang ist überdies aufgrund der kollegialen Beziehungen un-

ter den Beteiligten (ausgenommen der Privatkläger 1) davon auszugehen, dass 

sie darum bemüht waren, nebst sich selbst keinen anderen mehr als nötig zu be-

lasten, wovon auch die Vorinstanz zutreffend ausging (Urk. 96 S. 26). Das zeigt 

sich beispielsweise an den Antworten auf die Frage, wer an dem Pickel gerissen 

und wer den Pickel in den Rücken des Beschuldigten geschlagen habe, die wei-

testgehend ausweichend lauteten (z.B. Urk. HD12/5 S. 3 [I._____]; HD 12/3 S. 3 

[J._____]; HD 12/7 S. 3 [H._____]; HD 12/1 S. 5 [K._____]; HD 8/2 S. 10 [Be-

schuldigter]). Umso mehr ist daher das Beweisergebnis glaubhaft, das sich durch 

deren Belastungen ergibt. Wenn also der Zeuge G._____ aussagt, dass jedenfalls 

nach dem Schlag der Beschuldigte den Pickel in den Händen gehalten habe und 

alle davon ausgehen würden, dass es der Beschuldigte gewesen sei, der ge-

schlagen habe (Urk. HD 9/1 S. 3), spricht das für die Glaubhaftigkeit seiner Aus-

sagen, wobei dies nicht nur auf die vom Beschuldigten zugegebenen Teile der 

Aussage zutrifft, sondern auch auf die bestrittenen, belastenden, worauf noch nä-

her einzugehen sein wird. 

Überdies ist in Betracht zu ziehen, dass naturgemäss die Erinnerung dann noch 

frischer und näher bei der Wahrheit ist, je näher die Aussagen zeitlich zum Vorfall 

erfolgen. Es entspricht der allgemeinen Erfahrung, dass die tatnächsten Aussa-

gen authentischer und verlässlicher sind, als solche, die Wochen später erfolgen. 

Diese ersten Aussagen der Beteiligten wurden ohne Beisein eines Verteidigers 

oder eines Rechtsbeistandes des Geschädigten deponiert. Sie zeichnen sich 

dadurch aus, dass sie im Kerngehalt übereinstimmen. Ausserdem schilderten sie 

den fraglichen Vorfall jeweils frei und suggestionslos auf die völlig offen gestellten 

Fragen des Polizeibeamten, wie und mit wem sie den fraglichen Abend verbracht 

hätten, resp. "Was haben Sie genau gesehen?" oder "und dann?" (Urk. HD 12/5 

S. 3 [I._____]) sowie auf die ebenfalls offene Aufforderung, sie sollten das Ge-

schehene schildern (Urk. HD 9/1 S. 2 f. [G._____]; HD 12/1 S. 1 ff. [K._____]; 

HD 12/3 S. 1 f. und S. 3 [J._____]; HD 12/5 S. 1 f. [I._____]; HD 12/7 S. 2 

[H._____]). Das alles spricht für sich alleine genommen in Anbetracht ihrer kolle-

gialen Beziehung und der Gelegenheit der Absprache noch nicht für die Glaubhaf-

tigkeit der konkreten Aussagen der Kollegen des Beschuldigten. Da sich diese 

- 22 - 

aber namentlich mit den Aussagen des Privatklägers 1 und damit des Opfers de-

cken, ist insgesamt von ihrem Wahrheitsgehalt auszugehen, wie auch die Vo-

rinstanz zu Recht ausführt (Urk. 96 S. 26 ff.). 

Auffällig ist, wie die Vorinstanz ebenfalls erwog (Urk. 96 S. 27), dass sich das 

Aussageverhalten einiger Beteiligter in den staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

men, die in Anwesenheit des Verteidigers des Beschuldigten stattfanden, markant 

änderte und sie im Gegensatz zu ihren früheren Aussagen plötzlich übereinstim-

mend angaben, der Privatkläger 1 habe den Pickel drohend auf Schulterhöhe ge-

halten und im übrigen aussagten, es nicht genau gesehen zu haben, resp. sich 

nicht mehr genau erinnern zu können (Urk. HD 9/3 S. 2 f. [G._____]; HD 12/2 S. 3 

[K._____]; HD 12/4 S. 3 und S. 4 f. [J._____]), was den Schluss nahelegt, dass 

dieses veränderte Aussageverhalten untereinander abgesprochen wurde. Es ist 

daher bezüglich der Aussagen des Beschuldigten und seiner Kollegen aufgrund 

all dieser Umstände grundsätzlich auf die ersten bei der Kantonspolizei Zürich 

deponierten Aussagen als die authentischeren, unverfälschteren und verlässliche-

ren abzustellen.  

4.3.3. Was die beiden unabhängigen Zeugen betrifft, die den Verletzten nach 

der Auseinandersetzung betreuten, sind die Aussagen namentlich bezüglich des 

Motivs für die Mitnahme des Pickels durch den Privatkläger 1 genauer zu würdi-

gen (Urk. HD 1 S. 6 f.). Anlässlich der Zeugeneinvernahme sagte O._____ aus, 

der Verletzte habe nicht viel gesagt, jedenfalls aber, dass er einen Eispickel mit 

dabei gehabt habe und er diesen einfach aus Angst, dass ihm etwas passieren 

könne, zur Selbstverteidigung mitgenommen habe (Urk. HD 12/11 S. 4 und 5). 

Die Zeugin N._____ sagte hingegen aus, der Privatkläger 1 habe ihr erzählt, dass 

er den Eispickel für eine Bergtour am nächsten Tag bei seinem Cousin habe ho-

len wollen. In der Zeitung habe sie eine andere Geschichte gelesen, weshalb sie 

sich nicht dazu äussern könne, was genau geschehen sei (Urk. HD 12/12 S. 5).  

Die Aussage des Zeugen O._____ deckt sich mit den Aussagen des Privatklägers 

1, die er noch im Spital F._____ gegenüber der Polizei machte. Er gab dort an, 

dass er und seine Kollegin, die vom Wohnort seiner Eltern aus am … 3 in 

F._____ nach Hause habe gehen wollen, beim Verlassen des Hauses einen riesi-

- 23 - 

gen Radau bei der E._____-Bar gehört hätten, weshalb die Kollegin ihn gebeten 

habe, sie zu begleiten. Um sich für den Fall, dass es Probleme mit den Radau-

brüdern geben könnte, verteidigen zu können, habe er seinen Eispickel mitge-

nommen. Bei der Treppe bei der Einfahrt ins Parkhaus … hätten sie die Radau-

brüder gesehen und seien an diesen vorbei gegangen (Urk. HD 10/1, S. 2). Auch 

gegen Ende der Befragung wiederholte der Privatkläger 1, er habe den Eispickel 

zur Verteidigung mitgenommen, weil draussen so ein Radau gewesen sei (Urk. 

HD 10/1 S. 6). Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nach 

dem Spitalaufenthalt sagte der Privatkläger 1 aus, dass sich die Kollegin, die nach 

Hause habe gehen wollen, gefürchtet habe beim …-Zentrum durchzugehen, da 

dort ein "Riesenmais" gewesen sei. Er habe beim Vorbeigehen im Korridor (sc. 

bei seinen Eltern zuhause) diesen Eispickel gesehen und beschlossen, ihn mitzu-

nehmen, falls ihn jemand angreifen sollte (Urk. HD 10/2 S. 4). Er habe nicht die 

Absicht gehabt, jemanden damit zu verletzen (Urk. HD 10/2 S. 16).  

Hinsichtlich des Motivs, den Eispickel mitzuführen, werden die Angaben des Pri-

vatklägers 1 durch den Zeugen O._____ vollumfänglich gedeckt. Aber auch der 

Zeuge I._____ sagte aus, auf die Frage seiner Kollegen, weshalb er mit dem Pi-

ckel herausgekommen sei, habe der Privatkläger 1 geantwortet, er sei von den 

Ferien oder Bergsteigen gekommen, er sei nicht da, um jemandem Angst zu ma-

chen (Urk. HD 12/5 S. 2). Die Aussagen des Privatklägers 1 sind angesichts der 

Umstände, namentlich der Zeit um Mitternacht, der - offensichtlich angetrunkenen 

- Gruppe junger Männer im hinteren Bereich der E._____-Bar bzw. bei der Ein-

fahrt ins Parkhaus des ...-Zentrums, und des Radaus, den sie machten, auch 

durchaus lebensnah und nachvollziehbar. Entgegen der Ansicht der Verteidigung 

mutet es nicht seltsam an, wenn ein junger Mann, der seine sich fürchtende Kol-

legin an einer solchen Gruppe junger Leute vorbei begleitet, zum Selbstschutz 

und nur für den Notfall ein Hilfsmittel behändigt, das er gegebenenfalls einsetzen 

könnte. Die Aussage der Zeugin N._____ zum Motiv des Mitführens des Pickels 

findet hingegen keinerlei Stütze in den Akten und sie räumte denn auch ausdrück-

lich ein, nicht mehr sicher zu sein, so dass darauf nicht abzustellen ist. Daran än-

dert auch nichts, dass in der Presse eine von ihr deponierte Aussage so erschien 

und schon gar nicht vermag dies als Beweis dafür zu gelten, dass der Privatkläger 

- 24 - 

1 - wohlgemerkt entgegen seinen eigenen offiziell protokollierten Aussagen - der 

Zeugin dies so erklärt haben soll, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 70 S. 

6). Die Kernaussage jedenfalls, wonach der Privatkläger 1 mit einem von ihm mit-

geführten Eispickel am Rücken verletzt worden sei, wird aber von ihr gedeckt. Es 

kann daher dahin gestellt bleiben, ob der Privatkläger 1 für den kommenden Tag 

tatsächlich eine Bergtour geplant hatte oder ob die Zeugin - wie es oft vorkommt - 

mit dieser Aussage eine Lücke in ihrer Erinnerung auffüllte, eine Wahrnehmung 

einfach interpretierte oder eine Aussage im Zusammenhang mit Bergsteigen 

missverstand. Über Bergsteigen sprach ja der Privatkläger 1 nachweislich mit den 

jungen Männern, als er diesen erklärte, wofür der Eispickel verwendet wird (Urk. 

HD 10/1 S. 2). Jedenfalls fällt auf, dass diesbezüglich auch nichts im Polizeirap-

port vermerkt wurde (Urk. HD 1 S. 6 f.). Es ist - nachdem sich die Aussagen des 

Privatklägers 1 bezüglich des Ablaufs der Geschehnisse (mit Ausnahme der 

nachstehend zu betrachtenden Details) als zutreffend erwiesen - von der von den 

Zeugen O._____ und I._____ bestätigten Darstellung auszugehen, dass der Pri-

vatkläger 1 den Eispickel lediglich zur Selbstverteidigung mit sich führte, für den 

Fall, dass er von den Radaubrüdern im Bereich der Parkhauseinfahrt ...-Zentrum 

angegriffen würde, an welchen er vorbeigehen musste, um die Kollegin nach 

Hause zu begleiten. 

4.3.4. Aufgrund der glaubhaften Aussagen des Privatklägers 1, die von den 

ersten Aussagen der Kollegen des Beschuldigten bestätigt wurden, ist als erstellt 

zu betrachten, dass der Privatkläger 1 auf dem Rückweg von der M._____-

Strasse 10 zu seinem Wohnort am ...weg 3 von der Bahnhofstrasse her durch die 

Galerie zur Treppe bei der Einfahrt zum Parkhaus ...-Zentrum ging, um die dort 

anwesende Gruppe junger Männer um mehr Ruhe zu bitten. Entgegen der An-

sicht der Verteidigung handelte es sich bei dem eingeschlagenen Weg nicht um 

einen Umweg, führt die Galerie durch das Zentrum doch direkt zur Treppe beim 

Parkhauseingang und ist der Weg der Strasse entlang von der Bahnhofstrasse 

her aussen um das Zentrum herum und auf dem ...weg bis zur genannten Treppe 

etwa gleich lang. Der Privatkläger 1 räumte ja auch von Anfang an ein, dass er 

extra zur Gruppe hinging, um sie anzusprechen (Urk. HD 10/1 S. 2 und HD 10/2 

S. 4), was durch die Aussagen der Beteiligten (Urk. HD 12/1 S. 3 [K._____]; HD 

- 25 - 

12/3 S. 1, 3 und HD 12/4 S. 6 [J._____]; HD 12/5 S. 1 f. [I._____]) und selbst des 

Beschuldigten (Urk. HD 8/2 S. 10) ja auch gestützt wird.  

Wie die Vorinstanz einlässlich darlegte, näherte sich der Privatkläger 1 der Grup-

pe nach übereinstimmenden Aussagen ruhig und friedlich und sprach die Gruppe 

in freundlichem Ton darauf an, dass sie bitte ruhiger sein sollten, da die Nachbar-

schaft schon schlafe (Urk. 96 S. 26-28). Der Privatkläger 1 sagte weiter konstant 

und übereinstimmend mit den ersten Aussagen der Beteiligten gegenüber der Po-

lizei aus, er habe den Pickel immer tief und an der Haue, am ganzen oberen Teil 

des Pickels, gehalten, so dass der Stiel wie ein Spazierstock nach unten gehan-

gen sei, ausser als er der Gruppe auf Nachfrage den Pickel quer vor der Brust 

haltend gezeigt habe (HD 10/1 S. 6 f. und Urk. HD 10/2 S. 6). Namentlich wird 

dies nebst anderen, wie die Vorinstanz überzeugend darlegt (Urk. 96 S. 26-28), 

auch durch die Wahrnehmung von G._____ bestätigt, der zuerst dachte, es hand-

le sich um ein Brecheisen (Urk. HD 9/2 S. 4) und von H._____, der aussagte, 

dass der Privatkläger 1 etwas in der Hand nach unten gehalten habe, das von 

weitem wie ein Stock ausgesehen habe (Urk. HD 12/8 S. 3). 

Aus den glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen der Beteiligten ergibt 

sich, dass die jungen und angetrunkenen Männer angesichts des Eispickels un-

ruhig wurden und diesen dem Privatkläger 1 entreissen wollten, sei es, weil sie 

sich - fälschlicherweise - dadurch bedroht fühlten (Urk. HD 12/1 S. 4 [K._____]; 

HD 12/3 S. 2 [I._____]), sei es, weil sie ihn dem Privatkläger 1 aus Sicherheits-

gründen, so z.B. G._____ (Urk. HD 9/2 S. 2), wegnehmen wollten. Der Privatklä-

ger 1 bestätigte denn auch, dass die Leute, als sie den Eispickel realisiert hatten, 

sofort sehr aggressiv geworden seien (Urk. HD 10/1 S. 2). In diesem Kontext ist 

denn auch seine Aussage zu verstehen, dass es vermutlich nicht so eine gute 

Idee gewesen sei, den Eispickel mitzunehmen (Urk. HD 10/1 S. 6), realisierte er 

wohl, dass der Pickel nicht nur ihn schützend, sondern auch ihn selbst gefähr-

dend durch die davon verunsicherten jungen Leute eingesetzt werden konnte. Da-

raus aber wie die Verteidigung abzuleiten, das nunmehr erstellte Motiv zur Mit-

nahme des Pickels treffe nicht zu (Urk. 70 S. 6 f.), verfängt nicht. 

- 26 - 

Auch was die Beschreibung des Privatklägers 1 bezüglich der Eskalation des Ge-

rangels um den Eispickel betrifft, werden seine Aussagen im Wesentlichen durch 

die Kollegen des Beschuldigten und diesen selbst bestätigt. So sagte I._____ aus, 

als er bemerkt habe, dass es kritisch wurde, sei er weg gegangen (Urk. HD 12/5 

S. 2). K._____ beschreibt die Situation so, dass es zuerst ein "alkoholisiertes 

Herumblödeln" gewesen sei, es dann immer ein grösseres Gerangel gegeben 

und sich die Gruppe immer dichter um den Mann geschlossen habe, worauf er 

sich irgendwann entfernt habe (Urk. HD 12/1 S. 3). I._____ bestätigt, die Stim-

mung sei etwas aggressiv geworden (Urk. HD 12/5 S. 2) und J._____ schildert, 

plötzlich sei die Situation eskaliert, es sei schon eine heftige Auseinandersetzung 

gewesen (Urk. HD 12/3 S. 1, S. 4). So kann auch als erstellt betrachtet werden, 

dass der Privatkläger 1 im Verlaufe des Gerangels von einem Umstehenden ge-

würgt wurde (Urk. HD 12/3 S. 4 [J._____]). Im übrigen ist aufgrund der Aussagen 

erstellt, dass sich der Ablauf der Auseinandersetzung entsprechend der uneinge-

schränkt glaubhaften Aussagen des Privatklägers 1, der notabene als Opfer 

selbst sehr darum bemüht war, den Vorfall einerseits sachlich zu schildern, ande-

rerseits niemanden mehr als nötig zu belasten und diesbezüglich vorsichtige An-

gaben machte, genau so ereignete, wie ihn die Anklage darstellt. Was die Wucht 

des Schlages mit dem Pickel betrifft, ist jedoch zunächst auf die medizinischen 

Gutachten zu verweisen: 

4.4.1. Die Anklage stützt sich hinsichtlich des Eindringens des Pickels in den 

Rücken des Privatklägers 1, der dadurch erlittenen Verletzungen und der mittel-

baren Lebensgefahr im Wesentlichen auf die medizinischen Akten zu den Verlet-

zungen des Privatklägers 1. Das Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 15. Juli 2013 führt gestützt auf die Unterlagen des ... Spitals F._____ folgen-

de Verletzungen auf (Urk. HD 14/20 S. 2; HD 14/6-8):  

− Stichwunde linksseitig an der Rückenhaut in der Höhe des 3. Lendenwirbel-
körpers mit Durchtrennung der Rückenmuskulatur und der Lymphgefässe  

− Abbruch des linken Seitenfortsatzes des 3. Lendenwirbelkörpers  
− zwei Dünndarmverletzungen 40 cm ab Treitz 

In der Schlussfolgerung des Aktengutachtens hält der Sachverständige im We-

sentlichen fest, dass keine unmittelbar lebenswichtigen Strukturen wie grosse 

- 27 - 

Blutgefässe (Aorta) oder stark blutende Organe wie beispielsweise Leber, Nieren 

oder Milz verletzt wurden. Da aber der Wundkanal in nächster Nähe (ca 1,5 cm) 

entfernt von lebenswichtigen Strukturen wie der grossen Bauchschlagader (Aorta) 

verlief, wäre der Tod bei einer Verletzung dieser Strukturen praktisch nicht mehr 

abwendbar gewesen (Urk. HD 14/20 S. 2).  

4.4.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der stellvertretende Abtei-

lungsleiter der Abteilung für Forensische Medizin und Bildgebung des Instituts für 

Rechtsmedizin Zürich, Dr. med. D._____, zum Aktengutachten vom 15. Juli 2013 

ergänzend befragt (Prot. II S. 11 ff.). Anlässlich der Einvernahme erläuterte er, er 

habe die Kleidung des Geschädigten genauestens untersucht, habe jedoch keine 

Zeichen dafür erkennen können, dass der Eispickel die Kleidung durchdrungen 

habe, was er sich damit erkläre, dass die Kleidung des Geschädigten hochge-

rutscht sei. Er könne die Schlussfolgerung des Aktengutachtens, wonach es sich 

um einen kräftigen bzw. wuchtigen Eispickelschlag gehandelt haben müsse, stüt-

zen. Eine derartige Verletzung könne – ausser durch einen entsprechenden Eis-

pickelschlag – nur verursacht werden, wenn man aus drei Metern Höhe auf den 

Eispickel fallen würde. Die Schlussfolgerung des Gutachtens beruhe auf einer an 

unbekleideten Leichen durchgeführten Untersuchung, weshalb sie auch für den 

vorliegenden Fall, bei welchem die Kleider des Geschädigten nicht durchstochen 

wurden, Geltung habe. Die Versuche seien zwar mit Brotmessern und Kugel-

schreibern durchgeführt worden, dienten aber dennoch als Näherungswert zur 

Abschätzung der verwendeten Kraft. Der Wundkanal, welcher mithilfe der compu-

tertomografischen Aufnahmen sichtbar gemacht worden sei, verlaufe 1,5 cm ne-

ben der Bauchhauptschlagader. Wäre diese getroffen worden, wäre der Geschä-

digte innert weniger Minuten verblutet.  

4.4.3. Die Feststellungen und Schlussfolgerungen im Gutachten des IRM und 

insbesondere die ausführlichen und präzisierenden Erläuterungen des sachver-

ständigen Rechtsmediziners sind nachvollziehbar und eindeutig. Aufgrund der 

festgestellten Eindringtiefe von minimal 7,5 cm (Urk. 14/29) und des Umstandes, 

dass die Bekleidung des Beschuldigten durch den Eispickel nicht perforiert wurde, 

dieser demnach unmittelbar in den nackten Rücken des Privatklägers 1 eindrang, 

- 28 - 

bestätigt der Gutachter die Schlussfolgerung im schriftlich erstellten Aktengutach-

ten des IRM. Danach ist aus rechtsmedizinisch-biomechanischer Sicht praktisch 

ausgeschlossen, dass der Eispickel mittels "Stoss" oder "Schubser" derart tief in 

den Rumpf des Privatklägers 1 hatte eindringen können. Statt dessen muss da-

von ausgegangen werden, dass entweder der Pickel mit hohem Impuls in den 

Rücken des Privatklägers 1 geschlagen wurde oder dass dieser aus mindestens 3 

Metern Höhe in die fixierte Pickelspitze hineingefallen ist (Urk. HD 14/20 S. 3; 

Prot. II S. 13). Auch ist aufgrund des Gutachtens zweifelsfrei erstellt, dass der Pri-

vatkläger 1 aufgrund des Einwirkens des Beschuldigten mit dem Eispickel in mit-

telbare Lebensgefahr gebracht worden war. Das heisst, der Tod wäre praktisch 

nicht mehr abwendbar gewesen wäre, wenn durch den Einstich lebenswichtige 

Strukturen wie die grosse Bauchschlagader (Aorta) verletzt worden wären, die 

sich in nächster Nähe zum Wundkanal (ca. 1,5 cm) befanden. Ausserdem war 

das Leben des Privatklägers 1 dadurch bedroht, dass es durch die Darm- und 

Lymphgefässverletzungen zu einem Austritt von Darminhalt in die Bauchhöhle 

und im späteren Verlauf zu einer generalisierten Entzündung (Sepsis) hätte kom-

men können, wenn die chirurgische Intervention nicht zeitnah geschehen wäre. 

Auch hätte die Verletzung der Rückenmuskulatur sowie des grossen linken Hüft-

beugemuskels (musculus psoas) zu einem konsekutiven Blutverlust und somit zu 

einer lebensbedrohlichen Situation führen können (Urk. HD 14/20 S. 2). 

4.4.4. Die Bestreitungen und Erklärungsversuche des Beschuldigten vermö-

gen die gutachterlichen Schlüsse nicht umzustossen. Zwar blieb der Beschuldigte 

anlässlich der Berufungsverhandlung auch nach Vorhalt der Schlussfolgerungen 

des Rechtsmediziners dabei, den Eispickel nicht mit hoher Wucht in den Rücken 

des Privatklägers 1 geschlagen und sich seinerseits bei der Ausführung des 

Schlages ebenfalls am Boden befunden zu haben (Prot. II S. 24 und S. 33 f.; Urk. 

131 S. 10). Dem widerspricht jedoch das übrige Beweisergebnis und namentlich 

auch die erste und authentischste Aussage des Beschuldigten selbst, wonach er 

aussagte, er sei es gewesen, er habe den Privatkläger 1 geschlagen (Urk. HD 

10/1 S. 9). Der Beschuldigte räumte ohne Vorhalt und auf eine offene Fragestel-

lung von selbst ein, dass "der Typ" am Boden gelegen sei und dann habe er ein-

fach mit dem Pickel auf ihn geschlagen (Urk. HD 10/1 S. 10). Jedenfalls ergibt 

- 29 - 

sich aus dieser Formulierung implizit, dass nur der Privatkläger 1, nicht aber er 

selbst, am Boden lag, als er zuschlug. In der Hafteinvernahme bestätigte dies der 

Beschuldigte, indem er aussagte, es sei eher so gewesen, dass er habe aufste-

hen wollen "und dann" sei der Pickel einfach reingegangen (Urk. HD 8/3 S. 4). 

Ebenso wird dies durch die Aussage des Zeugen I._____ gedeckt, wonach alle 

wüssten, wer "den Mann am Boden" geschlagen habe (Urk. HD 9/1 S. 4), was 

ebenfalls impliziert, dass der andere nicht am Boden lag. Da wie dargelegt, auf 

die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 1 abzustellen ist, erscheint die Be-

hauptung des Beschuldigten, er sei bei der Schlagausführung ebenfalls am Bo-

den gelegen, die er erstmals anlässlich der Hafteinvernahme und im Beisein sei-

nes Verteidigers deponierte, als reine Schutzbehauptung, sah der Privatkläger 1 - 

abgesehen von der Episode, als der Beschuldigte ihm den Pickel aus der Hand 

treten wollte - niemand anderen am Boden liegen (Urk. HD 10/2 S. 15).  

Angesichts des Umstandes, dass die Spitze des Pickels selbst nach Aussage des 

Beschuldigten sehr spitz gewesen sei (Urk. HD 10/1 S. 12), kann offen bleiben, 

ob und wie stark der Beschuldigte bei seinem Schlag ausholte. Jedenfalls sagte 

der Beschuldigte selbst aus, er sei "voll geschockt" und deprimiert gewesen, weil 

er gedacht habe, er habe "den Typen totgeschlagen" (Urk. HD 10/1 S. 10, S. 12). 

Zusammen mit der Erklärung seiner eigenen Handlungsweise, es habe ihm die 

"Sicherung gebutzt" (Urk. HD 10/1 S. 10) und er habe einfach nicht gewollt, dass 

er ihn mit dem Pickel bedrohe und ihm sage, er solle ruhig sein (Urk. HD 10/1 S. 

11), muss davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte den Eispickel je-

denfalls ohne Hemmungen in den Rücken des mit dem Gesicht nach unten auf 

dem Bauch liegenden und damit wehrlosen Privatklägers 1 schlug und er nicht 

etwa nur quasi aus Versehen "hineingerutscht" ist. Gestützt auf die Ausführungen 

des Gutachters anlässlich der Berufungsverhandlung bleibt es dabei, dass der 

Beschuldigte den Pickel jedenfalls mit hohem Impuls in den Rücken geschlagen 

haben muss, nachdem ein Stichkanal von mindestens 7,5 cm Länge und der 

Bruch des Lendenwirbelkörperfortsatzes resultierten (Prot. II S. 13). 

- 30 - 

4.5. Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszu-

gehen, dass der dieser Anklageziffer zugrunde liegende Sachverhalt beweismäs-

sig erstellt ist, wovon für die rechtliche Würdigung auszugehen ist. 

B. Anklagepunkt ND 1: 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Hinderung einer Amtshand-

lung, versuchte einfache Körperverletzung 
 

1. Der Anklagepunkt des ND 1 befasst sich mit dem Vorfall von Sonntag, 

12. Juni 2011, ca. 03.35 Uhr, in F._____ bei den Park + Ride Parkplätzen auf 

dem Gebiet des Bahnhofs F._____, bei welchem der Beschuldigte zusammen mit 

Q._____ (separates Verfahren) von einer Uniform-Patrouille einer Personenkon-

trolle unterzogen wurde, wobei dem Beschuldigten angelastet wird, er sei wegge-

rannt und habe dann einen Stein gegen die Beamten geworfen. Die Details zu 

diesem Vorfall sind sowohl in der Anklageschrift (Urk. 34 S. 5) als auch in zu-

sammengefasster Version im vorinstanzlichen Urteil enthalten (Urk. 96 S. 31 f.), 

worauf verwiesen wird. 

2. Der Beschuldigte gab den äusseren Ablauf des Vorfalls zu (Urk. 96 S. 37), 

namentlich dass er trotz der Aufforderung der Transportpolizisten, stehen zu blei-

ben, wegrannte, um sich nicht ausweisen zu müssen und um nicht wieder eine 

Rechnung (sc. wegen Verletzung des Hausverbotes) geschickt zu bekommen 

(Urk. ND 1/7 S. 3 f.). Der Beschuldigte bestreitet hingegen, einen Stein gegen die 

Bahnpolizisten geworfen zu haben und beteuert, an jenem Abend gar nichts ge-

macht zu haben (Urk. ND 1/7 S. 4 f.; Urk. 70 S. 15 f.).  

3.1. Die Vorinstanz hat auch bezüglich dieses Anklagepunktes die vorhandenen 

Beweise sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit gewürdigt, die Aussagen der 

Beteiligten korrekt wiedergegeben und insgesamt eine nachvollziehbare Sachver-

haltserstellung vorgenommen, die zutreffend ist. Der Vorinstanz ist auch beizu-

pflichten, wenn sie die Verwertbarkeit der Wahrnehmungsberichte der Transport-

polizei vom 15. Juni 2011 (Urk. ND 1/3 und 4) bejaht (Urk. 96 S. 39) und es aus-

schliesst, dass die Transportpolizisten in der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

me lediglich den Wahrnehmungsbericht wiedergegeben hätten, ohne sich über-

- 31 - 

haupt aktiv an den Vorfall zu erinnern (Urk. 96 S. 40). Entsprechend kann vorab 

auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 96 

S. 31-42). 

3.2. Ergänzend ist zu betonen, dass die Wahrnehmungsberichte, die zudem be-

treffend den Ablauf der Ereignisse inhaltlich identisch sind, bereits am dritten Tag 

nach dem Vorfall durch einen direkt am Geschehen beteiligten Bahnpolizisten er-

stellt wurden. Es ist davon auszugehen, dass zu jenem Zeitpunkt die Erinnerung 

durchaus noch frisch war und die Berichte ein verlässliches Indiz dafür darstellen, 

dass sich das Geschehen wie beschrieben abspielte. Das wird noch dadurch ver-

stärkt, als der äussere Ablauf durchaus vom Beschuldigten zugegeben wird. Dass 

die Angaben im Wahrnehmungsbericht betreffend den Beschuldigten (Urk. ND 

1/3) authentisch und glaubhaft sind, ergibt sich auch aus dem durch den Beschul-

digten gleichermassen geschilderten Umstand, wonach er den Bahnpolizisten 

namentlich bekannt war (Urk. ND 1/3 S. 3; Urk. ND 1/7 S. 3; Urk. HD 11/4 S. 2 

[R._____]; HD 11/5 S. 2 [S._____]). Dass der Beschuldigte den kritischen Punkt 

des Berichts, er habe den Stein gegen die Bahnpolizisten geworfen, bestreitet, 

muss angesichts der - unter der strengen Strafandrohung von Art. 303 StGB ab-

gegebenen - Bestätigung des durch S._____ schriftlich festgehaltenen Sachver-

haltes seitens der Bahnpolizisten T._____, R._____ und U._____ vor der Staats-

anwaltschaft (Urk. HD 11/3-4 und HD11/6; siehe auch Urk. 96 S. 33-36) als reine 

Schutzbehauptung qualifiziert werden. Im übrigen ist mit der Vorinstanz davon 

auszugehen, dass sämtliche Indizien dafür sprechen, dass der Beschuldigte den 

Stein tatsächlich in der Hand hielt und ihn gegen die Bahnpolizisten warf. Für die 

Authentizität der Aussagen spricht neben den von der Vorinstanz dargelegten 

Realitätskriterien auch die Schilderung, wonach sie durch das Schlagen mit einem 

Gegenstand gegen einen Abfallcontainer auf den Beschuldigten aufmerksam 

wurden und dabei sahen, wie er etwas in der Hand hielt, was er anschliessend 

gegen sie warf und was sie unmittelbar folgend hinter sich am Boden aufgetroffen 

als faustgrossen Stein wahrnehmen konnten. Die Behauptung der Verteidigung, 

wonach aus dem Umstand, dass der Beschuldigte eine Wurfbewegung machte, 

nicht darauf geschlossen werden könne, dass er tatsächlich den Stein warf 

(Urk. 70 S. 16), mutet angesichts der sich deckenden und überzeugenden Aussa-

- 32 - 

gen der Bahnpolizisten, die im Wesentlichen nur bezüglich des Steinwurfes von 

denjenigen des Beschuldigten abweichen, lebensfremd an. Bei objektiver Be-

trachtung verbleiben in Übereinstimmung mit der Vorinstanz keine Zweifel, dass 

sich der Sachverhalt, wie angeklagt, verwirklicht hat. 

C. Anklagepunkt ND 4: 
versuchte einfache Körperverletzung 

 

1. Gemäss Anklageschrift (Urk. 34 S. 6) und unbestrittenem Sachverhalt kam 

es am Samstag, 25. Juni 2011, ca. 01.30 Uhr, am Bahnhof F._____ bei der Bus-

haltestelle zwischen dem Privatkläger 2 und dem Beschuldigten, die beide alko-

holisiert waren, zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, nachdem der 

Privatkläger 2 durch den sich unmittelbar vor seinem Auto befindlichen Beschul-

digten hatte bremsen müssen. In der Folge hupte der Privatkläger 2, was wiede-

rum den Beschuldigten veranlasste, auf die Scheibe des Autos zu klopfen, wo-

raufhin der Privatkläger 2 aus dem Auto stieg. Im Verlaufe der gegenseitigen ver-

balen Auseinandersetzung schlugen beide aufeinander ein. Das anerkannte der 

Beschuldigte denn auch (ND 4/14 S. 4 f.; Urk. 70 S. 17). Der Privatkläger 2 ging 

zufolge eines Schlages mit einem Teleskopstock von einer unbekannten Person, 

die sich zusammen mit weiteren anderen zu den beiden begeben hatten, zu Bo-

den und wurde anschliessend weiter getreten oder geschlagen, wodurch er eine 

Gehirnerschütterung, vier Rissquetschwunden und diverse Schürfwunden am 

Kopf und am Rücken erlitt, wobei an den Augen bleibende Narben resultierten 

(Urk. 96 S. 54 f. und S. 57; Urk. 34 S. 6). 

2. Der Beschuldigte wendet vor allem ein, er sei durch den Privatkläger 2 pro-

voziert worden und liess im Wesentlichen bestreiten, den am Boden liegenden 

Privatkläger 2 mit Fäusten geschlagen oder den Füssen getretenzu haben 

(Urk. 131 S. 18).   

3.1. Die Vorinstanz hat eine einlässliche, nachvollziehbare Sachverhaltserstel-

lung vorgenommen, nachdem sie die Aussagen der Beteiligten im Urteil korrekt 

wiedergegeben hatte (Urk. 96 S. 43-52). Sie stützte sich dazu massgeblich auf 

die Aussagen des Zeugen V._____ ab, die sie in hohem Masse als glaubhaft be-

- 33 - 

urteilte, da er in keiner Weise in das Geschehen involviert war und in keinerlei 

Beziehung zu den Akteuren stand (Urk. 96 S. 53). Er befand sich per Zufall in der 

Nähe des Geschehens, da er seine Söhne vom Bahnhof abholen wollte, und aus 

seinem Auto ausgestiegen war, um eine Zigarette zu rauchen (Urk. ND 4/20 S. 2). 

Er konnte daher, wie es die Vorinstanz darlegt, den Vorfall mit guter Sicht be-

obachten, ohne sich um sein eigenes Wohlergehen Gedanken machen zu müs-

sen (Urk. 96 S. 54 und S. 56). Die Vorinstanz erwog unter Hinweis auf Beispiele 

zudem, dass die Aussagen des Zeugen V._____ eine Fülle von Realitätsmerkma-

len aufweisen (Urk. 96 S. 57). Diese Einschätzung ist vollumfänglich zu teilen.  

3.2. Weiter hielt die Vorinstanz fest, dass aufgrund der ärztlichen Befunde erstellt 

ist, dass der Privatkläger 2 die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen 

anlässlich dieses Vorfalls erlitt (Urk. 96 S. 57 und S. 52 f. Ziff. 6.3.12.). Darauf 

kann, da zutreffend, verwiesen werden.  

3.3. In der ersten polizeilichen Befragung, die keine drei Wochen nach dem Vor-

fall stattfand (Urk. ND 4/20 S. 1), sagte der Zeuge V._____ klar, deutlich und ohne 

Einschränkungen mit eigenen Worten aus, "der Mann im weissen Pulli (sc. der 

Beschuldigte) und der 'Fätzen' mit dem schwarzen T-Shirt haben sich 'ver-

schlagen' und "der kleine Untersetzte mit dem weissen Pulli hat dem 'Fätzen' si-

cherlich ca. 5 Mal auf den Kopf eingetreten mit den Füssen" sowie "der war so 

richtig in einem 'drive' - der war total ausgeklinkt" (Urk. ND 4/20 S. 3). Der Zeuge 

sagte später auf die Frage, wer wen mit den Füssen traktiert habe, erneut aus, 

dass sich der Privatkläger 2 am Boden befunden habe und "der im weissen Pulli 

hat sicherlich fünf bis sechs Mal mit voller Wucht gezielt gegen den Kopf getreten" 

(Urk. ND 4/20 S. 5). Auf diese vollumfänglich authentischen, glaubhaften und ers-

ten polizeilichen Aussagen des Zeugen ist durchaus abzustellen, zumal diese Be-

obachtung der Anlass zum Eingreifen des Zeugen war, der zwischen die Beteilig-

ten ging und sagte, dass es nun genug sei und sich um die Verletzten kümmerte 

(Urk. ND 4/20 S. 3). Erklärend führte der Zeuge aus, die Fusstritte gegen den 

Kopf seien der Grund für sein Einschreiten gewesen, habe er doch früher auf der 

Intensivstation mit Schädel-/Hirnverletzten gearbeitet und habe er gedacht, "der 

arme Kopf". Ausserdem bestätigte er die erste zeitnahe Aussage durchaus auch 

- 34 - 

später in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (Urk. HD 13/4 S. 3). Wie die 

Vorinstanz zu Recht erwog, besteht kein Anlass, am Wahrheitsgehalt der Aussa-

gen dieses Zeugen zu zweifeln, und damit auch nicht bezüglich der Fusstritte. 

Deshalb ist als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte den Privatkläger 2 

schlug und ihm mit Wucht mindestens 5 Mal mit den Füssen gegen den Kopf trat, 

als er am Boden lag.  

3.4. Nachdem die Anklagebehörde die vorinstanzlichen Schuldsprüche in ihrer 

Anschlussberufung nicht anfocht, ist der Sachverhalt bezüglich des Nebendos-

siers 4 in Nachachtung des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) 

einzig hinsichtlich des von der Vorinstanz gefällten Schuldspruches betreffend 

versuchter einfacher Körperverletzung (Urk. 96 S. 126) zu prüfen (Urk. 34 S. 7 

und 14). Da die Vorinstanz erwog, es sei nicht zweifelsfrei erstellt, dass die dem 

Privatkläger 2 zugefügten Verletzungen direkt auf die Tritte des Beschuldigten zu-

rückzuführen seien (Urk. 96 S. 57). Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio 

in peius vorliegt, ist allein das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils massgebend, 

denn die von der Vorinstanz abweichenden Erwägungen der Rechtsmittelinstanz 

dürfen nicht zu einem schärferen Schuldspruch und auch nicht zu einer härteren 

Strafe führen, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein 

Rechtsmittel ergriff (BGE 139 IV 282, E. 2.6). Gleich verhält es sich, wenn der 

Verurteilte im Berufungsverfahren für die vollendete Tat statt wegen Versuchs o-

der als Mittäter anstatt als Gehilfe verurteilt wird (BGE 139 IV 282, E. 2.5). Daraus 

folgt, dass auch die vorinstanzliche Würdigung des Sachverhaltes von ND 4 ledig-

lich als vollendeter Versuch einer einfachen Körperverletzung in Nachachtung des 

Verschlechterungsverbotes nicht in Frage gestellt werden darf und es kann somit 

offen bleiben, ob nicht ein Teil der nachgewiesenen Verletzungen auf die erstell-

ten Fusstritte des Beschuldigten zurückgeführt werden könnten. 

- 35 - 

D. Anklagepunkt ND 6: 

Drohung 
 

1. Dieser Punkt der Anklageschrift betrifft den Vorfall von Donnerstag, 22. März 

2012, ca. 00.15 Uhr, beim Bahnhof F._____ in der Nähe des Kebabstandes. Dem 

Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, er habe den Privatkläger 3 be-

droht, indem er sich diesem mit einem Messer mit aufgeklappter Klinge bis auf ei-

nen Abstand von ca. eineinhalb bis drei Metern näherte und dabei das Messer 

insgesamt während mindestens zwei Minuten auf Hüfthöhe gegen den Beschul-

digten hielt. Auch diesbezüglich sei für die Details auf die Anklageschrift und das 

vorinstanzliche Urteil verwiesen (Urk. 34 S. 9; Urk. 96 S. 58). 

2. Der Beschuldigte anerkennt, am fraglichen Abend am Bahnhof F._____ "am 

hängen" gewesen zu sein, als plötzlich einer gekommen sei, der etwas gerufen 

habe, worauf er wütend geworden sei und diesen mit Worten beleidigt habe. Er 

bestreitet aber auch heute noch, ein Messer gegen den Privatkläger 3 gerichtet zu 

haben (Urk. 70 S. 21; Urk. 131 S. 19).  

3. Die Vorinstanz gab die Aussagen des Privatklägers 3, dessen Freundin, des 

Beschuldigten und dessen Kollegen L._____ (vgl. HD) sowie des Kebabstand-

Verkäufers (Urk. 96 S. 58-65) korrekt und umfassend wieder und würdigte diese 

einlässlich und nachvollziehbar (Urk. 96 S. 65-70). Sie setzte sich mit allen Aus-

sagen im Detail auseinander und erwog abschliessend, dass die Aussagen des 

Privatklägers 3 entgegen denjenigen des Beschuldigten detailliert und schlüssig 

ausfielen, namentlich auch diverse Realitätskriterien aufwiesen. Der Privatkläger 

3 habe auch innere Abläufe nachvollziehbar geschildert und habe, was seine 

Aussagen umso glaubhafter machte, den Beschuldigten nicht mehr als nötig be-

lastet, beispielsweise indem er einräumte, eventuell habe seine Massregelung, 

als er den Jugendlichen zurief, ob denn das nötig sei, ärgerlich geklungen. Insge-

samt hielt die Vorinstanz dafür, dass auf die durch und durch glaubhaften Aussa-

gen des Privatklägers 3, die vom äusseren Ablauf her durch die Angaben der üb-

rigen Zeugen und des Beschuldigten gedeckt werden, abzustellen sei, wohinge-

gen sie die Aussagen des Beschuldigten als nicht glaubhaft einstufte (Urk. 96 

- 36 - 

S. 65 ff.). Auch was den Vorwurf betrifft, der Beschuldigte habe ein Messer mit of-

fener Klinge gegen den Privatkläger 3 auf Hüft- / Bauchhöhe gegen den Privat-

kläger 3 gehalten, als er wütend und schimpfend auf ihn zugekommen sei, legt 

die Vorinstanz schlüssig und nachvollziehbar dar, weshalb sie trotz fehlender 

Zeugenaussage eines Dritten auf die diesbezüglichen Aussagen des Privatklä-

gers 3 abstellt (Urk. 96 S. 67 f.). Diese Einschätzungen und Würdigungen sind 

vollumfänglich zu teilen. Genauso zutreffend und zu übernehmen ist die Würdi-

gung der Aussagen von P._____, dem Kollegen des Beschuldigten. Der Vo-

rinstanz ist darin beizupflichten, wenn sie dessen Aussagen als unglaubhaft beur-

teilt und daraus schliesst, dass sie jedenfalls die glaubhaften Aussagen des Pri-

vatklägers 3 nicht zu entkräften vermögen (Urk. 96 S. 69). Es bleibt lediglich er-

gänzend anzumerken, dass sich der Zeuge P._____ nach eigener Aussage am 9. 

Juli 2011 noch als guten Kollegen des Beschuldigten bezeichnete, mit dem er 

Fussball gespielt habe (ND 4/16 S. 4), wohingegen er den kurz nach dem Vorfall 

ausgerückten Beamten der Kantonspolizei Zürich wahrheitswidrig sagte, er kenne 

den Täter (den Beschuldigten) nicht, wisse nicht, wie er heisse und wo er wohne 

(Urk. ND 6/1 S. 5). Ausserdem griff er unbestrittenermassen helfend auf Seiten 

des Beschuldigten in das Geschehen gemäss Anklagevorhalt ND 7 ein (Urk. ND 

7/1 S. 4, S. 6; ND 8/6 S. 3). Es ist damit offensichtlich, dass er log und der 

Schluss ist im Zusammenhang mit dem zeitlichen Ablauf, wonach P._____ ja be-

reits am 10. Januar 2013 wegen des Beschuldigten und des Vorfalls mit dem Eis-

pickel (HD) polizeilich befragt worden war (Urk. HD 12/9), daher im Zeitpunkt der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. Oktober 2013 (Urk. HD 13/5) be-

reits allen Grund als guter Kollege und selbst - teilweise am Rande - Beteiligter 

bei diversen Vorfällen (z.B. ND 7) hatte, den Beschuldigten weitestgehend zu ent-

lasten. Aufgrund sämtlicher Umstände ist daher der Vorinstanz darin beizupflich-

ten, dass die Aussagen des Zeugen P._____ die glaubhaften und authentischen 

Aussagen des Privatklägers 3 in keiner Weise zu erschüttern vermögen und auf 

seine Angaben, soweit nicht durch unbeteiligte unbelastete Zeugen erhärtet, si-

cherlich nicht abgestellt werden kann. Da die Aussagen des Beschuldigten un-

glaubhaft sind, jedenfalls aufgrund sämtlicher Umstände als bagatellisierend und 

die Verantwortung für das Vorgefallene auf andere abschiebend zu beurteilen 

- 37 - 

sind, ist in leichter Abweichung von der Würdigung der Vorinstanz auch bezüglich 

der vom Beschuldigten ausgesprochenen Drohung von den glaubhaften und 

überzeugenden Aussagen des Privatklägers 3 auszugehen. Danach sagte der 

Beschuldigte, als er mit dem gezückten Messer auf den Privatkläger 3 zuging, 

diesem nebst verbalen Beleidigungen "etwas im Stil von 'ich stich Dich abe' ", so 

dass jedenfalls der Privatkläger 3 davon ausging, der Beschuldigte würde es in 

Kauf nehmen, ihm mit dem Messer eine Stichwunde zuzufügen (Urk. ND 6/4 S. 2; 

Urk. HD 11/7 S. 5). Mit dieser Präzisierung, wonach der Beschuldigte dem Privat-

kläger 3 etwas im Sinne von er werde ihn stechen oder abstechen sagte, ist die 

von der Vorinstanz vorgenommene Erstellung des Anklagesachverhalts vollum-

fänglich zu übernehmen (vgl. Urk. 96 S. 70). 

IV. Rechtliche Würdigung  

A.  Versuchte vorsätzliche Tötung (HD) 

1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten versuchte vorsätzliche Tötung im Sin-

ne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB bezüglich des 

Hauptdossiers vor. Die Vorinstanz ist in diesem Anklagepunkt der Staatsanwalt-

schaft gefolgt und hat den Beschuldigten der versuchten (eventual-)vorsätzlichen 

Tötung schuldig gesprochen. Die Verteidigung hingegen hält fest, es fehle vorlie-

gend für die Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung am Vorsatz des 

Beschuldigten, aber auch am Eventualvorsatz (Urk. 70 S. 12 f.). Da im weiteren 

der objektive Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB nicht erfüllt sei, sei der Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen, da diesbezüglich ein Even-

tualvorsatz angenommen werden könne, selbst wenn der Beschuldigte keine Ver-

letzungsabsicht gehabt habe (Urk. 70 S. 11 und Urk. 131 S. 9; Prot. II S. 33). 

2.1. Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird nach Art. 111 StGB mit Frei-

heitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Bleibt es beim Versuch, weil der zur 

Vollendung der Tat gehörende Erfolg, vorliegend der Tod des Opfers, nicht ein-

- 38 - 

tritt, kann der Täter in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 StGB milder bestraft wer-

den.  

Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Ver-

brechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende 

führt oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser 

nicht eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Beim Versuch erfüllt der Täter sämtli-

che subjektiven Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine Tatentschlossen-

heit, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 137 

IV 113 E. 1.4.2 mit Hinweisen). 

2.2. Wie oben dargelegt (Erw. III. A. 4.4.1. - 4.4.3.), hat das Beweisverfahren ge-

stützt auf das Gutachten des IRM vom 15. Juli 2013, dessen Ergänzung (Urk. HD 

14/20 und HD 14/29) und die heutigen Erläuterungen zweifelsfrei ergeben, dass 

die vom Beschuldigten dem Privatkläger 1 mit dem Eispickel zugefügten Verlet-

zungen glücklicherweise weder zum Tod führten, noch unmittelbar lebensgefähr-

lich waren, und auch keinen bleibenden Nachteil verursachten. Jedoch ist erstellt, 

dass sich der Privatkläger 1 infolge der Verletzungen in mittelbarer Lebensgefahr 

befand, welche durch eine rasche chirurgische Intervention abgewendet werden 

konnte. Der Vorinstanz (Urk. 96 S. 78 f.) ist namentlich auch darin zuzustimmen, 

dass es letztlich vom Zufall abhängig war, ob der Beschuldigte den Privatkläger 1 

tödlich verletzte, respektive ihm lebensgefährliche Verletzungen zufügte oder 

nicht, da eine minimale Anpassung des Winkels, mit welchem der Pickel einge-

schlagen, resp. eingestochen wurde, für eine tödliche Verletzung ausgereicht hät-

te, zumal der Wundkanal des Eispickel-Stichs in nächster Nähe zur Bauchschlag-

ader (Aorta), nur ca. 1,5 cm entfernt, verlief und bei einer Verletzung derselben 

der Tod praktisch nicht mehr abwendbar gewesen wäre. Ausserdem befand sich 

der Wundkanal in unmittelbarer Nähe stark durchbluteter Organe (linke Niere und 

Milz) und war das Leben des Privatklägers 1 dadurch bedroht, dass es durch die 

Darm- und Lymphgefässverletzungen zu einem Austritt von Darminhalt in die 

Bauchhöhle und im späteren Verlauf zu einer generalisierten Entzündung (Sep-

sis) hätte kommen können, wenn die chirurgische Intervention nicht zeitnah ge-

schehen wäre. Auch hätte die Verletzung der Rückenmuskulatur sowie des gros-

- 39 - 

sen linken Hüftbeugemuskels (musculus psoas) zu einem konsekutiven Blutver-

lust und somit zu einer lebensbedrohlichen Situation führen können (Urk. HD 

14/20 S. 2). Mit überzeugender Begründung legt die Vorinstanz dar, dass davon 

auszugehen ist, dass die Stichverletzung durch den Eispickel grundsätzlich ge-

eignet war, den Tod des Privatklägers 1 zu bewirken und dass unter diesen Um-

ständen der objektive Tatbestand von Art. 111 StGB, bis auf den ausgebliebenen 

Erfolg, erfüllt ist (Urk. 96 S. 79 f.). Dem ist vollumfänglich zu folgen. 

3.1. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt oder wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in 

Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB).  

Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter die 

Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Er-

folg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen 

schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolges als so wahrscheinlich 

aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise 

nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 

S. 4; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f; je mit Hinweisen). Für den Nachweis des 

Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der Täter nicht geständig ist - regelmäs-

sig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die 

ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des 

Täters erlauben. Eventualvorsatz kann aber auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern 

bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Mög-

lichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Viel-

mehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 mit Hinwei-

sen). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter das ihm bekannte 

Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Abwehrchancen 

hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_132/2015 

vom 21. April 2015, E. 2.2.2). 

- 40 - 

3.2. Vorliegend ist zunächst zu beachten, dass der Beschuldigte gestützt auf das 

Beweisergebnis den Eispickel ungehemmt in den Rücken des Privatklägers 1 

schlug, der mit dem Gesicht nach unten auf dem Bauch am Boden lag und der At-

tacke wehrlos ausgeliefert war. Weiter gilt es - wie die Vorinstanz zutreffend er-

wog - zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte den Schlag im Verlaufe eines 

Gerangels und unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ausführte, so dass er 

den Schlag nicht gezielt führte, sondern ziellos einfach irgendwo auf den Rücken 

hin schlug (Urk. 96 S. 82 f.). Der Vorinstanz ist ebenfalls darin beizupflichten, 

wenn sie unter Hinweis auf BGE 109 IV 6 festhält, dass das Wissen um das Vor-

handensein von lebenswichtigen Organen und Blutgefässen im Bauch- und 

Brustbereich als allgemein bekannt vorausgesetzt werden kann (Urk. 96 S. 81). 

Bei einem Einstich mittels der scharfen Spitze des Eispickels (siehe Abbildung 

Urk. HD 3 letzte Seite) in den Rücken Richtung unterer Bauchbereich ist nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung mit einer tödlichen Verletzung zu rechnen. Der Be-

schuldigte konnte angesichts des ihm nicht vertrauten Pickels (Urk. HD 8/11 S. 3) 

den Hieb auch nicht dosieren, so dass die Einstichtiefe nicht der Kontrolle durch 

den Beschuldigten unterlag, sondern allein der Schärfe der Spitze des Eispickels 

und der Wucht des Schlages. Da die Oberbekleidung des Privatklägers im Ge-

rangel hochgerutscht war, was sich aus dem Umstand zwingend ergibt, dass sie 

nicht durch den Pickel perforiert wurde (Prot. II S. 12 ; sichergestellte Jacke und 

T-Shirt), wurde der Schlag auch nicht etwa durch eine dicke Jacke oder derglei-

chen noch abgedämpft. Das Risiko des Todes des Privatklägers 1 durch einen 

solchen Schlag gegen seinen Rücken im unteren Rumpfbereich, wie vorliegend, 

ist somit ohne weiteres als hoch einzustufen. Dass vorliegend keine lebenswichti-

gen Organe getroffen wurden, ist - wie die Vorinstanz zutreffend erwog - tatsäch-

lich nur einem glücklichen Zufall zuzuschreiben (Urk. 96 S. 79). Dass aber die 

verursachten inneren Verletzungen trotz der Gefahr des Todeseintrittes vorlie-

gend nicht zum Tode des Privatklägers 1 führten, ist wesentlich der Hilfe von 

Passanten zu verdanken, die sich um den liegen gelassenen Geschädigten küm-

merten und die Ambulanz verständigten (Urk. HD 1 S. 4; Urk. HD 10/1 S. 3; HD 

12/11; S. 3; Urk. HD 12/12 S. 3), so dass die lebenserhaltende Operation an-

schliessend im ... Spital F._____ durchgeführt werden konnte. Das Risiko, dass 

- 41 - 

der Privatkläger 1 durch die Verletzung mit dem Eispickel sterben könnte, war 

dem Beschuldigten denn auch durchaus bewusst, räumte er doch ein, das Teil 

(sc. die Spitze des Eispickels) sei in den Körper des Privatklägers 1 eingedrungen 

und als er es herausgezogen habe, habe er gesehen, dass jener geblutet habe. 

Er sei voll deprimiert gewesen, er habe gedacht, dass er den Typen tot geschla-

gen habe, es sei einfach Scheisse gelaufen (Urk. HD 8/2 S. 10). Es ist der Vo-

rinstanz vollumfänglich zu folgen, wenn sie nach Darstellung aller relevanten Fak-

toren hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes, auf die hier verwiesen werden 

kann (Urk. 96 S. 80-83), abschliessend festhält, dass aufgrund der Art und Weise 

der Tatbegehung die Wahrscheinlichkeit von gravierenden Verletzungen, die eine 

lebensgefährliche Situation schaffen - in welcher die Möglichkeit des Todes des 

Geschädigten ernstlich und dringlich wahrscheinlich hätte sein können - vorlie-

gend derart eklatant war, dass die Verhaltensweise des Beschuldigten schlech-

terdings nicht anders interpretiert werden kann, als dass er eine lebensgefährliche 

Verletzung des Privatklägers 1 in Kauf nahm. Schliesslich bleibt darauf hinzuwei-

sen, dass es den Beschuldigten keineswegs entlastet, wenn er nicht geplant, 

sondern spontan und plötzlich gehandelt hat. Auch nicht von Bedeutung ist, dass 

der Beschuldigte geltend macht, er habe den Privatkläger 1 nicht tödlich verletzen 

wollen. Entscheidend ist vielmehr, dass - wie gesehen - mehrere Umstände vor-

liegen, die darauf schliessen lassen, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 1 

den Eispickel wissentlich und willentlich in den unteren Rücken schlug, obschon 

ihm dabei bewusst war, dass dies bei jenem lebensgefährliche oder tödliche Ver-

letzungen zur Folge hätte haben können. Die Vorinstanz hielt zutreffend dafür, 

dass der Beschuldigte beim besten Willen auch nicht darauf vertrauen konnte, 

dass schon nichts passieren werde (Urk. 96 S. 83). Dem ist nichts beizufügen und 

es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte eventualvor-

sätzlich handelte. 

3.3. Fehlt es wie hier an der Erfüllung des objektiven Elements des Todesein-

tritts, ist folglich der zum objektiven Tatbestand gehörende Erfolg nicht eingetre-

ten und ist von einem Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB auszugehen. 

Der Beschuldigte schlug mit dem Eispickel einmal auf den ungeschützten Rücken 

des wehrlos auf dem Bauch liegenden Privatklägers 1 ein, so dass dieser offen-

- 42 - 

bar stecken blieb, denn der Beschuldigte musste ihn anschliessend, wie er selbst 

angab, "herausziehen" (Urk. HD 8/2 S. 10). Als er darauf die von ihm zugefügte 

blutende Wunde (siehe Abbildung Urk. HD 3 S. 4-5) sah, schlug er nicht etwa 

noch einmal zu, sondern rannte sofort einfach davon, weil er nur noch weg wollte 

(Urk. HD 8/2 S. 11). Die Tathandlung erschöpfte sich in diesem einmaligen 

Schlag in den Rücken des Opfers und war mit dem Entfernen des Eispickels ab-

geschlossen. Der Beschuldigte führte damit alles aus, was zur Erfüllung des ob-

jektiven Tatbestandes erforderlich war, ohne jedoch den Erfolg herbeizuführen, 

der allerdings auch nicht mehr in seinem Wirkungsbereich lag, da der Todesein-

tritt nur durch eine Operation abgewendet werden konnte. Entsprechend ist der 

Beschuldigte bezüglich des Hauptdossiers der versuchten (eventual-) vorsätzli-

chen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

B.  Mehrfache versuchte einfache Körperverletzung (ND 1 und ND 4) 

1. Gestützt auf den unveränderten Anklagesachverhalt gewährte die Vo-

rinstanz den Parteien gestützt auf Art. 344 StPO hinsichtlich dieser Nebendos-

siers das rechtliche Gehör betreffend ihre von der Anklage abweichende rechtli-

che Auffassung, wonach diesbezüglich auch eine Verurteilung wegen Körperver-

letzungsdelikten in Idealkonkurrenz möglich sei (Prot. I S. 34). Die Vorinstanz be-

jahte unter dem Titel "Prozessuales" das Vorliegen der diesbezüglich notwendi-

gen Strafanträge zu Recht (Urk. 96 S. 7). Schliesslich sprach sie den Beschuldig-

ten hinsichtlich ND 1 zusätzlich zu den in der Anklageschrift geltend gemachten 

Delikten und hinsichtlich ND 4 statt des angeklagten Angriffs im Sinne von Art. 

134 StGB je der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

StGB schuldig (Urk. 96 S. 126). Die Staatsanwaltschaft negierte dies nicht (Urk. 

69, S. 20 f.) und die Verteidigung beantragt bezüglich (ND 1 und ND 4) Freisprü-

che (Urk. 131 S. 3 und Prot. II S. 9).  

2. Ergänzend zu der von der Vorinstanz dargelegten Definition der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB (Urk. 96 S. 85) ist auf die bundes-

gerichtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung der Tatbestände der Körperverlet-

- 43 - 

zung und der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB hinzuweisen. Danach wird 

als einfache Körperverletzung jede erhebliche Störung des Körpers, der körperli-

chen Integrität und der geistigen Gesundheit geahndet, die durch Zufügen äusse-

rer oder innerer Verletzungen und Schädigungen wie z.B. Wunden, Blutergüsse, 

Hautschürfungen und Kratzwunden, geschehen kann, ausser wenn die Verlet-

zung nichts weiter bewirkt als eine vorübergehende und geringfügige Störung des 

Wohlbefindens. Dagegen definiert sich die Tätlichkeit als eine körperliche Einwir-

kung, die über das gesellschaftlich geduldete Mass hinausgeht und die weder ei-

ne Körperverletzung noch eine Gesundheitsschädigung verursacht. Eine solche 

Einwirkung kann selbst dann vorhanden sein, wenn sie keinerlei körperliche 

Schmerzen verursacht. In Grenzfällen dient gemäss Rechtsprechung das Mass 

der verursachten Schmerzen als Abgrenzungskriterium. Um als Körperverletzung 

qualifiziert zu werden, genügt eine psychische Einwirkung infolge eines Angriffs, 

der immerhin einen gewissen Schweregrad erreichen muss. Um diesen zu be-

stimmen, sind sowohl die Art und die Intensität der Einwirkung als auch die Aus-

wirkungen der Verletzung auf das Opfer zu berücksichtigen (Pra 97 [2008] 

Nr. 148, Erw. 1.3. und 1.4., [Übersetzung von BGE 134 IV 189]; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_706/2011, E. 4.4.1).  

2.1. Die Vorinstanz erwog zum Nebendossier 1, dass angesichts des erstellten 

Sachverhaltes davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte im Sinne des Even-

tualvorsatzes zumindest in Kauf nahm, die Transportpolizisten mit einem Stein 

von ca. 8 cm Durchmesser auf eine Entfernung von ca. 15 bis 20 Metern zu tref-

fen und dadurch zu verletzen (Urk. 96 S. 85 f.). Nachdem es sich um einen relativ 

massiven Stein gehandelt hat, ist davon auszugehen, dass er - wäre es nicht 

beim Versuch geblieben - jedenfalls Verletzungen hätte bewirken können, die 

über eine geringfügige Störung des Wohlbefindens hinausgehen und allermindes-

tens im Bereich von Schürfungen, Rissquetschwunden und Prellungen anzusie-

deln sind, wobei bei einem Treffer am Kopf oder im Gesichtsbereich durchaus 

auch ernstere Verletzungen denkbar sind. Es ist unter Verweis auf die überzeu-

genden Erwägungen der Vorinstanz der Beschuldigte der (vollendeten) versuch-

ten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

- 44 - 

2.2. Nachdem die Anklagebehörde die vorinstanzlichen Schuldsprüche in ihrer 

Anschlussberufung nicht anfocht, ist der erstellte Sachverhalt bezüglich des Ne-

bendossiers 4 in Nachachtung des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 

StPO) einzig hinsichtlich des von der Vorinstanz gefällten Schuldspruches betref-

fend versuchter einfacher Körperverletzung (Urk. 96 S. 126) zu prüfen und nicht 

hinsichtlich des von der Staatsanwaltschaft der Anklage zugrunde gelegten An-

griffs im Sinne von Art. 134 StGB (Urk. 34 S. 7 und 14). Wie oben unter Ziffer III. 

C. 3.4. erwähnt, kann infolge des Verbotes der reformatio in peius die vorinstanz-

liche Würdigung des Sachverhaltes von ND 4 als versuchte, einfache Körperver-

letzung nicht in Frage gestellt werden. Der erstellte Sachverhalt (siehe oben Er-

wägung III. C.·3.2.-3.) zeigt deutlich auf, dass - selbst wenn man der Vorinstanz 

folgend die dem Beschuldigten zugefügten Verletzungen nicht dem Beschuldigten 

zurechnet - die Schläge des Beschuldigten und seine Tritte gegen den Kopf des 

Privatklägers 2 gravierende Schädigungen an Körper und Gesundheit verursa-

chen können. Insofern ist der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz vollumfäng-

lich zuzustimmen (Urk. 96 S. 86 f.), weshalb der Beschuldigte auch bezüglich des 

Nebendossiers 4 der (vollendeten) versuchten einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen ist. 

C.  Drohung (ND 6) 

1. Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale der 

Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB zutreffend aufgeführt und ist zum Schluss 

gekommen, der Beschuldigte habe den Tatbestand erfüllt. Es kann vorab, um 

Wiederholungen zu vermeiden, auf ihre diesbezüglichen theoretischen Erwägun-

gen verwiesen werden (Urk. 96 S. 88 f.). Ergänzend sei angemerkt, dass belang-

los ist, auf welche Weise das Übel angekündigt wird, sei es durch Wort, Schrift 

oder konkludente Handlungen. Wenn die Drohung verbal erfolgt, ist sie jedoch 

nicht ausschliesslich nach den gefallenen Äusserungen zu beurteilen, sondern 

danach, ob sie nach den gesamten Umständen geeignet war, das Opfer in Angst 

und Schrecken zu versetzen (DONATSCH, Strafrecht III, 10. A., Zürich 2013, 

S. 424). In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass Eventualvorsatz genügt. 

- 45 - 

2. Aufgrund der oben unter Erwägung III. D. 3. erwähnten und erstellten Tat-

umstände, insbesondere der Tatsache, dass der Beschuldigte die Drohung ge-

genüber dem Privatkläger 3 aussprach, während er mit gezücktem Messer und 

wütend auf diesen zuging, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass er zumin-

dest in Kauf nahm, den Privatkläger durch seine Äusserungen in Angst und 

Schrecken zu versetzen. Das war ja konkret auch der Fall, wich doch der sol-

chermassen angegangene Privatkläger 3 vor dem Beschuldigten zurück in Rich-

tung des Kebabstandes, notabene auch, weil der Zeuge W._____ ihm dazu riet, 

der offenbar das Geschehen auch als gefährlich einschätzte (Urk. ND 6/4 S. 2 

und Urk. HD 11/7 S. 4 f. [Privatkläger 3]; HD 13/1 S. 3 [Zeuge W._____]). Das tat 

offenbar auch der Kollege des Beschuldigten, der ihn zu beschwichtigen versuch-

te und ihn schliesslich vom Privatkläger weg und in Richtung des Busses zog, in 

den er schliesslich einstieg (Urk. HD 13/5 [P._____]). Auch die Freundin des Pri-

vatklägers befürchtete aufgrund der gesamten Situation, es gebe eine Schlägerei, 

ohne dass sie alles genau verstanden hätte, was gesprochen wurde (Urk. ND 6/5 

S. 2). Letztlich verzichtete der Privatkläger 3 angesichts des Vorgefallenen darauf, 

in den gleichen Bus einzusteigen, wie der Beschuldigte, obwohl er selbst auch 

diesen Bus hätte nehmen müssen (Urk. ND 6/4 S. 2 [Privatkläger 3]; ND 6/5 S. 3 

[Zeugin AA._____]). Somit sprechen nebst dem Umstand, dass der Privatkläger 3 

Strafantrag wegen Drohung stellte (Urk. ND 6/2), auch sämtliche Tatumstände 

dafür, dass er tatsächlich im Sinne des Gesetzes durch das Verhalten des Be-

schuldigten in Angst und Schrecken versetzt wurde. Wie die Vorinstanz ebenfalls 

richtig erwog (Urk. 96 S. 88 f.), steht hingegen aufgrund der Tatumstände nicht 

fest, dass der Beschuldigte den Privatkläger 3 unmittelbar in Angst und Schre-

cken versetzen wollte, vielmehr dürften ihm die Äusserungen aufgrund seiner ei-

genen Aufgebrachtheit herausgerutscht sein. Es ist demnach mit den vorinstanzli-

chen Schlussfolgerungen von einer eventualvorsätzlichen Tatbegehung auszuge-

hen. Der Beschuldigte ist im Sinne der vorstehenden Ausführungen der Drohung 

gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

- 46 - 

D.  Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte / Hinderung einer Amts-

handlung (ND 1) 

1. Auch bezüglich dieses Anklagevorwurfes kann vorab auf die Ausführungen 

der Vorinstanz zur Tatbestandsmässigkeit bezüglich Art. 285 Ziff. 1 StGB (Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte) und Art. 286 Abs. 1 StGB (Hinderung 

einer Amtshandlung) sowie den Beamtenbegriff im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 

2 und Art. 286 Abs. 2 StGB verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), da sie in 

rechtlicher Hinsicht sorgfältig alles Notwendige ausgeführt hat (Urk. 96 S. 89 f.). 

2. Die Vorinstanz legt bezüglich ND 1 schlüssig dar, dass dem Beschuldigten 

die Beamteneigenschaft der Transportpolizisten R._____, T._____, U._____ und 

S._____ bekannt war. Sie widerlegt überzeugend das Argument der Verteidigung 

(Urk. 70 S. 14 f.), der Beschuldigte habe sich in einem Sachverhaltsirrtum befun-

den, da er der irrigen Meinung gewesen sei, dass die Amtshandlung nicht nötig 

gewesen sei, weil diese in schikanöser Absicht und damit in Überschreitung des 

Ermessens erfolgt sei, da den Bahnpolizisten Name und Adresse des Beschuldig-

ten bestens bekannt gewesen seien. Ihren Ausführungen ist vollumfänglich zu 

folgen (Urk. 96 S. 90 f.) und der Beschuldigte ist der Hinderung einer Amtshand-

lung im Sinne von Art. 286 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen, weil er sich der 

Personenkontrolle trotz Aufforderung "Stopp Polizei" entzog, indem er wegrannte, 

weil er sich nicht ausweisen wollte (siehe oben Erwägung III. B. 3.1.-2.).  

Im weiteren ist zutreffend, dass der Beschuldigte durch den anschliessenden 

Wurf eines rund faustgrossen Steines gegen die Transportpolizisten in Idealkon-

kurrenz nebst dem Tatbestand der (versuchten) einfachen Körperverletzung auch 

den Tatbestand von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllte (Urk. 96 S. 91), da für die 

Tathandlung im Sinne des tätlichen Angriffs bereits der vollendete Versuch einer 

Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB genügt. Dass körperliche Auswirkungen 

unterbleiben, ist unerheblich (Urteil des Bundesgerichts 6B_357/2013 vom 

29. August 2013, E. 6.2 mit Hinweisen zur Lehre). Durch das Wegrennen erfüllte 

der Beschuldigte den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung und durch 

den Steinwurf nahm er nicht nur eine Verletzung der Transportpolizisten in Kauf, 

- 47 - 

sondern störte sie gleichzeitig bei der Verrichtung ihres Einsatzes im Patrouillen-

dienst, den sie versahen und erreichte damit, dass sie ihre Amtshandlung nicht 

ungehindert fortführen konnten. 

Da der Schuldspruch der Vorinstanz wegen des gleichen Tatbestandes bezüglich 

ND 7 durch den Teilrückzug der Berufung rechtskräftig geworden ist, ist der Be-

schuldigte der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von 

Art. 286 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

E.  Fazit 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte folgender Delikte schuldig zu sprechen: 

- der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (HD) 

- der mehrfachen versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (ND 1 und ND 4) 

- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 6) 

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 

285 Ziff. 1 StGB (ND 1) 

- der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB (ND 1) 

V. Strafe  

A. Allgemeines 

1. Die Vorinstanz fällte eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 6 Monaten und 

eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie eine Busse von Fr. 1'000.– 

aus, wobei sie 561 Tage erstandene Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug an die 

Freiheitsstrafe anrechnete (Urk. 96 S. 127,