# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88121d7a-f4c4-57a6-8994-129fc913b190
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.02.2012 E-8821/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8821-2007_2012-02-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­3396/2007
E­8821/2007

U r t e i l   v om   9 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,   
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

Parteien M. A.______________, geboren am (…), 
und deren Töchter
K. A.______________, geboren am (…),
L. A.______________, geboren am (…),
Syrien,  

alle vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin
(…)
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung vom 13. April 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 

A.a. 
M.  A._______,  eine  syrische  Staatsangehörige  palästinensischer 
Herkunft,  ersuchte  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Damaskus  für 
sich  und  ihre  beiden  Töchter  um Gewährung  von  Asyl  in  der  Schweiz, 
worauf sie am (…) auf der Botschaft befragt wurde. Sie machte dabei im 
Wesentlichen geltend,  ihr Ex­Ehemann sei  zwar  seit  langem nicht mehr 
verantwortlich für die gemeinsamen Kinder, aber vor zwei Jahren habe er 
begonnen, Druck auf die Mädchen auszuüben, damit diese den Schleier 
trügen. Dadurch werde auch sie indirekt unterdrückt, indem sie ebenfalls 
den  Schleier  zu  tragen  habe.  Anlässlich  eines  letzten  Besuches  sei  er 
gegen  eines  der  Mädchen  gewalttätig  geworden.  Auch  habe  er  ihnen 
vorgeschrieben,  keine  westliche  Kleidung  und  keine  Gespräche  mit 
Cousins  oder  anderen männlichen  Personen  zu  führen.  Bei  der  Polizei 
habe  man  ihr  lediglich  geraten,  den  Schleier  zu  tragen.  Sie  und  ihre 
Töchter würden nun weitere Einschränkungen und Ermahnungen seitens 
des Ex­Ehemannes beziehungsweise Vaters befürchten  (z.B. betreffend 
Schulausbildung,  Wahl  des  zukünftigen  Ehemannes,  alltäglichen 
Lebensstil) (vgl. BFM­Akte A11 S. 7 f.). 

A.b.  Mit  Verfügung  vom  (…)  bewilligte  das  damalige  Bundesamt  für 
Flüchtlinge (BFF; heute: BFM) die Einreise in die Schweiz nicht und wies 
das Asylgesuch ab. 

A.c.  Am  (…)  erhob  M.  A._______  über  ihre  damalige  zuständige 
Rechtsvertreterin  dagegen  Beschwerde  bei  der  vormals  zuständigen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK;  heute 
Bundesverwaltungsgericht) und machte dabei ergänzend geltend, der Ex­
Ehemann  verkehre  in  fundamentalistischen  (religiösen)  Kreisen  und 
bedrohe  sie  und  die  Mädchen  zunehmend,  so  dass  sie  Ehrenmorde 
befürchten würden. Mit Emails  vom  (…)  und  (…) wies  die Organisation 
(…)  ([…])  darauf  hin,  dass  M.  A._______,  welche  sie  von  Syrien  aus 
kontaktiert habe, einen im (…) erlebten Vorfall geschildert habe, bei dem 
K.  A._______  (ältere  Tochter)  in  einem  Gässchen  von  einem 
Unbekannten mit einem Messer bedroht worden sei. Sie habe den Vorfall 
bei  der  Polizei  nicht  gemeldet,  weil  sie  Repressalien  seitens  des  Ex­
Ehemannes – schlimmstenfalls den Entzug der Kinder – befürchtet habe 
(vgl. ARK­Akten 7 und 8 und Eingabe der Rechtsvertreterin vom […]). 

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A.d.  Die  ARK  hiess  die  Beschwerde  mit  Urteil  vom  (…)  gut,  hob  die 
vorinstanzliche  Verfügung  vom  (…)  auf  und  wies  das  BFM  an,  den 
Beschwerdeführerinnen  zum  Zweck  der  Durchführung  des 
Asylverfahrens  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  bewilligen.  Am  (…) 
verliessen diese Syrien per Flugzeug und  reisten über Genf  legal  in die 
Schweiz  ein.  Gleichentags  ersuchten  sie  im  Empfangszentrum  (heute: 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum [EVZ]) Vallorbe um Asyl nach. 

B. 

B.a. Am  (…)  fanden  die  Erstbefragungen  von  M.  A._______  und  ihrer 
Tochter  K.  A._______  statt.  Am  (…)  beziehungsweise  (…)  wurden  alle 
drei  Beschwerdeführerinnen  einlässlich  zu  ihren  Asylgründen  angehört. 
Dabei bestätigten sie die bei der Botschaft geltend gemachten Vorbringen 
und  ergänzten  diese.  Im  Wesentlichen  wurde  folgender  Sachverhalt 
geltend gemacht: 

M.  A._______  gab  an,  nach  ihrer  Scheidung  im  Jahr  1993  habe  sie 
Schwierigkeiten  mit  ihrem  Ex­Ehemann  bezüglich  ihrer  gemeinsamen 
Töchter bekommen, weil er eine konservativere Einstellung habe als sie. 
Dabei  habe  er  den  Töchtern  insbesondere  das  Tragen  des  Schleiers 
aufzwingen wollen und sie alle – auch mit dem Tode – bedroht,  falls sie 
es  unterlassen  würden.  Sie  befürchte  bei  einer  Rückkehr  nach  Syrien 
überdies, wegen Kindsentführung verurteilt zu werden. 

K.  A._______  führte  aus,  bis  zu  ihrem  fünften  Lebensjahr  mit  ihrer 
Schwester  bei  ihrer  Mutter,  danach  bis  zu  ihrem  zwölften  Lebensjahr 
beim Vater gewohnt  zu haben, bis  sie  zur Mutter  zurückgekehrt  sei.  Ihr 
Vater habe sich  in seiner Ehre verletzt gefühlt, weil sich  ihre Mutter von 
ihm  habe  scheiden  lassen.  Aus  diesem  Grund  habe  er  auch  sie  (die 
Mädchen)  als  unehrenhaft  erachtet.  Er  sei  deshalb  oft  gewalttätig 
gewesen und habe verlangt, dass sie (K. A._______) den Schleier trage. 
Da  sie  dies  verweigert  habe,  hätten  die  Drohungen  des  Vaters 
zugenommen. So sei sie einmal in Anwesenheit der Mutter in der Strasse 
von  einer  vermummten  Person mit  einem Messer  bedroht  worden.  Der 
Vater habe sie auch zwangsverheiraten wollen. 

L. A._______ bestätigte, dass  ihr "nervöser" Vater  ihre Schwester öfters 
geschlagen und von dieser verlangt habe, den Schleier zu tragen. Da sie 
selber  ihm gehorcht habe, sei  sie weder geschlagen noch mit dem Tod 
bedroht worden. Ihre Mutter sei von ihrem Vater beschimpft und bedroht 

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worden, weil sie sich seinem Willen nicht gebeugt und den Schleier nicht 
getragen habe. 

B.b.  M.  A._______  reichte  folgende  Beweismittel  zu  den  Akten:  Eine 
Scheidungsurkunde  vom  (…)  im Original  einschliesslich Übersetzung  in 
die  englische  Sprache,  einen  Brief  von  A.T.Q,  (in  Syrien  tätige 
Rechtsanwältin)  vom  (…)  auf  Arabisch  mit  französischer  Übersetzung, 
eine Kopie der Ausreisebewilligung in arabischer Schrift, eine Kopie eines 
Berichts der Zeitschrift EMMA ("Der permanente Krieg zu Hause", Syrien 
und Naher Osten, Ausgabe September/Oktober 2006) und ein Gutachten 
des  Europäischen  Zentrums  für  Kurdische  Studien  vom  (…)  2004  zur 
Situation von geschiedenen Frauen in Syrien und deren gesellschaftliche 
Stellung. 

C. 
Mit Verfügung vom (…) 2007 – am (…) 2007 eröffnet – wies das BFM die 
Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen vom (…) 2005 ab und ordnete 
die  Wegweisung  sowie  deren  Vollzug  nach  Syrien  an.  Auf  die 
Begründung  wird  –  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Eingabe  vom  (…)  2007  erhoben  die  Beschwerdeführerinnen  durch 
ihre  Rechtsvertreterin  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  den 
vorinstanzlichen  Entscheid  Beschwerde  und  beantragten,  die 
angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihnen  die 
Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  und  Asyl  in  der  Schweiz  zu 
gewähren.  Eventualiter  sei 
ihnen  unter  Feststellung  der  Unzulässigkeit  beziehungsweise 
Unzumutbarkeit die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchten  sie  um  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung  einschliesslich 
des  Verzichts  auf  die  Erhebung  eines  Verfahrenskostenvorschusses. 
Weiter  beantragten  sie,  die  Vollzugsbehörden  seien  vorsorglich 
anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimat­ oder Herkunftsstaat 
sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. 

Zur  Stützung  ihrer  Asylgründe  reichte  M.  A._______  einen  sie  und  die 
Kinder  betreffenden  undatierten  Situationsbericht  von  (...)  und  Auszüge 
aus  ihrem Email­Verkehr mit  (...)  von  (…) bis  (…) 2004,  das  Info­Paket 
"Ehrenmorde"  von  (...)  vom  (…)  2003  und  das  Konferenzpapier  "The 

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Women's  Rights  and  Family  Violence  in  Syria"  von Dr.  Bilal  Arabi  vom 
Juni 2006 zu den Akten.

Auf  die  einzelnen  Ausführungen  wird  –  soweit  für  den  Entscheid 
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Am  (…)  2007  hiess  die  damals  zuständige  Instruktionsrichterin  das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gut  und 
verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Verfahrenskostenvorschusses; 
hingegen  wies  sie  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtsverbeiständung  ab.  Gleichzeitig  lud  sie  die  Vorinstanz  zur 
Vernehmlassung ein. 

F. 
Mit  Schreiben  vom  (…)  2007  hielt  die  Vorinstanz  an  ihrem  Standpunkt 
vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

G. 
Am  (…)  2007  gewährte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Beschwerdeführerinnen  das  Recht  auf  Replik,  von  welchem  diese  mit 
Eingabe vom (…) 2007 Gebrauch machten. Gleichzeitig reichten sie eine 
Stellungnahme  des Nahostexperten  Arnold Hottinger  zu  den Akten  und 
stellten  das  Einreichen  eines  Schreibens  "aus  ihrem  sozialen  Umfeld" 
betreffend  die  drohende  Zwangsverheiratung  von  K.  A._______  in 
Aussicht.

H. 
Einer Trauungsmitteilung vom (…) 2009 ist zu entnehmen, dass sich die 
M.  A._______  am  (…)  2009  mit  einem  Schweizer  Staatsangehörigen 
vermählte. 

I. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  gab  in  der  Folge  M.  A._______ 
Gelegenheit,  innert  der  ihr  angesetzten  Frist  mitzuteilen,  ob  sie  an  der 
Beschwerde  festhalten  wolle  oder  gedenke,  diese  zurückzuziehen, 
worauf  sie  mit  Schreiben  vom  (…)  2009  an  ihren  Rechtsbegehren 
vollumfänglich festhielt.  

J. 
Am  (…)  2009  reichte  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerinnen 
eine Kopie der Aufenthaltsbewilligungen der Mutter und der damals noch 

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minderjährigen Tochter L. A._______ ein. Die Tochter K. A._______ habe 
wegen  ihrer  zwischenzeitlich  eingetretenen  Volljährigkeit  keine 
Aufenthaltsbewilligung  erlangen  können.  Sie  werde  beim  Kanton  indes 
ein  Härtefallgesuch  anhängig  machen.  Die  Rechtsvertreterin  reichte  im 
Weiteren eine Kostennote ein.

K. 
Mit Schreiben des zuständigen Kantons an das BFM vom (…) 2009 (mit 
Kopie  ans  Bundesverwaltungsgericht)  wurde  mitgeteilt,  dass  den 
Beschwerdeführerinnen  M.  A._______  und  L.  A._______  die 
Aufenthaltsbewilligungen ausgestellt worden seien. 

L. 
Mit  Verfügung  vom  (…)  2011  trennte  die  neu  zuständige 
Instruktionsrichterin das Verfahren der Beschwerdeführerin M. A._______ 
und L. A._______ ([…]) von jenem der Beschwerdeführerin K. A._______ 
([…]), wobei Letzteres dem BFM zur Vernehmlassung zugestellt wurde.

M. 
Am  (…)  2011  hob  das  BFM  die  Ziffern  4  und  5  der  die 
Beschwerdeführerin K. A._______ betreffenden Verfügung vom (…) 2007 
wiedererwägungsweise auf und ordnete  für diese unter Feststellung des 
unzumutbaren  Wegweisungsvollzuges  nach  Syrien  die  vorläufige 
Aufnahme in der Schweiz an. 

N. 
Am  (…)  2011  wurde  K.  A._______  vom  Bundesverwaltungsgericht  die 
Gelegenheit geboten, diesem mitzuteilen, ob sie – nachdem sie vom BFM 
am (…) 2011 vorläufig aufgenommen worden war – an ihrer Beschwerde 
betreffend  Flüchtlingseigenschaft  und  Asylgewährung  festhalten  oder 
diese zurückziehen wolle. Bei ungenutzter Frist werde vom Festhalten an 
der  Beschwerde  ausgegangen. Gleichzeitig wurde  die Rechtsvertreterin 
eingeladen,  eine  aktualisierte  Kostennote  einzureichen.  Weder  die 
Beschwerdeführerin  noch  die  Rechtsvertreterin  reagierten  auf  diese 
Instruktionsverfügung.

O. 
Mit prozessleitenden Verfügungen vom (…) 2012 forderte die zuständige 
Instruktionsrichterin  die  Beschwerdeführerinnen  auf,  bis  zum  (…)  2012 
das Formular " Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" wahrheitsgetreu 
auszufüllen  und  dem  Gericht  zuzustellen.  Bei  nicht  fristgerechtem 

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Einreichen  der  entsprechenden  Unterlagen  würde  von  ihrer 
Zahlungsfähigkeit ausgegangen.

P. 
Die Beschwerdeführerinnen beantragten durch ihre Rechtsvertreterin mit 
Schreiben  vom  (…)  2012  eine  Fristerstreckung  bis  zum  (…)  2012.  Die 
zuständige Instruktionsrichterin gewährte eine einmalige Fristerstreckung 
bis zum (…) 2012. Einem erneuten Gesuch um Verlängerung der Frist bis 
zum (…) 2012 wurde nicht entsprochen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Diese Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerinnen  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 6 AsylG, Art. 48 Abs. 1, Art. 50 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Die  beiden  Verfahren  ([…]  und  […])  werden  wegen  des  engen 
persönlichen Zusammenhangs wieder vereinigt.

3.2. Prüfungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Gewährung 
von  Asyl  für  alle  drei  Beschwerdeführerinnen  und  die  Anordnung  der 
Wegweisung (ohne deren Vollzug) für K. A._______.

4. 

4.1. In der Rechtsmitteleingabe wird in formellrechtlicher Hinsicht gerügt, 
das  BFM  habe  M.  A._______  anlässlich  ihrer  Anhörung  keine 
Gelegenheit  gegeben,  sich  zu  den  von  ihr  gemachten  divergierenden 
Angaben  hinsichtlich  des  Datums  des  tätlichen  Angriffs  durch  eine 
unbekannte  Person  auf  ihre  Tochter  K.  A._______  zu  äussern.  Das 
Bundesamt könne diese Divergenz deshalb nicht derart stark gewichten, 
dass  die  Glaubwürdigkeit  von  M.  A._______  in  Frage  gestellt  werde. 
Damit  rügt  sie  eine  Verletzung  des  Anspruchs  auf  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs.

4.2. Da der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur  ist, und eine  
Verletzung  grundsätzlich  ohne  weiteres  –  das  heisst  ungeachtet  der 
materiellen  Auswirkungen  –  zur  Aufhebung  des  daraufhin  ergangenen 
Entscheides  führt  (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 
8.2 S. 371 mit weiteren Hinweisen, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332), ist auf 
diese Rüge vorab einzugehen. 

4.3. Der mit Grundrechtsqualität ausgestattete Grundsatz des rechtlichen 
Gehörs  im  Sinne  von  Art.  29  Abs.  2  BV  umfasst  unbestrittenermassen 
eine  Anzahl  verschiedener  verfassungsrechtlicher  Verfahrensgarantien 
(vgl. aus der Literatur etwa MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige 
Anspruch auf  rechtliches Gehör  im Verwaltungsverfahren des modernen 
Staates,  Bern  2000,  S.  202  ff.;  ANDREAS  AUER/GIORGIO 
MALINVERNI/MICHEL  HOTTELIER,  Droit  constitutionnel  suisse.  Vol.  II.  Les 
droits  fondamentaux,  2.  Aufl.,  Bern  2006,  S.  606  ff.;  BENOIT  BOVAY, 
Procédure administrative, Bern 2000, S.  207  ff.; ULRICH HÄFELIN/GEORG 

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MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5.  Aufl., 
Zürich/Basel/Genf/St. Gallen  2006,  S.  360  ff.;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 
2. Aufl., Zürich 1998, S. 46, 107 ff.; MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der 
Schweiz, Bern 2005, S. 285 ff.). Zunächst – und für die Prozessparteien 
regelmässig  im  Vordergrund  stehend  –  gehört  dazu  das  Recht  auf 
vorgängige  Äusserung  und  Anhörung,  welches  den  Betroffenen  einen 
Einfluss  auf  die  Ermittlung  des  wesentlichen  Sachverhaltes  sichert.  In 
diesem  Sinne  ist  die  Asylgesuchstellerin  mit  Widersprüchen  in  ihren 
Aussagen  möglichst  zu  konfrontieren,  um  ihr  Gelegenheit  zu  geben, 
diese allenfalls  zu erklären,  indessen stellt  dieser Grundsatz  (Pflicht  zur 
vollständigen  und  richtigen  Abklärung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts)  keinen  eigentlichen  verfahrensrechtlichen  Anspruch  im 
Sinne  des  rechtlichen  Gehörs  dar  (vgl.  die  nach  wie  vor  zutreffende 
Rechtsprechung  der  ARK,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1994  Nr.  13  E.  3b). 
Eine  Pflicht  zur  vorgängigen  Anhörung  besteht  indessen  in  Bezug  auf 
Aussagen  Dritter,  da  es  sich  hierbei  um  ein  der  beschwerdeführenden 
Person  nicht  bekanntes  Sachverhaltselement  handelt  (vgl.  PATRICK 
SUTTER,  in:  AUER/MÜLLER/SCHINDLER  [ Hrsg.],  Kommentar  zum 
Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/St.  Gallen  2008, 
Art. 29 Rz. 14, Art. 30 Rz. 1 f.; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­
1472/2007 vom 4. Juni 2007, E. 6.1.2; EMARK 2004 Nr. 28 und EMARK 
1994 Nr. 14).

4.4. Aus dem Vorgenannten ergibt sich, dass der Einwand, M. A._______ 
habe zu ihren Widersprüchen keine Stellung nehmen können, nicht vom 
Anspruch auf rechtliches Gehör erfasst wird. Mit anderen Worten kann M. 
A._______  aus  dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  kein  Recht  auf 
Stellungnahme zu  ihren eigenen Widersprüchen ableiten. Auf die Rüge, 
das  BFM  habe  die  Divergenz  der  Daten  zu  stark  gewichtet,  ist  nicht 
einzugehen,  da  das  Bundesamt  im  Rahmen  einer 
Glaubhaftigkeitsprüfung  Widersprüche  als  Unglaubhaftigkeitselemente 
heranziehen  darf,  mithin  in  seinem  Ermessen  gehandelt  hat.  Es  liegt 
somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.

5. 

5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 

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wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

6. 

6.1.  Das  BFM  kommt  in  seinem  Entscheid  zum  Schluss,  dass  die 
Vorbringen der Beschwerdeführerinnen weder den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit  von  Art.  7  AsylG  noch  an  die  Asylrelevanz  von  Art.  3 
AsylG zu genügen vermögen.

6.1.1.  Hinsichtlich  der  persönlichen  Situation  von  M.  A._______  im 
Zeitraum von der Eheschliessung bis zu den auftretenden Problemen im 
Jahre 2002  führte die Vorinstanz aus,  ihr  sei es –  trotz der schwierigen 
Situation,  in  welcher  sich  syrische  Frauen  oft  befänden,  wenn  sie  sich 
scheiden lassen wollten – rasch gelungen, die Scheidung zu erlangen. Es 
sei  aber  nicht  zu  verkennen,  dass  sie  ein  finanzielles  Opfer  habe 
erbringen  müssen,  um  mit  den  Kindern  bei  ihrer  Familie  wohnen 
beziehungsweise die Mädchen regelmässig sehen zu dürfen. Dank  ihrer 
Ausbildung  als  (…)  habe  sie  aber  einer  regelmässigen  beruflichen 
Beschäftigung nachgehen können, und es sei festzustellen, dass sie und 
ihr  Ehemann  trotz  der  auftretenden  Probleme  immer  wieder  Lösungen 
gefunden hätten (vgl. Akten BFM A38 S. 10 – 11). Auch sonst seien den 
Akten keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass sie während der Zeit von 
1992  bis  2002  einer  besonders  unterdrückenden  und  repressiven 
Situation ausgesetzt gewesen wäre. Überdies entsprächen einige  in der 
Beschwerde  vom  (…)  2004  geltend  gemachte  Aussagen,  wie 
beispielsweise  "Opfer  einer  organisierten  Ehe  geworden  zu  sein",  oder 
"die Scheidung nur nach einer  längeren Zeit erfolglosen Bettelns darum, 
erlangt zu haben" (vgl. A50 S. 3) nicht der von ihr gezeichneten Situation 

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anlässlich  der  vorinstanzlichen  Anhörung.  Dieser  zufolge  habe  der  Ex­
Ehemann  ihr  im  Jahre  1987  einen  Heiratsantrag  gemacht,  den  sie 
angenommen habe, und als er sich wieder habe verheiraten wollen, habe 
sie ihm die Scheidung vorgeschlagen, welcher er zugestimmt habe unter 
der Bedingung, den ihm gewährten Kredit nicht zurückzahlen zu müssen. 
(vgl. A38 S. 5­7).

6.1.2.  Das  BFM  erblickt  sodann  in  den  Schilderungen  der  konkreten 
bedrohlichen Ereignisse Widersprüche und Inkohärenzen. 

Während  M.  A._______  anlässlich  der  Anhörung  vom  (…)  2005 
ausgeführt  habe,  der  Ex­Ehemann  habe  im  (…)  2002  nach  seiner 
Rückkehr aus den USA von der älteren Tochter das Tragen des Schleiers 
gefordert, hätten K. A._______ und L. A._______ zu Protokoll gegeben, 
der  Vater  habe  sie  anlässlich  eines  Telefonanrufes  aus  den  USA 
aufgefordert,  den  Schleier  zu  tragen  (vgl.  A35  S.  5),  beziehungsweise 
dies durch seine zweite Ehefrau ausrichten lassen (vgl. A36 S. 5 – 6).

Sodann sei es anlässlich eines Besuches zu einem Streit zwischen dem 
Vater  und  der  älteren  Tochter  gekommen,  über  dessen  Zeitpunkt  M. 
A._______ und  ihre Töchter anlässlich der Anhörungen unterschiedliche 
Angaben  gemacht  hätten  (etwa  eineinhalb  Jahre  vor  der  Ausreise,  (…)  
2004 beziehungsweise (…) 2003). Dies würde umso mehr erstaunen, als 
es  –  laut  deren  Aussagen  –  der  zentrale  Auslöser  für  die  Angst  der 
Töchter  vor  ihrem  Vater  gewesen  sei  und  sie  danach  jegliche 
Beziehungen  zu  ihm abgebrochen und  ihn nicht wieder  besucht  haben. 
Im Gegensatz dazu ist einer Email vom (…) 2004 von M. A._______ an 
(...) zu entnehmen, die Töchter seien im (…) 2004 – kurz vor der Ausreise 
aus Syrien  –  für  zwei Wochen  beim Vater  in  den  Ferien  gewesen  (vgl. 
Akten  der ARK Aktenstück  1 S.  37).  Aus  derselben Email  gehe  zudem 
hervor, dass die Mädchen an diesem Tag vom Vater beschimpft worden 
seien,  weil  sie  sich  mit  einem  Cousin  unterhalten  hätten.  Auf  diesen 
Widerspruch angesprochen, habe M. A._______ anlässlich der Anhörung 
im  (…)   2005  keine überzeugende Erklärung geliefert  (vgl. A38 S.  21 – 
22). 

Weiter erstaune, dass der Ex­Ehemann nach diesem Streit die Einhaltung 
seiner Anweisungen nicht engmaschiger überprüft oder keine Demarchen 
getätigt habe, um legal die Obhut der Kinder zu erhalten. Würde er dem 
gezeichneten  Charakterprofil  tatsächlich  entsprechen,  hätte  er  kaum 
gezögert, seine Rechte auszuüben und seine Töchter zu sich zu nehmen, 
um  sie  nach  seinen  Vorstellungen  zu  erziehen.  Da  er  indessen  nichts 

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dergleichen  unternommen  habe,  würde  es  weder  Anzeichen  für  eine 
ernsthafte Einmischung  in die Erziehung der Kinder noch solche  für die 
Ausübung  eines  Ehrenmordes  geben,  weil  diese  den  Schleier  nicht 
tragen  würden.  Auch  die  Aussagen  von  L.  A._______  zu  den 
Ausreiseplänen  ihrer Mutter  (die Grossmutter  sei  über  die  Ausreise  der 
Mutter nach […] und die Unterbringung der Töchter beim Vater informiert 
gewesen,  vgl. A36  S.  3)  würden  –  nicht  zuletzt  wegen  des 
Verwandtschaftsverhältnisses – darauf hindeuten, dass der Vater davon 
Kenntnis  gehabt  habe.  Trotzdem habe  er  nicht  versucht, M. A._______ 
an  deren  Ausreise  zu  hindern  oder  andere  gegen  die 
Beschwerdeführerinnen  gerichtete  Handlungen  zu  unternehmen.  Auch 
diese Unterlassungen würden zeigen, dass er sich nicht ernsthaft gegen 
M.  A._______  gestellt  habe  oder  sich  –  wie  von  dieser  behauptet – 
übermässig in die Erziehung der Kinder habe einmischen wollen. 

Weiter sei zwar ein tätlicher – angeblich im Auftrag des Vaters verübter – 
Angriff  auf  K.  A._______  geltend  gemacht  worden.  Diesbezügliche 
Beweismittel, wie ein Polizeirapport oder eine medizinische Bestätigung, 
würden  indessen  nicht  vorliegen.  M.  A._______  habe  sich  zudem 
hinsichtlich  der  Daten  widersprochen.  Während  sie  im  Rahmen  des 
Rekurses  bei  der  ARK  (Email  vom  […]  2004)  den  (…)  2004  genannt 
habe, sei es anlässlich der Anhörung ([…] 2005) der (…) 2005 gewesen 
(vgl.  A38  S.  18  –  19).  Auch  wenn  sich  dieser  Vorfall  tatsächlich 
zugetragen  haben  sollte,  würde  nichts  erlauben,  diesen  dem  Vater 
zuzurechnen,  weil  bloss  Vermutungen  vorliegen  würden.  Ihr  Verdacht 
würde überdies auch keinen Sinn ergeben, denn  im  (…) 2004 solle der 
Vater  bekannt  gegeben  haben,  seine  Töchter  ab  (…)  2005  zu  sich 
nehmen  zu  wollen,  um  sie  nach  seinen  Vorstellungen  zu  erziehen.  Da 
erstaune, dass er K. A._______ drei Monate später  (im  […] 2004) hätte 
umbringen  wollen.  Aufgrund  dieser Widersprüchlichkeiten  gebe  es  kein 
eindeutiges Motiv für eine solche Tat. 

Zur  mutmasslich  bevorstehenden  Zwangsheirat  von  K.  A._______  mit 
einem Mann aus dem Golf (durch [...]  im […] 2005 geltend gemacht) sei 
festzustellen,  dass  sich  sowohl  die  Mutter  als  auch  K.  A._______  zu 
dieser  Frage  anlässlich  der  Anhörung  sehr  vage  und  nicht  frei  von 
Widersprüchen  geäussert  hätten,  insbesondere  habe  K.  A._______ 
zuerst zu Protokoll gegeben, sie sei erst nach der Einreise in die Schweiz 
darüber informiert worden, sodann sie habe es bereits in Syrien gewusst 
(vgl. A37 S. 5 und 11).  

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Was die zu den Akten gegebenen Beweismittel betreffe, würde einzig der 
von  einer  syrischen  Anwältin  verfasste  Brief  vom  (…)  2006  Hinweise 
enthalten, die einen für die Beschwerdeführerinnen günstigen Einfluss auf 
den Verfahrensausgang haben könnten. Diesem Schreiben zufolge habe 
der  Ex­Ehemann  und  Vater  die  Beschwerdeführerinnen  ihrer  Rechte 
beraubt,  namentlich  den  Töchtern  die  Nahrungsaufnahme  und  den 
Schulbesuch  verwehrt.  Dabei  sei  einerseits  festzustellen,  dass  das 
Schreiben  allgemein  gehalten  sei  und  keine  Datumsangaben  aufweise. 
Andererseits  würden  die  angeblich  gegen  die  Beschwerdeführerinnen 
gerichteten  Handlungen  (Einsperren,  Bildungs­  und  Nahrungsentzug) 
nicht  mit  den  Schilderungen  der  Beschwerdeführerinnen  anlässlich  der 
Anhörungen übereinstimmen. Aus diesem Grund komme dem Schreiben 
kein Beweiswert zu.  

Nach  Abwägung  aller  Faktoren  würden  diejenigen  zu  Ungunsten  der 
Beschwerdeführerinnen  schwerer  wiegen  als  diejenigen  zu  ihren 
Gunsten.  Die  Unglaubhaftigkeitsmerkmale  sowie  das  besondere 
persönliche  Profil  von M.  A._______  würden  es  nicht  erlauben,  sie  als 
Opfer  von  rechtlicher  und  sozialer  Diskriminierung  –  wie  es  in  Syrien 
durchaus  vorkommen  könne  –  zu  qualifizieren.  Es  sei  den 
Beschwerdeführerinnen  nicht  gelungen,  ihre  Vorbringen  glaubhaft 
darzutun, weshalb sie den Schutz der Schweiz nicht benötigen würden. 
Unter diesen Umständen sei es auch nicht erforderlich, zu überprüfen, ob 
der  syrische  Staat  sie  vor  den  vermeintlichen  Übergriffen  des  Ex­
Ehemannes und Vaters zu schützen vermöchte. 

7. 

7.1.  Den  vorinstanzlichen  Ausführungen  wurde  in  der 
Rechtsmitteleingabe  vorab  entgegengehalten,  nicht  nur  schlecht 
gebildete  Frauen  aus  ländlichen Gebieten würden Gefahr  laufen, Opfer 
eines  Ehrdeliktes  zu  werden.  Gerade  weil  sich  die  Beschwerdeführerin 
emanzipiert  habe und  sich gegen die  gesellschaftlichen Normen wehre, 
indem  sie  ein  selbständiges  Leben  ohne  männlichen  Vormund  führen 
wolle, sei sie gefährdet. Unter Verweis auf das Urteil der ARK vom (…) 
2005  (E.  5.3.2)  bestünde  in  Syrien  eine  "tolerante"  Behandlung  von 
Tätern. Art. 548 (Ehebruch) des Syrischen Strafgesetzbuches sehe eine 
explizite  Strafmilderung  vor.  Dazu  komme,  dass  der  Ex­Ehemann  der 
Beschwerdeführerin  zwar  auch  in  Damaskus  lebe,  aber  aus  dem  Dorf 
(…)  in  der  Region  (…)  stamme,  wo  auch  viele  seiner 
Familienangehörigen  leben  würden.  Die  –  auf  Gesetzesebene  derart 
privilegiert behandelten – Ehrdelikte würden deutlich machen, dass alle in 

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Syrien  lebenden  Frauen  der  gleichen  diskriminierenden 
Geschlechterordnung unterlägen. 

Sodann  könne  den  Beschwerdeführerinnen  die  divergierenden 
Zeitangaben  des  entscheidenden  Streites  zwischen  dem  Ex­
Ehemann/Vater und ihnen nicht angelastet werden, weil sich der Konflikt 
um das Schleiertragen über einen  längeren Zeitraum hinweg angebahnt 
habe.  Dieser  habe  seit  dem  zwölften  Lebensjahr  von  K.  A._______ 
begonnen  und  bis  zur  Ausreise  angehalten.  Angesichts  dessen  sei  es 
verständlich, dass die Beschwerdeführerinnen sich nicht an das genaue 
Datum der Eskalation erinnern könnten. 

Des weiteren wurde entgegnet, M. A._______ habe nicht zwei Jahre (Zeit 
ab dem zentralen Streit bis zur Ausreise) darauf gewartet, ein Asylgesuch 
zu stellen, weil  ihre Situation derart erträglich gewesen sei, sondern weil 
sie nicht gewusst habe, an wen sie sich in dieser Situation hätte wenden 
können,  zumal  sie  weder  von  den  Verwandten  noch  von  der  Polizei 
Unterstützung  habe  erwarten  können.  Erst  als  sie  sich  mit  der 
Organisation (...) per Email  in Verbindung gesetzt habe, sei sie über die 
Möglichkeit, in der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen, informiert worden. 

Hinsichtlich des Zeitpunkts der Messerattacke auf K. A._______ stellten 
sich die Beschwerdeführerinnen auf den Standpunkt, dass sich diese am 
(…)  2004  zugetragen  habe,  wie  auch  der  Eingabe  vom  (…)  2005  und 
dem  durch  die  Organisation  (...)  eingereichten  Email­Verkehr  zu 
entnehmen sei. 

Betreffend  die  drohende  Zwangsheirat  von  K.  A._______  mit  einem 
reichen Mann aus  (…) wurde entgegnet,  dem Bericht  von  (...)  vom  (…) 
2005  sei  zu  entnehmen,  dass  M.  A._______  vor  der  Einreise  in  die 
Schweiz  zwar  bereits  davon  gewusst  habe.  Um  den Konflikt  aber  nicht 
noch  mehr  anzuheizen,  habe  sie,  solange  sich  alle  noch  in  Syrien 
aufgehalten  hätten,  nicht  offen mit  ihren  Töchtern  darüber  gesprochen. 
Erst als sie sich  in der Schweiz sicher gefühlt hätten, sei dieses Thema 
angesprochen  worden.  Somit  hätten  sie  die  drohende  Zwangsheirat 
substanziiert und glaubhaft darlegen können.  

8. 

8.1.  Vor  der  Prüfung  der  geltend  gemachten  Vorbringen  auf  deren 
Glaubhaftigkeit beziehungsweise Asylrelevanz hin, ist der massgeblich zu 
beurteilende  Sachverhalt  nochmals  kurz  festzuhalten:  Auslösendes 

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Element  für  das Stellen  von Asylgesuchen  bei  der Schweizer Botschaft 
im  (…)  2004  war  die  Furcht  der  Beschwerdeführerinnen  vor  einer 
Eskalation  des  Konfliktes  zwischen  ihnen  und  dem  Ex­Ehemann 
beziehungsweise  Vater  wegen  dessen  Forderung,  den  Schleier  zu 
tragen, welcher sie sich widersetzt hätten. Bis zu diesem Zeitpunkt sei es 
bereits  zu  einem  handgreiflichen  Konflikt  und  zu  Drohungen – 
einschliesslich  Morddrohungen  –  gekommen.  Im  Laufe  des  Verfahrens 
vor  der  ARK  seien  im  (…)  2004  eine  K.  A._______  betreffende 
Bedrohung mit einem Messer auf offener Strasse und eine mutmassliche 
künftige  Zwangsverheiratung  dazugekommen  (vgl.  Bericht  (...)  vom  (…) 
2005). 

8.2. 

8.2.1. Begründete Furcht vor einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich 
mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit  verwirklicht 
beziehungsweise  werde  sich  –  aus  heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher 
Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. 

8.2.2. Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im 
Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und  lässt 
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 
asylsuchenden  Person.  Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  die  für  die 
Richtigkeit  der  geschilderten  Sachverhaltsdarstellung  sprechen, 
überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise 
abzustellen.  Eine wesentliche Voraussetzung  für  die Glaubhaftmachung 
eines Verfolgungsschicksals  ist  eine  die  eigenen Erlebnisse  betreffende 
substanziierte,  im  Wesentlichen  widerspruchsfreie  und  konkrete 
Schilderung  der  dargelegten  Vorkommnisse.  Die  wahrheitsgemässe 
Schilderung  einer  tatsächlich  erlittenen  Verfolgung  ist  gekennzeichnet 
durch  Korrektheit,  Originalität,  hinreichende  Präzision  und  innere 
Übereinstimmung.  Unglaubhaft  wird  eine  Schilderung  von  Erlebnissen 
insbesondere  bei  wechselnden,  widersprüchlichen,  gesteigerten  oder 
nachgeschobenen  Vorbringen.  Bei  der  Beurteilung  der 
Glaubhaftmachung  geht  es  um  eine  Gesamtbeurteilung  aller  Elemente 
(Übereinstimmung  bezüglich  des  wesentlichen  Sachverhaltes, 
Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Angaben,  persönliche 
Glaubwürdigkeit  usw.),  die  für  oder  gegen  die  beschwerdeführenden 
Personen sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die 
positiven  Elemente  überwiegen.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber 

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in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  und  überwiegende 
Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachverhaltsdarstellung  sprechen 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

8.3. 

8.3.1.  Der  geltend  gemachte  "letzte"  und  fluchtauslösende  Streit 
zwischen  den  Beschwerdeführerinnen  und  dem  Ex­Ehemann 
beziehungsweise  Vater  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  als  unglaubhaft.  Den 
diesbezüglichen  Aussagen  der  Beschwerdeführerinnen  sind 
Widersprüche  zu  entnehmen.  Gibt  M.  A._______  zuerst  an,  es  sei  im 
Winter 2003 gewesen, folgten daraufhin Winter 2002, Oktober/November 
2003  und  schliesslich  erneut  das  Jahr  2002.  Indessen  waren  sich  die 
Beschwerdeführerinnen  bei  den  Anhörungen  darin  einig,  dass  sie  nach 
diesem  Streit  den  Ex­Ehemann  beziehungsweise  Vater  nicht  mehr 
besucht  beziehungsweise  das  Haus  nicht  mehr  verlassen  hätten 
(vgl. A38 F142 – F146, A35 F68 und A36 F65). Demgegenüber gab M. 
A._______ später in einer an die Organisation (...) gerichteten Email vom 
(…) 2004 an, die Töchter hätten den Vater  im  (…) 2004 besucht; dabei 
sei es zwischen  ihnen und deren Vater zu einem Streit gekommen, weil 
sie sich mit einem ihrer Cousins unterhalten hätten (vgl. Beschwerde vom 
[…] 2004, S. 4 und Email an [...] vom […] 2004, ARK­Akte 1 S. 37). Der 
Aufenthalt beim Vater zu diesem Zeitpunkt würde sich denn auch mit den 
Aussagen  von M.  A._______  bei  der  Botschaft  vom  (…)  2004  decken, 
wonach sich die Töchter ab (…) 2004 beim Vater aufgehalten hätten (vgl. 
A19;  Botschaftsschreiben  vom  5. Juli  2004).  Bei  der  Vorinstanz  gab M. 
A._______ auf Vorhalt, sie habe spätere – nach dem fluchtauslösenden 
Streit  –  erfolgte  Besuche  der  Töchter  beim Vater  verneint,  zur  Antwort, 
der Ex­Ehemann habe sich im (…) 2004 in den USA aufgehalten, und die 
Töchter  hätten  lediglich  ihre  Halbschwestern  besucht  (vgl. A38  F216 – 
F217);  dies  ist  wiederum  nicht  damit  vereinbar,  dass  es  dabei  wegen 
eines  Gesprächs  mit  dem  Cousin  zu  einem  Streit  gekommen  sei.  In 
Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  ist  dieser  Erklärungsversuch  als 
wenig  überzeugend  zu  beurteilen.  Die  seitens  der 
Beschwerdeführerinnen  geltend  gemachte  Auffassung,  es  könne  ihnen 
nicht vorgeworfen werden, dass sie sich angesichts der langen Dauer des 
Konflikts  nicht mehr  an  das  genaue Datum  zu  erinnern  vermöchten,  ist 
nicht  zu  teilen.  Ein  Vorfall  mit  derart  einschneidenden  Konsequenzen 
unterscheidet  sich  klar  von  anderen  Zwischenfällen,  weshalb  von  den 
Betroffenen  erwartet  werden  darf,  sich  an  den  genauen  Zeitpunkt  zu 

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erinnern,  zumal  es  sich  dabei  um  den  letzten  Besuch  beim  Vater 
gehandelt haben soll (vgl. A35 F68, A36 F65).

Abgesehen  von  der  zeitlichen  Divergenz  enthalten  die  Schilderungen 
dieses ausschlaggebenden Ereignisses auch etliche Ungereimtheiten, so 
dass  weitere  Zweifel  an  deren  Wahrheitsgehalt  aufkommen.  Während 
aus  der  relativ  knappen  Schilderung  von  K.  A._______  nicht  klar 
hervorgeht, ob sich die Auseinandersetzung mit dem Vater  im Haus der 
Mutter oder in der Wohnung des Vaters zugetragen habe (vgl. A35 F58), 
lokalisiert  die  jüngere  Schwester  L.  A._______  die  tätliche 
Auseinandersetzung  in  der  Wohnung  des  Vaters  (vgl.  A  36  F  56).  K. 
A._______ gibt  ferner  im Unterschied  zu L. A._______ an,  sie  habe  zu 
diesem  Zeitpunkt  den  Schleier  nicht  getragen,  als  sie  von  der  Schule 
nach Hause gekommen sei. L. A._______ führt hingegen aus, der Vater 
habe K. A._______ den Schleier vom Kopf gerissen, sie geschlagen und 
beschimpft,  danach  habe  sie  das  Bewusstsein  verloren.  Deshalb  habe 
die  zweite  Ehefrau  interveniert  (vgl.  A36  F  58).  Den  Aussagen  von  M. 
A._______  zufolge  hat  sie  die  Kinder  am  Ende  dieses  Besuchs  beim 
Vater  abgeholt.  Spontane  Ausführungen,  was  K.  A._______  damals 
konkret  zugestossen  sei,  erfolgten  von  ihrer  Seite  keine.  Die 
festgestellten  Divergenzen  (Schleiertragen/Nicht­Schleiertragen,  Haus 
der  Mutter/Wohnung  des  Vaters)  ergeben  ein  unklares  Bild  der 
Ereignisse, weshalb sie als nicht glaubhaft zu werten sind. 

8.3.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  teilt  sodann  die  vorinstanzliche 
Einschätzung,  wonach  der  Ex­Ehemann  beziehungsweise  Vater  nicht 
dem  von  den  Beschwerdeführerinnen  gezeichneten  gewalttätigen 
Persönlichkeitsprofil  entspreche.  Es  bestehen  überwiegende  Zweifel 
daran, dass dieser sie in dem von ihnen geschilderten Ausmass bedroht 
haben soll. Trotz der angeblichen Morddrohungen seit dem letzten Streit 
(vgl. A38 F137 – F139) hat er offenbar nichts Konkretes unternommen, 
um die Obhut über die Kinder zu erlangen  (vgl. A38 F152 – F154), und 
die  Töchter  scheinen  trotz  dieses  angeblich  letzten  Besuchs  immer 
wieder  Kontakt mit  ihm  gehabt  und  ihn  besucht  zu  haben  (vgl. E. 8.2.1 
vorstehend).  Auf  Beschwerdeebene  vermögen  die 
Beschwerdeführerinnen  nichts  entgegenzuhalten,  was  zu  einer 
diesbezüglich anderen Einschätzung führt. 

8.3.3. Was den  tätlichen Überfall  auf K. A._______  in  einem Gässchen 
betrifft,  lässt  sich  hinsichtlich  des  Zeitpunktes  feststellen,  dass  sich  M. 
A._______ selber widersprochen hat. Während sie an der Anhörung von 
einem  Telefonanruf  der  zweiten  Ehefrau  im  (…)  2004  sprach  und  den 

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Überfall auf K. A._______ drei Monate später beziehungsweise nach der 
"Fête du grand Bairam" beziehungsweise am vierten Tag nach der  "Eid 
al­Adha ([…]) situierte (vgl. A28 S. 4 – 5, A38 F187), war  in einer Email 
an (...) vom (…) 2004 (vgl. ARK­Akte 8 S. 117) die Rede vom (…) 2004; 
dass  es  sich  bei  den  an  der  Anhörung  gemachten  Angaben  um  einen 
Fehler  gehandelt  habe  – wie  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht  –  ist 
wenig  überzeugend,  denn  auch  die  Beschwerdeführerinnen  K. 
A._______  und  L.  A._______  haben  das  Ereignis  zeitlich  im  (…)  2005 
eingeordnet.  Der  Aussage  von K.  A._______  zufolge  ist  sie  am  fünften 
Tag der "Eid al­Adha" auf offener Strasse tätlich angegriffen worden (vgl. 
A35 F69). Diese massive Divergenz deutet vielmehr darauf hin, dass es 
sich bei dem vermeintlichen Vorfall um ein Konstrukt handelt.

Hinzu  kommt  –  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt  –,  dass  die 
Beschwerdeführerinnen  den  Vorfall  weder  durch  einen  Polizeirapport 
noch durch ein ärztliches Zeugnis zu stützen vermögen. Da sie zu diesem 
Zeitpunkt  bereits  von  der  Organisation  (...)  unterstützt  wurden,  die  das 
Asylverfahren  in  der  Schweiz  kennt,  ist  davon  auszugehen,  dass  die 
Beschwerdeführerinnen  über  ihre  Mitwirkungspflicht  beziehungsweise 
Beweispflicht  informiert  waren.  Es  wäre  ihnen  deshalb  zuzumuten 
gewesen,  entsprechende  Belege  zu  beschaffen  und  zu  den  Akten  zu 
geben.  Die  Argumentation  von  M.  A._______,  sie  habe  Repressalien 
seitens des Ex­Ehemannes, schlimmstenfalls die Wegnahme der Kinder, 
befürchtet, weshalb sie verzichtet habe, zur Polizei zu gehen (vgl. Email 
[...]  vom  3.(…)  2005,  ARK­Akte  8  S.  115),  erscheint  insoweit  der  Logik 
des  Handelns  zu  widersprechen,  als  dass  bereits  eine  Vereinbarung 
zwischen  M.  A._______  und  deren  Ex­Ehemann  bestanden  habe, 
wonach die Töchter ab (…) 2005 beim Vater hätten wohnen sollen. Aus 
demselben Grund  ist  nicht  nachzuvollziehen,  weshalb  der  Ex­Ehemann 
sich  zur  Anstiftung  eines  tätlichen Angriffs  auf  K.  A._______  veranlasst 
gesehen hätte, wenn er sich über deren Rückkehr gewiss gewesen sein 
sollte  (vgl. A38  F187  –  F190).  Schliesslich  greift  auch  die  Begründung, 
wonach  aufgrund  der  fundamentalistischen  Einstellung  des  Ex­
Ehemannes (vgl. Beschwerde vom 23. Juli 2004, ARK­Akte 1 S. 7) eine 
höhere Gewaltbereitschaft gegen die Beschwerdeführerinnen vorgelegen 
habe,  nicht.  Zum  einen  erwähnten  die  Beschwerdeführerinnen  diesen 
Grund anlässlich der Anhörungen mit keinem Wort. Zum anderen stellte 
sich  der  vom  Vater  angestiftete  Angriff  auf  K.  A._______  als  blosse 
Behauptung heraus (vgl. E. 8.3.3 vorstehend). 

8.3.4.  Hinsichtlich  der  vorgebrachten  geplanten  Zwangsheirat  von  K. 
A._______  bestätigt  das  Bundesverwaltungsgericht  die  diesbezüglich 

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zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die erst  im Rahmen 
des  Rekurses  ins  Recht  gelegten  Vorbringen  vage  ausgefallen  seien. 
Auch  hier  gibt  es  Widersprüche,  da  sich  die  Beschwerdeführerin  M. 
A._______  und  K.  A._______  nicht  einig  sind,  wann  Letztere  davon 
erfahren habe. Die seitens der Rechtsvertreterin dagegen eingewendete 
Argumentation, M. A._______ habe die angespannte Situation  in Syrien 
nicht  zusätzlich belasten wollen und deshalb erst  in  der Schweiz mit K. 
A._______ darüber gesprochen, vermag die widersprüchlichen Aussagen 
(vgl. A35 F41 und F102) von K. A._______ nicht zu entkräften, wonach 
sie bereits in Syrien beziehungsweise erst in der Schweiz davon erfahren 
haben wolle. 

8.4. Wie  die  vorgenannten  Ausführungen  in  nachvollziehbarerer  Weise 
gezeigt  haben,  überzeugen  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerinnen  
aufgrund  der  zahlreichen  Ungereimtheiten  und Widersprüche  nicht.  Sie 
vermögen  deshalb  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  im 
Sinne  von  Art.  7  AsylG  nicht  zu  genügen,  um  als  asylrelevant  beurteilt 
werden zu können. Die Vorinstanz hat daher das Asylbegehren zu Recht 
abgelehnt,  weshalb  darauf  verzichtet  werden  kann,  auf  die  weiteren 
Argumente  der  Vorinstanz  hinsichtlich  der  Umstände  der  Ausreise 
(Wissen der Angehörigen, Erhalt der Ausreisevisa) einzugehen, zumal sie 
am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 

9. 

9.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

9.2.  Da  die  Beschwerdeführerinnen  zum  Zeitpunkt  des  Erlasses  der 
angefochtenen  Verfügung  vom  (…)  2007  weder  über  eine 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  eine  solche 
verfügten,  hat  das  BFM  deren  Wegweisung  zu  Recht  angeordnet 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

9.3. Aufgrund der Heirat der Beschwerdeführerin M. A._______ mit einem 
Schweizer  Bürger  vom  (…)  2009  verfügen  M.  A._______  und  L. 
A._______ über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung, weshalb 
die  sie  betreffenden  Ziffern  3  bis  5  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
dahingefallen sind und die Beschwerde – soweit deren Wegweisung samt 

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Vollzug betreffend – gegenstandslos geworden ist (vgl. EMARK 2001 Nr. 
21 E. 11c). 

9.4.  Die  Beschwerdeführerin  K.  A._______  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Ihre  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art.  44  Abs.  1;  vgl.  EMARK  2001  Nr.  21)  und  ist  zu 
bestätigen. 

9.5. Am 11. Juli 2011 hob das BFM wiedererwägungsweise die Ziffern 4 
und  5  der  angefochtenen  Verfügung  betreffend  die  Beschwerdeführerin 
K. A._______  zugunsten  der  vorläufigen Aufnahme  in  der Schweiz  auf. 
Der  Wegweisungsvollzug  wurde  wegen  Unzumutbarkeit  der  Rückkehr 
(aktuelle  allgemeine  Situation  in  Syrien  und  persönliche  Faktoren) 
aufgeschoben.  Bei  dieser  Sachlage  ist  eine  Prüfung  allfälliger  anderer 
Wegweisungsvollzugshindernisse  hinfällig,  weil  diese  alternativer  Natur 
sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 10). Die Beschwerde ist  folglich – soweit sie 
den  Wegweisungsvollzug  von  K.  A._______  betrifft  –  gegenstandslos 
geworden. 

10. 
Zusammengefasst  hat  das  Bundesamt  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführerinnen zu Recht abgewiesen und (zum Zeitpunkt seines 
Entscheids) deren Wegweisung verfügt. Die vorinstanzliche Verfügung ist 
im Asylpunkt zu bestätigen und die Beschwerde für beide Verfahren ([…] 
und  […]) diesbezüglich abzuweisen  (vgl. Dispositiv­Ziffern 1 und 2). Die 
Beschwerde ist für das Verfahren (…) – soweit die Wegweisung und den 
Wegweisungsvollzug  betreffend  –  als  gegenstandslos  geworden 
abzuschreiben.  Die  diesbezüglichen  Anordnungen  des  BFM 
(Dispositivziffern  3­5)  sind  aufzuheben.  Für  das  Verfahren  (…)  ist  die 
Beschwerde  –  soweit  den  Wegweisungsvollzug  betreffend  –  als 
gegenstandslos geworden abzuschreiben.

11. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  festgestellt  hat  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  sie  nicht 
gegenstandslos geworden ist. 

12. 

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12.1. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  sind  den 
Beschwerdeführerinnen aufgrund des teilweisen Unterliegens (betreffend 
Flüchtlingseigenschaft  und  Asylgewährung)  zur  Hälfte  reduzierte 
Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  300.­  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63 
Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  2  Abs.  1  und Art.  5  des Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE;  SR  173.320.2]).  Mit 
Instruktionsverfügung vom (…) 2007 ist das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Prozessführung  –  vorbehältlich  veränderter  finanzieller 
Verhältnisse  –  gutgeheissen  worden.  Zum  heutigen  Zeitpunkt  ist 
indessen  mangels  fristgerechter  Abgabe  von  ausgefüllten  Formularen 
beziehungsweise  von  Belegen  der  weiterhin  bestehenden  Bedürftigkeit 
(androhungsgemäss)  von  der  Zahlungsfähigkeit  der 
Beschwerdeführerinnen  auszugehen,  mithin  sind  sie  nicht  mehr  als 
bedürftig einzuschätzen, weshalb die Bedingungen für die unentgeltliche 
Prozessführung  nicht  mehr  bestehen  und  die  damalige  diesbezügliche 
Gutheissung wiedererwägungsweise aufzuheben ist.

12.2.  Betreffend  die  Wegweisung  und  den Wegweisungsvollzug  ist  die 
Beschwerdeführerin  K.  A._______  ([…])  mit  ihren  Begehren – 
praxisgemäss zur Hälfte – durchdrungen, weshalb ihr diesbezüglich keine 
Kosten aufzuerlegen sind. 

12.3.  Bei  gegenstandslos  beziehungsweise  teilweise  gegenstandslos 
gewordenen Verfahren, welche ohne Zutun der Parteien gegenstandslos 
geworden sind, werden die Kosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des 
Erledigungsgrundes festgelegt (vgl. Art. 5 VGKE). 

12.3.1. Nach  am  (…)  2009  erfolgter  Heirat  der  Beschwerdeführerin  M. 
A._______  mit  einem  Schweizer  Bürger  hat  die  zuständige  kantonale 
Behörde  ihr und  ihrer Tochter L. A._______ eine Aufenthaltsbewilligung 
erteilt  (vgl.  Prozessgeschichte  Bst.  J  und  K).  Die  Gegenstandslosigkeit 
des  Verfahrens  hinsichtlich  der  Anordnung  der  Wegweisung  und  ihres 
Vollzugs ist mithin ohne Zutun der Partei eingetreten.

Bezogen auf die Gegenstandslosigkeit der Beschwerde im Verfahren (…) 
infolge  Gewährung  einer  Aufenthaltsbewilligung  ist  folglich  eine 
summarische  Würdigung  der  Prozessaussichten  vorzunehmen.  Im 
vorliegenden Fall wurde die Sachlage vor dem Erledigungsgrund von der 
damals  zuständigen  Instruktionsrichterin  in  einer  prozessleitenden 
Verfügung  vom  (…)  2007  als  nicht  im Vornhinein  aussichtslos  beurteilt, 

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weshalb  ihnen  für  die  Gegenstandslosigkeit  des  Verfahrens  hinsichtlich 
der  Anordnung  der  Wegweisung  und  ihres  Vollzugs  keine  Kosten 
aufzuerlegen sind. 

13. 
Gemäss Art. 64 VwVG kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Entschädigung  für  ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen 
(vgl. auch Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])

13.1.  Bei  gegenstandslos  beziehungsweise  teilweise  gegenstandslos 
gewordenen Verfahren, welche ohne Zutun der Parteien gegenstandslos 
geworden  sind,  misst  sich  die  allfällige  Parteientschädigung  nach  der 
Sachlage  vor  Eintritt  des  Erledigungsgrundes  (vgl.  Art.  15  VGKE  i.V.m. 
Art. 5 VGKE). 

13.2.  Die  Beschwerde  betreffend  die  Beschwerdeführerinnen  im 
Verfahren  (…)  ist  hinsichtlich  des  angefochtenen  Wegweisungs­  und 
Vollzugsentscheids  –  (…)  –  ohne  ihr  Zutun  gegenstandslos  geworden. 
Die  Sachlage  vor  dem  Erledigungsgrund  wurde  –  (…)  –  als  nicht  im 
Vornhinein aussichtslos beurteilt. Infolgedessen ist im Verfahren (…) eine 
zur  Hälfte  ausgesprochene  Parteientschädigung  für  die  ihnen 
erwachsenen Kosten zu entrichten. 

13.3. Die  Beschwerde  betreffend  die  Beschwerdeführerin  im  Verfahren  
(…)  ist  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  durch  die 
wiedererwägungsweise  Erteilung  der  vorläufigen  Aufnahme  in  der 
Schweiz  gegenstandslos  geworden.  In  diesem  Punkt  ist  die 
Beschwerdeführerin  mit  ihrer  Beschwerde  durchgedrungen.  In  ihrem 
Verfahren wird  eine  zur Hälfte  ausgesprochene Parteientschädigung  für 
die ihr erwachsenen Kosten entrichtet. 

13.4.  Die  Beschwerdeführerinnen  wurden  alle  von  derselben 
Rechtsvertreterin  vertreten,  die  am  (…)  2009  eine  als  angemessen  zu 
beurteilende Honorarnote in der Höhe von Fr. 2'990.­ (mit Auslagen ohne 
MwSt)  zu  den Akten  reichte. Den Beschwerdeführerinnen  ([…],  […])  ist 
eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  insgesamt  Fr. 1'480.­ 
zuzusprechen.  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  für  beide  Verfahren  (…)  und 
(…) im Asylpunkt abgewiesen.

2. 
Die  Beschwerde  wird  für  das  Verfahren  (…)  –  soweit  die Wegweisung 
und den Wegweisungsvollzug betreffend – als gegenstandslos geworden 
abgeschrieben.  Die  diesbezüglichen  Anordnungen  des  BFM 
(Dispositivziffern 3­5) werden als dahingefallen erachtet.

3. 
Die  Beschwerde  wird  für  das  Verfahren  (…)  –  soweit  den 
Wegweisungsvollzug  betreffend  –  als  gegenstandslos  geworden 
abgeschrieben.

4. 
Die  hälftigen  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  300.­  werden  den 
Beschwerdeführerinnen  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab 
Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5. 
Das BFM hat den Beschwerdeführerinnen für die Verfahren (…) und (…) 
vor der Beschwerdeinstanz eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 
1'480.­ zu entrichten.

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

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