# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd5f2bc5-eb89-5fa9-a0c6-3429087066f3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.02.2007 IV 2006/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-76_2007-02-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 20.02.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 20.02.2007
Art. 29 Abs. 1 IVG. Würdigung von unterschiedlichen 
Arbeitsfähigkeitsschätzungen (Hausarzt, MEDAS, Spezialärzte) und 
Darlegung der Gründe, aus welchen auf die MEDAS-Schätzung abgestellt 
wird. Verfahrensrecht: Verletzung des rechtlichen Gehörs. Gründe, welche 
die Heilung des Verfahrensmangels nach sich ziehen können (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Februar 2007, IV 
2006/76).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 20. Februar 2007

In Sachen

S.____,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Vadianstrasse 44, Postfach 262, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Am 9. März 2004 meldete sich S.___, geb. 1974, zum Leistungsbezug bei der 

Invalidenversicherung an. Seit dem 1. März 2000 war sie bei B.___ als Mitarbeiterin 

Empfang/Telefon mit einem vollen Arbeitspensum tätig (IV-act. 6). Am 9. Juli 2003 

wurde bei der Versicherten, bei welcher seit 1986 ein Morbus Scheuermann bekannt 

ist, in der Klinik C.___ eine ventrale Aufrichte-Spondylodese BWK10 bis LWK2 

vorgenommen. Nach Durchführung von medizinischen und erwerblichen Abklärungen 

eröffnete ihr die IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 28. Juni 2005, sie 

habe ab 1. Juni 2004 Anspruch auf eine halbe IV-Rente auf der Basis eines IV-Grades 

von 50% (IV-act. 54). Die hiegegen erhobene Einsprache (IV-act. 55, 58) wies die IV-

Stelle mit Einspracheentscheid vom 16. März 2006 ab.

B.- Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, St. Gallen, für 

die Versicherte mit Eingabe vom 26. April 2006 Beschwerde mit den Anträgen, der 

Entscheid sei aufzuheben, und der Beschwerdeführerin sei gestützt auf einen IV-Grad 

von mindestens 70% eine ganze IV-Rente zu gewähren; eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen und zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der 

Beschwerdeführerin sei keine Gelegenheit eingeräumt worden, in die nachträglich 

veranlassten gutachterlichen Stellungnahmen Einsicht zu nehmen und hiezu Stellung 

zu nehmen. Allein dieser Umstand müsse zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids und Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin führen. Auch 

in materiellrechtlicher Hinsicht erweise sich der angefochtene Entscheid als 

widersprüchlich. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, eine eigenständige 

Würdigung der teilweise divergierenden gutachterlichen Ergebnisse vorzunehmen. Sie 

begnüge sich mit der Feststellung, die Schlussfolgerungen der Experten der MEDAS 

D.___ seien begründet und bei Stellungnahmen von Hausärzten sei deren 

Vertrauensstellung zum Patienten zu berücksichtigen. Bei den Einschätzungen von Dr. 

med. E.___ und von Dr. med. F.___ handle es sich um Stellungnahmen unabhängiger 

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Spezialisten. Der Stellungnahme der MEDAS komme insofern nicht zum vornherein 

eine Vorrangstellung zu. Es werde im angefochtenen Entscheid nicht dargelegt, 

inwiefern bei den Einschätzungen der Dres. E.___ und F.___ invaliditätsfremde Faktoren 

eine Rolle gespielt hätten und um welche Faktoren es sich handle. Wenn die 

Beschwerdegegnerin die Widersprüche zwischen dem MEDAS-Gutachten und den 

gutachterlichen Stellungnahmen der Dres. E.___ und F.___ mit dem allgemeinen 

Hinweis erklären wolle, dass die aus psychischer Sicht festgelegte Arbeitsunfähigkeit 

im gleichen oder ähnlichen Umfang auch die somatische Beeinträchtigung 

mitumfassen könne, so überzeuge diese Argumentation schon deshalb nicht, weil es 

sich um eine blosse Wiedergabe der Rechtsprechung handle. Die Beschwerdeführerin 

könne aufgrund der physischen und psychischen Beschwerden auch in einer 

leidensangepassten Tätigkeit weniger als 30% arbeiten. Zur Zeit arbeite sie als 

Büroangestellte im Rahmen einer arbeitsmarktlichen Massnahme im Departement 

G.___. Die tägliche Soll-Arbeitszeit könne sie dabei nur teilweise erfüllen; allein im 

Monat März 2006 sei sie infolge massiver Rückenschmerzen an sieben Tagen 

arbeitsunfähig gewesen (act. G 1.1.5, 1.1.6). Trotz grosser Arbeitsmotivation könne sie 

selbst ein Pensum von 30% nur sehr eingeschränkt verwerten. Die Annahme der 

MEDAS-Gutachter, bei der Beschwerdeführerin seien regressive Tendenzen im Spiel, 

müsse bestritten werden. Sie unternehme alles, um ihre (bescheidene) 

Restarbeitsfähigkeit noch zu verwerten. Von einer Abwehrhaltung könne daher nicht 

gesprochen werden.

C.- In der Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2006 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid.

II.

1.- Es ist unbestritten, dass die Vorinstanz den angefochtenen Entscheid erliess, ohne 

der Beschwerdeführerin zuvor die Anfrage an die MEDAS vom 3. Januar 2006 (IV-act. 

62) sowie die entsprechende Antwort vom 2. Februar 2006 (IV-act. 63) vorgelegt zu 

haben. Damit wurde der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör 

verletzt (vgl. für viele BGE 125 V 401; SVR-IV 1999 Nr. 29, 87), was ihr Rechtsvertreter 

zu Recht rügt. Er beantragt jedoch nicht in erster Linie die Rückweisung der 

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Streitsache an die Vorinstanz zur formgerechten Durchführung des Beweisverfahrens, 

sondern die Festsetzung eines höheren IV-Grades (vgl. Anträge in act. G 1 S. 2). Nach 

der Rechtsprechung kann eine Verletzung der nach Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung 

mit Art. 19 VwVG und Art. 57, 58 sowie Art. 60 BZP für den Beizug von 

Sachverständigen geltenden Verfahrensregeln, insbesondere der Vorschriften, wonach 

den Parteien Gelegenheit zu geben ist sich zu den Fragen zu äussern, deren 

Begutachtung beabsichtigt ist (Art. 57 Abs. 2 BZP), als geheilt gelten, wenn das Gericht 

den angefochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei überprüfen 

kann (BGE 120 V 362 Erw. 2b). Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die 

Ausnahme bleiben. Richtet sich im Übrigen das Interesse der betroffenen Person nicht 

auf eine möglichst beförderliche Beurteilung ihres Anspruchs, sondern auf die 

Durchsetzung eines in formeller Hinsicht korrekten Verfahrens, sind die Verfügungen 

und der angefochtene Gerichtsentscheid aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob 

Aussicht besteht, dass nach einem richtig durchgeführten Beweisverfahren anders 

entschieden würde (BGE 119 V 208 Erw. 6). Eine Abweichung von dieser Praxis 

erscheint jedenfalls dann als gerechtfertigt, wenn die versicherte Person einer 

materiellen Beurteilung vor einer Zurückweisung den Vorzug gibt (Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2002 i.S. H. A. - R. [IV 

2001/181]). Von der herrschenden Rechtsprechung ist neuerer Lehre zufolge auch 

abzuweichen, wenn bei einer Gehörsverletzung von vornherein absehbar ist, dass die 

untere Instanz wieder gleich entscheiden wird wie vorher. Folgende 

verfassungsrechtliche Argumente sprechen dagegen, irgend jemandem (Parteien oder 

Steuerzahler) diese Nachteile aufzuerlegen: Die Zurückweisung ist unverhältnismässig, 

weil sie weder erforderlich noch geeignet ist, um die Gehörsverletzung zu beheben; sie 

ist sinn- und zwecklos und damit willkürlich, wenn von vornherein klar ist, dass der 

neue Entscheid wieder gleich lauten wird; sie ist überspitzt formalistisch, weil sie zum 

Selbstzweck wird und ohne schutzwürdiges Interesse die Verwirklichung des 

materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert; sie verletzt das 

Beschleunigungsverbot, weil sie zu nutzlosen und damit nicht gerechtfertigten 

Verfahrensverzögerungen führt. Das Argument, die Zurückweisung an die Vorinstanz 

tangiere dann das Interesse an Verfahrensbeschleunigung nicht, wenn die versicherte 

Person selber die Rückweisung verlange, übersieht, dass in der Regel Interessen von 

Gegenparteien oder öffentliche Interessen für eine speditive Beurteilung sprechen. Es 

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besteht auch ein generelles öffentliches Interesse, dass Rechtsverfahren nicht längern 

dauern als nötig (H. SEILER, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen Gehörs, 

in: SJZ 100 (2004), S. 377-385). - Diese Gründe rechtfertigen es auch vorliegend, den 

an sich nicht gering zu schätzenden Verfahrensmangel mit dem Beschwerdeverfahren, 

in welchem das Gericht mit voller Kognition ausgestattet ist, zu heilen. Folgerichtig ist 

die Rentenfrage zu prüfen.

2.- a) Streitig ist, welcher Arbeitsunfähigkeitsgrad der am 1. Juni 2004 beginnenden 

Rente der Beschwerdeführerin zugrunde zu legen ist. Die Beschwerdegegnerin legte 

die rechtlichen Grundlagen der Rentenbemessung im angefochtenen Entscheid 

(Erwägung 1) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Die Beschwerdeführerin befand 

sich vom 19. August bis 8. September 2003 zur Rehabilitation in der Klinik A.___, wo 

die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit mit einem Pensum von 25-50% als möglich 

erachtet wurde (IV-act. 7-15/17). Gemäss Bericht der Klinik C.___ vom 13. November 

2003 bestanden noch deutliche Beschwerden mit bisher klinisch keiner Besserung bei 

radiologisch gutem Ergebnis. Die Beschwerdeführerin sei eine langjährige chronische 

Schmerzpatientin und beschäftige sich mit ihrer Krankheit intensiv. Die Arbeitsfähigkeit 

wurde auf 50% festgesetzt (IV-act. 7-13/17). Dr. E.___ bestätigte am 19. Januar 2004 

ein äusserst unbefriedigendes Ergebnis der chirurgischen Behandlung und attestierte 

eine Arbeitsunfähigkeit von 70% (IV-act. 7-9/17). Am 2. April 2004 diagnostizierte Dr. 

med. H.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, ein chronisches 

thorakolumbovertebrales Syndrom mit/bei thorakaler Kyphose bei Morbus 

Scheuermann, Status nach ventraler Aufrichte-Spondylodese und postoperativ 

persistierender Schmerzsymtomatik. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 

schätze er auf zwei Stunden pro Tag. Die Patientin bringe wegen der quälenden 

Schmerzen nicht die erwartete Leistung. Die angestammte, mehrheitlich sitzende 

Tätigkeit mit möglichen Wechselbelastungen erachtete Dr. H.___ als optimal angepasst 

(IV-act. 7-7/17). Die Ärzte der MEDAS D.___ diagnostizierten im Gutachten vom 11. 

November 2004 ein chronisches therapieresistentes Thorakolumbovertebralsyndrom, 

Verstimmungszustände bei einem chronischen Schmerzsyndrom infolge körperlicher 

Krankheit sowie psychische Überlagerung somatischer Beschwerden (Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit). Die Gutachter gelangten zum Schluss, dass in der 

bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 70% seit dem 23. Juni 2003 bestehe; 

dies vorwiegend aus rheumaorthopädischen Gründen wegen der deutlich verminderten 

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Rückenbelastbarkeit bei einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von etwa 

30%. Theoretisch könne durch ergonomische Massnahmen (Hochtisch, Stehpult) die 

Arbeitsfähigkeit am jetzigen Arbeitsort grundsätzlich etwas verbessert werden, was 

jedoch aus betrieblichen Gründen nicht realisierbar sei. Auch für eine andere Tätigkeit 

bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%. 

Aus rheumaorthopädischer Sicht bestehe wegen der Rückenproblematik an einem 

ergonomisch für die speziellen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin besser 

eingerichteten Arbeitsplatz eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

etwa 20%, so dass gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angegeben werden 

könne. In der Tätigkeit als Hausfrau bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von mindestens 30%, da im Gegensatz zur ausserhäuslichen Berufssituation die 

Unterbrechung durch Pausen möglich sei. Berufliche Massnahmen seien nicht indiziert, 

da die Beschwerdeführerin eine kaufmännische Ausbildung habe und zudem für 

sämtliche körperlich schwereren Arbeiten und/oder Tätigkeiten in einer 

unergonomischen Rückenstellung voll arbeitsunfähig sei (IV-act. 21).

b) Dr. H.___ teilte am 28. Dezember 2004 mit, aus seiner Sicht bestehe mindestens 

eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit seitens der Rückenproblematik und zusätzlich eine 

30%ige Arbeitsunfähigkeit bezüglich der psychiatrischen Problematik. Aus 

hausärztlicher Sicht sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit kaum umsetzbar. Auch die 

ergonomischen Anpassungen würden aus seiner Erfahrung keinerlei Besserung bringen 

(IV-act. 26; vgl. auch IV-act. 37). Mit Schreiben vom 19. Januar 2005 ersuchte die 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin um Unterstützung 

hinsichtlich der Einrichtung von ergonomischen Hilfsmitteln am Arbeitsplatz (IV-act. 28). 

In der Folge reduzierte die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum gesundheitsbedingt 

auf 30%. Am 16. Februar 2005 gab die Arbeitgeberin telefonisch bekannt, die 

Hilfsmittel würden nicht an den Arbeitsort der Beschwerdeführerin (Eingangsbereich) 

passen. Die Versetzung in eine andere Abteilung sei mit Blick auf die instabile 

gesundheitliche Situation nicht möglich (IV-act. 38; vgl. auch IV-act. 41). Mit 

Stellungnahme vom 23. März 2005 hielten die MEDAS-Gutachter an ihrer Beurteilung 

fest und erklärten ergänzend, unter der Voraussetzung des Vorliegens eines 

ergonomisch für die Bedürfnisse der Beschwerdeführerin besser eingerichteten 

Arbeitsplatzes resultiere logischerweise eine höhere Arbeitsfähigkeit (50%) als beim 

jetzigen, ergonomisch ungenügend eingerichteten Arbeitsplatz. Die vom Hausarzt 

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erwähnten Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit seien 

nachvollziehbar, würden jedoch ein anders Problem darstellen und seien nicht ärztlich 

zu beurteilen (IV-act. 43). Am 26. Juli 2005 berichtete Dr. E.___ zuhanden des 

damaligen Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, allein gestützt auf die 

Wirbelsäulenproblematik sei die Patientin derzeit auch für eine angepasste Tätigkeit mit 

Wechselbelastung ohne vorgeneigte Arbeiten und ohne Heben von Lasten über 5 kg 

höchstens zwei bis drei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Dies entspreche einer 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit um mehr als 60% (IV-act. 59). Dr. F.___, Arzt für 

Anästhesiologie, stellte sich im Bericht vom 4. August 2005 auf den Standpunkt, aus 

schmerzmedizinischer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin eine Invalidisierung, 

die sich zu rund 50% aus dem somatischen Zustand der Wirbelsäule und zu rund 20% 

aus der seelischen Verarbeitung dieses "Rückenschicksals" zusammensetze (IV-act. 

59-3/3). In ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2006 legte die MEDAS-Gutachter dar, 

die Bezeichnung eines chronischen failed-back-surgery-Syndroms im Schreiben von 

Dr. F.___ würden sie für unangebracht halten, da die Korrektur einer 

therapieresistenten thorakalen Hyperkyphose durchaus einer orthopädischen Indikation 

entspreche. Auch sei der Eingriff vom 9. Juli 2003 komplikationslos verlaufen und das 

Resultat stabil. Als Anästhesist sei Dr. F.___ nicht kompetent, eine Arbeitsunfähigkeit 

aus dem psychiatrischen Fachgebiet festzulegen. Zum Schreiben von Dr. E.___ sei 

festzuhalten, dass die Angabe einer Arbeitsfähigkeit bei eingeschränkter 

Rückenbelastbarkeit letztlich eine Schätzung sei. Eine exaktere Festlegung wäre 

allenfalls nur mit einer EFL möglich. Dazu sei aber festzuhalten, dass eine solche 

Bestimmung nur dann eine zuverlässige Aussagekraft ergebe, wenn die versicherte 

Person voll mitarbeite und nicht schmerzbedingt eine Limitierung auftrete, womit im 

vorliegenden Fall zu rechnen sei, so dass voraussichtlich eine EFL keinen 

Informationsgewinn bringe. Die Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. F.___ 

(50% somatisch) und durch Dr. E.___ (über 60% somatisch) würden sich 

widersprechen, weshalb ihnen schon von daher nicht gefolgt werden könne. Dass eine 

Reintegration ins Erwerbsleben von mehr als 30% kaum gelingen werde, sei schon im 

MEDAS-Gutachten vom 11. November 2004 (S. 14) durch Dr. I.___ ausgeführt worden, 

was er auf Regressionstendenzen, welche rechtlich invaliditätsfremd seien, 

zurückgeführt habe. Auch auf S. 20 des Gutachtens sei auf den Einfluss 

invaliditätsfremder Faktoren hingewiesen worden. Es sei anzunehmen, dass Dr. E.___ 

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und Dr. F.___ dem heute in der klinisch-praktischen Medizin geltenden bio-

psychosozialen Krankheitskonzept gefolgt seien mit der Bestätigung einer 70%igen 

bzw. über 60%igen Arbeitsunfähigkeit. In diesem Sinn würden sie gleich urteilen wie 

die MEDAS, die darauf hingewiesen habe, dass eine Steigerung der Arbeitstätigkeit 

über 30% hinaus wahrscheinlich nicht gelingen werde. Bei der Begutachtung habe 

man sich aber an ein bio-psychisches Krankheitskonzept zu halten, wonach 

psychosoziale Faktoren (wie Regressionsneigung und belastende Lebensumstände) 

invaliditätsfremd seien. Typischerweise würden die behandelnden Ärzte auch jegliche 

Diskussion des Einflusses invaliditätsfremder Faktoren unterlassen. Daher sei davon 

auszugehen, dass sie diese in ihre Beurteilung einbezogen hätten. Aus diesen Gründen 

ergebe sich keine Veranlassung, die Beurteilung zu verändern (IV-act. 63). Der RAD-

Arzt Dr. med. K.___ schloss sich diesem Ergebnis an (IV-act. 64).

3.- a) Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es liegen sich widersprechende Einschätzungen vor. 

Während die Klinik C.___ Ende 2003 von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% ausging 

(IV-act. 7-13/17), attestierte Dr. E.___ am 19. Januar 2004 eine Einschränkung von 70% 

(IV-act. 7-9/17). Der Hausarzt Dr. H.___ ging am 2. April 2004 vorerst von einer 

Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag im angestammten Beruf aus (IV-act. 7-7/17) 

und bestätigte am 28. Dezember 2004 eine rückenbedingte Einschränkung von 40% 

und eine solche von 30% aus psychischer Sicht (IV-act. 26). Die Ärzte der MEDAS 

gaben die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit 

(ohne Vornahme von ergonomischen Anpassungen) mit 70% an, erachteten jedoch in 

einer anderen Tätigkeit eine Einschränkung von lediglich 50% als gegeben. Daraus 

kann nicht ohne weiteres auf die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsabklärung 

geschlossen werden. Dies wäre nur dann der Fall, wenn keine der Schätzungen zu 

überzeugen vermöchte. Dabei ist zu beachten, dass bei Zusammentreffen 

verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen sich deren erwerblichen Auswirkungen 

in der Regel überschneiden, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund 

einer sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu 

bestimmen ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen 

und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. März 2003 i/S E. [U 850/02] Erw. 6.4.1).

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b) Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Hausärzten dürfen nicht generell unter Verweis 

auf eine mögliche Befangenheit als unbeachtlich beiseite geschoben werden. Für die 

Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Hausärzte wird regelmässig 

vorgebracht, die Hausärzte hätten sich lange und intensiv um die 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Patienten gekümmert und könnten diese deshalb 

besser beurteilen als jene Ärzte, die sich nur ganz kurz gutachterlich mit den Patienten 

befasst hätten. Die lange Beschäftigung mit den Gebrechen der Patienten kann aber 

genauso gut gegen die Überzeugungskraft der Hausarztschätzungen ins Feld geführt 

werden. Die (pessimistische) subjektive Einschätzung eines Patienten schlägt sich 

nämlich in der Arbeitswelt sofort nieder, denn wer sich als arbeitsunfähig bezeichnet 

und nicht mehr arbeitet, dem wird gekündigt oder der Beschäftigungsgrad wird im 

Umfang der angegebenen Arbeitsunfähigkeit reduziert. Dies wiederum erweckt den 

Anschein, dass die Selbsteinschätzung richtig sei, sie bestätigt sich sozusagen selbst. 

Bei den Hausärzten muss deshalb damit gerechnet werden, dass sie sich durch die 

"Macht des Faktischen" von der Einschätzung ihrer Patienten überzeugen lassen (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 27. März 2003 i/S M. [IV 2002/10]). Im 

vorliegenden Fall kommt hinzu, dass Dr. H.___ ergonomischen Anpassungen am 

Arbeitsplatz die Wirksamkeit hinsichtlich der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

absprach, ohne dies zu begründen (IV-act. 26). Sodann fehlte Dr. H.___ bei der 

Beurteilung der Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigung auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin die arbeitsmedizinische und wohl auch die 

fachspezifische Erfahrung des Psychiaters der MEDAS. Bei psychisch bedingten 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit erscheint die arbeitsmedizinische Erfahrung als 

besonders wichtig. Dr. H.___ fehlte ausserdem die Möglichkeit der Auseinandersetzung 

mit den Spezialisten verschiedener Fachrichtungen. Die von ihm bestätigten 

Teilarbeitsunfähigkeiten aus psychischer und somatischer Sicht liessen sich überdies 

wie dargelegt nicht ohne weiteres addieren, da die Gesamtschau massgebend ist. Dr. 

E.___ äusserte sich in seiner Beurteilung vom 26. Juli 2005 im Gegensatz zu den 

MEDAS-Gutachtern nicht zu den Auswirkungen einer verbesserten Ergonomie auf die 

Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. Es ergibt sich auch aus diesem Bericht keine 

Begründung, wieso ergonomische Massnahmen nicht geeignet sein sollten, die 

Arbeitsfähigkeit zu erhöhen. Sowohl bei der Beurteilung von Dr. H.___, als auch bei 

denjenigen von Dr. E.___ und Dr. F.___ fehlt die Auseinandersetzung mit 

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invaliditätsfremden Elementen. Die MEDAS-Gutachter begründeten in 

nachvollziehbarer Weise die Differenz zwischen ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung und 

derjenigen von Dr. E.___ und Dr. F.___ insbesondere mit dem Hinweis darauf, dass in 

der MEDAS-Schätzung invaliditätsfremde Aspekte ausgeklammert worden seien (IV-

act. 63). Der Psychiater Dr. I.___ führte den Umstand, dass eine Reintegration ins 

Erwerbsleben von mehr als 30% kaum gelingen werde, auf (invaliditätsfremde) 

Regressionstendenzen zurück (IV-act. 21-12/22, 22-5/5). Auch im MEDAS-Gutachten 

selbst wurde darauf hingewiesen, dass die weitere Entwicklung wesentlich von IV-

rechtlich fremden Faktoren (z.B. partnerschaftliche Beziehung, belastende 

Lebensumstände) abhängig sei (IV-act. 21-20/22). Der Umstand, dass das RAV einen 

Vermittlungsgrad von 30% annahm, vermag ebenfalls keinen höheren 

Arbeitsunfähigkeitsgrad zu begründen, da diese Einstufung sich im Wesentlichen auf 

die subjektive Vermittlungsbereitschaft der Beschwerdeführerin und die Zeugnisse des 

Hausarztes Dr. H.___ stützt (act. G 1.1.3). Aus den dargelegten Gründen vermag die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS mehr zu überzeugen als diejenige der Dres. 

H.___, E.___ und F.___. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht von einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% ausgegangen.

c) Dr. H.___ stellt sinngemäss die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in Frage, indem er 

sie als kaum umsetzbar erachtet (IV-act. 26). Bei der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit 

darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. 

Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit dort nicht gesprochen werden, wo 

diese nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen 

eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 

entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner 

beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern 

bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Dezember 2003 i/

S E.H, mit Hinweisen [I 349/01]). Konkret erscheint es zumutbar, dass die im Zeitpunkt 

des Einsprache-Entscheids 32jährige Beschwerdeführerin, welche bisher eine 

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kaufmännische Tätigkeit ausübte, eine ihrem Gesundheitsschaden (insbesondere auch 

in ergonomischer Hinsicht) angepasste Arbeit aufnimmt. Nach ständiger 

Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass solche Stellen in zureichender Zahl 

vorhanden sind, auch wenn gesundheitliche Einschränkungen zu berücksichtigen sind 

(EVG-Urteil vom 3. Dezember 2003, a.a.o, Erw. 6.1).

4.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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