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**Case Identifier:** 86b116e1-ab26-5b41-b3bb-859e04b901e2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.10.2014 200 2014 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-104_2014-10-08.pdf

## Full Text

200 14 104 ALV
LOU/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 8. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Peter

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

beco Berner Wirtschaft
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2013 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 28. Februar 2012 beim RAV Spiez zur Arbeits-
vermittlung an (Dossier RAV-Region Oberland [act. IIC] 443 – 444). Am 
3. April 2012 stellte sie bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Bern für die 
Zeit ab dem 1. April 2012 einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung 
(Dossier Arbeitslosenkasse Thun [act. IID] 8 – 11). 

Mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 stellte das RAV Oberland die Versi-
cherte wegen verspäteten Nachweises der Arbeitsbemühungen für den 
Monat August 2012 mit Beginn ab dem 1. September 2012 für acht Tage in 
ihrer Anspruchsberechtigung ein (Dossier RAV-Region Oberland [act. IIB] 
173 – 175). Eine dagegen erhobene Einsprache vom 15. Oktober 2012 
(act. IIB 177) wies das beco, Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung (nach-
folgend beco bzw. Beschwerdegegner), mit Entscheid vom 3. Januar 2013 
(act. IIB 208 – 210) ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde vom 18. Ja-
nuar 2013 (act. IIB 221) wies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 
26. Februar 2013 ab (act. IIB 240 – 246). Dieses Urteil ist unangefochten 
geblieben.

B.

Am 12. August 2013 meldete Herr B.________ vom C.________ dem RAV 
Spiez (nachfolgend RAV), die Versicherte habe eine 60 – 80%-Stelle als … 
abgelehnt, weil … zu weit weg sei (act. IIB 285). Das RAV holte in der Fol-
ge bei der Versicherten eine diesbezügliche Stellungnahme ein 
(act. IIB 288 i.V.m. act. IIB 289 – 291). Nach telefonischer Nachfrage bei 
Herrn B.________ (vgl. act. IIB 293) verfügte das RAV gegenüber der Ver-
sicherten am 19. August 2013 wegen erstmaliger Ablehnung einer zumut-
baren Stelle 39 Einstelltage mit Beginn ab dem 13. August 2013 
(act. IIB 294 – 296).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 3

C.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 31. August 2013 Ein-
sprache (Dossier Rechtsdienst [act. II] 1 – 4). Das beco unterbreitete Herrn 
B.________ in der Folge schriftlich verschiedene Fragen zum Sachverhalt 
(act. II 6), welche Frau D.________ vom C.________ am 7. November 
2013 (beim beco eingegangen am 26. November 2013) in Vertretung von 
Herrn B.________ mit Antworten versah (act. II 8). Zur weiteren Klärung 
des Sachverhalts nahm das beco in der Folge mit Herrn B.________ tele-
fonisch Kontakt auf (vgl. Telefonnotiz vom 27. November 2013; act. II 9) 
und gab hiernach der Beschwerdeführerin Gelegenheit, zu den Aussagen 
von Herrn B.________ Stellung zu nehmen (act. II 11). Nach Eingang der 
entsprechenden Stellungnahme (act. II 13) wies das beco die Einsprache 
der Versicherten mit Entscheid vom 16. Dezember 2013 ab (act. II 14 – 
17).

D.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte am 30. Januar 
2014 (Datum der Postaufgabe) Beschwerde mit dem sinngemässen An-
trag, der Einspracheentscheid und die mit ihm bestätigten 39 Einstelltage 
seien aufzuheben. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2014 beantragt der Beschwerdegeg-
ner die Abweisung der Beschwerde.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
Anträgen fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 
31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners 
vom 16. Dezember 2013 (act. II 14 – 17). Streitig und zu prüfen ist, ob die 
Beschwerdeführerin zu Recht wegen erstmaliger Ablehnung einer zumut-
baren Stelle im Umfang von 39 Tagen in ihrer Anspruchsberechtigung ein-
gestellt worden ist. Bei streitigen 39 Einstelltagen liegt der Streitwert unter 
Fr. 20‘000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su-
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der 
Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu-
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die 
Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a S. 231).

2.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich-
tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 
Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV; bis 31. März 2011 Art. 45 Abs. 2 
lit. a - c AVIV). Ein schweres Verschulden liegt insbesondere vor, wenn die 
versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstel-
le ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit 
abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a und b AVIV). Wird die versicherte Person 
wiederholt in der Anspruchsberechtigung eingestellt, so wird die Einstel-
lungsdauer angemessen verlängert. Für die Verlängerung werden die Ein-
stellungen der letzten zwei Jahren berücksichtigt (Art. 45 Abs. 5 AVIV).

2.3 Der Tatbestand der Ablehnung einer zumutbaren Arbeit ist gemäss 
Rechtsprechung auch dann erfüllt, wenn die versicherte Person die Arbeit 
zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, 
dass die Stelle anderweitig besetzt wird. Die arbeitslose versicherte Person 
hat bei den Verhandlungen mit dem künftigen Arbeitgeber klar und eindeu-
tig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendi-
gung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E. 3b S. 38; 
ARV 2002 S. 58 E. 1).

2.4 Innerhalb des Rahmens von Art. 45 AVIV entscheidet die Kasse 
nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 6

Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung 
setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen 
können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender 
erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 230 E. 2.1).

3.

3.1 Am 12. August 2013 meldete Herr B.________ vom C.________ 
dem RAV, dass die Beschwerdeführerin eine 60 – 80%-Stelle als … abge-
lehnt habe, weil … zu weit weg sei (act. IIB 285).

3.2 Die Beschwerdeführerin nahm hierzu am 14. August 2013 Stellung. 
Am 9. August 2013 sei eine telefonische Kontaktaufnahme durch Herrn 
B.________ erfolgt. Sie hätten in der Folge als Termin für ein Vorstellungs-
gespräch den 13. August 2013, 9.00 Uhr abgemacht mit Treffpunkt in der 
Tiefgarage an der … in …. Herr B.________ habe sie gefragt, ob sie mobil 
sei respektive ein Auto besitze. Sie habe geantwortet, dass sie kein eige-
nes Auto habe, aber zum Teil dasjenige ihres Lebenspartners benützen 
könne. Sie müsse dies aber zuerst mit ihrem Lebenspartner absprechen, 
da dieser beruflich auf sein Auto angewiesen sei. Sie werde am späten 
Nachmittag zurückrufen. Darauf habe Herr B.________ geantwortet, wenn 
das so sei, müsse sie gar nicht erst erscheinen. Er habe noch zig andere 
Bewerber (act. IIB 291). Der Stellungnahme der Beschwerdeführerin beige-
legt war eine E-Mail-Absage des Treuhandbüros des C.________ vom 
14. August 2013. Die Arbeitsstelle im C.________ sei anderweitig verge-
ben worden. Sie bedauerten, ihr keinen besseren Bescheid geben zu kön-
nen (act. IIB 290).

3.3 Der Beschwerdegegner fragte in der Folge telefonisch bei Herrn 
B.________ nach. Gemäss Aktennotiz vom 19. August 2013 erklärte dieser 
daraufhin, die Beschwerdeführerin habe ihm gesagt, dass es mit dem öf-
fentlichen Verkehr von … ins C.________ in … nicht so gut gehe. Wegen 
dem Auto müsse sie erst mit ihrem Partner schauen (act. IIB 293). Gemäss 
Verfügung gab Herr B.________ anlässlich dieses Telefongesprächs weiter 
an, er habe in der Folge kein Interesse an einem weiteren Gespräch mehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 7

gehabt, da es noch weitere Bewerber für die Stelle gegeben habe (vgl. 
act. IIB 296).

3.4 In ihrer Einsprache vom 31. August 2013 macht die Beschwerdefüh-
rerin geltend, sie habe nie gesagt, dass ihr der Weg zu weit sei. Herr 
B.________ habe erklärt, sie solle gar nicht erst erscheinen, als sie ihm 
erwidert habe, dass sie mit ihrem Partner sprechen müsse, da es sein Auto 
sei und sie nicht einfach darüber verfügen könne. Auch habe nicht Herr 
B.________ den ÖV angesprochen, sondern sie. Als er sie gefragt habe, 
wie sie denn zur Arbeit kommen würde, falls sie kein Auto zur Verfügung 
habe, habe sie geantwortet, dass es ja immer noch die öffentlichen Ver-
kehrsmittel gebe. Er sei darauf gar nicht eingegangen, sondern habe ge-
fragt, was sie diesfalls im Winter mache. Der Vorschlag, sich in der Tiefga-
rage zu treffen, sei von Herrn B.________ gekommen (act. II 3 – 4).

3.5 Im Rahmen weiterer Abklärungen im Einspracheverfahren unter-
breitete der Beschwerdegegner Herrn B.________ schriftlich verschiedene 
Fragen zum Sachverhalt (act. II 6), welche Frau D.________ vom 
C.________ am 7. November 2013 in Vertretung von Herrn B.________ 
mit Antworten versah. Die Frage, ob Herr B.________ der Beschwerdefüh-
rerin am Telefon ein Vorstellungsgespräch vorgeschlagen habe, wurde von 
Frau D.________ verneint. Ebenso die Frage, ob für die Stelle ein Auto 
notwendig gewesen wäre. Bejaht wurde demgegenüber die Frage, ob es 
möglich gewesen wäre, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu 
erscheinen. Auf die Frage, aus welchem Grund die Bewerbung der Be-
schwerdeführerin nicht weiter verfolgt worden sei, gab Frau D.________ 
an, dass die Beschwerdeführerin schon am Telefon abgelehnt habe (vgl. 
act. II 6 i.V.m. act. II 8). 

3.6 Nach Eingang dieser Antworten nahm der Beschwerdegegner mit 
Herrn B.________ telefonisch Kontakt auf. Gemäss Telefonnotiz vom 
27. November 2013 gab dieser anlässlich dieses Telefongesprächs an, 
dass ihn die Beschwerdeführerin genervt habe. Sie sei „nicht ganz ge-
sund“. Auf die Frage, ob er die Tiefgarage als Ort für ein Vorstellungsge-
spräch vorgeschlagen habe, antwortete Herr B.________, nein, er habe 
der Beschwerdeführerin lediglich den Weg in die Tiefgarage erklärt, damit 
sie gratis parkieren könne. Er habe die Beschwerdeführerin angerufen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 8

gesagt, dass er eine Stelle anzubieten habe, ob die Beschwerdeführerin 
dazu in der Lage sei. Diese habe das bejaht. Daraufhin habe er gesagt, 
dass der Arbeitsort … sei. Die Beschwerdeführerin habe erwidert, sie müs-
se das noch mit ihrem Partner besprechen wegen dem Auto, sie rufe 
zurück. Als sie Herrn B.________ zurückgerufen habe, habe sie gemeint, 
ihr Mann sei nicht einverstanden, dass sie sich untereinander wegen des 
Autos organisieren müssten, es sei schliesslich sein Auto. Auf die Frage, 
weshalb sie denn nicht mit dem ÖV komme, habe sie erst gesagt, dass sie 
das nicht in Betracht gezogen habe, und dann, dass es sowieso zu kompli-
ziert sei (act. II 9).

3.7 In ihrer Stellungnahme vom 3. Dezember 2013 zu diesen Aussagen 
bekräftigte die Beschwerdeführerin, dass ihr Herr B.________ auf den 
13. August 2013, 9.00 Uhr, ein Verstellungsgespräch mit Treffpunkt in der 
Tiefgarage seines Betriebes vorgeschlagen habe. Er habe ihr sogar die 
Arbeitszeiten genannt. Er sei stutzig geworden, als sie gesagt habe, dass 
sie nur teilweise mobil sei, das Auto ihrem Lebenspartner gehöre und die-
ser es auch in seinem Beruf brauche. Sie habe ihn deshalb darauf auf-
merksam gemacht, dass es ja noch die öffentlichen Verkehrsmittel gebe, 
um zur Arbeit zu fahren. Je nach Verfügbarkeit des Autos ihres Lebens-
partners könne sie ja diese benützen. Sie habe mit keinem Wort gesagt, 
dass es zu kompliziert sei. Als sie gegenüber von Herrn B.________ er-
wähnt habe, dass sie sich mit ihrem Lebenspartner absprechen müsse 
wegen des Autos, habe dieser gemeint, dass sie gar nicht erst erscheinen 
müsse. Dies sei der Beweis, dass er ihr abgesagt habe und nicht sie ihm 
(act. II 13).

3.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens betont die Beschwerdefüh-
rerin wiederholt, dass sie die Stelle im C.________ in … nicht abgelehnt 
habe. Herr B.________ habe erklärt, dass sie gar nicht erst erscheinen 
solle. Es sei richtig, dass sie auf die Frage, ob sie mobil sei, gesagt habe, 
dass sie zuerst ihren Partner fragen müsse, ob sie sein Auto benützen dür-
fe. Es habe nie einen Rückruf gegeben. Auch habe sie nie gesagt, es sei 
zu kompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie sei bereit gewesen, 
diese Stelle anzutreten. Herr B.________ habe auf sie von Anfang an am 
Telefon einen unfreundlichen Eindruck gemacht. Nicht er habe sie auf die 

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öffentlichen Verkehrsmittel aufmerksam gemacht, sondern sie ihn. Er habe 
sie gefragt, was sie denn im Winter mache, wenn sie kein Auto habe. Sie 
habe geantwortet: „Die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.“ Sie solle 
doch gar nicht erscheinen, sei seine Antwort gewesen, als sie gesagt habe, 
dass sie zuerst Rücksprache nehmen möchte wegen des Autos (vgl. Replik 
vom 8. Mai 2014, in den Gerichtsakten).

4.

4.1 Die sich in den Akten befindlichen Angaben des C.________ sind 
teilweise widersprüchlich und unklar. Gemäss telefonischer Meldung vom 
12. August 2013 durch Herrn B.________ hat die Beschwerdeführerin die 
Stelle abgelehnt (act. IIB 285). Am 14. August 2013 schickte in Wider-
spruch zu dieser Meldung das C.________, vertreten durch Herrn 
E.________, der Beschwerdeführerin eine Absage. Die Stelle sei anderwei-
tig vergeben worden. Er bedaure, ihr keinen besseren Bescheid geben zu 
können (act. IIB 290). Gemäss den Angaben von Frau D.________ vom 
C.________ hat Herr B.________ der Beschwerdeführerin am Telefon kein 
Vorstellungsgespräch vorgeschlagen (act. II 6 i.V.m. act. II 8). Demge-
genüber gab Herr B.________ gemäss Telefonnotiz vom 27. November 
2013 auf die Frage, ob er die Tiefgarage als Ort für ein Vorstellungsge-
spräch vorgeschlagen habe, an, nein, er habe ihr lediglich den Weg in die 
Tiefgarage erklärt, damit die Beschwerdeführerin gratis parkieren könne 
(act. II 9). Gemäss Aktennotiz vom 19. August 2013 gab Herr B.________ 
auf telefonische Nachfrage des RAV an, die Beschwerdeführerin habe ihm 
gesagt, dass es mit dem öffentlichen Verkehr von … ins C.________ in … 
nicht so gut gehe. Wegen dem Auto müsse sie erst mit ihrem Partner 
schauen (act. IIB 293). Laut der Verfügung vom 19. August 2013 gab Herr 
B.________ weiter an, er habe in der Folge kein Interesse an einem weite-
ren Gespräch mehr gehabt, da er noch weitere Bewerber für die Stelle ge-
habt habe (vgl. act. IIB 296). Im Rahmen des Einspracheverfahrens gab er 
demgegenüber an, die Beschwerdeführerin habe beim ersten Gespräch 
eine Anreise mit dem öffentlichen Verkehr gar nicht in Betracht gezogen, 
sondern erst anlässlich eines (von der Beschwerdeführerin bestrittenen 
[vgl. Replik vom 8. Mai 2014; in den Gerichtsakten]) Rückrufs auf seinen 

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diesbezüglichen Vorschlag hin erklärt, dass sie dies nicht bedacht habe 
und dass ihr dies sowieso zu kompliziert sei (vgl. act. II 9). 

4.2 Unstrittig hat nach dem Dargelegten am 9. August 2013 ein Tele-
fongespräch zwischen Herrn B.________ und der Beschwerdeführerin 
stattgefunden. Sodann ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass Herr B.________ der Beschwerdeführerin 
anlässlich dieses Telefongesprächs ein Vorstellungsgespräch vorgeschla-
gen hat, zumal er ihr sonst wohl kaum den Weg in die Tiefgarage beschrie-
ben hätte (vgl. act. II 9). Weiter ist erstellt, dass in diesem Rahmen der 
Umstand zur Sprache kam, dass die Beschwerdeführerin kein eigenes Au-
to besitzt und in der Folge gesagt hat, sie müsse erst mit ihrem Lebens-
partner absprechen, ob sie dessen Auto benutzen könne (vgl. act. IIB 291, 
293; act. II 4, 9, 13). Die grundsätzliche Zumutbarkeit der Stelle wurde von 
der Beschwerdeführerin nie in Abrede gestellt.

5.

5.1 Dass die Beschwerdeführerin die Stelle bzw. das Vorstellungsge-
spräch im C.________ in … am 9. August 2013 abgelehnt hätte, kann ge-
stützt auf die E-Mail-Absage seitens des C.________ vom 14. August 2013 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden (act. IIB 290). Zwar ist dem Beschwerdegegner bei-
zupflichten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Telefongesprächs 
nicht alles Zumutbare unternommen hat, damit das Vorstellungsgespräch 
zustande kam. So hat sie ihre zunächst vorbehaltlose Zusage (vgl. act. II 9) 
mit ihrer Aussage, sie müsse erst mit ihrem Lebenspartner absprechen, ob 
sie dessen Auto benutzen könne, und sie werde am späten Nachmittag 
zurückrufen, relativiert. Aufgrund des unbestritten vorgeschlagenen Treff-
punkts in der Tiefgarage des C.________ ist davon auszugehen, dass Herr 
B.________ annahm, die Beschwerdeführerin verfüge jederzeit über ein 
Auto. Deren Hinweis auf die unklare Verfügbarkeit des Autos scheint Herrn 
B.________ provoziert zu haben. Entgegen der Meinung des Beschwerde-
gegners kann das Verhalten der Beschwerdeführerin aber nicht als Ableh-
nung einer zumutbaren Stelle im Sinne der Inkaufnahme einer anderweiti-

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gen Besetzung und damit als schweres Verschulden gewertet werden. Es 
liegt vielmehr nur, aber immerhin, ein qualitativ ungenügendes Bewer-
bungsverhalten vor. 

5.2 Es steht fest, dass es am besagten Telefonat zwischen Herrn 
B.________ und der Beschwerdeführerin zu Spannungen kam: Die Be-
schwerdeführerin bezeichnet Herrn B.________ in ihren Stellungnahmen 
als «forsch und unfreundlich» (act. IIB 291, act. II 4). Dieser wiederum hält 
die Beschwerdeführerin für «nicht ganz gesund [im Kopf]» (act. II 9). Offen-
kundig kam es nicht zuletzt auch aufgrund dieser angespannten Situation 
zu keinem Vorstellungsgespräch und damit auch zu keinem Vertragsab-
schluss. Unter diesen Umständen steht ausser Frage, dass die Beschwer-
deführerin zumindest eine Teilschuld an der eingetretenen Missstimmung 
und damit am Scheitern der Bewerbung trägt. Zusammen mit der Tatsache, 
dass sie das Bewerbungsgespräch letztlich zumindest implizit von einer 
Bedingung, nämlich von der Verfügbarkeit des Autos ihres Partners abhän-
gig gemacht hat, anstatt die Frage der Anreise nach der vorbehaltlosen 
Zusage zum Bewerbungsgespräch zu klären, trifft sie ein mittelschweres 
Verschulden. Sie ist somit im Rahmen von 16 bis 30 Tagen in der An-
spruchsberechtigung einzustellen (vgl. E. 2.2 hiervor). Unter Berücksichti-
gung, dass die Beschwerdeführerin in den letzten zwei Jahren bereits ein-
mal für acht Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist, was 
gemäss Art. 45 Abs. 5 AVIV bei der Einstellungsdauer im Sinne einer Ver-
längerung angemessen zu berücksichtigen ist, erscheint vorliegend eine 
Einstellungsdauer von 28 Tagen den gesamten Umständen angemessen. 
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der ange-
fochtene Einspracheentscheid dahingehend abzuändern, als die Dauer der 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 39 Tagen auf 28 Tage her-
abgesetzt wird. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Okt. 2014, ALV/14/104, Seite 12

6.2 Trotz ihres teilweisen Obsiegens hat die nicht vertretene Beschwer-
deführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da der Aufwand 
zur Wahrung ihrer Interessen vorliegend den Rahmen dessen nicht über-
schritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Besor-
gung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. 
BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid des beco Berner Wirtschaft vom 16. Dezember 2013 
dahingehend abgeändert, als die Dauer der Einstellung in der An-
spruchsberechtigung von 39 Tagen auf 28 Tage herabgesetzt wird. Im 
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.