# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24b27cb7-43fa-5a4e-86c0-2ab0436a8784
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2025 E-4989/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4989-2025_2025-08-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4989/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Mathias Lanz, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; 

Gerichtsschreiberin Carolina Bottini. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 2. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

E-4989/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 14. Oktober 2022 zusammen mit seiner 

Mutter in der Schweiz um Asyl nach. 

B.  

Am 21. Oktober 2022 fand seine Personalienaufnahme statt. 

C.  

Am 29. Mai 2024 erfolgte eine Anhörung zu den Asylgründen, welche in-

dessen abgebrochen werden musste, nachdem der Beschwerdeführer an-

gegeben hatte, den Namen seines Vaters nicht mehr hören und nicht mehr 

leben zu wollen. 

Gleichentags reichte die zugewiesene Rechtsvertretung Kopien insbeson-

dere folgender Dokumente zu den Akten: 

- Einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft B._______ vom (…) 2014 betref-
fend den Vater des Beschwerdeführers 

- Eines Urteils des (…) Strafgerichts für leichtere Straftaten in B._______ vom 
(…)  2015 betreffend den Vater des Beschwerdeführers  

- Eines Urteils des (…) Strafgerichts für leichtere Straftaten in C._______ vom 
(…)  2021 betreffend den Bruder des Beschwerdeführers 

- Eines Urteils der (…) Strafkammer des regionalen Berufungsgerichts 
D._______ vom (…) 2022 betreffend den Bruder des Beschwerdeführers 

- Einer Rechtskraftmitteilung des (…) Strafgerichts für schwere Straftaten in  
C._______ vom (…)  2022 

- Eines Bildschirmfotos des UYAP-Kontos der Mutter des Beschwerdeführers 
vom 22. Mai 2024 

D.  

Mit Eingabe vom 30. Mai 2024 teilte die zugewiesenen Rechtsvertretung 

dem SEM unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses unter anderem mit, 

dass der Beschwerdeführer die nächsten zwei Wochen nicht einvernahme-

fähig sei. 

E.  

Am 7. Juni 2024 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass sein Asyl-

gesuch im erweiterten Verfahren behandelt werde. 

F.  

Am 25. Juni 2024 informierte die zugewiesene Rechtsvertretung das SEM 

über die Beendigung des Mandatsverhältnisses. 

E-4989/2025 

Seite 3 

G.  

Mit Eingabe vom 3. Juli 2024 zeigte die ehemalige Rechtsvertretung die 

Mandatsübernahme an und ersuchte um Gewährung von Akteneinsicht so-

wie um beschleunigte Behandlung des Verfahrens. 

H.  

Am 30. Oktober 2024 forderte das SEM den Beschwerdeführer auf, bis 

zum 27. November 2024 einen ärztlichen Bericht einzureichen. 

I.  

Mit Eingabe vom 27. November 2024 teilte die damalige Rechtsvertretung 

dem SEM mit, dass dem Beschwerdeführer anlässlich seines Termins bei 

den E._______ am 7. August 2024 eine (…) diagnostiziert worden sei. Auf-

grund der instabilen Lebenssituation werde keine weitere Behandlung bei 

den E._______ in Aussicht gestellt, sondern es werde eine psychosoziale 

Beratung bei F._______ empfohlen. 

J.  

Am 6. Dezember 2024 reichte Dr.med. G._______ einen Bericht betreffend 

den Beschwerdeführer zu den Akten. 

K.  

Mit Schreiben vom 11. Dezember 2024 informierte die vormalige Rechts-

vertretung das SEM dahingehend, dass der Beschwerdeführer vier Ter-

mine bei einem Psychologen wahrgenommen, die Behandlung jedoch auf-

grund dessen Arbeitsweise und der Verständigungsschwierigkeiten abge-

brochen habe. Der Gesamtgesundheitszustand des Beschwerdeführers 

habe sich verbessert. Als Beilage reichte sie insbesondere einen Bericht 

der E._______ vom (…). August 2024 zu den Akten. 

L.  

Am 27. Februar 2025 wurde der Beschwerdeführer ergänzend angehört. 

Dabei machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei in H._______ geboren und sei als Säugling nach D._______ gekom-

men. Seit er denken könne, seien seine Mutter, sein Bruder und er der 

Gewalt seines Vaters ausgesetzt gewesen. Während des ersten Semes-

ters im Gymnasium im Jahre (…) habe er zusammen mit seiner Mutter und 

seinem Bruder zu seiner Tante mütterlicherseits nach I._______ fliehen 

müssen. Sein Vater habe sie dort aufgesucht und sie seien auf den Balkon 

geflüchtet. Daraufhin habe er ihnen damit gedroht, dass er eine Bombe auf 

sich trage und sie umbringen werde. Die Polizei sei erst spät gekommen 

E-4989/2025 

Seite 4 

und trotz Anzeige beim Gericht sei nichts passiert. Ihn (den Beschwerde-

führer) hätten sie aufgrund seines Alters nicht einmal ins Dossier aufge-

nommen, obschon er auch betroffen gewesen sei. Eine oder zwei Wochen 

später hätten sich er, sein Bruder und seine Mutter nach J._______ bege-

ben. Am vierten Tag nach ihrer Ankunft habe sich ein grosser Autounfall 

ereignet, bei welchem eine seiner Cousinen vor Ort verstorben sei und die 

andere anschliessend im Krankenhaus. Deswegen sei es ihm psychisch 

extrem schlecht gegangen und ausserdem sei er am Fuss verletzt gewe-

sen. Seine Mutter habe sich im Krankenhaus befunden und weil sein Vater 

respektive dessen Familie sich nicht um ihn gekümmert habe, habe er sehr 

oft die Schule wechseln und sich eine Teilzeitstelle suchen müssen. Insge-

samt hätten sie zwei Jahre gebraucht, um über die Folgen des Unfalls hin-

wegzukommen. Wenn sie die Polizei gerufen hätten, weil der Vater wieder 

gewalttätig geworden sei, sei diese entweder nicht gekommen oder wieder 

gegangen. Dies sei auf die AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi; Partei für Ge-

rechtigkeit und Aufschwung)-Mitgliedschaft des Vaters sowie auf den Um-

stand zurückzuführen, dass er viele Bekannte bei der Polizei habe. Auch 

habe er Kontakte zu Angehörigen der Mafia. Sie hätten unzählige Male An-

zeige erstattet, er (der Beschwerdeführer) persönlich jedoch nie. Nach Er-

langen der Volljährigkeit hätten er und sein Bruder sich gegen die Gewalt 

des Vaters zu wehren begonnen. Nachdem einmal der Vater sie beide und 

am stärksten die Mutter angegriffen habe, habe er (der Vater) Anzeige ge-

gen den Bruder des Beschwerdeführers erstattet, sodass dieser ins Ge-

fängnis gekommen sei. Wegen der Inhaftierung des Bruders seien sie aus-

gereist. Vor der Ausreise habe der Beschwerdeführer trotz bestandener 

Aufnahmeprüfung darauf verzichtet, zu studieren, da seine Mutter sonst 

alleine zu Hause gewesen wäre. Nach seiner Ausreise aus der Türkei habe 

ihn sein Vater dreimal angerufen und bedroht. Gegen eine Rückkehr in die 

Türkei spreche ausserdem, dass er als Kurde nicht in den Militärdienst 

wolle. 

In gesundheitlicher Hinsicht leide er an (…) und habe (…) sowie (…). 

Im Rahmen der ergänzenden Anhörung reichte der Beschwerdeführer eine 

Bestätigung ein, wonach er eine psychosoziale Beratung in Anspruch ge-

nommen habe. 

M.  

Mit Verfügung vom 2. Juni 2025 (am 5. Juni 2025 eröffnet) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

E-4989/2025 

Seite 5 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

deren Vollzug an. 

N.  

Am 19. Juni 2025 zeigte die ehemalige Rechtsvertretung dem SEM die 

Mandatsniederlegung an. 

O.  

Gegen die Verfügung des SEM vom 2. Juni 2025 erhob der Beschwerde-

führer am 7. Juli 2025 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er 

beantragt, es sei die Verfügung des SEM aufzuheben, seine Flüchtlingsei-

genschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Weiter sei seine vor-

läufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersucht er um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung – unter Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses –, Beiordnung eines amtlichen Rechtsbei-

stands und Gewährung der aufschiebenden Wirkung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerechte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 105 AsylG; Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Hingegen ist auf den Antrag auf Gewährung der aufschie-

benden Wirkung nicht einzutreten, zumal der Beschwerde von Gesetzes 

wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 42 AsylG und Art. 55 Abs. 1 

VwVG) und ihr die Vorinstanz diese auch nicht entzogen hat. 

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Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Das vorliegende Urteil ergeht zeitgleich und im selben Spruchkörper wie 

jenes im Verfahren der Mutter des Beschwerdeführers (E-4982/2025).  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, 

wenn dem Betroffenen eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfü-

gung steht und ihm deren Inanspruchnahme auch individuell zumutbar ist, 

wobei von einem Staat nicht erwartet werden kann, dass er jederzeit prä-

ventiv in alle Lebensbereiche seiner Bürger eingreifen kann (vgl. zur 

Schutztheorie BVGE 2011/51 E. 7.1-7.4; 2008/12 E. 7.2.6.2; 2008/4 

E. 5.2). 

E-4989/2025 

Seite 7 

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM begründet die angefochtene Verfügung im Wesentlichen da-

mit, dass gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung (insbe-

sondere m.H.a. Referenzurteil des BVGer E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 

und Urteil des BVGer D-6584/2024 vom 20. November 2024) die türki-

schen Behörden in der Lage und gewillt seien, Personen vor Gewalt im 

familiären Kontext zu schützen, und die staatlichen Stellen den Betroffenen 

auch zugänglich seien. Wie sich aus den eingereichten Beweismitteln er-

gebe, habe die Mutter des Beschwerdeführers aufgrund des Vorfalls im 

Jahre 2014 (zum Zeitpunkt der Drohung siehe unten E. 7.2) ihren Ehemann 

angezeigt und dieser sei in der Folge verurteilt worden, womit die türki-

schen Behörden nicht untätig geblieben seien. Nach dieser Anzeige hätten 

die türkischen Behörden keine weiteren Anzeigen erhalten, sodass ihnen 

nicht vorgeworfen werden könne, den Beschwerdeführer nicht geschützt 

zu haben. Er habe nicht alles ihm Zumutbare unternommen, um in seiner 

Heimat Schutz zu erhalten. Hinsichtlich seiner Weigerung, Militärdienst zu 

leisten, sei festzuhalten, dass nicht auszuschliessen sei, dass er als Kurde 

Dienst in der türkischen Armee leisten müsse. Dabei handle es sich jedoch 

nicht um einen Nachteil im Sinne des Asylgesetzes. Allein die Dienstpflicht 

sei flüchtlingsrechtlich nicht relevant, wenn die Streitkräfte zur Bekämpfung 

eines sicherheitsrelevanten Notstands eingesetzt würden. Sodann lasse 

sich auch kein Zusammenhang zwischen der Dienstpflicht und seiner Eth-

nie herstellen. Ein militärstrafrechtliches Vorgehen gegen ein Dienstver-

säumnis stelle somit keine flüchtlingsrechtlich relevante Massnahme dar. 

6.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, selbst 

während eines Aufenthalts in einem Frauenhaus hätte man sie nicht schüt-

zen können. Hilfe zu suchen wäre gefährlich gewesen und die Polizei habe 

ihnen ohnehin nicht zugehört. Er habe geschwiegen und sei in der Folge 

psychisch zusammengebrochen. Die erlebten Traumata habe das SEM in 

der angefochtenen Verfügung ignoriert. 

7.  

E-4989/2025 

Seite 8 

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass das SEM mit zutreffender Begründung zur Erkenntnis ge-

langt ist, die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen würden den Anfor-

derungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genü-

gen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die Begründung in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. ebd. II.). 

7.2 Soweit der Beschwerdeführer Misshandlungen durch seinen Vater gel-

tend macht, ist davon auszugehen, dass er tatsächlich häusliche Gewalt 

durch ihn erfahren hat. Ohne diese verharmlosen zu wollen, ist indessen 

ergänzend zur angefochtenen Verfügung festzuhalten, dass nicht ersicht-

lich ist, inwiefern dieser ein asylrelevantes Motiv im Sinne von Art. 3 Abs. 1 

AsylG zugrunde liegen würde. Abgesehen davon brachte der Beschwerde-

führer im Zusammenhang mit der Todesdrohung des Vaters im Jahr 

2015/2016 – gemäss dem Urteil des (…) Einzelgerichts in Strafsachen von 

B._______ vom (…) 2015 fand diese allerdings im Juli 2014 statt – anläss-

lich der ergänzenden Anhörung vor, sie hätten bereits unzählige Male An-

zeige erstattet und es sei nichts unternommen worden (SEM-Akten (…)-44 

[nachfolgend: A44] F89). Es erscheint jedoch nicht plausibel, dass die tür-

kischen Behörden der Anzeige im Zusammenhang mit der Todesdrohung 

nachgegangen sind, alle anderen indessen ignoriert haben. Mit dem SEM 

ist vielmehr davon auszugehen, dass nach der Todesdrohung keine weite-

ren Vorfälle mit dem gewalttätigen Vater zur Anzeige gebracht worden sind. 

Dabei ist jedoch zu beachten, dass dem Beschwerdeführer aufgrund sei-

nes Alters sowie der psychischen Belastung zunächst nicht zugemutet wer-

den konnte, die Behörden um Schutz zu ersuchen. Nachdem der Be-

schwerdeführer allerdings angegeben hatte, sich im Alter von 19 oder 20 

Jahren körperlich gegen seinen Vater zur Wehr gesetzt zu haben (A44 F94 

f.), hierzu auch zukünftig im Stande zu sein (A44 F99) und es ihm gelungen 

ist, anlässlich der ergänzenden Anhörung die erlittenen Misshandlungen 

zu schildern, ist ihm auch zuzumuten, seinen Vater oder Dritte im Falle 

weiterer Übergriffe anzuzeigen – nötigenfalls mit der Hilfe eines Anwalts 

und allenfalls in einem anderen Polizeirevier –, ihm in einem Verfahren ge-

genüberzutreten und die türkischen Behörden um Schutz zu ersuchen. Ge-

mäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist davon auszuge-

hen, dass die türkischen Behörden bezüglich potenzieller, innerfamiliärer 

Übergriffe sowohl schutzfähig als auch schutzwillig sind (vgl. statt vieler: 

Urteil des BVGer D-235/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 6.4 m.w.H.). Das 

SEM hat somit aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schut-

zes zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint 

und sein Asylgesuch abgelehnt. Eine flüchtlingsrechtlich relevante 

E-4989/2025 

Seite 9 

Gefährdung aufgrund einer möglichen Einziehung in den Militärdienst 

macht der Beschwerdeführer vorliegend zu Recht nicht mehr geltend (vgl. 

oben E. 6.1). 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9; je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Nachdem der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, 

findet der in Art. 5 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV und Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30]) verankerte Grundsatz der flüchtlingsrechtlichen Nichtrück-

schiebung keine Anwendung. Sodann ergeben sich weder aus den Aussa-

gen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass 

er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

E-4989/2025 

Seite 10 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würden (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm nicht. Da 

auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei den Wegwei-

sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen lässt, 

erweist sich der angeordnete Vollzug der Wegweisung auch im Sinne der 

völkerrechtlichen Bestimmung als zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen fest, 

der Beschwerdeführer sei grundsätzlich gesund, ohne familiäre Verpflich-

tungen und in einem arbeitsfähigen Alter. Zwar habe er die Universität nicht 

besuchen können, allerdings habe er bereits als Jugendlicher in einem Teil-

zeitpensum gearbeitet. Mit seinem Bruder, der mittlerweile aus der Haft 

entlassen worden sei, stehe er in regelmässigem Kontakt und der Grossteil 

seiner Verwandtschaft lebe in (…). Es sei davon auszugehen, dass ihn sein 

Bruder und die Verwandten mütterlicherseits bei einer Rückkehr in die Tür-

kei bei Bedarf unterstützen würden, wie sie dies bereits in Vergangenheit 

getan hätten. Zu seiner Mutter bestehe kein besonderes Abhängigkeitsver-

hältnis. Was seinen Gesundheitszustand betreffe, lägen gemäss dem Arzt-

bericht seiner Hausarztpraxis vom 6. Dezember 2024 keine medizinischen 

Beschwerden vor. Mit Blick auf seine psychischen Beschwerden habe der 

Beschwerdeführer angegeben, in seiner Heimat in Vergangenheit in Be-

handlung gewesen zu sein. Sollte er erneut medizinische Behandlung be-

nötigen, sei insbesondere in türkischen Grossstädten der Zugang zu Ge-

sundheitsdiensten und Beratungsstellen sowie Behandlungseinrichtungen 

für psychische Leiden gewährleistet. 

9.3.3 Auch das Gericht kommt zum Schluss, dass der Vollzug der Wegwei-

sung zumutbar ist. Auf die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen in 

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Seite 11 

der angefochtenen Verfügung kann vorab verwiesen werden (ebd. III., 

Ziff. 2). Anders als dort festgehalten ist beim Beschwerdeführer jedoch 

nicht von einer grundsätzlich gesunden Person auszugehen, immerhin 

wurde ihm gemäss Bericht der E._______ vom 7. August 2024 durch Fach-

ärzte eine (…) diagnostiziert. Diese Leiden sind indes in der Türkei behan-

delbar (vgl. etwa Urteil des BVGer D-6855/2023 vom 10. Juli 2025 E. 

9.3.2.1). Eine wesentliche Verschlechterung seines Gesundheitszustan-

des seit dem letzten ärztlichen Bericht macht der Beschwerdeführer im 

Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) nicht gel-

tend. Hinsichtlich der im selben Bericht erwähnten lebensmüden Gedan-

ken ist festzuhalten, dass auch eine allfällige Suizidalität einem Wegwei-

sungsvollzug praxisgemäss nicht entgegensteht, solange konkrete Mass-

nahmen zur Verhütung der Umsetzung einer entsprechenden Drohung ge-

troffen werden (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.2.2; Urteil des BGer 2C_856/2015 

vom 10. Oktober 2015 E. 3 m.w.H.; Urteil des BVGer D-2644/2021 vom 

28. Januar 2022 E. 7.3.4.6). Allfälligen suizidalen Tendenzen im Hinblick 

auf einen zwangsweisen Wegweisungsvollzug ist durch geeignete medizi-

nische Massnahmen und Betreuung entgegenzuwirken. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG) 

und der diesbezügliche Antrag des Beschwerdeführers ist abzuweisen. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit vorliegendem Entscheid wird das Gesuch um Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. Das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden 

E-4989/2025 

Seite 12 

Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren. Entsprechend 

dem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuer-

legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

11.2 Nachdem dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung 

nicht zu gewähren ist, ist auch sein Gesuch um Beigabe einer amtlichen 

Rechtsbeiständin oder eines amtlichen Rechtsbeistandes abzuweisen 

(Art. 102m Abs. 1 AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4989/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Carolina Bottini 

 

 

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