# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d09fe9c-5c0a-5b3f-a2f9-a02c245cdd20
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-30
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 30.06.2023 OG.2021.00013 (OGZ.2024.128)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2021-00013_2023-06-30.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsidentin Dr. iur. Petra Hauser,
  Oberrichterin Monika Trümpi, Oberrichterin Brigitte Müller, Oberrichter Roger
  Feuz und Oberrichterin Ruth Hefti sowie Gerichtsschreiberin
  MLaw Jennifer Zbinden. 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 30. Juni 2023

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2021.00013

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Kläger
  und

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch Dr. iur. Roger
  Brändli, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Kanton
  Glarus

  
	
  Beklagter und

  
	
  Berufungsbeklagter

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch Departement Finanzen und Gesundheit
  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Pachtvertrag;
  Kündigung / Erstreckung

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge des Berufungsklägers (gemäss
  Eingabe vom 1. Februar 2021, act. 41):

  
	
  	
    1.

    	
    Das Urteil des
    Kantonsgerichts Glarus vom 16. Dezember 2020 sei aufzuheben und es sei
    die Kündigung der Pachtverträge vom 15. Oktober 2018 als unzulässig zu
    erklären und aufzuheben. Eventualiter seien die Pachtverträge um die
    gesetzliche Höchstdauer bis zum 30. April 2027 zu erstrecken.

    
	
    2.

    	
    Subeventualiter sei das
    Urteil des Kantonsgerichts Glarus vom 16. Dezember 2020 aufzuheben und
    die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen.

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) sowohl für das erst- als
    auch für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten des Beklagten.

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge des Berufungsbeklagten
  (gemäss Eingabe vom 24. März 2021, act. 45):

  
	
  	
    1.

    	
    Die Berufung sei abzuweisen.

    
	
    2.

    	
    Eventualiter seien die
    Pachtverträge um maximal drei Jahre zu erstrecken.

    
	
    3.

    	
    Alles unter Kostenfolge
    zulasten des Klägers.

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I. Prozessgeschichte

  
	
  1.  

  
	
  1.1. In den
  1940er Jahren führte die Schweizerische Vereinigung Industrie und
  Landwirtschaft (SVIL) die Melioration in der Linthebene durch und schuf dabei
  neue landwirtschaftlich nutzbare Flächen (act. 3/14 S. 1;
  act. 2 S. 3 N. 1). Der Vater von A.______ (nachfolgend Vater
  des Klägers) unterzeichnete 1950 einen Siedlungsvertrag mit dem Kanton Glarus
  (nachfolgend Beklagter) über einen Teil dieser urbar gemachten Fläche
  (heutige Parzelle Nr. [...], Gemeinde [...]; act. 3/6). Er
  errichtete in der Folge darauf einen Landwirtschaftsbetrieb mit Wohnhaus,
  Scheune und Stall und bewirtschaftete das Land während fast 40 Jahren
  (act. 2 S. 3 f. N. 1). Die errichteten Gebäude gehörten
  ihm im Baurecht (act. 11 S. 2 N. 2).

  
	
   

  
	
  1.2. Im Jahr
  1971 musste das vom Vater des Klägers errichtete Ökonomiegebäude auf der
  Parzelle Nr. [...] der damals neu gebauten [...] weichen und eine neue
  Scheune mit Stall erstellt werden (act. 3/6). Um der Familie A.______
  das weitere Verbleiben auf der Siedlung [...] zu erleichtern, kam der
  Beklagte für die Erstellung einer neuen Scheune mit Stall auf und schloss mit
  dem Vater des Klägers anstelle des Siedlungsvertrages einen langjährigen
  Pachtvertrag mit einem Vorkaufs- und Vorpachtrecht zugunsten des Pächters und
  seiner Nachkommen ab (act. 3/6; act. 11 S. 2 N. 2). Die
  Parzelle wurde nach dem Vater des Klägers "Siedlung [...]" benannt
  (act. 2 S. 4 N. 2; act. 3/14 S. 2).

  
	
   

  
	
  1.3. Im Jahr
  1985 übertrug der Beklagte den mit dem Vater des Klägers abgeschlossenen
  Pachtvertrag über die Parzelle Nr. [...] auf dessen Sohn A.______
  (nachfolgend Kläger; act. 3/7; act. 11 S. 2 N. 3).
  Daneben pachtete der Kläger mit separatem Pachtvertrag neu auch die
  angrenzenden Parzellen Nrn. [...] Gemeinde [...], vom Beklagten
  (act. 12/1; 12/1a). Dieser Pachtvertrag über die Parzellen
  Nrn. [...] wurde im Jahr 2018 erneuert (act. 3/10).

  
	
   

  
	
  1.4. Die
  örtliche Situation stellt sich wie folgt dar (vgl. auch die Darstellung in
  act. 52):

  
	
  [...]

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  Der Beklagte kündigte dem Kläger mit Schreiben vom 15.
  Oktober 2018 den Pachtvertrag vom 1. Oktober 1971 über die Parzelle Nr.
  [...] sowie den Pachtvertrag vom 12. Juli bzw. 6. August 2018 über die
  Parzellen Nrn [...] unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist von
  einem Jahr auf den 30. April 2021 (act. 3/3). Dies mit der
  Begründung, dass andere Landwirtschaftsbetriebe aufgrund diverser anstehender
  Projekte im Umweltbereich (Bau Wildtierübergang [...] und
  Gewässerrevitalisierungen) sowie wegen bevorstehender Strassenbauprojekte
  (Umfahrung [...] und Querspange) eigene landwirtschaftliche Flächen verlieren
  würden. Um diesen Flächenverlust für die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe
  tragbarer zu machen, möchte der Beklagte diesen eigene Landflächen in einem
  Ausgleichspool anbieten (act. 3/3). Der Kläger solle sozusagen mit
  seiner Betriebsaufgabe den verbleibenden Landwirtschaftsbetrieben eine
  Betriebserweiterung ermöglichen (act. 3/3).

  
	
   

  
	
  3.  

  
	
  Nachdem eine gütliche Einigung unter den Parteien
  gescheitert war (act. 12/5), reichte der Kläger am 15. Januar 2019
  ein Schlichtungsgesuch bei der Schlichtungsbehörde des Kantons Glarus ein
  (act. 1). Da die Parteien auch anlässlich der Schlichtungsverhandlung
  und den anschliessend ausseramtlich fortgesetzten Vergleichsgesprächen keine
  einvernehmliche Lösung fanden, stellte die Schlichtungsbehörde dem Kläger am
  20. August 2019 die Klagebewilligung aus (act. 1).

  
	
   

  
	
  4.  

  
	
  4.1. Der
  Kläger erhob in der Folge am 20. September 2019 beim Kantonsgericht des
  Kantons Glarus Klage und beantragte, dass die Kündigung der Pachtverträge vom
  15. Oktober 2018 als unzulässig zu erklären und aufzuheben sei
  (act. 2 S. 2). Die Parteien hätten im Pachtvertrag ein Vorkaufs-
  bzw. Vorpachtrecht vereinbart, welches zeitlich nicht befristet sei
  (act. 2 S. 6 f. N. 9). Der Kläger könne bei Beendigung
  des Pachtverhältnisses sein Vorkaufs- / Vorpachtrecht ausüben und damit
  Eigentümer des Pachtlands werden oder weiterhin Pächter bleiben (act. 2
  S. 7 N. 9). Die Kündigung verfehle somit ihren Zweck (act. 2
  S. 7 N. 9). Zudem erweise sich die Kündigung als treuwidrig, da der
  Beklagte gegen seine Zusicherung verstosse, die Familie des Klägers könne das
  Pachtland bewirtschaften, solange dieses für landwirtschaftliche Zwecke
  genutzt werde (act. 2 S. 7 N. 10). Durch Abschluss des
  angepassten Pachtvertrages im Juli/August 2018 sowie aufgrund der getätigten
  Investitionen habe der Beklagte beim Kläger das Vertrauen geschaffen, dass er
  die Grundstücke längerfristig pachten und bewirtschaften könne (act. 2
  S. 8 N. 11). Falls sich die Kündigung wider Erwarten als gültig
  erweisen sollte, beantragte er eventualiter die Erstreckung der Pachtverträge
  um sechs Jahre, mithin bis am 30. April 2027 (act. 2 S. 8
  N. 12).

  
	
   

  
	
  4.2. Der
  Beklagte argumentiert dagegen, dass die ausgesprochene Kündigung der
  Pachtverträge gültig sei (act. 11 S. 5 N. 9). Die Kündigung
  entspreche sämtlichen gesetzlichen Anforderungen an die Kündigung eines
  Pachtvertrages (act. 11 S. 5 N. 9). Die Kündigung verstosse
  weder gegen Treu und Glauben noch sei sie in rechtsmissbräuchlicher Absicht
  erfolgt (act. 11 S. 5 N. 10). Das vom Kläger geltend gemachte
  Vorkaufs- und Vorpachtrecht tangiere die Gültigkeit der Kündigung nicht
  (act. 11 S. 5 N. 10). Das Vorkaufs- und Vorpachtrecht sei für
  den Beklagten ohnehin übermässig im Sinne von Art. 27 ZGB (act. 11
  S. 6 N. 12). Zudem sei kein Vorkaufsfall eingetreten (act. 11
  S. 6 N. 13). Der Beklagte benötige das streitgegenständliche
  Pachtland als Realersatz für verschiedene anstehende Projekte im Umwelt- und
  Infrastrukturbereich, weshalb auch der Antrag auf Pachterstreckung abzulehnen
  sei (act. 11 S. 8 N. 17 und S. 13 N. 30).

  
	
   

  
	
  5.  

  
	
  Mit Urteil vom 16. Dezember 2020 entschied das
  Kantonsgericht, dass die Kündigung der Pachtverträge gültig und die dagegen
  gerichtete Klage entsprechend abzuweisen sei (act. 38 S. 12
  E. 4.2.3. und S. 14 E. 6). Für die Parzellen Nrn. [...]
  sei kein Vorkaufs- und Vorpachtrecht vereinbart worden (act. 38
  S. 10 E. 4.1.). Die Kündigung in Bezug auf diese Parzellen sei nicht
  treuwidrig, da sich die Möglichkeit einer zeitnahen Kündigung direkt aus dem
  Pachtvertrag vom Jahr 2018 ergebe (act. 38 S. 10 E. 4.1.). Aus
  den getätigten Investitionen könne der Kläger nichts zu seinen Gunsten
  ableiten (act. 38 S. 12 E. 4.2.3.). Auch das für die Parzelle
  Nr. [...] vereinbarte Vorkaufs- und Vorpachtrecht stehe der Kündigung
  nicht entgegen (act. 38 S. 14 E. 6). So erreiche die
  Vorpachtdauer einen zu hohen Grad an Fremdbestimmtheit zulasten des
  Verpächters, weshalb der Pachtvertrag vom 1. Oktober 1971 in Bezug auf
  das vereinbarte Vorkaufs- und Vorpachtrecht teilnichtig sei (act. 38
  S. 18 f. E. 8.2.3.). Die Pachtverträge seien schliesslich auch
  nicht zu erstrecken, da mit dem Eintritt des Klägers ins Rentenalter der
  Zeitpunkt für die Kündigung passend sei (act. 38 N. 9.3.).

  
	
   

  
	
  6.  

  
	
  Gegen dieses Urteil erhob der Kläger am 1. Februar
  2021 fristgerecht Berufung beim Obergericht des Kantons Glarus mit den
  eingangs wiedergegebenen Anträgen (act. 41). Der Beklagte beantragt die
  vollständige Abweisung der Berufung (act. 45). Die in der Folge vom Obergerichtspräsidium
  unternommenen umfangreichen Vergleichsbemühungen (act. 51-66) blieben
  erfolglos. 

  
	
  An seiner Sitzung vom 30. Juni
  2023 fällte das Obergericht seinen Entscheid (act. 68).

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Prozessuales

  
	
  1.  

  
	
  1.1. Erstinstanzliche
  Endentscheide in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mit einem Streitwert
  von mindestens CHF 10'000.— können mit Berufung angefochten werden
  (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Lautet das
  Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, setzt das Gericht den
  Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder ihre
  Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). 

  
	
   

  
	
  1.2. Das vom
  Kläger gestellte Rechtsbegehren lautete nicht auf eine bestimmte Geldsumme
  (act. 2 S. 2). Der Kläger geht davon aus, dass der Streitwert
  CHF 30'000.— übersteigt (act. 2 S. 3 N. 6; act. 41
  S. 2 N. 3). Der Beklagte beanstandet dies nicht (act. 11
  S. 13 N. 1; act. 45 S. 2 N. 1). 

  
	
   

  
	
  1.3. Im
  Hinblick auf die Höhe des vereinbarten Pachtzinses von CHF 9'975.— pro
  Jahr (act. 3/7 S. 2; act. 3/10 S. 1) ist die vom Kläger
  vorgenommene Streitwertschätzung nicht als offensichtlich unrichtig zu
  erachten. Es ist deshalb vorliegend davon auszugehen, dass der Streitwert
  CHF 30'000.— übersteigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_565/2017 vom
  11. Juli 2018 E. 1.3.2 zur Bestimmung des Streitwerts in
  Pachtstreitigkeiten). 

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  Das Urteil des Kantonsgerichts vom
  16. Dezember 2020 ist somit mit Berufung anfechtbar (Art. 308 ZPO).
  Der Kläger hat seine Berufung fristgerecht eingereicht (act. 39 und
  act. 41). Das Obergericht des Kantons Glarus ist für die Beurteilung der
  Berufung zuständig (Art. 17 Abs. 1 lit. b GOG GL [GS III
  A/2]). 

  
	
   

  
	
  3.  

  
	
  3.1. Mit
  Berufung können eine unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) und eine unrichtige
  Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) geltend gemacht werden
  (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt mithin über eine
  vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache und kann das
  erstinstanzliche Urteil sowohl auf rechtliche wie tatsächliche Mängel hin
  überprüfen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungsinstanz gehalten ist,
  von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden
  tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien diese
  in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie hat sich – abgesehen von
  offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der
  schriftlichen Begründung (Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das
  erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken (BGE 142 III
  413 E. 2.2.4, m.w.H.).

  
	
   

  
	
  3.2. Nach
  Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung enthalten. Wer den
  erstinstanzlichen Entscheid mit Berufung anficht, hat deshalb anhand der
  erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen
  rechtlichen Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern die Überlegungen der ersten
  Instanz fehlerhaft erscheinen und sich nicht aufrechterhalten lassen. Dies
  setzt voraus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die beanstandeten
  vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, sich mit diesen argumentativ auseinandersetzt
  und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht. Die Begründung muss
  hinreichend explizit sein, damit sie von der Berufungsinstanz einfach
  nachvollzogen werden kann, was voraussetzt, dass der Berufungskläger die
  Passagen, die er anficht, präzise bezeichnet. Lässt die Berufung hinsichtlich
  eines bestimmten Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so
  tritt die Berufungsinstanz diesbezüglich nicht auf das Rechtsmittel ein, denn
  die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende
  Zulässigkeitsvoraussetzung (Urteil des Bundesgerichts 5A_350/2019 vom
  26. Oktober 2020 E. 4.1, m.w.H.). 

  
	
   

  
	
  3.3. Vorliegend
  bestehen zwischen den Parteien zwei Pachtverhältnisse. Der eine Pachtvertrag
  aus dem Jahr 1985 betrifft die Parzelle Nr. [...] (act. 3/7), der
  andere aus dem Jahr 2018 die Parzellen Nrn. [...] (act. 3/10). Wie
  oben dargelegt (E. I.1.1.-1.4.), weisen die beiden Pachtverträge eine
  unterschiedliche Entstehungsgeschichte auf.

  
	
   

  
	
  3.4. Die
  Vorinstanz hat die Gültigkeit der Kündigung für beide Pachtverträge separat
  geprüft (in E. 4 die Gültigkeit der Kündigung betreffend die Parzellen
  Nrn. [...] und in E. 5-8 die Gültigkeit der Kündigung betreffend
  die Parzelle Nr. [...]). In Bezug auf den Pachtvertrag vom Jahr 2018
  (Parzellen Nrn. [...]) hielt die Vorinstanz dabei fest, dass
  diesbezüglich kein Vorkaufs- und Vorpachtrecht vereinbart worden sei
  (act. 38 S. 10 E. 4.1.). Der betreffende Pachtvertrag stelle
  keine Vertrauensgrundlage für den Kläger dar, dass er diese Grundstücke
  längerfristig pachten und bewirtschaften könne. Im Gegensteil sei
  ausdrücklich vereinbart, dass die Pacht am 1. Juni 2018 beginne und bis zum
  30. April 2021 dauere (act. 38 S. 10 E. 4.1.). Die
  Möglichkeit einer zeitnahen Kündigung ergebe sich somit direkt aus dem Pachtvertrag
  (act. 38 S. 10 E. 4.1.). Ein treuwidriges Verhalten des
  Beklagten sei somit nicht erkennbar (act. 38 S. 10 E. 4.1.).
  Auch aus den vom Beklagten in den letzten Jahren getätigten Investitionen
  könne der Kläger nichts zu seinen Gunsten ableiten (act. 38 S. 12
  E. 4.2.3.).

  
	
   

  
	
  3.5. Der
  Kläger setzt sich in seiner Berufung mit der zutreffenden Argumentation der
  Vorinstanz, wonach für die Parzellen Nrn. [...] nie ein Vorkaufs- und
  Vorpachtrecht vereinbart worden sei (act. 38 S. 10 E. 4.1.),
  nicht auseinander. Aus der Berufung geht vielmehr hervor, dass der Kläger
  selbst davon ausgeht, das Vorkaufs- und Vorpachtrecht beziehe sich nur auf
  die Liegenschaft Nr. [...] (act. 41 S. 8 N. 5 und
  S. 9 N. 6.2.). Gründe, weshalb die Kündigung in Bezug auf die
  Parzellen Nrn. [...] dennoch treuwidrig sein sollte, bringt der Kläger
  vor Obergericht keine mehr vor (anders noch vor der Vorinstanz, vgl.
  act. 2 S. 8 N. 11). 

  
	
   

  
	
  3.6. Hinsichtlich
  der Gültigkeit der Kündigung des Pachtvertrages vom 12. Juli bzw.
  6. August 2018 betreffend die Parzellen Nrn. [...] ist somit
  mangels hinreichender Begründung nicht auf die Berufung einzutreten (vgl. die
  Hinweise oben in E. II.3.1.-3.2.). Im Folgenden ist deshalb die
  Gültigkeit der Kündigung nur für die Parzelle Nr. [...] zu überprüfen
  (siehe nachfolgend E. III.).

  
	
   

  
	
  4.  

  
	
  Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens ZG.2019.00940
  (act. 1-40) wurden beigezogen. Die Akten des Berufungsverfahrens werden
  im vorinstanzlichen Dossier weitergeführt (ab act. 41).

  
	
   

  
	
   

  
	
  III. Gültigkeit der Kündigung

  
	
  1.

  
	
  1.1. Pachtverträge
  können unter Einhaltung der vereinbarten bzw. gesetzlichen Kündigungsfrist
  sowohl vom Pächter als auch vom Verpächter gekündigt werden (vgl.
  Art. 16 Abs. 2 LPG). Die Kündigung ist nur gültig, wenn sie
  schriftlich erfolgt. Auf Verlangen ist sie zu begründen (Art. 16 Abs. 1
  LPG). 

  
	
   

  
	
  1.2. Nach
  Art. 2 ZGB hat jedermann in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung
  seiner Pflichten nach Treu und Glauben zu handeln (Abs. 1). Der offenbare
  Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz (Abs. 2). Ob eine Berechtigung
  missbräuchlich ausgeübt wird, hängt stets von den Umständen des Einzelfalles
  ab (BGE 138 III 425 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 4A_390/2020 vom
  9. Februar 2021 E. 8.2.; m.w.H.). Typische Fallgruppen des
  Rechtsmissbrauchs sind das fehlende Interesse (unnütze Rechtsausübung, sog.
  Schikaneverbot), das krasse Missverhältnis der Interessen, das
  widersprüchliche Verhalten und die zweckwidrige Verwendung eines
  Rechtsinstituts (BGE 143 III 279 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts
  5A_898/2015 vom 11. Juli 2016 E. 3.4; Peter Lehmann/Heinrich Honsell, in: Basler Kommentar ZGB
  I, 7. Aufl., Basel 2022, N. 37 ff. zu Art. 2 ZGB). Dabei
  handelt unter anderem rechtsmissbräuchlich, wer etwas verlangt, das er
  umgehend wieder herausgeben muss (Urteil des Bundesgerichts 4A_224/2011 vom
  27. Juli 2011 E. 2; Regina E.
  Aebi-[...]-/Heinz Hausheer, in: Berner Kommentar, Einleitung und
  Personenrecht, Art. 1-9 ZGB, Bern 2012, N. 209 zu Art. 2 ZGB; Peter Lehmann/Heinrich Honsell,
  a.a.O., N. 40 zu Art. 2 ZGB). 

  
	
   

  
	
  1.3. Im
  vorliegenden Berufungsverfahren ist unstrittig, dass die erfolgte Kündigung
  des Pachtvertrages durch den Beklagten formell korrekt erfolgte. So hat
  dieser die gesetzliche Kündigungsfrist sowie die einschlägigen
  Formvorschriften eingehalten (vgl. Art. 16 LPG; act. 3/3; vgl. auch
  BGE 125 III 425 E. 3). Strittig ist hingegen, ob die Kündigung aufgrund
  der speziellen Vorgeschichte des Pachtverhältnisses und des im Pachtvertrag
  enthaltenen Vorkaufs- und Vorpachtrechts (act. 3/6 S. 3) als
  rechtsmissbräuchlich erscheint (Art. 2 Abs. 2 ZGB). 

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  Die Vorinstanz verneinte dies einerseits mit der
  Begründung, dass gar kein Vorpachtfall vorliege. So handle es sich gemäss
  Botschaft zum Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht bei
  Rechtsgeschäften, bei denen die Person des Erwerbers im Vordergrund stehe,
  nicht um einen Vorkaufsfall. Dies sei vorliegend der Fall, da der Beklagte
  das Pachtland nur bestimmten, von Umweltschutz- und Strassenbauprojekten
  betroffenen Landwirten als Realersatz und nicht etwa beliebigen Drittpersonen
  zur Verfügung stellen wolle (act. 38 S. 13 f. E. 5.2. und
  E. 6.). Andererseits beziehe sich das Vorpachtrecht ohnehin nur auf die
  Nachkommen des Pächters und nicht auf den Pächter, d.h. den Kläger, selbst
  (act. 38 S. 15 N. 7.2.). Das Vorpachtrecht der Tochter des
  Klägers beschlage die Gültigkeit der Kündigung nicht (act. 38 S. 16
  f. N. 7.4.). Ohnehin erreiche eine Vorpachtdauer von knapp 50 Jahren
  auch unter Berücksichtigung entlastender Elemente einen zu hohen Grad an
  Fremdbestimmtheit zulasten des Beklagten, weshalb der Pachtvertrag vom
  1. Oktober 1971 hinsichtlich des Vorkaufs- und Vorpachtrechts als
  teilnichtig zu erachten sei (act. 38 S. 19 N. 8.2.3.). Es sei
  stossend und mit der Begrenzungsfunktion von Art. 27 Abs. 2 ZGB nicht
  vereinbar, wenn vorliegend die Gültigkeit der Kündigung verunmöglicht würde
  (act. 38 S. 19 E. 8.2.3.).

  
	
   

  
	
  3.  

  
	
  3.1. Der
  Kläger argumentiert dagegen, dass die Ausführungen der Vorinstanz zum
  Vorpachtfall unhaltbar seien (act. 41 S. 5 N. 4). Das
  Vorkaufs- und Vorpachtrecht sei 1971 vereinbart worden, d.h. vor
  Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) und
  des Bundesgesetzes über die landwirtschaftliche Pacht (LPG; act. 41
  S. 6 N. 4.1.). Die Botschaften seien deshalb für den vorliegenden
  Fall nicht von Bedeutung (act. 41 S. 6 N. 4.1.). Die zitierte
  Rechtsprechung zum Vorkaufsfall sei nicht einschlägig, da es vorliegend um
  einen Vorpacht- und nicht einen Vorkaufsfall gehe (act. 41 S. 6
  N. 4.2.). Die Vorinstanz habe nicht dargelegt, weshalb diese
  Rechtsprechung auch für den Vorpachtfall gelten solle (act. 41
  S. 6 f. N. 4.3.). Die Landwirte, an welche das Pachtland des
  Beklagten weiterverpachtet werden soll, würden entgegen dem Urteil der
  Vorinstanz ohnehin nicht in einer besonderen Beziehung zum Beklagten stehen.
  Die Landwirte seien noch nicht einmal bekannt (act. 41 S. 6
  N. 4.2.). Die vom Beklagten beabsichtigte Neuverpachtung des gekündigten
  Pachtlandes stelle somit entgegen der Auffassung der Vorinstanz einen
  Vorpachtfall dar (act. 41 S. 7 N. 4.5.).

  
	
   

  
	
  3.2. Das
  vereinbarte Vorpacht- und Vorkaufrecht sei entgegen den Ausführungen der
  Vorinstanz gültig und nicht übermässig im Sinne von Art. 27 Abs. 2
  ZGB (act. 41 S. 5 N. 3; act. 41 S. 12 N. 7.2.).
  So habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass es sich vorliegend nicht um
  ein normales Pachtverhältnis handle (act. 41 S. 3 N. 2). Die
  Vorinstanz habe den Pachtvertrag nicht ausgelegt und sei entsprechend nicht
  auf die Interessenlage der Parteien bei Abschluss des Pachtvertrages im Jahr
  1971 sowie den Sinn und Zweck des darin begründeten Vorkaufs- und
  Vorpachtrechts eingegangen (act. 41 S. 4 N. 2 f.). Der Vater
  des Klägers habe der Umwandlung des damaligen Baurechts in einen Pachtvertrag
  nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass das Grundstück ihm und seinen
  Nachkommen erhalten bleibe (act. 41 S. 4-5 N. 3). Die
  Behauptung der Vorinstanz, dass sich das Vorpachtrecht nur auf die Nachkommen
  nicht aber auf den Pächter beziehen solle, sei nicht nachvollziehbar und
  widerspreche dem klaren Wortlaut der Vereinbarung (act. 41 S. 5
  N. 3 und S. 8 N. 6.1.). Art. 5 LPG, auf welchen sich die
  Vorinstanz beziehe, regle das Vorpachtrecht der Nachkommen des Verpächters.
  Vorliegend gehe es aber um das Vorpachtrecht des Pächters und dessen
  Nachkommen, weshalb die vorinstanzlichen Ausführungen an der Sache
  vorbeigehen würden (act. 41 S. 7 N. 4.6.). Es sei falsch, dass
  das Vorpachtrecht sich nur auf das landwirtschaftliche Gewerbe als Ganzes
  beziehe und nur hinsichtlich dieser Gesamtheit ausgeübt werden könne
  (act. 41 S. 7 N. 5). Vielmehr könne der Kläger, falls das
  Grundstück Nr. [...] aufgeteilt werden sollte, an jeder dieser
  Teilparzellen ein Vorpacht- und Vorkaufsrecht ausüben (act. 41 S. 8
  N. 5). Allein aufgrund einer Dauer von 50 Jahren liege keine
  Übermässigkeit im Sinne von Art. 27 Abs. 2 ZGB vor (act. 41
  S. 12 N. 7.2.). Die Vorinstanz habe keine anderen Aspekte
  miteinbezogen und somit Art. 27 Abs. 2 ZGB falsch angewendet
  (act. 41 S. 12 f. N. 7.2.).

  
	
   

  
	
  3.3. Im
  Ergebnis verkomme die Kündigung des Beklagten damit zu einem sinnlosen
  Leerlauf, was eine Fallgruppe von Art. 2 Abs. 2 ZGB darstelle
  (act. 41 S. 9 N. 6.3.). Die Kündigung durch den Beklagten sei
  somit aufzuheben (act. 41 S. 11 N. 6.7.). Mit ihrem
  anderslautenden Urteil habe die Vorinstanz Ziffer 2.4.1. des Pachtvertrages
  vom 1. Oktober 1971 falsch ausgelegt, Art. 216a OR, Art. 27
  Abs. 2 ZGB und Art. 27 Abs. 1 und Abs. 2 LPG falsch
  angewendet sowie sein rechtliches Gehör verletzt (act. 41 S. 3
  N. 1). 

  
	
   

  
	
  4.  

  
	
  4.1. Der
  Beklagte bestreitet, dass die Kündigung des Pachtvertrages
  rechtsmissbräuchlich erfolgt sei (act. 45 S. 8 N. 14). Der
  Kläger könne mit dem behaupteten Vorpachtrecht keine Fortführung des
  Pachtverhältnisses bzw. keinen Übergang an seine Tochter erzwingen
  (act. 45 S. 8 N. 14). Der Beklagte habe nicht die Absicht gehabt,
  mit dem Kläger einen ihm ewige Rechte zugestehenden Vertrag abzuschliessen
  (act. 45 S. 3 N. 3). Es sei korrekt, dass die Vorinstanz auf
  die Materialien zum LPG abgestellt habe (act. 45 S. 4 N. 6).
  Eine analoge Anwendung der Bestimmungen zum Vorkaufsrecht auf das
  Vorpachtrecht sei schlüssig und sinnvoll, zumal beide Institute auf ähnlichen
  Überlegungen basierten und auch oft in Kombination vereinbart würden
  (act. 45 S. 4 N. 7). Es liege kein Vorkaufs- bzw. Vorpachtfall
  vor, wenn es dem Veräusserer wesentlich auf die Person des Erwerbers ankomme
  (act. 45 S. 5 N. 8). Vorliegend würden die freiwerdenden
  Pachtflächen als Realersatz für Landwirte verwendet, welche durch anstehende
  Projekte im Umwelt- und Strassenbereich direkt oder indirekt
  landwirtschaftliche Nutzflächen einbüssen würden (act. 45 S. 5
  N. 8). Damit hänge die geplante Weiterverpachtung vorliegend wesentlich
  von der Person des künftigen Pächters ab (act. 45 S. 5 N. 8).

  
	
   

  
	
  4.2. Die
  Vorinstanz habe zutreffend festgehalten, dass ein Vorpachtrecht dem
  Berechtigten lediglich die Möglichkeit biete, in den Vertrag einzutreten, wie
  er dem Dritten angeboten werde (act. 45 S. 6 N. 9). Die Pacht
  der Parzelle Nr. [...] ohne die übrigen Grundstücke Nrn. [...]
  reiche für einen existenzsichernden Betrieb nicht aus (act. 45 S. 6
  N. 9). Die Kündigung verkomme nicht zu einem unnützen Leerlauf
  (act. 45 S. 6 N. 11). So werde der Beklagte den Betrieb nicht
  als solchen weiterverpachten, sondern die Ökonomiegebäude zurückbauen und
  lediglich die landwirtschaftlichen Flächen an Dritte ausgleichsweise verpachten
  (act. 45 S. 6 N. 11). Dadurch könnten die verfügbaren Flächen
  optimal im Sinne der Stärkung der Landwirtschaft im Kanton verwendet werden
  (act. 45 S. 6 f. N. 11). 

  
	
   

  
	
  4.3. Die
  Vorinstanz habe für die Beurteilung der Übermässigkeit der Bindung nicht nur
  auf die Dauer abgestellt, sondern auch die einschränkende Wirkung des
  Vorpachtrechts berücksichtigt (act. 45 S. 8 N. 15). Es sei
  sinnvoller die privaten Landwirtschaftsbetriebe mittels Verpachtung der
  ohnehin knappen fruchtbaren Landflächen zu unterstützen, als einen
  kantonseigenen Landwirtschaftsbetrieb zu führen und die entsprechenden
  Investitionen tätigen zu müssen (act. 45 S. 8 f. N. 15).

  
	
   

  
	
  5.  

  
	
  5.1. Das
  strittige Vorkauf- und Vorpachtrecht ist im Pachtvertrag vom 1. Oktober
  1971 zwischen dem Vater des Klägers und dem Beklagten enthalten
  (act. 3/6 S. 3). Gemäss Nachtrag zum Pachtvertrag vom Jahr 1985
  gilt dieses auch für den Kläger selbst (act. 3/7 S. 3). 

  
	
   

  
	
  5.2. Konkret
  ist das Vorkaufs- und Vorpachtrecht unter dem Titel "Dauer und Kündigung
  des Pachtvertrages" wie folgt formuliert (act. 3/6 S. 3):

  
	
   

  
	
  	
     

    	
    "2.4.1. Der
    vorliegende Pachtvertrag wird auf die Dauer von 25 Jahren abgeschlossen.
    Die Uebernahme des Pachtobjektes zu den Bedingungen dieses Pachtvertrages
    erfolgt am 1. Mai 1973 und endigt, falls keine Verlängerung gemäss
    nachstehendem Absatz erfolgt am 30. April 1997.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Dem Pächter und seinen
    Nachkommen steht ein Vorkaufs- und Vorpachtrecht an der Siedlung
    "[...]" zu.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    2.4.2. Ein Wechsel am
    Grundeigentum vermag diesen Pachtvertrag nicht aufzuheben; vielmehr ist
    dieser für den Rechtsnachfolger des Verpächters verbindlich. Die
    Bestimmungen 4.1 und 4.2 sind im Grundbuch im Sinn von Art. 282 OR und
    Art. 959 ZGB vorzumerken."

    

  

  
	
  6.  

  
	
  6.1. Gemäss
  Ausführungen des Beklagten beabsichtigt er, die Gebäude auf der Parzelle
  Nr. [...] zurückzubauen, die Parzelle zu zerstückeln und anschliessend
  parzellenweise an andere Landwirte weiter zu verpachten (act. 45
  S. 6 N. 9; act. 29 S. 6 N. 10; act. 11
  S. 6 N. 13). Das Pachtland soll dabei als Realersatz für die
  Landwirte dienen, welche durch anstehende Projekte im Umwelt- und
  Strassenbereich direkt oder indirekt landwirtschaftliche Nutzfläche einbüssen
  (act. 45 S. 5 N. 8; act. 11 S. 6 N. 13). Nicht
  geplant hat der Beklagte dagegen, die Parzelle an Dritte zu verkaufen.

  
	
   

  
	
  6.2. Da der
  Beklagte nicht beabsichtigt, die Parzelle Nr. [...] an Dritte zu
  veräussern, liegt kein Vorkaufsfall vor, wie dies auch der Kläger anerkennt
  (act. 25 S. 7 N. 10). Das vereinbarte Vorkaufsrecht
  beschlägt somit die Gültigkeit der Kündigung des Pachtvertrages nicht. Zu prüfen
  ist dagegen, ob ein Vorpachtfall vorliegt (so die Argumentation des Klägers,
  vgl. act. 41 S. 6 N. 4.2. und S. 7 N. 4.5).

  
	
   

  
	
  7.  

  
	
  7.1. Das
  Vorpachtrecht ist gesetzlich nicht allgemein geregelt. Es findet sich
  lediglich in Art. 5 LPG eine Regelung zum Vorpachtrecht der Nachkommen
  des Verpächters und in Art. 6 LPG eine Regelung zum Vorpachtrecht an
  Alpweiden. Wie der Kläger zu Recht vorbringt (act. 41 S. 7
  N. 4.6), sind diese Bestimmungen auf den vorliegenden Fall nicht direkt
  anwendbar. So trat das LPG erst nach der vertraglichen Vereinbarung des hier
  strittigen Vorpachtrechts in Kraft (vgl. act. 3/6). Zudem geht es
  vorliegend um ein Vorpachtrecht des Pächters und seiner Nachkommen und nicht
  um das Vorpachtrecht der Nachkommen des Verpächters (vgl.
  act. 3/6).

  
	
   

  
	
  7.2. Auch im
  Pachtvertrag zwischen den Parteien ist das Vorpachtrecht nicht näher geregelt
  (vgl. act. 3/6). Zur Bestimmung des Inhalts und des Umfangs des
  vereinbarten Vorpachtrechts ist deshalb der zwischen den Parteien
  geschlossene Pachtvertrag auszulegen. Dabei gelten folgende Grundsätze: In
  erster Linie ist auf den übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien
  abzustellen (Art. 18 Abs. 1 OR; empirische oder subjektive
  Vertragsauslegung). Erst wenn eine tatsächliche Willensübereinstimmung
  unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die
  Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie
  sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen
  verstanden werden durften und mussten (normative oder objektive
  Vertragsauslegung; BGE 144 III 93 E. 5.2.2-5.2.3; Urteil des
  Bundesgerichts 4A_169/2021 vom 18. Januar 2022 E. 3.2.1; Urteil des
  Bundesgerichts 2C_1028/2014 vom 20. Juli 2015 E. 5.1., m.w.H.).

  
	
   

  
	
  7.3. Gemäss
  dem Kläger sei der Hintergrund des Vorpachtrechts gewesen, dass der Vater des
  Klägers das von ihm nutzbar gemachte Land für seine Familie längerfristig
  habe erhalten wollen. Er habe deshalb der Umwandlung des Baurechtsvertrages
  in einen Pachtvertrag im Jahr 1971 nur unter der Voraussetzung zugestimmt,
  dass das Grundstück ihm und seinen Nachkommen erhalten bleiben würde
  (act. 41 S. 4 f. N. 3). Auf diese Weise habe der Vater des
  Klägers absichern können, dass er und seine Nachkommen das Land so lange
  bewirtschaften können, wie sie wollen (act. 41 S. 5 N. 3).

  
	
   

  
	
  7.4. Der
  Beklagte bringt dagegen vor, dass der Siedlungsvertrag aufgrund des Abrisses
  des Ökonomiegebäudes in einen Pachtvertrag mit Vorpachtrecht umgewandelt
  wurde. Er bestreitet, dass der Vater des Klägers der Überführung in einen
  Pachtvertrag nur unter der Bedingung der Zusicherung eines Vorkaufs- bzw.
  Vorpachtrechts für sich und seine Nachkommen zugestimmt habe. Vielmehr sei
  dies in Anbetracht seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten die damals
  beste Option für ihn gewesen. Es ergebe sich nirgends die Absicht der
  Parteien bzw. des Beklagten, mit dem Kläger und seinen Nachkommen einen
  ewigen Vertrag schliessen zu wollen (act. 45 S. 3 N. 3 f.).

  
	
   

  
	
  7.5. Wie
  sich dem Pachtvertrag vom 1. Oktober 1971 entnehmen lässt, wurde dieser
  sowohl in Anbetracht der durch den [...] der Siedlung [...] erwachsenen
  Schwierigkeiten (Abbruch Ökonomiegebäude) als auch deshalb abgeschlossen, um
  der Familie A.______ das weitere Verbleiben auf der Siedlung [...] zu
  erleichtern (act. 3/6 S. 1). Insofern finden sowohl der vom Kläger
  als auch der vom Beklagten vorgebrachte Beweggrund zum Abschluss des
  Vertrages eine Stütze in demselben. Allein daraus geht allerdings noch nicht
  hinreichend konkret hervor, was die Parteien im damaligen Zeitpunkt genau
  unter dem Vorpachtrecht verstanden haben. Insbesondere wird nicht geklärt,
  wann und unter welchen Umständen dies ausgeübt werden kann. Diesbezüglich
  widersprechen sich auch die Ausführungen des Klägers (act. 41 S. 6
  N. 4.2) und des Beklagten (vgl. act. 45 S. 5 N. 8). Für
  die hier zentrale Frage, wann ein Vorpachtfall vorliegt, lässt sich der
  wirkliche Wille der Vertragsparteien zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses im
  Jahr 1971 somit nicht mehr feststellen (vgl. hierzu auch act. 34
  Tonaufzeichnung P1 ab 5' 28''). Das Vorpachtrecht ist deshalb nach dem
  Vertrauensgrundsatz so auszulegen, wie es verstanden werden durfte und musste
  (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1028/2014 vom 20. Juli 2015
  E. 5.1., m.w.H.).

  
	
   

  
	
  7.6. Vorliegend
  wurde das Vorpachtrecht zusammen mit dem Vorkaufsrecht geregelt (act. 3/6
  S. 3). Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich das Vorkaufs- und das
  Vorpachtrecht ergänzen. Sowohl das Vorpacht- als auch das Vorkaufsrecht
  sollen dabei der Familie [...] das langfristige Verbleiben auf der Siedlung
  [...] erleichtern (vgl. act. 3/6 S. 1). Diese Regelung war deshalb
  nötig, da der Pachtvertrag auf eine Dauer von 25 Jahren abgeschlossen wurde,
  d.h. ohne Verlängerung am 30. April 1997 geendet hätte (act. 3/6
  S. 3). Während das Vorkaufsrecht den Kläger vor einem ungewollten
  Verkauf der gepachteten Liegenschaft Nr. [...] an eine Drittperson
  schützen sollte, bezweckte das Vorpachtrecht den Schutz des Klägers vor einer
  Verpachtung der Liegenschaft an eine Drittperson (so im Ergebnis auch der
  Kläger, vgl. act. 41 S. 6 N. 4.2). Eine vernünftige Person in
  der Lage der Parteien durfte bzw. musste das vereinbarte Vorpachtrecht
  deshalb so verstehen, dass es ähnlich bzw. parallel wie das im gleichen Satz
  vereinbarte Vorkaufsrecht ausgestaltet ist. 

  
	
   

  
	
  7.7. Entsprechend
  ist analog zum Vorkaufrecht davon auszugehen, dass das zwischen den Parteien
  vereinbarte Vorpachtrecht dem Pächter den Anspruch verleiht, die Übertragung
  des Pachtverhältnisses an einer Sache zu verlangen, sobald der Verpächter den
  Pachtgegenstand an eine andere Person verpachtet hat (vgl. BGE 116 II 49
  E. 4; Jonas Rüegg,
  Rechtsgeschäftliche Vorkaufsrechte an Grundstücken, Zürich/Basel/Genf 2014,
  N. 6; Michael Hunziker, Das
  Veräusserungsverbot und das Kaufrecht der Miterben im bäuerlichen Erbrecht,
  Zürich 1997, S. 44; alle zum Vorkaufsrecht). Analog zum Vorkaufsrecht
  ist das vereinbarte Vorpachtrecht so zu verstehen, dass es nur dann ausgeübt
  werden kann, wenn bereits ein Pachtvertrag mit einer anderen Person
  abgeschlossen wurde (vgl. Art. 216c Abs. 1 OR; Jonas Rüegg, a.a.O., N. 8 und N. 532;
  Urs Fasel, in: Basler Kommentar
  OR I, 7. Aufl. Basel 2020, N. 4 zu Art. 216c OR; beide zum
  Vorkaufsrecht; vgl. auch Benno
  Studer/Eduard Hofer, Das landwirtschaftliche Pachtrecht,
  2. Aufl., Brugg 2014, N. 178 zu Art. 5 LPG). Dabei ist
  wiederum analog zum Vorkaufsrecht davon auszugehen, dass der
  Vorpachtsberechtigte den Pachtvertrag nur zu den Bedingungen übernehmen kann,
  die der Verpächter mit dem Dritten vereinbart hat (Art. 216d Abs. 3
  OR; BGE 134 III 597 E. 3.4.1; Botschaft zu einem Bundesgesetz über die
  landwirtschaftliche Pacht (LPG) vom 11. November 1981, BBl 1982 I 257,
  272; so auch die Vorinstanz in act. 38 S. 13 E. 6). Das
  vertraglich vereinbarte Vorpachtrecht vermittelt dem Berechtigten somit einen
  bedingten Anspruch auf Übertragung des mit der Drittperson abgeschlossenen
  Pachtvertrages (vgl. Michael Hunziker,
  a.a.O., S. 45 zum Vorkaufsrecht). 

  
	
   

  
	
  7.8. Mit
  einer solchen Auslegung des Vorpachtrechts mussten und konnten die
  Vertragsparteien rechnen, da es dem entspricht, was auch beim Vorkaufsrecht
  gilt. Aufgrund der im Pachtvertrag gewählten Formulierung durfte der Kläger
  nicht annehmen, dass ihm das Vorpachtrecht im Vergleich zum Vorkaufsrecht
  bereits früher bzw. umfassendere Rechte zugesteht. Jedenfalls ergibt sich aus
  dem Pachtvertrag sowie der Entstehungsgeschichte desselben nicht, dass das
  Vorpachtrecht allgemein dazu führen sollte, dass die Parteien einen ewigen
  Pachtvertrag hätten abschliessen wollen. Dies gilt auch wenn zu Beginn des
  Pachtvertrages festgehalten wurde, dass der Pachtvertrag auch deshalb
  geschlossen wurde um der Familie  [...] das weitere Verbleiben auf der
  Siedlung [...] zu erleichtern (act. 3/6 S. 1). Denn diese
  Absichtserklärung, den Verbleib zu erleichtern, bietet keine Garantie,
  dass das Pachtland dem Kläger und seiner Familie für eine unbegrenzte Zeit
  genau gleich zur Verfügung gestellt wird. Der Pachtvertrag enthält unter dem
  Titel Dauer und Kündigung des Pachtvertrages vielmehr selber eine Befristung
  auf 25 Jahre (act. 3/6 S. 3). Auch der ehemalige Siedlungsvertrag
  vom Jahr 1947 mit dem Vater des Klägers war seinerseits auf 50 Jahre
  befristet (act. 37/20 S. 2). 

  
	
   

  
	
   

  
	
  8.  

  
	
  8.1. Vorliegend
  hat der Beklagte noch keinen anderen Pachtvertrag mit einer Drittperson
  abgeschlossen. Vielmehr hat er erst den Pachtvertrag mit dem Kläger gekündigt,
  um die auf dem Pachtland stehenden Gebäude zurückbauen zu können (vgl.
  act. 11 S. 7 N. 14). Erst in einem zweiten Schritt plant der
  Beklagte, die Gebäude an verschiedene Drittpersonen weiter zu verpachten
  (act. 11 S. 7 N. 14). Im momentanen Zeitpunkt liegt somit –
  mangels Abschluss eines Pachtvertrages mit einer Drittperson – noch kein
  Vorpachtfall vor. Dies ergibt sich nur schon daraus, dass momentan gar kein
  neuer Pachtvertrag vorliegt, in welchen der Kläger bzw. seine Tochter
  eintreten könnte. Weder der Kläger noch seine Tochter kann sich somit im
  jetzigen Zeitpunkt direkt auf das vereinbarte Vorpachtrecht berufen.

  
	
   

  
	
  8.2. Allein
  aus der Tatsache, dass der Kläger sich allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt
  auf das Vorpachtrecht berufen kann, ergibt sich noch nicht, dass die
  Kündigung des jetzigen Pachtvertrages schikanös bzw. unnütz ist. So muss der
  Verpächter bei einem Vorpachtrecht, anders als bei einem Vorkaufsrecht, dem
  bisherigen Pächter zunächst künden, damit er überhaupt mit einem neuen
  Pächter einen neuen Pachtvertrag abschliessen kann. Der neue Pachtvertrag
  kann erst zu laufen beginnen, wenn der vorherige beendet ist. Die Kündigung
  des ursprünglichen Pachtvertrages an sich ist somit erforderlich und nicht
  unnötig. Das Vorpachtrecht gibt keinen Anspruch darauf, dass der gleiche
  Pachtvertrag auf unbestimmte Dauer fortgesetzt wird, sondern nur die
  Möglichkeit des bisherigen Pächters, in den neuen Pachtvertrag einzusteigen.

  
	
   

  
	
  8.3. Die
  Kündigung des Beklagten ist somit weder unnütz noch schikanös und somit nicht
  offensichtlich rechtsmissbräuchlich (vgl. BGE 143 III 279 E. 3.1; Urteil
  des Bundesgerichts 5A_898/2015 vom 11. Juli 2016 E. 3.4; Peter Lehmann/Heinrich Honsell,
  a.a.O., N. 37 ff. zu Art. 2 ZGB). 

  
	
   

  
	
  8.4. Ob der
  Kläger bzw. seine Tochter zu einem späteren Zeitpunkt, d.h. wenn der Beklagte
  einen Pachtvertrag mit einem anderen Landwirt abgeschlossen hat, von seinem
  Vorpachtrecht Gebrauch machen kann, kann vorliegend offengelassen werden.
  Insbesondere kann offenbleiben, ob der Vorpachtfall auch dann eintritt, wenn
  die geplante Weiterverpachtung wesentlich von der Person des neuen Pächters
  abhängt (vgl. act. 41 S. 6 N. 4.2; act. 45 S. 5
  N. 8), da momentan ohnehin noch kein Vorpachtfall vorliegt (vgl. oben
  E. III.8.1.). Dies kann erst beurteilt werden, wenn die Umstände des
  neuen Pachtvertrages sowie die Person des neuen Pächters klar sind. 

  
	
   

  
	
  8.5. Entsprechend
  braucht vorliegend auch nicht geklärt zu werden, ob die Vereinbarung eines
  zeitlich unbeschränkten Vorkaufs- und Vorpachtrecht gegen Art. 27
  Abs. 2 ZGB (übermässige Bindung) verstösst. Dabei ist anzumerken, dass
  entgegen der Vorinstanz (act. 38 S. 18 f. N. 8.2.3.) zur
  Beurteilung der Gültigkeit des Vorpachtrechts jedenfalls nicht einfach
  schematisch gesagt werden kann, eine Vorpachtdauer von knapp 50 Jahren erreiche
  einen zu hohen Grad an Fremdbestimmtheit, so dass diese übermässig im Sinne
  von Art. 27 Abs. 2 ZGB sei. So ist vorliegend insbesondere zu
  berücksichtigen, dass das Vorpachtrecht an den Pächter und dessen Nachkommen
  (Plural) eingeräumt wurde und diese Formulierung bei der Übertragung des
  Pachtverhältnisses an den Kläger nicht abgeändert wurde (vgl. act. 3/6
  S. 3 und act. 3/7).

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV. Erstreckung der Pacht

  
	
  1.  

  
	
  Kündigt eine Partei den Pachtvertrag, so kann die andere
  Partei innert dreier Monate seit Empfang der Kündigung beim Richter auf
  Erstreckung der Pacht klagen (Art. 26 Abs. 1 LPG). Der Richter erstreckt
  die Pacht, wenn dies für den Beklagten zumutbar ist (Art. 27 Abs. 1 LPG). Hat
  der Verpächter gekündigt, muss er nachweisen, dass die Fortsetzung der Pacht
  für ihn unzumutbar oder aus anderen Gründen nicht gerechtfertigt ist (Art. 27
  Abs. 2 LPG). Die Fortsetzung der Pacht ist insbesondere unzumutbar oder nicht
  gerechtfertigt, wenn der Verpächter den Pachtgegenstand selber bewirtschaften
  will (Art. 27 Abs. 2 lit. c LPG). Der Richter erstreckt die Pacht um drei bis
  sechs Jahre. Er würdigt dabei die persönlichen Verhältnisse und
  berücksichtigt namentlich die Art des Pachtgegenstandes und eine allfällige
  Abkürzung der Pachtdauer (Art. 27 Abs. 4 LPG). 

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  Die Vorinstanz bringt vor, der Beklagte beschreibe
  glaubhaft und detailliert, wozu er das streitgegenständliche Pachtland
  brauche (act. 38 S. 19 E. 9.3.). Zudem mache er auch die
  zeitliche Dringlichkeit des Projekts geltend (act. 38 S. 19
  E. 9.3.). Der Kläger werde im Jahr 2020 pensioniert (act. 38
  S. 19 E. 9.3.). Er könne sein schutzwürdiges Interesse an einer
  Erstreckung nicht überzeugend vorbringen. Insbesondere diene die Erstreckung
  nicht dazu, seiner Tochter während ein paar Jahren die Bewirtschaftung des Betriebs
  zu ermöglichen (act. 38 S. 20 E. 9.3.). Die Kündigung auf den
  30. April 2021 sei bereits am 15. Oktober 2018 erfolgt (act. 38
  S. 20 E. 9.3.). Das Pachtverhältnis sei deshalb nicht zu erstrecken
  (act. 38 S. 20 E. 9.3.).

  
	
   

  
	
  3.  

  
	
  Der Kläger argumentiert dagegen, die Vorinstanz habe mit
  ihrem Vorgehen Art. 27 LPG i.V.m. Art. 8 ZGB verletzt. So müsse
  nicht der Kläger nachweisen, dass er ein Interesse an der Pachterstreckung
  habe, sondern liege es vielmehr am Beklagten nachzuweisen, dass die Erstreckung
  der Pacht für ihn unzumutbar sei (act. 41 S. 14 N. 9.1). Dem
  Beklagten gelinge es nicht, die Unzumutbarkeit der Erstreckung nachzuweisen
  (act. 41 S. 15 N. 9.1). So habe er die Unzumutbarkeit
  lediglich behauptet und nicht bewiesen (act. 41 S. 15 N. 9.2).
  Der Beklagte könne keinen konkreten Landbedarf für die bloss vagen Projekte
  im Umwelt- und Infrastrukturbereich nachweisen (act. 41 S. 15
  N. 9.2). Auch könne der Beklagte nicht nachweisen, von welchem Landwirt,
  welche Landfläche konkret benötigt werde (act. 41 S. 15
  N. 9.2). Der Beklagte handle vorliegend nicht als öffentlich-rechtliche
  Körperschaft, sondern als privater Verpächter von landwirtschaftlichen
  Grundstücken (act. 41 S. 15 N. 9.3). Er könne deshalb nur
  private Interessen zur Geltendmachung der Unzumutbarkeit der Erstreckung
  vorbringen (act. 41 S. 15 N. 9.3). Der Zeitpunkt des Eintritts
  des Klägers ins Pensionsalter sei für die Frage der Erstreckung irrelevant
  (act. 41 S. 16 N. 9.5). Der Kläger könne den Betrieb auch nach
  Erreichen des Pensionsalters weiterführen. Der Betrieb stelle zudem auch für
  seine Frau die Existenzgrundlage dar (act. 41 S. 16 N. 9.5).
  Seine Frau werde erst im Dezember 2025 pensioniert (act. 41 S. 16
  N. 9.5). Die Kündigung des Pachtvertrages treffe das Ehepaar deshalb
  existenziell (act. 41 S. 16 N. 9.5). Das Pachtverhältnis sei
  deshalb um die gesetzliche Höchstdauer bis zum 30. April 2027 zu erstrecken
  (act. 41 S. 2 N. 1).

  
	
   

  
	
  4.  

  
	
  4.1. Der
  Beklagte bringt dagegen vor, dass er das Pachtland des Klägers als Realersatz
  für verschiedene anstehende Projekte im Umwelt- und Infrastrukturbereich
  benötige (act. 45 S. 10 N. 21). Zu nennen seien insbesondere
  der Wildtierübergang [...], die Ausscheidung der Gewässerräume, die
  Querspange [...] und die Umfahrung in [...]. Der Beklagte habe den Bedarf
  rechtsgenüglich ausgewiesen (act. 45 S. 10 N. 21). Der Kläger
  würde diesen unsubstantiiert und ohne nähere Begründung bestreiten
  (act. 45 S. 10 N. 21). Für den Nachweis des Bedarfs an
  Landflächen sei eine konkrete Zuteilung an einen bestimmten Landwirt zum
  aktuellen Zeitpunkt weder möglich noch nötig (act. 45 S. 10
  N. 21). Die Vorinstanz habe die ins Recht gelegten Beweise gewürdigt und
  die öffentlichen Interessen des Beklagten offensichtlich höher gewichtet als
  die privaten Interessen des mittlerweile pensionierten Klägers bzw. seiner
  Tochter (act. 45 S. 11 N. 22). Es wäre geradezu stossend, wenn
  es nicht möglich wäre, öffentliche Interessen in der Interessenabwägung zu
  berücksichtigen (act. 45 S. 12 N. 23). Der Eintritt des Pächters
  ins Pensionsalter sei für die Frage der Erstreckung von offensichtlicher
  Bedeutung, da die Auflösung des Pachtverhältnisses ab dann keine
  Existenzbedrohung für den Kläger nach sich ziehe (act. 45 S. 12
  N. 25). Dem Umstand, dass seine Ehefrau das Rentenalter erst später
  erreiche, werde im Rahmen der Ergänzungsleistungen Rechnung getragen
  (act. 45 S. 12 N. 25). Auch die Tochter des Klägers sei in
  ökonomischer Hinsicht nicht auf den Landwirtschaftsbetrieb angewiesen
  (act. 45 S. 13 N. 28). Die Aufrechterhaltung des
  Pachtverhältnisses sei damit für die Existenzsicherung nicht mehr notwendig
  (act. 45 S. 12 f. N. 25). Selbst wenn dem Kläger ein gewisses
  Interesse an einer Erstreckung zukommen sollte, sei diesem mit der langen
  Vorankündigung des Vertragsendes bereits Genüge getan (act. 45
  S. 14 N. 30). Die Erstreckung diene nicht der Übernahme durch einen
  Betriebsnachfolger (act. 41 S. 15 N. 33). Ein ideelles
  Interesse an der Fortführung des Pachtverhältnisses über das Pensionsalter
  hinaus, sei nach einer Vorlaufzeit der Kündigung von 2.5 Jahren nicht zu
  berücksichtigen (act. 45 S. 17 N. 40).

  
	
   

  
	
  4.2. Der
  Beklagte benötige die Landflächen möglichst bald. So sei hinsichtlich des
  geplanten Wildtierübergangs [...] der Start der Realisierung bereits für das
  Jahr 2024 geplant. Die Bepflanzung müsse rechtzeitig ca. zwei Jahre vor der
  geplanten Fertigstellung, also 2023, erfolgen, damit sie ihre Funktion
  erfülle (act. 45 S. 17 N. 42). Auch die Umsetzungsphase des
  Projekts Entwicklungsplanung Ressource Boden, d.h. die geplante
  Pachtlandmelioration der Meliorationsgenossenschaft [...], sei per Anfang
  2023 geplant. Der in diesem Rahmen durchzuführende Landabtausch über Dritte
  mit dem Zweck einer verbesserten Landzuteilung verlange die Verfügbarkeit der
  kantonseigenen Pachtflächen auf diesen Zeitpunkt (act. 45 S. 18
  N. 43). 

  
	
   

  
	
  5.  

  
	
  5.1. Wie der
  Kläger zu Recht vorbringt (act. 41 S. 14 N. 9.1), trägt
  vorliegend der Beklagte als Verpächter die Beweislast dafür nachzuweisen,
  dass die Erstreckung der Pacht für ihn unzumutbar ist (Art. 27
  Abs. 2 LPG; BGE 115 II 181 E. 2; Urteil des Bundesgerichts
  4A_431/2007 vom 29. Januar 2008 E. 4.1; Botschaft zu einem
  Bundesgesetz über die landwirtschaftliche Pacht (LPG) vom 11. November
  1981, BBl 1982 I 257, 283; Franz A.
  Wolf, a.a.O., N. 53; Benno
  Studer/Eduard Hofer, a.a.O., N. 560).

  
	
   

  
	
  5.2. Vorliegend
  stützt der Beklagte die Unzumutbarkeit der Pachterstreckung darauf, dass er
  die Landflächen aufgrund der anstehenden Projekte im Umwelt- und
  Infrastrukturbereich möglichst bald brauche (act. 45 S. 10
  N. 21). Dabei verweist der Beklagte auf vier Projekte: Den
  Wildtierübergang [...], die Ausdehnung der Gewässerräume, die Querspange in
  [...] sowie die Umfahrung in [...] (act. 45 S. 10 N. 21).

  
	
   

  
	
  5.3. Zum
  Nachweis des Landbedarfs in Bezug auf den Wildtierkorridor [...] reichte der
  Beklagte einen Auszug aus dem Planungs- und Mitwirkungsbericht der Gemeinde
  [...] ein (act. 12/6). Darin ist festgehalten, dass das ASTRA eine
  Wildtierüberführung plane. Jedoch würden erst die Detailplanungen aufzeigen,
  wo welche Massnahmen erforderlich seien (act. 12/6 S. 133). Im
  Planungs- und Mitwirkungsbericht selber ist noch nicht konkret festgelegt,
  welche Parzellen vom Wildtierkorridor betroffen sind und auch nicht wie gross
  der damit verbundene Landverlust konkret ist. Auch aus dem eingereichten
  Übersichtsblatt zu den Wildtierkorridoren von überregionaler Bedeutung und
  der Entwicklungsplanung Ressource Boden lässt sich nicht konkret herauslesen,
  wann der Beklagte wie viel Land zum Ausgleich für den Wildtierkorridor
  benötigt (act. 12/7). Hierbei handelt es sich erst um eine grobe Planung
  des Projektes, in welcher selber erwähnt wird, dass die konkrete Umsetzung
  der Wildtierkorridore Inhalt konkretisierender Projektvorhaben sei
  (act. 12/8 S. 23). Dieses konkretisierende Projektvorhaben hat die
  Beklagte im vorliegenden Verfahren jedoch nicht eingereicht. 

  
	
   

  
	
  5.4. In
  Bezug auf die Strassenbauprojekte reichte der Beklagte das
  Strassenbauprogramm 2020, der technische Bericht Querspange [...] sowie den
  Entwicklungsplan Ressource Boden ein (act. 45 S. 11;
  act. 12/8-12/9a). Im Strassenbauprogramm ist festgehalten, dass das
  Bauprojekt Querspange [...] im November 2019 in die Vernehmlassung geschickt
  werde. Anschliessend erfolge die Überarbeitung, sodass 2020 das
  Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden könne (act. 12/9
  S. 3). Beim eingereichten technischen Bericht zur Querspange [...]
  handelt es sich erst um ein Vorprojekt der [...] (act. 12/9a S. 7).
  Am Ende des Berichts wird explizit darauf hingewiesen, dass das Projekt noch
  genehmigt und allfällige Einsprachen bereinigt werden müssen (act. 12/9a
  S. 43). Aus den eingereichten Unterlagen nicht ersichtlich ist,
  inwiefern der Beklagte zur Realisierung der Querspange für die davon
  betroffenen Landwirte Ersatzland verfügbar haben muss. 

  
	
   

  
	
  5.5. Auch
  wenn ausgewiesen ist, dass verschiedene Projekte im Infrastruktur- und
  Strassenbaubereich anstehen (act. 12/8-12/9a), ergibt sich aus den vom
  Beklagten angegebenen Projekten somit zu wenig konkret, wann der Beklagte auf
  wie viel Pachtfläche des Klägers angewiesen ist. So verweisen die
  eingereichten Unterlagen auf die Notwendigkeit, dass die geplanten Projekte
  zunächst zu konkretisieren sind (act. 12/8-12/9a). Auch Jahre nach der
  Kündigung vermag der Beklagte nicht konkret aufzuzeigen, welchen Landwirten
  in absehbarer Zukunft konkret ausgleichungsbedürftige Landverluste drohen.
  Entgegen der Vorinstanz (act. 38 S. 19 N. 9.3.) sind die vom
  Beklagten eingereichten Unterlagen somit zu vage, um nachweisen zu können,
  dass eine Erstreckung des Pachtverhältnisses für den Beklagten geradezu
  unzumutbar im Sinne von Art. 27 Abs. 2 LPG wäre. 

  
	
   

  
	
  5.6. Auf der
  anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass der Kläger ein sehr hohes
  Interesse an einer Pachterstreckung hat. So haben der Kläger und seine
  Familie die Siedlung bereits seit über 70 Jahren bewirtschaftet und wären
  hierzu auch in Zukunft bereit (act. 3/6; act. 3/11;
  act. 3/14). Der Hof wurde vom Vater des Klägers selbst erbaut
  (act. 3/6 S. 1 und act. 3/14). Dem Kläger wurde im
  Pachtvertrag zudem zugesichert, dass ihm und seiner Familie der Verbleib auf
  der Siedlung erleichtert werden soll (act. 3/6 S. 1). Er und seine
  Familie sind somit mehr als ein "gewöhnlicher" Pächter mit dem
  verpachteten Land verbunden. Dies gilt auch wenn mit Pachtvertrag vom
  12. Juli bzw. 6. August 2018 für die Zukunft eine verkürzte Pachtdauer
  vereinbart wurde (act. 3/10; act. 12/2).

  
	
   

  
	
  5.7. Vorliegend
  wird die Ehefrau des Klägers im Dezember 2025 pensioniert (act. 41
  S. 16 N. 9.5). Auch für sie stellt die Bewirtschaftung des
  Pachtlandes die Existenzgrundlage dar (act. 34 Tonaufnahme P1 ab
  32'20''; act. 41 S. 16 N. 9.5). Ihr diese so kurz vor ihrer
  Pensionierung zu entziehen, würde eine unzumutbare Härte darstellen. Dass dem
  Kläger bei Nichterstreckung der Pacht allenfalls einen Anspruch auf
  Ergänzungsleistungen zu seiner AHV-Rente zustehen würde, ändert daran nichts.
  Die beiden Pachtverträge für die Parzellen Nrn. [...] sind entsprechend
  bis am 31. Dezember 2025 zu erstrecken. Eine weitergehende Erstreckung, wie
  sie vom Kläger beantragt wurde (act. 41 S. 2 N. 1),
  rechtfertigt sich vorliegend nicht.

  
	
   

  
	
   

  
	
  V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

  
	
  1.  

  
	
  1.1. Die
  Prozesskosten werden grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt
  (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so
  werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt
  (Art. 106 Abs. 2 ZPO).

  
	
   

  
	
  1.2. Grundsätzlich
  waren im vorliegenden Berufungsverfahren zwei Themenbereiche strittig:
  Einerseits die Frage, ob die Kündigung der beiden Pachtverträge über die
  Parzellen Nrn. [...] gültig ist oder nicht. Andererseits war zu prüfen,
  ob eventualiter die beiden Pachtverträge über die Parzellen Nrn. [...]
  bis zum 30. April 2027 zu erstrecken sind (act. 41 S. 2
  N. 1). Der Kläger dringt mit seiner Berufung insoweit durch, als das
  Pachtverhältnis mit dem Beklagten bis am 31. Dezember 2025 erstreckt
  wird. Betreffend Gültigkeit der Kündigung unterliegt er jedoch; soweit auf
  seine Berufung überhaupt eingetreten werden konnte.

  
	
   

  
	
  1.3. Es
  rechtfertigt sich somit vorliegend, die Gerichtskosten für das
  Berufungsverfahren dem Kläger zu zwei Dritteln und dem Beklagten zu einem
  Drittel aufzuerlegen. Der Beklagte war nicht berufsmässig vertreten, weshalb
  ihm keine (reduzierte) Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 95
  Abs. 3 lit. c ZPO; Viktor
  Rüegg/ Michael Rüegg, in: Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl., Basel
  2017, N. 18 zu Art. 95 ZPO).

  
	
   

  
	
  1.4. Die
  Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist nach Massgabe von Art. 3 Abs. 1
  lit. a der kantonalen Verordnung zu den Kosten im Zivil- und Strafprozess (GS
  III A/5) auf CHF 3‘000.— festzusetzen. Der Kläger hat für das
  Berufungsverfahren einen Kostenvorschuss in entsprechender Höhe geleistet
  (act. 43). Damit ist die Gerichtsgebühr vom geleisteten Kostenvorschuss
  zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Da der Kläger gemäss seinem
  anteiligen Obsiegen nur zwei Drittel der Gerichtskosten des Berufungsverfahren
  zu tragen hat, hat ihm der Beklagte CHF 1'000.— zu ersetzen (Art. 111
  Abs. 2 ZPO). 

  
	
   

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  2.1. Trifft
  die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die
  Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

  
	
   

  
	
  2.2. In
  Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO sind auch die vorinstanzlichen
  Gerichtskosten in hier unbestrittener Höhe von CHF 4'000.— zu zwei
  Dritteln dem Kläger und zu einem Drittel dem Beklagten aufzuerlegen.

  
	
   

  
	
  2.3.
  Der Kläger hat für das vorinstanzliche Verfahren
  einen Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 4'000.— geleistet
  (act. 6). Die Gerichtsgebühr für das vorinstanzliche Verfahren
  von CHF 4'000.— ist somit vom geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen
  (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Beklagte hat den auf ihn entfallenden
  Kostenanteil von CHF 1'333.35 für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren
  deshalb dem Kläger zu erstatten (Art. 111 Abs. 2 ZPO). Auch im
  vorinstanzlichen Verfahren entfällt die Zusprechung einer
  Parteientschädigung, da der Beklagte nicht berufsmässig vertreten war
  (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO; Viktor
  Rüegg/Michael Rüegg, a.a.O., N. 18 zu Art. 95 ZPO; so auch
  die Vorinstanz in act. 38 S. 20 E. III.).

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In teilweiser Gutheissung der Berufung
    werden die Dispositivziffern 1 und 3 des Urteils des Kantonsgerichts Glarus
    vom 16. Dezember 2020 im Verfahren ZG.2019.00940 aufgehoben und es
    wird wie folgt neu erkannt:

    

  

  
	
  	
    1. 

    	
    Der Pachtvertrag vom
    1. Oktober 1971 mit Nachtrag vom 23. Oktober 1985 betreffend die
    Parzelle Nr. [...], Gemeinde [...], sowie der Pachtvertrag vom
    12. Juli bzw. 6. August 2018 betreffend die Parzellen
    Nrn. [...], Gemeinde [...], werden bis am 31. Dezember 2025
    erstreckt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Gerichtsgebühr von
    CHF 4'000.— für das vorinstanzlichen Verfahren ZG.2019.00940 werden zu zwei
    Dritteln dem Kläger und zu einem Drittel dem Beklagten auferlegt. Die ganze
    Gebühr wird von dem vom Kläger in entsprechender Höhe geleisteten
    Kostenvorschuss bezogen, weshalb dem Kläger im Umfang von CHF 1'333.35
    ein Rückgriffsrecht auf den Beklagten zusteht.

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    Im Übrigen wird die Berufung des Klägers abgewiesen
    soweit darauf eingetreten werden kann.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird
    festgesetzt auf CHF 3'000.—.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird dem Kläger zu zwei Dritteln und
    dem Beklagten zu einem Drittel auferlegt. Die ganze Gebühr wird von dem vom
    Kläger in entsprechender Höhe geleisteten Kostenvorschuss bezogen, weshalb
    dem Kläger im Umfang von CHF 1'000.— ein Rückgriffsrecht auf den
    Beklagten zusteht.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Für das Berufungsverfahren werden keine
    Parteienschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]