# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac81d91d-cda2-5495-84a1-682540634bcf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 10.03.2015 110 2014 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2014-120_2015-03-10.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

RA Nr. 110/2014/120 Bern, 10. März 2015

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne, Schloss, Hauptstrasse 6, 2560 Nidau

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Orpund, Gottstattstrasse 12, Postfach 171, 
2552 Orpund

Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Biel/Bienne vom 18. September 
2014 (bbew 6/2014; Neubau 6 Mehrfamilienhäuser mit Einstellhalle)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 4. Dezember 2013 bei der Gemeinde Orpund 

ein Baugesuch ein für den Abbruch von zwei erhaltenswerten Gebäuden und den Neubau 

von sechs Mehrfamilienhäusern mit Einstellhalle und einer gewerblichen Nutzung im 

2

Erdgeschoss/Tiefparterre entlang der Strasse D.________ auf den Parzellen Orpund 

Grundbuchblatt Nrn. E.________, F.________, G.________, H.________, I.________, 

J.________ und K.________. Die Parzellen liegen im Anwendungsbereich der Teil-

Überbauungsordnung L.________ vom 12. August 20131 (im Folgenden: ÜO L.________). 

Mit Ausnahme des Hauses A1 liegen sämtliche Häuser im Gewässerschutzbereich B. Das 

Haus A1 liegt teilweise innerhalb des Gewässerschutzbereichs AU. Die Einstellhalle und die 

Keller der Mehrfamilienhäuser liegen unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels. Gegen 

das Bauvorhaben erhoben unter anderen der Beschwerdeführer 1 und die 

Beschwerdeführerin 2 Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 18. September 2014 erteilte 

das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne die Baubewilligung.

2. Dagegen reichten sowohl der Beschwerdeführer 1 als auch die Beschwerdeführerin 2 

am 18. Oktober 2014 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 

Kantons Bern (BVE) ein. Beide beantragen die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 

18. September 2014 und die Erteilung des Bauabschlags. Dabei machten sie insbesondere 

geltend, dass die Auswirkungen des Vorhabens auf den Grundwasserstrom mangelhaft 

geprüft worden seien, die Grundstückentwässerung ungenügend sei und die 

Nachbarliegenschaften aufgrund der Grundwasserproblematik sowie wegen der 

Grundstückentwässerung stark beeinträchtigt würden.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das AWA nahm mit Schreiben vom 

6. November 2014 zum Bauvorhaben und den Beschwerden Stellung. Es erachtet das 

geplante Projekt aus Sicht des Grundwasserschutzes bei Einhaltung der im Amtsbericht 

vom 10. März 2014 formulierten Auflagen als bewilligungsfähig. Mit Blick auf die 

Nachbarliegenschaften empfahl das AWA jedoch, die Auswirkungen der Einbauten ins 

Grundwasser durch eine hydrogeologisch kompetente Fachperson im Detail überprüfen zu 

lassen und die notwendigen Ersatzmassnahmen vorzusehen. Das 

Regierungsstatthalteramt beantragt mit Stellungnahme vom 13. November 2014 die 

1 Teil-Überbauungsordnung L.________  (L._______) vom 12. August 2013, genehmigt durch das AGR am 23. 
September 2013. 
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

3

Abweisung der Beschwerden, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Gemeinde 

führte in ihrer Stellungnahme vom 13. November 2014 aus, dass die Baukommission an 

ihrem positiven Amtsbericht vom 13. März 2014 und am Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramts vom 18. September 2014 festhalte. Die Beschwerdegegnerin 

reichte mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2014 Ergänzungsbemerkungen von 

spezialisierten Fachbüros betreffend Hochwasserschutz (M.________), 

Grundwasserproblematik (N.________ AG) und Grundstücksentwässerung 

(O.________AG) ein und beantragt die Abweisung der Beschwerden.

4. Auf Aufforderung des Rechtsamts reichte die Beschwerdegegnerin einen 

rechnerischen Nachweis der Kompensationsmassnahmen zum Ausgleich des 

Grundwasserspiegels (von der Firma N.________ AG vom 19. Dezember 2014) inkl. 

schematischer Darstellung ein. Zudem reichte sie einen angepassten Plan 

Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4.12.2013 ein, auf welchem die 

Ringausgleichsleitung neu bzw. genauer festgelegt wurde. Dieser Plan wurde vom 

Rechtsamt als Projektänderung im Sinne von Art. 43 BewD3 entgegengenommen. Mit 

Stellungnahme vom 14. Januar 2015 kam das AWA zum Ergebnis, dass mit den 

rechnerisch nachgewiesenen Kompensationsmassnahmen im Endzustand und den 

Massnahmen während der Bauphase die von den Beschwerdeführenden gerügten 

negativen Auswirkungen auf ihre Liegenschaften ausgeschlossen werden können. Das 

geplante Bauvorhaben dürfe aus Sicht des Grundwasserschutzes bewilligt werden. 

Die Parteien erhielten Gelegenheit, zur Projektänderung Stellung zu nehmen und 

Schlussbemerkungen einzureichen.

5. Auf die Rechtsschriften, die im Rechtsmittelverfahren eingereichten Ergänzungen der 

spezialisierten Fachbüros sowie die Stellungnahmen des AWA wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

3 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).

4

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG4. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG5 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerden gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 10 KoG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer 1 und die 

Beschwerdeführerin 2, deren Einsprachen abgewiesen wurden, sind unmittelbare 

Nachbarn der Bauparzellen. Sie sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Beschwerden sind innert der 

Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 BauG) und enthalten einen Antrag und 

eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG6). Auf die form- und fristgerecht eingereichten 

Beschwerden ist damit einzutreten.

2. Projektänderung

a) Mit Verfügung vom 1. Dezember 2014 stellte das Rechtsamt der BVE fest, dass die 

für den ungehinderten Wasserfluss vorgesehene Ringausgleichsleitung um das 

Untergeschoss trotz den gegenteiligen Ausführungen der Firma N.________ in den von 

der Beschwerdegegnerin eingereichten Ergänzungsbemerkungen vom 18. November 2014 

im Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013 nicht zu einem Ring 

geschlossen sei. Die Beschwerdegegnerin reichte daraufhin mit Schreiben vom 19. 

Dezember 2014 einen angepassten Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. 

Dezember 2013 (Revisionsdatum: 12. Dezember 2014) ein. Darin wurde die 

Grundwasserausgleichsleitung neu als geschlossene Ringleitung, welche um die 

4 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

5

Einstellhalle und die Untergeschosse der südlichen Gebäude A1, A2, A3 und A4 geführt 

werden soll, eingetragen und mit diversen Kontrollschächten versehen. In der Legende 

wurde die Grundwasserausgleichsleitung näher umschrieben (Rohrdurchmesser DN = 250 

mm, geschlitzt, Vollrohr, bei Bereichen mit belastetem Aushub als Vollrohr, ohne 

Kiespackung). 

b) Laut Art. 43 BewD kann der Baugesuchsteller während der Hängigkeit eines 

Baubewilligungsverfahrens oder eines nachfolgenden Beschwerdeverfahrens vor der BVE 

eine Projektänderung einreichen, ohne dass deshalb ein neues Baubewilligungsverfahren 
eingeleitet werden muss. Erfolgt die Projektänderung im Beschwerdeverfahren, sind die 

Gemeinde, die Gegenpartei und die von der Projektänderung berührten Dritten anzuhören.

Das Projekt bleibt in den Grundzügen gleich. Deshalb nahm das Rechtsamt den 

angepassten Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013  als 

Projektänderung im Sinne von Art. 43 Abs. 1 BewD an die Hand. Die darin vorgenommene 

Änderung betrifft einzig die unterirdische Grundwasserausgleichsleitung und ist damit 

untergeordneter Natur. Damit sind mit der Projektänderung keine öffentlichen oder 

wesentlichen nachbarlichen Interessen zusätzlich betroffen, weshalb auf die Anhörung 

Dritter und auf eine Publikation verzichtet werden konnte.

c) Der Projektänderungsplan ersetzt das ursprüngliche Baugesuch und damit den 

ursprünglich eingereichten Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013. 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist somit nur das geänderte Projekt gemäss dem 

Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013 (Revisionsdatum: 12. 

Dezember 2014) mit dem Stempel „Projektänderung“ und dem Eingangsstempel 

Rechtsamt BVE vom 8. Januar 2015. Ob diesbezüglich das von der Vorinstanz beurteilte 

Projekt bewilligungsfähig gewesen wäre, ist nicht mehr zu prüfen.

3. Grundwasser

a) Die Beschwerdeführenden rügen, mit dem Bau der Einstellhalle werde ein Riegel in 

den Grundwasserstrom gebaut, wodurch sich das Grundwasser staue. Die Auswirkungen 

des Bauvorhabens auf den Grundwasserstrom könnten nicht nachgewiesen oder 

abgeschätzt werden, weil die Unterlagen dazu in den Baugesuchsakten fehlen würden. Die 

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Planung sei somit unvollständig und mangelhaft. Es müsse davon ausgegangen werden, 

dass sich der ganze Wasserhaushalt im Untergrund neue Wege suchen müsse und somit 

die Nachbargrundstücke nachteilig belastet würden. Die von den Fachbehörden verlangte 

ringförmige Drainageleitung bei jedem Gebäude sei in den Plänen nicht eingezeichnet. Die 

Bauherrschaft habe sich auf eine halbringförmige Drainageleitung mit unbekanntem 

Durchmesser um die Einstellhalle und zwei Sickerschächte beschränkt. 

b) Das geplante Projekt befindet sich mit Ausnahme von Haus A1 im 

Gewässerschutzbereich B. Das Haus A1 liegt teilweise (südlicher Bereich) noch innerhalb 

des Gewässerschutzbereichs AU. Der Gewässerschutzbereich AU umfasst gemäss Anhang 

4 Ziff. 111 Abs. 1 der GSchV7 die nutzbaren unterirdischen Gewässer sowie die zu ihrem 

Schutz notwendigen Randgebiete. Die Einstellhalle und die Keller der Mehrfamilienhäuser 

liegen unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels, wobei gemäss den Ausführungen des 

AWA in der Stellungnahme vom 6. November 2014 die Einstellhalle bis 2.78 m und das 

Kellergeschoss des Hauses A1 57 cm unter den mittleren Grundwasserspiegel reichen. 

c) Grundsätzlich sind nach Art. 21 Abs. 1 BauG Bauten und Anlagen so zu erstellen, zu 

betreiben und zu unterhalten, dass weder Personen noch Sachen gefährdet werden. Bei 

der Erstellung von Bauten und Anlagen sind die anerkannten Regeln der Baukunde 

einzuhalten. Personen und Sachen dürfen weder durch den Bauvorgang noch durch den 

Bestand oder Betrieb von Bauten und Anlagen gefährdet werden (Art. 57 Abs. 1 BauV8).

Bauten unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels sowie Arbeiten im Spezialtiefbau im 

Grundwasserbereich bedürfen nach Art. 11 KGSchG9 i.V.m. Art. 26 Abs. 2 Bst. g KGV10 

einer Gewässerschutzbewilligung durch das AWA. Neben dieser generellen 

Bewilligungspflicht für Arbeiten im Grundwasserbereich sind Bauten im 

Gewässerschutzbereich AU unter dem mittleren Grundwasserspiegel grundsätzlich 

verboten. Das AWA kann Ausnahmen bewilligen, soweit die Durchflusskapazität des 

Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10 Prozent 

vermindert wird (Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV).

7 Gewässerschutzverordnung des Bundesrates vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201).
8 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) .
9 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0).
10 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1).

7

d) Beim hier umstrittenen Vorhaben liegt einzig der südliche Teil des Hauses A1 im 

Gewässerschutzbereich AU. Das AWA führte in seiner Stellungnahme vom 6. November 

2014 hierzu aus, das Kellergeschoss des Hauses A1 reiche 57 cm unter den mittleren 

Grundwasserspiegel und befinde sich vollständig im Strömungsschatten der Einstellhalle. 

Ein rechnerischer Nachweis der Durchflusskapazität für das Haus A1 sei deshalb aus 

hydrogeologischer Sicht nicht nötig und sei entsprechend vom AWA auch nicht verlangt 

worden. Es ist nachvollziehbar, dass für den kleinen Bereich des Bauvorhabens, welcher 

sich im Gewässerschutzbereich AU befindet und vollständig im Strömungsschatten der 

tiefer liegenden Einstellhalle im Gewässerschutzbereich B liegt, kein Nachweis der 

Durchflusskapazität des Grundwassers und damit kein Ausnahmegesuch im Sinne von 

Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV verlangt wurde. Dies wird auch von den 

Beschwerdeführenden nicht bemängelt. 

e) Der überwiegende Teil des Bauvorhabens liegt im Gewässerschutzbereich B, in 

welchem Bauten unter dem Grundwasserspiegel bei Vorliegen einer 

Gewässerschutzbewilligung zulässig sind. Diese wurde der Beschwerdegegnerin mit dem 

angefochtenen Gesamtentscheid vom 18. September 2014 auf Grundlage des 

Amtsberichts des AWA vom 10. März 2014 unter Bedingungen und Auflagen erteilt. 

In der Stellungnahme vom 6. November 2014 führte das AWA aus, die geplante 

Einstellhalle unterbreche den natürlichen Grundwasserdurchfluss massiv und verändere 

die örtlichen Grundwasserverhältnisse. Negative Auswirkungen auf die 

Nachbargrundstücke könnten deshalb nicht ausgeschlossen werden. Da sich die geplanten 

Bauten im Gewässerschutzbereich B befänden, sei das AWA indessen nicht verpflichtet, 

allfällig vorgesehene Massnahmen zum Erhalt der Durchflusskapazität zu prüfen. Im 

Rahmen des Baubewilligungsverfahrens werde durch das AWA nur geprüft, ob die 

geplanten Vorkehren mit den massgebenden Gewässerschutzvorschriften vereinbar seien; 

nicht geprüft würden die Auswirkungen auf die Grundstücke der Beschwerdeführenden. Mit 

den verlangten Auflagen gemäss Amtsbericht vom 10. März 2014 sei das geplante Projekt 

aus Sicht des Grundwasserschutzes bewilligungsfähig. Indessen habe man bereits im 

Amtsbericht (Ziff. 1.7) empfohlen, wegen der Aufstaugefahr und der allfälligen 

Beeinträchtigung von Nachbargebäuden die entsprechenden Massnahmen zum Erhalt der 

natürlichen Grundwasserströmungsverhältnisse vorzusehen. Auch in der geotechnischen 

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Baugrundbeurteilung von N.________ vom 6. September 201211 sei auf diese Problematik 

hingewiesen und entsprechende Ersatzmassnahmen (ringförmige Drainageleitung im 

Fundationsbereich, Hinterfüllung mit kiesigem, gut durchlässigem Material) vorgeschlagen 

worden. Diese Vorkehren seien sinnvoll und würden bezwecken, die Einbauten ins 

Grundwasser quantitativ zu kompensieren. Weiter fehle ein rechnerischer Nachweis bzw. 

eine Grundwassermodellierung mit und ohne Kompensationsmassnahmen, was von den 

Beschwerdeführenden gerügt werde. Das AWA empfahl deshalb, dass im Sinne der 

Beschwerdeführenden eine entsprechende Überprüfung für den Endzustand durch eine 

hydrogeologisch kompetente Fachperson noch vorgenommen werde. Dem Vorwurf der 

Beschwerdeführenden, die Auswirkungen des Vorhabens seien ungenügend bwz. nicht 

nachvollziehbar abgeklärt worden, gab die Fachbehörde insofern Recht. 

Gestützt auf diese Ausführungen des AWA und die Aufforderung des Rechtsamts reichte 

die Beschwerdegegnerin neben dem angepassten Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 

vom 4. Dezember 2013, in welchem neu die bereits von der Firma N.________ in der 

geotechnischen Baugrundbeurteilung verlangte ringförmige Grundwasserausgleichsleitung 

vorgesehen ist (vgl. E. 2), einen "rechnerischen Nachweis der 

Kompensationsmassnahmen zum Ausgleich des Grundwasserspiegels" von der Firma 

N.________ vom 19. Dezember 2014 ein. 

Das AWA prüfte diese Unterlagen und führte mit Stellungnahme vom 14. Januar 2015 aus, 

mit dem rechnerischen Nachweis ohne und mit Ersatzmassnahmen sowie den geplanten 

Massnahmen während der Bauphase und im Endzustand seien sie einverstanden. Die 

Dokumente seien fachgerecht und in der notwendigen Ausführlichkeit erstellt worden. 

Durch die geplante Einstellhalle werde der natürliche Grundwasserdurchfluss um 62% 

vermindert. Als Ersatzmassnahme sei eine geschlitzte Ausgleichsleitung mit einem 

Durchmesser von 200 mm (auf den Plänen sogar 250 mm) um die Einstellhalle und die 

Untergeschosse geplant. Der Nachweis zeige, dass mit dieser Massnahme ein 

rechnerischer Sicherheitsfaktor von mehr als 100 erreicht werde (d.h. der mögliche 

Durchfluss im Ausgleichsrohr ist gut 100 mal grösser als der berechnete natürliche 

Grundwasserdurchfluss der gesamten Fläche). Das Modell für die Berechnung und die 

Annahmen (Durchlässigkeitsbeiwert, Gefälle und Grundwasserspiegel), welche für den 

Nachweis getroffen worden seien, seien plausibel. Mit diesem Sicherheitsfaktor könne die 

11 Vorakten Gemeinde, Register 9 des zweiten Registers.

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Gefahr eines Aufstaus auch bei ungünstigen Bedingungen noch ausgeschlossen werden. 

Durch die zwei ausserhalb der umspundeten Baugrube angeordneten Pumpschächte 

werde der Grundwasserspiegel während der Bauphase auf einem natürlichen Niveau 

stabilisiert und so ein Aufstau verhindert. Insgesamt könnten mit den rechnerisch 

nachgewiesenen Kompensationsmassnahmen im Endzustand und den Massnahmen 

während der Bauphase die von den Beschwerdeführern gerügten negativen Auswirkungen 

auf ihre Liegenschaften ausgeschlossen werden. Das geplante Bauvorhaben dürfe aus 

Sicht des Grundwasserschutzes bewilligt werden.

f) Die BVE sieht keinen Anlass, von dieser Einschätzung der Fachbehörde 

abzuweichen. Auch die Beschwerdeführenden bringen im Rahmen der 

Schlussbemerkungen keine Einwände dagegen vor. Ein Aufstau von Grundwasser soll mit 

den folgenden Vorkehren verhindert werden: 

Während der Bauphase wird die Baugrube im Schutze einer Spundwand ausgehoben. 

Durch diese temporäre Blockierung wird das Wasser seitlich um die Baugrube 

herumfliessen, so dass mit einem gewissen Aufstau stromaufwärts zu rechnen ist. Mit der 

Auflage 4.19 des Amtsberichts vom 10. März 2014 wird verlangt, dass die 

Grundwasserstände innerhalb und ausserhalb der Baugrube in Grundwassermessstellen 

vor, während und nach Abschluss der Bauarbeiten periodisch überwacht und protokolliert 

werden. Hierzu soll gemäss Vorschlag von N.________ neben den bereits bestehenden 

Piezometerrohren bei den Liegenschaften der Beschwerdeführenden je ein weiteres 

Piezometerrohr zur Kontrolle des Grundwasserspiegels versetzt werden (S. 4 

rechnerischer Nachweis). Durch diese Überwachung der Wasserspiegel soll frühzeitig 

erkannt werden, falls ein Aufstau ein schädliches Ausmass annimmt. Im Hinblick auf eine 

Stabilisierung des Grundwasserspiegels auf der Anströmseite der Spundwand sollen 

zudem gemäss Vorschlag von N.________ an zwei Stellen bis in das Grundwasser 

eintauchende Pumpschächte erstellt werden, aus welchen bei zu hohem Spiegel Wasser 

abgepumpt werden kann (S. 5 rechnerischer Nachweis). Die bereits vorhandenen und die 

neu vorgesehenen Piezometerrohre sowie die beiden neuen Pumpschächte sind im 

Situationsplan 1:500, welcher von N.________ mit dem rechnerischen Nachweis 

eingereicht wurde (Anhang 1), ersichtlich. Die Beschwerdegegnerin erklärte sich mit den 

vorgeschlagenen Standorten für die neuen Piezometerrohre und Pumpschächte und der 

Aufnahme einer entsprechenden Auflage ausdrücklich einverstanden (vgl. Schreiben vom 

21. Januar 2015). Der angefochtene Gesamtentscheid wird daher mit einer zusätzlichen 

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Auflage ergänzt, wonach die Beschwerdegegnerin vor Baubeginn zwei weitere 

Piezometerrohre sowie zwei Pumpschächte gemäss Plan Situation 1:500, gestempelt vom 

Rechtsamt der BVE am 22. Dezember 2014, zu erstellen hat (vgl. III. Entscheid, Ziff. 1b). 

Im Endzustand ist eine Grundwasserausgleichsleitung geplant, die in einer Kiespackung 

als Anschluss an den gewachsenen Kies aussen am Bauwerk erstellt wird. Diese wird um 

die Einstellhalle sowie um die Untergeschosse der südlichen Gebäude geführt. Die genaue 

Lage sowie der Durchmesser dieser Ausgleichsleitung (250 mm) ergeben sich aus dem 

angepassten Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013 

(Revisionsdatum: 12. Dezember 2014) gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 8. Januar 

2015. Das Konzept des Aufbaus der Ausgleichsleitung (Sickerrohr) mit Kiespackung und 

der abgedichteten Hinterfüllung ist dargestellt in den Plänen Situation Entwässerung 1:500 

und geotechnische Profile 1:200, welche von der Firma N.________ dem rechnerischen 

Nachweis als Anhang 2 und 3 beigelegt wurden. Mit dem rechnerischen Nachweis wird 

belegt, dass der natürliche Grundwasserdurchfluss von der geplanten Ausgleichsleitung 

aufgenommen werden kann. Die Projektänderung wird bewilligt. Sowohl der angepasste 

Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 als auch die Pläne Situation Entwässerung 1:500 

und geotechnische Profile 1:200, beide gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 

22. Dezember 2014, werden im Dispositiv des Beschwerdeentscheids aufgenommen und 

damit als verbindlich erklärt (vgl. III. Entscheid, Ziff. 2).

Schliesslich wurden die Auflagen des "Merkblatts – Bauten im Grundwasser und 

Grundwasserabsenkungen" des AWA vom April 2013 im Amtsbericht vom 10. März 2014 

als integrierender Bestandteil desselben bezeichnet. Damit wird insbesondere festgelegt, 

dass Planung und Ausführung sämtlicher Arbeiten im Zusammenhang mit Bauten im 

Grundwasser und Grundwasserabsenkungen von einer hydrogeologisch kompetenten 

Fachperson begleitet und überwacht werden müssen. Die Wahl dieser Fachperson ist der 

Beschwerdegegnerin überlassen.

Damit ist insgesamt sichergestellt, dass bei Einhaltung der Auflagen und Umsetzung der 

geplanten, im Beschwerdeverfahren konkretisierten Massnahmen ein Aufstau und damit 

eine Beeinträchtigung von Nachbargebäuden ausgeschlossen werden kann. Im Übrigen 

bleiben die Art. 21 Abs. 1 BauG und Art. 57 Abs. 1 BauV zu beachten, wonach die 

anerkannten Regeln der Baukunde einzuhalten sind und Personen und Sachen weder 

durch den Bauvorgang noch durch den Bestand oder Betrieb von Bauten und Anlagen 

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gefährdet werden dürfen. Dass die Regeln der Baukunde eingehalten werden müssen, gilt 

daher auch für den vorliegenden Fall, ohne dass dies ausdrücklich als Auflage in die 

Baubewilligung aufgenommen werden muss. Die Beschwerdegegnerin hat die nach den 

Umständen sich aufdrängenden Sicherheitsvorkehrungen als unmittelbar anwendbare 

Verhaltensvorschriften ohne weiteres zu beachten. Die Nichtbeachtung der Regeln der 

Baukunde kann nicht nur zivilrechtliche Schadenersatzansprüche, sondern auch ein 

strafrechtliches Verfahren nach sich ziehen.

4. Grundstückentwässerung

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, gemäss den Plänen würden sämtliche 

Leitungen auf dem Grundstück neu erstellt, Hausanschlüsse würden neu angehängt und 

die Gemeindeleitungen umgelegt. Bis jetzt habe es nur Regenwasser gegeben, welches 

von oberhalb der Strasse D.________ durch das Baugrundstück bis in die Aare geflossen 

oder gepumpt worden sei. Neu würden alle Dachflächen der Überbauung auch an dieselbe 

Leitung angeschlossen. Somit werde das Rückstauproblem, welches bis anhin unter 

Kontrolle gehalten werden konnte, mit der neuen Überbauung verschärft. Je nach 

Niveauhöhe der Aare sei das Problem des Rückstaus noch grösser.

b) Die Grundstücksentwässerung liegt in der Kompetenz der Gemeinde (Art. 6 Abs. 1 

KGSchG). Diese erteilte im vorinstanzlichen Verfahren gestützt auf einen Mitbericht Nr. 1 

des Ingenieurbüros O.________AG vom 24. Februar 2014 die Gewässerschutzbewilligung 

und erklärte diesen Mitbericht als integrierenden Bestandteil dieser Bewilligung.12 

Die Gemeinde führte aus13, die privaten Liegenschaftsentwässerungsleitungen würden neu 

nicht mehr quer durch die Parzelle Nr. P.________ führen. An der Grenze zwischen den 

Parzellen Nr. P.________ und Q.________ werde ein neuer Kontrollschacht gebaut und 

die Leitung entlang dieser Grenze gegen Süden in die öffentliche Kanalisation geführt. Die 

neuen Leitungsanlagen entsprächen in der Dimension und Gefälle den gesetzlichen 

Anforderungen. Die Entwässerung richte sich nach dem Generellen Entwässerungsplan 

(GEP) der Gemeinde. Bei Hochwasser liege das Rückstauniveau gemäss GEP auf Niveau 

12 Vorakten Regierungsstatthalteramt pag. 73-77.
13 Stellungnahme vom 29. April 2014 zu den Einsprachen (Vorakten Regierungsstatthalteramt pag. 271) sowie 
Stellungnahme vom 13. November 2014 im Beschwerdeverfahren.

12

Terrain. Jeder Grundeigentümer müsse seine Leitungsanlagen nach den Vorgaben aus 

dem GEP planen, so müsse er sich in diesem Fall auch vor Rückstau schützen. Natürlich 

sei auch die Gemeinde in der Pflicht, dass die Spezialbauwerke wie die 

Hochwasserentlastung in der ÜO L.________ richtig funktionierten. Diese würden nun im 

Projekt neu gebaut und bestmöglich an diese Hochwasserkote angepasst. Durch den 

Einbau von Hochwasserbalken könne das Rückstauproblem in Zukunft verbessert, jedoch 

nicht komplett behoben werden. Damit der Rückstau in der Kanalisation komplett behoben 

werden könne, müsste die Aare tiefer gelegt oder das genannte Baugebiet aufgeschüttet 

werden. Beide Massnahmen seien nicht durchführbar. Aus diesem Grund bestehe in den 

Gemeinden eine generelle Entwässerungsplanung mit Anforderungen und Auflagen an die 

öffentliche Kanalisation und die private Liegenschaftsentwässerung. Im Allgemeinen könne 

gesagt werden, dass die Überbauung zu einer Verbesserung der Entwässerungs- und 

Hochwassersituation führen werde. Diese Ausführungen wurden vom 

Regierungsstatthalteramt geteilt und entsprechend im vorinstanzlichen Entscheid 

wiedergegeben (Ziffer 3.3.4 des Entscheids). 

c) Die Beschwerdegegnerin reichte im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort vom 18. 

November 2014 Ergänzungsbemerkungen bzw. Stellungnahmen der Fachbüros ein:

Die Firma O.________AG, welche im vorinstanzlichen Verfahren den erwähnten Mitbericht 

Nr. 1 zur Grundstücksentwässerung (vgl. E. 4b) zuhanden der Gemeinde erarbeitete, 

nahm zu den Beschwerden mit Schreiben vom 10. November 2014 Stellung und führte 

Folgendes aus: Die Fläche, welche bei der Realisierung des Bauprojekts überbaut werde, 

sei im GEP berücksichtigt. Die geplante abflusswirksame Fläche sei aber grösser als 

diejenige, welche im GEP berücksichtigt worden sei. Aus diesem Grund habe man im 

Rahmen des Baubewilligungsverfahrens verlangt, dass entsprechende Retentionsvolumen 

geschaffen würden und der maximale Regenwasserabfluss, welcher von der Überbauung 

in die kommunale Kanalisation entwässert werde, nicht grösser als 100 l/s sein dürfe (vgl. 

Mitbericht Nr. 1, S. 1). Die kommunale Regenabwasserleitung sei in der Lage, den 

Regenabwasseranfall des GEP Projektregens (Auftretenswahrscheinlichkeit einmal in 5 

Jahren) ohne Rückstau abzuleiten. Die Grundstückentwässerung der Liegenschaft Strasse 

D.________ (Beschwerdeführer 1) solle künftig unterhalb des kommunalen 

Regenüberlaufes (Hochwasserentlastung) eingeleitet werden. Über die unterliegende 

Leitung werde ebenfalls Mischabwasser entwässert. Weil diese aber gut 1.50 m tiefer 

liege, sei die Rückstaugefahr deutlich kleiner. Die Grundstückentwässerung der 

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Liegenschaft R.________ (Beschwerdeführerin 2) werde bereits heute in die unterliegende 

Mischabwasserleitung entwässert. Bei dieser Liegenschaft bleibe die Situation deshalb 

unverändert. Unterhalb des kommunalen Regenüberlaufes befinde sich noch ein 

Regenüberlauf des Abwasserverbandes. Falls ein Starkregenereignis mit einem 

Hochwasser im Nidau-Büren-Kanal zusammenfalle, dann komme es im betroffenen Gebiet 

zu einem Rückstau im Abwassernetz der Gemeinde Orpund. Dieser Rückstau sei vom 

Hochwasser im Nidau-Büren-Kanal abhängig. Er sei auch dann nicht vermeidbar, wenn die 

Überbauung nicht realisiert werde.

Die Firma M.________, welche am 30. April 2013 für die umstrittene Überbauung ein 

Fachgutachten Hochwasserschutz / Versickerung erstellte und darin verschiedene 

Hochwasserschutzmassnahmen vorschlug, führte in Ergänzungsbemerkungen zum 

Hochwasserschutz vom 13. November 2014 Folgendes aus: Für die Überbauung sei ein 

Konzept für eine kontrollierte Ableitung des Wassers ausgearbeitet worden, welche drei 

Stellen vorsehe, bei welchen das Wasser auf das Gelände fliessen solle. Dabei seien 

eintretende Wasservolumen berechnet worden. Die gesamte Wasserretention auf dem 

bebauten Gelände erreiche eine Maximalhöhe von 429.00 M.ü.M. Diese Kote erreiche das 

Grundstück Nr. Q.________ (Parzelle des Beschwerdeführers 1); Ausläufer der 

Hochwasserfläche würden bis zum Kleintierstall gelangen. Die Überbauung verursache 

dieser Parzelle jedoch keine Nachteile. So werde das Stauwasser nach der Realisierung 

des Bauvorhabens aufgrund einer im Vergleich zu heute besseren Entwässerung des 

Geländes nicht mehr auftreten. Das Dachwasser werde separat und direkt abgeleitet, 

womit sich die durch den Regen benässte Fläche auf dem Gebiet reduziere und nicht im 

Boden versickere.  

d) Die Beschwerdeführenden bringen vor, das Rückstauproblem werde durch die 

Überbauung verschärft. Dies begründen sie einzig damit, dass neu alle Dachflächen der 

Überbauung an dieselbe Leitung angeschlossen werden sollen, während dem es bisher 

nur Regenwasser gegeben habe, welches von oberhalb der Strasse D.________ durch 

das Baugrundstück bis in die Aare floss oder gepumpt wurde. Dieser Befürchtung, dass die 

Leitungen nicht das gesamte Regenwasser fassen kann, wurde allerdings mit der Auflage 

entgegnet, wonach der maximale Regenwasserabfluss, welcher von der Überbauung in die 

kommunale Kanalisation abgeleitet wird, nicht grösser als 100 l/s sein darf und auf den 

Dächern entsprechende Retentionsvolumen zu schaffen sind (vgl. Ausführungen Firma 

O.________AG, oben E. 4c). Weitere Gründe bringen die Beschwerdeführenden für ihre 

14

Befürchtung nicht vor. Auf die von der Gemeinde bereits im Rahmen des 

Baubewilligungsverfahrens gemachten Ausführungen (vom Regierungsstatthalteramt im 

Entscheid übernommen, Ziffer 3.3.4) gehen die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerde 

nicht näher ein. Die Ansicht der Beschwerdegegnerin und der Gemeinde, wonach die 

Entwässerungs- und Hochwassersituation mit der neuen Überbauung und der Verlegung 

von neuen Leitungsanlagen verbessert werde, wird dagegen durch die Fachbüros geteilt 

und im Rahmen der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Ergänzungsbemerkungen 

/ Stellungnahmen näher begründet. Diese Ausführungen überzeugen und die BVE sieht 

keinen Anlass, diese fachlichen Einschätzungen anzuzweifeln. Die Rügen der 

Beschwerdeführenden erweisen sich in diesem Punkt als unbegründet.

5. Weitere Rügen Beschwerdeführer 1

a) Der Beschwerdeführer 1 bringt vor, einige Ergänzungen zum Protokoll der 

Einigungsverhandlung vom 4. Juni 2014 seien im Gesamtbauentscheid nicht berücksichtigt 

worden (z.B. Feuchtigkeitsmessungen, Rissprotokolle). Weiter führt er aus, hätte die 

Bauherrschaft alle Probleme als gelöst betrachtet, so hätte sie die verlangte Garantie-

Erklärung ohne Vorbehalt unterschreiben können. Seine Versicherung verlange eine 

solche Erklärung, sollte an seiner Liegenschaft ein Schadenfall auftreten.

Die vom Beschwerdeführer 1 eingereichten Ergänzungen/Bemerkungen vom 3. Juli 2014 

zum Protokoll der Einigungsverhandlung wurden vom Regierungsstatthalteramt mit 

Verfügung vom 20. August 201414 allen Verfahrensbeteiligten zugestellt. Die 

Beschwerdegegnerin nahm davon Kenntnis und führte mit Schreiben vom 28. August 

201415 aus, auf die vom Beschwerdeführer 1 aufgeführten Punkte würde sie nicht eintreten. 

Wieso die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer 1 gemachten Ergänzungen zum Protokoll 

im Gesamtbauentscheid aufnehmen sollte, wird von diesem nicht näher begründet. Hierzu 

bestand kein Anlass. Was die von ihm erwähnten Feuchtigkeitsmessungen und 

Rissprotokolle bei den Gebäuden der Anstösser betrifft, so handelt es sich einzig um 

Massnahmen zur vorzeitigen Beweissicherung für einen allfälligen späteren 

Zivilrechtsstreit. Der Beschwerdeführer 1 befürchtet Schäden an seinem Grundstück und 

spricht damit zivilrechtliche Haftungsfragen an. Solche Einwände sind in einem 

14 Vorakten Regierungsstatthalteramt, pag. 208 ff.
15 Vorakten Regierungsstatthalteramt, pag. 206.

15

Bauentscheid nur als Rechtsverwahrung vorzumerken, was die Vorinstanz getan hat. Ein 

öffentliches Interesse an der Vornahme von Feuchtigkeitsmessungen oder der Erstellung 

eines Rissprotokolls ist nicht ersichtlich. Diese Beweissicherungen können daher nicht 

Gegenstand des öffentlichrechtlichen Baubewilligungsverfahrens bilden. Ebenso betrifft die 

vom Beschwerdeführer 1 verlangte Unterzeichnung einer Garantie-Erklärung durch die 

Beschwerdegegnerin das zivilrechtliche Verhältnis. Auch auf diese Rüge ist daher hier 

nicht näher einzutreten.

b) Weiter rügt der Beschwerdeführer 1, der Liegenschaftswert werde sich aufgrund des 

Schattenwurfs sicher vermindern. Man könne nicht zuerst ein Gebäude mit einer Höhe von 

10.65 m bauen und erst nachträglich den Schattenwurf berechnen. 

Nach Art. 22 Abs. 3 BauV dürfen höhere Häuser oder Hochhäuser bestehende oder nach 

den geltenden Vorschriften mögliche Wohnbauten nicht durch übermässigen Schattenwurf 

beeinträchtigen. Bei den vorliegend geplanten Bauten handelt es sich weder um 

Hochhäuser noch um höhere Häuser im Sinne von Art. 20 BauG, so dass diese 

Bestimmung vorliegend nicht anwendbar ist und gestützt auf diese Bestimmung keine 

Schattendiagramme gefordert werden können. Die Vorgaben der ÜO L.________ zu den 

baupolizeilichen Massen (vgl. Art. 9 der Überbauungsvorschriften) sind eingehalten, was 

auch von den Beschwerdeführenden nicht bestritten wird. Eine allfällige Beschattung 

(sowie die daraus resultierende Wertverminderung), welche durch zonenkonforme, den 

baupolizeilichen Vorschriften entsprechende Bauten verursacht wird, muss von der 

Nachbarschaft hingenommen werden (Art. 89 Ab. 2 BauV).16 

c) Nach Ansicht des Beschwerdeführers 1 hat die Gemeinde Orpund schliesslich ihre 

Informationspflicht nicht erfüllt, indem man an den durchgeführten Workshops nicht von der 

geplanten Grossüberbauung gesprochen habe, sondern nur von einer überdachten 

Begegnungszone im Dorfzentrum und einem Fussweg am Nidau-Büren-Kanal. 

Die Gemeinde entgegnet in ihrer Stellungnahme vom 13. November 2014, sie nehme an, 

dass bei den erwähnten Workshops die Zukunfts- und Ergebniskonferenzen im Jahr 2008 

im Zusammenhang mit der Ortsplanung gemeint seien. Bei diesen Workshops sei es um 

die Entwicklung der Gemeinde Orpund und nicht um allfällige zukünftige Bauprojekte 

16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 24 
N. 31a.

16

gegangen. Die baurechtlichen Grundlagen für das vorliegende Bauvorhaben seien mit der 

Genehmigung der Ortsplanung (Gemeindeversammlung vom 23. November 2011) und der 

Teil-Überbauungsordnung "L.________" definiert worden. An sämtlichen 

Gemeindeversammlungen in den letzten Jahren sei über den aktuellen Stand informiert 

worden. Zusätzlich sei die geplante Überbauung in einem Modell dargestellt und 

ausgestellt worden. 

Gestützt auf diese Ausführungen der Gemeinde ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

Gemeinde ihrer Informationspflicht hinsichtlich des vorliegend umstrittenen Bauvorhabens 

nicht nachgekommen sein soll. Die Rüge ist unbegründet.

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdeführenden zu Recht 

vorbrachten, die Auswirkungen des Vorhabens auf den Grundwasserstrom seien 

ungenügend bzw. nicht nachvollziehbar abgeklärt worden. Dies führte dazu, dass die 

Beschwerdegegnerin aufgefordert wurde, einen rechnerischen Nachweis der 

Grundwasserverhältnisse für den Endzustand mit den vorgesehenen 

Kompensationsmassnahmen nachzureichen. Daraus resultierte die Aufnahme von 

zusätzlichen Standorten für zwei Piezometerrohre und zwei Wasserentnahmestellen (vgl. 

E. 3f). Weiter rügten die Beschwerdeführenden zu Recht, dass die von den Fachbehörden 

verlangte ringförmige Grundwasserausgleichsleitung in den bewilligten Plänen nicht 

vorgesehen sei. Diesem Umstand wurde mit der als Projektänderung 

entgegengenommenen Anpassung des Plans Kanalisation/Entwässerung 1:200 durch die 

Beschwerdegegnerin Rechnung getragen. Diese Projektänderung wird bewilligt. Die 

übrigen Rügen der Beschwerdeführenden erwiesen sich als unbegründet. 

b) Die Beschwerden sind – soweit die Projektänderung betreffend – gegenstandslos 

geworden. Im übrigen werden die Beschwerden teilweise gutgeheissen, indem der 

Gesamtentscheid mit einer zusätzlichen Auflage ergänzt wird, wonach die 

Beschwerdegegnerin vor Baubeginn zwei weitere Piezometerrohre sowie zwei 

Pumpschächte gemäss Plan Situation 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. 

Dezember 2014, zu erstellen hat. Im Übrigen werden die Beschwerden abgewiesen, soweit 

17

darauf eingetreten werden kann und der Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramts Biel/Bienne vom 18. September 2014 wird bestätigt.  

c) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 

(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine 

Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 

i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV17). In Anwendung dieser Bestimmungen werden die Pauschalen 

für die beiden Beschwerden des Beschwerdeführers 1 und der Beschwerdeführerin 2 auf je 

Fr. 1’800.-- festgelegt. Werden in einem einzigen Entscheid mehrere Beschwerden 

beurteilt, so kann die Pauschalgebühr für die einzelnen Beschwerdeführerinnen und 

Beschwerdeführer angemessen reduziert werden (Art. 21 Abs. 3 GebV). Dementsprechend 

werden die Pauschalen auf je zwei Drittel, d.h. auf je Fr. 1’200.-- reduziert. Insgesamt 

betragen die oberinstanzlichen Verfahrenskosten somit Fr. 2’400.--.

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

Soweit die Beschwerdegegnerin mit ihrer Projektänderung zusätzlichen 

Verfahrensaufwand verursacht hat, hat sie diese Kosten unabhängig vom Ausgang des 

Verfahrens zu tragen. Zudem gilt die Beschwerdegegnerin insoweit als unterliegend, als 

sie aufgrund der Rügen der Beschwerdeführenden einen rechnerischen Nachweis 

nachzureichen hatten und daraus in teilweiser Gutheissung der Beschwerden eine neue 

Auflage resultierte. Im Übrigen werden die Beschwerden abgewiesen, womit die 

Beschwerdeführenden als unterliegend gelten. Unter diesen Umständen haben die 

Beschwerdeführenden und die Beschwerdegegnerin je die Hälfte der Verfahrenskosten zu 

tragen. Da der Beschwerdeführer 1 im Unterschied zur Beschwerdeführerin 2 noch weitere 

Rügen vorbrachte (E. 5), welche sich allesamt als unbegründet erwiesen, rechtfertigt es 

sich, die den Beschwerdeführenden anzulastenden Verfahrenskosten zu drei Fünfteln dem 

Beschwerdeführer 1 und zu zwei Fünfteln der Beschwerdeführerin 2 anzulasten. Somit hat 

die Beschwerdegegnerin Fr. 1'200.--, der Beschwerdeführer 1 Fr. 720.-- und die 

Beschwerdeführerin 2 Fr. 480.-- an Verfahrenskosten zu bezahlen.

d) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

18

III. Entscheid

1. a) Die Projektänderung (gemäss Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 

4. Dezember 2013, Revisionsdatum: 12. Dezember 2014, gestempelt vom 

Rechtsamt der BVE am 8. Januar 2015) wird bewilligt. Insofern sind die 

Beschwerden gegenstandslos geworden. 

b) In teilweiser Gutheissung der Beschwerden wird der Gesamtentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Biel/Bienne vom 18. September 2014 mit folgender 

Auflage ergänzt: 

"Die Beschwerdegegnerin hat vor Baubeginn zwei weitere Piezometerrohre sowie zwei 
Pumpschächte gemäss Plan Situation 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 

22. Dezember 2014, zu erstellen."

c) Im Übrigen werden die Beschwerden abgewiesen, soweit darauf eingetreten 

werden kann und der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Biel/Bienne 

vom 18. September 2014 wird bestätigt.

2. Massgebend sind die folgenden Pläne:
- Situationsplan 1:500 vom 10. Januar 2014
- Situationsplan Umgebung 1:200 vom 10. Januar 2014
- Situationsplan Umgebung Baueingabe 1:200 vom 10. Januar 2014
- Plan Nachweis Zufahrt 1:200 vom 11. Juli 2014
- Plan Haus A1 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A1 Fassaden 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A2 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A2 Fassaden 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A3 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A3 Fassaden 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A4 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus A4 Fassaden 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus B1 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus B2 Grundrisse 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus B1/B2 Fassaden Nord, West, Ost 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Haus B1/B2 Fassaden Süd, West, Ost 1:100 vom 10. Januar 2014
- Plan Schnitte 1:200 vom 10. Januar 2014
- Plan Einstellhalle/UG 1:200 vom 10. Januar 2014

alle mit Bewilligungsstempel des Regierungsstatthalteramts vom 18. September 2014
- Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013, Revisionsdatum: 

12. Dezember 2014, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 8. Januar 2015
- Plan Situation 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. Dezember 2014

19

- Plan Situation Entwässerung 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. 
Dezember 2014

- Plan geotechnische Profile 1:200, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. Dezember 
2014

3. Je ein Exemplar folgender Pläne geht an die Beschwerdegegnerin und die Gemeinde 

Orpund: 
- Plan Kanalisation/Entwässerung 1:200 vom 4. Dezember 2013, Revisionsdatum: 

12. Dezember 2014, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 8. Januar 2015
- Plan Situation 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. Dezember 2014
- Plan Situation Entwässerung 1:500, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. 

Dezember 2014
- Plan geotechnische Profile 1:200, gestempelt vom Rechtsamt der BVE am 22. Dezember 

2014

4. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 2'400.-- festgelegt. Davon hat die 

Beschwerdegegnerin Fr. 1'200.--, der Beschwerdeführer 1 Fr. 720.-- und die 

Beschwerdeführerin 2 Fr. 480.-- zu bezahlen. Separate Zahlungseinladungen folgen, 

sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

5. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, als Gerichtsurkunde

- Frau B.________, als Gerichtsurkunde

- C.________, mit Beilage gemäss Ziff. 3, als Gerichtsurkunde

- Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Orpund, mit Beilage gemäss Ziff. 3, 

eingeschrieben

- Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, zur Kenntnis, im Haus

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer,

20

Regierungspräsidentin