# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b972a856-67e2-5ed1-a4ed-b956b5a928a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2011 D-3734/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3734-2008_2011-10-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­3734/2008/sed

U r t e i l   v om   6 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richterin Emilia Antonioni,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

Parteien A._______, geboren (…),
Irak,  
vertreten durch 
lic. iur. Susanne Gnekow, Rechtsanwältin, 
Caritas Schweiz, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. Mai 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer,  ein  ethnischer Kurde aus B._______/C._______ 
(Nordirak), verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat Anfang 
August 2006 und gelangte über die Türkei in die Schweiz. Am 13. August 
2006 suchte er in D._______ um Asyl nach. Dabei wurde er, da er bei der 
Meldung  des  Asylgesuchs  keinerlei  Dokumente  zum  Nachweis  seiner 
Identität  abgegeben  hatte,  aufgefordert,  innert  48  Stunden 
rechtsgenügliche  Ausweispapiere  nachzureichen,  verbunden  mit  der 
Androhung,  im  Unterlassungsfall  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten. 
Am 1. September 2006 wurde der Beschwerdeführer  im Empfangs­ und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  D._______  zu  seinen  Personalien,  dem 
Reiseweg  und  summarisch  zu  seinen  Asylgründen  befragt.  Am  29. 
September  2006  wurde  er  durch  die  zuständige  Behörde  des  Kantons 
E._______ einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.

B. 
Der  Beschwerdeführer  machte  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend, er sei 17 Jahre alt, gehöre der Ethnie der Kurden 
an und stamme aus dem Dorf B._______  in C._______ (Nordirak). Dort 
habe  er  zusammen  mit  seinen  Eltern  gelebt,  diese  seien  aber  beide 
schon  vor  langer  Zeit  gestorben.  Seit  dem  Tod  seiner  Mutter  im  Jahre 
1999 habe er bei seinem Onkel S.  in B._______ gewohnt. Er habe eine 
vier Jahre ältere Schwester, die in F._______ in der Nähe von C._______ 
lebe.  Von  2001,  d.h.  seit  er  13  gewesen  sei,  bis  2006  habe  er  in 
G._______  bei  C._______  als  Bäcker  gearbeitet.  Sie  seien  drei 
Angestellte  gewesen. Er  sei morgens  immer  als Erster  in  das Geschäft 
gekommen,  um  den  Laden  aufzuschliessen  und  den  Backofen 
anzumachen.  Eines  Tages  im  April  2006,  als  er  früh  zum  Laden 
gekommen  sei,  habe er  vor  dem Geschäft  eine  Leiche entdeckt. Er  sei 
sofort zum Polizeiposten gegangen, der einige Minuten von der Bäckerei 
entfernt  sei,  und  habe  die  Polizei  informiert.  Anschliessend  habe  er 
normal gearbeitet, bis später am Tag die Polizei gekommen sei und  ihn 
festgenommen  habe.  Anscheinend  habe  ihn  die  Familie  des  Opfers 
angezeigt.  Die  Polizei  habe  ihn  bezüglich  des  Vorfalls  befragt  und 
anschliessend  inhaftiert.  Sein  Arbeitgeber  habe  für  ihn  eine  Garantie 
abgegeben,  dass  er  nicht  fliehen  würde,  weshalb  er  nach  zehn  Tagen 
Haft  freigelassen  worden  sei.  Zwei  bis  drei  Tage  später  sei  ein 
Gerichtsmitarbeiter  zur  Bäckerei  gekommen  und  habe  ihn  aufgefordert, 
vor Gericht zu erscheinen. Das Datum wisse er nicht mehr. Die Familie 

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des Opfers  sei  vor Gericht  auch  anwesend  gewesen  und  habe  ihn  des 
Mordes beschuldigt. Er sei einstweilen freigesprochen worden, wobei es 
geheissen habe, er müsse noch einmal vor Gericht erscheinen. Er habe 
dann  in  der Schule  erst  einmal  Prüfungen  gehabt.  In  dieser  Zeit werde 
man bei Gericht nicht vorgeladen. Er sei  in der Zwischenzeit  jedoch von 
der Familie des Opfers bedroht worden. Aus diesem Grund habe er Angst 
gehabt, dass er und auch sein Onkel viele Probleme bekommen würden. 
Deshalb habe er im August 2006 seinen Heimatstaat verlassen. In einem 
Auto sei er von C._______ nach H._______ gereist. Versteckt  in einem 
LKW  sei  er  über  die  türkische  Grenze  geflohen.  Nach  zwei­  oder 
dreimaligem  Wechsel  des  Lastwagens  sei  er  schliesslich  ohne 
Identitätsdokumente am 13. August 2006 in die Schweiz eingereist, wo er 
am  gleichen  Tag  um Asyl  ersucht  habe.  Auf  der Reise  sei  er  nie  nach 
Dokumenten gefragt worden.

Für die weiteren Aussagen wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf 
die Protokolle bei den Akten verwiesen.

C. 
Mit Verfügung  vom 28. Mai  2008 – eröffnet  am 2.  Juni  2008 –  trat  das 
BFM  auf  das  Asylgesuch  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  ein  und 
ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie 
den  Vollzug  der  Wegweisung  an,  zudem  wurden  ihm  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt.

D. 
Der Beschwerdeführer  liess am 5. Juni 2008 (Datum des Poststempels) 
durch seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht gegen den 
vorinstanzlichen Entscheid Beschwerde erheben und beantragen, es sei 
der  Nichteintretensentscheid  der  Vorinstanz  aufzuheben  und  diese  sei 
anzuweisen,  sein  Asylgesuch  im  ordentlichen  Verfahren  zu  prüfen; 
eventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen und  ihm sei von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu 
erteilen. Auf Beschwerdeebene machte der Beschwerdeführer geltend, er 
habe  am  21.  August  2007  einen  Arbeitsunfall  erlitten,  welcher  zu 
monatelanger  Arbeitsunfähigkeit  geführt  habe.  Zum  aktuellen  Zeitpunkt 
sei er noch immer zu 30% arbeitsunfähig. Er benötige auf absehbare Zeit 
eine  intensive  Therapie  sowie  medikamentöse  Behandlung  –  unter 
anderem  mit  Antidepressiva  gegen  die  chronischen  Schmerzen.  Zur 
Stützung  dieser  Vorbringen  wurde  gleichzeitig  mit  der  Beschwerde  die 

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Faxkopie eines Arztzeugnisses von Dr. med. H.P.H. vom 4. Juni 2008 zu 
den  Akten  gereicht.  Darauf  sowie  auf  die  weiteren  im  Verlauf  des 
Beschwerdeverfahrens  eingereichten  Eingaben  und  Beweismittel  wird, 
soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Juni  2008  teilte  das 
Bundesverwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  er  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig 
wurde er aufgefordert, innert 15 Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung 
einen  ausführlichen  aktuellen  ärztlichen  Bericht  betreffend  seinen 
Gesundheitszustand einzureichen.

F. 
Mit  Schreiben  vom  18.  Juni  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  ein 
ärztliches Zeugnis von Dr. med. H.P.H. vom 12. Juni 2008 zu den Akten. 

G. 
In seiner Vernehmlassung vom 17. Juli 2008 beantragte das Bundesamt 
die  Abweisung  der  Beschwerde  und  verwies  vollumfänglich  auf  seine 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung.

H. 
Mit Schreiben vom 10. August 2011 erkundigte sich die Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers nach dem Verfahrensstand. Gleichzeitig teilte sie 
dem  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  sich  der  Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers nicht verändert habe und er nach wie vor von Dr. 
med. H.P.H. in engen Abständen behandelt werde.

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  August  2011  forderte  der 
Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführer 
auf, bis am 29. August 2011 einen aktuellen Arztbericht einzureichen und 
teilte ihm mit, dass das vorliegende Verfahren noch nicht spruchreif sei.

J. 
Mit  Schreiben  vom  29.  August  2011  reichte  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers  beim  Bundesverwaltungsgericht  einen  aktuellen 
Arztbericht von Dr. med. H.P.H. vom 29. August 2011 ein (als Faxkopie).

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung, 
laut  deren  Dispositiv  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist.  Bei  Beschwerden  gegen 
Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das 
Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32­35 AsylG), 
ist  die Beurteilungskompetenz  der Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf 
die  Frage  beschränkt,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 

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nicht eingetreten ist. Die Beschwerdeinstanz enthält sich – sofern sie den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  demnach  einer 
selbstständigen  materiellen  Prüfung,  hebt  die  angefochtene  Verfügung 
auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.).  

3.2. Im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 
2 Bst. a und Abs. 3 AsylG – auf welche sich die angefochtene Verfügung 
stützt –  hat das BFM über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft 
abschliessend  materiell  zu  entscheiden,  soweit  dies  im  Rahmen  einer 
summarischen Prüfung möglich  ist  (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.5 S. 90  f.). 
In einem entsprechenden  Beschwerdeverfahren bildet dementsprechend 
– ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  –  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73).

3.3. Die  Vorinstanz  prüft  die  Frage  der Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle 
Kognition zukommt.

4. 
4.1.  In  der  Beschwerde  wird  gerügt,  dass  das  Nichteintreten  auf  das 
Asylgesuch vom 13. August 2006 mit Verfügung des BFM vom 28. Mai 
2008 nicht  zulässig  sei. Ein Nichteintretensentscheid  habe  in  der Regel 
innert 10 Arbeitstagen zu erfolgen (Art. 37 AsylG). Bei dieser Frist handle 
es sich zwar grundsätzlich um eine Ordnungsfrist. Dennoch komme ihr ­ 
insbesondere  im  Kontext  von  Wegweisungshindernissen  –  grosse 
praktische Bedeutung zu. Im Rahmen der Untersuchungsmaxime müsse 
die  Vorinstanz  Wegweisungshindernisse  von  Amtes  wegen  prüfen. 
Vorliegend sei eine Wegweisung in den Nordirak aus medizinischer Sicht 
klar unzumutbar. Die Vorinstanz habe vor der Entscheidfällung die Lage 
des  Beschwerdeführers  nicht  überprüft  und  deshalb  einen  falschen 
Entscheid  gefällt.  Da  sich  das  Risiko  der  Entstehung  von 
Wegweisungshindernissen  naturgemäss  mit  zunehmendem  Zeitablauf 
stark erhöhe, dürfe ein Nichteintretensentscheid nicht mit derart massiver 
Verspätung  gefällt  werden,  wie  es  vorliegend  geschehen  sei.  Nach 
beinahe  zwei  Jahren  könne  per  se  nicht  mehr  von  offensichtlich 
fehlenden  Wegweisungshindernissen  gesprochen  werden.  Wie  der 
vorliegende Sachverhalt  illustriere,  komme der  Frist  nach Art.  37 AsylG 
grosse  praktische  Bedeutung  zu.  Sie  in  derart  krasser  Weise  zu 

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missachten,  müsste  generell  aufgrund  einer  verfassungsrechtlichen 
Auslegung zu einer Kassation des Nichteintretensentscheides führen.

4.2.  Im Verwaltungsverfahren und  im spezifischen Asylverfahren gilt der 
Untersuchungsgrundsatz,  das  heisst  die  Behörde  stellt  den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art.  12 VwVG;  vgl. Art.  106 Abs.  1 Bst.  b AsylG). Die Bestimmung  von 
Art.  13  VwVG  beschränkt  den  Untersuchungsgrundsatz  und  hält  fest, 
dass die Parteien verpflichtet sind, an der Feststellung des Sachverhalts 
mitzuwirken  (vgl.  in  diesem  Zusammenhang  CLÉMENCE  GRISEL, 
L'obligation  de  collaborer  des  parties  en  procédure  administrative, 
Lausanne  2008,  insbes.  N  146).  Eine  im  Vergleich  zum 
Verwaltungsverfahren  verstärkte  Mitwirkungspflicht  ist  in  Art.  8  AsylG 
vorgesehen  und  detailliert  umschrieben.  Dahinter  steckt  der 
Grundgedanke,  dass  die  zuständige  Behörde  den  Sachverhalt  nicht 
selber  ermitteln  muss,  wenn  ein  Asylsuchender  die  erforderliche 
Mitwirkung  verweigert  (vgl.  dazu  etwa  ALBERTO  ACHERMANN/CHRISTINA 
HAUSAMMANN,  Handbuch  des  Asylrechts,  2.,  vollständig  überarbeitete 
Auflage,  Bern/  Stuttgart  1991,  S.  223  f.).  Für  das  erstinstanzliche 
Asylverfahren  bedeutet  dies,  dass  das  BFM  zur  richtigen  und 
vollständigen  Ermittlung  und  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts verpflichtet  ist und auch nach allen Elementen zu forschen 
hat,  die  zugunsten  der  asylsuchenden  Person  sprechen  (vgl. WALTER 
KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 291 
f.).  Sofern  es  zur  Feststellung  des  Sachverhalts  notwendig  ist  und  die 
gesetzlichen  Mitwirkungspflichten  durch  die  asylsuchende  Person  nicht 
verletzt worden sind,  ist das Bundesamt gesetzlich verpflichtet, über die 
Befragung hinaus weitere Abklärungen vorzunehmen (vgl. Art. 41 Abs. 1 
AsylG).  Nach  Lehre  und  Praxis  besteht  eine  Notwendigkeit  für  weitere 
Abklärungen  insbesondere  dann,  wenn  aufgrund  der  Vorbringen  der 
asylsuchenden Person und der von  ihr eingereichten oder angebotenen 
Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachverhalt weiterbestehen, 
die  voraussichtlich mit  Ermittlungen  von Amtes wegen  beseitigt  werden 
können (vgl. EMARK 1995 Nr. 23 E. 5a mit weiteren Hinweisen).

4.3. Gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG sind Asylsuchende verpflichtet, an 
der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken,  und  sie  müssen 
insbesondere  allfällige  Beweismittel  vollständig  bezeichnen  und  sie 
unverzüglich einreichen oder, soweit dies zumutbar erscheint, sich darum 
bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen. Auf die 
Situation von Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen übertragen 

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bedeutet  dies  ­  unter  gebührender  Berücksichtigung  der  persönlichen, 
sozialen  sowie  medizinischen  Lebensumstände  und  natürlich  in 
Abhängigkeit  vom  Stand  der  eigenen  Kenntnis  über  die  Natur  der 
physischen oder  psychischen Beeinträchtigung  ­  grundsätzlich  zunächst 
Folgendes:  Solche  Probleme  sind  in  geeigneter  Form  unaufgefordert 
geltend zu machen,  sei dies mündlich  im Rahmen einer Anhörung oder 
beispielsweise  mittels  einer  schriftlichen  Eingabe  der  Partei  oder  einer 
Betreuungsperson  respektive Rechtsvertretung. Dabei wird  in der Regel 
zumindest  eine  Umschreibung  und  Konkretisierung  der  behaupteten 
gesundheitlichen Beschwerden erwartet werden dürfen. Befindet sich die 
asylsuchende  Person  bereits  in  medizinischer  Behandlung,  ist  dies 
ebenfalls  aktenkundig  zu  machen.  Verfügt  sie  schon  über  ärztliche 
Zeugnisse  oder  Bestätigungen,  sind  diese  unaufgefordert  einzureichen. 
Liegen  noch  keine  medizinischen  Berichte  vor,  hat  die  Partei  sich  ­ 
angesichts  der  damit  verbundenen  Kostenfolgen  ­  nach  Aufforderung 
durch  das  BFM  darum  zu  bemühen,  innert  einer  angemessenen  Frist 
entsprechende  Beweismittel  zu  beschaffen  (zum  Ganzen  vgl.  BVGE 
2009/50 E. 10.2).

4.4. Macht  eine  asylsuchende  Person,  deren Wegweisung  zur  Debatte 
steht,  im  erstinstanzlichen  Verfahren  unter  Beachtung  ihrer 
Mitwirkungspflicht  substanziiert  das  Vorliegen  medizinischer  Umstände 
geltend,  die  unter  dem  Blickwinkel  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs relevant sein könnten, ist demgegenüber das BFM 
durch  den  Untersuchungsgrundsatz  verpflichtet,  die  Richtigkeit  und 
Relevanz des behaupteten Sachverhaltselements abzuklären. 

4.5.  Im  vorliegenden  Asylverfahren  hatte  der  Beschwerdeführer  seinen 
Arbeitsunfall  vom  21.  August  2007  und  die  damit  verbundenen 
gesundheitlichen  Probleme  vor  der  Vorinstanz  in  keiner  Weise  geltend 
gemacht.  Unter  den  gegebenen  Umständen  muss  festgestellt  werden, 
dass  der  Beschwerdeführer  seiner  Substanziierungspflicht  nicht 
hinreichend  nachgekommen  ist.  Das  BFM  war  nicht  verpflichtet,  nach 
Sachverhaltselementen  zu  forschen,  deren  Vorliegen  der 
Beschwerdeführer  nicht  einmal  ansatzweise  geltend  gemacht  hatte. 
Somit kann der Untersuchungsgrundsatz nicht angerufen werden und der 
Beschwerdeführer  kann  nicht  zu  Recht  rügen,  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt sei von der Vorinstanz nicht vollständig festgestellt worden.

4.6. Bezüglich der geltend gemachten Verletzung der Ordnungsfrist  von 
Art.  37  AsylG  kann  auf  das  Grundsatzurteil  der  Schweizerischen 

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Asylrekurskommission (ARK) vom 6. September 2002 verwiesen werden 
(vgl.  EMARK  2002  Nr. 15  E.  5.c  S.  125  ff.).  In  diesem  Urteil  wurde 
festgestellt, dass die ARK bis dato in vereinzelten nicht publizierten Fällen 
entschieden  hatte,  dass  die  Vorinstanz  dann  keinen 
Nichteintretensentscheid  mehr  fällen  dürfe,  wenn  die  Behandlungsfrist 
von 20 Tagen nach Art. 37 AsylG unbegründet und massiv überschritten 
worden  sei.  In  EMARK  2002  Nr.  15  wurde  weiter  festgestellt,  dass  in 
Abkehr  von  dieser  Praxis  das  BFM  bei  Vorliegen  der 
Tatbestandsmerkmale  nach  Art.  32  bis  34  AsylG  auch  dann  einen 
Nichteintretensentscheid  fällen  muss,  wenn  die  Entscheidungsfrist  von 
Art.  37  AsylG  unbegründet  überschritten  und  damit  dem  Gebot  der 
Verfahrensbeschleunigung nicht nachgekommen worden ist. 

4.7. Im vorliegenden Fall ist das BFM – wie nachfolgend noch aufgezeigt 
wird  –  zu  Recht  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a   AsylG  auf  das 
Asylgesuch nicht eingetreten. 

5. 
5.1. Gemäss Art.  32 Abs.  2 Bst.  a AsylG wird auf  ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgeben.  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder 
wenn  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

5.2. Das BFM  führte  zur Begründung seines Nichteintretensentscheides 
im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden 
innerhalb  der  eingeräumten  Frist  von  48  Stunden  keine  Reise­  oder 
Identitätspapier abgegeben und dafür auch keine entschuldbaren Gründe 
geltend machen können. Der Beschwerdeführer halte sich nun seit bald 
zwei  Jahren  in  der Schweiz  auf.  Er  habe  keinerlei  Anzeichen  erkennen 
lassen,  sich  um  ein  Identitätsdokument  zu  bemühen,  obwohl  sich  zu 
Hause  noch  die  Identitätskarte  befinde.  Auch  habe  er  die 
Schweizerischen  Behörden  nicht  über  allfällige  Bemühungen  zur 
Erlangung  eines  Identitätsdokumentes  unterrichtet.  Aufgrund  dieser 
Ausführungen  kam  das  BFM  zum  Schluss,  dass  keine  entschuldbaren 

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Gründe  vorlägen,  die  erklären  würden,  weshalb  es  ihm  nicht  möglich 
gewesen sei, den Asylbehörden innert 48 Stunden nach Einreichung des 
Asylgesuchs Reise­ oder Identitätspapiere einzureichen.

5.3. Der Beschwerdeführer wendet in seiner Rechtsmitteleingabe ein, die 
Vorinstanz  werfe  ihm  vor,  seit  zwei  Jahren  keine  Identitätspapiere 
beschafft zu haben. Richtigerweise hätte sie indes prüfen müssen, ob ihm 
innert  48  Stunden  die  Beschaffung  der  Papiere  aus  entschuldbaren 
Gründen nicht möglich gewesen sei. Den Nichteintretensentscheid damit 
zu  begründen,  es  lägen  keine  entschuldbaren  Gründe  vor,  dass  innert 
zwei  Jahren  keine  Identitätspapiere  beschafft  worden  seien,  entbehre 
einer gesetzlichen Grundlage. Der Entscheid sei aufzuheben.

5.4. Das  Bundesverwaltungsgericht  hält  fest,  dass  die  Begründung  der 
Vorinstanz  zwar  knapp  ausgefallen  ist.  Dennoch  muss  festgestellt 
werden,  dass  die  Argumente,  mit  denen  das  BFM  das  Vorliegen  von 
entschuldbaren  Gründen  für  die  Nichtabgabe  von  Ausweisschriften 
verneint  hat,  überzeugen.  Anlässlich  der  Befragungen  erklärte  der 
Beschwerdeführer,  er  besitze  eine  Identitätskarte,  habe diese allerdings 
bei seinem Onkel gelassen, da er Angst gehabt habe, sonst als irakischer 
Kurde  erkannt  zu  werden.  Ausserdem  habe  er  eine  gerichtliche 
Vorladung erhalten. Deshalb hätte man  ihn, wäre er bei seiner Ausreise 
gefasst  worden,  bestimmt  zurückgeschickt.  Bei  der  summarischen 
Befragung  gab  er  an,  bislang  noch  nichts  unternommen  zu  haben,  um 
seine Identitätskarte zu beschaffen, weil es im Irak keine Post gebe (vgl. 
A1/10,  S.  4).  Bei  der  einlässlichen  Anhörung  erklärte  der 
Beschwerdeführer, er habe versucht, Ausweispapiere zu besorgen, aber 
dies klappe nicht, weil es  im Irak keine Post gebe, dafür müsste man  in 
den  Iran  gehen.  Er  habe  mit  seinem  Onkel  telefoniert  und  diesen 
gebeten,  ihm  „diese Sachen“  zu  schicken. Sein Onkel  habe  ihm  jedoch 
gesagt,  er  könne  dies  nicht machen, weil  es  zu  gefährlich  sei  und weil 
man  im  Irak  feststellen  könnte,  dass  er  eine  Vorladung  vom  Gericht 
erhalten  habe  (vgl.  A15/23, S.  4  f.).  Zudem werden  die Argumente  des 
BFM vom Beschwerdeführer  in seiner Rechtsmitteleingabe offensichtlich 
nicht  substanziiert  widerlegt.  So  führt  er  in  seiner  Beschwerdeschrift 
lediglich aus, er habe glaubhaft dargelegt, weshalb es ihm nicht zumutbar 
gewesen  sei,  innert  48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung 
Identitätspapiere  vorzuweisen.  Wie  er  dies  habe  glaubhaft  machen 
können,  erklärt  er  allerdings  nicht.  Der  Beschwerdeführer  reichte  bis 
heute  weder  entsprechende  Papiere  ein  noch  machte  er  glaubhaft 
geltend,  er  sei  dazu  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage, 

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womit  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist.

5.5.    Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  der  Beschwerdeführer 
innerhalb  von 48 Stunden nach Einreichung seines Asylgesuches keine 
Reise­  oder  Identitätspapiere  einreichte  und dafür  keine entschuldbaren 
Gründe glaubhaft machen kann. Damit ist die formelle Voraussetzung für 
das  Fällen  eines Nichteintretensentscheides  nach Art.  32 Abs.  2  Bst.  a 
AsylG erfüllt.

5.6.  Sodann  erachtete  die  Vorinstanz  die  Flüchtlingseigenschaft  als 
offensichtlich  nicht  erfüllt  und  stellte  fest,  dass  zusätzliche  Abklärungen 
zur  Feststellung  derselben  oder  eines  Wegweisungshindernisses  nicht 
erforderlich  seien.  Namentlich  könnten  die  Gründe,  die  den 
Beschwerdeführer  zur  Flucht  veranlasst  hätten,  nämlich  die  falsche 
Beschuldigung durch die Familie  des Getöteten,  nicht  geglaubt werden. 
So  entbehrten  die  Vorbringen  der  Begründung.  Der  Beschwerdeführer 
wisse nicht, wie der Getötete bzw. die Familie des Getöteten hiessen und 
wo die Familie wohne, wann die Gerichtsverhandlung stattgefunden habe 
usw. Es entstehe dadurch nicht der Eindruck, dass das Behauptete auch 
tatsächlich  vorgefallen  sei.  Zudem  sei  das  Geschilderte  logisch  nicht 
nachvollziehbar.  Namentlich  gebe  es  keinen  Grund,  und  der 
Beschwerdeführer  wisse  auch  keinen,  warum  die  Familie  sich  an  ihm 
hätte  rächen  sollen,  obwohl  keineswegs  feststehe,  dass  der 
Beschwerdeführer der Täter sei. Zudem habe sich der Beschwerdeführer 
an  zentraler  Stelle  seiner  Vorbringen  widersprochen.  So  habe  er 
einerseits behauptet, die Polizei habe die Leiche  in den Wagen geladen 
und  er  sei  auf  den  Polizeiposten  gebracht  worden,  während  er  später 
behauptet  habe,  er  sei  erst  später,  um  ca.  acht  Uhr  von  der  Polizei 
abgeholt worden. Die Vorbringen könnten somit nicht geglaubt werden. 

5.7.  In  der  Beschwerde  wird  gerügt,  dass  gemäss  Art.  32  Abs.  3  lit.  c 
AsylG das ordentliche Asylverfahren durchzuführen sei, wenn zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
nötig seien. Weitere Abklärungen bezögen sich sowohl auf Sachverhalts­ 
wie  auch  auf  Rechtsfragen  (vgl.  BVGE  2007/8).  Die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  in  die  Nordirakischen  Provinzen  sei  lange  Zeit 
grundsätzlich  verneint  worden.  Nachdem  das  BFM  die  Zumutbarkeit  im 
Rahmen  einer Praxisänderung wieder  als  gegeben  angenommen  hätte, 
sei  deren  rechtliche  Zulässigkeit  wiederum  lange  Zeit  offen  gestanden. 
Erst  BVGE  2008/5  habe  hier  Klarheit  verschafft.  Demgemäss  sei  die 

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Rückkehr  in  eine  der  drei  Nordirakischen  Provinzen  lediglich  dann 
zumutbar,  wenn  es  sich  um  alleinstehende,  gesunde,  junge  Männer 
handle,  die  ursprünglich  aus  der  KRG­Region  stammten  und  dort  nach 
wie vor über ein soziales Netz oder Parteibeziehungen verfügten. Weiter 
wird  in  der  Beschwerde  ausgeführt,  die  Vorinstanz  habe  mit  dem 
Entscheid  fast  zwei  Jahre  zugewartet.  Die  zehntägige  Beschwerdefrist 
gemäss  Art.  37  AsylG  sei  demnach  in  grober  Weise  nicht  eingehalten 
worden.  Besonders  stossend  sei,  dass  die  Vorinstanz  –  hätte  sie  den 
Entscheid korrekterweise in nützlicher Frist nach der Gesuchseinreichung 
erlassen  –  den  Wegweisungsvollzug  gemäss  damaliger  Praxis  für 
unzumutbar hätte halten müssen. Zumindest hätten weitere Abklärungen 
hinsichtlich  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  getätigt werden 
müssen.  Es  gehe  nicht  an,  dass  die  Vorinstanz  einen 
Nichteintretensentscheid  fälle,  weil  sich  die  generelle  Situation  der 
Wegweisung  zwischenzeitlich  geändert  habe.  Die  krasse  Missachtung 
der Ordnungsfrist nach Art. 37 AsylG deute  in casu daraufhin, dass sich 
die  Vorinstanz  über  allfällige  Wegweisungshindernisse  nicht  im  Klaren 
gewesen  sei.  Die  Tatbestandsmerkmale  von Art.  32 Abs.  3  lit.  c  AsylG 
seien  demnach  erfüllt  (vgl.  EMARK  2002/15).  Damit  könne  keineswegs 
von  offensichtlichem Fehlen  von Wegweisungshindernissen  gesprochen 
werden – was ein Nichteintretensentscheid unter Anwendung von Art. 32 
Abs. 2 lit. a AsylG untersage.

5.8. Mit Grundsatzurteil  vom 8. Dezember 2009  (BVGE 2009/50)  stellte 
das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  der  Begriff  des 
Wegweisungsvollzugshindernisses  ausschliesslich  diejenigen 
Hindernisse umfasst, welche sich auf die Zulässigkeit des Vollzugs  (Art. 
83 Abs. 3 AuG) auswirken können. Ergibt sich aufgrund der Anhörung die 
Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  eines 
Wegweisungshindernisses gemäss Art. 83 Abs. 2 und 4 AuG (Möglichkeit 
bzw. Zumutbarkeit des Vollzugs),  führt dies nicht zum Eintreten auf das 
Asylgesuch  einer  (unentschuldigt)  papierlosen  Person.  Damit  ist  die 
Rüge, die Vorinstanz hätte auf das Asylgesuch eintreten müssen, weil sie 
weitere  Abklärungen  hinsichtlich  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs hätte vornehmen müssen, abzuweisen. 

5.9. Sodann  ist das Bundesverwaltungsgericht der Auffassung, dass die 
Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als 
offensichtlich  unglaubhaft  qualifizierte,  wobei  zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann,  zumal  diese  auf 

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Beschwerdeebene  unbestritten  bleiben.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigen 
sich zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses  im Sinne von Art. 32 Abs. 
3 Bst. c AsylG. Das BFM  ist daher zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  i.V.m.  Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2. Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 
Die Wegweisung wurde  demnach  zu Recht  angeordnet  (Art.  44  Abs.  1 
AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

7.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug 
der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit) 
sind  alternativer Natur:  Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der Vollzug 
der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die 
vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54  ff.). 
Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  der  vorläufige  Aufnahme  steht  dem 
weggewiesenen  Asylsuchenden  wiederum  die  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art. 112  AuG  i. V. m.  Art. 84  Abs. 2 
AuG),  wobei  in  jenem  Verfahren  die  Vollzugshindernisse  von  Amtes 
wegen  und  nach  Massgabe  der  dannzumal  herrschenden  Verhältnisse 
von  Neuem  zu  prüfen  sind  (vgl.  BVGE  2009/51  E. 5. 4  mit  weiteren 
Hinweisen).

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7.3.  Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  aus  den 
nachfolgend  aufgezeigten Gründen  als  unzumutbar  erweist,  ist  auf  eine 
Erörterung der beiden anderen Kriterien zu verzichten.

8. 
8.1. Gemäss Art.  83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung  für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist ­ unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG ­ die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.2.  In  Bezug  auf  die  allgemeine  Lage  in  den  drei  nordirakischen 
Provinzen  kann  auf  die  vom  Bundesverwaltungsgericht  vorgenommene 
Einschätzung der  Lage  in  einem ergangenen Grundsatzurteil  verwiesen 
werden  (vgl.  BVGE 2008/5), welche  auch  zum heutigen Zeitpunkt  noch 
Gültigkeit hat. Das Gericht stellte in diesem Urteil zusammenfassend fest, 
dass  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  Dohuk,  Suleimaniya  und  Erbil 
keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und  die  dortige  politische 
Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückführung dorthin als 
generell  unzumutbar  betrachtet  werden müsste.  Es wurde  festgehalten, 
dass  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  für  alleinstehende, 
gesunde  und  junge  kurdische  Männer,  die  ursprünglich  aus  den 
Provinzen Dohuk, Suleimaniya oder Erbil stammen und dort nach wie vor 
über  ein  soziales  Netz  oder  Parteibeziehungen  verfügen,  in  der  Regel 
zumutbar  ist.  Für  alleinstehende  Frauen  und  für  Familien  mit  Kindern 
sowie  für  Kranke  und  Betagte  ist  dagegen  bei  der  Feststellung  der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  grosse  Zurückhaltung 
angebracht (a.a.O. E. 7.5 und insbesondere E. 7.5.8). 

8.3.  Beim  Beschwerdeführer  handelt  es  sich  um  einen  jungen, 
alleinstehenden  kurdischen  Mann,  welcher  bis  zu  seiner  Ausreise  aus 
dem Irak sein ganzes Leben in der Provinz C._______ verbracht hat. Er 
lebte dort bei einem Onkel und arbeitete in einer Bäckerei.

8.4. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 14. (bzw. 
21.)  August  2007  in  der  Schweiz  einen  Arbeitsunfall  erlitten  hat.  Dabei 
kam es am  linken Unterschenkel  zu einer Perforationsverletzung und  in 
der  Folge  zu  einem  Weichteilinfekt.  Bis  im  November  2007  war  eine 
offene  Wundbehandlung  nötig.  Als  Folge  davon  war  der 
Beschwerdeführer bis zum 26. November 2007 zu 100% und bis zum 29. 

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April 2008 zu 50% arbeitsunfähig. Seit dem 3. Juni 2008  ist er noch zu 
30%  arbeitsunfähig.  Die  Erhöhung  der  Arbeitsfähigkeit  führte  allerdings 
zu  einer  Symptomzunahme.  Seither  ist  eine  medikamentöse 
Dauertherapie notwendig. Gemäss ärztlichem Zeugnis vom 4. Juni 2008 
leidet der Beschwerdeführer wegen des Unfalls mit kompliziertem Verlauf 
an  chronischen  Dauerschmerzen.  Dr.  med.  H.P.H.  stellte  in  seinem 
ärztlichen Bericht vom 12. Juni 2008 fest, die Behandlung sei noch nicht 
abgeschlossen;  ohne  operative  Narbenkorrektur  sei  die  Prognose  als 
stationär  anzusehen.  Ausserdem  erklärte  der  behandelnde  Arzt,  die 
Reisefähigkeit  sei  mit  medikamentöser  Therapie  zwar  gegeben,  die 
Therapie  im  Herkunftsland  jedoch  nicht  möglich.  Seien  die  sozialen 
Verhältnisse  und  die  Behandlung  nicht  optimal,  sei  nach  dem 
komplizierten  Verlauf  das  Bein  in  Gefahr.  Gemäss  dem  neuesten 
ärztlichen  Bericht  vom  29.  August  2011  hat  sich  die  gesundheitliche 
Situation  des  Beschwerdeführers  bis  heute  nicht  verbessert.  Wegen 
chronischen  Dauerschmerzen  und  intermittierenden  starken  Schmerzen  
werde  der  Beschwerdeführer  auch  weiterhin  ärztlich  mit  den  gleichen 
anästhesiologischen  Verfahren  wie  im  März  2008  betreut.  Eine 
chirurgische  Beurteilung  habe  ergeben,  dass  das  Risiko  einer 
chirurgischen  Korrektur  zu  gross  sei.  In  den  hausärztlichen 
Sprechstunden  komme  deutlich  zum  Ausdruck,  dass  der 
Beschwerdeführer  eine  chronisch  persistierende  Einschränkung  am 
linken Unterschenkel  habe und einer  interventionellen  Injektionstherapie 
und medikamentösen Behandlung bedürfe. Unter dieser Therapie sei die 
Prognose als stationär anzusehen.

8.5.  Gemäss  der  Einschätzung  in  BVGE  2008/5  ist  die  medizinische 
Versorgung im Nordirak als mangelhaft zu bezeichnen. In den Städten ist 
die Grundversorgung zwar gewährleistet, aber auch da sind die Patienten 
und  das  Medizinalpersonal  mit  veralteten  Anlagen,  unzulänglicher 
Infrastruktur,  Mangel  an  Medikamenten  und  qualifiziertem  Personal 
konfrontiert.  Die  Landbevölkerung  hat  vielfach  gar  keinen  Zugang  zu 
Gesundheitszentren und Apotheken oder wohnt weit von diesen entfernt. 
Zusammenfassend  wurde  im  Grundsatzurteil  festgehalten,  dass 
geringfügige  gesundheitliche  Beschwerden  in  den  städtischen Gebieten 
der KRG­Region in der Regel behandelt werden könnten, dass jedoch ein 
permanenter  Medikamentenmangel  herrsche.  Bei  chronischen 
Krankheiten  oder  medizinischen  Problemen,  die  eines  spezialisierten 
Eingriffs  oder  einer  bestimmten  komplexen  Behandlungsmethode 
bedürften,  seien  eine  adäquate  Infrastruktur  und  geschultes  Personal 
nicht immer vorhanden (a.a.O. E. 7.5.6). Nach dieser Einschätzung ist die 

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notwendige medizinische Versorgung des Beschwerdeführers  in  seinem 
Heimatstaat vermutlich nicht gewährleistet. 

8.6. Aufgrund  des  aktuellen  Arztberichts  vom  29.  August  2011,  in  dem 
der  behandelnde  Arzt  des  Beschwerdeführers  erklärt,  dessen 
Gesundheitszustand  sei  bezüglich der Einschätzung  vom 12.  Juni  2008 
unverändert,  und  mangels  anderslautender  Aussagen  ist  davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  wie  vor  nicht  voll 
arbeitsfähig  ist.  Es  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  mit  seiner  gesundheitlichen  Einschränkung  in  seiner 
Heimat überhaupt eine Arbeitsstelle finden wird und wenn doch, dass er 
entsprechend der Situation in der Schweiz Teilzeit arbeiten könnte. Damit 
dürfte der Beschwerdeführer nur eine geringe Chance haben,  in seinem 
Herkunftsstaat ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Damit  ist 
ein  erfolgreicher  Neuanfang  in  seinem  Heimatland  –  selbst  vor  dem 
Hintergrund  einer  eventuellen medizinischen  Versorgung  –  fraglich.  Die 
Wahrscheinlichkeit,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in 
den Nordirak  in  eine  existenzielle Notlage  geraten wird,  erscheint  unter 
diesen Umständen als gegeben. 

8.7. Auf Beschwerdeebene gab der Beschwerdeführer an, sein Onkel und 
seine  Schwester  hätten  aufgrund  seiner  Probleme  aus  C._______ 
wegziehen müssen, ohne dies allerdings zu konkretisieren. Die Frage, ob 
der Beschwerdeführer  über  ein  soziales Netz  im Nordirak  verfügt,  kann 
offen  gelassen  werden,  da  in  Anbetracht  der  dargelegten  allgemeinen 
Umstände der medizinischen Versorgung im Irak sowie der persönlichen 
Situation des Beschwerdeführer der Vollzug der Wegweisung bereits aus 
gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar erscheint.

8.8. Das Bundesverwaltungsgericht  gelangt  deshalb  zum Schluss,  dass 
der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Irak  sich 
nach  dem  Gesagten  als  unzumutbar  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG 
erweist. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise auf das Vorliegen 
von Ausschlussgründen  im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, sind 
die Voraussetzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme erfüllt.

8.9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde nach dem 
Gesagten  gutzuheissen  ist,  soweit  sie  die  Frage  des 
Wegweisungsvollzugs betrifft.  Im Übrigen  ist sie abzuweisen. Die Ziffern 
3 und 4 des Dispositivs der Verfügung des BFM vom 28. Mai 2008 sind 
aufzuheben, und die Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdeführer in 

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der  Schweiz  wegen  gegenwärtiger  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen.

9. 
9.1. Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer mit 
seinen  Rechtsbegehren  teilweise  durchgedrungen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  geht  in  diesem Fall  praxisgemäss  von einem 
hälftigen  Obsiegen  aus.  Somit  sind  dem  Beschwerdeführer  die  Kosten 
des Verfahrens  in ermässigtem Umfang aufzuerlegen und auf Fr. 300.­­ 
festzusetzen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

9.2. Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine 
Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
(Art.  64  Abs.  1  VwVG;  Art.  7  Abs.  1  VGKE).  In  Anbetracht  des 
teilweisen  Obsiegens  ist  dem  Beschwerdeführer  im 
Beschwerdeverfahren  in Anwendung von Art.  64 Abs.  1 VwVG  i.V.m. 
Art. 37  VGG  für  die  Kosten  der  Vertretung  und  allfällige  weitere 
notwendige  Auslagen  eine  reduzierte  Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 7 VGKE). Mit Eingabe der Beschwerde reichte die 
Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  eine  Kostennote  zu  den 
Akten.  Bis  zur  Einreichung  der  Beschwerde  machte  sie  einen 
Vertretungsaufwand  von  sechs  Stunden  à  Fr.  150.­­,  Spesen  in  der 
Höhe von Fr. 50.­­ sowie 7,6% Mehrwertsteuer geltend,  insgesamt Fr. 
1'022.20.  Bislang  wurde  keine  weitere  Kostennote  zu  den  Akten 
gereicht.  Der  notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich  jedoch 
aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend  zuverlässig  abschätzen  und  ist 
unter  Berücksichtigung  der  massgebenden  Berechnungsfaktoren  von 
Amtes wegen auf  insgesamt Fr. 1'300.­­  festzusetzen. Die Vorinstanz 
ist  anzuweisen,  dem Beschwerdeführer  eine  um die Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung  von  Fr.  650.­­  (inkl.  Auslagen  und 
Mehrwertsteuer) auszurichten (Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

D­3734/2008

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die vorläufige Aufnahme des 
Beschwerdeführers beantragt wird. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die  Ziffern  3  und  4  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom  28. Mai  2008 
werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, die vorläufige Aufnahme 
des Beschwerdeführers anzuordnen.

3.
Dem  Beschwerdeführer  werden  ermässigte  Verfahrenskosten  in  der 
Höhe  von  Fr.  300.­­  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab 
Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  für  das 
Rechtsmittelverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 650.­­ 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

5.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

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