# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4a7e8b5-df10-5429-a966-aae5a4c6536a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 11.12.2008 S 2007 197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2007-197_2008-12-11.pdf

## Full Text

S 07 197

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. Dezember 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Die am … geborene … (nachfolgend Versicherte oder Beschwerdeführerin 

genannt) meldete sich am 2. Oktober 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung an. Die Versicherte machte geltend, 

sie leide an Arm- und Rückenschmerzen, Rheuma, Arthrose und 

Schlafstörungen, dies seit dem 28. Dezember 2005. Die Versicherte arbeitete 

gemäss dem Fragebogen für den Arbeitgeber vom 12. Oktober 2006 seit dem 

15. Januar 1987 als Betriebsmitarbeiterin bei der … AG, 7000 Chur, seit 01. 

Januar 2002 während 4 Tagen in der Woche, 8.75 Stunden pro Tag. Dem IK-

Auszug vom 13. Oktober 2006 kann entnommen werden, dass die Versicherte 

von 2000 bis 2005 zwischen  Fr. 35'840.-- und Fr. 27'918.-- verdiente.

2. Gemäss Arztbericht von Dr. med. …, Hausarzt der Versicherten, vom 16. 

Oktober 2006 leidet die Versicherte an einer chronischen Cervicobrachialgie 

links mit Diskusprotrusion C5/6, einem Impingementsyndrom linke Schulter 

sowie an einem chronischen rezidivierenden lumbospondylogenen 

Schmerzsyndrom bei Ortheochondrose und Spondylarthrose L4/5, L5/S1. Dr. 

med. … schrieb die Versicherte vom 28. Dezember 2005 bis 20. Januar 2006 

zu 100%, vom 21. Januar bis 29. Januar 2006 zu 50%, vom 30. Januar 2006 

bis 18. Juni 2006 zu 100%, vom 19. Juni 2006 bis 20. August 2006 zu 50% 

und ab 21. August 2006 bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Der 

Gesundheitszustand sei stationär. Die Versicherte habe bei ihrer bisherigen 

Arbeitgeberin auch eine leichte Arbeit mit einem Arbeitspensum von 50% 

nicht mehr über längere Zeit ausführen können. Ihre bisherige Tätigkeit sei 

nicht mehr zumutbar, die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz könne 

nicht verbessert werden. Theoretisch könnte eine leichte Arbeit für 1-2 

Stunden pro Tag noch versucht werden, jedoch mit sehr ungewissem Erfolg. 

Die Versicherte habe auch den Arbeitsversuch bei ihrer ehemaligen 

Arbeitgeberin lediglich über kürzere Zeit ausführen können. In einer 

adaptierten Tätigkeit sei sie arbeitsfähig. Dr. med. …, welcher die Versicherte 

aus rheumatologischer Sicht zwischen dem 17. Februar 2006 und 22. August 

2006 mitbetreute, stellte in seinem Arztbericht vom 20. Dezember 2006 

dieselben Diagnosen, beurteilte aber den Gesundheitszustand als sich 

verschlechternd. Die bisherige Tätigkeit bei der … AG sei der Versicherten 

nicht mehr zumutbar und die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz 

könne nicht verbessert werden. Andere Tätigkeiten seien ihr ebenfalls nicht 

mehr zumutbar. Zwischen Februar 2006 und August 2006 vorgenommene 

Behandlungsversuche mit Physiotherapie, Osteopathie und 

Stosswellentherapie seien erfolglos geblieben.

Am 27. Dezember 2006 erstellte Dr. med. … im Auftrag der CSS 

Versicherung, Krankentaggeldversicherung der Versicherten, ein Gutachten 

zur Frage ihrer Arbeitsfähigkeit, welches der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden am 15. Januar 2007 zuging. Gemäss Dr. med. … sei die 

Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, handle es 

sich dabei doch um sehr leichte Arbeit, bei welcher sie sitzen und stehen 

könne, wann sie wolle. Im Auftrag der IV-Stelle untersuchte Dr. med. …, Klinik 

…, die Versicherte. In seinem Bericht vom 20. Februar 2007 stellte er die 

bekannten Diagnosen und hielt fest, dass aufgrund der diversen auch 

objektivierbaren Beschwerden eine bleibende Leistungseinschränkung 

resultiere. Die dafür ursächlichen degenerativen Veränderungen dürften im 

Verlauf der Zeit zunehmen. Körperlich sei die Versicherte insbesondere durch 

die im linken Schultergelenk vorhandenen Beschwerden aber auch aufgrund 

der Schmerzen in der HWS und LWS und im linken Kniegelenk deutlich 

beeinträchtigt, aus diesen Gründen seien nur noch leichtere Arbeiten ohne 

Anheben von Gewichten in wechselnd stehender, gehender und sitzender 

Tätigkeit möglich. Die Versicherte sei deshalb auch in ihrer Tätigkeit als 

Hilfskraft bei der … AG, wo sie nur leichtere Arbeiten in wechselnder Position 

ausführen müsse, eingeschränkt. Sie könne in dieser Tätigkeit jeweils 2 

Stunden am Morgen und jeweils 2 Stunden am Nachmittag arbeiten. Sie dürfe 

max. 2 kg heben. Es bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50% für 

eine leichtere Arbeit mit abwechselnd stehender, gehender und sitzender 

Position. Rehabilitationsmassnahmen seien nicht möglich, die 

Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz könne nicht verbessert werden. 

Die bisherige Tätigkeit in Form einer leichteren Arbeit mit wechselnd 

stehender und sitzender Position ohne das Heben und Tragen von Lasten sei 

gut, gar optimal an die Möglichkeiten der Versicherten adaptiert.

3. Im IV-Vorbescheid vom 11. Juni 2007 wies die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren der Versicherten aufgrund eines festgestellten IV-Grades 

von 15% ab. Den spezialärztlichen Unterlagen sei zu entnehmen, dass der 

Versicherten aus medizinischer Sicht die Ausübung einer adaptierten 

Tätigkeit auf den ganzen Tag verteilt zu 70% zumutbar sei. In 

Berücksichtigung, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden in einem 

90%-Pensum arbeiten würde, liege eine gesamthafte Leistungsfähigkeit von 

63% vor. Bei der Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 63% könne die 

Versicherte gemäss den Zahlen der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes 

für Statistik (LSE), Zone Ostschweiz, Anforderungsniveau 4, weiblich, 

Maximalabzug 25%, ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 

27'734.75 erzielen. Das massgebliche Valideneinkommen betrage Fr. 

31'856.--, entsprechend resultiere im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 

13%. Daneben resultiere im Haushalt eine Einschränkung von 30%, so dass 

bei einem Erwerbsanteil von 90% und einen Haushaltanteil von 10% ein IV-

Grad von 15% festgestellt wurde.

Mit Eingabe vom 11. Juli 2008 beantragte die Versicherte, nunmehr vertreten 

durch Rechtsanwalt …, die Aufhebung des IV-Vorbescheides sowie die 

Einholung eines umfassenden interdisziplinären Gutachtens über ihre 

Beschwerden und über die Auswirkungen auf ihre Erwerbsfähigkeit. Zur 

Begründung wurde ausgeführt, die Krankheit und die multiplen Beschwerden 

bei der Versicherten hätten ein Ausmass erreicht, welches ihr praktisch keine 

weitere berufliche Tätigkeit ermögliche. Mit Schreiben vom 28. März 2008 

führte Dr. med … aus, für die Versicherte seien jegliche Arbeiten über Kopf 

ungünstig und die bisherige Tätigkeit sei nicht ideal. Dr. med. … stellte sich in 

seinem Schreiben vom 05. April 2007 nochmals auf den Standpunkt, die 

Versicherte sei an ihrem jetzigen Arbeitsplatz bei der … AG nicht arbeitsfähig, 

was ein missglückter Arbeitsversuch belege.

4. Mit Verfügung vom 26. September 2007 wies die IV-Stelle das 

Leistungsgesuch der Versicherten ab. Dabei stellte die IV-Stelle im 

Wesentlichen auf das orthopädische Gutachten von Dr. med. … ab; es könne 

davon ausgegangen werden, dass die Versicherte in ihrer bisherigen wie auch 

in anderen adaptierten Tätigkeiten noch zu 50% arbeitsfähig sei. Das 

Gutachten von Dr. med. … sei durch die Arztberichte von Dr. med. … und von 

Dr. med. … nicht erschüttert worden, bestätigten doch beide Ärzte die im 

Gutachten festgestellten Diagnosen. Einzig bezüglich der bisherigen (nicht 

aber bezüglich einer adaptierten) Tätigkeit fänden sich Widersprüche, welche 

aber pauschal und unbegründet seien und wohl zur Hauptsache aus 

unterschiedlichen Ansichten bezüglich der körperlichen Anforderungen in der 

bisherigen Tätigkeit herrühren würden. Gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2004 

belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen 

Arbeitszeit von 40 Stunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten 

(Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei Frauen im Jahr 2004 auf Fr. 

3'893.--. Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 

Wochenstunden ergebe dies im Jahre 2006 unter Berücksichtigung einer 

Nominallohnentwicklung von 1% im Jahre 2005 und 1% im Jahre 2006 und 

einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit ein massgebliches Invalideneinkommen von 

Fr. 24'780.60. Das massgebliche Valideneinkommen betrage 

unbestrittenermassen Fr. 31'856.--, entsprechend resultiere im 

Erwerbsbereich eine Einschränkung von 22%. Auf eine Haushaltabklärung 

wurde verzichtet, da selbst bei einer Einschränkung im Haushalt von 100% 

insgesamt ein rentenausschliessender massgeblicher IV-Grad von 30% 

resultiere.

5. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 29. Oktober 2007 frist- und 

formgerecht Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung sowie die Einholung eines umfassenden interdisziplinären 

Gutachtens über ihre Beschwerden und über die Auswirkungen auf ihre 

Erwerbsfähigkeit. Zur Begründung wurde angeführt, die Versicherte sei 

körperlich und seelisch erschöpft, ihre Batterien seien völlig leer. Dr. med. … 

habe in seinem Bericht vom 28. März 2007 festgehalten, dass der 

Versicherten ihre bisherige Tätigkeit aufgrund der beschriebenen 

gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr zumutbar sei. Die lange 

Leidenszeit und die ausgewiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

zeigten deutlich genug, dass die Versicherte die ihr in der angefochtenen 

Verfügung zugemuteten Arbeiten nicht mehr wahrnehmen könne. Zur 

gleichen Beurteilung sei auch Dr. med. … gekommen. Bei der Berechnung 

des IV-Grades sei die Vorinstanz von den Lohnerhebungen ausgegangen und 

sei zur Auffassung gelangt, dass der Beschwerdeführerin unter 

Berücksichtigung eines Abzuges trotz den Beschwerden noch ein 

Jahresverdienst von Fr. 24'780.-- möglich sei. Diese Auffassung widerspreche 

zumindest jener von Dr. med. … und Dr. med. …, welche für die 

Beschwerdeführerin, wenn überhaupt, noch eine 50%-ige, angepasste 

Tätigkeit bei der … AG vorsähen. Damit käme die Beschwerdeführerin noch 

auf die Hälfte ihres bisherigen Lohnes von Fr. 31'856.--, was im Ergebnis 

zumindest eine halbe IV-Rente zur Folge hätte. Der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör umfasse zumindest auch ihr Recht, 

Beweisanträge zu stellen und damit auch die Einholung eines Gutachtens zu 

verlangen. Die Vorinstanz habe zu Unrecht davon Abstand genommen, weil 

sie zur Auffassung gelangt sei, dass der Sachverhalt keiner weiteren Klärung 

bedürfe und dass anhand der vorhandenen Akten entschieden werden könne. 

Ohne eine umfassende und genaue Abklärung der bei der 

Beschwerdeführerin noch vorhandenen Möglichkeiten und ihrer tatsächlichen 

gesundheitlichen Einschränkungen im Privaten und im Beruf, könne die 

Angelegenheit nicht entschieden werden.

Mit Schreiben vom 05. November 2007 verzichtete die IV-Stelle auf die 

Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegenstand der rechtlichen Auseinandersetzung bildet die Frage, ob der 

Beschwerdeführerin zu Recht eine Rente verweigert wurde. Massgebend ist 

dabei der Sachverhalt, der sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 

26. September 2007 verwirklicht hat.

2. a) Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin insbesondere auf das von ihr in 

Auftrag gegebene Gutachten von Dr. med. … vom 20. Februar 2007.

Das Prinzip einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 

(AHI 2001 S. 113 Erw. 3a). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt 

davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, 

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 352 Erw. 3a; AHI 2001 S. 113 

f. Erw. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 Erw. 5.1).

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die SUVA und durch UVG-

Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 

auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b bb). 

Hinsichtlich der im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten externer 

Spezialärzte durch die IV-Stellen gelten sinngemäss die im Bereich der 

Unfallversicherung massgebenden Grundsätze (Entscheid der EVG vom 9. 

August 2000 i.S. A, I 437/99, abrufbar unter www.bger.ch). 

Dr. med. … geht in seinem orthopädischen Gutachten Bericht vom 20. 

Februar 2007 davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der 

diversen auch objektivierbaren Beschwerden eine bleibende 

Leistungseinschränkung resultiere. Die dafür ursächlichen degenerativen 

Veränderungen dürften im Verlaufe der Zeit zunehmen. Auf der psychisch-

geistigen Ebene konnte er keine Beeinträchtigungen feststellen. Durch die 

insbesondere im linken Schultergelenk vorhandenen Beschwerden, aber 

auch die Schmerzen in der HWS und LWS und im linken Kniegelenk resultiere 

eine deutliche Beeinträchtigung, so dass nur noch leichtere Arbeiten ohne das 

Anheben von Gewichten in wechselnd stehender, gehender und sitzender 

Tätigkeit möglich sind. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Hilfskraft bei der … AG 

seien der Beschwerdeführerin zusammenhängende Arbeitszeiten von jeweils 

2 Stunden am Morgen und 2 Stunden am Nachmittag zumutbar, wobei kein 

Anheben oder Tragen von schweren Gewichten (max. 2 kg) möglich ist. Dr. 

… attestierte der Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund 

zusammenfassend eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50% für eine 

leichtere Arbeit mit abwechselnd stehender, gehender und sitzender Position. 

Beim orthopädischen Gutachten von Dr. med. … vom 20. Februar 2007 

handelt es sich um ein ausführliches, spezialärztliches Gutachten, welches für 

die strittigen Belange umfassend ist, aufgrund Kenntnis der Vorakten erstellt 

wurde und welchem gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung voller 

Beweiswert zukommt. Die IV-Stelle hat ihren Entscheid somit grundsätzlich 

zu Recht auf dieses Gutachten abgestützt.

b) Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 

Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 

erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der 

Beweiswürdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die 

fachliche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 

acht zu lassen (unveröffentlichter Entscheid des EVG vom 19. April 1990; I 

http://www.bger.ch

498/89). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 Erw. 3b cc, 122 V 160 

Erw. 1c). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, 

sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den 

schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen 

Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst 

bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 20. März 2006 i.S. 

S., I 655/05 Erw. 5.4 mit Hinweisen).

Die Beschwerdeführerin beantragt die Einholung eines umfassenden 

interdisziplinären Gutachtens über ihre Beschwerden und über die 

Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit. Zur Begründung lässt sie vorbringen, 

dass die Krankheit und die multiplen Beschwerden ein Ausmass erreicht 

hätten, welches ihr praktisch keine weitere berufliche Tätigkeit ermögliche. So 

sei davon auszugehen, dass sie für eine allfällige restliche Arbeitsfähigkeit 

sowohl in zeitlicher wie auch in verdienstmässiger Hinsicht grosse Einbussen 

in Kauf nehmen müsse. Aus den Berichten ihrer behandelnden Ärzte Dr. med. 

… vom 28. März 2007 und Dr. med. … vom 05. April 2007 gehe hervor, dass 

die angestammte Tätigkeit von der Beschwerdeführerin nicht mehr ausgeübt 

werden könne.

Diesbezüglich ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin 

festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung zu Gunsten der 

Beschwerdeführerin und entgegen dem Vorbescheid davon ausgegangen 

wurde, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf das orthopädische 

Gutachten von Dr. med. … in ihrer bisherigen wie auch in anderen adaptierten 

Tätigkeiten lediglich noch zu 50% arbeitsfähig ist. Die Einwände in der 

Beschwerde gegen das Gutachten von Dr. med. … vom 27. Dezember 2006 

zielen somit von vornherein ins Leere. Weiter ist festzustellen, dass sowohl 

Dr. med. … wie auch Dr. med. … die Diagnosen von Dr. med. … bestätigen 

und somit dessen Gutachten nicht erschüttern. Einzig bezüglich der 

bisherigen (nicht aber bezüglich einer adaptierten) Tätigkeit finden sich 

Widersprüche, welche aber pauschal und unbegründet sind und wohl zur 

Hauptsache aus unterschiedlichen Ansichten bezüglich der körperlichen 

Anforderungen in der bisherigen Tätigkeit herrühren. Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht auf weitere Beweisvorkehren 

verzichtet und es steht fest, dass die Beschwerdeführerin in einer 

behinderungsbedingten Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 

50% verfügt und deren zumutbare Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt auch 

ohne ergänzende Abklärungen bejaht werden darf. Der Antrag auf die 

Einholung eines umfassenden, interdisziplinären Gutachtens über die 

Beschwerden der Beschwerdeführerin und über die Auswirkungen auf ihre 

Arbeitsfähigkeit ist entsprechend abzuweisen.

3. Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 

70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid 

ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine 

Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).

Für die Bemessung der Invalidität bei einem erwerbstätigen Versicherten 

erklärt Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG für anwendbar. Gemäss letzterem 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Bei nichterwerbstätigen 

Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt 

tätigen Versicherten – wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, 

in welchem Mass sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28 Abs. 2bis IVG in Verbindung mit Art. 27 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; spezifische Methode). Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gilt unter anderem die 

übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). 

Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, wird die 

Invalidität für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. War sie daneben in 

einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach 

Art. 28 Abs. 2bis IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der 

Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen 

und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen 

zu bemessen (Art. 28 Abs.2ter IVG; gemischte Methode). Ist bei Versicherten, 

die nur zum Teil erwerbstätig sind, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der 

Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig 

erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den 

Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27bis IVV). Nach der 

Gerichts- und Verwaltungspraxis zur gemischten Methode ergibt sich 

einerseits der Anteil der Erwerbstätigkeit am gesamten Aufgabenbereich aus 

dem Vergleich der im betreffenden Beruf üblichen (Normal-) Arbeitszeit und 

der vom Versicherten ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleisteten 

Arbeitszeit und andererseits der Anteil der Hausarbeit aus deren Differenz 

(vgl. BGE 126 V 146; Rz. 3109 des vom Bundesamt für Sozialversicherung 

erlassenen, ab 1. Januar 2000 gültigen Kreisschreibens über die Invalidität 

und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH).

Ob ein Versicherter als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätiger oder als 

Nichterwerbstätiger einzustufen ist – was je zur Anwendung einer andern 

Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte 

Methode, Betätigungsvergleich) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was der 

Versicherte bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c). Bei im 

Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind nach der Rechtsprechung 

die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso 

wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das 

Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen 

Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der 

Verfügung bzw. des Einspracheentscheids entwickelt hätten, wobei für die 

hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) 

Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c; 

BGE 117 V 194 f. Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. Erw. 2b, AHI 

1996 S. 197 Erw. 1c, je mit Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin setzte das hypothetische Valideneinkommen 

gestützt auf die Abklärungen beim langjährigen Arbeitgeber der 

Beschwerdeführerin auf Fr. 31'856.-- fest, ausgehend von einem 90%-

Pensum. Die restlichen 10% entfallen auf den Aufgabenbereich als Hausfrau. 

Das hypothetische Valideneinkommen von Fr. 31'856.-- blieb unbestritten, 

ebenso die Gewichtung Erwerbs- und Haushaltbereich 90% - 10%. Das 

hypothetische Invalideneinkommen setzte die Beschwerdegegnerin auf Fr. 

24'780.--fest, ausgehend von einer 50%-igen Leistungsfähigkeit bei der 

Ausübung von leidensangepassten Tätigkeiten. Die Beschwerdegegnerin 

stützte sich dabei auf die Tabelle TA 1 der LSE 2004 ab, wonach sich der 

monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 

Stunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im 

privaten Sektor (Total, Durchschnitt aller Wirtschaftszweige) bei Frauen im 

Jahre 2004 auf Fr. 3'893.-- belief. Auf der Basis der üblichen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden (vgl. Die 

Volkswirtschaft, Tabelle B 0.2) ergibt dies im Jahre 2006 unter 

Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung von 1% im Jahre 2005 und 

1% im Jahre 2006 (vgl. die Volkswirtschaft, Tabelle B 10.2) und einer 50%-

igen Arbeitsfähigkeit ein Gehalt von Fr. 24'780.60 (Fr. 3'893.-- : 40 x 41.6 x 12 

x 1.01 x 1.01 x 0.5). Betreffend Leidensabzug ist im konkreten Fall aufgrund 

der vorhandenen Arztberichte davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin im Umfang ihrer Restarbeitsfähigkeit eine adaptierte 

Tätigkeit ausüben kann, ohne dass ein Arbeitgeber weitere nennenswerte 

gesundheitlich bedingte Einschränkungen des Leistungsvermögens zu 

gewärtigen hätte (vgl. VGU S 01 120 Erw. 3f), so dass kein Leidensabzug 

gerechtfertigt ist. Vor diesem Hintergrund konnte die Beschwerdegegnerin zu 

Recht auf eine Haushaltabklärung zwecks Ermittlung der Einschränkung im 

Aufgabenbereich als Hausfrau verzichten, da deren Ergebnis doch selbst bei 

einer Einschränkung im Haushalt von 100%, was vorliegend einem 

Teilinvaliditätsgrad von 10% entspräche, insgesamt ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30% ergäbe. Gesamthaft ergibt sich 

somit, dass bei der Beschwerdeführerin kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad vorliegt.

Die angefochtene Verfügung vom 26. September 2007 erweist sich somit als 

rechtmässig, und die dagegen erhobene Beschwerde ist vollumfänglich 

abzuweisen.

4. Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit dem 1. Juli 2006 

– in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden hierbei nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten 

von Fr. 700.-- zulasten der Beschwerdeführerin.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.