# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb06eaf0-4859-5409-a29c-f3d3ad1e6a86
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.01.2022 3-RV.2021.48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-48_2022-01-20.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.48       
P 13 

 

 

 

Urteil vom 20. Januar 2022 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Mazzocco  

Richter Herzog  

Gerichtsschreiberin Kurmann          

 

 
 

   

Rekurrent   B._____  

 

vertreten durch lic. iur. Luzi Stamm, Rechtsanwalt, Seminarstrasse 34, 

5400 Baden    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Entscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, Sektion Bezug, 

vom 25. Februar 2021 

betreffend Ordnungsbusse (verspätete Einsprache) 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Strafbefehl des Kantonalen Steueramtes (KStA), Sektion Bezug, vom 

13. November 2020 wurde B. eine Busse von CHF 5'000.00 (zuzüglich 

Staatsgebühr/Auslagen von CHF 100.00) auferlegt, da er die Steuerer-

klärung 2019 nicht einreichte. 

 

2. 

Gegen diesen Strafbefehl liess B. mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 

Einsprache erheben (Postaufgabe gleichentags).  

 

3. 

Mit Schreiben vom 19. Januar 2021 wurde die damalige Vertreterin von B. 

vom KStA darauf hingewiesen, dass die Einsprache verspätet erfolgt sei. 

Sie wurde aufgefordert, Beweismittel für allfällige Hinderungsgründe 

einzureichen. 

 

4. 

Mit Eingabe vom 8. Februar 2021 liess B. Stellung nehmen. 

 

5. 

Mit Entscheid des KStA, Sektion Bezug, vom 25. Februar 2021 wurde auf 

die Einsprache wegen Verspätung nicht eingetreten. 

 

6. 

Den Entscheid vom 25. Februar 2021 (Zustellung am 26. Februar 2021) 

liess B. mit Rekurs vom 29. März 2021 (Postaufgabe gleichentags) an das 

Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiterziehen. Er liess 

folgende Anträge stellen: 

 

"1. Auf die Einsprache sei einzutreten. 
2. Auf eine Busse sei unter den gegebenen Umständen vollumfänglich 

zu verzichten, auch wenn der Einsprecher in der Vergangenheit 
schon zweimal wegen derselben Sache (nicht-Einreichung der Steu-
ererklärung) gebüsst werden musste. 

3. Sollte diesem Antrag nicht entsprochen werden, sei die Busse even-
tualiter massiv zu senken." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

7. 

Mit Schreiben vom 6. April 2021 liess B. den Antrag berichtigen. 

 

 - 3 - 

 

 

8. 

Das KStA beantragt die Abweisung des Rekurses. 

 

9. 

B. liess eine Replik erstatten und reichte eine weitere Stellungnahme ein. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft den Strafbefehl vom 13. November 2020 

betreffend Nichteinreichung der Steuererklärung 2019. Massgebend für die 

Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 (StG). 

 

2. 

Der Rekurrent reichte seine Steuererklärung 2019 nicht ein. Ihm wurde 

deshalb nach erfolgtem Mahnverfahren ein Strafbefehl zugestellt. Er liess 

in der Folge Einsprache gegen den Strafbefehl erheben. Das KStA hat die 

Einsprache als verspätet zurückgewiesen. Vorliegend strittig ist, ob die Ein-

sprache rechtzeitig erfolgte. 

 

3. 

Die Frage nach dem Rechtsmittel im Steuerstrafverfahren bei einer Rück-

weisung der Einsprache durch das KStA ist im Steuergesetz nicht geregelt. 

Dass ein entsprechender Entscheid einer gerichtlichen Überprüfung zu-

gänglich sein muss, erscheint klar. Ob dies in analoger Anwendung von 

§ 247 Abs. 5 StG oder § 196 Abs. 1 StG geschieht, kann offen gelassen 

werden, da in beiden Fällen die Vorschriften über das Rekursverfahren 

(§§ 196 ff. StG) zur Anwendung gelangen (vgl. auch RGE vom 15. Mai 

2003 [RV.2002.50118]). Entsprechend hat nicht der Präsident des Spezi-

alverwaltungsgerichtes als Einzelrichter (§ 249 Abs. 2 StG), sondern das 

Gesamtgericht (§ 167 Abs. 1 StG) den vorliegenden Rekurs zu beurteilen 

(vgl. AGVE 2011 S. 298). 

 

4. 

Vorab ist festzuhalten, dass mit dem Rekurs vom 29. März 2021 lediglich 

eine nicht unterzeichnete Vollmacht eingereicht wurde. Mit Replik vom 

16. Juni 2021 wurde eine vom Rekurrenten unterzeichnete Vollmacht nach-

gereicht. Diese ist datiert auf den 8. Januar 2021 und lautet auf lic. iur. Luzi 

Stamm, Rechtsanwalt. Das Vertretungsverhältnis ist damit ausgewiesen.  

 

5. 

5.1. 

Das KStA hat mit Verfügung vom 25. Februar 2021 wie folgt entschieden: 

 

" 1. Der Strafbefehl Nr. 2019 / aaa vom 13.11.2020 mit der Busse von 
Fr. 5'100.00 wird zufolge Nichteintretens auf die Einsprache zum Ur-
teil erhoben. 

2. Es werden keine zusätzlichen Kosten gesprochen." 

 

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Einsprache zu spät erfolgt sei.  

 

 - 5 - 

 

 

5.2. 

Im Ergebnis liegt ein Nichteintretensentscheid vor. Das Spezialverwal-

tungsgericht hat nur zu überprüfen, ob dieser Nichteintretensentscheid 

rechtmässig ist. Trifft das zu, muss der Rekurs abgewiesen werden. Er-

weist sich der vorinstanzliche Entscheid als falsch, so ist er aufzuheben 

und die Angelegenheit ist zur weiteren Behandlung der Einsprache im 

Sinne von § 247 Abs. 2 und 3 StG an die Vorinstanz zurückzuweisen. So 

oder anders hat sich das Spezialverwaltungsgericht im vorliegenden Ver-

fahren mit den Voraussetzungen für die Ausfällung einer Busse und der 

Festsetzung der Bussenhöhe nicht zu befassen (analog VGE vom 19. Mai 

2010 [WBE.2009.384]).  

 

Soweit der Rekurrent den Verzicht oder die Reduktion der Busse verlangt, 

ist dementsprechend auf den Rekurs nicht einzutreten. 

 

6. 

6.1.  

6.1.1. 

Im Einspracheverfahren machte die damalige Vertreterin des Rekurrenten, 

die A. AG geltend, der Entscheid des KStA sei ihr am 18. November 2020 

zugestellt worden. Er, G., sei vom 11. November bis 18. November 2020 

coronabedingt gezwungen gewesen, zuhause zu bleiben. Das Büro in Q. 

sei in dieser Zeit unbesetzt geblieben, da er keine Mitarbeiter beschäftige. 

Zudem sei die Praxis, fristauslösende Sendungen mit A-Post Plus zu 

versenden, nicht haltbar in Corona-Zeiten. Aufgrund der Pandemie und den 

speziellen Krankheitsvoraussetzungen des Rekurrenten seien sie nicht in 

der Lage gewesen, die Steuererklärung 2019 innert Frist zu erstellen. Das 

Versäumnis sei weder vorsätzlich noch fahrlässig gewesen. Die 

Steuererklärung 2019 sei dann am 18. Dezember 2020 eingereicht worden. 

 

6.1.2. 

Im Rekurs wird zudem ausgeführt, dass der Rekurrent seit 2000 eine volle 

IV-Rente beziehe. Es sei erfreulich, dass er sich trotz häufigen, unheilba-

ren, massivsten Beschwerden alleine durch das Leben schlagen könne, 

ohne dauernd Hilfspersonal in Anspruch nehmen zu müssen. Solche Aus-

fälle wie im Herbst 2020 seien besser und viel kostengünstiger, als wenn 

er auf Dauer bevormundet würde oder stationär untergebracht werden 

müsste.  

 

Der Rekurrent sei während der vollen Rechtsmittelfrist "nicht in Ansätzen 

in der Lage" gewesen, auch nur die eingehende Post entgegenzunehmen. 

Er sei zwischen dem 7. Oktober 2020 und dem 14. November 2020 völlig 

"flach gelegen". Es könne dem Umfeld des Rekurrenten, dem Sohn, mit 

dem er zusammenwohne, oder auch dem Treuhänder, kein Vorwurf 

gemacht werden, sie hätten auf die Versäumnisse des Betroffenen auf-

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merksam werden müssen. Der Rekurrent habe die Post richtiggehend ver-

steckt. Der Sohn habe eine gewisse Zurückhaltung ausgeübt, nachdem es 

familienintern zu Auseinandersetzungen gekommen sei. 

 

Der Rekurrent habe ständig mit Finanzproblemen zu kämpfen. Er sei des-

wegen auch mit Psychologen in Kontakt, z.B. mit Frau H., staatlich 

anerkannte privat-psychiatrische Spitex Pflegefachfrau, die den Rekurren-

ten seit Jahren betreue. Die Ehefrau des Rekurrenten habe den Haushalt 

verlassen. Die Scheidungskonvention sei ausgefertigt. Der Rekurrent habe 

gerade nur so viel Geld zur Verfügung, um sein Existenzminimum knapp 

decken zu können. 

 

6.2.  

Die Vorinstanz begründet ihren Nichteintretensentscheid damit, dass die 

Einsprache zu spät erfolgt sei. Der Strafbefehl vom 13. November 2020 sei 

der Vertreterin gemäss A-Post Plus Sendungsverfolgung am 14. November 

2020 zugestellt worden. Die Einsprache vom 18. Dezember 2020 sei des-

halb verspätet erfolgt. Das mit dem Rekurs eingereichte Arztzeugnis be-

treffend den Rekurrenten mache zudem den Anschein eines Gefälligkeits-

berichtes. 

 

7. 

Nachfolgend ist zuerst auf die Zustellung des Entscheides einzugehen. In 

einem zweiten Schritt sind allfällige Hinderungsgründe, welche die Rechts-

mittelfrist verlängern würden, zu prüfen. 

 

8. 

8.1.  

8.1.1. 

Die Einsprachefrist beträgt 30 Tage und ist nicht erstreckbar (§ 187 Abs. 1 

StG). Es handelt sich um eine gesetzliche Frist, die als Verwirkungsfrist 

ausgestaltet ist. Die Einsprachefrist beginnt mit dem auf die Eröffnung des 

Einspracheentscheids folgenden Tag zu laufen. Eine Frist ist eingehalten, 

wenn der Steuerpflichtige das Rechtsmittel innerhalb derselben einreicht. 

Es wird vorausgesetzt, dass die Eingabe spätestens am letzten Tag der 

Frist bei der bezeichneten Behörde bzw. bei der Rechtmittelinstanz eingeht 

oder der Schweizerischen Post übergeben worden ist. Die rechtzeitige Ein-

reichung eines Rechtsmittels ist eine Sachurteilsvoraussetzung. Nur wenn 

sie erfüllt ist, darf auf das Rechtsmittel eingetreten werden (§ 186 Abs. 1 

StG; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, 

§ 186 StG N 15, mit Hinweisen). 

 

8.1.2.  

Voraussetzung für den Beginn des Fristenlaufs ist eine ordnungsgemässe 

Zustellung der Verfügung. Als ordnungsgemässe Zustellung gilt grundsätz-

lich die tatsächliche Aushändigung der Verfügung an den Adressaten oder 

 - 7 - 

 

 

an eine andere zur Entgegennahme berechtigte Person bzw. bei Zustellung 

durch gewöhnlichen Brief der Einwurf in den Briefkasten des Adressaten.  

 

Als Tag der Zustellung gilt derjenige Tag, an welchem die Verfügung dem 

Adressaten tatsächlich zugeht, wobei für eine ordnungsgemässe Zustel-

lung genügt, wenn die Sendung in seinen Machtbereich gelangt. Ob der 

Adressat die Verfügung nach der Zustellung zur Kenntnis nimmt oder nicht, 

ist für den Beginn des Fristenlaufs unerheblich. Die Beweislast für die Zu-

stellung von Verfügungen trägt die Behörde. Sie hat auf geeignete Art den 

Beweis dafür zu erbringen, dass und wann die Zustellung erfolgt ist. Bei 

eingeschriebenen Sendungen gilt entgegen dieser allgemeinen Beweis-

lastverteilung eine widerlegbare Vermutung, dass der Postangestellte den 

Avis ordnungsgemäss in den Briefkasten des Empfängers gelegt hat und 

das Zustelldatum korrekt registriert wurde. Dies gilt auch dann, wenn die 

Sendung im elektronischen Suchsystem "Track & Trace" der Post erfasst 

ist, mit dem die Sendung bis zum Empfangsbereich verfolgt werden kann 

(VGE vom 4. Juli 2019 [WBE.2019.90]). 

 

8.2. 

Gemäss § 176 Abs. 1 StG kann sich die steuerpflichtige Person vor den mit 

dem Vollzug des StG betrauten Behörden vertraglich vertreten lassen, so-

weit ihre persönliche Mitwirkung nicht notwendig ist. Zur Vertretung wird 

zugelassen, wer handlungsfähig ist (§ 176 Abs. 2 StG). Die Vollmacht kann 

schriftlich, mündlich oder durch konkludentes Handeln erteilt werden 

(AGVE 1984, S. 548 f.; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., 

§ 176 N 6; Martin Zweifel/Silvia Hunziker, Kommentar zum DBG, Bundes-

gesetz über die direkte Bundessteuer, II. Teil, Therwil/Basel, Art. 117 DBG 

N 11).  

 

Liegt eine Vollmacht vor, werden alle Handlungen des Vertreters im Um-

fang der erteilten Vollmacht bis zur Bekanntgabe des Vollmachtsentzugs 

gegenüber der Steuerbehörde der steuerpflichtigen Person zugerechnet. 

Zustellungen von Verfügungen und Entscheiden haben bei bestehender 

vertraglicher Vertretung an den Vertreter zu erfolgen, wenn und solange 

das Vertretungsverhältnis den Behörden bekannt ist. Wird eine Rechtsmit-

telfrist durch den Vertreter versäumt, kommt eine Fristwiederherstellung 

nur infrage, wenn ein Fristwiederherstellungsgrund beim Vertreter vorliegt. 

Insbesondere Anwälte sind verpflichtet, sich so zu organisieren, dass Fris-

ten auch im Fall persönlicher Abwesenheit eingehalten werden können, sei 

es durch Bestellung eines Stellvertreters oder durch die Benachrichtigung 

des Klienten. Die gleichen Anforderungen gelten auch für einen Treuhän-

der, der seine Klienten vor Gericht vertritt. Sowohl Anwälte als auch Treu-

händer haben sich so zu organisieren, dass nicht erstreckbare Fristen auch 

im Hinderungsfall gewahrt werden können. (Urteil des Bundesgerichts vom 

27. Oktober 2021 [2C_788/2021] Erw. 3.4.1.; Kommentar zum Aargauer 

 - 8 - 

 

 

Steuergesetz, a.a.O., § 176 StG N 11 ff., m.w.H. und § 187 StG N 17 ff., 

m.w.H.). 

 

9. 

9.1. 

Die beiden Mahnungen (14. August 2020 und 7. Oktober 2020) wurden an 

die A. AG im Original und an den Rekurrenten in Kopie zugestellt. Die 

Einsprache vom 18. Dezember 2020 wurde von der A. AG eingereicht. Die 

gleichzeitig eingereichte Steuererklärung 2019 führt die A. AG explizit als 

Bevollmächtigte des Rekurrenten auf. Es lag also ein Vertretungsverhältnis 

vor, welches spätestens mit der Einreichung der Steuererklärung schriftlich 

bestätigt wurde. 

 

Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht den Strafbefehl vom 13. November 

2020 der (damaligen) Vertreterin, der A. AG, eröffnet und lediglich eine 

Kopie an den Rekurrenten gesandt. Entsprechend gilt die Zustellung des 

Strafbefehls an die Vertreterin als das fristauslösende Ereignis. 

 

9.2. 

Der Sendungsverfolgung der Post (Sendungsverfolgungsnummer bbb) ist 

zu entnehmen, dass die Sendung mit dem Strafbefehl am 14. November 

2020 der A. AG in den Briefkasten geworfen wurde. Das wird nicht 

bestritten. Es wird jedoch geltend gemacht, die Vertreterin habe erst später 

vom Inhalt der Sendung Kenntnis erhalten. 

 

Nichtsdestotrotz befand sich die Sendung am 14. November 2020 im 

Machtbereich der damaligen Vertreterin. Die Frist begann entsprechend 

am 15. November 2020 zu laufen. Es ist dabei unerheblich, dass die da-

malige Vertreterin erst am 18. November 2020 vom Inhalt der Sendung 

Kenntnis erhalten haben soll. Wie erwähnt reicht für die ordnungsgemässe 

Zustellung aus, wenn sich die Sendung im Machtbereich des Adressaten 

befindet. 

 

9.3. 

Die Rechtsmittelfrist begann entsprechend am 15. November 2020 zu lau-

fen und endete am Montag, 14. Dezember 2020. Die Einsprache wurde 

erst am 18. Dezember 2020 der Post übergeben und erfolgte deshalb ver-

spätet. 

 

Zu prüfen ist im nächsten Schritt, ob Fristwiederherstellungsgründe vorlie-

gen. 

 

10. 

Wie erwähnt sind lediglich Fristwiederherstellungsgründe bei der Vertrete-

rin beachtlich (Erw. 6.2.). Die Ausführungen zu den Umständen beim Re-

kurrenten sind deshalb unbeachtlich. 

 - 9 - 

 

 

 

Die damalige Vertreterin macht zusammengefasst geltend, ihr Büro sei 

vom 11. bis 18. November 2020 coronabedingt unbesetzt gewesen, wes-

halb sie erst am 18. November 2020 vom Strafbefehl Kenntnis erhalten 

habe. 

 

Die damalige Vertreterin als Treuhänderin hat sich, wie dargelegt, so zu 

organisieren, dass Fristen auch im Fall persönlicher Abwesenheit eingehal-

ten werden können. Das hat sie jedoch unterlassen. Zudem wäre es ihr 

zuzumuten gewesen, nach Kenntnisnahme des Strafbefehls abzuklären, 

wann die Sendung zugestellt wurde, indem sie entweder die Sendungsver-

folgung auf der Homepage der Post hätte prüfen oder sich direkt beim Kan-

tonalen Steueramt hätte erkunden können. Auf jeden Fall stand der Vertre-

terin genügend Zeit zur Verfügung, um die Einsprache innert Frist auszu-

fertigen und der Post zu übergeben. Die coronabedingte Abwesenheit ist 

zusammenfassend kein Grund, die Rechtsmittelfrist wiederherzustellen. 

 

Weitere Gründe zur Fristwiederherstellung, die bei der (damaligen) Vertre-

terin liegen, wurden nicht geltend gemacht. Es sind auch keine weiteren 

Gründe ersichtlich.  

 

11. 

Ferner ist zu erwähnen, dass die Erfüllung der Mitwirkungspflicht, konkret 

die Einreichung der Steuererklärung, nach Ablauf der angesetzten Frist die 

Ordnungswidrigkeit nicht mehr zu beseitigen vermag (Kommentar zum Aar-

gauer Steuergesetz, a.a.O., § 235 StG N 49). Der sanktionswürdige Tatbe-

stand der Verfahrenspflichtverletzung war im Zeitpunkt, in welchem die an-

gesetzte Frist ohne Einreichung der Steuererklärung abgelaufen ist, erfüllt. 

 

12. 

Der Rekurrent macht im Rekursverfahren sinngemäss geltend, er könne 

die Busse und die Gebühr nicht bezahlen. Ob der Rekurrent die Busse be-

zahlen kann, ist für dieses Verfahren nicht relevant. Es steht ihm jedoch 

frei, beim Kantonalen Steueramt den Erlass der Busse zu beantragen. Da-

für ist ein schriftliches Gesuch mit vollständigen Belegen über seine finan-

zielle Situation (Einkommen/Ausgaben/ Vermögen/Schulden) einzureichen 

(§ 230 StG). Auch Ratenzahlungen sind in Absprache mit dem KStA 

grundsätzlich möglich. 

 

13. 

Damit ist die Einsprache vom 18. Dezember 2020 gegen den Strafbefehl 

Nr. 2019/aaa vom 13. November 2020 verspätet erfolgt. Der Rekurs ist 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Es ist festzustellen, dass der 

Strafbefehl Nr. 2019/aaa vom 13. November 2020 in Rechtskraft erwach-

sen ist.  

 

 - 10 - 

 

 

14. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent die Kosten des Rekurs-

verfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenentschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Es wird festgestellt, dass der Strafbefehl Nr. 2019/aaa vom 13. November 

2020 in Rechtskraft erwachsen ist. 

 

3. 

Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 500.00, der Kanzleigebühr von CHF 145.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 745.00, zu bezahlen. 

 

4. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter des Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt C. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 
   

Aarau, 20. Januar 2022 

 - 12 - 

 

 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Kurmann