# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4019c3b3-2f65-5f02-af6c-023833830d46
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 05.04.2022 S 2020 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-109_2022-04-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 109

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 5. April 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1987, wohnhaft in der Gemeinde C._____ (Fraktion 

D._____), war als Verwaltungsaushilfe in einem befristeten 

Arbeitsverhältnis beim Kanton Graubünden angestellt, als sie am 11. Juni 

2015 auf einer Steintreppe stürzte und sich dabei die linke Schulter brach. 

Die Erstversorgung erfolgte im Kantonsspital Graubünden (nachfolgend 

KSGR), wo eine undislozierte 3-Part-Fracture vom proximalen Humerus 

links diagnostiziert wurde und A._____ bis zum 12. Juni 2015 hospitalisiert 

blieb. Die Verletzung wurde zunächst konservativ behandelt. Die 

Unfallmeldung an die B._____ AG (nachfolgend B._____) erfolgte am 

15. Juni 2015, worauf diese die gesetzlichen Leistungen ausrichtete 

(Taggelder und Heilbehandlungskosten).

2. Mit Verfügung vom 24. August 2016 stellte die B._____ die 

Taggeldleistungen rückwirkend per 10. August 2016 ein. Die dagegen 

erfolgte Einsprache vom 19. September 2016 hiess die B._____ mit 

Einspracheentscheid vom 1. Februar 2017 teilweise gut und legte die 

Einstellung der Taggelder neu per 24. November 2016 fest. Am 14. 

Februar 2017 zog die B._____ den Einspracheentscheid vom 1. Februar 

2017 in Wiedererwägung und stellte, nach weiteren medizinischen 

Abklärungen, mit Verfügung vom 19. April 2018 die Taggeldleistungen 

rückwirkend per 24. November 2016 erneut ein. Für die Heilungskosten 

betreffend die linke Schulter wurde eine weitere Leistungspflicht bejaht. 

Dagegen erhob A._____ mit undatierter Eingabe (Posteingang am 25. Mai 

2018) vorsorglich Einsprache und reichte am 26. September 2018 eine 

begründete Einsprache nach. Mit Verfügung vom 11. August 2020 

erkannte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden 

(nachfolgend SVA Graubünden) A._____ ab 1. April 2018 einen Anspruch 

auf eine Viertelsrente, IV-Grad 40 %, zu. Mit Einspracheentscheid vom 14. 

August 2020 wies die B._____ die Einsprache vom 26. September 2018 

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betreffend Einstellung der Taggeldleistungen per 24. November 2016 ab, 

wobei sie den Anspruch auf Versicherungsleistungen im Zusammenhang 

mit den geltend gemachten Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und 

psychischen Beschwerden verneinte. Mit gleichentags ergangener 

Verfügung schloss die B._____ zudem den Fall rückwirkend per 

31. Januar 2018 ab, wodurch der Anspruch auf die Übernahme allenfalls 

noch laufender Heilbehandlungen dahinfiel; auf die Rückforderung der 

über den Fallabschluss hinaus erbrachten Leistungen wurde verzichtet. 

Die B._____ verneinte zudem den Anspruch auf eine Invalidenrente der 

Unfallversicherung und eine Integritätsentschädigung.

3. Gegen den Einspracheentscheid der B._____ vom 14. August 2020 

betreffend Einstellung der Taggelder erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) mit undatierter und nicht unterzeichneter Eingabe 

(Poststempel 21. September 2020, Eingang 23. September 2020) resp. 

mit innert eingeräumter Frist verbesserter Eingabe (Poststempel 

14. Oktober 2020, Eingang 15. Oktober 2020) beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden Beschwerde und beantragte sinngemäss neben 

der Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids, die B._____ sei 

zur Übernahme aller gesetzlichen Leistungen zu verpflichten und ihr sei 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die Beschwerdeführerin 

machte im Wesentlichen geltend, es seien zwei fast zeitgleiche Gutachten 

der Unfallversicherung B._____ und der Invalidenversicherung SVA 

Graubünden erstellt worden. Während die Unfallversicherung B._____ 

ihre Leistungen eingestellt habe, ohne eine Invalidenrente nach UVG, eine 

Integritätsentschädigung oder weitere Heilbehandlungskosten 

auszurichten, habe ihr die Invalidenversicherung SVA Graubünden 

aufgrund der Folgeschäden des Unfalls ab dem 1. April 2018 eine 

Viertelsrente bei einem IV-Grad von 40 % zugesprochen. Es sei für die 

Beschwerdeführerin nicht begreiflich, wie die B._____ zu ihrem Ergebnis 

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habe kommen können und den Unfall per 31. Januar 2018 rückwirkend 

abschliessen wollte. Die Behandlungskosten seien per 14. August 2020 

eingestellt worden, obschon gemäss Gutachten der Schulthess Klinik in 

Zürich die Behandlung mit Cortison 

oder ähnlichem sinnvoll für die Behandlung der noch immer bestehenden 

Frozen Shoulder wäre. Zudem würden auch regelmässige Massagen 

gegen die Verkrampfungen Wirkung zeugen und eventuelle Therapien 

sowie Schwimmen. Auch die aufgrund des Unfalls getätigten Sitzungen 

bei der Psychiaterin würden von der B._____ nicht übernommen. Ohne 

Unfall wäre sie noch immer zu 100 % arbeitsfähig. Da sie aber 

linksdominant sei und ihren linken Arm nicht mehr in dem Umfang, wie sie 

es möchte und gewohnt sei, nutzen könne, sei es nicht nur körperlich, 

sondern auch psychisch eine starke Belastung und Überforderung. Zudem 

benötige sie für alle Arbeiten bedeutend mehr Zeit. Im Weiteren leide sie 

seither deutlich an Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, z.T. sogar 

unter Wortfindungs- bzw. Sprachstörungen bis hin zu kleineren Blackouts, 

was sich alles zusammen gleichzeitig auch auf ihr Selbstbewusstsein und 

ihre geistige sowie körperliche Gesundheit niederschlage. An 

feinmotorische Arbeiten sei gar nicht zu denken; es frustriere sie 

zunehmend, diese eigentlich klein scheinenden Hürden nicht mehr selbst 

einfach so bewältigen zu können. Zusätzlich bedrücke sie, dass ihr der 

Ausgleich, den sie im Zeichnen (z.B. Portraits) finde, seit dem Unfall nicht 

mehr in dem Ausmass und Detail gelinge, weil sie die linke Hand nicht so 

kontrollieren und fühlen könne, wie sie es gewohnt sei, auch aufgrund 

eines permanenten Kribbelns im Arm oder Einschlafen des Arms. Sie 

bekomme Krämpfe beim Schreiben von Texten, habe permanente Kopf- 

und Rückenschmerzen und leide zum Teil an Übelkeit und Schwindel. 

Zudem habe sie Schwierigkeiten bei der Koordination von Armen und 

Beinen (z.B. bei Jumping Jacks, Schwimmen) und stosse sich oft an 

Türrahmen und Ecken. An ein Durchschlafen sei nicht zu denken aufgrund 

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der Schmerzen oder ständigen Gedanken betreffend des Ganzen hin und 

her durch den Unfall und die Folgen. Seit sie mit der rechten Hand Arbeiten 

erledige, die sie zuvor mit links erledigt habe, leide sie unter ständig 

wechselnden beidseitigen Sehnenscheidenentzündungen und 

gelegentlich auch unter Augenzucken. Viele dieser Symptome seien 

sicher die Folge des unter Zwang erforderlichen Umlernens von links auf 

rechts und des anfänglichen Ruhigstellens des linken Armes, jedoch 

ebenfalls Folgeschäden des Unfalls. Angesichts dieser Folgeschäden sei 

es nicht tragbar, sie als 100 % arbeitsfähig zu bezeichnen. Sie sei mit der 

Interpretation des Gutachtens der B._____ nicht einverstanden und 

wünsche eine erneute Prüfung.

4. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2020 beantragte die B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der 

undatierten Beschwerde der Versicherten. Zur Begründung verwies sie 

explizit auf den angefochtenen Einspracheentscheid und führte im 

Wesentlichen ergänzend an, dass ihr mit Schadenmeldung UVG vom 

15. Juni 2015 gemeldet worden sei, dass die Beschwerdeführerin am 

11. Juni 2015 auf einer Steintreppe gestürzt sei und sich dabei die linke 

Schulter gebrochen habe. Die Erstversorgung sei im Kantonsspital erfolgt, 

wo die Beschwerdeführerin vom 11. bis zum 12. Juni 2015 hospitalisiert 

gewesen sei. Es sei eine undislozierte 3-Part-Fracture vom proximalen 

Humerus links diagnostiziert worden, die zunächst konservativ behandelt 

worden sei. Die Beschwerdegegnerin habe die Übernahme der 

gesetzlichen Leistungen am 18. Juni 2015 zugesichert. Gemäss 

Arztbericht des KSGR vom 20. Juli 2015 sei zusätzlich noch eine 

Ellbogenkontusion medial mit Neuropraxie des Nervus ulnaris 

diagnostiziert worden. Der Heilverlauf der Schulter sei am 26. August 2015 

als planmässig beurteilt worden, wobei sich eine erhebliche Schultersteife 

("Frozen Shoulder") sowie eine Begleit-epicondylitis zur 

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Ellbogenkontusion ("Golferellbogen") gezeigt habe. Vom 4. bis 9. Januar 

2016 habe sich die Beschwerdeführerin stationär im KSGR zur operativen 

Behandlung der Unfallfolgen aufgehalten, wobei eine geschlossene 

Mobilisation in Narkose sowie eine Schulterarthroskopie links mit 

Intervallöffnung und Débridement durchgeführt worden seien. Gemäss 

Arztberichten vom 18. Februar sowie 31. März 2016 habe sich der 

postoperative Heilverlauf sehr erfreulich gestaltet. Da sich betreffend 

Schädigung des Nervus axillaris keine massgebliche Besserung 

eingestellt habe, sei eine neurologische Verlaufsuntersuchung erfolgt; 

gemäss Verlaufsbericht der Neurologie vom 20. Mai 2016 sei ausser einer 

leichten Atrophie im Bereich des Thenars keine Schädigung in der 

Bildgebung erkennbar gewesen. Dem Bericht sei weiter zu entnehmen, 

dass die Beschwerdeführerin ihre motorischen Fähigkeiten teils 

unterschätze und prognostisch nicht von einer dauerhaften 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Gemäss Arztbericht des KSGR vom 

29. Juni 2016 verlaufe der Heilungsverlauf der Schulter erfreulich, die 

Beschwerdeführerin habe ihren Bewegungsumfang wieder gut herstellen 

können und empfinde keine Schmerzen mehr. Der beratende Arzt Dr. 

med. E._____ habe am 10. August 2016 aufgrund des ihm vorgelegten 

vollständigen Dossiers mit allen verfügbaren Akten festgehalten, dass der 

Beschwerdeführerin administrative Tätigkeiten sowie Verkaufstätigkeiten 

und leichte Montagearbeiten oder Überwachung von Produktionsabläufen 

auf Tischhöhe zu diesem Zeitpunkt mit ganztägiger Anwesenheit am 

Arbeitsplatz zumutbar gewesen wären.

Gestützt darauf habe die Beschwerdegegnerin mit (erster) Verfügung vom 

24. August 2016 die Taggelder per 10. August 2016 eingestellt und die 

Heilungskosten weiterhin übernommen. Aufgrund der am 19. September 

2016 erhobenen Einsprache der Beschwerdeführerin habe die 

Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen vorgenommen und das 

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ergänzte Dossier am 16. Januar 2017 erneut dem beratenden Arzt Dr. 

med. E._____ vorgelegt, welcher sein Zumutbarkeitsprofil vom 10. August 

2016 bestätigt habe. Gestützt darauf habe die Beschwerdegegnerin den 

Einspracheentscheid vom 1. Februar 2017 mit teilweiser Gutheissung 

erlassen, mit dem eine dreimonatige Übergangsfrist gewährt worden und 

dementsprechend die Einstellung der Taggelder per 24. November 2016 

erfolgt sei. Da die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich telefonisch 

geltend gemacht habe, die Rückenbeschwerden und die psychische 

Beeinträchtigung seien ungenügend abgeklärt worden, sei am 14. Februar 

2017 die wiedererwägungsweise Aufhebung dieses 

Einspracheentscheids erfolgt. In der Folge habe die Beschwerdegegnerin 

weitere Abklärungen gemacht und sämtliche medizinischen Akten 

eingeholt. Eingeholt worden sei auch eine Zweitmeinung bei der 

Schulthess Klinik in Zürich vom 30. Oktober 2017. Demnach seien 

Arbeiten mit nicht repetitiven oder feinmotorisch anspruchsvollen 

Tätigkeiten sowie ohne schweres Heben oder Tragen auch in einem 

höheren Pensum möglich, zur abschliessenden Beurteilung sei aber eine 

erneute neurologische Abklärung empfohlen worden. Der beratende Arzt 

Dr. med. F._____ habe am 20. Februar 2018 festgestellt, dass die 

Arbeitsunfähigkeit zu jenem Zeitpunkt nicht mehr überwiegend 

wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 11. Juni 2015 zurückzuführen 

sei. Die Beschwerdeführerin könne in ihrer angestammten Tätigkeit im 

kaufmännischen Bereich an den meisten Arbeitsorten uneingeschränkt 

arbeiten. Gestützt darauf sei am 19. April 2018 erneut die Einstellung der 

Taggeldleistungen per 24. November 2016 verfügt worden. Überdies sei 

festgehalten worden, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfallereignis und den Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen sowie 

psychischen Beschwerden verneint werde. Gegen diese Verfügung habe 

die Beschwerdeführerin Einsprache (Posteingang 25. Mai 2018) erhoben; 

die Begründung dazu sei am 26. September 2018 erfolgt. Daraufhin habe 

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die Beschwerdegegnerin ein interdisziplinäres externes Gutachten bei der 

GUTSO (Gutachterstelle Zofingen) eingeholt. Gemäss Gutachten vom 

21. November 2019 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig in 

der ursprünglichen Tätigkeit als Verwaltungsaushilfe (angestammte 

Tätigkeit), es bestünden weder in zeitlicher noch leistungsmässiger 

Hinsicht Einschränkungen. Die volle Arbeitsfähigkeit bestehe mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Juli 2016 wieder; eine 

weitergehende ärztliche Behandlung würde mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht zu einer namhaften Besserung des unfallbedingt 

eingeschränkten Gesundheitszustands führen. Das etwa zur gleichen Zeit 

durch die SVA Graubünden eingeholte Gutachten halte fest, dass eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der früheren Tätigkeit im Sekretariat 

nur mit den psychischen Beschwerden zu begründen sei, nicht jedoch aus 

orthopädischer oder neurologischer Sicht.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 14. August 2020 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 14. August 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid Beschwerde an das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem 

die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren 

Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt im Kanton Graubünden, 

womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

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Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich – 

vorbehältlich was sogleich in Erwägung 1.2. folgt – aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren 

unterlegene, formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 60 und 61 ATSG) ist somit einzutreten.

1.2. In ihrer Beschwerde beanstandet die Beschwerdeführerin den 

rückwirkenden Abschluss des Unfalls per 31. Januar 2018, wo doch die 

Leistungseinstellung per 14. August 2020 erfolgt sei. Bezüglich der nicht 

mehr zu erwartenden Besserung bringt die Beschwerdeführerin sehr 

allgemein und pauschal vor, dass die Behandlung mit Cortison oder 

ähnlichem, was von der Schulthess Klinik als sinnvoll gegen die Frozen 

Shoulder betrachtet worden sei, wie auch regelmässige Massagen, 

eventuelle Therapien sowie Schwimmen helfen könnten, wobei aber die 

Behandlungskosten mit Verfügung vom 14. August 2020 eingestellt 

worden seien. Dazu ist den Akten zu entnehmen, dass die 

Beschwerdegegnerin gleichentags – am 14. August 2020 – sowohl den 

angefochtenen Einspracheentscheid betreffend Einstellung der 

Taggeldleistungen per 24. November 2016 und Verneinung des 

Anspruchs auf Versicherungsleistungen bezüglich Rückenschmerzen, 

Kopfschmerzen und psychischen Beschwerden erlassen hat (vgl. Akten 

der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 549–559), als auch eine separate 

Verfügung erlassen hat bezüglich rückwirkendem Abschluss des Unfalls 

unter Einstellung der Heilbehandlung per 31. Januar 2018 unter Verzicht 

auf eine Rückforderung der über den Fallabschluss hinaus erbrachten 

Leistungen sowie unter Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 

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und auf eine Integritätsentschädigung (vgl. Bg-act. 560 ff., siehe auch Bg-

act. 563 f.). Dieser Umstand führt die Beschwerdeführerin zur 

verständlichen Annahme, dass die Leistungseinstellung der 

Heilbehandlungskosten per 14. August 2020 erfolgt sei, und sie bringt ihre 

Beanstandung dazu auch in der Beschwerde vor, obschon sie 

korrekterweise auch eine separate Einsprache gegen die Verfügung vom 

14. August 2020 erhoben hat (vgl. Bg-act. 568). Die Beschwerdegegnerin 

macht hierzu keine Ausführungen.

Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist der am 14. August 2020 

verfügte Fallabschluss rückwirkend per 31. Januar 2018 mit Einstellung 

der Heilbehandlungskosten, unter Verzicht auf Rückforderung der über 

den Fallabschluss hinaus erbrachten Leistungen sowie unter Verneinung 

des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine 

Integritätsentschädigung nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, 

da eine Beschwerde im Unfallversicherungsrecht erst gegen den 

Einspracheentscheid zulässig ist (Art. 56 Abs. 1 ATSG). In dieser Hinsicht 

– Einstellung der Heilbehandlungskosten per 31. Januar 2018 ohne 

Rückforderung der über den Fallabschluss hinaus erbrachten Leistungen 

sowie unter Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf 

eine Integritätsentschädigung – ist demnach auf die Beschwerde nicht 

einzutreten.

2.1. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 19. April 2018 

(vgl. Bg-act. 315 ff.) zu Recht die Taggeldleistungen per 24. November 

2016 eingestellt hat (Dispositiv-Ziff. 1) und den Anspruch auf 

Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den geltend gemachten 

Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen und psychischen Beschwerden 

mangels Adäquanz verneint hat (Dispositiv-Ziff. 2).

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2.2. Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 

25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 

vor dessen Inkrafttreten (in Kraft seit 1. Januar 2017) ereignet haben, und 

für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher grundsätzlich die bis 

31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung auf den Unfall 

vom 11. Juni 2015. Bezüglich den in casu anwendbaren Bestimmungen 

ändert sich nichts.

3. Nach den Akten der Beschwerdegegnerin präsentiert sich der Unfall-, 

Behandlungs- und Beurteilungsverlauf wie folgt:

3.1. Die Beschwerdegegnerin erhielt mit Schadenmeldung UVG vom 15. Juni 

2015 die Meldung, dass die Beschwerdeführerin am 11. Juni 2015 auf 

einer Steintreppe gestürzt war und sich dabei die linke Schulter gebrochen 

hatte (vgl. Bg-act. 1 und 5). Die Erstversorgung erfolgte im Kantonsspital 

Graubünden (nachfolgend KSGR), wo die Beschwerdeführerin vom 11. 

bis 12. Juni 2015 hospitalisiert war. Diagnostiziert wurde eine undislozierte 

3-Part-Fracture vom proximalen Humerus links, die zunächst konservativ 

behandelt wurde (vgl. Bg-act. 2 f.). Die Beschwerdegegnerin sicherte am 

18. Juni 2015 die gesetzlichen Leistungen zu (vgl. Bg-act. 9 f.).

3.2. Der Arztbericht des KSGR vom 20. Juli 2015 hält zusätzlich eine 

Ellbogenkontusion medial mit Neuropraxie des Nervus ulnaris fest (vgl. 

Bg-act. 20 f.). Anlässlich der Konsultation im KSGR am 26. August 2015 

wurde der Heilverlauf der Schulter als schleppend beurteilt, wobei sich 

eine erhebliche Schultersteife ("Frozen Shoulder") und eine 

Ellbogenkontusion links medial mit nun Begleitepicondylitis ("Golfer-

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Ellenbogen") und Neuropraxie des Nervus ulnaris zeigten (vgl. Bg-act. 

31 f.).

3.3. Am 29. Oktober 2015 wurde im KSGR bei "hartnäckig schleppendem 

Verlauf" eine sekundäre Frozen Shoulder (Capsulitis adhaesiva) links und 

Malunion des Tuberculum majus bei konservativ behandelter proximaler 

Humerusfraktur (3-Part) vom 11. Juni 2015 sowie ein Sulcus ulnaris-

Syndrom mit Neuropraxie bzw. Irritation des Nervus ulnaris – gemäss 

Elektrophysiologischer Ausmessung durch den Neurologen Dr. med. 

G._____ vom 28. September 2015 bestand keine axonale Schädigung – 

diagnostiziert (vgl. Bg-act. 43 f.).

3.4. Am 13. November 2015 fand die erstmalige Fallbesprechung mit dem 

beratenden Arzt Dr. med. E._____, Facharzt für Chirurgie FMH, statt, der 

den Kausalzusammenhang der vorhandenen Beschwerden mit dem 

Unfallereignis bestätigte (vgl. Bg-act. 46).

3.5. Die Beschwerdeführerin hielt sich in der Folge vom 4. bis 9. Januar 2016 

stationär im KSGR zur operativen Behandlung der Unfallfolgen auf, wo am 

5. Januar 2016 eine geschlossene Mobilisation der Schulter in Narkose 

sowie eine anschliessende Schulterarthroskopie links mit Intervallöffnung 

und Débridement erfolgten (vgl. Bg-act. 65 f.). Der postoperative 

Heilungsverlauf zeigte sich gemäss den Arztberichten vom 18. Februar 

2016 und 31. März 2016 als sehr erfreulich (vgl. Bg-act. 67 f., 74 f., 84 f.).

3.6. Mit Bericht vom 20. Mai 2016 beurteilte der Leitende Arzt und Leiter 

Neurologie KSGR, Dr. med. H._____, erstmalig eine Nervus axillaris-

Schädigung links im Anschluss an die Schulterreposition. Ausser einer 

leichten Atrophie im Bereich des Thenars war keine Schädigung in der 

Bildgebung erkennbar. Dem Bericht ist weiter zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre motorischen Fähigkeiten teilweise unterschätze 

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und prognostisch nicht von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen sei (vgl. Bg-act. 90 ff.).

3.7. Am 8. Juni 2016 untersuchte Dr. med. I._____, Leitender Arzt für 

Handchirurgie KSGR, die Beschwerdeführerin in der handchirurgischen 

Sprechstunde. Er rechnete mit einer weiteren Erholung des Defizites und 

sah keine weiteren Verlaufskontrollen mehr vor. Weiter gab er die 

Empfehlung, eine neurologischen Re-Evaluation frühestens nach einem 

halben Jahr durchzuführen, sollte sich keine Verbesserung des aktuellen 

Defizites einstellen, und das Kräftigungsprogramm durch die 

Physiotherapie beizubehalten (vgl. Bg-act. 100 f.).

3.8. Gemäss Bericht der Dres. med. J._____ und K._____, Handchirurgie 

KSGR, vom 29. Juni 2016, verlief der Heilungsverlauf der Schulter 

erfreulich, die Beschwerdeführerin konnte ihren Bewegungsumfang 

wieder gut herstellen und hatte keine Schmerzen mehr. Entsprechend 

sahen die Ärzte den Behandlungsabschluss vor. Bezüglich der 

intrinsischen Schwäche der Handmuskulatur und der Nervus ulnaris-

Problematik wurde auf den Bericht von Dr. med. I._____ bezüglich die 

Konsultation vom 8. Juni 2016 verwiesen (vgl. Bg-act. 106 f.).

3.9. Der beratende Arzt Dr. med. E._____ hielt aufgrund des ihm vorgelegten 

Dossiers am 10. August 2016 fest, der Beschwerdeführerin seien leichte 

manuelle Tätigkeiten auf Tischhöhe im Sinne von leichten 

Montagearbeiten oder Überwachungen von Produktionsabläufen sowie in 

der Qualitätskontrolle wie auch eine Verkaufstätigkeit sowie administrative 

Tätigkeiten mit ganztägiger Anwesenheit am Arbeitsplatz zumutbar (vgl. 

Bg-act. 118 f.).

3.10. Gestützt darauf verfügte die Beschwerdegegnerin erstmals am 24. August 

2016 die Einstellung der Taggelder per 10. August 2016, wobei die 

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unfallbedingten Heilungskosten weiterhin übernommen wurden (vgl. Bg-

act. 121 ff.). Dagegen erhob die heutige Beschwerdeführerin am 19. 

September 2016 Einsprache (vgl. Bg-act. 129), worauf die 

Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen tätigte (vgl. Bg-act. 130 und 

138 ff.) und den beim behandelnden Hausarzt, Dr. med. G._____, 

eingeholten Bericht zur Arbeitsfähigkeit am 16. Januar 2017 erneut dem 

beratenden Arzt Dr. med. E._____ vorlegte, der sein Zumutbarkeitsprofil 

vom 10. August 2016 bestätigte (vgl. Bg-act. 157 f.).

3.11. Mit Einspracheentscheid vom 1. Februar 2017 hiess die 

Beschwerdegegnerin die Einsprache vom 19. September 2016 teilweise 

gut, und räumte eine dreimonatige Übergangsfrist ein, so dass die 

Einstellung der Taggelder erst per 24. November 2016 erfolgte (vgl. Bg-

act. 163 ff.). Am 14. Februar 2017 erfolgte die wiedererwägungsweise 

Aufhebung dieses Einspracheentscheids (vgl. Bg-act. 173 f.), da die 

Beschwerdeführerin zwischenzeitlich telefonisch geltend gemacht hatte, 

die Rückenbeschwerden und die psychische Beeinträchtigung seien 

ungenügend abgeklärt worden. Zur weiteren Abklärung holte die 

Beschwerdegegnerin sämtliche medizinischen Akten ein (z.B. bei 

Hausarzt Dr. med. G._____ und dem Rheumatologen Dr. med. L._____; 

vgl. Bg-act. 184 ff., 205 ff., 212, 215, 220 f.).

3.12. Gemäss der bei den Rheumatologen Dres. med. M._____ und N._____, 

Schulthess Klinik Zürich, eingeholten Zweitmeinung vom 30. Oktober 

2017 sind Arbeiten mit nicht repetitiven oder feinmotorisch 

anspruchsvollen Tätigkeiten sowie ohne schweres Heben oder Tragen 

auch in einem höheren Pensum möglich; wobei zur abschliessenden 

Beurteilung der Beschwerden eine neurologische Abklärung empfohlen 

wurde (vgl. Bg-act. 255 ff.).

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3.13. Am 27. November und 11. Dezember 2017 erfolgten an der Schulthess 

Klinik durch die Dres. med. O._____, P._____ und Q._____ neurologische 

und elektrophysiologische Untersuchungen sowie ein MRI (vgl. Bg-act. 

267 ff. und 271 ff.). In der MRI-Untersuchung ergab sich der Hinweis auf 

eine Epikondylitis humeri medialis und lateralis bds. rechtsbetont. In der 

Zusammenschau der Befunde blieb die Hypästhesie des linken Armes 

weiterhin unklar, bei fehlenden Hinweisen für ein Karpal- oder 

Kubitaltunnelsyndrom, eine Plexusschädigung oder Radikulopathie links. 

Das MRI des Kopfes zeigte einen unauffälligen Befund, die 

rezidivierenden Schwindelepisoden und Kopfschmerzen wurden 

semiologisch a.e. einem episodischen Spannungskopfschmerz 

zugeordnet. Betreffend die Schulter wurde die Aufnahme einer 

Ergotherapie und gegen die Kopfschmerzen die Fortführung der 

Einnahme von Magnesium sowie eine Triggerpunkttherapie empfohlen 

(vgl. Bg-act. 272 f.).

3.14. Der beratende Arzt, Dr. med. F._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie FMH, stellte am 20. Februar 2018 fest, dass die 

Arbeitsunfähigkeit entgegen den Zeugnissen des Hausarztes durch 

unfallkausale Faktoren nicht ausreichend begründet sei, zumal die 

Behandlung im KSGR bereits Ende Juni 2016 bei als erfreulich 

bezeichnetem Zustand abgeschlossen worden sei und auch die in der 

Folge durchgeführten fachspezifischen Abklärungen keine wesentlichen 

neuen Erkenntnisse ergeben hätten. Die Beschwerdeführerin könne bei 

schulteradaptierten Tätigkeiten, d.h. bei denen der linke Arm nur bis zur 

Horizontalen bewegt werde und keine Gewichtsbelastungen links von > 

5kg vorkämen, uneingeschränkt tätig sein, was auch für die angestammte 

Tätigkeit im kaufmännischen Bereich an den meisten Arbeitsorten gelte 

(vgl. Bg-act. 295 ff.).

- 16 -

3.15. Die Beschwerdegegnerin verfügte am 28. März 2018 erneut die 

Einstellung der Taggeldleistungen, diesmal (wieder) per 10. August 2016, 

unter Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs betreffend die 

geltend gemachten Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen und 

psychischen Beschwerden und unter Beibehaltung der Heilungskosten für 

die linke Schulter (vgl. Bg-act. 300 ff.). Die Beschwerdegegnerin zog auch 

diese Verfügung mit der darauffolgenden Verfügung vom 19. April 2018 

über die Einstellung der Taggeldleistungen per 24. November 2016 in 

Wiedererwägung, wobei erneut der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfallereignis und den geltend gemachten 

Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen sowie psychischen Beschwerden 

verneint, und eine Leistungspflicht für die Heilungskosten betreffend die 

linke Schulter weiterhin bejaht wurde (vgl. Bg-act. 315 ff.).

3.16. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit undatierter Eingabe 

Einsprache (Posteingang 25. Mai 2018; vgl. Bg-act. 341); die Begründung 

dazu erfolgte am 26. September 2018 (vgl. Bg-act. 349). Daraufhin holte 

die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 44 ATSG ein interdisziplinäres 

externes Gutachten in den Disziplinen Neurologie, Orthopädie und 

Psychiatrie bei der GUTSO (Gutachterstelle Zofingen; nachfolgend 

GUTSO-Gutachten) ein, welches am 21. November 2019 erging (vgl. Bg-

act. 369 ff., 453 ff.). Demnach wird die Beschwerdeführerin als 100 % 

arbeitsfähig in der ursprünglichen Tätigkeit als Verwaltungsaushilfe 

(angestammte Tätigkeit; Ausbildung zur Kauffrau in Berlin bzw. 

Frankfurt/Oder von 2004-2007 und anschliessend Tätigkeit in einer 

Rechtsanwaltskanzlei in Berlin; vgl. Gutachten GUTSO, Bg-act. 475, 479) 

erachtet und es bestehen weder in zeitlicher noch leistungsmässiger 

Hinsicht Einschränkungen (vgl. Bg-act. 503 f.). Weiter führen die 

Gutachter aus, dass die volle Arbeitsfähigkeit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit seit Juli 2016 wieder bestehe und eine weitergehende 

- 17 -

ärztliche Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer 

namhaften Besserung des unfallbedingt eingeschränkten 

Gesundheitszustands führen würde (vgl. Bg-act. 505). Gestützt darauf 

erliess die Beschwerdegegnerin am 14. August 2020 den vorliegend 

angefochtenen Einspracheentscheid (vgl. Bg-act. 549 ff.) zur Verfügung 

vom 19. April 2018 (vgl. Bg-act. 315 ff.).

4.1. Der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG ist in casu unbestrittenermassen 

erfüllt. Die Beschwerdegegnerin leistete bis 24. November 2016 die 

gesetzlichen Taggelder und übernahm die unfallbedingten Heilungskosten 

betreffend die linke Schulter (Art. 10 und Art. 16 UVG; vgl. Bg-act. 315 ff.). 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt 

grundsätzlich voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (vgl. dazu u.a. Urteil des Bundesgerichts 

8C_102/2021 vom 26. März 2021 E.2). Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen 

einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der freien Beweiswürdigung nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

- 18 -

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 142 V 435 E.1, BGE 129 V 177 E.3.1 

und 3.2). Ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit muss der vom 

Unfallversicherer zu beweisende Wegfall des Kausalzusammenhanges 

(siehe RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E.2) erstellt sein (Status quo sine vel 

ante; vgl. SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26; BGE 146 V 51 E.5.1 und E.8.5; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_689/2019 

vom 9. März 2020 E.5.3, 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2; SVR 

2016 UV Nr. 18 S. 55, 8C_331/2015 E.2.1.1). Dabei hat der 

Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu 

erbringen. Welche Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder 

degenerative Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahingefallen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_543/2020 vom 11. Dezember 2020 E.5.1, 8C_840/2019 vom 14. 

Februar 2020 E.3.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E.3b). 

Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis 

erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 

14. Februar 2020 E.3.2; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 E.3.3 [U 290/06]; vgl. 

auch Urteile 8C_570/2014 vom 9. März 2015 E.6.2 und 8C_17/2007 vom 

4. April 2017 E.2.2).

4.2. Der adäquate Kausalzusammenhang ist erfüllt, wenn ein Ereignis nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

- 19 -

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 142 V 435 E.1, BGE 

129 V 177 E.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 18. 

September 2018 E.3.2). Der adäquate Kausalzusammenhang ist eine 

Rechtsfrage und hat als Wertungselement die Funktion einer 

Haftungsbegrenzung (vgl. BGE 129 V 177 E.3.3 mit Hinweisen). Da es 

sich um eine Rechtsfrage handelt, hat die Prüfung den von Lehre und 

Rechtsprechung entwickelten Regeln zu folgen (vgl. BGE 134 V 109 E.3.2 

und 6.2.1). Sofern feststeht, dass ein allenfalls gegebener natürlicher 

Kausalzusammenhang an der Adäquanzprüfung scheitert, kann die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers verneint werden ohne Abklärung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.6.3 m.H.a. BGE 135 V 465 E.5.1). 

Ebenso darf auf die Adäquanzprüfung verzichtet werden, wenn der 

natürliche Kausalzusammenhang ohne weiteres zu verneinen ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E.5.2).

5.1. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben 

erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher 

getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.3.2.1, 8C_608/2015 vom 

17. Dezember 2015 E.3.3.2, je mit Hinweisen). Waren im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung entscheidende Fragen noch offen und konnten sie 

- 20 -

anhand der vorhandenen Akten nicht beantwortet werden, gebietet es die 

Abklärungspflicht des Unfallversicherers und der 

Untersuchungsgrundsatz, die angeführten Fragen mittels Gutachten zu 

klären. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel 

eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 

allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

im Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen 

Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2).

5.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 146 V 51 

E.2.2, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hinweis und Urteile des 

Bundesgerichts 8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_253/2021 

vom 2. Juli 2021 E.3, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3).

Den Berichten und Gutachten von versicherungsinternen Ärzten – denen 

auch beratende Ärzte gleichzusetzen sind, was den Beweiswert ihrer 

ärztlichen Beurteilungen angeht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.3.2, 8C_234/2021 vom 

12. August 2021 E.3.2, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4, 

- 21 -

8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.2.3 mit Hinweis, 8C_740/2020 vom 

7. April 2021 E.2.2, 8C_774/2020 vom 19. Februar 2021 E.2.2) – wird 

nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweis). Trotz dieser 

grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht 

dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach 

Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten 

unabhängiger Sachverständiger (sog. Administrativgutachten). Soll ein 

Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen in Form eines Gerichtsgutachtens oder einer 

versicherungsexternen medizinischen Begutachtung im Verfahren nach 

Art. 44 ATSG vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4 mit 

Hinweisen, 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.2.3, 8C_774/2020 vom 

19. Februar 2021 E.2.2, 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E.2.4). 

Dagegen darf den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 

ATSG eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, die aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuerkannt werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_287/2020 vom 27. April 2021 E.3.3 mit weiteren 

Hinweisen auf BGE 137 V 210 E.1.3.4., BGE 135 V 465 E.4.4. und BGE 

125 V 351 E.3b/bb; 8C_246/2020 vom 10. September 2020 E.2.3, 

- 22 -

8C_260/2020 vom 2. Juli 2020 E.2.2). Ein solches Administrativgutachten 

liegt mit dem GUTSO-Gutachten vom 21. November 2019 vor (vgl. Bg-act. 

453 ff.).

5.3. Die externen Spezialärzte der Fachdisziplinen Neurologie, Orthopädie und 

Psychiatrie haben die Beschwerdeführerin im April 2019 untersucht und 

kamen nach Einsicht in die vollständigen Akten und nach eingehender 

Erörterung ihrer klinischen Befunde und bildgebenden Untersuchungen zu 

schlüssigen und nachvollziehbaren Ergebnissen (vgl. GUTSO-Gutachten 

Bg-act. 499 ff.).

Sie stellten folgende Diagnosen, alle ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (vgl. Bg-act. 499 f.):

• Status nach proximaler Humeruskopffraktur links (Drei-Part-Fraktur) 

infolge Treppensturz am 11. Juni 2015

• Status nach sekundärer Frozen Shoulder

• Status nach Mobilisation in Narkose, Schulterarthroskopie mit 

Intervallöffnung, Débridement, Adhäsiolyse am 5. Januar 2016

• Neuropathie Nervus axillaris links, sensibler Anteil

• Aufgetreten intraoperativ am 5. Januar 2016

• Funktionelle neurologische Störung (DSM V)

• Missempfindungen an Arm und Hand links ohne ursächliche 

organische Schädigung des Nervensystems

• Unspezifische myalgiforme Rücken- und Kopfschmerzen ohne 

kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 11. Juni 2015

• Keine psychiatrische Krankheit

Die Beschwerdeführerin legt keine (gegenteiligen) fachärztlichen 

Beurteilungen vor, die die Beurteilungen der Fachärzte der Disziplinen 

Rheumatologie (Dres. med. M._____ und N._____, Schulthess Klinik) in 

- 23 -

Zweifel ziehen bzw. konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des 

GUTSO-Gutachtens in den Disziplinen Neurologie (Dr. R._____), 

Psychiatrie (Dr. S._____) und Orthopädie (Dr. T._____) hervorbringen.

5.4. Im GUTSO-Gutachten wird festgehalten, die Biographie der 

Beschwerdeführerin liefere Hinweise auf verschiedene Belastungen, ohne 

dass diese zu einer eigentlichen psychischen Krankheit geführt hätten. 

Dieser Vorzustand sei durch den Unfall nicht verschlechtert worden. Die 

Aspekte der Biographie und Persönlichkeit seien aber wahrscheinlich eine 

Mitursache für die Entwicklung der funktionellen neurologischen Störung. 

Die subjektive psychische Verfassung der Versicherten habe sich im 

Verlauf nach dem Unfall verschlechtert, ohne dass sich jedoch eine 

eigentliche psychische Krankheit entwickelt habe oder der Unfall als 

eigentliche Ursache habe identifiziert werden können (vgl. Bg-act. 502). 

Es bestünden keinerlei Anzeichen für eine psychische Erkrankung und 

weder nach dem Unfall noch nach der Operation habe eine psychiatrische 

Abklärung oder Behandlung stattgefunden (vgl. Bg-act. 498, 506). Da 

keine eigentliche psychische Diagnose existiere, sei der natürliche 

Kausalzusammenhang zu Recht verneint worden.

Die im Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung 

(nachfolgend ZMB-Gutachten) vom 11. Juli 2019 für die IV-Stelle/SVA 

Graubünden diagnostizierte leicht ausgeprägte posttraumatische 

Belastungsstörung sowie mittelschwere depressive Symptomatik (vgl. Bg-

act. 447) kann nicht explizit als Folge des Unfallereignisses vom 11. Juni 

2015 bezeichnet werden, weder natürlich noch adäquat kausal. Die 

abweichende Einschätzung im ZMB-Gutachten ändert nichts an der 

fehlenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die psychischen 

Beschwerden. Weitere Abklärungen von einem Fachspezialisten für 

Psychiatrie oder Psychotherapie fanden nicht statt. Offenbar suchte die 

Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben zweimal eine Psychologin 

- 24 -

auf, an welche sie ihr Hausarzt Dr. med. G._____ überwiesen hatte, doch 

signalisierte die Beschwerdeführerin, dass sie von dieser Seite wohl keine 

eigentliche Hilfe erwarte (vgl. GUTSO-Gutachten, Bg-act. 481) und Belege 

darüber liegen auch keine im Recht. Da der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen 

Beschwerden zu Recht verneint worden ist (vgl. angefochtener 

Einspracheentscheid Rz. 9 f., Bg-act. 554), erübrigt sich eine 

Adäquanzprüfung. Somit ist die Beschwerdegegnerin bezüglich 

psychischer Beschwerden nicht leistungspflichtig.

5.5. Was die Rückenbeschwerden anbelangt, ist ein Zusammenhang zum 

Unfallereignis gemäss GUTSO-Gutachten möglich (vgl. Bg-act. 502). Als 

erstaunlich wird erachtet, dass von der Patientin zwar wiederholt 

Rückenschmerzen und psychische Symptome angeführt, entsprechende 

Abklärungs- und Therapiemassnahmen aber nicht rigoros verfolgt wurden. 

Aufgrund der Aktenlage scheint dies aber hauptsächlich darauf 

zurückzuführen sein, dass entsprechende Empfehlungen des Hausarztes 

durch die Patientin nicht oder nicht konsequent umgesetzt wurden (vgl. 

Bg-act. 506). Ein "möglicher" Zusammenhang genügt nicht gemäss 

erforderlichem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, so 

dass der natürliche Kausalzusammenhang rechtskonform auch für die 

Rückenbeschwerden verneint wurde (vgl. angefochtener 

Einspracheentscheid Rz. 9, Bg-act. 554). Damit erübrigt sich eine 

Adäquanzprüfung. Etwas Abweichendes ist auch bezüglich den 

gutachterlich diagnostizierten unspezifischen myalgiformen 

Kopfschmerzen ohne kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 

11. Juni 2015 (vgl. Bg-act. 500) nicht festzustellen. Folglich ist die 

Beschwerdegegnerin auch hinsichtlich der Rücken- und 

Kopfbeschwerden nicht leistungspflichtig.

- 25 -

5.6.1. Für die Schulterbeschwerden und die Schädigung des Nervus axillaris 

links hat die Beschwerdegegnerin den Kausalzusammenhang mit dem 

Unfallereignis bejaht (siehe so auch GUTSO-Gutachten, Bg-act. 501), ihre 

Leistungspflicht anerkannt und Taggelder ausgerichtet bzw. ist für die 

Heilbehandlung aufgekommen. Was die linke Schulter anbelangt, war der 

Status quo ante im Juni 2016 überwiegend wahrscheinlich wieder erreicht 

(vgl. GUTSO-Gutachten, Bg-act. 503). Die Neuropathie des Nervus 

axillaris, sensibler Anteil, ist nach Ansicht der Gutachter bildgebend nicht 

nachweisbar ("die Bildgebung ist keine geeignete Methode, solche 

Nervenschädigungen zu identifizieren"), wobei diese Schädigung aber als 

objektiviert angesehen werden kann durch den typischen klinischen 

Befund, gemeinsam mit dem typischen Schädigungsmechanismus (vgl. 

GUTSO-Gutachten, Bg-act. 501).

5.6.2. Gemäss GUTSO-Gutachten hielten nach diesem Zeitpunkt im Juni 2016 

nur noch die durch die funktionelle neurologische Störung bedingten 

Symptome an (deren natürliche Kausalität gegeben ist, deren adäquate 

Kausalität jedoch durch die Rechtsanwender geprüft werden muss), durch 

ereignisfremde Faktoren bedingt (vgl. GUTSO-Gutachten, Bg-act. 503). 

Die Gutachter führen dazu aus, dass sich als Ursache der persistierenden 

Missempfindungen und dem Schwächegefühl in Hand und im Arm links 

nach den Kriterien von DSM V eine funktionelle neurologische Störung 

diagnostizieren lasse, die wahrscheinlich zumindest teilweise auf das 

Ereignis zurückzuführen sei (vgl. GUTSO-Gutachten, Bg-act. 494, 501). 

Die Ursache der Störung könne nach einer Diagnose nach DSM V 

offenbleiben. Zwar sei die dominante Hand betroffen und die subjektiven 

Symptome seien relativ schwer. Schwerwiegende Defizite würden sich 

aber nicht nachweisen lassen und eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, insbesondere im kaufmännischen Bereich oder in der 

Kinderbetreuung, liesse sich nicht begründen. Bei der Prüfung der 

- 26 -

Kausalität sei aber zu beachten, dass keine organische Erkrankung im 

eigentlichen Sinne bestehe. Ohne den Unfall vom 11. Juni 2015 wäre die 

funktionelle neurologische Störung wahrscheinlich nicht in dieser Art und 

nicht zu diesem Zeitpunkt aufgetreten. Es handle sich aber nicht um eine 

aufgrund der organischen Verletzungen nicht ausgewiesene oder zu 

erwartende bzw. typischerweise gelegentlich auftretende Störung. 

Vielmehr bestehe ein erhebliches reaktives Element (vgl. GUTSO-

Gutachten, Bg-act. 495 f.).

5.6.3. Der Fallabschluss im Sinne von Art. 19 UVG ist in jenem Zeitpunkt 

vorzunehmen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten 

mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Trifft beides nicht mehr zu, 

schliesst die Unfallversicherung den Fall unter Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung) ab und prüft 

den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine 

Integritätsentschädigung. Der Taggeldanspruch erlischt auch beim 

Wegfall seiner Anspruchsvoraussetzung der Arbeitsunfähigkeit, somit im 

Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in 

einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (vgl. BGE 137 V 199 

E.2.1). Das GUTSO-Gutachten, dem volle Beweiskraft zukommt, besagt, 

dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2016 in angestammter wie auch in 

angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist (vgl. Bg-act. 503 f.). Zu 

derselben Einschätzung gelangten auch die beratenden Ärzte Dr. med. 

E._____ im August 2016 resp. Januar 2017 (vgl. Bg-act. 118 und 158) und 

Dr. med. F._____ im Februar 2018 (vgl. Bg-act. 297). Damit ist erstellt, 

dass eine weitere ärztliche Behandlung überwiegend wahrscheinlich nicht 

zu einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands in Bezug auf die 

linke Schulter geführt hätte.

- 27 -

6.1. Wie die Gutachter schlüssig und nachvollziehbar im GUTSO-Gutachten 

dartun, leidet die Beschwerdeführerin an einer funktionellen 

neurologischen Störung, welche überwiegend wahrscheinlich auf das 

Unfallereignis zurückzuführen ist. Hinsichtlich der Adäquanzprüfung 

müsse aber beachtet werden, dass keine organische Erkrankung im 

eigentlichen Sinn bestehe (Bg-act. 495 f.). Die Adäquanzprüfung erfolgt 

gemäss der Rechtsprechung zu psychischen Folgeschäden bei Unfall 

mithin unter Ausklammerung der psychischen Beschwerdekomponenten 

des Gesundheitsschadens (sog. Psychopraxis; vgl. BGE 140 V 356 E.3.2, 

138 V 248 E.4, BGE 134 V 109 E.4.3 und 6.1, 115 V 133), wenn kein 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung diagnostiziert wurde, oder wenn die zum typischen 

Beschwerdebild nach Schleudertrauma gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten und auch 

dann, wenn bei einer Versicherten bereits vor dem Unfall psychische 

Beschwerden vorlagen, die durch den Unfall verstärkt wurden, und 

schliesslich bei teilweise klinisch fassbaren, aber organisch nicht 

hinreichend nachweisbaren Beschwerden (vgl. angefochtener 

Einspracheentscheid Rz. 12 Absatz 4, Bg-act. 555; BGE 127 V 103 

E.5b/bb; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] 

U 339/06 vom 6. März 2007 E.5.1). Bei psychischen Unfallfolgen (BGE 

115 V 133) erfolgt der Fallabschluss, sobald von der Fortsetzung der auf 

die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden 

kann (vgl. BGE 134 V 109 E.6.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_346/2021 

vom 11. November 2021 E.3.1, 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 

E.4.1; 8C_184/2017 vom 13. Juli 2017 E.2.2). Bei der Adäquanzprüfung 

ist als Erstes die Schwere des Unfalls zu bestimmen, welche sich aufgrund 

des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich entwickelnden Kräften 

- 28 -

beurteilt. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Begleitumstände, die nicht 

direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Solchen 

Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu 

tragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 

2022 E.8.1). Nicht zu berücksichtigen sind daher das subjektive Erleben 

des Unfalls durch die verunfallte Person und die Folgen, welche sich im 

Lauf der Zeit als Reaktion auf den Unfall entwickeln (BGE 140 V 356 E.5.3, 

115 V 133 E.6). Im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu 

untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer 

erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere 

Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen 

erfolgt. 

6.2. Über den Unfallhergang am 11. Juni 2015 ist bekannt, dass die 

Beschwerdeführerin auf einer Steintreppe stürzte und sich dabei die linke 

Schulter brach (undislozierte 3-Part proximale Humerusfraktur links; Bg-

act. 5 und 11). Es erweist sich unter der Annahme eines mittelschweren 

Unfallereignisses im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen (siehe die 

bundesgerichtliche Kasuistik zu den Treppenstürzen, wonach sie 

grundsätzlich den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den 

leichten Ereignissen zugeordnet werden; vgl. z.B. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_620/2021 vom 14. Januar 2022 E.3, 8C_809/2019 

vom 13. Februar 2020 E.4, 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E.5.1.2, 

8C_116/2009 vom 26. Juni 2009 E.4.1), dass mindestens vier Kriterien in 

der einfachen Form – oder aber eines in ausgeprägter Weise – erfüllt sein 

müssen, damit der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen wäre.

Der Katalog dieser Kriterien (z.B. aus dem Urteil des Bundesgerichts 

8C_473/2019 vom 11. November 2019 E.5.1) lautet wie folgt:

- 29 -

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls;

- die Schwere oder die besondere Art der erlittenen [somatischen] Verletzungen, 

insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;

- körperliche Dauerschmerzen;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;

- ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Unter diese Kriterien fallen vorliegend die ärztliche Fehlbehandlung durch 

die Schädigung des Nervus axillaris in der Operation vom 5. Januar 2016 

und die dadurch ausgelöste Sensibilitätsstörung (vgl. GUTSO-Gutachten, 

Bg-act. 501 f.). Überdies – wenn überhaupt – körperliche Dauerschmerzen 

in Form von Missempfindungen und Schwächegefühl in Hand und Arm 

links, welche auf die funktionelle neurologische Störung zurückgehen (vgl. 

GUTSO-Gutachten, Bg-act. 500 f.). Somit sind höchstens zwei Kriterien 

erfüllt und dies nicht in ausgeprägter Form. Die Beschwerdegegnerin hat 

damit die Adäquanz der teilweise klinisch fassbaren, aber organisch nicht 

hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu Recht verneint.

6.3. Das GUTSO-Gutachten, dem voller Beweiswert zukommt, stellt keine 

Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und ordnet sämtliche 

Beschwerden den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

zu (GUTSO-Gutachten, Bg-act. 500). Ab Juli 2016 bestehen demnach 

keine Einschränkungen in den körperlichen und geistigen Anforderungen 

in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer angepassten Tätigkeit 

(GUTSO-Gutachten, Bg-act. 503 f.). Folglich wird festgehalten, dass eine 

weitere ärztliche Behandlung überwiegend wahrscheinlich nicht zu einer 

namhaften Besserung des unfallbedingt eingeschränkten 

Gesundheitszustands führen wird, namentlich nicht zu einer Steigerung 

- 30 -

der Arbeitsfähigkeit (GUTSO-Gutachten, Bg-act. 505). Die Einstellung der 

Taggeldleistungen per 24. November 2016 – unter Berücksichtigung einer 

angemessenen Übergangsfrist von drei bis fünf Monaten (vgl. 

angefochtener Einspracheentscheid Rz. 17 f., Bg-act. 557 f.) – ist mithin 

nicht zu beanstanden (Art. 19 UVG).

6.4. Zur Erläuterung sei darauf hingewiesen, dass der Unterschied zwischen 

der Zusprechung einer Viertelsrente der Invalidenversicherung und der 

Verneinung von (weiteren Taggeld-)Leistungen der Unfallversicherung 

darauf beruht, dass die Anspruchsgrundlage für eine 

Invalidenversicherungs-Rente nicht deckungsgleich ist mit derjenigen für 

Leistungen der Unfallversicherung. Bei der Invalidenversicherung ist das 

Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen Beschwerden und 

einem bestimmten Ereignis (Unfall) nicht Anspruchsvoraussetzung. Das 

etwa zur gleichen Zeit wie das GUTSO-Gutachten vom November 2019 

am 11. Juli 2019 erstellte, durch die SVA Graubünden eingeholte ZMB-

Gutachten hält fest, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

früheren Tätigkeit im Sekretariat nur mit den psychischen Beschwerden 

zu begründen sei, nicht jedoch aus orthopädischer oder neurologischer 

Sicht (vgl. Bg-act. 395). Die gesamtmedizinische Arbeitsfähigkeit ab 

August 2016 wird in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer 

adaptierten Tätigkeit mit 60 % bewertet, die Reduktion um 40 % auf die 

psychische Beeinträchtigung zurückgeführt (vgl. Bg-act. 396 f., 513, 520, 

542), was zur Invalidenversicherungs-Viertelrente führte (vgl. Bg-act. 

386 ff., 532 f., 539 ff.). Die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherung hat 

die Anspruchsgrundlagen der Beschwerdeführerin hingegen 

rechtskonform nach den unfallversicherungsrechtlichen Vorgaben geprüft.

7. Zusammengefasst erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 14. August 2020 damit als rechtens, womit die Beschwerde 

abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist.

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8. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 82a ATSG ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – vorbehältlich der 

mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für die Parteien 

kostenlos, weshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben 

werden. Da die Beschwerdeführerin zudem auch nicht anwaltlich vertreten 

war, wird das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

hinfällig. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

- 32 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]