# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e18e06ad-4568-5c5a-825f-2ee4207b6ea7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.05.2017 SK 2015 305
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-305_2017-05-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 15 305

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. Mai 2017

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Oberrichter Guéra, Oberrichter J. Bähler
Gerichtsschreiberin Suter

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Rassendiskriminierung, Beschimpfung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 15. Juli 2015 (PEN 2015 176)

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Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................3
4. Anträge der Parteien .................................................................................................4
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................4
6. Ermächtigungsverfahren ...........................................................................................4

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................5
7. Ausgangslage............................................................................................................5
8. Beweismittel ..............................................................................................................5
9. Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ...................................................................5
10. Beweiswürdigung ......................................................................................................6

10.1 Vorbemerkungen..............................................................................................6
10.2 Aussagen des Privatklägers.............................................................................6
10.3 Aussagen der Beschuldigten ...........................................................................7
10.4 Aussagen von E.________..............................................................................9
10.5 Aussagen von F.________ ............................................................................10
10.6 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt ..............................10

III. Zivilpunkt ........................................................................................................................13
IV.Kosten und Entschädigung ............................................................................................13

11. Verfahrenskosten ....................................................................................................13
12. Entschädigung.........................................................................................................14

V. Dispositiv ........................................................................................................................15

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) vom 15. Juli 2015 
wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) der Rassendiskriminierung, be-
gangen am 30. März 2013 im Bahnhof G.________ schuldig erklärt und zu einer 
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total CHF 1‘600.00, 
verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 
2 Jahre festgesetzt. Ferner wurde die Beschuldigte zur Bezahlung einer Parteien-
tschädigung von CHF 8‘370.00 (inkl. Auslagen und MwSt) an C.________ (Straf- 
und Zivilkläger, nachfolgend: Privatkläger) und zu den erstinstanzlichen Verfah-
renskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 2‘820.00, verurteilt. Schliesslich wurde 
die Beschuldigte zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 500.00 an den Privat-
kläger verurteilt. Weitergehend wurde die Zivilklage abgewiesen. Auf die Ausschei-
dung von Verfahrenskosten zur Behandlung der Zivilklage wurde verzichtet 
(pag. 217). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
H.________, mit Schreiben vom 23. Juli 2015 form- und fristgerecht die Berufung 
an (pag. 253). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung 
vom 21. September 2015 (pag. 262) erklärte die Beschuldigte, neu vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 9. Oktober 2015 form- und fristgerecht 
die vollumfängliche Berufung (pag. 277 ff.). Mit Schreiben vom 15. Oktober 2015 
teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie auf die Teilnahme am oberin-
stanzlichen Verfahren verzichtet (pag. 314). Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 
wurde gestützt auf Art. 406 Abs. 2 Bst. b der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO; SR 312.0) die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens angeordnet 
(pag. 326 f.). Die Beschuldigte verwies mit Eingabe vom 8. Dezember 2015 auf ihre 
ausführliche Berufungserklärung vom 7. (recte: 9.) Oktober 2015 (pag. 330). Der 
Privatkläger reichte innert erstreckter Frist (pag. 369 f.) am 17. März 2016 eine 
Stellungnahme zur Berufung ein (pag. 371 ff.). Mit Schreiben vom 24. März 2016 
verzichtete die Beschuldigte auf eine Replik (pag. 390). 

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Strafregisterauszug der Beschuldigten eingeholt (pag. 327 f.). 

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 wurde der Antrag der Beschuldigten auf 
Edition der amtlichen Akten BM 13/30872 gutgeheissen und die mit Beilagenver-
zeichnis zur Berufungserklärung vom 9. Oktober 2015 eingereichten Unterlagen zu 
den Akten erkannt (pag. 338 f.). 

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass I.________, Student an der 
Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, eine Proseminararbeit 
betreffend den vorliegenden Fall verfasst hat. Mit E-Mail vom 24. Februar 2016 
liess er die Arbeit den Parteien sowie in Kopie der Kammer zukommen. 

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4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete mit Berufungserklärung vom 9. 
Oktober 2015 namens der Beschuldigten folgende Anträge (pag. 278): 

1. Die Berufungsführerin sei von der Anschuldigung der Rassendiskriminierung, angeblich begangen 
am 30.03.2013 am Bahnhof G.________, zum Nachteil von C.________, freizusprechen. 

2. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen. 

3. Der Berufungsführerin sei eine Entschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrens-
rechte gemäss einzureichender Kostennote auszurichten. 

4. Die Zivilklage sei kostenfällig abzuweisen.

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete mit Stellungnahme vom 17. März 
2016 namens des Privatklägers folgende Anträge (pag. 372): 

1. Die vorliegende Berufung sei voll und ganz abzuweisen und die Entscheidung der Vorinstanz sei 
mit den nötigen Ergänzungen vollständig zu bestätigen. 

2. Dem Privatkläger, Opfer dieser Strafsache, seien eine angemessene Entschädigung für die zu-
sätzlich entstandenen Aufwände und Kosten dieser mutwilligen Berufung zu einem Mindestbetrag 
von CHF 4‘749.65 zuzusprechen. 

3. Alle Kostenfolgen des vorliegenden Verfahrens seien der Beschuldigten anzulasten. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der vollumfänglichen Berufung das gesamte erstinstanzli-
che Urteil zu überprüfen. Sie verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1068/2015 vom 2. November 2016 E. 1.4.2. mit Hin-
weisen) und ist aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten an das Ver-
schlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der Beschuldigten abändern. 

6. Ermächtigungsverfahren

Die Verteidigung rügt in ihrer Berufungserklärung vom 9. Oktober 2015 die fehlen-
de Ermächtigung des EJPD. Bundesbeamte und Mitglieder eidgenössischer 
Behörden könnten gemäss Art. 15 des Verantwortlichkeitsgesetzes (VR; SR 
170.32) nur mit Ermächtigung des EJPD wegen strafbarer Handlungen, die sich auf 
ihre amtliche Tätigkeit oder Stellung beziehen, verfolgt werden. Eine solche Er-
mächtigung sei im vorliegenden Verfahren bisher nicht eingeholt worden (pag. 
278). 

Mit Schreiben vom 5. Januar 2016 teilte die Verfahrensleitung der Verteidigung mit, 
dass sich die Verantwortlichkeit der SBB AG als eine mit öffentlich-rechtlichen Auf-
gaben des Bundes betraute und ausserhalb der ordentlichen Bundesverwaltung 
stehende Organisation und ihres Personals nach Art. 19 VG richte. Die Bestim-
mungen betreffend die strafrechtliche Verantwortlichkeit gemäss Art. 13 ff. VG – 
und damit die Bestimmung zum Ermächtigungsverfahren nach Art. 15 VG – würden 
in Art. 19 Abs. 2 VG zwar als anwendbar erklärt. Dies gelte jedoch gemäss Geset-

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zeswortlaut nicht für Angestellte und Beauftragte konzessionierter Transportunter-
nehmen und damit nicht für Angestellte der SBB AG. Es werde deshalb nach hiesi-
ger Auffassung davon ausgegangen, dass kein Ermächtigungsverfahren durchzu-
führen sei (pag. 345). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Ausgangslage

Gemäss Strafbefehl vom 30. Januar 2015, der als Anklageschrift gilt (vgl. Art. 356 
Abs. 1 StPO), soll die Beschuldigte am 30. März 2013 im Anschluss an eine Fahr-
scheinkontrolle zum Privatkläger gesagt haben, die Schweiz sei kein Land für Ba-
nanenfresser, er solle doch zurück in den Busch. Sie habe damit auf seine dunkle 
Hautfarbe angespielt und darauf abgezielt, ihn als minderwertigen, primitiven Men-
schen darzustellen, womit sie ihn in einer gegen die Menschenwürde verstossen-
den Weise herabgesetzt und zugleich in seiner Ehre verletzt habe (pag. 111). 

Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist insbesondere, ob die Beschuldigte bei der 
erwähnten Fahrscheinkontrolle überhaupt anwesend war und ob sie dem Privatklä-
ger sagte, die Schweiz sei kein Land für Bananenfresser, er solle doch zurück in 
den Busch. 

8. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel, die Aussagen des Privatklägers, die 
Aussagen der Beschuldigten sowie die Aussagen des Zeugen E.________ aus-
führlich wiedergegeben (pag. 225 ff., S. 6 ff. der Urteilsbegründung). Darauf wird 
verwiesen. Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den 
einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden 
Beweiswürdigung. Dort ist insbesondere auch auf die Aussagen von F.________ 
einzugehen. Es handelt sich um einen Kollegen des Privatklägers, der beim betref-
fenden Vorfall ebenfalls anwesend war (vgl. pag. 196 Z. 27 f.). 

9. Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass die Beschuldigte am 
30. März 2013 unter anderem zusammen mit E.________ auf dem Zug 
J.________ ab 16.04 Uhr als Zugbegleiterin im Einsatz gewesen sei. Sie sei in die 
Kontrolle des Privatklägers zumindest involviert gewesen und habe schliesslich den 
Zug zusammen mit ihren Arbeitskollegen und dem Privatkläger im Bahnhof 
G.________ verlassen. Die eigentliche Kontrolle des Privatklägers habe bereits im 
Zug begonnen und sei wohl auch im Zug abgeschlossen worden. Auf dem Perron 
in G.________ habe es eine kurze, möglicherweise heftige Diskussion gegeben, in 
deren Verlauf sich die Beschuldigte auf Französisch an den Privatkläger gewandt 
und gesagt habe, die Schweiz sei kein Land für Bananenfresser. Nach der Inter-
vention von E.________ mit dem Ziel, die Sache zu beruhigen, habe die Beschul-
digte die Bemerkung gemacht, «geh doch zurück in den Busch». Dieses Mal in 
deutscher Sprache. Die erste Bemerkung in französischer Sprache habe 

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E.________ nicht verstanden; die zweite Bemerkung in deutscher Sprache wieder-
um habe der Privatkläger nicht verstanden (pag. 236, S. 17 der Urteilsbegründung).

10. Beweiswürdigung 

10.1 Vorbemerkungen

Der Verteidigung ist beizupflichten, dass die ersten Einvernahmen der beteiligten 
Personen erst relativ spät stattfanden. Dieser Umstand ist nachfolgend bei der 
Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen, führt allerdings nicht dazu, dass die 
Einvernahmen nicht oder kaum verwertbar wären. Es ist weder ersichtlich noch 
wird von der Beschuldigten aufgezeigt, inwiefern ihr wegen der späten Einvernah-
men eine wirksame Verteidigung nicht möglich gewesen sein soll. Soweit die Ver-
teidigung vorbringt, die anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
15. Juli 2015 gemachten Aussagen seien keine aussagekräftigen Beweismittel 
(pag. 287), kann ihrer Auffassung nicht gefolgt werden. Der Privatkläger, die Be-
schuldigte und der Zeuge E.________ wurden an der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung eingehend befragt. Sie beschränkten sich nicht darauf, ihre ersten Aus-
sagen zu bestätigen, sondern machten weitergehende Aussagen. 

10.2 Aussagen des Privatklägers

Die Aussagen des Privatklägers sind für sich gesehen nicht grundsätzlich wider-
sprüchlich und können nicht von Vornherein als unglaubhaft bezeichnet werden. Zu 
berücksichtigen ist, dass die erstmalige Befragung des Privatklägers am 13. Fe-
bruar 2014 und damit rund 11 Monate nach dem Vorfall vom 30. März 2013 statt-
fand. Anschliessend vergingen rund eineinhalb Jahre bis zur erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung (pag. 194 ff.). Dass der Privatkläger den Vorfall nicht in jeder 
Einvernahme identisch schilderte, ist allein schon infolge des Zeitablaufs erklärbar. 

Der Privatkläger führte an der delegierten Einvernahme vom 13. Februar 2014 
(pag. 54 ff.) aus, die Beschuldigte habe zu ihm gesagt, dass die Schweiz kein Land 
für Bananenfresser sei (pag. 55 Z. 46 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 15. Juli 2015 bestätigte der Privatkläger diese Aussage mit dem 
Unterschied, dass «Bananenesser» und nicht «-fresser» protokolliert wurde 
(pag. 197 Z. 3). Auf Nachfrage bestätigte der Privatkläger in beiden Einvernahmen 
nochmals den Wortlaut (pag. 56 f. Z. 103 ff.; pag. 197 Z. 30 f.). Er habe nichts hin-
eininterpretiert (pag. 197 Z. 33 f.). Die Beschuldigte habe den Satz auf Französisch 
gesagt; draussen habe sie auch die Fragen auf Französisch gestellt (pag. 197 
Z. 16 ff.). Beide Einvernahmen des Privatklägers fanden unter Beizug eines Über-
setzers für Französisch statt (pag. 54, pag. 195). Der erwähnte Satz wurde jeweils 
auf Deutsch übersetzt und protokolliert (pag. 55 Z. 46 f.; pag. 57 Z. 105; pag. 197 
Z. 3, Z. 31). In der Strafanzeige vom 1. August 2013 (pag. 4 ff.) wird der Satz auf 
Französisch wiedergegeben, nämlich «La Suisse n’est pas un pays de mangeurs 
de bananes […]» (pag. 7). 

Zwischen der Strafanzeige vom 1. August 2013 und den Aussagen des Privatklä-
gers bestehen gewisse Widersprüche. So wird in der Anzeige erwähnt, andere 
Leute im Abteil hätten laut gesagt, die Frau sei nicht normal (pag. 7). Gemäss der 
Anzeige soll der Vorfall demnach im Zug stattgefunden haben. An der erstinstanzli-

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chen Hauptverhandlung führte der Privatkläger demgegenüber aus, die Beschul-
digte sei erst draussen zu ihnen gekommen und habe Fragen gestellt und Bemer-
kungen gemacht (pag. 196 Z. 34, Z. 42 f.). Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, 
die Anzeige sei äusserst kurz gehalten, das Schwergewicht der Ausführungen liege 
auf dem zweiten, hier nicht zur Diskussion stehenden Vorfall. Zudem sei die Anzei-
ge von einem Anwalt verfasst worden. Es sei gerichtsnotorisch, dass sich auf diese 
Weise Fehler in den Details einschleichen könnten (pag. 277, S. 8 der Urteilsbe-
gründung). Diesen Ausführungen ist zuzustimmen. Allerdings ist darauf hinzuwei-
sen, dass der Privatkläger gegenüber der Polizei angab, die Beschuldigte sei ge-
kommen, nachdem er eine Busse erhalten habe. Sie habe ihn gebeten, aus dem 
Zug auszusteigen (pag. 56 Z. 89 ff.). Aus den Aussagen des Privatklägers geht 
somit nicht klar hervor, ob er bereits im Zug oder erst draussen von der Beschuldig-
ten angesprochen wurde. 

Im Übrigen erscheint der vom Privatkläger geschilderte Ablauf logisch nachvoll-
ziehbar und enthält – entgegen der Auffassung der Verteidigung (pag. 289) – keine 
wesentlichen Widersprüche. Der Privatkläger gab in beiden Einvernahmen an, 
dass er im Zug von einem Mann kontrolliert worden sei und eine Busse erhalten 
habe (pag. 55 Z. 37 ff.; pag. 56 Z. 88 f.; pag. 57 Z. 127; pag. 196 Z. 30 ff.). Er be-
hauptete nicht, dass die Beschuldigte seinen Fahrschein kontrolliert habe. 

Soweit die Verteidigung vorbringt, die Aussagen des Privatklägers enthielten etli-
che Lügensignale, er schmücke seine Geschichte aus, damit er seinem Anliegen 
nach einer übersetzten Genugtuungsforderung gerecht werden könne (pag. 288), 
kann ihr nicht gefolgt werden. In den Aussagen des Privatklägers sind keine Ag-
gravierungstendenzen auszumachen. So wies der Privatkläger beispielsweise in 
seiner Replik an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung darauf hin, dass er immer 
den von ihm in französischer Sprache gehörten Satz vorgebracht habe. Die Formu-
lierung «zurück in den Busch» habe er nie erwähnt. Einen solchen Satz hätte er in 
deutscher Sprache nicht verstanden (pag. 228 f.). 

Schliesslich kann auch dem Einwand der Verteidigung, der Privatkläger versuche 
offenbar, sein aggressives Verhalten und ein Verfolgen der Zugbegleiter analog 
dem Vorfall vom 17./18. Mai 2015 zu vertuschen, nicht gefolgt werden (vgl. hierzu 
Ziff. II. 10.6 hinten). 

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Aussagen des Privatklägers grundsätzlich 
glaubhaft sind, in den Details aber gewisse Unstimmigkeiten aufweisen, was sicher 
auch am langen Zeitablauf seit dem zu beurteilenden Vorfall liegen dürfte. Hinzu 
kommt, dass beide Einvernahmen unter Beizug eines Übersetzers stattfanden, 
weshalb gewisse Ungenauigkeiten nicht auszuschliessen sind. 

10.3 Aussagen der Beschuldigten

Der Beschuldigten ist es unbenommen, von ihrem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch zu machen. Ihre Aussageverweigerung bei Fragen des Privatklägers 
darf nicht als Schuldindiz gewertet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_466/2012 vom 8. November 2012 E. 2.3). 

Die Beschuldigte hat den gegen sie erhobenen Tatvorwurf in beiden Einvernahmen 
bestritten und geltend gemacht, sie könne sich nicht an den Vorfall erinnern 

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(pag. 70; pag. 200 Z. 7, Z. 20 f., Z. 29 f.) Sie könne nichts dazu sagen, was sich am 
30. März 2013 zugetragen habe (pag. 70). Sie sei sich nicht sicher, ob sie gearbei-
tet habe (pag. 200 Z. 7 f.). Wenn sie dort wirklich dabei gewesen sei, sei es nie-
mals so passiert (pag. 200 Z. 37). Sie habe das sicher nicht gesagt (pag. 71; 
pag. 201 Z. 28). 

Die Aussagen der Beschuldigten zum Vorfall sind vage. Da sie den Vorwurf be-
streitet, dürfte dies in der Natur der Sache liegen. Zudem ist nachvollziehbar, dass 
sich die Beschuldigte bei einer erstmaligen Befragung rund eineinhalb Jahre nach 
dem Vorfall vom 30. März 2013 nicht mehr im Detail an den Vorfall erinnern konnte, 
zumal sie als SBB-Mitarbeiterin täglich zahlreiche Fälle zu bearbeiten hat. Wie die 
Vorinstanz zutreffend feststellte, fällt allerdings auf, dass die Beschuldigte bereits in 
der ersten Einvernahme versuchte, ihren Arbeitskollegen E.________ zu diskredi-
tieren (pag. 231, S. 12 der Urteilsbegründung). So führte sie aus, E.________ mö-
ge sie nicht. Er setze Gerüchte in die Welt. Auf Frage, was für Gerüchte er in die 
Welt setze, gab die Beschuldigte an, dass sie zu wenig Einsatz zeige, sich passiv 
verhalte und nur genau das mache, was sie machen müsse (pag. 69). Sie habe 
E.________ schon in anderen Fällen erlebt, in denen sie sagen müsse, naja, dies 
sei nicht angebracht (pag. 71). Auf Frage, was E.________ denn sonst so gesagt 
habe, erklärte die Beschuldigte, sie möchte hier keine Auskunft geben. Sie behalte 
dies für sich. Sie gehe auch nicht zu irgendeinem Chef. So Leute wie E.________ 
würden Tätlichkeiten anziehen. Sie distanziere sich von diesen Personen (pag. 71). 
Sie habe von ihm nie direkt ein Feedback erhalten. E.________ mache dies hinter 
dem Rücken (pag. 72). Der Kammer sind die Gründe für dieses Aussageverhalten 
nicht bekannt. Es deutet aber viel darauf hin, dass die Beschuldigte mit diesen Ge-
genangriffen den Zeugen E.________ in ein schlechtes Licht rücken und seine 
Glaubwürdigkeit abschwächen wollte.

Zu berücksichtigen ist auch, dass die Beschuldigte mit Schreiben vom 17. Februar 
2015 (pag. 119 f.) eine Bestätigung des Vereins K.________ einreichte, wonach 
sie am 30. März 2013 zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr einen Hundekurs geleitet 
habe (pag. 121). Damit sei der Beweis erbracht, dass die Beschuldigte im Tatzeit-
punkt nicht mit E.________ auf der Strecke J.________ – G.________ gearbeitet 
und den Privatkläger beschimpft haben konnte (pag. 120). Gestützt darauf edierte 
der zuständige Staatsanwalt mit Verfügung vom 18. Februar 2015 bei der SBB den 
Arbeitsplan und/oder die Arbeitszeiterfassung der Beschuldigten vom 30. März 
2013 (pag. 123). Das Schreiben der SBB vom 27. Februar 2015 und der Personal-
stundennachweis März 2013 belegen, dass die Beschuldigte am 30. März 2013 ab 
15.52 Uhr gearbeitet hat und auf dem Zug J.________ ab 16.04 Uhr im Einsatz war 
(pag. 125 f.). Es ist nicht ersichtlich, weshalb an den Angaben ihrer Arbeitgeberin 
gezweifelt werden sollte. Daran vermag auch die in der Berufungserklärung vom 
9. Oktober 2015 eingereichte Teilnehmerliste des Hundekurses nichts zu ändern 
(pag. 287; pag. 306). 

Die Beschuldigte hat im Strafverfahren ein Verhalten gezeigt, das sie nicht eben 
entlastet. Eine beschuldigte Person muss sich indes nicht selber belasten und es 
trifft sie weder eine Aussage- noch eine Wahrheitspflicht (vgl. Art. 113 StPO; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_157/2016 vom 8. August 2016 E. 2.4.2). Zudem dürfte die 

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Beschuldigte angesichts der Folgen einer Verurteilung ein nachvollziehbares Inter-
esse daran haben, den Sachverhalt in einem für sie günstigen Licht darzustellen. 

10.4 Aussagen von E.________

Die Vorinstanz hielt fest, E.________ sei von der Polizei als Auskunftsperson und 
vor Gericht als Zeuge befragt worden. Als Zeuge gelte für ihn die Wahrheitspflicht. 
Auch bei E.________ sei davon auszugehen, dass sein Erinnerungsvermögen bei 
einer Befragung rund ein Jahr nach dem Vorfall eingeschränkt sei, insbesondere 
da er als SBB-Mitarbeiter täglich mit vergleichbaren Fällen zu tun habe. 
E.________ habe mehrmals entsprechende Vorbehalte angebracht. Die Unsicher-
heit in Detailfragen sei auch vor Gericht spürbar gewesen. In beiden Einvernahmen 
habe er aber erwähnt, dass er sich noch an einen Satz erinnern könne, nämlich 
etwas wie «geh doch zurück in den Busch». Bei der Polizei habe er sein Erstaunen 
über diesen Satz zum Ausdruck gebracht, indem er ergänzt habe, er habe damals 
die Beschuldigte darauf angesprochen, was ihr aber egal gewesen sei. Weder die 
Aussagen bei der Polizei noch diejenigen vor Gericht enthielten Hinweise darauf, 
dass E.________ seine Arbeitskollegin (die Beschuldigte) bewusst belasten würde 
– aus Sicht des Gerichts sei eher das Gegenteil der Fall; er habe sich vorsichtig 
und nicht angriffig geäussert. Ferner sei nachvollziehbar, dass E.________ genaue 
Abläufe und Wortlaute nach so langer Zeit nicht mehr wiedergeben könne 
(pag. 234 f., S. 15 f. der Urteilsbegründung). 

Diesen zutreffenden Ausführungen schliesst sich die Kammer an. Die Vorinstanz 
hat die Aussagen von E.________ sorgfältig und ausführlich gewürdigt. Entgegen 
der Ansicht der Verteidigung (pag. 292) konnte sich E.________ nicht mehr im De-
tail an den Sachverhalt erinnern. Er räumte sowohl bei der Polizei, als auch anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung Erinnerungslücken ein (pag. 64 Z. 30; 
pag. 65 Z. 79, Z. 90, Z. 101; pag. 204 Z. 2, Z. 15, Z. 26 f., Z. 30 f.; pag. 205 Z. 22 f., 
Z. 40 f.; pag. 207 Z. 5) und legte allfällige Unsicherheiten offen (pag. 64 Z. 43; 
pag. 65 Z. 79 ff.; pag. 66 Z. 108 f.; pag. 203 Z. 16 f.; pag. 204 Z. 19; pag. 205 Z. 33; 
pag. 207 Z. 31). In seinen Aussagen sind keine Aggravierungstendenzen ersicht-
lich. So erklärte E.________ beispielsweise auf Frage des Gerichtspräsidenten, ob 
es seiner Meinung nach eine rassistische Beleidigung gewesen sei: «Es ist mir 
nicht bekannt, dass Frau A.________ rassistisch wäre. Ich habe schon ein paar 
Mal mit ihr gearbeitet, es war wohl eher eine Affekthandlung» (pag. 206 Z. 5 ff.). 

E.________ führte an der delegierten Einvernahme vom 13. März 2014 und damit 
rund ein Jahr nach dem Vorfall vom 30. März 2013 aus, dass die Beschuldigte «ei-
ne Äusserung wie „Geh doch zurück in den Busch“ gemacht» habe (pag. 65 Z. 66 
f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Privatklägers, wonach sie diesem gesagt habe, 
die Schweiz sei kein Land für Bananenfresser, meinte E.________: «Ich kann mich 
nicht an den genauen Wortlaut erinnern. Ich erinnere mich an eine Aussage mit 
„Busch“. Sie hat jedoch mehrere Sachen erwähnt» (pag. 65 Z. 88 ff.). Aus den 
Aussagen von E.________ geht somit hervor, dass er sich bei der Polizei nicht mit 
Sicherheit an den genauen Wortlaut der Beschuldigten erinnern konnte, sprach er 
doch von «eine Äusserung wie […]». Seine Aussagen an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung sind mit grossen Unsicherheiten behaftet: «Ich vermute, dass es 

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dazumal irgendetwas mit „Geh zurück in den Busch“ war, aber ich habe es damals 
bei der Polizei gesagt, heute weiss ich es nicht mehr genau» (pag. 205 Z. 33 ff.). 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich E.________ nicht mehr im 
Detail an den Vorfall erinnern konnte. Er konnte sich insbesondere in beiden Ein-
vernahmen nicht mehr an den genauen Wortlaut der Äusserung der Beschuldigten 
erinnern, was nach so langer Zeit jedoch durchaus verständlich erscheint. 

10.5 Aussagen von F.________

F.________ führte an der polizeilichen Einvernahme vom 29. August 2013 (pag. 50 
ff.) zusammenfassend aus, der Privatkläger und er seien auf dem Heimweg von 
Zugkontrolleuren kontrolliert worden. Der Kontrolleur habe dem Privatkläger ge-
sagt, dass er ein Ticket habe, das ihm nicht zustehe. Der Privatkläger habe dann 
erwidert, er habe aus Versehen das Ticket seines Kollegen genommen. Der Kon-
trolleur habe daraufhin gesagt, dass er keine richtige Fahrkarte habe und deshalb 
gebüsst werde. Sie hätten dann weiter diskutiert. Bei den Kontrolleuren sei auch 
eine Frau gewesen. Sie habe dann gesagt, dass die Schweiz kein Land der Bana-
nen sei. Er, F.________, habe dann interveniert und gesagt, dass der Privatkläger 
gebüsst worden sei und das akzeptiert habe und sie ihn nicht beleidigen solle mit 
der Aussage, dass die Schweiz kein Bananenland sei. Er habe die Kontrolleure ge-
fragt, ob sie keine Bananen essen würden. Ein Kollege der Frau habe dies nicht er-
tragen und sei sehr wütend geworden. Seine Kollegen hätten ihn dann beruhigt. 
Die Kontrolleure hätten ihrer Kollegin dann gesagt, dass sie Recht hätten und die 
Frau das nicht hätte sagen sollen. Dann seien sie nach Hause gegangen. Sie seien 
in G.________ aus dem Zug ausgestiegen. Die Frau habe mit ihnen in französi-
scher Sprache gesprochen (pag. 52 Z. 8 ff.). 

Gemäss den Aussagen von F.________ soll die Beschuldigte gesagt haben, «dass 
die Schweiz kein Land der Bananen sei». Er habe dann interveniert und gesagt, 
dass «[…] sie ihn nicht beleidigen solle mit dieser Aussage, dass die Schweiz kein 
Bananenland sei» (pag. 52 Z. 8). Seine Aussagen unterscheiden sich von denjeni-
gen des Privatklägers, wonach die Beschuldigte gesagt habe, die Schweiz sei kein 
Land für Bananenfresser (vgl. Ziff. II. 10.2 vorne). Die Verteidigung macht geltend, 
die Beschuldigte halte die Äusserung «La Suisse n’est pas une république de ba-
nanes» für möglich, wenn der Privatkläger habe verhandeln und ohne Busse davon 
kommen wollen. Dies sage sie öfter und es entspreche ihrer Gesinnung (pag. 282). 
Es erscheint deshalb nicht abwegig, dass die Beschuldigte von einem Bananen-
land bzw. einer Bananenrepublik sprach. Andererseits deutet die Frage von 
F.________, ob sie keine Bananen essen würden, eher darauf hin, dass die Be-
schuldigte dem Privatkläger sagte, die Schweiz sei kein Land für Bananenfresser. 

Schliesslich erwähnte F.________ als einziger, dass ein Arbeitskollege der Be-
schuldigten sehr wütend geworden sei und seine Kollegen ihn beruhigt hätten 
(pag. 52 Z. 8). Dies deutet darauf hin, dass F.________ den Vorfall etwas aggra-
vierte oder zumindest anders in Erinnerung hatte. 

10.6 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Aussagen der be-
fragten Personen mit Unsicherheiten behaftet sind und sich teilweise als wider-

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sprüchlich erweisen. Die Vorinstanz stellte in ihrer Beweiswürdigung auf die Aus-
sagen von E.________ und die Aussagen des Privatklägers ab (pag. 235 f., S. 16 f. 
der Urteilsbegründung). 

Für die Kammer steht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zweifelsfrei fest, dass 
die Beschuldigte am 30. März 2013 auf dem Zug J.________ ab 16.04 Uhr als 
Zugbegleiterin im Einsatz war (pag. 125 f.; pag. 236, S. 17 der Urteilsbegründung). 
Der Privatkläger wurde im Zug von E.________ kontrolliert und erhielt eine Busse, 
weil er keinen gültigen Fahrausweis auf sich trug (pag. 20 f.; vgl. auch pag. 52; 
pag. 55 Z. 37 ff.; pag. 56 Z. 88 f.; pag. 57 Z. 127; pag. 196 Z. 30 ff.). Ob die Be-
schuldigte zu diesem Zeitpunkt in die Kontrolle des Privatklägers involviert war, ist 
nicht erstellt. Die Aussagen des Privatklägers sind diesbezüglich widersprüchlich 
(vgl. pag. 56 Z. 90 ff.; pag. 196 Z. 34, Z. 42 ff.). Ebenfalls unklar ist, wie der Privat-
kläger auf die Busse reagiert hat. Er selber erklärte, für ihn sei die Busse in Ord-
nung gewesen. Er habe ja gewusst, dass er einen Fehler gemacht habe (pag. 56 
Z. 89 f.). E.________ gab demgegenüber zu Protokoll, der Privatkläger habe ver-
ständnislos reagiert und reklamiert. Er habe die Situation im ersten Moment nicht 
richtig begriffen (pag. 64 Z. 49 ff.; pag. 65 Z. 73 ff.). Es sei beim Gespräch auch et-
was lauter geworden (pag. 65 Z. 74 f.). Vielleicht habe der Privatkläger die Be-
schuldigte durch sein Verhalten provoziert (pag. 65 Z. 79 f.). 

Die Verteidigung macht geltend, gemäss der Arbeitsanweisung SBB (Handbuch 
Zugbegleitung Nr. 174.1) dürften Personen nur im Zug kontrolliert werden und die 
Passagiere nicht zum Aussteigen gezwungen werden. Auf dem Perron würden kei-
ne Kontrollen stattfinden (pag. 290). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Kontrolle 
des Privatklägers gemäss dem Basisformular Unregelmässigkeit um 16.14 Uhr 
zwischen J.________ und G.________ stattfand (pag. 21). Wann die Kontrolle ab-
geschlossen wurde, lässt sich entgegen dem Einwand der Verteidigung (vgl. pag. 
290) nicht zweifelsfrei feststellen. Es ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei 
den Zahlen «1619» auf dem Beleg pag. 20 um eine Zeitangabe handelt. Da der 
Privatkläger keinen gültigen Fahrausweis auf sich trug, ist jedoch naheliegend, 
dass die Zugbegleiter ihn aufforderten, den Zug zu verlassen. Beweismässig ist er-
stellt, dass die Beschuldigte, der Privatkläger, E.________ und F.________ in 
G.________ aus dem Zug ausstiegen (vgl. pag. 52; pag. 64 Z. 33 ff.; pag. 196 
Z. 34, Z. 37 f.; pag. 204 Z. 19; pag. 207 Z. 9). Ferner ist gestützt auf die Aussagen 
von E.________ davon auszugehen, dass ein weiterer Zugbegleiter, L.________, 
vor Ort war (pag. 64 Z. 34). Die Verteidigung wies zu Recht darauf hin, dass 
L.________ nie einvernommen wurde (pag. 282). E.________ führte zudem aus, 
auf dem Perron sei noch eine weitere Person gewesen, an welche er sich nicht 
mehr erinnern könne (pag. 64 Z. 34 f.). Ob es sich dabei um einen vierten Zugbe-
gleiter handelte, kann offen bleiben. Denkbar ist auch, dass E.________ 
F.________ meinte.

Die Verteidigung präsentiert in ihrer Berufungserklärung vom 9. Oktober 2015 eine 
Sachverhaltsvariante, für welche es in den Akten keinerlei Anhaltspunkte gibt 
(pag. 290 f.). Wenn der Privatkläger und F.________ die Zugbegleiter tatsächlich 
verfolgt hätten, wäre dieser Vorfall derart aussergewöhnlich, dass sich vermutlich 
sowohl E.________ als auch die Beschuldigte daran erinnert hätten und dies in 

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den Einvernahmen auch vorgebracht hätten. Unbehelflich ist ferner der Hinweis auf 
den Vorfall vom 17./18. Mai 2013 (vgl. pag. 290). Die Verteidigung verkennt, dass 
der Privatkläger bezüglich dieses Vorfalls mit Strafbefehl vom 2. September 2014 
lediglich wegen Erschleichung einer Leistung (geringfügig) und Gehilfenschaft zum 
Fälschen von Ausweisen schuldig erklärt wurde (BM 14 26290). Das Verfahren ge-
gen die Zugbegleiter M.________ und N.________ wegen Amtsmissbrauchs, evtl. 
Sachentziehung wurde mit Verfügung vom 8. August 2014 eingestellt (BM 13 
30872). Es ist somit nicht erwiesen, dass der Privatkläger und F.________ bei die-
sem Vorfall Zugbegleiter verfolgt haben, diese in Angst und Schrecken versetzt 
wurden und mit Hilfe des Lokführers flüchten mussten. 

Auf dem Perron kam es zu einer Diskussion zwischen der Beschuldigten und dem 
Privatkläger. Entgegen der Vorinstanz lässt sich jedoch nach Auffassung der 
Kammer nicht rechtsgenüglich nachweisen, dass die Beschuldigte dem Privatklä-
ger auf Französisch sagte, die Schweiz sei kein Land für Bananenfresser 
(pag. 236, S. 17 der Urteilsbegründung). Diesbezüglich widersprechen sich die 
Aussagen des Privatklägers und diejenigen von F.________. Es erscheint nicht 
abwegig, dass die Beschuldigte dem Privatkläger gesagt haben könnte, die 
Schweiz sei kein Bananenland, wie F.________ dies schilderte. Hinzu kommt, dass 
sowohl der Privatkläger als auch F.________ unter Beizug eines Übersetzers für 
Französisch einvernommen wurden (pag. 51; pag. 54, pag. 195) und der erwähnte 
Satz jeweils auf Deutsch übersetzt und protokolliert wurde (pag. 52; pag. 55 Z. 46 
f.; pag. 57 Z. 105; pag. 197 Z. 3, Z. 31). Bei Einvernahmen unter Bezug eines 
Übersetzers sind gewisse Ungenauigkeiten nicht auszuschliessen. So erscheint 
beispielsweise die deutsche Übersetzung «Bananenfresser» im Vergleich zum 
Französischen «mangeur de bananes» (vgl. pag. 7) aggravierend. Es verbleiben 
deshalb Zweifel am genauen Wortlaut der Äusserung der Beschuldigten. 

Gleiches gilt für die Bemerkung «Geh doch zurück in den Busch», welche die Be-
schuldigte gemäss der erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung auf Deutsch ge-
macht haben soll (pag. 236, S. 17 der Urteilsbegründung). E.________ ist der ein-
zige, der diese Bemerkung gehört bzw. verstanden hat. Er konnte sich jedoch in 
beiden Einvernahmen nicht mehr an den genauen Wortlaut der Beschuldigten erin-
nern, sprach er doch von «eine Äusserung wie […]». Zu berücksichtigen ist, dass 
die erstmalige Befragung von E.________ erst ein Jahr nach dem Vorfall stattfand. 
E.________ schilderte, der Privatkläger sei bereits am Weggehen gewesen, als die 
Beschuldigte eine Äusserung wie «Geh doch zurück in den Busch» gemacht habe. 
Daraufhin sei der Privatkläger nochmals zurückgekommen. Er habe sich durch die 
Aussage provoziert gefühlt (pag. 65 Z. 65 ff.). Gemäss dem Beweisergebnis ist je-
doch erstellt, dass der Privatkläger eine solche Äusserung auf Deutsch nicht ver-
standen hätte (vgl. pag. 228 f.). Die Aussagen von E.________ zeigen, dass auch 
das Rahmengeschehen unklar ist. Der Verteidigung ist deshalb beizupflichten, 
dass die Äusserung «Geh doch zurück in den Busch» nicht als erstellt gelten kann, 
zumindest nicht in der Weise, dass gestützt darauf ohne Zweifel ein Schuldspruch 
erfolgen könnte (vgl. pag. 292). 

Insgesamt ist somit festzuhalten, dass der massgebliche Sachverhalt nicht absch-
liessend erstellt werden kann. Es verbleiben erhebliche und nicht zu unterdrücken-

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de Zweifel daran, dass die Beschuldigte dem Privatkläger sagte, «die Schweiz ist 
kein Land für Bananenfresser», «geh doch zurück in den Busch», weshalb die Be-
schuldigte nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» von den Anschuldigungen der 
Beschimpfung und der Rassendiskriminierung freizusprechen ist. 

III. Zivilpunkt

Gemäss Art. 126 Abs. 1 Bst. b StPO entscheidet das Gericht über die anhängig 
gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person freispricht und der Sachver-
halt spruchreif ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwie-
sen (Art. 126 Abs. 2 Bst. d StPO). Der Sachverhalt ist spruchreif, wenn über den 
Zivilanspruch ohne Weiteres aufgrund der im bisherigen Verfahren gesammelten 
Beweise entschieden werden kann (ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 19 und N. 41 zu Art. 126 
StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1117/2013 vom 6. Mai 2014 E. 3.2.).

Da die Beschuldigte vollumfänglich freizusprechen ist, ist das Genugtuungsbegeh-
ren des Privatklägers mangels Anspruchsgrundlage abzuweisen. 

Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine erst- und oberinstanzlichen Kosten 
ausgeschieden. Der entsprechende Aufwand ist im Vergleich zum übrigen Verfah-
ren vernachlässigbar. 

Die obsiegende beschuldigte Person hat gegenüber der Privatklägerschaft An-
spruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zivilpunkt 
verursachten Aufwendungen (Art. 432 Abs. 1 StPO). 

Vorliegend ist indes gleichsam zu den Ausführungen betreffend die Verfahrenskos-
ten festzustellen, dass ein auf den Zivilpunkt ausscheidungswürdiger Aufwand bei 
der Beschuldigten nicht entstanden ist. 

IV. Kosten und Entschädigung

11. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Bei einem Freispruch trägt grundsätzlich der Kanton die Verfahrenskosten 
(vgl. 423 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien 
nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, 
insgesamt ausmachend CHF 2‘820.00, dem Kanton Bern aufzuerlegen. Da die Be-
schuldigte Berufung erhoben hatte, der Privatkläger auf die Erklärung einer An-
schlussberufung verzichtete und damit keine weitergehenden Anträge stellte, recht-
fertigt es sich vorliegend, auch die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt 
auf CHF 800.00 (Art. 24 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]; 
Richtlinie für die Bemessung der Gerichtsgebühren gemäss Beschluss der Strafab-
teilungskonferenz vom 24. Januar 2011) dem Kanton Bern aufzuerlegen (vgl. 
BGE 138 IV 248 E. 5.3 S. 257).

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/03d7d6ea-2b54-4edf-94f2-d64ce01088ac?source=document-link&SP=9|xiirla
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/03d7d6ea-2b54-4edf-94f2-d64ce01088ac?source=document-link&SP=9|xiirla

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12. Entschädigung 

Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf Entschädi-
gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte 
(Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). 

Gemäss Art. 41 Abs. 3 des kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
misst sich die Entschädigung innerhalb des Rahmentarifs nach dem in der Sache 
gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. b der Parteikostenverordnung (PKV; BSG 
168.811) beträgt das Honorar in Verfahren vor dem Einzelgericht des Regionalge-
richts zwischen CHF 500.00 und CHF 25‘000.00. In Rechtsmittelverfahren beträgt 
das Honorar höchstens 50% des Honorars im Verfahren vor der Vorinstanz (Art. 17 
Abs. 1 Bst. f PKV). 

Die Beschuldigte beantragt für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung 
von CHF 12‘567.75 gemäss der Kostennote von Rechtsanwalt H.________ vom 
15. Juli 2015 (pag. 211 ff.). Der erstinstanzlich geltend gemachte Aufwand von rund 
38 Stunden (pag. 214) erscheint gerade noch angemessen, obwohl die Überprü-
fung kaum möglich ist, wenn der Zeitaufwand für die einzelnen Leistungen nicht 
aufgeführt ist (vgl. pag. 213 f.). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa-
che (durchschnittlich) und der Schwierigkeit des Prozesses (durchschnittlich) er-
achtet die Kammer für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung in der 
Höhe von CHF 10‘529.25 (inkl. Auslagen und MwSt) als angemessen.

Die Beschuldigte beantragt für das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung 
von CHF 13‘197.55 gemäss der Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 
6. April 2017 (pag. 397 ff.). Der oberinstanzlich geltend gemachte Aufwand von 
47.70 Stunden erscheint mit Blick auf Art. 41 Abs. 3 KAG i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Bst. f 
PKV sowie unter Berücksichtigung der für das erstinstanzliche Verfahren zuge-
sprochenen Entschädigung als klar übersetzt bzw. als über dem gebotenen Auf-
wand liegend. Diesbezüglich ist auch darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger für 
das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von CHF 4‘749.65 geltend 
macht (pag. 372; pag. 379 ff.). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa-
che (durchschnittlich) und der Schwierigkeit des Prozesses (durchschnittlich) er-
achtet die Kammer für das oberinstanzliche Verfahren einen Zeitaufwand von ma-
ximal 19 Stunden für geboten. Damit entspricht der Aufwand für das oberinstanzli-
che Verfahren ca. 50% des Aufwands für das erstinstanzliche Verfahren. Für die 
angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor oberer Instanz wird der Be-
schuldigten somit eine Entschädigung in der Höhe von CHF 5‘475.55 (inkl. Ausla-
gen und MwSt) zugesprochen.

Dem Privatkläger ist bei diesem Ausgang des Verfahrens weder erst- noch oberin-
stanzlich eine Entschädigung auszurichten (vgl. Art. 433 StPO). 

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V. Dispositiv 

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird freigesprochen:

von den Anschuldigungen der Beschimpfung und der Rassendiskriminierung, angeb-
lich begangen am 30.03.2013 im Bahnhof G.________,

unter Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend 
CHF 2‘820.00, an den Kanton Bern, 

unter Auferlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 800.00, an den Kanton Bern, 

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 10‘529.25 (inkl. Ausla-
gen und MwSt) für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor erster Instanz,

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 5‘475.55 (inkl. Auslagen 
und MwSt) für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor oberer Instanz.

II. 

Im Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 Bst. b StPO er-
kannt:

1. Die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers C.________ wird abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine erst- und oberinstanzlichen Kosten 
ausgeschieden.

3. Es wird im Zivilpunkt keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Schriftlich zu eröffnen:
- der Beschuldigten/Berufungsführerin, v.d. Rechtsanwalt B.________
- dem Straf- und Zivilkläger, v.d. Rechtsanwalt D.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- dem Bundesamt für Polizei (nur Dispositiv)
- dem Nachrichtendienst des Bundes (nur Dispositiv)

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Bern, 4. Mai 2017 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Suter

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.