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**Case Identifier:** f68d66c4-3de2-5e45-b33d-2b87315cfe8b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.03.2014 IV 2012/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-99_2014-03-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/99

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 03.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 03.03.2014
Art. 14a, Art. 15 ff. und Art. 28 IVG: Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen und Rente. Verletzung des Grundsatzes 
Eingliederung vor Rente. Rückweisung zur Vornahme von Abklärungen 
betreffend Eingliederungsmassnahmen. Entscheid über Rentenanspruch 
verfrüht (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 3. 
März 2014, IV 2012/99).

Entscheid Versicherungsgericht, 03.03.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 3. März 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, geboren 19__, erlitt am 27. April 2009 einen Myocardinfarkt mit 

Herzkreislaufstillstand mit anschliessender Reanimation. Gleichentags wurde eine 

Stentimplantation vorgenommen (vgl. act. G 4.1.26-2). Am 6. Januar 2010 meldete sich 

der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1.3). Anlässlich des 

Frühinterventionsgesprächs vom 29. Januar 2010 gab der Hausarzt Dr. med. B.___, 

Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, gegenüber dem RAD an, der Versicherte leide 

an einer schweren Depression und Angst gemischt, bei Status nach 

reanimationspflichtigem Herzinfarkt. Teilweise sei der Versicherte suizidal (act. 

G 4.1.15).

A.b  Der behandelnde Dr. med. C.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

berichtete am 2. August 2010, der Versicherte leide an einer posttraumatischen 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.0). Für die angestammte Tätigkeit als Drucker bestehe 

seit dem 27. April "2010" (richtig: 2009) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.26). 

In der konsiliarischen neurologischen Beurteilung vom 13. Oktober 2010 diagnostizierte 

Dr. med. D.___, Neurologie FMH, ein wahrscheinliches Restless Legs Syndrom sowie 

eine unklare sensible Hemisymptomatik links (act. G 4.1.41-8 ff.). Dr. C.___ berichtete 

am 27. Mai 2011, der Gesundheitszustand des Versicherten sei seit August 2010 

stationär geblieben (act. G 4.1.42).

A.c  Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 8., 12. und 14. September 2011 

in der MEDAS Inselspital polydisziplinär (allgemeininternistisch, neurologisch, 

psychiatrisch und kardiologisch) untersucht. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierten die Experten eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) mit 

somatoform-autonomer Funktionsstörung des Herz- und Kreislaufsystems (ICD-10: 

F45.30), hervorgegangen aus einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

Reaktion (ICD-10: F43.21) nach Myokardinfarkt am 27. April 2009. Ohne Auswirkung 

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auf die Arbeitsfähigkeit leide der Versicherte an Kombinationskopfschmerzen, einer 

chronischen Otitis media rechts und einem persistierenden Nikotinabusus. Für die 

bisherige sowie eine leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten die Experten 

spätestens ab Januar 2011 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.49). Der RAD hielt 

das MEDAS-Gutachten für beweiskräftig. Es sei indessen bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit davon abzuweichen und von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit ab April 2009 auszugehen, da die Gutachter die 

Schichtarbeit nicht berücksichtigt hätten (Stellungnahme vom 28. November 2011, act. 

G 4.1.50).

A.d  Mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten, 

ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie eine 

leidensangepasste Tätigkeit, die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (act. 

G 4.1.52). Dagegen erhob der Versicherte am 20. Dezember 2011 Einwand (act. 

G 4.1.56), den er am 19. Januar 2012 ergänzend begründen liess. Er beantragte die 

Zusprache einer Invalidenrente und die Gewährung von Eingliederungsmassnahmen. 

Er brachte vor, er sei bezogen auf die angestammte Tätigkeit 100% arbeitsunfähig. 

Ferner sei ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen (act. G 4.1.59). Auf Nachfrage der 

Sachbearbeiterin bestätigte der RAD in der Stellungnahme vom 6. Februar 

"2011" (richtig: 2012) nochmals, dass aus seiner Sicht entgegen dem Gutachten von 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit auszugehen sei (act. 

G 4.1.60). In der von der Sachbearbeiterin angeforderten Stellungnahme des 

Rechtsdiensts vom 7. Februar 2012 gab der Rechtsdienstmitarbeitende an, die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens gelte auch für die angestammte Tätigkeit. 

"Die Angelegenheit könnte aber einfacher abgehandelt werden, da der diagnostizierten 

leichten bis mittelgradigen depressiven Episode aus IV-rechtlicher Sicht nach 

gefestigter Rechtsprechung ohnehin keine invalidisierende Wirkung zugesprochen 

werden kann" (act. G 4.1.62). Am 8. Februar 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung 

des Leistungsgesuchs. Da dem Versicherten gemäss gutachterlicher Beurteilung auch 

die angestammte Tätigkeit zu 70% zumutbar sei, stellte die IV-Stelle zur Berechnung 

des Invalideneinkommens auf das Valideneinkommen ab und ermittelte einen 30%igen 

Invaliditätsgrad. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien nicht weiter zu prüfen, da 

der Versicherte die berufliche Abklärung abgebrochen habe aufgrund seiner 

subjektiven Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.61).

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B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 8. Februar 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 12. März 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, ihm ab 1. Juli 2010 mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten, 

sowie Integrationsmassnahmen und Massnahmen beruflicher Art zu gewähren. Zur 

Begründung macht er geltend, die gutachterliche Bescheinigung einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit sei unzutreffend. Mit dem RAD sei 

vielmehr von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die angestammte 

Tätigkeit auszugehen. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ein Abzug 

von 15% gerechtfertigt. Da er die entsprechenden Leistungsvoraussetzungen erfülle, 

habe er auch Anspruch auf Integrationsmassnahmen, Berufsberatung, 

Arbeitsvermittlung, einen Arbeitsversuch, Einarbeitungszuschüsse, eine Entschädigung 

für Beitragserhöhungen sowie eine Kapitalhilfe (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2012 

die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, der vorliegend zu 

beurteilenden leichten bis mittelgradigen depressiven Episode komme keine 

invalidisierende Wirkung zu. Die Depression sei Ausfluss des Herzleidens und sei nicht 

als losgelöstes Leiden anzusehen. Insofern könnten daher auch vorliegend die 

Försterkriterien geprüft werden, um über die invalidisierende Wirkung der Depression 

zu befinden. Keines dieser Kriterien sei auch nur ansatzweise erfüllt. Es komme hinzu, 

dass gemäss Gutachten eine mangelhafte Medikamentencompliance vorliege. Selbst 

wenn von einer invalidisierenden Wirkung des depressiven Leidens ausgegangen 

würde, resultierte selbst bei Gewährung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad. Entgegen der Meinung des RAD sei nicht 

einzusehen, inwiefern dem Beschwerdeführer ein Schichtbetrieb nicht mehr zumutbar 

sein bzw. die 70%ige Restarbeitsfähigkeit nicht auch für die angestammte Tätigkeit 

gelten soll. Im Übrigen habe sie (die Beschwerdegegnerin) die Arbeitsvermittlung mit 

dem Einverständnis des Beschwerdeführers abgeschlossen. Weshalb nun gerügt 

werde, es müssten Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden, sei daher nicht 

verständlich (act. G 4).

B.c  Der Beschwerdeführer hat auf eine Replik verzichtet (act. G 6).

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Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch des

Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und Rentenleistungen.

2.     

2.1   Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2   Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich zur Ermittlung der für den 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität setzt damit den Abschluss allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen bzw. die Feststellung voraus, dass keine Eingliederung 

möglich ist. Diese Bedingung der Rentenzusprache wird als Grundsatz der 

"Eingliederung vor Rente" bezeichnet (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, 

Zürich 2009, Rz 22 zu Art. 16 sowie Rz 15 zu Art. 7). Es handelt sich hierbei um eine 

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Komponente der allgemeinen Schadenminderungspflicht (Kieser, a.a.O., Rz 47 zu 

Vorbemerkungen). Nach diesem Grundsatz soll keine Invalidenrente ausgerichtet 

werden, bevor nicht alles Mögliche und Zumutbare versucht worden ist, um die 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren. 

Dies geschieht in der Regel mittels beruflicher Eingliederungsmassnahmen (vgl. Urteil 

des Versicherungsgerichts des Kantons

St. Gallen vom 11. Dezember 2008, IV 2008/45, E. 5.2 mit Hinweis auf 

unveröffentlichtes Urteil des Versicherungsgerichts vom 12. Dezember 2006, 

IV 2005/127, E. 3a). Beim genannten Eingliederungsgrundsatz handelt es sich nicht nur 

um einen Anspruch der versicherten Person auf Eingliederungsmassnahmen, sondern 

auch um eine Eingliederungspflicht, die von der Beschwerdegegnerin gegebenenfalls in 

einem Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzusetzen wäre (Art. 21 Abs. 4 ATSG; 

Urteile des Versicherungsgerichts vom 27. April 2011, IV 2010/186, E. 3.4 mit Hinweis, 

und vom 12. Juni 2012, IV 2011/54, E. 2.1).

2.3   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.     

Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung auf 

das MEDAS-Gutachten (act. G 4.1.61).

3.1   Der Beschwerdeführer rügt am MEDAS-Gutachten, es beruhe nicht auf 

umfassenden Abklärungen, da die von Dr. D.___ vorgeschlagene MRI des Kopfes 

wegen der Hemisymptomatik links nicht durchgeführt worden sei. Die leichtgradige 

halbseitige Sensibilitätsstörung links sei durch die Neurologen grundsätzlich bestätigt 

worden. Hinweise auf eine zentrale oder periphere Störung seien aber ausgeschlossen 

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worden, ohne dies zu begründen. Die Diagnose der halbseitigen Sensibilitätsstörung 

sei im neurologischen Teilgutachten wie im Gesamtgutachten vergessen worden und 

es sei nicht beurteilt worden, ob die Sensibilitätsstörung links Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit habe (act. G 1, Rz 21).

3.1.1         Zunächst ergeben sich aus dem Bericht von Dr. D.___ vom 13. Oktober 

2010 keine normabweichenden Befunde (vgl. die Ergebnisse der Elektroneurographie, 

act. G 4.1.41-10, sowie den ausführlichen neurologischen Untersuchungsbefund, act. 

G 4.1.41-12), die geeignet wären, eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu be­

wirken. Zwar hielt sie die als "unklar" bezeichnete sensible Hemisymptomatik als für 

abklärungsbedürftig (act. G 4.1.41-13). Aufgrund dessen, dass keine relevanten 

neurologischen Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt wurden, 

scheint die empfohlene Abklärung rein therapeutischen Überlegungen zu folgen. Ins 

Bild passt denn auch, dass die behandelnden Ärzte bislang keinen Anlass sahen, die 

von Dr. D.___ empfohlene Abklärung durchzuführen.

3.1.2         Der neurologische Gutachter, der die Beurteilung von Dr. D.___ und deren 

MRI-Empfehlung zur Kenntnis nahm (act. G 4.1.49-46), erkannte im Rahmen der 

ausführlichen Untersuchung keine Hinweise auf eine zentrale oder periphere Störung. 

Der Beschwerdeführer habe - lediglich - über eine leichtgradige halbseitige 

Sensibilitätsstörung geklagt. Er hat auch schlüssig begründet, weshalb die geklagten 

Sensibilitätsstörungen auf eine erhebliche funktionelle Komponente hindeuten (act. 

G 4.1.49-49 f.). Da der neurologische Gutachter gestützt auf die eingehende 

Untersuchung des Beschwerdeführers keine Hinweise auf eine zentrale oder periphere 

Störung fand, erscheint es nachvollziehbar, dass die im Rahmen der Begutachtung 

nicht feststellbaren Störungen auch ohne Vornahme der fraglichen MRI in keine 

eigenständige Diagnose mündeten und ihnen keine Auswirkung auf die 

Leistungsfähigkeit zukommt.

3.2   Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, obwohl er an einer chronischen 

Mittelohrentzündung leide und schlecht höre, sei keine Gehörsprüfung vorgenommen 

worden. Es sei nicht geprüft worden, ob deswegen eine Leistungseinschränkung be­

stehe (act. G 1, Rz 21). Nun ergibt sich bereits aus der hausärztlichen Einschätzung 

keinerlei Hinweis für eine arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigende Gehörsproblematik (vgl. 

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act. G 4.1.41). Die Gutachter führten aus, es bestehe lediglich eine leichte 

Gehörsverminderung vorwiegend rechts, und massen dieser - gestützt auf eine 

persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers - keine Beeinträchtigung der 

Erwerbsfähigkeit zu (act. G 4.1.49-29). Entscheidend ist weiter, dass das 

Eröffnungsgespräch im Rahmen der psychiatrischen Exploration "als unkompliziert und 

unproblematisch" bezeichnet wurde (act. G 4.1.49-40) und sich aus den übrigen Akten 

(vgl. etwa den von Dr. D.___ erhobenen Befund im Bericht vom 21. April 2011, act. 

G 4.1.38-2) keine davon abweichenden Anhaltspunkte ergeben.

3.3   Aus der Sicht des Beschwerdeführers ist das Gutachten auch deshalb 

mangelhaft, weil die Kombinationskopfschmerzen ohne Begründung als nicht 

leistungseinschränkend taxiert worden seien (act. G 1, Rz 21). Dieses Vorbringen ist 

unzutreffend, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist (act. G 4, Rz 5). Der 

neurologische Gutachter führte hinsichtlich der geklagten Kopfschmerzen (zur 

sorgfältig erhobenen Schmerzanamnese siehe act. G 4.1.49-47) plausibel aus, das 

geschilderte Kopfschmerzsyndrom deute auf eine Kombination von Migräne und 

Spannungskopfschmerz hin, wobei der Beschwerdeführer immer wieder betone, dass 

die Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Nervosität und Angst stünden, was auf eine 

erhebliche funktionelle Komponente hindeute (act. G 4.1.49-49 f.). Deshalb und weil 

auch die behandelnden Ärzte der Kopfschmerzproblematik keine eigenständige 

Bedeutung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit beimassen (Berichte von Dr. C.___ vom 

2. August 2010, act. G 4.1.26, und vom 27. Mai 2011, act. G 4.1.42; Bericht von 

Dr. B.___ vom 11. Mai 2011, act. G 4.1.41), besteht kein Anlass, die gutachterliche 

Beurteilung in Frage zu stellen.

3.4   Ferner sei die psychiatrische Begutachtung von 1 bis 2 Stunden viel zu kurz ge­

wesen, wenn beachtet werde, dass das Gespräch habe übersetzt werden müssen (act. 

G 1, Rz 21). Da der Beschwerdeführer gemäss gutachterlichen Ausführungen im 

Rahmen der psychiatrischen Exploration - wie bei Dr. D.___ (act. G 4.1.38-2) - es 

vorgezogen hat, Schweizerdeutsch zu sprechen und die anwesende Übersetzerin nur 

selten um Intervention gebeten werden musste (act. G 4.1.49-41; zum unkomplizierten 

und unproblematischen Eröffnungsgespräch siehe act. G 4.1.49-40), erübrigen sich 

Weiterungen zu diesem offensichtlich unbegründeten Vorbringen, zumal der 

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Beschwerdeführer auch nicht darlegt, welche Gesichtspunkte aus der von ihm 

behaupteten zu kurzen Exploration ausser Acht gelassen worden wären.

3.5   Der Beschwerdeführer rügt weiter den Umgang des psychiatrischen Gutachters 

mit den von ihm beschriebenen psychosozialen Umständen (act. G 1, Rz 21). Dieser 

führte aus, ferner sei im Hinblick auf die depressive Symptomatik festzustellen, dass 

auch psychosoziale Rahmenbedingungen und Belastungsfaktoren (z.B. 

Schuldenproblematik) einen Anteil an der Entwicklung und Aufrechterhaltung der 

depressiven Episode hätten (act. G 4.1.49-43). Inwiefern sich aus dieser Aussage und 

dem Umstand, dass der psychiatrische Gutachter den psychosozialen 

Belastungsfaktoren Rechnung getragen hat (vgl. hierzu eingehend nachfolgende 

E. 5.3.5), ein Mangel an der Begutachtung ergeben soll, ist nicht nachvollziehbar. Es 

bleibt im Übrigen unklar, was der Beschwerdeführer mit dem Einwand, der 

psychiatrische Gutachter übersehe, dass die invaliditätsfremden Faktoren nur bei der 

Leistungsfähigkeit zu subtrahieren seien, nicht aber bei der Entstehung des 

Gesundheitsschadens (act. G 1, Rz 21, S. 8 f.), hinsichtlich der Würdigung der 

Beweiskraft des Gutachtens zum Ausdruck bringen will.

3.6   Schliesslich sei die Annahme, er (der Beschwerdeführer) verfüge hinsichtlich der 

angestammten Tätigkeit über eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, haltlos (act. G 1, Rz 21). Im 

Gesamtgutachten der MEDAS wurde dem Beschwerdeführer eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit bescheinigt (act. G 4.1.49-30). Er hat seit 

1. April 2001 als angelernter Maschinenbediener (Druckmaschine) gearbeitet. Es 

handelte sich um eine Tätigkeit, bei der eine grosse Konzentration und Sorgfalt 

gefordert waren. Der Beschwerdeführer war verantwortlich für das Einrichten der 

Maschine, die Inbetriebnahme und Bedienung. Des Weiteren unterstützte er die 

Überwachung der Produktionsabläufe und Rüstzeiten. Die Arbeit erfolgte im 

Schichtbetrieb. Für die Arbeitgeberin stand vor allem die Frage nach der psychischen 

Belastbarkeit im Vordergrund (act. G 4.1.9). Im Rahmen der Abklärung der 

Krankentaggeldversicherung wurde am 19. April 2010 zur beruflichen Situation 

festgehalten, dass der Stress bei der bedienten Tiefdruckmaschine sehr hoch gewesen 

sei. Wenn ein Farbfehler nicht sofort entdeckt worden sei, hätten 100 Meter bedrucktes 

Papier entsorgt werden müssen (act. G 4.2). Die Ausführungen des 

Beschwerdeführers, es habe sich um eine strenge bzw. "stressige" Tätigkeit gehandelt, 

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weil er dauernd die Qualität habe beobachten und sofort reagieren müssen, wenn 

etwas in der Farbgebung nicht gestimmt habe (act. G 4.1.21-2), ist daher 

nachvollziehbar. Damit gehen seine Ausführungen anlässlich der Begutachtung einher, 

wonach er Schicht gearbeitet sowie Stress und grosse Verantwortung gehabt habe 

(act. G 4.1.49-21). Angesichts dessen, dass der psychiatrische Gutachter lediglich 

noch Tätigkeiten mit einfachen geistigen Anforderungen und einfachen 

Verantwortungsgraden, möglichst gut strukturiert, ohne Zeitdruck und ohne 

Nachtarbeitsbedingungen zu verrichten, für zumutbar hielt (act. G 4.1.49-44), ist die im 

Gesamtgutachten bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 70% für die angestammte Tätigkeit 

(act. G 4.1.49-30) mit dem Beschwerdeführer (act. G 1, Rz 21) als schlechterdings nicht 

nachvollziehbar zu bezeichnen, zumal sie in Abweichung zu und ohne eine Diskussion 

mit den Vorakten erfolgte (zur von den behandelnden Ärzten bescheinigten 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit siehe act. G 4.1.15-1, G 4.1.26-7, G 4.1.38-2 und G 4.1.42-3; in den 

Akten des leistungspflichtigen Krankentaggeldversicherers finden sich damit 

korrespondierende Arbeitsfähigkeitsschätzungen, act. G 4.2). Diese Sichtweise wird 

durch den RAD bestätigt, der in Würdigung und ausdrücklicher Abweichung zum 

MEDAS-Gesamtgutachten zum Schluss gelangte, es bestehe für die angestammte 

Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Stellungnahme vom 28. November 2011, 

act. G 4.1.50-2; bestätigt in der Stellungnahme vom 6. Februar 2012, act. G 4.1.60). In 

tatsächlicher Hinsicht ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als Drucker/

Maschinenbediener vollständig arbeitsunfähig ist. In diesem Punkt ist daher von der - 

ansonsten beweiskräftigen - gutachterlichen Beurteilung abzuweichen und der RAD-

Einschätzung zu folgen.

4.     

Des Weiteren ist die Frage zu beantworten, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz 

Eingliederung vor Rente verletzt bzw. über den Rentenanspruch verfrüht entschieden 

hat.

4.1   Nachdem eine berufliche Abklärung vorzeitig abgebrochen wurde (vgl. Schluss­

bericht der beruflichen Eingliederung vom 24. März 2011, act. G 4.1.34) und die 

Beschwerdegegnerin in der Mitteilung vom 4. April 2011 wegen fehlender subjektiver 

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Eingliederungsbereitschaft im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer die 

Unterstützung bei der Stellensuche beendete (act. G 4.1.36), ersuchte der 

Beschwerdeführer in der ergänzenden Einwandbegründung vom 19. Januar 2012 um 

die erneute Gewährung von Eingliederungsmassnahmen (act. G 4.1.59-2).

4.1.1         Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung vom 

8. Februar 2012 einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen einzig mit 

der Begründung, der Beschwerdeführer habe die damalige berufliche Abklärung 

aufgrund seiner subjektiven Arbeitsunfähigkeit abgebrochen (act. G 4.1.61-2). Dabei 

verkennt sie, dass der Beschwerdeführer mit seinem Begehren vom 19. Januar 2012 

gerade (wieder) glaubhaft eine subjektive Eingliederungsbereitschaft geltend machte, 

weshalb die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre, die Gewährung von 

Eingliederungsmassnahmen (erneut) zu prüfen. Die am 19. Januar 2012 mehrere 

Monate zurückliegende Mitteilung vom 4. April 2011 steht einer Wiederaufnahme der 

Prüfung von Eingliederungsmassnahmen allein schon deshalb nicht entgegen, als 

damals offen blieb, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers berufliche 

Massnahmen zuliess (vgl. act. G 4.1.34). Eine Wiederaufnahme der beruflichen 

Eingliederungsbemühungen wäre vorliegend umso angezeigter gewesen, als der 

psychiatrische Teilgutachter darauf hinwies, eine gelungene berufliche Re-Integration 

würde zum Behandlungserfolg beitragen; der Beschwerdeführer sollte in diesem Sinn 

aktiviert werden (act. G 4.1.49-44). Früher wurden dem Beschwerdeführer bezüglich 

beruflicher Eingliederung gute Ressourcen sowie das nötige Potential bei grundsätzlich 

guter Arbeitsethik bescheinigt (FI-Gesprächsprotokoll vom 2. Februar 2010, act. 

G 4.1.15).

4.1.2         Dabei fällt vorliegend nicht bloss eine Unterstützung im Rahmen der 

Arbeitsvermittlung in Betracht (Art. 18 IVG), sondern allenfalls auch u.a. in Form einer 

Umschulung (Art. 17 IVG; vgl. nachstehende E. 5). Zumindest wäre die 

Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, allfällige Ansprüche auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.

5.     

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Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf 

eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. 

Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der 

Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und 

geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen 

versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu 

vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a). Die Umschulung hat die versicherte Person in die 

Lage zu versetzen, eine solche Erwerbstätigkeit auszuüben (BGE 122 V 79 E. 3b/bb). 

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt eine versicherte Person, wenn sie wegen der 

Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den ihr 

ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

mindestens etwa 20% erleidet (BGE 124 V 110 f. E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom 

7. Dezember 2011, 9C_762/2011, E. 2). Bei ausgebildeten Personen bemisst sich die 

Erwerbseinbusse durch Vergleich des Einkommens, das sie in dem vor der Invalidität 

ausgeübten Beruf erzielen konnten, mit dem Einkommen, das sie mit Invalidität dort 

noch erzielen können. Im Gegensatz zur (ganz oder teilweise) berufsunfähig 

gewordenen ausgebildeten versicherten Person bemisst sich die 

umschulungsspezifische Invalidität bei Hilfskräften nicht nach der konkreten 

Erwerbseinbusse am letzten Arbeitsplatz, sondern nach der Erwerbseinbusse in einer 

der Behinderung angepassten Hilfsarbeit. Dabei ist auf den allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen, weil sonst eine konjunkturbedingte 

Unmöglichkeit, eine Stelle zu finden (also die Arbeitslosigkeit), in die Beurteilung der 

Umschulungsinvalidität einfliessen könnte (auf dem Internet publizierter Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2007, IV 2006/152, E. 4a, 

bestätigt etwa im Entscheid vom 19. Dezember 2008, IV 2007/210, E. 4.3).

5.1   Vorab stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheit­

lichen Beeinträchtigungen eine invalidenversicherungsrechtlich relevante 

Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet.

5.2   Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin hält die - vom RAD bestätigte (act. 

G 4.1.50) - gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

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Tätigkeiten (70%ige Arbeitsfähigkeit) für invalidenversicherungsrechtlich nicht 

massgebend (Stellungnahme des Rechtsdiensts vom 7. Februar 2012, act. G 4.1.62; 

siehe auch act. G 4, S. 2 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. 

G 4, Rz 2) besteht vorliegend kein einschlägiges Leidensbild, das die Anwendung der 

Försterkriterien zu rechtfertigen vermöchte. Die Arbeitsfähigkeit wird einzig durch ein 

depressives Geschehen beeinträchtigt (act. G 4.1.49-33) und nicht durch ein 

pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare 

organische Grundlage. Am Fehlen eines im Vordergrund stehenden somatoformen 

Beschwerdebilds ändert nichts, dass das depressive Leiden durch einen 

Myokardinfarkt (act. G 4.1.49-27 f.) ausgelöst wurde, zumal es sich hierbei um ein 

nachgewiesenes somatisches Leiden handelt. Dem entspricht, dass die Gutachter das 

Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung oder eines sonstigen vergleichbaren 

syndromalen Zustands ausdrücklich verneinten (act. G 4.1.49-32 f.). Ergänzend ist zu 

bemerken, dass wenn unzutreffend von einem im Vordergrund stehenden 

pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare 

organische Grundlage ausgegangen würde, die angefochtene Verfügung wegen 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes aufzuheben gewesen wäre, da es vorab 

den medizinischen Fachpersonen obliegt, einschlägige Beschwerdebilder und die 

Försterkriterien zu beurteilen (vgl. zur amtlichen Publikation vorgesehenes Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. Oktober 2013, 8C_972/2012, E. 10.3.1). Vorliegend mangelt 

es indessen an einer entsprechenden medizinischen Beurteilung.

5.3   Hinsichtlich der für eine Umschulung geforderten 20%igen Erwerbseinbusse 

bleibt damit die Erheblichkeit des depressiven Leidens zu prüfen.

5.3.1         Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für 

die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege 

artis auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen 

der freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das 

Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden 

medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sich die ärztlichen 

Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer 

konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. 

Die rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die 

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ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 

mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der 

Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).

5.3.2         Der Gesetzgeber hat im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich hervorgehoben, 

dass depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant sind und nicht als 

pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl. Votum 

Kleiner Marianne ["Nicht dazu gehören diagnostizierte Depressionen, …"], sowie 

diverse Voten Burkhalter Didier ["ne sont pas et ne seront jamais concernées par cette 

disposition les maladies telle que la dépression, …"], Amtliches Bulletin Nationalrat, 

16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 

1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Gemäss gesetzgeberischem Willen ist nicht die 

Ursache des depressiven Leidens für die Frage nach Rentenleistungen entscheidend - 

was mit einer finalen Sozialversicherung wie der IV auch nicht vereinbar wäre -, 

sondern einzig, ob ein klinisch festgestellter psychischer Gesundheitsschaden - wie 

etwa eine Depression - vorliegt (vgl. Votum Burkhalter Didier, Amtliches Bulletin 

Nationalrat, a.a.O. AB 2010 N 2122: "Toutes celles qui peuvent être clairement établies 

au moyen d'examens cliniques, c'est-à-dire psychiatriques, en seront pas concernées, 

soit - je cite à nouveau pour que ce soit vraiment clair - la dépression, …" sowie Votum 

Kleiner Marianne, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt 

sich nicht um Beschwerdebilder, bei denen gestützt auf klinische oder auch 

psychiatrische Untersuchungen eine klare Diagnose gestellt werden kann … z.B. 

Depressionen, …"). Was Auslöser der depressiven Erkrankung war - sei es nun eine 

Hirnschädigung, ein psychosozialer Umstand, ein Unfall oder Schmerzen -, ist deshalb 

für die Bestimmung der dadurch verursachten Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung 

invalidenversicherungsrechtlich irrelevant. Mit anderen Worten sind 

Kausalitätsüberlegungen in der Invalidenversicherung (weiterhin) fehl am Platz.

5.3.3         Vorliegend ist ein medizinisches Substrat für eine psychisch bedingte 

Invalidität ärztlicherseits schlüssig und einhellig festgestellt worden (act. G 4.1.49-27; 

vom RAD bestätigt in act. G 4.1.50-2). Die Erheblichkeit der diagnostizierten 

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mittelgradigen depressiven Episode wird durch den Umstand unterstrichen, dass diese 

aus einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach einem 

Myokardinfarkt hervorgegangen ist. Angesichts dieses mehrjährigen 

Beschwerdeverlaufs kann keine Rede davon sein, es bestehe lediglich eine Art 

vorübergehender Verstimmungszustand, zumal sich für eine derartige Auffassung keine 

Anhaltspunkte aus den medizinischen Akten ergeben. In diesem Kontext ist ferner zu 

beachten, dass der Beschwerdeführer an mehreren psychiatrischen Therapien 

teilgenommen hat (etwa regelmässige Konsultationen bei Dr. C.___ mit 

traumaspezifischer Behandlung; 22-monatige Behandlung in der Tagesklinik des 

Psychiatriezentrums F.___; siehe die Darstellung im Gutachten, act. G 4.1.49-35 f.). 

Diese Behandlungen wurden vom psychiatrischen Gutachter nicht in Frage gestellt. 

Vielmehr empfahl er die Fortführung der im Zeitpunkt des Gutachtens aktuellen 

psychiatrischen Behandlung ("sinnvoll und notwendig", act. G 4.1.49-44).

5.3.4         Eine mangelhafte Medikamentencompliance ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausgewiesen (vgl. zum entsprechenden Vorbringen der 

Beschwerdegegnerin act. G 4, Rz 2). Denn die Gutachter stellten fest, dass der 

"Spiegel von Sertralin und Metabolit" immerhin in der Summe im untersten 

therapeutischen Spiegel liegt. Damit ist dargetan, dass der Beschwerdeführer die 

Medikamente einnimmt. Der tiefe "therapeutische Spiegel" spricht damit bloss gegen 

eine Einnahme vor wenigen Stunden vor der Untersuchung (act. G 4.1.49-24) und ist 

damit für sich allein nicht geeignet, eine mangelhafte Medikamentencompliance mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit darzutun, zumal sich aus den übrigen Akten - 

insbesondere aus dem psychiatrischen Teilgutachten - keine Hinweise für eine 

allgemein mangelhafte Compliance ergeben, der RAD keine Hinweise auf ein 

suboptimales Leistungsverhalten bzw. auf relevante Inkonsistenzen fand (act. 

G 4.1.50-2) und die Gutachter offenbar auch keinen Anlass sahen, den 

Beschwerdeführer mit dem tiefen "therapeutischen Spiegel" zu konfrontieren.

5.3.5         Zwar bestehen - wie bei der Mehrheit von Personen, die krankheitsbedingt 

keine Erwerbseinkünfte mehr erzielen - auch psychosoziale Umstände (desolate 

finanzielle Situation und damit einhergehende Konflikte und Probleme; act. 

G 4.1.49-39). Es ist ohne weiteres nachvollziehbar, wenn Personen, die bereits an 

erheblichen depressiv bedingten Beeinträchtigungen ihrer psychischen Ressourcen 

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leiden und krankheitsbedingt die angestammte Stelle verloren haben, durch 

einschneidende psychosoziale Umstände sich zusätzlich belastet fühlen. Es erscheint 

daher der Sache nicht angemessen, jegliche invalidisierende Wirkung zu verneinen, 

sobald auch psychosoziale oder soziokulturelle Belastungsfaktoren vorhanden sind, 

zumal sich aus den Akten nicht ergibt, diese seien vorliegend primär verantwortlich für 

die Aufrechterhaltung des depressiven Leidens. Der psychiatrische Gutachter schrieb 

den psychosozialen Rahmenbedingungen lediglich "einen Anteil an der Entwicklung 

und Aufrechterhaltung" zu und - das ist entscheidend - er setzte sich mit dem Aspekt 

der psychosozialen Umstände ausdrücklich auseinander (act. G 4.1.49-43 f.). Es kann 

deshalb durchaus davon ausgegangen werden, dass er solche Aspekte im Rahmen 

seiner Arbeitsunfähigkeitsschätzung ausgeklammert hat (Urteil des Bundesgerichts 

vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3), zumal diese "unter Berücksichtigung" der 

gesamten in der psychiatrischen Beurteilung ausgeführten Faktoren (act. 

G 4.1.49-42 f.) erfolgte (act. G 4.1.49-44). Diese Auffassung wurde vom RAD geteilt, 

der keinen Anlass sah, von der gutachterlich bescheinigten 70%igen Arbeitsfähigkeit 

abzuweichen. Zumindest ergibt sich weder aus dem Gutachten noch aus den übrigen 

medizinischen Akten, die psychosozialen Faktoren seien ausgeprägt bzw. das 

psychische Leiden gehe darin auf (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 25. September 

2013, 9C_415/2013, E. 5.4, und vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2). Ergänzend 

ist zu bemerken, dass auch in der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 7. Februar 

2012 (act. G 4.1.62), in der angefochtenen Verfügung (act. G 4.1.61) und in der 

Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2012 (act. G 4) nicht geltend gemacht wurde, der 

invalidisierenden Wirkung der Arbeitsunfähigkeit stünden psychosoziale Umstände 

entgegen. Im Licht dieser Umstände besteht daher kein Anlass, die invalidisierende 

Wirkung des depressiven Leidens und der gestützt darauf bescheinigten 

Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zu verneinen.

5.3.6         Mit Blick darauf, dass die angestammte Tätigkeit dem Beschwerdeführer 

nicht mehr zugemutet werden kann (vgl. vorstehende E. 3.6), er gemäss gutachterlicher 

Beurteilung für eine leidensangepasste Tätigkeit nur noch über eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit verfügt (act. G 4.1.49), mithin der 30%igen Arbeitsunfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz nicht 

abgesprochen werden kann (vgl. vorstehende E. 5.2 und 5.3.1 ff.), und ihm im Vergleich 

zum LSE-Tabellenlohn ein überdurchschnittliches Valideneinkommen anzurechnen ist 

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(vgl. zum Valideneinkommen das Feststellungsblatt vom 28. November 2011, act. 

G 4.1.51-2), ist das Erfordernis der 20%igen Erwerbseinbusse erfüllt. Die 

Beschwerdegegnerin wäre daher gehalten gewesen, die weiteren Voraussetzungen für 

einen allfälligen Anspruch auf eine Umschulung zu prüfen.

6.     

Aus dem vorstehend Gesagten (E. 5.2 ff.) ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin 

nicht sämtliche zumutbaren Eingliederungsmöglichkeiten vor der Rentenprüfung aus­

geschöpft hat. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer gemäss gutachterlicher 

Beurteilung lediglich noch für leidensangepasste Tätigkeiten - worunter die 

angestammte Arbeit nicht fällt (vgl. vorstehende E. 3.6) - über eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit verfügt, bei einem Valideneinkommen von Fr. 71'735.-- und einem 

gestützt auf den LSE-Durchschnittslohn für das Jahr 2009 (Anforderungsniveau 4; 

Fr. 61'240.--) ermittelten Invalideneinkommen von höchstens Fr. 42'868.-- 

(Fr. 61'240.-- x 0.7), selbst ohne Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs (zum von 

der Beschwerdegegnerin anerkannten Teilzeitabzug von 10% siehe act. G 4, Rz 6), 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 28'867.-- (Fr. 71'735.-- - Fr. 42'868.--) und damit ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von abgerundet 40% ([Fr. 28'867.-- / Fr. 71'735.--] 

x 100) droht, hat die Beschwerdegegnerin den Grundsatz Eingliederung vor Rente 

verletzt. Ihr Entscheid über die Rentenleistungen erweist sich somit als verfrüht. Die 

Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zur rechtskonformen Abklärung der 

Ansprüche aus Eingliederungsmassnahmen zurückzuweisen. Nach abgeschlossenen 

Eingliederungsbemühungen wird die Beschwerdegegnerin erneut über den - allenfalls 

rückwirkend befristeten - Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu befinden haben.

7.     

Bei diesem Ausgang können die Fragen offen gelassen, ob und auf welche 

Eingliederungsmassnahmen der Beschwerdeführer Anspruch hat, und in welchem 

Umfang ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt erscheint.

8.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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8.1   Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 8. Februar 2012 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde vom 12. März 2012 aufzuheben und die Angelegenheit 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach erfolgten Abklärungen 

bzw. abgeschlossenen Eingliederungsbemühungen im Sinn der Erwägungen neu 

verfüge.

8.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

8.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 12. März 2012 wird die Verfügung 

vom 8. Februar 2012 aufgehoben und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen, damit diese nach erfolgten Abklärungen im Sinn der Erwägungen neu 

verfüge.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.03.2014
	Art. 14a, Art. 15 ff. und Art. 28 IVG: Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen und Rente. Verletzung des Grundsatzes Eingliederung vor Rente. Rückweisung zur Vornahme von Abklärungen betreffend Eingliederungsmassnahmen. Entscheid über Rentenanspruch verfrüht (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 3. März 2014, IV 2012/99).

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