# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b597ca3-6600-5c18-a24b-7a50926cc632
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.03.2024 F-1695/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1695-2024_2024-03-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1695/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;   

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Smera Rehman,  

HEKS Rechtsschutz (…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 11. März 2024 / N (…). 

 

 

 

F-1695/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 14. Januar 2024 in Kroatien und am 

30. Januar 2024 in der Schweiz um Asyl nach. 

B.  

Die Vorinstanz ersuchte die kroatischen Behörden am 6. Februar 2024 um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

C.  

Mittels Direkterfassung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) nahm die Vorinstanz am 12. Februar 2024 die Personalien der 

Beschwerdeführerin auf. 

D.  

Im Rahmen des Dublin-Gespräches vom 15. Februar 2024 gewährte die 

Vorinstanz der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör, unter anderem 

zur Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur poten-

ziellen Überstellung nach Kroatien sowie zu ihrem Gesundheitszustand. 

E.  

Mit Eingabe vom 15. Februar 2024 reichte die Beschwerdeführerin diverse 

Beweismittel ein. 

F.  

Die kroatischen Behörden stimmten am 19. Februar 2024 der Wiederauf-

nahme der Beschwerdeführerin zu, gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-

VO. 

G.  

Mit Verfügung vom 11. März 2024 – eröffnet am 11. März 2024 – trat die 

Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Überstellung nach Kroatien an und 

forderte die Beschwerdeführerin auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der 

Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die ei-

ner allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende 

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Seite 3 

Wirkung hin und beauftragte den Kanton Thurgau mit dem Vollzug der 

Wegweisung. 

H.  

Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 

18. März 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragte, die vorinstanzliche Verfügung sei vollständig aufzuheben. Die  

Vorinstanz sei anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten und in der 

Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen. Eventualiter sei die 

Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei die Vorinstanz an-

zuweisen, eine individuelle und konkrete Garantieerklärung beim Staat 

Kroatien einzuholen, aus welcher hervorgehe, dass die Beschwerdeführe-

rin im Falle einer Dublin-Überstellung angemessen untergebracht und an-

gemessen medizinisch (psychiatrisch) behandelt werde sowie einen fairen 

und diskriminierungsfreien Zugang zum Asylverfahren erhalte. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen und die Vollzugsbehörden seien im Sinne einer superprovisori-

schen vorsorglichen Massnahme unverzüglich anzuweisen, von einer 

Überstellung der Beschwerdeführerin nach Kroatien abzusehen, bis das 

Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

entschieden habe. Zudem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

I.  

Am 19. März 2024 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstel-

lung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die Be-

schwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG i.V.m. Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

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Seite 4 

2.  

2.1. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen – als of-

fensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens zur Fortführung des Verfahrens 

zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ist vorliegend gegeben 

(vgl. Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO, Art. 23 Dublin-III-VO). Soweit die Be-

schwerdeführerin moniert, in Kroatien zur Abgabe der Fingerabdrücke ge-

zwungen worden zu sein, ist sie darauf hinzuweisen, dass sich die Ab-

nahme der Fingerabdrücke von illegal einreisenden Ausländerinnen und 

Ausländern auf Art. 9 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 

2013 (Eurodac-Verordnung) stützt und grundsätzlich rechtmässig erfolgt 

(vgl. statt vieler: Urteil des BVGer F-4364/2023 vom 24. August 2023 

E. 5.5). Die Abnahme der Fingerabdrücke erweist sich dabei ungeachtet 

eines fehlenden Willens, ein Asylgesuch zu stellen, als zuständigkeitsbe-

gründend beziehungsweise -relevant, zumal die Dublin-III-VO kein Recht 

einräumt, den für die Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Staat 

selber auswählen zu können (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

4.  

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, Asylverfahren und 

Aufnahmebedingungen in Kroatien wiesen massive und schwerwiegende 

systemische Schwachstellen auf. Unbesehen des in Kroatien noch pen-

denten Verfahrens zur Zuständigkeitsbestimmung fordert sie deshalb in 

Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO sowie Art. 3 EMRK die Durch-

führung ihres Asylverfahrens in der Schweiz. 

4.1. Im Koordinationsurteil vom 22. März 2023 hielt das Bundesverwal-

tungsgericht unter anderem fest, der Zugang zum Asylverfahren in Kroa-

tien sei gewährleistet; dies unabhängig davon, ob die gesuchstellende Per-

son im Rahmen eines Aufnahme- oder eines Wiederaufnahmeverfahrens 

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Seite 5 

nach Kroatien überstellt werde. Zudem bestehe nach der Überstellung 

keine beachtliche Wahrscheinlichkeit einer Verletzung der aus dem Refou-

lement-Verbot fliessenden Rechte (vgl. Referenzurteil des BVGer  

E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9 sowie insbesondere E. 9.4.2 m.H. 

auf die Rechtsprechung anderer Dublin-Staaten). Der Verdacht eines Ge-

fährdungszusammenhangs zwischen sogenannten Push-backs an den 

kroatischen Schengen-Aussengrenzen einerseits und der Rückkehr im 

Rahmen eines Dublin-Verfahrens andererseits lasse sich anhand der ver-

fügbaren Informationen nicht erhärten. Zum heutigen Zeitpunkt bestünden 

keine genügenden Anzeichen, die befürchten liessen, Dublin-Rückkeh-

rende würden ohne Eröffnung und Durchführung eines Asylverfahrens 

rechtswidrig aus Kroatien ausgeschafft (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 

E. 9.4.4). 

4.2. Für eine Änderung der Rechtsprechung besteht auch unter Berück-

sichtigung der von der Beschwerdeführerin zitierten, kritischen Berichte na-

tionaler und internationaler Organisationen (vgl. Bericht der Delegation 

netzwerk migrationscharta.ch vom 9. August 2023, Kroatien: Gewalt an 

den Grenzen – Überforderung im Asylwesen, < https://www.migrations-

charta.ch/kroatien-gewalt-an-den-grenzen-ueberforderung-im-asylwe-

sen/ >; Katholische Kirche, Stopp von Ausschaffungen nach Kroatien, 

20. September 2023, < https://www.kathluzern.ch/meine-kirche/news/arti-

kel/stopp-von-ausschaffungen-nach-kroatien >; Schweizerische Flücht-

lingshilfe, Rechtsprechung zum Dublin-Land Kroatien 2022 vom 21. Feb-

ruar 2023, und Kroatien: Situation von psychisch erkrankten Asylsuchen-

den und Schutzberechtigten vom 21. Dezember 2021, 

< https://www.fluechtlingshilfe.ch/publikationen/dublin-laenderberichte >; 

Asylum Information Database [AIDA] Country Report Croatia, Update 2022 

[nachfolgend: AIDA-Report], < https://asylumineurope.org/wp-content/up-

loads/2023/06/AIDA-HR-2022-Update.pdf >; alle abgerufen am 

22.03.2024) keine Veranlassung (vgl. dazu statt vieler: Urteile des BVGer 

D-6555/2023 vom 5. Dezember 2023; F-682/2024 vom 8. Februar 2024 

E. 4.3; F-6644/2023 vom 13. Dezember 2023 E. 4.2; je m.w.H.). 

5.  

5.1. Die Beschwerdeführerin fordert sodann die Anwendung der Souverä-

nitätsklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das Selbst-

eintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311), 

gemäss welcher die Vorinstanz das Asylgesuch "aus humanitären Grün-

den" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein an-

derer Staat zuständig wäre (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8). Im Wesentlichen 

https://www.migrationscharta.ch/kroatien-gewalt-an-den-grenzen-ueberforderung-im-asylwesen/
https://www.migrationscharta.ch/kroatien-gewalt-an-den-grenzen-ueberforderung-im-asylwesen/
https://www.migrationscharta.ch/kroatien-gewalt-an-den-grenzen-ueberforderung-im-asylwesen/
https://www.fluechtlingshilfe.ch/publikationen/dublin-laenderberichte

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bringt sie vor, die Überstellung nach Kroatien setze sie einer Gefahr für ihre 

Gesundheit aus und verletze Art. 3 EMRK. 

5.2. Ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK kann vorliegen, wenn eine schwer 

kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko konfrontiert 

würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-

den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde 

(vgl. Urteile des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 m.w.H., bestätigt durch Savran ge-

gen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 

ff.). 

5.3. Gemäss einem ärztlichen Bericht vom 20. Februar 2024 leidet die Be-

schwerdeführerin an Panikattacken und Angst. Seit sieben Jahren nehme 

sie ein Medikament zur Behandlung von Angststörungen (Atarax) ein. 

Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin sind 

nicht derart gravierend, dass in Anwendung von Art. 3 EMRK von einer 

Überstellung nach Kroatien abgesehen werden muss (vgl. E. 5.2 hiervor). 

Kroatien verfügt über eine ausreichende, für sämtliche Dublin-Rückkeh-

rende hinreichend zugängliche medizinische Infrastruktur (vgl. Referenzur-

teil E-1488/2020 E. 10.2 und E. 10.3; AIDA-Report, S. 94 ff.). Nebst den 

staatlichen Einrichtungen bestehen in Kroatien auch Angebote von Nicht-

regierungsorganisationen für die psychische Betreuung. Es kann daher da-

von ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführerin in Kroatien eine 

angemessene medizinische Versorgung und insbesondere eine psychiat-

rische und/oder psychologische Therapie zur Verfügung stehen wird (vgl. 

statt vieler: Urteil des BVGer F-663/2023 vom 17. Januar 2024 E. 4.3 

m.w.H.). Insoweit kann auch einer potenziellen Retraumatisierung im Rah-

men der von ihr vorgebrachten traumatischen Fluchterfahrung (vgl. hierzu 

nachfolgend E. 5.4) hinreichend entgegengetreten werden. Medikamente 

können der Beschwerdeführerin auf Vorrat mitgegeben werden. 

5.4. Soweit die Beschwerdeführerin angibt, seitens der Schlepper in Kroa-

tien und Italien Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein und sich bei einer 

Rückkehr nach Kroatien vor den Schleppern zu fürchten, fehlen detaillier-

tere Informationen. Allerdings ist dem SEM zuzustimmen, dass die Be-

schwerdeführerin die Möglichkeit hat und gehalten ist, die geltend gemach-

ten Übergriffe seitens der Schlepper nach ihrer Rückkehr umgehend den 

kroatischen Behörden, die darüber ihrer eigenen Darstellung zufolge bis-

lang nicht orientiert wurden, zu melden und allenfalls nachträglich zur An-

zeige zu bringen. Zudem steht es der Beschwerdeführerin auch offen, sich 

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im Falle einer fortbestehenden Bedrohung durch die genannten Privatper-

sonen an die schutzfähigen und schutzwilligen kroatischen Polizei- und 

Justizbehörden zu wenden (vgl. dazu bspw. Urteil des BVGer D-1428/2023 

vom 7. Juli 2023 E. 6.3). Pauschal ist die Behauptung der Beschwerdefüh-

rerin, von der kroatischen Polizei in ein Minenfeld geworfen worden zu sein. 

Jedenfalls wird in Kroatien ein hinreichend sicheres und auf die Bedürf-

nisse der Beschwerdeführerin ausgerichtetes Umfeld mit adäquater Be-

treuung und Unterbringung vorhanden sein. Eine individuelle und konkrete 

Garantieerklärung, wonach sie angemessen untergebracht und angemes-

sen medizinisch (psychiatrisch) behandelt sowie einen fairen und diskrimi-

nierungsfreien Zugang zum Asylverfahren erhalte werde, ist von den kroa-

tischen Behörden nicht einzuholen (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 E. 12; 

Urteil des BVGer F-4700/2023 vom 13. September 2023 E. 4.6; siehe auch 

E. 4.1 hiervor). 

5.5. Von weiteren medizinischen Untersuchungen oder von der Einholung 

eines fachärztlichen Gutachtens zur psychischen Gesundheit und den Aus-

wirkungen einer Überstellung auf die Gesundheit der Beschwerdeführerin 

sind keine entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten. Insbe-

sondere ist nicht anzunehmen, dass damit eine gesundheitliche Beein-

trächtigung zu Tage gefördert würde, welche die Schwelle von Art. 3 EMRK 

überschreiten und einer Überstellung nach Kroatien entgegenstehen 

könnte (zur antizipierten Beweiswürdigung siehe BGE 144 V 361 E. 6.5 

m.H.).  

5.6. Mit der Situation von Dublin-Rückkehrenden und den medizinischen 

Behandlungsmöglichkeiten in Kroatien hat sich die Vorinstanz einlässlich 

auseinandergesetzt. Die Beschwerdeführerin begründet nicht, welche zu-

sätzlichen Abklärungen die Vorinstanz in diesem Zusammenhang noch 

hätte vornehmen müssen. Die Rüge der unrichtigen und unvollständigen 

Sachverhaltsermittlung ist nicht stichhaltig.  

5.7. Eine die Schweiz bindende, völkerrechtliche Bestimmung verletzt der 

angefochtene Entscheid nach dem Gesagten nicht. Das ihr bei der Anwen-

dung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit Art. 17 Dublin-III-VO im 

Übrigen zustehende Ermessen hat die Vorinstanz rechtskonform ausgeübt 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8). Eine Ermessensunterschreitung liegt nicht vor. 

Die Vorinstanz hat den wesentlichen Umständen des Einzelfalls und ins-

besondere der Gesundheit der Beschwerdeführerin sowie den von ihr dar-

gestellten Erlebnissen in Kroatien im Lichte eines möglichen humanitären 

Selbsteintritts hinreichend Rechnung getragen. Unbehelflich ist alsdann 

der Hinweis der Beschwerdeführerin auf den nicht weiter belegten 

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Seite 8 

Aufenthalt eines Cousins in der Schweiz, mit welchem sie «noch nicht» in 

Kontakt stehe. Schliesslich ist festzuhalten, dass die dem Urteil F-531/2021 

vom 4. Januar 2024 zugrunde liegenden Verhältnisse entgegen der Auf-

fassung der Beschwerdeführerin hier nicht gleichgelagert sind. Nicht nur 

war die Intensität der gesundheitlichen Beeinträchtigungen schwerer und 

es bestand eine Schwangerschaft, sondern es fiel für die Ausübung der 

Souveränitätsklausel vor allem die lange Verfahrensdauer ins Gewicht. Da-

her ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Vorliegen humanitä-

rer Gründe verneint und vom Selbsteintrittsrecht keinen Gebrauch ge-

macht hat. Der Eventualantrag auf Rückweisung an die Vorinstanz zur 

rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung ist abzu-

weisen. 

6.  

Im Ergebnis bleibt Kroatien für die Wiederaufnahme der Beschwerdefüh-

rerin zuständig und hat das Zuständigkeitsbestimmungsverfahren zum Ab-

schluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO). Zu Recht ist die Vorin-

stanz auf das Asylgesuch nicht eingetreten und hat die Überstellung der 

Beschwerdeführerin nach Kroatien verfügt. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ist mit Aus-

fällung des vorliegenden Endentscheids gegenstandslos geworden. 

7.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

8.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Mathias Lanz 

 

 

Versand: