# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 862d0a76-83d9-5315-aafe-aaa34fb8aef6
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-08
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 08.10.2025 BEK 2025 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2025-89_2025-10-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 8. Oktober 2025
BEK 2025 89

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Kantonsrichterin Annelies Inglin und Kantonsrichter Pius Kistler,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Beschuldigter und Beschwerdeführer,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________,

betreffend DNA-Profilerstellung
(Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Juni 2025, 
SU 2025 4457);-

hat die Beschwerdekammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Beschuldigten wegen Ver-
dachts auf versuchte schwere Körperverletzung und Raufhandel. Sie wirft ihm 
vor, am 1. Juni 2025 einem Kontrahenten, der ihm eine Bierflasche auf den 
Kopf geschlagen habe, Faustschläge und Fusstritte ins Gesicht verpasst zu 
haben, wodurch dieser eine vorübergehende linksseitige Lähmung sowie eine 
Nasenbeinfraktur erlitten habe. Die Staatsanwaltschaft ordnete am 16. Juni 
2025 die Erstellung eines DNA-Profils an. Dagegen beschwert sich der Be-
schuldigte rechtzeitig beim Kantonsgericht. Er beantragt, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft verlangt die kostenpflichti-
ge Abweisung der Beschwerde (KG-act. 3). Dazu nahm der Beschuldigte Stel-
lung (KG-act. 5).

2. Zur Aufklärung eines Verbrechens oder Vergehens, das Gegenstand 
des Verfahrens bildet, kann beim Beschuldigten eine Probe genommen und 
davon ein DNA-Profil erstellt werden (Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO). Art. 255 
StPO ermöglicht nicht bei jedem hinreichenden Tatverdacht die routinemässi-
ge Entnahme von DNA-Proben, geschweige denn deren generelle Analyse 
(BGE 147 I 372 E. 2.1 m.H.), sondern nur unter der Voraussetzung, dass der 
DNA-Beweis zur Aufklärung der Anlasstat erforderlich und geeignet ist (Fri-
cker/Maeder, BSK, 3. A. 2023, Art. 255 StPO N 5; BEK 2025 31 vom 14. Juli 
2025 E. 2 m.H.). Selbst wenn ein Zeuge den Beschuldigten als Täter identifi-
zierte oder dieser ein Geständnis ablegte, kann die Profilerstellung als erfor-
derlich angesehen werden, um unsicheren Beweiswürdigungen insbesondere 
auch nach möglichen Relativierungen von Geständnissen und Zeugenaussa-
gen vorzubeugen (Fricker/Maeder, ebd. N 6). 

a) Zur Wahrung des Anspruchs auf rechtliches Gehör müssen sich nach 
der in Art. 81 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 lit. a StPO verankerten Begründungs-

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pflicht der Betroffene wie im Übrigen auch die Rechtsmittelinstanz über die 
Tragweite des angefochtenen Entscheids ein Bild machen können. Die 
Behörde muss daher wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen 
sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid stützt (BEK 2024 2 vom 
13. Mai 2024 E. 3 m.H.).

b) Laut der angefochtenen Verfügung soll das DNA-Profil dazu dienen, die 
eingangs angeführten Straftaten aufzuklären. Diese Erwägung wiederholt 
zunächst sinngemäss die gesetzliche Voraussetzung. Hierzu erläutert die 
Staatsanwaltschaft lediglich, eine Übereinstimmung des DNA-Profils des Be-
schuldigten mit dem gesicherten DNA-Spurenmaterial würde den Tatverdacht 
erhärten. Diese Überlegung liegt auf der Hand, trägt aber nichts zur Begrün-
dung bei, inwiefern die angeordnete Profilerstellung angesichts der bereits 
erzielten Untersuchungsergebnisse konkret noch erforderlich sei. Deshalb 
kann sich weder der Beschuldigte noch die Beschwerdeinstanz ein Bild über 
die Erforderlich- und Verhältnismässigkeit der Erstellung eines DNA-Profils 
machen. Damit ist die Begründungspflicht verletzt. Soweit die Staatsanwalt-
schaft erst in ihrer Beschwerdeantwort auf die theoretische Möglichkeit eines 
Widerrufs des Geständnisses durch den Beschuldigten hinweist, ist nicht dar-
getan, inwiefern diese Möglichkeit konkret indiziert wäre und angesichts der 
ebenfalls in der angefochtenen Verfügung erwähnten Aussagen Dritter die 
Beweiswürdigung unsicher machen könnte. Zudem ist die rechtsgenügliche 
Begründung im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO Gültigkeitsvoraussetzung ei-
nes schriftlich eröffneten Befehls (vgl. BGE 151 IV 18 insbes. E. 4.4.5). Aus 
diesen Gründen ist die angefochtene Verfügung aufzuheben.

3. Ausgangsgemäss gehen die Kosten- und Entschädigungsfolgen des 
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Art. 423 i.V.m. Art. 428 Abs. 1 
bzw. 4 StPO und Art. 429 Abs. 1 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO und §§ 2, 6 und 
13 GebTRA);-

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beschlossen:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.00 gehen zulasten 
des Staates.

3. Der amtliche Verteidiger wird für das Beschwerdeverfahren pauschal mit 
Fr. 800.00 aus der Kantonsgerichtskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

5. Zufertigung an den Verteidiger (2/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 
1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst unter Hinweis 
auf E. 3) sowie nach definitiver Erledigung an die Staatsanwaltschaft 
(1/R, mit den Akten an die 1. Abteilung) und die Kantonsgerichtskasse 
(1/ü, im Dispositiv).

Namens der Beschwerdekammer
Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 9. Oktober 2025  amu