# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10684483-d70e-5f2d-92dd-0d8604d51816
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.05.2024 SK 2023 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-228_2024-05-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 228

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Mai 2024 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichter Horisberger, 
Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin 1

und

E.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin 2

und

2

F.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger 3

und

G.________
v.d. Rechtsanwalt D.________, 3000 Bern 

Straf- und Zivilkläger 4

und

H.________

Zivilklägerin

Gegenstand Mord, evtl. vorsätzliche Tötung, Störung des Totenfriedens und 
Gewaltdarstellung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 10. Juni 2022 (PEN 21 3)

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung [nachfol-
gend: Vorinstanz]) erkannte mit Urteil vom 10. Juni 2022 Folgendes (pag. 1959 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Mordes, begangen am 6. Februar 2020 in L.________, zum Nachteil von †I.________;

2. der Störung des Totenfriedens, begangen am 6. Februar 2020 in J.________, Waldstück 
K.________, durch Verunehren des Leichnams von †I.________;

3. der Gewaltdarstellungen, begangen in der Zeit vom 15. Februar 2019 bis 6. Februar 2020 in 
L.________, durch Besitz von 10 Videoaufnahmen mit Gewalttätigkeiten gegen Menschen und 
Tiere; 

und in Anwendung der Art. 40, 41 Abs. 1 Bst. b, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. a, 112, 135 
Abs. 1bis, 262 Ziff. 1 Abs. 3 StGB; Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren und 3 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 244 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird fest-
gestellt, dass die Strafe am 7. Oktober 2020 vorzeitig angetreten worden ist.

2. zu einer Landesverweisung von 15 Jahren.

3. zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 31'600.00 und Aus-
lagen von CHF 45'110.45, insgesamt bestimmt auf CHF 76'710.45 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

[…]

II.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

1. zur Bezahlung von Schadenersatz an den Privatkläger H.________, wie folgt:

- CHF 750.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 20. April 2021;
- CHF 1’500.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 14. Juli 2021;
- CHF 750.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 25. August 2021;
- CHF 3’000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 18. Mai 2022;

unter Vorbehalt der Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 OR.

2. zur Bezahlung von CHF 20'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Februar 2020 
an die Privatklägerin C.________;

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3. zur Bezahlung von CHF 20'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Februar 2020 
an den Privatkläger F.________;

4. zur Bezahlung von CHF 7'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Februar 2020 an 
die Privatklägerin E.________;

5. zur Bezahlung von CHF 7'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Februar 2020 an 
den Privatkläger G.________;

6. zur Bezahlung einer Parteientschädigung von insgesamt CHF 35'321.70 an die Privatkläger 
C.________, E.________, F.________ und G.________.

III.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO 
weiter erkannt:

1. Die Zivilklage der Privatklägerin M.________ wird abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden. 

IV.

1. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 35'756.85. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 Bst. a StPO). Fürspre-
cher B.________ hat auf eine Differenzzahlung vom amtlichen zum vollen Honorar nach Art. 135 
Abs. 4 lit. b StPO verzichtet.

2. Die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von M.________ durch Für-
sprecherin N.________ wird wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin N.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von M.________ mit CHF 14'844.30. 

V.

Weiter wird beschlossen:

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

3. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy S8 (G950F; Verz.-Nr. 1)
- 1 Pistole Softair V891 schwarz

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4. Folgende Gegenstände werden nach Rechtskraft des Urteils entsorgt:

- 1 Paar Plastikhandschuhe (Verz.-Nr. 6)
- 3 Stück Klebeband (Verz.-Nr. A1, A2 und A3)
- 1 Mobiltelefon von †I.________ (bei Kapo)

5. Folgende Gegenstände verbleiben als Beweismittel in den amtlichen Akten:

- 1 Parkticket (Verz.-Nr. B1; in Akten)
- 1 Quittung O.________ (Verz.-Nr. B2; in Akten)

6. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).

7. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 
erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

8. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Fürsprecher B.________, mit Schreiben vom 17. Juni 2022 fristge-
recht Berufung an (pag. 1973). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
8. Mai 2023 (pag. 1987 ff.). Mit Eingabe vom 31. Mai 2023 erklärte Fürsprecher 
B.________ namens und im Auftrag des Beschuldigten form- und fristgerecht die 
beschränkte Berufung (pag. 2111 ff.). Er teilte mit, die Berufung beziehe sich auf 
die Schuldsprüche wegen Mordes und Gewaltdarstellungen, gegen die Bemessung 
der Strafe, die Landesverweisung sowie die Zivilpunkte.

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 23. Juni 2023 auf die 
Erklärung der Anschlussberufung und teilte innert Frist mit, es werde kein Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt (pag. 2122 f.).

Rechtsanwalt D.________ teilte mit Eingabe vom 28. Juni 2023 mit, namens und 
im Auftrag seiner Klientschaft – C.________, E.________, F.________ und 
G.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilkläger/in 1-4) – werde auf eine An-
schlussberufung verzichtet (pag. 2124). Auch er beantragte kein Nichteintreten auf 
die Berufung des Beschuldigten.

Mit Verfügung vom 4. Juli 2023 wurde festgestellt, dass die ehemalige Straf- und 
Zivilklägerin 5 innert gesetzter Frist keine Vernehmlassung eingereicht hat 
(pag. 2126 ff.). Sie wurde unter Zustellung einer Kopie der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung vom 8. Mai 2023 ohne Kosten- und Entschädigungsfolge aus dem 
oberinstanzlichen Verfahren entlassen. Die H.________ (nachfolgend: Zivilkläge-
rin) liess sich innert Frist ebenfalls nicht vernehmen (vgl. pag. 2127).

Am 22. August 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vom 
7./8. Mai 2024 vorgeladen, wobei Rechtsanwalt D.________ und seiner Klient-
schaft (Straf- und Zivilkläger/in 1-4) sowie der Zivilklägerin das Erscheinen freige-
stellt wurde (pag. 2140 ff.). An der Parteiverhandlung vom 7. Mai 2022 nahmen ne-

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ben dem Beschuldigten, assistiert durch seinen amtlichen Verteidiger, und der Ge-
neralstaatsanwaltschaft auch die Straf- und Zivilklägerin 2 sowie der Straf- und Zi-
vilkläger 4, beide assistiert durch Rechtsanwalt D.________, teil.

3. Haft

Der Beschuldigte wurde am 6. Februar 2020 vorläufig festgenommen und mit Ent-
scheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 10. Februar 2020 in Un-
tersuchungshaft versetzt (pag. 7 und pag. 42). Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 
wurde dem Beschuldigten der beantragte, vorzeitige Strafvollzug gewährt 
(pag. 152). Dieser wurde am 7. Oktober 2020 mit Eintritt in die Justizvollzugsanstalt 
(nachfolgend: JVA) P.________ angetreten und der Beschuldigte befindet sich 
seither dort im Langzeitvollzug (pag. 153/6 f.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Strafregisterauszug (datie-
rend vom 22. April 2022 [pag. 2172 f.]), ein Führungsbericht der JVA P.________ 
(datierend vom 18. April 2024 [pag. 2166 ff.]) und beim Staatssekretariat für Migra-
tion (nachfolgend: SEM) ein aktueller Bericht hinsichtlich der Prüfung der strafrecht-
lichen Landesverweisung (datierend vom 20. März 2024 [pag. 2162 f.]) eingeholt.

Auf Antrag der Verteidigung wurden an der Berufungsverhandlung die beiden ein-
gereichten Schreiben der Töchter des Beschuldigten zu den Akten erkannt 
(pag. 2181 f. und pag. 2207 f.).

In der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte und die Straf- und Zivilklä-
gerin 2 erneut einvernommen (pag. 2183 ff. und pag. 2186 ff.).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Verteidigung

Die Verteidigung beantragte in der Berufungsverhandlung was folgt (pag. 2209 f.; 
Hervorhebungen im Original):

1. Rechtskraft

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 10.06.2022 in 
Bezug auf die folgenden Punkte in Rechtskraft erwachsen ist:

- Ziff. I.2 (Schuldspruch wegen Störung des Totenfriedens und Verurteilung zu den Verfah-
renskosten),

- Ziff. II.1 (Gutheissung Zivilklage des Kantons Bern),

- Ziff. Ill (Abweisung Zivilklage von M.________),

- Ziff. IV (amtliche Honorare für das erstinstanzliche Verfahren).

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2. Freispruch

A.________ sei ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten freizusprechen vom Vorwurf der 
Gewaltdarstellungen, angeblich begangen in der Zeit vom 15.02.2019 bis 06.02.2020 in 
L.________.

3. Schuldspruch und Verurteilungen

A.________ sei (zusätzlich zur rechtskräftigen Verurteilung wegen Störung des Totenfriedens) 
schuldig zu sprechen der vorsätzlichen Tötung, begangen am 06.02.2020 in L.________ z.N. 
von I.________ (sel.) und er sei in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen zu 
verurteilen 

a) zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft von 244 Tagen und Berücksichtigung des seit dem 07.10.2020 vorzeitig an-
getretenen Strafvollzugs; 

b) zu einer Landesverweisung von max. 8 Jahren.

4. Zivilklagen

A.________ sei zu verurteilen zur Bezahlung einer Genugtuung an C.________ und 
F.________ von je max. CHF 8000.00 sowie an E.________ und G.________ von je max 
CHF 2000.00, jeweils zuzüglich Zins seit 06.02.2020; im Übrigen sei die Zivilklage der Familie 
I.________ abzuweisen.

5. Weitere Verfügungen

5.1 Die Verfahrenskosten für das oberinstanzlichen Verfahren seien dem Kanton Bern aufzuer-
legen.

5.2 Das Honorar für die amtliche Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren sei gemäss 
eingereichter Kostennote festzusetzen, ohne Rückerstattungspflicht. 

5.3 Weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

5.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung folgende Anträ-
ge (pag. 2213; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Fünferbesetzung) vom 10. Juni 2022 hinsichtlich des Schuldspruchs, wonach A.________ 
der Störung des Totenfriedens, begangen am 6. Februar 2020 in J.________, Waldstück 
K.________, durch Verunehren des Leichnams von †I.________, schuldig erklärt wurde in Rechts-
kraft erwachsen ist

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. des Mordes, begangen am 6. Februar 2020 in L.________, zum Nachteil von †I.________; 

2. der Gewaltdarstellung, begangen in der Zeit vom 15. Februar 2019 bis 6. Februar 2020 in 
Bern, durch Besitz von 10 Videoaufnahmen mit Gewalttätigkeiten gegen Menschen und Tiere 

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und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren und 3 Monaten, unter Anrechnung der ausgestande-
nen Untersuchungshaft von 244 Tagen und unter Berücksichtigung des seit dem 7. Oktober 
2020 vorzeitig angetretenen Strafvollzugs; 

2. zu einer Landesverweisung von 15 Jahren; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl, einer angemessenen 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorare, Ausschreibung der Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem, beschlagnahmter Gegenstände, DNA, biometrische erkennungs-
dienstliche Daten etc.).

5.3 Anträge der Straf- und Zivilklägerschaft

Rechtsanwalt D.________ stellte für die Straf- und Zivilkläger/innen 1-4 folgende 
Anträge (pag. 2214 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei A.________ im Sinne von Ziff. I. 1 sowie Ziff. I. 2 der Anklageschrift des Mordes i.S. von 
Art. 112 StGB begangen am 6. Februar 2020 nachmittags in L.________ resp. J.________ zum 
Nachteil von I.________ sel. schuldig zu erklären und zu einer angemessenen Sanktion zu verur-
teilen. 

II.

A.________ sei zu verurteilen, 

1. der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von CHF 20'000.00 zuzüglich Zins seit dem 6. Februar 
2020 zu bezahlen; 

2. der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von CHF 7'000.00 zuzüglich Zins seit dem 6. Februar 
2020zu bezahlen; 

3. dem Privatkläger 3 eine Genugtuung von CHF 20'000.00 zuzüglich Zins seit dem 6. Februar 
2020 zu bezahlen; 

4. dem Privatkläger 4 eine Genugtuung von CHF 7'000.00 zuzüglich Zins seit dem 6. Februar 
2020 zu bezahlen.

III.

Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich A.________ aufzuerlegen.

IV.

Für die Beurteilung der Zivilklagen seien keine Kosten auszuscheiden. 

V.

A.________ sei zu verurteilen, den Privatklägern eine Entschädigung im Sinne von Art. 433 
Abs.1 StPO gemäss eingereichter Kostennote für das oberinstanzliche Verfahren zu bezahlen. 

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VI.

Es seien – soweit nötig – die weiteren Verfügungen zu treffen.

5.4 Anträge der Zivilklägerin

Die Zivilklägerin beantragte mit Schreiben vom 10. Juli 2023, ihre mit Eingabe vom 
18. Mai 2022 aktualisierte Zivilklage in der Höhe von CHF 6'000.00 sei zu bestäti-
gen (pag. 2129.1).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Als Folge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und mangels eigenständi-
ger Berufung oder Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft, der Straf- 
und Zivilkläger/in 1-4 sowie der Zivilklägerin ist das Urteil der Vorinstanz wie folgt in 
Rechtskraft erwachsen:

- Schuldspruch wegen Störung des Totenfriedens, begangen am 6. Febru-
ar 2020 in J.________, Waldstück K.________, durch Verunehren des Leich-
nams von I.________ sel. (Ziff. I.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

- Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 76'710.45 (Ziff. I.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; Anmerkung: 
Der Beschuldigte beantragte zwar einen Freispruch vom Vorwurf der Gewalt-
darstellungen, jedoch explizit ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten).

- Verurteilung zur Bezahlung von Schadenersatz unter Vorbehalt der Nachklage 
an die Zivilklägerin (Ziff. II.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

- Abweisung der Zivilklage der ehemaligen Straf- und Zivilklägerin M.________ 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. III des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

- Bestimmung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung des Beschuldig-
ten, Fürsprecher B.________, auf CHF 35'756.85 und Verpflichtung des Be-
schuldigten zur Rückzahlung an den Kanton Bern (Ziff. IV.1 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs).

- Bestimmung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 
ehemaligen Straf- und Zivilklägerin, Fürsprecherin N.________, auf 
CHF 14'844.30 ohne Rückzahlungsverpflichtung (Ziff. IV.2 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs).

- Beschluss betreffend die beschlagnahmten Gegenstände (Ziff. V.3-5 des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs).

Angefochten und von der Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die Schuld-
sprüche wegen Mordes und Gewaltdarstellungen (Ziff. I.1/3 des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs), die Strafe, die Landesverweisung inkl. Ausschreibung im 
Schengener Informationssystem, die Zivilklage der Straf- und Zivilkläger/innen 1-4 
und die Verurteilung zur Bezahlung einer Parteientschädigung an diese (Ziff. II.2-6 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter hat die Kammer die oberinstanzli-
chen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu beurteilen. Schliesslich muss sie über 

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die der Rechtskraft nicht zugänglichen Verfügungen betreffend DNA-Profil und die 
erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sowie über eine allfällige 
Rückkehr des Beschuldigten in den Strafvollzug befinden (Ziff. V.1/6/7 des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs).

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Mangels eigener Berufung oder 
Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft, der Straf- und Zivilklä-
ger/innen 1-4 sowie der Zivilklägerin ist sie an das Verschlechterungsverbot 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten 
des Beschuldigten abändern.

II. Verwertbarkeit

7. Sichergestelltes Videomaterial

Bei der Anhaltung des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem ihm vorgeworfe-
nen Tötungsdelikt wurde sein Mobiltelefon sichergestellt und ausgewertet. Dabei 
wurden im Fotoordner auf dem Mobiltelefon insgesamt zehn Videos festgestellt, 
welche Gewalt an Menschen und Tieren zeigen. Die Darstellungen weisen inhalt-
lich keinen Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt vom 6. Februar 2020 auf. Auf 
sämtliche Videos wurde zuletzt am 15. Februar 2019 zugegriffen (pag. 1171 ff.). 
Der Fund dieser Videos führte zum Vorwurf der Gewaltdarstellungen gemäss 
Ziff. I.3 der Anklageschrift.

Die Verteidigung beanstandete die Verwertung dieses Videomaterials. Sie seien 
bei einer überschiessenden, verdachtsunabhängigen Beweisausforschung gefun-
den worden. Weder der erste noch der zweite Beschlagnahmebefehl sei eine gülti-
ge Grundlage gewesen für die Durchsuchung dieser Videos. Es sei dabei um die 
Ermittlung des Aufenthaltsortes von Herrn I.________ gegangen. Es sei nicht 
nachvollziehbar, wie länger zurückliegende Fotos/Videos Hinweise auf den Stand-
ort des Opfers hätten geben können. Im zweiten Beschlagnahmebefehl habe es 
zudem eine zeitliche Einschränkung gegeben. Auf die Videos sei ein Jahr vor der 
Tat zuletzt zugegriffen worden, es bestehe offensichtlich weder ein Zusammen-
hang mit dem ursprünglichen Verdacht der Entführung noch mit der Tötung. Zudem 
sei der Besitz von Gewaltvideos keine schwere Straftat. Das private Interesse von 
Herrn A.________ an der Unverwertbarkeit sei höher als das öffentliche Interesse 
an der Wahrheitsfindung.

Die fraglichen Videos wurden bei der Durchsuchung des Mobiltelefons des Be-
schuldigten entdeckt, die wegen dem Verdacht auf ein anderes Delikt angeordnet 
worden war. Die Voraussetzungen für die Verwertung eines solchen Zufallsfunds 
resp. die Abgrenzung zu einer verbotenen Beweisausforschung wurden von der 
Vorinstanz korrekt wiedergegeben und angewendet. Auf die entsprechenden Er-
wägungen wird verwiesen (pag. 1995 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Zu ergänzen ist Folgendes: Im Zeitpunkt der Anordnung der Durchsu-
chung des Mobiltelefons stand die Suche nach dem vermissten I.________ sel. an 
oberster Stelle. Entsprechend wurde im Durchsuchungsbefehl vom 7. Febru-

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ar 2020 als Zweck die Sicherstellung und forensische Sicherung von Beweismit-
teln, insbesondere zur Ermittlung des Aufenthalts des vermissten I.________ sel. 
angegeben (pag. 214 f.). Aufgrund des Verschwindens von I.________ sel. nach 
dem Termin mit dem Beschuldigten, dem ausgeschalteten Telefon, dem immer 
noch vor der Liegenschaft parkierten Auto, der bekannten Beziehungskonstellation 
und der Tatsache, dass auf den Überwachungskameras der Liegenschaft nicht er-
sichtlich war, dass I.________ sel. das Haus nach dem Termin mit dem Beschul-
digten wieder verlassen hätte, war bereits zu einem frühen Zeitpunkt das 
Schlimmste zu befürchten und es lagen zahlreiche Verdachtsmomente für ein 
schweres Delikt vor. Sowohl die rechtliche Grundlage (Art. 246 StPO) wie auch der 
erforderliche Tatverdacht für die Durchsuchung des Telefons waren demnach ge-
geben. Diese war angesichts der Schwere der vermuteten Straftat auch verhält-
nismässig. Mangels Anhaltspunkte für den Aufenthaltsort des vermissten 
I.________ sel. war es sodann angezeigt, sämtliche möglichen Bezugspunkte des 
Beschuldigten zu eruieren, die einen Rückschluss auf den Aufenthaltsort des Ge-
suchten und/oder auf das Geschehen seit dessen Begegnung mit dem Beschuldig-
ten erlaubten. Dies umfasste auch die gesamte Foto- und Videodatenbank auf dem 
Mobiltelefon des Beschuldigten, da denkbar war, dass sich daraus Hinweise auf 
Gewohnheiten, häufig aufgesuchte, bekannte Orte o.ä. des Beschuldigten ergeben 
würden. Es lag somit keine unzulässige Beweisausforschung vor, wenn die Polizei 
die Foto- und Videodatenbank auch nach Dateien untersuchte, die vor dem poten-
tiellen Tatzeitpunkt gespeichert wurden. Schliesslich wäre die Durchsuchung des 
Mobiltelefons auch hinsichtlich des Zufallsfundes verfahrensrechtlich zulässig ge-
wesen– die Durchsuchung hätte auch angeordnet werden dürfen, wenn der ur-
sprüngliche Verdacht auf Gewaltdarstellungen gelautet hätte. Das sichergestellte 
Videomaterial ist demnach verwertbar.

8. Informelle Befragungen von Q.________ und R.________

Am 7. Februar 2020 hat die Polizei mit den Töchtern des Beschuldigten «informelle 
Gespräche» geführt, welche über den Berichtsrapport vom 7. Februar 2020 Ein-
gang in die Akten gefunden haben (pag. 860 ff.). Obwohl der Vater der beiden am 
Vorabend vorläufig festgenommen worden war und somit als Tatverdächtiger im 
Fokus stand, wurden die beiden damals minderjährigen Mädchen ohne Hinweis auf 
ihr Zeugnisverweigerungsrecht gemäss Art. 168 Abs. 1 Bst. c StPO befragt. Als 
Folge davon werden die Berichte zu den beiden Gesprächen im genannten Be-
richtsrapport als unverwertbar erachtet und in der nachfolgenden Beweiswürdigung 
nicht berücksichtigt.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2001 ff., S. 15 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

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10. Vorwurf gemäss Ziff. I.1 der Anklageschrift (Mord, evtl. vorsätzliche Tötung)

10.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 6. Februar 
2020 I.________ sel. (nachfolgend: I.________ sel.), den neuen Partner seiner von 
ihm getrennten Ehefrau M.________ getötet. Die Tat habe anlässlich eines Besich-
tigungstermins in der Wohnung des Beschuldigten stattgefunden, den I.________ 
sel. in seiner Funktion als Bewirtschafter der Liegenschaft wahrnahm. Nach der 
Besichtigung des beanstandeten Wasserschadens habe der Beschuldigte 
I.________ sel. auf dessen Beziehung zu M.________ angesprochen und ihm zum 
Vorwurf gemacht, seine Familie zerstört zu haben. Im Verlauf der sich daran an-
schliessenden verbalen und eventuell handgreiflichen Auseinandersetzung, habe 
er I.________ sel. am Kragen gepackt, ihn mit dem linken Arm in den Unterarmhal-
tegriff (Schwitzkasten) genommen und ihm mit einem Messer drei Stichverletzun-
gen im Nacken und mindestens zwei weitere Stichverletzungen am Rumpf zuge-
fügt. Danach habe er dem sich auf dem Boden in Bauchlage befindenden 
I.________ sel. eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt, welche er im Halsbereich 
mit silberfarbenem Tape befestigt habe. Anschliessend habe er I.________ sel. in 
eine Grillhülle eingepackt und mit zwei Vliesen umwickelt, die er mit gelbem und 
silbernem Klebeband stabilisiert habe. Diese Vorgehensweise habe zum Tod von 
I.________ sel. geführt. Der Beschuldigte habe spätestens in dem Moment, in dem 
er das Messer behändigt und zugestochen habe, beabsichtigt, I.________ sel. zu 
töten. Er habe aus besonders verwerflichen, rein egoistischen Beweggründen (Ei-
fersucht, Kränkung, Rache und Wiederherstellung der verletzten Ehre) gehandelt 
und mit seinem Handeln ebenso verwerflich bezweckt, den Freund von 
M.________ zu eliminieren und mit dem Tod zu bestrafen und damit indirekt auch 
die Ehefrau zu bestrafen, die ihn verlassen hatte. Auch die Art der Tatausführung 
und des Nachtatverhaltens sei besonders verwerflich (kaltblütig, gefühlskalt, zuste-
chen von hinten, körperlich unterlegenes und widerstandsunfähiges Opfer, grau-
sames Ersticken, als mit Messer zugefügte Verletzungen nicht zur zeitnahen Hand-
lungsunfähigkeit/zum Tod führten). Für das Nachtatverhalten wurde auf den Vor-
wurf gemäss Ziff. I.2 der Anklageschrift verwiesen, wonach der Beschuldigte den 
verpackten Leichnam mit einem Plattformwagen in den Kofferraum seines Autos 
transportiert und in einem Waldstück in J.________ deponiert, mit unterwegs ge-
kauftem Benzin übergossen und angezündet habe.

Für die Details der Anklage wird auf die Anklageschrift vom 4. Januar 2021 verwie-
sen (pag. 1447 ff.).

10.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Hinsichtlich des bestrittenen und unbestrittenen Sachverhalts haben sich durch die 
oberinstanzlichen Beweisergänzungen keine Veränderungen ergeben. Die ent-
sprechende Auslegeordnung der Vorinstanz hat demnach weiterhin Gültigkeit und 
kann ohne weiteres zitiert werden (pag. 2005 f., S. 19 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung):

Der Beschuldigte bestreitet nicht (mehr), †I.________ am 6. Februar 2020 in seiner Wohnung an der 
S.________ (Adresse) getötet und dessen Leichnam gleichentags im Waldstück in J.________ ver-

13

brannt zu haben. Er macht allerdings geltend (im Sinne eines Notwehrexzesses) aus Verteidigungs-
willen gehandelt zu haben. Des Weiteren bringt er vor, †I.________ lediglich zweifach mit dem Mes-
ser in den Rücken- und Nackenbereich gestochen zu haben.

Der Beschuldigte bestreitet ferner sein kontrollierendes und gewalttätiges Verhalten gegenüber 
M.________ sowie, zum Nachteil von †I.________ aus Eifersucht gehandelt zu haben. Des Weiteren 
bestreitet er, die Tat geplant zu haben und macht geltend, †I.________ sei derjenige gewesen, der 
ihn provoziert habe und im Laufe einer Auseinandersetzung nach einem Messer gegriffen habe. Be-
stritten wird von ihm zudem, †I.________ einen Plastiksack über den Kopf gestülpt und diesen damit 
erstickt zu haben. Das Verpacken, Abtransportieren und Verbrennen des Leichnams von †I.________ 
wird vom Beschuldigten hingegen nicht bestritten.

Unbestritten ist ausserdem, dass es in der Wohnung des Beschuldigten einen 
Wasserschaden gab und sich I.________ sel. als Bewirtschafter der Liegenschaft 
deswegen am 6. Februar 2020 um 13:30 Uhr zu einem vorvereinbarten Besichti-
gungstermin in der Wohnung des Beschuldigten einfand.

Schliesslich ist zu ergänzen, dass der Beschuldigte den Schuldspruch wegen 
Störung des Totenfriedens akzeptiert hat und das unter Ziff. I.2. angeklagte Nacht-
atverhalten damit als erstellt gelten kann.

10.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel ausführlich zusammengefasst. Dar-
auf wird verwiesen (pag. 2006 ff., S. 20 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Es wird darauf verzichtet, an dieser Stelle die oberinstanzlich ergänzten Beweismit-
tel zusammenzufassen, zumal der Beschuldigte in der Berufungsverhandlung die 
Aussagen zur Sache mehrheitlich verweigerte. Soweit für die nachfolgende Be-
weiswürdigung von Relevanz, werden die Beweismittel direkt in der Beweiswürdi-
gung aufgeführt.

10.4 Beweiswürdigung der Kammer

Im Ergebnis sowie hinsichtlich eines Grossteils der Erwägungen schliesst sich die 
Kammer den Überlegungen der Vorinstanz an, die die Beweismittel sorgfältig ge-
würdigt und überzeugende Schlussfolgerungen gezogen hat. Wo die Kammer nicht 
von den vorinstanzlichen Erwägungen abweicht, wird deshalb nachfolgend auf de-
ren Ausführungen verwiesen. Diese werden teilweise zum besseren Verständnis 
zusammengefasst oder zitiert und durch zusätzliche Überlegungen der Kammer 
ergänzt.

10.4.1 Vorbemerkung zum Aussageverhalten/Geständnis des Beschuldigten

Wie bereits festgehalten, bestreitet der Beschuldigte die Tötung von I.________ 
sel. nicht. Er liess am 10. Februar 2020 über seinen Verteidiger mitteilen, er wolle 
ein Geständnis ablegen, woraufhin er gleichentags in der Einvernahme zusam-
mengefasst schilderte, I.________ habe bei der Begrüssung und nach der Besich-
tigung des Wasserschadens mit ihm T.________ (Sprache) gesprochen und er-
zählt, er lerne mit M.________ T.________(Sprache). Sie hätten über die Bezie-
hung zwischen I.________ und M.________ zu sprechen begonnen. I.________ 
habe dabei erzählt, seine Beziehung mit M.________ habe bereits begonnen, als 
diese noch mit dem Beschuldigten zusammengewohnt habe. Danach sei «die 

14

Stimmung hochgekocht», sie seien beide «nervös» geworden. Er habe I.________ 
am Kragen gepackt, worauf dieser mit seiner rechten Hand nach ihm geschlagen 
habe. Sie hätten sich in die Küche bewegt, wo I.________ versucht habe, mit der 
linken Hand nach einem Messer auf der Küchenablage zu greifen. Er habe ver-
sucht, ihm dieses zu entwenden, worauf das Messer zu Boden gefallen sei. Er ha-
be I.________ nach wie vor fest am Mantel gehalten, ohne ihn dabei zu schlagen. 
I.________ habe immer wieder versucht, ihn mit den Fäusten zu schlagen. Er habe 
ihn sodann in seine Richtung hin zu seinem Körper gezogen. Sie seien dabei auf 
den Boden gefallen. Er habe I.________ im Schwitzkasten gehabt und sei auf ihm 
zu liegen gekommen. Er habe dann die Kontrolle verloren und mit der rechten 
Hand das am Boden liegende Messer gepackt. Dieses habe er I.________ in den 
Nacken gestossen und ihn an Hals und am Rücken verletzt. Er habe I.________ 
danach in die Grillhülle vom Balkon gepackt und die Grillhülle mit einem Vlies von 
unter der Matratze eingewickelt. Das Ganze habe er mit Klebeband umwickelt. Er 
sei mit dem Paket die Treppe [Anm.: innerhalb der Maisonette-Wohnung] hochge-
gangen, habe es mit einem kleinen «Wägeli» zum Lift transportiert und in der Ga-
rage in das Auto gehievt. Danach sei er zurück in seine Wohnung gegangen, um 
diese zu putzen. In dieser Zeit sei zwei, drei Mal der Chef von I.________ vorbei-
gekommen auf der Suche nach Herrn I.________. Später sei er mit dem Auto los-
gefahren, habe bei der O.________ Tankstelle sein Fahrzeug getankt und einen 
Kanister mit Benzin gekauft und gefüllt. Danach sei er in ein Waldstück gefahren, 
habe den Körper aus dem Auto geholt, Benzin darüber geleert und ihn in Brand 
gesteckt (pag. 935 ff. Z. 38 ff. und pag. 943 Z. 414 ff.). I.________ hätte nicht zu 
ihm nach Hause kommen und warten sollen, bis der Hauswart aus den Ferien 
zurückgekommen sei, dann wäre das nicht passiert. Er habe I.________ zwar zur 
Rede stellen, aber nicht umbringen wollen. I.________ habe ihn unnötigerweise 
damit provoziert, dass er T.________(Sprache) gesprochen und ihm gesagt habe, 
er habe bereits ein Verhältnis mit M.________ gehabt, als diese noch mit dem Be-
schuldigten zusammen gewesen sei (pag. 937 Z. 120 ff., pag. 938 Z. 197 f., 
pag. 939 Z. 226 ff. und pag. 942 Z. 351 ff.). Während einem Unterbruch der Ein-
vernahme führte der Beschuldigte die Polizei zum Leichnam von I.________ sel. In 
den nachfolgenden Einvernahmen blieb der Beschuldigte bei der Darstellung, wo-
nach I.________ sel. ihn provoziert und angegriffen und er sich selber verteidigt 
und I.________ sel. dabei getötet habe. Auch wenn in seinen weiteren Aussagen 
diverse Unstimmigkeiten zu finden sind (siehe Ziff. 10.4.4, 10.4.5 und 10.4.6 un-
ten), blieb dieser vorgebrachte, grobe Handlungsablauf konstant.

Die Vorinstanz hat dieses Geständnis grundsätzlich korrekt überprüft und gewür-
digt (pag. 2043 f., S. 57 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Zum Geständnis des Beschuldigten ist vorab festzuhalten, dass es ein solches jeweils zu überprüfen 
gilt (Art. 160 StPO). Der Beschuldigte gab zu, †I.________ am 6. Februar 2020 in seiner Wohnung an 
der S.________(Adresse) umgebracht zu haben und alleine für dessen Tod verantwortlich zu sein. 
Des Weiteren gestand er, den Leichnam von †I.________ anschliessend eigenständig verpackt, ab-
transportiert und in einem Waldstück in J.________ in Brand gesetzt zu haben. 

Die diesbezüglichen Angaben des Beschuldigten können mit den objektiven Beweismitteln in Ein-
klang gebracht werden. So wurde das Mobiltelefon des Beschuldigten zwischen 12:01:24 Uhr bis 

15

17:25:47 Uhr an seinem Domizil an der S.________(Adresse) registriert (pag. 301; Ziff. 3.2.1 hiervor). 
†I.________ betrat den Lift der Liegenschaft um 13:34 Uhr (pag. 810, Ziff. 3.2.12 hiervor). Ab 14:00 
Uhr bzw. 14:03 Uhr gingen keinerlei Verbindungen mehr vom Mobiltelefon von †I.________ aus 
(pag. 307; Ziff. 3.2.1 hiervor). Ab 17:25:47 Uhr verliess der Beschuldigte sein Domizil, bevor sein Mo-
biltelefon um 17:38:22 bis 17:53:33 Uhr am Leichenfundort in J.________ registriert wurde (pag. 302 
ff.; Ziff. 3.2.1 hiervor). Ab 18:07:36 Uhr fand er sich wieder an seinem Domizil ein (pag. 305; Ziff. 3.2.1 
hiervor). Von seinem Domizil an der S.________(Adresse) dürfte der Beschuldigte ca. 15 Minuten bis 
zum Waldstück in J.________ gebraucht haben, wobei er sich vorgängig zur O.________ Tankstelle 
begab, um Benzin zu kaufen. Die entsprechende Kaufquittung konnte im Portemonnaie des Beschul-
digten aufgefunden werden (datierend vom 6. Februar 2020, 17:21 Uhr). Weiter haben Abklärungen 
im Tankstellenshop ergeben, dass der Beschuldigte, welcher das Fahrzeug lenkte, zwischen 17:13 
und 17:22 Uhr tankte sowie zusätzlich einen Benzinkanister füllte (pag. 885 f.; Ziff. 3.2.12 hiervor).

Anhand der objektiven Beweismittel lässt sich erkennen, dass die sowohl in zeitlicher als auch örtli-
cher Hinsicht getätigten Aussagen des Beschuldigten – die im Übrigen mit den Aussagen der Nach-
barin U.________ in Einklang gebracht werden können (Ziff. 3.3.7 hiervor) – der Wahrheit entspre-
chen. In der Wohnung des Beschuldigten konnten zudem Blut- bzw. DNA-Spuren von †I.________ 
sowie das Tatmesser sichergestellt werden. Des Weiteren fehlte beim Beschuldigten im Schlafzimmer 
das sich normalerweise auf dem Bett befindende Vlies sowie die sich auf dem Balkon befindende 
Grillhülle, welche er beide zum Verpacken des Leichnams verwendete. Ebenso konnte ein typenähn-
licher Plastiksack, wie der am Kopf von †I.________ Vorgefundene, im Schlafzimmer des Beschuldig-
ten aufgefunden werden, sowie gelbes und silberfarbenes Klebeband (Ziff. 3.2.8 hiervor).

Gestützt auf die objektiven Beweismittel sowie die Aussagen des Beschuldigten, verbleiben keine 
Zweifel, dass †I.________ in der Wohnung an der S.________(Adresse) ums Leben kam. Zur Mög-
lichkeit einer Mit- bzw. Dritttäterschaft ist festzuhalten, dass der Beschuldigte – jedenfalls vor der 
Rückkehr seiner Töchter – stets alleine von der Kamera der Lifthallte aufgenommen wurde (pag. 810) 
und sich in der Folge ebenfalls alleine zur O.________ Tankstelle begab. Des Weiteren wurde der 
Beschuldigte – nachdem er aus dem Waldstück in J.________ zurückkehrte – alleine vor dem Haus 
durch die Polizei angetroffen.

Es besteht insgesamt kein Grund am glaubhaften Geständnis des Beschuldigten, wonach er 
†I.________ am 6. Februar 2020 das Leben nahm, zu zweifeln. Die objektiven Beweismittel zeigen 
ebenso auf, dass der Beschuldigte alleine agierte und eine allfällige Mit- bzw. Dritttäterschaft ausge-
schlossen werden kann.

Aus den von der Vorinstanz zutreffend ausgeführten Gründen zweifelt die Kammer 
nicht daran, dass der Beschuldigte I.________ sel. alleine und ohne allfällige Mit- 
oder Dritttäter in seiner Wohnung getötet, die Leiche danach verpackt und im 
Waldstück in J.________ angezündet hat. Mit Blick auf das gesamte Aussagever-
halten des Beschuldigten ist jedoch Folgendes zu ergänzen: Das Geständnis des 
Beschuldigten erfolgte erst am 10. Februar 2020, vier Tage nach seiner vorläufigen 
Festnahme am 6. Februar 2020 und somit nach mehreren Tagen der erfolglosen 
Suche nach dem vermissten I.________ sel. Der Beschuldigte wurde am 7. Febru-
ar 2020 zum ersten Mal einvernommen (pag. 913 ff.). Sowohl in dieser Einvernah-
me wie auch an der Hafteröffnung am selben Tag gab er an, I.________ sel. sei 
nach dem Besichtigungstermin in seiner Wohnung gegangen und er könne nichts 
über dessen Verschwinden sagen (pag. 915 Z. 71 ff. und pag. 928 Z. 143 ff.). Be-
reits am Tag zuvor war es zwischen dem Beschuldigten und der Polizei zu einem 

16

Treffen gekommen. Nachdem die Arbeitskollegen von I.________ sel. der 
V.________ diesen am Nachmittag selbständig gesucht und dabei auch mit dem 
Beschuldigten gesprochen hatten, verständigten sie um 17:11 Uhr die Polizei, die 
um 18:04 Uhr am Wohnort des Beschuldigten eintraf. Dort begegnete die Polizei 
Mitarbeitenden der V.________ sowie M.________. Der Polizei wurde mitgeteilt, 
dass I.________ sel. seit dem Termin mit dem Beschuldigten weder auffindbar 
noch telefonisch erreichbar sei. Gemäss Angaben des Beschuldigten habe er des-
sen Wohnung um ca. 14:30 Uhr verlassen. Sein Fahrzeug stehe jedoch noch vor 
der Liegenschaft. Um ca. 18:10 Uhr fuhr der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug zur 
Liegenschaft. Von der Polizei angesprochen gab er an, er habe im O.________ 
Leergut entsorgt. Auf Verlangen öffnete der Beschuldigte den Kofferraum und die 
hinteren Türen seines Fahrzeuges, wo die Polizeibeamten einen Benzinkanister 
feststellten. Diesen erklärte der Beschuldigte damit, er traue seiner Benzinanzeige 
nicht. Der Beschuldigte gewährte der Polizei daraufhin Einlass in die Wohnung, wo 
diese nichts Spezielles feststellen konnte. Streitigkeiten mit I.________ sel. stellte 
der Beschuldigte in Abrede. Um 19:20 Uhr wurde der Beschuldigte von der Polizei-
patrouille erneut angetroffen, als er im Begriff war, in der Waschbox sein Fahrzeug 
zu waschen und angab, er wasche sein Fahrzeug oft um diese Zeit. Er wurde auf-
gefordert, den Waschvorgang abzubrechen, die Fahrzeugschlüssel auszuhändigen 
und in die Wohnung zurückzukehren. Um 19:30 Uhr wurde der Beschuldigte «auf-
grund diverser Unstimmigkeiten und Unklarheiten» vorläufig festgenommen 
(pag. 375 f.).

Es mag nachvollziehbar sein, dass sich der Beschuldigte vor dem Eingestehen ei-
nes Tötungsvorwurfs von seinem Verteidiger beraten lassen wollte und daher nicht 
vor Ort und Stelle bei der vorläufigen Festnahme ein umfassendes Geständnis ab-
legte. Dennoch fällt im Abgleich mit seinem späteren Geständnis auf, wie konse-
quent, unverfroren und teilweise gar überheblich der Beschuldigte in den ersten 
beiden Befragungen sowie anlässlich der Begegnungen mit der Polizei am 6. Fe-
bruar 2020 log. Insbesondere war es ihm möglich, unmittelbar nach seiner Rück-
kehr aus dem Wald und dem Verbrennen der Leiche gegenüber der Polizei so un-
auffällig aufzutreten und die Frage nach dem Benzinkanister so plausibel zu er-
klären, dass ihn die Polizeibeamten trotz der insgesamt bereits verdächtigen Um-
stände in seine Wohnung zurückliessen. Und auf Frage der Staatsanwaltschaft, ob 
man sich heute [am 7. Februar 2020] Sorgen machen müsse um I.________, ant-
wortete der Beschuldigte, im Wissen darum, dass sich dessen Leichnam verbrannt 
im Wald befand, mit: «Ja, Sie müssen schauen. Wenn er bis jetzt nicht erschienen 
ist, müssen Sie sich schon Sorgen machen» (pag. 931 Z. 254 ff.).

Die Fähigkeit, direkt nach dem Entsorgen einer Leiche und unter dem Druck einer 
ersten Konfrontation mit der Polizei resp. der darauffolgenden vorläufigen Fest-
nahme und dem Vorlegen erster Beweismittel (z.B. Überwachungskameras, die 
I.________ sel. beim Betreten, nicht jedoch dem Verlassen der Liegenschaft zei-
gen [pag. 928 Z. 149 ff.]) konsequent zu lügen und plausible, alternative Erklärun-
gen für verdächtige Umstände (z.B. den Benzinkanister) vorzubringen, ist für die 
Beurteilung der weiteren Aussagen des Beschuldigten relevant. Dies gilt insbeson-
dere für die Würdigung seiner Aussagen zum konkreten Tatablauf und seinem 
Vorwurf der Provokation und des Angriffs an den getöteten I.________ sel. Es ist 

17

anhand des späteren Geständnisses erstellt, dass der Beschuldigte in der Lage ist, 
strategisch auszusagen, um ihn belastende Umstände in ein für ihn positiveres 
Licht zu rücken. Auch ein Abgleich zwischen seinen Aussagen im Verfahren sowie 
seiner Darstellung der Ereignisse gegenüber Aussenstehenden zeigt auf, dass der 
Beschuldigte keine Hemmungen hat, kontextabhängig zu seinem Vorteil unter-
schiedliche Angaben zu machen. So schrieb er etwa am 30. Juli 2020 an die offen-
bar entfernt mit ihm verwandte W.________ (pag. 2188 Z. 32), I.________ habe 
ihn mehrmals als «schwarzen Niger, Idiot» bezeichnet (pag. 207), was er in keiner 
der aktenkundigen Befragungen ansatzweise so geschildert hat. In Kombination mit 
den diversen – noch aufzuzeigenden – Unstimmigkeiten in seinen Aussagen geht 
die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte auch nach dem grundsätzlichen 
Geständnis der Tötung darum bemüht war, den Tatablauf in einer für ihn möglichst 
günstigen Variante darzustellen und dem getöteten I.________ sel. wider besseres 
Wissen eine erhebliche Teilschuld an der Eskalation zuzuschreiben. Wie nachfol-
gend im Einzelnen dargelegt wird, hat der Beschuldigte damit kein umfassendes 
Geständnis abgelegt, sondern abgesehen vom grundsätzlichen Eingeständnis der 
Tötung strategisch und beschönigend ausgesagt.

10.4.2 Vorgeschichte und Beziehungskonstellation

Der Beschuldigte war seit dem .________ mit M.________ verheiratet. Die beiden 
haben zwei gemeinsame Töchter und lebten bis zum Auszug von M.________ und 
den Töchtern am 1. Juli 2019 in einer gemeinsamen Haushaltung. Die Ehe wurde 
am 1. Juni 2019 gerichtlich getrennt und nach der Tat geschieden (pag. 1032 Z. 89, 
pag. 1202 ff. und pag. 1931 ff.). Die Trennung hatte sich bereits in den Monaten 
zuvor abgezeichnet: Gemäss Angaben von M.________ ging sie bereits im Okto-
ber 2018 zu einer Anwältin, um eine Trennung zu besprechen (pag. 1032 
Z. 101 ff.). Dies wurde von Fürsprecherin N.________ an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung insofern bestätigt, als sie angab, es sei im Namen von 
M.________ am 20. Dezember 2018 beim Regionalgericht X.________ ein Ehe-
schutzgesuch eingereicht worden (pag. 1916). Es gilt daher als erstellt, dass der 
Beschuldigte spätestens Ende Dezember 2018 von den Trennungsabsichten sei-
ner damaligen Ehefrau wusste und seine Aussage, wonach ihn die Trennung über-
rascht habe und alles schnell passiert sei, nicht der Wahrheit entspricht 
(pag. 1029/3 Z. 51 ff.).

Auch die weiteren Angaben von M.________ zu ihrer Beziehung mit dem Beschul-
digten und seinem Verhalten nach der Trennung sind glaubhaft. Es wird dazu auf 
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2044 ff., S 58 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Diese begründete nachvollziehbar, dass auf die konstan-
ten und übereinstimmenden Schilderungen von M.________ abgestellt werden 
kann, wonach sie in der Ehe vom Beschuldigten geschlagen und kontrolliert wor-
den sei und sich deshalb (und nicht etwa wegen I.________ sel.) habe trennen 
wollen; wonach der Beschuldigte ihren ersten Versuch, Ende 2018 aus der ge-
meinsamen Wohnung auszuziehen verhindert habe, indem er sich geweigert habe, 
den gemeinsamen Mietvertrag zu kündigen; und wonach der Beschuldigte nach 
der Trennung eifersüchtig gewesen sei und immer wieder den Kontakt zu ihr ge-
sucht und sie beschimpft und bedroht habe (pag. 1032 Z. 74 ff. und Z. 92 ff., 

18

pag. 1033 Z. 118 ff. und 139 ff., pag. 1034 Z. 188 ff., pag. 1044 f. Z. 206 ff., pag. 
1045 Z. 218 ff., pag. 1052 f. Z. 605 ff. und pag. 1060 Z. 204 ff.). Aufgrund der Kon-
taktaufnahme mit ihrer Anwältin im Herbst 2018 schloss die Vorinstanz zurecht 
aus, dass M.________ den Beschuldigten erst im Rahmen des vorliegenden Ver-
fahrens aus prozesstaktischen Gründen fälschlicherweise beschuldigte. Dies wird 
dadurch unterstrichen, dass M.________ offenbar auch I.________ sel. von ihren 
Erlebnissen aus der Beziehung mit dem Beschuldigten erzählt hatte, der sich damit 
wiederum seinen Geschwistern und Freunden anvertraut hatte (E.________: 
pag. 1105 Z. 100, pag. 1106 Z. 121 f. und pag. 1883 Z. 37 f.; G.________: 
pag. 1110 Z. 75 ff.; Y.________: pag. 1153 Z. 49 ff.). I.________ sel. nahm die 
Schilderungen von M.________ offensichtlich ernst, ansonsten er gegenüber sei-
ner Arbeitskollegin Z.________ nicht geäussert hätte, ihm sei nicht wohl mit dem 
Termin beim Beschuldigten und sie solle Alarm schlagen, wenn er um 15:00 Uhr 
nicht zurück sei (pag. 1145 Z. 34 ff.).

Auch für die Implikation der Verteidigung, dass M.________ diese Vorwürfe im 
Hinblick auf das Scheidungsverfahren erfunden habe, bestehen keinerlei Anhalts-
punkte. Mit Blick auf die einerseits glaubhaften Aussagen von M.________ sowie 
die weiteren Hinweise auf gewalttätiges und eifersüchtiges Verhalten des Beschul-
digten in den Akten, kann dieser Vorwurf verworfen werden.

Anders als von der Verteidigung vorgebracht, ist M.________ nämlich nicht die 
einzige Person, die das gewalttätige Verhalten des Beschuldigten beschrieb. Zwar 
basieren die entsprechenden Aussagen von E.________ und G.________ sowie 
von Y.________ ursprünglich ebenfalls auf den Schilderungen von M.________, 
welche diese gegenüber I.________ sel. gemacht hatte. Besonderes Gewicht 
kommt deshalb der Aussage von AA.________, dem Sohn des Beschuldigten aus 
einer früheren Ehe, zu. Dieser berichtete, so viel er wisse, sei seine Mutter 
während ihrer Ehe vom Beschuldigten nicht immer gut behandelt worden 
(pag. 1116 Z. 93 ff.). Er habe von ihr gehört, dass sie vom Beschuldigten geschla-
gen worden sei, habe selber aber nie etwas beobachtet (pag. 1118 Z. 178 f.). Es 
erscheint nicht naheliegend, dass AA.________ seinen Vater zu Unrecht bezichti-
gen würde, zumal er klar differenzierte, dass er diese Informationen von seiner 
Mutter habe. Diese Bemerkungen ergänzen die glaubhaften Schilderungen von 
M.________ stimmig. Die Aussagen des Beschuldigten, wonach er gegenüber 
M.________ nie gewalttätig oder eifersüchtig geworden sei und sie nie beschimpft, 
bedroht oder kontrolliert habe, erscheinen vor diesem Hintergrund wenig glaubhaft.

Dieser Eindruck wird verstärkt durch die von der Vorinstanz ebenfalls zitierten 
Chatnachrichten zwischen dem Beschuldigten und M.________ aus den Monaten 
nach der Trennung, in denen M.________ dem Beschuldigten unter anderem vor-
warf, sie geschlagen und psychisch zerstört zu haben, worauf der Beschuldigte zu-
gab, sie nicht korrekt behandelt zu haben und lediglich in Bezug auf einen konkre-
ten Vorfall angab, sie nicht geschlagen zu haben (pag. 233). Ebenfalls per Chat-
Nachricht teilte der Beschuldigte M.________ am 12. September [2019] mit, er 
würde es nicht ertragen, wenn er erfahren würde, dass sie mit jemand anderem 
schlafe (pag. 230), was in einem starken Widerspruch steht zur Behauptung, er sei 
nicht eifersüchtig gewesen. Auch die Chats mit seinem Sohn AB.________ zeigen 

19

auf, dass sich der Beschuldigte gedanklich noch Ende Januar 2020 intensiv mit 
M.________ und deren neuen Beziehung beschäftigte: So fantasierte er darüber, 
dem «Typen einen Schrecken einzujagen», woraufhin ihn sein Sohn ermahnte, ru-
hig zu bleiben und «diese Frau zu vergessen». Er finde die Idee, den Typen zu er-
schrecken nicht gut. Sie [er selber und der Beschuldigte] hätten denselben Charak-
ter. Das werde kein Gespräch, sondern «Scheisse» geben (pag. 228). Sodann be-
schrieb der Beschuldigte selbst, wie er in der Wohnung von M.________ einen 
Liebesbrief von I.________ sel. «entdeckt habe», als er die Kinder zu ihr nach 
Hause gebracht habe (pag. 936 Z. 73 ff.). Es sei damals nur Q.________ zu Hause 
gewesen. Er habe den Brief beim Kleiderschrank hängen sehen. Er habe ein Foto 
von dem Brief gemacht. Das sei der Moment, in dem er erfahren habe, dass die 
beiden zusammen gewesen seien (pag. 973 Z. 1062 ff. und pag. 1029/8 Z. 243 ff.). 
Auch diese Episode steht im Widerspruch zu der Beteuerung des Beschuldigten, 
wonach er nicht eifersüchtig gewesen sei und M.________ nicht kontrolliert habe. 
Die starke gedankliche Beschäftigung mit M.________ zeigt sich schliesslich auch 
daran, dass der Beschuldigte noch während des Strafverfahrens in den Einver-
nahmen ausführliche und mit dem Verfahren nicht zusammenhängende Episoden 
schilderte, in denen sich M.________ aus seiner Sicht falsch verhalten habe 
(pag. 944 f. Z. 498 ff. und pag. 973 Z. 1077 ff.).

Mit Blick auf diese Auslegeordnung ist erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber 
M.________ während der Ehe gewalttätig war und dies der Grund für die Trennung 
darstellte. Nach dem Auszug von M.________ suchte der Beschuldigte immer wie-
der den Kontakt zu ihr, kontrollierte sie und zeigte sich bezüglich der neuen Bezie-
hung mit I.________ sel. eifersüchtig.

Die neue Beziehung von M.________ mit I.________ sel. bestand unbestrittener-
massen bereits vor dem Zeitpunkt der Tat. Da der Beschuldigte unter anderem an-
gab, I.________ sel. habe ihn mit der Aussage provoziert, wonach seine Bezie-
hung mit M.________ bereits begonnen habe, als diese noch mit dem Beschuldig-
ten zusammengewohnt habe, ist der Beginn dieser Beziehung zu thematisieren. 
Auch in diesem Punkt kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den, welche die Aussagen von M.________ sowie dem Umfeld des Paars sorgfäl-
tig analysiert hat (pag. 2046 ff., S. 60ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 
Gemäss M.________ kannte sie I.________ sel. als Vermieter ihrer Wohnung be-
reits längere Zeit. Im Zusammenhang mit der Trennung vom Beschuldigten habe 
sie ihn Ende 2018 um eine neue Wohnung gefragt und ihm dabei einen Teil der 
Geschichte erzählt. Es sei eine freundschaftliche Beziehung gewesen. Seit Oktober 
2019, mithin nach ihrem Auszug aus der ehelichen Wohnung, hätten sie eine Be-
ziehung. Sie hätten ca. Anfang September 2019 angefangen auszugehen 
(pag. 1033 Z. 120 ff., pag. 1034 Z. 207 f., pag. 1046 Z. 267 ff., pag. 1047 Z. 313 ff. 
und pag. 1049 Z. 458 ff.). Die Vorinstanz erachtete diese Aussagen zurecht als 
glaubhaft, insbesondere mit Blick auf die weiteren vorhandenen Aussagen. 
Gemäss E.________ und Y.________ hat I.________ sel. ihnen ebenfalls Oktober 
2019 resp. September/Oktober 2019 als Beziehungsbeginn angegeben und ge-
genüber E.________ auch erzählt, er kenne M.________ schon länger als Miete-
rin, zuvor sei es eine freundschaftliche Beziehung gewesen (E.________: 
pag. 1105 Z. 74 ff., Y.________: pag. 1153 Z. 49). Zwei Bemerkungen von 

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E.________ fallen dabei besonders ins Gewicht: Zum einen habe ihr Bruder ihr er-
zählt, dass er an einem bestimmten Abend im Oktober zum ersten Mal mit 
M.________ geschlafen habe – ein Detail, das kaum erfunden und ohne Not über 
den verstorbenen Bruder zu Protokoll gegeben würde (pag. 1105 Z. 86 f.). Die 
Aussage steht gleichzeitig für die offene Gesprächskultur zwischen I.________ sel. 
und seiner Schwester, angesichts welcher es unwahrscheinlich erscheint, dass 
I.________ sel. seiner Schwester in Bezug auf den Beziehungsbeginn mit 
M.________ nicht die Wahrheit gesagt hat. Zum anderen gab E.________ an, ihr 
Bruder habe damals noch eine andere AC.________ (Staatsangehörige) gekannt 
und sei sich nicht sicher gewesen, welches die richtige Frau sei (pag. 1105 
Z. 84 ff.). Die Erwähnung dieses Kontakts mit einer anderen Frau sowie der Unsi-
cherheit von I.________ sel. wirkt einerseits aus dem Leben gegriffen und gebührt 
dem Verstorbenen gleichzeitig nicht besonders zum Vorteil, was für ihre Glaubhaf-
tigkeit sprich. Hinzu kommt, dass auch der Bruder des Beschuldigten erwähnte, es 
habe noch eine weitere AC.________(Staatsangehörige) gegeben, die I.________ 
sel. «gerne gemocht» habe (pag. 1112 Z. 205). Damit bestätigte er sinngemäss die 
Aussage seiner Schwester. Die Bemerkung über die andere 
AC.________(Staatsangehörige) unterstreicht damit einerseits die Glaubhaftigkeit 
der Aussagen von E.________ und ist andererseits ein weiterer, deutlicher Hinweis 
darauf, dass die Beziehung mit M.________ nicht zu einem früheren Zeitpunkt be-
gonnen hat. Die Aussagen von G.________, F.________, AD.________ und 
AE.________ sind weniger präzise, bestätigen jedoch ebenfalls, dass die Bezie-
hung erst im Zeitraum nach dem Auszug von M.________ aus der ehelichen Woh-
nung begann (F.________: pag. 1887 Z. 13; AD.________: pag. 853; 
AE.________: pag. 1123 Z. 89). Der früheste genannte Zeitpunkt («ca. Mitte 2019, 
evtl. auch etwas früher» [G.________: pag. 1110 Z. 91 ff.]), ist kein tragfähiger 
Hinweis dafür, dass die Beziehung bereits vorher begonnen hat. Aus den weiteren 
Aussagen von G.________ wird klar, dass er diese Zeitangabe auf den Zeitpunkt 
bezog, in dem sein Bruder angefangen habe, sich um den Schutz von M.________ 
zu kümmern, was G.________ als Zeichen dafür deutete, dass dieser seine Kom-
petenzen als Liegenschaftsverwalter überschritten habe, nicht jedoch als Beginn 
einer effektiven Liebesbeziehung. Weiter gab er zu Protokoll, sich nicht genau erin-
nern zu können und nicht genau zu wissen, wie es abgelaufen sei (pag. 1110 
Z. 92 ff.). An der Hauptverhandlung gab er sodann an, erst Anfang 2020 von der 
Beziehung erfahren zu haben (pag. 1889 Z. 23). Mit diesem Ergebnis stimmt übe-
rein, dass Q.________ erzählte, ihre Mutter habe ihnen im Oktober 2019 gesagt, 
I.________ sel. sei ihr Freund (pag. 1073). Auf diese Fülle von Angaben sowohl 
von M.________ selber wie auch aus dem gemeinsamen Umfeld kann zweifelsfrei 
geschlossen werden, dass die Beziehung von M.________ und I.________ sel. 
erst nach dem Auszug von M.________ aus der ehelichen Wohnung begann, mit-
hin im Zeitraum September/Oktober 2019. Davon ging offenbar auch der Beschul-
digte aus. Zwar sagte er in den späteren Einvernahmen, er habe von einer Freun-
din resp. einer befreundeten t.________ Familie gehört, die Beziehung laufe seit 
der grossen Renovation der Wohnungen, welche vor fünf Jahren angefangen habe. 
Sie hätten ihm das in der ersten Januarwoche [2020] gesagt (pag. 993 Z. 38, pag. 
994 Z. 89 und pag. 1029/5 Z. 138 ff.). Auch hatte er M.________ am 18. Januar 

21

2020 vorgeworfen, sich seit mehr als zwei Jahren «mit dem Typ zu vergnügen» 
(pag. 232). Gleichzeitig äusserte er aber am 30. Januar 2020 gegenüber 
AB.________ «…das muss angefangen haben, nachdem sie von hier weggegan-
gen ist in die neue Wohnung, wo sie jetzt ist. Sie hat sich dem Kerl hingegeben, 
aber sie wohnte nicht mehr hier in der Wohnung» (pag. 228) und gab in der Ein-
vernahme vom 10. Februar 2020 an, er sei bis zum Gespräch mit I.________ sel. 
am 6. Februar 2020 davon ausgegangen, das Verhältnis habe erst nach der Tren-
nung begonnen (pag. 936 Z. 67 ff. und pag. 942 Z. 361).

Schliesslich ist unbestritten (und geht aus den soeben zitierten Aussagen hervor), 
dass der Beschuldigte bereits mehrere Wochen vor der Tat von der Beziehung 
zwischen I.________ sel. und M.________ wusste (siehe pag. 2048 ff., S. 62 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der genaue Zeitpunkt kann offengelassen 
werden.

10.4.3 Verhalten vor der Tat

Das Vortatverhalten des Beschuldigten wurde durch die Vorinstanz wie folgt ge-
würdigt (pag. 2050 ff., S. 64 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Es stellt sich einerseits die Frage, weshalb †I.________ in die Wohnung des Beschuldigten kam und 
andererseits, welche Pläne bzw. Vorstellungen der Beschuldigte hinsichtlich dieses Treffens hatte 
bzw. welche Vorkehrungen er traf. 

Der Beschuldigte gab mehrfach zu Protokoll, er habe bereits vor dem Termin vom 6. Februar 2020 mit 
†I.________ wegen des Wasserschadens gesprochen. †I.________ habe gesagt, dass er den Haus-
wart schicken werde, wobei dieser nicht gekommen sei (pag. 915, Z. 71-74; pag. 916, Z. 154 f.; 
pag. 951, Z. 43 ff.; pag. 1029/8, Z. 264 ff.). Am 6. Februar 2020 habe er ihn nochmals kontaktiert, 
woraufhin sie sich für 13:30 Uhr verabredet hätten (pag. 915, Z. 74-77; pag. 916 f., Z. 155 ff.; pag. 
943, Z. 406 ff.; pag. 950, Z. 35 ff.; pag. 951, Z. 40 f.; pag. 1029/9, Z. 275 f.). †I.________ habe an-
lässlich des Telefonats mitgeteilt, dass der Hauswart in den Ferien weile (pag. 951, Z. 38 f.; pag. 
1029/9, Z. 275 f.). 

M.________ gab an, am 6. Februar 2020 durch †I.________ vom Termin mit dem Beschuldigten er-
fahren zu haben (pag. 1031, Z. 24 ff.; pag. 1032, Z. 66 ff.). Sie habe gewusst, dass der Beschuldigte 
versucht habe, sich bei †I.________ wegen eines Wasserschadens zu melden (pag. 1031, Z. 26 f.). 
Der Beschuldigte habe †I.________ am 27. [Januar 2020] bei der Arbeit angerufen und habe gewollt, 
dass er die Wohnung anschauen komme (pag. 1059, Z. 159). Am 1. Februar [2020] sei sie mit 
†I.________ zusammen gewesen und dieser habe ihr gesagt, dass der Beschuldigte ihn wegen des 
Wasserschadens angerufen habe (pag. 1059, Z. 161 f.).

AE.________ gab an, erst durch die V.________ vom Termin erfahren zu haben, da er in den Ferien 
gewesen sei (pag. 1122, Z. 24 f.). Er habe vorgängig weder mit †I.________ noch mit dem Beschul-
digten über den Wasserschaden gesprochen und habe erst durch das Telefonat mit Herrn 
AD.________ Kenntnis vom Schaden erlangt (pag. 1122, Z. 43 ff.). 

Aufgrund der übereinstimmenden Angaben des Beschuldigten und M.________ sowie den Ergebnis-
sen der rückwirkenden Telefonüberwachung ist davon auszugehen, dass der Termin vom 6. Februar 
2020 zwischen †I.________ und dem Beschuldigten gleichentags – auf Initiative des Beschuldigten 
hin – um 09:20:19 Uhr (pag. 305; Ziff. 3.2.1 hiervor) vereinbart wurde. Zudem muss ebenso gestützt 
auf die übereinstimmenden Angaben des Beschuldigten und M.________ davon ausgegangen wer-

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den, dass der Beschuldigte den Wasserschaden in der Wohnung bereits ein bis zwei Wochen vorher 
– vermutlich am 27. Januar 2020 – der V.________ bzw. †I.________ meldete. Der Beschuldigte 
machte geltend, der Hauswart sei in der Folge nicht bei ihm vorbeigekommen, weshalb er am 6. Fe-
bruar 2020 erneut bei der V.________ angerufen habe. Dies lässt sich insofern mit den Aussagen 
von AE.________ in Einklang bringen, als dieser angab, vor dem 6. Februar 2020 keine Kenntnis des 
Schadens gehabt zu haben, womit er auch nicht in der Wohnung des Beschuldigten gewesen sein 
dürfte. 

Unklar bleibt, ob der Beschuldigte vorgängig Kenntnis davon hatte, dass AE.________ in der Woche 
vom 6. Februar 2020 in den Ferien weilen würde. Spätestens nach dem Telefonat vom 6. Februar 
2020 musste dem Beschuldigten allerdings klar gewesen sein, dass †I.________ höchstwahrschein-
lich alleine zum Besichtigungstermin erscheinen würde, zumal †I.________ ihm die Ferienabwesen-
heit von AE.________ am Telefon mitteilte. Zudem weisen die Aussagen des Beschuldigten darauf 
hin, dass ihm bereits nach dem ersten Telefonat an die V.________ bewusst war, dass die Besichti-
gung des Wasserschadens in den Zuständigkeitsbereich von †I.________ fallen würde (pag. 918 f., 
Z. 256; pag. 1029/8, Z. 264 ff.). Auch AE.________ gab an, dass es normalerweise †I.________ sei, 
der Besichtigungstermine bei Schäden oder Beanstandungen wahrnehme (pag. 1122 f., Z. 54 ff.).

Der Beschuldigte bestritt über die verschiedenen Einvernahmen hinweg konsequent, die Tat geplant 
zu haben (pag. 939, Z. 247; pag. 967, Z. 817; pag. 975, Z. 1142 f., pag. 1020, Z. 379 ff.). Er habe 
nicht einmal den Termin mit †I.________ geplant (pag. 968, Z. 821). Anhand der sichergestellten 
Chatnachrichten zwischen dem Beschuldigten und seinem Sohn AB.________ wird allerdings deut-
lich, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht der Wahrheit entsprechen. Die Nachrichten zeigen, 
dass der Beschuldigte auf ein Treffen mit †I.________ hinwirkte bzw., dass er zumindest hoffte, es 
komme in seiner Wohnung zu einem Treffen unter vier Augen mit †I.________ («Ich kann kaum er-
warten ihn zu treffen…» [Nachricht 1, Ziff. 3.2.11 hiervor]; «…ich habe ihn bereits dort aufgesucht, es 
gibt hier in der Wohnung ein paar Sachen zu zeigen, ich habe mit ihm per Telefon gesprochen… 
[Nachricht 1, Ziff. 3.2.11 hiervor]; «…ich habe den Kerl schon gesucht… [Nachricht 5, Ziff. 3.2.11 hier-
vor]). Gestützt auf die sichergestellte Soft Air Waffe in der Wohnung des Beschuldigten ist im Zu-
sammenhang mit den Sprachnachrichten ferner davon auszugehen, dass er in Erwägung zog, eine 
echte Schusswaffe erhältlich zu machen, um †I.________ einen Schreck einzujagen sowie, dass die 
Besichtigung des Wasserschadens lediglich als Vorwand diente, um an ein Treffen mit †I.________ 
zu kommen («…ich würde gern dem Typ einen Schreck einjagen, mit meinem kann ich das nicht ma-
chen, weil es ein Spielzeug ist, nicht wahr, es ist nicht echt. Ich bin nicht blöd, [unverständlich] aber 
ich möchte dem Typ einen Schreck einjagen [Nachricht 1, Ziff. 3.2.11 hiervor]; «…ich will ihn nur er-
schrecken, ihm nur einen Schock verpassen…» [Nachricht 1, Ziff. 3.2.11 hiervor]; «Es kann ohne Ku-
geln sein, ohne Kugeln… Aber ihn erschrecken, das brauche ich» [Nachricht 4, Ziff. 3.2.11 hiervor]; 
«Über das Thema, das ich mit dir gesprochen habe, über die Maschine» [Nachricht 5, Ziff. 3.2.11 
hiervor]). Der Antwort seitens AB.________ (Nachricht 2, Ziff. 3.2.11 hiervor) betreffend das Vorhaben 
des Beschuldigten sowie seinen Angaben auf Vorhalt ebendieser Nachricht (pag. 1162 f., Z. 223) ist 
zu entnehmen, dass er durchaus von der Ernsthaftigkeit der Absichtsbekundungen des Beschuldigten 
ausging. Soweit der Beschuldigte vorbringt, die sichergestellte Soft Air Waffe habe nichts mit dem 
Thema der Sprachnachrichten zu tun (pag. 1017, Z. 252 ff.; pag. 1029/12 f., Z. 422 f.), kann ihm somit 
nicht gefolgt werden.

Die am 27. Januar 2020 ausgetauschten Chatnachrichten zwischen M.________ und dem Beschul-
digten zeichnen ein ähnliches Bild der Absichten des Beschuldigten (Ziff. 3.2.11 hiervor; pag. 233), 
wobei darauf hinzuweisen ist, dass die vier (inkriminierenden) Nachrichten vom Beschuldigten wieder 

23

gelöscht wurden und sich deren genaue Formulierung somit nicht mehr eruieren lässt. Der Beschul-
digte bestritt auf Vorhalt der Chatnachrichten, dass es dabei um †I.________ bzw. M.________ ge-
gangen sein soll (pag. 1016, Z. 217 ff.; pag. 1029/9, Z. 278 ff.). Anhand der noch vorhandenen (nach-
folgenden) Nachrichten ist erkennbar, dass die ursprünglichen vier Nachrichten nicht für M.________ 
bestimmt waren (vgl. Ziff. 3.2.11 hiervor; pag. 234). Darüber hinaus berichtete auch Z.________, von 
†I.________ erfahren zu haben, dass M.________ eine Whatsapp Nachricht vom Beschuldigten er-
halten habe, wonach er [†I.________] ja sowieso nicht die Eier habe, alleine vorbeizukommen 
(Ziff. 3.3.13; pag. 1145, Z. 45 ff.). Der Inhalt der Nachrichten war somit bereits †I.________ bekannt, 
womit ausser Betracht fällt, dass M.________ die Nachrichten (im Nachhinein) zur Belastung des Be-
schuldigten ins Verfahren einbrachte. Auch AD.________ berichtete am Tattag durch M.________ 
von den Nachrichten erfahren zu haben (pag. 855 f.; Ziff. 3.3.2 hiervor). Aufgrund des Inhalts der 
Nachrichten ist das Gericht – trotz der gegenteiligen Angaben des Beschuldigten – der Überzeugung, 
dass die Nachrichten auf das gleichentags mit †I.________ geführte Telefongespräch betreffend den 
Wasserschaden Bezug nahmen. Die Nachrichten verdeutlichen die damalige Befürchtung des Be-
schuldigten, dass †I.________ den Wasserschaden womöglich nicht selbst besichtigen oder jemand 
anderen vorbeisenden würde.

Schliesslich deuten auch die Aussagen des Beschuldigten selbst darauf hin, dass er auf ein Treffen 
mit †I.________ hinwirkte und es nicht lediglich um die Besichtigung des Wasserschadens ging. So 
gab er an, dass er †I.________ zwar zur Rede habe stellen wollen, aber nie habe er ihn umbringen 
wollen (pag. 942, Z. 353 f.). Er habe ihm nur eine verbale Lektion erteilen wollen, dass er besser sei 
als er (pag. 1029/10, Z. 334 ff.). 

Dazu passt ferner, dass der Beschuldigte seine beiden Töchter am Tattag rechtzeitig aus dem Haus 
haben wollte. Der Beschuldigte gab an, Q.________ sei gemeinsam mit der Mutter zum Zahnarzt ge-
gangen und R.________ sei bei einer Freundin zu Hause gewesen (pag. 917, Z. 166 ff.; pag. 969, Z. 
881 ff.; pag. 1029/9, Z. 292 f.). Er habe ihnen gesagt, dass jemand vorbeikommen werde, wobei er 
nicht gesagt habe, wer dies sei. Sie hätten selbst entschieden, die Wohnung zu verlassen (pag. 
1029/9, Z. 293 f.; pag. 1029/9, Z. 305 f.; pag. 1899, Z. 41 ff.). Er habe nicht festgestellt, wann 
Q.________ habe gehen müssen. Sie sei freiwillig früher gegangen (pag. 1900, Z. 2 ff.). Sie habe ge-
sagt, sie habe einen Termin bei Zahnarzt und wolle früher gehen (pag. 1900, Z. 8 f.). R.________ ha-
be einfach gesagt, dass sie mit ihrer Freundin nach unten gehe, um die Hausaufgaben zu machen 
(pag. 1900, Z. 11 ff.).

M.________ gab an, Q.________ habe ihr am 6. Februar 2020 am Mittag geschrieben, dass sie zu 
ihr komme und mit ihr zum Zahnarzt fahren wolle. Sie hätten um 12:30 Uhr am Domizil von 
M.________ abgemacht. Die Grosse sei noch bei einer Kollegin gewesen (pag. 1031, Z. 35 ff.). An-
lässlich der Hauptverhandlung gab sie sodann an, dass sie um ca. 14:00 Uhr bei der Hauptstelle ab-
gemacht hätten. Q.________ sei am Mittag zu Hause angekommen, woraufhin sie gefragt habe, was 
sie schon hier mache. Diese habe entgegnet, dass sie bereits vorher da sei (pag. 1892, Z. 25 ff.). 
M.________ gab des Weiteren an, der Beschuldigte habe den Kindern gesagt, dass er Besuch erhal-
ten werde und alleine sein wolle. Sie habe dies von den Kindern erfahren, wobei diese nicht gewusst 
hätten, wer zu Besuch kommen werde (pag. 1063, Z. 337 ff.; 1892, Z. 27 ff.; pag. 1892, Z. 34 ff.). 

Q.________ bestätigte, bereits um 13:00 Uhr zu ihrer Mutter gegangen zu sein und gemeinsam mit 
dieser um 15:30 Uhr den Zahnarzttermin wahrgenommen zu haben (pag. 1070, Zeit 08:06 ff.). Der 
Beschuldigte habe gewusst, dass sie zum Zahnarzt gehen müsse. Sie habe es ihm am Mittwoch ge-
sagt (pag. 1070 f., Zeit 08:09 ff.). Währenddessen sei R.________ bei einer Kollegin gewesen, um 
Hausaufgaben zu machen (pag. 1071, Zeit 08:12 ff.). 

24

Soweit der Beschuldigte geltend machte, seine beiden Töchter seien von sich aus bzw. aufgrund der 
bereits früher festgelegten Termine im Tatzeitpunkt nicht anwesend gewesen, ist ihm kein Glauben zu 
schenken. M.________ erklärte überzeugend, erst am Tattag gegen Mittag mit Q.________ abge-
macht zu haben und erstaunt darüber gewesen zu sein, dass sie früher habe kommen wollen, zumal 
sie ursprünglich um 14:00 Uhr an der Hauptstelle abgemacht hätten. Gestützt auf die Angaben von 
M.________ ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte nach dem Telefongespräch mit 
†I.________ und der Terminvereinbarung für 13:30 Uhr seine beiden Töchter aufforderte, die Woh-
nung zu verlassen, damit er für den Besuch alleine sein konnte. Gegenteiliges wäre weder mit seinen 
eigenen Angaben, wonach er †I.________ einen Schreck einjagen bzw. ihn zur Rede stellen wollte, 
noch mit den zwischen ihm und seinem Sohn ausgetauschten Chatnachrichten vereinbar.

Der Beschuldigte setzte sich in den Wochen bzw. Monaten vor der Tat intensiv mit der Beziehung 
zwischen M.________ und †I.________ auseinander. So schrieb er M.________ am 12. September 
2019, er würde es nicht ertragen, wenn er erfahren würde, dass sie mit einem anderen schlafe (Nach-
richt 11; Ziff. 3.2.11 hiervor). Y.________ berichtete, †I.________ habe ihr am 3. Januar 2020 von ei-
ner Situation im Lift berichtet, anlässlich welcher der Beschuldigte zu †I.________ gesagt haben solle, 
er solle M.________ in Ruhe lassen (pag. 1153, Z. 84 ff.). Diese Angaben sind denn auch mit den 
Sprachnachrichten vom 30. Januar 2020 (Nachrichten 15 und 17; Ziff. 3.2.11 hiervor) sowie den Aus-
sagen bzw. Nachrichten des Beschuldigten (pag. 942, Z. 353 f.; pag. 1029/10, Z. 334 ff.; Nachricht 11, 
Ziff. 3.2.11 hiervor) in Einklang zu bringen. Die Absichten des Beschuldigten im Hinblick auf das Tref-
fen vom 6. Februar 2020 sind eine logische Fortsetzung aus der Erkenntnis, dass M.________ ein in-
times Verhältnis mit †I.________ führte, was dem Beschuldigten schlicht missfiel.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten – soweit er vorbringt, er habe keine 
Schuld daran, dass es zum Treffen vom 6. Februar 2020 gekommen sei – kein Glauben geschenkt 
werden kann. Der Beschuldigte wollte, dass es zu einem persönlichen Treffen mit †I.________ kommt 
und er sorgte dafür, dass das Treffen unter vier Augen stattfinden würde. Des Weiteren ist erstellt, 
dass er †I.________ zur Rede stellen wollte bzw. diesem einen Schreck einjagen wollte, weil er es 
nicht ertrug, dass †I.________ sich in einer Beziehung mit M.________ befand. 

Dass der Beschuldigte das Treffen vorgängig in der Absicht, †I.________ zu töten, organisierte, lässt 
sich mangels ausreichender Beweise hingegen nicht erstellen. Für das Fehlen einer vorgängigen 
Tötungsabsicht bzw. einer entsprechenden Planung spricht insbesondere, dass der Beschuldigte so-
wohl für die Tötung als auch das unmittelbare Nachtatgeschehen, lediglich Alltagsgegenstände aus 
seiner Wohnung verwendete (Küchenmesser, Grillhülle, Klebeband, Vlies, Plastiksack etc.). Zudem 
musste der Beschuldigte – bevor er zum Entsorgen des Leichnams schreiten konnte – zunächst einen 
Benzinkanister (inkl. Benzin) besorgen.

Diesen Erwägungen schliesst sich die Kammer weitgehend an. Die zentrale Er-
kenntnis aus den vorinstanzlichen Überlegungen ist, dass der Beschuldigte nicht 
plante, I.________ sel. zu töten, ihn jedoch erschrecken und zur Rede stellen woll-
te und in dem Sinne auf ein Zusammentreffen hinwirkte. Insbesondere der Aus-
tausch zwischen dem Beschuldigten und AB.________ eine Woche vor der Tat 
zeigt indes auf, dass von einer Begegnung des Beschuldigten mit I.________ sel. 
von vornherein nichts Gutes (oder in den Worten von AB.________: «Scheisse») 
zu erwarten war (pag. 228). Es wirkt vor diesem Hintergrund geradezu zynisch, 
dass sich der Beschuldigte in seinen Einvernahmen wiederholt darüber beklagte, 
dass I.________ sel. den von ihm selber angestrengten Termin wahrgenommen 
habe und besser gewartet hätte, bis der Hauswart aus den Ferien zurück sei, weil 

25

dann «das alles» nicht passiert wäre (pag. 937 Z. 120, pag. 938 Z. 197 f., pag. 942 
Z. 352, pag. 951 Z. 56 f., pag. 968 Z. 822 und pag. 969 Z. 900 ff.).

Hinsichtlich der vom Beschuldigten bestrittenen Frage, ob der Beschuldigte seine 
Töchter ausdrücklich aus der Wohnung schickte, um mit dem Beschuldigten alleine 
zu sein, liegen einerseits die Aussagen von M.________ vor, die grundsätzlich 
glaubhaft geschildert hat, der Beschuldigte habe den Kindern gesagt, dass er Be-
such erhalten werde und alleine sein wolle (pag. 1063 Z. 338 ff. und 1892 Z. 27 ff.). 
Da aufgrund zahlreicher weiterer Umstände davon ausgegangen wird, dass der 
Beschuldigte ein Treffen mit I.________ sel. unter vier Augen wünschte, erscheint 
es insgesamt stimmig, dass er seine Töchter dazu bewegte, die Wohnung (früher) 
zu verlassen. Allerdings gab M.________ mit ihren Aussagen aus zweiter Hand 
wieder, was ihr ihre Töchter im Nachhinein erzählt hätten. In den oberinstanzlich 
eingereichten Schreiben vom 4. Oktober 2022 von R.________ und Q.________ 
schilderten die beiden hingegen (teilweise wortgleich), ihr Vater habe ihnen am 
6. Februar 2020 nach dem Frühstück mitgeteilt, dass er später Besuch bekommen 
werde. Sie hätten dann die Wohnung verlassen. Er habe aber nicht gedrängt oder 
erwartet, dass sie gehen sollten, wenn der Termin sei (pag. 2207 f.). Diese beiden 
Schreiben wurden rund zweieinhalb Jahre nach der Tat verfasst und erst im obe-
rinstanzlichen Verfahren eingereicht. Die Schreiben sind in der Wortwahl teilweise 
identisch (z.B.: «Mein Vater hatte mich nicht gedrängt oder erwartet das ich weg 
gehe, wen der Termin ist»), lassen inhaltlich auf gewisse Aktenkenntnisse schlies-
sen und das Schreiben von Q.________ widerspricht etwa in Bezug auf den Zeit-
punkt, in dem sie die Wohnung ihres Vaters verlassen habe, deutlich ihren früheren 
Aussagen (vgl. pag. 1070 f.). Den Schreiben kommt insofern nur ein eingeschränk-
ter Beweiswert zu. Für die weitere Beweiswürdigung ist indes in erster Linie rele-
vant, dass die Töchter die Wohnung effektiv vor dem Termin mit I.________ sel. 
verlassen haben und der Beschuldigte somit wusste, dass er mit diesem alleine 
sein würde. Es kann daher offen gelassen werden, ob der Beschuldige seine Töch-
ter ausdrücklich zum Verlassen der Wohnung aufgefordert hat, oder ob diese von 
sich aus gingen. Zu bemerken ist lediglich, dass es dem Beschuldigten ohne weite-
res möglich gewesen wäre, eine Tochter zu bitten, noch kurz da zu bleiben, wenn 
er ein Zusammentreffen unter vier Augen hätte verhindern wollen – so wie es sich 
M.________ im Hinblick auf die Begegnung der beiden Männer offenbar erhofft 
hatte (pag. 230: «Ich bin froh, dass R.________ da ist»). Auch insofern ist nicht 
glaubhaft, wenn der Beschuldigte sich darüber beklagt, dass er sich alleine mit 
I.________ sel. wiedergefunden hat.

10.4.4 Tatablauf / Verbale Konfrontation

Wie bereits ausgeführt, gibt der Beschuldigte an, I.________ sel. habe ihn anläss-
lich der Besichtigung des Wasserschadens provoziert, indem er 
T.________(Sprache) gesprochen und angegeben habe, die Sprache von 
M.________ zu lernen, und indem er – auf mehrmaliges Nachfragen des Beschul-
digten hin – erzählt habe, er habe mit ihr bereits eine Beziehung geführt, als 
M.________ noch mit dem Beschuldigten zusammengelebt habe (pag. 935 f. 
Z. 44 ff.; siehe Ziff. 10.4.1 oben).

26

Die Vorinstanz erachtete diese Darstellung als unglaubhaft (pag. 2055, S. 69 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sie führte zurecht aus, dass die Passage in 
der Einvernahme vom 10. Februar 2020, in welcher der Beschuldigte diese Schil-
derung zu Protokoll gab, unlogisch und nicht stimmig ist (pag. 935 f. Z. 44 ff.), etwa 
wenn I.________ sel. auf die Frage des Beschuldigten nach dem Beginn der Be-
ziehung zunächst nervös geworden sei und gesagt haben soll, er und M.________ 
seien lediglich befreundet und er habe nichts Falsches gemacht, auf das Nachfra-
gen nicht geantwortet, dann jedoch bei der zweiten Nachfrage gesagt haben soll, 
die Beziehung habe schon während dem ehelichen Zusammenleben begonnen. 
Ebenso erstaunt, dass sich der Beschuldigte damit aufhielt, I.________ sel. habe 
ihm dies «einfach so» gesagt – nachdem er gemäss eigenen Aussagen dreimal in-
sistierend dieselbe Frage gestellt hatte (pag. 936 Z. 82). Ebenfalls nicht stimmig 
scheint, dass der Beschuldigte selber schilderte, er habe zu I.________ gesagt, er 
sei ein AL.________ (Nationalität), der nach AM.________ (Land) gehe, um von 
den Kindern und Frauen zu profitieren (pag. 936 Z. 97 f. und pag. 961 Z. 521 f.). 
Der Beschuldigte äusserte somit selber deutlich wüstere Beleidigungen, als er von 
I.________ sel. erwähnte. Auch der Abgleich mit den späteren Äusserungen des 
Beschuldigten zu den angeblichen Provokationen durch I.________ sel. erweckt 
starke Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen. In den späteren Einver-
nahmen bestätigte er, er sei von I.________ sel. provoziert worden, mehrheitlich 
ohne die entsprechende Situation nochmals auszuführen (pag. 951 Z. 74, pag. 952 
Z. 90 ff., pag. 956 Z. 287 ff., pag. 975 Z. 1142 f., pag. 1004 Z. 574 ff., pag. 1019 
Z. 310 ff., pag. 1029/11 Z. 358 ff., pag. 1993 Z. 44 f.). Hingegen äusserte er sich 
ausserhalb der Einvernahmen erneut über die angeblichen Provokationen und 
zwar einerseits im bereits erwähnten Brief an W.________ vom 30. Juli 2020 und 
andererseits gegenüber dem Gutachter. Anlässlich beider Gelegenheiten schilderte 
der Beschuldigte die Provokationen durch I.________ sel. anders und insbesonde-
re deutlich gesteigert: Im Brief an W.________ gab er an, I.________ sel. habe ihn 
als «schwarzer Nigger» und «Idiot» bezeichnet. Es sei verrückt gewesen. Vielleicht 
habe I.________ etwas geraucht oder ein Pulver geschnüffelt oder er habe 
M.________ beeindrucken wollen, denn es sei nicht normal gewesen, was er ver-
sucht habe. I.________ habe ihn gedemütigt und gedacht, er könne mit ihm ma-
chen, was er wolle (pag. 207). Gegenüber dem Gutachter berichtete der Beschul-
digte, I.________ habe ihm nicht nur gesagt, seine Beziehung mit M.________ ha-
be bereits während dem ehelichen Zusammenleben begonnen, sondern gar, sie 
hätten in der ehelichen Wohnung der Familie A.________ Sex gehabt (pag. 1676). 
Die Schilderungen gegenüber W.________ weichen komplett von den anderen 
Versionen ab und befremden auch inhaltlich: Die verwendete Wortwahl ist als ple-
onastische Beleidigung nicht bekannt, geschweige denn zu erwarten und die Un-
terstellung, I.________ habe vorher Drogen genommen, erscheint geradezu ab-
surd. Die Erwähnung von Geschlechtsverkehr in der ehelichen Wohnung gegenü-
ber dem Gutachter wiederum stellt eine deutliche Steigerung der angeblichen Pro-
vokation dar, welche in den Einvernahmen jedoch nie Erwähnung fand, was zu er-
warten wäre, wenn der Beschuldigte diese tatsächlich gehört hätte. Auch mit Blick 
auf diese unterschiedlichen Äusserungen erscheinen die angeblichen Provokatio-
nen durch I.________ sel. wenig glaubhaft.

27

Die vom Beschuldigten behaupteten Provokationen erweisen sich jedoch auch im 
Gesamtkontext als unglaubhaft: Zum einen ist erstellt, dass die Beziehung von 
I.________ sel. und M.________ erst im Zeitraum September/Oktober 2019 und 
somit nach dem Auszug von M.________ aus der ehelichen Wohnung begann. Die 
vom Beschuldigten geschilderte Provokation hätte demnach nicht der Wahrheit 
entsprochen. Angesichts der Vorgeschichte für das Treffen ist indes auszuschlies-
sen, dass I.________ sel. «in der Hitze des Gefechts» eine solche Lüge geäussert 
hätte, wie dies von der Verteidigung vorgebracht wird. I.________ sel. wusste über 
M.________ von der gewalttätigen Seite des Beschuldigten. Dies hat ihn schon im 
damaligen Zeitpunkt so stark beschäftigt, dass er sich seinen Geschwistern und 
Y.________ damit anvertraute (E.________: pag. 1105 Z. 100, pag. 1106 Z. 121 f. 
und pag. 1883 Z. 37 f.; G.________: pag. 1110 Z. 75 ff.; Y.________: pag. 1153 
Z. 49 ff.). Bereits damals löste diese Schilderung beim Bruder des Beschuldigten 
Unbehagen aus, woraufhin er I.________ sel. mitteilte, er habe Angst um ihn 
(pag. 1110 Z. 84 f.). Im Hinblick auf das Zusammentreffen mit dem Beschuldigten 
bei der Besichtigung des Wasserschadens hatte offenbar auch I.________ sel. 
kein gutes Gefühl: So erwähnte er am Morgen vor dem Termin gegenüber seiner 
Arbeitskollegin Z.________, er habe einen schwierigen Termin und erzählte ihr die 
Umstände inklusive der Nachrichten, die der Beschuldigte versehentlich an 
M.________ geschickt hatte, wonach sich I.________ sicher nicht traue, alleine zu 
kommen. Z.________ erhielt dabei den Eindruck, ihm sei «wirklich nicht wohl» ge-
wesen. Als er das Büro verlassen habe, habe er wie immer Sprüche gemacht und 
gesagt, wenn er dann um drei Uhr nicht zurück sei, könne sie Alarm schlagen 
(pag. 1145 Z. 34 ff.). Auch mit M.________ unterhielt er sich über das Treffen, 
worauf ihm diese antwortete: «Es ist ein Teil deiner Arbeit, unangenehm, aber… 
lass dich nicht von ihm provozieren. Ich erwarte nichts Gutes von ihm. Ich bin froh, 
dass R.________ da ist» (pag. 229 f.). M.________, die den Beschuldigten bes-
tens kannte, rechnete demnach mit Provokationen von Seiten ihres Ehemannes 
(und nicht von Seiten I.________s sel.). I.________ sel. traf sich demnach mit dem 
Beschuldigten im Bewusstsein, dass es sich dabei um eine «heikle» Begegnung 
handelte. Es ist vor diesem Hintergrund nicht davon auszugehen, dass I.________ 
sel. im Gespräch mit dem Beschuldigten provozierte oder eine Konfrontation such-
te. Dies lässt sich denn auch mit der Beobachtung des Beschuldigten vereinbaren, 
wonach I.________ sel. nervös gewirkt habe (pag. 936 Z. 72 und Z. 84) sowie mit 
seiner Bemerkung gegenüber AB.________ vom 30. Januar 2020, wonach ihm 
«der Typ» aus dem Weg gehe (pag. 228). Hinzu kommt, dass I.________ sel. in 
beruflicher Funktion an diesem Termin teilnahm und auch unter diesem Aspekt 
nicht zu erwarten ist, dass er die Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten such-
te. Zumal I.________ sel. sowohl von seinem privaten als auch von seinem berufli-
chen Umfeld als ruhiger, ehrlicher Mensch beschrieben wurde, der in Konfliktsitua-
tionen sachlich, schlichtend und nicht impulsiv reagierte (pag. 853, pag. 1890 Z. 19, 
pag. 1893 Z. 9 und pag. 2184 Z. 33 ff.; ähnlich: pag. 1104 Z. 48, pag. 1109 Z. 48 ff. 
und pag. 1147 Z. 116 ff.). Anders als von der Verteidigung dargestellt, haben sich 
denn auch nicht «zwei Männer um eine Frau gestritten», so dass von I.________ 
sel. eine untypische Reaktion zu erwarten wäre. Die Beziehungsverhältnisse waren 
im Februar 2020 klar: M.________ hatte bereits Ende 2018 ein Eheschutzverfah-

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ren in die Wege geleitet. Sie und der Beschuldigte waren seit dem 1. Juni 2019 ge-
richtlich getrennt und lebten seit Juli desselben Jahres nicht mehr zusammen. 
I.________ sel. befand sich mit ihr seit September/Oktober 2019 in einer Bezie-
hung. Der Beschuldigte schilderte sodann auch keinen Streit, bei dem es 
I.________ sel. (in den Worten der Verteidigung) «verjagt» habe, sondern gibt vor, 
I.________ sel. habe von sich aus mit den Provokationen begonnen, indem er 
T.________(Sprache) gesprochen habe. Schliesslich sind die vom Beschuldigten 
geschilderten Provokationen auch angesichts der Kraftverhältnisse zwischen dem 
Beschuldigten und I.________ sel. wenig nachvollziehbar: Der Beschuldigte ist 
ca. .________ cm gross (pag. 10) und wog am 7. Februar 2020 nach eigenen An-
gaben .________ kg (pag. 397). Er hatte einen relativ kräftigen Körperbau 
(pag. 575 f.), was sich ohne weiteres damit vereinbaren lässt, dass er auf dem Bau 
tätig war, in der Freizeit Fussball spielte und die ac.________ Kampfkunst 
AF.________ praktizierte (pag. 2187 Z. 4 ff.). Entsprechend gelang es ihm auch, 
den verpackten Leichnam von I.________ sel. eigenhändig die Treppe der Mai-
sonette-Wohnung hochzuwuchten. I.________ sel. war mit .________ cm 
(pag. 1324) zwar etwas grösser als der Beschuldigte, imponiert jedoch auf dem ak-
tenkundigen Foto als deutlich feingliedriger (pag. 1039). Dies wurde an der Beru-
fungsverhandlung von E.________ bestätigt, die ihren Bruder als «fein», sehnig 
und schlank beschrieb (pag. 2184 f. Z. 39 ff.). Der Beschuldigte fühlte sich 
I.________ sel. körperlich denn auch klar überlegen. So sprach er etwa davon, 
I.________ habe sich während den Messerstichen nicht mehr gewehrt, weil er so 
stark gewesen sei (pag. 712), die Schläge von I.________ hätten ihm nichts aus-
gemacht, weil er stark sei resp. wegen seinem starken Körperbau (pag. 953 Z. 148 
und Z. 166 ff.) und er habe gesehen, dass I.________ ihn habe schlagen wollen, 
dieser habe ihm aber wegen seiner [eigenen] Muskulatur nichts machen können. 
Er habe I.________ als schwächere und ältere Person gesehen und es sei nicht 
der Rede wert gewesen, ihn zu schlagen (pag. 1029/11 Z. 350 ff.). Auch im Brief an 
W.________ äusserte er sich über den «Schweizer, der nicht einmal weiss, wie 
man kämpft» (pag. 207). Auch angesichts dieser Umstände wird sich I.________ 
sel. davor gehütet haben, den Beschuldigten zu provozieren. Die Bemerkung von 
M.________, der Nachrichtenaustausch mit AB.________ und auch die Schilde-
rung des Beschuldigten, wonach er im Gespräch mit I.________ sel. auf das The-
ma des Beginns der Beziehung insistiert habe, lassen vielmehr darauf schliessen, 
dass es der Beschuldigte war, der nach der Begehung der Wohnung das Gespräch 
auf die Beziehung mit M.________ lenkte, die Konfrontation mit I.________ sel. 
suchte und es deswegen zu einer verbalen Auseinandersetzung kam.

10.4.5 Tatablauf / Körperliche Auseinandersetzung

Nach der Darstellung des Beschuldigten habe er I.________ sel. nach den verba-
len Provokationen am Kragen gepackt, woraufhin dieser begonnen resp. versucht 
habe, ihn mit der Faust in die Seite/auf den Rücken zu schlagen. Diese Aussagen 
sowie die Schilderung der darauffolgenden körperlichen Auseinandersetzung wei-
sen zahlreiche Widersprüche und Unstimmigkeiten auf, welche die Vorinstanz wie 
folgt analysiert hat (pag. 2056 ff., S. 70 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

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Auch hinsichtlich des weiteren Ablaufs erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten als wider-
sprüchlich, unlogisch und damit unglaubhaft. So gab er anlässlich der Tatrekonstruktion an, 
†I.________ habe ihn – während er diesen am Kragen hielt – mit beiden Händen in die Bauchseiten 
(pag. 655) geschlagen. Im Rahmen der Einvernahmen gab er sodann an, †I.________ habe ihn mit 
der rechten Hand auf die linke Körperseite geschlagen. Er habe ihn mit dem rechten Arm auf den Rü-
cken geschlagen (pag. 936, Z. 97 ff.). †I.________ habe die ganze Zeit über versucht, ihn mit den 
Fäusten auf die Seite zu schlagen, wobei er ihn mittels Griffs am Kragen habe auf Distanz halten 
können, sodass er es nicht geschafft habe, ihn zu schlagen (pag. 952, Z. 120 und 128 ff.; pag. 953, Z. 
136 f.). †I.________ sei mit den Fäusten schon bis zu seinem Körper gekommen. Er habe seine Hand 
auf seiner Seite gespürt. Aber er sei stark und habe die Distanz aufrechterhalten können. So sei seine 
Faust zwar in seine Richtung gekommen, aber diese habe ihn nicht wirklich erreicht (pag. 953, Z. 139 
ff.). Die Schläge hätten keine Spuren hinterlassen, weil er einen Pullover getragen habe (pag. 953, 
Z. 156 ff.). †I.________ habe ihn mehrmals geschlagen, wobei ihm dies nichts ausgemacht habe 
(pag. 953, Z. 165 f.). Er sei überrascht gewesen, dass er angefangen habe, ihn zu schlagen 
(pag. 1029/10, Z. 343 ff.). Wegen seiner Muskulatur [derjenigen des Beschuldigten] habe er nichts 
machen können. Er habe †I.________ als schwächere und ältere Person gesehen und es sei nicht 
der Rede wert gewesen, diesen zu schlagen (pag. 1029/, Z. 350 ff.).

Dass †I.________ versuchte, sich aus den Griffen des Beschuldigten zu lösen, erscheint dem Gericht 
nachvollziehbar. Aufgrund der widersprüchlichen Angaben des Beschuldigten lässt sich allerdings 
nicht erstellen, ob †I.________ tatsächlich auf den Beschuldigten einschlug oder nicht. Festzuhalten 
ist jedoch, dass die körperliche Untersuchung des Beschuldigten keine mit Schlägen gegen den Kör-
perseitenbereich oder Rücken korrespondierende Verletzungen zeigte (pag. 398, Ziff. 3.2.4 hiervor). 

Ferner sind die Aussagen des Beschuldigten auch in Bezug auf den weiteren Ablauf des Geschehens 
widersprüchlich und unglaubhaft. So gab er zunächst an, die Auseinandersetzung habe sich zur 
Spüle verlegt. †I.________ habe gesehen, dass sich dort ein Messer auf der Küchenablage (Später 
gab er an, das Messer habe sich beim Abtropfgestell fürs Geschirr befunden [pag. 954, Z. 195 ff.]) be-
funden habe, welches er mit der linken Hand zu ergreifen versucht habe. Der Beschuldigte habe ver-
sucht, dies abzuwenden, woraufhin das Messer zu Boden gefallen sei (pag. 936 f., Z. 102 ff.; pag. 
975, Z. 1447 f.; pag. 975, Z. 1147 f.). Später gab er an, †I.________ habe das Messer ergriffen, als er 
[der Beschuldigte] ihn am Kragen gepackt habe (pag. 940, Z. 296 f.). Als †I.________ das Messer 
habe ergreifen wollen, habe er seinen Arm gepackt, woraufhin das Messer in der Bewegung zu Bo-
den gefallen sei. †I.________ habe es nie in seinen Händen gehalten (pag. 940, Z. 296-301; pag. 
975, Z. 1147 f.). Anlässlich der Tatrekonstruktion zeigte der Beschuldigte, dass sich das Messer im 
Geschirrkorb befunden habe. †I.________ habe versucht, das Messer mit der linken Hand zu ergrei-
fen, was er [der Beschuldigte] mit dem rechten Arm abgewehrt habe. Aufgrund der schnellen Bewe-
gung von †I.________ sei das Messer auf den Küchenboden gefallen (pag. 657).

Der Beschuldigte gab verschiedentlich an, †I.________ habe das Messer ergriffen. Erst auf konkrete 
Frage hin, räumte er ein, †I.________ habe das Messer nie in den Händen gehalten. Es erschliesst 
sich dem Gericht – insbesondere bei Betrachtung des Geschirrkorbs – nicht, wie das sich in der Ver-
tiefung befindliche Messer ohne Zutun bzw. Berührung seitens †I.________ aus dem Geschirrkorb 
hätte fallen können, sodass es anschliessend auf dem Küchenboden gelandet wäre. Zudem ist nicht 
zu erwarten, dass †I.________ aufgrund einer rein verbalen bzw. maximal leicht tätlichen Konfrontati-
on heraus, versucht hätte, ein Messer zu ergreifen. Umso mehr, als dies für ihn selbst ein Risiko dar-
gestellt hätte, einen solchen Gegenstand ins Geschehen miteinzubeziehen. Es ist vielmehr davon 

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auszugehen, dass der angebliche Griff nach dem Messer durch †I.________ eine reine Schutzbe-
hauptung des Beschuldigten darstellt.

Der Beschuldigte gab des Weiteren an, nachdem das Messer zu Boden gefallen sei, habe er 
†I.________ mit beiden Händen zu sich bzw. zu Boden gerissen und diesen dort fixiert. Er habe sei-
nen linken Arm unter den Hals von †I.________ positioniert und den rechten Arm auf den oberen Rü-
cken von †I.________ gelegt (pag. 659 f.; pag. 937, Z. 104 ff.; pag. 952, Z. 120; pag. 956, Z. 273 f. 
und 297 ff.; pag. 957, Z. 329 f. und 337 ff.). Mit seiner rechten Hand habe er das auf dem Boden lie-
gende Messer behändigt und zweimal auf †I.________ eingestochen, wodurch er diesen im Nacken 
und am Rücken verletzt habe. Er habe †I.________ dabei mit dem linken Arm um den Hals festgehal-
ten (pag. 937, Z. 113 ff.; pag. 661; pag. 941, Z. 302 ff. und 326 f.; pag. 955, Z. 223 f.; pag. 956, Z. 297 
ff.; pag. 957, Z. 329 f. und 337 f.). Er habe ihn zuerst in den Rücken und anschliessend in den Nacken 
gestochen (pag. 661 f.; pag. 941, Z. 326 f.).

Bei näherer Betrachtung der Tatrekonstruktionsbilder sowie der weiteren objektiven Beweismittel wird 
deutlich, dass die Tatversion des Beschuldigten nicht der Wahrheit entsprechen kann. Zunächst ist 
festzuhalten, dass bei †I.________ fünf Befunde scharfer Gewalt festgestellt werden konnten und 
nicht bloss zwei, wie vom Beschuldigten behauptet (pag. 457, Ziff. 3.2.6 hiervor). Zudem zeigte der 
Beschuldigte anlässlich der Tatrekonstruktion auf, wie er die beiden Stiche ausgeführt haben will. Da-
bei fällt auf, dass er das Messer beim ersten Stich in den Rücken von †I.________ beinahe senkrecht 
hielt (pag. 661, Ziff. 3.2.10 hiervor). Auch den zweiten Stich in den mittleren Teil des Nackens will er 
senkrecht ausgeführt haben, während er †I.________ weiterhin im Unterarmwürgegriff hielt (pag. 662, 
Ziff. 3.2.10 hiervor). Eine senkrechte Stichrichtung wäre bei der vom Beschuldigten vorgezeigten Kör-
perposition am wahrscheinlichsten. Aus dem Obduktionsprotokoll bzw. der Obduktionsbilder erhellt al-
lerdings, dass die Stichrichtung der Stichverletzung Nr. 3 (im unteren Hinterkopfbereich links, von hin-
ten betrachtet) schräg von oben rechts nach unten links (Richtung linke Halsseite) in einem eher fla-
chen Winkel verläuft (die Wunde selbst verläuft von oben links nach unten rechts; pag. 457; 472; 
pag. 609-613; vgl. Ziff. 3.2.2, 3.2.6 und 3.2.9 hiervor). Ein solcher Stichwinkel lässt sich aus der vom 
Beschuldigten gezeigten Position (fester Griff um den Hals von †I.________) nicht erklären. Einerseits 
müsste die Stichrichtung gerade umgekehrt gewesen sein und andererseits hätte der Beschuldigte 
die Einstichstelle am Hinterkopf – ohne †I.________ aus dem Unterarmwürgegriff zu entlassen – 
schlichtweg nicht erreichen können. Der rekonstruierte Stichkanal der Stichverletzung Nr. 4 (Rücken) 
zeigt ebenfalls deutlich, dass das Messer von oben rechts nach unten links in den Körper von 
†I.________ eingedrungen ist (pag. 615 ff.; pag. 473; Ziff. 3.2.2 und 3.2.9 hiervor). Die Übersichtsauf-
nahme der Stichverletzungen 1-3 (pag. 603) verdeutlicht, dass die Version des Beschuldigten nicht 
stimmen kann. Die Stichkanäle weisen vielmehr darauf hin, dass die Verletzungen von hinten zuge-
fügt wurden, als sich †I.________ in aufrechter Position befand. Damit übereinstimmend gelangte 
auch die Kriminaltechnik zum Schluss, dass †I.________ durch den Beschuldigten überrascht worden 
sei (pag. 494, Ziff. 3.2.7 hiervor). 

Was den vom Beschuldigten geschilderten Unterarmwürgegriff anbelangt, ist festzuhalten, dass bei 
†I.________ gemäss rechtsmedizinischem Gutachten als Befunde stumpfer Gewalteinwirkung Einblu-
tungen in die Muskulatur an der rechten Kehlkopfseite festgestellt werden konnten (pag. 458; vgl. 
Ziff. 3.2.6 hiervor), deren Entstehung im Rahmen des Unterarmwürgegriffs denkbar seien (pag. 460; 
Ziff. 3.2.6 hiervor). Gestützt darauf ist durchaus denkbar, dass es – zwar zu einem anderen Zeitpunkt 
(vgl. nachfolgende Ausführungen) – zu dem vom Beschuldigten geschilderten Unterarmwürgegriff 
kam. 

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Zur Rechtfertigung seiner Handlungen zum Nachteil von †I.________, führte der Beschuldigte an, im 
Moment als †I.________ am Boden gelegen sei, sei dieser stärker gewesen, weshalb er [der Be-
schuldigte] die Kontrolle verloren habe (pag. 941, Z. 318 f.). Als †I.________ das Messer habe neh-
men wollen, habe er gespürt, dass er ihm etwas habe antun wollen (pag. 941, Z. 321 ff.). Er habe das 
Messer behändigt, bevor †I.________ es habe nehmen können (pag. 952, Z. 108 f.). Später führte 
der Beschuldigte hingegen aus, er habe gespürt, dass †I.________ das Messer bereits ergriffen habe 
(pag. 954, Z. 211). Er habe Angst gehabt, dass er das Messer ergreifen würde und ihm damit in den 
Bauch stechen würde (pag. 955, Z. 232 ff.). Bevor †I.________ das Messer habe ergreifen können, 
habe er sich dieses geschnappt (pag. 956, Z. 276 ff.). Es sei nie sein Plan gewesen, jemanden umzu-
bringen. Er habe sich von †I.________ provoziert gefühlt und dann sei es einfach passiert (pag. 975, 
Z. 1142 f.). Es sei alles aus der Reaktion gekommen, weil †I.________ versucht habe, das Messer zu 
nehmen (pag. 1029/11, Z. 350 ff.).

Der Beschuldigte widersprach sich somit hinsichtlich der Gründe für sein Verhalten zum Nachteil von 
†I.________. Komisch mutet insbesondere seine Aussage an, wonach er sich von †I.________ pro-
voziert gefühlt habe und «dann sei es einfach passiert». Diese Aussage des Beschuldigten ist nicht 
mit einer aus Angst und Verteidigungswillen erfolgten Handlung vereinbar. Ferner ist mit Blick auf die 
gegenteiligen Angaben des Beschuldigten (Brief an W.________ [pag. 207, Ziff. 3.3.1 hiervor] sowie 
pag. 1029/10, Z. 323 ff.) nicht glaubhaft, dass er davon ausging, †I.________ sei stärker gewesen als 
er selbst. Inwiefern †I.________ für den Beschuldigten in der von Letzterem geschilderten Körperpo-
sition von †I.________ (mit dem Kopf gegen ihn, vor ihm auf allen Vieren kniend und im Würgegriff fi-
xiert) eine Gefahr für den Beschuldigten dargestellt hätte, erschliesst sich dem Gericht ohnehin nicht. 
Falls es eine solche Position überhaupt gab, erscheint es nahezu unmöglich, dass †I.________ den 
Beschuldigten mit einem Messer in den Bauch hätte stechen können. Ferner mutet die Aussage des 
Beschuldigten, wonach er das Messer in Richtung des Wohnzimmers hätte werfen können 
(pag. 1029/11, Z. 373 f.; Ziff. 3.3.3.g hiervor), äusserst komisch an. Der Beschuldigte versuchte Glau-
ben zu machen, das Messer ergriffen zu haben, um sich vor einem unmittelbaren Angriff seitens 
†I.________ zu schützen. Das Werfen des Messers in Richtung des Wohnzimmers, wäre mit diesem 
vermeintlichen Abwehrwillen keineswegs nicht in Einklang zu bringen.

Diese Gegenüberstellungen der Vorinstanz zeigen eindrücklich auf, dass der Be-
schuldigte nicht in der Lage war, verständlich, nachvollziehbar und gleichbleibend 
zu erklären, wie sich die angeblich gegenseitige körperliche Auseinandersetzung 
resp. der angebliche Angriff durch I.________ sel. ereignet haben soll. Aufgrund 
der zahlreichen Widersprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen selber sowie 
mit den von der Vorinstanz erwähnten weiteren Beweismitteln drängt sich der 
Schluss auf, dass sich die gesamte Auseinandersetzung nicht wie vom Beschuldig-
ten geschildert zugetragen hat. Daran ändert sich auch nichts, wenn die unter-
schiedliche Verortung des Messers (auf der Küchenablage, beim Abtropfgestell 
fürs Geschirr, im Geschirrkorb) auf Übersetzungsfehler oder Missverständnisse 
zurückzuführen wären, was angesichts der in der Einvernahme vom 10. Februar 
2020 durch den Beschuldigten erstellten Skizze nicht zweifelsfrei ausgeschlossen 
werden kann (pag. 947: Messer in der Ecke des Abtropfgestells, in dem sich das 
Messer auch gemäss Fotos der Tatrekonstruktion befunden hat [pag. 702]). Selbst 
wenn der Beschuldigte die Position des Messers konstant schilderte, vermochte er 
dennoch nicht nachvollziehbar zu erläutern, 

- ob und wie ihn I.________ sel. geschlagen haben soll;

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- ob I.________ sel. das Messer effektiv ergriffen hat und wie das Messer auf 
den Boden gelangt sein soll;

- ob I.________ sel. auf dem Boden nach dem Messer gegriffen oder dieses ef-
fektiv behändigt hat;

- wie I.________ sel. auf dem Boden kniend, mit dem Kopf gegen den Beschul-
digten und in dessen Unterarmwürgegriff (siehe pag. 706) hat «stärker» sein 
sollen als der Beschuldigte oder diesen gar hätte in den Bauch stechen sollen;

- wie die am Leichnam von I.________ sel. festgestellten fünf Stichverletzungen 
entstanden sein sollen, wenn er lediglich zweimal mit dem Messer zugestochen 
hat;

- wie er aus der von ihm behaupteten Position heraus und der von ihm gezeigten 
senkrechten Stichrichtung die schräg verlaufenden Stichkanäle verursacht ha-
ben soll.

Auffallend am Aussageverhalten des Beschuldigten ist zudem, dass er in entschei-
denden Punkten (z.B. Anzahl Messerstiche) Erinnerungslücken geltend macht, 
während er sich in anderen Punkten selektiv gut erinnert, was passiert sei. Anders 
als von der Verteidigung vorgebracht, ist das Zustechen mit einem Messer nicht 
vergleichbar mit einer trivialen Alltagshandlung. Es handelt sich dabei um eine aus-
sergewöhnliche, emotional belastende Handlung und es ist nicht glaubhaft, dass 
sich der Beschuldigte daran so schlecht erinnern kann wie an die Anzahl Kaffees 
vom Vortag. Auch die Behauptung des Beschuldigten, I.________ sel. sei in der Si-
tuation am Boden stärker gewesen, ist nicht nur angesichts der demonstrierten Po-
sition zweifelhaft, sondern auch aufgrund der zahlreichen Schilderungen des Be-
schuldigten, wie viel stärker als I.________ sel. er gewesen sei (siehe Ziff. 10.4.4 
oben). Schliesslich ist das von der Verteidigung vorgebrachte dynamische Kampf-
geschehen auch angesichts der engen Platzverhältnisse in der Küche sowie dem 
unberührten Puzzle am Boden unrealistisch (vgl. pag. 704 ff.). Im Ergebnis hat die 
Vorinstanz die Schilderungen des Beschuldigten zum Tathergang zurecht als 
Schutzbehauptungen qualifiziert. Seine Behauptung, es habe vor den Messersti-
chen und nach Provokationen durch I.________ sel. einen gegenseitigen Kampf 
gegeben, ist nicht glaubhaft. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass der Be-
schuldi