# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a26a6257-8d69-58b5-8157-0a6d7ec93662
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2008 D-3311/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3311-2008_2008-11-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3311/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren _______,
Elfenbeinküste,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
25. April 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3311/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger der Elfenbeinküste mit 
letztem Wohnsitz in (...), verliess seinen Heimatstaat eigenen Angeben 
zufolge am 10. November  2007 auf  dem Luftweg und reiste  am 11. 
November 2007 von Marokko herkommend in die Schweiz ein, wo er 
gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (...)  um  Asyl 
nachsuchte. Am 21. November 2007 wurde er dort summarisch befragt 
und  in  der  Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton  (...) 
zugewiesen.  Das  BFM  hörte  den  damals  noch  minderjährigen 
Beschwerdeführer  am 31. Januar  2008 im Beisein einer  Vertrauens-
person ausführlich zu seinen Asylgründen an. 

Anlässlich der Befragungen führte der Beschwerdeführer im Wesentli-
chen aus, seine Eltern seien beide gestorben, als er noch ein kleines 
Kind gewesen sei. Seit ihrem Tod habe er bei seinem grossen Bruder 
M.  gelebt.  Dieser  habe  für  einen  Politiker  des  (...)  namens  (...) 
gearbeitet  und  sei  in  diesem  Zusammenhang  öfters  mehrere  Tage 
abwesend gewesen. Ungefähr Ende September/Anfang Oktober 2007 
sei sein Bruder wieder einmal weggegangen. Eine Woche später, als 
er  mit  seinem Freund B. auf  einem Basketballplatz gewesen sei,  sei 
ein Unbekannter auf ihn zugekommen und habe ihn nach (...) gefragt. 
Er habe sich erst zu erkennen gegeben, nachdem sein Freund B. in 
Erfahrung  gebracht  habe,  dass  der  Unbekannte  seinen  Bruder  M. 
kenne. Der Unbekannte habe ihn gedrängt, mit ihm zu gehen, und ihm 
gesagt, er müsse ihm eine Nachricht von seinem Bruder ausrichten. In 
der Folge sei er nach anfänglichem Widerstreben zusammen mit B. in 
den Wagen des Fremden gestiegen, und dieser habe sie zu einer Frau 
nach Y. gefahren. Der Unbekannte habe ihm gesagt, er solle bei dieser 
Frau bleiben,  da er  in  Gefahr  sei. Sein  Bruder  wolle  das  so. Er  sei 
daher allein bei dieser Frau geblieben, während der Unbekannte und 
später auch B. wieder gegangen seien. In den darauffolgenden Tagen 
sei  der Unbekannte mehrmals vorbeigekommen und habe jedes Mal 
versprochen, M. werde nächstens kommen. Als B. einmal auf Besuch 
gekommen  sei,  habe  er  diesen  beauftragt,  ihm  einige  Sachen  aus 
seinem  Haus  zu  holen.  Am nächsten  Tag sei  B. zurückgekehrt  und 
habe ihm erzählt, das Haus sei geplündert worden. Am Abend habe er 
den Unbekannten mit dieser Information konfrontiert. Dieser habe ihm 
daraufhin mitgeteilt,  sein Bruder sei  auf  einer Mission umgekommen 
und habe den Wunsch geäussert, er - der Beschwerdeführer - möge 

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sich  im  Ausland  in  Sicherheit  bringen.  In  der  Folge  habe  ihm  der 
Unbekannte einen Reisepass gebracht  und ihm gesagt,  er  müsse in 
die Schweiz reisen, da er  in Gefahr sei. Er habe ihn zum Flughafen 
gefahren  und  ihm  dort  sein  Flugticket  und  den  Reisepass 
ausgehändigt.  Am  Flughafen  Genf  sei  er  von  einem  fremden  Mann 
empfangen worden, dem er seinen Pass habe abgeben müssen. Bei 
einer Rückkehr ins Heimatland wäre er gefährdet. 

Der  Beschwerdeführer  reichte  im  Verlauf  des  vorinstanzlichen 
Verfahrens  einen  Auszug  aus  dem  Zivilstandsregister,  einen 
Nationalitätenausweis,  eine  Identitätsbestätigung,  eine  Kopie  der 
Identitätskarte sowie  eine Kopie der  Identitätskarte  seines Vaters zu 
den Akten. 

B.
Mit Verfügung vom 25. April 2008 - eröffnet am 28. April 2008 - stellte 
das  BFM  fest,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien 
unglaubhaft.  Demzufolge  verneinte  es  seine  Flüchtlingseigenschaft 
und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.

C.
Mit  Beschwerde  vom  20.  Mai  2008  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  es  sei 
ihm  Asyl,  eventuell  eine  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  In 
prozessualer  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) ersucht. 

Mit  Eingabe  vom  23.  Mai  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
ausführliche Beschwerdebegründung nach. Dieser Eingabe lagen eine 
Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit  vom  20.  Mai  2008,  eine 
ärztliche  Bescheinigung  der  Arbeitsunfähigkeit  vom  19.  Mai  2008 
sowie eine Medikamentendosierungskarte vom 19. Mai 2008 bei. 

D.
Der  Instruktionsrichter  verzichtete  mit  Verfügung  vom  27. Mai  2007 
antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte 
dem  Beschwerdeführer  gleichzeitig  mit,  über  das  Gesuch  um 
Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65  Abs. 1 VwVG) 
werde  im  Endentscheid  befunden.  Der  Beschwerdeführer  wurde 

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ausserdem  aufgefordert,  innert  Frist  ein  umfassendes  ärztliches 
Zeugnis betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme 
einzureichen.

E.
Mit  Eingabe vom 10. Juni  2008 reichte  der  Beschwerdeführer  einen 
Operationsbericht von Dr. med. R. A. B., (...), vom 20. Mai 2008 (Kopie; 
inkl. Laborblatt) zu den Akten. 

F.
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  8.  Juli  2008 
vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde.

G.
In seiner Replik vom 23. Juli  2008 bekräftigte der Beschwerdeführer 
die  in  der  Beschwerde gestellten  Anträge und ersuchte  sinngemäss 
um deren Gutheissung. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM, welche in 
Anwendung des Asylgesetzes (Asylgesetz vom 26. Juni 1998 [AsylG, 
SR  142.31])  ergangen  sind;  das  Bundesverwaltungsgericht 
entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48 
Abs.  1  sowie  Art.  50  und  52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

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2.
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  ihrer 
politischen  Anschauungen  wegen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheids  bezüglich  des  Asylpunktes  im  Wesentlichen  aus,  es  sei 
dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  seine  Flüchtlingseigenschaft 
glaubhaft  zu  machen,  da  seine  Aussagen  widersprüchlich  und 
unsubstanziiert  ausgefallen seien. So habe er  sich beispielsweise in 
Bezug auf den Todeszeitpunkt seiner Eltern mehrfach widersprochen. 
Im Weiteren habe er in der Erstbefragung keinerlei  Details zur Frau, 
bei  der  er  sich  angeblich  längere  Zeit  aufgehalten  habe,  angeben 
können. In der direkten Bundesanhörung habe er dann aber plötzlich 
deren Namen gewusst. Hinsichtlich der Dauer seines Aufenthaltes bei 
dieser Frau habe er sich ebenfalls widersprochen, indem er einmal von 
eineinhalb  Monaten,  ein  anderes  Mal  von einem Monat  gesprochen 
habe. In der Direktanhörung habe er erklärt, der unbekannte Mann sei 

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mehrmals auf dem Fussballplatz erschienen. Demgegenüber habe er 
in der Empfangsstelle nur ein einmaliges Erscheinen beschrieben. Der 
Beschwerdeführer  habe  zu  zahlreichen  Punkten  unsubstanziierte 
Aussagen gemacht. Beispielsweise habe er die Umstände des Todes 
seiner  Mutter  sowie  deren  Begräbnis  nur  allgemein  und  ohne 
persönliche Betroffenheit  geschildert. Die  Aussagen zum Tod seines 
Bruders  seien  ebenfalls  wenig  überzeugend.  Er  habe  weder  das 
genaue Todesdatum noch die Umstände des Todes gekannt. Er habe 
auch nicht im Detail  darlegen können, um welche Informationen zum 
Tod  seines  Bruders  er  die  unbekannte  Person  ersucht  habe.  Zur 
politischen  Tätigkeit  seines  Bruders  habe  er  sich  ebenfalls  nur 
undetailliert  und  wenig  überzeugend  geäussert.  Er  habe  den  vollen 
Namen des Politikers, für welchen sein Bruder gearbeitet habe, nicht 
gekannt.  Er  habe  auch  keine  Angaben  zur  Art  und  Dauer  der 
Tätigkeiten  seines  Bruders  machen  können,  obwohl  er  eigenen 
Angaben  zufolge  seit  Jahren  mit  seinem Bruder  zusammengewohnt 
habe. Der  Beschwerdeführer  habe  auch keine näheren  Angaben zu 
dem  Mann  machen  können,  welcher  ihn  auf  dem  Fussballplatz 
aufgesucht  habe; dies,  obwohl  er  diesen Mann angeblich  mehrmals 
gesehen  habe.  Im  Weiteren  habe  der  Beschwerdeführer  zum 
Umstand,  wonach  sein  Haus  geplündert  worden  sei,  nur  vage 
Aussagen  gemacht.  Insgesamt  seien  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  unglaubhaft,  weshalb  die  Flüchtlingseigenschaft 
zu verneinen und das Asylgesuch abzulehnen sei. 

4.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  entgegnet  der  Beschwerdeführer,  er 
habe  nie  gesagt,  seine  Eltern  seien  gleichzeitig  gestorben.  Die 
Formulierung  im  Protokoll  sei  irreführend,  und  es  bestehe  kein 
Widerspruch  bezüglich  seiner  Aussagen  zum  Todeszeitpunkt  seiner 
Eltern. Richtig sei, dass sein Vater gestorben sei,  als er sieben oder 
acht Jahre alt gewesen sei. Seine Mutter hingegen sei gestorben, als 
er ungefähr dreizehn Jahre alt gewesen sei. Die Tatsache, dass er bei 
der  Empfangsstellenbefragung  den  Namen  der  Frau,  bei  welcher  er 
übernachtet habe, nicht genannt habe, während er ihren Namen in der 
Bundesanhörung  erwähnt  habe,  begründe  ebenfalls  keinen 
Widerspruch. Er habe deren Namen immer gewusst,  aber einfach in 
der ersten Befragung nicht  genannt,  da er  damals gemeint  habe,  er 
müsse  nicht  den  Namen  der  Frau  nennen,  sondern  nur  erklären, 
welche Funktion sie gehabt habe. Er kenne nur ihren Vornamen und 
nehme  an,  sie  sei  die  Schwester  oder  Freundin  des  Mannes. 
Offensichtlich  habe  er  sich  auch  in  Bezug  auf  die  Dauer  seines 

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Aufenthalts  bei  dieser  Frau  nicht  widersprochen.  Indem  er  in  der 
Bundesanhörung gesagt  habe,  "un mois,  un mois et  demi",  habe er 
eine  Schätzung  abgegeben.  Es  sei  schwierig,  die  genaue  Dauer 
anzugeben. Die  Behauptung  des  BFM,  er  habe  einmal  gesagt,  der 
unbekannte Mann sei mehrmals auf dem Fussballplatz erschienen, sei 
völlig falsch. In der vom BFM zitierten Protokollstelle gehe es nicht um 
den Fussballplatz, sondern darum, wie oft der Mann bei der Frau zu 
Besuch  gekommen  sei.  Auch  in  diesem  Fall  bestehe  somit  kein 
Widerspruch. Der Vorwurf des BFM, er habe den Tod seiner Mutter nur 
allgemein und ohne Realkennzeichen beschrieben, sei unverständlich. 
Das fragliche Ereignis habe sich vier Jahre vor der Befragung ereignet. 
Er  habe  alles  so  objektiv  wie  möglich  beschrieben  und  auch  viele 
Details genannt. Es sei nicht angebracht zu behaupten, er habe dies 
nicht selbst erlebt. Im Weiteren sei es durchaus normal, dass er keine 
Details  zum  Tod  seines  Bruders  habe  angeben  können,  da  er  bei 
dessen Tod nicht dabeigewesen sei und der Mann ihm keine Details 
mitgeteilt  habe. Sein  Bruder  habe  nie  mit  ihm über  seine  politische 
Tätigkeit gesprochen. Es sei daher verständlich, dass er auch darüber 
nichts  wisse. Wahrscheinlich  habe  sein  Bruder  ihn  schützen  wollen. 
Die Tatsache, dass er getötet worden sei, zeige ja, dass er gefährliche 
Aufgaben ausgeführt  habe. Mit  dem unbekannten Mann habe er nur 
wenig sprechen können, da er ihn jeweils nur kurz gesehen habe. Es 
sei ausserdem normal, dass ein politisch aktiver Mann nicht mit einem 
Jüngling  über  Politik  spreche.  Da  er  im  Weiteren  auch  bei  der 
Plünderung seines Hauses nicht dabei gewesen sei, könne er darüber 
ebenfalls  keine detaillierten Aussagen machen. Er wisse nicht  mehr, 
als ihm sein Freund B. erzählt habe. Sein Bruder sei getötet worden, 
weil  er  politisch  aktiv  gewesen  sei.  Deswegen  sei  auch  das  Haus 
geplündert  worden.  Wäre  er  damals  zuhause  gewesen,  wäre  er 
vermutlich  ebenfalls  umgebracht  worden.  Somit  erfülle  er  die 
Flüchtlingseigenschaft.

4.3 Das  BFM  beschränkt  sich  in  seiner  Vernehmlassung  im 
Wesentlichen auf Ausführungen zum Wegweisungsvollzugspunkt.

4.4 In seiner Replik macht der Beschwerdeführer geltend, er habe in 
der  Beschwerdebegründung  die  ihm  vom  BFM  vorgehaltenen 
Ungereimtheiten allesamt bereinigt.

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5.
Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt.

5.1 Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  sein  Bruder  sei  infolge  seiner 
Tätigkeit für die Partei RDR umgebracht worden. Er sei deswegen in 
seinem  Heimatland  ebenfalls  gefährdet  und  müsse  mit  Verfolgung 
rechnen.  Damit  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  habe 
begründete  Furcht  vor  künftiger  asylrelevanter  Verfolgung.  Gemäss 
ständiger  Rechtsprechung liegt  eine begründete Furcht  vor künftiger 
asylrelevanter  Verfolgung  dann  vor,  wenn  ein  konkreter  Anlass  zur 
Annahme besteht, Letztere hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der 
Ausreise - mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit 
verwirklicht  beziehungsweise werde sich -  auch aus heutiger  Sicht  - 
mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  verwirkli-
chen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Verfolgung  genügt 
nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt  der 
erwarteten  -  und  aus  einem  der  vom  Gesetz  abschliessend 
aufgezählten Motive erfolgenden - Benachteiligungen als wahrschein-
lich  und  dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und 
nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. die nach wie vor gültigen und 
zutreffenden  Ausführungen  in  den  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2005  Nr.  21 
E. 7.1  S.  193,  mit  weiteren  Hinweisen;  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des 
Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 143 ff.).

5.2 Das BFM erachtete die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als 
unglaubhaft.  Das  Bundesverwaltungsgericht  schliesst  sich  dieser 
Auffassung  im  Ergebnis  an.  Denn  obwohl  dem  Beschwerdeführer 
insofern  Recht  zu  geben  ist,  als  die  ihm  vom  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung vorgehaltenen widersprüchlichen Aussagen 
bei näherer Betrachtung nicht als widersprüchlich bezeichnet werden 
können, so sind seine Asylvorbringen gestützt auf die nachstehenden 
Erwägungen  dennoch  insgesamt  als  unglaubhaft  zu  erachten.  Die 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu  der  ihm  angeblich  drohenden 
Verfolgung  sind  äusserst  vage  und  unsubstanziiert  ausgefallen.  Er 
brachte  vor,  sein  Bruder  sei  politisch  aktiv  gewesen  und  deswegen 
umgebracht  worden.  Allerdings  konnte  er  weder  zum  angeblichen 
politischen Engagements seines Bruders bei der RDR noch zum Tod 
seines  Bruders  konkrete  und  realistische  Aussagen  machen.  Sein 
Einwand, er wisse nichts über die Tätigkeit seines Bruders, weil dieser 

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mit  ihm nie darüber  gesprochen und er  nie gefragt  habe,  überzeugt 
nicht. Immerhin lebte der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge 
jahrelang  mit  seinem  Bruder  unter  einem  Dach.  Es  erscheint  unter 
diesen  Umständen  realitätsfremd,  dass  nie  über  die  Arbeit  des 
Bruders  gesprochen  wurde  und  der  Beschwerdeführer  keine 
diesbezüglichen  Fragen  stellte.  Die  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  praktisch  nichts  zum  angeblichen  politischen 
Engagements seines Bruders, namentlich dessen "Missionen" (vgl. A1, 
S. 4),  wusste, lässt daher darauf schliessen, dass dieses Vorbringen 
nicht der Wahrheit entspricht. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachte,  angeblich  politisch  motivierte  Tötung  seines 
Bruders,  ist  festzustellen,  dass  dieses  Sachverhaltselement  völlig 
unsubstanziiert  in  den  Raum  gestellt  wurde.  Der  Beschwerdeführer 
konnte  weder  zum  Zeitpunkt  der  Tat  noch  zum  Tatort  oder  zu  den 
Tätern  genauere  Angaben  machen.  Er  wendet  ein,  er  könne  keine 
detaillierten  Angaben  machen,  weil  er  nur  das  wisse,  was  ihm  der 
unbekannte  Mann  mitgeteilt  habe.  Den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  ist  indessen  zu  entnehmen,  dass  sein  Bruder 
seine  wichtigste  Bezugsperson  war.  Demzufolge  erscheint  es 
unplausibel,  dass  der  Beschwerdeführer  lediglich  gestützt  auf  die 
Auskunft eines ihm völlig unbekannten Mannes und ohne seinerseits 
weitere Abklärungen zu tätigen den Tod seines Bruders zur Kenntnis 
nahm  und  nicht  einmal  darauf  bestand,  die  genauen  Details  zu 
erfahren.  Immerhin  war  der  Beschwerdeführer  zu  diesem  Zeitpunkt 
kein  kleines  Kind  mehr. Er  hätte  zumindest  den  ihm gut  bekannten 
Freund seines Bruders,  (...)  (vgl. A13,  S. 5,  9  und 12),  kontaktieren 
können,  um  die  Informationen  des  unbekannten  Mannes  zu 
überprüfen respektive um (...)  mit  entsprechenden Nachforschungen 
zu  beauftragen. Dass  er  dies  unterliess,  deutet  darauf  hin,  dass  es 
sich  beim  Tod  des  Bruders  ebenfalls  um  ein  konstruiertes 
Sachverhaltselement handelt. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, 
er  habe von seinem Freund B. erfahren,  dass sein Haus geplündert 
worden  sei.  Diese  Information  basiert  jedoch  ebenfalls  nur  auf 
Hörensagen  und  wurde  vom  Beschwerdeführer  den  Akten  zufolge 
nicht  näher  überprüft.  Namentlich  schien  er  sich  nicht  dafür  zu 
interessieren,  wer  hinter  der  angeblichen  Plünderung  stand.  Im 
Zusammenhang  mit  der  angeblichen  Plünderung  des  Hauses  fällt 
ausserdem  auf,  dass  B.,  welcher  dem  Beschwerdeführer  einige 
Sachen  aus  dem Haus  hätte  bringen  sollen,  das  geplünderte  Haus 
angeblich  nicht  habe  betreten  können  (vgl.  A13,  S.  10),  der 
unbekannte  Mann  dagegen  nicht  nur  ohne  weiteres  ins  Haus  kam, 

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sondern dort  auch noch den Schulsack des Beschwerdeführers fand 
und dem Beschwerdeführer daraus die Kopien der Identitätsausweise 
seines  Vaters  mitbrachte  (vgl.  A13,  S.  15).  Die  geltend  gemachte 
Plünderung des Hauses ist mit Blick auf das Gesagte zu bezweifeln. 
Anzumerken  ist,  dass  es  realitätsfremd  erscheint,  dass  der 
unbekannte Mann dem Beschwerdeführer lediglich und ausgerechnet 
die Kopien der Identitätsausweise seines Vaters mitbrachte, nicht aber 
beispielsweise  den  ganzen  Schulsack  oder  einige  Kleider.  Die 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  sind  auch  in  weiteren  Bereichen 
unsubstanziiert und unplausibel ausgefallen. Beispielsweise erscheint 
es  realitätsfremd,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  fundierteren 
Angaben  zum  unbekannten  Mann  sowie  zu  der  Frau  namens  (...) 
machen  kann,  obwohl  er  diese  Personen  über  längere  Zeit  hinweg 
regelmässig sah und auch mit ihnen sprechen konnte. Den Angaben 
des  Beschwerdeführers  zufolge  kannte  der  unbekannte  Mann  den 
Bruder  des  Beschwerdeführers.  Der  Beschwerdeführer  hätte  daher 
vernünftigerweise bestrebt sein müssen, die Identität des unbekannten 
Mannes aufzudecken. Insbesondere wäre es unter diesen Umständen 
naheliegend  gewesen,  der  Frau,  bei  welcher  er  wohnte, 
diesbezügliche  Fragen  zu  stellen.  Den  Akten  zufolge  zeigte  der 
Beschwerdeführer  jedoch  kaum  ein  Interesse  an  der  Person  des 
unbekannten  Mannes  und  dessen  Verbindung  zu  seinem  Bruder. 
Diese Haltung ist  unter  den von ihm geschilderten Umständen nicht 
nachvollziehbar.  Die  Akten  offenbaren  auch  ein  angesichts  der 
geschilderten Ereignisse erstaunliches Desinteresse des Beschwerde-
führers in Bezug auf seine persönliche Situation. Beispielsweise muss 
aus den Aussagen des Beschwerdeführers geschlossen werden, dass 
er  sich  nicht  ernsthaft  bemühte  herauszufinden,  weshalb  der 
unbekannte  Mann  glaubte,  er  sei  in  Gefahr  und  müsse  das  Land 
verlassen. Es wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer 
zumindest die angeblich notwendige Ausreise aus dem Heimatland in 
Frage  gestellt  hätte,  zumal  ihm  bei  (...)  keine  unmittelbare  Gefahr 
drohte (vgl. A13, S. 17). Da die Asylvorbringen des Beschwerdeführers 
nach dem Gesagten in wesentlichen Teilen als vage, unsubstanziiert 
und  realitätsfremd  qualifiziert  werden  müssen,  sind  die  geltend 
gemachten  Sachverhaltselemente,  namentlich  die  angebliche 
politische  Tätigkeit  seines  Bruders  sowie  dessen  angeblich  damit 
zusammenhängende Tötung, insgesamt als unglaubhaft zu erachten. 
Demzufolge  ist  auch  die  darauf  basierende  Verfolgungsfurcht  des 
Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar. 

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5.3 Im  Übrigen  bestehen  gestützt  auf  die  Akten  ohnehin  keine 
konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer in absehbarer 
Zukunft  Opfer  einer  asylrelevanten  Verfolgung  geworden  wäre 
respektive im Falle seiner Rückkehr eine entsprechende Verfolgung zu 
gewärtigen  hätte.  Er  wurde  vor  seiner  Ausreise  weder  angegriffen 
noch bedroht. Selbst wenn man davon ausgehen würde, sein Bruder 
sei tatsächlich aus politischen Gründen umgebracht worden, so lässt 
sich  allein  daraus  noch  keine  realistische  und  konkrete  Gefährdung 
des  Beschwerdeführers  ableiten,  zumal  er  persönlich  eigenen 
Angaben zufolge absolut nichts mit der Tätigkeit seines Bruders zu tun 
hatte und nicht einmal darüber Bescheid wusste. 

5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vom Beschwerdefüh-
rer geltend gemachte Verfolgungsfurcht gestützt auf die vorstehenden 
Erwägungen nicht nachvollziehbar und unrealistisch ist. Das Vorliegen 
einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger  asylrelevanter  Verfolgung  ist 
daher zu verneinen. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 
ergibt  sich  damit,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach 
Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Somit erfüllt 
er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  die  Vorinstanz  hat  das 
Asylgesuch zu Recht abgewiesen.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch hat  er  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 
44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.1 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 

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des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art.  83  Abs.  3  AuG).  So  darf  keine  Person  in 
irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem 
ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem Grund  nach  Art.  3 
Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in 
ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art.  5  Abs.  1  AsylG;  vgl. 
ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR  0.142.30]).  Gemäss  Art.  25 
Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999 (BV, SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens vom 
10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, 
SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft  werden, in dem 
ihm Folter  oder eine andere Art  unmenschlicher oder erniedrigender 
Strafe oder Behandlung droht.

Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, 
die die Flüchtlingseigenschaft  erfüllen (vgl.  MARIO GATTIKER,  Das Asyl-
 und Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern 1999,  S. 89). Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  die  Elfenbeinküste  dort  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1 
FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 
sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerde-
führer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft 
machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder 
unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 
S. 122, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm indessen nicht gelungen 
(vgl.  die  vorstehenden  Ausführungen  im  Asylpunkt;  E.  5).  Die 

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allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat des Beschwerde-
führers  hat  sich  seit  dem  Abschluss  des  Friedensabkommens  von 
Ouagadougou  im  März  2007  schrittweise  verbessert  und  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  ebenfalls  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist  -  unter Vorbehalt  von 
Art.  83  Abs.  7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818).  Bei  minderjährigen 
Beschwerdeführern  muss  das  Kindeswohl  im  Rahmen  der 
Zumutbarkeitsprüfung als gewichtiger Aspekt mitberücksichtigt werden 
(vgl. EMARK 1008 Nr. 13 E. 5e S. 98, mit weiteren Hinweisen).

7.2.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer, welcher 
im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch knapp minderjährig war, 
inzwischen volljährig geworden ist. Damit fällt er im heutigen Zeitpunkt 
nicht  mehr  in  den  Anwendungsbereich  des  Übereinkommens  vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), und 
die  bei  minderjährigen  Beschwerdeführenden  gebotene,  an  Art.  22 
KRK respektive am Kindeswohl orientierte Auslegung von Art. 83 Abs. 
4  AuG entfällt.  Insbesondere  erübrigt  sich  die  gemäss  der  von  der 
ARK  begründeten  (vgl.  EMARK  1998  Nr.  13  E.  5e)  und  vom 
Bundesverwaltungsgericht  weitergeführten  Praxis  bei  unbegleiteten 
Minderjährigen  grundsätzlich  unerlässliche  Abklärung,  ob  für  den 
Beschwerdeführer  bei  dessen  Rückkehr  ins  Heimatland  konkrete 
Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sind. Stattdessen ist mit Blick 
auf die inzwischen eingetretene Volljährigkeit des Beschwerdeführers 
eine reguläre Zumutbarkeitsprüfung vorzunehmen.

7.2.2 In der Lageanalyse vom Januar 2008 (vgl. D-4477/2006 E. 8.2 
ff.)  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  zum Schluss  gekommen,  dass 
sich  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  in  der 
Elfenbeinküste  seit  dem  am  4.  März  2007  in  Ouagadougou 
geschlossenen  Friedensabkommen  zwischen  den  Rebellen  und  der 

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Regierung  insgesamt  positiv  entwickelt  hat.  Im  Anschluss  an  den 
Abschluss  des  Friedensabkommens  wurde  im  Mai  2007  damit 
begonnen,  die  Milizen  zu  entwaffnen.  Am  30.  Juli  2007  reiste 
Staatspräsident  Laurent  Gbagbo  erstmals  wieder  in  die  vormalige 
Rebellenhochburg  im  Norden  des  Landes.  Bei  einer  Waffenverbren-
nungs-Zeremonie erklärten der ehemalige Rebellenführer und heutige 
Premierminister Guillaume Soro und er den Bürgerkrieg für beendet. 
Die  Präsidentschaftswahlen  sollten  noch  Ende  dieses  Jahres 
abgehalten werden. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts 
herrscht  somit  in  der  Elfenbeinküste  im  heutigen  Zeitpunkt  keine 
Kriegs-  oder  Bürgerkriegssituation  und  auch  keine  Situation 
allgemeiner  Gewalt  mehr.  Im  fraglichen  Entscheid  wird  ausserdem 
festgestellt, dass der Vollzug der Wegweisung nach Abidjan für junge, 
gesunde Männer grundsätzlich zumutbar ist, wenn sie schon vor der 
Ausreise  dort  gelebt  haben  oder  dort  über  ein  Beziehungsnetz 
verfügen (vgl. D-4477/2008 E. 8).

7.2.3 Beim Beschwerdeführer handelt  es sich den Akten zufolge um 
einen  jungen  Mann  mit  letztem  Wohnsitz  in  (...).  Seinen  Angaben 
zufolge hat er von Geburt an bis zu seiner Ausreise in (...) gelebt. Er 
verfügt  über  eine  durchschnittliche  Schulbildung  und  hat  im 
Heimatland  als  Laufbursche  für  einen  Supermarkt  gearbeitet.  Es  ist 
ihm ohne weiteres zuzumuten, im Falle seiner Rückkehr erneut eine 
entsprechende Erwerbstätigkeit  aufzunehmen. Der Beschwerdeführer 
macht  in  seiner  Beschwerdeergänzung sowie  der  Replik  geltend,  er 
habe  keine  Familienangehörigen  mehr  in  der  Elfenbeinküste,  da 
sowohl  seine Eltern als auch sein Bruder verstorben seien. Er habe 
niemanden dort, der ihm helfen und ihn unterstützen könnte. Zwar sei 
er  inzwischen  volljährig,  aber  immer  noch  sehr  jung  und  ohne 
Lebenserfahrung. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Aussagen zum 
Tod des  Bruders  gestützt  auf  die  Erwägungen  in  E.  5.2  zweifelhaft 
sind.  Es  ist  daher  nicht  auszuschliessen,  dass  der  Bruder  des 
Beschwerdeführers nach wie vor in Abidjan lebt. Im Weiteren ist dem 
bei  den  Akten  liegenden  Protokollauszug  der  zuständigen 
Vormundschaftsbehörde vom 23. Januar 2008 zu entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer  Grosseltern  im  Heimatland  hat.  Selbst  wenn  er  - 
wie von ihm geltend gemacht - diese nicht kennt, so ist ihm dennoch 
zuzumuten,  sie  ausfindig  zu  machen.  Den  Akten  zufolge  lebt 
ausserdem  der  beste  Freund  des  Beschwerdeführers,  B.,  welcher 
inzwischen ebenfalls volljährig sein dürfte, in (...). Auch die ehemalige 
langjährige Haushälterin des Beschwerdeführers und seines Bruders 

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kann  als  Bezugsperson  betrachtet  werden.  Insgesamt  ist  davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Heimatland  entgegen 
seinen Vorbringen durchaus über ein Beziehungsnetz verfügt, welches 
ihn  bei  seiner  Rückkehr  bei  Bedarf  unterstützen  könnte. Angesichts 
der Tatsache, dass der Beschwerdeführer alleine aus dem Heimatland 
ausgereist  ist  und  in  einem  ihm  fremden  Land  ein  Asylverfahren 
durchlaufen  hat,  kann  auch  nicht  von  mangelnder  Lebenserfahrung 
gesprochen  werden.  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  eine 
Rückkehr ins Heimatland sei für ihn auch aus medizinischen Gründen 
nicht  zumutbar. Den Akten ist  diesbezüglich  zu entnehmen,  dass er 
wegen  eines  Leistenbruchs  am  19.  Mai  2008  operiert  wurde  und 
anschliessend bis am 29. Mai 2008 vollständig arbeitsunfähig war. Aus 
dem  Operationsbericht  vom  20.  Mai  2008  geht  ausserdem  hervor, 
nach  der  zweiten  postoperativen  Woche  bestünden  keine 
Belastungseinschränkungen  mehr.  Die  einmalige,  abschliessende 
Kontrolle  war  für  vier  Wochen  nach  der  Operation  vorgesehen.  In 
seiner  Replik vom 23. Juli  2008 bringt  der Beschwerdeführer vor, er 
habe nach wie vor Schmerzen im Bauch und habe deswegen erneut 
den  Arzt  aufsuchen  müssen.  Die  Behandlung  sei  daher  noch  nicht 
abgeschlossen. Ausserdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass 
der  operierte  Bruch  in  Zukunft  Probleme  verursachen  könnte.  Der 
Beschwerdeführer  reichte  indessen  keine  entsprechenden,  weiteren 
ärztlichen  Schreiben  zu  den  Akten,  welche  die  geltend  gemachten, 
anhaltenden Schmerzen belegen könnten. Aufgrund der Aktenlage ist 
daher  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  heutigen 
Zeitpunkt  keine  schwerwiegenden  gesundheitlichen  Probleme  mehr 
hat,  welche den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen 
lassen  würden.  Allfällige  weitere  Nachkontrollen  respektive 
Nachbehandlungen könnten auch in (...) durchgeführt werden, wo die 
medizinische Versorgungslage relativ gut ist. 

7.2.4 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten Anzeichen dafür, 
dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland in 
eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Vollzug der Wegweisung 
erweist sich daher insgesamt als zumutbar. 

7.3 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

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7.4 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  der  von  der  Vorinstanz 
verfügte  Wegweisungsvollzug  in  Übereinstimmung  mit  den  zu 
beachtenden  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist.  Eine 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  damit  ausser  Betracht 
(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG). 
Nachdem  aber  aufgrund  der  Aktenlage  von  der  prozessualen 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  (vgl.  die 
Unterstützungsbestätigung  vom  20.  Mai  2008)  und  die  Beschwerde 
nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden konnte,  ist  in  Gutheissung 
des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  von 
einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- den _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller

Versand:

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