# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6455d9d-cc18-5d41-b579-24602666e6ba
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 11.09.2025 ZOR.2025.10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZOR-2025-10_2025-09-11.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 1. Kammer 

 

ZOR.2025.10  
(OF.2022.152)  

 

 

Entscheid vom 11. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Lindner, Präsident  

Oberrichter Giese  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiberin Donauer          

 

 
   

Kläger   A._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Harold Külling,  

[…] 

 

    
    

Beklagte   B._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Suter,  

[…]   

  

 

 
 

Gegenstand  Änderung Scheidungsurteil 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die von den Parteien am tt.mm. 2004 vor dem Zivilstandsamt Q._____ ge-

schlossene Ehe wurde mit Urteil des Gerichtspräsidiums Bremgarten vom 

12. November 2013 geschieden. Hinsichtlich der gemeinsamen Kinder 

C._____, geboren am tt.mm. 2004, sowie D._____, geboren am tt.mm. 

2006, wurde der gemeinsame Antrag der Parteien genehmigt, dass sie bei 

der Beklagten leben sollten. Genehmigt wurden auch die von den Parteien 

vereinbarten monatlichen Unterhaltsbeiträge (für die Kinder je Fr. 1'000.00 

bis zum vollendeten 10. Altersjahr und Fr. 1'100.00 danach bis zur Volljäh-

rigkeit bzw. bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung sowie für 

die Beklagte [in jenem Verfahren Klägerin] persönlich Fr. 2'500.00 ab 

Rechtskraft des Ehescheidungsurteils bis 31. Oktober 2014, Fr. 2'400.00 

von 1. November 2014 bis 31. Oktober 2016 und Fr. 2'300.00 vom 1. No-

vember 2016 bis 31. Oktober 2022). 

 

In einem ersten vom Kläger angestrengten Abänderungsverfahren 

(OF.2015.54) wurde gestützt auf eine genehmigte Vereinbarung der Par-

teien der persönliche Unterhalt für die Beklagte mit Wirkung ab 1. April 2015 

bis 31. Oktober 2016 auf Fr. 1'900.00 und Fr. 1'800.00 von 1. November 

2016 bis 31. Oktober 2022 herabgesetzt (Urteil des Gerichtspräsidiums 

Bremgarten vom 25. Juni 2015). 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 12. Dezember 2017 stellte der Kläger u.a. folgende Anträge 

(im Verfahren OF.2017.151): 

 

" 1. 
Das Scheidungsurteil vom 12. November 2013 des Bezirksgerichts Brem-
garten sei: 
 
[…] 
 
In Ziffer 4 des Dispositivs wie folgt abzuändern: 
 
Der Unterhalt von A._____ für die beiden Kinder seien per 1. November 
2017 auf CHF 0.- zu setzen. 
 
Der Unterhalt von B._____ für die beiden Kinder seien per 1. November 
2017 auf CHF 800.- zu setzen. 
 
Die Unterhaltbeiträge und gesetzlichen Kinderzulagen seien an A._____ 
an ein noch zu nennendes Konto zu entrichten. 
 
In Ziffer 5. lit. a des Dispositivs wie folgt abzuändern: 
 
Die Unterhaltszahlungen an B._____ seien per 1. November 2017 auf 
CHF 0.- zu setzen. 

 - 3 - 

 

 

2. 
In Abänderung der Ziffer 10 der mit Ehescheidungsurteil des Gerichtsprä-
sidiums Bremgarten vom 12. November 2013 (OF.2013.19) genehmigten 
Scheidungskonvention vom 7. Oktober 2013 werden die Kennzahlen per 
1. November 2017 wie folgt angepasst: 
 
- Einkommen B._____ 

(60% netto inkl. 13. ML, exkl. KZ): CHF  4'500.- 
- Vermögen B._____: CHF  80'000.- 
- Einkommen aus Arbeit A._____: CHF  0.- 
- Einkommen/Monat aus Liegenschaft (brutto): CHF  1'500.- 
- Vermögen A._____: CHF  0.- 
 
3. 
Es sei dem Kläger unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. " 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 19. Januar 2018 reichte der Kläger eine Klageergänzung 

ein und stellte u.a. folgende Anträge (im Verfahren OF.2017.151): 

 

" 1. 
Es seien Ziff. 2 – 4. der mit Ehescheidungsurteil des Präsidiums des Fa-
miliengerichts Bremgarten vom 12. November 2013 genehmigten Schei-
dungskonvention vom 26. September 2013 / 7. Oktober 2013 aufzuheben 
und neu wie folgt zu formulieren: 

 
"[…] 
 
4. 
Die Beklagte sei zu verpflichten dem Kläger an die Kosten des Unter-
halts und die Erziehung der Kinder monatlich vorschüssig folgende Bei-
träge zu bezahlen: 
 
- CHF 650.00 je Kind pro Monat bis zum ordentlichen Abschluss ei-

ner angemessenen Erstausbildung eines jeden Kindes." 
 
Die Anpassung des Unterhaltsbeitrages nach Abschluss des Beweisver-
fahrens wird vorbehalten. 
 
2. 
Eventualiter sei Ziff. 4 der mit Ehescheidungsurteil des Präsidiums des Fa-
miliengerichts Bremgarten vom 12. November 2013 genehmigten Schei-
dungskonvention vom 26. September 2013 / 7. Oktober 2013 aufzuheben 
und neu wie folgt zu formulieren: 
 

"4.a. 
Es sei festzustellen, dass der Kläger zurzeit nicht in der Lage ist, Kin-
derunterhaltsbeiträge zu bezahlen. 
 
4.b. 
Es sei festzustellen, dass allfällige dem Kläger rückwirkend zugespro-
chene IV-Kinderrenten den beiden Kindern der Parteien C._____ und 
D._____ zustehen." 

 
 
 

 - 4 - 

 

 

3. 
Ziff. 1. – 2. der mit Entscheid des Präsidiums des Familiengerichts Brem-
garten vom 25. Juni 2015 genehmigten Vereinbarung vom 25. Juni 2015 
seien aufzuheben und wie folgt zu formulieren: 
 

"1. 
Es sei festzustellen, dass die Parteien sich gegenseitig keinen nach-
ehelichen Unterhalt schulden. 
 
2. 
Es wird von den folgenden Kennzahlen ausgegangen: 
 

- Einkommen der Beklagten bis 31.03.2018 
(netto, 60% Pensum inkl. 13. ML, exkl. KZ) CHF  3'450.00 

- Einkommen der Beklagten ab 01.04.2018 
 (netto, 100% Pensum inkl. 13. ML, exkl. KZ) CHF  5'750.00 

- Einkommen des Klägers (Nettomietertrag): CHF  794.00". 
 
Die Anpassung der Kennzahlen nach Abschluss des Beweisverfahrens 
wird vorbehalten. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (zuzüg-
lich gesetzlicher Mehrwertsteuer). " 

 

2.3. 

Mit Klageantwort vom 16. Oktober 2019 beantragte die Beklagte die Ab-

weisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 

Klägers. 

 

2.4. 

Mit Entscheid vom 14. Januar 2021 (OF.2017.151) erkannte das Bezirks-

gericht Lenzburg, Präsidium des Familiengerichts: 

 

" 1. 
Das Verfahren wird im Umfang des klägerischen Antrags Ziffer 1 gemäss 
Klageergänzung vom 19. Januar 2018 infolge Klagerückzugs abgeschrie-
ben. 
 
2. 
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 
 
3. 
Die Gerichtskosten, bestehend aus Entscheidgebühr für das begründete 
Urteil von CHF 1'800.00, werden dem Kläger auferlegt. 
 
4. 
Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten 1 [Beklagte im vorliegenden 
Verfahren OF.2022.152] eine Parteientschädigung von CHF 4'325.75 (inkl. 
MWSt von CHF 309.25) zu bezahlen." 

 

2.5. 

Mit Entscheid vom 9. August 2022 (ZOR.2022.8) erkannte das Obergericht 

des Kantons Aargau u.a. Folgendes: 

 - 5 - 

 

 

" 1. 
1.1. 
Die Berufung des Klägers wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Ent-
scheid des Gerichtpräsidiums Lenzburg vom 14. Januar 2021 aufgehoben 
und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 
erneutem Entscheid an dieses zurückgewiesen wird. 
 
1.2. 
Es wird festgestellt, dass die Beklagte 2 nicht mehr Verfahrenspartei ist. 
 
[…] " 

 

2.6. 

Mit Verfügung vom 17. Juli 2023 wurde das Verfahren gestützt auf die über-

einstimmenden Anträge der Parteien sistiert. 

 

2.7. 

Mit Entscheid vom 27. Januar 2025 erkannte das Bezirksgericht Lenzburg, 

Präsidium des Familiengerichts: 

 

" 1. 
Das Verfahren wird im Umfang des klägerischen Antrags Ziffer 1 gemäss 
Klageergänzung vom 19. Januar 2018 infolge Klagerückzugs (im Verfah-
ren OF.2017.151) abgeschrieben. 
 
2. 
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 
 
3. 
3.1. 
Die Gerichtskosten – bestehend aus der noch offenen Entscheidgebühr 
für das begründete Urteil im Verfahren OF.2017.151 im Betrag von 
CHF 450.00, der Entscheidgebühr für das obergerichtliche Verfahren 
ZOR.2022.8 im Umfang von CHF 3'500.00 sowie der Entscheidgebühr des 
vorliegenden Verfahrens im Betrag von CHF 3'000.00 – von insgesamt 
CHF 6'950.00 werden dem Kläger auferlegt. 
 
3.2. 
Es wird festgestellt, dass der Kläger im Rahmen des Verfahrens 
OF.2017.151 bereits CHF 1'350.00 an die Gerichtskasse Lenzburg bezahlt 
hat. 
 
4. 
Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das Verfahren OF.2017.151 
eine Parteientschädigung in der richterlich festgesetzten Höhe von CHF 
4'853.25 (inkl. 7.7 % MwSt. von CHF 347.00), für das Verfahren 
ZOR.2022.8 eine Parteientschädigung in der richterlich festgesetzten 
Höhe von CHF 1'941.30 (inkl. 7.7 % MwSt. von CHF 138.80) und für das 
Verfahren OF.2022.152 eine Parteientschädigung in der richterlich festge-
setzten Höhe von CHF 2'911.95 (inkl. 7.7 % MwSt. von CHF 208.20), total 
ausmachend CHF 9'706.50 (inkl. 7.7 % MwSt. von CHF 694.00), zu erset-
zen. 
 
 
 

 - 6 - 

 

 

5. 
Die auf den Kläger entfallenden Gerichtskosten werden ihm im Hinblick auf 
die gewährte unentgeltliche Rechtspflege betreffend das Verfahren 
ZOR.2022.8 im Umfang von CHF 3'500.00 einstweilen vorgemerkt. Sie 
können im Falle von günstigen Verhältnissen gestützt auf Art. 123 ZPO zu-
rückgefordert werden. " 

 

3. 

3.1. 

Der Kläger erhob am 28. Februar 2025 fristgerecht Berufung gegen diesen 

ihm am 30. Januar 2025 in begründeter Fassung zugestellten Entscheid 

und stellte folgende Anträge: 

 

" Es sei der Entscheid des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 27. Januar 
2025 in Ziff. 2, 3.1, 4 und 5 aufzuheben und es sei wie folgt zu entscheiden: 
 
1. 
Es sei Ziff. 4 der mit Ehescheidungsurteil des Präsidiums des Familienge-
richts Bremgarten vom 12. November 2013 genehmigten Scheidungskon-
vention vom 26. September/7. Oktober 2013 aufzuheben und neu wie folgt 
zu formulieren: 
 
 

'4. a) 
Es sei die Verpflichtung des Klägers, der Beklagten Kinderunterhalts-
beiträge zu bezahlen, aufzuheben und es sei festzustellen, dass der 
Beklagte nicht verpflichtet ist, Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen. 
 
4. b)  
Es sei festzustellen, dass die dem Kläger zugesprochenen IV-Kinder-
renten sowie die daraus resultierenden Kinderrenten aus der berufli-
chen Vorsorge der Beklagten direkt ausbezahlt werden.' 

 

2. 
Die Gerichtskosten in den Verfahren OF.2017.151, des Obergerichts im 
Verfahren ZOR.2022.8 und im Verfahren OF.2022.152 vollumfänglich der 
Beklagten auferlegen. 
 
3. 
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für die beiden Verfahren 
vor Bezirksgericht Lenzburg und für das Verfahren vor Obergericht des 
Kantons Aargau (ZOR.2022.8) eine Parteientschädigung von 
Fr. 12'973.10 zu bezahlen. 
 
Alles unter Kosten und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten. " 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 9. April 2025 beantragte die Beklagte die Abwei-

sung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 

Klägers. 

 

 
 

 - 7 - 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der angefochtene Entscheid ist berufungsfähig (Art. 308 ZPO). Der Kläger 

ist durch diesen beschwert und hat die für die Berufung statuierten Frist- 

und Formvorschriften (Art. 311 ZPO) eingehalten. Damit steht einem Ein-

treten auf seine Berufung nichts entgegen. 

 

2. 

2.1. 

Mit der Berufung können sowohl eine unrichtige Rechtsanwendung als 

auch eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz 

geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Da im vorliegenden Berufungs-

verfahren über Minderjährigenunterhalt zu befinden ist, auf den sowohl die 

uneingeschränkte Untersuchungs- als auch die Offizialmaxime zur Anwen-

dung gelangt (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO), ist die Novenordnung von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO unbeachtlich. D.h. neue Tatsachen und Beweismittel 

sind unbeschränkt zulässig (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

 

2.2. 

Das Obergericht kann ohne Verhandlung aufgrund der Akten entscheiden 

(Art. 316 Abs. 1 ZPO). 

 

3. 

Vor Vorinstanz hat der Kläger in der von ihm erhobenen Abänderungsklage 

nicht nur die Abänderung von Kinder- und nachehelichen Unterhaltsbeiträ-

gen verlangt, sondern zusätzlich die Umteilung der Obhut über die Kinder 

der Parteien (C._____ und D._____) von der Beklagten auf ihn. Im letzten 

Punkt wurde das Verfahren durch den vom Kläger anlässlich der Hauptver-

handlung erklärten Rückzug ohne Entscheid unmittelbar beendet (Art. 241 

ZPO und BGE 139 III 133 E. 1.2). In Bezug auf den nachehelichen Unter-

halt  wird der vorinstanzliche Entscheid gemäss den Berufungsanträgen 

nicht angefochten. Im vorliegenden Verfahren ist damit einzig noch über 

die Kinderunterhaltsbeiträge bzw. deren Abänderung sowie die erstinstanz-

liche Kostenregelung zu befinden.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz führt unter anderem aus (angefochtener Entscheid 

E. 3.4.6.2), der Kläger habe in seiner Eingabe vom 27. November 2023 die 

Rentenansprüche seiner beiden Kinder von insgesamt Fr. 3'790.90 pro Mo-

nat anerkannt. Dabei handle es sich klarerweise um Einkommensersatz 

wegen eingetretener Invalidität. Die Kinderrenten überstiegen die bisheri-

gen Unterhaltsansprüche gemäss Entscheid vom 25. Juni 2015, sodass 

sich der familienrechtliche Anspruch auf Null reduziere.  

 - 8 - 

 

 

4.2. 

Der Kläger führt aus (Berufung Ziff. III./1), mit Eingabe vom 27. November 

2023 habe er der Vorinstanz mitgeteilt, dass ihm ab 2017 eine Invaliden-

rente zugesprochen worden sei. Damit sei in klassischer Weise ein Abän-

derungstatbestand erfüllt. Der Kläger sei zu 100 % arbeitsunfähig und auf 

eine Invalidenrente angewiesen. Die Vorinstanz stelle fest, dass das Ein-

kommen des Klägers zum Zeitpunkt des Entscheids vom 25. Juni 2015 

Fr. 8'318.10 betragen habe, das aktuelle Einkommen belaufe sich auf 

Fr. 7'183.85. Dabei übersehe die Vorinstanz, dass sie das frühere Netto-

einkommen einem Bruttoeinkommen gegenüberstelle. Dem Kläger sei ab 

1. Januar 2017 eine IV- sowie eine PK-Rente zugesprochen worden. Erst 

im Jahr 2024 habe er dafür sämtliche IV-Beiträge und Steuern rückwirkend 

bezahlen müssen. Es ergebe sich ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 6'300.00.  

 

Weiter bringt er vor (Berufung Ziff. III./2), er habe im Zeitpunkt der Abände-

rungsklage noch nicht gewusst, ob tatsächlich Renten gesprochen würden 

für die Kinder und wenn ja, in welcher Höhe. Angesichts des Umstandes, 

dass er im damaligen Zeitpunkt über keinerlei Einkommen verfügt habe, 

aus dem er seiner Unterhaltsverpflichtung habe nachkommen können, sei 

ihm nichts anderes übriggeblieben, als die Abänderungsklage einzu-

reichen. Tatsächlich wäre die Einleitung des Abänderungsverfahrens nicht 

nötig gewesen, wenn im Zeitpunkt der Einreichung der Klage bereits fest-

gestanden hätte, dass Rentenleistungen zu Gunsten der Kinder ausgerich-

tet würden. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Bleibe es bei der Kla-

geabweisung, bleibe der Ehescheidungsentscheid, welcher verbindliche 

Unterhaltsbeiträge festlege, bestehen, obschon gemäss Wortlaut von 

Art. 285a Abs. 3 ZGB hierfür kein Platz mehr sei. 

 

4.3. 

Erhält der unterhaltspflichtige Elternteil infolge Alter oder Invalidität nach-

träglich Sozialversicherungsrenten oder ähnliche für den Unterhalt des Kin-

des bestimmte Leistungen, die Erwerbseinkommen ersetzen, so hat er 

diese Beträge an das Kind zu bezahlen; der bisherige Unterhaltsbeitrag 

vermindert sich von Gesetzes wegen im Umfang dieser neuen Leistungen 

(Art. 285a Abs. 3 ZGB). Soweit die Sozialversicherungsbeiträge höher als 

die Unterhaltsbeiträge ausfallen, verringert sich der Unterhaltsanspruch in-

folge der Ausrichtung der Rente auf null. Es ist dennoch die volle Sozial-

versicherungsleistung an das Kind auszurichten (FANKHAUSER, in: Kom-

mentar zum Familienrecht, FamKomm Scheidung, 4. Aufl. 2022, N. 18 zu 

Art. 285a ZGB; FOUNTOULAKIS, in: Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Bas-

ler Kommentar, 7. Aufl. 2022, N. 7 zu Art. 285a ZGB; vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 5A_496/2013 vom 11. September 2013 E. 2.4.1 f.).  

 

Art. 285a Abs. 3 ZGB schliesst eine Abänderung des Unterhaltsbeitrages 

nicht aus, soweit sich die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen 

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Elternteils infolge der Invalidität erheblich verändert und die automatische 

Anpassung des Unterhaltsbeitrages seiner neuen Leistungsfähigkeit nicht 

genügend Rechnung trägt (FANKHAUSER, FamKomm, a.a.O., N. 13 zu 

Art. 285a ZGB). 

 

4.4. 

Wie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, betragen die Kinderrenten ins-

gesamt Fr. 3'790.90 und übersteigen die mit Entscheid vom 25. Juni 2015 

festgesetzten Kindsunterhaltbeiträge von insgesamt Fr. 2'200.00. Entspre-

chend sind diese Kinderrenten in voller Höhe an die Kinder auszurichten 

und der familienrechtliche Unterhaltsanspruch reduziert sich von Gesetzes 

wegen (Art. 285a Abs. 3 ZGB) auf Null, da die Kinderunterhaltbeiträge kom-

plett durch die Rente gedeckt werden. Damit ist eine Abänderungsklage 

unnötig (vgl. Urteil des Obergerichts Zürich LC230038 vom 3. Mai 2024 

E. 3.2.). Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Klägers ist im Berufungsver-

fahren nicht massgebend, da sich der Unterhaltsanspruch der Kinder nicht 

auf weniger als Null reduzieren kann und in Bezug auf den nachehelichen 

Unterhalt der vorinstanzliche Entscheid nicht angefochten ist. Damit fehlt 

dem Kläger ein Feststellungsinteresse (er macht ein solches auch nicht 

geltend). Auf die Berufung ist daher in Bezug auf die Kinderunterhaltsbei-

träge nicht einzutreten. 

 

5. 

5.1. 

Der Kläger bringt bezüglich der Kosten vor (Berufung Ziff. III./3), sollte die 

vorliegende Berufung abgewiesen werden, so sei zumindest zu berücksich-

tigen, dass er im Verfahren vor Obergericht (gemeint wohl das Verfahren 

ZOR.2022.8) obsiegt habe und zumindest diejenigen Kosten der Beklagten 

aufzuerlegen seien. 

 

5.2. 

Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten (d.h. Gerichtskosten 

und Parteientschädigung; Art. 95 Abs. 1 ZPO) der unterliegenden Partei 

auferlegt. Dabei gilt bei Nichteintreten und bei Klagerückzug die klagende 

Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Hat 

keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem 

Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Massgebend ist 

das Gesamtergebnis des Prozesses in der Hauptsache, während es nicht 

darauf ankommt, wie über einzelne Angriffs- oder Verteidigungsmittel ent-

schieden wurde. Entsprechend hat für die Frage des Unterliegens bzw. des 

Verfahrensausgangs nach Art. 106 ZPO auch das Ergebnis blosser Zwi-

schenverfahren ausser Betracht zu bleiben (vgl. BGE 148 III 182 E. 3.2). 

Art. 107 ZPO sieht für verschiedene typisierte Fälle vor, dass das Gericht 

von den Verteilungsgrundsätzen gemäss Art. 106 ZPO abweichen und die 

Prozesskosten nach Ermessen verteilen kann (vgl. BGE 148 III 182 E. 3.2; 

BGE 143 III 261 E. 4.2.5; BGE 139 III 33 E. 4.2, BGE 139 III 358 E. 3). Im 

 - 10 - 

 

 

Weiteren hat nach Art. 108 ZPO unnötige Prozesskosten zu bezahlen, wer 

sie verursacht hat. 

 

5.3. 

Mit Entscheid vom 9. August 2022 im Verfahren ZOR.2022.8 wurde die Be-

rufung des Klägers in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid der 

Vorinstanz aufgehoben und zu weiteren Abklärungen und erneutem Ent-

scheid zurückgewiesen wurde (Dispositiv-Ziffer 1.1). Insofern hat der Klä-

ger zwar teilweise im obergerichtlichen Verfahren obsiegt, die Vorinstanz 

hat die Klage jedoch auch nach weiteren Abklärungen mit ihrem neuen Ent-

scheid abgewiesen, womit der Kläger auch die Kosten für den obergericht-

lichen Zwischenentscheid aus dem Verfahren ZOR.2022.8 zu tragen hat 

(vgl. BGE 148 III 182 E. 3.2). Eine besondere Situation im Sinne von 

Art. 107 ZPO, die eine andere Kostenverteilung rechtfertigen würde, ist vor-

liegend nicht ersichtlich und wird vom Kläger auch nicht geltend gemacht. 

Insofern bleibt es bei der vorinstanzlichen Kostenregelung und die Beru-

fung ist diesbezüglich abzuweisen. 

 

6. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Berufungsverfah-

rens vollumfänglich dem Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 

obergerichtliche Entscheidgebühr ist auf Fr. 2'500.00 (Art. 96 ZPO i.V.m. 

§ 7 Abs. 2 und 4 GebührD) festzusetzen und wird mit dem vom Kläger ge-

leisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet. 

 

Der Kläger ist zudem zu verpflichten, der Beklagten eine Parteientschädi-

gung zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 ZPO). Diese ist ausge-

hend von einer Grundentschädigung für ein durchschnittliches Abände-

rungsverfahren von Fr. 3'500.00 (§ 3 Abs. 1 lit. b und d sowie Abs. 2 AnwT) 

unter Berücksichtigung eines Abzugs von 20 % für die entfallene Verhand-

lung (§ 6 Abs. 2 AnwT) sowie des Rechtsmittelabzugs von 25 % (§ 8 AnwT) 

sowie einer Auslagenpauschale von 3 % und der Mehrwertsteuer auf (ge-

rundet) Fr. 2'338.00 (Fr. 3'500.00 x 0.8 x 0.75 x 1.03 x 1.081) festzusetzen. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung des Klägers wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 2'500.00 wird dem Kläger 

auferlegt. 

 

 - 11 - 

 

 

3. 

Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten ihre zweitinstanzlichen Partei-

kosten in der richterlich festgesetzten Höhe von Fr. 2'338.00 (inkl. Ausla-

genpauschale und MwSt.) zu bezahlen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens Fr. 

30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-

tung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 11. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Lindner Donauer