# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f967c1c-0a81-5a98-a130-e1e03065e5dd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.01.2021 SK 2020 216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-216_2021-01-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 20 216

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Januar 2021 

Besetzung Oberrichter Kiener (Präsident i.V.), Obergerichtssupplean-
tin Schwendener, Oberrichter Aebi
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
a.v.d. Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 2. Dezember 2019 (PEN 19 183)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 2. Dezem-
ber 2019 Folgendes (Hervorhebungen im Original; pag. 301 ff.):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der sexuellen Handlung mit Kindern, mehrfach begangen am 12.05.2018 in F.________, 
G.________ (Strasse), zum Nachteil von C.________

und in Anwendung der Artikel: 
40, 42 Abs. 1 und 4, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, 187 Ziff. 1 StGB
67 Abs. 3 lit. c alt StGB
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.

Die Polizeihaft von 1 Tag wird im Umfang von 1 Tag auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. A.________ wird für die Dauer von 10 Jahren verboten, eine berufliche und eine organisierte 
ausserberufliche Tätigkeit, die regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, auszuüben.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 5‘300.00 (Gebühren der Staatsanwaltschaft von CHF 3‘300.00 und Gebühren des Gerichts 
von CHF 2‘000.00) und Auslagen von CHF 442.20, insgesamt bestimmt auf CHF 5‘742.20. 

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 4‘942.20.

4. A.________ hat der Straf- und Zivilklägerin C.________ eine Entschädigung von 
CHF 8‘444.35 (inkl. Auslagen und Mwst.) für ihre Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

II.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwältin H.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin H.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 7‘823.60. 

3

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwältin H.________ die Differenz von CHF 1‘736.70 zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Für den Fall der Nichterhältlichkeit werden die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für 
die unentgeltliche Rechtsvertretung von C.________ durch Fürsprecherin D.________ wie folgt 
bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit CHF 2‘988.25 (CHF 6‘909.60 abzüglich Vorschuss von CHF 3‘921.35 (in-
kl. MWST); festgesetzt mit Verfügung vom 08.10.2019).

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Fürsprecherin D.________ als Differenz 
zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen Hono-
rar CHF 1‘534.75 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Fürsprecherin D.________ hat in diesem 
Umfang gegenüber ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG).

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 12‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 12.05.2018 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG). 

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

3. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 2. Dezember 2019 meldete Rechtsanwältin H.________ 
für A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fristgerecht Berufung an (pag. 308).

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 12. Mai 2020 (pag. 313 ff.).

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Mit Eingabe vom 2. Juni 2020 ersuchte Rechtsanwältin B.________ um Einsetzung 
als amtliche Anwältin des Beschuldigten, weil das Mandat von Rechtsanwältin 
H.________ kanzleiintern auf sie übertragen worden sei. Im Weiteren erklärte sie 
namens und im Auftrag des Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufung und 
focht das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 2. Dezember 2019 damit voll-
umfänglich an (zum Ganzen pag. 350 f.).

Am 3. Juni 2020 verfügte die Verfahrensleitung, Rechtsanwältin B.________ werde 
anstelle der kanzleiintern ausgeschiedenen Rechtsanwältin H.________ als amtli-
che Anwältin des Beschuldigten eingesetzt (pag. 353 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 5. Juni 2020 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 357 f.). Die Straf- und Zivilkläge-
rin C.________ (nachfolgend: Privatklägerin oder C.________) hat sich innert Frist 
nicht vernehmen lassen (vgl. pag. 359).

In der Folge wurden die Parteien auf den 15. Januar 2021 zur oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vorgeladen (pag. 361 f.), wobei der Privatklägerin das persönli-
che Erscheinen mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 freigestellt wurde 
(pag. 377 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Strafregisterauszug (datie-
rend vom 27. November 2020 [pag. 373]) sowie ein Leumundsbericht inklusive 
Formular über seine wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 25. Novem-
ber 2020 [pag. 368 ff.]) eingeholt. Weiter wurden die Akten der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde (nachfolgend: KESB) betreffend die Privatklägerin ediert 
(vgl. pag. 379) und auszugsweise zu den Akten erkannt (pag. 391 ff.).

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 15. Januar 2021 wurden 
C.________'s Pflegemutter, E.________, als Zeugin einvernommen (pag. 434 ff.) 
und der Beschuldigte erneut zur Person und Sache befragt (pag. 445 ff.). Weiter 
wurde die von E.________ eingereichte Kopie des Protokolls des Standortge-
sprächs vom 4. April 2018 in U.________ (vgl. pag. 462 f.) zu den Akten erkannt 
(pag. 435). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Berufungs-
verhandlung Folgendes (pag. 468):

I.

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern, angeblich mehrfach 
begangen am 12.5.2018 in F.________, zum Nachteil von C.________ freizusprechen.

2. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung in gerichtlich zu bestimmender Höhe, einschliess-
lich der Verteidigungskosten für das erstinstanzliche und das oberinstanzliche Verfahren, aus-
zurichten.

3. Die gesamten entstandenen Verfahrens- und Untersuchungskosten seien dem Kanton Bern 
aufzuerlegen.

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4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich festzusetzen.

II.

5. Die Zivilklage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklägerin abzu-
weisen.

III.

6. Über die Löschung des DNA-Profils und der erkennungsdienstlichen Daten sei gerichtlich zu 
verfügen.

Fürsprecherin D.________ stellte für die Privatklägerin in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung folgende Anträge (pag. 467):

1. A.________ sei schuldig zu erklären der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen 
am 12.05.2018 in F.________, z.N. von C.________ gemäss Ziff. I. AKS.

2. A.________ sei angemessen zu bestrafen.

3. A.________ sei zu verurteilen

3.1 zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten;

3.2 zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 12'000.00, nebst Zins zu 5% seit 12.05.2018 an 
C.________;

3.3 zur Bezahlung der erst- und den oberinstanzlichen Parteikosten C.________ gemäss Hono-
rarnoten.

4. Das erst- und das oberinstanzliche amtliche Honorar der amtlichen Anwältin neu von C.________ 
sei gestützt auf die eingereichten Honorarnoten gerichtlich zu bestimmen.

5. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der umfassenden Berufung des Beschuldigten sämtliche 
ihn belastenden Urteilspunkte zu überprüfen. Sie verfügt dabei über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist 
mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung der Generalstaatsan-
waltschaft jedoch an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Anklagesachverhalt

Mit Anklageschrift vom 8. Mai 2019 (pag. 229 ff.) wird dem Beschuldigten vorge-
worfen, am 12. Mai 2018 zwischen 18:00 Uhr und ca. 20:00 Uhr in seiner Wohnung 
an der G.________ (Strasse) in F.________ mehrfach sexuelle Handlungen mit 
Kindern vorgenommen zu haben. Konkret soll er die damals dreizehnjährige Toch-
ter seiner Lebenspartnerin, C.________, im Schlafzimmer mit der Hand über und 
unter den Kleidern an den Brüsten berührt sowie sie dazu veranlasst haben, mit ih-
rer Hand sein steifes Glied zu berühren. Weiter soll er erfolglos versucht haben, im 

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Schlafzimmer mit seinem Glied in die Scheide und den Anus C.________'s einzu-
dringen, also den vaginalen und analen Geschlechtsverkehr zu vollziehen. 
Schliesslich soll der Beschuldigte C.________ später während des Abendessens 
am Esstisch mit der Hand über und unter den Kleidern an den Brüsten sowie im 
Genitalbereich berührt haben. All diese Handlungen habe er im Wissen darum ge-
macht, dass C.________ im Tatzeitpunkt noch nicht 16 Jahre alt war (zum Ganzen 
pag. 229 f.). 

7. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass C.________, der Beschuldigte und J.________ – die leibliche 
Mutter C.________'s und Freundin des Beschuldigten – am 12. Mai 2018 zusam-
men den Tag verbrachten. Nach dem gemeinsamen Ausflug kehrten sie gegen 
Abend in die Wohnung des Beschuldigten zurück, assen zusammen das Abendes-
sen und schauten einen Film, bis C.________'s Pflegeeltern sie um ca. 22:00 Uhr 
wieder abholten. Auch unbestritten ist, dass C.________ an diesem Abend einmal 
im Schlafzimmer des Beschuldigten war sowie einmal die Wohnung verliess und 
anschliessend völlig verstört wieder zurückkehrte. Schliesslich ist klar, dass der 
Beschuldigte wusste, dass C.________ am 12. Mai 2018 13 Jahre alt war 
(pag. 283 Z. 36).

Bestritten und beweismässig zu klären ist hingegen, ob der Beschuldigte die ihm 
mit Anklageschrift vorgeworfenen – hiervor unter Erwägung 6 beschriebenen – 
Handlungen begangen hat.

8. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zur Klärung dieser Frage zur Verfügung stehenden objekti-
ven und subjektiven Beweismittel vollständig und korrekt zusammengefasst, darauf 
kann verwiesen werden (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 319 ff.). Neu in den Akten befinden sich ein Auszug aus den KESB-Akten be-
treffend C.________ (pag. 391 ff.), die von E.________ eingereichte Kopie des 
Protokolls des Standortgesprächs vom 4. April 2018 bei der KESB (pag. 462 f.) 
sowie die Protokolle der oberinstanzlichen Einvernahmen von E.________ 
(pag. 434 ff.) und vom Beschuldigten (pag. 445 ff.). Es wird darauf verzichtet, diese 
«neuen» Beweismittel zusammenzufassen und soweit relevant direkt im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung darauf eingegangen (E. 12 unten). Ferner kann 
auf die amtlichen Akten verwiesen werden. 

9. Urteil der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt gestützt auf die ihres Erachtens 
glaubhaften Aussagen C.________'s als erstellt. Sie erwog, die Individualität, die 
Nebengeschichten und die vielen Details, die C.________ erwähnt habe, sprächen 
für den Wahrheitsgehalt der von ihr geschilderten Ereignisse. C.________ habe 
das Rahmen- und Kerngeschehen detailliert, plausibel und gleichwertig konsistent 
beschrieben. Zudem habe sie mehrmals und eindrücklich ihre Gefühle geschildert. 
Den Beschuldigten habe C.________ nicht übermässig belastet, sondern teilweise 
gar entlastet. Hätte C.________ die ganze Geschichte erfunden, dann wären ihre 

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Aussagen stereotypischer und zielgerichteter dahergekommen (zum Ganzen 
S. 17 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 329 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten qualifizierte die Vorinstanz demgegenüber zwar 
als im Kerngeschehen widerspruchsfrei und konstant – da bestreitend –, insgesamt 
aber nicht überzeugend. Sie erwog, der Beschuldigte habe wenig Details, Wahr-
nehmungen und Gefühle geschildert. Einzelheiten hätten sich immer erst auf Nach-
frage ergeben. Ausserdem seien seine Aussagen teilweise widersprüchlich, so bei-
spielswiese hinsichtlich der Fragen, wo er C.________ vor dem Abendessen ange-
troffen habe, was aus der Wohnung von C.________'s Mutter habe geholt werden 
müssen bzw. geholt worden sei und wie lange C.________ dabei ausser Haus ge-
wesen sei. Auch habe er sich inkonstant dazu geäussert, weshalb C.________ in 
sein Schlafzimmer gegangen sei und ob sie dort alleine geblieben sei oder nicht. 
Schliesslich sei der Beschuldigte zum Gegenangriff geschritten, indem er 
C.________ wegen falscher Anschuldigung angezeigt habe. Insgesamt habe der 
Beschuldigte die von C.________ geschilderten Nebengeschichten also bestätigt, 
das Kerngeschehen aber bestritten und ansonsten praktisch keine Details und ei-
gene Gefühle geschildert, sondern vielmehr sein Unverständnis darüber bekundet, 
dass C.________ ihn anschuldige, obschon er sich bis anhin noch nie etwas habe 
zuschulden kommen lassen (zum Ganzen S. 20 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 332 ff.). 

10. Argumente der Verteidigerin des Beschuldigten 

Die Verteidigerin brachte in der Berufungsverhandlung vor, der Anklagesachverhalt 
sei entgegen dem Beweisfazit der Vorinstanz nicht erstellt. 

Es gebe vorab keine objektiven Beweismittel, die der Klärung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts dienlich wären. Der Therapiebericht sei weder objektiv noch 
enthalte er explizite Schilderungen zu den fraglichen Vorfällen. 

Auf C.________'s Schilderungen könne sodann nicht abgestellt werden. Sie seien 
anders als von der Vorinstanz festgehalten weder detailreich noch emotional, es 
habe vielmehr stets alles erfragt werden müssen. Zudem sei C.________ stark von 
ihrer Pflegemutter beeinflusst worden. Diese habe von Anfang an einen sexuellen 
Übergriff des Beschuldigten «gewittert» und das vorliegende Verfahren überhaupt 
erst ins Rollen gebracht, indem sie C.________ vor Eröffnung des Verfahrens im-
mer und immer wieder gefragt habe, ob der Beschuldigte (auch noch) dieses und 
jenes getan habe, wobei sie C.________ stets drastischere Versionen unterbreitet 
habe. Im Weiteren seien C.________'s Aussagen widersprüchlich. In der ersten 
Videobefragung habe sie beispielswiese angegeben, der angebliche Übergriff des 
Beschuldigten sei durch den Ruf ihrer Mutter zum Abendessen unterbrochen wor-
den, worauf sie sich alle an den Esstisch begeben hätten. In der zweiten Videobe-
fragung habe sie dahingegen erklärt, nach dem vermeintlichen Übergriff des Be-
schuldigten sei sie aus der Wohnung gegangen. Auch betreffend angebliche sexu-
elle Erfahrungen habe sie divergierend ausgesagt. Schliesslich gehe C.________'s 
Version auch zeitlich nicht auf. Fünf Minuten hätten nie gereicht, um all das zu tun, 
was dem Beschuldigten vorgeworfen werde. C.________'s Aussagen machten den 
Anschein, dass sie nichts selbst Erlebtes schildern würde. Zusammengefasst seien 

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sie somit detailarm, widersprüchlich, unplausibel und teilweise schlicht erlogen, 
mithin unglaubhaft.

Der Beschuldigte habe demgegenüber nachvollziehbar, widerspruchsfrei, konsis-
tent und authentisch ausgesagt. Seine Schilderungen betreffend den Tagesablauf 
stimmten mit denjenigen von J.________ überein. Zudem habe er beispielsweise 
nie verheimlicht, einen Kalender mit nackten Frauen in seinem Schrank zu haben 
und entgegen der Auffassung der Vorinstanz könne ihm auch nicht vorgeworfen 
werden, detailarm ausgesagt zu haben. Schliesslich könnten zu einem Vorfall, der 
sich nicht ereignet habe, keine detaillierten Schilderungen gemacht werden. Für 
Falschaussagen gebe es sodann keine Hinweise. Insgesamt seien die Aussagen 
des Beschuldigten somit glaubhaft, weshalb er – abstellend auf seine Version und 
zumindest in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo – freizusprechen sei 
(zum Ganzen pag. 455 f.).  

11. Argumente der Rechtsvertreterin der Privatklägerin

C.________'s Rechtsvertreterin machte in der Berufungsverhandlung geltend, we-
der die objektiven Beweismittel noch die edierten KESB-Akten würden massgebli-
che Hinweise zur Klärung des bestrittenen Sachverhalts erbringen. Von primärer 
Bedeutung seien C.________'s Aussagen, die eine Vielzahl von Realkennzeichen 
enthielten:

Obwohl C.________ kognitiv stark eingeschränkt sei, kein altersentsprechendes 
Verhalten habe und über einen unterdurchschnittlichen IQ verfüge, habe sie in der 
ersten Videobefragung in ihren Worten detailliert und plausibel beschrieben, was 
vorgefallen sei. Dabei habe sie originelle, ausgefallene Details erwähnt, wie bei-
spielsweise den Kalender mit den nackten Frauen, der im Schrank des Beschuldig-
ten hängen würde oder die Schlangengeschichte, die sie nur erfunden habe, weil 
sie ihrem «Mami» nicht habe sagen können, was vorgefallen sei. C.________ habe 
zudem beschrieben, was gefühlsmässig in ihr vorgegangen sei und als sie gezeigt 
habe, wie weit sich der Beschuldigte die Hosen nach unten gezogen habe, wie er 
sie penetriert habe und wie weit er in sie eingedrungen sei, habe sie gestikuliert. Ih-
re Schilderungen seien weder übertrieben noch aggravierend. C.________ habe 
vielmehr differenziert ausgesagt und beispielsweise nicht einfach sämtliche Fragen 
der Polizistin bejaht, sondern sich vielmehr authentisch, konsistent, detailreich und 
nachvollziehbar geäussert. Ihr Aussageverhalten sei ausserdem deliktsspezifisch 
und Widersprüche fänden sich in ihren Aussagen nur betreffend Zeitangaben, was 
bei retardierten Opfern normal und daher nicht weiter von Belang sei. Insbesondere 
im Kerngehalt seien C.________'s Schilderungen absolut nachvollziehbar und 
konsistent. Sie stimmten soweit möglich mit den glaubhaften Aussagen von 
E.________ sowie dem Therapiebericht überein und Hinweise für eine andere 
Täterschaft oder für eine Falschanschuldigung gebe es keine. Dass ein Mädchen 
wie C.________ – mit einem kognitiven Entwicklungsstand und einem Niveau einer 
«Zweitklässlerin» – in der Lage sei, eine derartige Geschichte zu erfinden und an-
schliessend gegenüber mehreren Personen – insbesondere der Pflegemutter, der 
Polizei, den untersuchenden Ärzten und der Therapeutin – widerspruchsfrei zu er-

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zählen und über unzählige Therapiestunden hinweg «zu faken», sei höchst un-
wahrscheinlich. Insgesamt seien C.________'s Aussagen daher glaubhaft. 

Der Beschuldigte habe sich hingegen stereotyp und flach geäussert. Seine Be-
hauptung, C.________ habe in seinem Schlafzimmer «umegschnäuget» bzw. 
«umegnuschet» und so den Kalender mit den nackten Frauen entdeckt, überzeuge 
nicht, zumal ein solches Verhalten überhaupt nicht zu C.________ passe. Seine 
Aussage, die Wohnung sei «ja klein» und C.________'s Mutter sei ständig neben-
an gewesen, sei ausserdem deliktstypisch. Zusammengefasst seien die Angaben 
des Beschuldigten daher nicht wirklich glaubhaft – auf seine Version könne nicht 
abgestellt werden. 

E.________'s Erklärungen seien schliesslich sachlich, nachvollziehbar, ehrlich und 
damit überzeugend. Sie kenne C.________ sehr gut und habe eindrücklich be-
schrieben, wie sich C.________ am Abend des 12. Mai 2018 – nachdem sie sie 
beim Beschuldigten und J.________ abgeholt hätten – sowie in den darauffolgen-
den Nächten und Tagen verhalten habe. Schliesslich passe der von E.________ 
beschriebene Zustand von C.________ eindeutig mit den Feststellungen der The-
rapeutin überein. 

Zusammengefasst sei der angeklagte Sachverhalt – abstellend auf die glaubhaften 
Aussagen C.________'s, die durch die Schilderungen von E.________ und den 
Therapiebericht gestützt würden – erwiesen (zum Ganzen pag. 458 f.). 

12. Beweiswürdigung durch die Kammer

12.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 317). 

12.2 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel fallen nebst dem Anzeigerapport und den KESB-Akten 
insbesondere der Provisorische Konsultationsbericht der Kinderklinik des Inselspi-
tals vom 25. Mai 2018 (nachfolgend: Konsultationsbericht des Inselspitals 
[pag. 19 f.]) sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrische Bericht der K.________ 
(nachfolgend: K.________) von Dr. med. univ. L.________ und 
lic. phil. M.________ vom 25. Februar 2019 (nachfolgend: Therapiebericht 
[pag. 205 ff.]) in Betracht. 

12.2.1 Konsultationsbericht des Inselspitals vom 25. Mai 2018

Aus dem Konsultationsbericht des Inselspitals ergibt sich zunächst, dass 
C.________ die in der Anklageschrift erwähnten sexuellen Handlungen auch ge-
genüber den Ärzten des Inselspitals angegeben hat. Konkret habe sie berichtet, 
der Freund ihrer Mutter (der Beschuldigte) habe sie an der Brust und in der Intim-
region berührt, sie gezwungen, sein Glied zu berühren und versucht, sie vaginal 
und anal zu penetrieren. Letzteres sei ihm aufgrund der Rufe ihrer Mutter aber 
nicht gelungen (zum Ganzen pag. 19).  

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Weiter habe sie über vaginale Schmerzen, über Schmerzen beim Stuhlgang und 
über Brennen beim Wasserlösen geklagt. Ihre Pflegemutter habe zudem angege-
ben, nach dem Vorfall in C.________'s Unterhose einen blutig-tingierten Ausfluss 
festgestellt zu haben. Im Zeitpunkt der Untersuchung habe C.________ subklitoral 
eine Kerbe in Form einer Rhagade in Abheilung und rektal eine Rhagade bei 
12 Uhr aufgewiesen (zum Ganzen pag. 19). 

Bei einer Rhagade handelt es sich um einen glatten, tiefen Hauteinriss bis in die 
Lederhaut. Entstehungsgründe können insbesondere eine Verletzung, Austrock-
nung, Kälte, eine Hautkrankheit wie beispielsweise Neurodermitis oder die herab-
gesetzte Elastizität der Haut sein (zum Ganzen https://de.wikipedia.org/-
wiki/Rhagade [zuletzt besucht am 3. Februar 2021]. 

Bei C.________ wurden die Rhagaden laut dem Konsultationsbericht zwar sowohl 
subklitoral als auch anal rektal festgestellt, mithin an Orten, an denen C.________ 
nachträglich auch Schmerzen beklagte und der Beschuldigte gemäss ihren Aussa-
gen einzudringen versuchte. Indessen liegen zwischen dem mutmasslichen Tat-
zeitpunkt (12. Mai 2018) und der Untersuchung im Inselspital (25. Mai 2018) 
13 Tage, weshalb der abschliessenden Beurteilung im Konsultationsbericht zu fol-
gen ist, wonach ein sexueller Missbrauch aufgrund dieser Befunde weder bestätigt 
noch ausgeschlossen werden könne (pag. 20).

12.2.2 Therapiebericht vom 25. Februar 2019

Der Therapiebericht äussert sich explizit nicht zum Vorfall vom 12. Mai 2018. Dar-
aus geht aber hervor, dass mit C.________ bis zum 25. Februar 2019 (noch) keine 
psychotherapeutisch indizierte Traumaexposition, bei der C.________ die trauma-
tisierenden Geschehnisse vom 12. Mai 2018 geschildert und aufgearbeitet hätte, 
habe durchgeführt werden können, weil sie dafür bis zu diesem Zeitpunkt als psy-
chisch zu wenig stabil erachtet worden sei. In der Zeit nach dem 12. Mai 2018 sei 
aufgrund der Schwere der Belastungssymptome vielmehr intensiv an C.________'s 
psychischer Stabilisierung gearbeitet worden (zum Ganzen pag. 205). Demzufolge 
kann einleitend festgehalten werden, dass C.________'s Aussagen vom 
28. Mai 2018 (erste Videoeinvernahme) und mit grösster Wahrscheinlichkeit auch 
vom 7. März 2019 (zweite Videoeinvernahme) ausserhalb – resp. weder neben 
noch nach – einer thematisch gleichgelagerten therapeutischen Auseinanderset-
zung mit dem Vorfall erhoben wurden. 

Weiter ergibt sich aus dem Therapiebericht, dass C.________ bei Behandlungsbe-
ginn Anfang Juni 2018 ausgeprägte Zeichen einer psychischen Traumatisierung 
zeigte. Sie habe insbesondere stark affektiv belastet gewirkt, Konzentrations-
schwierigkeiten gehabt sowie eine depressive Stimmungslage mit Todesgedanken 
gezeigt und dazu wiederholt angegeben, diese Symptome stünden im Zusammen-
hang mit dem Vorfall vom 12. Mai 2018. Nebst dem habe C.________ über Bilder 
und Gefühle im Zusammenhang mit den Geschehnissen am 12. Mai 2018 berichtet 
und erklärt, diese würden sie immer wieder einholen und heftige psychische Reak-
tionen auslösen. Zwar habe sie früher nach belastenden Ereignissen gemäss eige-
nen Angaben bereits ähnliche Symptome erlebt, jedoch nie in so intensivem Aus-
mass wie nach dem 12. Mai 2018 – ihr Leidensdruck sei sehr hoch. Die Therapeu-

https://de.wikipedia.org/wiki/Dermis
https://de.wikipedia.org/wiki/Dehydratation_(Medizin)
https://de.wikipedia.org/wiki/Dehydratation_(Medizin)
https://de.wikipedia.org/wiki/Hautkrankheit
https://de.wikipedia.org/wiki/Atopisches_Ekzem
https://de.wikipedia.org/wiki/Elastizit%C3%A4t_(Physik)

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tin hielt dazu fest, das von C.________ geschilderte Erleben sei typisch für das 
Vorliegen einer stark ausgeprägten posttraumatischen Belastungsstörung (zum 
Ganzen pag. 205 f.). 

Ebenfalls wichtiges Thema sei in der Psychotherapie gemäss dem Therapiebericht 
C.________'s Beziehung zu ihrer leiblichen Mutter gewesen. C.________ habe 
hinsichtlich ihrer Mutter stark ambivalente Gefühle geschildert und erklärt, sie leide 
darunter, dass sie ihrer Mutter durch die Beschreibung der Erlebnisse vom 
12. Mai 2018 Leid zufügen könnte. Ihre Mutter liebe ihren Partner (den Beschuldig-
ten) und sie wolle nicht, dass sie ihn wegen ihr verliere. Gleichzeitig leide sie aber 
sehr, habe grosse Angst, dass der Beschuldigte ihr etwas antun könnte und sei 
emotional stark aufgewühlt, wenn sie sich an den 12. Mai 2018 erinnere, weshalb 
sie sich Gerechtigkeit und Bestrafung des Beschuldigten wünsche. Laut der Thera-
peutin ist diese von C.________ geschilderte emotionale Verwirrung sehr typisch 
für posttraumatische Belastungsstörungen. Sie trete besonders nach sexuellem 
Missbrauch innerhalb familiärer Beziehungen häufig auf (zum Ganzen pag. 206). 

Schliesslich finden sich im Therapiebericht die diagnostische Beurteilung (aktuelle 
Diagnosen nach ICD 10 [vgl. pag. 207]) und Erläuterungen dazu. Daraus ergibt 
sich, dass C.________ eine hohe Ausprägung von Kriterien einer posttraumati-
schen Belastungsstörung zeige, die nach dem 12. Mai 2018 eingetreten seien. 
Gemäss eigenen Aussagen habe sie seither Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, 
Konzentrationsprobleme, Wutanfälle und sei innerlich anspannt und unruhig. Wei-
ter kämen ihr die Bilder immer wieder hoch und würden heftige Hilflosigkeitsge-
fühle, Suizidgedanken und schlimme Albträume auslösen. Sie vermeide über die 
Erlebnisse vom 12. Mai 2018 zu sprechen und habe seither Angst vor fremden 
Männern und reagiere sowohl körperlich als auch emotional stark bei Annäherun-
gen an den Wohnort ihrer Mutter, des Beschuldigten oder wenn sie Autos der Mar-
ke BMW sehe. Die Therapeutin hielt diesbezüglich im Sinne «diagnostischer Über-
legungen» fest, durch C.________'s Vorgeschichte seien zwar Belastungen be-
kannt (bspw. die physische Gewalt seitens ihrer leiblichen Mutter), die ebenso Ein-
fluss auf ihre bestehende Symptomatik haben könnten. Jedoch habe C.________'s 
vorherige Therapeutin ihren Psychostatus im Dezember 2017 als stabil, ohne psy-
chotische Symptome, Suizidgedanken und/oder dissoziative Bewusstseinsstörun-
gen erachtet und C.________ selber sowie ihre engsten Bezugspersonen hätten 
eine massive Zunahme der erwähnten Symptome nach dem 12. Mai 2018 be-
schrieben, weshalb anzunehmen sei, dass sich C.________'s psychische Befind-
lichkeit innert wenigen Monaten (erheblich) verändert bzw. verschlechtert habe.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich beim fraglichen Bericht um einen 
Therapiebericht handelt, der angesichts dessen, dass Therapeuten das Interesse 
ihrer Patienten – vorliegend der Privatklägerin, mithin einer Partei – wahren müs-
sen, zwar mit gewisser Vorsicht zu interpretieren ist, aber aus Sicht der Kammer 
entgegen der Auffassung der Verteidigerin nicht «subjektiv gefärbt», sondern viel-
mehr objektiv und differenziert erscheint. Schliesslich unterschied die Verfasserin 
stets zwischen dem, was C.________ geschildert habe und dem, was aus ihrer 
therapeutischen Sicht daraus gefolgert werden könne. Zudem wurde im Therapie-
bericht nie erwogen, C.________ sei wegen allfälligen Handlungen des Beschul-

12

digten traumatisiert worden, sondern stets nur festgehalten, es sei anzunehmen, 
dass C.________ am 12. Mai 2018 (aus welchen Gründen auch immer) eine er-
hebliche Traumatisierung erlitten habe. Dies bestätigten ansatzweise auch der Be-
schuldigte und J.________, gaben sie doch an, C.________ sei am Abend des 
12. Mai 2018 von einem Moment auf den andern – angeblich wegen einer Schlan-
ge, die sie vor dem Haus gesehen habe – «wie durch den Wind» bzw. «total ver-
stört» gewesen (pag. 23 Z. 43 ff., pag. 25 Z. 137 und pag. 446 Z. 20 ff. [Beschuldig-
ter] und pag. 45 Z. 44 ff. [J.________]). Ob diese Schlange oder andere Faktoren 
zu dieser unbestrittenen Traumatisierung C.________'s geführt haben, ist Gegen-
stand der vorliegenden Beweiswürdigung.

12.3 Subjektive Beweismittel 

12.3.1 Vorbemerkungen

Vorab kann auf die korrekten vorinstanzlichen Ausführungen zur Aussagenanalyse 
verwiesen werden (S. 5 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 317). So-
dann ist teilweise in Wiederholung dazu festzuhalten, dass Aussagen nach der 
Entstehungsgeschichte (der «Geburtsstunde» der Aussagen), der inhaltlichen und 
motivationsbezogenen Realkennzeichen sowie der Konstanz, Strukturgleichheit, 
logischen Konsistenz, Homogenität und Folgerichtigkeit zu überprüfen sind. Aus-
gangspunkt ist dabei die sog. Nullhypothese, die zu widerlegen ist. Hauptfrage ist, 
ob die befragte Person mit ihren Fähigkeiten die zu untersuchende Aussage hätte 
machen können, ohne dass sie auf einem selbst erlebten Hintergrund beruht. Ist 
diese Frage zu verneinen, erscheint eine Aussage aufgrund inhaltlicher Realkriteri-
en als glaubhaft. Eine detaillierte Schilderung der Geschehnisse spricht in der Re-
gel dafür, dass eine Aussageperson über Selbsterlebtes berichtet, zumal es we-
sentlich schwieriger ist, eine nicht erlebte Geschichte selber mit lebhaften Elemen-
ten zu schmücken, so dass sie als selbst erlebt erscheint. Schliesslich ist zu prüfen, 
inwiefern Aussagen mit anderen Beweismitteln in Übereinstimmung gebracht resp. 
durch diese widerlegt werden können (zum Ganzen BENDER/NACK/TREUER, Tatsa-
chenfeststellung vor Gericht, 4. A. 2014, N 313 ff. und N 370 f.). 

12.3.2 Aussagen von E.________ 

C.________'s Pflegemutter, E.________, wurde am 22. Mai 2018 durch die Polizei 
(pag. 26 ff.) und am 15. Januar 2021 in der Berufungsverhandlung (pag. 434 ff.) 
befragt. Nebst dem findet sich ihre schriftliche Dokumentation, in der sie den Ver-
lauf des Abends vom 12. Mai 2018 sowie der darauffolgenden Tage und Nächte 
aus ihrer Sicht schilderte, in den Akten (nachfolgend: «Wahrnehmungsbericht» 
[pag. 31 ff.]).

Die Kammer erachtet E.________'s Aussagen als glaubhaft. Zwar stechen bei ih-
ren ersten Angaben und dem «Wahrnehmungsbericht» zunächst ihre Bemühungen 
um eigene Aufklärung eines offenbar bereits gehegten Verdachtes, mit dem Be-
schuldigten könnte etwas nicht in Ordnung sein, ins Auge, gab E.________ in der 
polizeilichen Einvernahme und im «Wahrnehmungsbericht» doch mehrfach an, sie 
habe bei C.________ nachgefragt, ob nicht noch mehr geschehen sei resp. ob der 
Beschuldigte nicht (noch) dieses und jenes getan habe (vgl. u.a. pag. 27 Z. 50 f. 
und Z. 55, pag. 28 Z. 66 f., Z. 75 f., Z. 79 f. und Z. 106 sowie pag. 31 ff.). Indessen 

13

geht aus ihren Aussagen auch klar hervor, weshalb sie sich entsprechend verhal-
ten hat. Auf Frage, weshalb sie den Vorfall erst am 22. Mai 2018 gemeldet habe, 
erklärte E.________ in der polizeilichen Einvernahme nachvollziehbar, sie habe 
gegenüber allen beteiligten Personen sehr vorsichtig sein wollen, weil es sich um 
ein heikles Thema handle. Sie und ihr Ehemann hätten zuerst sichergehen wollen, 
dass «an der Sache auch wirklich etwas dran» sei. Zudem sei sie sehr unsicher 
gewesen, wie sie vorgehen solle, zumal die ganze familiäre Situation sehr verstrickt 
und kompliziert sei (zum Ganzen pag. 29 Z. 130 ff.). In der Berufungsverhandlung 
beschrieb E.________ sodann eindrücklich, weshalb sie bei C.________ immer 
wieder «nachegoret» habe. Sie schilderte, dass sich C.________ wegen eines 
früheren Vorfalls im Schulbus nicht mehr ernstgenommen gefühlt und daher nie 
mehr erzählt habe, wenn etwas vorgefallen sei (pag. 438 Z. 18 ff.). Als ihr und ih-
rem Ehemann am Abend des 12. Mai 2018 dann eine «kreideweisse», «empa-
thisch völlig zerstörte» C.________ entgegengekommen sei, die am ganzen Körper 
gezittert und auf der Rückfahrt kein Wort gesagt habe sowie ihr zuhause «auf 
Schritt und Tritt» gefolgt sei, sei ihnen sofort klar gewesen, dass mit ihr etwas «gar 
nicht» stimmte. Da habe sie zu sich selbst gesagt, dass sie nun nachfragen müsse, 
weil C.________ von sich aus ja nichts mehr erzählte (pag. 31 und pag. 438 
Z. 24 ff.). In der Folge habe C.________ stückchenweise immer ein bisschen mehr 
erzählt, sei aber eine völlig veränderte Person gewesen. Sie habe nicht mehr 
schlafen können, sei zu ihr und ihrem Ehemann ins Bett gekommen, was sie zuvor 
nie getan habe, sei überaus anhänglich gewesen und habe sehr viel geweint. Als 
sie (E.________) vom 14. bis am 18. Mai 2018 in einer Weiterbildung und daher 
abwesend gewesen sei, habe C.________ sie täglich angerufen und gebeten, wie-
der nach Hause zu kommen, was sie früher ebenfalls nie gemacht habe (zum Gan-
zen pag. 27 Z. 51 ff., pag. 28 Z. 73 f. und Z. 86 ff., pag. 29 Z. 142 ff., pag. 31 ff., 
pag. 438 Z. 3 ff. und pag. 441 Z. 34 ff.). All diese Reaktionen, Gefühle und Emotio-
nen, die C.________ nach dem 12. Mai 2018 gezeigt habe, hätten ihr klargemacht, 
dass es C.________ wirklich schlecht gehe und sie schliesslich dazu bewogen, 
den Vorfall der Polizei zu melden (pag. 442 Z. 1 ff.).

Unter Berücksichtigung, dass die Pflegeeltern C.________ im Mai 2018 seit zehn 
Jahren kannten (pag. 28 Z. 95), ihren Zustand nach dem 12. Mai 2018 als völlig 
abnormal und atypisch wahrnahmen sowie wussten, dass C.________ von sich 
aus nicht erzählen würde, wenn etwas vorgefallen wäre, erscheint es verständlich 
und lebensnah, dass E.________ bei C.________ zunächst nachfragte, ob resp. 
was geschehen sei, bevor sie den Vorfall der Polizei meldete. Es ist nachvollzieh-
bar, dass sie zuerst möglichst viel in Erfahrung bringen wollte, bevor sie den Be-
schuldigten, den sie zu diesem Zeitpunkt gemäss eigenen Angaben sehr schätzte 
(pag. 435 Z. 34, pag. 436 Z. 1 ff. und pag. 441 Z. 40 ff.), schlimmstenfalls zu Un-
recht anschuldigen würde. Ausserdem muss berücksichtigt werden, dass 
E.________ als Pflegemutter bis zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Fall mit Ver-
dacht auf sexuellen Missbrauch erlebt hatte (pag. 438 Z. 42) und daher nicht wis-
sen konnte, wie man sich in einer solchen Situation idealerweise verhält. 

Aus Sicht der Kammer erscheinen E.________'s Aussagen des Weiteren sehr zu-
verlässig:

14

Sie sagte in beiden Einvernahmen konstant, differenziert, detailliert und nachvoll-
ziehbar aus. Gleichzeitig beschrieb sie eindrücklich und ausführlich, wie sich 
C.________ am 12. Mai 2018 – nachdem sie und ihr Ehemann sie gegen 
22:00 Uhr beim Beschuldigten und J.________ abgeholt hätten – sowie in der dar-
auffolgenden Woche verhalten habe. Sie schilderte Gedankengänge und Ge-
spräche, indem sie beispielsweise erklärte, was sie mit C.________ besprochen 
habe und was sie und ihr Ehemann sich überlegt hätten (u.a. pag. 27, pag. 28 
Z. 94, pag. 29 Z. 132 f. und pag. 31 ff.). 

Weiter erscheinen ihre Aussagen authentisch und ehrlich. E.________ räumte zum 
Beispiel ein, dass C.________ sie manchmal anlüge, «aber nicht bei gravierenden 
Sachen», und beschrieb wiederum überzeugend, man merke C.________ sehr 
schnell an, wenn sie lüge, sie zeige dann ein spezielles Verhalten und es sei ihr 
schnell unwohl. Sie komme dann spätestens am nächsten Tag und gebe zu, gelo-
gen zu haben (zum Ganzen pag. 437 Z. 29 ff.). Nach dem 12. Mai 2018 sei 
C.________'s Verhalten aber eben nicht so gewesen wie wenn sie lüge, «sondern 
echt». Wenn sie «sonst einen Seich» mache, dann werde sie eher aggressiv und 
«hässig» auf sich selbst und sei nicht wie nach dem 12. Mai 2018 in sich gekehrt, 
anhänglich und traurig (zum Ganzen pag. 442 Z. 2 ff.). 

Auf Vorhalte lieferte E.________ überzeugende Erklärungen. Als ihr beispielsweise 
vorgehalten wurde, C.________ habe zu Beginn der ersten Videobefragung ange-
geben, sie (E.________) hätte ihr gesagt, was sie der Polizei sagen solle, führte sie 
aus (pag. 438 Z. 35 ff.):

Ich habe sie dazu aufgemuntert, ehrlich zu sein und alles zu sagen. Sie hatte mir zuvor gesagt, sie 
wolle einfach nichts sagen, weil sie Angst habe. Ich sagte ihr dann: «C.________, das was du mir ge-
sagt hast, das darfst du alles erzählen.». Ich habe sie eigentlich dazu motiviert, zu reden.

Auch die Fragen, weshalb sie gegenüber dem Beschuldigten «ein komisches 
Bauchgefühl» gehabt habe (vgl. pag. 435 Z. 32 ff.) oder weshalb bei ihr «ein Schal-
ter umgegangen» sei, als sie erfahren habe, dass der Beschuldigte C.________ 
rund zwei Wochen vor dem Vorfall einen Zettel mit seiner Natelnummer gegeben 
und C.________ gesagt habe, sie könne ihn Tag und Nacht anrufen, konnte 
E.________ einleuchtend beantworten (vgl. pag. 436 Z. 13 ff.). 

Betrachtet man ihre Aussagen, fällt im Übrigen auf, dass sie den Beschuldigten 
nicht übermässig beschuldigte, sondern vielmehr wiederholt äusserte, sie habe ihn 
eigentlich sehr geschätzt und sei dankbar gewesen, dass C.________ dank ihm 
endlich wieder ihre Mutter habe besuchen können, ohne Angst haben zu müssen, 
von dieser geschlagen zu werden. Zudem habe sie sich gedacht, dass es doch 
schrecklich wäre, wenn sie ihn zu Unrecht «mit so etwas» beschuldigen würde 
(zum Ganzen pag. 435 Z. 3 und Z. 34, pag. 436 Z. 2 ff. und pag. 441 Z. 39 ff.). 

Schliesslich sind E.________'s Angaben widerspruchsfrei und stimmig. Nachdem 
sie am Ende ihrer ersten Befragung erklärte, sie sei sehr froh, dass sie C.________ 
nun in professionelle Hände geben könne, weil sie wieder «wie eine Mutter» funk-
tionieren können möchte (pag. 29 Z. 138 ff.), äusserte sie in der Berufungsverhand-
lung auf Frage, ob sie C.________ nach ihrer Meldung und Befragung bei der Poli-
zei am 22. Mai 2018 resp. vor C.________'s erster Videobefragung weiterhin 

15

mehrmals dazu angehalten habe, ihr «alles zu erzählen»: «Nein, das habe ich be-
wusst nicht mehr gemacht.» (pag. 438 Z. 18). Sie habe von C.________ seither 
nichts mehr betreffend den Vorfall erfahren. Sie habe sich aber auch bewusst da-
von distanziert und sich gesagt, dass sie wieder Pflegemutter sein wolle und nicht 
mehr zu fest in diesen Fall hineingezogen werden möchte. Deshalb habe sie 
C.________ auch gebeten, alles was den Vorfall betreffe, mit ihrer Therapeutin zu 
besprechen (zum Ganzen pag. 439 Z. 5 ff.). 

Insgesamt sind E.________'s Schilderungen somit widerspruchsfrei, nachvollzieh-
bar, lebhaft und ehrlich. Sie stimmen soweit möglich mit den Ausführungen im 
Konsultationsbericht des Inselspitals und im Therapiebericht überein. Zudem kön-
nen sie mit dem Protokoll der Anhörung von C.________ am 19. Juli 2018 bei der 
KESB in Einklang gebracht werden. Daraus geht nämlich hervor, dass C.________ 
berichtet habe, sie hätte mehrmals täglich Selbstmordgedanken, fühle sich «total 
scheisse» und frage sich, wieso sie «häreghäbt» und sich nicht gewehrt habe. Es 
werde immer wie schlimmer und sie habe sich gefragt, ob sie sich mit einem Mes-
ser töten könnte, aus dem Fenster springen oder einfach auf der Strasse auf ein 
Auto warten sollte (zum Ganzen pag. 411). E.________ führte in der Berufungs-
verhandlung in Übereinstimmung damit aus, sie erlebe C.________ seit dem 
12. Mai 2018 häufig in sich gekehrt und traurig (u.a. pag. 437 Z. 39 und pag. 438 
Z. 3 ff.). In ihrer «alten» Schule habe sie einmal «vom Dach springen wollen» und 
in ihrer «neuen» Schule sei sie vom 2. Stock in den Keller hinuntergesprungen, ha-
be sich dabei zum Glück aber «nur» das Bein verstaucht (pag. 440 Z. 37 ff.). 
Schliesslich decken sich E.________'s Aussagen – wie sich noch zeigen wird – 
fast vollständig mit denjenigen von C.________. Auf ihre Schilderungen kann daher 
– soweit nötig – abgestellt werden. 

Ergänzend sei festgehalten, dass zwar bei der Würdigung der Aussagen von 
C.________ (E. 12.3.5 unten) dargetan werden wird, dass E.________ entgegen 
der Auffassung der Verteidigerin nicht «wochenlang» auf C.________ einredete, 
sie beeinflusste und ihr stets drastischere Varianten unterbreitete (vgl. pag. 454), 
jedoch bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen werden kann, dass zwischen 
dem mutmasslichen Vorfall (Abend des 12. Mai 2018) und der Meldungserstattung 
(Morgen des 22. Mai 2018) nur wenige Tage vergingen, an denen sowohl 
E.________ als auch C.________ zuhause waren und an denen C.________ ihrer 
Pflegemutter «tröpfchenweise» vom Vorfall erzählte und letztere sich vergewissern 
konnte und musste, dass «an der Sache was dran ist» (pag. 29 Z. 133): Der mut-
massliche Vorfall ereignete sich nämlich am Samstagabend, 12. Mai 2018. In der 
Nacht vom Samstag auf den Sonntag, d.h. vom 12. auf den 13. Mai 2018, erzählte 
C.________ ihrer Pflegemutter gemäss deren glaubhaften Aussagen, der Beschul-
digte habe ihr einen Kalender mit nackten Frauen gezeigt und sie dazu über den 
Kleidern an den Brüsten berührt (pag. 28 Z. 61 ff.). Am Sonntagabend 
(13. Mai 2018) bat C.________ ihre Pflegemutter laut deren Angaben sodann, nicht 
in die Weiterbildung zu gehen und offenbarte ihr, der Beschuldigte sei ihr «unter die 
Wäsche gegangen» und habe sie direkt an den Brüsten angefasst (pag. 28 
Z. 72 ff.). Auf E.________'s Fragen, ob noch mehr vorgefallen sei, erklärte 
C.________, sie könne sich nicht mehr daran erinnern (pag. 28 Z. 79 ff.). Von Mon-
tagmorgen bis Freitagabend, 14. bis 18. Mai 2018, war E.________ aufgrund ihrer 

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Weiterbildung abwesend und als sie am Freitagabend, 18. Mai 2018, heimkehrte, 
erzählte ihr C.________, sie habe «auch sein Glied» berühren müsse, aber sie 
könne nicht mehr darüber sprechen (pag. 28 Z. 90 ff.). Am Samstag, 19. Mai 2018, 
unterhielten sich C.________ und E.________ nicht über den mutmasslichen Vor-
fall und am Sonntag, 20. Mai 2018, sagte C.________ ihrer Pflegemutter, der Be-
schuldigte habe ihr gedroht, vorbeizukommen und sie umzubringen, falls sie je-
mandem «davon» erzählen würde. Auf Nachfrage, ob noch mehr geschehen sei, 
brach C.________ laut E.________'s Angaben schliesslich zusammen, begann 
stark zu weinen und antwortete, der Beschuldigte habe versucht, «sein Teil» in sie 
zu stossen, weil das «Mami» (J.________) aber zum Abendessen gerufen habe, 
habe er damit aufgehört (pag. 28 Z. 104 ff.). Am darauffolgenden Dienstagmorgen, 
22. Mai 2018, meldete E.________ den Vorfall der Polizei (vgl. pag. 27 Z. 21). 

Zusammengefasst erscheinen E.________'s Vorgehen aufgrund der Gesam-
tumstände nachvollziehbar und ihre Aussagen glaubhaft.

12.3.3 Aussagen von J.________ 

Die leibliche Mutter der Privatklägerin und Freundin des Beschuldigten, 
J.________, wurde am 31. Mai 2018 polizeilich befragt (pag. 44 ff.). Dabei gab sie 
an, es gehe ihr im Moment «etwas komisch». Sie sei etwas verletzt und stünde 
zwischen ihrem Freund und ihrer Tochter (pag. 45 Z. 19 f.). Sie finde es schwierig, 
das Ganze einzuschätzen. Es sei «zwiespältig» und sie frage sich: «Ist es wahr, ist 
es nicht wahr?» (zum Ganzen pag. 46 Z. 75 f.). Bei der Analyse und Interpretation 
von J.________'s Aussagen muss man sich daher vor Augen halten, dass sie als 
Freundin des Beschuldigten einerseits und als Mutter der Privatklägerin anderer-
seits «zwischen den Fronten» – und mithin verständlicherweise wohl in einem ge-
wissen Loyalitätskonflikt – steht, weshalb ihre Angaben mit Vorsicht zu würdigen 
sind. 

Den Ausflug, den sie, der Beschuldigte und C.________ am 12. Mai 2018 gemacht 
hätten, schilderte J.________ präzis und in Übereinstimmung mit dem Beschuldig-
ten; insoweit kann auf ihre Aussagen abgestellt werden. Dasselbe gilt betreffend 
das gemeinsame Abendessen, das Filmschauen, die Abholung durch die Pflegeel-
tern Hirschi und C.________'s Zustand, nachdem sie vom vermeintlichen «Täsch-
liholen» in die Wohnung des Beschuldigten zurückgekehrt sei. Zwar gab 
J.________ insoweit an, als sie gegen 17:00 Uhr fast beim Beschuldigten zuhause 
gewesen seien, habe C.________ gesagt, sie müsse noch ihr «Täschli» bei ihr 
(J.________) zuhause holen, worauf sie C.________ den Hausschlüssel gegeben 
habe und sie habe losziehen lassen (pag. 45 Z. 41 ff. und pag. 46 Z. 66), während 
der Beschuldigte in seiner ersten Einvernahme erklärte, C.________ habe zwi-
schen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr in der Wohnung seiner Freundin einen Tierfilm ho-
len müssen (pag. 23 Z. 42 und Z. 56). Jedoch schilderten sowohl J.________ als 
auch der Beschuldigte, C.________ sei nach diesem «Täschli-» bzw. Filmholen 
völlig verstört zurückgekommen:

So berichtete J.________, nachdem C.________ ihr «Täschli» holen gegangen 
sei, habe es an der Wohnungstür des Beschuldigten geklingelt und C.________ sei 
davorgestanden. Sie habe geweint, geschlottert und gesagt, sie hätte eine Schlan-

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ge gesehen. Sie sei dann mit ihr aufs Sofa gesessen und habe versucht, sie zu be-
ruhigen, während der Beschuldigte «das Täschli» holen gegangen sei. Danach ha-
be sie das Abendessen vorbereitet. C.________ sei immer noch aufgelöst gewe-
sen und habe gesagt, sie brauche etwas Zeit für sich und wolle im Schlafzimmer 
des Beschuldigten «Heftli anschauen» gehen. Der Beschuldigte habe dies 
C.________ erlaubt und danach im Internet nach Schlangenbildern gesucht. An-
schliessend hätten sie zusammen gegessen und einen Film geschaut. Als die 
«E.________» C.________ gegen 22:00 Uhr abgeholt hätten, sei sie immer noch 
«etwas komisch drauf» gewesen und als sie um ca. 22:30 Uhr mit ihren Pflegeel-
tern nach Hause gegangen sei, habe sie gar nicht mehr richtig «tschüss» gesagt 
(zum Ganzen pag. 45 Z. 44 ff.). Der Beschuldigte hatte der Polizei zuvor ebenfalls 
erklärt, C.________ sei «total verstört» zurückgekommen und habe erzählt, sie hät-
te draussen eine Schlange gesehen. Anders als J.________ gab er aber an, er sei 
dann mit der verstörten C.________ durch die Wohnung gegangen und habe ge-
sagt, sie könne sich im Schlafzimmer ausruhen. Danach habe er die Tür zuge-
macht, so dass C.________ alleine im Schlafzimmer gewesen sei (zum Ganzen 
pag. 23 Z. 44 ff.). 

Was das Rahmengeschehen (Ausflug, Abendessen, Filmschauen, Abholung durch 
«E.________») und C.________'s Zustand nach ihrer Rückkehr in die Wohnung 
des Beschuldigten angeht, kann daher auf die insoweit mit dem Beschuldigten und 
E.________ übereinstimmenden Aussagen von J.________ abgestellt werden. 

Nicht glaubhaft erscheint demgegenüber ihre Angabe, wonach C.________ gegen 
17:00 Uhr, als sie fast beim Beschuldigten zuhause gewesen seien (pag. 45 
Z. 41 ff. und pag. 46 Z. 66), ihr «Täschli» holen gegangen sei resp. habe holen wol-
len. Insoweit widerspricht J.________ nämlich der ersten Aussagen des Beschul-
digten, wonach C.________ zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr in der Wohnung 
seiner Freundin einen Tierfilm habe holen müssen (pag. 23 Z. 42 und Z. 56) und 
vor allem derjenigen von E.________. Diese führte in der Berufungsverhandlung 
nämlich glaubhaft aus, als sie und ihr Ehemann C.________ am 12. Mai 2018 ge-
gen 22:00 Uhr abgeholt hätten, hätten sie noch kurz einen Kaffee mit J.________ 
und dem Beschuldigten getrunken. Dann sei sie mit J.________ auf den Balkon 
gegangen, damit diese ihr zeigen konnte, wo sie wohnte. Dabei habe J.________ 
ihr erzählt, dass C.________ – als sie «vorhin» zum Abendessen gerufen habe – 
unvermittelt und ohne gross etwas zu sagen, aus der Wohnung «gsprunge» sei 
und gesagt habe, sie wolle ihr «Täschli» bei ihr zuhause holen. Sie (J.________) 
sei gar nicht «drus cho», als C.________ anschliessend aber wieder zurückgekehrt 
sei, sei sie völlig verstört gewesen und habe etwas von einer Schlange erzählt 
(zum Ganzen pag. 439 Z. 10 ff.). Auf Vorhalt, dass J.________ erklärt habe, 
C.________ sei ihr «Täschli» holen gegangen, bevor sie die Wohnung des Be-
schuldigten betreten hätten, erklärte E.________ erneut (pag. 439 Z. 23 ff.):

Nein. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Frau C.________ damals auf dem Balkon gefragt 
habe, wo sie wohnt. Sie hat mir dann den Weg zu ihrer Wohnung gezeigt und gesagt, dort auf der 
Treppe habe C.________ angeblich die Schlange gesehen. Zudem hat mir Frau C.________ erzählt, 
dass sie C.________ zum «Znachtessen» gerufen habe, worauf C.________ einfach losgerannt sei 
und gesagt habe, sie gehe ihr «Täschli» holen. Sie (Frau C.________) habe gar nicht mehr reagieren 

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können. Danach sei C.________ wieder zurückgekommen und seither sei sie verstört gewesen, an-
geblich wegen der meterlangen Schlange. 

Was den Zeitpunkt angeht, in dem C.________ J.________ und den Beschuldigten 
kurzzeitig verlassen hat resp. ihr «Täschli» geholt haben soll, kann in Würdigung 
dieser Umstände nicht auf J.________'s Version abgestellt werden.    

12.3.4 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe konstant und vehement (u.a. pag. 23 
Z. 70 ff., pag. 24 Z. 92 f., Z. 98 und Z. 121 ff., pag. 283 Z. 3 f. und Z. 44 ff., 
pag. 448 Z. 19 ff., Z. 33 ff. und Z. 44 sowie pag. 449 Z. 5), woraus in Bezug auf die 
Beweiswürdigung aber noch nichts Konkretes abgeleitet werden kann. 

Offensichtliche Lügen können in seinen Aussagen keine festgestellt werden, und 
es sind auch nicht sämtliche von der Vorinstanz erwähnten Widersprüche (bspw. 
betreffend die Örtlichkeit des Antreffens der verstörten Privatklägerin oder bezüg-
lich der Dauer ihrer Abwesenheit [vgl. S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 331]) auszumachen, so dass auf den ersten Blick keine eindeutigen Lü-
gensignale feststellbar sind. Der Gegenangriff des Beschuldigten, den die Vorin-
stanz darin erblickte, dass er C.________ wegen falscher Anschuldigung angezeigt 
hatte (S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 331), ist sodann alleine 
nicht geeignet, die Unwahrheit seiner Schilderungen darzutun. Dasselbe gilt betref-
fend die vorinstanzliche Erwägung, der Beschuldigte habe praktisch keine Gefühle 
geschildert, was indiziere, dass seine Aussagen unglaubhaft seien (S. 21 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 331), zeigte der Beschuldigte abgesehen 
davon doch Gefühle, als er sich über die Anschuldigungen C.________'s empörte 
(vgl. u.a. pag. 23 Z. 71, pag. 24 Z. 92 f. und Z. 121, pag. 283 Z. 44 ff., pag. 294 und 
pag. 460). Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen – anders als von der Vor-
instanz ausgeführt – damit nicht per se unglaubhaft. 

Der Vorinstanz ist indessen zuzustimmen, dass der Beschuldigte in Bezug auf den 
Grund und den Zeitpunkt des Verlassens der Wohnung durch C.________ wider-
sprüchlich ausgesagt und seine Angaben in der zweiten und dritten Einvernahme 
denjenigen von J.________ angeglichen hat:

In der ersten Einvernahme am 29. Mai 2018 erklärte er nämlich noch explizit, nach 
dem Ausflug seien J.________ C.________ und er zu seinem Domizil zurückspa-
ziert und hätten dort gemeinsam «zNacht» gegessen und einen Tierfilm geschaut. 
Dazwischen habe es noch einen «Zwischenfall» gegeben. C.________ habe in der 
Wohnung ihrer Mutter einen Tierfilm holen wollen und sei danach völlig verstört und 
«durch den Wind» wieder zurückgekehrt, angeblich, weil sie eine Schlange gese-
hen habe (zum Ganzen pag. 23 Z. 33 ff.). In der erst- und der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung hat der Beschuldigte diese Aussage derjenigen seiner Freundin 
(vgl. pag. 45 Z. 41 ff.) angepasst und neu übereinstimmend mit J.________ be-
hauptet, C.________ sei am 12. Mai 2018 direkt auf dem Heimweg – mithin vor Be-
treten seiner Wohnung – zu J.________'s Wohnung gegangen, um ihr «Täschli» 
zu holen (pag. 279 Z. 35 ff. und pag. 446 Z. 39 ff.), was angesichts der glaubhaften 
Schilderung von E.________ wie hiervor erwähnt unglaubhaft erscheint (E. 12.3.3 
oben) und weshalb betreffend den Zeitpunkt und den Grund des Verlassens der 

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Wohnung durch C.________ somit weder auf die Aussagen des Beschuldigten 
noch auf diejenigen von J.________ (siehe E. 12.3.3 oben) abgestellt werden 
kann. Soweit der Beschuldigte in der Berufungsverhandlung dementierte, sich mit 
J.________ abgesprochen zu haben (pag. 450 Z. 35), erachtet es die Kammer als 
Schutzbehauptung. Schliesslich verbrachten der Beschuldigte und J.________ 
nachdem ersterer am 29. Mai 2018 um ca. 13:00 Uhr aus der Polizeihaft entlassen 
worden war sowohl den Abend des 29. Mai 2018 als auch denjenigen des 
30. Mai 2018 zusammen. Dabei diskutierten sie laut dem Beschuldigten über die 
Vorwürfe C.________'s, bekundeten ihr Unverständnis über deren Anschuldigun-
gen und besprachen, wie sie selber den 12. Mai 2018 erlebt hätten (pag. 450 
Z. 21 ff.). Dass der Beschuldigte und J.________ ihre Versionen dabei – womög-
lich auch unterbewusst – aneinander angepasst haben, ist angesichts der Tatsa-
che, dass sie ein Paar sind, anzunehmen und lebensnah. 

Schliesslich fällt bei den Aussagen des Beschuldigten auf, dass er heikle Fragen 
und Vorhalte häufig nicht plausibel beantworten und erklären konnte, was indiziert, 
dass er insoweit jeweils nicht unbedingt die Wahrheit sagte:

Auf Fragen, weshalb C.________ seinen Kalender mit den nackten Frauen gese-
hen haben soll, wenn er ihr diesen nicht gezeigt haben will, machte er beispiels-
weise stets geltend, C.________ habe wahrscheinlich in seinem Schlafzimmer 
«umegschnäuget» bzw. «umegnuschet» (pag. 24 Z. 101 f. und pag. 447 Z. 32), 
was angesichts der Gesamtumstände – insbesondere des Alters und eher scheuen 
Charakters C.________'s – unwahrscheinlich erscheint. Im Zusammenhang mit 
diesem Kalender ist denn auch zu erwähnen, dass komisch anmutet, dass der Be-
schuldigte in seiner ersten Einvernahme von sich aus auf diesen zu sprechen kam, 
wohl weil er vermutete, die Polizei könnte ihn anlässlich der Hausdurchsuchung ge-
funden haben. Schliesslich wurde ihm damals weder der Kalender noch die exakte 
Aussage von C.________ vorgehalten, sondern lediglich gesagt, C.________ hätte 
erklärt, dass er ihr im Schlafzimmer Bilder nackter Frauen gezeigt habe (pag. 24 
Z. 95 ff.), womit der Beschuldigte von der Polizei erfuhr und dabei nicht wissen 
konnte, dass C.________ vom besagten Kalender gesprochen hatte (pag. 451 
Z. 9 f.). 

Der Beschuldigte konnte des Weiteren keine stichhaltigen Gründe nennen, wes-
halb C.________ ihn zu Unrecht beschuldigen sollte und was, wenn nicht seine 
Handlungen, ihre heftigen Reaktionen verursacht haben könnte (u.a. pag. 24 Z. 93, 
pag. 446 Z. 32 f., pag. 449 Z. 5). Er wandte diesbezüglich einzig und wenig über-
zeugend ein, C.________'s Anschuldigungen seien vielleicht einfach «reine Fanta-
sie» (pag. 283 Z. 3). Ihre heftigen Reaktionen könnten zudem auf ein schlechtes 
Gewissen zurückzuführen sein, das sie habe, weil sie ihn zu Unrecht beschuldigt 
habe (pag. 283 Z. 9 f.). Vielleicht habe sie ihn aber auch aus Eifersucht angeschul-
digt oder, um ihm «eins auszuwischen» (pag. 284 Z. 18 f.). Weshalb C.________ 
eifersüchtig gewesen sein sollte, konnte der Beschuldigte indessen nicht erklären, 
sondern bestätigte vielmehr, es habe eigentlich keine konkreten Anhaltspunkte ge-
ben, dass C.________ eifersüchtig auf ihn gewesen wäre (pag. 452 Z. 3 ff.). Auch 
aus ihren früheren Begegnungen hätte sie nie Anlass gehabt, wütend auf ihn zu 
sein, sie hätten es immer «gutgehabt» (pag. 448 Z. 24 ff.). Die vom Beschuldigten 

20

vorgebrachten Gründe für eine angebliche Falschanschuldigung («reine Fantasie», 
Eifersucht) und für C.________'s heftigen Reaktionen (schlechtes Gewissen) er-
scheinen daher höchst unwahrscheinlich. 

Auf Frage, weshalb er C.________ ausgerechnet in sein Schlafzimmer und nicht in 
das andere freie Zimmer in seiner Wohnung geschickt habe, das ebenfalls absch-
liessbar sei und zudem über eine Wärmeliege verfüge (pag. 451 Z. 32), erklärte der 
Beschuldigte unspezifisch, er habe sich insoweit «keine grossen, konkreten Über-
legungen» gemacht und einfach gedacht, im Schlafzimmer hätte C.________ am 
meisten Ruhe und könne sich am besten entspannen (pag. 451 Z. 35 ff.).

Nebst diesen Aussagen erscheint aus Sicht der Kammer schliesslich merkwürdig, 
dass sich der Beschuldigte ausgerechnet am Tag nach dem vermeintlichen Vorfall, 
d.h. am 13. Mai 2018, per SMS bei E.________ erkundigte, wann der nächste Be-
such C.________'s stattfinden könne, hatte er sich zuvor doch noch nie um die Or-
ganisation der Besuch gekümmert und/oder sich bei E.________ nach C.________ 
erkundigt (pag. 29 Z. 148 ff.). Auf Frage, was ihn zu dieser Nachricht an 
E.________ bewogen habe, erklärte der Beschuldigte letztlich ausweichend, vorher 
habe immer J.________ die Besuche organisiert, nun habe sie ihm aber gesagt, 
jetzt könne mal er diese Aufgabe übernehmen (pag. 449 f. Z. 44 ff.). 

Zusammenfassend erscheinen die Aussagen des Beschuldigten somit zumindest 
soweit den Kalender mit den nackten Frauen sowie den Zeitpunkt und den Grund 
des Verlassens der Wohnung durch C.________ angehend als unglaubhaft. Hin-
sichtlich der angeklagten Handlungen erbringen die Angaben des Beschuldigten 
sodann keine relevanten Hinweise, was allerdings insofern irrelevant ist, als ohne-
hin einzig entscheidend (und im Folgenden zu klären) ist, ob auf C.________'s 
Version abgestellt werden kann.

12.3.5 Aussagen der Privatklägerin

Vorbemerkungen

C.________ wurde zweimal polizeilich befragt, wobei die Befragungen jeweils auf 
Video aufgezeichnet wurden und sich als DVD in den Akten befinden (pag. 43 und 
pag. 219). Auf die Zusammenfassung von C.________'s Aussagen durch die Vor-
instanz wurde bereits hingewiesen (E. 8 oben mit Verweis auf S. 10 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 322 ff.). Weil C.________'s Schilderungen im 
vorliegenden Verfahren von zentraler Bedeutung sind, rechtfertigt es sich, ihre 
Aussagen nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. Nachfolgend wird daher in 
einem ersten Schritt dargetan, was C.________ in den beiden Videobefragungen 
erklärt hat. Anschliessend werden diese Aussagen auf die Glaubhaftigkeit hin 
überprüft. 

Erste Videobefragung C.________'s vom 28. Mai 2018

Vorab kann auf die Kurzzusammenfassung von C.________'s Aussagen vom 
28. Mai 2018 durch die Polizei verwiesen werden (pag. 35): 

C.________ zeigte sich zu Beginn der Einvernahme eher schüchtern und konnte nicht angeben, aus 
welchem Grund sie heute bei der Polizei ist. Mit der Zeit konnte sie zur Aussage erwärmt werden und 
mittels konkreten Fragen gab sie an, dass sie durch den Freund ihrer Mutter, A.________, unsittlich 

21

berührt worden sei. Er habe ihr bereits zu einem früheren Zeitpunkt gesagt, dass sie seine Prinzessin 
sei und er sie schön fände. Am genannten Samstag verbrachte C.________ den Tag bei ihrer leibli-
chen Mutter und deren Freund. Im Restaurant beim Eis essen sei er immer wieder näher zu ihr ge-
rutscht, was ihr zunehmend unangenehm gewesen sei. Als sie dann Zuhause in der Wohnung gewe-
sen seien und ihre Mutter das Abendessen vorbereitet habe, habe A.________ sie ins Schlafzimmer 
gelockt. Er habe sie über den Kleidern an den Brüsten gestreichelt und anschliessend auch unter den 
Kleidern auf der nackten Haut. C.________ habe sich rücklings auf das Bett legen und ihre Unterho-
sen und die Leggins runterziehen müssen. Auch habe sie das Glied, welches steif war, berühren 
müssen. Er habe dann versucht, in sie einzudringen, was aber vaginal wie auch anal nicht richtig 
funktioniert habe. Als ihre Mutter, nach circa 5 Minuten, zum Essen gerufen habe, hätten sie sich wie-
der angezogen und seien Essen gegangen. Während dem Essen habe er sie noch einmal im Geni-
talbereich und an den Brüsten gestreichelt, dies über und unter den Kleidern. A.________ habe 
C.________ zudem gedroht sie umzubringen, wenn sie jemanden davon erzählen würde.

Nachfolgend wird auf die Einvernahme von C.________ detailliert eingegangen, 
wobei teilweise der zusammenfassende Ablauf durch die Polizei (pag. 35 ff.) über-
nommen und ergänzt wird sowie die wichtigsten Aussagen der Privatklägerin kursiv 
hervorgehoben werden: 

Zu Beginn der Einvernahme (ab Min. 09:01) fragte die Polizistin C.________, ob 
sie wisse, weshalb sie heute hier sei, was C.________ verneinte. Daraufhin ent-
gegnete die Polizistin, sie habe doch mit ihrem «Pflegmami» über «ein Thema» 
gesprochen, worauf C.________ antwortete: «Ja, wir haben vorhin besprochen, 
was ich sagen soll […]. Ich soll… ich kann weinen, ich kann machen… ich kann al-
les sagen, hat sie gesagt». Auf erneute Nachfrage der Polizistin, ob sie aber wisse, 
weshalb sie hier sei, schüttelte C.________ den Kopf. Folglich wurde ihr erklärt, 
dass es um den Beschuldigten und darum gehe, wer er sei, worauf sie zu erzählen 
begann (ab Min. 09:02). Der Beschuldigte sei der Freund ihrer leiblichen Mutter. Er 
habe zwei Gesichter, zum einen sei er nett und zum anderen sei er böse und hin-
terlistig. Er sei eigentlich der Freund ihrer Mutter, gehe aber «hinter sie». Einmal 
habe er sie von Zuhause abgeholt und nach F.________ gebracht. Dort habe er ihr 
seine Handynummer geben und gesagt, sie sei hübsch und nett und seine kleine 
Prinzessin «und so». Da habe sie sich nicht so gut gefühlt und wäre lieber nach 
Hause gegangen. Ein anderes Mal sei sie beim Beschuldigten zu Besuch 
gewesen. Er und ihre Mutter hätten sie damals abgeholt. Auch hier habe sie sich 
nicht so wohl gefühlt und habe gedacht, vielleicht würde wieder etwas passieren 
oder so. Sie seien dann in ein Restaurant gegangen, er sei ganz nah an sie 
herangerutscht und habe sie dann sogar betatscht.

Auf Nachfrage, ob bzw. wie der Beschuldigte sie im Restaurant betatscht habe, 
führte C.________ aus (ab Min. 09:04), nach dem Restaurantbesuch seien sie zu 
ihm nach Hause gegangen, um dort zu Abend zu Essen. Dort habe er sie ange-
fasst. Sie seien zusammen in sein Zimmer gegangen und dort habe er sie überall 
angefasst, sogar «inne». Dabei fasste sich C.________ unter ihrem T-Shirt an die 
Brust. Er habe alles angefasst, sogar unten. Dann habe er ihr gesagt, sie solle 
«sein Ding» anfassen. Sie habe dann die Ausrede erfunden, eine Schlange gese-
hen zu haben, um ihr «Mami» zu schützen, damit sie nicht ausraste. Dann hätten 
sie «Znacht» gegessen, Pizza, die sie liebe, aber sie habe fast nichts essen mögen 

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«wegen dem». Nach dem Abendessen habe er sie dann erneut angefasst, als ihre 
Mutter zur Toilette gegangen sei. 

Als sie dann Zuhause gewesen sei (ab Min. 09:06), habe sie fast nicht schlafen 
können, sie habe Albträume gehabt, weil er ihr gesagt habe, dass er sie umbringen 
werde, wenn sie dem «Mami», dem «Pflegmami» oder irgendjemandem etwas er-
zähle. Auf Frage, ob sie nun Angst habe, äusserte C.________, sie sei nun zwei 
Wochen im Lager gewesen und dort habe sie «mega Angst» gehabt und heimge-
hen wollen. Auf Frage, ob sie noch wisse, wann «das» [gemeint ist der Vorfall mit 
dem Beschuldigten] gewesen sei, äusserte C.________, es sei an einem Sonntag 
gewesen, «nein, an einem Samstag».

Auf Frage, wie es im Schlafzimmer gewesen sei, berichtete C.________ 
(ab Min. 09:07), der Beschuldigte habe ihrer Mutter gesagt, sie solle mal die Pizza 
vorbereiten und in den Ofen tun. Dann habe er zu ihr gesagt, sie solle in sein 
Zimmer kommen. Sie habe eigentlich gar nicht gehen wollen, sei dann aber 
trotzdem mit. Dort habe er sie überall angefasst und sie habe «sein Ding» anfassen 
müssen. Er habe eigentlich sogar versucht, «sein Ding» hineinzuschieben.

Auf Fragen, wie das Schlafzimmer ausgesehen habe und ob die Tür geschlossen 
gewesen sei, erklärte C.________ (ab Min. 09:09), es habe eine grosses Bett, ei-
nen grossen Schrank, ein kleines «Möbeli» und ein grosses Fenster gehabt. Die 
Tür sei geschlossen gewesen. Die Frage, ob vorgängig noch etwas passiert sei, 
verneinte C.________ und schilderte, im Schlafzimmer habe er sie dann einfach 
die ganze Zeit überall angefasst, obwohl sie das nicht gewollt habe. Die Polizistin 
hakte nach, wie er sie denn angefasst habe, worauf C.________ beschrieb (ab 
Min. 09:09), er habe sie immer von vorne angefasst und dabei ihre Brüste berührt. 
Zuerst habe er sie über dem T-Shirt angefasst. Dann habe er sie auch unten 
berührt und sei auch unter das T-Shirt gegangen. Dann habe er ihr gesagt, sie 
solle sein «mmmhh», sie sage das Wort jetzt nicht, anfassen. 

Die Polizistin wies C.________ darauf hin (ab Min. 09:10), dass sie es schon sagen 
könne und fragte, wie sie «dem mmhhh» sage: «Schnäbi, Penis?». Daraufhin 
lächelte C.________ und nickte. Die Polizistin erwähnte erneut, dass sie alles sa-
gen könne und fragte, was der Beschuldigte gesagt habe. C.________ entgegnete, 
er habe ihr gesagt, sie solle sein «DING» [betont] anfassen, worauf die Polizistin 
festhielt, dass sie «es» fortan «Ding» nennen würden, damit sie vom Gleichen 
sprechen würden. Dies brachte C.________ zum Lächeln und sie führte aus (ab 
Min. 09:11), nachdem der Beschuldigte sie unter den Kleidern angefasst und sein 
«Ding» habe hineinstecken wollen, habe gerade ihr «Mami» zum Abendessen ge-
rufen, weshalb er «es» nicht habe machen können.

Auf Frage, ob sie sich habe ausziehen müssen, erklärte C.________ 
(ab Min. 09:11), sie habe einfach die Hose ausziehen müssen. Er habe ihr gesagt, 
sie solle das machen. Sie habe die Hose und die Unterhose einfach runter-, aber 
nicht ganz ausgezogen. Dabei machte C.________ eine Ausziehbewegung bis zu 
den Knien. Die Kleider am Oberkörper habe sie anbehalten. Auf Frage, ob sie 
währenddessen auf dem Bett gelegen sei, erklärte C.________ (ab Min. 09:11), ja, 
er habe sie auf das Bett gelegt. Die Polizistin erkundigte sich, ob der Beschuldigte 

23

ihr anschliessend gesagt habe, sie solle die Hosen hinunterziehen, was 
C.________ bejahte und worauf folgender Dialog entstand:

Polizistin: «Und das war, nachdem er dir an die Brüste gegriffen hat?».

C.________: «Ja.».

Polizistin: «Und oben hast du noch etwas angehabt?».

C.________: «Ja, ich hatte noch das T-Shirt an.».

Polizistin: «Und was geschah dann?».

C.________: «Dann sagte er mir eben, ich solle sein «mmmh» berühren. Das habe 
ich dann halt gemacht. Dann versuchte er, das eben hineinzustecken, aber dann 
hat «Mami» zum Pizzaessen gerufen und dann ist das nicht gegangen.». 

Polizistin: «Und dann seid ihr aufgestanden und essen gegangen?».

C.________: «Ja… aber ich habe kaum etwas essen mögen…».

Polizistin: «… weil es Dir unangenehm war?».

C.________: «Ja und ich habe wieder neben ihm sitzen müssen…».

Polizistin: «… und dann hast du Angst gehabt, dass er Dich wieder berührt?».

C.________: «Ja.».

Auf weitere Nachfragen, was genau auf dem Bett passiert sei und wie «sein Ding» 
gewesen sei, führte C.________ aus und zeigte zusätzlich mit ihrer Hand 
(ab Min. 09:13), der Beschuldigte habe seine Hosen bis zu den Kniekehlen runter-
gezogen gehabt. Sie sei auf dem Rücken gelegen und er habe sich dann mit dem 
Bauch auf sie gelegt. Als sie «sein Ding» angefasst habe, habe sie nichts Weiteres 
machen müssen. «Es» sei ein wenig hart gewesen. Auf Nachfrage, ob «es» also 
«so aufgestanden» sei, erklärte C.________: «ja». 

Auf Frage, was dann geschehen sei, erklärte C.________ (ab Min. 09:14), er habe 
«sein Ding» hier unten – dabei zeigte sie auf ihre Vagina – «reinstecken» wollen, 
das habe aber nicht funktioniert, weil das «Mami» gerufen habe. Sie habe sich 
nicht getraut, ihm zu sagen, dass sie das nicht wolle, weil sie Angst gehabt habe. 
Sie habe das auch E.________ (der Pflegemutter) nicht erzählt. Am Abend habe 
sie dann aber nicht schlafen können und sei deshalb zu E.________ gegangen und 
habe es ihr gesagt. Sie habe dann bei ihr schlafen dürfen. 

Die konkrete Nachfrage der Polizistin, ob er, als er versucht habe, «sein Ding» hin-
einzustecken, «da unten» noch was anderes gemacht, sie beispielswiese auch 
noch mit den Fingern «oder so» berührt habe, verneinte C.________ nach langem 
Überlegen («Nein, dort hat er nichts gemacht.» [Min. 09:15]).

Auf Frage, ob sie wisse, was ein Orgasmus sei, erklärte C.________: «Ja, ein 
weisses Ding…», worauf die Polizistin festhielt: «Ja, das ist das Sperma, das aus 
dem «Schnäbi» herauskommt». Als sie fragte, ob «da etwas herausgekommen 
oder gegangen» sei, sagte C.________, «nein» (ab Min. 09:16). Plötzlich – als die 
Polizistin gerade daran war, ihre Notizen durchzuschauen –, erwähnte 
C.________, am Abend, als sie auf dem Bett gesessen sei, habe es ihr ein biss-

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chen wehgetan… vorne und hinten. Auf Nachfrage präzisierte sie, es habe ihr im 
Innern der Vagina geschmerzt, aber auch hinten beim «Füdli». Dort habe er es 
auch probiert. Zuerst habe er es vorne versucht. Dann habe sie sich aber auf den 
Bauch drehen müssen und er habe es hinten auch noch versucht. «Hier» habe er 
nicht eindringen können, es habe aber trotzdem ein wenig wehgetan. Vorne habe 
er auch nicht richtig in sie eindringen können, sondern nur ein bisschen, wobei 
C.________ mit dem Finger die Tiefe des Eindringens (ca. 1 cm) zeigte (ab 
Min. 09:17]). Dabei sei der Beschuldigte immer auf dem Bauch gewesen. 

Auf Fragen, ob der Beschuldigte ein Kondom getragen und wie lange all das unge-
fähr gedauert habe, erklärte C.________ (ab Min. 09:19), es habe etwa fünf Minu-
ten gedauert und ein Kondom habe der Beschuldigte nicht gehabt. Auf Fragen, ob 
sie froh gewesen sei, als das «Mami» gerufen habe, äusserte C.________: «Ja, 
sehr. Ich wollte einfach heimgehen. […]». Sodann erklärte sie, dass sie den Be-
schuldigten seither nie mehr gesehen habe und ihn auch nie mehr sehen wolle. Ihr 
«Mami» kommt jetzt wieder alleine – «ohne ihn» – zu Besuch, das hätten sie so 
abgemacht. Sonst habe sie wieder so grossen Druck und wisse nicht, was sie ma-
chen solle.

Anschliessend wollte die Polizistin wissen, ob der Beschuldigte auf ihr gelegen sei, 
als ihre Mutter zum Essen gerufen habe und wie sie hinausgegangen seien, worauf 
C.________ entgegnete (ab Min. 09:20), er sei aufgestanden und habe seine Hose 
wieder hochgezogen. Sie habe dasselbe gemacht und danach seien sie aus dem 
Schlafzimmer gegangen. Auf Frage, wann der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass 
sie niemandem etwas sagen dürfe, erklärte C.________, das sei nach dem Abend-
essen gewesen, also bevor ihr «Pflegmami» geläutet habe. Er habe ihr gesagt, sie 
dürfe niemandem etwas sagen.

Es folgten Detailfragen zum «näher an sie Heranrutschen». C.________ berichtete 
(ab Min. 09:21), das sei bereits im Restaurant beim Eisessen passiert. Es sei ihr 
sehr unangenehm gewesen, sonst sei im Restaurant aber nichts passiert. Sie habe 
sich nicht gewagt, ihrem «Mami» oder «Pflegmami» etwas zu sagen. Beim 
Abendessen seien sie dann beide (gemeint sie und der Beschuldigte) 
nebeneinandergesessen. Der Beschuldigte sei immer näher an sie herangerutscht 
und habe ihr immer mehr Pizza gegeben, obwohl sie gar keine Lust mehr auf Pizza 
gehabt habe (ab Min. 09:22). «Dann hat er mich im Bereich der Vagina / Ober-
schenkel berührt. Er hat mich einfach angefasst, einmal über und einmal unter den 
Hosen, als das «Mami» in der Küche noch mehr Pizza geholt hat». Auf Nachfrage 
der Polizistin, ob am Esstisch sonst noch was passiert sei, erklärte C.________ 
(ab Min. 09:24), er habe sie vorne angefasst und sei mit seiner Hand in ihrer Un-
terhose drin gewesen, was ihr auch unangenehm gewesen sei. Sie habe Schmer-
zen gehabt und zuhause auf der Toilette habe sie auch geweint. Als die Polizistin 
die Geschehnisse zusammenfasste, ergänzte sie spontan (ab Min. 09:25), beim 
Abendessen habe der Beschuldigte sie auch kurz an den Brüsten angefasst und 
sei unter ihr T-Shirt gegangen. Auf Frage erklärte sie, er habe das nur mit einer 
Hand gemacht – er habe zwischen den Brüsten und der Vagina abgewechselt. 

Auf Fragen, ob sie mehrmals mit dem Beschuldigten alleine gewesen sei und wie 
sie sich in seiner Anwesenheit gefühlt habe, äusserte C.________ (ab Min. 09:26), 

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sie seien nur während der Autofahrt, während der er sie «seine Prinzessin» ge-
nannt habe, alleine gewesen. Sonst hätten sie keinen Kontakt (bspw. per SMS) 
gehabt. In seiner Gegenwart habe es sich schlecht angefühlt. Musikhören helfe, da 
könne sie herunterfahren. Seit «das» geschehen sei, zittere alles an ihrem Körper, 
wenn sie in seiner Nähe sei. Als der Vorfall passiert sei, habe sie auch Angst vor 
ihm gehabt. «Innen im Körper» habe es ein wenig gezittert und sie habe gedacht: 
«E.________, komm mich bitte holen […] ich will nicht mehr dableiben.». Das 
«richtige Mami» habe nichts mitbekommen, habe nichts gehört und wisse auch 
nichts davon.

Auf Frage, ob der Beschuldigte irgendwelche Merkmale an sich habe, erklärte 
C.________ spontan (ab Min. 09:29), E.________ habe ihr gesagt, dass der Be-
schuldigte «das» abstreiten und vertuschen werde, wenn es auskomme… Danach 
ergänzte sie, er habe eine Glatze, ganz wenig Haare und einen kleinen dicken 
Bauch, wobei C.________ auf ihren eigenen Bauch blickte.

Anschliessend fragte die Polizistin, was der Beschuldigte ihr im Schlafzimmer ge-
zeigt habe, worauf C.________ erzählte (ab Min 09:36), bevor sie aufs Bett gele-
gen sei, habe er ihr einen Kalender mit nackten Frauen gezeigt.

Auf Frage, ob sie in der Schule Aufklärung gehabt hätten, erklärte C.________, 
dass sie das jetzt gerade hätten. Es sei ihr neues Thema, das sie ein wenig pein-
lich finde. Auf Frage nach sexuellen Erfahrungen, äusserte sie: «Nein, eigentlich 
nicht… doch einmal.». Einmal habe ein Schulkollege sie nach Hause zum Duschen 
mitgenommen, es sei aber auch noch eine andere Schulkollegin dabei gewesen. 
Die Polizistin fragte nach, ob sie sich dann geküsst und/oder Sex gehabt hätten, 
worauf C.________ schliesslich erzählte: «Ja… er wollte sogar, dass ich beim ihm 
schlafe, aber ich bin dann nach Hause gegangen.».

Zweite Videobefragung C.________'s vom 7. März 2019

Die zweite Videobefragung von C.________ fasste die Polizei wie folgt zusammen 
(216 ff.):

C.________ bestätigt zu Beginn die in der letzten Videoeinvernahme gemachten Aussagen. Auf Fra-
ge, ob sie noch etwas ergänzen möchte, was ihr in der Zwischenzeit in den Sinn gekommen sei, gab 
sie an, dass sie sich das letzte Mal nicht getraut habe, alles zu sagen.

C.________ gibt an, dass sie das mit der Schlange letztes Mal nur erfunden habe, um ihre Mutter und 
auch A.________ zu schützen. Denn wenn sie es ihrer Mutter gesagt hätte, was A.________ ge-
macht habe, wäre ihre Mutter sehr wütend gewesen. Sie habe nicht gewusst, was passiert wäre. Sie 
habe Angst gehabt, dass ihre Mutter und A.________ auf sie losgegangen wären. Sie habe etwas er-
finden müssen, da sie nicht gewusst habe, wie sie es ihrer Mutter hätte sagen sollen.

C.________ beantworte die vorbereiteten Fragen der Rechtsbeiständin, Frau RA L. H.________, so-
wie der Verteidigung, Frau Fürsprecherin D.________, welche durch den StA Herr. HP. N.________ 
vorgängig gutgeheissen wurden.

Nachfolgend wird die zusammenfassende Darstellung der Polizei wie bereits zuvor 
um diverse wichtige Aussagen ergänzt:

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Zu Beginn der Einvernahme bestätigte C.________ die von ihr in der ersten Video-
befragung gemachten Aussagen (ab Min. 14:09). Daraufhin folgten Ergänzungen 
zur Erstbefragung (ab Min 14:10), wobei C.________ zunächst darauf hinwies, 
dass sie sich beim letzten Mal einige Sachen nicht zu sagen getraut und beispiels-
weise die Geschichte mit der Schlange nur erfunden habe. Dies habe sie getan, 
weil sie Angst gehabt und ihr «Mami» und «ihn» (den Beschuldigten) habe schüt-
zen wollen. Sie habe die Schlange erfunden, weil sie «es» «Mami» nicht habe sa-
gen können, weil diese sonst wütend geworden wäre. Deshalb habe sie einfach ir-
gendetwas erfunden.

Auf Nachfrage, was sie ihrem «Mami» nicht habe sagen können, führte 
C.________ aus (ab Min. 14:13), dass sie nach dem Vorfall hinausgegangen sei, 
das «Täschli» habe holen wollen und sich dabei überlegt habe, was sie dem «Ma-
mi» sagen solle… Dann habe sie beschlossen, eine Schlange zu erfinden und dies 
dem «Mami» zu sagen und sei wieder hineingegangen.

Die Polizistin hakte nach (ab Min. 14:15), wie sie «das mit der Schlange» zum jet-
zigen Zeitpunkt denn benennen würde bzw. was sie dem «Mami» heute denn sa-
gen würde, wenn sie in derselben Situation wäre wie damals, worauf C.________ 
entgegnete, heute würde sie dem «Mami» sagen, was der Beschuldigte «bei ihr» 
gemacht habe, das «Mami» würde ihr aber nicht glauben. Sie würde mehr «ihm» 
glauben als ihr.  

In der Folge kam die Polizistin auf den Vorfall im Schlafzimmer zu sprechen 
(ab Min. 14:18), worauf C.________ zunächst mit viel Gestik nochmals den äusse-
ren Vorfall beschrieb, dabei aber um Worte rang. Anschliessend äusserte sie sich 
nochmals – allerdings nur noch ganz oberflächlich – zum Kerngeschehen. Sie er-
klärte, wie der Beschuldigte sie ins Zimmer «genommen» und dort mit ihr dann 
«das» gemacht habe, das sie nicht gewollt habe, er aber «natürlich schon». Sie 
habe sich nicht wehren können und er habe «das» dann gemacht. Danach sei sie 
hinaus auf die Straße gegangen. Sie habe eine Runde gedreht, sei lange nicht 
mehr zurückgegangen und habe sich dann gedacht, dass sie nun wieder zurück-
gehe, vorher aber noch etwas erfinden müsse, um das «Mami» und auch «ihn» 
«ganz wenig» zu schützen. Er (der Beschuldigte) sei dann auch aus der Wohnung 
gegangen und lange nicht mehr zurückgekommen, weshalb sich das «Mami» Sor-
gen gemacht habe. Irgendwann sei er wieder zurückgekommen und dann hätten 
sie «Znacht» gegessen. Er sei neben ihr gesessen und habe sie immer wieder 
berührt. Danach hätten sie einen Film geschaut und dann habe das «Pflegmami» 
sie wieder abgeholt.

Die Polizistin fragte wieder nach, weshalb sie die Schlange erfunden habe, worauf 
C.________ nochmals erklärte (ab Min 14:21), sie habe Angst gehabt, dass das 
«Mami» sonst auf ihn (den Beschuldigten) losgehe und er dann auf sie und dass 
sie sich schlagen würden. Am meisten Angst habe sie aber gehabt, dass sie «ge-
gen sie kommen würden». Auf Frage der Polizistin: «Hast du diese Schlange an 
einem Körper gesehen oder an einem Tier oder was hast du mit dieser Schlange 
gemeint?», erklärte C.________ nach langem Überlegen und die Hände ringend 
(ab Min. 14:23): «Also… Ich habe die Schlange genannt, weil…. das «Mami» dann 
vielleicht schnell einen Moment für mich Zeit hätte…und nachher… Und das war 

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eigentlich der Grund, weshalb ich die Schlange… und beide…. ja…». Die Polizistin 
fragte, ob sie es richtig verstehe, dass sie die Schlange nur gebraucht habe, um 
«das andere» nicht sagen zu müssen, was C.________ mit mehrmaligem Nicken 
bestätigte. 

Daraufhin erkundigte sich die Polizistin nach C.________'s Ängsten, alleine zu sein 
und fragte, ob es sonst noch etwas gebe, das sie ihr hätte sagen wollen 
(ab Min 14:24), worauf C.________ ausführte, sie habe häufig Angst, wenn sie al-
leine sei – zum Beispiel, wenn sie am Morgen alleine zur Schule gehe oder wenn 
E.________ weg resp. am Einkaufen sei und sie deshalb alleine zuhause sei. Sie 
habe Angst, dass er plötzlich komme und sie dann nicht wisse, was sie machen 
solle. Auf Frage, ob in der Zwischenzeit noch etwas vorgefallen sei, das sie er-
zählen möchte, erklärte C.________: «Nein, eigentlich nicht», worauf die Polizistin 
nochmals nachfragte, ob sie ihr jetzt also alles erzählt habe, das sie beim letzten 
Mal vergessen oder sich nicht zu sagen getraut habe, was C.________ bejahte 
und nickte.  

Auf Fragen der vormaligen Verteidigerin des Beschuldigten zur Beziehung zwi-
schen ihrer Mutter und dem Beschuldigten führte C.________ aus (ab Min. 14:26), 
die beiden seien schon lange ein Paar, sie wisse aber nicht, wie lange. Sie kenne 
«ihn» seit das «Mami» ihn bei einem Besuch vorgestellt habe. Zu ihrem Verhältnis 
zum Beschuldigten schilderte C.________ (ab Min. 14:28), sie habe es gut gefun-
den, dass ihr «Mami» einen Freund habe und zuerst gedacht, er sei ein sehr Guter. 
Aber nachdem «das» passiert sei, finde sie ihn mehr so gut. Auf Nachfrage der Po-
lizistin, ob sie ihn denn von Anfang an gerngehabt habe, entgegnete C.________: 
«Es geht…nicht besonders…heute habe ich ihn nicht gern.». Auf Frage weshalb, 
erklärte sie: «Ja…weil er mir all das angetan hat…und ich habe nie ganz verstan-
den, weshalb er das gemacht hat…. Ich bin innerlich ein wenig wütend auf ihn…».

Auf Fragen, wie oft sie den Beschuldigten getroffen habe und wie alt sie gewesen 
sei, als sie ihn kennengelernt habe, berichtete C.________ (ab Min. 14:29), sie 
kenne ihn seit sie 13 Jahre als sei, heute sei sie 14. Sie habe ihn also vor einem 
Jahr kennengelernt. Er sei jeden Mittwoch mit dem «Mami» zu ihr zu Besuch ge-
kommen.

Auf Fragen, ob sie eifersüchtig gewesen sei, erklärte C.________ (ab Min.14:30): 
«Eigentlich nicht. Ich gönnte «Mami» den Freund. Ich wollte vielleicht gern auch 
mal mit dem «Mami» etwas alleine machen, aber es war gut, dass er auch dabei 
war…. Nein, eifersüchtig war ich nicht.». Auf Nachfrage sagte C.________, sie ha-
be sich vom «Mami» und dem Beschuldigten nicht ausgeschlossen gefühlt 
(ab Min. 14:31). 

Betreffend das Verhältnis zu ihrer Mutter erzählte C.________ (ab Min. 14:31), im 
Moment würden sie sich nicht sehen. Ihr «Mami» habe ihr aber «Katzenzüngli» und 
einen Brief zum Geburtstag geschickt und zu Weihnachten auch einen Brief. Heute 
hätten sie nicht so «grossen» Kontakt. Auf Frage, wie ihr Verhältnis früher gewesen 
sei, schilderte C.________, früher hätten sie es viel lustig gehabt. Aber es habe 
auch Sachen gegeben, bei denen es nicht gut gegangen sei, zum Beispiel, wenn 
ihr «Mami» manchmal gekommen sei und sehr viel geweint habe, oder, wenn sie 

28

sich gestritten hätten. Deshalb sei es besser, wenn sie sich zurzeit nicht sehen 
würden, auch wenn das «Mami» das gerne möchte. «Mami» habe ihr das ge-
schrieben, aber sie finde es trotzdem besser, sie jetzt nicht zu sehen. Die Frage, ob 
sie den Vorfall nur erfunden habe, um zu erreichen, dass sich ihr «Mami» vom Be-
schuldigten trennen würde, verneinte C.________ (ab Min. 14:33). 

Zum Verhältnis zu ihren Pflegeeltern führte sie aus, das sei gut. Sie seien immer 
für sie da, wenn es ihr nicht gutgehe. Sie würden alles für sie machen und sie sage 
E.________ «Mami». Auf Frage, ob die mit der Ausbildung ihres «Pflegmamis» 
verbundenen Abwesenheiten gerade im Zeitpunkt des Vorfalls nicht schwierig für 
sie gewesen seien, erklärte C.________ (ab Min. 14:34), manchmal sei es schwie-
rig gewesen, aber sie komme ja immer wieder. Es sei ein wenig ein «Auf-und-Ab-
Gefühl» gewesen.

Auf Fragen bezüglich eines allfälligen Freunds und ihrer besten Freundin sagte 
C.________ (ab Min. 14:35), sie habe keinen Freund und wünsche sich auch kei-
nen, das sei noch zu früh. Sie habe eine Freundin aus der neuen Schulklasse, mit 
der sie viel unternehme. Seit wann sie in dieser neuen Schule sei, wisse sie nicht. 
Den Vorfall mit dem Beschuldigten habe sie niemandem erzählt (ab Min. 14:36).

Auf Vorhalt (ab Min. 14:36), dass ihr «Mami» erzählt habe, dass sie schon früher 
einmal sexuelle Anspielungen gemacht habe und auf Frage, welche Vorfälle sie 
gegenüber ihre Mutter geschildert habe, die sich im Nachhinein als unwahr her-
ausgestellt hätten, erklärte C.________ dezidiert: «Nein, ich habe nie etwas Sexu-
elles gemacht, das ist gelogen. Ich habe wirklich nie jemanden berührt oder etwas 
gemacht.». Auf Frage, ob sie vielleicht einfach einmal etwas darüber erzählt habe, 
beteuerte C.________ nochmals, sie habe nie jemanden berührt oder so was ge-
macht. 

Auf Frage zu den sexuellen Erfahrungen ihrer Kolleginnen und ob sie sich gegen-
seitig darüber austauschen würden erklärte C.________ (ab Min. 14:37), sie wisse 
nichts über sexuelle Erfahrungen ihrer Kolleginnen und sie hätten sich nicht darü-
ber ausgetauscht. 

Auf Vorhalt (ab Min. 14:38) des leicht blutigen Ausflusses in ihrer Unterhose am 
12. Mai 2018 und auf Frage, ob sie ihrer Periode schon habe, erwähnte 
C.________: «Ja, ich habe sie schon damals gehabt.». 

Betreffend Fragen zur therapeutischen Behandlung bei Frau M.________ führte 
C.________ aus (ab Min. 14:38), in der Therapie werde «nicht genau der Vorfall 
angeschaut». Sie würden mehr «darum herum» schauen. Es gebe verschiedene 
Themen, zum Beispiel die Schlange, das «Mami», ihre Gefühle…. Sie sei nur we-
gen dem Vorfall bei Frau M.________. Sie habe Frau M.________ vom Vorfall, von 
der Schlange und den Gefühlen damals erzählt und auch vom Verhältnis zu «Ma-
mi» und zum Beschuldigten «und so».

Auf Frage, ob sie Angst vor irgendetwas habe, gab C.________ an (ab Min. 14:40), 
sie habe Angst, wenn sie irgendwo weg sei und dann ein blaues Auto komme, 
oder, wenn sie einen Mann mit einer Glatze sehe oder alleine in einem Lager sei. 
Sie habe einfach Angst, dass er irgendwann mal auftauchen werde und ihr irgend-
etwas antun wolle, weil sie «das» gesagt habe. Davor habe sie grosse Angst. Auf 

29

Frage, ob sie sich auch noch vor anderen Dingen fürchte, erklärte C.________: 
«Nein, eigentlich habe ich wegen ihm am meisten Angst.». Vor blauen Autos habe 
sie Angst, weil er ein blaues Auto habe, «so einen BMW», und wenn sie ein sol-
ches Auto sehe, dann könnte er ja vielleicht da sein.

Auf Fragen ihrer Rechtsvertreterin wiederholte C.________, dass sie keine 
Schlange gesehen habe (ab Min. 14:43) und dass sie nicht wisse, was passiert wä-
re, wenn sie nur erzählt hätte, sie sei draussen gewesen, ohne etwas von der 
Schlange zu erzählen (ab Min. 14:59). Weiter erklärte sie, ausser der Schlange ha-
be sie noch nie etwas erfunden.

Auf Ergänzungsfragen der vormaligen Verteidigerin des Beschuldigten betreffend 
ihren Handygebrauch äusserte C.________ (ab Min. 15:00), sie habe von 
E.________'s Bruder ein Handy bekommen, um damit umgehen zu lernen. Sie 
habe es dann in die Schule mitgenommen, was sie nicht hätte tun dürfen und es 
deshalb wieder abgeben müssen. Dies auch wegen «Mami» und ihm, weil das 
«Mami» andauernd schreibe «und ja…». Sie könne nicht sagen, wann sie dieses 
Handy gehabt habe, aber es sei letztes Jahr, ca. im Sommer, gewesen. Zurzeit ha-
be sie kein Handy, sie werde aber bald eines von ihren Pflegeeltern erhalten.

Auf Frage, weshalb sie sich nicht an die Vereinbarung halte, sich bei ihrer Mutter 
zu melden, schilderte C.________ (ab Min. 15:02), ihre Pflegeeltern hätten gefun-
den, es wäre besser, zurzeit keinen Kontakt zu haben. Ihre Beiständin sage dem 
«Mami» glaublich ab und zu, wie es ihr gehe. Auf Nachfrage erklärte sie weiter 
(ab Min. 15:03), dass sie manchmal Kontakt zu ihrem «Mami» möchte, es zurzeit 
aber glaublich besser sei, wenn sie keinen Kontakt hätten. Sie wolle nichts über-
stürzen, weil sie «in der Sache drin» sei. Auf Nachfrage der Polizistin, ob sie das 
ein wenig verdeutlichen könne, erklärte C.________, sie wolle nicht, dass ihr «Ma-
mi» «Sachen vom Vorfall frage», weil sie dann alles ihm erzählen würde und 
E.________ habe gefunden, dass das jetzt «nicht ganz so gut» sei. Seit dem Vor-
fall habe sie das «Mami» nicht mehr gesehen. Das «Mami» melde sich zum Ge-
burtstag und zu Weihnachten mit Briefen. Sie habe ihr auch ein «Weihnachts-
gschenkli» gegeben, sie hätten es vor ihre Türe gestellt.

Auf Ergänzungsfragen ihrer Rechtsvertreterin, wie lange sie nach dem Vorfall 
draussen gewesen sei und was sie dort gemacht habe, erklärte C.________ 
(ab Min. 15:05), sie sei etwa 10 Minuten draussen gewesen. Sie sei spazieren ge-
gangen, habe «verarbeiten müssen» und sei dann irgendwann mal wieder zurück-
gegangen. Auf Fragen, wie ihre besten Freundinnen heissten und weshalb sie die-
sen nichts vom Vorfall erzählt habe, schilderte C.________ (ab Min. 15:06), ihre 
besten Freundinnen seien O.________ und P.________. Sie habe ihnen nichts 
erzählt, weil E.________ «gefunden habe», «das» gehe die Schule nichts an. Zu-
dem seien die Kinder dort noch alle klein – so 8 bis 11 Jahre alt. O.________ und 
P.________ seien 12, sie sei die Älteste. 

Auf Vorhalt, dass ihr «Mami» gesagt habe, dass sie auch schon ein anderes Mal 
sexuelle Anspielungen erzählt habe und auf Frage, was ihr «Mami» damit gemeint 
haben könnte, erklärte C.________ bestimmt (ab Min. 15:10), sie habe nie etwas 

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erzählt. Sie wisse nicht, wie «Mami» darauf komme. Sie habe nie etwas gemacht, 
nie jemanden berührt und mit dem «Mami» nie über solche Sachen gesprochen. 

Konkrete Würdigung

Vorbemerkungen

Bevor C.________'s Aussagen analysiert werden können, sind sie wie unter Erwä-
gung 12.3.1 erwähnt, auf ihre Entstehungsgeschichte hin zu überprüfen und Sug-
gestion und Irrtum müssen ausgeschlossen werden (BENDER/NACK/TREUER, 
a.a.O., N 319 ff.).

Zur Entstehungsgeschichte der Aussagen C.________'s und zur Frage der Sug-
gestion

Je unbeeinflusster und schneller Personen nach einem Vorfall ihre Aussagen ma-
chen, desto besser sind die Chancen auf eine zuverlässige und damit wahrheits-
nahe Aussage. Je wichtiger die Aussagen für den Ausgang eines Verfahrens sind, 
desto bedeutender ist dieser Leitsatz, der im Übrigen insbesondere bei Sexualde-
likten als klassische Vieraugendelikte ohne objektive Beweismittel zutrifft.

Gemessen an diesen Prinzipien konnten C.________'s Aussagen im vorliegenden 
Verfahren nicht optimal erhoben werden. Besonders der Umstand, dass die Pfle-
geeltern mit der Meldung an die Polizei zunächst zuwarteten und C.________ sel-
ber «zur Sache befragten», weil sie zuerst sichergehen wollten, dass «an der Sa-
che etwas dran» ist (pag. 29 Z. 130 ff.), steigert grundsätzlich die Möglichkeit einer 
suggestiven Beeinflussung C.________'s. Die Tatsachen, dass C.________ und 
E.________ ein enges Vertrauensverhältnis haben und letztere erstere sicher nicht 
absichtlich und gezielt beeinflussen wollte, ändern daran entgegen der Auffassung 
der Vorinstanz nichts, zumal eine Beeinflussung auch unabsichtlich erfolgen und 
ein enges Vertrauensverhältnis eine solche gar begünstigen kann. Dass sich 
E.________ wegen C.________'s Zustandes am Abend des 12. Mai 2018 Sorgen 
machte und daher wiederholt nachfragte, ob etwas geschehen sei, ist sodann – wie 
unter Erwägung 12.3.2 dargetan und auch von der Vorinstanz festgehalten – abso-
lut verständlich, aber gleichzeitig geeignet, C.________ eine (unterschwellige) Er-
wartungshaltung zu vermitteln und sie dadurch zu beeinflussen. 

Dennoch kommt die Kammer aus den nachfolgenden Gründen wie die Vorinstanz 
zum Schluss, dass E.________'s Fragen an C.________ strafprozessual keine 
Suggestion bewirkten, mithin weder C.________ noch deren Aussagen (entschei-
dend) beeinflussten: 

Gegen eine suggestive Beeinflussung durch E.________ spricht wie unter Erwä-
gung 12.3.2 ausgeführt zunächst die Konstellation, wie es zur Meldungserstattung 
am 22. Mai 2018 kam. So war es trotz E.________'s Nachfragen C.________, die 
sich ihrer Pflegemutter nach und nach öffnete und anvertraute. Gemäss den glaub-
haften Aussagen von E.________ und ihrem «Wahrnehmungsbericht» 
(E. 12.3.2 oben) folgte C.________ ihr nach der Rückkehr am 12. Mai 2018 
zunächst auf «Schritt und Tritt», ehe sie ihr plötzlich sagte, sie habe Recht gehabt, 
der Beschuldigte könne die Finger nicht von ihr lassen, er liebe sie mehr als ihre 
Mutter (pag. 31). Weshalb C.________ ihrer Pflegemutter sagte, sie habe Recht 

31

gehabt, konnte E.________ in der Berufungsverhandlung überzeugend erklären, 
gab sie doch an, C.________ habe dies wahrscheinlich gesagt, weil sie ihr damals 
im Auto, als sie ihr den Zettel mit der Telefonnummer des Beschuldigten gezeigt 
habe, gesagt habe, dass so etwas problematisch sein und zu Schwierigkeiten mit 
dem «Mami» führen könnte, weshalb sie ihr mitteilen solle, wenn er sie berührt ha-
be. Sie müsse C.________ solche Dinge immer genau aufzeigen, weil sie sehr 
naiv «in so Sachen hineingehe» (zum Ganzen pag. 443 Z. 9 ff.). Die Kammer geht 
entgegen der Verteidigerin nicht davon aus, dass diese Aussage von E.________ 
C.________ dazu bewogen hat, wahrheitswidrig zu behaupten, der Beschuldigte 
könne die Finger nicht von ihr lassen. Nachdem C.________ ihrer Pflegemutter al-
so «von sich aus» gesagt hatte, der Beschuldigte könne die Finger nicht von ihr 
lassen, berichtete sie ihr am 12. Mai 2018 von Berührungen beim Filmschauen 
(Hand auf Schulter und Oberschenkel legen) und später von Berührungen an den 
Brüsten im Schlafzimmer des Beschuldigten (pag. 31 f.). Als C.________ am 
12. Mai 2018 dann nicht einschlafen konnte, ging sie zu ihren Pflegeeltern ins Bett 
und erzählte diesen auf Frage, weshalb sie denn überhaupt zum Beschuldigten ins 
Schlafzimmer gegangen sei, sie habe das gar nicht tun wollen, der Beschuldigte 
habe ihr aber gesagt, sie müsse kommen. Weiter schilderte sie ihnen, dass der 
Beschuldigte die Schlafzimmertür geschlossen und die Schranktür geöffnet sowie 
ihr einen Kalender mit nackten Frauen gezeigt und sie dazu an den Brüsten und in 
der Leisten- und Schamgegend berührt habe (pag. 28 f. Z. 51 ff.). Am Sonntag-
abend, 13. Mai 2018, erzählte C.________ ihrer Pflegemutter sodann, der Be-
schuldigte sei ihr «unter die Wäsche gegangen» und habe sie auf der Haut an den 
Brüsten berührt. Diesmal fragte E.________ nach, ob sie auch das Glied des Be-
schuldigten habe berühren müssen, worauf C.________ zögerlich antwortete, sie 
könne sich nicht mehr daran erinnern (zum Ganzen pag. 28 Z. 72 ff.). In der darauf-
folgenden Woche war E.________ aufgrund einer Weiterbildung von Montag bis 
Freitag abwesend. Als sie am Freitagabend, 18. Mai 2018, heimkehrte, offenbarte 
ihr C.________, das Glied des Beschuldigten doch berührt haben zu müssen. Wei-
teres wollte sie aber nicht bekanntgeben (zum Ganzen pag. 28 Z. 90 ff.). Am Sonn-
tag, 20. Mai 2018, erzählte sie ihrer Pflegemutter schliesslich, der Beschuldigte ha-
be ihr gedroht, sie umzubringen, wenn sie jemandem «davon» erzähle, es sei aber 
noch mehr passiert. Er habe versucht, sein Glied in sie hineinzustossen, als das 
«Mami» zum Abendessen gerufen habe, habe er aber aufgehört (zum Ganzen 
pag. 28 Z. 104 ff.). Daraufhin meldete E.________ den Vorfall der Polizei (pag. 4). 

Entgegen der Ansicht der Verteidigerin und wie bereits unter Erwägung 12.3.2 
ausgeführt, wirkte E.________ demnach nicht «wochenlang» auf C.________ ein. 
Bis auf die Berührung des Glieds des Beschuldigten, die von E.________ direkt er-
fragt wurde (pag. 28 Z. 77 f.), war es C.________, welche die konkreten von ihr 
geschilderten Handlungen einbrachte. E.________ liess sich diese jeweils nur in 
den Grundzügen erzählen und verzichtete auf Detailnachfragen, so beispielsweise 
als C.________ ihr schilderte, der Beschuldigte habe versucht, sein Glied in sie 
hineinzustossen (pag. 28 Z. 104 ff.). Weiter unterbreitete E.________ C.________ 
entgegen der Auffassung der Verteidigerin nicht «stets drastischere Vorschläge», 
was der Beschuldigte noch alles getan haben könnte (vgl. pag. 454), sondern 
machte ihr vielmehr offene Gesprächsangebote, indem sie ihr zum Beispiel sagte, 

32

sie dürfe ihr alles sagen oder sie fragte, ob sie ihr noch etwas erzählen müsse 
(pag. 28 Z. 75). Schliesslich gibt es Handlungen, die C.________ erstmals ge-
genüber der Polizei schilderte, so zum Beispiel der Versuch des Beschuldigten, 
auch anal in sie einzudringen (u.a. 1. Videoeinvernahme ab Min. 09:12), was wie 
die übrigen erwähnten Umstände ein weiteres Indiz dafür ist, dass C.________ 
durch E.________ nicht suggestiv beeinflusst wurde.

Dem Argument der Verteidigerin, C.________ habe zu Beginn der ersten Vi-
deoeinvernahme erklärt, das «Pflegmami» habe ihr gesagt, was sie sagen solle, 
was indiziere, dass E.________ sie beeinflusst habe, sei sodann entgegengehal-
ten, dass aus C.________'s anschliessender Erklärung sowie den glaubhaften 
Aussagen von E.________ klar hervorgeht, weshalb sich C.________ entspre-
chend geäussert hat. Sowohl C.________ als auch E.________ gaben nämlich an, 
letztere habe C.________ vor der Videobefragung gesagt, sie dürfe der Polizei al-
les sagen – sie dürfe weinen und alles erzählen, was sie auch ihr gesagt habe 
(pag. 438 Z. 45 [E.________] und 1. Videoeinvernahme ab Min. 09:02 
[C.________]). Dies ist aus Sicht der Kammer lebensnah und stellt keine Sugges-
tivbeeinflussung dar.

Damit bleibt festzuhalten, dass ein weiterer möglicher Ansatz einer suggestiven 
Beeinflussung C.________'s theoretisch in der während des Verfahrens angelau-
fenen Psychotherapie liegen könnte, dieser allenfalls heikle Umstand vorliegend 
aber ausser Betracht fällt, weil die Psychotherapie nachweislich erst An-
fang Juni 2018, mithin nach der Erstbefragung C.________'s, begann. Ausserdem 
wurden C.________'s Aussagen wie unter Erwägung 12.2.2 dargetan in der ersten- 
und höchstwahrscheinlich auch in der zweiten Videoeinvernahme ausserhalb einer 
thematisch gleichgelagerten therapeutischen Auseinandersetzung mit dem Vorfall 
erhoben.

Zusammengefasst geht die Kammer damit von keiner Suggestivbeeinflussung 
C.________'s aus, weshalb ihre Aussagen im Folgenden auf ihre Glaubhaftigkeit 
hin zu überprüfen sind.

Zu allfälligen Realkennzeichen und/oder Lügensignalen

Aus Sicht der Kammer finden sich in C.________'s Aussagen zahlreiche Kriterien, 
die dafürsprechen, dass sie die Wahrheit sagt:

Ein gewichtiges Kennzeichen ist zunächst, dass C.________ erklärte, der Beschul-
digte habe «sein Ding» in ihre Vagina und ihren Anus «hineinstecken» wollen, dies 
aber nicht geschafft, weil das «Mami» zum Abendessen gerufen habe (1. Vi-
deoeinvernahme ab Min. 09:12). Damit schilderte sie einerseits eine Komplikation 
im Handlungsablauf und andererseits ein solch spezielles Detail, das in einer er-
fundenen Geschichte kaum erwähnt werden würde.

Ebenfalls stark für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht sodann, dass sie häu-
fig gestikulierte, wenn sie etwas beschrieb und teilweise spontan originelle Details 
erwähnte. Als sie zum Beispiel erklärte, «vorne» habe der Beschuldigte «nur we-
nig» eindringen können, zeigte sie mit den Fingern dieses «wenig» mit ungefähr 
einem Zentimeter an, und als sie sagte, «hinten» sei es nicht gegangen, ergänzte 
sie spontan, als sie am Abend auf dem Bett gesessen sei, habe es «trotzdem ein 

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wenig» weh getan, wobei sie wiederu