# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44ba54c8-2ca7-5593-ace3-fc357ab48399
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2015 BVGE 2015/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2015-1_2015-01-30.pdf

## Full Text

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 1 

 

LANDESRECHT — DROIT NATIONAL —  

DIRITTO NAZIONALE 

1 Staat – Volk – Behörden 
 Etat – Peuple – Autorités 
 Stato – Popolo – Autorità 

1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. A., B. und C. gegen Staatssekretariat für Migration 

C‒4132/2012 vom 30. Januar 2015 

Ordentliche Einbürgerung. Untersuchungsgrundsatz. Gleiche und 

gerechte Behandlung im Verfahren. Rechtliches Gehör. Gefährdung 

der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz. 

Art. 29 Abs. 1 und Abs. 2 BV. Art. 14 Bst. d BüG. Art. 12 f. und 

Art. 26 ff. VwVG. 

1. Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz. 
Bedeutung im Kontext der Einbürgerung (E. 3.4). 

2. Untersuchungsgrundsatz, Beweislastverteilung und Beweismass 
im Einbürgerungsverfahren (E. 4.2‒4.3). 

3. Die angefochtene Verfügung basiert auf einer nicht hinreichend 
substanziierten Stellungnahme des Nachrichtendienstes (NDB). 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, des Anspruchs auf 

gleiche und gerechte Behandlung im Verfahren sowie des An-

spruchs auf rechtliches Gehör (E. 4.4‒4.7). 

4. Verzicht auf Rückweisung in Berücksichtigung der gestellten 
Anträge sowie des Beschleunigungsgebots (E. 4.8). 

5. Gefahrenpotenzial der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 
vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Sri Lanka. 

Notwendigkeit einer individuellen Beurteilung der persönlichen 

Aktivitäten der Beschwerdeführer (E. 5). 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

2 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6. Problematik von Bargeldtransporten. Begründeter Verdacht, 
dass mittelbar zur Finanzierung von LTTE-Aktivitäten beige-

tragen wurde beziehungsweise wird. Weil eine Sicherheitsge-

fährdung nicht ausgeschlossen werden kann, ist das Einbürge-

rungskriterium des Art. 14 Bst. d BüG derzeit nicht erfüllt (E. 6). 

Naturalisation ordinaire. Maxime inquisitoire. Traitement égal et 

équitable dans la procédure. Droit d'être entendu. Menace pour la 

sûreté intérieure ou extérieure de la Suisse. 

Art. 29 al. 1 et al. 2 Cst. Art. 14 let. d LN. Art. 12 s. et art. 26 ss PA. 

1. Menace pour la sûreté intérieure ou extérieure de la Suisse. Por-
tée dans le contexte de la naturalisation (consid. 3.4). 

2. Maxime inquisitoire, répartition du fardeau de la preuve et 
degré de preuve requis dans la procédure de naturalisation 

(consid. 4.2‒4.3). 

3. La décision attaquée se base sur une prise de position insuffisam-
ment étayée du Service de renseignement de la Confédération 

(SRC). Violation de la maxime inquisitoire, du droit à un traite-

ment égal et équitable dans la procédure ainsi que du droit d'être 

entendu (consid. 4.4‒4.7). 

4. Renonciation au renvoi de la cause à l'autorité inférieure, compte 
tenu des conclusions présentées et du principe de célérité 

(consid. 4.8). 

5. Danger potentiel émanant des Tigres de libération de l'Îlam 
Tamoul (LTTE) dans le contexte de la situation actuelle au Sri 

Lanka. Nécessité d'apprécier individuellement les activités per-

sonnelles des recourants (consid. 5). 

6. Problématique des transports d'espèces. Soupçon fondé que des 
contributions indirectement destinées au financement des acti-

vités des LTTE ont été ou sont encore actuellement versées. Vu 

l'impossibilité d'écarter une menace pour la sécurité, la condition 

de naturalisation énoncée à l'art. 14 let. d LN n'est pas réalisée à 

l'heure actuelle (consid. 6). 

Naturalizzazione ordinaria. Principio inquisitorio. Pari ed equo 

trattamento nella procedura. Diritto di essere sentito. Minaccia per 

la sicurezza interna o esterna della Svizzera. 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 3 

 

Art. 29 cpv. 1 e cpv. 2 Cost. Art. 14 lett. d LCit. Art. 12 seg. e 

art. 26 segg. PA. 

1. Minaccia per la sicurezza interna o esterna della Svizzera. Signi-
ficato nel contesto della naturalizzazione (consid. 3.4). 

2. Principio inquisitorio, ripartizione dell'onere della prova e grado 
della prova nella procedura di naturalizzazione (consid. 4.2–4.3). 

3. La decisione impugnata si fonda su un parere insufficientemente 
sostanziato del Servizio delle attività informative della Confe-

derazione (SIC). Violazione del principio inquisitorio, del diritto 

a un pari ed equo trattamento nella procedura e del diritto di 

essere sentito (consid. 4.4–4.7). 

4. Rinuncia al rinvio in considerazione delle conclusioni formulate e 
del principio di celerità (consid. 4.8). 

5. Minaccia potenziale delle Liberation Tigers of Tamil Eelam 
(LTTE) nello scenario della situazione attuale in Sri Lanka. 

Necessità di una valutazione individuale delle attività svolte dai 

ricorrenti stessi (consid. 5). 

6. Problematica del trasporto di contanti. Fondato sospetto che dei 
contributi indirettamente destinati al finanziamento delle attività 

delle LTTE siano stati o vengano attualmente ancora versati. Non 

essendo possibile escludere un rischio per la sicurezza, il criterio 

dell'idoneità come definito all'art. 14 lett. d LCit per la naturaliz-

zazione attualmente non è adempiuto (consid. 6). 

 

A. (nachfolgend: Ehemann bzw. Beschwerdeführer 1), B. (nachfolgend: 

Ehefrau bzw. Beschwerdeführerin 2) sowie C. (nachfolgend: Tochter 

bzw. Beschwerdeführerin 3) stammen aus Sri Lanka. Sie stellten am 

22. September 2006 ein Gesuch um ordentliche Einbürgerung. Im April 

2008 wurde ihnen das Bürgerrecht des Kantons Zürich erteilt, dies unter 

Vorbehalt der Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung 

durch das Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für 

Migration, SEM). 

Die Beschwerdeführer erhoben mit Eingabe vom 4. August 2011 Rechts-

verzögerungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantrag-

ten, das BFM sei anzuweisen, das Verfahren beförderlich abzuschliessen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 

19. April 2012 gut (Urteil des BVGer C‒4340/2011). 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

4 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Das BFM wies die Einbürgerungsgesuche der Beschwerdeführer mit Ver-

fügung vom 5. Juli 2012 ab. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) 

sei zum Schluss gekommen, dass es sich beim Ehepaar um langjährige 

Aktivisten der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) handle. Der 

Ehemann habe als Geschäftsführer der X. GmbH mithilfe seiner Ehefrau 

die LTTE finanziell unterstützt. Sie seien an der Ausführung von Bar-

geldtransfers aus Europa nach Sri Lanka beteiligt. Der Bericht des NDB 

sei für das BFM weitgehend verbindlich. Die Tätigkeit des Ehepaares 

bedrohe die innere und äussere Sicherheit der Schweiz. Gestützt darauf 

sei auch das Einbürgerungsgesuch der Tochter abzuweisen. 

Die Beschwerdeführer beantragen mit Rechtsmitteleingabe vom 7. Au-

gust 2012, die Verfügung des BFM vom 5. Juli 2012 sei aufzuheben, der 

Bericht des NDB vom 6. Dezember 2010, das Schreiben des BFM an den 

NDB sowie ein vollständiges Aktenverzeichnis seien beizuziehen und es 

sei ihnen das Schweizer Bürgerrecht zu erteilen, eventualiter sei das 

Einbürgerungsgesuch der Tochter gutzuheissen. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab, soweit sie die 

Beschwerdeführer 1 und 2 betrifft, heisst sie jedoch gut, soweit sie die 

Beschwerdeführerin 3 betrifft. In diesem Umfang wird die Sache zur 

ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. 

Aus den Erwägungen: 

3.4 Unter dem Begriff der Gefährdung der inneren oder äusseren 
Sicherheit ist insbesondere die Gefährdung des Vorrangs der staatlichen 

Gewalt im militärischen und politischen Bereich zu verstehen. Darunter 

fallen zum Beispiel Terrorismus, gewalttätiger Extremismus, verbotener 

Nachrichtendienst, organisierte Kriminalität sowie Handlungen und Be-

strebungen, welche die gegenwärtigen Beziehungen der Schweiz zu an-

deren Staaten ernsthaft gefährden oder auf eine gewaltsame Änderung 

der staatlichen Ordnung abzielen. Von primärer Bedeutung ist im Kon-

text der Einbürgerung, dass die einbürgerungswillige Person das Ge-

waltmonopol des Staates akzeptiert und dass ihr Verhalten auf das 

Vorhandensein der in einer Demokratie notwendigen minimalen Diskurs-

bereitschaft schliessen lässt. Gesuchsteller, deren Haltung Gewalt als 

Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht zweifelsfrei ausschliesst, 

können von der Einbürgerung ausgeschlossen werden (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2013/23 E. 3.2 m.H.; Urteile des BVGer C‒2946/2008 vom 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 5 

 

21. Juni 2011 E. 6.2; C‒1124/2006 vom 21. August 2009 E. 4.3.2; 

CHRISTIAN R. TAPPENBECK, Das Bürgerrecht in der Schweiz und seine 

persönlichkeitsrechtliche Dimension, 2011, S. 371 m.H.; SOW/MAHON, 

in: Code annoté de droit des migrations, Bd. V, 2014, Art. 14 Loi sur la 

nationalité [LN], N. 33 ff.; Botschaft vom 26. August 1987 zur Änderung 

des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 1987 III 293, 305; Zusatzbotschaft vom 

27. Oktober 2010 zur Änderung des Bundesgesetzes über Massnahmen 

zur Wahrung der inneren Sicherheit, BBl 2010 7841, insb. 7851). 

4.  
4.1 Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht, ihr Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) sei verletzt worden. Die Vor-

instanz habe ihnen die Einsicht in den NDB-Bericht verweigert, den we-

sentlichen Akteninhalt aber nicht bekanntgegeben (Art. 26 ff. VwVG). 

Namentlich sei es ihnen nicht möglich gewesen, zu den gegen sie erho-

benen Vorwürfen vorgängig substanziiert Stellung zu nehmen. Zudem sei 

die Begründungspflicht (Art. 35 VwVG) verletzt worden, weil sich der 

angefochtene Entscheid ausschliesslich auf geheim gehaltene Akten stüt-

ze. 

4.2 Vor der Klärung der Gehörsproblematik ist in casu von Amtes 
wegen zu prüfen, ob die Vorinstanz den Sachverhalt hinreichend abge-

klärt und den Untersuchungsgrundsatz gewahrt hat (Art. 12 VwVG). Die 

Behörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen voll-

ständig und richtig abzuklären. Den Parteien kommt dabei eine Mitwir-

kungspflicht zu (Art. 13 VwVG). Weigern sie sich, das ihnen Zumutbare 

zu unternehmen, um den Sachverhalt festzustellen, ist die Behörde nicht 

gehalten, weiter zu ermitteln. Die Amtsermittlung endet, wenn der 

rechtserhebliche Sachverhalt bewiesen ist oder wenn willkürfrei ausge-

schlossen werden kann, dass weitere Abklärungen zu einem zusätzlichen 

Erkenntnisgewinn führen, ferner wenn die Partei die ihr zumutbare Mit-

wirkung verweigert. In den letzteren beiden Fällen entscheidet die Be-

hörde nach Massgabe der Beweislastverteilung im Verfahren (vgl. Urteile 

des BVGer C‒563/2011 vom 10. September 2014 E. 4.1; C‒6690/2011 

vom 23. Dezember 2013 E. 4.3 m.H.). 

4.3 Entsprechend dem Regelbeweismass gilt eine Tatsache als be-
wiesen, wenn die Behörde nach einem regelkonform durchgeführten Be-

weisverfahren im Rahmen der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 

VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]) willkürfrei zur Überzeugung ge-

langt, dass sie tatsächlich vorliegt. Absolute Sicherheit ist nicht erforder-

lich. Es genügt, wenn das Beweisverfahren die Überzeugung der Behör-

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

6 BVGE / ATAF / DTAF 

 

de begründet, dass am Zutreffen der zu beweisenden Tatsache kein 

erheblicher Zweifel mehr besteht. Kann das geforderte Beweismass nicht 

erreicht werden, trägt die (objektive) Beweislast für das Vorliegen einer 

Tatsache, wer aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Im Einbürgerungs-

verfahren liegt sie beim Gesuchsteller: Hegt die Behörde nach korrekter 

Durchführung des Beweisverfahrens begründete Zweifel am Vorliegen 

einer der Voraussetzungen in Art. 14 des Bürgerrechtsgesetzes vom 

29. September 1952 (BüG, SR 141.0), hat sie so zu entscheiden, wie 

wenn deren Nichtvorliegen erwiesen wäre (vgl. Urteil des BVGer 

C‒563/2011 E. 4.2 m.H.). 

4.4 Das SEM hat zur Beantwortung der Frage, ob eine Sicherheits-
gefährdung vorliegt, eine amtliche Stellungnahme des NDB als Exper-

tenbehörde einzuholen (Art. 4 Abs. 2 Bst. d und Art. 22 der Verordnung 

vom 4. Dezember 2009 über den Nachrichtendienst des Bundes [V-NDB, 

SR 121.1] i.V.m. Ziff. 4.2.1 Anhang 1 und Ziff. 9.2.1 Anhang 3 V-NDB; 

KRAUSKOPF/EMMENEGGER, in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 12 

N. 179 ff.). Der NDB ist das Kompetenzzentrum des Bundes für nach-

richtendienstliche und präventive Belange der inneren und äusseren 

Sicherheit (vgl. Art. 8 Abs. 3 Bst. c der Organisationsverordnung vom 

7. März 2009 für das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Be-

völkerungsschutz und Sport [OV-VBS, SR 172.214.1]). Als Fachbehörde 

ist der NDB verpflichtet, sachdienliche Hinweise betreffend Sicherheits-

gefährdungen zu liefern, die einer Einbürgerung entgegenstehen könnten; 

er kann dem SEM einen begründeten Antrag stellen. Diese Mitwirkung 

ändert nichts an der Verfügungskompetenz des SEM und führt auch nicht 

dazu, dass dem NDB in Einbürgerungsverfahren Parteistellung zukom-

men würde (vgl. Art. 12 Abs. 2 Bst. e sowie Art. 14 Abs. 1 der Organisa-

tionsverordnung vom 17. November 1999 für das Eidgenössische Justiz- 

und Polizeidepartement [OV-EJPD, SR 172.213.1]; BVGE 2013/34 

E. 6.1 m.H.; CÉLINE GUTZWILLER, Droit de la nationalité et fédéralisme 

en Suisse, 2008, N. 891). Die Stellungnahme des NDB bindet das SEM 

zwar nicht. Dieses wird aber in Fachfragen von einer Stellungnahme der 

Fachbehörde nur abweichen, wenn dafür triftige Gründe bestehen. Das 

ist namentlich dann der Fall, wenn die Schlüsse des NDB nicht nach-

vollziehbar sind, sei es weil die Stellungnahme nicht hinreichend sub-

stanziiert oder unzureichend begründet ist oder an inneren Widersprü-

chen leidet (vgl. Urteil des BVGer C‒563/2011 E. 4.4 m.H.). Ungeachtet 

der zentralen Bedeutung der Stellungnahme des NDB ist es das SEM, 

welches das Gesamtbild zu würdigen hat (vgl. BVGE 2013/34 E. 6.2). Es 

ist dazu verpflichtet, sich ein eigenes Urteil über die amtsfremde Ermitt-

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 7 

 

lung der Fachbehörde zu bilden. Eine unbesehene Übernahme fremder 

Amtserkenntnisse kann eine fehlerhafte Sachverhaltsermittlung darstel-

len. Die Formulierung in Ziff. 4.7.4.2. des Handbuchs Bürgerrecht, 

wonach bei einer negativen Stellungnahme des NDB die Einbür-

gerungsbewilligung verweigert werden « muss », ist daher nicht mit der 

Verfügungskompetenz des SEM vereinbar (vgl. Urteil des BVGer 

C‒3769/2011 vom 6. Oktober 2014 E. 4.5 f. m.H.). 

4.5 Die Vorinstanz stützte ihren ablehnenden Entscheid im Wesent-
lichen auf einen Bericht des NDB, in dem die Beschwerdeführer 1 und 2 

als LTTE-Aktivisten eingestuft werden. In diesen Bericht ‒ der sich nicht 

in den vorinstanzlichen Akten befand ‒ wurde den Beschwerdeführern 

keine Einsicht gewährt, sondern einzig in eine Stellvertreterakte (…). 

Diese wurde den Beschwerdeführern erst offengelegt, nachdem das Ge-

richt die Vorinstanz hierzu aufgefordert hatte (vgl. Urteil des BVGer 

C‒4340/2011 E. 4.3). Der Bericht des NDB konnte erst im Beschwerde-

verfahren zur Akteneinsicht zugestellt werden (…). Die Akten des NDB, 

welche die Grundlage des Berichts bildeten, wurden vom Bundesverwal-

tungsgericht beigezogen. Weil diese Akten vom NDB als insgesamt 

vertraulich klassifiziert wurden, verweigerte das Gericht die Aktenein-

sicht und hielt fest, die Akten würden nach Massgabe von Art. 28 VwVG 

zur Entscheidfindung herangezogen. Mit Zwischenverfügung vom 

14. März 2014 hielt das Gericht fest, dass die Beschwerdeführer nicht 

hinreichend in die Lage versetzt worden waren, sich zu den Vorwürfen zu 

äussern, und gab ihnen mit Bezug auf einen konkreten Vorfall aus dem 

Jahr 2011 den wesentlichen Akteninhalt bekannt (…), wozu sich diese in 

der Folge äussern konnten (…). 

4.6 Dieser Ablauf wie auch die Begründung der angefochtenen Ver-
fügung zeigen, dass die Vorinstanz die Einbürgerungsvoraussetzung des 

Art. 14 Bst. d BüG nicht selbstständig geprüft, sondern unbesehen auf 

die Stellungnahme des NDB abgestellt hat. Letztere war nicht hinrei-

chend substanziiert (vgl. E. 4.4), weil sie nicht in konkreter Weise auf 

spezifische Vorfälle oder auf Handlungen der Beschwerdeführer Bezug 

nahm und somit auch keine sorgfältige, individuelle Beurteilung der per-

sönlichen Aktivitäten ermöglichte (vgl. dazu BVGE 2013/34 E. 7.2 in 

fine). Die Vorinstanz wäre gehalten gewesen, den NDB um eine hinrei-

chend substanziierte Stellungnahme zu ersuchen. Sinnvollerweise wäre 

der NDB gleichzeitig zu ersuchen gewesen, die nachrichtendienstlichen 

Akten amtshilfeweise zu edieren (vgl. Art. 17 des Bundesgesetzes vom 

21. März 1997 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

8 BVGE / ATAF / DTAF 

 

[BWIS, SR 120] sowie Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 und Ziff. 9.2.1 

Anhang 3 V-NDB), wie es das Gericht im Beschwerdeverfahren rechts-

hilfeweise getan hat (…). Dies hätte es der Vorinstanz erlaubt, den Sach-

verhalt mit der nötigen Sorgfalt zu klären. Stattdessen machte sie die 

nicht hinreichend substanziierte Einschätzung des NDB ohne weitere 

Prüfung zu ihrer und delegierte dadurch faktisch ihre Zuständigkeit, über 

die Einbürgerungsvoraussetzung des Art. 14 Bst. d BüG zu entscheiden, 

an den NDB, ohne dass hierfür eine gesetzliche Grundlage bestanden 

hätte. Auf diese Weise wurde der Untersuchungsgrundsatz verletzt 

(Art. 12 VwVG) und der rechtserhebliche Sachverhalt unvollständig 

ermittelt (Art. 49 Bst. b VwVG). Weil die Vorinstanz die ihr zustehende 

Prüfungsbefugnis nicht tatsächlich wahrgenommen hat, wurde zudem der 

Anspruch der Beschwerdeführer auf gleiche und gerechte Behandlung im 

Verfahren verletzt (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV; BVGE 2013/23 E. 8.1 m.H.; 

Urteil des BVGer C‒3769/2011 E. 4.7). 

4.7 Die Beschwerdeführer rügen sodann zu Recht eine Verletzung 
ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Im Vorver-

fahren wurde zu ihrem Nachteil auf geheime Akten abgestellt, ohne dass 

sie hinreichend in die Lage versetzt wurden, sich zu deren wesentlichen 

Inhalt zu äussern (Art. 28 VwVG). Dies ergibt sich daraus, dass jeweils 

nicht in konkreter Weise auf persönliche Aktivitäten der Beschwerde-

führer Bezug genommen wurde. Dass diese « die Erkenntnisse des Nach-

richtendienstes nicht zu entkräften » vermochten, wie die Vorinstanz 

ausführte, war eine Folge der Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens: 

pauschale Vorwürfe können, selbst wenn sie nicht zutreffen, nur ebenso 

pauschal bestritten und nicht « entkräftet » werden. Im vorinstanzlichen 

Verfahren wurde somit der Gehörsanspruch der Beschwerdeführer ver-

letzt, weil sie sich nicht in konkreter Weise zur Sache äussern und ent-

sprechende Beweisanträge stellen konnten ([…] WALDMANN/OESCHGER, 

in: Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 28 N. 6). Die dargelegte Vor-

gehensweise der Vorinstanz führte sodann gleichsam zwangsläufig dazu, 

dass sie der Begründungspflicht nur in ungenügender Weise nachkom-

men konnte (vgl. BVGE 2013/23 E. 8.6). 

4.8 Die Vorinstanz hat den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt 
(Art. 12 und 49 Bst. b VwVG) und grundlegende Verfahrensrechte der 

Beschwerdeführer verletzt (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV). Diese Verfahrens-

mängel wiegen insgesamt schwer, was für einen kassatorischen Ent-

scheid spricht (vgl. BVGE 2012/24 E. 3.4 m.H.). Das Bundesver-

waltungsgericht kann jedoch den angefochtenen Entscheid mit voller 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 9 

 

Kognition prüfen, hat die Akten des NDB beigezogen und den Beschwer-

deführern Gelegenheit gegeben, sich zu konkreten Vorwürfen zu äussern 

([…] Urteil des BVGer C‒3769/2011 E. 4.8 m.H.). Zu berücksichtigen 

sind sodann insbesondere die Interessen der Beschwerdeführer, deren 

Einbürgerungsverfahren bereits übermässig lange dauerte (…). Die an-

waltlich vertretenen Beschwerdeführer stellen reformatorische Anträge, 

aber keinen Eventualantrag auf Aufhebung des Entscheids aus formellen 

Gründen (…). Folglich ist davon auszugehen, dass sie einen Sachent-

scheid einer weiteren Verlängerung des Verfahrens vorziehen, und eine 

Rückweisung kann im Interesse des Beschleunigungsgebots unterblei- 

ben (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

6. Aufl. 2010, Rz. 1711; LORENZ KNEUBÜHLER, Gehörsverletzung und 

Heilung, ZBl 3/1998 S. 111 ff.; vgl. auch BGE 137 I 195 E. 2.3.2 m.H.). 

5.  
5.1 In casu ist strittig und zu prüfen, ob die Einbürgerung zu unter-
bleiben hat, weil die Beschwerdeführer die innere oder äussere Sicherheit 

der Schweiz gefährden (vgl. E. 3.4). Einleitend ist darauf einzugehen, 

welches generelle Gefahrenpotenzial für die Sicherheit der Schweiz 

heute von der LTTE beziehungsweise von ihren Nachfolgeorganisationen 

ausgeht. 

5.2 In Sri Lanka herrschte ab dem Jahr 1983 ein Bürgerkrieg, in 
dem schätzungsweise 100 000 Menschen getötet wurden und der im Mai 

2009 mit der Niederlage der LTTE endete. Diese gilt seither militärisch 

als vernichtet. Das Bundesverwaltungsgericht geht daher in asylrecht-

lichen Verfahren regelmässig davon aus, dass von der LTTE keine Ver-

folgungshandlungen mehr ausgehen und diese Organisation respektive 

deren Führungsverantwortliche nicht mehr als Verfolger in Erscheinung 

treten können (vgl. z.B. Urteile des BVGer E‒3971/2011 vom 20. Juni 

2013 E. 5.2; E‒801/2010 vom 20. Januar 2012 E. 5.2). Die Sicherheits-

lage hat sich zwar stabilisiert, die Menschenrechtslage aber ist schlecht. 

Die nach Kriegsende aufkeimenden Hoffnungen auf Versöhnung und 

politische Reformen haben sich bis anhin nicht realisiert. Die von beiden 

Seiten verübten Kriegsverbrechen sind noch nicht untersucht, geschwei-

ge denn aufgearbeitet und gesühnt worden. Der Norden des Landes ist 

von einem Grossaufgebot an Soldaten besetzt. Der bis vor kurzem am-

tierende Präsident Rajapaksa hatte seine Befugnisse stark ausgebaut, die 

Befugnisse der Provinzen hingegen wurden stark eingeschränkt. Inwie-

fern der am 9. Januar 2015 vereidigte neue Präsident Sirisena ‒ ein ehe-

mals enger Weggefährte Rajapaksas ‒ sein Wahlversprechen, die Macht 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

10 BVGE / ATAF / DTAF 

 

zu dezentralisieren und das Parlament zu stärken, einlösen und dem Auf-

ruf von Papst Franziskus, den Bürgerkrieg aufzuarbeiten und einen Aus-

söhnungsprozess einzuleiten, nachkommen wird, bleibt abzuwarten (vgl. 

NZZ Online, Machtwechsel in Sri Lanka, 9. Januar 2015; NZZ Online, 

Der Papst ruft zur Versöhnung in Sri Lanka auf, 14. Januar 2015). Jeden-

falls bis vor kurzer Zeit wurden politische Oppositionelle von der Re-

gierung als Staatsfeinde betrachtet und verfolgt (vgl. BVGE 2011/24 

E. 7.6; IRIN Asia, Sri Lanka suggests moves to investigate war-time 

missing, 29. August 2014, < http://www.irinnews.org/printreport.aspx? 

reportid=100550 >, abgerufen am 30.01.2015; NZZ Online, Tamilen 

fordern Kompetenzen, 24. September 2013; NZZ Online, Die Killing 

Fields von Sri Lanka, 21. März 2013; WOZ Online, Vorerst ungesühnt, 

12. Juni 2014; International Crisis Group [ICG], The Forever War?: 

Military Control in Sri Lanka's North, 25. März 2014, < http://www.blog. 

crisisgroup.org >). Zum gefährdeten Personenkreis gehören namentlich 

Personen, die verdächtigt werden, mit der LTTE in Verbindung zu stehen 

beziehungsweise gestanden zu sein (vgl. Urteil des BVGer D‒6118/2013 

vom 11. August 2014 E. 6.5 m.H.). Die Regierung der Republik Sri 

Lanka hat kürzlich, im März 2014, eine « Terrorliste » veröffentlicht, 

welche neben 16 Organisationen auch die Namen von 424 eigenen 

Staatsbürgern enthält, die im Ausland leben und vor allem wegen angeb-

licher Aktivitäten für die LTTE gesucht werden. Diese Liste entfaltet 

hierzulande keine direkten Auswirkungen; die Schweiz ist völkerrecht-

lich nicht daran gebunden. Das BFM hat im März 2014 aufgrund der 

schlechten Menschenrechtslage in Sri Lanka eine neue Lagebeurteilung 

vorgenommen, die Risikoprofile angepasst sowie eine neue Asyl- und 

Wegweisungspraxis definiert (vgl. Antwort des Bundesrates vom 13. Au-

gust 2014 auf die Interpellation Nr. 14.3349 von NR Andy Tschümperlin 

« Sind [fast] alle Tamilen Terroristen? » vom 8. Mai 2014; Medien-

mitteilung des BFM vom 26. Mai 2014: « Berichte zu den Verhaftungen 

von zwei Asylsuchenden in Sri Lanka liegen vor »). 

5.3 Die LTTE wird weiterhin von vielen Staaten ‒ und unter ande-
rem von der Europäischen Union ‒ als terroristische Gruppierung einge-

stuft (vgl. Anhang Ziff. 2.17 des Beschlusses 2014/483/GASP des Rates 

der Europäischen Union vom 22. Juli 2014 zur Aktualisierung und Ände-

rung der Liste der Personen, Vereinigungen und Körperschaften, für die 

die Artikel 2, 3 und 4 des Gemeinsamen Standpunkts 2001/931/GASP 

über die Anwendung besonderer Massnahmen zur Bekämpfung des Ter-

rorismus gelten, und zur Aufhebung des Beschlusses 2014/72/GASP; 

ABl. L 217/35 vom 23. Juli 2014; der EuGH hat im kürzlich ergangenen 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 11 

 

Urteil vom 16. Oktober 2014 T-208/11 und T-508/11 [Liberation Tigers 

of Tamil Eelam {LTTE}/Rat] Durchführungsordnungen des Rates betref-

fend restriktive Massnahmen gegen die LTTE aus verfahrensrechtlichen 

Gründen für nichtig erklärt und dem Rat Frist gesetzt, die festgestellten 

Verstösse zu heilen. Der Entscheid betrifft jedoch nicht die materiell-

rechtliche Beurteilung der Frage, ob die LTTE als terroristische Verei-

nigung einzustufen sei [Rn. 225 ff.]). Die Schweiz verfügt über keine 

eigentliche « Terrorliste ». Explizit verboten sind derzeit einzig die Grup-

pierungen « Al-Qaïda » und « Islamischer Staat » (vgl. Art. 1 des Bun-

desgesetzes vom 12. Dezember 2014 über das Verbot der Gruppierungen 

« Al-Qaïda » und « Islamischer Staat » sowie verwandter Organisationen, 

SR 122). Die LTTE figuriert indes ‒ dies ergibt sich bereits aus der Ein-

stufung der LTTE als terroristische Vereinigung durch die Europäische 

Union ‒ auf der Beobachtungsliste des VBS betreffend Gruppierungen, 

bei denen der konkrete Verdacht besteht, dass sie die innere oder äussere 

Sicherheit der Schweiz gefährden (vgl. Art. 11 Abs. 3 und 6 BWIS i.V.m. 

Art. 27 Abs. 5 Bst. b V-NDB). 

5.4 Vor dem Hintergrund der beschriebenen Situation in Sri Lanka 
gilt es, die Situation in der Schweiz zu betrachten. Im Lagebericht 2012 

hielt der NDB fest, in der tamilischen Diaspora seien keine grösseren Ak-

tivitäten der LTTE beziehungsweise ihrer Nachfolgeorganisationen zu 

verzeichnen gewesen. Das internationale Netzwerk der LTTE sei aber in 

Teilen bestehen geblieben. Im Jahr 2013 hielt der NDB fest, bis heute 

kristallisierten sich keine klaren Nachfolgestrukturen heraus. Sodann 

würden sich, jedenfalls offiziell, alle bekannten Organisationen vom ge-

waltsamen Kampf distanzieren. In kleinerem Ausmass komme es zu Pro-

pagandaveranstaltungen. Indes gebe es keine Hinweise darauf, dass sich 

ehemalige ranghohe LTTE-Kader oder LTTE-Kämpfer in der Schweiz 

aufhielten. Mit Blick auf diese Einschätzungen hielt das Bundesver-

waltungsgericht im August 2013 fest, das Gefahrenpotenzial, das von der 

LTTE und ihrer Anhängerschaft ausgehe, erscheine eher minim (vgl. 

BVGE 2013/34 E. 7.2 m.H.). Nach wie vor liegen dem NDB keine Hin-

weise auf den Wiederaufbau einer gewalttätigen tamilischen Separatis-

tenbewegung vor. Die Entwicklung in der Schweiz sei jedoch abhängig 

von der Lage im Heimatstaat. Eine allfällige Eskalation müsse nicht 

direkt zu einer Verstärkung der Aktivitäten in der Diaspora führen. Eth-

nonationalistische Gruppierungen könnten aber auch nach längerer Ruhe-

phase wieder gewaltextremistisch tätig werden (vgl. NDB, Sicherheit 

Schweiz, Lagebericht 2014, S. 41 f., < http://www.vbs.admin.ch > Doku-

mentation > Publikationen > Nachrichtendienst > Lagebericht NDB, 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

12 BVGE / ATAF / DTAF 

 

abgerufen am 30.01.2015). Diese Einschätzung des NDB erscheint an-

gesichts der prekären Lage in Sri Lanka nachvollziehbar. Der deutsche 

Verfassungsschutz weist denn auch darauf hin, es sei bei der LTTE zu 

einer Annäherung der beiden Flügel der Organisation gekommen, und es 

bleibe abzuwarten, inwieweit dies mit einer Neuauflage des bewaffneten 

Kampfes oder aber einer friedlichen, konsensorientierten Agitation ver-

bunden sein werde (vgl. Bundesministerium des Innern, Verfas-

sungsschutzbericht 2013, S. 260 f., < http://www.verfassungsschutz.de > 

Öffentlichkeitsarbeit > Publikationen > Verfassungsschutzberichte > Ver-

fassungsschutzbericht 2013, abgerufen am 30.01.2015). 

5.5 Bei dieser Sachlage vermag ein Engagement in der tamilischen 
Emigration nicht per se eine Gefährdung im Sinne von Art. 14 Bst. d 

BüG zu begründen. Ebenso wenig genügt es, Leute aus dem Umfeld der 

LTTE zu kennen oder mit ihnen zu verkehren. Es bedarf einer indivi-

duellen Beurteilung der persönlichen Aktivitäten der Beschwerdeführer. 

Zu prüfen ist, ob ausreichende Gründe für die Annahme bestehen, dass 

von den Beschwerdeführern aktuell eine relevante Gefahr für die innere 

oder äussere Sicherheit der Schweiz ausgeht (vgl. BVGE 2013/34 

E. 7.2 f.). In der bisherigen Praxis wurde dies beispielsweise im Falle ei-

nes Einbürgerungskandidaten, dem vom NDB vorgeworfen wurde, in die 

Aktivitäten der LTTE involviert zu sein, verneint, weil ihm keine konkre-

ten gewaltbejahenden Verhaltensweisen vorgehalten werden konnten 

(vgl. BVGE 2013/34 E. 7.3 ff.). Eine Sicherheitsgefährdung wurde hin-

gegen im Falle eines Kandidaten bejaht, der in nicht unbedeutender 

Funktion (Verwaltung von Spendengeldern) in der Schweiz für die LTTE 

tätig gewesen war. Das EJPD kam zum Schluss, dass es sich bei dessen 

Tätigkeit um eine mittelbare Unterstützung terroristischer Aktivitäten 

handle. Auch würden die Geldsammlungen in der Schweiz innerhalb der 

tamilischen Diaspora ein erhebliches Konflikt- und Gewaltpotenzial be-

inhalten (vgl. unveröffentlichten Entscheid des EJPD E4-0220800 vom 

12. Oktober 2006 E. 12, zit. in: Urteil des BVGer C‒1123/2006 vom 

12. September 2008 E. 3.4).  

6.  
6.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung der angefochtenen Verfü-
gung fest, der Beschwerdeführer 1 habe gemäss Informationen des NDB 

als Geschäftsführer der X. GmbH mit Hilfe seiner Ehefrau die LTTE fi-

nanziell unterstützt. Sie seien langjährige LTTE-Aktivisten und an der 

Ausführung von Bargeldtransfers aus Europa nach Sri Lanka beteiligt, 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 13 

 

wofür sie ihre Unternehmung, die X. GmbH, als Tarnfirma benutzten. 

Die Beschwerdeführer bestreiten diese Vorwürfe vollumfänglich. 

6.2 Zu prüfen ist, ob aufgrund des bisherigen Verhaltens der Be-
schwerdeführer auf eine relevante Sicherheitsgefährdung zu schliessen 

ist (vgl. E. 5). Wer eingebürgert werden will, muss seine angestammte 

kulturelle Identität nicht verleugnen (vgl. GUTZWILLER, a.a.O., N. 555 ff. 

und 681 ff.) und kann sich auch in diesem Kontext auf die Grundrechte 

(Art. 7 ff. BV) berufen. Demgemäss steht ein Engagement wie jenes für 

tamilische Anliegen einer Einbürgerung nicht im Wege. Zentral ist aber, 

dass solche Aktivitäten gewaltfrei ablaufen und keine Sicherheitsin-

teressen der Schweiz tangieren (vgl. in dem Sinne Urteil des BVGer 

C‒2946/2008 E. 6.4.4; sowie vorne E. 3.4). Zu prüfen ist, ob sachlich be-

gründete Zweifel an der Einbürgerungseignung bestehen (vgl. E. 4.3). 

Hierfür genügt es nicht, wenn ein Gesuchsteller Personen aus dem Um-

feld der LTTE kennt oder mit ihnen verkehrt. Die begründeten Zweifel 

müssen sich aus anderen Elementen ergeben, wozu insbesondere kon-

krete, in einem demokratischen Rechtsstaat nicht legitime Handlungen 

gehören (vgl. Urteil des BVGer C‒563/2011 E. 8.5). 

6.3 Den Beschwerdeführern wurde die Einsicht in die vertraulichen 
Akten des NDB verweigert. Auf diese darf nur dann zum Nachteil der 

Beschwerdeführer abgestellt werden, wenn ihnen vom für die Sache we-

sentlichen Akteninhalt Kenntnis und die Möglichkeit gegeben wurde, 

sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 28 VwVG; 

vgl. auch E. 4.7 m.H.). Den Beschwerdeführern wurde bekanntgegeben, 

auf welchen konkreten Vorfall sich der Vorhalt der Beteiligung an Bar-

geldtransfers in die Kassen der LTTE bezieht (…). Da die Beschwerde-

führer dazu Stellung nehmen konnten, können die NDB-Akten diesbe-

züglich zur Entscheidfindung herangezogen werden. 

6.3.1 Es ist unbestritten, dass der bei der Ausreise am Flughafen 
Zürich kontrollierte Bargeldkurier am 30. Dezember 2011 im Auftrag des 

Beschwerdeführers 1 unterwegs war. Dargelegt wird, der Kurier habe die 

Fr. 170 000.‒ dem Geschäft Y. in Dubai überbracht, es handle sich um 

eine Akontozahlung für in die Schweiz importiertes Gold. Eine Quittung 

des Juweliergeschäfts für den Empfang des Geldbetrags wurde einge-

reicht (…). Dass ein derart hoher Geldbetrag mittels Bargeldkurier trans-

portiert wurde, ist dennoch erklärungsbedürftig, selbst wenn man berück-

sichtigt, dass Bargeld mengenmässig unbeschränkt in die Schweiz, durch 

die Schweiz oder aus der Schweiz geführt werden kann, wobei ‒ im 

Gegensatz zu anderen Ländern ‒ keine Anmeldungspflicht besteht (vgl. 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

14 BVGE / ATAF / DTAF 

 

< http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/04414/04415/index.html?lang

=de >, abgerufen am 30.01.2015). Mit Bargeldtransaktionen gehen ein 

erhebliches Verlust- und Diebstahlrisiko sowie ein beträchtlicher Auf-

wand einher. Diese Nachteile, in Kombination mit der Tatsache, dass 

Herkunft, Besitzverhältnisse und Verwendungszweck von Bargeld nur 

schwer feststellbar sind, führen dazu, dass Bargeldtransaktionen insbe-

sondere bei hohen Summen als Indiz dafür gelten, dass die Gelder aus 

Straftaten herrühren oder illegalen Zwecken dienen (vgl. OECD, Hand-

buch Geldwäsche, 2009, S. 35 ff., < http://www.oecd.org/tax/crime/ 

44751835.pdf >, abgerufen am 30.01.2015). Dies gilt namentlich auch 

für Straftaten wie Geldwäscherei (Art. 305bis StGB), Unterstützung einer 

kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB) und Terrorismusfinanzierung 

(Art. 260quinquies StGB). 

6.3.2 Die Beschwerdeführer legen dar, dass Bargeldtransporte sinn-
voll seien, da Banküberweisungen wegen hohen Gebühren und nach-

teiligen Wechselkursen hohe Kosten nach sich zögen (…). Betreffend 

Gebühren ist festzuhalten, dass diese im Verhältnis zum Risiko eines 

Bargeldtransports vernachlässigbar gering erscheinen. Eine Auslands-

überweisung kostet beispielsweise gemäss Preisliste der UBS Fr. 10.‒ 

pro Zahlung, und zwar unabhängig von der Höhe des überwiesenen Be-

trags (Zahlung « Ausland extra », inkl. Fremdkosten; < https://www.ubs. 

com > Schweiz > Unternehmen > KMU > Konten > Kontokorrent Unter-

nehmen > Preisliste UBS Kontokorrent Unternehmen, abgerufen am 

30.01.2015). Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) empfiehlt des-

halb Migrantinnen und Migranten, ihren Angehörigen im Heimatland 

nicht häufig kleine Beträge, dafür jeweils einen grösseren Betrag zu 

überweisen (vgl. SECO, Geldüberweisungen aus der Schweiz ins Aus-

land, 2009, S. 10, < http://www.verein.biz/downloads/bank/bank_preis_ 

leistung.pdf >, abgerufen am 30.01.2015). Mit Bezug auf die Wechsel-

kurse ist festzuhalten, dass Devisenkurse in der Regel vorteilhafter sind 

als die für den Wechsel von Bargeld berechneten Notenkurse, weil das 

Geld in diesem Fall nicht physisch gelagert, transportiert und versichert 

werden muss (vgl. < https://www.credit-suisse.com/ch/de/unternehmen/ 

kmugrossunternehmen/import_export/devisen/faq.html >, abgerufen am 

30.01.2015). Der Beschwerdeführer 1 erhielt sodann zwar offenbar teil-

weise tatsächlich einen vorteilhaften Kurs gewährt, wenn er lokal vor Ort 

in Schweizer Franken bezahlte. Die Unterschiede zu den Devisenkursen 

sind jedoch nicht derart, dass sie das mit Bargeldtransaktionen einher-

gehende erhebliche Risiko sowie den zusätzlichen Aufwand aufwiegen 

könnten. Insbesondere aber ist nicht ersichtlich, aus welchem Grund die 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 15 

 

ausländischen Geschäfte ihm für die Schweizer Franken teilweise einen 

vorteilhaften Kurs gewährten ‒ jedenfalls dann nicht, wenn man der Be-

hauptung Glauben schenkt, dass mit dem Bargeld ausschliesslich eine 

Akontozahlung für in die Schweiz importiertes Gold geleistet wurde. Es 

liegt daher nahe, dass ihm ein guter Kurs gewährt wurde, weil das Bar-

geld nicht oder zumindest nicht ausschliesslich der Bezahlung von Gold-

einfuhren, sondern auch anderen Zwecken diente (vgl. E. 6.3.5). 

6.3.3 Ausgeschlossen werden kann, dass der Bargeldtransfer nach 
Dubai im Dezember 2011 zwecks Umgehung der Kapitalmarktdeklara-

tion oder der Gewinnsteuer geschah. In Dubai ist für Gewinne aus Gold-

handelsbetrieben keine Gewinnsteuer geschuldet, und Einfuhren von 

Bargeldbeträgen in dieser Grössenordnung müssen deklariert werden 

(vgl. < http://www.dubaicustoms.gov.ae > English > Dubai Customs Ser-

vices > Services for Travellers > Declaring Money sowie < http:// 

www.dubaibiz.de > Wirtschaft > Steuern, beide Seiten abgerufen am 

30.01.2015). 

6.3.4 Aus den von den Beschwerdeführern eingereichten Unterlagen 
geht hervor, dass zum Beispiel auch im Jahr 2008 ‒ mithin als der Bür-

gerkrieg in Sri Lanka noch im Gange war ‒ Bargeldtransporte durchge-

führt wurden, dies wiederholt über sehr hohe Beträge (z.B. Fr. 500 000.‒ 

zuhanden eines Juweliergeschäfts in Singapur im September 2008). Die 

eingereichten Unterlagen enthalten allerdings sodann Überweisungs-

aufträge, aus denen hervorgeht, dass im Jahr 2008 auch mehrere Bank-

überweisungen getätigt wurden, dies jeweils über hohe Beträge (von 

Fr. 50 000.‒ bis zu Fr. 300 000.‒); so wurden beispielsweise im Monat 

Juli gleich drei Überweisungen hintereinander getätigt (1., 4. und 14. Juli 

2008). Darin ist ein weiterer Grund zu erblicken, die Behauptung der 

Beschwerdeführer, Bargeldtransporte seien wirtschaftlich betrachtet vor-

teilhaft, als nicht glaubhaft einzustufen. Die eingereichten Buchhaltungs-

unterlagen (« Buchhaltungsordner Gold 2008 ») sind allerdings nicht 

vollständig. So fehlen beispielsweise die vollständigen Kontoauszüge des 

UBS-Kontos, und es werden lediglich die Kreditorenrechnungen einge-

reicht. Woher das für die Zahlungen eingesetzte Bargeld stammt, lässt 

sich nicht feststellen, weil für die Ertragsseite keine Belege eingereicht 

wurden. Wohl haben die Beschwerdeführer offeriert, die gesamte Buch-

haltung der letzten Jahre einzureichen. Darauf ist aber zu verzichten, weil 

weitere Beweiserhebungen am Ausgang des Verfahrens nichts ändern 

würden (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 m.H.; E. 4.2) und eine umfassende 

Prüfung der Geschäftsbücher der X. GmbH vor Ort stattfinden müsste, 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

16 BVGE / ATAF / DTAF 

 

was im vorliegenden Kontext der Einbürgerung unverhältnismässig wäre 

und deshalb zu unterbleiben hat (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., 

Art. 12 N. 33 ff. m.H.). 

6.3.5 Zusammengefasst ist die Sachdarstellung der Beschwerdeführer 
betreffend die Gründe für die Bargeldtransaktionen als nicht glaubhaft 

einzustufen. Zu berücksichtigen gilt nun Folgendes:  

6.3.5.1 Der tamilischen Diaspora kommt seit langer Zeit eine vitale Be-
deutung zur Unterstützung der Wirtschaft beziehungsweise insbesondere 

zur Unterstützung ihrer Angehörigen im Heimatland zu. Im Jahr 2009 

betrugen die Rimessen aller Emigranten geschätzte drei Milliarden Dol-

lar. Hinzu kommen Beträge, welche aus der tamilischen Diaspora via 

informelle Kanäle in die Heimat gelangen und auf rund zwei Milliarden 

Dollar pro Jahr geschätzt werden. Während ursprünglich der grösste Teil 

des Geldes für die Unterstützung der tamilischen Bevölkerung in den 

Kriegsgebieten verwendet worden war, verschob sich der Verwendungs-

zweck mit dem Fortdauern des Krieges von der humanitären Hilfe hin 

zur Kriegsfinanzierung, wofür in der tamilischen Diaspora weltweit 

« Steuern » eingezogen wurden. Nachdem die LTTE zuerst im Jahr 1997 

von den USA und später auch von der Europäischen Union (vgl. E. 5.3) 

als terroristische Organisation eingestuft wurde, gestalteten sich die 

Geldsammlungen und -transporte schwieriger. Auch nach Ende des Bür-

gerkriegs finden weiterhin Sammlungen statt, die einerseits der Unter-

stützung der weiterhin anhaltenden Bemühungen für mehr Autonomie, 

andererseits ‒ und nun überwiegend ‒ humanitären Zwecken dienen (vgl. 

ICG, The Sri Lankan Tamil Diaspora after the LTTE, Asia Report 

No 186, 23. Februar 2010, S. 5‒7; Daily News Online [Sri Lanka], 

Shadow money transfers, 27. Oktober 2011).  

6.3.5.2 Das von der tamilischen Diaspora für die Rimessen verwendete 
informelle Geldüberweisungssystem « undiyal » (tamilisch für Spar-

schwein) verfügt über Vorteile, die während des Bürgerkriegs besondere 

Bedeutung hatten, das System aber auch weiterhin konkurrenzfähig hal-

ten. Namentlich ist weder auf der Sender- noch auf der Empfängerseite 

ein Bankkonto erforderlich. Die Herkunft des Geldes wie auch die Des-

tination sind nur schwer ermittelbar (vgl. E. 6.3.1 und 6.3.5.3). Legale 

Geldtransfer-Unternehmen wie Western Union verlangen hohe Gebüh-

ren. Während des Bürgerkriegs konnten sodann nur die Guerilla-Ein-

heiten der LTTE die abgeschnittenen Kriegsgebiete erreichen ‒ mit 

Lebensmitteln, aber auch mit Geld. Die Rimessen dienten in dieser Zeit 

der Verwandtenunterstützung wie auch der Kriegsfinanzierung (vgl. 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 17 

 

E. 6.3.5.1), wie ein in einer schweizerischen Wochenzeitung erschienener 

Bericht exemplarisch aufzeigt: « Die Familie T. schickt jährlich etwa 

5 000 Franken zu den Verwandten in der Nähe von Jaffna. Die Gross-

eltern väterlicher- und mütterlicherseits, Tanten, Onkel und unverheira-

tete Schwestern, insgesamt fünfzehn Personen, sind auf die Überweisun-

gen dringend angewiesen. Zusätzlich spendet die Familie T. nochmals 

mindestens 500 Franken im Jahr an die Liberation Tigers of Tamil Eelam 

(LTTE), die tamilische Guerilla-Organisation. Für die Überweisungen 

fährt S. T. zu einem tamilischen Laden in Zürich. Er händigt das Geld in 

Franken aus und gibt die Ausweisnummer jenes Familienmitglieds an, 

das in Jaffna den entsprechenden Betrag in Rupien abheben wird. Der 

Laden hat Kontakte zu vielen Shops in Sri Lanka, Schuh- oder Sari-

Geschäften. Dort können die Verwandten das Geld empfangen. Fünfzehn 

Franken Gebühr kostet eine Transaktion, unabhängig vom überwiesenen 

Betrag » (vgl. WOZ Online, Das grosse Geschäft in kleinen Scheinen, 

10. Juli 2008 sowie Daily News Online [Sri Lanka], Shadow money 

transfers, 27. Oktober 2011).  

6.3.5.3 In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Bun-
desanwaltschaft seit dem Jahr 2009 ein Strafverfahren gegen frühere 

LTTE-Führungsleute und weitere Angehörige der Tamil Tigers führt, de-

nen Drohung, Erpressung, Geldwäscherei und Zugehörigkeit zu einer 

kriminellen Organisation vorgeworfen werden. Die Bundesanwaltschaft 

hörte rund 120 Zeugen an, im Jahr 2012 reiste eine mehrköpfige Delega-

tion für Befragungen nach Colombo. In diesem noch hängigen Strafver-

fahren spielen auch Bargeldtransporte eine Rolle, die namentlich via 

Singapur nach Sri Lanka gelangten. Der Umfang der Anklage zeigt, dass 

in der Schweiz beträchtliche Geldsummen zur Unterstützung der LTTE 

generiert wurden (vgl. Entscheid des BStGer BH.2011.1 vom 16. Februar 

2011 Sachverhalt Bst. A sowie E. 5; NZZ Online, Strafuntersuchung 

gegen Tamil Tigers, 16. Dezember 2013; TagesWoche, Nicht jede Geld-

sendung ist freiwillig, 9. Mai 2013; NZZ Online, Sri Lanka verweigert 

Schweizer Anwälten Visa, 3. September 2012).  

6.3.6 Weil die Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar darlegen 
können, aus welchen Gründen via die X. GmbH Bargeldtransporte nach 

Dubai und Singapur über derart hohe Beträge abgewickelt wurden, ist 

davon auszugehen, dass die Geldtransporte nicht nur der Bezahlung von 

Goldeinfuhren, sondern auch anderen Zwecken dienten, welche die 

Beschwerdeführer nicht offenlegen. Aus den eingereichten Belegen (…) 

geht weder hervor, woher das für die Zahlungen eingesetzte Bargeld 

2015/1 Ordentliche Einbürgerung 

 

 

18 BVGE / ATAF / DTAF 

 

stammt, noch erscheint gesichert, dass das Geld tatsächlich gesamthaft 

entsprechend dem angegebenen Zweck (Akontozahlungen von Gold-

einfuhren) verwendet wurde. Die eingereichten Belege vermögen daher 

nichts daran zu ändern, dass ein begründeter Verdacht besteht, dass die 

Beschwerdeführer 1 und 2 via die X. GmbH ‒ für welche sie als Gesell-

schafter und Geschäftsführer je einzeln zeichnen ‒ durch die Ermögli-

chung eines steten Geldflusses aus der Schweiz ins Kriegsgebiet unter 

anderem auch zur Finanzierung der Aktivitäten der LTTE beigetragen 

und auf diese Weise eine Gruppierung, die auf der Beobachtungsliste des 

NDB steht und von der Bundesanwaltschaft als kriminelle Organisation 

gemäss Art. 260bis StGB eingestuft wird, unterstützt haben. Selbst wenn 

diese Unterstützung nur mittelbar erfolgte, kann sie nicht als unwesent-

lich eingestuft werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Geldsamm-

lungen für die LTTE ‒ namentlich während der Zeit des Bürgerkriegs ‒ 

in der Schweiz innerhalb der tamilischen Diaspora ein nicht zu 

unterschätzendes Konflikt- und Gewaltpotenzial beinhalteten (vgl. E. 5.5 

in fine). Es bestehen überdies Indizien, dass die Beschwerdeführer 1 und 

2 weiterhin via die X. GmbH Geldtransporte nach Sri Lanka organisie-

ren. In diesem Kontext ist zwar zu berücksichtigen, dass die LTTE 

militärisch zerschlagen ist, von ihr aktuell nur mehr ein geringes Gefähr-

dungspotenzial für die Sicherheit der Schweiz ausgeht und jene Geld-

transfers, welche heute via informelle Kanäle nach Sri Lanka gelangen, 

vorwiegend humanitären Zwecken dienen (vgl. E. 5.5 und 6.3.5.1). Aller-

dings ist die gegenwärtige Situation in Sri Lanka prekär und es ist 

schwierig zu beurteilen, wie sich die politische Lage entwickeln wird 

(vgl. E. 5.2 ff.). In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, 

dass das internationale Netzwerk der LTTE in Teilen weiterbesteht und 

dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die LTTE beziehungsweise 

eine Nachfolgeorganisation den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen 

könnte. Die « informellen » Bargeldtransporte nach Sri Lanka sind des-

halb mit Bezug auf das Kriterium des Art. 14 Bst. b BüG weiterhin 

problematisch, weil weder die Herkunft noch der Verwendungszweck der 

Gelder überprüft werden und nicht unbesehen davon ausgegangen wer-

den kann, diese würden ausschliesslich für humanitäre Zwecke verwen-

det; vielmehr besteht das Risiko, dass ein Teil des Geldflusses der Finan-

zierung einer Neuauflage des bewaffneten Kampfes dienen könnte (vgl. 

E. 5.4 in fine). Aufgrund des begründeten Verdachts, dass die Beschwer-

deführer 1 und 2 auch gegenwärtig eine wichtige Funktion im Kontext 

dieses Geldüberweisungssystems einnehmen, ist weiterhin vom Bestehen 

einer Gefährdung der schweizerischen Sicherheitsinteressen auszugehen. 

Ordentliche Einbürgerung 2015/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 19 

 

6.4 Die Beschwerdeführer wenden zu Recht ein, dass sie nicht in 
ein Strafverfahren verwickelt sind und in den letzten Jahren wiederholt 

und offenbar problemlos nach Sri Lanka reisten (…). Auch sonst beste-

hen keine Hinweise darauf, dass es sich bei ihnen um ranghohe LTTE-

Funktionäre handeln könnte. Dies kann im vorliegenden Kontext jedoch 

nicht ausschlaggebend sein. Zu prüfen ist, ob ihre Haltung Gewalt als 

Mittel der politischen Auseinandersetzung zweifelsfrei ausschliesst be-

ziehungsweise ob begründete Zweifel daran bestehen, dass sie die Si-

cherheitsinteressen der Schweiz wahren (vgl. E. 3.4 und 4.3). Hierbei ist 

ein relativ strenger Massstab anzusetzen, weil das Bürgerrecht die dauer-

hafte und verbindliche Zuordnung zum schweizerischen Staat darstellt, 

welche unter anderem definitive Aufenthaltssicherheit (vgl. Art. 25 

Abs. 1 BV) wie auch diplomatischen und konsularischen Schutz im Aus-

land garantiert (vgl. DORIS BIANCHI, Die Integration der ausländischen 

Bevölkerung, 2003, S. 161). Die Situation verhält sich mithin erheblich 

anders als beispielsweise bei der Prüfung der Asylunwürdigkeit gemäss 

Art. 53 AsylG (SR 142.31) (vgl. diesbezüglich z.B. das Urteil des BVGer 

E‒3681/2011 vom 26. März 2013 E. 6.2 m.H.).  

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Falle der Beschwer-
deführer 1 und 2 zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit hinreichender Sicher-

heit ausgeschlossen werden kann, dass von ihnen eine Sicherheitsgefähr-

dung ausgeht. Gewichtige Indizien deuten darauf hin, dass sie während 

des Bürgerkriegs in Sri Lanka zumindest mittelbar an der Finanzierung 

der LTTE-Aktivitäten beteiligt waren und dadurch den Sicherheitsinte-

ressen der Schweiz zuwider gehandelt haben. Zudem bestehen Indizien, 

dass sie auch nach Kriegsende Geldtransporte nach Sri Lanka organisier-

ten beziehungsweise dies nach wie vor tun, was ebenfalls Zweifel hin-

sichtlich ihrer Beteuerungen begründet, die Sicherheitsinteressen der 

Schweiz zu wahren. Das Einbürgerungskriterium des Art. 14 Bst. d BüG 

ist somit im Falle der Beschwerdeführer 1 und 2 zum heutigen Zeitpunkt 

nicht erfüllt.