# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e62eecd-095c-5da0-97df-038b6cd3e1ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 14.05.2024 SK 2023 219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-219_2024-05-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 219

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. Mai 2024 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Salzmann (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Schmid, Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Zybach

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand qualifizierte und einfache Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz sowie Geldwäscherei

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 1. September 2022 (PEN 21 1031)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vorinstanz) 
fällte am 1. September 2022 über A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) folgen-
des Urteil (pag. 2382 ff.; Hervorhebungen im Original, Auslassungen in eckigen 
Klammern):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, angeblich mehrfach begangen ab Oktober 2018 bis am 1. September 2019 in C.________ (Orts-
chaft) und D.________ (Ortschaft) durch Konsum von Methamphetamin und Marihuana sowie dem 
Konsum dienenden Widerhandlungen, 

wird eingestellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifiziert 
und teilweise Versuch dazu, begangen ab Anfang 2018 bis am 9. Mai 2019 in D.________ (Orts-
chaft), C.________(Ortschaft), F.________ (Ortschaft) sowie an den Bahnhöfen G.________ 
(Ortschaft) bis H.________ (Ortschaft), I.________ (Ortschaft), J.________ (Ortschaft), 
K.________ (Ortschaft), L.________ (Ortschaft), F.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
M.________ (Ortschaft), N.________ (Ortschaft), O.________ (Ortschaft), P.________ (Orts-
chaft) und Q.________ (Ortschaft) mit weiteren Beteiligten durch 

1.1. Einfuhr, Erlangen, Befördern und Verschaffen von 13’979.9 g Methamphetamingemisch 
(Reinheitsgrad 98%), 

1.2. Veräussern von 62 g Methamphetamingemisch (Reinheitsgrad 98%), 

2. der Geldwäscherei, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Februar 2018 bis am 6. Mai 2019 
entlang diverser Bahnstrecken im Raume C.________(Ortschaft) und D.________(Ortschaft), na-
mentlich in D.________ (Ortschaft), C.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft) sowie an den 
Bahnhöfen G.________ (Ortschaft) bis H.________ (Ortschaft), I.________(Ortschaft), 
J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), 
N.________ (Ortschaft), O.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft), Q.________(Ortschaft) 
und R.________ (Ortschaft), im Betrag von mindestens CHF 29’500.00,

3. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in 
C.________(Ortschaft) und D.________(Ortschaft) durch 

3.1. Erwerb und Verschaffen von rund 5 g Methamphetamingemisch (Reinheitsgrad 98%) von 
Oktober 2018 bis am 29. Oktober 2019, 

3

3.2. Konsum von Methamphetamin und Marihuana und dem Konsum dienenden Widerhand-
lungen vom 2. September 2019 bis am 29. Oktober 2019,

und in Anwendung der Art. 22, 40, 43, 44, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 66 a Bst. o, 106, 305bis Ziff. 1 StGB, 
Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und d, Abs. 2 Bst. a, 19a BetmG, Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

Davon sind acht Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 28 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 91 Tagen wird an den unbedingten Teil der Strafe angerechnet. 

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf drei Tage festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von fünf Jahren.

4. Zu den Verfahrenskosten von CHF 21’568.40.

[Tabelle Zusammensetzung der Verfahrenskosten]

III.

Die Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ durch 
Rechtsanwältin B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 107.45 200.00 CHF 21’490.00
Reisezuschlag CHF 1’050.00

CHF 1’952.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 24’492.00 CHF 1’885.90

CHF 145.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 26’522.90

volles Honorar CHF 26’862.50
Reisezuschlag CHF 1’050.00

CHF 1’952.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 29’864.50 CHF 2’299.55

CHF 145.00
Total CHF 32’309.05

nachforderbarer Betrag CHF 5’786.15

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Kosten Übersetzer

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 26’522.90. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwältin B.________ die Differenz von CHF 5’641.15 (ohne Kosten Übersetzer) zwischen der 
amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

4

1. 1 iPhone X und 1 Huawei VNS-L31 werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB). 

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 Bst. i.V.m. Art. 17 
Abs. 1 DNA-ProfilG). 

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 
17 Abs. 4 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

4. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwältin B.________ namens des Beschuldig-
ten am 9. September 2022 fristgerecht Berufung an (pag. 2391). Die erstinstanzliche 
Berufungsbegründung datiert vom 9. Mai 2023 (pag. 2396 ff.) und wurde den Par-
teien mit Verfügung vom selben Tag zugestellt (pag. 2468 ff.). Mit Eingabe vom 
30. Mai 2023 erklärte Rechtsanwältin B.________ im Auftrag des Beschuldigten die 
Berufung, beschränkt auf die Landesverweisung von 5 Jahren (pag. 2474 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 15. Juni 2023 mit, kein Nicht-
eintreten auf die Berufung des Beschuldigten zu beantragen, und erklärte gleichzei-
tig fristgerecht die Anschlussberufung, beschränkt auf den Sanktionenpunkt 
(pag. 2483 ff.).

Der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, erklärte mit Eingabe 
vom 26. Juni 2023, kein Nichteintreten auf die Anschlussberufung zu beantragen 
(pag. 2498). 

Die mündliche Berufungsverhandlung vor der 2. Strafkammer des Obergerichts des 
Kantons Bern (nachfolgend: Kammer) fand am 14. Mai 2024 statt (pag. 2564 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Rechtsanwältin B.________ beantragte mit Eingabe vom 30. Mai 2023 namens des 
Beschuldigten, es sei bei der Vormundin von S.________ (genannt «S.________ 
(Spitzname)», nachfolgend auch: S.________), geb. 28. September 2015, Sohn des 
Beschuldigten, Frau U.________, ein aktueller Bericht zur Vater-Sohn-Beziehung 
einzuholen. Der Bericht habe sich dazu zu äussern, wie die aktuelle Vater-Sohn-
Beziehung aussehe, wie die Betreuung von S.________ künftig ausgestaltet werden 
solle, und welche Folgen eine mögliche Landesverweisung des Beschuldigten für 
dessen Sohn haben werde. Ebenfalls wurde die Befragung des Beschuldigten zum 
Verhältnis zu seinem Sohn betreffend Betreuung sowie zu seiner aktuellen Arbeits-
situation beantragt (sofern die Befragung nicht von Amtes wegen erfolge; 
pag. 2476).

Der Beweisantrag des Beschuldigten auf Einholen eines aktuellen Berichts bei der 
aktuellen Vormundin des Sohnes des Beschuldigten zur Vater-Sohn-Beziehung 

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wurde mit Verfügung vom 10. Juli 2023 insofern gutgeheissen, als ein umfassender 
Bericht bei U.________, Soziale Dienste V.________ (Ortsbezeichnung), eingeholt 
(pag. 2548 ff.) und sämtliche Akten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Region H.________ (Ortschaft) betreffend S.________ ediert wurden. Weiter wurde 
darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte von Amtes wegen einvernommen werde, 
weshalb der diesbezügliche Beweisantrag obsolet sei (pag. 2493).

Oberinstanzlich wurden über den Beschuldigten zudem von Amtes wegen ein aktu-
eller Strafregisterauszug (datierend vom 1. Mai 2024 [pag. 2555]), ein aktueller Be-
treibungsregisterauszug (datierend vom 30. April 2024 [pag. 2553 f.]), ein aktueller 
Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 
27. bzw. 26. April 2024 [pag. 2554.1 ff.]), aktuelle Berichte hinsichtlich der Prüfung 
einer strafrechtlichen Landesverweisung beim Amt für Bevölkerungsdienste (datie-
rend vom 21. März 2024 [pag. 2514 ff.]) und beim Staatssekretariat für Migration 
(nachfolgend: SEM; datierend vom 9. April 2024 [pag. 2546 f.]) sowie eine Auskunft 
des Migrationsamtes H.________ (Ortschaft) betreffend die Aufenthaltsbewilligung 
von S.________ (datierend vom 3. Mai 2024; pag. 2558 ff.) eingeholt. 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 14. Mai 2024 wurden die 
gleichentags seitens Rechtsanwältin B.________ eingereichten Unterlagen – ein 
Bestätigungsschreiben betreffend finanzielle Unterstützung sowie ein Lohnausweis 
vom 31. Dezember 2023, beides von W.________, Partnerin des Beschuldigten 
(pag. 2584 f.), – zu den Akten erkannt (vgl. pag. 2566). Weiter wurde der Beschul-
digte erneut einvernommen (pag. 2567 ff.), und die ihm dabei vorgehaltenen Unter-
lagen aus den Kindesschutzakten (Bericht von Herrn X.________, dem Pflegefami-
lienkoordinator der Fachstelle Y.________, vom 30. März 2023 [pag. 2586 ff.], sowie 
Rechenschaftsschlussbericht von Berufsbeiständin Z.________ vom 28. April 2023 
[pag. 2592 ff.]) wurden zu den Akten erkannt (vgl. pag. 2576).

4. Anträge der Parteien

4.1 Rechtsanwältin B.________

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Be-
schuldigten oberinstanzlich folgende Anträge (pag. 2598):

1. Es sei festzustellen, dass folgende Punkte des Urteils vom 1. September 2022 in Rechtskraft 
erwachsen sind:

- Ziffer I. (Einstellung bezüglich Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich mehrfach begangen ab Oktober 2018 bis am 1. September 2019)

- Ziffer II. 1. (Schuldspruch wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz)

- Ziffer II. 2. (Schuldspruch wegen Geldwäscherei)

- Ziff. II. 3., 3.1. und 3.2. (Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz)

- Ziffer III. (Festsetzung amtliche Entschädigung)

- Ziffer IV., Ziffern 1.-3. und 5. (Vernichtung, Löschung DNA-Profil, Eröffnung)

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2. Der Beschuldigte sei zu verurteilen

- zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Davon seien acht Monate zu vollziehen. Für eine 
Teilstrafe von 28 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre 
festzusetzen. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 91 Tagen sei an den unbedingten 
Teil der Strafe anzurechnen,

- zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00 und

- zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten.

4. Es sei dem Beschuldigten eine Entschädigung für die Verteidigungskosten für das oberinstanzli-
che Verfahren gemäss noch einzureichender Kostennote auszurichten und die gesamten Verfah-
renskosten für das oberinstanzliche Verfahren dem Staat Bern zur Bezahlung aufzuerlegen.

5. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete ihrerseits die folgenden An-
träge (pag. 2601 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 1. September 2022 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als 

A. 

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, angeblich mehrfach begangen ab Oktober 2018 bis am 1. September 2019 in C.________(Orts-
chaft) und D.________(Ortschaft) durch Konsum von Methamphetamin und Marihuana sowie dem Kon-
sum dienende Widerhandlungen, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung ei-
ner Entschädigung, eingestellt wurde; 

B. 

A.________ schuldig erklärt wurde: 

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifi-
ziert und teilweise Versuch dazu, begangen ab Anfang 2018 bis am 9. Mai 2019 in D.________ 
(Ortschaft), C.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft) sowie an den Bahnhöfen G.________ 
(Ortschaft) bis H.________ (Ortschaft), I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
K.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
M.________(Ortschaft), N.________ (Ortschaft), O.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft) 
und Q.________(Ortschaft) mit weiteren Beteiligten durch 

1.1. Einfuhr, Erlangen, Befördern und Verschaffen von 13’979.9 g Methamphetamingemisch 
(Reinheitsgrad 98%) und 

1.2. Veräussern von 62 g Methamphetamingemisch (Reinheitsgrad 98%); 

2. der Geldwäscherei, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Februar 2018 bis am 6. Mai 2019 
entlang diverser Bahnstrecken im Raume C.________(Ortschaft) und D.________(Ortschaft), na-

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mentlich in D.________ (Ortschaft), C.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft) sowie an den 
Bahnhöfen G.________ (Ortschaft) bis H.________ (Ortschaft), I.________(Ortschaft), 
J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft), F.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), 
N.________ (Ortschaft), O.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft), Q.________(Ortschaft) 
und R.________(Ortschaft), im Betrag von mindestens CHF 29’500.00; 

3. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in 
C.________(Ortschaft) und D.________(Ortschaft) durch 

3.1.1. Erwerb und Verschaffen von rund 5 g Methamphetamingemisch (Reinheitsgrad 98%) von 
Oktober 2018 bis am 29. Oktober 2019, 

3.1.2. Konsum von Methamphetamin und Marihuana und dem Konsum dienende Widerhandlun-
gen vom 2. September 2019 bis am 29. Oktober 2019; 

C. 

A.________ in Anwendung der Art. 47, 49 Abs. 1, 106 StGB; Art. 19a Ziff. 1 BetmG; Art. 426 Abs. 1, 
433 Abs. 1 Bst. a StPO verurteilt wurde: 

1. zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00 (Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-
lung: 3 Tage). 

2. zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten; 

D. 

Weiter verfügt wurde: 

1. Die Mobiltelefone iPhone X und Huawei VNS-31 werden zur Vernichtung eingezogen. 

II.

A.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. B. 1., 2. und 3.1.1. hiervor 
und in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. o, 305bis Ziff. 1 StGB, Art. 
19 Abs. 1 Bst. b, c und d, Abs. 2 Bst. a BetmG, Art. 426 Abs. 1 StPO 

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 57 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 91 Ta-
gen; 

2. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren; 

3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem anzuordnen. 

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2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sowie der biome-
trischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen 
(Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. c und h DNA-Profil-Gesetz). 

3. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und der be-
schränkten Anschlussberufung Generalstaatsanwaltschaft (siehe dazu oben, E. 2 
und 4) hat die Kammer einerseits über die Strafzumessung (mit Ausnahme der be-
reits rechtskräftigen Übertretungsbusse) und andererseits über die Landesverwei-
sung inkl. SIS-Ausschreibung neu zu befinden (Ziff. II. Sanktionenpunkte 1. und 3. 
sowie Ziff. IV.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die entsprechenden 
oberinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen festzusetzen. Weiter hat sie 
die nicht der Rechtskraft zugänglichen Verfügungen über das erstellte DNA-Profil 
und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu treffen 
(Ziff. IV.2. und IV.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sind demgegenüber die Einstellung 
des Strafverfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im 
Zeitraum von Oktober 2018 bis am 1. September 2019 (Ziff. I. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs), die Schuldsprüche (Ziff. II. Schuldpunkte 1.-3. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), die Verurteilung des Beschuldigten zu einer Übertretungs-
busse von CHF 300.00 (Ersatzfreiheitsstrafe: drei Tage) und zur Tragung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten (Ziff. II. Sanktionenpunkte 2. und 4. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), die Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechts-
anwältin B.________ und der Rück- und Nachzahlungspflicht durch den Beschuldig-
ten für das erstinstanzliche Verfahren (Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs) sowie die Verfügung betreffend Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände 
(Ziff. IV.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der Rechts-
kraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO) und ist 
aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft betreffend Sanktio-
nenpunkt nicht an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, das heisst, sie darf das Urteil diesbezüglich 
auch zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. In Bezug auf die Strafe wird die 
Kammer indes durch die erstinstanzliche Gerichtsbesetzung (Kollegialgericht in Drei-
erbesetzung) eingeschränkt und darf in Anwendung von Art. 56 Abs. 2 des Ein-
führungsgesetzes zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur Ju-
gendstrafprozessordnung (EG ZSJ; BSG 271.1) keine Freiheitsstrafe über fünf Jahre 
aussprechen.

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung sowie rechtliche Würdigung

6. Vorbemerkungen

Das Berufungsgericht ist eine Rechtsmittelbehörde mit umfassender Kognition in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht. Bei Beschränkung der Berufung auf die Straf-
zumessung darf und muss es seine Prüfung auf jene Punkte des Urteils ausdehnen, 
die in engem Zusammenhang mit der angefochtenen Strafhöhe stehen, namentlich 
auf straferhöhende oder strafmindernde Umstände (vgl. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; 
BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_291/2017 vom 16. Ja-
nuar 2018 E. 1 und 6B_1167/2015 vom 25. August 2016 E. 1.3).

Wie bereits erwähnt, beschränken sich die Berufung und Anschlussberufung vorlie-
gend auf die Strafzumessung und die Landesverweisung. Die vorinstanzlichen 
Schuldsprüche (Ziff. II.1.-3. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verfah-
renseinstellung (Ziff. I. des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) sind damit in Rechts-
kraft erwachsen. Betreffend Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdi-
gung ist somit auf das Ergebnis der Vorinstanz abzustellen; es wird diesbezüglich 
grundsätzlich auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen. Die vorinstanz-
lichen Erwägungen sind jedoch insofern zu überprüfen, als strafzumessungsrele-
vante Umstände betroffen sind. Soweit sich mit Blick auf den Sanktionenpunkt Er-
gänzungen und/oder Präzisierungen aufdrängen, erfolgen diese unmittelbar an den 
entsprechenden Stellen der nachfolgenden Erwägungen.

7. Sachverhalt und Beweiswürdigung

Zum seitens der Vorinstanz als erwiesen erachteten Sachverhalt ist ergänzend ein-
zig darauf hinzuweisen, dass bei der Berechnung der Drogenmenge durch die Vor-
instanz jene Menge fehlt, die bei der Paketlieferung nach dem 15. Mai 2018 
(Ziff. I.1.1.5. der Anklageschrift [nachfolgend auch: AKS]; Versuch) eigentlich hätte 
geliefert werden sollen (ca. 500 g Methamphetamingemisch). Diese Drogenmenge 
wäre an sich eigentlich aufzurechnen. Aufgrund der Rechtskraft des Schuldspruchs 
(Ziff. II.1.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) ist dies jedoch nicht möglich, zu-
mal sich dies zu Ungunsten des Beschuldigten auswirken würde (Art. 404 Abs. 2 
StPO e contrario). Somit bleibt es betreffend Ziff. I.1.1. AKS insgesamt bei der vor-
instanzlich festgestellten Menge von 13’979.9 g Methamphetamingemisch (Rein-
heitsgrad 98 %).

8. Rechtliche Würdigung; zur Handlungseinheit und -mehrheit im Besonderen

8.1 Theoretische Grundlagen

Hat das Gericht gleichzeitig über mehrere Tatvorwürfe, wie namentlich mehrere Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, zu befinden, hat es vorab zu 
prüfen, ob zwischen diesen eine Handlungseinheit oder Handlungsmehrheit besteht. 
Für die eine Handlungseinheit bildenden Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz ist ein einziger Schuldspruch zu fällen (HUG-BEELI, in: Basler Kommen-
tar Betäubungsmittelgesetz, 1. Aufl. 2016, N 879 zu Art. 19; SCHLEGEL/JUCKER, 
Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz sowie zu Bestimmungen des StGB und 
OBG mit weiteren Erlassen, 4. Aufl. 2022, N 193 zu Art. 19). Handlungseinheit wird 

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allgemein angenommen, wenn mehrere Einzelhandlungen auf einem einheitlichen 
Willensakt beruhen und wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusammen-
hangs bei objektiver Betrachtung noch als ein einheitliches zusammengehörendes 
Geschehen erscheinen. Eine solche Konstellation liegt namentlich vor, wenn jemand 
einer von einem generellen Vorsatz getragenen, dauerhaften Handelstätigkeit nach-
geht. Hingegen ist von Handlungsmehrheit auszugehen, wenn eine Handelstätigkeit 
nicht auf einem einheitlichen Willensentschluss beruht. Dies ist beispielsweise dann 
der Fall, wenn der Täter nur unregelmässig und bei Gelegenheit tätig ist (vgl. zum 
Ganzen SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 193 ff. zu Art. 19).

8.2 Erwägungen der Vorinstanz und Vorbringen der Parteien

In Bezug auf die als erstellt erachteten Taten gemäss Ziff. I.1.1. (13 Vorwürfe betref-
fend Einfuhr, Erlangen, Befördern und Verschaffen von Methamphetamin, teilweise 
versucht) und I.1.2. (3 Vorwürfe betreffend Veräusserung von Methamphetamin) der 
Anklageschrift erwog die Vorinstanz, es rechtfertige sich, diese Abläufe als Gesamt-
ablauf zusammenzufassen und die dabei umgesetzten Drogenmengen zusammen-
zuzählen. Dies, weil die einzelnen Lieferungen immer nach demselben Schema 
stattgefunden hätten und in nicht allzu grossen zeitlichen Abständen erfolgt seien. 
Auch die Drogenveräusserungen hätten in Zusammenarbeit bzw. im Auftrag mit den-
selben Beteiligten stattgefunden; das Aufgabengebiet des Beschuldigten innerhalb 
der Drogengeschäfte sei durch seine Auftraggeber erweitert worden. Der zeitliche 
und ablaufmässige Konnex sei jedoch derart eng gewesen, dass sich eine Zusam-
menrechnung sämtlicher Geschäfte, in welche die Geschwister AA.________ und 
AE.________ sowie AB.________ involviert gewesen seien, rechtfertige (S. 50 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2445).

Die Verteidigung des Beschuldigten schloss sich anlässlich der Berufungsverhand-
lung dieser Auffassung der Vorinstanz an.

Die Generalstaatsanwaltschaft ist demgegenüber der Ansicht, dass die Taten 
gemäss Ziff. I.1.1. und Ziff. I.1.2. nicht als Handlungseinheit, sondern als Handlungs-
mehrheit zu betrachten. Für die Einfuhr etc. von insgesamt 13'979.9 g Methamphet-
amingemisch einerseits und das Veräussern von insgesamt 62 g Methamphetamin-
gemisch andererseits seien jeweils neue Tatentschlüsse gefasst worden. Somit 
seien für diese Delikte gesonderte Strafen festzulegen.

8.3 Erwägungen der Kammer

Zu prüfen ist, ob die Tätigkeiten des Beschuldigten im Zusammenhang mit den Me-
thamphetaminlieferungen gemäss Ziff. I.1.1. der AKS und die Veräusserungshand-
lungen gemäss Ziff. I.1.2. der AKS auf einem einheitlichen Willensakt beruhen oder 
ob diesen Tätigkeiten je ein unterschiedlicher Tatentschluss zugrunde liegt. 

Bei den (als erstellt erachteten) Tathandlungen gemäss Ziff. I.1.1.1.-1.1.13. der AKS 
bestand der Tatbeitrag des Beschuldigten darin, an seine Adresse gelieferte Pakete 
entgegenzunehmen, teilweise auch die Pakete auszupacken und das sich darin be-
findende Methamphetamin weiterzubefördern, und/oder darin, CHF in Bitcoins zu 
wechseln. Dies geschah ab Ende Januar 2018 ungefähr in einem monatlichen 
Rhythmus, wobei nach Ende Dezember 2018 ein etwas grösserer zeitlicher Abstand 
bis zur Lieferung des letzten Pakets im Mai 2019 folgte. Der Beschuldigte handelte 

11

dabei im Auftrag von AB.________ (und teilweise gemeinsam mit diesem) sowie 
teilweise zusammen mit AA.________ und/oder AC.________. Bei den (ebenfalls 
als erstellt erachteten) Vorgängen gemäss Ziff. I.1.2.1.-1.2.3. der AKS bestand die 
Aufgabe des Beschuldigten darin, Methamphetamin in Form von Crystal direkt an 
Abnehmende zu veräussern; auch dies jeweils im Auftrag von AB.________ sowie 
einmal davon in Begleitung von diesem und von AA.________. Abgesehen von den 
1-2 Veräusserungen gemäss Ziff. I.1.2.1. der AKS in den Jahren 2018/2019 fanden 
die beiden Veräusserungen grösserer Mengen (40 bzw. 20 g Methamphetamin) erst 
im Mai 2019 statt. 

Nach Auffassung der Kammer handelt es sich bei den Veräusserungshandlungen 
gemäss Ziff. I.1.2. der AKS um ganz andere, neue Aufgaben des Beschuldigten. 
Dieser war bis dahin (d.h. im Rahmen der Vorgänge nach Ziff. I.1.1. der AKS) nicht 
direkt mit Konsumierenden/Abnehmenden in Kontakt gekommen. Für diese – erst 
gegen Ende der «Zusammenarbeit» mit AB.________ hinzugekommene – Aufgabe 
als Läufer benötigte es einen weiteren, eigenständigen Tatentschluss des Beschul-
digten. Daran vermag der Umstand, dass die gleichen Personen involviert gewesen 
sind (insbesondere der Auftraggeber AB.________), nichts zu ändern. Somit waren 
diese unterschiedlichen Tätigkeiten des Beschuldigten nach Ansicht der Kammer 
nicht von einem generellen, alle möglichen Tathandlungen abdeckenden Vorsatz ge-
tragen. Vielmehr liegt in Bezug auf die Handlungen gemäss Ziff. I.1.1. der AKS ei-
nerseits und jenen gemäss Ziff. I.1.2. der AKS andererseits eine Handlungsmehrheit 
vor. Die entsprechenden Drogenmengen sind daher nicht zusammenzurechnen, 
sondern es ist – entsprechend den beiden Schuldsprüchen – eine separate Betrach-
tung im Sinne echter Konkurrenz vorzunehmen. 

III. Strafzumessung

9. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung zutreffend 
wiedergegeben (S. 53 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2448). Darauf 
kann verwiesen werden.

10. Anwendbares Recht

Mit dem Bundesgesetz über die Harmonisierung der Strafrahmen (AS 2023 259), in 
Kraft getreten per 1. Juli 2023, wurde Art. 19 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 
Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.121) dahingehend 
revidiert, als die Freiheitsstrafe (die nach wie vor nicht unter einem Jahr betragen 
kann) nicht mehr mit einer Geldstrafe verbunden werden kann. Der Beschuldigte 
beging die zu beurteilenden Straftaten vor dieser Revision von Art. 19 Abs. 2 BetmG. 
Gemäss Art. 2 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) ist 
das im Tatzeitpunkt geltende Recht anzuwenden, es sei denn, das neue Recht sei 
für den Beschuldigten milder. Von der Möglichkeit einer kumulativen Geldstrafe wäre 
vorliegend nicht Gebrauch gemacht worden, sodass im konkreten Fall das aktuell 
geltende Recht für den Beschuldigten nicht milder ist. Folglich gelangt Art. 19 Abs. 2 
aBetmG in seiner im Tatzeitpunkt geltenden Fassung zur Anwendung.

12

11. Abstrakter Strafrahmen, Strafart und schwerstes Delikt

Der Beschuldigte hat sich zunächst der mehrfachen, mengenmässig qualifizierten 
Widerhandlungen nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG schuldig gemacht. Dies einer-
seits durch Veräusserungshandlungen, andererseits durch Einführen, Erlangen, Be-
fördern und Verschaffen (teilweise versucht) von Methamphetamin. Die Strafandro-
hung für eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz lautet, 
wie soeben gesehen, auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bis zu 20 Jahren, 
womit eine Geldstrafe verbunden werden kann. Der Beschuldigte hat sich zudem, 
soweit hier noch interessierend, der einfachen, mehrfach begangenen Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19 Abs. 1 BetmG sowie der 
Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) schuldig gemacht. Diese beiden Tatbestände wer-
den je mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 
StGB zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Die Bildung 
einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen 
möglich. Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind nicht gleichartig und daher kumulativ zu 
verhängen. Das Gericht kann auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es 
im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen 
würde (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen ab-
strakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. Der Täter darf im Rahmen von 
Art. 49 Abs. 1 StGB nicht strenger bestraft werden, als wenn die Straftaten einzeln 
abgeurteilt worden wären (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 mit Hinweisen). 

Eine Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe ist insbesondere zulässig, wenn eine 
solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 
Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB). Zudem darf nach der Rechtspre-
chung eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten 
zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei 
keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genü-
gendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (Urteile des Bundesgerichts 
BGer 6B_244/2021, 6B_254/2021 vom 17. April 2023 E. 5.3.2; 6B_798/2021 vom 2. 
August 2022 E. 5.1; 6B_382/2021 vom 25. Juli 2022 E. 2.4.2 und 6B_196/2021 vom 
25. April 2022 E. 5.3.2; je mit Hinweisen). Das Gericht hat, wo es an Stelle einer 
Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennt, diese Wahl näher zu begründen (Art. 41 
Abs. 2 StGB).

Wie bereits erwähnt, kommt für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
BetmG einzig eine Freiheitsstrafe (allenfalls verbunden mit einer Geldstrafe) in 
Frage.  Der Vorinstanz erschien auch für die Verurteilungen wegen einfacher Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Geldwäscherei einzig 
das Ausfällen einer Freiheitsstrafe als zweckmässig. Es erwog, dass eine Freiheits-
strafe geboten sei, um den Beschuldigten von weiterer deliktischer Tätigkeit abzu-
halten; dies auch aufgrund der erneut etwas beschönigenden Ausführungen des Be-
schuldigten an der Hauptverhandlung (S. 53 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 2448 f.). 

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13

Die Verteidigung wendete im oberinstanzlichen Verfahren nichts gegen die Verurtei-
lung zu einer (Gesamt-)Freiheitsstrafe ein und hielt unter Verweis auf die vorinstanz-
lichen Erwägungen fest, dass der Beschuldigte die erstinstanzliche Strafe akzeptiere 
(pag. 2577). Die Generalstaatsanwaltschaft sprach sich ebenfalls für die Ausfällung 
einer Freiheitsstrafe für die streitgegenständlichen Delikte aus (pag. 2578).

Auch nach Auffassung der Kammer ist vorliegend für alle oberinstanzlich zu beurtei-
lenden Delikte jeweils eine Freiheitsstrafe angezeigt. Die Verurteilungen wegen 
Geldwäscherei und einfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
hängen sachlich und zeitlich sehr eng mit den qualifizierten Betäubungsmittelwider-
handlungen zusammen. Eine blosse Geldstrafe erscheint nicht geeinigt, in genügen-
dem Masse präventiv auf den Beschuldigten einzuwirken. Dies insbesondere des-
halb, weil die Lebensumstände des Beschuldigten nicht als stabil bezeichnet werden 
können; knapp zwei Monate vor der oberinstanzlichen Hauptverhandlung hat er 
seine erst ein gutes Jahr zuvor angetretene Stelle gekündigt, ohne eine Anschluss-
lösung zu haben; und erst wenige Tage vor der Berufungsverhandlung ist er mit sei-
ner Partnerin zusammengezogen (vgl. pag. 2571). Der frühere extensive Drogen-
konsum des Beschuldigten, der zu den vorliegend zu beurteilenden Delikten führte, 
indiziert zudem eine Suchtproblematik. Diese scheint zwar nicht mehr aktuell zu sein; 
nichtsdestotrotz verbleibt eine gewisse latente Rückfallgefahr für erneute Konsum-
widerhandlungen und Beschaffungskriminalität. Es ist somit angezeigt, auch für die 
Verurteilungen wegen Geldwäscherei und wegen einfacher Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe auszufällen.

12. Einsatzstrafe für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG gemäss 
AKS Ziff. I.1.1. (Einfuhr, Erlangen, Befördern und Beschaffen von Methamphet-
amin; teilweise Versuch dazu)

12.1 Tatkomponenten

12.1.1 Objektive Tatschwere

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 IV 
211 E. 4). Auch wenn der Drogenmenge keine vorrangige Bedeutung bei der Straf-
zumessung mehr zukommt, ist als Anhaltspunkt für die Verletzung bzw. Gefährdung 
des geschützten Rechtsguts gleichwohl von der umgesetzten Drogenmenge auszu-
gehen, zumal die Gefährdung umso grösser ausfällt, je mehr der gesundheitsgefähr-
denden Drogen in Umlauf gebracht werden (SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 37 zu Art. 
47 StGB; WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch, Ju-
gendstrafgesetz, 4. Aufl. 2019 [nachfolgend: BSK StGB-BEARBEITERIN], N 93 zu Art. 
47 StGB). Die Drogenmenge darf aufgrund des Doppelverwertungsverbots zwar in-
soweit nicht noch einmal straferhöhend berücksichtigt werden, als sie schon zur An-
wendung des mengenmässig qualifizierten Falls gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
geführt hat. Hingegen darf innerhalb des qualifizierten Strafrahmens berücksichtigt 
werden, in welchem Ausmass die Grenze zur mengenmässig qualifizierten Wider-
handlung überschritten worden ist.

Die Betäubungsmittelmenge bildet daher gemäss konstanter Praxis der 2. Strafkam-
mer den Ausgangspunkt für die Ermittlung der Gefährdung des geschützten Rechts-
guts. Die Kammer zieht dabei praxisgemäss die sogenannte «Tabelle Hansjakob» 

14

(vgl. HANSJAKOB, Strafzumessung in Betäubungsmittelfällen – eine Umfrage der 
KSBS, in: ZStrR 115/1997, S. 233 ff., Fn. 42) als Orientierungshilfe bei, um basierend 
auf der so ermittelten, ungefähren Strafhöhe aufgrund weiterer strafzumessungsre-
levanter Umstände des Einzelfalls schliesslich zur verschuldensangemessenen 
Strafe zu gelangen (vgl. zur Zulässigkeit dieses Vorgehens Urteil des Bundesge-
richts 6B_858/2016 vom 17. März 2017 E. 3.2). Die von der Vorinstanz erwähnte 
«Tabelle SCHLEGEL/JUCKER» weicht insofern von der «Tabelle Hansjakob» ab, als 
die Strafen für die gehandelten Mengen ab 12 Gramm Heroin bzw. Methamphetamin 
erst beim Verzehnfachen der Menge verdoppelt werden. Grössere Mengen erfahren 
dann wieder eine Verdoppelung schon bei der Verachtfachung der Menge, wie bei 
der «Tabelle Hansjakob». Die Kommentatoren begründen diese Änderung mit Anre-
gungen von «Praktikern bei Staatsanwaltschaften und Gerichten» und damit, dass 
Hansjakob selber die Verdoppelung bei der zehnfachen Menge erwogen, aber ver-
worfen habe, da dies für die grossen Mengen zu milde gewesen wäre (SCHLEGEL/JU-
CKER, a.a.O., N 44 zu Art. 47 StGB). De facto wird damit eine Strafminderung für die 
Kategorien der kleinsten gehandelten qualifizierten Mengen eingeführt, während 
diese Unterschiede umso weniger stark ins Gewicht fallen, je höher die gehandelten 
Mengen sind. Die Kammer sieht sich nicht veranlasst, von der bisherigen Praxis ab-
zuweichen und orientiert sich für die Strafhöhe an der ursprünglichen «Tabelle Hans-
jakob».

In Bezug auf das Ausmass der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-
gutes ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte in den Handel mit 13’979.9 g 
Methamphetamingemisch, ausmachend 13'700.3 g reines Methamphetamin, invol-
viert war. Diese Menge übersteigt den vom Bundesgericht festgelegten Schwellen-
wert von 12 g Methamphetamin-Hydrochlorid für einen schweren Fall um mehr als 
das Tausendfache, was straferhöhend zu berücksichtigen ist. Ausgehend von der 
«Tabelle Hansjakob» ist bei dieser Menge von einer Einstiegsstrafe von 125 Mona-
ten auszugehen. Die Kammer ist bei der Urteilsfällung versehentlich von einer Ein-
stiegsstrafe von 126 Monaten ausgegangen und hat die weiteren strafzumessungs-
relevanten Faktoren ab diesem Ausgangswert berücksichtigt. Es kann jedoch an die-
ser Stelle bereits vorweggenommen werden, dass sich dies im Ergebnis nicht aus-
wirkt. Die Kammer darf, wie bereits erwähnt (E. 5 oben), aufgrund des vorinstanzli-
chen Spruchkörpers (Kollegialgericht mit lediglich zwei Laienrichtern) nicht über eine 
Freiheitsstrafe von 5 Jahren hinausgehen. Unabhängig davon, ob von einer Einsatz-
strafe von 125 Monaten oder von 126 Monaten ausgegangen wird, würde die schuld-
angemessene Strafe nach Auffassung der Kammer schlussendlich knapp über 5 
Jahre betragen. Aufgrund der Begrenzung des Höchstmasses der Strafe bleibt es 
so oder anders bei einer Strafe von 5 Jahren.

Betreffend die Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutsverletzung bzw. die 
Verwerflichkeit des Handelns (kriminelle Energie) erwog die Vorinstanz Folgendes 
(S. 54 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2449 f.):

Der Beschuldigte war überdies Teil eines ausgeklügelten Drogeneinfuhr- und Verteilsystems und 
konnte bei Bedarf stets eingesetzt werden. Er wirkte von Anfang 2018 bis am 9. Mai 2019 während 
verhältnismässig langer Zeit in einer Vielzahl von Geschäften mit. Er machte in der Folge selbst dann 

15

hartnäckig weiter, als AA.________ ins Gefängnis kam und mit der Menge Methamphetamin, die er für 
seine Tätigkeit erhielt, wurde er vergleichsweise fürstlich entschädigt.

Das Gericht berücksichtigt jedoch ebenfalls: 

- Der Beschuldigte hatte bei den Paketlieferungen gemäss AKS Ziffer 1.1. die Drogen nie selber 
in der Hand.

- Er hatte innerhalb der Drogengeschäfte lediglich die Funktion des «Geldumtauschers» inne 
und war «die Adresse», an welche die Drogenpakete geliefert wurden, mit dem entsprechenden 
Entdeckungsrisiko. 

- Bei einer Teilmenge von rund 6 kg Methamphetamin wurden durch ihn selbst nur zum Teil 
Schweizer Franken in Bitcoins getauscht. 

Ohne seine Rolle zu vernachlässigen, ist seine Funktion nicht im Ansatz zu vergleichen mit denjenigen 
seiner Auftraggeber AA.________ und AB.________. Der Beschuldigte hatte insgesamt einen klar un-
tergeordneten Tatbeitrag geleistet und war im Vergleich zu den andern weit weniger wichtig. Bei den 
eigenen Drogenverkäufen war er zudem lediglich ein stummer Läufer, welcher die vorbereiteten Drogen 
überbrachte und das Risiko des Entdeckt Werdens in der Öffentlichkeit trug. Insgesamt rechtfertigt sich 
vorliegend aufgrund der effektiven Rolle bzw. des effektiven Tatbeitrags des Beschuldigten im Drogen-
handel eine Reduktion der mengenmässigen Einsatzstrafe um die Hälfte, ausmachend 60 Monate.

Die Vorinstanz validierte dieses Ergebnis, indem sie angelehnt an den Aufsatz von 
EUGSTER/FRISCHKNECHT die Strafzumessung basierend auf die Hierarchiestufe bzw. 
die Aufgabe des Beschuldigten vornahm (EUGSTER/FRISCHKNECHT, Strafzumessung 
im Betäubungsmittelhandel, AJP 3/2014, S. 327 ff.). Die Vorinstanz reihte den Be-
schuldigten grundsätzlich in die Hierarchiestufe 4 ein (auf bestimmte Zeit integriertes 
Mitglied in der Organisation, Transportdienstleistung, weisungsgebundenes Handeln 
ohne Selbständigkeit, kein direkter Zugriff auf grössere Mengen, Exposition gegen 
aussen), mit einzelnen Teilen der Hierarchiestufe 3 (beträchtliche finanzielle Ent-
schädigung, die typischerweise das Erwerbseinkommen übersteigt; S. 55 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2450). 

Die Kammer erwägt hierzu Folgendes: 

Der Beschuldigte beging die Widerhandlungen in der Zeit von Anfang 2018 bis Mai 
2019, somit während fast eineinhalb Jahren. Nachdem AA.________ am 21. Sep-
tember 2018 verhaftet worden war (Haft bis am 20. März 2019; pag. 51 f.), delin-
quierte der Beschuldigte weiter. Dies, obwohl er persönlich von AB.________, der 
extra zu ihm nach Hause gefahren war, über die Verhaftung von AA.________ ori-
entiert wurde (pag. 250 Z. 108 ff.). In der Folge lieferte er das Metamphetamin ent-
haltende Paket, das nach dem 4. Oktober 2018 an die Adresse AD.________ in 
C.________(Ortschaft) geliefert wurde, zur Schwester von AA.________, 
AE.________ (Ziff. I.1.1.11. der AKS). 

Auch wenn der Beschuldigte grössere Drogenmengen in den Paketen zu 
AA.________ und einmal zu AE.________ lieferte, war sein Risiko, von der Polizei 
entdeckt zu werden, nicht allzu gross. So war die Zeit, in der er mit den Paketen 
unterwegs war, beschränkt. Er übernahm lediglich die Pakete und lieferte sie danach 
ab. Er musste weder Drogen portionieren noch veräussern. Erst im Mai 2019 wurde 
er mit der Veräusserung von Drogen an Dritte beauftragt (siehe hierzu E. 13 unten). 

16

Die ersten vier Pakete, die an die von ihm und AC.________ bewohnte Wohnung 
geliefert wurden, waren zudem auf den Namen von AC.________ adressiert. Bei 
den letzten beiden Paketlieferungen war sein Tatbeitrag mit dem Wechsel von Bar-
geld in Bitcoins kleiner, aber dies hatte auch zur Folge, dass der Beschuldigte gar 
nicht in Kontakt mit den Drogen kam. Für die insgesamt neun Male, in denen der 
Beschuldigte Bargeld in Bitcoins wechselte, musste er zwar einigen Aufwand betrei-
ben, da er jeweils mit mehreren SIM-Karten und mehreren Mobiltelefonen verschie-
dene Transaktionen an verschiedenen Billettautomaten tätigen musste (vgl. pag. 
350 ff.), jedoch war sein Risiko, bei einer Anhaltung des Handels von Crystal Meth 
verdächtigt zu werden, eher klein. Der Beschuldigte kommunizierte in der Zeit von 
Februar 2018 bis zum 21. September 2018 auf Anweisung von AB.________ zudem 
mit der Applikation «Threema» mit AA.________ (vgl. pag. 64), was das Risiko der 
Entdeckung ebenfalls minimierte. Stellt man rein auf die in der Tabelle von EUGS-
TER/FRISCHKNECHT aufgeführten Merkmale zur Unterscheidung der Hierarchiestufen 
ab, dann ist die von der Vorinstanz vorgenommene Einteilung in die Hierarchiestufe 
4 mit einzelnen Elementen der Hierarchiestufe 3 korrekt. Allerdings ist zu beachten, 
dass es sich vorliegend um eine Bandenstruktur mit wenigen Personen handelt. So 
war AB.________ der Drahtzieher, der die Drogen im Darknet bestellte und die An-
weisungen an AA.________ und den Beschuldigten gab. Im Gegensatz zu «klassi-
schen» Organisationen und Bandenstrukturen hielt sich aber AB.________ nicht im 
Hintergrund, sondern war dem Beschuldigten bekannt und diese beiden hatten auch 
Kontakt miteinander. Dem Beschuldigten waren auch die weiteren Mitglieder der Or-
ganisation bekannt. Zwischen AB.________ und dem Beschuldigten stand primär 
AA.________ hierarchisch über dem Beschuldigten. Der Beschuldigte war nicht der 
klassische Drogenläufer, sondern bei seinen Tatbeiträgen hatte er – wie bereits aus-
geführt – nicht oder nur für eine kurze Zeit Kontakt mit den Drogen. Ihm wurden 
zudem durch die Paketlieferungen und die Geldwechsel grosse Mengen an Drogen 
sowie an Geld anvertraut. Daneben erhielt er für seine Tatbeiträge eine grosse 
Menge an Methamphetamin als Lohn, ca. 50 g pro Lieferung, total ca. 560 g, welches 
er mit AC.________ aufteilte und konsumierte. Der Beschuldigte hatte zwar keine 
Entscheid- oder Weisungsbefugnis, sondern war lediglich Befehlsempfänger. Je-
doch ist er aufgrund der genannten Elemente auf einer höheren Hierarchiestufe, 
überwiegend Hierarchiestufe 3, anzusiedeln. 

Gestützt auf all diese Überlegungen bewegt sich das Verschulden des Beschuldigten 
im Verhältnis zum weiten Strafrahmen von einem bis 20 Jahren im untersten Bereich 
des mittleren Verschuldens. Die Kammer erachtet aufgrund der Tatbeiträge und der 
Hierarchiestufe des Beschuldigten eine Reduktion um knapp 30% als gerechtfertigt, 
womit eine Strafe von 90 Monaten resultiert. 

12.1.2 Subjektive Tatschwere

Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz und mit der Absicht, mit 
den Drogengeschäften seinen Drogenkonsum zu finanzieren, was neutral zu ge-
wichten ist. 

Der Beschuldigte war gemäss eigenen Aussagen süchtig und konsumierte zur Tat-
zeit extensiv Crystal Meth. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht auch ohne psychia-
trisches Gutachten im Rahmen von Art. 47 StGB eine Reduktion vorgenommen (S. 

17

56 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2451). Die Kammer erachtet auf-
grund des Drogenkonsums des Beschuldigten eine Reduktion um ca. 20% als an-
gezeigt, womit als Zwischenfazit eine Strafe von 72 Monaten resultiert. 

12.1.3 Versuch (AKS Ziff. I.1.1.5)

Beim Paket, das nach dem 15. Mai 2018 auf den Namen des Beschuldigten an die 
Adresse AD.________ in C.________(Ortschaft) geliefert wurde, befand sich entge-
gen der Bestellung kein Methamphetamin (Ziff. I.1.1.5. der AKS), weshalb es dies-
bezüglich beim Versuch geblieben ist. Der Beschuldigte hatte dort im Hinblick auf 
die Drogenbestellung nebst der Entgegennahme des Paketes auch Bargeld in Bit-
coins gewechselt. Der Beschuldigte hatte somit seinen gesamten Tatbeitrag bereits 
geleistet. Beim Versuch ist es nur geblieben, weil das Paket entgegen der Bestellung 
keine Drogen enthielt. Nichtsdestotrotz ist der Versuch minimal strafmindernd zu 
werten, da – weil in diesem Zusammenhang effektiv keine Drogen in Umlauf geraten 
sind – das Rechtsgut der Volksgesundheit insoweit nicht gefährdet bzw. verletzt 
wurde. Der Kammer erscheint ein geringfügiger Abzug von 2 Monaten für den Ver-
such angemessen. 

12.1.4 Fazit Einsatzstrafe

Demzufolge ist von einer Einsatzstrafe von 70 Monaten auszugehen. 

13. Asperation für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG gemäss 
AKS Ziff. I.1.2. (Veräusserung von Methamphetamin)

13.1 Tatkomponenten

13.1.1 Objektive Tatschwere

Der Beschuldigte veräusserte 62 g Methamphetamingemisch bzw. rund 60 g reines 
Methamphetamin (98% Reinheitsgrad), was unter dem Titel Ausmass der Verletzung 
oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes zu würdigen ist. Diese Menge über-
steigt den vom Bundesgericht festgelegten Schwellenwert von 12 g Methamphet-
amin für einen schweren Fall ums Fünffache. Mit Blick auf die «Tabelle Hansjakob» 
ist bei dieser Menge von einer Einstiegsstrafe von rund 20 Monaten auszugehen. 

Betreffend die Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutsverletzung bzw. die 
Verwerflichkeit des Handelns (kriminelle Energie) ist zu gewichten, dass der Be-
schuldigte im Rahmen seiner Mittäterschaft im Drogenhandel auf Anweisung von 
AB.________ handelte und weder Preis noch Klienten bestimmte. Er war in diesem 
Zusammenhang lediglich reiner Drogenlieferant, nahm das Geld entgegen und 
übergab dieses AB.________. Die Gefahr, erwischt zu werden, war bei diesen Lie-
ferungen höher als bei den zu Ziff. I.1.1. der AKS genannten Tathandlungen. Bei den 
Veräusserungen handelte der Beschuldigte somit auf einer tieferen Hierarchiestufe 
als bei der Entgegennahme der Drogenpakete und des Geldwechsels in Bitcoins. 
Die Art und Weise der Begehung wirkt sich deshalb strafmindernd im Umfang von 
30% (6 Monate) aus. 

Das Tatverschulden des Beschuldigten ist mit Blick auf den weiten Strafrahmen im 
untersten Bereich anzusiedeln. Für die objektive Tatschwere erachtet die Kammer 
somit eine Strafe von 14 Monaten als angemessen. 

18

13.1.2 Subjektive Tatschwere

Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz und mit der Absicht, mit 
den Drogengeschäften seinen Drogenkonsum zu finanzieren, was neutral zu ge-
wichten ist. 

Der extensive Drogenkonsum des Beschuldigten ist wiederum im Rahmen von 
Art. 47 StGB mit einer Strafreduktion von ca. 20% (ausmachend 3 Monate) zu 
berücksichtigen, womit sich eine Strafe von 11 Monaten ergibt. 

13.2 Asperierte Strafe

Demzufolge ist für die Widerhandlungen nach Ziff. I.1.2 der Anklageschrift von einer 
Strafe von 11 Monaten auszugehen. Diese Strafe ist aufgrund des engen Sachzu-
sammenhangs zum Einsatzdelikt zu knapp 50%, also mit rund 6 Monaten Freiheits-
strafe, asperierend zu berücksichtigen.

Als erstes Zwischenfazit resultiert damit unter Berücksichtigung der Einsatzstrafe 
eine Strafe von gesamthaft 76 Monaten Freiheitsstrafe. 

14. Asperation für die Geldwäscherei gemäss AKS Ziff. I.3.

14.1 Tatkomponenten

14.1.1 Objektive und subjektive Tatschwere 

Geschütztes Rechtsgut des Tatbestandes der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) ist 
die Rechtspflege, wobei insbesondere der staatliche Einziehungsanspruch sowie 
gemäss Botschaft das Ermittlungsinteresse geschützt werden sollen (vgl. dazu ISEN-
RING, in: OFK StGB, 21. Aufl. 2022, N 3 zu Art. 305bis). Die Schwere der Verletzung 
der Rechtspflege ist abhängig von der Höhe der vereitelten oder erschwerten Ein-
ziehung, mit anderen Worten also von der Höhe des Deliktserlöses aus der Vortat. 

Vorliegend beträgt der Deliktsbetrag zusammengerechnet rund CHF 29’500.00. Der 
Beschuldigte beging die Geldwäscherei als Begleitdelikt zu den Betäubungsmittel-
widerhandlungen. Er handelte auf Anweisung von AB.________ und wechselte mit-
hilfe von erhaltenen Mobiltelefonen und SIM-Karten Bargeld an verschiedenen Bil-
lettautomaten in Bitcoins, wobei er einen gewissen Aufwand betrieb. Das objektive 
Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe 
bis zu 3 Jahren) noch als leicht anzusehen. 

Beim subjektiven Tatverschulden ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit direk-
tem Vorsatz handelte. Er beging die Geldwäscherei zur Finanzierung seines Dro-
genkonsums. Beides ist neutral zu werten. 

Insgesamt erscheint hierfür eine Strafe von 4 Monaten angemessen.

14.2 Asperierte Strafe

Diese für die mehrfach begangene Geldwäscherei nach Ziff. I.1.3. der Anklageschrift 
angemessene Strafe ist aufgrund des engen Sachzusammenhangs mit den Betäu-
bungsmitteldelikten im Umfang von 50%, entsprechend 2 Monaten, zu asperieren. 
Damit resultiert vorerst eine Strafe von gesamthaft 78 Monaten Freiheitsstrafe.

19

15. Asperation für die einfachen Widerhandlungen gegen das BetmG gemäss AKS 
Ziff. I.2.1.

15.1 Tatkomponenten

15.1.1 Objektive und subjektive Tatschwere

In Bezug auf das Ausmass der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-
gutes ist festzuhalten, dass der Beschuldigte eine sehr geringe Menge von total 5 g 
Methamphetamin in Form von Crystal für mindestens zwei Kolleginnen erwarb und 
verschaffte. 

Betreffend Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung bzw. die Ver-
werflichkeit des Handelns (kriminelle Energie) ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte diese Handlungen beging, damit seine Kolleginnen konsumieren konnten 
und damit er entweder durch den dadurch erzielten Drogenerlös oder durch Mitkon-
sum bei den Kolleginnen seinen Drogenkonsum finanzieren konnte. 

Er handelte direktvorsätzlich zur Befriedigung seines extensiven Drogenkonsums. 

Das Tatverschulden des Beschuldigten ist mit Blick auf den Strafrahmen von Gelds-
trafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe im untersten Bereich anzusiedeln. Aufgrund des 
sehr leichten Tatverschuldens erachtet die Kammer für die objektive und subjektive 
Tatschwere eine Freiheitsstrafe von 1½ Monaten als angemessen. 

15.2 Asperierte Strafe

Die Freiheitsstrafe von 1½ Monaten ist mit rund 2/3, entsprechend einem Monat Frei-
heitsstrafe, zu asperieren. 

Damit resultiert als weiteres Zwischenfazit eine Strafe von gesamthaft 79 Monaten 
Freiheitsstrafe. 

16. Täterkomponenten

Bezüglich Vorleben und persönliche Verhältnisse kann weitgehend auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 57 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 2452 f.). Einige Punkte sind indes zu aktualisieren oder er-
gänzen. 

Der mittlerweile 33 Jahre alte Beschuldigte wurde in Thailand geboren und ver-
brachte die ersten 13 Lebensjahre auch dort. Er besuchte in Thailand die Schule bis 
zur 6. Klasse. Danach kam er mit seiner Mutter und seinem Bruder im Rahmen eines 
Familiennachzugs in die Schweiz, da seine Mutter einen Schweizer heiratete. In der 
Schweiz besuchte der Beschuldigte während vier Jahren die Schule, wobei er die 9. 
Klasse wiederholen musste (pag. 2353 Z. 38 ff.). Der Beschuldigte absolvierte da-
nach keine Lehre. Er wurde in der Zeit von 2011 bis 2015 mit total CHF 52’223.65 
von der Sozialhilfe unterstützt (pag. 1953). Im Jahr 2014 arbeitete er gemäss eige-
nen Aussagen als Maler und im Jahr 2016 bei der Firma AF.________ in 
D.________(Ortschaft). Der Beschuldigte gab ebenfalls an, im Jahr 2020 von Mai 
bis Oktober als Beerenpflücker gearbeitet zu haben (pag. 1953 und 2149). Ca. ab 
2018 wohnte er in I.________(Ortschaft) (vgl. pag. 2554.2). An der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 30. August 2022 gab er an, seit Ende April 2022 als Wo-

20

chenaufenthalter im AG.________ (Ortsbezeichnung) zu wohnen und dort zu 100% 
als Koch in einem thailändischen Restaurant zu arbeiten. Er verdiene netto 
CHF 3’600.00 (pag. 2351 Z. 24 ff.). Per März 2023 zog er nach AH.________ (Orts-
chaft), wo er im Vormonat eine Stelle als Koch in einem Thairestaurant begonnen 
hatte (pag. 2522 f. und 2527). Diese Stelle hat er selbst am 22. März 2024 fristlos 
gekündigt (pag. 2571 Z. 17 ff.). Dies gemäss den Ausführungen seiner Verteidigung, 
weil er ausgenutzt worden sei und Unmengen von Überstunden habe leisten müs-
sen, was Besuche mit seinem Sohn oft verunmöglicht habe (pag. 2576). Seither ist 
er auf Stellensuche und wird finanziell von seiner Partnerin W.________ unterstützt, 
bei welcher er kurz vor der oberinstanzlichen Hauptverhandlung eingezogen ist (pag. 
2568, 2571 und 2584 f.). 

In finanzieller Hinsicht weist der Beschuldigte hohe Schulden auf. Aus den Betrei-
bungsregisterauszügen in den Akten gehen nicht getilgte Verlustscheine von 
CHF 31’209.50 (Betreibungsamt AI.________, Dienststelle J.________ (Ortschaft); 
Jahre 2019-2022; pag. 1934 ff.) und von CHF 24’119.60 (Betreibungsamt 
AJ.________; Jahre 2016-2019; pag. 2139 ff.) hervor. Weiter sind offene Betreibun-
gen im Umfang von CHF 13’930.00 (Betreibungsamt AJ.________; Stand 30. April 
2020; pag. 2139 f.), CHF 31’291.00 (Betreibungsamt AI.________, Dienststelle 
J.________ (Ortschaft); Stand 2. Mai 2022; pag. 1934 ff.) und CHF 15’867.15 (Be-
treibungsamt AK.________, Dienststelle T.________; Stand 30. April 2024; 
pag. 2553 f.) ausgewiesen. 

Der Beschuldigte hat, wie bereits erwähnt, einen Sohn, S.________. Dieser lebt seit 
dem 16. März 2020 bei einer Pflegefamilie. Derzeit finden alle zwei Wochen Besuche 
statt (vgl. pag. 2548 und pag. 2568 Z. 33 ff.). 

Wie bereits an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte auch 
an der Berufungsverhandlung an, keine Drogen mehr zu konsumieren. Auch verfügt 
er weiterhin über einen – abgesehen vom vorliegenden hängigen Strafverfahren – 
leeren Strafregisterauszug (pag. 2551). 

All diese Elemente wirken sich weder straferhöhend noch -reduzierend aus, sondern 
werden neutral gewertet.

In Bezug auf das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Strafverfahren 
hat die Vorinstanz zu Recht positiv gewürdigt, dass der Beschuldigte nach anfängli-
chem Zögern geständig war und insbesondere in Bezug auf die in Bitcoins umge-
tauschten Geldbeträge weitergehende Aussagen zu seinen Tatbeiträgen machte, als 
ihm ohne seine Aussagen hätte nachgewiesen werden können. Der Beschuldigte 
zeigt sich zudem reuig. 

Eine besondere Strafempfindlichkeit liegt nicht vor, insbesondere auch, weil der 
Sohn des Beschuldigten nicht bei ihm, sondern bei einer Pflegefamilie lebt. 

Bei den Täterkomponenten haben somit einzig das Geständnis und die Reue einen 
Einfluss auf das Strafhöhe; beides wirkt sich strafmindernd aus. Die Vorinstanz re-
duzierte aufgrund dessen die Strafe um gut 14 Monate (rund 30%). Die Kammer 
erachtet eine Reduktion der von ihr ermittelten Strafe von 79 Monaten Freiheitsstrafe 
um rund  20% als angemessen. Dies insbesondere deshalb, weil der Beschuldigte 
in seinen ersten beiden Einvernahmen kaum sachdienlichen Angaben machte, je-

21

denfalls in Bezug auf die Widerhandlungen gegen das BetmG. Entsprechende Aus-
führungen machte er erst, nachdem ihm die erdrückende Beweislast bewusst ge-
macht worden war. Der Geständnisrabatt kann somit nicht ganz so hoch ausfallen. 
Insgesamt resultiert damit eine Strafe von rund 63 Monaten Freiheitsstrafe.

17. Fazit Gesamtstrafe

Im Ergebnis erscheint der Kammer somit als Gesamtstrafe eine Freiheitsstrafe von 
63 Monaten als angemessen. Da die Vorinstanz als Kollegialgericht mit lediglich zwei 
Laienrichtern geurteilt hat, darf die Strafe allerdings nicht über fünf Jahre Freiheits-
strafe hinausgehen. In der Folge ist die Strafe auf dieses Höchstmass zu begrenzen: 
Der Beschuldigte wird zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten resp. fünf Jahren ver-
urteilt. 

18. Vollzugsart sowie Anrechnung Polizei- und Untersuchungshaft

Bei einer Gesamtstrafe von 60 Monaten bzw. 5 Jahren Freiheitsstrafe ist kein be-
dingter oder teilbedingter Vollzug möglich (vgl. Art. 43 StGB). Die Freiheitsstrafe von 
5 Jahren ist demnach unbedingt zu vollziehen. 

Der Beschuldigte befand sich vom 29. Oktober 2019 - 27. Januar 2020, mithin 
während 91 Tagen, in Polizei- bzw. Untersuchungshaft. Diese 91 Tage sind vollum-
fänglich auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

IV. Landesverweisung

19. Rechtliche Grundlagen

Gestützt auf Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB verweist das Gericht einen Ausländer für 
5 bis 15 Jahre aus der Schweiz, wenn er wegen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG verurteilt wird. Nach Art. 66a Abs. 2 
StGB (sogenannte Härtefallklausel) kann das Gericht ausnahmsweise von einer 
Landesverweisung absehen, wenn (erste kumulative Bedingung) diese für den Aus-
länder einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (zweite kumula-
tive Bedingung) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber 
den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwie-
gen. Diese «Härtefallklausel» dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprin-
zips (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
[BV; SR 101]) und ist restriktiv anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 und 144 IV 
332 E. 3; je mit Hinweisen). 

Zur kriteriengeleiteten Prüfung des Härtefalls lässt sich der Kriterienkatalog der Be-
stimmung über den «schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 der 
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) 
heranziehen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind na-
mentlich der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, einschliesslich 
familiärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz resp. in der Heimat, die Aufent-
haltsdauer, der Gesundheitszustand und die Resozialisierungschancen (BGE 144 IV 
332 E. 3.3.2). Dabei ist nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine 

22

Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen. Erforderlich sind besonders intensive, 
über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder 
gesellschaftlicher Natur (Urteil des Bundesgerichts 6B_890/2023 vom 29. Januar 
2024 E. 2.2.3).

Von einem schweren persönlichen Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB ist namentlich 
bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des Ausländers 
auf das in Art. 13 BV und Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) verankerte Recht auf Achtung des Privat- 
und Familienlebens auszugehen. Das verfassungs- und konventionsrechtlich ge-
schützte Recht auf Achtung des Familienlebens ist berührt, wenn eine staatliche Ent-
fernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte fami-
liäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person be-
einträchtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres möglich resp. zumutbar wäre, ihr 
Familienleben andernorts zu pflegen. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster 
Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen 
Kindern (BGE 144 I 266 E. 3.3; BGE 144 II 1 E. 6.1; je mit Hinweisen). In den Schutz-
bereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch andere familiäre Verhältnisse, sofern eine 
genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise für sol-
che Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine 
finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte oder 
die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1144/2021 vom 24. April 2023 E. 1.2.3). Soweit nicht besondere Umstände 
vorliegen, können sich Konkubinatspaare nicht auf Art. 8 EMRK berufen; vorausge-
setzt ist eine echte und eheähnliche Gemeinschaft (Urteil des Bundesgerichts 
6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.3). 

Wird ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht, entscheidet sich die Sachfrage in 
einer Interessenabwägung nach Massgabe der öffentlichen Interessen an der Lan-
desverweisung. Nach der gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Landesver-
weisung anzuordnen, wenn die Katalogtat einen Schweregrad erreicht, bei dem die 
Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwendig erscheint. Diese 
Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend 
auf die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin 
manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und auf die 
Legalprognose abgestellt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_1144/2021 vom 24. 
April 2023 E. 1.2.5 mit Hinweisen). Berührt die Landesverweisung Gewährleistungen 
von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, sind die Voraussetzungen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK, insbe-
sondere die Verhältnismässigkeit der Massnahme, zu prüfen (BGE 146 IV 105 E. 
4.2 mit Hinweis).

Nach dem EGMR sind bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 EMRK 
insbesondere Art sowie Schwere der Straftat, die Dauer des Aufenthalts im Aufnah-
mestaat, die seit der Tat verstrichene Zeit sowie das Verhalten des Betroffenen in 
dieser Zeit und der Umfang der sozialen, kulturellen und familiären Bindungen im 
Aufnahme- sowie im Heimatstaat zu berücksichtigen (Urteil des EGMR M.M. gegen 
die Schweiz vom 8. Dezember 2020, Nr. 59006/18, §§49; Urteile des Bundesgerichts 

23

6B_1144/2021 vom 24. April 2023 E. 1.2.5 und 6B_255/2021 vom 3. Oktober 2022 
E. 1.3.5, je mit Hinweisen).

Sind Kinder involviert, ist bei der Interessenabwägung als wesentliches Element zu-
dem den Kindesinteressen und dem Kindeswohl Rechnung zu tragen (BGE 143 I 21 
E. 5.5.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_1114/2022 vom 11. Januar 2023 E. 5 und 
6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 3.3.2; je mit Hinweisen). In Bezug auf die 
Kinder des von der Landesverweisung betroffenen Elternteils berücksichtigt die 
Rechtsprechung insbesondere, ob die Eltern des Kindes zusammenleben und ein 
gemeinsames Sorge- und Obhutsrecht haben, oder ob der von der Landesverwei-
sung betroffene Elternteil das alleinige Sorge- und Obhutsrecht hat bzw. ob er gar 
nicht sorge- und obhutsberechtigt ist und seine Kontakte zum Kind daher nur im Rah-
men eines Besuchsrechts pflegt (Urteil 6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 
E. 3.3.2).

Was die Bemessung der Dauer der Landesverweisung anbelangt, steht dem Gericht 
grundsätzlich ein weites Ermessen zu. Zu beachten ist insbesondere der Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit, wobei namentlich die privaten Interessen des zu einer Lan-
desverweisung Verurteilten mit dem je nach Art der begangenen Rechtsgutverlet-
zung unterschiedlich starken öffentlichen Entfernungs- und Fernhalteinteresse mit-
einander in Einklang zu bringen sind. Weiter ist die Dauer der ausgesprochenen Lan-
desverweisung wegen ihres Strafcharakters auch unter Berücksichtigung des Ver-
schuldens des Täters zu bemessen. Zu beachten ist schliesslich auch, welche Ge-
fahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vom Täter ausgeht (vgl. BSK StGB-
ZURBRÜGG/HRUSCHKA, N 27 ff. zu Art. 66a StGB).

20. Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, aufgrund des Schuldspruches wegen qua-
lifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz seien die Vorausset-
zungen zur Verhängung einer Landesverweisung grundsätzlich gegeben. Beim Be-
schuldigten lägen zudem keine zwingenden völkerrechtlichen Bestimmungen vor, 
die gegen eine Landesverweisung sprächen (S. 60 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 2455 f.). Der Beschuldigte habe die prägende Zeit der Adoleszenz 
in der Schweiz verbracht und lebe mittlerweile 19 Jahre in der Schweiz, somit mehr 
als sein halbes Leben. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich mittlerweile in der 
Schweiz, jedoch habe der Beschuldigte die ersten 13 Lebensjahre in Thailand ver-
bracht. Die Aufenthaltsdauer des Beschuldigten sprach nach Ansicht der Vorinstanz 
nicht grundsätzlich für die Annahme eines Härtefalls (S. 62 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 2457). 

Der Beschuldigte habe erstmals nach 14-jähriger Aufenthaltsdauer in der Schweiz 
qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen. Vorher 
sei er nicht strafrechtlich aufgefallen. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungs-
haft sei er ebenfalls nicht mehr strafrechtlich aufgefallen. Der Beschuldigte lebe mit 
seiner Mutter und seinen Brüdern zusammen, soweit er nicht als Wochenaufenthal-
ter in AL.________ (Ortschaft) lebe. Der Beschuldigte habe eine besondere Bindung 
zu seinem am 28. September 2015 geborenen Sohn S.________, der allerdings bei 
einer Pflegefamilie wohne, weshalb der Beschuldigte lediglich an einzelnen Wochen-

24

enden und in den Ferien persönlichen Kontakt mit seinem Sohn haben könne. Kin-
derzulagen oder Unterhaltszahlungen habe der Beschuldigte bis anhin noch nicht für 
seinen Sohn bezahlt (S. 64 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2458). Die 
Vorinstanz ging davon aus, dass der Sohn des Beschuldigten die Schweiz bei Ver-
hängung einer Landesverweisung über den Beschuldigten nicht verlassen müsse, 
da dieser im Besitze einer Härtefallbewilligung sei und bei einer Ausweisung nach 
Thailand in seinem Kindswohl massiv gefährdet wäre (mangelnde Sprachkennt-
nisse, fehlende vertraute Umgebung, mangelnde Erziehungskompetenz des Vaters, 
bisher keine Kulturvermittlung). Eine weite räumliche Trennung zwischen Vater und 
Sohn bedeute zweifellos eine Härte. Trotzdem komme die Landesverweisung des 
Beschuldigten vorliegend insgesamt noch keinem persönlichen Härtefall im Sinne 
des Gesetzes gleich. Der Beschuldigte sei für S.________ zwar sehr wichtig, da die-
ser keinen Kontakt mit seiner leiblichen Mutter habe, jedoch lebe der Beschuldigte 
nicht mit S.________ zusammen und habe «nur» ein Besuchsrecht. Die Beiständin 
begründe einer Gefährdung von S.________ bei einer Landesverweisung haupt-
sächlich damit, dass S.________ dann ebenfalls die Schweiz verlassen müsste, was 
aber gar nicht der Fall sei. Die Vorinstanz erwog weiter, dass der Vater und weitere 
Familienangehörige des Beschuldigten noch in Thailand wohnten. Aus der familiären 
Situation lasse sich somit ebenfalls keinen Härtefall ableiten (S. 64 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 2459 f.). 

Die berufliche Integration des Beschuldigten sei in der Schweiz noch nicht wirklich 
geglückt. Dass dieser aktuell nicht auf sozialhilferechtliche Unterstützung angewie-
sen sei, liege wohl daran, dass er nach wie vor bei seiner Mutter lebe. Der Beschul-
digte habe offene Verlustscheine. Die Einkommenssituation in Thailand werde wohl 
schlechter als in der Schweiz sein, jedoch sei es dem Beschuldigten möglich, auch 
in Thailand als Koch zu arbeiten, da er gesund sei und die Landessprache spreche. 
Mit Blick auf die Arbeits- und Ausbildungssituation sei somit auch kein Härtefall an-
zunehmen (S. 65 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2460). 

Der Beschuldigte sei nur oberflächlich sozial, kulturell und persönlich in der Schweiz 
verwurzelt. Mit seinem Heimatland sei der Beschuldigte weiterhin verbunden und 
seine Resozialisierungschancen in Thailand seien nicht unmöglich. Zudem liege 
keine überaus positive Persönlichkeitsentwicklung vor, die durch eine Landesverwei-
sung zunichte gemacht würde (S. 66 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 
2461).

Die Vorinstanz verneinte demzufolge das Vorliegen eines Härtefalles. Selbst bei An-
nahme eines Härtefalles seien die privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz 
weniger hoch zu gewichten als die öffentlichen Interessen am Vollzug der Landes-
verweisung aufgrund der Art und Schwere der von ihm begangenen Drogendelikte 
und des damit einhergehenden Strafmasses (S. 67 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 2462).

Ausgehend von strafzumessungsrelevanten oberen leichten bis untersten mittleren 
Verschuldensbereich, von welchem die Vorinstanz ausging, und unter Beachtung 
des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes, sprach die Vorinstanz eine Landesverwei-
sung für die Dauer von fünf Jahren aus. Dabei berücksichtigte sie auch, dass der 
Drogenkonsum für die Straffälligkeit ausschlaggebend gewesen sei und dass der 

25

Beschuldigte wegen seines Sohnes ein grosses Interesse an einer Rückkehr in die 
Schweiz habe (S. 68 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2463). 

21. Vorbringen des Beschuldigten

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Verteidigung des Be-
schuldigten aus, dieser lebe seit Oktober 2004 in der Schweiz. Der heute 33-Jährige 
habe somit fast 2/3 seines Lebens in der Schweiz verbracht, insbesondere die prä-
gende Zeit der Adoleszenz. Zu Thailand habe er gar keinen Bezug mehr. Er sei vor 
9 Jahren zuletzt dort gewesen und habe auch keinen Kontakt zu seinem dort leben-
den Vater mehr. Allein die Drogensucht habe den Beschuldigten in die Delinquenz 
getrieben; vorher und nachher habe er nie delinquiert. Er habe lediglich untergeord-
nete Arbeiten mit grossem Entdeckungsrisiko ausgeführt. Zudem habe er keinen Ge-
winn generiert, sondern mit den Straftaten lediglich seine Sucht finanziert. Seit er 
aus der Haft entlassen worden sei, sei er auf gutem Weg und habe sich unter Beweis 
gestellt. Er sei seit vier Jahren in einer Beziehung. In AH.________(Ortschaft) habe 
er eine kindsgerechte Wohnung gehabt. Zwischenzeitlich sei er auch in der Lage 
gewesen, seinen Lebensunterhalt sicherzustellen. Die letzte Stelle in einem Restau-
rant habe er aufgegeben, weil er ausgenutzt worden sei und Unmengen von Über-
stunden habe leisten müssen, was Besuche mit S.________ oft verunmöglicht habe. 
Dies sei nicht weiter zumutbar gewesen, zumal seine Arbeitgeberin trotz Ge-
sprächen nicht bereit gewesen sei, ihm mehr frei zu geben. Die Jobsuche des Be-
schuldigten sei aufgrund der Ungewissheit über seinen Aufenthaltsstatus erschwert. 
Bis er eine neue Stelle antrete, werde er von seiner Partnerin unterstützt, welche 
CHF 5’000.00 pro Monat verdiene. Zu Schulden und Sozialhilfebezug sei es auf-
grund der (damaligen) Drogensucht und fehlenden Erwerbstätigkeit gekommen. 
Nach Thailand zurückzukehren, sei grundsätzlich zwar möglich, aber aufgrund der 
schlechten wirtschaftlichen Perspektiven dürfte es dem Beschuldigten kaum gelin-
gen, dort ein Leben aufzubauen. Er verfüge in Thailand über kein soziales Umfeld, 
das ihm unter Arme greifen könnte. 

Insbesondere aber würde die Landesverweisung einen massiven Eingriff in die ge-
lebte Familienbeziehung in Bezug auf S.________ und damit die Kernfamilie des 
Beschuldigten bedeuten. Die Beiständin habe in ihrem Bericht vom 13. April 2024 
geschrieben, basierend auf der Entwicklung der letzten Jahre sei es wahrscheinlich, 
dass die Besuche in naher Zukunft kontinuierlich zunehmen würden. Zudem werde 
aufgrund des positiven Verlaufs in Erwägung gezogen, per März 2025 die Aufhebung 
des Entzugs der elterlichen Sorge zu beantragen. Die Bindung zu seinem Vater sei 
für S.________ von unschätzbarem Wert. Eine Trennung vom Vater aufgrund einer 
möglichen Landesverweisung hätte klar negative Auswirkungen. Der abrupte Bruch 
könnte bei S.________ bleibende Entwicklungsschäden verursachen. Die Verteidi-
gerin führte weiter aus, dem Beschuldigten und der Kindsmutter sei die elterliche 
Sorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht betreffend S.________ entzogen wor-
den. Die Kindsmutter lebe in Deutschland und sei psychisch krank. Sie habe nur 
selten persönlichen Kontakt mit S.________ und sei auch selbst der Einsicht, nicht 
für ihren Sohn sorgen zu können. Der Beschuldigte und S.________ hätten eine 
innige Vater-Sohn-Beziehung und der Beschuldigte bemühe sich weiterhin darum, 
seine Lebensumstände für seinen Sohn anzupassen. Er sei lernfähig und -willig so-

26

wie kooperativ. Dass der Wiederaufbau des Besuchsrechts nach seiner Haftentlas-
sung eine gewisse Zeit in Anspruch genommen habe und auch im Hinblick auf die 
heutige Verhandlung vorangetrieben worden sei, sei zutreffend. Dies aber schlicht 
deshalb, weil dies dem Kindeswohl entspreche. Bei einer Landesverweisung des Be-
schuldigten gebe es zwei Varianten, wie es mit S.________ weitergehe: Erstens, er 
bleibe bei seiner Pflegefamilie in AM.________ (Ortschaft). Damit würde er aber sei-
nen einzigen leiblichen Elternteil, zu welchem er aktiven Kontakt pflege, verlieren. 
Regelmässige Besuche wären aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum möglich. 
S.________ besuche nun die 1. Klasse. Sein Vater würde seine prägenden Kinder- 
und Jugendjahre somit nicht miterleben. Ob S.________ nach einer mehrjährigen 
Trennung nochmals Kontakt zu seinem Vater haben werden wolle, sei fraglich. Zu-
dem sei fraglich, ob der Beschuldigte danach überhaupt wieder in die Schweiz ein-
reisen könne. Diese Variante werde also zu einem dauerhaften Kontaktabbruch 
führen. Die zweite Variante wäre, dass S.________ zusammen mit seinem Vater 
nach Thailand ginge – ein Land, das er nicht kenne. Er sei noch nie dort gewesen 
und spreche kein Thailändisch. Zudem wäre er dort ohne weitere Unterstützung und 
Kontrolle von aussen seinem Vater überlassen. Inwiefern es dem Beschuldigten ge-
lingen würde, dort eine Existenz aufzubauen und gleichzeitig neu die elterliche Sorge 
für S.________ zu übernehmen, sei sehr fraglich. Auch bei dieser Variante müsse 
wohl von einer akuten Kindswohlgefährdung ausgegangen werden. Im Übrigen 
pflege der Beschuldigte auch mit weiteren Familienmitgliedern engen Kontakt in der 
Schweiz (Partnerin, Mutter und Brüder). Somit liege ein persönlicher Härtefall vor. 

Ausserdem überwögen die persönlichen Interessen des Beschuldigten am Verbleib 
in der Schweiz die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung. Der Beschul-
digte habe sich geändert; er lebe drogenfrei und habe sich seit 5 Jahren nichts zu-
schulden kommen lassen. Es sei somit keine Landesverweisung nötig, um den Be-
schuldigten von weiteren Straftaten abzuhalten.

Zum Argument des Kontaktabbruchs zu S.________, wenn der Beschuldigte ins Ge-
fängnis komme, sei festzuhalten, dass der Kontakt dann zwar nicht mehr gleicher-
massen wie jetzt stattfinden könne, dass aber auch im Gefängnis regelmässige Be-
suche und Telefonate möglich seien und es daher nicht zu einem persönlichen Kon-
taktabbruch komme.

22. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft
Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 14. Mai 2024 hielt die Generalstaatsan-
waltschaft im Zusammenhang mit der Prüfung des schweren persönlichen Härtefalls 
fest, der Beschuldigte habe letztes Jahr noch gearbeitet, seit Ende März 2024 sei er 
jedoch wieder arbeitslos. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft habe er 
weitere Schulden generiert, zudem habe er während mehrerer Jahre Sozialhilfe be-
zogen. Somit liege keine gelungene wirtschaftliche Integration vor. Nach all den Jah-
ren in der Schweiz verstehe er zwar etwas Deutsch, könne es aber kaum sprechen. 
Auch die soziale Integration sei ihm schwergefallen. Kontakt pflege er nur zu seiner 
Mutter, seinen Brüdern, seiner Partnerin und seinem Sohn, also ausschliesslich zu 
thailändischen Personen. Ausser zur Pflegefamilie und Herrn X.________ von 
Y.________ (Fachstelle) habe er kaum Kontakt zu Schweizern. Er sei gemäss eige-
nen Angaben viel zu Hause. Somit seien keine Merkmale einer sichtbaren Integra-

27

tion erkennbar; der Beschuldigte sei sozial, kulturell und persönlich höchstens durch-
schnittlich integriert. 

Zu den Wiedereingliederungsmöglichkeiten in Thailand führte die Generalstaatsan-
waltschaft aus, der Beschuldigte sei gesund, habe Verwandte in Thailand, spreche 
Thailändisch und habe das Land seit dem Wegzug in die Schweiz auch wieder be-
sucht. Es sollte möglich sein, dass er z.B. als Koch dort Fuss fassen könne. 

In Bezug auf den Umstand, dass der Beschuldigte einen heute 9-jährigen (recte: 8-
jährigen) Sohn in der Schweiz habe, habe die Vorinstanz die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung gut wiedergegeben; darauf könne verweisen werden. S.________ 
stehe aktuell unter Vormundschaft und habe seit 2017 nie beim Beschuldigten ge-
lebt. Er lebe in einer Pflegefamilie, wo er grosse Entwicklungsschritte in seiner Em-
pathie und Sozialkompetenz gemacht habe. Seine Pflegeeltern seien verlässliche 
und vertraute Bezugspersonen. Der Beschuldigte habe seinen Sohn nie finanziell 
unterstützt. Die seitens der Beiständin erwähnte finanzielle Stabilität bestehe bereits 
nicht mehr. S.________ habe auch Kontakt zu seiner Mutter. Eine Wohnsitznahme 
von S.________ beim Beschuldigten sei aktuell nicht vorgesehen. Erst im März 2025 
würde allenfalls der Entzug der elterlichen Sorge aufgehoben, dann sei eine zwei-
jährige Beobachtungsphase vorgesehen. Der Beschuldigte sei bezüglich der Kon-
takte mit S.________ teilweise auch als unzuverlässig bezeichnet worden. Es er-
scheine zumutbar, den Kontakt mit dem Sohn während des Landesverweises durch 
technische Kommunikationsmittel aufrechtzuerhalten, auch wenn der Kontakt so ein-
geschränkt sei. Weiter habe eine Landesverweisung des Beschuldigten keine Aus-
wirkung auf das Aufenthaltsrecht des Sohnes. Zu den negativen Folgen für 
S.________, welche die Beiständin in ihrem Bericht erwähne, sei festzuhalten, dass 
der Landesverweisung eine mehrjährige Gefängnisstrafe vorausgehe. In dieser Zeit 
seien Vater und Sohn ohnehin getrennt und der Kontakt auf wenige Besuche und 
Telefonate beschränkt. Eine Verletzung von Art. 8 EMRK liege nicht vor. 

Zusammenfassend sei ein schwerer persönlicher Härtefall zu verneinen, da hierfür 
eine besondere, über das Unvermeidliche hinausgehende Härte gefordert werde.

Ohnehin falle spätestens die Interessenabwägung zu Ungunsten des Beschuldigten 
aus. Das Bundesgericht sei bei qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz besonders rigoros. Ausserdem würden gemäss der sogenannten 
Zweijahresregel ausserordentliche Umstände vorausgesetzt, wie etwa eine beson-
ders intensive Integration. Mit Blick auf die Schwere der Straftaten und das Straf-
mass überwögen vorliegend die öffentlichen Interessen die privaten Interessen des 
Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz.

Gemäss dem SEM stehe dem Vollzug der Landesverweisung nichts entgegen. Die 
Dauer der Landesverweisung orientiere sich auch am Verschulden. Vorliegend sei 
nicht nur das gesetzliche Minimum angebracht; 8 Jahre erschienen angemessen.

23. Erwägungen der Kammer

23.1 Ausländereigenschaft und Vorliegen einer Katalogstraftat

Der Beschuldigter ist thailändischer Staatsangehöriger und damit Drittstaatenan-
gehöriger bzw. Ausländer im Sinne von Art. 66a StGB. Er wird mit vorliegendem 

28

Urteil u.a. wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz schuldig gesprochen, womit eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 Bst. o 
StGB vorliegt. Folglich ist er grundsätzlich des Landes zu verweisen. Zu prüfen 
bleibt, ob aufgrund eines schweren persönlichen Härtefalls i.S.v. Art. 66a Abs. 2 
StGB ausnahmsweise auf die Landesverweisung zu verzichten ist.

23.2 Härtefallprüfung

Nachfolgend gilt es anhand der oben (E. 19) erwähnten Kriterien zu prüfen, ob ein 
schwerer persönlicher Härtefall vorliegt. 

23.2.1 Anwesenheitsdauer in der Schweiz / persönliche und wirtschaftliche Integration

Den Akten lassen sich folgende Informationen zu den Lebensverhältnissen des Be-
schuldigten und seinem Aufenthalt in der Schweiz entnehmen:

Der Beschuldigte wurde am ________ (Datum) 1991 in Thailand geboren und ver-
brachte seine ersten 13 Lebensjahre dort. Nachdem seine Mutter einen Schweizer 
heiratete, kam der Beschuldigte am 1. Oktober 2004 zusammen mit seinem jüngeren 
Bruder im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz. Seine Mutter und seine 
zwei jüngeren Brüder leben aktuell ebenfalls in der Schweiz. Sein Vater hingegen 
lebt nach wie vor in Thailand. Seine prägenden Kindheitsjahre hat der Beschuldigte 
damit in Thailand verbracht, jedoch seine ebenfalls prägende Adoleszensphase in 
der Schweiz. Seine Anwesenheitsdauer in der Schweiz ist mit knapp 20 Jahren als 
lang zu bezeichnen. Er verfügt über eine am 30. September 2020 abgelaufene Auf-
enthaltsbewilligung B (vgl. pag. 2514).

Der Beschuldigte hat, obwohl er die letzten vier Jahre seiner Schulbildung in der 
Schweiz absolviert hat, keine Lehre oder weitere Ausbildungen abgeschlossen. Er 
hat in der Schweiz mit Unterbrüchen an verschiedenen Arbeitsstellen gearbeitet, so 
als Maschinenführer, später als Erdbeerpflücker und schliesslich als Koch. Er war 
zum Teil arbeitslos und wurde in den Jahren 2011 bis 2015 von der Sozialhilfe mit 
total CHF 52’223.65 unterstützt (pag. 2515 und 2554.2). Auch weist er relativ hohe 
Schulden auf (siehe oben, E. 16). Seine letzte Stelle als Koch, die er am 1. Februar 
2023 angetreten hatte, hat er am 22. März 2024 fristlos gekündigt; nach eigenen 
Angaben, weil er zu viel zu tun gehabt habe. Seither ist er wieder arbeitslos und wird 
von seiner Partnerin finanziell unterstützt (vgl. pag. 2527 f., 2567 f., 2571 und 2584). 
Ab dem 1. März 2023 bewohnte er alleine eine 4.5-Zimmerwohnung in 
AH.________(Ortschaft) (vgl. pag. 2523 ff.). Im Mai 2024 zog er zu seiner Partnerin 
nach J.________(Ortschaft) in deren 3-Zimmerwohnung (pag. 2554.3, 2571, 2584).

Der Beschuldigte versteht und spricht einigermassen Deutsch. Die Einvernahmen 
wurden ihm aber trotz seiner langen Anwesenheitsdauer und trotz der Tatsache, 
dass er vier Jahre die Schule in der Schweiz besucht hat, in die thailändische Spra-
che übersetzt. Auch an der oberinstanzlichen Verhandlung war der Beschuldigte auf 
eine Übersetzung angewiesen. Nach knapp 20-jährigem Aufenthalt und mehrjähri-
gem Schulbesuch in der Schweiz dürften fliessende Kenntnisse einer Landesspra-
che als Ausdruck gelungener Integration vorausgesetzt werden. Dies belegt zu-
gleich, dass der Beschuldigte, wie er auch selbst angibt, praktisch «nur» Umgang 
mit Landsleuten aus dem eigenen Kulturkreis pflegt. In Bezug auf die soziale Inte-
gration gab der Beschuldigte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, 

29

er habe die Kontakte zu seinen eigenen Kollegen abgebrochen und habe nun Kon-
takte mit Kollegen seiner Mutter (pag. 2353 Z. 1 ff.). Mit seiner Partnerin, der Lands-
frau W.________, Jahrgang 1975, ist er seit ungefähr 4 Jahren zusammen, wobei 
es möglicherweise zwischenzeitlich zu einer Trennung gekommen ist (vgl. pag. 2595 
und pag. 2570 f.). Wenige Tage vor der Berufungsverhandlung ist er (erneut) zu ihr 
gezogen. Gemäss Leumundsbericht hat er nicht viele Freunde. Er habe viele falsche 
Freunde gehabt und sei heute daher eher vorsichtig. In seiner Freizeit repariere er 
gerne Elektroscooter, game auf Facebook oder besuche mit seiner Partnerin zusam-
men seine Mutter (pag. 2554.2 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung er-
klärte der Beschuldigte, nicht so viel Kontakt mit anderen Leuten zu haben. Meistens 
bliebe er zu Hause mit seiner Partnerin und seinem Kind (pag. 2568 Z. 29 ff.). Die 
Kindsmutter ist ebenfalls Thailänderin und wohnt in Deutschland. S.________ lebt 
nach Aufenthalten im Kinderhaus seit dem 16. März 2020 bei einer Pflegefamilie 
(weitergehend zu S.________ siehe E. 23.2.2 hiernach). Der Beschuldigte hat bis 
anhin keine Unterhaltszahlungen für seinen Sohn bezahlt, da ihm dies finanziell nicht 
möglich war (pag. 2570, vgl. auch pag. 2597).

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die berufliche und wirtschaftliche Situation des 
Beschuldigten nicht als gelungen bezeichnet werden kann. Anders als noch während 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ist er zurzeit wieder arbeitslos; seine unbe-
fristete Stelle als Koch hat er kurz vor der Berufungsverhandlung von einem auf den 
anderen Tag gekündigt. Zudem sind seine vorbestehenden, bereits beträchtlichen 
Schulden in der Zeit zwischen der erst- und oberinstanzlichen Verhandlung weiterhin 
gestiegen. Auch seine Sprachkenntnisse sind trotz der relativ langen Anwesenheit 
in der Schweiz limitiert. Die soziale und persönliche Integration des Beschuldigten in 
der Schweiz ist höchstens als durchschnittlich, wenn nicht gar unterdurchschnittlich 
zu bezeichnen. Soziale Interaktionen hat er primär mit seiner Partnerin und seiner 
Familie, allesamt thailändische Landsleute. 

Zusammenfassend gelangt die Kammer betreffend Integration zur Ansicht, dass ein-
zig die längere Aufenthaltsdauer inkl. Schulbesuch ab der 6. Klasse in der Schweiz 
für den Beschuldigten spricht, wobei wie bereits erwähnt nicht schematisch ab einer 
gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen ist. Die 
weiteren Faktoren sprechen nicht für eine gelungene Integration des Beschuldigten. 
Das Bundesgericht hat zudem mehrfach festgehalten, es müssten besonders inten-
sive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher 
oder gesellschaftlicher Natur vorliegen, um für die Annahme eines schweren persön-
lichen Härtefalls i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB zu sprechen. Diese hohe Hürde erreicht 
der Beschuldigte mit Blick auf die obgenannten Faktoren nicht (zu den familiären 
Verhältnissen siehe sogleich).

23.2.2 Familiäre Verhältnisse

Wie bereits ausgeführt, wohnen die Mutter und die beiden Brüder des Beschuldigten 
in der Schweiz. Sein Vater und weitere Verwandte des Beschuldigten wohnen in 
Thailand. Weiter hat der Beschuldigte eine Partnerin, W.________. Der Beschuldigte 
hat sodann, wie bereits mehrfach erwähnt, einen in der Schweiz lebenden Sohn. Der 
Beschuldigte macht denn auch primär in Bezug auf diesen das Vorliegen eines Här-
tefalls geltend. 

30

Die Aktenlage bezüglich des Sohnes S.________ präsentiert sich folgendermassen:

Aus den edierten Kindesschutzakten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Region H.________ (Ortschaft) (nachfolgend: KESB) geht hervor, dass die Kinds-
mutter und der Beschuldigte als Kindsvater mit der Erziehung des am 28. September 
2015 geborenen S.________ offensichtlich überfordert waren und die damalige 
Wohnung der beiden am 2. August 2017 von der Polizei – welche aufgrund eines 
lauten Streits der Kindseltern herbeigerufen worden war – in einem desolaten Zu-
stand angetroffen wurde (pag. 1 und 9 der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). Der 
Kindsmutter – welche zu diesem Zeitpunkt die alleinige elterliche Sorge innehatte – 
wurde daraufhin das Aufenthaltsbestimmungsrecht über S.________ vorsorglich 
entzogen und S.________ vorsorglich im Chinderhuus AN.________ in 
AO.________ (Ortschaft) platziert (pag. 1 ff. der Kindesschutzakten «Verfügun-
gen»). Mit Entschied vom 4. September 2017 erfolgte eine Umplatzierung ins Haus 
für Mutter und Kind in AP.________ (Ortschaft), wo S.________ fortan zusammen 
mit der Kindsmutter wohnte (pag. 6 ff. der Kindesschutzakten «Verfügungen»). Es 
wurde zuerst angedacht, dass die Kindsmutter zusammen mit S.________ zu ihrer 
Mutter und ihrem Stiefvater nach Deutschland zieht (pag. 99 ff. der Kindesschutzak-
ten «Inhaltliches»). Dies wurde aber nicht umgesetzt, da die Niederlassungserlaub-
nis der Kindsmutter in Deutschland erloschen war und diese sowie S.________ kein 
Bleiberecht in Deutschland hatten, jedoch auch kein Bleiberecht in der Schweiz 
(pag. 123, 133 f., 142 und 154 f. der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). Seitens der 
KESB wurde mit Schreiben vom 16. Mai 2018 darüber nachgedacht, der Kindsmutter 
die elterliche Sorge zu entziehen und diese allenfalls dem Kindsvater, also dem Be-
schuldigten, zuzuteilen, damit S.________ in der Schweiz bleiben könnte (pag. 154 
f. der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). Die zuständige Person im Haus für Mutter 
und Kind erachtete jedoch den Beschuldigten in seinen Abmachungen nicht als zu-
verlässig, dafür eine Rückkehr der Kindsmutter mit S.________ nach Thailand als 
unterstützungswürdig, sofern die dortigen Bedingungen den Bedürfnissen eines Kin-
des entsprächen (pag. 156 der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). Bei der Anhörung 
des Beschuldigten am 6. Juni 2018 vor der KESB gab dieser an, dass er am liebsten 
mit S.________ in der Schweiz bleiben wolle. Wenn dies nicht möglich sei und die 
Kindsmutter mit S.________ nach Thailand ausgeschafft würde, würde er ebenfalls 
nach Thailand ausreisen. Er habe dort eine grosse Familie (pag. 170 f. der Kindes-
schutzakten «Inhaltliches»). Die KESB erwog, dass der Beschuldigte aufgrund der 
Ergebnisse der Abklärung und der Anhörung nicht zu S.________ schauen könne. 
Zudem sei er derzeit arbeitslos und bei allfälligem Sozialhilfebezug bestehe die Ge-
fahr, dass S.________ plötzlich alleine in der Schweiz sei. Aufgrund dessen kam die 
KESB zum Schluss, dass eine Ausreise von S.________ mit seiner Mutter nach 
Thailand die bessere Lösung sei (pag. 169 ff. der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). 
Wegen des ungenügenden Verhaltens der Kindsmutter – sie war den Erziehungs-
aufgaben nicht gewachsen und zeigte eine Verweigerungshaltung, die schliesslich 
ihrerseits zum Abbruch führte – wurde S.________ jedoch per 3. September 2018 
ins Kinderhaus AQ.________ in J.________(Ortschaft) umplatziert (pag. 200 der 
Kindesschutzakten «Inhaltliches» sowie pag. 2592). Die Kindsmutter wohnte hierauf 
kurz beim Beschuldigten in C.________(Ortschaft), wollte aber mit S.________ nach 
Thailand ausreisen. Der Beschuldigte erschien am 19. September 2018 am Schalter 

31

der KESB und erklärte, dass er dies nicht wolle; vielmehr wolle er die alleinige elter-
liche Sorge für S.________ beantragen (pag. 215 f. der Kindesschutzakten «Inhalt-
liches»). Der Beschuldigte besuchte in der Folge S.________ regelmässig im Kin-
derhaus AQ.________ und S.________ verbrachte auch Wochenenden bei ihm 
(pag. 212, 217, 234, 237 f., 246, 254 ff. der Kindesschutzakten «Inhaltliches»). Die 
Kindsmutter reiste im Oktober 2018 (illegal) nach Deutschland aus, wo sie auf die 
Reisepapiere wartete, um mit S.________ nach Thailand auszureisen. Ihre psychi-
sche Situation verschlechterte sich jedoch Ende November 2018, sodass sie nicht 
reisefähig war und auch nicht in der Lage gewesen wäre, zu S.________ zu 
schauen. Von einer Ausreise von S.________ nach Thailand zusammen mit der 
Kindsmutter wurde deshalb abgesehen (pag. 239 ff. der Kindesschutzakten «Inhalt-
liches»). Mit Entscheid vom 23. Mai 2019 wurde auch der Kindsmutter die elterliche 
Sorge über S.________ entzogen, die vorsorglich angeordnete Platzierung von 
S.________ im Kinderhaus AQ.________ bestätigt und es wurde eine Vormund-
schaft über ihn errichtet. Dies auch nach Prüfung, ob die elterliche Sorge dem Kinds-
vater zugeteilt werden könnte, was derzeit verneint wurde (pag. 29 ff. der Kindes-
schutzakten «Verfügungen»). Der Beschuldigte hatte in der Folge regelmässigen 
Kontakt zu S.________; es gelang ihm aber nicht, eine erzieherische Rolle einzu-
nehmen. Er wurde ab September 2019 durch eine sozialpädagogische Familienbe-
gleitung begleitet, um ihn in seiner Erziehungskompetenz zu stärken. Es zeigte sich 
aber, dass die Erziehungskompetenz des Beschuldigten sehr begrenzt sind. Auch 
der Haushalt des damals wieder bei seiner Mutter wohnenden Beschuldigten war in 
einem desaströsen und unhygienischen Zustand, wie eine Hausdurchsuchung im 
Rahmen der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten vom 29. Oktober 2019 
zeigte. Die Rückplatzierung von S.________ zum Vater konnte daher nicht realisiert 
werden. Nach der dreimonatigen Untersuchungshaft zeigte sich eine Verbesserung 
des Verhaltens des Beschuldigten und die Wohnung wurde als kindsgerecht und 
sauber befunden. Dem Kindsvater wurde durch die Vormundin von S.________ at-
testiert, dass er sich bemühe, seine Erziehungsaufgaben gut zu machen, jedoch auf-
grund seiner eigenen Lernbiografie und Kognition an seine Grenzen zu stossen (pag. 
1870 und 1792 ff. sowie fürsorgerischer Informationsbericht inkl. Fotodokumentation; 
unpaginierte Kindesschutzakten «Inhaltliches»).

Seit dem 16. März 2020 wohnt S.________ bei einer Pflegefamilie in 
AM.________(Ortschaft). Dem Bericht seiner damaligen Vormundin vom 16. Sep-
tember 2021 lässt sich entnehmen, dass seine Pflegeeltern für ihn über die Jahre 
verlässliche und vertraute Bezugspersonen geworden seien, bei denen er sich ge-
borgen fühle. Die Pflegefamilie habe zwei eigene Kinder (geb. 2013 und 2015), die 
für S.________ wie Brüder seien. In Anbetracht dessen, dass S.________ bereits 
zum fünften Mal in seinem noch jungen Leben die Betreuungs- und Bezugspersonen 
habe wechseln müssen, sei dies umso erfreulicher. Bereits im Kinderheim 
AQ.________ habe sich eine Entwicklungsverzögerung von 1½ - 2 Jahren gezeigt 
(Sprachverzögerung, Spielverhalten, motorische Fertigkeiten). Aufgrund dessen sei 
der Kindergartenstart um ein Jahr hinausgezögert worden. Den Pflegeeltern sei es 
jedoch mit der Unterstützung von Logopädie und Frühförderung gelungen, den Ent-
wicklungsrückstand innert eines Jahres aufzuholen. Der Beschuldigte sei für 
S.________ nebst der Pflegefamilie dessen wichtigste Bezugsperson und es be-

32

stehe eine gelebte und gegenseitige intensive Bindung. Der Beschuldigte sei 
bemüht, seine Erziehungsaufgaben gut zu machen, stosse jedoch aufgrund seiner 
eigenen Lernbiografie und Kognition an Grenzen. Zwischen ihm und der Pflegefami-
lie bestehe eine gute, einvernehmliche Stimmung (zum Ganzen pag. 1869 ff.). Die 
Vormundin hielt zudem fest, eine Wegweisung des Beschuldigten aus der Schweiz 
würde eine massive Kindswohlgefährdung darstellen, da dies auch den Wegzug von 
S.________ bedeuten würde. Dieser würde dadurch aus seinem vertrauten Umfeld 
gerissen und durch die erneuten Beziehungsabbrüche retraumatisiert. Zudem habe 
der Beschuldigte unzureichende Erziehungskompetenzen, und Thailand wäre mit ei-
ner fremden Sprache und fremden Kultur verbunden (pag. 1871). 

Das Amt der damaligen Vormundin, Z.________, endete per 31. März 2023 von Ge-
setzes wegen, weshalb per 1. April 2023 U.________ als neue Vormundin für 
S.________ ernannt wurde (Entscheid der KESB vom 16. Januar 2023; unpaginierte 
Kindesschutzakten «Verfügungen»). In ihrem Rechenschaftsschlussbericht vom 
28. April 2023 schildert Z.________, der Beschuldigte habe über lange Zeit einen 
regelmässigen Kontakt zu seinem Sohn gepflegt. Er habe jedes zweite Wochenende 
und den Mittwochnachmittag mit ihm verbracht. S.________ habe auch in 
J.________(Ortschaft) übernachtet, wo der Beschuldigte mit seiner Partnerin, 
W.________, zusammengelebt habe. Das Paar habe sich anfangs 2022 getrennt, 
als ausgekommen sein, dass W.________ noch eine Beziehung zu einem anderen 
Mann pflege, der auch für den Mietzins ihrer Wohnung aufgekommen sei. Der Be-
schuldigte habe eine Krise durchlebt und sich auch nicht mehr bei S.________ ge-
meldet. Er sei zu einer Kollegin nach D.________(Ortschaft) gezogen. Aufgrund der 
diffusen Wohnsituationen seien die Übernachtungen von S.________ beim Kinds-
vater eingestellt worden. Während des gesamten Jahres seien die Besuche des 
Kindsvaters zum ersten Mal in den letzten drei Jahren unzuverlässig geblieben. Er 
habe eine Arbeit im Gastgewerbe aufgenommen und vermehrt sowohl die Arbeits-
stelle wie auch den Wohnort gewechselt. Diese Wechsel habe er der Vormundin 
nicht kommuniziert; auch sei er phasenweise für sie nicht erreichbar gewesen. Auf-
grund seiner langen Arbeitszeiten im Gastgewerbe in E.________ (Ortschaft) und 
der belasteten Situation des Beschuldigten seien begleitete Besuchssonntage in 
H.________ (Ortschaft) aufgegleist worden. Der Beschuldigte habe dieses Angebot 
schlussendlich jedoch nie genutzt. Um die Besuche verlässlicher zu machen und 
aufgrund der wohl prekären finanziellen Situation des Beschuldigten hätten die Pfle-
geeltern ihm fortan Geld für die gemeinsame Zeit mit S.________ mitgegeben, wor-
aufhin wieder vermehrt Besuche stattgefunden hätten. Der Beschuldigte sei vor den 
Besuchen jeweils von der Pflegemutter via WhatsApp daran erinnert worden, und 
S.________ habe jeweils erst am Morgen vom Vaterbesuch erfahren, um nicht un-
nötig enttäuscht zu werden. Der Beschuldigte habe sich anfangs 2022 auch mit sei-
ner Mutter verstritten; S.________ habe seine Grossmutter in der Folge längere Zeit 
nicht mehr gesehen. Seit März 2023 arbeite der Beschuldigte als Koch in 
AH.________(Ortschaft), wo er in einer 4-Zimmer-Wohnung wohne. S.________ 
habe vom 21.-23. April 2023 das erste Mal ein Wochenende bei ihm verbringen dür-
fen. Die Kindsmutter wohne nach wie vor mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in 
Deutschland. Sie sei psychisch krank und einsichtig, dass sie nicht in der Lage wäre, 
für S.________ zu sorgen. Es fänden Kontakte via wöchentliche Video-Anrufe sowie 

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dreimal jährlich begleitete, persönliche Kontakte statt (zum Ganzen pag. 2592 ff.). 
X.________, der S.________ und seine Familien begleitet, schildert in seinem Zwi-
schenbericht vom 30. März 2023 sehr Ähnliches, insbesondere zur zwischenzeitli-
chen Unzuverlässigkeit des Beschuldigten. Zudem hält er fest, dass die Anzahl der 
geplanten Besuche erhöht worden sei, um dem Beschuldigten zu ermöglichen, sei-
nen Sohn häufiger zu sehen, in der Hoffnung, dass sich dies positiv auf den «Aus-
schaffungsentscheid» auswirken könne (pag. 2586 ff.). 

Aus dem Bericht der neuen Vormundin von S.________ vom 17. April 2024 geht 
hervor, dass der mittlerweile 8-jährige S.________ im Sommer 2023 in die erste 
Klasse habe eingeschult werden können. Zudem habe die Pflegefamilie Ende 2023 
ein weiteres Pflegekind aufgenommen, für welches S.____