# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85f4c2ea-a56b-5ecd-b724-f2794febf07f
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-06
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 06.10.2016 VG.2016.00032 (VG.2016.438)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2016-00032_2016-10-06.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 6. Oktober 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2016.00032

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Steuerverwaltung des
    Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegnerinnen

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Steuerrekurskommission des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Kantons- und Gemeindesteuern 2013

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Die A.______ AG mit Sitz
  in Glarus bezweckt die Schulung, die Ausbildung sowie das Coaching für das
  Trading der Finanzmärkte, die Entwicklung von Finanzsoftware, die Erstellung
  von Finanz-Analysen und sie kann ähnliche Dienstleistungen erbringen. Einziges
  Mitglied des Verwaltungsrates ist C.______ von […] während das gesamte Aktienkapital
  vom deutschen Staatsangehörigen D.______ gehalten wird.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 3. Dezember 2014 reichte die A.______ AG die
  Steuererklärung 2013 für das vom 24. August 2012 bis 31. Dezember 2013
  dauernde Geschäftsjahr bei der Steuerverwaltung des Kantons Glarus ein. In
  der Spartenrechnung vom 25. November 2014 wies sie dabei einen im Ausland
  erwirtschafteten Reingewinn in der Höhe von Fr. 157'494.- aus.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Steuerverwaltung veranlagte die A.______ AG am
  12. Dezember 2014 als ordentliche Gesellschaft und errechnete für die
  Steuerperiode eine Kantons- und Gemeindesteuer in der Höhe von
  Fr. 14'166.-. Am 20. Januar 2015 ergänzte die A.______ AG ihre
  Spartenrechnung mit einem im Inland erwirtschafteten Nettoertrag in der Höhe
  von Fr. 89.-.

  
	
   

  
	
  2.3 Gegen die Veranlagungsverfügung vom 12. Dezember
  2014 erhob die A.______ AG am 13. Januar 2015 Einsprache und
  beantragte, dass sie als Domizilgesellschaft zu besteuern sei. Die
  Steuerverwaltung wies die Einsprache am 18. Juni 2015 ab.

  
	
   

  
	
  2.4 Mit Rekurs vom 3. Juli 2015 beantragte die A.______
  AG der Steuerrekurskommission die Aufhebung des Einspracheentscheids vom
  18. Juni 2016. Es sei festzustellen, dass sie eine Domizilgesellschaft
  und demzufolge privilegiert zu besteuern sei. Eventualiter sei sie als
  gemischte Gesellschaft zu qualifizieren und sei nach den einschlägigen
  Vorschriften mittels Spartenrechnung zu besteuern; unter Kosten und Entschädigungsfolge
  zu Lasten der Steuerverwaltung. Die Steuerrekurskommission wies den Rekurs am
  7. Dezember 2015 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Dagegen gelangte die
  A.______ AG mit Beschwerde vom 3. März 2016 ans Verwaltungsgericht und
  erneuerte das vor der Vorinstanz gestellte Rechtsbegehren. Darüber hinaus sei
  die Gegenpartei für das vorinstanzliche Verfahren zu einer Entschädigung in
  der Höhe von Fr. 1'250.- und für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu
  einer solchen in der Höhe von Fr. 1'750.- zu verpflichten.

  
	
   

  
	
  Die Steuerverwaltung
  beantragte am 10. März 2016 die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der A.______ AG. Die Steuerrekurskommission
  liess sich am 14. April 2016 vernehmen und beantragte ebenfalls die
  Abweisung der Beschwerde; unter gesetzlicher Kostenfolge.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 166 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 7. Mai 2000 (StG)
  i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig und prüft die Angelegenheit vollumfänglich (Art. 107 Abs.
  2 lit. a VRG). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist
  auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe den
  Nachweis, dass sie während der strittigen Steuerperiode keine
  Geschäftstätigkeit in der Schweiz ausgeübt habe, genügend erbracht und sei
  deshalb als Domizilgesellschaft zu besteuern. Sie habe insbesondere
  dargelegt, dass die einzige für die Gesellschaft operativ tätige Person im Ausland
  wohne und im Inland weder Räumlichkeiten noch Infrastruktur vorhanden seien.
  Davon, dass sie in der Schweiz nicht operativ tätig gewesen sei, sei im
  Übrigen auch die Beschwerdegegnerin 2 im vorliegend angefochtenen Entscheid
  ausgegangen. Dass Letztere dennoch zum Schluss gelangt sei, das
  Steuerprivileg könne nicht gewährt werden, sei willkürlich. Schliesslich
  widerspreche die Besteuerung dem im Merkblatt über die "Besteuerung der
  Holding- und Verwaltungsgesellschaften" Festgelegten. Zwar komme dem
  Merkblatt keine rechtsverbindliche Wirkung zu, jedoch sei es bei der Auslegung
  der gesetzlichen Bestimmungen heranzuziehen. Sofern sie nicht als Domizilgesellschaft
  anerkannt werden könne, sei sie zumindest als gemischte Gesellschaft zu
  besteuern. Diesbezüglich ergebe sich klar aus den Akten, dass mindestens
  80 % des Umsatzes und mindestens 80 % des eigenen (oder durch
  Dritte) erbrachten Beitrags zur Leistungserstellung aus dem Ausland stammen
  würden. Indem die Beschwerdegegnerinnen von Gegenteiligem ausgegangen seien,
  hätten sie gegen das Willkürverbot verstossen.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 1 führt aus, die
  Beschwerdeführerin habe Trading Signale und Videokurse an inländische Kunden
  verkauft, was als Beratungstätigkeit zu qualifizieren sei. Darüber hinaus
  habe sie im Inland Trading-Software verkauft, was eine Dienstleistung
  darstelle. Folglich sei sie auf dem schweizerischen Markt tätig geworden und
  habe eine wesentliche kommerzielle Wertschöpfung erzielt, womit sie sich
  nicht auf eine reine Verwaltungstätigkeit im Inland beschränkt habe. Dies sei
  mit dem Domizilprivileg nicht vereinbar. Ferner gelinge es ihr nicht, die
  Ausübung einer nur untergeordneten Geschäftstätigkeit in der Schweiz im Sinne
  von Art. 74 Abs. 2 StG zu belegen. Trotz mehrmaliger Aufforderung
  habe sie keine geeigneten Beweismittel eingereicht, welche eine Prüfung des
  Umfangs der Geschäftstätigkeit im Inland und im Ausland zulassen würden. Da
  der Nachweis für steuermindernde oder steueraufhebende Tatsachen aber
  grundsätzlich ihr obliege, sei ihre Beschwerde auch hinsichtlich des
  Eventualantrags abzuweisen.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 2 führte in ihrem
  Rekursentscheid aus, es bestünden keine Indizien, dass die Beschwerdeführerin
  in der Schweiz aktiv operativ tätig gewesen sei. Jedoch habe sie zweifelsfrei
  Erträge aus schweizerischen Quellen erwirtschaftet, weshalb eine
  Geschäftstätigkeit mit Wirkungsort in der Schweiz vorliege. Dies sei nicht
  mit dem Domizilprivileg vereinbar. Sodann sei die Argumentation der
  Beschwerdegegnerin 1 in Bezug auf einen mangelnden Nachweis der Umsätze nicht
  nachvollziehbar. Da aber mehr als 20 % der Aufwendungen aus einer
  inländischen Quelle stammten, sei die Beschwerdeführerin nicht als gemischte
  Gesellschaft sondern ordentlich zu besteuern.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Kantonal ist die Besteuerung von
  Domizilgesellschaften in Art. 74 StG geregelt, welcher Art. 28 Abs. 3
  des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
  und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) nachgebildet ist. Nach Abs. 1
  dieser Bestimmung entrichten Kapitalgesellschaften, die in der Schweiz eine
  Verwaltungstätigkeit, aber keine Geschäftstätigkeit ausüben, die Gewinnsteuer
  wie folgt: Erträge aus Beteiligungen gemäss Art. 71 StG sowie Kapital-
  und Aufwertungsgewinne auf solchen Beteiligungen sind steuerfrei
  (Ziff. 1), die übrigen Einkünfte aus der Schweiz werden zum ordentlichen
  Tarif besteuert (Ziff. 2) und die übrigen Einkünfte aus dem Ausland werden
  nach der Bedeutung der Verwaltungstätigkeit in der Schweiz ebenfalls zum
  ordentlichen Tarif besteuert (Ziff. 3).

  
	
   

  
	
  3.2 Die unter den Oberbegriff der Verwaltungsgesellschaften
  fallenden Domizilgesellschaften entfalten im Sitzstaat in der Regel keine
  Geschäfts-, sondern lediglich eine Verwaltungstätigkeit. Die verfolgten
  wirtschaftlichen Interessen liegen vornehmlich im Ausland, weshalb die
  Erträge überwiegend einer ausländischen Quelle entstammen. Sie dienen vor
  allem als Drehscheibe zwischen wirtschaftlich verbundenen, ausländischen
  Unternehmen. Die aktive, kommerzielle Tätigkeit der Verwaltungsgesellschaften
  muss im Ausland stattfinden, wobei sie sich in der Schweiz im Wesentlichen
  auf die Verwaltung des eigenen Vermögens zu beschränken haben (vgl. Markus
  Reich, Steuerrecht, 2. A., Zürich /Basel/Genf 2012, § 23 N. 21 ff.; Jakob
  Rütsche, Die Besteuerung von Verwaltungsgesellschaften – eine
  Bestandsaufnahme, StR 51/1996, S. 107 f.).

  
	
   

  
	
  3.3 Der Wortlaut von Art. 28 Abs. 3 StHG, welcher mit
  demjenigen von Art. 74 Abs. 1 StG übereinstimmt, wurde durch eine
  Häufung unbestimmter Rechtsbegriffe offen gehalten und einer flexiblen
  Auslegung zugänglich gemacht. Aufgrund der Offenheit des Tatbestandes,
  obliegt es den Kantonen, die Grenzen des kantonalrechtlichen Tatbestands zu
  ziehen. Der Bundesgesetzgeber weist den Kantonen hierbei einen recht weit
  gehaltenen Gestaltungsspielraum zu (vgl. BGer-Urteil 2C_379/2015 vom
  29. März 2016 E. 2.4).

  
	
   

  
	
  3.4 

  
	
  3.4.1 Die Beschwerdegegnerin 1 hat in Bezug auf die
  Besteuerung der Holding- und Verwaltungsgesellschaften (Art. 73 f. StG) ein
  Merkblatt erstellt, wonach als Geschäftstätigkeiten im Sinne von
  Art. 74 StG die Fabrikation, der Handel, das Erbringen von
  Dienstleistungen, die Ausübung von Treuhandfunktionen, die Akquisition, die
  Werbung und die Vermittlung von Geschäften gelten. Soweit diese Tätigkeiten
  im Ausland ausgeübt worden sind, sind sie für das Domizilprivileg nicht
  schädlich. Damit ist insbesondere die Durchführung von
  Ausland/Ausland-Geschäften zulässig, wobei nicht erforderlich ist, dass im
  Ausland eine Betriebsstätte vorliegt. Sodann sprechen Tätigkeiten wie
  Verwaltung, Verwertung und Vermittlung von Immaterialgüterrechten, Finanzierung,
  Fakturierung, Inkasso usw. unter ausländischer Instruktion ohne substantielle
  Wertschöpfung und mit ausschliesslicher Wirkung im Ausland nicht gegen das
  Domizilprivileg. In Bezug auf die Handelstätigkeiten ist zu berücksichtigen,
  dass sich diese ausschliesslich auf ausländischen Märkten abspielen dürfen,
  womit sowohl der Lieferant als auch der Käufer im Ausland ansässig sein
  müssen und die gehandelte Ware zu keinem Zeitpunkt in die Schweiz gelangen
  darf. Für Dienstleistungen ist in erster Linie entscheidend, wo diese
  erbracht worden sind. So ist das Domizilprivileg beispielsweise für eine
  inländische Beratungsgesellschaft mit ausschliesslich ausländischer Kundschaft
  ausgeschlossen, wenn die erbrachte Leistung ganz oder auch nur teilweise in
  der Schweiz erarbeitet worden ist.

  
	
   

  
	
  3.4.2 Als (zulässige) Verwaltungstätigkeit gilt dagegen
  insbesondere die Verwaltung des eigenen Vermögens, d.h. jener Güter, welche
  die Gesellschaft bereits besitzt, und derjenigen, die sie ohne kommerzielle
  Tätigkeit dazu erwirbt. Ferner ist die Ausübung von Hilfstätigkeiten aller
  Art für verbundene Unternehmen in der Schweiz mit dem Domizilprivileg
  vereinbar. Dazu gehört beispielsweise die Übernahme von Inkasso-Funktionen,
  Fakturierung, Finanzierung usw. Hingegen schliesst ein Immaterialgüterverkehr
  mit Dritten in der Schweiz die Gewährung des Domizilprivilegs aus.

  
	
   

  
	
  3.4.3 Das im Merkblatt Festgehaltene geht nicht über die
  bundesgesetzlichen Vorgaben gemäss Art. 28 StHG hinaus, weshalb es eine
  zulässige Auslegung der massgeblichen Bestimmungen bildet und im vorliegenden
  Fall anzuwenden ist (vgl. dazu den Entscheid des Steuerrekursgerichts
  des Kantons Zürich ST.2011.130-132 vom 27. September 2011 E. 2c).

  
	
   

  
	
  3.5 Aus den Akten ergibt sich, dass während der
  strittigen Geschäftsperiode mehrere Kunden aus der Schweiz Zahlungen auf ein
  schweizerisches Konto der Beschwerdeführerin leisteten. Diese
  Zahlungseingänge standen in direktem Zusammenhang mit einer
  Leistungserbringung durch die Beschwerdeführerin, wobei es sich um den Verkauf
  von Trading-Signalen, Videokursen und Trading-Software sowie um die Veranstaltung
  von Seminaren handelte. Während sämtliche Seminare ausschliesslich im Ausland
  stattfanden und somit keine inländischen Geschäftstätigkeiten darstellen,
  handelt es sich beim Verkauf von Videokursen an schweizerische Kunden
  entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin um solche. So wurde von der
  Beschwerdeführerin gegen Aufpreis angeboten, die Software zu installieren,
  weshalb davon auszugehen ist, dass das Programm auf den Hard Drive oder
  das Random Access Memory des Benutzercomputers kopiert wurde. Das dafür zu
  entrichtende Entgelt stellt eine Einkunft aus unternehmerischer Tätigkeit dar
  (commercial income) und bildet einen Teil des Unternehmensgewinns, welcher
  entweder am Hauptsitz oder am Betriebsstättenort des Anbieters zu besteuern
  ist (vgl. Daniel Lehmann, E-Commerce: Steuerliche Rahmenbedingungen,
  eine Standortbestimmung, StR 56/2001, S. 10). Weil die Beschwerdeführerin
  dadurch zumindest kein Ausland/Ausland-Geschäft tätigte und sich der Verkauf
  nicht ausschliesslich auf dem ausländischen Markt abspielte (vgl. vorstehende
  E. II/3.4.1), ist er nicht mit dem Domizilprivileg vereinbar. Selbiges
  trifft auf den Verkauf der Videokurse zu. Dieser beinhaltete neben dem
  Verkauf des Videomaterials auch die Lieferung eines Arbeitsbuches und
  Trading-Indikatoren. Der Schwerpunkt der Tätigkeit ist somit im Handel eines
  Produktes gegen Entgelt zu sehen, wobei dieses, auch wenn der Verkäufer wie
  im vorliegenden Fall im Ausland tätig war, ohne Weiteres als übrige Einkunft
  aus der Schweiz zu qualifizieren und damit grundsätzlich ordentlich zu besteuern
  ist (Art. 74 Ziff. 2 StG). Sodann wurden Trading-Signale an schweizerische
  Kunden verkauft. Dabei handelt es sich in erster Linie um Informationen,
  welche einem Händler den richtigen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf eines
  an der Börse gehandelten Produkts aufzeigen sollen. Damit ist diese
  Geschäftstätigkeit als Dienstleistung, im engeren Sinne wohl auch als
  Beratungstätigkeit, zu qualifizieren, weshalb mit Blick auf deren Besteuerung
  entscheidend ist, wo sie erbracht wurde. Aus den Akten ergibt sich, dass
  einzig der Alleinaktionär der Beschwerdeführerin entsprechende Signale an
  schweizerische Kunden sandte. Dieser hatte seinen Standort im Ausland, weshalb
  die Dienstleistungen nicht als im Inland erbracht gelten. Folglich ist das
  Domizilprivileg in Bezug auf das Senden von Trading-Signalen vorliegend nicht
  ausgeschlossen.

  
	
   

  
	
  3.6 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die
  Beratungstätigkeit der Beschwerdeführerin im Sinne des Verkaufs von
  Trading-Signalen als keine inländische Geschäftstätigkeit zu qualifizieren
  ist, welche mit dem Domizilprivileg nicht vereinbar wäre. Da die Beschwerdeführerin
  in der strittigen Geschäftsperiode mit dem Verkauf von Software und
  Videokursen aber eine inländische Geschäftstätigkeit ausübte, sind die
  Beschwerdegegnerinnen zu Recht nicht von der Anwendung einer
  Domizilbesteuerung gemäss Art. 74 Abs. 1 StG bzw. Art. 28 Abs. 3 StHG
  ausgegangen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Hinsichtlich der Qualifikation als gemischte
  Gesellschaft sind die Bestimmungen im Bundesrecht und im kantonalen Recht
  identisch. Eine gemischte Gesellschaft gemäss Art. 28 Abs. 4 StHG bzw. Art.
  74 Abs. 3 StG liegt dann vor, wenn die Geschäftstätigkeit der
  Kapitalgesellschaft überwiegend auslandbezogen ist und in der Schweiz nur
  eine untergeordnete Geschäftstätigkeit ausgeübt wird. Die Gesellschaft hat
  die Gewinnsteuer nach Art. 74 Abs. 1 StG zu entrichten. Die übrigen Einkünfte
  aus dem Ausland gemäss Art. 74 Abs. 1 Ziff. 3 StG werden nach Massgabe des
  Umfangs der Geschäftstätigkeit in der Schweiz besteuert.

  
	
   

  
	
  4.2 Im Merkblatt hat die Beschwerdegegnerin 1 den
  Begriff der gemischten Gesellschaft konkretisiert. Danach ist für die
  Beurteilung, ob die Geschäftstätigkeit einer Gesellschaft überwiegend
  auslandbezogen ist, sowohl auf die Ertrags- als auch auf die Aufwandsseite
  abzustellen. Ertragsseitig müssen mindestens 80 % des Umsatzes aus dem
  Ausland stammen, während der eigene oder durch Dritte erbrachte Beitrag zur
  Leistungserstellung gleichzeitig zu mindestens 80 % im Ausland erbracht
  wird. Diese kantonal festgelegte Hürde ist im Rahmen der bundesrechtlichen
  Vorgaben nicht zu beanstanden. Sie erweist sich als sachgerecht und
  vertretbar und findet in vielen Kantonen Anwendung (vgl. dazu den Entscheid
  des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich ST.2011.130-132 vom
  27. September 2011 E. 2c). Sodann gelten als Beitrag zur
  Leistungserstellung alle Aktivitäten, die als Geschäfts- und nicht als
  Verwaltungstätigkeiten zu qualifizieren sind.

  
	
   

  
	
  4.3 

  
	
  4.3.1 Mit Blick auf die während der Geschäftsperiode
  erzielten Erträge der Beschwerdeführerin lässt sich erkennen, dass dem im
  Inland erzielten Umsatz in der Höhe von 30'419 Euro ein im Ausland
  realisierter Umsatz in der Höhe von 144'246 Euro gegenübersteht, wobei
  die in der Schweiz verkauften Tradingsignale vom inländischen Umsatz noch
  abzuziehen und zum ausländischen Umsatz hinzuzurechnen sind. Damit erreicht
  der im Inland erwirtschaftete Umsatz den Schwellenwert von 20 % des Gesamtumsatzes
  nicht, wovon im Übrigen auch die Beschwerdegegnerin 2 ausging.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Soweit die Beschwerdegegnerin 2 davon ausgeht, die
  Voraussetzung des Schwellenwerts von 20 % auf der Aufwandseite sei nicht
  erfüllt, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar machte die Beschwerdeführerin
  während der Geschäftsperiode ein inländischen Verwaltungsaufwand in der Höhe
  von Fr. 12'799.35 geltend. Diesbezüglich verkennt die Beschwerdegegnerin
  2 aber, dass dieser Kostenpunkt keinen Beitrag zur Leistungserstellung
  darstellt und somit nicht als relevanter Aufwand zu berücksichtigen ist (vgl.
  vorstehende E. II/4.2). Des Weiteren weist die Beschwerdeführerin keinen im
  Inland angefallen Aufwand aus, was insbesondere damit zusammenhängt, dass die
  operativen Leistungen der Beschwerdeführerin einzig von deren Aktionär aus
  Deutschland erbracht wurden, welcher nicht Organ der Gesellschaft ist. Dieser
  wurde während der Geschäftsperiode mit 62'800 Euro entschädigt, was aus Sicht
  der Beschwerdeführerin einen im Ausland angefallenen Aufwand zur Leistungserstellung
  darstellt. Zudem fielen im Ausland anlässlich der angebotenen Seminare
  Hotelkosten an, welche Spesenentschädigungen darstellten und als Aufwand zu
  verbuchen waren. Mit Blick auf den gesamten Aufwand machten diese Kosten mehr
  als 80 % des erbrachten Beitrags zur Leistungserstellung aus.

  
	
   

  
	
  4.4 Nach dem Dargelegten erfüllt die Beschwerdeführerin
  während der strittigen Geschäftsperiode die Voraussetzungen zur
  privilegierten Besteuerung als gemischte Gesellschaft im Sinne von Art. 28
  Abs. 4 StHG bzw. Art. 74 Abs. 3 StG, weshalb sie mit ihrem
  Eventualbegehren durchdringt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur teilweisen
  Gutheissung der Beschwerde. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin 2 vom 7.
  Dezember 2015 sowie die Verfügung der Beschwerdegegnerin 1 vom
  12. Dezember 2014 sind aufzuheben und die Sache ist an die
  Beschwerdegegnerin 1 zur erneuten Veranlagung im Sinne der Erwägungen
  zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Nach Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei,
  welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren unterliegt, die
  amtlichen Kosten zu tragen. Ausgangsgemäss sind die amtlichen Kosten des
  Rekursverfahrens vor der Beschwerdegegnerin 2 in der Höhe von Fr. 700.-
  zur Hälfte der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und zur Hälfte auf die
  Staatskasse zu nehmen. 

  
	
   

  
	
  5.2 Der teilweise obsiegenden Beschwerdeführerin ist
  für das vorinstanzliche Rekursverfahren gemäss Art. 138 Abs. 2 VRG zu Lasten
  der Beschwerdegegnerin 1 eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe
  von Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen. 

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die pauschale
  Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.- ist ausgangsgemäss zur Hälfte der Beschwerdeführerin
  aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 134 Abs.
  1 lit. c VRG i.V.m. Art. 135 Abs. 1 VRG). Vom bereits geleisteten Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 1'500.- sind der Beschwerdeführerin Fr. 750.-
  zurückzuerstatten. Die teilweise obsiegende Beschwerdeführerin hat gemäss
  Art. 138 Abs. 2 lit. a VRG Anspruch auf eine reduzierte
  Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin 1. Diese ist auf
  Fr. 750.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzusetzen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin 2
    vom 7  Dezember 2015 sowie die Verfügung der Beschwerdegegnerin 1
    vom 12. Dezember 2014 werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen
    an die Beschwerdegegnerin 1 zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    amtlichen Kosten des Rekursverfahrens vor der Beschwerdegegnerin 2 in
    der Höhe von Fr. 700.- werden zur Hälfte der Beschwerdeführerin
    auferlegt und zur Hälfte auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin 1 wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das Rekursverfahren
    innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    in der Höhe von Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'500.- werden zur Hälfte der
    Beschwerdeführerin auferlegt und zur Hälfte auf die Staatskasse genommen.
    Vom bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-
    werden der Beschwerdeführerin Fr. 750.- zurückerstattet.

    
	
    5.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin 1 wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren
    innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    in der Höhe von Fr. 750.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    6.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]