# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d72c0230-8e88-55ee-b0d5-31c4c90f04e1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.04.2024 E-5165/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5165-2021_2024-04-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

                                  
 Abteilung V 

E-5165/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Lorenz Noli,  

Richterin Regina Derrer,    

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und deren Kinder    

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Angola,   

alle vertreten durch Guillaume Kasongo,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5165/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin A._______ ersuchte am 2. Mai 2020 für sich und 

ihre Kinder in der Schweiz um Asyl. Das SEM nahm am 7. Mai 2020 ihre 

Personalien auf, führte mit ihr am 11. Mai 2020 ein Dublin-Gespräch durch 

und hörte sie zufolge des Verdachts, dass sie ein allfälliges Opfer von Men-

schenhandel sein könnte, am 13. Juli 2020 an.  

Zu ihrer Person erklärte sie, sie stamme aus E._______, gehöre der Ethnie 

der F._______ an und sei Christin. Ihre Eltern seien verstorben, ihre Ge-

schwister lebten teils in Angola. Sie habe in E._______ die sechste Se-

kundarklasse absolviert und sich danach weitergebildet. Der Vater ihrer 

drei Kinder, ihr Ex-Partner, namens G._______, sei angolanischer Staats-

angehöriger und lebe in Angola. Ihr jüngster Sohn sei in X._______ gebo-

ren. Bis im Jahr 2007 habe sie in E._______ gelebt. Ihre zwischenzeitlich 

verstorbene Tante habe sie dann nach H._______ geholt. 

Ihr Heimatland habe sie am 9. Oktober 2019 verlassen, da sie sich in An-

gola nicht mehr sicher gefühlt habe. Sie sei Angehörige der Partei Movi-

mento Popular de Libertação de Angola (MPLA) gewesen. Im Jahr 2012 

habe sie bei dieser Partei in H._______ ihren Freund I._______ kennen 

gelernt. Dieser habe mit dem (…) zusammengearbeitet und sei bei der 

Firma J._______ tätig gewesen. Durch die Vermittlung von I._______ habe 

sie im Jahr 2015 bei derselben Firma einen Job als (…) erhalten. Im Jahr 

2018 sei der (…) verhaftet worden und einige Zeit später sei ihr Freund 

verschwunden. Sie habe ihn überall gesucht und deshalb dessen Freund 

K._______ angerufen. Dieser habe ihr geraten, wegzugehen. Sie habe 

dies zuerst nicht ernst genommen, bis sie im Jahr 2019 eine polizeiliche 

Vorladung erhalten habe, der sie jedoch keine Folge geleistet habe. Sie 

habe auch erfahren, dass Arbeitskollegen von ihr verhaftet worden seien. 

Am 15. Februar 2019 seien bei ihr zuhause ungefähr zehn Männern in Po-

lizeijacken erschienen. Diese hätten sie nach dem Verbleib ihres Freundes 

I._______ gefragt. Sie sei in einen Wagen der Servico de lnvestigacao Cri-

minal (SIC) verbracht und mit dem Tod bedroht worden. Sie hätten ihr die 

Augen verbunden, sie vergewaltigt und sie an einen unbekannten Ort ge-

bracht. Nachdem die Männer weggegangen seien, habe sie es nach Hause 

geschafft und sei mit den Kindern nach E._______, wo die Familie ihrer 

Eltern lebe, geflohen. Dort sei sie ebenfalls in Gefahr gewesen. Der Nach-

bar habe ihre Cousine in H._______ getroffen und ihr erzählt, dass sie zu 

Hause ständig gesucht würde. Sie habe sich dann einige Male telefonisch 

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Seite 3 

beim Nachbarn über diese Suche erkundigt. Aus Angst, dass der Nachbar 

ihr Versteck preisgeben könnte, habe sie sich dann an K._______ gewandt 

und ihm erklärt, dass sie das Land verlassen und nach Portugal gehen 

müsse. K._______ habe ihr von einem Freund in Portugal erzählt, der ihr 

helfen könne. Bereits im Jahr 2018 sei sie zusammen mit den Kindern ein-

mal in Portugal gewesen. Die Reise sei damals ein Geschenk ihres Ex-

Partners (Vater ihrer Kinder) gewesen, mit dem sie nach ihrer Trennung 

weiterhin Kontakt gehabt habe.  

Am 9. Oktober 2019 sei sie mit den Kindern mittels Schengen-Visum nach 

Portugal gereist. Am Flughafen von L._______ seien sie von einem Mann 

abgeholt und zu einem Hotel gefahren worden. Dort habe man ihnen ihre 

Dokumente abgenommen und ihre Koffer am Empfang abgegeben. Am 

ersten Tag sei der Mann, der vermutlich M._______ geheissen habe, noch 

nett zu ihr gewesen, danach habe er sie jedoch nur aus dem Hotelzimmer 

herausgelassen, um sie in seinem Büro zu schlagen und zu vergewaltigen. 

Der Mann habe ihr mit dem Tod gedroht und sie zur Prostitution gezwun-

gen. Die Kinder seien währenddessen im Zimmer verblieben und hätten 

dieses auch sonst nie verlassen. Sie sei fast täglich und oftmals durch 

mehrere Personen vergewaltigt worden. Fünf, sechs Monate habe sie in 

dem Hotel respektive Gebäude, dessen Namen sie nicht mehr wisse, ver-

bracht. Das Hotel habe auch über Gemeinschaftszimmer verfügt, wo sich 

mehrere junge, dunkelhäutige Frauen, vermutlich Prostituierte, aufgehal-

ten hätten. Am 8. April 2020 sei es ihr gelungen, mit den Kindern zu flüch-

ten. Eine Frau habe das Zimmer reinigen wollen und da diese etwas ver-

gessen gehabt habe, habe sie mit den Kindern das Hotel verlassen kön-

nen. Ein Taxichauffeur habe ihr dann eine Busstation gezeigt, wo ein Wa-

gen mit sechs Sitzplätzen gestanden und dessen Fahrer erklärt habe, dass 

er unterwegs nach Frankreich sei. Für 50 Dollar habe er sie bis Frankreich 

transportiert. Der Fahrer habe zwei Frauen, die er in die Schweiz habe 

bringen wollen, dabeigehabt. Sie habe ihm erklärt, ebenfalls in die Schweiz 

weiter reisen zu wollen und habe ihm dafür ihre restlichen 30 Dollar gege-

ben.  

Am 9. April 2020 seien sie in der Schweiz angekommen, wo sie ein Paar 

mit einem Kind getroffen hätten, das sie bei sich habe übernachten lassen 

und ihnen am anderen Tag gezeigt habe, wo sie ein Asylgesuch stellen 

könnten. Zwei Mal habe sie sich hier an die Fachstelle für Frauenhandel 

und Frauenmigration (FIZ) gewandt. Deren Bericht werde sie noch einrei-

chen.  

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Seite 4 

B.  

Das SEM wies die Beschwerdeführerin im Rahmen der erwähnten Anhö-

rung vom 13. Juli 2020 auf ihren Anspruch auf Erholungs- und Bedenkzeit 

von mindestens 30 Tagen bei konkreten Anhaltspunkten von Menschen-

handel hin. Die Beschwerdeführerin erklärte, die Bedenkzeit in Anspruch 

nehmen zu wollen, woraufhin das SEM ihr mit Schreiben vom 14. Juli 2020 

die Mitteilung und die entsprechende Erklärung betreffend Einräumung der 

Bedenk- und Erholungszeit, die sie umgehend einzureichen habe, zukom-

men liess.  

C.  

Am 20. Juli 2020 wies das SEM die Asylgesuche der Beschwerdeführerin 

und ihrer Kinder dem erweiterten Verfahren zu.  

D.  

Die den Beschwerdeführenden zuvor für das Asylverfahren zugewiesene 

Rechtsvertreterin teilte dem SEM am 22. Juli 2020 mit, dass sie die Be-

schwerdeführerin und deren Kinder weiterhin vertrete. Am 3. August 2020 

orientierte sie das SEM darüber, dass die Beschwerdeführerin sich bereit 

erklärt habe, mit den zuständigen Strafverfolgungsbehörden zusammen-

zuarbeiten. Die entsprechende Erklärung lag dem Schreiben bei. Das SEM 

meldete daraufhin den Verdacht auf Menschenhandel der zuständigen eid-

genössischen Strafverfolgungsbehörde.  

E.  

Mit Eingabe vom 26. August 2020 reichte die damalige Rechtsvertreterin 

beim SEM einen Bericht der FIZ ein.  

In ihrem Bericht führte die FIZ im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführe-

rin habe dargelegt, dass der Vater ihrer Kinder sie nicht unterstützt habe. 

Sie habe keinen Kontakt zu diesem, jedoch in H._______ einen Freund 

gehabt, der im (…) tätig gewesen sei und ihr eine Tätigkeit in derselben 

Firma als (…) vorgeschlagen habe. Nachdem der Freund habe fliehen 

müssen, sei sie im Jahr 2019 von Männern zu Hause aufgesucht und nach 

dem Aufenthaltsort ihres Freundes gefragt worden. Vor den Augen ihrer 

Kinder habe man sie geschlagen, dann mit einem Auto an einen abgelege-

nen Ort gebracht und sie vergewaltigt. Danach sei sie mit den Kindern zu 

einer Bekannten aufs Land gefahren und habe einen Bekannten ihres ver-

schwundenen Freundes angerufen, der ihr zum Verlassen des Heimatlan-

des geraten und erklärt habe, ein Bekannter von ihm werde sie in Portugal 

abholen und dort für die erste Zeit in einem Hotel unterbringen. Am 

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Seite 5 

9. Oktober 2019 sei sie mit den Kindern nach L._______ geflogen, dort von 

einem Mann abgeholt, ins Hotel gebracht und in einem Zimmer zusammen 

mit den Kindern eingeschlossen worden. Am nächsten Tag sei sie von die-

sem Mann vergewaltigt worden und habe fortan für ihn als Prostituierte ar-

beiten müssen. Am 9. April 2020 sei ihr zusammen mit den Kindern die 

Flucht nach N._______ und weiter in die Schweiz gelungen.  

Die FIZ erkannte in ihrem Bericht, dass es sich bei der Beschwerdeführerin 

um ein Opfer von Menschenhandel handle.  

F.  

Mit Verfügung vom 26. August 2020 stellte das SEM der Beschwerdefüh-

rerin im Auftrag der eidgenössischen Strafverfolgungsbehörde schriftlich 

verschiedene Fragen zur Identität der von der ihr genannten männlichen 

Personen namens K._______ und M._______ und setzte ihr eine Frist zu 

deren Beantwortung an.  

G.  

Die Beschwerdeführerin antwortete mit Schreiben ihrer damaligen Rechts-

vertreterin vom 2. September 2020.  

Darin wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin wisse den Nachnamen 

von K._______ nicht. Sie habe jedoch mitbekommen, dass er im Stadt-

zentrum von H._______ wohne. Da ihr damaliger Freund I._______ unter-

getaucht sei, könne sie keinen Kontakt zu diesem aufnehmen und wisse 

daher nicht, wie sie den genauen Wohnort von K._______ ausfindig ma-

chen könne. Dessen Telefonnummer habe sie auf dem Handy gespeichert 

gehabt; dieses befinde sich jedoch in jenem Hotel in Portugal, in welchem 

sie von M._______ festgehalten worden sei. Die E-Mail-Adresse von 

K._______ besitze sie ebenfalls nicht und sie habe erfolglos versucht, ihn 

via Facebook aufzuspüren, indem sie dessen Vornamen in der Suchleiste 

eingegeben und sich die verschiedenen Profilfotos angeschaut habe. Sie 

würde ihn sicher auf einem Foto wiedererkennen und sei daher bereit, all-

fällige Fotos von Verdächtigen anzuschauen. Weitere Angaben zu seiner 

Person könne sie nicht machen.  

H.  

Am 20. Januar 2021 hörte das SEM die Beschwerdeführerin ergänzend 

an.  

Dabei gab sie zu Protokoll, sie habe seit ihrer Einreise in die Schweiz kei-

nen Kontakt mehr zu Verwandten und Bekannten in Angola. Zum 

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Seite 6 

Kindsvater habe sie auch keinen Kontakt mehr. Diese Beziehung sei kom-

pliziert gewesen, da er sie geschlagen habe. Sie hätten sich im Jahr 2011 

getrennt. Sie habe nach der Trennung zu arbeiten begonnen und 2012 

I._______ kennengelernt und ab 2014 bis zu ihrer Ausreise in dessen 

Firma J._______ als (…) gearbeitet. Das jüngste Kind, welches im Jahr 

(…) geboren sei, habe sie noch mit ihrem Ex-Mann gezeugt, da sie beide 

es ungefähr im Jahr (…) nochmals zusammen versucht hätten. Seither hät-

ten die Kinder keinen Kontakt zu ihrem Vater. Das jüngste Kind habe den 

Vater nie kennengelernt. Ihr Freund I._______ sei deren Ersatzvater ge-

wesen.  

Bevor sie im Oktober 2019 nach Portugal geflohen sei, habe sie sich im 

Mai/Juni von H._______ aus zusammen mit den Kindern nach E._______ 

zu ihrer Tante begeben. Nachdem sie von ihrer Cousine erfahren habe, 

dass an ihrem Wohnort in H._______ nach ihr gefragt worden sei, sei sie 

zu ihrem (…) gegangen. Es sei ihr infolge der im Mai/Juni 2019 erfolgten 

Vergewaltigungen nicht gut gegangen und sie habe sich nicht in Sicherheit 

gefühlt. Deshalb habe sie den Freund von I._______ angerufen und ihm 

gesagt, dass sie nach Portugal gehen wolle. Dieser habe ihr erzählt, dass 

er dort einen Kollegen namens M._______ habe. Er habe ihr mitgeteilt, 

dass in Portugal am Flughafen ein Mann auf sie warten würde. Ein Visum 

für Portugal habe sie schon vorher, im April 2019, als sie noch mit 

I._______ zusammen gewesen sei, beantragt gehabt. Sie habe damals ein 

Reiseprojekt verwirklichen respektive einen Kleiderladen eröffnen wollen. 

Ende September 2019 habe sie dann auf der portugiesischen Botschaft in 

H._______ den Pass abholen können.  

Auf die Frage des SEM, weshalb sie, obwohl sie bereits ab dem 26. April 

2019 im Besitz eines Visums für Portugal gewesen sei, ihren Heimatstaat 

nicht schon früher verlassen habe, antwortete die Beschwerdeführerin, sie 

habe zunächst abwarten wollen, bis sie von ihrem Arbeitgeber Ferien er-

halte. Auf die weitere Frage, wieso in den Visumsunterlagen der portugie-

sischen Behörden ein weiteres Kind namens O._______ aufgeführt sei, 

entgegnete sie, nicht dessen leibliche Mutter zu sein; diese sei gestorben 

und ihre ältere Schwester respektive ihre Cousine habe das Kind dann zu 

sich genommen, um mit diesem zusammen bei der Beschwerdeführerin zu 

wohnen. Sie, die Beschwerdeführerin, habe das Kind grossgezogen. Der 

Vater von O._______ heisse P._______. Sie habe es aber nicht mitnehmen 

können, als sie geflohen sei; der Vater ihrer Kinder sei nicht der Vater von 

O._______.  

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Im Weiteren gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, im Jahr 2018 mit 

ihren drei Kindern und deren Vater zusammen nach Portugal gereist zu 

sein. Der Kindsvater habe ihr damals bei der Antragsstellung für das Visum 

geholfen. Er sei mit einer anderen Frau zusammen gewesen. Sie seien 

dann alle zusammen gereist; der Kindsvater und dessen Freundin hätten 

jedoch an einem anderen Ort in Portugal Ferien gemacht. Die Reise für 

sich und ihre Kinder hätten sie (die Beschwerdeführerin) und I._______ 

finanziert. Auf die Anmerkung des SEM, dass es Kenntnis davon habe, 

dass der Vater ihrer Kinder im November 2019 in Portugal gewesen sei 

und dort ihren ältesten Sohn getroffen habe, entgegnete sie, sie wisse 

nichts davon.  

Das SEM zeigte der Beschwerdeführerin sodann Bilder auf Facebook, zu 

denen sie erklärte, diese würden nicht, wie vom SEM behauptet, von No-

vember 2019 stammen. Der Kindsvater habe im Jahr 2018, als sie zusam-

men nach Portugal gereist seien, Bilder gemacht. Er veröffentliche immer 

alles. Sie habe mit ihm Probleme; die Kinder nicht. Als sie mit dem Kinds-

vater zusammen gewesen sei, sei sie von ihm vergewaltigt und geschlagen 

worden. Die Frage des SEM, ob ihre Kinder mit dem Kindsvater in die 

Schweiz gereist seien, verneinte sie ebenfalls und gab an, sie und die Kin-

der seien alleine in die Schweiz gekommen. Nachdem ihr durch das SEM 

ein Facebook-Video vom 17. Juni 2018 gezeigt worden war, auf dem der 

Kindsvater mit den Kindern und einer Frau in Zürich am Flughafen zu se-

hen seien, erklärte sie, dies sei nicht der Flughafen Zürich. Gefragt nach 

einer Person namens Q._______, die ab und zu Fotos der Kinder auf dem 

Facebook-Account des Kindsvaters like, entgegnete sie, sie kenne diese 

Frau nicht. Ebenso verneinte sie, dass sie – gemäss den vom SEM gezeig-

ten Bildern auf dem Instagram-Account des Kindsvaters – zusammen mit 

diesem und den Kindern am 22. Januar 2019 in einem Flugzeug gewesen 

sei. Sie behauptete, diese Bilder stammten vom gemeinsamen Flug nach 

Portugal. Zu einem weiteren Bild vom 25. Dezember 2019, das der Kinds-

vater auf Instagram gepostet habe und die Kinder in der Südost-Bahn in 

der Schweiz zeige, erklärte sie, das seien Bilder, die man als Collage ge-

nommen habe, diese seien nicht in der Schweiz entstanden. Auch wenn 

auf dem Facebook-Account des Kindsvaters ein Bild mit dem Titel "(…) 

Jahre von meiner Tochter O._______" zu sehen sei, sei dieses Kind nicht 

das Kind von G._______. Sie, die Beschwerdeführerin, habe O._______ 

grossgezogen.  

  

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Seite 8 

I.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2021 gewährte das SEM der Beschwerdefüh-

rerin das rechtliche Gehör zu diversen weiteren Einträgen des Vaters ihrer 

Kinder in den sozialen Medien.  

Aufgrund der Einträge schloss das SEM, es sei einerseits davon auszuge-

hen, dass sie die Beziehung zum Kindsvater nicht vor Jahren abgebro-

chen, sondern diese weiterbestanden habe, und der Vater ihrer Kinder mit 

ihr ökonomisch verflochten sei. Diese Einschätzung werde sowohl durch 

Fotos als auch durch Dokumente, die sie anlässlich der Visumsanträge bei 

den portugiesischen Behörden in den Jahren 2018 und 2019 eingereicht 

habe, untermauert. Es werde zudem deutlich, dass entgegen ihren Aussa-

gen der Kindsvater ökonomisch überdurchschnittlich gut gestellt gewesen 

sei. Die Kinder seien sehr wohl mit dem Vater vertraut. Auch sei erkennbar, 

dass er mit den Kindern bereits während ihrer ersten Reise nach Portugal 

auch die Schweiz besucht habe. Anlässlich der Weihnachtsferien 

2019/2020 und der Neujahrsfeierlichkeiten sei sie zudem auf Fotoaufnah-

men bei Frau R._______ in der Schweiz zu sehen. Die Beschwerdeführe-

rin könne demnach in dem von ihr angegebenen Zeitraum gar nicht in Por-

tugal in einem Hotelzimmer eingesperrt gewesen sein. Schliesslich ergebe 

sich aus dem Visumsantrag vom Jahr 2019, dass O._______ entgegen ih-

ren Angaben das gemeinsame Kind von ihr und G._______ sei.  

J.  

Mit Stellungnahme vom 13. August 2021 machte die Rechtsvertreterin na-

mens der Beschwerdeführerin geltend, aus dem Profil des Ex-Partners in 

den sozialen Medien könnten nur sehr beschränkt Rückschlüsse auf die 

realen Lebensumstände gezogen werden. Die Fotos und Beiträge auf Fa-

cebook und Instagram datierten von August 2016 bis August 2018. Der 

letzte Beitrag sei damit über drei Jahre her. Der Kindsvater habe sich wohl 

als gutmütigen und grosszügigen Vater darstellen wollen, um den neuen 

Partner der Beschwerdeführerin eifersüchtig zu machen. Die gemeinsa-

men Fotos stammten – bis auf dasjenige anlässlich der Restauranteröff-

nung – aus dem Jahr 2013, als die Beziehung noch bestanden habe. Auf 

den Beiträgen seien die Kinder manchmal allein zu sehen, womit nicht auf 

eine Vertrautheit zwischen Kinder und Vater geschlossen werden könne. 

Andere seien sogar zusammengeschnitten. Die Fotos von Weihnach-

ten/Neujahr seien nicht aussagekräftig, zumal daraus nicht hervorgehe, 

dass man Weihnachten 2019 oder das Neujahr 2020 feiere. Frau 

R._______ sei eine Bekannte, welche sie nicht besonders gut kenne.  

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Seite 9 

Aus den Visumsanträgen gehe sodann hervor, dass sie als alleinstehend 

vermerkt worden sei. Der letzte Kontakt zum Kindsvater habe im Januar 

2019 stattgefunden, als dieser der Beschwerdeführerin beim Antrag behilf-

lich gewesen sei. Hierzu habe man in der Not auch eine Arbeitsbestätigung 

betreffend eine Anstellung der Beschwerdeführerin bei der (…) eingereicht, 

obwohl sie dort nicht angestellt gewesen sei. Ihre Aussagen anlässlich der 

Anhörung und gegenüber der FIZ würden klar für ihre Glaubhaftigkeit spre-

chen. Sie habe bereits an der Anhörung erzählt, dass sie gleichzeitig mit 

dem Kindsvater nach Portugal gereist sei und dort auch Fotos mit ihm und 

den Kindern gemacht habe. Das Foto mit dem ältesten Sohn sei auf der 

ersten Reise nach Portugal entstanden. Den Kontakt zum Vater ihrer Kin-

der habe sie an der Anhörung erwähnt. Dass der Kindsvater dem Sohn 

online gratuliert habe, während sie in Portugal festgehalten worden seien, 

stehe in keinem Widerspruch. O._______ sei ihr Pflegekind gewesen und 

sie und G._______ seien auf deren Identitätskarte als dessen Vormunde 

geführt worden.  

K.  

Mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 stellte das SEM fest, die Beschwer-

deführenden würden die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG 

nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete ihre Wegweisung 

sowie den Vollzug der Wegweisung aus der Schweiz an.   

L.  

Die Rechtsvertretung legte am 3. November 2021 das Mandat nieder.  

M.  

Gegen den Entscheid des SEM erhoben die Beschwerdeführenden mit 

Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters vom 27. November 2021 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Darin wurde beantragt, die vo-

rinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei an das SEM zur 

erneuten Beurteilung zurückzuweisen. Sinngemäss wurde um Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls ersucht. Eventualiter 

sei den Beschwerdeführenden die vorläufige Aufnahme – infolge Unzuläs-

sigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs – zu gewähren. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung ersucht und beantragt, auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sei zu verzichten.  

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Seite 10 

Der Beschwerde lagen unter anderem Auszüge aus öffentlichen Berichten 

zum Thema Menschenhandel sowie ein persönliches Schreiben der Be-

schwerdeführerin vom 22. November 2021 bei.   

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2021 forderte die Instruktions-

richterin die Beschwerdeführerin auf, eine Bestätigung ihrer Mittellosigkeit 

einzureichen, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 

lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. Den Entscheid über das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung verschob sie auf 

einen späteren Zeitpunkt.  

O.  

Das SEM liess sich am 17. Dezember 2021 zur Beschwerde vernehmen, 

wobei es sinngemäss die Abweisung der Beschwerde beantragte.  

P.  

Die Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 

20. Dezember 2021 eine Fürsorgebestätigung vom 16. Dezember 2021 zu 

den Akten.  

Q.  

Am 22. Dezember 2021 wurde die Beschwerdeführerin eingeladen, bis 

zum 6. Januar 2022 eine Replik zur Vernehmlassung des SEM einzu-

reichen. Diese Frist liess die Beschwerdeführerin ungenutzt verstreichen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

E-5165/2021 

Seite 11 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und 52 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführenden haben am 

Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einrei-

chung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet sich 

die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 

 

E-5165/2021 

Seite 12 

4.  

4.1 Die Vorinstanz kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

dass die Fluchtvorbringen der Beschwerdeführerin als nicht glaubhaft im 

Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten seien.  

Zur Begründung führte sie aus, die Beschwerdeführerin habe widersprüch-

liche Angaben zu den ausreisebegründenden Umständen gemacht, na-

mentlich einmal dargelegt, die Personen, die sie von Zuhause entführt und 

anschliessend vergewaltigt hätten, hätten schwarze Polizeijacken getra-

gen. Andererseits habe sie geschildert, diese Personen seien in Zivilklei-

dern erschienen. Im Rahmen der Anhörung betreffend Menschenhandel 

habe sie angegeben, sie habe im Jahr 2019 eine Vorladung vom SlC er-

halten. Anlässlich der eingehenden Befragung habe sie diese Vorladung, 

die für das Vorbringen von Belang sei, jedoch nicht erwähnt. Auch habe sie 

zu Protokoll gegeben, sie habe während ihres Aufenthaltes in E._______ 

ihre Nachbarn in H._______ angerufen, um zu erfahren, wer dort nach ihr 

suche. Später habe sie auf explizite Nachfrage hin indes geltend gemacht, 

der einzige Mensch aus H._______, mit dem sie während ihres Aufenthal-

tes in E._______ Kontakt gehabt habe, sei ihre Cousine gewesen. Im Wei-

teren habe sie einmal erklärt, sie sei am 15. Februar 2019, nach dem Ver-

schwinden ihres Partners von SIC-Angehörigen verschleppt und vergewal-

tigt worden und habe sich danach zu ihrem Schutz nach E._______ bege-

ben. Später habe sie indes angegeben, ihr Partner sei im Mai/Juni 2019 

verschwunden und erst danach sei sie verschleppt und vergewaltigt wor-

den.  

Zudem habe sie einmal geltend gemacht, das Visum für Portugal bereits 

im April 2019 beantragt zu haben, und als Grund dafür angegeben, sie 

habe damals vorgehabt, einen Kleiderladen zu eröffnen. In ihrer Stellung-

nahme vom 13. August 2021 habe sie jedoch ausgeführt, der Kindsvater 

habe ihr beim Visumsantrag wegen ihrer Notlage geholfen. Ausserdem 

habe sie vorgebracht, sie habe zum Zeitpunkt ihrer Flucht aus H._______ 

noch nicht gewusst, dass sie das Visum erhalten habe und in E._______ 

per E-Mail die Visumsbearbeitung verfolgt. Sobald sie erfahren habe, dass 

sie das Visum erhalten habe, habe sie im September 2019 den Pass mit 

den Visa auf der portugiesischen Botschaft in H._______ abgeholt, um 

auszureisen. Diese Ausführungen stünden jedoch wiederum in Wider-

spruch zu ihrer weiteren Angabe, sie habe mit dem Visum, das ab April 

2019 gültig gewesen sei, nicht sofort reisen können, da sie habe abwarten 

müssen, bis sie am Arbeitsplatz habe Ferien beziehen können.  

E-5165/2021 

Seite 13 

Auch bezüglich ihrer familiären Situation habe sie widersprüchliche Anga-

ben gemacht. Sie habe angegeben, sie habe sich noch vor der Geburt ih-

res jüngsten Kindes, das seinen Vater nicht kennen würde, vom Kindsvater 

getrennt und seit 2013 hätten alle Kinder keinen Kontakt mehr zum Vater. 

Hingegen würden sich auf dem Facebook-Account des Kindsvaters Bilder 

finden, die die Beschwerdeführerin zusammen mit ihm und allen Kindern 

als glückliche Familie anlässlich von Reisen – wie etwa jener im Jahr 2018 

– zeigen würden. Auch lägen Bilder sowie ein Video vor, die sie zusammen 

mit dem Kindsvater und den Kindern am Flughafen von Zürich zeigen wür-

den. Im Video erzähle der Vater von der Familie. Die Bilder und das Video 

würden somit einerseits ihren Angaben, gemäss denen sie den Kontakt mit 

dem Kindsvater weitestgehend abgebrochen habe und die Kinder seit 

2013 keinen Kontakt mehr mit diesem gehabt hätten, widersprechen. An-

dererseits würden diese Beweismittel die Frage aufwerfen, wie es über-

haupt zu solchen Aufnahmen habe kommen können, obwohl die Be-

schwerdeführerin nach eigenem Bekunden zu jener Zeit angeblich mit 

I._______ eine Liebesbeziehung geführt und dieser die Vaterrolle über-

nommen habe. Ihr Erklärungsversuch in der Stellungnahme vom 13. Au-

gust 2021, dass in den Sozialen Medien einerseits Bilder ausgewählt wer-

den könnten, um andere Personen zu diskreditieren, und andererseits eine 

zeitliche Einordnung der Bilder nicht möglich sei, greife zu kurz. Es sei zwar 

so, dass der Kindsvater die Bilder teilweise erst verspätet hochgeladen 

habe. Nicht realistisch sei allerdings, dass sämtliche Bilder gestellt oder 

fingiert worden seien. Sodann entspreche es entgegen dem Vorbringen in 

der Stellungnahme nicht den Tatsachen, dass ein einziges Bild nach dem 

Jahr 2013 entstanden sei. Ein Bild zeige nämlich die Familie, als das 

jüngste Kind bereits mindestens (…) Jahre alt gewesen sei. Es müsse da-

mit erhebliche Zeit nach der von ihr behaupteten Trennung aufgenommen 

worden sein. Ein weiteres Bild zeige den Kindsvater zusammen mit der 

Beschwerdeführerin. Dieses Bild, auf dem sie vertraut miteinander wirkten, 

sei anlässlich der Eröffnung eines Restaurants im August 2018 aufgenom-

men worden. Auch würden weitere Bilder vorliegen, die die Beschwerde-

führerin gemeinsam mit dem Kindsvater bei der Eröffnung des (…) im Au-

gust 2018 in H._______ zeigen würden. lhr Erklärungsversuch in ihrer Stel-

lungnahme, sie sei für diesen Anlass über das (…)unternehmen, bei wel-

chem sie angestellt gewesen sei, gebucht worden, vermöge nicht zu über-

zeugen, da sie zusammen mit den Kindern an der Seite des Kindsvaters 

als zweite zentrale Person auftrete und sie zudem auch das Einweihungs-

band durschnitten habe. Ferner seien sie auch im Frühling 2018 als Familie 

aufgetreten, als sie gemeinsam mit ihren Kindern und dem Kindsvater von 

Portugal nach Zürich gereist seien.  

E-5165/2021 

Seite 14 

lhr öffentliches Auftreten als Familie sowie die bei der portugiesischen Bot-

schaft eingereichten Visumsunterlagen, welche die ökonomische Verbin-

dung mit dem Kindsvater belegen würde, würden die Zweifel an der Exis-

tenz ihres angeblichen Lebenspartners I._______ bestärken. Die Tatsa-

che, dass ihr anlässlich des zweiten Visumsantrages wiederum der Kinds-

vater beigestanden habe, untermauere sodann nicht nur die Zweifel zu den 

von ihr geltend gemachten Ausreiseumständen, sondern auch jene an ih-

ren Angaben, dass sie sich zwecks Flucht an eine ihr unbekannte Person 

respektive einen Freund ihres Freundes gewandt habe. Zweifel bestünden 

deshalb auch an ihrer Darlegung, von einer fremden Person in Portugal 

abgeholt worden zu sein. Ihre Schilderungen zum Aufenthalt als Zwangs-

prostituierte in einem Hotel in L._______ seien eher stereotyp ausgefallen, 

auch wenn vereinzelt Realkennzeichen, wie die Schilderung eigener Ge-

danken, vorhanden gewesen seien. Ihre Beschreibung zum Aufenthalt mit 

den Kindern in einem Hotelzimmer über so viele Monate hinweg sowie 

auch die Beschreibungen des Hotels, der Hotelumgebung und des Man-

nes, der sie abgeholt haben soll, seien undifferenziert und teilweise aus-

weichend ausgefallen.  

Schliesslich sei auch die Beschreibung der Beschwerdeführerin zu ihrem 

Reiseweg von Portugal in die Schweiz als stereotyp und realitätsfern zu 

qualifizieren. Es erscheine unwahrscheinlich, dass sie innert eines Tages 

mit 80 Euro mit drei Kindern dank netter Menschen bis in die Schweiz habe 

reisen können, zumal zu jenem Zeitpunkt die Covid-Krise bestanden habe. 

Die Zweifel an ihrem Aufenthalt als Zwangsprosituierte in einem Hotel in 

Portugal, der sich über den Zeitraum vom 9. Oktober 2019 bis zum 8. April 

2020 erstreckt haben soll, würden durch den Umstand untermauert, dass 

sich auf dem Facebook-Account ihrer Bekannten eine Live-Stream-Auf-

nahme befinde, auf der die Beschwerdeführerin zusammen mit ihren Kin-

dern bei dieser Neujahr 2019/2020 gefeiert hätten. Auch die Fotos und die 

Live-Stream-Aufnahme auf demselben Facebook-Account, die ihre Kinder 

anlässlich der Weihnachtsfeier 2019 bei besagter Bekannten zeigen wür-

den, stünden in Widerspruch zu ihren Angaben, in jenem Zeitpunkt mit den 

Kindern in Portugal eingesperrt gewesen zu sein. Bezeichnenderweise 

habe schliesslich auch die zuständige Schweizer Behörde die Untersu-

chungen in Sachen Menschenhandel sistiert, da ihre Angaben zum angeb-

lichen Täter zu wenig aussagekräftig gewesen seien.  

Abschliessend wies das SEM darauf hin, dass die FIZ in ihrem Bericht zwar 

davon ausgehe, dass die Beschwerdeführerin ein Opfer von Menschen-

handel sei. Dieser Bericht lasse jedoch keine Glaubhaftigkeitsprüfung 

E-5165/2021 

Seite 15 

erkennen. Zudem würden zahlreiche darin enthaltene Angaben der Be-

schwerdeführerin jenen widersprechen, die sie anlässlich der Anhörung 

gemacht habe. So habe sie bei der FIZ angegeben, dass ein zweiter Mann 

sie nach der ersten Vergewaltigung im Hotel auf ihr Zimmer zurückgebracht 

habe. Beim SEM habe sie hingegen geltend gemacht, es habe sie derselbe 

Mann, der sie vergewaltigt habe, auf ihr Zimmer zurückgebracht. Hinsicht-

lich ihrer Flucht aus dem Hotel habe sie bei der FIZ dargelegt, dass ein 

Mann ihr Zimmer habe reinigen wollen und dann nochmals weggegangen 

sei, so dass sie mit den Kindern habe fliehen können. Beim SEM habe sie 

jedoch geltend gemacht, es habe sich um eine Frau gehandelt, die das 

Zimmer habe reinigen wollen. Schliesslich habe sie bei der FIZ ausgeführt, 

sie sei Dank zweier Personen, die sie mitgenommen hätten, in die Schweiz 

gelangt. Beim SEM habe sie ausgesagt, es habe sich um ein und dieselbe 

Person gehandelt, die sie von Portugal nach N._______ und von dort in 

die Schweiz gebracht habe.  

Das Vorbringen des Menschenhandels sei aufgrund des Erwähnten un-

glaubhaft, so dass nicht davon auszugehen sei, dass ihr von Seiten des 

angeblichen Menschenhändlers bei einer Rückkehr nach Angola Gefahr 

drohen würde.  

4.2 In der Beschwerde wurde im Wesentlichen argumentiert, die Be-

schwerdeführerin sei in ihrem Heimatland verfolgt und Opfer unmenschli-

cher Behandlung sowie Opfer von Menschenhandel geworden. Das SEM 

habe den Bericht der FIZ nicht respektive nicht hinreichend berücksichtigt 

und es diskreditiere deren professionelle Arbeit. Damit liege klar eine un-

richtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und eine nicht 

korrekte Würdigung vor.  

Opfer von Menschenhandel seien gemäss einem Bericht des Genfer Uni-

versitätsspitals schwer traumatisiert. Diese hätten, nachdem sie als solche 

identifiziert worden seien, einen gesetzlichen Anspruch auf entsprechende 

Hilfe unter anderem durch medizinisches Fachpersonal. Eine solche psy-

chologische Hilfe habe die Beschwerdeführerin nicht erhalten. Denn hätte 

medizinisches Fachpersonal sie informiert respektive behandelt, nachdem 

sie als Opfer von Menschenhandel identifiziert worden sei, würden sich da-

mit gewisse Widersprüche in ihren Aussagen erklären lassen. Das Erstel-

len eines ärztlichen Berichts wäre wohl daher angezeigt. Gemäss dem 

Handbuch des SEM hätte sie ab Beginn des Verdachts auf Menschenhan-

del Anspruch auf entsprechende medizinische Hilfe sowie im Übrigen auch 

Anspruch auf die Unterbringung in einer adäquaten Unterkunft und 

E-5165/2021 

Seite 16 

mitunter das Recht auf Information in einer ihr verständlichen Sprache ge-

habt. Als Opfer von Menschenhandel gehöre sie zudem einer sozialen 

Gruppe im Sinne von Art. 3 AsylG an.  

Die Beschwerdeführerin sei sodann eine alleinerziehende, vulnerable 

Frau, die vor dem Vater ihrer Kinder geflohen sei und auch, um sich vor 

Anschuldigungen der Mittäterschaft durch Personen des Umfelds aus der 

angolanischen Regierung zu schützen.  Der Beschwerde lag diesbezüglich 

ein persönliches Schreiben der Beschwerdeführerin in Portugiesisch bei, 

indem diese erkläre, sie sei durch den Kindsvater belästigt und bedroht 

worden. Sie habe seit Jahren versucht, seinem Einfluss zu entkommen. 

Dieser habe sie wie eine Sklavin behandelt und sie habe ihm versprechen 

müssen, ihn nie zu verlassen. Er habe sie regelmässig vergewaltigt und ihr 

gedroht, dass er sie zerstören würde, sollte sie ihn verlassen. Ihr sei es 

gelungen, ihm zu entfliehen, indem sie einen Mann getroffen habe, der sie 

habe beschützen können. Im Jahr 2014, als sie geglaubt habe, den Kinds-

vater verlassen zu können, sei sie in (…) gegangen, wo sie ihren Sohn 

geboren habe. Er, der Kindsvater, habe die Person, die sie damals begleitet 

habe, mit dem Tod bedroht. Daher sei sie nach Angola zurückgekehrt, ob-

wohl sie dies nicht beabsichtigt gehabt habe. Er sei ihr stets überall hin 

gefolgt und werde sie überall finden. Aktuell bedrohe er sie damit, ihr die 

Kinder zu entziehen. Sie habe Traumatisches erlebt und habe Alpträume. 

Im Falle einer Rückkehr würde sie Opfer der Sklaverei des Kindsvaters. 

Die angolanischen Behörden könnten sie nicht vor ihm beschützen. Auch 

habe sie Furcht vor Reflexverfolgung, da ihr ehemaliger Partner I._______ 

immer noch behördlich gesucht werde. Bei einer zwangsweisen Rück-

schaffung würde sodann das Non-Refoulement-Gebot verletzt. Was die Si-

tuation in Angola anbelange, habe sich das Gericht in BVGE 2014/26 zu 

dieser geäussert und diese Rechtsprechung sei nach wie vor gültig. Als 

ledige, alleinstehende, arbeitslose Frau mit drei Kindern, die in ihrer Heimat 

über kein tragfähiges Beziehungsnetz verfüge, könne sie nicht nach An-

gola zurückkehren. Der Vollzug der Wegweisung sei daher unzulässig und 

unzumutbar. Letzteres auch deshalb, da eine zwangsweise Rückschaffung 

dem Kindeswohl nicht gerecht werde.   

4.3 Das SEM hielt in der Vernehmlassung fest, es habe sich sehr wohl zum 

Bericht der FIZ geäussert und diesen gewürdigt. Die Beschwerdeführerin 

habe zudem auch jene fachliche Unterstützung erhalten, die potentielle 

Opfer von Menschenhandel beanspruchen könnten. Sie sei umgehend der 

FIZ zugeführt worden und habe von Beginn an über eine Rechtsvertretung 

verfügt. Falls es gemäss den Fachpersonen notwendig gewesen wäre, 

E-5165/2021 

Seite 17 

hätte auch eine Zuweisung an medizinische Fachpersonen erfolgen kön-

nen.  

Angesichts ihrer Behauptung auf Beschwerdeebene, dass der Kindsvater 

sie verfolge, erstaune es, dass sie für ihre Ausreise aus Angola dennoch 

dessen Hilfe in Anspruch genommen habe. Erstaunlich sei auch, dass sie 

sich ausgerechnet zu einer Bekannten des Kindsvaters in der Schweiz be-

geben habe. Andererseits stünde ihrer Argumentation in der Beschwerde, 

dass der Kindsvater sie unbedingt zurückhaben wolle und der Umgebung 

vorspiele, dass sie noch eine Familie seien, ihren Angaben anlässlich der 

Anhörung zu den Asylgründen entgegen. Denn dort habe sie geltend, ge-

macht, sie sei zwar mit dem Vater ihrer Kinder gemeinsam nach Portugal 

gereist, ihr Ex-Partner sei jedoch mit seiner neuen Partnerin und deren 

Baby unterwegs gewesen und in Portugal seien sie und ihr Ex-Partner ge-

trennte Wege gegangen. Ihre Angaben bezüglich der Bedrohungen durch 

den Vater ihrer Kinder seien daher als Schutzbehauptungen zu werten.  

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht, der Bericht der FIZ 

habe sie als Opfer von Menschenhandel identifiziert, was das SEM nicht 

genügend berücksichtigt habe und womit eine ungenügende Sachverhalts-

feststellung vorliege.  

Dazu lässt sich feststellen, dass sich aus den Akten zwar ergibt, dass die 

FIZ in ihrem Bericht davon ausging, dass es sich bei der Beschwerdefüh-

rerin um ein Opfer von Menschenhandel handle (vgl. SEM Akte 39/6 S. 5). 

Dieser Bericht wurde jedoch durch das SEM in der angefochtenen Verfü-

gung im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung berücksichtigt sowie an-

schliessend gewürdigt (vgl. Verfügung S. 3 und S. 6 f.). Eine andere recht-

liche Würdigung als von der Beschwerdeführerin gewünscht, stellt keine 

unvollständige Sachverhaltsfeststellung dar (Art. 12 VwVG und Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Die entsprechende Rüge erweist sich daher als unbegrün-

det.  

5.2 Im Weiteren wird gerügt, die Beschwerdeführerin habe die ihr zu-

stehenden Rechte als potentielles respektive als identifiziertes Opfer von 

Menschenhandel – insbesondere die dazugehörige psychologische Be-

treuung – nicht erhalten.  

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. So lässt sich zunächst 

feststellen, dass das SEM und die Strafverfolgungsbehörden vorliegend 

E-5165/2021 

Seite 18 

der Identifizierungspflicht gegenüber einem möglicherweise Menschen-

handelsbetroffenen und den sich aus dem für die Schweiz am 1. April 2013 

in Kraft getretenen Übereinkommen zur Bekämpfung des Menschenhan-

dels vom 16. Mai 2005 (EKM, SR 0.311.543) ergebenden Verpflichtungen 

nachgekommen sind (vgl. dazu BVGE 2016/27). Die Vorinstanz hörte die 

Beschwerdeführerin im Rahmen der ersten Anhörung einlässlich zu den 

Aspekten an, die im Zusammenhang mit einer allfälligen Opfereigenschaft 

der Beschwerdeführerin betreffend Menschenhandel stehen könnten (vgl. 

SEM Akte 30/21), räumte ihr eine Ruhe- und Bedenkzeit gemäss Art. 13 

EKM für den Zeitraum vom 14. Juli 2020 bis zum 12. August 2020 ein und 

ermöglichte ihr die Zusammenarbeit mit den ermittelnden Strafverfolgungs-

behörden (vgl. SEM Akte 31/3). Sie konnte sich mittels der ihr durch das 

SEM zugewiesenen Rechtsvertreterin auch an die FIZ wenden (vgl. SEM 

Akte 39/6) und das SEM wies das Asylverfahren sodann dem erweiterten 

Verfahren zu (vgl. SEM Akte 34/3). Ihr wurde ausserdem die Gelegenheit 

zur Stellungnahme betreffend Identifizierung der Täterschaft erteilt. Kon-

krete Angaben dazu konnte sie allerdings keine machen (vgl. SEM Akte 

40/2; 42/3), weshalb die Strafverfolgungsbehörden gemäss dem SEM die 

Untersuchung nicht weiterverfolgen konnten respektive diese sistierten.  

Die Beschwerdeführerin wurde demnach durch das SEM zunächst als po-

tentielles Opfer von Menschenhandel behandelt. Während der dreissigtä-

tigen Bedenkzeit bis zum 12. August 2020 hatte sie gemäss Art. 12 Abs. 1 

EMK daher unter anderem Anspruch auf psychologische Hilfe. Wie sich im 

Rahmen der Anhörung zum Menschenhandel vom 13. Juli 2020 zeigte, 

klagte sie zwar über gelegentliche Schwindelgefühle und erklärte, wegen 

Schlafproblemen in ärztlicher Behandlung gewesen zu sein, sagte aber 

auch aus, es gehe ihr gut und die Rechtsvertreterin erklärte, es stünden 

keine Arztberichte, nur der Bericht der FIZ an (vgl. SEM Akte 30/21 F7 ff.). 

Die Beschwerdeführerin war den Akten zufolge während der ihr einge-

räumten Bedenkzeit sodann nicht in ärztlicher Behandlung und bat wäh-

rend dieser Zeit auch nie durch ihre Rechtsvertreterin um medizinische Un-

terstützung. Eine Veranlassung dafür, ihr fachspezifische Hilfe wegen psy-

chologischer Probleme zukommen zu lassen, bestand aufgrund dieser 

Sachlage im damaligen Zeitpunkt nicht.  

Der  Bericht der FIZ vom 26. August 2020, gemäss dem die Beschwerde-

führerin Opfer von Menschenhandel sei, erfolgte sodann nach Ablauf der 

Bedenkzeit und basierte auf einem damals von der Beschwerdeführerin 

dargelegten Sachverhalt, der nicht nur ihren Ausführungen im Rahmen der 

zuvor erfolgten Anhörung widersprach, sondern den sie – wie sich im 

E-5165/2021 

Seite 19 

weiteren Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens zeigte – ständig abän-

derte, so dass das SEM zu Recht zum Schluss kam, dass ihre Darlegun-

gen als nicht glaubhaft zu qualifizieren seien (vgl. hierzu die nachfolgenden 

Erwägungen). Die anfänglichen Verdachtsmomente für einen Menschen-

handel liessen sich demnach nicht bestätigen. Der Beschwerdeführerin 

standen daher die weitergehenden Rechte nach Art. 12 Abs. 3 bis 7 EMK 

nicht zu, da diese auf Personen beschränkt sind, bei denen der Identifizie-

rungsprozess gemäss Art. 10 EMK abgeschlossen ist und die Opfereigen-

schaft feststeht (vgl. BVGE 2016/27 E. 6.1). Die Beschwerdeführerin 

brachte ausserdem weder in der ergänzenden Anhörung noch in ihrer Stel-

lungnahme zum Ausdruck, dass sie zwingend psychologischer Betreuung 

bedürfte, sondern machte erst auf Beschwerdeebene und dies lediglich 

pauschal geltend, sie sei traumatisiert und habe die ihr zustehende medi-

zinische Hilfe nicht erhalten. Dass sie nunmehr infolge der angeblichen 

Vergewaltigungen durch ihren Ehemann traumatisiert wäre, ist – wie nach-

stehend dargelegt – als nachgeschobene Schutzbehauptung zu werten 

und damit nicht glaubhaft. Auch war sie deswegen bislang nie in fachärzt-

licher Behandlung.  

Vor diesem Hintergrund kann weder die an die Vorinstanz gerichtete Rüge, 

sie hätte der Beschwerdeführerin psychologische Hilfe zukommen lassen 

sollen, gehört werden noch erscheint es aktuell angezeigt, ärztliche Be-

richte einzuholen.  

5.3 Eine Verletzung von Verfahrenspflichten durch das SEM lässt sich 

demnach nicht feststellen. Der Hauptantrag auf Rückweisung zwecks Neu-

beurteilung ist daher abzuweisen.  

6.   

6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht so-

dann zum Schluss, dass sich die Erwägungen des SEM in der angefoch-

tenen Verfügung als zutreffend erweisen. Die Verfolgungsvorbringen der 

Beschwerdeführerin halten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung 

im Sinne von Art. 7 AsylG nicht Stand. Zur Vermeidung von Wiederholun-

gen kann vorab auf die entsprechenden Ausführungen des SEM verwiesen 

werden (vgl. angefochtene Verfügung SEM Akte 63/13 Ziffer II, Zusammen-

fassung E. 4.1).  

6.2 Dabei ist hervorzuheben, dass das zentrale Vorbringen der Beschwer-

deführerin, sie sei wegen ihrem in Angola gesuchten Freund namens 

I._______ vergewaltigt worden und deshalb nach Portugal geflohen, in der 

E-5165/2021 

Seite 20 

Tat einerseits aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschreibung der angebli-

chen Peiniger, andererseits aufgrund divergierender zeitlicher Angaben als 

widersprüchlich und unglaubhaft zu qualifizieren ist. So gab sie im Rahmen 

der Anhörung zum Menschenhandel an, besagter Freund sei im Jahr 2018 

verschwunden und die Vergewaltigung habe am 15. Februar 2019 stattge-

funden. Während der ergänzenden Anhörung machte sie indes geltend, als 

sie im April 2019 das Visum für Portugal beantragt habe, seien sie und 

besagter Freund noch (zu Hause) zusammen gewesen respektive sei er 

im Mai/Juni 2019 verschwunden und sie danach Verfolgungshandlungen 

ausgesetzt gewesen (vgl. SEM Akte 30/21 F124, 48/24 F51 ff.). Diese mas-

sgebliche zeitliche Diskrepanz wird nicht schlüssig aufgelöst. Unverständ-

lich erscheint aber ohnehin, warum die Beschwerdeführerin angesichts der 

von ihr angeblich erlittenen Übergriffe erst im Oktober 2019 ihren Heimat-

staat verlassen haben will. Auch die dazu angegebenen Gründe sind in 

sich widersprüchlich.   

6.3 Im Weiteren fällt auf, dass die Beschwerdeführerin über ihren angebli-

chen Freund I._______, mit dem sie zusammengelebt haben will, dessen 

Funktion respektive die Gründe seiner Verfolgung und seines Verschwin-

dens lediglich rudimentär und zusammenhanglos berichtete (vgl. SEM Akte 

30/12 F124, 48/24 F27 ff.). Auch auf Beschwerdeebene wird nichts Weite-

res zur Person und zur Verfolgung des besagten Freundes aufgeführt, son-

dern lediglich erneut geltend gemacht, die Beschwerdeführerin sei mit ihm 

in einer Beziehung gewesen und wegen ihm in Angola verfolgt worden. 

Auch verstrickte sie sich in weitere Widersprüche, indem aus ihrem per-

sönlichen Schreiben hervorgeht, dass besagte Person ein mächtiger Mann 

respektive ein Mitglied der Regierung gewesen sei (vgl. Beilage 2 zur Be-

schwerde). Dies lässt sich allerdings nicht mit ihrer ursprünglichen Angabe 

vereinbaren, wonach er nicht etwa ein Regierungsamt bekleidete, sondern 

geltend gemacht wurde, er sei bei der Partei MPLA gewesen (vgl. SEM 

Akte 30/21 F124, 48/24 F35, F77).  

6.4 Dass es sich bei den Erzählungen rund um die Person von I._______ 

um einen erfundenen Vortrag handeln muss, wird auch durch den Umstand 

verdeutlicht, dass auch ihre Ausführungen zur Person von K._______, dem 

angeblichen Freund von I._______, der ihr ihren Aufenthalt in Portugal or-

ganisiert haben soll, rudimentär und zugleich widersprüchlich ausgefallen 

sind. So war sie nicht in der Lage, zu dessen Person nähere Angaben zu 

machen, obwohl sie immerhin in Besitz seiner Telefonnummer gewesen 

sein soll (vgl. SEM Akte 42/3 S. 1 ff.). Dass sie sodann, wie weiter behaup-

tet wurde, ihr Mobiltelefon im Hotel in Portugal habe lassen müssen und 

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Seite 21 

deswegen die Nummer von K._______ nicht angeben könne, erscheint 

ebenfalls nicht glaubhaft. Zwar gab sie in diesem Zusammenhang einmal 

an, sie habe im Hotel, in welchem sie eingeschlossen gewesen sei, kein 

Mobiltelefon dabeigehabt, sie erklärte später aber auch, der Kindsvater 

habe ihrem ältesten Sohn online zum Geburtstag gratuliert, als sie im Hotel 

eingeschlossen gewesen seien (vgl. SEM Akte 30/21 F54, 62/9 S. 4). Dem-

nach wäre jedoch davon auszugehen, dass sie in jenem Zeitpunkt über ein 

mobiles Gerät verfügt habe.   

6.5 Auf Beschwerdeebene folgen sodann keine geeigneten Ausführungen 

zur Entkräftung der festgestellten Ungereimtheiten hinsichtlich der von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Zwangsprostitution in Portugal. 

Diesbezüglich wird lediglich argumentiert, sie sei ein Opfer von Menschen-

handel geworden, wobei der Fokus nunmehr daraufgelegt wird, dass sie 

sich als Sklavin ihres Ex-Partners und Vaters ihrer Kinder bezeichnet, der 

sie immer wieder vergewaltigt und bedroht habe und vor dem sie haupt-

sächlich geflüchtet sei. Damit wird einmal mehr eine andere Version ihrer 

Fluchtgründe wiedergegeben. Wie das SEM in der Vernehmlassung zu 

Recht schliesst, sind diese Vorbringen im Gesamtkontext als blosse 

Schutzbehaupten zu werten. Denn wäre sie eine Sklavin ihres ehemaligen 

Partners gewesen, dem sie zu entfliehen versucht habe, so scheint nicht 

nachvollziehbar, dass sie sich trotz ihrer angeblich damals bereits beste-

henden Beziehung zu I._______ wieder mit ihrem Ex-Partner eingelassen 

haben soll und mit diesem und den Kindern im Jahr 2018 nach Portugal 

reiste.  

6.6 Inwiefern die Beschwerdeführerin somit ein Opfer von Menschenhan-

del geworden sein soll oder sie – wie in der Beschwerde auch geltend ge-

macht wird – bei einer Rückkehr solches zu befürchten hätte, ist nicht zu 

erkennen. Ebenso wenig kann – wie ebenfalls argumentiert wird – davon 

gesprochen werden, sie wäre bei einer Rückkehr in ihr Heimatland einer 

Reflexverfolgung ausgesetzt. Fest steht aufgrund der Akten viel mehr, dass 

die Beschwerdeführerin sowohl im vorinstanzlichen als auch im vorliegen-

den Beschwerdeverfahren unterschiedliche Angaben zu ihren hauptsäch-

lichen Gründen, die sie zur Ausreise aus ihrem Heimatland bewegt haben 

sollen sowie insbesondere auch zu ihren familiären Verhältnissen gemacht 

hat. Denn gemäss ihren anfänglichen Aussagen zufolge war sie einmal im 

Jahr 2018 mit ihren drei Kindern zusammen in Portugal, späteren Angaben 

zufolge war sie dann aber doch zusammen mit einem vierten Kind namens 

O._______ und auch mit dem Kindsvater ihrer drei Kinder unterwegs nach 

Portugal (vgl. dazu SEM Akte 48/24 F113 ff.), wobei auch die Freundin des 

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Seite 22 

Vaters ihrer Kinder und deren Kinder mitgereist seien. Gemäss den Vi-

sumsunterlagen ist davon auszugehen, dass es sich bei dem vierten Kind 

namens O._______ um ihres und jenes des Vaters ihrer anderen drei Kin-

der handelt. Dieses Kind hatte die Beschwerdeführerin jedoch zunächst 

verschwiegen. Später gab sie dazu an, dies sei das Kind einer verstorbe-

nen Person und ihre Schwester habe es zu sich genommen und sie, die 

Beschwerdeführerin, habe es grossgezogen. Diese Darlegungen lassen 

sich jedoch wiederum nicht mit ihren nachfolgenden Aussagen vereinba-

ren, wonach O._______ ihr Pflegekind sei respektive sie und der Vater ih-

rer anderen Kinder gemäss den Identitätspapieren von O._______ als de-

ren Vormunde respektive Eltern aufgeführt worden seien (vgl. SEM Akte 

48/24 F108 ff., F133, F177 ff., F184 ff.; 62/9 S. 4). Das Gericht teilt sodann 

die Ansicht des SEM, dass sich aus den sozialen Medien, namentlich dem 

öffentlich zugänglichen Facebook-Account des Kindesvaters ergibt, dass 

die Beschwerdeführerin und ihre Kinder mit dem Kindsvater vor der Asyl-

gesuchstellung in der Schweiz noch in einem engen Kontakt standen. Da-

von zeugen die geposteten gemeinsamen Familienbilder von Reisen und 

unter anderem auch einem Aufenthalt in der Schweiz. Der genaue Zeit-

punkt dieses gemeinsamen Aufenthalts in der Schweiz lässt sich in der Tat 

nicht mit Sicherheit eruieren, aber die Kinder der Beschwerdeführerin sind 

augenscheinlich in einem Alter, in welchem sie sich zum Zeitpunkt der Asyl-

gesuchstellung befunden haben. Im Rahmen des zu diesen Aspekten ge-

währten rechtlichen Gehörs ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, 

die Vorhalte der Vorinstanz nachvollziehbar zu entkräften. Die Rechtferti-

gung, der Kindsvater habe allenfalls die massgeblichen Fotos collagiert, 

um sich als fürsorgender Vater darzustellen und die Kinder seien nicht, wie 

auf den Fotos ersichtlich, zusammen mit dem Vater in der Schweiz gewe-

sen, erachtet das Gericht als unplausibel.          

7.  

Die Vorinstanz hat demzufolge zu Recht die Vorbringen der Beschwerde-

führerin als unglaubhaft erachtet, ihr Flüchtlingseigenschaft und die ihrer 

Kinder verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt.  

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

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Seite 23 

auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-

länderinnen und Ausländer und über die Integration [AIG, SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  

Abs. 3 AIG).  

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand  

der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-

lung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin und ihrer 

E-5165/2021 

Seite 24 

Kinder nach Angola ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

Sodann ergeben sich – in Übereinstimmung mit dem SEM – weder aus den 

Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte da-

für, dass sie für den Fall einer Wegweisung nach Angola dort mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote-

nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-

Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Ge-

fahr (real risk) nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer, 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation in Angola lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 

Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

 

9.3.2 In BVGE 2014/26 kam das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 

auf dem Staatsgebiet Angolas (ohne Berücksichtigung der Exklave 

Cabinda) herrsche weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation allgemei-

ner Gewalt. Aufgrund der in humanitärer, sozialer und wirtschaftlicher Hin-

sicht nach wie vor fragilen Lage sei jedoch im Rahmen einer Einzelfallprü-

fung zu beurteilen, ob die betroffene Person im Fall einer Rückkehr in eine 

existenzielle Notlage geraten würde. Dabei seien neben den persönlichen 

Voraussetzungen und Ressourcen der betroffenen Person – wie Ge-

schlecht, Alter, Gesundheitszustand, Bildungsniveau, Ausbildung und Be-

rufserfahrung – auch die Existenz eines tragfähigen familiären oder ander-

weitigen sozialen Beziehungsnetzes sowie konkrete Möglichkeiten zur Si-

cherung des Existenzminimums und der Wohnsituation in Betracht zu 

E-5165/2021 

Seite 25 

ziehen (vgl. a.a.O. E. 9.14, vgl. Urteil des BVGer D-2930/2021 vom 5. Mai 

2022 E. 7.6.2 m.w.H.). 

9.3.3 Individuelle Gründe, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder sprechen würden, sind 

– in Übereinstimmung mit den Erwägungen des SEM – nicht ersichtlich:   

Die Beschwerdeführerin stammt ihren Angaben zufolge aus der Provinz 

E._______ und lebte seit vielen Jahren in H._______, wo sie ihren letzten 

Wohnsitz hatte. Sie absolvierte sechs Jahre die Sekundarschule, bildete 

sich mit Kursen weiter und verfügt zudem über Berufserfahrungen in ver-

schiedenen Bereichen ([…]; vgl. SEM Akte 30/21 F136). In Angola leben 

mehrere ihrer Geschwister, ihr Onkel, Cousins und Cousinen (vgl. SEM 

Akte 30/21 F137 ff., F124.; 48/24 F40). Aufgrund der als unglaubhaft zu 

erachtenden Angaben zu ihren familiären Verhältnissen ist auch davon 

auszugehen, dass sie Kontakt zu ihren Verwandten im Heimatland und dort 

ein tragfähiges Beziehungsnetz hat. Daran vermögen ihre Darlegungen in 

der Beschwerde nichts zu ändern. Ihr und ihren Kindern war es zudem 

möglich, in Europa Ferien zu machen und es ist davon auszugehen, dass 

der Vater ihrer Kinder sie finanziell unterstützt und der Kontakt zwischen 

diesem, den Kindern und ihr nach wie vor vorhanden ist, zumal sie den 

Erwägungen der Vorinstanz in diesem Zusammenhang nichts entgegen-

zusetzen vermag, was an dieser Einschätzung etwas zu ändern vermag. 

Der Kindsvater scheint zudem gestützt auf ihre Ausführungen über genü-

gend finanzielle Ressourcen zu verfügen.  

Dass die Beschwerdeführerin sodann unter einem Trauma leidet, ist weder 

erstellt noch sind die sich darauf stützenden Vorbringen als glaubhaft zu 

erachten. Während ihres Aufenthalts in der Schweiz war sie den Akten zu-

folge nie in psychologischer Behandlung. Es ist daher nicht davon auszu-

gehen, dass sie aktuell zwingend auf eine entsprechende Behandlung an-

gewiesen ist. Sollten sie oder ihre Kinder künftig medizinische Hilfe benö-

tigen, ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass Angola – nebst einem pri-

vaten Sektor – über ein staatliches, kostenloses Gesundheitssystem ver-

fügt. Die besten Spitäler des Landes befinden sich sodann in Luanda. Auch 

wenn diesen in der Regel kein hoher Standard zukommt (vgl. dazu auch 

Urteil des BVGer E-3894/2020 vom 3. Mai 2022 E 7.5.3), ist davon auszu-

gehen, dass in Angola bei Bedarf zumindest eine elementare medizinische 

Behandlung erhältlich ist.  

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Seite 26 

Schliesslich spricht vorliegend auch das Kindesinteresse nicht gegen die 

Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung. Die Beschwerdeführerin 

und ihre drei Kinder im Alter zwischen (…) und (…) Jahren leben inzwi-

schen zwar schon seit fast vier Jahren in der Schweiz. Die Kinder dürften 

hier eingeschult sein und sich altersentsprechend eingelebt haben. Sie 

sind aber aufgrund ihres Alters – wie vom SEM in der Vernehmlassung 

erwähnt – immer noch stark von ihrer Mutter abhängig und eine eigenstän-

dige Integration in das hiesige Umfeld dürfte noch nicht in einem derartigen 

Umfang stattgefunden haben, dass eine Rückkehr nach Angola zu ihrer 

massgeblichen Entwurzelung führen würde, zumal alle den Grossteil ihres 

Lebens in Angola verbracht haben. Auch ist davon auszugehen, dass sie 

sich ohne grössere Schwierigkeiten wieder in ihrem gewohnten kulturellen, 

sprachlichen und sozialen Umfeld zurechtfinden dürften. In Angola verfü-

gen sie zudem mit ihrem Vater sowie ihrer Schwester O._______ über wei-

tere, nahe Bezugspersonen. Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 3 Abs. 

1 KRK sind damit nicht ersichtlich (vgl. die zu beachtenden Kriterien in 

BVGE 2009/51 E. 5.6 und 2009/28 E. 9.3.2). 

9.3.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zumutbar.  

9.4 Ferner obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist somit auch möglich 

(Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die Beschwerdebegehren 

allerdings bei einer ex ante-Betrachtung nicht als aussichtslos zu bezeich-

nen waren und aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass die 

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Seite 27 

Beschwerdeführenden nach wie vor bedürftig sind, ist ihnen antragsge-

mäss die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Ihnen sind daher 

keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.  

  

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Seite 28 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

 

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