# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e9ac8ff-d5c9-503d-960c-d010e3471966
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2009 C-6188/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6188-2007_2009-08-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6188/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

T._______, 
handelnd durch H._______,
und diese vertreten durch 
Advokat Christoph Haffenmeyer, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ausstellung eines Passes für eine ausländische Person.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6188/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass T._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 3. April 2003 als 
Kind eines Schweizerbürgers und einer kenianischen Staatsangehöri-
gen mit Niederlassungsbewilligung geboren wurde und er in der Folge 
das Schweizer Bürgerrecht durch Abstammung erhalten hat,

dass mit Urteil des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 11. November 2004 
das  Kindsverhältnis  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  dem 
Schweizerbürger aufgehoben wurde,

dass die Ehe zwischen der Mutter des Beschwerdeführers und dem 
Schweizerbürger  mit  Urteil  des  Zivilgerichtspräsidiums  Basel-Stadt 
vom 2. Februar 2006 geschieden wurde, 

dass dem Beschwerdeführer in der Folge das Schweizer Bürgerrecht 
aberkannt wurde und er fortan als Kenianer im zentralen Ausländerre-
gister (ZAR) geführt wurde, 

dass die Mutter des Beschwerdeführers am 2. März 2007 bei der Vor-
instanz  ein  Gesuch um Ausstellung eines  Passes für  eine  ausländi-
sche Person gestellt hat,

dass die  Vorinstanz  mit  Verfügung vom 14. August  2007 den Antrag 
auf Ausstellung eines Passes für eine ausländische Person abgelehnt 
hat,  da  keine  Schriftenlosigkeit  gemäss  Art.  7  der  Verordnung  vom 
27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Reisedokumenten für aus-
ländische Personen (RDV, SR 143.5) vorliege,

dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 14. Septem-
ber 2007 beantragt, es sei ihm der Pass für eine ausländische Person 
auszustellen  und  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  bewilligen; 
die Vorinstanz habe nicht rechtsgenüglich abgeklärt, ob eine Staaten-
losigkeit  gemäss  Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staa-
tenlosen vom 28. September 1954 vorliege, sondern sei lediglich auf-
grund  der  Eintragung  im  zentralen  Ausländerregister  (ZAR)  davon 
ausgegangen,  der  Beschwerdeführer  sei  Kenianer; zudem habe der 
Beschwerdeführer bei seiner heimatlichen Vertretung in der Schweiz 
die Ausstellung eines gültigen Reisedokuments beantragt; der Antrag 
sei aber mit der Begründung abgelehnt worden, die kenianische Natio-
nalität  werde  über  den  Vater  weitergegeben,  weshalb  diese  belegt 

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werden müsse; dies sei jedoch aufgrund des nicht bekannten Aufent-
halts sowie der nicht bekannten Nationalität des Vaters des Beschwer-
deführers nicht möglich,

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 5. Oktober 2007 aus-
führt,  das mit Beschwerde vom 1. September 2007 gestellte Gesuch 
beziehe sich sowohl  auf die unentgeltliche Prozessführung wie auch 
auf die unentgeltliche Rechtsverbeiständigung, 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2007 die 
Abweisung der Beschwerde beantragt, 

dass gemäss Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht (unter Vorbe-
halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen) Beschwerden gegen 
Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  beurteilt, 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den und dass darunter u.a. Verfügungen des BFM gestützt auf die Ver-
ordnung vom 27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Reisedoku-
menten für  ausländische Personen (RDV, SR 143.5)  fallen und dass 
das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ist (Art. 83 Bst. c 
Ziff.  6  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]),

dass sich gemäss Art. 37 VGG das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG richtet, sofern das Gesetz nichts ande-
res bestimmt,

dass der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert ist und auf die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist 
(Art. 48 ff. VwVG),

dass aufgrund der für den Beschwerdeführer möglichen und zumutba-
ren Beschaffung eines heimatlichen Reisepapieres eine Schriftenlosig-
keit  gemäss Art. 7 Abs. 1 RDV zu verneinen ist,  da die kenianische 
Staatsangehörigkeit nicht nur durch Abstammung über den Vater, son-
dern – gemäss chapter VI section 92 (2) der geltenden kenianischen 
Verfassung (z.B. einzusehen in: http://kenya.rcbowen.com/constitution) 
–  auch  mittels  Registrierung  über  die  Mutter,  welche  kenianische 
Staatsangehörige  ist,  erlangt  werden  kann  und  sich  aus  den  Akten 
nicht ergibt, dass der Beschwerdeführer Letzteres geprüft habe, 

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http://kenya.rcbowen.com/constitution

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dass vorliegend nicht von der Staatenlosigkeit des Beschwerdeführers 
ausgegangen  werden  kann,  da  die  Staatenlosigkeit  gemäss  Art.  4 
Abs. 1  Bst.  a  RDV  eine  Anerkennung  bedingt,  welche  in  einem 
entsprechenden Verfahren von der Vorinstanz zu prüfen ist und es im 
Rahmen  dieses  Verfahrens  nicht  Sache  der  Vorinstanz  ist,  die 
Staatsangehörigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuklären,  sondern  es 
an  diesem  liegt,  die  geltend  gemachte  Staatenlosigkeit  im  Rahmen 
seiner Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 13 VwVG) zu beweisen,

dass aufgrund dieser Sachlage kein Anspruch auf einen Pass für eine 
ausländische Person gemäss Art. 4 Abs. 1 RDV besteht,

dass  aufgrund  der  voranstehenden  Ausführungen die  Vorinstanz  die 
Ausstellung des Passes für eine ausländische Person zu Recht verwei-
gert hat,

dass die Beschwerde somit abzuweisen ist,

dass bei diesem Verfahrensausgang der Beschwerdeführer grundsätz-
lich kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320])  und  dem  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung nicht  stattzugeben ist,  da das Be-
schwerdebegehren nach dem bisher Gesagten zum Vornherein aus-
sichtslos war (vgl. BGE 129 l 129 E. 2.3.1 S. 135 f., BGE 128 l 225 E. 
2.5.3 S. 236, BGE 125 ll 265 E. 4b S. 275),

dass  in  vorliegendem  Fall  indessen  ausnahmsweise  darauf  zu 
verzichten ist, die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen (Art. 6 Bst. b VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Dem  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
nicht stattgegeben.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr.[...] retour)
- Sicherheitsdepartement  des  Kantons  Basel-Stadt,  Bevölkerungs-

dienste und Migration in Kopie.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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