# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8750077-ce4b-5db4-8782-8741084ec71d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2011 D-2651/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2651-2011_2011-11-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­2651/2011

U r t e i l   v om   9 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richter Markus König, Richter Pietro Angeli­Busi;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
alias B._______, geboren (…),
alias C._______, geboren (…),
Kongo (Kinshasa),
vertreten durch lic. iur. Thomas Schaad,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; 
Verfügung des BFM vom 7. April 2011 / N .

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  Kinshasa  und  reiste  im  Alter  von 
sieben  Jahren  in  Begleitung  seines  angeblichen  Vaters  unter  dem 
Aliasnamen B._______ in die Schweiz ein. Am 19. Februar 1997 stellte er 
ein  Asylgesuch.  Mit  Schreiben  vom  28.  September  2000  an  das  BFM 
klärte  der  richtige  Vater,  D._______,  die  Behörden  über  die  wahre 
Identität  des Kindes auf. Mit  der  in Rechtskraft  erwachsenen Verfügung 
vom 29. November 2001 wurde der Beschwerdeführer aus der Schweiz 
weggewiesen.  Gleichzeitig  ordnete  das  damalige  Bundesamt  für 
Flüchtlinge  (BFF)  die  vorläufige  Aufnahme  an,  weil  ein  Vollzug  der 
Wegweisung in seinen Heimatstaat nicht zumutbar erschien.

Der Beschwerdeführer wuchs bei Pflegeeltern im Kanton M._______ auf. 
Er wurde eingeschult und besuchte bis ins Jahr 2004 die Primarschule in 
N._______.  Mit  rechtskräftiger  Verfügung  des  Kantonsgerichts 
M._______  vom  22.  November  2004  wurden  die  Personalien  des 
Beschwerdeführers abgeändert auf C._______. Am 2. März 2005 stellte 
die  Botschaft  der  Demokratischen  Republik  Kongo  in  Bern  für  den 
Beschwerdeführer  einen  Reisepass  aus,  gültig  bis  1.  März  2008. 
Zwischen  2004  und  2006  besuchte  der  Beschwerdeführer  die 
Orientierungsschule  N._______.  Er  verliess  in  der  2.  Oberstufenklasse 
die  Schule  und  begann  am  7.  August  2006  eine  Anlehre  in  einem 
Baugeschäft.  Mit  Verfügung  des  Amtes  für  Justiz  und  Gemeinden  des 
Kantons  M._______  vom  4.  September  2006  wurde  der  Vorname  des 
Beschwerdeführers  auf  Aa._______  und  der  Familienname  auf 
E._______, den Familiennamen seiner Pflegeeltern, abgeändert. Ab 12. 
August 2007 begann er beim gleichen Arbeitgeber eine Lehre als Maurer. 
Er  brach  die  Lehre  alsbald  wegen  schulischer  Probleme  in  den 
berufskundlichen  Fächern  ab  und  schlug  ein  Angebot  des  Arbeitgebers 
zur Weiterausbildung als Baupraktiker  aus. Das Arbeitsverhältnis wurde 
in  der  Folge  aufgelöst.  Im März  2009 meldete  er  sich  beim  Arbeitsamt 
N._______.  Er  bewohnte  während  einer  gewissen  Zeit  eine  1,5­
Zimmerwohnung,  welche  ihm  jedoch  gekündigt  wurde.  Seit  Dezember 
2009 besitzt er keinen festen Wohnsitz mehr. Gemäss Informationen des 
Migrationsamtes  des  Kantons  M._______  bestehen  laufende 
Betreibungen über Fr. 4'500.–.

Aus  den  vorliegenden  Akten  ist  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer 
seit  dem  Jahre  2006  in  Delikte  verwickelt  gewesen  ist.  Es  bestehen 

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Tatbestandsrapporte  der  M._______  Polizei  betreffend 
Aufbruchdiebstähle  an  Verpflegungsautomaten,  begangen  im  April  und 
Oktober 2006. Im Februar 2007 war er an einem Raufhandel beteiligt und 
die M._______ Polizei ermittelte im Verlaufe des Jahres 2009 gegen den 
Beschwerdeführer wegen Diebstahls und Raubs, begangen im Dezember 
2008  und  Februar  2009.  Diese  Ermittlungen  wurden  vom 
Untersuchungsrichteramt  M._______  mit  Verfügung  vom  8.  Juni  2009 
eingestellt,  weil  dem  Angeschuldigten  kein  strafbares  Verhalten 
nachgewiesen werden konnte. Am 18. September 2009 wurde er wegen 
Verdachts  des  mehrfachen  Einbruchdiebstahls, 
Einbruchdiebstahlversuchs,  mehrfachen  Einschleichdiebstahls  und 
Motorfahrzeug­Diebstahls,  mehrheitlich  begangen  zwischen  Juli  und 
September  2009,  verhaftet.  Mit  Urteil  des  Kantonsgerichts  M._______ 
vom  1.  Juli  2010  wurde  er  wegen  Raubes,  mehrfachen,  teilweise 
versuchten  Diebstahls,  mehrfacher  Sachbeschädigung,  mehrfachen 
teilweise  versuchten  Hausfriedensbruchs  und  mehrfacher  Übertretung 
des  Betäubungsmittelgesetzes  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  zwei  Jahren 
und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe wurde gemäss Vollzugsauftrag 
des kantonalen Amtes für Justiz und Gemeinden Nr. 32/2010 zugunsten 
einer  Massnahme  nach  Art.  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs 
vom  21. Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  aufgeschoben.

Im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  wurde  dem  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben  vom  20.  Oktober  2010  dargelegt,  dass  das  BFM  die 
Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  beabsichtige.  Es  wurde  ihm 
Gelegenheit  zur  diesbezüglichen  Stellungnahme  eingeräumt.  In  seiner 
Stellungnahme  vom  17.  November  2010  äusserte  sich  der 
Beschwerdeführer  wie  folgt:  Er  lebe  seit  seinem  achten  Lebensjahr  bei 
der Familie E._______ in der Schweiz und sei in der Verwandtschaft gut 
aufgehoben. Er  habe  nach  dem Lehrabbruch  viele  Fehler  gemacht  und 
habe nun vom Gericht die Chance erhalten, sein Leben neu zu ordnen. 
Er  wolle  dies  nutzen  und  in  O._______  eine  Lehre  beginnen.  Seine 
leiblichen  Eltern  lebten  angeblich  in  Paris  und  hätten  ihn  einmal  nach 
seinem 18. Geburtstag kontaktiert, doch habe er keinen Kontakt zu ihnen. 
Er  spreche  auch  die  Sprache  im  Kongo  nicht  und  habe  keinerlei 
Bekannte  in  seinem  Herkunftsland.  Er  bitte  darum,  von  einer 
Wegweisung abzusehen, da die Schweiz seine Heimat sei und ein Leben 
in einem fremden Land für ihn eine Katastrophe bedeuten würde.

B. 
Mit Verfügung vom 7. April 2011 – eröffnet am folgenden Tag – hob das 

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BFM die am 29. November 2001 angeordnete vorläufige Aufnahme auf. 
Zur  Begründung  hielt  die  Vorinstanz  fest,  das  Bundesgericht  habe  in 
seinem  Urteil  BGE  135  II  377  festgestellt,  dass  eine  längerfristige 
Freiheitsstrafe und mithin ein Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. 
b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) dann vorliege, wenn eine ausländische 
Person zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt werde. 
Die Verurteilung des Ausländers zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb 
Jahren  überschreite  diese  Grenze  klar.  Die  Anwendbarkeit  des 
Aufhebungsgrundes von Art. 83 Abs. 7 AuG sei somit bereits unter dem 
Titel von dessen Bst. a (i.V.m. Art. 62 Bst. b AuG) gegeben. Damit seien 
die Anforderungen von Art. 83 Abs. 7 AuG vorliegend erfüllt.

Die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  und  der  Vollzug  der 
Wegweisung im Sinne von Art. 83 Abs. 7 in Verbindung mit Art. 62 AuG 
solle  jedoch gemäss Bundesgerichtsrechtsprechung nur verfügt werden, 
wenn  sie  nach  den  gesamten  Umständen  angemessen,  d.h. 
verhältnismässig  erscheine.  Für  die  Beurteilung,  was  diesbezüglich  als 
verhältnismässig  gelte,  könnten  die  zum  inzwischen  aufgehobenen  Art. 
14a Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und 
Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) entwickelten Grundsätze 
sinngemäss herangezogen werden. Dabei seien namentlich die Schwere 
des Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit  in der 
Schweiz  und  die  ihm  drohenden  Nachteile  zu  berücksichtigen. 
Ausgangspunkt  für  die  ausländerrechtliche  Interessenabwägung sei  das 
Verschulden des Ausländers. Es bleibe somit  im Sinne von Art. 96 AuG 
zu  prüfen,  ob  seine Wegweisung  aus  der Schweiz  als  verhältnismässig 
angesehen werden könne.

Der  Beschwerdeführer  sei  als  Kind  in  die  Schweiz  eingereist  und  habe 
hier  die  gesamte  Adoleszenz  verbracht.  Trotz  Aufenthalts  in  einer 
Pflegefamilie,  die  ihm  eine  gute  Stütze  hätte  sein  können  und  den  ihm 
angebotenen  schulischen  Aus­  und  Weiterbildungsmöglichkeiten  sei  er 
nicht  in  der  Lage  gewesen,  daraus  Nutzen  zu  ziehen  und  sich  nach 
Abschluss  der  ordentlichen  Schulzeit  in  der  Schweiz  wirtschaftlich  und 
sozial  zu  integrieren.  Er  habe  im  Jahre  2007  die  Lehre  als  Maurer 
abgebrochen  und  sei  nicht  bereit  gewesen,  ein  Angebot  seines 
Lehrbetriebs  zur  Absolvierung  einer  Ausbildung  als  Baupraktiker 
anzunehmen. Er habe später bei den Eltern der Pflegefamilie gelebt und 
dort gemäss Ermittlungsbericht der M._______ Polizei vom 3. März 2009 
gestohlene Waren gelagert. In seiner Stellungnahme vom 17. November 

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2010  habe  er  zwar  auf  das  gute  familiäre  Umfeld  der  Pflegefamilie 
hingewiesen. Dieser sei es indessen nicht gelungen, ihn von deliktischen 
Aktivitäten abzuhalten. Zudem habe er das Vertrauen seiner Pflegefamilie 
missbraucht,  indem  er  in  der  Wohnung  von  deren  Eltern  Diebesgut 
zwischengelagert  habe.  Inzwischen  sei  er  volljährig  und  die 
Vormundschaft aufgehoben worden.

Der Beschwerdeführer lebe nun – wie bereits erwähnt – seit 14 Jahren in 
der  Schweiz  und  habe  einen  Teil  der  Kindheit  sowie  die  gesamte 
Adoleszenz  hier  verbracht.  Eine  lange Aufenthaltsdauer  in  der  Schweiz 
könne  ein  Indiz  für  eine  fortgeschrittene  Integration  darstellen,  was  bei 
der erforderlichen  Interessenabwägung zu berücksichtigen sei. Dennoch 
könne  in seinem Fall keineswegs von einer  fortgeschrittenen  Integration 
gesprochen  werden,  da  er  weder  in  beruflicher  noch  sozialer  oder 
familiärer  Hinsicht  besondere  Anstrengungen  an  den  Tag  gelegt  oder 
Beziehungen  aufgebaut  habe,  welche  als  Beweis  für  eine  wirkliche 
Integration gelten könnten. Aufgrund seines delinquenten Verhaltens sei 
vielmehr  auf  das  Gegenteil  zu  schliessen.  Die  relativ  lange 
Aufenthaltsdauer  in  der  Schweiz  habe  somit  nicht  zu  einer  stärkeren 
Verwurzelung geführt und die  Integration müsse trotz der gesamten hier 
verbrachten  Schul­  und  Jugendjahre  insgesamt  als  gescheitert 
angesehen werden.

 In  seiner  Stellungnahme  vom  17.  November  2010  habe  er 
bekanntgegeben, er habe keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern,  kenne 
deren Aufenthaltsort  in Frankreich nicht und verstehe nicht die Sprache, 
die  im  Kongo  gesprochen  werde.  Diese  Aussage  müsse 
folgendermassen  relativiert  werden:  Gemäss  Überprüfungsbericht  der 
M._______ Polizei  vom 16. Februar 2009 sei  der Beschwerdeführer am 
Mittwoch,  den  11. Februar  2009,  von  den  deutschen  Behörden  in  die 
Schweiz  zurückgeschoben  worden.  Er  sei  am  12.  Januar  2009  via 
Deutschland  nach  Frankreich  gereist,  sei  bei  der  Rückfahrt  am  11. 
Februar  2009  in  der  Nähe  von  P._______  (Deutschland)  kontrolliert 
worden und habe sich nicht genügend ausweisen können. Anlässlich der 
Befragung  durch  die  deutsche  Bundespolizei  habe  er  bekanntgegeben, 
dass  er  sich  bei  seinen  Eltern  und  Geschwistern  in  Frankreich  im  Ort 
Q._______ an der Adresse R._______ aufgehalten habe. Gemäss seinen 
Aussagen  lebten  die  Eltern  seit  über  10  Jahren  in  Frankreich.  Dieses 
Aussageprotokoll  habe  der  Beschwerdeführer  handschriftlich 
unterzeichnet.  Aus  diesen  Angaben  könne  geschlossen  werden,  dass 
ihm  der  Aufenthaltsort  seiner  Eltern  sehr  wohl  bekannt  sei  und  sein 

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Kontakt  zu  ihnen  enger  sei  als  er  vorgebe.  Immerhin  habe  er  gemäss 
seinen eigenen Aussagen  rund einen Monat bei  ihnen gelebt. Er  sei  im 
Weiteren  allein  durch  Frankreich  gereist  und  scheine  die  französische 
Sprache ausreichend zu beherrschen, um sich  im Land verständigen zu 
können.  Seiner  Behauptung,  er  verstehe  die  im  Kongo  gesprochene 
Sprache nicht, könne nicht gefolgt werden, da Französisch eine gängige 
Umgangssprache  in  der  Demokratischen  Republik  Kongo  sei  und  dort 
auch als Amtssprache verwendet werde.

Gemäss den Vorbringen des Beschwerdeführers  lebten seine Eltern seit 
mindestens dem Jahre 1999  in Frankreich. Trotzdem habe er  sich eine 
Attestation  de  naissance  sowie  ein  Certificat  de  naissance  beschaffen 
können,  welche  vom  28.  und  29.  September  2000  stammten  und  in 
Kinshasa ausgestellt worden seien. Dies lasse den Schluss zu, es hätten 
sich  noch  mehrere  Jahre  nach  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers 
Familienangehörige  in  Kinshasa  aufgehalten,  welche  die  erwähnten 
Identitätsdokumente für ihn hätten beschaffen können.

Die Kernfamilie des Beschwerdeführers wohne im Ausland, und er könne 
als  volljährige,  gesunde  Person  ohne  Abhängigkeitsverhältnis  zu  einer 
Person mit  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  keinen  Anspruch  auf  einen 
weiteren Verbleib in der Schweiz zum Schutz des Familienlebens geltend 
machen.  Zudem  besitze  er  praktische  Berufserfahrung  im  Baugewerbe 
und  könne  sich  in  einem  französischen Sprachgebiet  verständigen.  Die 
persönlichen  Nachteile,  die  der  Beschwerdeführer  als  Folge  der 
Wegweisung  in die Demokratische Republik Kongo zu gewärtigen habe, 
seien  somit  nicht  als  derart  schwerwiegend  zu  bezeichnen,  dass  sie 
gemessen  am  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug  der  Wegweisung  als 
übermässig erschienen.

Der  Beschwerdeführer  habe  seit  dem  Jahre  2006  immer  wieder  gegen 
die  geltende  Rechtsordnung  in  der  Schweiz  verstossen  und  sei  in 
verschiedene Delikte verwickelt gewesen. Am 29. Dezember 2008 habe 
er  in  N._______  einen  bewaffneten  Raubüberfall  auf  den  F._______ 
Getränkemarkt  verübt.  Während  dieser  Tat  habe  er  vermummt  die 
anwesende  Verkäuferin  mit  einem  Messer  bedroht  und  sie  dadurch 
gezwungen,  ihm  Bargeld  auszuhändigen.  Das  Untersuchungsrichteramt 
M._______ habe zwar am 8. Juni 2009 ein Verfahren für zwei Vergehen 
vom 2. Dezember 2008 und 13. Februar 2009 wegen fehlender Beweise 
eingestellt.  Nach  diesem  Entscheid  der  Untersuchungsbehörden  habe 
der  Beschwerdeführer  jedoch  erneut  gegen  das  Gesetz  verstossen.  Er 

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sei  schliesslich am 18. September  2009 verhaftet  und mit Urteil  vom 1. 
Juli  2010  wegen  qualifizierten  Raubes,  mehrfachen  Diebstahls, 
versuchten  Diebstahls,  mehrfacher  Sachbeschädigung,  mehrfachen 
Hausfriedensbruchs  und  mehrfacher  Übertretung  des 
Betäubungsmittelgesetzes  rechtskräftig  verurteilt  und  bis  zum  Eintritt  in 
das  Massnahmenzentrum  in  Sicherheitshaft  gesetzt  worden.  Diese 
Massnahme der kantonalen Behörde könne als Indiz für die Gefährdung 
der öffentlichen Sicherheit gewertet werden. Zudem sei der Überfall vom 
Dezember  2008  auf  den  Getränkemarkt  als  ein  Vergehen  unter 
Ausübung von Gewalt anzusehen, bei welchem der Beschwerdeführer in 
Kauf  genommen  habe,  Leib  und  Leben  seines  Opfers  zu  gefährden. 
Seine Missachtung  der  geltenden Rechtsordnung  in  der Schweiz wiege 
umso  schwerer,  als  er  nach  Vorliegen  der  erwähnten 
Einstellungsverfügung  des  Untersuchungsrichteramtes  M._______  von 
seinem  deliktischen  Verhalten  nicht  abgelassen,  sondern  sich  im 
Gegenteil noch gesteigert habe. Sein Verhalten im Massnahmenzentrum 
werde zwar als normal bezeichnet. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
des  Kantons  M._______  vom  13.  Januar  2011  habe  er  jedoch  wegen 
Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes,  begangen  im 
Massnahmenzentrum selbst, verurteilt werden müssen.

Im aktuellen Zeitpunkt  gebe es  keine  Indizien, welche  für  eine günstige 
Prognose  nach  einer  Entlassung  aus  dem  Strafvollzug  sprächen.  Der 
Beschwerdeführer  habe  keine  Familienangehörigen  in  der  Schweiz  und 
offensichtlich  auch  keinen  sozialen  Halt  mehr  hier.  Es  sei  nicht 
anzunehmen,  dass  er  erneut  auf  die  Unterstützung  der  Pflegefamilie 
zählen könne. Das Massnahmenzentrum O._______ gebe zwar bekannt, 
dass  der  Start  des  Beschwerdeführers  nach  anfänglichen 
Motivationsproblemen  geglückt  sei  und  er  sich mit  seiner  Berufsbildung 
auseinandersetze.  Diese  Aussagen  müssten  aber  als  relativ  vage 
bewertet  werden  und  das  Wohlverhalten  einer  Person  im  Straf  –  und 
Massnahmenvollzug stelle alleine noch keine gelungene Integration in die 
hiesige  Gesellschaft  dar.  Es  falle  erschwerend  ins  Gewicht,  dass  der 
Beschwerdeführer  sogar  in  der  Massnahmenvollzugsanstalt  gegen  die 
Rechtsordnung  verstossen  habe.

Aufgrund des verhängten Urteils und des Strafmasses von mehr als zwei 
Jahren  Freiheitsstrafe  wiege  das  Verschulden  des  Beschwerdeführers 
schwer.  Es  lägen  keine  aussergewöhnlichen Umstände  vor,  welche  die 
ihm  zur  Last  gelegten  Verstösse  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und 
Ordnung  in  der  Schweiz  zu  seinen  Gunsten  aufwiegen  könnten. 

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Angesichts  der  wiederholten  Vergehen  gegen  die  geltende 
Rechtsordnung in der Schweiz sowie der mangelhaften Integration in die 
schweizerischen  Lebensverhältnisse  überwögen  insgesamt  die 
öffentlichen  Interessen  am  Vollzug  der  Wegweisung  gegenüber  den 
privaten  Interessen des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib  in der 
Schweiz.

Nach den gesamten Umständen erscheine die Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme und damit der Vollzug der Wegweisung als angemessen. Aus 
den  Akten  ergäben  sich  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  dem 
Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung 
drohe.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  deshalb  zulässig.  Gestützt  auf 
Art. 83 Abs. 7 AuG sei deshalb die vorläufige Aufnahme aufzuheben und 
die Wegweisung zu vollziehen.

C. 

C.a. Mit Beschwerde vom 9. Mai 2011 liess der Beschwerdeführer durch 
seinen  Rechtsvertreter  die  nachfolgend  aufgeführten  Rechtsbegehren 
stellen: Die angefochtene Verfügung vom 7. April 2011 sei vollumfänglich 
aufzuheben.  Die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  von  der  Anordnung  einer 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  abzusehen.  Eventualiter  sei  die 
Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  zurückzuweisen.  Der 
Beschwerdeführer  sei  von  der  Bezahlung  von  Verfahrenskosten  und 
eines Kostenvorschusses zu befreien; zudem sei  ihm  in der Person des 
Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.

Zur Begründung seiner Beschwerdeschrift lässt der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen geltend machen,  die Vorinstanz habe den Sachverhalt  im 
Wesentlichen  richtig  festgestellt.  Indessen  sei  festzuhalten,  dass  der 
Kontakt  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  der  Familie  E._______ 
auch  in dieser schwierigen Zeit  insoweit sehr eng geblieben sei, als der 
Beschwerdeführer  seine Urlaube  im Rahmen  des Massnahmenvollzugs 
bei  dieser  Familie  verbringe.  In  der  Zwischenzeit  habe  der 
Beschwerdeführer  auch  eine  Berufswahl  (…)  getroffen,  weshalb  der 
Grundstein  für  eine  erfolgreiche  Reintegration  in  die  schweizerische 
Gesellschaft  nach Abschluss der Massnahme  im O._______ gelegt  sei. 
Ferner  verfüge der Beschwerdeführer  über  ein  grosses Beziehungsnetz 

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im  Kanton  M._______.  Im  Übrigen  handle  es  sich  beim 
Beschwerdeführer  nach  wie  vor  um  ein  Pflegekind,  weshalb  das 
Verhältnis  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seinen  Pflegeeltern 
durch  Art.  8  EMRK  geschützt  sei.  Die  Straffälligkeit  des 
Beschwerdeführers  stelle  das  einzige  öffentliche  Interesse  dar,  das  von 
der Vorinstanz geltend gemacht werde, um die Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme  zu  rechtfertigen  und  den  Vollzug  der  Wegweisung 
anzuordnen.  Demgegenüber  seien  die  privaten  Interessen  des 
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz vielfältig. Er lebe nämlich 
bereits über 14 Jahre in der Schweiz, spreche perfekt Schweizer Mundart 
und  unterscheide  sich  auch  sonst  kaum  von  schweizerischen 
Altersgenossen. In der Demokratischen Republik Kongo dagegen habe er 
keine nahen Verwandten, die er kenne. Seine leiblichen Eltern wohnten in 
Frankreich und seine Französischkenntnisse  reichten nicht aus, um den 
Alltag  in  einem  französischen  Sprachraum  bestreiten  zu  können. 
Ausserdem beherrsche er die in Kinshasa gesprochene Sprache Lingala 
nicht mehr. Könne der Beschwerdeführer  in der Schweiz bleiben, so sei 
die Prognose für "die Reintegration in ein straffreies Leben in der Schweiz 
erfolgversprechend".  Gleichzeitig  seien  die  Schwierigkeiten  bei  der 
Wiedereingliederung im Herkunftsstaat  in die Beurteilung einzubeziehen. 
Der Beschwerdeführer wisse insbesondere nicht, an welche Behörden er 
sich  wenden  müsse  oder  wo  Arbeit  oder  Wohnung  zu  finden  seien. 
Dementsprechend  überwögen  die  privaten  Interessen  des 
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz die öffentlichen bei 
weitem.  Daher  sei  ihm  der  vorläufige  Aufenthalt  auch  weiterhin  zu 
gewähren. Eine Aufhebung der vorläufigen Aufnahme und ein Vollzug der 
Wegweisung sei aber auch unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. 
Die Lage  in der Demokratischen Republik Kongo  sei  nach wie  vor  eine 
sehr  unsichere  und  von  Gewalt  beherrscht.  Schliesslich  sei  der 
Beschwerdeführer aufgrund seines jungen Alters sowie seiner speziellen 
Lebensgeschichte eine besonders verletzliche Person.

C.b.  Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  liess  der  Beschwerdeführer 
folgende Beweismittel  einreichen:  einen Bericht  des Auswärtigen Amtes 
über  die  Demokratische  Republik  Kongo,  einen  Bericht  vom  28.  März 
2010 des Tagesanzeigers  über Massaker  im Kongo,  einen Bericht  vom 
6. Oktober  2010  des  Tagesanzeigers  über Massenvergewaltigungen  im 
Kongo  und  über  die  Festnahme  eines  Milizenchefs,  einen  Bericht  vom 
16. Oktober  2010  des  Tagesanzeigers  mit  dem  Titel  "Uno  kann  die 
Bevölkerung  im  Kongo  nicht  schützen"  sowie  einen  Bericht  aus  NZZ 

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Online  vom  27.  Februar  2011  über  einen  Angriff  auf  die  Präsidenten­
Residenz in Kongo­Kinshasa.

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  Mai  2011  hiess  der  Instruktionsrichter 
des  Bundesverwaltungsgerichts  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  gut,  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  lud  die  Vorinstanz  zur 
Einreichung einer Vernehmlassung ein.

E. 

E.a.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  17.  Juni  2011  beantragte  die 
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung machte sie 
im Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer sei volljährig und könne 
sich  gemäss Rechtsprechung  des Bundesgerichts  nicht  auf  den Schutz 
des  Familienlebens  berufen.  Zudem  lebe  seine  leibliche  Familie  in 
Frankreich. Er kenne deren Aufenthaltsort und habe sich zwischen Mitte 
Januar  und  Mitte  Februar  2009  rund  einen  Monat  bei  seinen  richtigen 
Eltern  und  Geschwistern  aufgehalten  (B12/23  S.  7).  Eine  erneute 
Bezugnahme  auf  den  Schutz  des  Familienlebens  mit  der  ehemaligen 
Pflegefamilie in der Schweiz mache unter diesen Umständen keinen Sinn 
mehr. Der Beschwerdeführer habe bei den Eltern seiner Pflegefamilie bis 
ins  Frühjahr  2009  gewohnt  und  dort  Diebesgut  gelagert  (B2).  Danach 
habe  er  eine  1,5­Zimmerwohnung  bewohnt,  in  welcher  er  gemäss 
Aussage der Polizei in grosser Unordnung gehaust habe. Später habe er 
gemäss  Polizeiprotokoll  keinen  festen  Wohnsitz  mehr  gehabt  (B5).  Es 
gebe somit keine Hinweise, die vermuten liessen, er wäre dann noch von 
seinen  Pflegeeltern  betreut  worden.  Um  diesen  Sachverhalt  vertiefter 
abklären  zu  können  habe  das  BFM  beim  Migrationsamt  des  Kantons 
M._______  um  genauere  Angaben  zur  Beziehung  des 
Beschwerdeführers  zu  seinen  Pflegeeltern  ersucht.  Mit  Schreiben  vom 
27.  September  2010  habe  das  Migrationsamt  des  Kantons  M._______ 
darüber  informiert,  dass  die  Vormundschaft  am  6.  Dezember  2007 
aufgehoben  worden  und  der  Beschwerdeführer  seither  für  sich  selber 
verantwortlich  sei.  Die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  er  übernachte 
im  Urlaub  bei  seiner  ehemaligen  Pflegefamilie  und  habe  eine  gute 
Beziehung zu ihr, werde in der Beschwerdeschrift nicht nachgewiesen. Im 
Weiteren gebe es keine Bestätigung der Pflegefamilie hinsichtlich Art und 

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Umfangs  der  Betreuung  des  Beschwerdeführers  nach  Verbüssung  von 
dessen  Haftstrafe  beziehungsweise  Entlassung  aus  dem 
Massnahmenvollzug.

Der  Beschwerdeführer  beabsichtige,  im  Massnahmenzentrum  eine 
Kochlehre  zu  absolvieren.  Die  ursprüngliche  Lehre  als  Maurer  habe  er 
wegen  schulischer  Probleme  abbrechen  müssen.  Er  habe  aber 
inzwischen  keine  Weiterbildungsmassnahmen  ergriffen  zur  Festigung 
seiner  Allgemeinbildung.  Die  Problematik  der  Bewältigung  des 
Schulstoffs  aus  dem  allgemeinbildenden  Unterricht  sowie  der 
berufskundlichen  Fächer  an  der  Gewerbeschule  bestehe  weiterhin.  Die 
Absicht, eine Lehre beginnen zu wollen, sei im Übrigen noch kein Garant 
für eine spätere erfolgreiche soziale und wirtschaftliche Integration in die 
Gesellschaft.

Die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers sei angeordnet worden, 
weil  er  zum  damaligen  Zeitpunkt  ein  Kind  gewesen  sei  und  seine 
wirklichen Eltern nicht bekannt gewesen seien. Die Voraussetzungen zur 
Anordnung der  vorläufigen Aufnahme seien  inzwischen weggefallen,  da 
er  die  Volljährigkeit  erreicht  habe  und  zudem  der  Aufenthaltsort  seiner 
Eltern  bekannt  sei.  Unter  diesen  Voraussetzungen  sei  auch  eine 
Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  nach  Art.  84  Abs.  2  AuG 
gerechtfertigt  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Demokratische 
Republik Kongo als generell zumutbar anzusehen. Der Beschwerdeführer 
beherrsche die französische Sprache, habe als Kind Lingala gesprochen, 
beherrsche diesen Dialekt aber nur noch teilweise. Es gebe keinen Grund 
zur  Annahme,  er  wäre  nicht  in  der  Lage,  diese  Sprachkenntnisse  so 
aufzufrischen,  dass  sie  für  den  Alltagsgebrauch  im  Heimatstaat  erneut 
genügten.

Die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweismittel,  die  eine  Änderung  des  Entscheids  rechtfertigen  könnten. 
Es  würden  ebenfalls  keine  Elemente  vorgebracht,  die  nicht  bereits 
Gegenstand der angefochtenen Verfügung gewesen seien, weshalb auf 
die Erwägungen, an denen vollumfänglich festgehalten werde, verwiesen 
werde.

E.b.  In  seiner  Replik  vom  18.  Juli  2011  liess  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend machen,  der  Schutzbereich  von  Art.  8  EMRK  sei 
weit zu verstehen. Auch das Bundesgericht gehe in BGE 130 II 281 nicht 
davon  aus,  dass  Art.  8  EMRK  nur  den  von  der  Vorinstanz  genannten 

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Schutzbereich  umfasse.  So  fordere  das  Bundesgericht  etwa,  dass  die 
Familienbande  intakt  und  auch  tatsächlich  gelebt  sein  müssten.  Ferner 
müsse sie sich auf Familienmitglieder beziehen, die in der Schweiz lebten 
und  hier  ein  gefestigtes  Anwesenheitsrecht  hätten.  Da  die  Familie 
E._______  mit  Ausnahme  des  Beschwerdeführers  allesamt  über  das 
Schweizer Bürgerrecht verfügten, sei  letztere Voraussetzung zweifelsfrei 
erfüllt. Ausserdem liege ein E­Mail von Ea._______ und Eb._______ vor, 
welche belege, dass die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und 
dem Rest  der Familie E._______ auch  tatsächlich gelebt werde. Es  sei 
eine Verhältnismässigkeitsprüfung vorzunehmen: Je länger ein Ausländer 
in der Schweiz  lebe, desto strengere Anforderungen seien grundsätzlich 
an  die  Voraussetzungen  seiner  Ausweisung  zu  stellen.  Diese  Prüfung 
müsse  zugunsten  des  Beschwerdeführers  ausfallen,  zumal  die 
Pflegeeltern  den  Beschwerdeführer  nach  seiner  Entlassung  aus  der 
Massnahme  betreuen  und  unterstützen  würden.  Ausserdem  habe  er 
mittlerweile  seine  Berufswahl  getroffen  und  wolle  Koch  werden. 
Schliesslich verstehe er Lingala kaum mehr.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  am  1.  Januar  2008  in  Kraft  getretene  übergangsrechtliche 
Bestimmung von Art. 126a Abs. 4 AuG sieht vor, dass für Personen, die, 
wie vorliegend der Beschwerdeführer, im Zeitpunkt des Inkrafttretens der 
Änderung des AsylG sowie des AuG vorläufig aufgenommen waren, das 
neue Recht  gilt. Diese  spezielle Regel  geht  der  allgemeinen Regel  von 
Art.  126  Abs.  1  AuG  (s.  dazu  BVGE  2008/1)  vor.  Für  die  Frage  der 
Aufhebung der am 29. November 2001 verfügten vorläufigen Aufnahme 
sind  im  vorliegenden  Fall  somit  die  Bestimmungen  des  AuG  –  im 
Besonderen  dessen  Art.  83  Abs.  7  in  Verbindung  mit  Art.  84  Abs.  3 – 
anwendbar.

4. 

4.1. Nach Art. 83 Abs. 7 Bst. a und b AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 3 AuG wird 
die  vorläufige  Aufnahme  nicht  verfügt  beziehungsweise  aufgehoben, 
wenn die weg­ oder ausgewiesene Person 

a) zu  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  im  In­  oder  Ausland  verurteilt 
wurde oder wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne 
von  Art.  64  oder  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuches  vom 
21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde; 

b) erheblich  oder  wiederholt  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und 
Ordnung  in der Schweiz oder  im Ausland verstossen hat oder diese 
respektive die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet.

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Diese beiden Bestimmungen stimmen inhaltlich überein mit Art. 62 Bst. b 
und c AuG, welche die allgemeinen Voraussetzungen des Widerrufs von 
Bewilligungen oder anderen Verfügungen nach jenem Gesetz regeln.

4.2.  Im  angefochtenen  Entscheid  hat  die  Vorinstanz  die  vorläufige 
Aufnahme  aufgehoben,  da  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner 
wiederholten  Straffälligkeit  und  der  in  diesem  Zusammenhang 
ausgefällten  Freiheitsstrafe  in  Anwendung  von  Art.  83  Abs.  3  i.V.m. 
Art. 83 Abs. 7 AuG sich grundsätzlich nicht mehr auf die Unzumutbarkeit 
eines allfälligen Wegweisungsvollzugs berufen könne. Sie hat dabei nicht 
ausdrücklich unterschieden, ob damit nur das eine oder das andere oder 
allenfalls beide Kriterien (Bst. a und b) der oben genannten Bestimmung 
erfüllt seien.

4.3.  Der  Beschwerdeführer  wurde,  wie  bereits  erwähnt,  mit  Urteil  des 
Kantonsgerichts  M._______  vom  1.  Juli  2010  wegen  Raubes, 
mehrfachen,  teilweise  versuchten  Diebstahls,  mehrfacher 
Sachbeschädigung,  mehrfachen  teilweise  versuchten 
Hausfriedensbruchs  und  mehrfacher  Übertretung  des 
Betäubungsmittelgesetzes  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  zwei  Jahren  und 
sechs Monaten verurteilt. Die Strafe wurde gemäss Vollzugsauftrag des 
kantonalen Amtes für Justiz und Gemeinden Nr. 32/2010 zugunsten einer 
Massnahme  nach  Art.  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 
21. Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  aufgeschoben.  Für  eine  Reihe 
weiterer Straftaten konnte der Beschwerdeführer mangels Beweisen nicht 
zur Rechenschaft gezogen werden (vgl. Bst. A).

4.4. Das  Bundesgericht  hat  in  seiner  neueren  Praxis  (BGE  135  II  377) 
den Begriff der "längerfristigen Freiheitsstrafe" im Sinne von Art. 62 Bst. b 
AuG  (und  damit  auch  den  gleichlautenden  Begriff  von  Art.  83  Abs.  7 
Bst. a AuG) dahingehend konkretisiert, dass darunter eine Freiheitsstrafe 
von mehr als einem Jahr zu verstehen ist (a.a.O. S. 379 f. mit Hinweisen 
auf  die  Literatur).  Nach  dieser  Praxis,  welche  das 
Bundesverwaltungsgericht  auch  im  Bereich  seiner  endgültigen 
Entscheidkompetenz  als  massgeblich  betrachtet,  ist  im  Fall  des 
Beschwerdeführers das Kriterium der Verurteilung zu einer längerfristigen 
Freiheitsstrafe erfüllt. Dies würde im Übrigen selbst dann gelten, wenn die 
Grenze,  oberhalb  derer  von  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  zu 
sprechen  ist,  im  Sinne  der  teilweise  etwas  relativierenden  Literatur 
tendenziell  höher  anzusetzen  sein  sollte  (MARC  SPESCHA/  HANSPETER 
THÜR/  ANDREAS  ZÜND/  PETER  BOLZLI,  Migrationsrecht,  2.  Aufl.,  Zürich 

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2009, N. 6 zu Art. 62, S.148: "deutlich über einem Jahr"; vgl. auch SILVIA 
HUNZIKER  IN: MARTINA  CARONI/  THOMAS  GÄCHTER/  DANIELA  THURNHERR, 
Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer,  Art.  62  N. 24 ff.),  liegt  es  doch  auf  der  Hand,  dass  die 
Verurteilung  des  Beschwerdeführers  zu  einer  Freiheitsstrafe 
(Gesamtstrafe)  von  30 Monaten  diese  Grenze  überschreitet.  Zum 
gleichen  Ergebnis  gelangt  man  auch  im  Lichte  des  neuesten  –  zur 
Publikation  vorgesehenen  –  Urteils  des  Bundesgerichts  2C_415/2010 
vom  15. April  2011,  wonach  beim  Begriff  der  "längerfristigen 
Freiheitsstrafe"  nach  Art.  62  Bst.  b  AuG  nicht  kürzere  Freiheitsstrafen 
zusammengerechnet werden dürfen, sondern das Kriterium erst erfüllt ist, 
wenn für sich allein eine sich aus einem einzigen Urteil ergebende Strafe 
die Dauer von einem Jahr überschreitet (a.a.o. E. 2.3).

Die Anwendbarkeit  des Aufhebungsgrundes  von Art.  83 Abs.  7 AuG  ist 
somit bereits unter dem Titel von dessen Bst. a (i.V.m. Art. 62 Bst. b AuG) 
gegeben.

4.5. Eine gesonderte Prüfung unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 7 Bst. b 
AuG ist daher an sich entbehrlich. Dennoch sei der Vollständigkeit halber 
festzuhalten,  dass  das  fortwährende  delinquente  Verhalten  des 
Beschwerdeführers  sowohl  das  Kriterium  des  erheblichen  als  auch  des 
wiederholten  Verstosses  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung 
offensichtlich erfüllt.

5. 

5.1.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  mit 
dem Verhältnismässigkeitsprinzip  im Einklang steht. Dieses Prinzip  (das 
einen  allgemeinen  Grundsatz  staatlichen  Handelns  bildet,  vgl.  Art.  5 
Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom  18.  April  1999  [BV,  SR  101])  wird  für  den  vorliegend  relevanten 
Rechtsbereich  durch  Art.  96  Abs.  1  AuG  spezifisch  festgeschrieben, 
wonach  die  zuständigen  Behörden  bei  der  Ermessensausübung  die 
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad 
der  Integration  der  Ausländerinnen  und  Ausländer  zu  berücksichtigen 
haben.

5.2. In diesem Sinne sind bereits die früheren Bestimmungen von Art. 10 
Bst. a und Art. 14a Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über 
Aufenthalt  und Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,BS  1  121),  welche 

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durch die vorstehend  in E. 4 genannten neuen Bestimmungen des AuG 
abgelöst  wurden,  durch  die  massgebliche  Rechtsprechung  ausgelegt 
worden.  So  hat  die  Praxis  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK)  bei  der  Anwendung  von  Art.  14a  Abs.  6  ANAG  eine  Abwägung 
zwischen den Interessen des Ausländers auf Verbleib in der Schweiz und 
denjenigen der Schweiz an seiner Wegweisung vorausgesetzt und dabei 
die  Interessen  des  Staates  am  Schutz  vor  Gefährdung  der  öffentlichen 
Sicherheit  und  Ordnung  oder  deren  schwerwiegender  Verletzung 
eingeschränkt. Die Ausschlussklausel von Art. 14a Abs. 6 ANAG sei mit 
Zurückhaltung  und  insbesondere  unter  Beachtung  des 
Verhältnismässigkeitsprinzips  anzuwenden  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2006 
Nr. 30 E. 6 S. 325 ff., 2006 Nr. 23 E. 8.3 S. 347 ff., 2006 Nr. 11 E. 7.2 S. 
125 ff., 2004 Nr. 39 E. 5.3 S. 271, 2003 Nr. 3 E. 3a S. 26, 1997 Nr. 24, 
1995 Nr. 10 und 11). Auch nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zu Art. 62  f. AuG –  in Fortführung der Praxis zur Ausweisung nach dem 
vormaligen  Art.  10  Bst.  b  ANAG  –  wird  für  die  Anwendung  dieser 
Bestimmung  eine  Interessenabwägung  vorausgesetzt,  d.h.  die 
Massnahme  muss  nach  den  gesamten  Umständen  angemessen,  also 
verhältnismässig  sein.  Dabei  sind  namentlich  die  Schwere  des  Delikts 
und  des  Verschuldens  des  Betroffenen,  der  seit  der  Tat  vergangene 
Zeitraum und das Verhalten des Ausländers  in dieser Periode, der Grad 
seiner  Integration  bzw.  die  Dauer  seiner  Anwesenheit  in  der  Schweiz 
sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen 
(BGE  135  II  371  E.  4.3,  134  II  1,  E.  2.2,  m.w.H.:  vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­1808/2010  vom  21. September  2010,  E. 
6.1).  Daraus  ergibt  sich,  dass  bei  der  Beurteilung  der 
Verhältnismässigkeit  nicht  von  einer  schematischen  Betrachtungsweise 
auszugehen,  sondern  auf  die  gesamten  Umstände  des  Einzelfalles 
abzustellen ist.

5.3. Soweit  der Beschwerdeführer die Rückkehr  in  seine Heimat wegen 
der  dort  herrschenden  Unsicherheit  und  Gewalt  als  unzumutbar 
bezeichnet,  ist  darauf  zu  verweisen,  dass  Unzumutbarkeitsgründe  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG (konkrete Gefährdung wegen Situationen 
von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt) nach der ausdrücklichen 
Bestimmung  von  Abs. 7  desselben  Gesetzesartikels  nicht  angerufen 
werden können, wenn – wie vorliegend – Gründe für den Ausschluss der 
vorläufigen Aufnahme gegeben sind.

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5.4. Eine  lange Aufenthaltsdauer  in der Schweiz kann ein  Indiz  für eine 
fortgeschrittene  Integration  darstellen,  was  nach  den  vorstehenden 
Ausführungen  (E.  5.2)  für  die  erforderliche  Interessenabwägung  zu 
berücksichtigen ist. Der Beschwerdeführer hält sich zwar nunmehr schon 
seit  über  14  Jahren  in  der  Schweiz  auf.  Dennoch  kann  in  seinem  Fall 
keineswegs  von  einer  fortgeschrittenen  Integration  gesprochen  werden; 
aufgrund  seines delinquenten Verhaltens  ist  vielmehr  auf  das Gegenteil 
zu  schliessen.  Auf  der  anderen  Seite  sind  die  vom  Beschwerdeführer 
begangenen Straftaten und sein Verschulden erheblich. Er hat seit dem 
Jahre  2006  immer  wieder  delinquiert,  wobei  die  verübten  Straftaten  zu 
einem  beträchtlichen  Teil  mittelschweren,  zum  Teil  gar  schwereren 
Charakters  sind.  Die  zahlreichen  strafrechtlichen  Verurteilungen  hatten 
bislang  offensichtlich  keinerlei Wirkung  auf  den  Beschwerdeführer,  liegt 
doch bereits wieder ein Strafbefehl mit Datum vom 13. Januar 2011 vor, 
demzufolge  der  Beschwerdeführer  wegen  Konsums  von  Kokain, 
Cannabis und Amphetaminen am 1. Januar 2011 zu einer Busse von Fr. 
400.–  verurteilt  wurde,  für  ein  Verhalten  also,  das  er  während  des 
gegenwärtigen  Massnahmenvollzugs  an  den  Tag  legte. 
Dementsprechend drängt  sich der Eindruck auf,  dem Beschwerdeführer 
fehle  nach  wie  vor  die  Einsicht  in  die  Problematik  seines  bisherigen 
devianten Verhaltens  ebenso wie  die Fähigkeit  zu  einer  eigenständigen 
und  eigenverantwortlichen  Lebensführung.  Er  pflegt  zwar  bei  Bedarf 
jeweils seine guten Absichten zu beteuern, nicht mehr gegen das Gesetz 
verstossen  zu  wollen,  sein  Leben  neu  zu  ordnen  und  einen  Beruf  zu 
erlernen; dies hindert ihn indessen nicht daran, die in ihn gesetzten, eher 
bescheidenen  Erwartungen  bei  jeder  sich  bietenden  Gelegenheit  zu 
enttäuschen.  Dem  Beschwerdeführer  kann  daher  entgegen  den 
Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  keine  gute  Prognose  gestellt 
werden.  Angesichts  der  mangelnden  Bereitschaft  und  Fähigkeit  des 
Beschwerdeführers,  sein Verhalten  zu  reflektieren,  geschweige denn zu 
ändern,  stellt  er  für  seine  Umgebung  und  damit  für  die  öffentliche 
Ordnung  und  Sicherheit  ein  erhebliches  Gefährdungspotential  dar.  Es 
besteht  daher  ein  gewichtiges  öffentliches  Interesse  am  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers.

5.5.  Schliesslich  sind  die  persönlichen  Nachteile,  die  der 
Beschwerdeführer  als  Folge  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  zu 
gewärtigen  hat,  gemessen  am  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug  der 
Wegweisung nicht als übermässig zu bezeichnen.

Zwar  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  er  habe  seinen  Heimatstaat  im 

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Alter von sieben Jahren verlassen und sei heute seiner ursprünglichen, in 
Kinshasa  gebräuchlichen  Muttersprache  (Lingala)  nicht  mehr  mächtig; 
ebenso wenig  genügten  seine  Französischkenntnisse,  um  den Alltag  in 
einem  französischen  Sprachraum  bestehen  zu  können,  etwa  im 
Zusammenhang mit der Arbeits­ und Wohnungssuche. Diese Vorbringen 
sind  indessen, wie die Vorbringen des Beschwerdeführers überhaupt,  in 
ihrem  funktionalen  Kontext  einer  Beschwerde,  die  sich  gegen  die 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme richtet, zu werten. Wie sich nämlich 
aus den Akten ergibt, reiste der Beschwerdeführer  im Januar 2009 nach 
Paris  zu  seinen  Eltern  und  verbrachte  dort  einen  Monat  (B12/23), 
nachdem er seinem Vater am 6. Dezember 2008 telefonisch versprochen 
habe, ihn in Paris zu besuchen. Da nicht anzunehmen ist, der Vater des 
Beschwerdeführers  habe  bei  dieser  Gelegenheit  Schweizerdeutsch 
gesprochen,  dürfte  klar  sein,  dass  die  für  eine  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  erforderlichen  Sprachkenntnisse  auf  Seiten  des 
Beschwerdeführers  in Wirklichkeit  vorhanden  sind  und  im  vorliegenden 
Verfahren  –  wie  die  Bezugspersonen  vor  Ort  –  lediglich  dissimuliert 
werden. Es ist deshalb davon auszugehen, der Beschwerdeführer werde 
in  der  Lage  sein,  die  Behörden,  an  die  er  sich  wenden  kann,  alsbald 
ausfindig  zu  machen  und  auch  einer  anderen  Erwerbsmöglichkeit  als 
bisher  nachzugehen,  falls  er  für  die  Zukunft  einen  Branchenwechsel 
ernstlich  in  Betracht  zieht.  Diese  Einwände  fallen  für  die  Frage  der 
Verhältnismässigkeit nicht ins Gewicht.

Ebensowenig  kann  der  Beschwerdeführer  aus  dem  Argument  der 
fehlenden Sicherheit etwas zu seinen Gunsten ableiten. Es kann auf das 
bereits zuvor Gesagte verwiesen werden (E. 5.3).

5.6.  Gemäss  der  zitierten  Praxis  ist  bei  der  Prüfung  der 
Verhältnismässigkeit  auch  zu  berücksichtigen,  ob  der  Betroffene 
Angehörige  in  der  Schweiz  hat,  welche  durch  seine  Wegweisung 
mitbetroffen  sind. Dies  ist  vorliegend nicht  der Fall,  zumal die  leiblichen 
Eltern  unbestrittenermassen  in  Frankreich  leben.  Mittlerweile  ist  der 
Beschwerdeführer  im  Übrigen  volljährig  geworden,  und  er  ist 
dementsprechend  auch  nicht  mehr  das  Pflegekind  der  Familie 
E._______. Daran vermag auch das E­Mail  vom 16. Juli 2011 nichts zu 
ändern.  Dies  umso  weniger,  als  die  Ursache  für  die  Probleme  des 
Beschwerdeführers mit dem  in der Schweiz gültigen Strafrecht nicht bei 
bislang fehlender familiärer Unterstützung zu verorten ist. Vielmehr steht 
fest, dass dem Beschwerdeführer auch der  familiäre Rückhalt durch die 
frühere Pflegefamilie nicht die nötige Stabilität geben konnte.

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5.7.  Die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme  hat  für  den  Beschwerdeführer  zur  Folge,  dass  er  nach 
nunmehr  vierzehnjährigem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  in  seinen 
Heimatstaat zurückkehren muss, den er als Kind verlassen hat und kaum 
noch kennt. Dies ist zweifellos hart, erscheint indessen trotzdem nicht als 
übermässig,  da  der  Beschwerdeführer  angesichts  seiner  an  den  Tag 
gelegten Aggressivität, Neigung zu fortwährender Delinquenz – bis hin zu 
Gewalttätigkeit  –,  und  seiner  offensichtlichen  Unverbesserlichkeit  eine 
erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. 
Gemessen  daran  erscheinen  demgegenüber  die  Nachteile,  welche  der 
Beschwerdeführer bei der Rückkehr in seinen Heimatstaat zu gewärtigen 
hat,  in  Anbetracht  seiner  persönlichen  Verhältnisse  und  seines 
Verhaltens als hinnehmbar. Das öffentliche Interesse an der Wegweisung 
des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  überwiegt  daher,  dies  umso 
mehr, als gemäss Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV, in Kraft bereits seit dem 28. 
November  2010,  das  öffentliche  Interesse  wesentlich  höher  gewichtet 
wird als in der bislang geltenden Ausländergesetzgebung.

5.8.  In  gesamthafter  Würdigung  aller  Umstände  gelangt  deshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass sich die von der Vorinstanz 
verfügte  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers 
als  verhältnismässig  erweist.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  die 
angefochtene  Verfügung  zu  kassieren  und  zu  neuem  Entscheid  an  die 
Vorinstanz  zurückzuweisen  oder  auf  weitere  Beweismittel  näher 
einzugehen.  Im  Übrigen  kann  ergänzend  auf  die  grundsätzlich 
zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden.

6. 
Dem  Beschwerdeführer  ist  es  demnach  nicht  gelungen  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder 
unangemessen  sei  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  deshalb 
abzuweisen.

7. 
Da dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 12. Mai 2011 die 
unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt 
wurde,  sind  ihm  trotz  des Unterliegens mit  seinen Beschwerdeanträgen 
keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen.  Ausserdem  ist  an  dieser  Stelle 
auch  noch  das  Gesuch  um  Beigabe  eines  Anwalts  aus  den  in  der 

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Zwischenverfügung  vom  12.  Mai  2011  bereits  genannten  Gründen 
abzuweisen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten gesprochen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

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