# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 201efc51-6628-51a5-a577-62d9af78d4ab
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2009 C-4775/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4775-2008_2009-10-27.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4775/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, 
Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

N._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4775/2008

Sachverhalt:

A.
Die 1976 geborene vietnamesische Staatsangehörige  T._______ (im 
Folgenden: Gesuchstellerin)  beantragte  am 17. Januar  2008 bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Hanoi ein Visum für einen dreimonatigen 
Besuchsaufenthalt  bei  ihrer  Schwester  N._______  (im  Folgenden: 
Gastgeberin bzw. Beschwerdeführerin) in X._______ (FR). 

Bereits zuvor, im Sommer 2007, hatte sich die Gesuchstellerin vergeb-
lich um den Erhalt  eines entsprechenden Visums bemüht (Verweige-
rung durch die Schweizerische Botschaft in Hanoi am 7. August 2007). 
Im Nachgang zu dieser  Verweigerung hatte sich  die Gesuchstellerin 
mit einer schriftlichen Eingabe, datiert vom 14. Dezember 2007, an die 
Schweizer Vertretung in Hanoi gewandt. Der Eingabe ist  unter ande-
rem zu entnehmen, dass es beim geplanten Besuch auch darum gehe, 
ihre Mutter zu begleiten, die ein Visum für einen Besuchsaufenthalt in 
der Schweiz erhalten habe.

Weil die Gesuchstellerin die Ausstellung einer anfechtbaren Verfügung 
verlangte, leitete die Schweizer Vertretung das Gesuch vom 17. Januar 
2008 zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Antrag begrüsst, richtete das Amt für Bevölkerung und Migration 
des Kantons Freiburg einen Fragekatalog an die Gastgeberin, den die-
se mit einem Schreiben vom 28. April 2008 beantwortete. Darin bestä-
tigte sie unter anderem den bereits von der Gesuchstellerin angegebe-
nen Reisezweck. Ihrer Mutter sei die Einreise in die Schweiz für einen 
dreimonatigen Besuch bewilligt worden. Da die Mutter bereits 67 Jahre 
alt sei, könne sie eine so lange Reise „nicht so günstig alleine bewälti-
gen“.  Sie  (die  Gastgeberin)  habe  deshalb  auch  ihre  Schwester  (die 
Gesuchstellerin) eingeladen.

C.
Mit Verfügung vom 27. Mai 2008 lehnte es die Vorinstanz ab, das be-
antragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im Wesentlichen mit der Be-
gründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach ei-
nem Besuchsaufenthalt  könne nicht  als gesichert  betrachtet werden. 
Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der dort 
herrschenden  wirtschaftlichen  und  soziokulturellen  Verhältnisse  ein 

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anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Bei ihr selbst 
seien weder zwingende berufliche noch gesellschaftliche Verpflichtun-
gen,  aber  auch  keine  familiären  Verantwortlichkeiten  erkennbar,  die 
trotz  dieser  Verhältnisse besondere Gewähr  für  eine Wiederausreise 
bieten könnten.

D.
Mit  Beschwerdeeingaben vom 5. Juni 2008 (adressiert  an die  Vorin-
stanz; Eingang beim BFM: 10. Juni 2008) und vom 15. Juli 2008 (Da-
tum des Poststempels) beantragt die Gastgeberin beim Bundesverwal-
tungsgericht  implizit,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben 
und das Visum für  einen Besuchsaufenthalt  sei  zu erteilen. Zur  Be-
gründung bringt sie sinngemäss vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht 
davon  aus,  dass  die  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nicht  gesi-
chert wäre. Es gehe den Beteiligten wirklich darum, die Mutter auf ih-
rer  Reise  in  die  Schweiz  begleiten  zu  können.  Die  Gesuchstellerin 
werde auch aus beruflichen Gründen rechtzeitig in ihr Heimatland zu-
rückkehren;  sie  sei  dort  selbständig  erwerbstätig  und  wolle  ihr  Ge-
schäft weiterführen. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass sich der 
Kanton Freiburg für eine Erteilung des Besuchsvisums ausgesprochen 
habe. 

E.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 29. September 2008 
an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der 
Beschwerde. Die Gesuchstellerin sei ledig und habe in Vietnam weder 
in  familiärer  noch  in  beruflicher  Hinsicht  zwingende  Verpflichtungen 
wahrzunehmen. 

F.
In einer Replik vom 9. Oktober 2008 (Datum des Poststempels)  hält 
die  Beschwerdeführerin  ihrerseits  an  ihrem Rechtsbegehren  und  an 
dessen Begründung fest. Dabei weist sie u.a. auf ihre langjährige An-
wesenheit in der Schweiz und ihren guten Leumund hin. Sie garantiere 
mit  ihrem Ehemann zusammen für eine fristgerechte Wiederausreise 
der Gesuchstellerin, und sie wären bereit, eine vom Gericht festzuset-
zende Kaution zu leisten.

G.
Im September 2009 zog das Bundesverwaltungsgericht die Akten des 
Amtes für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg bei.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 

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die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin der Visumspflicht. 

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6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

7.
Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass der Kanton Freiburg den Be-
suchsaufenthalt  der  Gesuchstellerin  befürwortet  habe und die  Vorin-
stanz  sich  mit  ihrer  verweigernden  Verfügung  darüber  hinwegsetze. 
Dabei  irrt  die  Beschwerdeführerin  gleich  in  mehrfacher  Hinsicht. Die 
Äusserung, auf die sie sich offensichtlich beruft, stammt in Wirklichkeit 
nicht vom Kanton, sondern von der Gemeinde W._______. Sie steht im 
Zusammenhang mit einer vorformulierten Erklärung, mit der eine na-
türliche oder juristische Person mit Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz 
für  gewisse Kosten im Zusammenhang mit  dem geplanten Besuchs-
aufenthalt  Garantie  leistet.  Die  Behörde  am Wohnsitz  des  Garanten 
bzw. der Garantin hat gestützt auf eine solche Erklärung die Garantie-
fähigkeit zu beurteilen. Nur im Zusammenhang mit diesem beschränk-
ten Prüfungsprogramm ist die Feststellung zu verstehen, wonach man 
gegen den nachgesuchten Aufenthalt keine Einwände habe (vgl. zum 
Ganzen Art. 9 Abs. 1 VEV). Dessen unbesehen sieht  Art. 15 Abs. 2 
VEV zwar vor, dass Kantone zu Visumsgesuchen vorgängig Stellung 
nehmen können. Zuständig für die Ausstellung eines Visums für einen 
höchstens drei Monate dauernden bewilligungsfreien Aufenthalt zu Be-
suchszwecken sind jedoch das BFM bzw. die jeweiligen Auslandvertre-
tungen (Art. 6 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 und 27 Abs. 1 VEV). 

8.
8.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, 
Einreisegesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Re-
gionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die 
persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel 
und Zweck einer befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

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8.2
8.2.1 Seit Anfang der 90er Jahre befindet sich die Wirtschaft Vietnams 
in einem Übergangsprozess von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft 
mit "sozialistischer Orientierung". Die schrittweise betriebene Erneue-
rungspolitik  hat  bemerkenswerte  wirtschaftliche  Erfolge  erzielt,  u.a. 
hohe Wachstumsraten (2007: 8,5%, 2008: 6,25%) und eine enorme Er-
höhung der  Exporte  sowie  der  ausländischen  Direktinvestitionen. Im 
Zuge der im Frühjahr 2008 offensichtlich gewordenen Überhitzung der 
vietnamesischen Volkswirtschaft  hatten  internationale  Rating-Agentu-
ren  (Fitch,  Standard  and  Poor's)  die  Perspektiven  Vietnams  von 
"stabil" auf "negativ" herabgestuft und dem Land eine Wirtschafts- und 
Finanzkrise  prognostiziert.  Inzwischen  hat  sich  die  wirtschaftliche 
Situation Vietnams allerdings wieder entspannt. Die von der Regierung 
ergriffenen Maßnahmen (restriktive Geldpolitik, Budgetdisziplin, flexib-
lere Wechselkurspolitik  u.a.) haben Wirkung gezeigt. Die "Kerninflati-
onsrate" (2008: 20%) ist im bisherigen Verlauf des Jahres 2009 spür-
bar zurückgegangen und dürfte  einer  Schätzung des Internationalen 
Währungsfonds zufolge 2009 nur knapp über 10% liegen (Quelle: Län-
der- und Reiseinformationen auf der Webseite des deutschen Auswär-
tigen  Amtes:  www.auswaertiges-amt.de  ,  Länder,  Reisen  und  Sicher-
heit > Vietnam > Wirtschaft, Stand: Mai 2009, besucht am 21. Septem-
ber  2009). Nebst  der  erfolgreichen Wirtschaftspolitik  der  vietnamesi-
schen Regierung in  den letzten Jahren spielen die Einkünfte der  im 
Ausland  arbeitenden  vietnamesischen  Staatsangehörigen  nach  wie 
vor eine bedeutende Rolle für die Entwicklung des Landes. Viele Viet-
namesen wandern denn auch auf der Suche nach einer Arbeitsmög-
lichkeit und einer Verbesserung ihres persönlichen und familiären Ein-
kommens aus. Ungefähr 3 Mio. Vietnamesen leben im Ausland, weite-
re 450'000 Vietnamesen sind im Ausland als Gelegenheitsarbeiter tätig 
(Quelle: Webseite der  International  Organization  for  Migration  [IOM], 
http://www.iom.int/jahia/Jahia/vietnam  , Overview, Stand: Juli 2009, be-
sucht am 21. September 2009).

8.2.2 Vor dem aufgezeigten Hintergrund ist von einem anhaltend gros-
sen  Migrationsdruck  vorab  in  Kreisen  jüngerer,  arbeitsfähiger  Men-
schen  auszugehen.  Der  Trend  zur  Auswanderung  zeigt  sich  erfah-
rungsgemäss  dort  besonders  stark,  wo  durch  die  Anwesenheit  von 
Verwandten  oder  Freunden  bereits  ein  minimales  soziales  Bezie-
hungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies ange-
sichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung 
ausländerrechtlicher Bestimmungen.

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http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.iom.int/jahia/Jahia/pid/505

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8.3 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller 
oder einer Gesuchstellerin im Heimatland beispielsweise eine beson-
dere  berufliche,  gesellschaftliche oder  familiäre  Verantwortung,  kann 
dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wieder-
ausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern, die in ih-
rer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein 
fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässes Verhalten (nach bewillig-
ter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

9.
9.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 33-jährige, unver-
heiratete und kinderlose Frau. Über ihre persönlichen Verhältnisse ist 
nur gerade bekannt,  dass in Vietnam noch ihre Mutter lebt. Aus den 
Akten zu schliessen wohnen beide Frauen – zumindest zweitweise – 
zusammen in Thong Binh in der im Südosten Vietnams gelegenen Pro-
vinz Dong Thap. Die Gesuchstellerin hat damit zwar gewisse familiäre 
Bindungen vor Ort. Eigentliche Verpflichtungen, welche die Prognose 
einer  anstandslosen  und  fristgerechten  Wiederausreise  nach  einem 
Besuchsaufenthalt begünstigen könnten, sind daraus aber nicht abzu-
leiten. Kommt hinzu, dass die Gesuchstellerin auch zur Schweiz einen 
nicht unbedeutenden Bezug hat: Zum einen hat sie sich selbst schon 
hier aufgehalten (vgl. nachfolgend Ziff. 9.4), und zum anderen lebt hier 
ihre Schwester (die Beschwerdeführerin).

9.2 Über  die  beruflichen  und  wirtschaftlichen  Verhältnisse  der  Ge-
suchstellerin liegen keine gesicherten Informationen bzw. Erkenntnisse 
vor.  Sie  selbst  bezeichnete  sich  im  schriftlichen  Visumsantrag  vom 
17. Januar 2008 als  "housekeeper". In  einer als "letter  of  statement" 
bezeichneten und im Gesuchsverfahren edierten Eingabe, datiert vom 
25. April  2008,  gab sie dann an,  sie  sei  selbständig erwerbend und 
verkaufe in ihrem neu eröffneten Shop in Ho Chi Minh City gebratenen 
Fisch. Das Geschäft  sei  zwar nur klein, aber es sei  ihr eigenes. Die 
Beschwerdeführerin ihrerseits erwähnte in ihren schriftlichen Auskünf-
ten (Eingabe datiert vom 28. April 2008) gegenüber dem Amt für Be-
völkerung und Migration des Kantons Freiburg in diesem Zusammen-
hang lediglich, dass die Gesuchstellerin selbständig erwerbstätig sei. 
Auf Beschwerdeebene gab sie ebenfalls an, die Gesuchstellerin habe 
ein eigenes Geschäft, ohne sich aber über Art und Grösse des Unter-
nehmens näher zu äussern. Aufgrund dieser spärlichen Angaben kann 

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kein effektives Bild über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesuch-
stellerin  gewonnen  werden.  Unter  den  gegebenen  Umständen  kann 
auch nicht davon ausgegangen werden, die Gesuchstellerin sei beruf-
lich derart  verwurzelt und eingebunden, dass eine Emigration zurzeit 
nicht in Frage käme. Dagegen spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass 
sie sich nicht etwa wenige Wochen, sondern gleich ganze drei Monate 
ins Ausland begeben will. 

9.3 Besondere Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise will  die 
Beschwerdeführerin auch aus dem Umstand ableiten, dass es für die 
Gesuchstellerin gelte, ihre Mutter auf deren bewilligten Besuchsreise 
in die Schweiz und später auch wieder nach Hause zu begleiten. Wohl 
wurde offenbar mit einer Realisierung der Besuchs durch die Mutter im 
Hinblick auf den ausstehenden Entscheid über das Gesuch der Toch-
ter zugewartet. Dass die Mutter die Reise aber ohne Begleitung nicht 
antreten könnte, wird selbst von der Beschwerdeführerin nicht behaup-
tet. Und auch wenn dem so wäre, so gälte nicht als erstellt, dass diese 
Rolle  vorliegend  nur  von  der  Gesuchstellerin  übernommen  werden 
könnte. Es ist  darauf  hinzuweisen,  dass gewisse Dienstleistungen in 
diesem Zusammenhang auch von den Fluggesellschaften in Anspruch 
genommen werden können. 

9.4 Aus  dem  Umstand  schliesslich,  dass  die  Gesuchstellerin  sich 
schon einmal im Jahre 2000 mit einem Besuchsvisum in der Schweiz 
aufgehalten  hatte,  kann  sie  im  vorliegend  zu  beurteilenden  Kontext 
nichts für sich ableiten. Zum einen liegt dieser Aufenthalt schon gerau-
me Zeit zurück. Zum andern erfolgte die Wiederausreise damals eben 
gerade nicht vorschriftsgemäss, sondern mit mehr als zweimonatiger 
Verspätung. Zu den Gründen für dieses Versäumnis hat sich die Ge-
suchstellerin bei verschiedenen Gelegenheiten widersprüchlich geäus-
sert. Während sie gegenüber der sie  kontrollierenden Kantonspolizei 
im November 2000 einen Verlust bzw. Diebstahl ihres Gepäcks samt 
Reisepass und Flugticket geltend gemacht hatte, brachte sie die Miss-
achtung der Visumsvorschriften in einem Schreiben an das General-
konsulat in Ho Chi Minh City vom 14. Dezember 2007 mit einer nicht 
abgeschlossenen Zahnbehandlung in der Schweiz in Verbindung.

10.
Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz davon ausge-
hen,  dass keine hinreichende Gewähr für  eine fristgerechte und an-
standslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchs-

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aufenthalt  besteht.  An dieser  Beurteilung vermögen die von der  Be-
schwerdeführerin  im  Rechtsmittelverfahren  erneuerten  persönlichen 
Zusicherungen nichts zu ändern. Diese sind rechtlich nicht verbindlich 
und wären faktisch auch nicht durchsetzbar. Als Gastgeberin kann die 
Beschwerdeführerin  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zusam-
menhang  mit  dem Besuchsaufenthalt,  aus  nahe  liegenden  Gründen 
aber nicht für ein bestimmtes Verhalten ihres Gastes garantieren (an-
stelle  vieler  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-204/2008 
vom 5. März 2009 E. 8.4). Ebenfalls nichts zu ändern an der Risikoein-
schätzung vermag die Bereitschaft der Beschwerdeführerin, eine nam-
hafte Kaution zu hinterlegen. Eine solche Sicherheitsleistung (über die 
Garantie für ungedeckte Kosten hinaus) war im erstinstanzlichen Ver-
fahren kein Thema. Kommt hinzu, dass auch diese Sicherheit einseitig 
die Gastgeberin verpflichten würde und sie sich nach dem bereits Ge-
sagten kaum als  taugliches  Mittel  erweisen  könnte,  wenn es  darum 
geht, das Verhalten des Gastes selbst zu beeinflussen. 

11.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

12.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-
schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Amt für  Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg mit 

den Akten FR [...].

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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