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**Case Identifier:** 14189cdc-1189-595f-9002-628f03e90222
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.12.2010 IV 2009/50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-50_2010-12-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/50

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.01.2020

Entscheiddatum: 09.12.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2010
Art. 28 Abs. 1 IVG. Eine ausreichend zuverlässige Beurteilung des sich im 
Zeitablauf entwickelnden medizinischen (psychiatrischen und somatischen) 
Sachverhalts und seiner jeweiligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist 
bei gegebener Aktenlage nicht möglich. Rückweisung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010, IV 
2009/50).

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 9. Dezember 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Lisa Etter-Steinlin, Haus Washington, 

Rosenbergstrasse 22, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a Die 1968 geborene S.___ meldete sich am 24. Mai/12. Juni 2007 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie habe in F.___ die Schule besucht, einen 

polytechnischen Lehrgang gemacht und von 1983 bis 1987 im Service gearbeitet. Im 

Mai 1990 bzw. Februar 1992 sei sie in die Schweiz gekommen. Von 2002 bis 2005 sei 

sie selbständigerwerbend gewesen. Seit Februar bzw. Mai 2006 leide sie an schweren 

Depressionen (mit Suizidversuch). Auf Anfrage ergänzte die Versicherte, sie beantrage 

eine Rente. - Beigelegt waren Arztzeugnisse von Dr. med. A.___, FMH Chirurgie, vom 

21. September 2006 (zuhanden der Sozialversicherungsanstalt/Ausgleichskasse des 

Kantons St. Gallen, act. 6), wonach die Versicherte wegen einer Depression ab dem 

22. Mai 2006 zu 100 % arbeitsunfähig sei, und vom 8. September 2006 (act. 7-3), 

wonach sie ab 1. September 2006 zu 100% arbeitsunfähig sei. B.___, FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, hatte im Arztbericht (für Ergänzungsleistungen) vom 

28. Juli 2006 (act. 5) angegeben, die Versicherte sei seit dem 16. Juni 2006 (zunächst 

bis 31. Juli 2006, nachher Neuevaluation) voll arbeitsunfähig und seither in Behandlung. 

Sie leide an einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor dem 

Hintergrund psychosozialer Verwahrlosung mit Problemen in der Lebensführung und 

negativ veränderter Struktur der Familienbeziehung in der Kindheit. Das Psychiatrie-

Zentrum C.___ hatte am 16. Mai 2007 (act. 7-4) angegeben, die Versicherte sei seit Mai 

2007 zu 100 % arbeitsunfähig, am 4. Juni 2007 (act. 7-2), sie sei ab Juni 2007 voll 

arbeitsunfähig.

A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung gab am 10. Juli 

2007 (act. 21) an, gemäss einem Telefonat mit dem Psychiatrie-Zentrum liege ein V.a. 

posttraumatische Belastungsstörung (abgekürzt: PTSD) vor, die diagnostischen 

Abklärungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen und der Gesundheitszustand 

sei noch nicht stabil. Eine genaue Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit sei noch nicht 

möglich. Eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % liege aber mit Sicherheit vor.

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A.c Im IV-Arztbericht vom 5. Juli 2007 (act. 23) nannte Dr. A.___ als Diagnose eine 

Depression, bestehend seit Mai 2006. Die Versicherte sei vom 22. Mai 2006 bis 

31. August 2006 voll arbeitsunfähig gewesen und sei seither nicht mehr arbeitsunfähig. 

Sie sei nicht berufstätig. Ihre Psyche sei labil; hinter dieser Labilität steckten enorm 

viele soziale Probleme. Sie klage über Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen; 

zeitweise sei sie deprimiert. Zumutbar wären ihr alle Tätigkeiten zu 100 % (acht 

Stunden).

A.d Das Psychiatrie-Zentrum diagnostizierte gemäss dem IV-Arztbericht vom 13. Juli 

2007 (act. 32) eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor dem 

Hintergrund psychosozialer Verwahrlosung mit Problemen in der Lebensführung (seit 

Mai 2006). Die bisherige Exploration habe sich auf nur zwei Einzelgespräche 

beschränkt, so dass die Aussagekraft des Berichts unsicher sei. Die Diagnose habe 

den Charakter einer Arbeitshypothese. Vom 22. Mai 2006 bis 30. Juni 2007 sei die 

Versicherte als Serviceangestellte/Reinigungsfachkraft zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen. Sie berichte über Symptome der Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und 

Vergesslichkeit und über massive Schlafstörungen, die sie in ihrer Arbeitsfähigkeit 

einschränkten. Die Relevanz der angegebenen Beschwerden bezüglich der 

Eingliederungsfähigkeit könnte durch einen Arbeitsversuch ermittelt werden. Die 

bisherige Tätigkeit sei noch mindestens an vier Stunden pro Tag, mindestens zu 50 %, 

zumutbar, andere Tätigkeiten seien ebenfalls zumutbar, aber es sei unklar, welcher Art 

sie sein sollten und wie hoch die Leistungsfähigkeit sei.

A.e Der RAD erklärte am 25. September 2007 (act. 35), vorerst könne von einer 

Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % ausgegangen werden. Eine Differenzierung 

werde in den nächsten Wochen erfolgen.

A.f  Das Psychiatrie-Zentrum teilte in einem Verlaufsbericht vom 8. Oktober 2007 

(act. 40) mit, der Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär und die Diagnose 

habe sich nicht geändert. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit für 

50 % (also vier Stunden pro Tag) gegeben. Langfristig erhoffe man sich eine Erhöhung 

auf eine Arbeitsfähigkeit von 80 %, mehr lasse sich wegen der Konzentrationsprobleme 

nicht erwarten. Wegen der posttraumatischen Belastungsstörung könne die Versicherte 

immer wieder ziemlich plötzlich Ängste und Flashbacks an das traumatisierende 

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Ereignis haben. Während dieser Episoden sei die Arbeitsfähigkeit noch mehr 

eingeschränkt. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Arbeit in der Reinigung 

möglichst regelmässig sei und wenige Arbeitsspitzen habe. Unter dieser Bedingung 

könne die Versicherte auch jede andere Arbeit mit wenig Selbst- und 

Fremdverantwortung ausüben (mit den gleichen zeitlichen Vorgaben). Die Arbeit sollte 

ausserdem nicht allzu grosse geistige Anforderungen stellen und kurze Unterbrüche 

gut tolerieren. Längerfristig werde die Versicherte maximal an ca. sechs Stunden pro 

Tag arbeiten können. Die Versicherte sei gegenwärtig in einem Abklärungsprogramm in 

der Klinik Pfäfers. Es werde noch eine testpsychologische Untersuchung durchgeführt 

werden, falls die Versicherte damit einverstanden sei.

A.g In einem Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 12. November 2007 

(act. 48) wurde berichtet, die Versicherte habe vom 17. September bis 9. November 

2007 in der Abklärung gestanden. In den 38 Arbeitstagen seien vier entschuldigte und 

drei Krankheitsabsenzen zu verzeichnen gewesen. Ab Oktober sei die Versicherte 

lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig gewesen. Bei normalem Arbeitstempo könnte die 

Versicherte ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin bestimmt wieder 

aufnehmen.

A.h Die IV-Eingliederungsberaterin berichtete am 22. Januar 2008 (act. 52), die 

Versicherte habe am 22. Januar 2008 mitgeteilt, ihr Hausarzt habe sie ab 21. Januar 

2008 zu 50 % arbeitsfähig geschrieben. Sie fühle sich vom Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) bei der Stellensuche optimal unterstützt. Auf die 

Unterstützung der IV-Stellenvermittlung wolle sie verzichten. - Am 7. Februar 2008 

(act. 55) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der 

Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen.

A.i Dr. A.___ gab in seinem Arztbericht vom 4. Februar 2008 (act. 56) an, die 

Versicherte sei voll arbeitsfähig.

A.j Im Hinblick auf eine Haushaltabklärung liess die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle einen Fragebogen ausfüllen. Darin (act. 58) gab die Versicherte an, ohne 

Behinderung wäre sie zurzeit zu 100 % erwerbstätig.

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A.k Das Psychiatrie-Zentrum teilte im Verlaufsbericht vom 26. Februar 2008 (act. 61) 

mit, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Die 

posttraumatische Belastungsstörung habe weiterhin einen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit, wenn auch in einem geringeren Ausmass als bisher. Die 

Anpassungsstörung werde mittel- bis langfristig keinen grösseren Einfluss mehr haben 

und das Problem der hypochondrischen Symptome beim Ehemann bestehe nicht mehr 

(die depressiven Symptome hätten reduziert werden können). Zurzeit betrage die 

Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit (wegen der depressiven Symptome bei 

Anpassungsstörung) noch 50 %, doch könne die Arbeitsfähigkeit während der 

nächsten Monate auf 100 % erhöht werden. Bei einer Wiederkehr der Symptome der 

posttraumatischen Belastungsstörung oder einer erneuten Anpassungsstörung könne 

die Arbeitsfähigkeit wieder bis zu 100 % eingeschränkt sein. Aus psychiatrischer Sicht 

könne die Versicherte mittel- bis langfristig alle Tätigkeiten zu 100 % ausüben.

A.l Der RAD hielt am 11. Juli 2008 (act. 63) fest, von Mai 2006 bis Juni 2007 sei die 

Versicherte voll arbeitsunfähig, von Juli bis Oktober 2007 voll arbeitsfähig und von 

Oktober 2007 bis Februar 2008 zu 50 % arbeitsfähig gewesen. Seither bestehe eine 

volle Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit. Aus sozialpsychiatrischer Sicht sei 

eine längere Vorgeschichte der aktuell beschriebenen sozialen/finanziellen Belastung 

zu sehen, die ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gewesen sei. Es sei deshalb 

abzulehnen, der gegenwärtigen an die Versicherte gestellten Herausforderung, das 

Haushaltseinkommen zu organisieren, und der damit verbundenen affektiven 

Symptomatik eine wesentliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuzuschreiben.

A.m Mit Vorbescheid vom 4. August 2008 (act.  65 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht. Seit Februar 2008 sei sie in ihrer bisherigen wie einer 

adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Validen- und Invalideneinkommen betrügen 

beide Fr. 50'881.--.

A.n Die Versicherte wandte am 13. August 2008 (act. 67) ein, das genannte 

Erwerbseinkommen habe sie weder je verdient noch werde sie es je erzielen können. 

Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass sie wegen ihrer beiden Hände seit dem 

20. Februar 2008 zu 100 %, 50 % und wieder 100 % arbeitsunfähig gewesen sei und 

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weiterhin sei. Sie stehe deswegen in Behandlung bei Dr. med. D.___, FMH Allgemeine 

Medizin, und lege einen Bericht von Dr. med. E.___, Rheumatologie FMH, vom 

4. August 2008 ein. - In dem genannten Bericht hatte Dr. E.___ angegeben, die 

Versicherte sei vorläufig weiterhin voll arbeitsunfähig.

A.o In einem IV-Arztbericht vom 25. August 2008 (act. 68) bezeichnete Dr. E.___ als 

Diagnosen (erstens) chronische neuromuskuloskelettale Schmerzen Unterarm/Hand 

rechts mehr als links, bestehend seit Februar 2008, (zweitens) eine Fibromyalgie, 

bestehend seit Februar 2008, und (drittens) eine psychosoziale Problematik, bestehend 

seit 2007. Die Versicherte sei vom 20. Februar bis 16. Mai 2008 voll arbeitsunfähig 

gewesen und sei seit dem 16. Juni 2008 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Aufgrund 

der chronischen Schmerzen im Bereich von Unterarm/Hand, rechts mehr als links, 

könne die berufliche Tätigkeit als Raumpflegerin aktuell nicht mehr ausgeübt werden. 

Diese Tätigkeit sei ungünstig und es sei fraglich, ob hierfür je wieder eine 

Arbeitsfähigkeit erzielt werden könne. Andere, leichte wechselbelastende körperliche 

Tätigkeiten ohne repetitive manuelle Tätigkeit, z.B. wechselbelastende Büroarbeit, 

seien der Versicherten zumutbar. Eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % sollte 

hierbei zu erzielen sein, und zwar ganztags mit halber Leistung oder halbtags mit voller 

Leistung.

A.p Dr. D.___ nannte in seinem IV-Arztbericht vom 19. November 2008 (act. 71) als 

Diagnosen (erstens) eine posttraumatische Belastungsstörung, (zweitens) eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und (drittens) chronische 

neuromuskuloskelettale Schmerzen der Handgelenke bds., Oberarm- und 

Unterarmmuskulatur bds. Die Versicherte sei vom 20. Februar bis 16. Mai 2008 zu 

100 %, anschliessend bis 15. Juni 2008 zu 50 % und wiederum anschliessend bis 

31. August 2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit sei durch die therapieresistenten Schmerzen der Handgelenke bds. 

und die neuromuskuloskelettalen Schmerzen beider Arme eingeschränkt. Andere 

Tätigkeiten seien zumutbar. Die Leistungsfähigkeit der Versicherten sei aber in einer 

medizinischen Abklärung genauer zu eruieren. - Beigelegt waren zwei Berichte des 

Spitals Walenstadt. Am 7. März 2008 hatte die Klinik für Chirurgie und Orthopädie am 

Spital eine Tendovaginitis Flexor carpi radialis und Extensor carpi radialis und ulnaris 

rechte Hand diagnostiziert. Es sei eine konsequente Ruhigstellung in einer Schiene für 

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die Dauer von einer bis zwei Wochen angezeigt. Am 18. Juni 2008 wurden als 

Diagnose bezeichnet unklare muskuläre Beschwerden im Bereich der ulnaren Flexoren 

ellbogennah sowie am Handrücken rechts und einen St. n. Tendovaginitis vom Februar 

2008. Es könne keine eindeutige Ursache der Beschwerden festgestellt werden. Für 

vier bis fünf Tage sei die Unterarmschiene zu tragen, danach der Arm wieder möglichst 

normal zu gebrauchen. Falls die Beschwerden nicht verschwänden, sei ein 

handchirurgisches Konsilium zu veranlassen. 

A.q Der RAD hielt am 29. Oktober 2008 (act. 72) dafür, der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von Dr. E.___ könne nicht gefolgt werden. Es sei schwer nachvollziehbar, dass eine 

Einschränkung, die in den ausführlichen Dokumentationen und den Abklärungen der 

Interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ; wohl im erwähnten Verzahnungsprogramm) 

nie Erwähnung gefunden habe, nun plötzlich eine volle Arbeitsunfähigkeit ausmache. 

Schmerzen beim Staubsaugen habe die Versicherte nie, auch nicht bei der 

Haushaltabklärung, erwähnt. Der Ausdruck "funktionell-mechanisch" bezeichne eine 

Erkrankung, die durch somatische Korrelate nicht zu erklären sei. Klinisch bestünden 

Zeichen eines Karpaltunnelsyndroms, eines Schultergürtelsyndroms und einer 

Fibromyalgie. Diese Zeichen würden aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht für 

eine dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit qualifizieren. Das Attest der 

Arbeitsunfähigkeit durch Dr. E.___ erfolge vorwiegend aus psychosozialen Gründen, 

erkläre er doch, die Versicherte müsse so bald als möglich wieder in das Erwerbsleben 

eingegliedert werden, da eine längerfristige Krankschreibung einer invalidisierenden 

Dynamik Vorschub leiste. Es spreche im Ergebnis nichts gegen eine volle Präsenz als 

Reinigungskraft. - Am 23. Januar 2009 gab ein weiterer mit der Sache befasster RAD-

Arzt bekannt, ein somatisches Korrelat könne von Dr. E.___ nicht benannt werden. Das 

decke sich mit der Beurteilung des Spitals Walenstadt vom 18. Juni 2008. Es gebe 

keinen Gesundheitsschaden in Form eines organischen Korrelates, das leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr voll zuliesse. Reinigungsarbeiten seien leichte 

Tätigkeiten mit mittelschweren Anteilen; die Arbeitsfähigkeit hierfür sei nicht 

eingeschränkt.

A.r  Mit Verfügung vom 23. Januar 2009 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

den Rentenanspruch der Versicherten ab. Seit Februar 2008 liege volle Arbeitsfähigkeit 

vor.

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B.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 10. Februar 2009 

(Poststempel: 11. Februar 2009). Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprechung einer Rente. Sie sei nicht 

damit einverstanden, dass sie für die Zeit seit Februar 2009 (recte: 2008) für 

arbeitsfähig gehalten werde. Sie sei arbeitsunfähig und benötige wegen der Schmerzen 

täglich vier bis sechs Tabletten Mefenacid, viermal 35 Tropfen Novalgin und ausserdem 

Influbene und Primofenac-Salbe. Sie trage beidseits Schienen an den Händen. 

Zusätzlich habe sie nun noch Dafalgan und Tabletten für den Magen bekommen. Sie 

habe Zeugnisse von Dr. D.___ vorlegen können, deshalb habe sie ein solches des 

Psychiatrie-Zentrums nicht auch noch angefordert. Wie erwähnt treffe das 

angenommene Jahreseinkommen nicht zu. Am 24. Februar 2009 werde sie einen 

Termin bei Dr. E.___ haben; dessen Bericht werde sie nachreichen. - Am 27. März 2009 

wurde ein Bericht von Dr. E.___ an Dr. D.___ vom 26. März 2009 eingereicht. Darin 

waren als neuromuskuloskelettale Probleme (erstens) chronische 

neuromuskuloskelettale Schmerzen zervikothorakobrachial rechts mehr als links bei 

chronischen Tendomyosen Unterarm/Hand rechts mehr als links und Schulter rechts 

und klinischem Schultergürtelsyndrom rechts und Karpaltunnelsyndrom rechts und 

(zweitens) eine Fibromyalgie benannt worden. Im Übrigen bestehe eine psychosoziale 

Problematik. Seit dem letzten Bericht vom 4. August 2008 hätten die Schmerzen trotz 

intensiver medikamentöser Behandlung und Physiotherapie eher zugenommen. Eine 

Arbeitsfähigkeit habe nicht erreicht werden können. Ein Arbeitsversuch mit 50 % 

Tätigkeit habe nach einer Woche abgebrochen werden müssen. Auch im Haushalt sei 

die Beschwerdeführerin auf Hilfe angewiesen. Die Röntgenbilder von HWS und 

Schultern hätten lediglich leichte bis mässige degenerative Veränderungen ergeben, 

die Ganzkörperskelettszintigraphie und das MRI der rechten Hand hätten keinen 

signifikanten Befund gezeigt. Für die ursprüngliche Tätigkeit bestehe eine anhaltende 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % und auch für eine optimal angepasste Tätigkeit sei eine 

verwertbare Arbeitsfähigkeit aktuell nicht erzielbar.

C.   

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Mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Im zweiten Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums 

werde die steigerungsfähige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von lediglich 

50 % vor allem mit dem Umstand begründet, dass sie finanzielle Probleme habe. Eine 

solche psychosoziale Problematik begründe keine Invalidität. Demnach sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin damals (im Februar 2008) voll arbeitsfähig 

gewesen sei. Es fänden sich auch keine Hinweise, dass die Beschwerdeführerin vorher 

arbeitsunfähig gewesen wäre. Im ersten Bericht des Psychiatrie-Zentrums werde die 

Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50 % mit der schwierigen psychosozialen 

Belastungssituation begründet, woraus wie erwähnt keine Invalidität resultiere. Die 

Anpassungsstörung sei daraus abgeleitet und demnach ebenfalls nicht invalidisierend. 

Anders wäre es nur, wenn der Schweregrad dieser Diagnose die Kriterien der 

psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer erfüllte. 

Die von Dr. E.___ attestierte Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50 % sei ebenfalls nicht 

schlüssig. Er habe dafür kein somatisches Substrat finden können. Seine Einschätzung 

sei von der psychosozialen Problematik beeinflusst, wie der RAD zu Recht ausgeführt 

habe. Dr. E.___ sei als Rheumatologe nicht fachärztlich qualifiziert, die Arbeitsfähigkeit 

aus psychischen Gründen zu bestimmen. Auch der Bericht von Dr. D.___ enthalte keine 

neuen medizinischen Fakten, die eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 

begründen könnten. Es sei insgesamt nicht erwiesen, dass die Beschwerdeführerin 

arbeitsunfähig und invalid sei.

D.   

In ihrer Replik vom 31. August 2009 beantragt Rechtsanwältin lic. iur. Lisa Etter-Steinlin 

für die Beschwerdeführerin, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei eine 100-prozentige (wohl: ganze) Rente zuzusprechen, 

eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zur Verfügung im Sinn 

des Hauptantrags zurückzuweisen. Der Beschwerdeführerin sei am 13. Juli 2007 

wegen einer Depression eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden. Ab 

Februar 2008 habe die Beschwerdeführerin chronische Schmerzen am Unterarm und 

der Hand entwickelt. Dr. E.___ habe ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. 

Sein Bericht basiere auf einer Abklärung am Kantonsspital Graubünden, wie sich aus 

dem Bericht des Zentralen Röntgeninstituts/Nuklearmedizin vom 9. März 2009 ergebe. 

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Auch Dr. D.___ habe am 19. November 2008 eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bei 

der Beschwerdeführerin festgestellt. Gemäss dem beigelegten Schreiben von Dr. D.___ 

vom 30. Juni 2009 sei die Abklärung von Dr. E.___ fundiert und der Facharzt sehr 

erfahren und kompetent. Da die Beschwerdegegnerin sein Ergebnis anzweifle, sei eine 

weitere (rheumatologische) Abklärung erforderlich. Ohne verschiedene starke 

Medikamente vermöge die Beschwerdeführerin die Schmerzen nicht auszuhalten. - Die 

Nuklearmedizin am Kantonsspital Graubünden hatte Dr. E.___ am 9. März 2009 

berichtet, im Bereich der rechten Schulter bestünden sicherlich keine physiologische 

Hyperämie und keine Mehranreicherung. Die - allerdings geringen - nicht als 

physiologisch zu wertenden Mehranreicherungen mehrerer kleiner Gelenke im Bereich 

der Hände seien hochwahrscheinlich pathognomonisch für primäre Entzündungen. 

Dr. d.___ hatte am 30. Juni 2009 bezüglich der Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auf den Bericht von Dr. E.___ vom 26. März 2009 verwiesen. Die 

Beschwerdeführerin sei zurzeit arbeitslos.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hat am 4. September 2009 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen:

1.  

1.1  Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin 

hat die angefochtene Verfügung am 23. Januar 2009, also unter der Geltung des 

Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in 

eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte 

nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend 

bleiben, muss eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für 

bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente 

betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für 

Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. 

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das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte, 

auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiell-rechtliches, 

unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung 

des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert 

nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV 

2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts 

der IV-Anmeldung von 2007 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit (nach der 

gegenwärtigen Aktenlage) im Mai 2006 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die 

Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage 

ergeben.

1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt.

2.  

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der 

Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens 

in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b 

IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative 

Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 

IVG nicht anwendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, 

dass bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar 

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wird, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage 

kommt - nach Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in 

einem andern Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung 

ist ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003, 

I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 

ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der 

Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 

30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04).

2.3  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH). 

3.  

3.1  Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin weder für die bisherige noch für eine adaptierte Tätigkeit 

eingeschränkt sei. Der anderslautenden Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. e.___ 

könne nicht gefolgt werden. Es gebe kein organisches Korrelat für die beschriebenen 

Schmerzen. Beispielsweise seien entzündliche oder degenerative Zustände 

ausgeschlossen worden.

3.2  Den Akten lässt sich entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin im Mai 2006 

eine psychische Erkrankung (Depression bzw. Anpassungsstörung mit längerer 

ter

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depressiver Reaktion) aufgetreten ist, derentwegen sie (von Dr. A.___ und der 

Psychiaterin B.___) voll arbeitsunfähig geschrieben worden ist. Im Mai 2007 kam es 

gemäss dem Bericht des Psychiatrie-Zentrums vom 16. Mai 2007 wiederum zu einer 

vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Im IV-Arztbericht vom 13. Juli 

2007 bezog das Psychiatrie-Zentrum die volle Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin zurück auf den ganzen Zeitraum vom 22. Mai 2006 bis 30. Juni 

2007, obwohl allerdings die Behandlung dort erst im Mai 2007 eingesetzt hatte. 

Dr. A.___ etwa hat die Arbeitsunfähigkeit gemäss seinem Bericht vom 5. Juli 2007 auf 

die Zeit (vom 22. Mai 2006) bis 31. August 2006 beschränkt, hatte allerdings in den 

früheren Attesten vom September 2006 damals noch volle Arbeitsunfähigkeit 

angegeben. Ob sich tatsächlich verlässlich auf eine durchgehende volle 

Arbeitsunfähigkeit von Mai 2006 bis Juni 2007 schliessen lässt, wie es allerdings 

immerhin ein fachärztlicher Bericht tut und auch der RAD (act. 63-2) annimmt, erscheint 

nicht ohne weiteres klar. Träfe dies zu, ergäbe sich im Übrigen aus der überjährigen 

vollen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zumindest ein vorübergehender 

Rentenanspruch.

3.3  Das Psychiatrie-Zentrum erklärte am 13. Juli 2007, eine regelrechte Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit sei derzeit nicht möglich. Aus fachärztlicher Sicht bestehe jedoch 

in der bisherigen Tätigkeit (Serviceangestellte/Reinigungsfachkraft) eine Arbeitsfähigkeit 

von mindestens 50 %. Auch andere Tätigkeiten seien zumutbar, doch sei die 

Leistungsfähigkeit unklar. Es seien eine medizinische und eine berufliche Abklärung 

indiziert. Auf eine volle Arbeitsfähigkeit unter psychischem Aspekt in angepasster 

Tätigkeit lassen diese Angaben nicht schliessen. Weitere Abklärungen, wie sie für 

erforderlich gehalten wurden, sind unterblieben. Im Oktober 2007 attestierte das 

Psychiatrie-Zentrum der Beschwerdeführerin wiederum eine Arbeitsunfähigkeit von 

50 %, und zwar für die bisherige wie eine angepasste Tätigkeit. Im Februar 2008 

konnte das Psychiatrie-Zentrum von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes 

der Beschwerdeführerin berichten, behielt aber die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 

50 % bei, da die depressiven Symptome von Seiten der Anpassungsstörung mit einer 

längeren depressiven Reaktion noch zu stark ausgeprägt seien. In einigen Monaten sei 

eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Mittel- bis langfristig werde die 

Beschwerdeführerin alle Tätigkeiten wieder zu 100 % ausüben können. Während 

Dr. A.___ im Februar 2008 eine volle Arbeitsfähigkeit feststellte, wurde der 

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Beschwerdeführerin damals fachärztlich somit zumindest für eine kurze Übergangszeit 

noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychischen Gründen attestiert.

3.4  In eben jenem Zeitpunkt, da eine Verbesserung der psychischen Situation bekannt 

geworden war, nämlich ab Februar 2008 (ab dem 20. Februar 2008) wurde die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der Folge von Dr. E.___ und Dr. D.___ aus 

somatischen Gründen als nicht mehr gegeben beurteilt, und zwar bis 16. Mai 2008. 

Gemäss dem Bericht des Spitals Walenstadt vom 7. März 2008 (act. 71-10 f.) war eine 

Tendovaginitis Flexor carpi radialis und Extensor carpi radialis und ulnaris rechte Hand 

aufgetreten. Dr. E.___ erklärte im Arztbericht vom 25. August 2008 bei den Diagnosen 

chronischer neuromuskuloskelettaler Schmerzen an Unterarm/Hand, einer 

Fibromyalgie und einer psychosozialen Problematik, die Beschwerdeführerin sei als 

Raumpflegerin seit dem 16. Juni 2008 bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Diese 

Tätigkeit sei ungünstig. Andere, leichte wechselbelastende körperliche Tätigkeiten 

ohne repetitive manuelle Tätigkeit sollten mit einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 

50 % zumutbar sein.

3.5  Diese fachärztlich rheumatologische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung hält die 

Beschwerdegegnerin für nicht überzeugend. Der Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie des RAD hielt am 29. Oktober 2008 unter anderem für schwer 

nachvollziehbar, dass eine bis anhin nie erwähnte Einschränkung plötzlich eine volle 

Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf bewirken sollte. Die Zeichen eines 

Karpaltunnelsyndroms, eines Schultergürtelsyndroms und einer Fibromyalgie würden 

"aus versicherungsmedizinischer Sicht" nicht für eine dauernde Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit qualifizieren. Indessen ist die Tendovaginitis erst Mitte Februar 2008 

aufgetreten. Weshalb die vom Rheumatologen Dr. E.___ festgestellten Zeichen die von 

ihm bezeichnete Arbeitsunfähigkeit nicht sollten bewirken können, ist nicht begründet 

und nicht nachvollziehbar. Der beigezogene Facharzt für Rheumatologie des RAD 

stützte das Ergebnis voller Arbeitsfähigkeit am 23. Januar 2009 aus somatischer Sicht 

deshalb, weil kein Gesundheitsschaden in Form eines organischen Korrelates vorliege 

und z.B. entzündliche oder degenerative Zustände ausgeschlossen worden seien. 

Dr. E.___ diagnostiziere eine Fibromyalgie bzw. chronische neuromuskuläre 

Schmerzen, könne aber kein somatisches Korrelat nennen. Auch die Klinik für Chirurgie 

und Orthopädie am Spital Walenstadt habe am 18. Juni 2008 festgehalten, die 

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Tendovaginitis habe sich zurückgebildet. Es sei der Beschwerdeführerin dort 

empfohlen worden, den Arm wieder möglichst normal zu gebrauchen. Dr. E.___ hatte 

am 4. August 2008 berichtet, seit Februar 2008 bestünden Schmerzen im Bereich der 

dorsalen mehr als der volaren Hand und am Vorderarm rechts und seit ca. anfangs Juli 

2008 ferner Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks vor allem ulnar. Die 

Schmerzen würden belastungsabhängig verstärkt. Es handle sich um chronische 

neuromuskuloskelettale Schmerzen mit klinischen Zeichen eines Karpaltunnelsyndroms 

beidseits und eines Schultergürtelsyndroms links. Ausserdem bestünden Zeichen einer 

Fibromyalgie. Die Problematik sei funktionell-mechanisch bedingt und werde durch 

psychosoziale Faktoren ungünstig beeinflusst. Für eine entzündliche oder endokrin-

metabolische muskulo-skelettale Störung gebe es keine Anhaltspunkte. - Dass nach 

der Auffassung von Dr. E.___ psychosoziale Faktoren das Leiden beeinflussen, 

bedeutet nicht, dass es sich um eine (reine) Schmerzstörung handle, bezeichnet der 

Arzt die Problematik doch als funktionell-mechanisch. Damit ist wohl eine 

mechanische, die Funktion betreffende Beeinträchtigung gemeint (anders der RAD, 

act. 72-2). Zwar trifft des weiteren zu, dass die Klinik für Chirurgie und Orthopädie am 

Spital Walenstadt am 18. Juni 2008 darlegte, ein klinisches Korrelat für die 

Schmerzsymptomatik könne nach der (mehr oder weniger erfolgten) Rückbildung der 

Tendovaginitis nicht definitiv bzw. nicht eindeutig ausgemacht werden und die 

Beschwerdeführerin möge nach ein paar Tagen des Schienengebrauchs den Arm 

wieder möglichst normal gebrauchen. Der Chirurge empfahl aber für den Fall, dass die 

Beschwerdesituation danach nicht verschwinde, ein handchirurgisches Konsilium. Das 

(allfällige) organische Substrat hätte somit nach dieser ärztlichen Einschätzung weiter 

gesucht werden müssen. Auch Dr. D.___ befürwortete am 19. November 2008 weitere 

medizinische Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.

3.6  Für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse 

massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung 

bestanden haben (BGE 121 V 366 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Die Berichte von 

Dr. E.___ vom 26. März 2009 und der Nuklearmedizin am Kantonsspital Graubünden 

vom 9. März 2009 stammen aus einer Zeit rund eineinhalb bzw. zwei Monate nach 

Erlass der angefochtenen Verfügung. Sie sind jedoch insofern zu berücksichtigen, als 

sie für den zu beurteilenden Sachverhalt von Bedeutung sind. Dr. E.___ berichtete von 

einer Verschlechterung des Zustands seit August 2008 und einer neu vollständigen 

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Arbeitsunfähigkeit, auch für adaptierte Arbeit. Die Röntgenbilder von HWS und 

Schultern hätten lediglich leichte bis mässige degenerative Veränderungen ergeben. 

Die Skelettszintigraphie und das MRI der rechten Hand hätten keine signifikanten 

Befunde erbracht, insbesondere keinen signifikanten Hinweis auf eine entzündliche 

muskuloskelettale Störung. Im Bericht der Nuklearmedizin war aber immerhin 

festgehalten worden, die - allerdings geringen - nicht als physiologisch zu wertenden 

Mehranreicherungen mehrerer kleiner Gelenke im Bereich der Hände seien 

hochwahrscheinlich pathognomonisch für primäre Entzündungen. Diesem Befund 

mass Dr. E.___ offenbar keine signifikante Bedeutung zu. Er verschrieb weiterhin ein 

NSAR und Analgetika sowie zusätzlich ein Muskelrelaxans und zog die Verordnung von 

Lyrica (indiziert bei neuropathischen Schmerzen und generalisierten Angststörungen) 

und eines trizyklischen Antidepressivums in Betracht.

3.7  Hat nach Abklingen der früheren psychiatrischen Symptomatik gemäss der 

Aktenlage ab dem 20. Februar 2008 eine Tendovaginitis (zumindest vorübergehend) 

eine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bewirkt und hat sich die 

Beschwerdesituation in der Folge ausgeweitet, so kann nicht lediglich mit dem Hinweis 

auf ein mangelndes somatisches Substrat über die vom rheumatologischen Facharzt 

bestätigte erhebliche Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (von 50 %) 

hinweggegangen werden. Die entsprechende, aufgrund blosser Würdigung der Akten - 

also ohne eigene Exploration der Beschwerdeführerin (das Absehen von eigenen 

Untersuchungen kann, wenn es nicht um die Beurteilung eines im Wesentlichen bereits 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit 

der versicherten Person unentbehrlich ist, ein Grund sein, um einen RAD-Bericht in 

Frage zu stellen, vgl. Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S 

W. vom 18. Mai 2008, IV 2008/367, und i/S G. vom 10. März 2010, IV 2009/93) - 

getroffene Feststellung des RAD vermag unter den dargelegten Umständen gegen die 

genannte Arbeitsunfähigkeitsschätzung nicht ohne weiteres anzukommen. An die 

Würdigung von medizinischen Unterlagen, die vom Versicherungsträger intern 

eingeholt wurden, sind im Übrigen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 26. Mai 

2008, 9C_55/2008 E. 4.2).

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3.8  Vorliegend sind somit ergänzende medizinische Abklärungen zur somatischen 

Situation erforderlich. Zu klären wäre auch, ob allenfalls (wieder) ein psychiatrischer 

Faktor dazugekommen ist. Eine ausreichend zuverlässige Beurteilung ist bei der 

gegebenen Aktenlage nicht möglich.

4.  

Erforderlich sind unter den dargelegten Umständen zusammenfassend (von ärztlicher 

Seite im Übrigen verschiedentlich angeregte) ergänzende Abklärungen des 

Gesundheitszustands, wie er sich im gesamten, hier zu beurteilenden Zeitraum 

entwickelt hat, und seiner jeweiligen Auswirkungen auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin. Entscheidend wird dabei für die gesamte Zeit sein, ob und 

inwiefern die Beschwerdeführerin von ihrer psychischen und somatischen Verfassung 

her besehen objektiv an sich die Möglichkeit hatte, einer Arbeit nachzugehen, und zwar 

gegebenenfalls, wie das Bundesgericht allerdings in Bezug auf Sachverhalte rein 

psychiatrisch erklärbarer Schmerzsymptomatik bei weitgehendem Fehlen eines 

somatischen Befundes feststellte, trotz subjektiv erlebter Schmerzen (vgl. BGE 

130 V 352 E. 2.2.4).

5.  

5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 23. Januar 2009 teilweise gutzuheissen und die Sache 

ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer 

Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 

S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin 

rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung 

bis

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von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

vom 8. Mai 2009 und vom 25. Mai 2009 ist damit obsolet geworden.

5.3  Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Bedeutung der Streitsache und dem 

unterdurchschnittlichen Aufwand angemessen erscheint vorliegend eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 

GerG entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

23. Januar 2009 aufgehoben und die Sache wird zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2010
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Eine ausreichend zuverlässige Beurteilung des sich im Zeitablauf entwickelnden medizinischen (psychiatrischen und somatischen) Sachverhalts und seiner jeweiligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist bei gegebener Aktenlage nicht möglich. Rückweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010, IV 2009/50).

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