# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38fbf1e9-d964-5895-b895-92ab28e436d8
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 602_2010_54_6_10_111.pdf
**Docket/Reference:** 602_2010_54_6_10_111.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf38/602_2010_54_6_10_111.pdf

## Full Text

602 2010-54 

Urteil vom 6. Oktober 2011 

II. VERWALTUNGSGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

  Präsident: 
Richter: 
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: 

Christian Pfammatter 
Josef Hayoz, Gabrielle Multone 
Isabelle Schuwey 

PARTEIEN 

  U. Beschwerdeführer 1, 

V. und W.  Beschwerdeführer 2,  

X. und Z.  Beschwerdeführer 3,  

alle vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Weibel, Herrengasse 30, 3011 
Bern,  

gegen 

OBERAMT DES SENSEBEZIRKS, Kirchweg 1, Postfach 104, 1712 Tafers, 
Vorinstanz,  

FRISCHBETON AG TAFERS, 1712 Tafers, Beschwerdegegnerin 1, 
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Schneuwly, Rue de Romont 35, 
Postfach 1447, 1701 Freiburg, 

GEMEINDE DÜDINGEN, Postfach 85, 3186 Düdingen, 
Beschwerdegegnerin 2,  
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Meyer, Pérolles 12, Postfach 720, 
1701 Freiburg,  

GEGENSTAND 

Raumplanung und Bauwesen 
Beschwerde vom 2. Juni 2009 gegen den Entscheid vom 30. April 2009 
Verfahrenswiederaufnahme nach Rückweisung durch das Bundesgericht. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A.  Die  Frischbeton  AG  Tafers  reichte  am  16.  November  2007  ein  Baugesuch  für  den 
Neubau  einer  Betonzentrale  sowie  für  eine  Stützmauer  und  ein  Rückhaltebecken  ein. 
Zugleich  stellte  sie  zwei  Ausnahmegesuche  für  die  Erstellung  von  vier  Bindemittelsilos 
und einer neuen Zufahrt. Die Bauten sollen in der Gemeinde Düdingen auf den Parzellen 
Nr. 4728 und Nr. 4729  erstellt werden. Die Baugrundstücke befinden sich innerhalb des 
Perimeters  des  Detailbebauungsplanes  Schürli  beziehungsweise  in  der  Industrie-  und 
Gewerbezone.  Sie  sind  bestimmt  für  Produktions-  und  Reparaturwerkstätten  sowie  für 
Lagerbauten und Dienstleistungsbetriebe. 

B. 
Für  das  Quartier  Schürli  besteht  ein  Bebauungsplan  mit  einem  entsprechenden 
Reglement. Die Parzelle Nr. 4729 ist ein lang gezogenes Grundstück, das ungefähr 15 m 
breit und 170 m lang ist. Sie ist im Norden (in ihrer ganzen Länge) durch die Autobahn 
A12 und im Westen durch einen Wald begrenzt. Im Süden der Nr. 4729 (von West nach 
Ost) befinden sich die Parzellen Nr. 4728, Nr. 5787 und Nr. 5788. Südlich der Nr. 5787 
und gleichzeitig östlich der Nr. 4728 ist die Parzelle Nr. 5790 (6072). Östlich der Nr. 5790 
(6072) und auch südlich der Nr. 5788 ist die Nr. 6059. Die Parzellen Nr. 4729, Nr. 5788 
und Nr. 6059 sind im Osten begrenzt durch die Bonnstrasse und die Nr. 4728, Nr. 5790 
(6072) und Nr. 6059 im Süden durch die Industriestrasse. 

Nach  dem  Bebauungsreglement  (Projektbeschrieb  Ziff.  4)  wird  das  Quartier  Schürli  von 
der  Industriestrasse  her  erschlossen.  Weiter  dürfen  gestützt  auf  Ziff.  2.14  auf  den 
Parzellen Nr. 4728 und Nr. 4729 grundsätzlich keine Silos gebaut werden. Immerhin wird 
auf  die  Möglichkeit  hingewiesen,  dass  mittels  eines  Ausnahmeverfahrens  solche  Bauten 
erlaubt werden können. 

Die Nr. 4729 ist reserviert für eine mögliche Umfahrungsstrasse der Gemeinde Düdingen 
(Freihaltekorridor;  Entlastungs-/Umfahrungsstrasse  V1).  Diese  Freifläche  kann  für 
Kleinbauten  und  bewegliche  Bauten  genutzt  werden,  die  jedoch  vor  einer  allfälligen  Er-
stellung  der  Umfahrungsstrasse  von  der  Freifläche  zu  entfernen  sind  (Ziff.  4.2  Projekt-
beschrieb; Ziff. 1.4 Bebauungsreglement).  

C.  Das Bauvorhaben der Frischbeton AG sieht zwei Ausnahmen vom Bebauungsregle-
ment  vor.  Im  westlichen  Bereich  der  Nr.  4729  sollen  4  Bindemittelsilos  erstellt  werden. 
Weiter  soll  die  Betonaufbereitungsanlage,  die  -  ausser  den  Silos  und  dem  Rückhalte-
becken  -  vollumfänglich  auf  der  Nr.  4728  gebaut  werden  soll,  nicht  von  der  Industrie-
strasse  her  erschlossen  werden.  Vorgesehen  ist  eine  neue  Zufahrt  von  der  Bonnstrasse 
über die Nr. 4729, parallel der Autobahn entlang, also (teilweise) auf dem vorgesehenen 
Trasse der Umfahrungsstrasse V1. 

D.  Das  Baubewilligungs-  und  die  Ausnahmegesuche  wurden  am  23.  November  2007 
öffentlich aufgelegt. Gegen beide Begehren gingen mehrere Einsprachen ein.  

Am  27.  August  2008  erteilte  die  Raumplanungs-,  Umwelt-  und  Baudirektion  (nach-
folgend: RUBD) das Einverständnis zur Bewilligung der ersuchten Ausnahmen (Silos und 
Zufahrt)  durch  die  Gemeinde  Düdingen.  Mit  Verfügung  vom  9.  September  2008  geneh-
migte der Gemeinderat von Düdingen die Ausnahmegesuche. Dagegen erhoben mehrere 

 
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Einsprecher am 15. Oktober 2008 Beschwerde beim Oberamtmann des Sensebezirks, der 
sie  am  28.  Oktober  2008  guthiess,  den  Entscheid  vom  9.  September  2008  aufhob  und 
die Sache zur Neubeurteilung an den Gemeinderat zurückwies. Der Gemeinderat erteilte 
am  25.  November  2008  wiederum  die  Ausnahmebewilligungen.  Dagegen  wurde  am 
14. Januar 2009 erneut Beschwerde beim Oberamtmann erhoben. Mit Verfügungen vom 
30. April 2009 gewährte dieser die Baubewilligung sowie die Ausnahmebewilligungen und 
wies  die  Einsprachen  ab,  soweit  er  darauf  eintrat.  Einen  Teil  der  Einsprachegründe  ver-
wies er an den Zivilrichter. 

E.  Am 2. Juni 2009 liessen U. (Beschwerdeführer 1), V. und W. (Beschwerdeführer 2), 
X.  und  Z.  (Beschwerdeführer 3)  sowie  eine  andere  Person  beim  Kantonsgericht 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde  führen.  Sie  beantragten  die  Aufhebung  des  Entscheids 
vom 30. April 2009 (Rechtsbegehren 1) und die Rückweisung der Angelegenheit an den 
Oberamtmann  (Rechtsbegehren 2).  Eventuell  seien  das  Baubewilligungsgesuch  und  die 
Ausnahmebewilligungsgesuche  abzuweisen  (Rechtsbegehren 3).  Zudem  seien  der 
Beschwerde 
zuzuerkennen 
(Rechtsbegehren 4) und ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen (Rechtsbegehren 5). 
Die  Beschwerdeführer 
rügen  unter  anderem  den  Bau  der  Silos  sowie  der 
Erschliessungsstrasse. Überdies werde die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. 

vollumfängliche 

aufschiebende 

Wirkung 

die 

F.  Mit Urteil vom 11. März 2010 (602 2009 30 / 602 2009 31) wies das Kantonsgericht 
die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Dagegen erhoben die Beschwerdeführer 1, 2 
und 3 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, das am 
5. Juli 2010 (1C_221/2010) die Beschwerde guthiess, das Urteil des Kantonsgerichts vom 
11.  März  2010  aufhob  und  die  Angelegenheit  zur  neuen  Beurteilung  im  Sinne  der 
Erwägungen an das Kantonsgericht zurückwies. Das Bundesgericht erblickte im Umstand, 
dass das Kantonsgericht den Beschwerdeführern keine Möglichkeit bot, zu den Eingaben 
der  anderen  Verfahrensbeteiligten  Position  beziehen  zu  können,  eine  Verletzung  des 
rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 
(BV; SR 101). 

G.  Nach Eingang des Bundesgerichtsurteils wurde die Streitsache beim Kantonsgericht 
unter der Nummer 602 2010 54 eingetragen. Alle Akten des früheren Verfahrens wurden 
beigezogen. Im Rahmen des wiederaufgenommenen Verfahrens wurden die Beschwerde-
führer  mit  Schreiben  des  Instruktionsrichters  vom  16.  Juli  2010  aufgefordert,  eine 
weitere Rechtsschrift einzureichen.  

H.  Mit Eingabe vom 1. September 2010 stellten die Beschwerdeführer den Antrag, die 
zurückgewiesene Angelegenheit sei in einer anderen Besetzung zu beurteilen als anläss-
lich des Urteils vom 11. März 2010. Es bestünden ernsthafte Gründe, an der Unbefangen-
heit der Richter zu zweifeln. Mit Urteil vom 23. November 2010 wies das Kantonsgericht 
das Ausstandsgesuch ab. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

I. 
Die Beschwerdeführer reichten ihre am 16. Juli 2010 geforderte Stellungnahme am 
28. März 2011 ein. Dazu liessen sich die Gemeinde Düdingen, die Frischbeton AG Tafers 
sowie das Amt für Umwelt (AfU) und das Tiefbauamt vernehmen.  

J.  Mit Schreiben vom 29. September 2011 schloss der Instruktionsrichter das Beweis-
verfahren. 

 
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E r w ä g u n g e n  

1. 
Im  Anschluss  an  den  Rückweisungsentscheid  des  Bundesgerichts  wird  das  kanto-
nale Verfahren in dem Zustand wiederaufgenommen, in welchem es sich unmittelbar vor 
dem Erlass des aufgehobenen Entscheids befand (JEAN-FRANÇOIS POUDRET, in Commentaire 
de  la  loi  fédérale  d'organisation  judiciaire,  Bd. II,  Bern  1990,  Art. 66  N. 1.2  mit  Hin-
weisen).  Dies  muss  im vorliegenden  Fall umso  mehr  gelten,  als  das  Urteil des  Kantons-
gerichts  wegen  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  aufgehoben  wurde.  Für  die  erneute 
Beurteilung  durch  die  kantonalen  Instanzen  sind  die  entscheidwesentlichen  Erwägungen 
des Bundesgerichts verbindlich; zusätzliche Rechtsgründe oder Tatsachen, zu denen sich 
das  Bundesgericht  nicht  geäussert  hat,  dürfen  jedoch  in  Betracht  gezogen  werden 
(ULRICH  MEYER,  in  Basler  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Bundesgericht  vom 
17. Juni 2005 [BGG] Art. 107 Rz. 18 mit Hinweisen). 

2.  Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Beschwerde vom 2. Juni 
2009, die rechtzeitig eingereicht wurde sowie den formellen und inhaltlichen Anforderun-
gen genügt, ist gegeben (vgl. E. 1b und c des Urteils vom 11. März 2010). In materieller 
Hinsicht  beurteilt  sich  die  Angelegenheit  nach  dem  vor  dem  1.  Januar  2010  geltenden 
Raumplanungs-  und  Baugesetz  vom  9.  Mai  1983  (aRPBG;  vgl.  E.  1a  des  Urteils  vom 
11. März 2010). 

a)  Die  Legitimation  zur  Beschwerdeführung  ist  von  Amtes  wegen  zu prüfen,  wobei 
3. 
die Beschwerdeführer aufgrund ihrer prozessualen Pflicht, die Beschwerde zu begründen, 
ihre  Legitimation  zu  substanziieren  haben  (statt  vieler:  ISABELLE  HÄNER,  in  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Christoph  Auer  /  Markus 
Müller  /  Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Bern  /  St.  Gallen  2008,  Rz.  2  zu  Art.  48).  Im  Ver-
waltungsverfahren  ist  die  Aktivlegitimation  Eintretensvoraussetzung  (Urteil  des  Bundes-
gerichts  1P.164/2004  vom  17.  Juni  2004,  E.  2.3,  mit  Hinweisen,  in  ZBl  106/2005  S. 
587).  

b)  Die  Beschwerdeführer  haben  am  vorinstanzlichen  Einspracheverfahren  teilge-
nommen.  Demnach  sind  sie  durch  den  angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  und 
haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung  (Art.  76  lit.  a 
des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Zu 
prüfen  ist  indessen  ihre  Rechtsmittellegitimation  in  der  Sache  selbst.  Ist  sie  nicht  ge-
geben, so hätte der Oberamtmann auf die Einsprachen gegen das Baugesuch und die Be-
schwerden  gegen  die  Ausnahmebewilligungen  nicht  eintreten  sollen.  Wenn  er  es  trotz-
dem tat, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen (ALFRED KÖLZ / JÜRG BOSSHART 
/ MARTIN RÖHL, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., 
Zürich 1999, Rz. 96 zu Vorbem. §§ 19-28). 

c) Das Kantonsgericht hat in seinem Entscheid vom 11. März 2010 die Beschwerde-
legitimation  der  Beschwerdeführer  teilweise  verneint.  Dabei  ist  es  im  Wesentlichen  von 
einer  rügebezogenen  Beurteilung  der  Legitimation  ausgegangen,  indem  es  bei  den 
Einwänden der Beschwerdeführer die Frage des Rechtsschutzinteresses gesondert prüfte. 
Darauf ist aus folgenden Gründen zurückzukommen. 

Im  BGE  137  II  30  (E.  2.3)  hat  das  Bundesgericht  eine  rügebezogene  Beurteilung  der 
Legitimation  als  unzulässig  erklärt,  weil  ansonsten  Beschwerdelegitimation  und  Be-
schwerdegründe vermengt würden. Die Beschwerdelegitimation richte sich ausschliesslich 

 
 
 
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nach  Art.  89  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesgericht  vom  17.  Juni  2005  (BGG;  SR 
173.110).  Wenn  die  Voraussetzungen  gegeben  sind,  seien  die  Beschwerdeführer  mit 
sämtlichen  der  in  Art.  95  ff.  BGG  aufgeführten  Rügen  zum  Verfahren  zuzulassen,  wenn 
ihnen durch die Gutheissung der Beschwerde ein praktischer Nutzen entstehen würde. 

d)  Das  kantonale  Recht  muss  die  Legitimation  im  gleichen  Umfang  gewährleisten 
wie  für  die  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht 
(Art.  33  Abs.  3  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  die  Raumplanung  vom  22.  Juni  1979 
[RPG;  SR  700]).  Die  kantonalen  Behörden  dürfen  die  Rechtsmittelbefugnis  nicht  enger 
fassen, als dies für die Beschwerde ans Bundesgericht vorgesehen ist. Zur Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  vor  Bundesgericht  ist  berechtigt,  wer  vor  der 
Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten 
hat,  durch  den  angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung besitzt (Art. 89 Abs. 1 BGG). Verlangt ist 
somit  neben  der  formellen  Beschwer  (Art.  89  Abs.  1  lit.  a  BGG),  dass  der  Beschwerde-
führer über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt (Art. 89 Abs. 1 lit. b 
BGG)  und  einen  praktischen  Nutzen  aus  der  Aufhebung  oder  Änderung  des  angefoch-
tenen  Entscheids  zieht  (Art.  89  Abs.  1  lit.  c  BGG).  Die  Nähe  der  Beziehung  zum  Streit-
gegenstand  muss  bei  Bauprojekten  insbesondere  in  räumlicher  Hinsicht  gegeben  sein. 
Ein  schutzwürdiges  Interesse  liegt  vor,  wenn  die  tatsächliche  oder  rechtliche  Situation 
des  Beschwerdeführers  durch  den  Ausgang  des  Verfahrens  beeinflusst  werden  kann,  so 
dass  von  der  Abwendung  eines  materiellen  oder  ideellen  Nachteils  gesprochen  werden 
kann.  Der  Nachteil  muss  persönlich  und  unmittelbar  sein.  Diese  Anforderungen  grenzen 
die  Einsprache  beziehungsweise  Beschwerde  betroffener  Drittpersonen  von  der  unzu-
lässigen  Populareinsprache  beziehungsweise  -beschwerde  ab.  Ein  bloss  mittelbares  oder 
ausschliesslich allgemeines öffentliches Interesse berechtigt nicht zur Einsprache. Ebenso 
wenig verdient eine besondere subjektive Empfindlichkeit des Betroffenen einen Rechts-
schutz.  Die  Voraussetzungen  von  Art.  89  Abs.  1  lit.  b  und  lit.  c  BGG  hängen  eng  zu-
sammen; insgesamt kann insoweit an die Grundsätze angeknüpft werden, die zur Legiti-
mationspraxis  bei  der  Verwaltungsgerichtsbeschwerde  nach  Art.  103  lit.  a  des  früheren 
Organisationsgesetzes  vom  16.  Dezember  1943  (OG)  entwickelt  worden  sind  (vgl.  BGE 
137  II  30  E.  22  S.  32  ff;  BGE  136  II  281  E.  2  S.  283  f.;  BVR  2006  S.  261  E.  2.2  S. 
263 f.). 

Ein  Kriterium  für  die  Beurteilung  der  Beschwerdebefugnis  ist  die  räumliche  Distanz  der 
Liegenschaft  eines  Beschwerdeführers  zum  umstrittenen  Bauprojekt.  Das  Beschwerde-
recht  wird  in  der  Regel  anerkannt,  wenn  die  Liegenschaft  des  Nachbarn  unmittelbar  an 
das  Baugrundstück  angrenzt  oder  allenfalls  nur  durch  einen  Verkehrsträger  davon 
getrennt  wird.  Daneben  wird  eine  besondere  Betroffenheit  vor  allem in  Fällen  bejaht, in 
welchen  von  einer  Anlage  mit  Sicherheit  oder  grosser  Wahrscheinlichkeit  Immissionen 
auf  Nachbargrundstücke  ausgehen  oder  die  Anlage  einen  besonderen  Gefahrenherd 
darstellt  und  die  Anwohner  einem  besonderen  Risiko  ausgesetzt  werden.  Das  Bundes-
gericht prüft die Legitimationsvoraussetzungen in einer Gesamtwürdigung anhand der im 
konkreten  Fall  vorliegenden  tatsächlichen  Verhältnisse.  Es  stellt  nicht  schematisch  auf 
einzelne  Kriterien  (wie  zum  Beispiel:  Distanz  zum  Vorhaben,  Sichtverbindung  usw.)  ab 
(Urteil des Bundesgerichts 1C_317/2010, 319/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 4.3 mit 
Hinweisen).  

e) Die Liegenschaften der Beschwerdeführer grenzen weder unmittelbar an das vom 
Bauvorhaben betroffene Grundstück noch sind sie nur durch einen Verkehrsträger davon 

 
 
 
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getrennt. Immerhin benützen sie, um zu ihren Liegenschaften zu gelangen, die Industrie- 
und Bonnstrasse, welche die strittige Bauparzelle erschliessen werden. Auch machen sie 
geltend,  dass  sie  von  den  Immissionen  durch  den  Lastwagenverkehr  (Lärm,  Mehrver-
kehr,  Beeinträchtigung  der  Verkehrssicherheit)  unmittelbar  betroffen  seien.  Es  mag 
zutreffen,  dass  die  Beschwerdeführer  durch  den  Mehrverkehr  in  ihrer  Ruhe  gestört 
werden,  auch  wenn  der  Immissionsgrenzwert  oder  der  Alarmwert  nicht  überschritten 
wird  (1P_754/2000  vom  3.  April  2001  E.  2.a).  Darauf  kommt  es  für  die  Frage  der 
Legitimation  aber  nicht  an  (Urteil  des  Bundesgerichts  (1P_754/2000  vom  3.  April  2001 
E. 2.a). Wie auch immer, die Verweigerung der Baubewilligung hätte insofern  einen tat-
sächlichen  Einfluss  auf  die  Situation  der  Beschwerdeführer,  als  sie  keinen  Immissionen 
ausgesetzt  wären.  Aufgrund  dieser  Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  zur  Ein-
sprache gegen das Bauvorhaben befugt waren. Mithin ist ihre Beschwerdebefugnis zu be-
jahen und müssen sie mit allen Rügen zum Verfahren zugelassen werden. Würden sie mit 
einer  der  Rügen  durchdringen,  könnte  das  Bauvorhaben  nicht  wie  geplant  realisiert 
werden (vgl. BGE 137 II 30 E. 2.3 S. 34). 

4.  Die  Beschwerdeführer  beantragen,  wie  schon  im  ersten  Verfahren,  die  Durchfüh-
rung eines Augenscheins. Ein solcher sei zur Wahrung des rechtlichen Gehörs notwendig. 

Das Gericht hatte dieses Begehren abgewiesen mit der Begründung, dass der massgeb-
liche Sachverhalt aus den Akten hinreichend hervorgehe (E. 2a des Urteils vom 11. März 
2010). An dieser Auffassung hält das Gericht weiterhin fest; die Akten dokumentieren die 
örtlichen  Verhältnisse  in  rechtsgenügender  Weise.  Im  Übrigen  legen  die  Beschwerde-
führer in keiner Weise dar, welcher entscheiderhebliche Sachverhalt mit einer Ortsbesich-
tigung zu beweisen wäre. 

5. 
a) Die Beschwerdeführer ersuchen um Einsicht in verschiedene Akten, die von den 
Vorinstanzen  nicht  vorgelegt  wurden.  Die  Weigerung,  ihnen  diese  Dokumente  zur  Ver-
fügung zu stellen, sei als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu qualifizieren. 

b) Das Recht auf Akteneinsicht ist Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
(GEROLD STEINMANN, in St. Galler Kommentar zu Bundesverfassung, Bernhard Ehrenzeller / 
Rainer  J.  Schweizer  /  Philippe  Mastronardi  /  Klaus  A.  Vallender,  [Hrsg.],  2.  A.,  Art.  29 
Rz. 28 ff.). Nach Art. 63 Abs. 1 VRG haben die Parteien Anspruch darauf, die Aktenstücke 
einzusehen, welche die Tatsachen, auf die sich der Entscheid stützt, belegen sollen. Das 
Recht auf Akteneinsicht bezieht sich grundsätzlich auf alle für den Entscheid erheblichen 
Akten. Gemäss Bundesgerichtspraxis, die in der Lehre aber auf Kritik stösst (vgl. STEPHAN 
C.  BRUNNER,  in  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], 
Christoph  Auer  /  Markus  Müller  /  Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Bern  /  St.  Gallen  2008, 
Rz. 39  ff.  zu  Art.  26  mit  Hinweisen),  unterliegen  verwaltungsinterne  Akten  nicht  dem 
Akteneinsichtsrecht. Als solche Akten gelten Unterlagen, denen bei der Behandlung eines 
Falles  kein  Beweischarakter  zukommt,  welche  vielmehr  ausschliesslich  der  verwaltungs-
internen  Meinungsbildung  dienen  und  somit  für  den  verwaltungsinternen  Gebrauch  be-
stimmt sind (so etwa Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitberichte, Hilfsbelege (zum Ganzen: 
BGE 125 II 473 E. 4 S. 474 ff.). 

c)  Die  Beschwerdeführer  erachten  den  Umstand,  dass  sie  keine  Einsicht  in  die 
Verkehrsstudie  Unterer  Sensebezirk  vom  28. Februar  2009  erhalten,  als  Rechtsver-
weigerung.  

 
 
 
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Diese Studie, die dem Gericht nicht vorliegt und von ihm auch nicht ediert wurde, wird im 
angefochtenen  Entscheid  im  Zusammenhang  mit  der  Umfahrungsstrasse  von  Düdingen 
erwähnt. Informationen über die Umfahrungsstrasse können der Botschaft des Staatsrats 
zu  einem  Dekretsentwurf  über  einen  Verpflichtungskredit  für  die  Studien  und  den 
Landerwerb für die Umfahrungsstrasse von Düdingen entnommen werden (vgl. Amtliches 
Tagblatt  der  Sitzungen  des  Grossen  Rates  des  Kantons  Freiburg,  TGR,  vom  Juni  2009, 
S. 1048 ff.; unten E. 9). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Studie etwas zur 
Sache  beitragen  könnte  (vgl.  3d/bb  des  Urteils  vom  11.  März  2010);  es  geht  hier  nicht 
um die Umfahrungsstrasse von Düdingen. Es besteht somit keine Veranlassung für eine 
Aushändigung dieser Studie. 

d) Weiter verlangen die Beschwerdeführer die Edition eines Schreibens vom 29. Juli 
2009  des  Tiefbauamts  an  die  Gemeinde  Düdingen.  Dabei  handle  es  sich  gemäss  Aus-
sagen des Tiefbauamts um ein Dokument, das der Gemeinde nicht zugestellt worden sei, 
sondern nur innerhalb der Kantonsverwaltung zur Verfügung gestanden hätte. Trotzdem 
sei dieses Schreiben zu edieren, da die Frage, mit welchen Massnahmen den Risiken des 
zusätzlichen  Lastwagenverkehrs  auf  der  Langsamverkehrsachse  Bonnstrasse  begegnet 
werden solle, sowohl für die Beschwerdelegitimation als auch für die streitige Vereinbar-
keit der Erschliessung mit der Orts- und Verkehrsplanung rechtserheblich sei. 

Wie  oben  ausgeführt,  erstreckt  sich  das  Akteneinsichtsrecht  auf  alle  für  den  Entscheid 
wesentlichen  Akten.  Ob  die  Behörde  ein  Papier  als  Internum  einstuft,  ist  nicht  von 
Belang.  Massgebend  ist  ausschliesslich  die  objektive  Bedeutung  eines  Schriftstücks  für 
die entscheidwesentliche Sachverhaltsfeststellung. Zu den wesentlichen Akten sind insbe-
sondere  verwaltungsintern  erstellte  Berichte  und  Gutachten  zu  streitigen  Sachverhalts-
feststellungen  zu  zählen  (KÖLZ  /  BOSSHART  /  RÖHL,  Rz.  66  zu  §  8).  Doch  vermittelt  das 
Akteneinsichtsrecht keinen Anspruch auf Einsicht in Dokumente, die  der  entscheidenden 
Behörde bloss zur internen Erarbeitung ihrer Rechtsauffassung dienen, wie etwa diesbe-
zügliche  Notizen,  Anträge  und  Entwürfe  (BGE  122 I 153  E. 6a  S.  161  f.;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-1833/2009 vom 24. August 2011 E. 5.1). 

Das  Tiefbauamt  war  und  ist  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  entscheidende  Behörde. 
Immerhin  hat  es  zum  Bauvorhaben  Stellung  bezogen.  Das  fragliche  Dokument,  ist  im 
angefochtenen  Entscheid  nicht  erwähnt  und  lag  dem  Oberamtmann,  der  den  ange-
fochtenen Entscheid fällte, offensichtlich auch nicht vor. Der Brief vom 29. Juli 2009 war 
demnach  für  den  Entscheid  nicht  wesentlich  und  diente  namentlich  nicht  zur  Sachver-
haltsfeststellung.  Infolgedessen  vermittelt  das  Akteneinsichtsrecht  keinen  Anspruch  auf 
Einsicht in dieses Schreiben und es ist nicht den Akten beizuziehen. 

6. 
Ebenfalls im Rahmen des rechtlichen Gehörs machen die Beschwerdeführer geltend, 
der  Entscheid  des  Oberamtmannes  vom  30.  April  2009  sei  mangelhaft  begründet.  Auf 
diesen Einwand ist das Gericht in seinem Urteil vom 11. März 2010 eingegangen und hat 
ihn verworfen. Es wird auf die entsprechende Erwägung 3 verwiesen. 

a) Auch behaupten die Beschwerdeführer, dass sich die Ortsplanung der Gemeinde 
7. 
Düdingen seit der Bauauflage im November 2007 in einer Weise verändert habe, welche 
die  Betonfabrik  nicht  mehr  als  zonenkonform  erscheinen  lasse,  auch  wenn  diese  in  der 
Zone  grundsätzlich  zulässig  sei.  Aus  diesem  Grund  seien  die  Zonenpläne,  Reglemente 
und Bauprojekte bei der Gemeinde Düdingen zusammen mit einer Stellungnahme einzu-
holen.  

 
 
- 8 - 

b) Die Gemeinde Düdingen bestreitet nicht, dass eine Revision der Ortsplanung im 
Gange  ist.  Diese  habe  aber  auf  das  Grundstück,  auf  welchem  die  strittige  Betonaufbe-
reitungsanlage  erstellt  werden  soll,  keinen  Einfluss.  Überdies  komme  eine  Umzonierung 
der Parzelle wegen der bestehenden Immissionen durch die Autobahn nicht infrage. 

c) Rechtssicherheit und Vertrauensschutz verlangen eine gewisse Planbeständigkeit 
(ALDO ZAUGG / PETER LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, Kommentar 
Bd. II, 3. A., Bern 2010, Rz. 9 zu Art. 71). Überdies sind Baugesuche gestützt auf Art. 85 
Abs. 1 aRPBG grundsätzlich nach den Vorschriften zu beurteilen, welche im Zeitpunkt der 
Prüfung durch die zuständigen Behörden gegolten haben, beziehungsweise nach dem zur 
Zeit der Errichtung der Baute massgebenden Recht.  

d) Bis anhin erfuhr das streitbetroffene  Grundstück - mit Ausnahme  des Freihalte-
korridors  -  keine  Nutzungsänderung  und  eine  solche  ist  offensichtlich  auch  nicht  vorge-
sehen. Aus diesem Grund erübrigt es sich, auf die Anliegen der Beschwerdeführer einzu-
gehen.  

e)  Nach  Art.  22  RPG  dürfen  Bauten  und  Anlagen  nur  mit  behördlicher  Bewilligung 
errichtet  oder  geändert  werden  (Abs.  1).  Nach  Abs.  2  ist  Voraussetzung  einer  Bewilli-
gung,  dass  die  Bauten  und  Anlagen  dem  Zweck  der  Nutzungszone  entsprechen  (lit. a) 
und  das  Land  erschlossen  ist  (lit.  b).  Eine  Baute  ist  dann  zonenkonform,  wenn  sie  dem 
Zweck  der  Nutzungszone  entspricht.  Bei  der  Beurteilung  der  Zonenkonformität  ist  zu 
beachten,  dass  eine  Baute  oder  Anlage  nicht  nur  hinsichtlich  der  mit  ihr  verbundenen 
Immissionen,  sondern  auch  von  ihrer  raumplanerischen  Zweckbestimmung  her  in  eine 
bestimmte Zone passt. Demnach ist der gesamte Betrieb zu würdigen. Auch Betriebe, die 
nicht  gegen  das  Umweltschutzgesetz  und  seine  Ausführungsbestimmungen  verstossen, 
können  in  einer  Zone  zonenwidrig  sein,  wenn  sie  ihrem  Charakter  nach  nicht  in  eine 
solche  Zone  passen.  Dieses  Erfordernis  gilt  aufgrund  der  allgemein  gebotenen  Überein-
stimmung  mit  dem  Zonenzweck  auch  dort,  wo  es  in  der  Bau-  und  Zonenordnung  nicht 
ausdrücklich  festgehalten  ist  (vgl.  BERNHARD  WALDMANN  /  PETER  HÄNNI,  Handkommentar 
Raumplanungsgesetz, 2006, Rz. 20 ff. zu Art. 22). Im kantonalen Recht wird das Zonen-
system  in  den  Art.  45  ff.  aRPBG  geregelt.  Art.  45  aRPBG  definiert  die  Arten  von  Bau-
zonen. Danach gibt es unter anderem Industrie- und Gewerbezonen. Nach Art. 50 aRPBG 
sind  die  Industrie-  und  Gewerbezonen  den  Fabrikations-,  Dienstleistungs-  und  den  Ver-
waltungsbetrieben  vorbehalten  (Abs.  1).  Die  Gemeindevorschriften  können  für  Betriebe 
mit besonderen Immissionen Einschränkungen vorsehen (Abs. 3). 

f)  Das  strittige  Baugrundstück  liegt  im  Quartier  Schürli,  in  der  Industrie-  und  Ge-
werbezone.  Nach  Art.  19  des  Planungs-  und  Baureglements  der  Gemeinde  Düdingen  ist 
eine  solche  Zone  für  Produktions-  und  Reparaturstätten,  Lagerbauten  sowie  Dienst-
leistungen bestimmt. Unmittelbar nördlich des Autobahnanschlusses ist im Rahmen eines 
Quartierplans  auf  einer  Bautiefe  die  Gastgewerbenutzung  zugelassen  (Abs.  1).  Nach 
Abs. 2  sind  betriebsbedingte,  störende  und  umweltbelastende  Auswirkungen  wie  Lärm, 
Erschütterungen, Rauch, Russ, Abgase, Staub, Gerüche usw. auf das technisch mögliche 
Mindestmass  zu  beschränken.  Es  gelten  die  Bestimmungen  über  die  Empfindlichkeits-
stufe IV  der  Lärmschutz-Verordnung  vom  15.  Dezember  1986  (LSV;  814.41).  Betriebe, 
die  einen  besonders  grossen  Motorfahrzeugverkehr  verursachen,  können  nur  mit  Hilfe 
einer Spezialplanung gemäss Art. 69 und 70 aRPBG bewilligt werden (Abs. 3).  

 
 
 
 
 
 
- 9 - 

g) Nach dem Bericht des Amts für Umwelt (AfU) vom 13. Mai 2008 ist die besagte 
Zone  der  Empfindlichkeitsstufe  IV  zugeordnet.  Die  Vorgaben  der  LSV  und  der  Luftrein-
halte-Verordnung  vom  16. Dezember  1985  (LRV;  SR  814.318.142.1)  würden  einge-
halten.  Dass  eine  Betonaufbereitungsanlage  grundsätzlich  in  einer  Industrie-  und 
Gewerbezone  erstellt  werden  kann,  dürfte  wohl  ausser  Frage  stehen.  Demnach  ist  die 
Anlage  am  vorgesehenen  Standort  zonenkonform,  weshalb  sich  der  Einwand  der  Be-
schwerdeführer als haltlos erweist. 

8. 
a) Nach dem Bebauungsreglement (S. 7 Ziff. 2.14) dürfen im Quartier Schürli keine 
Silos  gebaut  werden.  Jedoch  haben  die  zuständigen  Behörden  auf  Antrag  der  Be-
schwerdegegnerin 1 eine Ausnahmebewilligung erteilt für den Bau von 4 Bindemittelsilos 
im westlichen Bereich der Nr. 4729. Silos seien ein betriebsnotwendiger Bestandteil des 
Bauvorhabens.  Angesichts  des  Umstands,  dass  der  Quartierplan  im  Rahmen  der  laufen-
den  Ortsplanung  aufgehoben  werden  soll  und  danach  für  diese  Zone  die  allgemeinen 
Vorschriften  der  Industrie-  und  Gewerbezone  gelten  werden,  lasse  sich  ein  Beharren  an 
der fraglichen Quartierplanvorschrift nicht rechtfertigen; die aktuellen Vorschriften liessen 
Silobauten von 50 m Höhe zu. 

b)  Diesbezüglich  rügen  die  Beschwerdeführer  eine  Verletzung  von  Art.  55  Abs.  1 
aRPBG.  Danach  könnten  in  der  Bauzone  Abweichungen  von  den  Plänen  und  den  Ge-
meindevorschriften  bewilligt  werden,  wenn  weder  ein  höheres  Interesse  noch  über-
wiegende  Interessen  Dritter  entgegenstehen.  Die  Ansiedlung  von  Industriebetrieben  mit 
starken Umwelteinwirkungen sei im Quartier Schürli zu verhindern. Der Standort für eine 
Betonanlage  widerspreche  den  Planungszielen  des  Quartiers  und  damit  den  schützens-
werten  Interessen  der  Beschwerdeführer.  Das  Siloverbot  entspreche  ästhetischen  Mini-
malanforderungen  und  bezwecke  den  Schutz  der  Anwohner  der  umliegenden  Quartiere. 
Die Ausnahmebewilligung stehe den öffentlichen Interessen und jenen Dritter entgegen.  

c) Nach Auffassung der Gemeinde Düdingen fehlt es den Beschwerdeführern an der 
Legitimation  zur  Anfechtung  der  Ausnahmebewilligung  bezüglich  der  Höhe  der  Silos 
schon deshalb, weil sie betreffend Silohöhe keine Einsprache erhoben hätten. 

d) Die Einsprache gegen ein Baubewilligungsgesuch und die Beschwerde gegen eine 
Ausnahmebewilligung  sind  zu  begründen  (Art.  172  Abs.  1  aRPBG;  Art.  81  Abs.  1  VRG). 
Dieser Anforderung sind die Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens nur 
unzureichend nachgekommen. Damals waren sie jedoch noch durch keinen Rechtsanwalt 
vertreten  und  grundsätzlich  sind  an  Laienbeschwerden  geringere  Anforderungen  zu 
stellen  (vgl.  KÖLZ  /  BOSSHART  /  RÖHL,  Rz.  7  zu  §  54  und  Rz.  3  zu  §  23).  Aufgrund  ihrer 
Ausführungen  ist  ersichtlich,  dass  sie  sich  sinngemäss  auch  gegen  den  Bau  der  Silos 
gewandt hatten.  

e)  Vorab  gilt  es  zu  wiederholen,  dass  die  Betonanlage  zonenkonform  ist  und  den 
gesetzlichen Anforderungen sowie den Bestimmungen des Baureglements der Gemeinde 
und des Quartierplans entspricht. Zudem hat die Gemeinde Düdingen klar zum Ausdruck 
gebracht,  dass  der  Quartierplan  Schürli  mit  den  entsprechenden  Bestimmungen  auf-
gehoben werden wird und die ordentlichen Vorschriften der Industrie- und Gewerbezone 
gelten  werden,  was  Silobauten  von  50  m  Höhe  zulassen  wird  (vgl.  auch  unten  E.  9c 
und e).  Vor  dem  Hindergrund  der  konkreten  Schritte  der  Gemeinde  lässt  sich  demnach 
gegen  die  Ausnahmebewilligung  für  den  Bau  der  Silos  nichts  entgegensetzen  (vgl. 
ALEXANDER  RUCH,  in  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Raumplanung  [RPG],  Heinz 

 
 
 
 
 
 
- 10 - 

Aemisegger  /  Pierre  Moor  /  Alexander  Ruch  /  Pierre  Tschannen  [Hrsg],  Zürich  2009, 
Rz. 27, 29 zu Art. 27). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, welche öffentlichen und privaten 
Interessen durch den Bau der Silos betroffen sein könnten. So sind die Beschwerdeführer 
nicht Anstösser. Das Wohnhaus des Beschwerdeführers 1 befindet sich etwa 140 m west-
lich  vom  Bauprojekt.  Die  Beschwerdeführer  2  und  3  wohnen  östlich  der  vorgesehenen 
Baute  in  einem  Wohnquartier,  das  mindestens  150  m  von  jener  entfernt  ist.  Dem  Gut-
achten  AfU  vom  13.  Mai  2008  ist  gar  zu  entnehmen,  dass  sich  die  nächste  Wohnzone 
mehr als 200 m vom Projekt entfernt befindet. Zwischen diesem und dem Wohnquartier 
der  Beschwerdeführer 2  und  3  sind  die  Autobahn  A12,  ein  Wald und ein  grösserer  Bau-
komplex.  In  diesem  Zusammenhang  machte  die  Gemeinde  Düdingen  sowohl  im  vorin-
stanzlichen  wie  auch  im  vorliegenden  Verfahren  geltend,  dass  die  Beschwerdeführer 
keine Sichtverbindung zu den Silos hätten. Schliesslich legen die Beschwerdeführer nicht 
in  substanziierter  Weise  dar,  dass  der  durch  den  Bau  der  Silos  angeblich  entstehende 
Lärm  und  Staub  sie  nachhaltig  beeinträchtigen  werden.  Ihre  Einwände  gegen  den  Bau 
der Silos sind somit zu verwerfen. 

9. 
a)  Der  Oberamtmann  erteilte  die  Bewilligung  zur  strassenmässigen  Erschliessung 
über  die  Industrie-  und  Bonnstrasse.  Dieser  Entscheid  erfordert,  dass  von  der  Betonan-
lage über den für die Umfahrungsstrasse V1 vorgesehenen Freihaltekorridor eine Strasse 
gebaut werden soll, die in die Bonnstrasse mündet. Der Oberamtmann legte dar, dass die 
Umfahrungsstrasse V1 keine realisierbare Variante mehr darstelle, das Projekt werde von 
Seiten der Gemeinde auch nicht weiter verfolgt. Diesbezüglich würden sich die Beschwer-
deführer  auch  widersprechen:  Einerseits  würden  sie  auf  der  Beibehaltung  des  Freihalte-
korridors  für  die  Realisierung  der  Umfahrungsstrasse  V1  beharren,  andererseits  be-
mängelten  sie  das  zusätzliche  Verkehrsaufkommen  durch  den  hier  strittigen  Bau.  Bei 
einer Realisierung der Entlastungsstrasse V1 müssten die Anwohner mit massiv höheren 
Verkehrszahlen  und  Emissionen  rechnen.  Es  liege  deshalb  auf  der  Hand,  dass  die  frei 
gewordene  Fläche  nun  zu  Erschliessungszwecken  verwendet  werde.  Aber  selbst  wenn 
sich der Kanton für die Umfahrungsstrasse V1  entscheiden würde, wäre mit einigen An-
passungen genügend Platz für den Bau vorhanden. 

b)  Die  Beschwerdeführer  legen  weitschweifig  dar,  weshalb  die  Erschliessung  nicht 
über den erwähnten Freihaltekorridor erfolgen dürfe. Sie bezeichnen die Darstellung des 
Oberamtmannes  als  grob  willkürlich,  weil  sie  nicht  zutreffe  und  es  ein  entsprechendes 
Planänderungsverfahren nie gegeben habe. Auch lassen sie sich über  mehrere Seiten in 
ihrer  Rechtsschrift  über  die  zwei  Varianten  der  Umfahrungsstrasse  aus.  Solange  kein 
anderes  konkretes  Projekt  vorliege,  sei  der  vorgesehene  Korridor  für  die  Umfahrungs-
variante  V1  sicherzustellen.  Zudem  könne  das  Bauprojekt  und/oder  die  Zufahrtsstrasse 
nicht  als  Kleinbaute  oder  provisorische  Baute  bezeichnet  werden.  Weiter  seien  die  Vor-
aussetzungen,  die  in  Art.  55  Abs.  1  aRPBG  aufgelistet  sind,  nicht  gegeben,  um  in  einer 
Bauzone eine Abweichung von den Gemeindevorschriften vorzunehmen.  

c) Demgegenüber bringt die Gemeinde Düdingen vor, dass  sie und der Kanton die 
Entlastungsstrasse V1 definitiv aufgegeben hätten; aus heutiger Sicht sei der Bau dieser 
Strasse völlig illusorisch. Im Verkehrsrichtplan der hängigen Ortsplanungsrevision sei die 
V1 nicht mehr vorgesehen und die kantonalen Behörden hätten diesbezüglich auch keine 
Vorbehalte angebracht. Der Quartierplan Schürli sei zwar noch nicht aufgehoben worden 
und  mithin  noch  gültige  Planungsunterlage,  aber  in  der  laufenden  Ortsplanungsrevision 
werde die Aufhebung des Quartierplans Schürli verlangt (vgl. auch oben E. 8e).  

 
 
 
- 11 - 

Das  Tiefbauamt  betätigt,  dass  nunmehr  eine  neue  Variante  (Umfahrungsstrasse  V2)  im 
Vordergrund stehe. Ein Verzicht auf den Korridor V1 sei aber bis heute nicht beschlossen 
worden. 

d)  Voraussetzung  einer  Baubewilligung  ist,  dass  das  Land  erschlossen  ist  (Art.  22 
Abs. 2 lit. b RPG; vgl. auch Art. 151 lit. a aRPBG). Nach Art. 19 Abs. 1 RPG ist das Land 
unter  anderem  dann  erschlossen,  wenn  für  die  betreffende  Nutzung  eine  hinreichende 
Zufahrt besteht. Art. 20 Abs. 1 des nunmehr aufgehobenen Ausführungsreglements vom 
18.  Dezember  1984  zum  Raumplanungs-  und  Baugesetz  vom  9.  Mai  1983  (aARRPBG) 
konkretisiert  diese  Bestimmung:  Ein  Grundstück  gilt  als  erschlossen,  wenn  es  ent-
sprechend  der  vorgesehenen  Benützung  durch  Zufahrten,  welche  die  Verkehrssicherheit 
gewährleisten, erschlossen ist. Unter Zufahrt wird die Strassenverbindung zwischen dem 
Baugrundstück und dem allgemeinen Strassennetz verstanden. Sie  umfasst die Hauszu-
fahrt,  den  anschliessenden  Strassenabschnitt,  soweit  darauf  der  Ziel-  und  Quellverkehr 
des  erschlossenen  Gebiets  überwiegt,  und  dessen  Anschluss  an  eine  Strasse  mit  vor-
wiegendem Allgemeinverkehr (ZAUGG / LUDWIG, Art. 7/8 Rz. 14). Die hinreichende Zufahrt 
ist  in  erster  Linie  mit  planerischen  Mitteln  sicherzustellen  (BGE  136  III  130  E.  3.3.2 
S. 135).  

e)  Die  Beschwerdegegnerin  1  ist  gehalten,  ihr  Baugrundstück  über  den  erwähnten 
Freihaltekorridor  zu  erschliessen.  Es  trifft  zu,  dass  der  Quartierplan  Schürli  und  mithin 
der Freihaltekorridor für die V1 bis heute formell nicht aufgehoben worden sind. Faktisch 
ist dem aber so. In der nunmehr hängigen Revision der Ortsplanung sieht die Gemeinde 
Düdingen  ausdrücklich  die  Aufhebung  vor.  Die  kantonalen  Behörden  widersetzen  sich 
dieser  Absicht  nicht.  So  hat  das  Tiefbauamt  in  seinem  Brief  vom  30.  August  2007  fest-
gehalten, dass, weil die Gemeinde Düdingen die V2 als Umfahrungsstrasse gewählt habe, 
es die Erlaubnis erteilen könne, die Parzelle Nr. 4728 über den Freihaltekorridor V1 zu er-
schliessen. An dieser Meinung hält es auch in seiner Vernehmlassung vom 14. Juni 2011 
fest. 

Überdies  hat  der  Staatsrat  im  Juni  2009  dem  Grossen  Rat  eine  Botschaft  zu  einem 
Dekretsentwurf  über  einen  Verpflichtungskredit  für  die  Studien  und  den  Landerwerb  für 
die  Umfahrungsstrasse  von  Düdingen  unterbreitet.  Daraus  ergibt  sich,  dass  die  Ent-
lastungsstrasse  V1  aufgegeben  werden  soll.  Stattdessen  wird  eine  neue  Variante  (Um-
fahrungsstrasse  V2)  geprüft.  Die  neue  Strasse  soll  vom  künftigen  Kreisel  Birch  in  die 
geplante  Strasse  Birch-Luggiwil  münden.  Die  Grossräte  stimmten  dem  Verpflichtungs-
kredit  zu  (TGR  vom  Juni  2009,  Debatte:  S.  912  ff.;  Botschaft:  S.  1048  ff.;  Plan  der 
Umfahrungsstrasse V2: S. 1055). Die neue Umfahrungsstrasse V2 soll etwa 500 m vom 
Quartier Schürli entfernt gebaut werden. 

f)  Nach  dem  Gesagten  kann  festgestellt  werden,  dass  die  Entlastungsstrasse  V1 
offensichtlich  keine  realisierbare  Variante  mehr  darstellt.  Ob  allenfalls  einmal  die  Um-
fahrungsstrasse  V2  erstellt  werden  wird,  ist  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Ange-
legenheit  nicht  relevant.  Ebenso  wenig  ist  hier  zu  prüfen,  welche  Personen  und  welche 
Verbände aus welchen Gründen auch immer dieser oder jener Lösung den Vorzug geben 
oder  sich  dagegen  wehren  werden.  Sollte  schliesslich  doch  die  V1  gewählt  werden,  so 
wird,  wie  dies  klar  aus  den  Schreiben  der  Behörden  hervorgeht,  die  Beschwerdegeg-
nerin 1 ihre Bauten so zurückstellen müssen, dass der Verkehr ungehindert sichergestellt 
ist. Es kann nicht rechtsverletzend sein, wenn grundsätzlich nicht ausschliesslich auf die 
tatsächlich  geltenden  Bauvorschriften  abgestellt  wird,  sondern  ebenfalls  die  unter  den 

 
 
 
 
- 12 - 

konkreten  Umständen  in  absehbarer  Zeit  zu  erwartenden  Änderungen  berücksichtigt 
werden  (RUCH,  Rz.  29  zu  Art.  27).  Infolgedessen  lässt  es  sich  nicht  beanstanden,  wenn 
die Behörden im Rahmen einer Ausnahmebewilligung der Beschwerdeführerin die Bewilli-
gung erteilt haben, ihr Grundstück über den Freihaltekorridor zu erschliessen. 

10.  a)  Hinsichtlich  der  neuen  Zufahrtsstrasse  befürchten  die  Beschwerdeführer  eine 
Verschärfung der bestehenden Sicherheitsmängel durch den mit dem Bau des  streitigen 
Frischbetonwerks  verbundenen  massiven  Lastwagenverkehr.  Dabei  stützen  sie  sich  im 
Wesentlichen auf einen technischen Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) 
vom  März  2008.  Dieser  Bericht  gibt  Empfehlungen  für  die  sichere  Ausgestaltung  einer 
Langsamverkehrsachse  vom  Bahnhofgebiet  in  Richtung  Bonn  ab.  Danach  soll  die 
Industriestrasse  entlastet  werden  und  durch  eine  Sperre  nur  noch  der  Langsamverkehr 
durchfahren  können.  Die  Zu-  und  Wegfahrt  zur  Betonzentrale  ist  vor  dieser  Sperre  ge-
plant. 

b) Der Oberamtmann hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass die Langsamver-
kehrsachse  auch  ohne  die  neue  Zufahrt  überquert  werden  müsste.  Die  Gemeinde  habe 
hinsichtlich  der  Verkehrssicherheit  Auflagen  und  Bedingungen  verlangt  sowie  weitere 
Massnahmen  in  Aussicht  gestellt.  Ebenfalls  das  Tiefbauamt  habe  klare  Forderungen  be-
treffend  die  Fussgängerführung  formuliert.  Die  Gemeinde  Düdingen  sei  sich  der  Proble-
matik  bewusst  und  wolle  alles  daran  setzen,  um  die  Sicherheit  der  schwächeren  Ver-
kehrsteilnehmer auf dem besagten Strassenabschnitt zu gewährleisten. Die Bonnstrasse 
werde  auch  nicht  mit  zusätzlichem  Verkehr  belastet,  was  aber  mit  der  Eröffnung  der 
Verbindungsstrasse  Birch-Luggiwil  der  Fall  sein  könnte.  Der  Oberamtmann  stützte  sich 
weiter  auf  einen  Umweltbericht  der  Firma  Triform  SA  vom  13.  November  2007.  Diesem 
sei zu entnehmen, dass nach dem Bau der Betonanlage mit einem zusätzlichen, mittleren 
Verkehr  pro  Betriebstag  von  67 Fahrzeugen  oder  von  7  Fahrzeugen  pro  Stunde  auszu-
gehen  sei.  Bezogen  auf  das  Verkehrsaufkommen  auf  der  Industriestrasse  von  5'400 
Fahrzeugen  pro  Tag  mit  einem  LKW-Anteil  von  8%  entspreche  dies  lediglich  einer  Er-
höhung  des  Gesamtverkehrs  von  weniger  als  1%  beziehungsweise  einer  Erhöhung  des 
Schwerverkehrsanteils  von  rund  2,5%,  so  dass  in  Zukunft  auf  der  Industriestrasse  ein 
LKW-Anteil von 10,5% resultiere.  

c)  Die  Beschwerdeführer  sind  der  Auffassung,  dass  sich  der  mit  dem  Bau  und  Be-
trieb der Frischbetonanlage verbundene Lastwagenverkehr nicht mit der geplanten Lang-
samverkehrsachse vereinbaren lasse. Auch ohne diesen zusätzlichen Verkehr dürfe nach 
den  Ausführungen  der  bfu  die  Langsamverkehrsachse  nur  von  geübten  Radfahrern  be-
nutzt  werden;  unsichere  Personen  sowie  Schulkinder  der  Unterstufe  sollten  dazu  ange-
halten werden, diese Strecke zu Fuss zurückzulegen. Durch den zusätzlichen Lastwagen-
verkehr  verschärfe  sich  diese  Gefährdung  auf  die  schwächsten  Verkehrsteilnehmer  zu-
sätzlich.  Es  würde  demnach  eine  gefährliche  Langsamverkehrsstrasse  erstellt,  die  nicht 
von  allen  Verkehrsteilnehmern  befahren  werden  könne.  Wenn  der  Oberamtmann  be-
haupte, die Strassensicherheit sei hinreichend gewährleistet, und gleichzeitig zugebe, es 
gebe  noch  ein  zu  lösendes  Sicherheitsproblem,  widerspreche  er  sich.  Es  sei  fraglich,  ob 
sich die Gemeinde Düdingen mit den Sicherheitsproblemen auseinandergesetzt und ent-
sprechende Massnahmen getroffen habe.  

Der Umweltbericht der Firma Triform SA sei keine hinreichende Entscheidungsgrundlage, 
weil  er  von  der  Beschwerdegegnerin 1  in  Auftrag  gegeben  worden  sei.  Damit  handle  es 
sich  nicht  um  ein  unabhängiges  Gutachten  und  diene  in  erster  Linie  der  Rechtfertigung 

 
 
 
- 13 - 

der streitigen Baute. Dieser Bericht befasse sich auch nicht mit dem kritischen Abschnitt 
der Einfahrt auf die Bonnstrasse und dessen Auswirkungen und sei vermutlich zu einem 
Zeitpunkt  erstellt  worden,  als  die  Zufahrt  zum  Bauvorhaben  noch  über  die  Industrie-
strasse vorgesehen gewesen sei.  

Der  Mehrverkehr  belaste  nicht  nur  den  Verkehrsfluss  auf  der  Bonnstrasse,  sondern  es 
entstehe,  eine  im  Ortplan  nicht  vorgesehene  zusätzliche  Kreuzung,  womit  ein  weiteres 
Risiko  entstehe.  Die  Bonnstrasse  sei  die  einzige  Verbindung  des  Quartiers  Bonn  und 
Santihans zum Dorfzentrum und habe den Charakter einer Quartiererschliessungsstrasse. 
Neben  Fahrzeugen  müssten  auch  Schulkinder  und  andere  Bewohner,  die  zum  Bahnhof 
gehen, die Strasse benutzen und seien mithin vom  Lastwagenverkehr  weit mehr als die 
Allgemeinheit beziehungsweise besonders betroffen. 

Die  Erschliessung  über  die  Langsamverkehrsachse  sei  materiell  nicht  zulässig,  weil  der 
Lastwagenverkehr,  insbesondere  der  Einbiege-  und  Ausfahrtsverkehr,  mit  der  Funktion, 
dem Ziel und den Risiken einer Langsamverkehrsachse nicht vereinbar sei. Derzeit werde 
die Strasse von wenigen, höchstens 1 bis 2 Lastwagen pro Stunde befahren. Die geplante 
Zunahme  sei  massiv.  Insbesondere  würden  Kinder  durch  den  Verkehr  erheblich  ge-
fährdet.  

Weiter  machen  die  Beschwerdeführer  eine  Verletzung  des  Koordinationsgrundsatzes 
geltend. Die Gemeinde Düdingen habe weder rechtsverbindlich noch rechtzeitig beschlos-
sen,  den  motorisierten  Individualverkehr  (MIV)  oder  zumindest  den  Lastwagenverkehr 
von der Bonnstrasse zur neuen Umfahrung Luggiwil zur Autobahneinfahrt und in Richtung 
Murten zu unterbinden und zu verbieten. Eine solche Massnahme sei lediglich in Aussicht 
gestellt worden. Es bestehe die Gefahr, dass nach Fertigstellung der Luggiwilstrasse der 
Verkehr über ihr Quartier (Santihansquartier) abgewickelt würde.  

d) Die geplante - also noch gar nicht gebaute - Luggiwilstrasse ist nicht Gegenstand 
des  angefochtenen  Entscheids.  Infolgedessen  sind  mögliche,  zukünftige  Auswirkungen 
dieser Strasse hier nicht zu prüfen. In diesem Zusammenhang kann auch nicht von einer 
Verletzung  des  Koordinationsgrundsatzes  gesprochen  werden.  Wo,  wie  im  vorliegenden 
Fall,  ein  Bauvorhaben  allein  aufgrund  einer  Baubewilligung  ausgeführt  werden  kann, 
ohne  dass  weitere  Bewilligungen  erforderlich  sind,  besteht  kein  Koordinationsbedarf, 
selbst  wenn  gleichzeitig  noch  weitere  Massnahmen  getroffen  werden  sollen,  die  eigene 
Bewilligungen  erfordern.  Dabei  kommt  es  nicht  darauf  an,  ob  die  verschiedenen  Ver-
fahren  koordinierbar  sind,  sondern  ob  Koordinationsbedarf  besteht,  weil  auf  das  gleiche 
Bauprojekt  verschiedene  materiellrechtliche  Vorschriften  anzuwenden  sind,  zwischen 
denen  ein  derart  enger  Sachzusammenhang  besteht,  dass  sie  nicht  getrennt  und  unab-
hängig voneinander angewendet werden dürfen (EGV-SZ 2010 S. 113; BVR 2008 S. 360 
E. 3.3 S.363). 

e) Die vorgesehne Baute unterliegt nicht der Umweltverträglichkeitsprüfung. Trotz-
dem hat die Beschwerdegegnerin 1 einen Umweltbericht in Auftrag gegeben, was grund-
sätzlich  zulässig  ist  (vgl.  etwa:  ROBERT  WOLF,  Kommentar  USG,  Rz.  97  zu  Art.  25).  Ein 
solcher Bericht ist nicht schon deshalb als Entscheidungsgrundlage unbrauchbar,  weil er 
von privater Seite erstellt wurde. Immerhin haben die Behörden ihn besonders sorgfältig 
zu prüfen. 

 
 
 
- 14 - 

Im  vorliegenden  Fall  wurde  der  Umweltbericht  von  der  Triform  SA  erstellt.  Diese  Firma 
war  in  anderen  Fällen  bereits  für  das  Kantonsgericht  als  Expertin  tätig.  Es  kann  davon 
ausgegangen werden, dass es sich um ein fachkundiges Büro für Umweltfragen mit aus-
gewiesenen  Fachleuten  handelt.  Das  Gutachten  wurde  von  einem  dipl.  Bauingenieur 
ETH/SIA  sowie  einem  Biologen  erstellt.  Es  wurde  dem  AfU  und  dem  Tiefbauamt  unter-
breitet.  Diese  kantonalen  Ämter  haben  keine  Kritiken  vorgebracht  und  das  AfU  hat 
zudem  erklärt,  mit  den  Bemerkungen  und  Schlussfolgerungen  des  Umweltberichts  des 
Büros Triform AG einverstanden zu sein. Somit ist davon auszugehen, dass die Angaben, 
Berechnungen und Messungen der Triform SA vollständig und richtig sind. Infolgedessen 
erweisen sich die Einwände der Beschwerdeführer gegen den Umweltbericht als nicht be-
gründet  und  es  ist  auch  kein  amtliches  Gutachten  in  Auftrag  zu  geben.  Im  Übrigen 
setzten  sich  die  Beschwerdeführer  mit  dem  Umweltbericht  der  Firma  Triform  überhaupt 
nicht  auseinander,  sondern  begnügten  sich  damit,  die  Unparteilichkeit  der  Experten  in-
frage zu stellen. Das Gericht hat keine Veranlassung, an der Objektivität des erwähnten 
Berichts zu zweifeln. 

f)  Es  braucht  keiner  eingehenden  Erläuterung,  dass  das  Vorliegen  einer  verkehrs-
sicheren Erschliessung für eine Baubewilligung von ausschlaggebender Bedeutung ist. Im 
vorliegenden  Fall  scheinen  die  gesetzlichen  Vorschriften,  namentlich  jene  des  Strassen-
verkehrsgesetzes und den entsprechenden Verordnungen, eingehalten zu sein. Jedenfalls 
behaupten  die  Beschwerdeführer  nicht,  die  geplante  Strasse  im  Freihaltekorridor  und/ 
oder die damit verbundene Ausfahrt zur Bonnstrasse entsprächen nicht den technischen 
Anforderungen oder würden gegen das Gesetz verstossen. 

Es  ist  nicht  auszuschliessen,  dass  die  Behörden im  Zusammenhang mit  Bauten  und  An-
lagen,  die  ungewöhnlich  starken  Verkehr  auslösen,  auf  Kosten  des  Bauherrn  besondere 
Vorkehren  zur  Gewährleistung  der  Verkehrssicherheit  anordnen  können.  Eine  solche 
Sachlage liegt hier aber nicht vor. Aus dem Umweltbericht der Firma Triform SA ist, wie 
schon  gesagt,  zu  entnehmen,  dass  nach  dem  Bau  der  Betonanlage  mit  einem  zusätz-
lichen, mittleren Verkehr pro Betriebstag von 67 Fahrzeugen oder von 7 Fahrzeugen pro 
Stunde  auszugehen  ist.  Bezogen  auf  das  Verkehrsaufkommen  auf  der  Industriestrasse 
von  5'400  Fahrzeugen  pro  Tag  mit  einem  LKW-Anteil  von  8%  entspreche  dies  lediglich 
einer  Erhöhung  des  Gesamtverkehrs  von  weniger  als  1%  beziehungsweise  einer  Erhö-
hung  des  Schwerverkehrsanteils  von  rund  2,5%,  so  dass  in  Zukunft  auf  der  Industrie-
strasse ein LKW-Anteil von 10,5% resultiere.  

Schliesslich  hat  die  Gemeinde  Düdingen  zugesichert,  die  Verkehrssituation  der  Bonn-
strasse neu zu regeln und den Langsamverkehr aufzuwerten. An der  östlichen Seite der 
Bonnstrasse  werde  neu  ein  Trottoir  gebaut  und  ein  Fussgängerstreifen  zurückversetzt. 
Die  Kreuzung  Industrie-/Bonnstrasse  werde  verkehrsberuhigender  gestaltet  durch  die 
Aufhebung  des  Vortrittsrechts  auf  der  Industriestrasse.  Überdies  werde  mit  einer  Sper-
rung  der  Durchgangsverkehr  weiter  beruhigt. An  diesen  Ausführungen  ist  die  Gemeinde 
Düdingen  zu  behaften.  Im  Übrigen  sind  die  Einwände  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich 
der Verkehrsgefährdung schwer nachvollziehbar. Es ist nicht anzunehmen, dass der doch 
eher geringe Mehrverkehr zu einer kritischeren Situation führen wird als heute.  

g)  Zusammenfassend  lässt  sich  feststellen,  dass  der  mit  der  Betonanlage  verbun-
dene  Mehrverkehr  als  nicht  übermässig  beurteilt  werden  kann,  weshalb  sich  diesbe-
züglich  keine  besonderen  Anordnungen  hinsichtlich  der  Verkehrssicherheit  aufdrängen. 
Diese  dürfte  aufgrund  der  vorliegenden  Infrastruktur  (Strassenbreite,  Trottoirs,  Fuss-

 
 
 
- 15 - 

gängerstreifen) und den geplanten Massnahmen nicht wesentlich beeinträchtigt werden, 
so  dass  die  Sicherheit  der  Fussgänger  -  namentlich  der  Schulkinder  -  und  der  anderen 
Strassenbenützer im Rahmen des Möglichen gewährleistet bleibt. 

11.  a)  Ebenfalls  erwarten  die  Beschwerdeführer  eine  Zunahme  von  Lärm  und  Staub 
durch  den  mit  dem  Bau  des  streitigen  Frischbetonwerks  verbundenen  massiven  Last-
wagenverkehr.  Dazu  führte  der  Oberamtmann  im  angefochtenen  Entscheid  aus,  dass 
sämtliche Bestimmungen eingehalten sind, namentlich jene der LSV und der LRV.  

b) Art. 74 BV verlangt vom Bund den Schutz des Menschen und seiner natürlichen 
Umwelt  vor  schädlichen  oder  lästigen  Einwirkungen.  Solche  Einwirkungen  sind  unter 
anderem  Luftverunreinigungen  und  Lärm  (Art.  7  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  den 
Umweltschutz  vom  7.  Oktober  1983  [USG;  SR  814.01]).  Bei  den  hier  projektierten 
Bauten handelt es sich um eine neue Anlage, deren Emissionen zu keiner Überschreitung 
der Planungswerte führen dürfen (Art. 25 Abs. 1 USG).  

c)  Das  Bauvorhaben  der  Beschwerdeführerin  wird  in  der  Industrie-  und  Gewerbe-
zone erstellt, die der Empfindlichkeitsstufe IV zugeordnet ist. Die Gutachter (Triform SA) 
haben  Berechnungen  des  Lärms  hinsichtlich  des  Verkehrs  und  des  Betriebs  der  Beton-
anlage  angestellt.  Die  Steigerung  des  Verkehrs  werde  im  Ort  Düdingen  selbst  zu  einer 
Anhebung  des  Lärmpegels  von  rund  0,1  (dB(A)  führen,  was  nicht  wahrnehmbar  sei.  Im 
Bereich  der  Industriestrasse  liege  der  Beurteilungspegel  bei  rund  Lr  =  62  dB(A),  der 
Immissionsgrenzwert bei Lr = 70 dB(A). Der mit der Betonzentrale verbundene Mehrver-
kehr  könne  bei  den  betroffenen  Liegenschaften  keine  Immissionsgrenzwertüberschrei-
tung verursachen. Auch der Lärm, der durch den Betrieb selbst verursacht werde, werde 
nicht übermässig sein; die Bestimmungen der LSV seien eingehalten. 

d)  Das  AfU  stimmte  diesen  Ergebnissen  zu  und  die  Beschwerdeführer  stellen  die 
berechneten Werte nicht infrage. Damit ist zu schliessen, dass die vom Mehrverkehr und 
vom  Betrieb  ausgehenden  Lärmemissionen  die  Grenzwerte  gemäss  LSV  einhalten 
werden. 

e) Zur Problematik der Staubentwicklung führten die Gutachter aus, dass bei einer 
kompletten  Befestigung  des  Areals  durch  einen  Schwarzbelag  oder  durch  Beton  sowie 
durch regelmässiges Reinigen der Oberfläche die Staubemittierung und Verfrachtung er-
folgreich  bekämpft  werden  könnten.  Dieser  Schlussfolgerung  stellten  die  Beschwerde-
führer  nichts  entgegen.  Namentlich  behaupten  sie  nicht,  die  Anlage  werde  übermässig 
Staub verursachen. 

f)  Nach  dem  Gesagten  ist  davon  auszugehen,  dass  keine  Mehrimmissionen  wahr-

nehmbar sein werden und die allgemeine Verkehrszunahme vernachlässigbar sein wird. 

12.  Die  übrigen  Einwände  der  Beschwerdeführer  gehen  an  der  Sache  vorbei.  Es  mag 
zutreffen,  dass  gegen  das  Bauvorhaben  eine  Petition  mit  über  1'000  Unterschriften 
eingereicht  worden  ist.  Das  Gericht  darf  jedoch  auf  Petitionen,  die  ein  konkretes  Ge-
richtsverfahren  betreffen,  nicht  eintreten,  weil  sonst  der  Anspruch  auf  einen  unab-
hängigen und unparteiischen Richter im Sinne von Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 der 
Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfrei-
heiten  (EMRK;  SR  0.101)  verletzt  würde.  Den  Verfahrensbeteiligten  stehen  die  prozes-
sualen Mittel zur Verfügung, um ihre Standpunkte im Prozess geltend zu machen (ULRICH 
HÄFELIN / WALTER HALLER /  HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. A., Zürich 

 
 
 
 
 
 
- 16 - 

2008,  Rz.  891).  Das  Bauvorhaben  ist  zonenkonform,  entspricht  der  Bau-  und  Umwelt-
schutzgesetzgebung.  Bei  dieser  Sachlage  kann  die  Bauherrschaft  nicht  verpflichtet 
werden, nach Alternativstandorten zu suchen.  

13.  Zusammenfassend ergibt sich, dass der Oberamtmann die Baubewilligung zu Recht 
erteilt  hat.  Die  Voraussetzungen  hierfür  sind  erfüllt,  weshalb  die  Beschwerdegegnerin 1 
Anspruch  auf  Ausstellung  der  Baubewilligung  hat.  Damit  ist  die  Beschwerde  als  unbe-
gründet abzuweisen. 

14.  Bei diesem Ausgang werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit 
die  Kosten  des  Verwaltungsgerichtsverfahrens,  die  auf  5'000  Franken  festgesetzt,  und 
mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet werden, auferlegt (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 
und 2 des Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in 
der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]). Der  fehlende Saldo von 1'000 Franken ist 
von den Beschwerdeführen noch zu bezahlen. 

15.  a)  Den  Beschwerdeführern  ist  als  unterliegende  Partei  keine  Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 137 Abs. 1 VRG). 

b)  Die  Beschwerdegegnerin 1  hat  obsiegt  und  demnach  Anspruch  auf  eine  Partei-

entschädigung (Art. 137 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 TarifVJ).  

c) Die Beschwerdegegnerin 1 hat als obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteient-
schädigung (Art. 137 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 TarifVJ). Für das erste Verfahren (602 09 
30) wird die Entschädigung auf 4'665.70 Franken (Honorar: 4'101.65 Franken, Auslagen: 
234.50  Franken,  Mehrwertsteuer:  329.55  Franken)  und  für  das  zweite  (602  10  54)  auf 
1'743.10  Franken  (Honorar:  1'495  Franken,  Auslagen:  119  Franken,  Mehrwertsteuer: 
129.10 Franken) festgesetzt, total also 6'408.80 Franken. 

Die Beschwerdeführer haben gestützt auf den Antrag der Beschwerdegegnerin 1 und auf 
Art.  176a  aRPBG  eine  Sicherheit  für  eine  allfällige  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von 
5'000  Franken  leisten  müssen.  Diese  Kaution  ist,  da  die  Beschwerdeführer  unterlegene 
Partei  sind,  am  Betrag  von  6'408.80  anzurechnen.  Mithin  haben  sie  Rechtsanwalt 
Schneuwly noch 1'408.80 Franken zu bezahlen.  

d) Die durch einen Rechtsanwalt vertretene Gemeinde Düdingen, die sich ebenfalls 
am  Verfahren  beteiligte,  hat  gestützt  auf  Art.  139  VRG  als  obsiegende  Partei  dann  An-
spruch auf eine Parteientschädigung, wenn ihre Vermögensinteressen betroffen sind, was 
hier  offensichtlich  nicht  der  Fall  ist,  oder  wenn  besondere  Umstände  die  Beiziehung 
aussenstehender Vertreter oder Beistände nötig gemacht haben.  

Der  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  ein  Gemeinwesen  ist  zwar  nicht  aus-
geschlossen,  aber  die  Ausnahme.  Das  Bundesgericht  hat  vor  Inkrafttreten  des  BGG 
kleineren und mittleren Gemeinden, die über keinen eigenen Rechtsdienst verfügen und 
sich  in  komplexeren  Angelegenheiten  durch  einen  Rechtsanwalt  vertreten  lassen  muss-
ten,  eine  Parteientschädigung  zugesprochen.  Das  BGG  lässt  keine  Ausnahmen  mehr  zu 
(vgl. BGE 134 II 117 E. 7 S. 118 f.). Das kantonale Recht kennt keine solche restriktive 
Regelung und eine einheitliche Rechtssprechung zur Frage der Zusprechung einer Partei-
entschädigung  an  die  Gemeinweisen  gibt  es  nicht.  Das  Gericht  entscheidet  jeweils  nach 
der Schwierigkeit der sich im Einzelfall stellenden Rechtsfragen.  

 
 
 
 
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Die Gemeinde Düdingen gilt mit 7'500 Einwohnern als eine der grössten Gemeinden des 
Kantons. Sie verfügt indes über keinen eigenen Rechtsdienst. Immerhin erfüllt sie im Be-
reich  Bau-  und  Raumplanung  eine  gesetzliche  Aufgabe.  Aber  die  Beantwortung  von 
Rechtsmitteln gehört nicht gerade zur alltäglichen Tätigkeit ihrer Verwaltung. Dessen un-
geachtet  muss  sie  jedoch  grundsätzlich  in  der  Lage  sein,  ihre  Verfügungen  in  einem 
Rechtsmittelverfahren zu verteidigen.  

Wesentliches  Kriterium  für  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  ist,  wie  schon 
gesagt, die Schwierigkeit des Prozessstoffs. Im vorliegenden Fall hat der Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführer eine 34-seitige Beschwerdeschrift verfasst und mehrere Argumen-
te vorgebracht, welche die Beteiligung der Gemeinde Düdingen am Verfahren notwendig 
machte.  Wenn  sie  hierzu  einen  Anwalt  hinzuzog,  erscheint  dies  gerechtfertigt  zu  sein. 
Das  Gericht  ist  demnach  der  Auffassung,  dass  ihrem  Rechtsvertreter  zu  Lasten  der  Be-
schwerdeführer  eine  Parteientschädigung  auszurichten ist.  Diese  wird  für  das  erste  Ver-
fahren (602 09 30) auf 2'975.45 Franken (Honorar: 2'587.50 Franken, Auslagen: 177.80 
Franken,  Mehrwertsteuer:  210.15  Franken)  und  für  das  vorliegende  (602  10  54)  auf 
1'487.60  Franken  festgesetzt  (Honorar:  1'188.35  Franken,  Auslagen:  191.60  Franken, 
Mehrwertsteuer: 107.65 Franken), insgesamt also 4'463.05 Franken. 

e) Die Beschwerdeführer haften für die an die Rechtsanwälte Schneuwly und Meyer 

geschuldeten Parteikosten solidarisch (Art. 141 und Art. 142 VRG). 

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

II.  Die  dem  Staat  Freiburg  geschuldeten  Gerichtskosten  von  5'000  Franken  werden 
unter  solidarischer  Haftung  den  Beschwerdeführern  auferlegt  und  mit  dem  ge-
leitsteten  Kostenvorschuss  verrechnet;  der  fehlende  Saldo  von  1'000  Franken  ist 
von  den  Beschwerdeführern  ebenfalls  unter  solidarischer  Haftung  noch  zu  über-
weisen. 

III.  Dem  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  wird  keine  Parteientschädigung  zuge-

sprochen. 

IV.  Die  Beschwerdeführer  werden  unter  solidarischer  Haftung  verpflichtet,  Rechtsan-
walt  Schneuwly  eine  Parteientschädigung  von  6'408.80  Franken  (inkl.  MwSt)  zu 
bezahlen. Dieser Betrag ist mit der von den Beschwerdeführern geleisteten Prozess-
kaution von 5'000 Franken zu kompensieren. 

Die  Gerichtskanzlei  des  Kantonsgerichts  wird  angewiesen,  nach  Rechtskraft  des 
vorliegenden Urteil Rechtsanwalt Schneuwly 5'000 Franken auszubezahlen. 

V.  Die  Beschwerdeführer  werden  unter  solidarischer  Haftung  verpflichtet,  Rechtsan-
walt Meyer eine Entschädigung von 4'463.05 Franken (inkl. MwSt) zu bezahlen. 

 
 
 
- 18 - 

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  ab  Zustellung  Beschwerde  beim  Bundes-
gericht, Lausanne, eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrens-
kosten  und  der  Parteientschädigung  ist  die  Einsprache  an  die  Behörde,  die  entschieden 
hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG). 

Givisiez, 6. Oktober 2011/JHA/dcu 

Die Gerichtsschreiberin-Praktikantin: 

Der Präsident: 

Dieses  Urteil  wird  den  Rechtsvertretern der  Beschwerdeführer  und  der  Beschwerdegegnerinnen  1  und 2,  dem 

Oberamtmann  des  Sensebezirks,  der  Raumplanungs-,  Umwelt-  und  Baudirektion,  dem  Bau-  und 

Raumplanungsamt, dem Amt für Umweltschutz sowie dem Tiefbauamt zugestellt.