# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7eaf583a-6c92-5f41-baf9-a57559bceb87
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.05.2017 SB160484
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160484_2017-05-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160484-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bärtsch 

 

Urteil vom 11. Mai 2017 

 
in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Scherrer,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  
Drohung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht,  

vom 21. Juli 2016 (GG160031) 
 

- 2 - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. April 

2016 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 14). 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 37 S. 28 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

und Abs. 2 lit. a StGB sowie der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 

Fr. 40.– (entsprechend Fr. 4'000.–), wovon bis und mit heute 2 Tagessätze als 

durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre fest-

gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.  

5. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b StGB für die Dauer von 2 Jahren 

verboten, mit der Privatklägerin telefonisch, schriftlich oder elektronisch Kontakt 

aufzunehmen, sich ihr zu nähern oder die Liegenschaft, in der sie wohnt, zu betre-

ten.  

6. Auf die Zivilbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht eingetreten. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'200.00    

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

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Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

8. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt.  

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 53 S. 2) 

1. Herr A._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Es sei ihm eine Entschädigung in der Höhe der Verteidigerkosten 

(CHF 3'878.30) auszurichten. 

3. Es sei ihm eine Genugtuung von CHF 1'200.– auszurichten. 

4. Unter Kostenauflage an die Staatskasse. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 44) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales   

1. Prozessgeschichte 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 28 S. 4; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

1.2. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 

vom 21. Juli 2016 im Sinne des eingangs wiedergegebenem Dispositivs schuldig 

gesprochen und bestraft (Urk. 37 S. 28 f.). Mit Verfügung vom selben Tag wurde 

dem Beschuldigten sodann bis zur Rechtskraft des Urteils bzw. bis zu einem an-

derslautenden Entscheid einer höheren Instanz ein Kontakt- sowie ein Rayonver-

bot zur Privatklägerin B._____ auferlegt (Urk. 29). Das Urteil sowie die Verfügung 

wurden dem Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung vom 21. Juli 2016 

mündlich eröffnet (Prot. I S. 27). In der Folge liess der Beschuldigte mit Eingabe 

vom 30. Juli 2016 (Datum Poststempel) fristgerecht Berufung anmelden, wobei er 

überdies erklärte, gleichzeitig auch die Verfügung vom 21. Juli 2016 betreffend 

Kontaktverbot mitanzufechten (Urk. 25; Art. 399 Abs. 1 StPO). Das begründete 

Urteil (Urk. 34) wurde dem Beschuldigten am 14. November 2016 zugestellt 

(Urk. 35 S. 2), woraufhin dieser mit Eingabe vom 23. November 2016 innert Frist 

die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht einreichte (Urk. 40; Art. 399 Abs. 3 

StPO). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 12. Januar 2017 wurde der Staatsanwaltschaft 

sowie der Privatklägerin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder 

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 42). Die 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich verzichtete daraufhin mit Eingabe vom 

17. Januar 2017 auf Erhebung einer Anschlussberufung und beantragte die Be-

stätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 44). Die Privatklägerin liess sich innert 

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Frist nicht vernehmen. Schliesslich zeigte Rechtsanwalt lic. iur. X._____ mit Ein-

gabe vom 10. Februar 2017 an, vom Beschuldigten mit der Vertretung seiner Inte-

ressen beauftragt worden zu sein (Urk. 45 u. 47). 

1.4. Am 11. Mai 2017 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Be-

schuldigten und seines Verteidigers statt (Prot. II. S. 4.).  

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte erklärt in seiner Berufungserklärung, er akzeptiere das Urteil der 

ersten Instanz nicht und verlange einen Freispruch (Urk. 40 S. 2). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung schränkte die Verteidigung die Berufung insofern ein, als 

sie zu Protokoll erklärte, das Nichteintreten auf die Zivilbegehren der Privatkläge-

rin (Dispositiv-Ziff. 6) sowie die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-

Ziff. 7) würden nicht angefochten (Prot. II S. 5). Vom Eintritt der Rechtskraft dieser 

Anordnungen ist vorab mit Beschluss Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO). 

3. Strafantrag 

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass es sich bei dem dem Beschuldig-

ten vorgeworfenen Tatbestand der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB um ein Antragsdelikt handelt, weshalb das Vorliegen eines gültigen Strafan-

trages eine Prozessvoraussetzung ist, sowie dass der entsprechende Strafantrag 

der Privatklägerin vorliegt (vgl. Urk. 37 S. 4 f.; Urk. 2). Demgegenüber handelt es 

sich beim Vorwurf der Drohung um ein Offizialdelikt, da der Beschuldigte mit der 

Privatklägerin verheiratet ist (Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB). 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf und Vorbemerkungen 

1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 

19. März 2016 die Privatklägerin B._____, seine von ihm getrennt lebende Ehe-

gattin, in deren Wohnung im Rahmen einer Auseinandersetzung bedroht, indem 

er mit einer Gabel Stichbewegungen gegen sie angedeutet und ihr gesagt habe, 

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sie werde noch sehen, was passiere, dass sie bereuen würde, ihn verlassen zu 

haben, und dass er sie "fertigmachen" werde. Das habe die Privatklägerin stark 

verängstigt, was er gewusst und gewollt bzw. zumindest in Kauf genommen habe. 

Deshalb habe sich der Beschuldigte der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

und Abs. 2 lit. a StGB schuldig gemacht. Zudem habe er die Privatklägerin im 

Rahmen dieser Auseinandersetzung in der Küche der Wohnung gegen den 

Kochherd gestossen und sich dadurch einer Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht (Urk. 14 S. 2). 

1.2. Der Beschuldigte bestreitet diese Vorwürfe vollumfänglich und anerkennt 

einzig, dass es am 19. März 2016 in der Wohnung der Privatklägerin zu einer 

verbalen Auseinandersetzung zwischen ihm und der Privatklägerin gekommen sei 

(Urk. 3 S. 4 ff.; Prot. I S. 19 f.; Urk. 52 S. 9 ff.). Dementsprechend ist nachfolgend 

zu prüfen, ob sich der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt aufgrund 

des Untersuchungs- und Beweisergebnisses nach den von der Lehre und Praxis 

entwickelten Beweisgrundsätzen erstellen lässt. 

1.3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wiederge-

geben, worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist 

(vgl. Urk. 37 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weil als Beweismittel einzig die Aussagen 

der Privatklägerin sowie des Beschuldigten vorliegen, ist ergänzend festzuhalten, 

dass die Aussagen von Beteiligten grundsätzlich frei zu würdigen sind. Steht Aus-

sage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten 

ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es 

vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der 

Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Würdigung von Aussagen darf 

nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdigkeit des Aus-

sagenden abgestellt werden. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als 

die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, 

welche durch eine methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, 

ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen 

Erleben des Befragten entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewür-

digt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskrite-

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rien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei 

wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitäts-

begründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der 

festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass 

die Aussage wirklich Erlebtem entspricht und wahr ist (BGE 133 I 33, E. 4.3; 

BGE 128 I 81, E. 2). Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die "innere Ge-

schlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufes", 

"konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses" sowie die "Schilderung 

des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu er-

warten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", die "Kenntlichmachung der psy-

chischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter Mittätern", die "Selbstbelas-

tung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle", "Entlastungsbemerkun-

gen zugunsten des Beschuldigten", die "Konstanz der Aussage bei verschiedenen 

Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierungen als auch Angaben über 

Nebenumstände verändern können". Als Phantasie- oder Lügensignale gelten 

gemeinhin "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussa-

gen", "Zurücknahme" oder "erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen 

Anschuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von 

mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende Antwor-

ten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Fehlen 

Realitätskriterien oder finden sich Lügensignale, so gilt dies als Indiz für eine 

Falschaussage (vgl. zum Ganzen: Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen 

vor Gericht, 4. Aufl., 2014, Rz. 313 ff.; Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beur-

teilung von Zeugenaussagen, SJZ 1985, S. 53 ff.; Dittmann, Zur Glaubhaftigkeit 

von Zeugenaussagen, Plädoyer 2/97, S. 28 ff.; Hauser, Der Zeugenbeweis im 

Strafprozessrecht mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, 1974, S. 316). 

2. Beweiswürdigung 

2.1. Wie bereits erwähnt liegen als Beweismittel einzig die verschiedenen Aus-

sagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerin während der Untersuchung 

sowie anlässlich der Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung im Recht. 

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2.2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, der Sachverhalt sei aufgrund der 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin erstellt, weil die weitgehend pauschalen 

Bestreitungen des Beschuldigten die in sich stimmigen und nachvollziehbaren 

Aussagen der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen vermögen würden. Die 

Aussagen der Privatklägerin seien stets konstant, schlüssig und nachvollziehbar 

geblieben. Aufgrund der realitätsnahen und im Kerngehalt stets gleich bleibenden 

Ausführungen bestehe kein Grund, an den detaillierten Aussagen der Privatkläge-

rin zu zweifeln. Demgegenüber habe der Beschuldigte in den verschiedenen Ein-

vernahmen häufig ausweichende Antworten gegeben und das eigentliche Thema 

der Auseinandersetzung widersprüchlich geschildert. Er habe sich während des 

gesamten Verfahrens praktisch darauf beschränkt, sämtliche Anklagevorwürfe ka-

tegorisch abzustreiten und die Privatklägerin als Lügnerin zu bezeichnen, welche 

ständig den Polizeinotruf wähle, um ihn anzugreifen (Urk. 37 S. 13 ff.). 

2.3. Die Verteidigung wendet dem gegenüber ein, zunächst sei zu berücksichti-

gen, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin seit ihrer Trennung auf allen 

Ebenen streiten und sich gegenseitig mit Vorwürfen eindecken würden. Jedoch 

habe die Privatklägerin während der gesamten Eheschutzverhandlung nie vorge-

bracht, es habe konkrete Vorfälle von Drohungen oder Tätlichkeiten gegeben, 

nicht einmal ihr Mann sei ihr gegenüber allgemein aggressiv gewesen oder es 

habe eine Klima der Angst geherrscht. An jenem Tag habe der Beschuldigte den 

gemeinsamen Sohn C._____ nach einem Geburtstagsfest zur Privatklägerin nach 

Hause gebracht, wo es zum Streit gekommen sei. Weil der Beschuldigte während 

des Streites einen Kuchen gegessen habe, habe er eine Kuchengabel in der 

Hand gehabt und während des Sprechens wild mit dieser gestikuliert. In der Folge 

habe die Privatklägerin die angeblich erlittene häusliche Gewalt ausgeschlachtet, 

um den Beschuldigten loszuwerden. Aufgrund der kurzen Ehedauer habe der Be-

schuldigte nämlich nur eine Chance auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, 

wenn er einen guten Kontakt zu seinem Kind habe. Dementsprechend sei die 

Glaubwürdigkeit der Privatklägerin schwer angeschlagen. Auch seien ihre Aus-

sagen nicht glaubhaft. Die Privatklägerin neige zu Übertreibungen und ihre Aus-

sagen seien in Bezug auf die eigentlichen objektiven Tatbestandselemente sehr 

oberflächlich, während sie lediglich alltägliche Begebenheiten detailliert schildere. 

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Überdies habe auch die Untersuchungsbehörde nicht nach wichtigen relevanten 

Elementen wie beispielsweise der Art der Gabel, was sie in diesem Moment ge-

fühlt habe, was sie unter den verschiedenen Aussagen verstanden habe, wie er 

sie geschubst habe etc. gefragt. Schliesslich sei es entgegen der Vorinstanz auch 

korrekt, dass die Privatklägerin sehr rasch Vorfälle anzeige, welche sich dann in 

Luft auflösen würden. Demgegenüber habe der Beschuldigte die Vorwürfe kon-

stant bestritten, wobei er auch nicht mehr hätte tun können, zumal er nicht einmal 

hätte aussagen müssen (Urk. 53 S. 3 ff.). 

2.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 

zutreffend zusammengefasst sowie – grösstenteils – objektiv und überzeugend 

gewürdigt (Urk. 37 S. 7 ff.). Sie hat einerseits die Realitätskriterien in den Aussa-

gen der Privatklägerin präzise umschrieben, andererseits aber ebenso überzeu-

gend dargelegt, dass das Aussageverhalten des Beschuldigten oft ausweichend 

und widersprüchlich war (Urk. 37 S. 14 ff.). Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, wobei nachfolgende Ergänzungen 

und Präzisierungen anzubringen sind.  

2.5. Vorab ist festzuhalten, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte verhei-

ratet sind und einen gemeinsamen Sohn haben. Sie leben seit dem 18. Februar 

2016 offiziell getrennt. Die vorliegend zu beurteilenden Vorfälle ereigneten sich 

am 19. März 2016 und somit nur rund einen Monat nach der offiziellen Trennung. 

Beide Parteien berichten sodann übereinstimmend von gewissen Konflikten im 

Zusammenhang mit dem Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn (Urk. 3 S. 3; 

Urk. 1 S. 6 f.), weshalb beide Parteien nicht neutral sind und sich gewisse Beden-

ken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit beider Parteien ergeben. So besteht ins-

besondere die Gefahr, dass sie durch die familienrechtlichen Konflikte nur be-

schränkt in der Lage sind, Sachverhalte objektiv und unvoreingenommen zu 

schildern, weshalb die Aussagen mit entsprechender Vorsicht zu würdigen sind.  

2.6. Mit der Vorinstanz erscheinen die Aussagen der Privatklägerin zum Ge-

schehensablauf vom 19. März 2016 im Grossen und Ganzen konstant, schlüssig 

und nachvollziehbar (Urk. 37 S. 14 f.). Insbesondere schilderte die Privatklägerin 

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sowohl den Auslöser der Auseinandersetzung als auch deren wesentlichen Ver-

lauf konstant und ohne nennenswerte Widersprüche. So sagte sie aus, dass der 

Beschuldigte den gemeinsamen Sohn C._____ nach Ausübung des Besuchs-

rechts in ihre Wohnung zurückgebracht und sich hingesetzt habe, um mit einer 

Gabel das von einem Kindergeburtstag mitgebrachte Stück Kuchen zu essen. 

Weil sie krank gewesen sei, habe sie den Beschuldigten aufgefordert, die Woh-

nung zu verlassen, was Auslöser des Konfliktes gewesen sei. Der Beschuldigte 

sei laut bzw. wütend geworden, aufgestanden und habe mit der Gabel Stichbe-

wegungen in ihre Richtung gemacht, wobei er ihr sehr nahe gekommen sei, sie 

aber nicht verletzt habe. Aus Rücksicht auf ihren Sohn habe sie den Beschuldig-

ten aufgefordert, in die Küche zu gehen. Dort habe sie der Beschuldigte gegen 

den Kochherd gestossen. Anschliessend sei er zu seinem Sohn ins Zimmer ge-

gangen und habe ihm gesagt, er solle ihm mitteilen, falls ein anderer Mann ins 

Haus käme. Bevor er die Wohnung verlassen habe, habe er ihr gesagt, sie werde 

sehen, was passiere (Urk. 6 S. 2 f.; Urk. 7 S. 4; Prot. I S. 10).  

Die Privatklägern beschreibt den Beschuldigten als Besitz ergreifend, kontrollie-

rend und sehr eifersüchtig (Urk. 6 S. 2). Der Beschuldigte bestreitet dies vehe-

ment und wirft im Gegenzug der Privatklägerin vor, sehr eifersüchtig zu sein 

(Urk. 3 S. 3). Allerdings gestand er zunächst ein, dass sich der verbale Streit auch 

um die Beziehung der Privatklägerin mit einem anderen Mann gedreht habe. Ins-

besondere weil er damals gleichzeitig auch erklärte, er glaube an das harmoni-

sche Weiterbestehen der Beziehung (Urk. 3 S. 5), erscheint es durchaus lebens-

nah, dass der Beschuldigte wütend wurde, als die Privatklägerin ihn zum Gehen 

aufforderte, zumal er befürchtete, dass sie Besuch von einem anderen Mann er-

wartete. Hierfür spricht auch, dass er seinen Sohn aufforderte, ihn zu informieren, 

falls ein anderer Mann ins Haus komme, bevor er die Wohnung verliess.  

Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin spricht schliesslich auch, 

dass sie den Beschuldigten nicht über Gebühr belastet. So betonte sie stets, er 

habe sie mit der Gabel nicht berührt bzw. verletzt (Urk. 6 S. 3; Urk. 7 S. 4; Prot. I 

S. 11) und auch durch den Stoss gegen den Kochherd sei sie nicht verletzt wor-

den (Urk. 7 S. 4). Auch hat sie während der Hauptverhandlung in Bezug auf die 

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zweite Drohung eingestanden, sich nicht mehr an die genauen Äusserungen zu 

erinnern (Prot. I S. 10). Wenn es der Privatklägerin – wie dies der Beschuldigte 

behauptet – sodann lediglich darum gegangen wäre, den Beschuldigten falsch 

anzuschuldigen, um ihn in ein schlechtes Licht zu stellen, wären denn auch weit 

schlimmere Drohungen denkbar, wie beispielsweise eine Todesdrohung. So führ-

te die Privatklägerin anlässlich der Hauptverhandlung auch aus, der Beschuldigte 

habe sie bereits früher einmal – bevor sie ins Frauenhaus gegangen sei – mit 

dem Tod bedroht und ihr angedroht, ihr den Kopf abzuschneiden und ihr Gesicht 

kaputt zu machen (Prot. I S. 11). Solche Vorwürfe hat sie im Zusammenhang mit 

der vorliegend zu beurteilenden Auseinandersetzung jedoch nicht erhoben. 

Demgegenüber fällt bei der Privatklägerin allerdings auch eine gewisse Tendenz 

zur Übertreibung auf. So sagte sie in Bezug auf die Stichbewegungen in der Ein-

vernahme vom 19. März 2016 aus, der Beschuldigte sei mit der Gabel in der 

Hand auf sie zugekommen und habe die Zacken gegen sie gerichtet (Urk. 6 S. 2). 

Auf Nachfrage erklärte sie, er sei mit der Gabel sehr nahe zu ihr getreten und ha-

be eine Stichbewegung gegen sie gemacht. Berührt habe er sie mit der Gabel 

nicht (Urk. 6 S. 3). In der Einvernahme vom 27. April 2016 sagte sie sodann aus, 

der Beschuldigte habe mit einer Gabel mehrmals Stichbewegungen gegen sie 

gemacht und sei ihr auch sehr nahe gekommen, verletzt habe er sie aber nicht 

(Urk. 7 S. 4). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte sie 

schliesslich aus, er habe mit der Gabel auf Brusthöhe zugestochen. Auf Nachfra-

ge erklärte sei, die Gabel sei "aufs T-Shirt rein", so dass sie habe zurückweichen 

müssen. Sie habe aber keine Verletzungen erlitten (Prot. I S. 10 f.). Mithin fällt 

auf, dass die Privatklägerin diese Geste mit der Gabel von Einvernahme zu Ein-

vernahme gravierender schildert. Gleiches gilt in Bezug auf die Tätlichkeit. In der 

ersten Einvernahme unmittelbar nach dem Vorfall schilderte die Privatklägerin le-

diglich, der Beschuldigte habe sie weggestossen, wobei sie aber bereits damals 

aussagte, die Auseinandersetzung habe im Wohnzimmer begonnen, sich dann 

aber in die Küche verlagert (Urk. 6 S. 2 u. 3). Erst in der Einvernahme vom 

27. April 2016 sagte sie aus, der Beschuldigte habe sie gegen den Kochherd ge-

schubst (Urk. 7 S. 4). Diese Aussage bestätigte sie sodann anlässlich der erst-

instanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 10). 

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2.7. In Bezug auf die Aussagen des Beschuldigten hat die Vorinstanz ebenfalls 

zutreffend festgehalten, dass dieser sich praktisch darauf beschränkt habe, sämt-

liche Anklagevorwürfe kategorisch abzustreiten und die Privatklägerin als Lügne-

rin zu bezeichnen. Er habe häufig ausweichende Antworten gegeben und seine 

Schilderungen seien teilweise widersprüchlich gewesen (Urk. 37 S. 16 f.). Es fällt 

auf, dass der Beschuldigte nicht bloss sämtliche Vorwürfe kategorisch abstreitet, 

sondern jeweils mit einem Gegenangriff auf die Privatklägerin kontert. Angespro-

chen auf die bei der Polizei rapportierten Vorfälle aus dem Jahr 2013 und 2014 

sagte der Beschuldigte, es handle sich um eine falsche Anschuldigung seiner 

Frau bzw. sei es richtig, dass die Polizei wegen eines verbalen Streits gekommen 

sei, wobei seine Frau damals alkoholisiert gewesen sei (Urk. 3 S. 3). Er sei nicht 

eifersüchtig, seine Ehefrau hingegen sehr. Sie habe sogar kontrolliert, ob er tat-

sächlich bei der Arbeit sei. Er führe kein Doppelleben, aber seine Ehefrau schon 

(Urk. 3 S. 2 f.; Prot. I S. 17). Auch in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ant-

wortete der Beschuldigte auf die Frage, ob er die Privatklägerin gegen den Herd 

gestossen habe, das habe er nie getan, hingegen sei die Privatklägerin diejenige, 

die ihn körperlich angreife (Prot. I S. 22). Mithin fällt auf, dass der Beschuldigte 

kein gutes Haar an der Privatklägerin lässt.  

Gemäss der Darstellung des Beschuldigten hat er den Sohn zur Mutter zurück-

gebracht. Die Streitereien seien ausgebrochen, weil er der Privatklägerin erzählt 

habe, dass eine Person für C._____ gebetet habe. Sie habe ihn ausgelacht und 

als Idioten bezeichnet. In der Folge sei er sofort weggegangen. Er habe sich 

freundlich verabschiedet und seinen Sohn zum Abschied geküsst. Seinem Sohn 

habe er lediglich gesagt, dass dieser seine Mutter darum bitten solle, wenn er mit 

ihm sprechen wolle. Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin die Polizei infor-

mierte, wenn es sich so abgespielt hätte, antwortete der Beschuldigte, er glaube, 

sie wolle etwas vor ihm verstecken (Urk. 3 S. 4 f.; Prot. I S. 20). Immerhin – und 

im Widerspruch zu seinen vorherigen Aussagen – gestand auch der Beschuldigte 

anlässlich der ersten Einvernahme am Tag nach dem Vorfall auf entsprechende 

Frage ein, es habe einen verbalen Streit gegeben, weil er der Privatklägerin vor-

geworfen habe, dass sie eine Beziehung zu einem anderen Mann pflegen würde 

(Urk. 3 S. 5). Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte anlässlich der ersten 

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Einvernahme auch aussagte, er glaube an ein harmonisches Weiterbestehen der 

Beziehung (Urk. 3 S. 5), erscheint es wenig glaubhaft und lebensfremd, dass er 

nach der Diskussion mit der Privatklägerin über deren allfällige neue Beziehung 

völlig ruhig blieb, sich freundlich verabschiedete und die Wohnung sofort verliess.  

Demgegenüber ist zugunsten des Beschuldigten aber auch zu berücksichtigen, 

dass er als Auslöser für den Streit konstant schilderte, er habe der Privatklägerin 

erzählt, dass eine fremde Person für den kranken Sohn C._____ gebetet habe, 

worauf ein Streit über die Religion entfacht sei (Urk. 3 S. 4; Prot. I S. 19 f. und 

Urk. 52 S. 9 u. 11). Der vom Beschuldigten genannte Auslöser für den Streit wirkt 

aufgrund seiner Originalität überdies tatsächlich erlebt und nicht konstruiert. Wi-

dersprüchlich sind hingegen seine Ausführungen in Bezug auf den Ablauf der Ge-

schehnisse, wo er zunächst aussagte, er habe die Wohnung sofort verlassen, als 

die Privatklägerin mit den absurden Streitereien angefangen habe (Urk. 3 S. 4), 

während er anlässlich der Hauptverhandlung schilderte, wie er mit der Privatklä-

gerin zunächst über Gott diskutierte, bis diese begonnen habe, ihn zu beschimp-

fen und aus der Wohnung zu vertreiben, woraufhin er in die Küche gegangen sei. 

Bevor er gegangen sei, habe er ihr gesagt, er werde schauen, dass er seine 

Rechte bei der Justiz wahrnehmen könne und C._____ gesagt, er könne jederzeit 

das Telefon der Privatklägerin benutzen, wenn er ihn sprechen wolle (Prot. I 

S. 20; vgl. Urk. 37 S. 16 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung schilderte 

er die Diskussion über die Religion als Auslöser der Streitigkeiten und führte aus, 

er habe daraufhin der Privatklägerin erklärt, dass sie ihr Leben mit ihrem Freund 

gestalten könne, wie sie es wolle, aber er sein Leben auch so führen könne, wie 

er es wolle. Daraufhin habe er ihr gesagt, er wolle keine Diskussionen und sei ge-

gangen, nachdem er sich von seinem Sohn verabschiedet habe und ihm gesagt 

habe, dass er ihn jederzeit mit dem Telefon der Privatklägerin anrufen könne. Die 

Auseinandersetzung habe maximal 15 Minuten gedauert (Urk. 52 S. 9 f.). 

Allerdings ist zugunsten des Beschuldigten und mit der Verteidigung (Urk. 53 S. 8 

i.V.m. Prot. II S. 7) auch zu berücksichtigen, dass diese Widersprüche in den 

Aussagen des Beschuldigten teilweise auch auf Verständnisprobleme zurückzu-

führen sind. So erklärte der Beschuldigte beispielsweise anlässlich der ersten 

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Einvernahme vom 20. März 2016, er habe auf seinem Handy Fotografien von der 

Privatklägerin mit einem anderen Mann. Auf Nachfrage erklärte er, er habe die 

Fotos auf seinem Handy auf ihrem WhatsApp entdeckt und für sich kopiert. Auf 

die erneute Nachfrage, ob er das Handy der Privatklägerin kontrolliert habe, er-

klärte er, er habe es auf ihrem Telefon gesehen (Urk. 3 S. 5). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung führte der Beschuldigte hierzu befragt sodann nachvollziehbar 

aus, er habe die Fotografie entdeckt, als sie auf WhatsApp-Account ein neues 

Profilfoto veröffentlicht habe. Es sei nicht richtig, dass er diese auf dem Handy der 

Privatklägerin entdeckt habe (Urk. 52 S. 12). Mithin hat der Beschuldigte wohl das 

WhatsApp-Profilbild der Privatklägerin fotografiert, weshalb sich die Fotografien 

auf seinem Telefon befanden. Daraus lässt sich folglich nicht ableiten, dass er 

das Mobiltelefon der Privatklägerin kontrollierte. 

Überdies kann entgegen der Vorinstanz auch nicht gesagt werden, der Beschul-

digte bezichtige die Privatklägerin zu Unrecht, ihm gegenüber den Vorwurf der 

Vergewaltigung erhoben zu haben (Urk. 37 S. 17). Zwar hat die Privatklägerin den 

Beschuldigten gemäss Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / 

Unterland (Urk. 13/2) der sexuellen Nötigung bezichtigt, jedoch wurde dem Be-

schuldigten in der Einvernahme durch die Stadtpolizei Winterthur vorgehalten, er 

sei am 20. März 2013 der Vergewaltigung zum Nachteil der Privatklägerin be-

schuldigt worden (Urk. 3 S. 3). Dementsprechend kann nicht gesagt werden, die-

ser Gegenangriff des Beschuldigten sei unglaubhaft, zumal für einen Laien der 

Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und einer sexuellen Nötigung – ins-

besondere, da ihm vorgeworfen wurde, die Privatklägerin beim zunächst ein-

vernehmlichen Sex gegen ihr Einverständnis von hinten penetriert zu haben, 

nachdem sie ihn zum Aufhören aufgefordert habe – auch nicht ohne Weiteres 

verständlich ist.  

2.8. Zusammenfassend ist aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Pri-

vatklägerin sowie des Beschuldigten erstellt, dass es in der Wohnung der Privat-

klägerin zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung zwischen den Parteien 

kam. Weil der Beklagte während dieser Auseinandersetzung am Kuchen essen 

war, gestikulierte er während des Sprechens mit der Gabel, welche er in der Hand 

- 15 - 

hielt. Aufgrund der übereinstimmenden Angaben und mangels anderer Anhalts-

punkte ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Gabel bereits in der 

Hand hatte und diese nicht gleichsam als Waffe zur Hand genommen und einge-

setzt hätte. Da nach dem Grundsatz in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) im 

Zweifel von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen ist, ist 

sodann mit der Verteidigung (Urk. 53 S. 7 i.V.m. Prot. II S. 7) davon auszugehen, 

dass es sich dabei – wie dies der Beschuldigte erklärte (Urk. 52 S. 10) – um eine 

Kuchengabel handelte, zumal sich in den Akten keinerlei Beweise für etwas Ge-

genteiliges finden. Schliesslich kann an dieser Stelle offen bleiben, ob der Be-

schuldigte mit der Gabel tatsächlich Stichbewegungen ausführte oder die Privat-

klägerin diese Bewegungen mit der Gabel im Eifer des Gefechts als solche inter-

pretierte. Darauf ist nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung weiter 

einzugehen (Ziff. III.1.1.3.). In Bezug auf den umstrittenen Sachverhalt, nämlich 

die ausgesprochenen Drohungen, hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, 

dass die pauschalen Bestreitungen und widersprüchlichen Aussagen des Be-

schuldigten die diesbezüglich in sich stimmigen und nachvollziehbaren Aussagen 

der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen vermögen, weshalb auf die glaubhaf-

ten Aussagen der Privatklägerin abzustellen ist (Urk. 37 S. 17 f.). Demgemäss ist 

als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte im Verlauf der verbalen Aus-

einandersetzung mit einer Kuchengabel herumfuchtelte und der Privatklägerin 

sagte, sie werde noch sehen, was passiere und sie werde bereuen, dass sie ihn 

verlassen habe, sowie dass er sie fertig machen werde.  

Demgegenüber sind der Anklagevorwurf in Bezug auf die Tätlichkeiten wie auch 

die diesbezüglichen Ausführungen der Privatklägerin sehr vage. Zunächst sagte 

die Privatklägerin lediglich aus, der Beschuldigte habe sie weggestossen (Einver-

nahme vom 19. März 2016, Urk. 6 S. 2). Erst in der Einvernahme vom 27. April 

2016 führte sie aus, der Beschuldigte habe sie gegen den Kochherd geschubst 

(Urk 7 S. 4). Diese Aussage bestätigte sie zwar auch anlässlich der erstinstanz-

lichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 10), allerdings finden sich hierzu überhaupt 

keine Details, wie beispielsweise mit welcher Intensität sie gestossen wurde, ob 

sie der Stoss überhaupt aus dem Gleichgewicht brachte, mit welcher Körperstelle 

sie gegen den Herd gefallen ist oder ob sie gar blaue Flecken oder Schmerzen 

- 16 - 

davon getragen hat. Ebenfalls ist fraglich, weshalb sie den Stoss bzw. das 

Schubsen gegen den Kochherd bei der ersten Einvernahme unmittelbar nach 

dem Vorfall nicht erwähnte. Wäre dieser von einer gewissen Intensität gewesen, 

wäre er ihr wohl auch entsprechend in Erinnerung geblieben und bereits in jenem 

Zeitpunkt so von ihr geschildert worden. Mithin verbleiben gewisse Zweifel, ob sie 

der Beschuldigte bloss geschubst oder tatsächlich gegen den Kochherd ge-

schubst hat, weshalb wiederum nach dem Grundsatz in dubio pro reo von einem 

blossen Schubsen auszugehen ist.  

Schliesslich hält die Anklageschrift fest, die Privatklägerin sei durch die Äusse-

rungen des Beschuldigten sowie die angedeuteten Stichbewegungen mit der Ga-

bel stark verängstigt gewesen (Urk. 14 S. 2). Die Privatklägerin sagte diesbezüg-

lich lediglich aus, sie habe es mit der Angst zu tun bekommen (Urk. 6 S. 2). Aller-

dings schilderte die Privatklägerin auch frühere weit schlimmere Drohungen durch 

den Beschuldigten (Andeutung mit dem Küchenmesser, Drohung sie umzubrin-

gen), wobei sie auf die Frage, weshalb sie sich damals nicht an die Polizei ge-

wandt habe, antwortete, sie habe sich so an seine Art gewöhnt. In der nächsten 

Einvernahme antwortete sie auf die Frage, ob sie Angst gehabt habe, zwar mit 

"Ja" (Urk. 7 S. 4), es finden sich aber keine Ausführungen, weshalb sie diesmal 

im Gegensatz zu den – von ihr erwähnten – früheren Vorfällen Angst hatte bzw. 

wovor sie Angst hatte. Andererseits suchte die Privatklägerin nach dem Vorfall 

zuerst bei einer Freundin und danach bei der Polizei um Hilfe, was zeigt, dass sie 

zweifellos verängstigt war. Somit kann es als erstellt erachtet werden, dass die 

Privatklägerin durch das Verhalten des Beschuldigten verängstigt war, wobei al-

lerdings offen bleiben muss, wie schwer diese Verängstigung war. Darauf ist 

nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung näher einzugehen.  

 

- 17 - 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB 

1.1. Objektiver Tatbestand 

1.1.1. Die Verteidigung bringt vor, nur eine schwere Drohung sei strafbar, was 

anhand von objektiven Kriterien zu messen sei. Obwohl die Vorinstanz selber 

ausführe, das Angedrohte sei wenig spezifisch und eher pauschal, gehe sie ohne 

Weiteres davon aus, die Drohung sei schwer gewesen, wobei unklar bleibe, worin 

die Schwere der Drohung lag. Überdies müsse die Drohung geeignet sein, die 

Ehefrau in Angst und Schrecken zu versetzen. Ein Klima der Angst, welches 

durch den Beschuldigten bereits während der Beziehung geschaffen worden sei, 

sei durch das Beweisergebnis nicht erstellt. Die Privatklägerin führe denn auch als 

Begründung dafür, dass sie "es natürlich mit der Angst zu tun" bekommen habe, 

an, dass der Onkel des Beschuldigten bereits zwei Frauen umgebracht habe, was 

derart übertrieben sei, dass nicht einmal der einvernehmende Polizist weiter da-

rauf eingegangen sei. Auch habe die Privatklägerin erklärt, der Beschuldigte sei 

nie zimperlich mit ihr umgegangen, sie habe sich aber so an seine Art gewöhnt, 

was ebenfalls nicht dafür spreche, dass sie die Drohung ernst genommen habe. 

Überdies sei es nichts Aussergewöhnliches, wenn nach einem Ehestreit Freunde 

angerufen würden (Urk. 53 S. 9 ff.). 

1.1.2. Gemäss Art. 180 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch schwere 

Drohung in Angst und Schrecken versetzt. Die Tathandlung besteht in der Andro-

hung eines künftigen Übels, dessen Eintritt als vom Drohenden abhängig hinge-

stellt wird (Delnon/Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Straf-

recht II, 3. Aufl., Basel 2013, [nachfolgend zit. BSK StGB II-Autor], Art. 180 

N 12 f.). Das angedrohte Übel kann auf irgendeine Weise angekündigt werden, so 

zum Beispiel durch Wort, Schrift oder konkludente Handlung. Eine verbale Dro-

hung ist nicht ausschliesslich nach der gemachten Äusserung zu beurteilen, son-

dern es kommt darauf an, ob diese Äusserungen nach den gesamten Umständen 

geeignet gewesen sind, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen (BGE 99 

- 18 - 

IV 212 E. 1a; Donatsch in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder [Hrsg.], StGB 

Kommentar, 19. Aufl., Zürich 2013, Art. 180 N 5). Dabei ist grundsätzlich ein ob-

jektiver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf das Empfinden eines ver-

nünftigen Menschen mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit ab-

zustellen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1338/2015 vom 11. Oktober 2016, 

E. 2.3; 6B_192/2012 vom 10 September 2012, E. 1.1. mit weiteren Hinweisen). 

Zwar verlangt der Tatbestand keine Willensbeeinträchtigung, jedoch eine massive 

Erschütterung des Sicherheitsgefühls. Abgesehen von besonders schutzbedürfti-

gen Opfern – wie Kinder oder betagte Menschen – sind die Anforderungen an die 

schwere Drohung hoch anzusetzen, weshalb die Täterschaft dem Opfer einen 

schweren Nachteil ankündigen oder in Aussicht stellen muss (BSK StGB II-

Delnon/Rüdy, Art. 180 N 10 und N 21 f.). Der Tatbestand ist vollendet, wenn das 

Opfer in seinem Sicherheitsgefühl tatsächlich beeinträchtig ist bzw. in Angst oder 

Schrecken versetzt wird (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, Art. 180 N 31)  

1.1.3. Gemäss der Anklageschrift sagte der Beschuldigte der Privatklägerin, sie 

werde noch sehen, was passiere, dass sie bereuen werde, ihn verlassen zu ha-

ben, und dass er sie "fertigmachen" werde, wobei er gleichzeitig mit der Gabel 

angedeutete Stichbewegungen gegen die Privatklägerin machte. Zunächst ist 

festzuhalten, dass die Drohungen sehr vage sind, zumal der Beschuldigte nicht 

explizit ein bestimmtes Übel in Aussicht stellt. Nachdem insbesondere auch nicht 

erstellt ist, dass der Beschuldigte der Privatklägerin gegenüber bereits während 

der Beziehung gewalttätig war – das entsprechende Strafverfahren wurde einge-

stellt – kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Privatklägerin die 

Aussagen nur so verstehen konnte, dass der Beschuldigte ihr gegenüber erneut 

gewalttätig werde würde. Mithin sind diese Drohungen für sich allein eher nicht 

geeignet, einen vernünftigen Menschen mit einigermassen normaler psychischer 

Belastbarkeit im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung so in Angst oder 

Schrecken zu versetzen, dass sein Sicherheitsgefühl massiv erschüttert ist. 

Selbst die Untermauerung dieser Äusserungen durch allfällige Stichbewegungen 

mit der Kuchengabel lässt diese nicht bedrohlicher erscheinen, insbesondere da 

eine Kuchengabel im Gegensatz zu einem Messer nicht als gefährlicher oder ein-

schüchternder Gegenstand zu qualifizieren ist.  

- 19 - 

Sodann ist auch fraglich, ob die Privatklägerin durch diese Drohungen überhaupt 

im erforderlichen Ausmass in Angst oder Schrecken versetzt wurde. Die Privat-

klägerin erklärte zunächst lediglich, sie habe es mit der Angst zu tun bekommen, 

weil sein Onkel bereits zwei Frauen ermordet habe und der Beschuldigte ihrer 

Meinung nach dieselben Charakterzüge wie sein Onkel aufweise (Urk. 6 S. 2). 

Mithin begründete sie ihre Angst vor dem Beschuldigten nicht allein mit den ihm 

vorliegend vorgeworfenen Drohungen, sondern mit dessen in Brasilien lebenden 

Onkel. Überdies führte sie auch aus, dass der Beschuldigte ihr gegenüber immer 

laut gewesen sei (Urk. 6 S. 2). Er sei nie zimperlich mit ihr umgegangen. Sie habe 

sich an seine Art gewöhnt und sich deshalb nie an die Polizei gewandt (Urk. 6 

S. 3). In der zweiten Einvernahme beantwortete sie die Frage, ob sie Angst hatte, 

schliesslich mit einem blossen "Ja", ohne näher auszuführen, wo vor sie Angst 

hatte oder wie sich diese Angst auswirkte (Urk. 7 S. 4). Somit ist aufgrund der ge-

schilderten Umstände fraglich, ob die Beschuldigte wirklich derart in Angst oder 

Schrecken versetzt wurde, dass sie in ihrem Sicherheitsgefühl tatsächlich massiv 

erschüttert war. Hierfür spricht andererseits, dass sie erklärte, sie denke, heute 

habe nicht viel gefehlt, bis es eskaliert wäre, davon sei sie überzeugt (Urk. 6 S. 4). 

Auch dass sie nach diesen Drohungen die Polizei um Hilfe rief, spricht dafür, dass 

sie verängstigt und in ihrem Sicherheitsgefühl erschüttert war. Unklar geblieben 

ist auch vor was genau die Privatklägerin sich gefürchtet hätte. Eine konkrete 

Tathandlung hat der Beschuldigte mit den inkriminierten Äusserungen nicht in den 

Raum gestellt. Die Äusserungen können durchaus – mit der Verteidigung – auch 

im Rahmen der hängigen Zivilstreitigkeiten der Parteien gesehen werden. Letzt-

lich kann aber offen bleiben, ob der objektive Tatbestand der Drohung erfüllt ist, 

weil – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – dem Beschuldigten ohnehin kein 

Drohungsvorsatz nachgewiesen werden kann.  

1.2. Subjektiver Tatbestand  

1.2.1. In subjektiver Hinsicht bringt die Verteidigung vor, wenn die Vorinstanz 

nicht von einer objektiv schweren Drohung ausgehe, habe sie ein allgemeines 

Klima der Angst während der Beziehung aufzuzeigen und nachzuweisen, dass 

der Beschuldigte um die inferiore Position seiner Frau gewusst habe, was aus der 

- 20 - 

Urteilsbegründung nicht hervorgehe. Auch stelle sich die Frage nach dem Motiv, 

wenn der Beschuldigte bisexuell sei und in der Schwulenszene verkehre, wie sei-

ne Frau dies ausführe. Dementsprechend sei eine Inkaufnahme nicht begründet 

(Urk. 53 S. 11). 

1.2.2. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich. Der 

Täter muss den Willen haben, sein Opfer in Schrecken oder Angst zu versetzen 

und er muss sich bewusst sei, dass seine Drohung diese Wirkung hervorruft oder 

dies zumindest in Kauf nehmen (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, Art. 180 N 33). 

1.2.3. Selbst wenn man davon ausginge, der objektive Tatbestand sei trotz den 

vorstehenden Bedenken erfüllt (vgl. Ziff. III.1.1.3.), so stellt sich mit der Verteidi-

gung in der Tat die Frage, ob der Beschuldigte die Privatklägerin durch diese 

Äusserungen in Angst oder Schrecken versetzen wollte oder dies zumindest in 

Kauf nahm. Gemäss den Aussagen der Privatklägerin war der Beschuldigte ihr 

gegenüber immer laut (Urk. 6 S. 2). Er sei nie zimperlich mit ihr umgegangen. Sie 

habe sich an seine Art gewöhnt (Urk. 6 S. 3). Mithin ist davon auszugehen, dass 

der Umgangston zwischen den Parteien während der Beziehung eher rau und 

nicht besonders rücksichtsvoll war und solche Äusserungen zum Alltag gehörten. 

Selbst wenn das nicht gutzuheissen ist, musste der Beschuldigte dementspre-

chend nicht davon ausgehen, dass nun auf einmal eine solche Äusserung die Pri-

vatklägerin in Angst oder Schrecken versetzen würden, zumal – gemäss Ausfüh-

rungen der Privatklägerin – bereits früher deutlich schlimmere Äusserungen dies 

auch nicht taten. Somit kann nicht gesagt werden, der Beschuldigte habe zumin-

dest in Kauf genommen, die Privatklägerin in Angst oder Schrecken zu versetz-

ten, sondern es ist vielmehr davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte in 

seiner gewohnten Diskussionsmanier Gehör verschaffen wollte. Mithin ist der sub-

jektive Tatbestand nicht erfüllt. 

1.3. Fazit 

Zusammengefasst ist bereits fraglich, ob der objektive Tatbestand der Drohung 

vorliegend erfüllt ist, weil einerseits die vom Beschuldigten getätigten Äusserun-

gen die hohen Anforderungen an die Schwere einer Drohung kaum erfüllen und 

- 21 - 

andererseits auch nicht zweifelsfrei erstellt ist, dass die Privatklägerin durch die 

Drohungen in Angst und Schrecken versetzt wurde. Schliesslich kann dem Be-

schuldigten aber ohnehin nicht nachgewiesen werden, dass er eine Verängsti-

gung der Privatklägerin zumindest in Kauf genommen hatte, weshalb er vom 

Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB freizusprechen ist. 

2. Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

2.1. In Bezug auf die Tätlichkeit rügt die Verteidigung, die Vorinstanz begnüge 

sich mit dem Hinweis, die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft gebe zu 

keinen weiteren Bemerkungen Anlass und sei zutreffend. Allerdings verliere sie 

kein Wort zum Vorhandensein der Sachverhaltselemente. Die Aussagen der Pri-

vatklägerin in Bezug auf die Tätlichkeit seien so vage, dass der Beschuldigte nicht 

einmal richtig dazu habe Stellung nehmen können (Urk. 53 S. 12). 

2.2. Eine Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB ist der geringfügige und 

folgenlose Angriff auf die körperliche Integrität. Strafwürdig sind aber nicht schon 

geringfügigste Beeinträchtigungen der körperlichen Unversehrtheit, sondern erst 

die das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitenden 

physischen Einwirkungen auf einen Menschen, die keine Schädigung des Körpers 

oder der Gesundheit zur Folge haben (Trechsel/Fingerhuth, in: Trechsel/Pieth 

[Hrsg.] Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/ 

St. Gallen 2013, Art. 126 N 1). Ob ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit als 

alltägliches und gesellschaftlich toleriertes Verhalten anzusehen ist, ist im Einzel-

fall unter Berücksichtigung der Tatumstände zu entscheiden. So ist eine Tätlich-

keit beispielsweise anzunehmen bei Ohrfeigen, Faustschlägen, Fusstritten und 

heftigen, insbesondere mit Händen und Ellbogen geführten Stössen, nicht aber 

bei harmlosen Schubse, wie sie namentlich im Gedränge vorkommen können 

(BGE 117 IV 14 E. 2 a/cc). 

2.3. Vorliegend ist einzig erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin weg-

schubste. Wie heftig dieses Schubsen war, dass er sie gegen den Kochherd ge-

schubst hätte, wie dieser Stoss ausgeführt wurde oder ob dieser Stoss die Privat-

klägerin überhaupt aus dem Gleichgewicht brachte, ist nicht erstellt. Wenn der 

- 22 - 

Beschuldigte die Privatklägerin aber bloss wegschubste, ohne dass diese mindes-

tens aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, so ist das vergleichbar mit einem 

harmlosen Schubsen, welches das allgemein übliche und gesellschaftlich gedul-

dete Mass nicht überschreitet, weshalb bereits der objektive Tatbestand von 

Art. 126 Abs. 1 StGB nicht erfüllt ist. Dementsprechend ist der Beschuldigte vom 

Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB nicht schuldig und 

freizusprechen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten 

Der Beschuldigte obsiegt im vorliegenden Verfahren vollumfänglich. Damit sind 

sämtliche Kosten der Untersuchung wie auch des erstinstanzlichen Verfahrens 

sowie des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 

und Art. 428 Abs. 1 StPO).  

2. Entschädigung 

2.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 

Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO). Die Entschädigung für die Ausübung der Verfahrensrechte ist 

somit nicht umfassend, sondern wird nur für "angemessene" Aufwendungen ge-

währt. Hierzu zählen primär die Kosten der freigewählten Verteidigung. Ange-

messen im Sinne der zitierten Norm sind die Verteidigerkosten dann, wenn die 

Verbeiständung angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des 

Falls notwendig und der Arbeitsaufwand und somit das Honorar des Anwalts ge-

rechtfertigt waren (Urteil des Bundesgerichts 6B_800/20015 vom 6. April 2016 

E. 2.3, BGE 138 IV 197 E. 2.3.1; N. Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich 2013, N 1810).  

2.2. Der Beschuldigte ist seit dem 21. Februar 2017 erbeten anwaltlich ver-

teidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Dieser bezifferte seine Aufwendungen 

- 23 - 

für das Berufungsverfahren auf insgesamt Fr. 3'878.28 (Urk. 56). Diese Aufwen-

dungen wie auch die Barauslagen sind ausgewiesen und angemessen. Ange-

sichts der Dauer der Berufungsverhandlung sowie der notwendigen Zeit für die 

Urteilsbesprechung ist dem Beschuldigten daher eine Prozessentschädigung für 

die anwaltliche Verteidigung von Fr. 4'200.– (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus 

der Gerichtskasse zuzusprechen.  

3. Genugtuung 

3.1. Der Beschuldigte beantragt eine Genugtuung von Fr. 1'200.–, weil er zwei 

Tage in Untersuchungshaft verbracht habe sowie zwei Einvernahmen, eine 

Hauptverhandlung und eine Berufungsverhandlung habe über sich ergehen las-

sen müssen, womit er in seinen persönlichen Verhältnissen schwer verletzt wor-

den sei. In Anlehnung an die Praxis bei Überhaft sei ihm für die beiden Hafttage, 

die Einvernahme- und Verhandlungstage je Fr. 200.– zuzusprechen (Urk. 53 

S. 13).  

3.2. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO ist einem Beschuldigten dann eine Ge-

nugtuung auszurichten, wenn er in dem gegen ihn geführten Strafverfahren be-

sonders schwer in seinen persönlichen Verhältnissen verletzt wurde, insbesonde-

re bei Freiheitsentzug. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf rich-

terlichem Ermessen. Bei dessen Ausübung ist den Besonderheiten des Einzelfalls 

Rechnung zu tragen. Zu berücksichtigen sind alle Umstände, auch die Schwere 

des vorgeworfenen Delikts sowie die Auswirkungen der Haft auf die persönliche 

Situation des Verhafteten und die Belastung durch das Verfahren. Das Bundesge-

richt geht davon aus, dass im Falle einer ungerechtfertigten Haft von kurzer Dauer 

grundsätzlich ein Betrag von Fr. 200.– pro Tag eine angemessene Entschädigung 

darstellt, sofern nicht besondere Umstände gegeben sind, welche die Zahlung ei-

nes tieferen oder höheren Betrages rechtfertigen könnten. (vgl. Wehrenberg/ 

Frank, in: BSK Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, Art. 429 

N 28-30; vgl. BGE 139 IV 243 = Pra 102 (2013) Nr. 108, Entscheid des Bundes-

gerichts 6B_506/2015 vom 6. August 2015, E. 1.3.1.). 

- 24 - 

3.3. Der Beschuldigte befand sich vorliegend zwei Tage in Untersuchungshaft. 

Er macht nicht geltend, dass er durch die erlittene Haft über das übliche und jede 

inhaftierte Person treffende Mass hinaus besondere negative psychische oder 

physische Einwirkungen erlitten habe, welche erschwerend ins Gewicht fallen 

würden, sondern beantragt die gemäss Praxis des Bundesgerichts übliche Ent-

schädigung von Fr. 200.– pro Tag. Dementsprechend ist dem Beschuldigten für 

die beiden ungerechtfertigten Tage in Untersuchungshaft eine Genugtuung von 

Fr. 400.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Demgegenüber stellen die beiden 

Einvernahme sowie die beiden Verhandlungen keinen besonders schwerwiegen-

den Eingriff in die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten dar, zumal der 

Beschuldigte auch keine Gründe hierfür nennt, weshalb eine Genugtuung für die 

Teilnahme an den Einvernahmen sowie der Haupt- und Berufungsverhandlung 

ausser Betracht fällt.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

21. Juli 2016 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. - 5. (…)  

6. Auf die Zivilbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht eingetreten. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'200.00    

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich 

die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

8. (…)  

- 25 - 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 
Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Die Kosten des gesamten Verfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen.  

3. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 4'200.– für die 

anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

4. Dem Beschuldigten werden Fr. 400.– als Genugtuung aus der Gerichts-

kasse zugesprochen. 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

− die Privatklägerin B._____ 
 (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

der Privatklägerin nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− der Privatklägerin B._____ (auf Verlangen) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

- 26 - 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und Ver-
nichtung des ED-Materials" 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 51 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 

− die Stadtpolizei Winterthur, Fachstelle häusliche Gewalt (betr. Kontakt- 
und Rayonverbot vom 21. Juli 2016). 

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. Mai 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Bärtsch 
 

 
 

	Urteil vom 11. Mai 2017
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 37 S. 28 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB sowie der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 40.– (entsprechend Fr. 4'000.–), wovon bis und mit heute 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	5. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b StGB für die Dauer von 2 Jahren verboten, mit der Privatklägerin telefonisch, schriftlich oder elektronisch Kontakt aufzunehmen, sich ihr zu nähern oder die Liegenschaft, in der sie wohnt, zu betreten.
	6. Auf die Zivilbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht eingetreten.
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	8. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. Herr A._____ sei vollumfänglich freizusprechen.
	2. Es sei ihm eine Entschädigung in der Höhe der Verteidigerkosten (CHF 3'878.30) auszurichten.
	3. Es sei ihm eine Genugtuung von CHF 1'200.– auszurichten.
	4. Unter Kostenauflage an die Staatskasse.
	Erwägungen:
	I. Prozessuales
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 28 S. 4; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juli 2016 im Sinne des eingangs wiedergegebenem Dispositivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 37 S. 28 f.). Mit Verfügung vom selben Tag wurde dem Beschuldigten...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 12. Januar 2017 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 42). Die Staatsanwaltschaft ...
	1.4. Am 11. Mai 2017 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten und seines Verteidigers statt (Prot. II. S. 4.).

	2. Umfang der Berufung
	3. Strafantrag
	Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass es sich bei dem dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbestand der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB um ein Antragsdelikt handelt, weshalb das Vorliegen eines gültigen Strafantrages eine Proze...

	II. Sachverhalt
	1. Anklagevorwurf und Vorbemerkungen
	1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 19. März 2016 die Privatklägerin B._____, seine von ihm getrennt lebende Ehegattin, in deren Wohnung im Rahmen einer Auseinandersetzung bedroht, indem er mit einer Gabel Stichbewegung...
	1.2. Der Beschuldigte bestreitet diese Vorwürfe vollumfänglich und anerkennt einzig, dass es am 19. März 2016 in der Wohnung der Privatklägerin zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen ihm und der Privatklägerin gekommen sei (Urk. 3 S. 4 ff.; Pro...
	1.3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wiedergegeben, worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist (vgl. Urk. 37 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weil als Beweismittel einzig die Aussagen der Privatklägerin...

	2. Beweiswürdigung
	2.1. Wie bereits erwähnt liegen als Beweismittel einzig die verschiedenen Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerin während der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung im Recht.
	2.2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, der Sachverhalt sei aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin erstellt, weil die weitgehend pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten die in sich stimmigen und nachvollziehbaren Aussagen der Privat...
	2.3. Die Verteidigung wendet dem gegenüber ein, zunächst sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin seit ihrer Trennung auf allen Ebenen streiten und sich gegenseitig mit Vorwürfen eindecken würden. Jedoch habe die Privatkläg...
	2.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin zutreffend zusammengefasst sowie – grösstenteils – objektiv und überzeugend gewürdigt (Urk. 37 S. 7 ff.). Sie hat einerseits die Realitätskriterien in den Aussagen der Priva...
	2.5. Vorab ist festzuhalten, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte verheiratet sind und einen gemeinsamen Sohn haben. Sie leben seit dem 18. Februar 2016 offiziell getrennt. Die vorliegend zu beurteilenden Vorfälle ereigneten sich am 19. März 2...
	2.6. Mit der Vorinstanz erscheinen die Aussagen der Privatklägerin zum Geschehensablauf vom 19. März 2016 im Grossen und Ganzen konstant, schlüssig und nachvollziehbar (Urk. 37 S. 14 f.). Insbesondere schilderte die Privatklägerin sowohl den Auslöser ...
	Die Privatklägern beschreibt den Beschuldigten als Besitz ergreifend, kontrollierend und sehr eifersüchtig (Urk. 6 S. 2). Der Beschuldigte bestreitet dies vehement und wirft im Gegenzug der Privatklägerin vor, sehr eifersüchtig zu sein (Urk. 3 S. 3). ...
	Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin spricht schliesslich auch, dass sie den Beschuldigten nicht über Gebühr belastet. So betonte sie stets, er habe sie mit der Gabel nicht berührt bzw. verletzt (Urk. 6 S. 3; Urk. 7 S. 4; Prot. I S....
	Demgegenüber fällt bei der Privatklägerin allerdings auch eine gewisse Tendenz zur Übertreibung auf. So sagte sie in Bezug auf die Stichbewegungen in der Einvernahme vom 19. März 2016 aus, der Beschuldigte sei mit der Gabel in der Hand auf sie zugekom...
	2.7. In Bezug auf die Aussagen des Beschuldigten hat die Vorinstanz ebenfalls zutreffend festgehalten, dass dieser sich praktisch darauf beschränkt habe, sämtliche Anklagevorwürfe kategorisch abzustreiten und die Privatklägerin als Lügnerin zu bezeich...
	Gemäss der Darstellung des Beschuldigten hat er den Sohn zur Mutter zurückgebracht. Die Streitereien seien ausgebrochen, weil er der Privatklägerin erzählt habe, dass eine Person für C._____ gebetet habe. Sie habe ihn ausgelacht und als Idioten bezei...
	Demgegenüber ist zugunsten des Beschuldigten aber auch zu berücksichtigen, dass er als Auslöser für den Streit konstant schilderte, er habe der Privatklägerin erzählt, dass eine fremde Person für den kranken Sohn C._____ gebetet habe, worauf ein Strei...
	Allerdings ist zugunsten des Beschuldigten und mit der Verteidigung (Urk. 53 S. 8 i.V.m. Prot. II S. 7) auch zu berücksichtigen, dass diese Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten teilweise auch auf Verständnisprobleme zurückzuführen sind. So e...
	Überdies kann entgegen der Vorinstanz auch nicht gesagt werden, der Beschuldigte bezichtige die Privatklägerin zu Unrecht, ihm gegenüber den Vorwurf der Vergewaltigung erhoben zu haben (Urk. 37 S. 17). Zwar hat die Privatklägerin den Beschuldigten gem...
	2.8. Zusammenfassend ist aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin sowie des Beschuldigten erstellt, dass es in der Wohnung der Privatklägerin zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung zwischen den Parteien kam. Weil der Beklag...
	Demgegenüber sind der Anklagevorwurf in Bezug auf die Tätlichkeiten wie auch die diesbezüglichen Ausführungen der Privatklägerin sehr vage. Zunächst sagte die Privatklägerin lediglich aus, der Beschuldigte habe sie weggestossen (Einvernahme vom 19. Mä...
	Schliesslich hält die Anklageschrift fest, die Privatklägerin sei durch die Äusserungen des Beschuldigten sowie die angedeuteten Stichbewegungen mit der Gabel stark verängstigt gewesen (Urk. 14 S. 2). Die Privatklägerin sagte diesbezüglich lediglich a...

	III. Rechtliche Würdigung
	1. Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB
	1.1. Objektiver Tatbestand
	1.1.1. Die Verteidigung bringt vor, nur eine schwere Drohung sei strafbar, was anhand von objektiven Kriterien zu messen sei. Obwohl die Vorinstanz selber ausführe, das Angedrohte sei wenig spezifisch und eher pauschal, gehe sie ohne Weiteres davon au...
	1.1.2. Gemäss Art. 180 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch schwere Drohung in Angst und Schrecken versetzt. Die Tathandlung besteht in der Androhung eines künftigen Übels, dessen Eintritt als vom Drohenden abhängig hingestellt wird (Delnon/Rü...
	1.1.3. Gemäss der Anklageschrift sagte der Beschuldigte der Privatklägerin, sie werde noch sehen, was passiere, dass sie bereuen werde, ihn verlassen zu haben, und dass er sie "fertigmachen" werde, wobei er gleichzeitig mit der Gabel angedeutete Stich...
	Sodann ist auch fraglich, ob die Privatklägerin durch diese Drohungen überhaupt im erforderlichen Ausmass in Angst oder Schrecken versetzt wurde. Die Privatklägerin erklärte zunächst lediglich, sie habe es mit der Angst zu tun bekommen, weil sein Onke...
	1.2. Subjektiver Tatbestand
	1.2.1. In subjektiver Hinsicht bringt die Verteidigung vor, wenn die Vorinstanz nicht von einer objektiv schweren Drohung ausgehe, habe sie ein allgemeines Klima der Angst während der Beziehung aufzuzeigen und nachzuweisen, dass der Beschuldigte um di...
	1.2.2. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich. Der Täter muss den Willen haben, sein Opfer in Schrecken oder Angst zu versetzen und er muss sich bewusst sei, dass seine Drohung diese Wirkung hervorruft oder dies zumindes...
	1.2.3. Selbst wenn man davon ausginge, der objektive Tatbestand sei trotz den vorstehenden Bedenken erfüllt (vgl. Ziff. III.1.1.3.), so stellt sich mit der Verteidigung in der Tat die Frage, ob der Beschuldigte die Privatklägerin durch diese Äusserung...
	1.3. Fazit
	Zusammengefasst ist bereits fraglich, ob der objektive Tatbestand der Drohung vorliegend erfüllt ist, weil einerseits die vom Beschuldigten getätigten Äusserungen die hohen Anforderungen an die Schwere einer Drohung kaum erfüllen und andererseits auch...

	2. Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB
	2.1. In Bezug auf die Tätlichkeit rügt die Verteidigung, die Vorinstanz begnüge sich mit dem Hinweis, die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft gebe zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass und sei zutreffend. Allerdings verliere sie kein Wort zum ...
	2.2. Eine Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB ist der geringfügige und folgenlose Angriff auf die körperliche Integrität. Strafwürdig sind aber nicht schon geringfügigste Beeinträchtigungen der körperlichen Unversehrtheit, sondern erst die d...
	2.3. Vorliegend ist einzig erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin wegschubste. Wie heftig dieses Schubsen war, dass er sie gegen den Kochherd geschubst hätte, wie dieser Stoss ausgeführt wurde oder ob dieser Stoss die Privatklägerin überha...

	IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Kosten
	2. Entschädigung
	2.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO...
	2.2. Der Beschuldigte ist seit dem 21. Februar 2017 erbeten anwaltlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Dieser bezifferte seine Aufwendungen für das Berufungsverfahren auf insgesamt Fr. 3'878.28 (Urk. 56). Diese Aufwendungen wie auch ...

	3. Genugtuung
	3.1. Der Beschuldigte beantragt eine Genugtuung von Fr. 1'200.–, weil er zwei Tage in Untersuchungshaft verbracht habe sowie zwei Einvernahmen, eine Hauptverhandlung und eine Berufungsverhandlung habe über sich ergehen lassen müssen, womit er in seine...
	3.2. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO ist einem Beschuldigten dann eine Genugtuung auszurichten, wenn er in dem gegen ihn geführten Strafverfahren besonders schwer in seinen persönlichen Verhältnissen verletzt wurde, insbesondere bei Freiheitsentzug...
	3.3. Der Beschuldigte befand sich vorliegend zwei Tage in Untersuchungshaft. Er macht nicht geltend, dass er durch die erlittene Haft über das übliche und jede inhaftierte Person treffende Mass hinaus besondere negative psychische oder physische Einwi...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juli 2016 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. - 5. (…)
	6. Auf die Zivilbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht eingetreten.
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	8. (…)
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Die Kosten des gesamten Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 4'200.– für die anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	4. Dem Beschuldigten werden Fr. 400.– als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin B._____

	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird der Privatklägerin nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangt.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 der Privatklägerin B._____ (auf Verlangen)
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 51
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Stadtpolizei Winterthur, Fachstelle häusliche Gewalt (betr. Kontakt- und Rayonverbot vom 21. Juli 2016).

	6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.