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**Case Identifier:** ff3bbb44-2ac8-5eec-9cb7-dd441aac3957
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.05.2018 200 2017 905
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-905_2018-05-29.pdf

## Full Text

200 17 905 KV
KNB/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 29. Mai 2018

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsdienst B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

Progrès Versicherungen AG 
c/o Helsana Versicherungen AG, Recht & Compliance, Postfach, 
8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. September 2017 (Versicherten Nr. 
95446928)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2018, KV/17/905, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war bei der Sansan Versicherungen AG (sansan, heute Progrès Versiche-
rungen AG [Progrès bzw. Beschwerdegegnerin]) obligatorisch krankenpfle-
geversichert, als sie am 13. Oktober 2016 durch ihre behandelnde 
Zahnärztin Dr. med. dent. D.________ ein Gesuch um Kostengutsprache 
für eine Zahnsanierung stellte (Akten der Progrès, Antwortbeilage [AB] 1, 
27 S. 2 Ziff. I). Nach Prüfung der diesbezüglich eingeholten Unterlagen 
(vgl. AB 2 - 10) lehnte die Progrès die Kostenübernahme mit Schreiben 
vom 22. März 2017 (AB 11) ab, was sie auf Ersuchen der Versicherten 
(AB 13) mit Verfügung vom 24. April 2017 (AB 17) bestätigte. Die dagegen 
erhobene Einsprache (AB 21, 23) wurde mit Entscheid vom 19. September 
2017 (AB 27) abgewiesen.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, 
Rechtsanwältin C.________, am 16. Oktober 2017 Beschwerde. Sie bean-
tragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die Kostenüber-
nahme der beantragten Zahnsanierung aus der KVG-Grundversicherung 
durch die Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2017 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

Es schadet nicht, dass der angefochtene Entscheid von der Helsana Versi-
cherungen AG (Helsana) erlassen wurde, nennt diese im Sachverhalt doch 
die Progrès als Versicherungsträgerin bzw. Einsprachegegnerin (AB 27 
S. 2 Ziff. I). Die gesamte vorhergehende Korrespondenz zwischen den Par-
teien wurde zunächst mit der sansan und ab 1. Januar 2017 mit der Pro-
grès geführt, wobei auf dem Briefpapier jeweils die Bildmarke der Helsana 
abgebildet war (vgl. AB 2 - 4, 7, 9, 11 f., 15). Auch erliess die Progrès die 
dem angefochtenen Einspracheentscheid vorausgegangene leistungsab-
weisende Verfügung vom 24. April 2017 (AB 17); ausserdem gehört sie zur 
Helsana-Gruppe (vgl. Verzeichnis der zugelassenen Krankenversicherer 
des Bundesamtes für Gesundheit BAG, Nr. 994, Stand 1. Februar 2017, 
abrufbar unter: www.bag.admin.ch). In ihren Anträgen verlangt die Be-
schwerdeführerin denn auch eine Kostenbeteiligung „aus der Grundversi-
cherung der Krankenversicherung der Beschwerdegegnerin“. Bei diesen 
Gegebenheiten steht die Identität der Beschwerdegegnerin eindeutig fest. 
In der Folge ist die falsche Parteibezeichnung – insbesondere unter 

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Berücksichtigung des Verbots übertriebener Formstrenge, wonach Partei-
eingaben nach ihrem erkennbaren, wirklichen Sinn auszulegen sind, – for-
mell zu berichtigen und die Progrès ins Rubrum aufzunehmen (vgl. MERK-
LI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 12 
N. 14, Art. 32 N. 11).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Sep-
tember 2017 (AB 27). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne-
rin die Kosten für die beantragte Zahnsanierung zu übernehmen hat. 

1.3 Mit Blick auf die von Dr. med. dent. D.________ ausgestellte Kos-
tenschätzung vom 31. Oktober 2016 (AB 5) in der Höhe von Fr. 3‘750.-- 
wird der Streitwert von Fr. 20'000.-- nicht erreicht, womit die Streitigkeit in 
die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Leistungen, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpfle-
geversicherung bei Krankheit zu übernehmen sind, werden in Art. 25 des 
Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; 
SR 832.10) in allgemeiner Weise umschrieben. Im Vordergrund stehen die 
Leistungen der Ärzte und Ärztinnen, dann aber auch der Chiropraktoren 
und Chiropraktorinnen sowie der Personen, die im Auftrag von Ärzten und 
Ärztinnen Leistungen erbringen (BGE 129 V 80 E. 1.1 S. 82, 128 V 135 
E. 2a S. 136, 127 V 328 E. 2 S. 330). Die Leistungen der Zahnärzte und 
Zahnärztinnen sind in der genannten Bestimmung nicht aufgeführt. Die 
Kosten dieser Leistungen sollen im Krankheitsfalle der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung nur in eingeschränktem Masse überbunden 
werden, nämlich wenn die zahnärztliche Behandlung durch eine schwere, 
nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG) 
oder durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt 

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(Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur Behandlung einer schweren Allgemei-
nerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG). 

Die Versicherer dürfen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den 
Art. 25 bis 33 KVG übernehmen (Art. 34 Abs. 1 KVG).

2.2 Gestützt auf Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 
lit. d der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung 
(KVV; SR 832.102) hat das Departement des Innern in der Verordnung 
vom 29. September 1995 über Leistungen in der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV; SR 
832.112.31) diese zahnärztlichen Behandlungen in den Art. 17 bis 19a auf-
gelistet. In Art. 17 KLV werden die schweren, nicht vermeidbaren Erkran-
kungen des Kausystems aufgezählt, bei denen daraus resultierende 
zahnärztliche Behandlungen von der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung zu übernehmen sind. In Art. 18 KLV werden die schweren Allge-
meinerkrankungen und ihre Folgen aufgelistet, die zu zahnärztlicher Be-
handlung führen können und deren Kosten von der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung zu tragen sind. Hier müssen die Allgemeinerkran-
kungen oder ihre Folgen schwer sein, nicht hingegen die dadurch bedingte 
Erkrankung des Kausystems (BGE 127 V 339 E. 2b S. 341). In Art. 19 KLV 
werden die schweren Allgemeinerkrankungen aufgezählt, bei denen die 
zahnärztliche Massnahme notwendiger Bestandteil der Behandlung dar-
stellt. Art. 19a KLV schliesslich beschlägt die Pflichtleistungen des Kran-
kenversicherers, die durch ein Geburtsgebrechen bedingt sind.

2.3 In BGE 124 V 185 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht 
(EVG; heute Bundesgericht) entschieden, dass die in Art. 17 bis 19 KLV 
erwähnten Erkrankungen, welche von der obligatorischen Krankenpflege-
versicherung zu übernehmende zahnärztliche Behandlungen bedingen, 
abschliessend aufgezählt sind. Daran hat es in ständiger Rechtsprechung 
festgehalten (BGE 129 V 80 E. 1.3 S. 83, 128 V 135 E. 2c S. 137).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 

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das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersuchungsgrund-
satz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffs-
notwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügenden Behörde 
– ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Die 
Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Regel eine Be-
weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst 
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 222).

3.

3.1 Den medizinischen Unterlagen ist im Wesentlichen Nachstehendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Schreiben der behandelnden Zahnärztin Dr. med. dent. 
D.________ vom 13. Oktober 2016 (AB 1) führte diese als stomatologi-
schen Befund eine an den Wangen etwas gerötete Schleimhaut, viel Belag 
an der Zunge sowie eine Xerostomie aus. Weiter bestünden kariöse Läsio-
nen an mehreren Zähnen. Als die Beschwerdeführerin im vergangenen 
Jahr zur Untersuchung gekommen sei, seien noch keine kariösen Läsionen 
in diesem Ausmass festgestellt worden. Seit Ausbruch ihrer Krankheit leide 
die Beschwerdeführerin an verminderter Speichelproduktion (Xerostomie), 
welche zu Mundtrockenheit führe, was ein erhöhtes Risiko für Karies dar-
stelle. 

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3.1.2 Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
Spital F.________, führte im Bericht vom 1. November 2016 (AB 6) haupt-
sächlich die Diagnosen einer schwersten Mangelernährung mit Kachexie 
nach bariatrischen Operationen, eine schwere Malassimilation mit chroni-
scher Diarrhoe sowie eine Osteoporose auf. Im Jahr 2004 sei bei der Be-
schwerdeführerin eine biliopankreatische Diversion nach Scopinaro durch-
geführt worden, woraufhin es nach einem Initialgewicht von 148 kg zu einer 
kontinuierlichen Gewichtsabnahme bis zur Entwicklung einer lebensbe-
drohlichen Situation gekommen sei. Die schwerste Mangelernährung und 
Unverträglichkeit des Essens habe auch die Zahngesundheit massiv ge-
fährdet. Der massive körperliche Zerfall habe mit Sicherheit auch Auswir-
kungen auf den Speichel und dessen Fliessrate gehabt, wobei ein Fliessra-
tentest aber zu keiner Zeit vorgenommen worden sei. In der aktuellen Si-
tuation, wo sich die Ernährungssituation unter parenteraler Ernährung zum 
Teil rehabilitiert habe, mache ein solcher Test keinen Sinn. Die geschilderte 
Anamnese habe aber die Zahngesundheit der Beschwerdeführerin mit 
grosser Wahrscheinlichkeit massiv beeinträchtigt.

3.1.3 In einem weiteren Bericht vom 16. Dezember 2016 (AB 8) hielt Dr. 
med. E.________ fest, in der über Monate andauernden schwersten kata-
bolen Stoffwechsel-Situation mit rasantem Gewichtsverlust und in der Fol-
ge zunehmendem körperlichem Zerfall, habe die Beschwerdeführerin ein 
kariöses Gebiss entwickelt. Sollte nach der in den Monaten August bis No-
vember 2016 eingetretenen deutlichen Verbesserung auf die Durchführung 
eines Speichelfliessratentests bestanden werden, so würde ein solcher 
Test die damalige Situation, welche zu massiver Karies geführt habe, nicht 
wiederspiegeln. Die heutige Situation sei massgeblich anders und nicht 
vergleichbar mit der Situation vor wenigen Monaten. 

3.1.4 Am 11. April 2017 (AB 14) führte Dr. med. dent. D.________ zu-
handen der Beschwerdegegnerin aus, erstaunlich sei das Ausmass gewe-
sen, fast jeder Zahn sei im September 2016 von Karies befallen gewesen. 
Dieser Kariesbefall sei erst nach Februar 2016 eingetreten und daher in nur 
wenigen Monaten enorm weit fortgeschritten. Bei der Besprechung mit der 
Beschwerdeführerin sei sodann die Mundtrockenheit zum Vorschein ge-
kommen, welche vermutlich krankheitsbedingt sei. Dass im Zahnschaden-

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formular von „nicht optimaler“ Mundhygiene berichtet werde, habe nicht 
allzu viel zu bedeuten, hätten doch die wenigsten Patienten eine optimale 
Mundhygiene. Aufgrund der Vorzustandsröntgenbilder und der Feststellun-
gen anlässlich der Untersuchungen, erscheine es offensichtlich, dass der 
Kariesbefall mit der Mundtrockenheit zu tun haben müsse.

3.1.5 Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. G.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt am 20. April 2017 (AB 16) 
fest, die Grunderkrankung der Beschwerdeführerin sei in der Liste nicht 
aufgeführt, weshalb keine Pflichtleistung nach Art. 17 bis 19a KLV bestehe.

3.1.6 Im Bericht vom 16. November 2017 (AB 28) führte Dr. med. 
G.________ aus, die Grunderkrankung der Beschwerdeführerin sei eine 
Mangelernährung mit Kachexie nach bariatrischen Operationen, welche in 
den Art. 17 bis 19a KLV nicht aufgeführt sei. Es bestehe zwar eine vermin-
derte Speicheldrüsenproduktion, aber nur im Ausmass einer Oligosialie. 
Das Vorliegen einer Xerostomie vor dem 20. Februar 2017 (Datum des 
Speichelfliessratentests [AB 10]) sei möglich, aber nicht überwiegend 
wahrscheinlich, da für den vorhergehenden Zeitraum keine Messungen 
durchgeführt worden seien. Die Speichelfliessraten von Februar 2017 leg-
ten nahe, dass in der Zeit zuvor ein verminderter Speichelfluss bestanden 
habe, jedoch verwies Dr. med. G.________ auch hier auf die Tatsache, 
dass dies zwar möglich sei, diesbezüglich aber keine Messergebnisse vor-
lägen. 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinter-
ner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

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vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizi-
en gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be-
fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies-
sen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung 
wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV 
Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 
erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354). 

3.3 Da bei der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen kein Geburts-
gebrechen vorliegt, scheidet ein Fall nach Art. 19a KLV von vornherein aus. 
Ebenfalls nicht anwendbar ist hier Art. 19 KLV (vgl. E. 2.2 hiervor). In Über-
einstimmung mit den Feststellungen von Dr. med. G.________ (AB 28) 
liegt mit der von Dr. med. E.________ im November 2016 diagnostizierten 
schwersten Mangelernährung mit Kachexie nach bariatrischen Operatio-
nen, der schweren Malassimilation mit chronischer Diarrhoe sowie der Os-
teoporose (AB 6) zudem weder eine schwere, nicht vermeidbare Erkran-
kung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG, Art. 17 KLV) noch eine 
Allgemeinerkrankung im Sinne des Gesetzes vor (Art. 31 Abs. 1 lit. b und c 
KVG, Art. 18 KLV). Namentlich ist keine Speicheldrüsenerkrankung erstellt 
(Art. 18 Abs. 1 lit. d KLV). Die Voraussetzungen nach Art. 17 bis 19 KLV 
sind nicht erfüllt und die Versicherer dürfen ihre Leistungspflicht nicht über 
das gesetzlich Vorgesehene ausweiten (vgl. E. 2.1 hiervor). Dass sich die 
Speichelfliessrate bei der Beschwerdeführerin im Zeitraum der notfallmäs-
sigen Hospitalisation von August bis November 2016 verändert hätte (vgl. 
AB 6 S. 2, 8), lässt sich mangels Vornahme eines echtzeitlichen Tests nicht 
belegen. Vielmehr stellt ein verminderter Speichelfluss bzw. das Vorliegen 
einer Oligosialie oder gar einer Xerostomie eine blosse Vermutung dar, 
denn ein Speichelfliessratentest wurde erstmals am 20. Februar 2017 
(AB 10) vorgenommen. Die Ergebnisse deuteten zu diesem Zeitpunkt denn 
auch nicht mehr auf einen verminderten Speichelfluss hin, lagen sie doch 
über den von der Klinik H.________ festgelegten Normwerten (vgl. auch 

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<http://de.wiki-pedia.org/wiki/Speicheltest> sowie Prof. Dr. Sebastian 
Hahnel, Die Betreuung von Patienten mit Mundtrockenheit – ein spezieller 
Aspekt in der zahnärztlichen Prophylaxe, abrufbar unter: <https://www.zmk-
aktuell.de/fachgebiete/prophylaxe/story/die-betreuung-von-patienten-mit-
mundtrockenheit--ein-spezieller-aspekt-in-der-zahnaerztlichen-prophylaxe 
__852.html>). In der Folge überzeugt, wenn Dr. med. G.________ das Vor-
liegen einer Xerostomie bloss als möglich, nicht aber als überwiegend 
wahrscheinlich erachtete. Gleiches hielt er denn auch generell zu einem 
verminderten Speichelfluss vor Februar 2017 fest (AB 28). Da sich die Ge-
sundheits- und Ernährungssituation der Beschwerdeführerin nunmehr deut-
lich verbessert hat, vermöchten diesbezügliche weitere Abklärungen nichts 
Neues zur damaligen Situation beizubringen (vgl. hierzu die Ausführungen 
von Dr. med. E.________ vom 1. November und 16. Dezember 2016 hin-
sichtlich des Speichelfliessratentests [AB 6 S. 2, 8]), weshalb in antizipierter 
Beweiswürdigung davon abzusehen ist (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 
Im Weiteren ist zu beachten, dass selbst wenn ein verminderter Speichel-
fluss im hier relevanten Beurteilungszeitraum nachgewiesen worden wäre – 
was vorliegend gerade nicht der Fall ist –, rechtsprechungsgemäss immer 
die Anforderungen an die zumutbare Schadenminderung zu beachten sind. 
So erkannte das EVG in BGE 128 V 59, dass Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG 
i.V.m. Art. 18 KLV nur bei nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausys-
tems Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenversicherung auslöst. 
Dabei muss nicht die schwere Allgemeinerkrankung, sondern die Kausys-
temerkrankung unvermeidbar gewesen sein. Vorausgesetzt wird eine ob-
jektive Unvermeidbarkeit. Dies verlangt eine nach dem jeweiligen Wissens-
stand der Zahnheilkunde genügende Mundhygiene. Massgebend ist, ob 
beispielsweise Karies hätte vermieden werden können, wenn die Mundhy-
giene genügend gewesen wäre, ohne Rücksicht darauf, ob die versäumte 
Prophylaxe im Einzelfall als subjektiv entschuldbar zu betrachten ist (BGE 
128 V 62 f. E. 4a und b). Eine versicherte Person, die aufgrund ihrer Kon-
stitution, durchgemachten Krankheiten oder durchgeführten Zahnbehand-
lungen eine erhöhte Anfälligkeit für Zahnerkrankungen hat, kann es nicht 
mit der allgemein üblichen Mundhygiene bewenden lassen. Die Mundhygi-
ene muss aber in jedem Fall sowohl in der täglichen Durchführung wie 
auch hinsichtlich des periodischen Ganges zum Zahnarzt und der Dental-
hygiene in vernünftigem und zumutbarem Rahmen bleiben (BGE 128 V 65 

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E. 6d). Es ist zu berücksichtigen, dass Dr. med. dent. D.________ die 
Mundhygiene der Beschwerdeführerin im Zahnschadenformular vom 
31. Oktober 2016 als „nicht optimal“ bzw. „verbesserungswürdig“ bezeich-
nete (AB 5). Weiter ist zu berücksichtigen, dass die behandelnde Zahnärz-
tin den Kariesbefall bei einer durchschnittlichen Mundhygiene nicht über-
wiegend wahrscheinlich als vermeidbar einstufte, aber – mit der Feststel-
lung eine „sichere Vermeidbarkeit“ gebe es nicht – die überwiegend wahr-
scheinliche Vermeidbarkeit bei einer überdurchschnittlich guten Hygiene 
(implizit) bejahte (AB 23 samt E-Mail-Anhang vom 8. Juni 2017), was mit 
Blick auf die strenge Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt.

3.4 Nach dem Dargelegten liegt hinsichtlich der verminderten Speichel-
fliessrate Beweislosigkeit vor. Damit ist ein Kausalzusammenhang zwi-
schen einem Sachverhalt nach den Art. 17 bis 19 KLV und der geltend ge-
machten Speichelflussminderung nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. 
In der Folge erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 
19. September 2017 (AB 27) als rechtens und ist die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsdienst B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Progrès Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.