# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7a0953f-0d5b-5979-ae7b-5ca4b9f4287e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.02.2024 SB220298
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220298_2024-02-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220298-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Amacker, Präsident, lic. iur. R. Faga 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti

Urteil vom 14. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Angriff etc. 
(Rückweisung der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts)

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, 
vom 12. Juni 2019 (DG190001)

Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 
vom 25. März 2021 (SB200037)

Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts 
vom 10. Mai 2022 (6B_693/2021)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 20. Dezember 2018 

(Urk. 26) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 12. Juni 2019:
(Urk. 101 S. 88 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Das Verfahren wird in Bezug auf die Vorwürfe der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Ver-

haltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 

SVG (Dossier 15) eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 21);

 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 30);

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 6);

 der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Dossier 26);

 des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 21);

 des mehrfachen Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1, 4, 7);

 der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Ziff. 2 StGB (Dossier 1, 27);

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 14, 21, 31);

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 30);

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30); 

 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14);

- 3 -

 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Dossier 9, 10, 11, 14, 31);

 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b und d 

SVG (Dossier 15, 16, 17) sowie 

 der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 21, 30).

3. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

betreffend Dossier 7 freigesprochen.

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 172 Tage durch Haft 

erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse 

von Fr. 600.–.

5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 beschlag-

nahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Asservat-Nr. A011'380'179, 

A011'380'191, A011'380'204, A011'380'215, A011'380'226 und A011'972'182) werden einge-

zogen und vernichtet.

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 beschlag-

nahmten Fr. 90.– werden eingezogen und zur Urteilsvollstreckung verwendet.

9. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz von 

Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. März 2017 zu bezahlen (betreffend Diebstahl 

gemäss Dossier 21). 

Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin B._____ gegen-

über aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig 

ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Genugtuung von 

Fr. 2'500.– zuzüglich 5 % Zins seit 10. März 2017 zu bezahlen. 

10. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin C._____ gegenüber aus 

den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur ge-

- 4 -

nauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ eine Genugtuung von 

Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 15. April 2018 zu bezahlen. 

11. Die Zivilforderungen der Privatkläger D._____, E._____, F._____, G._____, H._____ und 

I._____ werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

12. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin mit 

Fr. 41‘051.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.), abzüglich Fr. 15'200.– Akontozahlung, aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

13. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand der Privatklägerin B._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 6‘655.70 (inkl. Barauslagen 

und MwSt.) entschädigt.

14. Rechtsanwältin Dr. iur. Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Rechtsbeistän-

din der Privatklägerin C._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 8‘605.– (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) entschädigt.

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 5'500.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 11'773.25   Auslagen Gutachten

Fr. 105.30   Auslagen Untersuchung

Fr. 41'051.50   amtliche Verteidigung

Fr. 15'260.70   Vertreter Geschädigter/Privatklägervertretungen

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin B._____ 

und der Privatklägerin C._____, werden dem Beschuldigten auferlegt.

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

18. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen B._____ und C._____ 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

19. Der Antrag der Privatklägerin C._____ auf Zusprechung einer Umtriebsentschädigung wird 

abgewiesen.

- 5 -

20. [Mitteilungen.]

21. [Rechtsmittel.]"

Berufungsanträge im ersten Berufungsverfahren:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 102; Urk. 120 S. 1)

1. Ziffer 1 des angefochtenen vorinstanzlichen Urteils sei zu bestätigen.

2. In Abänderung von Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 

freizusprechen von folgenden Vorwürfen:

- der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 159 [recte: 129] StGB 

(Dossier 21);

- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 26);

- des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 21);

- des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 4);

- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 31);

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30);

- der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14),

- der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 21).

Im Übrigen sei der Beschuldigte gemäss Ziffer 2 des angefochtenen Urteils 

schuldig zu sprechen.

3. Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.

4. In Abänderung von Ziffer 4 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 

mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr zu bestrafen, wovon 172 Tage durch 

Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 

Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 500.–. 

- 6 -

5. In Abänderung von Ziffer 5 des angefochtenen Urteils sei von einem Vollzug 

der Freiheitsstrafe abzusehen.

6. Ziffer 6 des angefochtenen Urteils sei ersatzlos aufzuheben.

7. Ziffer 7 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.

8. Ziffer 8 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.

9. Ziffer 9 des angefochtenen Urteils sei ersatzlos aufzuheben.

10. In Abänderung von Ziffer 10 des angefochtenen Urteils seien sämtliche Zivil-

ansprüche der Privatklägerin C._____ auf den Zivilweg zu verweisen.

11. Ziffer 11 des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.

12. Die Ziffern 12 bis 15 des angefochtenen Urteils seien zu bestätigen.

13. In Abänderung von Ziffer 16 des angefochtenen Urteils seien die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens mit Ausnahme der Vertei-

digungskosten dem Beschuldigten zu 10 % aufzuerlegen.

14. In Abänderung von Ziffer 17 des angefochtenen Urteils sei bezüglich der Kos-

ten der amtlichen Verteidigung die Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO auf 10 % der Anwaltskosten zu beschränken.

15. Die Ziffern 18 bis 21 des angefochtenen Urteils seien zu bestätigen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(schriftlich; Urk. 107)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Der Privatklägerschaft:

Keine Anträge.

- 7 -

Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 
25. März 2021 (Urk. 143):

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 12. Juni 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. Das Verfahren wird in Bezug auf die Vorwürfe der Verletzung der Verkehrsregeln im 

Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG sowie des pflicht-

widrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit 

Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG (Dossier 15) eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 […]

 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 30);

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 6);

 […]

 […]

 des mehrfachen Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1, […], 7);

 der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne 

von  Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Ziff. 2 StGB 

(Dossier 1, 27);

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 14, 21, […]);

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 30);

 […]

 […]

 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Dossier 9, 10, 11, 14, 31);

- 8 -

 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b 

und d SVG (Dossier 15, 16, 17) sowie 

 der […] Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier […], 30).

3. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB betreffend Dossier 7 freigesprochen.

4.-6. […]

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Asservat-

Nr. A011'380'179, A011'380'191, A011'380'204, A011'380'215, A011'380'226 und 

A011'972'182) werden eingezogen und vernichtet.

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Dezember 2018 be-

schlagnahmten Fr. 90.– werden eingezogen und zur Urteilsvollstreckung verwendet.

9.-10. […]

11. Die Zivilforderungen der Privatkläger D._____, E._____, F._____, G._____, H._____ 

und I._____ werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

12. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin 

mit Fr. 41‘051.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.), abzüglich Fr. 15'200.– Akonto-

zahlung, aus der Gerichtskasse entschädigt. 

13. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher Rechts-

beistand der Privatklägerin B._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 6‘655.70 (inkl. Bar-

auslagen und MwSt.) entschädigt.

14. Rechtsanwältin Dr. iur. Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Rechts-

beiständin der Privatklägerin C._____ aus der Gerichtskasse mit Fr. 8‘605.– (inkl. Bar-

auslagen und MwSt.) entschädigt.

- 9 -

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 5'500.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 11'773.25   Auslagen Gutachten

Fr. 105.30   Auslagen Untersuchung

Fr. 41'051.50   amtliche Verteidigung

Fr. 15'260.70   Vertreter Geschädigter/Privatklägervertretungen

16. […]

17. […]

18. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen B._____ und 

C._____ werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

19. Der Antrag der Privatklägerin C._____ auf Zusprechung einer Umtriebsentschädigung 

wird abgewiesen.

20. [Mitteilungen.]

21. [Rechtsmittel.]"

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig

 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 21);

 der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 26);

 des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 21);

 des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 4);

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

(Dossier 31);

- 10 -

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30);

 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14);

 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 21).

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

172 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 540.–. 

3. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz 

von Fr. 500.– zuzüglich 5 % Zins seit 11. März 2017 zu bezahlen (betreffend 

Diebstahl, Dossier 21). 

b) Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privat-

klägerin B._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schaden-

ersatzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 2'500.– zu-

züglich 5 % Zins seit 10. März 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis (versuchte Erpressung und Drohun-

gen, Dossiers 26 und 31) dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die 

Privatklägerin C._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

- 11 -

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ Fr. 1'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 27. Oktober 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffern 16 und 17) wird bestätigt.

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 9'700.–   amtliche Verteidigung

Fr. 980.35   unentgeltliche Verbeiständung Privatklägerin C._____.

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldig-

ten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

12. [Mitteilungen.]

13. [Rechtsmittel.]

Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2022 (Urk. 153):

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich vom 25. März 2021 wird aufgehoben und die Sache zur neuen Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Kanton Zürich hat der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechts-

anwältin X2._____, für das bundesgerichtliche Verfahren eine Entschädigung 

von Fr. 3000.-- zu bezahlen. 

4. [Mitteilungen.]

- 12 -

Berufungsanträge im zweiten Berufungsverfahren:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 186 S. 1 f.):

1. A._____ sei vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB, des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und der Tätlichkeit im Sinne 

von Art. 126 Abs. 1 StGB betreffend Dossier 21 von Schuld und Strafe freizu-

sprechen.

2. A._____ sei schuldig zu sprechen:

- der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 30)

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 6)

- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 26)

- des mehrfachen Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1, 4, 7)

- der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB [recte: Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB] 

(Dossier 1, 27)

- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

(Dossier 14, 21 und 31)

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Dossier 30)

- der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 14)

- der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Dossier 9, 10, 11, 14, 31)

- 13 -

- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 

lit. b und d SVG (Dossier 15, 16, 17)

- der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 30)

3. A._____ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 

172 Tage durch Haft erstanden sind, einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

CHF 10.– und einer Busse von CHF 300.–.

4. A._____ sei der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe zu 

gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

5. Die Busse sei zu bezahlen.

6. A._____ sei zu verpflichten, C._____ CHF 1'000.– zzgl. Zins von 5 % seit 

27. Oktober 2018 als Genugtuung zu bezahlen.

7. Die übrigen Zivilforderungen seien abzuweisen beziehungsweise auf den 

Zivilweg zu verweisen.

8. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens und 

des ersten Berufungsverfahrens seien, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, zu Dreivierteln A._____ aufzuerlegen, jedoch angesichts 

offensichtlicher Uneinbringlichkeit sogleich wieder abzuschreiben. Der andere 

Viertel der genannten Kosten sei auf die Staatskasse zu nehmen.

9. Die Kosten des zweiten Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

Kein Antrag

- 14 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Gegenstand des Verfahrens

1.

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum oben erwähnten obergerichtlichen Entscheid 

der hiesigen Kammer vom 25. März 2021 kann auf die Erwägungen im genannten 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 143). 

1.2. Gegen den obergerichtlichen Entscheid vom 25. März 2021 liess der Be-

schuldigte am 10. Juni 2021 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht er-

heben (Urk. 148/2). Er beantragte die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils und 

Rückweisung an das hiesige Gericht zur Neubeurteilung. Mit Urteil vom 10. Mai 

2022 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob das Urteil vom 25. März 

2021 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Obergericht zurück. 

Der Entscheid des Bundesgerichts ging hierorts am 25. Mai 2022 ein (Urk. 153).

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 20. Juli 2022 wurde Rechtsanwältin lic. iur. 

X2._____ aus dem Mandat als amtliche Verteidigerin entlassen, nachdem sie mit-

geteilt hatte, den Beschuldigten infolge Beendigung ihrer Berufstätigkeit nicht wei-

ter verteidigen zu können. Als neue amtliche Verteidigerin wurde antragsgemäss 

Rechtsanwältin MLaw X1._____ bestellt (Urk. 160). 

1.4. Am 31. Januar 2023 wurde auf den 4. Mai 2023 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen. Die Privatklägerin B._____ wurde zur Einvernahme als Auskunftsper-

son vorgeladen (Urk. 165 - 170 und Urk. 174).

1.5. Am 27. April 2023 stellte die amtliche Verteidigung ein Gesuch um Ver-

schiebung der auf den 4. Mai 2023 angesetzten Berufungsverhandlung, da der Be-

schuldigte bis am 7. Mai 2023 verhandlungsunfähig sei (Urk. 170A und Urk. 171). 

Gestützt auf das mittels ärztlichen Zeugnisses belegte Gesuch (Urk. 172) wurde 

den Parteien am 28. April 2023 der Verhandlungstermin abgenommen (Urk. 172 

und Urk. 173).

- 15 -

1.6. Am 29. November 2023 wurde auf den 14. Februar 2024 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 177). Die Privatklägerin B._____ wurde zur Einver-

nahme als Auskunftsperson vorgeladen (Urk. 177 ff.).

1.7. Am 14. Februar 2024 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen 

der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin (Prot. III S. 3 ff.). Vor-

fragen waren keine zu entscheiden.

1.8. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. III 

S. 8 ff.). Die geheime Beratung fand gleichentags statt, das Urteil wurde ebenfalls 

am 14. Februar 2024 gefällt und den Parteien mündlich eröffnet und im Dispositiv 

übergeben bzw. versandt (Prot. III S. 14; Urk. 188).

2.  

2.1. Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der 

neuen Entscheidung befasste Instanz ihrem Urteil die rechtliche Beurteilung, mit 

der die Rückweisung begründet wird, zugrunde zu legen. Jene bindet auch das 

Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird. Aufgrund dieser Bin-

dungswirkung ist es den erneut mit der Sache befassten Gerichten wie auch den 

Parteien – abgesehen von allenfalls zulässigen Noven – verwehrt, der Überprüfung 

einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zugrunde zu legen oder die Sache 

unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid aus-

drücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind. Die 

neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist demnach auf diejenige Thematik be-

schränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der 

neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als 

dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rech-

nung zu tragen. Irrelevant ist, dass das Bundesgericht mit seinem Rückweisungs-

entscheid formell in der Regel das ganze angefochtene Urteil aufhebt. Entschei-

dend ist nicht das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des bundesgericht-

lichen Entscheids (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 S. 220; 135 III 334 E. 2 S. 335 f.; Urteil 

6B_540/2015 vom 26. August 2015 E. 1; je mit Hinweisen). 

- 16 -

2.2. Das bundesgerichtliche Urteil bezieht sich auf die Schuldsprüche der 

Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB), der Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 StGB) 

und des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB) zum Nachteil der Privatklägerin B._____ 

(Dossier 21). Das Bundesgericht verwarf die Rüge der Verteidigung, das 

Obergericht habe in Verletzung des rechtlichen Gehörs den Verzicht auf die 

Befragung der Privatklägerin unzureichend begründet (Urteil 6B_693/2021 vom 

10. Mai 2022 E. 3). Weiter bejahte das Bundesgericht eine Verletzung von Bundes-

recht (Art. 343 Abs. 3 StPO). Es hielt zusammengefasst Folgendes fest. Das 

Gericht verfüge bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich sei, 

über einen Ermessensspielraum. Das Obergericht habe auf gewisse Ungereimt-

heiten in den Aussagen der Privatklägerin hingewiesen. Ferner habe das Ober-

gericht dargelegt, dass auch die Berichte der am 11. März 2017 vor Ort er-

schienenen Polizeibeamten nicht übereinstimmen würden. Das Bundesgericht ver-

wies auf das rechtsmedizinische Gutachten des IRM vom 21. März 2017, wonach 

bei der Privatklägerin keine objektiven Zeichen einer Lebensgefahr (Stauungs-

blutungen im Gesichtsbereich, Würgemale) hätten festgestellt werden können. 

Folge man ihren subjektiven Angaben, wonach es im Rahmen des Würgens zu 

Schwindel, Sehstörungen (Schwarzsehen) und unwillkürlichem Urinabgang ge-

kommen sei, lägen subjektive Symptome einer durch Sauerstoffmangel bedingten 

Hirnfunktionsstörung vor, was auf eine Lebensgefahr schliessen lasse. Weiter habe 

das Obergericht das Verhalten des Wohnpartners als tendenziell entlastend ge-

würdigt. Die obergerichtliche Sachverhaltsfeststellung beruhe hauptsächlich auf 

den Aussagen der Privatklägerin, womit eine klassische "Aussage gegen Aus-

sage"-Konstellation beziehungsweise "Vier-Augen-Delikte" vorlägen. Den Aus-

sagen der Privatklägerin komme grundlegende Bedeutung zu. Die unmittelbare 

Beweisabnahme durch das Obergericht erweise sich als notwendig. Auch ange-

sichts der diversen Widersprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen der Privat-

klägerin erscheine die Abklärung ihrer Glaubwürdigkeit respektive die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen mittels gerichtlicher Einvernahme als geboten. Dies gelte 

umso mehr, als bereits das erstinstanzliche Gericht auf die Durchführung einer Ein-

vernahme der Privatklägerin verzichtet habe. Die Beurteilung der Glaubwürdigkeit 

der Privatklägerin und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hänge in entscheiden-

- 17 -

dem Masse davon ab, ob sich die Unklarheiten plausibel erklären oder nach-

vollziehbar auflösen liessen, was die persönliche Einvernahme durch das Ober-

gericht erforderlich mache. Die Beurteilung in der Sache werde dadurch nicht 

präjudiziert (Urteil 6B_693/2021 vom 10. Mai 2022 E. 4 und 5). 

2.3. Die hiesige Kammer gelangte nach Darlegung und Würdigung der Aussagen 

der Beteiligten und weiterer Beweismittel im aufgehobenen Entscheid vom 

25. März 2021 zum Schluss, dass die objektiven und subjektiven Sachverhalte be-

treffend den Landfriedensbruch (Dossier 4), die Sachbeschädigung (Dossier 14), 

die versuchte Erpressung (Dossier 26), die Nötigung (Dossier 30) und die mehr-

fache Drohung (Dossier 31) erfüllt seien. Diese Schuldsprüche waren nicht Gegen-

stand des Verfahrens vor Bundesgericht. Die entsprechenden Erwägungen aus 

dem ersten Berufungsurteil (Urk. 143 E. II.2., II.3., II.6., II.7., II.8. und II.9.) sind 

nachfolgend unverändert in das vorliegende zweite Berufungsurteil zu übernehmen 

(vgl. nachfolgend E. III.2., III.3., III.6., III.7., III.8. und III.9.), da das Bundesgericht 

das erste Berufungsurteil formell ganz aufhob.

Neu zu entscheiden ist im zweiten Berufungsverfahren über den Vorwurf der 

Gefährdung des Lebens, der Tätlichkeiten und des Diebstahls zum Nachteil der 

Privatklägerin B._____ (Dossier 21). Neu zu entscheiden ist zudem über die Sank-

tion, die Frage des Vollzugs sowie die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche 

der Privatklägerin B._____.

2.4. Bereits im ersten Berufungsverfahren unangefochten blieben die Einstellung 

des Verfahrens betreffend Verletzung der Verkehrsregeln und pflichtwidriges 

Verhalten bei Unfall (Dispositivziffer 1), die Schuldsprüche in Dispositivziffer 2 

wegen Freiheitsberaubung (2. Spiegelstrich, Dossier 30), Angriffs (3. Spiegelstrich, 

Dossier 6), mehrfachen Landfriedensbruchs (6. Spiegelstrich, Dossiers 1 und 7), 

mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (7. Spiegelstrich, 

Dossiers 1 und 27), mehrfacher Drohung (8. Spiegelstrich, Dossiers 14 und 21), 

einfacher Körperverletzung (9. Spiegelstrich, Dossier 30), mehrfacher Be-

schimpfung (12. Spiegelstrich, Dossiers 9, 10, 11, 14 und 31), mehrfachen Fahrens 

ohne Berechtigung (13. Spiegelstrich, Dossiers 15, 16 und 17) und Tätlichkeit 

(14. Spiegelstrich, Dossier 30). Unangefochten blieben weiter der Freispruch vom 

- 18 -

Vorwurf der Sachbeschädigung (Dispositivziffer 3, Dossier 7), die Einziehung der 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Dispositiv-

ziffer 7), die Verwendung der beschlagnahmten Barschaft zur Kostendeckung 

(Dispositivziffer 8), der Verweis verschiedener Zivilforderungen auf den Weg des 

Zivilprozesses (Dispositivziffer 11), die Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

sowie der Rechtsbeistände der Privatklägerinnen B._____ und C._____ 

(Dispositivziffern 12-14 und 18), die erstinstanzliche Kostenfestsetzung 

(Dispositivziffer 15) sowie die Abweisung einer Umtriebsentschädigung an die Pri-

vatklägerin C._____ (Dispositivziffer 19). Daran hat sich nichts geändert. In diesem 

Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab 

vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

II. Prozessuales

1.

1.1. Die hiesige Kammer verneinte eine Verletzung des Anklageprinzips in 

Bezug auf die Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin J._____ (Dossier 30). Die 

entsprechenden Erwägungen aus dem ersten Berufungsurteil (Urk. 143 E. I.3.) 

sind nachfolgend unverändert in das vorliegende zweite Berufungsurteil zu über-

nehmen (vgl. nachfolgend E. II.1.2), da das Bundesgericht das erste Berufungs-

urteil formell ganz aufhob.

1.2.  

1.2.1. Die Verteidigung führte sowohl vor Vorinstanz als auch im ersten Berufungs-

verfahren aus, die Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin J._____ (Dossier 30, 

Vorfall vom 15. Juli 2018) sei ungenügend angeklagt. In der Anklageschrift werde 

nicht ausgeführt, der Beschuldigte habe weitere Schläge angedroht. Ebenso wenig 

sei der Anklage zu entnehmen, wie der Beschuldigte die Privatklägerin gezwungen 

haben soll, ihre Schuhe anzuziehen, über die Balkontüre das Haus zu verlassen 

und im Anblick der eingetroffenen Polizei ruhig zu bleiben (Urk. 78 S. 19 f.; Urk. 

120 S. 21 f.). Die Rüge ist unbegründet.

- 19 -

1.2.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 

BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das 

Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden 

(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die An-

klagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person 

zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die 

Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das 

Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschul-

digten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; 

BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen).

1.2.3. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, der Privatklägerin J._____ mehr-

mals mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Privatklägerin sei 

es darauf gelungen, sich im Badezimmer einzuschliessen und von dort die Polizei 

zu alarmieren. Der Beschuldigte, der dies bemerkt habe, habe die Türe der Toilette 

gewaltsam aufgestossen. In der Folge habe er die Privatklägerin gepackt und 

gezwungen, die Schuhe anzuziehen und mit ihm über die Balkontüre das Haus zu 

verlassen. Aus einiger Entfernung hätten sie die in der Zwischenzeit eingetroffene 

Polizei beobachten können. Dabei habe der Beschuldigte die Privatklägerin aufge-

fordert, ruhig zu bleiben und nicht mehr zu weinen, bis die Polizei unverrichteter 

Dinge wieder abgezogen sei. Dem Beschuldigten sei es bewusst gewesen, dass 

sich die eingeschüchterte Privatklägerin nur aus Angst vor ihm ruhig verhalten 

habe. Er habe in der Absicht gehandelt, eine Kontaktaufnahme mit den Polizisten 

zu verhindern (Urk. D1 26 S. 13 f.).

1.2.4. Damit sind der Lebenssachverhalt und das dem Beschuldigten zur Last 

gelegte Verhalten hinreichend konkretisiert. Die Anklageschrift genügt offensicht-

lich den sich aus der Umgrenzungsfunktion ergebenden Anforderungen. Mit Blick 

auf die Ereignisse vor dem Eintreffen der Polizei ist die in der Anklage erwähnte 

Aufforderung, ruhig zu bleiben und nicht mehr zu weinen, nicht als blosse Bitte zu 

verstehen. Sie richtete sich denn auch an die Adresse einer eingeschüchterten Pri-

vatklägerin. Entgegen der Verteidigung erklärt die Anklage zudem hinreichend, wie 

- 20 -

die Privatklägerin dazu gebracht wurde, ihre Schuhe anzuziehen und das Haus 

über die Balkontüre zu verlassen. Die Anklageschrift ist nicht Selbstzweck, sondern 

Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Prozessgegenstands und der Information 

des Beschuldigten, damit dieser die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen. Eine An-

klageschrift ist kein Urteil (Urteil 6B_462/2014 vom 27. August 2015 E. 2.3.1 mit 

Hinweis, nicht publ. in BGE 141 IV 369; Urteil 6P.183/2006 vom 19. März 2007 

E. 4.2). Der Beschuldigte wusste, welche Nötigungshandlungen Gegenstand der 

Anklage bilden und er wurde von den Vorwürfen nicht überrascht. Dass und inwie-

fern ihm eine wirksame Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, ist weder 

aufgezeigt noch ersichtlich. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt nicht vor.

2.

2.1. Soweit die Verteidigung im ersten Berufungsverfahren die gerichtliche Ein-

vernahme der Privatklägerinnen J._____ und C._____ beantragte, sind auch diese 

Erwägungen aus dem ersten Berufungsurteil (Urk. 143 E. I.4.) in das vorliegende 

zweite Berufungsurteil zu übernehmen (vgl. nachfolgend E. II.2.2). 

2.2.  

2.2.1. Die Verteidigung beantragte erstmals anlässlich der ersten Berufungs-

verhandlung, es seien die Privatklägerinnen B._____, J._____ und C._____ ge-

richtlich als Auskunftspersonen zu befragen. Zur Begründung wurde im Wesentli-

chen angeführt, es widerspreche dem Unmittelbarkeitsprinzip, dass sämtliche Pri-

vatklägerinnen nie von einem Gericht angehört worden seien. Soweit der Beschul-

digte die Anklagevorwürfe nicht anerkenne, bestünden in den Schilderungen jeder 

Privatklägerin hinsichtlich der sie betreffenden Anklagesachverhalte zahlreiche Un-

gereimtheiten. Deshalb – so die Verteidigung weiter – seien deren Aussagen durch 

das Gericht einer "eigenen Würdigung" zu unterziehen (Urk. 137 S. 1).

2.2.2. Ein Beweisantrag kann abgelehnt werden, wenn er unzulässig ist, die damit 

behauptete Tatsache unerheblich, dem Gericht offenkundig bereits bekannt oder 

bereits rechtsgenügend erwiesen ist oder der Beweisantrag einzig zur Ver-

schleppung des Verfahrens gestellt wird (FINGERHUTH/GUT, in: Zürcher Kommentar 

- 21 -

StPO, 3. Auflage 2020, N. 12 zu Art. 343 StPO). Das Berufungsgericht erhebt auf 

Antrag oder von Amtes wegen bereits im Vorverfahren ordnungsgemäss und voll-

ständig erhobene Beweise nur dann erneut, wenn die unmittelbare Kenntnisnahme 

des Beweises für die Urteilsfällung notwendig erscheint (Art. 405 Abs. 1 StPO 

i.V.m. 343 Abs. 3 StPO; Urteil 6B_1251/2014 vom 1. Juni 2015 E. 1.3.). Beweise 

sind notwendig, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können. Dies 

ist namentlich der Fall, wenn die Beweiskraft des Beweismittels in entscheidender 

Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise 

wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugen-

aussage ankommt, etwa wenn bei einem sogenannten Vier-Augen-Delikt Aussage 

gegen Aussage steht. Allein der Inhalt einer Aussage (was gesagt wird) lässt eine 

erneute Beweisabnahme aber nicht als notwendig erscheinen. Ausschlaggebend 

ist vielmehr, ob das Urteil in entscheidender Weise vom Aussageverhalten der be-

treffenden Person (wie sie es sagt) abhängt (vgl. BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f. 

mit Hinweisen). Eine Beweisabnahme durch das Gericht ist nicht schon deshalb 

notwendig, weil nonverbales Verhalten der einvernommenen Person stets Teil ihrer 

Aussageleistung ist. Andernfalls hätte der Gesetzgeber bei den Personalbeweisen 

konsequenterweise das Unmittelbarkeitsprinzip statuieren müssen, was er jedoch 

gerade unterliess. Die Aussagekraft nonverbalen Verhaltens darf denn auch nicht 

überbewertet werden, und dessen Interpretation ist schwierig (zum Ganzen: Urteil 

6B_430/2015 vom 12. Juni 2015 E. 2.3.2). Die Aussagenpsychologie verweist auf 

intensive Forschungen auf diesem Gebiet und warnt eindringlich vor einer Über- 

oder sogar Falschbewertung solcher Faktoren zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

einer Aussage (s.a. FINGERHUTH/GUT, a.a.O., N. 29 f. zu Art. 343 StPO).

Das Gericht verfügt bei der Frage, ob die unmittelbare Kenntnis eines Beweismittels 

im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO für die Urteilsfällung notwendig erscheint, über 

einen Ermessensspielraum (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 200 mit Hinweis).

2.2.3. Die Verteidigung begründete die erneute Befragung sämtlicher Privatkläge-

rinnen einzig mit dem Umstand, deren Aussagen seien widersprüchlich. Allein der 

Inhalt einer rechtsgültig deponierten Aussage rechtfertigt im Sinne der dargelegten 

Rechtsprechung jedoch keine erneute Einvernahme vor Gericht. Wie hernach im 

- 22 -

Rahmen der Erwägungen zum Schuldpunkt im Einzelnen aufzuzeigen sein wird, 

erweisen sich die strittigen Aussagen der Privatklägerinnen J._____ und C._____ 

entgegen der Verteidigung aber ohnehin nicht als widersprüchlich oder in anderer 

Weise unglaubhaft. Auch handelt es sich bei den zu prüfenden Vorwürfen zum 

Nachteil der Privatklägerinnen J._____ und C._____ nicht um typische Vier-Augen-

Delikte, bei welchen die Beweiswürdigung mangels anderweitiger Beweise ent-

scheidend vom Aussageverhalten einer einzelnen Person abhängt. Hinsichtlich der 

noch strittigen Anklagesachverhalte liegen jeweils weitere (Sach-)Beweise vor, und 

der Beschuldigte hat die ihm zur Last gelegten Übergriffe darüber hinaus in gewis-

sen Teilen anerkannt. Eine erneute Befragung der Privatklägerinnen J._____ und 

C._____ durch das Gericht erscheint daher nicht als notwendig. Anders verhält es 

sich gestützt auf die bundesgerichtliche Rückweisung grundsätzlich in Bezug auf 

die Privatklägerin B._____ und die in diesem Zusammenhang dem Beschuldigten 

vorgeworfenen Delikte (Dossier 21).

3.  

3.1. Die Verteidigung beantragte im ersten Berufungsverfahren die Einholung 

eines Berichts über den aktuellen psychischen Gesundheitszustand des Beschul-

digten. Auch diese Erwägungen aus dem ersten Berufungsurteil (Urk. 143 E. I.5.) 

bleiben von der bundesgerichtlichen Rückweisung unberührt und sind in das 

vorliegende zweite Berufungsurteil zu übernehmen (vgl. nachfolgend E. II.3.2).

3.2.  

3.2.1. Die Verteidigung brachte zur Begründung des Beweisantrags vor, der Be-

schuldigte habe sich in psychiatrische Behandlung begeben. Gemäss ersten Ab-

klärungen habe sich dabei der Verdacht auf eine psychische Störung ergeben. Dies 

stehe im Widerspruch zu den Ergebnissen des in der Untersuchung eingeholten 

psychiatrischen Gutachtens von Dr. K._____ vom 27. März 2018, weshalb Zweifel 

an der psychischen Gesundheit des Beschuldigten bestünden, was mit Blick auf 

die Frage der Zurechnungsfähigkeit und die Strafzumessung einer Abklärung 

bedürfe (Urk. 137 S. 2).

- 23 -

3.2.2. Ein bereits erstelltes Gutachten ist nur zu ergänzen, wenn aufgrund der ver-

änderten Sachlage mit hinreichender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass 

die Antworten auf die Gutachterfragen zufolge der Entwicklung seit der Gutachtens-

erstellung anders ausfallen könnten als das Ergebnis der bereits erstellten Exper-

tise (vgl. ANDREAS DONATSCH, in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage 2020, N. 9 

zu Art. 189 StPO).

3.2.3. Gemäss psychiatrischem Gutachten von Dr. med. K._____ vom 27. März 

2018 liege beim Beschuldigten keine krankheitswertige psychische Störung oder 

ein Abhängigkeitsleiden vor. Er zeige zwar gewisse dissoziale oder emotional in-

stabile Züge, jedoch genüge der Nachweis sozial abweichenden Verhaltens allein 

nicht zur Stellung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Ebenfalls habe beim 

Beschuldigten zum Tatzeitpunkt keine Beeinträchtigung der Einsichts- und Steue-

rungsfähigkeit vorgelegen (Urk. 11/16 S. 19 ff. und S. 23 f.). Das Gutachten ist voll-

ständig, nachvollziehbar und klar. Wenn der Beschuldigte, welcher sich noch in der 

Untersuchung mit der Einlegung eines Rechtsmittels gegen die Begutachtung sei-

ner Person gewehrt hatte (vgl. Urk. 11/6), nunmehr geltend macht, es bestünden 

seit Kurzem Zweifel an seiner psychischen Gesundheit, so handelt es sich dabei 

um eine blosse Parteibehauptung, welche nicht ansatzweise belegt ist. Selbst die 

Verteidigung räumte sinngemäss ein, es lägen keinerlei schriftliche Belege vor und 

es sei aufgrund der heutigen Ausgangslage unklar, ob der Beschuldigte überhaupt 

an einer Erkrankung leide (Urk. 137 S. 2). Damit ergeben sich weder aus den Akten 

noch aus den Vorbringen der Verteidigung Zweifel an der Richtigkeit und Aktualität 

der gutachterlichen Folgerungen oder sonst Hinweise darauf, dass sich der Geis-

teszustand bzw. die Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten seit Erstattung des 

Gutachtens entscheidwesentlich verändert haben könnte. Es besteht bei dieser 

Ausgangslage kein Anlass, einen Bericht der psychiatrischen Poliklinik Zürich ein-

zuholen. Der diesbezügliche Beweisantrag ist abzuweisen.

- 24 -

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1. Allgemeines

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweiswür-

digung dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), ebenso 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen zur Frage der Glaubwürdigkeit einer 

Person (Urk. 101 S. 11 f.). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 

S. 253; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.2., je mit Hinweisen).

2. Landfriedensbruch (Dossier 4)

2.1. Anklagevorwurf und Standpunkte

2.1.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Anklagevorwurf 

sei erstellt. Danach seien nach Ende eines Fussballspiels zwischen dem FC Luzern 

und dem FCZ Teile der beiden Fanlager gewalttätig aufeinander losgegangen, 

wobei im betroffenen Quartier Sachschäden an Fahrzeugen und Gebäuden ent-

standen sei. Der Beschuldigte sei Teil dieser gewaltbereiten Gruppierung gewesen. 

Er habe angegeben, am 25. Mai 2015 am Fussballspiel des FCZ gegen den 

FC Luzern sowie beim Zusammentreffen beider Fanlager dabei gewesen zu sein. 

Unbestritten geblieben sei auch, dass sich der Beschuldigte an der AD._____-

strasse in Luzern aufgehalten habe. Dass anlässlich des Vorfalls ein Sachschaden 

von ca. Fr. 14'000.– entstanden sei, sei ebenfalls erstellt (Urk. 101 S. 19 ff.).

2.1.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt im Untersuchungsverfahren und 

vor Vorinstanz weitgehend. Es sei richtig, dass er am Match gewesen sei. Er habe 

aber nur schlichten und die Leute vom Zaun wegnehmen wollen (Urk. D1 7/8 S. 3). 

Er sei mit zwei Kollegen und nicht in einer Fangruppe unterwegs gewesen (Prot. I 

S. 30). Die Verteidigung hielt fest, laut Rapport der Luzerner Polizei hätten die 

Luzerner Fans mit den Provokationen angefangen. Der Beschuldigte habe sich an 

den Zaun zwischen den beiden Fan-Gruppen begeben. Er habe jedoch weder ge-

schlagen noch zu einem Wurf ausgeholt. Vielmehr sei er versehentlich von einem 

anderen FCZ-Fan an der Brust getroffen worden und deswegen zu Boden gefallen. 

- 25 -

Darauf sei er zum Marsch zurückgekehrt. Er habe sich somit vom Geschehen ent-

fernt, bevor es zu Gewalttätigkeiten gekommen sei. Dem Polizeirapport sei zudem 

nicht zu entnehmen, wo und wann die Schäden entstanden seien respektive wo 

sich der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt genau aufgehalten habe (Urk. 78 

S. 25 f.; Urk. 120 S. 3).

Anlässlich der ersten Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung im We-

sentlichen den bereits geschilderten Standpunkt. Ergänzend und entgegen den bis-

herigen Ausführungen machte die Verteidigung nunmehr geltend, die Fotos würden 

zeigen, wie der Beschuldigte an einem Zaun stehe und zu einem Wurf aushole 

(Urk. 120 S. 2 f.).

2.2. Sachverhaltserstellung

2.2.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 25. Mai 2015 das Fussballspiel 

zwischen dem FC Luzern und dem FCZ besuchte. Aus dem Polizeirapport vom 

8. Oktober 2015 geht hervor, dass beide Fanlager nach dem Spiel in getrennten, 

von der Polizei vorgegebenen Routen zum Bundesplatz respektive zum Bahnhof 

marschierten. Dabei kam es auf den parallel verlaufenden Wegen (AE._____- und 

AD._____-strasse) zwischen den Lagern zu Sichtkontakt. In der Folge überstiegen 

einzelne Luzerner Fans zwei Maschendrahtzäune in Richtung der Zürcher Fans. 

Nachdem auch Zürcher Fans die beiden Maschendrahtzäune überwunden hatten, 

kam es zu einzelnen massiven Schlägereien. Fans, welche den Ausschreitungen 

aus dem Weg gehen wollten und die Routen der Polizei einhielten, waren vor einem 

Aufeinandertreffen geschützt. Die Höhe des Sachschadens im Quartier (Fahr-

zeuge, Mobiliar und Gebäude) wird im Polizeirapport auf ca. Fr. 14'690.– beziffert 

(Urk. D4 1). Unbestritten ist weiter, dass der Beschuldigte sich mit mehreren 

Personen am Maschendrahtzaun, welcher das Bahntrassee zwischen der 

AE._____- und der AD._____-strasse eingrenzt, aufhielt. Auf Vorhalt des Fotobo-

gens (Urk. D4 2, Fotoblatt 2) erklärte der Beschuldigte, er habe seinen Kollegen auf 

die Seite nehmen wollen, sei aber von ihm weggestossen worden und dann umge-

fallen (Urk. D1 7/8 S. 3). Eingeräumt ist damit nur, aber immerhin, dass es sich bei 

der auf dem erwähnten Fotoblatt mit einem Pfeil markierten Person am Zaun um 

- 26 -

den Beschuldigten handelt. Dies stimmt auch mit Kleidung und Handverband über-

ein (vgl. Urk. D4 2 Fotoblätter 1, 2 und 3).

Keine Zweifel bestehen, dass der Beschuldigte am Zaun stand, als die im Polizei-

rapport beschriebene und unbestrittene Auseinandersetzung zwischen beiden Fan-

lagern im Gange war oder zumindest ihren Lauf nahm. Die beiden Gruppierungen 

waren ursprünglich auf getrennten Routen unterwegs. Mit dem Verlassen der 

Route, dem Überqueren des Bahntrassees zwischen AE._____- und AD._____-

strasse und dem Betreten der gegnerischen Seite wurde die Konfrontation gesucht 

und lanciert. Befand sich der Beschuldigte mit anderen Fans in diesem Zeitpunkt 

am Zaun, so heisst dies entgegen der Ansicht der Verteidigung nichts anderes, als 

dass die Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppierungen – wenn nicht im 

vollen Gange – mindestens ihren Lauf nahm.

2.2.2. Der Beschuldigte will am Zaun gestanden haben um zu schlichten 

(Urk. D1 7/8 S. 3). Die Verteidigung betont, der Beschuldigte habe weder geschla-

gen noch zu einem Wurf ausgeholt (Urk. 78 S. 25) respektive sei auf einem Foto 

erkennbar, wie er zu einem Wurf aushole (vgl. Urk. 120 S. 2). Zutreffend ist, dass 

der Beschuldigte nicht als Gewaltanwender identifiziert werden konnte (Urk. D4 2 

Fotoblatt 2). Dies ist für die rechtliche Qualifikation des angeklagten Delikts aber 

ohnehin irrelevant (E. III.2.3. nachfolgend). Soweit der Beschuldigte nur geschlich-

tet und deshalb die Aggressionen nicht mitgetragen haben will, ist dies aus 

mehreren Gründen nicht glaubhaft. Zum einen sind seine Aussagen teilweise nach-

weislich wahrheitswidrig. Auf die Frage der vorinstanzlichen Vorsitzenden, ob er als 

Einzelperson oder mit der FCZ-Fangruppe ans Spiel gegangen sei, gab der Be-

schuldigte zur Antwort, er sei mit zwei Kollegen und nicht in einer Fangruppe un-

terwegs gewesen (Prot. I S. 30). Solches ist durch die Akten widerlegt, die den Be-

schuldigten inmitten eines Fanmarsches vor dem Fussballspiel zeigen (Urk. D4 2, 

Fotoblatt 3). Insbesondere aber ist nicht überzeugend, dass der Beschuldigte sich 

von den friedlichen Fans respektive von der polizeilich vorgesehenen Route (vom 

Stadion zum Extrazug) löste und den Ort der Auseinandersetzung am Zaun nur 

deshalb aufsuchte, um zu vermitteln. Eine solche Absicht ist klarerweise vorge-

schoben. Sie passt im Übrigen auch nicht mit dem Gebaren des Beschuldigten 

- 27 -

überein, das er wenige Wochen zuvor am 21. Februar 2015 und 12. April 2015 an 

den Tag gelegt hatte. In Zürich war er aktiver Teil einer Gruppierung, die nach 

einem Fussballspiel zwischen GC und dem FCZ gewaltsam gegen Polizeibeamte 

losging (Dossier 1). In Basel war er mit von der Partie, als nach dem Ende des 

Fussballspiels zwischen dem FC Basel und dem FCZ die beiden Fanlager noch im 

Stadioninnern versuchten, gewalttätig aufeinander loszugehen. Dabei nahm der 

Beschuldigte nicht nur an der Zusammenrottung teil, sondern er war erneut gewalt-

tätig beteiligt, indem er gegen einen Absperrzaun des Gästesektors trat (Dossier 7). 

In Luzern war der Beschuldigte abermals und im gleichen Stil an vorderster Front 

dabei, um an den Gewalthandlungen teilzunehmen. Es ist nicht glaubhaft, dass der 

Beschuldigte seine Rolle in Luzern plötzlich anders verstand. Ebenso wenig 

nachvollziehbar erscheint im Lichte der Vorbringen der Verteidigung, wonach der 

Beschuldigte zu einem Wurf habe ausholen müssen, dass er gemäss eigenen 

Aussagen am Zaun nur habe schlichten wollen (vgl. Urk. 120 S. 2).

2.2.3. Laut Verteidigung habe der Beschuldigte nie bestritten, sich im fraglichen 

Zeitpunkt an der AD._____-strasse in Luzern aufgehalten zu haben. Es sei jedoch 

nicht klar, ob dies auch der Ort sei, an welchem die Sachbeschädigungen began-

gen worden seien. So sei dem Rapport nicht zu entnehmen, in welchem Quartier 

und wann die Schäden entstanden seien. Weiter seien die Schäden nicht mittels 

Fotos oder anderer Beweismittel konkretisiert. Der Rapport und die Anklage seien 

viel zu dürftig (Urk. 78 S. 25 f.; Urk. 120 S. 2). Laut Anklageschrift entstand der 

Sachschaden im Rahmen der zwischen beiden Fanlagern ausgetragenen gewalt-

tätigen Auseinandersetzung. Die Sachbeschädigungen geschahen zwischen 

ca. 18.00 Uhr und 18.30 Uhr an der AD._____-strasse in Luzern nach dem Ende 

des Fussballspiels. Bei der AD._____-strasse handelt es sich um eine rund 

350 Meter lange Strasse. Entsprechend örtlich eingegrenzt ist das in Mitleiden-

schaft gezogene Quartier. Für den Beschuldigten war ersichtlich, welche Vorwürfe 

Gegenstand der Anklage bilden. Damit genügt die Anklageschrift insbesondere 

ihrer Umgrenzungs- und Informationsfunktion (BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hin-

weisen; vgl. auch E. II.1.2.2. vorstehend). In welchem Zeitpunkt die 

Sachbeschädigungen verübt wurden (ob vor, während oder nach dem Auftauchen 

- 28 -

des Beschuldigten am Zaun) und in welcher exakter Höhe, kann offengelassen 

werden (vgl. sogleich E. III.2.3.).

2.2.4. Zusammenfassend ist der anklagerelevante Sachverhalt betreffend den 

Vorfall vom 25. Mai 2015 im oben genannten Sinne erstellt.

2.3. Rechtliche Würdigung

2.3.1. Landfriedensbruch gemäss Art. 260 Abs. 1 StGB begeht, wer an einer 

öffentlichen Zusammenrottung teilnimmt, bei der mit vereinten Kräften gegen 

Menschen oder Sachen Gewalttätigkeiten begangen werden.

Zusammenrottung ist die Ansammlung einer nach den Umständen mehr oder 

weniger grossen Zahl von Personen, die nach aussen als vereinte Macht erscheint 

und von einer für die öffentliche Friedensordnung bedrohlichen Grundstimmung 

getragen wird (BGE 108 IV 33 E. 1a S. 34 mit Hinweisen). Sie ist öffentlich, wenn 

sich ihr eine unbestimmte Zahl von Personen anschliessen kann. Ob Öffentlichkeit 

anzunehmen ist, hängt von den gesamten Umständen ab, deren Tragweite unter 

Berücksichtigung von Sinn und Zweck der in Betracht fallenden Strafbestimmung 

und des dadurch geschützten Rechtsguts zu bewerten ist (BGE 130 IV 111 E. 4.3 

S. 117 mit Hinweisen). Die mit vereinten Kräften gegen Menschen oder Sachen 

begangenen Gewalttätigkeiten müssen symptomatisch sein für die Stimmung, wel-

che die Menge antreibt, und als Tat der Zusammenrottung erscheinen. Gewalt setzt 

nicht notwendig besondere physische Kraft voraus. Es genügt, wenn ein Teilneh-

mer Gewalttätigkeiten begeht, die für die Grundhaltung der Gruppe charakteristisch 

sind. Das tatbestandsmässige Verhalten besteht bereits in der freiwilligen Teil-

nahme an der Zusammenrottung und setzt nicht voraus, dass der Teilnehmende 

selber Gewalthandlungen begeht. In objektiver Hinsicht genügt es, dass er als Be-

standteil der Zusammenrottung und nicht bloss als passiver, von der Ansammlung 

distanzierter Zuschauer erscheint (Urteil 6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 E. 5.4 

mit Hinweisen). Der Teilnehmer fällt nur unter Art. 260 StGB, wenn er im Zeitpunkt 

der Verübung von Gewalttätigkeiten noch an der Zusammenrottung teilnimmt (GER-

HARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 22 zu 

Art. 260 StGB). Ein freiwilliges Entfernen im Sinne von Art. 260 Abs. 2 StGB liegt 

- 29 -

nicht vor, wenn der Teilnehmer von der Polizei verfolgt wird (BERNARD CORBOZ, 

Les infractions en droit suisse, Vol. II, 3. Aufl. 2010, N. 10 zu Art. 260 StGB). Frei-

lich ist Gleichzeitigkeit nicht absolut nachzuweisen. Es genügt, wenn die erstellte 

Anwesenheit einen ausreichenden zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit den 

Ausschreitungen aufweist (Urteil 6B_862/2017 vom 9. März 2018 E. 1.3.2).

Subjektiv muss der Teilnehmer um den Charakter der Ansammlung als einer 

Zusammenrottung wissen. Es genügt, wenn er sich wissentlich und willentlich der 

Zusammenrottung, das heisst einer Menschenmenge, die von einer für die 

Friedensordnung bedrohlichen Grundstimmung getragen wird, anschliesst oder in 

ihr verbleibt. Wer solches tut, muss mit Gewaltakten rechnen. Die Verübung von 

Gewalttätigkeiten muss als objektive Strafbarkeitsbedingung vom Vorsatz des Teil-

nehmers nicht erfasst sein (BGE 108 IV 33 E. 3a S. 36; Urteil 6B_863/2013 vom 

10. Juni 2014 E. 5.4, je mit Hinweisen).

2.3.2. Die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Teilen der beiden Fan-

gruppen des FC Luzern und FCZ fand im Anschluss an das Fussballspiel auf dem 

Weg zum Bundesplatz und zum Bahnhof statt. Zu diesem Zweck verliessen die 

jeweiligen Gruppierungen die von der Polizei vorgegebenen getrennten Routen. 

Die Gewaltakte waren Ausdruck der gewaltbereiten Grundhaltung, welche die 

Menge antrieb. Sie erscheinen als Tat der Zusammenrottung und sind den Teil-

nehmern zuzurechnen. Der Beschuldigte war nicht etwa nur ein unbeteiligter Zu-

schauer oder Vermittler, sondern an vorderster Front dabei. Er war am Zaun, als 

die Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppierungen mindestens ihren Lauf 

nahm. Der Beschuldigte geriet nicht zufällig und ohne sein Wissen oder gegen sei-

nen Willen in die Zusammenrottung. Vielmehr suchte er die Auseinandersetzung 

abseits der offiziellen Marschroute bewusst und gewollt auf. Der friedensbe-

drohende Charakter der Zusammenrottung war spätestens ab dem Zeitpunkt er-

kennbar und vom Beschuldigten mitgeprägt, als Teile der Fanlager die AD._____- 

respektive AE._____-strasse in Richtung Gegner verliessen.

Offenbleiben kann die Frage, in welchem genauen Zeitpunkt die Sachbeschädigun-

gen verübt wurden (ob vor, während oder nach dem Auftauchen des Beschuldigten 

am Zaun) und in welcher Höhe ein Sachschaden eintrat (vgl. dazu die Vorbringen 

- 30 -

der Verteidigung; Urk. 120 S. 2 f.). Die Gewalttätigkeiten und damit auch ihr ge-

naues Ausmass müssen als objektive Strafbarkeitsbedingung vom Vorsatz des Be-

schuldigten nicht erfasst sein. Dass aber im Quartier rund um die AD._____-strasse 

Schäden verursacht wurden, geht aus dem Polizeirapport rechtsgenügend hervor 

(Urk. D4 1). Selbst wenn die Schäden im Übrigen nicht zeitgleich mit dem Auftau-

chen des Beschuldigten am Zaun erfolgt wären, kann er daraus für seinen Stand-

punkt nichts ableiten (Urk. 120 S. 3). Ein ausreichender zeitlicher und örtlicher 

Zusammenhang mit den vom Beschuldigten mitgetragenen Ausschreitungen wäre 

gleichwohl zu bejahen. Schliesslich hätte sich der Beschuldigte selbst in jenem Fall 

tatbestandsmässig verhalten, wenn die Zusammenrottung einzig zu Gewalttätigkei-

ten zwischen den Fanlagern und nicht gegen Sachen geführt hätte. Ob während 

der Ausschreitungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen einzelne Fans 

verletzt wurden, kann dahingestellt bleiben. Eine aggressive und aktive Einwirkung 

auf Personen genügt. Gewalttätigkeit ist nicht erst anzunehmen, wenn im Sinne 

eines Erfolgsdelikts Menschen verletzt oder Sachen beschädigt werden (Urteil 

6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 E. 5.7.2 mit Hinweisen).

2.3.3. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen des Landfriedensbruchs 

im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB (Dossier 4).

3. Sachbeschädigung (Dossier 14)

3.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Anklagevorwurf 

sei erstellt. Danach habe der Beschuldigte am 6. Mai 2016 in der Abstandszelle der 

Polizeiwache in Zürich den kompletten Wasserhahn aus der Wand gerissen. Sein 

Geständnis decke sich mit den Akten (Urk. 101 S. 31 f.). Dem ist grundsätzlich 

nichts beizufügen.

3.2. Die Verteidigung wendete dagegen ein, es fehlten jegliche Angaben zur 

Schadenshöhe, insbesondere mangle es an einer fachmännischen Schätzung oder 

konkreten Rechnung der tatsächlich angefallenen Reparaturkosten. Zu Gunsten 

des Beschuldigten sei davon auszugehen, dass bloss ein geringfügiger Schaden 

entstanden sei. Damit liege lediglich eine bereits verjährte Übertretung vor (Urk. 78 

S. 28 f.; Urk. 120 S. 4).

- 31 -

3.3. Die privilegierte Bestimmung entfällt, wenn es dem Täter wie hier gleich-

gültig ist, wie hoch der Schaden ist (TRECHSEL/CRAMERI, in: Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 6 zu Art. 172ter StGB).

Kommt hinzu, dass der Schaden entgegen der Verteidigung offensichtlich nicht ge-

ringfügig ist. Das Hochbaudepartement der Stadt Zürich bezifferte den Schaden auf 

ca. Fr. 1'000.– (Urk. D14 7). Hält die Vorinstanz fest, Wasserhähne in Gefängnis-

zellen würden gemäss allgemeiner Lebenserfahrung deutlich mehr als Fr. 300.– 

kosten, ist ihr beizupflichten (Urk. 101 S. 32). Zudem fallen unweigerlich entspre-

chende Reparaturkosten an, riss der Beschuldigte doch den gesamten Hahn "aus 

der Wand" (Urk. D1 26 S. 8). Der Schaden ist damit auf Fr. 300.– übersteigend zu 

bemessen. Ein geringfügiges Vermögensdelikt im Sinne von Art. 172ter StGB liegt 

nicht vor. Nicht zu beanstanden ist, wenn es bei einer Schätzung bleibt. Da der 

Schaden im Rahmen eines Strafverfahrens regelmässig nicht exakt festgestellt 

werden kann, sind Schätzungen unvermeidbar und zulässig (vgl. Urteile 

6B_202/2010 vom 31. Mai 2010 E. 4.3.2 und 6B_28/2018 vom 7. August 2018 

E. 4.2.3.). Die genaue Höhe des Sachschadens kann an dieser Stelle daher offen-

bleiben.

3.4. Die Vorinstanz hat das Herausreissen des Wasserhahns als Sachbeschädi-

gung qualifiziert (Urk. 101 S. 32). Darauf kann verwiesen werden. Der Beschuldigte 

ist demnach schuldig zu sprechen der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB (Dossier 14).

4. Tätlichkeiten und Gefährdung des Lebens (Dossier 21)

4.1. Ausgangslage und Standpunkte 

4.1.1. Laut Anklagevorwurf habe der Beschuldigte am 10. März 2017 im Rahmen 

eines verbalen Streits mindestens viermal gegen den Kopf der Privatklägerin 

B._____ geschlagen, so dass ihr Kopf mindestens zweimal an einem Fenstersims 

aufgeschlagen sei. Mehrere Stunden später sei es zu einem zweiten Übergriff ge-

kommen. Dabei habe der Beschuldigte die Privatklägerin B._____ mit beiden Hän-

den am Hals gepackt. Unmittelbar danach habe er seinen Unterarm um ihren Hals 

- 32 -

geschlungen. Ein drittes Mal habe er sie gewürgt, als die Privatklägerin bäuchlings 

auf dem Boden gelegen habe. Er habe sein Bein um ihren Hals gelegt und sie 

gewürgt, indem er mit seiner eigenen Hand sein Bein gegen sich gezogen habe. 

Die einzelnen Würgevorgänge seien derart heftig gewesen, dass ein Schrei der 

Privatklägerin aufgrund des Druckes verstummt sei. Sie habe keine Luft mehr be-

kommen und es sei ihr schwarz vor Augen geworden. Zudem habe sie einen Urin-

abgang gehabt. Die Privatklägerin habe sich aufgrund einer durch einen Sauer-

stoffmangel bedingten Hirnfunktionsstörung in Lebensgefahr befunden, was dem 

völlig rücksichtslos handelnden Beschuldigten bewusst gewesen sei (Urk. D1 26 

S. 9 ff.). 

4.1.2. Der Beschuldigte erklärte vor Vorinstanz, es habe einen verbalen Streit 

gegeben. Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin geschlagen habe. Diese habe 

einen Stuhl herumgeworfen und in der Folge viermal versucht, ihm eine Ohrfeige 

zu geben. Nachdem sie ihn zweimal getroffen habe, habe er sie von hinten gehal-

ten. Er habe sie nie gewürgt oder den Fuss um ihren Hals geschlungen (Prot. I 

S. 37 ff.). Die Verteidigung hielt zusammengefasst fest, die Privatklägerin habe die 

ersten Tätlichkeiten (betreffend Datum, Anzahl und Art der Schläge) unterschied-

lich geschildert. Zudem hätten die Spuren einer entsprechenden Gewalteinwirkung 

vier Tage später im Zeitpunkt der Untersuchung durch das IRM sichtbar sein müs-

sen. Das IRM habe aber nicht die kleinste Spur entdeckt (Urk. 78 S. 2 ff.; Urk. 120 

S. 5 f.). Gleiches gelte betreffend die angeklagte Gefährdung des Lebens. Auch 

diesbezüglich hätten keine objektiven Spuren durch das IRM festgestellt werden 

können. Die Privatklägerin B._____ habe verschiedene Varianten geschildert und 

deshalb gelogen. Das Würgen mit dem Unterarm habe die Privatklägerin in Stärke 

und Dauer selbst relativiert. Beim Würgen mit dem Bein sei unklar, wie dies bei 

einer Person überhaupt erfolgen könne, die bäuchlings auf dem Boden liege. Den 

Urinabgang habe die Privatklägerin nur auf suggestive Fragen hin bejaht. Unglaub-

haft seien ihre Schilderungen auch, weil der Wohnpartner der Privatklägerin nichts 

von der Auseinandersetzung mitbekommen habe und weil der Beschuldigte durch 

die Privatklägerin kurz nach dem Vorfall in die Wohnung gelassen worden sei 

(Urk. 78 S. 7 ff.; Urk. 120 S. 7 ff.).

- 33 -

Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung – der ersten Berufungsverhandlung 

blieb er unentschuldigt fern – machte der Beschuldigte keine weitergehenden Aus-

führungen und hielt lediglich fest, er habe die Privatklägerin B._____ nicht gewürgt, 

geschlagen oder bestohlen (Urk. 185 S. 8). Die Verteidigung machte geltend, auf 

die Aussagen der Privatklägerin B._____ könne nicht abgestellt werden, da die vom 

Bundesgericht als notwendig bezeichnete Einvernahme der Privatklägerin B._____ 

nicht habe durchgeführt werden können. Im Übrigen lägen einzig die Aussagen des 

Beschuldigten vor (Urk. 186 S. 5). 

Zum Anklagevorwurf wurde die Privatklägerin B._____ am 14. März 2017 

polizeilich und am 21. April 2017 staatsanwaltschaftlich einvernommen (Urk. D21 

3; Urk. D1 8/1). Der Beschuldigte wurde am 16. März 2017 und anlässlich der erst-

instanzlichen Hauptverhandlung dazu befragt (Urk. D21 4; D1 7/3; Prot. I S. 37 ff.). 

Die Vorinstanz hat die jeweiligen Sachverhaltsschilderungen der Privatklägerin und 

des Beschuldigten zutreffend zusammengefasst, worauf vorab verwiesen werden 

kann (Urk. 101 S. 35 ff. und 44 f.). 

In Nachachtung des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids wurde die 

Privatklägerin zur Berufungsverhandlung vorgeladen. Trotz gehöriger Vorladung 

(Urk. 175, Urk. 177 und Urk. 179A) blieb sie der Berufungsverhandlung unentschul-

digt fern. Dies hat für die Beweiswürdigung folgende Konsequenz. Laut Bundes-

gericht hängt die Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin und der Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen in entscheidendem Mass davon ab, ob sich die Unklar-

heiten plausibel erklären oder nachvollziehbar auflösen lassen, was die persönliche 

Einvernahme erforderlich macht (Urteil 6B_693/2021 vom 10. Mai 2022 E. 4.5). 

Diese höchstrichterliche Formulierung schliesst eine Beurteilung der im Unter-

suchungsverfahren deponierten Aussagen der Privatklägerin (und deren Glaub-

würdigkeit) aber nicht aus, selbst wenn die Privatklägerin vor Gericht nicht befragt 

werden konnte. Das Bundesgericht hat sich im Rückweisungsentscheid nicht dazu 

geäussert, wie bei Unmöglichkeit einer gerichtlichen Befragung der Privatklägerin 

vorzugehen ist. Dem entspricht auch der bundesgerichtliche Hinweis, wonach der 

Entscheid die Beurteilung in der Sache nicht präjudiziere (a.a.O., E. 5). Art. 343 

Abs. 3 StPO betrifft die Beweiswürdigung und nicht die Verwertbarkeit von Bewei-

- 34 -

sen. Der Umstand, dass eine gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin nicht 

möglich ist, entbindet nicht davon, die bestehenden rechtmässig erhobenen Be-

weise zu würdigen. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 186), führt die un-

terbliebene Einvernahme der Privatklägerin B._____ im Berufungsverfahren nicht 

dazu, dass auf ihre bisherigen Aussagen gänzlich nicht abgestellt werden dürfte 

(S. 5). Die bisherigen Aussagen sind aber besonders vorsichtig und zurückhaltend 

zu würdigen (Urteil 6B_1129/2021 vom 3. Oktober 2022 E. 1.4.2 und E. 1.4.3). 

4.2. Tätlichkeiten

4.2.1. Sowohl die Privatklägerin als auch der Beschuldigte schilderten, dass es zu 

einem Disput kam. Unklar ist, ob der Disput in eine tätliche Auseinandersetzung 

mündete. Die Vorinstanz gelangt zur Überzeugung, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin auf einen Stuhl gedrückt und ihren Kopf mindestens zwei Mal gegen 

einen Fenstersims geschlagen habe (Urk. 101 S. 44 f.). Der Beschuldigte stellte 

sich auf den Standpunkt, es habe einen verbalen Streit gegeben. Nach diesem 

Streit habe die Privatklägerin ihn angegriffen (Prot. I S. 38).

4.2.2. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, sind die Aussagen der Privatklägerin zum 

Vorfall authentisch. Dies betrifft sowohl ihre Schilderungen wenige Tage nach dem 

Vorfall anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 14. März 2017 als auch rund 

einen Monat später am 21. April 2017 gegenüber der Staatsanwaltschaft (Urk. D21 

3 S. 2 f.; Urk. D1 8/1 S. 3 f.). Die Privatklägerin führte in ihrer ersten Befragung de-

tailliert und anschaulich aus, wie es aus ihrer Sicht zur Auseinandersetzung kam 

("Ich wollte mit ihm ausdiskutieren, dass er sich nicht zu sehr in das mit uns rein-

steigern solle"), wie der Beschuldigte sie unerwartet und ohne Vorzeichen anging 

("Er ist dann so im Kreis gegangen, richtig apathisch. Dann ist er wie aus dem 

Nichts ausgerastet und hat meine Arme gepackt") und wie sie versuchte, den Be-

schuldigten möglichst nicht zu provozieren ("Ich blieb aber neutral, ich wusste, dass 

ich aufpassen muss, wenn er aggressiv ist. […] Ich versuchte, ganz ruhig mit ihm 

zu reden. Wenn man schreit, passiert bei solchen Leuten doch nur noch mehr"). 

Konkret hielt sie weiter fest, wie der Beschuldigte die Schläge ausführte und wie 

sie körperlich darauf reagierte ("Mir wurde danach schlecht und mein Kopf pul-

sierte"). Nachvollziehbar und plastisch schilderte sie zudem ihre Reaktion ("Ich 

- 35 -

habe ihn mit grossen Augen angeschaut, wurde wütend und sagte: 'Ich habe keine 

Kapazität für so etwas' "). Abweichend fielen die Schilderungen zu den erhaltenen 

Schlägen aus. Während die Privatklägerin gegenüber der Polizei festhielt, der Be-

schuldigte habe ihr vier Faustschläge gegen den Kopf verpasst und sie habe min-

destens zwei Mal mit dem Kopf gegen das Fenstersims geschlagen, führte sie bei 

der Staatsanwaltschaft aus, der Beschuldigte habe ihren Kopf gepackt und viermal 

gegen das Fenstersims geschlagen. Auf diese Differenz angesprochen erklärte die 

Privatklägerin, sie könne sich nicht genau daran erinnern. Das einzige, woran sie 

sich erinnere, seien die vier Schläge gegen ihren Kopf (Urk. D1 8/1 S. 4). Diese 

Erklärung ist überzeugend. In ihrer Erinnerung blieben vier Schläge gegen ihren 

Kopf und das Aufschlagen am Fenstersims. Die verschiedenen Schilderungen, ob 

(erste Variante) die Schläge durch Faustschläge und das Aufschlagen am Fenster-

sims oder ob (zweite Variante) die Schläge durch ein Packen und Schlagen ihres 

Kopfes gegen das Fenstersims verpasst wurden, vermögen die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Gleiches gilt in Bezug auf die von der 

Verteidigung aufgeworfene Frage nach dem genauen Zeitpunkt der Tätlichkeiten. 

Richtig ist, dass die Angaben dazu nicht eindeutig ausfielen (vgl. Urk. 120 S. 5; 

Urk. D21 3 S. 2, 3 und 8; Urk. D1 8/1 S. 3 und 5). Bereits aus den Angaben gegen-

über der Polizei (Urk. D21 3 S. 3: "Mir ist jetzt gerade eingefallen, dass es am Frei-

tag doch noch etwas früher war, also vor 22:00 Uhr. Es war wahrscheinlich zwi-

schen 20:00 und 22:00 Uhr, denn er ist ja irgendwann kurz nachher, irgendwann 

kurz vor Mitternacht, wieder gekommen") lässt sich hingegen herauslesen, dass 

der zweite Übergriff "am nächsten Tag" erfolgte, was mit den Schilderungen 

gegenüber der Staatsanwaltschaft grundsätzlich übereinstimmt. Unsicherheiten 

diesbezüglich legte die Privatklägerin gegenüber der Staatsanwaltschaft offen (vgl. 

Urk. D1 8/1 S. 5) und scheinen nicht derart relevant zu sein, die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen in Frage zu stellen. Schliesslich kann der Hinweis der Verteidigung, 

das IRM habe trotz der geschilderten Schläge anlässlich der Untersuchung der Pri-

vatklägerin am 14. März 2017 keine Kopfverletzungen festgestellt (Urk. 120 S. 5), 

nach wie vor als zutreffend bezeichnet werden (Urk. D21 9/2). Dies schliesst aber 

entsprechende Schläge mindestens vier Tage vorher klarerweise nicht aus. Die Pri-

- 36 -

vatklägerin berichtete einzig von Übelkeit und Schwindel. Sie behauptete nicht, 

durch die Schläge verletzt worden zu sein (Urk. D21 3 S. 3; Urk. D1 8/1 S. 4).

Zusammenfassend verpasste der Beschuldigte der Privatklägerin vier Schläge, 

wobei sie mindestens zweimal mit dem Kopf gegen das Fenstersims aufschlug. Der 

angeklagte Sachverhalt ist mit der Vorinstanz erstellt.

4.2.3. Die Vorinstanz hat die vier Schläge gegen den Kopf der Privatklägerin zu-

treffend als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB gewürdigt. Betreffend 

die objektiven Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte gestützt auf das 

Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit vorsätzlich. Er ist entsprechend 

schuldig zu sprechen (Dossier 21).

4.3. Gefährdung des Lebens

4.3.1. Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und der 

Privatklägerin ist korrekt und kann grundsätzlich übernommen werden (Urk. 101 

S. 36 ff.). Die Privatklägerin schilderte konstant und anschaulich drei Würge-

phasen. Der Beschuldigte habe sie zu sich aufs Bett runtergezogen und sie von 

hinten mit den Armen gewürgt (erste Phase). In der Folge habe er sie – immer noch 

auf dem Bett und nachdem sie sich habe befreien können – von vorne mit der Hand 

am Hals gepackt (zweite Phase). Sie seien beide irgendwie zu Boden gegangen, 

worauf er sein Bein um ihren Hals geschlungen und darauf das Bein mit seiner 

Hand gehalten und zugezogen habe (dritte Phase; Urk. D21 3 S. 4; Urk. D1 8/1 

S. 5 ff.). Erkennbar ist, dass die Privatklägerin anlässlich ihrer staatsanwaltschaft-

lichen Befragung das Hinunterziehen aufs Bett als erste (von vier) Phasen des 

Kampfes bezeichnete, wobei dann noch kein "richtiges Würgen" erfolgt sei 

(Urk. D1 8/1 S. 7). Die Schilderungen der Privatklägerin, wie beim Würgen mit der 

Hand ihr Schrei verstummte (Urk. D21 3 S. 4: "Er drückte mir die Luftröhre so fest 

zu, dass mein Schrei verstummte. Ich bekam keine Luft mehr, ich dachte, es sei 

vorbei, ich müsse jetzt sterben"; […] konnte ich gar nicht richtig Luft holen, weil es 

sich angefühlt hat, wie wenn meine Luftröhre innen drin zusammenkleben würde. 

Es ging sicher 3-4 Sekunden, nachdem er mich losgelassen hatte, bis ich wieder 

Luft holen konnte"; Urk. D1 8/1 S. 6: "[…] er drückte so fest zu, dass mein Hilfe-

- 37 -

schrei erstickte. Ich bekam keine Luft, meine Luftröhre klebte zusammen. Es kamen 

nur noch komische Töne hervor […]"), fielen konstant und glaubhaft aus. Insbeson-

dere die Umschreibung einer "zugeklebten" Luftröhre wirkt plastisch, authentisch 

und erlebnisbasiert. Im Wesentlichen gleichbleibend sind auch die Schilderungen, 

wie es der Privatklägerin schwarz vor Augen wurde (Urk. D21 3 S. 4: "Ich war kurz 

davor, schwarz zu sehen"; Urk. D1 8/1 S. 7: "[…] als er mich wieder mit einer Hand 

packte und mein Hilfeschrei erstickte. Ich merkte dann bei diesem dritten Mal, dass 

ich nicht mehr ganz da war, mir wurde schwarz vor Augen"; "In diesem Moment 

[gemeint: beim Würgen mit dem Bein] ist mir wiederum, wie vorher, schwarz vor 

Augen geworden"). Erkennbar ist, dass die Depositionen, ob und wann es ihr 

schwarz vor Augen wurde, bei der Staatsanwaltschaft leicht detaillierter ausfielen. 

Dieser Umstand erschüttert nicht etwa die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, sondern 

lässt vielmehr erkennen, wie die Privatklägerin die im Rahmen eines dynamischen 

Geschehens erlebten verschiedenen Gewalttätigkeiten rekonstruiert sowie mit 

leichten Abweichungen und damit nicht wiederkehrend oder etwa monoton wieder-

gibt. Zu unterstreichen gilt, dass die Privatklägerin das wiederholte Würgen und 

damit das Kerngeschehen sowohl in der Abfolge wie auch in der Art und Weise mit 

bemerkenswerter Konstanz schilderte. Eindrücklich ist auch die Vielzahl von De-

tails, was die Privatklägerin verspürte und was ihr während des Übergriffs durch 

den Kopf ging (beispielsweise Urk. D21 3 S. 4: "[…] ich dachte, es sei vorbei, ich 

müsse jetzt sterben"; Urk. D21 3 S. 8: "Und ich merkte, dass ich total verlangsamt 

im Kopf war"; Urk. 21 3 S. 4: "Ich nahm dann meine ganze Energie zusammen und 

konnte irgendwie aufspringen, ich wollte abhauen, ich dachte, ich würde sonst 

sterben"). Plastisch und erlebnisbasiert wirkt auch die Umschreibung, wie ihr Bein 

"brannte", als es ihr gelang, unter dem Beschuldigten wegzukriechen und sie so 

dem Boden entlangschleifte (Urk. D21 3 S. 4). Gleichermassen eindrücklich ist 

schliesslich, wie die Privatklägerin das Verhalten ihres Aggressors wahrnahm 

(Urk. D21 3 S. 4: "Er schaute ganz apathisch geradeaus ins Nichts. Das machte 

mir grosse Angst"; "Er sagte immer: 'Bis ruhig, bis ruhig, bis eifach ruhig'. Er kam 

immer mehr auf diesen Trip, mich ruhig zu bekommen, obwohl ich überhaupt kei-

nen Ton mehr rausbringen konnte"; "Er hatte einen psychopathischen Blick, ganz 

starr, die Augen richtig aufgerissen. Es war wirklich extrem"). Diese Erzählungen 

- 38 -

wie auch die Schilderungen zur späteren Phase, als die Privatklägerin ins Bad 

flüchtete, sich einschloss und von dort aus die Polizei alarmierte, sind konkret, 

anschaulich, in einer logischen Reihenfolge wiedergegeben und wirken ohne Wei-

teres erlebnisbasiert und nicht erfunden.

4.3.2. Die Verteidigung verwies auf die Berichte der am 11. März 2017 vor Ort er-

schienenen Polizeibeamten und hielt fest, es lägen drei höchst unterschiedliche 

Sachverhaltsdarstellungen der Privatklägerin vor (vgl. Urk. 120 S. 8 und S. 13). 

Richtig ist, dass die Wahrnehmungsberichte der am 11. März 2017 kurz nach vier 

Uhr morgens vor Ort erschienenen Stadtpolizeibeamten L._____ und M._____ so-

wie eine E-Mail der Polizeiaspirantin N._____ in Bezug auf die Schilderungen der 

Privatklägerin unterschiedlich ausfielen. Während die Privatklägerin vom Polizeibe-

amten L._____ mit einem "gegenseitigen Schupser" und vom Polizeibeamten 

M._____ mit einem leichten Packen am Hals zitiert wurde (Urk. D21 8/1 und 

Urk. D21 8/2), hielt Aspirantin N._____ in einer E-Mail fest, die Privatklägerin habe 

ihr gegenüber massivere Gewalttätigkeiten geäussert (Urk. D21 8/3). Mithin schil-

derte die Privatklägerin gegenüber der Aspirantin N._____ laut ihrer E-Mail Gewalt-

tätigkeiten, die sie so gegenüber den Polizeibeamten L._____ und M._____ nicht 

erwähnte. Dies vermag ihre unter Strafandrohung deponierten Aussagen anlässlich 

ihrer polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht in Zweifel zu 

ziehen. Zum einen ist ohne Weiteres denkbar, dass die Privatklägerin unmittelbar 

nach dem Übergriff und mit dem Erscheinen der alarmierten Polizei den Beschul-

digten nur aus der Wohnung haben und nicht mehr als nötig belasten wollte. Auch 

der Beschuldigte sprach laut Polizeibeamte L._____ von "gegenseitigen Schup-

sern". Es ist deshalb denkbar, dass die Privatklägerin den Beschuldigten in einer 

ersten Reaktion nicht darüber hinaus belasten wollte (vgl. auch die Privatklägerin 

in Urk. D21 8/1 S. 2 im Zusammenhang mit den erlittenen Tätlichkeiten: "Vielleicht 

wollte ich es ihm auch nicht schwerer machen, als er es jetzt schon hat"). Zum 

andern finden sich die Schilderungen der Aspirantin N._____ (soweit erkennbar) in 

einer E-Mail vom 6. April 2017. Wie das Schriftstück produziert wurde und Eingang 

in die Verfahrensakten fand, bleibt unklar. Ebenso wenig gehen der Anlass für die 

entsprechenden Äusserungen, die Person des Empfängers der E-Mail und der 

Grund der abgedeckten Absenderadresse aus dem Schriftstück hervor 

- 39 -

(Urk. D21 8/3). Dies alles tangiert die Beweiskraft des genannten Schriftstücks. 

Selbst wenn zugunsten des Beschuldigten darauf abgestellt wird und die Privatklä-

gerin mithin am selben Morgen den Beschuldigten gegenüber der Aspirantin 

N._____ anders belastete und ihre Schilderungen (Drücken mit dem Knie) in den 

Einvernahmen nicht wiederholte: Dies kann ohne Weiteres darauf gründen, dass 

die Privatklägerin eher in der Lage oder bereit war, das unmittelbar Erlebte einmalig 

und gegenüber einer Person des gleichen Geschlechts zu erzählen. Zudem ging 

es dabei sicherlich nicht darum, die gerade erlebten Gewalttätigkeiten detailliert 

wiederzugeben. Die Verteidigung unterstreicht, mit der Umschreibung der Privat-

klägerin gegenüber N._____, der Beschuldigte habe sie zu Boden und ihr mit sei-

nem Knie auf den Hals gedrückt, liege eine weitere Variante des Vorfalls vor. Damit 

kapriziert sich die Verteidigung auf die Vorstellung, ein Opfer massiver Gewalt sei 

in den ersten Minuten danach in der Lage, das Erlebte vollständig und druckreif 

wiederzugeben (vgl. Urk. 120 S. 11 f.).

4.3.3. Die Privatklägerin wurde wiederholt dazu befragt, ob sie durch das Würgen 

einen Urin- oder Stuhlabgang hatte. Sie führte am 14. März 2017 gegenüber der 

Polizei aus, sie sei unten nass gewesen. Sie habe sich nicht viel dabei gedacht. Sie 

habe nicht viel Wasser (gemeint: Urin) verloren und dies erst im Bad bemerkt, als 

sie sich dort eingeschlossen habe. Sie habe sich in diesem Moment aber keine 

Gedanken darüber gemacht. Erst, als sie der Polizist gefragt habe, sei es ihr richtig 

bewusst geworden (Urk. D21 3 S. 8). Der Polizeibeamte M._____ hielt in seinem 

Wahrnehmungsbericht fest, die Privatklägerin habe ihn auf entsprechende Frage 

verdutzt angeschaut und gemeint, sie sei eventuell etwas feucht. Ob sie einen Uri-

nabgang gehabt habe, könne sie jedoch nicht sagen (Urk. D21 8/2 S. 2). Laut Aspi-

rantin N._____ habe die Privatklägerin zwar einen Urinabgang verneint, jedoch an-

gegeben, feucht geworden zu sein (Urk. D21 8/3). Die Frage der Staatsanwalt-

schaft betreffend einen Urinabgang bejahte die Privatklägerin in der Folge. Sie 

habe Wasser lassen müssen (Urk. D1 8/1 S. 7 und S. 10). Damit hielt die Privatklä-

gerin bereits in der Tatnacht gegenüber den anwesenden Polizeibeamten und in 

der Folge auch in ihren Befragungen stets fest, durch das Würgen unten nass re-

spektive feucht geworden zu sein. Nachvollziehbar ist ohne Weiteres, dass sie dies 

im Bad nicht einzuordnen in der Lage war und deshalb auf die Frage des Polizei-

- 40 -

beamten M._____ mit einem verblüfften Blick reagierte. Nicht zweifelhaft ist, dass 

die geschilderte Nässe auf einen Abgang von Urin zurückzuführen ist. Ebenso we-

nig ist entgegen der Verteidigung (Urk. 78 S. 13 ff.) zweifelhaft, dass die Nässe 

nicht mit einem blossen Schwitzen oder früheren Geschlechtsverkehr zu erklären 

ist. Ein blosses Schwitzen dürfte kaum zu den Schilderungen der Nässe passen 

und wäre von der Privatklägerin – wenn nicht unbemerkt – wohl ganz unerwähnt 

geblieben. Einen Geschlechtsverkehr erwähnt (abgesehen von der Verteidigung) 

niemand der beteiligten Personen.

4.3.4. Während des Vorfalls war der Mitbewohner O._____ in seinem Zimmer. Als 

die Privatklägerin um Hilfe geschrien habe, habe sie auch mehrmals nach ihm ge-

rufen. Dieser sei am Schlafen gewesen. Vermutlich habe er von der Auseinander-

setzung etwas mitbekommen. Er habe aber nicht geholfen, weil er wohl vor dem 

Beschuldigten Angst gehabt habe. Ihr Mitbewohner sei recht klein und auch schon 

ein wenig älter. Sie könne es sich nicht erklären, warum er nichts gemacht habe 

(Urk. D21 3 S. 4 f.). Sie habe ihn später (eine Woche vor der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme) darauf angesprochen, worauf er gelacht und ihr gesagt habe, 

das würde ihn nicht interessieren (Urk. D1 8/1 S. 9). Laut L._____ habe der Mitbe-

wohner während der Anwesenheit der Polizei desinteressiert vor dem Computer 

gesessen. Auf Frage habe er einzig geantwortet, nichts gehört zu  haben und des-

halb auch keine Angaben zum Vorfall machen zu können (Urk. D21 8/1 S. 2). Die 

Beobachtungen von M._____ fielen ähnlich aus. O._____ habe nach der Kontrolle 

an seinem Schreibtisch gesessen und am Computer gearbeitet. Dieser habe zum 

Vorfall nichts sagen wollen (Urk. D21 8/2 S. 2). 

Das geschilderte Verhalten von O._____ entlastet den Beschuldigten grundsätz-

lich. Der Umstand, dass während des mutmasslichen Übergriffs sich noch eine 

weitere Person in der Wohnung aufhielt, die trotz Hilferufe nicht eingriff, scheint mit 

den Schilderungen der gewaltsamen Auseinandersetzung nicht von vornherein 

vereinbar (so im Grundsatz auch die Verteidigung: Urk. 120 S. 13). Dies setzt aber 

selbstredend voraus, dass die fragliche Person (wie wohl in manchen Fällen zu 

erwarten wäre) bei einem entsprechenden Streit mitten in der Nacht nicht teil-

nahmslos im eigenen Zimmer verharrt, sondern nach dem Rechten geschaut oder 

- 41 -

die Polizei alarmiert hätte. In diesem Zusammenhang ist jedoch anzumerken, dass 

sich der Mitbewohner selbst nach dem Eintreffen der Polizei ganz desinteressiert 

und passiv gab, sich trotz ersten Befragungen unbeeindruckt an seinen Computer 

setzte und damit augenscheinlich kundtat, mit der ganzen Sache nichts zu tun 

haben zu wollen. Dies steht mit den Mutmassungen der Privatklägerin im Einklang, 

der Mitbewohner habe wohl etwas gehört, aber gleichwohl nicht eingegriffen. Das 

Verhalten des Mitbewohners entlastet den Beschuldigten wie ausgeführt zwar 

theoretisch. Es vermag die Anschuldigungen der Privatklägerin aber nicht zu 

widerlegen. Dies kann zudem aus folgendem Umstand geschlossen werden. Beide 

Kontrahenten (und nicht nur die Privatklägerin) schilderten eine laute Auseinander-

setzung mitten in der Nacht. Selbst die Darstellung des Beschuldigten, wonach er 

die Privatklägerin abgefangen habe, als sie auf ihn losgegangen sei, sie sei immer 

hysterischer geworden und habe all seine Sachen umhergeworfen und auch einen 

Stuhl nach ihm geworfen (Urk. D1 7/3 S. 2), er habe sie immer wieder aufgefordert, 

ruhig zu sein, weil sie ihn so hysterisch angeschrien habe und es Abend gewesen 

sei (Urk. D21 4 S. 5), zeigt auf, dass die Auseinandersetzung unbestrittenermassen 

gewaltsam und laut geführt wurde. So oder anders steht fest, dass der Mitbewohner 

gleichwohl nicht eingriff. Die Erklärungen der Privatklägerin dazu sind deshalb 

plausibel.

4.3.5. Die Verteidigung stellte sich schliesslich auf den Standpunkt, es sei nicht 

vereinbar, dass die Privatklägerin den Beschuldigten nach dem Vorfall wieder in 

die Wohnung gelassen habe (Urk. 78 S. 16 f.; Urk. 120 S. 14 f.). Dem kann nach 

wie vor nicht gefolgt werden. In diesem Zeitpunkt war die Privatklägerin mit der 

Polizei telefonisch verbunden, was sie via Lautsprecher ihres Telefons auch ge-

genüber dem Beschuldigten klar signalisierte. Zudem hielt sie in der anderen Hand 

einen Pfefferspray bereit. Der Beschuldigte sei nochmals erschienen, weil er sein 

Portemonnaie und seine Postkarte habe holen wollen, darauf sei er aber gleich 

wieder rausgerannt (Urk. D21 3 S. 7; Urk. D1 8/1 S. 11). Die Privatklägerin ermög-

lichte dem Beschuldigten also, dass er seine persönlichen Sachen holte, wohl auch, 

um ihn später nicht nochmals sehen zu müssen. Dass sie dabei im telefonischen 

Kontakt mit der Polizei stand und mit einem Pfefferspray ausgerüstet war, spricht 

für (und nicht gegen) die Sachdarstellung der Privatklägerin.

- 42 -

4.3.6. Den glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin stehen die wenig glaub-

haften Ausführungen des Beschuldigten gegenüber. Wenn die Vorinstanz aus des-

sen Aussagen folgert, der Beschuldigte sei im Kern konstant bei derselben Version 

der Geschehnisse geblieben, indem er pauschal bestritten habe, die Privatklägerin 

gewürgt zu haben, ist dies nur teilweise zutreffend (Urk. 101 S. 43). Bei gesamthaf-

ter Würdigung seiner Darstellung ist im Laufe der Untersuchung eine gewisse Dra-

matisierungstendenz feststellbar. So machte der Beschuldigte zunächst lediglich 

geltend, die Privatklägerin habe im Laufe eines Disputs keine Ruhe gelassen, seine 

Kleider und Schuhe herumgeworfen und an ihn herumgerissen, weshalb er sie fest-

gehalten habe. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung stellte er sich auf 

den Standpunkt, die Privatklägerin habe ihn vier Mal ohrfeigen wollen und davon 

zwei Mal getroffen. Danach habe er gesehen, wie sie ihn nochmals habe schlagen 

wollen (Urk. D21 4 S. 2 f.; Prot. I S. 38). Diese übersteigernde Darstellung der Pri-

vatklägerin als eigentliche Aggressorin lässt Zweifel an seinen Ausführungen auf-

kommen, zumal dann kein Grund ersichtlich wäre, weshalb sich die Privatklägerin 

hernach ins Bad hätte einschliessen müssen, um die Polizei zu avisieren.

Darüber hinaus hat der Beschuldigte ausdrücklich anerkannt, im Zuge der Aus-

einandersetzung der Privatklägerin gedroht zu haben, indem er unmittelbar nach 

den von ihm bestrittenen Würgevorgängen Videosequenzen mit einem Messer auf-

nahm und diese der Privatklägerin sandte, als sie sich im Bad eingeschlossen hatte 

(vgl. Urk. D1 26 S. 10; Urk. D21 4 S. 7; Urk. D21 8/4; Prot. I S. 39; Prot. II S. 14). 

Der Beschuldigte beliess es aber nicht dabei, sondern er filmte noch die geschlos-

sene Badezimmertür. Dabei ist zu hören, wie er von der Privatklägerin gefragt wird, 

wieso er ihr dies antue und er bitte gehen solle (Urk. D21 8/4). Diese Sachbeweise 

stützen mithin nicht nur die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin, son-

dern sie erschüttern zugleich diejenige des Beschuldigten.

4.3.7. Die Aussagen der Privatklägerin fielen wie aufgezeigt konkret und anschau-

lich aus, wurden in einer logischen Reihenfolge wiedergegeben und enthalten eine 

Vielzahl von eigenen Überlegungen und Empfindungen. Sie wirken erlebnisbasiert 

und glaubhaft, weshalb darauf abzustellen ist. Damit ist der Tathergang im Sinne 

der Anklage erstellt. 

- 43 -

In Bezug auf die Frage, ob der Beschuldigte durch das wiederholte und massive 

Würgen eine Lebensgefahr schuf, kann auf die entsprechenden Erwägungen aus 

dem ersten Berufungsurteil abgestellt werden. Das rechtsmedizinische Gutachten 

des IRM der Universität Zürich vom 21. März 2017 hielt Folgendes fest: Objektive 

Zeichen einer Lebensgefahr (Stauungsblutungen im Gesichtsbereich) hätten nicht 

festgestellt werden können. Folge man den subjektiven Angaben der Privat-

klägerin, wonach es im Rahmen des Würgens zu Schwindel, Sehstörungen 

(Schwarzsehen) und unwillkürlichem Urinabgang gekommen sei, lägen subjektive 

Symptome einer durch Sauerstoffmangel bedingten Hirnfunktionsstörung vor, was 

auf eine Lebensgefahr schliessen lasse. In der Folge legt das IRM Merkmale und 

Risiken des Würgens (als Kompression der Halsweichteile mittels einer oder beider 

Hände) und des Unterarmwürgegriffs dar. Bei einem Unterarmwürgegriff könne es 

durch die breitflächige Kompression mit dem gebeugten Arm zu kaum sichtbaren 

Befunden oder einem gänzlichen Fehlen von Halsverletzungen kommen. Durch die 

Hebelwirkung und den flächenhaften Kontakt sei es möglich, eine erhebliche 

Krafteinwirkung auszuüben und die Halsweichteile massiv zu komprimieren. Durch 

diese höhere Krafteinwirkung könne relativ leicht ein gleichzeitiges Abdrücken von 

Schlagadern und Venen des Halses erreicht werden. Dies führe zu einer komplet-

ten Unterbrechung des Blutzuflusses und Blutabflusses des Gehirns. Das zeitglei-

che Abdrücken der Halsschlagadern und Halsvenen verhindere eine Blutstauung 

und somit Stauungsblutungen im Kopfbereich. Die sofortige Unterbrechung der ar-

teriellen Zufuhr von sauerstoffreichem Blut bewirke eine noch raschere Sauerstof-

farmut des Gehirns, als dies zum Beispiel bei einem Würgen mit den Händen der 

Fall sei. Ein Unterarmwürgegriff sei grundsätzlich als lebensgefährlich zu bewerten, 

selbst wenn objektive Befunde (Würgemale, Stauungsblutungen) fehlten. Für einen 

Angreifer sei nicht erkennbar, ab welcher Intensität respektive Dauer der Hals-

kompression er das Opfer in Lebensgefahr bringe. Dies könne bei einem Unter-

armwürgegriff im Vergleich zum manuellen Würgen noch rascher erreicht werden 

(Urk. D21 9/2). In Würdigung dieses Gutachtens ist erstellt, dass der Beschuldigte 

insbesondere durch das Würgen mit dem Arm eine erhebliche Krafteinwirkung 

und eine sofortige Unterbrechung der arteriellen Zufuhr von sauerstoffreichem Blut 

ins Gehirn bewirkte. Daran ändert laut Expertise nichts, dass beim Opfer Würge-

- 44 -

male oder Stauungsblutungen nicht hätten festgestellt werden können. Petechiale 

(punktförmige) Einblutungen an Schleimhäuten oder Bindegeweben sind zwar 

typische Anzeichen eines Würgevorgangs, stellen aber keine restlos zuverlässigen 

Merkmale in dem Sinne dar, dass bei deren Fehlen ein solcher zwingend auszu-

schliessen wäre (s.a. Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin SGRM, 

Sektion Medizin, Schädigung durch Strangulation, Ausgabe Mai 2012, S. 7 ff. 

[abrufbar unter https://sgrm.ch/de/forensische-medizin/arbeitsgruppen/qm-foren-

sische-medizin]). Ebenso ist nicht massgebend, dass sich die Privatklägerin nach 

wenigen Sekunden aus dem Griff befreien konnte. Sie zeigte Symptome, die auf 

eine durch Sauerstoffmangel bedingte Hirnfunktionsstörung hinwiesen. Mithin 

schuf der Beschuldigte eine konkrete und akute Lebensgefahr. Dass es durch die 

Beeinträchtigung der Blutzufuhr zum Gehirn jederzeit zu tödlichen Hirnschädi-

gungen hätte kommen können, gilt gleichermassen für das anschliessende Würgen 

mit dem Bein. Auch damit wird eine breitflächige Kompression und ohne Weiteres 

eine Hebelwirkung erzielt.

4.3.8. In subjektiver Hinsicht bleibt Folgendes festzuhalten. Es kann nicht ernsthaft 

bestritten werden, dass der Beschuldigte – wie jeder Durchschnittsmensch – 

wusste, dass das massive Würgen eines Menschen eine unmittelbare Lebens-

gefahr und damit die Möglichkeit des Todeseintritts schafft. Der Beschuldigte 

würgte die Privatklägerin wiederholt, massiv und auf verschiedene Weise. Auch 

wenn er mit brachialer Gewalt das körperlich unterlegene Opfer zum Schweigen 

bringen wollte ("Bis ruhig, bis ruhig, bis eifach ruhig") und dies grundsätzlich auch 

mit einem Tötungsvorsatz einhergehen könnte, liess er vom Opfer gleichwohl ab 

und ermöglichte es ihm, dass es sich im Badezimmer in Sicherheit bringen konnte. 

Jedoch zeigt das massive und wiederholte Würgen, dass der Beschuldigte im 

Wissen der damit geschaffenen Lebensgefahr diese auch wollte und nicht nur in 

Kauf nahm. Daran würde nichts ändern, wenn der Beschuldigte darauf vertraut 

hätte, dass sich die Gefahr nicht realisiert. Der angeklagte Sachverhalt ist auch in 

subjektiver Hinsicht erstellt.

4.4. Rechtliche Würdigung 

- 45 -

4.4.1. Gemäss Art. 129 StGB macht sich der Gefährdung des Lebens schuldig, wer 

einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. In ob-

jektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand den Eintritt einer konkreten unmittelbaren 

Lebensgefahr. Eine solche liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Mög-

lichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit Hinweisen). Dies setzt 

indes nicht voraus, dass die Wahrscheinlichkeit des Todes grösser sein muss als 

jene seines Ausbleibens (BGE 121 IV 67 E. 2b/aa S. 70 mit Hinweis). Bei den Fol-

gen des Würgens wendet die rechtsmedizinische Praxis eine symptomorientierte 

Abgrenzung an (vgl. im Einzelnen STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Straf-

recht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, N. 16 ff. zu Art. 129 StGB).

Der subjektive Tatbestand verlangt in Bezug auf die unmittelbare Lebensgefahr 

direkten Vorsatz. Eventualvorsatz genügt nicht. Weiter erfordert der Tatbestand ein 

skrupelloses Handeln. Skrupellos ist ein in schwerem Grad vorwerfbares, ein rück-

sichts- oder hemmungsloses Verhalten (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit Hinweisen). 

Zu berücksichtigen sind die Tatmittel, die Tatmotive sowie die konkrete Tatsituation 

(Urteil 6S.127/2007 vom 6. Juli 2007 E. 2.3). Je grösser die vom Täter geschaffene 

Gefahr ist und je weniger seine Beweggründe zu billigen sind, desto eher ist die 

Skrupellosigkeit zu bejahen (BGE 107 IV 163 E. 3 S. 164 mit Hinweisen). Skrupel-

losigkeit liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus nichtigem Grund geschaffen 

wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, so dass sie von einer tiefen Ge-

ringschätzung des Lebens zeugt (CORBOZ, a.a.O., Vol. I, N. 32 zu Art. 129 StGB). 

4.4.2. Der Beschuldigte würgte das Opfer wiederholt. Die Tatausführung insbeson-

dere mit dem Arm und in der Folge mit dem Bein, indem der Beschuldigte den Hals 

der Privatklägerin mit einem Bein umschlang und dieses dann an sich zog, muss 

als brachial bezeichnet werden. Gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen 

wies das Opfer Symptome auf (Schwindel, Sehstörungen [Schwarzsehen], unwill-

kürlichen Urinabgang), die für eine durch Sauerstoffmangel bedingte Hirnfunktions-

störung sprechen. Damit schuf der Beschuldigte eine konkrete und akute Lebens-

gefahr, die in rechtlicher Hinsicht als unmittelbar bezeichnet werden muss. Be-

treffend die objektiven Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte gestützt 

- 46 -

auf das Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit direktvorsätzlich. Sein 

Verhalten offenbart, dass er mit Gefährdungsvorsatz handelte.

Der Beschuldigte wollte die Privatklägerin nach einem Disput zum Schweigen 

bringen. Die heftige körperliche Gewalt ist weder verständlich noch kann sie ge-

billigt werden. Indem er die Privatklägerin wiederholt und heftig würgte, legte er 

gemessen an den allgemeinen Grundsätzen von Sitte und Moral ein äusserst 

verwerfliches Verhalten an den Tag. Der Beschuldigte handelte rücksichts- und 

hemmungslos. Sein Verhalten ist zweifelsohne als skrupellos im Sinne des Tat-

bestands zu bezeichnen.

4.4.3. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 21).

5. Diebstahl (Dossier 21)

5.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 11. März 2017 von der 

Privatklägerin B._____ einen Fingerring und Bargeld in der Höhe von ca. Fr. 200.– 

an sich genommen. Dies sei geschehen, nachdem er sie gewürgt gehabt habe und 

sie ins Bad habe flüchten können. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum 

Schluss, der Anklagevorwurf sei erstellt (Urk. 101 S. 49 ff.).

5.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt im Untersuchungsverfahren und 

vor Vorinstanz. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er aus, 

die Privatklägerin habe kein Geld gehabt. Der einzige, der Geld gehabt habe, sei 

er gewesen. Den Ring habe ihm die Privatklägerin geschenkt (Prot. I S. 41). Die 

Verteidigung hielt fest, wer so wenig Geld wie die Privatklägerin zum Leben habe 

und den genauen Betrag des Bargelds im Portemonnaie nicht beziffern könne, der 

lüge. Den Ring habe die Privatklägerin dem Beschuldigten geschenkt. Stamme die-

ser, wie von der Privatklägerin behauptet, von einem früheren Freund, dann sei die 

Schenkung ein Beweis dafür, dass der Ex-Freund wirklich ein Ex-Freund sei, die 

Privatklägerin die Beziehung zum Beschuldigten ebenfalls als beendet betrachtet 

und den Ring habe zurückerhalten wollen (Urk. 78 S. 18 f.). Daran hielt die Ver-

teidigung auch im ersten Berufungsverfahren fest (Urk. 120 S. 16 ff.).

- 47 -

5.3. Die Vorinstanz hat die Sachverhaltsschilderungen der Privatklägerin 

(Urk. D21 3 S. 7; Urk. D1 8/1 S. 9) und des Beschuldigten (Urk. D21 4 S. 8; D1 7/3 

S. 3; Prot. I S. 41) zutreffend zusammengefasst und korrekt gewürdigt, worauf 

vorab verwiesen werden kann (Urk. 101 S. 49 ff.). Insbesondere ist richtig, dass der 

Beschuldigte unmittelbar nach dem gewaltsamen Übergriff der Privatklägerin (via 

Whatsapp) ein Video schickte, auf dem er den besagten Ring am Ringfinger prä-

sentiert (Urk. D21 8/4). Dies hätte er wohl nicht gemacht, hätte er den Ring wie 

behauptet zu einem früheren Zeitpunkt von der Privatklägerin geschenkt erhalten. 

Die Vorinstanz hält deshalb richtig fest, dass dieses Gehabe eben gerade dafür 

spricht, dass der Ring nicht dem Beschuldigten gehörte. Zudem wollte die Privat-

klägerin, anders als der Beschuldigte, nur eine lockere Beziehung führen (Urk. 101 

S. 51). Nicht einleuchtend und sogar den Aussagen des eigenen Klienten wider-

sprechend ist dabei die Erklärung der Verteidigung, der Beschuldigte habe im Video 

die Privatklägerin daran erinnern wollen, wie eng sie doch miteinander seien, was 

für eine Schenkung spreche (Urk. 120 S. 18). Selbst der Beschuldigte verneinte 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (nunmehr) klar, mit der Privat-

klägerin eine Liebesbeziehung geführt zu haben (Prot. I S. 38). Gleichermassen 

hilflos ist die Erklärung des Beschuldigten, er habe mit der Videoaufnahme 

– notabene im Anschluss an einen lebensgefährlichen Übergriff – bloss zeigen 

wollen, dass er ihr nichts antue (Urk. D21 4 S. 7). Die Darstellung der Privatklägerin 

ist überzeugend und wird durch die Videoaufnahmen gestützt. Gleichermassen 

glaubhaft ist auch die Darstellung der Privatklägerin zum restlichen Deliktsgut. Die 

Vorinstanz hält fest, dass die Privatklägerin den Geldbetrag unterschiedlich hoch 

beziffert habe (mehr als Fr. 450.–; Fr. 200.– bis Fr. 300.–). Einerseits sei dies mit 

dem Zeitablauf zwischen den Einvernahmen zu begründen, andererseits aber 

auch, weil nicht immer mit Sicherheit gesagt werden könne, wie viel Bargeld sich 

im Portemonnaie befinde. Diese Erwägungen sind zutreffend. Kein eigentlicher 

Widerspruch liegt weiter in der Schilderung, am Morgen beim Aufräumen respek-

tive als die Polizei weggegangen sei das Fehlen des Geldes bemerkt zu haben 

(Urk. D21 3 S. 7; Urk. D1 8/1 S. 9). Der Beschuldigte wusste, dass ihm der Ring 

und das Bargeld nicht gehörten. Wenn die Vorinstanz schlussfolgert, der anklage-

relevante Sachverhalt sei erstellt, so ist dem beizupflichten (Urk. 101 S. 51). 

- 48 -

5.4. Die Vorinstanz hat die Wegnahme des Rings und des Bargelds zutreffend 

als Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB gewürdigt. Der Beschuldigte ist 

entsprechend schuldig zu sprechen (Dossier 21).

6. Versuchte Erpressung (Dossier 26)

6.1. Ausgangslage

6.1.1. Die Vorinstanz sieht als erstellt, dass der Beschuldigte am 25. September 

2017 der Privatklägerin C._____ eine SMS schickte mit der Aufforderung, Fr. 150.– 

in den Br