# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d00772b9-c1ec-5da2-bf46-3ac0bcbd87f4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 31.08.2017 R 2017 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2017-13_2017-08-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 17 13

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi 

Aktuar Gross

URTEIL
vom 31. August 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cahenzli,

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gion J. Schäfer,

Beschwerdegegnerin
und

B._____,
Eheleute C._____,
D._____,
E._____ und F._____,
G._____,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Ettisberger,

Beschwerdegegner

betreffend Baugesuch

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1. Am 28. September 2012 reichte A._____ bei der Gemeinde X._____ das 

Baugesuch Nr. 2012-0098 (Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit Un-

terniveaugarage auf Parzelle 1751 in X._____) ein. Dagegen reichten die 

Stockwerkeigentümer von Parzelle 1752, H._____ und I._____, Einspra-

che ein und beantragten die Verweigerung der Baubewilligung. Eventuali-

ter sei ein Quartierplanverfahren einzuleiten und eine Planungszone zu 

erlassen.

2. Am 11. November, mitgeteilt am 8. Dezember 2014, wies der Gemeinde-

vorstand X._____ das Baugesuch 2012-0098 ab, u.a. mit folgender Be-

gründung: 
Die geplanten Erker seien Bauteile der Fassaden. Sie könnten in dieser Form 
nicht bewilligt werden. Sie vergrösserten die Räume und die Hauptfassade nach 
aussen und verursachten eine Grenzabstandsverletzung.

Das Bauvorhaben lasse sich nicht mit Art. 43 Abs. 1 BG respektive Art. 73 Abs. 
1 KRG vereinbaren. Die Fassade vermittle ein unharmonisches, unruhiges Bild. 
Die Gestaltungsmängel seien dermassen gravierend, dass sie nicht mit irgend-
welchen Auflagen geheilt werden könnten. Das Bauvorhaben müsse gestalte-
risch überarbeitet werden. Zudem müssten an der Ost- und Westfassade die un-
zulässigen Erker weggelassen werden.

3. Am 23. Januar 2015 erhob A._____ (Beschwerdeführerin) dagegen beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde (Verfahren R 

15 7) und beantragte:
1. Der Entscheid des Gemeindevorstandes X._____ vom 11. November 2014 

betreffend Abweisung des Baugesuches 2012-0098 der Beschwerdeführerin 
für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Unterniveaugarage und Auto-
liftgebäude auf Parzelle 1751 sei aufzuheben.

2.a) Es sei das Baugesuch 2012-0098 der Beschwerdeführerin für den Neubau 
eines Mehrfamilienhauses mit Unterniveaugarage und Autoliftgebäude auf 
Parzelle 1751 mit einer anrechenbaren Geschossfläche von 781.72 m² zu 
bewilligen und die Baueinsprache vom 25. Oktober 2012 abzuweisen.

   b) Eventuell sei dieses Baugesuch unter der Auflage zu bewilligen, dass vor 
Baubeginn abgeänderte Pläne bezüglich der Gestaltung der Erker auf der 
West- und Ostfassade einzureichen seien.

   c) Subeventuell sei die Angelegenheit der Beschwerdegegnerin zur Neubeur-
teilung im Sinne der gerichtlichen Erwägungen zurückzuweisen.

3. (Kosten- und Entschädigungsfolge). 

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Zur Begründung machte sie u.a. Folgendes geltend: 

Auch Erker dürften gemäss Art. 75 Abs. 3 KRG bis 1 m in den Grenzab-

stand hineinragen. Die hier vorgesehenen Erker ragten maximal 1 m in 

den baugesetzlichen Grenzabstand hinein. Die Fassadengestaltung sei 

als langweilig und unruhig bezeichnet worden. Dies seien aber Gegensät-

ze. Zudem werde damit nur eine subjektive Empfindung zum Ausdruck 

gebracht. In der näheren Umgebung der Bauparzelle 1751 existierten 

verschiedenartige Formen und Farben (Parzellen 1716, 4410, 3767, 

3766). Hier kämen unterschiedliche Fassadengestaltungen zur Anwen-

dung. Es gebe keinen einheitlichen Stil in der baulichen Gestaltung. Die 

Fassaden seien nicht unharmonisch und unruhig. Zudem weise die Süd-

fassade nur zwei unterschiedliche Fensterbreiten mit durchgängig einheit-

licher Fensterhöhe auf. Ost- und Westfassaden wiesen drei unterschiedli-

che Fensterformen auf und nicht sechs, wobei die grösseren Fenster der 

Fensterform der Südfassade entsprächen. Somit lägen nicht zahlreiche 

unterschiedliche Fassadenöffnungen vor. Balkone habe es an den Ge-

bäudeecken keine. Die breite Südfassade werde durch den mittleren Vor-

sprung harmonisch durchbrochen, die anderen Fassaden hätten keine 

Vor- und Rücksprünge, die Fassaden hätten grosse und regelmässige 

Fensterflächen und -typen und strahlten im Zusammenspiel mit den Bal-

konen Ausgewogenheit aus. Die Gestaltung sei zeitgemäss. Die Nordfas-

sade sei gestalterisch erheblich verändert und weiterentwickelt worden, 

um ein harmonisches und ausgewogenes Bild zu erreichen. Die Architek-

tur in der näheren Umgebung sei ähnlich. Die Erker brächen die Fassade 

auf und seien nicht langweilig. Sie sähen auch nicht wie Militärbunker 

aus. Entsprächen die Erker gestalterisch nicht dem Anspruch der Ge-

meinde, hätte auf die Ausführung derselben an der Nord-, an der Ost- und 

Westfassade verzichtet werden können. Dabei handle es sich um einen 

Mangel von untergeordneter Natur und eine Bewilligung mit entsprechen-

der Auflage wäre möglich gewesen.

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4. Am 6. März 2015 (Poststempel) beantragte die Gemeinde X._____ (Be-

schwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde.

Zur Begründung machte sie u.a. Folgendes geltend: 

Die von der Beschwerdeführerin als "Erker" bezeichneten Fassadenteile 

seien keine Erker im Sinne von Art. 55 BG/Art. 75 Abs. 3 KRG. Sie zögen 

sich über zwei Stockwerke hin und seien so gross, dass sie die Gebäude-

fassaden dominierten. Sie vergrösserten die Wohnzimmerfläche so, wie 

es bei einem üblichen Erker nie erreicht würde. Faktisch würden die Ge-

bäudefassaden zwecks Erweiterung der Wohnfläche nach aussen ver-

schoben. Gegenüber den bestehenden Bauten in der näheren Umgebung 

werde mit dem geplanten Gebäude keine gute Gesamtwirkung erzielt. Es 

wirke völlig überladen, insbesondere wegen den sogenannten "Erkern", 

welche die Fassaden verunstalteten.

5. Am 6. März 2015 beantragten auch B._____ und Mitbeteiligte (Beschwer-

degegner) die Abweisung der Beschwerde.

Zur Begründung machten sie u.a. Folgendes geltend: 

Die Erker seien nicht bewilligungsfähig, weil Bestandteil der Hauptfassa-

de. Die "Erker" seien überdimensioniert und vergrösserten die Hauptfas-

sade nach aussen. Sie führten zu einer Grenzabstandsverletzung. Sie 

seien keine Erker im eigentlichen Sinn und dienten ausschliesslich der 

Vergrösserung der Wohnfläche. Hier sei der Grenzabstand 22 m und der 

minimale Grenzabstand gemäss Art. 40 Abs. 1 BG einschliesslich Mehr-

längenzuschlag 6.4 m. Zwar werde von der Beschwerdeführerin der 

Grenzabstand im westlichen Bereich mit 6.56 m angegeben. Weil der "Er-

ker" im 2. OG auf ca. 1 m in den Luftraum hineinrage, werde der gesetz-

lich vorgeschriebene Grenzabstand verletzt. Dies gelte auch für die 

Grenzabstände im östlichen und nördlichen Bereich. Hier sei von der 

Gemeinde nicht die Kubatur des geplanten Gebäudes, sondern dessen 

äussere Gestaltung beanstandet worden. Die Fassaden mit den zahlrei-

chen Vor- und Rücksprüngen, den abgestützten Balkonen und den Ab-

schrägungen an der Südfassade seien unruhig und unharmonisch. Die 

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zahlreichen, unterschiedlich dimensionierten und gestalteten Fassaden-

öffnungen vermittelten ein unausgereiftes, unruhiges Fassadenbild. An 

der Südfassade seien die Auskragungen der Balkone an den Ecken und 

die sich teilweise über drei Geschosse erstreckenden Abstützungen der 

Balkone störend. Auch die Nordfassade sei zerklüftet, mit zahlreichen 

Vor- und Rücksprüngen und vielfältigen Fensterformaten. Eine Bewilli-

gung für die „Erker“ hätte nicht mit Nebenbestimmungen erteilt werden 

können.

6. Am 20. April 2015 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren An-

trägen fest. Zur Begründung machte sie u.a. Folgendes geltend: 

An den Ost- und Westfassaden gebe es nur einen einzigen Erker. An-

sonsten enthält die Replik nichts Neues oder Rechtsrelevantes.

7. Am 30. April 2015 hielten die Beschwerdegegner duplicando an ihren 

Anträgen fest. Zur Begründung machten sie u.a. Folgendes geltend: 

In der Umgebung gebe es keine Erker. Ansonsten erhält die Duplik nichts 

Neues oder Rechtsrelevantes.

8. Am 1. Mai 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 

einer Duplik.

9. Am 25. Juni 2015 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen Au-

genschein durch. Die Parteien waren sich dabei insbesondere bezüglich 

der Ausgestaltung und Qualifikation der geplanten Fassadenerker auf der 

West- und Ostseite des Neubauvorhabens uneins. Im Weiteren wurde die 

Ästhetik des Gesamtbauprojekts im Gesamtgefüge der bestehenden Be-

bauungsverhältnisse und des umliegenden Orts- und Landschaftsbilds 

von den Parteien unterschiedlich beurteilt. 

10. Am 10. November 2015 wies das Gericht die Beschwerde R 15 7 ab. Zum 

Begriff „Erker“ wurden die Art. 55 BG und Art. 75 KRG beigezogen.

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Die "Erker" an der Ost- und Westseite des projektierten Mehrfamilienhau-

ses auf Parzelle 1751 zögen sich nicht nur über zwei Stockwerke hin, 

sondern hätten auch zur Folge, dass das Dach verlängert werde. Sie bil-

deten nach aussen eine Wand und gälten somit nach Art. 75 Abs. 3 KRG 

als Teil der Umfassungswand. Diese Feststellung habe zur Konsequenz, 

dass die beiden zweigeschossigen Erker auf der Ost- und Westseite den 

ordentlichen Grenzabstand in der Wohnzone B von 5.0 m nach Art. 26 

(Zonenschema) in Verbindung mit Art. 40 BG (Mehrlänge) einzuhalten 

hätten. Das gelte indessen nicht für die restliche Umfassungswand, womit 

die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach vorspringende Ge-

bäudeteile stets einen Bestandteil/Bauteil der Hausfassade darstellten, 

entkräftet sei. Wie die Beschwerdeführerin weiter selbst festgehalten ha-

be, wäre gegenüber den benachbarten Parzellen 3319 im Westen und 

1752 im Osten gemäss Art. 26 in Verbindung mit Art. 39 und Art. 40 BG 

ein Grenzabstand von 5.50 m erforderlich. Der zweigeschossige Erker an 

der Westfassade rage nun aber 1 m in den Grenzabstand hinein (5.50 m 

[inkl. Mehrlängenzuschlag] minus 1.0 m = 4.5 m) und verletze somit den 

ordentlichen Grenzabstand von 5.0 m um 0.5 m. Der zweigeschossige 

Erker an der Ostseite rage ebenfalls 1 m in den Grenzabstand hinein 

(6.40 m [oder 6.50 m] minus 1.0 m = 5.40 m [= 5.50 m]), womit der or-

dentliche Grenzabstand von 5.0 m auf der Ostseite eingehalten werde. Zu 

prüfen bleibe damit aber immer noch, ob die zweigeschossigen Erker auf 

der Ostfassade auch baugestalterisch den gesetzlichen Anforderungen 

des kommunalen Baugesetzes bzw. des KRG betreffend Bauästhetik zu 

genügen vermöchten. Die vorspringenden Gebäudeteile auf der Nordseite 

des geplanten Mehrfamilienhauses auf Parzelle 1751 umfassten demge-

genüber nur ein Stockwerk und bildeten insbesondere keinen integrierten 

Bestandteil des Daches (keine Dachverlängerung) und könnten daher als 

Erker im klassischen Sinne von Art. 75 Abs. 3 KRG taxiert werden. 

Zur Frage der Bauästhetik inkl. Gestaltungsvorgaben des Ortsbild- und 

Landschaftsschutzes wurden die Art. 43 BG und Art. 73 KRG angewandt.

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Gemäss den Fassadenplänen und des gerichtlichen Augenscheins vom 

25. Juni 2015 treffe es sicherlich zu, dass das geplante Mehrfamilienhaus 

auf Parzelle 1751 baugestalterisch gleich in mehrfacher Hinsicht nicht zu 

überzeugen respektive zu befriedigen vermöge. Die Gestaltung der Fas-

saden sei sehr unruhig und unharmonisch. [..] Auf der West- und Ostseite 

existierten ebenfalls drei verschiedene Fenstergrössen mit markant diver-

gierenden Höhen und Breiten der Glasflächen und Sprosseneinteilungen. 

Das unruhige Bild werde hier durch die vorspringenden Gebäudeteile im 

1. OG und im 2. OG (zweigeschossige „Erker“; mit Absicht übertrieben in 

den Rechtschriften bzw. am Augenschein auch als „schiessschartige Mi-

litärbunker“ bezeichnet) noch betont und durch den sich über zwei Stock-

werke erstreckenden Fassadenaushang zusätzlich visuell untermauert. In 

diesem Sinne dürfe baugestalterisch durchaus gesagt werden, dass die 

Form und Ausgestaltung eines Erkers – sei er rund bzw. zylinderförmig 

oder eben rechteckig oder würfelförmig – sehr bedeutsam und zentral für 

die Akzeptanz eines vorspringenden Gebäudeteils gemäss Art. 75 Abs. 3 

KRG sein könne. Hinzu komme, dass die - gegenüber den zweigeschos-

sigen Erkerfenstern - leicht versetzten und asymmetrischen Dachgauben-

fenster zur unruhigen und disharmonischen Gesamterscheinung noch 

überproportional beitrügen. Das geplante Gebäude mit der grossflächigen 

Südseite und der etwas kleineren Nordseite sei aus bauästhetischer Sicht 

von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Ausübung ihres pflicht-

gemässen (weiten) Ermessens zu Recht als nicht bewilligungsfähig ein-

gestuft worden. Daran ändere auch nichts, dass sich auf der Westseite 

des Nachbarhauses auf Parzelle 3319 bereits ein eingeschossiger Erker 

im traditionellen „Ausguckstil“ (d.h. zur Erweiterung des Sichtspektrums 

auf die unterhalb direkt vorbeiführenden Verkehrswege der ansonsten 

geschlossenen Hausfassade) befinde, da jene geringfügige Fassaden-

ausbuchtung gegen Westen überhaupt nicht mit den voluminösen und 

gestalterisch das Gesamtbauwerk übermässig prägenden Baukörpern 

(zweigeschossige Erker im Westen/Osten mit Dachintegration und gleich-

zeitiger Dachverlängerung) auf Bauparzelle 1751 vergleichbar seien. 

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Wie der Augenschein gezeigt habe, bestünden in nächster Umgebung be-

reits ähnlich dimensionierte Gebäude, weshalb allein die Höhe, Länge 

und Breite bzw. das Volumen und die Kubatur des geplanten Mehrfamili-

enhauses auf Bauparzelle 1751 keine Verweigerung der Baubewilligung 

wegen ungenügender Einfügung ins bestehende Orts- und Landschafts-

bild gerechtfertigt hätten. Das betreffende Gesamtbauprojekt müsse je-

doch aufgrund der unruhigen, asymmetrischen und verschachtelten Fens-

terfronten (z.B. Vorgabe: Beschränkung auf zwei verschiedene Fenster-

grössen) einschliesslich Dachaufbauten und der festgestellten Grenzab-

standsverletzung im Westen nochmals gründlich überarbeitet werden, be-

vor es der Beschwerdegegnerin erneut (diesmal auch aus ästhetischer 

Sicht mit Erfolg) zur Bewilligung unterbreitet werden könne.

11. Am 22. August 2016 reichte die Beschwerdeführerin das Gesuch 2016-

0064 für den Abbruch des bestehenden Wohnhauses auf Parzelle 1751 

ein. Gleichentags reichte sie das Baugesuch 2016-0065 für die Erstellung 

eines Mehrfamilienhauses mit UN-Garage und Autoliftgebäude auf Par-

zelle 1751 ein.

12. Dagegen erhoben B._____, die Eheleute C._____, D._____, F._____, 

E._____, G._____ und H._____ gemeinsam fristgerecht Einsprache und 

beantragten:
1. Die nachgesuchte Abbruchbewilligung sei zu verweigern.
2. Die nachgesuchte Baubewilligung sei zu verweigern.
3. Unter Kostenfolge zulasten Einsprecherin (recte wohl: Bauherrschaft).

Unter anderem machten sie geltend, die vorgesehenen Erker verletzten 

erneut die Grenzabstandsvorschriften und die Ästhetikvorschriften.

13. Am 10. Oktober 2016 beantragte die Bauherrschaft die Abweisung der 

Einsprache, soweit darauf eingetreten werden könne und die Baugesuche 

2016-0064 und 2016-0065 seien zu bewilligen, unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolge zulasten der Einsprecher.

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Die Erker seien gegenüber dem Bauvorhaben 2012-0018 (recte: 2012-

0098) so abgeändert worden, dass sie nicht mehr bis ins Dach reichten 

und dieses damit auch nicht verlängerten. Damit seien sie eindeutig als 

von der Fassade abgesetzte Bauteile zu erkennen. Die überarbeiteten 

Fassaden entsprächen nun den gesetzlichen Vorschriften. Die erhebliche 

Überarbeitung und Neugestaltung aller Fassaden hätten zur Folge, dass 

diese wesentlich ruhiger erschienen und es werde auch eine bessere 

Symmetrie erzielt.

14 Am 22. November, mitgeteilt am 9. Dezember 2016, bewilligte der Ge-

meindevorstand X._____ das Baugesuch 2016-0064 betreffend Abbruch.

15. Gleichentags beschlossen und mitgeteilt, hiess der Gemeindevorstand 

X._____ die Einsprache im Sinne der Erwägungen teilweise gut und be-

willigte mit separatem Entscheid das Baugesuch 2016-0065 betreffend 

Neubau mit Auflagen. Unter anderem führte der Gemeindevorstand aus, 

dass die Fassaden gegenüber dem Baugesuch 2012-0098 verbessert 

worden seien. Die Fassade mache durch die verbesserte Einteilung der 

Gestaltungselemente einen wesentlich ruhigeren Eindruck. Art. 43 Abs. 1 

BG respektive Art. 73 Abs. 1 KRG seien diesbezüglich nicht verletzt. Da-

von ausgenommen seien jedoch die "Erker", welche den Fassaden durch 

ihre Dimension ein bunkerähnliches Aussehen verpassten und deshalb 

auch wegen Verletzung von Art. 43 Abs. 1 BG bzw. Art. 73 Abs. 1 KRG 

nicht bewilligt werden könnten. Die vorgesehenen Erker an der Ost- und 

Westfassade seien nicht schon deshalb nicht mehr Bestandteil der Fas-

sade, weil sie nicht mehr mit dem Dach verbunden seien. Sie seien in ih-

ren Dimensionen praktisch unverändert übernommen worden und bilde-

ten immer noch Bestandteil der Hauptfassade bzw. bildeten lediglich eine 

Ausbuchtung derselben. Sie zögen sich nach wie vor über zwei Stock-

werke und bildeten nach aussen eine Wand und gälten deshalb gemäss 

Art. 75 Abs. 2 KRG als Teil der Umfassungswand und müssten daher die 

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gesetzlichen Grenzabstände inkl. Mehrlängenzuschlag einhalten (VGU R 

15 7).

Nordfassade: Gebäudelänge 24 m, Mehrlängenzuschlag 1.8 m, notwen-
diger Grenzabstand 5 m + 1.8 m = 6.8 m, vorhanden 6.56 m
Ostfassade: Gebäudelänge 17.5 m, Mehrlängenzuschlag 0.5 m, notwen-
diger Grenzabstand 5 m + 0.5 m = 5.5 m, vorhanden 5.05 m
Westfassade: Gebäudelänge 17.5 m, Mehrlängenzuschlag 0.5 m, not-
wendiger Grenzabstand 5 m + 0.5 m = 5.5 m, vorhanden 4.5 m.

In diesem Punkt sei die Einsprache folglich gutzuheissen. Die erforderli-

chen Grenzabstände könnten jedoch ohne weiteres eingehalten werden, 

wenn diese auch ästhetisch völlig verunglückten Ausstülpungen an der 

West-, Ost- und Nordfassade weggelassen würden. Die Baubewilligung 

könne unter entsprechender Auflage, welche durch das Einreichen abge-

änderter Baupläne vor Baubeginn sicherzustellen sei, bewilligt werden. 

Die Einsprecher hätten auch gegen das Baugesuch 2016-0064 für den 

Abbruch des bestehenden Wohnhauses Einsprache erhoben, diesen An-

trag aber nicht begründet. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten werde 

verzichtet, die Einsprecher hätten aber die Bauherrin reduziert ausseramt-

lich mit Fr. 1‘000.-- zu entschädigen.

Die Auflage Ziff. b22 in der Baubewilligung lautet wie folgt:
"Gemäss Einspracheentscheid (II. Erwägungen, 4.) sind die angeblichen Erker 
nicht bewilligungsfähig. Diese müssen aus baupolizeilichen und ästhetischen 
Gründen weggelassen werden. Vor Baubeginn müssten dem Bauamt die korri-
gierten Grundriss-, Fassaden- und AZ-Berechnungspläne zur Genehmigung im 
Doppel eingereicht werden."

16. Am 1. Februar 2017 erhob die Beschwerdeführerin dagegen Beschwerde 

und beantragte was folgt:
1. Es sei Ziff. b22 "Spezielle Auflagen" der Baubewilligung aufzuheben.
2. Das Bauvorhaben sei mit den gemäss Baugesuchsplänen vorgesehenen 

Erkern auf der Ost- und Westfassade des projektierten Mehrfamilienhauses, 
eventuell in Ausführung gemäss den mit der Beschwerde eingereichten 
neuen Plänen (Projektänderung Verkleinerung Erkerbreite um 0.39 m auf 
neu 3.46 m) zu bewilligen.

3. Subeventuell sei die Angelegenheit der Gemeinde zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen.

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4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWST) zulasten der Be-
schwerdegegner.

Sie habe ihr Bauvorhaben auf Parzelle 1751 aufgrund des Urteils R 15 7 

überarbeitet und die Unzulänglichkeiten des Baugesuchs 2012-0098 be-

seitigt. Nach Art. 40 Abs. 1 BG betrage der Mehrlängenzuschlag ein Fünf-

tel der Gebäudemehrlänge von 15 m. Nach Art. 75 Abs. 3 KRG dürften 

vorspringende Gebäudeteile wie Erker bis 1 m in den Grenzabstand hin-

einragen. Als Grenzabstand gelte der baugesetzliche Grenzabstand. Ein 

Erker sei ein der Fassade oder Ecke eines Gebäudes vorgelagerter, ge-

schlossener, überdachter, über ein oder mehrere Geschosse reichender, 

von der Hausfassade auskragender Ausbau, der nicht vom Boden auf-

steige. Dieser bilde in der Regel einen durch Fassaden umbauten Raum 

und nicht einen der Fassade vorgelagerten Annex. Er diene in der Regel 

besserer Lichtzuführung, optischer Erweiterung des Innenraums oder ei-

nes grösseren Ausblicks zu den Seiten hin. Der Erker stelle einen für den 

Gebrauch eines Wohnraums nicht unerlässlichen Zusatz dar und berge 

insoweit immer ein Element von Luxus in sich. Wie er ausgestaltet sei, 

spiele keine Rolle, solange er bloss die Eigenart als Gebäudevorsprung 

bewahre. Gemäss VGU R 15 7, E.3b seien die damals vorgesehenen Er-

ker deshalb als Teil der Umfassungswand bezeichnet worden, weil sie bis 

ins Dach des Wohnhauses gereicht und dadurch das Dach verlängert hät-

ten, mit der Folge, dass sie gegen aussen eine Wand gebildet und nicht 

mehr die Eigenart als Gebäudevorsprünge bewahrt hätten. Den an der 

Nordfassade vorgesehenen Erkern sei das Abstandsprivileg zugestanden 

worden, weil diese keinen integrierenden Bestandteil des Daches, also 

keine Dachverlängerung, gebildet hätten. Jetzt seien die Erker nicht mehr 

mit dem Dach verbunden und verlängerten dieses nicht, seien jetzt also 

eindeutig als von der Hauptfassade abgesetzte Gebäudeteile erkennbar 

und bewahrten ihre Eigenschaft als Gebäudevorsprünge laut Art. 75 Abs. 

3 KRG. Die Zweigeschossigkeit spiele keine Rolle. Erker müssten einfach 

erst ab dem ersten Obergeschoss frei auskragen. Bei der letzten Revision 

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des Baugesetzes am 18. Januar 2011 habe die Gemeinde die früher für 

Gebäudevorsprünge geltenden Beschränkungen von Art. 58 Abs. 1 aBG 

ersatzlos gestrichen. Somit seien jetzt nur noch die Beschränkungen von 

Art. 75 Abs. 3 KRG zu beachten. Dieser beschränke das Abstandsprivileg 

nicht auf eingeschossige Erker. Relevant sei nur, dass der zweigeschos-

sige Erker eindeutig als von der Hauptfassade abgesetzter Gebäudeteil 

erkennbar sein müsse. Dies sei hier der Fall. Die Ausgestaltung der Erker 

sei nicht massgebend. Es seien auch verschiedene Erkerformen zulässig, 

solange diese Gebäudevorsprünge als solche erkennbar seien. Dies sei 

hier der Fall.

Die Beschwerdeführerin wäre im Sinne eines Eventualbegehrens bereit, 

die bisherige Erkerbreite von 3.85 m um 0.39 m auf eine Breite von neu 

3.46 m zu verkleinern. Dies ergäbe in optischer Hinsicht noch eine deutli-

chere Absetzung von der West- bzw. Ostfassade, indem sich auf der 

Ebene der Hausfassade ein Abstand zwischen dem Fenster des Raums 

WC/Bad und dem Erkeransatz von neu 0.445 m ergebe. Zudem erreiche 

der Erker damit auch das Verhältnis des goldenen Schnittes im Verhältnis 

Höhe-Breite. Die Erker könnten auch so ihren Zweck der optischen Erwei-

terung des Innenraums dienen und stellten das gewisse Element von Lu-

xus dar, das einen Erker auszeichne. Seien die Erker abstandsprivilegiert, 

würden die baugesetzlichen Grenzabstände samt Mehrlängenzuschlag 

eingehalten. Die geplanten Erker auf der West- und Ostfassade ragten 

maximal 1 m in den baugesetzlichen Grenzabstand hinein. Art. 75 Abs. 3 

KRG sei somit eingehalten. Die Gemeinde verletze Art. 75 Abs. 3 KRG, 

Art. 26 und Art. 40 BG, wenn sie davon ausgegangen sei, die Bewilligung 

der Erker führe zu einer Grenzabstandsverletzung, weswegen sie nur un-

ter der Auflage Ziff. b22 die Bewilligung für das Bauvorhaben habe ertei-

len können. Das Verwaltungsgericht habe in VGU R 15 7 bezüglich Erker 

festgehalten, diese betonten das unruhige Fassadenbild. Jetzt genüge 

gemäss der Gemeinde das Fassadenbild ohne Erker den Ästhetikvor-

schriften. Die Gemeinde hätte jetzt also darlegen müssen, weswegen die 

Erker den Anforderungen an die Bauästhetik nicht entsprächen. Sie habe 

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sich nur an allgemeine Formulierungen gehalten. Dies sei willkürlich. Ein 

Bunker sei aus Beton oder Stahl gebaut und habe kleinflächige Gebäu-

deöffnungen. Dies sei hier nicht der Fall. Die Erker hätten nichts mit ei-

nem Bunker gemein. Die raumhohen Fenster an den Erkern seien ästhe-

tisch. Ein Weglassen der seitlichen Fensteröffnungen der Erker betonte 

die Volumina der Erker. Vom Fensterbild her fügten sich die Erker bes-

tens in das übrige Fassadenbild ein. Das geplante Haus weise eine kubi-

sche Form auf, welche auch nach einer kubischen Erkerform verlange.

Erachtete das Gericht das Erkervolumen in keinem ausgewogenen Ver-

hältnis zum Hauptbau, würde diese durch die eingereichte Projektände-

rung reduziert. Die Auflage sei nicht verhältnismässig. Sollten die Erker 

nicht bewilligungsfähig seien, hätte die Gemeinde die Einreichung abge-

änderter Pläne für abgeänderte Erker oder bei einem Verzicht darauf 

neue Fassadenpläne zur Bewilligung verlangen dürfen; die Auflage, dass 

die Erker ganz wegzulassen seien, sei nicht nur rechtswidrig, sondern 

auch unverhältnismässig.

17. Am 1. März 2017 beantragten B._____ und Mitbeteiligte (Beschwerde-

gegner) die Abweisung der Beschwerde.

Es seien nicht alle Erwägungen von VGU R 15 7 in die Überarbeitung des 

Bauprojekts eingeflossen. Ein Unterschreiten der Grenzabstände komme 

nicht in Frage, wenn Vorbauten ein Ausmass annähmen, dass nicht mehr 

von keinerlei zusätzlichen Einwirkungen auf das Nachbargrundstück ge-

sprochen werden könne resp. man kaum mehr erkenne, dass es sich um 

vorspringende Gebäudeteile handle. In VGU R 15 7 seien die Erker nicht 

nur wegen ihrer Verbindung mit dem Dach als Teil der Umfassungswand 

angesehen worden, sondern auch, weil sie sich über zwei Stockwerke 

hinzögen. Zudem habe das Gericht die vorspringenden Gebäudeteile auf 

der Nordseite deshalb nicht bemängelt, weil sie sich nur über ein Stock-

werk hinzögen und somit nicht integrierenden Bestandteil des Dachs ge-

bildet hätten. Gemäss VGU R 15 7 komme es sehr wohl auf die Form und 

Ausgestaltung des Erkers an, um von den Abstandsprivilegien Gebrauch 

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machen zu können. Ein solcher müsse als Gebäudevorsprung erkennbar 

sein. Dies sei hier nicht der Fall. Die Gemeinde habe ihren Ermessens-

spielraum nicht überschritten, wenn sie davon ausgehe, die Erker seien 

immer noch nicht der Bauästhetik genügend ausgeführt. Was den Ver-

gleich mit einem Bunker anbetreffe, gehe es einzig um die Form und de-

ren ästhetische Ausgestaltung und nicht um das verwendete Material (Be-

ton und Stahl). Die gewählte Erkerfensterart schade der bauästhetischen 

Erscheinung. Die zweigeschossigen Erker träten stark in Erscheinung, 

weshalb sie vom Betrachter als Fremdkörper bzw. angebaute Gebäude-

teile wahrgenommen würden. Die Erker wiesen trotz der geplanten Ände-

rungen immer noch eine Breite von 3.46 m auf und entsprächen somit der 

Vergrösserung um eine Zimmerbreite. Die Verkleinerung der Erker genü-

ge nicht für ein harmonisches Erscheinungsbild. Die Bewilligung unter 

Auflagen sei verhältnismässig.

18. Am 9. März 2017 beantragte die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) die 

Abweisung der Beschwerde. Auf Ziff. 2 des Rechtsbegehrens, womit eine 

reduzierte Version der beanstandeten Erker bewilligt werden solle, könne 

nicht eingetreten werden. Die Beschwerde ziele nämlich auf die Aufhe-

bung der Auflage Ziff. b22 ab. Der Antrag gemäss Ziff. 2 des Rechtsbe-

gehrens stelle einen Vergleichsvorschlag dar, der aber nicht akzeptiert 

werden könne. Sollte das Gericht zu einem anderen Schluss kommen, 

müsste es die Auflage Ziff. b22 aufheben und die Bauherrschaft könnte 

dann die Erker in der projektierten Form ausführen. Die Beschwerdefüh-

rerin wiederhole im Wesentlichen ihre Argumentation aus dem Verfahren 

R 15 7. Das Gericht habe damals ausgeführt, die Erker zögen sich nicht 

nur über zwei Stockwerke hin, sondern hätten auch zur Folge, dass das 

Dach verlängert werde. Sie bildeten nach aussen eine Wand und gälten 

damit nach Art. 75 Abs. 3 KRG als Teil der Umfassungswand. Der Unter-

schied des vorliegenden Projekts zu demjenigen, das Gegenstand von 

VGU R 15 7 gebildet habe, sei nur der, dass die jetzt projektierten Erker 

nicht ganz bis zum Dach reichten. In ihrer äusseren Erscheinungsform 

- 15 -

zögen sie sich jedoch nach wie vor über zwei Stockwerke hin und bildeten 

nach aussen den grössten Teil der Fassade bzw. beherrschten das Er-

scheinungsbild derselben. Auch bezüglich der Nordfassade habe das Ge-

richt damals festgestellt, die vorspringenden Gebäudeteile auf dieser Sei-

te zählten nur ein Stockwerk und bildeten keinen integrierenden Bestand-

teil des Daches, weswegen sie als Erker taxiert werden könnten.

Die sog. Erker seien jetzt nichts anderes als Bestandteil der Fassaden, 

ausser, dass sie unter der Dachkante abgeschnitten worden seien. Es 

seien plumpe Konstruktionen und wirkten bunkerartig. Es brauche die ge-

planten Erker nicht für die Lichtzufuhr. Dazu genügten normale Fenster. 

Das Gebäude zeichne sich ohnehin nicht durch besondere architektoni-

sche Qualität aus und solle nicht noch durch diese "hässlichen Kästen" an 

der Ost- und Westfassade verunstaltet werden. Die Gemeinde habe in-

nerhalb ihres geschützten Beurteilungs- und Ermessensspielraums ge-

handelt. Die Baubehörde habe bis heute nie solche Erker bewilligt und 

ähnliche Konstruktionen stets nur als Bestandteil der Hauptfassaden be-

handelt. Solche Konstruktionen verschlechterten die architektonische Er-

scheinungsform der Gebäude erheblich und wirkten plump und unharmo-

nisch. Die "Projektänderung Verkleinerung Erker" vom 16. Januar 2017 

sei nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens und sei 

der Baubehörde nie vorgelegt worden, weshalb sie nicht Bestandteil des 

angefochtenen Entscheids bilde und auch nicht Gegenstand des jetzigen 

Gerichtsverfahrens sein könne.

19. Am 25. April 2017 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren An-

trägen fest. Die Replik enthält nichts Neues, lediglich eine Vertiefung der 

bereits bezogenen Positionen.

20. Am 29. Mai 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 

einer Duplik.

- 16 -

21. Am 12. Juni 2017 hielten die Beschwerdegegner duplicando an ihren An-

trägen fest. Die Duplik enthält nichts Neues, lediglich eine Vertiefung der 

bereits bezogenen Positionen.

22. Am 4. Juli 2017 reichte der beschwerdeführerische Rechtsvertreter dem 

Gericht seine Honorarnote ein (Zeitaufwand ca. 19 h à Fr. 220 = 4‘216.70, 

Spesen Fr. 182.20, Zwischentotal Fr. 4‘398.90, darauf 8 % MWST, total 

Fr. 4‘750.80 [Honorarvereinbarung bei den Akten]).

23. Der Anwalt der Beschwerdegegner reichte keine Honorarnote ein.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, am Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist hier der Entscheid vom 22. November, mitgeteilt am 

9. Dezember 2016, worin die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe-

rin die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. 2016-0065 (Neubau Mehr-

familienhaus mit Unterniveaugarage und Autolift-Nebengebäude auf Par-

zelle Nr. 1751) unter 'Speziellen Auflagen' erteilte. Mit Ziff. b22 dieser Auf-

lagen (angebliche Erker seien nicht bewilligungsfähig und daher aus bau-

polizeilichen und ästhetischen Gründen wegzulassen) konnte sich die Be-

schwerdeführerin nicht einverstanden erklären, weshalb sie dagegen am 

1. Februar 2017 frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und im Wesentlichen die Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids und die Bewilligung der vorgesehenen Erker auf der Ost- und 

Westfassade des projektierten Mehrfamilienhauses – eventualiter in Aus-

führung der zusammen mit der Beschwerde neu eingereichten Projektän-

derung (Verkleinerung Erkerbreite um 0.39 m auf 3.46 m) – beantragte. 

Beschwerdethema bildet dabei die Frage, ob die strittige Bauauflage in 

- 17 -

Ziff. b22 aus baupolizeilichen und/oder ästhetischen Gründen gerechtfer-

tigt ist oder ob sie allenfalls ersatzlos aufgehoben werden kann. Zunächst 

gilt es formell allerdings noch zum Eventualbegehren in Ziff. 2 (Reduktion 

Erkerbreite) in der Beschwerde Stellung zu nehmen.

2. a) Art. 51 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) schreibt vor: "Die Parteien können Rechtsbegehren, die sie im 

vorinstanzlichen Verfahren gestellt haben, nicht ausdehnen." Diese Vor-

schrift will formell sicherstellen, dass der gesetzliche Instanzenzug einge-

halten wird und dadurch ebenso der Rechtsmittelweg nicht verkürzt wird. 

Das streitberufene Gericht kann folglich auch nicht über ein Begehren be-

finden, das von der Vorinstanz noch gar nicht geprüft und beurteilt wurde. 

b) Das Eventualbegehren in Ziff. 2 der Beschwerde wurde nachweislich erst 

zusammen mit der Beschwerde eingereicht und war somit bis dahin auch 

weder Gegenstand der angefochtenen Baubewilligung noch des parallel 

und gleichzeitig dazu erlassenen Einspracheentscheides der Beschwer-

degegnerin (= Vorinstanz) vom 22. November, mitgeteilt am 9. Dezember 

2016 (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 6 S. 4 [Erker/Abstände]). 

Auf die nachgereichte Projektänderung "Verkleinerung Erker" (vgl. Pläne 

Bf-act. 7.1-7.4) kann daher nicht eingetreten werden. Eine derartige Bau-

projektänderung kann formell korrekt nicht erst im Laufe eines strittigen 

Baubewilligungsverfahrens direkt durch das Verwaltungsgericht beurteilt 

werden. Zuständig dafür ist die Baubehörde der Beschwerdegegnerin und 

erst gegen deren Entscheide kann auf Beschwerde hin das streitberufene 

Verwaltungsgericht tätig werden. Auf das Eventualbegehren in Ziff. 2 (Re-

duktion Erkerbreite) der Beschwerde tritt das Gericht folglich nicht ein.

3. a) In materieller Hinsicht ist zunächst – gleich wie bereits im hierzu weglei-

tenden Verwaltungsgerichtsurteil [VGU] R 15 7 vom 1. September 2015 – 

auf die einschlägigen Vorschriften bezüglich des Begriffs "Erker" in Art. 55 

- 18 -

des kommunalen Baugesetzes (BG) sowie Art. 75 des kantonalen Raum-

planungsgesetzes (KRG; BR 801.100) hinzuweisen, die wie folgt lauten:

Art. 55 BG – Benützung des Luftraumes [durch Vorbauten] 
Vorbauten wie Erker, Balkone, Vortreppen und Dachvorsprünge dürfen 
nicht in den öffentlichen Luftraum hineinragen. Sofern die Benützung des 
öffentlichen Grundes nicht erschwert und die Verkehrssicherheit nicht ge-
fährdet wird, können Ausnahmen bewilligt werden, wenn solche Vorbau-
ten mindestens 5.00 m über Strassen- oder 3.50 m über Trottoirniveau 
angelegt werden und nicht mehr als 1.00 m Ausladung aufweisen. 

Art. 75 Abs. 3 KRG – Bauabstände [für vorspringende Gebäudeteile]  
1Bei der Erstellung von Gebäuden, die den gewachsenen Boden überra-
gen, ist gegenüber jedem Nachbargrundstück ein Grenzabstand von 2.5 
m einzuhalten, sofern das Baugesetz der Gemeinde nicht grössere 
Grenzabstände vorschreibt.
2Zwischen Gebäuden ist ein Gebäudeabstand von 5.0 m einzuhalten, so-
fern das Baugesetz der Gemeinde nicht grössere Gebäudeabstände vor-
schreibt.
3Vorspringende Gebäudeteile wie Dachvorsprünge, Vordächer, Vortrep-
pen, Erker, offene Balkone dürfen bis zu 1.0 m in den Grenz- und Gebäu-
deabstand hineinragen. Bildet der vorspringende Gebäudeteil nach aus-
sen eine Wand, gilt diese als Teil der Umfassungswand.

b) Wie den offensichtlich nur geringfügig überarbeiteten und darauf neu ein-

gereichten Bauplänen der Beschwerdeführerin vom 22. August 2016 zu 

entnehmen ist, besteht der Unterschied zwischen jenem Projekt, das Ge-

genstand des Verwaltungsgerichtsurteils R 15 7 (E.3b) bildete, und dem 

aktuell zu beurteilenden Projekt einzig darin, dass die projektierten Erker 

nicht ganz bis zum Dach reichen (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-

act.] 4 – Schnittplan mit Vermerk "Erker nicht bewilligt" [rot angekreuzt]; 

Bg-act. 7 – Fassadenplan mit identischem Vermerk; Bg-act. 8 – Ausnüt-

zungs-Berechnung mit Streichung von Ziff. 4 [Erker]; sowie Bg-act. 2 und 

Bg-act. 3 – Grundrisspläne EG/1. OG und 2. OG/DG inklusive Kreuzver-

merk). In ihrer äusseren Erscheinungsform ziehen sich die geplanten Er-

ker demzufolge nach wie vor über zwei Stockwerke hin und bilden nach 

aussen einen Teil der Hausfassaden auf der West- und Ostseite. Einzig 

an der Nordfassade ist neu kein Erker (mehr) geplant. Entgegen der 

- 19 -

Sachdarstellung der Beschwerdeführerin ist es architektonisch durchaus 

von Bedeutung, ob die Erker – wie überall sonst in nächster Umgebung – 

auf einem Stockwerk angebracht sind oder sich über zwei Stockwerke 

beinahe über die gesamte Fassadenlänge (vertikal) hinziehen. Die ge-

planten Erker stellen daher baupolizeilich weiterhin einen Bestandteil der 

Fassaden dar, ausser dass sie neuerdings unter der Dachkante abge-

schnitten wurden (vgl. Bg-act. 4 und 7), weshalb die Erwägungen im Urteil 

R 15 7 E.3b betreffend Einhaltung der privilegierten Grenzabstandsvor-

schriften für Vorbauten und Erker (Art. 55 BG i.V.m. Art. 75 Abs. 3 KRG) 

weiterhin unverändert gelten und folglich auf die dort bereits detailliert an-

geführten Abstandsberechnungen auf der Westfassaden- als auch auf der 

Ostfassadenseite verwiesen werden kann (vgl. im Sachverhalt zudem Ziff. 

15, hiervor – worin die Abstandsberechnungen bereits enthalten sind).

4. a) Zum Hauptstreitpunkt der Bauästhetik bzw. der gestalterischen Vorgaben 

des Orts- und Landschaftsbildes ist zunächst erneut auf die dazu mass-

gebenden Bestimmungen in Art. 43 BG und Art. 73 KRG hinzuweisen:

Art. 43 Abs. 1 BG – Gesamtwirkung und Gestaltung
Alle baulichen Massnahmen sind in Bezug auf Form, Gliederung der 
Baumassen, Stellung der Giebel, Wirkung von Materialien, Farbe und 
Terraingestaltung so in die landschaftliche und bauliche Umgebung einzu-
fügen, dass eine gute Gesamtwirkung erreicht und das Strassen-, Orts- 
und Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird.

Art. 73 Abs. 1 KRG – Siedlung und Landschaft 
Siedlungen, Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so 
zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Land-
schaft eine gute Gesamtwirkung entsteht.

Beide soeben zitierten Gestaltungsvorschriften gehen nicht nur von einem 

Verunstaltungsverbot aus, sondern verlangen die Entstehung einer guten 

Gesamtwirkung und somit eine gute Einfügung ins bestehende Orts- und 

Landschaftsbild. Besonders aufgrund des prioritären Art. 73 Abs. 1 KRG 

sind aus ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauvorha-

- 20 -

ben zu stellen. Dennoch dürfen die Anforderungen trotz dieser positiven 

Normgestaltung nicht derart hoch gesetzt werden, wie dies etwa der Fall 

wäre, wenn eine optimale Gesamtwirkung verlangt würde (vgl. Botschaft 

der Regierung zum neuen KRG an den Grossen Rat, Heft Nr. 3/2004-

2005, S. 343). Die Gemeinden haben das ihnen durch Art. 3 Abs. 1 KRG 

eingeräumte Ermessen pflichtgemäss auszuüben. Gemäss gefestigter 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts kommt den Gemeinden bei der 

Auslegung von Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Eingliederung von 

Neubauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter (weiter) Beur-

teilungs- und Ermessensspielraum zu, in den das Gericht nur eingreift, 

wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht oder über-

schritten hat (statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] R 15 12 

vom 11. Juni 2015 E.3b, R 14 77 vom 17. März 2015 E.2b, R 14 62 vom 

15. April 2015 E.3d, R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a, R 12 104 vom 19. 

März 2013 E.2a; PVG 1995 Nr. 25, 1994 Nrn. 19 und 20, 1991 Nr. 75, 

1990 Nr. 18; BGE 128 I 3 E.2b; Urteile des Bundesgerichts 1C_434/2012 

vom 28. März 2013 E.3.3; 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3, 1A.9/ 

2007 vom 4. Dezember 2007 E.3.4, 1A.174/2003 vom 4. Mai 2004 E.3.2).

b) Das streitberufene Gericht ist aus gestalterischer Optik sowie bauästheti-

scher Perspektive zur Auffassung gelangt, dass bei den geplanten Erkern 

nicht etwas 'Bunkerartiges' erkannt werden kann. Die Fensterflächen sind 

gross. Die Erker bilden auch nicht – wie die Beschwerdegegnerschaft be-

hauptet – den grössten Teil der West- und Ostfassaden. Sie beanspru-

chen lediglich ca. einen Drittel der Länge der beiden Fassaden. Wie be-

reits erwähnt (E.3b, hiervor), sind die Unterschiede zwischen dem bereits 

rechtskräftig beurteilten Baugesuch Nr. 2012-0098 und dem jetzt zur Be-

urteilung gestellten Baugesuch Nr. 2016-0065 aber äusserst geringfügig. 

Die einzig wahrnehmbare Differenz zwischen den Erkern, welche Gegen-

stand des Verfahrens R 15 7 bildeten und den vorliegenden Erkern auf 

der Ost- und Westseite des geplanten Mehrfamilienhauses ist, dass Letz-

tere nicht mehr bis ins Dach hochgezogen sind und somit – im Gegensatz 

- 21 -

zum früheren Baugesuch 2012 – keine Dachverlängerung bewirken. Rein 

optisch ist von dieser baulichen Massnahme jedoch nicht viel zu sehen. 

Der Abstand zwischen Erker und Dach ist minim geblieben. Die Erker 

stehen neu in geringer vertikaler Entfernung vom Dachrand und überra-

gen diesen in der Horizontalen (Bg-act. 4 und 7). Diese Bauweise ist zwar 

wenig durchdacht, aber allein deshalb noch nicht gesetzeswidrig. Die 

Bauherrschaft ist grundsätzlich frei, im Rahmen der kommunalen und 

kantonalen Vorschriften nach ihren Präferenzen zu bauen. Wenig durch-

dacht erscheint dem Gericht diese Projektänderung, weil die Oberseiten 

der Erker, die gemäss Plänen keine Dachkonstruktion aufweisen, so un-

geschützt Wind und Wetter ausgesetzt sind. Die jetzt das Dach horizontal 

überragenden Erker wirken so auch optisch aufgesetzt. Weil der vertikale 

Abstand von den Erkern zum Dachrand geringfügig ist, wirkt die so op-

tisch immer noch vorhandene Verbindung mit dem Dach auf den Betrach-

ter weiterhin dominierend. Um dies zu vermeiden, müsste der vertikale 

Abstand grösser sein, d.h. die Erker müssten sich optisch weit mehr vom 

Dachrand absetzen. Die Erker sind in ihren Dimensionen praktisch unver-

ändert aus dem früheren Verfahren Nr. 2012-0098 übernommen worden, 

ziehen sich nach wie vor über zwei Stockwerke und bilden optisch für den 

Betrachter eine Wand.

c) Die Erker sind auch noch aus einem ganz anderen Grund als nicht gut in 

die Umgebung angepasst oder eingeordnet zu beurteilen. Von Osten und 

Westen her betrachtet fällt auf, dass die Erker asymmetrisch im vorderen 

– d.h. gegen Süden gerichteten – Gebäudedrittel an der Ost- und West-

fassade angebracht sind (Bg-act. 2 und 3 – Grundrisspläne für EG/1. OG 

und 2.OG/DG; Bg-act. 13 – Katasterplan/Situation Parz. 1751). Diese je-

weils einseitige Erkerverschiebung wirkt speziell von Süden her betrachtet 

aufgesetzt und baulich unfertig. Diese Asymmetrie an der West- und Ost-

fassade lässt das Gebäude insgesamt optisch im vorderen Gebäudedrittel 

"schwerer" als im hinteren – d.h. gegen Norden gerichteten – Teil er-

scheinen, wie wenn es nach vorne gegen Süden kippen könnte. Diese 

- 22 -

Feststellung gilt unabhängig davon, ob es sich bei den vorgesehenen Er-

kern um ein- oder zweigeschossige Bauteile handelt.

d) Die Beschwerdegegnerin hat auf ihre Praxis hingewiesen, wonach sie bis 

heute solche Erker niemals bewilligt und ähnliche Konstruktionen immer 

nur als Bestandteile der Hauptfassade behandelt habe. Die Beschwerde-

führerin hält dem entgegen, dass die Beschwerdegegnerin bei der Revisi-

on des alten Baugesetzes, in Kraft seit dem 18. Januar 2011, die früher 

für Gebäudevorsprünge geltenden Beschränkungen von Art. 58 Abs. 1 lit. 

a aBG – wonach lediglich eingeschossige Erker zulässig waren – ersatz-

los gestrichen habe. Die Beschwerdegegnerin könne daher in ihrer Bewil-

ligungspraxis eine entsprechende Beschränkung nicht entgegen dem Wil-

len des Gesetzgebers wieder einführen. In der hier interessierenden Ge-

meinde gelte somit für Erker das Abstandsprivileg von Art. 75 Abs. 3 KRG 

unabhängig davon, ob dieses Bauteil ein- oder mehrgeschossig sei. Der 

Auffassung der Beschwerdeführerin könnte in Bezug auf allfällige Grenz-

abstandsverletzungen gegebenenfalls noch zugestimmt werden. In Bezug 

auf die Einhaltung der Ästhetikvorschriften konnte die Beschwerdegegne-

rin aber durchaus eine derartige Praxis, die unwidersprochen schon unter 

dem alten Baugesetz bestand, weiterführen, insbesondere auch unter 

Berücksichtigung des ihr dabei zustehenden weiten Ermessensspiel-

raums.

e) Allein wegen der vorliegenden Projektplanänderung ('Abschneiden' der 

Erker unter dem Dach), die optisch von vernachlässigbar geringfügiger 

positiver Wirkung auf die Umgebung bleibt, können die gemäss rechts-

kräftigem Entscheid VGU R 15 7 berücksichtigten Bedenken (vgl. dazu im 

Sachverhalt Ziff. 10, hiervor) – nicht zuletzt auch wegen der mit einem 

grossen Handlungsspielraum in Ästhetikfragen ausgestatteten Beschwer-

degegnerin (s. Bf-act. 6 – Einspracheentscheid S. 5 Ziff. 3 zur ungenü-

genden bzw. architektonisch völlig unbefriedigenden Ästhetik der "Erker") 

– vorliegend ebenfalls nicht anders als im Verfahren R 15 7 beurteilt wer-

- 23 -

den. Jede gegenteilige Gesamtwürdigung wäre inkonsequent und absolut 

stossend.

f) Zusammengefasst lässt sich damit festhalten: Wegleitend ist der frühere 

Entscheid VGU R 15 7 vom 1. September 2015 zwischen genau densel-

ben Parteien betreffend das beinahe identische Projekt. Damals wurden 

die geplanten Erker bereits einmal als ästhetisch untragbar und unbefrie-

digend taxiert. Die Beschwerdeführerin hat nun eine Miniprojektänderung 

eingereicht. Neu sind die Erker daher nicht mehr Bestandteil des Daches 

und dienen deshalb auch nicht mehr als Dachverlängerung. Optisch hat 

sich an der schlechten Aussenwirkung der neu direkt unter dem Dach en-

denden Erker jedoch nichts geändert. Im Laufe des Verfahrens ist erneut 

eine Projektänderung der Beschwerdeführerin eingegangen, auf welche 

das Gericht aber nicht eintreten konnte. Zur Funktionalität der Erker (er-

höhte Lichtzufuhr) hat die Beschwerdeführerin noch selbst eingeräumt, 

dass die Erker nicht zwingend erforderlich seien, da das Gleiche mit grös-

seren Fensterfronten erreicht werden könnte. Diese Einschätzung der 

nicht verbesserten Funktionalität durch die geplanten Erker gilt unabhän-

gig davon, ob es sich um ein- oder zweigeschossige Baukörper handelt. 

Die Erker würden allerdings einen 'Hauch von Luxus' darstellen. Materiell 

ist die Projektanpassung im Vergleich zum Baugesuch Nr. 2012-0098 mi-

nim, weshalb die ästhetischen Bedenken – wie schon im Urteil R 15 7 E.4 

dargelegt – weiterhin richtig sind, wobei die asymmetrische Positionierung 

der Erker an den Hausfassaden im Westen und Osten zusätzlich eine un-

günstige Kippwirkung gegen Süden hervorruft und unter ästhetischen Ge-

sichtspunkten daher besonders schwer bzw. gravierend ins Gewicht fällt.

5. a) Die angefochtene Spezialauflage (in Ziff. b22) im Bewilligungsentscheid 

vom 22. November/9. Dezember 2016 ist demnach rechtens, was zur ih-

rer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde vom 1. Februar 2017 

führt, soweit darauf aus formellen Gründen überhaupt einzutreten ist.

- 24 -

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Diese hat die 

anwaltlich gemeinsam vertretenen Beschwerdegegner zudem noch aus-

sergerichtlich gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG zu entschädigen, wobei das 

Gericht infolge Fehlens einer entsprechenden Honorarnote ermessens-

weise eine Entschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. MWST) für ge-

rechtfertigt erachtet. Der Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschä-

digung zu, weil sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte 

(Art. 78 Abs. 2 VRG).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 523.--

zusammen Fr. 3'023.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat A._____ die Beschwerdegegner (B._____, die Ehe-

leute C._____, D._____, E._____, F._____ und G._____) pauschal mit 

Fr. 4'000.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.  

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

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Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 31. Mai 

2018 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (1C_648/2017).