# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36865e6d-b58f-528c-b245-b67a8e46c767
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-30
**Language:** de
**Title:** Kreisarztbericht nicht schlüssig, Rückweisung zur Einholung externes Gutachten
**Docket/Reference:** UV.2014.00154
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00154.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00154
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Gasser Küffer
Urteil
vom
30. Dezember 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Eduard M.
Barcikowski
Hegibachstrasse
22, Postfach 1969, 8032 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1966, arbeitete als Pflegehelfer im
Spital Y.___
und war über die
Z.___ AG
bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (S
uva
) obligatorisch unfallversichert, als er am 15. Mai 2012 bei einer Auseinandersetzung auf die recht
e Schulter stürzte und sich
eine proximale
Humerusfraktur
rechts zuzog (vgl.
Urk.
7/3, 7/12
, 7/22
). Am 21. Mai 2012 unterzog
er sich im
Spital Y.___
nach
einem
Rekonstruktionsver
such der operativen Versorgung mittels einer
Humeruskopfprothese
(
Urk.
7/13)
. Während der folgenden Arbeitsunfähigkeit begab sich der Versicherte regel
mässig in Physiotherapie (
Urk.
7/16-19, 7/21). Die Suva erbrachte die gesetzli
chen Leistungen.
Am 3. April 2013 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt (
Urk.
7/72). Gestützt auf die Einschätzung der Kreisärztin
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin f
ür Chirurgie FMH
(
Urk.
7/73)
,
sprach die Suva dem Versicherten mit unangefoch
ten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 9. April 2013 eine
Integritäts
entschädigung
basierend auf einer Integritätseinbusse von 25
%
zu (
Urk.
7/75).
Von der
Klinik
B.___
durchgeführte Infiltrationen zur Linderung der anhaltenden Schmerzen blieben ohne wesentlichen Erfolg; einem weiteren operativen Vorgehen stand der Versicherte ablehnend gegenüber  (
Urk.
7/99, 7/104/, 7/110)
. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 teilte die Suva dem Versi
cherten hierauf die Einstellung der Taggeld- und Heilkostenleistungen (ausser Schmerzmittel)
per 31. Januar 2014
mit (
Urk.
7/115)
. Am 26. November 2013 nahm die Kreisärztin
Dr.
A.___
neuerlich Stellung (
Urk.
7/124), worauf
mit Verfügung vom 27. Februar 2014 ab 1. Februar 2014 eine Invalidenrente auf
grund einer Erwerbsunfähigkeit von 26
%
zugesprochen wurde (
Urk.
7/141). Mit der Einsprache vom 2. April 2014 liess der Versicherte beantragen, der Grad der Arbeitsunfähigkeit sei durch ein Gutachten zu eruieren
,
und die Rente
sei
auf der Basis eines versicher
ten Verdienstes von Fr. 68‘102.--
auszurichten (
Urk.
7/151).
Die Suva hiel
t
mit
Einspracheentscheid vom 22. Mai 2014 an der Verfügung vom 27. Februar 2014 vollumfänglich fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X.___
am 25. Juni 2014 Beschwerde erheben, die Aufhe
bung der Verfügung respektive des angefochtenen Entscheids und die Eruierung der Arbeitsunfähigkeit und des Invaliditätsgrades durch ein umfassendes Gut
achten beantragen. Prozessual liess er um Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und
um
Bestellung von Rechtsanwalt
lic
.
iur
.
Barcikowski
zum unentgeltlichen Rechts
vertreter
in diesem Verfahren ersuchen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin liess in der Ver
nehmlassung vom 22. Juli 2014 die
A
bweisung der Beschwerde beantragen
(
Urk.
6). Mit Verfügung vom 20. Oktober 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung mangels Substantiierung abgewiesen und der Beschwerdeführer auf die Kostenlosigkeit des Verfahrens hingewiesen (
Urk.
10).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend nachgegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Akten zu Recht auf den Standpunkt stellte, der Beschwerdeführer sei in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab 1. Februar 2014
zu 100
%
arbeitsfähig.
Einig sind sich die Parteien darin, dass in der angestammten Tätigkeit als Hilfspfleger keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist.
Nicht mehr in Frage stellen liess der Beschwerdeführer
zudem
den der Rentenberechnung zu Grunde gelegten versicherten Verdienst von Fr. 27‘283.-- (vgl. dazu E. 1 in
Urk.
2).
1.2
Die Vorinstanz hat die Grundlagen über den Rentenanspruch (Art. 18
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung, UVG
),
den Invaliditätsbegriff (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und die Definition der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) sowie
di
e
Inva
liditätsbemessung
nach der
Einkomm
ensvergleich
smethode
(Art. 16 ATSG) unter Berücksichtigung des in Betracht fallenden, allgemeinen und ausgegliche
nen Arbeitsmarktes (BGE
110 V 2
7
3 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b) richtig dar
gelegt.
Darauf wird ebenso verwiesen, wie auf die zutreffenden Ausführungen zur ärztlichen Aufgabe im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung respektive der Einschätzung der noch zumutbaren Arbeitsleistung (BGE 115 V 133 E. 2,
114 V 310).
1.3
Zu ergänzen ist,
dass h
insichtlich des Beweiswertes
eines ärztlichen Berichtes
entscheidend
ist
, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Den Akten ist zum unfallbedingten Gesundheitszustand und der hieraus resultie
renden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Wesentlichen Fol
gendes zu entnehmen:
Gemäss
Austrittsbericht des
Spital
s
Y.___
vom 25. Mai 2012
wurde
der Beschwerdeführer am 15. Mai 2012 in alkoholisiertem Zustand gestossen und
fiel
auf
die rechte Schulter
. Dabei habe er sich eine proximale
Humerusfraktur
rechts zugezogen, welche
nach
frustranem
Rekonstruktionsversuch
am 21. Mai 2012 mittels einer
Humeruskopfprothese
behandelt
worden sei. Eine radiologi
sche Stellungskontrolle habe eine regelrechte Prothesenlage gezeigt (
Urk.
7/13).
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 29. Juni 2012 habe der Beschwerdeführer über starke Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, hauptsächlich nachts, geklagt. Der leitende Arzt
Dr.
med.
C.___
verschrieb zur Optimierung der Schmerzmedikation zusätzlich
Oxycontin
und sprach sich für eine sofortige aktive Mobilisation in der Physiotherapie aus (
Urk.
7/18).
Der Hausarzt
,
Dr.
med.
D.___
, Spezialarzt FMH für Innere Medizin,
schrieb den Beschwerdeführer am 14. Juli 2012 weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/19). Am 3. September 2012 erklärte
Dr.
C.___
, dass sich trotz
regre
dienter
Schmerzen zumindest objektiv nur
ein
mässiges Resultat zeige. Hin
sichtlich der Wiederaufnahme der Tätigkeit als Hilfspfleger
seien bereits jetzt starke Zweifel angebracht; er habe den Beschwerdeführer ermutigt
,
mit seinem Arbeitgeber zu sprechen, da im Rahmen der nächsten Kontrolle in drei Monaten
zumindest die Wiederaufnahme einer leichten körperlichen Tätigkeit möglich sein werde (
Urk.
7/28)
.
Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in seiner Heimat Pakistan habe sich gemäss Bericht des
Spitals
Y.___
vom 4. Dezember 2012 anlässlich der
Ver
laufskontrolle
vom 30. November 2012 objektiv eine deutliche Verbesserung des Gesamtbefundes gezeigt. Der Beschwerdeführer habe weniger Schmerzen und die Beweglichkeit habe sich signifikant verbessert. Für eine körperlich leichte Arbeit ohne Überkopfarbeiten erachtete ihn
Dr.
C.___
ab sofort
zu 100
% arbeitsfähig (
Urk.
7/43)
2.2
Am 18. Januar 2013 erklärte der Beschwerdeführer anlässlich einer telefoni
schen Bespre
chung mit der Beschwerdegegnerin
, dass seine Beschwerden seit der Rückkehr aus Pakistan stark zugenommen hätten (
Urk.
7/49).
Dr.
D.___
sprach sich denn auch am 19. Januar 2013 gegen die Möglichkeit einer Arbeits
aufnahme aus
(
Urk.
7/52).
2.3
Die Beurteilung einer
Computertomographie der rechten Schulter
durch das
Spital Y.___
vom 18. Februar 2013 lautete auf eine zunehmende Ver
schm
älerung des
Subakrominalraumes
(
dd
:
im Rahmen einer
Rotatorenman
schettenläsion
oder Atrophie der Sehnen
).
Proximal zwischen Knochenzement und
Humerusschaft
habe sich zud
em
ein feiner
Aufhellungssaum gezeigt
(
dd
: im Rahmen einer Lockerung,
Urk.
7/68). Eine hierauf durchgefüh
rte
Sonogra
phie
zeigte
gemäss
Dr.
C.___
eine hochgradig ausgedünnte
Supra
-
spinatus
sehne
und eine
atrophierte
Subscapularissehne
.
Der rechte Arm
werde während der Untersuchung und des gesamten Gespräches in einer deutlichen
Schonhal
tung
geführt, über dem vorderen Schulterbereich zeige sich eine diffuse
Druck
dolenz
. Der Nacken- und
der
Schürzengriff seien nur mit Unter
-
stützung mög
lich.
Die aktive Bewegung der rechten Schulter sei weiterhin praktisch fehlend und die Situation
sei
höchst unbefriedigend.
Dr.
C.___
empfahl in seinem Bericht vom 4. März 2013 eine Beurteilung durch einen Kollegen der
Klinik
B.___
(
Urk.
7/62).
2.4
Am 3. April 2013 untersuchte die Kreisärztin
Dr.
A.___
den Beschwerdeführer. Ihre Diagnose lautete auf eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung
der rechten
Schulter bei Status nach Implantation einer
Humeruskopfprothese
bei proximaler
Humerusfraktur
im
Mai 2012 und radiologisch/klinisch
bei
Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
und eine Prothesenlockerung. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich ein reizfreies rechtes Schultergelenk mit stark schmerzbedingter eingeschränkter Beweglichkeit gezeigt. Klinisch sei eine leichte Umfangsverminderung im Bereich der Oberarmmuskulatur bei
Rechts
dominanz
erkennbar. Im Bereich des U
nterarms seien die Verhältnisse
normal
. Die Handkraftentwicklung im Seitenvergleich sei rechts leicht vermindert. Die Schulterbeweglichkeit sei auch passiv schmerzbedingt nicht besser als aktiv.
Dr.
A.___
erachtete
den Beschwerdeführer in der angestammten Tätigk
eit als nicht mehr arbeitsfähig.
In einer angepassten Arbeit, in welcher die rechte Hand lediglich
als Hilfshand/Haltehand diene und die
nur Tätigkeiten bis Tischhöhe und keine kraftvollen Zug-, Stoss- und
Zupack
- sowie Drehbewegungen,
kein
einseitiges Abstützen oder Schläge und Vibrationen beinhalt
e, sei er zu 100
%
arbeitsfähig.
Aufgrund der neuen Bericht
e
und des Verdachts auf eine
Rotatorenman
-
schetten
ruptur
respektive auf eine Prothesenlockerung empfahl sie, die geplante Konsultation in der
Klinik
B.___
abzuwarten. Sollte keine weitere operative Revision geplant werden, könne von einem stat
i
on
ä
re
n
Zustand ausgegangen werden
(
Urk.
7/72).
2.5
Am 19. Juni 2013 folgte eine Untersuchung in der Schulter-/Ellbogen
-
sprechstunde
der
Klinik
B.___
.
Aufgrund der Bildgebung und der klinischen Befunde schlossen die zuständigen Ärzte auf eine Insuffizienz der
Rotatorenmanschette
. Angesichts der Ausprägung der Befunde erachteten sie eine weitere konservative Therapie als nicht angezeigt und sprachen sich als nächstes für eine Gelenkpunktion aus, um einen intraartikulären Infekt aus
zu
schliessen
(
Urk.
7/91).
Die am 28. Juni 2013
vorgenommene Punktion führte
zu keinem Nachweis von Mikroorganismen. Da die deutlichen
Bewegungsein
schränkungen
als durch die im Vordergrund stehenden Schmerzen ver
ursacht beurteilt wurden, wurde
eine
Infiltration des Gelenks mit Lokalanästhetikum und Cortison ins Auge gefasst. Einem operativen Vorgehen stehe der Beschwer
deführer, welcher täglich Schmerzmedikamente unter anderem in Form von Morphin einnehme, weiterhin ablehnend gegenüber (
Urk.
7/99).
Die am 28. August 2013 durchgeführte Infiltration habe sodann lediglich eine
diskrete Beschwerdeverbesserung
nach sich gezogen;
es werde die W
irkung des Cortisons abgewartet
. Bei persistierenden Beschwerden und
Bewegungsein
schränkung
en
sei jedoch der nächste Schritt die operative Konversion auf eine inverse Prothese (
Urk.
7/104).
Am 9. Oktober 2013 fand die nächste Verlaufskontrolle in der Schulter-/Ellbogensprechstunde der
Klinik
B.___
statt. Der Beschwerdeführer habe
letztlich
nicht auf die durchgeführte Infiltration
angesprochen. Aufgrund dessen sei man insgesamt mit einer Konversion auf eine inverse Schultertotalprothese zurückhaltend, insbesondere auch aufgrund des jungen Alters des Beschwerde
führers. Andererseits liege ein sehr grosser
Leidensdruck mit starken Schmer
z
e
n vor, so dass er aktuell seine Arbeit als Pflegeassistent nicht ausführen könne. Der Beschwerdeführer
stehe zurzeit einem operativen Vorgehen ablehnend gegenüber
(
Urk.
7/110).
2.6
Am 26. November 2013 nahm
Dr.
A.___
ein weiteres Mal Stellung. Sie führte aus, dass die bei den Konsultationen in der Klinik
B.___
erhobenen Befunde hinsichtlich der Beweglichkeit im Wesentlichen übereinstimmten, weshalb hier an sich keine gravierenden Diskrepanzen vorlägen und sich seit ihrer letzten Beurteilung keine Verä
nderung der Gesamtsituation erge
ben habe. Auch in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit liege kein Widerspruch zwischen den Angaben der Klinik
B.___
und ihrer Einschätzung, ginge doch auch sie
von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus. Bezüglich eine
s
angepassten Zumutbarkeitsprofil
s
habe sich die Klinik
B.___
nicht geäussert, weshalb sich aufgrund der neuen Unterlagen kein Abweichen von ihrer ursprünglichen Einschätzung rechtfertige (
Urk.
7/124).
3.
3.1
Im Rahmen
der Würdigung obiger ärztlicher Berichte
gilt es zu beachten, dass, sofern ein Versicherungsfall
– wie der hier zu beurteilende -
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden s
oll
, rechtsprechungsgemäss an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen
sind
. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsin
ternen
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 496 f. mit Hinweisen).
3.2
Was die Beurteilungen
der Kreisärztin
Dr.
A.___
vom 3. April und 26. Novem
ber 2013 (
Urk.
7/72 und 7/124) im Lichte dieser Rechtsprechung anbelangt,
ist zwar festzuhalten, dass diese auf der nötigen Aktenkenntnis, einer eigenen Untersuchung,
einer
Anamnese und Beurteilung beruhen
und damit formal den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert
eines Arztberichts entsprechen
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Jedoch
kommt man
nicht umhin festzustellen, dass sich i
hre
Einschätzungen
und Ausführungen
im Wesentlichen
auf die
Frage der Beweglichkeit des Schul
tergel
enks
reduzieren
. Zu
r Frage der
Schmerzhaftigkeit n
immt sie weder bezüg
lich Genese
und
Ausmass
noch hinsichtlich der Korrelation der Schmerzen zu den Befunden
Stellung
.
Entsprechend
fehlt es insbesondere ihrer Beurteilung de
r Restarbeitsfähigkeit
auch
an einer nachvollziehbaren Begründung
.
Was die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den beweisrechtlichen Schwierig
keiten von Schmerzangaben und nicht objektivierbaren Unfallfolgen vorbringen lässt (vgl. E. 10.2.1 und 10.2.2 in
Urk.
6), ändert
bei der aktuellen Aktenlage
nichts, wurde doch bis anhin von keiner ärztlichen Fachperson die
Schmerzhaf
tigkeit des Geschehens oder die
Organizität
der Schmerzen in Frage gestellt.
Vielmehr stehen neu
e
, von
Dr.
A.___
in
ihre
r
Stel
lungnahme vom 26. Novem
ber 2013
(
Urk.
7/124)
nicht
diskutierte Befunde/Diagnosen im Raum.
Dass sie ihre Ausführungen
trotz vo
m
Spital Y.___
mittels CT und Sonographie
festgestellter
und von der Klinik
B.___
bestätigter
Insuffizienz der
Rotatoren
man
schette
(
Urk.
7/
62, 7/65, 7/68,
7/99)
,
im Raume stehender
Versorgung mittels einer
Totalprothese
sowie
von der Klinik
B.___
notiertem
grossem Leidensdruck
(
Urk.
7/110
)
weiterhin im Wesentlichen auf die Frage der Beweg
lichkeit/des Bewegungsumfangs reduziert
e und keine ergänzenden Abklärungen für notwendig erachtete
,
erweckt zusätzliche Zweifel an ihrer Beurteilung. Ent
sprechend kann die Frage der Restarbeitsfähigkeit nicht gestützt auf die Ein
schätzung von
Dr.
A.___
beantwortet werden.
Auch die übrigen medizinischen Berichte lassen keinen abschliessenden Schluss auf die Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des verfügten Rentenbeginns per 1. Februar 2014 zu. Die Klinik
B.___
äusserte sich lediglich zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfspfleger (vgl
.
Urk.
7/99, 7/104, 7/110
), und die ursprüngliche Einschätzung des
Spital
s
Y.___
vom 4. Dezember 2012, wonach eine 100%ige Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliege (
Urk.
7/43), wurde durc
h die neuen Befunde hinsichtlich der Insuffizi
enz der
Rotatorenmanschette
, welche das
Spital Y.___
zur Überweisung an die Klinik
B.___
veranlassten (vgl.
Urk.
7/65), überholt.
Auf die Einschätzung des Hausarztes
Dr.
D.___
alleine, welcher am 19. Januar 2013 erklärte, eine Arbeitsfähigkeit sei für ihn bei diesen Schmerzen und den schmerzhaften Bewegungseinschränkungen schwer vorstellbar
(
Urk.
7/52), kann aufgrund die Erfahrungstatsache, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5,
125 V 351 E. 3b/cc), nicht abgestellt werden.
Entsprechend erweisen
sich
zusätzliche medizinische Abklärungen in Form eines externen orthopädisch-chirurgischen
Berichtes zur Frage der
Restarbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers als unabdingbar. Dieser ist
sinnvollerweise
bei
der Klinik
B.___
einzuholen
. Die Sache ist hierfür und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerde ist gutzuheissen.
3.
3.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
3.2
Unter Berücksichtigung obiger Bemessungskriterien ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘500.
--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zuzusprechen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde wird
der
angefochtene Einspracheentscheid vom
2
2.
Mai 2014 aufgeho
ben und die Sache an die
Schweizerische
Unfallversicherungs
anstalt
zurückgewiesen
, damit diese, nach erfolgter
Abklärung im Sinne der Erwägun
gen,
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
neu verfüge.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
2‘500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Eduard M.
Barcikowski
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGasser Küffer