# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88394fda-8a12-5633-8dfb-c22f062615e7
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-19
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 19.02.2016 A1 15 147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-15-147_2016-02-19.pdf

## Full Text

Mit Urteil vom 26. April 2016 (1C_296/2016) wies das Bundesgericht eine gegen vor-

liegenden Entscheid gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

ab. 

A1 15 147 

 

 

ENTSCHEID VOM 19. FEBRUAR 2016 

 

Kantonsgericht Wallis 

Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Thomas Brunner, Präsident; Jean-Bernard Fournier und Christophe  

Joris, Richter, sowie Paul Constantin, Gerichtsschreiber, 

 

in Sachen 

 

EINWOHNERGEMEINDE M_________, vertreten durch Rechtsanwalt N_________ 

 

gegen 

 

STAATSRAT DES KANTONS WALLIS 

KANTONALE FINANZVERWALTUNG, Kantonales Amt für Statistik und Finanzaus-

gleich, Regierungsgebäude 

 

(Diverses) 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid vom 3. Juni 2015.  

- 2 - 

 

Eingesehen 

 

- den Entscheid der kantonalen Finanzverwaltung vom 24. April 2014, der die Ein-

sprache der Einwohnergemeinde M_________ gegen die Festlegung des Res-

sourcenindexes 2013 basierend auf dem Referenzzeitraum der Steuerjahre 2007 

(N-6), 2008 (N-5) und 2009 (N-4) abwies; 

- die dagegen von der Gemeinde beim Staatsrat eingereichte Beschwerde vom 

28. Mai 2014, die dieser mit Entscheid vom 3. Juni 2015, eröffnet am 10. Juni 

2015, abwies; 

- die gegen diesen Entscheid von der Einwohnergemeinde M_________ (Be-

schwerdeführerin) am 13. Juli 2015 bei der öffentlichrechtlichen Abteilung des 

Kantonsgerichts eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit folgenden 

Rechtsbegehren: 

"1. Das Verfahren wird bis zum Entscheid des Bundesgerichtes über die Gewinnsteuerbe-
zahlung der A_________ AG sistiert. 

 
 2. Der Entscheid der kantonalen Finanzverwaltung wird aufgehoben und es wird geurteilt, 

dass eine nachträgliche Korrektur des Finanzausgleiches in den folgenden Jahren 
durch Verrechnung möglich ist. 

 
 3. Der Gemeindeverwaltung M_________ wird eine angemessene Parteientschädigung 

zugesprochen. 
 
 4. Allfällige Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Fiskus.“ 
 

 

- das Schreiben des Staatsrats vom 19. August 2015, der auf das Einreichen einer 

Stellungnahme verzichtet und gestützt auf den angefochtenen Entscheid die Ab-

weisung der Beschwerde beantragt. Die kantonale Finanzverwaltung hat sich nicht 

vernehmen lassen; 

- die übrigen Akten; 

  

- 3 - 

 

erwägend, 

 

- dass der angefochtene Entscheid des Staatsrats vom 27. August 2014 im Sinne 

von Art. 72 des Gesetzes vom 6. Oktober 1976 über das Verwaltungsverfahren 

und die Verwaltungsrechtspflege (VVRG; SGS/VS 172.6) letztinstanzlich ist und er 

mangels Ausschlusses in den Art. 74 bis 77 VVRG und gemäss Art. 22 Abs. 2 des 

Gesetzes über den interkommunalen Finanzausgleich vom 15. September 2011 

(GIFA; SGS/VS 613.1) der Beschwerde an das Kantonsgericht unterliegt; 

- dass Gemeinden dann zur Beschwerde ans Kantonsgericht berechtigt sind, wenn 

sie durch eine Verfügung berührt sind und ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Abänderung haben (Art. 156 Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 

5. Februar 2004 [GemG; SGS VS 175.1]; Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 44 Abs. 1 

lit. a VVRG; Urteil des Kantonsgerichts A1 11 153 vom 10. Mai 2012 E. 2.2; A1 09 

112 vom 22. Januar 2010 E. 1) oder ohne solche Beeinträchtigung, wenn das Ge-

setz sie hierzu ermächtigt (Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. 44 Abs. 1 lit. b VVRG; Ulrich 

Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. A., Zü-

rich/St. Gallen 2010, N 1782 ff.). Nach der Rechtsprechung kann ein Gemeinwe-

sen auch zur Beschwerde legitimiert sein, wenn es durch den angefochtenen Ent-

scheid in seinen hoheitlichen Befugnissen und Aufgaben berührt wird. Gemäss 

Art. 6 lit. a GemG unterstehen die Verwaltung und die Kontrolle der Gemeindefi-

nanzen - unter Vorbehalt der kantonalen und eidgenössischen Gesetzgebung - 

den Befugnissen der Gemeinde. Sie ist als Adressatin des angefochtenen Ent-

scheids und in ihrer Stellung als Hoheitsträgerin (BGE 135 I 43 E. 1.2; 131 I 91 E. 

1; Urteil des Bundesgerichts 1C_520/2014 vom 8. April 2015 E. 1.2) durch diesen 

berührt, weshalb sie zur Einreichung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 

13. Juli 2015 legitimiert ist; 

- dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-

ten ist (Art. 80 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 46 und Art. 48 VVRG); 

- dass das Gericht die Angelegenheit nicht unter allen Gesichtspunkten zu überprü-

fen hat, sondern sich im Wesentlichen auf die gerügten Punkte beschränken kann 

(Art. 80 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 48 Abs. 2 VVRG). So hat die Beschwerde gemäss 

diesen Bestimmungen eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts und der Be-

gründung zu enthalten. Die Beschwerdeführerin hat mithin grundsätzlich die Rü-

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gen, die sie geltend machen will, in der Beschwerde genau darzulegen und im 

Einzelnen zu zeigen, inwieweit der angefochtene Entscheid und dessen Begrün-

dung eine Rechtsverletzung i.S.v. Art. 78 lit. a VVRG darstellt, andernfalls sich ihre 

Rügen auf eine rein appellatorische Kritik beschränken und abzuweisen sind 

(ZWR 1984 S. 54 E. 4c; Urteil des Kantonsgerichts A1 09 227 vom 30. April 2010 

E. 4.1); 

- dass ferner nur Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden können, nicht jedoch, 

abgesehen von hier nicht zutreffenden Ausnahmen, die Unzweckmässigkeit der 

Verfügung (Art. 78 VVRG); 

- dass vorliegend Streitgegenstand der Ressourcenausgleich 2013 bildet, dessen 

Berechnung, basierend auf den Steuerjahren 2007, 2008 und 2009, grundsätzlich 

von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Sie macht jedoch geltend, für 

das Referenzjahr 2009 sei unter der Rubrik „Gewinnsteuer - juristische Personen“ 

ein Betrag von insgesamt Fr. 1 471 438.25 festgehalten. Von diesem Betrag wür-

den allein Fr. 1 361 636.00 auf die Gewinnsteuer der A_________ AG fallen. Die-

ses Unternehmen habe jedoch die Steuerveranlagung 2009 angefochten und die-

ses Gerichtsverfahren sei zur Zeit noch beim Bundesgericht hängig. Gemäss 

Art. 22 Abs. 3 GIFA könne nach der Verteilung der Beträge aus dem Ressourcen- 

und Lastenausgleich bei einer Gemeinde bei einem „signifikanten Fehler“ dieser 

Fehler rückwirkend korrigiert werden mit Wirksamkeit auf den nächsten interkom-

munalen Finanzausgleich. Es würde sowohl dem Grundsatz von Treu und Glau-

ben im Sinne von Art. 2 ZGB als auch dem Willkürverbot gemäss Art. 4 BV wider-

sprechen, wenn eine allfällige Fehlberechnung in dieser Grössenordnung nicht 

nachträglich über den späteren Finanzausgleich in Abzug gebracht werden könn-

te. Aus diesem Grunde beantragt sie, das Verfahren bis zum definitiven Entscheid 

des Bundesgerichts über die Gewinnsteuerbezahlung der A_________ AG zu sis-

tieren oder den Entscheid der kantonalen Finanzverwaltung aufzuheben und zu 

urteilen, dass eine nachträgliche Korrektur des Finanzausgleichs in den folgenden 

Jahren durch Verrechnung möglich sei; 

- dass der Ressourcenindex einer Gemeinde dem Verhältnis zwischen ihrem 

durchschnittlichen Ressourcenpotential pro Einwohner für den Referenzzeitraum 

und dem durchschnittlichen Ressourcenpotential sämtlicher Gemeinden entspricht 

(Art. 6 Abs. 1 GIFA); 

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- dass der Referenzzeitraum die drei letzten aufeinander folgenden Steuerjahre, für 

die kantonale Daten vorliegen, umfasst (Art. 6 Abs. 2 GIFA) und dass der Res-

sourcenindex (RI) einer Gemeinde i für das Jahr N durch seinen Gesamtressour-

cenindex bestimmt wird und dabei die drei Steuerjahre (N-6), (N-5) und (N-4) als 

Referenz gemäss Art. 6. Abs. 2 GIFA gelten (Art. 5 Abs. 1 und 2 der Verordnung 

über den interkommunalen Finanzausgleich vom 21. Dezember 2011 [SGS/VS 

613.100; VIFA]); 

- dass bezüglich der Verfügbarkeit der Steuerdaten anzumerken ist, dass der Kan-

ton nur mit Verzögerung - rund zwei Jahre bei natürlichen, drei Jahre bei juristi-

schen Personen - verlässliche Daten hat. Ausserdem wurde festgestellt, dass ein-

zig die Daten der Jahre N-4 vollständig verfügbar sind. Dasselbe gilt für den inter-

kantonalen Finanzausgleich, der sich für die Berechnung im Jahre N auf die Jahre 

N-4, N-5 und N-6 stützt (Beispiel: für den Ausgleich 2011 werden vom Bund die 

Steuerjahre 2005, 2006 und 2007 berücksichtigt). Aufgrund dieser Elemente wird 

vorgeschlagen, dasselbe Prinzip wie der Bund anzuwenden, indem man die Ba-

sisjahre N-4, N-5 und N-6 für die Berechnung der Indizes des Ressourcenaus-

gleichs gültig für das Jahr N verwendet (Bulletin des séances du Grand Conseil du 

Canton du Valais, session ordinaire de mai 2011, p. 617, Art. 6); 

- dass aufgrund des Gesagten der Gesetzgeber sich bewusst war, dass der Kanton 

bezüglich Verfügbarkeit der Steuerdaten nur mit Verzögerung (bei juristischen 

Personen drei Jahre) verlässliche Daten hat. In Anbetracht dieser Verzögerung 

kann davon ausgegangen werden, dass er nicht noch weitere Verzögerungen in 

Kauf nehmen wollte, indem er den Ausgang allfälliger Steuerverfahren hätte ab-

warten müssen, um auf rechtskräftig verfügte Steuerdaten abstellen zu können. 

Aus diesem Grund ist auch nirgends von rechtskräftig verfügten Steuerdaten die 

Rede, sondern einzig von verlässlichen Steuerdaten, die bereits nur mit Verzöge-

rung von drei Jahren für juristische Personen verfügbar sind; 

- dass die Vorinstanz damit zu Recht die von der Beschwerdeführerin beantragte 

Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen von rechtskräftigen Steuerdaten ab-

gelehnt hat, dies umso mehr wenn wie im hier zu beurteilenden Falle von Steuer-

daten auszugehen ist, die auf den Veranlagungen 2009, 2010 und 2011 beruhen, 

welche von der A_________ AG angefochten worden sind und über die bis heute 

noch nicht rechtskräftig entschieden worden ist; 

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- dass aus denselben Gründen auch das im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gestellte Sistierungsgesuch abzuweisen ist; 

- dass entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin im vorliegenden Falle im Zeit-

punkt der Festlegung des Ressourcenindexes kein „signifikanter Fehler“ im Sinne 

von Art. 22 Abs. 3 GIFA vorlag, weshalb diese Bestimmung jedenfalls weder im 

Einspracheentscheid noch im angefochtenen Entscheid verletzt worden ist; 

- dass die Vorinstanz kein Recht verletzt hat, indem sie unter Hinweis auf die Ge-

setzesmaterialien als signifikante Fehler rein kalkulatorische Fehler ansah, sieht 

doch der Gesetzgeber selbst vor, dass nur Fehler die maximal auf zwei Jahre 

rückwirkend korrigiert werden können angefochten werden können, nicht jedoch 

Fehler, die allenfalls erst nach langjährigen Beschwerdeverfahren rechtskräftig 

feststehen (Art. 22 Abs. 3 und 4, Bulletin des séances du Grand Conseil du Can-

ton du Valais, session ordinaire de mai 2011, p. 621 et 622, Art. 22 GIFA); 

- dass aufgrund des Gesagten die Beschwerde insgesamt abzuweisen ist. Bei die-

sem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei mit 

den entsprechenden Folgen für die Tragung der Kosten und für die Zusprechung 

einer Parteientschädigung; 

- dass im Beschwerdeverfahren in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu 

tragen hat (Art. 89 Abs. 1 VVRG). Ausnahmsweise können diese ganz oder teil-

weise erlassen werden (Art. 89 Abs. 2 VVRG). Den Behörden des Kantons und 

der Gemeinden werden in der Regel keine Kosten auferlegt (Art. 89 Abs. 3 

VVRG). Es bestehen keine Gründe, vorliegend von dieser Regel abzuweichen, 

weshalb keine Kosten erhoben werden; 

- dass die unterliegende Partei keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat 

(Art. 91 Abs. 1 VVRG e contrario), weshalb vorliegend von einer solchen abzuse-

hen ist; 

  

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Demnach erkennt das Kantonsgericht: 

 

1. Das Gesuch um Sistierung des Verfahrens wird abgewiesen. 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Das Urteil wird der Beschwerdeführerin und dem Staatsrat des Kantons Wallis 

schriftlich mitgeteilt. 

 

Sitten, 19. Februar 2016