# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80007dd9-8f81-56b8-b0d3-01578de30c7d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.11.2005 SF 2005 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-27_2005-11-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. November 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 27 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Hubert
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur Till Gontersweiler, 
Postfach 7535, Neumarkt 6, 8023 Zürich,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. August 2005, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 11. August 1978 in AA. geboren. Die ersten fünf Lebens-
jahre verbrachte er zusammen mit seinem Halbbruder bei den Eltern in CC. und 
DD.. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seinem Vater in EE., DD., FF., 
GG. und HH. auf. An den genannten Orten besuchte A. auch die Schulen, nämlich 
sechs Jahre die Primarschule und drei Jahre die Oberstufe. Im Jahre 1994 begann 
er in HH. eine Lehre als Maler, welche er drei Jahre später mit Erfolg abschloss. 
Darauf arbeitete A. während rund eines Jahres im angestammten Beruf und trat 
dann bei der Firma NN. in EE. eine Stelle als Ladendetektiv an. Nach einem Jahr 
wechselte er für sechs Monate ins Detektivbüro I. nach II.. In der Folge war er als 
selbständiger Bauallrounder und teilweise als Umzugsangestellter tätig. Zudem be-
trieb er in den Jahren 2001/2002 während einigen Monaten in HH. einen Hanfladen. 
Im März 2004 meldete sich A. in der Schweiz ab, um für mehrere Monate in die MM. 
zu gehen. Am 28. Juli 2004 wurde er bei der Einreise in die Schweiz festgenommen 
und am 2. August 2004 in Untersuchungshaft versetzt, aus welcher er am 27. Au-
gust 2004 wieder entlassen wurde. In der Folge hatte er verschiedene Teilzeitjobs 
inne. Im Dezember 2004 eröffnete er in DD. ein Malergeschäft. Anlässlich der Be-
fragung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden am 8. November 
2005 gab er an, mit seinem Malergeschäft ein monatliches Einkommen von unge-
fähr Fr. 2’600.-- zu erzielen. Daneben werde er von seinem Vater unterstützt. Seine 
Schulden belaufen sich gemäss Gesuch von Rechtsanwalt lic. iur. Till Gontersweiler 
um Einsetzung als amtlicher Verteidiger vom 26. Oktober 2005 auf insgesamt un-
gefähr Fr. 45’300.--.

Von 1999 bis Oktober 2003 lebte A. mit B. zusammen. Aus dieser Beziehung 
ging im Jahre 2001 ein Sohn hervor, an dessen Unterhalt A. monatlich Fr. 650.-- 
bezahlen muss. A. hat nach seinen Aussagen guten Kontakt zu seinem Sohn, den 
er jeden Sonntag zu sich nehmen kann. Im Jahre 2005 heiratete A. C.. Am 8. Juni 
2005 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Im Schweizerischen Strafregister ist A. drei Mal verzeichnet. Am 8. Juni 1998 
verurteilte ihn die Bezirksanwaltschaft Zürich wegen versuchter Begünstigung und 
mehrfacher Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer dreimonatigen 
Gefängnisstrafe. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter Anordnung einer zwei-
jährigen Probezeit aufgeschoben. Die Bezirksanwaltschaft Horgen sprach ihn am 
11. März 2003 der mehrfachen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz schul-
dig und bestrafte ihm mit 30 Tagen Gefängnis bedingt. Die Probezeit wurde auf drei 
Jahre festgelegt. Sie wurde von der Bezirksanwaltschaft Zürich mit Entscheid vom 
3. November 2003 um ein Jahr verlängert. Schliesslich wurde A. von der Bezirks-

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anwaltschaft Zürich am 3. November 2003 des Vergehens und der mehrfachen 
Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig befunden und zu einer 
Busse von Fr. 800.-- verurteilt. 

B. Am 9. September 2004 wurden die Psychiatrischen Dienste Graubün-
den mit einer psychiatrischen Begutachtung von A. beauftragt. In ihrem Gutachten 
vom 21. Januar 2005 gelangt Frau Dr. med. D. zu folgender medizinischer Dia-
gnose: Störungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum sonstiger psy-
chotroper Substanzen, Abhängigkeitssyndrom ICD-10: F 19.2 (Kokain, Alkohol und 
Cannabis). Die ihr gestellten Fragen beantwortet sie wie folgt:

„5.1
Litt der Angeschuldigte im Zeitpunkt der Taten an einer Geisteskrank-
heit, an Schwachsinn oder einer schweren Störung des Bewusstseins, 
so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Tat oder zum 
Handeln gemäss dieser Einsicht aufgehoben war (Art. 10 StGB)?

Nein.

5.2
War der Angeschuldigte zur Zeit der Taten in seiner geistigen Gesund-
heit oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder war er geistig 
mangelhaft entwickelt, so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Un-
recht der Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt 
war, wenn ja, in welchem Grad (Art. 11 StGB)?

Die Einsichtsfähigkeit des Expl. war im Zeitraum der inkriminierten Taten 
nicht beeinträchtigt. Seine Steuerungsfähigkeit erachten wir hingegen als auf 
Grund seiner Polytoxikomanie im Zeitraum der Taten leicht reduziert. Daher 
war seine Zurechnungsfähigkeit im Zeitraum der inkriminierten Taten in 
leichtem Grade vermindert gemäss Art. 11 StGB.

5.3
Erfordert der Geisteszustand des Angeschuldigten ärztliche Behand-
lung oder besondere Pflege und ist anzunehmen, eine allfällige Rück-
fallgefahr lasse sich durch eine Einweisung in eine Heil- und Pflegean-
stalt verhindern oder vermindern (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)?

Nein.

Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB?

Entfällt.

Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Entfällt.

5.4
Gefährdet der Angeschuldigte in schwerwiegender Weise die öffentli-
che Sicherheit, so dass er in einer Anstalt verwahrt werden muss, um 

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ihn von weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB)?

Nein.

5.5
Ist der Angeschuldigte trunksüchtig oder rauschgiftsüchtig und er-
scheint daher zur Verhütung einer allfälligen Rückfallgefahr die Einwei-
sung in eine Trinkerheilanstalt, eine Drogenentziehungsanstalt oder 
eine andere Heilanstalt zweckmässig (Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)?

Nein.

Genügt eine ambulante Behandlung im Sine von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB?

Der Expl. ist in medizinischem Sinne abhängig von Alkohol, Kokain und Can-
nabis. Zur Verhütung oder Verminderung einer allfälligen Rückfallgefahr 
empfehlen wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 
1 letzter Satz StGB.

Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Aus psychiatrischer Sicht spricht momentan nichts gegen den sofortigen 
Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe.

5.6
Für den Fall des bedingten Strafvollzuges:

Ist eine psychiatrische Behandlung notwendig oder zweckmässig, so 
dass Weisungen (Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB) angezeigt wären oder 
Schutzaufsicht angeordnet werden sollte?

Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei einem Facharzt 
halten wir sowohl für notwendig, als auch zweckmässig. Die Durchführung 
dieser, zusammen mit dem Primat einer mindestens zweijährigen totalen 
Drogen- und Alkoholabstinenz sowie deren Kontrolle ist angezeigt und sollte 
von der Schutzaufsicht kontrolliert werden.

5.7
Sind andere Massnahmen zweckmässig, z. B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

Nein.

5.8
Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe bei gleichzeitiger ambulanter 
Behandlung in einer Massnahmeanstalt gemäss Art. 2 VStGB 3 zweck-
mässig?

Nein.“

C. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. August 
2005 wurde A. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, mehrfacher 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG, mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 
19a Ziff. 1 BetmG sowie wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 87 Abs. 1 lit. 

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f Heilmittelgesetz in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Ankla-
geschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. August 2005 folgender Sach-
verhalt zu Grunde:

„A. wird angeklagt

1. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG.

Zwischen Juni 2003 und Juni 2004 kaufte der Angeklagte in AA. von 
namentlich nicht bekannten Personen mindestens 147 Gramm Kokain 
für rund CHF 13’230.-. Zudem bezog er von E. am 31. Dezember 2003 
während einer Fahrt von AA. nach BB. etwa 25 Gramm Kokain für CHF 
1’875. Der durchschnittliche Einkaufspreis lag somit bei ca. CHF 87.80 
pro Gramm. Weitere rund 40 Gramm Kokain wurden A. zwischen Juni 
2003 und Juni 2004 von namentlich nicht bekannten Personen ge-
schenkt.

Rund 85 Gramm des erwähnten Stoffes veräusserte der Angeklagte 
zwischen Herbst 2003 und März 2004 für rund CHF 7’200.-- an ver-
schiedene Personen in der Schweiz. Weitere ca. 2 Gramm verschenkte 
er. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Geschäfte:

• Im Herbst 2003 verkaufte A. zusammen mit E. in JJ. H. in einem Mal 
ca. 40 Gramm Kokain. Den Stoff hatte E. besorgt. Der Angeklagte 
hatte den Kontakt zum Abnehmer vermittelt, den Verkaufspreis von 
CHF 3’200.- vereinbart und erhielt die Hälfte des Gewinns im Betrag 
von rund CHF 400.-.

• Von Oktober 2003 bis März 2004 veräusserte A. an unterschiedlichen 
Orten in der Schweiz verschiedenen namentlich nicht bekannten Per-
sonen in Einheiten von 1 bis 2 Gramm mindestens 20 Gramm Kokain 
für total CHF 2’000.-. Den Stoff hatte er für CHF 1’700 bis CHF 1’900 
in AA. gekauft.

• Weitere mindestens 2 Gramm Kokain gab der Angeklagte in dersel-
ben Zeitspanne linienweise in AA. an verschiedene namentlich nicht 
bekannte Personen unentgeltlich ab. Den Stoff hatte er teilweise ge-
kauft und teilweise geschenkt erhalten.

• Am 31. Dezember 2003 verkaufte A. in KK. an G. ca. 25 Gramm Ko-
kain für CHF 2’000.-. Den Stoff hatte er für CHF 1’875.- gleichentags 
von E. übernommen.

Weitere mindestens 82 Gramm des übernommenen Kokains streckte 
der Angeklagte mit ‚Dextro Energeen’ (Traubenzucker) auf rund 110 
Gramm und veräusserte das Gemisch für total ca. CHF 8’800.- an fol-
gende Personen:

• Zwischen Herbst 2003 und März 2004 verkaufte A. in vier bis fünf 
Malen an H. in JJ. insgesamt mindestens 50 Gramm Kokain für CHF 
4’000.-. Er hatte rund 40 Gramm für CHF 3’200.- bis 3’400.- in AA. 
bezogen und diese mit ca. 10 Gramm ‚Dextro Energeen’ auf die Ver-
kaufsmenge gestreckt.

• Im Oktober oder November 2003 veräusserte der Angeklagte in ei-
nem Mal G. in KK. 30 Gramm Kokain für CHF 2’400.-.. Vom erwähn-
ten Stoff hatte er in AA. rund 21 Gramm für CHF 1’680.- bis CHF 

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1’785.- gekauft und diesen mit etwa 9 Gramm ‚Dextro Energeen’ auf 
die angegebene Menge gestreckt.

• Im Dezember 2003 verkaufte A. in LL. G. in einem Mal 30 Gramm 
Kokain für CHF 2’400.-. Von diesem Stoff hatte er rund 21 Gramm für 
CHF 1’680.- bis CHF 1’785.- im Raum AA. gekauft und diese mit etwa 
9 Gramm ‚Dextro Energeen’ auf die erwähnte Verkaufsmenge ge-
streckt.

Das verbleibende Kokain verwendete der Angeklagte für den Eigenkon-
sum (siehe dazu Ziff. 3).

Es konnte kein A. zuordenbares Kokain sichergestellt werden. Auf 
Grund der Aussagen der Beteiligten ist davon auszugehen, dass der 
weiter gegebene Stoff zumindest mittlerer Qualität war und einen Rein-
heitsgehalt von durchschnittlich mindestens 38 % hatte.

Den mit dem Kokainhandel erzielten Gewinn verwendete der Ange-
klagte im Wesentlichen zur Finanzierung seines Drogenkonsums.

2. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG.

Zwischen August 2003 und März 2004 verkaufte A. im Raum AA. an 
verschiedene namentlich nicht bekannte Personen in mehreren Malen 
insgesamt mindestens 3’000 Gramm ‚Indoor-Marihuana’ mittlerer Qua-
lität für total etwa CHF 21’750.-. Dieses hatte er in mehreren Malen in 
AA. und Umgebung für rund CHF 19’500.- übernommen.

Den mit dem ‚Marihuanahandel’ erzielten Gewinn verwendete der An-
geklagte im Wesentlich[en] zur Finanzierung seines Drogenkonsums.

3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

Zwischen Mitte Juni 2003 und Ende Juli 2004 konsumierte A. durch snif-
fen und selten durch Rauchen insgesamt mindestens 83 Gramm Ko-
kain.

Zudem rauchte er zwischen Mitte Juni und Mitte Oktober 2003 etwa 37.2 
Gramm ‚Marihuana’.

4. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 87 Abs. 1 lit. f Heilmittelge-
setz.

Zwischen Oktober 2003 und März 2004 verkaufte der Angeklagte - vor 
allem im Raum AA. - an verschiedene Personen rund 40 Kamagra-Ta-
bletten für total ca. CHF 360.-. Zudem verschenkte er in derselben Zeit-
spanne etwa 40 derartige Tabletten an verschiedene Bekannte in der 
Region AA.. Die abgegebenen 80 Tabletten hatte er für total CHF 640.- 
in der Schweiz gekauft. 

Kamagra ist ein Viagra-Generikum, das von Swissmedic bisher nicht zu-
gelassen ist. Im Falle einer Zulassung würde es der Kategorie der re-
zeptpflichtigen Medikamente zugeordnet.“

D. a) Am 8. November 2005 fand die Hauptverhandlung vor der Straf-
kammer des Kantonsgerichts Graubünden statt. Anwesend waren der Angeklagte 
A.. Sein amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Till Gontersweiler, liess sich für 
die Hauptverhandlung durch Fürsprecherin lic. iur. Caroline Wehren substituieren. 

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Die Anklage wurde von Staatsanwalt lic. iur. Corsin Capaul mündlich vertreten. Ge-
gen die Zuständigkeit und Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände 
erhoben. Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person präzisierte A. auf richterli-
ches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen und beruflichen Verhältnissen. 
In der Befragung zur Sache bestätigte er die von ihm in den polizeilichen und unter-
suchungsrichterlichen Einvernahmen gemachten Aussagen. Insbesondere aner-
kannte er auf entsprechende Frage des Vorsitzenden ausdrücklich die in der Ankla-
geschrift aufgeführten Betäubungsmittelmengen sowie einen durchschnittlichen 
Reinheitsgehalt des Kokains von 38 %. 

b) Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der Staats-
anwalt in seinem Plädoyer den Antrag, A. sei im Sinne der Anklage schuldig zu 
sprechen. Dafür sei er, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 31 Tagen, mit 
27 Monaten Gefängnis zu bestrafen. Weiter sei eine ambulante Massnahme im 
Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzuordnen. Zudem sei die Gewährung des 
bedingten Strafvollzuges für die von der Bezirksanwaltschaft Horgen am 11. März 
2003 ausgesprochene Gefängnisstrafe von 30 Tagen zu widerrufen, diese Gefäng-
nisstrafe sei zu vollziehen. In der Begründung hielt er unter anderem fest, der in der 
Anklageschrift geschilderte Sachverhalt beruhe im wesentlichen auf den Aussagen 
des Angeklagten und werde von diesem anerkannt.

In ihrem Plädoyer stellte und begründete Fürsprecherin lic. iur. Caroline Weh-
ren folgende Anträge:

„1. Der Angeklagte sei wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 und 2 sowie Art. 19a Ziff. 1 
BetmG sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Heilmittelge-
setz im Sinne von Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG schuldig zu sprechen;

 2. der Angeklagte sei mit einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten zu bestra-
fen, unter Aufschub des Strafvollzuges zugunsten einer ambulan-
ten Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 6 StGB;

3. die mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Horgen am 11.03.2003 aus-
gefällte Gefängnisstrafe von 30 Tagen sei zu widerrufen, deren Vollzug 
jedoch zugunsten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben;

4. die Kosten der Untersuchung, des Verfahrens sowie der amtlichen Ver-
teidigung seien dem Angeklagten wohl aufzuerlegen, infolge offensicht-
licher Unerhältlichkeit jedoch sofort und definitiv abzuschreiben.“

Sie führte im wesentlichen aus, die von der Staatsanwaltschaft Graubünden 
erhobenen Vorwürfe seien mit geringfügigen Abweichungen hinsichtlich des einge-
klagten Sachverhaltes zutreffend. Es handle sich vorliegend gemäss BGE 114 IV 
164 jedoch um einen in Art. 19 Ziff. 2 BetmG nicht ausdrücklich geregelten schweren 

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Fall. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft sei insofern nicht zutreffend. 
Nichts desto trotz handle es sich um einen schweren Fall. A. habe aber beim Ver-
kauf von Kokain lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt. Er habe nur Boten-
dienste verrichtet. E. sei der Chef gewesen. Das Verschulden von A. sei dement-
sprechend nicht sehr gross. A. befinde sich in einer stabilen sozialen Situation, aus 
welcher er keinesfalls herausgerissen werden dürfe. Das psychiatrische Gutachten 
und die behandelnden Ärzte würden die Anordnung einer ambulanten Massnahme 
im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 6 StGB als notwendig erachten. 
Gemäss den behandelnden Ärzten solle die Behandlung unter Aufschub des Straf-
vollzuges erfolgen. Infolgedessen sei der Vollzug der Freiheitsstrafe zu Gunsten 
einer ambulanten Massnahme aufzuschieben.

c) Nach der Replik von Staatsanwalt lic. iur. Corsin Capaul, in welcher er an 
seinen Ausführungen festhielt, und der Duplik von Fürsprecherin lic. iur. Caroline 
Wehren, in der sie ihren Standpunkt bekräftigte, erhielt A. die Gelegenheit zum 
Schlusswort. Er erklärte, dass ihm leid tue, was geschehen sei. Er wünsche sich, 
mit seiner Familie und dem Beruf so wie im letzten Jahr weiterfahren zu können. Als 
E. weg gewesen sei, sei das Telefon bei F. gewesen. Die Aufträge seien jeweils von 
E. und F. gekommen. Bezüglich JJ. habe er den Kunden zu E. gebracht. Davor sei 
es aber zu keiner Abgabe von Kokain gekommen. Der Auftrag zum Verkauf von 
Kokain in JJ. sei von E. gekommen. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und von Für-
sprecherin lic. iur. Caroline Wehren - welche ihr mündliches Plädoyer schriftlich zu 
den Akten gab - sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich 
der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Umgang mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich be-
trachtet wird. Um dieser Gefahr für die menschliche Gesundheit zu begegnen, hat 
der Gesetzgeber unter Ziffer 1 der zitierten Gesetzesbestimmung diejenigen Hand-
lungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen oder führen können, dass 
Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugäng-
lich gemacht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 
Abs. 1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen 

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Morphin, Kokain und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich unter an-
derem strafbar, wer Betäubungsmittel unbefugt lagert, versendet, befördert, ein-
führt, ausführt oder durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, 
vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie un-
befugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5) oder wer hierzu 
Anstalten trifft (Abs. 6). Das Strafmass beträgt, wenn die Tat vorsätzlich begangen 
wurde, Gefängnis oder Busse. Nach Art. 18 Abs. 2 StGB handelt vorsätzlich, wer 
ein Verbrechen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört nur das auf die 
objektiven Merkmale des Deliktstatbestandes bezogene Wissen und Wollen, nicht 
aber auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit 
(BGE 107 IV 207). Aus dem Wissen des Täters um das Vorliegen eines objektiven 
Tatbestandes kann ohne Weiteres auf das Wollen geschlossen werden, wenn sein 
Handeln vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung des vom Gesetz verpön-
ten Verhaltens ausgelegt werden kann (BGE 92 IV 67). Der Täter muss wissen, 
dass der verkaufte Stoff Heroin, Kokain oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Al-
brecht, Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmit-
tel-Strafrecht, Art. 19 - 28 BetmG, Bern 1995, N 85 f. zu Art. 19 BetmG). In schweren 
Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, allenfalls 
verbunden mit einer Busse bis zu einer Million Franken (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 
BetmG).

b) In der Untersuchung bestritt A. zunächst jede Beteiligung an Drogenge-
schäften. Erst nach und nach gestand er ein, mit Kokain gehandelt zu haben. An-
lässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubün-
den vom 8. November 2005 anerkannte er dann auf entsprechende Frage die in der 
Anklageschrift aufgeführten Kokainmengen ausdrücklich und vorbehaltslos. Wie 
sich den Akten leicht entnehmen lässt, beruhen die Angaben in der Anklageschrift 
denn auch weitestgehend auf den Aussagen von A.. Dieser hat in der Untersuchung 
ausgeführt, er habe zusammen mit einer Drittperson im Herbst 2003 Kokain an H. 
in JJ. verkauft, die genaue Menge könne er nicht mehr sagen; H. sei ihm als Kunde 
vermittelt worden und er habe beim ersten Deal jemanden mitgenommen, der Ko-
kain gehabt habe (polizeiliche Einvernahme vom 14. August 2004, act. 4.13, S. 2 f.; 
polizeiliche Einvernahme vom 24. August 2004, act. 4.18, S. 2). Im weiteren Verlauf 
der Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei der Drittperson um E. gehan-
delt hatte. Dieser erklärte, sie hätten im Herbst 2003 40 g Kokain an H. verkauft, 
worauf A. dieselbe Menge nannte (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme 
zwischen A. und E. vom 26. August 2004, act. 4.21, S. 3). H. sprach sogar von 50 
g Kokain (rechtshilfeweise Einvernahme von H. vom 19. August 2004, act. 5.30, S. 

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2). A. hat gegenüber dem Untersuchungsrichter erklärt, er habe dieses Kokain nicht 
gestreckt; auch E. sagte aus, er habe das Kokain nicht gestreckt, er konnte sich 
jedoch nicht mehr sicher erinnern (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme 
zwischen A. und E. vom 26. August 2004, act. 4.21, S. 3). A. hat mithin im Herbst 
2003 mindestens 40 g von ihm nicht gestrecktes Kokain an H. vermittelt. Weiter 
veräusserte A. nach eigenen Angaben von Oktober 2003 bis März 2004 an ver-
schiedene Personen aus seinem Bekanntenkreis, deren Namen er nicht nennen 
wollte, unter mehreren Malen insgesamt ungefähr 20 g Kokain. Dieses Kokain hatte 
er in Mengen von 1 bis 2 g von unterschiedlichen Dealern gekauft und nach seinen 
klaren Angaben in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 17. August 
2004 nicht gestreckt (act. 4.16, S. 3). In der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 21. März 2005 führte A. aus, er könne nicht ganz ausschliessen, dass 
er diesen Stoff doch auch einmal gestreckt habe (act. 4.23, S. 2). Vor Schranken 
der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden hat A. sodann erklärt, er habe 
sämtliches Kokain gestreckt, um einen Gewinn erzielen zu können. Dieses Aussa-
geverhalten von A. offenbart eine Tendenz, sein eigenes Verhalten zu verharmlo-
sen, zu verniedlichen, was auch im Zusammenhang mit seinen Aussagen an der 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden zum Tatbeitrag und der 
Stellung von E. auffällt. A. hat am 17. August 2004 klar, sehr bestimmt und ohne 
Einschränkung erklärt, er habe das Kokain, welches er an Kollegen abgegeben 
habe, nicht gestreckt. Diese Aussage liegt zeitlich viel näher an den Straftaten als 
die zwei weiteren Aussagen. Zudem ist auch von Bedeutung, dass A. dieses Kokain 
schon in Kleinmengen von 1 bis 2 g gekauft hat, was dafür spricht, dass er es nicht 
weiter gestreckt hat. Und schliesslich hat A. gemäss seinen eigenen Aussagen die-
ses Kokain teurer verkauft, als er es einkaufte (untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 3), womit er bereits einen Gewinn er-
zielte, auch wenn das Kokain nicht weiter gestreckt wurde. Unter diesen Umständen 
erscheint seine Aussage anlässlich der unersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 17. August 2004 glaubhaft. Es ist vorliegend daher davon auszugehen, dass 
A. die 20 g Kokain, welche er an verschiedene Personen aus seinem Bekannten-
kreis abgegeben hat, nicht gestreckt hatte. A. hat im weiteren mindestens zwei 
Gramm Kokain linienweise an verschiedene Personen verschenkt; diesen Stoff 
hatte er gemäss seinen Angaben wahrscheinlich nicht gestreckt (untersuchungs-
richterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 2 f.). In der polizeilichen 
Einvernahme vom 15. August 2004 hat er erklärt, er habe sicher auch hin und wie-
der eine Linie Kokain gratis zur Verfügung gestellt, es seien insgesamt etwa 2 bis 3 
Gramm gewesen (act. 4.14, S. 2). Dieses Kokain, das A. gratis zur Verfügung stellte, 
stammte ohne Zweifel von dem Kokain, welches für seinen Eigenkonsum bestimmt 

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war. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass er dieses Kokain, welches er selbst 
konsumieren wollte, gestreckt hatte. Bezüglich der Verkäufe von Kokain an G. und 
H. hat A. sogar ausdrücklich erklärt, er habe dieses Kokain gekauft, etwas für sich 
selbst weggenommen und erst anschliessend das verbleibende Kokain gestreckt 
(vgl. zum Beispiel untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 26. August 2004, 
act. 4.22, S. 2). Mit Bezug auf die zwei Gramm Kokain, welche A. nach seinen ei-
genen Angaben linienweise gratis abgegeben hat, ist daher davon auszugehen, 
dass sie durch ihn nicht gestreckt worden waren, auch wenn er anlässlich der 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden erklärt hat, er habe 
grundsätzlich das gesamte Kokain gestreckt. Schliesslich gab A. zu, dass er am 31. 
Dezember 2003 25 g Kokain nach KK. zu G. gebracht hat (polizeiliche Einvernahme 
vom 7. August 2004, act. 4.5). Er erklärte in späteren Einvernahmen, er habe dieses 
Kokain gestreckt (polizeiliche Einvernahme vom 15. August 2004, act. 4.15, und 
untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16). In der un-
tersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 21. März 2005 sagte er dann jedoch 
aus, er habe dieses Kokain entgegen seinen früheren Angaben nicht gestreckt, er 
wisse jedoch, dass E. diesen Stoff gestreckt habe, er habe sich bisher nicht getraut, 
diesbezüglich die Wahrheit zu sagen (act. 4.23, S. 3 f.). In der untersuchungsrich-
terlichen Konfronteinvernahme vom 3. Mai 2005 zwischen E. und A. hielt A. daran 
fest, dass nicht er, sondern E. das Kokain gestreckt habe; E. erklärte, dass dies 
zutreffen dürfte (act. 4.24). A. hat mithin an Silvester 2003 25 g von ihm nicht ge-
strecktes Kokain an G. verkauft. Er hat somit in der Zeit von Herbst 2003 bis März 
2004 insgesamt 87 g (40 g + 20 g + 2 g + 25 g) von ihm nicht gestrecktes Kokain 
verkauft beziehungsweise vermittelt. Daneben hat A. zugegeben, dass er an H. in 
der Zeit von Herbst 2003 bis März 2004 in mehreren Malen mindestens 50 g Kokain 
verkaufte, wobei er rund 40 g Kokain gekauft und dieses auf die erwähnten 50 g 
gestreckt hatte (polizeiliche Einvernahme vom 12. August 2004, act. 4.9, S. 2; poli-
zeiliche Einvernahme vom 13. August 2004, act. 4.11; polizeiliche Einvernahme 
vom 14. August 2004, act. 4.13, S. 1; polizeiliche Einvernahme vom 15. August 
2004, act. 4.15, S. 2; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, 
act. 4.16, S. 3; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 26. August 2004, act. 
4.22, S. 2). Weiter kaufte A. im Oktober oder November 2003 etwa 25 g Kokain, 
nahm ungefähr 4 g für sich weg und streckte das verbleibende Kokain auf 30 g; 
anschliessend verkaufte er dieses Kokaingemisch in einem Mal in KK. an G. (poli-
zeiliche Einvernahme vom 12. August 2004, act. 4.8, S. 2; polizeiliche Einvernahme 
vom 15. August 2004, act. 4.15, S. 1 f.; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 
17. August 2004, act. 4.16, S. 2.; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 21. 
März 2005, act. 4.23, S. 3). Im Dezember 2003 schliesslich verkaufte A. in LL. an 

12

G. in einem Mal 30 g Kokain. Von diesem Kokain hatte er ungefähr 21 g gekauft 
und dann auf die erwähnte Menge gestreckt (polizeiliche Einvernahme vom 12. Au-
gust 2004, act. 4.8, S. 2; polizeiliche Einvernahme vom 15. August 2004, act. 4.15, 
S. 1; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 1 
f.; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 3). G. 
hat die an ihn verkauften Mengen bestätigt (vgl. zum Beispiel polizeiliche Einver-
nahme vom 23. April 2004, act. 5.8). A. hat mithin in der Zeit von Herbst 2003 bis 
März 2004 mindestens 82 g Kokain (40 g + 21 g + 21 g) erworben und anschlies-
send auf ungefähr 110 g gestreckt. Damit steht fest, dass A. in der Zeit von Herbst 
2003 bis März 2004 169 g Kokain (87 g + 82 g) erwarb oder vermittelte, das erwor-
bene Kokain teilweise streckte und es anschliessend verkaufte beziehungsweise 
verschenkte. Bei wem der Angeklagte konkret wie viel Kokain kaufte und wem er 
effektiv wie viel Kokain verkauft hat, vor allem ob er den einzelnen in der Anklage-
schrift namentlich genannten Abnehmern tatsächlich so viel Kokain wie angegeben 
abgegeben hat, oder ob es bei einigen mehr und bei anderen weniger gewesen ist, 
kann - da dies an der Strafbarkeit nichts ändert - offen bleiben. Im weiteren kann 
ernsthaft nicht bestritten werden, dass Kokain unter das Betäubungsmittelgesetz 
fällt. Somit ist erstellt, dass A. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG 
erfüllt hat, indem er unter mehreren Malen insgesamt 129 g Kokain erwarb, dieses 
teilweise streckte, wodurch er 157 g Kokaingemisch erhielt, welches er wiederum 
unter verschiedenen Malen an mehrere Personen weiterverkaufte und verschenkte. 
Zudem vermittelte er 40 g Kokain. In subjektiver Hinsicht ist augenscheinlich davon 
auszugehen, dass A. bewusst war, dass er Kokain vermittelte, kaufte, verkaufte und 
verschenkte, konsumierte er doch selbst davon (vgl. zum Beispiel untersuchungs-
richterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 1 ff.). Weiter sind ihm 
die Betäubungsmittel offensichtlich weder ohne seinen Willen zugekommen, noch 
hat er sie ohne seinen Willen gestreckt, aufbewahrt und weitergegeben beziehungs-
weise vermittelt. A. handelte mithin vorsätzlich. Er hat somit durch sein Verhalten 
sowohl die objektiven als auch die subjektiven Tatbestandselemente von Art. 19 
Ziff. 1 BetmG erfüllt.

c) Ist der Tatbestand der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt, 
so ist zu prüfen, ob ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 BetmG vorliegt. 
Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter weiss oder annehmen 
muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, 
welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG). Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der Rechtspre-
chung zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 334), während eine Gesundheits-

13

gefährdung bei physischer oder psychischer Abhängigkeit zu bejahen ist (BGE 106 
IV 277). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist die Annahme eines schweren Fal-
les gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG an eine objektive und an eine subjektive Vor-
aussetzung geknüpft. Die objektive Voraussetzung besteht darin, dass sich die Wi-
derhandlung auf eine Menge von Betäubungsmittel bezieht, welche die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 122 IV 362 f.). Massgebend ist dabei, 
wie viele Konsumenten gefährdet werden können und nicht, wie viele tatsächlich 
gefährdet worden sind, ist doch Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ein abstraktes Gefähr-
dungsdelikt. Es spielt im weiteren keine Rolle, ob neue Abnehmerkreise durch die 
Tathandlung erschlossen werden oder die vermittelten Abnehmer bereits süchtig 
sind (BGE 120 IV 338; 118 IV 205 f.; 111 IV 31 f.). Die Menge an Kokain für einen 
schweren Fall wurde in BGE 109 IV 145 festgelegt. Danach trete eine Gefährdung 
bei 18 Gramm reinem Kokain ein, weil damit über zwanzig Menschen über einen 
Zeitraum versorgt werden könnten, der ausreiche, um bei drogenunerfahrenen Kon-
sumenten das Risiko einer Abhängigkeit zu schaffen (BGE 109 IV 183 f.). Es spielt 
dabei keine Rolle, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Por-
tion oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145; 114 IV 
167; 112 IV 363). Bei der Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht 
fallen lediglich die vom Täter für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 
IV 99). Entscheidend für die Subsumption unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets 
die Menge reinen Stoffes (BGE 122 IV 363).

Es wurde in der Untersuchung kein Kokain aufgefunden, welches A. hätte 
zugeordnet werden können. Daher liegen auch keine Labor-Untersuchungen be-
züglich des Reinheitsgrades des Kokains vor, welches A. erworben hat. A. hat das 
Kokain nach seinen eigenen Aussagen bei unterschiedlichen Dealern gekauft. Be-
züglich der Qualität hat er in der Untersuchung erklärt, dass diese unterschiedlich 
gewesen sei, jedoch über der üblichen Gassenqualität gelegen habe (untersu-
chungsrichterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 2). Er führte wei-
ter aus, es habe sich jeweils etwa um durchschnittliche Qualität gehandelt (polizei-
liche Einvernahme vom 13. August 2004, act. 4.11, S. 2; untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 3). Vor Schranken des Kantonsge-
richts Graubünden hat A. geltend gemacht, er könne nichts genaueres über den 
Reinheitsgehalt aussagen, da er diesen nicht überprüft habe. Die Qualität sei seiner 
Meinung nach etwa durchschnittlich gewesen, soweit er das mittels Eigenkonsum 
habe feststellen können. A. hat das Kokain für seinen Eigenkonsum jeweils wegge-
nommen, bevor er das übrige Kokain für den Verkauf streckte (vgl. zum Beispiel 
untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 1 ff.). 

14

Es ist somit davon auszugehen, dass das Kokain, welches A. erwarb, bevor er es 
streckte von zumindest mittlerer Qualität war und damit gemäss wissenschaftlichen 
Erkenntnissen einen Reinheitsgehalt von ungefähr 38 % aufwies (vgl. SJZ 95 [1999] 
S. 511). Dies wird durch die Aussage von G. gestützt. G. hat erklärt, das Kokain von 
E. sei gut und jenes von A. nur wenig schlechter gewesen (untersuchungsrichterli-
che Konfronteinvernahme von G. und E. vom 1. Juni 2004, act. 5.19, S. 2; untersu-
chungsrichterliche Konfronteinvernahme von A. und G. vom 26. August 2004, act. 
4.19, S. 2). Im Verfahren gegen E. wurde bezüglich des verkauften Kokains von 
einem Reinheitsgehalt von 75 % ausgegangen (SF 05 24, S. 19). Dies spricht ohne 
Zweifel dafür, dass das Kokain, welches A. lieferte und das nur wenig schlechter 
war als jenes von E., zumindest von durchschnittlicher Qualität war. Und schliesslich 
hat A. einen durchschnittlichen Reinheitsgehalt von 38 % vor Schranken des Kan-
tonsgerichts Graubünden ausdrücklich anerkannt. Die von A. in der Zeit von Herbst 
2003 bis März 2004 gekauften 129 g Kokain, welche er auf 157 g streckte und an-
schliessend verkaufte oder gratis abgab, sowie die 40 g Kokain, welche er im Herbst 
2003 vermittelt hat, entsprechen somit insgesamt ungefähr 64 g reinem Kokain (38 
% von 169 g). Dies übertrifft die vom Bundesgericht bezeichnete, für die Annahme 
eines schweren Falles massgebliche Menge reinen Kokains um ein Mehrfaches, 
weshalb vorliegend in objektiver Hinsicht ohne weiteres von einem schweren Fall 
im Sinne des Gesetzes zu sprechen ist. In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 
2 lit. a BetmG, dass der Täter weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun 
die Gesundheit vieler Menschen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefähr-
dungspotenzial des umgesetzten Rauschgiftes dürfte in Schweizer Verhältnissen 
im Hinblick auf die laufende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogenmiss-
brauch in der Regel schon bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfah-
rungen mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). A. hat nach eigenen Angaben 
von Juni bis Oktober 2003 gelegentlich und ab Oktober 2003 bis März 2004 täglich 
Kokain geschnupft (polizeiliche Einvernahme vom 15. August 2004, act. 4.14, S. 1; 
untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 4; un-
tersuchungsrichterliche Einvernahme vom 26. August 2004, act. 4.22, S. 2). A. 
kannte daher Dosierung und Wirkung des von ihm verkauften Stoffes aus eigener 
Erfahrung sehr genau. Es ist unter diesen Umständen ohne weiteres davon auszu-
gehen, dass er um die Gefährlichkeit des von ihm erworbenen und in Verkehr ge-
brachten Kokains wusste. In Bezug auf die grosse Menge genügt Eventualvorsatz. 
Entscheidend ist somit, ob der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von 
ihm gehandelten Menge eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen. Ein 
vorgefasster Entschluss, eine solcherart qualifizierte Menge umzusetzen, ist dage-
gen nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). A. hat innerhalb von ungefähr sechs Mo-

15

naten 129 g Kokain erworben, dieses auf 157 g gestreckt und anschliessend ver-
kauft oder verschenkt. Zudem hat er im Herbst 2003 40 g Kokain vermittelt. Indem 
er eine so grosse Menge Kokain verkauft beziehungsweise verschenkt und vermit-
telt hat, hat er ohne Weiteres zumindest in Kauf genommen, dass durch diese 
Menge eine grosse Anzahl Menschen in Gefahr gebracht werden kann. Er hat mit-
hin zumindest eventualvorsätzlich gehandelt. Somit liegt auch subjektiv ein schwe-
rer Fall eines Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. Fürsprecherin lic. 
iur. Caroline Wehren hat in diesem Zusammenhang in ihrem Plädoyer geltend ge-
macht, hinsichtlich der einzelnen Lieferungen werde der vom Bundesgericht für das 
Vorliegen eines schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG festge-
setzte Wert von 18 Gramm reinem Kokain nicht erreicht. Lediglich die insgesamt 
umgesetzte Kokainmenge überschreite diesen Wert, weshalb es sich vorliegend 
gemäss BGE 114 IV 164 um einen in Art. 19 Ziff. 2 BetmG nicht ausdrücklich gere-
gelten schweren Fall handle. Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid BGE 114 
IV 164 zwischen fortgesetztem und wiederholtem Drogenverkauf unterschieden. Es 
hat festgehalten, dass beim fortgesetzten Delikt die Betäubungsmittelmengen zu-
sammenzuzählen sind, während beim wiederholten Delikt die einzelnen Mengen 
betrachtet werden müssten. Erfüllten die einzelnen Mengen beim wiederholten Dro-
gendelikt den Wert für einen schweren Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz 
im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG nicht, so handle es sich trotzdem um einen 
schweren Fall, wenn der Täter durch seine wiederholten Handlungen insgesamt 
eine Betäubungsmittelmenge umsetze, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen könne. Es handle sich dabei um einen in der beispielhaften Aufzäh-
lung in Art. 19 Ziff. 2 BetmG nicht ausdrücklich geregelten schweren Fall. Neben 
dem Umstand, dass das Bundesgericht mit BGE 117 IV 408 die Figur des fortge-
setzten Deliktes aufgegeben hat, ist festzuhalten, dass A. sich nach Aktenlage of-
fensichtlich generell entschieden hat, Drogen zu verkaufen. Darauf weist ganz klar 
die Häufigkeit der Verkäufe sowie der offensichtlich grössere Personenkreis hin, 
den A. immer wieder mit Kokain bedient hat. Zudem hat A. Frau Dr. med. D. ge-
genüber erklärt, der Verkauf von Drogen sei rasch zur Routine geworden (psychia-
trisches Gutachten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, S. 7, Ziff. 2.2.3). Es ist davon 
auszugehen, dass A. sich nicht vor jedem Verkauf erneut entschieden hat, Drogen 
zu verkaufen, sondern dass er sich allgemein zum Verkauf von Drogen entschlos-
sen und anschliessend die Gelegenheiten wahrgenommen hat, die sich ihm gebo-
ten haben. Insofern hat A. auf jeden Fall Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG erfüllt. 

16

Damit steht zusammenfassend fest, dass sich A. im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 
lit. a BetmG einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
schuldig gemacht hat. 

2. a) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert den Begriff Betäubungsmittel als ab-
hängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Ausdrücklich wird damit Cannabis als abhängigkeitserzeugender 
Stoff unter Art. 1 Abs. 1 BetmG subsumiert. Weiter fällt Hanfkraut als Rohmaterial 
(Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG) sowie als Wirkstoff das Harz der Drüsenhaare (Art. 
1 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) unter die vom Betäubungsmittelgesetz erfassten Sub-
stanzen, ohne Rücksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen (bei Hanf 
insbesondere Delta-Tetrahydrocannabinol). Es schliesst sodann weitere Stoffe ein, 
die „eine ähnliche Wirkung haben wie die Stoffe der Gruppen a oder b dieses Ab-
satzes“ (Art. 1 Abs. 2 lit. c BetmG). Handel und Umgang mit Hanfkraut unterstehen 
der staatlichen Kontrolle (Art. 2 BetmG). Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG hält fest, dass 
„Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Drüsenhaare (Ha-
schisch)“ nicht angebaut, eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden 
dürfen. Im Verzeichnis der verbotenen Stoffe (Anhang a und d zur Verordnung des 
Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen 
Stoffe [BetmV-Swissmedic] vom 12. Dezember 1996) sind das Hanfkraut (Canna-
bis) zur Betäubungsmittelgewinnung, Cannabisextrakte zur Betäubungsmittelge-
winnung, Cannabisharz etc. und Tetrahydrocannabinol (THC) ebenfalls als Betäu-
bungsmittel aufgeführt. Wann Hanfkraut als Rohmaterial respektive als gebrauchs-
fertiges Betäubungsmittel zu gelten hat, geht aus dem Betäubungsmittelgesetz 
zwar nicht hervor, lässt sich nach dem Bundesgericht aber aus der Gesetzgebung 
zu den Lebensmitteln und der Landwirtschaft herleiten (BGE 126 IV 199). Der Bun-
desrat hat in bestimmten Fällen Anbau und Verkauf von Hanf gestattet. So können 
Hanf und Hanfprodukte zugelassene Bestandteile von Lebensmitteln sein (Art. 1 
und 2 in Verbindung mit Anhang 4, S. 122 f., der Verordnung über Fremd-Inhalts-
stoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995, gestützt auf Art. 7, Art. 9 Abs. 2 und Art. 
16 Abs. 3 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995). Die Vorschriften zur 
Landwirtschaft erlauben den Anbau einiger namentlich aufgeführter Hanfsorten („In-
dustriehanf“, Art. 4 und Anhang 4, S. 18, der Verordnung des Bundesamtes für 
Landwirtschaft über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln, Futterpflanzen und 
Hanf vom 7. Dezember 1998; Delegation der Zuständigkeit an das Bundesamt für 
Landwirtschaft in Art. 4 Abs. 2 der Verordnung über die Produktion und das Inver-
kehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial vom 7. Dezember 1998, ge-
stützt insbesondere auf Art. 162 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft vom 

17

29. April 1998). In allen genannten Fällen haben die zuständigen Bundesämter 
Grenzwerte für den Gehalt an THC festgesetzt, die nicht überschritten werden dür-
fen, damit die zugelassenen Produkte und Hanfsorten nicht als Betäubungsmittel 
missbraucht werden. Bei Industriehanf liegt der Grenzwert bei einem THC-Gehalt 
von 0,3 %, bei Lebensmitteln je nach Produkt zwischen 0,2 und 50 mg THC/kg. 
Diese Grenzwerte dienen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes als Mass-
stab dafür, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Betäubungsmittel gelten 
muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht werden 
darf (BGE 126 IV 200). Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich strafbar, wer un-
befugt alkaloidhaltige Pflanzen und Hanfkraut zur Gewinnung von Betäubungsmit-
teln anbaut (Abs. 1), wer Betäubungsmittel unbefugt herstellt, auszieht, umwandelt 
oder verarbeitet (Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, aus-
führt oder durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, 
verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), ebenso wer sie unbe-
fugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5), wer hierzu Anstalten 
trifft (Abs. 6), wer den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln finanziert oder 
seine Finanzierung vermittelt (Abs. 7) und wer öffentlich zum Betäubungsmittelkon-
sum auffordert oder öffentlich Gelegenheit zum Erwerb oder Konsum von Betäu-
bungsmitteln bekannt gibt (Abs. 8). Die Strafe ist bei vorsätzlicher Tatbegehung Ge-
fängnis oder Busse, in schweren Fällen Zuchtshaus oder Gefängnis nicht unter ei-
nem Jahr, allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu Fr. 1’000’000.--.

b) A. hat in der Untersuchung ausgesagt, er habe in der Zeit von etwa August 
2003 bis März 2004 in AA. von ihm namentlich bekannten Personen insgesamt un-
gefähr 3 bis 5 kg „Marihuana“ übernommen und anschliessend weiterverkauft, es 
habe sich ausschliesslich um Indoor-Stoff mittlerer Qualität gehandelt (polizeiliche 
Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 3 unten; polizeiliche Einvernahme 
vom 18. August 2004, act. 4.17, S. 2). In der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 21. März 2005 erklärte A., dass es seiner Meinung nach eher 3 kg und 
nicht 5 kg gewesen seien; die Qualität des Marihuanas sei sehr unterschiedlich ge-
wesen, von sehr gut bis schlecht (act. 4.23, S. 5 unten). In der Untersuchung konnte 
kein Hanf aufgefunden werden, der A. gehört hätte. Es sind daher auch keine Labor-
Untersuchungen bezüglich des THC-Gehaltes des verkauften Hanfes vorhanden. 
A. selbst hat die Qualität als mittel beziehungsweise als sehr gut bis schlecht be-
schrieben. Aus den Vorakten geht hervor, dass A. bereits einmal für einige Monate 
einen Hanfladen geführt und dass er seit mehreren Jahren Marihuana konsumiert 
hat. Gegenüber dem Untersuchungsrichter hat er erklärt, dass er in der Zeit seit 
seiner letzten Verzeigung (13. Juni 2003) bis anfangs November 2003 durchschnitt-

18

lich jeden Tag einen Joint Marihuana geraucht habe (untersuchungsrichterliche Ein-
vernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 4). A. verfügte offensichtlich über jah-
relange Erfahrung mit Cannabis; er hat teilweise selbst von dem Hanf konsumiert, 
den er verkaufte; er war daher durchaus in der Lage, die Qualität der von ihm ver-
kauften Ware zu bestimmen. Seine diesbezüglichen Angaben erscheinen glaubhaft. 
Gute Qualität ist nach Erfahrungswerten etwa ab einem THC-Gehalt von 3 % gege-
ben, schlechte Qualität liegt etwas darunter. Die Aussagen von A. sprechen daher 
klarerweise dafür, dass das verkaufte Marihuana einen THC-Gehalt aufgewiesen 
hat, der über dem gesetzlichen Grenzwert von 0.3 % lag. Auch der Hinweis von A., 
es habe sich um Indoor-Hanf gehandelt, deutet darauf hin, dass der Grenzwert von 
0.3 % THC überschritten wurde, handelt es sich bei Indoor-Hanf doch typischer-
weise um THC-reichen Hanf. Schliesslich sprechen auch die Ankaufs- und Ver-
kaufspreise deutlich dafür, dass es sich um Hanf vom Drogentyp gehandelt hat. A. 
hat erklärt, er habe 1 g Marihuana für Fr. 6.-- bis Fr. 6.50 gekauft und für Fr. 7.-- bis 
Fr. 7.50 verkauft (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, 
act. 4.16, S. 3). Für Hanfblüten mit einem geringen THC-Gehalt (sogenannte Indus-
triehanfblüten), die zum Beispiel der Gewinnung von ätherischen Ölen dienen, wer-
den Grammpreise weit unter Fr. 6.--, oft nur im Bereiche von einigen wenigen Rap-
pen, bezahlt. Aus den Akten ergibt sich mithin klar, dass das Marihuana, welches 
A. erwarb und anschliessend verkaufte, einen THC-Gehalt von mehr als 0.3 % auf-
wies und damit als Betäubungsmittel anzusehen war. Damit ist erstellt, dass A. in 
der Zeit von August 2003 bis März 2004 insgesamt mindestens 3 kg Hanfblüten, 
welche einen THC-Gehalt von über 0.3 % aufwiesen und damit gemäss Gesetz als 
Betäubungsmittel zu betrachten waren, erworben und anschliessend an mehrere 
Personen verkauft hat. Von wem er konkret wie viel Marihuana erworben und wem 
er genau wie viel Marihuana abgegeben hat, wollte A. weder in der Untersuchung 
noch vor Schranken des Kantonsgerichts Graubünden preisgeben. Diese Frage 
kann jedoch offen bleiben, da ihre Beantwortung an der Strafbarkeit nichts ändern 
würde.

c) In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. zumindest eventua-
lvorsätzlich handelte. Er hat gemäss Vorakten bereits seit längerer Zeit Marihuana 
geraucht, hat sogar für einige Monate selbst einen Hanfladen betrieben. Er verfügte 
mithin über einige Erfahrung im Zusammenhang mit Cannabisprodukten. Weiter 
war er offensichtlich im Stande, Marihuana von schlechterer Qualität zu erkennen 
(vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 5 
unten). Unter diesen Umständen aber war er ohne Zweifel in der Lage zu erkennen, 
dass der THC-Gehalt der Hanfblüten, die er verkaufte, über dem vom Gesetz vor-

19

gesehenen Grenzwert lag, es sich somit um Betäubungsmittel handelte. Weiter ist 
ohne weiteres davon auszugehen, dass A. um die konkrete Möglichkeit der gesetz-
widrigen Verwendung der Hanfprodukte wusste, einerseits aufgrund seiner früheren 
Verurteilung wegen Handels mit Hanfprodukten, andererseits aufgrund der Grösse 
der verkauften Menge Marihuana. Er unternahm gemäss Aktenlage jedoch nichts, 
um eine illegale Verwendung seiner Hanfprodukte zu verhindern. Er hat damit au-
genscheinlich zumindest in Kauf genommen, dass die Käufer die Hanfblüten mittels 
Rauchen konsumierten. Unter diesen Umständen muss nicht weiter geprüft werden, 
ob A. auch mit direktem Vorsatz handelte. Denn gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung genügt Eventualvorsatz zur Erfüllung des Tatbestandes, jedenfalls dann, 
wenn wie vorliegend Hanfprodukte vertrieben werden, deren THC-Gehalt den ge-
setzlichen Grenzwert überschreitet (BGE 126 IV 198). Aus dem Gesagten erhellt, 
dass A. ohne Frage sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand von 
Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt hat. Dies hat Fürpsrecherin lic. iur. Caroline Wehren vor 
Schranken des Kantonsgerichts in ihrem Plädoyer denn auch vorbehaltlos aner-
kannt.

d) Es bleibt die Frage, ob es sich um einen schweren Fall im Sinne von Art. 
19 Ziff. 2 BetmG handelt. Ein schwerer Fall ist gemäss Gesetz insbesondere gege-
ben, wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf 
eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Men-
schen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG) oder wenn der Täter durch 
gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn 
erzielt (Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG). Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid BGE 
117 IV 314 festgehalten, dass Cannabis nach dem Stand der Erkenntnisse auch in 
grossen Mengen die Gesundheit vieler Menschen im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG nicht in Gefahr zu bringen vermöge. Diese Rechtsprechung hat es in BGE 
120 IV 256 bestätigt. Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG kann daher vorliegend mit Bezug 
auf die Abgabe von Cannabisprodukten von vornherein keine Anwendung finden. 
Bezüglich Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung ein Betrag in der Grössenordnung von Fr. 100’000.-- oder 
mehr als grosser Umsatz gilt (BGE 129 IV 188). Ein erheblicher Gewinn im Sinne 
des Gesetzes liegt gemäss Bundesgericht vor, sobald jemand durch gewerbsmäs-
sigen Handel mit Betäubungsmitteln Fr. 10’000.-- oder mehr Gewinn erzielt hat 
(BGE 129 IV 253). A. hat gemäss eigenen Aussagen mit dem Verkauf des Marihu-
anas einen Umsatz von zwischen Fr. 21’000.-- und Fr. 22’500.-- (3’000 g mal Fr. 
7.-- beziehungsweise Fr. 7.50) erzielt. Damit aber hat er keinen grossen Umsatz im 
Sinne des Gesetzes erreicht. Bezüglich des Gewinns ist festzuhalten, dass er die 3 

20

kg für Fr. 18’000.-- bis Fr. 19’500.-- (3’000 g mal Fr. 6.--  beziehungsweise Fr. 6.50) 
gekauft hat. Der Gewinn betrug damit zwischen Fr. 1’500.-- und Fr. 4’500.--. Er er-
reichte mithin den Grenzwert von Fr. 10’000.-- offensichtlich nicht, weshalb er nicht 
als erheblich im Sinne des Gesetzes bezeichnet werden kann. Unter diesen Um-
ständen sind die Voraussetzungen von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG nicht erfüllt.

3. a) Wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer 
zum eigenen Konsum Widerhandlungen im Sinne von Art. 19 BetmG begeht, wird 
mit Haft oder mit Busse bestraft (Art. 19a Ziff. 1 BetmG). In leichten Fällen kann das 
Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Es kann eine Ver-
warnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG). 

b) A. hat in der Strafuntersuchung und auch vor Schranken des Kantonsge-
richts zugestanden, dass er in der Zeit vom 14. Juni 2003 bis Mitte Oktober 2003 
durchschnittlich etwa einen Joint Marihuana pro Tag konsumiert habe (untersu-
chungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 4; untersu-
chungsrichterliche Einvernahme vom 26. August 2004, act. 4.22, S. 2; untersu-
chungsrichterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 6). Geht man auf-
grund von Erfahrungswerten davon aus, dass ein Joint etwa 0.3 g Marihuana 
enthält, so ergibt dies über 30 g Marihuana. Bezüglich des Kokainkonsums hat A. 
angegeben, dass er von Mitte Juni 2003 bis Mitte Oktober 2003 etwa monatlich eine 
Linie konsumiert habe, insgesamt ungefähr 3 g; in der Zeit von Mitte Oktober 2003 
bis zum 27. März 2004 habe er den Konsum ganz erheblich gesteigert auf täglich 
etwa 0.5 g Kokain; schliesslich habe er im Juni 2004 noch eine bis zwei Linien Ko-
kain konsumiert (polizeiliche Einvernahme vom 15. August 2004, act. 4.14, S. 2; 
untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. August 2004, act. 4.16, S. 4; un-
tersuchungsrichterliche Einvernahme vom 26. August 2004, act. 4.22, S. 2; unter-
suchungsrichterliche Einvernahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 4). Dies ent-
spricht einer Menge von über 80 g Kokain. Mit dem Eigenkonsum und den damit 
zusammenhängenden Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG hat A. die ob-
jektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 19a Ziff. 1 BetmG erfüllt. In subjektiver Hin-
sicht ist davon auszugehen, dass A. wusste, dass sowohl der Eigenkonsum als 
auch die darauf hinführenden Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
verboten sind, ist er doch zum einen bereits einmal wegen dem Konsum von Can-
nabis verurteilt worden und wird zum andern in der Schweiz seit Jahren eine öffent-
liche Diskussion über die Drogenpolitik geführt. Zudem hat A. im Verfahren, das zu 
seiner Verurteilung vom 3. November 2003 durch die Bezirksanwaltschaft Zürich 
führte, auf entsprechende Frage bei der Polizei erklärt, er wisse, dass der Besitz 

21

und der Konsum von Drogen verboten sei (Vorakten, polizeiliche Einvernahme vom 
13. Juni 2003, S. 3 Mitte). A. ist daher schuldig der mehrfachen Widerhandlung ge-
gen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Auch dies hat Fürsprecherin lic. iur. Caroline Wehren 
vor Schranken des Gerichts vorbehaltlos anerkannt.

4. Gemäss Art. 87 Abs. 1 lit. f Heilmittelgesetz (HMG) wird mit Haft oder 
mit Busse bis zu Fr. 50’000.-- bestraft, wer vorsätzlich die Tatbestände nach Art. 86 
Abs. 1 HMG erfüllt, ohne dass dadurch die Gesundheit von Menschen gefährdet 
wird. Art. 86 Abs. 1 lit. c HMG stellt unter anderem denjenigen unter Strafe, welcher 
Heilmittel ohne Zulassung, ohne Bewilligung oder entgegen anderer Bestimmungen 
des Gesetzes abgibt. - A. hat in der Untersuchung ausgesagt, er habe etwa 40 Ka-
magra-Tabletten verkauft und ungefähr gleich viele verschenkt (polizeiliche Einver-
nahme vom 18. August 2004, act. 4.17, S. 3; untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 26. August 2004, act. 4.22, S. 1, untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 21. März 2005, act. 4.23, S. 6 f.). Gemäss Auskunft von L., Kantons-
apothekerin, vom 22. März 2005 handelt es sich bei Kamagra um ein Generikum 
von Viagra, welches in der Schweiz nicht zugelassen ist, bei einer allfälligen Zulas-
sung aber wie Viagra in die Kategorie B (rezeptpflichtig) eingeteilt werden würde (E-
Mail von L. an das Untersuchungsrichteramt KK. vom 22. März 2005, act. 3.25). 
Gemäss Art. 9 Abs. 1 HMG dürfen verwendungsfertige Arzneimittel nur in Verkehr 
gebracht werden, wenn sie von Swissmedic zugelassen worden sind. In Verkehr-
bringen bedeutet das Vertreiben und Abgeben von Heilmitteln (Art. 4 lit. d HMG). 
Indem A. die Kamagra-Tabletten verkauft und verschenkt hat, hat er sie augen-
scheinlich in Verkehr gebracht. Da diese Tabletten jedoch in der Schweiz nicht zu-
gelassen waren, durften sie nicht vertrieben werden. Dass durch die Abgabe der 
Kamagra-Tabletten die Gesundheit von Menschen gefährdet worden wäre, kann 
den Akten nicht entnommen werden. A. hat mit seinem Verhalten somit augen-
scheinlich den objektiven Tatbestand von Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG erfüllt. In subjek-
tiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. zumindest eventualvorsätzlich han-
delte. Er hat zwar in der Untersuchung erklärt, er denke, dies [sein Verhalten] sei 
nicht strafbar (polizeiliche Einvernahme vom 18. August 2004, act. 4.17, S. 3). Dazu 
ist jedoch festzuhalten, dass es für die Beantwortung der Frage, ob jemand vorsätz-
lich handelte, nicht darauf ankommt, ob der Täter um die Rechtswidrigkeit oder gar 
um die Strafbarkeit seines Tuns wusste. Nach ständiger Rechtsprechung des Bun-
desgerichts gehört zum Vorsatz gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB nur das auf die objek-
tiven Merkmale des Deliktstatbestandes bezogene Wissen und Wollen (BGE 107 
IV 207 mit Hinweisen). A. konnte daher vorsätzlich handeln, selbst wenn er tatsäch-
lich nicht gewusst hat, dass die Kamagra-Tabletten in der Schweiz nicht zugelassen 

22

sind und der Handel mit ihnen nicht erlaubt ist. Bezüglich Viagra und seiner Gene-
rika sind in den letzten Jahren immer wieder Meldungen in der Presse erschienen 
und es wurde auch in der Bevölkerung eine lebhafte Diskussion geführt. Ohne Zwei-
fel darf unter diesen Umständen als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass 
es sich bei Viagra und seinen Generika um Medikamente handelt. Dass sie nur 
unter bestimmten Voraussetzungen vertrieben werden dürfen, ist damit offensicht-
lich. Kommt hinzu, dass A. die Kamagra-Tabletten nach seinen Aussagen anlässlich 
der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden von einem Kollegen 
erhalten hat, der sie jeweils von seinen Aufenthalten in Thailand mitgebracht hat. 
Dass er davon ausgegangen sei, dieser Kollege verfüge über eine Einfuhrerlaubnis, 
macht A. nicht geltend. Die Möglichkeit, dass die Kamagra-Tabletten in der Schweiz 
nicht zugelassen sein könnten und damit nicht vertrieben werden durften, drängte 
sich unter diesen Umständen so klar auf, dass die Abgabe der Tabletten nicht an-
ders verstanden werden kann, denn als Inkaufnahme der Verwirklichung dieser 
Möglichkeit. A. hat mithin eventualvorsätzlich gehandelt, als er die Kamagra-Tablet-
ten verkaufte und verschenkte. Er hat somit durch seine Handlungen den objektiven 
und subjektiven Tatbestand einer mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 87 Abs. 1 
lit. f HMG erfüllt. Auch dies hat Fürsprecherin lic. iur. Caroline Wehren in ihrem Plä-
doyer anerkannt.

5. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). Der Be-
griff des Verschuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der kon-
kreten Straftat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zu Grund zu 
legen. Weiter unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. Bei 
der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschulde-
ten Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweg-
gründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst dem-
gegenüber das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat 
und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 
(vgl. BGE 129 IV 20; 118 IV 14; 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). Diese in die Waag-
schale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in der 
Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollziehbar 
sein müssen (BGE 121 IV 56). Im weiteren ist der Richter nicht an die Höhe des von 
der Anklage geforderten Strafmasses gebunden. Vielmehr hat er das Strafmass in-
nerhalb des gesetzlichen Rahmens nach sorgfältiger Würdigung des Falles und un-

23

ter Berücksichtigung der Milderungs- und Schärfungsgründe zu bestimmen (vgl. Art. 
126 Abs. 2 StPO). 

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen verwirkt 
hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist 
dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt. Grundlage der Strafzumessung im vorliegenden Fall ist der 
in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorgesehene Strafrah-
men von Gefängnis nicht unter einem Jahr oder Zuchthaus bis zu 20 Jahren, womit 
eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann. Der Gesetzgeber 
hat damit zu erkennen gegeben, dass die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG als ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizieren ist. Die objektive Schwere 
des Deliktes im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbesondere anhand des Aus-
masses des Erfolges und der Art der Ausführung des Verbrechens. Dies erlaubt 
dem Richter eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet 
hat. 

b) A. wurde von der Bezirksanwaltschaft Zürich am 3. November 2003 wegen 
Vergehens und mehrfacher Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz schul-
dig befunden und zu einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. Vorliegend sind Straftaten 
zu beurteilen, die A. einerseits vor und andererseits nach dem Strafbefehl vom 3. 
November 2003 begangen hat. Es stellt sich die Frage, ob für diejenigen Straftaten, 
welche in die Zeit vor dem 3. November 2003 fallen, eine Zusatzstrafe zum erwähn-
ten Strafbefehl auszusprechen ist. - Hat der Richter eine mit Freiheitsstrafe bedrohte 
Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer anderen Tat zu 
Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, so bestimmt der Richter die Strafe so, dass der 
Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die mehreren strafbaren Handlungen 
gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Aus dem Wortlaut dieser 
Bestimmung wird deutlich, dass die Verhängung einer Zusatzstrafe nur im Verhält-
nis zu einer früheren Freiheitsstrafe möglich ist, jedoch nicht im Verhältnis zu einer 
blossen Busse. Das Bundesgericht hat zwar in seinem nicht publizierten Entscheid 
Str. 415/1986 vom 10. Oktober 1986 (zitiert bei Jürg-Beat Ackermann, Basler Kom-
mentar, Band I, N 63 zu Art. 68 StGB) eine analoge Anwendung des in Art 68 Ziff. 
2 StGB ausgesprochenen Grundsatzes bejaht, wenn es ausschliesslich um Gelds-
trafen geht (also in beiden Verfahren nur Bussen ausgesprochen werden) und bei 

24

gleichzeitiger Beurteilung eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 68 Ziff. 1 StGB hätte 
gebildet werden müssen. Zu der hier gegebenen Konstellation, in der es um die 
Frage einer Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu einer Busse geht, hat sich das Bun-
desgericht jedoch nicht geäussert. Gegen eine analoge Anwendung von Art. 68 Ziff. 
2 StGB auf diese Fälle spricht allein schon, dass diese von der Bestimmung des 
Art. 68 Ziff. 1 StGB zur Fällung von Gesamtstrafen - im Unterschied zu mehreren 
Freiheitsstrafen oder mehreren Bussen - nicht erfasst werden. Hat der Täter Frei-
heitsstrafe und Busse verwirkt, so sind beide Strafen zu verhängen, und die Anwen-
dung von Art. 68 StGB ist ausgeschlossen (vgl. nur BGE 102 IV 242 E 4b am Ende 
und E 5; ebenso etwa Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommen-
tar, 2. Auflage, AA. 1997, N 14 zu Art. 68 StGB). Eine analoge Anwendung von Art. 
68 Ziff. 2 StGB auf Fälle, in denen zu einer früheren blossen Busse eine Freiheits-
strafe als Zusatzstrafe ausgesprochen werden müsste, fällt damit ausser Betracht. 
Vorliegend kann somit Art. 68 Ziff. 2 StGB keine Anwendung finden, weil die Be-
zirksanwaltschaft Zürich in ihrem Strafbefehl vom 3. November 2003 einzig eine 
Busse verhängt hat, im vorliegenden Verfahren jedoch eine Freiheitsstrafe ausge-
sprochen wird. Es ist folglich für die vor dem 3. November 2003 begangenen Straf-
taten keine Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Zürich auszuspre-
chen. Vielmehr ist für alle vorliegend zur Beurteilung stehenden Straftaten eine Ge-
samtstrafe nach Art. 68 Ziff. 1 StGB auszufällen.

c) aa) Die Verteidigung hat geltend gemacht, A. habe beim Handel mit Kokain 
lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt, weshalb sein Verschulden nicht allzu 
schwer wiege. Er habe nur Botendienste geleistet. E. sei der Chef gewesen. A. habe 
einzig Lieferungen gemacht, als E. in den Ferien gewesen sei. Die Einnahmen hät-
ten stets an E. abgegeben werden müssen. Dieser habe den Gewinn dann aufge-
teilt. Auch A. hat - insbesondere in seinem Schlusswort - betont, dass er erst durch 
E. zum Handel mit Kokain gekommen sei und dass E. der Chef gewesen sei, wel-
cher ihm Aufträge erteilt habe. Der Auffassung, dass E. der Chef gewesen sei und 
A. lediglich einen untergeordneten Tatbeitrag geleistet habe, kann nicht gefolgt wer-
den, ergibt sich aus den Akten doch ein ganz anderes Bild. Es trifft zwar zu, dass 
G. in der polizeilichen Einvernahme vom 24. März 2004 erklärt hat, E. sei der „Un-
terguru“ des Kreises, von welchem er Kokain beziehe (act. 5.1, S. 2). Zutreffend ist 
auch, dass G. in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 23. April 2004 
zunächst davon ausging, A. und F. hätten im Auftrag von E. gehandelt (act. 5.8, S. 
2). In derselben Einvernahme erklärte er auf entsprechende Frage aber auch, dass 
er nicht sicher sagen könne, ob A. nicht doch auf eigene Rechnung gearbeitet habe 
(act. 5.8, S. 2). In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme zwischen 

25

G. und E. erklärte G. bezüglich des Verhältnisses zwischen E., A. und F. schliesslich 
klar, jeder sei sein eigener Chef gewesen (act. 5.19, S. 6 unten). E. hat in sämtlichen 
Einvernahmen bestritten, dass A. für ihn gearbeitet habe (vgl. zum Beispiel polizei-
liche Einvernahme vom 19. Mai 2004, act. 5.10, S. 3 oben; polizeiliche Einvernahme 
vom 30. Mai 2004, act. 5.17, S. 2 ff.; polizeiliche Einvernahme vom 9. Juni 2004). 
A. selbst hat nach seinen Aussagen in der Untersuchung selbständig Kokainbestel-
lungen unter seiner eigenen Handynummer entgegen genommen, bei seinen eige-
nen Lieferanten, welche sich von den Lieferanten von E. unterschieden, das Kokain 
für die jeweiligen Lieferungen erstanden, einen Teil davon gestreckt, anschliessend 
den Verkaufspreis selbst festgelegt, das Kokain zu den Abnehmern gebracht und 
das Geld in Empfang genommen beziehungsweise auf sein persönliches Konto 
überweisen lassen (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 12. August 2004, act. 4.8, S. 
1 und 3; polizeiliche Einvernahme vom 13. August 2004, act. 4.11, S. 1; polizeiliche 
Einvernahme vom 14. August 2004, act. 4.13, S. 1 f.). Selbst wenn A. von E. Auf-
träge erhalten hätte, was dieser vehement verneint hat, würde das Verhalten von A. 
augenscheinlich weit über Botendienste hinaus gehen. Es fällt im weiteren auf, dass 
aus den Aussagen von A. in den polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Ein-
vernahmen zwar hervor geht, dass A. mit E. einmal Kokain nach JJ. geliefert und 
einmal Kokain von E. übernommen hat, welches er anschliessend G. verkaufte. Es 
kann den Aussagen jedoch nicht entnommen werden, dass A. nur Bote gewesen 
wäre oder lediglich untergeordnete Tatbeiträge geleistet hätte. In der untersu-
chungsrichterlichen Konfronteinvernahme zwischen A. und E. vom 26. August 2004 
sagte A. sogar ganz klar aus, er habe nach dem ersten Mal noch mehrfach Kokain 
an H. geliefert, jedoch ohne dass E. daran beteiligt gewesen wäre, und auf die 
Frage, ob E. etwas mit den Drogenlieferungen von A. an G. zu tun gehabt habe, 
sagte A. klar nein (act. 4.21, S. 3 Mitte und S. 4). Auch anlässlich der Befragung 
durch den Vorsitzenden an der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kan-
tonsgerichts Graubünden schilderte A. sein Verhalten ohne irgendwelche Hinweise, 
dass er nur Bote gewesen sein könnte. Erst auf Nachfrage von Fürsprecherin lic. 
iur. Caroline Wehren hin erklärte A., E. sei die treibende Kraft gewesen, und er 
bestätigte, dass E. ihm Aufträge erteilt, den Gewinn immer an sich genommen und 
anschliessend verteilt habe. Das Gericht kann sich unter diesen Umständen des 
Eindrucks nicht erwehren, dass die Rolle von E. in den letzten Aussagen von A. und 
vor allem in den Ausführungen von Fürsprecherin lic. iur. Caroline Wehren anläss-
lich ihres Plädoyers bedeutend an Gewicht gewonnen hat. Es zeigt sich klar eine 
Tendenz, den Tatbeitrag von E. immer mehr zu betonen und A.s Verhalten immer 
stärker abzuschwächen. Die Aussage von A., er habe nur Botendienste geleistet, 
qualifiziert die Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden aufgrund dieser 

26

Überlegungen und aufgrund der Akten daher als Schutzbehauptung. A. war nicht 
nur Bote von E., er war vielmehr selbständiger Drogenhändler, der zum Teil mit E. 
zusammengearbeitet hat.

bb) A. hat im weiteren in der Untersuchung ausgesagt, er gehe davon aus, 
der Verkauf der Kamagra-Tabletten sei nicht strafbar (polizeiliche Einvernahme vom 
18. August 2004, act. 4.17, S. 3). Mit diesem Einwand macht er einen Rechtsirrtum 
(Art. 20 StGB) geltend. Gemäss Art. 20 StGB kann der Richter die Strafe nach 
freiem Ermessen mildern oder von einer Bestrafung Umgang nehmen, wenn der 
Täter aus zureichenden Gründen angenommen hat, er sei zur Tat berechtigt. Art. 
20 StGB setzt in erster Linie voraus, dass der Täter kein Unrechtsbewusstsein hat. 
Er muss in der Vorstellung handeln, er tue überhaupt nichts Unrechtes (Trech-
sel/Noll, Schweizerisches Strafrecht AT I, 4. Auflage, AA. 1994, S. 144). Art. 20 
StGB setzt weiter voraus, dass sich der Täter aus zureichenden Gründen im Recht 
gefühlt hat. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Grund zurei-
chend, wenn dem Täter aus seinem Rechtsirrtum kein Vorwurf gemacht werden 
kann, weil der Irrtum auch bei der Anwendung der pflichtgemässen Sorgfalt unver-
meidbar gewesen wäre (BGE 104 IV 184 und 265; 99 IV 186). Es ist erforderlich, 
dass der Irrtum „auf Tatsachen beruht, durch die sich auch ein gewissenhafter 
Mensch hätte in die Irre führen lassen“ (BGE 98 IV 303, BGE 99 IV 186; Trech-
sel/Noll, a.a.O., S. 144). In den letzten Jahren wurde in der Presse recht häufig über 
Viagra und dessen Generika berichtet. Ohne Zweifel ist allgemein bekannt, dass es 
sich bei Viagra und seinen Generika um ein Medikament handelt. Unter diesen Um-
ständen aber hätten bei A. augenscheinlich zumindest leichte Zweifel aufkommen 
müssen, ob dieses Medikament frei verkäuflich ist. In dieser Situation aber hätte es 
sich für ihn klar und unmissverständlich aufgedrängt, sich bezüglich der Verkaufs-
voraussetzungen für Kamagra-Tabletten zu erkundigen, bevor er diese einfach wei-
ter gab. Dies hat A. jedoch gemäss Aktenlage nicht getan. Er hat ohne weitere 
Grundlage einfach angenommen, er mache nichts strafbares. Der Irrtum, in wel-
chem A. sich befunden haben will, war daher durchaus vermeidbar. Das Vorliegen 
zureichender Gründe ist unter diesen Umständen zu verneinen, weshalb A. sich 
nicht erfolgreich auf einen Rechtsirrtum berufen kann.

d) Das Verschulden von A. wiegt schwer. Die Menge der umgesetzten Dro-
gen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sie 
bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen 
des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28). Auch der Gesetzgeber hat bei der 
Umschreibung des schweren Falles dem quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht 

27

beigemessen. Dies sicher mit Recht, denn wer eine grosse Menge Rauschgift in 
Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt 
eine besonders skrupellose und menschenverachtende Haltung ein und dokumen-
tiert ein bedenkliches Mass an Gleichgültigkeit und mangelnder Achtung vor Leib 
und Leben seiner Mitmenschen, was grundsätzlich ein hohes Verschulden offen-
bart. Vorliegend hat A. in der Zeit von Oktober 2003 bis zum 27. März 2004, als er 
in die MM. abgereist ist, ungefähr 129 g Kokain gekauft, einen Teil davon gestreckt, 
anschliessend das gesamte Kokain verkauft oder verschenkt und 40 g Kokain ver-
mittelt, was bei einem Reinheitsgrad von 38 % insgesamt ungefähr 64 g reinem 
Kokain entspricht. A. hat mithin augenscheinlich eine nicht unerhebliche Menge Ko-
kain in Umlauf gesetzt und auf diese Weise eine abstrakte Gefahr für viele Men-
schen geschaffen, was einen starken kriminellen Willen zum Ausdruck bringt. Darü-
ber hinaus hat er in der Zeit von August 2003 bis März 2004 ungefähr 3'000 g Ma-
rihuana verkauft. A. hat das Kokain innerhalb von etwa sechs Monaten, das Mari-
huana im Zeitraum von ungefähr acht Monaten verkauft. Er hat mithin über eine 
längere Zeitspanne intensiv delinquiert, was wiederum auf eine nicht unerhebliche 
kriminelle Energie schliessen lässt. Stark straferhöhend gewichtet das Gericht die 
Vorstrafen. In nur etwas mehr als sieben Jahren steht A. bereits das vierte Mal vor 
dem Richter. Alle bisherigen Verurteilungen beschlagen (auch) das Gebiet des 
Betäubungsmittelgesetzes. Sie hätten A. überaus deutliche Warnungen sein sollen. 
A. war jedoch offensichtlich nicht in der Lage oder nicht gewillt, aus den Verurtei-
lungen die notwendigen Lehren zu ziehen. Vollkommen unbeeindruckt trieb er wei-
terhin einen regen Handel mit Kokain und Marihuana. Er hat sich damit äusserst 
unbelehrbar und uneinsichtig gezeigt. Ganz erheblich straferhöhend wirkt auch der 
Umstand, dass A. während laufender Probezeit erneut in bedeutendem Umfang de-
linquierte. Lediglich etwa fünf Monate nach der Verurteilung vom 11. März 2003, mit 
welcher für die damals ausgesprochene 30-tägige Gefängnisstrafe eine Probezeit 
von drei Jahren angeordnet worden war, die wiederum mit Datum vom 3. November 
2003 um ein Jahr verlängert wurde, war A. im Drogenhandel aktiv. Weder die Ver-
urteilungen selbst noch der Umstand, dass bei einer Verfehlung während der Pro-
bezeit der Vollzug der 30-tägigen Gefängnisstrafe angeordnet werden konnte, hiel-
ten ihn von weiterer Delinquenz ab, was seinen starken deliktischen Willen aufzeigt. 
Schliesslich ist auch erheblich erschwerend zu gewichten, dass A. während laufen-
der Strafuntersuchung erneut delinquierte. Selbst dieses laufende Verfahren, wel-
ches zum Strafbefehl vom 3. November 2003 führte, vermochte A. von erneuter 
Delinquenz nicht abzuhalten. Dies lässt seinen starken deliktischen Willen erkennen 
(vgl. BGE 102 IV 242 E 4b am Ende). Strafmindernd, wenn auch nur in leichtem 
Masse, wertet das Gericht das Geständnis von A.. Er hat nach anfänglichem hart-

28

näckigem Leugnen nach und nach die Drogenverkäufe zugegeben und die verkauf-
ten Drogenmengen genannt. Jedoch fand er sich weder in der Untersuchung noch 
vor Schranken des Kantonsgerichts bereit, nähere Angaben zu denjenigen seiner 
Drogenlieferanten und Drogenabnehmer zu machen, welche den Untersuchungs-
behörden nicht schon ohnehin bekannt waren. Sein Geständnis ist mithin nicht um-
fassend, sondern nur teilweise erfolgt, weshalb es nur leicht strafmindernd veran-
schlagt wird (vgl. Urteile des Kassationshofes des Bundesgerichts vom 27. Septem-
ber 2004, 6S.264/2004, und vom 20. August 2003, 6S.189/2003). Weiter strafmin-
dernd bezieht die Strafkammer des Kantonsgerichts die Tatsache mit ein, dass A. 
im Zeitpunkt der Taten stark drogenabhängig war. Er handelte mithin unter dem 
Druck, Drogen beziehungsweise Geldmittel zu beschaffen, um seine Sucht befrie-
digen zu können, und nicht aus Gewinnsucht. Schliesslich wirkt sich auch die ge-
zeigte Einsicht strafmindernd aus sowie der Umstand, dass sich A. augenscheinlich 
ernsthaft und auch mit Erfolg bemüht, von den Drogen vollständig los zu kommen 
und sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Strafschärfend wirkt das Zusam-
mentreffen mehrerer strafbarer Handlungen sowie die mehrfache Begangenschaft 
bezüglich des Marihuanaverkaufs, des Eigenkonsums sowie der Abgabe von Ka-
magra-Tabletten. Strafmildernd beachtet werden muss die von der Gutachterin at-
testierte leichte Verminderung der Zurechnungsfähigkeit im Zeitpunkt der Taten 
(psychiatrisches Gutachten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, S. 17, Ziff. 5.2). Der 
Richter kann bei verminderter Zurechnungsfähigkeit gemäss Art. 11 StGB in Ver-
bindung mit Art. 66 StGB die Strafe nach freiem Ermessen mildern. Gemäss Praxis 
führt eine leichte Verminderung zu einer Reduktion der Strafe um ungefähr 25 %, 
wobei dieser Wert nur als Richtschnur und nicht als starre Regel zu gelten hat (vgl. 
Urteil des Kassationshofes des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2005, 
6S.367/2004). Die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit von A. beurteilt die 
Strafkammer gestützt auf die Begutachtung als leicht. Gründe, die dafür sprechen 
würden, eine stärkere oder eine schwächere Reduktion als die praxisgemässe vor-
zunehmen, sind keine ersichtlich. In Anwendung dieser Reduktion von 25 % und in 
Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet die Strafkammer des Kan-
tonsgerichts eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten Gefängnis als dem Verschulden 
von A. angemessen. 

e) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungs- beziehungsweise Polizeihaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter 
diese nicht durch sein Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. 
Nach der neueren Praxis des Bundesgericht darf von einer Anrechnung nur abge-
sehen werden, wenn der Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen 

29

Grundsätzen objektiv vorwerfbares Verhalten nach der Tat, welches ihm zum Ver-
schulden gereicht, die Polizei- oder Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt 
oder verlängert hat, den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 124 IV 
2). Als solches Verhalten gilt weder die blosse Verweigerung von Aussagen noch 
das blosse Leugnen der Tat, denn der Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von 
Straftaten verpflichtet. Die Anrechnung hat indessen zu unterbleiben, wenn der Be-
schuldigte die Behörden durch unwahre Behauptungen und Einwendungen zu wei-
teren und unnötigen Erhebungen veranlasste oder wenn er seine Verteidigungs-
rechte zur Erreichung sachfremder Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 
105 IV 241). Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Rechtsprechung beste-
hen in Bezug auf A. nicht, so dass einer Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft von 31 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegen 
steht.

f) Bezüglich der Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist festzuhalten, 
dass der Richter eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben 
kann, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde da-
durch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten, und wenn der Verur-
teilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat keine Zuchthaus- oder Gefängniss-
trafe von mehr als drei Monaten wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens 
oder Vergehens verbüsst hat (Art. 41 Ziff. 1 StGB). Vorliegend wird eine Freiheits-
strafe von 24 Monaten Gefängnis ausgesprochen. Die Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges ist bei dieser Strafhöhe bereits aus objektiven Gründen ausgeschlos-
sen, so dass die Frage, ob A. eine günstige Prognose bezüglich seines zukünftigen 
Verhaltens gestellt werden könnte, nicht weiter geprüft zu werden braucht. Der be-
dingte Strafvollzug muss A. bereits aus objektiven Gründen verweigert werden.

6. Da A. während laufender Probezeit erneut straffällig geworden ist, 
stellt sich die Frage des Widerrufs der durch die Bezirksanwaltschaft Horgen am 11. 
März 2003 bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 30 Tagen.

a) Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Verge-
hen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). Wenn 
begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in leichten Fällen 
stattdessen, je nach den Umständen, den Verurteilten verwarnen, zusätzliche 
Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil bestimmte Pro-
bezeit um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Bei der 
Frage, ob ein Delikt als „leichter Fall“ zu qualifizieren ist, kommt nach der bundes-

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gerichtlichen Rechtsprechung dem Strafmass die massgebliche Bedeutung zu. 
Dem Bedürfnis einerseits, keine fixe Grenze für die Bestimmung des leichten Falles 
festzulegen, andererseits die Gesamtheit der Tatumstände zu konkretisieren, ist in 
dem Sinne Rechnung zu tragen, dass eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten 
in der Regel als leicht im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bezeichnet wird. 
Diese Grenze von drei Monaten ist aber keine starre Regel, von der im Einzelfall 
nicht abgewichen werden kann. Ausnahmen sind möglich bei besonderen (objekti-
ven oder subjektiven) Umständen, die nicht bereits für den Schuldspruch oder die 
Bemessung der Strafe bestimmend waren. Für die Annahme eines leichten Falles 
trotz einer Strafe von mehr als drei Monaten kann beispielsweise sprechen, dass 
der nachträgliche Vollzug der aufgeschobenen Strafe für den Täter eine unverhält-
nismässige Härte bedeuten würde, dass sich der Rückfall erst gegen Ende der Pro-
bezeit ereignet hat oder dass seit der neuen Verfehlung verhältnismässig lange Zeit 
verstrichen ist, in der der Verurteilte sich wohlverhalten hat (BGE 117 IV 97 E 3c, S. 
102 f.). Die Annahme eines leichten Falles kommt jedoch nur in Betracht, wenn die 
Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 156 E 3c). Das Bun-
desgericht hat bei einer fünf monatigen Gefängnisstrafe die Hypothese eines leich-
ten Falles noch in Betracht gezogen (Urteil 6S.340/1999 vom 11.10.1999, E 2, und 
6S.830/1997 vom 2.3.1998, E 1c, zitiert in Roland M. Schneider, Basler Kommentar, 
N 235 zu Art. 41 StGB), bei einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten das Vorlie-
gen eines leichten Falles jedoch verneint (BGE 122 IV 156 E 3c). Ist kein leichter 
Fall gegeben und fehlt die begründete Aussicht auf Bewährung, so ist die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges zwingend zu widerrufen und die Strafe ist zu 
vollziehen (vgl. BGE 122 IV 156, Regeste). 

b) Mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Horgen vom 11. März 2003 wurde 
A. zu einer Gefängnisstrafe von 30 Tagen verurteilt. Die gleichzeitig angesetzte, 
dreijährige Probezeit wurde am 3. November 2003 von der Bezirksanwaltschaft 
Zürich um ein Jahr verlängert, so dass sie am 11. März 2007 enden wird. A. beging 
die vorliegend zur Beurteilung stehenden Straftaten in der Zeit von Mitte Juni 2003 
bis März 2004. Die gesamte Delinquenz fällt somit in die Probezeit. Für die Beurtei-
lung der Frage, ob ein leichter Fall vorliegt, ist daher die gesamte in diesem Verfah-
ren ausgefällte Strafe von 24 Monaten Gefängnis massgebend. Damit aber liegt die 
Strafe ganz erheblich über der zulässigen Grenze für die Annahme eines leichten 
Falles, mithin nicht mehr in deren Nähe. Die Höhe der ausgefällten Strafe zeigt zu-
dem deutlich, dass - wie bereits im Rahmen der Strafzumessung einlässlich darge-
legt - von einem schweren Verschulden ausgegangen werden muss. Es kann daher 
nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB gespro-

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chen werden. Unter diesen Umständen aber erübrigt es sich, die Aussicht auf Be-
währung zu prüfen. Denn gemäss Gesetz kann bei erneuter Delinquenz innerhalb 
der Probezeit vom Widerruf des bedingten Strafvollzuges nur abgesehen werden, 
wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht und kumulativ ein leichter Fall 
vorliegt. Im hier zu beurteilenden Fall muss bereits das Vorliegen eines leichten 
Falles verneint werden. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges für die mit 
Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Horgen vom 11. März 2003 ausgesprochene 
Strafe von 30 Tagen Gefängnis ist folglich zwingend zu widerrufen und die Strafe 
ist zu vollziehen. 

7. a) Das strafbare Verhalten von A. steht mit seiner Drogensucht sowie 
der daraus entstandenen Beschaffungsproblematik in direktem Zusammenhang. Es 
stellt sich deshalb zwingend die Frage, ob anstelle oder neben der Strafe Massnah-
men anzuordnen sind. Auszugehen ist von Art. 44 Ziff. 1 StGB, der gemäss Ziffer 6 
der Bestimmung auf Rauschgiftsüchtige sinngemäss anwendbar ist. Danach kann 
der Richter, wenn der Täter rauschgiftsüchtig ist und die von ihm begangene Tat 
damit im Zusammenhang steht, zur Vermeidung künftiger Delinquenz seine Einwei-
sung in eine Heilanstalt oder eine ambulante Massnahme anordnen (Art. 44 Ziff. 1 
und 6 StGB). Ausschlaggebend für die Anordnung einer Massnahme nach Art. 44 
StGB ist einerseits die Massnahmebedürftigkeit und -fähigkeit sowie andererseits 
eine entsprechende Massnahmewilligkeit des Verurteilten. Soweit erforderlich holt 
der Richter gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ein Gutachten über den körperlichen 
und geistigen Zustand des Täters sowie über die Zweckmässigkeit der Behandlung 
ein. - Dem Gutachten von Dr. med. D., Oberärztin Forensischer Dienst, Klinik Be-
verin, vom 21. Januar 2005 kann entnommen werden, dass zum einen zur Senkung 
des Rückfallrisikos grösster Wert auf die Behandlung der attestierten Polytoxikoma-
nie zu legen ist und dass zum andern A. aufgrund seines derzeitigen psychophysi-
schen Zustandes sowie seiner Intelligenz grundsätzlich fähig ist, eine spezifizierte 
Therapie erfolgreich zu absolvieren (act. 2.20, S. 16). Damit hat die Gutachterin 
Massnahmebedürftigkeit und -fähigkeit von A. bejaht. Massnahmebedürftigkeit und 
-fähigkeit werden augenscheinlich auch von A. anerkannt, der bereits seit einiger 
Zeit freiwillig psychiatrische Hilfe zur Bewältigung seiner Drogenabhängigkeit in An-
spruch nimmt. Insofern sind diese Voraussetzungen der Anordnung einer Mass-
nahme vorliegend gegeben. Bezüglich der Massnahmewilligkeit ist zwischen einer 
stationären und einer ambulanten Massnahme zu unterscheiden. Es kann nämlich 
durchaus sein, dass eine Person bereit ist, eine ambulante Massnahme mitzutra-
gen, die Anordnung einer stationären Massnahme aber ablehnt. Im psychiatrischen 
Gutachten führt Frau Dr. med. D. aus, dass zu diesem Zeitpunkt eine stationäre 

32

Massnahme nicht mehr zweckmässig wäre, da vor allem der körperliche Drogen-
entzug sicher bewerkstelligt sei und die jetzige therapeutische Beziehung zum 
Psychiater eine Langzeitentwöhnungsbehandlung im alltäglichen Milieu ermögliche 
(act. 2.20, S. 16). Die Gutachterin empfiehlt zur Verminderung der Rückfallgefahr 
eine ambulante Behandlung; sie hat festgehalten, dass sie eine psychiatrisch-psy-
chotherapeutische Behandlung bei einem Facharzt sowohl für notwendig, als auch 
für zweckmässig hält (psychiatrisches Gutachten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, 
S. 18, Ziff. 5.5 und 5.6). Das Gericht hat keine Veranlassung, von der Einschätzung 
durch die Gutachterin abzuweichen. Vorliegend stellt sich somit die Frage, ob A. 
bezüglich einer ambulanten Behandlung massnahmewillig ist. A. befindet sich be-
reits in psychiatrischer Behandlung. Sein Arzt bescheinigt ihm gute Fortschritte, er 
habe sich schnell vom Konsum illegaler Drogen und auch von Alkohol distanzieren 
können und die bisherige Behandlung habe bereits zu erfreulichen Verbesserungen 
geführt (Schreiben von Dr. med. J. ans Untersuchungsrichteramt KK. vom 23. Juli 
2005, act. 2.27). Augenscheinlich ist A. therapiewillig. Dies ist eine Grundvoraus-
setzung, dass die Therapie erfolgreich durchgeführt werden kann. Das Gericht er-
achtet unter diesen Umständen die Anordnung einer ambulanten Massnahme als 
notwendig und geeignet, um A. den vollständigen und dauerhaften Ausstieg aus 
den Drogen zu ermöglichen. Bezüglich dem Umfang, dem Inhalt und dem Ziel der 
Therapie führt die Gutachterin im psychiatrischen Gutachten aus, weil A. sich be-
reits in einer ambulant-psychiatrischen Fachbehandlung befinde und diese, wenigs-
tens momentan, Erfolge zu zeitigen scheine, sei die Fortsetzung dieser Therapie zu 
empfehlen. Zur Gesamtstabilisierung der Suchtproblematik werde das Einhalten ei-
ner insgesamt mindestens zweijährigen totalen Drogen- und Alkoholabstinenz 
durch A. empfohlen. Diese sei von der Schutzaufsicht zu kontrollieren. Angesichts 
der Schulden von A. sowie der zu empfehlenden ambulanten psychiatrisch-psycho-
therapeutischen Behandlung sei die Anordnung einer Schutzaufsicht als kontrollie-
rende und unterstützende Institution sinnvoll und zweckmässig (act. 2.20, S. 16 f.). 
Das Gericht schliesst sich den Ausführungen der Gutachterin an. Die vorliegend 
notwendige ambulante Massnahme soll A. zu einem dauerhaft drogen- und alko-
holabstinenten Leben führen. Dazu erscheint es dem Gericht notwendig, dass die 
Abstinenz, wie von der Gutachterin vorgeschlagen, über einen Zeitraum von min-
destens zwei Jahren engmaschig kontrolliert und überwacht wird. Daneben ist das 
Gericht in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Gutachterin davon über-
zeugt, dass A. zur Bewältigung und Überwindung seiner Sucht auf die Hilfe einer 
psychiatrisch und psychotherapeutisch ausgebildeten Fachperson angewiesen ist. 
Dies insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt, dass Kokain eine schwere psy-
chische Abhängigkeit verursacht. A. hat diese Notwendigkeit offensichtlich selbst 

33

erkannt und sich bereits in eine entsprechende Therapie begeben. Die ambulante 
Massnahme hat daher auch die Begleitung und Betreuung von A. durch eine ent-
sprechend qualifizierte Fachperson zu umfassen und unter diesem Gesichtspunkt 
die Weiterführung der begonnenen Therapie zu gewährleisten. Das Gericht kommt 
zum Schluss, dass eine ambulante, kontrollierte, umfassende Drogentherapie für 
mindestens zwei Jahre, bestehend aus einer psychiatrisch-psychotherapeutischen 
Behandlung durch eine Fachperson sowie einer engmaschig kontrollierten totalen 
Drogen- und Alkoholabstinenz, der Reintegration von A. in die Gesellschaft am för-
derlichsten ist. Zur Unterstützung und Kontrolle der ambulanten Massnahme, aber 
auch zur allgemeinen Unterstützung von A. wird eine Schutzaufsicht angeordnet 
(Art. 47 StGB). 

b) Wird eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgefällt und gleichzeitig eine am-
bulante Massnahme angeordnet, kann der Richter den Vollzug der Strafe aufschie-
ben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen (Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Gemäss der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts ist der Strafaufschub anzuordnen, wenn eine tatsächliche Aussicht auf 
erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Vollzug der ausgefällten Freiheits-
strafe erheblich beeinträchtigt würde. Die Therapie geht vor, falls eine sofortige Be-
handlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug klarer-
weise verhindern oder vermindern würde. Dabei sind einerseits die Auswirkungen 
des Strafvollzuges, die Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung und die bis-
herigen Therapiebemühungen zu berücksichtigen, andererseits aber auch das kri-
minalpolitische Erfordernis, Straftaten schuldangemessen zu ahnden beziehungs-
weise rechtskräftige Strafen grundsätzlich zu vollziehen. Ein Strafaufschub ist an-
gezeigt, wenn der Strafvollzug die begründete Aussicht auf erfolgreiche Heilbe-
handlung erheblich beeinträchtigen würde. Damit betont das Bundesgericht den 
Ausnahmecharakter des Strafaufschubes, der einer besonderen Rechtfertigung be-
darf. Unter dem Gesichtspunkt des Gleichheitsgebots muss der Behandlungsbedarf 
um so ausgeprägter sein, je länger die zu Gunsten der ambulanten Therapie aufzu-
schiebende Freiheitsstrafe ist. Die ambulante Massnahme darf nicht dazu miss-
braucht werden, den Vollzug der Strafe zu umgehen oder auf unbestimmte Zeit hin-
auszuschieben (zum Ganzen BGE 129 IV 161 ff.) Selbst wenn der Richter zum Er-
gebnis gelangt, eine Behandlung sei ohne Beeinträchtigung der Erfolgsaussichten 
vollzugsbegleitend nicht durchführbar, verlangt das Gesetz nicht zwingend, den 
Vollzug der Strafe aufzuschieben. Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, auf den Art. 44 Ziff. 1 
Abs. 1 Satz 3 StGB verweist, ist als „Kann“-Vorschrift ausgestaltet. Das Gesetz 
überlässt es somit dem Richter, nach seinem (pflichtgemässen) Ermessen über den 

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allfälligen Aufschub des Strafvollzugs zu befinden. Es gilt nun folglich zu prüfen, ob 
ein sofortiger Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe mit der angeordneten ambu-
lanten Massnahme vereinbar wie auch sinnvoll wäre sowie, ob die tatsächliche Aus-
sicht auf erfolgreiche Behandlung durch den Strafvollzug erheblich beeinträchtigt 
beziehungsweise verunmöglicht würde und der Strafvollzug deswegen aufzuschie-
ben wäre. - Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Durchführung einer ambu-
lanten psychiatrisch-psychothera-peutischen Behandlung, wie sie vorliegend ange-
ordnet wird, in einer Strafanstalt grundsätzlich möglich ist. Zudem kann die Betreu-
ung durch einen externen Therapeuten ermöglicht werden, so dass der Eintritt in 
den Strafvollzug nicht zwingend einen Therapeutenwechsel nach sich ziehen muss, 
was wichtig erscheint, denn ein erzwungener Wechsel des Therapeuten wirkt sich 
oft negativ auf die Behandlung aus. In ihrem Gutachten vom 21. Januar 2005 hat 
Dr. med. D. ausserdem in Beantwortung der vom Untersuchungsrichter gestellten 
Fragen erklärt, aus psychiatrischer Sicht spreche momentan nichts gegen den so-
fortigen Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe (act. 2.20, S. 18, Ziff. 5.5). Die 
Verteidigung macht nun aber geltend, A. befinde sich in einer stabilen sozialen Si-
tuation, aus der er nicht herausgerissen werden dürfe. Sein Familienleben gestalte 
sich sehr harmonisch, seine Partnerin und seine zwei Kinder seien ihm eine grosse 
Stütze. Er habe mit viel Ausdauer ein eigenes Malergeschäft aufgebaut, welches in 
der Zwischenzeit so viele Aufträge erhalte, dass A. nicht immer alle alleine bewälti-
gen könne und temporär zusätzliche Arbeitskräfte einstellen müsse. Auch die be-
handelnden Ärzte würden bestätigen, dass im Falle eines unbedingten Strafvollzu-
ges eigentlich alles, was bis anhin erreicht worden sei, neu begonnen und versucht 
werden müsste. Beide befürworteten mit überzeugenden Argumenten die Anord-
nung einer ambulanten Massnahme unter Aufschub des Strafvollzuges. Der Straf-
vollzug sei daher zu Gunsten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben. Gleich-
zeitig reichte Fürsprecherin lic. iur. Caroline Wehren zwei Schreiben der behandeln-
den Ärzte ein, in welchen diese bestätigen, dass nach ihrer Auffassung ein Auf-
schub des Strafvollzuges zu Gunsten einer ambulanten Massnahme sinnvoll und 
angezeigt wäre. Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass grundsätzlich vom 
psychiatrischen Gutachten auszugehen ist. Dieses wurde von einer unabhängigen, 
neutralen Sachverständigen verfasst. Die von der Verteidigung eingereichten 
Schreiben der behandelnden Ärzte hingegen stammen von Personen, die zu A. in 
einem engen Vertrauensverhältnis stehen. Ihnen fehlt aufgrund dieses Vertrauens-
verhältnisses im Vergleich zur begutachtenden Sachverständigen die notwendige 
Neutralität. Dies hat das Bundesgericht bereits im Jahre 2002 festgehalten, als es 
erklärte, dass der Bericht eines behandelnden Arztes den Anforderungen an ein 
Gutachten per se nicht genügen könne; einem Therapeuten müsse diejenige Neu-

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tralität abgesprochen werden, welche von einem Gutachter gemäss ständiger Ge-
richtspraxis verlangt werde, der für den Entscheid über die Anordnung einer Mass-
nahme beizuziehen sei (BGE 128 IV 241 E 3.2). Die eingereichten Berichte der 
behandelnden Ärzte sind folglich mit Zurückhaltung zu würdigen. Sie vermögen das 
im Rahmen des Strafverfahrens erstellte unabhängige psychiatrische Gutachten 
nicht ohne weiteres zu widerlegen. Aus den Ausführungen von Dr. med. D. zur 
Massnahmeindikation ist nun aber erkennbar, dass auch die Gutachterin den sofor-
tigen Strafvollzug unter gewissen Umständen nicht befürworten würde. So hat sie 
ausgeführt, dass ein Strafvollzug in einer Massnahmenanstalt gemäss Art. 2 VStGB 
3 nicht zweckmässig sei, weil es dabei zwangsläufig zu einem Therapeutenwechsel 
für eine a priori limitierte Zeit komme, was sich auf den therapeutischen Prozess 
negativ auswirken würde (act. 2.20, S. 17 oben). Im weiteren hat sie - wie bereits 
zitiert - erklärt, es spreche aus psychiatrischer Sicht momentan nichts gegen den 
sofortigen Vollzug der Strafe (vgl. act. 2.20, S. 18, Ziff. 5.5). Diese Formulierung 
lässt den Schluss zu, dass eine Veränderung der Verhältnisse auch Auswirkungen 
auf die Frage des sofortigen Vollzuges der Strafe hat. Die Explorationen, auf welche 
sich die Gutachterin stützt, erfolgten im Oktober 2004, der letzte miteinbezogene 
mündliche Bericht des behandelnden Psychiaters wurde am 13. Januar 2005 ein-
geholt (psychiatrisches Gutachten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, S. 2 oben). An 
der Hauptverhandlung hat sich nun gezeigt, dass sich die Lebenssituation von A. 
seit Oktober 2004 wesentlich geändert hat. Aus den Berichten der behandelnden 
Ärzte geht hervor, dass A. seit mehr als einem Jahr drogen- und alkoholabstinent 
lebt, mit einem Rückfall im Juni 2005 (Schreiben Dr. med. J. vom 23. Juli 2005, act. 
2.27; Schreiben von Dr. med. K. vom 21. Oktober 2005, act. 12 und 14.2; Schreiben 
von Dr. med. J. vom 3. November 2005, act. 14.1; vgl. auch psychiatrisches Gut-
achten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, S. 8). Dieser Rückfall soll nicht überbewertet 
werden, er ist jedoch auch nicht zu bagatellisieren. Er zeigt mit aller Deutlichkeit auf, 
dass A. seine Drogensucht noch nicht überwunden hat, dass er noch immer gefähr-
det und weiterhin auf fachliche Unterstützung angewiesen ist. Andererseits zeigt die 
über einjährige Abstinenz, dass sich A. ernsthaft und auch mit Erfolg um den Aus-
stieg bemüht und bereit ist, das dafür Notwendige vorzukehren. Im weiteren hat A. 
gemäss seinen eigenen Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts bewusst Abstand genommen von der Drogen-
szene und sich einen neuen Freundeskreis ausserhalb des Drogenmilieus aufge-
baut. Er hat erklärt, dass er mit den Kollegen von damals keinen Umgang mehr 
pflege und sein Umfeld vollständig geändert habe. Weiter hat A. seine Partnerin 
geheiratet und ist noch einmal Vater geworden. Gemäss seinen Aussagen gestaltet 
sich die Beziehung zu seiner Ehefrau harmonisch, die Kinder sind ihm eine wichtige 

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Stütze (vgl. auch Schreiben von Dr. med. J. vom 3. November 2005, act. 14.1). A. 
ist offensichtlich bereit und auch in der Lage, die Verantwortung, welche eine eigene 
Familie mit sich bringt, zu übernehmen. Er erfährt nach seinen Angaben viel Unter-
stützung durch seine Familie, welche ihm Rückhalt und Sicherheit vermittelt. Er ver-
bringt seine Freizeit weitgehend mit ihr, kümmert sich daneben um die Renovation 
des Hauses seines Grossvaters und treibt Sport. Er pflegt im weiteren nach seinen 
Angaben regelmässige und gute Kontakte zu seinen Eltern und Halbgeschwistern. 
Die familiären Verhältnisse hat er an der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht 
Graubünden als wieder intakt beschrieben. Gegenüber der Gutachterin hat er im 
weiteren erklärt, dass er sich, seit er in Behandlung bei seinem Psychiater sei, ge-
genüber seiner Familie bezüglich seiner Sucht geoutet habe; er könne nun besser 
mit guten Bekannten und Familienangehörigen über seine Sucht reden (psychiatri-
sches Gutachten vom 21. Januar 2005, act. 2.20, S. 7 Mitte). A. hat offenbar Bezie-
hungen aufbauen können, die ihn in seinem Bestreben, von den Drogen und vom 
Alkohol loszukommen, tragen und unterstützen. In beruflicher Hinsicht hat sich A., 
mit finanzieller Unterstützung durch seinen Vater, ein eigenes Malergeschäft aufge-
baut, dessen Auftragslage nach seinen Aussagen gut ist, das zu florieren beginnt, 
so dass er sogar teilwe