# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00b4b012-5446-5ff7-a91a-3c0e53646bbd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.11.2006 U 2005 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2005-21_2006-11-17.pdf

## Full Text

U 05 21
1. Kammer 

URTEIL
vom 17. November 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Auflösung des Dienstverhältnisses

1. … wurde per 1. Januar 1990 von der Gemeinde … als Revierförster und 

Geschäftsführer des Gemeindeforstamtes … gewählt, und zwar mit einem 

100%-igen Arbeitspensum. Das Anstellungsverhältnis wurde per 1. Januar 

2004 auf eine neue Basis gestellt, weil auf diesen Zeitpunkt die 

Strassenbaugruppe aus dem Aufgaben- und Verantwortungsbereich des 

Gemeindeforstamtes ausgegliedert wurde. Verschiedene … angelastete 

Vorkommnisse führten zu Spannungen mit dem Gemeindevorstand und auch 

zu Unmut in der Bevölkerung, welche zum Teil auch den Gemeindevorstand 

wegen fehlender Beaufsichtigung bzw. Passivität gegenüber dem 

Revierförster bezichtigte. Die ganze Angelegenheit eskalierte schliesslich - 

nach turbulenten Gemeindeversammlungen - soweit, dass die gesamte 

Geschäftsprüfungskommission, der Gemeindepräsident sowie drei von vier 

Mitgliedern des Gemeindevorstandes ihre Ämter niederlegten und sich für 

weitere Amtsperioden nicht mehr zur Verfügung stellten. Der Waldfachchef 

als viertes Gemeindevorstandsmitglied wurde von den Stimmbürgerinnen und 

Stimmbürgern von … im Frühling 2004 nicht wieder gewählt. Am 1. Juli 2004 

trat der neu gewählte Gemeindevorstand sein Amt an. Nach Sichtung der 

ganzen Vorkommnisse der letzten Jahre um das Forstwesen gelangte der 

Gemeindevorstand zur Erkenntnis, dass das Vertrauensverhältnis zwischen 

den Gemeindebehörden und dem Revierförster derart nachhaltig gestört sei, 

dass sich eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr rechtfertigte. Für ihn war 

auch klar, dass ein Wiederaufwärmen der ganzen Diskussionen um effektive 

oder vermeintliche Missstände im Forstwesen zu nichts anderem als zu 

weiteren Auseinandersetzungen führen würde. In dessen Interesse schien 

ihm daher eine Auflösung des Dienstverhältnisses mit … auf den nächsten 

geeigneten Zeitpunkt als unumgänglich. Gleichzeitig gelangte der 

Gemeindevorstand aber auch zum Schluss, dass in Anbetracht der immer 

prekärer werdenden Finanzlage der Gemeinde und der übrigen öffentlichen 

Hand unter anderem auch das Forstwesen neu strukturiert werden müsste mit 

dem Ziel, in grösserem Masse Kosten einsparen zu können. Der 

Gemeindevorstand arbeitete im Hinblick auf dieses Ziel ein neues Konzept für 

das Forstwesen aus, welches als "Forstkonzept 2005" Ende 2004 im Sinne 

eines Grobkonzeptes vorlag. Anlässlich seiner Sitzung vom 11. Januar 2005 

beschloss der Gemeindevorstand, dieses Forstkonzept 2005 weiter zu 

verfolgen und umzusetzen. Gemeindepräsident und Waldfachchef erhielten 

den Auftrag, die notwendigen Vorbereitungen hiefür zu treffen. Gleichzeitig 

sollte der Revierförster über die Reorganisation des Revierforstamtes 

orientiert und davon in Kenntnis gesetzt werden, dass bei Umsetzung dieses 

Konzepts das Arbeitspensum des Revierförsters auf ca. 50-60 % 

herabgesetzt würde. … sollte daher Gelegenheit erhalten, sich bis zum 4. 

Februar 2005 einerseits zur geplanten Reorganisation des Forstbetriebes und 

andererseits zu einer allfälligen Auflösung des Dienstverhältnisses per Ende 

August 2005 vernehmen zu lassen. In der Folge orientierte der Vorstand … 

mündlich über die vorgesehenen Massnahmen. Der Inhalt dieses Gespräches 

ist zwischen der Gemeinde und … umstritten. Mit Schreiben vom 31. Januar 

2005 nahm … zu den vom Gemeindevorstand angekündigten Massnahmen 

Stellung und wies - wie schon zuvor das Amt für Wald … - darauf hin, dass 

das Konzept Forstwesen 2005 in verschiedenen Punkten nicht der kantonalen 

Waldgesetzgebung entspreche. Was seine Kündigung angehe, seien keine 

genügenden Gründe ersichtlich, ganz abgesehen davon, dass die Gemeinde 

sich auch nicht an die Vorgaben der kantonalen Personalverordnung halte, 

gemäss der sie verpflichtet wäre, ihm eine Ersatzanstellung anzubieten. Nach 

Klärung der Abgeltung von Ferien und Überstunden sprach die Gemeinde mit 

Verfügung vom 23. Februar 2005 die Kündigung des 

Anstellungsverhältnisses per 31. August 2005 aus und begründete diese im 

Detail. Gleichzeitig wurde … per 1. März 2005 freigestellt. Die 

eingeschriebene Verfügung nahm … am 3. März 2005 in Empfang. 

2. Dagegen erhob … am 17. März 2005 Rekurs an das Verwaltungsgericht mit 

dem Antrag, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Gemeinde zu 

verpflichten, den Rekurrenten bis am 30. September 2005 als Revierförster 

zu beschäftigen und ihn bis zu diesem Zeitpunkt zu entlöhnen. Ausserdem sei 

festzustellen, dass die Kündigung vom 23. Februar 2005 ungerechtfertigt sei, 

und es sei die Rekursgegnerin zu verpflichten, dem Rekurrenten eine 

Entschädigung von Fr. 19'149.-- entsprechend 3 Nettomonatslöhnen, 

eventuell nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen. Da von gewissen 

Kreisen in der Gemeinde … in der Öffentlichkeit regelmässig Vorwürfe gegen 

seine Amtsführung verbreitet worden seien, sei diese durch mehrere 

Behörden untersucht worden. Sämtliche Untersuchungen der 

übergeordneten kommunalen und kantonalen Behörden wiesen die 

Anschuldigungen zurück und hätten ihm eine einwandfreie Amtsführung 

bestätigt. Selbst die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden habe eine 

auf Antrag des damaligen Gemeindevorstands gegen ihn eingeleitete 

Strafuntersuchung einstellen müssen. Seine Freistellung sei rechtswidrig 

gewesen. Er habe die Kündigung erst am 3. März 2005 in Empfang 

genommen. Die Kündigung sei daher auf den 30. September 2005 

rechtswirksam. Die Entlassung sei auch nicht gerechtfertigt gewesen, da sich 

dafür keine sachlichen Gründe finden liessen. 

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Der Rekurrent habe durch die Freistellung keine Nachteile erlitten. 

Die Kündigung sei rechtzeitig erfolgt. Der Rekurrent habe die Verfügung 

entgegen Treu und Glauben erst am 3. März 2005 abgeholt. Die 

Kündigungsvoraussetzungen seien auch in materieller Hinsicht erfüllt. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest und vertieften ihre Argumentation. Schliesslich konnten sich die Parteien 

zu einer Stellungnahme des Amtes für Wald Graubünden äussern.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Gemeinde verfügt über ein eigenes Personalreglement, das allerdings 

nicht alle Bereiche regelt. So legt es lediglich die Kündigungsfrist für den 

Revierförster in Art. 8 auf 6 Monate fest. Über die Voraussetzungen, unter 

denen eine Kündigung ausgesprochen werden darf, enthält es dagegen keine 

eigenen Bestimmungen. Das Regelement erklärt vielmehr das kantonale 

Personalrecht in Art. 2 für subsidiär anwendbar. Der Anstellungsvertrag mit 

dem Rekurrenten enthält keine vom kommunalen oder kantonalen 

Personalrecht abweichende Regelung. Hinsichtlich der Kündigung kommt 

somit Art. 9 der kantonalen Personalverordnung (PV) zur Anwendung. Falls 

sich auch der PV keine Regelung entnehmen lässt, wird im Übrigen auf das 

Obligationenrecht verwiesen. Darin sind sich auch die Parteien einig.

2. a) Der Rekurrent beantragt zunächst, er sei bis zum Ablauf der Kündigungsfrist 

nicht nur zu entlöhnen, sondern auch zu beschäftigen. Er erachtet seine 

Freistellung als rechtswidrig, weil gegen aussen dadurch der Eindruck 

entstehen könne, ihm sei fristlos gekündigt worden. Überdies sei eine solche 

Massnahme im Personalrecht auch nicht vorgesehen. 

b) Mit der Freistellung verzichtet der Arbeitgeber einseitig auf die Arbeitsleistung 

des Arbeitnehmers. Alle anderen vertraglichen Pflichten, so insbesondere die 

Lohnzahlung, bleiben bestehen (vgl. ZR 99 [2000], S. 213). Für einen solchen 

Verzicht bedarf es keiner ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage. Vielmehr 

ist im Privatrecht, auf welches das Personalreglement verweist, die 

grundsätzliche Zulässigkeit einer Freistellung anerkannt. Es liegt im 

Ermessen des Arbeitgebers, ob er den Arbeitnehmer bis zum Ablauf der 

Kündigungsfrist freistellen will. Ein Recht auf Beschäftigung besteht nur in 

seltenen Ausnahmefällen (vgl. ZR 99 [2000], Nr. 84). Es gibt in der Judikatur 

auch keine Entscheide, die eine Beschäftigungspflicht im Einzelfall 

ausdrücklich bejaht hätten. Streiff/von Kaenel (Arbeitsvertrag, Zürich 1992, N 

17 zu Art. 319) sehen eine Beschäftigungspflicht dann, wenn die 

Beschäftigung auch dem Erhalt der Berufsfähigkeit gilt (Profi-Fussballer, 

Akrobaten, Piloten). Bei Kaderleuten mit langer Kündigungsfrist bejahen sie 

sie, wenn dadurch das wirtschaftliche Fortkommen beeinträchtigt werden 

könnte. Sie lehnen sie aber dann ab, wenn das Vertrauensverhältnis nicht 

mehr vorhanden ist. Auch Staehelin (ZK, N 14 zu Art. 319) lässt Freistellung 

vollumfänglich zu, wenn gewichtige Interessen des Arbeitgebers vorhanden 

sind. Rehbinder (BK, N 12 zu Art. 328) lässt Freistellung nach erfolgter 

Kündigung ebenfalls gestützt auf BGE 99 Ib 133 zu. 

c) Vorliegend hatte der Rekurrent keine besonders lange Kündigungsfrist. Auch 

war das Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien nicht mehr vorhanden, 

was noch bei den Ausführungen über die Rechtmässigkeit der Kündigung 

näher darzulegen sein wird. Die Frage, ob der Rekurrent Anspruch auf 

Weiterbeschäftigung während der Kündigungsfrist gehabt hätte, ist daher 

eher zu verneinen, braucht aber nicht abschliessend beantwortet zu werden, 

da sie zum Zeitpunkt der Urteilsfällung infolge Ablaufes der Kündigungsfrist 

gegenstandslos geworden ist. 

3. a) Der Rekurrent macht weiter geltend, er habe die Kündigung erst am 3. März 

2005, am letzten Tag der Abholfrist, in Empfang genommen. Sie könne daher 

nicht schon auf Ende August, sondern erst auf Ende September wirksam 

werden, weshalb ihm ein zusätzlicher Monatslohn zustehe. Demgegenüber 

stellt sich die Gemeinde unter Hinweis auf die privatrechtliche 

Rechtsprechung und auf Treu und Glauben auf den Standpunkt, massgebend 

sei der erste Tag der Abholfrist, wenn der Empfänger grundsätzlich zu Hause 

weile. Mit dieser Argumentation verkennt die Gemeinde, dass vorliegend 

öffentliches Recht zur Anwendung gelangt und Privatrecht nur zum Zuge 

kommen kann, wenn ersteres keine Regelung trifft. 

b) Die Kündigung eines öffentlichrechtlichen Anstellungsverhältnisses durch den 

Arbeitgeber stellt eine anfechtbare Verfügung dar. Für ihre Eröffnung und 

Zustellung gelten daher die allgemeinen Regeln für Verfügungen. Die 

grundsätzlichste der Voraussetzungen, damit eine Verfügung überhaupt 

wirksam werden kann, stellt die Eröffnung, die Bekanntgabe des 

Verfügungsinhaltes an die Verfügungsadressaten und die weiteren 

Betroffenen, dar. Ohne Eröffnung an diejenigen Personen, gegenüber denen 

die Verfügung gelten soll, erlangt die hoheitliche Willenserklärung keine 

Wirksamkeit. Die nicht eröffnete Verfügung vermag auch keine 

Rechtswirkungen zu entfalten (vgl. Stadelwieser, Die Eröffnung von 

Verfügungen, S. 10). Erst durch die ordentliche Bekanntgabe nach aussen hin 

erhält die bis dahin behördeintern verbliebene Willensäusserung der 

verfügenden Behörde Wirksamkeit. In diesem Sinne muss der Eröffnung 

konstitutive Funktion zugesprochen werden. Die Bekanntgabe manifestiert 

sich als konstitutiver Akt zum einen für den Inhalt, zum andern für den Beginn 

der Wirksamkeit der Verfügung. Erst die richtig durchgeführte Bekanntgabe 

stellt in genügender Weise sicher, dass den Betroffenen die Möglichkeit 

eröffnet wird, die in der hoheitlichen Willensäusserung festgelegten Rechte 

und Pflichten zu erkennen und entsprechend auch wahrzunehmen. Die 

ordnungsgemässe Eröffnung ist Grundlage und Voraussetzung dafür, dass 

die Beteiligten die Tragweite des Verfügungsinhaltes erfassen und allenfalls 

Rechtsmittel gegen die Verfügung ergreifen können (vgl. Stadelwieser, a.a.O., 

S.11). Bei Nichteröffnung oder fehlerhafter Zustellung fangen keine 

Rechtsmittelfristen an zu laufen. Die Verfügung kann nicht in formelle 

Rechtskraft erwachsen (vgl. VGU A 01 21; U 04 136). Die Eröffnung der 

Verfügung, d.h. die individuelle Mitteilung des Erlasses und des Inhalts der 

Verfügung an den Adressaten, ist eine empfangsbedürftige einseitige 

Rechtshandlung. Die Verfügung gilt als zugestellt, wenn sie vom Adressaten 

oder einer anderen hierzu berechtigten Person entgegengenommen oder in 

den Briefkasten des Adressaten eingeworfen ist. Bei mit eingeschriebener 

Post zugestellten Verfügungen, die dem Empfänger nicht ausgehändigt 

wurden, ist nach der Praxis des Bundesgerichts der Zeitpunkt massgebend, 

in welchem die Sendung gemäss der in den Briefkasten oder in das Postfach 

des Adressaten gelegten Abholungseinladung auf der Post abgeholt wird; 

geschieht dies nicht innert der Abholfrist, so gilt die Verfügung als am letzten 

Tag der Frist zugestellt (BGE 127 1 31, 33 if.; BGE 115 Ja 12, 15 m.w.H.; 

Urteil des Bundesgerichts, ZB1 98 [1997] 305 ff.).

c) Durch eine Verfügung ausgelöste Fristen beginnen nach dem Gesagten im 

Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung zu laufen (Jud, Besonderheiten 

öffentlichrechtlicher Dienstverhältnisse nach schweizerischem Recht, 

insbesondere bei deren Beendigung aus nichtdisziplinarischen Gründen, S. 

163), wobei dies bei eingeschriebener Sendung der Tag der Abholung bzw. 

der letzte Tag der Abholungsfrist ist. Kündigungsfristen bezwecken, die 

Folgen der Auflösung eines Vertragsverhältnisses für die Gegenseite zu 

mildern. Daraus folgt, dass eine gesetzliche oder vertragliche Zeitspanne dem 

Betroffenen unverkürzt zur Verfügung stehen muss, ansonsten ihr 

Schutzzweck beeinträchtigt wäre. Dies gilt insbesondere bei 

Arbeitsverhältnissen, von deren Auflösung die Beschäftigten in der Regel hart 

betroffen werden. Aufgrund der Regeln über die Eröffnung von Verfügungen, 

aber auch aus den letztgenannten Gründen beginnt die Kündigungsfrist bei 

öffentlichrechtlichen Dienstverhältnissen erst mit der ordnungsgemässen 

Zustellung zu laufen (vgl. RB 1986 Nr. 24). Da der Rekurrent die angefochtene 

Verfügung innerhalb der Abholungsfrist am 3. März 2005 in Empfang nahm, 

endigte die 6-monatige Kündigungsfrist am 30. September 2005 und nicht 

schon am 31. August. Für eine Berufung auf Treu und Glauben bleibt damit 

kein Raum, zumal die Gemeinde nicht nachweisen kann, dass der Rekurrent 

die eingeschriebene Sendung in der Absicht, den Beginn ihrer Wirksamkeit 

hinauszuschieben, erst am letzten Tag der Abholungsfrist entgegen 

genommen hat. Die Gemeinde ist daher zu verpflichten, dem Rekurrenten 

einen zusätzlichen Monatslohn zu entrichten. 

4. a) Gemäss Art. 9 PV kann die Anstellungsinstanz das Arbeitsverhältnis von voll- 

und teilzeitlichen Mitarbeitern jederzeit unter Einhaltung der Fristen kündigen, 

wenn die Weiterbeschäftigung eines Mitarbeiters aufgrund nachgewiesener 

Tatsachen mit dem öffentlichen Interesse nicht vereinbar ist (Abs. 1). Erfüllt 

der Mitarbeiter mangels der erforderlichen Fach-, Führungs- oder 

Sozialkompetenz seine Aufgaben nicht oder erbringt er mangelnde 

Leistungen, hat ihm die Anstellungsinstanz vor der Kündigung eine 

angemessene Bewährungsfrist einzuräumen. Die fristlose Kündigung gemäss 

Art. 10 bleibt vorbehalten. Die Regierung regelt das Verfahren (Abs. 2).

b) Die zitierte Bestimmung statuiert zwei von einander zu unterscheidende 

Kündigungstatbestände. Nach Abs. 1 ist eine Kündigung  jederzeit unter 

Einhaltung der Fristen möglich, wenn aufgrund von nachgewiesenen 

Tatsachen eine Weiterbeschäftigung mit dem öffentlichen Interesse nicht 

mehr vereinbar ist. Demgegenüber sieht Abs. 2 vor, dass wenn ein Mitarbeiter 

mangels der erforderlichen Fach-, Führungs- und Sozialkompetenz seine 

Aufgaben nicht erfüllt oder mangelnde Leistungen erbringt, ihm vorgängig 

einer Kündigung vorweg noch eine angemessene Bewährungsfrist 

anzusetzen ist. Erst nach Ablauf dieser Bewährungsfrist kann dann, wenn 

keine „Besserung“ eingetreten ist, das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der 

Fristen (vorbehältlich Art. 10 PV) gekündigt werden. Die Unterscheidung von 

zwei separaten (ordentlichen) Kündigungstatbeständen hat zur Konsequenz, 

dass jeder der beiden oben umschriebenen Tatbestände für sich allein 

betrachtet, für die Begründung einer ordentlichen Kündigung (immer aber 

unter Beachtung der gesetzlich statuierten Rechtsfolgen, wie die Einhaltung 

der Fristen [Abs. 1] bzw. die Ansetzung einer angemessenen Bewährungsfrist 

[Abs. 2]) herangezogen werden darf. Sind die Voraussetzungen von Abs. 1 

erfüllt, kann das Arbeitsverhältnis mit einem Mitarbeiter (ohne Ansetzung 

einer zusätzlichen Bewährungsfrist) unter Einhaltung der ordentlichen 

Kündigungsfrist aufgelöst werden. Werden demgegenüber einem Mitarbeiter 

Mängel im Sinne von Abs. 2 entgegengehalten, ist diesem (sofern nicht ein 

Fall von Art. 9 Abs. 1 PV oder Art. 10 PV vorliegt) vorgängig einer ordentlichen 

Kündigung eine Bewährungsfrist anzusetzen (vgl. zum Ganzen auch GRP 

vom 29. März 2000, S. 1053 f.).

c) Vorliegend fällt in erster Linie eine Kündigung nach Art. 9 Abs. 1 PV in 

Betracht. Für eine Kündigung im Sinne dieser Bestimmung genügen 

objektive, nicht vom Arbeitnehmer verschuldete Gründe. Allgemein 

umschrieben ist eine Kündigung dann sachlich begründet, wenn die 

Weiterbeschäftigung des betreffenden Angestellten dem öffentlichen 

Interesse, insbesondere demjenigen an einer gut funktionierenden 

Verwaltung, widerspricht (vgl. Michel, Beamtenstatus im Wandel, S. 299). 

Gerade bei Kadermitarbeitern gehört ein intaktes Vertrauensverhältnis zu den 

wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit im öffentlichen 

Interesse. Ein grundlegend gestörtes Vertrauensverhältnis rechtfertigt daher 

eine Kündigung auch dann, wenn den Arbeitnehmer kein Verschulden trifft 

(vgl. Hänni, Das öffentliche Dienstrecht der Schweiz, S. 519). 

d) Der Rekurrent macht geltend, die verschiedenen Verfahren und 

Untersuchungen, die im Zusammenhang mit seiner Amtsführung 

stattgefunden hätten, hätten ihn vollumfänglich entlastet. Tatsächlich haben 

diese Untersuchungen kein relevantes Verschulden des Rekurrenten zutage 

gefördert. Tatsache ist aber auch, dass es im Laufe der Jahre immer wieder 

zu Missstimmungen zwischen dem Rekurrenten und dem Gemeindevorstand 

kam und dass die vorgesetzte Behörde zumindest Anlass hatte, die 

erwähnten Untersuchungen einzuleiten. So bestand beispielsweise für die 

Einleitung eines Strafverfahrens ein begründeter Verdacht, ansonsten die 

Strafverfolgungsbehörden schon die Einleitung einer Untersuchung abgelehnt 

hätten. Nach der Rechtsprechung kann allein schon ein begründeter Verdacht 

auf ein strafbares Verhalten dafür genügen, dass das für eine Fortsetzung des 

Arbeitsverhältnisses erforderliche Vertrauen verloren geht (vgl. Hänni, a.a.O., 

S. 516). Vorliegend hatte der Gemeindevorstand wiederholt Grund, die 

Amtsführung des Rekurrenten zu untersuchen. Die Vorgänge führten 

schliesslich auch dazu, dass der damalige Vorstand das Vertrauen der 

Bevölkerung verlor. Dass der neu gewählte Gemeindevorstand aufgrund der 

ganzen Vorkommnisse der letzten Jahre um das Forstwesen zur Erkenntnis 

gelangte, dass das Vertrauensverhältnis zwischen den Gemeindebehörden 

und dem Revierförster nachhaltig gestört sei, ist sachlich nachvollziehbar. Es 

war daher auch sachlich vertretbar, dass der Vorstand im Interesse einer gut 

funktionierenden Forstverwaltung das Arbeitsverhältnis mit dem Rekurrenten 

aufgelöst hat. Der Rekurs ist in diesem Punkt somit abzuweisen.

5. In analoger Anwendung von Art. 343 Abs. 3 OR rechtfertigt es sich, für das 

vorliegende Klageverfahren keine Kosten zu erheben. Die 

aussergerichtlichen Kosten werden angesichts des Verfahrensausganges 

und gestützt auf Art. 75 VGG wettgeschlagen (vgl. PVG 1987 Nr. 81, 1979 Nr. 

60).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und die Gemeinde … verpflichtet, … 

Fr. 6'383.-- zu bezahlen. Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.