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**Case Identifier:** 0ef8f119-ff78-537a-8109-1e0c9d183182
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.04.2024 200 2023 642
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-642_2024-04-04.pdf

## Full Text

200 23 642 UV
JAP/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. April 2024

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
Place de Milan, 1001 Lausanne
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 2. August 2023 (Dossier-Nummer ...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der VAUDOISE ALLGEMEINE, Versiche-
rungs-Gesellschaft AG (VAUDOISE bzw. Beschwerdegegnerin), obligato-
risch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. 
Gemäss Bagatell-Unfallmeldung vom 14. April 2023 knickte dem Versicher-
ten am Vortag beim Heruntersteigen von der ... und Festhalten an einer ... 
der Arm weg und die rechte Schulter verdrehte sich, worauf er den Arm 
nicht mehr anheben konnte (Akten der VAUDOISE, Antwortbeilage [AB] 
1/1; vgl. auch AB 10/1). Die VAUDOISE klärte den Sachverhalt ab, indem 
sie Berichte der behandelnden Ärzte beizog, vom Versicherten einen Fra-
gebogen ausfüllen liess (AB 10) und das Dossier ihrem beratenden Arzt zur 
Beurteilung vorlegte. Gestützt auf dessen Aktenbeurteilung vom 3. Mai 
2023 (AB 13) verneinte die VAUDOISE mit Verfügung vom 4. Mai 2023 ihre 
Leistungspflicht (AB 11). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache 
(AB 19, 25) wies die VAUDOISE nach Einholung einer weiteren Beurteilung 
des beratenden Arztes vom 19. Juli 2023 (AB 26) mit Entscheid vom 2. Au-
gust 2023 ab (AB 27).

B.

Hiergegen liess der Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin 
lic. iur. B.________, mit Eingabe vom 13. September 2023 Beschwerde 
erheben und was folgt beantragen:

1. Sei der Einspracheentscheid vom 2. August 2023 und die dem Ent-
scheid zugrundeliegende Verfügung vom 4. Mai 2023 aufzuheben, und 
es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen, insbesondere 
seien Taggeldleistungen zu erbringen und die Heilbehandlungskosten 
zu übernehmen.

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen zwecks Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen.

3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

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Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin nach Einholung einer neuerlichen Beurteilung des beratenden 
Arztes vom 24. September 2023 (AB 35) auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 6. Februar 2023 und Duplik vom 1. März 2024 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde – unter 
Vorbehalt der nachstehenden Erwägung E. 1.2 – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. August 
2023 (AB 27). Dieser tritt an die Stelle der ihm zugrundeliegenden 
Verfügung vom 4. Mai 2023 (AB 11), und zwar auch dann, wenn er sie 

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bloss bestätigt (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; SVR 2020 AHV Nr. 9 S. 25 E. 
1; RKUV 1998 U 308 S. 454 E. 2a). Die besagte Verfügung bildet damit 
nicht Anfechtungsobjekt, sodass auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht 
einzutreten ist (vgl. etwa RUTH HERZOG, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], 
Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 
2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 4). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf die gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen 
Unfallversicherung und dabei insbesondere, ob es sich bei diesem Ereignis 
vom 13. April 2023 um einen Unfall im Rechtssinne handelt bzw. ob eine 
Körperschädigung vorliegt, die nicht vorwiegend auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs, indem ihm die Beschwerdegegnerin die Beurteilung 
des beratenden Arztes vom 19. Juli 2023 (AB 26) vor Erlass des Einspra-
cheentscheids vom 2. August 2023 (AB 27) nicht zur Stellungnahme unter-
breitet habe (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 5).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]).

2.2.1 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfah-
rensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung 
betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor 
Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Be-
weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be-

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weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Bewei-
se entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äus-
sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der An-
spruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Be-
fugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren 
ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1 
S. 72; SVR 2021 AHV Nr. 17 S. 53 E. 2.1).

Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussichten 
der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die An-
hörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentschei-
dung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Ent-
scheides veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d aa S. 437; SVR 
2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprü-
fen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme 
bleiben (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 
IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1). Von einer Rück-
weisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwal-
tung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwie-
genden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit 
die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 
Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 
Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 
2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

2.3 Die – dem Beschwerdeführer erst zusammen mit dem Einspra-
cheentscheid vom 2. August 2023 (AB 27) zur Kenntnis gebrachte – versi-
cherungsinterne Aktenbeurteilung des beratenden Arztes vom 19. Juli 2023 
(AB 26) bildete eine wesentliche Grundlage des Einspracheentscheides. 

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Die Beschwerdegegnerin hat daraus zitiert und sich auf dessen 
Argumentation abgestützt. Die Nichtzustellung dieser Aktenbeurteilung 
stellt damit grundsätzlich eine Gehörsverletzung dar, wenngleich keine 
schwere bzw. keiner Heilung zugängliche (vgl. dazu etwa Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 15. Mai 2008, 8C_210/2007, E. 5), zumal die 
der Verfügung zugrunde gelegte Beurteilung bestätigt wird und der Bericht 
keine neuen entscheidrelevanten Gesichtspunkte enthält (BGE 132 V 387 
E. 5.2 S. 390). So brachte der beratende Arzt in seiner Beurteilung vom 19. 
Juli 2023 (AB 26) keine wesentlichen neuen Argumente vor, sondern 
bestätigte im Grundsatz seine bisherige Beurteilung vom 3. Mai 2023 (AB 
13) unter Berücksichtigung der erst im Einspracheverfahren eingereichten 
Berichte des behandelnden Arztes des Beschwerdeführers (AB 15/2 f., 22, 
23/2 f.). Als solche hat die leichte Gehörsverletzung im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren als geheilt zu gelten, zumal der Beschwerdeführer sei-
nen Standpunkt ohne erkennbare Erschwernisse respektive Einschränkun-
gen umfassend darzulegen vermochte und das angerufene Verwaltungsge-
richt mit uneingeschränkter Kognition entscheidet. Ausserdem ist der Ein-
spracheentscheid ohnehin aus anderen Gründen aufzuheben und die Sa-
che zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen (vgl. E. 4.3 
nachfolgend).

2.4 Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen im Zusammenhang mit 
der lite pendente eingereichten Beurteilung des beratenden Arztes vom 
24. September 2023 (AB 35) bzw. der Bildanalyse vom 10. Oktober 2023 
(AB 39) sinngemäss eine Missachtung des Devolutiveffekts rügt (Replik 
S. 5 Ziff. 3), ist dies nicht stichhaltig. Die Beschwerdegegnerin tätigte keine 
Rückfragen an einen verwaltungsexternen Sachverständigen (vgl. dazu 
SVR 2019 IV Nr. 93 S. 313 E. 5.3.3.3), sondern entgegnete lediglich mittels 
einer Beurteilung des beratenden Arztes einem vom Beschwerdeführer 
selbst ins Recht gelegten neuen Bericht des behandelnden Arztes (Akten 
des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 3). Das Einholen derarti-
ger punktueller Ergänzungen des beratenden Arztes während des Be-
schwerdeverfahrens sind durchaus zulässig (vgl. etwa Entscheid des BGer 
vom 19. August 2020, 8C_441/2020, E. 3.2.1). Dies gilt umso mehr, als 
Art. 53 Abs. 3 ATSG die Möglichkeit der Wiedererwägung des Einspra-
cheentscheides bis zur Stellungnahme gegenüber der Beschwerdebehörde 

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vorsieht und dabei auch Abklärungen möglich sind (UELI KIESER, Kommen-
tar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 53 N. 89). Der Beschwerdeführer konnte 
sich zu dieser Beurteilung schliesslich im Rahmen der Replik äussern.

3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.1.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli-
chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun-
gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht 
als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im 
Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö-
sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn-
lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 
V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn-
lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern 
nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit 
ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte-
te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV Nr. 12 S. 60 
E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

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Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 
exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-
nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Scha-
densneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses 
zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den üblichen auf 
den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzge-
schehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 V 72 
E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

3.1.2 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 
dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro-
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2.1 S. 118; SVR 2023 UV Nr. 13 S. 40 E. 3.2). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (SVR 2023 
Nr. 13 S. 41 E. 3.2; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 
E. 2b).

3.1.3 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leis-
tungsansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Wird dieser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, unge-
naue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen 

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eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, be-
steht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es 
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall-
begriffs erfüllt sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; 
SVR 2016 UV Nr. 44 S. 146 E. 3.4).

3.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

3.2.1 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach 
Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung 
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, 
dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

3.2.2 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich be-
reits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a - h UVG genannte Kör-
perschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle sich hierbei um 
eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer über-
nommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG 
vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit 
der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnli-

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chen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten 
Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des 
Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerli-
chen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeu-
tung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch nach der UVG-Revision 
relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im Rahmen der Ab-
klärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis erheben oder 
lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser Art, so verein-
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfall-
versicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen 
zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum 
der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem 
Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der 
Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für 
oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizini-
scher Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der 
Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, 
dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursa-
chenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurück-
zuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für 
Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass 
der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 
Abklärungen erübrigen (BGE 146 V 51 E. 8.6 S. 69).

3.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

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nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

3.4.2 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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4.

4.1 Aus den Akten ergibt sich zum Geschehensablauf und zu den Ver-
letzungen des Beschwerdeführers das Folgende:

4.1.1 In der Bagatell-Unfallmeldung vom 14. April 2023 wird der Hergang 
des Ereignisses vom 13. April 2023 wie folgt festgehalten: Beim Entladen 
von ... sei ein ... auf den Boden gefallen; beim Runtersteigen und Festhal-
ten an einer ... zum Aufheben des ... sei der Arm weggeknickt und die rech-
te Schulter habe sich verdreht (AB 3/1).

Im Fragebogen zum Ereignis vom 13. April 2023 führte der Beschwerde-
führer am 20. April 2023 aus, damals mit der ... von ... beschäftigt gewesen 
zu sein. Dabei handle es sich um eine gewohnte Tätigkeit und diese sei 
unter normalen Bedingungen verlaufen. Beim Heruntersteigen von der ... 
habe er sich an einem ... festgehalten, wobei der Arm weggenickt sei 
(AB 10/1).

Ergänzend führte der Beschwerdeführer am 10. Mai 2023 gegenüber der 
Beschwerdegegnerin (telefonisch) aus, er habe sich festgehalten und beim 
Runtersteigen den Arm verdreht, denn er habe wegen seinem neuen Knie-
gelenk nicht herunterspringen wollen (AB 14).

4.1.2 Am Folgetag des Ereignisses vom 13. April 2023 suchte der Be-
schwerdeführer die C.________ AG auf. Er führte aus, am 13. April 2023 
beinahe von einer ... gestürzt zu sein, wobei er sich mit dem rechten Arm 
habe abfangen können, um den Sturz zu vermeiden. Seither bestünden 
starke Schmerzen in der rechts-dominanten Schulter mit einem aktiven 
Bewegungsdefizit. Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, interpretierte die Be-
schwerden am ehesten im Rahmen einer Bizepstendinopathie mit Pseudo-
paralyse in Elevation, DD Rotatorenmanschettenruptur (RM-Ruptur) Schul-
ter rechts nach Distorsion am 13. April 2023 (AB 1/2 f.).

4.1.3 Ein Röntgen vom 14. April 2023 zeigte geringfügige degenerative 
Veränderungen des AC-Gelenkes und es war keine frakturverdächtige Auf-
hellungslinie abgrenzbar (AB 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 13

4.1.4 Im Arthro-MRI vom 26. April 2023 zeigten sich einerseits degenera-
tive Veränderungen des rechten Akromioklavikulargelenkes und anderer-
seits eine komplette Ruptur mit Retraktion der Supra- (SSP-Sehne) und 
Infraspinatussehne (ISP-Sehne), ein gelenkseitiger Einriss des kranialen 
Anteils der Subscapularissehne sowie ein Einriss des ventralen Anteils des 
Labrums (AB 8).

4.1.5 Unter Verweis auf dieses Arthro-MRI (AB 8) resp. den radiologisch 
nachgewiesenen ausgeprägten RM-Defekt stellte Dr. med. D.________ im 
Bericht vom 26. April 2023 die Indikation zur zeitnahen Operation (AB 5/2 
f.). Diese Operation erfolgte am 8. Mai 2023, wobei der Operateur Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aspektmässig von einer traumatischen Ruptur der 
SSP- und ISP-Sehne mit ausgefransten Sehnenstümpfen und residuellen 
Sehnenanteilen am Footprint der Tuberculum majus ausging (AB 15/2 f.; 
vgl. auch AB 23/2 f. und 32/2 f.).

4.1.6 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. F.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, bestätigte in der Aktenbeurteilung vom 3. Mai 2023 das Vorlie-
gen einer gesicherten Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG bzw. 
der Listendiagnose Sehnenriss. Diese Körperschädigung sei vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen. Die im Arthro-MRI vom 
26. April 2023 erwähnte Retraktion nach Platte Grad II ohne frische trauma-
tische Befunde (Hämatom, Fraktur, Ödem; vgl. AB 8/1) lasse mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit keine aufgrund des Ereignisses natürlich kausal 
entstandene RM-Ruptur zu. Gemäss dem "Schultertrauma-Check" der 
Schweizerischen Ärztezeitung (SAEZ 03/2021) würden zur Unterscheidung 
traumatisch verursachter RM-Läsionen im Gegensatz zu degenerativen 
Läsionen sogenannte Indikatoren gewichtet aufgeführt, wobei die beiden 
"starken" Indikatoren vorliegend auf eine überwiegend wahrscheinlich rein 
degenerativ bedingte natürliche kausale Rissbildung der RM und der lan-
gen Bizepssehne – bei Platte Grad II Retraktion bereits länger bestehend – 
hinwiesen. So fehlten hier eindeutig traumatische Hinweise auf eine ereig-
niskausale Befundentstehung. Auch sei eine traumatische Läsion klar zu 
verneinen, sei doch gemäss Angaben des Beschwerdeführers beim Halten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 14

der Arm weggeknickt und habe sich die rechte Schulter verdreht. Bei einer 
subacromialen Enge Bigliani Typ II (vgl. AB 8/1) und einem spontanen 
Armwegknicken seien hier vielmehr die degenerativen Kriterien einer suba-
cromialen Enge (Bigliani Typ II) mit Sehnenretraktion erfüllt (AB 13/4 f.).

4.1.7 Gegenüber der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers bestätigte 
Dr. med. E.________ am 8. Juni 2023, dass die geäusserten Beschwerden 
überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 13. April 2023 zurückzu-
führen seien. MR-tomographisch könne ein kleiner Sehnenstumpf über 
dem Footprint der SSP-Sehne (Kriterium für akutes Geschehen) nachge-
wiesen und die muskuläre Morphologie des Musculus supra- und infraspi-
natus als normal, d.h. ohne fettige Infiltration beurteilt werden. Der Retrak-
tionsgrad sei im Falle einer RM-Massenläsion kein verlässliches Kriterium, 
um die Chronizität der Verletzung zu beurteilen. Akute, traumatische RM-
Massenläsionen retrahierten rasch. Zudem spreche die intraoperativ relati-
ve Leichtigkeit der Sehnenmobilisation für ein kürzliches Ereignis. Im Falle 
einer chronischen degenerativen RM-Massenläsion wäre eine fettige Infil-
tration oder Atrophie der betroffenen Muskulatur (SSP und ISP) sowie eine 
kaum mögliche Sehnenmobilisation bei diesem Retraktionsgrad zu erwar-
ten gewesen. Typisch für die akuten RM-Massenläsionen seien klinisch 
eine posttraumatische Pseudoparalyse, welche beim Beschwerdeführer 
bestanden habe. Vorliegend sei eine traumatische, massive, plötzliche, 
reissende, exzentrische Belastung des Armes bei muskulärer Fixierung der 
RM und gleichzeitiger passiver Rotation des rechten Armes durchaus 
denkbar. Eine Vorschädigung der Sehnen sei nicht auszuschliessen, doch 
handle es sich beim Beschwerdeführer, trotz des Alters, um eine überwie-
gend wahrscheinliche mindestens "acute on chronic" traumatische RM-
Massenverletzung (AB 22).

4.1.8 Dazu nahm Dr. med. F.________ am 19. Juli 2023 dahingehend 
Stellung, dass gemäss dem erwähnten "Schultertrauma-Check" ein kleiner 
Sehnenstumpf kein Kriterium für traumatisch entstandene Risse darstelle. 
Weder seien hier Luxationszeichen noch wellenförmige Restsehnenanteile 
vorhanden gewesen und vor allem hätten sich sieben Wochen nach dem 
gemeldeten Ereignis keinerlei klinische Befunde einer frischen traumati-
schen Massenruptur gezeigt. Auch ausgefranste Sehnenanteile kämen als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 15

Kriterium der Zuordnung im "Schultertrauma-Check" nicht vor; bei der Nen-
nung einer "acute on chronic" traumatischen RM-Massenverletzung handle 
es sich offensichtlich um die Zerreissung degenerativer Rest-RM-Anteile, 
deren Riss zu jedem Zeitpunkt gleichen Ausmasses spontan wegen der 
Degeneration zu erwarten gewesen wäre. Bei einer Armdistorsion beim 
Aufheben könne der geforderte Mechanismus gemäss dem wichtigen Krite-
rium des "Schultertrauma-Checks" hier sehr schwer nachvollzogen werden; 
so sei ein plötzliches Reissen oder Ziehen vorstellbar. Die sog. "acute on 
chronic"-Läsion meine eine chronische Zustandssituation mit einem akuten 
Geschehen; vorliegend sei bei fehlenden klinischen frischen traumatischen 
Befunden keine richtungsgebende Beeinflussung durch das Ereignis vom 
13. April 2023 festzustellen. Anlässlich der Erstkonsultation bei Dr. med. 
D.________ sei keine von Dr. med. E.________ am 8. Juni 2023 genannte 
und für eine traumatische RM-Ruptur charakteristische posttraumatische 
Pseudoparalyse vorhanden gewesen (AB 26/7 f.).

4.1.9 Im weiteren Bericht vom 22. August 2023 (wiederum zu Handen der 
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers) entgegnete Dr. med. 
E.________, dass der vom beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin 
mehrfach zitierte "Schultertrauma-Check" von der Schweizer Experten-
gruppe der Schulter- und Ellbogenchirurgie sowie der Swiss Orthopaedics 
aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Grundlage und der nicht objek-
tiven Beurteilung der Sachlage als referenzwürdige Quelle abgelehnt wer-
de. Die einzigen bedeutsamen Kriterien, die für eine traumatische Genese 
sprächen, seien gemäss einschlägiger Fachliteratur (u.a.) Hämarthros, ein 
auf dem Tuberculum majus verbliebener Sehnenstumpf und ein ausge-
franster Rand der Sehne. Bei einer komplett gerissenen Sehne ziehe sich 
der Sehnenstumpf zurück. Je länger dieser Sehnenriss zurückliege, desto 
schwieriger werde die Mobilisierung der Sehne, was bei starker Retraktion 
und lange zurückliegendem Rissereignis in einem nicht mehr mobilisierba-
ren Sehnenstumpf enden könne. Unter Berücksichtigung des im Bericht 
vom 14. April 2023 ausgeführten Procederes (bei anhaltend eingeschränk-
ter Flexion bis max. 90° Elevation solle zur weiteren Evaluation ein Arthro-
MRI durchgeführt werden) sowie der darin gestellten Diagnose (klinisch 
Verdacht auf Bizepstendinopathie mit Pseudoparalyse in Elevation, DD 
RM-Ruptur Schulter rechts nach Distorsion am 13. April 2023) habe kli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 16

nisch eine posttraumatische Pseudoparalyse/Pseudoparese bestanden, 
was ein klinisches Kriterium für eine Läsion der RM sei (BB 3).

4.1.10 Dr. med. F.________ erwiderte im Bericht vom 24. September 
2023, das von Dr. med. E.________ als Sehnenstumpf angeführte Argu-
ment für eine frische traumatische Läsion wirke bei von ihm intraoperativ 
durchgeführter Resektion des Sehnenstumpfes wenig überzeugend, er-
laubten doch frische Stümpfe eine Naht des Ausrisspendants. Die ur-
sprüngliche Einschätzung von Dr. med. D.________ (Bizepstendinopathie) 
dokumentiere eindeutig keine klinische Befundlage einer RM-Ruptur. 
Pseudoparalysen entstünden bereits bei kontusionellen Schmerzzuständen 
ohne strukturelle Befunde. Literaturvorgaben der Swiss Orthopaedics wür-
den dem Begutachtungswesen wenig gerecht. Degenerative Befunde bzw. 
Vorschädigungen seien mehrfach dokumentiert und deutlich ausgewiesen; 
hingegen seien frische traumatische Befunde nicht vorhanden gewesen. 
Die "acute on chronic" Pathologie wäre sehr wahrscheinlich auch zeitnah in 
gleicher Weise zustande gekommen. Die entstandene Körperschädigung 
sei vorwiegend und überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen. Besonders die Erstdiagnose habe einen Tag 
nach dem Ereignis eine Bizepssehnenpathologie aufgewiesen, deren Be-
fund gemäss MRT der rechten Schulter am 26. April 2023 ebenfalls eindeu-
tig degenerativer Natur gewesen sei. Das Unfallereignis könne für den ein-
getretenen gesundheitlichen Schaden deshalb weggedacht werden. Es sei 
anzunehmen und dokumentiert, dass die Erstdiagnose der Bizepspatholo-
gie zuerst "acute" geworden sei und erst in einem zweiten Schritt nach dem 
Ereignis die "acute on chronic" Problematik einer reinen Schmerzauslösung 
der vorstehenden chronischen RM-Läsion hinzugekommen sei (AB 35/5 
ff.).

Nachträglich kommentierte Dr. med. F.________ noch die Arthro-MRI-
Bilder vom 26. April 2023 (vgl. E. 4.1.4 hiervor); auf diesen konnte er keine 
frischen ausgefransten Sehnenrupturen feststellen, sondern degenerative 
zersetzte Sehnenanteile ohne traumatische Begleitbefunde einer sich lang-
sam weit nach hinten retrahierten Sehne (AB 39).

4.2 Zu klären ist zunächst, ob das Ereignis vom 13. April 2023 einen 
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt und in diesem Zusammenhang 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 17

insbesondere, ob das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors ge-
geben ist (vgl. E. 3.1 - 3.1.3 hiervor). Danach ist der äussere Faktor unge-
wöhnlich, wenn er nach einem objektiven Massstab nicht mehr im Rahmen 
dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. 
Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum 
einmaligen Vorfall; das exogene Element muss so ungewöhnlich sein, dass 
eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (vgl. E. 3.1.2 hiervor).

Aufgrund der Akten steht in tatsächlicher Hinsicht fest, dass der Beschwer-
deführer am 13. April 2023 beim Heruntersteigen von der ... zum Aufheben 
eines ... beim Halten an einem ... die rechte Schulter verdreht hat (vgl. 
E. 4.1.1 hiervor). Ausgehend von diesem Ereignisablauf kann mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, 
dass der Bewegungsablauf durch einen äusseren Faktor programmwidrig 
gestört worden ist. Entgegen der erstmals im Beschwerdeverfahren (Be-
schwerde S. 6 ff. Ziff. 7 ff.; Replik S. 2 ff. Ziff. 2) vorgebrachten Argumenta-
tion liegt keine unkoordinierte Körperbewegung vor. So ist nicht erstellt, 
dass der Bewegungsablauf ausserhalb der Spannweite des Üblichen abge-
laufen wäre, insbesondere ist der Beschwerdeführer vor dem Wegknicken 
des Arms nicht gestürzt, gestolpert oder ausgeglitten (vgl. E. 3.1.2 hiervor). 
Allein der Umstand, dass der Beschwerdeführer eine Schulterdistorsion 
erlitten hat, vermag den Unfallbegriff nicht zu erfüllen, denn nach der 
Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit 
nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber 
(vgl. E. 3.1.1 hiervor). Damit ist der Unfallbegriff mangels eines ungewöhn-
lichen äusseren Faktors nicht erfüllt.

4.3 Unbestrittenermassen liegt eine unfallähnliche Körperschädigung 
gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in Form eines Sehnenrisses vor. Damit obliegt 
der Beschwerdegegnerin der Entlastungsbeweis, dass die fragliche Listen-
verletzung vorwiegend bzw. zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkran-
kung zurückzuführen ist (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Hierzu stellte die Beschwer-
degegnerin auf die Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. med. 
F.________ vom 3. Mai (AB 13) und 19. Juli 2023 (AB 26) ab. Dieser ge-
langte zum Schluss, dass der Sehnenriss nicht (primär) durch die vom Be-
schwerdeführer ausgeführte Aktivität, sondern vorwiegend auf Abnützung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 18

zurückzuführen ist, was vom behandelnden Arzt Dr. med. E.________ 
mehrfach in Frage gestellt wurde. Dieser wiederum diagnostizierte einen 
traumatischen vollständigen Abriss der SSP- und ISP-Sehne (AB 23/2 und 
32/2). Diesen Befund sah er intraoperativ bestätigt (aspektmässig trauma-
tisch mit ausgefransten Sehnenstümpfen und residuellen Sehnenanteilen 
am Footprint der Tuberculum majus; AB 15/2), wobei ein kleiner Sehnen-
stumpf über dem Footprint der SSP-Sehne ein Kriterium für akutes Ge-
schehen darstelle (AB 22; was gemäss Dr. med. F.________ aber nicht 
genügt [AB 26/7]). Kommt hinzu, dass sich Dr. med. F.________ zum Feh-
len klinischer frischer traumatischer Befunde mehrfach auf die Erstkonsul-
tation bei Dr. med. D.________ stützte (vgl. AB 1/2 f.), welchem damals 
erst das Röntgenbild – zur Klärung einer Fraktur (vgl. AB 4) –, noch nicht 
aber das Arthro-MRI – zur Klärung einer Läsion der RM (vgl. AB 8) – vor-
lag.

Damit bestehen mit den Aktenbeurteilungen des Dr. med. F.________ vom 
3. Mai (AB 13), 19. Juli (AB 26) und 24. September 2023 (AB 35) sowie 
dessen Bildanalyse vom 10. Oktober 2023 (AB 39) einerseits bzw. den 
Stellungnahmen des behandelnden Dr. med. E.________ vom 8. Juni 
(AB 22) und 22. August 2023 (BB 3) andererseits zwei sich widersprechen-
de orthopädische Einschätzungen. Der Letztere vermochte zumindest ge-
ringe Zweifel an den Schlussfolgerungen des beratenden Arztes zu be-
gründen (vgl. E. 3.4.1 hiervor), wobei es nicht allein um die Kritik an der 
vom Ersteren als massgebende Quelle herangezogenen "Schultertrauma-
Check (vgl. dazu SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154, E. 4.5; Entscheid des BGer 
vom 16. August 2023, 8C_62/2023, E. 5.2.2) geht. Weil auch die Einschät-
zungen des Dr. med. E.________ alleine keine hinreichende Entscheid-
grundlage bilden, bedarf es einer verwaltungsexternen orthopädischen Be-
gutachtung. Anschliessend ist über den Leistungsanspruch neu zu verfü-
gen. Die Beschwerde ist somit im Sinne des Eventualantrags gutzuheissen 
und die Sache in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 19

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit am 8. März 2024 eingereichter Kostennote macht Rechtsanwältin 
B.________ einen Aufwand von 20.4 Stunden – was bei einem üblichen 
Honoraransatz von Fr. 250.-- einem Honorar von Fr. 5'100.-- entspricht – 
und Barauslagen von Fr. 183.60 geltend. Der geltend gemachte Aufwand 
von 20.4 Stunden ist selbst unter Berücksichtigung des doppelten Schrif-
tenwechsels unter dem Aspekt der Gebotenheit zu hoch und demgemäss 
ermessensweise zu reduzieren, weshalb der Parteikostenersatz auf pau-
schal Fr. 3'750.-- (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt wird. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit auf diese einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde 
der angefochtene Einspracheentscheid der VAUDOISE ALLGEMEINE, 
Versicherungs-Gesellschaft AG, vom 2. August 2023 aufgehoben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
– nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu 
verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, UV/23/642, Seite 20

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'750.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.