# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1246ac4e-79c4-5162-8be1-56dc2c503ca9
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-21
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 21.06.2018 VG.2018.00033 (VG.2018.665)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00033_2018-06-21.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 21. Juni 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00033

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Am 15. April 2008 wies die
  IV-Stelle Glarus das von A.______ am 28. Dezember 2006 gestellte Begehren um
  Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die am 15. Mai 2008 dagegen
  erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht am 9. Juli 2009 (Verfahren
  VG.2008.00066) ebenfalls ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 12. Oktober 2011 machte
  A.______ bei der IV-Stelle wiederum einen Leistungsanspruch geltend. Im
  Anschluss daran gab Letztere sowohl ein internistisch-rheumatologisches
  Gutachten als auch eine Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
  in Auftrag. Gestützt darauf stellte sie A.______ mit Vorbescheid vom
  2. Mai 2012 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, woran sie
  mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 7. September 2012 festhielt.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 A.______ meldete sich am 16. Mai 2016 unter Hinweis
  auf somatische und psychische Beschwerden erneut bei der IV-Stelle zum
  Leistungsbezug an. Letztere gab in der Folge ein
  internistisch-rheumatologisches sowie ein psychiatrisches Gutachten in
  Auftrag. Diese wurden am 26. November 2016 durch Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH C.______,
  FMH, Spezialisierung Rheumaerkrankungen, und am 8. Dezember 2016 durch Prof. Dr. med.
  D.______, Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Neurologie FMH, erstattet.
  Gestützt darauf stellte die IV-Stelle A.______ mit Vorbescheid vom
  9. Februar 2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Daran
  hielt sie trotz des dagegen erhobenen Einwands mit Verfügung vom 20. Februar
  2018 fest.

  
	
   

  
	
  3.2 Dagegen gelangte A.______
  mit Beschwerde vom 22. März 2018 ans Verwaltungsgericht
  und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 20. Februar 2018 sowie die
  Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen ab dem 1. Mai 2015. Eventualiter
  seien weitere Sachverhaltsabklärungen durchzuführen; alles unter ordentlicher
  und ausserordentlicher Kostenfolge zu Lasten der IV-Stelle und unter Gewähren
  der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. 

  
	
   

  
	
  3.3 Am 1. Mai 2018 reichte A.______ unaufgefordert eine
  Stellungnahme unter Beilage von zwei ärztlichen Schreiben ein. Die IV-Stelle
  liess sich in der Folge am 7. Mai 2018 vernehmen und schloss auf
  Abweisung der Beschwerde. Während sie mit Eingabe vom 16. Mai 2018 an
  diesem Antrag festhielt, verzichtete A.______ auf die Einreichung einer
  weiteren Stellungnahme.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1
  lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni
  1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
  über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober
  2000 (ATSG) ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
  dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
  dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
  psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie
  Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
  Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
  Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
  Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
  und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
  Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
  ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum
  Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.3 Art und Mass dessen, was einer versicherten Person
  an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach ihren
  besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein
  herrschenden Anschauungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit
  ist letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es
  nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden
  Erwerbstätigkeit durch die versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco
  Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014,
  S. 320).

  
	
   

  
	
  2.4 War eine Rente im Sinne von Art. 87 Abs. 3 der
  Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV) wegen
  eines zu geringen Invaliditätsgrads verweigert worden und ist die Verwaltung
  auf eine Neuanmeldung eingetreten, so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen,
  ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung
  des Invaliditätsgrads eingetreten ist. Dabei sind die bei einer Revision
  geltenden Regeln analog anzuwenden (BGE 117 V 198 E. 3a). Ändert sich der
  Invaliditätsgrad eines Versicherten erheblich, so wird die Rente von Amtes
  wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder
  aufgehoben (Art. 17 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede
  wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
  den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine
  Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt unter anderem auch bei
  gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität
  und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat
  (BGer-Urteil 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1). Dagegen stellt eine
  bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines in wesentlich
  gleich gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich
  allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG dar.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend
  und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen einer
  Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand der versicherten
  Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich welcher konkreten
  Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen
  Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
  welche Arbeitsleistungen der versicherten Person im Hinblick auf ihre
  persönlichen Verhältnisse noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256
  E. 4).

  
	
   

  
	
  3.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens
  ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend
  ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
  berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten
  Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen
  nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
  Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen
  Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen des
  medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
  rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie ob der Experte
  nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm die
  Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt
  (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
  Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
  ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
  konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V
  210 E. 1.3.4).

  
	
   

  
	
  3.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im
  Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid, sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7 E. 3c/aa).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Gutachten
  von Dr. C.______ sei nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit abschliessend
  zu beurteilen, da ihr Gesundheitszustand darin nicht ganzheitlich betrachtet
  worden sei. Hinzu komme, dass Dr. C.______ sich nicht mit den
  unterschiedlichen ärztlichen Meinungen auseinandergesetzt habe. Dahingehend
  habe sich insbesondere Dr. med. E.______,
  Facharzt für Allgemeine Medizin, geäussert, welcher aus somatischer Sicht
  eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
  attestiert habe. Sodann seien lic. phil. F.______, Leiterin der
  Psychotherapie in der Beratungs- und Therapiestelle […], sowie pract. med.
  G.______, Chefarzt der Psychiatrie im Spital H.______, entgegen dem
  psychiatrischen Gutachten von Prof. D.______ zum Schluss gekommen, dass sie
  im ersten Arbeitsmarkt wegen psychischer Beschwerden vollständig
  arbeitsunfähig sei. Darüber hinaus habe es die Beschwerdegegnerin
  unterlassen, bei der […] eine medizinische Stellungnahme einzuholen. Aufgrund
  dessen habe Prof. D.______ beim Verfassen seines Gutachtens auch nicht
  sämtliche Vorakten würdigen können. Letzterer habe einzig auf seine eigenen
  erhobenen Befunde abgestellt. Darüber hinaus sei sein Gutachten inhaltlich
  widersprüchlich und hinsichtlich der Standardindikatorenprüfung rudimentär
  ausgefallen. Ferner seien seine ergänzenden
  Ausführungen vom 20. Dezember 2017 ebenso oberflächlich sowie dürftig
  ausgefallen wie das von ihm erstattete Fachgutachten selbst. Insgesamt
  sei das von der Beschwerdegegnerin bei
  Dr. C.______ und Prof. D.______ in Auftrag gegebene bidisziplinäre
  Gutachten mangelhaft und daher nicht verwertbar. Vielmehr sei auf die
  Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, sie habe die ihr
  obliegenden Abklärungspflichten sorgfalts- und pflichtgemäss wahrgenommen.
  Die vorhandenen medizinischen Akten hätten bezüglich der gesundheitlichen
  Situation der Beschwerdeführerin einen eindeutigen und zweifelsfreien Schluss
  zugelassen, weshalb der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt worden
  sei. Sie habe sich gestützt auf das von ihr in Auftrag gegebene
  bidisziplinäre Gutachten, welches den inhaltlichen sowie beweismässigen
  Anforderungen an eine ärztliche Expertise genüge, davon überzeugen können,
  dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
  invalidenrechtlich relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen habe. Hinzu
  komme, dass sie auch nach Erstattung des bidisziplinären Gutachtens weitere
  medizinische Abklärungen getätigt und den Einwand gegen ihren Vorbescheid
  gebührend berücksichtigt habe. Insgesamt folge daraus, dass kein Anspruch auf
  eine Invalidenrente bestehe.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nach dem
  oben Dargelegten (E. II/2.4) zu prüfen, ob eine für den Rentenanspruch
  relevante Änderung des Invaliditätsgrads eingetreten ist. Zeitliche
  Vergleichsbasis für diese Prüfung bildet die letzte der versicherten Person
  eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
  Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
  und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren
  der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. September 2012 ab. Dagegen erhob
  die Beschwerdeführerin entgegen der Stellungnahme von
  Dipl. med. I.______, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie
  für Prävention und Gesundheitswesen, vom 18. Juli 2016 keine Beschwerde beim
  Verwaltungsgericht, weshalb die Verfügung unangefochten in Rechtskraft
  erwuchs. Demzufolge beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den
  tatsächlichen Verhältnissen erfolgt ist, durch Vergleich des Sachverhalts,
  wie er im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 7. September 2012 Bestand
  hatte, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
  20. Februar 2018.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer
  Verfügung vom 7. September 2012 auf das internistisch-rheumatologischen
  Gutachten von Dr. C.______ vom 29. März 2012. Darin wurde als Diagnose
  mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein beidseitiges
  zervikospondylogenes Syndrom genannt. Eine Fibromyalgie bestehe
  definitionsgemäss nicht und die aktuellen Beschwerden seien im Rahmen der
  ausgedehnten Schmerzen zu interpretieren. Die Muskelschmerzen seien
  möglicherweise ein Symptom eines Vitamin D-Mangels, wobei der Hausarzt
  diesbezüglich informiert worden sei. Aufgrund der geklagten Beschwerden, der
  Anamnese, der klinischen Untersuchung, der Resultate der bildgebenden
  Diagnostik sowie der Laboruntersuchungen könne die Beschwerdeführerin eine
  adaptierte Tätigkeit zu 100 % ausüben. Dabei handle es sich gestützt auf
  die EFL vom 26. Februar 2012 um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit
  mit Hantieren von Lasten bis 12,5 Kilogramm. Aus rheumatologischer Sicht habe
  nie eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden und seit 2008 sei es zu
  keiner wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands gekommen.

  
	
   

  
	
  6.2 Im Januar 2013 wurde die Beschwerdeführerin eine
  Woche lang im Spital H.______ hospitalisiert. Im diesbezüglichen
  Austrittsbericht vom 23. Januar 2013 wurde eine Supraspinatus-Sehnenläsion
  links diagnostiziert, wobei die Beschwerdeführerin nach einer chirurgischen
  Intervention in einem guten Allgemeinzustand nach Hause entlassen wurde.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Am 28. April 2015 stellte Dr. med. J.______,
  Facharzt Neurochirurgie, die Diagnosen eines Zustands nach Entfernung einer
  epiduralen zervikalen Elektrode bei implantiertem Neurostimulationssystem
  sowie eines low grade Infekts mit Staphylococcus epidermidis. Der Verlauf sei
  in der Zwischenzeit unauffällig gewesen, wobei die Beschwerdeführerin nun,
  wie erwartet, wieder über vermehrte zervikale Beschwerden, Unwohlsein,
  verminderten Antrieb etc. klage.

  
	
   

  
	
  6.3.2 Am 1. Mai 2015 berichtete Dr. med. K.______,
  Leitende Ärztin der Onkologie im Spital H.______, dass die Beschwerdeführerin
  seit vier bis fünf Jahren zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die
  Beschwerdegegnerin habe ein Rentengesuch immer wieder abgelehnt, da einzig
  auf die Krebserkrankung Bezug genommen worden sei. Nun sei aber eine
  Wiederanmeldung geplant. Bei dieser stehe die neurologische Situation im
  Vordergrund. Klinisch und laborchemisch seien keine Hinweise für ein Rezidiv
  des invasiv duktalen Mammakarzinoms zu finden.

  
	
   

  
	
  6.3.3 Am 4. August 2015 wurde die Beschwerdeführerin im
  Spital H.______ operativ mit einer permanenten epiduralen Neurostimulation
  zervikal versorgt. Diesbezüglich nannte Dr. J.______ am 22. September
  2015 einen unauffälligen postoperativen Verlauf, wobei die Beschwerdeführerin
  über keine Verbesserung der Beschwerden berichtet habe. Am 1. Dezember 2015
  führte er sodann aus, dass die Beschwerdeführerin glaubhaft und
  nachvollziehbar einen hohen Leidensdruck geschildert habe. Am Gesamtbild
  hätten psychische und soziale Faktoren einen erheblichen Anteil.
  Mittelfristig sei sie aber nicht in der Lage, ein volles Arbeitspensum zu
  absolvieren. Dies treffe auf sämtliche Berufe zu.

  
	
   

  
	
  6.4

  
	
  6.4.1 Am 19. April 2016 nannte Dr. E.______ als
  Hauptdiagnose chronische Schulter-Armbeschwerden links und als Nebendiagnose
  den Status nach einem Mammakarzinom. Bei Implantation des Neurostimulators
  sei es lediglich initial zu einer passageren Besserung der zervikalen
  Schmerzen gekommen. Die Schmerzen liessen sich insgesamt aber kaum
  medikamentös beeinflussen. Offensichtlich bestehe ein psychologischer
  Hintergrund mit einer deutlichen Schmerzverarbeitungsstörung. Zudem seien
  vergebliche Anträge an die Beschwerdegegnerin ersichtlich, wobei er eine gewisse
  Diskrepanz zwischen der schmerzfreien Bewegung sowie den geäusserten
  Schmerzen habe beobachten können. Es sei eine stationäre Rehabilitation
  indiziert mit dem Ziel, adäquate Therapien sowie Strategien zur
  Schmerzbekämpfung zu finden und die Schmerzverarbeitungsstörung zu erklären.
  Am 26. April 2016 führte er gegenüber der Beschwerdegegnerin sodann aus, dass
  aufgrund eines Schulter-Armsyndroms in den letzten zwei Jahren mehrere
  Eingriffe durchgeführt worden seien. Mit dem Spezialarzt sei er aber einig
  darin, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert
  habe.

  
	
   

  
	
  6.4.2 Im Sprechstundenbericht vom 25. April 2016 führte
  Dr. J.______ aus, dass fortwährend eine unbefriedigende Situation mit
  hohem Leidensdruck vorliege. Es sei dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit gegeben
  und die Beschwerden seien konstant wie im Herbst 2015 angegebenen worden. Man
  habe eine Neupositionierung des Neurostimulators diskutiert.

  
	
   

  
	
  6.4.3 Gemäss dem Bericht von Dr. E.______ vom 24.
  Juni 2016 ist keine nennenswerte Verbesserung des Gesundheitszustands der
  Beschwerdeführerin mehr zu erwarten. Es bestehe seit 2011 eine vollständige
  Arbeitsunfähigkeit, wobei schon eine leichte Bürotätigkeit eine statische
  Belastung des Bewegungsapparates bedinge. Dies führe zu Verspannungen und zur
  Verstärkung der Basisschmerzen. Aktuell seien bei Schmerzexazerbation
  keinerlei Arbeiten möglich, was insbesondere auf repetitive Tätigkeiten oder
  solche, bei welchen die Körperposition nicht geändert werden könne, zutreffe.

  
	
   

  
	
  6.4.4 Vom 13. Juni 2016 bis zum 9. Juli 2016 befand sich
  die Beschwerdeführerin in stationärer Rehabilitation in der Rehaklinik […].
  Im diesbezüglichen Bericht vom 12. Juli 2016 nannten die Ärzte als
  Diagnosen chronische zervikobrachialgieforme Schmerzen links und ein
  linksseitiges Mammakarzinom. 2011 sei es zu einer Linderung und 2014 zu einer
  Verstärkung der Schmerzen gekommen, weshalb ein Neurostimulationsgerät
  implantiert worden sei. Dieses habe aber keine Schmerzregredienz gebracht.
  Die Beschwerdeführerin habe engagiert am Programm teilgenommen und im Verlauf
  der Therapie habe eine Linderung der Schmerzintensität, eine Verbesserung der
  körperlichen Leistungsfähigkeit und ein psychisches Wohlbefinden erreicht
  werden können. Die interkurrenten Erkrankungen seien nicht mehr aufgetreten.
  Zwar habe sich die Schmerzsituation nicht geändert, jedoch habe die
  Beschwerdeführerin, trotz festgefahrener Verhaltensmuster erste Ansätze für
  ein aktiveres Coping gezeigt.

  
	
   

  
	
  6.5 Am 18. Juli 2016 wies der RAD die Beschwerdegegnerin
  darauf hin, dass eine Begutachtung in den Disziplinen Psychiatrie und
  Orthopädie indiziert sei. In der Folge gab die Beschwerdegegnerin eine
  bidisziplinäre Begutachtung bei Dr. C.______ und Prof. D.______ in
  Auftrag.

  
	
   

  
	
  6.5.1 Im internistisch-rheumatologischen Teilgutachten vom
  26. November 2016 diagnostizierte Dr. C.______ mit Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der
  Halswirbelsäule (HWS) sowie der linken Schulter. Die strukturellen Befunde
  würden das Ausmass der Schmerzen nur teilweise erklären. Gegenüber der
  Begutachtung im Jahr 2012 klage die Beschwerdeführerin nun aber nicht mehr
  über ausgedehnte Schmerzen und ihre Handkraft habe deutlich zugenommen. Eine
  angepasste Tätigkeit sei ihr zu 100 % zumutbar. Dabei handle es sich um
  ein leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau, da sie lediglich
  Lasten bis 12,5 kg hantieren könne. Die früher ausgeübten Tätigkeiten als
  Sachbearbeiterin/Datentypistin, Telefonistin sowie Modeaushilfsverkäuferin
  würden diesem Profil entsprechen, weshalb sie in diesen vollständig
  arbeitsfähig sei. Überdies habe in den zuletzt ausgeübten und in den
  adaptierten Tätigkeiten nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit
  bestanden.

  
	
   

  
	
  6.5.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 8. Dezember
  2016 stellte Prof. D.______ sodann keine Diagnosen mit Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit. Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten eine
  chronische Schmerzstörung und Probleme bei sexuellem Missbrauch, mit der
  Arbeitslosigkeit sowie in Verbindung mit den ökonomischen Verhältnissen. Es
  seien keine Hinweise für ein bewusstes Übertreiben, Simulation oder
  Selbstlimitation vorhanden. Die Beschwerdeführerin, welche sich nun bereits
  zum fünften Mal bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmelde, sei
  in ihrem Schmerzgebaren sehr demonstrativ und der Schmerzaffekt sei
  hochgradig dysthym. Im Zeitpunkt der Begutachtung seien keine qualitativen
  oder quantitativen Bewusstseinsstörungen und keine Gedächtnis-,
  Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen objektivierbar. Des Weiteren
  bestünden Diskrepanzen zwischen den Klagen der Beschwerdeführerin über
  depressive Symptome, ihren sozialen Rückzug sowie die Verminderung ihrer
  Lebenslust und ihren Schilderungen über ihren Lebensvollzug, ihrem Auftreten
  sowie ihrem Verhalten während der Exploration. Bei guter sozialer Teilhabe,
  so wie sie ihren Lebensalltag gestalte und einer affektiv unauffälligen
  Psychopathologie bestünden Inkonsistenzen in der Selbst- und
  Fremdwahrnehmung. Darüber hinaus sei keines der drei Hauptsymptome einer
  Depression, namentlich eine gedrückte Grundstimmung, eine Reduktion der
  Freudfähigkeit oder der Interessen sowie ein gestörter Antrieb vorhanden.
  Hinzu komme, dass die früher gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung
  keine Veränderung des psychischen Gesundheitszustands darstelle, sondern
  vielmehr eine andere Bewertung desselben medizinischen Sachverhalts.
  Schliesslich könne die von der Beschwerdeführerin geschilderte sexuelle
  Missbrauchserfahrung die psychische Resilienz gemindert und der chronischen
  Schmerzstörung das Feld bereitet haben. In den Akten seien dazu aber keine
  Hinweise vorhanden. Gehe man allerdings davon aus, dass sich der Missbrauch
  so zugetragen habe, so habe nie eine adäquate Behandlung der Beschwerdeführerin
  stattgefunden. Zu beachten sei weiter, dass bei der dysfunktionalen
  Schmerzverarbeitung soziokulturelle Einflüsse dominieren würden. Diese seien
  invalidenrechtlich unbeachtlich. Zudem sei aus rheumatologischer Sicht seit
  2012 ein Rückgang der Schmerzen zu verzeichnen, was psychiatrisch ebenfalls
  als Verbesserung gewertet werden könne. Insgesamt bestünden zahlreiche
  Diskrepanzen und vieles bleibe im Spekulativen, sodass aus psychischer Sicht
  mittel- bis langfristig keine Arbeitsunfähigkeit über 20 % attestiert
  werden könne. Die Beschwerdeführerin könne in eine körperlich leidensgerechte
  Tätigkeit unverzüglich eingegliedert werden.

  
	
   

  
	
  6.6

  
	
  6.6.1 In den Berichten vom 31. März und vom 16. August
  2017 führte lic. phil. F.______ aus, dass der sexuelle Missbrauch
  der Beschwerdeführerin eine traumatische Erfahrung gewesen sei. Diese sei
  anhaltend, fest verankert und zeige sich in rezidivierenden depressiven
  Phasen mit Antriebslosigkeit, starker Selbstwertminderung, Gefühlen von
  Hoffnungslosigkeit sowie Verzweiflung, ausgeprägten Schlafstörungen und
  Konzentrationsschwierigkeiten. Hinzu komme, dass einschneidende
  Lebensereignisse, beispielsweise der Tod der Mutter, die Symptomatik jeweils
  verstärken würden. Es seien die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung,
  Dysthymia und einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung zu stellen. Dabei
  hätten soziokulturelle und psychosoziale Faktoren die Entwicklung einer
  abhängigen und selbstunsicheren Persönlichkeitsstruktur begünstigt und die
  Aufarbeitung der traumatischen Erfahrungen erschwert. Im ersten Arbeitsmarkt
  sei von keiner Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im geschützten Rahmen sei eine
  Tätigkeit mit einem kleinen Anfangspensum allerdings möglich, wobei dies
  sowohl im angestammten Betätigungsfeld als auch in jedem sonstigen
  Berufsbereich denkbar sei. Die Ausübung sei aber von der jeweiligen
  körperlichen Verfassung abhängig. Zum Gutachten von Prof. D.______ hielt
  lic. phil. F.______ fest, dass die darin gestellten Diagnosen
  nachvollziehbar sowie schlüssig und keine abweichenden medizinischen
  Einschätzungen bekannt seien. Entgegen seiner Ansicht seien psychische
  Beschwerdebilder in der Familie der Beschwerdeführerin jedoch bekannt und
  dokumentiert. Zudem habe er bei seiner Anamnese ihre Meinung nicht berücksichtigen
  können, da die Beschwerdegegnerin keinen Bericht bei ihr eingeholt habe.

  
	
   

  
	
  6.6.2 Am 7. April 2017 hielt Dr. E.______ die
  Diagnosen von chronischen zervikobrachialen Schmerzen links, einem
  Mammakarzinom links, Osteopenie, reaktiven rezidivierenden depressiven
  Episoden, posttraumatischen Störungen sowie einem Verdacht auf ein distales
  Tarsaltunnelsyndrom links fest. Das Hauptproblem bestehe im
  Nacken-Schulter-Armbereich links sowie in der Psyche. Aus hausärztlicher
  Sicht resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % mit einer Einschränkung der
  Leistungsfähigkeit von 50 %. Die Prognose sei schlecht, da ein
  chronifiziertes Krankheitsbild vorliege und die medizinischen Massnahmen
  ausgeschöpft seien. Gewisse soziokulturelle und psychosoziale Einflüsse seien
  jedoch vorhanden. Das Gutachten von Dr. C.______ sei zwar vollständig
  und akribisch zusammengestellt worden. Allerdings habe sie die
  Bioimpendanzanalyse zu stark gewichtet und sich nicht mit den übrigen
  ärztlichen Meinungen auseinandergesetzt. Sie habe nur Thesen und Konklusionen
  aufgegriffen, welche ihre Ansicht stützten. Zudem werde in ihrem Gutachten
  einzig eine Momentaufnahme aus dem Leben einer chronischen Schmerzpatientin
  gezeigt. Dies sei auch der Grund für die positive Prognose. Insgesamt
  entspreche die Konklusion von Dr. C.______ keiner ganzheitlichen
  Betrachtung des Gesundheitszustands. Es könne gestützt darauf deshalb nicht
  auf eine volle Arbeitsfähigkeit geschlossen werden.

  
	
   

  
	
  6.6.3 Am 17. Mai
  2017 nahm Dr. med. L.______, Facharzt FMH für Rheumatologie,
  Facharzt FMH und UEMS für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
  Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), zum Gesundheitszustand der
  Beschwerdeführerin Stellung. Er führte aus, dass die Berichte von lic.
  phil. F.______ und Dr. E.______ keine neuen, gutachterlich nicht
  bereits gebührend und nachvollziehbar gewürdigten medizinischen Aspekte
  enthielten. Es sei überdies bekannt, dass behandelnde Ärzte gegenüber
  unabhängigen Gutachtern jeweils zu einer anderen Einschätzung gelangten. Der
  höhere Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens von Dr. C.______ und
  Prof. D.______ sei aber nicht in Frage zu stellen. Die beiden
  Teilgutachten seien im Befundteil ausführlich und plausibel. Zudem würden die
  Abweichungen zu ihren Einschätzungen ausreichend diskutiert.

  
	
   

  
	
  6.6.4 Am 30. August 2017 berichtete RAD-Ärztin
  Dipl. med. I.______, es sei sinnvoll, die aktuellen Berichte Prof.
  D.______ zur ergänzenden Stellungnahme vorzulegen. Daraufhin hielt Letzterer
  am 20. Dezember 2017 fest, dass die von lic. phil. F.______ erwähnten
  psychosozialen Probleme und die fehlende Berufsbildung IV-fremde Faktoren
  seien, welche bei der Höhe der Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen
  seien. Ferner seien die von ihr genannten Belastungen in seinem Gutachten
  lebensbiographisch erfragt und gewürdigt worden. Zudem halte er daran fest,
  dass zwischen den beruflich geltend gemachten Einschränkungen und dem
  weitgehend unauffälligen privaten Aktivitätsniveau Diskrepanzen bestünden.
  Gestützt auf die neu eingereichten Berichte ergebe sich somit keine
  Veränderung seiner Beurteilung, da abermals zahlreiche IV-fremde Faktoren als
  wesentliche Belastungsfaktoren angeführt worden seien.

  
	
   

  
	
  6.7 In der Stellungnahme vom 23. April 2018
  vertrat lic. phil. F.______ die Auffassung, dass bei der
  Beurteilung des Leidens der Beschwerdeführerin die Folgen ihres schweren
  psychischen Traumas durch den jahrelangen sexuellen Missbrauch im Fokus
  stehen müsse. Das andauernde Verschweigen und Verdrängen ihrer traumatischen
  Erfahrungen habe zu einer bei Traumaopfern häufig vorkommenden Ausgestaltung
  im Lebenslauf geführt. So habe sich der seelisch kaum aushaltbare Schmerz auf
  die Körperebene in Form eines chronifizierten Schmerzsyndroms verschoben. Die
  Schmerzstörung, welche sich bei der Beschwerdeführerin manifestiert habe, sei
  lange Zeit versteckt und verborgen geblieben. Erst seit der aktuellen
  psychotherapeutischen Behandlung könne ein Zusammenhang zu den Erfahrungen im
  Kindesalter und in der Jugend erkannt und behandelt werden. Es sei jedoch
  schwierig, jahrzehntelanges Schweigen zum Brechen zu bringen, weshalb einer
  traumabezogenen Behandlung die dafür notwendige Zeit eingeräumt werden müsse.
  Es liege eine erhebliche eigenständige und keine schmerzbezogene
  psychiatrische Komorbidität vor. Die von Prof. D.______ festgehaltene
  Z-Diagnose, namentlich die Probleme bei sexuellem Missbrauch im Kindesalter,
  werde dem erfahrenen Leiden und der sich daraus entwickelnden andauernden
  Persönlichkeitsänderung in keiner Weise gerecht. Sodann erfahre die
  Unfähigkeit, negative oder aggressive Gefühle zu äussern, erst in der
  laufenden Behandlung einen langsamen Wandel. Es seien aus der frühkindlichen
  Entwicklung aber keine Störungen bekannt, welche diese
  Persönlichkeitseigenschaften erklären könnten. Soziokulturelle Einflüsse und
  Gegebenheiten hätten den Krankheitsverlauf allenfalls erschwert. Sie hätten
  jedoch keine ursächliche oder entscheidende Rolle gespielt. Zusammenfassend
  leide die Beschwerdeführerin an einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und an einer andauernden Persönlichkeitsänderung
  nach einer Extrembelastung (ICD-10: F62.0). Es werde ein neues Gutachten
  beantragt, welches in Kenntnis der Vorakten und der aktuellen
  psychiatrisch-psychotherapeutischen Einschätzung ergehe.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Aus somatischer Sicht stellte die Beschwerdegegnerin
  bei ihrem Entscheid auf das internistisch-rheumatologische Gutachten von
  Dr. C.______ vom 26. November 2016 ab. Diese attestierte der
  Beschwerdeführerin (wie bereits in ihrem früher erstatteten Gutachten) eine
  volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, wobei es sich um ein
  leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau handle, da sie lediglich
  Lasten bis 12,5 kg hantieren könne. Dem kann gefolgt werden. So legte die
  Gutachterin nachvollziehbar dar, dass zwar strukturelle Veränderungen im
  Bereich der linken Schulter und der HWS vorhanden seien und diese die
  Leistungsfähigkeit einschränken würden. Die Veränderungen würden das Ausmass
  der Beschwerden aber nur teilweise erklären. Dabei verwies Dr. C.______
  auf die Empfehlungen der Swiss Insurance Medicine (SIM) und konnte dadurch
  die möglichen Auswirkungen plausibel erklären. Weiter wies sie überzeugend
  darauf hin, dass die Beschwerdeführerin gegenüber Februar 2012 nicht mehr
  über ausgedehnte Schmerzen klage und ihre Handkraft deutlich zugenommen habe.
  In diesem Lichte ist sodann auch die Feststellung der Rehaklinik […] zu
  würdigen, dass im Verlauf der Hospitalisation eine Linderung der
  Schmerzintensität, eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und
  die interkurrenten Erkrankungen nicht mehr aufgetreten seien. Im Übrigen
  erkannte Dr. M.______ am 26. Oktober 2016, dass die Beschwerdeführerin
  während des Aufenthalts im September 2016 in […] keine Beschwerden beklagte.
  Ferner erscheint die Beobachtung von Dr. C.______, dass eine gewisse
  Diskrepanz zwischen der schmerzfreien Bewegung und den geschilderten
  Beschwerden bestehe, glaubhaft, da dies Dr. E.______ am 19. April
  2016 auch so sah. Schliesslich bemerkte sie richtigerweise, dass die
  Beschwerden von IV-fremden Faktoren beeinflusst würden, was auch in den
  Berichten von Dr. J.______ und Dr. E.______ Eingang fand.

  
	
   

  
	
  Nach dem Gesagten gelangte
  Dr. C.______ gestützt auf das Aktenstudium und auf die erhobenen Befunde
  zum plausiblen Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten
  Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, was von den RAD-Ärzten als zutreffend
  erachtet wurde. Zudem halten Letztere zu Recht fest, dass das Gutachten den
  Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens genügt und ihm
  gegenüber den übrigen ärztlichen Berichten erhöhter Beweiswert zukommt. So
  ist es ist umfassend, worauf selbst Dr. E.______ hinweist. Zudem beruht es
  auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und
  setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
  Ferner wurde es in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit
  den Vorakten (Anamnese) abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen
  Zustände und Zusammenhänge ein (vgl. vorstehende E. II/3.3). Folglich
  ist mit Dr. C.______ darin einig zu gehen, dass aus somatischer Sicht
  seit ihrer letzten Begutachtung keine Verschlechterung des
  Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten ist.

  
	
   

  
	
  7.2 Der von Dr. C.______ attestierten
  Arbeitsfähigkeit wird in den Berichten von Dr. J.______,
  Dr. K.______ und Dr. E.______ widersprochen.

  
	
   

  
	
  7.2.1 Dr. J.______ hielt am 1. Dezember 2015 fest,
  dass die Beschwerdeführerin mittelfristig nicht in der Lage sei, ein volles
  Arbeitspensum in sämtlichen Berufen zu absolvieren. Am 26. April 2016 vertrat
  er sodann die Ansicht, dass dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit mehr gegebenen
  sei. In Bezug auf diese beiden Berichte gilt vorab allerdings zu
  berücksichtigen, dass die Einschätzungen von Dr. J.______ nicht so zeitnah wie
  diejenige von Dr. C.______ sind. Hinzu kommt, dass er keine Abgrenzung
  der Auswirkungen der somatischen, der psychischen sowie der psychosozialen
  Faktoren vornahm und somit nicht darlegte, wie die attestierte
  Arbeitsunfähigkeit begründet ist, worauf Dr. C.______ zu Recht hinweist.
  Zudem äusserte er sich dahingehend, dass die HWS-Beweglichkeit objektiv gut
  und die Gebrauchsfähigkeit der Hände nicht wesentlich eingeschränkt sei.
  Trotz dieser Feststellung gelangte er zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
  mittelfristig nicht in der Lage sei, einen Beruf auszuüben, was
  widersprüchlich anmutet. Hinzu kommt, dass er sich bei seiner Einschätzung
  fast ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
  stützte und unter anderem auch psychosoziale und damit invaliditätsfremde
  Faktoren berücksichtigte.

  
	
   

  
	
  7.2.2 Sodann berichtete Dr. K.______ am 1. Mai 2015, dass
  die Beschwerdeführerin seit vier bis fünf Jahren zu 100 % arbeitsunfähig sei.
  Ihre Rentengesuche seien von der Beschwerdegegnerin jedoch immer wieder
  abgelehnt worden. Es sei bei der Überprüfung jeweils einzig Bezug auf die
  Krebserkrankung genommen worden, wobei nun die neurologische Situation im
  Vordergrund stehe. Dies überzeugt nicht. So hält sie zwar fest, dass klinisch
  und laborchemisch keine Hinweise für ein Rezidiv des invasiv duktalen
  Mammakarzinoms vorhanden seien. Eine Erklärung, weshalb und was für ein
  neurologisches Problem zu einer Arbeitsfähigkeit führen und zu einer
  allfälligen Invalidenrente berechtigen sollte, blieb sie allerdings schuldig.
  Zudem stützte sie sich ebenfalls fast ausschliesslich auf die Angaben der
  Beschwerdeführerin. Insgesamt gelingt es Dr. K.______ damit nicht,
  Zweifel am Gutachten von Dr. C.______ zu erwecken.

  
	
   

  
	
  7.2.3 Sodann kann den Berichten von Dr. E.______
  gegenüber dem Gutachten von Dr. C.______ ebenfalls kein erhöhter
  Beweiswert zugesprochen werden. So hält Dr. E.______ nämlich
  übereinstimmend mit Dr. C.______ zunächst fest, dass gewisse
  Diskrepanzen zwischen der schmerzfreien Bewegung und den geschilderten
  Beschwerden vorhanden seien. Dennoch gelangte er in der Folge zum Schluss,
  dass die Beschwerdeführerin in sämtlichen Tätigkeiten eingeschränkt sei,
  während Dr. C.______ eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierten
  Tätigkeiten attestierte, was im Ergebnis nur eine andere Einschätzung
  desselben medizinischen Sachverhalts darstellt, worauf die RAD-Ärzte zu Recht
  hinweisen. Des Weiteren nimmt Dr. E.______ wie Dr. J.______ keine
  Abgrenzung der Auswirkungen der somatischen, psychischen sowie psychosozialen
  Faktoren vor. Er verweist in seinen Berichten zu Handen der
  Beschwerdeführerin nur in pauschaler Weise darauf, dass eine Einschränkung
  der Arbeitsfähigkeit wegen den somatischen und psychischen Beschwerden
  gegeben sei und erwähnt in einer Nebenbemerkung, dass gewisse soziokulturelle
  und psychosoziale Einflüsse vorhanden seien. In welchem Ausmass und wie sich
  die Probleme jedoch auf den Gesundheitszustand auswirken und weshalb von
  einer Chronifizierung der Schulter-Armbeschwerden ausgegangen werden muss,
  beantwortet er allerdings nicht. Sodann gab er in seinem Bericht vom 24. Juni
  2016 noch an, dass keine nennenswerte Verbesserung mehr zu erwarten und eine
  stationäre Rehabilitation indiziert sei. In der Rehaklinik […] konnte
  daraufhin jedoch sowohl eine Linderung der Schmerzintensität als auch eine
  Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit erreicht werden. Ferner
  attestierte Dr. E.______ der Beschwerdeführerin in adaptierten
  Tätigkeiten und in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
  mit einer Leistungseinschränkung von 50 %. Dabei führt er nicht aus,
  weshalb seine Einschätzung sowohl für adaptierte als auch für die angestammte
  Tätigkeit gelten soll. Schliesslich verkennt er, dass es in der Natur einer
  Begutachtung liegt, dass nur kurze Zeit für die Erhebung von eigenen Befunden
  zur Verfügung steht. Allerdings kann sich die Gutachtensperson zusätzlich
  anhand der Anamnese jeweils ein genügendes Bild des Gesundheitszustands
  machen, wobei Dr. E.______ ja selbst darauf hinweist, dass das Gutachten
  von Dr. C.______ vollständig und akribisch zusammengestellt worden sei.

  
	
   

  
	
  7.3 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass dem
  Gutachten von Dr. C.______ ein erhöhter Beweiswert zukommt, da es die
  Anforderungen an ein medizinisches Gutachten vollumfänglich erfüllt.
  Demgegenüber überzeugen die Berichte von Dr. J.______, Dr. K.______
  und Dr. E.______ nicht. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich
  die Beschwerdegegnerin auf die ärztliche Meinung von Dr. C.______
  abstützte und aus somatischer Sicht von keiner Arbeitsunfähigkeit in
  adaptierten Tätigkeiten sowie von keiner Verschlechterung des
  Gesundheitszustands seit der letzten Rentenverfügung ausging.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Die Beschwerdegegnerin folgte aus psychischer Sicht
  dem Gutachten von Prof. D.______
  vom 8. Dezember 2018, welcher keine Beschwerden mit Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit diagnostizierte. Dem kann gefolgt werden, da auch seinem
  Gutachten gegenüber den übrigen im Recht liegenden medizinischen Berichten
  erhöhter Beweiswert zukommt. Es erfüllt die Qualitätskriterien an eine
  medizinische Expertise (vgl. vorstehende E. II/3.3), wovon auch die
  RAD-Ärzten übereinstimmend ausgingen. So erweisen sich die gestellten
  Diagnosen medizinisch als nachvollziehbar und schlüssig, worauf selbst lic.
  phil. F.______ in ihrem Bericht vom 31. März 2017 hinwies. Letztere
  fügte dabei sogar an, dass gegenüber Prof. D.______
  keine abweichenden medizinischen Einschätzungen bekannt seien. Am erhöhten
  Beweiswert des Gutachtens ändert sodann nichts, dass Prof. D.______ bis zur Erstattung keine Berichte der
  behandelnden Psychotherapeutin lic. phil. F.______ vorlagen. Diese
  wurden ihm im Nachhinein zur Kenntnis gebracht, worauf er in seinem Schreiben
  vom 20. Dezember 2017 ergänzend Stellung nehmen konnte. Dabei berücksichtigte
  Prof. D.______ die geäusserte
  Kritik und gelangte dennoch zu keiner Änderung seiner Beurteilung. Sodann
  bemerkte er in seinem Gutachten zwar, dass das Störungsbild nicht
  leitliniengerecht behandelt worden sei und empfahl eine multimodale
  Schmerztherapie, eine Traumatherapie oder gegebenenfalls ein Eye Movement
  Desensitization and Reprocessing (EMDR). Zu diesem Schluss gelangte er aber
  offenbar nur, weil er noch keine Kenntnis von der Behandlung durch lic. phil.
  F.______ hatte, welche sich nach eigenen Angaben der Methoden der
  Traumatologie bedient. Darüber hinaus liess er die Frage, ob die sexuelle
  Missbrauchserfahrung der Beschwerdeführerin ihre psychische Resilienz
  gemindert und der chronischen Schmerzstörung das Feld bereitet habe, zwar
  offen, da er dafür in den Akten keine Hinweise gefunden habe. Dennoch fand
  diese Erfahrung Eingang in sein Gutachten und er bewertete diese plausibel
  mit einer Diagnose der Z-Kategorie bei der ICD-Codierung, welche
  invalidenrechtlich keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt. 

  
	
   

  
	
  Sodann gab die
  Beschwerdeführerin gegenüber Prof.
  D.______ zwar schwere Einschränkungen und einen hohen Leidensdruck an.
  Demgegenüber erweist sich ihr psychosoziales Umfeld aber als weitgehend
  intakt. So steht sie zwischen sieben und acht Uhr morgens auf und frühstückt
  nach der Morgentoilette mit ihrem Bruder. Anschliessend erledigt sie den
  Abwasch sowie den Haushalt, wobei keinerlei Einschränkungen angegeben werden.
  Nach einem Spaziergang mit ihrem Bruder bereitet sie diesem das Mittagessen zu
  und geht am Nachmittag mit diesem Kaffeetrinken. Gegen 17 Uhr kehrt sie nach
  Hause zurück und nimmt telefonischen Kontakt mit ihrem Vater in der […] auf,
  worauf sie sich mit einer sehr engen Kollegin nach deren Arbeit trifft, was
  gegen einen sozialen Rückzug spricht. Hinzu kommt, dass sie jeweils am
  Dienstag und Mittwochvormittag ihre Physio- und Psychotherapietermine
  selbstständig wahrnehmen kann. Damit bestehen Inkonsistenzen zwischen den
  angegebenen psychischen Einschränkungen und ihrer Alltagsgestaltung, was
  gegen eine invalidisierende Gesundheitsschädigung spricht (vgl. BGE 141 V 281
  E. 2.2.1).

  
	
   

  
	
  Gesamthaft betrachtet
  gelangte Prof. D.______ gestützt auf
  seine Erkenntnisse und unter Berücksichtigung der Vorakten somit zum
  plausiblen Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich
  leidensgerechten Tätigkeit unverzüglich eingegliedert werden kann.

  
	
   

  
	
  8.2 Zu den Einschätzungen von Prof. D.______ äussert sich vor allem die behandelnde
  Psychotherapeutin lic. phil. F.______ kritisch. Entgegen der Ansicht
  der Beschwerdeführerin erweisen sich deren Berichte jedoch als teilweise
  widersprüchlich, weshalb ihnen nicht gefolgt werden kann. Insbesondere
  erscheint es inkonsequent, soweit lic. phil. F.______ die Diagnosen
  von Prof. D.______ am 31. März
  2017 noch als nachvollziehbar und schlüssig bezeichnete, in der Folge am 23. April
  2018 aber festhielt, dass die von ihm
  gestellte Diagnose der ICD-Z-Kategorie dem Leiden der Beschwerdeführerin
  nicht gerecht werde. Sodann diagnostizierte sie am 31. März 2017 gegenüber
  dem Schreiben vom 23. April 2018 noch eine Dysthymia. Weshalb sie in der
  Folge aber zu anderen Diagnosen gelangte, begründete sie in keiner Weise.
  Ferner kann Prof. D.______ darin gefolgt werden, dass
  lic. phil. F.______ bei der Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit
  mehrere invalidenrechtlich irrelevante Faktoren als Belastungsfaktoren
  berücksichtigte, wobei er vor allem auf die fehlende Berufsbildung und
  psychosozialen Faktoren hinwies. Im Übrigen bemerkte Dr. L.______ zu
  Recht, dass die Einschätzung von lic. phil. F.______ gegenüber
  derjenigen von Prof. D.______ ausschliesslich eine andere Beurteilung
  desselben medizinischen Sachverhalts darstellt. Schliesslich wurden die
  Berichte von lic. phil. F.______ auf Ersuchen der Beschwerdeführerin hin
  erstellt. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass Berichte von behandelnden
  Ärzten oft eher zu Gunsten der Patienten formuliert sind.

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Zusammenfassend erfüllen die Gutachten von
  Dr. C.______ und Prof. D.______ die Anforderungen an den Beweiswert
  einer medizinischen Expertise. Die Übrigen im Recht liegenden medizinischen
  Berichte vermögen an diesen Einschätzungen keine Zweifel zu erwecken, worauf
  auch die RAD-Ärzte hinweisen. Die Beschwerdegegnerin verletzte somit kein
  Recht, indem sie bei ihrem Entscheid auf das in Auftrag gegebene
  bidisziplinäre Gutachten abstellte und zum Schluss gelangte, dass seit der
  letzten Rentenverfügung vom 7. September
  2012 keine rentenerhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist. Demzufolge hat sie den Anspruch auf
  Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint, womit sich auch die
  Frage, ob der Beschwerdeführerin Integrationsmassnahmen zuzusprechen sind,
  erübrigt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur
  Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine
  Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre
  Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise
  von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos
  ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder
  von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, falls ein solcher für die
  gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 61 lit. f ATSG und Art. 139
  Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139
  Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  1.2 Aus
  den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin wirtschaftliche
  Sozialhilfe bezieht, weshalb ihre Mittellosigkeit offensichtlich ist. Zudem
  kann das vorliegende Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden.
  Folglich ist das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gutzuheissen. Da die
  Beschwerdeführerin für das Verfahren auf eine rechtliche Vertretung angewesen
  war, ist auch ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen
  und ihr ist in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher
  Rechtsbeistand zu bestellen. Letzterer ist mit pauschal Fr. 2'000.- (inkl.
  Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

  
	
  2.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdeführerin
  aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist indessen zufolge Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu verzichten. Die
  Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei, der die
  unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den Fall, dass sie
  später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der
  Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a VRG). Ausgangsgemäss ist
  keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit.
  g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihr wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
    bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der
    Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.-
    (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die
    Nachzahlungspflicht gemäss Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im
    Juni 2023 zu prüfen, ob die Vor-aussetzungen für die Nachzahlung erfüllt
    sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschwerdeführerin werden die Gerichtskosten von Fr. 600.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]