# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e150258a-052f-5104-b5cf-c5b49ffb5ee8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 11.10.2016 BK 2016 321
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2016-321_2016-10-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 16 321+322

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Oktober 2016

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
ter Studiger
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter 

B.________ AG
v.d. Fürsprecher C.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen unbefugter Datenbeschaffung, unbefugten 
Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem

Beschwerde gegen die Verfügungen der Regionalen Staatsan-
waltschaft Emmental-Oberaargau vom 19. Juli 2016 
(EO 2016 2267)

2

Erwägungen:

1.

1.1 Mit Verfügung vom 19. Juli 2016 wurde der Antrag der B.________ AG (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin) auf Sistierung des Strafverfahrens gegen A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) abgewiesen. Ebenso wurde der Antrag auf Erstre-
ckung der Beweismittelfrist abgewiesen. Mit einer weiteren Verfügung vom 19. Juli 
2016 wurde das Verfahren wegen unbefugter Datenbeschaffung und unbefugten 
Eindringens in eine Datenverarbeitungsanlage gegen den Beschuldigten einge-
stellt. Die beiden Verfügungen wurden der Beschwerdeführerin am 21. Juli 2016 
zugestellt.  

1.2 Dagegen reichte die Beschwerdeführerin Beschwerde ein. Sie beantragte die Auf-
hebung sowohl der verfahrensleitenden Verfügung betreffend Nicht-Sistierung und 
Nicht-Erstreckung der Beweismittelfrist als auch der Einstellungsverfügung. Die 
Staatsanwaltschaft sei weiter anzuweisen, die Strafuntersuchung bis zum Zeitpunkt 
der Akteneinsicht der Beschwerdeführerin in der durch die Staatsanwaltschaft des 
Kantons O.________ geführten Strafuntersuchung zu sistieren. Eventuell sei die 
Staatsanwaltschaft anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine Frist anzusetzen, um 
Beweisanträge zu stellen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

1.3 In ihrer Stellungnahme beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. In der Replik hielt die 
Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.  

2.

2.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schwei-
zerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] 
i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtenen Verfügungen unmit-
telbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwer-
deführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Be-
schwerde ist daher – unter Vorbehalt des Nachstehenden – einzutreten. 

2.2 Die Beschwerdeführerin hält zum Sistierungsantrag fest, der Staatsanwalt verken-
ne den Konnex zwischen dem Berner und dem O.________ Verfahren. Es bestehe 
der Verdacht, dass der Beschuldigte an die D.________ AG beziehungsweise an 
die Herren E.________ und F.________ unbefugt Daten und Konstruktionspläne 
weitergegeben habe. Die im Kanton O.________ eingereichte Strafanzeige be-
gründe den Verdacht auf straf- und wettbewerbsrechtliche Delikte, insbesondere 
durch Ausbeutung und Verwertung fremder Leistungen beziehungsweise Diebstahl 
von Fabrikations- und Geschäftsgeheimnissen. Damit sei die Sistierung zu Unrecht 
verweigert worden. Eine ungenügende Substantiierung des Gesuchs könne der 
Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden. Hätte sie am 5. Juli 2016 die be-
vorstehenden Untersuchungsmassnahmen im O.________ Verfahren offen gelegt, 

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so wären diese, angesichts der freundschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten 
mit den Herren E.________, F.________ und G.________ sowie der belegten Kon-
takte wohl nutzlos gewesen. 

Dagegen führt die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass gemäss Art. 314 Abs.1 
Bst. b StPO eine Untersuchung sistiert werden könne, wenn der Ausgang des 
Strafverfahrens von einem anderen Verfahren abhänge und es angebracht er-
scheine, dessen Ausgang abzuwarten. Bei der Prüfung, ob ein Verfahren zu sistie-
ren sei, stehe der Behörde ein weites Ermessen zu. Es bestehe kein Anspruch auf 
Sistierung. Der Entscheid, ob sistiert werde, obliege letztinstanzlich dem Staatsan-
walt. Es gebe kein Recht auf eine Sistierung, sodass die Weigerung zu sistieren 
keiner Beschwerde unterworfen sei (OMLIN, in: Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 8 und 47 zu Art. 314 StPO; LANDS-
HUT/BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 
2014, N. 12 und 25 zu Art. 314 StPO; sowie z.B. BGE 1B_67/2011 vom 13. April 
2011 E. 4 und BGE 1B_212/2009 vom 20. Januar 2010 E. 2). 

Es trifft zu, dass gegen die Verweigerung einer Sistierung grundsätzlich kein Be-
schwerderecht besteht. Dies ergibt sich aus der Formulierung in Art. 314 Abs. 1 
StPO: «Die Staatsanwaltschaft kann eine Untersuchung sistieren […].». Der letzt-
instanzliche Entscheid des Staatsanwalts ist mithin gesetzgeberisch vorgesehen. 
Daran vermögen die Ausführungen der Beschwerdeführerin in der Replik nichts zu 
ändern, scheint sie doch weiterhin davon auszugehen, dass eine Beschwerde an 
sich möglich wäre, und hier bloss falsch über die Frage der Sistierung entschieden 
wurde. Im Sinne einer Analogie kann überdies Art. 355 StPO herangezogen wer-
den: Auch dort bestehen Wahlmöglichkeiten der Staatsanwaltschaft, und auch ge-
gen diesen Entscheid ist keine Beschwerde möglich (SCHWARZENEGGER, in: Kom-
mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6a zu Art. 355 
StPO). Wird auf eine Sistierung verzichtet und das Verfahren anschliessend einge-
stellt, verbleibt immerhin die Möglichkeit – falls neue Beweismittel und Tatsache 
bekannt werden –, das Verfahren nach Art. 323 StPO wieder aufzunehmen. Zu-
sammengefasst ist auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht einzutreten.

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt zur Thematik der Fristerstreckung vor was folgt: Sie 
habe in ihrem Gesuch keine genaueren Angaben machen können, da eine enge 
Beziehung zwischen dem Beschuldigten und den Involvierten im O.________ Ver-
fahren bestehe. Im Kanton O.________ seien aufwändige Untersuchungsmass-
nahmen beantragt worden. Diese seien im Zeitpunkt der staatsanwaltschaftlich an-
gesetzten Frist noch nicht erhoben worden. Der Beschuldigte habe volle Aktenein-
sicht. Die Vereitelungsgefahr liege auf der Hand. Der Staatsanwalt verkenne, dass 
die der Beschwerdeführerin eingeräumte Frist bei Würdigung der für die im Kanton 
O.________ seit Juli 2016 inhaltlich definierten Untersuchungsmassnahmen 
benötigte Zeit nicht genügt habe. Es sei Unmögliches verlangt worden. In der Re-
plik ergänzt die Beschwerdeführerin, dass in der Weigerung, ihr die Frist zur Stel-
lung von Beweisanträgen zu erstrecken, eine Verletzung von Art. 107 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 318 Abs. 2 StPO liege. Wenn die Staatsanwaltschaft vorbringe, die Fristverlän-

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gerung sei mindestens in den Grundzügen zu begründen, sei auf das Spannungs-
verhältnis zwischen Mitwirkungspflicht und Sachverhaltsaufklärung von Amtes we-
gen zu verweisen. Allein der Hinweis auf die «Vereitelungsgefahr» indiziere polizei-
liche Abklärungs- und Beweissicherungsmassnahmen in O.________. Der Teilsatz 
«Sie werden dafür Verständnis aufbringen, dass ich zurzeit – gerade mit Rücksicht 
auf die Person von A.________ – keine genaueren Angaben machen möchte» zei-
ge in Ergänzung zum zweiten Satzteil «ich aber eine direkte Kontaktaufnahme zwi-
schen den zuständigen Staatsanwälten begrüsse», dass die Staatsanwaltschaft 
gehalten gewesen sei, der Frage nach der Beteiligung des Beschuldigten in der 
O.________ Strafuntersuchung nachzugehen. Im Gespräch unter den Staatsan-
wälten hätte die Berner Staatsanwaltschaft die Zusammenhänge der Untersuchun-
gen, die eingeleiteten Massnahmen sowie den Verfahrensstand in Erfahrung brin-
gen können. Wäre die Staatsanwaltschaft zum (nach Auffassung der Beschwerde-
führerin fehlerhaften) Schluss gekommen, das Verfahren sei nicht zu sistieren, hät-
te sie zumindest mit der Beschwerdeführerin Rücksprache nehmen können, oder 
ihr eine Frist zur Stellung von Beweismassnahmen ansetzen können. Indem sie 
darauf verzichtet habe, sei sie in Willkür verfallen. Wie vom Bundesgericht ent-
schieden, könne die Staatsanwaltschaft nicht wie ein Zivilrichter pauschal auf eine 
antizipierte Beweiswürdigung verweisen. Die Fristverlängerung auf Ende August 
2016 sei angesichts der Untersuchungshandlungen in O.________ nicht nur sach-
lich begründet, sondern auch in zeitlicher Hinsicht massvoll beantragt worden. Die 
Beschwerdeführerin habe das Beschleunigungsgebot geachtet und damit für die In-
teressenabwägung taugliche Grundlagen geschaffen.

3.2 In Bezug auf die Verfahrenseinstellung macht die Beschwerdeführerin insbesonde-
re in der Replik vertiefte und bedeutsame Ausführungen: Es werde eine erneute 
Einvernahme beantragt. Durch H.________ sei ihr Gelegenheit zu geben, zu den 
im Rahmen der polizeilichen Befragung gemachten Aussagen des Beschuldigten 
Stellung zu nehmen. Soweit die Staatsanwaltschaft ausführe, darauf könne mittels 
antizipierter Beweiswürdigung willkürfrei verzichtet werden, sei die Beschwerdefüh-
rerin nunmehr gehalten, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens darzulegen, was 
H.________ anlässlich einer Einvernahme aussagen werde und weshalb die An-
nahme gestützt werde, dass die Untersuchung im Zeitpunkt der Ankündigung der 
Verfahrenseinstellung nicht als abgeschlossen habe angesehen werden können. 
Es habe keine «Rundmail» mit Firmenpasswörtern gegeben. Der Beschuldigte 
könne sich im August 2015 – das heisse unmittelbar nach dem Systemabsturz in 
I.________ – nicht mit dem Code «P.________» Zugang zu den Mailkonten ver-
schafft haben, weil es diesen noch nicht geben habe. Wie und weshalb der Be-
schuldigte seine Arbeitgeberin ausspioniert habe, sei Gegenstand der Strafunter-
suchung, die im Zusammenhang mit den im Kanton O.________ zur Anzeige ge-
brachten UWG-Straftaten stehe. Die Privatklägerin habe zwei E-Mail Provider: 
Q.________ in Zürich/Basel, wo die R.________.com-Mails abgelegt seien, sowie 
S.________ in Irland, wo ab 2016 die T.________.com-Mails gespeichert seien. 
Gemäss H.________ würden sich keine der E-Mail Accounts auf dem firmeneige-
nen Server befinden. Deshalb erfolge jeder Zugriff «von Aussen». Beide Provider 
genügten höchsten Sicherheitsstandards. Die E-Mailkonten von T.________.com 
seien auf dem S.________-Server gespeichert. Die Passwörter dazu würden durch 

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S.________ generiert. Die E-Mailkonten seien durch die IT-Fima J.________ 
GmbH installiert, die Passwörter durch die J.________ GmbH selbst auf den PCs 
definiert und jedem Benutzer direkt mitgeteilt worden. Eine Code-Liste gebe es 
nicht. Es habe zu keinem Zeitpunkt einen Auftrag gegeben, eine solche zu erstel-
len. Die Verwendung von S.________ und die Installation durch die J.________ 
GmbH würden höchsten Ansprüchen genügen. Ein sorgloses Handeln könne nicht 
unterstellt werden. Standardpasswörter seien nur vorübergehend für die E-Mail-
Adressen R.________.com, bedingt durch den Umzug nach K.________, verwen-
det worden. Der Umzug sei im November 2015 erfolgt. Danach seien die Mitarbei-
ter-Accounts nach der beschriebenen Vorgehensweise durch die J.________ 
GmbH auf T.________.com umgestellt worden. In seiner Einvernahme vom 
24. März 2016 gebe der Beschuldigte an, sich ab circa August 2015 in Mitarbeiter-
Accounts eingeloggt und Daten auf seiner privaten Festplatte gespeichert zu ha-
ben. Ausser das Dokument «Seltsame Ereignisse» würden zahlreiche beim Be-
schuldigten gefundene Dokumente aus dem Monat April 2015 stammen. Im April 
2015 habe es den Zugangscode «P.________» noch nicht gegeben. Es sei für den 
Beschuldigten nicht möglich gewesen, Zugänge anderer Mitarbeiter auf 
R.________.com bereits im April 2015 mittels Standardpasswort einzusehen. Folg-
lich habe er sich zu jenem Zeitpunkt auf noch nicht geklärte Art und Weise Zugang 
verschafft. Anlässlich seiner Einvernahme am 17. Mai 2016 habe der Beschuldigte 
zu Protokoll gegen: «Weiter wurden die Lohnabrechnungen von April 15 und Juni 15 für 
17 resp. 14 Mitarbeiter festgestellt, zudem die AHV Lohnbescheinigungen der MA 
B.________ 2015 und die Mutationsmeldung der Löhne an das U.________ vom 
23.09.2015. Wie sind Sie zu diesen Dokumenten gelangt? Diese stammen wohl auch aus 
einer E-Mail heraus. Vermutlich alle in einer Mail von M.________ an die Geschäftsleitung. 
Genau kann ich es jedoch nicht mehr sagen.» Wären diese Buchhaltungsunterlagen 
tatsächlich als Anhang in E-Mails von M.________ an die Geschäftsleitung versen-
det worden, hätte damals kein Zugriff mittels Standardpasswörtern erfolgen kön-
nen. Die Aussage des Beschuldigten, wonach sich die sieben Dokumente «Bilan-
zen/Erfolgsrechnung/Budget» wohl auf dem ungesicherten Server befunden hätten, 
widerspreche der Darstellung H.________, wonach die beim Beschuldigten sicher-
gestellten Unterlagen – Lohnausweise, Arbeitsverträge und Zeugnisse – zu keiner 
Zeit auf dem firmeneigenen Server abgelegt, sondern in einem verschlossenen 
Schrank im Sekretariat der Beschwerdeführerin aufbewahrt worden seien. 

Dem beim Beschuldigten sichergestellten Dokument «Seltsame Ereignisse», wel-
ches am 14. Februar 2016 um 16:32 Uhr als Anhang zu einer E-Mail von 
H.________ versendet worden sei, komme entscheidende Bedeutung zu. Sowohl 
beim vorgängigen internen E-Mail von H.________ an Herrn L.________ als auch 
beim definitiven Versand an Rechtsanwalt C.________ (mit Kopie an Herrn 
L.________) habe H.________ immer die E-Mailkonten T.________.com verwen-
det. Die E-Mailkonten R.________.com seien nicht betroffen gewesen. Diese Tat-
sache wäre aufgrund der technischen Abklärungen ohne zusätzliche Untersuchung 
festzustellen gewesen. Die Ausführungen der Staatsanwaltschaft, welche den Zu-
griff des Beschuldigten auf das E-Mail vom 14. Februar 2016 durch die Herleitung 
der Standardpasswörter erklären würden, seien offensichtlich unrichtig. Der Be-
schuldigte habe Zugangsschranken überwinden müssen, um das Dokument bei 

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S.________, dem «T.________.com»-E-Mail Provider, zu erlangen. Da sich der 
Server für diese Domain in Irland befinde, liege ein Zugriff von Aussen vor. Betref-
fend die Frage, wie der Beschuldigte Zugriff auf diese Accounts habe erhalten kön-
nen, sei die Untersuchung unvollständig. 

Mit Ausnahme des Dokuments «Seltsame Ereignisse» würden die meisten beim 
Beschuldigten gefundenen Dokumente im Sekretariat aufbewahrt. Zugang zu die-
sem Schrank habe nur M.________ gehabt. Ein Teil der Dokumente sei eventuell 
gescannt worden. Auf jeden Fall seien die Unterlagen nicht als Anhänge versendet 
worden. So sei dargetan, dass sich der Beschuldigte nicht nur widerrechtlich in 
fremde E-Mailkonten eingeloggt, sondern sich auch physische Kopien verschafft 
habe. Es dränge sich eine Einvernahme der Buchhalterin M.________ auf, welche 
die Schlüsselgewalt über den Aktenschrank gehabt habe. Ausserdem werde mit 
einer Ausdehnung auf weitere Personen beziehungsweise andere Tatbestände wie 
Art. 141 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; SR 311) zu rechnen sein. Durch 
die voreilige Verfahrenseinstellung habe die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit 
entzogen, entsprechende Beweisanträge zu stellen. Des Weiteren sei darauf hin-
zuweisen, dass der Beschuldigte zugestehe, fremde Unterschriften zwecks Abän-
derung der Kündigung verwendet zu haben. Hier stehe ein Offizialdelikt im Raum, 
das in Verletzung des Grundsatzes in dubio pro duriore nicht weiterverfolgt worden 
sei. Hinsichtlich der Wettbewerbsdelikte sei schliesslich durchaus angegeben wor-
den, an wen Geschäftsgeheimnisse weitergegeben worden seien und weshalb es 
sich um Geheimnisse handeln würde. Durch die Verfahrenseinstellung seien die 
Verfahrensrechte unrechtmässig beschnitten worden. Der Beschwerdeführerin sei 
jede Möglichkeit genommen worden, den Beschuldigten mit den ersten Ergebnis-
sen der in O.________ geführten Untersuchung zu konfrontieren. 

4.

4.1 Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet mit Blick auf die Beweismittelfristerstre-
ckung Folgendes: Ein solches Gesuch sei wenigstens in den Grundzügen zu be-
gründen. Die Staatsanwaltschaft müsse die Möglichkeit haben, die Gründe abzu-
wägen, damit sie über die Fristerstreckung befinden könne. Vorliegend fehle jegli-
che Begründung. Die Beschwerdeführerin hätte ohne Weiteres innert der 14-
tägigen Frist Beweisanträge stellen können, zum Beispiel die Einvernahme von 
Auskunftspersonen. Auch in der Beschwerdeschrift würden keine klar formulierten 
Beweisanträge gestellt werden. Ein Beweisantrag setze gemäss Art. 107 StPO 
voraus, dass die Partei «Beweismittel (z.B. Zeugeneinvernahme) und substantiierte 
Behauptung der damit zu beweisenden Tatsache» nenne. Zudem sei die Abwei-
sung von Beweisanträgen zulässig, wenn der Staatsanwalt ohne Willkür annehmen 
könne, dass seine Überzeugung durch weitere Beweise nicht geändert würde.  

4.2 Auf dem Wissensstand vor der einlässlichen Replik der Beschwerdeführerin führt 
die Generalstaatsanwaltschaft zur Verfahrenseinstellung im Wesentlichen aus, 
dass es betreffend Art. 143 sowie Art. 143bis StGB an der besonderen Sicherung 
der Daten beziehungsweise des Datenverarbeitungssystems fehle. Zudem mangle 
es an der Bereicherungsabsicht. Diese sei weder ersichtlich noch nachweisbar. 
Hinsichtlich Art. 144bis StGB hätten die Auswertungen keine Hinweise ergeben, 

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dass der Beschuldigte etwas mit der Virusattacke zu tun gehabt habe. Auch seien 
keine Beweismassnahmen ersichtlich, welche daran etwas zu ändern vermöchten. 
In Bezug auf Art. 162 StGB und Art. 23 Bundesgesetz gegen den unlauteren Wett-
bewerb (UWG; SR 241) schliesslich sei nicht dargetan worden, dass es sich um 
Geheimnisse handle und um welche Geheimnisse es gehe. Aus der Bernischen 
Untersuchung würden sich keine Hinweise ergeben, wonach der Beschuldigte Fa-
brikations- oder Geschäftsgeheimnisse verraten oder die durch den Verrat erlang-
ten Kenntnisse zum eigenen Vorteil oder zum Vorteil eines anderen verwendet hät-
te. 

5. Zunächst ist auf die verweigerte Fristerstreckung für weitere Beweisanträge einzu-
gehen. Die Staatsanwaltschaft schreibt richtig, dass die Beschwerdeführerin die 
Fristerstreckung nur oberflächlich und mit wenigen Worten begründete. Indessen 
ist anzumerken, dass erstens einem (zumindest einmaligen) Fristerstreckungsge-
such in der Rechtspraxis grundsätzlich ohne vertiefte Begründung rasch stattgeben 
wird; dies zum Beispiel, wenn die Anwaltschaft mitteilt, sie habe eine hohe Ge-
schäftslast oder mit der Klientschaft noch nicht Rücksprache nehmen können. 
Zweitens ist es nicht so (wie die Generalstaatsanwaltschaft geltend macht), dass 
nun im Beschwerdeverfahren Beweisanträge hätten gestellt werden müssen – die 
Beweisanträge an sich sind nicht Prozessthema. Und drittens ist konkret keine 
überlange Frist beantragt worden; immerhin wurde die Untersuchung erst dieses 
Jahr eröffnet und sind verschiedene andere Verfahren hängig. Letztlich kann je-
doch die Frage, ob bereits aufgrund der verweigerten Fristerstreckung eine Gut-
heissung der Beschwerde angezeigt gewesen wäre, mit Blick auf den Ausgang des 
Verfahrens – in dessen Zentrum ohnehin die Einstellungsverfügung steht – offen-
gelassen werden.

6.

6.1 Bei der Frage, ob ein Strafverfahren mittels Einstellung nach Art. 319 StPO durch 
die Strafverfolgungsbehörde erledigt werden kann, gilt der Grundsatz in dubio pro 
duriore. Danach ist das Verfahren grundsätzlich fortzusetzen, wenn sich die Um-
stände, welche für beziehungsweise gegen eine Verurteilung sprechen, ungefähr 
die Waage halten. Als praktische Leitlinie kann gelten, dass Anklage erhoben wer-
den muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. 
Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung die 
Waage halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine 
Anklageerhebung auf. Der Strafverfolgungsbehörde, welche über die Einstellung 
entscheidet, kommt bei ihrem Entscheid ein erheblicher Ermessensspielraum zu. 
Sie hat dabei auch die auf dem Spiel stehenden Interessen zu berücksichtigen. Bei 
der Prüfung der Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf 
und muss die Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen. Eine richterliche Überprü-
fung der Einstellungsverfügung ist mit der Beschwerdemöglichkeit gewährleistet. 
Die Überprüfung durch die Beschwerdekammer erfolgt mit voller Kognition.

6.2 Die ausführlichen sachverhaltsbezogenen Darlegungen der Beschwerdeführerin in 
ihrer Replik sind von der Beschwerdekammer somit zu berücksichtigen (siehe vor-
ne E. 3.2). Aus diesen ergibt sich, dass die einzelnen, womöglich strafrechtsrele-

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vanten Gegebenheiten staatsanwaltschaftlich bisher nur ungenügend umfassend 
untersucht worden sind. Es wird deutlich, dass (teilweise vorher auch schlicht un-
bekannte) zentrale Elemente bis dato nicht berücksichtigt wurden, wie beispiels-
weise der Umstand, dass es vom zeitlichen Ablauf her kaum so gewesen sein 
kann, dass der Beschuldigte bloss kurzzeitig auf die E-Mail Accounts 
R.________.com) zugegriffen hat. Ebenfalls gehört dazu, dass der Beschuldigte – 
wie es jedenfalls momentan erscheint – in den Besitz von Dokumenten gelangt ist, 
welche nur in Papierform existierten oder zumindest nie auf den Geschäftsservern 
der Beschwerdeführerin gespeichert waren. Diese Faktoren sind näher zu untersu-
chen, insbesondere mittels eingehender Befragungen von H.________ einerseits 
sowie der Sekretariatsmitarbeiterin M.________ andererseits. Insgesamt besteht 
namentlich mit Blick auf Art. 143bis StGB, Art. 162 StGB sowie Art. 23 UWG derzeit 
ein gewisser Tatverdacht, welcher sich (im Zusammenspiel mit der Untersuchung 
im Kanton O.________) freilich verflüchtigen, sich jedoch auch weiter erhärten 
kann.  

Die Beschwerde ist somit begründet und die Strafuntersuchung im Sinne der Er-
wägungen weiterzuführen (Art. 397 Abs. 2 f. StPO). 

7. In Bezug auf die Kostenregelung bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin 
(zu) viele Informationen zunächst zurückbehielt, sodass sich die Staatsanwaltschaft 
noch kein verlässliches Bild vom Ausmass des womöglich strafbaren Sachverhalts 
bilden konnte. Ausserdem kann hinsichtlich der beantragten Sistierung auf die Be-
schwerde aus rechtlichen Gründen nicht eingetreten werden. Dennoch verbleibt 
der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft wohl zumindest die Fristerstreckung hät-
te gewähren sollen, oder im absoluten Minimum nicht mit gleichzeitigem Versand 
das Verfahren hätte einstellen dürfen. Daher sind die Verfahrenskosten für das Be-
schwerdeverfahren vom Kanton Bern zu tragen (Art. 428 Abs. 1StPO).  

Der obsiegenden Beschwerdeführerin ist ferner eine angemessene Entschädigung 
für ihre Anwaltskosten auszurichten (Art. 436 Abs. 1 StPO). Diese wird pauschal 
bestimmt auf CHF 2‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST). 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Auf die Beschwerde betreffend die verweigerte Sistierung wird nicht eingetreten.

2. Die Beschwerde betreffend die Verfahrenseinstellung wird gutgeheissen. Die Verfü-
gung der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 19. Juli 2016 
wird aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, die Untersuchung im Sin-
ne der Erwägungen weiterzuführen. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, trägt der Kanton 
Bern.

4. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 
CHF 2‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

5. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Fürsprecher C.________
- der Generalstaatsanwaltschaft 
- dem Beschuldigten

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt 

N.________ 
(mit den Akten)

Bern, 11. Oktober 2016 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.