# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad3fac27-2d45-53a1-8e58-635349e2bb57
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 04.06.2021 510 21 1 (510 2021 1)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-21-1_2021-06-04.pdf

## Full Text

Seite 1 

Entscheid vom 4. Juni 2021 (510 21 1) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Holdingprivileg 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steuerrichter M. Angehrn (Ref.), 
J. Felix, Dr. L. Schneider, S. Schmid, Gerichtsschreiber i.V. J.-P. Stoll 
 

Parteien A.____ AG, vertreten durch Ernst & Young AG, Postfach, Aeschengra-
ben 27, 4002 Basel 
 
 Rekurrentin 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Staatssteuer 2019 
 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
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Sachverhalt: 

 

A. 

Anlässlich der weltweiten Abspaltung der B.____ Gruppe von der C.____ Gruppe wurde im Au-

gust 2019 die Beteiligung an der D.____ (PTE) Limited im Umfang von Fr. 1'384'359'980.-- in 

die Reserven aus Kapitaleinlagen der Pflichtigen eingelegt. Mit dieser Sacheinlage erhöhte sich 

das steuerbare Eigenkapital auf Fr. 1'385'930'718.-- im streitbetroffenen Jahr.  

 

Mit Verfügung der Staatssteuer 2019 vom 22. Oktober 2020 wurde die Pflichtige als ordentlich 

besteuerte Gesellschaft veranlagt, wobei der steuerbare Reinverlust mit Fr. 1'549’892.-- und 

das im Kanton Basel-Landschaft steuerbare Kapital mit Fr. 1'383'921'118.-- festgesetzt wurden. 

Die Kapitalsteuer inkl. Kirchensteuer belief sich in der Folge auf Fr. 1'453'117.15. 

 

 

B. 

Die damalige Vertreterin der Pflichtigen erhob mit Eingabe vom 20. November 2020 Einsprache 

mit dem Antrag, es sei die Veranlagungsverfügung vom 22. Oktober 2020 aufzuheben und es 

sei der Pflichtigen die Besteuerung als Holdinggesellschaft nur für Kapitalsteuerzwecke mit ei-

nem Kapitalsteuersatz für den Staat und die Gemeinde von je 0.1 ‰ zu gewähren. Zur Begrün-

dung führte sie aus, dass in der Steuererklärung 2019 unglücklicherweise vergessen gegangen 

sei, mittels Setzens des Kreuzes «Antrag auf Besteuerung als Holding- bzw. Domizilgesell-

schaft» formell die Besteuerung als Holdinggesellschaft für Kapitalsteuerzwecke zu beantragen, 

was ein reiner Formfehler sei. Der statutarischen Jahresrechnung 2019 könne entnommen 

werden, dass die Aktiven der Gesellschaft zur Hauptsache aus Beteiligungen bzw. der Beteili-

gung an der D.____ (PTE) Limited bestehe und dass die restlichen Geschäftsaktiven eine ein-

deutig untergeordnete Rolle einnähmen. Ebenfalls sei das Halten und Verwalten von Beteili-

gungen im Gesellschaftszweck gemäss Handelsregister festgehalten. Insbesondere erfülle die 

Gesellschaft dadurch die zentralen Kriterien zur Besteuerung als Holding: Das Halten und Ver-

walten von Beteiligungen an anderen Unternehmen sei nicht nur statutarisch festgelegt, son-

dern werde, wie aufgrund der Bilanzstruktur der A.____ AG offensichtlich erkennbar sei, auch 

tatsächlich ausgeübt (qualitative Voraussetzung). Die Tätigkeit als Holdinggesellschaft sei zwar 

erst während der streitbetroffenen Steuerperiode als Resultat einer weltweiten Umstrukturierung 

der Gruppe aufgenommen worden, jedoch sei geplant, diese Tätigkeit in Zukunft fortzuführen. 

Der Gewinnsteuerwert der Beteiligung an der D.____ (PTE) Limited habe per Ende 2019 

Fr. 1'316’865’854.-- bei einem Buchwert von Fr. 1'088'003'486.-- betragen. Unter Berücksichti-

gung der Gesamtaktiven in der Höhe von Fr. 1'398'307’214.-- (Gewinnsteuerwert) würden die 

Aktiven der A.____ AG zu ungefähr 94 % aus Beteiligungen bzw. der Beteiligung an der D.____ 

(PTE) Limited bestehen (quantitative Voraussetzung [Aktiventest]). Die Beteiligung an der 

D.____ (PTE) Limited umfasse eine Beteiligungsquote von 100 % und weise einen Verkehrs-

wert von deutlich mehr als Fr. 250’000.-- auf, weshalb sie sich als Beteiligung im Sinne des Ba-

selbieter Steuerbuchs qualifiziere. Schliesslich übe die Rekurrentin neben ihren Holdingaktivitä-

ten auch noch weitere Geschäftstätigkeiten in der Schweiz aus, das Halten und Verwalten der 

Beteiligung an der D.____ (PTE) Limited nehme aber eine zumindest betragsmässig überge-

 
 
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ordnete Rolle ein. Da die Besteuerung als Holdinggesellschaft lediglich für Kapitalsteuerzwecke 

beantragt werde, könnten die Voraussetzungen dafür mit Blick auf die Bilanzstruktur der Ge-

sellschaft und deren Einfluss auf das steuerbare Eigenkapital durch die Einlage der Beteiligung 

an D.____ (PTE) Limited im Jahr 2019 als erfüllt betrachtet werden. 

 

Die Steuerverwaltung wies die Einsprache mit Entscheid vom 27. November 2020 ab. Zur Be-

gründung führte sie aus, dass der Antrag bereits schon aus rein formellen Gründen abgewiesen 

werden müsse, da weder das Gesetz noch die Praxis eine privilegierte Besteuerung als Hol-

dinggesellschaft einzig für Kapitalsteuerzwecke zulasse. Zudem könne das Holdingprivileg nur 

von Gesellschaften beansprucht werden, deren statutarischer Zweck zur Hauptsache in der 

dauernden Verwaltung von Beteiligungen bestehe und die in der Schweiz keine Geschäftstätig-

keit ausübten. Der Zweck der Pflichtigen laute gemäss Handelsregister aber wie folgt: «Ver-

trieb, Handel und Kundendienst von […] in der Schweiz. Die Gesellschaft kann sich an anderen 

Unternehmen beteiligen sowie Grundstücke erwerben, belasten, veräussern und verwalten.». 

Damit bestehe der Zweck der Gesellschaft nicht zur Hauptsache in der dauernden Verwaltung 

von Beteiligungen. Auch die Erfolgsrechnung sowie die explizite Erwähnung in der Einsprache 

zeige, dass im Inland eine echte Geschäftstätigkeit und nicht etwa eine zulässige Nebentätig-

keit ausgeübt werde, was mit der privilegierten Besteuerung als Holdinggesellschaft nicht im 

Einklang stehe. Somit hätte auch schon die «normale» Besteuerung als Holdinggesellschaft 

nicht gewährt werden können. 

 

 

C. 

Mit Schreiben vom 24. Dezember 2021 erhebt die Vertreterin Rekurs mit dem Begehren, es sei 

(1) der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung Basel-Landschaft vom 27. November 2020 

vollumfänglich aufzuheben und (a) das Holdingprivileg für Kapitalsteuerzwecke zu gewähren, 

(b) die Staatssteuer auf dem steuerbaren Kapital 2019 auf Fr. 138'392.10, (c) die Kirchensteuer 

auf dem steuerbaren Kapital 2019 auf Fr. 6'919.60 und (d) die Gemeindesteuer auf dem steu-

erbaren Kapital 2019 auf Fr. 138'392.10 (2) unter o/e-Kostenfolgen festzusetzen. Zudem stellt 

sie folgenden Verfahrensantrag: In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei dieses Verfahren bis zur 

rechtskräftigen Erledigung des Härtefallgesuches vom 24. Dezember 2020 zu Handen der Ta-

xations- und Erlasskommission des Kantons Basel-Landschaft zu sistieren. Zur Begründung 

führt sie ergänzend aus, dass im Rahmen der weltweiten Abspaltung der B.____ Gruppe von 

der C.____ Gruppe die Beteiligungen der D.____ (PTE) Limited am 28. August 2019 im Umfang 

des damaligen Verkehrswerts von Fr. 1'384'359'980.-- in die Reserven aus Kapitaleinlagen der 

Rekurrentin eingelegt worden seien. Die ordentliche Besteuerung des Kapitals der Rekurrentin 

führe zu einer Kapitalsteuerbelastung auf Kantonsebene von Fr. 1'453’117.15 und auf Gemein-

deebene von Fr. 3'805’783.05. Die flüssigen Mittel per 30. November 2019 hätten jedoch ledig-

lich Fr. 2'656'156.-- betragen. Die vorliegend für die Holdingbesteuerung schädliche Geschäfts-

aktivität habe demgemäss nicht ausreichend Mittel erwirtschaftet, um die ordentliche Kapital-

steuerbelastung tragen zu können. Auch bei einer Durchschnittsbetrachtung der flüssigen Mittel 

über die letzten sechs Jahre sei zwischen 2013 und 2018 nur ein Bestand von Fr. 3'485’726.-- 

an flüssigen Mitteln vorhanden gewesen, während im selben Zeitraum ein durchschnittlicher 

 
 
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handelsrechtlicher Jahresgewinn von Fr. 113'340.-- erzielt worden sei. Unter Berücksichtigung 

dieser Kennzahlen sei die Tragbarkeit der Kapitalsteuer 2019 aus operativer Tätigkeit nicht ge-

geben. Zudem sei eine privilegierte Besteuerung einer Gesellschaft lediglich für Kapitalsteuer-

zwecke durchaus zulässig, da das Gesetz Mechanismen vorsehe, welche Abweichungen vom 

Gesetzeswortlaut erlaubten: So sei beispielsweise auf die Möglichkeit von Steuererleichterun-

gen oder Härtefallgesuchen verwiesen. Vor diesem Hintergrund erscheine die Argumentation 

stossend, dass weder das Gesetz noch die Praxis eine Abweichung betreffend den Steuersta-

tus für Kapital- und Gewinnsteuerzwecke erlaubten. Schliesslich werde gegen den verfas-

sungsmässigen Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 

verstossen, da die Kapitalsteuer in einem offensichtlichen Missverhältnis zum Gewinn und den 

vorhandenen flüssigen Mitteln stehe. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das qualita-

tive Kriterium betreffend die Besteuerung als Holdingsgesellschaft sicherstellen solle, dass Er-

träge, welche aus ordentlicher Geschäftstätigkeit stammten, ordentlich besteuert würden, sei 

die Besteuerung als Holdinggesellschaft vorliegend sachgemäss auf das steuerbare Kapital zu 

beschränken. Insbesondere im Hinblick auf die klare Erfüllung der quantitativen Voraussetzun-

gen, den hohen Buchwert der Beteiligung sowie den Umstand, dass die Steuerlast bei einer 

ordentlichen Besteuerung des Kapitals nicht aus der laufenden Geschäftstätigkeit und den vor-

handenen flüssigen Mitteln beglichen werden könne, müsse das Eigenkapital der Rekurrentin 

nach den Prinzipien der Holdingbesteuerung besteuert werden. Die Besteuerung des Kapitals 

gemäss dem Holdingprivileg sei notwendig, um einen Verstoss gegen das Recht auf Besteue-

rung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu vermeiden. Schliesslich mache die operati-

ve Tätigkeit der Rekurrentin gemäss Aktiventest nur 6 % der Bilanzsumme aus. lm Hinblick auf 

das Bilanzbild sei evident, dass das operative Geschäft der Rekurrentin ebenfalls nur einen 

Bruchteil des Eigenkapitals per 30. November 2019 bedinge. Das darüber hinausschiessende 

Eigenkapital reflektiere das Halten von Beteiligungen. 

 

In ihrer Vernehmlassung vom 25. Februar 2021 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung 

des Rekurses. Sie führt zur Begründung aus, der statutarische Zweck der Rekurrentin bestehe 

nicht hauptsächlich in der Haltung und Verwaltung von Beteiligungen, sondern im «Vertrieb, 

Handel und Kundendienst von […] Geräten, Apparaten und Anlagen in der Schweiz». Dies zei-

ge auch die historische Entwicklung der Rekurrentin, welche durch Fusion verschiedene ande-

re, ebenfalls operativ tätige Gesellschaften in der Schweiz (E.____ AG, F.____ AG, G.____ AG, 

etc.) absorbiert habe. Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, die sich zur Hauptsache 

der dauernden Verwaltung von Beteiligungen widmeten, dürften in der Schweiz keine Ge-

schäftstätigkeit ausüben. Durch dieses Verbot der Geschäftstätigkeit in der Schweiz sei es einer 

Holdinggesellschaft grundsätzlich nicht gestattet, mittels einer industriellen, gewerblichen oder 

kommerziellen Tätigkeit als Produzent oder Anbieter von Waren, Immaterialgütern oder Dienst-

leistungen gegen aussen aufzutreten und am Wirtschaftsverkehr teilzunehmen. Jede Ge-

schäftstätigkeit mit dem Ziel daraus durch eigene Wertschöpfung einen Ertrag zu erzielen, wür-

de als verpönte Geschäftstätigkeit gelten und die Gewährung des Holdingprivilegs ausschlies-

sen. Eine solche Geschäftstätigkeit in der Schweiz treffe auf die Rekurrentin in statutarischer 

und in tatsächlicher Hinsicht unzweifelhaft zu: Die Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen 

betrügen jährlich um die Fr. 50 Mio. Eine Gewährung des Holdingprivilegs in irgendwelcher 

 
 
Seite 5   

Weise trotz offensichtlicher Geschäftstätigkeit in Schweiz würde somit klar Bundesrecht verlet-

zen. Zulässige Nebenzwecke könnten nur verfolgt werden, solange sie untergeordneten Cha-

rakter hätten, wobei es sich bei der (Geschäfts-) 

Tätigkeit der Rekurrentin sowohl statutarisch als auch tatsächlich nicht um zulässige Neben-

zwecke, sondern um den eigentlichen Hauptzweck handle. Das Holdingprivileg gemäss dem 

damals geltenden Recht habe zudem nur eine gesamthafte Privilegierung für die ordentliche 

Gewinn- und die Kapitalsteuer vorgesehen. Eine Aufteilung in die einzelnen Steuerarten sei 

weder gesetzlich vorgesehen noch in der Praxis so angewendet worden. Das von der Rekur-

rentin beantragte Holdingprivileg nur für die Kapitalsteuer sei deshalb in dieser Form nicht mög-

lich bzw. gesetzlich gar nicht vorgesehen. Die Kapitalsteuer bemesse sich nach dem steuerba-

ren Eigenkapital am Ende der Steuerperiode bzw. des Geschäftsjahres. Das Eigenkapital der 

Gesellschaft habe sich im August 2019 durch die Kapitaleinlage der Beteiligung um 

Fr. 1'384'659'880.-- erhöht. Unter diesem Gesichtspunkt stelle eine Kapitalsteuer auf Kantons- 

und Gemeindeebene von total Fr. 5'258'900.-- an sich keinen Verstoss gegen die Besteuerung 

nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dar. Diese hohe Kapitalsteuerbelastung im streitbe-

troffenen Jahr resultiere allein aus dem strategischen Vorgehen der Rekurrentin: Hätte sie mit 

der Kapitaleinlage ins Jahr 2020 zugewartet, sähe die Steuerbelastung mit der Kapitalsteuer 

anders aus. 

 

Die kantonale Erlass- und Taxationskommission wies das in der gleichen Sache am 24. De-

zember 2020 von der Vertreterin gestellte Härtefallgesuch mit Entscheid vom 27. Januar 2021 

(datiert vom 26. Februar 2021) ab. 

 

Mit Verfügung des Steuergerichts vom 12. April 2021 wurde die Steuerverwaltung zur ergän-

zenden Vernehmlassung zum Sistierungsantrag der Rekurrentin eingeladen. 

 

In der ergänzenden Vernehmlassung vom 13. April 2021 beantragt die Steuerverwaltung die 

Abweisung des Sistierungsantrags und führt zur Begründung aus, dass der abweisende Ent-

scheid der kantonalen Taxations- und Erlasskommission vom 27. Januar 2021 mit Datum vom 

26. Februar 2021 postalisch versandt worden sei. Der Entscheid sei bei Steuergericht nicht an-

gefochten worden, weshalb er nach Ablauf der 30 Tage rechtskräftig und eine Sistierung damit 

obsolet geworden sei. 

 

An der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Seite 6   

 

Erwägungen: 

 

1. 

Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und 

Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses 

zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen 

und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-

lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 

 

 

2. 

Zunächst gilt es über den Sistierungsantrag der Vertreterin der Rekurrentin zu befinden. Die 

Vertreterin begehrt, dass das vorliegende Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung des Här-

tefallgesuchs vom 24. Dezember 2020 zuhanden der Taxations- und Erlasskommission des 

Kantons Basel-Landschaft zu sistieren sei. Gemäss den Akten wurde das Härtefallgesuch mit 

Entscheid vom 27. Januar 2021 (datiert vom 26. Februar 2021) von der kantonalen Taxations- 

und Erlasskommission abgewiesen. Dass die Rekurrentin dagegen ein Rechtsmittel ergriffen 

hätte, ist nicht ersichtlich, weshalb der Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. Der Antrag auf 

Sistierung des Verfahrens wird somit als gegenstandslos abgeschrieben. 

 

 

3. 

Sodann gilt es im vorliegenden Fall materiell zu beurteilen, ob die Rekurrentin die Vorausset-

zungen für die Besteuerung von Holdinggesellschaften gemäss § 63 StG erfüllt und entspre-

chend in den Genuss eines reduzierten Kapitalsteuersatzes kommt (sog. Holdingprivileg).  

 

3.1. Das Holdingprivileg bzw. § 63 StG wurde im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III 

per 1. Januar 2020 aufgehoben. Auf das diesem Urteil zugrundeliegende Geschäftsjahr findet 

jedoch noch das im Jahre 2019 geltende Recht Anwendung, weshalb auf die Rechtslage und 

insbesondere auf § 63 StG in Kraft am Ende des Geschäftsjahres 2018/2019, den 

30. November 2019, (nachfolgend: § 63 aStG) abgestellt wird. 

 

3.2. Gemäss § 63 Abs. 1 aStG entrichten Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, deren 

statutarischer Zweck zur Hauptsache in der dauernden Verwaltung von Beteiligungen besteht 

und die in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit ausüben, anstelle der ordentlichen Ertrags- und 

Kapitalsteuer eine Kapitalsteuer für den Staat und die Gemeinde von je 0,1 ‰. Die Beteiligun-

gen oder die Erträge aus den Beteiligungen müssen längerfristig mindestens 2/3 der gesamten 

Aktiven oder Erträge ausmachen (§ 63 Abs. 2 aStG). 

 

Hinsichtlich der subjektiven Berechtigung muss es sich bei der das Holdingprivileg beantragen-

den Steuerpflichtigen um eine Kapitalgesellschaft oder eine Genossenschaft handeln, die im 

 
 
Seite 7   

Kanton Basel-Landschaft steuerpflichtig ist (SAFARIK, in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], Kom-

mentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Basel 2004, § 63 N 3). 

 

Weiter sieht der Gesetzestext als qualitative Voraussetzung ausdrücklich vor, dass der statuta-

rische Zweck zur Hauptsache in der dauernden Verwaltung von Beteiligungen bestehen muss. 

Andere Zwecke können nur verfolgt werden, sofern sie untergeordneten Charakter haben. Als 

zulässige untergeordnete Nebenzwecke gelten - neben der Verwaltung des eigenen Vermö-

gens und dessen Anlage - etwa die Erbringung konzerninterner Dienstleistungen, die Ausübung 

von Konzernleitungsfunktionen oder die Finanzierung der eigenen Beteiligungsgesellschaften 

(VON AH/FISCHER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

[StHG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 28 N 103; siehe auch WEBER, in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber 

[Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Aufl., Muri-Bern 2015, § 78 N 12 m.w.H.). 

Zudem darf die Pflichtige keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz ausüben. Es ist somit einer 

Holdinggesellschaft nicht erlaubt mit einer industriellen, gewerblichen oder kommerziellen Tä-

tigkeit als Produzentin oder Anbieterin von Waren, Immaterialgütern oder Dienstleistungen ge-

gen aussen aufzutreten und am Schweizer Wirtschaftsverkehr teilzunehmen, wenn sie das Hol-

dingprivileg in Anspruch nehmen möchte (WEBER, in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber [Hrsg.], 

a.a.O., § 78 N 11).  

 

Als quantitatives Kriterium setzt § 63 Abs. 2 aStG einen längerfristigen Anteil der Beteiligungen 

oder der Erträge aus Beteiligungen von 2/3 gemessen an den gesamten Aktiven oder Erträgen 

voraus (sog. Aktiven- bzw. Ertragstest). Grundsätzlich qualifizieren sich all jene Aktiven als Be-

teiligungen, deren Erträge bereits einer Steuerpflicht unterlagen. Insoweit ist auch Streubesitz 

nicht schädlich (VON AH/FISCHER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Art. 28 N 108). Im Sinne des ge-

forderten Hauptzwecks verlangt der Kanton Basel-Landschaft gemäss einem Grundsatzurteil 

der Taxationskommission vom 12. Dezember 1988 aber ein bestimmtes Mindestausmass der 

Beteiligungen. So müssen die Beteiligungen mindestens 10 % des Grund- oder Stammkapitals 

ausmachen oder alternativ einen Verkehrswert von Fr. 250'000.-- aufweisen (SAFARIK, in: Nefz-

ger/Simonek/Wenk [Hrsg.], a.a.O. § 63 N 8). Die erreichte Quote ist aufgrund der Bilanz per 

Ende des Geschäftsjahres zu ermitteln. Massgebend sind hierzu die Gewinnsteuerwerte. Wird 

die Quote nicht erreicht, steht deren Nachweis aufgrund der Verkehrswerte offen, sofern sämtli-

che Aktiven zum Verkehrswert eingesetzt werden (SAFARIK, in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], 

a.a.O. § 63 N 14). 

 

3.3. Zunächst ist festzustellen, dass es sich bei der Rekurrentin um eine Aktiengesellschaft 

handelt und so das subjektive Berechtigungserfordernis erfüllt. Bei der Prüfung des qualitativen 

Kriteriums sieht der statutarische Zweck der Rekurrentin gemäss Handelsregister den Vertrieb, 

Handel und Kundendienst von […] Geräten, Apparaten und Anlagen in der Schweiz vor. Die 

Gesellschaft könne sich an anderen Unternehmen beteiligen sowie Grundstücke erwerben, be-

lasten, veräussern und verwalten. Im statutarischen Zweck ist der gemäss § 63 Abs. 1 aStG 

erforderliche Hauptzweck des Haltens von Beteiligungen nicht ersichtlich. Die Beteiligung an 

anderen Unternehmen ist in der statutarischen Zweckbestimmung mehr ein Nebenzweck, der 

 
 
Seite 8   

hinter den Vertrieb, Handel und Kundendienst von […] Geräten, Apparaten und Anlagen zu-

rücktritt. Des Weiteren weist die Erfolgsrechnung der Rekurrentin für das Geschäftsjahr 

2018/2019 einen Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen von über Fr. 50 Mio. auf. Gemäss 

den Aussagen des Vertreters der Rekurrentin an der heutigen Verhandlung handelt es sich hier 

um einen zu 99 % am Schweizer Markt mit Schweizer Kunden erwirtschafteten Erlös aus dem 

Vertrieb von […] Geräten. Die Rekurrentin nimmt demnach unbestrittenermassen aktiv am 

Schweizer Wirtschaftsverkehr teil, was für die Gewährung des Holdingprivilegs grundlegend 

schädlich ist (WEBER, in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber [Hrsg.], a.a.O., § 78 N 11). Es handelt sich 

auch in keiner Weise um einen zulässigen untergeordneten Nebenzweck wie das Erbringen von 

konzerninternen Dienstleistungen. Aufgrund dessen ist das qualitative Kriterium des Holdingpri-

vilegs nicht erfüllt.  

 

3.4. Das quantitative Kriterium gemäss § 63 Abs. 2 aStG erfordert, dass die Rekurrentin Beteili-

gungen im Umfang von mindestens 2/3 gemessen an den gesamten Aktiven hält (Aktiventest). 

Gemäss den Akten besitzt die Rekurrentin 100 % der Beteiligungen der D.____ (PTE) Limited 

zu einem Gewinnsteuerwert von Fr. 1'316'865'854.--. Die Gesamtaktiven weisen einen Wert 

von Fr. 1'398'307'214.-- auf. Demnach machen die Beteiligungen rund 94 % der Aktiven aus 

und der Aktiventest ist erfüllt. Auch das basellandschaftliche Erfordernis der Beteiligung von 

mindestens 10 % des Grundkapitals oder ein Mindestverkehrswert der Beteiligungen von 

Fr. 250'000.-- sind zweifelsfrei gegeben. Das quantitative Element liegt somit vor. Für die Ge-

währung der privilegierten Besteuerung für Holdingsgesellschaften gemäss § 63 aStG müssen 

jedoch die qualitative und die quantitative Voraussetzung kumulativ erfüllt sein.  

 

3.5. Die Vertreterin der Rekurrentin bringt vor, dass die Steuerlast dem verfassungsmässigen 

Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit widerspreche (Art. 127 

Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; 

SR 101]), da die Kapitalsteuer in Höhe von Fr. 1'383'921.-- in einem offensichtlichen Missver-

hältnis zu den flüssigen Mitteln per 30. November 2019 in Höhe von Fr. 2'656'156.-- stehe. Es 

dränge sich deshalb auf, dass das Eigenkapital gemäss den Prinzipien der Holdingbesteuerung 

zu besteuern sei, zumal das quantitative Element so deutlich erfüllt sei. Mit diesem Argument 

wird jedoch verkannt, dass die qualitative und die quantitative Voraussetzung kumulativ erfüllt 

sein müssen, um in den Genuss der privilegierten Besteuerung für Holdinggesellschaften zu 

kommen. Eine Gewährung des Holdingprivilegs trotz schädlicher Geschäftstätigkeit widerspricht 

dem eindeutigen Wortlaut von § 63 aStG. Dazu ist anzufügen, dass die Kapitalsteuer gerade 

nicht eine an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit anknüpfende Abgabe ist (ZWAHLEN/LISSI, in: 

Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 29/29a N 1). 

 

Die Vertreterin fügt weiter an, dass es im Gesetz Mechanismen gebe, die ein Abweichen vom 

Gesetzeswortlaut erlauben würden. Hierbei verweist sie selber auf Steuererleichterungen nach 

§ 17 StG und die Behandlung von Härtefallen gemäss § 183 StG. Die entsprechenden Gesuche 

sind jedoch bei den dafür zuständigen Instanzen einzureichen und können nicht im ordentlichen 

Rechtsmittelverfahren vor Steuergericht zur Neuprüfung vorgebracht werden. Wie bereits oben 

festgestellt wurde, wurde das Härtefallgesuch der Rekurrentin betreffend den vorliegenden 

 
 
Seite 9   

Sachverhalt mit Entscheid der kantonalen Taxations- und Erlasskommission vom 27. Januar 

2021 abgewiesen. 

 

3.6. Schliesslich kann offenbleiben, ob der Vertreterin der Rekurrentin zuzustimmen ist, dass 

der Antrag auf Besteuerung nach Holdinggesellschaften nur auf die Kapitalsteuer bezogen ge-

stellt werden könne und so nur die Kapitalsteuer gemäss § 63 aStG mit einem reduzierten 

Steuersatz besteuert werden würde, während die Gewinnsteuer der ordentlichen Besteuerung 

unterliege. Ein solches Vorgehen würde von vornherein voraussetzen, dass die beantragende 

Gesellschaft alle Voraussetzungen von § 63 aStG kumulativ erfüllt, was in casu nicht der Fall 

ist. Der Ausführung der Vertreterin, wonach das qualitative Kriterium nur sicherstellen solle, 

dass die Erträge einer Gesellschaft ordentlich besteuert werden würden und die Vertreterin so-

mit impliziert, dass bei der Beschränkung des Holdingprivilegs zu Kapitalsteuerzwecken das 

qualitative Kriterium deshalb ausser Acht gelassen werden könne, kann nicht gefolgt werden. 

 

Nach diesen Überlegungen ist die ordentliche Kapitalbesteuerung der Rekurrentin nicht zu be-

anstanden. Der Rekurs erweist sich demnach als unbegründet. 

 

 

4. 

Nach dem Ausgeführten ist der Rekurs abzuweisen. 

 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Partei in an-

gemessenem Ausmass aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 

16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [Verwaltungspro-

zessordnung, VPO; SGS 271]). Vorliegend wurde der Rekurs abgewiesen, weshalb die Ge-

richtskosten in Höhe von Fr. 5'000.-- der Rekurrentin aufzuerlegen sind. Eine Parteientschädi-

gung wird im Unterliegensfall nicht ausgerichtet (§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO e contrario). 

 

 

 
 
Seite 10   

Demgemäss erkennt das Steuergericht: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'000.-- zu bezahlen, welche mit 

dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden.  

 

3. 

Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. 

 

4. 

Mitteilung an die Vertreterin, für sich und zhd. der Rekurrentin (2) die Gemeinde H.____ (1) und 

die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3).