# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ed38594-2e8a-5a10-8847-f17d2146046b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2011 D-8813/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8813-2010_2011-09-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­8813/2010
law/bah

U r t e i l   v om   1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Bendicht Tellenbach, Richter Fulvio Haefeli,   
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
Iran,  
vertreten durch lic. iur. Marisa Bützberger, Rechtsanwältin, 
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. November 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Die Beschwerdeführenden, ethnische Kurden sunnitischen Glaubens 
mit  letztem  Wohnsitz  in  E._______,  suchten  am  11.  Oktober  2008  im 
Flughafen  Zürich­Kloten  zum  ersten  Mal  um  Asyl  nach.  Mit  Verfügung 
vom  30. Oktober  2008  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden 
erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. 
Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des 
Flughafens  und  ordnete  den  Wegweisungsvollzug  an.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  wies  eine  gegen  diese  Verfügung  gerichtete 
Beschwerde  vom  4. November  2008  mit  Urteil  D­6959/2008  vom  5. 
Dezember 2008 ab. 

A.b. Mit  als  "Wiedererwägungsgesuch"  bezeichneter  und  an  das  BFM 
gerichteter  Eingabe  vom  5.  Februar  2009,  der  zahlreiche  Beweismittel 
beilagen (vgl. S. 9 der Eingabe), liessen die Beschwerdeführenden durch 
ihre Rechtsvertreterin die Gewährung von Asyl beantragen. Eventualiter 
seien sie  in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Das BFM überwies die 
Eingabe  am  9. Februar  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht,  da  es 
sich bei dieser seiner Auffassung nach teilweise um ein Revisionsgesuch 
handelte.  Der  Instruktionsrichter  forderte  die  Beschwerdeführenden  mit 
Zwischenverfügung  vom  17.  Februar  2009  auf,  eine 
Revisionsverbesserung  einzureichen.  Mit  Eingabe  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  vom  24. Februar  2009  kamen  die 
Beschwerdeführenden  dieser  Aufforderung  nach.  Sie  liessen  die 
Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Dezember 
2008  und  die  Gewährung  von  Asyl  beantragen.  Eventualiter  sei 
zumindest  ihre  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  sie  seien  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen. Das Bundesverwaltungsgericht wies das 
Revisionsgesuch  mit  Urteil  D­840/2009  vom  28. Mai  2009  ab  und 
überwies  die  Akten  "zur  gutscheinenden  Erledigung  des  sogenannten 
Wiedererwägungsgesuchs" an die Vorinstanz.

A.c. Das BFM forderte die Beschwerdeführenden mit Zwischenverfügung 
vom  16. Juni  2009  auf,  einen  die  Beschwerdeführerin  B._______ 
betreffenden Arztbericht einzureichen.

A.d.  Die  Beschwerdeführenden  liessen  am  30.  Juni  2009  eine 
"Ergänzung  zu  den  Wiedererwägungsgesuchen"  einreichen.  In  dieser 
Eingabe wurde beantragt, ihnen sei Asyl zu gewähren. Eventualiter seien 
sie vorläufig aufzunehmen. Vorab wurde auf den Gesundheitszustand der 

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Beschwerdeführerin und die dazu eingereichten Beweismittel verwiesen. 
Die Lage der Frauen im Iran werde sich unter einer weiteren Amtszeit von 
Ahmadinejad  verschlechtern,  was  für  sie  bei  einer  Rückweisung  eine 
zusätzliche  Belastung  darstellen  würde.  Auch  die  beiden  Kinder  der 
Beschwerdeführenden litten. Insbesondere der Sohn C._______ scheine 
traumatisiert.  Diesbezüglich  sei  auf  einen  Bericht  des  Schulleiters  zu 
verweisen. Bereits im Wiedererwägungsgesuch vom 5. Februar 2009 und 
dem Revisionsgesuch vom 24. Februar 2009 sei dargelegt worden, dass 
jemand,  dessen  Mitgliedschaft  bei  einer  gegen  das  iranische  Regime 
gerichteten Partei bekannt sei, im Iran asylrechtlich relevanter Verfolgung 
ausgesetzt  sei.  Der  iranische  Geheimdienst  kenne  zahlreiche 
Überwachungsmöglichkeiten  des  Internets  und  sei  über  seine  Bürger 
informiert.  Die  Beschwerdeführenden  seien  bei  der  Teilnahme  an  einer 
Demonstration vor dem UN­Gebäude in Genf vom April 2009 fotografiert 
und gefilmt worden. Die Bilder, auf denen sie zu sehen seien, seien in der 
ganzen Welt ausgestrahlt worden; eine auf Farsi gehaltene Sendung sei 
auch  im  Iran  zu  sehen  gewesen.  Die  Geschehnisse  in  der  Schweiz 
würden im Iran aufs Genaueste verfolgt und vom Geheimdienst gesichtet 
und  archiviert.  Die  "International  Federation  of  Iranian Refugees"  (IFIR) 
habe  ohne  Wissen  der  Beschwerdeführenden  einen  sie  betreffenden 
Bericht  im  Internet  aufgeschaltet.  Zwischenzeitlich  seien  auf  weiteren 
Internetseiten Berichte und Fotos erschienen, welche sie mit gegen das 
iranische  Regime  gerichteten  Organisationen  in  Verbindung  bringe. 
Erstmals  könne  eine  solche  auch  zur  Beschwerdeführerin  hergestellt 
werden,  die  sich  für  die  Rechte  der  Frauen  im  Iran  einsetze.  Im 
Nachgang  zu  den  Präsidentschaftswahlen  im  Iran  hätten  die 
Beschwerdeführenden  insbesondere  an  einer  Demonstration  vom  25. 
Juni  2006  (recte:  2009)  teilgenommen;  ihre  Teilnahme  sei  aus 
zahlreichen  Internetpublikationen  und  Youtube­Filmen  ersichtlich;  diese 
seien auch im Iran zugänglich. Aufgrund dessen sei davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführenden im Iran als Gegner des Präsidenten und 
damit  des Regimes  bekannt  seien,  da  der  Iran  über  ein  hochmodernes 
Kontrollsystem verfüge. Sie hätten bei einer Rückkehr in ihre Heimat mit 
Repressionen zu rechnen. Gegen ihre Rückkehr spreche auch die durch 
die Präsidentschaftswahlen vom 12.  Juni 2009 hervorgerufene Situation 
im Iran. Der Eingabe lagen nebst dem angeforderten Arztbericht von Frau 
Dr. med. F._______ vom 23.  Juni 2009 zahlreiche weitere Beweismittel 
bei (vgl. S. 9 der Eingabe).

A.e. Das  BFM  schrieb  in  einem  internen  Abschreibungsbeschluss  vom 
7. August  2009  das  am  5.  Februar  2009  eingereichte 

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Wiedererwägungsgesuch  als  gegenstandslos  geworden  ab,  da  am  30. 
Juni 2009 ein zweites Asylgesuch eingereicht worden sei.

A.f. Das BFM hörte den Beschwerdeführer am 2. Oktober 2009 zu seinen 
Asylgründen  an.  Er  machte  im Wesentlichen  geltend,  er  sei  gegen  die 
Islamische Republik eingestellt und gehöre einer politischen Organisation 
an. In der Schweiz habe er versucht, bei jeder Bewegung, die gegen die 
Islamische  Republik  sei,  aktiv  zu  sein.  Er  habe  an  zahlreichen 
Demonstrationen und Veranstaltungen gegen das Regime teilgenommen. 
Bei diesen seien die Rechte der Frauen oder der Arbeiter unterstützt oder 
das  iranische Regime und der Präsident kritisiert worden. Er habe auch 
Kontakte  zur  "Föderation  für  die  Asylsuchenden"  und  habe  an  deren 
Veranstaltungen  teilgenommen.  Diese  habe  über  ihn  und  seinen  Sohn 
einen  Artikel  verfasst  und  publiziert,  während  er  in  der  Schweiz  im 
Gefängnis  gewesen  sei.  Im  Iran  lebende Verwandte  hätten  seiner  Frau 
gegenüber  bei  einem  Telefongespräch  verlauten  lassen,  sie  hätten 
gelesen, dass er und sein Sohn im Gefängnis seien. Im Zusammenhang 
mit  der  Komala  habe  er  auch  Aktivitäten,  für  diese  habe  er  auch  ein 
Komitee  organisiert.  Es  gebe  private  Zusammenkünfte,  an  denen 
diskutiert werde. Da er eine politische Vergangenheit habe und mit einer 
kommunistischen Partei kooperiere, würde er bei einer Rückkehr  in den 
Iran erhängt werden.

A.g. Am 24. November 2009 hörte das BFM die Beschwerdeführerin zu 
ihren  Asylgründen  an.  Sie  sagte  aus,  sie  leide  unter  medizinischen 
Problemen, die sich gebessert hätten. Die psychischen Probleme hätten 
sich  auch  gebessert,  aber  wenn  sie  unter  Stress  leide,  werde  sie 
ohnmächtig.  Wenn  Leute  miteinander  sprächen,  habe  sie  das  Gefühl, 
dies nicht ertragen zu können.  Im Iran seien  ihre psychischen Probleme 
nicht  derart  ausgeprägt  gewesen.  Erstmals  habe  sie  einen 
Ohnmachtsanfall gehabt, als ihr jüngerer Sohn einen Unfall erlitten habe. 
Im Falle einer Rückkehr in den Iran wäre ihre ganze Familie in Gefahr, da 
diese  "in  einen  Topf"  geworfen  werde.  In  der  Schweiz  gehe  sie  oft 
zusammen  mit  ihrem  Mann  an  Kundgebungen  und  Zusammenkünfte. 
Ihre  im  Iran  lebende  Schwester  habe  ihr  am  Telefon  gesagt,  sie  habe 
gesehen,  wie  der  erwachsene  Sohn  der  Beschwerdeführerin  an 
Demonstrationen  teilgenommen habe. Auch die  in Deutschland  lebende 
Schwester ihres Mannes habe dies gesagt. 

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Die  Beschwerdeführerin  erlitt  vor  der  Rückübersetzung  ihrer  Aussagen 
einen Schwächeanfall, so dass die Befragung abgebrochen und zu einem 
späteren Zeitpunkt fortgesetzt wurde.

A.h.  Mit  Schreiben  vom  24.  November  2009  liessen  die 
Beschwerdeführenden  ergänzende  Unterlagen  zu  ihrem  Asylgesuch 
einreichen.

A.i. Die Beschwerdeführenden liessen am 16. August 2010 einen Bericht 
von lic. phil. G._______, Psychologin FSP, (…) vom 4. August 2010 über 
eine mit der Beschwerdeführerin B._______ begonnene Psychotherapie 
einreichen.

B. 
Mit Verfügung vom 30. November 2010 – eröffnet am 1. Dezember 2010 
– stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig 
verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz,  ordnete  den 
Wegweisungsvollzug an, und erhob eine Gebühr von Fr. 600.­.

C. 
Mit Eingabe vom 27. Dezember 2010  liessen die Beschwerdeführenden 
durch  ihre  Rechtsvertreterin  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen 
diesen  Entscheid  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  die  Verfügung 
des  BFM  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihre  Flüchtlingseigenschaft 
anzuerkennen.  Es  sei  die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  zumindest  die  vorläufige 
Aufnahme  anzuordnen.  Es  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu 
gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 
Es  sei  ihnen  in  der  Person  der  unterzeichneten  Rechtsanwältin  ein 
unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Die zuständige Behörde sei 
vorsorglich  anzuweisen,  die  Wegweisung  zu  stoppen  sowie  die 
Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimatstaats  sowie  jegliche 
Datenweitergabe zu unterlassen. Eventualiter  sei er bei bereits erfolgter 
Datenweitergabe  in  einer  separaten  Verfügung  darüber  zu  informieren. 
Der Eingabe lagen mehrere Beweismittel bei (vgl. S. 21 derselben).

D. 
Am  31.  Dezember  2010  liessen  die  Beschwerdeführenden  ein  sie 
betreffendes Dossier ihrer Familienbetreuerin einreichen.

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E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  5. Januar  2011  bestätigte  der 
Instruktionsrichter das den Beschwerdeführenden zustehende Recht, den 
Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten zu können, und trat auf 
den  Antrag,  die  zuständige  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die 
angeordnete Wegweisung zu stoppen, nicht ein. Gleichzeitig hiess er das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art. 65 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  gut  und  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 2 VwVG und den Antrag, 
die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den 
Behörden  des  Heimatstaats  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  zu 
unterlassen,  wies  er  ab.  Schliesslich  wies  er  das  BFM  an,  den 
Beschwerdeführenden eventuell der zuständigen ausländischen Behörde 
bereits  weitergegebene  Personendaten  offenzulegen,  und  gab  der 
Vorinstanz Gelegenheit, eine Vernehmlassung einzureichen.

F. 
In seiner Vernehmlassung vom 12. Januar 2011 beantragte das BFM die 
Abweisung der Beschwerde.

G. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  brachte  den  Beschwerdeführenden  am 
18. Januar 2011 die Vernehmlassung zur Kenntnis.

H. 
Am  17.  Januar  2011  liessen  die  Beschwerdeführenden  eine  die 
Beschwerdeführerin  B._______  betreffende,  undatierte 
Therapiebestätigung von lic. phil. G._______ einreichen. 

I. 
Mit  Schreiben  vom  24.  Januar  2011  übermittelten  die 
Beschwerdeführenden eine Bestätigung  ihrer Fürsorgeabhängigkeit  vom 
19. Januar 2011.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend 
– endgültig,  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Die Beschwerdeführenden  haben  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  (Art.  108  Abs.  1  AsylG; 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1. Das  BFM  führt  zur  Begründung  seiner  Verfügung  aus,  die  blosse 
Mitgliedschaft  der  Beschwerdeführenden  bei  der  Komala 
beziehungsweise Aktivitäten  für dieselbe könnten nicht begründen, dass 
sie bei einer Rückkehr im Iran verfolgt würden. Den Akten könnten keine 
Hinweise  dafür  entnommen  werden,  dass  die  iranischen  Behörden  von 
ihrer  Mitgliedschaft  Kenntnis  genommen  oder  Massnahmen  zu  ihrem 
Nachteil eingeleitet hätten. Die eingereichten Beweismittel  zeigten, dass 
allein  in  der  Schweiz  innert  weniger  Monate  unzählige  Anlässe 
stattfänden,  von  denen  anschliessend  schulfotomässige 
Gruppenaufnahmen  von  Hunderten  von  Teilnehmern  in  einschlägigen 
Internetseiten  publiziert  würden,  sodass  es  den  iranischen  Behörden 
unmöglich  sein  dürfte,  all  diesen,  oftmals  schlecht  erkennbaren, 
Gesichtern Namen zuzuordnen. Die iranischen Behörden hätten nur dann 
ein  Interesse  an  der  Identifizierung  von  Personen,  wenn  die  Aktivitäten 
als  konkrete  Bedrohung  für  das  politische  System  wahrgenommen 
würden.  Die  Aktivitäten  der  Beschwerdeführenden  könnten  keine 
konkrete  Gefährdung  begründen.  Ihr  Verhalten  in  der  Schweiz  sei 
insgesamt  betrachtet  nicht  geeignet,  ein  ernsthaftes  Vorgehen  der 
iranischen  Sicherheitsbehörden  zu  bewirken.  Zusammenfassend  sei 
davon  auszugehen,  dass  sie  über  kein  derartiges  politisches  Profil 
verfügten,  das  sie  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  einer  konkreten 
Gefährdung  aussetze.  Die  geltend  gemachten  subjektiven 
Nachfluchtgründe  hielten  demnach  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  stand.  Den  Vollzug  der  Wegweisung 
erachtete das BFM als durchführbar.

4.2.  In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  das  BFM  habe  in  der 
Sachverhaltsdarstellung  gewichtige  Faktoren  nicht  berücksichtigt  und 
übergangen  und  das  Asylgesuch  überwiegend  mit  Textbausteinen 
abgewiesen. Den Beschwerdeführenden werde unterstellt,  dass  sie  aus 
vorwiegend wirtschaftlichen Gründen ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz 
erwirken  wollten,  und  allein  deshalb  regimekritischen  Aktivitäten 
nachgingen. Da der  Iran über ein modernes Kontrollsystem verfüge und 
die  Aktivitäten  von  gegen  das  Regime  gerichteten  Bewegungen 

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überwache,  sei  davon  auszugehen,  dass  dieser  Kenntnis  von  ihrer 
Beteiligung an gegen das Regime gerichteten Veranstaltungen habe. Es 
habe sich nicht um Veranstaltungen gehandelt, die unter Ausschluss der 
Öffentlichkeit  stattgefunden  hätten. Es  handle  sich  um Veranstaltungen, 
welche  zum  Teil  in  unmittelbarer  Nähe  zu  Präsident  Ahmadinejad 
stattgefunden  hätten.  aufgrund  diverser  Publikationen  müsse  davon 
ausgegangen werden, dass der Iran von ihren Aktivitäten Kenntnis habe, 
oder dass ihm die Publikationen zumindest zur Verfügung stünden. Auch 
von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) sei in einem Bericht vom 
16.  November  2008  (recte:  2010)  festgehalten  worden,  dass  die 
Überwachung  durch  den  iranischen  Geheimdienst  seit  2009 
zugenommen  habe.  Die  Tätigkeiten  der  Beschwerdeführenden  seien 
nicht  nur  mit  Fotos  belegt  worden,  sondern  auch  ihre  Namen  seien 
zusammen  mit  den  Herkunftsangaben  mehrfach  im  Internet  publiziert 
worden.  Auf  den  Fotos  seien  sie  keineswegs  schlecht  erkennbar  und 
aufgrund eines Fotos lasse sich leicht auf die weiteren Familienmitglieder 
schliessen,  was  die  Möglichkeit  der  Zuordnung  erhöhe.  Ihre  im  Iran 
lebenden Verwandten hätten über diese Quellen von der Verhaftung der 
Beschwerdeführenden  in  der  Schweiz  erfahren.  Auch  das  Interview mit 
ihrem volljährigen Sohn beziehungsweise Bruder sei von den Verwandten 
gesehen worden. Selbst wenn das Datenmaterial noch nicht ausgewertet 
sein sollte, wäre es  für den  Iran ein Leichtes, sie bei einer Rückkehr zu 
identifizieren.  Der  Iran  nehme  es  als  Bedrohung  wahr,  dass  die 
Öffentlichkeit  im  Ausland  auf  die  Menschenrechtslage  aufmerksam 
gemacht  werde.  Der  Geheimdienst  überwache  Veranstaltungen  im 
Ausland  und  die  Betroffenen  oder  ihre  Familienangehörigen  im  Iran 
hätten Konsequenzen zu  tragen. Der Beschwerdeführer sei  im  Iran kein 
unbeschriebenes Blatt. Im ersten Asylverfahren sei erkannt worden, dass 
er im Jahr 1982 verhaftet worden und während fünf Jahren als politischer 
Gefangener inhaftiert worden sei. Er habe dazu ausgeführt, dass er sich 
nach  seiner  Freilassung  zweimal  monatlich  bei  den  Behörden  zur 
Überwachung habe melden müssen. Es sei davon auszugehen, dass er 
unter  erhöhter Überwachung  gestanden  habe und  nach  einer Rückkehr 
unterstünde.  Die  Sichtung  des  durch  den  Iran  gesammelten 
Datenmaterials sei daher sehr wahrscheinlich. Es sei davon auszugehen, 
dass  der  Iran  sich  für  die  Tätigkeiten  der  Beschwerdeführenden  in  der 
Schweiz  interessiere,  zumal  sie  kurdischer  Ethnie  seien.  Aufgrund  der 
illegalen  Ausreise  aus  dem  Iran  sei  zumindest  eine  vorübergehende 
Verhaftung  anlässlich  der  Wiedereinreise  und  in  dieser  Zeit  eine 
Abklärung  der  Aktivitäten  im  Ausland  wahrscheinlich.  Diesbezüglich  sei 
auf den Bericht der SFH und auf eine Auskunft von Amnesty International 

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zu  verweisen.  Auch  der  Europäische  Gerichtshof  für  Menschenrechte 
komme  in  einem Entscheid  vom  9. März  2010  zum Schluss,  dass  eine 
Rückschaffung  eines  illegal  ausgereisten  Iraners  gegen  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verstosse.  Schliesslich  sei  zu 
beachten, dass die Beschwerdeführenden ihre Aktivitäten in der Schweiz 
fortgeführt und intensiviert hätten. Dies nicht mit dem primären Ziel, Asyl 
zu  erhalten,  sondern  im  Nachgang  zu  den  weiteren  Entwicklungen  im 
Iran.  Der  Beschwerdeführer  engagiere  sich  vermehrt  bei  der  IFIR  und 
habe  an  diversen  Veranstaltungen  teilgenommen.  Sie  hätten  den 
Nachweis  ihrer  Flüchtlingseigenschaft  erbracht  und hätten  als  politische 
Flüchtlinge zu gelten, weshalb ihnen Asyl zu gewähren sei. Aufgrund der 
jüngsten Entwicklungen im Iran, ihrer kurdischen Ethnie und der früheren 
Inhaftierung des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass dieser 
auch  im  Fall  eines  Verbleibs  im  Iran  mittlerweile  die 
Flüchtlingseigenschaft erfüllen würde, weshalb kein Asylausschlussgrund 
vorliege.

5. 
5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  im  Urteil  D­6959/2008  vom 
5. Dezember  2008  übereinstimmend  mit  dem  BFM  befunden,  die 
Beschwerdeführenden  hätten  zum  Zeitpunkt  des  Verlassens  des  Irans 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  da  die  vom  Beschwerdeführer 
geltend  gemachten Verfolgungsvorbringen  unglaubhaft  seien  (vgl.  Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  D­6959/2008  vom  5.  Dezember  2008 
E. 5).  Den  Beschwerdeführenden  ist  es  im  Revisionsverfahren  nicht 
gelungen,  die  Rechtskraft  dieses  Urteils  zu  beseitigen  und  eine 
Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens zu erwirken (vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts D­840/2009 vom 28. Mai 2009), so dass die 
Beurteilung  der  von  den  Beschwerdeführenden  geltend  gemachten 
Vorverfolgung  im Urteil   D­6959/2008  vom  5. Dezember  2008 weiterhin 
Bestand hat.

5.2. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische 
Exilaktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, 
sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter Weise  verfolgt  würde  (BVGE 

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2009/29  E.  5.1  S.  376  f.,  BVGE  2009/28  E.  7.1  S.  352,  EMARK  2006 
Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien  zur 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1993).

5.3. Es trifft zu, dass sich die  iranischen Behörden für die exilpolitischen 
Aktivitäten  ihrer  Staatsangehörigen  interessieren.  Allerdings 
konzentrieren  sich  die  iranischen  Geheimdienste  bei  ihren 
Überwachungsbemühungen auf Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten 
oder Funktionen als  ernsthafte  und potentiell  gefährliche Regimegegner 
wahrgenommen  werden,  wie  beispielsweise  Personen  in  exponierten 
Kaderstellen von politisch tätigen Exilorganisationen (vgl. BVGE 2009/28 
E.  7.4.4  S. 367).  Die  Beschwerdeführenden  fallen  klarerweise  nicht  in 
diese Kategorie: Aufgrund der eingereichten Beweismittel, der Anhörung 
durch  das  BFM  und  ihren  Eingaben  im  zweiten  Asylverfahren  ist  nicht 
davon  auszugehen,  dass  sie  innerhalb  einer  der  exilpolitisch  tätigen 
Organisationen und Parteien eine exponierte Kaderstelle  innehaben. Sie 
haben  wie  tausende  sich  in  der  Schweiz  und  anderen  europäischen 
Staaten  befindliche  iranische  Staatsangehörige  an  mehreren 
Kundgebungen  gegen  das  iranische  Regime  teilgenommen,  wobei  sie 
fotografiert und teilweise offenbar auch gefilmt wurden. Diese Aufnahmen 
wurden teilweise mit Namensnennung und Herkunftsangaben ins Internet 
gestellt  und  auch  auf  Fernsehkanälen  gezeigt,  die  im  Iran  gesehen 
werden  können.  Ungeachtet  dessen  erscheint  es  insgesamt  dennoch 
nicht  als  überwiegend  wahrscheinlich,  dass  die  Beschwerdeführenden 
aufgrund des bestehenden Foto­ und Videomaterials identifiziert wurden, 
da  es  sich  bei  ihnen  nicht  um  für  die  exilpolitische  Szene  bedeutsame 
Persönlichkeiten  handelt.  Mit  Blick  auf  Art  und  Umfang  ihrer 
exilpolitischen  Tätigkeit  können  sie  nicht  als  besonders  engagierte  und 
exponierte Regimegegner qualifiziert werden. Daran ändert  nichts,  dass 
der Beschwerdeführer Mitglied  der Komala  ist,  da  er  für  diese  nicht  ins 
Rampenlicht  einer  breiten  Öffentlichkeit  getreten  ist.  Auch  die  von  den 
Beschwerdeführenden geltend gemachte Mitgliedschaft bei der  IFIR und 
die von H._______ in einem Schreiben vom 15. Oktober 2010 geäusserte 
Absicht, den Beschwerdeführer zum Nachfolger des Gemeindeführers zu 
erklären,  sowie  die  in  diesem  Rahmen  ausgeübten  exilpolitischen 
Aktivitäten vermögen zu keinem relevanten Gefährdungsprofil zu führen. 
Selbst  für  den Fall  des Bekanntwerdens  ihrer  exilpolitischen Tätigkeiten 
hätten  sie  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung seitens 
der heimatlichen Behörden zu gewärtigen, zumal davon auszugehen  ist, 
dass  sie  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland  dort  nicht  behördlich 

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verfolgt worden sind, was die Gefahr, aufgrund exilpolitischer Aktivitäten 
in  der  Schweiz  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  verfolgt  zu  werden, 
erheblich  vermindert.  An  dieser  Einschätzung  ändert  auch  nichts,  dass 
der  Beschwerdeführer  in  den  Jahren  1982  bis  1987  inhaftiert  gewesen 
sei,  konnte  er  doch  seither  bis  zur  Ausreise  offenbar  weitgehend 
unbehelligt im Iran leben und nicht glaubhaft machen, zum Zeitpunkt des 
Verlassens des Irans begründete Furcht vor Verfolgung gehabt zu haben. 
Ergänzend anzufügen bleibt, dass es bei der Frage, ob eine Person die 
Flüchtlingseigenschaft  erfüllt,  nicht  nur  um  die  (objektive)  Gefährdung, 
sondern vor allem darum geht, ob sie persönlich begründete Furcht  vor 
einer  künftigen  Verfolgung  hat  (EMARK  2000  Nr. 9  E. 5a  S. 78).  Diese 
(subjektive) Furcht vor künftiger Verfolgung ist den Beschwerdeführenden 
indes nicht abzunehmen. Die Beschwerdeführenden wussten – nachdem 
sie  am  11. Oktober  2008  im  Flughafen  Zürich­Kloten  um  Asyl 
nachgesucht  hatten  –  bereits  nach  Erlass  des  Urteils  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­6960/2008  vom  5. Dezember  2008,  dass 
sie in den Iran zurückzukehren haben, nachdem festgestellt wurde, dass 
sie in ihrem Heimatland nicht verfolgt sind und auch keine Verfolgung zu 
befürchten  haben.  Es  ist  vor  diesem  Hintergrund  sowie  aufgrund  des 
Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Iran  keiner  politischen 
Verfolgung  ausgesetzt  war,  nicht  glaubhaft,  dass  ihre  politischen 
Tätigkeiten in der Schweiz auf einem Prozess ernsthafter Sensibilisierung 
und Bewusstseinsbildung basieren. Die Beschwerdeführenden vermögen 
nicht  das  Bild  von  Personen  zu  vermitteln,  die  getrieben  von  einer 
tiefgreifenden politischen Überzeugung im Gastland regimekritisch an die 
Öffentlichkeit  treten.  Vielmehr  entsteht  der  Eindruck,  die 
Beschwerdeführenden  würden  mit  ihren  exilpolitischen  Tätigkeiten  den 
Behörden im Gastland gegenüber den Anschein von politisch engagierten 
Person  zu  erwecken  versuchen.  Da  die  Beschwerdeführenden  im 
Zeitpunkt der Ausreise weder verfolgt waren noch begründete Furcht vor 
Verfolgung hatten, mithin  jederzeit als unbescholtene Bürger  in den  Iran 
hätte  zurückkehren  können,  lassen  sich  ihre  in  der  Schweiz  "plötzlich" 
einsetzenden  exilpolitischen  Tätigkeiten  nur  dadurch  erklären,  dass  sie 
damit einen flüchtlingsrechtlich vermeintlich bedeutsamen Sachverhalt zu 
kreieren versuchen. Ein solches Verhalten  im Gastland bildet  jedoch ein 
starkes Indiz dafür, dass die Beschwerdeführenden selber nicht ernsthaft 
damit  rechnen,  sie  könnten  tatsächlich  Gefahr  laufen,  im  Falle  der 
Rückkehr  in  die  Heimat  wegen  ihrer  exilpolitischen  Aktivitäten  –  selbst 
wenn die  iranischen Behörden davon Notiz nehmen sollten – ernsthafte 
Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

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5.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  geltend  gemachten 
subjektiven  Nachfluchtgründe  auch  in  Anbetracht  der  jüngsten 
Entwicklungen  im Iran, der kurdischen Ethnie der Beschwerdeführenden 
und  der  früheren  Inhaftierung  des  Beschwerdeführers  keine 
flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgungsfurcht  begründen.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  weder  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerde  noch  die  eingereichten  Beweismittel  etwas  zu  ändern, 
weshalb  auf  diese  nicht  mehr  näher  einzugehen  ist.  Unter 
Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  die 
Beschwerdeführenden keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder 
glaubhaft  machen  konnten.  Die  Vorinstanz  hat  daher  die 
Flüchtlingseigenschaft  der Beschwerdeführenden  zu Recht  verneint  und 
die Asylgesuche abgelehnt.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE 
2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

7.2.  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

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7.3. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

7.4.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführenden  in  den  Iran  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Iran  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des UN­Anti­Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 

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§§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen).  In  der Beschwerde wird  geltend 
gemacht, der Europäische Gerichtshof  für Menschenrechte sei  in einem 
Entscheid  vom  9. März  2010  zum  Schluss  gekommen,  eine 
Rückschaffung eines  illegal  ausgereisten  Iraners  verstosse gegen Art. 3 
EMRK.  Die  Wiedergabe  dieses  Entscheids  erfolgt  indessen  reichlich 
verkürzt, hat doch der Gerichtshof in einem konkreten Fall die Auffassung 
vertreten,  der  Beschwerdeführer  in  diesem  Verfahren  habe  glaubhaft 
machen können, zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Iran behördlich 
gesucht worden zu sein, was zusammen mit seiner illegalen Ausreise zur 
Annahme  führe,  er  werde  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran 
menschenrechtswidriger  Behandlung  ausgesetzt.  Vorliegend  ist  dies 
indessen  gerade  nicht  der  Fall,  da  die  von  den  Beschwerdeführenden 
geltend  gemachte  Vorverfolgung  als  unglaubhaft  gewertet  wurde  (vgl. 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­6959/2008  vom  5.  Dezember 
2008  E. 5).  Es  muss  auch  nicht  befürchtet  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  routinemässigen  Überprüfung  bei 
einer  Rückkehr  einer  menschenrechtswidrigen  Behandlung  ausgesetzt 
wird.  Wie  bereits  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft 
festgehalten,  lag  die  geltend  gemachte  Inhaftierung  des 
Beschwerdeführers  in  den  Jahren  1982  bis  1987  zum  Zeitpunkt  seiner 
Ausreise aus dem Iran schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Er konnte 
zudem  nicht  glaubhaft  machen,  dass  er  vor  der  Ausreise  behördlich 
gesucht wurde und es ist nicht anzunehmen, dass er heute gesucht wird. 
Schliesslich  lässt  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Iran  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  ebenso  wenig  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.5. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.5.1. Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Iran 
ist  als  zumutbar  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  zu  erachten,  da  sie 
nicht glaubhaft darzutun vermochten, bei einer Rückkehr  ins Heimatland 
einer  konkreten  Gefährdungssituation  im  Sinne  der  zu  beachtenden 
Bestimmung  ausgesetzt  zu  werden.  Im  Iran  herrscht  zurzeit  keine 

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Situation  allgemeiner  Gewalt,  weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der 
generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen wird. In 
den  Akten  finden  sich  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die 
Beschwerdeführenden  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher  und 
sozialer Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würden. Sie 
verfügen  in  der  Heimat  über  ein  breites  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz und es  ist davon auszugehen, dass sie sich nach einer 
Rückkehr  in  die  Heimat  gesellschaftlich  und  beruflich  werden 
reintegrieren  können.  Insgesamt  bestehen  daher  keine  konkreten 
Anzeichen  dafür,  dass  sie  bei  einer Rückkehr  in  ihr Heimatland  in  eine 
existenzielle Notlage geraten würden.

Hinsichtlich  der  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin  (vgl.  die  Therapiebestätigung  von  Frau  lic.  phil. 
G._______ und den Bericht über die Familie A._______ vom 23. Januar 
2009 von Familie  I._______)  ist davon auszugehen, dass diese auch  im 
Iran  behandelt  werden  können.  Gemäss  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist  im  Rahmen  der  Tatbestandsvariante  der 
medizinischen  Notlage  im  Sinne  von  Art.  83  Abs. 4  AuG  nur  dann  auf 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  schliessen,  wenn  eine 
notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 
steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden 
Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person 
führt.  Als  wesentlich  wird  die  allgemeine  und  dringende  medizinische 
Behandlung  erachtet,  die  zur  Gewährleistung  einer  menschenwürdigen 
Existenz  absolut  notwendig  ist.  Der  Umstand,  dass  eine  medizinische 
Behandlung  im Heimat­  oder Herkunftsstaat  nicht  dem  schweizerischen 
Standard entspricht, bewirkt noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs 
(vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a 
und  5b).  Die Beschwerdeführerin wird  in  ihrem Heimatland  auf  die  dort 
bestehenden  und  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  als 
ausreichend zu bezeichnenden psychiatrischen Behandlungsinstitutionen 
zurückgreifen können, zumal dort die psychiatrische Betreuung  inklusive 
relativ  weitreichender  Medikation  Teil  der  medizinischen 
Grundversorgung  ist.  Somit  stehen  dem  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  keine  Gründe  medizinischer  Natur  entgegen. 
Ergänzend  ist  auf  die  Möglichkeit  hinzuweisen,  bei  allfälligem  Bedarf 
beim  BFM  um  Ausrichtung  einer  medizinischen  Rückkehrhilfe  zu 
ersuchen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 75 der Asylverordnung 2 
vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]).

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7.5.2.  Die  im  Beschwerdeverfahren  geltend  gemachte  Integration  der 
Beschwerdeführenden,  die  mit  einem  von  der  Familienbetreuerin 
zusammengestellten  Dossier  untermauert  wird,  ist  im  vorliegenden 
Verfahren  von untergeordneter  rechtlicher Bedeutung. Es  ist  angesichts 
des Alters der Beschwerdeführenden und der Tatsache, dass sie erst seit 
knapp  drei  Jahren  in  der  Schweiz  leben,  nicht  von  einer  derartigen 
Entwurzelung auszugehen, die eine Rückkehr in den Iran, in dem sie den 
weitaus  grössten  Teil  ihres  Lebens  verbracht  haben,  als  unzumutbar 
erscheinen  lassen würde. Auch der Aspekt des Kindeswohls vermag  im 
vorliegenden  Verfahren  zu  keiner  anderen  Beurteilung  zu  führen.  Den 
Akten  ist zwar zu entnehmen, dass der mittlerweile 15­jährige Sohn der 
Beschwerdeführenden  durch  die  Ausreise  aus  dem  Iran  und  die 
Schwierigkeiten  im  Rahmen  der  gescheiterten  Ausschaffung  seiner 
Familie  verstört  reagierte,  doch  auch  bezüglich  ihm  ist  davon 
auszugehen, dass er sich im Iran wird zurechtfinden können, hat er doch 
seine  ersten  zwölf  Lebensjahre  dort  verbracht.  Die  neunjährige  Tochter 
der  Beschwerdeführenden  dürfte  beziehungsmässig  noch  stark  an  ihre 
Eltern  gebunden  sein  und  sich  rasch  wieder  in  das  Alltagsleben  ihres 
Heimatlandes integrieren können. 

7.5.3.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
nicht als unzumutbar.

7.6.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.7. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

D­8813/2010

Seite 18

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da  das mit 
der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 
5. Januar  2011  gutgeheissen  wurde,  sind  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

D­8813/2010

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

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