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**Case Identifier:** ca5cb251-b0e2-5585-b9f3-e6fbcca290f6
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 20.07.2020 460 2020 15 (460 20 15)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2020-15_2020-07-20.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

20. Juli 2020 (460 20 15)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG etc. 

 
 
Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richter Markus Mattle (Ref.),  

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiberin Olivia Reber 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung BM/OK,  

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet,  

Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel,  

Privatkläger und Berufungskläger 

  

gegen 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Simon E. Schweizer,  

Hauptstrasse 40, 4450 Sissach,  

Beschuldigter 

 

Gegenstand Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

21. November 2019 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend Strafgericht) vom 

21. November 2019 wurde B.____ (nachfolgend Beschuldigter) der mehrfachen, teilweise quali-

fizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und zu einer be-

dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter An-

rechnung des Polizeigewahrsams vom 6. Januar 2018 von 1 Tag, verurteilt (Ziffer I. 1.). Hinge-

gen wurde er von der Anklage der einfachen Körperverletzung gemäss Ziffer 3 der Anklage-

schrift freigesprochen (Ziffer I. 2.). Von einer Ersatzforderung an den Staat wurde abgesehen 

(Ziffer I. 3.). Des Weiteren wurde entschieden, dass die beschlagnahmte Post Quittung G66678 

als Aktenbestandteil bei den Akten verbleibt, und die beschlagnahmten Mobiltelefone iPhone 7 

(G65673) und iPhone 6 (G65674) nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme ge-

stützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO an den Beschuldigten zurückgegeben werden (Ziffer 

I. 4.). Weiter wurde die unwiderrufliche Löschung der forensisch gesicherten Daten angeordnet 

(Ziffer I. 5.). Ferner wurde die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung von A.____ (nach-

folgend Privatkläger) in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg verwiesen 

(Ziffer I. 6.). Schliesslich wurde erkannt, dass die den Beschuldigten betreffenden Verfahrens-

kosten aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'600.80 und der Gerichtsgebühr von 

Fr. 4'000.-- bestehen und der Beschuldigte in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO 

4/5 der Kosten des Vorverfahrens und 1/2 der Gerichtsgebühr trägt. Der verbleibende Teil der 

Kosten ging zu Lasten des Staates (Ziffer I. 7.). Die Kosten des amtlichen Verteidigers des Be-

schuldigten, Advokat Dr. Simon E. Schweizer, in Höhe von Fr. 10'486.85, wovon Fr. 7'268.40 

für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie Fr. 3'218.45 für den Aufwand nach Anklageerhe-

bung, wurden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Staatskasse entrichtet (Ziffer I. 8.). Die Kosten des unentgeltli-

chen Rechtsbeistandes des Privatklägers, Advokat Dr. Nicolas Roulet, in Höhe von insgesamt 

Fr. 3'773.80, wovon Fr. 1'942.95 für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie Fr. 1'830.85 für 

den Aufwand nach Anklageerhebung (Kürzung des Stundenansatzes für den Volontär von 

Fr. 135.-- auf Fr. 100.--), wurden aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziffer I. 9.). 

 

B. Der Privatkläger meldete nach der Eröffnung des Urteilsdispositivs beim Strafgericht 

die Berufung an. Mit Eingabe vom 5. Februar 2020 erklärte der Privatkläger (nachfolgend auch 

Berufungskläger), vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, dieser wiederum substituiert 

durch Advokatin Paula Müller, die Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht), und beantragte, es seien die Ziffern I. 2. und I. 6. des 

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Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2019 aufzuheben (Ziffer 1). In Abänderung des 

erstinstanzlichen Urteils sei der Beschuldigte der einfachen Körperverletzung zum Nachteil des 

Privatklägers schuldig zu erklären und zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen (Ziffer 2). 

Weiter sei der Beschuldigte dem Grundsatz nach zur Zahlung von Schadenersatz an den Pri-

vatkläger zu verurteilen, und die Angelegenheit zur Feststellung der genauen Schadenshöhe 

auf den Zivilweg zu verweisen (Ziffer 3). Der Beschuldigte sei zur Zahlung von Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 4'500.--, zuzüglich Zins von 5% seit dem 28. Mai 2018, an den Privatkläger zu 

verurteilen. Eventualiter sei die Genugtuungsforderung des Privatklägers auf den Zivilweg zu 

verweisen (Ziffer 4). Dies alles unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Privatkläger eventualiter die 

unentgeltliche Rechtspflege mit Verbeiständung durch Dr. Nicolas Roulet zu gewähren sei (Zif-

fer 5). Schliesslich sei dem Anwalt des Privatklägers, Dr. Nicolas Roulet, für das Berufungsver-

fahren eine angemessene Parteientschädigung auszurichten, eventualiter sei der Beschuldigte 

zu einer angemessenen Parteientschädigung für das Berufungsverfahren an den Privatkläger 

zu verpflichten (Ziffer 6). In verfahrensrechtlicher Hinsicht begehrte der Berufungskläger, er sei 

anlässlich der Berufungsverhandlung anzuhören.  

 

C. Mit Verfügung vom 7. April 2020 bewilligte das verfahrensleitende Präsidium des Kan-

tonsgerichts dem Privatkläger die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Dr. Nicolas Roulet 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand für das zweitinstanzliche Verfahren.  

 

D. Am 6. Mai 2020 reichte der Berufungskläger, vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Rou-

let, dieser wiederum substituiert durch Advokatin Paula Müller, seine Berufungsbegründung ein 

und hielt an seinen in der Berufungserklärung vom 5. Februar 2020 gestellten Rechtsbegehren 

fest.  

 

E. Mit Eingabe vom 4. Juni 2020 verzichtete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft auf 

eine Stellungnahme. Ausserdem erachtete sie einen persönlichen Auftritt an der Hauptverhand-

lung vor Kantonsgericht als nicht erforderlich und ersuchte daher um Dispensierung.  

 

F. B.____, vertreten durch Advokat Dr. Simon E. Schweizer, reichte am 5. Juni 2020 sei-

ne Berufungsantwort ein und beantragte, es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, dies 

unter o/e-Kostenfolge bzw. unter Bewilligung der amtlichen Verteidigung auch für das kantons-

gerichtliche Verfahren. 

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G. Das verfahrensleitende Präsidium des Kantonsgerichts wies den Beweisantrag des 

Privatklägers, wonach er vor dem Berufungsgericht anzuhören sei, mit Verfügung vom 9. Juni 

2020 ab. Ausserdem wurde dem Beschuldigten mit derselben Verfügung die amtliche Verteidi-

gung mit Advokat Dr. Simon E. Schweizer für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. Eben-

falls mit der Verfügung vom 9. Juni 2020 wurde der Schriftenwechsel geschlossen, und der Be-

schuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger sowie die Rechtsvertretung des Privatklägers wur-

den zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen. Dem Privatkläger wurde das persönli-

che Erscheinen zur Berufungsverhandlung in sein freies Ermessen gestellt, und die Staatsan-

waltschaft wurde vom persönlichen Erscheinen vor Kantonsgericht dispensiert.  

 

H. Anlässlich der Berufungsverhandlung erscheinen der Beschuldigte mit seinem amtli-

chen Verteidiger, Dr. Simon E. Schweizer, die Rechtsvertretung des Privatklägers, Advokatin 

Paula Müller, sowie der Privatkläger. Die Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung vom 9. Juni 

2020 vom Erscheinen an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung dispensiert.  

 

Erwägungen 

I.   Formelles 

1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 

Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können 

Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie 

Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochte-

nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 

Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 

10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Be-

rufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Be-

rufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich 

geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmit-

tel ergreifen. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung kann die Privatklägerschaft einen Entscheid 

hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten.  

 

1.2  Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 21. November 2019 angefochten, 

welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Nach Eröffnung des Urteilsdispositivs hat 

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der Privatkläger beim Strafgericht die Berufung angemeldet und mit Eingabe vom 5. Februar 

2020 beim Kantonsgericht die Berufung erklärt. Damit hat der Privatkläger die Rechtsmittelfrist 

gewahrt. Der Privatkläger ist weiter nach Art. 382 Abs. 1 StPO zur Berufung legitimiert. Die Zu-

ständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht 

zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus 

§ 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 

(EG StPO; SGS 250). Auf die rechtzeitig und formgerecht (Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene Be-

rufung des Privatklägers ist somit einzutreten.  

 

2.1 Der Privatkläger beantragte in seiner Berufungserklärung vom 5. Februar 2020 und in 

seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 2020, er sei vor Kantonsgericht anzuhören. Mittels 

verfahrensleitender Verfügung vom 9. Juni 2020 wurde dieser Beweisantrag abgewiesen. Im 

Rahmen der heutigen Berufungsverhandlung stellt der Privatkläger denselben Beweisantrag 

erneut. Er sei immer noch gesundheitlich beeinträchtigt, und man soll ihn nochmals anhören. 

Die Rechtsvertretung des Beschuldigten beantragt demgegenüber die Abweisung des Antra-

ges, zumal eine erneute Anhörung nichts bringe. 

 

2.2 Das Berufungsgericht ist der Auffassung, dass sich eine nochmalige Befragung des 

Privatklägers als entbehrlich erweist, zumal er im Vorverfahren bereits zweimal als Auskunfts-

person eingehend einvernommen worden ist, nämlich am 20. Juni 2018 durch die Polizei Basel-

Landschaft (Akten S. 1481 ff.) und am 20. November 2018 durch die Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft (Akten S. 1701 ff.). Das Rechtsmittelverfahren beruht auf jenen Beweisen, die im 

Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 

StPO), mithin dient das Berufungsverfahren nicht der Wiederholung des Beweisverfahrens 

(VICTOR LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 389 N 1). Die Rechtsmittelinstanz 

erhebt gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei nur die "er-

forderlichen" zusätzlichen Beweise. Ausserdem ist es der Rechtsvertretung des Privatklägers 

unbenommen, im Rahmen ihres Parteivortrages vor dem Berufungsgericht Ausführungen zum 

aktuellen Gesundheitszustand ihres Mandanten zu machen. Dementsprechend ist der Beweis-

antrag des Privatklägers erneut abzuweisen.  

 

 

 

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II.  Materielles 

1.  Allgemeines 

1.1  Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Ur-

teil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Konkret beanstandet 

der Privatkläger den Freispruch des Beschuldigten von der Anklage der einfachen Körperverlet-

zung gemäss Ziffer 3 der Anklageschrift sowie die Verweisung der Schadenersatz- und Genug-

tuungsforderung des Privatklägers auf den Zivilweg. Somit bilden im vorliegenden Berufungs-

verfahren lediglich die vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung.  

 

1.2  Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art 

des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren 

Stichhaltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozess-

recht, 2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundes-

verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 

Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu 

vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweis-

würdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für 

den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Be-

trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungs-

regel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. 

Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer mög-

lich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und 

nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 

Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht 

steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 

132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1).  

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1.3  Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittel-

instanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts 

auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf 

neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel-

verfahren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 82 N 9).  

 

2. Einfache Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers (Ziffer 3 der Anklage-

schrift) 

2.1 Der Privatkläger führt in seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 2020 im Wesentli-

chen aus, es sei unbestritten, dass die Operationen vom 29. und 30. Mai 2018 natürlich und 

adäquat kausal auf das Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen seien. Dasselbe gelte – 

entgegen der Ansicht der Vorinstanz – auch für die weiteren Operationen und Verletzungen. Er 

sei am 9. Juni 2018 gestürzt, da er infolge der Verletzungen durch den Beschuldigten auf Geh-

stöcke angewiesen gewesen sei. Durch die Körperverletzung sei das Risiko für die Re-

traumatisierung geschaffen worden. Der zweite Sturz bzw. die hinzugetretenen Verletzungen 

seien nichts Aussergewöhnliches.  

 
Des Weiteren macht der Privatkläger in seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 2020 geltend, 

soweit die Vorinstanz die Voraussetzungen der Notwehr von Art. 15 StGB als gegeben erach-

tet, und den Beschuldigten infolge Handelns in rechtfertigender Notwehr vom Vorwurf der einfa-

chen Körperverletzung freigesprochen habe, könne ihr nicht gefolgt werden. Er habe konse-

quent und glaubhaft geschildert, dass er den Beschuldigten nicht von hinten angegriffen habe, 

sondern nur seine vom Beschuldigten ausgerissenen Pflanzen habe zurücknehmen wollen. Es 

habe demnach kein Angriff seinerseits vorgelegen. Zudem habe der Beschuldigte kein Recht 

gehabt, seine unbestrittenermassen legalen Hanfpflanzen auszureissen. Er habe lediglich sein 

Eigentum vor dem Beschuldigten schützen wollen. Selbst wenn von einem Angriff ausgegangen 

werden sollte, habe dieser jedenfalls nicht mehr angedauert, als der Beschuldigte ihm den Ha-

ken gestellt und ihn zu Boden gedrückt habe. Des Weiteren habe der Beschuldigte über mehre-

re gewaltfreie Handlungsalternativen verfügt. In diesem Sinne sei auch die Angemessenheit der 

Notwehrreaktion zu verneinen. Schliesslich habe sich der Beschuldigte durch sein Verhalten 

nicht verteidigen, sondern ihm die Pflanzen wegnehmen wollen. 

 

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2.2 Der Vertreter des Beschuldigten macht demgegenüber in seiner Berufungsantwort vom 

5. Juni 2020 geltend, es sei nicht erstellt, dass der Bruch des rechten Fusses des Berufungs-

klägers tatsächlich auf das "Höggli"-Stellen und zur Seite-Drücken durch den Beschuldigten 

zurückzuführen sei. Das Strafgericht habe die Ausführungen des Rechtsmedizinischen Instituts 

auf Akten S. 1915 ("Umknicken beim Auftreten ohne besondere Voraussetzungen") und 

S. 1917 ("ohne äussere Beeinflussung") übersehen. Ein solch falsches Auftreten könne vorgän-

gig beim Nachrennen, Anspringen, bei den wiederholt geschilderten, von ihm auf Vorhalt als 

"Wichtigtuerei" bezeichneten Stürzen vom Dach oder beim gegenseitigen Schubsen erfolgt 

sein, jedenfalls nicht beim erfundenen Tritt mit schweren, metallverstärkten Arbeitsschuhen. Ein 

solcher Tritt sei von niemandem sonst bemerkt und von den Rechtsmedizinern als wenig wahr-

scheinlich bezeichnet worden. Im Übrigen habe der Beschuldigte nach übereinstimmenden 

Aussagen seine Turnschuhe getragen. 

 
Des Weiteren führt der Vertreter des Beschuldigten aus, selbst wenn die Verletzung des Beru-

fungsklägers aus einem Handeln des Beschuldigten resultieren würde, könnten die vom Privat-

kläger geltend gemachten Folgen, insbesondere die weiteren Operationen, nicht kausal auf den 

Beschuldigten zurückgeführt werden. Zum einen habe sich der Privatkläger offenbar nicht an 

den Rat gehalten, den Fuss nicht zu früh bzw. übermässig zu belasten. Zum anderen könne der 

erneute Sturz am 9. Juni 2018, mithin einen Tag nach Spitalaustritt, nicht dem Beschuldigten 

angelastet werden. Die Aussagen des Berufungsklägers hinsichtlich des erneuten Sturzes sei-

en unglaubwürdig und widersprüchlich. 

 
Zur Notwehrsituation hält der Vertreter des Beschuldigten fest, trotz wiederholter Aufforderung 

habe der Privatkläger die Marihuana-Pflanzen als einziger Mieter nicht entfernt. Diese seien 

offensichtlich THC-haltig gewesen, ansonsten hätte der Privatkläger deren Vernichtung wohl 

kaum zugestimmt. Selbst wenn der Beschuldigte als Weisungsbefugter und der Gemeinde ge-

genüber für Ruhe und Ordnung verantwortlicher Eigentümer die Grenzen erlaubter Selbsthilfe 

überschritten hätte, wäre kein Grund für den tätlichen und rechtswidrigen Angriff des Beru-

fungsklägers auf den Beschuldigten vorgelegen. Dieser Angriff habe im Übrigen erst mit der 

Fixierung des Privatklägers am Boden geendet. Eine solche Abwehr sei in Anbetracht aller Um-

stände angemessen und verhältnismässig gewesen.  

 

2.3 Zunächst ist in Bezug auf das Tatsächliche gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO vollum-

fänglich auf die ausführlichen und korrekten Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Ur-

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teil des Strafgerichts vom 21. November 2019 E. I. 2.1). Demnach ist in tatsächlicher Hinsicht 

erstellt, dass sich der Beschuldigte zum Camper des Privatklägers begab, um dessen Hanf-

pflanzen auszureissen. Der Berufungskläger folgte seinem Vermieter und packte ihn von hinten. 

Während des Handgemenges hielt der Beschuldigte seinen Kontrahenten mit beiden Händen 

an den Armen fest, drückte ihn zur Seite und stellte ihm ein Bein, so dass dieser mit seinem 

rechten Fuss einknickte. Weder erstellt noch angeklagt (sowie gemäss Gutachten auch un-

wahrscheinlich) ist hingegen ein Treten gegen den Fuss des Privatklägers oder gar – wie vom 

Privatkläger zunächst behauptet – ein Faustschlag ins Gesicht. Erstellt sind ausserdem die im 

Nachgang festgestellten Verletzungen und, dass der Berufungskläger, im Gegensatz zum Be-

schuldigten, unter erheblichem Einfluss von Alkohol stand.  

 

2.4 Aus den Vorbringen der Parteien im Rahmen des Berufungsverfahrens geht hervor, 

dass im Wesentlichen zwei Fragen streitig sind. Zum einen gilt es nachfolgend die Frage zu 

klären, ob das "Höggli"-Stellen durch den Beschuldigten mit anschliessendem Sturz des Privat-

klägers kausal für dessen Verletzungen und Operationen ist. Zum anderen ist zu beurteilen, ob 

der Beschuldigte in rechtfertigender Notwehr gemäss Art. 15 StGB gehandelt hat.  

 

2.4.1 Anlässlich der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten vom 28. Mai 2018 hat sich 

der Privatkläger am rechten Fuss einen dreifachen Bruch des Sprunggelenks zugezogen. Der 

Bruch musste umgehend operiert werden, wobei die operativen Eingriffe am 29. und am 

30. Mai 2018 durchgeführt wurden. Der Berufungskläger ist danach bis am 8. Juni 2018 im Spi-

tal geblieben. Im rechtsmedizinischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität 

Basel vom 13. März 2019 wurde festgehalten, dass eine solche Verletzung bewegungsmecha-

nisch durch ein Umknicken beim Auftreten ohne besondere Voraussetzungen bzw. vorbeste-

hende krankhafte Veränderungen zustande kommen könne. Eine raue oder steinige Boden-

ebene würde ihre Bildung begünstigen. Eine Fixierung des rechten Fusses, wie z.B. das durch 

den Beschuldigten angegebene "Höggli"-Stellen mit Umstürzen könnte die Entstehung eines 

solchen Bruches erklären. Ein Fusstritt gegen das obere Sprunggelenk, der zu dem oben be-

schriebenen Bruch führen würde, sei aus rechtsmedizinischer Sicht aufgrund der Biomechanik 

weniger wahrscheinlich (Akten S. 1915). Dem rechtsmedizinischen Gutachten zufolge könnte 

der erste Bruch also theoretisch auch ohne äusseren Einfluss entstanden sein. Diese Aussage 

reicht aber nicht aus, um die Kausalität im vorliegenden Fall zu verneinen, zumal hier solche 

äusseren Umstände gegeben waren, nämlich das "Höggli"-Stellen durch den Beschuldigten, 

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welches geeignet ist, die Verletzung herbeizuführen. Die Verletzung ist denn auch unmittelbar 

nach dem Vorfall vom 28. Mai 2018 aufgetreten. Mit der Vorinstanz ist demnach im Ergebnis 

festzuhalten, dass die angeklagte Verletzung am Sprunggelenk adäquat kausal auf dieses 

Beinstellen durch den Beschuldigten zurückzuführen ist. Die diesbezüglichen Erwägungen der 

Vorderrichter sind somit vollumfänglich zu bestätigen (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 21. No-

vember 2019, E. I. 2.2 S. 10).  

 
Gerade mal einen Tag, nachdem der Berufungskläger aus dem Spital entlassen wurde, mithin 

am 9. Juni 2018, ist er ein zweites Mal gestürzt und hat sich das rechte Sprunggelenk erneut 

gebrochen. Am 13. Juni 2018 musste er daher wiederum operiert werden. Im späteren Verlauf 

sind zwei weitere Operationen durchgeführt worden. Im rechtsmedizinischen Gutachten des 

Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel vom 13. März 2019 wurde festgehalten, eine 

sekundäre, erneute Lageänderung von Knochenfragmenten werde in der Unfallchirurgie immer 

wieder beobachtet, dies könne infolge eines neuen Traumas, wie im gegenständlichen Fall an-

zunehmen, oder auch durch eine verfrühte resp. inadäquate Belastung des operierten Beines 

auftreten (Akten S. 1915). Sowohl der erste als auch der zweite Bruch könnten ohne äussere 

Beeinflussung zustande gekommen sein. Infolge der zweiten Fraktur bestehe ein Zustand nach 

der Erst-Verletzung, mit dem üblicherweise nicht gerechnet werden müsse, und welcher sich 

erschwerend auf den Verlauf bzw. die Heilung auswirken könne (Akten S. 1917).  

 
C.____ hat in seiner Zeugeneinvernahme vom 10. Januar 2019 ausgeführt, er fände es lustig, 

wie der Privatkläger normal Fahrrad fahren und laufen könne, aber wenn er in die Nähe des 

Hofes komme, dann humple er, als hätte er das Bein gebrochen. Er wisse nicht, was der Beru-

fungskläger damit bezwecken wolle, vielleicht wolle er dem Beschuldigten ein schlechtes Ge-

wissen machen (Akten S. 1805). D.____ hat anlässlich seiner Zeugeneinvernahme vom 

20. März 2019 ausgeführt, dass der Privatkläger vor zwei oder drei Wochen wieder eine Opera-

tion gehabt und gesagt habe, dass es unheimlich wehtun würde, dass der Beschuldigte ihn zum 

Krüppel geschlagen habe, und dass er mit Krücken gehen müsse. Aber Fahrrad gefahren sei 

der Privatkläger ganz normal. Der Privatkläger habe auch zwei Wochen nach dem Vorfall ge-

sagt, dass er die Knochen fest belasten müsse, damit diese wieder gut zusammenwüchsen. 

D.____ habe dem Berufungskläger gesagt, dass er diese nicht so fest belasten dürfe (Akten 

S. 1955). Die Aussagen der beiden Zeugen D.____ und C.____ lassen vermuten, dass sich der 

Privatkläger allenfalls nicht an die Anweisungen des Arztes gehalten haben könnte. Des Weite-

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ren kommt hinzu, dass gemäss dem rechtsmedizinischen Gutachten mit diesem zweiten Bruch 

üblicherweise nicht gerechnet werden musste.  

 
Schliesslich hat der Berufungskläger auch widersprüchliche Aussagen in Bezug auf den zwei-

ten Sturz gemacht. In der Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft vom 20. Juni 2018 

hat er angegeben, am 9. Juni 2018 auf seinem nassen Sitzplatz ausgerutscht zu sein und sich 

wieder am rechten Fuss verletzt zu haben (Akten S. 1487). In der Einvernahme vom 

20. November 2018 hat er demgegenüber ausgesagt, er sei nach Hause gekommen, und es sei 

nass auf dem Campingplatz gewesen. Er habe einen Eimer holen wollen, sei mit dem rechten 

Stock in den Spalt eines Paletts gekommen und so nochmals gestürzt (Akten S. 1711). Noch in 

der UVG-Schadenmeldung hat der Privatkläger angegeben, einige Tage nach der ersten Ope-

ration über eine Gartenplatte gestolpert zu sein (Akten S. 1513). Mit der Vorinstanz ist somit im 

Ergebnis festzuhalten, dass – unabhängig davon, was genau passiert ist, – der zweite Sturz 

und dessen Folgen nicht adäquat kausal auf das Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen 

sind.  

 

2.4.2 Schliesslich ist zu prüfen, ob der Beschuldigte am 28. Mai 2018 in rechtfertigender 

Notwehr gemäss Art. 15 StGB gehandelt hat. Für die theoretischen Ausführungen ist gestützt 

auf Art. 82 Abs. 4 StPO auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. 

Urteil des Strafgerichts vom 21. November 2019, E. I. 2.2 S. 10/11).  

 
Zunächst ist zu beurteilen, ob der Berufungskläger den Beschuldigten im Sinne von Art. 15 

StGB angegriffen hat. Der Beschuldigte hat in seiner Einvernahme vom 1. Juni 2018 angege-

ben, er sei zur Parzelle des Privatklägers gegangen und habe eine Hanfpflanze ausgerissen. Er 

habe sich umgedreht. Der Privatkläger habe ihn an beiden Oberarmen gepackt, woraufhin er 

sich blitzartig losgerissen habe. Sodann habe er den Privatkläger gepackt, ihm das "Höggli" 

gestellt und ihn nach hinten auf den Boden gedrückt. Der Beschuldigte habe den Privatkläger 

mit seiner ganzen Kraft auf den Boden gedrückt, damit dieser ihn nicht schlagen und nichts wei-

ter passieren könne (Akten S. 1459). Im Rahmen der Einvernahmen vom 7. November 2018 

und vom 3. April 2019 sowie anlässlich der Verhandlung vor Strafgericht hat der Beschuldigte 

seine diesbezüglichen Aussagen bestätigt (Akten S. 1695, 1971, S79). C.____ hat am 10. Ja-

nuar 2019 ausgesagt, der Privatkläger sei dem Beschuldigten hinterhergegangen und auf die-

sen gesprungen. Der Beschuldigte habe den Privatkläger über die Schulter geworfen und ihn zu 

Boden gelegt, so dass dieser nicht mehr habe zuschlagen können (Akten S. 1801). C.____ ha-

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be gesehen, dass der Privatkläger dem Beschuldigten auf den Rücken gesprungen sei, der 

Beschuldigte habe ihn gar nicht angefasst. Der Beschuldigte sei nicht auf den Privatkläger los-

gegangen, er habe ihn einfach zu Boden geworfen resp. auf den Boden gedrückt und versucht 

zu verhindern, dass es weitergehe (Akten S. 1803). E.____ hat anlässlich ihrer Zeugeneinver-

nahme vom 10. Januar 2019 ausgeführt, der Beschuldigte sei Richtung Wagen des Berufungs-

klägers gegangen, dieser sei hinterhergegangen und habe den Beschuldigten von hinten ange-

sprungen. Er habe dann an der linken Schulter gehangen, mit dem rechten Arm um den Hals 

(Akten S. 1813). Einzig D.____ spricht in seinen Zeugeneinvernahmen vom 12. Juni 2018 so-

wie vom 20. März 2019 nur von einem "Handgemenge" resp. "Gerangel" und hat den Angriff 

seitens des Privatklägers von hinten nicht bestätigt resp. nicht gesehen (Akten S. 1569 f., 

1947). Die Aussagen der Zeugen C.____ und E.____ decken sich jedoch mit denjenigen des 

Beschuldigten. Demnach ist nachgewiesen, dass der Berufungskläger den Beschuldigten von 

hinten angesprungen hat. Die erste Voraussetzung des Angriffs gemäss Art. 15 StGB liegt 

demzufolge vor.  

Zu prüfen ist weiter, ob der Privatkläger den Beschuldigten ohne Recht angegriffen hat. Der 

Berufungskläger macht geltend, der Beschuldigte hätte die Hanfpflanzen nicht ausreissen dür-

fen, und er habe dem Beschuldigten die Pflanzen lediglich wieder wegnehmen wollen. Diese 

Auffassung vermag nicht zu überzeugen. Der Privatkläger war Mieter auf dem Campingplatz 

des Beschuldigten, wobei letzterer auf seinem Land weisungsbefugt ist und die Einhaltung der 

Ruhe und Ordnung zu beaufsichtigen hat. Die auf dem Campingplatz geltenden Regeln müssen 

durch die Mieter, insbesondere auch durch den Privatkläger, eingehalten werden. Vier weitere 

Mieter haben alle auf Aufforderung des Beschuldigten hin ihre Hanfpflanzen entfernt. Nur der 

Privatkläger hat sich geweigert, dies zu tun. Es gibt ferner keine Hinweise darauf, dass die 

Hanfpflanzen nicht THC-haltig gewesen sind. Falls die betreffenden Hanfpflanzen tatsächlich 

legal gewesen wären, hätte der Beschuldigte dies aber ohnehin nicht wissen können. Im Übri-

gen rechtfertigt ein Eingriff in fremdes Eigentum keinen körperlichen Angriff. Unter diesen Um-

ständen war der Angriff des Berufungsklägers auf den Beschuldigten rechtswidrig, weshalb 

auch diese Voraussetzung gemäss Art. 15 StGB erfüllt und die vorinstanzliche Auffassung zu 

bestätigen ist.  

 
Zur Frage, ob der Privatkläger den Angriff in einer den Umständen angemessenen Weise ab-

gewehrt hat, ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte den Privatkläger abgeschüttelt, sich also 

von ihm "befreit" hat. Danach hat er sich umgedreht und ihn an den Schultern gepackt. 

Schliesslich hat er ihm das "Höggli" gestellt, um ihn so auf den Boden zu drücken und zu fixie-

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ren. Somit hat der Beschuldigte den Berufungskläger kampfunfähig gemacht. Diese Art der Ab-

wehr erscheint vorliegend sinnvoll, mithin geeignet, erforderlich und angemessen, um mit dem 

Angriff des Privatklägers umzugehen. Zu würdigen ist dabei insbesondere auch die Persönlich-

keit des Privatklägers. Gestützt auf die Aussagen aller befragten Personen zeigt sich, dass 

niemandem wohl zu sein scheint, wenn der Privatkläger alkoholisiert ist. Namentlich C.____ hat 

am 10. Januar 2019 auf die Frage, was passiert wäre, wenn der Beschuldigte nichts gemacht 

hätte, geantwortet, dann wäre es wohl für ihn schlecht ausgegangen. Der Privatkläger sei zwar 

kleiner und weniger kräftig, aber er (C.____) wolle vom Privatkläger auch nicht aufs Maul be-

kommen (Akten S. 1803). Der Privatkläger sei meistens alkoholisiert, wobei er ab einem gewis-

sen Pegel ausfällig und aggressiv werde. In diesem Zustand werde er unberechenbar. Wenn er 

genug gehabt habe, dann ginge er (C.____) ihm auch aus dem Weg (Akten S. 1805). E.____ 

hat am 10. Januar 2019 ausgesagt, dass sie nicht interveniert habe. Vor allem beim Privatklä-

ger mische sie sich nicht ein, ansonsten müsse man Angst haben, dass man eins auf den De-

ckel bekomme, denn der Berufungskläger sei ein "Zuleide-Lebe-Mensch" (Akten S. 1813). Der 

Vorfall vom 28. Mai 2018 sei typisch für den Privatkläger gewesen, zumal dieser immer Ärger 

anfange (Akten S. 1815). Gemäss den Aussagen des Beschuldigten vom 1. Juni 2018 habe der 

Privatkläger ihm – bevor er zu seinem Camper gegangen sei, um die Stecklinge auszureissen, 

– gesagt, dass er ihn fertigmache. Das heisse für den Beschuldigten, dass der Privatkläger ihn 

schlage. Auf dem Campingplatz hätten alle Angst vor dem Berufungskläger. Dieser habe den 

Beschuldigten auch schon mit dem Tod bedroht (Akten S. 1459). D.____ hat in seiner Einver-

nahme vom 20. März 2019 ausgeführt, der Privatkläger habe schon ein paar Mal gedroht, er 

habe unter anderem gesagt, dass er Leute fertigmachen würde, und auch schon von Raubüber-

fällen und Brandstiftungen in Spanien berichtet. Der Privatkläger sei kein einfacher Zeitgenosse 

(Akten S. 1951).  

 
Es ist somit davon auszugehen, dass der Beschuldigte anlässlich des Angriffs Angst, oder zu-

mindest Respekt vor dem Privatkläger hatte, da dieser unter Alkoholeinfluss offensichtlich ag-

gressiv und unberechenbar ist. Anlässlich der Auseinandersetzung vom 28. Mai 2018 war der 

Berufungskläger stark alkoholisiert, der Atemalkoholtest ergab um 21.30 Uhr einen Wert von 

1.07 mg/L, das entspricht einem Wert von 2.14 Promille. Der Privatkläger hat allerdings im 

Rahmen seiner Einvernahme vom 20. November 2018 angegeben, dass er erst nach dem Vor-

fall getrunken habe, weil er so Schmerzen gehabt habe und "dure" gewesen sei (Akten 

S. 1709). Schliesslich ist festzuhalten, dass sogar der Privatkläger in seiner Einvernahme vom 

20. November 2018 gesagt hat, er habe nichts gegen den Beschuldigten. Es sei dumm gelau-

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fen und es hätte jedem passieren können. Vielleicht hätte er auch so reagiert, wenn er der Be-

schuldigte gewesen wäre (Akten S. 1711). Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschuldigte den 

Angriff des Berufungsklägers in einer den Umständen angemessenen Weise abgewehrt hat. 

 
Im Übrigen ist in Bezug auf die Frage, ob der Beschuldigte in rechtfertigender Notwehr gemäss 

Art. 15 StGB gehandelt hat, auf die korrekten und ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urteil des Strafgerichts vom 21. November 2019, E. I. 2.2 S. 

11-13). Mit dem Strafgericht ist im Ergebnis festzuhalten, dass die Voraussetzungen von Art. 15 

StGB gegeben sind, und der Beschuldigte infolge Handelns in rechtfertigender Notwehr vom 

Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen ist. In diesem Sinne ist die Berufung 

des Privatklägers abzuweisen. 

 

3. Zivilforderungen 

In seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 2020 macht der Privatkläger im Wesentlichen gel-

tend, er sei insgesamt fünf Mal operiert worden und leide aktuell noch immer an Schmerzen. 

Eine abschliessende Bezifferung des Schadens sei noch nicht möglich. Der Beschuldigte sei 

zur Zahlung von Schadenersatz zu verurteilen, und die Angelegenheit zur Feststellung der ge-

nauen Schadenshöhe auf den Zivilweg zu verweisen. In Bezug auf die geforderte Genugtu-

ungszahlung macht der Privatkläger geltend, nach jeder Operation sei er auf Gehstöcke ange-

wiesen gewesen. Zudem sei er mindestens eineinhalb Jahre arbeitsunfähig gewesen, die Be-

handlung dauere bis heute an, und er leide an Schmerzen. Im Vergleich mit der Rechtspre-

chung erscheine der geforderte Betrag von Fr. 4'500.-- als angemessen. 

 
Die Vorinstanz hat die (unbezifferte) Schadenersatz- sowie die (auf Fr. 4'500.-- bezifferte) Ge-

nugtuungsforderung nicht abgewiesen, sondern auf den Zivilweg verwiesen. Es könne nämlich 

nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass eine andere, im Strafverfahren nicht geltend ge-

machte zivilrechtliche Haftungsgrundlage bestehe. Die Zivilforderung sei entsprechend nicht 

spruchreif im Sinne von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO und somit auf den Zivilweg zu verweisen. Die 

diesbezüglichen Erwägungen des Strafgerichts sind vollumfänglich zu bestätigen (vgl. Urteil des 

Strafgerichts vom 21. November 2019 E. V.).  

 

4. Erstinstanzliche Kosten 

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 

StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 

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über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Im vorliegenden 

Fall wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz der mehrfachen, teilweise qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und verurteilt. Dieser Schuld-

spruch bildet jedoch nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens. Der Beschuldigte wurde 

hingegen von der Anklage der einfachen Körperverletzung gemäss Ziffer 3 der Anklageschrift 

freigesprochen, wobei dieser Freispruch auch im vorliegenden Verfahren vor Kantonsgericht zu 

bestätigen ist. Dementsprechend rechtfertigt es sich nicht, die Kostenregelung des erstinstanz-

lichen Verfahrens zu ändern; sie ist vielmehr zu bestätigen (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 

21. November 2019 E. VI sowie Dispositiv Ziffer 7).  

 

III.  Kosten vor Kantonsgericht 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vor-

liegenden Verfahrens, mithin der vollständigen Abweisung der Berufung des Privatklägers, wer-

den die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von Fr. 4'100.--, beinhaltend eine 

Urteilsgebühr von Fr. 4'000.-- sowie Auslagen von Fr. 100.--, in Anwendung von § 12 Abs. 1 der 

Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT/BL; SGS 170.31) dem Berufungskläger 

auferlegt und gehen zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Lasten des Staa-

tes. 

 

2.  Der Rechtsvertreter des Privatklägers, Dr. Nicolas Roulet, macht in seiner Honorarnote 

vom 16. Juli 2020 einen Zeitaufwand von 50 Minuten (0,8333 Stunden) à Fr. 150.-- und einen 

Zeitaufwand von 750 Minuten (12,5 Stunden) à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 51.85 gel-

tend. Sowohl der Zeitaufwand als auch die Spesen erweisen sich als angemessen, wobei sich 

der praxisgemäss auszurichtende Stundenansatz auf Fr. 200.-- und derjenige für Arbeiten eines 

Volontärs oder einer Volontärin auf Fr. 100.-- beläuft. Hinzu kommt eine Stunde Aufwand für die 

Berufungsverhandlung, der Zeitaufwand für den Weg von ebenfalls einer Stunde sowie eine 

halbe Stunde für die Urteilseröffnung. Daraus folgt, dass Dr. Nicolas Roulet ein Aufwand von 15 

Stunden à Fr. 200.-- und ein Aufwand von 0.8333 Stunden à Fr. 100.-- (Fr. 3'083.35) sowie 

Auslagen von Fr. 51.85 zuzüglich Mehrwertsteuer auszurichten ist. Zufolge Bewilligung der un-

entgeltlichen Rechtspflege wird dem Rechtsvertreter des Privatklägers, Advokat Dr. Nicolas 

Roulet, als unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Berufungsverfahren demzufolge eine Ent-

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schädigung von Fr. 3'135.20 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (Fr. 241.40), somit 

insgesamt Fr. 3'376.60, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

3.  Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Dr. Simon E. Schweizer, macht in 

seiner Honorarnote vom 17. Juli 2020 10,28 Stunden à Fr. 200.-- sowie Auslagen von Fr. 78.10 

zuzüglich Mehrwertsteuer geltend. Sowohl der Zeitaufwand als auch die Spesen erweisen sich 

als angemessen. Hinzu kommt eine Stunde Aufwand für die Berufungsverhandlung, der Zeit-

aufwand für den Weg von ca. 40 Minuten (0,666 Stunden) sowie eine halbe Stunde für die Ur-

teilseröffnung. Daraus folgt, dass Advokat Dr. Simon E. Schweizer ein Aufwand von 12,44 

Stunden à Fr. 200.-- sowie Auslagen von Fr. 78.10 zuzüglich Mehrwertsteuer auszurichten ist. 

Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem amtlichen Verteidiger des Beschuldig-

ten, Advokat Dr. Simon E. Schweizer, demzufolge für das Berufungsverfahren ein Honorar in 

der Höhe von Fr. 2'567.40 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (Fr. 197.70), somit 

insgesamt Fr. 2'765.10, aus der Gerichtskasse ausgerichtet.  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. November 2019, aus-

zugsweise lautend:  

   "I.  

 

 

 

2.   

B.____ 

 

(…) 

 

B.____ wird von der Anklage der einfachen Körperverletzung ge-

mäss Anklageschrift Ziff. 3 freigesprochen. 

 

     (…) 

 

   6.   Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung von A.____ wird 

in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

    (…)." 

     

  wird in Abweisung der Berufung des Privatklägers vollumfänglich bestätigt. 

 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

Fr. 4'100.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 4'000.-- sowie Auslagen 

von Fr. 100.--, werden dem Privatkläger auferlegt und gehen zufolge Bewilli-

gung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Lasten des Staates.  

 
Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird dem Rechtsvertre-

ter des Privatklägers, Advokat Dr. Nicolas Roulet, als unentgeltlicher Rechts-

beistand für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'135.20 

(inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (Fr. 241.40), somit insge-

samt Fr. 3'376.60, aus der Gerichtskasse ausgerichtet.  

 
Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem amtlichen Verteidi-

ger des Beschuldigten, Advokat Dr. Simon E. Schweizer, für das Berufungs-

verfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'567.40 (inkl. Auslagen) zuzüg-

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lich 7.7% Mehrwertsteuer (Fr. 197.70), somit insgesamt Fr. 2'765.10, aus der 

Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

   

Vizepräsident 
 
 
 
 
Stephan Gass 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Olivia Reber 

 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

 

 

 

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