# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fc1204c-756c-52e9-860f-d80513bf633c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 18.02.2022 SK2 2021 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-71_2022-02-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 18. Februar 2022

Referenz SK2 21 71

Instanz II. Strafkammer

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Bergamin
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____, 
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Brändli Rechtsanwälte AG, Aquasanastrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Amtliche Verteidigung

Anfechtungsobj. Verfügung der Jugendanwaltschaft Graubünden vom 14.09.2021, 
mitgeteilt am 14.09.2021 (Proz. Nr. VV.2021.802)

Mitteilung 23. Februar 2022

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Sachverhalt

A. Am 24. Februar 2021 wurde A._____, geboren am _____ 2004, von der 
Kantonspolizei Graubünden in B._____ in Anwendung von Art. 217 StPO wegen 
Verdachts auf Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorläufig fest-
genommen und in Polizeihaft verbracht. Nach mehreren Einvernahmen in Haft 
wurde A._____ am 26. Februar 2021 innerhalb von 48 Stunden seit Festnahme 
aus der Haft entlassen. In unmittelbarem Anschluss an die Haftentlassung wurden 
diverse weitere Einvernahmen (Detaileinvernahmen) durchgeführt. Am 3. März 
2021 erfolgte sodann eine weitere Einvernahme von A._____.

B. Die Jugendanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Jugendanwaltschaft) 
eröffnete mit Verfügung vom 25. Februar 2021 eine Strafuntersuchung gegen 
A._____ wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Proz. Nr. 
VV.2021.802). Am 17. Mai 2021 trat die Jugendanwaltschaft des Kantons 
St. Gallen das bei ihr hängige Strafverfahren betreffend Hinderung einer Amts-
handlung an die hiesige Jugendanwaltschaft ab.

C. Mit Schreiben vom 3. August 2021 zeigte Rechtsanwalt MLaw Tobias 
Brändli der Jugendanwaltschaft unter Beilage der entsprechenden Vollmacht an, 
mit der Wahrung der Interessen von A._____ beauftragt worden zu sein.

D. Am 26. August 2021 erfolgte eine Einvernahme von A._____ durch die Ju-
gendanwaltschaft in Anwesenheit seines Rechtsbeistands, welcher dazu mittels 
fakultativer Vorladung bzw. Information betreffend Untersuchungshandlung vom 
16. August 2021 eingeladen worden war. Im Anschluss an diese Einvernahme 
fand ein mündlicher Austausch zwischen der zuständigen Jugendanwältin, der 
Leitenden Jugendanwältin lic. iur. Bettina Ott Guyan, sowie dem Rechtsbeistand 
von A._____ statt.

E. Mit Eingabe vom 6. September 2021 machte der Rechtsbeistand von 
A._____ verschiedene Bemerkungen zum bisherigen Verfahren und ersuchte dar-
um, als notwendiger Verteidiger (wohl: amtlicher Verteidiger) für A._____ für das 
weitere Strafverfahren eingesetzt zu werden.

F. Die Jugendanwaltschaft nahm mit Schreiben vom 14. September 2021 zur 
Eingabe des Rechtsbeistands von A._____ vom 6. September 2021 Stellung.

G. Mit gleichentags mitgeteilter Verfügung vom 14. September 2021 ernannte 
die Jugendanwaltschaft den Rechtsbeistand von A._____, Rechtsanwalt MLaw 

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Tobias Brändli, gestützt auf Art. 24 lit. a i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO ab 6. 
September 2021 zu dessen amtlichen Verteidiger.

H. Gegen diese Verfügung liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 
Eingabe vom 27. September 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden erheben, wobei er folgende Rechtsbegehren stellte:

1. Die Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 14. September 2021 be-
treffend amtliche Verteidigung sei aufzuheben.

2. Rechtsanwalt Tobias Brändli sei ab dem 26. August 2021 zum amtli-
chen Verteidiger von A._____ zu ernennen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin.

I. Mit Stellungnahme vom 11. Oktober 2021 beantragte die Jugendanwalt-
schaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

J. Am 5. November 2021 replizierte der Beschwerdeführer, wobei er an sei-
nen Rechtsbegehren festhielt. Die Jugendanwaltschaft verzichtete mit Eingabe 
vom 16. November 2021 auf eine Duplik.

K. Die Akten der Jugendanwaltschaft (Proz. Nr. VV.2021.802) wurden beige-
zogen. Die Sache erweist sich als spruchreif.

Erwägungen

1.1. Verfügungen der Jugendanwaltschaft können gemäss Art. 39 Abs. 1 JStPO 
i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde angefochten werden. Beschwer-
deinstanz in Jugendstrafsachen ist das Kantonsgericht (Art. 7 Abs. 1 lit. c JStPO 
i.V.m. Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[EGzStPO; BR 350.100]). Die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsge-
richts ergibt sich aus Art. 39 Abs. 3 JStPO i.V.m. Art. 10 Abs. 2 der Kantonsge-
richtsverordnung (KGV; 173.100). Zur Beschwerde legitimiert ist der urteilsfähige 
Jugendliche, welcher ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung eines Entscheids hat (Art. 38 Abs. 1 lit. a JStPO u. Art. 38 Abs. 3 JStPO 
i.V.m. Art. 382 Abs. 1 StPO).

1.2. Im Übrigen sind die Bestimmungen der StPO anwendbar, sofern die JStPO 
keine besondere Regelung enthält (Art. 3 Abs. 1 JStPO). Die Beschwerde ist 
demnach innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 
StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punk-
te der Verfügung sie anficht, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen 
und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO). Die angefochtene Ver-

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fügung wurde dem Rechtsbeistand des Beschwerdeführers am 15. September 
2021 zugestellt (act. E.2). Die dagegen erhobene Beschwerde datiert vom 
27. September 2021 (Datum Poststempel) und ist damit unter Berücksichtigung 
von Art. 90 Abs. 2 StPO fristgerecht erfolgt. Sie ist überdies gehörig begründet 
(act. A.1). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkun-
gen Anlass, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.1. Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Rechtsverletzung durch die 
Jugendanwaltschaft. Er bringt im Wesentlichen vor, dass die Voraussetzungen für 
die Anordnung einer amtlichen Verteidigung i.S. von Art. 25 Abs. 1 lit. c i.V.m. 
Art. 24 lit. a JStPO bereits am 26. August 2021 erfüllt gewesen seien, weshalb 
sein Rechtsbeistand bereits ab diesem Datum – und nicht erst ab dem 6. Septem-
ber 2021 – als amtlicher Verteidiger hätte eingesetzt werden müssen. So sei 
spätestens ab dem 26. August 2021 von einem Fall notwendiger Verteidigung im 
Sinne von Art. 24 lit. a JStPO auszugehen gewesen, was auch die Jugendanwältin 
in ihrem Schreiben vom 14. September 2021 bestätigt habe. Sodann sei der Ju-
gendanwaltschaft seit dem 26. August 2021 bekannt gewesen, dass sowohl der 
Beschwerdeführer als auch dessen Mutter bzw. gesetzliche Vertretung nicht über 
die notwendigen Mittel verfügten, um selbst für die Kosten der Verteidigung aufzu-
kommen (vgl. Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO). Bei einer notwendigen Verteidigung sei-
en die finanziellen Verhältnisse überdies nicht vorab abzuklären. Der Beschwerde-
führer macht weiter geltend, sein Rechtsbeistand habe bereits anlässlich der Ein-
vernahme vom 26. August 2021 darauf hingewiesen, dass er als amtliche Vertei-
digung des Beschwerdeführers einzusetzen sei bzw. habe ein entsprechendes 
mündliches Gesuch gestellt (act. A.1, III.II.14 ff.; act. A.3).

2.2. Die Jugendanwaltschaft hält dagegen fest, der Rechtsbeistand des Be-
schwerdeführers habe ihr mit Schreiben vom 3. August 2021 zur Kenntnis ge-
bracht, dass er mit dessen Interessenwahrung beauftragt worden sei, und habe 
sich entsprechend legitimiert. Sodann habe er als privater Verteidiger an der Ein-
vernahme des Beschwerdeführers vom 26. August 2021 teilgenommen. Die Ju-
gendanwaltschaft bestätigt, dass nach Abschluss der Einvernahme vom 26. Au-
gust 2021 zwischen dem Verteidiger und der Jugendanwältin ein Gespräch aus-
serhalb des Protokolls betreffend notwendige Verteidigung und mögliche amtliche 
Verteidigung stattgefunden habe. Anlässlich dieses Gesprächs habe die Jugend-
anwältin auf Frage des Verteidigers bestätigt, dass es sich um einen Fall von not-
wendiger Verteidigung handle, da sie ab Schluss der Einvernahme zur Sache die 
mögliche Strafe, konkret 1-2 Monate Freiheitsentzug oder persönliche Arbeitsleis-
tung, habe abschätzen können. Auf Nachfrage habe sie den Rechtsbeistand aus-

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serdem auf Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO hingewiesen und ihm mitgeteilt, dass er ein 
entsprechendes Gesuch mit Belegen zur Prüfung einreichen könne. Mit Schreiben 
vom 6. September 2021 habe der Rechtsbeistand des Beschwerdeführers um 
Einsetzung als amtlicher Verteidiger "für das weitere Strafverfahren" ersucht und 
Unterlagen betreffend die finanzielle Situation des Beschwerdeführers eingereicht. 
In der Folge sei die amtliche Verteidigung ab Gesuchsdatum vom 6. September 
2021 und somit antragsgemäss gewährt worden. Eine rückwirkende Gewährung 
der amtlichen Verteidigung falle nicht in Betracht. Der Beschwerdeführer sei seit 
dem 3. August 2021 privat verteidigt gewesen. Die amtliche Verteidigung werde 
bei notwendiger Verteidigung und bereits bestehender Wahlverteidigung nur bei 
Mittellosigkeit und nur auf entsprechendes Gesuch hin angeordnet, wobei das 
amtliche Mandat mit der Einsetzung bzw. mit dem Eingang des Gesuchs beginne. 
Ausserdem werde die amtliche Verteidigung erst nach Prüfung der finanziellen 
Verhältnisse angeordnet, welche nur dann vorab nicht abzuklären seien, wenn die 
amtliche Verteidigung gestützt auf Art. 25 Abs. 1 lit. a und lit. b JStPO angeordnet 
werde.

3.1. Gemäss Art. 25 Abs. 1 JStPO ordnet die zuständige Behörde eine amtliche 
Verteidigung an, wenn bei notwendiger Verteidigung die oder der beschuldigte 
Jugendliche oder die gesetzliche Vertretung trotz Aufforderung keine Wahlvertei-
digung bestimmt (lit. a), der Wahlverteidigung das Mandat entzogen wurde oder 
sie es niedergelegt hat und die oder der beschuldigte Jugendliche oder die gesetz-
liche Vertretung nicht innert Frist eine neue Wahlverteidigung bestimmt (lit. b) oder 
die oder der beschuldigte Jugendliche und die gesetzliche Vertretung nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügen (lit. c). Die amtliche Verteidigung wird mithin 
dann eingesetzt, wenn keine Verteidigung besteht, obwohl sie notwendig im Sinne 
von Art. 24 JStPO erscheint (Dieter Hebeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung und Jugendstraf-
prozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 zu Art. 25 JStPO). Ein Fall einer not-
wendigen Verteidigung ist unter anderem anzunehmen, wenn der oder dem Ju-
gendlichen ein Freiheitsentzug von mehr als einem Monat oder eine Unterbrin-
gung droht (Art. 24 lit. a JStPO).

3.2. Im Jugendstrafprozess ist an die Gewährung der amtlichen Verteidigung 
grundsätzlich ein grosszügiger Massstab anzulegen (BGE 138 IV 35 E. 6.3; Daniel 
Jositsch/Marcel Riesen-Kupper, Schweizerische Jugendstrafprozessordnung 
[JStPO], Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2018, N 3 zu Art. 25 JStPO). Im Gegensatz 
zum Erwachsenenstrafprozess kann eine amtliche Verteidigung von Jugendlichen 
jedoch nur in Fällen von notwendiger Verteidigung bestellt werden (AppGer BS 

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BES.2019.190 v. 16.12.2019 E. 3.1; Stefan Heimgartner/Beda Harb, in: Ober-
staatsanwaltschaft und Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich [Hrsg.], Amt-
liche Mandate, Leitfaden, 3. Aufl., Zürich 2016, S. 30, C.1.2; Jositsch/Riesen-
Kupper, a.a.O., N 8 zu Art. 25 JStPO). Dass eine amtliche Verteidigung nur bei 
notwendiger Verteidigung in Frage kommt, bedeutet umgekehrt indes nicht, dass 
in jedem Fall einer notwendigen Verteidigung eine amtliche Verteidigung bestellt 
werden müsste. Vielmehr bleibt auch diesfalls eine private Wahlverteidigung nach 
wie vor und nicht anders als im Erwachsenenstrafprozess zulässig (vgl. Hebeisen, 
a.a.O., N 2a zu Art. 25 JStPO; Heimgartner/Harb, a.a.O., S. 32, C.1.5.3; Jo-
sitsch/Riesen-Kupper, a.a.O., N 3 zu Art. 24 JStPO; Christof Riedo, Jugendstraf-
recht und Jugendstrafprozessrecht, Freiburg 2013, N 1793). 

3.3. Es ist durchaus möglich, dass zuerst eine Wahlverteidigung besteht, welche 
dann in eine amtliche Verteidigung umgewandelt wird, wenn die Voraussetzungen 
von Art. 25 JStPO erfüllt sind (Hebeisen, a.a.O., N 1a zu Art. 25 JStPO; vgl. betr. 
Erwachsenenstrafprozess BGer 1B_364/2019 v. 28.8.2019 E. 3.5). Die Umwand-
lung einer vorbestehenden Wahlverteidigung in eine amtliche Verteidigung 
gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO – lit. a und b fallen naturgemäss ausser Be-
tracht – setzt ein (hinreichend begründetes) Gesuch voraus (vgl. betr. Erwachse-
nenstrafprozess BGer 1B_364/2019 v. 28.8.2019 E. 3.5; Heimgartner/Harb, 
a.a.O., S. 21, B.2.1). Ohne entsprechendes Gesuch bleibt es bei der privaten 
Wahlverteidigung, die, wie aufgezeigt, auch im Jugendstrafprozess im Falle einer 
notwendigen Verteidigung ohne Weiteres zulässig ist. Es wird somit bei Eintreten 
der Voraussetzungen einer notwendigen Verteidigung nicht ex officio eine Um-
wandlung der Privatverteidigung in eine amtliche Verteidigung vorgenommen. 
Dies steht auch in Einklang mit dem Verständnis, wonach im Erwachsenenstraf-
prozess die Bestellung einer amtlichen, nicht notwendigen Verteidigung in der 
Disposition der beschuldigten Person steht bzw. deren Antrag voraussetzt (vgl. 
Maurice Harari/Raphaël Jakob/Soile Santamaria, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier De-
peursinge [Hrsg.], Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2. 
Aufl., Basel 2019, N 74 f. zu Art. 132 StPO; Niklaus Ruckstuhl, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung und Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 22 zu 
Art. 132 StPO).

3.4. Wird die ersuchte Umwandlung bewilligt, so gilt sie bzw. das amtliche Man-
dat grundsätzlich rückwirkend ab Gesuchstellung (vgl. Hebeisen, a.a.O., N 1a zu 
Art. 25 JStPO; vgl. betr. Erwachsenenstrafprozess Heimgartner/Harb, a.a.O., 
S. 21, B.2.1). Eine darüber hinausreichende Rückwirkung respektive eine Einset-

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zung als Amtsverteidigung auf einen noch früheren Zeitpunkt kommt höchstens 
dann ausnahmsweise in Betracht, wenn der Rechtsbeistand wegen zeitlicher 
Dringlichkeit bereits vor der Gesuchseinreichung Leistungen erbringen musste, 
ohne dass es ihm gleichzeitig möglich gewesen wäre, ein Gesuch um amtliche 
Verteidigung zu stellen, oder im Falle einer Pikettverteidigung (vgl. betr. Erwach-
senenstrafprozess BGer 1B_205/2019 v. 14.6.2019 E. 5 m.V.a. BGE 122 I 203 
E. 2f; Heimgartner/Harb, a.a.O., S. 21, B.2.1).

3.5. Im Bereich des Erwachsenenstrafprozesses hat das Bundesgericht festge-
halten, dass die Konstellation, in welcher die beschuldigte Person über eine Wahl-
verteidigung verfüge und deren Umwandlung in eine amtliche Verteidigung bean-
trage, nicht unter Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO einzuordnen sei. Vielmehr richte sich 
die Behandlung eines solchen Gesuchs (auch bei Fällen notwendiger Verteidi-
gung) nach Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO und hänge somit von der finanziellen Be-
dürftigkeit der beschuldigten Person ab. Diese sei für den zuletzt genannten Punkt 
nachweispflichtig. Ein Anspruch auf Anordnung der amtlichen Verteidigung ohne 
Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit bestehe bei notwendiger Verteidigung nur 
bei Fehlen einer Wahlverteidigung (BGer 1B_364/2019 v. 28.8.2019 E. 3.5 f.). Es 
bestehen keine Gründe, diese Überlegungen nicht auch im Bereich der Jugends-
trafrechtspflege gelten zu lassen (zur generellen Anwendbarkeit der Art. 132-
135 StPO im Jugendstrafprozess vgl. Hebeisen, a.a.O., N 1 zu Art. 25 JStPO). Da 
im Zeitpunkt der Stellung des Umwandlungsgesuchs bereits eine (Wahl-)Vertei-
digung besteht, ist der Schutzbedürftigkeit der oder des Jugendlichen nicht dahin-
gehend besonders Rechnung zu tragen, dass auf die Mitwirkungsobliegenheit in 
Bezug auf die finanziellen Verhältnisse verzichtet werden könnte. Entsprechend 
sind im Jugendstrafprozess die finanziellen Verhältnisse nur dann vorab nicht zu 
klären, wenn die amtliche Verteidigung gestützt auf Art. 25 Abs. 1 lit. a oder lit. b 
JStPO angeordnet wird, im Falle der Einsetzung einer amtlichen Verteidigung 
gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO hingegen schon.

4.1. Vorliegend wird von der Jugendanwaltschaft nicht bestritten, dass seit dem 
26. August 2021 ein Fall von notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 24 lit. a 
JStPO vorlag (act A.2, Rz. 2). Jedoch ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer 
bereits seit dem 3. August 2021 privat verteidigt war (vgl. act. B.2). Die Tatsache, 
dass sich nach diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen für eine notwendige Ver-
teidigung verwirklichten, hatte keinen Einfluss auf die bestehende Privatverteidi-
gung, da nach dem Gesagten eine notwendige Verteidigung nicht automatisch 
eine amtliche Verteidigung bedingt bzw. zur Folge hat. Es war auch nicht an der 
Jugendanwaltschaft, bei Eintritt eines Falles der notwendigen Verteidigung ex offi-

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cio eine Umwandlung der privaten in eine amtliche Verteidigung einzuleiten oder 
vorzunehmen. Vielmehr ist bzw. war es Aufgabe des Beschwerdeführers respekti-
ve dessen Rechtsbeistands, bei gegebenen Voraussetzungen um eine Umwand-
lung der Wahlverteidigung in eine Amtsverteidigung zu ersuchen. Dabei waren 
auch die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers ausreichend darzule-
gen, da die Einsetzung eines amtlichen Verteidigers gestützt auf Art. 25 Abs. 1 
lit. c JStPO nach dem Gesagten erst nach entsprechender Prüfung erfolgt. Wie 
der Beschwerdeführer selbst ausführt (act. A.1, III.I.11), reichte er die Belege be-
treffend seine finanzielle Situation erst am 6. September 2021 ein (StA act. 1A.5 
ff.). Auch unter diesem Gesichtspunkt war ein Einschreiten der Jugendanwalt-
schaft von Amtes wegen nicht angezeigt, selbst wenn aus ihrer Sicht Anzeichen 
einer Mittellosigkeit im Sinne von Art. 25 Abs. 1 lit. c JStPO bestanden haben soll-
ten.

4.2. Mit Eingabe vom 6. September 2021 liess der Beschwerdeführer unter an-
derem das Gesuch stellen, sein Rechtsbeistand sei für das weitere Strafverfahren 
als notwendiger Verteidiger (wohl: amtlicher Verteidiger) einzusetzen 
(StA act. 1A.5, Rz. 5.5). Am 14. September 2021 verfügte die Jugendanwaltschaft 
die Ernennung des Rechtsbeistands des Beschwerdeführers zu dessen amtlichen 
Verteidiger ab dem 6. September 2021 (act. B.1). Mit der Jugendanwaltschaft ist 
festzuhalten, dass damit dem Gesuch des (anwaltlich verbeiständeten) Beschwer-
deführers vollumfänglich stattgegeben wurde, indem ihm antragsgemäss für das 
weitere Strafverfahren, also pro futuro bzw. für das Verfahren ab Gesuchseinrei-
chung, die amtliche Verteidigung bewilligt wurde. Dieses Vorgehen entspricht 
überdies der erwähnten Praxis, wonach die Umwandlung einer privaten in eine 
amtliche Verteidigung grundsätzlich rückwirkend auf das Gesuchsdatum, nicht 
aber auf ein weiter zurückliegendes Datum, gewährt wird. Es ist vorliegend auch 
kein Grund ersichtlich, weshalb die Einsetzung der Amtsverteidigung ausnahms-
weise auf einen vor dem Gesuchsdatum liegenden Zeitpunkt zurückwirken sollte. 
Der Beschwerdeführer hat denn auch weder eine solche ausserordentliche Rück-
wirkung beantragt noch ausgeführt, weshalb eine frühere Gesuchstellung nicht 
möglich gewesen sein soll.

4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Rechtsbeistand habe bereits am 
26. August 2021 mündlich um Einsetzung als amtliche Verteidigung des Be-
schwerdeführers ersucht und sei bereits ab diesem Datum als Amtsverteidigung 
einzusetzen (vgl. oben E. 2.1). Grundsätzlich ist dazu festzuhalten, dass die Tat-
sache, dass der Beschwerdeführer erstmals im vorliegenden Verfahren eine Ein-
setzung als Amtsverteidigung ab einem früheren Datum als dem 6. September 

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2021 verlangt und zum ersten Mal auf sein angebliches mündliches Gesuch vom 
26. August 2021 verweist, wohl nicht zur Unzulässigkeit seines Rechtsbegehrens 
oder seiner Behauptung führen dürfte, da im Beschwerdeverfahren nach Art. 3 
Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 393 ff. StPO grundsätzlich keine Beschränkung des No-
venrechts gilt (vgl. betr. Erwachsenenstrafprozess KGer GR SK2 20 32 v. 
25.1.2021 E. 3.6.1 m.w.H.). Jedoch erscheint die Behauptung des Beschwerde-
führers betreffend mündliches Gesuch nicht glaubhaft. Für das angebliche mündli-
che Gesuch vom 26. August 2021 bestehen (naturgemäss) keine Belege. Im 
schriftlichen Gesuch vom 6. September 2021 erfolgte aber auch an keiner Stelle 
ein Verweis oder Hinweis darauf, dass bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein 
(mündliches) Gesuch gestellt worden wäre und die Umwandlung per dieses Da-
tum vorzunehmen wäre. Entsprechend ist vorliegend vom Sachverhalt, wie ihn die 
Jugendanwaltschaft präsentiert, auszugehen. Danach hatte die Jugendanwältin 
den Rechtsbeistand lediglich auf die Möglichkeit der Einreichung eines Umwand-
lungsgesuchs hingewiesen, ohne dass sogleich ein solches Gesuch gestellt wor-
den wäre.

4.4. Der Beschwerdeführer bringt überdies vor, die Voraussetzungen der not-
wendigen Verteidigung hätten bereits vor dem 26. August 2021 vorgelegen 
(act. A.3, Rz. 3 u. 5), wobei er selbst nicht geltend macht, dass die Einsetzung 
seines Rechtsbeistands als amtlicher Verteidiger auf ein früheres Datum als den 
26. August 2021 zurückwirken solle. Ohnehin ist jedoch, wie bereits ausgeführt, 
bei bestehender Wahlverteidigung der Zeitpunkt der Verwirklichung der Voraus-
setzungen von Art. 24 JStPO nicht von Relevanz. Und selbst wenn davon auszu-
gehen wäre, dass bereits vor der Übernahme der privaten Verteidigung durch den 
Rechtsbeistand des Beschwerdeführers am 3. August 2021 erkennbar ein Fall von 
notwendiger Verteidigung vorgelegen hätte, würde sich einzig die Frage nach der 
Verwertbarkeit der (ohne Anwesenheit einer Verteidigung) erhobenen Beweise 
stellen, welche jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
bildet (vgl. Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 131 Abs. 3 StPO; BGE 138 IV 35 E. 5.2; 
Jositsch/Riesen-Kupper, a.a.O., N 4 zu Art. 24 JStPO). Der Vollständigkeit halber 
ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass im Jugendstrafverfahren bei der Berech-
nung der Haftfrist gemäss Art. 24 lit. c JStPO die Dauer der vorläufigen Festnah-
me nicht mitzuberücksichtigen ist, sondern die Frist von 24 Stunden erst mit der 
Eröffnung der Anordnung der Untersuchungshaft beginnt (Hebeisen, a.a.O., N 4 
zu Art. 24 JStPO; Jositsch/Riesen-Kupper, a.a.O., N 18 zu Art. 24 JStPO).

4.5. Vor dem Hintergrund der vorangehenden Ausführungen stellt sich die Frage 
nach einer allfälligen Fehlleistung des Rechtsbeistandes des Beschwerdeführers 

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sowie danach, ob eine solche gegebenenfalls dem Beschwerdeführer angerech-
net werden könnte. Eine anwaltliche Fehlleistung könnte allenfalls darin erblickt 
werden, dass das Gesuch um Einsetzung als Amtsverteidigung möglicherweise 
verspätet erfolgte und darin überdies lediglich um eine künftige statt um eine 
rückwirkende Amtseinsetzung ersucht wurde. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung zum Erwachsenenstrafprozess ist eine Fehlleistung des Anwalts im 
Grundsatz dem Mandanten anzurechnen. Eine Ausnahme davon ist einzig in Fäl-
len notwendiger Verteidigung anerkannt, wenn das Recht der beschuldigten Per-
son auf eine effektive und wirksame Verteidigung der Anrechnung eines schwer-
wiegenden Fehlers des Anwalts entgegensteht. Dies setzt voraus, dass das allfäl-
lige Fehlverhalten des Anwalts grob fahrlässig, qualifiziert unrichtig oder mit den 
Regeln der Anwaltskunst gänzlich unvereinbar erscheint, dem Beschuldigten 
selbst kein Vorwurf gemacht werden kann und eine Schadenersatzleistung unge-
eignet ist für eine Wiedergutmachung (BGE 143 I 284 E. 2.2.3; 
BGer 6B_1367/2020 v. 9.2.2021 E. 3 m.w.H.). Selbst wenn vorliegend eine Fehl-
leistung des Rechtsbeistands des Beschwerdeführers bejaht werden müsste, so 
wäre diese – insbesondere, da zwischen dem tatsächlichen und dem möglichen 
Datum der Einsetzung als Amtsverteidiger lediglich 10 Tage liegen – nicht der-
massen gravierend, dass sie dem Beschwerdeführer deswegen nicht anzurech-
nen wäre.

4.6. An den gemachten Ausführungen ändert auch der besondere Schutzzweck 
des Jugendstrafprozessrechts (vgl. Art. 4 JStPO) nichts. So verfügte der jugendli-
che Beschwerdeführer im gesamten Zeitraum zwischen dem 26. August 2021 und 
dem 6. September 2021, auf welchen sich die vorliegende Beschwerde in erster 
Linie bezieht, über eine Wahlverteidigung. Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts haben der private und der amtliche Verteidiger gleichermassen die 
Interessen der beschuldigten Person in sorgfältiger und gewissenhafter Weise zu 
wahren und ihr dafür Rechnung zu stellen, solange das Mandatsverhältnis andau-
ert. Dabei ist auch davon auszugehen, dass die Wahlverteidigung bei Annahme 
des Mandats die beschuldigte Person auf die Kostenfolgen aufmerksam macht, 
sich ein Bild über deren finanzielle Verhältnisse verschafft, einen ausreichenden 
Kostenvorschuss einfordert oder gegebenenfalls frühzeitig ein ausreichend be-
gründetes und belegtes Gesuch um Einsetzung als amtliche Verteidigung stellt. 
Die Folgen einer Unterlassung, namentlich das Risiko der Uneinbringlichkeit des 
Honorars, wären vom Verteidiger zu tragen. Dieser bleibt jedoch unabhängig von 
der Sicherstellung seines Honorars zumindest so lange, als er sein Mandat nicht 
niedergelegt hat, zur gewissenhaften Verteidigung seines Klienten verpflichtet 
(vgl. betr. Erwachsenenstrafprozess BGer 1B_364/2019 v. 28.8.2019 E. 3.6 

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m.V.a. Art. 12 BGFA u. BGE 124 I 185 E. 3b; BGE 122 I 203 E. 2g). Dem Be-
schwerdeführer darf und kann somit aus einer verspäteten Gesuchseinreichung 
kein Nachteil im Sinne einer eingeschränkten Vertretung seiner Interessen er-
wachsen. Selbstverständlich ist das Honorar für Leistungen, welche der Rechts-
beistand vor seiner Einsetzung als Amtsverteidigung erbracht hat, vom Beschwer-
deführer bzw. von dessen gesetzlicher Vertretung zu bezahlen. Der Schutzgedan-
ke, welcher dem Jugendstrafverfahren zugrunde liegt, verlangt jedoch nicht, dass 
das Strafverfahren für einen beschuldigten Jugendlichen in jedem Fall kostenlos 
sein muss. Es ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass auch die Gewährung der 
amtlichen Verteidigung den Beschuldigten und seine gesetzliche Vertretung nicht 
definitiv von der Bezahlung des geschuldeten Anwaltshonorars befreien, sondern 
diese bei einer Besserung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse zur Rückerstattung 
verpflichtet sind (Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). Nach dem 
Gesagten war vorliegend die wirksame Verteidigung des Beschwerdeführers zu 
jeder Zeit gewährleistet und seinem besonderen, altersbedingten Schutzbedürfnis 
stets Genüge getan.

5. Zusammenfassend erweist sich die Kritik des Beschwerdeführers an der 
angefochtenen Verfügung der Jugendanwaltschaft als nicht gerechtfertigt. In der 
Einsetzung des Rechtsbeistands des Beschwerdeführers als amtlicher Verteidiger 
(erst) ab 6. September 2021 kann keine Rechtsverletzung erblickt werden. Dem-
nach ist die Beschwerde abzuweisen.

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 428 
Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 11 i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die Ge-
richtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) beträgt der Gebührenrahmen 
in Jugendstrafverfahren CHF 500.00 bis CHF 2'500.00. Für das vorliegende Ver-
fahren erscheint aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen eine Ge-
richtsgebühr von CHF 700.00 als angemessen.

6.2. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer vom 18. Februar 2022 
(SK2 21 72) wurde dem Beschwerdeführer für das vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden hängige Beschwerdeverfahren Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli 
als amtlicher Verteidiger bestellt. Auch die Kosten der amtlichen Verteidigung, 
welche als Auslagen ebenfalls Teil der Verfahrenskosten bilden (Art. 44 Abs. 2 
JStPO i.V.m. Art. 422 Abs. 1 u. Abs. 2 lit. a StPO), sind grundsätzlich vom Be-
schwerdeführer zu tragen, gehen aber vorerst zu Lasten des Kantons Graubünden 
und werden aus der Gerichtskasse bezahlt. Sobald die wirtschaftlichen Verhältnis-
se des Beschwerdeführers es gestatten, ist er jedoch zur Rückerstattung der ge-

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leisteten Entschädigung an den Kanton Graubünden sowie zur Erstattung der Dif-
ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar an den 
amtlichen Verteidiger verpflichtet (Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 
StPO). Die Eltern des Beschwerdeführers können im Rahmen ihrer Unterhalts-
pflicht ebenfalls zur Rückerstattung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO verpflichtet 
werden (Art. 25 Abs. 2 JStPO).

Das urteilende Gericht hat die Entschädigung der amtlichen Verteidigung am Ende 
des Verfahrens festzulegen (Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 135 Abs. 2 StPO). 
Die amtliche Verteidigung wird dabei nach dem Anwaltstarif desjenigen Kantons 
entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. 
Art. 135 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall ist demnach die Verordnung über die 
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorar-
verordnung [HV, BR 310.250],) massgebend, welche in Art. 5 Abs. 1 eine Ent-
schädigung des berechtigten Aufwandes des amtlichen Verteidigers zu einem 
Stundenansatz von CHF 200.00 zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehr-
wertsteuer vorsieht. Der amtliche Verteidiger des Beschwerdeführers verzichtete 
vorliegend auf das Einreichen einer Honorarnote, weshalb sich die Zusprechung 
einer Entschädigung nach Ermessen rechtfertigt (Art. 5 Abs. 2 HV). Angesichts 
der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen erscheint ein Aufwand von 9 Stunden 
respektive eine Entschädigung von rund CHF 2'000.00 (inkl. 3% Barauslagen und 
7.7% MWSt.) als angemessen. Entsprechend ist Rechtsanwalt MLaw Tobias 
Brändli für seine Aufwendungen im vorliegenden Beschwerdeverfahren vom Kan-
ton Graubünden mit CHF 2'000.00 (inkl. Barauslagen und MWSt.) zu entschädi-
gen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 700.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

3. Die Kosten des amtlichen Verteidigers für seine im Beschwerdeverfahren 
getätigten Aufwendungen trägt A._____. Sie gehen jedoch vorerst zu Las-
ten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt. 
Vorbehalten bleibt die Rückforderung dieser Kosten, sobald es die wirt-
schaftlichen Verhältnisse von A._____ oder seiner Eltern erlauben (Art. 25 
Abs. 2 JStPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO).

4. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt MLaw Tobias 
Brändli, für das Beschwerdeverfahren wird auf CHF 2'000.00 (inkl. Baraus-
lagen und MWSt.) festgelegt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 
90 ff. BGG.

6. Gegen den Entschädigungsentscheid (Ziffer 4) kann der amtliche Verteidi-
ger gemäss Art. 25 Abs. 2 JStPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 3 
lit.  b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) Beschwerde an das 
Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem Bundesstrafgericht, 
Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, schriftlich innert 
10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 StBOG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerde-
gründe, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 393 ff. StPO.

7. Mitteilung an: