# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e744500-f1b8-53fb-87db-1a0fe8e2b978
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 25.10.2022 SK1 2021 68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-68_2022-10-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 25. Oktober 2022

Referenz SK1 21 68

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand Raub, Vergehen gegen das Waffengesetz etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 27. August 2021, mitgeteilt am 
8. September 2021 (Proz. Nr. 515-2021-32)

Mitteilung 23. November 2022

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Sachverhalt

A. Am 27. August 2021 sprach das Regionalgericht Plessur A._____ des Rau-
bes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Vergehens gemäss Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG (SR 514.54) und des Vergehens gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a und b Aus-
länder- und Integrationsgesetz (SR 142.20) schuldig und bestrafte ihn mit einer 
Freiheitsstrafe von 40 Monaten unbedingt, unter Anrechnung der erstandenen Po-
lizei- und Untersuchungshaft. In der Gesamtstrafe enthalten ist die durch Widerruf 
vollziehbar gewordene Reststrafe aus einer früheren Verurteilung. Zudem wurde 
A._____ für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen und angeordnet, die 
Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem (SIS) auszuschreiben. 
Die Verfahrenskosten von CHF 29'421.35 und die Kosten der amtlichen Verteidi-
gung von CHF 13'995.10 (inkl. Barauslagen und MwSt.) auferlegte das Regional-
gericht Plessur A._____. Letztere würden vorläufig aus der Gerichtskasse bezahlt, 
wobei A._____ die ausgerichtete Entschädigung zurückzuerstatten habe.

B. Gegen dieses Urteil liess A._____ (nachfolgend: Beschuldigter) über seine 
amtliche Verteidigung am 3. September 2021 strafrechtliche Berufung anmelden 
und am 5. bzw. 28. September 2021 eine Berufungserklärung einreichen. Er bean-
tragte, er sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen, unter Anrech-
nung der bereits erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft. Eventualiter sei die 
Sache im Sinne der Anträge zur neuen Beurteilung an das Regionalgericht Ples-
sur zurückzuweisen. Ferner sei keine Ausschreibung der Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen. Mit Bezug auf die Kosten- und 
Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) beantragt der Beschuldigte die Auflage zulas-
ten des Staates.

C. Die Staatsanwaltschaft erhob am 1. Oktober 2021 Anschlussberufung und 
beantragte, der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 44 Monaten zu be-
strafen. Die Kostenverteilung sei nach Gesetz vorzunehmen.

D. Mit Verfügung vom 21. Juli 2022 ordnete der Vorsitzende der 
I. Strafkammer Sicherheitshaft an, infolge eines Gesuchs des Beschuldigten um 
Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug.

E. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 13. Mai 
2022 vorgeladen worden war, fand am 25. Oktober 2022 statt. Die Staatsanwalt-
schaft und der Beschuldigte halten an ihren Anträgen fest, wobei der Beschuldigte 
eine teilweise Kostenauflage zulasten des Staates beantragt.

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Erwägungen

1. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Ples-
sur ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Auf die Berufung ist einzutre-
ten.

2. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden allein die Straf-
zumessung, die Anordnung der Ausschreibung im Schengener Informationssys-
tem (SIS) sowie die Kostenfolge. In den übrigen Punkten blieb das vorinstanzliche 
Urteil unangefochten und erwuchs in Rechtskraft (Art. 387 i.V.m. Art. 402 StPO).

3.1. Die Staatsanwaltschaft beantragt ein höheres Strafmass, wobei sie von ei-
ner Einsatzstrafe von 36 Monaten ausgeht. Zusätzlich zu ihren vorinstanzlichen 
Ausführungen weist sie darauf hin, dass das direkte Nachtatverhalten des Be-
schuldigten von besonderer krimineller Durchtriebenheit zeuge. Das von der Vor-
instanz entkräftete Argument, wonach nicht absehbar sei, was noch alles hätte 
passieren können, wenn die anwesenden Personen anders reagiert hätten, er-
gänzt die Staatsanwaltschaft um die Vermutung, dass es zu einer Geiselnahme 
hätte kommen können. Mit Blick auf die Täterkomponente unterstreicht die 
Staatsanwaltschaft die straferhöhende Wirkung der vielen Vorstrafen und be-
zeichnet den Beschuldigten als Berufskriminellen, einem Umstand, dem ebenfalls 
straferhöhend Rechnung zu tragen sei. Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass 
eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) nicht angeordnet 
werden könne, da der Beschuldigte Unionsbürger und kein Drittstaatsangehöriger 
sei (act. H.1).

3.2. Der Beschuldigte verlangt die Reduktion des Strafmasses. Seiner Ansicht 
nach sei die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt, den Raub, gemäss seinem 
noch leichten Verschulden auf 28 Monate festzusetzen. Damit entspreche es dem 
viereinhalbfachen der minimalen Strafe. Zusätzlich zu seinen vorinstanzlichen 
Ausführungen hebt der Beschuldigte hervor, dass er direkt nach dem Raub die 
Schalterhalle der B._____bank verlassen habe, ohne die anwesenden Personen 
unnötig zu schikanieren. Entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz sei dies straf-
mindernd zu berücksichtigen. Die von ihm gewählte Tatvariante sei im Vergleich 
zu anderen möglichen Tatvarianten zu sehen. Für das Vergehen gegen das Aus-
länder- und Integrationsgesetz sei die Strafe sodann um nur einen Monat zu aspe-
rieren, da die Tat extrem kurz gedauert habe. Schliesslich sei die Täterkomponen-
te nicht straferhöhend zu berücksichtigen, sondern neutral, insbesondere, da er 
umgehend ein Geständnis abgelegt habe, was als Täterkomponente eine Reduk-
tion der Strafe um bis zu 30% und keine weitere Erhöhung rechtfertige. Mit Bezug 

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auf die Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vertritt der Be-
schuldigte ebenfalls die Ansicht, diese sei nicht zulässig. Sollte die Berufung auch 
nur in diesem Punkt gutgeheissen werden, seien die Kosten zumindest teilweise 
zulasten des Staates zu verlegen (act. H.2; act. H.4, S. 2 Ziff. 3).

3.3. Der Beschuldigte machte sich des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 
StGB, des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG und des Vergehens im 
Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a und b Ausländer- und Integrationsgesetz schuldig. 
Wären für diese einzelnen Straftaten gleichartige Strafen auszufällen, ist gemäss 
Art. 49 Abs. 1 StGB für die schwerste Straftat eine Einsatzstrafe zu bilden und 
diese für die übrigen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips zu einer 
Gesamtstrafe zu erhöhen (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2 m.w.H.; siehe E.3.9). 

3.4. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 
StGB wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. m.w.H.). Darauf wird verwie-
sen. Im Folgenden sind die für die Strafzumessung erheblichen Umstände und 
deren Gewichtung festzuhalten und die Überlegungen des Gerichts in den Grund-
zügen wiederzugeben, so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGer 
6B_18/2022 v. 23.6.2022 E. 2.1).

3.5. Das schwerste vom Beschuldigten verübte Delikt ist der Raub. Der ordentli-
che Strafrahmen reicht somit von sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsstrafe 
(Art. 140 Ziff. 1 StGB). Die Deliktsmehrheit ist straferhöhend oder gar strafschär-
fend zu berücksichtigen, wobei Letzteres auf einen erweiterten Strafrahmen von 
sechs Monaten bis 15 Jahren Freiheitsstrafe beschränkt ist (Art. 49 Abs. 1 StGB). 
Wie im Folgenden gezeigt wird, kann die Deliktsmehrheit vorliegend noch inner-
halb des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend berücksichtigt werden. Straf-
milderungsgründe, welche ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens nach un-
ten gebieten würden, liegen ebenfalls keine vor. Zu beachten ist schliesslich, dass 
aufgrund der zulasten des Beschuldigten erhobenen Anschlussberufung der 
Staatsanwaltschaft kein Verschlechterungsverbot gilt und das Kantonsgericht frei 
ist, eine höhere Strafe als die Vorinstanz auszusprechen (Art. 391 Abs. 2 StGB e 
contrario).

3.6. Zur Bemessung der objektiven Tatschwere des Raubs ist das von der 
Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Dabei handelt es sich um ein dop-
peltes: das Vermögen sowie die Handlungsfreiheit des Einzelnen bzw. dessen 
persönliche Freiheit (Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetzbuch/Jugendstrafgesetz, 
4. Aufl., Basel 2018 N 13 zu Art. 140 StGB). Bei Vermögensdelikten ist der De-

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liktsbetrag zu berücksichtigen. Er ist ein wichtiger strafzumessungsrelevanter Ge-
sichtspunkt und indiziert massgeblich die Einschätzung des Verschuldens (BGer 
6B_964/2014 v. 2.4.2015 E. 1.4.3; BGE 143 IV 130 E. 3.3; Hans Mathys, Leitfa-
den Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 105). Der vorliegende Deliktsbetrag 
von CHF 148'780.00 (StA act. 3.1, S. 9) ist sehr hoch. Dieser objektive Umstand 
darf dem Täter jedoch nur insoweit angelastet werden, als er ihn wollte oder in 
Kauf nahm bzw. als möglich voraussah oder hätte voraussehen müssen (Mathys, 
a.a.O., N 73). Der Verteidiger des Beschuldigten macht in diesem Zusammenhang 
geltend, dass der Deliktsbetrag nur "per Zufall" so hoch gewesen sei und dieser 
Umstand daher nicht zulasten des Beschuldigten gewürdigt werden könne (RG 
act. 20, II.II.4). Die Vorinstanz argumentierte, dies liege in der Natur der Sache 
und könne dem Beschuldigten nicht zugutegehalten werden (act. E.1, E. 4.3). 
Dem ist beizupflichten. Der Beschuldigte beging den Raub vorliegend gerade 
deswegen in der B._____bank, da er davon ausging, dass dort mehr Geld als bei 
kleineren Bankfilialen zu holen sei (act. H.3, Frage 17). Er beabsichtigte damit, 
eine grosse Beute zu erzielen, was ihm schliesslich auch gelang. Insofern ist ihm 
der hohe Deliktsbetrag subjektiv vorwerfbar und zu seinen Lasten zu berücksichti-
gen. Dass ein Grossteil des Geldes nicht aus dem für Überfälle wie den vorliegen-
den vorgesehenen "Konto" oder den maximal abbuchbaren CHF 20'000.00 
stammten, sondern aus einer anderen "Schublade" (vgl. StA act. 7.2, Fragen 28 
f.), ist unerheblich. Man könnte dem Beschuldigten einzig zugutehalten, dass so-
gar noch mehr erhältlich gewesen wäre, er jedoch erklärte, nicht mehr zu wollen, 
da er keine Tasche dabeihabe (StA act. 7.2, Frage 3 und 23). Dies fällt jedoch an-
gesichts der Höhe des bereits eingesteckten Geldes im Vergleich zum noch er-
hältlichen (StA act. 7.2, Frage 29, Satz 2), auf das er verzichtete, nicht ins Ge-
wicht. Der Eingriff in das Rechtsgut der persönlichen Freiheit ergibt sich aus der 
für die Qualifizierung als Raub erforderlichen Nötigungshandlung.  Hierzu hielt die 
Vorinstanz fest, der Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfordere stets 
eine Gewaltanwendung oder eine Drohung, weshalb es nicht angehe, dem Be-
schuldigten dies im Rahmen der Strafzumessung erneut zum Vorwurf zu machen. 
Zwar trifft dies zu, der Eingriff in das geschützte Rechtsgut kann jedoch je nach Art 
der im konkreten Fall gewählten Gewaltanwendung oder Drohung unterschiedlich 
schwer sein. Im Rahmen der Strafzumessung geht es darum, diese Schwere zu 
beurteilen. Der Beschuldigte wandte vorliegend das Nötigungsmittel der Drohung 
an, wobei er diese nicht gegenüber den Bankangestellten aussprach. Er tat sie 
vielmehr konkludent kund, indem er mit der Schreckschusspistole zweimal gegen 
die Decke schoss und damit den anwesenden Personen drohte, auch auf sie zu 
schiessen. Führt der Täter eine (echte) Schusswaffe oder eine andere gefährliche 
Waffe (u.U. auch Schreckschusswaffe, vgl. BGE 118 IV 142 E. 3d und e) beim 

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Raub mit sich, so liegt ein qualifizierter Tatbestand vor, der mit einer Mindestfrei-
heitsstrafe von einem Jahr geahndet wird (Art. 140 Ziff. 2 StGB). Damit wird allein 
der Gefährlichkeit, die aus der Verfügbarkeit einer Waffe resultiert, Rechnung ge-
tragen. Setzt der Täter die (echte) Waffe tatsächlich als Drohmittel ein, ist stets zu 
prüfen, ob nicht gar eine Qualifikation nach Ziff. 3 Abs. 3 (andere besondere Ge-
fährlichkeit) oder nach Ziff. 4 (Herbeiführung einer Lebensgefahr) anzunehmen ist 
(Niggli/Riedo, a.a.O., N 62 u Art. 140 StGB). Bei der vorliegend mitgeführten Waf-
fe handelt es sich nach den vorinstanzlichen Feststellungen bloss um eine 
Schreckschusspistole, aus deren Verfügbarkeit keine effektive Gefahr resultiert, 
weshalb auch bloss der Grundtatbestand von Art. 140 Ziff. 1 StGB erfüllt ist. Ana-
log zu der dargelegten Abstufung bei echten Waffen kann jedoch auch hier da-
nach unterschieden werden, wie der Beschuldigte die Waffe "einsetzte". Vorlie-
gend drohte er den Angestellten nicht mit Vorhalten der Waffe, sondern schoss 
damit. Ferner tat er dies mehrfach. Die Einschüchterungswirkung dieses Vorge-
hens ist für einen nicht mit besonderen Waffenkenntnissen ausgestatteten Betrof-
fenen wohl gleich erheblich wie bei der Verwendung einer echten Waffe. Im Kon-
text der Situation – Schalterhalle einer Bank – ist die Drohung unter Zuhilfenahme 
der Schreckschusspistole als eher schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit zu 
werten. Vergleichsweise kann man sich einen Raub vorstellen, der durch stilles 
Herantreten an den Schalter, der Drohung durch blosses Vorzeigen der Schreck-
schusspistole, verbunden mit der (allenfalls sich konkludent ergebenden) Auffor-
derung Geld zu übergeben, begangen wird. Zudem richtete sich die vorliegende 
Drohung gegen mehrere Bankangestellte sowie – und damit über das Notwendige 
hinaus – auch gegen die anderen in der Schalterhalle anwesenden Personen. In-
sofern ist die Ansicht der Verteidigung, der Beschuldigte habe die Opfer nicht un-
nötig schikaniert, zu relativieren. Letzteres wurde von der Vorinstanz insofern auf-
gegriffen, als sie dem Verteidiger beipflichtete, der Beschuldigte habe nur die not-
wendige Gewalt angewendet (act. E.1, E. 4.3). Nach der heute herrschenden Leh-
re wird Gewalt (im Kontext des Raubes) als die unmittelbare physische Einwirkung 
auf den Körper einer Person verstanden (Niggli/Riedo, a.a.O., N 26 zu Art. 140 
StGB). So betrachtet wandte der Beschuldigte gar keine Gewalt an, vielmehr be-
diente er sich des Nötigungsmittels der Drohung. Daher kann auch nicht das Mass 
der angewendeten Gewalt in die eine oder andere Richtung bei der Strafzumes-
sung gewertet werden, abgesehen natürlich von dem schlichten Umstand, dass 
der Beschuldigte eben keine Gewalt anwandte bzw. sich keines zweiten oder drit-
ten Nötigungsmittels bediente. In diesem Sinne zu berücksichtigen ist, dass keine 
taterschwerenden Umstände ersichtlich sind, die das Vorgehen des Beschuldigten 
skrupel- oder rücksichtslos, brutal oder grausam erscheinen lassen. Die psychi-
schen Auswirkungen auf die Anwesenden bewegen sich entsprechend ebenfalls 

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noch im Rahmen der für einen Raub üblichen Folgen und sind nicht zulasten des 
Beschuldigten zu würdigen (StA act. 7.4, Frage 5 und 17; StA act. 7.3, Frage 30; 
StA act. 7.5, Frage 19 ff.; StA act. 7.7, Frage 1, 3, 23 und 26). Bei der Bewertung 
der objektiven Tatschwere darf mitberücksichtigt werden, welche zusätzlichen 
schädlichen Auswirkungen die Tat hätte haben können. Solche möglichen Folgen 
wirken sich erschwerend aus (Mathys, a.a.O., N 78). Die Staatsanwaltschaft er-
klärt in diesem Zusammenhang, man dürfe sich nicht vorstellen, wie es hätte en-
den können, wenn die anwesenden Personen anders reagiert oder sich gewehrt 
hätten (RG act. 19, 2.3b). Die Vorinstanz entkräftete dieses Vorbringen, indem sie 
unter Hinweis auf die Schreckschusspistole ausführte, der Beschuldigte wäre wohl 
überwältigt und keine Person verletzt worden (act. E.1, E. 4.3). Dem ist bei-
zupflichten. Der Behauptung, es hätte zu einer Geiselnahme kommen können, 
kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass keine Hinweise vor-
liegen, die eine Geiselnahme wahrscheinlich machen, kann die Möglichkeit einer 
weiteren Straftat nicht als schädliche Auswirkung der Tat betrachtet werden, die 
bei der Strafzumessung berücksichtigt werden kann. Insgesamt ist die objektive 
Tatschwere als leicht bis mittelschwer zu werten.

3.7.1. Mit Blick auf die subjektive Tatschwere ist zu erwägen, dass die Einreise in 
die Schweiz zur Begehung einer Straftat zwar grundsätzlich geplant erscheint, die 
konkrete Tatausführung hingegen nicht. So hatte der Beschuldigte beispielsweise 
keine Tasche dabei, sondern füllte die erhaltenen Geldscheine in seine Jacke (StA 
act. 3.3, S. 16, Foto 41). Er suchte sich die B._____bank auch erst einige Stunden 
vor Tatbegehung aus (act. H.3, Frage 17; StA act. 2.33, S. 37) und erkundigte sich 
noch während der Tat, ob es weitere Ausgänge gebe (StA act. 7.3, Frage 11). 
Auch das Vorgehen nach der Tat scheint spontan entschieden worden zu sein, 
gab der Beschuldigte an, sich nach der Tat noch alternative Vorgehensweisen 
überlegt zu haben (StA act. 7.10, Frage 25). Das Lokal, in das er sich nach der Tat 
begab, hatte er ebenfalls nicht vorgängig ausgekundschaftet, sondern zufällig ge-
wählt (StA act. 7.9, Frage 32, StA act. 7.10, Frage 21). Dies lässt auf eine eher 
geringe kriminelle Energie schliessen, beurteilt sich diese danach, welche An-
strengungen der Täter unternimmt, um die Tat zu begehen oder deren Erfolg ab-
zusichern (Mathys, a.a.O., N 148). Der Beschuldigte erbrachte zur Begehung des 
Raubs sowie zur Absicherung des erlangten Deliktsguts vorliegend einen geringen 
Einsatz. Zwar wirkt sein Nachtatverhalten unverschämt und tollkühn, angesichts 
der geringen Erfolgsaussichten des angedachten Vorgehens (Warten und Biertrin-
ken, mit Taxi nach Österreich bzw. Italien, von dort mit Schiff nach Guadeloupe) 
muss es jedoch mit der Vorinstanz als dilettantisch bezeichnet werden (act. E.1, 
E. 4.3). Es zeugt gerade nicht von besonderer Raffinesse, sich nach dem Raub 

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nicht zu verstecken oder zu flüchten, sondern – in den Worten der Staatsanwalt-
schaft – "in der Menschenmenge präsent zu bleiben" (act. H.1, 3). Der Beschuldig-
te machte es den Strafverfolgungsbehörden damit einfach, ihn zu fassen. Er ver-
folgte sein Ziel mithin nicht sehr hartnäckig.

3.7.2. Als Beweggrund für die Tat gab der Beschuldigte Geld an (StA act. 7.9, 
Frage 49). Er habe nach der Entlassung aus dem Regionalgefängnis C._____ nur 
wenig Geld gehabt, rund CHF 1'000.00 (StA act. 7.8, Frage 3). Dabei scheint es 
sich um die einzigen Mittel zu handeln, mit denen er nach seiner Ausschaffung in 
D._____ abgesetzt wurde. Er erklärte, dieses Geld sei ihm nach kurzer Zeit aus-
gegangen (StA act. 7.8, Frage 3; act. H.1, Frage 18). Es ging dem Beschuldigten 
somit um die Sicherung seines Lebensunterhaltes. Angesichts des Nachtatverhal-
tens, das auch als Warten auf die Polizei aufgefasst werden kann, und der Vorge-
schichte des Beschuldigten, ist nicht auszuschliessen, dass er die Tat gar mit dem 
Ziel eines Gefängnisaufenthalts beging oder dies zumindest in Kauf nahm, letztlich 
wiederum um seinen Lebensunterhalt zu sichern (vgl. auch StA act. 2.33, S. 49 
erster Absatz). Dabei handelt es sich nicht um ein verwerfliches, sondern um ein 
zumindest nachvollziehbares Tatmotiv (vgl. Mathys, a.a.O., N 144 samt Beispiel 
45).

3.7.3. Der Umstand, dass aus Sicht des Beschuldigten ein weiterer Raub – ent-
weder mit dem Ergebnis erbeuteten Geldes oder eines erneuten Gefängnisauf-
enthalts in der Schweiz – die logische Konsequenz seines Geldmangels war, kann 
auch mit Blick auf das Mass der Entscheidungsfreiheit des Täters (einem ver-
schuldensrelevanten Kriterium) von Bedeutung sein (Art. 47 Abs. 2 in fine StPO). 
Grundsätzlich gilt die Prämisse, dass sich der Beschuldigte auch für ein straffreies 
Leben entscheiden kann. Dieser Entscheid hat vorliegend jedoch zumindest als 
erschwert zu gelten, mussten die zahlreichen Straftaten und entsprechenden Ge-
fängnisaufenthalte – die Gutachterin spricht mit Bezug auf die Delinquenz des Be-
schuldigten von einem "eingeschliffenen Verhaltensmuster" (StA act. 2.33, S. 49) 
– zu einer gewissen subjektiv empfundenen Alternativlosigkeit beim Beschuldigten 
geführt haben. Für den Beschuldigten gab es mithin nichts anderes, als erneut 
den Weg zu beschreiten, den er kannte, nämlich straffällig zu werden bzw. 
Raubüberfälle zu begehen. Auf legalem Wege Geld zu verdienen, erwog er gar 
nicht als Option; seinen Angaben zufolge ging er zuletzt im Jahre 1988 einer ge-
wöhnlichen Arbeitstätigkeit nach (act. H.1, Frage 29). Auch wenn seine Einsichts- 
und Steuerungsfähigkeit aufgrund der diagnostizierten dissozialen Persönlich-
keitsstörung nicht eingeschränkt war, kann der erwähnten Einschränkung in der 
Entscheidungsfreiheit doch geringfügig verschuldensmindernd Rechnung getra-

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gen werden (vgl. BGer 6B_31/2011 v. 27.4.2011 E. 3.4.2; StA act. 2.33, S. 56, Ziff. 
7.1 f.).

3.8. Insgesamt reduziert die zugunsten des Beschuldigten spielende subjektive 
Tatschwere die als leicht bis mittelschwer zu qualifizierende objektive Tatschwere, 
sodass das Tatverschulden insgesamt als leicht zu beurteilen ist. Vergegenwärtigt 
man sich den Strafrahmen sowie das Minimum von sechs Monaten und geht man 
zur Orientierung von sechs Abstufungen des Verschuldens (sehr leicht, leicht, 
nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer und sehr schwer) aus, so liegt man bei 
leichtem Verschulden bei einer Freiheitsstrafe zwischen 25 bis 44 Monaten. Die 
vorinstanzlich angenommene Einsatzstrafe von 32 Monaten liegt in diesem Rah-
men und entspricht auch der Einschätzung des Kantonsgerichts.

3.9. Das Vergehen gegen das Waffengesetz sowie das Vergehen gegen das 
Ausländer- und Integrationsgesetz werden neben der Freiheitsstrafe auch mit 
Geldstrafe geahndet. Die Ausfällung einer Geldstrafe erscheint vorliegend nicht 
zweckmässig, da sie angesichts der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten – 
der seit 1988 keiner geregelten Arbeit mehr nachgeht – nicht vollstreckt werden 
könnte und daher kaum Wirkung für den Beschuldigten zeitigen würde. Es ist des-
halb angezeigt, auch für diese Delikte eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Die 
Einsatzstrafe ist daher unter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des 
Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen.

3.10. Das Vergehen gegen das Waffengesetz bestand in dem Tragen der 
Schreckschusspistole ohne Berechtigung bzw. Waffentragbewilligung (Art 33 lit. a 
WG i.V.m. Art. 27 WG). Die Schreckschusswaffe ist bezüglich des Tragens an 
öffentlich zugänglichen Orten den echten Feuerwaffen gleichgestellt (Art. 4 Abs. 1 
lit. g i.V.m. Art. 27 WG), für die Strafbarkeit nach Art. 33 lit. a WG ist unerheblich, 
ob die Waffe funktionstauglich ist (Fatih Aslantas, in: Facincani/Sutter [Hrsg.], 
Stämpflis Handkommentar, Waffengesetz, Bern 2017, N 5 zu Art. 27 WG; Michael 
Bopp/Juliane Jendis, in: Facincani/Sutter [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Waf-
fengesetz, Bern 2017, N 18 zu Art. 10 WG). Im Rahmen der Strafzumessung kann 
dem Umstand, dass die Waffe vorliegend mit Knall- und Reizstoffpatronen gela-
den war, jedoch Rechnung getragen werden. Innerhalb der möglichen Tatvarian-
ten von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, einerseits im Vergleich zum Tragen von Munition 
oder Waffenbestandteilen, andererseits im Vergleich zum Tragen von Feuerwaf-
fen, handelt es sich daher um einen leichten bis mittelschweren Fall, insofern ist 
nicht von "nur" einer Schreckschusspistole zu sprechen (act. E.1, 4.3). Mit dem 
Tragen der Waffe ist jedoch bloss eine Art der Begehung erstellt und nicht etwa 
auch das Erwerben oder Verbringen in das Schweizerische Staatsgebiet. 

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Schliesslich war die Dauer der Widerhandlung kurz, entledigte sich der Beschul-
digte direkt nach dem Raub der Waffe und konnte ihm ein längeres vorgängiges 
Tragen nicht nachgewiesen werden. Insgesamt erscheint daher das Verschulden 
als sehr leicht. Schliesslich ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass diese Tat in en-
gem Zusammenhang mit dem Raub stand (vgl. Mathys, a.a.O., N 284). Eine As-
peration von einen Monat auf 33 Monate ist angemessen.

3.11. Das Vergehen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz bestand 
gemäss Vorinstanz in der Missachtung einer Fernhaltemassnahme (Art. 115 
Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. d AIG; Einreiseverbot des Staatssekretariats für 
Migration vom 21. Februar 2019) und dem rechtswidrigen Aufenthalt in der 
Schweiz (Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG). Der Beschuldigte hatte sich bis zum Zeitpunkt, 
als er von der Polizei verhaftet wurde, nur während sehr kurzer Zeit rechtswidrig in 
der Schweiz aufgehalten. Seine Absicht war es sodann, so schnell als möglich 
nach Österreich oder Italien zu flüchten, die Schweiz mithin direkt nach dem Raub 
wieder zu verlassen. Dem Verteidiger ist beizupflichten, dass der Beschuldigte 
nicht darauf aus war, sich für längere Zeit in der Schweiz aufzuhalten oder sich 
hier niederzulassen. Sein Verschulden ist daher diesbezüglich als sehr leicht ein-
zustufen. Die Missachtung des Einreiseverbots wiegt schwerer, reiste der Be-
schuldigte nur eine Woche nach seiner Ausschaffung wieder in die Schweiz ein. 
Etwas mindernd kann berücksichtigt werden, dass er nur etwa eine Woche vor 
Auslaufen des einjährigen Einreiseverbots einreiste. Insgesamt erscheint sein 
Verschulden als sehr leicht bis leicht. Schliesslich hängen auch diese Taten eng 
mit dem Raub zusammen, wobei hier die verletzten Normen andere Rechtsgüter 
schützen (Hans Maurer, in: Donatsch et al. [Hrsg.], StGB, JStGB, Mit weiteren Er-
lassen und Kommentar zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG, AIG und 
OBG, 21. Aufl., Zürich 2022, N 1 zu Art. 115 ff. AIG). Eine Asperation um einen 
Monat auf 34 Monate erscheint angemessen.

3.12. Stark straferhöhend ins Gewicht fallen die Vorstrafen des Beschuldigten. 
Diese sind zu berücksichtigen, soweit sie nicht aus dem Strafregister entfernt sind 
oder bei ausländischen Urteilen nach Schweizer Recht (Art. 369 StGB; Art. 12 
VOSTRA-Verordnung, SR 331.0) entfernt wären (Mathys, a.a.O., N 327; BGE 135 
IV 87 E. 2.4; 136 IV 1 E. 2.6.3). Demnach sind vorliegend folgende Vorstrafen bei 
der Strafzumessung zu berücksichtigen (StA act. 2.42 m.w.H.): Freiheitsstrafe von 
einem Jahr für fahrlässigen Vollrausch und Diebstahl in zwei Fällen (Amtsgericht 
Ulm v. 11.6.2007), Freiheitsstrafe von acht Monaten für Wohnungseinbruchdieb-
stahl (Amtsgericht Hamburg-St. Georg v. 6.9.2016; StA act. 2.37), Freiheitsstrafe 
von eineinhalb Jahren für Delikte gegen das Strafgesetz, das Waffengesetz und 

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das Ausländergesetz (Kopenhavns Byret v. 6.7.2017; StA act. 2.35 und 2.35.1), 
Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten für versuchten Raub (Tingsrätt 
Malmö v. 16.4.2018; StA act. 2.36 und 2.36.1), Freiheitsstrafe von vier Jahren und 
sechs Monaten für versuchten Raub unter Mitführung einer anderen gefährlichen 
Waffe i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 StGB (OGer ZH SB110537 v. 
14.5.2012), Freiheitsstrafe von zwei Jahre und sechs Jahren für versuchten Raub 
i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-
amte i.S.v. Art. 285 Abs. 1 aStGB und rechtswidrige Einreise i.S.v. Art. 115 Abs. 1 
lit. a AuG (OGer SH Urteil v. 26.2.2016), Freiheitsstrafe von 60 Tagen für rechts-
widrige Einreise i.S.v. Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG (Strafbefehl des Untersuchungs-
amts Uznach, Zweigstelle Flums, vom 14.2.2019), Freiheitsstrafe von sechs Mo-
naten und Busse von CHF 800.00 für mehrfache Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte i.S.v. Art. 285 Abs. 1 aStGB, rechtswidrige Einreise i.S.v. 
Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG und mehrfacher Vergehen gegen das Waffengesetz i.S.v. 
Art. 33 Abs. 1 WG (Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 27.8.2019, 
act. D.8). In Dänemark wurde der Beschuldigte nach Einreise in Verletzung eines 
Einreiseverbots wegen versuchten Banküberfalls unter Mitführung einer Feuerwaf-
fe verhaftet. Es kam zu keiner Verurteilung mangels Schuldfähigkeit im Zeitpunkt 
der Tat (STA act. 2.41), weshalb dieser Vorfall nicht zulasten des Beschuldigten 
zu würdigen ist (Mathys, a.a.O., N 321).

3.13. Der Beschuldigte wurde trotz dieser mehrfach einschlägigen Vorstrafen er-
neut und bereits kurze Zeit nach der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug 
sowie noch innerhalb der Probezeit straffällig. Auch Letzteres wirkt sich – wenn 
auch mit Blick auf die Reststrafe nicht allzu stark – zu seinen Lasten aus (vgl. Ma-
thys, a.a.O., N 329; E. 3.13). Die bisher ausgefällten Freiheitsstrafen zeigten fer-
ner keinerlei spezialpräventive Wirkung auf den Beschuldigten; er scheint unbe-
lehrbar zu sein. Diese besondere Uneinsichtigkeit und fehlende Reue trotz er-
wähnter einschlägiger Vorstrafen und unbestrittenem Sachverhalt bzw. gestande-
ner Tat, wirken sich leicht straferhöhend aus (vgl. Mathys, a.a.O., N 318 f.). Dass 
der Beschuldigte einzig in die Schweiz eingereist ist, um hier eine Straftat zu be-
gehen, ist ebenfalls straferhöhend zu berücksichtigen (vgl. Mathys, a.a.O., N 333; 
BGE 143 IV 145 E. 8.3.2). Das vom Beschuldigten umgehend abgelegte Ge-
ständnis fällt nicht stark strafmindernd ins Gewicht, da die Taten ohnehin erstellt 
waren und das Geständnis auch nicht Ausdruck von Einsicht und Reue war. Worin 
über das Geständnis hinaus das besonders kooperative Verhalten während des 
Strafverfahrens bestanden haben soll, ist nicht ersichtlich. Ein solches kann dem 
Beschuldigten daher nicht zugutegehalten werden. Strafmindernd zu würdigen ist 
die Sicherstellung und Rückgabe des gesamten Deliktsbetrags. Der Beschuldigte 

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verliert durch die Freiheitsstrafe weder eine Arbeitsstelle noch ein soziales oder 
familiäres Umfeld. Insofern ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschul-
digten gering. Es ist von einer verminderten Strafempfindlichkeit bzw. einer Straf-
unempfindlichkeit auszugehen, dies ist jedoch nicht straferhöhend, sondern neu-
tral zu werten (Art. 47 Abs. 1 StGB e contrario). Die Gesamtbewertung der Täter-
komponenten zeigt, dass die festgelegte Strafe deutlich um sechs Monate auf 40 
Monate zu erhöhen ist.

3.14. Bei einer Freiheitsstrafe in der Höhe von 40 Monaten entfällt die Möglich-
keit, den Vollzug (teil-)bedingt aufzuschieben (Art. 42 f. StGB). Die Freiheitsstrafe 
ist daher unbedingt auszusprechen.

3.15. Da der Beschuldigte während der Probezeit erneut relevant straffällig ge-
worden ist, ist die Rückversetzung in den Strafvollzug anzuordnen bzw. die vom 
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons E._____ mit Verfügung vom 
17. Dezember 2019 ausgesprochene bedingte Entlassung aus dem Straffvollzug 
zu widerrufen (Art. 89 Abs. 1 StGB). Die Bewährungsaussichten des Beschuldig-
ten erweisen sich nicht als günstig (vgl. StA act. 2.33, S. 57 Ziff. 7.3), weshalb auf 
die Rückversetzung nicht verzichtet und bloss eine Verwarnung oder Verlänge-
rung der Probezeit ausgesprochen werden kann (Art. 89 Abs. 2 StGB). Aus der 
durch die Rückversetzung vollziehbar gewordene Reststrafe von 71 Tagen und 
der unbedingten Freiheitsstrafe für die neuen Taten ist in sinngemässer Anwen-
dung von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden (Art. 89 Abs. 6 StGB). Dabei 
ist von der für die neuen Straftaten ausgefällten Strafe – vorliegend von den 
40 Monaten Freiheitsstrafe – als Einsatzstrafe auszugehen und diese mit Blick auf 
die Reststrafe angemessen zu erhöhen (BGE 135 IV 146 E. 2.4.1). Angesichts 
des Umstandes, wie rasch der Beschuldigte nach der bedingten Entlassung rück-
fällig geworden ist (eine Woche nach bedingter Entlassung), erscheint eine Aspe-
ration um nicht wesentlich weniger als die Reststrafe angezeigt. Die Freiheitsstrafe 
für die neuen Straftaten ist daher um zwei Monate zu erhöhen. Entsprechend ist 
der Beschuldigte mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 42 Monate zu bestrafen.

4.1. Der Beschuldigte rügt, er sei F._____ Staatsangehöriger, weshalb eine 
Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) nicht zulässig sei. Die 
Staatsanwaltschaft pflichtet dem Beschuldigten bei: es handle sich hierbei um ei-
nen berechtigten Berufungsantrag, der gutzuheissen sei.

4.2. Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid auf die SIS-II-Verordnung. Dabei 
handelt es sich um die Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb 

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und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation. 
Diese Verordnung galt im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils nicht mehr, sie 
war durch die Verordnung (EU) 2018/1861 des Europäischen Parlaments und des 
Rates vom 28. November 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung 
des Schengener Informationssystems (SIS) im Bereich der Grenzkontrollen (in 
Kraft seit 11. Mai 2021; AS 2021 367) geändert und aufgehoben worden. Die 
Schweiz hat als Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands auch diese Ver-
ordnung rezipiert.

4.3. Vorliegend ist dies insofern nicht von Bedeutung, als die Bestimmungen 
von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verordnung und von Art. 24 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Abs. 2 lit. a Verordnung (EU) 2018/1861 weitestgehend identisch sind und bereits 
erstere Norm nur auf Drittstaatsangehörige Anwendung fand. Unionsbürger im 
Sinne von Art. 20 Abs. 1 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen 
Union) sind keine Drittstaatsangehörige im Sinne der Verordnung (EU) 2018/1861 
(Art. 3 Ziff. 4). Gemäss Art. 20 Abs. 1 AEUV ist Unionsbürger, wer die Staatsan-
gehörigkeit eines Mitgliedstaats besitzt. Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger 
der F._____, einem Mitgliedstaat der Europäischen Union. Entsprechend gilt der 
Beschuldigte nicht als Drittstaatsangehöriger im dargelegten Sinne und es kann 
keine Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) basierend auf die 
erwähnten Bestimmungen angeordnet werden. Die Berufung des Beschuldigten 
ist in diesem Punkt begründet.

5. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine Anpassung des vor-
instanzlichen Kostenentscheids, zumal dieser, wie auch die Höhe der Entschädi-
gung für den amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, im vorliegenden Beru-
fungsverfahren unangefochten geblieben ist. Dementsprechend gehen die Unter-
suchungskosten der Staatsanwaltschaft in Höhe von CHF 25'821.35 und die Kos-
ten des vorinstanzlichen Verfahrens von CHF 17'595.10 (Gerichtskosten 
CHF 3'600.00; Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 13'995.10 [inkl. Spesen 
und MwSt.]) zulasten des Beschuldigten.

6.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Berufungskläger 
unterliegt mit seinem Antrag im Punkt Strafmass. Hinsichtlich der Ausschreibung 
im Schengener Informationssystem (SIS) obsiegt er hingegen. Dem ist Rechnung 
zu tragen, indem die Kosten des Berufungsverfahrens – in Anwendung von Art. 7 
VGS (BR 350.210) auf CHF 4'000.00 festgesetzt – im Umfang von ¼ 
(CHF 1'000.00) dem Kanton Graubünden (Kantonsgericht) und im Umfang von ¾ 
(CHF 3'000.00) dem Beschuldigten auferlegt werden

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6.2. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Tobias Brändli, 
reichte anlässlich der Berufungsverhandlung eine Honorarnote in Höhe von 
CHF 3'438.90 ein, wobei er einen zu entschädigenden Aufwand von 15.5 Stunden 
à CHF 200.00 zuzüglich einer Spesenpauschale von 3% und 7.7% Mehrwertsteu-
er geltend machte (act. G.1). Für die Berufungsverhandlung samt An- und Rück-
fahrt sowie Besprechung mit dem Beschuldigten stellte Rechtsanwalt Tobias 
Brändli 2 Stunden 15 Minuten in Rechnung. In Berücksichtigung der effektiven 
Dauer der Berufungshandlung (40 Minuten) ist dieser Aufwand auf eineinhalb 
Stunden zu kürzen. Der übrige in Rechnung gestellte Aufwand erscheint ange-
messen. Rechtsanwalt Tobias Brändli ist daher für das Berufungsverfahren mit 
CHF 3'272.45 (Honorar von CHF 2'950.00 zzgl. Spesenpauschale 3% von 
CHF 88.50 und 7.7% MwSt. von CHF 233.95) zu entschädigen. Diese sind einst-
weilen aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts zu bezahlen, jedoch vom Be-
schuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 2'454.35 zurück-
zuerstatten.

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Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
27. August 2021 (Proz. Nr. 515-2021-32) wie folgt in Rechtskraft erwachsen 
ist:

1. A._____ ist schuldig:

– des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

– des Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG

– des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 
Ausländer und über die Integration gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a und b 
AIG

[…]

3. Die Zivilklage von G._____ wird auf den Zivilweg verwiesen.

4. Die beschlagnahmte Schreckschusspistole BG17, GEN2.3, Marke BBM, 
Hersteller MWM Gillmann GmbH, Waffennummer H._____, Kaliber 9mm 
P.A.K., mit Magazin sowie die drei Knall- und Reizstoffpatronen, Kaliber 
9mm P.A.PV., der Marke Walther (Ref. GR 2020 2 767), werden gericht-
lich eingezogen und sind zu vernichten.

5.a)A._____ wird für 12 Jahre aus der Schweiz verwiesen.

[…]

2.1. A._____ wird mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten bestraft.

2.2. Die vom Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons E._____ mit Ver-
fügung vom 17. Dezember 2019 ausgesprochene bedingte Entlassung von 
A._____ aus dem Strafvollzug wird widerrufen. Die von A._____ zu verbüs-
sende Reststrafe von 71 Tagen wird in die mit dem vorliegenden Urteil aus-
zufällende Strafe miteinbezogen.

2.3. An die Freiheitsstrafe werden die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft 
von 48 Tagen, der vorzeitige Strafvollzug von 841 Tagen sowie die seit 
21. Juli 2022 andauernde Sicherheitshaft angerechnet.

3. Die Landesverweisung wird nicht im Schengener Informationssystem (SIS) 
ausgeschrieben.

4. Die Untersuchungskosten von CHF 25'821.35 gehen zulasten von A._____.

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5. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 17'595.10 (Gerichts-
kosten CHF 3'600.00; Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 13'995.10 [in-
kl. Spesen und MwSt.]) gehen zulasten von A._____.

6.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen im Umfang 
von CHF 3'000.00 zulasten von A._____ und im Umfang von CHF 1'000.00 
zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

6.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren von 
CHF 3'272.45 (inkl. Spesen und MwSt.) werden einstweilen aus der Ge-
richtskasse des Kantonsgerichts bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstat-
tungspflicht des Beschuldigten nach Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 
CHF 2'454.35.

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger gemäss 
Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) Beschwer-
de an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem Bundes-
strafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, 
schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 
StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Be-
schwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

8. Mitteilung an: