# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5e69b45-02ee-50bd-be84-a87c42b21937
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.02.2023 715 2022 95 / 46 (715 22 95 / 46)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2022-95---46_2023-02-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  16. Februar 2023 (715 22 95 / 46) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung: selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, Unzu-
mutbarkeit des Verbleibs an der Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen ungenü-
gend abgeklärt 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Gaël Jenoure, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 

A. Der 1969 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. August 2003 bei der B.____ AG in ver-
schiedenen Positionen, zuletzt als Sozialkonzeptverantwortlicher und Bereichsleiter Systemtech-
nik. Am 16. August 2021 kündigte A.____ per 30. November 2021 das Arbeitsverhältnis. In der 
Folge meldete sich der Versicherte am 23. September 2021 beim zuständigen Regionalen Ar-
beitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung und am 19. Oktober 2021 bei der Öffent-

 

 
 
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lichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) zum Bezug von Arbeitslosenentschädi-
gung ab dem 1. Dezember 2021 an. Mit Verfügung Nr. 115/2022 vom 10. Januar 2022 stellte die 
Arbeitslosenkasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. Dezember 2021 
für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten 
hin mit Entscheid vom 21. Februar 2022 fest. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Gaël Jenoure, 
mit Eingabe vom 23. März 2022 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Er beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; un-
ter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass ihm der Verbleib an 
der bisherigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen sei. 
Seine behandelnde Ärztin habe ihm aufgrund der aufgetretenen Herzprobleme nahegelegt, die 
Stelle zu kündigen. Die Einstellung der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Ar-
beitslosigkeit sei deshalb zu Unrecht erfolgt. Eventualiter sei die Dauer der Leistungseinstellung 
mangels eines schweren Verschuldens angemessen zu kürzen.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2022 die Ab-
weisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 21. Februar 2022.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 14. Juni 2022, Duplik vom 
15. August 2022) hielten die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen und Standpunkten fest.  
 
E. Mit Verfügung vom 19. August 2022 wurde der vorliegende Fall dem Präsidium zur Be-
urteilung überwiesen.   
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann 
gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim 
kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 
AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 
31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person 
zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend erfüllte der Versicherte 
seine Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 be-
urteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen 
Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 23. März 2021 ist demnach einzu-
treten. 
 

 

 
 
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1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Streitig ist, ob die Arbeitslosenkasse den Versicherten zu Recht wegen selbst-
verschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung einge-
stellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 290.05 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 8'991.55. Die An-
gelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 
 
2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschulde-
ter Arbeitslosigkeit während 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist und 
in diesem Zusammenhang insbesondere, ob ihm der Verbleib an der bisherigen Stelle aus ge-
sundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar war. 
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um 
eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; vgl. 
BGE 139 V 524 E. 2.1.1, 114 V 281 E. 3 mit Hinweisen). Kommt sie dieser Verpflichtung nicht 
nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ver-
fügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versi-
cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 
Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldens-
prinzip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesver-
waltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Auflage, Basel 2016, Rz. 828). 
 
3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Eine selbstver-
schuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht 
objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und 
den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. Ar-
beitsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann 
der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass 
ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle 
nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Diese Bestimmung ist mit Art. 20 
lit. c des für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getretenen Übereinkommens Nr. 168 der 
Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung und den Schutz ge-
gen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 vereinbar (BGE 124 V 234 E. 3c).  
 
3.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Scha-
denminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze somit grundsätzlich im Zumutbar-
keitsgedanken. Die Frage nach der Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Arbeitsstelle 
ist in analoger Anwendung von Art. 16 AVIG zu beurteilen, wobei diese Bestimmung gemäss 
Rechtsprechung lediglich die Funktion einer Auslegungshilfe hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 5. Februar 2021, 8C_652/2020, E. 2.3 und vom 21. Februar 2001, C 348/00, E. 2d). Gemäss 
Art. 16 AVIG muss eine versicherte Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht grund-
sätzlich jede zumutbare Arbeit annehmen bzw. beibehalten (Abs. 1), es sei denn, einer der in 
Abs. 2 dieser Bestimmung abschliessend aufgelisteten Ausnahmetatbestände ist erfüllt. Das 

 

 
 
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Bundesgericht wendet hinsichtlich der Annahme der Unzumutbarkeit einen strengen Massstab 
an und schliesst generell subjektive Beweggründe für die Kündigung von der Zumutbarkeitsprü-
fung aus (BGE 124 V 234 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen; JACQUELINE CHOPARD, Die Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 116). Wenn nicht besondere Umstände 
vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeits-
platz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat.  
 
3.4 Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Ar-
beitskollegen vermögen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhält-
nisses zu begründen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2020, 8C_584/2020, E. 4; 
vgl. BGE 124 V 234 E. 4b/bb in fine). Die versicherte Person kann allerdings durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegen, dass ihr die 
Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist (BGE 124 V 234 E. 4b/bb, 
Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2018, 8C_107/2018, E. 5; je mit Hinweisen; GERHARD 
GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I [Art. 1-58], Bern/Stuttgart 1988, N. 14 zu Art. 30 AVIG; 
CHOPARD, a.a.O., S. 123). 
 

4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts zu sorgen (BGE 138 V 218 E. 6 mit weiteren Hinweisen; Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 
lit. c ATSG). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen 
vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 
ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Rechtserheblich sind dabei alle Tatsa-
chen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu ent-
scheiden ist. In Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes sind etwa weitere Abklärungen vor-
zunehmen, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder eine ent-
scheidwesentliche Tatfrage bislang auf einer unvollständigen Beweisgrundlage beantwortet 
wurde (BGE 146 V 240 E. 8.1 mit zahlreichen Hinweisen). 
 
4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das 
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind (vgl. RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA 
THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 999). 
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar ATSG, 
Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, N 11 zu Art. 43; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. 
Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Ge-
schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 
mit diversen Hinweisen). 
5. Den Akten ist folgender Sachverhalt zu entnehmen: 

 

 
 
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5.1 Mit Schreiben vom 14. August 2021 (Empfang: 16. August 2021) kündigte der Be-
schwerdeführer ohne Angabe von Gründen sein Arbeitsverhältnis mit der B.____ AG per 30. No-
vember 2021.  
 
5.2 Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs führte der Versicherte zuhanden der 
Arbeitslosenkasse am 23. Dezember 2021 aus, dass er das Arbeitsverhältnis aus gesundheitli-
chen Gründen aufgelöst habe. Nachdem es im Februar 2020 zu einem Wechsel des Direktors 
beim ehemaligen Arbeitgeber gekommen sei, habe sich die Managementphilosophie völlig geän-
dert. Es seien für ihn nicht nachvollziehbare Entscheide gefällt worden; seine Meinung 
sei – selbst wenn die Entscheide ihn direkt betroffen hätten – ignoriert oder gar nicht erst erfragt 
worden. Der Direktor habe neue Mitarbeitende eingestellt, die seines Erachtens weder notwendig 
noch für die neu geschaffenen Positionen kompetent gewesen seien. Dennoch seien sie in der 
Organisation über die bisherigen Angestellten gestellt worden, was zur Ausgrenzung der Letzte-
ren geführt habe. Die Kommunikation sei suboptimal gewesen und die Strategie des Arbeitgebers 
sei in eine andere und für ihn falsche Richtung geändert worden. Die Freude an der Arbeit habe 
abgenommen und sein Ärger und Frust habe sich immer mehr gesteigert. Er habe nicht mehr 
abschalten können und sei frustriert gewesen. Das Ganze habe in einer koronaren Herzerkran-
kung (Angina pectoris) gegipfelt, wodurch eine Herzoperation notwendig geworden sei. Selbst-
verständlich seien auch andere Gründe für die Krankheit verantwortlich gewesen, der Ärger und 
psychische Stress am Arbeitsplatz trügen jedoch auf jeden Fall eine Mitschuld. Am Tag der Wie-
deraufnahme der Arbeit seien ihm bei einem Gespräch Vorwürfe gemacht worden, dass gewisse 
Projekte nicht vorangekommen seien. Dieser Tropfen habe das Fass zum Überlaufen gebracht. 
Da ihm seine psychische und physische Gesundheit wichtiger gewesen seien, habe er die Kün-
digung eingereicht. Diesen Ausführungen war ein Schreiben des Beschwerdeführers beigelegt, 
wonach seine behandelnde Ärztin Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, bis zum 
9. Januar 2022 ferienabwesend sei, weshalb es ihr erst anschliessend möglich sein würde, dass 
verlangte Formular auszufüllen. Als ersten Beleg reichte der Beschwerdeführer der Arbeitslosen-
kasse jedoch eine Kopie des Arztzeugnisses vom 12. August 2021 ein. Darin wird ausgeführt, 
dass der Patient in der regelmässigen hausärztlichen Behandlung von Dr. C.____ stehe. Seit 
mehreren Monaten sei er gesundheitlich angeschlagen. Aufgrund der Vorgeschichte könne sie 
bestätigen, dass die aktuelle Arbeitssituation den Gesundheitszustand des Patienten negativ be-
einflusse und eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses wesentlich zur Verbesserung der Situa-
tion beitragen würde.  
 
5.3 Mit Verfügung vom 10. Januar 2022 verfügte die Arbeitslosenkasse die Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung, wobei sie bei der Einstelldauer zugunsten des Versicherten die 
Probleme am Arbeitsplatz, gesundheitliche Probleme sowie das Verhalten des Arbeitgebers be-
rücksichtigte. Mit Schreiben vom 13. Januar 2022 reichte der Beschwerdeführer das am 10. Ja-
nuar 2022 von Dr. C.____ ausgefüllte Formular «Arztzeugnis betreffend Auflösung des Arbeits-
verhältnisses aus gesundheitlichen Gründen» ein. Darin führt Dr. C.____ aus, dass der Patient 
ihr gesundheitliche Probleme geschildert habe, die aufgrund der Tätigkeit beim Arbeitgeber ent-
standen seien oder ihn bei der Arbeit beeinträchtigt hätten. Diese Probleme hätten seit mindes-
tens Mai 2020 bestanden bzw. zu diesem Zeitpunkt sei sie diesbezüglich erstmals konsultiert 

 

 
 
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worden. Der Arbeitsplatz habe massive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Patien-
ten gehabt und letztlich zu einem Spitalaufenthalt geführt. Wegen gesundheitlicher Unzumutbar-
keit sei der Patient vom 5. Juni 2021 bis 9. Juli 2021 und vom 26. Juli 2021 bis 8. August 2021 
jeweils zu 100% sowie vom 9. August 2021 bis 5. September 2021 zu 50% arbeitsunfähig gewe-
sen. Der Patient sei jedoch grundsätzlich in der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit nicht einge-
schränkt. 
 
5.4 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens liess der Beschwerdeführer einen 
weiteren Bericht von Dr. C.____ vom 9. März 2022 einreichen. Demnach habe der Patient erst-
mals im Januar 2020 über Arbeitsplatzprobleme, einen hohen Druck am Arbeitsplatz und eine 
belastende Arbeitssituation berichtet. Ab diesem Zeitpunkt sei der Patient alle zwei bis drei Mo-
nate in die Sprechstunde gekommen, wobei immer wieder Probleme mit dem Arbeitgeber thema-
tisiert worden seien. Er habe überdies über Schlafstörungen sowie über körperliche und emotio-
nale Reaktionen auf die anhaltenden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz berichtet. Im Juni 2021 sei 
es zu massiven Herzproblemen gekommen, weswegen der Patient notfallmässig im Spital habe 
behandelt werden müssen. Man müsse davon ausgehen, dass die chronische Belastung am Ar-
beitsplatz auch zu der bestehenden Herzerkrankung beigetragen habe. Insofern sei der Ent-
schluss, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, aus ihrer hausärztlichen Sicht völlig gerechtfertigt. 
Dr. C.____ verweist abschliessend auf beigelegte kardiologische Berichte, die die medizinische 
Argumentation weiter stützen würden. Diese Berichte wurden vom Beschwerdeführer nicht ein-
gereicht.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Einspracheentscheid an der verfügten 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung fest. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die ein-
gereichten Arztzeugnisse von Dr. C.____ vom 12. August 2021 und 10. Januar 2022 weder eine 
klare Diagnose noch eine eindeutige Empfehlung zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses enthiel-
ten. Insbesondere sei jedoch die Kausalität zwischen der Diagnose und der Arbeitsunfähigkeit 
(recte wohl: Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses) nicht ausreichend belegt. 
Die Risikofaktoren für eine Angina pectoris seien multifaktoriell, was auch der Versicherte aner-
kenne. Im Rahmen ihrer Eingaben im vorliegenden Beschwerdeverfahren bekräftigt die Be-
schwerdegegnerin ihre Auffassung, dass den eingereichten medizinischen Unterlagen keine ein-
deutige Empfehlung zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses entnommen werden könne. Die 
blosse Aussage, dass eine Beendigung wesentlich zu einer Verbesserung der Situation beitragen 
würde, genüge nicht. Die angebliche psychische Stresssituation sei nicht durch psychiatrisch-
psychologische Behandlungen belegt. Auch sonst könne der Beschwerdeführer die behauptete 
Arbeitsbelastung nicht belegen. Vielmehr komme der Verdacht auf, dass zwischenmenschliche 
Konflikte und die Kränkung durch den Verlust von Einfluss am Arbeitsplatz Grund zur Kündigung 
gegeben hätten. Ferner fehle es auch an einer fachärztlichen kardiologischen Einschätzung, 
obschon Dr. C.____ die Existenz solcher Berichte in ihrem Schreiben vom 9. März 2022 erwähne. 
 
6.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass die eingereichten, von 
der behandelnden Hausärztin verfassten Arztzeugnisse und -berichte rechtsgenüglich belegen 
würden, dass ihm der Verbleib an der Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr 
zumutbar gewesen sei. Sofern die Beschwerdegegnerin darüber hinaus weitere 

 

 
 
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(fach-)ärztliche Unterlagen für notwendig erachten würde, wäre es an ihr gelegen, diese einzu-
verlangen. 
 
6.3 Wie in Erwägung 3.4 hiervor ausgeführt, ist von einer Unzumutbarkeit der Weiterarbeit 
ab der bisherigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen auszugehen, wenn die versicherte 
Person dies durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete 
Beweismittel) belegt. Wie die Arbeitslosenkasse zutreffend ausführt, sind die Arztzeugnisse von 
Dr. C.____ zu wenig aussagekräftig, um mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit von einem unzumutbaren Verbleib an der ehemaligen Arbeitsstelle auszugehen. So ent-
halten die beigebrachten Zeugnisse weder eine Diagnose noch konkrete Angaben über die emo-
tionalen und physischen Befunde. Die Ausführungen der behandelnden Hausärztin können indes 
nicht völlig von der Hand gewiesen werden. Der Hinweis der Beschwerdegegnerin, dass die vom 
Beschwerdeführer geschilderte Stress- und Belastungssituation lediglich ein Zustand dargestellt 
habe, wie er «in praktisch jedem Arbeitsverhältnis anzutreffen» sei, verfängt nicht, zumal die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer einerseits entgegenhält, die Situation nicht genügend 
belegt zu haben, andererseits jedoch selbst keine diesbezüglichen Nachfragen angestrebt hat. 
Vielmehr entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass emotionale Belastungen 
und (Dauer-)Stress, beruflich oder privat bedingt, das kardiovaskuläre Risiko erhöhen (vgl. 
Schweizerische Herzstiftung, Zu viel Stress schlägt aufs Herz, online, URL: https://swisshe-
art.ch/wissen-und-support/dossiers/zu-viel-stress-schl%C3%A4gt-aufs-herz [19. 01. 2023]; Deut-
sche Gesellschaft für Kardiologie, Herzinfarkt: emotionaler Stress unterschätzt, in: Ärztliches 
Journal, Oktober 2018, online, URL: https://www.aerztliches-journal.de/medizin/kardiologie/herz-
kreislauf-krankheiten/herzinfarkt-emotionaler-stress-unter-
schaetzt/71b587e1f7f9ef8bb83b5b4b6f0ae36a [19.1.2023]). Dass weitere Faktoren das Risiko 
für eine Angina pectoris sowie weitere koronare Erkrankungen ebenfalls erhöhen, ändert daran 
nichts. Um beurteilen zu können, ob die Weiterführung des Anstellungsverhältnisses dem Be-
schwerdeführer medizinisch zumutbar war, bedarf es deshalb ergänzender ärztlicher Ausführun-
gen von Dr. C.____. Diese hat unter anderem ihre Befunde und den Zusammenhang zwischen 
der Angina pectoris und der bisherigen Arbeitsstelle näher zu erläutern. Ferner bestehen auf-
grund der Ausführungen des Beschwerdeführers und seiner Hausärztin Hinweise auf eine mög-
liche psychische Erkrankung im Zeitpunkt der Kündigung, weshalb hier ebenfalls weiterer Abklä-
rungsbedarf besteht. Indem die Arbeitslosenkasse darauf verzichtet hat, ergänzende Abklärun-
gen bei Dr. C.____ vorzunehmen bzw. dem Versicherten – sollte sie die hausärztliche Einschät-
zung als unzureichend erachten – Gelegenheit zur Einreichung einer kardiologischen Beurteilung 
zu geben, hat sie den Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 4.1 hiervor) verletzt. Im Rahmen ihrer 
Abklärungspflicht von Amtes wegen wäre sie verpflichtet gewesen, in dieser Hinsicht weitere Ab-
klärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2013, 8C_943/2012, E. 
3.4). Ihr Vorbringen, es liege am Beschwerdeführer, diese Unterlagen beizubringen, vermag in 
diesem Zusammenhang nicht zu überzeugen, insbesondere auch, da sie vor Erlass der Einstel-
lungsverfügung am 10. Januar 2022 nicht einmal den angekündigten Eingang des von Dr. C.____ 
ausgefüllten Formulars vom selben Tag (Eingang: 13. Januar 2022) abgewartet hat. 
7. Zusammenfassend ist aufgrund dieser Ausführungen festzuhalten, dass der Sachverhalt 
im Zusammenhang mit Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG nicht genügend abgeklärt ist, da beweismässig 

 

 
 
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nicht klar feststeht, ob die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bei der B.____ AG dem Versi-
cherten aus gesundheitlichen Gründen zumutbar gewesen wäre. Beruht der angefochtene Ent-
scheid auf einer unvollständigen Sachverhaltsfeststellung, ist die Beschwerde gutzuheissen und 
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zur Neubeurteilung an die Arbeitslosenkasse zu-
rückzuweisen. 
 
8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess keine Verfahrens-
kosten zu erheben.  
 
8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen Entscheid auf 
und weist es die Angelegenheit zur Ergänzung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer 
Hinsicht die beschwerdeführende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 57 E 2.1 
und 2.2, 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteient-
schädigung zulasten der Arbeitslosenkasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers hat mit Honorarnote und Deservitenkarte vom 22. August 2022 einen Zeitaufwand von 
insgesamt 12 Stunden und 45 Minuten geltend gemacht. In diesem Aufwand finden sich indes 
kleinere Bemühungen im Umfang von insgesamt 30 Minuten, welche auf den Kontakt des Rechts-
vertreters mit der Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers zurückzuführen sind. Sol-
che Bemühungen würden im Falle einer nicht rechtsschutzversicherten Person nicht anfallen und 
müssen daher unberücksichtigt bleiben. Die Bemühungen im Zusammenhang mit der Recht-
schutzversicherung sind deshalb im genannten Umfang in Abzug zu bringen. Der verbleibende 
Aufwand von 12 Stunden und 15 Minuten erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfra-
gen gerade noch als angemessen. Nichts anderes gilt hinsichtlich der geltend gemachten Ausla-
gen in der Höhe von Fr. 40.70. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 3'342.15 (12.25 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 40.70 und 
7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 

9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 

 

 
 
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9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten  
Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 21. Februar 2022 aufgehoben und die Ange-
legenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'342.15 (inklusive Auslagen und 7,7% 
Mehrwertsteuer) auszurichte 

 
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