# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f883f2b2-b797-554e-b1a7-1a479690d96c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.10.2017 SK.2017.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2017-36_2017-10-27.pdf

## Full Text

Urteil vom 27. Oktober 2017 und  
Berichtigung vom 30. Oktober 2017 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Joséphine Contu Albrizio, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Daniel Kipfer Fasciati, 

Gerichtsschreiber Hanspeter Lukacs 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Manuela Graber, Staatsanwältin des Bundes, 

und als Privatklägerschaft: 

1. B., 

2. C., 

3. D.,  

4. E.,  

5. F.,  

6. G.,  

 

 

gegen 

 

  

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Caroline 

Ehlert, 

Gegenstand 

 

Gewerbsmässiger Diebstahl, mehrfache, teilweise 

versuchte Verletzung des Post- und Fernmeldege-

heimnisses 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2017.36 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

- des gewerbsmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie 

- der mehrfachen, teilweise versuchten Verletzung des Post- und Fernmeldege-

heimnisses (Art. 321ter Abs. 1 StGB). 

2. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu bestrafen, davon 18 Monate be-

dingt vollziehbar (Art. 27, 40, 47 und 49 StGB). 

 

 Die Untersuchungshaft von insgesamt 15 Tagen sei auf die verhängte Freiheits-

strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

 

3. Für den Vollzug des vorliegenden Urteils sei der Kanton Zürich als zuständig zu 

erklären (Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

 

4. Folgende Beträge seien von den mit Verfügung vom 17. November 2016 gesperrten 

Konten einzuziehen: 

- Fr. 39‘000.-- (Art. 70 Abs. 1 StGB); 

- Fr. 83‘500.-- (Art. 71 Abs. 1 StGB; vgl. Ziff. 6); 

- Fr. 5‘000.-- (Gebühren Vorverfahren) zzgl. vom Gericht festzulegende Kosten für 

das Hauptverfahren (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO; vgl. Ziff. 7); 

- Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO; 

vgl. Ziff. 8). 

Im Restbetrag seien die Kontosperren nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf-

zuheben. 

5. Folgende, zur Beweissicherung beschlagnahmten Gegenstände und Dokumente 

seien nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils nachgenannten Berechtigten heraus-

zugeben: 

- A009‘404‘642, 58 IBRS-Briefsendungen: Schweizerische Post; 

- A009‘830‘028, Empfangsscheinbuch der Post: A.; 

- A009‘830‘040, 2 Quittungen, Einzahlungen auf eigenes Konto: A. 

6.  A. sei zur Zahlung einer Ersatzforderung in Höhe von Fr. 83‘500.-- zu verpflichten 

(Art. 71 Abs. 1 StGB), wobei davon Vormerk zu nehmen sei, dass dieser Betrag 

durch die Einziehung gemäss Ziff. 4 gedeckt sei. 

- 3 - 

7. Die bisher entstandenen Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 5‘000.-- zuzüglich der 

durch das Gericht festzulegenden Kosten für das Hauptverfahren seien A. aufzuer-

legen (Art. 422 ff. StPO), wobei davon Vormerk zu nehmen sei, dass dieser Betrag 

durch die Einziehung gemäss Ziff. 4 gedeckt sei. 

 

8. Rechtsanwältin Caroline Ehlert sei für die amtliche Verteidigung von A. in gerichtlich 

zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 StPO). 

 

 Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass Rechtsanwältin Caroline Ehlert für die amt-

liche Verteidigung von A. für das Verfahren im Kanton Zürich mit Fr. 2‘894.95 (inkl. 

MWST) aus der Kasse der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis entschädigt wurde.  

 

9. A. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 

im vollen Umfang zurückzuerstatten (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO), 

wobei davon Vormerk zu nehmen sei, dass dieser Betrag durch die Einziehung ge-

mäss Ziff. 4 gedeckt sei. 

 

10. Die Zivilklagen seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

11. Das Urteil sei nach Eintritt der Rechtskraft den zuständigen Migrationsdiensten zu-

zustellen (Art. 82 VZAE). 

 

 

Anträge der Privatklägerschaft: 

 

1. B. (pag. BA 15.9.3): 

 

 Es wird 5% Zins für Schadenersatz und Genugtuung verlangt (ohne Bezifferung). 

 

 

2. C. (pag. BA 15.42.5): 

 

 Es wird Schadenersatz von Fr. 1‘600.-- und Genugtuung von Fr. 100.-- verlangt. 

 

 

3. D. (pag. BA 15.5.3): 

 

 Es wird Schadenersatz in der Höhe des entwendeten Betrags zuzüglich 5% Zins 

verlangt. 

 

- 4 - 

4. E. (pag. BA 15.16.3): 

 

Es wird Schadenersatz von Fr. 600.-- verlangt. 

 

 

5. F. (pag. BA 15.13.3): 

 

Es wird Schadenersatz in der Höhe des einbezahlten Betrags zuzüglich 5% Zins 

verlangt. 

 

 

6. G. (pag. BA 15.38.3): 

 

 Es wird Genugtuung von Fr. 5‘000.-- verlangt. 

 

 

Anträge der Verteidigung: 

 

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

 

2. Die beschlagnahmten Vermögenswerte und Gegenstände sowie Dokumente seien 

freizugeben und dem Beschuldigten auf erstes Verlangen auszuhändigen. 

 

3. Der Beschuldigte sei für die erlittenen Zwangsmassnahmen angemessen zu ent-

schädigen. 

 

4. Die Forderungen der Privatkläger seien abzuweisen. 

 

5. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

Prozessgeschichte:  

A. Am 8. März 2016 erstattete H., Ermittler im Bereich Unternehmenssicherheit bei 

der Post CH AG, gegen deren Mitarbeiter A. Anzeige bei der Kantonspolizei Zü-

rich (pag. BA 10.1.2). Hierauf eröffnete diese ein Ermittlungsverfahren gegen A. 

wegen Diebstahls sowie Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. 

B. Am 14. März 2016 wurden am individuellen Arbeitsplatz von A. (Niv. 2/G3) im 

Briefzentrum International in Zürich-Mülligen (BZI) 58 IBRS-Sendungen polizei-

lich sichergestellt. Hiervon enthielten 33 (pag. BA 15.1.6 ff.; dass die Angabe 

- 5 - 

dieser Zahl im Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 14. November 2016 mit 35 

auf einer irrtümlichen Berechnung beruht, ergibt sich aus dem Bericht selbst, vgl. 

pag. BA 10.1.77 f.) Bargeld in der Höhe von total Fr. 1'690.-- und EUR 30.-- (pag. 

BA 10.1.82 ff.). A. wurde gleichentags festgenommen, polizeilich einvernommen 

und wieder entlassen (pag. BA 10.1.1 sowie 13.1.1 ff.). Anschliessend wurde er 

durch H. im BZI einvernommen und hierauf von seiner Arbeit freigestellt bzw. 

fristlos entlassen (pag. BA 10.1.4, -8 ff., -14 ff.; pag. BA 2.0.1). 

C. Gestützt auf den Anzeigerapport der Kantonspolizei Zürich vom 1. Juli 2016 er-

öffnete die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ein Strafverfahren gegen A. we-

gen Diebstahls sowie Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. 

D. Die Kantonspolizei Zürich führte Ermittlungen durch, darunter die Auswertung 

der Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras am Arbeitsort von A. rück-

wirkend bis zum 18. Januar 2016 (vgl. BA pag. 10.1.1 ff.) sowie die Eruierung 

von 44 Absendern der sichergestellten Briefsendungen. Hiervon hatten 25 ihren 

jeweiligen Sendungen Bargeld beigelegt (vgl. BA pag. 10.1.66 ff., -77). Von den 

44 Betroffenen konstituierten sich deren sechs als Privatkläger (siehe Rubrum). 

E. Am 11. August 2016 edierte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis bei der I. AG 

Kontounterlagen betreffend A. Am 17. November 2016 edierte sie weitere Unter-

lagen und verfügte die Sperre von Konten, die auf A. (Privatkonto Nr. 3) bzw. ihn 

und seine Ehefrau lauten (Privatkonto Nr. 1; Sparkonto Nr. 2) (pag. BA 7.2.1 ff., 

-31 ff., -34 f., -36 f.). Am 30. November 2016 wurde die Sperre des Privatkontos 

Nr. 1 im Fr. 40'000.-- übersteigenden Betrag aufgehoben (pag. BA 7.2.65 ff.). 

F. Die Kantonspolizei Zürich führte am 16. und 25. November 2016 Hausdurchsu-

chungen in der Wohnung und im Schrebergarten von A. durch und stellte diverse 

Gegenstände sicher. Die beweisrelevanten Gegenstände, darunter die am 

14. März 2016 sichergestellten 58 IBRS-Sendungen (vorne lit. B.), wurden in der 

Folge von der Bundesanwaltschaft am 19. Mai 2017 beschlagnahmt (pag. BA 

8.1.7 f., -67 f.). Die sichergestellten Mobiltelefone wurden A. anlässlich der 

Schlusseinvernahme vom 31. Mai 2017 ausgehändigt (pag. BA 8.1.69 ff.). 

G. A. wurde am 16. November 2016 festgenommen. Er befand bis am 30. Novem-

ber 2016 in Untersuchungshaft (pag. BA 6.1.0.1-39). 

H. Mit Vollmacht vom 18. November 2016 liess sich A. von Rechtsanwältin Caroline 

Ehlert für das Strafverfahren anwaltlich vertreten (pag. BA 16.1.4). Mit Verfügung 

der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich vom 7. Dezember 2016 wurde 

A. rückwirkend auf den 18. November 2016 die amtliche Verteidigung gestützt 

- 6 - 

auf Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 130 lit. b StPO in der Person von RA 

Ehlert gewährt (pag. BA 16.1.19 f.). Die Bundesanwaltschaft bestätigte die amt-

liche Verteidigung (pag. BA 16.1.21 f.). 

I. Mit Gerichtsstandsanfrage vom 9. Dezember 2016 ersuchte die Staatsanwalt-

schaft Limmattal/Albis die Bundesanwaltschaft um Übernahme des Verfahrens 

(pag. BA 2.0.1). Am 23. Dezember 2016 bestätigte die Bundesanwaltschaft die 

Übernahme des Verfahrens und vereinigte dieses am 9. Januar 2017 gestützt 

auf Art. 26 Abs. 2 StPO in der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 1.0.1 f.).  

J. Am 31. Mai 2017 führte die Bundesanwaltschaft die Schlusseinvernahme durch 

(pag. BA 13.1.37 ff.). Am 8. Juni 2017 kündigte sie A. den bevorstehenden Ab-

schluss der Untersuchung gemäss Art. 318 StPO an (pag. BA 16.1.41 f.). 

K. Am 19. Juli 2017 erhob die Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht An-

klage gegen A. wegen gewerbsmässigem Diebstahl und mehrfacher Verletzung 

des Post- und Fernmeldegeheimnisses (pag. TPF 4.100.1 ff.). 

L. Von Amtes wegen holte die Strafkammer je einen Strafregister- und Betreibungs-

registerauszug sowie Steuerunterlagen betreffend A. ein (pag. TPF 4.221.2, 

4.261.4 f., 4.261.12 ff.). Sie ersuchte die Post CH AG um Erstellung eines Sach-

berichts betreffend IBRS-Sendungen, unter Einbezug der relevanten postrechtli-

chen Grundlagen (pag. TPF 4.292.1 f.), und um Auskunft darüber, ob A. im Rah-

men seiner Tätigkeit mit IBRS-Sendungen in Kontakt gekommen und ob er beim 

Verlassen der Arbeitsstätte vom Sicherheitsdienst durchsucht worden sei (pag. 

TPF 4.292.10). Mit Schreiben vom 29. September 2017 erteilte die Post CH AG 

diese Auskünfte (pag. TPF 4.292.12 ff.). 

M. Auf Aufforderung der Prozessleitung hin reichte die Bundesanwaltschaft am 

26. September 2017 ein Schreiben des Generalsekretariats des Eidgenössi-

schen Justiz- und Polizeidepartements (GS EJPD) vom 15. März 2016 ein, wo-

nach aufgrund einer Praxisänderung des EJPD für die Strafverfolgung von Post-

angestellten keine Ermächtigung mehr erforderlich sei (pag. TPF 4.510.2 ff.). 

N. Die Hauptverhandlung fand am 26. Oktober 2017 in Anwesenheit der Bundesan-

waltschaft und des Beschuldigten sowie der amtlichen Verteidigerin am Sitz des 

Bundesstrafgerichts statt. Die Privatkläger erschienen nicht. Das Urteil wurde am 

27. Oktober 2017 mündlich eröffnet und begründet. Das Gericht berichtigte am 

30. Oktober 2017 Dispositiv-Ziffer 2 und eröffnete dies den Parteien schriftlich.  

- 7 - 

O. Die Bundesanwaltschaft verlangte mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 eine 

schriftliche Urteilsbegründung (pag. TPF 4.510.6). 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

1.1.1 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

gewerbsmässigen Diebstahl und mehrfache Verletzung des Post- und Fernmel-

degeheimnisses. Nach Art. 22 StPO obliegt die Verfolgung und Beurteilung straf-

barer Handlungen grundsätzlich den Kantonen, soweit sie nicht der Bundesge-

richtsbarkeit unterstehen. Ist in einer Strafsache sowohl Bundes- als auch kanto-

nale Zuständigkeit gegeben, kann der Staatsanwalt des Bundes die Vereinigung 

der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden 

anordnen (Art. 26 Abs. 2 StPO). Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen unter 

anderem Straftaten des achtzehnten Titels, sofern sie von einem Behördenmit-

glied oder Angestellten des Bundes oder gegen den Bund verübt wurden (Art. 23 

Abs. 1 lit. j StPO). Der Tatbestand der Verletzung des Post- und Fernmeldege-

heimnisses gemäss Art. 321ter Abs. 1 StGB steht im achtzehnten Titel. 

1.1.2 Gemäss Art. 2 des totalrevidierten Bundesgesetzes über die Organisation der 

Schweizerischen Post vom 17. Dezember 2010, in Kraft seit 1. Oktober 2012, 

(Postorganisationsgesetz, POG; SR 783.1) ist die Post eine spezialgesetzliche 

Aktiengesellschaft. In diese Rechtsform wurde sie deswegen überführt, weil da-

mit die Organisation der Post besser auf die spezifischen Bedürfnisse des Bun-

des und dessen öffentliche Interessen an den Aufgaben der Schweizerischen 

Post ausgerichtet werden konnte (HÄNER, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott 

[Hrsg.], Fachbuch Verwaltungsrecht, Zürich/Basel/Genf 2015, N. 28.49). Das 

entsprechende Fachgesetz sieht in Art. 9 Abs. 1 POG denn auch vor, dass das 

Personal der Post privatrechtlich angestellt ist. Postangestellte erfüllen den insti-

tutionellen Beamtenbegriff daher grundsätzlich nicht. Im Bereich der Briefpost bis 

zu 50 Gramm hat aber die Post nach wie vor einen ausschliesslichen Leistungs-

auftrag des Bundes (sog. „reservierter Dienst“; vgl. Art. 18 Abs. 1 des Postgeset-

zes vom 17. Dezember 2010 [PG; SR 783.0]). Angesichts dieses nach wie vor 

vorhandenen Briefmonopols erscheint es daher plausibel, dass in diesem Be-

reich keine privatrechtliche Aktiengesellschaft gegründet wurde (HÄNER, a.a.O., 

N. 28.49). Nicht unter das Monopol fällt gemäss Art. 18 Abs. 2 lit. b PG die ins 

Ausland abgehende Briefpost (vgl. auch Botschaft zum Postgesetz [PG] vom 

- 8 - 

20. Mai 2009, BBl 2009 5181, 5224). Die Post CH AG erfüllt indes als verselb-

ständigte Einheit des Bundes in jedem Fall öffentliche Aufgaben (vgl. auch Bot-

schaft zum POG, BBl 2009 5265, 5295 sowie Corporate-Governance Bericht des 

Bundesrates, BBl 2006 8233, 8242), ist doch die Grundversorgung, wozu ge-

mäss Art. 14 Abs. 2 lit. a PG auch Auslandsendungen gehören, gemäss Art. 92 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. Ap-

ril 1999 (Bundesverfassung, BV; SR 101) dem Bund vorbehalten. Die im Bereich 

der Grundversorgung tätigen Angestellten der Post CH AG erfüllen im Strafrecht 

daher zumindest den funktionellen Beamtenbegriff (BGE 135 IV 198 E. 3.3). Be-

züglich Art. 321ter StGB gelten demnach Angestellte der Post CH AG als Beamte. 

Als ehemaliger Mitarbeiter der Post CH AG trifft dies auf den Beschuldigten zu. 

Die Voraussetzungen der Bundesgerichtsbarkeit gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. j StPO 

sind erfüllt. Die sachliche Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts ist gegeben. 

1.1.3 Der in kantonale Kompetenz fallende Tatbestand des gewerbsmässigen Dieb-

stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB ist gestützt auf Art. 26 Abs. 2 

StPO in Bundeskompetenz überführt worden (pag. BA 1.0.1 f.; vorne lit. H.). 

1.2 Ermächtigung zur Strafverfolgung 

1.2.1 Das Vorliegen einer Ermächtigung bei Verfahren gegen Beamte gilt als Prozess-

voraussetzung gemäss Art. 339 Abs. 2 lit. b StPO (HAURI/VENETZ, Basler Kom-

mentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 339 StPO N. 13). Die Strafkammer erhob dies 

in der Hauptverhandlung von Amtes wegen zur Vorfrage (pag. TPF 4.920.2).  

Die Parteien erhoben keine prozessualen Einwendungen (pag. TPF 4.920.2). 

1.2.2 Gemäss Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. März 1958 über die Ver-

antwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten (Ver-

antwortlichkeitsgesetz, VG; SR 170.32) bedarf die Strafverfolgung von Beamten 

wegen strafbarer Handlungen, die sich auf ihre amtliche Tätigkeit oder Stellung 

beziehen, ausgenommen wegen Widerhandlungen im Strassenverkehr, einer Er-

mächtigung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). Kan-

tonale Strafverfolgungsbehörden, bei denen solche Fälle angezeigt werden, ha-

ben unverzüglich um diese Ermächtigung nachzusuchen und dringliche si-

chernde Massnahmen zu treffen (Art. 15 Abs. 2 VG). Die Bestimmung bezweckt 

den Schutz des Beamten vor Belästigung durch ungerechtfertigte Strafanzeigen 

und gleichzeitig einen reibungslosen Gang der Verwaltung (BGE 139 IV 161 

E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Eine Ermächtigung ist selbst nach Beendigung 

der Amtstätigkeit erforderlich (BGE 106 Ib 273 E. 3c). Den Bestimmungen des 

- 9 - 

Verantwortlichkeitsgesetzes unterstehen alle Personen, denen die Ausübung ei-

nes öffentlichen Amtes des Bundes übertragen ist (Art. 1 Abs. 1 VG), namentlich 

die Beamten und übrigen Arbeitskräfte des Bundes (Art. 1 Abs. 1 lit. e VG) sowie 

alle anderen Personen, insoweit sie unmittelbar mit öffentlichrechtlichen Aufga-

ben des Bundes betraut sind (Art. 1 Abs. 1 lit. f VG). Für die Anwendbarkeit des 

Verantwortlichkeitsgesetzes ist nicht erforderlich, dass eine mit öffentlichrechtli-

chen Aufgaben des Bundes betraute Person in einem Dienstverhältnis zum 

Bund, sei es öffentlichrechtlicher oder privatrechtlicher Natur, steht (BGE 94 I 

639; 88 II 444). Es ist nicht einmal notwendig, dass ihr selber durch ein Organ 

des Bundes die Wahrnehmung einer entsprechenden Aufgabe übertragen wor-

den ist. Es genügt, wenn ihr Arbeitgeber oder Vorgesetzter mit einer öffentlich-

rechtlichen Aufgabe des Bundes betraut worden ist und dieser Auftrag den Bei-

zug von entsprechenden Mitarbeitern in sich schliesst (BGE 106 Ib 273 E. 2a). 

Die Verantwortlichkeit der mit öffentlichrechtlichen Aufgaben des Bundes betrau-

ten besonderen Organisationen und ihres Personals richtet sich nach Art. 19 VG. 

Gemäss Art. 19 Abs. 2 Satz 1 VG finden auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit 

des Personals solcher Organisationen grundsätzlich die Artikel 13 ff. und damit 

auch Art. 15 VG entsprechend Anwendung. Hiervon ausgenommen sind lediglich 

Angestellte und Beauftragte konzessionierter Transportunternehmen, z.B. der 

SBB AG (Art. 19 Abs. 2 Satz 2 VG; Fassung gemäss Ziff. II 1 des BG über die 

Bahnreform 2 vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Januar 2010 [AS 2009 5597]). 

1.2.3 Vorliegend hat die Bundesanwaltschaft keine Ermächtigung zur Strafverfolgung 

eingeholt, und zwar gestützt auf eine Praxisänderung des EJPD, wonach für 

Postangestellte keine Ermächtigung mehr erforderlich sei. Das EJPD begründet 

dies in einer Verfügung vom 27. Januar 2016 damit, dass Art. 11 Abs. 2 POG 

extensiv auszulegen sei und die dort vorgesehene Nichtanwendung des Verant-

wortlichkeitsgesetzes auf die Frage der (zivilrechtlichen) Haftung der Post, ihrer 

Organe und ihres Personals auch die strafrechtliche Verantwortlichkeit betreffe 

und daher keine Ermächtigungsverfügung mehr erteilt zu werden brauche (TPF 

pag. 4.510.5). Dazu sei bemerkt, dass das EJPD bis zu dieser Praxisänderung 

unter Geltung des POG (in Kraft seit 1. Oktober 2012) noch gegenteiliger Auffas-

sung war (Entscheid SK.2016.25 vom 12. Dezember 2016 Prozessgeschichte 

lit. A und E. 2.2 sowie Ermächtigungsverfügung des EJPD vom 12. März 2014). 

1.2.4 Auch wenn der strafrechtliche Begriff des Beamten (im Allgemeinen im Sinne von 

Art. 110 Abs. 3 StGB oder punktuell im Sinne von Art. 321ter StGB) und derjenige 

nach Verantwortlichkeitsgesetz grundsätzlich denselben Grundüberlegungen fol-

gen (so BGE 70 IV 219; vgl. ROLAND HAUENSTEIN, Die Ermächtigung in Beam-

tenstrafsachen des Bundes, Bern 1995, S. 29), bedeutet dies nicht, dass sie in 

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- 10 - 

allen Fällen deckungsgleich sind. Die Verantwortlichkeit der Post CH AG (als ei-

ner mit öffentlichrechtlichen Aufgaben des Bundes betrauten und ausserhalb der 

ordentlichen Bundesverwaltung stehenden Organisation) und ihres Personals 

richtet sich nach Art. 19 VG. Gemäss Art. 19 Abs. 2 Satz 1 VG findet Art. 15 VG 

(Ermächtigung zur Strafverfolgung) entsprechend Anwendung. Gemäss Art. 19 

Abs. 2 Satz 2 VG (Fassung gemäss Ziff. II 1 des BG über die Bahnreform 2 vom 

20. März 2009, in Kraft seit 1. Januar 2010 [AS 2009 5597]) gilt dies nicht für 

Angestellte und Beauftragte konzessionierter Transportunternehmen, z.B. für die 

Angestellten der SBB AG (vgl. BBl 2005 2525; BBl 2007 2730). Letztere gelten 

zwar als Beamte im Sinne des Strafrechts, für deren Strafverfolgung bedarf es 

jedoch keiner Ermächtigung gemäss Art. 15 Abs. 1 VG (TPF 2014 150 E. 2.2). 

Eine explizite Ausnahme für die Angestellten der Post CH AG ist in Art. 19 Abs. 2 

VG hingegen nicht vorgesehen. Das gegenüber dem VG jüngere POG schliesst 

jedoch in Art. 11 Abs. 2 POG die Anwendbarkeit des VG für die Haftung der Post, 

ihrer Organe und ihres Personals aus. Diese richtet sich gemäss der genannten 

Bestimmung nach den Vorschriften des Privatrechts. Die Botschaft zum POG 

führt hierzu aus, dass auf verselbständigte Einheiten des Bundes, welche öffent-

liche Aufgaben erfüllen, im Haftungsfall (zwar) grundsätzlich das VG zur Anwen-

dung kommen würde. Wenn diese Einheiten ihre Tätigkeiten aber im Wesentli-

chen am Markt und im Rahmen des Privatrechts ausüben, d.h. ihre Rechtsbezie-

hungen rein privatrechtlich ausgestaltet haben, werde die Anwendbarkeit des VG 

stossend. Gemäss dem Corporate Governance-Bericht des Bundesrates sollten 

verselbständigte Einheiten sowie ihre Organe und Mitarbeiter in solchen Fällen 

ausschliesslich nach Privatrecht haften (BBl 2009 5265, 5295; BBl 2006 8233, 

8273 f.). Dabei bezieht sich der genannte Bericht u.a. auf die Post und die SBB.  

1.2.5 Das EJPD ist die zuständige Behörde für die Erteilung der Ermächtigung zur 

Strafverfolgung gegen Bundesangestellte nach Art. 15 VG. Gemäss seiner 

neuen Praxis ist bei Postangestellten nach neuem Recht keine solche Ermächti-

gung mehr erforderlich. Damit ist die Prozessvoraussetzung zur Strafverfolgung 

nach Art. 19 Abs. 2 i.V.m. Art. 15 Abs. 1 VG als gegeben zu erachten (Art. 329 

Abs. 1 lit. b StPO).  

1.3 Beweisverwertbarkeit 

1.3.1 Am 13. April 2016 wurde J. Prozess- und Qualitätsverantwortlicher im BZI, von 

der Kantonspolizei Zürich als Auskunftsperson einvernommen, ohne Beisein des 

Beschuldigten oder dessen Verteidigerin (pag. BA 12.1.1 ff.). Zu jenem Zeitpunkt 

war noch kein Strafverfahren eröffnet worden, sondern lediglich ein polizeiliches 

Ermittlungsverfahren (vgl. vorne lit. A und C). Auch aus dem Inhalt des Einver-

- 11 - 

nahmeprotokolls ergibt sich, dass es sich nicht um eine von der Staatsanwalt-

schaft an die Polizei delegierte Einvernahme handelt. Im polizeilichen Ermitt-

lungsverfahren besteht kein Anspruch auf Parteiöffentlichkeit, soweit es sich, wie 

vorliegend, um selbständige Ermittlungen der Polizei nach Art. 306 f. StPO und 

nicht um eine von der Staatsanwaltschaft an die Polizei (vor oder nach Eröffnung 

der Strafuntersuchung) delegierte Einvernahme handelt (Art. 312 Abs. 2 StPO; 

SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-

nung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 147 StPO N. 7a). 

1.3.2 Die vorgenannte polizeiliche Einvernahme von J. erfolgte, ohne dass eine Er-

mächtigung zur Aussage bzw. eine Entbindung vom Amtsgeheimnis bei der Post 

CH AG eingeholt worden wäre. Eine solche liegt jedenfalls nicht bei den Akten. 

Der Auskunftsperson steht gestützt auf Art. 170 Abs. 1 StPO ein Zeugnisverwei-

gerungsrecht aufgrund des Amtsgeheimnisses zu, wenn sie in die Kategorie Be-

amter, Behördenmitglied bzw. öffentlicher Angestellter fällt. J. führte hinsichtlich 

seiner Aufgaben aus, er führe eine Qualitätskontrolle und Optimierung über die 

Arbeitsabläufe, Laufzeit, Sicherheitsbestimmungen und weiteres durch. Wenn er 

Probleme im Arbeitsprozess oder dergleichen sehe, wende er sich an die Team-

leiter. Der Beschuldigte sei einem Teamleiter unterstellt gewesen (pag. BA 12.1.1 

Ziff. 3 f.). Daraus ist zu schliessen, dass J. sich u.a. mit Arbeitsprozessen im 

Bereich der Grundversorgung befasste, in welcher auch der Beschuldigte tätig 

war. Demnach fällt J. unter den Beamtenbegriff (vorne E. 1.1.2). 

Beim Zeugnisverweigerungsrecht nach Art. 170 StPO, welches weder den Be-

amten usw. noch die beschuldigte Person, sondern primär staatliche Interessen 

schützen soll, hat die Praxis bisher die Auffassung vertreten, dass die ohne Er-

mächtigung erfolgte Aussage zwar dienst- und allenfalls strafrechtliche Folgen 

für den Aussagenden nach sich ziehen kann, jedoch nicht zur Unverwertbarkeit 

der Aussage führt (SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N. 892 m.w.H., u.a. auf ZR 2007 Nr. 80 S. 305; 

ders., Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2013, Art. 170 N. 4; im Ergebnis auch VEST/HORBER, Basler Kom-

mentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 170 N. 8 

bzw. Fn. 27). Dieser Ansicht kann vorliegend gefolgt werden. Soweit J. Aussagen 

zu Lasten des Beschuldigten gemacht hat, sind diese demnach verwertbar. 

- 12 - 

2. Gewerbsmässiger Diebstahl 

2.1 Anklagevorwurf 

2.1.1 Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe sich des ge-

werbsmässigen Diebstahls schuldig gemacht, indem er spätestens ab ca. 18. Ja-

nuar 2016, mutmasslich bereits ab 1. Juli 2015 bzw. nach seinen Ferien ab 3. Au-

gust 2015 bis zu seiner Festnahme am 14. März 2016, im Rahmen seiner Ar-

beitstätigkeit, der Sortierung von Postsendungen, in seiner Funktion als Mitarbei-

ter des Briefzentrums Zürich-Mülligen jede zweite Woche an insgesamt 70 Tagen 

in der Frühschicht eine unbestimmte Anzahl, jedoch mindestens 4‘060 zur Wei-

terleitung nach Australien sortierte IBRS-Sendungen im Bereich ID Export, Be-

reich Sortierung CCRI/IBRS (Niv. 2/L4) entwendet, an seinen Arbeitsplatz 

(Niv. 2/G3) geschafft, im Laufe seiner Arbeitsschicht geöffnet und sich die darin 

befindlichen Bargeldbeträge – erfahrungsgemäss von Fr. 10.-- bis Fr. 100.-- pro 

IBRS-Sendung bzw. den Gesamtbetrag von mindestens Fr. 122‘500.-- bei 4‘060 

Sendungen – zum Nachteil einer unbestimmten Anzahl von Geschädigten ange-

eignet und sich damit unrechtmässig bereichert habe (Anklage Ziffer 1.1). 

2.1.2 Konkret wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sich jeweils in der Frühschicht 

während seiner Arbeitspause mit zwei leeren grauen Briefbehältern in den Be-

reich ID Export, Bereich Sortierung CCRI/IBRS (Niv. 2/L4) begeben zu haben, 

obschon er dort keine Arbeiten zu verrichten gehabt habe. Dort habe er die be-

reits zur Weiterleitung sortierten Sendungen nach Australien durchsucht, die 

IBRS-Sendungen mit dem Aufdruck „Reply Paid“ in einen von ihm mitgeführten 

leeren grauen Briefbehälter gelegt und anschliessend den zweiten von ihm mit-

geführten leeren grauen Briefbehälter über den ersten Briefbehälter mit den 

IBRS-Sendungen gestülpt. Anschliessend habe er sich mit den beiden leer schei-

nenden grauen Briefbehältern und den IBRS-Sendungen zurück an seinen Ar-

beitsplatz (Niv. 2/G3) begeben, wo er diese neben seinem Computer deponiert 

habe. An seinem Arbeitsplatz (Niv. 2/G3) habe er die IBRS-Sendungen unbe-

merkt in seine Kleidung bzw. Schuhe gesteckt und diese nach Ende seiner Ar-

beitsschicht mit sich genommen. Den Lebensunterhalt für sich und seine Ehefrau 

habe er im Zeitraum von Juli 2015 bis November 2016 alleine durch die von 

Juli 2015 bis März 2016 entwendeten IBRS-Sendungen bestritten, ohne von 

September 2015 bis November 2016 Geldbezüge ab seinen Konten zu tätigen. 

Er habe gewusst, dass sich in den zur Weitersendung nach Australien sortierten 

IBRS-Sendungen mit dem Aufdruck „Reply Paid“ Bargeld befunden habe, und 

dass die entsprechenden Empfänger nicht mit der Zustellung der an sie adres-

- 13 - 

sierten IBRS-Sendungen gerechnet bzw. die Absender keinen Sendungsnach-

weis erwartet hätten. Auch habe er gewusst, dass die täglich ca. 500 im Brief-

zentrum eintreffenden IBRS-Sendungen weder gezählt noch gebündelt noch die 

Briefbehälter, in denen sich die IBRS-Sendungen befunden hätten, gewogen 

würden. Er habe gewusst, dass es bei täglich ca. 500 im Briefzentrum eintreffen-

den IBRS-Sendungen nicht auffalle, wenn einige Sendungen fehlen würden. 

Indem der Beschuldigte von Juli 2015 bis und mit 14. März 2016 in mindestens 

70 Malen eine unbestimmte Anzahl, jedoch mindestens 4‘060 bereits zur Weiter-

sendung nach Australien sortierte IBRS-Sendungen mit dem Aufdruck „Reply 

Paid“ im Gesamtwert von mindestens Fr. 122‘500.-- zur Aneignung in unrecht-

mässiger Bereicherungsabsicht weggenommen und für sich persönlich Einkünfte 

in diesem Umfang erzielt habe, habe er die Kosten seiner Lebensgestaltung fi-

nanziert und mithin die deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufs ausgeübt. 

2.2 Beweisergebnis 

2.2.1 Vorbemerkung 

Als die für die Sortierung der IBRS-Sendungen zuständige Mitarbeiterin realisiert 

hatte, dass nach der Mittagspause Sendungen fehlten, begann sie, diese vor und 

nach der Mittagspause zu wägen (Aussage K., E. 2.2.2.3). Da sich ihr Verdacht 

bestätigt hatte, informierte sie ihre Vorgesetzten. Die Post CH AG erkannte mit-

tels des Videoüberwachungssystems, dass der Beschuldigte sich in der Mittags-

pause an den Arbeitsplatz dieser Mitarbeiterin begab, dort Sendungen holte und 

sie an seinen Arbeitsplatz verbrachte. Hierauf erfolgte die Strafanzeige gegen 

den Beschuldigten (vorne lit. A). Bei der am 14. März 2016 am Arbeitsplatz des 

Beschuldigten durchgeführten polizeilichen Kontrolle konnten 58 IBRS-Sendun-

gen vorgefunden und sichergestellt werden (vorne lit. B). 

2.2.2 Personalbeweise 

2.2.2.1 Aussagen des Beschuldigten 

a) Der Beschuldigte gab in der polizeilichen Einvernahme vom 14. März 2016 – 

nach anfänglichem Bestreiten und nachdem ihm zwei Videosequenzen der Über-

wachungskamera vom 14. März 2016, 13:06 und 13:07 Uhr, gezeigt worden wa-

ren – zu, die an diesem Tag sichergestellten IBRS-Sendungen in einem grauen 

Briefbehälter an seinem Arbeitsplatz deponiert zu haben. Es habe sich dabei um 

Sendungen nach Australien gehandelt (pag. BA. 13.1.2 f.). In der zweiten poli-

zeilichen Einvernahme vom 16. November 2016 bestätigte der Beschuldigte, die 

- 14 - 

bereits sortierten IBRS-Sendungen im Bereich ID Export, Bereich Sortierung 

CCRI/IBRS (Niv. 2/L4), aus einem Briefbehälter herausgenommen und in einen 

mitgeführten Briefbehälter gelegt zu haben. Danach habe er sich an seinen Ar-

beitsplatz (Niv. 2/G3) begeben und die Briefbehälter mit den IBRS-Sendungen 

dort deponiert (pag. BA 13.1.19, Ziff. 7). Auf Vorhalt, anhand der Video-Überwa-

chungen habe festgestellt werden können, dass er 16 Mal solche IBRS-Sendun-

gen genommen und an seinem Arbeitsplatz deponiert habe, antwortete der Be-

schuldigte, ja, das könne sein. Er habe die Sendungen in seiner halbstündigen 

Pause genommen und sie nach dieser Pause jeweils wieder aufs Band gelegt. 

Die Sendungen seien dann wieder zurückgegangen (pag. BA 13.1.20 Ziff. 18 f.). 

Auf die Frage, weshalb er das 16 Mal gemacht habe, sagte er, er habe das mehr-

mals gemacht, wisse aber nicht mehr, wie viele Male (pag. BA 13.1.20 Ziff. 20). 

Auf erneuten Vorhalt, dass in den vom 18. Januar 2016 bis 14. März 2016 er-

stellten Videoaufnahmen ersichtlich sei, dass er an 16 Tagen IBRS-Sendungen 

aus dem vorerwähnten Bereich genommen habe, räumte er ein, es könne sein, 

dass es 16 Mal gewesen seien (pag. BA 13.1.23 f. Ziff. 48). Auf Vorhalt mehrerer 

Videoaufnahmen bestätigte er, dass es sich um ihn handle (pag. BA 13.1.21 ff.). 

Er habe erst seit Anfang Jahr IBRS-Sendungen genommen, nicht im letzten Jahr 

(pag. BA 13.1.23 Ziff. 45). Bei der postinternen Befragung hatte er angegeben, 

lediglich drei oder vier Mal Sendungen genommen zu haben (pag. BA. 13.1.10). 

In der Hafteinvernahme vom 17. November 2016 erklärte der Beschuldigte, er 

habe zwei bis fünf Mal IBRS-Sendungen genommen; er habe jeweils 15, 20, 30 

oder mehr IBRS-Sendungen mitgenommen (pag. BA 6.0.17 f.). In der polizeili-

chen Einvernahme vom 16. November 2016 sagte er hingegen, dass es pro Mal 

10 oder auch 50 Sendungen gewesen sein könnten (pag. BA. 13.1.23, Ziff. 47).  

Den auf der Videoaufnahme sichtbaren leeren grauen Briefbehälter habe er des-

wegen über den die Sendungen enthaltenden Briefbehälter gestülpt, damit nie-

mand die Sendungen im (unteren) Briefbehälter habe sehen können (pag. BA 

13.1.2, Ziff. 25). Auf Vorhalt der Videosequenz vom 17. Februar 2016, 13:07:24 

Uhr, erklärte er, er habe abgewartet, bis der andere dort arbeitende Mitarbeiter 

weggegangen sei, damit er unbemerkt die IBRS-Sendungen habe nehmen kön-

nen. Er habe nicht gewollt, dass jemand denke, er stehle etwas (pag. BA 13.1.23, 

Ziff. 44). Er habe mit den bereits sortierten IBRS-Sendungen nichts zu tun ge-

habt. Er habe lediglich manchmal die unsortierten IBRS-Sendungen nach der 

Ankunft in den Bereich der Sortierung bringen müssen (pag. BA 13.1.20, Ziff. 14). 

Zur Aussage von H. in der Konfrontationseinvernahme vom 31. Mai 2017, wo-

nach auf den Videoaufzeichnungen zu sehen sei, wie der Beschuldigte die IBRS-

Sendungen an seinem Arbeitsplatz jeweils in blaue Stapelboxen lege, entgeg-

nete der Beschuldigte, an seinem Arbeitsplatz kämen falsche Sendungen an. 

- 15 - 

Diese würden sie kontrollieren und da hintun. Die blauen Kisten, welche er be-

nutze, würden unten bearbeitet. Da drin seien nicht nur ein Brief, sondern 50 

Briefe, und zwar Inlandbriefe (pag. BA 12.3.17, Z. 5 ff.). In der Einvernahme vom 

16. November 2016 gab er auf Vorhalt der Videosequenz vom 2. Februar 2016 

zu, die Briefbehälter getauscht, also die IBRS-Sendungen an seinem Arbeitsplatz 

aus dem grauen in einen blauen Briefbehälter gelegt zu haben (pag. BA 13.1.21, 

Ziff. 28 f.). In der Schlusseinvernahme erklärte der Beschuldigte, sämtliche 

Briefe, d.h. auch sämtliche IBRS-Sendungen, gingen zuerst durch seine Hände, 

bevor sie in den Bereich Sortierung gelangten. Wenn er IBRS-Sendungen hätte 

stehlen wollen, hätte er daher nicht dorthin zu gehen brauchen, denn er habe sie 

sowieso (schon) in der Hand gehabt (pag. BA 13.1.39, Z. 1 ff.; 13.1.49, Z. 22 ff.).  

b) Der Beschuldigte bestritt, die IBRS-Sendungen in der Absicht an seinen Ar-

beitsplatz verbracht zu haben, sie nach Hause zu nehmen oder zu stehlen (pag. 

BA 13.1.3, Ziff. 18; 13.1.9, Frage 4). Wenn er die Briefe hätte stehlen wollen, 

dann hätte er dies vor 20 Jahren, zu Beginn seiner Anstellung bei der Post, getan, 

als er noch kein Geld gehabt habe, nicht heute (pag. BA 13.1.39, Z. 7 f.). Es gäbe 

zudem keine Chance, Briefe aus der Post nach Hause zu nehmen. Er sei nicht 

dumm; er wisse, dass es überall Kameras habe (pag. BA 13.1.40, Z. 20, 22 ff.). 

Er habe dies nur aus Spass getan, um die Frau, welche die Briefe sortiere – „K.“ 

–, zu ärgern (pag. BA 13.1.3, Ziff. 18 f.) bzw. damit die anderen Streit bekommen 

würden (pag. BA 13.1.20, Ziff. 20; 13.1.21, Ziff. 28). Der Beschuldigte erklärte 

dies sinngemäss mit einer tieferen Lohnklasse für umfangreichere Arbeiten im 

Vergleich zu anderen Kollegen, die in einer höheren Lohnklasse eingeteilt gewe-

sen seien (pag. BA 13.1.39, Z. 21 ff.). Er habe die Sendungen nach der 15 Uhr-

Pause an denselben Ort zurückbringen wollen (pag. BA. 13.1.4, Ziff. 26; 13.1.9, 

Fragen 6/7). Mit Bezug auf die vor dem 14. März 2016 genommenen Sendungen 

gab er an, diese wieder an denselben Ort zurückgebracht zu haben (pag. BA. 

13.1.11, Frage 18). Dies sagte er in der Hafteinvernahme vom 17. November 

2016 generell für die von ihm behändigten IBRS-Sendungen: Er habe die Cou-

verts während der Pause geholt und nach der Pause wieder zurück gebracht 

(pag. 6.0.18, Ziff. 28). Später sagte er hingegen aus, er habe die Sendungen 

nach seiner halbstündigen Pause – womit er offenbar die Mittagspause von 

13 Uhr gemeint hatte – im selben Briefbehälter jeweils wieder aufs Band gelegt, 

worauf diese wieder zurückgegangen seien (pag. BA 13.1.20 f., Ziff. 18 f., 24, 26; 

13.1.21 f., Ziff. 31). Dies wiederholte er auch anlässlich der Einvernahme des 

Zeugen H. am 31. Mai 2017. Er habe nach der Pause die Briefe in der Box ge-

nommen und sie aufs Förderband gestellt. Er sei dabei von seinem Arbeitsplatz 

zuerst nach links, dann nach rechts gegangen, und dort habe er die Box mit den 

Briefen aufs Förderband gestellt (pag. BA 12.3.8, Ziff. 26 f.). Auf Vorhalt, dass es 

- 16 - 

sich bei sämtlichen an seinem Arbeitsplatz sichergestellten Sendungen um sol-

che gehandelt habe, welche an Lotterien nach Australien und ähnlichem gehen 

und mit hoher Wahrscheinlichkeit Bargeld beinhalten würden, verneinte er, dies 

gewusst zu haben. Er habe nicht geschaut, welche Sendungen es gewesen 

seien, sondern habe einfach hineingegriffen (pag. BA 13.1.3, Ziff. 21-23). Bei der 

postinternen Befragung hatte er hingegen erklärt, gewusst zu haben, dass diese 

Sendungen nach Australien gehen würden (pag. BA 13.1.10, Frage 9). 

c) Zu seiner finanziellen Situation befragt, gab der Beschuldigte ein monatliches 

Nettoeinkommen zusammen mit seiner Ehefrau von ca. Fr. 8‘000.-- bzw. seit sei-

ner Entlassung aus der Post im März 2016 von Fr. 7‘000.-- an (pag. BA 13.1.24, 

Ziff. 50, 52). Seit ca. Juli oder August 2015 lebe er mit seiner Ehefrau beim Sohn; 

sie hätten deshalb keine Mietkosten. Die Lebenshaltungskosten würden sich auf 

die Ausgaben für die Krankenkasse für sich und seine Ehefrau von monatlich ca. 

Fr. 700.-- sowie einen monatlichen Beitrag für Lebensmittel an seinen Sohn von 

ca. Fr. 300.-- bis Fr. 400.-- beschränken (pag. BA 13.1.24, Ziff. 51). In der 

Schlusseinvernahme gab er zusätzlich Telefonkosten von Fr. 30.-- an (pag. BA 

13.1.49, Ziff. 12 f.). Vor Juli 2015 habe er Mietkosten für die damalige Wohnung 

von monatlich Fr. 2‘600.-- gehabt; diese habe er bezahlen müssen (pag. BA 

13.1.25, Ziff. 67). Diese Aussage korrigierte er in der Schlusseinvernahme da-

hingehend, dass ihm seine Söhne für den Mietzins je Fr. 1‘500.-- gegeben hätten, 

er mithin nicht für den Mietzins aufgekommen sei (pag. BA 13.1.46, Z. 7 f.). Er 

habe bis zu diesem Zeitpunkt in ca. 2-Monats-Intervallen jeweils das gesamte 

Guthaben von seinem Konto sowie dem gemeinsamen Konto mit seiner Ehefrau 

abgehoben. Das Geld habe er für Lebensmittel, Miete und Ferien in Mazedonien 

gebraucht (pag. BA 13.1.25 f., Ziff. 66, 68). Auch habe er einen Kebab-Stand 

bzw. später ein Restaurant mit fünf Angestellten geführt, von dessen Einnahmen 

er gelebt habe. Er habe einen monatlichen Umsatz von ca. Fr. 30‘000.-- bis 

Fr. 50‘000.-- bzw. einen monatlichen Gewinn von Fr. 10‘000.-- bis Fr. 20‘000.-- 

erzielt. Den Gewinn habe er jeweils zu Hause deponiert (BA 6.0.21 f., Ziff. 64 f., 

67 f.; 13.1.43, Z. 12 f.). An der Hafteinvernahme vom 17. November 2016 gab er 

an, den Kebab-Stand zwei Jahre zuvor für Fr. 30‘000.-- verkauft zu haben, weil 

die Polizei ihm Auflagen gemacht habe. Er bestätigte auf Frage hin, den Erlös 

aus dem Verkauf bei den Steuern angegeben zu haben. Einen Teil des Verkaufs-

erlöses habe er zu Hause aufbewahrt, den anderen Teil Verwandten ausgeliehen 

(pag. BA 6.0.22, Ziff. 64, 70-72). Er habe zudem seiner Schwester in Mazedonien 

Fr. 20‘000.-- geliehen (pag. BA 13.1.25 f., Ziff. 69). In der Einvernahme vor der 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 28. November 2016 erklärte er, in den 

vergangenen zwei Jahren wiederholt Geld abgehoben zu haben, um es Kollegen 

zu leihen (pag. BA 13.1.31, Ziff. 16). Später sagte er aus, er habe das Geld be-

reits zu einem früheren Zeitpunkt von der Bank abgehoben und es dann zu 

- 17 - 

Hause gehabt (pag. BA 12.3.8, Ziff. 29). Seit Juli 2015 habe er so gut wie kein 

Bargeld abgehoben. Er habe dieses nicht mehr gebraucht, weil er und seine Ehe-

frau seither bei ihrem Sohn wohnen und für den Rest nicht viel brauchen würden 

(pag. BA 13.1.26, Ziff. 70 f.). Auf Frage, wie er seit Juli 2015 den Lebensunterhalt 

für sich und seine Ehefrau bestritten habe, gab er in der polizeilichen Einver-

nahme vom 16. November 2016 und in der Hafteinvernahme vom 17. Novem-

ber 2016 an, seiner Schwester – L. – vor ca. einem Jahr Fr. 20‘000.-- geliehen 

zu haben. Sein Schwager – M. – habe ca. eine Woche bzw. zwei oder drei Wo-

chen vor der Festnahme (16. November 2016) Fr. 10‘000.-- zurückbezahlt; kürz-

lich habe er weitere Fr. 10‘000.-- von Verwandten zurückerhalten, denen er Geld 

gegeben habe (pag. BA 13.1.26, Ziff. 72; 13.1.49, Z. 28 ff.). N. habe ca. im Au-

gust/September 2016 Fr. 10‘000.-- zurückbezahlt (pag. BA 13.1.31 f., Ziff. 24; 

13.1.34). Drei oder vier Monate zuvor habe er Fr. 30‘000.-- von Verwandten zu-

rückerhalten, welche er ca. eine Woche vor der Hafteinvernahme vom 17. No-

vember 2016 auf sein Konto einbezahlt habe (pag. BA 6.0.23, Ziff. 74-76). In der 

Schlusseinvernahme erklärte der Beschuldigte, im Jahr 2015 alle zwei Monate 

Geld abgehoben und seinen Kollegen ausgeliehen zu haben. Diese hätten ihm 

das Geld zurückbezahlt, einer Fr. 40‘000.--, ein anderer Fr. 30‘000.--. Beide Be-

träge habe er dann bei der Bank einbezahlt (pag. BA 13.1.44, Z. 31 ff.). Zu ver-

schiedenen Einzahlungen grösserer Beträge im Jahr zuvor gab der Beschuldigte 

an, die Einzahlung über Fr. 20‘000.-- vom 17. September 2015 sei eine Rück-

zahlung von verschiedenen Verwandten, die ihm Geld geschuldet hätten. Das-

selbe gelte für die Einzahlung vom 3. November 2015 über Fr. 10‘000.--. Woher 

das Geld für die Einzahlung über Fr. 9‘000.-- vom 21. Oktober 2015 stamme, 

könne er sich nicht mehr erinnern (pag. BA. 13.1.26 f., Ziff. 75-77). Das Darlehen 

von Fr. 30‘000.-- an O., dem Besitzer eines albanischen Klubs in Z., habe er zu 

Silvester 2015 zurückerhalten (pag. BA. 13.1.32, Ziff. 26-29; 13.1.34). Gemäss 

Belegen habe er ihm diesen Betrag am 1. Februar 2014 gewährt (pag. BA 12.3.8, 

Ziff. 28; 13.1.49, Z. 36 f., 13.1.54). Auf Vorhalt der im Postbüchlein eingetragenen 

Zahlungen gab der Beschuldigte an der Einvernahme vom 28. November 2016 

an, diese mit den monatlichen Rückzahlungen von Fr. 2‘000.-- bis Fr. 3‘000.-- 

eines Kollegen – P.– beglichen zu haben, dem er ein bis eineinhalb Jahre zuvor 

Fr. 20‘000.-- geliehen habe (pag. BA 13.1.30, -31). Das Geld habe er zu Hause 

in bar aufbewahrt (pag. 13.1.31). Auf die Frage, weshalb er die monatlichen 

Rückzahlungen in der früheren Einvernahme nicht erwähnt habe, sagte er, dass 

er nicht danach gefragt worden sei (pag. BA 13.1.30). Zwei Personen, denen er 

Darlehen gewährt habe, habe er betreiben müssen: Q. und „R.“, ein ehemaliger 

Mitarbeiter des Restaurants (pag. BA 13.1.46, Z. 14, 13.1.49, Z. 19 ff.). In der 

Hauptverhandlung erklärte er, dass es sich bei letzterem um R. handle. Auf 

Frage, weshalb er am 30. Mai 2016 eine Gutschrift des Betreibungsamts Zürich 

- 18 - 

über Fr. 46.70 mit dem Vermerk „R.“ erhalten habe, erklärte er, das wisse er nicht 

mehr (pag. TPF 4.930.10 [Einvernahme-Protokoll S. 10]). 

d/aa) In der Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte auf die Frage, was seine 

Aufgabe mit Bezug auf die eintreffenden Postsendungen gewesen sei, dass sie 

darin bestanden habe, die Kisten (Briefbehälter) an bestimmten Orten zu platzie-

ren. In diesen Kisten seien die verschiedenen Briefe gewesen, die im BZI einge-

troffen seien. Es habe bereits sortierte Briefe gegeben und solche, die er selber 

habe sortieren müssen. Seine Aufgabe in Bezug auf IBRS-Sendungen sei gewe-

sen, jede Kiste zu kontrollieren. Die IBRS-Sendungen seien zuerst zu ihm ge-

kommen; er habe sie dann zu bestimmten Personen gebracht. Auf die Frage, ob 

er die Briefe, die am Arbeitsplatz von Frau K. nach Ländern sortiert und in Kisten 

gewesen seien, habe weiterverarbeiten müssen, sagte er, diese Sendungen 

seien zuerst zu ihm gekommen. Er habe sie sortiert und anschliessend an eine 

andere Person weitergegeben. Diese Zwischenperson habe sie an eine andere 

Person zur Sortierung weitergegeben. Nachdem er die Briefe weitergegeben 

habe, sei seine Aufgabe beendet gewesen (EV-Protokoll S. 5 f.). Der Beschul-

digte erklärte, er bestätige seine frühere Aussage nicht, wonach es 16 Mal ge-

wesen sein könnten, dass er Briefe am Arbeitsplatz von Frau K. an seinen Ar-

beitsplatz gebracht habe. Er ergänzte, dass es sein könne, dass er dort Briefe 

abgeholt habe. Es sei ihm aber nicht verboten gewesen, Briefe zu holen und 

weiterzugeben. Der Beschuldigte bestätigte seine frühere Aussage, dass er 

Briefe weggenommen habe, um Frau K. zu ärgern, oder dass er dies aus Spass 

getan habe. Er gab als Grund an, er und sein Arbeitskollege seien sehr verärgert 

gewesen, weil ihnen niemand an ihrem Arbeitsplatz geholfen habe. Sein Arbeits-

kollege habe vorgeschlagen, etwas zu tun. Dieser habe gesagt, zwei Personen 

wollten Briefe dieser Frau verstecken. Die beiden hätten gesagt, dass sie etwas 

bewegen wollten, damit die Vorgesetzten in Kenntnis darüber gesetzt würden, 

dass die anderen Arbeitskollegen ihnen nicht helfen wollten. Auf die Frage, wa-

rum dann er die Briefe genommen habe und nicht jene Kollegen, die diese Idee 

gehabt hätten, sagte der Beschuldigte, die beiden Kollegen hätten gar nicht mit 

dieser Frau zusammenarbeiten, sondern diese Frau ärgern wollen. Sie hätten 

mit ihm in der gleichen Abteilung arbeiten wollen (EV-Protokoll S. 6).  

bb) Dem Beschuldigten wurden sodann vier Videoaufzeichnungen vorgehalten. 

1. Videosequenz: 18. Januar 2016, 13:02:44 Uhr  

Hierzu sagte der Beschuldigte aus, er erkenne sich auf dem Video. Er befinde 

sich am Ort N2/L4, wo Einschreiben-Briefe verschickt würden. Das sei auch der 

Arbeitsplatz von Frau K., aber nicht nur sie habe dort gearbeitet. Auf Vorhalt, 

- 19 - 

dass man auf dem Video sehe, wie er ankomme, dann Behälter anhebe, aus 

einem unteren Behälter Briefe nehme und diese in eine graue Kiste lege, sagte 

er, vielleicht habe es sehr viele Postsendungen gehabt und deshalb habe er 

diese genommen und dorthin platziert. Er wisse nicht mehr, um was für Sendun-

gen es sich gehandelt habe. Wahrscheinlich habe er etwas genommen oder ge-

bracht. Das Nehmen von Sendungen an diesem Ort habe zu seinen Aufgaben 

gehört. Wenn es Sendungen gegeben habe, die er dorthin habe bringen müssen, 

habe er sie dorthin gebracht. Es habe auch Sendungen gegeben, die er von dort 

aus an einen andern Ort habe bringen müssen. Er könne sich nicht mehr an 

diesen Vorfall erinnern. Es könne sein, dass er Briefe mitgebracht oder von dort 

abgeholt habe und sie mit einer Kiste mitgenommen habe (EV-Protokoll S. 7). 

2. Videosequenz: 19. Januar 2016, 13:04:59 Uhr  

Hierzu sagte der Beschuldigte aus, er erkenne sich auf dem Video. Er befinde 

sich an seinem Arbeitsplatz. Auf Vorhalt, dass man sehe, wie er Sendungen von 

einer grauen Box in eine blaue Box lege und dann eine blaue Box darüber lege, 

sagte er, die Kisten seien nach Ländern bestimmt. Bei Kisten, die halbleer gewe-

sen seien oder nur wenige Sendungen enthalten hätten, gebe es in der Nähe von 

seinem Arbeitsplatz eine bestimmte Kiste, in welche er diese wenigen Sendun-

gen aus den halbleeren Kisten gelegt habe. Wenn diese Kiste voll gewesen sei 

mit Sendungen aus verschiedenen Ländern, wie Italien oder Frankreich, habe er 

die Sendungen verschicken dürfen. Er habe nicht eine leere oder halbleere Kiste 

weiterschicken dürfen. Er habe die Möglichkeit gehabt, mehrere Kisten, bis zu 

20, übereinander zu platzieren. Wenn z.B. eine Kiste für Italien mit 20 Briefen 

gekommen sei, habe er sie separat hingestellt. Dann sei eine Kiste nach Frank-

reich gekommen, diese habe er da hingestellt. Er habe drei, vier Kisten nach 

Italien hingestellt, eine über die andere, dann nach Frankreich fünf, sechs Kisten 

übereinander. Er habe die Kisten nicht wegschicken können, wenn sie nicht voll 

gewesen seien. Eine Kiste nach Italien etwa, die nur zwei Briefe enthalten habe, 

habe er nicht wegschicken können. Wenn dann eine halbvolle oder volle Kiste 

nach Italien angekommen sei, habe er noch zwei, drei Briefe nach Italien genom-

men und sie hineingelegt. Die leere Kiste habe er oben drauf gestellt. Wenn eine 

volle Kiste nach Italien gekommen sei, habe er die andere Kiste genommen und 

sie gefüllt. Er habe sie codiert und weggeschickt. Bei diesen Sendungen, die er 

von der grauen Kiste in die blaue Kiste gelegt habe, habe es sich sicher nicht um 

die Briefe gehandelt, die er bei Frau K. geholt habe (EV-Protokoll S. 7 f.). 

3. Videosequenz: 2. März 2016, 14:19:51 Uhr  

Hierzu sagte der Beschuldigte aus, er erkenne sich auf dem Video. Er befinde 

sich an seinem Arbeitsplatz. Auf Vorhalt, dass man sehe, wie er ab 14:20:48 Uhr 

- 20 - 

eine blaue Box anhebe und aus der darunter liegenden Box weisse Couverts 

herausnehme und sich anschliessend mit diesen Couverts bücke, erklärte er, er 

wisse schon, was er mache. Diese Kisten seien drinnen mit Zetteln versehen. 

Die Kisten seien von einem anderen Land gekommen. Die Zettel seien alt, des-

halb habe er sie herausnehmen müssen, er habe die Kisten putzen müssen. Er 

habe die Kisten nicht mit diesen Zetteln verschicken können. Danach habe er die 

Kisten mit den normalen Briefen auffüllen können. Die Zettel habe er in einen 

Kübel (Papierkorb) werfen müssen. Dieser befinde sich unterhalb des Tisches 

beim Förderband. Es gebe an verschiedenen Orten Kübel, fast an jeder Ecke; 

fast täglich würden zwei mit solchen Papierabfällen gefüllt. Er habe sich gebückt, 

um einen Kübel zu erreichen und den Zettel fortzuwerfen (EV-Protokoll S. 8 f.). 

4. Videosequenz: 2. März 2016, 15:01:19 Uhr 

Hierzu sagte der Beschuldigte aus, er erkenne sich auf dem Video. Er befinde 

sich an seinem Arbeitsplatz. Er erklärte, bei der Maschine, die im Vordergrund 

sichtbar und mit „Umpacken“ angeschrieben sei, handle es sich um ein Band; es 

sei eine Art Lift. Auf der Rückseite dieser Maschine, da wo die Videokamera nicht 

hinsehe, sei es voll mit Kassetten (Kisten). Wenn sie zu wenig Arbeit gehabt hät-

ten, hätten sie diese Kassetten reinigen müssen. Er wisse nicht mehr, was er 

gemacht habe, als er sich gebückt habe. Es könne sein, dass er etwas gereinigt 

habe. Es könne auch sein, dass er gewisse Briefe dorthin gelegt habe oder dass 

er mit einer Kassette irgendetwas zu tun gehabt habe. Auf die Frage, wohin er 

diese Briefe gelegt habe, sagte er, an diesen Ort bringe man auch andere Briefe. 

Es gebe diverse Kassetten. Er wisse nicht mehr genau, was er gemacht habe. 

Auf Vorhalt, dass man hier seine beiden Füsse sehe und ob es sein könne, dass 

er den linken Schuh ausziehe, die weissen Couverts in den Schuh hineinlege 

und den Schuh wieder anziehe, verneinte er dies (EV-Protokoll S. 8 f.). 

2.2.2.2 Aussagen J. 

J. wurde von der Kantonspolizei Zürich am 13. April 2016 als Auskunftsperson 

befragt (pag BA 12.1.1 ff.). Seine Aussagen sind verwertbar (vorne E. 1.3). 

a) J. sagte aus, der Beschuldigte arbeite seit Sommer/Herbst 2007 im BZI (vorher 

bei der Sihlpost). Dieser sei ihm nicht direkt, sondern einem Teamleiter unterstellt 

gewesen. An Letzteren wende er, J., sich, wenn er Probleme im Arbeitsprozess 

oder in den Abläufen erkenne (pag. BA 12.1.1, Ziff. 3 f.; -2, Ziff. 7). 

- 21 - 

Zu den drei Aufgaben des Beschuldigten gehörten gemäss Aussage von J. Ers-

tens das Abbinden: bereits handsortierte Sendungen in einem Stapel zusam-

menbinden und für den Versand bereit machen; Zweitens das Umpacken: bereits 

durch Fördertechnik sortierte Sendungen in eine Kiste umpacken und für den 

Versand bereit machen; Drittens Säcke abhängen: bereits sortierte Säcke mit 

sperrigen Sendungen/kleine Pakete zuschnüren und für den Versand bereit ma-

chen (pag. BA 12.1.2, Ziff. 10). Der Beschuldigte habe im 2-Wochen-Rhythmus 

gearbeitet: Tagschicht von 10.00 bis 19.00 Uhr, Nachtschicht von 22.00 bis 5.00 

Uhr (pag. BA 12.1.2., Ziff. 11); während der Tagschicht habe er von 13.00 bis 

13.30 Uhr Mittagspause gehabt sowie eine Kurzpause von 15 Minuten um ca. 

16.00 Uhr. Die Pausen seien fix eingeteilt gewesen (pag. BA 12.1.2, Ziff. 12 f.). 

b) J. erklärte, bei den am Arbeitsplatz des Beschuldigten sichergestellten IBRS-

Sendungen handle es sich um Lotterieanmeldungen aus Australien, denen man 

Bargeld beifügen müsse (pag. BA 12.1.3, Ziff. 16). Diese Sendungen kämen aus 

den Briefkastenleerungen, würden über ein postalisches Zentrum nach Produkt, 

noch nicht nach Land, vorsortiert und im BZI angeliefert. Die Mitarbeiter des BZI 

würden die Sendungen dann nach Land sortieren und kommissionieren, d.h. in 

Bünde abbinden und zählen sowie für den Versand ins Ausland bereit machen 

(pag. BA 12.1.3, Ziff. 17). Gewogen würden die Sendungen nicht. Die Mitarbei-

terin, welche bemerkt habe, dass etwas nicht stimme, habe die Sendungen von 

sich aus gewogen, um feststellen zu können, dass Briefe verschwinden würden 

(pag. BA 12.1.3, Ziff. 21). Es könne sein, dass der Beschuldigte die Briefbehälter 

mit den IBRS-Sendungen vom Abbinden zum Sortierplatz IBRS bringe; mit den 

(dort bereits) sortierten Sendungen habe er gar nichts zu tun (pag. BA 12.1.3, 

Ziff. 23). Die IBRS-Sendungen am Ort, an dem der Beschuldigte sie behändigt 

und an seinen Arbeitsplatz gebracht habe, seien zu jenem Zeitpunkt noch nicht 

gebündelt und gezählt, sondern erst nach Land sortiert gewesen. Die Mitarbeite-

rin stelle die Briefbehälter mit den Sendungen mit Lotterieanmeldungen bewusst 

immer unter andere Briefbehälter, da sie wisse, dass viel Bargeld darin enthalten 

sei (pag. BA 12.1.4, Ziff. 25). In einer Sendung seien Fr. 10.-- bis Fr. 100.--. Pro 

Tag träfen mehrere Tausend IBRS-Sendungen ein, wovon ca. 500 Lotteriesen-

dungen (pag. BA 12.1.4, Ziff. 26 f.). Den Mitarbeitern im BZI sei bekannt, dass 

die IBRS-Sendungen mit Lotterieanmeldungen Bargeld enthielten. Diese Sen-

dungen gäbe es seit vielen Jahren. Es habe schon früher Vorfälle mit Sendungen 

gegeben, die weggekommen seien. Einen Kläger gäbe es nie, da die Geschä-

digten nicht wüssten, dass ihr Geld nicht ankomme (pag. BA 12.1.4, Ziff. 28 f.). 

- 22 - 

2.2.2.3 Aussagen K.  

K., seit 2007 bei der Post CH AG als Logistikerin in der Abteilung eingeschrie-

bene Express im BZI tätig, wurde am 30. November 2006 von der Staatsanwalt-

schaft Limmattal/Albis als Zeugin einvernommen. Die Post CH AG erteilte ihr am 

29. November 2016 die Ermächtigung zur Aussage und entband sie vom Amts-

geheimnis (pag. BA 12.2.2). 

a) K. gab an, seit 1989 bei der Post und seit 15 Jahren mit dem Beschuldigten 

zusammen zu arbeiten (pag. BA 12.2.4, Ziff. 5, 8). Die Stimmung im Team sei 

gut gewesen. Der Beschuldigte habe immer gemotzt, weil er die zweite Lohn-

klasse gehabt habe, sie und andere jedoch die dritte. Dies sei so gewesen, weil 

sie (anders als der Beschuldigte) Schulungen besucht hätten (pag. BA 12.2.6 f.). 

b) K. erklärte, sie arbeite in zwei Schichten, von 10.00 bis 19.00 Uhr und von 

22.00 bis 05.20 Uhr. Im Tagdienst sortiere sie die Rückscheine und die Couverts, 

wie diejenigen, die der Beschuldigte entwendet habe, z.B. Lotterien aus Austra-

lien oder Bestellungen aus Italien. Die Sendungen würde sie zunächst im Gestell 

sortieren und lege sie danach in verschiedene Kisten. Jedes Land habe eine 

Kiste oder zwei. Die Kiste Australien lege sie auf die unterste Kiste Deutschland 

und darauf andere Kisten, zuoberst Holland. Dies tue sie, weil ihr Vorgänger ge-

sagt habe, er habe die Sendungen bereits gebündelt ins Gestell gelegt und es 

seien dann ganze Bündel verschwunden. Dies tue sie noch vor der Pause, die 

von 13.00 bis 13.30 Uhr dauere. Nach der Pause sortiere sie die Rückmeldungen 

der eingeschriebenen Briefe und zähle die Sendungen nach Australien, weil der 

Empfänger das Porto bezahlen müsse. Die Anzahl und das Gewicht schreibe sie 

auf einen Zettel, wobei das ganze Bündel gewogen werde. Die Stückzahl und 

das Gewicht gebe sie dann in den Computer ein. Danach kämen die Säcke in 

verschiedene Rollis, womit ihre Arbeit erledigt sei (pag. BA 12.2.4 f., Ziff. 9-13). 

c) Dass Sendungen gefehlt hätten, habe sie gemerkt, weil nach der Pause die 

Kisten nicht mehr verdeckt, sondern alles offen gewesen sei. Zudem sei in der 

Kiste Australien nicht mehr die gleiche Menge (Couverts) gewesen; ein Teil habe 

gefehlt. Dies habe sie ungefähr einen Monat vor der Entlassung des Beschuldig-

ten festgestellt (pag. BA 12.2.5 f., Ziff. 13-15). Ab diesem Zeitpunkt habe sie die 

Kiste Australien von sich aus vor und nach der Pause gewogen und jeweils das 

Gewicht von vorher und nachher auf einen Zettel aufgeschrieben, den sie ihrem 

Chef, Herrn J., oder Herrn S. gegeben habe (pag. BA 12.2.6, Ziff. 16). 

- 23 - 

2.2.2.4 Aussagen H. 

H., seit August 2013 Ermittler im Bereich Unternehmenssicherheit bei der Post 

CH AG, wurde am 30. November 2016 von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Al-

bis und am 31. Mai 2017 von der Bundesanwaltschaft als Zeuge einvernommen 

(pag. BA 12.3.3 ff., 12.3.12 ff.). Die Post CH AG erteilte ihm am 29. Novem-

ber 2016 die Ermächtigung zur Aussage und entband ihn vom Amtsgeheimnis 

(pag. BA 12.3.2). Er erklärte in der Hauptverhandlung, dass diese Ermächtigung 

auch für die Einvernahme vor Gericht gelte (TPF pag. 4.930.14). 

a) H. sagte aus, er habe vom BZI die Meldung erhalten, dass über Mittag Sen-

dungen verschwinden würden, dies im Bereich der Endsortierung (pag. BA 

12.3.4 f., Ziff. 8, 10). Letztere finde am Arbeitsplatz von Frau K. statt (pag. BA 

12.3.6, Ziff. 18). Er habe seit Beginn seiner Tätigkeit bei der Post immer wieder 

solche Meldungen erhalten, die erste glaublich 2014. Es sei darum gegangen, 

dass weniger Sendungen vorgelegen hätten, als vorbereitet worden seien, oder 

Sendungen aufgerissen worden seien, wobei jedoch unklar gewesen sei, ob 

diese bereits aufgerissen in Zürich angekommen seien oder ob dies dort gemacht 

worden sei. Im vorliegenden Fall habe die Mitarbeiterin jedoch die Sendungen 

vor und nach der Mittagspause gewogen, so dass sich der Verdacht erhärtet 

habe, dass die Sendungen im BZI weggekommen seien. Bekannt sei ebenfalls 

der Zeitraum gewesen (pag. BA 12.3.5, Ziff. 9; -14, Z. 12 ff., 23 f.). 

b) Die Absender der fraglichen (IBRS-)Sendungen würden diese mit Bargeldbe-

trägen zwischen Fr. 20.-- und Fr. 100.-- aufgeben (pag. BA 12.3.6, Ziff. 20). So-

weit ihm bekannt sei, wisse jeder Mitarbeiter, dass sich in den IBRS-Sendungen 

Bargeld befinde (pag. BA 12.3.5, Ziff. 13). Die Sendungen würden nirgends er-

fasst. Der Absender erfahre nie, ob die Sendung angekommen sei, und der Emp-

fänger wisse nicht, dass er eine Sendung erhalten sollte (pag. BA 12.3.6 Ziff. 20). 

c) Der Zeuge gab hinsichtlich Kontrollen der Mitarbeiter beim Verlassen des Ge-

bäudes an, dass Stichproben gemacht würden, bei welchen Effekten, z.B. Ta-

schen, kontrolliert würden (pag. BA 12.3.6, Ziff. 16). Auf die Frage nach Entsor-

gungsmöglichkeiten im Gebäude sagte er aus, es habe Fälle von mit aufgerisse-

nen leeren Couverts verstopften WCs gegeben. Auch hinter den Verkleidungen 

im WC habe man solche Couverts gefunden. Die Abfallkübel würden kontrolliert, 

nicht jedoch die grossen Abfallkübel in den Pausenräumen. Die Möglichkeiten, 

etwas zu verstecken, seien riesig (pag. BA 12.3.6, Ziff. 17). 

d) Anlässlich seiner Einvernahme vom 31. Mai 2017 erläuterte der Zeuge alle der 

ihm vorgespielten 16 Aufzeichnungen der Überwachungskameras im BZI: 

- 24 - 

aa) Videoaufzeichnungen vom 18. Januar 2016: 

 Man könne sehen, wie Herr A. zum Arbeitsplatz mit den IBRS-Sendungen komme, eine Kiste 

nehme, die Sendungen darin lege und eine leere Kiste oben drauflege (13:02:44 Uhr; pag. 

12.3.15, Z. 25 f.). 

 Auf dem zweiten Video (13:03:33 Uhr) sei ebenfalls zu sehen, wie Herr A. auf direktem Weg 

zu seinem Arbeitsplatz zurückgehe. Die Videosequenzen seien überschneidend. Herr A. habe 

somit keine Zeit (gehabt), zwischendurch irgendwohin zu gehen und etwas anderes zu ma-

chen (pag. 12.3.15 f., Z. 27 f./ 1 f.). 

 Auf der dritten Kameraeinstellung (13:03:45 Uhr) sei zu sehen, wie Herr A. vom Arbeitsplatz 

mit den IBRS-Sendungen zu seinem Arbeitsplatz gehe. Unten rechts sei der Arbeitsplatz mit 

den IBRS-Sendungen und oben rechts derjenige von Herrn A. Man sehe, wie Herr A. 2 Brief-

behälter mit sich trage, der untere gefüllt mit Briefsendungen und der obere leer darüber ge-

stapelt (pag. 12.3.16, Z. 3 ff.).  

 Bei der zweitletzten Kameraeinstellung (13:04:40 Uhr) sehe man Herrn A. an seinem Arbeits-

platz (pag. 12.3.16, Z. 8).  

 Die letzte Videosequenz (14:04:03 Uhr) sei überspielt worden. Zuvor sei zu sehen gewesen, 

wie Herr A. eine Stapelbox (blau) nehme und diese obenauf staple, einen Briefbehälter nehme 

und die IBRS-Sendungen in eine Stapelbox (blaue Box) leere (pag. 12.3.16, Z. 9 ff.). 

bb) Videoaufzeichnungen vom 19. Januar 2016: 

 Im ersten Video (13:03:42 Uhr) sehe man, wie Herr A. mit zwei Boxen komme und die Sen-

dung ab dem Rollwagen nehme. Dann laufe er weg, zu seinem Arbeitsplatz zurück (pag. 

12.3.16, Z. 14 f.). 

 Im zweiten Video (13:04:59 Uhr) seien zwei leere Stapelboxen zu sehen. Herr A. lege den 

ersten leeren Behälter auf das Förderband und fülle die Briefsendungen in eine der Stapelbo-

xen. Den leeren Briefbehälter stelle er dann ebenfalls auf das Förderband und gehe mit der 

Stapelbox weg. Ab 13:00 Uhr wäre er eigentlich in der Pause (pag. 12.3.16, Z. 16 ff.).  

 Im dritten Video (13:05:22 Uhr) sei zu sehen, wie Herr A. die blaue Box wegstelle und weg-

laufe. Er komme dann wieder zurück und mache etwas an der blauen Box. Die Box werde 

wieder weggestellt und er verlasse den Arbeitsplatz (pag. 12.3.16, Z. 20 ff.).  

 In der vierten Videosequenz (14:39:22 Uhr) sei zu sehen, wie Herr A. etwas an der Stapelbox 

mache. Er habe diese angehoben und darunter komme etwas Weisses hervor. Er lange mehr-

mals in die blaue Stapelbox hinein (pag. 12.3.16, Z. 23 ff.).  

cc) Videoaufzeichnungen vom 20. Januar 2016: 

 Die erste Aufnahme (13:01:23 Uhr) zeige, wie Herr A. von links her komme. Er hole die leeren 

Boxen meist von hinten links, wo die leeren Boxen stehen würden. Er nehme die Sendungen 

nach bekanntem modus operandi und laufe wieder weg (pag. BA 12.3.17, Z. 1 ff.). 

 Das zweite Video (13:01:52 Uhr) zeige, wie Herr A. auf der rechten Seite neben den Maschi-

nen zu seinem Arbeitsplatz gehe und dort wieder mit den Kisten hantiere. Er nehme wieder 

eine blaue Stapelbox und stelle diese hin (pag. BA 12.3.17, Z. 4 ff.).  

 Im dritten Video (13:02:39 Uhr) sei zu sehen, wie Herr A. die zuvor gestapelten Kisten nehme 

(pag. BA 12.3.17, Z. 7 ff.).  

dd) Videoaufzeichnungen vom 22. Januar 2016: 

 Im ersten Video (13:01:11 Uhr) sehe man oben links Herrn A. Er nehme wieder zwei Briefbo-

xen, gehe zum Arbeitsplatz mit den IBRS-Sendungen, fülle die untere Box mit den IBRS-

- 25 - 

Sendungen, stelle die leere obenauf und gehe zu seinem Arbeitsplatz. Er gehe immer gleich 

vor (pag. BA 12.3.17, Z. 13 ff.). 

 Im zweiten Video (13:02:02 Uhr) sei wieder zu sehen, wie Herr A. auf der rechten Seite zu 

seinem Arbeitsplatz gehe, die Briefboxen obenauf lege, um das Förderband herumlaufe und 

die beiden Briefboxen wieder aufnehme (pag. BA 12.3.17, Z. 16 ff.). 

 Im dritten Video (13:02:39 Uhr) sehe man, wie Herr A. die Briefboxen nehme, sie wieder in 

eine Stapelbox fülle und eine leere Kiste obenauf stelle (pag. BA 12.3.17, Z. 19 f.). 

ee) Videoaufzeichnungen vom 1. Februar 2016: 

 Das erste Video (13:02:32 Uhr) zeige wieder, wie Herr A. von oben links her komme und zwei 

leere Briefboxen am Arbeitsplatz mit den IBRS-Sendungen hinstelle. Er laufe dann weg, weil 

möglicherweise jemand am Arbeitsplatz daneben zugegen gewesen sei. Er komme später 

zurück und greife vier Bunde, fülle diese in die eine Briefbox und stelle die zweite leere Brief-

box oben drauf (pag. BA 12.3.17, Z. 23 ff.). 

 Die zweite Szene (13:04:20 Uhr) zeige, wie Herr A. unten rechts um die Maschinen zu seinem 

Arbeitsplatz gehe (pag. BA 12.3.17, Z. 27).  

 Das dritte Video (13:05:32 Uhr) zeige, wie Herr A. wieder zwei leere Briefboxen auf das För-

derband lege (pag. BA 12.3.17, Z. 28). 

ff) Videoaufzeichnungen vom 2. Februar 2016: 

 Das erste Video (13:05:43 Uhr) zeige, wie Herr A. von rechts her zum Arbeitsplatz mit den 

IBRS-Sendungen komme. Diesmal habe er nur eine Briefbox. Die losen IBRS-Sendungen 

würden an diesem Arbeitsplatz gebündelt. Wenn es diejenigen vom Wagen seien, seien sie 

bereits gebündelt gewesen (pag. BA 12.3.18, Z. 3 ff.).  

 Im zweiten Video (13:07:18 Uhr) sehe man, wie Herr A. zwei Briefbehälter hinstelle, den obe-

ren wegnehme und den unteren mit den Sendungen leere. Er stelle links in die blaue Stapel-

box etwas hinein und stelle eine andere Box darüber. Danach gehe er weg (pag. BA 12.3.18, 

Z. 7 ff.). 

gg) Videoaufzeichnungen vom 3. Februar 2016: 

 Man sehe im ersten Video (13:09:24 Uhr), wie Herr A. ankomme. Er gehe nach links hinten 

und komme mit zwei Briefbehältern zurück. Den einen Briefbehälter hebe er an und fülle Sen-

dungen in den unteren Behälter, stelle den oberen Behälter wieder drauf und gehe weg (pag. 

BA 12.3.18, Z. 12 ff.).  

 Das zweite Video (13:10:51 Uhr) zeige, wie Herr A. unten links ins Bild komme und zu seinem 

Arbeitsplatz gehe. Dann sei er wieder an den blauen Boxen (pag. BA 12.3.18, Z. 15 f.).  

hh) Videoaufzeichnungen vom 15. Februar 2016: 

 Kamera 1 (13:02:02 Uhr) zeige, wie Herr A. links hereingekommen und nach hinten die Be-

hälter holen gegangen sei. Er nehme eine Box weg und fülle etwas hinein. Man sehe es nicht 

ganz klar, da er in der rechten Hand die Box halte. Er fülle aber etwas hinein und gehe dann 

mit den zwei Boxen wieder weg (pag. BA 12.3.18, Z. 19 ff.).  

 Im zweiten Video (13:04:28 Uhr) sei Herr A. an seinem Arbeitsplatz, stelle die zwei Briefbe-

hälter ab und laufe weg (pag. BA 12.3.18, Z. 22 f.). 

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ii) Videoaufzeichnungen vom 16. Februar 2016: 

 Das erste Video (13:04:28 Uhr) zeige, wie Herr A. die leeren Briefbehälter wegstelle und die 

blaue Stapelbox beiseite stelle (pag. BA 12.3.19, Z. 2 f.). 

 Im zweiten Video (13:09:33 Uhr) sehe man, wie Herr A. von unten her komme. Vor dem Post-

wagen hebe er einen Briefbehälter weg und fülle den unteren Behälter mit IBRS-Sendungen. 

Dieses Mal habe er aus zwei verschiedenen Briefbehältern Sendungen genommen. Danach 

stelle er die zwei Behälter zusammen und laufe weg (pag. BA 12.3.19, Z. 6 ff.). 

 Im dritten Video (13:11:44 Uhr) sei Herr A. an seinem Arbeitsplatz, nehme eine blaue Box 

runter und stelle eine obenauf. Die zwei leeren Briefbehälter stelle er wieder beiseite (pag. BA 

12.3.19, Z. 10 f.). 

 Das vierte Video (13:12:08 Uhr) zeige dieselbe Sequenz wie zuvor, einfach aus einer anderen 

Perspektive. Gemäss der Uhrzeit werde Herr A. jetzt wieder in die Pause gehen, einfach mit 

12 Minuten Verspätung (pag. BA 12.3.19, Z. 12 ff.). 

jj) Videoaufzeichnungen vom 17. Februar 2016: 

 Im ersten Video (13:07:24 Uhr) komme Herr A. von links mit zwei Briefbehältern. Er stehe am 

Postwagen und hebe den einen Briefbehälter weg. Dann gehe er weg, vermutlich wegen der 

Person mit dem Gabelstapler. Er komme aber zurück und gehe vorbei. Dann komme er noch-

mals und laufe kurz weg, um dann nochmals zurück zu kommen. Er nehme ein paar Sendun-

gen aus dem Wagen, schaue noch in die anderen Boxen, stelle dann die leere auf die volle 

Box und gehe in Richtung Arbeitsplatz weg (pag. BA 12.3.19, Z. 17 ff.). 

 Das zweite Video (13:30:13 Uhr) zeige, wie Herr A. zu seinem Arbeitsplatz komme und eine 

Box runternehme. Mehr sehe er (der Zeuge) hier aber auch nicht. Herr A. sei vermutlich in 

der „Hocke" (pag. BA 12.3.19, Z. 23 f.). 

kk) Videoaufzeichnungen vom 18. Februar 2016: 

 Video eins (13:05:36 Uhr) zeige, wie Herr A. nach hinten gehe und zwei Briefboxen hole. 

Dann komme er nach vorne, schaue sich um und gehe zu den „Fächli". Er nehme eine Box 

hervor und fülle irgendetwas in die Box, schaue sich weiter um, ducke sich und gehe mit den 

beiden Kisten weiter Richtung Arbeitsplatz. Er nehme die Sendungen aus einem „Wägeli", wo 

Briefbehälter drauf stehen würden (pag. BA 12.3.19, Z. 27 ff.). 

 Im zweiten Video (13:08:41 Uhr) sehe man Herrn A. an seinem Arbeitsplatz, wo er zwei Brief-

behälter hinstelle, sich ducke und dann aus dem Bild gehe (pag. BA 12.3.20, Z. 1 f.). 

 Das dritte Video (13:30:36 Uhr) zeige Herrn A. an seinem Arbeitsplatz. Er gehe zu den blauen 

Boxen und man sehe ihn dann hinter der Maschine, die aussehe wie ein Lift (pag. BA 12.3.20, 

Z. 3 f.). 

ll) Videoaufzeichnung vom 19. Februar 2016: 

 Die Aufnahme (13:07:04 Uhr) zeige, wie Herr A. links im Bild zu seinem Arbeitsplatz komme 

und irgendetwas bei den blauen Boxen mache (pag. BA 12.3.20, Z. 7 ff.). 

mm) Videoaufzeichnungen vom 29. Februar 2016: 

Der Zeuge beschrieb die Videoaufnahme bereits in der Einvernahme vom 30. November 2016 

wie folgt: Hierauf sehe man Herrn A. am Arbeitsplatz von Frau K. Er staple die Behälter um 

und schaue noch, was es unten drin habe. Danach sehe man ihn mit zwei Behältern wegge-

hen. Auf der nächsten Kameraeinstellung sehe man Herrn A. mit den Behältern durchgehen. 

Dann sehe man um 13.03 Uhr, wie er die beiden leeren Behälter an seinem Arbeitsplatz auf 

- 27 - 

das Förderband lege. Danach sehe man, wie er vom linken Stapel mehrere blaue Behälter 

auf den rechten Stapel stelle (pag. BA 12.3.5 f., Ziff. 15). 

Am 31. Mai 2017 beschrieb der Zeuge die vier Videosequenzen wie folgt: 

 Video 1 (13:00:26 Uhr): Man sehe Herrn A., wie er zwei Briefboxen bereitstelle und danach 

weglaufe. Etwas weiter weg schaue er sich um. Der Zeuge H. äusserte hierzu die Vermutung, 

dass Herr A. weggelaufen sei, weil ein anderer Mitarbeiter vorbeigegangen sei. Er (Herr A.) 

komme zurück zum Arbeitsplatz und fülle sicherlich einmal etwas in eine Briefbox. Dann gehe 

er mit den Briefboxen weg (pag. BA 12.3.20, Z. 12 ff.). 

 Video 2 (13:02:14 Uhr) zeige, wie ein anderer Mitarbeiter vorbeigehe und sich Herr A. ver-

mutlich deshalb entferne. Herr A. komme wieder zurück (pag. BA 12.3.20, Z. 16 f.). 

 Video 3 (13:02:55 Uhr): Herr A. komme rechts ins Bild, gehe aber bei den Sortierstellen hin-

durch. Er nehme nicht den Hauptgang, sondern laufe zwischen den Maschinen hindurch. Das 

sei eine Ansicht, die rechts vom Gang sei, wo man sehe, wie der Beschuldigte zwischen den 

Sortierungen hindurch laufe. Mittig links gehe Herr A. durch. Er komme bei seinem Arbeits-

platz an. Man sehe, wie er zu den blauen Boxen gehe. Er ducke sich, stelle die beiden leeren 

Briefbehälter weg und verlasse dann seinen Arbeitsplatz (pag. BA 12.3.20, Z. 18 ff.). 

 Video 4 (13:03:30 Uhr): Man sehe, wie Herr A. etwas umsortiere. Der Stapel werde auch 

grösser (pag. BA 12.3.20, Z. 24). 

nn) Videoaufzeichnungen vom 1. März 2016: 

 Video 1 (13:09:54 Uhr): Herr A. komme ins Bild und gehe nach hinten links, hole zwei Brief-

behälter, gehe zum Arbeitsplatz, stelle eine (Box) zur Seite und staple dann ein paar Sendun-

gen um. So, wie es aussehe, stelle er es dar, als würde er dort arbeiten. Dann gehe er weg 

zu seinem Arbeitsplatz (pag. BA 12.3.21, Z. 1 ff.). 

 Video 2 (13:11:06 Uhr): Das sei die Ansicht auf den Hauptkorridor. Herr A. komme von rechts 

ins Bild und gehe den Gang entlang zu seinem Arbeitsplatz, in der linken Hand die beiden 

Briefbehälter (pag. BA 12.3.21, Z. 4 f.). 

 Video 3 (13:11:15 Uhr): Herr A. gehe Richtung Arbeitsplatz, bleibe vermutlich kurz hinter dem 

Gestell stehen und gehe dann in die „Hocke". Er nehme irgendetwas herunter und stelle eine 

blaue Box hin (pag. BA 12.3.21, Z. 6 f.). 

oo) Videoaufzeichnungen vom 2. März 2016: 

Der Zeuge beschrieb die Videosequenz in der Einvernahme vom 30. November 2016 wie 

folgt: Man sehe, wie Herr A. zu seinem Arbeitsplatz zurückkomme und etwas in einer blauen 

Box hinein hantiere. Dann lege er andere blaue Boxen auf diese blaue Box. Später sehe man, 

wie er jeweils die Boxe anhebe, etwas herausnehme und sich bücke. Es müsse etwas beim 

Bein geschehen. Die Szene sei dort verdeckt, doch man sehe klar, dass er sich bücke und 

dann weggehe. Dann sehe man, wie er in Richtung Aufenthaltsraum gehe und beim Treppen-

haus verschwinde (pag. BA 12.3.7, Ziff. 24). 

Am 31. Mai 2017 beschrieb der Zeuge die Videosequenzen wie folgt: 

 Video 1 (13:06:09 Uhr): Herr A. sei nach hinten gegangen und komme mit zwei Briefbehältern 

zurück. Er habe diese zusammengestülpt und gehe damit zum „Wägeli". Er sei irgendetwas 

am Umsortieren und stelle den leeren Briefbehälter wieder oben drauf. Er gehe damit zurück 

zum Arbeitsplatz (pag. BA 12.3.21, Z. 10 ff.). 

 Video 2 (13:07:14 Uhr): Herr A. komme von rechts ins Bild und gehe wieder rechts zwischen 

den Maschinen hindurch (pag. BA 12.3.21, Z. 13 f.). 

- 28 - 

 Video 3 (13:07:27 Uhr): Man sehe, wie Herr A. aussen herum zu seinem Arbeitsplatz gehe 

(pag. BA 12.3.21, Z. 15). 

 Video 4 (13:08:10 Uhr): Herr A. stelle die zwei leeren Briefbehälter wieder aufs Band und gehe 

weg (pag. BA 12.3.21, Z. 16). 

 Video 5 (14:19:51/15:01:19 Uhr): Herr A. sei am Arbeitsplatz und gehe mit dem blauen Be-

hälter weg. Irgendetwas Weisses sei drin. Er greife hinein und nehme etwas heraus. Er nehme 

einen Briefbehälter. Er hebe eine der blauen Boxen an; darunter habe es etwas Weisses. Er 

greife hinein und nehme etwas heraus. Danach gehe er in die „Hocke" und mache etwas. Er 

ducke sich und habe etwas in der linken Hand. Zur nächsten Szene beschrieb der Zeuge, 

Herr A. stecke sich etwas in die Hosen oder Socken. Vom Format her könnten es IBRS-Sen-

dungen sein. Herr A. komme später hinter der Maschine hervor, ducke sich und gehe zurück. 

Dann habe er es nicht mehr in der Hand (pag. BA 12.3.21, Z. 17 ff.). 

pp) Videoaufzeichnungen vom 14. März 2016: 

 Auf dem ersten Video (13:06:07 Uhr) sehe man unten rechts den Arbeitsplatz jener Frau, 

welche die Sendungen gewogen habe. Links unten im Bild sehe man, wie Herr A. vorbeige-

laufen sei. Er habe zwei leere Briefbehälter geholt und gehe zum Wagen mit den IBRS-Sen-

dungen. Man sehe, wie er zwei Bündel in einen Behälter lege und einen leeren Behälter oben 

drauflege. Nun gehe er zu seinem Arbeitsplatz zurück (pag. BA 12.3.15, Z. 6 ff.).  

 Die Ansicht im vorherigen Video sei von rechts her gewesen. Im zweiten Video (13:07.19 Uhr) 

sehe man die Frontansicht. Der Arbeitsplatz der besagten Mitarbeiterin sei rechts unten, nicht 

sichtbar im Bild. Man sehe, wie Herr A. vom Arbeitsplatz dieser Mitarbeiterin auf direktem 

Weg zu seinem Arbeitsplatz gehe (pag. BA 12.3.15, Z. 12 ff.). 

 Die letzte Kameraaufnahme (13:07:31 Uhr) sei auf den Arbeitsbereich von Herrn A. gerichtet. 

Unterhalb des Bildes sehe man den Bereich, wo Herr A. zuvor durchgegangen sei. Links un-

ten sehe man, wie Herr A. zu seinem Arbeitsplatz komme. Er stelle die Kisten ab und laufe 

wieder weg (pag. BA 12.3.15, Z. 16 ff.).  

Der Zeuge ergänzte, die Videos seien für die Fahrbahnüberwachung gedacht. 

Die Post könne damit niemanden eines bestimmten Delikts überführen. Was man 

aber sagen könne sei, dass der Beschuldigte die IBRS-Sendungen vom Arbeits-

platz weggenommen habe, obwohl er dies nicht gedurft habe. Die Sendungen 

würden an jenem Arbeitsplatz endverarbeitet, in Säcke abgepackt, plombiert und 

verschickt. Die einzigen Personen, die diese Sendungen bearbeiten dürften, 

seien diejenigen, welche dort eingeteilt seien (pag. BA 12.3.22, Z. 13 ff.). 

e) Zur Aussage des Beschuldigten, er habe die Sendungen nach der Pause je-

weils wieder zurückgelegt, erklärte der Zeuge, dass er auf den Aufzeichnungen 

geschaut habe, was der Beschuldigte bis Dienstschluss gemacht habe. Er habe 

jedoch nirgends gesehen, dass er wieder zurückgegangen sei zur Endverarbei-

tung, welche an K.‘s Arbeitsplatz stattfinde (pag. BA 12.3.6, Ziff. 18; -7 f., Ziff. 25; 

-15, Z. 7 f.). In der Hauptverhandlung bestätigte dies der Zeuge (EV-Protokoll 

S. 3 [TPF pag. 4.930.15 ff.]), wobei er sagte, dass er die genauen Aufgaben und 

den Arbeitsablauf des Beschuldigten nicht kenne (EV-Protokoll S. 6). Er erklärte, 

es sei denkbar, dass der Beschuldigte die Briefe wieder an den Arbeitsplatz von 

- 29 - 

K. zurückgebracht hätte, doch habe diese ihm gesagt, sie habe die Briefe vor 

und nach der Mittagspause gewogen sowie vor dem Versacken, welches zwi-

schen 17.30 und 19.00 Uhr erfolge. Das Gewicht der IBRS-Sendungen mit Des-

tination Australien, welche K. nach der Mittagspause als reduziert festgestellt 

habe, habe sich bis zum Versacken nicht mehr verändert. Der Sack werde dann 

plombiert; nach dem Versacken könne man nichts mehr in den Sack hineinlegen. 

Diese Wägungen habe K. mindestens während zwei Wochen gemacht, bevor sie 

das Verschwinden von IBRS-Sendungen gemeldet habe (EV-Protokoll S. 3 und 

6). Die Wägungen vor und nach der Mittagspause habe sie auf seinen Vorschlag 

hin gemacht; das sei nicht eine Standardprozedur (EV-Protokoll S. 4). Der Zeuge 

ergänzte, dass man aufgrund der täglichen Zählung der IBRS-Sendungen das 

Verschwinden von Briefen nicht habe feststellen können, da die Zählung wegen 

der Fakturierung des Portos an den Empfänger erfolge; die Zahl sei der Saldo 

nach Wegnahme von Briefen. Das Zählen erfolge nicht am Mittag, sondern erst 

vor dem Versacken. Auch wegen täglicher Schwankungen der Anzahl eintreffen-

der Sendungen hätte man einzig gestützt auf diese Zählung kein Verschwinden 

von Briefen feststellen können (EV-Protokoll S. 5). Der Zeuge bestätigte, dass in 

IBRS-Sendungen praktisch immer Bargeld enthalten sei. Bei den Postmitarbei-

tern sei dies bekannt gewesen (EV-Protokoll S. 3). Das Personal sei schon vor 

dem Aufdecken dieser Sache darauf hingewiesen worden, dass solche Sendun-

gen verschwänden. Es komme jedoch auch vor, dass durch den Transport Sen-

dungen beschädigt würden. Es habe Boxen, in welche solche Sendungen zu 

werfen seien (EV-Protokoll S. 4 f.). 

2.2.3 Sachbeweise 

2.2.3.1 Dem Anklagevorwurf liegen die folgenden sachlichen Beweismittel zugrunde: 

a) 58 IBRS/CCRI-Sendungen mit dem Aufdruck „Reply Paid“ „Australia“ wurden 

im BZI aus einem grauen, am Arbeitsplatz des Beschuldigten (Niv. 2/G3) unter 

dessen Arbeitstisch abgestellten Briefbehälter sichergestellt (pag. BA 10.1.18). 

33 dieser IBRS-Sendungen beinhalteten Bargeld von insgesamt Fr. 1‘690.-- und 

EUR 30.--, umgerechnet mithin ca. Fr. 1‘726.-- (pag. BA 10.1.75 f., 10.1.82-84). 

b/aa) Laut Personalblatt (Stand: 8. März 2016) trat der Beschuldigte am 1. Feb-

ruar 2001 bei der Post CH AG ein. Ab dem 23. September 2007 war er im BZI 

Zürich-Mülligen tätig. Als Funktionsbezeichnung ist „Mitarbeiter/-in Sortierung 

BZ II“ angegeben (vgl. DVD_BZI_Aufnahmen_10-01-0021, Unterfaszikel „Dieb-

stahl BZI i.S. A.“, Unterfaszikel [Printscreen] „A.“). 

- 30 - 

bb) Aus den Einsatzplänen des Beschuldigten für den Zeitraum 1. Juli 2015 bis 

14. März 2016 ist ersichtlich, dass der Beschuldigte im Monat Juli 2015 in den 

Ferien war und ab 3. August 2015 bis 31. Dezember 2015 an 49 Tagen (pag. BA 

18.3.4 ff.) sowie vom 4. Januar 2016 bis und mit 16. März 2016 an 21 Tagen 

(pag. BA 10.1.10 ff.), mithin an gesamthaft 70 Tagen für die Arbeitsschicht am 

Vormittag (ab 10.00 Uhr, 11.00 Uhr oder selten ab 12.00 Uhr) eingeteilt war. 

cc) Der Beschuldigte wurde gemäss Auskunft der Post CH AG im Zeitraum vom 

3. August 2015 bis 14. März 2016 beim Verlassen der Arbeitsstätte bzw. in der 

Parking-Garage des BZI zweimal, am 15. und 29. September 2015, vom Sicher-

heitsdienst des BZI kontrolliert (jeweils Fahrzeugkontrolle ohne Vorkommnisse) 

(pag. TPF 4.292.12). Der Zeuge H. erklärte in der Hauptverhandlung, diese Da-

ten habe er vom Sicherheitsdienst des BZI erhalten. Auf die Frage, ob auch die 

Person kontrolliert worden sei, erklärte er, wenn eine Kontrolle stattfinde, dann 

erfolge effektiv nur eine Taschenkontrolle, aber keine Personenkontrolle oder Ef-

fektenkontrolle; das dürfe der Sicherheitsdienst nicht durchführen. Mit Taschen 

meine er Handtaschen, Rucksack, Jackentaschen, Hosentaschen. Der Mitarbei-

ter müsse diese selber leeren, der Kontrolleur dürfe nicht hineingreifen. Er nehme 

an, dass die Schuhe nicht kontrolliert würden (EV-Protokoll S. 4). Der Beschul-

digte sagte aus, er sei mehrmals kontrolliert worden, bestimmt zweimal pro Mo-

nat, genau wisse er es nicht mehr. Nur die Kleider (Hosentaschen) seien kontrol-

liert worden; Taschen habe er nicht dabei gehabt (EV-Protokoll S. 10). 

c) Gemäss dem von H. unterzeichneten Sachbericht der Post CH AG vom 

29. September 2017 läuft der Prozess im Zusammenhang mit der Verarbeitung 

von IBRS-Sendungen im BZI folgendermassen ab (pag. TPF 4.292.12 ff.): 

aa) Die IBRS-Sendungen treffen in grauen Briefbehältern via Förderband im Ex-

port-Bereich im BZI ein. Jeder Briefbehälter ist mit einem Code-Label und der 

Inhaltsangabe versehen. Auf dem hierzu dem Schreiben beigelegten Foto ist auf 

dem grauen Briefbehälter eine Etikette mit einem Strichcode sowie der Bezeich-

nung „Ausland“ sowie „ID Sendungen 157“ zu sehen. In den Briefbehältern be-

finden sich eingeschriebene Briefe, Post Express Sendungen sowie IBRS-Briefe. 

Die Sendungen bleiben danach im Briefbehälter. Die folgende Sortierung erfolgt 

durch speziell ausgebildetes Personal und beinhaltet u.a. die Trennung der drei 

Postprodukte (R, XP und IBRS). Der beschriebene Ablauf findet sowohl in der 

Tagschicht als auch in der Nachtschicht statt. IBRS-Sendungen werden in der 

Tagschicht nach Ländern sortiert und für den täglichen Versand vorbereitet, dies 

wiederum durch speziell ausgebildetes Personal. Das hierzu beigefügte Foto 

zeigt den Arbeitsplatz Sortierung (Niv. 2/L4; vgl. auch pag. BA 10.1.13). Die Sor-

tierung und das Versandprozedere erfolgen nur in diesem Bereich. 

- 31 - 

bb) Zur Tätigkeit des Beschuldigten wird ausgeführt, diese habe u.a. darin be-

standen, die ankommenden Briefbehälter vom Förderband zu entnehmen und 

dem ID-Bereich bzw. der Sortierstelle zu übergeben. Damit sei die für den Be-

schuldigten mit dieser Sendungsgattung verbundene Tätigkeit beendet gewesen.  

d) In den Akten befinden sich eine Daten-CD „Überwachungsaufnahmen (See-

Tec Player)“ (pag. BA 10.1.20 ff.) sowie eine Daten-CD Sequenzen der Überwa-

chungskamera (AVI) (pag. BA 10.1.0 ff.). Diese enthalten Videoaufzeichnungen 

von 16 Tagen: 18.-20. und 22. Januar 2016, 1.-3., 15.-19. und 29. Februar 2016 

sowie 1., 2. und 14. März 2016. Sie wurden bei der Einvernahme des Zeugen H. 

vom 31. Mai 2016 in Anwesenheit des Beschuldigten vorgespielt (pag. BA 

12.3.15-21; E. 2.2.2.4d). Davon wurden dem Beschuldigten vier Aufnahmen in 

der Hauptverhandlung vorgehalten (E. 2.2.2.1d/bb). Von den Aufzeichnungen 

des SeeTec Players befinden sich bezüglich 19. Januar 2016, 13:03:43-13:04:02 

Uhr, 17. Februar 2016, 13:09:36-13:30:37 Uhr, und 2. März 2016, 14:20:50-

15:01:44 Uhr, zusätzlich Bildausdrucke in den Akten (vgl. pag. BA 10.1.22-60).  

Das Gericht ist nach Sichtung der Videoaufnahmen von der Richtigkeit der in-

haltlichen Beschreibung durch den Zeugen H. überzeugt. Die dem Beschuldigten 

in der Hauptverhandlung vorgehaltenen Sequenzen (E. 2.2.2.1d/bb) sowie aus-

gewählte weitere Sequenzen können wie folgt beschrieben werden:  

aa) 18. Januar 2016, 13:02:44 Uhr: Der Beschuldigte geht zum Arbeitsplatz Sor-

tierung IBRS [Niv.2/L4], hebt einen Briefbehälter weg, nimmt aus dem darunter 

liegenden Couverts heraus und legt sie in eine leere graue Kiste. Darüber legt er 

eine zweite leere graue Kiste und läuft mit diesen zwei Kisten weg. 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, am Arbeitsplatz von K. diese Briefe genommen 

zu haben. Seine Erklärung, dass das Nehmen von Briefen an diesem Ort und 

Weiterbringen zu seinen Aufgaben gehört habe, wird durch den Sachbericht der 

Post CH AG und die Aussage von J. entkräftet und ist nicht glaubhaft.  

bb) 19. Januar 2016, 13:04:59 Uhr (sowie 2. Februar 2016, 13:07:18, ab 13:08:18 

Uhr): Der Beschuldigte leert an seinem Arbeitsplatz weisse Couverts aus dem 

grauen Briefbehälter in eine blaue Box und legt eine leere blaue Box darüber. 

Der Beschuldigte bestätigte auf Vorhalt der Videosequenz vom 19. Januar 2016, 

13:04:59 Uhr, dass er Sendungen aus der grauen Kiste in die blaue Box umge-

leert habe. Dies habe er getan, weil er nicht halbleere Boxen oder Boxen mit nur 

wenigen Briefen habe weiterleiten dürfen. Solche Boxen habe er jeweils mit Brie-

fen aus anderen Boxen aufgefüllt und dann die leere Box darüber gestellt.  

- 32 - 

cc) 2. März 2016, 14:19:51 Uhr: Der Beschuldigte hebt ab Minute 14:20:48 Uhr 

eine blaue Briefbox an, nimmt weisse Couverts heraus und bückt sich damit. Da-

bei hält er etwas Weisses in der linken Hand; aufgrund von Format und Farbe 

muss es sich um die zuvor aus der blauen Box entnommenen Couverts handeln. 

Dabei ist der Beschuldigte teilweise von einer Maschine („Umpacken AB 840“) 

verdeckt. Als er noch gebückt bzw. in der Hocke ist, ist das weisse Etwas in sei-

ner Hand ab Minute 14:21:04 Uhr nicht mehr zu sehen. Als er aufsteht, hat er 

nichts mehr in der Hand. Was er genau mit den Couverts macht, ist nicht sichtbar. 

Die Darstellung des Beschuldigten, dass er Etiketten oder Zettel aus dem Innern 

der Kiste habe entfernen und wegwerfen müssen und er sich aus diesem Grund 

mit dem Zettel zu einem Abfallkorb unter dem Arbeitstisch gebückt habe, ist nicht 

glaubhaft. Der Zeuge H. erklärte, er habe keine solchen Handlungen auf den 

Aufnahmen festgestellt. Es habe im Innern der Kisten keine Zettel; hingegen sei 

auf der Aussenseite ein (weisses) Label angebracht (EV-Protokoll S. 5). Letzte-

res ergibt sich auch aus dem Sachbericht der Post CH AG (pag. TPF 4.292.14). 

dd) 2. März 2016, 15:01:19 Uhr: Der Beschuldigte begibt sich hinter die liftartige 

Maschine („Umpacken AB 840“), so dass er etwas weniger als zur Hälfte von ihr 

verdeckt wird. In Minute 15:01:38 Uhr ist zu sehen, wie er den linken Schuh aus-

zieht, weisse Couverts hineinstülpt und den Schuh wieder anzieht. Obwohl er 

teilweise von der Maschine verdeckt ist, sind dennoch beide Füsse sowie das 

beschriebene Vorgehen sichtbar. Ein Verstecken der Couverts in den Schuhen 

ist angesichts des üblicherweise kleinen Formats der IBRS-Sendungen möglich: 

Die am 14. März 2016 am Arbeitsplatz des Beschuldigten sichergestellten 58 

Sendungen messen 14,4-19,9 cm (Länge) x 9 cm (Breite). Lediglich 2 Sendun-

gen sind etwas grösser, mit 22,0 bzw. 22,7 cm Länge bei 11 bzw. 11,2 cm Breite. 

Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorhalt. Er erklärte, er wisse nicht mehr, was 

er gemacht habe, als er sich gebückt habe. Die im Video nicht sichtbare Rück-

seite der Maschine, bei der es sich um eine Art Lift handle, sei voll mit Kisten. 

Vielleicht habe er Kisten reinigen müssen oder er habe Briefe dorthin gelegt oder 

er habe mit einer Kiste etwas zu tun gehabt. Wenn sie nichts zu tun gehabt hät-

ten, hätten sie diese Kassetten reinigen müssen. Diese Erklärung des Beschul-

digten ist indessen eine Mutmassung und nicht eine Darstellung aus Erinnerung. 

Sie widerspricht überdies dem eindeutigen Inhalt dieser Videoaufzeichnung. 

ee) 14. März 2016, 13:06:07 Uhr: Der Beschuldigte holt zwei leere graue Brief-

behälter und begibt sich damit zum Arbeitsplatz Sortierung (Niv. 2/L4). Hier hebt 

er von den sich dort befindlichen drei Kistenstapeln die zwei oberen des mittleren 

Stapels an und greift in die darunterliegende Kiste. Er nimmt weisse Couverts 

- 33 - 

heraus und legt sie in eine der mitgeführten grauen Briefbehälter. Nach dem üb-

lichen Vorgehen legt er den zweiten mitgeführten, leeren Briefbehälter darüber 

und läuft mit den beiden Behältern in der Hand in Richtung seines Arbeitsplatzes. 

ff) 14. März 2016, 13:07:31 Uhr: Die Kameraeinstellung zeigt den Arbeitsplatz 

des Beschuldigten (Niv. 2/G3). Ein Mitarbeiter mit einem Wagen mit Brief- und 

Paketpost erscheint. Während jener die Post ab dem Wagen auf die Gestelle 

umräumt, gelangt der Beschuldigte von der anderen Seite an seinen Arbeitsplatz. 

Er legt die grauen Briefbehälter unter seinen Arbeitstisch und läuft wieder weg. 

e) In einer Email informiert H. den zuständigen Zürcher Staatsanwalt über die 

Resultate der Gewichtsmessungen der IBRS-Sendungen mit Destination Aust-

ralien, welche die für die Sortierung zuständige Mitarbeiterin K. am 1. und 2. März 

2016 vorgenommen hatte. Demnach betrug das Gewicht der Australien-Kiste am 

2. März 2016 vor der 13-Uhr-Pause 3‘410 Gramm und nach der Pause 2‘890 

Gramm, mithin 520 Gramm weniger (pag. BA 7.3.1). 

f) Den Kontoauszügen der I. betreffend die auf den Beschuldigten (Nr. 3) bzw. 

auf ihn und seine Ehefrau lautenden (Nr. 1 und Nr. 2) Konti für den Zeitraum 

1. Januar 2015 bzw. 23. September 2015 bis 17. November 2016 sind folgende 

Kontobewegungen zu entnehmen (vgl. pag. BA 7.2.8 ff. und -58 ff., -20 ff. und -

61 ff. sowie -30 und -64): 

aa) Ausgänge: Abgesehen von kleineren Beträgen für Kontoführungsgebühren 

oder Rechnungen sind von Januar 2015 bis Juni 2015 ca. alle zwei Monate grös-

sere Bargeldbezüge ersichtlich, mit welchen jeweils praktisch das gesamte Gut-

haben abgehoben wurde, sowie zwei Bezüge im September 2015 und ein Bezug 

im März 2016: Fr. 14‘000.-- und Fr. 9‘000.-- (03.01.2015; pag. BA 7.2.8, -20), 

Fr. 11‘050.-- und Fr. 6‘220.-- (25.02.2015; pag. BA 7.2.9, -21), Fr. 9‘000.-- und 

Fr. 5‘000.-- (25.04.2015; pag. BA 7.2.10, -22), Fr. 10‘750.70 und Fr. 5‘977.60 

(26.06.2015; pag. BA 7.2.11, -23), Fr. 8‘000.-- (21.09.2015; pag. 7.2.12), 

Fr. 1‘000.-- (23.09.2015; pag. BA 7.2.24) sowie Fr. 3‘000.-- (22.03.2016; pag. 

BA 7.2.16). Diese Bezüge ergeben ein Total von rund Fr. 83‘000.--.  

Der Beschuldigte will hiervon Darlehen an Verwandte bzw. Kollegen gewährt ha-

ben (E. 2.2.2.1c): im Januar 2015 Fr. 20‘000.-- an Q., was mit den Ausgängen 

(Fr. 14‘000.-- und Fr. 9‘000.--) in jenem Monat gedeckt wäre, im November 2015 

Fr. 20‘000.-- an seine Schwester und Fr. 20‘000.-- an P., was mit den Bezügen 

von Fr. 39‘000.-- zwischen 17. September 2015 und 9. November 2015 ebenfalls 

praktisch gedeckt wäre. Das Darlehen von Fr. 30‘000.-- an O. sei am 1. Februar 

2014 gewährt worden (vgl. pag. BA 13.1.49, Z. 36 f., -54). Der Beschuldigte sagte 

- 34 - 

aus, er habe das Geld zum Teil bereits schon früher abgehoben und zu Hause 

aufbewahrt. Es ist zu Gunsten des Beschuldigten von diesem Sachverhalt aus-

zugehen, da Kontoauszüge erst ab 1. Januar 2015 vorliegen. 

bb) Eingänge: Abgesehen von den durchschnittlichen monatlichen Lohneingän-

gen des Beschuldigten von Fr. 5‘000.-- und dessen Ehefrau von Fr. 3‘000.-- bzw. 

ab August 2016 den monatlichen Zahlungen der Arbeitslosenkasse T. und ab 

Oktober 2016 der SUVA für den Beschuldigten sowie verschiedenen Rückzah-

lungen von Ämtern oder Banken (z.B. Rückzahlung Mietkaution am 12.01.2016 

von Fr. 7‘382.10 [pag. 7.2.15]; U. Pensionskasse am 17.02.2016 Fr. 487.80 [pag. 

BA 7.2.16], kleinere Beträge von der V. Krankenkasse [pag. BA 7.2.11, -18], der 

AHV [pag. BA 7.2.14, -18], der Billag [pag. BA 7.2.15]) erfolgten mehrere Barein-

zahlungen im fünfstelligen Bereich: Fr. 20‘000.-- (17.09.2015; pag. BA 7.2.12), 

Fr. 9‘000.-- (21.10.2015; pag. BA 7.2.30), Fr. 10‘000.-- (03.11.2015; pag. BA 

7.2.25), Fr. 20‘000.-- (01.11.2016; pag. 7.2.64) und Fr. 20‘000.-- (09.11.2016; 

pag. BA 7.2.62), ausmachend total Fr. 79‘000.--. Mit Valuta 30. Mai 2016 ging 

eine Gutschrift des Betreibungsamtes Zürich von Fr. 46.70 mit Vermerk „R.“ ein 

(pag. 7.2.17; E. 2.2.2.1c). 

Laut Aussage des Beschuldigten stammen diese Eingänge aus Darlehensrück-

zahlungen von Verwandten bzw. Kollegen: Fr. 30‘000.-- von O. an Silvester 

2015, Fr. 30‘000.-- von Verwandten ca. im Juli/August 2016, Fr. 10‘000.-- von N. 

am 1. November 2016 und weitere Fr. 10‘000.-- von seiner Schwester Anfang 

November 2016 (E. 2.2.2.1c). Dies ergibt ein Total von Fr. 80‘000.--, was sich 

praktisch mit dem vorstehend eruierten Betrag grösserer Eingänge deckt.  

g) Anlässlich der Hausdurchsuchung (vorne lit. F) wurden zwei Quittungen be-

treffend die Einzahlung von jeweils Fr. 20‘000.-- auf je eines der Konten des Be-

schuldigten bei der I. sichergestellt (pag. BA 8.1.65), die erste Einzahlung mit 

Datum vom 1. November 2016 (Empfängerkonto: Nr. 2), die zweite mit Datum 

vom 9. November 2016 (Empfängerkonto: Nr. 1).  

h) Laut Postbüchlein des Beschuldigten datiert die letzte Mietzinszahlung an die 

Liegenschaftsverwaltung im Betrag von Fr. 2‘565.-- vom 2. September 2015. 

Dies bestätigt seine Aussage betreffend Höhe der Miete und Aufgabe der eige-

nen Mietwohnung im Sommer 2015, um beim Sohn zu wohnen (E. 2.2.2.1c).  

2.2.3.2 Behauptete Darlehensgewährungen sowie Verkauf des Kebab-Standes 

a) Der Beschuldigte reichte Kopien von Personalausweisen von drei der von ihm 

bezeichneten Darlehensnehmer ein, versehen mit Handnotizen – auf Albanisch, 

- 35 - 

in der Schlusseinvernahme mündlich zu Handen des Protokolls übersetzt – zu 

Betrag, Datum des Erhalts und der jeweiligen Rückzahlung sowie einer Unter-

schrift: 

- Schweizer Aufenthaltsbewilligung Q., gültig bis 16.10.2016: „Am 12.02.2015 

habe ich Fr. 20‘000.-- von A. bekommen“ (pag. BA 13.1.49, Z. 31-33; 13.1.51); 

- mazedonischer Reisepass P., gültig bis 12.02.2022, sowie Schweizer Aufent-

haltstitel, gültig bis 28.08.2019: „Ich bestätige, Fr. 10‘000.-- werden zurückge-

geben am 30.04.2016, sig. P.“ sowie „20‘000 Total. Jeden Monat gebe ich Fr. 

2‘000.-- zurück“ (pag. BA 13.1.49, Z. 33-35; 13.1.52 f.); 

- Aufenthaltstitel O., gültig bis 22.04.2019: „Am 01.02.2014 habe ich von A. 

Fr. 30‘000.-- erhalten, bestätigt am 28.12.2014“ (pag. BA 13.1.49, Z. 36 f.; 

13.1.54 f.). 

b) Gemäss Auskunft des Kantonalen Steueramtes Zürich vom 14. Februar 2017 

sowie den durch das Gericht edierten Steuerunterlagen (pag. TPF 4.261.13 ff.) 

deklarierte der Beschuldigte – entgegen seiner Aussage im Vorverfahren (pag. 

BA 6.0.23, 13.1.30 f.; vgl. auch 13.1.43) – in den Jahren 2013-2015 in den Steu-

ererklärungen keine an Drittpersonen gewährte Darlehen. Dasselbe gilt für den 

Erlös aus dem behaupteten Verkauf seines Kebab-Standes (pag. BA 18.1.98). 

Auch in der Steuererklärung 2016 erklärte er dies nicht (pag. TPF 4.261.17, 23). 

2.2.4 Zusammenfassend ist aufgrund der Beweislage als erstellt anzusehen, dass der 

Beschuldigte in der Zeit vom 18. Januar 2016 bis 2. März 2016 an insgesamt 

15 Tagen IBRS-Sendungen aus einer Kiste am Arbeitsplatz Sortierstelle behän-

digte, sie in einen von ihm mitgebrachten Briefbehälter legte, einen leeren, von 

ihm ebenfalls mitgebrachten Behälter darüber legte und so die IBRS-Sendungen 

an seinen Arbeitsplatz verbrachte, wo er sie in einen blauen Behälter umleerte. 

Erstellt ist weiter, dass er im späteren Verlauf des Tages diese IBRS-Sendungen 

in seinen Schuhen, allenfalls auch anderweitig unter seiner Kleidung, versteckte. 

Nicht glaubhaft ist die Behauptung des Beschuldigten, er habe die Briefe am glei-

chen Tag wieder aufs Band gelegt bzw. sie in den Arbeitsablauf zurückgebracht. 

- 36 - 

2.3 Subsumtion 

2.3.1 Rechtliches 

2.3.1.1 Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um 

sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Die Tat-

handlung besteht in der Wegnahme der Sache, d.h. im Bruch fremden und in der 

Begründung neuen Gewahrsams an der Sache (STRATHENWERTH/WOHLERS, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Aufl., Bern 2013, Art. 139 

StGB N. 3 m.w.H.). Der Gewahrsamsbruch besteht dabei darin, dass dem Ge-

wahrsamsinhaber der Gewahrsam, also dessen Verfügungsmöglichkeit über die 

Sache, gegen oder zumindest ohne seinen Willen aufgehoben wird. Dies bei-

spielsweise durch Verstecken der Sache innerhalb der Herrschaftssphäre des 

Gewahrsamsträgers. Vollendet ist die Tat mit der Begründung des neuen Ge-

wahrsams. Entscheidend ist hierbei das Ergreifen der Sache auf eine Weise, 

welche die Herrschaftsmacht des Berechtigten aufhebt, dem Täter also die Mög-

lichkeit der Wegschaffung verschafft (sog. Ablation) und er dadurch die alleinige 

Einwirkungsmöglichkeit erhält (Apprehensionstheorie). Ergreifen mit der Mög-

lichkeit der Wegschaffung ist üblicherweise gegeben, wenn der Täter die Sache 

auf sich trägt, in oder unter seinen Kleidern, Taschen, in seinem Auto. Entspre-

chend ist auch zu entscheiden, wenn sich der Täter noch im Herrschaftsbereich 

eines anderen aufhält. Mit dem Verstecken der Sache am Körper oder in seinen 

Kleidern begründet der Täter seinen Gewahrsam daran. Dies auch dann, wenn 

z.B. das Geschäft Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat, wie etwa elektronische 

Sicherungsschranken (vgl. zum Ganzen: NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, 

3. Aufl., Basel 2013, Art. 139 StGB N. 51, 64 f., mit Hinweis auf BGE 98 IV 83 

S. 84, 92 IV 89 S. 91; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Straf-

recht, Besonderer Teil I, 7. Aufl., Bern 2010, §13 N. 88; STRATENWERTH/WOHL-

ERS, a.a.O., Art. 139 StGB N. 8). Beendet ist die Tat erst mit dem Eintritt der 

Bereicherung (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 139 StGB N. 78). In subjektiver Hinsicht 

ist Vorsatz erforderlich. Weiter muss der Täter Aneignungs- sowie Bereiche-

rungsabsicht haben (STRATHENWERTH/WOHLERS, a.a.O., Art. 139 StGB N. 7). 

2.3.1.2 Der Dieb wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 

90 Tagessätzen bestraft, wenn er gewerbsmässig stiehlt (Art. 139 Ziff. 2 StGB). 

Gewerbsmässigkeit ist bei berufsmässigem Handeln gegeben. Nach bundesge-

richtlicher Rechtsprechung handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den 

Mitteln, die der Täter für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit 

der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestreb-

ten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art 

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eines Berufs ausübt. Eine quasi „nebenberufliche“ deliktische Tätigkeit kann ge-

nügen. Wesentlich ist, dass sich der Täter, wie aus den gesamten Umständen 

geschlossen werden muss, darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlun-

gen Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finan-

zierung seiner Lebensgestaltung darstellen; dann ist die (für die Qualifizierung) 

erforderliche soziale Gefährlichkeit gegeben. Der Täter muss dabei die Tat be-

reits mehrfach begangen haben, in der Absicht gehandelt haben, ein Erwerbs-

einkommen zu erlangen, und aufgrund seiner Taten muss darauf geschlossen 

werden, er sei zu einer Vielzahl von unter den entsprechenden Straftatbestand 

fallenden Taten bereit gewesen (BGE 123 IV 113 E. 2c mit Hinweis auf BGE