# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1da65c63-07a6-5356-920d-d74919563b57
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2008 E-3300/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3300-2006_2008-06-06.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3300/2006/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richter Markus König,
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

1. A._______, Irak, dessen Ehefrau
2. B._______, Kroatien, und deren Kindes
3. C._______, Irak,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Gabriel Püntener, 
Beschwerdeführer bzw. Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügung vom 28. Juli 2004  i.S. Asyl und Wegweisung 
(Wiedererwägung / Revision) / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3300/2006

Sachverhalt:

A.
Das vom Beschwerdeführer  1  (im Folgenden Beschwerdeführer)  am 
15. September 1999 eingereichte Asylgesuch wies das Bundesamt für 
Flüchtlinge  (BFF, seit  dem 1. Januar  2005  Bundesamt  für  Migration 
[BFM]) mit Verfügung vom 19. Januar 2000 ab und ordnete die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die dagegen erhobe-
ne Beschwerde wies die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 
mit Urteil vom 14. Februar 2001 ab.

B.
Am  27.  Juni  2003  erfolgte  die  Eheschliessung  zwischen  den  Be-
schwerdeführern.  Am 7. August  2003  wurde  der  gemeinsame Sohn 
C._______ geboren.

C.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2003 wies das BFF das Asylgesuch der Be-
schwerdeführerin vom 21. Juli  2003 ab und ordnete die Wegweisung 
aus der Schweiz und den Vollzug an.

D.
Das von der  Beschwerdeführerin  am 22. Oktober  2003 eingereichte 
Wiedererwägungsgesuch wies das BFF mit Verfügung vom 19. Januar 
2004 ab, bezeichnete die Verfügung vom 28. Juli 2003 als rechtskräftig 
und vollstreckbar und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme 
keine  aufschiebende  Wirkung  zu.  Auf  die  dagegen  erhobene  Be-
schwerde trat die ARK mit Urteil vom 24. März 2004 mangels Bezah-
lung des erhobenen Kostenvorschusses nicht ein.

E.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2004 wies das BFF das von den Beschwer-
deführern am 8. April 2004 eingereichte Wiedererwägungsgesuch ab, 
bezeichnete die Verfügungen vom 19. Januar 2000, vom 28. Juli 2003 
sowie  vom  19.  Januar  2004  als  rechtskräftig  und  vollstreckbar  und 
stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende 
Wirkung zu.

F.
Mit  Beschwerde vom 30. August  2004 liessen die Beschwerdeführer 
sinngemäss beantragen, der Entscheid des BFF vom 28. Juli 2004 sei 
aufzuheben und der Vollzug der Wegweisung sei auszusetzen. In Wie-

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dererwägung der  Verfügung des BFF vom 19. Januar  2000 sei  dem 
Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Auf Grundla-
ge der vorläufigen Aufnahme ihres Ehemannes sei -  in Wiedererwä-
gung der Verfügung des BFF vom 19. Januar 2004 beziehungsweise 
vom 28. Juli 2003 - der Beschwerdeführerin sowie dem gemeinsamen 
Kind die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

G.
Mit Zwischenverfügung vom 7. September 2004 setzte die zuständige 
Instruktionsrichterin der ARK den Vollzug aus und verzichtete gleich-
zeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

H.
Mit Schreiben vom 21. März 2005 liessen die Beschwerdeführer eine 
Wohnsitzbescheinigung und einen Haftbefehl des Untersuchungsam-
tes  D._______  vom  10.  Juni  1999  mit  den  entsprechenden 
Übersetzungen zu den Akten reichen.

I.
Mit Eingabe vom 14. Oktober 2005 liessen die Beschwerdeführer mit-
teilen,  dass  sie  neu  durch  Rechtsanwalt  Gabriel  Püntener  vertreten 
seien  und  reichten  eine  entsprechende  Vollmacht  zu  den  Akten. 
Gleichzeitig  wurde  um  Einsicht  in  die  gesamten  Asylakten  der  Be-
schwerdeführer ersucht.

J.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2005 bestätigte die zuständi-
ge  Instruktionsrichterin  der  ARK  die  Mandatsübernahme  durch 
Rechtsanwalt  Gabriel  Püntener  als  neuer  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführer. Das Gesuch um Einsicht in die gesamten Asylakten 
lehnte sie ab und verwies Rechtsanwalt Püntener diesbezüglich an die 
früheren Rechtsvertretungen. Gleichzeitig verfügte sie die Edition der 
vorhandenen Aktenverzeichnisse und bot Rechtsanwalt Püntener Ge-
legenheit  bis zum 10. November 2005,  allfällig fehlende Aktenstücke 
bei der ARK zu verlangen.

K.
Mit Schreiben vom 10. November 2005 ersuchte Rechtsanwalt Pünte-
ner um Edition verschiedener Aktenstücke.

L.
Mit Zwischenverfügung vom 14. November 2005 wurde dem Aktenein-

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sichtsgesuch mit Ausnahme der Akte A12/1 entsprochen und die Ak-
ten wurden den Beschwerdeführern gegen Gebühr zugestellt.

M.
Mit Schreiben vom 23. Januar 2006 liessen die Beschwerdeführer die 
Kopie eines Haftbefehls des Untersuchungsamtes D._______ vom 10. 
Oktober  2005  mit  Übersetzung  sowie  zwei  Fotos  des  Beschwerde-
führers  anlässlich  einer  Demonstration  vom  1.  Oktober  2005  in  St. 
Gallen zu den Akten reichen. Im Sinne ergänzender Rechtsbegehren 
beantragten sie, das Urteil der ARK vom 14. Februar 2001 sei in Revi-
sion zu ziehen. Weiter sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers und seiner Familie festzustellen und es sei ihnen Asyl zu er-
teilen, eventuell seien sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 

N.
In seiner Vernehmlassung vom 17. März 2006 schloss das BFM auf 
Abweisung der Beschwerde.

O.
Mit Schreiben vom 22. März 2006 brachte die zuständige Instruktions-
richterin  der  ARK  den  Beschwerdeführern  die  Vernehmlassung  des 
BFM zur Kenntnis und forderte diese auf, sich dazu bis zum 6. April 
2006 zu äussern,  ansonsten Verzicht  auf  eine Stellungnahme ange-
nommen und gestützt auf die bestehende Aktenlage entschieden wer-
de.

P.
Mit Schreiben vom 6. April 2006 liessen die Beschwerdeführer fristge-
recht eine Stellungnahme einreichen. 

Q.
Mit  Schreiben  vom  20.  April  2006  liessen  die  Beschwerdeführer 
zwecks Prüfung einer schwerwiegenden persönlichen Notlage gemäss 
Art. 44 Abs. 3 AsylG ein Bestätigungsschreiben der sozialen Dienste 
der Stadt E._______ vom 4. April 2006, einen Auszug aus dem Betrei-
bungsregister vom 4. April 2006, ein Arbeitszeugnis beziehungsweise 
eine Arbeitsbestätigung der F._______ GmbH, Lohnabrechnungen der 
F._______  GmbH  von  Oktober  2005  bis  März  2006  sowie  diverse 
Referenzschreiben ins Recht legen.

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R.
Mit Schreiben vom 12. Mai und 6. Juni 2006 liessen die Beschwerde-
führer verschiedene Referenzschreiben zu den Akten reichen.

S.
Mit Schreiben vom 12. Dezember 2007 stellte das BFM dem Bundes-
verwaltungsgericht  Kopien  zweier  Schreiben  des  Beschwerdeführers 
vom 10. Dezember 2007 mit den dazugehörigen Beilagen zur Kennt-
nisnahme zu. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

I.

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist 
nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-
scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Beurtei-
lung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide 
grundsätzlich  wie  die  ursprüngliche  Verfügung  auf  dem ordentlichen 
Rechtsmittelweg  weitergezogen  werden  können  (vgl.  BGE  113  Ia  f; 
VPB 1985 Nr. 24; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., 
Bern  1983,  S.  220;  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen 
Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kan-
tone, Zürich 1985, S. 174 f.), ist das Bundesverwaltungsgericht auch 
zuständig für die Beurteilung von Wiedererwägungsbeschwerdeverfah-
ren.

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1.3 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt bei gegebener Zustän-
digkeit  am  1. Januar  2007  die  bei  der  vormaligen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission (ARK) hängigen Rechtsmittel. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.4 Mit Beschwerde kann sodann die Verletzung von Bundesrecht, die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106 
Abs. 1 AsylG).

2.
Die Beschwerde vom 30. August 2004 ist form- und fristgerecht einge-
reicht; die Beschwerdeführer sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 
und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.

3.1 Ein Anspruch auf Wiedererwägung besteht namentlich dann, wenn 
sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Ent-
scheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufe-
nen  Rechtsmittelinstanz  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 1c S. 
204) in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche 
(fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen 
der Sachlage anzupassen ist  (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.). 
Ferner  können  auch  Revisionsgründe  im  Sinne  von  Art.  66  Abs.  2 
VwVG zu einer Wiedererwägung führen, jedoch nur dann, wenn eine 
unangefochten gebliebene, formell rechtskräftig gewordene Verfügung 
vorliegt (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f.), oder, wenn zwar vor-
gängig ein Rechtsmittel ergriffen worden war, die Revisionsgründe sich 
jedoch nicht auf das Zustandekommen des im betreffenden Beschwer-
deverfahren ergangenen Prozessurteils der Beschwerdeinstanz,  son-
dern auf die mit Beschwerde angefochtene Verfügung des Bundesam-
tes beziehen (vgl. EMARK 1998 Nr. 8 E. 3 S. 53 f.).

3.2 Nachdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführer auf 
Behandlung  ihres  Wiedererwägungsgesuchs  bejaht  hat  und  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist, hat das Bundesverwaltungs-

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gericht vorliegend zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gesuch zu Recht 
abgewiesen hat.

3.3 Gemäss den formulierten Rechtsbegehren im Wiedererwägungs-
gesuch vom 8. April  2004 und deren Begründung ist die vorliegende 
Beschwerde auf den Vollzugspunkt beschränkt, weshalb einzig zu be-
urteilen ist, ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit Erlass bezie-
hungsweise  Eintritt  der  Rechtskraft  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
vom 19. Januar  2000 dergestalt  verändert  hat,  dass ein Vollzug der 
Wegweisung inzwischen als unzumutbar zu qualifizieren und die vor-
läufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen wäre. Auf allfäl-
lige Vorbringen betreffend die Flüchtlingseigenschaft ist somit im Rah-
men der vorliegenden Beschwerde nicht einzugehen.

4.

4.1 Die Beschwerdeführer berufen sich in ihrem Wiedererwägungsge-
such vom 8. April 2004 im Wesentlichen auf die allgemeine Situation 
im Irak. Aufgrund der prekären Sicherheitslage im Heimatstaat des Be-
schwerdeführers sei ein Wegweisungsvollzug weder möglich noch zu-
mutbar, zumal keine Rückreisemöglichkeit bestehe und der Vollzug der 
Wegweisung für den Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung im 
Sinne von Art. 14a Abs. 4 ANAG (seit 01.01.2008: Art. 83 Abs. 4 des 
Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG],  SR 
142.20) darstellen würde. Es entspreche sodann der ständigen Praxis 
des BFF und der ARK, dass in der Regel die ganze Familie vorläufig 
aufgenommen werde, wenn ein Familienmitglied die Voraussetzungen 
zur vorläufigen Aufnahme erfülle. Die beim vorläufig Aufgenommenen 
erfüllte Schranke des Wegweisungsvollzugs werde auf die ganze Fa-
milie ausgedehnt, weshalb die Beschwerdeführerin und das gemeinsa-
me Kind in die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers einzube-
ziehen seien.

4.2 Zur  Begründung  seines  ablehnenden  Wiedererwägungsentschei-
des vom 28. Juli 2004 führt das BFF aus, es erachte eine Rückführung 
in den Heimatstaat im Einzelfall selbst unter Berücksichtigung der ge-
gebenen Lage im Irak als zumutbar. Im Irak herrsche kein offener Bür-
gerkrieg  und  es  könne  trotz  teilweise  schwerer  Anschläge  und  ver-
schiedener bewaffneter Auseinandersetzungen auf lokaler Ebene nicht 
von einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  gesprochen werden. Folglich 
liege auch keine konkrete Gefährdung der Bevölkerung im Irak im Sin-

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ne von Art. 14 a Abs. 4 ANAG (neu: Art. 83 Abs. 4 AuG) vor. Die Ver-
sorgungslage habe sich insgesamt verbessert. Seit  Beginn des Wie-
deraufbaus seien allgemeine Fortschritte festzustellen und auch eine 
medizinische Grundversorgung sei vorhanden. Die ehemals autonome 
kurdische Zone im Nordirak sei von der militärischen Intervention der 
Koalitionstruppen nicht unmittelbar betroffen worden, insbesondere sei 
es  zu  keinen kriegerischen Auseinandersetzungen in  diesem Gebiet 
gekommen. Die bisherigen Machtstrukturen seien erhalten geblieben 
und die  Situation  habe  sich  durch die  militärische Intervention  nicht 
grundlegend  verändert.  Es  würden  auch  keine  individuellen  Gründe 
gegen  die  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs  sprechen  und 
dieser sei  technisch möglich und praktisch durchführbar. Weiter führt 
das BFF aus, dass den Beschwerdeführern aufgrund der kroatischen 
Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin die Möglichkeit einer Fa-
milienvereinigung  in  Kroatien  offenstehe  und  verweist  diesbezüglich 
auf  die Erwägungen in  seinem Entscheid vom 19. Januar  2004. Zu-
sammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  keine  Gründe  vorliegen  wür-
den,  welche die  Rechtskraft  der  Verfügungen  vom 19. Januar  2000, 
vom  28.  Juli  2003  sowie  vom 19.  Januar  2004  beseitigen  könnten, 
weshalb das Wiedererwägungsgesuch abzuweisen sei.

4.3 Zur Begründung ihrer Beschwerde vom 30. August 2004 bringen 
die Beschwerdeführer vor, ein Wegweisungsvollzug in den Nordirak sei 
aufgrund der dort herrschenden prekären Lage nicht zumutbar, insbe-
sondere da das gemeinsame Kind erst knapp ein Jahr alt sei. Es sei 
nicht sichergestellt, dass die Familie der Beschwerdeführer im Falle ei-
ner Rückkehr in den Irak über eine Unterkunft verfüge. Auch das wirt-
schaftliche  Fortkommen  der  Beschwerdeführer  sei  nicht  gesichert. 
Nicht  nur  die  Sicherheitssituation  im  Irak  sei  äusserst  angespannt, 
auch  würden  im  Zentral-  und  Nordirak  die  Lebensbedingungen  von 
gravierendem  Wohnungsmangel,  unregelmässiger  Versorgung  mit 
grundlegenden Dienstleistungen, vom Fehlen eines effektiven Rechts-
systems und einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt. Ein Wegweisungs-
vollzug müsse somit als unzumutbar betrachtet werden und dem Be-
schwerdeführer sei in der Folge die vorläufige Aufnahme zu erteilen. 
Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Einheit der Familie seien 
die übrigen Beschwerdeführer praxisgemäss in die vorläufige Aufnah-
me miteinzubeziehen. Dass eine allfällige Wiedervereinigung der Fa-
milie in Kroatien nicht ausgeschlossen sei, ändere nichts am Anspruch 
auf einen einheitlichen Rechtsstatus der Familie. 

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4.4 Zur  Untermauerung  ihrer  Vorbringen  liessen  sie  mit  Schreiben 
vom  21.  März  2005  einen  Haftbefehl  des  Untersuchungsamtes 
D._______ vom 10. Juni 1999 sowie eine Wohnsitzbestätigung zu den 
Akten reichen.

4.5 Im Sinne ergänzender Rechtsbegehren beantragen die Beschwer-
deführer in ihrer Beweismitteleingabe vom 23. Januar 2006, es sei die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  1  und  seiner  Familie 
festzustellen und es sei ihnen in der Schweiz Asyl zu erteilen; eventu-
ell sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 1 und seiner 
Familie  festzustellen  und diese seien in  der  Schweiz als  Flüchtlinge 
vorläufig aufzunehmen. Weiter führen die Beschwerdeführer aus, die 
Schweizerischen  Asylbehörden  hätten  im  Sommer/Herbst  2005  die 
Entscheidpraxis  betreffend Asylsuchende aus dem Irak geändert. Im 
Wesentlichen bedeute dies, dass Asylsuchende aus dem Zentral- und 
Nordirak  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  der 
Schweiz  vorläufig  aufgenommen  würden.  Der  nunmehr  eingereichte 
Haftbefehl vom 10. Oktober 2005 sei nach dem Urteil der ARK vom 14. 
Februar 2001 ausgestellt  worden und könne somit auch wiedererwä-
gungsrechtlich  behandelt  werden.  Der  Beschwerdeführer  engagiere 
sich in der Schweiz zudem aktiv für die Sache der Kurden, pflege en-
gen Kontakt mit dem "Kurdischen Kulturverein G._______" und habe 
ein Beziehungsnetz in einem türkisch-kurdischen Umfeld. Im Rahmen 
seines  aktiven  Engagements  nehme  der  Beschwerdeführer  an 
Demonstrationen und Veranstaltungen teil. Für den Fall, dass nicht die 
Tätigkeit vor seiner Ausreise, sondern sein exilpolitisches Engagement 
die  Hauptursache  für  die  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  sein 
sollten, sei der Beschwerdeführer wegen subjektiver Nachfluchtgründe 
als  Flüchtling  vorläufig  aufzunehmen. Als  Beweismittel  wurden  zwei 
Fotografien von der Demonstration vom 1. Oktober 2005 in St. Gallen 
zu den Akten gereicht. 

Das Revisionsbegehren wird nachfolgend in  den Erwägungen 6.1  ff. 
behandelt.

4.6 Soweit die Beschwerdeführer eine seit Erlass der Verfügung vom 
19. Januar 2000 eingetretene Veränderung der allgemeinen Lage im 
Irak beziehungsweise der familiären Situation oder die Schaffung sub-
jektiver  Nachfluchtgründe geltend machen, verlangen sie die Anpas-
sung der vorinstanzlichen Verfügung an eine nachträglich eingetretene 
Veränderung der Sachlage im wiedererwägungsrechtlichen Sinn. Die 
Vorbringen  betreffen  Tatsachen,  welche  sich  nach  dem  19.  Januar 

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2000  ereignet  haben  und  somit  nicht  bereits  im  ordentlichen  Be-
schwerdeverfahren hätten geltend gemacht werden können. Es gilt zu 
prüfen, ob es sich bei den Vorbringen um rechtlich relevante Tatsachen 
handelt,  welche  geeignet  sind,  die  tatbeständliche  Grundlage  des 
ursprünglichen  Entscheides  zu  verändern  und  bei  zutreffender 
rechtlicher  Würdigung  zu einem anderen,  für  den  Beschwerdeführer 
günstigeren  Ergebnis  zu  führen.  Gemäss  den  formulierten 
Rechtsbegehren  im Wiedererwägungsgesuch vom 8. April  2004 und 
deren  Begründung  ist  die  vorliegende  Beschwerde  als  auf  den 
Vollzugspunkt beschränkt zu betrachten, weshalb einzig zu beurteilen 
ist,  ob  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  Erlass  bezie-
hungsweise  Eintritt  der  Rechtskraft  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
vom 19. Januar  2000 dergestalt  verändert  hat,  dass ein Vollzug der 
Wegweisung inzwischen als unzumutbar zu qualifizieren und die vor-
läufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  anzuordnen  wäre.  Soweit 
die  Beschwerdeführer  in  ihrer  Beweismitteleingabe  vom  23.  Januar 
2006  wiedererwägungsweise  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  die  Gewährung  von Asyl  beantragen  ist 
gemäss Ziff. 3.3 darauf nicht einzutreten.

4.6.1 Die Vorbringen bezüglich der Veränderung der allgemeinen Lage 
im Heimatstaat sowie der familiären Situation des Beschwerdeführes 1 
betreffen ausschliesslich die Frage der Zulässigkeit und Zumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  in  den  Irak. Wie  im Folgenden  zu  zeigen 
sein wird, besteht für den Beschwerdeführer 1 aufgrund seiner Heirat 
mit einer kroatischen Staatsangehörigen die Möglichkeit der Aufnahme 
in einem Drittstaat, weshalb die Frage der Zumutbarkeit eines Wegwei-
sungsvollzugs in den Irak unter diesen Umständen offen bleiben kann.

4.6.2

4.6.2.1 Wer sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der 
Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssitua-
tion  erst  geschaffen  worden  ist,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe 
geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen 
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen je-
doch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig da-
von, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. 
Die  vom  Gesetzgeber  gewollte  Bestimmung  subjektiver  Nachflucht-
gründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren solcher Grün-
de  mit  (Vor)Flucht-  beziehungsweise  objektiven  Nachfluchtgründen 
(vgl. EMARK 1995 Nr. 7, E. 7b und 8, S. 67 ff.; 2000 Nr. 16, E. 5a, S. 

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141 f. m.w.H.). Subjektive Nachfluchtgründe sind Asylgründe,  für  die 
eine Person durch die Tatsache des Verlassens des Landes (Republik-
flucht), durch ihr Verhalten im Zufluchtsstaat (vor allem politische Exil-
aktivitäten)  oder  durch  das  im  Heimatstaat  strafbare  Stellen  eines 
Asylgesuches  die  Ursache  selber  setzt.  Unter  Exilaktivitäten  fallen 
etwa  Mitgliedschaft  in  einer  Emigrantenorganisation,  öffentliche 
kritische Äusserungen gegen das Regime des Heimatstaates (z.B. in 
den Medien) oder die Teilnahme an Versammlungen, Demonstrationen 
und  Protestaktionen  gegen  die  im  Heimatstaat  herrschenden 
politischen  Verhältnisse.  Sofern  diese  Tätigkeiten  in  ihren 
Heimatländern  bekannt  werden  und  man  weiss,  dass  solches 
geahndet  wird,  erhalten  solcherart  drohende  Massnahmen 
Verfolgungscharakter  (ALBERTO ACHERMANN/  CHRISTINA HAUSAMMANN, 
Handbuch des Asylrechts, 2. Auflage, Bern/Stuttgart  1991,  S.111 f.). 
Exilpolitische  Aktivitäten  können  mit  anderen  Worten  nur  dann  im 
Sinne  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  zur  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn  feststeht,  dass  diese  bei  einer 
Rückkehr  in  den  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  hoher 
Wahrscheinlichkeit  politische  Verfolgung  nach  sich  ziehen. Es  bleibt 
demnach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 1 den heimatlichen Be-
hörden  auf  Grund  des  geltend  gemachten  politischen  Engagements 
namentlich bekannt geworden ist. Diese Prüfung hat aufgrund der kon-
kreten Aktenlage zu erfolgen.

4.6.2.2 Die  Beschwerdeführer  bringen  in  ihrer  Beweismitteleingabe 
vom 23. Januar 2006 vor, der Beschwerdeführer 1 pflege engen Kon-
takt  mit  dem  "Kurdischen  Kulturverein  G._______"  und  habe  ein 
Beziehungsnetz in einem türkisch-kurdischen Umfeld. Der von den in 
der Schweiz ansässigen türkischen Kurden aus dem Umfeld der PKK 
und ihr nahestehenden Organisationen gepflegte Diskurs unterscheide 
sich in wesentlichen Punkten von den Anliegen der kurdischen Iraker. 
Der Beschwerdeführer 1 identifiziere sich mit deren Anliegen und lebe 
aufgrund  dieses  Engagements  weitgehend  isoliert  von  den  übrigen 
nordirakischen Kurden, von welchen er als Kommunist und Kritiker der 
KDP  verachtet  werde.  Die  Sympathisanten  der  KDP  würden  in  der 
Schweiz einen beachtlichen Einfluss ausüben. Immer wieder komme 
es zu Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der KDP und 
der PKK. Im Rahmen seines aktiven Engagements für  die kurdische 
Sache nehme der Beschwerdeführer 1 an Demonstrationen und Ver-
anstaltungen  teil,  so  auch  an  der  vom  kurdischen  Kulturverein 
G._______ organisierten  Demonstration  vom 1. Oktober  2005 in  St. 
Gallen.  Wegen  seines  Engagements  für  die  kurdische  Sache  und 

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seiner  Beziehung  zu  PKK-nahen  Organisationen  habe  er  die 
Aufmerksamkeit  von  Personen  aus  dem  Umfeld  der  KDP  auf  sich 
gezogen. Als Beweismittel wurden zwei Fotos des Beschwerdeführers 
1 anlässlich  der  Kundgebung vom 1. Oktober  2005 sowie  die Kopie 
des Haftbefehls des Untersuchungsamtes D._______ vom 10. Oktober 
2005 zu  den  Akten  gereicht.  Im  Sinne  eines  Beweismittelantrages 
beantragen  die  Beschwerdeführer,  es  sei  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt weiter abzuklären und allenfalls eine Botschaftsabklärung 
über das Schweizerische Verbindungsbüro in Baghdad in die Wege zu 
leiten.

4.6.2.3 Zunächst ist  festzuhalten, dass der angeblich in der Schweiz 
entwickelte politische Aktivismus des Beschwerdeführers 1 und die da-
mit verbundene Beziehungsnähe zu PKK-nahen Organisationen wenig 
glaubhaft erscheint. Für das Bundesverwaltungsgericht ist nicht nach-
vollziehbar, weshalb sich der Beschwerdeführer 1 in der Schweiz für 
die Sache der PKK engagieren sollte, zumal er aufgrund der angeblich 
von  dieser  unter  Todesdrohung  erzwungenen  Zusammenarbeit  (vgl. 
EZ-Prot., S. 2) zur Flucht aus dem Heimatstaat gezwungen wurde und 
dementsprechend über wenig Motivation verfügen dürfte. Eigenen An-
gaben zufolge war er in seinem Heimatstaat sodann nie politisch aktiv 
(vgl. EZ-Prot., S. 5) und seine Tätigkeit für die PKK beschränkte sich 
ausschliesslich auf die Lieferung von Lebensmitteln. Auch sind den Ak-
ten keine  Anhaltspunkte  zu  entnehmen,  die  ein  irgendwie  geartetes 
exilpolitisches  Engagement  vor  dem  1.  Oktober  2005  erkennen  lie-
ssen. Es wird lediglich vorgebracht, der Beschwerdeführer 1 pflege en-
gen Kontakt mit dem Kurdischen Kulturverein G._______ und habe ein 
Beziehungsnetz  in  einem  türkisch-kurdischen  Umfeld.  Eine  Mitglied-
schaft bei der PKK oder in einer Emigrantenorganisation ist auf Grund 
der Aktenlage nicht belegt und wird auch nicht behauptet. Auch geht 
aus den Akten nicht hervor, dass der Beschwerdeführer 1 öffentliche 
kritische Äusserungen gegen das Regime seines Heimatstaates (z.B. 
in den Medien) getätigt oder an Versammlungen, Demonstrationen und 
Protestaktionen  gegen  die  im  Heimatstaat  herrschenden  politischen 
Verhältnisse teilgenommen hätte. Auf den als Beweismittel eingereich-
ten Fotografien ist lediglich zu sehen, wie er anlässlich einer Kundge-
bung ein Transparent trägt, auf welchem - ohne erkennbaren regime-
feindlichen Hintergrund - Frieden und internationale Solidarität gefor-
dert  wird. Weiter ist  nicht erkennbar, dass er im Zusammenhang mit 
seiner Teilnahme an der betreffenden Kundgebung in den Medien oder 
anderswo  namentlich  erwähnt  oder  abgebildet  worden  ist,  so  dass 
eine Identifizierung durch die heimatlichen Behörden möglich wäre. Im 

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eingereichten Haftbefehl vom 10. Oktober 2005 - ebenso wie in jenem 
vom  10.  Juni  1999  ausgestellten  -  wird  als  Anklagegrund  sodann 
lediglich  die  Zugehörigkeit  zur  verbotenen  kurdischen  Arbeiterpartei 
(PKK) genannt. Darüber hinaus enthalten diese jedoch keine Angaben 
betreffend Art  oder Zeitpunkt  des dem Beschwerdeführer 1 zur Last 
gelegten Delikts. weiter ist  aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen 
der Demonstrationsteilnahme am 1. Oktober 2005 und dem Erlass des 
Haftbefehls am 10. Oktober 2005 nicht davon auszugehen, dass die 
beiden  Ereignisse  in  direktem  Zusammenhang  stehen,  zumal  das 
Verfahren von der erkennungsdienstlichen Behandlung mutmasslicher 
Exilaktivisten  und  der  Auswertung  ihrer  Aktivitäten  durch  den 
Auslandsgeheimdienst,  bis  zum  Erlass  eines  Haftbefehls  durch  die 
Behörden im Heimatstaat erfahrungsgemäss äusserst zeitraubend und 
demzufolge nicht innert zehn Tagen zu bewerkstelligen ist. 

Sodann  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  den Sachverhalt  als 
genügend erstellt,  weshalb im Sinne einer antizipierten Beweiswürdi-
gung auf  die Durchführung einer Botschaftsabklärung verzichtet  und 
der diesbezügliche Antrag abgewiesen wird.

4.6.2.4 Der  Beschwerdeführer  weist  nach  dem  Gesagten  nicht  das 
Profil  eines  typischen Regimegegners  und  politischen  Aktivisten auf 
und die geltend gemachte Teilnahme an der Kundgebung vom 1. Okto-
ber 2005 kann nicht als Fortsetzung eines bereits im Heimatland be-
stehenden politischen Engagements betrachtet werden. Weiter ist da-
von auszugehen, dass sich die kurdischen Behörden im Heimatstaat - 
falls  überhaupt  -  auf  die Erfassung von Personen konzentrieren,  die 
über die massentypischen und niedrigprofilierten Erscheinungsformen 
exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen  wahrgenommen  und/oder 
Aktivitäten entwickelt haben, die die jeweilige Person aus der Masse 
der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften 
und gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Mitglieder in Exil-
organisationen von im Heimatstaat verbotenen oppositionellen Partei-
en, Teilnehmer von Veranstaltungen dieser Organisationen, Teilnehmer 
von regimekritischen Demonstrationen, welche die dabei üblichen Pla-
kate tragen und Parolen rufen, Teilnehmer von sonstigen regimekriti-
schen  Veranstaltungen  sowie  Personen,  die  Büchertische  betreuen 
und  Informations-  und  Propagandamaterial  in  Fussgängerzonen 
verteilen, unterliegen damit keiner allgemeinen Verfolgungsgefahr. Zu-
dem dürfte es auch den heimatlichen Behörden aufgefallen sein, dass 
die exilpolitische Betätigung vieler Asylbewerber nach der Ablehnung 
ihrer Asylgesuche regelmässig drastisch zunimmt respektive intensiver 

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wird oder überhaupt erst ab diesem Zeitpunkt einsetzt,  was das gel-
tend gemachte politische Engagement als zweifelhaft erscheinen lässt. 
Es darf davon ausgegangen werden, dass die kurdischen Sicherheits-
behörden im Heimatstaat  durchaus in  der  Lage sind,  zwischen poli-
tisch  engagierten  Kurden,  die  das  Regime zu  gefährden  vermögen, 
und Exilaktivisten, die lediglich beabsichtigen, sich durch ihre Aktionen 
bekannt zu machen, zu unterscheiden vermögen. Vor diesem Hinter-
grund  erscheint  es  insgesamt  als  unwahrscheinlich,  dass  die  Be-
hörden im Herkunftsstaat von allfälligen Exilaktivitäten des Beschwer-
deführers  soweit  Notiz  genommen haben,  dass  sie  ihn  als  konkrete 
und ernsthafte Bedrohung für  das politische System empfinden wür-
den,  weshalb  vorliegend  nicht  von  einer  Gefährdung  seiner  Person 
oder  einer  wiedererwägungsrechtlich  relevanten  Veränderung  seiner 
Situation auszugehen ist. 

4.7

4.7.1 In ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2006 führt die Vorinstanz 
schliesslich aus, die Beschwerdeführerin habe die Schweiz zusammen 
mit dem Kind am 19. April 2004 verlassen und sei nach Kroatien zu-
rückgekehrt. Unter diesen Umständen sei zu prüfen, ob der Beschwer-
deführer  nach  Kroatien  weggewiesen  werden  könne.  Da  dies  eine 
Wegweisung in einen Drittstaat bedeute, müsse der Beschwerdeführer 
über hinreichende Garantien verfügen, welche erwarten liessen, dass 
er  sich dort  legal  aufhalten könne. Aufgrund der vorliegenden Akten 
könne dies bejaht werden, da ein ausländischer Ehepartner eines in 
Kroatien lebenden kroatischen Staatsbürgers einen gesetzlichen An-
spruch auf eine Aufenthaltsbewilligung habe. Es lägen somit genügend 
Anhaltspunkte vor für die Annahme, die kroatischen Behörden würden 
dem Beschwerdeführer die Einreise gestatten und ihm den Aufenthalt 
erlauben. Es sei folglich davon auszugehen, dass es ihm möglich sei, 
regulär und gesetzeskonform nach Kroatien zu reisen und dort zumin-
dest  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erhalten.  Betreffend  die  übrigen 
Vorbringen des Beschwerdeführers sei festzustellen, dass sie  sich - 
soweit  es sich  dabei  um Revisionsgründe handle -  mangels  Zustän-
digkeit nicht dazu äussern könne. Immerhin werde auch in diesem Zu-
sammenhang auf die Möglichkeit einer Wegweisung in einen Drittstaat 
hingewiesen. 

4.7.2 In ihrer Stellungnahme vom 6. April 2006 machen die Beschwer-
deführer ihrerseits geltend, die Vorinstanz habe sich in ihrer Vernehm-
lassung vom 17. März 2006 auf Ausführungen zur Frage des Wegwei-

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sungsvollzugs nach Kroatien beschränkt und sich mangels Zuständig-
keit nicht zu den übrigen Vorbringen geäussert. Zur Zumutbarkeit  ei-
nes Wegweisungsvollzugs in den Irak habe sie sich nicht geäussert. 
Die Beschwerdeinstanz werde jedoch nicht umher kommen, sich von 
Amtes wegen mit sämtlichen Vorbringen auseinanderzusetzen. Ob die 
Eingaben revisionsrechtlich oder beschwerderechtlich geprüft würden, 
habe nur wenige konkrete praktische Auswirkungen. Die Beschwerde-
führerin und das gemeinsame Kind hätten die Schweiz bereits am 19. 
April  2004  verlassen,  währenddem  der  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz geblieben sei. Trotz der vordergründigen Trennung handle es 
sich bei der Ehe der Beschwerdeführer um eine intakte Beziehung. Die 
Beschwerdeführerin sei zu ihrer Mutter zurückgekehrt und verfüge we-
der über eine eigene Wohnung noch über ein Erwerbseinkommen. Der 
Beschwerdeführer  komme heute für die Lebenskosten seiner Familie 
sowie deren Reisen von Kroatien in die Schweiz und zurück auf. Er sei 
jedoch im Falle eines Wegweisungsvollzugs nach Kroatien nicht in der 
Lage,  weiterhin  für  die  Lebenskosten  seiner  Familie  aufzukommen. 
Insbesondere  würde  für  ihn  weder  eine  Wohngelegenheit  bestehen 
noch  sei  er  der  kroatischen  Sprache  mächtig.  Der  Familie  der  Be-
schwerdeführer  drohe somit  bei  einem Wegweisungsvollzug die  Ver-
elendung und damit eine konkrete Gefährdung, weshalb dieser als un-
zumutbar  im Sinne von Art.  14a Abs. 4  ANAG (neu: Art.  83  Abs. 4 
AuG) zu bezeichnen sei. Schliesslich dürfe die Heirat mit einer kroati-
schen Staatsbürgerin dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gerei-
chen. Im Ergebnis erscheine es stossend, wenn er im Vergleich zu an-
deren irakischen Asylsuchenden benachteiligt und ihm eine vorläufige 
Aufnahme verweigert werde. Zudem sei zwingend das Vorliegen einer 
schwerwiegenden persönlichen Notlage im Sinne von Art. 44 Abs. 3 
AsylG zu prüfen, bevor ein Wegweisungsvollzug nach Kroatien in Er-
wägung gezogen werde. Weiter sei zu bemerken, dass einem allfälli-
gen  Wegweisungsvollzug  nach  Kroatien  aus  formellen  Gründen  die 
Grundlage entzogen sei, zumal die Verfügung der Vorinstanz vom 19. 
Januar 2000 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärt worden sei und 
diese keine Wegweisung in einen Drittstaat vorsehe. Diese sei deshalb 
von Amtes  wegen  in  Wiedererwägung  beziehungsweise  Revision  zu 
ziehen und der Beschwerdeführer sei vorläufig aufzunehmen.

4.7.3 Der Argumentation der Beschwerdeführer ist entgegenzuhalten, 
dass das Rechtsmittel  der Wiedererwägung gerade dazu dient,  eine 
Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage 
anzupassen. Im Rahmen des Wiedererwägungsgesuchs vom 8. April 
2004 sind somit sämtliche wesentlichen Veränderungen der Sachlage 

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seit Erlass der Verfügung zu berücksichtigen. Die Heirat der Beschwer-
deführer vom 27. Juni 2003 stellt zweifelsohne eine solche wesentliche 
Veränderung dar, zumal der Beschwerdeführer dadurch - wie nachfol-
gend dargelegt - die Möglichkeit eines dauerhaften Aufenthaltes in ei-
nem Drittstaat erhält und das BFM in der angefochtenen Verfügung zu 
Recht auch auf Art. 52 Abs. 1 AsylG verwiesen wird hat. Der Einwand 
der Beschwerdeführer geht somit fehl und ist nicht zu hören.

4.7.4 Gestützt auf seine Eheschliessung mit einer kroatischen Staats-
bürgerin hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 34 ff. des kroatischen 
Ausländergesetzes vom 3. Juli 2003 einen Anspruch auf  Erteilung ei-
ner Aufenthaltsbewilligung für das Staatsgebiet der Republik Kroatien. 
Gemäss  Art.  43  des  erwähnten  Gesetzes  hat  er  insbesondere  die 
Möglichkeit, seine Aufenthaltsbewilligung bis zu einer Dauer von drei 
Jahren zu verlängern, bis die Voraussetzungen zum Erhalt einer Nie-
derlassungsbewilligung ("permanent  residence")  erfüllt  sind. Gemäss 
Auskunft des kroatischen Konsulates in Bern vom 2. Mai 2007 besteht 
für den Beschwerdeführer grundsätzlich die Möglichkeit, eine entspre-
chende Bewilligung zu erhalten. Weiter ist festzuhalten, dass sich die 
Beschwerdeführerin bereits seit April 2004 in Kroatien aufhält und dem 
Beschwerdeführer  bei  der  Beschaffung  der  notwendigen  Unterlagen 
sowie  beim  Verkehr  mit  Ämtern  und  Behörden  behilflich  sein  kann. 
Ebenso kann sie ihn bei der Arbeitssuche und -beschaffung unterstüt-
zen. Es dürfte  sodann für  den Beschwerdeführer kein Problem sein, 
sich in Kroatien zurechtzufinden, zumal er während seines Aufenthal-
tes  in  der  Schweiz  bewiesen  hat,  dass  er  sich  schnell  den  gesell-
schaftlichen Gegebenheiten anpassen kann und auch in der Lage ist, 
sich  rasch  entsprechende  sprachliche  Fähigkeiten  anzueignen.  Die 
Beschwerdeführerin  besitzt  sodann  mehrere  Geschwister  im  Raum 
Zagreb, welche ihrer Familie in der Übergangsphase die notwendige fi-
nanzielle und logistische Unterstüzung bieten kann. Schliesslich ist auf 
diesem  Wege  auch  eine  Wiedervereinigung  der  seit  April  2004  ge-
trennten Familie möglich. Seit  dem 1. Januar 2007 zählt  Kroatien im 
Übrigen zu den vom Bundesrat bezeichneten Safe Countries und gilt 
damit im Sinne von Art. 6a Abs. 2 AsylG als verfolgungssicher. 

4.7.5 Gemäss Art. 44 Abs. 3 aAsylG konnte eine vorläufige Aufnahme 
in  Fällen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  angeordnet 
werden,  sofern  vier  Jahre nach Einreichung des Asylgesuches noch 
kein  rechtskräftiger  Entscheid  ergangen war  (Art.  44  Abs. 3  aAsylG 
i.V.m. Art. 14a Abs. 4bis aANAG). Dabei waren insbesondere die Integ-
ration in  der Schweiz,  die familiären Verhältnisse und die schulische 

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Situation der Kinder zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 4 aAsylG). Diese 
Bestimmung wurde indes - wie bereits unter Ziffer 4.4 ausgeführt - im 
Rahmen der letzten Revision des Asylgesetzes mit Wirkung seit 1. Ja-
nuar 2007 ausser Kraft gesetzt. Die Vorbringen im Rahmen der  Stel-
lungnahme vom 6. April 2006, welche  auf die Erteilung einer vorläufi-
gen Aufnahme im Sinne von Art. 44 Abs. 3 aAsylG abzielen, sind somit 
als unbeachtlich zu erkennen. Gemäss den seit dem 1. Januar 2007 in 
Kraft stehenden Bestimmungen steht es im Ermessen der zuständigen 
kantonalen  Behörde,  vorbehältlich  der  Zustimmung  des  BFM,  dem 
Beschwerdeführer  eine  Aufenthaltsbewilligung  aufgrund  eines 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls zu erteilen  (Art. 14 Abs. 2 
AsylG). 

4.7.6 Wie aus dem Schreiben des Beschwerdeführers an das Migrati-
onsamt H._______ vom 10. Dezember 2007 und den dazugehörigen 
Beilagen  ersichtlich  ist,  wurde  dem  Beschwerdeführer  am  23. 
November 2007 von der irakischen Vertretung in Bern ein Reisepass - 
Nr. S 1713683 - ausgestellt. Der Beschwerdeführer verfügt somit über 
gültige Reisepapiere,  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist.

4.7.7 Nach dem Gesagten ist der Wegweisungsvollzug nach Kroatien 
somit als generell - und individuell - zumutbar zu bezeichnen.

4.8 Unter den gegebenen Umständen ist nicht von einer wiedererwä-
gungsrechtlich relevanten Veränderung der Aktenlage auszugehen.

5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist - soweit darin die Wiedererwägung der angefoch-
tenen Verfügung verlangt wird - nach dem Gesagten abzuweisen.

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II.

6.

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist sodann gemäss dem publizier-
ten Urteil BVGE D-4889/2006 vom 12. Juli 2007 als letztinstanzliches 
Gericht im Asylrecht auch für die Beurteilung von Revisionsgesuchen 
zuständig, die sich gegen Urteile der vormaligen ARK richten, wobei 
das VwVG zur Anwendung gelangt.

6.2 Im Sinne  ergänzender  Rechtsbegehren  beantragen  die  Gesuch-
steller in ihrer Eingabe vom 23. Januar 2006, das Urteil der ARK vom 
14. Februar 2001 sei in Revision zu ziehen. Es sei die Flüchtlingsei-
genschaft des Gesuchstellers und diejenige seiner Familie festzustel-
len und es sei  ihnen Asyl,  eventuell  die vorläufige Aufnahme zu ge-
währen. Zur  Begründung der  Rechtsbegehren bringen sie  vor,  beim 
eingereichten Haftbefehl des Untersuchungsamtes D._______ vom 10. 
Oktober 2005 handle es sich um ein neues Beweismittel, welches die 
von  den  Asylbehörden  als  unglaubhaft  eingestufte  Aktivität  des 
Gesuchstellers  für  die  PKK und die  daraus resultierende Verfolgung 
durch  die  irakischen  Behörden  belege.  Es  liege  somit  ein  neues, 
rechtserhebliches Beweismittel vor, das den Sachverhalt betreffe, wel-
cher  Gegenstand  des  Urteils  vom  14.  Februar  2001  gewesen  sei. 
Bezüglich  der  Rechtzeitigkeit  des  Revisionsbegehrens  führen  die 
Gesuchsteller aus, die Existenz des eingereichten Haftbefehls sei dem 
Gesuchsteller  1 erst  nach der Zustellung durch seinen Vater  Anfang 
November  2005  bekannt  geworden,  wodurch  die  Revisionsfrist  ge-
mäss Art. 67 Abs. 1 VwVG eingehalten sei. Sogar für den Fall, dass die 
Frist nicht als eingehalten gelte, müsse das Revisionsgesuch gestützt 
auf die in EMARK 1995 Nr. 9 geschaffene Praxis behandelt werden.

6.3

6.3.1 Die Gesuchsteller machen in ihrer Eingabe vom 23. Januar 2006 
explizit  den Revisionsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG geltend. 
Gemäss dieser  Bestimmung zieht  die  Beschwerdeinstanz  ihren  Ent-
scheid  auf  Begehren  einer  Partei  in  Revision,  wenn  diese  neue  er-
hebliche Tatsachen oder Beweismittel vorbringt. Das Revisionsbegeh-
ren ist der Beschwerdeinstanz innert  90 Tagen nach Entdeckung des 
Revisionsgrundes,  spätestens aber  innert  10 Jahren nach Eröffnung 
des  Beschwerdeentscheides  schriftlich  einzureichen  (Art.  67  Abs.  1 
VwVG). In der Begründung sind insbesondere der Revisionsgrund so-

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wie die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens darzutun (Art. 67 Abs. 
3 VwVG). Bezüglich der Rechtzeitigkeit ihres Revisionsbegehrens füh-
ren die Gesuchsteller lediglich aus, die Existenz des eingereichten Be-
weismittels  sei  dem Gesuchsteller  1  erst  nach der  Zustellung durch 
seinen Vater Anfang November 2005 bekannt geworden, weshalb die 
Revisionsfrist  von  90  Tagen  vorliegend  eingehalten  sei.  Diese 
Vorbringen  vermögen  jedoch  den  Anforderungen  an  die  Beweisfüh-
rung gemäss Art. 67 Abs. 3 VwVG nicht zu genügen, zumal die Be-
hauptung weder durch die Beilage des Zustellumschlags noch sonst-
wie rechtsgenüglich belegt ist. Die Gesuchsteller haben somit gemäss 
Art. 67 Abs. 1 VwVG die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und die 
Eingabe ist folgedessen als verspätet zu betrachten. Die Gesuchsteller 
berufen sich in ihrer Eingabe sodann auf EMARK 1995 Nr. 9. Dieser 
Entscheid besagt,  dass in  völkerrechtskonformer  Auslegung von Art. 
66 Abs. 3 VwVG auf ein verspätetes Revisionsgesuch unter gewissen 
Voraussetzungen trotzdem einzutreten ist. Zugleich wird in besagtem 
Entscheid festgehalten, dass dem Revisionsführer, dessen Vorbringen 
nach  nationalem  Prozessrecht  als  verspätet  eingereicht  zu 
qualifizieren sind, auch bei Gutheissung des Revisionsgesuches nicht 
Asyl gewährt werden kann (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 7h S. 90) und 
eine völkerrechtskonforme Auslegung von Art. 66 Abs. 3 VwVG damit 
lediglich Auswirkungen auf die Fragen der Flüchtlingseigenschaft und 
der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs haben kann. 

6.3.2 Wie bereits in Erwägung 4.7.4 dargelegt, hat der Gesuchsteller 
1  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  für  das 
Staatsgebiet  der  Republik  Kroatien,  weshalb  auch  in  revisions-
rechtlicher Hinsicht  ein allfälliger  Wegweisungsvollzug in  seinen Hei-
matstaat nicht geprüft werden muss. Zudem gilt - mangels gegenteili-
ger Anhaltspunkte - die Vermutung, dass dem Gesuchsteller der vom 
Bundesrat  als  verfolgungssicher  bezeichnete  kroatische  Staat  Si-
cherheit vor Verfolgung sowie effektiven Schutz vor Rückschiebung im 
Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG gewährt. Hinsichtlich Zumutbarkeit und 
Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Kroatien wird sodann 
auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen.

6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Gesuchsteller in den 
Wohnsitzstaat seiner Ehefrau und des gemeinsamen Kindes ausreisen 
kann und dort die Möglichkeit eines dauerhaften und sicheren Aufent-
haltes hat. Zudem ist der Wegweisungsvollzug nach Kroatien  zulässig, 
zumutbar und praktisch durchführbar. Nach dem Gesagten ist dem Ge-
suchsteller - selbst im Falle einer Gutheissung des Revisionsgesuchs - 

Seite 19

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in der Schweiz weder Asyl noch die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 
Bei  dieser  Sachlage  dringen  die  Gesuchsteller  mit  ihren  Revi-
sionsbegehren  nicht  durch,  weshalb  darauf  nicht  näher  einzugehen 
und das Revisionsgesuch abzuweisen ist.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führern/Gesuchstellern  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt Fr. 1'200.--  festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 
Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 [VGKE]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden den Beschwerdeführern/ 
Gesuchstellern auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten 
der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer/Gesuchsteller (Ein-
schreiben;  Beilagen:  Einzahlungsschein;  Angefochtene  Verfügung 
im Original; Haftbefehle des Untersuchungsamtes D._______ vom 
10. Juni 1999 und vom 10. Oktober 2005; Wohnsitzbescheinigung)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit 
den Akten (Ref.-Nr. N_______)

- das Ausländeramt des Kanton H._______ 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

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