# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb26ff04-73c3-56dd-84e3-fa94ac58e185
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.03.2017 810 16 360
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-360_2017-03-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 29. März 2017 (810 16 360) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB / Errichtung Beistandschaft / gesundheitliche Prob-

leme / Schulabsentismus 

 

 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl,  
Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti 
 
 

Beteiligte A.A.____, Beschwerdeführerin, 
 
B.A.____ und C.A.____, Beschwerdeführer,  
 
alle vertreten durch Niggi Dressler, Advokat  
 
 

 gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB, Errichtung einer Erziehungsbei-

standschaft, Ernennung einer Mandatsperson, Aufhebung der Kinds-
vertretung  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
7. November 2016) 

 
 
 

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A. A.A.____, geboren am XX.XX.2001, ist die Tochter von B.A.____ und C.A.____. Mit 
Schreiben vom 25. März 2015 reichte die Schulleitung der Sekundarschule C.____ eine Ge-
fährdungsmeldung betreffend A.A.____ bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
B.____ (KESB) ein, da die Jugendliche ihrer Schulpflicht nicht nachkomme. Sie habe im 1. Se-
mester 60 Tage gefehlt und im 2. Semester sei sie noch gar nicht im Unterricht erschienen. 
A.A.____ habe verschiedene medizinische Probleme und die Absenzen seien jeweils mit Arzt-
zeugnissen oder von den Kindseltern entschuldigt worden. Die KESB beauftragte die Sozialen 
Dienste C.____ mit der Abklärung, ob eine Gefährdung des Kindeswohls vorliege und Kindes-
schutzmassnahmen notwendig seien. Im Bericht vom 12. Juni 2015 empfahl die abklärende 
Sozialarbeiterin eine Abklärung bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Basel-Landschaft (KJP) 
über die gesundheitliche und soziale Gesamtsituation und die schulische Entwicklung der Ju-
gendlichen. Zudem sei eine Beistandschaft zu errichten. Mit Schreiben vom 18. Juni 2015 teilte 
der Rechtsvertreter des Kindsvaters, Niggi Dressler, Advokat, mit, dass seine Mandantschaft 
weder mit einer Begutachtung noch mit einer Beistandschaft einverstanden sei.  
 
In der Folge reichte der Kindsvater weitere Arztzeugnisse bzw. Arztberichte ein. Am 24. No-
vember 2015 ging bei der KESB erneut eine Gefährdungsmeldung der Schulleitung der Sekun-
darschule C.____ ein. A.A.____ sei weiterhin dem Unterricht ferngeblieben. Die KESB zog die 
Kinderschutzgruppe des Spitals D.____ mit der Bitte um eine Einschätzung der Kindeswohlge-
fährdung bei. Nach der Sitzung der Kinderschutzgruppe des Spitals D.____ vom 10. Februar 
2016, an der fünf Mitglieder der Kinderschutzgruppe, vier behandelnde Ärzte von A.A.____ und 
ein Mitglied der KESB teilgenommen hatten, reichte diese einen Bericht vom 17. Februar 2016 
mit ihrer Einschätzung bei der KESB ein. Bei A.A.____ würden sich multiple Probleme zeigen, 
welche sich bislang nur teilweise durch somatische Ursachen erklären liessen. Zudem bestehe 
die Gefahr, dass sie den Anschluss an die Schule verpasse. Des Weiteren leide sie unter einer 
massiven Adipositas mit dem Risiko körperlicher Folgeschäden. Das Übergewicht habe trotz 
Intervention bislang nicht nachhaltig reduziert werden können. Die Kinderschutzgruppe des Spi-
tals D.____ empfahl die Errichtung einer Beistandschaft für medizinische Belange und eine sta-
tionäre Abklärung in einer für Psychosomatik spezialisierten Einrichtung mit dem Ziel einer psy-
chiatrischen Abklärung, der Wiedereingliederung in der Schule sowie einer Gewichtsreduktion.  
 
B. Mit Entscheid vom 23. März 2016 ordnete die KESB für A.A.____ eine Kindsvertre-
tung gemäss Art. 314abis des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 
1907 an und setzte Dr. Jonas Schweighauser, Rechtsanwalt, ein. Gegen diesen Entscheid er-
hob A.A.____, vertreten durch Niggi Dressler, am 12. April 2016 Beschwerde beim Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht; Verfah-
rensnummer 810 16 107).  
 
C. Nachdem anlässlich einer Anhörung durch die KESB vom 14. Juni 2016 die Kindsel-
tern und A.A.____ mitteilten, dass es A.A.____ seit der letzten Operation im Mai 2016 wieder 
viel besser gehe und sie nach den Sommerferien wieder zur Schule gehen werde, sistierte die 
KESB das Verfahren betreffend Prüfung von Kindesschutzmassnahmen bis auf Widerruf, längs-
tens jedoch bis zum 31. Dezember 2016. Als Folge davon sistierte das Kantonsgericht seiner-

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seits mit Verfügung vom 24. Juni 2016 das Verfahren betreffend Beschwerde gegen die Einset-
zung eines Kindsvertreters bis zum 31. Dezember 2016.  
 
D. Nachdem nach den Sommerferien der Kindsvater weitere Arztzeugnisse betreffend 
Krankschreibung von A.A.____ eingereicht hatte, hob die KESB mit Entscheid vom 11. Oktober 
2016 die Sistierung des Verfahrens betreffend Prüfung von Kindesschutzmassnahmen auf. Mit 
Schreiben vom 13. Oktober 2016 teilte Dr. Jonas Schweighauser der KESB mit, dass die Wei-
terführung der Kindsvertretung keinen Sinne mehr ergebe, da sich A.A.____ weigere, mit ihm 
zu kommunizieren bzw. ihn zu instruieren. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2016 informierte der 
Rechtsvertreter Niggi Dressler die KESB dahingehend, dass A.A.____ an sehr schmerzhaften 
Komplikationen leide und wohl eine weitere Operation nötig sei. Es würden jedoch nur körperli-
che und keine psychischen Leiden vorliegen. Eine ambulante und erst recht stationäre psychi-
sche Abklärung werde abgelehnt. Gegen die Entlassung des Kindsvertreters sei nichts einzu-
wenden.  
 
E. Mit Entscheid vom 7. November 2016 verfügte die KESB Folgendes: 
 

“1. Die Kindseltern und A.A.____ werden gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, für A.A.____ eine 

stationäre psychosomatische Abklärung sowie eine allfällige Therapie in Anspruch zu nehmen. 

2. Für A.A.____, geb. XX.XX.2001, wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. 

3. Als Beistand wird … ernannt und beauftragt: 

a) Die Eltern in ihrer Sorge um die Tochter A.A.____ mit Rat und Tat zu unterstützen und zu beraten, 

b) Für A.A.____ eine stationäre psychosomatische Abklärung zu organisieren, 

c) Für A.A.____ in Zusammenarbeit mit den Kindseltern sowie den involvierten Fachstellen und -per-

sonen den Wiedereinstieg in die Schule zu organisieren, 

d) Der KESB B.____ Meldung zu erstatten, falls A.A.____ und ihre Eltern die Weisung gemäss Zif-

fer 1 dieses Entscheides nicht einhalten, 

e) Der KESB B.____ Antrag zu stellen, sofern weitere oder andere Massnahmen notwendig werden, 

f) Der KESB B.____ so oft als notwendig, erstmals spätestens per 31.10.2018, ordentlich Bericht zu 

erstatten. 

4. Die Entschädigung für die Führung der Beistandschaft bemisst sich nach dem Tarif der Verordnung 

über die Gebühren zum Zivilrecht. 

5. Die Kindsvertretung gemäss Art. 314abis ZGB für A.A.____ wird aufgehoben. 

6. - 8.  … 

9. Die bei der KESB B.____ aufgelaufenen Kosten betragen CHF 3‘237.50 … Den Kindseltern werden 

die Kosten von CHF 3‘237.50 in Rechnung gestellt. …“ 

 
F. Das Kantonsgerichtspräsidium schrieb in der Folge mit Verfügung vom 21. Novem-
ber 2016 das Verfahren Nr. 810 16 107 betreffend Anordnung der Kindsvertretung als gegen-
standslos ab. 
 
G. Gegen den Entscheid der KESB vom 7. November 2016 erhoben A.A.____, 
B.A.____ und C.A.____, alle vertreten durch Niggi Dressler, mit Eingabe vom 7. Dezember 
2016 beim Kantonsgericht Beschwerde und beantragten, es seien die Ziffern 1 bis 4 und Ziffer 

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9 der Verfügung der KESB vom 7. November 2016 aufzuheben. Es sei eine mündliche Ver-
handlung durchzuführen und der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen; alles 
unter o/e-Kostenfolge. Im Wesentlichen machten die Beschwerdeführer geltend, dass, wie die 
Arztberichte und die verschiedenen Operationen zeigen würden, die Schmerzen von A.A.____ 
nicht psychisch bedingt seien. Demzufolge sei auch keine psychiatrische Abklärung – erst recht 
keine stationäre – notwendig. Diese wäre für A.A.____ nur eine zusätzliche Belastung. Die sta-
tionäre psychiatrische Abklärung wäre nichts anderes als ein fürsorgerischer Freiheitsentzug. 
A.A.____ sei aber weder selbst- noch fremdgefährdend. Das Gewichtsproblem werde unter 
Beizug professioneller Hilfe angegangen, sobald sich A.A.____ wieder normal bewegen könne. 
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, zumindest bis die Ergebnisse 
der Abklärungen im Kantonsspital E.____ vorliegen würden.  
 
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Januar 2017 beantragte die KESB die kostenpflichtige Abwei-
sung der Beschwerde.  
 
H. Mit Verfügung vom 18. Januar 2017 überwies das Kantonsgerichtspräsidium den 
Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer nicht öffentlichen, unter Ausschluss der Par-
teien stattfindenden Urteilsberatung. Die Akten des Verfahrens Nummer 810 16 107 betreffend 
Anordnung der Kindsvertretung wurden beigezogen. Die Beweisanträge der Beschwerdeführer 
auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung, auf Parteibefragung sowie auf Befragung von 
Dr. med. F.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, und von Dr. med. G.____, Allgemeine Innere 
Medizin FMH, als Zeugen bzw. Auskunftspersonen wurden abgewiesen.  
 
Mit Eingabe vom 8. Februar 2017 beantragten die Beschwerdeführer die Sistierung des Verfah-
rens, da sich A.A.____ am 3. Februar 2017 einer weiteren Operation habe unterziehen müssen. 
Die KESB beantragte in ihrer Stellungnahme vom 22. Februar 2017 die Abweisung des Sistie-
rungsgesuchs des Verfahrens im Wesentlichen mit der Begründung, dass A.A.____ den Schul-
unterricht seit August 2014 nicht mehr regelmässig und ab 2015 gar nicht mehr besucht habe, 
was zwangsläufig zu einem enormen Rückstand der Schulbildung und der allgemeinen alters-
gerechten Entwicklung sowie einer sozialen Isolation geführt habe.  
 
Mit präsidialer Verfügung vom 23. Februar 2017 wies das Kantonsgericht das Sistierungsge-
such ab. Mit innert erstreckter Frist eingereichter Stellungnahme teilten die Beschwerdeführer 
dem Kantonsgericht mit, dass die Operation erfolgreich verlaufen sei und A.A.____ noch bis 
Ende April 2017 krankgeschrieben sei. A.A.____ sei durch die mehrfachen Fehldiagnosen der 
Ärzte gefährdet gewesen. A.A.____ sei nicht sozial isoliert. Des Weiteren arbeite sie den Schul-
stoff laufend nach. Letzteres hätten auch die Tests im Sommer beim Schulpsychologischen 
Dienst in H.____ ergeben. Eine Psychiatrisierung wäre eine schwere Belastung für A.A.____, 
die sie nicht verdient habe und entschieden ablehne.  
 
 
 
 
 

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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde 
Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Aufgrund von Art. 440 Abs. 3 ZGB 
fallen aber auch die Entscheide der Kindesschutzbehörde darunter (vgl. DANIEL STECK, in: Gei-
ser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Art. 360 - 456 ZGB und 
Art. 14, 14a SchlT ZGB, Basel 2012, Rz 17 ff. zu Art. 450). Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in 
Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des 
Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist die Abteilung Verfassungs- und Ver-
waltungsrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft für die Beurteilung der vorliegenden An-
gelegenheit zuständig. Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Be-
schwerde legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB in 
Verbindung mit § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.  
 
1.2. Beschwerden sind innert der gesetzlich vorgeschriebenen Frist schriftlich einzu-
reichen. Sie müssen unter anderem ein klar umschriebenes Begehren haben und begründet 
werden (§ 5 Abs. 1 VPO). Die Beschwerdeführer haben in ihrer innert der gesetzlich vorge-
schriebenen Frist eingereichten Beschwerde vom 7. Dezember 2016 beantragt, es sei die Ver-
fügung der KESB vom 7. November 2016 in den Ziffern 1 bis 4 und 9 aufzuheben. Soweit das 
in der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 12. April 2016 gestellte Rechtsbegehren, es 
sei der Entscheid der KESB vom 23. März 2016 aufzuheben, eine Erweiterung der Rechtsbe-
gehren im Vergleich zur Beschwerde vom 7. Dezember 2016 enthalten sollte, was aufgrund der 
Begründung nicht der Fall zu sein scheint, wäre auf diese Erweiterung ohnehin nicht einzutre-
ten. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind demzufolge die Rechtsbegehren gemäss 
der Beschwerde vom 7. Dezember 2016. 
 
1.3 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (lit. a), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemes-
senheit (lit. c) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde somit volle Kognition zu.  
 
2. Zu prüfen ist, ob die Weisung der KESB gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB, die Kindseltern 
und A.A.____ hätten für A.A.____ eine stationäre psychosomatische Abklärung sowie eine all-
fällige Therapie in Anspruch zu nehmen, und die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft 
nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB mit den im angefochtenen Entscheid genannten Aufgaben des 
Beistandes zu Recht erfolgten.  
 
3.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB ist die Kindesschutzbehörde dazu verpflichtet, bei einer 
Gefährdung des Kindeswohls die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Kindes zu ergrei-
fen, wenn die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Die 
Kindesschutzbehörde kann nach Art. 307 Abs. 3 ZGB insbesondere die Eltern oder das Kind 

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ermahnen, ihnen bestimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und 
eine geeignete Person oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist.  
 
3.2. Erfordern es die Verhältnisse, ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind gestützt auf 
Art. 308 Abs. 1 ZGB einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat 
unterstützt. Die Kindesschutzbehörde kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, 
namentlich die Vertretung des Kindes bei der Feststellung der Vaterschaft, bei der Wahrung 
seines Unterhaltsanspruches und anderer Rechte und die Überwachung des persönlichen Ver-
kehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Die Beistandschaft zielt auf aktives, autoritatives und kontinuierli-
ches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des Kindes ab (PETER 
BREITSCHMID, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456 
ZGB, 5. Aufl., Basel 2014, Rz 2 zu Art. 308). Die Erziehungsbeistandschaft soll durch Kontakt 
mit Eltern und Kind erzieherische Missstände abbauen. Dem Beistand stehen dafür Instrumente 
wie Vermittlung, Anleitung oder Weisung gegenüber den Eltern, dem Kind und Dritten zur Ver-
fügung. Das elterliche oder familiäre Umfeld bleibt erhalten, soll aber durch stete persönliche 
Kontakte (insbesondere auch Hausbesuche) beobachtet werden. Der Beistand ist Vertrauens- 
und Ansprechperson aller Betroffenen und soll insbesondere auch zum Kind eine tragfähige 
Beziehung aufbauen (BREITSCHMID, a.a.O., Rz 4 zu Art. 308).  
 
3.3. Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde das Kind den Eltern oder, 
wenn es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen und in angemessener Weise unterzu-
bringen, wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Anders als bei 
den Kindesschutzmassnahmen nach Art. 307 und 308 ZGB wird bei einer Massnahme nach 
Art. 310 Abs. 1 ZGB das elterliche Aufenthaltsbestimmungsrecht aufgehoben (YVO BIDERBOST, 
in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen und Fami-
lienrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, Rz 1 zu Art. 310 ZGB). 
 
3.4.1. Nach Art. 314b Abs. 1ZGB sind die Bestimmungen des Erwachsenenschutzes über die 
fürsorgerische Unterbringung (Art. 426 ff. ZGB und Art. 449 ZGB) sinngemäss anwendbar, 
wenn das Kind in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik unterge-
bracht werden muss. Nach 449 Abs. 1 ZGB weist die Erwachsenenschutzbehörde die betroffe-
ne Person zur Begutachtung in eine geeignete Einrichtung ein, sofern eine psychiatrische Be-
gutachtung unerlässlich ist und nicht ambulant durchgeführt werden kann. Nach Art. 449 Abs. 2 
ZGB sind hierfür die Bestimmungen über das Verfahren bei fürsorgerischer Unterbringung 
sinngemäss anwendbar. Wo lediglich eine vorläufige Unterbringung zum Zweck weiterer Unter-
suchungen – z.B. Erstellung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens – angeordnet wird, kann 
es sich um eine Massnahme nach Art. 307 handeln. Zum Teil wird die Lehrmeinung vertreten, 
dass es sich jedoch – wo nicht lediglich eine ganz kurzfristige Unterbringung von höchstens 
wenigen Stunden und nicht über Nacht für den Untersuchungszweck genügt oder Gefahr im 
Verzug liegt – qualitativ bereits um einen Obhutsentzug nach Art. 310 handelt. Dieser kann ge-
gebenenfalls bereits als vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 445 ZGB oder als stationä-
re Begutachtung im Sinne von Art. 449 angeordnet werden, was letztlich ein Vorgehen nach der 
Ordnung von Art. 310 i.V.m. 314 oder Art. 314b i.V.m. 426 ff gebietet (BREITSCHMID, a.a.O., 
Rz 3 zu Art. 314b ZGB; DANIEL ROSCH/ANDREA HAURI, in: Roch/Fountoulakis/Heck [Hrsg.], 

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Handbuch Kindes- und Erwachsenenschutz, 1. Aufl., Bern 2016, Rz 1042; vgl. auch Urteil des 
Kantonsgerichts St. Gallen vom 8. Juli 2011, in: Die Praxis des Familienrechts 2011 S. 1038).  
 
3.4.2. Es stellt sich somit vorliegend die Frage, ob die Anweisung an die Eltern, für ihre Toch-
ter eine stationäre psychosomatische Abklärung in Anspruch zu nehmen, im Rahmen von 
Art. 307 Abs. 3 ZGB erfolgen durfte oder nicht vielmehr im Rahmen von Art. 310 ZGB unter 
Beachtung der Bestimmungen über die fürsorgerische Unterbringung hätte erfolgen müssen. 
Diese Frage kann jedoch, wie später aufzuzeigen sein wird, offen gelassen werden.  
 
3.5. Im Sinne einer Stufenfolge gilt, dass wo Beratung, Mahnung oder Weisungen i.S. von 
307 Abs. 3 ZGB als mildeste Massnahme nicht ausreichen, entweder eine Beistandschaft an-
zuordnen (Art. 308 f. ZGB), das Aufenthaltsbestimmungsrecht aufzuheben (Art. 310 ZGB) oder 
als ultima ratio die elterliche Sorge zu entziehen ist (Art. 311 ZGB). Massnahmen nach Art. 307 
Abs. 3, Art. 308 f. ZGB und Art. 310 ZGB können kombiniert werden, soweit sie in ihrer Summe 
nicht faktisch den Entzug der elterlichen Sorge bewirken. In der behördlichen Praxis wird die 
Stufenfolge allerdings nicht konsequent gehandhabt (BREITSCHMID, a.a.O., Rz 1 ff. zu Art. 307 
ZGB).  
 
3.6. Die angeordnete Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB stellt eine Kindes-
schutzmassnahme im Sinne von Art. 307 ff. ZGB dar. Die Anordnung einer Beistandschaft hat 
den im Kindesschutz geltenden Grundsätzen zu genügen. Vorausgesetzt ist somit eine Gefähr-
dung der Entwicklung des Kindes (BGE 108 II 372 E. 1 S. 373), welcher nicht durch die Eltern 
und auch nicht durch weniger einschneidende Massnahmen gemäss Art. 307 ZGB begegnet 
werden kann (Grundsatz der Verhältnismässigkeit). Die Errichtung einer Beistandschaft muss 
zudem zur Erreichung des angestrebten Zwecks als geeignet erscheinen (Grundsatz der Ge-
eignetheit; BGE 140 III 242 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 
E. 5.2.1; CYRIL HEGNAUER, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 27.09). Kindes-
schutzmassnahmen müssen zur Erreichung des angestrebten Ziels erforderlich sein (Subsidia-
rität), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportio-
nalität); diese soll elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität, 
zum Ganzen BREITSCHMID, a.a.O., Rz 4 ff. zu Art. 307; HEGNAUER, a.a.O., N 27.10 ff.; BGE 
5A_932/2012 E. 5.1; BGE 5A_701/2011 E. 4.2.1).  
 
4.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, dass die Kindseltern sich gut um das Kinds-
wohl von A.A.____ sorgen würden, dass A.A.____ über ein unterstützendes Umfeld und ein 
Heer von Ärzten verfügen würde, die Schmerzen rein physischer Ursache seien und daher eine 
psychiatrische Abklärung und die Einsetzung eines Beistandes unnötig und damit unverhält-
nismässig seien.  
 
4.2. Die KESB führt demgegenüber aus, dass das Kindswohl von A.A.____ wegen Schul-
absentismus, Adipositas und sozialer Isolation gefährdet sei und die Kindseltern dieser Gefähr-
dung nicht ausreichend entgegenwirken würden, dass eine Abklärung psychosomatischer Ur-
sachen notwendig sei und für die Organisation dieser Abklärungen gegen den Willen der Be-
schwerdeführer sowie für den schulischen Wiedereinstieg von A.A.____ auch die Errichtung 

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einer Erziehungsbeistandschaft notwendig sei. Die KESB stützt die angeordneten Massnahmen 
primär auf die von der Schule gemachten Gefährdungsmeldungen, den Bericht der abklärenden 
Sozialarbeiterin vom 12. Juni 2015 und den Bericht der Kinderschutzgruppe des Spitals D.____ 
vom 10. Februar 2016.  
 
5.1. In der Gefährdungsmeldung der Sekundarschule C.____ vom 25. März 2015 werden 
die Schulabsenzen bemängelt. A.A.____ werde von Notfall zu Notfall geschickt. Der Vater gebe 
sich vermeintlich kooperativ, unternehme aber nichts, um die Beschulung der Tochter zu ge-
währleisten. Er verspreche immer wieder, dass A.A.____ nach der aktuellen Absenz den Unter-
richt wieder besuche, was aber nie der Fall sei. Es hätten schon mehrere Gespräche und Ver-
einbarungen unter anderem zwischen dem Klassenlehrer und dem Vater stattgefunden. In der 
Gefährdungsmeldung der Sekundarschule C.____ vom 20. November 2015 wird festgehalten, 
dass A.A.____ die Schulpflicht nicht einhalte, der Vater die Absenzen der Tochter lückenlos 
durch Arztzeugnisse entschuldige und gemäss Versicherung des Vaters der nach Hause mit-
gegebene Schulstoff mit A.A.____ intensiv aufgearbeitet werde. Der Vater wiederhole immer, 
dass A.A.____ nach der aktuellen Abwesenheit den Unterricht lückenlos besuchen werde, was 
nie der Fall sei.  
 
5.2. I.____, Sozialarbeiterin FH, hält in ihrem Bericht vom 12. Juni 2015 fest, dass A.A.____ 
seit rund drei Jahren in der Schule viel gefehlt habe und schon in der Primarschulzeit immer 
wieder krankgeschrieben gewesen sei. In der Sekundarschule habe A.A.____ im ersten Se-
mester 60 Tage gefehlt und im zweiten Semester habe sie lediglich einen Vormittag (am 1. Juni 
2015) die Schule besucht, obwohl der Vater praktisch wöchentlich versichere, A.A.____ werde 
in der drauffolgenden Woche wieder zur Schule gehen. A.A.____ leide gemäss Familie und 
Arztberichte seit 2,5 Jahren an immer wiederkehrenden Bauchschmerzen. Ärztlich sei immer 
wieder auf das Übergewicht von A.A.____ hingewiesen worden. Der schulische Stand sei vom 
Schulpsychologischen Dienst und dem Heilpädagogen auf vierte bis fünfte Klasse geschätzt 
worden, obwohl sich A.A.____ in der sechsten Klasse befinde. Die Sozialarbeiterin beantragte 
eine Abklärung bei der KJP. Es solle die gesundheitliche und soziale Gesamtsituation beurteilt 
sowie abgeklärt werden, wie die schulische Entwicklung gesichert und durch welche Massnah-
men die Gesamtsituation von A.A.____ verbessert werden könne. Des Weiteren empfahl die 
Sozialarbeiterin die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft.  
 
5.3. Die KESB bat am 10. Februar 2016 die Kinderschutzgruppe des Spitals D.____ um 
eine Beratung im Falle A.A.____. In ihrem Bericht vom 17. Februar 2016 führt die Kinder-
schutzgruppe aus, dass sich bei A.A.____ multiple Probleme zeigen würden, welche sich trotz 
intensiven medizinischen Abklärungen bislang nur teilweise durch somatische Ursachen erklä-
ren liessen. Aktuell stünden Bauchschmerzen im Vordergrund, für die trotz multiplen Untersu-
chungen keine körperlichen Ursachen hätten eruiert werden können. Aus ihrer Sicht scheine 
eine psychosomatische Ursache der Beschwerde stark im Vordergrund zu stehen. Es bestün-
den zudem Diskrepanzen bei den Schilderungen der Beschwerden durch den Vater und durch 
A.A.____. Eine fundierte psychiatrische Abklärung von A.A.____ habe bisher nicht stattgefun-
den. Diese Beschwerden hätten dazu geführt, dass A.A.____ im letzten Jahr die Schule prak-
tisch nicht mehr besucht habe. Durch diese Absenzen bestünde die Gefahr, dass sie den An-

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schluss in der Schule komplett verpasse, was eine spätere berufliche Zukunft gefährde. Des 
Weiteren bestehe eine massive Adipositas. Bisher habe trotz Intervention keine nachhaltige 
Gewichtsreduktion erzielt werden können. Aktuell sei das Übergewicht in einem Ausmass, bei 
welchem das Risiko für körperliche Folgeschäden stark zunehme. Für die Kinderschutzgruppe 
stelle sich die Frage, ob die Ziele des Vaters, dass A.A.____ Kickprofi werden solle, sich mit 
den Zielen von A.A.____ decken würden und ob die Beschwerden nicht allenfalls ein Vorwand 
seien, um sich dem Training zu entziehen.  
 
5.4. A.A.____ wurde im Verlauf der letzten Jahre mehreren Operationen unterzogen. Ge-
mäss Bericht von Dr. G.____ vom 29. September 2016 bestand ein Status nach: 
- offener Hernienversorgung mit präperitonealer Netzeinlage am 11. Mai 2016 bei umbilikalem 

Trokarhernien rezidiv, 
- offener Trokarhernienversorgung mittels Direktnaht am 8. Juli 2015 im Spital D.____, 
- laparoskopischer Appendektomie am 22. April 2015 im Spital D.____, 
- Kreuzbandoperation links am 14. August 2014, 
- Behandlung einer Pyelonephritis rechts März 2016 (Nierenbeckenentzündung).  
 
Am 3. Februar 2017 wurde A.A.____ erneut operiert. Festgestellt wurden intraabdominelle Ad-
häsionen (vgl. Bericht von Prof. Dr. med. J.____, Facharzt Chirurgie FMH, Klinik K.____). 
 
5.5. Im Bericht des Spitals D.____ vom 31. Juli 2015 wird ausgeführt, es hätten seit mehre-
ren Monaten abdominelle Beschwerden mit Hauptausprägung im Unterbauch bestanden. 
Schliesslich habe sich die Verdachtsdiagnose neurogene Appendikopathie bestätigt. Hierbei 
handle es sich um eine spezielle Form einer chronischen Blinddarmentzündung. Es habe eine 
laparoskopische Appendektomie (operative Entfernung des Wurmfortsatzes am Blinddarm) 
stattgefunden. Zum Zeitpunkt der Operation habe sich im Präparat des Blinddarms sogar eine 
akute Entzündung nachgewiesen. A.A.____ sei nach der Operation, die am 22. April 2015 er-
folgt sei, vollkommen beschwerdefrei gewesen. Leider sei es im Weiteren im Rahmen physio-
therapeutischer Massnahmen zu neuen akut aufgetretenen Schmerzen gekommen. Es sei eine 
Narben-Hernie/Trokar-Hernie umbilical festgestellt worden. Dies sei eine mögliche Komplikation 
nach laparoskopischen Eingriffen. Am 9. Juli 2015 sei die operative Revision der Narben-Hernie 
im Bereich des Laparoskopie-Zuganges am Nabel erfolgt. Im Schreiben von Dr. med. L.____, 
Facharzt FMH und Allgemeinmedizin, an die Familie A.____ vom 16. Juli 2015 wird unter ande-
rem ausgeführt, dass sich seit dem Telefongespräch mit I.____, Sozialarbeiterin in C.____, vom 
12. Juni 2015 gezeigt habe, dass wirklich somatische Ursachen für die anhaltenden Bauch-
schmerzen bestanden hätten, welche eine nochmalige Operation notwendig machen würden.  
 
5.6. Im Januar 2016 wurden die Schrauben aus dem Knie von A.A.____ operativ entfernt. 
Am 11. Mai 2016 wurde A.A.____ wiederum operiert. Gemäss Arztzeugnis von Prof. Dr. med. 
M.____, Spital D.____, lautete die Diagnose “Kleine Rezidiv-Trokarhernie umbilikal“. Bei der 
Operation wurde eine “Offene Hernienversorgung mit präperitonealer Netzeinlage“ durchge-
führt. Nach einer gewissen (fast) schmerzfreien Zeit wurde A.A.____ ab September 2016 wie-
der von Schmerzen geplagt (vgl. auch Bericht der Klinik K.____ vom 12. Januar 2017). Als Ur-
sache wurde eine Adhäsion einer Dünndarmschlinge (vgl. Schreiben von Dr. F.____ vom 

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19. Oktober 2016; ärztliches Zeugnis von Dr. G.____ vom 1. November 2016; Schreiben von 
Dr. G.____ vom 29. September 2016 und vom 16. November 2016). Sowohl Dr. G.____ als 
auch Dr. F.____ führen in ihren Berichten aus, dass ihrer Meinung nach kein psychologisches, 
psychosomatisches oder psychisches Problem vorliege (ärztliches Zeugnis von Dr.  G.____ 
vom 1. November 2016, Anmerkungen von Dr. F.____ in seinem Bericht vom 27. November 
2016) und dass A.A.____ durch die Eltern gut betreut sei (Schreiben von Dr. F.____ vom 
19. Oktober 2016; Schreiben von Dr. G.____ vom 1. Dezember 2016). Am 3. Februar 2017 
wurde A.A.____ erneut operiert. Die postoperative Diagnose von Prof. Dr. J.____ lautete: “Bride 
von umbilikal zu Dünndarmschlinge, sonst keine weiteren Adhäsionen des Dünndarmes“ (Die 
Bride bezeichnet in der Medizin einen Narbenstrang in der Bauchhöhle. Man spricht auch all-
gemein von Verwachsungen oder intraabdominellen Adhäsionen; https://de.wikipedia.org/wiki/
Bride). Prof. Dr. J.____ hält in seinem Bericht fest, dass der intraoperative Befund mit der Bride 
das Beschwerdebild der Patientin erkläre. Dr. G.____ erklärt in ihrem Schreiben vom 
17. Februar 2017, dass A.A.____ am 17. Februar 2017 nach dem Mittagessen Bauchkrämpfe 
und Blutauflagerungen im Stuhl gehabt habe.  
 
5.7. Aus den Akten geht hervor, dass A.A.____ in den letzten Jahren unzählige Male not-
fallmässig ins Spital eingeliefert wurde und im März 2016 eine Nierenbeckenentzündung hatte. 
Im Bericht von Dr. F.____ vom 27. November 2016 steht, dass bei A.A.____ seit Monaten das 
CRP leicht erhöht sei, ebenso die Leukozyten. (Das CRP ist ein Eiweiß, das bei Entzündungen 
im Körper vermehrt im Blut vorhanden ist; https://de.wikipedia.org/wiki/C-reaktives_Protein).  
 
5.8. Dr. G.____ führt in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2016 aus, A.A.____ seit Juli 2016 
als Hausärztin zu betreuen und sich mittlerweile sehr gut in die Krankengeschickte eingelesen 
zu haben. A.A.____ stehe seit April 2015 regelmässig in ärztlicher Behandlung initial bei 
Dr. F.____ und seit Juli 2016 bei ihr. Sie sehe A.A.____ mindestens einmal pro Woche und 
nehme sie als schmerzgeplagte Patientin wahr, welche trotz allem im Eigenstudium sehr gute 
schulische Leistungen erbringe. Ihrer Meinung nach täusche A.A.____ die Schmerzen nicht vor. 
Sie habe A.A.____ schon mehrfach körperlich untersucht und zudem würden laborchemische 
sowie computertomographische Befunde vorliegen. Seit Wochen leide A.A.____ täglich unter 
krampfartigen Bauchschmerzen mit einer Schmerzscala 8 - 10 und müsse deswegen teils star-
ke Schmerzmittel nehmen. So gut wie sie A.A.____ kennengelernt habe, kenne sie den Vater 
mittlerweile ebenfalls sehr gut und könne von ihrer Seite nur sagen, einen besorgten und sehr 
gut betreuenden Vater zu sehen, der alles dafür in die Wege leite, dass es seiner Tochter gut 
gehe.  
 
5.9. Gemäss Bericht des Spitals D.___, Abteilung Schmerztherapie, vom 18. November 
2015 wog A.A.____ 144 kg bei einer Grösse von 1.72 m. Zudem wird dort ausgeführt, dass 
A.A.____ seit August 2014 20 bis 40 kg zugenommen haben. Anlässlich der Anhörung von 
A.A.____ vom 14. Juni 2016 erklärt A.A.____ zu dem Zeitpunkt 142 kg zu wiegen. Sie habe in 
der letzten Zeit 13 kg durch eine Diät, welche ihr Vater ihr zusammengestellt habe, abgenom-
men.  
 

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6.1. Aufgrund der Unterlagen zeigt sich, dass A.A.____ in den letzten Jahren mehrere Ope-
rationen und eine Vielzahl von Arztbesuchen, Notfallbesuchen, Untersuchungen und Therapie-
sitzungen, wie z.B. Schmerztherapien, wahrgenommen hat. Des Weiteren ergibt sich aus den 
Unterlagen, dass die Beschwerdeführer dem Spital D.____ Fehldiagnosen und -behandlung 
vorwerfen (siehe z.B. Anhörungsprotokoll der KESB vom 14. Juni 2016). A.A.____ hat früher 
geboxt. Anlässlich der Anhörung von A.A.____ am 14. Juni 2016 hat Letztgenannte ausgeführt, 
vor den Verletzungen bzw. Schmerzen fünf Mal die Woche je eine Stunde trainiert plus am Wo-
chenende Sparringtraining gehabt zu haben. 
 
6.2. Die KESB stützt ihre Massnahmen unter anderem auf den Bericht der Sozialarbeiterin 
I.____ vom 12. Juni 2015, den Bericht der Kinderschutzgruppe des Spitals D.____ vom 
17. Februar 2016 und die zwei Gefährdungsmeldungen der Schule. In den bis zu jenem Zeit-
punkt erfolgten ärztlichen Berichten findet sich öfters die Aussage, es fänden sich keine somati-
schen Ursachen für die Beschwerden von A.A.____. Wie die operative Entfernung des Wurm-
fortsatzes am Blinddarm vom 22. April 2015 zeigte, litt A.A.____ an einer speziellen Form einer 
chronischen Blinddarmentzündung. Nach kurzer Zeit traten wieder Schmerzen auf. Die Opera-
tion vom 9. Juli 2015 bestätigte, dass sich bei A.A.____ eine Narben-Hernie im Bereich des 
Laparoskopie-Zuganges am Nabel gebildet hatte, welche als somatische Ursache für 
A.A.____s Bauchschmerzen anerkannt wurde. Im Januar 2016 wurden die Schrauben aus dem 
Knie operativ entfernt. Am 11. Mai 2016 wurde bei A.A.____ wieder einer Hernie festgestellt 
und operiert (kleine Rezidiv-Trokarhernie umbilikal). Nach einer kurzen schmerzfreien Zeit wur-
de A.A.____ wieder von Schmerzen geplagt. Sowohl Dr. G.____ als auch Dr. F.____ führen in 
ihren Berichten vom 1. November 2016 bzw. 27. November 2016 aus, dass ihrer Meinung nach 
kein psychologisches, psychosomatisches oder psychisches Problem vorliege. Am 3. Februar 
2017 wurde A.A.____ wieder operiert wegen einer Dünndarmschlinge. Der operierende Profes-
sor führt aus, dass der intraoperative Befund das Beschwerdebild der Patientin erkläre.  
 
6.3. Die Operationen haben jeweils gezeigt, dass somatische Gründe für die Schmerzen 
von A.A.____ vorlagen. Der Bericht der Kinderschutzgruppe wurde zu einem Zeitpunkt verfasst, 
als “erst“ zwei Bauchoperationen durchgeführt worden waren. Erst im Nachhinein stellte sich 
jeweils heraus, dass die Schmerzen von A.A.____ somatisch begründbar waren. Spätestens im 
Zeitpunkt der Verfügung der KESB ist aufgrund der verschiedenen Operationsberichte und des 
Verlaufs der gesundheitlichen Probleme von A.A.____ davon auszugehen, dass die Schmerzen 
von A.A.____ somatisch erklärbar waren und sind. So erklären sowohl Dr. G.____ als auch 
Dr. F.____ in ihren Berichten vom 1. November 2016 bzw. 27. November 2016, dass ihrer Mei-
nung nach kein psychologisches, psychosomatisches oder psychisches Problem vorliege. Auch 
im Operationsbericht betreffend die Operation vom 3. Februar 2017 wird erklärt, dass der Be-
fund das Beschwerdebild der Patientin erkläre. Das gesamte Ausmass der Erkrankung zeigt, 
dass die Beschwerden von A.A.____ somatisch erklärbar sind. Auch ist die Aussage der Kin-
derschutzgruppe, der Vater habe das Ziel, dass A.A.____ Kickprofi werden solle und A.A.____ 
sich dann durch Angaben von Schmerzen dem Training entziehen wolle, durch nichts unter-
mauert. Es liegt demzufolge kein Grund dafür vor, A.A.____ einer stationären psychosomati-
schen Abklärung zu unterziehen.  
 

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6.4. A.A.____ wog gemäss Bericht des Spitals D.____, Abteilung Schmerztherapie, vom 
18. November 2015 144 kg. Anlässlich der Anhörung von A.A.____ vom 14. Juni 2016 erklärt 
A.A.____ zu dem Zeitpunkt 142 kg zu wiegen, nachdem sie 13 kg abgenommen habe. Die Ge-
wichtsproblematik von A.A.____ ist nicht zu unterschätzen und stellt sicherlich eine gesundheit-
liche Gefährdung für A.A.____ dar. A.A.____ hat bis vor der Knieverletzung 5 Mal pro Woche 
Boxtraining und am Wochenende noch Sparringtraining gehabt. Das Problem des Übergewichts 
bestand in einem gewissen Rahmen möglicherweise schon seit längerer Zeit. Aufgrund der 
Umstände ist jedoch davon auszugehen, dass die starke Gewichtszunahme mit den gesund-
heitlichen Problemen von A.A.____ im Zusammenhang steht. Die starke Gewichtszunahme ist 
mit den gesundheitlichen Problemen von A.A.____, mit den starken Schmerzen und dem ein-
hergehenden Bewegungsmangel, mit der Einnahme der vielen Schmerzmittel, der Priorität der 
Genesung von A.A.____ und mit dem Einstellen einer vorher grossen sportlichen Aktivität er-
klärbar. Auch hat A.A.____ nach der Operation vom 11. Mai 2016, nach der sie während einer 
gewissen Zeit fast schmerzlos war, innert kurzer Zeit mit Hilfe ihres Vaters 13 kg abgenommen 
(vgl. Bericht von A.A.____ mit dem Titel “Historie der Operationen und Behandlungen von mir 
A.A.____“ vom 12. Juni 2016 und Anhörung von A.A.____ vom 14. Juni 2016). Aus der Tatsa-
che, dass A.A.____ übergewichtig ist, kann demzufolge nicht geschlossen werden, dass die 
Eltern oder A.A.____ die Ernährung von A.A.____ und ihre Gewichtsproblematik nicht genü-
gend angehen. Aus diesem Grund rechtfertigt das Übergewicht von A.A.____ nicht die Anord-
nung von kindesschutzrechtlichen Massnahmen.  
 
6.5. Die Schule hat zwei Gefährdungsmeldungen gemacht, da A.A.____ trotz immer wie-
derkehrenden Versicherungen des Vaters seit Jahren die Schule so gut wie nicht besucht hat. 
Der Schulabsentismus ist sicherlich ein schwerwiegendes Problem und bedeutet für A.A.____ 
eine Gefährdung in Bezug auf ihre berufliche Zukunft. Die Schule war verpflichtet, aufgrund des 
langen Schulabsentismus Gefährdungsmeldungen zu machen. Wie die obigen Ausführungen 
aber zeigen, muss davon ausgegangen werden, dass somatische und nicht psychosomatische 
Probleme Grund dafür waren, dass A.A.____ die Schule nicht besuchen konnte. Auch sind kei-
ne Gründe ersichtlich, die den Schluss zulassen, der Schulabsentismus sei Folge mangelnder 
Erziehungsfähigkeit der Eltern. Aufgrund der Akten ist nicht ersichtlich, dass die Schulbehörden 
die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft haben. Unter diesen Umständen ist 
nicht erstellt, dass das Subsidiaritätsprinzip gewahrt wurde und die kindesschutzrechtlichen 
Massnahmen verhältnismässig sind. Die Schulbehörden haben mit den Eltern nach einer Lö-
sung für die Beschulung von A.A.____ zu suchen. So ist auch abzuklären, welche spezielle 
Beschulungsform für A.A.____ zu erfolgen hätte, wenn sie weiterhin gesundheitliche Probleme 
haben sollte. Sollte auf diesem Weg eine angemessene Beschulungsform für A.A.____ nicht 
erreicht werden, wären erneut kindesschutzrechtliche Massnahmen zu prüfen.  
 
7. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass das Kindeswohl von A.A.____ auf-
grund des Schulabsentismus, der allfälligen damit einhergehenden sozialen Isolation und des 
Übergewichts gefährdet ist. Jedoch ist diesen Problemen durch die Eltern angemessen begeg-
net worden bzw. es ist nicht erstellt, dass der schulischen Situation von A.A.____ nicht durch 
entsprechende Massnahmen der Schulbehörden begegnet werden kann, so dass sowohl die 
Anordnung einer Beistandschaft als auch die Anordnung einer stationären psychosomatischen 

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Abklärung nicht verhältnismässig sind. Die Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen und die 
Ziffern 1 bis 4 und die Ziffer 9 des Entscheids der KESB vom 7. November 2016 sind aufzuhe-
ben.  
 
8.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver-
bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden 
Partei auferlegt. Wobei den Vorinstanzen gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahrenskosten 
auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Demzufolge werden keine 
Verfahrenskosten erhoben. Den Beschwerdeführern ist folglich der bezahlte Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 1‘800.-- zurückzuerstatten.  
 
8.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. 
einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugespro-
chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer macht in seiner 
Honorarnote vom 9. März 2017 für die Zeit vom 14. Juni 2016 bis zum 9. März 2017 und damit 
für das vorinstanzliche (Zeit vom 14. Juni 2016 bis 24. Oktober 2016) und das kantonsgerichtli-
che Verfahren (Zeit vom 9. November 2016 bis zum 9. März 2017) einen Aufwand von 14.92 
Stunden und Spesen in der Höhe von Fr. 257.95.-- geltend. Auf das kantonsgerichtliche Verfah-
ren entfallen davon ein Zeitaufwand von 9 Stunden und Spesen von rund Fr. 150.--, was nicht 
zu beanstanden ist. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer macht für das Verfahren vor der 
KESB einen Aufwand von 5.92 Stunden und Spesen von rund Fr. 107.95 geltend. Gemäss § 69 
Abs. 4 EG ZGB in Verbindung mit § 22 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-
Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 wird im erstinstanzlichen Verfahren in der Regel kei-
ne Parteientschädigung zugesprochen. Demzufolge wird den Beschwerdeführern für das Ver-
fahren vor der KESB keine Parteientschädigung zugesprochen. Die Vorinstanz hat den Be-
schwerdeführern damit für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2‘592.-- (9 Stunden à Fr. 250.-- inkl. Auslagen in der Höhe von Fr. 150.--, alles 
zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettge-
schlagen.  
 
 
 
 
 
  

Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Ziffern 1 bis 4 und die Zif-

fer 9 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
B.____ vom 7. November 2016 aufgehoben.  

   
 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bezahlte Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- wird den Beschwerdeführern zurück-
erstattet. 

   
 3. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführern für das kantonsgerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘592.-- (inkl. 
Auslagen und 8.0% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden 
die Parteikosten wettgeschlagen.  

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin