# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebe84ad2-2073-528c-8da2-f9352720bf9d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.03.2015 SB140542
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140542_2015-03-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140542-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier,  

Ersatzoberrichter lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. S. Bussmann 

 

Urteil vom 5. März 2015 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend 

grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 

2. September 2014 (GG140047) 

 

 

 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. Juni 2014 

ist diesem Urteil beigeheftet) (Urk. 17). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 32) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne 

von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 

Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 250.–. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'200.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'741.50   Auslagen METAS-Gutachten 

Fr. 60.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 53 S. 1) 

1. Es sei das vom Einzelgericht des Bezirkes Bülach am 2. September 2014 

unter der Geschäftsnummer GG-140047-C/U1 gefällte Urteil aufzuheben, 

und es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen groben Verletzung 

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von Verkehrsregeln im Sinne von Artikel 90 Absatz 2 SVG in Verbindung mit 

Artikel 34 Absatz 4 SVG und Artikel 12 Absatz 1 VRV freizusprechen. 

2. Eventualiter sei der Beschuldigte der einfachen Verletzung von Verkehrs-

regeln im Sinne von Artikel 90 Absatz 1 SVG in Verbindung mit Artikel 34 

Absatz 4 SVG und Artikel 12 Absatz 1 VRV schuldig zu sprechen, dies  

unter Reduktion der von der Vorinstanz ausgefällten Strafe.  

3. Subeventualiter sei dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug zu ge-

währen, dies unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit.  

4. Im Rahmen des Obsiegens seien die Verfahrenskosten auf die Gerichts-

kasse zu nehmen und dem anwaltlich vertretenen Beschuldigten aus dieser 

eine angemessene Entschädigung auszurichten.   

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 42) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 2. September 2014 wurde der 

Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen. Er wurde 

mit einer unbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- bestraft. Die 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem  

Beschuldigten auferlegt (Urk. 32 S. 19 f.). 

1.2. Gegen das dem Beschuldigten am 2. September 2014 mündlich eröffnete 

und der Staatsanwaltschaft hernach zugestellte (Prot. I S. 5) Urteil liess der  

Beschuldigte seinen (erbetenen) Verteidiger gleichentags mündlich Berufung  

anmelden (Prot. I S. 7). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 31) reichte 

der Verteidiger namens des Beschuldigten am 5. Dezember 2014 dem Ober-

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gericht fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 35). Mit Präsidialverfügung 

vom 9. Dezember 2014 (Urk. 37) wurde die Berufungserklärung in Anwendung 

von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft übermittelt, um ge-

gebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, diverse Unter-

lagen betreffend seine finanzielle Leistungsfähigkeit einzureichen (Urk. 37). Am 

16. Dezember 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils (Urk. 42). Der Beschuldigte liess am 28. Januar 2015  

verschiedene Unterlagen zu seiner finanziellen Situation einreichen (Urk. 49). 

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte persönlich und 

sein Verteidiger erschienen (Prot. II S. 3). Zu Beginn der Berufungsverhandlung 

waren weder Vorfragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II  

S. 4 f.). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 6 f.). 

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil in allen Punkten an (Urk. 35, 

Urk. 53 S. 1 und Prot. II S. 4). 

3. Sachverhalt 

3.1. Der Beschuldigte bestreitet nicht, den Personenwagen BMW X3, Kontroll-

schild ZH ..., am 14. Juni 2013, 12:49 Uhr, auf der Überholspur der Autobahn A1 

in Fahrtrichtung Bern auf dem Gemeindegebiet Wallisellen gelenkt zu haben und 

während einer gewissen Zeitspanne zunächst einem Lieferwagen während ca. 

430 m (Abschnitt I) und hernach einem Personenwagen während  

ca. 450 m hinterher gefahren zu sein (Abschnitt II). Des Weiteren ist unstrittig, 

dass die Sicht zu diesem Zeitpunkt gut und die Fahrbahn trocken war und es sich 

bei diesem Autobahnabschnitt um eine stark frequentierte Strasse handelt 

(Urk. 24 S. 5). Ebenso anerkennt der Beschuldigte die ihm gemäss Anklagesach-

verhalt vorgeworfenen Durchschnittsgeschwindigkeiten von zunächst 86 km/h 

(Abschnitt I) sowie hernach 103 km/h (Abschnitt II) (Urk. 52 S. 6 f.).  

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3.2. Hingegen stellt der Beschuldigte in Abrede, den jeweils vorangefahrenen 

Fahrzeugen zu nah aufgefahren zu sein (Urk. 9 S. 7 ff.; Urk. 24 S. 5; Urk. 52 S. 5 

ff.), was das vorinstanzliche Urteil als reine Schutzbehauptung qualifizierte 

(Urk. 32 S. 8 f.). Im Sinne der Vorinstanz ist auf die Unstimmigkeiten in den Aus-

sagen des Beschuldigten hinsichtlich der von ihm genannten Abstände hinzu-

weisen. Nachdem der Beschuldigte anlässlich der ersten polizeilichen Einver-

nahme am 14. Juni 2013 noch von einem Abstand von 10 m ausgegangen war 

(Urk. 2 S. 2), hielt er in der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 22. Januar 2014 

dafür, einen Abstand in der Grössenordnung von ungefähr 40 m eingehalten zu 

haben (Urk. 9 S. 7 f.). Wie bereits die Vorinstanz festhielt, relativierte er seine ers-

te Aussage damit, unter Druck gesetzt worden zu sein (Urk. 32 S. 6 und Urk. 9. 

S. 6). An der Hauptverhandlung erklärte er, mindestens einen Abstand von 20 m 

gehabt zu haben, unter dem Hinweis, dass wenn man auf einer so stark frequen-

tierten Strasse einen Abstand von mehr als 50 m einhalten würde, es immer zwei 

Fahrzeuge gäbe, die vorne hineinfahren würden. Gleichzeitig erklärte der  

Beschuldigte, im Fahrzeug keinen Massstab mitzuführen, weshalb er den  

Abstand nicht genau habe ermessen können (Urk. 24 S. 5). Anlässlich der  

Berufungsverhandlung dazu befragt, nannte er hinsichtlich des ersten Sachver-

haltsabschnitts schätzungsweise einen Abstand von 12 m und hinsichtlich des 

zweiten einen von 20 m (Urk. 52 S. 6 f.). Erneut wies er darauf hin, bei Abständen 

von 40 oder 50 m würden stets andere Fahrzeuglenker in die Lücke fahren, was 

sehr gefährlich sei (Urk. 52 S. 9 und 10). 

3.3. Das Tatgeschehen wurde durch die Kantonspolizei Zürich per Video-

aufnahme (Nachfahrtachograph SatSpeed) dokumentiert (Urk. 3). Gestützt darauf 

wurde ein Gutachten des Eidgenössischen Institutes für Metrologie METAS vom 

20. März 2014 erstellt (Urk. 11/5). Dieses diente als Grundlage der vorinstanzli-

chen Sachverhaltserstellung (Urk. 32 S. 8 f.). Der Beschuldigte und die Verteidi-

gung kritisierten das Abstellen auf das Gutachten insofern, als dass es bei der  

digitalen Bearbeitung und Auswertung der Einzelbilder zu Messungenauigkeiten 

komme und es sich bei den Geschwindigkeitsangaben um Ungefähr-Angaben 

handle (Urk. 10 S. 9, 24 S. 6 f. und 25 S. 4 ff.; Urk. 35 S. 2; Urk. 52 S. 8). Die Vor-

instanz erläutert indessen nachvollziehbar, weshalb sie das Gutachten zur  

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Erstellung des Sachverhaltes als geeignet erachtet. Insbesondere wurde eine 

Plausibilitätsprüfung anhand des optischen Eindrucks aus der Visionierung der 

SatSpeed-Videoaufnahme vorgenommen. Darauf kann verwiesen werden 

(Urk. 32 S. 7 f.). In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

und unter Berücksichtigung der freien richterlichen Beweiswürdigung ist in Fach-

fragen von einer (gerichtlichen) Expertise nur aus triftigen Gründen abzuweichen 

(Urteil 6B_534/2008 vom 13.01.2009). Solche Gründe liegen hier – wie dies  

bereits die Vorinstanz dargelegt hat – nicht vor. Vielmehr kann der gegen den  

Beschuldigten gestützt auf das Gutachten erhobene Vorwurf anhand der 

SatSpeed Videoaufzeichnung (Urk. 3) problemlos nachvollzogen werden. Der  

Beschuldigte und die Verteidigung bringen denn auch keine spezifischen Rügen 

vor, weshalb die Messung nicht hätte korrekt erfolgt sein sollen. Vielmehr stellen 

sie sich generell gegen die vorgenommene Auswertungsmethode. Dabei stellt 

sich die Verteidigung auf den Standpunkt, dass die Markierung der Punkte zur 

Berechnung des Abstandes manuell nach dem Schattenwurf der Fahrzeuge  

erfolgte, was zu – teilweise – erheblichen Messungenauigkeiten führe (Urk. 25  

S. 4). Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich bei der durch den Gutachter vor-

genommenen Bearbeitung um eine anerkannte Beweissicherungs- und Aus-

wertungsmethode handelt. Es kann demnach – wie dies bereits die Vorinstanz 

erwogen hat – ohne weiteres auf das Gutachten abgestellt werden. Davon gingen 

berufungsweise auch der Beschuldigte und seine Verteidigung aus, indem die im 

Gutachten enthaltenen Werte als Grundlage der Abstandsberechnungen dienten 

(Urk. 53 S. 4) und der Beschuldigte, zum eingehaltenen Abstand befragt, auf das 

Gutachten verwies (Urk. 52 S. 6). 

3.4. Es kann demnach als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte auf 

einer Strecke von ca. 430 m mit einem Abstand zum vorausfahrenden Liefer-

wagen von 10 bis 12 m, minimal 8 m, bei einer durchschnittlichen Geschwindig-

keit von 86 km/h ± 3 km/h fuhr (Urk. 3, Urk. 11/5 S. 3-6), sowie den BMW  

anschliessend auf einer weiteren Strecke von ca. 450 m mit einem Abstand zum 

vorausfahrendenden Personenwagen von 13 bis 14 m, minimal mit 12 m, bei  

einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h ± 3 km/h lenkte (Urk. 3,  

Urk. 11/5 S. 7-10). 

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4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Vorinstanz hat die Fahrweise des Beschuldigten im Zusammenhang 

mit dem Abstand zu den jeweils vorausfahrenden Fahrzeugen als grobe Verlet-

zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit 

Art. 34 Abs. 4 SVG gewürdigt. 

4.2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 90 

Abs. 2 SVG und Art. 34 Abs. 4 SVG richtig umrissen, so dass zur Vermeidung 

von Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 32 S. 9-11).  

Der Beschuldigte lässt berufungsweise vorbringen, dass es keinen gesetzlichen 

Mindestabstand zweier hintereinanderfahrender Fahrzeuge gebe (Urk. 35 S. 2; 

Urk. 53 S. 2). Dem ist zuzustimmen, lässt sich der zur Pönalisierung ausreichen-

de Abstand doch weder direkt aus dem Gesetz noch aus der Verordnung ab-

leiten. Die Errechnung der Grenzwerte beruht auf technischen, personen-,  

umwelt-, und situationsbezogenen Daten, deren Eckwerte als Bremsweg- und 

Reaktionszeit in Verbindung mit den im Zeitpunkt der Kontrolle bestehenden 

Strassen-, Witterungs- und Verkehrsverhältnissen resultieren. Aus dieser Kumula-

tion von konkreten Fakten haben sich in der Praxis Erfahrungswerte für eine mehr 

oder weniger objektive Beurteilung ergeben (Giger, Komm. SVG, 8. Auflage, 

Art. 34 N 28). Auch wenn bei solchen Erfahrungswerten die Gefahr besteht, dass 

sie im Ergebnis zu statistischen Durchschnittsmassstäben mutieren, was im  

Einzelfall zu "ungerechten" Lösungen führen kann, ist eine gewisse Schema- 

tisierung nicht zuletzt auch zugunsten der Rechtssicherheit geboten. 

Praxisgemäss wird bei Einhaltung eines Abstands von einem "halben Tacho" ein 

genügender Abstand angenommen und bei Unterschreitung eines Abstands von 

einem Sechstel der gefahrenen Geschwindigkeit bzw. von 0.6 Sekunden von  

einer groben Verkehrsregelverletzung ausgegangen. Im Zwischenbereich liegt 

entsprechend im Regelfall eine einfache Verkehrsregelverletzung vor (vgl. dazu 

nur etwa BGE 131 IV 133 E. 3 m.w.H.). Festzuhalten ist, dass diese hilfsweise 

heranzuziehenden Faustregeln auf empirischen Werten beruhen und damit nicht 

etwa willkürlich festgelegt worden sind (vgl. dazu Jürg Boll, Grobe Verkehrsregel-

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verletzung, Eine eingehende Darstellung der Praxis des Bundesgerichts, Davos 

1999, S. 55 ff.).   

Zur Bejahung einer groben Verkehrsregelverletzung genügt, dass auf einer  

verhältnismässig kurzen Strecke zu nahe aufgefahren wird, wobei es auch das 

Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen gilt. Eine grobe Verkehrsregelverletzung 

wurde unter anderem bejaht bei einem Lenker, der mit ca. 100 km/h während 

rund 12 Sekunden einen Abstand von ungefähr 10 m zum vorausfahrenden Fahr-

zeug einhielt (Urteil des Bundesgerichts 1C_356/2009 vom 12. Februar 2010, Zu-

sammenstellung der einschlägigen Praxis bei: Philippe Weissenberger, Kommen-

tar zum Strassenverkehrsgesetz, Bundesgerichtspraxis, 2011, Art. 34 N 55). 

Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte bei einer 

durchschnittlichen Geschwindigkeit von 86 km/h (± 3 km/h, Abschnitt I) bzw. 

103 km/h (± 3 km/h, Abschnitt II) zum vorausfahrenden Lieferwagen bzw.  

Personenwagen einen Abstand zwischen 10 bis 12 m, minimal 8 m (Abschnitt I) 

bzw. zwischen 13 bis 14 m, minimal 12 m (Abschnitt II) und damit klar einen un-

genügenden Abstand einhielt (Urk. 32 S. 12). Angesichts dieser Geschwindig-

keiten – zu Gunsten des Beschuldigten ist auf die tieferen Werte von 83 km/h 

bzw. 100 km/h abzustellen – wäre gemäss der Regel "halber Tacho" ein Abstand 

von 41.5 m bzw. 50 m einzuhalten gewesen. Zum gleichen Ergebnis kommt die 

Vorinstanz, wenn sie mit den Durchschnittswerten von 86 km/h und 103 km/h 

agiert und eine Unsicherheitsmarge von ± 2 m gewährt (Urk. 32 S. 12). Bei einer 

Unterschreitung von 1/6 des km/h-Wertes in Meter ist grundsätzlich von einer 

groben Verkehrsregelverletzung auszugehen. Diese Grenze wäre vorliegend  

bereits bei 13.8 m (Abschnitt I) bzw. 16.67 m  (Abschnitt II) erreicht und wurde 

vom Beschuldigten klarerweise unterschritten.  

Bei einem Abstand von "1/6 Tacho" ist die Gefahr einer Auffahrkollision im Ver-

hältnis zum vorgeschriebenen Abstand (erlaubtes Risiko) hochgradig erhöht.  

Allerdings ist diese absolute Schwelle auf die Konstellation ausgerichtet, dass 

zwei Personenwagen bei günstigen Verhältnissen hintereinanderfahren (Boll, 

a.a.O., S. 57 f.). In Anwendung der 1/6-Tacho-Regel kann grundsätzlich der Vor- 

instanz gefolgt werden, wenn sie ausführt, dass der vom Beschuldigten gewählte 

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Abstand das Risiko einer Auffahrkollision selbst bei trockener Fahrbahn, mittlerem 

Verkehrsaufkommen, guten Bremsen und einem reaktionsschnellen Lenker als 

hochgradig erhöht erachtet werden muss (Urk. 32 S. 13).  

Nachfolgend wird in Bezug auf den ersten Sachverhaltsabschnitt im Sinne einer 

Plausibilitätsprüfung und mit Blick auf die entsprechende Argumentation der Ver-

teidigung und des Beschuldigten noch ein anderes Berechnungsmodell gewählt, 

um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass es sich bei der dem Beschuldigten 

zur Last gelegten ersten Sequenz beim vorausfahrenden Fahrzeug um einen  

Lieferwagen handelte, der naturgemäss einen längeren Bremsweg hat als ein 

Personenwagen. Der Beschuldigte bringt denn auch vor, dass er aufgrund seiner 

guten Bremsen und dem viel längeren Bremsweg des vorausfahrenden Liefer-

wagens bei den eingehaltenen Abständen jederzeit hätte bremsen und anhalten 

können (Urk. 2 S. 2, Urk. 9 S. 9, Urk. 24 S. 4 f., Urk. 25 S. 4, Urk. 32 S. 9, Urk. 52 

S. 5 ff., Urk. 53 S. 3). Ebenso ist zu prüfen, ob weitere Umstände vorliegen,  

welche ein Abweichen von der "1/6-Tacho-Faustregel" rechtfertigen. Denn wie die 

Verteidigung betont, ist stets der konkrete Einzelfall zu berücksichtigen (Urk. 35 

S. 2, Urk. 52 S. 2).  

4.3. Die Vorschrift, gegenüber allen Strassenbenützern einen "ausreichenden" 

Abstand zu wahren, verpflichtet die Fahrzeugführer, sich bei der Begegnung mit 

anderen Verkehrsteilnehmern mit einer gewissen "Sicherheitszone" zu umgeben 

(Giger, Komm. SVG, Art. 34 N 19).  

Im Rahmen der Berufungserklärung moniert die Verteidigung, die Vorinstanz  

habe in ihren Erwägungen dem Umstand, dass sich der Beschuldigte in einer  

Kolonne befunden habe, keine Bedeutung beigemessen (Urk. 35 S. 2). Der  

Beschuldigte liess bereits anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und 

auch an der Berufungsverhandlung vorbringen, dass es auf dem relevanten Auto-

bahnabschnitt nach der allgemeinen Lebenserfahrung schlichtweg nicht möglich 

sei, die Abstandsvorschriften gemäss den sogenannten "Faustregeln" einzu-

halten, da einem ansonsten mehrere Fahrzeuge unmittelbar vor das Fahrzeug 

reinfahren würden, was das Unfallrisiko erheblich erhöhe (Urk. 24 S. 5 und 10; 

Urk. 52 S. 9 f.). 

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Es ist unstrittig, dass es sich bei dem vorliegend relevanten Autobahnabschnitt 

grundsätzlich um eine stark frequentierte Strasse handelt (vgl. vorne 3.1). Auch 

am 14. Juni 2013 habe ein "Einfädeln in den Kolonnenverkehr" stattgefunden 

(Urk. 25 S. 4). Während das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der Sachverhalts-

erstellung davon ausgeht, es sei unstreitig, dass am 14. Juni 2013 um 12:49 Uhr 

ein mittelmässiges Verkehrsaufkommen herrschte, wie dies auch im Polizeibericht 

festgehalten wurde (Urk. 2, Urk. 32 S. 4), geht die Verteidigung von einem Kolon-

nenverkehr aus, wobei sie an der Berufungsverhandlung klarstellte, dass "kein 

dichter Kolonnenverkehr" geherrscht habe (Urk. 53 S. 5). Es versteht sich von 

selbst, dass bei hoher Verkehrsbelastung naturgemäss geringere Abstände  

zwischen den einzelnen Fahrzeugen eingehalten werden, wobei aber gleichzeitig 

eine Geschwindigkeitsreduktion erfolgt, unter anderem hervorgerufen durch das 

"Einfädeln in den Kolonnenverkehr". In Anbetracht der seitens des Beschuldigten 

gefahrenen Minimalgeschwindigkeiten von 83 km/h beziehungsweise 100 km/h 

kann davon ausgegangen werden, dass beim konkreten Verkehrsaufkommen der 

Verkehr dennoch "flüssig" verlief, was durch die Videoaufzeichnung (Urk. 3) auch 

bestätigt wird. Das Verkehrsaufkommen ist damit mit "mittelmässig" durchaus  

korrekt umschrieben. Entsprechend der Geschwindigkeit ist auch der Abstand  

anzupassen. Anzufügen ist, dass wenn in diesem Geschwindigkeitssegment ein 

"Einfädeln" durch überholende Autos erfolgt, es umso mehr angezeigt ist  

– nötigenfalls durch Bremsmanöver – für einen ausreichenden Abstand zu  

sorgen, so dass noch ein Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Je grösser 

der ursprünglich gewählte Abstand ist, desto weniger wirkt sich auch ein wenn 

auch nur leichtes Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeuges auf den eigenen 

Abstand aus. So kann die Gefahr minimiert werden, sich plötzlich mit einem 

 – wenn auch durch Dritte verursachten – gefährlich kurzen Abstand konfrontiert 

zu sehen. Gerade im Kolonnenverkehr ist das Einhalten ausreichender Abstände 

unverzichtbar, denn wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, verstärkt sich die  

Gefahr eines Auffahrunfalls im Kolonnenverkehr.  

4.4. Damit es bei einer Vollbremsung des vorausfahrenden Fahrzeuges nicht 

zu einer Kollision kommt, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: 

Bremsweg des vorderen Fahrzeuges plus Abstand der Fahrzeuge minus  

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Anhalteweg des hinteren Fahrzeuges grösser 0. Der Bremsweg ist die Strecke, 

die ein Fahrzeug von Beginn der Bremsung bis zum Ende der Bremsung zurück-

legt [0.5 * v²/a]. Entscheidend für die Länge des Bremsweges sind die gefahrene 

Geschwindigkeit [v in m/s] und die Verzögerung [a in m/s²]. Der Anhalteweg [0.5 * 

v²/a + v * t] ist länger und berücksichtigt die Reaktionszeit, welche beim voraus-

fahrenden Fahrzeug ausser Acht gelassen werden kann (vgl. für das Berech-

nungsmodell m.w.H. Manfred Dähler/Erich Peter/René Schaffhauser, in: AJP 

1999 S. 947 ff., Ausreichender Abstand beim Hintereinanderfahren, S. 951 f.).  

Nachfolgend wird mit mittleren, d.h. durchschnittlichen Verzögerungswerten  

gerechnet, welche vom Berühren des Bremspedals bis zum Stillstand resp. der 

Kollision wirksam sind. Diese sind leicht kleiner als die Vollbremsverzögerungs-

werte. Die während der Ansprechs- und Schwellzeit reduzierte Bremswirkung ist 

somit bereits berücksichtigt. Aufgrund von Verzögerungsmessungen nach  

Unfällen durch die Polizei ist bei Personenwagen auf trockener Fahrbahn von 

mittleren Verzögerungswerten von 6.5 – 8.5 m/s² auszugehen. Bei einem Liefer-

wagen hingegen ist bei gleichen Strassenverhältnissen mit Verzögerungswerten 

von 5.5 – 7.5 m/s² zu rechnen (Dähler/Peter/Schaffhauser, a.a.O., S. 951;  

Manfred Dähler, Rechtsprechung zu SVG 58–89 und zur Verkehrsopferhilfe /  

I.–II., in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2013, N 70). 

Es trifft grundsätzlich zu, wenn der Beschuldigte vorbringt bzw. vorbringen lässt, 

dass die guten Bremsen seines BMW X3 sowie die – jedenfalls angeblich – "sehr 

schlechten" Bremsen des vorausfahrenden Lieferwagens für die Bremswege der 

involvierten Fahrzeuge von erheblicher Relevanz sind (Urk. 2 S. 2, Urk. 9 S. 9, 

Urk. 24 S. 4 f., Urk. 25 S. 4, Urk. 52 S. 5 f. und 9, Urk. 53 S. 3). Ebenso ist der 

Verteidigung zuzustimmen, dass das Gewicht eines Fahrzeuges entscheidende 

Auswirkungen auf den Bremsweg zeitigt (Urk. 25 S. 4, Urk. 53 S. 3). Dem ist  

allerdings entgegenzuhalten, dass ein Lenker (selbst) innerhalb der gleichen 

Fahrzeugkategorie (z.B. Personenwagen) in der Regel nicht zuverlässig  

beurteilen kann, welche Verzögerungswerte der vordere Wagen hat, da diese 

nicht nur von der fahrzeugspezifischen Bremsanlage abhängen. Selbst bei Fahr-

zeugen des gleichen Typs weist die Verzögerung eine grosse Spannweite auf, 

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weil folgende Faktoren eine Rolle spielen: Abnützung der Bremsscheiben und 

Bremsbeläge und deren Verschmutzung, Reifentyp, Reifenbreite, Zustand und 

Güte der Stossdämpfer, Beladungszustand, etc. sowie insbesondere auch die Art 

der Bremsbestätigung. Viele Lenker betätigen in einer Notsituation die Bremse 

nicht optimal und erreichen den technisch möglichen Verzögerungswert nicht. 

Umgekehrt kann ein im Auto eingebauter sog. elektronischer Bremsassistent  

dafür sorgen, dass bei einem abrupten Bremsmanöver die theoretisch mögliche 

Maximalverzögerung erreicht werden kann (Boll, a.a.O., S. 57). Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung darf der hintere Fahrzeuglenker nicht mit einem 

mittleren Bremsweg des vorausfahrenden Fahrzeuges rechnen. Er muss, um  

sicher zu gehen, in Betracht ziehen, dass das vor ihm fahrende Fahrzeug nur eine 

kurze Bremsstrecke zum Anhalten benötigt. Die Bremsstrecke kann nie zum  

voraus geschätzt werden, da ihre Länge von verschiedenen Umständen abhängt. 

Hinzu kommt, dass das Fahren in einer Kolonne als solches die Gefahr eines  

Zusammenstosses erhöht und zwar nicht erst bei dichtem Kolonnenverkehr oder 

starkem Verkehr. Bereits bei wenigen voranfahrenden Fahrzeugen ist die Sicht 

nach vorne verdeckt oder eingeschränkt, wodurch die zu befahrende Strecke un-

übersichtlich wird. Ferner besteht eine stetige Ungewissheit hinsichtlich der Fahr-

weise der übrigen Führer und der Betriebssicherheit ihrer Fahrzeuge. Gemäss der 

älteren Rechtsprechung wird diese erhöhte Gefahr dadurch verschärft, dass wer 

in einer aus mehreren Autos bestehenden Kolonne fährt, dauernd dem Risiko 

ausgesetzt ist, dass das Fahrzeug, dem er folgt, durch das diesem voranfahrende 

unversehens angehalten wird, womit sich dessen Bremsweg massiv verkürzen 

kann (BGE 81 IV 302 E. 2). In der Lehre wird die Auffassung vertreten, dass  

– soweit keine konkreten Anzeichen für ein Fehlverhalten bestehen – der Hintan-

fahrende nicht damit zu rechnen habe, dass dem Voranfahrenden nicht der  

volle Bremsweg zur Verfügung steht, was sich aus dem Vertrauensgrundsatz er-

gebe (Dähler/Peter/Schaffhauser, a.a.O., S. 948). Allerdings darf sich nur auf den  

Vertrauensgrundsatz berufen, wer sich selbst korrekt verhält (Giger, SVG Komm., 

Art. 26 SVG, N 4). Jedenfalls muss bei der Wahl des Abstandes in Betracht  

gezogen werden, dass der voranfahrende Fahrzeugführer selbst einen Auffahrun-

fall erleiden und dadurch sein Anhalteweg verkürzt werden könnte (René  

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Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrecht, Band I, 

Bern 2002, N 692). Noch kritischer ist die Situation bei zusätzlich eingeschränk-

tem Sichtfeld, etwa wenn es sich beim vorausfahrenden Fahrzeug um einen  

Lieferwagen handelt.  

4.5. Gestützt auf diese Erwägungen drängt es sich auf, bei der Berechnung in 

Bezug auf den Lieferwagen von einem Verzögerungswert von 7.5 m/s² auszu-

gehen, insbesondere deshalb, weil es für den Beschuldigten unmöglich war zu 

erkennen, ob der Lieferwagen beladen war oder nicht. Dies, obschon der  

Beschuldigte aus dem Umstand, dass der Lieferwagen – gemäss seiner Sachdar-

stellung vom Flughafen her kommend – mutmasste, dass dieser voll beladen  

gewesen sein musste (Urk. 52 S. 9). Wie gesehen, darf der nachfolgende Lenker 

nicht mit einem mittleren – und schon gar nicht mit einem schlechten – Bremsweg 

des Vorausfahrenden rechnen. So geht auch die Verteidigung in ihren Ausführun-

gen anlässlich der Hauptverhandlung von einem geschätzten "Leergewicht" des 

Lieferwagens aus (Urk. 25 S. 4). Hingegen ist der Einwand des Beschuldigten  

betreffend seine Bremsen dahingehend zu berücksichtigen, als dass auch bei ihm 

vom maximalen Verzögerungswert von 8.5 m/s² auszugehen ist, immer unter der 

Berücksichtigung, dass es sich vorliegend um eine Plausibilitätsprüfung handelt.  

Der reine Bremsweg des vorausfahrenden Lieferwagens, also ohne Berücksichti-

gung der Reaktionszeit, beträgt bei einer gefahrenen Durchschnittsgeschwindig-

keit von 83 km/h – der gleichen wie jene des Beschuldigten  – 35.42 m (Abschnitt 

I, [0.5 * [23.05 m/s]² / 7.5 m/s²] = 35.42 m).  

Demgegenüber liegt der Anhalteweg des Beschuldigten bei rund 45.08 m  

(Abschnitt I, [0.5 * [23.05 m/s]² / 8.5 m/s²] + [23.05 m/s * 0.6 s] = 45.08 m). Dabei 

wird zugunsten des Beschuldigten von einer Reaktionszeit von 0.6 s ausge-

gangen. 

Der Beschuldigte bringt dazu aber immer wieder vor, dass er über eine "über-

durchschnittliche Reaktion" verfüge (Urk. 9 S. 9, Urk. 24 S. 9). So wies er bereits 

im Rahmen der polizeilichen Befragung auf seine – angebliche – Reaktionszeit 

von 0.25 Sekunden hin (Urk. 2 S. 2). Auch an der Berufungsverhandlung erklärte 

-   14   - 

er wiederum, sehr fix und als Boxtrainer immer noch schneller als seine Profi- 

box-Schüler zu sein, was ihn zur Annahme geführt habe, eine Reaktionszeit von 

0.25 Sekunden zu haben (Urk. 52 S. 11). Wie auch die Verteidigung betont, ver-

fügt der Beschuldigte offenbar über eine Lizenz als Boxtrainer und gelte im inter-

nationalen Boxsport als bekannt (Urk. 25 S. 3, Urk. 53 S. 3). Es mag sein, dass 

man als Boxer beziehungsweise Boxtrainer in bestimmten Situationen in Bezug 

auf bestimmte Handlungsweisen, wie etwa bei Abwehrreaktionen auf einen  

Angriff, eine bessere Reaktionsfähigkeit besitzt als ein "ungeschulter Durch-

schnittsmensch". Diese Situation lässt sich aber nicht unbesehen auf den  

Strassenverkehr übertragen. Versuche haben ergeben, dass selbst reaktions-

schnelle Personen mit einer Brems-Reaktionszeit von mindestens 0.6 Sekunden 

zu rechnen haben (Boll, a.a.O., S. 57). Einer anderen Lehrmeinung zu Folge sei 

sogar von einer Reaktionszeit von mindestens 0.8 Sekunden auszugehen. Sie 

halten dafür, dass eine weitere Reduktion unrealistisch sei, da gerade Fahrzeug-

lenker mit ungenügendem Abstand einem Dauerstress ausgesetzt seien und 

demzufolge kaum mehr über längere Zeit mit optimaler Aufmerksamkeit ihr Fahr-

zeug lenken können. Hinzu kommt, dass im Strassenverkehr die Aufmerksamkeit 

auch der Einhaltung anderer Verkehrsregeln (z.B. Beachten der Signale, Markie-

rungen und Weisungen, Art. 27 Abs. 1 SVG) gewidmet werden muss (Dähler/ 

Peter/Schaffhauser, a.a.O., S. 952; vgl. zur Reaktionszeit auch BGE 115 II 283 E. 

1a mit vielen Verweisen). Ebenso muss stets das Verhalten weiterer Verkehrs-

teilnehmer berücksichtigt werden. Auch ein eingeschränktes Sichtfeld kann die 

Reaktionszeit verlängern. Auch der Beschuldigte selbst räumt ein, dass im  

Strassenverkehr ein grosses Ablenkungspotential herrscht, beispielsweise durch 

Telefonieren (Urk. 52 S. 10). Ein Boxer ist einzig auf seinen Gegner und dessen 

Angriffe fokussiert. Auch wenn im Rahmen der Würdigung der Gesamtumstände 

im Zusammenhang mit der Einzelfallbeurteilung – im Verhältnis zu einem "Durch-

schnittsbürger" – von einer grundsätzlich besseren Reaktionsfähigkeit des  

Beschuldigten ausgegangen werden könnte, könnte daraus nicht geschlossen 

werden, dass ein Boxer beziehungsweise ein Boxtrainer unter jeden Umständen 

auch im Strassenverkehr eine bessere Reaktionsfähigkeit besitzt, die es ihm  

erlauben würde, einen geringeren Abstand gegenüber dem vorausfahrenden 

-   15   - 

Fahrzeug einzuhalten. Diesbezüglich kann auch auf die Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 32 S. 12). Entgegen den Ausführungen der Ver-

teidigung (Urk. 53 S. 3) ist es demnach keineswegs willkürlich, wenn in Bezug auf 

den Beschuldigten nicht von einer Reaktionszeit von 0.25 s ausgegangen wird.  

Ausgehend von dem obgenannten Berechnungsmodell ergibt sich, dass es bei 

einer Vollbremsung des vorausfahrenden Lieferwagens unter Berücksichtigung 

des minimalen Abstandes zwischen den beiden Fahrzeugen zu einer Kollision mit 

dem Fahrzeug des Beschuldigten gekommen wäre [35.42 m + 8 m – 45.08 m =  

– 1.66 m]. Dabei ist festzuhalten, dass es gemäss Bundesgericht zur Bejahung 

einer groben Verkehrsregelverletzung schon ausreicht, wenn auf einer verhält-

nismässig kurzen Strecke zu nah aufgefahren wird (Urteil des Bundesgerichts 

1C_356/2009 vom 12. Februar 2010). Ausgehend von einem Abstand von 10 m, 

welcher gemäss Gutachten während ca. 18 Sekunden durchschnittlich einge-

halten wurde (Urk. 11/5 S. 6: 0.44 s bei 83 km/h), wäre es zwar mit den vorgängig 

gewählten Werten knapp nicht zu einer Kollision gekommen. Es wäre aber nur 

gerade ein Abstand von 0.34 m verblieben, dies unter Annahme von Ideal-

bedingungen. Eine Sicherheitsmarge hätte es – praktisch – nicht mehr gegeben. 

Nur eine leichte Verzögerung in der Reaktion des Beschuldigten oder eine leicht 

verzögerte Reaktion der Bremsanlage hätte auch bei diesem Abstand und sogar 

auch bei einem Abstand von 12 m eine Kollision zur Folge gehabt. Ausgehend 

von einer Reaktionszeit von 0.8 Sekunden ergibt sich nämlich bei einem Abstand 

von 10 m ein Wert nach Vollbremsung von – 4.27 m und bei einem Abstand von 

12 m ein Solcher von – 2.27 m. Den durch die Verteidigung vorgenommenen  

Abstandsrechnungen kann demnach nicht gefolgt werden. Im Übrigen sind diese 

mangels Erläuterung nicht nachvollziehbar (Urk. 25 S. 3, Urk. 53 S. 4). 

4.6. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG setzt 

in objektiver Hinsicht nicht voraus, dass es mit Sicherheit zu einer Auffahrkollision 

gekommen wäre, wenn der vorausfahrende Lenker eine Vollbremsung vor-

genommen hätte. Es genügt vielmehr eine erhöhte abstrakte Gefahr einer  

Auffahrkollision (Boll, a.a.O., S. 58). Von mindestens einer solchen muss vor-

liegend ausgegangen werden. Der Beschuldigte hielt während 18 Sekunden zum 

-   16   - 

vorausfahrenden Lieferwagen einen Abstand ein, der es im Falle einer Voll-

bremsung des vorderen Fahrzeugs zeitweise nicht erlaubt hätte, eine Kollision zu 

vermeiden, und der im Übrigen derart bemessen war, dass ein Zusammenstoss 

nur unter allseitig idealen Umständen hätte vermieden werden können. Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte aufgrund des Lieferwagens zudem noch einen ein-

geschränkten Überblick über das doch rege Verkehrsgeschehen hatte.  

4.7. Wie bereits festgestellt, unterschritt der Beschuldigte auch hinsichtlich des 

zweiten Sachverhaltsabschnitts den Abstand in einer Weise, dass in objektiver 

Hinsicht mindestens eine erhöhte abstrakte Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG bejaht werden muss. Dabei gilt – mutatis mutandis – das vorstehend unter 

Ziff. 4.4 Erwogene: Nachdem der Beschuldigte während ca. 16 Sekunden einen 

durchschnittlichen Abstand von 13 Metern zum ihm vorausfahrenden Personen-

wagen eingehalten hat (Urk. 11/5 S. 10: 0.48 s bei 100 km/h), wäre es ihm im  

Falle einer Vollbremsung des vorausfahrenden Personenwagens selbst unter 

Idealbedingungen unmöglich gewesen, rechtzeitig zu bremsen. Ausgehend von 

einer gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit beider Fahrzeuge von 100 km/h 

resultiert nämlich – selbst ausgehend von einem Maximalabstand von 14 m –  

ein Negativwert von – 8.22 m, und dies wiederum unter der Annahme einer Reak-

tionszeit zugunsten des Beschuldigten von 0.6 s (Bremsweg vorausfahrender PW 

[0.5 * [27.77 m/s]² / 8.5 m/s² = 45.36 m] – Anhalteweg des Beschuldigten 

 [0.5 * [27.77 m/s]² / 8.5 m/s²] + [[27.77 m/s * 0.6 s] = 67.58 m] = – 8.22 m).  

Bei den vom Beschuldigten während dem zweiten Sachverhaltsabschnitt einge-

haltenen Abständen wäre es demnach bei einer Vollbremsung des vorausfahren-

den Personenwagens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer 

Auffahrkollision gekommen.  

4.8. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist aufgrund der Unmittelbarkeit der 

beiden aufeinanderfolgenden Abschnitte (Urk. 32 S. 14) und in Anwendung des 

Verschlechterungsverbots von einer einfachen Tatbegehung auszugehen.  

4.9. Wie von der Vorinstanz zutreffend umrissen, erfordert der Tatbestand von 

Art. 90 Abs. 2 SVG subjektiv ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend  

verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem 

-   17   - 

Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Die Verteidigung verneint berufungs-

weise ein solches schweres Verschulden und verweist auch auf die Vorbringen im 

Rahmen der Hauptverhandlung (Urk. 35 S. 2, Urk. 53 S. 6 f.). Dort führte er aus, 

dem Beschuldigten könne nicht nachgewiesen werden, dass er pflichtwidrig nicht 

daran gedacht hätte, dass sein Fahrverhalten möglicherweise eine entsprechende 

– auch nur abstrakte – Gefahr hätte hervorrufen können (Urk. 25 S. 3).  

Zunächst kann auf die Ausführungen des vorinstanzlichen Urteils verwiesen wer-

den (Urk. 32 S. 14). Präzisierend ist anzumerken, dass zugunsten des Beschul-

digten auch hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes auf die tieferen Werte von 

83 km/h bzw. 100 km/h abzustellen ist und nicht von den maximalen Durch-

schnittsgeschwindigkeiten auszugehen ist. Das Vorbringen der Verteidigung, wo-

nach der Beschuldigte darauf vertraut und gewusst habe (Urk. 25 S. 5, Urk. 53 

S. 7), dass er jederzeit hätte bremsen können, vermag die vorinstanzliche  

Argumentation nicht entkräften. Insbesondere ist es unzutreffend, wenn der  

Beschuldigte vorbringen lässt, aufgrund der sehr guten Kenntnisse der Eigen-

schaften seines Fahrzeuges als auch seines Reaktionsvermögens stets zu  

wissen, welchen Abstand er zum unmittelbar vorausfahrenden Objekt einhalten 

müsse, um sein Fahrzeug nötigenfalls ohne Kollision zum Stehen zu bringen. Wie 

gesehen, war er vorliegend eben gerade nicht in der Lage, einen solchen  

genügenden Abstand einzuhalten, und aus seinen Aussagen im Verfahren ergibt 

sich, dass er gleichermassen nicht in der Lage ist, einen Abstand auch nur  

einigermassen zuverlässig in Metern zu schätzen. Wie bereits ausgeführt, sind 

sodann auch nicht nur die Qualität des eigenen Fahrzeuges und die – über-

schätzten – eigenen Fähigkeiten ausschlaggebend. So wird verkannt, dass auch 

der Bremsweg des vorausfahrenden Fahrzeuges, das Verkehrsaufkommen und 

die Sichtverhältnisse entscheidend sind. Pflichtwidrig ist sodann, einfach auf die 

schlechten Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeuges zu vertrauen (Urk. 9 S. 6, 

Urk. 24 S. 5, Urk. 52 S. 5 f.). Indem der Beschuldigte davon ausgeht, stets alles 

absolut im Griff gehabt zu haben (Urk. 24 S. 8, Urk. 52 S. 6 ff.), obwohl er objektiv 

durch die von ihm frei gewählten ungenügenden Abstände eine erhöhte abstrakte 

Gefahr für einen Auffahrunfall schuf, hat er sich hinsichtlich des Abstandes zum 

Lieferwagen zumindest bedenken-, wenn nicht sogar rücksichtslos gegenüber 

-   18   - 

fremden Rechtsgütern verhalten. Als rücksichtslos muss das Verhalten gelten, 

wenn man bedenkt, dass er in der Folge weiterhin einen die "1/6-Tacho-Regel" 

weit unterschreitenden Abstand einhielt, obwohl es sich hier um einen voraus-

fahrenden Personenwagen handelte, der offensichtlich einen kürzeren Bremsweg 

als ein Lieferwagen aufweist. Die aus zu nahem Aufschliessen resultierenden  

Risiken waren dem Beschuldigten durchaus bewusst (Urk. 24 S. 8, Urk. 32 S. 14, 

Urk. 52 S. 10). Im Zeitpunkt der Tatbegehung kannte er sowohl die "2–Sekunden-

Regel" als auch die "1/2–Tacho-Regel" (Urk. 9 S. 6). Der Einwand des Beschul-

digten, wonach diese Regel der Lehre vor 40 Jahren entspreche und aufgrund der 

 technischen Fortschritte an Aktualität eingebüsst habe (Urk. 52 S. 6), ist nicht zu 

hören. Zwar mag es zutreffen, dass aufgrund des technischen Fortschritts kürzere 

Anhaltewege erzielt werden können. Gleiches gilt dann aber auch für den Brems-

weg des vorausfahrenden Fahrzeugs, erfolgte der technische Fortschritt doch  

flächendeckend.  

Ebenso wenig schlägt die Argumentation der Verteidigung durch, wenn sie die  

vorinstanzliche Auffassung, wonach der Beschuldigte sich jederzeit hätte zurück-

fallen lassen können, um die Abstände dadurch zu vergrössern (Urk. 32 S. 14), 

als schlicht unhaltbar bezeichnet und die Fahrweise des Beschuldigten als  

logische Konsequenz des vom vorausfahrenden Lenkers gezeigten Verhaltens zu 

rechtfertigen versucht (Urk. 53 S. 6). Es ist völlig unerheblich, ob der Lieferwagen 

die Überholspur hätte freigeben müssen, wie dies die Verteidigung postuliert 

(Urk. 53 S. 4 ff.), kennt doch das Strafrecht keine Verschuldenskompensation. 

Vielmehr muss die seitens der Verteidigung geschilderte Intention des Beschul-

digten, wonach dieser mit seinem Fahrverhalten versucht habe, den Lenker des 

Lieferwagens zu veranlassen, die Spur zu verlassen, damit er überholen konnte 

(Urk. 53 S. 5 und 7), als rücksichtslos eingestuft werden, weist dieses Verhalten 

doch geradezu leicht nötigende Züge auf. Dies umso mehr, als der Beschuldigte 

diese Fahrweise ganz bewusst, während einer Strecke von 880 m und trotz 

Wechsel der vorausfahrenden Fahrzeugen beibehalten hat, zumal der Beschul-

digte selbst vorbringt, sich vom hinterherfahrenden Polizeifahrzeug bedrängt  

gefühlt zu haben (Urk. 25 S. 5, Urk. 52 S. 7), obwohl der Abstand zwischen ihm 

und dem Polizeifahrzeug offensichtlich mindestens doppelt so gross war als  

-   19   - 

derjenige zwischen dem Beschuldigten und den diesem vorausfahrenden Fahr-

zeugen. Ergänzend ist anzufügen, dass der Beschuldigte die erhöhte (abstrakte) 

Gefahr einer Auffahrkollision ganz ohne Not schuf, erklärte er doch auf Befragen, 

nicht speziell in Eile gewesen zu sein (Urk. 9 S. 6, Urk. 52 S. 8).  

Der Beschuldigte erfüllt daher auch subjektiv den Tatbestand der groben Ver-

kehrsregelverletzung.   

4.10. Demnach ist der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen Ent-

scheids der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90  

Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV  

schuldig zu sprechen.   

5. Strafzumessung 

5.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer unbedingten Geldstrafe von 

15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- bestraft (Urk. 32 S. 19). Nachdem nur der Beschul-

digte ein Rechtsmittel eingelegt hat, verbietet das Verschlechterungsverbot, dass 

die im Berufungsverfahren auszusprechende Strafe höher ausfällt als die von der 

Vorinstanz ausgesprochene (Art. 391 Abs. 2 StPO).  

5.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung gemäss 

Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 und 5.5 mit Hin-

weisen). Darauf kann verwiesen werden. 

5.3. Zum objektiven Tatschverschulden hinsichtlich des ersten Sachverhalts-

abschnittes ist – wie vorstehend erwogen – zu berücksichtigen, dass die im  

Strassenverkehr grundsätzlich anzuwendende "Faustregel", wonach eine grobe 

Verkehrsregelverletzung vorliegt, wenn der Abstand nicht mindestens 1/6 der  

Geschwindigkeit misst, nicht unbesehen übernommen werden kann, da diese für 

zwei hintereinanderfahrende Personenwagen konzipiert ist. Zwar wäre damit  

gemäss der "Faustregel" ohne weiteres von einer deutlichen Unterschreitung der 

"absoluten Grenze" auszugehen. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich beim 

vorausfahrenden Fahrzeug um einen Lieferwagen handelte, ist gestützt auf die 

Berechnungen nur – aber immerhin – noch knapp von einer groben Verkehrs-

-   20   - 

regelverletzung auszugehen, dies aber doch über eine Strecke von 430 m. Ver-

schuldenserhöhend wirkt dann aber der Umstand, dass das durch den Liefer-

wagen eingeschränkte Sichtfeld den Überblick über das Verkehrsgeschehen 

massgeblich einschränkt, was zu einem grösseren Abstand verpflichtet. Hinsicht-

lich des zweiten Sachverhaltsabschnitts hat der Beschuldigte den hier für die  

Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung genügenden (in Meter umge-

rechneten) Abstand von 1/6 der Geschwindigkeit (vorliegend also 16.66 m  

[100 km/h]) sogar deutlich unterschritten, und dies über etwa eine ähnliche Zeit 

wie im ersten Sachverhaltsabschnitt, mindestens aber während 16 Sekunden 

(bzw. auf einer Strecke von ca. 450 m, Urk. 11/5 S. 10). Zusammengefasst hat 

der Beschuldigte also während einer Strecke von mindestens 880 Metern hinter 

zwei verschiedenen Autos einen so geringen Abstand eingehalten, dass mindes-

tens eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die an einer allfälligen Kollision  

beteiligten Personen bestanden hat. Im Lichte aller denkbaren groben Verkehrs-

regelverletzungen erscheint die objektive Tatschwere dieses Verhaltens freilich 

immer noch als eher leicht. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Ent-

scheidung, eine Rechtsnorm zu übertreten, umso schwerer wiegt, je leichter sie 

hätte beachtet werden können (Boll, a.a.O., S. 20). Der Beschuldigte bringt vor, 

dass es aufgrund des "Ein-fädelns" gar nicht möglich gewesen wäre, einen  

genügenden Abstand einzuhalten (Urk. 25 S. 4, Urk. 52 S. 8 und 10). Dem kann 

nicht gefolgt werden. Aus dem Gutachten und der Aufzeichnung geht hervor, dass 

keinerlei Bemühungen in diese Richtung gingen, verminderte der Beschuldigte 

seine Geschwindigkeit doch in keiner Weise (Urk. 11/5), auch wenn grund-

sätzliche Bremsbereitschaft vorhanden gewesen sein mag (Urk. 24 S. 6).  

Zur subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvor-

sätzlich gehandelt hat. Seine trotz des objektiv klar ungenügenden Abstands  

und selbst nach Vorhalt der Videodokumentation fortwährend geäusserte Über-

zeugung, die Sache jederzeit "im Griff" gehabt zu haben, zeugt von einer  

ganz erheblichen Bedenkenlosigkeit. Es sind keine die objektive Tatschwere  

relativierende Aspekte zu erkennen.  

-   21   - 

Als Einsatzstrafe für die gesamte Tatschwere erscheint damit eine Geldstrafe von 

15 Tagessätzen als angemessen. 

5.4. Mit Blick auf die persönlichen Verhältnisse, die sich vorliegend als straf-

zumessungsneutral erweisen, ist auf die Akten zu verweisen (Urk. 9 S. 1 ff., 

Urk. 24 S. 1 ff., Urk. 52 S. 1 ff.). 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf. Sie datiert vom 21. Dezember 2010 

und erweist sich als einschlägig. Sie erfolgte wegen grober Verletzung der Ver-

kehrsregeln (bedingte Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 1'000.-- bei einer 

Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 3'800.--). Aus dem Umstand, 

dass dem Verfahren nicht ein Verstoss gegen Abstandsvorschriften, sondern eine 

Geschwindigkeitsüberschreitung zugrunde lag, kann – entgegen der Sichtweise 

der Verteidigung (Urk. 53 S. 8) – nichts zugunsten des Beschuldigten abgeleitet 

werden. Entscheidend ist vielmehr, dass der Beschuldigte die Verkehrsregeln  

bereits in grober Weise verletzt hat. Selbstverständlich ist das Gesamtbild ent-

scheidend und es verhält sich nicht dahingehend, dass man gegen jede denkbare 

Norm zunächst einmal verstossen haben müsste, bevor diesbezüglich der auto-

mobilistische Leumund als getrübt gilt. Vorliegend delinquierte der Beschuldigte 

bereits ein halbes Jahr nach Ablauf der Probezeit erneut. Der automobilistische 

Leumund muss deshalb als getrübt erachtet werden, was eine Straferhöhung 

rechtfertigt. Weitere Verfehlungen im Strassenverkehr sind nicht bekannt 

(Urk. 5/5).  

Der Beschuldigte zeigte sich hinsichtlich des Sachverhaltes als nicht geständig. 

Er zeigt keine Reue und Einsicht. Vielmehr stellt er sich auf den Standpunkt,  

mit seiner Fahrweise jederzeit alles im Griff gehabt zu haben (Urk. 24 S. 8). Auch 

unter diesem Titel rechtfertigt sich somit kein Abzug.  

5.5. In Anbetracht der einschlägigen Vorstrafe erscheint die vorinstanzlich aus-

gefällte Strafe von 15 Tagessätzen als moderat. Eine Reduktion der festgesetzten 

Anzahl Tagessätze ist jedenfalls sicher nicht angezeigt.  

-   22   - 

5.6. Der Beschuldigte bezieht aufgrund seines Alters eine AHV-Rente von  

monatlich Fr. 2'462.-- (Urk. 51, Urk. 52 S. 2). Er führte aus, Inhaber und Angestell-

ter der Gipser A'._____ GmbH zu sein (Urk. 9 S. 2, Urk. 24 S. 2, Urk. 52 S. 2). 

Der Beschuldigte machte betreffend seine Einkommenssituation zunächst unter-

schiedliche Angaben. Er bezifferte seinen Jahresnettolohn unter Verweis auf den 

Lohnausweis 2013 auf Fr.15'978.-- netto. Sodann gab er an, für ein Verwaltungs-

ratsmandat zusätzlich Fr. 3'000.-- pro Jahr zu erhalten (Urk. 9 S. 3). Den Lohn-

abrechnungen vom Oktober, November und Dezember 2014 ist ein monatliches 

Nettoeinkommen von Fr. 1'400.-- zu entnehmen (act. 51/3). Dies deckt sich mit 

der von ihm gemachten Aussagen anlässlich der Haupt- sowie Berufungsver-

handlung (Urk. 24 S. 1, Urk. 52 S. 2). Offenbar variiert das Pensum zwischen  

30 - 50 % (Urk. 51/1, Urk. 52 S. 2). Aus der Steuererklärung 2013 ergibt sich ein 

Jahreseinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 20'098.-- und ein 

Nebeneinkommen in der Höhe von Fr. 3'375.--. Gemäss Steuererklärung 2013 

erzielte er ein zusätzliches Einkommen aus Wertschriftenertrag von jährlich 

Fr. 11'508.-- sowie einen Ertrag aus Liegenschaften in Höhe von Fr. 406'605.--, 

was ein Total der Einkünfte von Fr. 441'586.-- ergibt. Nach Abzug der Berufsaus-

lagen von Fr. 3'300.--, Hypothekarschulden in Höhe von Fr. 93'069.-- sowie jährli-

chen Versicherungsprämien von Fr. 2'600.-- und Kosten der Verwaltung des  

beweglichen Vermögens von Fr. 27.-- ergibt sich ein Zwischenstand von 

Fr. 342'590.-- (Urk. 51/2 S. 2 f.). Weiter gibt der Beschuldigte an, seiner Partnerin 

freiwillig monatlich Fr. 1'800.-- zu bezahlen. Seiner von ihm getrennten Ehefrau 

leiste er aufgrund einer Privatvereinbarung monatliche Unterhaltsleistungen in 

Höhe von Fr. 3'500.-- in bar zuzüglich Wohnkosten sowie einen Betrag für weitere 

Verwendungen, insgesamt Fr. 7'500.-- (Urk. 9 S. 3, Urk. 24 S. 2, Urk. 51/1, 

Urk. 52 S. 3). Unterhaltszahlungen an die Kinder sind keine ausgewiesen 

(Urk. 51/2), obwohl er anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme noch 

angab, jährlich ca. Fr. 3'000.-- bis Fr. 4'000.-- an seine volljährigen und nicht mehr 

mit ihm im gleichen Haushalt lebenden Kinder zu bezahlen. Die Vorinstanz ging 

von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 12'900.-- aus (Urk. 32 S. 17). 

Dies deckt sich mit den Angaben aus dem Steuerregisterauszug vom 16. Juli 

2013, wonach von einem jährlichen Nettoeinkommen von Fr. 154'900.-- auszu-

-   23   - 

gehen sei (Urk. 5/4). Der Steuererklärung 2013 ist gar ein steuerbares Einkom-

men von Fr. 269'390.-- zu entnehmen (Urk. 51/2 S. 3). Für das Jahr 2014 gab der 

Beschuldigte auf Befragen an, ein Jahreseinkommen von insgesamt rund 

Fr. 130'000.-- erzielt zu haben (Urk. 24 S. 3, Urk. 52 S. 2). Der Beschuldigte ver-

fügt sodann über ein steuerbares Vermögen von rund 3.75 Mio. (Urk. 5/4, Urk. 24 

S. 3, Urk. 51/2). 

Hinsichtlich der Geldstrafenendsumme und der Anzahl Tagessätze gilt das Ver-

schlechterungsverbot (BSK StGB-Dolge, 3. Auflage, Art. 34 N 99). Gestützt auf 

die vorstehenden Erwägungen kann festgehalten werden, dass die von der Vor-

instanz festgesetzte Tagessatzhöhe sicher nicht zu hoch ausgefallen ist. Ent-

sprechend ist von einer Tagessatzhöhe von Fr. 250.-- auszugehen.  

5.7. In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils ist der Beschuldigte somit mit 

einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- zu bestrafen.  

6. Vollzug 

6.1. Der Beschuldigte lässt berufungsweise vorbringen, es sei ihm im Rahmen 

des erstinstanzlichen Urteils zu Unrecht die Gewährung des bedingten Vollzugs 

verwehrt worden (Urk. 35 S. 2, Urk 53 S. 8). 

6.2. Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass die objektiven Voraus-

setzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 Abs. 1 

StGB erfüllt sind. Ein Anwendungsfall von Art. 42 Abs. 2 StGB liegt nicht vor. Die 

Vorinstanz ging allerdings vom Vorliegen einer ungünstigen Prognose im Sinne 

von Art. 42 Abs. 1 StGB aus, weshalb sie den Vollzug der Geldstrafe anordnete. 

Zur Begründung nannte sie die einschlägige Vorbestrafung sowie die mangelnde 

Einsicht des Beschuldigten in das begangene Unrecht der Tat (Urk. 32 S. 18).   

6.3. Voraussetzung für einen bedingten Strafvollzug ist die Erwartung künftigen 

Wohlverhaltens des Beschuldigten (BSK StGB-Schneider/Garré, a.a.O., Art. 42 

N 38). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind im Rahmen der Gesamtwürdi-

gung aller wesentlichen Umstände neben den Tatumständen auch das Vorleben, 

der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den  

-   24   - 

Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen, in die  

Beurteilung miteinzubeziehen (Urk. 32 S. 17).  

Bereits mit Strafbefehl vom 21. Dezember 2010 wurde der Beschuldigte wegen 

grober Verkehrsregelverletzung mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen und  

einer Busse bestraft (Urk. 5/6). Wie bereits vorstehend unter Ziff. 5.4 ausgeführt, 

erweist sich diese Vorstrafe – entgegen der Sichtweise der Verteidigung (Urk. 53 

S. 8) – als einschlägig, auch wenn sie auf einer Geschwindigkeitsüberschreitung 

gründet. Die vorliegend zu beurteilende erneute Verfehlung gegen das Strassen-

verkehrsgesetz erfolgte nicht einmal sechs Monate nach Ablauf der zweijährigen 

Probezeit. Es kann der Vorinstanz beigepflichtet werden, wenn sie daraus den 

Schluss zieht, dass sich der Beschuldigte von der bedingten Geldstrafe offenbar 

nicht beeindrucken liess (Urk. 32 S. 18). Die Warnwirkung der bedingten Strafe 

hielt den Beschuldigten nachweisbar nicht von einer erneuten Delinquenz ab. 

Dies muss bei der Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element berück-

sichtigt werden, schliesst aber die Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht 

notwendigerweise aus (BSK Schneider/ Garré, a.a.O., Art. 42 N 61). Seit der zu 

beurteilenden Tat hat sich der Beschuldigte soweit ersichtlich wohl verhalten 

(Urk. 34). 

Für das Nichtvorhandensein einer günstigen Prognose spricht die Einsichtslosig-

keit des Täters als Ausdruck der absoluten Überzeugung, im Recht zu sein, und 

damit der Unfähigkeit, sich in Frage zu stellen. Alleine die Tatsache, dass sich der 

Täter der Strafwürdigkeit seiner Handlungen nicht bewusst geworden ist, deutet 

hingegen nicht auf eine ungünstige Prognose hin (BSK Schneider/Garré, a.a.O., 

Art. 42 N 47 und N  73). Dies muss relativierend berücksichtigt werden, wenn die 

Vorinstanz gestützt auf die Ausführungen des Beschuldigten – wonach dieser 

aufgrund seiner überlegenen Bremstechnik, Reaktionsfähigkeit und Fahrtechnik 

davon ausgegangen sei, jederzeit und in jedem Fall rechtzeitig bremsen zu  

können – auf einen rücksichtslosen Grundcharakter zumindest im Strassen-

verkehr geschlossen hat. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die eigene 

Reaktionsfähigkeit sowie die Bremsqualität und die Beherrschung des eigenen 

Fahrzeuges einen erheblichen Einfluss auf den Anhalteweg haben. Zutreffend ist 

-   25   - 

auch, dass der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug kleiner sein darf, wenn 

es sich beim vorausfahrenden Fahrzeug um einen Lieferwagen und beim eigenen 

Fahrzeug um einen Personenwagen handelt. Die Argumentation des Beschuldig-

ten zeugt daher nicht (nur) von Einsichtslosigkeit, sondern ist auch Ausfluss eines 

legitimen Interesses des Beschuldigten, seine Vorgehensweise zu plausibilisie-

ren, wenn auch vorliegend festzuhalten ist, dass er die einzelnen Aspekte unzu-

treffend gewichtet hat und der Abstand klarerweise ungenügend war.  

Trotz durch Videoaufnahmen und ein Gutachten erstelltem Sachverhalt betonte 

der Beschuldigte nun allerdings wiederholt und selbst auf Vorhalt des Videos, 

stets genügend Abstand eingehalten zu haben, um jederzeit rechtzeitig bremsen 

zu können und alles "absolut im Griff gehabt zu haben (Urk. 24 S. 5 und 7 f., 

Urk. 52 S. 5 ff.). Mit seiner Haltung bringt der Beschuldigte seine Unfähigkeit bzw. 

wohl eher seinen demonstrativen Unwillen zum Ausdruck, das eigene Handeln 

auch nur im Ansatz zu reflektieren. Nichts anderes als eine solche Verweige-

rungshaltung kann jedenfalls aus seinen Aussagen in der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 22. Januar 2014 geschlossen werden, als er auf Vorhalt 

der SatSpeed Aufzeichnungen behauptete, er habe bei beiden Nachfahrsequen-

zen jeweils einen Abstand von "gegen 40 Metern" bzw. gar "sicher 40 Metern" 

eingehalten (Urk. 9 S. 7, 8): Nur schon bei flüchtiger Betrachtung der betreffenden 

Bilder ist nämlich offensichtlich, dass niemals ein solcher Abstand vorgelegen  

haben konnte. Ebenfalls von wenig Reflexionsfähigkeit zeugt die Antwort des  

Beschuldigten in der nächsten Einvernahme auf den Vorhalt des gutachterlichen 

Schlusses, dass ein Abstand von lediglich 7 bis 15 % des Tachoabstands fest-

gestellt worden sei: "Ich kann Ihnen nicht beipflichten. Mir wurde von verschiede-

nen Seiten zugetragen, dass ein bestimmter Beamter des Verkehrszuges sich  

einen Sport draus macht, dieselbe Strecke immer hin und her zu fahren und  

Kontrollen wie diese durchzuführen" (Urk. 9 S. 3). Auch wenn der Beschuldigte in 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung – wohl in Anbetracht der erdrückenden 

Beweislage – "nur" noch davon spricht, zum Lieferwagen seines Erachtens einen 

Abstand von "mindestens 20 Metern" eingehalten zu haben (Urk. 24 S. 5),  

bezeugt er durch sein gesamtes Aussageverhalten eine geradezu exemplarisch 

mangelnde Einsicht in die Verwerflichkeit seines Handelns, wie dies auch die Vor-

-   26   - 

instanz betonte. Auch berufungsweise ändert der Beschuldigte sein Aussage-

verhalten nicht. Zwar geht er nunmehr von einem Abstand von 12 m zum voraus-

fahrenden Lieferwagen aus - und nähert sich damit wiederum seiner Erstaussage 

von 10 m. Allerdings erklärt er – wiederum unter Vorhalt des Videos – immer 

noch, der festen Überzeugung zu sein, dass er jederzeit rechtzeitig hätte anhalten  

können. Überdies habe das vordere Auto etwa den gleichen Abstand eingehalten 

wie er (Urk. 52 S. 5 ff.). 

6.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die einschlägige Vorstrafe mit  

der entsprechenden Administrativmassnahme und insbesondere die erneute  

Delinquenz einige Monate nach Ablauf der diesbezüglichen Probezeit bei der 

Prognosestellung als erheblich ungünstige Faktoren zu gewichten sind. Ferner 

spricht die offenkundige Uneinsichtigkeit des Beschuldigten in das begangene 

Unrecht seiner Tat für das Nichtvorhandensein einer günstigen Prognose. Dem-

zufolge ist dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug in Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils zu verweigern. 

7. Kosten 

7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten-

dispositiv (Ziffern 4 und 5) zu bestätigen. 

7.2. Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.  

7.3. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  

unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind 

deshalb die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich dem Beschuldigten 

aufzuerlegen und es ist ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

 

-   27   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der vorsätzlichen groben  

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in  

Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 250.--. 

3. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.  

4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv wird bestätigt (Dispositivziffern 4 und 

5). 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldig-
tendie Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 
Administrativmassnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. ...) 

 

-   28   - 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 5. März 2015  
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Bussmann 
 

 
 
 
 
 
 

	Urteil vom 5. März 2015
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.–.
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	1. Es sei das vom Einzelgericht des Bezirkes Bülach am 2. September 2014 unter der Geschäftsnummer GG-140047-C/U1 gefällte Urteil aufzuheben, und es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Arti...
	2. Eventualiter sei der Beschuldigte der einfachen Verletzung von Verkehrs-regeln im Sinne von Artikel 90 Absatz 1 SVG in Verbindung mit Artikel 34 Absatz 4 SVG und Artikel 12 Absatz 1 VRV schuldig zu sprechen, dies  unter Reduktion der von der Vorins...
	3. Subeventualiter sei dem Beschuldigten der bedingte Strafvollzug zu ge-währen, dies unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit.
	4. Im Rahmen des Obsiegens seien die Verfahrenskosten auf die Gerichts-kasse zu nehmen und dem anwaltlich vertretenen Beschuldigten aus dieser eine angemessene Entschädigung auszurichten.
	b) Der Staatsanwaltschaft: (schriftlich; Urk. 42)
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 2. September 2014 wurde der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen. Er wurde mit einer unbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- bestraft. Die Kosten der Untersu...
	1.2. Gegen das dem Beschuldigten am 2. September 2014 mündlich eröffnete und der Staatsanwaltschaft hernach zugestellte (Prot. I S. 5) Urteil liess der  Beschuldigte seinen (erbetenen) Verteidiger gleichentags mündlich Berufung  anmelden (Prot. I S. 7...
	1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte persönlich und sein Verteidiger erschienen (Prot. II S. 3). Zu Beginn der Berufungsverhandlung waren weder Vorfragen zu entscheiden noch Beweise abzunehmen (Prot. II  S. 4 f.). Das vorliegen...

	2. Umfang der Berufung
	Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil in allen Punkten an (Urk. 35, Urk. 53 S. 1 und Prot. II S. 4).

	3. Sachverhalt
	3.1. Der Beschuldigte bestreitet nicht, den Personenwagen BMW X3, Kontrollschild ZH ..., am 14. Juni 2013, 12:49 Uhr, auf der Überholspur der Autobahn A1 in Fahrtrichtung Bern auf dem Gemeindegebiet Wallisellen gelenkt zu haben und während einer gewis...
	3.2. Hingegen stellt der Beschuldigte in Abrede, den jeweils vorangefahrenen Fahrzeugen zu nah aufgefahren zu sein (Urk. 9 S. 7 ff.; Urk. 24 S. 5; Urk. 52 S. 5 ff.), was das vorinstanzliche Urteil als reine Schutzbehauptung qualifizierte (Urk. 32 S. 8...
	3.3. Das Tatgeschehen wurde durch die Kantonspolizei Zürich per Video-aufnahme (Nachfahrtachograph SatSpeed) dokumentiert (Urk. 3). Gestützt darauf wurde ein Gutachten des Eidgenössischen Institutes für Metrologie METAS vom 20. März 2014 erstellt (Urk...
	3.4. Es kann demnach als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte auf einer Strecke von ca. 430 m mit einem Abstand zum vorausfahrenden Lieferwagen von 10 bis 12 m, minimal 8 m, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 86 km/h ± 3 km/h...

	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Die Vorinstanz hat die Fahrweise des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Abstand zu den jeweils vorausfahrenden Fahrzeugen als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG gewürdigt.
	4.2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG und Art. 34 Abs. 4 SVG richtig umrissen, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen darauf zu verweisen ist (Urk. 32 S. 9-11).
	Der Beschuldigte lässt berufungsweise vorbringen, dass es keinen gesetzlichen Mindestabstand zweier hintereinanderfahrender Fahrzeuge gebe (Urk. 35 S. 2; Urk. 53 S. 2). Dem ist zuzustimmen, lässt sich der zur Pönalisierung ausreichende Abstand doch we...
	Praxisgemäss wird bei Einhaltung eines Abstands von einem "halben Tacho" ein genügender Abstand angenommen und bei Unterschreitung eines Abstands von einem Sechstel der gefahrenen Geschwindigkeit bzw. von 0.6 Sekunden von  einer groben Verkehrsregelve...
	Zur Bejahung einer groben Verkehrsregelverletzung genügt, dass auf einer  verhältnismässig kurzen Strecke zu nahe aufgefahren wird, wobei es auch das Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen gilt. Eine grobe Verkehrsregelverletzung wurde unter anderem bej...
	Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 86 km/h (± 3 km/h, Abschnitt I) bzw. 103 km/h (± 3 km/h, Abschnitt II) zum vorausfahrenden Lieferwagen bzw.  Personenwagen einen Abstan...
	Bei einem Abstand von "1/6 Tacho" ist die Gefahr einer Auffahrkollision im Verhältnis zum vorgeschriebenen Abstand (erlaubtes Risiko) hochgradig erhöht.  Allerdings ist diese absolute Schwelle auf die Konstellation ausgerichtet, dass zwei Personenwage...
	Nachfolgend wird in Bezug auf den ersten Sachverhaltsabschnitt im Sinne einer Plausibilitätsprüfung und mit Blick auf die entsprechende Argumentation der Verteidigung und des Beschuldigten noch ein anderes Berechnungsmodell gewählt, um dem Umstand Rec...
	4.3. Die Vorschrift, gegenüber allen Strassenbenützern einen "ausreichenden" Abstand zu wahren, verpflichtet die Fahrzeugführer, sich bei der Begegnung mit anderen Verkehrsteilnehmern mit einer gewissen "Sicherheitszone" zu umgeben (Giger, Komm. SVG, ...
	Im Rahmen der Berufungserklärung moniert die Verteidigung, die Vorinstanz  habe in ihren Erwägungen dem Umstand, dass sich der Beschuldigte in einer  Kolonne befunden habe, keine Bedeutung beigemessen (Urk. 35 S. 2). Der  Beschuldigte liess bereits an...
	Es ist unstrittig, dass es sich bei dem vorliegend relevanten Autobahnabschnitt grundsätzlich um eine stark frequentierte Strasse handelt (vgl. vorne 3.1). Auch am 14. Juni 2013 habe ein "Einfädeln in den Kolonnenverkehr" stattgefunden (Urk. 25 S. 4)....
	4.4. Damit es bei einer Vollbremsung des vorausfahrenden Fahrzeuges nicht zu einer Kollision kommt, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: Bremsweg des vorderen Fahrzeuges plus Abstand der Fahrzeuge minus  Anhalteweg des hinteren Fahrzeuge...
	Nachfolgend wird mit mittleren, d.h. durchschnittlichen Verzögerungswerten  gerechnet, welche vom Berühren des Bremspedals bis zum Stillstand resp. der Kollision wirksam sind. Diese sind leicht kleiner als die Vollbremsverzögerungswerte. Die während d...
	Es trifft grundsätzlich zu, wenn der Beschuldigte vorbringt bzw. vorbringen lässt, dass die guten Bremsen seines BMW X3 sowie die – jedenfalls angeblich – "sehr schlechten" Bremsen des vorausfahrenden Lieferwagens für die Bremswege der involvierten Fa...
	4.5. Gestützt auf diese Erwägungen drängt es sich auf, bei der Berechnung in Bezug auf den Lieferwagen von einem Verzögerungswert von 7.5 m/s² auszu-gehen, insbesondere deshalb, weil es für den Beschuldigten unmöglich war zu erkennen, ob der Lieferwag...
	Der reine Bremsweg des vorausfahrenden Lieferwagens, also ohne Berücksichtigung der Reaktionszeit, beträgt bei einer gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 83 km/h – der gleichen wie jene des Beschuldigten  – 35.42 m (Abschnitt I, [0.5 * [23.05 m...
	Demgegenüber liegt der Anhalteweg des Beschuldigten bei rund 45.08 m  (Abschnitt I, [0.5 * [23.05 m/s]² / 8.5 m/s²] + [23.05 m/s * 0.6 s] = 45.08 m). Dabei wird zugunsten des Beschuldigten von einer Reaktionszeit von 0.6 s ausge-gangen.
	Der Beschuldigte bringt dazu aber immer wieder vor, dass er über eine "überdurchschnittliche Reaktion" verfüge (Urk. 9 S. 9, Urk. 24 S. 9). So wies er bereits im Rahmen der polizeilichen Befragung auf seine – angebliche – Reaktionszeit von 0.25 Sekund...
	Ausgehend von dem obgenannten Berechnungsmodell ergibt sich, dass es bei einer Vollbremsung des vorausfahrenden Lieferwagens unter Berücksichtigung des minimalen Abstandes zwischen den beiden Fahrzeugen zu einer Kollision mit dem Fahrzeug des Beschuld...
	4.6. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG setzt in objektiver Hinsicht nicht voraus, dass es mit Sicherheit zu einer Auffahrkollision gekommen wäre, wenn der vorausfahrende Lenker eine Vollbremsung vor-genommen hätte. Es ...
	4.7. Wie bereits festgestellt, unterschritt der Beschuldigte auch hinsichtlich des zweiten Sachverhaltsabschnitts den Abstand in einer Weise, dass in objektiver Hinsicht mindestens eine erhöhte abstrakte Gefahr im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG bejaht w...
	4.8. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist aufgrund der Unmittelbarkeit der beiden aufeinanderfolgenden Abschnitte (Urk. 32 S. 14) und in Anwendung des Verschlechterungsverbots von einer einfachen Tatbegehung auszugehen.
	4.9. Wie von der Vorinstanz zutreffend umrissen, erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG subjektiv ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend  verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens gro...
	Zunächst kann auf die Ausführungen des vorinstanzlichen Urteils verwiesen werden (Urk. 32 S. 14). Präzisierend ist anzumerken, dass zugunsten des Beschuldigten auch hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes auf die tieferen Werte von 83 km/h bzw. 100 ...
	Ebenso wenig schlägt die Argumentation der Verteidigung durch, wenn sie die  vorinstanzliche Auffassung, wonach der Beschuldigte sich jederzeit hätte zurückfallen lassen können, um die Abstände dadurch zu vergrössern (Urk. 32 S. 14), als schlicht unha...
	Der Beschuldigte erfüllt daher auch subjektiv den Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung.
	4.10. Demnach ist der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90  Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV  schuldig zu sprechen.

	5. Strafzumessung
	5.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer unbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- bestraft (Urk. 32 S. 19). Nachdem nur der Beschuldigte ein Rechtsmittel eingelegt hat, verbietet das Verschlechterungsverbot, dass die im Beru...
	5.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung gemäss Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 und 5.5 mit Hin-weisen). Darauf kann verwiesen werden.
	5.3. Zum objektiven Tatschverschulden hinsichtlich des ersten Sachverhalts-abschnittes ist – wie vorstehend erwogen – zu berücksichtigen, dass die im  Strassenverkehr grundsätzlich anzuwendende "Faustregel", wonach eine grobe Verkehrsregelverletzung v...
	Zur subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat. Seine trotz des objektiv klar ungenügenden Abstands  und selbst nach Vorhalt der Videodokumentation fortwährend geäusserte Überzeugung, die Sache jed...
	Als Einsatzstrafe für die gesamte Tatschwere erscheint damit eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen als angemessen.
	5.4. Mit Blick auf die persönlichen Verhältnisse, die sich vorliegend als straf-zumessungsneutral erweisen, ist auf die Akten zu verweisen (Urk. 9 S. 1 ff., Urk. 24 S. 1 ff., Urk. 52 S. 1 ff.).
	Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf. Sie datiert vom 21. Dezember 2010 und erweist sich als einschlägig. Sie erfolgte wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (bedingte Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 1'000.-- bei einer Probezeit von 2 Ja...
	Der Beschuldigte zeigte sich hinsichtlich des Sachverhaltes als nicht geständig. Er zeigt keine Reue und Einsicht. Vielmehr stellt er sich auf den Standpunkt,  mit seiner Fahrweise jederzeit alles im Griff gehabt zu haben (Urk. 24 S. 8). Auch unter di...
	5.5. In Anbetracht der einschlägigen Vorstrafe erscheint die vorinstanzlich ausgefällte Strafe von 15 Tagessätzen als moderat. Eine Reduktion der festgesetzten Anzahl Tagessätze ist jedenfalls sicher nicht angezeigt.
	5.6. Der Beschuldigte bezieht aufgrund seines Alters eine AHV-Rente von  monatlich Fr. 2'462.-- (Urk. 51, Urk. 52 S. 2). Er führte aus, Inhaber und Angestellter der Gipser A'._____ GmbH zu sein (Urk. 9 S. 2, Urk. 24 S. 2, Urk. 52 S. 2). Der Beschuldig...
	Hinsichtlich der Geldstrafenendsumme und der Anzahl Tagessätze gilt das Verschlechterungsverbot (BSK StGB-Dolge, 3. Auflage, Art. 34 N 99). Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen kann festgehalten werden, dass die von der Vorinstanz festgesetzte Ta...
	5.7. In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils ist der Beschuldigte somit mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.-- zu bestrafen.

	6. Vollzug
	6.1. Der Beschuldigte lässt berufungsweise vorbringen, es sei ihm im Rahmen des erstinstanzlichen Urteils zu Unrecht die Gewährung des bedingten Vollzugs verwehrt worden (Urk. 35 S. 2, Urk 53 S. 8).
	6.2. Mit der Vorinstanz kann festgehalten werden, dass die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB erfüllt sind. Ein Anwendungsfall von Art. 42 Abs. 2 StGB liegt nicht vor. Die Vorinstanz gi...
	6.3. Voraussetzung für einen bedingten Strafvollzug ist die Erwartung künftigen Wohlverhaltens des Beschuldigten (BSK StGB-Schneider/Garré, a.a.O., Art. 42 N 38). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind im Rahmen der Gesamtwürdigung aller wesent...
	Bereits mit Strafbefehl vom 21. Dezember 2010 wurde der Beschuldigte wegen grober Verkehrsregelverletzung mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen und  einer Busse bestraft (Urk. 5/6). Wie bereits vorstehend unter Ziff. 5.4 ausgeführt, erweist sich die...
	Für das Nichtvorhandensein einer günstigen Prognose spricht die Einsichtslosigkeit des Täters als Ausdruck der absoluten Überzeugung, im Recht zu sein, und damit der Unfähigkeit, sich in Frage zu stellen. Alleine die Tatsache, dass sich der Täter der ...
	Trotz durch Videoaufnahmen und ein Gutachten erstelltem Sachverhalt betonte der Beschuldigte nun allerdings wiederholt und selbst auf Vorhalt des Videos, stets genügend Abstand eingehalten zu haben, um jederzeit rechtzeitig bremsen zu können und alles...
	6.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die einschlägige Vorstrafe mit  der entsprechenden Administrativmassnahme und insbesondere die erneute  Delinquenz einige Monate nach Ablauf der diesbezüglichen Probezeit bei der Prognosestellung als erhebli...

	7. Kosten
	7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten-dispositiv (Ziffern 4 und 5) zu bestätigen.
	7.2. Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.
	7.3. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind deshalb die Kosten des B...

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der vorsätzlichen groben  Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in  Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 250.--.
	3. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.
	4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv wird bestätigt (Dispositivziffern 4 und 5).
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. ...)

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.