# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22de7caf-8898-5cc3-a3da-d813fbb11303
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2017 F-4847/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4847-2017_2017-10-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4847/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichter Martin Kayser, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber; 

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

alias B._______, geboren am (…), 

alias C._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau 

D._______, geboren am (…), 

alias E._______, geboren am (…), 

und deren Kinder 

F._______, geboren am (…), 

G._______, geboren am (…), 

Irak, 

vertreten durch lic. iur. Werner Rechsteiner, Rechtsanwalt, 

(…), 

Beschwerdeführende, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 15. August 2017 / N (…). 

F-4847/2017 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 24. Juli 2017 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum H._______ um Asyl nachsuchten, 

dass das SEM den Beschwerdeführenden am 2. August 2017 im An-

schluss an die Befragung zur Person gestützt auf seine Abklärungen und 

die Tatsache, dass sie im Besitz eines Schengen-Visums waren, welches 

durch das Deutsche Konsulat in I._______ ausgestellt wurde, das rechtli-

che Gehör zur Zuständigkeit Deutschlands für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens, zum möglichen Nichteintretensentscheid 

gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) und einer allfälligen Weg-

weisung nach Deutschland gewährte, 

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich erklärte, seine Ehefrau sei 

schwanger, 

dass die Beschwerdeführerin ihrerseits auf die bevorstehende Geburt hin-

wies, 

dass das SEM die deutschen Behörden am 3. August 2017 um Übernahme 

der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass die deutschen Behörden dem Übernahmeersuchen am 15. August 

2017 gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zustimmten, 

das SEM mit Verfügung vom 15. August 2017 in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 

24. Juli 2017 nicht eintrat, die Wegweisung nach Deutschland verfügte, die 

Beschwerdeführenden – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlas-

sungsfall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, den Kanton J._______ mit dem Vollzug der Wegweisung 

beauftragte, den Beschwerdeführenden die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aushändigte und feststellte, eine allfällige Be-

schwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, 

F-4847/2017 

Seite 3 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 28. August 2017 gegen 

die Verfügung des SEM vom 15. August 2017 beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde erheben und dabei beantragen liessen, der Nichtein-

tretensentscheid des SEM vom 15. August 2017 sei aufzuheben, eventua-

liter sei die Ziff. 3 des Nichteintretensentscheides des SEM vom 15. August 

2017 aufzuheben, und es sei ihnen zur Ausreise aus der Schweiz eine Frist 

von mindestens 30 Tagen ab der Geburt des zweiten Kindes anzusetzen, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liessen, der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ihnen sei die unent-

geltliche Rechtspflege zu bewilligen, in der Person des Unterzeichneten 

ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen und eine angemessene 

Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung anzusetzen, 

dass als Beilagen die angefochtene Verfügung vom 15. August 2017, das 

Schreiben des Amts für Migration des Kantons J._______ vom 22. August 

2017 („Zustellung Asylentscheid / rechtliches Gehör zu Einreiseverbot / 

Vorladung“), drei Vollmachten vom 25. August 2017 und die editionspflich-

tigen Akten inkl. einer Kopie des Aktenverzeichnisses eingereicht wurden, 

dass auf die Beschwerdebegründung und die Beweismittel – soweit ent-

scheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass der Instruktionsrichter mit Telefax vom 31. August 2017 gestützt auf 

Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus-

setzte, 

 

dass Sohn G._______ gemäss Mitteilung der zuständigen kantonalen Be-

hörde am (…) das Licht der Welt erblickte, 

 

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. September 2017 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 11. September 

2017 das Akteneinsichtsgesuch beziehungsweise den Antrag auf Anset-

zung einer angemessenen Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerdebe-

gründung guthiess und den Beschwerdeführenden Gelegenheit gab, sich 

bis zum 21. September 2017 zur Akte A8/1 (Eurodac Hit betreffend Be-

schwerdeführer), zu den S. 7 und 8 der Akte A13/13 (Protokoll der Befra-

gung zur Person vom 2. August 2017 hinsichtlich der Beschwerdeführerin) 

sowie zur S. 2 der Akte A23/7 (Übernahmeersuchen hinsichtlich der Be-

schwerdeführerin) zu äussern, 

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Seite 4 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 20. September 2017 eine 

entsprechende Stellungnahme einreichen und in Anpassung des in der Be-

schwerde gestellten Eventualantrags geltend machen liessen, die Ziff. 3 

des Nichteintretensentscheides des SEM vom 15. August 2017 sei aufzu-

heben und ihnen zur Ausreise aus der Schweiz eine Frist von mindestens 

60 Tagen ab Rechtskraft des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts anzu-

setzen, 

dass auf die Begründung der Stellungnahme – soweit entscheidrelevant – 

in den Erwägungen einzugehen ist, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG), 

dass Sohn G._______ ins Beschwerdeverfahren einbezogen wird, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

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Seite 5 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) 

ergab, dass das Deutsche Konsulat in I._______ den Beschwerdeführen-

den am 29. Juni 2017 ein vom 20. Juli 2017 bis am 18. August 2017 gülti-

ges Schengen-Visum ausgestellt hat, 

dass die deutschen Behörden am 15. August 2017 das Übernahmeersu-

chen des SEM vom 3. August 2017 gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-

VO guthiessen, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands zur Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens somit gegeben ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

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Seite 6 

dass in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend gemacht wird, 

die Beschwerdeführerin sei hochschwanger, der errechnete Geburtstermin 

sei (…), 

dass es den Beschwerdeführenden aufgrund des gesundheitlichen Zu-

stands der Beschwerdeführerin nicht zumutbar sei, aus der Schweiz weg-

gewiesen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Schweiz zurück-

gewiesen zu werden, weil letztlich doch die Schweiz für die Prüfung des 

Asylgesuchs zuständig sei, 

dass es den Beschwerdeführenden wegen der Gesundheitssituation der 

Beschwerdeführerin und der nahenden Geburt zu ermöglichen sei, sich 

weiterhin in der Schweiz aufzuhalten, bis die Zuständigkeit zur Prüfung des 

Asylgesuchs abschliessend geklärt sei, 

dass des Weiteren das Dispositiv des angefochtenen Nichteintretensent-

scheides, welches bestimme, dass die Beschwerdeführenden am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist die Schweiz verlassen müssten, den entspre-

chenden Erwägungen im Entscheid widerspreche, 

dass in den Erwägungen nämlich festgehalten werde, die Überstellung 

habe in Anwendung von Art. 29 Dublin-III-VO bis spätestens am 15. Feb-

ruar 2018 zu erfolgen, 

dass diese Umstände klar zu begründen vermöchten, dass der Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, 

dass die Beschwerdeführerin hochschwanger sei und kurz vor der Geburt 

ihres zweiten Kindes stehe, 

dass die Beschwerdeführenden zudem in der Schweiz Verwandte hätten, 

welche ihnen bereits jetzt beistünden und auch nach der Geburt beistehen 

würden, 

dass die junge Familie auf diese Hilfe fraglos angewiesen sei, 

dass die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig abgeklärt habe, 

dass selbst bei ausreichender medizinischer Infrastruktur in Deutschland 

dies nicht bedeute, dass durch eine Wegweisung aufgrund der bevorste-

henden Geburt keine stressbedingten Komplikationen auftreten könnten, 

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dass dies auch nicht bedeute, dass keine Gefahr bestehe, dass das Kind 

auf der Reise von der Schweiz nach Deutschland geboren werde, 

dass die Vorinstanz auch die die Beschwerdeführenden unterstützende 

Verwandtschaft unberücksichtigt lasse, 

dass die Vorinstanz aufgrund dieser unvollständigen Sachverhaltsabklä-

rung zu Unrecht und in Unterschreitung ihres Ermessens zur Überzeugung 

gelangt sei, es würden keine Gründe vorliegen, welche die Anwendung der 

Souveränitätsklausel der Schweiz rechtfertigten, 

dass Gegenteiliges der Fall sei, weshalb die Asylgesuche der Beschwer-

deführenden in der Schweiz zu prüfen seien, 

dass gemäss Art. 45 Abs. 2 AsylG mit der Wegweisungsverfügung eine 

angemessene Ausreisefrist zwischen sieben und dreissig Tagen anzuset-

zen sei, 

dass es den Beschwerdeführenden aus familiären und gesundheitlichen 

Gründen nicht zumutbar sei, am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist die 

Schweiz zu verlassen, 

dass ihnen vielmehr aufgrund der medizinisch erstellten Umstände die 

Ausreisefrist eventualiter auf mindestens 30 Tage nach der Geburt des 

zweiten Kindes anzusetzen sei, 

dass die Beschwerdeführenden in der Stellungnahme vom 20. September 

2017 im Wesentlichen geltend machen lassen, aus den mit Zwischenver-

fügung vom 11. September 2017 zugestellten Unterlagen ergebe sich 

nichts, was an den Beschwerdeausführungen etwas ändern würde, 

dass keine Ergänzungen notwendig seien, zumal in der Beschwerde be-

reits ausführlich dargelegt worden sei, weshalb der Nichteintretensent-

scheid des SEM vom 15. August 2017 aufzuheben sei, 

dass hinsichtlich des angepassten Eventualantrags festzuhalten sei, dass 

die Geburt des zweiten Kindes zwischenzeitlich erfolgt sei und sich die Fa-

milie in der Eingewöhnungsphase befinde, 

dass den Beschwerdeführenden, sollte das Bundesverwaltungsgericht wi-

der Erwarten zur Überzeugung gelangen, sie seien nach Deutschland weg-

zuweisen, genügend Zeit zu geben sei, sich auf die Reise vorzubereiten, 

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könnten sie doch diesfalls nicht mehr auf die Hilfe ihrer Verwandten zurück-

greifen, 

dass die geltend gemachten Vorbringen nicht zu überzeugen vermögen, 

dass vorab auf die formelle Rüge eines unvollständig abgeklärten Sach-

verhalts einzugehen ist, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der 

angefochtenen Verfügung zu bewirken, 

dass die Vorinstanz im Nichteintretensentscheid die damalige Schwanger-

schaft der Beschwerdeführerin dahingehend berücksichtigte, dass sie fest-

hielt, Deutschland verfüge über eine ausreichende medizinische Infrastruk-

tur und sei gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie 2013/33/EU des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (sogenannte Aufnah-

merichtlinie) verpflichtet, den Beschwerdeführenden die erforderliche me-

dizinische Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und die un-

bedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychi-

schen Störungen umfasse, zu gewähren, 

dass im Rahmen des Dublin-Systems davon auszugehen sei, der zustän-

dige Dublin-Staat könne angemessene medizinische Versorgungsleistun-

gen erbringen und gewährleiste den Zugang zu notwendiger medizinischer 

Behandlung, 

dass keine Hinweise vorliegen würden, wonach Deutschland den Be-

schwerdeführenden eine medizinische Behandlung zukünftig verweigern 

würde, 

dass für das weitere Dublin-Verfahren einzig die Reisefähigkeit ausschlag-

gebend sei, welche erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt werde, 

dass das SEM zudem dem aktuellen Gesundheitszustand bei der Organi-

sation der Überstellung nach Deutschland Rechnung trage, indem es die 

deutschen Behörden im Sinne von Art. 31 und 32 Dublin-III-VO vor der 

Überstellung über den Gesundheitszustand und die notwendige medizini-

sche Behandlung informiere, 

dass im Übrigen den Akten zu entnehmen ist, dass die Vorinstanz die deut-

schen Behörden über die zum damaligen Zeitpunkt bestehende Schwan-

gerschaft in Kenntnis gesetzt hat (vgl. A23/7, S. 5), 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung zur Person angab, er 

habe neben der Ehefrau und der Tochter keine weiteren Bezugspersonen 

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in der Schweiz (vgl. Befragungsprotokoll vom 2. August 2017 [A11/14, S. 7 

Ziff. 3.02]), 

dass die Beschwerdeführerin erklärte, neben ihrem Ehemann und ihrer 

Tochter sei ein Cousin ihres Vaters mit seiner Familie in der Schweiz; nä-

here Verwandte habe sie hierzulande keine (vgl. A13/13, S. 6 Ziff. 3.02), 

dass weder der Beschwerdeführer noch die Beschwerdeführerin im Rah-

men des rechtlichen Gehörs geltend machten, in der Schweiz lebende Ver-

wandte würden einen Hinderungsgrund für eine Wegweisung nach 

Deutschland darstellen, 

dass die Vorinstanz demzufolge nicht gehalten war, zu einer angeblichen 

Verwandtschaft in der Schweiz nähere Abklärungen zu treffen, 

dass nach dem Gesagten nicht ersichtlich ist, inwiefern der Sachverhalt 

unvollständig abgeklärt worden sein soll, weshalb sich die entsprechende 

Rüge als unbegründet erweist, 

dass die Beschwerdeführenden mit ihren Vorbringen die Anwendung von 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordern, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland wür-

den systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 

Dublin-III-VO aufweisen, 

dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

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Seite 10 

dass die Beschwerdeführenden kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-

getan haben, die deutschen Behörden würden sich weigern, sie aufzuneh-

men und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Deutschland werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr 

Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefähr-

det ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass die Beschwerdeführenden ausserdem nicht dargetan haben, die sie 

bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Deutschland seien 

derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 

FoK führen könnten, 

dass sie auch nicht konkret dargelegt haben, Deutschland würde ihnen 

dauerhaft die ihnen gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen 

Lebensbedingungen vorenthalten, 

dass es ihnen bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung offen-

steht, sich an die zuständigen deutschen Behörden zu wenden und die 

ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufor-

dern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-

bringung von den deutschen Behörden bevorzugt behandelt werden und 

sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsorgani-

sationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die Beschwer-

deführenden gerieten im Falle einer Rückkehr nach Deutschland wegen 

der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage, 

dass sie die Möglichkeit haben, sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die 

dafür zuständigen Behörden beziehungsweise karitativen Organisationen 

zu wenden, 

dass sie demnach aus der in der Beschwerde geäusserten Befürchtung, 

ihre etwas mehr als ein Jahr alte Tochter würde bei einer Wegweisung trau-

matisiert werden, nichts für sich ableiten können, 

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dass die erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen im Zu-

sammenhang mit Verwandten in der Schweiz, auf deren Hilfe die Be-

schwerdeführenden angewiesen seien, als nachgeschoben zu erachten 

sind, 

dass es sich abgesehen davon bei dem im vorinstanzlichen Verfahren er-

wähnten Cousin des Vaters der Beschwerdeführerin ohnehin nicht um eine 

der in Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO genannten unterstützenden Personen 

(Kind, Geschwister, Elternteil) handeln würde, weshalb die Beschwerde-

führenden daraus schon allein aus diesem Grund nichts zu ihren Gunsten 

ableiten können, 

dass die Vorinstanz nach dem Gesagten zu Recht davon ausgegangen ist, 

es würden auch keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO (Abhän-

gigkeitsverhältnis aufgrund schwerer Krankheit von Familienangehörigen) 

vorliegen, welche die Schweiz verpflichten würden, das Asylgesuch der 

Beschwerdeführenden zu prüfen, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnah-

merichtlinie),  

dass Deutschland über zahlreiche medizinische Institutionen verfügt, wel-

che auch Asylsuchenden zugänglich sind, weshalb sich die Beschwerde-

führenden im Bedarfsfall an das dafür zuständige medizinische Fachper-

sonal wenden können, 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach Deutschland seinen Verpflichtun-

gen im Rahmen der Dublin-III-VO in medizinischer Hinsicht nicht nachkom-

men würde, 

dass im Übrigen die Vorinstanz – wie sie bereits in der angefochtenen Ver-

fügung festgehalten hat – dem aktuellen Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführenden bei der Organisation der Überstellung nach Deutsch-

land Rechnung tragen wird, indem sie die deutschen Behörden im Sinne 

von Art. 31 und 32 Dublin-III-VO vor der Überstellung über den Gesund-

heitszustand und die notwendige medizinische Behandlung informieren 

wird, 

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Seite 12 

dass insbesondere auch sicherzustellen ist, dass die deutschen Behörden 

vor der Überstellung über die Anwesenheit des Säuglings informiert sind, 

dass aus diesem Grund die eventualiter beantragte Verlängerung der Aus-

reisefrist weder notwendig noch geboten scheint, 

dass zusammenfassend kein konkretes und ernsthaftes Risiko besteht, die 

Überstellung der Beschwerdeführenden nach Deutschland würde gegen 

Art. 3 EMRK oder andere völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz 

oder Landesrecht verstossen, 

dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keinen Grund für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an 

dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-

den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszu-

wählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb die Beschwerdeführen-

den aus ihrem Wunsch nach einem Verbleib in der Schweiz nichts zu ihren 

Gunsten abzuleiten vermögen, 

dass der Hinweis in der Beschwerde, wonach der Beschwerdeführer bei 

Erteilung einer Arbeitsbewilligung die Möglichkeit hätte, bei einem Ver-

wandten im Betrieb mitzuarbeiten und damit für den familiären Unterhalt zu 

sorgen, zu keiner anderen Einschätzung führen kann, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung 

nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG 

(SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentschei-

des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 

m.w.H.), 

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Seite 13 

dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägungen 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerde in Anbetracht der Umstände abzuweisen ist, 

dass mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache der Antrag auf Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden ist, 

dass es sich demzufolge erübrigt, auf die in diesem Kontext geltend ge-

machten Vorbringen näher einzugehen, 

dass der am 31. August 2017 angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegendem 

Urteil dahinfällt, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen 

waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

auch das Gesuch um Bestellung des unterzeichneten Anwalts als unent-

geltlichen Rechtsbeistand im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 110a Abs. 2 AsylG abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

F-4847/2017 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, die deutschen Behörden über die Anwesenheit 

des Säuglings rechtzeitig zu informieren. 

3.  

Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG und unentgeltliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 

VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

Martin Kayser Karin Schnidrig 

 

Versand: