# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c1289cd-0b55-5cd4-8933-71c7f57410cc
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung O1Z-23-7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_O1Z-23-7_nodate.pdf

## Full Text

Berufungskläger A. 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

 

Berufungsbeklagter  B. 

vertreten durch: RA BB. 

 

 

 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
1. Abteilung 

 

 

Urteil vom 18. Juni 2024 
 

 

 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser 

Oberrichterin J. Lanker 

Oberrichter B. Oberholzer, Hp. Blaser, R. Breu 

Obergerichtsschreiberin B. Badilatti 

 

 

Verfahren Nr. O1Z 23 7 

 

 

Sitzungsort Trogen 

Gegenstand Forderung  

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts ZA2 20 6 

vom 14. März 2023 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren des Berufungsklägers 

 
a) Im erstinstanzlichen Verfahren 

 

1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 130'000.00 nebst 5% Zins seit 

dem 1. Mai 2019 zu bezahlen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST).  

 
 
b) Im Berufungsverfahren  

 

1. Es sei das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 14. März 2023 

aufzuheben und der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 130'000.00 nebst 

Zins seit dem 1. Mai 2019 zu bezahlen. 

2. Eventualiter sei das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 

14. März 2023 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

3. Alles und Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.).  

 
 

Rechtsbegehren des Berufungsbeklagten  

 
a) Im erstinstanzlichen Verfahren 
 

1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers. 

 

b) Im Berufungsverfahren  
 

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Der vorinstanzliche 

Entscheid sei zu bestätigen.  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers.  

 
 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

A. betreibt einen Landwirtschaftsbetrieb in C. Auf dem Betrieb hält er ausgewachsene 

Milchkühe und einige Jungtiere. Weitere Tiere werden extern aufgezogen. A. beabsichtigte, 

seinen Betrieb mittels Bau eines neuen Laufstalls sowie Futter- und Güllelagerraums zu 

vergrössern. Nach eigenen Angaben war er für die geplante Betriebsumstellung auf 

zusätzliches Land angewiesen, um die betriebseigene Futterbasis sicherzustellen. Am 

 

Seite 3 

13. März 2018 schlossen A. und B. einen über 15 Jahre dauernden Pachtvertrag betreffend 

die landwirtschaftlichen Grundstücke Nr. 0001 und 0002, C. Die Pacht hätte es A. unter 

anderem ermöglicht, seine extern gehaltenen Tiere auf dem eigenen Betrieb aufzuziehen 

und damit Kosten einzusparen. Pachtbeginn hätte der 1. Mai 2019 sein sollen. A. konnte 

die Pacht nicht antreten, weil B. dem bisherigen Pächter den Pachtvertrag nicht kündigte. 

Mit der vorliegenden Klage macht A. das positive Vertragsinteresse geltend. Er möchte so 

gestellt werden, wie wenn der Vertrag korrekt erfüllt worden wäre. 

 

B. Prozessgeschichte vor Kantonsgericht 

Die Klagebewilligung wurde am 11. November 2020 erteilt (act. 4/2.1). Am 14. Dezember 

2020 reichte A. Klage beim Kantonsgericht ein (act. 4/1). Der Kostenvorschuss in der Höhe 

von CHF 8'000.00 wurde innert Frist bezahlt. Die Klageantwort datiert vom 24. März 2021 

(act. 4/12). Die Replik erfolgte am 16. August 2021 (act. 4/29) und die Duplik am 

15. November 2021 (act. 4/37). Am 3. Dezember 2021 reichte A. eine weitere 

Stellungnahme ein (act. 4/42). Mit Beschluss vom 12. Januar 2022 entschied das 

Kantonsgericht, ein Beweisverfahren zur Frage der Gültigkeit des Pachtvertrags 

durchzuführen. Als Beweismittel sah es die Einvernahme der Parteien sowie zweier Zeugen 

und die Edition von WhatsApp-Nachrichten vor (act. 4/49). Am 7. Februar 2022 reichte B. 

eine weitere Stellungnahme ein (act. 4/54). Die Beweisabnahme fand am 3. März 2022 statt 

(act. 4/63 ff.). Darauf reichte A. am 14. März 2022 eine Stellungnahme ein (act. 4/70). Mit 

Schreiben vom 28. März 2022 teilte die Verfahrensleitung des Kantonsgerichts den 

Parteien die Absicht mit, ein Gutachten zur Ermittlung der Schadenshöhe einzuholen. 

Daneben äusserte sich die Verfahrensleitung zu den Schadenspositionen und gab den 

Parteien Gelegenheit, zu den Gutachterfragen Stellung zu nehmen (act. 4/75). Die 

Stellungnahmen der Parteien datieren vom 25. Mai 2022 (act. 4/87) und vom 20. Juni 2022 

(act. 4/92). Mit Schreiben vom 13. Dezember 2022 gab die Verfahrensleitung den Parteien 

bekannt, dass sie aufgrund einer Neubeurteilung der Schadenshöhe bzw. -berechnung 

zuerst die Hauptverhandlung durchführen wolle und danach im Kollegium entweder eine 

Beweisabnahme beschliessen oder direkt entscheiden werde (act. 4/98). Die 

Hauptverhandlung fand am 14. März 2023 statt (act. 4/103). Das Kantonsgericht fällte 

gleichentags das Urteil, welches den Parteien mit der Begründung am 21. April 2023 

zugestellt wurde (act. 4/106).  

 

  

 

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Das Urteils-Dispositiv lautet wie folgt: 

 

1. Die Klage wird abgewiesen.  

 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus 

 CHF 400.00 Kosten des Schlichtungsverfahrens 

CHF 12'000.00 Entscheidgebühr  

CHF 12'400.00 insgesamt  

werden den Parteien zu je CHF 6'200.00 auferlegt, unter Verrechnung mit dem vom 

Kläger geleisteten Vorschuss von CHF 8'000.00 und den bereits bezahlten Kosten des 

Schlichtungsverfahrens von CHF 400.00. Der Beklagte hat dem Kläger den von diesem 

zu viel bezahlten Betrag von CHF 2'200.00 zu ersetzen. Zudem hat er dem Kanton den 

noch offenen Betrag von CHF 4'000.00 zu bezahlen.  

 

3. Die eigenen Anwalts- und Vertretungskosten trägt jede Partei selbst. 

 

C. Prozessgeschichte vor Obergericht 

Am 24. Mai 2023 liess A. (nachfolgend: Berufungskläger) beim Obergericht Berufung 

erheben (act. 1). Nach Eingang des Kostenvorschusses in der Höhe von CHF 5'000.00 

reichte B. (nachfolgend: Berufungsbeklagte) am 26. Juni 2023 die Berufungsantwort ein 

und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Berufung (act. 7). Mit Verfügung vom 

27. Juni 2023 wurde den Parteien mitgeteilt, dass weder ein zweiter Schriftenwechsel noch 

eine mündliche Verhandlung angeordnet werden (act. 10). Weitere Stellungnahmen 

wurden nicht eingereicht.  

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

1.1 Eintretensvoraussetzungen 

Die Vorinstanz ist von einem Streitwert von CHF 130'000.00 ausgegangen. Die 

Streitwertgrenze nach Art. 308 Abs. 2 ZPO ist damit offensichtlich erfüllt.  

 

Die Frist von 30 Tagen wurde mit der Eingabe der Berufung am 24. Mai 2023 eingehalten. 

Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen weiteren Bemerkungen 

Anlass. Auf die Berufung ist einzutreten. 

 

 

Seite 5 

1.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Die Vorinstanz hat die Klage des Berufungsklägers abgewiesen. Seitens des 

Berufungsklägers wird das Urteil vom 14. März 2022 in sämtlichen Punkten angefochten.  

 

1.3 Verfahrensgrundsätze 

Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Verfahrens dar 

(Urteil des Bundesgerichts 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 5.1, nicht publiziert in 

BGE 147 III 301). Es dient insbesondere nicht der Vervollständigung des vorinstanzlichen 

Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im 

Licht konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen (BGE 138 III 625 E. 2.1 f.; 142 III 

413 E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Mit der Berufung können die unrichtige Feststellung 

des Sachverhaltes durch die Vorinstanz sowie eine unrichtige Rechtsanwendung der 

Vorinstanz gerügt werden (Art. 310 ZPO), wozu auch die unrichtige Ausübung pflicht-

gemässen Ermessens durch das Gericht zählt. 

 

1.4 Noven vor dem Kantonsgericht 

Der Berufungskläger rügt, der Berufungskläger habe insgesamt sieben Eingaben (act. 1, 

17, 29, 42, 70. 92 und 100) mit inhaltlichen Ausführungen bei der Vorinstanz eingereicht, 

obwohl der Aktenschluss bereits nach der Duplik (act. 37) eingetreten sei. Mit diesen 

tatsächlichen Ausführungen sei er nicht zu hören (act. 7, S. 2). Der Berufungsbeklagte rügte 

dies bereits vor der Vorinstanz (act. 4/80 und 103). 

 

Das Kantonsgericht hat diese Thematik nicht eingehend geprüft. Soweit nachfolgend 

relevant, ist auf die Zulässigkeit von Noven in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

 

 

2. Materielles 

2.1 Unbestrittenes 

Vor der Berufungsinstanz ist der Sachverhalt dahingehend unbestritten, dass der Pacht-

vertrag vom 18. März 2018 zwischen den Parteien gültig ist. Es werden keine Einwände 

gegen die Feststellung vorgebracht, dass sich die Parteien einig gewesen sind, ein Pacht-

verhältnis über das Land (Grundstücke Nr. 0001 und 0002, C.) für 15 Jahre mit Stall und 

Remis zu begründen (vgl. E. II des vorinstanzlichen Urteils). Ebenfalls unbestritten ist, dass 

der Berufungsbeklagte aufgrund des bereits bestehenden und nicht gekündeten Pacht-

vertrags mit […] das Land dem Berufungskläger nicht wie vereinbart zur Verfügung gestellt 

hat. Damit hat der Berufungsbeklagte seine vertraglichen Pflichten verletzt und ist 

schadenersatzpflichtig (E. II/9. des vorinstanzlichen Urteils). Umstritten bleibt die Höhe des 

Schadenersatzes.   

 

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2.2 Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes und der Dispositionsmaxime 

Umstritten ist namentlich die Schadensberechnung der Vorinstanz, wobei der Berufungs-

kläger der Vorinstanz vorwirft, den Verhandlungsgrundsatz und die Dispositionsmaxime 

verletzt zu haben, was zu einer falschen Sachverhaltsfeststellung geführt habe. 

 

2.2.1 Vorbringen des Berufungsklägers vor Obergericht 

Der Berufungskläger moniert, dass die Vorinstanz die Schadensberechnung losgelöst von 

den Parteibehauptungen im Prozess vorgenommen habe. Die Vorinstanz habe daher 

Art. 55 und 58 ZPO verletzt, was eine gravierend falsche Sachverhaltsfeststellung zur Folge 

habe. So habe der Berufungskläger etwa den entgangenen Betriebsgewinn aus seiner 

Milch- bzw. Fleischwirtschaft ausdrücklich nicht geltend gemacht. Ihm stehe es frei, nur 

einzelne Schadenspositionen einzuklagen (act. 1, Rz. 15). Der Berufungskläger habe 

abschliessend drei Schadenspositionen verfolgt (Ertragsausfall landwirtschaftliche 

Nutzflächen, insbes. Heu; entgangene Direktzahlungen; Mehrkosten Rinderaufzucht). Nicht 

geltend gemacht habe er, dass er durch die Zupacht der streitgegenständlichen Flächen 

mehr Tiere hätte halten können, womit sein Gewinn aus der Milch- bzw. Fleischproduktion 

gesteigert worden wäre. Bei der Schadensberechnung seien die auf diese Positionen 

entfallenden ersparten Kosten als schadensreduzierend berücksichtigt worden. Anstatt 

diese Schadenspositionen, welche mittels Gutachten beim Schweizer Bauernverband 

Agriexpert errechnet worden seien, zu prüfen, habe die Vorinstanz eine eigene Berechnung 

durchgeführt und eine "Gesamtrechnung" gemacht, die von keiner Seite ins Recht geführt 

worden sei. Da die Schadensfeststellung eine Tatfrage sei, sei dies nicht zulässig (act. 1, 

Rz. 15 und 20 ff.). Es werde nicht bestritten, dass der Berufungskläger auch den gesamten 

entgangenen Betriebsgewinn aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit hätte geltend machen 

können; er sei aber nicht dazu verpflichtet gewesen. Es stehe ihm frei, nur einzelne 

Positionen zu verfolgen. Anstatt nur diese Positionen zu prüfen, habe die Vorinstanz von 

Amtes wegen Positionen betrachtet, die von keiner Partei je behauptet worden seien – dies 

sowohl auf der hypothetischen Ertragsseite als auch auf der Aufwandseite (z.B. Tierarzt; 

act. 1, Rz. 24). Angesichts der Verletzung der Prozessmaximen erweise sich die 

vorinstanzliche Schadensberechnung/Sachverhaltsfeststellung bereits von Grund auf als 

rechtswidrig (act. B, Rz. 26). 

 

2.2.2 Vorbringen des Berufungsbeklagten vor Obergericht 

Dagegen bringt der Berufungsbeklagte vor, dass weder Art. 55 noch Art. 58 ZPO verletzt 

worden seien. Er habe die Ansprüche des Berufungsklägers vollumfänglich bestritten, 

womit insbesondere Art. 58 Abs. 1 ZPO nicht verletzt worden sei. Mit seinen pauschalen 

appellatorischen Einwänden verdiene der Berufungskläger kein Gehör (act. 7, S. 3). Die 

Vorinstanz habe in der Schadensberechnung auf die Behauptungen des Berufungsklägers 

 

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in Bezug auf die Höhe der Direktzahlungen und Produktionskosten abgestellt. Im Übrigen 

habe sie zu Recht festgestellt, dass der Berufungskläger seine Einnahmen bzw. Kosten 

nicht offengelegt bzw. nicht geltend gemacht habe (act. 7, S. 3). Da der Berufungskläger 

nach Art. 8 ZGB vollumfänglich beweispflichtig sei, habe er den Schaden nicht rechts-

genüglich behauptet bzw. nachgewiesen (act. 7, S. 3). Die Tabelle der Vorinstanz (auf S. 18 

des vorinstanzlichen Urteils) basiere auf die durch die Parteien in den Prozess eingeführten 

Vorbringen. Hinzu komme, dass diese Tabelle nicht die eigentliche Schadensberechnung 

sei; die Schadensberechnung sei in der Tabelle auf S. 22 des vorinstanzlichen Urteils 

vorgenommen worden. Der Berufungskläger hätte diese Tabelle kritisieren müssen, was er 

nicht rechtsgenüglich getan habe. Die Schadensberechnung sei korrekt erfolgt, indem die 

Vorinstanz den tatsächlichen Vermögensstand (externe Rinderaufzucht) dem 

hypothetischen Vermögensstand (interne Rinderaufzucht) gegenübergestellt habe (act. 7, 

S. 3 f.). Der Berufungskläger habe die notwendigen tatsächlichen Grundlagen nicht in den 

Prozess eingeführt. Das Parteigutachten sei mangelhaft. Es basiere weitestgehend 

unzulässigerweise auf Durchschnittswerten, auf Vergleichszahlen mit Durchschnittswerten 

und auf Annahmen. Basierend darauf sei eine Schadensschätzung nicht zulässig, da der 

konkrete Betrieb des Berufungsklägers mit den konkreten Zahlen relevant sei. Im Übrigen 

sei das Parteigutachten nicht überprüfbar, da die dem Gutachter zur Verfügung 

gestandenen Unterlagen weitestgehend nicht offengelegt worden seien (act. 7, S. 6 f.). Die 

Kritik des Berufungsklägers, dass die Vorinstanz die entgangenen Gewinne aus 

gesteigerter Milch- und/oder Fleischproduktion in die "Erfolgsrechnung" eingesetzt habe, 

sei unberechtigt (act. 7, S. 7). Der Berufungskläger könne, auch wenn er nur einzelne 

Schadenspositionen einklage, nicht auswählen, welche Positionen dann von seinem 

Schaden abzuziehen seien. Die Vorinstanz habe zutreffend erwägt, dass eine 

Gesamtrechnung durchzuführen sei. Der Berufungskläger scheine von einer irrigen 

Vorstellung auszugehen, dass für jedes Erzeugnis (z.B. Milch, Heu) eine separate 

Erfolgsrechnung aufzustellen sei. Dem sei nicht so. Vielmehr sei, um den entgangenen 

Gewinn eines Betriebs zu berechnen, eine einzige Erfolgsrechnung zu erstellen, wobei alle 

Einnahmen und Ausgaben gegenüber zu stellen seien. Auch wenn der Berufungskläger nur 

einzelne Positionen eingeklagt haben wolle, habe die Vorinstanz zu Recht die gesamten 

Produktionskosten abgezogen (act. 7, S. 7 f.). Der Berufungskläger habe nie konkrete 

belegte Zahlen geliefert, wobei er dies in Nachachtung der Verhandlungsmaxime hätte 

machen müssen. Der tatsächliche Vermögensstand ohne das schädigende Ereignis hätte 

er mit konkreten Unterlagen belegen müssen – unter anderem mit den vollständigen 

Jahresrechnungen und Steuerveranlagungen mit Berechnungsdetails. Auch zu den 

behaupteten Mehrkosten der Rinderaufzucht habe er nie konkrete Zahlen geliefert (etwa 

Rechnungen für die Rinderaufzucht und Zahlungsnachweise). Um die Mehrkosten der 

 

Seite 8 

Rinderbetreuung zu ermitteln, müsse man die effektiven Kosten der externen Rinder-

betreuung mit den (hypothetischen) Kosten der internen Rinderbetreuung vergleichen. Die 

Kosten für die externe Rinderbetreuung weise der Berufungskläger unter Verweis auf den 

Deckungskatalog 2018 abstrakt aus. Das sei nicht zulässig. Mangels Einreichung der 

notwendigen Unterlagen und zufolge einer erheblichen Verletzung der Substantiierungs-

pflicht sei die Vorinstanz korrekt zur Auffassung gekommen, dass der Berufungskläger 

diverse Positionen nicht bzw. unvollständig geltend gemacht habe. Schliesslich legt der 

Berufungsbeklagte dar, dass der Berufungskläger mit seinen pauschalen Ausführungen 

nicht zu hören sei. Der Berufungskläger begründe nicht nachvollziehbar und nicht detailliert 

genug, inwiefern die vorinstanzliche Schadensberechnung vollständig von den Partei-

behauptungen losgelöst sein soll (act. 7, S. 4 und 8).  

 

2.2.3 Rechtliches zur Schadensberechnung 

Um die Rüge der Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes und der Dispositionsmaxime 

zu prüfen, sind vorab die rechtlichen Grundsätze der Schadensberechnung darzulegen.  

 

Nach dem allgemeinen Schadensbegriff, wie er in der Praxis des Bundesgerichts 

verwendet wird, ist der Schaden eine unfreiwillige Vermögensverminderung, der in einer 

Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn 

bestehen kann. Ein positiver Schaden (damnum ermergens) liegt vor, wenn das 

schädigende Ereignis die Aktiven des Geschädigten vermindert oder seine Passiven 

vermehrt. Entgangener Gewinn (lucrum cessans) demgegenüber liegt vor, wenn ein 

Ereignis dem Geschädigten die Möglichkeit nimmt, sein Vermögen zu vermehren. Die 

Berechnung des entgangenen Gewinns ist dabei anspruchsvoller, weil sie der Hypothese 

bedarf, wie sich die Situation ohne das schädigende Ereignis entwickelt hätte 

(FELLMANN/KOTTMANN, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, 2012, Rz. 140 ff.). Der 

Schaden entspricht also der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und 

dem (hypothetischen) Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte. 

Nach FISCHER wird die Schadenskonzeption der Differenztheorie mit dem Vergleich von 

zwei Vermögensständen, d.h. eines Gesamtschadenvergleichs insofern relativiert, dass in 

der Praxis nicht zwei Gesamtvermögensstände (vor und nach dem schädigenden Ereignis) 

verglichen werden, sondern nur der konkrete Verlust ermittelt wird. Mit anderen Worten 

werde untersucht, welche Aktiven durch das schädigende Ereignis weggefallen oder 

vermindert würden und welche Passiven dazugekommen oder vergrössert worden seien 

(WILLI FISCHER, Haftpflichtkommentar, Zürich/St. Gallen 2016, N. 18 zu Art. 41 OR). 

 

Das im Haftpflichtrecht als allgemeines Prinzip anerkannte Bereicherungsverbot schliesst 

es aus, dem Geschädigten eine Entschädigung zuzugestehen, die den durch das 

 

Seite 9 

schädigende Ereignis erlittenen Schaden übersteigt (BGE 142 III 23 E. 4.1; BGE 132 III 321 

E. 2.2; BGE 131 III 12 E. 7.1; BGE 129 III 135 E. 2.2;. Urteile des Bundesgerichts 

4A_394/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.1.1 und 4A_202/2019 vom 11. Dezember 2019 

E. 6.1). Zu beachten ist, dass der so definierte Schadensbegriff im Einzelfall konkretisiert 

werden muss, damit er brauchbare Kriterien für die Schadensberechnung liefern kann 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_586/2017 vom 16. April 2018 E. 2.2).  

 

Sowohl bei der deliktischen als auch bei der vertraglichen Haftung müssen finanzielle 

Vorteile, die auf das schädigende Ereignis zurückzuführen sind, an den Schaden des 

Geschädigten angerechnet werden (Grundsatz der Anrechnung von Vorteilen; Urteile des 

Bundesgerichts 5A_388/2018 vom 3. April 2019 E. 6.2.1 sowie 4A_99/2015 vom 21. Juli 

2015 E. 5.3). Im Rahmen der Vorteilsanrechnung bedeutet Kongruenz, dass ein Vorteil 

nur anrechenbar ist, wenn er sich auf einen Schadenposten bezieht, bei dem der Vorteil 

eingetreten ist. Das Bundesgericht verlangte in BGE 112 Ib 322 in diesem Sinn, es müsse 

zwischen dem Vorteil und dem schädigenden Ereignis ein "innere[r] Zusammenhang beste-

hen, ähnlich der adäquaten Kausalität". Dabei könnten allerdings auch Billigkeitsüber-

legungen einbezogen werden (BGE 147 III 402 E. 10.5.3.). 

 

Gemäss Bundesgericht verfügt das beurteilende Gericht nicht immer bereits zum Zeitpunkt 

des Urteils über sämtliche Elemente zur Bemessung des Schadens. Dies trifft insbesondere 

zu, wenn die Schadensentwicklung im Urteilszeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist. In 

diesem Fall werden regelmässig einerseits der bereits entstandene Schaden ermittelt, 

andererseits der künftige Schaden aufgrund einer Prognose so konkret wie möglich 

bestimmt (Urteil des Bundesgerichts 4A_127/2011 vom 12. Juli 2011 E. 5). Dies gilt auch, 

wenn der Schadenumfang von künftigen Ereignissen abhängt und zum Urteilszeitpunkt 

noch nicht mit Sicherheit ermittelt werden kann. Dass die zukünftige Weiterentwicklung des 

Schadens definitionsgemäss unsicher ist, führt folglich nicht etwa zum Aufschub des Urteils. 

Vielmehr wird die Streitsache auf der Basis einer Prognose der zukünftigen Entwicklung 

nach der allgemeinen Lebenserfahrung endgültig erledigt. Art. 42 Abs. 2 OR, wonach der 

nicht ziffernmässig nachweisbare Schaden nach Ermessen des Richters mit Rücksicht auf 

den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten getroffenen Massnahmen 

abzuschätzen ist, bezieht sich nicht nur auf den bereits eingetretenen Schaden, sondern 

auch auf Nachteile, die der Geschädigte voraussichtlich noch erleiden wird (BGE 114 II 253 

E. 2a). Der Praktikabilität der Rechtsordnung wird in diesem Zusammenhang mehr Gewicht 

beigemessen als der genauen Richtigkeit des zugesprochenen Schadenersatzes (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_394/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.1.1). 

 

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Seite 10 

2.2.4 Rechtliches zum Verhandlungsgrundsatz (in Zusammenhang mit der Schadensberech-

nung) 

Gemäss dem in Art. 55 Abs. 1 ZPO geregelten Verhandlungsgrundsatz haben die Parteien 

dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweis-

mittel anzugeben. Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es 

genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stützenden Normen zu subsu-

mieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren 

wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden (BGE 136 III 322 E. 3.4.2; Urteil des 

Bundesgerichts 4A_412/2019 vom 27. April 2020 E. 4.1). Die Behauptungslast trägt die 

beweisbelastete Partei. Fehlende Sachvorbringen sind den unbewiesenen gleichgestellt 

– fehlt das Sachvorbringen, so bleibt der Beweis aus und die beweisbelastete Partei trägt 

im Ergebnis den Nachteil der Beweislosigkeit (CHRISTOPH HURNI, Berner Kommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, Bern 2012, N. 12-15 zu Art. 55 OR; Urteil des 

Bundesgerichts 4C.166/2006 vom 25. August 2006, E. 3). Ein vollständiger 

Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den 

Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt (BGE 127 III 365 E. 2b; Urteil des 

Bundesgerichts 4A_359/2020 vom 18. November 2020 E. 6.2.1). Die Behauptungs- und 

Substantiierungslast zwingt die damit belastete Partei aber nicht, sämtliche möglichen 

Einwände der Gegenpartei vorweg zu entkräften (Urteile des Bundesgerichts 4A_533/2019 

vom 22. April 2020 E. 4.4.1 und 4A_591/2012 vom 20. Februar 2013 E. 3.2). Nur soweit 

der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei 

bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die 

Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen 

zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder 

dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 E. 5.2.1.1; Urteil des 

Bundesgerichts 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1).  

 

Während der Kläger aufgrund der Dispositionsmaxime ohne weiteres befugt – aber nicht 

verpflichtet – ist, nur einen von mehreren individualisierbaren Ansprüchen des Gesamt-

schadens einzuklagen, sind Teilklagen nicht hinreichend individualisiert, wenn sie auf 

mehreren unterschiedlichen Lebenssachverhalten gründen und daher eigentlich objektiv 

gehäufte Rechtsbegehren umfassen (BGE 142 III 683 E. 5.3.1). 

 

Laut Bundesgericht sind positiver Schaden (damnum emergens) und entgangener Gewinn 

(lucrum cessans) nicht immer leicht voneinander abzugrenzen. Ein Geschädigter, der noch 

keine Aufwendungen getätigt hat, kann nur den entgangenen (hypothetischen) Gewinn 

geltend machen. Die für seine eigenen Leistungen normalerweise anfallenden, aber nicht 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-136-III-322
http://links.weblaw.ch/4A%20412/2019
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=25.08.2006_4C.166-2006
http://links.weblaw.ch/4A%20533/2019
http://links.weblaw.ch/4A%20591/2012
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-144-III-519
http://links.weblaw.ch/4A%20443/2017
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2023&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-683%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page683

 

Seite 11 

getätigten Aufwendungen sind dabei vom hypothetischen Umsatz als hypothetische Auf-

wendungen in Abzug zu bringen. Im Gegensatz dazu erleidet ein Geschädigter, der bereits 

Aufwendungen getätigt habe, aber die Leistung der Gegenpartei nicht mehr erhältlich 

machen kann, einen Debitorenverlust, also eine Verminderung seiner Aktiven. Dieser 

Verminderung der Aktiven stehen keine Einsparungen gegenüber, womit ein positiver 

Schaden und nicht ein entgangener Gewinn vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 

4C.225/2006 vom 20. September 2006 E. 2.4).  

 

Auch im Urteil 4A_359/2020 nimmt das Bundesgericht Stellung zur Berechnung des 

entgangenen Gewinns. Danach seien Aufwendungen (im konkreten Fall Herstellungs-

kosten für elektronische Geräte) von der geltend gemachten Umsatzeinbusse in Abzug zu 

bringen. Zwar seien die Aufwendungen zu Gunsten der Schadersatzpflichtigen zu berück-

sichtigen, doch würden sie einen wesentlichen Bestandteil der Berechnungsformel für den 

entgangenen Gewinn bilden. Daher trage die Schadenersatzpflichtige dafür nicht die 

Beweislast. Die Geschädigte übersehe, dass sie ihren entgangenen Gewinn hätte 

substanziieren müssen und nicht nur den entgangenen Umsatz. Denn gemäss 

Bundesgericht stellt der Umsatz lediglich einen Bestandteil der Formel für die Schadens-

berechnung dar. Wäre dem nicht so, müsste die Beklagte im Ergebnis die Gewinnmarge 

und damit den entgangenen Gewinn der Klägerin beweisen. Dies widerspräche der allge-

meinen Beweislastregel von Art. 8 ZGB und auch der faktischen Beweisverfügbarkeit. Die 

Vorteilsanrechnung verfange hier nicht. Sie komme nur zum Zug, wenn einer geschädigten 

Vertragspartei materiell messbare Vorteile zugeflossen seien. Die Vorteilsanrechnung ist 

nach Bundesgericht somit nicht Bestandteil der Schadensberechnung im engeren Sinne, 

welche den entgangenen Gewinn betrifft (Urteil des Bundesgerichts 4A_359/2020 vom 

18. November 2020 E. 6.3.2).  

 

Nachfolgend ist zu prüfen, welche Behauptungen die Parteien vor der Vorinstanz gemacht 

haben. Dabei ist auch relevant, wie die Vorinstanz den Schaden konkret berechnet hat, 

wobei der Vorinstanz diesbezüglich ein Ermessen zukommt. Schliesslich ist zu würdigen, 

ob die Vorinstanz in Verletzung der Verhandlungsmaxime entschieden hat.  

 

2.2.5 Vorbringen des Berufungsklägers vor der Vorinstanz 

Der Berufungskläger legte in der Klage dar, dass ihm durch die Nichterfüllung des 

Pachtvertrags ein erheblicher Schaden insbesondere in Form von entgangenem Gewinn 

entstanden sei, weil er die Grundstücke inklusive der darauf befindlichen landwirtschaft-

lichen Flächen und Gebäuden nicht nutzen könne (act. 4/1, Rz. 31). Der Schaden (positives 

Vertragsinteresse) setze sich aus folgenden Positionen zusammen (act. 4/1, Rz. 32): 

 

Seite 12 

- Ertragsausfall landwirtschaftliche Nutzungsfläche (insbesondere ausgebliebener 

Futteranbau, z.B. Heu) 

- Ausgebliebene Direktzahlungen 

- Mehrkosten Rinderaufzucht (die Grundstücke hätten es dem Berufungskläger 

ermöglicht, seine im Schnitt 24 extern gehaltenen Tiere auf dem eigenen Betrieb 

aufzuziehen, was ihm (Aufzuchts-)Kosten gespart hätte).  

- Abzüglich der (hypothetischen) Mehrkosten (etwa Pachtzinsen, Kosten für die 

Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Dünger, Maschinen usw., 

sonstige Betriebskosten durch die Erweiterung des Betriebs). 

 

Für die Bestimmung des konkreten Schadens holte der Berufungskläger ein Gutachten 

beim Schweizer Bauernverband "agriexpert" ein und reichte dieses der Vorinstanz ein. 

Gemäss Gutachten vom 24. November 2020 entstehe dem Berufungskläger einen 

Schaden von kapitalisiert CHF 163'536.00. Der Berufungskläger macht jedoch bewusst 

nicht den ganzen Schaden geltend (act. 4/1, Rz. 32 f.). 

 

Zur Schadensberechnung im Besonderen unterschied der Berufungskläger vorab zwischen 

den beiden Grundstücken nach ihrer Grösse und Nutzungsart (Wiesland, Weide, Streue) 

und teilte diese prozentual einer entsprechenden Hangneigung zu. Dies sei insbesondere 

für die ausgebliebenen Direktzahlungen wesentlich (act. 4/1, Rz. 35 f.).  

 

Der Berufungskläger fasste die Schadensberechnung in einer Tabelle zusammen:  

 

 

Die Berechnung des Ertragsausfalls pro ha in Bezug auf das Wiesland des Grundstücks 

Nr. 0001 stütze sich in erster Linie auf die "Wegleitung für die Schätzung von Kulturschäden 

0001

0001

0001

0001

0002

 

Seite 13 

2019". Davon seien die hypothetischen Kosten abzuziehen, die dem Berufungskläger für 

die Bewirtschaftung des Grundstücks bzw. der fraglichen Wiese entstanden wären, 

insbesondere die Kosten für Dünger und anteilmässige Maschinenkosten. Daraus ergebe 

sich einen Ertragsausfall netto von jährlich CHF 17'620.00 (act. 4/1, Rz. 41 ff.). Zur 

Schadensposition der Direktzahlungen brachte der Berufungskläger vor, dass sich diese 

nicht nur der entsprechenden Verordnung, sondern auch dem Leitfaden "Direktzahlungen 

an Schweizer Ganzjahresbetriebe" vom November 2020 entnehmen lassen würden. Der 

Berufungskläger könne zusammenfassend Direktzahlungen in der Höhe von 

CHF 12'076.00 nicht erhältlich machen. Daraus resultiere für das Wiesland des Grund-

stücks Nr. 0001 einen Ertragsausfall von jährlich CHF 29'696.00 (act. 4/1, Rz. 44 ff.). Für 

die Weidefläche des Grundstücks Nr. 0001 liege gestützt auf die "Wegleitung für die 

Schätzung von Kulturschäden 2019" einen Ertragsausfall pro ha von CHF 40.00/dt TS bei 

70dt/TS vor, d.h. einen Ertragsausfall von CHF 2'800.00 pro ha. Auch hier seien 

hypothetische Kosten in Abzug zu bringen. Unter Einrechnung der ausbleibenden 

Direktzahlungen betrage der jährliche Ertragsausfall CHF 11'063.00 (act. 4/1, Rz. 47 ff.). 

Gleich ging der Berufungskläger bei der Schadensposition für die Streufläche des 

Grundstücks Nr. 0001 vor, wonach der jährliche Ertragsausfall CHF 427.00 betrage 

(act. 4/1, Rz. 54 ff.). Für das Wiesland des Grundstücks Nr. 0002 errechnete der 

Berufungskläger anhand derselben Vorgehensweise einen jährlichen Ertragsausfall in der 

Höhe von CHF 4'314.00 (act. 4/1, Rz. 61 ff.).  

 

Vom Total der Ertragsausfälle brachte der Berufungskläger die allgemeinen Betriebs-

kosten inkl. Pächterlasten für den Unterhalt der Gebäude in Abzug. Die Berechnung 

gehe von den durchschnittlichen Betriebsaufwänden von Referenzbetrieben aus und stütze 

sich auf den Grundlagenbericht 2017, Agroscope. Durch die Pacht hätte der Berufungs-

kläger seinen Betrieb um einen Faktor von 1.4 vergrössert, weshalb die effektiven 

Betriebskosten des Berufungsklägers gemäss Buchhaltung um den Faktor 1.4 erhöht 

werden könnten. So könnten die hypothetischen Mehraufwände errechnet bzw. geschätzt 

werden. Die so errechneten Mehrkosten in der Höhe von CHF 12'466.99 seien vom 

Schaden des Berufungsklägers abzuziehen (act. 4/1, Rz. 68 ff.). Auch der jährliche 

Pachtzins in der Höhe von CHF 6'000.00 sei vom Schaden abzuziehen (act. 4/1, Rz. 20). 

Dies ergebe einen Betrag von Total CHF 27'034.00. In Bezug auf den jährlichen Ertrag 

aus der Rinderzucht führte der Berufungskläger aus, dass er aufgrund der Nichterfüllung 

des Pachtvertrags nun weiterhin seine im Schnitt 24 "extern" aufgezogenen bzw. gehal-

tenen Tiere nicht auf den eigenen Betrieb nehmen könne, da ihm hierfür die Futterbasis wie 

auch der nötige Platz fehle. Die Tiere müssten deshalb weiterhin fremd aufgezogen bzw. 

ernährt werden. Beim durchschnittlichen "externen" Bestand von 24 Tieren und jährlichen 

Kosten von rund CHF 897.00 pro Rind gemäss Deckungsbeitragskatalog 2018 ergebe dies 

 

Seite 14 

Kosten in der Höhe von CHF 21'535.00, die der Berufungskläger hätte einsparen können 

(act. 4/1, Rz. 74 f.). Hätte der Berufungskläger die 24 externen Tiere auf dem eigenen 

Betrieb aufgezogen, würde für die Aufzucht, Fütterung, Pflege usw. eigene Arbeitskraft 

anfallen. Die hypothetischen Kosten seien bei der Berechnung in Abzug zu bringen. 

Gemäss dem Bericht "REFLEX 2018", Agroscope, sei mit einem jährlichen Zeitaufwand pro 

Rind von rund 27.8 Arbeitskraftstunden zu rechnen; bei 24 Tieren mit einem Stundenlohn 

von CHF 28.00 ergebe dies einen Betrag von CHF 18'682.00 (act. 4/1, Rz. 76 f.). Bei 

eigener Aufzucht wären auch Futterkosten angefallen, die bei der Schadensberechnung 

ebenfalls abzuziehen seien. Die Werte würden auf dem Deckungsbeitragskatalog 2018 

beruhen. Bei 24 Rinder würden die jährlichen Futterkosten CHF 17'021.00 betragen 

(act. 4/1, Rz. 78). Eine Entschädigung für die bereits entstandenen Planungskosten für die 

Umstellung des Betriebs machte der Berufungskläger explizit nicht geltend, da diese im 

Rahmen des negativen Interessens vom Berufungsbeklagten zu ersetzen wären; 

vorliegend werde aber das positive Vertragsinteresse geltend gemacht (act. 4/1, Rz. 80). 

Zusammen betrage der Schaden jährlich CHF 12'866.00; kapitalisiert mit einem 

praxisgemässen Zinssatz von 3.5% ergebe dies für die vertraglich fix abgemachte 

Pachtdauer von 15 Jahren eine Entschädigung von CHF 148'216.30 (act. 4/1, Rz. 82). 

Sollte der Berufungsbeklagte diese Schadensberechnung substantiiert bestreiten, 

beantragte der Berufungskläger die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens (act. 4/1, 

Rz. 83). Zum Rechtlichen meinte der Berufungskläger, dass er den mutmasslich 

entgangenen Gewinn abzüglich hypothetischer (Mehr-)Kosten substantiiert dargelegt habe 

und so die Umstände, welche für eine richterliche Schadensschätzung nötig seien, 

detailliert dargetan habe. Gestützt darauf sei der Schaden in Nachachtung von Art. 42 

Abs. 2 OR ermessenweise zu schätzen. Der Berufungskläger beschränkte die geltend 

gemachte Forderung pauschal auf den Betrag von CHF 130'000.00 nebst Zins von 5% seit 

dem 1. Mai 2019 (act. 4/1, Rz. 92 f.).  

 

Mit der Replik machte der Berufungskläger geltend, dass er seinen Schadenersatzanspruch 

substantiiert und unter Zugrundelegung eines privaten Gutachtens von Fachexperten 

berechnet habe (act. 4/29, Rz. 159). Der Berufungskläger rügte sodann, dass der 

Berufungsbeklagte seiner Bestreitungslast in Bezug auf die Schadensberechnung nicht 

nachkomme (act. 4/29, Rz. 163). Zur Schadenminderungspflicht führte der Berufungskläger 

aus, dass ein hypothetisches Einkommen nur insoweit anzurechnen sei, als ein sogenann-

ter innerer Zusammenhang bestehe. Die Direktzahlungen würden unabhängig davon 

fliessen, in welchem Pensum der Berufungskläger landwirtschaftlich oder nicht landwirt-

schaftlich tätig sei. In seiner Schadensberechnung sei der Einkommensausfall aus seiner 

landwirtschaftlichen Haupttätigkeit (Milchwirtschaft) bewusst nicht enthalten, weil er sich 

bewusst sei, dass er sich ein allfälliges hypothetisches Einkommen aus einem allfälligen 

 

Seite 15 

Nebenerwerb anrechnen lassen müsse. An die übrigen Schadenspositionen sei hingegen 

kein hypothetisches Einkommen anzurechnen, da es bezüglich dieser Positionen von 

vornherein am fraglichen inneren Zusammenhang fehle. Der Schaden sei ausgewiesen 

(act. 4/29, Rz. 164).  

 

 

2.2.6 Vorbringen des Berufungsbeklagten vor der Vorinstanz 

Mit der Klageantwort brachte der Berufungsbeklagte vor, dass sich der Berufungskläger 

dazu zu äussern habe, in welcher Art er die Grundstücke des Berufungsbeklagten habe 

bewirtschaften wollen. Dem Berufungskläger wären weitaus grössere als die vorgebrachten 

Mehrkosten entstanden, wenn er das Land des Berufungsbeklagten gepachtet hätte. 

Diesbezüglich beantragte der Berufungsbeklagte unter anderem die Edition der 

Steuererklärungen mit Bilanz und Erfolgsrechnung des Berufungsklägers der Jahre 2018 

bis 2020. Dem Berufungskläger sei zudem kein Ertragsausfall landwirtschaftlicher 

Nutzflächen entstanden, da das Grundstück als Futterbasis für die eigenen Tiere hätte 

dienen sollen (act. 4/12, S. 13 f.). 

 

Wenn das Land einzig als Futterbasis hätte dienen sollen, könne kein relevanter ent-

gangener Gewinn entstanden sein. Denn dann würden sämtliche Schadenersatzpositionen 

wegfallen. Zudem habe der Berufungskläger keinen Anspruch auf die vorgebrachten 

Direktzahlungen. Der Nachweis dafür sei nicht erbracht. Der Berufungsbeklagte machte 

geltend, dass die Aufzucht der Tiere auch an anderen Orten möglich gewesen wäre. Zudem 

wären hohe Aufzuchtskosten auch entstanden, wenn er die Tiere auf dem Land des 

Berufungsbeklagten aufgezogen hätte. Die geltend gemachten Mehrkosten für die 

Rinderaufzucht seien nicht abzugsfähig (act. 4/12, SS. 15, 18). Das Gutachten der 

agriexpert sei nicht nachvollziehbar; die Angaben würden bestritten. Sollte das 

Kantonsgericht davon ausgehen, dass dem Berufungskläger im Grundsatz einen 

Schadenersatzanspruch zustehe, so müsse ein unabhängiges Gutachten eingeholt 

werden. Das eingereichte Gutachten basiere etwa nicht auf allen notwendigen 

Datengrundlagen. Erforderlich sei unter anderem der Beizug der Steuerveranlagung 2018 

bis 2020 mit Bilanz und Erfolgsrechnung sowie Auszüge aus der Tierverkehrsdatenbank 

2018 bis 2020, welche Aufschluss über die durch den Berufungskläger betreuten Tiere 

erteilen würden. Stattdessen sei auf Vergleichszahlen zurückgegriffen worden. Das 

Gutachten äussere sich auch nicht zu einer Schadenminderungspflicht des 

Berufungsklägers (act. 4/12, S. 14 f.). Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Kosten für 

Dünger und die anteilsmässigen Maschinenkosten berechnet worden seien. Die Kosten 

wären für den Berufungskläger viel höher gewesen (act. 4/12, S. 15 f.). Massgebend für 

den übrigen Betriebsaufwand sei der individuelle Betrieb des Berufungsklägers. Die 

 

Seite 16 

herbeigezogenen Werte würden sich nicht auf Betriebe mit vergleichbaren 

Produktionsvoraussetzungen wie den Betrieb des Berufungsklägers beziehen (act. 4/12, 

S. 17). Schliesslich brachte er zur Schadensberechnung vor, dass der Berufungskläger 

sämtliche geltend gemachten und bestrittenen Schadenspositionen beweisen müsse und 

eine richterliche Schadensschätzung nicht anwendbar sei (act. 4/12, S. 22).  

 

In der Duplik betonte der Berufungsbeklagte, dass der Berufungskläger einem 

Nebenerwerb hätte nachgehen bzw. daraus einen grösseren Verdienst hätte erzielen 

müssen. Dies führe dazu, dass dem Berufungskläger keinen Schadenersatzanspruch 

zustehe (act. 4/37, S. 8 f.). Die Schadenminderung könne dazu führen, dass der Schaden 

mit der Zeit abnehme. In der Schadensberechnung werde die Möglichkeit der 

Betriebsumstellung soweit ersichtlich nicht berücksichtigt. Der Berufungskläger habe weite 

Teile des Sachverhalts nicht offengelegt. So könne der Berufungskläger andere 

Ersatzflächen bewirtschaften und erhalte Direktzahlungen. Ausserdem habe der 

Berufungskläger offenbar einen neuen Stall gebaut (act. 4/37, S. 10). Die geplante Baute, 

inklusive die geplante Umstrukturierung, sei in mehrerer Hinsicht entscheidrelevant. Unter 

anderem würden die geltend gemachten Mehrkosten der Rinderaufzucht ebenfalls vom 

geplanten (und realisierten) Bauvorhaben abhängen (act. 4/37, S. 13). In Bezug auf die 

Schadensberechnung rügte der Berufungsbeklagte, dass diese auf unzulässigen 

Durchschnittswerten und Vergleichszahlen basiere. Relevant sei der konkrete Betrieb des 

Berufungsklägers mit den konkreten Zahlen. Für die Frage, welchen konkreten Ertrag der 

Berufungskläger aus der Bewirtschaftung des Landes des Berufungsbeklagten hätte 

erzielen können und welche Kosten entstanden wären, sei ein Gutachten einzuholen 

(act. 4/37, S. 14 f.). Der Berufungskläger zeige selber auf, dass eine Bedingung für den 

Schadenersatzanspruch die behauptete Aufstockung des Tierbestands und die 

Unterbringung von angeblich fremd betreuten Tieren im Stall des Berufungsbeklagten sei. 

Eine Bedingung für die Aufstockung des Tierbestands sei aber auch, dass sich das 

bestrittene geplante Projekt hätte realisieren lassen – insbesondere auch in finanzieller 

Hinsicht. Diesen Beweis habe der Berufungskläger nicht erbracht. Mit anderen Worten hätte 

der Pachtvertrag es dem Berufungskläger nicht erlaubt, zusätzlichen Ertrag aus den 

gepachteten landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erwirtschaften, Direktzahlungen im 

geltend gemachten Umfang für diese Flächen zu erhalten und Aufzuchtkosten einzusparen 

(act. 4/37, S. 16). Der Berufungsbeklagte machte zudem geltend, dass der Pachtvertrag 

keine Grundvoraussetzung für den Bau des Stalls und dessen Auslastung gewesen sei. Er 

hätte ohne Probleme auch anderes Pachtland pachten können (act. 4/37, S. 17). Zum 

Schaden führte er aus, dass der Berufungskläger den Schaden bei Bestreitung zu 

begründen habe. Da unzählige relevante Unterlagen nicht eingereicht worden seien bzw. 

dem Gutachter nicht zur Verfügung gestanden hätten, sei das Gutachten nicht 

 

Seite 17 

aussagekräftig und ausserdem veraltet. Das Gutachten sei auch widersprüchlich. Aufgrund 

dessen beantragte der Berufungsbeklagte ein Gutachten zur Frage, ob die Schadenersatz-

berechnung ordnungsgemäss erstellt worden sei (act. 4/37, S. 21 f.). Das Parteigutachten 

sei nicht objektiv und eine konkrete Überprüfung sei nicht durchgeführt worden; es sei 

vielmehr auf Durchschnittswerte abgestellt worden. In Zusammenhang mit der 

Rinderaufzucht beantragte der Berufungsbeklagte auch ein Gutachten zur Frage, welchen 

konkreten Ertrag der Berufungskläger aus der Bewirtschaftung des Pachtlandes hätte 

erzielen können, und welche Kosten entstanden wären (act. 4/37, S. 22). Der 

Berufungskläger müsse sich im Rahmen der Schadenminderungspflicht ein hypothetisches 

Einkommen anrechnen lassen. Dabei spiele es keine Rolle, ob dieses Einkommen nun an 

die Direktzahlungen oder an den bestrittenen Ertrag aus der Bewirtschaftung angerechnet 

werde. Der Berufungskläger habe den Schaden nach Art. 42 Abs. 1 OR zu beweisen und 

wäre gehalten gewesen, eine konkrete Schadensberechnung mit konkreten Zahlen 

vorzulegen (act. 4/37, S. 24).  

 

2.2.7 Gutachterfragen und Hinweis auf Schadensberechnung durch die Vorinstanz 

Nach Aktenschluss und der Befragung von Zeugen und den Parteien teilte die Vorinstanz 

mit Schreiben vom 28. März 2020 mit, dass sie beabsichtige, ein Gutachten zur Ermittlung 

der Schadenshöhe einzuholen. Die Vorinstanz führte zu den Schadenspositionen aus, dass 

der Ertragsausfall (Heu) nicht genügend substantiiert sei, weshalb dazu kein Gutachten 

einzuholen sei. Der Schaden in Bezug auf die Mehrkosten der Rinderaufzucht sei 

ungenügend substantiiert, weshalb auf ein Gutachten verzichtet werde. Aus Sicht der 

Vorinstanz entspricht der Schaden den entgangenen Direktzahlungen abzüglich der 

Pachtzinsen sowie den Kosten für die Bewirtschaftung des Pachtlandes. Der Gutachter 

habe sich zum geltend gemachten entgangenen Gewinn als Schaden zu äussern. Zwecks 

Ermittlung der Höhe des Schadens habe sich der Gutachter zu den hypothetischen Kosten 

für die Bewirtschaftung des Pachtlandes, zu den Direktzahlungen, zur Möglichkeit 

anderweitiger Pacht sowie zur Höhe des kapitalisierten Schadens zu äussern (act. 4/75).  

 

Dazu meinte der Berufungsbeklagte, dass für die Schadensberechnung relevant sei, 

welche Kosten für die Rinderbetreuung entstanden wären, wenn der Berufungskläger die 

extern gehaltenen Tiere auf den eigenen Betrieb "geholt" hätte. Diese hypothetischen 

Kosten seien bei der Berechnung in Abzug zu bringen (act. 4/87, S. 2).  

 

Der Berufungskläger führte zu den Gutachterfragen aus, dass die Kosten für die Bewirt-

schaftung des Pachtlandes nur an den Schaden anrechenbar seien, wenn man auch den 

landwirtschaftlichen Ertragsausfall – gewissermassen umgekehrt – anerkenne. Dies tue die 

Vorinstanz zu Unrecht nicht (act. 4/92).   

 

Seite 18 

Am 13. Dezember 2022 teilte die Vorinstanz sodann mit, dass nunmehr fraglich sei, ob ein 

Gutachten erforderlich sei oder ob der Schaden insgesamt zu wenig substantiiert sei. Nach 

der Differenztheorie werde der Schaden bestimmt, indem der gegenwärtige Stand des 

Vermögens des Geschädigten mit dem Stand verglichen werde, den das Vermögen ohne 

das schädigende Ereignis hätte. Der Kläger habe seinen Schaden grundsätzlich konkret zu 

berechnen und ziffernmässig zu beweisen. Wären die Kosten für die externe Rinder-

aufzucht geringer als die Kosten für die interne Rinderaufzucht, wäre der Schaden 

insgesamt geringer, als dies bei einer separaten Betrachtung der übrigen Schadensposition 

der Fall wäre. Aufgrund dieser Überlegungen entschied die Vorinstanz zunächst die 

Hauptverhandlung durchzuführen und den Parteien die Möglichkeit zu geben, sich zu den 

problematischen Punkten zu äussern (act. 4/98). 

 

Zur Schadensberechnung führte der Berufungskläger am 20. Dezember 2022 aus, dass 

der Schaden auch berechnet werden könne, wenn einzelne Positionen nicht geschützt 

würden. Ob und inwieweit in diesem Fall durch das Schadensereignis resultierte Vorteile 

(Beispiel des Kantonsgerichts: Geringere Kosten der Rinderaufzucht) – die nota bene der 

Berufungsbeklagte zu behaupten bzw. zu beweisen hätte – an die Schadenspositionen 

anzurechnen seien, sei eine (Rechts-)Frage der Vorteilsanrechnung. Die Beweislast liege 

vollumfänglich beim Berufungsbeklagten (act. 4/100). Wenn aus einem schädigenden 

Ereignis Vorteile erwachsen, müsse man diese anrechnen. Wenn die Kosten der externen 

Rinderzucht geringer wären, als die Kosten der internen, müsse man sich fragen, mit 

welcher Position dieser Vorteil in Zusammenhang stehe. Mit Direktzahlungen sicher nicht. 

Diese wären trotzdem zu ersetzen (act. 4/103, S. 3 f.). 

 

Der Berufungsbeklagte bestritt an der Hauptverhandlung, dass man das Ersatzeinkommen 

nicht von den Direktzahlungen abziehen könne. Die Direktzahlungen erhalte man, weil man 

das Land bewirtschafte (act. 4/103, S. 5). 

 

 

2.2.8 Vorinstanzliches Vorgehen  

Die Vorinstanz führte im angefochtenen Urteil aus, dass zur Bestimmung des Schadens 

der tatsächliche Vermögensstand mit dem hypothetischen Vermögensstand ohne das 

schädigende Ereignis zu vergleichen sei. Der Berufungskläger mache geltend, dass er 

aktuell einen Teil seiner Rinder extern aufziehe, weil das betriebseigene Futter nicht 

ausreiche. Die Pacht hätte es ihm ermöglicht, die Rinder auf dem eigenen Hof zu betreuen 

und Kosten einzusparen (E. III/2.3.1 des vorinstanzlichen Urteils). Der tatsächliche 

Vermögensstand bestehe aus dem Gewinn aus der externen Aufzucht, da davon auszu-

gehen sei, dass der Berufungskläger auch ohne Abschluss des Pachtvertrags die externe 

 

Seite 19 

Aufzucht weitergeführt hätte. Als hypothetischer Vermögensstand gelte der Gewinn, den 

der Berufungskläger mit der internen Aufzucht der Rinder, dem Ertrag aus dem Pachtland 

und Direktzahlungen erwirtschaftet hätte. Die Vorinstanz verglich damit den Gewinn aus 

der externen Aufzucht mit dem Gewinn aus der internen Aufzucht. Die Vorinstanz hielt dazu 

fest, dass der Berufungskläger zu Unrecht von der Vorstellung ausgehe, dass für jedes 

Erzeugnis (z.B. Milch, Heu) eine separate Erfolgsrechnung zu erstellen sei. Vielmehr sei 

eine einzige Erfolgsrechnung zu erstellen, um den entgangenen Gewinn eines Betriebs zu 

berechnen. Es seien alle Einnahmen allen Ausgaben gegenüberzustellen. Der Grund liege 

darin, dass allfällige Verluste bei einem Erzeugnis, Gewinne aus einem anderen Erzeugnis 

neutralisieren könnten. Nur auf dem Weg einer Gesamtrechnung könne der hypothetische 

Vermögensstand ohne das schädigende Ereignis bestimmt werden (E. III/2.3.2 f. des 

vorinstanzlichen Urteils). Zum Gewinn aus der externen Rinderaufzucht hielt die 

Vorinstanz fest, dass sich der Berufungskläger zum Verkaufserlös nicht geäussert habe. 

Dies schade vorliegend nicht, weil der Verkaufserlös bei der internen Aufzucht gleich hoch 

wäre und sich an der Differenz zwischen den beiden Vermögensständen nichts ändere, 

wenn die Verkaufserlöse ausser Betracht gelassen würden (E. III/2.4.2 des vorinstanzlichen 

Urteils). Der Berufungskläger habe sich weiter nicht dazu geäussert, ob er für die extern 

aufgezogenen Tiere Direktzahlungen erhalte. Somit sei davon auszugehen, dass er keine 

Direktzahlungen erhalte. Die Kosten der externen Rinderaufzucht habe der Berufungs-

kläger abstrakt berechnet. Diese Kosten hätten sich jedoch konkret bestimmen lassen, z.B. 

mittels Rechnung oder Vertrag, womit das Abstellen auf abstrakte Zahlen nicht zulässig sei. 

Folglich seien keine entsprechenden Kosten zu berücksichtigen (E. III/2.4.3 f. des 

vorinstanzlichen Urteils). Im Ergebnis hielt die Vorinstanz fest, dass in der Erfolgsrechnung 

sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausgaben der Betrag von CHF 0.00 

einzusetzen sei. Zum Gewinn aus der internen Rinderaufzucht führte die Vorinstanz aus, 

dass der Berufungskläger unter dem Titel "Ertragsausfall" den Wert des Heus, welches das 

Pachtland abgeworfen hätte, als entgangene Einnahme geltend gemacht habe. Gemäss 

dem Berufungskläger wäre das Heu aber nicht verkauft, sondern an die intern gehaltenen 

Kühe verfüttert worden. Da das Heu zum Verbrauch der eigenen Tiere bestimmt gewesen 

sei, könne dessen Wert nicht in der Erfolgsrechnung als Ertrag verbucht werden. 

Stattdessen seien die Einnahmen aus Verkauf von Fleisch und Milch, als Ertrag geltend zu 

machen. Dem Wert des Heus werde auf der Aufwandseite durch geringere Produktions-

kosten indirekt Rechnung getragen. Die behaupteten Direktzahlungen des Berufungs-

klägers wären von einem Gutachter zu bestimmen gewesen. Da dem Berufungsbeklagten 

jedoch keinen Nachteil entstehe, stellte die Vorinstanz auf die Zahlen des Berufungsklägers 

ab. Auch in Bezug auf die jährlichen Produktionskosten (Bewirtschaftung, Arbeitskraft, 

allgemeiner Betriebsaufwand und Kosten Futterzukauf) stellte die Vorinstanz auf die 

Bezifferung des Berufungsklägers ab, auch wenn der Berufungsbeklagte diese bestritten 

 

Seite 20 

habe (E. III/2.5 des vorinstanzlichen Urteils). Anhand einer Tabelle (vgl. vereinfachte 

Version unten; vgl. E. III/2.5.6 des vorinstanzlichen Urteils) stellte die Vorinstanz die 

Berechnung des entgangenen Gewinns dar: 

 

Betrieb 1: Externe Rinderaufzucht  Betrieb 2: Interne Rinderaufzucht 

Ertrag Ertrag 

Verkaufserlös externe Rinder 

 

----- Verkaufserlös aus ehemals extern 

gehaltenen Rindern  

----- 

Direktzahlungen 

 

0.00 Direktzahlungen  19'539.00 

  Weitere Einnahmen 0.00 

Total:  0.00 Total:  19'539.00 

 
Aufwand   Aufwand  

Entschädigung externe Aufzucht  Pachtzinsen - 6'000.00 

Tatsächliche Kosten nicht offengelegt, 

zugunsten des Beklagten mit CHF 0.00 

zu berücksichtigen 

- 0.00 Bewirtschaftung Wiese  

GS-Nr. 0001 

- 575.00 

  Bewirtschaftung Weide  

GS-Nr. 0001: 

- 427.00 

  Bewirtschaftung Streue  

GS-Nr. 0001: 

- 187.00 

  Bewirtschaftung Wiese  

GS-Nr. 0002  

- 575.00 

  Arbeitskraft Rinderbetreuung - 18'682.00 

  Allgemeiner Betriebsaufwand - 12'466.00 

  Kosten Futterzukauf - 17'021.00 

Total:  0.00 Total: - 55'933.00 

    

Gewinn / Verlust (1) 0.00 Gewinn / Verlust (2) - 36'394.00 

 

Im Ergebnis sei kein entgangener Gewinn und somit kein Schaden erstellt. Die Vorinstanz 

wies die Klage damit ab. 

 

2.2.9 Würdigung  

Vorab ist festzuhalten, dass der vorliegend geltend gemachte Schaden als entgangener 

Gewinn zu qualifizieren ist. Denn der Berufungskläger verlangt vom Berufungsbeklagten 

jene Summe, die er hätte erwirtschaften können, wenn der Vertrag eingehalten worden 

wäre. Es geht vorliegend darum, dass der Berufungsbeklagte dem Berufungskläger die 

Möglichkeit genommen hat, sein Vermögen zu vermehren (vgl. auch die Ausführungen des 

Berufungsklägers act. 4/1, Rz. 31 und 92 f.). Die Berechnung des entgangenen Gewinns 

orientiert sich an der Hypothese, wie sich die Situation ohne das schädigende Ereignis 

 

Seite 21 

entwickelt hätte; es sind also (teils hypothetische) Positionen (Erträge und Aufwendungen) 

gegenüberzustellen.  

 

Bevor die Rüge der Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes geprüft werden kann, ist die 

Schadensberechnung der Vorinstanz zu erfassen und einzuordnen:  

Vorliegend teilt der Berufungskläger den entgangenen Gewinn in folgende Positionen ein:  

- Ertragsausfall landwirtschaftliche Nutzungsfläche 

- ausgebliebene Direktzahlungen 

- Mehrkosten Rinderaufzucht 

- abzüglich der (hypothetischen) Mehrkosten 

 

Der Berufungskläger moniert, er habe nicht geltend gemacht, dass sich sein Gewinn aus 

der Milch- und Fleischproduktion erhöht habe. Die Vorinstanz habe bei der Schadens-

berechnung die auf die Positionen entfallenden ersparten Posten als schadensreduzierend 

berücksichtigt (vgl. act. 1, Rz. 15 und 20 ff.). Dem Berufungskläger ist dahingehend 

zuzustimmen, dass weder vom Berufungskläger noch vom Berufungsbeklagten der 

Einbezug vom Verkaufserlös bei der Milch- und Fleischproduktion geltend gemacht wurde. 

Der Berufungskläger führte demnach nicht sämtliche Positionen seines Betriebs (etwa 

vollständige Erfolgsrechnung) in den Prozess ein. Dies brauchte er auch nicht. Zwar handelt 

es sich bei der Differenztheorie um eine Gesamtrechnung, doch um vorliegend den 

entgangenen Gewinn berechnen zu können, sind nicht sämtliche Positionen des Betriebs 

notwendig (vgl. Tabelle unten). Im Sinne von FISCHER wird in der Praxis oft nur der konkrete 

Verlust ermittelt. Mit anderen Worten untersucht man nur jene Positionen, die sich verändert 

haben (vgl. E. 2.2.3 hiervor; vgl. auch FELLMANN/KOTTMANN, a.a.O., Rz. 1334). Die 

Vorinstanz ist anders vorgegangen: Sie hat jeweils den Gesamtertrag dem Gesamtaufwand 

gegenübergestellt und die zwei Vermögensstände (externe und interne Rinderaufzucht) 

verglichen (vgl. Tabelle in E. 2.2.8 hiervor). Die Vorinstanz hätte den Schaden auch anders 

berechnen können, nämlich indem die für die Schadenshöhe relevanten Positionen 

gegenübergestellt werden. Nach dieser Methode hat auch der Berufungskläger die 

Schadensberechnung vorgenommen. Vorliegend werden die Zahlen der Vorinstanz 

übernommen und in die Tabelle eingefügt: 

 

Entgangener Gewinn  

Hypothetischer Ertrag  

Hypothetische Direktzahlungen mit neuem Pachtland 

 

19'539.00 

Hypothetischer Ertrag aus landwirtschaftlicher Nutzfläche  0.00 

  

Total:  19'539.00 

 

Seite 22 

Hypothetischer Aufwand   

Pachtzinsen (-) 6'000.00 

Bewirtschaftung Wiese  

GS-Nr. 0001 

(-) 575.00 

 Bewirtschaftung Weide  

GS-Nr. 0001: 

(-) 427.00 

Bewirtschaftung Streue  

GS-Nr. 0001: 

(-) 187.00 

Bewirtschaftung Wiese  

GS-Nr. 0002  

(-) 575.00 

Arbeitskraft Rinderbetreuung (-) 18'682.00 

Allgemeiner Betriebsaufwand (-) 12'466.00 

Kosten Futterzukauf (-) 17'021.00 

Total: (-) 55'933.00 

Vorläufiger Gewinn/Verlust (-) 36'394.00 

Hypothetische Einsparungen   

Kosten externe Rinderaufzucht (+) 0.00 

  

  

  

Total Gewinn / Verlust  - 36'394.00 

 

Die Tabelle zeigt, dass die Methode der Vorinstanz, die in den Rechtsschriften von keiner 

Partei so angedacht worden ist, nicht zu einem anderen bzw. unrichtigen Ergebnis führt. 

Beide Berechnungen führen zu einem Verlust von CHF 36'394.00. Letztlich hat die 

Berechnungsmethode der Vorinstanz keinen Einfluss auf den Entscheid.  

 

Als Rechtsfrage ist zu prüfen, ob das Gericht den Schaden nach den zutreffenden 

Rechtsgrundsätzen berechnet hat und dabei einen zutreffenden Rechtsbegriff des 

Schadens zugrunde gelegt hat. Dagegen sind Feststellungen zum Bestand und Umfang 

eines Schadens grundsätzlich Tatfragen (BGE 127 III 73 E. 3c). Bei der Beurteilung der von 

der Vorinstanz gewählten Methode der Schadensberechnung handelt es sich grundsätzlich 

um eine Rechtsfrage, womit diesbezüglich eine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes 

nicht in Frage kommt. Indem die Vorinstanz die Parteien bereits im Schreiben vom 

13. Dezember 2022 auf die Differenztheorie – der gegenwärtige und hypothetische 

Vermögensstand würden verglichen – aufmerksam gemacht und ihnen die Gelegenheit 

gegeben hat, dazu Stellung zu nehmen, wurde auch der Grundsatz der überraschenden 

Rechtsanwendung nicht verletzt.  

 

Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die Gegenüberstellung der 

Verkaufserlöse (extern/intern gehaltene Rinder; zwei separate Berechnungen) nicht 

 

Seite 23 

notwendig ist, um den entgangenen Gewinn zu berechnen. Dies hat auch die Vorinstanz 

festgestellt. Die Vorinstanz hat sich unnötigerweise mit von den Parteien gar nicht 

vorgebrachten Positionen auseinandergesetzt. Da sich die erwähnten Verkaufserlöse nicht 

auf die Schadenshöhe und somit nicht zum Nachteil des Berufungsklägers auswirken, ist 

darauf aber nicht weiter einzugehen. Als Zwischenfazit kann gesagt werden, dass sich die 

konkrete Wahl der Schadensberechnung (Gesamtrechnung mit Vergleich zweier 

Vermögensstände) sowie die Berücksichtigung nicht vorgebrachter Positionen 

(Verkaufserlös, Direktzahlungen bei Betrieb 1, weitere Einnahmen bei Betrieb 2) nicht zum 

Nachteil des Berufungsklägers auswirken. Der Grund für den berechneten Verlust liegt im 

Wesentlichen darin, dass die Vorinstanz weder den geltend gemachten Ertragsausfall aus 

der landwirtschaftlichen Fläche noch die Kosten für die externe Rinderaufzucht 

berücksichtigte. Diese hätten sich zugunsten des Berufungsklägers ausgewirkt (mit 

insgesamt CHF 54'499.00). 

 

Eine allfällige Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes ist vor dem Hintergrund der 

Beweis- bzw. Behauptungslast zu beurteilen. Die Beweislast für die Höhe des Schadens 

bzw. des entgangenen Gewinns liegt beim Berufungskläger. Seinen Ausführungen, dass 

der Berufungsbeklagte die aus dem Schaden resultierenden Vorteile (also schadens-

mindernde Positionen) zu behaupten und zu beweisen habe, kann nicht gefolgt werden. 

Beim entgangenen Gewinn handelt es sich nicht nur um entgangene hypothetische 

Einnahmen, sondern es sind davon die (hypothetischen) Aufwendungen in Abzug zu 

bringen. Nur so kann der entgangene Gewinn berechnet werden. Die Aufwendungen sind 

ein wesentlicher Bestandteil der Berechnungsformel und somit vom Berufungskläger zu 

behaupten und zu beweisen. Der Berufungskläger kann sich daher nicht darauf berufen, 

dass der Berufungsbeklagte die schadensmindernden Positionen zu beweisen hat. Die 

Berechnung der Vorinstanz enthält zwar verschiedene aus Sicht des Obergerichts unnötige 

und von den Parteien nicht vorgebrachte Positionen. Da die Berechnungsmethode und 

damit auch die notwendigen Schadenspositionen eine Rechtsfrage ist, kann der Vorinstanz 

keine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes vorgeworfen werden, wenn sie die für aus 

ihrer Sicht relevanten Positionen ins Urteil einfliessen lässt, zumal der Berufungskläger für 

diese beweispflichtig ist. Die von der Vorinstanz berücksichtigen Positionen wirkten sich 

jedoch, wie erwähnt, nicht zum Nachteil des Berufungsklägers aus. Insbesondere liess die 

Vorinstanz auf der Aufwandsseite keine hypothetischen Betriebskosten einfliessen, die von 

keiner Seite vorgebracht wurden.  

 

Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass eine Verletzung des Dispositionsmaxime nicht 

ersichtlich ist, ging doch die Vorinstanz nicht über die Begehren der Parteien hinaus. 

 

 

Seite 24 

2.3 Ertragsausfall als Schadensposition 

In Bezug auf die vorinstanzlichen Vorbringen der Parteien kann auf die E. 2.2.5 und 2.2.6 

hiervor verwiesen werden.  

 

2.3.1 Vorinstanzliches Urteil 

Die Vorinstanz hielt fest, dass der Berufungskläger unter dem Titel "Ertragsausfall" den 

Wert des Heus, den das Pachtland abgeworfen hätte, als entgangene Einnahmen geltend 

gemacht habe. Das Heu wäre nicht verkauft worden, sondern an die intern gehaltenen Tiere 

verfüttert worden. Da das Heu zum Verbrauch der eigenen Tiere bestimmt worden sei, 

könne der Berufungskläger dessen Wert in der Erfolgsrechnung nicht als Ertrag verbuchen. 

Stattdessen wären die Einnahmen aus dem Verkauf von Fleisch und Milch, zu dessen 

Produktion das Heu verwendet worden wäre, als Ertrag geltend zu machen. Der 

Berufungskläger mache dies aber nicht geltend. Die Einnahmen seien deshalb nicht zu 

berücksichtigen. Dem Wert des Heus werde beim Verbrauch durch die eigenen Tiere in der 

Erfolgsrechnung auf der Aufwandseite durch geringere Produktionskosten indirekt 

Rechnung getragen (E. III/2.5.2 des vorinstanzlichen Urteils).  

 

2.3.2 Vorbringen des Berufungsklägers 

Es sei unverständlich, weshalb die Vorinstanz den geltend gemachten Ertragsausfall nicht 

berücksichtigt habe. Denn auch verbrauchbare Gegenstände wie z.B. Heu hätten einen 

schadenersatzrechtlich ersatzfähigen Vermögenswert. Dem Berufungskläger stehe es frei, 

diesen Schaden – nämlich den Wert des verbrauchbaren Guts, das ihm entgehe – einzu-

klagen (act. 1, Rz. 16). Der Berufungskläger betont, dass er nur drei Schadenspositionen 

geltend mache. Darunter den Ertrag, den die streitgegenständlichen Pachtflächen 

"abgeworfen" hätten. Dieser Ertrag sei unabhängig davon, für was er letztlich verwendet 

worden wäre, ersatzfähiger Schaden. Der fragliche Ertrag – Heu und/oder Stroh – würden 

einen Vermögenswert aufweisen, denn beides bekomme man auf dem Markt nicht 

geschenkt. Die Werte liessen sich objektiv bestimmen, was zulässig sei. Dass der 

landwirtschaftliche Ertrag grundsätzlich für den Verzehr durch die eigenen Tiere des 

Berufungsklägers bestimmt gewesen wäre, ändere nichts am Schaden. Der 

Berufungskläger sei nicht verpflichtet, z.B. das Heu auf dem Markt zu verkaufen. Er könne 

es für seine eigenen Tiere gebrauchen und trotzdem den objektiven Wert ersetzt verlangen, 

zumal er sich einspare, dieses extern einzukaufen (act. 1, Rz. 29). Vorliegend entgehe dem 

Berufungskläger das Gras (bzw. Heu und Stroh) während 15 Jahren. Der Schaden bestehe 

im Verkehrswert, den er ermittelt habe. Ein konkreter Verkaufserlös sei nur dann 

nachzuweisen, wenn ein über den Verkehrswert stehender Ersatzbetrag geltend gemacht 

werde, was vorliegend nicht der Fall sei (act. 1, Rz. 30).  

 

 

Seite 25 

2.3.3 Vorbringen des Berufungsbeklagten 

Der Berufungsbeklagte legt dar, dass nicht der Gegenstand an sich (z.B. Heu), sondern 

immer nur die vermögensrechtlichen Folgen eines Ereignisses einen Schaden darstellen 

würden. Der Berufungskläger habe nie rechtsgenüglich geltend gemacht, dass er Futter für 

seine Tiere extern einkaufen müsse und wie teuer dies gewesen sein soll (act. 7, S. 4). 

Einzig in der Replik habe er erwähnt, dass er Futter zukaufen müsse. Dabei habe er nicht 

erwähnt, welchen Betrag er habe zahlen und wieviel Futter er angeblich habe kaufen 

müssen (act. 7, S. 4). Der Berufungskläger habe zudem – wie die Vorinstanz festgestellt 

habe – keine Angaben dazu gemacht, was er auf dem Pachtland habe anbauen wollen. Mit 

Wiesen und Weiden erziele ein Bauer bspw. Ertrag, indem er Gras zu Strohballen siliere 

und diese Silos verkaufe. Er könne aber auch etwas anbauen. Einen Ertrag hätte der 

Berufungskläger nur erzielt, wenn er z.B. das Futter verkauft hätte. Dies habe der 

Berufungskläger aber nicht geltend gemacht (act. 7, S. 4 f.). Der Berufungsbeklagte betont 

weiter, dass sich der Berufungskläger mittels Gutachten nur auf abstrakte Zahlen bezogen 

habe, was unzulässig sei. Der Berufungskläger habe weder behauptet, dass er das Heu 

verkauft hätte, noch dass er das Heu wegen fehlendem Pachtantritt habe einkaufen müssen 

und wie teuer dieses sein soll. Der Berufungskläger habe nie Verkehrswerte dieser 

Produkte behauptet oder belegt. Eine abstrakte Berechnung sei unzulässig (act. 7, S. 9.). 

 

2.3.4 Würdigung 

Bei der Schadensberechnung wird das Ausmass der Vermögensverminderung des 

Geschädigten in Geld ermittelt. Neben der vom Berufungskläger vorgebrachten objektiven 

Berechnungsmethode (Ermittlung des Verkehrswerts der Sache) kann der Schaden auch 

mittels subjektiver Methode (Ermittlung des "Gebrauchswerts" für den Geschädigten) 

ermittelt werden (vgl. FELLMANN/KOTTMANN, a.a.O., Rz. 1336 und Rz. 1343 f.). Wiederum 

ist vorliegend zu betonen, dass nicht die Höhe eines positiven Schadens, sondern des 

entgangenen Gewinns umstritten ist. Entsprechend hat sich auch die Berechnung daran zu 

orientieren. Ein ersatzfähiger Schaden muss sich auf das Vermögen auswirken. Dies 

bedeutet im vorliegenden Fall, dass der Berufungskläger zu behaupten bzw. zu beweisen 

hat, dass er wegen des schädigenden Ereignisses in Bezug auf das Gras/Heu/Stroh Kosten 

eingespart hätte bzw. mehr Einnahmen gemacht hätte. Der ausbleibende Verbrauch per se 

kann vorliegend nicht entschädigt werden. Dabei ist nicht entscheidend, dass es sich um 

ein Verbrauchsgut handelt, sondern inwiefern sich die fehlende Möglichkeit, über das 

Verbrauchsgut zu verfügen, konkret negativ auf das Vermögen des Berufungsklägers 

auswirkt.  

 

Der Berufungskläger hätte im Fall der internen Rinderaufzucht (positives Vertragsinteresse) 

die Futterkosten für die externe Aufzucht eingespart, da er über Gras und Heu von den 

 

Seite 26 

gepachteten Grundstücken verfügt hätte. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Frage 

des Ertrags, sondern der eingesparten Kosten. Diese wurden vom Berufungskläger aber 

weder konkret behauptet noch bewiesen. In Bezug auf die Kosten der externen 

Rinderaufzucht stützte sich der Berufungskläger auf Statistiken, was der Berufungsbeklagte 

mehrmals bestritten hat und von der Vorinstanz zu Recht nicht geschützt wurde.  

 

Hingegen macht der Berufungskläger den Erlös der verkauften Rinder nicht geltend. Der 

Vorinstanz kann nicht gefolgt werden, wenn diese ausführt, dass die Einnahmen aus dem 

Verkauf von Fleisch und Milch, zu dessen Produktion das Heu verwendet worden wäre, als 

Ertrag hätte geltend gemacht werden müssen. Denn am Verkaufserlös (ob Fleisch oder 

Milch) ändert sich per se nichts (und wurde auch nicht geltend gemacht) und ist nicht 

relevant. Was sich ändern kann, ist die Aufwandseite, also die Kosten für das Futter 

(Futterkosten können aktuell nicht eingespart werden, da das Heu aus dem Pachtland nicht 

gebraucht werden kann) oder auf der Seite der Einnahmen, wenn der Berufungskläger das 

Heu verkauft hätte. Dies wurde aber unbestrittenermassen ebenfalls nicht geltend macht.  

 

Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Schadensposition "Ertragsausfall landwirt-

schaftliche Nutzungsfläche (insbesondere ausgebliebener Futteranbau, z.B. Heu)" in 

Bezug auf die geltend gemachte Höhe des entgangenen Futters (Heu etc.) bei der 

Schadensberechnung zu Recht nicht berücksichtigt. Der Berufungskläger hätte belegen 

müssen, wie hoch der Schaden im Vergleich zur heutigen Situation in Form eines 

entgangenen Gewinns ist. Indem der Berufungskläger nur den Ertrag abzüglich der 

hypothetischen Kosten für die Bewirtschaftung des Pachtlands behauptete, fehlt letztlich 

der Bezug zur heutigen Situation und der Schaden kann nicht errechnet werden, zumal 

nicht bewiesen ist, dass er sämtliches Gras/Heu für die interne Aufzucht gebraucht hätte. 

 

 

2.4 Rechtswidrige Vorteilsanrechnung 

Auch in Bezug auf die Rüge der rechtswidrigen Vorteilsanrechnung kann für die 

vorinstanzlichen Vorbringen der Parteien auf die E. 2.2.5 und 2.2.6 hiervor verwiesen 

werden.  

 

2.4.1 Vorinstanzliches Urteil 

Aus E. 2.2.8 f. hiervor ergibt sich, wie die Vorinstanz den entgangenen Gewinn berechnet 

hat. Dabei hat sie von den hypothetischen Einnahmen (Direktzahlungen) sämtliche 

Aufwendungen bzw. Produktionskosten in Abzug gebracht, namentlich: Pachtzahlungen, 

Kosten für die Bewirtschaftung des Pachtlands, Arbeitskraft Rinderbetreuung und allge-

meiner Betriebsaufwand sowie Futterzukauf.  

 

Seite 27 

2.4.2 Vorbringen des Berufungsklägers  

Der Berufungskläger legt dar, dass die Schadensberechnung an einer rechtswidrigen 

Vorteilsanrechnung leide, womit der Entscheid aufgehoben werden müsse, auch wenn das 

Vorgehen der Vorinstanz vom Obergericht als zulässig eingestuft werde. Die Vorinstanz 

gehe nämlich sinngemäss davon aus, dass einzig die auf die streitgegenständlichen 

Pachtflächen entgangenen Direktzahlungen schadensseitig zu berücksichtigen seien. Von 

diesen entgangenen Direktzahlungen ziehe sie dann aber sämtliche hypothetische 

Produktionskosten ab und zwar unabhängig davon, ob diese in einem Zusammenhang mit 

den entgangenen Direktzahlungen stehen würden. Damit verletze die Vorinstanz die 

Grundsätze der Vorteilsanrechnung (act. 1, Rz. 17). Der Berufungskläger legt dar, dass er 

Aufwendungen, die in Zusammenhang mit den Schadenspositionen stehen würden, in 

Abzug gebracht habe. Diese Aufwendungen wären nötig gewesen, um die geltend 

gemachten Ausfälle tatsächlich zu realisieren (act. 1, Rz. 33). Dies gelte aber dann nicht 

mehr (uneingeschränkt), wenn von den Schadenspositionen einzelne Positionen wegfallen 

bzw. gar nicht beurteilt würden. Die Vorinstanz gehe davon aus, dass nur die 

Schadensposition der Direktzahlungen erstellt sei. Dies werde bestritten. Sollte dies aber 

dennoch zutreffend sein, wäre es nicht zulässig, umgekehrt auf der Aufwandseite trotzdem 

alle Positionen unbeschränkt vom so verbleibenden Schaden abzuziehen. Denn 

Futterkosten hätten mit den "verbleibenden" Direktkosten keinen Zusammenhang. Die 

Direktzahlungen würden fliessen, auch wenn kein Vieh gehalten werde. Abzuziehen seien 

nur die Kosten für die Bewirtschaftung der Grundstücke, nicht aber der allgemeine 

Betriebsaufwand und die Arbeitskraft für die Rinderbetreuung (act. 1, Rz. 34 f.). Die 

Vorinstanz begründe ihren Standpunkt lediglich damit, dass über die Einnahmen und 

Ausgaben eine Gesamtrechnung zu erstellen sei. Diese Auffassung greife viel zu kurz 

(act. 1, Rz. 38).  

 

2.4.3 Vorbringen des Berufungsbeklagten 

Nach Ansicht des Berufungsbeklagten sind die (hypothetischen) Produktionskosten zu 

Recht abgezogen worden. Nur weil der Berufungskläger mit vielen Schadenspositionen 

nicht durchgerungen sei, bedeute dies nicht, dass die Produktionskosten nur anteilsmässig 

vom behaupteten Schaden abzuziehen seien. Es handle sich nicht um eine Vorteils-

anrechnung, sondern um einen Vermögensvergleich. Die als Aufwand abgezogene 

Positionen seien keine Vorteile, sondern (Produktions)kosten (act. 7, S. 5). Die Vorinstanz 

habe nachvollziehbar begründet, dass eine einzige Erfolgsrechnung zu erstellen sei. Zu 

den Direktzahlungen führt der Berufungsbeklagte aus, dass diese nur fliessen würden, 

sofern die Flächen bewirtschaftet würden. Damit er die Pachtflächen hätte bewirtschaften 

können, hätte er neben dem Pachtzins und den Bewirtschaftungskosten auch den all-

gemeinen Betriebsaufwand bezahlen müssen. Allein dies entspreche Kosten von 

 

Seite 28 

CHF 20'230.00 und würden die Direktzahlungen in der Höhe von CHF 19'539.00 überstei-

gen. Die Berufung wäre somit auch abzuweisen, wenn der Argumentation des Berufungs-

klägers gefolgt würde. Schliesslich könnten aber die Kosten für die Arbeitskraft 

Rinderbetreuung und die Kosten für den Futterzukauf nicht einfach ausgeblendet werden. 

Für die Bewirtschaftung von etwas mehr als 10 Hektaren hätte der Berufungskläger eine 

Arbeitskraft einstellen müssen, was Kosten verursache (act. 7, S. 11). Der allgemeine 

Betriebsaufwand in der Höhe von CHF 12'466.00 sei in vollem Umfang vom behaupteten 

Schaden abzuziehen (act. 7, S. 12).  

 

2.4.4 Würdigung 

Wie erwähnt macht der Berufungskläger einen entgangenen Gewinn geltend. Ebenfalls 

wurde aufgezeigt, dass der Berufungskläger, namentlich mit Bezug auf die Tabellen aus 

dem Parteigutachten, die einzelnen Positionen teilweise vermischt hat, auch wenn er sich 

mehrmals darauf beruft, nur drei Schadenspositionen geltend zu machen. Sinngemäss 

bringt er vor, dass diese Positionen separat und je für sich alleinstehend einen Teil des 

Gesamtschadens ausmachen würden.  

 

Dem Berufungsbeklagten ist dahingehend zuzustimmen, dass das Konzept der Vorteils-

anrechnung vorliegend nicht auf die Berechnung des entgangenen Gewinns anwendbar ist 

(vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 4A_359/2020 vom 18. November 2020 E. 6.3.2; 

vgl. E. 2.2.4 hiervor). Vielmehr stehen sich bei der Berechnung des entgangenen Gewinns 

grundsätzlich stets (hypothetische) Einnahmen und Aufwendungen gegenüber. Nichts-

destotrotz dürfen bei der Berechnung nur Positionen berücksichtigt werden, die auch einen 

Einfluss auf den entgangenen Gewinn haben; betriebsfremde Positionen finden keinen 

Eingang in die Berechnung. Die vom Berufungskläger gerügten Positionen haben aber 

einen Bezug zum entgangenen Gewinn, auch wenn sie nicht unmittelbar mit den 

entgangenen Direktzahlungen zusammenhängen mögen. Letztlich geht es darum, den 

entgangenen Gewinn zu berechnen, der sich an sämtlichen (hypothetischen) Einnahmen 

und (hypothetischen) Aufwendungen orientiert.  

 

Vorliegend berücksichtigte die Vorinstanz die Schadenspositionen "Ertragsausfall landwirt-

schaftliche Nutzflächen" und "Mehrkosten Rinderaufzucht" bei der Schadensberechnung. 

Nur in Bezug auf deren Höhe entschied die Vorinstanz, dass die vom Berufungskläger 

vorgebrachten Beträge nicht nachgewiesen seien. Dies bedeutet per se nicht, dass auch 

die Aufwandseite im Sinne des Berufungsklägers unberücksichtigt bleiben darf. Wäre dies 

der Fall würde sich das Beweisergebnis verfälschen und eine allfällige Bereicherung seitens 

des Berufungsklägers resultieren. Damit hat die Vorinstanz zu Recht sämtliche bewiesene 

 

Seite 29 

Positionen addiert bzw. subtrahiert. Eine Verletzung in Bezug auf die Vorteilsanrechnung 

ist zu verneinen.  

 

 

2.5 Schadensschätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR 

2.5.1 Vorbringen des Berufungsklägers  

Schliesslich hat die Vorinstanz laut Berufungskläger Art. 42 Abs. 2 OR verletzt. Die 

Vorinstanz habe eine hypothetische Erfolgsrechnung, die von niemandem behauptet 

worden sei, erstellt, was unzulässig sei. Auf jeden Fall habe der Berufungskläger nie die 

Möglichkeit gehabt, den so bestimmten Schaden ziffernmässig nachzuweisen, zumal die 

Vorinstanz ihre Ansicht vor dem Aktenschluss nicht angekündigt habe. Die Vorinstanz wäre 

deshalb verpflichtet gewesen, einzelne Positionen zu schätzen, etwa den entgangenen 

Gewinn aus der Milch- und Fleischproduktion (der von dem Berufungskläger nicht geltend 

gemacht wurde, von der Vorinstanz aber neben den Direktzahlungen als einzige potentiell 

ersatzfähige Position angesehen werde; act. 1, Rz. 18). Aufgrund der "erfundenen" 

Erfolgsrechnung der Vorinstanz sei es ihm unmöglich gewesen, die ihm gar nicht bekannten 

Positionen dieser hypothetischen Erfolgsrechnung rechtzeitig und formgerecht zu behaup-

ten und nachzuweisen. Würde das Vorgehen der Vorinstanz als zulässig erachtet werden, 

hätte die Vorinstanz zumindest Art. 42 Abs. 2 OR verletzt. Denn nach Art. 42 Abs. 2 OR sei 

der ziffernmässig nicht nachweisbare Schaden vom Gericht zu schätzen. Dem Berufungs-

kläger sei vorliegend weder klar gewesen, dass die Vorinstanz den ausgebliebenen 

landwirtschaftlichen Ertrag als nicht ersatzfähig ansehen würde noch, dass die Vorinstanz 

einen Schadensnachweis aus Milch- und/oder Fleischproduktion erwarten würde. Die 

Vorinstanz hätte den Berufungskläger entweder vor Aktenschluss auf ihre Auffassung 

hinweisen oder zumindest die fraglichen Positionen ihrer hypothetischen Erfolgsrechnung 

nach pflichtgemässem Ermessen schätzen müssen. Bei einer unsicheren, hypothetischen 

Betrachtungsweise liege ein klassischer Anwendungsfall von Art. 42 Abs. 2 OR vor. Im Fall 

einer Schätzung wäre ein gerichtliches Gutachten zur Schadenshöhe möglich gewesen, 

das beide Parteien verlangt hätten (act. 1, Rz. 40 ff.).  

 

2.5.2 Vorbringen des Berufungsbeklagten 

Der Berufungsbeklagte bestreitet, dass eine Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR vorliegt. Eine 

Schätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR sei nur zulässig, wenn Beweisnot vorliege, wobei der 

Geschädigte auch in diesem Fall alle notwendigen Angaben liefern müsse, um die 

Schätzung zu ermöglichen bzw. zu erleichtern (act. 7, Rz. 7.1). Der Berufungskläger habe 

aber nicht dargetan, dass eine Beweisnot vorliege. Selbst wenn er dies behauptet hätte, 

wäre eine Beweisnot klar zu verneinen. Der Berufungskläger habe nie seine Jahres-

 

Seite 30 

rechnungen oder seine Buchhaltung offengelegt, Steuererklärungen oder Steuerveran-

lagungen eingereicht (act. 7, Rz. 7.2 f.). Die Vorinstanz habe dem Berufungskläger auch 

nicht mitteilen müssen, welche Positionen sie nicht als ersatzfähig betrachte. Zumal die 

Vorinstanz dem Berufungskläger mitgeteilt habe, dass nicht klar sei, inwiefern ihm ein 

Schaden entstanden sei. Die Vorinstanz habe auch nicht erwartet, dass der Berufungs-

kläger einen Schadensnachweis aus der Milch- und/oder Fleischproduktion einreiche. Für 

die Vorinstanz habe keine Hinweispflicht nach Art. 56 ZPO bestanden, zumal der 

Berufungskläger anwaltlich vertreten sei. Die Einholung eines Gutachtens sei zufolge einer 

Verletzung der Substantiierungspflicht nicht notwendig gewesen. Der Beweisantrag könne 

nur einen Nachweis für Tatsachenbehauptungen erbringen, welche auch vorgebracht 

worden seien. Es sei unzulässig, pauschal die Einholung eines Gutachtens zu verlangen 

(act. 7, Rz. 31).  

 

2.5.3 Würdigung 

Die Vorinstanz ist sinngemäss davon ausgegangen, dass sich der Schaden konkret 

bestimmen lässt und somit kein Anwendungsfall von Art. 42 Abs. 2 OR vorliegt. So hat sie 

darauf hingewiesen, dass auf effektive Kosten und nicht auf Vergleichszahlen abzustellen 

sei. Dem ist beizupflichten. Der konkrete Schaden hätte sich gerade in Bezug auf die Höhe 

der Kosten für die externe Rinderaufzucht konkret messen lassen. Wie die Vorinstanz 

zutreffend ausführt, hätte der Berufungskläger die Aufwendungen mittels allfälliger 

Rechnungen oder eines Aufzuchtvertrags nachweisen können.  

 

Wie aufgezeigt wären die Verkaufserlöse bzw. ein Schadensnachweis aus der Milch-/und 

Fleischproduktion nicht nötig gewesen, auch wenn die Vorinstanz diese in der Berechnung 

erwähnt hat. Auch der Berufungskläger hat diesbezüglich keine Positionen geltend 

gemacht, die sich auf die Höhe des entgangenen Gewinns auswirken. Somit sind diese 

"neuen" Positionen der Vorinstanz auch nicht zu schätzen. Die diesbezügliche Rüge ist 

nicht zu hören. 

 

Am 13. Dezember 2022 teilte die Vorinstanz den Parteien ihre vorläufige Ansicht zur 

Schadensberechnung mit (vgl. E. 2.2.7 hiervor). Die Vorinstanz wies explizit darauf hin, 

dass der gegenwärtige Stand des Vermögens des Berufungsklägers mit dem Stand 

verglichen werde, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte. Damit wies die 

Vorinstanz auf die von ihr angedachte Berechnungsmethode bereits hin. Eine Verletzung 

des Verbots der Überraschungsentscheidung liegt demnach nicht vor (vgl. dazu BGE 130 

III 35 E. 6.2; 4A_252/2021 E. 4.1.).  

 

 

 

Seite 31 

2.6 Verletzung des rechtlichen Gehörs 

2.6.1 Vorbringen des Berufungsklägers  

Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz schliesslich vor, das rechtliche Gehör verletzt zu 

haben. Nicht nur er, sondern auch der Berufungsbeklagte selbst habe ein Gutachten zur 

Schadenshöhe (bzw. diverser Punkte der Schadenshöhe) beantragt. Die Vorinstanz habe 

dies kurz vor der Hauptverhandlung auch noch als nötig erachtet. Am 13. Dezember 2022 

habe die Vorinstanz dann mitgeteilt, es werde nun voraussichtlich kein Gutachten einholen, 

da der Schaden zu wenig substanziiert sei. Die Gründe für den Meinungswechsel seien 

unklar. Gerade bei der kritisierten Vorgehensweise der Vorinstanz ("hypothetische 

Erfolgsrechnung") wäre ein Gutachten umso mehr erforderlich gewesen, weil sich das 

private Gutachten des Berufungsklägers nur mit den von ihm geltend gemachten Positionen 

befasse. Soweit eine antizipierte Beweiswürdigung vorliege, sei diese zu Unrecht erfolgt 

(act. 1, Rz. 44 ff.).  

 

2.6.2 Vorbringen des Berufungsbeklagten 

Der Berufungsbeklagte lässt vorbringen, dass ein Gutachten die Verletzung der 

Substanziierungspflicht des Berufungsklägers nicht zu heilen vermöge. Beweismittel 

würden fehlende Tatsachenbehauptungen nicht ergänzen oder ersetzen. Ein Gutachten sei 

daher nicht notwendig gewesen (act. 7, Rz. 35).  

 

2.6.3 Würdigung 

Gegenstand des Beweisverfahrens können nur rechtserhebliche und streitige Tatsachen 

sein (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Dies setzt entsprechend substantiierte Tatsachenbehauptungen 

voraus, die von der Gegenpartei hinreichend substantiiert bestritten werden (BGE 144 III 

67 E. 2.1; mit Hinweisen).  

 

Wie vom Berufungsbeklagten zutreffend dargelegt, kann eine Beweisabnahme nur dem 

Nachweis einer substantiiert vorgebrachten Tatsachenbehauptung dienen. In Bezug auf die 

Erträge aus der landwirtschaftlichen Fläche sowie der Kosten für die externe 

Rinderaufzucht fehlen wie bereits dargelegt aber bereits die entsprechenden 

substantiierten Tatsachenbehauptungen. Zwar beantragte auch der Berufungsbeklagte die 

Erstellung eines Gutachtens, womit er aber den Beweis erbringen wollte, dass kein 

Schaden im Sinne eines entgangenen Gewinns vorliegt. Ein gemeinsamer Antrag kann 

nicht bejaht werden, weshalb die Vorinstanz zu Recht kein Gutachten eingeholt hat.  

 

 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Beweisabnahme+substantiierungspflicht&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-67%3Ade&number_of_ranks=0#page67
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Beweisabnahme+substantiierungspflicht&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-67%3Ade&number_of_ranks=0#page67

 

Seite 32 

3. Kosten 

3.1 Erstinstanzliche Kostenregelung 

Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die 

Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Prozesskosten 

beinhalten sowohl die Gerichtskosten wie auch die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 

ZPO) und werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

 

Vorliegend trifft das Obergericht keinen neuen Entscheid, sondern bestätigt das 

angefochtene Urteil des Kantonsgerichts (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Vorinstanz hat die 

Kosten aus Billigkeitsgründen den Parteien hälftig auferlegt bzw. entschieden, dass jeder 

seine Anwalts- und Vertretungskosten selber trägt. Es besteht kein Grund, es nicht bei den 

in jenem Urteil in den Ziffern 2 und 3 getroffenen Regelungen der Prozesskosten zu 

belassen. 

 

3.2 Gerichtskosten im Berufungsverfahren 

Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 

Gerichtskosten werden mit den geleisteten Vorschüssen der Parteien verrechnet (Art. 111 

Abs. 1 ZPO). Ausgangsgemäss hat der vor Obergericht vollumfänglich unterliegende 

Berufungskläger die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens zu bezahlen. Als dem 

Umfang sowie dem Streitwert der Streitsache angemessen erachtet das Obergericht eine 

Entscheidgebühr von CHF 5'000.00 (Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 20 lit. b Gebührenord-

nung, bGS 233.3).  

 

3.3 Parteientschädigung im Berufungsverfahren 

Unter Hinweis auf die vorstehende Erwägung 3.2 und Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 

lit. b ZPO hat der unterliegende Berufungskläger dem obsiegenden Berufungsbeklagten 

den Ersatz notwendiger Auslagen und die Kosten seiner berufsmässigen Vertretung 

(Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO) im zweitinstanzlichen Verfahren vollumfänglich zu ersetzen. 

 

Gemäss Art. 20 Abs. 1 Anwaltstarif (AT, bGS 145.53) beträgt die Entschädigung im Rechts-

mittelverfahren 20 bis 50 %. Die Parteientschädigung wird nach dem Streitwert berechnet. 

Der Streitwert beträgt vorliegend CHF 130'000.00. Dies ergibt ein mittleres Honorar von 

CHF 13'390.00. Im vorliegenden Rechtsmittelverfahren erscheint angesichts des einfachen 

Schriftenwechsels eine Entschädigung von 30% angemessen. Dies ergibt eine 

Entschädigung von CHF 4'499.40 (mittleres Honorar CHF 4'017.00; praxisgemässe 

Barauslagen von 4% CHF 160.70 und eine Mehrwertsteuer von 7.7% in der Höhe von 

CHF 321.70).  

  

 

Seite 33 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. Die Berufung wird abgewiesen.  

 
2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 

CHF 5'000.00, werden dem Berufungskläger auferlegt, unter Anrechnung des von ihm 
geleisteten Vorschusses von CHF 5'000.00.  

 

3. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten für die Kosten seiner Rechtsvertretung 
im Berufungsverfahren CHF 4'499.40 (inkl. Barauslagen und MWST) zu entschädigen.  

 
4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in Zivil-
sachen erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 
72 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizeri-
schen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzu-
reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). Der 
Streitwert beträgt CHF 130’000.00. 

 

5. Mitteilung an: 

- RA AA., mit Gerichtsurkunde 

- RA BB., mit Gerichtsurkunde 
- Kantonsgericht, mit interner Post 

 
 
 

Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

Dr. iur. Manuel Hüsser 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

MLaw Beatrice Badilatti 

 
 
 
versandt am: 28. Juni 2024