# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1689d3d7-0c85-5eb8-834c-88cc7e5b3b97
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.08.2013 SB120512
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120512_2013-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 

 
 

Geschäfts-Nr. SB120512-O/U/cs 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Burger und  

lic. iur. Stiefel sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Heuberger Golta 

 

 

Urteil vom 20. August 2013 

 

in Sachen 

 

1. ... 

2. A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

3. B._____,  
Beschuldigter 

 

2 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Angriff etc.   
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirkes Zürich 
(10. Abteilung) vom 22. Juni 2012 (GG120055) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 7. März 2012 ist 

diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. a) Der Beschuldigte C._____ ist schuldig 

 - des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

 - des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

 - des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

 b) Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 - des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

 c) Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

 - des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. a) Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 9 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit 

einer Busse von Fr. 500.– als Zusatzstrafe zu den mit Strafbefehlen 

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des Statthalteramtes des Bezirkes Dielsdorf vom 24. Oktober 2011 und 

vom 23. Februar 2012 ausgefällten Strafen. 

 b) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit 

einer Busse von Fr. 300.–. 

 c) Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit 

einer Busse von Fr. 300.–. 

3. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._____ wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

 b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

 c) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

4. a) Bezahlt der Beschuldigte C._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt 

an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

 b) Bezahlt der Beschuldigte A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 

 c) Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. Februar 

2012 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Utensilien (Lagernummer …) 

werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlas-

sen. 

-   4   - 

6. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten C._____, A._____ und B._____ 

gegenüber dem Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger D._____ auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die E._____ Versicherungsgesellschaft AG wird mit ihrem Schadenersatz-

begehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

8. Die Beschuldigten C._____, A._____ und B._____ werden verpflichtet, dem 

Privatkläger D._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. März 2011 als 

Genugtuung zu bezahlen, in solidarischer Haftung auf den Gesamtbetrag. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 4'190.95   Untersuchungskosten 

Fr.     Kanzleikosten 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden zu einem Drittel dem Be-

schuldigten C._____, zu einem Drittel dem Beschuldigten A._____ und zu 

einem Drittel dem Beschuldigten B._____ auferlegt. 

11. Die Kosten und Gebühr der Untersuchung werden in der Höhe von 

Fr. 2'423.65 dem Beschuldigten C._____, in der Höhe von Fr. 2'383.65 dem 

Beschuldigten A._____ und in der Höhe von Fr. 2'383.65 dem Beschuldigten 

B._____ auferlegt. 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 

a) des Verteidigers des Beschuldigten A._____: 

(Urk. 81 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen. 

Eventualiter sei der Beschuldigte wegen einfacher Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Abs. 1 StGB zu verurteilen. 

2. Für den Fall einer Verurteilung sei der Beschuldigte mit einer Geldstra-

fe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 

Jahre festzusetzen. 

4. Es sei auf das Schadenersatzbegehren nicht einzutreten. 

Eventualiter im Falle einer Verurteilung: Es sei festzustellen, dass der 

Beschuldigte gegenüber dem Geschädigten D._____ dem Grundsatz 

nach schadenersatzpflichtig ist. Zur Feststellung des Schadenersatz-

anspruches sei er jedoch auf den Zivilweg zu verweisen. Das Scha-

denersatzbegehren der E._____ Versicherungsgesellschaft AG sei auf 

den Zivilweg zu verweisen. 

5. Auf das Genugtuungsbegehren sei nicht einzutreten. 

Eventualiter im Falle einer Verurteilung: Es sei das vorinstanzliche Ur-

teil in diesem Punkt zu bestätigen. 

6. Kosten: Im Falle eines Freispruchs sind sämtliche Kosten auf die 

Staatskasse zu nehmen und dem Beschuldigten ist eine angemessene 

Prozessentschädigung zuzusprechen. 

Im Falle einer Verurteilung: Die Kosten (Untersuchung und Gerichts-

kosten) seien dem Beschuldigten für das Verfahren vor Bezirksgericht 

und Obergericht zu 3/4 zu erlassen. 

-   6   - 

b) des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: 

(Urk. 70 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

______________________________ 

 

 

Erwägungen: 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten A._____ wird vorgeworfen, am Samstag, dem 5. März 2011, 

um ca. 01.45 Uhr in Zürich 5 an der Hardstrasse … beim Escher-Wyss-Platz zu-

sammen mit den Mitbeschuldigten C._____ und B._____ auf dem Trottoir den 

Privatkläger D._____ angegriffen zu haben, um ihn zu schlagen und zu treten. 

Der Beschuldigte C._____ habe den Privatkläger beim Vorbeigehen angerempelt 

und letzterem, als er sich zu ihm umgedreht habe, sogleich die Faust ins Gesicht 

geschlagen. Unmittelbar darauf habe der Beschuldigte B._____ dem Privatkläger 

von der Seite her die Faust gegen das Gesicht geschlagen, während der Be-

schuldigte A._____ ebenfalls eingegriffen und seinerseits auf den Privatkläger 

eingeschlagen habe. Der Privatkläger sei von den Tätern an Kapuze und Ruck-

sack gerissen worden, so dass er zu Boden gestürzt sei. Am Boden liegend hät-

ten ihn die drei Beschuldigten ein Stück weit mitgerissen, wobei sie mit den Füs-

sen auf ihn eingetreten hätten. Danach hätten sie vom Privatkläger abgelassen 

und seien lachend davongezogen. Durch die Schläge und Tritte der Beschuldig-

ten habe der Privatkläger D._____ Prellungen im Bereich der Augen, aufgeplatzte 

Lippen, verstauchte Finger, Prellungen am Ellbogen, am rechten Schienbein und 

in der Nierengegend sowie einen abgebrochenen Zahn erlitten, was spitalärztlich 

habe versorgt werden müssen. – In einem Nebenpunkt wird A._____ zudem ge-

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legentlicher Cannabiskonsum angelastet (Urk. 37 S. 2 f.; die Aktenzitate betreffen 

stets das Hauptdossier [HD]).  

2. Prozessverlauf 

2.1. Die Vorinstanz sprach mit Urteil vom 22. Juni 2012 alle drei Beschuldigten 

im Sinne der Anklage schuldig. A._____ und B._____ wurden je mit einer beding-

ten Freiheitsstrafe von 6 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren und mit einer 

Busse von Fr. 300.– bestraft; C._____, dem noch weitere Delikte in einem späte-

ren Fall zur Last gelegt wurden (Diebstahl und Hausfriedensbruch), erhielt eine 

bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie 

eine Busse von Fr. 500.–, beides als Zusatzstrafe zu zwei früheren Strafbefehlen. 

Die Vorinstanz hielt die grundsätzliche Schadenersatzpflicht der drei Beschuldig-

ten gegenüber D._____ fest und verwies das Schadenersatzbegehren im Übrigen 

auf den Zivilweg. Die drei Beschuldigten wurden unter solidarischer Haftung ver-

pflichtet, D._____ eine Genugtuung von Fr. 2'000.– (zuzüglich 5 % Zins ab 

5. März 2011) zu bezahlen (Urk. 62 S. 48 ff.). 

2.2. Gegen das am 22. Juni 2012 mündlich eröffnete bezirksgerichtliche Urteil 

meldeten A._____ – bis dahin vertreten durch Rechtsanwältin X1._____ – mit 

rechtzeitiger Eingabe vom 26. Juni 2012 (auch Datum des Poststempels; Urk. 55) 

und B._____ mit Eingabe vom 29. Juni 2012 (Datum des Poststempels: 3. Juli 

2012 – mithin einen Tag zu spät; Urk. 57) die Berufung an. Am 8. November 2012 

versandte die Vorinstanz die begründete Ausfertigung ihres Urteils (Urk. 59/1-7) 

und überstellte die Akten dem Obergericht. Daraufhin ging hierorts am 

30. November 2012 fristgerecht die schriftliche Berufungserklärung von A._____ – 

nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt X._____ – vom 29. November 2012 ein 

(Urk. 64). B._____ liess sich nicht mehr vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 

30. November 2012 wurde B._____ Frist zur Stellungnahme zur Frage des Eintre-

tens auf seine verspätete Berufungsanmeldung angesetzt. Seine Stellungnahme 

vom 11. Dezember 2012 (Datum des Poststempels: 12. Dezember 2012; Urk. 67) 

ging rechtzeitig ein (vgl. Urk. 69/3), erwies sich aber als unbehelflich, weshalb mit 

Beschluss vom 20. Dezember 2012 auf seine Berufung nicht eingetreten wurde, 

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wobei die Kostenfolgen dem Endentscheid vorbehalten wurden (Urk. 68). Dieser 

Beschluss blieb unangefochten. 

2.3. Im gleichen Beschluss war dem Privatkläger D._____ und der Staatsan-

waltschaft Frist angesetzt worden, um Anschlussberufung zu erheben oder be-

gründet ein Nichteintreten auf die Berufung von A._____ zu beantragen, und 

A._____ war aufgefordert worden, dem Obergericht das Datenerfassungsblatt 

und weitere Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen 

(Urk. 68). Die Staatsanwaltschaft verzichtete in der Folge auf eine Anschlussberu-

fung (Urk. 70). Der Privatkläger D._____ liess sich nicht vernehmen. Die einge-

forderten Unterlagen von A._____ gingen innert zweifach erstreckter Frist 

(Urk. 71; 72) am 19. Februar 2013 beim Obergericht ein (Urk. 73; 74/1-4); das zu-

nächst noch fehlende Datenerfassungsblatt wurde am 16. Mai 2013 nachgereicht 

(Urk. 79B). 

2.4. Am 1. März 2013 wurde A._____ zur Berufungsverhandlung auf den 

17. Mai 2013 vorgeladen (Urk. 75). Mit Eingabe vom 29. April 2013 (vorab per 

Fax) liess er um Verschiebung der Verhandlung ersuchen. Zur Begründung liess 

er anführen, dass er mit Schreiben vom 11. April 2013 zur Lehrabschlussprüfung 

(LAP; Fachmann Betriebsunterhalt) aufgeboten worden sei. Diese finde vom 

31. Mai bis am 6. Juni 2013 statt. Ein gutes Gelingen der LAP sei Bedingung für 

eine Weiterbeschäftigung in der F._____ und somit für seine Zukunft und diejeni-

ge seiner Familie von existenzieller Bedeutung. Die anstehende Verhandlung 

würde ihm aber ein konzentriertes Lernen auf die LAP stark erschweren (Urk. 76A 

& B, 77). In der Folge wurde die Berufungsverhandlung am 14. Mai 2013 auf den 

heutigen Tag verschoben (Urk. 79). 

3. Formelles 

3.1. Der Beschuldigte A._____ verlangt mit der Berufung einen Freispruch vom 

Vorwurf des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB; eventualiter anstatt der bedingt 

ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 Monaten eine bedingte Geldstrafe von 90 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.–. Explizit nicht angefochten ist der Schuldspruch betreffend 

mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

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Ziff. 1 BetmG wegen Cannabisrauchens zwischen ca. Mitte 2010 und Januar 

2012, wofür A._____ mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft worden war (vgl. 

Urk. 37 S. 4; Urk. 64 S. 4; Urk. 81). Es ist somit vorab mit Beschluss festzustellen, 

dass das vorinstanzliche Urteil insofern in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 402 

StPO). Ebenfalls als nicht angefochten zu gelten hat das vorinstanzliche Urteil in-

soweit, als die Genugtuungsforderung des Privatklägers "im Mehrbetrag" (d.h. im 

Umfang von Fr. 1'000.–) abgewiesen wurde. Auch dies ist vorab mit Beschluss 

festzustellen. 

3.2. A._____ stellt den Beweisantrag, es sei G._____, … [Adresse], zur Frage 

des Tathergangs als Zeuge einzuvernehmen (Urk. 64 S. 2). G._____ habe den 

ganzen Vorfall beobachtet und könne darüber Auskunft geben, was er, A._____, 

tatsächlich gemacht habe. Wenn G._____ bestätige, dass er erst nach den ersten 

Schlägen – und nachdem B._____ um Hilfe geschrien habe – eingegriffen habe, 

müsse von effektiver oder zumindest Putativnotwehrhilfe ausgegangen werden 

(Urk. 81 S. 1 f.). Auf diesen Beweisantrag wird an passender Stelle zurückzu-

kommen sein.  

4. Sachverhalt 

4.1. A._____ ist nur teilweise geständig, weshalb im Folgenden zu prüfen ist, 

ob der Anklagesachverhalt rechtsgenügend erstellt ist. 

4.2. An Beweismitteln liegen die Aussagen des Privatklägers D._____ (Urk. 4 

und 11) und diejenigen seiner Freundin, der Zeugin H._____ (Urk. 2 und 12), vor. 

Sodann haben die drei Beschuldigten ihre Aussagen getätigt (Urk. 5, 10, 15, 48; 

Urk. 7, 8, 13, 49; Urk. 6, 9, 14, 50). Bei den Akten befinden sich auch ein Spuren-

bericht des Forensischen Instituts Zürich, in welchem u.a. Blutspuren und 

Schmutzantragungen an den drei Beschuldigten und ihren Kleidern ausgewertet 

wurden (Urk. 16/1), drei chemisch-toxikologische Gutachten über die Beschuldig-

ten (Urk. 17/8; 18/8; 19/8) sowie diverse Arztzeugnisse betreffend den Privatklä-

ger D._____ (Urk. 20/1-4). 

-   10   - 

4.3. Die Vorinstanz hat korrekte Ausführungen zu den Anforderungen an die 

Beweisführung und zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung sowie insbesonde-

re zur Würdigung von Aussagen gemacht, auf die verwiesen werden kann 

(Urk. 63 S. 10; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.4. a) Der Privatkläger D._____ und seine Freundin H._____ haben die fragli-

chen Ereignisse am frühen Morgen des 5. März 2011 und hernach wiederum am 

26. Januar 2012 zusammenfassend wie folgt geschildert: Sie seien in jener Sams-

tagnacht auf dem Heimweg in Richtung Bahnhof Hardbrücke gewesen, als sie an 

einer Gruppe von vier bis fünf Männern vorbeigelaufen seien. Einer der Männer, 

vermutlich C._____, habe D._____ angerempelt und ihm, nachdem sich D._____ 

umgedreht und ihn angeschaut habe, praktisch sofort den ersten Faustschlag ins 

Gesicht verpasst. Dann sei von links ein zweiter Faustschlag ins Gesicht gekom-

men. Es habe sich ein Grüppchen um D._____ formiert; er sei nicht mehr dazu 

gekommen, sich zu verteidigen. Nach weiteren Schlägen sei er zu Boden gefal-

len, wo er weiter mit Fusstritten und Schlägen traktiert worden sei, von drei oder 

vier Männern. Er habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. Es sei alles sehr 

schnell gegangen. H._____ habe die ganze Zeit "hört auf, hört auf" geschrien. Ir-

gendwann hätten die Täter von D._____ abgelassen. Zu dritt seien sie lachend 

davongegangen. H._____ habe die Polizei angerufen, welche die Gruppe verfolgt 

habe; D._____ sei ins …spital verbracht worden (Urk. 2, 4, 11 und 12; vgl. auch 

die ausführlichen Aussagezitate im vorinstanzlichen Urteil, Urk. 62 S. 13-17). 

 b) Der zum Zeitpunkt des Vorfalls knapp 25 Jahre alte D._____ und die da-

mals knapp 21-jährige H._____ haben den Sachverhalt in den verschiedenen 

Einvernahmen im Kerngehalt wie auch im weiteren Umfang ganz überwiegend 

übereinstimmend, konstant und ohne Weiteres nachvollziehbar geschildert. Sie 

beschrieben das Geschehene trotz seiner kurzen Dauer recht detailliert und an-

schaulich ("Ich wollte Herrn D._____ wegreissen, aber das war nicht möglich, weil 

er bereits umringt war. Eine zweite Person schlug zu, dann kam noch jemand hin-

zu. Sie rissen an ihm umher, schupften ihn, er hatte einen Rucksack an. Er wurde 

zu Boden gedrückt. Es wurde auf ihn eingeschlagen"; H._____ in Urk. 12 S. 3). 

Verschiedene Aussagen enthalten nachfühlbare und von den eigenen Emotionen 

-   11   - 

getragene Details, so zum Beispiel D._____s Schilderung, wie er nach dem ers-

ten, unvermittelten Faustschlag ("Ich drehte mich um, schaute ihn an, und es ging 

keine paar Sekunden und schon hatte ich die Faust im Gesicht; Urk. 11 S. 3) 

"perplex" gewesen sei (Urk. 4 S. 4) und dann, kaum habe er das realisiert, gleich 

der zweite Schlag gekommen sei (Urk. 11 S. 5). H._____ gab ihrer Hilflosigkeit 

Ausdruck ("Ich rief dann der Polizei an, weil ich nichts ausrichten konnte. Ich sag-

te ihnen ja, sie sollten aufhören, aber sie hörten nicht auf", Urk. 12 S. 3), und ihre 

Konsternation über den Angriff trat in der Aussage zutage, dass die lachend weg-

laufenden Täter das ganze "als Spiel" genommen hätten; zuerst hätten sie 

D._____ eingekesselt und dann völlig KO geschlagen (Urk. 2 S. 5). Das Bemü-

hen, möglichst präzise auszusagen, drang bei beiden an vielen Stellen deutlich 

durch, z.B. in D._____s Antwort auf die Frage, wie die Täter geschlagen hätten: 

"Der erste Schlag war mit der Faust in mein Gesicht. Der zweite Schlag war ein-

fach hart zu meinem Gesicht geführt. Wie genau kann ich nicht sagen. Ich habe 

es nicht gesehen, sondern nur gespürt. Am Boden wurde ich einfach traktiert. 

Vielleicht zehn bis zwanzig Schläge und/oder Fusstritte. Mehr weiss ich nicht 

mehr" (Urk. 4 S. 5). Die Tatsache, dass das Paar nicht alle Begleitumstände 

gleich wahrgenommen hatte – H._____ sprach z.B. davon, dass einer der Angrei-

fer "bring en um" (Urk. 2 S. 2) oder "bringed en um" (Urk. 2 S. 4; Urk. 12 S. 4) ge-

rufen habe, was D._____ aber nicht bestätigen konnte (Urk. 11 S. 5) – tut der 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen grundsätzlich keinen Abbruch, sondern kann im 

Gegenteil als Indiz dafür betrachtet werden, dass es sich bei ihren Erzählungen 

nicht um eine abgesprochene Geschichte handelt. Beide Lebenspartner vermoch-

ten die Täter – trotz der vorherrschenden schlechten Lichtverhältnisse ("Es war 

recht dunkel"; Urk. 12 S. 3) – ziemlich gut und zum Teil individuell geprägt zu be-

schreiben (wie beispielsweise, dass Täter 2 ein eher "ründliches" Gesicht hatte 

und H._____ vorkam wie ein "Gigolo-Typ", Urk. 2 S. 3; vgl. auch die Wiedergaben 

im vorinstanzlichen Urteil, Urk. 62 S. 14 und 16). Dass die beiden hingegen die 

Reihenfolge, in welcher die Männer D._____ angriffen, und genauere Einzelheiten 

über deren Äusseres nicht in allen Befragungen übereinstimmend bzw. gleich-

bleibend wiederzugeben vermochten (vgl. dazu insbesondere das Plädoyer der 

Verteidigung vor Vorinstanz, Urk. 52 S. 7), spricht nicht gegen die Richtigkeit ihrer 

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Äusserungen. Vielmehr vermag dies angesichts des sehr schnell und hektisch 

abgelaufenen Vorfalls (Urk. 2 S. 4, Antwort 25 und 27) nicht zu erstaunen – ins-

besondere nicht bei D._____, der als Opfer des Angriffs vor allem damit beschäf-

tigt war, sich zu schützen (Urk. 4 S. 4). Ausserdem fand die staatsanwaltliche 

Einvernahme erst beinahe ein Jahr nach der polizeilichen Befragung statt, was 

der Erinnerung von Details sicherlich nicht zuträglich war. Beide Lebenspartner 

haben sodann an diversen Stellen Unsicherheiten in der eigenen Wahrnehmung 

offen eingestanden, was ebenfalls für den Wahrheitsgehalt ihrer Vorbringen 

spricht (z.B. H._____ in Urk. 2 S. 3: "Ich weiss nicht wer dies ["bring en um"] rief. 

Ich kann nicht sagen wie viele Leute involviert waren. Es können insgesamt 4 bis 

5 gewesen. Ich habe aber 3 Personen gesehen, die den Tatort verliessen"; oder 

D._____ in Urk. 4 S. 4: "Ich fiel dann zu Boden. Ich lag seitlich und versuchte 

mich zu schützen. Ich weiss nur noch, dass ich Schläge und Fusstritte kassiert 

habe. Es ging alles so schnell, genau weiss ich es nicht mehr"). Es bestehen kei-

ne Anzeichen, die Aussagen von D._____ und H._____ könnten durch die eigene 

emotionale Anteilnahme am Geschehen beeinflusst worden sein (oder sie könn-

ten – worauf zurückzukommen sein wird – gewisse Einzelheiten absichtlich weg-

gelassen haben). Im Gegenteil haben beide relativ zurückhaltend ausgesagt und 

insbesondere auch Momente vorgebracht, die die Täter entlasten, wie zum Bei-

spiel, dass einer irgendwann gesagt habe, es sei nun genug (Urk. 2 S. 4) bzw. "es 

langet jetzt" (Urk. 11 S. 3). Ihre Aussagen geben somit ein vollständiges, lebendi-

ges, nachvollziehbares und somit glaubhaftes Bild der stattgefundenen Aggressi-

onen ab. Damit sind die Aussagen von A._____ und, wo nötig, diejenigen seiner 

Kollegen einer Würdigung zu unterziehen. 

4.5. a) Der zum Tatzeitpunkt knapp 20-jährige A._____ wurde ebenfalls am 

Morgen nach dem Vorfall bei der Stadtpolizei Zürich erstmals befragt (Urk. 7). Er 

gab zu Protokoll, dass er und seine Kollegen im Lokal 4. Akt etwas getrunken hät-

ten. Danach seien sie herumgelaufen und hätten eine andere Bar gesucht – 

"dann ist es passiert." Die Antwort auf die Frage des Polizisten, was dann passiert 

sei, leitete A._____ mit den Worten ein: "Ich hatte den Arm kaputt, weil mir ein 

Kollege aus Jux, Dummheit, eine 'Tomate' gegen den Arm verpasst hat." Er fuhr 

fort, dass er dann bei einem Eingang hingesessen sei und mit G._____ gespro-

-   13   - 

chen habe. Dann habe er "Geschrei" gehört und gesehen, wie der "Deutsche" 

(gemeint der in Deutschland aufgewachsene C._____, vgl. Urk. 31/8 S. 1 und 

Urk. 48 S. 1) auf den Boden gefallen und eine andere Person auf ihn "raufgefallen 

oder gesprungen" sei. Dann sei B._____ dazu gekommen und habe "etwas ge-

macht", dann seien B._____ und der andere (gemeint: der Privatkläger D._____) 

in einem Graben gelegen. B._____ habe gerufen, dass sie ihm helfen sollten. 

Dann seien der Deutsche und er dazugegangen. Dann wisse er nicht mehr ge-

nau, was passiert sei. Er wisse noch, dass der andere (D._____) ihm am Bein 

gehangen sei. Nachher sei D._____ aufgestanden, er habe diesen angeschaut, er 

habe viel Blut im Gesicht gehabt. Er, A._____, habe gesagt, es sei genug, man 

könne es auch übertreiben. Dann seien der andere und seine Freundin in ein Taxi 

gestiegen und weggefahren, soviel er wisse. Er und seine Kollegen seien weiter-

gelaufen bis dort, wo die Polizei sie nachher verhaftet habe (Urk. 7 S. 1-4).  

A._____ machte in den nachfolgenden Befragungen von diesen ersten Aussagen 

teilweise abweichende weitere Zugeständnisse. Er räumte schliesslich ein, dass 

auch er den Privatkläger D._____ geschlagen und getreten habe. Geschlagen 

haben er – als Linkshänder – allerdings mit der rechten Hand, weil ja sein linker 

Arm kaputt gewesen sei (vgl. sogleich unten c)). Er habe damit aber lediglich sei-

nem Kollegen, dem Beschuldigten C._____, helfen wollen, weil es für ihn so aus-

gesehen habe, als ob D._____ C._____ habe angreifen wollen. Auch seinem an-

deren Kollegen, dem Beschuldigten B._____, habe er nur helfen wollen, nachdem 

dieser mit D._____ zusammen in einen Graben gefallen, unter diesen zu liegen 

gekommen sei und um Hilfe gerufen habe (vgl. sogleich unten d) bb)). Es er-

mangle ihm daher an dem für einen Angriff notwendigen Vorsatz. Zudem sei er 

seinen Kollegen mit dem in dieser Situation mildest möglichen Mittel zu Hilfe ge-

kommen, weshalb in beiden Fällen eine rechtfertigende Notwehr im Sinne von 

Art. 15 StGB vorgelegen sei (u.a. Urk. 49 S. 5 und Urk. 64 S. 3; auch Urk. 81).  

A._____s finale Darstellung der Ereignisse ist, wie sogleich zu zeigen sein wird, 

auch nach den späteren teilweisen Zugeständnissen noch völlig unglaubhaft.  

 b) Zunächst ist festzuhalten, dass es die Glaubhaftigkeit auch der späteren 

Aussagen von A._____ nicht steigert, dass ihn zu Beginn sein Gedächtnis just bei 

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den strittigen Szenen der fraglichen Nacht (vorläufig) im Stich lassen wollte. Hätte 

er tatsächlich nur seinen unter Angriff stehenden Kollegen helfen wollen, so ist 

nicht einzusehen, warum er zu Beginn Aussagen machte, die er dann später zu-

rücknehmen und korrigieren musste. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass 

er von Anfang an die Wahrheit (oder diejenige Version, die er schliesslich als die 

Wahrheit bezeichnete) gesagt hätte. Vorbehalte ergeben sich auch, weil es sich 

bei seinen zwei Kollegen nicht anders verhielt: C._____s Erinnerungsvermögen 

verliess ihn – zumindest in Bezug auf die Angriffshandlungen – plötzlich und prak-

tisch komplett ("Ich habe Lücken in meinem Gedächtnis; ich habe keine Ahnung 

mehr, es tut mir wirklich leid; ich denke, dass mir irgend einer etwas in den Drink 

gekippt hat; ich kann mich an gar nichts erinnern, an überhaupt nichts; Urk. 5 

S. 3-5 u.a.), und B._____ wollte auch "nicht mehr so genau" wissen, was er ge-

macht habe; irgendwie sei "wie ein Blackout" gewesen, er habe eine ins Gesicht 

kassiert, es sei ihm schwarz vor den Augen geworden, und er sei auf dem Boden 

liegend wieder zu sich gekommen (Urk. 6 S. 5 f.).  

 c) Auch die Geschichte mit seinem angeblich verletzten linken Arm vermag 

das Vertrauen in A._____s Aussagen nicht zu fördern. Offensichtlich hoffte er an-

fänglich, dass ihm deswegen keine Schläge würden angelastet werden können. 

Zu auffällig war, wie er diese Thematik ungefragt und ohne jeglichen Zusammen-

hang an den Anfang seiner oben (Erw. 4.5. a)) wiedergegebenen Antwort stellte. 

Auch an weiteren unpassenden Stellen verwies er darauf, etwa, als er sagte, die 

Aussagen des Paares könnten wirklich nicht stimmen, weil er überhaupt nicht so 

sei, er habe einen ganz kaputten linken Arm und sei Linkshänder (Urk. 7 S. 5). 

Nachdem ihn der Polizist mit den übereinstimmenden Depositionen von D._____ 

und H._____ konfrontiert hatte, vermochte er indessen eine Tatbeteiligung nicht 

mehr gänzlich von sich zu weisen und brachte – um sich nicht in Widerspruch zu 

seinen früheren Aussagen zu setzen – reichlich diffus seine rechte Hand ins 

Spiel: "Es kann sein, dass ich mit der rechten Hand etwas gemacht habe, aber 

das weiss ich nicht mehr. (…) Es kann sein, dass ich ihn geschlagen habe mit der 

rechten Hand, es kann auch sein, dass ich ihn getreten habe, ich weiss es wirk-

lich nicht mehr" (Urk. 7 S. 5). Dabei blieb er, wobei er alsbald auch zugab, tat-

sächlich geschlagen zu haben ("Dann schlug ich ihn mit rechts, ich weiss nicht, ob 

-   15   - 

es eine Ohrfeige oder ein Faustschlag war; Urk. 8 S. 5). Anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung wollte sich der Beschuldigte aber wiederum nicht mehr da-

ran erinnern können, geschlagen zu haben (Prot. II S. 14), was nicht überzeugend 

erscheint. Auch kam heute neu hinzu, dass er seinen linken Arm in einer Schlinge 

getragen habe und so "eigentlich nicht viel" habe machen können (Prot. II S. 14). 

Es wirkt aber völlig unglaubhaft, wenn eine solche Schlinge erst zweieinhalb Jah-

re nach dem Vorfall erstmals erwähnt wird. Definitiv als Lüge entlarvt wird die Ge-

schichte mit seiner unbrauchbaren linken Hand schliesslich durch den Spurenbe-

richt des Forensischen Instituts der Kantons- und Stadtpolizei Zürich vom 7. März 

2011: Es fanden sich blutverdächtige Anhaftungen u.a. am Daumenballen von 

A._____s linker Hand sowie (bei positiver Blutvorprobe) am linken Ärmel seiner 

Jacke (partiell über den ganzen Ärmel verteilt), nicht jedoch an der rechten Hand 

(Urk. 16/1 S. 1 unten und S. 8). 

 d) Als völlig unglaubhaft erweist sich schliesslich auch A._____s Behaup-

tung, D._____ nur in Notwehrhilfe für seine beiden Kollegen geschlagen und ge-

treten zu haben.  

 aa) Zunächst ist auffällig, dass A._____ den Beginn der Auseinandersetzung 

nicht mitbekommen haben will. Er sei mit G._____ bei einem Eingang hingeses-

sen und erst auf das Gerangel aufmerksam geworden, als er aus der Richtung 

von C._____ "Geschrei" gehört habe (Urk. 7 S. 4). Das erscheint allerdings nicht 

plausibel, denn B._____ hatte ausgesagt, A._____ und C._____ seien vor ihm 

"am Gehen" gewesen (Urk. 6 S. 5) – mithin also zusammen, wenn nicht gar ne-

beneinander. Dies ist auch mit A._____s eigener Beschreibung vereinbar, wo-

nach sie umhergelaufen seien und noch eine Bar gesucht hätten (Urk. 7 S. 4; 

heute führte er davon abweichend aus, sie seien auf dem Heimweg gewesen, 

wobei er allerdings später einräumen musste, nach dem Vorfall doch nicht in 

Richtung Bahnhof gegangen, sondern etwas "ziellos" gewesen zu sein (Prot. II 

S. 11 und 15). Das wirkt nicht sehr glaubhaft; dem Beschuldigten scheint es 

schwer zu fallen, sich bei seinen Befragungen an die jeweils zuletzt angegebene 

Version erinnern zu können. Dies ist denn auch der Grund für seine "Unsicherhei-

ten" und die "variierenden", "nicht ganz präzisen" Antworten – und nicht etwa, wie 

-   16   - 

die Verteidigung glauben machen will, weil sich die Geschehnisse so rasch und 

unübersichtlich abgespielt hätten oder der Beschuldigte angeblich so weit entfernt 

von C._____ gestanden sei; Urk. 81 S. 4 i.V.m. Prot. II S. 16). Wenn die Männer 

in eine weitere Bar wollten, ergab es mehr Sinn, eine solche anzupeilen, als sich 

irgendwo hinzusetzen, um über irgendetwas zu reden. Zudem wusste A._____ 

nach ganz kurzer Zeit auch schon nicht mehr, worüber er mit G._____ denn ge-

sprochen habe (Urk. 7 S. 4). Es wirkt somit konstruiert, dass A._____ den Anfang 

der Auseinandersetzung nicht mitbekommen haben will, weil er – quasi weit weg 

von C._____ (vgl. heute: "… hinter uns war Herr C._____ mit einem ziemlich 

grossen Abstand. Wir sahen uns eigentlich nicht mehr so richtig; Prot. II S. 12) – 

irgendwo hingesessen sei. Das Konstrukt sollte wohl dazu dienen, seine Behaup-

tung halbwegs nachvollziehbar zu machen, dass er gemeint habe, D._____ wolle 

C._____ angreifen. Hätte er zugegeben, stets in C._____s Nähe gestanden zu 

sein, so wäre, weil er dann alles lückenlos mitbekommen hätte, seine angebliche 

Handlung in Notwehrhilfe von Anfang an völlig unglaubhaft gewesen. Dasselbe 

Ziel schien im Übrigen auch B._____ zu verfolgen. Auch er wollte "die Vorge-

schichte" nicht mitbekommen haben, weil er mit einer Kollegin namens I._____ 

am Telefon gewesen sei. Er habe nur gesehen, wie C._____ zurück und der Typ 

(D._____) auf ihn zu gegangen sei, weshalb er gedacht habe, dass der Typ auf 

C._____ losgehe (Urk. 6 S. 5). 

 bb) Auch der weitere von A._____ geschilderte Verlauf der Auseinanderset-

zung ist alles andere als frei von Ungereimtheiten und Widersprüchen. Er sagte 

aus, der andere (d.h. D._____) sei auf den zu Boden gefallenen C._____ "raufge-

fallen oder raufgesprungen" (Urk. 7 S. 4), er habe das nicht so genau gesehen 

(Urk. 8 S. 2); er habe nur gesehen, "dass der andere auf dem Deutschen lag" 

(Urk. 7 S. 5; Urk. 8 S. 2; heute führte er aber hiervon abweichend aus, D._____ 

sei noch gestanden; Prot. II S. 13). Dann sei B._____ dazugekommen und habe 

"etwas gemacht", "dann lag er [d.h. B._____] und der andere im Graben" (Urk. 7 

S. 4; Prot. II S. 13). An diesen Aussagen mutet vieles karg und rudimentär und 

damit unglaubhaft an. Neben der vagen Formulierung "B._____ hat etwas ge-

macht", die wohl zum Ziel hatte, B._____ zu decken, gilt dies vor allem für die Be-

schreibung der Szene, wie D._____, der zunächst auf dem gestürzten C._____ 

-   17   - 

gelegen sein soll, plötzlich auf B._____ zu liegen gekommen sei, noch dazu in ei-

nem Baugraben ("dort hatte es aufgrund der Baustelle einen Graben"; Urk. 8 

S. 2), zwei bis drei Schritte nebenan (Urk. 49 S. 6). Nicht nachvollziehbar ist auch, 

wie dann wiederum C._____, der A._____ zufolge immerhin deshalb umgefallen 

sei, "weil er wahrscheinlich so besoffen war" (Urk. 7 S. 5), sofort wieder zur Stelle 

– und auf den Beinen – war, um auf den nunmehr über B._____ in der Baugrube 

liegenden Privatkläger einzutreten (A._____: "B._____ lag unter dem Mann, ich 

habe Füsse gesehen, welche auf den Mann eingetreten haben, ich weiss aber 

nicht wer das war"; "Es können ja nur die des Deutschen gewesen sein", Urk. 7 

S. 6). A._____ hielt in der Folge an diesem Ablauf fest, allerdings wurden seine 

Aussagen dazu immer stereotyper und widersprüchlicher, z.B. in der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 26. Januar 2012, als er ausführte: "Ich kam 

erst hinzu, als ich hörte, dass die Velos umfielen. Erst dann schaute ich hin. 

C._____ lag in den Velos. Er – der Geschädigte – lag auf ihm oder flog auf ihn. 

Für mich sah es so aus, als ob C._____ umgefallen wäre und einer auf ihn losge-

he. Da wollte ich ihm helfen. Dann waren sie dort, mit dem B._____ zusammen. 

B._____ rief dann: "Helft mir". Der Geschädigte lag auf B._____ oben" (Urk. 13 

S. 1). Zum einen sprach A._____ hier erstmals von umfallenden Velos, die seine 

Aufmerksamkeit auf die Auseinandersetzung gelenkt hätten, wohingegen es zu-

vor immer ein "Geschrei" gewesen war, das er wahrgenommen habe (Urk. 7 S. 4; 

Urk. 8 S. 2). Zum anderen fehlt auch hier wiederum jegliche Beschreibung des-

sen, wie denn D._____ mit bzw. auf B._____ in der Baugrube gelandet sein soll. 

Der verblassenden Erinnerung kann es kaum zuzuschreiben sein, weil jegliche 

Detailangaben schon von Anfang an fehlten. Vielmehr liegt es auf der Hand, dass 

A._____s Erzählung aus dem Grund von Beginn weg äusserst detailarm war, weil 

sie eben erfunden bzw. mit seinen Kollegen abgesprochen war (so berichtete z.B. 

auch B._____ von einer Baugrube, konnte sich diese aber bereits in der ersten 

Befragung am Morgen nach der Tat "bildlich gar nicht mehr vorstellen"; Urk. 6 

S. 7). Daran liegt es denn auch, dass D._____ und H._____, wie die vormalige 

Verteidigung feststellte (Urk. 52 S. 9), weder von umfallenden Velos, von einem 

Graben noch vom Festhalten am Hosenbein sprachen: Sie liessen diese Elemen-

te nicht etwa weg – sie hatten sich vielmehr gar nie so abgespielt. 

-   18   - 

 cc) Zum Festhalten am Hosenbein ist der Vollständigkeit halber noch Fol-

gendes zu bemerken: Es zeigt sich daran auch, dass A._____ die Dinge nicht nur 

unrichtig, sondern auch je länger, desto beschönigender wiedergab. In der ersten 

Befragung hatte er zunächst schon fast alles vergessen gehabt – nicht aber, dass 

D._____ ihm "am Bein gehangen" sei und er ihn, weil er habe weglaufen wollen, 

mitgeschleift habe (Urk. 7 S. 4; auch Urk. 8 S. 2). Ein knappes Jahr später lautete 

die Aussage dann dahingehend, dass er D._____, der sich an seinem Bein fest-

gehalten habe, aus dem Graben "herausgeschleikt" habe, worauf D._____ dann 

aufgestanden sei (Urk. 13 S. 3). Und vor Vorinstanz wollte A._____ schliesslich 

Folgendes glauben machen: "Dann konnte sich Herr D._____ an meinem Fuss 

festhalten. Dann habe ich ihn aus dem Graben gezogen" (Urk. 49 S. 6; ähnlich 

auch heute, Prot. II S. 14). Dass es aber mit dem wohlmeinenden Retter, der 

D._____ – mit dem Fuss – aus der Grube befreite, nicht weit her ist, bedarf nicht 

vieler Worte. Dieses Element dürfte vielmehr deshalb Eingang in A._____s Lü-

gengeschichte gefunden haben, um die Blutspuren an seinen Hosenbeinen 

(Urk. 16/1 S. 9) zu erklären. Aus dem gleichen Grund erfolgten offensichtlich auch 

die Aussagen, wonach D._____ auf seinen beiden Kollegen gelegen sei (bei 

B._____ lag D._____ angeblich mit dem Kopf auf dem Bauch; Urk. 6 S. 5; Urk. 9 

S. 2). Nur so liessen sich die Blutspuren auf ihren Kleidern, z.B. auf B._____s T-

Shirt v.a. in der Bauchzone (Urk. 16/1 S. 4 und 6), legitimieren. 

4.6. a) Nach alledem kann ohne Weiteres auf die glaubhaften Aussagen des 

Privatklägers und seiner Freundin abgestellt werden. Der Anklagesachverhalt ist 

demgemäss erstellt.  

 b) Die Verteidigung hat heute dargelegt, dass der Beschuldigte erst als letz-

ter in die Handlung eingegriffen habe. Damit könne auch seine Behauptung nicht 

widerlegt werden, dass er den anderen zu Hilfe geeilt sei (Urk. 81 S. 1). Diesem 

allzu verkürzten Schluss kann nicht zugestimmt werden. Dass sich der Beschul-

digte erst als letzter mit Schlägen und Tritten in die Szene einbrachte, bedeutet 

keineswegs, dass er deswegen nur "geholfen" hätte. Vielmehr trugen sich die Ge-

schehnisse so zu wie oben beschrieben, worauf verwiesen werden kann. 

-   19   - 

4.7. An dem klaren Beweisergebnis vermöchten Zeugenaussagen von 

G._____, wie auch immer sie lauten würden, nichts zu ändern. Seine Einvernah-

me ist damit obsolet, und der entsprechende Beweisantrag ist abzuweisen. Im 

Übrigen ist festzuhalten, dass A._____ auf die Frage, was eigentlich G._____ 

während des Vorfalls gemacht habe, ausgesagt hat, dass dieser gegangen sei 

und er ihn ab dem Moment, als er zu den anderen hingegangen sei, nicht mehr 

gesehen habe (Urk. 7 S. 5; Urk. 8 S. 6). Es ist somit ohnehin nicht ersichtlich, in-

wiefern G._____ zur Erhellung des Tatablaufs hätte beitragen können. 

5. Rechtliche Würdigung 

5.1. a) Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz – Angriff i.S.v. Art. 134 StGB – 

trifft zu; es kann darauf verwiesen werden. Es liegt insbesondere auch kein Han-

deln in rechtfertigender Notwehrhilfe vor, nachdem die Angaben A._____s zu ei-

ner angeblichen Notwehrlage soeben als unglaubhaft qualifiziert worden sind 

(oben Erw. 4.5 d)); Urk. 62 S. 30 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 b) Die Verteidigung hat anlässlich der Berufungsverhandlung neu einge-

wendet, der Beschuldigte sei wegen einfacher Körperverletzung zu verurteilen. 

Zwischen Angriff und einfacher Körperverletzung bestehe unechte Konkurrenz, 

sofern sich die Handlungen nur gegen eine einzige Person richteten. Der Verlet-

zungstatbestand konsumiere diesfalls den Angriff (Urk. 81 S. 3). – Dies trifft im 

vorliegenden Fall nicht zu (vgl. Donatsch, Strafrecht III, 9. Auflage, Zü-

rich/Basel/Genf 2008, S. 69). Der Angriffstatbestand wurde gerade für Fälle wie 

den vorliegenden geschaffen, in welchen sich nicht nachweisen lässt, wer von 

mehreren Angreifern den Tatbestand der Körperverletzung verursacht hat (Do-

natsch, a.a.O., S. 68 i.V.m S. 65). 

5.2. Der Beschuldigte A._____ ist damit des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB schul-

dig zu sprechen. 

6. Strafzumessung 

6.1. A._____ wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 21. Mai 2013 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte mit 

-   20   - 

einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– sowie einer Busse 

von Fr. 250.– bestraft (vgl. Beizugsakten StA I, Nr. A-4/2013/63; fortan: Beizugs-

akten). Er hatte am 9. Juni 2012 um ca. 4.20 Uhr in der S-Bahn (SN7) auf der 

Strecke Kloten-Balsberg in Richtung Bassersdorf im Rahmen einer tätlichen Aus-

einandersetzung (an welcher im Übrigen auch der im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge aufgerufene G._____ beteiligt war) einen Securitas-Mitarbeiter ergriffen 

und nach hinten gezogen, wodurch dieser zu Boden stürzte (vgl. auch unten 

Erw. 6.9.). Dieser Strafbefehl ist am 5. Juni 2013 in Rechtskraft erwachsen. Den 

heute zu beurteilenden Angriff hat A._____ zeitlich vor der Ausfällung dieses 

Strafbefehls begangen. 

6.2. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 

für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 

der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchst-

mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es 

an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Hat 

das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 

einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Wei-

se, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlun-

gen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Absatz 2 der ge-

nannten Bestimmung ist vor dem Hintergrund von Absatz 1 zu lesen und kommt 

nur bei gleichartigen Strafen zur Anwendung. Die Bildung einer Gesamtstrafe – 

und mithin einer Zusatzstrafe – ist somit nur möglich, wenn mehrere Geldstrafen, 

mehrfache gemeinnützige Arbeit, mehrere Freiheitsstrafen oder mehrere Bussen 

ausgesprochen werden (BGE 137 IV 57). 

6.3. a) Um zu klären, ob für den heute zu beurteilenden Angriff vom 5. März 

2011 eine Zusatz- oder eine separate Strafe auszufällen ist, ist somit zunächst zu 

prüfen, ob heute eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe am Platz ist (beides wäre 

möglich, vgl. unten Erw. 6.5.). 

 b) Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein so-

ziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach der Kon-

-   21   - 

zeption des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches stellt die Geldstrafe 

die Hauptsanktion dar. Freiheitsstrafen sollen nur verhängt werden, wenn der 

Staat keine anderen Mittel hat, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Nach 

dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden 

und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall die-

jenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffe-

nen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (Bundesgerichtsurteil 

6B_453/2009 vom 5. Oktober 2009 mit Verweis auf BGE 134 IV 97 E. 4.2 und 

4.2.2 S. 100 f. m.H.). 

 c) A._____ ist während laufendem Verfahren – drei Tage vor der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung – erneut straffällig geworden. Die drohende be-

dingte Freiheitsstrafe, die die Staatsanwaltschaft mit Anklage vom 7. März 2012 

beantragt hatte, vermochte ihn somit nicht von weiterem Delinquieren abzuhalten. 

Die Erwartung, eine (bedingte) Geldstrafe – die die mildere Sanktion darstellt 

(BGE 134 IV 97 E. 4.2.2) – könne inskünftig diese Wirkung auf A._____ haben, 

fällt daher nicht leicht. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist in Fällen 

wie dem vorliegenden aber dennoch eine Geldstrafe auszufällen (vgl. vorstehend 

bzw. BGE 134 IV 97 E. 4, insb. 4.2.2). Etwas gemindert, wenn auch nicht gänzlich 

ausgeräumt (vgl. dazu unten Erw. 7.2.), werden die angesprochenen Bedenken, 

wenn man davon ausgehen will, dass der junge Beschuldigte noch etwas Zeit hat, 

um zu grösserer Reife zu finden, insbesondere nach dem nunmehr erfolgreichen 

Lehrabschluss (vgl. unten Erw. 6.8 c) aa)). Auch war die erneute Delinquenz, wie 

noch näher zu zeigen sein wird (vgl. unten Erw. 6.9.), nicht von sehr schwerer Na-

tur. Schliesslich wäre eine Freiheitsstrafe – müsste sie denn später vollzogen 

werden – der Sozialisierung des jungen Familienvaters erst recht hinderlich. Ver-

halten positiv stimmen auch die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der heu-

tigen Berufungsverhandlung, wonach er nur noch selten, etwa alle zwei Monate, 

mit Kollegen nach Zürich in den Ausgang gehe und dabei auch nicht mehr viel 

trinke, "vielleicht ein oder zwei Bier" (Prot. II S. 10 f.).  

 d) Es ist heute somit eine Geldstrafe und damit eine Zusatzstrafe zum Straf-

befehl vom 21. Mai 2013 auszufällen. 

-   22   - 

6.4. Was das Vorgehen in Fällen von sogenannter retrospektiver Konkurrenz 

angeht, so ist im späteren Urteil zunächst von einer hypothetischen Gesamtstrafe 

für alle Delikte auszugehen. Von dieser ist die im früheren Urteil ausgesprochene 

Strafe abzuziehen, woraus sich die Zusatzstrafe ergibt (BGE 6B_882/2008 vom 

31. März 2009, E. 1.2 m.H.). Bei diesem System bleibt zwar die im ersten Urteil 

ausgesprochene Einsatzstrafe bestehen. Die Strafzumessung bei der Festlegung 

der hypothetischen Gesamtstrafe muss indessen insgesamt neu vorgenommen 

werden, wobei einzelne Strafzumessungselemente gegebenenfalls anders zu 

werten sind als im ersten Verfahren, etwa wenn sich die persönlichen Verhältnis-

se des Beschuldigten seit der ersten Verurteilung erheblich gewandelt haben 

(BGE 121 IV 97 E. 2d/cc S. 103).  

6.5. Der Strafrahmen für das schwerere Delikt, den Angriff im Sinne von 

Art. 134 StGB, beträgt Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe (bis zu 360 

Tagessätzen; Art. 34 Abs. 1 StGB). Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB ist mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren 

oder Geldstrafe bedroht. Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. Bei den Straf-

schärfungsgründen ist derjenige der Deliktsmehrheit zu berücksichtigen. Gemäss 

aktueller Bundesgerichtspraxis führen Strafschärfungs- oder Strafmilderungs-

gründe indessen nicht (mehr) zu einer automatischen Erweiterung des Strafrah-

mens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche 

Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkre-

ten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Das ist vorliegend 

nicht der Fall. Für die auszufällende Strafe ist deshalb vom Strafrahmen des 

schwersten Delikts auszugehen. Es ergibt sich somit ein Strafrahmen von Frei-

heitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe (bis zu 360 Tagessätzen). Nachdem 

bereits feststeht, dass heute eine Geldstrafe auszufällen sein wird, bleibt die theo-

retisch mögliche Freiheitsstrafe fortan ausser Betracht. 

6.6. Schliesslich kann heute wegen des Verschlechterungsverbots (Art. 391 

Abs. 2 StGB) im Grundsatz keine Zusatzstrafe von über 180 Tagessätzen Geld-

strafe ausgefällt werden (vgl. aber die Ausnahmebestimmung im zweiten Satz der 

zitierten Gesetzesbestimmung). 

-   23   - 

6.7. Die Vorinstanz hat zu den allgemeinen Regeln der Strafzumessung zutref-

fende Ausführungen gemacht, auf welche verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 34). 

Art. 134 StGB bestraft nur die im Angriff liegende abstrakte Gefährdung; die ein-

getretene Verletzung ist nicht zu berücksichtigen (BSK StGB II-Aebersold, 

3. Auflage 2013, Art. 134 N 1 i.V.m. Art. 133 N 1). 

6.8. Zur Strafzumessung betreffend Angriff: 

 a) Was im Rahmen der Tatkomponente die objektive Schwere der Tat bzw. 

der Gefährdung angeht, so ist erstellt, dass der Beschuldigte A._____ zusammen 

mit seinen beiden Kollegen auf D._____ einschlug und ihn an Kapuze und Ruck-

sack riss, so dass er zu Boden stürzte. Daraufhin rissen ihn A._____ und Konsor-

ten ein Stück weit mit, wobei sie mit den Füssen auf ihn eintraten (Urk. 37 S. 3). 

Die objektive Schwere der Gefährdung erweist sich als keineswegs mehr leicht. 

Diese Einschätzung wird durch die eingetretenen Verletzungen und deren Folgen 

(vgl. oben S. 6; zudem war der Privatkläger in der Folge mehrere Tage arbeitsun-

fähig, vgl. Urk. 20/1-4) nur bestätigt.  

 b) Betreffend die subjektive Schwere der Tat bzw. der Gefährdung ist zu sa-

gen, dass eine Verminderung der Schuldfähigkeit des (zur Tatzeit im Bereich von 

0,4 bis 1,15 Promille alkoholisierten) Beschuldigten A._____ nicht ersichtlich ist 

(vgl. Urk. 18/7). Er hat sich vorsätzlich an einem völlig grundlosen, brutalen Angriff 

auf ein ahnungsloses Opfer beteiligt. A._____ hat mitausgenutzt, dass D._____ 

aufgrund der zahlenmässiger Überlegenheit der Angreifer wehrlos war. Dass er 

schliesslich dazu aufrief, von D._____ abzulassen, mildert die Verwerflichkeit sei-

ner Tat nur unwesentlich. Als angemessen erschiene eigentlich eine Strafe deut-

lich über den von der Vorinstanz ausgesprochenen sechs Monaten Freiheitsstrafe 

(bzw. umgerechnet 180 Tagessätzen Geldstrafe). Angriffe wie der vorliegende, 

bei denen die Täter das Opfer auch dann noch treten, wenn es schon wehrlos am 

Boden liegt, sind besonders verwerflich und gefährlich. Sie zeugen von einer er-

schreckenden Geringschätzung anderer Menschen und wären entsprechend hart 

zu ahnden. Nachdem die Staatsanwaltschaft allerdings nicht appelliert hat, muss 

es wegen des Verschlechterungsverbots (vgl. aber unten E. 7.2) heute aber im 

-   24   - 

Endeffekt bei 180 Tagessätzen Geldstrafe sein Bewenden haben. Die Einsatz-

strafe ist deshalb auf 180 bis 210 Tagessätze Geldstrafe anzusetzen. 

 c) Zur Täterkomponente gilt Folgendes:  

 aa) Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten zutreffend dargestellt (Urk. 62 S. 10). Demgemäss ist der inzwi-

schen 22-jährige A._____ in Zürich geboren und mit zwei älteren Geschwistern in 

… aufgewachsen. Sein Vater ist Geologe. Die Mutter verstarb, als er ein Jahr alt 

war (Urk. 29/6). A._____ besuchte die Primar- und die Sekundarschule C (Prot. II 

S. 8). Heute lebt er mit seiner ebenfalls 22-jährigen Freundin J._____ und den 

nunmehr zwei gemeinsamen kleinen Kindern (…, geb. tt.mm.2009, und …, geb. 

tt.mm.2012) zusammen in einer 4½-Zimmer-Wohnung in … für Fr. 1'470.– im 

Monat (vgl. Urk. 74/2 S. 1 und 13; Urk. 74/4; Urk. 80/B). Das Paar scheint sich die 

Wohnkosten hälftig zu teilen (vgl. Beizugsakten Urk. 11/5 S. 2). Nachdem 

A._____ im Jahr 2010 eine Anlehre (Beizugsakten Urk. 11/5 S. 3) als Hauswart-

mitarbeiter erfolgreich abschloss, trat er in der Folge eine Lehre als Fachmann 

Betriebsunterhalt in der F._____ an (Urk. 29/6 S. 1). Diese hat er nach drei Lehr-

jahren soeben erfolgreich abgeschlossen (vgl. Urk. 77). Der erreichte Noten-

durchschnitt von 5 ermöglicht es ihm, weiterhin im Lehrbetrieb beschäftigt zu blei-

ben (vgl. Urk. 76B S. 2; Prot. II S. 8). Er arbeitet heute in der …, wo es ihm besser 

gefalle als vorher in F._____, zu einem Lohn von netto 13 Mal Fr. 4'100.– inklusi-

ve Kinderzulagen (Prot. II S. 8 ff.; Urk. 81 S. 6; Urk. 29/6 S. 2; Urk. 49 S. 4). Nun-

mehr möchte A._____ noch den "Hausmeister" anschliessen (Beizugsakten 

Urk. 11/5 S. 3). Seine Freundin schaut zu den Kindern und erhält ALV-Taggelder 

in Höhe von monatlich ca. Fr. 2'000.– bis Fr. 2'500.– (Beizugsakten Urk. 11/5 

S. 2). Die junge Familie wurde lange vom Vater von A._____ finanziell unterstützt. 

A._____ übergab seinem Vater jeweils seinen ganzen Lohn, und dieser bezahlte 

dann die Miete und "etwas" in die Haushaltskasse (Beizugsakten Urk. 11/5 S. 2). 

Heute sei das aber nicht mehr so, und auch seine Krankenkasse müsse er ab 

diesem Monat selber bezahlen (Prot. II S. 9 f.). Im Verlauf des Verfahrens hatte 

A._____ ausgeführt, sein Vater sei immer für ihn da, glaube daran, dass er es 

schaffe, und unterstütze ihn, so dass er auch die Unterhaltsbeiträge von Fr. 650.– 

-   25   - 

für das (erstgeborene) Kind bezahlen könne (Urk. 49 S. 3). Im Moment, so 

A._____ vor Vorinstanz am 12. Juni 2012 (Urk. 49 S. 3), benötige er noch Geld 

von seinem Sparkonto, auf welchem er im Januar 2012 noch ca. Fr. 20'000.– or-

tete (Urk. 29/6 S. 2). Nunmehr sei das Geld aber aufgebraucht "für den Anwalt 

und zum Leben" (Beizugsakten Urk. 11/5 S. 2; Prot. II S. 9 f.). Die Verteidigungs-

kosten im vorliegenden Verfahren bezahlt allerdings der Vater von A._____ (so 

die Verteidigung in Urk. 76B). Schulden hat A._____ keine (Prot. II S. 10). 

Der Beschuldigte A._____ ist mit einem aussergewöhnlich guten familiären Auf-

fangnetz ausgestattet, und er trug zum Tatzeitpunkt als Lehrling und insbesonde-

re als Vater eines kleinen Kindes eine gewichtige Verantwortung. Das lässt sein 

heute zu beurteilendes Verhalten umso unverständlicher erscheinen. Entlastende 

Faktoren lassen sich somit aus seinen persönlichen Verhältnissen nicht ableiten, 

belastende allerdings auch nicht. 

 bb) Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten des Täters mit zu 

berücksichtigen. Ein Geständnis, kooperatives Verhalten bei der Aufklärung von 

Straftaten sowie Einsicht und Reue wirken strafmindernd (vgl. dazu BSK StGB I-

Wiprächtiger, 3. Auflage 2013, Art. 47 N 174 mit Verweis auf die Rechtspre-

chung). Von alledem ist beim Beschuldigten indes nicht viel zu spüren. Sein "rol-

lendes" und nur teilweises Geständnis hat das Verfahren überhaupt nicht verein-

facht. Die einmalige Bemerkung bei der Staatsanwaltschaft im Jahr 2012, dass er 

nicht vorgehabt habe, jemanden zu verprügeln, und dass es nicht so weit hätte 

kommen dürfen, erscheint halbherzig und genügt nicht. Für eine Strafminderung 

besteht unter diesem Titel kein Anlass. 

 cc) A._____ war zum Zeitpunkt der Tatbegehung nicht vorbestraft (Urk. 78). 

Die Jugendstrafen, die er nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitten hat (vgl. 

Urk. 29/1), schienen im Strafregister gar nie auf oder wurden bereits wieder ent-

fernt (vgl. Art. 366 Abs. 3 bzw. Art. 369 StGB). Da Vorstrafenlosigkeit als Normal-

fall gilt, ist dies grundsätzlich neutral zu werten (BGE 136 IV I). 

 d) Im Rahmen der Gesamtwürdigung ist von der vorgenannten Einsatzstrafe 

von 180 bis 210 Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. Die weiteren vorerwähnten 

-   26   - 

Strafzumessungsfaktoren wirken sich neutral aus. Entsprechend ist die hypotheti-

sche Einsatzstrafe für den Angriff auf 180 bis 210 Tagessätze Geldstrafe festzu-

setzen.  

6.9. Zur Strafzumessung betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte: 

 a) Was die objektive Schwere der Tat angeht, so steht fest, dass A._____ 

morgens um ca. 4.20 Uhr in einem Nachtzug an einer tätlichen Auseinanderset-

zung mit einem Securitas-Mitarbeiter beteiligt war, der zusammen mit seiner Kol-

legin im Auftrag der Transportpolizei in der S-Bahn als Sicherheitsdienst patrouil-

lierte. Die Auseinandersetzung entstand, weil A._____ und seine Kollegen, die al-

le ziemlich betrunken waren (A._____ wies 1,57 Promille auf und gab zu, "sicher 

genug" getrunken zu haben, bestand aber darauf, alles noch klar gesehen zu ha-

ben und alles noch zu wissen, was passiert sei; Beizugsakten Urk. 5 S. 3, Urk. 6 

S. 5), auch nach mindestens zweimaliger Aufforderung ihre Füsse nicht von den 

Sitzpolstern/Sitzlehnen nahmen. Der Securitas-Mitarbeiter führte in der Untersu-

chung aus, die Männer hätten ihn provoziert, indem sie die Füsse immer wieder 

auf die Sitze gelegt und dumme Sprüche gemacht hätten (Beizugsakten Urk. 4 

S. 2); A._____ meinte, sie hätten "einfach diskutiert", warum sie das tun sollten 

(Beizugsakten Urk. 6 S. 4). Es mischte sich dann ein Fahrgast – ein brasiliani-

scher Türsteher – in die Auseinandersetzung ein und versetzte G._____, der 

möglicherweise kurz davor stand, selber zuzuschlagen (Beizugsakten Urk. 4 

S. 2), einen Faustschlag ins Gesicht. Der Securitas-Mitarbeiter wollte schlichten 

und ging dazwischen, woraufhin A._____ – nach eigenen Angaben, weil er ge-

dacht habe, dass nun alle auf seinen Kollegen losgehen würden – seinerseits auf 

diesen losging. Er zog ihn nach hinten, so dass er zu Boden stürzte. Es gelang 

dem Securitas-Mitarbeiter, A._____, der mit einem dritten Kollegen weiter auf ihn 

habe einschlagen wollen, mit dem Fuss wegzustossen und den Pfefferspray ein-

zusetzen. In der Folge konnte die Lage gesichert werden. A._____ wurde in Bas-

sersdorf auf eine Bank gesetzt, worauf er nochmals – vergeblich – auf den Securi-

tas-Mitarbeiter habe losgehen wollen (Beizugsakten Urk. 4, 5, 6 und 12). Der 

Securitas-Mitarbeiter erlitt Schmerzen beim rechten Knie sowie im oberen rechten 

-   27   - 

Schulterbereich, gab aber an, vermutlich keinen Arzt aufsuchen zu wollen. Er hat 

auch darauf verzichtet, sich als Privatkläger am Verfahren zu beteiligen (Beizugs-

akten Urk. 4 S. 3 und Urk. 8/2). Das Verschulden des Beschuldigten A._____ – so 

unverständlich auch diese Tat erscheint – wiegt objektiv noch leicht. 

 b) Auch in subjektiver Hinsicht erscheint das Verschulden von A._____ noch 

leicht. Er war zwar nicht der Initiator der Auseinandersetzung, ging aber durch 

sein Verhalten dennoch vorsätzlich den Securitas-Mitarbeiter während einer 

Amtshandlung, die innerhalb seiner Amtsbefugnisse lag, tätlich an. Von einer 

Verminderung der Schuldfähigkeit ist auch aufgrund der Angaben des Beschul-

digten noch nicht auszugehen. 

 c) Zur Täterkomponente kann auf die obenstehenden Ausführungen verwie-

sen werden (Erw. 6.8. c)). In diesem Fall – der durch Videoaufnahmen dokumen-

tiert ist (Beizugsakten Urk. 1 S. 7 f; Urk. 7/1 und 7/4) – war A._____ geständig. 

 d) Unter Berücksichtigung des in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerten Asperati-

onsprinzips gebietet die neuerliche Tat des Beschuldigten eine nur geringfügige 

Straferhöhung. Es erscheint angemessen, für beide Delikte auf eine Geldstrafe 

von 210 Tagessätzen und eine Busse von Fr. 250.– im Sinne von Art. 42 Abs. 4 

StGB zu erkennen. 

6.10. a) Hievon sind die bereits rechtskräftig ausgesprochenen 30 Tagessätze 

Geldstrafe und die Busse von Fr. 250.– in Abzug zu bringen. Es resultiert somit 

eine heute auszusprechende Zusatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe. 

 b) Die erstandene Haft von zwei Tagen (5. März 2011, 1.50 Uhr, bis 6. März 

2011, 15.30 Uhr; Urk. 25/1 S. 1; Urk. 25/5 S. 2) ist an diese Strafe anzurechnen, 

wobei ein Tag Haft einem Tagessatz Geldstrafe entspricht (Art. 51 StGB). 

6.11. a) Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 3'000.–. Dessen Höhe ist nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum zu be-

stimmen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Ein-

-   28   - 

kommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Dazu zählen 

ausser den Einkünften aus selbständiger und unselbständiger Arbeit namentlich 

auch privat- und öffentlichrechtliche Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge, Ren-

ten und Sozialversicherungsbeiträge. Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Tä-

ter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so die laufenden Steuern, die Bei-

träge an die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung sowie die notwendi-

gen Berufsauslagen. Das Gericht hat die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mög-

lichst aktuell und genau zu ermitteln, und zwar im Hinblick auf den Zeitraum, in 

dem die Geldstrafe zu zahlen sein wird. Daraus folgt, dass künftige Einkommens-

verbesserungen oder -verschlechterungen zu berücksichtigen sind, jedoch nur, 

wenn sie konkret zu erwarten sind oder unmittelbar bevorstehen. Das Gesetz 

nennt eigens allfällige Familien- und Unterstützungspflichten. Der Grund dafür ist, 

dass die Familienangehörigen von der Einschränkung des Lebensstandards mög-

lichst nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollen. Das Nettoeinkommen ist um 

die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte 

ihnen tatsächlich nachkommt (BGE 134 IV 60 E. 6 m.w.H.). 

 b) Die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten A._____ wurden bereits 

wiedergegeben (oben Erw. 6.8. c) aa)). Als angemessen erscheint nach alledem 

ein Tagessatz in Höhe von Fr. 30.–. 

7. Vollzug 

7.1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für den Strafaufschub zutreffend 

wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 42). In objektiver Hin-

sicht sind diese erfüllt, nachdem A._____ heute mit einer Geldstrafe bestraft wird. 

In subjektiver Hinsicht genügt nach Art. 42 Abs. 1 StGB das Fehlen einer ungüns-

tigen Prognose. Die Gewährung des bedingten Strafaufschubs setzt mit anderen 

Worten nicht die positive Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, son-

dern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der 

Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger 

Prognose abgewichen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewissheit 

den Vorrang (BGE 134 IV 97 E. 7.3.; 134 IV 82 E. 4.2). – Konkrete Befürchtun-

-   29   - 

gen, der Beschuldigte A._____ werde rückfällig, bestehen nach den bisher verüb-

ten Taten noch nicht. Es ist ihm deshalb der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

7.2. Nach dem vom Beschuldigten während laufendem Verfahren erlittenen 

Strafbefehl sind allerdings allgemeine Befürchtungen, er werde sich auch von die-

sem Prozess wiederum nicht beeindrucken lassen, nicht von der Hand zu weisen. 

Es ist angemessen, dem mittels Ansetzen einer Probezeit von drei statt zwei Jah-

ren Rechnung zu tragen. Dies steht dem Verschlechterungsverbot von Art. 391 

Abs. 2 StPO nicht entgegen: Dieses behält eine strengere Bestrafung aufgrund 

von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten, vor. 

Die Vorinstanz wusste am Tag der Hauptverhandlung vom 12. Juni 2012 noch 

nichts vom Vorfall in der SN7 drei Tage zuvor. A._____ hatte damals auf Frage 

des Vorderrichters, ob ein neues Verfahren gegen ihn laufe, geantwortet: "Nein, 

nicht dass ich wüsste" (Urk. 49 S. 2). 

8. Zivilansprüche 

8.1. a) D._____ konstituierte sich als Privatkläger (Art. 118 Abs. 1 StPO) und 

forderte von den drei Beschuldigten für beschädigte Kleider, den beschädigten 

Rucksack, die Kosten für die Taxifahrt vom Spital zur Polizei und Medikamente 

sowie für den Zeitaufwand für Untersuchungshandlungen (u.a. Spurensicherung), 

Arztbesuche (inkl. Hin- und Rückfahrt) und Kleiderreinigung Schadenersatz in 

Höhe von insgesamt Fr. 1'584.15 zuzüglich 5 % Zins ab 5. März 2011 (Urk. 22/1-

3).  

 b) Die Vorinstanz hat die Rechtslage betreffend Schadenersatz korrekt dar-

gelegt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 43 ff.). Sie stellte die grund-

sätzliche Schadenersatzpflicht der drei Beschuldigten gegenüber D._____ fest, 

verwies diesen aber im Übrigen auf den Zivilweg. Da nur der Beschuldigte 

A._____ ein Rechtsmittel ergriffen hat, kann dieser Entscheid heute nicht mehr zu 

seinem Nachteil abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 c) Der Beschuldigte A._____ bestreitet für den Fall eines Schuldspruchs die 

Schadenersatzforderung auch im Berufungsverfahren. Er fordert, dass abzuklären 

-   30   - 

sei, ob der Privatkläger seine Schäden anderweitig (Versicherung) nicht bereits 

vergütet erhalten habe (Urk. 64 S. 5). 

 d) Die Erwägungen der Vorinstanz zum Vorliegen der Voraussetzungen ei-

nes Schadenersatzanspruchs treffen indessen zu; es kann vollumfänglich auf sie 

verwiesen werden (Urk. 62 S. 44 f. E. 3.2.). In der Tat hat D._____ aber seine 

Schadenersatzforderung nicht hinreichend belegt. Insbesondere fehlen auch die 

als "beiliegend" bezeichneten Quittungen der Taxifahrt und der Medikamente 

(Urk. 22/3 S. 3). Entsprechend ist festzustellen, dass der Beschuldigte A._____ 

gegenüber dem Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Scha-

denersatzanspruches ist der Privatkläger D._____ auf den Weg des Zivilprozes-

ses zu verweisen.  

8.2. a) Im Weiteren verlangte D._____ vor Vorinstanz eine Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. März 2011 (Urk. 22/1-3). Zur Be-

gründung machte er geltend, dass beim Angriff ein Teil eines Schneidezahns ab-

gebrochen sei und dieser Schaden ihn bis an sein Lebensende begleiten und an 

die Tat erinnern werde. Voraussichtlich werde er noch einige Stunden in Zahn-

arztstühlen verbringen müssen. Dazu komme, dass er seit dem Angriff regelmäs-

sig Träume von Schlägereien habe und daher über die körperliche Beeinträchti-

gung hinaus auch psychisch beeinträchtigt worden sei (Urk. 22/3). 

 b) Auch die Voraussetzungen für eine Genugtuung wurden von der Vor-

instanz zutreffend dargelegt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 43 ff.). 

Sie sprach D._____ unter diesem Titel Fr. 2000.– zuzüglich Zins zu, wobei die 

drei Beschuldigten für diesen Betrag solidarisch haften. Im Mehrbetrag wies sie 

die Genugtuungsforderung ab (Urk. 62 S. 47). Dieser Teil des Genugtuungsent-

scheids ist in Rechtskraft erwachsen. Es steht somit heute nur noch eine Genug-

tuung von maximal Fr. 2'000.– im Raum. 

 c) Auch die Genugtuungsforderung bestreitet A._____ im Grundsatz und in 

der Höhe. Insgesamt seien die Verletzungen, die der Geschädigte erlitten habe, 

-   31   - 

sowohl in psychischer wie auch in physischer Hinsicht nicht derart gravierend, 

dass sie eine Genugtuung rechtfertigen würden (Urk. 64 S. 5). 

 d) Es ist aber auch der Genugtuungsentscheid der Vorinstanz zu bestätigen; 

auf ihre zutreffenden Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 62 

S. 46 f.). Ergänzend ist auszuführen, dass der Beschuldigte die von D._____ in-

folge des Angriffs erlittenen Verletzungen recht beschönigend (vgl. dazu bereits 

oben Erw. 4.5 d) cc)) bzw. verharmlosend darstellt. Die Folgen des unvermittelten 

und brutalen Angriffs mittels Schlägen und Tritten, den er und seine Kollegen 

frühmorgens in Überzahl gegen den Privatkläger führten (nämlich kurzfristig Prel-

lungen im Bereich der Augen, aufgeplatzte Lippen, verstauchte Finger, Prellungen 

am Ellbogen, am rechten Schienbein und in der Nierengegend, starke Beschwer-

den in der Muskulatur des rechten Beines, daraus folgend eine Arbeitsunfähigkeit 

von insgesamt neun Tagen [Urk. 20/1-4] sowie längerfristig ein abgebrochener 

unterer Schneidezahn, wobei die Lebensdauer des nötigen Kompositeckaufbaus 

[einer Prothese, vgl. Urk. 11 S. 4] beschränkt sei und dieser deshalb wohl noch 

mehrmals wiederholt werden müsse; schliesslich regelmässige Träume von 

Schlägereien [Urk. 22/3 S. 4 und 6]) rechtfertigen eine Genugtuung in der von der 

Vorinstanz ausgesprochenen Höhe sehr wohl. Entsprechend ist der Beschuldigte 

A._____ zu verpflichten, dem Privatkläger D._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins 

seit 5. März 2011 als Genugtuung zu bezahlen, in Solidarhaft auf den Gesamtbe-

trag mit C._____ und B._____. 

9. Kostenfolgen 

9.1. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kos-

tendispositiv zu bestätigen.  

9.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seinem Hauptantrag auf Freispruch vollumfänglich. Dementsprechend 

sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens grundsätzlich aufzuerlegen. Das le-

diglich teilweise Obsiegen rechtfertigt kein Abweichen von dieser Kostenauflage, 

zumal heute zudem eine längere Probezeit als vor Vorinstanz angeordnet wird. 

-   32   - 

Auch für einen ermessensweisen teilweisen Erlass der Kosten im Sinne von 

Art. 425 StPO besteht entgegen der Verteidigung (Urk. 81 S. 7) kein Anlass. Die 

wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten gebieten dies noch nicht. Als un-

terliegend gilt sodann auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten 

wird (Art. 428 Abs. 1 StPO). Somit wird auch B._____, auf dessen Berufung nicht 

eingetreten wurde, wobei die Kostenfolgen dem Endentscheid vorbehalten wur-

den (Urk. 68), kostenpflichtig. Entsprechend dem Aufwand, den das vorliegende 

Berufungsverfahren betreffend die beiden Berufungskläger je verursacht hat, sind 

die Kosten A._____ zu 9/10 und B._____ zu 1/10 aufzuerlegen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, Einzelge-

richt, vom 22. Juni 2012 bezüglich  

− Dispositivziffer 1 b) 2. alinea (Schuldspruch betreffend mehrfache 
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG),  

− Dispositivziffer 2 b) 3. Zeile (Satzteil "sowie mit einer Busse von 
Fr. 300.–),  

− Dispositivziffer 3 b) zweiter Satz ("Die Busse ist zu bezahlen") sowie  
− Dispositivziffer 8 zweiter Satz ("Im Mehrbetrag wird das Genugtuungs-

begehren abgewiesen") 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist weiter schuldig des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB. 

-   33   - 

2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich vom 21. Mai 2013, wovon 2 Tagesätze als durch 

Untersuchungshaft geleistet gelten. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt.  

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ gegenüber dem 

Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzan-

spruches wird der Privatkläger D._____ auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

5. Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ 

Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 5. März 2011 als Genugtuung zu bezah-

len, in Solidarhaft auf den Gesamtbetrag mit C._____ und B._____. 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 bis 11) 

wird betreffend den Beschuldigten A._____ bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3000.–.  

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten A._____ 

zu 9/10 und dem Beschuldigten B._____ zu 1/10 auferlegt. 

9. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 
A._____ (übergeben) 

− den Beschuldigten B._____ 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Privatkläger D._____  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

-   34   - 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 
A._____  

− den Beschuldigten B._____ 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Privatkläger D._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

11. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

-   35   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
Zürich, 20. August 2013 

 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Heuberger Golta 
 

 

	Urteil vom 20. August 2013
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. a) Der Beschuldigte C._____ ist schuldig
	- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB
	- des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB
	- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB
	- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	b) Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB
	- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	c) Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB
	- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. a) Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 9 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.– als Zusatzstrafe zu den mit Strafbefehlen des Statthalteramtes des Bezirkes Diel...
	b) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	c) Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	3. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	c) Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. a) Bezahlt der Beschuldigte C._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	b) Bezahlt der Beschuldigte A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	c) Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. Februar 2012 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Utensilien (Lagernummer …) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
	6. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten C._____, A._____ und B._____ gegenüber dem Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspr...
	7. Die E._____ Versicherungsgesellschaft AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Die Beschuldigten C._____, A._____ und B._____ werden verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. März 2011 als Genugtuung zu bezahlen, in solidarischer Haftung auf den Gesamtbetrag. Im Mehrbetrag wird das Genugtuung...
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden zu einem Drittel dem Beschuldigten C._____, zu einem Drittel dem Beschuldigten A._____ und zu einem Drittel dem Beschuldigten B._____ auferlegt.
	11. Die Kosten und Gebühr der Untersuchung werden in der Höhe von Fr. 2'423.65 dem Beschuldigten C._____, in der Höhe von Fr. 2'383.65 dem Beschuldigten A._____ und in der Höhe von Fr. 2'383.65 dem Beschuldigten B._____ auferlegt.
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei freizusprechen. Eventualiter sei der Beschuldigte wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 StGB zu verurteilen.
	2. Für den Fall einer Verurteilung sei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.
	4. Es sei auf das Schadenersatzbegehren nicht einzutreten. Eventualiter im Falle einer Verurteilung: Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte gegenüber dem Geschädigten D._____ dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur Feststellung des Sch...
	5. Auf das Genugtuungsbegehren sei nicht einzutreten. Eventualiter im Falle einer Verurteilung: Es sei das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt zu bestätigen.
	6. Kosten: Im Falle eines Freispruchs sind sämtliche Kosten auf die Staatskasse zu nehmen und dem Beschuldigten ist eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen. Im Falle einer Verurteilung: Die Kosten (Untersuchung und Gerichtskosten) seien dem...
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Erwägungen:
	1. Anklagevorwurf
	Dem Beschuldigten A._____ wird vorgeworfen, am Samstag, dem 5. März 2011, um ca. 01.45 Uhr in Zürich 5 an der Hardstrasse … beim Escher-Wyss-Platz zusammen mit den Mitbeschuldigten C._____ und B._____ auf dem Trottoir den Privatkläger D._____ angegrif...

	2. Prozessverlauf
	2.1. Die Vorinstanz sprach mit Urteil vom 22. Juni 2012 alle drei Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig. A._____ und B._____ wurden je mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren und mit einer Busse von Fr....
	2.2. Gegen das am 22. Juni 2012 mündlich eröffnete bezirksgerichtliche Urteil meldeten A._____ – bis dahin vertreten durch Rechtsanwältin X1._____ – mit rechtzeitiger Eingabe vom 26. Juni 2012 (auch Datum des Poststempels; Urk. 55) und B._____ mit Ein...
	2.3. Im gleichen Beschluss war dem Privatkläger D._____ und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt worden, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung von A._____ zu beantragen, und A._____ war aufgefordert worde...
	2.4. Am 1. März 2013 wurde A._____ zur Berufungsverhandlung auf den 17. Mai 2013 vorgeladen (Urk. 75). Mit Eingabe vom 29. April 2013 (vorab per Fax) liess er um Verschiebung der Verhandlung ersuchen. Zur Begründung liess er anführen, dass er mit Schr...

	3. Formelles
	3.1. Der Beschuldigte A._____ verlangt mit der Berufung einen Freispruch vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB; eventualiter anstatt der bedingt ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 Monaten eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr...
	3.2. A._____ stellt den Beweisantrag, es sei G._____, … [Adresse], zur Frage des Tathergangs als Zeuge einzuvernehmen (Urk. 64 S. 2). G._____ habe den ganzen Vorfall beobachtet und könne darüber Auskunft geben, was er, A._____, tatsächlich gemacht hab...

	4. Sachverhalt
	4.1. A._____ ist nur teilweise geständig, weshalb im Folgenden zu prüfen ist, ob der Anklagesachverhalt rechtsgenügend erstellt ist.
	4.2. An Beweismitteln liegen die Aussagen des Privatklägers D._____ (Urk. 4 und 11) und diejenigen seiner Freundin, der Zeugin H._____ (Urk. 2 und 12), vor. Sodann haben die drei Beschuldigten ihre Aussagen getätigt (Urk. 5, 10, 15, 48; Urk. 7, 8, 13,...
	4.3. Die Vorinstanz hat korrekte Ausführungen zu den Anforderungen an die Beweisführung und zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung sowie insbesondere zur Würdigung von Aussagen gemacht, auf die verwiesen werden kann (Urk. 63 S. 10; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	4.4. a) Der Privatkläger D._____ und seine Freundin H._____ haben die fraglichen Ereignisse am frühen Morgen des 5. März 2011 und hernach wiederum am 26. Januar 2012 zusammenfassend wie folgt geschildert: Sie seien in jener Samstagnacht auf dem Heimwe...
	4.5. a) Der zum Tatzeitpunkt knapp 20-jährige A._____ wurde ebenfalls am Morgen nach dem Vorfall bei der Stadtpolizei Zürich erstmals befragt (Urk. 7). Er gab zu Protokoll, dass er und seine Kollegen im Lokal 4. Akt etwas getrunken hätten. Danach seie...
	A._____ machte in den nachfolgenden Befragungen von diesen ersten Aussagen teilweise abweichende weitere Zugeständnisse. Er räumte schliesslich ein, dass auch er den Privatkläger D._____ geschlagen und getreten habe. Geschlagen haben er – als Linkshän...
	A._____s finale Darstellung der Ereignisse ist, wie sogleich zu zeigen sein wird, auch nach den späteren teilweisen Zugeständnissen noch völlig unglaubhaft.
	4.6. a) Nach alledem kann ohne Weiteres auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers und seiner Freundin abgestellt werden. Der Anklagesachverhalt ist demgemäss erstellt.
	4.7. An dem klaren Beweisergebnis vermöchten Zeugenaussagen von G._____, wie auch immer sie lauten würden, nichts zu ändern. Seine Einvernahme ist damit obsolet, und der entsprechende Beweisantrag ist abzuweisen. Im Übrigen ist festzuhalten, dass A.__...

	5. Rechtliche Würdigung
	5.1. a) Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz – Angriff i.S.v. Art. 134 StGB – trifft zu; es kann darauf verwiesen werden. Es liegt insbesondere auch kein Handeln in rechtfertigender Notwehrhilfe vor, nachdem die Angaben A._____s zu einer angebliche...
	5.2. Der Beschuldigte A._____ ist damit des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB schuldig zu sprechen.

	6. Strafzumessung
	6.1. A._____ wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. Mai 2013 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 250.– bestraf...
	6.2. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedr...
	6.3. a) Um zu klären, ob für den heute zu beurteilenden Angriff vom 5. März 2011 eine Zusatz- oder eine separate Strafe auszufällen ist, ist somit zunächst zu prüfen, ob heute eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe am Platz ist (beides wäre möglich, vgl...
	6.4. Was das Vorgehen in Fällen von sogenannter retrospektiver Konkurrenz angeht, so ist im späteren Urteil zunächst von einer hypothetischen Gesamtstrafe für alle Delikte auszugehen. Von dieser ist die im früheren Urteil ausgesprochene Strafe abzuzie...
	6.5. Der Strafrahmen für das schwerere Delikt, den Angriff im Sinne von Art. 134 StGB, beträgt Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe (bis zu 360 Tagessätzen; Art. 34 Abs. 1 StGB). Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art...
	6.6. Schliesslich kann heute wegen des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StGB) im Grundsatz keine Zusatzstrafe von über 180 Tagessätzen Geldstrafe ausgefällt werden (vgl. aber die Ausnahmebestimmung im zweiten Satz der zitierten Gesetzesbestim...
	6.7. Die Vorinstanz hat zu den allgemeinen Regeln der Strafzumessung zutreffende Ausführungen gemacht, auf welche verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 34). Art. 134 StGB bestraft nur die im Angriff liegende abstrakte Gefährdung; die eingetretene Verletzu...
	6.8. Zur Strafzumessung betreffend Angriff:
	Der Beschuldigte A._____ ist mit einem aussergewöhnlich guten familiären Auffangnetz ausgestattet, und er trug zum Tatzeitpunkt als Lehrling und insbesondere als Vater eines kleinen Kindes eine gewichtige Verantwortung. Das lässt sein heute zu beurtei...
	cc) A._____ war zum Zeitpunkt der Tatbegehung nicht vorbestraft (Urk. 78). Die Jugendstrafen, die er nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitten hat (vgl. Urk. 29/1), schienen im Strafregister gar nie auf oder wurden bereits wieder entfernt (vgl. Ar...
	6.9. Zur Strafzumessung betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte:
	6.10. a) Hievon sind die bereits rechtskräftig ausgesprochenen 30 Tagessätze Geldstrafe und die Busse von Fr. 250.– in Abzug zu bringen. Es resultiert somit eine heute auszusprechende Zusatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe.
	6.11. a) Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 3'000.–. Dessen Höhe ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unters...

	7. Vollzug
	7.1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für den Strafaufschub zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 42). In objektiver Hinsicht sind diese erfüllt, nachdem A._____ heute mit einer Geldstrafe bestraft wird. In subjektiv...
	7.2. Nach dem vom Beschuldigten während laufendem Verfahren erlittenen Strafbefehl sind allerdings allgemeine Befürchtungen, er werde sich auch von diesem Prozess wiederum nicht beeindrucken lassen, nicht von der Hand zu weisen. Es ist angemessen, dem...

	8. Zivilansprüche
	8.1. a) D._____ konstituierte sich als Privatkläger (Art. 118 Abs. 1 StPO) und forderte von den drei Beschuldigten für beschädigte Kleider, den beschädigten Rucksack, die Kosten für die Taxifahrt vom Spital zur Polizei und Medikamente sowie für den Ze...
	8.2. a) Im Weiteren verlangte D._____ vor Vorinstanz eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. März 2011 (Urk. 22/1-3). Zur Begründung machte er geltend, dass beim Angriff ein Teil eines Schneidezahns abgebrochen sei und die...

	9. Kostenfolgen
	9.1. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen.
	9.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinem Hauptantrag auf Freispruch vollumfänglich. Dementsprechend sind ihm die Kosten de...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, Einzelgericht, vom 22. Juni 2012 bezüglich
	 Dispositivziffer 1 b) 2. alinea (Schuldspruch betreffend mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG),
	 Dispositivziffer 2 b) 3. Zeile (Satzteil "sowie mit einer Busse von Fr. 300.–),
	 Dispositivziffer 3 b) zweiter Satz ("Die Busse ist zu bezahlen") sowie
	 Dispositivziffer 8 zweiter Satz ("Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen")

	in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist weiter schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 21. Mai 2013, wovon 2 Tagesätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ gegenüber dem Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger D._____ ...
	5. Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 5. März 2011 als Genugtuung zu bezahlen, in Solidarhaft auf den Gesamtbetrag mit C._____ und B._____.
	6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 bis 11) wird betreffend den Beschuldigten A._____ bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3000.–.
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten A._____ zu 9/10 und dem Beschuldigten B._____ zu 1/10 auferlegt.
	9. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten A._____ (übergeben)
	 den Beschuldigten B._____
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Privatkläger D._____
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten A._____
	 den Beschuldigten B._____
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Privatkläger D._____
	 die Vorinstanz
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	11. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.