# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3361011d-159e-5117-8593-f6ab5399786d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Abweisung; RAD-Untersuchungsbericht beweiskräftig; rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
**Docket/Reference:** IV.2013.01047
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.01047.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.01047
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Onyetube
Urteil
vom
25. Februar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X.___
arbeitete bis Januar 2011 stundenweise bei verschiedenen Firmen als Unterhaltsreinigerin. Am 2
9
. Juni 2012
(Eingangsdatum)
meldete sie sich unter Hinweis auf Arm-, Nacken- und Kreuzschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/1). In der Folge tätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, beruflich-erwerbliche (Urk. 9/7-9) sowie medizinische (Urk. 9/5) Abklärungen und liess die V
ersicherte durch med.
pract
. Y.___
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), orthopädisch untersuchen (
Untersuchungsb
ericht vom 8. November 2012, Urk. 9/11). Anschliessend zog die IV-Stelle einen aktuellen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom 20. Dezember 2012, Urk. 9/12) bei und beauftragte ihren internen Dienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 5. Juni 2013, Urk. 9/14). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 9/17, Urk. 9/19) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. August 2013 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invali
denversicherung (Urk. 2).
2.
Da
gegen erhob die Versicherte am 9. September 2013 Beschwerde mit dem sinn
gemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr
Leistungs
begehren
sei gutzuheissen, eventualiter s
e
i die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiterer Abklärung zurückzuweisen (Urk. 1/1). Mit Schreiben vom 4. Oktober 2013 stellte die Versicherte
ein
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1/2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwerdeführerin
am
7. Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10). Am 28. Januar 2014 reichte die Beschwerdeführerin das Formular zur Abklä
rung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 12) samt Beilagen (Urk. 13/1-7) ins Recht.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Entscheid
zusammengefasst
,
seit dem 1. November 2012 sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Ohne Gesundheitsschaden würde sie weiterhin ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft zu einem Pensum von 35 % nach
gehen. Die restlichen 35 % (richtig: 65 %) würden
auf
den Aufgabenbereich entfallen. Der Einkommensvergleich ergebe eine Einschränkung von 0 %. Im Haushaltsbereich resultiere ein Teilinvaliditätsgrad
von
6.83 %. Da der Gesamtinvaliditätsgrad 6.83 % betrage, bestehe kein Rentenanspruch (Urk. 2 S. 1 f.).
2.3
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, sie leide unter erheblichen gesundheitlichen Problemen. Die festgelegte Arbeitsfähigkeit von 35 % als Reinigungskraft erachte sie als unrealistisch. Ihre Kräfte seien nicht nur aufgrund von Papierunterlagen einschätzbar. Eventuell brauche man für ihren Fall ein ärztliches Gutachten (Urk. 1/1).
3.
3.1
3.1.1
Dr. med. Z.___
, Neurologie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 18. Juli 2006 (Urk. 9/5/4-5) einen Status nach HWS-Distorsion am 7. April 2005 mit per
sistierenden
zerviko-spondylogenen
Schmerzen und Symptomausweitung, ein Asthma bronchiale und
Pollinosis
sowie eine Adipositas
permagna
. Neben einer Persistenz der unmittelbar nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden sei im Verlauf eine Akkumulierung weiterer Störungen (Symptomausweitung) aufge
treten. Es fänden sich anamnestisch und klinisch keine Hinweise darauf, dass beim Unfall das Gehirn, das Rückenmark oder die zervikalen Nervenwurzeln Schaden genommen hätten.
3.1.2
Im Konsilium des Kantonsspitals
A.___
vom 21. Oktober 2010
(Urk. 9/5/6-7)
hielten die untersuchenden Ärzte zur Fragestellung eines
exacer
bierten
Asthma bronchiale, eine
s
Diabetes mellitus sowie einer
Sensibilitätsstö
rung
im linken Arm fest, der klinisch
-
neurologische Befund lasse nicht auf eine peripher-
nervale
oder
radikuläre
Ursache der Symptomatik schliessen. Vielmehr deute die Anamnese auf eine
somatoforme
Überlagerung DD (Differenzial
diagnose) Hyperventilation hin.
3.1.
3
Hausarzt Dr. med. B.___
, FMH Allgemeine Medizin,
hielt im Bericht vom 25. Juli 2012 (Urk. 9/5
/1-3
) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine PHS (
Periarthritis
humeroscapularis
) links seit einigen Jahren, chronische rezidivierende
Lumbalgien seit einigen Jahren sowie einen Status nach HWS-Distorsion 2005 fest (Urk. 9/5/1). Die Beschwerdeführerin erachte sich als vollumfänglich arbeitsunfähig für ihre bisherige Tätigkeit als Putzhilfe. Ihr könnten höchstens Arbeiten, die ihren gewohnten Hausarbeiten entsprächen, zugemutet werden (Urk. 9/5/2).
3.1.4
Im Untersuchungsbericht vom 8. November 2012 (Urk. 9/11)
erhob
med.
pract
.
Y.___
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Cerviko
brachialgie
ohne Hinweis auf Nervenwurzelreizungen, eine Lumbalgie ohne Hinweis auf
radikuläre
Ausfälle sowie einen Verdacht auf
Impingementsyndrom
linke Schulter mit Bewegungseinschränkung (Urk. 9/11/8). In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 8. November 201
2.
Durch Massnahmen der
Rekonditionierung
wäre eine Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht möglich. In angepasster Tätigkeit
mit körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmäs
sige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
wirbelsäulenbelas
tende
und schultergelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten i
n
Armvorhalte
n
)
und
ohne Vibrations- und Schlagbelastungen der oberen Extremitäten sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben seit dem 8. November 2012 (Urk. 9/11/9).
3.1.5
Die Abklärungsperson kam in ihrem Abklärungsbericht vom 5. Juni 2013 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich zu 10.50 % einge
schränkt sei (Urk. 9/14/8).
3.2
3.2.1
Der Untersuchungsbericht von med.
pract
.
Y.___
vom 8. November 2012 (Urk. 9/11) basiert auf orthopädische
n
/rheumatologischen sowie neurologischen (kursorisch) Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Med.
pract
.
Y.___
hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und ihrem Verhalten auseinander
gesetzt. Zudem hat sie die medizinischen Zusammenhänge u
nd die me
dizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet. Dem
Untersuchungsbericht
kommt somit grund
sätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. Erwägung 1.5).
3.2.2
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt,
vermag nicht zu
überzeug
en
.
Hinsichtlich der von ihr geklagten Schwindel-, Nacken- und
Rückenbeschwer
den
kam med.
pract
.
Y.___
nach ausführlicher Befundaufnahme und in Übereinstimmung mit Dr.
Z.___
sowie dem
A.___
zum Schluss, dass es sich
um ein ausgeprägtes
Beschwerdebild ohne greifbare organische Korrelate handle (Urk. 9/11/
8-
9). Dem Untersuchungsbericht sind bei der Befundaufnahme
denn
auch mehrfach Hinweise auf Inkonsistenzen und demonstr
atives Verhalten zu entnehmen: M
ed.
pract
.
Y.___
führte beispielsweise auf, das Auskleiden sei im Stehen, teilweise im Sitzen unter Schonung des linken Armes und unter Vermeidung von
Bückbewegungen
erfolgt. Die demonstrierte
Bewegungsein
schränkung
erweise sich im Verlauf der Exploration als inkonstant. Bei unauf
fälliger Spontanbeweglichkeit gestalte sich die Bewegungsprüfung der HWS mit deutlichem Gegenspannen der Beschwerdeführerin schwierig (Urk. 9/11/4
)
. Die Bewegungsprüfung der BWS und LWS gesta
l
te sich ebenfalls schwierig mit erheblichen Inkonsistenzen. Während die Beschwerdeführerin eine nahezu auf
gehobene Beweglichkeit der BWS und LWS demonstriere, sei zugl
e
ich im Rahmen der Spontanbeweglichkeit eine Beweglichkeit mindestens bis zur Hälfte der Norm zu beobachten. Der
Langsitz
werde spontan und ohne Schmerzangabe eingenommen. Spontan erreiche die Beschwerdeführerin bei gestreckten Beinen mühelos mit den Händen die Knöchel beider Füsse
. Die Zeichen nach Ott und Schober seien in der Untersuchungssituation nicht konsistent prüfbar.
Nacken
griff
und Schürzengriff seien rechts frei möglich, links werde die vollkommene Unmöglichkeit beider Griffvariationen demonstriert. Im Spontanverhalten bei An- und Ablegen des Kopftuches und beim Ordnen der Kleider erreiche die linke Hand jedoch die seitliche Halsregion sowie das Gesäss. Im
Langsitz
stüt
z
e sich die Beschwerdeführerin mit beiden Händen nach hinten ab. Im Lauf der Untersuchung greife sie mit der linken Hand in die Lendenregion, um die schmerzhafte Region zu zeigen. Die Bewegungsprüfung der linken Schulter sei bei Selbstlimitierung nicht konsistent möglich (Urk. 9/11/5). Bei der segmenta
len Untersuchung der groben Kraft falle keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen und unteren Extremitäten beidseits auf bei allerdings eingeschränkter Beurteilbarkeit aufgrund mangelnder Compliance. Fünf von fünf
Waddell
-Zeichen seien positiv (Urk. 9/11/8). Damit bestätigte med.
pract
.
Y.___
die bereits von Hausarzt Dr.
B.___
angetönte (vgl. E. 3.1.3) aus
geprägte subjektive Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin, welche invalidenversicherungsrechtlich irrelevant ist.
Dies gilt umso mehr, als
Dr.
B.___
berichtete, dass angesichts der ausgeprägten Adipositas und der offensichtlichen
Dekonditionierung
mit Schon-
und
Vermei
d
ungsverhalten aus medizinischer Sicht Belastungsbeschwerden durchaus nachvollziehbar seien. Durch Erhöhung der körperlichen Aktivität und
Rekonditionierung
wäre aus medizinischer Sicht jedoch eine Verbesser
ung wahrscheinlich zu erzielen (Urk. 9/11/9). Eine
Dekondition
i
er
u
ng
kann nämlich in der Regel
durch entspre
chendes Tra
i
ning behoben werden und ist daher bei der Beurteilung der Invali
dität, welche definitionsgemäss auf Dauer beruht (Art. 8 ATSG), grundsätzlich ausser Acht zu lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I
884/05 vom 15. März 2006 E. 2.2).
Was das geklagte Asthma angeht, ist darauf hinzuweisen, dass dieses aktenkundig bereits seit Kindheit besteht (vgl. Urk. 9/11/1), es
der Beschwerdeführerin
jedoch möglich war, in der Schweiz während 15 Jahren zu arbeiten, und sie zuvor in ihrem Herkunftsland Somalia im Geschäft ihres Ehemannes tätig sein konnte
(Urk. 9/11/3)
.
Entspre
chend
ordnete
Hausarzt Dr.
B.___
das Asthma bronchiale als ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ein
(Urk. 9/5/1). Auch die Untersuchung des
exacerbierten
Asthma bronchiale durch Ärzte de
s
A.___
ergab keine Indikation zu
weiteren Abklärung
en
durch einen Spezialisten. Die Beschwerdeführerin
vermochte daher nicht darzulegen, weshalb sie
lange Zeit trotz Asthma arbeits
fähig war
und
ihr eine Arbeitstätigkeit
jetzt
deswegen
nicht mehr
möglich sein sollte
.
3.3
Aufgrund der Feststellungen von
med.
pract
.
Y.___
kann somit
davon
ausge
gan
gen werden, dass es der Beschwerdeführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein gelten
den Grundsatzes der
Schaden
minderungs
pflicht
zuzumuten ist, zu 100 % einer ihren körperlichen Beschwer
den angepassten Tätigkeit nachzu
gehen. Weitere Beweiserhebungen erscheinen dah
er unnötig (antizipierte Beweis
würdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/ 2007 vom 6. Dezember 2006 E. 5.2.2, mit Hinweisen).
4.
Weder die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifizierung als Teil
erwerbstätige mit einem Anteil von 35 % Erwerbs- und einem Anteil von 65 % Haushalttätigkeit noch der durchgeführte Einkommensvergleich sind aufgru
nd der Aktenlage zu beanstanden
. Entsprechend ist ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 6.
83
% erstellt, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos und die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 47, 100 V 62, 98 V 117).
Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind bei der Beschwerdeführerin erfüllt (Urk. 12, Urk. 13/1-7), weshalb
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren ist.
5.2
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwer
deführerin
aufzuerlegen,
jedoch zufolge der Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Kommt die Beschwerdeführerin künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten verpflichtet wer
den (vgl. § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
Das Gericht beschliesst:
Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Prozessführung gewährt
,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel
angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstOnyetube