# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec5b9d92-c786-50f3-abfc-3042962d94ca
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.06.2018 UV 2018/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2018-6_2018-06-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/6

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.06.2018

Entscheiddatum: 22.06.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2018
Art. 38 Abs. 1 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG: fristauslösende Zustellung des 
Einspracheentscheids der Beschwerdegegnerin im Falle einer A-Post Plus-
Sendung, adressiert an ein Mitglied einer Holdingfirma, welche 
stellvertretend für ihre Holdingmitglieder deren Briefgut entgegen nimmt und 
die Postverteilung durch einen Dritten vornehmen lässt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juni 2018,UV 2018/6). 
Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_586/2018.

Entscheid vom 22. Juni 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen            

Geschäftsnr.                                                                                                                    

UV 2018/6           

Parteien 

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Locher, Zanetti Rechtsanwälte AG, 

Blegistrasse 9, 6340 Baar,

gegen

ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, Postfach 15, 7302 

Landquart,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 

7001 Chur,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

Mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2017 wies die ÖKK Kranken- und 

Unfallversicherung AG (nachfolgend: ÖKK) die am 26. Juli 2017 vorsorglich 

eingereichte und am 11. September 2017 begründete Einsprache von A.___ 

(nachfolgend: Versicherte), gegen die Verfügung vom 11. Juli 2017 ab und verneinte 

einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen aus der Unfallversicherung im 

Zusammenhang mit einem Ereignis vom 4. März 2017 über den 5. April 2017 hinaus 

(act. G 1.1).

B.   

B.a  Am 2. Februar 2018 ging beim Versicherungsgericht eine am 1. Februar 2018 von 

der Post Baar abgestempelte Sendung ein, worin sich eine auf den 1. Februar 2018 

datierte Beschwerde der Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten 

durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Locher, Baar, gegen den Einspracheentscheid der 

ÖKK vom 15. Dezember 2017 befand. Darin wurde beantragt, "1. Die Verfügung vom 

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15. Dezember 2017 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien auch über den 

5. April 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 2. Eventualiter sei die 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein 

orthopädisches Gutachten veranlasst und hiernach erneut über den Leistungsanspruch 

entscheidet. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin." (act. G 1, G 1.1).

B.b  Mit Schreiben vom 5. Februar 2018 (act. G 2) teilte das Versicherungsgericht dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, gemäss beigezogener 

Sendungsverfolgung ("Track & Trace") sei der mit A-Post Plus versandte 

Einspracheentscheid am 16. Dezember 2017 durch Ablage via Postfach zugestellt 

worden. Die Beschwerde scheine damit verspätet erhoben worden zu sein. Das 

Versicherungsgericht eröffnete dem Rechtsvertreter der Versicherten eine Frist zur 

Stellungnahme.

C.  

C.a Mit Stellungnahme vom 14. Mai 2018 beantragte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin, es sei auf die Beschwerde vom 1. Februar 2018 einzutreten, den 

in der Beschwerde vom 1. Februar 2018 gestellten Rechtsbegehren stattzugeben und 

die Beschwerde gutzuheissen. Zusammen mit der Stellungnahme reichte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen von der Generali (Schweiz) Holding AG 

(nachfolgend: Generali), Adliswil, und der Swiss Post Solutions AG (nachfolgend: SPS), 

Zürich, am 23. Mai 2017 unterzeichneten Einzelvertrag "Logistik & Digitalisierung" zum 

Rahmenvertrag "Dokumentationsmanagement Services" inklusive 

Leistungsbeschreibung zum vorgenannten Einzelvertrag ein (act. G 7.1 f.). Die SPS 

habe mit der Generali - wozu neben der Generali Personenversicherungen AG und der 

Fortuna Investment AG auch die damalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, 

die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Fortuna), 

gehöre - einen umfassenden Postdienst vereinbart. Dies bedeute, dass die SPS sowohl 

für die Behändigung der Post der Generali Gruppe und ihrer Mitglieder auf der 

Hauptpost in Adliswil als auch dafür besorgt sein müsse, dass die Post in das interne 

Verteilzentrum der Generali gelange. Im Verhältnis zur Generali übernehme die SPS 

somit die Funktion einer Substitutin. Die SPS sei selbstständig und befinde sich nicht in 

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einem Subordinationsverhältnis zur Generali respektive zur Fortuna. Konkret wirke sich 

das so aus, dass das an die Fortuna gerichtete Briefgut auf der Post in Adliswil von 

dieser nicht aussortiert und ins Postfach der Fortuna, sondern mit den Postsendungen 

der gesamten Generali unsortiert in normale Briefboxen (Transportboxen) geworfen 

werde. Sodann nehme die SPS diese Transportbox am Postschalter in Empfang und 

bringe sie ins interne Verteilzentrum der Generali. Erst dort erfolge die Ausscheidung 

und Sortierung für die einzelnen Mitglieder der Generali respektive für diese selber. 

Treffe das Briefgut in der Hauptpost Adliswil an einem Samstag ein, erfolge die 

Weitergabe der Transportbox an die SPS erst am kommenden Montag. Der fragliche 

Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2017 sei also erst in den Herrschaftsbereich 

der Fortuna gelangt, als die Transportpost am 18. Dezember 2017 ins interne 

Verteilzentrum der Generali gebracht und dort aussortiert worden sei (act. G 7).

C.b Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 liess sich die Beschwerdegegnerin, vertreten durch 

Rechtsanwalt Dr. iur. P. Philipp, Chur, zur Stellungnahme des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin vernehmen. Sie beantragte, auf die Beschwerde sei nicht 

einzutreten. Die interne Organisation der Postzustellung eines Unternehmens spiele 

bezüglich des Fristenlaufs keine Rolle (act. G 9).

Erwägungen

1.   

Im vorliegenden Verfahren ist vorerst nur die Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde 

vom 1. Februar 2018 zu prüfen. Festzulegen ist, wann der Einspracheentscheid vom 

15. Dezember 2017 der Fortuna als damaliger Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin rechtsgültig und damit fristauslösend eröffnet wurde.

2.   

2.1  In den Art. 34 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie in Art. 12 der Verordnung über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) ist zwar die 

schriftliche Eröffnung eines Einspracheentscheids - anders als bezüglich des Erlasses 

einer Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG) - nicht explizit vorgeschrieben. Ein 

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Einspracheentscheid muss jedoch ganz allgemein (mindestens) die Anforderungen 

erfüllen, die an eine Verfügung gestellt werden (THOMAS LOCHER/THOMAS 

GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 71 N. 62), 

wozu eben auch die schriftlich Eröffnung gehört (vgl. zum Schriftlichkeitsgebot im 

Sozialversicherungsrecht: UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 

2015, N 9 zu Art. 51 ATSG). Nach Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen 

Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche die Einsprache 

ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. Jeder Kanton bestellt ein 

Versicherungsgericht als einzige Instanz zur Beurteilung von Beschwerden aus dem 

Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG). Art. 60 ATSG schreibt vor, dass die 

Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit Eröffnung des Einspracheentscheids oder der 

Verfügung, gegen welche die Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen ist (Abs. 1). 

Die Artikel 38 bis 41 des Gesetzes sind sinngemäss anwendbar (Abs. 2).

2.2  Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt eine Frist, die sich nach Tagen oder Monaten 

berechnet und der Mitteilung an die Parteien bedarf, am Tag nach ihrer Mitteilung zu 

laufen. Vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar stehen gesetzliche oder 

behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, still (Art. 38 Abs. 4 

lit. c ATSG). Die Beschwerdefrist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am 

letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger bzw. dem Versicherungsgericht oder zu 

dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen 

oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 39 Abs. 1 ATSG; vgl. auch 

KIESER, a.a.O., N 15 zu Art. 60).

3.   

Um die Rechtzeitigkeit bzw. Fristwahrung der Beschwerdeerhebung zu prüfen, muss 

geklärt werden, wann die fristauslösende Zustellung des Einspracheentscheids der 

Beschwerdegegnerin erfolgt ist.

3.1  Die Beschwerdegegnerin bediente sich für die amtliche Verrichtung der Zustellung 

des vom 15. Dezember 2017 datierten und an die Fortuna adressierten 

Einspracheentscheids der Schweizerischen Post. Sie übergab ihn dieser gleichentags 

als A-Post Plus-Sendung. Für die Zustellung gelten mithin die allgemeinen 

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Geschäftsbedingungen "Postdienstleistungen" der Schweizerischen Post (https://

www.post.ch/de/pages/footer/allgemeine-geschaeftsbedingungen-agb; nachfolgend: 

AGB "Postdienstleistungen"). Gemäss Ziff. 2.5.1 gelten bei der Schweizerischen Post 

aufgegebene Sendungen als zugestellt, wenn die Post die Sendungen dem Empfänger 

übergeben oder an einen anderen dafür bestimmten Ort zugestellt hat (z.B. Brief-, 

Paket-, Ablagekasten oder Postfach [letzteres nur für Briefe]). Die Beförderung durch 

die Schweizerische Post findet mit dem Eingang der Postsendung an die vorgenannten 

Orte ihren Abschluss. Im Zeitpunkt der Zustellung der Postsendung zuhanden des 

Empfängers hat sie ihren von der Beschwerdegegnerin übernommenen 

Beförderungsauftrag erfüllt.

3.2  Bei der Versandmethode A-Post Plus werden Briefe mit einer Nummer versehen 

und konventionell in uneingeschriebener Form (A-Post) befördert, d.h. die Zustellung 

erfolgt direkt in den Briefkasten, das Postfach oder in einen Ablagekasten des 

Empfängers, ohne dass dieser den Empfang unterschriftlich quittiert. Die Zustellung 

wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den 

Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des 

elektronischen Suchsystems "Track & Trace" der Schweizerischen Post die Sendung 

bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen; u.a. ist ersichtlich, wann dem 

Empfänger die Sendung durch die Schweizerische Post zugestellt worden ist (Urteil 

des Bundesgerichts vom 20. Februar 2015, 2C_1126/2014, E. 2.2). Bei A-Post Plus-

Sendungen hat das Bundesgericht verschiedentlich das mittels "Track & Trace" von 

der Schweizerischen Post festgelegte Datum der Einlage in den Briefkasten, das 

Postfach oder den Ablagekasten des Empfängers als verbindlich eingestuft. Ab diesem 

Zeitpunkt befindet sich die Sendung im Verfügungs- bzw. Machtbereich des 

Empfängers bzw. Adressaten und er kann demzufolge von ihr Kenntnis nehmen. Nicht 

erforderlich für die Zustellung einer Sendung ist, dass der Adressat sie tatsächlich in 

Empfang nimmt bzw. tatsächlich von ihr Kenntnis nimmt (BGE 122 I 139 E. 1, 113 Ib 

296 E. 2a; verschiedentlich vom Bundesgericht bestätigte Rechtsprechung: Urteile vom 

20. Februar 2015, 2C_1126/2014, E. 2.2, vom 24. Januar 2012, 2C_570/2011 und 

2C_577/2011, E. 4, vom 13. Februar 2014, 2C_68/2014, E. 2.2, und vom 14. Januar 

2010, 2C_430/2009, E. 2.4; KIESER, a.a.O., N 12 zu Art. 38). Indem der 

Einspracheentscheid der Fortuna durch die Schweizerische Post zugestellt worden ist 

und mit dem elektronischen Suchsystem "Track & Trace" der Verlauf einer an sie 

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adressierten A-Post Plus-Sendung nur bis und mit Einlage in die Transportbox der 

Generali möglich ist, kann angesichts des Gesagten für die Bestimmung der 

fristauslösenden Zustellung einzig massgebend sein, wann die Zustellung der Sendung 

in die Transportbox der Generali erfolgt ist. Unbestrittenermassen wurde der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin am Samstag, den 16. Dezember 2017, 

durch die Schweizerische Post in die Brief-/Transportbox der Generali gelegt (act. G 

1.3).

3.3  Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, rechtfertigt die vorliegende 

Konstellation mit der SPS, der Generali und der Fortuna keine andere Beurteilung.

3.3.1      Laut Stellungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 14. Mai 

2018 (act. G 7) wird das an die Fortuna adressierte Briefgut von der Schweizerischen 

Post in Adliswil nicht aussortiert und in das Postfach der Fortuna gelegt, sondern 

zusammen mit der Post der gesamten Generali unsortiert in Brief-/Transportboxen 

geworfen. Dies wird laut dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers damit begründet, 

dass unter dem Dach der Generali verschiedene Gesellschaften, u. a. die Fortuna, 

vereint sind (vgl. Sachverhalt C.a; act. G 7, S. 3 Ziff. 8). Die Generali nimmt damit 

stellvertretend für die Fortuna deren Briefgut entgegen. Für die Schweizerische Post 

endet ihre Dienstleistung also auch für Briefsendungen, welche an die Fortuna 

adressiert sind, mit Zustellung bei der Generali.

3.3.2      Nach der Zustellung beginnt die Bearbeitung der physischen Post durch die 

SPS. Diese holt die eingehenden Sendungen bei der Schweizerischen Post ab bzw. 

nimmt die Transportboxen an deren Postschalter in Empfang und bringt sie ins interne 

Verteilzentrum der Generali, wo sie die Sendungen für die physische Distribution nach 

Empfängerbereich triagiert (vgl. act. G 7.2, Ziff. 4.1; act. G 7, S. 3 Ziff. 8). Der Umstand, 

dass diese Triage, d.h. Sortierung für die einzelnen Holdingmitglieder der Generali, 

durch die SPS erfolgt, einer Konzerngesellschaft, welche der Schweizerischen Post 

angegliedert ist, vermag nichts daran zu ändern, dass ab dem Zeitpunkt der Sortierung 

die rechtlich relevante Zustellung abgeschlossen ist. Dies, obwohl im Rahmen der 

Sortierung grundsätzlich nochmals eine unternehmensinterne Zustellung, diejenige an 

die Fortuna, stattfindet. Die SPS bietet einen spezifischen, erweiterten (mit dem 

Kerngeschäft der Schweizerischen Post, der Postzustellung, nicht direkt 

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zusammenhängenden) Geschäftsbereich des Schweizerischen Postkonzerns an, 

nämlich die Bearbeitung der Eingangspost. Demgemäss schliesst sie mit ihren Kunden 

ausserhalb des Tätigkeits- bzw. Wirkungsbereichs der Schweizerischen Post einen 

Einzelvertrag ab, der die für die Generali kostenpflichtigen Leistungen von SPS im 

Bereich Logistik und Digitalisierung regelt (vgl. act. G 7.1 f.). Entsprechend spricht der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bezüglich der SPS von einer Substitutin der 

Generali, welche an ihrer Stelle die Postverteilung an die einzelnen Mitglieder der 

Holding, d.h. für die Holding, der einzelvertraglichen Regelung folgend vornimmt. Mit 

dem Einzelarbeitsvertrag "Logistik & Digitalisierung" zum Rahmenvertrag 

"Dokumentenmanagement Services" hat die Generali einzig den obgenannten 

Aufgabenbereich an die SPS übertragen (Outsourcing). Die Postversendung bzw. 

Postzustellung fiel demgegenüber in den Aufgabenbereich der Schweizerischen Post 

(vgl. Erwägung 3.1). Die Aufgaben bzw. Zuständigkeitsbereiche der Schweizerischen 

Post (Postversendung/Postzustellung) einerseits und der SPS (interne Postverteilung, 

d.h. innerhalb der Generali Holding AG) andererseits sind also klar abgegrenzt.

3.3.3      Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin argumentiert sodann in der 

Stellungnahme vom 14. Mai 2018 (act. G 7, S. 4 Ziff. 12) unter Hinweis auf das Urteil 

des Bundesgerichts vom 4. Juni 2010 (1C_85/2010, E. 1.4.3) mit dem Grundsatz von 

Treu und Glauben. Dieser vermag jedoch hier nicht weiterzuhelfen. Seiner 

Argumentation - die Fortuna habe nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, 

dass die Pöstler der SPS den Zugangsstempel korrekt auf den Tag datieren würden, an 

dem die Sendung in der Hauptpost angekommen sei; es dürfe vorausgesetzt werden, 

dass die Post und ihre Hilfspersonen die Bestimmungen über die A-Post Plus-

Zustellung kennen und die Sendungen jeweils richtig datieren würden; die Erwartung 

an den Postboten, dass er die Regeln über das Ausfüllen einer Abholungseinladung 

kenne, habe analog auch für das Kennenmüssen der Regeln für die anderen 

Zustellformen zu gelten - kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzuhalten, dass 

auf einer A-Post Plus-Sendung jedenfalls von Seiten der Schweizerischen Post die 

Zustellung nicht sichtbar auf dem Umschlag gekennzeichnet wird. Das Datum der 

Zustellung durch die Schweizerische Post, hier der 16. Dezember 2017, wird mit der 

elektronischen Quittierung der Zustellung an den Empfänger durch die 

Schweizerischen Post belegt, und kann, wie gesagt, nur elektronisch mit "Track & 

Trace" festgestellt werden. Von Seiten der Schweizerischen Post konnte damit 

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jedenfalls keine Vertrauenssituation in Bezug auf ein anderes Datum entstehen. Die 

Beschwerdegegnerin hat sich jedoch nur die Handlungen der Schweizerischen Post 

und nicht diejenigen der SPS anrechnen zu lassen. Wenn es also zur Aufgabe der 

Mitarbeiter der SPS gehört, auf den Briefsendungen die erfolgte Zustellung mittels 

Eingangsstempels festzuhalten, kann daraus für den Beginn der Rechtsmittelfrist keine 

Rechtsfolge resultieren. Die Anbringung des Eingangsstempels L-M-R-4 auf dem 

Kuvert des Einspracheentscheids durch die SPS (act. G 7.4) konnte nur im Rahmen 

ihrer Postbearbeitung bzw. der Erfüllung des Einzelvertrags "Logistik & Digitalisierung" 

zum Rahmenvertrag "Dokumentenmanagement Services" erfolgen. Es handelt sich 

dabei nicht um einen offiziellen Eingangsstempel der Schweizerischen Post. Solche 

von der SPS im Rahmen ihrer Vertragserfüllung vorgenommenen Handlungen hat sich 

die Fortuna als Holdingmitglied der Generali anrechnen zu lassen, d.h. sie musste um 

die Bedeutung eines von der SPS angebrachten Eingangsstempels wissen.

3.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall von einer 

fristauslösenden Zustellung am Datum der Zustellung des Einspracheentscheids an die 

Generali durch die Schweizerische Post, d.h. am Samstag, den 16. Dezember 2017, 

auszugehen ist (act. G 1.3). Die Beschwerdefrist lief damit bis 31. Januar 2016. Indem 

die Beschwerde der Beschwerdeführerin erst am 1. Februar 2018 der Schweizerischen 

Post zu Handen des Gerichts übergeben worden ist (vgl. Art. 39 Abs. 1 ATSG), wurde 

sie nicht fristgerecht eingereicht.

3.5  Mit der Zustellung an einem Samstag begann die Beschwerdefrist nicht erst am 

nächstfolgenden Werktag, d.h. am Montag, dem 18. Dezember 2017 zu laufen. Das 

Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 26. November 2014, 8C_573/2014, E. 3.1, 

ausdrücklich erkannt, dass die Zustellung der Sendung an den vom Adressaten dafür 

bestimmten Ort als fristauslösender Moment gelte, selbst wenn diese an einem 

Samstag erfolgt sei. Das ATSG kennt keine Bestimmung zur Fristauslösung am 

Samstag oder Sonntag. Lediglich das Ende einer Frist wird - sofern es auf einen 

Samstag, Sonntag oder bundesrechtlich bzw. kantonal anerkannten Feiertag fällt - auf 

den nächstfolgenden Werktag gelegt (Art. 38 Abs. 3 ATSG). E contrario ist ein Beginn 

des Fristenlaufs an jedem Tag möglich. Eine unterschiedliche Behandlung zwischen 

Briefkasteninhabern, Postfach¬inhabern oder einer Empfängerin, deren Briefpost in 

eine Transportbox eingelegt wird, ist sachlich nicht gerechtfertigt (vgl. auch BGE 100 III 

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3 E. 3). Privaten wie auch Dienstleistungsbetrieben aller Art obliegt es gleichermassen, 

bei Ungewissheit über den genauen Zeitpunkt der Zustellung einer fristauslösenden 

Mitteilung alles Zumutbare zu unternehmen, um den genauen Zeitpunkt und den Lauf 

der Rechtsmittelfrist in Erfahrung zu bringen (Urteile des Bundesgerichts vom 24. 

Januar 2012, 2C_570/2011 und 2C_577/2011, E. 4.3 mit Hinweisen). Wie bereits 

dargelegt, ist dieser Zeitpunkt bei der Zustellungsart A-Post Plus mittels der unterhalb 

des Strichcodes aufgedruckten Suchnummer per Internet auf der Webseite der 

Schweizerischen Post mit Hilfe des Suchsystems "Track & Trace" eruierbar und kann 

auch bei der Schweizerischen Post in Erfahrung gebracht werden.

4.  

Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde vom 1. Februar 2018 mangels 

rechtzeitiger Erhebung nicht einzutreten. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Auf die Beschwerde vom 1. Februar 2018 wird nicht eingetreten.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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		2025-07-19T06:07:25+0200
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