# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f63c21b-59ea-5f88-850b-68d24201a434
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2020 E-4106/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4106-2020_2020-09-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4106/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer,  

Gerichtsschreiberin Mara Urbani. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) betr. B._______,  

geboren am (…);  

Verfügung des SEM vom 16. Juli 2020 / N (…). 

 

 

 

E-4106/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin stellte am 22. Februar 2017 in der Schweiz ein 

Asylgesuch. Das SEM anerkannte sie mit Verfügung vom 26. Februar 2020 

als Flüchtling und gewährte ihr Asyl. 

B.  

Mit Eingabe vom 25. April 2020 stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch 

um Familienzusammenführung zugunsten von B._______.  

Als Beweismittel reichte sie eine Fotografie einer Identitätskarte ihres be-

haupteten Ehemannes zu den Akten. 

C.  

Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 informierte das SEM die Beschwerdefüh-

rerin darüber, dass die von ihr am 4. Dezember 2017 im Rahmen der Bun-

desanhörung eingereichte Eheurkunde einer Analyse durch eine Doku-

mentenprüfungsstelle unterzogen worden sei. Die Urkunde sei hierbei 

zweifelsfrei als Totalfälschung erkannt worden. Das Dokument weise klare 

Abweichungen in Bezug auf die Sicherheitsmerkmale, die Qualität und die 

Beschaffenheit auf. Die betroffene Urkunde sei daher in Anwendung von 

Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen worden. Das SEM räumte ihr unter 

Fristansetzung die Möglichkeit ein sich hierzu zu äussern. 

Zusätzlich wies das SEM auf festgestellte Unstimmigkeiten hinsichtlich der 

Geburtsdaten des behaupteten Ehemannes hin. Das im Rahmen des Fa-

miliennachzugsgesuchs genannte Geburtsdatum stimme nicht mit der An-

gabe überein, welche die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Befragung 

zur Person (BzP) vom 1. März 2017 hierzu gemacht habe. 

Gleichzeitig forderte die Vorinstanz sie auf, darzulegen, an welchen Orten 

sich ihr Partner seit der Anhörung vom 4. Dezember 2017 aufgehalten 

habe, und forderte sie auf, Unterlagen als Nachweis für dessen Identität 

sowie Aufenthalte und zwei aktuelle Passfotos von ihm einzureichen.  

D.  

Mit Eingabe vom 9. Juni 2020 nahm die Beschwerdeführerin zur Sache 

Stellung. Hierbei hielt sie daran fest, dass es sich bei der Eheurkunde ent-

gegen dem Resultat der Dokumentenprüfungsstelle um ein Original 

handle. Weiter äusserte sie sich zu den Abweichungen hinsichtlich der Ge-

burtsdaten ihres behaupteten Ehemannes und gab an, dieser sei am (…) 

E-4106/2020 

Seite 3 

geboren. Er habe bis am 2. Februar 2020 in Israel gelebt und sei dann nach 

Uganda gereist, wo er sich immer noch aufhalte. Er habe in Israel keine 

Aufenthaltsbewilligung erhalten, weshalb er sich für die Ausreise nach 

Uganda entschlossen habe. Der Stellungnahme legte sie die Kopie eines 

Flugtickets ihres behaupteten Ehemannes, eine weitere Kopie seiner Iden-

titätskarte, Auszüge aus ihrer Kommunikation sowie seine Einverständnis-

erklärung bei. 

E.  

Mit Schreiben vom 29. Juni 2020 informierte die Vorinstanz die Beschwer-

deführerin darüber, dass aufgrund der als Totalfälschung erkannten Hei-

ratsurkunde objektive Zweifel an der Ehegemeinschaft bestehen würden. 

Die Beschwerdeführerin wurde daher aufgefordert, weitere Belege für die 

behauptete Ehegemeinschaft nachzureichen, wie beispielsweise Fotos der 

Hochzeitszeremonie, Registerblätter oder andere Beweismittel.  

F.  

Am 2. Juli 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem SEM schriftlich mit, 

dass sie leider keine Fotos von ihrer Hochzeit besitze. In ihrem Dorf habe 

es zur Zeit der Hochzeit noch keine Mobiltelefone mit Kamerafunktion ge-

geben. Ferner habe auch niemand einen Fotoapparat besessen. Zusätz-

lich gebe es auch keine weiteren Unterlagen, welche ihre Ehe belegen 

könnten. Dem Schreiben legte sie zwei Passfotos ihres Ehemannes bei.  

G.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2020 – eröffnet am 17. Juli 2020 – wies das 

SEM das Familienzusammenführungsgesuch zugunsten B._______ ab 

und bewilligte dessen Einreise in die Schweiz nicht. 

H.  

Mit Eingabe vom 17. August 2020 erhob die Beschwerdeführerin beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Darin be-

antragte sie deren Aufhebung, die Anerkennung von B._______ als Flücht-

ling gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG sowie die Bewilligung seiner Ein-

reise in die Schweiz. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessu-

aler Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um amt-

liche Rechtsverbeiständung.  

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Seite 4 

Der Beschwerde legte sie erneut eine Kopie der betroffenen Eheurkunde 

bei, auf der sie nun eine aktuelle Fotografie ihres behaupteten Ehemannes 

befestigt hat. Ferner reichte sie Fotografien von drei handschriftlich in Tigri-

nya verfassten Schreiben ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Mit dem vorliegend instruktionslos ergehenden, verfahrensabschlies-

senden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses hinfällig. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

E-4106/2020 

Seite 5 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – na-

mentlich Ehegatten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits 

als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl in der Schweiz, wenn keine 

besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsberech-

tigten Personen nach Abs. 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie 

sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 

Abs. 4 AsylG). Die Erteilung der Einreisebewilligung setzt eine vorbestan-

dene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht so-

wie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus. 

Zweck von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist allein die Wiedervereinigung vorbestan-

dener Familiengemeinschaften und nicht die Aufnahme neuer respektive 

vor der Flucht noch nicht gelebter familiärer Beziehungen (vgl. BVGE 2018 

VI/6 E. 5, 2017 VI/4 E. 3.1 und E. 4.4.2, 2012/32 E. 5; Botschaft zur Total-

revision des Asylgesetzes sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über 

Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 

1996 II 1 ff., insb. S. 68). Dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und 

der Asylgewährung entgegenstehende "besondere Umstände" sind bei-

spielsweise anzunehmen, wenn das Familienmitglied Bürger eines ande-

ren Staats als der Flüchtling ist und die Familie in diesem Land nicht ge-

fährdet ist, wenn der Flüchtling seinen Status derivativ erworben hat, oder 

wenn das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde 

und erkennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als 

Familie zusammenzuleben (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/32 E. 5.1). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass 

die geltend gemachte Eheschliessung nicht glaubhaft sei. Eine Urkunden-

prüfung der von der Beschwerdeführerin eingereichten Eheurkunde habe 

ergeben, dass es sich hierbei zweifelsfrei um eine Totalfälschung handle. 

Dabei verwies sie auf ihr Schreiben vom 2. Juni 2020, in welchem der Be-

schwerdeführerin das rechtliche Gehör zum Resultat der Dokumentenprüf-

stelle gewährt wurde. Weiter wies die Vorinstanz ergänzend auch noch auf 

inhaltliche Auffälligkeiten der Urkunde hin. Hierbei falle auf, dass die Ur-

kunde (sowohl im tigrinischen als auch im englischen Teil) zweimal nur das 

Datum der Trauung nach gregorianischem Kalender aufweise. Eine solche 

doppelte Eintragung des Heiratsdatums gemäss gregorianischem Kalen-

der ohne entsprechende Datumsangabe nach orthodoxem Kalender 

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Seite 6 

müsse als sehr ungewöhnlich eingestuft werden. Weitere Beweismittel lä-

gen nicht vor. Ferner könne auch nicht geglaubt werden, dass an einem 

wichtigen sozialen Ereignis wie einer Hochzeit keine Fotos gemacht wor-

den seien. Die simple Erklärung der Beschwerdeführerin, es seien keine 

Fotoapparate verfügbar gewesen, erweise sich gerade angesichts der auf 

der eingereichten Eheurkunde vom (…) 2009 angebrachten Fotos als be-

helfsmässig. Zudem sei fraglich, ob die abgebildete Person auf dem Pass-

foto, welches auf der Eheurkunde befestigt sei, überhaupt dieselbe sei wie 

diejenige auf den am 2. Juli 2020 eingereichten Passfotos. Die von der Be-

schwerdeführerin eingereichten Chatverläufe vermöchten das behauptete 

Eheverhältnis ebenso nicht zu belegen.  

5.2 Die Beschwerdeführerin stellte sich in der Beschwerdeschrift nach wie 

vor auf den Standpunkt, dass die von ihr eingereichte Heiratsurkunde echt 

sei. Es sei ihr nicht bekannt, welches Vergleichsmaterial die Vorinstanz 

herbeigezogen habe. Deshalb könne sie zu den Vorwürfen nicht gezielt 

Stellung nehmen. Sie erachte ihr rechtliches Gehör als verletzt. Unter Ver-

weis auf einen Herkunftsländerbericht macht sie geltend, die Kirchen in 

Eritrea führten keine zentralen Register für abgehaltene Zeremonien. Es 

existiere keine generelle, uniforme Aufmachung für Heirats- und Taufurkun-

den. Weiter sei zu berücksichtigen, dass alle eritreischen Kirchen den gre-

gorianischen Kalender benutzten, so dass es gut möglich sei, dass in bei-

den Teilen einer Urkunde (sowohl im tigrinischen als auch im englischen 

Teil) das Datum nach gregorianischem Kalender angegeben sei. Die von 

ihr eingereichten Passfotos würden dieselbe Person abbilden, die auch auf 

der Eheurkunde zu sehen sei. Ihr Ehemann habe in der Zeit seit der Heirat 

einfach ein wenig zugenommen, jedoch seien seine charakteristischen 

Züge (Kopfform, enganliegende Ohren, Haaransatz, Augenpartie, Nase, 

Bartbehaarung) gleichgeblieben. Ihre Aussagen in den Befragungen 

stimmten mit den Informationen auf der Eheurkunde überein. Die Kontakt-

aufnahme zu ihrer Familie gestalte sich leider als schwierig, weshalb es ihr 

nicht möglich sei, eine neue Heiratsbestätigung zu erlangen. Schliesslich 

wies sie darauf hin, dass die auf der Eheurkunde vorhandene Unterschrift 

ihres Ehemannes mit derjenigen auf der Einverständniserklärung vom 

9. Juni 2020 übereinstimme.  

6.  

6.1 In der Beschwerdeschrift wird der Vorinstanz eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vorgeworfen. Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da 

sie allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen 

Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 

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Seite 7 

6.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör erwächst der Behörde somit die Pflicht, die Vorbringen 

einer gesuchstellenden Person einerseits nicht nur entgegenzunehmen, 

sondern sie auch wirklich zu hören, sorgfältig zu prüfen und in der Ent-

scheidfindung zu berücksichtigen – was gewissermassen das Kernstück 

des rechtlichen Gehörs ausmacht (vgl.  WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskom-

mentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 32 Rz. 18; BGE 123 I 31 E. 2c) – und 

andererseits der gesuchstellenden Person gegenüber im Rahmen einer 

Verfügung mitzuteilen, wieso der Entscheid so und nicht anders ausgefal-

len ist beziehungsweise warum ihren Anträgen nicht stattgegeben wird. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).  

6.3 Die Beschwerdeführerin vermag in der Beschwerde keine Verletzung 

ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuzeigen. Das SEM hatte ihr in 

seiner Aufforderung zur Stellungnahme zum Ergebnis der Dokumentenprü-

fung die zentralen inhaltlichen Anhaltspunkte im Sinne der Art. 27 und 28 

VwVG aufgezeigt, um sie in die Lage zu versetzen, ihren Anspruch auf 

rechtliches Gehör wahrzunehmen (vgl. SEM-Akte 1067957-2/2 Ziffer 1). Im 

Übrigen hält die Verweigerung einer detaillierteren Offenlegung vor dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör durchaus stand, zumal ein überwiegendes 

öffentliches Interesse an der Vermeidung missbräuchlicher Weiterverwen-

dung weiterer Informationen besteht (vgl. Art. 27 f. VwVG). Es bestehen 

insbesondere bezüglich der Prüfungspunkte bei der Durchführung einer 

derartigen Dokumentenanalyse gewichtige Geheimhaltungsinteressen, die 

geeignet sind, eine Einschränkung der Akteneinsicht und damit des recht-

lichen Gehörs zu rechtfertigen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 34 E. 9 m.w.H., 

bestätigt im Urteil des BVGer D-1466/2013 vom 19. November 2015 

E. 5.2). Die diesbezügliche Rüge erweist sich demnach als unbegründet. 

Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Sache aus formellen 

Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbe-

zügliche Rechtsbegehren ist abzuweisen.  

E-4106/2020 

Seite 8 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit dem 

SEM zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine asylrechtliche Fa-

milienzusammenführung nach Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG vorliegend offen-

sichtlich nicht erfüllt sind. Auf die betreffenden Erwägungen kann vollum-

fänglich verwiesen werden. Die Beschwerde führt dabei nicht zu einer an-

deren Betrachtungsweise.  

Das SEM legte in seinem Schreiben vom 2. Juni 2020 dar, dass die einge-

reichte Eheurkunde einer Analyse durch eine Dokumentenprüfungsstelle 

unterzogen wurde. Hierbei wurden eindeutige Abweichungen in Bezug auf 

die Sicherheitsmerkmale, die Qualität und die Beschaffenheit der Urkunde 

festgestellt. Die betroffene Urkunde wurde sodann zweifelsfrei als Fäl-

schung erkannt und in Anwendung von Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. 

Aufgrund der Aktenlage besteht keine Veranlassung am Ergebnisse der 

Dokumentenprüfung, welche von einer zertifizierten und qualifizierten 

Stelle durchgeführt wurde, zu zweifeln. Der eindeutig als Totalfälschung er-

kannten Eheurkunde kommt somit kein Beweiswert in Bezug auf den be-

haupteten Eheschluss zu.  

Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin abgesehen 

von der gefälschten Eheurkunde keinerlei Beweismittel vorlegte, welche 

die Behauptung der am (…) 2009 eingegangenen Ehegemeinschaft zu 

stützen vermögen. Ferner ist auch der Vorinstanz zuzustimmen, dass die 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Gründe für das vollstän-

dige Fehlen von Fotografien oder Bilder der Hochzeit als sehr wenig le-

bensnah einzustufen sind. Der hierzu aufgeführte Erklärungsversuch, zur 

damaligen Zeit, im Jahr 2009, habe niemand über die Möglichkeiten ver-

fügt, Fotos der Zeremonie zu machen, steht in offenem Widerspruch zu 

dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Asylverfah-

rens mehrere Fotografien von sich einreichte (vgl. SEM-Akte A10) bezie-

hungsweise dass auf der Eheurkunde Fotografien der beiden angeblichen 

Eheleute angebracht wurden.  

Hinzu kommt der aufgetretene Widerspruch hinsichtlich des Geburtsda-

tums ihres angeblichen Ehemannes (vgl. SEM-Akte A3 Ziffer 1.14 und 

1067957-1/6 S. 1). 

Die nunmehr auf Beschwerdeebene eingereichten Fotografien von drei 

handschriftlich in Tigrinya verfassten Schreiben vermögen hieran nichts zu 

ändern. Vorab ist hierzu festzuhalten, dass in Bezug auf die Umstände und 

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Seite 9 

die Herkunft dieser fotografierten Schreiben keine gesicherten Erkennt-

nisse vorliegen und diese auch keinerlei Sicherheitsmerkmale aufweisen. 

Bei den angeblich von Trauzeugen verfassten Schreiben ist jedoch davon 

auszugehen, dass es sich hierbei um reine Gefälligkeitsschreiben handelt, 

denen kein rechtsgenügender Beweiswert beigemessen werden kann. Zu-

sätzlich ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass vor dem 

Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin diese Schreiben beschaffen 

konnte, nur wenig nachvollziehbar erscheint, weshalb sie wie von ihr be-

hauptet nicht in der Lage sein soll, heimatliche Urkunden für den behaup-

teten Eheschluss zu erwirken.  

Vor dem Hintergrund, dass es sich bei der vorgelegten Eheurkunde zwei-

felsohne um eine Totalfälschung handelt, kann folglich auch offengelassen 

werden, ob die auf der Urkunde angebrachte Fotografie nun die gleiche 

Person zeigt, wie auf den von der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Ein-

gabe vom 2. Juli 2020 eingereichten Fotos beziehungsweise ob die auf der 

(als Fälschung eingestuften) Urkunde angebrachte Unterschrift mit derje-

nigen des behaupteten Ehemannes auf der dem SEM eingereichten Ein-

willigungserklärung vom 9. Juni 2020 Ähnlichkeiten aufweist.  

7.2 Insgesamt ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, den behaup-

teten Eheschluss glaubhaft zu machen. An dieser Einschätzung vermag 

letztlich auch der blosse Umstand, dass die Beschwerdeführerin einen 

Eheschluss in der BzP und der Anhörung erwähnt hat, nichts zu ändern.  

7.3 Zusammenfassend hat das SEM das Gesuch der Beschwerdeführerin 

um asylrechtliche Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 

AsylG zu Recht abgelehnt und die Einreise des (angeblichen) Ehemannes 

in die Schweiz nicht bewilligt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

E-4106/2020 

Seite 10 

SR 173.320.2]). Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und der amtlichen Rechtsverbeiständung (vgl. Art. 65 Abs. 1 und 2 

VwVG) sind angesichts der erkannten Aussichtslosigkeit der Beschwerde 

abzuweisen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4106/2020 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Lorenz Noli Mara Urbani 

 

 

Versand: