# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97da083c-0b53-5644-bc14-22ae56f91e55
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-02-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 24.02.2005 BK 2005 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2005-35_2005-02-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 24. Februar 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 05 35

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer und Rehli 
Aktuarin ad hoc Marugg

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des A., Beschwerdeführer,

gegen

die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten Chur vom 10. Februar 2005, mit-
geteilt am 18. Februar 2005, in Sachen des B., Beschwerdegegner, gegen den 
Beschwerdeführer, 

betreffend Tätlichkeit,

hat sich ergeben:

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A. B. arbeitete am 08. Dezember 2004 als Kellner im C. Café. Als der 
Gast A. das Restaurant verliess, glaubte B. fälschlicherweise, dieser habe seine 
Konsumation nicht bezahlt, weshalb er ihm auf die Strasse folgte. Gemäss An-
gaben des A. sei B. auf ihn zugerannt, habe ihn am linken Jackenärmel gepackt 
und habe ihn aufgefordert, seine Konsumation zu bezahlen. Daraufhin habe A. 
dem Kellner versichert, seine Ovomaltine bezahlt zu haben, wobei er ihn mehr-
mals gebeten habe, seinen Arm loszulassen. Anstatt ihn loszulassen, soll B. aber 
begonnen haben, A. zu stossen und zu schubsen. Schliesslich soll B. versucht 
haben, A. am Ärmel seiner Strickjacke über die Strasse zurück ins Lokal zu zie-
hen. Durch diese Angriffe sei A. aber weder verletzt, noch sei seine Bekleidung 
beschädigt worden. B. hingegen gab bei der polizeilichen Einvernahme zu Pro-
tokoll, er habe A. weder am Ärmel gepackt noch geschupst oder gestossen oder 
sonst wie tätlich angegriffen. Er sei diesem auf die Strasse gefolgt, um die Kon-
sumation einzukassieren. Dabei habe er ihn aufgefordert, ins Lokal zurückzu-
kommen, wobei er ihm lediglich mit der flachen Hand auf die Schulter geklopft 
habe.

In der Folge stellte A. gegen B. Strafantrag wegen Tätlichkeiten.

B. Mit Einstellungsverfügung vom 10. Februar 2005, mitgeteilt am 18. 
Februar 2005, stellte der Kreispräsident Chur das Strafverfahren gegen B. ein. 
Zur Begründung führte der Kreispräsident Chur aus, auf Grund der widersprüch-
lichen Aussagen der Beteiligten und fehlender objektivierbaren Umstände könne 
dem Angeschuldigten eine Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB nicht rechtsgenüg-
lich nachgewiesen werden. Auf Grund dessen sei das Verfahren gegen diesen 
einzustellen.

C. Gegen diese Einstellungsverfügung erhebt A. mit Eingabe vom 22. 
Februar 2005 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes 
Graubünden. Darin macht er geltend, er habe bezüglich des Tathergangs die 
Wahrheit zu Protokoll gegeben. Des Weiteren führt er aus, auf Grund der Tatsa-
che, dass B. ihn bereits im Vorfeld öfters belästigt, beleidigt und angegriffen habe, 
habe er diesen diesmal angezeigt, um dessen Verhalten ein Ende zu setzen.

D. Auf die Einholung einer Vernehmlassung des Kreispräsidenten 
Chur sowie des  B. wurde verzichtet.

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Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in 
der Beschwerdeschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Einstellungsverfügungen der Kreispräsidenten kann wegen 
Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit bei der Beschwerdekammer des Kan-
tonsgerichtes gemäss Art. 176a StPO in Verbindung mit Art. 138 StPO Be-
schwerde geführt werden. Die Beschwerde ist innert 20 Tagen seit Kenntnis-
nahme des angefochtenen Entscheids schriftlich einzureichen (Art. 139 Abs. 2 
StPO), wobei darzulegen ist, welche Punkte der Verfügung angefochten werden 
und inwiefern die angefochtene Verfügung rechtswidrig oder unangemessen ist.

2. a) Mit der vorliegenden Beschwerde kritisiert der Beschwerdeführer 
den in der angefochtenen Einstellungsverfügung dargelegten Sachverhalt. Dem-
nach richtet sich seine Beschwerde gegen die Begründung der Einstellungsver-
fügung. Beschwerde kann aber nur gegen das Dispositiv einer Verfügung erho-
ben werden, nicht jedoch gegen deren Erwägungen beziehungsweise Begrün-
dung (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubün-
den, 2. Auflage, Chur 1996, S. 343 Ziffer 6). Dabei ist darzulegen, inwiefern das 
Dispositiv der angefochtenen Verfügung rechtswidrig oder unangemessen sein 
soll. Dazu äussert sich aber der Beschwerdeführer nicht. Soweit der Beschwer-
deführer des Weiteren geltend macht, er sei von B. bereits früher öfters belästigt, 
beleidigt und angegriffen worden, macht er Umstände geltend, die im vorliegen-
den Verfahren nicht relevant sind; hier steht einzig der Sachverhalt vom 08. De-
zember 2004 zur Diskussion. 

b) Da sich die Beschwerde nach dem Gesagten auf eine unzulässige 
Kritik am angefochtenen Entscheid beschränkt, und zudem hier nicht erhebliche 
Umstände vorgebracht werden, ist darauf nicht einzutreten.

3. Abgesehen davon ist die Beschwerde auch materiell unbegründet. 
Gemäss Art. 138 StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene Einstellungs-
verfügungen auf Rechtswidrigkeit und Unangemessenheit überprüfen. Bei der 
Überprüfung der Angemessenheit eines Entscheides soll aber die Beschwerde-
kammer ihr Ermessen nur dort an die Stelle der Vorinstanz setzen, wo sich deren 
Verfügung nicht mit triftigen Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung 

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ist dann angemessen und hält der umschriebenen Prüfung stand, wenn auf 
Grund des Untersuchungsergebnisses objektiv oder subjektiv nicht genügend 
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben 
sind und somit ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine neuen 
Beweismittel ersichtlich sind, die das ermittelte Beweisergebnis im gegenteiligen 
Sinn zu beeinflussen vermöchten (vgl. PKG 1995 Nr. 45; Padrutt, a. a. O., Ziffer 
3.3 zu Art. 82 StPO). Aufzuheben ist eine Einstellungsverfügung, wenn in objek-
tiver oder subjektiver Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch 
als wahrscheinlich erscheinen lassen. Vorliegend sind keine weiteren konkret zu 
erhebenden Beweismittel ersichtlich, und werden vom Beschwerdeführer auch 
nicht geltend gemacht, die zur Klärung des Sachverhalts beitragen könnten. 
Folglich verbleiben hinsichtlich des Sachverhalts einzig die zwei sich widerspre-
chenden Aussagen der Parteien. Unter diesen Umständen gibt es keine rechts-
genüglichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Hand-
lung des B., so dass bei gerichtlicher Beurteilung ein Freispruch zu erwarten 
wäre. Demnach hat der Kreispräsident Chur das Verfahren zu Recht eingestellt, 
so dass die Beschwerde, falls überhaupt darauf einzutreten wäre, abgewiesen 
werden müsste.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen bei diesem Ausgang 
des Verfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 500.00 gehen 
zu Lasten des Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: