# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7add1886-cb26-5b94-b400-176e29284dc1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 17.05.2022 RY220001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RY220001_2022-05-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RY220001-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende,  

die Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Dr. M. Kriech  

sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Beschluss und Urteil vom 17. Mai 2022 

 

in Sachen 
 

A._____,  
Gesuchsgegner, Beschwerdeführer und Revisionskläger 
 

vertreten durch Fürsprecher X1._____ und / oder 

Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____  
 

gegen 
 

B._____ Corp.,  
Gesuchstellerin, Beschwerdegegnerin und Revisionsbeklagte 
 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y1._____ und / oder 

Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 
 

betreffend Revision (Rechtsöffnung) 
 

Revisionsgesuch gegen ein Urteil der I. Zivilkammer am Obergericht des 
Kantons Zürich vom 25. November 2021 (RT200086-O) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Mit Entscheid vom 18. Juni 2020 erteilte das Einzelgericht Audienz am 

Bezirksgericht Zürich der Gesuchstellerin, Beschwerdegegnerin und Revisionsbe-

klagten (nachfolgend: Gesuchstellerin) in der gegen den Gesuchsgegner, Be-

schwerdeführer und Revisionskläger (nachfolgend: Gesuchsgegner) angehobe-

nen Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes Zürich 1 (Zahlungsbefehl vom 

17. November 2017) provisorische Rechtsöffnung für Fr. 5'734'000.– nebst Zins 

zu 5 % seit 1. November 2017 sowie Fr. 28'670.– nebst Zins zu 5 % seit 

17. November 2017. Im Mehrumfang wies es das Rechtsöffnungsgesuch ab 

(Urk. 6/21 S. 11 = Urk. 7/18 S. 11). Der Gesuchsgegner hatte insbesondere gel-

tend gemacht, dass er an der Gesuchstellerin wirtschaftlich berechtigt sei 

(Urk. 7/15 Rz. 42). Letztere sei ihm am 17. April 2017 durch gefälschte Unter-

schriften und weitere unzulässige Handlungen entzogen worden. In der Folge sei 

C._____ unrechtmässig zum director der Gesuchstellerin ernannt worden. Die 

von ihr unterzeichnete Vollmacht zuhanden der Rechtsvertretung der Gesuchstel-

lerin sei deshalb ungültig (Urk. 7/15 Rz. 5). Das Bezirksgericht Zürich verwarf die-

sen Einwand in seinem Entscheid vom 18. Juni 2020 (Urk. 6/21 S. 3 ff.). 

2. In der Folge gelangte der Gesuchsgegner ans Obergericht und machte 

erneut geltend, dass ihm die Gesuchstellerin unrechtmässig entzogen worden sei 

(Urk. 6/20 Rz. 38). Im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens ergänzte er seine Be-

hauptungen und reichte diverse neue Unterlagen aus einem Strafverfahren ein. 

Dies blieb aufgrund des Novenverbots (Art. 326 Abs. 1 ZPO) unberücksichtigt 

(Urk. 2 S. 6 f.). Mit Urteil vom 25. November 2021 wies die Kammer die Be-

schwerde ab, soweit sie darauf eintrat (Urk. 2 S. 33 = Urk. 6/66 S. 33). 

3. Mit Eingabe vom 17. Januar 2022 reichte der Gesuchsgegner ein Re-

visionsgesuch ein und stellte folgende Anträge (Urk. 1 S. 2): 

"1. Es sei das Urteil des Obergerichts Zürich vom 25. November 
2021, Geschäfts-Nr. RT-200086-O aufzuheben. 

- 3 - 

 2. In Gutheissung der Beschwerde vom 9. Juli 2020 sei der Ent-
scheid des Bezirksgerichts Zürich, Einzelgericht Audienz, vom 
18. Juni 2020, Geschäfts-Nr. EB191579-L aufzuheben und es sei 
auf das Gesuch der Beschwerdegegnerin um provisorische 
Rechtsöffnung nicht einzutreten. 

 3. Subsidiär zu Ziffer 2 sei in Gutheissung der Beschwerde vom 
9. Juli 2020 der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich, Einzelge-
richt Audienz, vom 18. Juni 2020, Geschäfts-Nr. EB191579-L auf-
zuheben und es sei das Gesuch der Beschwerdegegnerin um 
provisorische Rechtsöffnung abzuweisen; 

 4. Subsidiär zu Ziffern 2 und 3 sei in Gutheissung der Beschwerde 
vom 9. Juli 2020 der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich, Ein-
zelgericht Audienz, vom 18. Juni 2020, Geschäfts-Nr. EB191579-
L aufzuheben und es sei die Sache zur Neuentscheidung an das 
Einzelgericht in summarischen Sachen des Bezirksgerichts Zürich 
zurückzuweisen; 

 5. Unter Kosten und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteu-
er) zu Lasten der [Revisions-]Gesuchsgegnerin." 

4. Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens EB191579-L (Urk. 7/1–19) 

und des Beschwerdeverfahrens RT200086-O (Urk. 6/20–67) wurden beigezogen. 

Da sich die Revision – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als of-

fensichtlich unzulässig bzw. unbegründet erweist, erübrigt es sich, eine Stellung-

nahme der Gegenpartei einzuholen (Art. 330 ZPO). 

II. Materielle Beurteilung 

1. Prozessuale Vorbemerkungen 

1.1. Das Revisionsgesuch ist zu begründen (Art. 329 Abs. 1 ZPO). Wird der 

Revisionsgrund von Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO geltend gemacht, muss der Revisi-

onskläger aufzeigen, dass ihm das Nachschieben der neuentdeckten Tatsache 

oder des Beweismittels nicht als Verletzung durchschnittlicher Sorgfalt angelastet 

werden kann (BSK ZPO-Herzog, Art. 329 N 13). 

1.2. Das Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen seit Entdeckung des Revisi-

onsgrundes einzureichen (Art. 329 Abs. 1 ZPO). In analoger Anwendung von 

Art. 124 Abs. 1 lit. d BGG beginnt die Frist frühestens mit der Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheids zu laufen (BK ZPO II-Sterchi, Art. 329 

- 4 - 

N 10). Das Urteil vom 25. November 2021 wurde dem Gesuchsgegner am 

30. November 2021 zugestellt (Urk. 6/67/1); mit dem Revisionsgesuch vom 

17. Januar 2022, gleichentags bei der Post aufgegeben (Urk. 1), ist die Frist ge-

wahrt. 

1.3. Aus dem Schreiben der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners vom 

21. August 2020 an die Staatsanwaltschaft III geht hervor, dass der Gesuchsgeg-

ner gegen das Urteil betreffend die provisorische Rechtsöffnung die Aberken-

nungsklage erhoben hat (Urk. 5/4 S. 2). Zum Stand dieses Verfahrens äussert er 

sich in seiner Revisionsschrift nicht. Fraglich ist, ob die Rechtshängigkeit oder ge-

gebenenfalls die Rechtskraft jenes Verfahrens oder ein fehlendes Rechtsschutzin-

teresse dem vorliegenden Revisionsgesuch entgegenstehen (Art. 59 Abs. 2 lit. a, 

d oder e ZPO): Die provisorische Rechtsöffnung ist ein Urkundenprozess, in dem 

abgeklärt wird, ob eine Schuldanerkennung im Sinne eines provisorischen 

Rechtsöffnungstitels vorliegt; sie bezweckt nicht, festzustellen, ob die in Betrei-

bung gesetzte Forderung materiell besteht (BGE 145 III 160 E. 5.1; BGE 142 III 

720 E. 4.1; BGE 132 III 140 E. 4.1.1). Der Schuldner kann die provisorische 

Rechtsöffnung abwenden, wenn er Einwände, welche die Schuldanerkennung 

entkräften, sofort glaubhaft macht (Art. 82 Abs. 2 SchKG). Demgegenüber ist die 

Aberkennungsklage eine materiellrechtliche Klage. Der Schuldner verlangt die 

Feststellung, dass die gesamte oder ein Teil der in Betreibung gesetzten Forde-

rung nicht oder nicht mehr besteht oder im Zeitpunkt der Zustellung des Zah-

lungsbefehls noch nicht fällig war (BSK SchKG I-Staehelin, Art. 83 N 14). Ist diese 

Frage rechtskräftig entschieden, spielt es keine Rolle mehr, ob der Gläubiger über 

einen provisorischen Rechtsöffnungstitel verfügt. Mit anderen Worten hat der 

Schuldner in einem solchen Fall kein Rechtsschutzinteresse mehr an einer Abän-

derung eines Entscheids betreffend provisorische Rechtsöffnung. Dasselbe gilt 

bezüglich eines Revisionsgesuchs gegen einen solchen Entscheid. Fraglich ist, 

wie es sich verhält, wenn der Aberkennungsprozess noch pendent ist. Die Frist 

zur Erhebung der Aberkennungsklage beginnt mit der Eröffnung des erstinstanzli-

chen Entscheids zu laufen; eine Ausnahme gilt nur, wenn die Beschwerdeinstanz 

die aufschiebende Wirkung gewährt (BSK SchKG I-Staehelin, Art. 83 N 23 und 

25). Mit anderen Worten steht die hängige Aberkennungsklage einer Abänderung 

- 5 - 

des Entscheids betreffend provisorische Rechtsöffnung im Beschwerdeverfahren 

nicht entgegen; dasselbe muss hinsichtlich eines Revisionsgesuchs gegen einen 

solchen Entscheid gelten. Vorliegend ist unklar, ob die Aberkennungsklage des 

Gesuchsgegners noch hängig oder bereits rechtskräftig entschieden worden ist. 

Die Frage kann aber offenbleiben. Selbst wenn auf das Revisionsgesuch einzu-

treten ist, kann ihm nämlich – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – kein Erfolg 

beschieden sein. 

2. Verhältnis von Art. 326 Abs. 1 ZPO zu Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO 

2.1. Der Gesuchsgegner bringt vor, er sei seit der Gründung der Gesuch-

stellerin nicht nur deren einziger wirtschaftlich Berechtigter, sondern auch deren 

Alleinaktionär. Er habe C._____ weder seine wirtschaftliche Berechtigung noch 

die Aktien übertragen, auch nicht über eine Drittperson. Vielmehr habe D._____, 

die Ex-Frau des Gesuchsgegners, gegenüber C._____ offenbar faktenwidrig an-

gegeben, dass sie und der Gesuchsgegner ihre Vermögenswerte in Ruhe auftei-

len wollten. Deswegen wäre es besser, wenn eine Drittperson die Gesuchstellerin 

halten würde. Die Ex-Frau habe gegenüber C._____ zudem ein Aktienzertifikat 

vorgewiesen, bei dem es sich um ein gefälschtes Dokument gehandelt haben 

müsse (Urk. 1 Rz. 12). D._____ habe Zugang zu Unterlagen und Unterschriften 

des Gesuchsgegners gehabt, solange sie zusammen gewohnt hätten. So könne 

die Gesuchstellerin, welche nun faktisch von D._____ kontrolliert werde, weitere 

Unterschriften des Gesuchsgegners in Dokumente kopieren und diese dann den 

Zürcher Gerichten einreichen (Urk. 1 Rz. 12 [S. 10]). Das Obergericht habe viele 

Beweise aufgrund des Novenverbots nicht würdigen dürfen. Dieses Novenverbot 

bezwecke indessen nicht, eine aufgrund von Art. 328 ZPO gebotene Korrektur 

des Urteils zu unterbinden. Im Rahmen der Revision nach Art. 328 Abs. 1 lit. a 

ZPO seien die zahlreichen, weiteren und stichhaltigen Beweise zu würdigen 

(Urk. 1 Rz. 16 und 33). Wenn ein kantonales Rechtsmittelverfahren durchgeführt 

worden sei, sei ausschliesslich die kantonale Rechtsmittelinstanz zur Behandlung 

des Revisionsgesuches zuständig, sofern sie einen Entscheid in der Sache gefällt 

habe (Urk. 1 Rz. 23). 

- 6 - 

2.2. Die zentrale Frage ist vorliegend, ob Noven, die erstmals im Be-

schwerde- oder Revisionsverfahren geltend gemacht wurden bzw. werden, von 

der Rechtsmittelinstanz im Rahmen der Revision zu berücksichtigen sind. Letzte-

res ist zu verneinen, soweit die Tatsachen und Beweismittel erst nach dem Ent-

scheid entstanden sind (Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO). In der Lehre wird teilweise 

vertreten, dass die Rechtsmittelinstanz zuständig sei, wenn sie die Beschwerde 

abgewiesen oder reformatorisch entschieden habe; sie solle die Sache indessen 

ans erstinstanzliche Gericht zurückweisen, wenn sich der Revisionsgrund bereits 

im erstinstanzlichen Verfahren verwirklicht habe (Sébastien Moret, Aktenschluss 

und Novenrecht nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss. Zürich, 

2014, Rz. 957 f.; ZK ZPO-Freiburghaus/Afheldt, Art. 328 N 10; BSK ZPO-Herzog, 

Art. 328 N 75 f.; Adrian Staehelin/Daniel Staehelin/Pascal Grolimund, Zivilpro-

zessrecht, Unter Einbezug des Anwaltsrechts und des internationalen Zivilpro-

zessrechts, 3. Aufl. 2019, § 26 Rz. 61). Eine weitere Ansicht sieht die Zuständig-

keit ebenfalls bei der Rechtsmittelinstanz, ohne die Möglichkeit einer Rückwei-

sung zu thematisieren (Schwander, DIKE-Komm-ZPO, Art. 328 N 20; Jakob Stei-

ner, Die Beschwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss. Basel, 

2019, Rz. 768). Andere Autoren gehen davon aus, dass im Fall von Art. 328 Abs. 

1 lit. a ZPO die erste Instanz zuständig sei, weil die Rechtsmittelinstanz diese 

neuen Vorbringen im Beschwerdeverfahren aufgrund von Art. 326 ZPO ohnehin 

nicht hätte zur Urteilsgrundlage machen können (BK ZPO II-Sterchi, Art. 328 

N 6b; ähnlich CR CPC-Schweizer, Art. 328 N 15). 

2.2.1. Ausgangspunkt der Gesetzesauslegung ist der Wortlaut der Bestim-

mung (grammatikalisches Element). Ist er klar, das heisst eindeutig und unmiss-

verständlich, darf von ihm nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die 

Annahme besteht, er ziele am "wahren Sinn" der Regelung vorbei. Anlass für eine 

solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der Bestimmung (historisch), 

ihr Zweck (teleologisch) oder der Zusammenhang mit anderen Vorschriften (sys-

tematisch) geben, so namentlich, wenn die grammatikalische Auslegung zu einem 

Ergebnis führt, das der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (BGE 147 V 342 

E. 5.5.4.1). Die einzelnen Auslegungsmethoden unterstehen keiner hierarchi-

- 7 - 

schen Prioritätsordnung ("pragmatischer Methodenpluralismus"; BGE 142 III 557 

E. 8.3; BGE 141 III 195 E. 2.4). 

2.2.2. Gemäss Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO kann eine Partei beim Gericht, wel-

ches als letzte Instanz entschieden hat, die Revision des rechtskräftigen Ent-

scheids verlangen, wenn sie nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder ent-

scheidende Beweismittel findet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen 

konnte. Die Tatsache, dass im Ingress von Art. 328 Abs. 1 ZPO nicht zwischen 

der Berufungs- und der Beschwerdeinstanz unterschieden wird, deutet darauf hin, 

dass die Revision auch gegen einen Beschwerdeentscheid möglich ist. Es ist all-

gemein anerkannt, dass mit "nachträglich" nicht das entsprechende Urteil gemeint 

ist, sondern der letzte Zeitpunkt, in welchem die Tatsache noch in den früheren 

Prozess hätte eingebracht werden können (BGE 143 III 272 E. 2.3; BGE 142 III 

413 E. 2.2.6; BK ZPO II-Sterchi, Art. 328 N 14; Valentin Monn, "Späte" Noven 

zwischen Berufung und Revision: Gedanken zu Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO, 

ZZZ 2016, S. 207 ff., S. 214 f.; Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O., § 26 

Rz. 54; BSK ZPO-Herzog, Art. 328 N 36; teilweise abweichend Schwander, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 328 N 26, wonach auch Noven zulässig sind, welche im Zeit-

punkt vorlagen, als noch ein ordentliches Rechtsmittel hätte eingereicht werden 

können). Im erstinstanzlichen Verfahren bestimmt sich dieser Zeitpunkt nach 

Art. 229 Abs. 1 ZPO, im Berufungsverfahren nach Art. 317 Abs. 1 ZPO (BGE 143 

III 272 E. 2.3; BK ZPO II-Sterchi, Art. 328 N 14). Ausgeschlossen sind somit Tat-

sachen, die sich nach Beginn des Novenverbots ereignet haben (Reto Bieri, Revi-

sionsgründe und Fristen als Schlüssel zum Revisionsverfahren, Eine Analyse der 

Artikel 328 und 329 der ZPO im Vergleich zu den altrechtlichen kantonalen Zivil-

prozessordnungen und zu den Art. 121-124 des BGG, Diss. St. Gallen, 2015, 

S. 36). Auch die Beweismittel müssen im letzten Zeitpunkt, als sie noch hätten ins 

ursprüngliche Verfahren eingebracht werden können, bereits existiert haben (BGE 

143 III 272 E. 2.2; BGE 142 III 413 E. 2.2.6; Staehelin/Staehelin/Grolimund, 

a.a.O., § 26 Rz. 54; differenzierend Monn, a.a.O, S. 219). Tatsachen und Be-

weismittel können im Revisionsverfahren somit nur dann berücksichtigt werden, 

wenn sie entstanden waren, bevor das Novenverbot im ursprünglichen Verfahren 

galt. 

- 8 - 

2.2.3. In systematischer Hinsicht ist festzustellen, dass sich dasselbe Prob-

lem auch im Rahmen des Bundesgerichtsgesetzes stellt: So können im Be-

schwerdeverfahren neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorgebracht 

werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 

BGG). Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG sieht jedoch vor, dass in Zivilsachen die Revision 

verlangt werden kann, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsa-

chen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Ver-

fahren nicht beibringen konnte; ausgeschlossen sind Tatsachen und Beweismittel, 

die erst nach dem Entscheid entstanden sind. Nach einem allgemeinen Grund-

satz soll sich diejenige Instanz mit der Revision befassen, die als letzte in der Sa-

che entschieden hat (BGE 134 III 45 E. 2.2; BGer 4F_11/2013 vom 16. Oktober 

2013, E. 3.2.1 mit Hinweis auf Art. 328 Abs. 1 ZPO). Da es sich bei der Be-

schwerde in Zivilsachen um ein reformatorisches Rechtsmittel handelt (Art. 107 

Abs. 2 BGG), führt dessen Gutheissung oder Abweisung auf der Grundlage der 

im angefochtenen Entscheid festgestellten Tatsachen dazu, dass der Entscheid 

des Bundesgerichts an die Stelle des angefochtenen tritt. In solchen Fällen ist das 

Revisionsbegehren beim Bundesgericht zu stellen, da das Urteil des Bundesge-

richts den einzigen in Rechtskraft erwachsenen (Art. 61 BGG) Entscheid darstellt, 

der in diesem Zeitpunkt der Revision zugänglich ist (BGE 134 III 669 E. 2.2; BGer 

4F_11/2013 vom 16. Oktober 2013, E. 3.2.1; BGer 4F_8/2010 vom 18. April 2011, 

E. 1.1). Bezüglich der Kognition des Bundesgerichts gilt: Ist das Bundesgericht für 

das Revisionsgesuch aufgrund neu entdeckter Tatsachen oder Beweismittel zu-

ständig, prüft es, ob der geltend gemachte Revisionsgrund gegeben ist, mithin ob 

die Voraussetzungen der Revision nach Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG erfüllt sind. Da-

für hat es unter anderem zu beurteilen, ob die neu entdeckte Tatsache bzw. das 

neu entdeckte Beweismittel erheblich ist. In diesem Rahmen befasst sich das 

Bundesgericht mit den neu entdeckten Tatsachen und Beweismitteln, auch wenn 

es den Sachverhalt im vorangegangenen Beschwerdeverfahren nur mit be-

schränkter Kognition überprüfen konnte (BGE 147 III 238 E. 3.3). Bejaht das Bun-

desgericht die Erheblichkeit der neu entdeckten Tatsachen und Beweismittel so-

wie die weiteren Voraussetzungen des Revisionsgrunds nach Art. 123 Abs. 2 lit. a 

BGG, hebt es das Urteil auf, das Gegenstand des Revisionsgesuchs ist, und ur-

- 9 - 

teilt in der Folge über die ursprüngliche Beschwerde. Bei Gutheissung der Revisi-

on nach Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG und der damit verbundenen Änderung der tat-

sächlichen Grundlagen weist das Bundesgericht die Sache in aller Regel an die 

kantonale Instanz zur Neubeurteilung zurück, weil das Bundesgericht grundsätz-

lich nicht selbst eine neue Würdigung der tatsächlichen Situation vornimmt. Das 

Bundesgericht kann im wieder aufgerollten Beschwerdeverfahren aber auch auf 

eine Rückweisung an die Vorinstanz verzichten und selbst über die Sache ent-

scheiden, insbesondere wenn der massgebende Sachverhalt ohne weiteres fest-

steht (BGE 147 III 238 E. 3.4). Zulässig sind nur Tatsachen und Beweismittel, die 

sich bis zum Zeitpunkt verwirklicht haben, als im ursprünglichen Verfahren neue 

Behauptungen und Beweisofferten prozessual noch zulässig waren (BGE 134 III 

669 E. 2.2; ähnlich BGer 8C_714/2016 vom 16. Dezember 2016, E. 2; BGer 

8C_323/2016 vom 11. August 2016, E. 2; BGer 2F_4/2010 vom 16. Juli 2010, 

E. 2.2). Soweit ausschliesslich Aspekte aufgegriffen werden, die vor Bundesge-

richt nicht (mehr) Streitgegenstand bildeten, ist das Revisionsgesuch bei der be-

treffenden kantonalen Instanz zu stellen (BGE 147 III 238 E. 3.2.1; BGer 

4F_11/2013 vom 16. Oktober 2013, E. 3.2.1; BGer 4F_8/2010 vom 18. April 2011, 

E. 1.1). Wendet man die bundesgerichtliche Praxis zu den Art. 123 Abs. 2 lit. a 

BGG analog auf die vorliegende Problematik an, so bedeutet dies, dass die kan-

tonale Rechtsmittelinstanz, welche die Beschwerde gutgeheissen oder abgewie-

sen hat, sich grundsätzlich auch mit dem Revisionsbegehren auseinandersetzen 

muss. Sie muss indessen nur die Tatsachen und Beweismittel berücksichtigen, 

die im ursprünglichen Verfahren noch hätten eingebracht werden können. 

2.2.4. Art. 319 lit. a VE-ZPO hatte folgenden Wortlaut: "Eine Partei kann 

beim Gericht, welches als letzte Instanz in der Sache endgültig entschieden hat, 

die Revision des rechtskräftigen Entscheids verlangen, wenn […] sie erhebliche, 

vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder entscheidende Beweismittel trotz 

zumutbarer Sorgfalt im früheren Verfahren nicht beibringen konnte[.]" Die Exper-

tenkommission führte dazu aus, örtlich und sachlich für die Revision zuständig 

solle immer das Gericht sein, welches als letzte Instanz in der Sache geurteilt ha-

be. Es könnten nur unechte Noven geltend gemacht werden, also Tatsachen, die 

zur Zeit des kritischen Urteils bereits bestanden hätten. Der Revisionskläger kön-

- 10 - 

ne solche Noven aber nur vorbringen, wenn er seine Behauptungs- und Beweis-

last im Erstprozess nicht vernachlässigt habe (Schweizerische Zivilprozessord-

nung, ZPO, Bericht zum Vorentwurf der Expertenkommission, 2003, S. 149 [ab-

rufbar unter https://www.bj. 

admin.ch/bj/de/home/staat/gesetzgebung/archiv/zivilprozessrecht.html, besucht 

am 22. April 2022]). Hinsichtlich der Zuständigkeit ist der Bericht klar. Bezüglich 

der Noven nahm man an, dass der Revisionskläger sie im ursprünglichen Verfah-

ren hätte beibringen können, wenn sie ihm vorgelegen hätten. Konkret äussert 

sich der Bericht jedoch nicht zum Verhältnis zum Novenverbot der Beschwerde. 

Auch im Vernehmlassungsverfahren wurde es nicht thematisiert, ebenso wenig 

die Frage der Zuständigkeit (Zusammenstellung der Vernehmlassungen, Vorent-

wurf für ein Bundesgesetz über die Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 

2004, S. 763 f. [abrufbar unter 

https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/staat/gesetzgebung/archiv/zivilprozessrecht.h

tml, besucht am 22. April 2022]). Art. 326 Abs. 1 lit. a E-ZPO entspricht mit einer 

unerheblichen Ausnahme dem heutigen Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO. Der Bundesrat 

führte dazu aus, dass nur Tatsachen und Beweismittel erfasst seien, "welche zur-

zeit des damaligen Prozesses bereits vorhanden waren, die aber aus entschuld-

baren Gründen nicht vorgebracht werden konnten" (Botschaft vom 28. Juni 2006 

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], BBl 2006 7221, S. 7380). Am 

21. Juni 2007 stimmte der Ständerat Art. 326 E-ZPO zu, ohne die Vorschrift in-

haltlich zu debattieren (AB 2007 SR, S. 639). Am 12. Juni 2008 schloss sich auch 

der Nationalrat ohne Debatte an (AB 2008 NR, S. 973). Zusammenfassend erhellt 

aus den Materialien nicht, wie sich Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO zu Art. 326 ZPO ver-

hält. Indessen ist klar, dass die Rechtsmittelinstanz, welche die Beschwerde in 

der Sache beurteilt hat, sich auch mit der Revision befassen muss. 

2.2.5. Die Revision bezweckt, dass Gerichte auf der Grundlage wahrheits-

konformer Tatsachenfeststellung ein gerechtes Ziel fällen (Schwander, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 328 N 4). Insofern besteht ein Zielkonflikt zum Novenverbot 

nach Art. 326 ZPO: Dieses liegt darin begründet, dass die Beschwerde grundsätz-

lich nur der Rechtskontrolle dient (BSK ZPO-Spühler, Art. 326 N 1). Es kann nicht 

Sinn und Zweck von Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO sein, das Novenverbot auszuhe-

- 11 - 

beln. Es widerspricht sodann der Natur der Revision als Nebenrechtsmittel (Sa-

muel Baumgartner/Annette Dolge/Alexander R. Markus/Karl Spühler, Schweizeri-

sches Zivilprozessrecht mit Grundzügen des internationalen Zivilprozessrechts, 

10. Aufl. 2018, Kap. 12 Rz. 56 [S. 407]), wenn sich die Rechtsmittelinstanz mit 

Aspekten auseinandersetzen muss, welche mit dem Hauptrechtsmittel nicht gel-

tend gemacht werden konnten. 

2.2.6. Zusammenfassend ergibt sich aus der grammatikalischen, systemati-

schen und historischen Auslegung klar, dass die Beschwerdeinstanz ein Revisi-

onsbegehren nach Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO beurteilen muss. Dies gilt aber nur in 

Fällen, in denen sie die Beschwerde materiell beurteilt, das heisst, gutgeheissen 

oder abgewiesen hat. Die Revision muss sodann einen Aspekt betreffen, der im 

Beschwerdeverfahren effektiv umstritten war. Mit Blick auf die bundesgerichtliche 

Praxis und die einhellige Lehre ist sie auf unechte Noven beschränkt, die der Re-

visionskläger noch rechtzeitig ins ursprüngliche Verfahren hätte einbringen kön-

nen, wenn sie ihm zugänglich gewesen wären. Ausgeschlossen sind somit No-

ven, die – wären sie bereits früher zugänglich gewesen – aus prozessualen 

Gründen nicht mehr hätten ins ursprüngliche Verfahren eingeführt werden kön-

nen. Aufgrund des Novenverbots im Beschwerdeverfahren kann man sich fragen, 

ob dieses Auslegungsergebnis dem Sinn und Zweck der Revision entspricht. Vor 

dem Hintergrund der klaren Ergebnisse der übrigen Auslegungsmethoden sind 

allfällige Widersprüche indessen in Kauf zu nehmen. 

2.3. Der Gesuchsgegner hatte bereits im Beschwerdeverfahren geltend 

gemacht, dass er an der Gesuchstellerin wirtschaftlich berechtigt sei. Deren Ak-

tien seien jedoch durch eine unbekannte Person gestohlen oder veruntreut wor-

den. Obwohl C._____ nie Aktionärin der Gesuchstellerin gewesen sei, habe sie 

sich am 17. April 2017 unrechtmässig zum director ernannt. Entsprechend sei die 

Anwaltsvollmacht, welche sie unterschrieben habe, nichtig (Urk. 2 S. 7). Die vor-

liegende Revision betrifft denselben Themenkomplex (E. II.2.1.). Mit Urteil vom 

25. November 2021 wurde die Beschwerde sodann abgewiesen, soweit darauf 

eingetreten wurde (Urk. 2 S. 33); es erging mithin ein Entscheid in der Sache. Die 

- 12 - 

Kammer ist deshalb auch für das Revisionsgesuch zuständig. Auf die Frage, wel-

che Noven berücksichtigt werden können, ist nachfolgend einzugehen. 

3. Zu berücksichtigende Noven (zeitlicher Aspekt) 

3.1. Zu prüfen ist, bis zu welchem Zeitpunkt der Gesuchsgegner die Noven 

noch ins ursprüngliche Verfahren hätte einbringen können (E. II.2.2.6.): Im Be-

schwerdeverfahren sind neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel 

ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Dies betrifft echte und unechte Noven (ZK 

ZPO-Freiburghaus/Afheldt, Art. 326 N 4). Das Novenverbot beginnt damit bereits 

im erstinstanzlichen Prozess. Im summarischen Verfahren tritt der Aktenschluss 

grundsätzlich nach einmaliger Äusserung ein (BGE 146 III 237 E. 3.1; BGE 144 III 

117 E. 2.2). Eine (vorliegend nicht interessierende) Ausnahme gilt, wenn eine 

Verhandlung stattfindet oder ausnahmsweise ein zweiter Schriftenwechsel ange-

ordnet wird (dazu BGE 146 III 237 E. 3.1). Nach dem Aktenschluss können neue 

Tatsachen und Beweismittel mit spontanen Eingaben nur noch unter den Voraus-

setzungen von Art. 229 ZPO vorgebracht werden (HGer ZH HE150336 vom 

26.11.2015, in: ZR 115 [2016] Nr. 57, E. 4; Miguel Sogo/Roman Baechler, Akten-

schluss im summarischen Verfahren, AJP 2020, S. 315 ff., S. 317 f.). Dies ist bis 

zur Urteilsberatung möglich (Sogo/Baechler, a.a.O., S. 318). Im schriftlichen 

summarischen Verfahren entscheidet das Gericht aufgrund der Akten (Art. 256 

Abs. 1 ZPO). Die Urteilsberatungsphase beginnt grundsätzlich im Zeitpunkt, in 

welchem die EMRK-Replikfrist nach Zustellung der letzten Eingabe abgelaufen 

ist. Gleichwohl müssen Noven noch berücksichtigt werden, wenn das Dossier un-

bearbeitet ruht (BGE 142 III 413 E. 2.2.5). Letzteres ist für die Parteien in der Re-

gel nicht erkennbar. Abzustellen ist deshalb auf das Versanddatum des Endent-

scheides. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen das Gericht die Spruchreife anzeigt 

(BGE 142 III 413 E. 2.2.5; BGer 4A_538/2017 vom 21. Dezember 2017, E. 4.4.2).  

3.2. Die Gesuchsantwort datiert vom 9. März 2020 (Urk. 7/15). Das Be-

zirksgericht Zürich erliess seinen Entscheid am 18. Juni 2020, ohne die Gesuchs-

antwort vorab der Gegenseite zuzustellen (Urk. 7/18) und ohne die Spruchreife 

anzuzeigen. Der Entscheid wurde am 26. Juni 2020 versandt (Urk. 7/19a f.). So-

weit sich der Gesuchsgegner auf Tatsachen und Beweismittel beruft, die erst 

- 13 - 

nach diesem Zeitpunkt entstanden sind, ist er damit nicht zu hören. Dies betrifft 

namentlich den Zwischenbericht zum Ermittlungsauftrag der Staatsanwaltschaft 

vom 11. November 2020 (Urk. 5/3), das Protokoll der Einvernahme von C._____ 

vom 1. Juli 2021 (Urk. 5/11), das Protokoll der Einvernahme des Gesuchsgegners 

vom 1. Juli 2021 (Urk. 5/12) und den Artikel von E._____ vom 25. Februar 2021 

(Urk. 5/35). 

4. Zu berücksichtigende Noven (Aspekt der sorgfältigen Prozessführung) 

4.1. Der Gesuchsgegner bringt vor, er habe am 11. Dezember 2018 bei der 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich Strafanzeige gegen C._____, F._____ 

und Unbekannt erhoben. Am 11. Oktober 2019 und am 21. August 2020 habe er 

der Strafverfolgungsbehörde weitere Unterlagen zukommen lassen. Am 22. und 

23. Oktober 2019 sei er als Privatkläger einvernommen worden. Erst mehr als 

zweieinhalb Jahre später, anlässlich seiner eigenen und der Einvernahme der be-

schuldigten Person vom 1. Juli 2021, habe er von zahlreichen Beweismitteln er-

fahren, welche ihm vorher nicht zur Verfügung gestanden hätten (Urk. 1 Rz. 34). 

So habe er am 8. Juli 2021 erstmalig Einsicht unter anderem in den Hausdurch-

suchungs- und Durchsuchungsbefehl vom 14. Januar 2020 (Urk. 5/7) und die Si-

cherstellungsliste vom 14. Januar [recte: 17. März] 2020 (Urk. 5/8) erhalten 

(Urk. 1 Rz. 35–38). Die neuen Unterlagen stammten nicht aus der Sphäre des 

Gesuchsgegners, sondern jener der Gesuchstellerin (Urk. 1 Rz. 42). Ersterer ha-

be nachweislich mehrere Schritte unternommen, um das Strafverfahren voranzu-

bringen. Zudem habe er im Rahmen der Zivilverfahren regelmässig die Edition 

der geschwärzten Unterlagen verlangt. Trotz zahlreicher weiterer Nachforschun-

gen in der Schweiz und in anderen Ländern habe er erst durch die Ermittlungser-

gebnisse der Zürcher Staatsanwaltschaft von den unechten Noven erfahren 

(Urk. 1 Rz. 43). So könne er nun zweifelsfrei nachvollziehen, dass er auch Einzel-

aktionär der Gesuchstellerin sei (Urk. 1 Rz. 48). Zudem zeigten die neuen unge-

schwärzten Unterlagen, dass die Ex-Frau des Gesuchsgegners hinter dem Ent-

zug der Gesuchstellerin stehe (Urk. 1 Rz. 59 ff.). 

4.2. Sowohl neue Tatsachen als auch neue Beweismittel können nur gel-

tend gemacht werden, wenn der Revisionskläger sie trotz der gebotenen Sorgfalt 

- 14 - 

im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Das Revisionsverfahren dient 

nämlich nicht dazu, die Folgen unsorgfältiger Prozessführung auch nach Pro-

zessabschluss noch korrigieren zu können (BK ZPO II-Sterchi, Art. 328 N 14). 

Dass es einer Partei unmöglich war, Tatsachen und Beweise bereits im früheren 

Verfahren beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen. Ein Revisions-

grund ist nur dann gegeben, wenn dem Revisionskläger keine Vernachlässigung 

seiner Behauptungs- und Beweislast vorzuwerfen ist, wozu auch zumutbare 

Nachforschungen gehören. Die Sorgfalt des Revisionsklägers ist am Verhalten 

einer durchschnittlich sorgfältigen Prozesspartei zu messen, wobei die Umstände 

des konkreten Falles zu würdigen sind. So mag die Revision je nachdem auch ei-

ner Partei offenstehen, die im ordentlichen Verfahren eine Tatsachenbehauptung 

unterlassen hat, weil ihr die Beweismittel dazu fehlten. Allerdings gilt es zu be-

rücksichtigen, dass eine für den Ausgang des Verfahrens erhebliche Tatsache 

selten mit nur gerade einem einzigen Beweismittel bewiesen werden kann, das 

zudem erst im Sinne von Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO nach dem in Revision gezoge-

nen Entscheid entstanden ist. Entsprechend kann von einer durchschnittlich sorg-

fältigen Prozesspartei verlangt werden, ihre Möglichkeiten zur Beschaffung ge-

eigneter Beweismittel auszuschöpfen (BGer 5A_558/2014 vom 7. September 

2015, E. 5.2). 

4.3. Aktionärsstellung des Gesuchsgegners 

4.3.1. Der Gesuchsgegner behauptete im erstinstanzlichen Rechtsöffnungs-

verfahren, dass zentral sei, wer der wirtschaftlich Berechtigte der Gesuchstellerin 

sei. Es spiele keine Rolle, wer formal Gründer, Aktionär oder director sei. Der 

wirtschaftlich Berechtigte einer Gesellschaft müsse keine formelle Funktion darin 

innehaben. Da ihm unter anderem die Unterlagen der Gesuchstellerin gestohlen 

worden seien, könne er über seine formale Stellung bei der Gesuchstellerin, also 

ob er Gründer, Aktionär oder director gewesen sei, keine sicheren Antworten ge-

ben. Er wisse aber mit Bestimmtheit, dass er an der Gesuchstellerin wirtschaftlich 

berechtigt sei (Urk. 7/15 Rz. 42). Am 17. April 2017 sei sie ihm durch gefälschte 

Unterschriften und weitere unzulässige Handlungen entzogen worden. Der ver-

meintlich zeichnende director der Gesuchstellerin, C._____, sei unrechtmässig 

- 15 - 

bestellt worden. Damit sei auch die von ihr unterzeichnete Vollmacht an die geg-

nerischen Anwälte ungültig. Die Gesuchstellerin habe somit gar nie ein Gesuch 

um provisorische Rechtsöffnung eingereicht (Urk. 7/15 Rz. 5). 

4.3.2. Die Kammer hielt im Urteil vom 25. November 2021 fest, dass die Ge-

suchstellerin eine nach dem Recht der Republic of the Marshall Islands gegründe-

te Gesellschaft mit Sitz in G._____, Marshall Islands, sei. Gemäss dem anwend-

baren Recht dieses Staates handle die Gesellschaft durch ein board of directors 

oder mit der Berechtigung eines solchen. Das board müsse aus mindestens ei-

nem director bestehen und werde durch die Aktionäre gewählt. Entgegen den 

Ausführungen in der Gesuchsantwort komme es daher für die Frage, wer gültig 

eine Anwaltsvollmacht unterschreiben könne, auf die formale Stellung an. Der 

Gesuchsgegner habe nicht behauptet, dass er Gründer, Aktionär oder director der 

Gesuchstellerin sei oder gewesen wäre. Die gegenteiligen Behauptungen bezüg-

lich der Aktionärsstellung in der Beschwerdereplik und den späteren Eingaben 

seien als Novum nicht zu berücksichtigen (Urk. 2 S. 21 f.). 

4.3.3. Eine durchschnittlich sorgfältige Partei weiss, an welchen Gesellschaf-

ten sie sämtliche Aktien hält. Sie ist in der Lage, zumindest zu behaupten, welche 

Stellung sie darin innehat. So hat der Gesuchsgegner denn in der Beschwer-

dereplik gestützt auf die bereits bei der ersten Instanz eingereichten Unterlagen 

(Urk. 7/17/2; Urk. 7/17/4) verspätet vorgebracht, er sei Aktionär der Gesuchstelle-

rin (Urk. 6/38 Rz. 33 f.). Die ursprüngliche Unterlassung war somit nicht auf feh-

lende Beweismittel zurückzuführen; vielmehr ging der Gesuchsgegner irrtümli-

cherweise davon aus, dass die Frage nicht rechtserheblich sei (Urk. 7/15 Rz. 42). 

Wenn er nun in der Revisionsschrift geltend macht, er sei der einzige Aktionär der 

Gesuchstellerin und habe diese Stellung nicht verloren (Urk. 1 Rz. 51 und 56), ist 

er damit nicht zu hören. Dasselbe gilt für die dazu angerufenen neuen Beweismit-

tel (Urk. 5/13–15; Urk. 1 Rz. 48–50). Muss unberücksichtigt bleiben, dass der Ge-

suchsgegner Alleinaktionär an der Gesuchstellerin war, so gilt dies auch für die 

Behauptung, diese sei ihm entzogen worden (Urk. 1 Rz. 60). Der unrechtmässige 

Entzug impliziert nämlich, dass er Aktionär war. 

4.4. Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft 

- 16 - 

4.4.1. Gemäss Art. 101 Abs. 1 StPO können die Parteien spätestens nach 

der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen 

wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens 

einsehen. Der Privatklägerschaft kommt Parteistellung zu (Art. 104 Abs. 1 lit. b 

StPO). 

4.4.2. Die Hausdurchsuchung bei C._____ fand am 14. Januar 2020 statt 

(Urk. 5/7–8). Letztere wurde gleichentags als beschuldigte Person einvernommen 

(Urk. 5/9). Der Gesuchsgegner wurde im Strafverfahren nach eigenen Angaben 

bereits am 22. und 23. Oktober 2019 als Privatkläger einvernommen (Urk. 1 

Rz. 34). Als Partei hatte er damit ein Akteneinsichtsrecht. Er macht nicht geltend, 

vor dem 1. Juli 2021 davon Gebrauch gemacht zu haben oder dass ein entspre-

chendes Gesuch seitens der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden wäre (siehe 

Urk. 1 Rz. 34–44). Damit genügt sein Revisionsgesuch den Begründungsanforde-

rungen nicht (E. II.1.1.). Das fehlende Vorbringen erstaunt auch vor dem Hinter-

grund, dass der Gesuchsgegner sich in der Gesuchsantwort vom 9. März 2020 

auf das Strafverfahren in Zypern bezogen und sich weitere Eingaben vorbehalten 

hat (Urk. 7/15 Rz. 28 und 32). Der Gesuchsgegner hatte Kenntnis vom Strafver-

fahren bei der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, hat er doch nach eige-

nen Angaben am 11. Dezember 2018 bei dieser Strafanzeige erhoben (Urk. 1 

Rz. 34). Spätestens nach der Hausdurchsuchung bei und der Einvernahme von 

C._____ vom 14. Januar 2020 hatte der Gesuchsgegner ein Akteneinsichtsrecht. 

Von einer sorgfältig prozessierenden Partei, die strafrechtliche Handlungen gel-

tend macht, darf erwartet werden, dass sie sich nach dem aktuellen Stand eines 

entsprechenden Strafverfahrens erkundigt, gegebenenfalls die Akten einsieht und 

die Erkenntnisse ins Verfahren einbringt. Hätte der Gesuchsgegner dies getan, so 

hätte er die Noven in seine Gesuchsantwort vom 9. März 2020 oder aber jeden-

falls noch bis zum 26. Juni 2020 ins erstinstanzliche Verfahren einbringen können 

(E. II.3.2.). Vor diesem Hintergrund haben namentlich die Protokolle der Einver-

nahmen des Gesuchsgegners vom 22. und 23. Oktober 2019 (Urk. 5/5), der 

Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbefehl vom 14. Januar 2020 (Urk. 5/7), 

das Protokoll der Einvernahme von C._____ vom 14. Januar 2020 (Urk. 5/9), die 

bei der Hausdurchsuchung gefundene Revocation of general power of attorney 

- 17 - 

vom 17. April 2017 betreffend die Gesuchstellerin und jene gleichen Datums be-

treffend die H._____ Ltd (Urk. 5/23–24; Urk. 1 Rz. 87) als Noven im Revisionsver-

fahren unberücksichtigt zu bleiben. Dasselbe gilt für die neuen Behauptungen, die 

sich auf diese Beweismittel stützen. 

4.4.3. Nach Angaben des Gesuchsgegners wurden die ungeschwärzte Ko-

pie des Director's service agreements vom 10. April 2017 (Urk. 5/17) und die un-

geschwärzte Kopie der Order vom 10. April 2017 (Urk. 5/18) am 11. März 2020 

bei der Staatsanwaltschaft eingereicht (Urk. 1 Rz. 66). Dies geschah zwar, nach-

dem er die Gesuchsantwort vom 9. März 2020 erstattet hatte. Indessen wäre es 

dem Gesuchsgegner mit Blick auf die Verfahrensdauer vor erster Instanz und 

dem hohen Streitwert zumutbar gewesen, auch nach Einreichung der Gesuchs-

antwort um Akteneinsicht zu ersuchen. Dies war ihm auch bewusst, hatte er sich 

doch ausdrücklich weitere Eingaben vorbehalten (Urk. 7/15 Rz. 32). Hätte er nur 

einmal nach Erstattung der Gesuchsantwort um Akteneinsicht ersucht, so hätte er 

die entsprechenden Unterlagen noch rechtzeitig ins erstinstanzliche Verfahren 

einbringen können. Im Übrigen hätte er aus dem Protokoll der Einvernahme von 

C._____ vom 14. Januar 2020, welches er mit der Gesuchsantwort hätte einrei-

chen können (E. II.4.4.2.), ersehen können, dass die Verteidigerin das unge-

schwärzte Director's service agreement noch bei der Untersuchungsbehörde ein-

reichen würde (Urk. 5/9 S. 9). 

4.5. Rolle der Ex-Frau des Gesuchsgegners 

4.5.1. Der Gesuchsgegner brachte erstmals in der Noveneingabe vom 8. Juli 

2021 vor, seine Ex-Frau, D._____, habe ihm die Kontrolle an der Gesuchstellerin 

entzogen. Aufgrund des Novenverbots wurde diese Behauptung im Beschwerde-

verfahren nicht berücksichtigt (Urk. 2 S. 6 f.). 

4.5.2. In der Revision macht er erneut geltend, seine Ex-Frau habe ihm die 

Gesuchstellerin entzogen (Urk. 1 Rz. 59 ff.). Bis zum Scheidungsurteil Ende 2017 

sei er mit ihr verheiratet gewesen und habe lange mit ihr im gleichen Haushalt ge-

lebt. Während der Ehe habe seine Ex-Ehefrau Kenntnis über die Gesellschaften 

des Gesuchsgegners erlangt. Diese Kenntnisse habe D._____ verwendet, um 

- 18 - 

C._____ zu überzeugen, ihr bei der Kaperung der Gesellschaften des Gesuchs-

gegners zu helfen. Hätte der Gesuchsgegner sicher gewusst und über Dokumen-

te verfügt, dass es sich bei der Auftraggeberin um seine Ex-Ehefrau handle, hätte 

er bereits im summarischen Verfahren substantiiert darlegen können, wie die Ge-

suchstellerin an seine Unterschriften gekommen sei. Er habe bereits im Rechts-

öffnungsverfahren erklärt, dass ihm die Geschäftsunterlagen entwendet worden 

seien (Urk. 1 Rz. 65). 

4.5.3. Der Gesuchsgegner stützt seine Ausführungen zur Rolle seiner Ex-

Frau (Urk. 1 Rz. 59–66) auf Beweismittel (Urk. 5/9; Urk. 5/11; Urk. 5/17; 

Urk. 5/18), die als Noven im Revisionsverfahren nicht zu beachten sind (E. II.3.2. 

und II.4.4.2. f.). Tatsächlich hatte er in der Gesuchsantwort geltend gemacht, dass 

ihm zwischen dem 25. und dem 27. April 2017 die Akten über die Gesuchstellerin 

gestohlen worden seien (Urk. 7/15 Rz. 38). Bereits anlässlich seiner Einvernahme 

vom 22. Oktober 2019 hatte er indessen zu Protokoll gegeben, dass seine ehe-

malige Gattin ihm bei der Gründung der Gesuchstellerin geholfen habe (Urk. 5/5 

S. 1 f.). Sie und F._____ hätten seine Gesellschaften gemäss seinen Instruktio-

nen geführt und gewusst, was dort los sei. Sie hätten Zugang zur Post und zum 

gesamten Geschäftsverkehr gehabt. Mitte 2016 habe sich die Beziehung zu 

D._____ verschlechtert, Ende Dezember 2016 seien sie nahe der Scheidung ge-

standen. Ungefähr zu dieser Zeit habe er die ganzen Dokumentationen über die 

Firmen in zwei grossen Koffern aufbewahrt. Darin seien die wesentlichen Doku-

mente, Zertifikate, Siegel usw., sogar digitale Pässe für die Kontoverwaltung ent-

halten gewesen. Eines Tages habe er diese Dokumente zu Hause nicht mehr fin-

den können und seine Ex-Frau danach gefragt. Sie habe geantwortet, dass es 

besser sei, wenn die Dokumente bei ihrer Mutter aufbewahrt würden. Im Ap-

ril 2017, als er Verdacht geschöpft habe, dass etwas nicht stimme, habe er das 

Haus seiner ehemaligen Schwiegermutter aufgesucht und dort kein einziges Do-

kument gefunden. Er habe seine Ex-Frau zur Rede gestellt, aber keine Antworten 

bekommen (Urk. 5/5 S. 2 f.). Er könne nicht nachvollziehen, wie C._____ Ge-

schäftsführerin der Gesuchstellerin geworden sei. Er gehe davon aus, dass seine 

Ex-Frau die Dokumente entwendet und die Gesuchstellerin ohne sein Einver-

ständnis auf C._____ überschrieben habe. F._____ habe sich an der Enteignung 

- 19 - 

der Gesellschaft und der Dokumentenfälschung rechtswidrig beteiligt (Urk. 5/5 

S. 4 f.). Er sei sich sicher, dass F._____, D._____ und C._____ die Gesuchstelle-

rin rechtswidrig überschrieben hätten (Urk. 5/5 S. 6). Aus rein menschlichen 

Gründen – sie sei die Mutter seiner Kinder – wolle er D._____ nicht des Betrugs 

oder der Dokumentenfälschung beschuldigen (Urk. 5/5 S. 8). Sie sei aber die ein-

zige Person, welche von dieser Situation profitieren könne. Das Ganze sei von ihr 

initiiert worden (Urk. 5/5 S. 9). 

4.5.4. Diese Ausführungen zeigen, dass der Gesuchsgegner bereits im Ok-

tober 2019 (und damit bevor er seine Gesuchsantwort vom 9. März 2020 erstatte-

te) davon ausging, dass seine Ex-Frau hinter dem Entzug seiner Gesellschaften 

steckte. Entgegen seiner Darstellung (Urk. 1 Rz. 12) handelte es sich nicht bloss 

um eine Vermutung. Dennoch erwähnte er ihren Namen in der Gesuchsantwort 

mit keinem Wort. Von einer sorgfältig prozessierenden Partei, welche den Entzug 

einer Gesellschaft behauptet, darf erwartet werden, dass sie die darin involvierten 

Personen und die bekannten Umstände benennt. C._____ sagte am 14. Januar 

2020 anlässlich ihrer delegierten Einvernahme bei der Kantonspolizei Zürich aus, 

dass D._____ ihre Auftraggeberin sei (Urk. 5/9 S. 5). Der Gesuchsgegner hätte 

das Protokoll dieser Einvernahme mit der Gesuchsantwort rechtzeitig ins erstin-

stanzliche Rechtsöffnungsverfahren einbringen (E. II.4.4.2.) und die Rolle von 

D._____ glaubhaft machen können. Zudem hätte er das Director's service ag-

reement (Urk. 5/17) und die Order (Urk. 5/18) nachreichen können (E. II.4.4.3.). 

4.6. Usurpation der H._____ LTD 

4.6.1. Der Gesuchsgegner behauptet, die rechtshilfeweise Auslieferung von 

Unterlagen aus Lettland habe Unterlagen zutage gebracht, welche nachwiesen, 

dass er auch wirtschaftlich Berechtigter und Alleinaktionär an der H._____ LTD, 

der I._____ LTD und der J._____ LTD sei (Urk. 1 Rz. 160). Dies sei von Bedeu-

tung, weil bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung von C._____ auch wichtige 

Unterlagen über die H._____ LTD vorgefunden worden seien. Daraus gehe her-

vor, dass C._____ den Consent to act as nominee director für die H._____ am 

17. April 2017 und damit am gleichen Tag, an welchem die Gesuchstellerin dem 

Gesuchsgegner entzogen worden sei, unterschrieben habe (Urk. 1 Rz. 161). Die 

- 20 - 

Unterlagen seien am 28. Mai 2020 der Staatsanwaltschaft zugestellt worden 

(Urk. 1 Rz. 40). 

4.6.2. Der Gesuchsgegner hätte die Unterlagen aus der Hausdurchsuchung 

rechtzeitig ins erstinstanzliche Verfahren einbringen können (E. II.4.4.2.). Es darf 

sodann erwartet werden, dass man weiss, von welchen Gesellschaften man wirt-

schaftlich Berechtigter und Alleinaktionär ist. Vor diesem Hintergrund ist der Ge-

suchsgegner mit seinen Ausführungen zur H._____ LTD (Urk. 1 Rz. 160–171) 

nicht zu hören. Im Übrigen sind sie – zumindest für sich allein – nicht rechtserheb-

lich (siehe E. II.5.1.). 

5. Zu berücksichtigende Noven (Aspekt der Erheblichkeit) 

5.1. Die nachträglich entdeckte Tatsache muss erheblich sein (Art. 328 

Abs. 1 lit. a ZPO). Dies ist der Fall, wenn sie zu einem für den Revisionskläger 

günstigeren Entscheid geführt hätte, hätte sie während des Prozesses berück-

sichtigt werden können (BSK ZPO-Herzog, Art. 328 N 37). 

5.2. Der Gesuchsgegner macht geltend, die Zürcher Gerichte seien im bis-

herigen Verfahren davon ausgegangen, dass er nur bis zum 17. April 2017 an der 

Gesuchstellerin berechtigt gewesen sei (Urk. 1 Rz. 54). Neu sei ein Dokument der 

lettischen Bank TKB vom 27. August 2012 (Urk. 5/16) zutage getreten, welches 

weiter untermauern würde, dass er der alleinige wirtschaftliche Berechtigte an der 

Gesuchstellerin sei (Urk. 1 Rz. 55). Bereits aus den Ausführungen des Gesuchs-

gegners erhellt, dass das Dokument nicht rechtserheblich ist. So sagt es nichts 

über seine Stellung nach dem 17. April 2017 aus. 

5.3. Der Gesuchsgegner bringt vor, er habe C._____ nie gesehen. Allein 

damit sei ausgeschlossen, dass er mit Wissen und Willen seine Berechtigung an 

sie übertragen habe (Urk. 1 Rz. 135–138). Vor C._____ war K._____ director der 

Gesuchstellerin (Urk. 2 S. 25 f.). Auch von ihr sagte der Gesuchsgegner anläss-

lich seiner Einvernahme vom 22. Oktober 2019, er kenne sie nicht persönlich, er 

habe den Namen oft in den Dokumenten gefunden (Urk. 5/5 S. 14). Vor diesem 

Hintergrund kann der Gesuchsgegner daraus, dass er C._____ nie gesehen ha-

- 21 - 

ben will, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen stützt sich die Behauptung 

auf Beweismittel (Urk. 5/11–12), die vorliegend nicht berücksichtigt werden kön-

nen (E. II.3.2.). 

5.4. Der Gesuchsgegner führt aus, dass die (gefälschten) Unterschriften 

von C._____ zu einem weiteren Schaden von EUR 2'423'000.– geführt hätten 

(Urk. 1 Rz. 139–157). Ein Zusammenhang mit der vorliegenden Thematik, wo-

nach C._____ unrechtmässig zum director ernannt worden sei (E. II.2.3.), ist nicht 

ersichtlich. Im Übrigen stützen sich die Ausführungen auf Beweismittel (Urk. 5/3, 

Urk. 5/9 und Urk. 5/11), die als Noven im vorliegenden Verfahren unzulässig sind 

(E. II.3.2. und II.4.4.2.). 

5.5. Der Gesuchsgegner macht geltend, er habe im Juli 2021 zum ersten 

Mal eine Zahlungsanweisung vom 3. Mai 2017 an die lettische Bank L._____ ge-

sehen (Urk. 1 Rz. 158). Er führt nicht aus, wie er von der Zahlungsanweisung 

(Urk. 5/26) Kenntnis erlangt hat bzw. seit wann sich das Dokument in den Straf-

verfahrensakten befand. Damit genügt er der Begründungsanforderungen nicht 

(E. II.1.1.). Soweit er auch hier einen Schaden geltend macht (Urk. 1 Rz. 158 f.), 

ist erneut kein Zusammenhang zur vorliegenden Problematik ersichtlich. 

6. Zwischenergebnis 

6.1. Die Ausführungen des Gesuchsgegners zu seiner Stellung als Aktionär 

bei der Gesuchstellerin (Urk. 1 Rz. 45–53) können nicht berücksichtigt werden, da 

sie rechtzeitig ins ursprüngliche Verfahren hätten eingebracht werden können 

(E. II.4.3.). Dasselbe hat für die darauf aufbauende Behauptung zu gelten, dass er 

als Alleinaktionär C._____ hätte selbst wählen müssen, dies aber nicht getan ha-

be (Urk. 1 Rz. 57). Soweit er geltend macht, er sei an der Gesuchstellerin wirt-

schaftlich berechtigt (Urk. 1 Rz. 54 f.), ist das nicht rechtserheblich (E. II.4.3.2. 

und II.5.2.). Der Gesuchsgegner behauptet ferner, seine Ex-Frau stehe hinter 

dem Entzug der Gesuchstellerin (Urk. 1 Rz. 59–66). Auch dies kann im Revisi-

onsverfahren nicht berücksichtigt werden, weil er bereits im Herbst 2019 davon 

ausging, dass sie das Ganze initiiert habe, und dies auch hätte glaubhaft machen 

können (E. II.4.5.4.). Die Vorbringen des Gesuchsgegners zur falschen Geschich-

- 22 - 

te seiner Ex-Frau und seiner angeblichen Zustimmung (Urk. 1 Rz. 67–96) stützen 

sich im Wesentlichen auf das Protokoll der Einvernahme von C._____ vom 1. Juli 

2021 (Urk. 5/11). Da dieses nicht berücksichtigt werden kann (E. II.3.2.), sind 

auch die dazugehörigen Behauptungen unbeachtlich. Dasselbe gilt für die Be-

hauptung, D._____ habe mangels Aktionärsstellung C._____ nicht die Aktien an 

der Gesuchstellerin übertragen, weshalb sich letztere nicht selbst zum director 

habe wählen können (Urk. 1 Rz. 97–106). Soweit der Gesuchsgegner geltend 

macht, C._____ habe einzig auf Anweisung von D._____ gehandelt und seine 

Unterschriften nicht verwendet (Urk. 1 Rz. 107–119), stützt er sich einzig auf die 

Protokolle der Einvernahmen von C._____ vom 14. Januar 2020 und vom 1. Juli 

2021 (Urk. 5/9 und Urk. 5/11); da diese beiden Beweismittel als Noven unzulässig 

sind (E. II.3.2. und II.4.4.2.), müssen auch die darauf fussenden Behauptungen 

unberücksichtigt bleiben. Dasselbe gilt hinsichtlich der geltend gemachten weite-

ren Widersprüche, welche durch die Einvernahme von C._____ aufgedeckt wor-

den seien (Urk. 1 Rz. 120–134; E. II.3.2. und II.4.4.2. f.). Unbeachtlich ist sodann 

das Novum, wonach der Gesuchsgegner C._____ nie gesehen habe (Urk. 1 

Rz. 135–138; E. II.5.3.). Die Ausführungen des Gesuchsgegners zu angeblichen 

Schäden (Urk. 1 Rz. 139–159) sind nicht rechtserheblich (E. II.5.4. f.). Jene zur 

Usurpation der H._____ LTD (Urk. 1 Rz. 160–171) hätte er – mit Ausnahme jener, 

die sich auf den nicht zu berücksichtigenden Artikel von E._____ stützen 

(E. II.3.2.) – bereits ins erstinstanzliche Rechtsöffnungsverfahren einbringen kön-

nen (E. II.4.6.). Soweit der Gesuchsgegner schliesslich geltend macht, die 

Staatsanwaltschaft gehe von einem Delikt aus (Urk. 1 Rz. 172–175), stützt er sich 

erneut auf Beweismittel (Urk. 5/3 und Urk. 5/12), die vorliegend unbeachtet zu 

bleiben haben (E. II.3.2.). 

6.2. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sämtliche neuen Behauptun-

gen, soweit sie den Begründungsanforderungen genügen (siehe E. II.4.4.2. und 

II.5.5.), im vorliegenden Revisionsverfahren nicht berücksichtigt werden können. 

Vor diesem Hintergrund ist das Revisionsgesuch abzuweisen, soweit es den Be-

gründungsanforderungen genügt und ihm nicht die Rechtskraft des Urteils der 

Aberkennungsklage entgegensteht (siehe E. II.1.3.). 

- 23 - 

7. Vertretungsverbot für die Anwälte der Gegenpartei 

7.1. Der Gesuchsgegner stellt folgenden "prozessualen Antrag" (Urk. 1 

S. 3): "Es sei über die mandatierten Rechtsvertreter der [Revisions-

]Gesuchsgegnerin von Y._____ Rechtsanwälte, … [Adresse] (insbesondere über 

Rechtsanwältin Dr. iur. Y1._____ und Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____) für die 

hängigen Zivil[v]erfahren in der Sache der [Revisions-]Gesuchsgegnerin ein Ver-

tretungsverbot zu verhängen." Es sei aktenkundig, dass Rechtsanwältin Y1._____ 

von Y._____ Rechtsanwälte C._____ im Rahmen des Strafverfahrens gegen sie 

zumindest vom 14. Januar 2020 bis zum 24. Februar 2020 als erbetene Verteidi-

gerin vertreten habe (Urk. 1 Rz. 182). C._____ habe nun aber am 1. Juli 2021 bei 

der Staatsanwaltschaft ausgesagt, dass sie gar nie die Anwälte von Y._____ 

Rechtsanwälte im Namen der Gesuchstellerin instruiert habe. Vielmehr seien die 

Instruktionen von D._____ gekommen. Damit hätten die Anwälte von Y._____ 

Rechtsanwälte gleichzeitig auch die persönlichen Interessen von letzterer vertre-

ten, die jenen von C._____ widersprächen (Urk. 1 Rz. 183 f.). Sie hätten dadurch 

gegen das Verbot der Doppelvertretung (Art. 12 lit. c BGFA) verstossen (Urk. 1 

Rz. 186 f.). 

7.2. Der Entscheid über die Vertretungsbefugnis des Anwalts dient der Ga-

rantie eines korrekten Verfahrens, sodass er in die Kategorie der prozessleiten-

den Verfügungen fällt (Art. 124 Abs. 1 ZPO). In einem hängigen Verfahren hat 

darüber das für den Entscheid in der Hauptsache zuständige Gericht oder delega-

tionsweise ein Mitglied dieses Gerichts (und nicht die Aufsichtsbehörde) zu befin-

den (Art. 124 Abs. 2 ZPO; BGE 147 III 351 E. 6.3). 

7.3. Das vorliegende Revisionsgesuch ist abzuweisen, ohne dass eine Stel-

lungnahme der Gegenseite erforderlich ist. Soweit sich der Antrag auf das vorlie-

gende Verfahren bezieht, ist er somit gegenstandslos. Die Anwälte von Y._____ 

Rechtsanwälte fungieren nämlich lediglich als Zustellempfänger. Dafür ist kein 

Anwaltspatent erforderlich (BSK ZPO-Gschwend, Art. 140 N 4). Ob ein Verstoss 

gegen Art. 12 lit. c BGFA vorliegt, kann offenbleiben. 

- 24 - 

7.4. Soweit sich der Antrag des Gesuchsgegners auf "die [nicht näher spe-

zifizierten] hängigen Zivilverfahren" bezieht, ist die Kammer nicht zuständig 

(E. II.7.2.). Insoweit ist auf den Antrag nicht einzutreten. 

7.5. Zusammenfassend ist auf den Antrag des Gesuchsgegners, wonach 

über die Rechtsvertreter von Y._____ Rechtsanwälte für die hängigen Zivilverfah-

ren in der Sache der Gesuchstellerin ein Vertretungsverbot zu verhängen sei, 

nicht einzutreten, soweit er nicht gegenstandslos ist. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die Gerichtsgebühr ist beim vorliegenden Streitwert von Fr. 5'762'670.– 

(Urk. 2 S. 32) auf Fr. 6'000.– festzusetzen (Art. 48 Abs. 1 GebV SchKG in Verbin-

dung mit Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG). Sie ist ausgangsgemäss dem unterliegen-

den Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und mit dem von ihm ge-

leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe (Urk. 9) zu verrechnen (Art. 111 

Abs. 1 ZPO). Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen, dem Gesuchs-

gegner zufolge Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und der Gesuchstellerin man-

gels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Auf den Antrag des Gesuchsgegners, wonach über die Rechtsvertreter von 

Y._____ Rechtsanwälte für die hängigen Zivilverfahren in der Sache der 

Gesuchstellerin ein Vertretungsverbot zu verhängen sei, wird nicht eingetre-

ten, soweit er nicht gegenstandslos ist. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

- 25 - 

2. Die Entscheidgebühr für das Revisionsverfahren wird auf Fr. 6'000.– festge-

setzt. 

3. Die Gerichtskosten für das Revisionsverfahren werden dem Gesuchsgegner 

auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Für das Revisionsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugespro-

chen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage 

der Doppel von Urk. 1, Urk. 4, Urk. 5/1 und Urk. 5/3–35, ins Verfahren 

RT200086-O sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz 

(Geschäfts-Nr. EB191579-L), je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die erste Instanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 5'762'670.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 

- 26 - 

Zürich, 17. Mai 2022 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

Dr. Chr. Arnold 
 
 
versandt am: 
lm 

	Beschluss und Urteil vom 17. Mai 2022
	Erwägungen:
	I.  Sachverhalt und Prozessgeschichte
	II.  Materielle Beurteilung

	1. Prozessuale Vorbemerkungen
	1.1. Das Revisionsgesuch ist zu begründen (Art. 329 Abs. 1 ZPO). Wird der Revisionsgrund von Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO geltend gemacht, muss der Revisionskläger aufzeigen, dass ihm das Nachschieben der neuentdeckten Tatsache oder des Beweismittels ni...
	1.2. Das Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen seit Entdeckung des Revisionsgrundes einzureichen (Art. 329 Abs. 1 ZPO). In analoger Anwendung von Art. 124 Abs. 1 lit. d BGG beginnt die Frist frühestens mit der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung de...
	1.3. Aus dem Schreiben der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners vom 21. August 2020 an die Staatsanwaltschaft III geht hervor, dass der Gesuchsgegner gegen das Urteil betreffend die provisorische Rechtsöffnung die Aberkennungsklage erhoben hat (Urk. 5/4...

	2. Verhältnis von Art. 326 Abs. 1 ZPO zu Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO
	2.1. Der Gesuchsgegner bringt vor, er sei seit der Gründung der Gesuchstellerin nicht nur deren einziger wirtschaftlich Berechtigter, sondern auch deren Alleinaktionär. Er habe C._____ weder seine wirtschaftliche Berechtigung noch die Aktien übertrage...
	2.2. Die zentrale Frage ist vorliegend, ob Noven, die erstmals im Beschwerde- oder Revisionsverfahren geltend gemacht wurden bzw. werden, von der Rechtsmittelinstanz im Rahmen der Revision zu berücksichtigen sind. Letzteres ist zu verneinen, soweit di...
	2.2.1. Ausgangspunkt der Gesetzesauslegung ist der Wortlaut der Bestimmung (grammatikalisches Element). Ist er klar, das heisst eindeutig und unmissverständlich, darf von ihm nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die Annahme besteht, er ...
	2.2.2. Gemäss Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO kann eine Partei beim Gericht, welches als letzte Instanz entschieden hat, die Revision des rechtskräftigen Entscheids verlangen, wenn sie nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismitt...
	2.2.3. In systematischer Hinsicht ist festzustellen, dass sich dasselbe Problem auch im Rahmen des Bundesgerichtsgesetzes stellt: So können im Beschwerdeverfahren neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid d...
	2.2.4. Art. 319 lit. a VE-ZPO hatte folgenden Wortlaut: "Eine Partei kann beim Gericht, welches als letzte Instanz in der Sache endgültig entschieden hat, die Revision des rechtskräftigen Entscheids verlangen, wenn […] sie erhebliche, vor dem Entschei...
	2.2.5. Die Revision bezweckt, dass Gerichte auf der Grundlage wahrheitskonformer Tatsachenfeststellung ein gerechtes Ziel fällen (Schwander, DIKE-Komm-ZPO, Art. 328 N 4). Insofern besteht ein Zielkonflikt zum Novenverbot nach Art. 326 ZPO: Dieses lieg...
	2.2.6. Zusammenfassend ergibt sich aus der grammatikalischen, systematischen und historischen Auslegung klar, dass die Beschwerdeinstanz ein Revisionsbegehren nach Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO beurteilen muss. Dies gilt aber nur in Fällen, in denen sie ...
	2.3. Der Gesuchsgegner hatte bereits im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, dass er an der Gesuchstellerin wirtschaftlich berechtigt sei. Deren Aktien seien jedoch durch eine unbekannte Person gestohlen oder veruntreut worden. Obwohl C._____ nie Akti...

	3. Zu berücksichtigende Noven (zeitlicher Aspekt)
	3.1. Zu prüfen ist, bis zu welchem Zeitpunkt der Gesuchsgegner die Noven noch ins ursprüngliche Verfahren hätte einbringen können (E. II.2.2.6.): Im Beschwerdeverfahren sind neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs...
	3.2. Die Gesuchsantwort datiert vom 9. März 2020 (Urk. 7/15). Das Bezirksgericht Zürich erliess seinen Entscheid am 18. Juni 2020, ohne die Gesuchsantwort vorab der Gegenseite zuzustellen (Urk. 7/18) und ohne die Spruchreife anzuzeigen. Der Entscheid ...

	4. Zu berücksichtigende Noven (Aspekt der sorgfältigen Prozessführung)
	4.1. Der Gesuchsgegner bringt vor, er habe am 11. Dezember 2018 bei der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich Strafanzeige gegen C._____, F._____ und Unbekannt erhoben. Am 11. Oktober 2019 und am 21. August 2020 habe er der Strafverfolgungsbehörde...
	4.2. Sowohl neue Tatsachen als auch neue Beweismittel können nur geltend gemacht werden, wenn der Revisionskläger sie trotz der gebotenen Sorgfalt im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Das Revisionsverfahren dient nämlich nicht dazu, die Folg...
	4.3. Aktionärsstellung des Gesuchsgegners
	4.3.1. Der Gesuchsgegner behauptete im erstinstanzlichen Rechtsöffnungsverfahren, dass zentral sei, wer der wirtschaftlich Berechtigte der Gesuchstellerin sei. Es spiele keine Rolle, wer formal Gründer, Aktionär oder director sei. Der wirtschaftlich B...
	4.3.2. Die Kammer hielt im Urteil vom 25. November 2021 fest, dass die Gesuchstellerin eine nach dem Recht der Republic of the Marshall Islands gegründete Gesellschaft mit Sitz in G._____, Marshall Islands, sei. Gemäss dem anwendbaren Recht dieses Sta...
	4.3.3. Eine durchschnittlich sorgfältige Partei weiss, an welchen Gesellschaften sie sämtliche Aktien hält. Sie ist in der Lage, zumindest zu behaupten, welche Stellung sie darin innehat. So hat der Gesuchsgegner denn in der Beschwerdereplik gestützt ...
	4.4. Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft
	4.4.1. Gemäss Art. 101 Abs. 1 StPO können die Parteien spätestens nach der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens einsehen. Der Privatkläg...
	4.4.2. Die Hausdurchsuchung bei C._____ fand am 14. Januar 2020 statt (Urk. 5/7–8). Letztere wurde gleichentags als beschuldigte Person einvernommen (Urk. 5/9). Der Gesuchsgegner wurde im Strafverfahren nach eigenen Angaben bereits am 22. und 23. Okto...
	4.4.3. Nach Angaben des Gesuchsgegners wurden die ungeschwärzte Kopie des Director's service agreements vom 10. April 2017 (Urk. 5/17) und die ungeschwärzte Kopie der Order vom 10. April 2017 (Urk. 5/18) am 11. März 2020 bei der Staatsanwaltschaft ein...
	4.5. Rolle der Ex-Frau des Gesuchsgegners
	4.5.1. Der Gesuchsgegner brachte erstmals in der Noveneingabe vom 8. Juli 2021 vor, seine Ex-Frau, D._____, habe ihm die Kontrolle an der Gesuchstellerin entzogen. Aufgrund des Novenverbots wurde diese Behauptung im Beschwerdeverfahren nicht berücksic...
	4.5.2. In der Revision macht er erneut geltend, seine Ex-Frau habe ihm die Gesuchstellerin entzogen (Urk. 1 Rz. 59 ff.). Bis zum Scheidungsurteil Ende 2017 sei er mit ihr verheiratet gewesen und habe lange mit ihr im gleichen Haushalt gelebt. Während ...
	4.5.3. Der Gesuchsgegner stützt seine Ausführungen zur Rolle seiner Ex-Frau (Urk. 1 Rz. 59–66) auf Beweismittel (Urk. 5/9; Urk. 5/11; Urk. 5/17; Urk. 5/18), die als Noven im Revisionsverfahren nicht zu beachten sind (E. II.3.2. und II.4.4.2. f.). Tats...
	4.5.4. Diese Ausführungen zeigen, dass der Gesuchsgegner bereits im Oktober 2019 (und damit bevor er seine Gesuchsantwort vom 9. März 2020 erstattete) davon ausging, dass seine Ex-Frau hinter dem Entzug seiner Gesellschaften steckte. Entgegen seiner D...
	4.6. Usurpation der H._____ LTD
	4.6.1. Der Gesuchsgegner behauptet, die rechtshilfeweise Auslieferung von Unterlagen aus Lettland habe Unterlagen zutage gebracht, welche nachwiesen, dass er auch wirtschaftlich Berechtigter und Alleinaktionär an der H._____ LTD, der I._____ LTD und d...
	4.6.2. Der Gesuchsgegner hätte die Unterlagen aus der Hausdurchsuchung rechtzeitig ins erstinstanzliche Verfahren einbringen können (E. II.4.4.2.). Es darf sodann erwartet werden, dass man weiss, von welchen Gesellschaften man wirtschaftlich Berechtig...

	5. Zu berücksichtigende Noven (Aspekt der Erheblichkeit)
	5.1. Die nachträglich entdeckte Tatsache muss erheblich sein (Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO). Dies ist der Fall, wenn sie zu einem für den Revisionskläger günstigeren Entscheid geführt hätte, hätte sie während des Prozesses berücksichtigt werden können (...
	5.2. Der Gesuchsgegner macht geltend, die Zürcher Gerichte seien im bisherigen Verfahren davon ausgegangen, dass er nur bis zum 17. April 2017 an der Gesuchstellerin berechtigt gewesen sei (Urk. 1 Rz. 54). Neu sei ein Dokument der lettischen Bank TKB ...
	5.3. Der Gesuchsgegner bringt vor, er habe C._____ nie gesehen. Allein damit sei ausgeschlossen, dass er mit Wissen und Willen seine Berechtigung an sie übertragen habe (Urk. 1 Rz. 135–138). Vor C._____ war K._____ director der Gesuchstellerin (Urk. 2...
	5.4. Der Gesuchsgegner führt aus, dass die (gefälschten) Unterschriften von C._____ zu einem weiteren Schaden von EUR 2'423'000.– geführt hätten (Urk. 1 Rz. 139–157). Ein Zusammenhang mit der vorliegenden Thematik, wonach C._____ unrechtmässig zum dir...
	5.5. Der Gesuchsgegner macht geltend, er habe im Juli 2021 zum ersten Mal eine Zahlungsanweisung vom 3. Mai 2017 an die lettische Bank L._____ gesehen (Urk. 1 Rz. 158). Er führt nicht aus, wie er von der Zahlungsanweisung (Urk. 5/26) Kenntnis erlangt ...

	6. Zwischenergebnis
	6.1. Die Ausführungen des Gesuchsgegners zu seiner Stellung als Aktionär bei der Gesuchstellerin (Urk. 1 Rz. 45–53) können nicht berücksichtigt werden, da sie rechtzeitig ins ursprüngliche Verfahren hätten eingebracht werden können (E. II.4.3.). Dasse...
	6.2. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sämtliche neuen Behauptungen, soweit sie den Begründungsanforderungen genügen (siehe E. II.4.4.2. und II.5.5.), im vorliegenden Revisionsverfahren nicht berücksichtigt werden können. Vor diesem Hintergrund ...

	7. Vertretungsverbot für die Anwälte der Gegenpartei
	7.1. Der Gesuchsgegner stellt folgenden "prozessualen Antrag" (Urk. 1 S. 3): "Es sei über die mandatierten Rechtsvertreter der [Revisions-]Gesuchsgegnerin von Y._____ Rechtsanwälte, … [Adresse] (insbesondere über Rechtsanwältin Dr. iur. Y1._____ und R...
	7.2. Der Entscheid über die Vertretungsbefugnis des Anwalts dient der Garantie eines korrekten Verfahrens, sodass er in die Kategorie der prozessleitenden Verfügungen fällt (Art. 124 Abs. 1 ZPO). In einem hängigen Verfahren hat darüber das für den Ent...
	7.3. Das vorliegende Revisionsgesuch ist abzuweisen, ohne dass eine Stellungnahme der Gegenseite erforderlich ist. Soweit sich der Antrag auf das vorliegende Verfahren bezieht, ist er somit gegenstandslos. Die Anwälte von Y._____ Rechtsanwälte fungier...
	7.4. Soweit sich der Antrag des Gesuchsgegners auf "die [nicht näher spezifizierten] hängigen Zivilverfahren" bezieht, ist die Kammer nicht zuständig (E. II.7.2.). Insoweit ist auf den Antrag nicht einzutreten.
	7.5. Zusammenfassend ist auf den Antrag des Gesuchsgegners, wonach über die Rechtsvertreter von Y._____ Rechtsanwälte für die hängigen Zivilverfahren in der Sache der Gesuchstellerin ein Vertretungsverbot zu verhängen sei, nicht einzutreten, soweit er...
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Auf den Antrag des Gesuchsgegners, wonach über die Rechtsvertreter von Y._____ Rechtsanwälte für die hängigen Zivilverfahren in der Sache der Gesuchstellerin ein Vertretungsverbot zu verhängen sei, wird nicht eingetreten, soweit er nicht gegenstand...
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Entscheidgebühr für das Revisionsverfahren wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das Revisionsverfahren werden dem Gesuchsgegner auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Für das Revisionsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage der Doppel von Urk. 1, Urk. 4, Urk. 5/1 und Urk. 5/3–35, ins Verfahren RT200086-O sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz (Geschäfts-Nr. EB191579-L), je...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...