# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31930c51-13cb-5b7f-9488-53f69386688a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-04-06
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2017.104
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_104_jp.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.104 
2 ST.2017.131 

Entscheid 

6. April 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

1.  A ,  
2.  B ,  

vertreten durch RA Prof. Dr.iur. C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) sind seit … 2011 beim Schulheim D 

angestellt  und  führen  für  dieses  eine  sozialpädagogische  Familie  in  E.  Im  Jahr  2014 

betreuten sie vier Kinder. Gemäss den Arbeitsverträgen vom … 2011 steht den Pflich-

tigen  neben  dem festen Monatslohn  ein  pauschaler  Unterhaltsbeitrag  von  Fr. 45.-  pro 

Kind und Tag zu. In den Bemerkungen zur Steuererklärung 2014 führten die Pflichtigen 

aus: 

"Zu  den  Berufsauslagen  Ziff.  1-3:  Die  Steuerpflichtigen  erhielten  im  Jahr  2014  eine 
Betriebskostenentschädigung  von  Fr. 64'800.-,  für  die  bei  der  sozialpädagogischen 
Familie  platzierten  vier  Kinder  (Wohnen,  Nahrungsmittel,  Ferien,  übrige  Lebenshal-
tungskosten,  Haushalthilfe  für  die  vier  Kinder,  Fahrtkosten).  Diese  Betriebskostenent-
schädigung  stellt  Auslagenersatz  dar  und  ist  daher  nicht  steuerbar.  Anderseits  deckt 
die  Betriebskostenentschädigung  die  berufsbedingten  Aufwendungen,  weshalb  die 
Steuerpflichtigen  keine  Berufsauslagen  in  der  Steuererklärung  geltend  machen,  mit 
Ausnahme des pauschalen Abzuges für Weiterbildung und Umschulung." 

Mit  Veranlagungsverfügung  direkte  Bundessteuer  2014  und  Einschätzungs-

entscheid Staats- und Gemeindesteuern 2014 vom 12. Juli 2016 rechnete die Steuer-

kommissärin – mit der nämlichen Begründung wie bereits im Vorjahr – weitere Einkünf-

te  von  Fr. 23'424.-  auf,  indem  sie  von  den  ausgerichteten  Fr. 64'800.-  lediglich  den 

gemäss Merkblatt für Fachstellen, Pflegeeltern und Tagesmütter über die Besteuerung 

des Pflegegeldes (ZStB Nr. 16/302; im Folgenden Merkblatt) ohne Nachweis für einen 

Dauerpflegeplatz  pro  Kind  und  Jahr  vorgesehenen  Maximalbetrag  von  Fr. 10'344.- 

(insgesamt Fr. 41'376.-) zum Abzug zuliess. Zugleich gestand sie beiden Ehegatten als 

übrige Berufsauslagen pauschal 3% des jeweiligen Nettolohns zu.  

Das  steuerbare  Einkommen  bemass  sich  entsprechend  auf  Fr. 118'000.-  

(direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 126'400.- (Staats- und Gemeindesteuern); das steuer-

bare Vermögen belief sich auf Fr. 1'502'000.-. 

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B. Mit Einsprache vom 9. August 2016 liessen die Pflichtigen beantragen, von 

der vorgenommenen Aufrechnung von Fr. 23'424.- abzusehen. Im Gegenzug erklärten 

sie  sich  bereit,  auf  die  zusätzlich  gewährten  Abzüge  für  übrige  Berufsauslagen  von 

Fr. 2'000.-  (Ehemann)  bzw.  Fr. 2'326.-  (Ehefrau)  zu  verzichten,  da  sie  jene  mit  der  

Betriebskostenpauschale  als  grundsätzlich  abgegolten  erachteten.  Die  tatsächlichen 

Auslagen  im  Jahr  2014  von  Fr. 78'055.-  hätten  die  ausgerichtete  Betriebskostenpau-

schale  an  sich  gar  um  Fr. 13'255.-  überstiegen,  wie  dem  beiliegenden  Ordner  ent-

nommen werden könne, doch werde nicht deren Abzug, sondern lediglich der Verzicht 

auf die Vornahme der Aufrechnung verlangt.  

Nach einem ersten Schriftenwechsel, in welchem die Pflichtigen die Qualifika-

tion als Pflegeeltern im Sinne des Merkblatts in Abrede stellten, fand am … 2016 eine 

Besprechung statt. Das kantonale Steueramt hielt in der Folge an der Anwendung des 

Merkblatts fest und wies nach erneutem Schriftenwechsel am 2. Mai 2017 die Einspra-

che ab.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 31. Mai 2017 beantragten die Pflichtigen 

die  Aufhebung  der  Einspracheentscheide  und  die  Festsetzung  des  steuerbares  Ein-

kommen  2014  auf  Fr. 85'600.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr. 94'000.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern).  Eventualiter  sei  die  Sache  an  das kantonale  Steueramt  zurückzu-

weisen. Ferner verlangten sie eine Parteientschädigung. Zu Begründung brachten die 

Pflichtigen vor, dass das Merkblatt nicht zur Anwendung gelange und ihnen ein Abzug 

in der Höhe der tatsächlichen Kosten von Fr. 78'055.- anstelle der gewährten Pauscha-

len  zustehe  (Maximalantrag),  zumindest  aber  keine  Aufrechnung  im  Umfang  von 

Fr. 23'424.- vorgenommen werden dürfe (Minimalantrag).  

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  23.  Juni  2017  schloss  das  kanto-

nale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf die Erwägungen der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Art. 300 ZGB regelt die Befugnisse von Pflegeeltern, ohne diese zu defi-

nieren.  Gemäss  Lehrmeinung  von  Schwenzer/Cottier  (in:  Basler  Kommentar,  Zivilge-

setzbuch I, 5. A., 2014, Art. 300 N 2 ZGB) ist der Begriff der Pflegeeltern weit zu ver-

stehen.  Als  solche  gelten  alle  Personen,  welche  die  Obhut  über  ein  Kind  ausüben, 

gleichgültig,  ob  es  sich  um  Verwandte  oder  Dritte,  Einzelpersonen  oder  Heime,  um 

Adoptions-, Monats- oder Tagespflege handelt. 

Gemäss Art. 1 der Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern (Pflege-

kinderverordnung,  PAVO)  vom  19.  Oktober  1977  (SR.211.222.338)  bedarf  die  Auf-

nahme  von  Minderjährigen  ausserhalb  des  Elternhauses  einer  Bewilligung  und  unter-

steht  der  Aufsicht.  Die  Verordnung  unterscheidet  zwischen  Familienpflege  (Art.  4  ff. 

PAVO), Tagespflege (Art. 12 PAVO) und Heimpflege (Art. 13 ff. PAVO). Bei der Heim-

pflege handelt es sich nach Art. 13 Abs. 1 PAVO um Einrichtungen, die dazu bestimmt 

sind, mehrere Minderjährige zur Erziehung, Betreuung, Ausbildung, Beobachtung oder 

Behandlung  tags-  und  nachtsüber  aufzunehmen  (lit. a)  bzw.  mehrere  Kinder  unter 

zwölf  Jahren  regelmässig  tagsüber  zur  Betreuung  aufzunehmen  (Kinderkrippen,  Kin-

derhorte  u.  dgl.;  lit. b).  Art.  3  Abs.  1  PAVO  ermächtigt  die  Kantone,  zum  Schutz  von 

Minderjährigen,  die  ausserhalb  des  Elternhauses  aufwachsen,  Bestimmungen  zu  er-

lassen, die über diese Verordnung hinausgehen. 

b) Der Kanton Zürich hat am 1. April 1962 das Gesetz über die Jugendheime 

und  die  Pflegekinderfürsorge  erlassen  (LS  852.2;  im  Folgenden  JugendheimG).  Nach 

dessen  §  1  Abs.  1  gelten  als  Jugendheime  solche  Institutionen,  die  dazu  bestimmt 

sind,  mehr  als  fünf  Kinder,  Jugendliche  und  junge  Erwachsene  bis  zum  vollendeten 

22. Altersjahr zur Erziehung und Betreuung aufzunehmen. Als Pflegekinder gelten ge-

mäss § 10 Abs. 1 JugendheimG diejenigen Kinder und Jugendliche bis zum vollende-

ten  18. Altersjahr,  deren  Pflege  und  Erziehung  für  länger  als  zwei  Monate  anderen 

Personen als den Eltern anvertraut und die nicht in einem Jugendheim untergebracht 

sind. 

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2.  a)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  in  den  Einspracheentscheiden,  dass 

sich  die  Besteuerung  von  Pflegegeldern  nach  dem  Merkblatt  richte.  Danach  könnten 

von den Einkünften einschliesslich aller Vergütungen für Auslagen im Zusammenhang 

mit der Betreuung ohne Nachweis für jedes Kind Pauschalansätze abgezogen werden, 

wobei  zwischen  Wochen-  und  Dauerpflegeplätzen  sowie  Maximalabzügen  pro  Monat 

und Jahr unterschieden werde. Bei diesen Abzügen, die als Ersatz für notwendige Aus-

lagen  betrachtet  würden,  handle  es  sich  um  Maximalbeträge,  welche  die  effektiven 

Einkünfte  nicht  übersteigen  dürften.  Die  Pflichtigen  würden  sich  auf  den  Standpunkt 

stellen, dass sie nicht als Pflegeeltern zu qualifizieren seien, weil sie unter dem Dach 

des  Schulheims  D,  ihres  Arbeitgebers,  eine  Aussenwohngruppe  mit  Familienstruktur 

führten. Gemäss Pflegekinderverordnung handle es sich bei den Pflichtigen jedoch um 

Pflegeeltern, weshalb das Merkblatt zum Zug komme. Bei der von ihnen präsentierten 

Aufstellung der tatsächlich effektiv angefallenen Kosten (z.B. für den auf die Pflegekin-

der anfallenden Eigenmietwert, Nahrungsmittel, Verkehr u.Ä.) handle es sich überwie-

gend um Pauschalansätze und nicht um effektive Aufwendungen im steuerrechtlichen 

Sinn.  Von  solchen  könne  nur  gesprochen  werden,  wenn  sämtliche  Ausgaben  einer 

einzelnen  Person  zugewiesen  werden  können.  Laut  Merkblatt  umfassten  die  Ansätze 

pro  Dauerpflegeplatz  Aufwendungen  für  Ernährung, Wohnanteil,  Kleider,  Schuhe  und 

Wäsche. Höhere Abzüge seien dann zulässig, wenn sämtliche Aufwendungen einzeln 

nachgewiesen und belegt würden. Weil die Pflichtigen dies nicht getan hätten, müsse 

es beim Pauschalansatz von Fr. 10'344.- pro Pflegekind sein Bewenden haben. 

In  der  Beschwerde-/Rekursantwort  hält  die  Amtsstelle  ergänzend  fest,  dass 

die von den Pflichtigen eingereichten Belege beinahe sämtliche Haushaltausgaben im 

Jahr  2014  umfassten,  die  daraufhin  pauschal  der  Anzahl  der  im  Haushalt  lebenden 

Personen  zugewiesen  worden  seien.  Darin  fänden  sich  auch  nicht  abzugsfähige  Le-

benshaltungskosten. 

b)  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  verlangen  die  Pflichtigen  im  Sinn  eines  Mini-

malantrags,  dass  die  zu  Unrecht  aufgerechnete  Differenz  von  Fr.  23'424.-  zwischen 

der  Betriebskostenpauschale  von  Fr.  64'800.-  und  der  Pflegegeldpauschale  von  

Fr. 41'376.-  rückgängig  gemacht  werde.  Darüber  hinaus  seien  ihnen  im  Sinn  eines  

Maximalantrags die zusätzlich angefallenen Kosten von Fr. 13'255.- anstelle der Pau-

schalen von Fr. 2'000.- + Fr. 2'326.-, mithin Fr. 8'929.-, zum Abzug zuzulassen. Even-

tuell  sei  die  Sache  zur  Prüfung  der  letztgenannten  Position  an  das kantonale  Steuer-

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amt  zurückzuweisen.  Die  Pflichtigen  seien  als  Betreuungspersonen  in  einem  Jugend-

heim  angestellt  und  keine  Pflegeeltern,  weshalb  das  Merkblatt  gar  nicht  zum  Zug 

komme.  Im  Übrigen  passten  die  im  Merkblatt  enthaltenen  Pauschalen  nicht  auf  die 

Verhältnisse einer sozialpädagogischen Grossfamilie. Die Pflichtigen erhielten als An-

gestellte  des  Jugendheims  die  Kinder  zugeteilt,  die  sie  in  ihrem  Einfamilienhaus  in  E 

betreuten. Wie andere Arbeitnehmer hätten sie gemäss Art. 327a OR gegenüber dem 

Arbeitgeber  einen  Anspruch  auf  Auslagenersatz.  Die  Betriebskostenpauschale  habe 

nicht  nur  keinerlei  Lohncharakter,  sondern  sei  nicht  einmal  kostendeckend.  Richtiger-

weise  seien  die  Pflichtigen  im  Sinn  des  Maximalantrags  berechtigt,  sämtliche  ihnen 

erwachsenen Kosten, die sie umfassend belegt hätten, abzuziehen. Entgegen der Auf-

fassung des kantonalen Steueramts handle es sich dabei durchwegs um Gewinnungs-

kosten, allenfalls vermindert um einen Privatanteil. 

3. a) Das als Verein konstituierte Schulheim D bietet ein stationäres und am-

bulantes  Angebot  für  Kinder,  Jugendliche,  junge  Erwachsene  und  deren  Familien  an. 

Zwei interne Wohngruppen befinden sich in D; daneben führt das Schulheim D Schü-

ler-Wohngruppen  in  F,  G  und  H.  Ferner  besteht  das  Angebot  einer  sozialpädagogi-

schen  Familie  in  E;  diese  wird  von  den  Pflichtigen  geleitet  (www….ch;  gemäss  dem 

dort abrufbaren Jahresbericht 2014 lebten bei den Pflichtigen vier Kinder im Alter von 

12 bis 18 Jahren). Beim Schulheim D handelt es sich um ein Jugendheim im Sinn von 

§ 1 Abs. 1 JugendheimG. 

b) Die Pflichtigen sind Arbeitnehmer des Schulheims D; die beidseitigen Rech-

te  und  Pflichten  sind  in  den  Arbeitsverträgen  von  B  und  A  mit  dem  Verein  verankert. 

Zwischen  den  Kindern  bzw.  ihren  gesetzlichen  Vertretern  und  dem  Schulheim  beste-

hen  Betreuungsverträge.  Demgegenüber  fehlt  es  an  einem  Vertragsverhältnis  zwi-

schen den Kindern und den Pflichtigen. Dementsprechend erhalten diese von den El-

tern oder Dritten auch keine Vergütung. Mithin sind die Pflichtigen nicht als Pflegeeltern 

der  Kinder  einzustufen.  Ob  diese  Eigenschaft  dem  Schulheim  zukommt  oder  nicht, 

kann vorliegend offenbleiben. 

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4. a) Laut Ziffer 1 des Merkblatts sind alle Vergütungen für die Betreuung von 

Pflegekindern an Wochen- oder Dauerpflegeplätzen sowie das Entgelt für die stunden- 

oder  tageweise  Betreuung  von  Tageskindern  nach  §§ 16  ff.  StG  (Steuergesetz  vom  

8. Juni  1997)  sowie  nach  Art. 16  DBG  (Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990)  steuerbares  Einkommen.  Als  Einkünfte  zu  verstehen  sind 

sowohl die Beiträge der Eltern als auch Entschädigungen von Gemeinden. Diese Bei-

träge sind in der Steuererklärung als Einkünfte aus Neben- oder aus Haupterwerb an-

zugeben. Der Anwendungsbereich des Merkblatts ist gemäss der in Ziffer 2.1 dessel-

ben enthaltenen Definition auf die Pflegeplatzbetreuung durch Pflegeeltern im Sinn von 

Art. 4 PAVO bzw. § 10 JugendheimG beschränkt. 

Nach dem in E. 1 und 3 Gesagten kann die Stellung als Pflegeeltern nur dem 

hierzu  vertraglich  verpflichteten  Schulheim  D  zukommen.  Demgegenüber  handelt  es 

sich  bei  den  Pflichtigen,  die  in  einem  Arbeitsverhältnis  zum  Schulheim  stehen,  um 

Hilfspersonen im Sinne von Art. 101 OR. Unter diesen Umständen ist das Merkblatt im 

vorliegenden Fall nicht anwendbar. 

b) Der Arbeitsvertrag zwischen dem Schulheim D und der Pflichtigen vom … 

2011  enthält  folgende  Spesenregelung  (Ziffer  2.4;  diese  wurde  durch  die  Vertragsän-

derung vom … 2013 nicht berührt): 

"Zur Deckung der Spesen (insbesondere für Kost, Logis und Betreuung der Kinder und 
der  eigenen  Kosten  für  Wohnung  und  Verpflegung)  erhält  die  Sozialpädagogische  
Familie  einen  pauschalen  Unterhaltsbetrag  von Fr. 45.-  pro Tag  und  Kind.  Der  Unter-
haltsbeitrag wird der Sozialpädagogischen Familie ausgerichtet. Die Arbeitnehmerin ist 
für die gesamte Abrechnung verantwortlich, insbesondere auch im Verhältnis zu ihrem 
Ehemann (dem kein separater Betrag an diese Kosten ausgerichtet wird). 

Der Unterhaltsbetrag wird vom Eintrittsdatum bis zum Austrittsdatum durchgehend pro 
Kalendertag und pro Kind bezahlt. 

Ist ein Kind jedoch mehr als 30 Tage durchgehend abwesend, wird der Arbeitnehmerin 
vom 31. Tag noch ½ des Unterhaltsbetrages überwiesen. Dasselbe gilt auch beim Aus-
tritt eines Kindes bis zum Eintritt eines neuen Kindes. 

Die  im  Kinderaufnahmevertrag  festgelegte  Vergütung  von  zusätzlichen  individuellen 
Nebenkosten für das aufgenommene Kind wird ebenfalls der Arbeitnehmerin überwie-
sen. 

Die  Arbeitnehmerin  verpflichtet  sich,  die  erforderlichen  Belege  monatlich  dem  Arbeit-
geber zu übergeben, damit diese[r] mit der Gemeinde abrechnen kann." 

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Gemäss eigener Darstellung erhielten die Pflichtigen 2014 eine "Betriebskos-

tenpauschale" von Fr. 45.- pro Kind und Tag; dies ergab eine Vergütung von Fr. 5'400.- 

pro Monat bzw. von Fr. 64'800.- für das ganze Jahr. Wie in lit. A der Prozessgeschichte 

ausgeführt, hat das kantonale Steueramt diesen Zufluss als (Brutto-)Einkommen quali-

fiziert, dieses um Abzüge von insgesamt Fr. 41'376.- vermindert und die Differenz von 

Fr. 23'424.- als steuerbares Einkommen erfasst. 

c) Weil  das  Merkblatt  auf  den  vorliegenden  Sachverhalt  wie  gesagt  nicht an-

wendbar ist, hätte das kantonale Steueramt untersuchen können, ob die Betriebskos-

tenpauschale  mehr  als  die  tatsächlichen  Aufwendungen  der  Pflichtigen  deckte  und 

daher  im  betreffenden  Umfang  als  steuerbares  Einkommen  gemäss  Art.  16  Abs. 1 

DBG bzw. § 16 Abs. 1 StG hätte erfasst werden müssen. Nachdem die Amtsstelle dies 

unterlassen  hat,  fragt  es  sich,  ob  darin  ein  qualifizierter  Untersuchungsmangel  liege, 

der kraft § 149 Abs. 3 StG zu einer Rückweisung der Sache zur näheren Klärung des 

Sachverhalts führen müsste. 

Nach  den  Akten  darf  als  erstellt  gelten,  dass  die  Pauschale  von  Fr. 45.-  pro 

Kind und Tag in erster Linie Kost und Logis der betreuten Kinder deckt. Hinzu kommen 

weitere Positionen für zusätzliche Aufwendungen im Haushalt, Kommunikation, thera-

peutische  Angebote  (insbesondere  mit  Pferden),  Verkehr  und  Ferien/Freizeit.  Zum 

Vergleich: Gemäss den von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Jugend 

und  Berufsberatung,  erstellten  Pflegegeld-Richtlinien  für  Dauer-  und  Wochenpflege-

plätze  vom  1. Januar  2008 

(gültig  bis  31. Dezember  2015;  abrufbar  unter 

www.ajb.zh.ch)  sind  pro  Kind  in  Dauerpflege  ab  Vollendung  des  12. Altersjahres  

monatliche Auslagen von Fr. 1'060.- (= Fr. 35.33 pro Tag) allein für die drei Positionen 

Ernährung  (Fr. 430.-),  Unterkunft  (Fr. 350.-)  und  Nebenkosten  (Fr. 280.-)  zu  veran-

schlagen,  wobei  in  den  dazugehörenden  Erläuterungen  noch  festgehalten  wird,  dass 

die  Beträge  "ohnehin  relativ  tief"  seien  und  die  Position  Nebenkosten  "Auslagen  für 

Abonnemente  des  öffentlichen  Verkehrs,  Krankenkassenprämien,  Selbstbehalte  von 

Arztrechnungen, Ferien, Lager, Sport, Musikunterricht, Kurse und Ähnliches" nicht mit-

umfasst. Weil die von den Pflichtigen betreuten Kinder besondere Bedürfnisse haben, 

würde es sich rechtfertigen, den genannten Richtlinien-Wert angemessen zu erhöhen. 

Unter  diesen  Umständen  ist  zu  vermuten,  dass  die  den  Pflichtigen  ausgerichtete  

Betriebskostenpauschale nicht mehr als die tatsächlich angefallenen Kosten deckt. Für 

diese Annahme spricht auch, dass sie ihre Auslagen dem Arbeitgeber offenlegen müs-

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sen  und  dieser keine  überhöhten  Spesen  decken  will,  muss  doch jener wiederum  mit 

der Gemeinde abrechnen. Dementsprechend hat das Schulheim D am … 2015 gegen-

über  den  Pflichtigen  erklärt,  dass  die  Pauschalentschädigung  keinen  Lohnbestandteil 

enthalte. Daraus folgt, dass die Aufrechnung zusätzlicher Einkünfte von Fr. 23'424.- zu 

Unrecht erfolgt ist, haben diese doch Spesencharakter (Art. 327a OR; zum Unterschied 

zwischen Spesen und Berufsauslagen vgl. Erich Bosshard, Die steuerliche Behandlung 

von  Spesenvergütungen  im  Lohnausweis  und  im  Veranlagungsverfahren,  StR  1996, 

557 ff.; Madeleine Simonek, Die steuerliche Rechtsprechung im Jahre 2008, ASA 79, 

138 f.). Dem "Minimalantrag" der Pflichtigen ist daher stattzugeben. 

d)  Hingegen  ist  dem  von  den  Pflichtigen mit  dem  "Maximalantrag"  verfochte-

nen  zusätzlichen  Abzug  von  Fr. 8'929.-  (Fr. 13'255.-  nicht  vergütete  Betriebskosten 

abzüglich gewährte Pauschalen für übrige Berufsauslagen von Fr. 2'000.- + Fr. 2'326.-) 

nicht zu entsprechen. Der behauptete Ausgabenüberschuss vermag sich nicht auf eine 

ordnungsgemässe  Buchhaltung  zu  stützen.  Hinzu  kommt,  dass  –  wie  sie  selbst  ein-

räumen  –  von  ihnen  zu  tragende  Privatanteile  zu  berücksichtigen  wären.  Dass  die 

Aufwendungen lediglich zu einem Drittel auf sie selbst, hingegen zu zwei Drittel auf die 

Kinder  zu  verlegen  wären,  erscheint  nicht  sachgerecht;  der  auf  die  Pflichtigen  entfal-

lende  Anteil  – insbesondere  mit  Bezug  auf  die  liegenschaftsbezogenen  Aufwendun-

gen –  müsste  überproportional  ausfallen.  Schliesslich  vermag  nicht  einzuleuchten, 

weshalb  der  angebliche  Mehraufwand  trotz  eines  arbeitsvertraglichen  Anspruchs  auf 

Auslagenersatz  (Art. 327a  OR)  nicht  durch  den  Arbeitgeber  vergütet  wird,  zumal  ein 

verabredeter  pauschaler  Spesenersatz  nichtig  ist,  wenn  dadurch  Auslagen  ganz  oder 

teilweise auf den Arbeitnehmer überwälzt werden (vgl. Wolfgang Portmann, in: Basler 

Kommentar,  Obligationenrecht I,  6. A.,  2015,  Art. 327a  N 6  OR).  Angesichts  der man-

gelhaften Substanziierung war das kantonale Steueramt nicht gehalten, nähere Abklä-

rungen zu treffen; für die von den Pflichtigen eventuell beantragte Rückweisung hierzu 

besteht daher kein Anlass. 

5.  a)  Aufgrund  dieser  Erwägungen  sind  Beschwerde  und  Rekurs  teilweise  

– im Sinne des "Minimalantrags" – gutzuheissen. Somit ist das steuerbare Einkommen 

bei  der  direkten  Bundessteuer  2014  von  Fr. 118'015.-  um  Fr. 23'424.-  auf  (rund)  

Fr. 94'500.-  sowie  bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  2014  von  Fr. 126'415.-  um  

Fr. 23'424.- auf (rund) Fr. 102'900.- zu ermässigen. 

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b) Bei diesem Prozessausgang sind die Gerichtskosten zu 1/4 den Beschwer-

deführern/Rekurrenten und zu 3/4 der Beschwerdegegnerin/dem Rekursgegner aufzu-

erlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Ferner ist den Pflichtigen für das 

Beschwerde-  und  Rekursverfahren  aufgrund  des  überwiegenden  Obsiegens  eine  

Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des 

Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  und  § 152 

StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959).  In 

Anbetracht  des  nicht  vollständigen  Obsiegens  und  unter  Berücksichtigung  des  relativ 

geringen Streitwerts erscheint eine Vergütung von insgesamt Fr. 400.- (inkl. Mehrwert-

steuer) als angemessen. 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2014, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 94'500.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2014,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr. 102'900.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 1'502'000.-  einge-

schätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 und § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 

[...] 

2 DB.2017.104 
2 ST.2017.131