# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 030e9ee3-656e-5930-9226-3e4309ab7d6b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2009 E-4759/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4759-2009_2009-07-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4759/2009/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______, Senegal,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 10. Juli 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4759/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat im März 2008 auf dem Seeweg verliess und über ein ihm unbe-
kanntes  Land  am 21. April 2008  mit  dem Zug  illegal  in  die  Schweiz 
einreiste, wo er noch am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum B._______ um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 23. April 2008 und der di-
rekten Anhörung vom 6. Juli 2009 zur Begründung seines Asylgesuchs 
geltend machte,  er  sei  ethnischer  Mandinga mit  letztem Wohnsitz  in 
C._______, Region D._______, Senegal,

dass seine Heimatregion seit rund vier Jahren immer wieder von be-
waffneten  Rebellen  heimgesucht  worden  sei  und  diese  wiederholt 
Kämpfer aus der Zivilbevölkerung zwangsrekrutiert hätten,

dass die Rebellen jeden getötet hätten, der sich geweigert habe, sich 
ihnen anzuschliessen,

dass er selbst nun ein Alter erreicht habe, wo auch ihm eine Zwangs-
rekrutierung drohe,

dass die Rebellen rund einen Monat vor seiner Ausreise erneut aufge-
taucht seien, weshalb er sich zur Flucht aus seinem Heimatstaat ent-
schlossen habe,

dass er  mit  einem Lkw nach E._______ mitgefahren sei  und er sich 
dort unbemerkt auf ein Schiff geschlichen habe,

dass  er  von  der  Schiffsbesatzung  entdeckt  und  mit  Essen  versorgt 
worden sei und er in der Folge als Tellerwäscher in der Kombüse gear-
beitet habe,

dass  er  nicht  wisse,  wie  lange  die  Überfahrt  gedauert  habe  und  er 
schliesslich in einem ihm unbekannten Land von Bord gegangen sei, 
wo er anschliessend einige Zeit auf der Strasse gelebt habe,

dass  er  einen  Schwarzen  getroffen,  dieser  ihm ein  Zugticket  in  die 
Schweiz gekauft und den Weg zum Empfangszentrum erklärt habe,

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dass er  auf  seiner  Reise  nie kontrolliert  worden sei  und er  sich nie 
habe ausweisen müssen,

dass  er  im  Heimatstaat  nie  Reise-  oder  Identitätspapiere  besessen 
habe und er lediglich über einen Geburtsregisterauszug verfüge, der 
sich zu Hause bei seiner Mutter befinde,

dass er seiner Mutter einen Brief geschrieben habe, dieser jedoch we-
gen einer falschen Adresse retourniert worden sei, 

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten Minder-
jährigkeit für den weiteren Verlauf des Asylverfahrens eine Vertrauens-
person beigeordnet wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügungen  vom  14.  August  2008, 
vom 17. Oktober  2008 und vom 22. Januar  2009 wegen Verstosses 
gegen  das  Bundesgesetz  vom  3.  Oktober  1951  über  die  Be-
täubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG, SR 812.121) von 
der Stadtpolizei F._______ verzeigt wurde,

dass das BFM dem Beschwerdeführer am 6. Juli 2009 eröffnete, dass 
er  für  den weiteren Verlauf  des Verfahrens als Volljähriger behandelt 
werde und ihm dazu das rechtliche Gehör gewährte,

dass das BFM mit Verfügung vom 10. Juli 2009 – eröffnet am 17. Juli 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  aufgrund 
konkreter Indizien würden ernsthafte Zweifel an der vom Beschwerde-
führer geltend gemachten Minderjährigkeit bestehen,

dass der Beschwerdeführer im Verlaufe des Verfahrens insbesondere 
widersprüchliche Altersangaben gemacht und auch keine heimatlichen 
Identitäts-  beziehungsweise Reisepapiere  eingereicht  habe,  wodurch 
er  seiner  Mitwirkungspflicht  gegenüber  den schweizerischen Asylbe-
hörden nicht nachgekommen sei,

dass der Beschwerdeführer den Vorhaltungen des BFM beziehungs-
weise den Indizien hinsichtlich seiner bestehenden Volljährigkeit nichts 
substanzielles entgegenzuhalten vermocht habe, womit die behaupte-

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te Minderjährigkeit unbewiesen geblieben und davon auszugehen sei, 
dass der Beschwerdeführer die Volljährigkeit erreicht habe,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Asylbehörden  innerhalb  der  einge-
räumten Frist keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben habe und 
– insbesondere angesichts der Schilderungen zu den Umständen sei-
ner Ausreise aus dem Heimatstaat – auch keine entschuldbaren Grün-
de für die Nichtabgabe entsprechender Papiere vorliegen würden,

dass derart  dürftige, stereotype und detailarm angeführte Vorbringen 
bezeichnend seien für Asylsuchende, die nicht gewillt seien, ihre Iden-
tität mittels Dokumenten zu belegen und sich vorliegend der Schluss 
aufdränge, der Beschwerdeführer habe dem BFM die Abgabe rechts-
genüglicher  Reise- beziehungseise Identitätspapiere bewusst  vorent-
halten,  um  seine  Identität  zu  verschleiern  und/oder  einen  allfälligen 
Wegweisungsvollzug zu erschweren oder zu verhindern,

dass der Beschwerdeführer eine Verfolgung durch Dritte geltend ma-
che, dem senegalesischen Staat jedoch kein mangelnder Schutzwille 
oder mangelnde Schutzfähigkeit angelastet werden könne, zumal sich 
der Beschwerdeführer nie um staatlichen Schutz bemüht habe,

dass es dem Beschwerdeführer ferner zumutbar gewesen wäre, sich 
dem Zugriff der Rebellen durch Zufluchtnahme in einer anderen Regi-
on des Senegal zu entziehen,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzli-
chen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  noch  individuelle 
Gründe gegen eine Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach Senegal 
sprechen würden und der Vollzug der Wegweisung technisch möglich 
und praktisch durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juli 2009 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  in  materieller  Hinsicht  beantragte,  die Verfügung des BFM sei 
aufzuheben,  ihm  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  und 
Asyl zu gewähren, es sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Un-

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möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläu-
fige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei ihm die unentgeltli-
che Prozessführung zu gewähren, es sei ihm ein Rechtsbeistand bei-
zugeben und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-
ten, eventualiter sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wie-
derherzustellen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 28. Juli 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insbes E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Grün-
den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der An-
hörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-

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stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung ermöglichen" sollen (vgl. E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (vgl. a.a.O. E. 5.3. in fine),

dass  vorliegend  das  Nichteinreichen  rechtsgenüglicher  Reise-  oder 
Identitätspapiere nicht bestritten ist,

dass der Beschwerdeführer eigenen Aussagen zufolge im Heimatstaat 
über einen Geburtsregisterauszug verfügt,  der sich bei seiner Mutter 
befinde (vgl. A1/11 S. 5), er somit bei den Behörden registriert ist,

dass  er  gemäss  eigenen  Angaben  telefonischen  Kontakt  zu  einem 
Freund im Heimatstaat unterhält (vgl. A 20/9 S. 3),

dass sein Versuch auf dem Postweg mit seiner Mutter Kontakt aufzu-
nehmen als  untauglich bezeichnet  werden muss, zumal  er den Brief 
falsch adressiert hat (vgl. A 20/9 S. 6),

dass es dem Beschwerdeführer insbesondere möglich und zumutbar 
gewesen wäre, sich über seinen Freund oder über die senegalesische 
Vertretung in der Schweiz Identitätspapiere seines Heimatstaates zu 
beschaffen,

dass das Bundesverwaltungsgericht – in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz – aufgrund der im länderspezifischen Kontext als stereotyp zu 
bezeichnenden Ausführungen des Beschwerdeführers, er sei an Bord 
eines Schiffes zunächst in ein ihm unbekanntes Land gelangt, wo ihm 
ein  unbekannter  Schwarzer  ein  Zugticket  in  die  Schweiz  finanziert 
habe, und er habe die Reise, ohne jegliche Reise- und Identitätspapie-
re  und  ohne  jemals  kontrolliert  worden  zu  sein,  zurückgelegt  (vgl. 
A1/11  S.  8),  davon  ausgeht,  er  habe  für  seine  Reise  authentische 
Reise-  und  Identitätspapiere  verwendet,  welche  er  jedoch  in  Verlet-

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zung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b 
AsylG) den schweizerischen Asylbehörden vorenthält,

dass für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren keine 
entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz aufgrund der Anhörung 
zu Recht  weder die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch zusätzli-
che Abklärungen zu deren Feststellung beziehungsweise zur Feststel-
lung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  als  erforderlich  erachtet 
hat,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im Urteil  BVGE 2007/8  festhält, 
dass auf ein Asylgesuch nicht einzutreten sei, wenn bereits auf Grund 
einer summarischen Prüfung festgestellt werden könne, dass die asyl-
suchende Person die Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  wobei  sich 
die Offensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigenschaft aus der Un-
glaubhaftigkeit der Vorbringen, aber auch aus der fehlenden Asylrele-
vanz ergeben könne,

dass Eingriffe in  Leib, Leben oder Freiheit  eine bestimmte Intensität 
aufweisen müssen, um als asylrelevant angesehen zu werden, wobei 
lediglich geringe Beeinträchtigungen nicht genügen, zumal das Asyl-
recht  nicht  Opfer  jeglichen  Unrechts  schützen  will  (vgl.  ALBERTO 
ACHERMANN/ CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch des Asylrechts, 2. vollstän-
dig überarbeitete Auflage, Verlag Paul Haupt, Bern/Stuttgart  1991, S. 
77),

dass  Eingriffe  in  andere  menschenrechtlich  geschützte  Rechtsgüter 
als Leib, Leben oder Freiheit, unter Umständen auch wiederholte, zu 
wenig intensive Eingriffe in Leib Leben oder Freiheit nach Art. 3 Abs. 2 
AsylG dann als Verfolgung gelten, wenn daraus ein unerträglicher psy-
chischer Druck entsteht, der den weiteren Verbleib im Heimatstaat für 
die betroffene Person als  objektiv  unzumutbar  erscheinen lässt  (vgl. 
a.a.O., S. 79),

dass  Ausgangspunkt  immer  ein  konkreter  Eingriff  sein  muss,  der 
stattgefunden hat oder mit solcher Wahrscheinlichkeit droht, dass die 
Furcht vor ihm als begründet erscheint (vgl. a.a.O.),

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen vorbringt, er befürchte, von den Rebellen in seiner Hei-

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matregion  zwangsrekrutiert  beziehungsweise  im  Weigerungsfall  von 
diesen getötet zu werden (vgl. A1/11 S. 6),

dass er selbst keinen Kontakt zu den Rebellen gehabt habe, sondern 
lediglich durch seine Mutter von der Mitnahme eines Freundes erfah-
ren habe (vgl. A1/11 S. 5),

dass  der  Beschwerdeführer  somit  keinen  konkreten  Eingriff  in  men-
schenrechtlich  geschützte  Rechtsgüter  geltend  macht,  der  bereits 
stattgefunden hat,

dass  vorliegend  zu  prüfen  ist,  ob  ein  konkreter  Eingriff  mit  solcher 
Wahrscheinlichkeit  droht,  dass  die  Furcht  vor  ihm als  begründet  er-
scheint,

dass  der  Beschwerdeführer  lediglich  vorbringt,  er  könnte  in  Zukunft 
möglicherweise von den Rebellen zwangsrekrutiert werden,

dass indes nicht jede noch so entfernte Möglichkeit eines zukünftigen 
Eingriffs in menschenrechtlich geschützte Rechtsgüter für die Annah-
me einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung genügt,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers darüber hinaus in zentra-
len Punkten verschiedene Ungereimtheiten und Widersprüche enthal-
ten,

dass er nicht in der Lage war, die geografischen und örtlichen Gege-
benheiten seiner Heimatregion korrekt zu schildern,

dass er insbesondere aussagte, er stamme aus dem Dorf C._______, 
Region D._______ (vgl. A1/11 S. 1 ff.),

dass in der Region D._______ gemäss gesicherten Erkenntnissen des 
Bundesverwaltungsgerichts kein Dorf namens C._______, jedoch eine 
Ortschaft namens G._______, existiert,

dass  es  sich  bei  der  vom  Beschwerdeführer  als  H._______ 
beziehungsweise E._______ bezeichneten Ortschaft in Wirklichkeit um 
I._______ handeln dürfte,

dass  sich  I._______  nicht  wie  behauptet  in  unmittelbarer  Nähe  von 

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D._______ befindet (vgl. A1/11 S. 2), sondern rund 70 Kilometer davon 
entfernt liegt,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung aussagte, er 
habe sich  in  I._______ unbemerkt  an Bord eines  Fischerbootes  ge-
schlichen (vgl. A1/11 S. 7),

dass er bei der direkten Anhörung hingegen zu Protokoll gab, er sei an 
Bord  eines  Frachtschiffs  aus  seinem  Heimatstaat  ausgereist  (vgl. 
A20/9 S. 6),

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nach dem Gesagten we-
der  den Anforderungen an die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 
AsylG noch den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 
AsylG genügen und auch die Argumentation in der Beschwerdeschrift 
nichts  enthält,  was  als  Indiz  für  die  Erfüllung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen im Sinne von 
Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG betrachtet werden könnte,

dass es sich unter diesen Umständen erübrigt,  auf die Vorbringen in 
der Beschwerde näher einzugehen, zumal sie am Ergebnis nichts än-
dern können,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass das Bundesverwaltungsgericht vorliegend – in Übereinstimmung 
mit  den  Erwägungen  der  Vorinstanz  –  von  der  Volljährigkeit  des 
Beschwerdeführers ausgeht,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen in seinem Hei-
matstaat über familiäres Beziehungsnetz verfügt (Mutter, Schwestern, 
Bruder, Tante mütterlicherseits) sowie in telefonischem Kontakt zu sei-
nem Freund steht  (vgl. A20/9 S. 3),  weshalb er  bei  seiner Rückkehr 
nach Senegal nicht auf sich allein gestellt sein wird,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass die Beschwerde aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu qualifizieren ist, weshalb die Gesuche um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege und Zuordnung eines Rechtsbeistandes 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen sind,

dass mit der Fällung des vorliegenden Urteils das Gesuch um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig wird,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Das Urteil  geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän-
dige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Marco Abbühl

Versand: 

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