# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9f19780-e459-58e5-9579-5077045bbe0b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 24.01.2023 SBE.2022.55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBE-2022-55_2023-01-24.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

 

SBE.2022.55  

(STA.2022.1299)  

Art. 21 

 

 

Entscheid vom 24. Januar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Giese, Vizepräsident 

Gerichtsschreiberin Kabus     

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Peter Kriebel,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,  

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

vom 8. November 2022/Entschädigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ betreffend Veruntreuung und Betrug 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Der Vizepräsident entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 17. Dezember 2021 erstattete B. (nachfolgend: Zivil- und Strafklägerin) 

bei der Kantonspolizei Aargau in Muri gegen A. Strafanzeige. Sie beschul-

digte A. beziehungsweise dessen Unternehmen, die C. GmbH, […], des 

Betrugs im Zusammenhang mit den Renovationsarbeiten an ihrem Einfa-

milienhaus. 

 

1.2. 

Am 9. März 2022 wurde A. im Beisein seines Wahlverteidigers, Rechtsan-

walt Peter Kriebel, polizeilich einvernommen. 

 

1.3. 

Auf die Mitteilung des vorgesehenen Verfahrensabschlusses (Einstellungs-

verfügung) durch die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 28. August 

2022 hin, ersuchte A. mit Eingabe vom 13. September 2022 um Zuspre-

chung einer Entschädigung für seine Anwaltskosten in Höhe von 

Fr. 3'487.33. 

 

2. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verfügte am 8. November 2022: 

 

" 1. Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person wegen Veruntreu-
ung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie Betrug i.S.v. Art. 146 StGB 
wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). 

 
 2. In der Einstellungsverfügung werden keine Zivilklagen behandelt. Der 

Privatklägerschaft steht nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung der 
Zivilweg offen (Art. 320 Abs. 3 StPO). 

 
 3. Die Verfahrenskosten von CHF 15.00 trägt der Kanton Aargau (Art. 423 

Abs. 1 StPO). 
 
 4. Der beschuldigten Person wird keine Entschädigung und keine Genug-

tuung ausgerichtet (Art. 429 StPO)." 

 

Diese Einstellungsverfügung wurde am 10. November 2022 durch die 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt. 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 15. November 2022 zugestellte Einstellungsverfü-

gung erhob A. am 25. November 2022 bei der Beschwerdekammer in Straf-

sachen des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde mit folgenden 

Anträgen: 

 - 3 - 

 

 

 

" 1. Unter Aufhebung von Dispositiv Ziffer 4. der angefochtenen Verfügung 
sei dem Beschuldigten und Beschwerdeführer eine Entschädigung für 
die Kosten seiner Verteidigung in der geforderten Höhe auszurichten. 

 
 2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zzgl. Auslagen und MwSt. zu-

lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2022 beantragte die Staatsan-

waltschaft Muri-Bremgarten die Abweisung der Beschwerde unter Kosten-

folgen. 

 

 
   

Der Vizepräsident zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Verfügungen der Staatsanwaltschaft betreffend die Einstellung eines Straf-

verfahrens sind gemäss Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

mit Beschwerde anfechtbar. Es liegen keine Beschwerdeausschluss-

gründe gemäss Art. 394 StPO vor. Die Beschwerde ist zulässig. 

 

1.2. 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen 

Bemerkungen Anlass. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist somit einzu-

treten. 

 

2. 

2.1. 

Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, was im Kanton Aargau ge-

mäss § 65 Abs. 2 GOG i.V.m. § 9 f. und Anhang 1 Ziff. 2 Abs. 5 der Ge-

schäftsordnung des Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. November 

2021 (GKA 155.200.3.101) der Fall ist, so beurteilt deren Verfahrensleitung 

die Beschwerde gemäss Art. 395 lit. b StPO allein, wenn diese die wirt-

schaftlichen Nebenfolgen eines Entscheids bei einem strittigen Betrag von 

nicht mehr als Fr. 5'000.00 zum Gegenstand hat. Zu den wirtschaftlichen 

Nebenfolgen sind insbesondere die Verfahrenskosten (Art. 422 ff. StPO) 

sowie die Entschädigung und Genugtuung (Art. 429 ff. StPO) zu zählen 

(GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 395 StPO). 

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer macht vorliegend eine Entschädigung in Höhe von 

Fr. 3'487.33 für die ihm aufgrund der Strafuntersuchung entstandenen Kos-

ten seiner Verteidigung geltend. Der geltend gemachte Betrag liegt unter 

Fr. 5'000.00, weshalb über die Beschwerde nicht die Beschwerdekammer 

 - 4 - 

 

 

 

in Strafsachen als Kollegialgericht, sondern der Verfahrensleiter allein ent-

scheidet. 

 

3. 

3.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten begründete die Verweigerung ei-

ner Entschädigung nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO damit, dass der Beizug 

einer anwaltlichen Vertretung in diesem Verfahren nicht notwendig gewe-

sen sei. Der Beschwerdeführer sei nach Eingang der Strafanzeige nur ein-

mal polizeilich einvernommen worden und er habe im Rahmen dieser Ein-

vernahme ohne Weiteres darlegen können, dass die ihm vorgeworfenen 

Handlungen nicht von ihm begangen worden seien. 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, bereits die Länge der polizeilichen Einvernahme, die Höhe der zivil-

rechtlichen Forderung und der Umfang des Projekts (Haussanierung) sprä-

chen für den Beizug eines Anwalts. Für den Beschwerdeführer sei "es da-

her im Strafverfahren aus seiner Sicht vor der Einvernahme, d.h. zu einem 

Zeitpunkt, als ihm ausser der Vorladung noch keinerlei Unterlagen in Zu-

sammenhang mit der Strafanzeige vorlagen, um nichts weniger als seine 

Existenz" gegangen. Er sei denn auch wegen des Tatvorwurfs des Betrugs 

über den Zeitraum des Gesamtprojekts vom 1. März 2020 bis 17. Dezem-

ber 2021 vorgeladen worden und hätte daher davon ausgehen müssen, 

dass das Gesamtprojekt Gegenstand der Einvernahme sein würde und 

sich entsprechend vorbereiten müssen. Jede Verzögerung oder Verände-

rung im Projekt und die damit verbundene Kommunikation mit der Privat-

klägerin hätte er vor dem Hintergrund einer möglichen strafrechtlichen Re-

levanz prüfen und sich vorbereiten müssen, denn die erste Einvernahme 

könne durchaus entscheidend sein. 

 

3.3. 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädi-

gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfah-

rensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Der Anspruch auf Zusprechung ei-

ner Entschädigung für Kosten der Verteidigung gemäss Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO beschränkt sich nicht auf die Fälle der notwendigen Verteidigung 

i.S.v. Art. 130 StPO und besteht auch nicht nur in den Fällen, in denen bei 

Mittellosigkeit der beschuldigten Person gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b 

StPO eine amtliche Verteidigung hätte angeordnet werden müssen, weil 

dies zur Wahrung der Interessen der beschuldigten Person geboten gewe-

sen wäre. Der Beizug eines Wahlverteidigers kann sich mit anderen Worten 

als angemessene Ausübung der Verfahrensrechte erweisen, auch wenn er 

nicht als geradezu geboten erscheint (BGE 138 IV 197 E. 2.3.3). Es darf 

nicht vergessen werden, dass es im Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 

 - 5 - 

 

 

 

um die Verteidigung einer vom Staat zu Unrecht beschuldigten und gegen 

ihren Willen in ein Strafverfahren einbezogenen Person geht (hat die be-

schuldigte Person die Einleitung des Verfahrens rechtswidrig und schuld-

haft bewirkt, so kann die Entschädigung gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO 

trotz vermuteter Unschuld herabgesetzt oder verweigert werden). Das ma-

terielle Strafrecht und das Strafprozessrecht sind zudem komplex und stel-

len insbesondere für Personen, die das Prozessieren nicht gewohnt sind, 

eine Belastung und grosse Herausforderung dar. Wer sich selbst verteidigt, 

dürfte deshalb prinzipiell schlechter gestellt sein. Dies gilt grundsätzlich un-

abhängig von der Schwere des Deliktsvorwurfs. Auch bei blossen Übertre-

tungen darf deshalb nicht generell davon ausgegangen werden, dass die 

beschuldigte Person ihre Verteidigerkosten als Ausfluss einer Art von So-

zialpflichtigkeit selbst zu tragen hat. Im Übrigen sind beim Entscheid über 

die Angemessenheit des Beizugs eines Anwalts neben der Schwere des 

Tatvorwurfs und der tatsächlichen und rechtlichen Komplexität des Falls 

insbesondere auch die Dauer des Verfahrens und dessen Auswirkungen 

auf die persönlichen und beruflichen Verhältnisse der beschuldigten Per-

son zu berücksichtigen (BGE 138 IV 197 E. 2.3.5). Bei der Frage, ob der 

Beizug eines Anwalts notwendig bzw. angemessen i.S.v. Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO war, ist auch zu berücksichtigen, ob es nach einer Strafanzeige 

überhaupt zu einer Eröffnung eines Strafverfahrens kam bzw. mit welcher 

Hartnäckigkeit die Strafverfolgungsbehörden das Verfahren weiterverfolg-

ten (BGE 138 IV 197 E. 2.3.7). 

 

3.4. 

Aus den Akten ergeben sich folgende Eckdaten: Aufgrund der Strafanzeige 

vom 17. Dezember 2021 wurde der Beschwerdeführer von der Polizei mit 

Schreiben vom 21. Februar 2022 zur polizeilichen Einvernahme als be-

schuldigte Person vorgeladen. Dies mit dem Vorwurf, zum Nachteil der Zi-

vil- und Strafklägerin "trotz Anzahlungen in Bezug auf die Renovationsar-

beiten die Leistungen nicht erbracht zu haben und falsche, günstigere wie 

vereinbarte Materialien verbaut und trotzdem die teureren verrechnet zu 

haben. Dies im Zeitraum von 01.03.2020 – 17.12.2021 in […]". Am 9. März 

2022 wurde der Beschwerdeführer in Anwesenheit seines Verteidigers als 

beschuldigte Person durch die Polizei mit Verdacht auf Betrug/Veruntreu-

ung im Zusammenhang mit Renovationsarbeiten zum Nachteil der Zivil- 

und Strafklägerin während drei Stunden und vierzig Minuten (10:00-12:05 

Uhr und 13:33-15:08 Uhr) einvernommen. Bei den dem Beschwerdeführer 

vorgeworfenen Delikten Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) und 

Betrug (Art. 146 StGB) handelt es sich um Verbrechen (Art. 10 Abs. 2 

StGB). Das Strafverfahren wurde am 8. November 2022 eingestellt. 

 

3.5. 

Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen gebietet Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO in einer solchen Situation, dass dem Beschwerdeführer eine Ent-

schädigung zugesprochen wird. Das Strafverfahren hat sich vorliegend 

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über ungefähr neun Monate erstreckt, wobei zwei Einvernahmen, je eine 

mit der Zivil- und Strafklägerin sowie mit dem Beschwerdeführer, erfolgten. 

Der getätigte Aufwand der Strafverfolgungsbehörden befindet sich zwar im 

unterdurchschnittlichen Bereich. Die Dauer des Verfahrens und dessen 

Auswirkungen auf die persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Be-

schwerdeführers fallen bei der Beurteilung über die Angemessenheit des 

Beizugs einer Wahlverteidigung ebenfalls nur wenig ins Gewicht. Dem Be-

schwerdeführer wurde mit den Straftatbeständen der Veruntreuung und 

des Betrugs hingegen die Begehung von Verbrechen vorgeworfen. Die vor-

geworfene Deliktsumme betrug dabei gemäss Polizei-Rapport vom 

15. März 2022 Fr. 79'698.00. Dem Tatvorwurf ist daher eine gewisse 

Schwere zuzusprechen. Es ist nachvollziehbar und erscheint ebenso ver-

tretbar, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich des drohenden Strafmas-

ses einen Verteidiger beizog. Der Straftatbestand des Betrugs ist als kom-

plex einzustufen, insbesondere da zu den einzelnen Elementen eine um-

fangreiche höchstrichterliche Rechtsprechung besteht. Demnach erscheint 

es auch aufgrund der rechtlichen Komplexität als angemessen, dass der 

Beschwerdeführer als juristischer Laie die polizeiliche Einvernahme nicht 

ohne einen Verteidiger wahrnahm. Die Rüge des Beschwerdeführers, die 

Vorinstanz habe diese Bestimmung verletzt, erweist sich deshalb als be-

gründet. 

 

3.6. 

3.6.1. 

Nachfolgend ist die Angemessenheit der vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Kosten für seine freigewählte Verteidigung zu prüfen. Zur Be-

zifferung und Belegung der Kosten reichte der Verteidiger des Beschwer-

deführers mit elektronischer Eingabe das digital signierte Entschädigungs-

begehren vom 12. September 2022 samt "Timesheet" (Kostennote) zuhan-

den der Beschwerdegegnerin ein. Die detaillierte Kostennote datiert vom 

12. September 2022 und weist in der Sache "ST.2022.1299" für den Zeit-

raum vom 9. Februar 2022 bis 12. September 2022 ein Honorar in Höhe 

von Fr. 3'210.00 zuzüglich Spesen (Fr. 28.00), Auslagen (Fr. 3.00) und der 

MwSt. (Fr. 249.33) aus. 

 

3.6.2. 

Die in der Kostennote aufgeführten Aufwendungen stehen im Zusammen-

hang mit der gegen den Beschwerdeführer als Beschuldigten geführten 

Strafuntersuchung und erscheinen – mit Ausnahme der 6.5 Stunden für die 

polizeiliche Einvernahme vom 9. März 2022 – in zeitlicher und sachlicher 

Hinsicht insgesamt als angemessen. Die polizeiliche Einvernahme dauerte 

gemäss Polizei-Rapport vom 9. März 2022 von 10:00 Uhr bis 12:05 Uhr 

und von 13:33 Uhr bis 15:08 Uhr. Abzuziehen ist hiervon die Zeit der Mit-

tagspause von 1 Stunde und 15 Minuten, denn diese Zeit stand dem Ver-

treter zur freien Verfügung zu beziehungsweise wäre gerichtsnotorisch 

 - 7 - 

 

 

 

auch ohne Einvernahme in etwa demselben Umfang erfolgt. Zusammen-

fassend ergibt sich im Zusammenhang mit der Einvernahme vom 9. März 

2022 ein Zeitaufwand des Verteidigers von 5.25 Stunden. Weiter ist der zu 

entschädigende Stundenansatz in Anwendung von § 9 Abs. 2bis Anwaltsta-

rif von den in Rechnung gestellten Fr. 300.00 auf den üblichen Stundenan-

satz in Höhe von Fr. 220.00 zu reduzieren, da das Strafverfahren keine be-

sonderen Schwierigkeiten aufweist. Die aus der Staatskasse zu deckende 

Entschädigung für den Zeitraum vom 9. Februar 2022 bis 12. September 

2022 beläuft sich demnach auf gerundet Fr. 2'272.50, bestehend aus ei-

nem Honorar von Fr. 2'079.00 (9.45 x 220), Spesen von Fr. 28.00, Ausla-

gen von Fr. 3.00 sowie der MwSt. von Fr. 162.50 (7.7 % auf Fr. 2'110.00). 

 

3.7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beizug eines Wahlverteidi-

gers im vorliegenden Fall insbesondere aufgrund der Schwere des Tatvor-

wurfs und der rechtlichen Komplexität angemessen war und die Staatsan-

waltschaft Muri-Bremgarten dem Beschwerdeführer demnach zu Unrecht 

eine Entschädigung seiner Verteidigungskosen verweigert hat. Die Be-

schwerde ist folglich teilweise gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ist 

gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine angemessene Entschädigung 

in Höhe von Fr. 2'272.50 (inkl. MwSt.) auszurichten. 

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterlie-

gens.  

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer obsiegt zu zwei Dritteln (Ausrichtung von 

Fr. 2'272.50 der geforderten Fr. 3'487.33). Die Kosten des Beschwerde-

verfahrens sind dementsprechend zu einem Drittel dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und zu zwei Dritteln auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

4.3. 

Gemäss § 9 Abs. 1 AnwT bemisst sich die Entschädigung in Strafsachen 

nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwalts. Der Stundenansatz 

beträgt in der Regel Fr. 220.00 und kann in einfachen Fällen bis auf 

Fr. 180.00 reduziert und in schwierigen Fällen bis auf Fr. 250.00 erhöht 

werden. Auslagen und Mehrwertsteuer werden separat entschädigt (§ 9 

Abs. 2bis AnwT). 

 

4.4. 

Der Beschwerdeführer macht für das Beschwerdeverfahren einen Aufwand 

von zwei Arbeitsstunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250.00, zuzüg-

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lich 7,7 % MwSt., insgesamt ausmachend Fr. 538.50, geltend. Der Zeitbe-

darf erscheint angemessen. Bei der vorliegend zu klärenden Frage nach 

der Entschädigung handelt es sich jedoch nicht um einen schwierigen Fall, 

sondern um eine Rechtsfrage, mit welcher sich der Verteidiger als Rechts-

anwalt regelmässig auseinanderzusetzen hat. Eine Erhöhung des Stun-

denansatzes auf Fr. 250.00 ist daher nicht angezeigt. Es ergibt sich dem-

nach eine Entschädigung in Höhe von Fr. 473.90 (zwei Stunden zu einem 

Stundenansatz von Fr. 220.00, zuzüglich MwSt. in Höhe von Fr. 33.90). 

Hiervon sind dem Beschwerdeführer nach Massgabe seines Obsiegens im 

Umfang von zwei Dritteln (vgl. hiervor E. 4.3) Fr. 315.95 (inkl. MwSt.) aus-

zurichten. 

 

 
   

Der Vizepräsident entscheidet: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 4 der Einstellungsver-

fügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 8. November 2022 

aufgehoben und die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verpflichtet, dem 

Beschwerdeführer eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2'272.50 auszurich-

ten. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 600.00 sowie den Auslagen von Fr. 52.00, zusammen 

Fr. 652.00, werden zu einem Drittel, d.h. mit Fr. 217.35, dem Beschwerde-

führer auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das 

Beschwerdeverfahren eine Entschädigung in Höhe von Fr. 315.95 (inkl. 

MwSt.) auszubezahlen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

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sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 24. Januar 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Giese Kabus