# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06522814-11bf-55bb-9ad7-bf0a64d72abe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.08.2013 S 2012 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-122_2013-08-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 12 122

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuar Simmen

URTEIL
vom 27. August 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ absolvierte während der Jahre 1993 bis 1997 eine Lehre als 

Coiffeur, nachdem er im Jahr 1991 während seiner Schulzeit in die 

Schweiz eingewandert war. In der Folge arbeitete er als Bäckergehilfe 

sowie seit dem Jahr 2000 als Lüftungsspengler. Nach einem 

Verkehrsunfall vom 31. August 1997, bei dem er nebst einer Oberbauch- 

und Kniekontusion rechts eine nicht diagnostizierte Skaphoidfraktur links 

erlitten hatte und einem Wanderunfall vom 17. August 2002, infolge 

dessen sich eine Sudeckdystrophie entwickelte, sowie einer am 

3. Oktober 2002 im Kantonsspital Graubünden (Kantonsspital) 

durchgeführten Handgelenksarthrodese links, meldete sich A._____ mit 

Schreiben vom 23. Januar 2003 bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an 

(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, 

Arbeitsvermittlung). Da ihm aufgrund der Beschwerden am linken 

Handgelenk die ursprüngliche Tätigkeit als Lüftungsspengler nicht mehr 

möglich war, nahm er per 1. Oktober 2003 eine Arbeit als Hauswart auf. 

Im Dezember 2003 sprach ihm die Schweizerische Unfallversicherungs-

anstalt (nachfolgend SUVA) auf der Basis eines Integritätsschadens von 

35 % eine Integritätsentschädigung zu und stellte ihm mit Verfügung vom 

12. Februar 2004 die Taggeldleistungen ein. Gleichzeitig sprach sie ihm 

bei einem Invaliditätsgrad von 29 % eine Invalidenrente zu. Dabei ging die 

SUVA bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades von einem 

Valideneinkommen von Fr. 52‘000.-- aus und stellte fest, dass dieses 

Einkommen 12.95 % unter dem branchenüblichen Lohn liege, was bei der 

Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtigt worden sei. Das 

Invalideneinkommen wurde auf Fr. 37‘119.-- festgelegt unter der 

Annahme, A._____ könne in einer leichten angepassten Tätigkeit zu 

100 % arbeitstätig sein. Infolge der erheblichen Einschränkungen an der 

linken Hand wurde beim Invalideneinkommen zudem ein Abzug von 20 % 

vorgenommen. Mit Verfügung vom 14. Juli 2004 sprach ihm die IV-Stelle 

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vom 1. August 2003 bis 30. September 2003 eine ganze und vom 

1. Oktober 2003 bis 31. Dezember 2003 eine halbe Invalidenrente zu. Ab 

dem 1. Januar 2004 wurde bei einem Invaliditätsgrad von 29 % keine 

Invalidenrente mehr ausgerichtet. 

2. Am 28. August 2006 meldete sich A._____ erneut bei der 

Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an (Berufsberatung, 

Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente). In der 

Anmeldung wies er darauf hin, dass er seine frühere Anstellung als 

Hauswart verloren habe und ab Mitte Juli 2006 wieder beim 

ursprünglichen Arbeitgeber zu einem Bruttostundenlohn von Fr. 25.-- tätig 

sei. Weiter führte er aus, dass er neben den Beschwerden an der linken 

Hand seit dem Jahr 2005 auch unter Angstzuständen leide und deshalb 

bei Dr. med. B._____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in 

psychiatrischer Behandlung sei. Mit Verfügung vom 4. April 2008 wies die 

IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente ab, da der Invaliditätsgrad 

nach wie vor 29 % betrage. 

3. Am 10. Juli 2008 ereignete sich ein weiterer Betriebsunfall. Dabei erlitt 

A._____ bei einer kraftvollen Supinationsbewegung einen traumatischen 

Abriss der langen Bizepssehne sowie ein posttraumatisches 

Impingement-Syndrom der rechten, dominanten Schulter. Zudem wurde 

eine posttraumatische AC-Arthralgie diagnostiziert. Die Behandlung der 

Schulterverletzung wurde am Kantonsspital durchgeführt, wobei als 

Unfallversicherung wiederum die SUVA zuständig war. Als Folge des 

Betriebsunfalls und der daraus herrührenden langandauernden 

Arbeitsunfähigkeit verlor A._____ per Ende November 2008 seine 

Anstellung als Lüftungsspengler. Daraufhin meldete er sich am 

27. Oktober 2008 erneut bei der Invalidenversicherung zum Bezug von 

Leistungen an. Am 23. März 2010 wurde A._____ von Dr. med. C._____, 

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Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, kreisärztlich untersucht. 

Gestützt auf die Ergebnisse dieser kreisärztlichen Untersuchung stellte 

die SUVA ihre Taggeldleistungen per 12. April 2010 ein. Nach Einstellung 

der SUVA-Taggeldleistungen lud die IV-Stelle A._____ zu einer 

Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (nachfolgend 

RAD) ein. Im entsprechenden Bericht des RAD-Arztes Dr. med. D._____, 

Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Allgemeinmedizin, 

zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), vom 10. September 2010 

wurde A._____ in der angestammten, zuletzt ausgeübten Tätigkeit im 

Installationsbereich sowie in den früher ausgeübten Tätigkeiten aus 

psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zur 

Wiedereingliederung wurde eine medizinische Massnahme mit 

sechsmonatiger Behandlung in einer Tagesklinik mit anschliessender 

beruflicher Wiedereingliederung vorgeschlagen. Dadurch könne mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit in einer leidens-

adaptierten Tätigkeit von mindestens 50 % generiert werden. Am 

29. Dezember 2010 wurde A._____ von der IV-Stelle aufgefordert, sich 

entsprechend den Empfehlungen des RAD Arztes Dr. med. D._____ zur 

Steigerung seiner Erwerbsfähigkeit in eine teilstationäre Behandlung zu 

begeben und gleichzeitig die ambulante psychiatrische Behandlung 

fortzuführen. Die Behandlung in der Tagesklinik fand in der Folge nicht 

statt, da A._____ damit nicht einverstanden war. Stattdessen absolvierte 

er vom 14. September 2010 bis Juli 2011 beim Verein H._____ ein 

Einsatzprogramm in einem 70 % Pensum. Daraufhin beauftragte die IV-

Stelle am 5. Mai 2011 das Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel 

(nachfolgend ABI) mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens. 

Am 26. Oktober 2011 wurde A._____ sodann psychiatrisch und 

orthopädisch untersucht. Das entsprechende polydisziplinäre Gutachten 

vom 15. Dezember 2011 attestierte A._____ für körperlich leichte 

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Tätigkeiten ab dem 4. Januar 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

beziehungsweise ab April 2010 eine solche von 100 %. 

4. Vom 5. September 2011 bis 6. April 2012 war A._____ im Rahmen des 

Rotkreuz-Werknetzes in der E._____ tätig, wo er zu 50 % 

beziehungsweise ab dem 1. Dezember 2011 zu 60 % in der 

Serienfertigung, Druckerei und Ausrüsterei beschäftigt war. 

5. Mit Vorbescheid vom 26. März 2012 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass 

er ab dem 1. September 2008 bis 31. Oktober 2008 bei einem 

Invaliditätsgrad von 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, ab dem 

1. November 2008 bis 31. März 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 

100 % Anspruch auf eine ganze Rente und ab dem 1. April 2010 bis 

30. Juni 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 51 % Anspruch auf eine 

halbe Rente habe. Ab dem 1. Juli 2010 bestehe kein Rentenanspruch 

mehr. Begründend führte die IV-Stelle aus, A._____ würde ohne 

Gesundheitsschaden in der Tätigkeit als Lüftungsspengler bei einem 

100 %-Pensum ein Jahreseinkommen von Fr. 57‘544.10 erzielen können. 

Diese Tätigkeit werde ihm aus ärztlicher Sicht jedoch nicht mehr 

zugemutet. Ab dem 1. April 2010 werde ihm jedoch ärztlicherseits wieder 

eine leichte, wechselbelastete Tätigkeit in einem Pensum von 100 % 

zugemutet. Mit einer solchen Arbeit würde er pro Jahr unter 

Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 5 % Fr. 59‘345.90 verdienen 

können. Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 0 %, weshalb unter 

Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist ab dem 1. Juli 2010 kein 

Rentenanspruch mehr bestehe. 

Der dagegen von A._____ erhobene Einwand vom 26. April 2012 wurde 

mit Verfügung vom 27. September 2012 insoweit gutgeheissen, als 

A._____ für die Zeit ab dem 1. April 2010 bis 30. Juni 2010 bei einem 

Invaliditätsgrad von 64 % eine Dreiviertelsrente zugesprochen wurde. 

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Ansonsten wurde der Einwand abgewiesen. Es könne im vorliegenden 

Fall auf das schlüssige, nachvollziehbare und widerspruchsfreie ABI-

Gutachten vom 15. Dezember 2011 abgestellt werden. Weder die 

Vorbringen im Einwand noch die mit dem Einwand eingereichten 

Arztberichte würden das interdisziplinäre ABI-Gutachten zu erschüttern 

vermögen. Die SUVA habe dem Versicherten mit Verfügung vom 

12. Februar 2004 aufgrund der Unfallfolgen eine Rente bei einem 

Invaliditätsgrad von 29 % zugesprochen. Dieser auf überzeugenden und 

sachgerechten Schlussfolgerungen beruhenden Invaliditätsbemessung 

sei zu folgen. Dementsprechend habe der Versicherte ab dem 

1. September 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % Anspruch auf 

eine Viertelsrente, ab dem 1. November 2008 befristet bis 31. März 2010 

auf eine ganze Rente (Invaliditätsgrad 100 %) und ab dem 1. April 2010 

bis 30. Juni 2010 auf eine Dreiviertelsrente (Invaliditätsgrad 64 %). 

6. Gegen die Verfügung vom 27. September 2012 erhob A._____ am 

1. November 2012 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte, die Verfügung sei insofern aufzuheben, als 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2010 nur noch eine 

Dreiviertelsrente zugesprochen und ab 1. Juli 2010 der Anspruch auf eine 

Invalidenrente versagt werde. Es sei dem Beschwerdeführer über den 

1. April 2010 hinaus eine unbefristete ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei ein medizinisches Obergutachten 

einzuholen. In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgeltliche 

Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsverbeiständung) zu gewähren. 

• Die IV-Stelle habe den Sachverhalt bezüglich der dem 
Beschwerdeführer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit falsch 
festgestellt, indem sie auf ein nicht nachvollziehbares medizinisches 
Gutachten abgestellt habe. Weiter habe die IV-Stelle das ihr 
zustehende Ermessen bei der Festlegung des Leidensabzugs 
missbraucht. Beim von der SUVA zur Berechnung des 

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Invalideneinkommens vorgenommenen Abzug von 20 % handle es sich 
entgegen der Ansicht der IV-Stelle nicht um einen Leidensabzug.

• Die IV-Stelle habe das Valideneinkommen fälschlicherweise auf 
Fr. 57‘364.15 festgelegt. Bei der Berentung am 12. Februar 2004 sei 
die SUVA von einem Valideneinkommen von Fr. 52‘000.-- 
ausgegangen, was - der Nominallohnentwicklung von 2004 bis 2011 
angepasst - ein Valideneinkommen von Fr. 57‘769.-- ergebe. 

• Für die Festlegung des Invalideneinkommens sei auf das Lohnniveau 4 
abzustellen, da der Beschwerdeführer nie auf seinem angelernten 
Beruf, sondern lediglich als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei. Weiter sei 
das Invalideneinkommen entsprechend dem Vorgehen der SUVA zu 
parallelisieren, da das vom Beschwerdeführer vor Eintritt des 
Gesundheitsschadens erzielte Einkommen erheblich unter dem 
branchenüblichen Lohn gelegen habe. 

• Im orthopädischen Teilgutachten sei unberücksichtigt geblieben, dass 
der Beschwerdeführer die linke Hand nur noch als Zudienhand 
verwenden könne und damit eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
bestehe. Dementsprechend habe die SUVA das Invalideneinkommen 
wegen den Funktionseinbussen von vornherein um 20 % reduziert und 
sei folglich von einer Leistungsfähigkeit von 80 % ausgegangen. 
Insofern sei das Gutachten im orthopädischen Teil nicht konsistent. 
Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nun auch durch die 
Schulterproblematik eingeschränkt sei, sei im Rahmen des 
Leidensabzugs Rechnung zu tragen. 

• Das psychiatrische Teilgutachten sei nicht nachvollziehbar und nicht 
geeignet, als Grundlage für die Invaliditätsbemessung zu dienen. Dem 
Gutachten sei nicht zu entnehmen, wie lange sich der Gutachter 
persönlich mit dem Beschwerdeführer beschäftigt habe. Offensichtlich 
sei, dass es nur eine Sitzung gegeben habe und ein Teil der 
Gesprächszeit durch die Übersetzung vom Deutschen ins Spanische 
und umgekehrt beansprucht worden sei. Zudem habe der Gutachter die 
Schwere der psychischen Störungen im Gegensatz zum behandelnden 
Psychiater und dem RAD-Arzt nicht vollständig erfassen können. Die 
psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers sei nicht 
umfassend und unsorgfältig erfolgt und das Gutachten sei in sich 
widersprüchlich. Der Erfahrungsbericht der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden (E._____) vom 16. April 2012 bestätige die Beurteilung 
des RAD-Arztes vom Sommer 2010 sowie auch die langjährigen 
Erfahrungen des behandelnden Arztes, welche nicht als parteiische 
Ausführungen abgetan werden dürften. Den Aussagen des den 
Beschwerdeführer schon jahrelang behandelnden Dr. med. B._____ 

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müsse Gehör geschenkt werden, zumal er den Beschwerdeführer nicht 
einfach von Anfang an arbeitsunfähig erklärt, sondern ihm zu Beginn 
aus psychiatrischer Sicht eine erhöhte Arbeitsfähigkeit attestiert habe. 

• Überdies habe der Gutachter Ende 2011 rückwirkend die 
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung durch den RAD-Arzt korrigiert, ohne 
diese Korrektur zu begründen. Der RAD-Arzt sei auch für die Zeit ab 
Juli 2010 noch von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgegangen 
und zwar noch für mindestens sechs weitere Monate. Nur unter der 
Voraussetzung der Durchführung gezielter Behandlungsmassnahmen 
habe er eine Arbeitsfähigkeit von 50 % angenommen. Auf diese 
zeitechte Beurteilung hätte die IV-Stelle bei der Bemessung des 
Invalideneinkommens abstellen müssen. Gehe man davon aus, der 
Beschwerdeführer hätte per August 2010 die vom RAD-Arzt 
empfohlene Behandlungsmassnahme aufgenommen, wäre eine 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit frühestens auf Februar 2011 
realistisch gewesen, sodass frühestens per 1. Mai 2011 von einem 
verminderten Invaliditätsgrad ausgegangen werden könne. 

• Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % und unter Anwendung der 
Tabellenlöhne resultiere mit dem von der SUVA bereits für die 
Funktionseinbusse der linken Hand vorgenommenen Abzug von 20 % 
ein Invalideneinkommen von Fr. 20‘474.05. Zu berücksichtigen sei 
noch, dass die psychischen Probleme nur eine Teilzeitarbeit zuliessen, 
was regelmässig lohndrückend wirke. Zusätzlich sei infolge der 
Schulterschmerzen rechts ein Leidensabzug von 15 % vorzunehmen. 
Damit belaufe sich das Invalideneinkommen bei einem Pensum von 
50 % auf Fr. 17‘403.--. Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad bei einer 
Arbeitstätigkeit von 50 % von 69.87 %, weshalb eine ganze Rente 
geschuldet sei. 

7. Mit Vernehmlassung vom 30. November 2012 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung ihres Antrags verwies die 

IV-Stelle primär auf die angefochtene Verfügung, bevor sie zu einzelnen 

Ausführungen der Beschwerde Stellung nahm.

• Sowohl der Beurteilung des Kreisarztes der SUVA vom 3. Dezember 
2003 als auch der Verfügung der SUVA vom 12. Februar 2004 könne 
entnommen werden, dass der Beschwerdeführer ganztägig arbeitsfähig 
gewesen sei und wegen der qualitativen Einschränkungen ein Abzug 
vorgenommen worden sei. Die qualitativen Einschränkungen seien in 

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der angefochtenen Verfügung korrekt mit einem Leidensabzug von 
20 % berücksichtigt worden. 

• Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern die detaillierte 
Beurteilung des RAD vom 25. Juli 2012 nicht korrekt sein sollte. Für 
den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens komme es 
grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Massgebend 
sei, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig 
sei. Das psychiatrische Teilgutachten sei schlüssig und nehme 
detailliert Stellung. Es berücksichtige die schlechte Medikamenten-
compliance und die nicht wesentlich eingeschränkten Alltagsaktivitäten. 

• Es sei davon auszugehen, dass der Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers seit der Untersuchung beim RAD konstant gewesen 
sei. Andernfalls hätte von den behandelnden Ärzten und dem 
Beschwerdeführer eine Besserung des Gesundheitszustands zwischen 
Juli 2010 und Oktober 2011 beschrieben werden müssen. Der 
psychiatrische Gutachter des ABI zeige nachvollziehbar und schlüssig 
auf, warum die Beurteilung des RAD vom Juli 2010 nicht 
nachvollziehbar sei. Auch die SUVA habe den Beschwerdeführer ab 
April 2010 wieder als im Rahmen der früher festgelegten Rente 100 % 
arbeitsfähig betrachtet. Sämtliche Akten zeigten schlüssig auf, dass 
beim Beschwerdeführer seit April 2010 ein unveränderter Gesundheits-
zustand vorliege. 

8. In seiner Replik vom 10. Januar 2013 ergänzte der Beschwerdeführer 

seine Ausführungen wie folgt:

• Nicht umstritten sei die beschwerdeführerische Feststellung, dass das 
Valideneinkommen - wenn auch nur minim - über dem in der 
angefochtenen Verfügung angenommenen Valideneinkommen liege. 

• Aufgrund des im Jahr 2002 erlittenen Unfalls, welcher zu einer 
erheblichen Verletzung am linken Handgelenk geführt habe, könne der 
Beschwerdeführer auch in einer leichten Tätigkeit nur noch ein 
Einkommen von 80 % erzielen. Beim von der SUVA seinerzeit 
vorgenommenen Abzug handle es sich nicht um einen Leidensabzug. 
Vielmehr sei mit diesem Abzug dem Umstand Rechnung getragen 
worden, dass der Beschwerdeführer auch bei ganztägigem Einsatz 
infolge der Funktionseinschränkung keine volle Leistung zu erbringen 
vermöge und deshalb seine Leistungsfähigkeit und sein Lohn um 20 % 
reduziert seien. Die qualitativen Einschränkungen hätten sich infolge 

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der Schulterproblematik erhöht, weshalb nun ein Leidensabzug von 
15 % vorzunehmen sei. 

• Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer auf eine lange psychiatrische 
Behandlung zurückblicke und aus den Akten nicht hervorgehe, dass er 
infolge psychischer Probleme vom Gutachter bagatellisierte 
Funktionsausfälle habe, hätte eine vertiefte Beschäftigung des 
Gutachters mit dem Beschwerdeführer erfordert. F._____ vom RAD 
habe im Bericht vom 25. Juli 2012 ausgeführt, dass der 
Beschwerdeführer unter idealen äusseren Bedingungen nur ein 
Pensum von 60 % erreichen könne. Diese Einschätzung bestärke die 
beschwerdeführerische Auffassung, wonach er aus psychischen 
Gründen zusätzlich eingeschränkt leistungsfähig sei. In solchen Fällen 
genüge für eine psychiatrische Begutachtung nur eine einzige Sitzung 
nicht. 

• Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit der 
Beurteilung durch den RAD im Juli 2010 nicht verbessert. Der RAD-Arzt 
habe im Juli 2010 zutreffend festgehalten, dass eine erheblich 
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen bestehe. 
Dies habe er in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2012 sogar noch 
bestätigt. In der Stellungnahme zum Gutachten des ABI habe der RAD-
Arzt dargelegt, dass der ABI-Gutachter aus seiner Sicht die Diagnose 
des behandelnden Psychiaters und die Diagnose der RAD-
Untersuchung (vom Juli 2010) bestätigt habe und lediglich in der 
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von den Vorbeurteilungen 
abgewichen sei. Der ABI-Gutachter gehe bezüglich der psychischen 
Einschränkungen ergebnisorientiert von einem geringeren bzw. von 
keinem Arbeitsunfähigkeitsgrad aus, was nicht schlüssig sei. 

• Dass die SUVA den Beschwerdeführer anders behandle als die 
Invalidenversicherung sei klar, da die SUVA psychischen 
Einschränkungen bei einem Unfall, wie sie der Beschwerdeführer 
erlitten habe, nicht Rechnung tragen müsse.

9. In ihrer Duplik vom 15. Januar 2013 hielt die IV-Stelle an ihren Anträgen 

fest. 

• Es liege in casu bereits ein 20%iger Leidensabzug vor, weshalb kein 
zusätzlich 15%iger Abzug vorgenommen werden könne. Zudem 
würden die aus somatischer Sicht einzuhaltenden Vorgaben nach der 
bundesgerichtlichen Praxis die allgemeine wirtschaftliche Verwert-

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barkeit des Restleistungsvermögens kaum erheblich zu mindern 
vermögen. 

• F._____ vom RAD habe in einem Punkt ausgeführt, dass der 
Beschwerdeführer auch aufgrund des Berichtes der E._____ zu 
mindestens 60 % arbeitsfähig sei. Es handle sich bei dieser Aussage 
bloss um einen Auszug aus der gesamten Stellungname des RAD, der 
nicht isoliert zu betrachten sei. Der RAD zeige in der Stellungnahme 
vom 25. Juli 2012 nachvollziehbar, ausführlich und schlüssig auf, 
weshalb auf das psychiatrische ABI-Gutachten abgestellt werden 
könne. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften 

sowie in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 27. September 2012. Streitig und zu prüfen 

ist die Frage, ob dem Beschwerdeführer zu Recht ab dem 1. April 2010 

befristet bis 30. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente sowie ab dem 1. Juli 

2010 keine Rente mehr zugesprochen worden ist. Der Beschwerdeführer 

vertritt die Ansicht, dass er über den 1. April 2010 hinaus Anspruch auf 

eine unbefristete ganze Invalidenrente habe. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] 

und Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 

831.20]). Der Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines 

Jahres, sofern ohne wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsfähigkeit von 

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durchschnittlich mindestens 40 % vorgelegen hat und anschliessend eine 

rentenbegründete Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei 

erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der 

Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 28a Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtige trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne 

Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in 

Prozenten den Invaliditätsgrad ergibt. Ist ein Versicherter hiernach 

mindestens 40 % invalid, so hat er Anspruch auf eine Viertelsrente, bei 

mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 % auf eine 

Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 393 E.2.1; PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 

80). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte – als Beurteilungsgrundlage – ist eine 

seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad) aber zum 

Voraus nicht möglich (BGE 125 V 256 E.4, 122 V 157 E.1c).

b) Um den Invaliditätsgrad nach Art. 16 ATSG ermitteln zu können, sind die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht zunächst auf die 

Unterlagen angewiesen, die ihnen Ärzte oder allenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte und Befunde eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 

können (BGE 125 V 256 E.4, 115 V 133 E.2, 114 V 310 E.3c, 105 V 156 

E.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 640/02 vom 

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6. Mai 2003 E.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 345 

E.3a; ULRICH MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG; 2. 

Aufl., Zürich 2010, S. 252; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 

2009, Rz. 32 zu Art. 44). Nach der Rechtsprechung kann bei der 

Beweiswürdigung allerdings auf gewisse Richtlinien abgestellt werden. So 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 

von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zulässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von 

Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 

tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 124 I 170 E.4 mit Hinweisen). Der Bericht eines 

behandelnden Arztes hat somit nicht den gleichen Rang wie ein von der 

IV-Stelle nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholten 

Gutachten. Er verpflichtet indessen - wie jede substanziiert vorgetragene 

Einwendung gegen ein solches Gutachten - den Richter zu prüfen, ob der 

Bericht des behandelnden Arztes die Auffassung und Schlussfolgerung 

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des förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass 

davon abzuweichen ist (BGE 125 V 361 E.3c). 

3. Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Ermittlung 

der Invalidität zu Recht nach der Methode es Einkommensvergleichs 

vorgenommen hat, da vorliegend ohne Weiteres angenommen werden 

kann, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden zu 100 % 

erwerbstätig wäre. 

4. a) Zur Ermittlung des Valideneinkommens stützte sich die 

Beschwerdegegnerin auf die Angaben der SUVA in der Verfügung vom 

12. Februar 2004. Darin setzte diese das Valideneinkommen auf 

Fr. 52‘000.-- fest, wobei gleichzeitig festgehalten wurde, dass dieses 

Valideneinkommen um 12.95 % tiefer sei als der branchenübliche Lohn. 

Dies wurde in erwähnter Verfügung denn auch beim Invalideneinkommen 

berücksichtigt. Gestützt auf das im Jahr 2004 festgelegte 

Valideneinkommen von Fr. 52‘000.-- setzte die Beschwerdegegnerin das 

Valideneinkommen in der angefochtenen Verfügung sodann unter 

Berücksichtigung der Lohnentwicklung auf Fr. 57‘364.15 fest. Gegen 

diese Berechnung des Valideneinkommens bringt der Beschwerdeführer 

vor, dass bereits die SUVA bei der Berentung am 12. Februar 2004 von 

einem Valideneinkommen von Fr. 52‘000.- ausgegangen sei, was - der 

Nominallohnentwicklung von 2004 bis 2011 angepasst - ein 

Valideneinkommen von Fr. 57‘769.-- (Fr. 52‘000.-- x 1.009 x 1.01 x 1.012 

x 1.016 x 1.02 x 1.021 x 1.008 x 1.01) ergebe. Bei dieser Berechnung lies 

der Beschwerdeführer jedoch unberücksichtigt, dass zur Bestimmung des 

der Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommens die 

Nominallohnentwicklung für das Jahr 2004 noch nicht zu berücksichtigen 

ist, gibt diese doch die Veränderung des Nominallohnes in Prozent 

gegenüber dem Jahr 2003 bekannt, was vorliegend nicht von Relevanz 

- 15 -

ist. Vor diesem Hintergrund erweist sich das von der Beschwerdegegnerin 

festgelegte Valideneinkommen von Fr. 57‘364.15 grundsätzlich als 

korrekt. Die Frage, ob das Invalideneinkommen aufgrund der Tatsache, 

dass das von der Beschwerdegegnerin festgelegte Valideneinkommen 

rund 10 % tiefer ist als der branchenübliche Tabellenlohn für 

Lüftungsspengler, zu parallelisieren ist, wurde weder vom 

Beschwerdeführer noch von der Beschwerdegegnerin thematisiert. Ob 

und in welchem Umfang die Vergleichseinkommen zu parallelisieren sind, 

wird durch die Beschwerdegegnerin im Zuge der Neuberechnung 

allenfalls zu prüfen sein. 

5. a) Für die Bestimmung des Invalideneinkommens, das heisst des trotz 

Gesundheitsschädigung in zumutbarer Weise noch realisierbaren 

Einkommens, ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher der Versicherte konkret 

steht (BGE 126 V 75 E3b/aa). Ist - wie im vorliegenden Fall - kein solches 

tatsächliches Erwerbseinkommen gegeben, so ist ein hypothetisches 

Invalideneinkommen festzulegen. Dabei ist die Frage entscheidend, 

welche Arbeitsleistungen dem Versicherten in welchem Umfang noch 

zugemutet werden können, beziehungsweise wie gross die 

Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit ist. Diese Frage 

kann nur gestützt auf medizinische Experten beantwortet werden, welche 

zu beurteilen haben, inwiefern ein Versicherter in seinen wesentlichen 

körperlichen und geistigen Funktionen durch sein Leiden eingeschränkt 

ist (BGE 132 V 93 E.4). 

b) Im Zentrum stehen vorliegend der RAD-Bericht vom 10. September 2010 

mitsamt der RAD-Stellungnahme vom 25. Juli 2012 sowie das 

polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 15. Dezember 2011. Überdies sind 

der Verlaufsbericht von Dr. med. G._____, Facharzt Orthopädische 

- 16 -

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberarzt am 

Kantonsspital, vom 15. Dezember 2009, die Arztberichte des 

behandelnden Psychiaters Dr. med. B._____ vom 14. Oktober 2006, vom 

2. April 2009, vom 6. November 2009 und vom 6. April 2010 sowie der 

kreisärztliche Untersuchungsbericht vom 23. März 2010 massgebend. 

• In den Arztberichten vom 14. Oktober 2006 sowie vom 2. April 2009 
hielt der behandelnde Psychiater Dr. med. B._____ zur Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit jeweils was folgt fest:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-
10: F33.4)

- Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
- Status nach Panikstörung (ICD-10: F-10: F41)

Erläuternd führte Dr. med. B._____ im Arztbericht vom 2. April 2009 
aus, durch die psychischen Störungen sei der Beschwerdeführer in 
seiner psychischen Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit und 
Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die typischen Symptome der gene-
ralisierten Angststörung, Atembeschwerden und Beklemmungs-
gefühle, psychische Symptome sowie Symptome der Anspannung 
und unspezifische Symptome seien beim Beschwerdeführer 
besonders ausgeprägt und würden vom Anpassungsdruck weiter 
verstärkt. Aufgrund der anamnestischen Daten des jüngsten Verlaufs 
und des aktuellen psychopathologischen Zustands sei der 
Beschwerdeführer für die nächste Zukunft (mindestens 1 Jahr) aus 
psychiatrischer Sicht in jeglicher beruflichen Tätigkeit zu 50 % 
arbeitsunfähig. In den Arztberichten vom 6. November 2009 sowie 
vom 6. April 2010 hielt Dr. med. B._____ jeweils an der aus 
psychiatrischer Sicht attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit fest, 
wobei die rezidivierende depressive Störung neu seit Mai 2009 als 
gegenwärtig leicht (ICD-10: F33.0) qualifiziert wurde. 

• Dr. med. G._____ vom Kantonsspital hielt in seinem Arztbericht vom 
15. Dezember 2009 unter anderem fest, infolge der Schulter- und 
Ellbogenproblematik bestehe bis am 3. Januar 2010 eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Ab dem 4. Januar 2010 bestehe mit 
Einschränkung der Belastbarkeit von maximal 5 kg eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die Tätigkeit als Spengler sei aufgrund 
der hohen Adduktionsdruck- und Hebelbelastung nicht mehr 
ausführbar. 

- 17 -

• Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 23. März 2010 führte 
Dr. med. C._____ aus, dass sich im Bereich der linken Hand keine 
wesentliche gesundheitliche Änderung, insbesondere keine 
Verschlimmerung, ergeben habe. Nach der nun abgeschlossenen 
Heilbehandlung im Zusammenhang mit der Verletzung vom 10. Juli 
2008 sei dem Beschwerdeführer wieder eine volle Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit im Rahmen der bisherigen Rente zumutbar. Ab 
dem 12. April 2010 könne die volle Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit 
auf dem allgemeinen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt für 
leidensadaptierte, behinderungsgerechte Beschäftigungen taxiert 
werden. 

• Die Untersuchung durch den RAD-Arzt Dr. med. D._____ vom 
29. Juli 2010 führte zu folgenden Erkenntnissen:

Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (ICD 10-Code)
- Angst- und Panikstörung gemischt IDC-10: F41.2 auf dem Boden 

einer dependenten, ängstlich vermeidenden, akzentuierten 
Persönlichkeit

- Scaphoidpseudarthrose links mit Sudeckdystrophie
- Status nach Handgelenks-Arthrodese links Oktober 2002 mit 

konsekutiver SUVA-Rente 29 %

Nebendiagnose
- Status nach Autounfall, August 2007
- Status nach Scaphoidfraktur 1997
- Traumatische Ruptur der langen Bizepssehne Juli 2008
- Lärmbedingte Schwerhörigkeit

Erläuternd führte Dr. med. D._____ aus, es habe sich beim 
Beschwerdeführer nach einem Unfallereignis, welches zu einer 
Arthrodese des linken Handgelenks geführt habe, eine Angst und 
Panikstörung etabliert. Vorausgehend habe der Beschwerdeführer 
bereits in früheren Jahren behandlungsbedürftige psychische 
Störungen aufgewiesen, die allerdings unter damaliger Behandlung 
jeweils remittiert gewesen seien. Insofern müsse auf dem Boden 
einer dependenten Persönlichkeitsstruktur von der Disposition, auf 
Lebensereignisse depressiv zu reagieren, ausgegangen werden. Aus 
fachpsychiatrischer und versicherungsmedizinischer Sicht sei der 
Beschwerdeführer in angestammter, zuletzt ausgeübter Tätigkeit im 
Installationsbereich wie in den früher ausgeübten Tätigkeiten zu 
100 % arbeitsunfähig ab Unfalldatum. In einer adaptierten Tätigkeit 
sei ab dem 29. Juli 2010 (RAD-Untersuchung) ebenfalls noch von 
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Nach Durchführung 
einer medizinischen Massnahme mit sechsmonatiger Behandlung in 
einer Tagesklinik und anschliessender beruflichen Wiederein-

- 18 -

gliederung und Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung könne 
jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit in 
leidensadaptierter Tätigkeit von mindestens 50 % generiert werden. 

• Im Zusammenhang mit der Abklärung des Anspruchs auf Leistungen 
der Invalidenversicherung wurde der Beschwerdeführer sodann am 
26. Oktober 2011 durch das ABI begutachtet. Psychiatrische 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führt das ABI-
Gutachten vom 15. Dezember 2011 keine auf, während unter 
psychiatrischen Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
eine leichte depressive Episode mit gelegentlichen Panikattacken 
(ICD-10 F:32.0, F41.0) aufgeführt ist. Die orthopädische 
Untersuchung ergab folgende Diagnosen:

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1. Chronische Nacken-Schulter-Armbeschwerden rechts (ICD-10: 

M54.2, M79.60)
- Status nach traumatischer Ruptur der langen Bizepssehne 

am 10. Juli 2008
- anamnestisch gutes Ansprechen auf dreimalige lokale Infil-

tration
- Status nach Schulterarthroskopie, subakromialer Dekom-

pression, anteriorer Akromioplastik und Resektion des AC-
Gelenks am 15. Oktober 2009 (Kantonsspital)

- intraoperativ glenohumeraler Knorpel und Rotatoren-
manschette unauffällig

2. Chronische Nacken-Schulter-Armbeschwerden links (ICD-10: 
M54.2, M79.60)

- Status nach Pseudarthrose bei nichtdiagnostizierter 
Skaphoidfraktur 1997

- Status nach Handgelenkdistorsion am 17. August 2002
- aktenanamnestisch im Verlauf Algodystrophie
- Status nach Handgelenksarthrodese mit Synovektomie, 

Débridement und kortikospongiösem Span vom linken 
Beckenkamm am 3. Oktober 2002

- aktenanamnestisch im Verlauf erneute Algodystrophie

Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
- Verdacht auf Schmerzausweitung

Bezüglich Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hält das ABI-
Gutachten sodann fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Die vorliegende 
psychische Störung wirke sich nicht einschränkend auf die 
Arbeitsfähigkeit aus. Der Beschwerdeführer leide weder unter 
deutlichen Konzentrationsstörungen noch sei er suizidal. Die 

- 19 -

Panikattacken seien nicht sehr häufig. Ein sozialer Rückzug in allen 
Bereichen seines Lebens sei nicht ausgeprägt. Hinweise auf 
unbewusste Konflikte seien vorhanden. Ein primärer 
Krankheitsgewinn sei somit nicht erwiesen. Es bestünden auch keine 
deutlich auffälligen Persönlichkeitszüge für die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Daher 
könne es dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht 
zugemutet werden, einer seinen körperlichen Einschränkungen 
angepassten Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinschränkung 
nachzugehen. Bezüglich Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht 
hält das ABI-Gutachten fest, dass für körperlich mittelschwere und 
schwere Tätigkeiten eine bleibende und vollständige Arbeits-
unfähigkeit ab der am 10. Juli 2008 erlittenen Bizepssehnenruptur 
bestehe. Für körperlich leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung 
liege dagegen aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % ab dem 4. Januar 2010 sowie von 100 % ab April 2010 vor. 
Vermieden werden sollten das wiederholte Heben und Tragen von 
Lasten über 10 kg sowie der Einsatz der rechten oberen Extremität 
oberhalb der Horizontalen. Hinsichtlich der früheren ärztlichen 
Einschätzungen wird im ABI-Gutachten ausgeführt, dass die eigenen 
Beurteilungen aus orthopädischer Sicht mit denjenigen der Ärzte des 
Kantonsspitals und auch des SUVA-Kreisarztes übereinstimmten. 
Die vom behandelnden Psychiater diagnostizierte leichte depressive 
Episode und die Panikstörung könnten aus psychiatrischer Sicht 
prinzipiell bestätigt werden, wobei keine höhergradige Symptomatik 
festgestellt worden sei. Die vom behandelnden Psychiater 
angegebene 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der 
beschriebenen Befunde jedoch nicht nachvollziehbar. Auch die 
Beurteilung bei der RAD-Untersuchung im Jahr 2010 könne nicht 
bestätigt werden. 

6. a) Im vorliegenden Fall stehen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus 

orthopädischen und psychischen Gründen in Frage. Die 

Beschwerdegegnerin stellt sowohl für die für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer als auch aus psychiatrischer Sicht auf 

das ABI-Gutachten vom 15. Dezember 2011 ab, welches von einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 4. Januar 2010 beziehungsweise von 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab April 2010 für körperlich leichte 

Tätigkeiten ausgeht. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

- wie bereits unter Erwägung 2b dargelegt - entscheidend, ob der Bericht 

- 20 -

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Diesen Anforderungen vermag das ABI-Gutachten vom 

17. Mai 2010 - zumindest hinsichtlich der psychiatrischen Beschwerden - 

nicht zu genügen. 

b) Zunächst gilt es der Tatsache Rechnung zu tragen, dass das ABI-

Gutachten vom 15. Dezember 2011 noch nach altem Standard, das 

heisst vor dem Leiturteil BGE 137 V 210 und somit noch nicht nach den 

gemäss BGE 137 V 210 geltenden Verfahrensregeln in Auftrag gegeben 

wurde. Dem Umstand, dass ein nach altem Standard in Auftrag 

gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage bildet, 

ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der 

Beweiswürdigung Rechnung zu tragen (Urteile des Bundesgerichts 

9C_942/2011 vom 6. Juli 2012 E.5.2 und 9C_776/2010 vom 

20. Dezember 2011 E.3.3). In dieser Übergangssituation lässt sich die 

beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit derjenigen bei 

versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen 

vergleichen (BGE 134 V 465 E.4), wo selbst schon relativ geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 

genügen, um eine neue Begutachtung anzuordnen (Urteil des 

Bundesgerichtes 9C_495/2012 vom 4. Oktober 2012 E.2.3). 

c) Das ABI-Gutachten vom 15. Dezember 2011 weicht sodann rückwirkend - 

mithin rund eineinhalb Jahre - von der echtzeitlichen Arbeitsunfähig-

keitsbeurteilung durch den RAD vom 29. Juli 2010 ab, ohne diese 

Abweichung näher zu begründen und obschon Dr. med. D._____ vom 

- 21 -

RAD den Beschwerdeführer am 29. Juli 2010 eingehend untersucht hat. 

Eine solche rückwirkende Abweichung von der echtzeitig festgestellten 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf 0 % bedürfte offenkundig einer 

eingehenderen Begründung, als sie im ABI-Gutachten enthalten ist. Dies 

zumal die damaligen echtzeitigen Einschätzungen des RAD vom 10. 

September 2010, wonach der Beschwerdeführer infolge mittelgradig 

depressiver Auslenkung sowie einer Angst- und Panikstörung gemischt 

sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit 

vorerst 100 % arbeitsunfähig sei und erst nach Durchführung einer 

medizinischen Massnahme mit sechsmonatiger Behandlung in einer 

Tagesklinik eine Arbeitsfähigkeit von 50 % generiert werden könne, 

umfassend, nachvollziehbar und schlüssig erscheinen. Bereits diese 

rückwirkende Abweichung des ABI-Gutachtens von der echtzeitlichen 

Beurteilung des RAD im Juli 2010 ist geeignet, zumindest geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen im 

ABI-Gutachten zu erwecken. 

d) Des Weiteren weckt auch die unzureichende Auseinandersetzung mit den 

anderslautenden ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht im ABI-Gutachten Zweifel 

an der Richtigkeit der psychiatrischen Diagnose beziehungsweise der 

darin enthaltenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Bezüglich der von 

Dr. med. B._____ gestellten Diagnose „leichte depressive Episode“, 

„generalisierte Angststörung“ sowie „Panikstörung“ führt das ABI-

Gutachten aus, bei einer depressiven Episode könne nicht gleichzeitig 

eine generalisierte Angststörung diagnostiziert werden. Die von Dr. med. 

B._____ bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit stehe zudem im 

Widerspruch zur von ihm gestellten Diagnose „leichte psychische Störung 

mit nicht deutlich schwer ausgeprägten objektivierbaren Befunden“. 

Diesen Ausführungen hält Dr. med. B._____ mit Schreiben vom 23. April 

- 22 -

2012 unter Verweis auf die entsprechende Fachliteratur einerseits zu 

Recht entgegen, dass sowohl eine depressive Episode als auch eine 

generalisierte Angststörung zu diagnostizieren seien, wenn die Symptome 

in so starker Ausprägung auftreten, dass sie einzelne Diagnosen 

rechtfertigen (vgl. ICD-10: F41.2: „Treten ängstliche und depressive 

Symptome in so starker Ausprägung auf, dass sie einzelne Diagnosen 

rechtfertigen, sollen beide Diagnosen gestellt […] werden.“). Andererseits 

begründet Dr. med. B._____ die 50%ige Arbeitsunfähigkeit entgegen den 

anderslautenden Ausführungen im ABI-Gutachten nicht nur mit einer 

leichten psychischen Störung, welche für sich alleine zumeist keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, sondern mit einer Kombination der 

Diagnosen „generalisierte Angststörung“, welche sich bei leichten 

psychosozialen Belastungen zuspitzt und zu Panikattacken führt, und 

„rezidivierende depressive Störung“. Als Grund für die auch bei leichten 

Tätigkeiten bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde-

führers nennt Dr. med. B._____ im Schreiben vom 23. April 2012 denn 

auch zuerst die generalisierte Angststörung mit zusätzlich auftretenden 

Panikattacken, und erst sekundär die rezidivierende depressive Störung. 

In Bezug auf die anlässlich der RAD-Untersuchung vom 29. Juli 2010 

aufgestellten Diagnose einer „Angst- und Panikstörung, gemischt auf dem 

Boden einer dependenten, ängstlich vermeidenden akzentuierten 

Persönlichkeit“ begnügt sich das ABI-Gutachten sodann damit, diese als 

nicht nachvollziehbar zu bezeichnen, da eine akzentuierte Persönlichkeit 

keine Arbeitsunfähigkeit nach ICD-10 begründen könne und eine Angst- 

und Panikstörung gemischt keine Diagnose nach ICD-10 sei. Diese 

Ausführungen vermögen infolge fehlender nachvollziehbarer Begründung 

nicht zu überzeugen, zumal sich die RAD-Diagnose und die Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Wesentlichen mit 

derjenigen von Dr. med. B._____ decken. 

- 23 -

e) Weiter erweckt auch der Erfahrungsbericht der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden vom 16. April 2012 gewisse Zweifel an der im ABI-Gutachten 

attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab dem 

1. April 2010. In erwähntem Schreiben wird ausgeführt, der 

Beschwerdeführer habe vom 5. September 2011 bis 6. April 2012 im 

Rahmen des Rot Kreuz Werknetzes in der E._____ gearbeitet. Während 

dieser Zeit sei er zu 50 % (ab 1. Dezember 2011 zu 60 %) in der 

Serienfertigung, Druckerei und Ausrüsterei beschäftigt gewesen. Dabei 

habe sich der Beschwerdeführer als wertvoller Mitarbeiter gezeigt, der gut 

vorbereitete Arbeiten zuverlässig erledigt habe. Mit sich verändernden 

Gegebenheiten habe er nur bedingt umgehen können und dann oft mit 

Absenzen reagiert. Er bedürfe eines geschützten Arbeitsumfeldes mit 

dem Fernziel, sich durch ein gezieltes Arbeitstraining die 

Voraussetzungen für eine Teilzeitbeschäftigung in der Privatwirtschaft zu 

erarbeiten. Das zitierte Schreiben lässt erkennen, dass der 

Beschwerdeführer zwar ein Pensum von 60 % erbringen konnte, sich 

aber auf veränderte Gegebenheiten nicht anpassen konnte. Wenn ihm 

dies aber bereits bei einem reduzierten Arbeitspensum von 60 % in einer 

geschützten Einrichtung nicht möglich ist, erscheint es höchst fraglich, ob 

für körperlich leichte Tätigkeiten ab dem 1. April 2010 in der Tat wieder 

eine Arbeitsfähigkeit von 100 % besteht, wie ihm dies vom ABI 

rückwirkend attestiert wird, zumal im Bericht der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden als mögliches Fernziel bloss eine Teilzeitbeschäftigung in 

der Privatwirtschaft aufgeführt ist. 

f) Des Weiteren fehlt dem ABI-Gutachten vom 15. Dezember 2011 - wie der 

Beschwerdeführer zu Recht ausführt - auch die Angabe darüber, wie 

lange die psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers gedauert 

hat. Wie dargelegt kann einem Gutachten nach der Rechtsprechung nur 

dann eine volle Beweiskraft zuerkannt werden, wenn es auf einer 

- 24 -

eingehenden Untersuchung beruht. Für die Beweiswürdigung ist es 

deshalb notwendig, dass die Dauer der Untersuchung und die 

angewendeten Untersuchungsmethoden bekannt sind. Der 

Beschwerdeführer macht geltend, es habe nur eine einzige Sitzung 

stattgefunden, wobei ein Teil der Gesprächszeit durch die Übersetzung 

vom Deutschen ins Spanische und umgekehrt beansprucht worden sei. 

Dies genüge bei psychiatrischen Gutachten - ausser in ganz 

offensichtlichen Fällen - nicht, um die Art der Störung, deren 

Schweregrad, ihre Prognose und ihre Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit hinreichend zu erfassen. Das Bundesgericht führte im 

Urteil I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1 und 3.1.2 bezüglich 

Dauer der psychiatrischen Begutachtung aus, der für eine psychiatrische 

Untersuchung zu betreibende Aufwand sei von der Fragestellung und der 

zu beurteilenden Psychopathologie abhängig. So sei eine eigentliche 

Geisteskrankheit mit deutlicher Ausprägung der Symptomatik oft in kurzer 

Frist diagnostizierbar, während ein sehr hoher Zeitaufwand erforderlich 

sein könne, um den Verdacht auf eine Simulation einer psychischen 

Störung zu klären, eine schwierige Persönlichkeitsstörung zu erhellen 

oder problematische Fragen nach dem Zusammenhang zwischen 

traumatischen äusseren Ereignissen und nachfolgender Symptomatik zu 

erörtern. Ein genereller Zeitrahmen für eine Untersuchung lasse sich also 

nicht allgemeingültig definieren. Unter diesen Umständen wäre aber zu 

prüfen, ob von den Begutachtungsstellen nicht verlangt werden müsste, 

die Untersuchungs- bzw. Gesprächsdauer zu dokumentieren; nur so wird 

die rechtsanwendende Behörde in die Lage versetzt, den Beweiswert des 

Gutachtens unter diesem Aspekt zu würdigen, ohne dabei grössere 

Verfahrenserweiterungen veranlassen zu müssen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes I 1094/06 vom 14. November 2007 E.3.1.2; 

Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie 

- 25 -

und Psychotherapie SGPP, Bern Februar 2012, Ziff. 1.3.3). Da dem 

mehrfach erwähnten ABI-Gutachten jedoch bereits aus den vorstehend 

erwähnten Gründen keine volle Beweiskraft beigemessen werden kann, 

braucht die Frage, ob eine fehlende Angabe der Dauer der Begutachtung 

dem Beweiswert des Gutachtens abträglich ist, im vorliegenden Verfahren 

nicht abschliessend beurteilt zu werden. 

g) Aufgrund der Tatsache, dass es sich beim ABI-Gutachten vom 

15. Dezember 2011 noch um ein nach altem Standard eingeholtes 

Gutachten handelt, genügen wie gesehen bereits geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine 

neue Begutachtung anzuordnen. Solche Zweifel werden vorliegend durch 

die ohne ausreichende Begründung erfolgte rückwirkende Abweichung 

von der durch den RAD echtzeitig festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 

50 % auf 0 %, die unzureichende Auseinandersetzung mit den 

anderslautenden ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht, den Erfahrungsbericht der 

Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 16. April 2012, die 

Auseinandersetzung mit dem ABI-Gutachten von Dr. med. B._____ vom 

23. April 2012 sowie auch durch die die fehlende Angabe über die Länge 

der psychiatrischen Untersuchung im ABI-Gutachten geweckt. Vor 

diesem Hintergrund erweist sich das ABI-Gutachten vom 15. Dezember 

2011 in Bezug auf die psychiatrischen Beschwerden und deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als nicht 

schlüssig und nicht nachvollziehbar, weshalb es diesbezüglich einer 

erneuten psychiatrischen Abklärung bedarf. 

7. a) Hinsichtlich der orthopädischen Begutachtung bringt der 

Beschwerdeführer vor, der ABI-Gutachter lasse die Tatsache 

unberücksichtigt, dass bereits die SUVA im Jahr 2004 festgestellt habe, 

- 26 -

dass der Beschwerdeführer die linke Hand nur noch als Zudienhand 

verwenden könne und damit eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

bestehe. Dementsprechend habe die SUVA das Invalideneinkommen 

wegen den Funktionseinbussen von vornherein um 20 % reduziert und 

sei folglich von einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 80 % 

ausgegangen. Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nun auch 

durch die Schulterprobleme eingeschränkt sei, sei im Rahmen des 

Leidensabzugs Rechnung zu tragen. Diesen Ausführungen kann nicht 

gefolgt werden. 

b) Zunächst gilt es bezüglich des von der SUVA im Jahr 2004 

vorgenommenen 20%igen Abzugs festzuhalten, dass es sich dabei 

offenkundig um einen Leidensabzug aufgrund der beträchtlichen 

Funktionseinbussen der linken Hand handelt, und nicht - wie dies der 

Beschwerdeführer annimmt - um eine bloss 80%ige Arbeitsfähigkeit. Dies 

geht aus der Formulierung der erwähnten SUVA-Verfügung vom 

12. Februar 2004 sowie aus der dortigen Berechnung des 

Invalideneinkommens zweifelsfrei hervor, führte die SUVA in erwähnter 

Verfügung doch wörtlich aus, dass dem Beschwerdeführer ganztätige 

Beschäftigungen zumutbar seien (und nicht bloss eine 80%ige 

Arbeitstätigkeit) und ein Abzug von 20 % aufgrund der erheblichen 

Einschränkungen angebracht sei. Die Aussage, wonach die SUVA das 

Invalideneinkommen wegen den Funktionsstörungen von vornherein um 

20 % reduziert habe und lediglich von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen ist, erweist sich demnach als nicht stichhaltig. 

Dementsprechend ist der in der angefochtenen Verfügung vom 

27. September 2012 vorgenommene Leidensabzug in der Höhe von 20 % 

nicht zu beanstanden. Da der Leidensabzug auf maximal 25 % des 

Tabellenlohns begrenzt ist (BGE 126 75 E.5b/cc) bleibt für einen weiteren 

Leidensabzug von 15 % aufgrund der Schulterbeschwerden - wie er vom 

- 27 -

Beschwerdeführer verlangt wird - von vornherein kein Platz. Ein solcher 

wäre einzig noch im Umfang von 5 % möglich. 

c) Des Weiteren kann sowohl der Beurteilung des SUVA-Kreisarztes 

Dr. med. C._____ vom 3. Dezember 2003 (vgl. IV-act. 96) als auch der 

SUVA-Verfügung vom 12. Februar 2004 (vgl. IV-act. 102) entnommen 

werden, dass der Beschwerdeführer - obwohl die linke Hand aufgrund der 

Unfallfolgen nur noch teilweise als Zudienhand mit beträchtlichen 

Funktionseinbussen verwendet werden kann - bereits im Jahr 2004 

ganztägig arbeitsfähig war. Die qualitativen Einschränkungen der linken 

Hand haben sich während der Jahre 2004 bis 2010 nicht verändert und 

wurden sowohl im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 23. März 

2010 von Dr. med. C._____ („Im Bereich der linken Hand […] hat sich 

keine wesentliche gesundheitliche Änderung, insbesondere keine 

Verschlimmerung ergeben“) als auch im orthopädischen ABI-

Teilgutachten (vgl. IV-act. 249 S. 20 f.) erkannt und bestätigt und in der 

angefochtenen Verfügung vom 27. September 2012 mit einem Abzug des 

Valideneinkommens von 20 % berücksichtigt. Dementsprechend kann 

aber auch keine Rede davon sein, die Tatsache, dass die linke Hand nur 

noch als Zudienhand verwendet werden könne, sei unberücksichtigt 

geblieben. 

8. Zusammenfassend lässt sich nach dem Ausgeführten festhalten, dass 

sich die angefochtene Verfügung vom 27. September 2012 als nicht 

rechtmässig erweist, da die psychiatrischen Beschwerden und deren 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im ABI-

Gutachten vom 15. Dezember 2011 nicht nachvollziehbar und schlüssig 

dargelegt worden sind. Die dagegen erhobene Beschwerde ist folglich 

gutzuheissen und die vorliegende Angelegenheit zur erneuten 

medizinischen Abklärung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

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zurückzuweisen. Da es sich beim ABI-Gutachten vom 15. Dezember 

2011 um eine gesamthafte bidisziplinäre Konsensbeurteilung handelt und 

einem psychiatrischen Teilgutachten nicht derselbe Beweiswert 

beziehungsweise dieselbe Schlüssigkeit zukommen würde wie einer 

bidisziplinären Konsensbeurteilung, ist vorliegend eine erneute 

bidisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers angezeigt. In diesem 

Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass es angezeigt ist, die 

erneute fachärztliche Begutachtung bei einer unabhängigen, nicht 

vorbefassten Stelle durchführen zu lassen. 

9. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert der Sache im 

Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs 

dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden. 

b) Dem anwaltlich vertretenen, obsiegenden Beschwerdeführer steht nach 

Art. 61 lit. g ATSG eine angemessene Parteientschädigung zu. Bezüglich 

der Höhe der Entschädigung für den Ersatz der Parteikosten kann dabei 

auf die Honorarnote vom 17. Januar 2013 abgestellt werden, worin ein 

Arbeitsaufwand von 14 h 10 min. à Fr. 250.-- zuzüglich Kleinspesen-

pauschale von 3 % (Fr. 106.25) und 8 % Mehrwertsteuer, total somit 

Fr. 3‘939.75, geltend gemacht wird. Die Beschwerdegegnerin hat damit 

den Beschwerdeführer aussergerichtlich noch mit insgesamt Fr. 3‘939.75 

(inkl. MWST) zu entschädigen. 

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c) Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit im konkreten Fall 

gegenstandslos geworden, da der Beschwerdeführer obsiegt und ihm 

demzufolge keine Gerichtskosten zu auferlegen sind und eine 

aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Verfügung der IV-Stelle vom 

27. September 2012 wird aufgehoben und zur ergänzenden 

medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 

Neuentscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle hat A._____ aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 3‘939.75 

(inkl. MWST) zu entschädigen. Das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege ist gegenstandslos geworden. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]