# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 936b9abf-351c-58bf-8a31-05a3bfde33b7
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 11.08.2025 RR.2024.108
**Docket/Reference:** RR.2024.108
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2024-108_2025-08-11

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Ukraine; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Entscheid vom 11. August 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Giorgio Bomio-Giovanascini, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

1. A. AG, 

2. B., 

beide vertreten durch Rechtsanwalt Ramon Bühler, 

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die  

Ukraine 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.108-109 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine führt seit dem 3. Novem-

ber 2017 unter der Verfahrensnummer 52017000000000752 gegen Unbe-

kannt eine Strafuntersuchung wegen Aneignung von Eigentum des Staates 

durch Amtsmissbrauch sowie Annahme eines ungerechtfertigten Vorteils 

durch Amtsträger, begangen nach der Erklärung der Unabhängigkeit der 

Ukraine am 24. August 1991. Beamte der C. Bezirksverwaltung (nachfol-

gend C.) für die Haupterdölproduktleitung (Z./Ukraine) – damals einer Struk-

tureinheit des südwestlichen Unternehmens für Haupterdölproduktleitungen 

des russischen Konzerns D. – hätten eine in der Ukraine befindliche Rohr-

strecke der Hauptölproduktleitung «[…]» unrechtmässig angeeignet und be-

nutzt. 

 

In diesem Zusammenhang gelangten die ukrainischen Behörden mit Schrei-

ben vom 25. November 2020 an die Schweiz und ersuchten unter anderem 

um Herausgabe von Bankunterlagen betreffend auf die A. AG lautende 

Konten bei der (damaligen) Bank E. und der Bank F. (Verfahrensakten 

Bundesanwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensakten»], Rubrik 1, Rechtshil-

feersuchen vom 25. November 2020). 

 

 

B. Nachdem das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») der Bundesanwalt-

schaft am 16. Dezember 2020 gestützt auf Art. 17 Abs. 4 und Art. 79 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen 

vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) das ukrainische 

Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 sowie allfällige Ergänzungs-

ersuchen zum Vollzug übertragen hatte, trat die Bundesanwaltschaft am 

15. März 2021 auf das Rechtshilfeersuchen ein (Verfahrensakten, Rubrik 2, 

Delegationsverfügung vom 16. Dezember 2020, und Rubrik 4, Eintretens-

verfügung vom 15. März 2021).  

 

 

C. Am 6. Mai 2021 ordnete die Bundesanwaltschaft bei der Bank E. die Her-

ausgabe der Bankunterlagen betreffend die Geschäftsbeziehung IBAN 1 

und/oder betreffend Geschäftsbeziehungen mit der A. AG und B. an (Ver-

fahrensakten, Rubrik 5, Editionsverfügung vom 6. Mai 2021).  

 

 

D. Am 21. Juni 2021 kam die Bank E. der Editionsverfügung nach und reichte 

unter anderem die Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 2, lautend auf 

die A. AG, ein (Verfahrensakten, Rubrik 5, Schreiben vom 21. Juni 2021). 

  

- 3 - 

 

 

E. Mit ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2022 und 12. Ok-

tober 2022 ersuchten die ukrainischen Behörden in der Strafuntersuchung 

Nr. 22021000000000065 gegen G. wegen Hochverrats (Art. 111 StGB-Uk-

raine), Aneignung von Eigentum des Staates durch Amtsmissbrauch 

(Art. 191 StGB-Ukraine) und Geldwäscherei (Art. 209 StGB-Ukraine) die 

Schweiz um weitere Rechtshilfe (Verfahrensakten, Rubrik 1, Rechtshilfeer-

suchen vom 29. September 2022 und 12. Oktober 2022).  

 

 

F. Am 23. Dezember 2022 gewährte die Bundesanwaltschaft der A. AG Ein-

sicht in die Verfahrensakten, insbesondere in die Unterlagen und Daten, be-

treffend derer sie die Übermittlung an die ersuchende Behörde beabsichtigte 

(darunter die Kontounterlagen betreffend das Konto Nr. 2 bei der Bank E.). 

Sie räumte der A. AG Gelegenheit ein, sich zur beabsichtigen Übermittlung 

der Beweismittel zu äussern bzw. der vereinfachten Ausführung im Sinne 

von Art. 80c IRSG zuzustimmen (Verfahrensakten, Rubrik 14.101, nicht 

paginiert).  

 

 

G. Am 20. April 2023 verfügte die Bundesanwaltschaft in Ergänzung zu ihrer 

Verfügung vom 6. Mai 2021 (vgl. supra lit. C) bei der Bank E. die Herausgabe 

von Details zu den Transaktionen an die H., I. S.R.O., J. SP.ZO.O und die 

K. Ltd sowie Informationen zu IP-Adressen, mit welchen via eBanking ab 

1. April 2015 auf das Konto Nr. 2 zugegriffen worden sei (Verfahrensakten, 

Rubrik 5, Verfügung vom 20. April 2023). 

 

  

H. Mit Schreiben vom 5. Mai 2023 verneinte die A. AG ihre Zustimmung zur 

vereinfachten Ausführung (Verfahrensakten, Rubrik 14.101, nicht paginiert).  

 

 

I. Mit Verfügung vom 6. Mai 2024 forderte die Bundesanwaltschaft bei der 

Bank E. weitere Detailbelege zum Konto Nr. 2, lautend auf die A. AG an 

(Verfahrensakten, Rubrik 5, Verfügung vom 6. Mai 2024). 

 

 

J. Am 31. Mai 2024 gewährte die Bundesanwaltschaft der A. AG Einsicht in die 

Bankunterlagen zum Konto Nr. 2 bei der Bank E., welche sie als rechtshil-

ferelevant erachtete (Verfahrensakten, Rubrik 14.101, nicht paginiert). 

 

 

- 4 - 

 

 

K. Die A. AG verneinte am 5. Juni 2024 erneut ihre Zustimmung zur vereinfach-

ten Ausführung des Rechtshilfeersuchens und nahm mit Schreiben vom 

4. Juli 2024 Stellung zur beabsichtigten Herausgabe der Bankunterlagen an 

die ukrainischen Behörden (Verfahrensakten, Rubrik 14.101, nicht paginiert).  

 

 

L. Mit Schlussverfügung vom 27. August 2024 verfügte die Bundesanwaltschaft 

die Herausgabe der Bankunterlagen des Kontos Nr. 2, lautend auf die A. AG, 

bei der Bank E. (Verfahrensakten, Rubrik 16 = act. 1.4). 

 

 

M. Dagegen erhoben die A. AG und B. mit Eingabe vom 17. September 2024 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde. Sie be-

antragen die Aufhebung der Schlussverfügung vom 27. August 2024 und die 

Abweisung des Rechtshilfeersuchens. Eventualiter seien sämtliche nicht 

rechtshilferelevanten Informationen, insbesondere solche, die dem Berufs-

geheimnis unterliegen oder den Zeitraum vor 2016 betreffen, auszusondern 

und zu schwärzen. Subeventualiter sei die Schlussverfügung aufzuheben 

und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Anträge 1.a-b). 

In prozessualer Hinsicht beantragen die A. AG und B. unter anderem die 

Sistierung des Verfahrens bis zur Beendigung des Kriegs zwischen der 

Russischen Föderation und der Ukraine (act. 1, S. 3) 

 

 

N. Das BJ beantragt mit Schreiben vom 28. Oktober 2024 die Abweisung der 

Beschwerde (act. 6), während die Bundesanwaltschaft mit Beschwerdeant-

wort vom gleichen Tag die Abweisung der Beschwerden der A. AG und von 

B., soweit darauf einzutreten sei, beantragt (act. 7). Die A. AG und B. halten 

in ihrer Replik vom 2. Dezember 2024 unverändert an ihren in der Be-

schwerde gestellten Anträgen fest und stellen zusätzlich den Verfahrensan-

trag, der ersuchende Staat sei um vorgängige schriftliche Garantieerklärung 

über die rechtmässige Verwendung der übermittelten Informationen und die 

Nichtverwendung in Strafverfahren betreffend Hochverrat und andere politi-

sche Straftaten zu ersuchen (act. 12, S. 3). Das BJ und die Bundesanwalt-

schaft verzichteten auf die Einreichung einer Duplik, was sie dem Gericht mit 

Schreiben vom 9. und 10. Dezember 2024 mitteilten (act. 14 und 15). Mit 

Eingabe vom 18. Februar 2025 liessen die A. AG und B. dem Gericht einen 

Nachrichtenbericht zur politischen Lage der Ukraine zukommen (act. 21 und 

21.1), was dem BJ und der Bundesanwaltschaft am 20. Februar 2025 zur 

Kenntnis gebracht wurde (act. 22). 

 

- 5 - 

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Ukraine sind primär das 

Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatz-

protokoll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) massgebend. 

Diese werden in concreto ergänzt durch das Übereinkommen vom 8. No-

vember 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und 

Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) sowie die 

Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten 

Nationen gegen Korruption (UNCAC; SR 0.311.56), in Verbindung mit 

Art. 14 und Art. 23 UNCAC betreffend die Geldwäscherei im Allgemeinen.  

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) An-

wendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 

dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 147 II 432 E. 3.1; 145 IV 294 

E. 2.1; 142 IV 250 E. 3; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der 

Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 E. 7c; TPF 2020 64 

E. 1.1).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der aus-

führenden Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden 

Zwischenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des 

- 6 - 

 

 

Bundesstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwer-

defrist beträgt 30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berech-

tigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 80h lit. b IRSG). Personen, gegen die sich das ausländische Strafver-

fahren richtet, können Verfügungen nur anfechten, wenn eine Rechtshilfe-

massnahme sie persönlich und direkt betrifft und sie ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung haben (Art. 21 Abs. 3 IRSG). 

Die Beschwerdevoraussetzungen gemäss Art. 21 Abs. 3 IRSG sind diesel-

ben wie in Art. 80h lit. b IRSG (vgl. hierzu die Botschaft vom 29. März 1995 

betreffend die Änderung des Rechtshilfegesetzes [...], BBl 1995 III S. 19, 30). 

Als persönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21 Abs. 3 und Art. 80h 

lit. b IRSG gilt bei der Erhebung von Kontoinformationen namentlich der 

Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV) bzw. gemäss Rechtsprechung in der Regel 

nur der Kontoinhaber (vgl. hierzu den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2020.291 vom 19. August 2021 E. 3.1 m.w.H. und E. 3.2). Der wirtschaft-

lich Berechtigte und andere bloss indirekt Betroffene sind nach der Recht-

sprechung grundsätzlich nicht zur Beschwerde legitimiert (BGE 130 II 162 

E. 1.1; 123 II 153 E. 2b, m.w.H.). Ausnahmsweise kann der bloss wirtschaft-

lich an einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft Berechtigte 

selbständig beschwerdelegitimiert sein, etwa dann, wenn eine juristische 

Person, über deren Konto Auskunft verlangt wird, nicht mehr besteht und die 

Auflösung der Gesellschaft nicht nur vorgeschoben oder rechtsmissbräuch-

lich erscheint (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 m.w.H.; 123 II 153 E. 2c-d). Die 

Stellung als Beschuldigter im ausländischen Strafverfahren, für welches die 

Bankinformationen geliefert werden sollen, genügt gemäss Rechtsprechung 

nicht, um eine direkte persönliche Betroffenheit im Sinne des Gesetzes zu 

begründen. Der Beschwerdeführer muss von der Rechtshilfemassnahme 

selbst direkt betroffen sein, nicht nur in einem generellen oder indirekten Sinn 

als Beteiligter im ausländischen Strafverfahren, für welches die Unterlagen 

rechtshilfeweise angefragt worden sind (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1; 129 II 268 

E. 2.3.3; 128 II 211 E. 2.3; 127 II 104 E. 3; 127 II 198 E. 2d; 126 II 258 E. 2d; 

TPF 2020 180 E. 4.4; 2015 141 E. 4.1; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.203-204 vom 27. Juni 2023 E. 2.1). 

 

2.2 Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-

terlagen betreffend das Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der (ehemali-

gen) Bank E., weshalb diese zur Beschwerde legitimiert ist. Auf die im Übri-

gen fristgerecht erhobene Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 ist daher 

einzutreten.  

 

- 7 - 

 

 

Der Beschwerdeführer 2 ist nicht Inhaber des von der gerügten Rechtshilfe-

massnahme betroffenen Kontos. Wie ausgeführt, genügen weder der Um-

stand, dass er als wirtschaftlich Berechtigter in den Kontoeröffnungsunterla-

gen der Beschwerdeführerin 1 genannt wird, noch dessen allfällige Stellung 

als Beschuldigter im ukrainischen Verfahren zur Bejahung seiner Beschwer-

delegitimation. Dass die Beschwerdeführerin 1 aufgelöst worden wäre und 

der Beschwerdeführer 2 Begünstigter am Liquidationserlös der Beschwerde-

führerin 1 sei, und damit ausnahmsweise dessen Legitimation zur vorliegen-

den Beschwerde zu bejahen wäre, wird nicht geltend gemacht. Auf die 

Beschwerde des Beschwerdeführers 2 ist daher nicht einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin 1 beantragt die Sistierung des Verfahrens wegen 

der politischen Lage in der Ukraine bis sich diese stabilisiert habe (act. 1, 

S. 18).  

 

3.2 Eine Behörde kann auf Antrag oder von Amtes wegen ein bei ihr hängiges 

Verfahren bis zu einem bestimmten Termin oder Ereignis sistieren, wenn 

sich dies durch zureichende Gründe rechtfertigt. Eine Sistierung fällt – selbst 

gegen den Willen von Verfahrensbeteiligten – namentlich dann in Betracht, 

wenn sich unter den gegebenen Umständen ein sofortiger Entscheid mit 

Blick auf die Prozessökonomie nicht rechtfertigen würde. Als Grund für die 

Sistierung des Verfahrens kommt etwa die Hängigkeit eines anderen (ge-

richtlichen) Verfahrens in Frage, dessen Ausgang für das bei der Entscheid-

behörde hängige Verfahren von präjudizieller Bedeutung ist. Beim Entscheid 

darüber, ob ein Verfahren sistiert werden soll, kommt der entscheidenden 

Behörde ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu (statt vieler vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-7484/2015 vom 19. Februar 2016 E. 3 

m.w.H.).  

 

3.3 Richtig ist, dass sich das Land im Krieg und damit in einer Ausnahmesitua-

tion befindet. Dass das Land politisch instabil ist, in einer Weise, die Einfluss 

auf die Funktionsfähigkeit der Justiz hätte, ist nicht bekannt. Bis dato verfü-

gen die Schweizer Behörden und auch das Bundesstrafgericht nicht über 

entsprechende Informationen. Im Gegenteil: ein Blick auf die Website der 

ermittelnden Behörde legt den Schluss nahe, dass diese sehr wohl operativ 

tätig ist (https://www.ssu.gov.ua/en). Die Beschwerdekammer hat denn auch 

seit Kriegsbeginn im Februar 2022 die Rechtshilfe an die Ukraine nicht 

grundsätzlich in Frage gestellt (vgl. die Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.203-204 vom 27. Juni 2023 E. 9.1 und 9.2; RR.2022.30 vom 

18. Mai 2022 E. 4.2, betreffend Leistung sog. «kleiner Rechtshilfe» mit 

https://www.ssu.gov.ua/en

- 8 - 

 

 

Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1C_81/2022 vom 4. März 2022). 

Daran ist bis auf weiteres festzuhalten. Der Antrag auf Sistierung des Ver-

fahrens ist daher abzuweisen. 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht in verschiedener Hinsicht eine Verletzung 

von Art. 2 lit. a und d sowie Art. 3 IRSG geltend. Das Rechtshilfeersuchen 

vom 25. November 2020 und die Ergänzungsersuchen seien rein politisch 

motiviert. Aus dem Erlass des Präsidenten der Ukraine vom 19. Feb-

ruar 2021 ergebe sich, dass dieser das Nationale Antikorruptionsbüro ange-

wiesen habe, die entsprechenden Strafverfahren zu führen. Eine solche 

präsidiale Anordnung widerspreche sämtlichen demokratischen Prinzipien 

(act. 1, S. 6 f.). Dem Rechtshilfeersuchen dürfe ferner auch deshalb nicht 

entsprochen werden, weil die Strafuntersuchung, die dem Rechtshilfe-

ersuchen zugrunde liege, unter anderem wegen Hochverrats, mithin einer 

Straftat mit politischem Charakter, geführt werde (act. 1, S. 7 ff.). Es bestehe 

weiter die reale Gefahr, dass das ukrainische Strafverfahren nicht den 

rechtsstaatlichen Grundsätzen entspreche. Die Ukraine sei wiederholt vom 

Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verurteilt worden, da 

sie grundlegen Menschenrechte verletzt habe, insbesondere im Hinblick auf 

die Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Verfahrensrechte. In vielen 

Fällen seien politische Gegner durch strafrechtliche Verfahren verfolgt 

worden (act. 1, S. 12 f.). Schliesslich macht die Beschwerdeführerin eine 

Verletzung des schweizerischen Ordre public geltend (act. 1, S. 14 ff.).  

 

4.2 Einem Rechtshilfeersuchen wird nicht entsprochen, wenn Gründe für die 

Annahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland durchgeführt wird, um 

eine Person wegen ihrer politischen Anschauungen, wegen ihrer Zugehörig-

keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aus Gründen der Rasse, 

Religion oder Volkszugehörigkeit zu verfolgen oder zu bestrafen (Art. 2 lit. b 

IRSG). Einem Ersuchen wird auch nicht entsprochen, wenn Gegenstand des 

Verfahrens eine Tat ist, die nach schweizerischer Auffassung vorwiegend 

politischen Charakter hat (Art. 3 Abs. 1 IRSG). 

 

Gemäss Art. 2 lit. a IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Straf-

sachen ebenfalls nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme beste-

hen, dass das Verfahren im Ausland den in der Europäischen Menschen-

rechtskonvention oder im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über 

bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) festgelegten 

Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. Mit Art. 2 IRSG soll vermieden 

werden, dass die Schweiz durch Leistung von Rechtshilfe im Rahmen der 

- 9 - 

 

 

internationalen Zusammenarbeit die Durchführung solcher Strafverfahren 

unterstützt, in welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem demo-

kratischen Rechtsstaat zustehenden und insbesondere durch die EMRK 

umschriebenen Minimalgarantien nicht gewährt werden oder welche den 

internationalen Ordre public verletzen (BGE 111 Ib 138 ff.; 109 Ib 64 ff.; 108 

Ib 408 ff.; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts A.156/1987 vom 1. Juli 1987 

E. 7a). 

 

4.3 Die Rechtsprechung zur Anwendbarkeit von Art. 2 IRSG nimmt auf die 

Umstände verschiedener Fallkonstellationen Rücksicht. Auf diese Bestim-

mung kann sich demnach diejenige Person berufen, deren Auslieferung 

oder Überstellung an ein internationales Strafgericht verlangt wird (BGE 130 

II 217 E. 8.2). Juristische Personen sind gemäss gefestigter Praxis per se 

nicht legitimiert, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2; 

129 II 268 E. 6 m.w.H.; TPF 2016 138 E. 4.2 m.w.H.). Gemäss Rechtspre-

chung der Beschwerdekammer kann sich indes auch eine juristische Person 

auf Art. 2 IRSG berufen, wenn sie selbst im ausländischen Verfahren 

beschuldigt ist. Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich dabei naturgemäss 

aber auf die Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 

EMRK (TPF 2016 138 E. 4.2 und E. 4.3; vgl. zuletzt u.a. die Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2022.229 vom 12. April 2023 E. 3.3; RR.2021.202 

vom 4. April 2023 E. 6.2.2). Dieselben Überlegungen zur Rügemöglichkeit 

hinsichtlich Art. 2 IRSG gelten bei der Anrufung von Art. 3 IRSG (Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2023.358 vom 21. März 2014 E. 7.2 am Ende).  

 

4.4 Bei der Beschwerdeführerin 1 handelt es sich um eine juristische Person mit 

Sitz in der Schweiz und somit ausserhalb des ersuchenden Staates. Sie ist 

im Strafverfahren in der Ukraine unbestrittenermassen nicht beschuldigt. Bei 

dieser Sachlage kann sich demnach die Beschwerdeführerin 1 nicht auf 

eigene schützenswerte Interessen berufen. Ebenso wenig kommt nach bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung eine Überprüfung der Ausschlussgründe 

gemäss Art. 2 und 3 IRSG von Amtes wegen in Betracht, zumindest soweit 

es – wie vorliegend – um die Herausgabe von Beweismitteln geht (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_543/2023 vom 7. März 2024 E. 4.3). Darüber hinaus ist 

auf den in der angefochtenen Schlussverfügung angebrachten Spezialitäts-

vorbehalt sowie den ausdrücklichen Vorhalt, dass die Rechtshilfe ausge-

schlossen ist, für Verfahren wegen Taten, die nach schweizerischem Recht 

als politische oder militärische Delikte qualifiziert werden, namentlich wegen 

Hochverrats gemäss Art. 111 des ukrainischen Strafgesetzbuches, hinzu-

weisen. Die Einhaltung des Spezialitätsprinzips durch die Vertragsstaaten 

des EUeR wird nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip als selbstver-

ständlich vorausgesetzt (BGE 143 II 136 E. 5.2.1; 142 II 161 E. 2.1.3; 121 I 

- 10 - 

 

 

181 E. 2c/aa; 107 Ib 264 E. 4b; zum Spezialitätsprinzip selbst: BGE 139 IV 

137 E. 5.2.3; TPF 2008 68 E. 2.3). Anhaltspunkte, dass die Ukraine die Vor-

behalte der Schweiz missachten könnte, sind vorliegend keine ersichtlich. 

Auf die Rüge der Beschwerdeführerin 1, die Gewährung von Rechtshilfe 

würde vorliegend Art. 2 und Art. 3 IRSG verletzen, ist nach dem Gesagten 

nicht einzutreten. 

 

 

5. Vor dem Hintergrund des eben Ausgeführten ist sodann der in der Replik 

gestellte Antrag um Einholung einer schriftlichen Garantieerklärung über die 

rechtmässige Verwendung der übermittelten Informationen und die Nichtver-

wendung in Strafverfahren betreffend Hochverrat und andere politische 

Straftaten (act. 12, S. 3) ohne Weiteres abzuweisen. Die Einhaltung der in 

der Schlussverfügung erwähnten Vorbehalte durch die ukrainischen Behör-

den wird vermutet (vgl. supra E. 4.4), ohne dass die Einholung ausdrückli-

cher Zusicherungen notwendig wäre. Es ist darüber hinaus davon auszuge-

hen, dass die Vertragsstaaten der EMRK wie es die Schweiz und die Ukraine 

sind, auch die entsprechenden Garantien einhalten und damit ein faires 

Strafverfahren gewährleisten.  

 

 

6.  

6.1 Soweit die Beschwerdeführerin 1 ferner replicando der Ansicht ist, den er-

gänzenden Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2022 und 12. Okto-

ber 2022 fehle es an Rechtsmässigkeit, weil der gemäss ukrainischem Recht 

zwingend notwendige gerichtliche Beschluss über die Genehmigung von 

Rechtshilfeersuchen fehle (act. 12, S. 14, FN 1), ist Folgendes festzuhalten: 

 

Art. 76 lit. c IRSG sieht für Anträge auf Durchsuchung von Personen oder 

Räumen, Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen vor, dass 

die ersuchende Behörde ausser den Angaben und Unterlagen nach Art. 28 

IRSG, in ihrem Ersuchen eine Bestätigung aufführen oder ihrem Ersuchen 

eine Bestätigung beifügen muss, dass diese Massnahmen im ersuchenden 

Staat zulässig sind. Gestützt auf das zwischen den Staaten geltende Ver-

trauensprinzip braucht eine Bestätigung allerdings nicht in jedem Fall einge-

reicht zu werden, sondern nur dann, wenn starke Zweifel dafür bestehen, 

dass die ersuchende Behörde nach dem ausländischen Recht eine entspre-

chende Massnahme tatsächlich anordnen dürfte (KUSTER, Basler Kommen-

tar, 2015, N. 2 zu Art. 76 IRSG mit Hinweisen auf BGE 123 II 161 E. 3.b; 118 

Ib 457 E. 5).  

 

- 11 - 

 

 

6.2 Wie bereits festgehalten, ist vorliegend für die Rechtshilfe zwischen der 

Ukraine und der Schweiz ohnehin in erster Linie das EUeR massgebend. 

Art. 14 EUeR schreibt vor, welche Angaben Rechtshilfeersuchen enthalten 

müssen. Anders als Art. 76 lit. c IRSG, sieht Art. 14 EUeR eine Bescheini-

gung über die Zulässigkeit der Zwangsmassnahmen nach dem Recht des 

ersuchenden Staates gerade nicht vor, weshalb sich die Rüge der Be-

schwerdeführerin der Verletzung von Art. 76 lit. c IRSG von vornherein als 

unbegründet erweist. Ob allenfalls nach ukrainischem Recht eine gerichtli-

che Genehmigung von Rechtshilfeersuchen nötig ist, wie die Beschwerde-

führerin 1 behauptet, braucht vorliegend nicht geprüft zu werden.  

 

 

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht weiter eine Verletzung des Verhältnismäs-

sigkeitsprinzips, des anwaltlichen Berufsgeheimnisses und des rechtlichen 

Gehörs geltend.  

 

Über 95% der angeforderten Transaktionen würden Administrationskosten, 

darunter Mietzahlungen, Gebühren an Behörden und Lohnzahlungen betref-

fen. Diese hätten keinerlei Zusammenhang mit den in der Ukraine erhobe-

nen Vorwürfen. Die pauschale Herausgabe solcher Informationen ohne 

detaillierte Relevanzprüfung verletze das Erforderlichkeitsprinzip und sei un-

verhältnismässig. Viele Zahlungen würden aus einem Zeitraum datieren, der 

gemäss Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 irrelevant sei. Die 

herauszugebenden Bankunterlagen würden zudem Transaktionen zwischen 

der Beschwerdeführerin 1 und der L. Rechtsanwälte AG sowie weiteren 

Beratern wie der M. AG enthalten. Diese Transaktionen stünden im direkten 

Zusammenhang mit der anwaltlichen Beratung und würden somit unter das 

Berufsgeheimnis fallen (act. 1, S. 9 ff.). 

Die Beschwerdeführerin habe vor der Vorinstanz substanziiert dargelegt, 

warum einzelne Zahlungen nicht rechtshilferelevant seien bzw. weshalb sie 

vom Berufsgeheimnis geschützt seien. Die Beschwerdegegnerin sei jedoch 

auf kein einziges Vorbringen der Beschwerdeführerin eingegangen und habe 

damit das rechtliche Gehör verletzt (act. 1, S. 10). 

 

7.2  

7.2.1 Der in Art. 29 Abs. 2 BV grundrechtlich verankerte Anspruch auf rechtliches 

Gehör wird im schweizerischen Rechtshilfeverfahren durch Art. 80b IRSG 

und Art. 26 ff. VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG konkretisiert (BGE 145 IV 99 

3.1; Urteil des Bundesgerichtes 1A.57/2007 vom 24. September 2007 E. 2.1; 

TPF 2010 142 E. 2.1; 2008 91 E. 3.2). Das Recht auf eine begründete 

Verfügung respektive einen begründeten Entscheid bedeutet, dass die 

- 12 - 

 

 

Begründung den Entscheid für die Partei verständlich machen und ihr erlau-

ben muss, ihn zu akzeptieren oder anzufechten. Bei Abschluss des Rechts-

hilfeverfahrens durch eine Verfügung ist die Begründungspflicht auch im 

IRSG erwähnt (Art. 80d IRSG). Die Behörde muss die Vorbringen des 

Betroffenen sorgfältig und ernsthaft prüfen und in der Entscheidfindung 

berücksichtigen. Die Überlegungen, von denen sich die Behörde leiten liess 

und auf welche sich ihr Entscheid stützt, müssen daher wenigstens kurz 

genannt werden. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich diese ausdrücklich 

mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 142 II 49 E. 9.2; 138 I 232 

E. 5.1). Die Behörde hat demnach in der Begründung ihres Entscheids die-

jenigen Argumente aufzuführen, die tatsächlich ihrem Entscheid zugrunde 

liegen (BGE 126 I 97 E. 2b). Ob diese Überlegungen zutreffend sind und 

inhaltlich für den Entscheid ausreichen, ist nicht eine Frage des rechtlichen 

Gehörs, sondern betrifft den Entscheid in seinem materiellen Gehalt. 

 

7.2.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 hat sich die Be-

schwerdegegnerin in ihrer Schlussverfügung nicht nur über sieben Seiten 

detailliert zur Verhältnismässigkeit der herauszugebenden Bankunterlagen 

sondern über weitere drei Seiten zu den Einwendungen der Beschwerdefüh-

rerin 1 hinsichtlich der Herausgabe der Bankunterlagen und dabei insbeson-

dere auch zur geltend gemachten Verletzung des anwaltlichen Berufsge-

heimnisses geäussert (act. 1.4, S. 12 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat dabei 

ausdrücklich auf die von der Beschwerdeführerin 1 mit der Stellungnahme 

vom 4. Juli 2024 eingereichten und von ihr kommentierten Datensätzen mit 

den Bankunterlagen Bezug genommen (vgl. act. 1.4, Rz. 74 ff.). Der Begrün-

dungspflicht wurde Folge geleistet, und eine sachgerechte Anfechtung war 

möglich. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt damit 

nicht vor. Eine andere Frage ist, ob diese Überlegungen zutreffend sind und 

inhaltlich für den Entscheid ausreichen, was vorliegend von der Beschwer-

deführerin 1 bestritten wird. Diese Frage betrifft – wie bereits ausgeführt – 

den Entscheid in seinem materiellen Gehalt, worauf in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen wird. 

 

7.3  

7.3.1 Vom Schutz des Anwaltsgeheimnisses im Sinne von Art. 264 Abs. 1 StPO 

sind nur Tatsachen und Dokumente umfasst, die mit der typischen Tätigkeit 

des Anwalts zusammenhängen (vgl. auch Art. 321 StGB). Zur berufsspezifi-

schen Anwaltstätigkeit gehören – dem straf- und anwaltsrechtlichen Schutz 

des Berufsgeheimnisses (Art. 321 Ziff. 1 StGB und Art. 13 BGFA) entspre-

chend – namentlich Prozessführung und Rechtsberatung, nicht jedoch 

- 13 - 

 

 

berufsfremde Aktivitäten (sog. akzessorische anwaltliche «Geschäftstätig-

keiten») wie Vermögensverwaltung, Verwaltungsratsmandate, Geschäfts-

führung oder Sekretariat eines Berufsverbandes, Mäkelei oder Inkassoman-

date (vgl. BGE 135 III 597 E. 3.3; 132 II 103 E. 2.1; jeweils m.w.H.). 

Entscheidendes Kriterium für die Abgrenzung ist, ob bei den fraglichen 

Dienstleistungen die kaufmännisch operativen oder die anwaltsspezifischen 

Elemente objektiv überwiegen (Urteile des Bundesgerichts 1B_264/2018 

vom 28. September 2018 E. 2.1; 1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 4.2 

m.w.H.). Zu beachten ist, dass im Rechtshilfeverfahren und speziell im 

gerichtlichen Verfahren der Überprüfung der Schlussverfügung eine weiter-

gehendende Substanziierungspflicht zum Anwaltsgeheimnis gilt als im 

nationalen Strafverfahren (TPF 2015 121 E. 7.3). 

7.3.2 Die Begründung der Beschwerdeführerin 1, alle Zahlungen der L. Rechtsan-

wälte AG (ausser Mietzahlungen) seien aus dem Recht zu weisen oder zu 

schwärzen, da bereits der Umstand, dass eine Beziehung zu einer Anwalts-

kanzlei bestehe, vom Berufsgeheimnis geschützt sei (act. 1, S. 11), reicht 

zur Substanziierung des Anwaltsgeheimnisses im Rechtshilfeverfahren nicht 

aus. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass es sich bei fast allen von der 

L. Rechtsanwälte AG in Auftrag gegebenen Zahlungen um Daueraufträge 

handelte. Dabei wurden jeweils deren Änderungen, Löschungen und Neuer-

öffnungen von Rechtsanwalt N., Rechtsanwalt der Kanzlei L. Rechtsanwälte 

AG und Büropartner des Vertreters der Beschwerdeführerin 1, in Auftrag 

gegeben. Rechtsanwalt N. ist Präsident des Verwaltungsrates der Be-

schwerdeführerin 1 und war an deren Konten bei der (ehemaligen) Bank E. 

bevollmächtigt. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, 

dass es sich bei der Erstellung, Änderung und Löschung von Bank-Dauer-

aufträgen nicht um anwaltsspezifische Tätigkeiten handelt. Gegenteiliges 

wird von der Beschwerdeführerin 1 denn auch nicht substanziiert dargetan. 

Auch bei den monatlichen Überweisungen vom Konto der Beschwerdefüh-

rerin 1 an die L. Rechtsanwälte AG in der Höhe von CHF 1970.– und 3'240.– 

bzw. später von CHF 4'350.– und CHF 7'560.– ist nicht ersichtlich, dass es 

sich hierbei um Entgelt für anwaltliche Tätigkeit handelt. Der Umstand 

alleine, dass diese Zahlungen zugunsten einer Anwaltskanzlei geleistet 

wurden, genügt im vorliegenden Fall nicht für die Annahme, es handle sich 

hierbei um Honorarzahlungen für anwaltstypische Leistungen. Entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 befinden sich in den Kontounterla-

gen ferner keine Zahlungen an die L. Rechtsanwälte AG mit den Vermerken 

«Pauschale Rechtsberatung» oder «Honorarnote». Schliesslich ist darauf 

hinzuweisen, dass Leistungen von Steuerexperten nicht vom anwaltlichen 

Berufsgeheimnis erfasst sind, sodass sich die Beschwerdeführerin 1 hin-

sichtlich der Zahlungen an die M. AG nicht auf Art. 264 Abs. 1 StPO berufen 

- 14 - 

 

 

kann. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin 1 ist mangels hinreichender 

Begründung abzuweisen.  

 

7.4  

7.4.1 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.174 vom 5. Juli 2023 E. 7.2.1). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob 

die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig 

oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem 

Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Der ersuchte 

Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu 

übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachver- 

halt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für 

das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. 

potentielle Erheblichkeit; BGE 136 IV 82 E. 4.4; 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 

367 E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass 

für das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch ent-

lastende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden 

Verdacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

 

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzi-

siert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der ange-

strebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 

E. 5.1).  

 

Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden 

sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3; 

TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

  

- 15 - 

 

 

7.4.2 Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss nur aufzeigen, dass zwischen den 

von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Straf-

untersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht und diejeni-

gen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist 

(BGE 122 II 367 E. 2c). Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshil-

femassnahme Betroffenen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu 

übermittelnden Unterlagen und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens über-

schreiten oder für das ausländische Verfahren von keinerlei Interesse sein 

sollen (BGE 122 II 367 E. 2c). Für die vorzunehmende Ausscheidung der 

Unterlagen stützt sich die ausführende Behörde auf den Inhaber der Unter-

lagen ab, welcher nicht nur das Recht auf Teilnahme an der Triage, sondern 

auch die Obliegenheit hat, die Rechtshilfebehörde bei dieser Triage zu 

unterstützen (BGE 130 II 14 E. 4.3; 126 II 258 E. 9b/aa; 122 II 367 E. 2d, je 

mit Hinweisen).  

Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstücken, die im 

ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten 

(BGE 130 II 14 E. 4.3; 126 II 258 E. 9b/aa; Urteile des Bundesgerichts 

1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1 sowie 1A.184/2004 vom 22. April 2005 

E. 3.1). 

 

7.4.3 Dem Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 sowie den Ergänzungen 

vom 29. September 2022 und 12. Oktober 2022 liegt folgender Sachverhalt 

zugrunde:  

Nach dem Zerfall der Sowjetunion sei das Eigentum an einem Teil der Öl-

pipeline «[…]», die sich auf dem Territorium der Ukraine befinde, gemäss 

der damals geltenden Gesetzgebung für den Staat der Ukraine anerkannt 

worden. Ab 1992 seien jedoch sämtliche Gebäude, Strukturen und techno-

logischen Objekte, die zu dieser Ölpipeline gehört hätten, entgegen den 

gesetzlichen Anforderungen, von einer Gesellschaft, die von der Regierung 

der Russischen Föderation über den Konzern D. kontrolliert worden sei, wie 

folgt genutzt worden: 

Funktionäre der C. Bezirksverwaltung für Haupterdölproduktion in Z./Ukraine 

hätten mit Unterstützung von weiteren ukrainischen und russischen Funktio-

nären sowie von mehreren Verantwortlichen von Unternehmen dafür 

gesorgt, dass der ukrainische Teil der Erdölleitung […] mit den dazugehöri-

gen Anlagen nach deren Eigentumsübergang von der Sowjetunion an die 

Ukraine von der C. angeeignet und genutzt worden sei. Die C. sei eine Toch-

tergesellschaft des südwestlichen Unternehmens für Haupterdölproduktlei-

tungen mit Sitz in Y./Russland gewesen, welche ihrerseits dem russischen 

Konzern D. gehört habe. Die Aneignung des Abschnittes der Erdölleitung 

- 16 - 

 

 

[…] und die damit einhergehende Bereicherung sei durch verschiedenste 

Rechtsumwandlungen und Eigentumsübertragungen vertuscht worden. Zu 

diesem Zweck sei auf der Basis der C. im Jahr 1993 die Gesellschaft O. 

errichtet worden, die 2001 in die Gesellschaft P. und im Jahr 2017 schliess-

lich in eine GmbH umgewandelt worden sei. Die Muttergesellschaft der C.  

habe im gleichen Zeitraum eine Umwandlung vom südwestlichen Unterneh-

men in die Q. AG erfahren. In der Folge sei die Beschwerdeführerin 1 mit 

Sitz in St. Gallen durch Abschluss der Kaufverträge vom 19. August 2015 

und vom 20. April 2017 Eigentümerin der Q. AG bzw. der P. geworden. Der 

Eigentümer der Beschwerdeführerin 1 sei der Beschwerdeführer 2. Es habe 

festgestellt werden können, dass die Beschwerdeführerin 1 bei der Bank E. 

in Zürich ein Bankkonto mit der IBAN Nr. 1 habe. 

Es bestehe weiter der Verdacht, dass Aktionäre der jeweiligen Rechtsnach-

folger der C. durch die Ausschüttung von Dividenden und einige ukrainische 

Funktionäre durch den Erhalt von Geldbeträgen auf ihre Bankkonten von der 

oben dargelegten Aneignung profitiert hätten. Auch der am 2. April 2018 zwi-

schen der Beschwerdeführerin und der P. geschlossene Vertrag Nr. 177/08-

2018 habe die Bereicherung an der hiervor beschrieben Aneignung des uk-

rainischen Staatseigentums an mutmasslich in der Schweiz liegenden Bank-

konti der Beschwerdeführerin 1 bezweckt.  

7.4.4 Die ersuchende Behörde verfügt über konkrete Hinweise, dass auf dem 

Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der (ehemaligen) Bank E. mit der IBAN 

Nr. 1 möglicherweise Gelder deliktischer Herkunft einbezahlt worden sind. 

Die Schlussverfügung bezieht sich exakt auf dieses Konto der Beschwerde-

führerin 1 bei der genannten Bank, weshalb die Unterlagen, deren Heraus-

gabe verfügt werden, für das ausländische Verfahren bereits aus diesem 

Grund als potentiell erheblich einzustufen sind. Die Beschwerdegegnerin hat 

darüber hinaus im Rahmen der angefochtenen Schlussverfügung mit Hin-

weis auf die Bankunterlagen überzeugend dargelegt, es bestehe der Ver-

dacht, dass die betreffende Kundenbeziehung, lautend auf die Beschwerde-

führerin 1, bei der (ehemaligen) Bank E. einen objektiven Zusammenhang 

mit den zu untersuchenden Straftaten habe. Dieser Verdacht ergebe sich 

bereits aus der Prüfung der Eröffnungs- und Korrespondenzunterlagen der 

betreffenden Bankverbindung der Beschwerdeführerin 1. Darauf kann ohne 

Weiteres verwiesen werden. So führt die Beschwerdegegnerin insbesondere 

aus, den KYC-Unterlagen sei zu entnehmen, dass das Tochterunternehmen 

der Beschwerdeführerin 1, die P. in Z./Ukraine, im Jahr 2016 «von den Rus-

sen» die Pipeline «[…]» abgekauft habe. Am 2. Februar 2017 habe alsdann 

die Beschwerdeführerin 1 mit ihrer Hauptkundin, der R. SA, ein Rahmenab-

kommen abgeschlossen über den Transport von Öl durch die genannte 

Pipeline von Weissrussland nach Ungarn. In der Folge seien ab Frühjahr 

- 17 - 

 

 

2017 von der R. SA Transportaufträge im Wert von rund EUR 12 Mio. pro 

Jahr eingegangen. Zur Planung und Durchführung diverser Arbeiten an der 

Pipeline habe die Beschwerdeführerin 1 verschiedene Unternehmen, wie die 

S. S.R.O., die I. S.R.O in Prag und die T. KFT in Budapest beauftragt. Mit 

der I. S.R.O. habe die Beschwerdeführerin 1 am 26. Juli 2018 ein «Contrac-

tor Agreement No. 1532-C07-2018» abgeschlossen und eine Preisbegren-

zung auf EUR 3 Mio. festgelegt, und mit der T. KFT sei im Januar 2019 ein 

Rahmenvertrag betreffend die Bau- und Ingenieur-Arbeiten in der Höhe von 

EUR 2 Mio. abgeschlossen worden. Die Beschwerdegegnerin führt weiter 

aus, gemäss einer internen Notiz der (ehemaligen) Bank E. vom 23. April 

2018 seien der Kaufpreis der Pipeline «[…]» von USD 27 Mio. sowie die 

Auslagen von USD 10 Mio. für die notwendigen Erneuerungen der Pipeline 

durch Darlehen von der AA. Ltd in der Höhe von USD 23.1 Mio. und von BB. 

bzw. der CC. LLC in der Höhe von USD 7.5 Mio. sowie durch die Rahmen-

aufträge mit der R. SA und der DD. LP finanziert worden. Die Beschwerde-

gegnerin hat ferner gestützt auf die Kontounterlagen feststellen können, 

dass in der Zeit von April 2015 bis Januar 2020 das CHF-Konto der 

Beschwerdeführerin 1 mit monatlichen Zahlungen von CHF 9’000.– an den 

Beschwerdeführer 2 sowie mit weiteren Zahlungen von mehreren tausend 

Franken an diesen belastet worden sind. Ab 2017 hätten das EUR-Konto 

und das USD-Konto der Beschwerdeführerin 1 von der R. SA Eingänge in 

der Höhe von EUR 44 Mio. bzw. USD 6 Mio. verzeichnet. Teilweise seien 

diese Einzahlungen sofort wieder abgebucht und an weitere Gesellschaften 

wie die R. SA, I. S.R.O. oder S. S.R.O. weitergeleitet worden. Zudem seien 

einige Überweisungen vom EUR-Konto der Beschwerdeführerin 1 an Konten 

von ihr im Ausland erfolgt. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann 

auf die entsprechenden Erwägungen in der Schlussverfügung verwiesen 

werden (vgl. Schlussverfügung, Ziff. 49 ff.). Ziel des Rechtshilfeersuchens ist 

die Ermittlung der Geldflüsse und der wirtschaftlich Berechtigten an den frag-

lichen Vermögenswerten. Vor diesem Hintergrund sind die Bankunterlagen 

der Beschwerdeführerin 1 potentiell geeignet, mögliche Geldflüsse im 

Zusammenhang mit dem Rechtshilfeersuchen geschilderten Sachverhalt 

aufzudecken. Wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. 7.4.1), entspricht es der 

Rechtsprechung, dass die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

alle sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln haben, welche sich auf den 

im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Dies gerade dann, 

wenn das Rechtshilfeersuchen, wie vorliegend, auf die Ermittlung abzielt, auf 

welchem Weg Geldmittel mutmasslich strafbarer Herkunft verschoben 

wurden. Zur Rekonstruktion der Geldflüsse können somit auch Überweisun-

gen, welche im Zusammenhang mit Lohnzahlungen, Krankenkassenprä-

mienzahlungen, Mietzahlungen etc. getätigt wurden, für die untersuchenden 

Strafbehörden in der Ukraine relevant sein. Darauf hat die 

- 18 - 

 

 

Beschwerdegegnerin zu Recht hingewiesen. Die Beschwerdeführerin 1 legt 

denn auch nicht dar, inwiefern die diesbezüglichen Ausführungen der Be-

schwerdegegnerin nicht zutreffend sein sollen. Im Übrigen sind die Überwei-

sungen auch als potentiell relevant zu bezeichnen, um darauf Rückschlüsse 

be- aber auch entlastender Natur über das den Beschuldigten vorgeworfene 

Verhalten zu ziehen. Soweit die Beschwerdeführerin 1 die Verhältnismässig-

keit in zeitlicher Hinsicht rügt, indem sie pauschal geltend macht, viele Zah-

lungen würden aus einem Zeitraum datieren, der gemäss Rechtshilfeersu-

chen irrelevant sei, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass ein angeblicher 

Deliktszeitraum den Zeitraum der zu erhebenden Unterlagen nicht darauf 

einschränkt. Insbesondere können Kontoeröffnungsunterlagen und Doku-

mente, welche die Verflechtung zwischen zahlreichen Unternehmen bele-

gen, unabhängig ihres Datums potentiell erheblich sein. Ebenso können Un-

terlagen, die Kontobewegungen zum Inhalt haben, nach dem Deliktszeit-

raum für die vollständige Rekonstruktion der mutmasslich deliktischen Geld-

flüsse massgeblich sein. Vor diesem Hintergrund sind sämtliche von der 

Schlussverfügung betroffenen Unterlagen als potentiell erheblich einzustu-

fen und der ersuchenden Behörde herauszugeben.  

 

Zusammenfassend steht fest, dass eine Verletzung des Verhältnismässig-

keitsprinzip nicht auszumachen ist und die diesbezügliche Rüge fehl geht. 

 

 

8. Andere Rechtshilfehindernisse werden nicht genannt und sind auch nicht 

ersichtlich. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 4'000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten Kosten-

vorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

  

- 19 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.– wird den Beschwerdeführern auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 12. August 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Ramon Bühler 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).