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**Case Identifier:** 19495673-04d5-597a-9ee2-d1e6a166c478
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 25.05.2021 ZK1 2021 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-60_2021-05-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 25. Mai 2021

Referenz ZK1 21 60

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwältin Sonja Achermann Bernaschina
Via Ramogna 10, 6601 Locarno 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt Paul Schwizer
Schwizer Rechtsanwälte AG, Bischofszellerstrasse 21a, 9201 
Gossau SG 

Gegenstand Erlass vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur
vom 4. Dezember 2020, mitgeteilt am 23. April 2021
(Proz. Nr. 135-2020-364)

Mitteilung 28. Juni 2021

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Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 5. Mai 2020 stellte die Ehefrau von A._____, B._____, 
beim Regionalgericht Plessur ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen 
im seit Dezember 2018 hängigen Scheidungsverfahren. A._____ nahm mit Einga-
be vom 29. Mai 2020 zu dem Gesuch Stellung. Die Stellungnahme wurde B._____ 
zur Kenntnisnahme zugestellt, worauf diese mit Eingabe vom 16. Juni 2020 erneut 
Stellung bezog.

B. Der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur verzichtete auf 
die Durchführung einer Hauptverhandlung und hiess das Gesuch um vorsorgliche 
Massnahmen mit Entscheid vom 4. Dezember 2020, mitgeteilt am 15. Dezember 
2020, mehrheitlich gut. Der Entscheid wurde ohne schriftliche Begründung durch 
Zustellung im Dispositiv an die Parteien eröffnet. Er enthält eine Kurzbegründung. 

C. Beide Parteien verlangten die schriftliche Begründung des Entscheids vom 
4. Dezember 2020, die Ehefrau mit Eingabe vom 17. Dezember 2020, A._____ mit 
Eingabe vom 18. Dezember 2020. Gleichentags beantragte A._____ den 
Ausstand des am Entscheid beteiligten Einzelrichters, C.________, sowie der Ak-
tuarin, D.________, für jegliche Verfahren der Eheleute A./B.________. Mit Ent-
scheiden vom 11. März 2021, mitgeteilt am 24. März 2021, wies das Regionalge-
richt Plessur (Kollegialgericht) die beiden Ausstandsgesuche ab (Proz. Nr. 115-
2020-60 und 115-2020-61). Diese Entscheide sind unangefochten in Rechtskraft 
erwachsen.

E. Nachdem A._____ wegen des Ausbleibens der schriftlichen Begründung 
mit Eingabe vom 7. April 2021 beim Kantonsgericht von Graubünden Rechtsver-
zögerungsbeschwerde im Sinne von Art. 319 lit. c ZPO erhoben hatte (ZK1 21 44), 
wurde der Entscheid vom 4. Dezember 2020 den Parteien am 23. April 2021 be-
gründet eröffnet. Gegen diesen erhob A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) mit 
Eingabe vom 6. Mai 2021 Berufung und beantragte was folgt:

I. EFFETTO SOSPENSIVO

All'odierno gravame è concesso effetto sospensivo.

L'esecuzione dei punti 1 a) b) e c) e 2 a) e b) del dispositivo della 
sentenza cautelare sono sospesi.

II. NEL MERITO

1. In via principale:

1.1. La decisione 4 dicembre 2020 motivata nell’aprile 2021 del Tribunale 
Regionale Plessur è cassata.

L’incarto è rinviato al Primo Giudice per nuovo giudizio.

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1.2. Il convenuto è mandato esente da spese e tasse giudiziarie e gli sarà 
rifuso l'importo di FRS. 5'000.00 a titolo di ripetibili.

2. In via subordinata:

2.1 La decisione 4 dicembre 2020 motivata nell’aprile 2021 del Tribunale 
Regionale Plessur è riformata.

L'istanza cautelare 5 maggio 2020 della signora B._____ è parzial-
mente accolta, limitatamente alle richieste di giudizio contenute nelle 
osservazioni scritte del marito datate 29 maggio 2020.

2.2. II convenuto è mandato esente da spese e tasse giudiziarie e gli sarà 
rifuso l'importo di FRS. 5'000.00 a titolo di ripetibili.

III. IN TUTTI I CASI:

Protestate spese giudiziarie di questa sede.

F. Mit Verfügung vom 7. Mai 2021 wurde der Berufung einstweilen aufschie-
bende Wirkung erteilt.

G. Der Berufungskläger leistete den Kostenvorschuss von CHF 1'500.00 frist-
gerecht, mit Eingang beim Kantonsgericht am 12. Mai 2021.

H. Mit Berufungsantwort vom 20. Mai 2021 stellte B._____ (nachfolgend: Beru-
fungsbeklagte) folgendes Rechtsbegehren:

1. Die Berufung des Berufungsklägers vom 6. Mai 2021 sei vollumfäng-
lich abzuweisen, soweit überhaupt eingetreten werden kann. Eventua-
liter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuwei-
sen.

2. Die am 7. Mai 2021 einstweilen verfügte aufschiebende Wirkung sei 
per sofort zu widerrufen.

3. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolge [Honorar und Barausla-
gen zzgl. 7.7% MWST] zulasten des Berufungsklägers, eventualiter 
zulasten des Kantons.

I. Mit Mitteilung vom 25. Mai 2021 wurde dem Berufungskläger die Beru-
fungsantwort zur Kenntnis gebracht und den Parteien mitgeteilt, dass kein weiterer 
Schriftenwechsel vorgesehen sei. Die Akten des Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 
135-2020-364), welche das Regionalgericht Plessur zusammen mit den Akten des 
Hauptverfahrens (Proz. Nr. 115-2018-79) und der beiden Ausstandsverfahren 
(Proz. Nr. 115-2020-60 und 115-2020-61) bereits im Verfahren ZK1 21 44 einge-
reicht hatte, wurden für den vorliegenden Entscheid soweit erforderlich beigezo-
gen. Weitere prozessuale Anordnungen oder Eingaben sind nicht erfolgt.

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Erwägungen

1.1. Der im summarischen Verfahren (Art. 276 Abs. 2 i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO) 
ergangene Entscheid vom 4. Dezember 2020 wurde dem Berufungskläger am 
26. April 2021 in schriftlich begründeter Form zugestellt (act. B.2). Seine dagegen 
erhobene Berufung datiert vom 6. Mai 2021 und wurde gleichentags zuhanden 
des Kantonsgerichts von Graubünden der Post übergeben (act. A.1). Damit er-
weist sich die massgebliche Berufungsfrist von zehn Tagen als gewahrt (Art. 314 
ZPO).

1.2. Die Berufungsbeklagte ist der Ansicht, auf die Berufung könne mangels 
zulässigem kassatorischen und reformatorischen Rechtsbegehren, fehlender Be-
zifferung und ungenügender Begründung des Letzteren nicht eingetreten werden 
(Art. 311 ZPO; act. A.2, II.C.7 f.). Vorgreifend ist festzuhalten, dass der Beru-
fungskläger den Aufhebungs- und Rückweisungsantrag primär mit einer Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs begründet. Für die Feststellung einer Gehörsverlet-
zung, die daraus folgende Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung kein reformatorischer Antrag erforderlich. Die Frage, ob ein (genügendes) 
reformatorisches Begehren vorliegt, stellt sich für die Rechtsmittelinstanz erst 
dann, wenn sie eine Heilung der Gehörsverletzung in Betracht zieht, d.h. wenn sie 
selber reformatorisch entscheiden möchte (BGer 5A_485/2016 v. 19.12.2016 E. 
2.3). Die vorliegende Berufung entspricht somit den gesetzlichen Formerfordernis-
sen (Art. 311 ZPO), sofern in der Folge eine Gehörsverletzung festgestellt und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, weshalb die 
formellen Einwände der Berufungsbeklagten einem Eintreten auf die Berufung 
nicht entgegenstehen. Gleiches gilt für den ebenfalls unter dem Titel "Nichteintre-
ten" erhobenen Einwand der Berufungsbeklagten, wonach sinngemäss die Vor-
aussetzungen von Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO für eine Rückweisung nicht gegeben 
seien (act. A.2, 9).

1.3. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet die Nichtberücksichtigung der 
Stellungnahme des Berufungsklägers im vorinstanzlichen Verfahren. In der Sache 
streitig ist der vorsorgliche Unterhalt für die Dauer des Scheidungsverfahrens. 
Entsprechend liegt eine rein vermögensrechtliche Streitigkeit vor (vgl. BGE 116 II 
493). In vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist eine Berufung nur zulässig, wenn 
der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 
CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Diese Voraussetzung ist mit Blick 
auf die in den erstinstanzlichen Rechtsschriften gestellten Anträge – die Beru-
fungsbeklagte verlangte die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen von monatlich 

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CHF 8'750.00 rückwirkend ab März 2020, während der Berufungskläger für die 
Zeit ab 1. März 2020 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 1'647.00 offerierte – 
und die unbestimmte Dauer der vorsorglichen Unterhaltspflicht (Art. 92 Abs. 2 
ZPO) klarerweise erfüllt.

1.4 Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Berufung als Rechtsmittelinstanz ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 
320.100). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilrechts bei der I. Zivilkammer (Art. 6 
Abs. 1 lit. KGV [BR 173.100]). Auf die Berufung ist einzutreten.

2.1. Die Vorinstanz führte in ihrem schriftlich begründeten Entscheid – wie 
schon im Rahmen der Kurzbegründung des im Dispositiv eröffneten Entscheides 
(RG act. A.1, S. 3) – begründend aus, die Stellungnahme des Berufungsklägers 
sei nicht mit einer Originalunterschrift versehen gewesen, sondern lediglich mit 
einer kopierten Unterschrift. Die Stellungnahme habe folglich an einem offensicht-
lichen und erheblichen Mangel gelitten. Bei anwaltlich vertretenen Personen wer-
de bei solch offensichtlichen Mängeln, die nicht auf entschuldbare Unsorgfalt 
zurückzuführen seien, keine Nachfrist zur Verbesserung angesetzt. Die Stellung-
nahme gelte folglich als nicht erfolgt, was zur Folge habe, dass die Behauptungen 
der Gesuchstellerin grundsätzlich als nicht bestritten gelten (act. B.1, E. 2).

2.2. Der Berufungskläger begründet seinen Antrag um Aufhebung des vor-
instanzlichen Entscheids und Rückweisung der Sache sinngemäss mit der Verlet-
zung seines rechtlichen Gehörs, da seine Stellungnahme vom 29. Mai 2020 im 
vorinstanzlichen Verfahren keine Beachtung gefunden habe. Dies obwohl er ein 
Exemplar der Stellungnahme mit Originalunterschrift und die beiden weiteren Ex-
emplare als Kopien eingereicht habe, wie das Gericht auf seine Ausstandsbegeh-
ren hin selber habe feststellen müssen. Unabhängig davon, d.h. selbst wenn eine 
Originalunterschrift gefehlt hätte, habe die Vorinstanz zudem Art. 132 ZPO ver-
letzt, da sie ihm keine Nachfrist zur Verbesserung eingeräumt habe. Es handle 
sich daher nicht (bloss) um einen Fall von überspitztem Formalismus, sondern um 
eine Rechtsmissbrauch gleichkommende, schwere Rechtsverletzung. Weiter be-
gründet der Berufungskläger seinen Antrag um Aufhebung des vorinstanzlichen 
Entscheids auch mit dessen mangelhafter Begründung und einer nicht näher be-
stimmten Verletzung von Art. 30 BV (act. A.1, S. 6 ff.).

2.3. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 
Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör stellt einerseits ein persönlichkeits-
bezogenes Verfahrensrecht der Beteiligten dar und schützt vor Herabminderung 

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zum blossen Verfahrensobjekt. Andererseits handelt es sich um ein Mittel der 
Sachaufklärung, das der optimalen Aufarbeitung der relevanten Entscheidungs-
grundlagen dient und es den Betroffenen ermöglicht, im Rahmen des Verfahrens-
rechts ihren Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (vgl. Gerold Steinmann, 
in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bun-
desverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N 42 zu 
Art. 29 BV m.w.H.). Teilgehalte des Anspruchs auf rechtliches Gehör sind u.a. das 
Recht des Betroffenen auf Abnahme von rechtzeitig und formrichtig angebotenen, 
rechtserheblichen Beweismitteln (BGE 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3) sowie 
das Recht der Parteien, sich vor Erlass des Entscheides äussern zu können (BGE 
122 II 274 E. 6b m.w.H). Im Sinne eines Gegenstücks zum Mitwirkungsrecht der 
Parteien verlangt der Anspruch auf rechtliches Gehör, dass das Gericht die 
rechtserheblichen Vorbringen der Parteien tatsächlich anhört, sorgfältig und ernst-
haft prüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1; 
Giovanni Biaggini, BV Kommentar, Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft, 2. Aufl., Zürich 2017, N 23 zu Art. 29 BV; BGE 124 I 241 E. 2). 
Dies gilt für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die 
zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen (BGE 
112 Ia 1 E. 3c).

2.4. Gemäss Art. 130 Abs. 1 Satz 2 und Art. 132 Abs. 1 ZPO e contrario müs-
sen Eingaben in Papierform eigenhändig unterzeichnet sein. Nach der milden 
Praxis des Bundesgerichts genügt es, wenn sich die Unterschrift auf einem Be-
gleitschreiben oder auf dem Briefumschlag befindet (BGE 106 IV 67; 102 IV 143; 
83 II 514). Deshalb und da das Gericht gemäss Art. 131 ZPO bei Einreichung von 
Eingaben in ungenügender Anzahl auch selbst Kopien anfertigen kann, genügt es 
nach überwiegender Lehrmeinung, wenn wenigstens das für das Gericht bestimm-
te Exemplar im Original unterzeichnet ist und die übrigen Exemplare in Kopie ein-
gereicht werden (Reto M. Jenny/Daniel Jenny, in: Myriam A. Gehri/Kramer [Hrsg.], 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich 2010, N 1 zu Art. 131 
ZPO; Nina J. Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, Bd. I, Bern 2012, N 1 zu Art. 131 ZPO; Michael Kramer/ 
Nadja Erk, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], ZPO Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 7 zu Art. 131 ZPO).

2.5. Im Rahmen ihrer Stellungnahme in dem vom Berufungskläger gegen sie 
eingeleiteten Ausstandsverfahren (Proz. Nr. 115-2020-61) räumte die beteiligte 
Gerichtsschreiberin ein, dass der Berufungskläger ein Exemplar der Stellungnah-
me vom 29. Mai 2020 mit Originalunterschrift sowie zwei Exemplare mit kopierter 

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Unterschrift eingereicht habe und das Gericht aufgrund eines Kanzleifehlers fäl-
schlicherweise davon ausgegangen sei, der Berufungskläger habe kein original 
unterzeichnetes Exemplar eingereicht (act. B.3, S. 2; vgl. auch act. B.1, H in fine). 
Das Vorbringen des Berufungsklägers, wonach er zumindest ein Exemplar seiner 
Stellungnahme mit Originalunterschrift eingereicht habe, erweist sich somit als 
zutreffend. Das fragliche original unterzeichnete Exemplar liegt dem Kantonsge-
richt denn auch vor; es wurde auf Nachfrage vom 25. Mai 2021 durch das Regio-
nalgericht Plessur mit Eingabe vom 26. Mai 2021 nachgeliefert (act. D.5). Ein ko-
piertes Exemplar liegt bei den Akten (RG act. I.2 [Proz. Nr. 135-2020-364) und ein 
weiteres befindet sich nach eigener Aussage bei der Berufungsbeklagten 
(act. A.2, II.C.9). In tatsächlicher Hinsicht kann somit festgehalten werden, dass 
der Berufungskläger die Stellungnahme vom 29. Mai 2020 in dreifacher Aus-
führung eingereicht hat; einmal mit Originalunterschrift und zweimal mit kopierter 
Unterschrift. Damit genügte die Eingabe des Berufungsklägers den dargelegten 
Formerfordernissen an eine solche. Deren Nichtberücksichtigung durch die Vorin-
stanz verletzte offenkundig den Anspruch des Berufungsklägers auf rechtliches 
Gehör. 

3.1. Der Gehörsanspruch ist formeller Natur, was bedeutet, dass bei seiner Ver-
letzung der Entscheid aufzuheben ist, unabhängig davon, ob er ohne die Verlet-
zung anders ausgefallen wäre. Dabei bildet die Kassation des Entscheids und 
Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfahrens-
rechte der betroffenen Partei die Regel (BGE 137 I 195 E. 2.7). Ausnahmsweise 
kann die Verletzung des rechtlichen Gehörs vor der Rechtsmittelinstanz geheilt 
werden. Vorausgesetzt ist, dass die Rechtsmittelinstanz in tatsächlicher und recht-
licher Hinsicht über dieselbe Kognition verfügt wie die Vorinstanz und die betroffe-
ne Person die Möglichkeit erhält, sich erneut zu äussern. Bei einer schwerwiegen-
den Verletzung des rechtlichen Gehörs kommt ein Verzicht auf eine Rückweisung 
der Sache jedoch nur dann in Frage, wenn diese zu einem formalistischen Leer-
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der An-
hörung gleichgestellten) Interesse der Partei an einer beförderlichen Beurteilung 
der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 m.w.H.). In jedem 
Fall soll die Heilung der Gehörsverletzung die Ausnahme bleiben, für den Betrof-
fenen keinen Rechtsnachteil bedeuten und nicht zu einem Resultat führen, das bei 
korrektem Vorgehen nicht hätte erreicht werden können. Angesichts der Bedeu-
tung der Verfahrensrechte soll die Vorinstanz nicht auf eine Heilung spekulieren 
können (vgl. Steinmann, a.a.O., N 59 zu Art. 29 BV).

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3.2. Vorliegend wiegt die Verletzung schwer. Als Folge davon, dass die Vor-
instanz die Stellungnahme des Berufungsklägers als nicht erfolgt qualifizierte, er-
achtete sie die Behauptungen der Berufungsbeklagten als unbestritten und legte 
dieselben denn auch ihrem Entscheid zugrunde. In diesem Zusammenhang ist 
insbesondere die ungekürzte Übernahme eines Grossteils der von der Berufungs-
beklagten geltend gemachten Bedarfspositionen hervorzuheben, welche die Vor-
instanz explizit mit der mangelnden Bestreitung des Ehemannes begründet hat 
(act. B.1, E. 3.3). Einzig bei drei als offensichtlich unangemessen bezeichneten 
Bedarfspositionen (Grundbetrag, Wohnkosten, Mobilität) ist sie von den Angaben 
der Berufungsbeklagten abgewichen und hat die geltend gemachten Beträge unter 
Würdigung der von ihr vorgelegten Beweismittel herabgesetzt. Um die schwere 
Gehörsverletzung zu heilen, wäre vorliegend nicht bloss eine Prozesshandlung 
der Parteien nachzuholen, wie beispielsweise die Gewährung des Replik- oder 
des Akteneinsichtsrechts, sondern es wäre die gesamte Streitsache unter Einbe-
zug der Stellungnahme vom 29. Mai 2020 zu beurteilen. Es müsste der Sachver-
halt in allen Punkten anstelle der ersten Instanz erstellt werden, womit das Beru-
fungsverfahren einer Wiederholung des erstinstanzlichen Verfahrens respektive 
dessen erstmaliger Durchführung gleichkäme, wozu es jedoch nicht dient (vgl. 
PKG 2016 Nr. 4 E. 2b/cc m.w.H.). Allein angesichts dessen stellt eine Rückwei-
sung keinen formalistischen Leerlauf dar. Zudem ginge dem Berufungskläger in 
unzulässiger Weise eine Instanz verloren. Die Rechtsunterworfenen haben jedoch 
grundsätzlich Anspruch auf Einhaltung des Instanzenzuges (BGE 137 I 195 
E. 2.7). Aus diesen Gründen kann die Verletzung des rechtlichen Gehörs im vor-
liegenden Berufungsverfahren – trotz freier Kognition des Kantonsgerichts – nicht 
geheilt werden. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid in Gutheis-
sung der Berufung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung unter Einbezug 
der Stellungnahme vom 29. Mai 2020 an die Vorinstanz zurückzuweisen. Da das – 
der sozialen Untersuchungsmaxime (Art. 276 i.V.m. Art. 272 ZPO) unterstehende 
– Verfahren damit wieder in das Stadium vor der Urteilsberatung (Art. 229 Abs. 3 
ZPO) zurückversetzt wird, wird es den Parteien obliegen, allfällige neue Tatsachen 
und Beweismittel, wie sie zum Teil auch im Berufungsverfahren vorgebracht wur-
den (act. A.1, S. 9; act. A.2, II.A.4 und II.D.11.4), der Vorinstanz rechtzeitig zur 
Kenntnis zu bringen und zum Zwecke der Verfahrensbeschleunigung gegebenen-
falls eine mündliche Verhandlung zu verlangen (Art. 273 ZPO). 

3.3. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Prüfung der weiteren Rügen des Be-
rufungsklägers hinsichtlich einer Verletzung der Begründungspflicht sowie einer 
Verletzung von Art. 30 BV. Ebenso kann die hypothetische Frage offenbleiben, ob 
dem Berufungskläger vorliegend eine Nachfrist im Sinne von Art. 132 ZPO hätte 

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angesetzt werden müssen, wenn keine Eingabe mit originaler Unterschrift einge-
reicht worden wäre.

4. Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. Mai 2021 wurde 
der Berufung auf Antrag des Berufungsklägers einstweilen die aufschiebende Wir-
kung erteilt (act. D.2). Die Berufungsbeklagte beantragte den Widerruf der erteilten 
aufschiebenden Wirkung (act. A.2, I.1 und II.B). Mit dem vorliegenden Entscheid in 
der Hauptsache bzw. der Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids entfaltet 
dieser keine Wirkungen mehr. Daher erübrigt es sich, weiter auf die gewährte auf-
schiebende Wirkung einzugehen (Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung (ZPO), 3. Aufl., Zürich 2016, N 41 zu Art. 315 ZPO).

5.1. Da mit dem vorliegenden Rückweisungsentscheid kein neuer Entscheid in 
der Sache ergeht, ist über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens 
nicht zu entscheiden (Art. 318 Abs. 3 ZPO e contrario). Darüber wird vielmehr die 
Vorinstanz nochmals zu befinden haben. An dieser Stelle gilt es lediglich, die Kos-
ten des Berufungsverfahrens, bestehend aus den Gerichtskosten und der Partei-
entschädigung, festzulegen und zu verteilen (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Dies ist deshalb 
nicht der Vorinstanz zu überlassen, da über die Frage der Berücksichtigung der 
Stellungnahme des Berufungsklägers in dem Sinne definitiv entschieden wurde, 
als die Vorinstanz nicht erneut über diese Frage zu befinden hat (Art. 104 Abs. 4 
ZPO; BGer 4A_523/2013 v. 31.3.2014 E. 8.1).

5.2. Der Grundsatz der Kostenverteilung nach Obsiegen und Unterliegen erfährt 
durch das in Art. 108 ZPO verankerte Verursacherprinzip eine Ausnahme. Nach 
der erwähnten Bestimmung hat derjenige die Prozesskosten zu bezahlen, der die-
se unnötig verursacht hat. Verursacher unnötiger Kosten und somit Zahlungs-
pflichtiger kann nicht nur eine Partei, sondern auch die Vorinstanz oder ein 
Rechtsvertreter sein, der mit minimaler Vorsicht vermeidbare Fehler begangen hat 
(David Jenny, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2016, N 7 zu Art. 108 ZPO 
m.w.H.). In diesem Sinn können auch nach der Praxis des Kantonsgerichts die 
Kosten gestützt auf Art. 108 ZPO der Vorinstanz überbunden werden, wenn das 
Rechtsmittelverfahren wegen eines von ihr zu verantwortenden gravierenden Ver-
fahrensfehlers notwendig wurde (KGer GR ZK1 19 114 v. 25.9.2019 E. 5.1 
m.w.H., u.a. auf PKG 2004 Nr. 11 sowie KGer GR ZK1 15 184 v. 28.4.2016 E. 4 
[in PKG 2016 Nr. 4 nicht publizierte Erwägung]).

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5.3. Vorliegend wurde das Berufungsverfahren durch einen Verfahrensfehler der 
Vorinstanz veranlasst, der zwar auf einem Versehen der Kanzlei bei der Aktenab-
lage zu beruhen scheint, im Ergebnis aber zu einer schweren Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geführt hat, die letztlich von der Vorinstanz zu verantworten ist. 
Die Prozesskosten sind daher in Anwendung von Art. 108 ZPO der Vorinstanz zu 
überbinden.

5.4. Die Gerichtskosten werden nach Art. 9 VGZ (BR 320.210) auf 
CHF 1'500.00 festgesetzt. Sie werden von der Vorinstanz direkt eingefordert. Dem 
Berufungskläger wird der geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'500.00 durch das 
Kantonsgericht zurückerstattet (vgl. KGer GR ZK1 15 124/125 v. 7.7.2016 
E. 4b/bb; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, Bern 2012, N 5 zu Art. 111 ZPO). 

5.5. Die Vorinstanz hat sowohl dem Berufungskläger als auch der Berufungsbe-
klagten für das Berufungsverfahren eine angemessene Parteientschädigung zu 
bezahlen. Der Berufungskläger beziffert die ihm zu ersetzenden Kosten in seinem 
Rechtsbegehren auf CHF 5'000.00, hat es indessen unterlassen, eine detaillierte 
Honorarnote einzureichen. Soweit er in seiner Berufungsbegründung sinngemäss 
eine Sanktionierung der Vorinstanz verlangt, weil diese angesichts der eigenen 
mangelhaften Leistung nicht in der Lage gewesen sei, die richtigen Konsequenzen 
zu ziehen und wenigstens für eine sofortige Mitteilung des begründeten Entschei-
des zu sorgen (act. A.1, S. 8), ist ihm entgegenzuhalten, dass vorliegend einzig 
über den Ersatz der notwendigen Parteikosten für das Berufungsverfahren zu be-
finden ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Allfällige Haftungsansprüche hätte der Berufungs-
kläger auf anderem Wege geltend zu machen. Mangels Einreichung einer Hono-
rarnote ist die Parteientschädigung für den Berufungskläger unter Berücksichti-
gung der Honorarvereinbarung vom 15. Februar 2019 (eingereicht im Schei-
dungsverfahren Proz. Nr. 115-2018-79, RG act. VI.2) nach Ermessen festzusetzen 
(Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Der vereinbarte Stundensatz von CHF 300.00 
erweist sich als zu hoch. Als üblich gilt ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 
und CHF 270.00 (Art. 3 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Das Honorar ist dementspre-
chend mit einem Ansatz von CHF 270.00 pro Stunde zu berechnen. Vorliegend 
erscheint angesichts des Umfangs der Berufungsschrift sowie der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen ein Zeitaufwand von ca. 4 h als angemessen. Unter 
Berücksichtigung dieses Zeitaufwandes, der Spesen und der Mehrwertsteuer 
rechtfertigt sich eine Parteientschädigung von pauschal CHF 1'200.00. Es ist an-
zunehmen, dass sich der notwendige Aufwand für die Berufungsbeklagte ungefähr 
im gleichen Umfang bewegt, weshalb sich nach konstanter Praxis des Kantonsge-

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richts von Graubünden ausgehend von einem mittleren Stundenansatz von 
CHF 240.00 für die Berufungsbeklagte eine Pauschalentschädigung von 
CHF 1'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) rechtfertigt (KGer GR ZK2 19 14/16, v. 
29.6.2020 E. 3.3.2 m.w.H.).

6. Da sich die Berufung als offensichtlich begründet erweist, ergeht der vorlie-
gende Entscheid in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 7 Abs. 2 lit. b EGzZPO so-
wie Art. 18 Abs. 3 GOG [BR 173.000] i.V.m. Art. 11 Abs. 2 KGV).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid des Einzel-
richters in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur vom 4. Dezember 2020 
aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung unter Einbezug der Stel-
lungnahme vom 29. Mai 2020 an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 1'500.00 werden dem
Regionalgericht Plessur auferlegt und diesem durch das Kantonsgericht in 
Rechnung gestellt. Der von A._____ in derselben Höhe geleistete Kosten-
vorschuss wird ihm durch das Kantonsgericht zurückerstattet.

3. Das Regionalgericht Plessur wird verpflichtet, A._____ eine Parteientschä-
digung von CHF 1'200.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

4. Das Regionalgericht Plessur wird verpflichtet, B._____ eine Parteientschä-
digung von CHF 1'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14,
geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: