# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4ecc9a9-6ecb-52a0-9d6e-06d74d3e9b49
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006
**Docket/Reference:** ST.2009.26
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_26_mp.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2009.26 

Entscheid 

25. Juni 2009 

Mitwirkend: 

Einzelrichter A. Tobler und Sekretärin S. Weigold 

In Sachen 

1.  A,  
2.  B,    

vertreten durch RA Dr.iur. Michel Czitron,  
Rüdigerstrasse 17, 8045 Zürich,  

Rekurrenten,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Einschätzung 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  im  Ausland  (C)  wohnhafte  B  (nachfolgend  die  Pflichtige)  ist  Miteigen-

tümerin  von  zwei  Mehrfamilienhäusern  in  D  und  im  Kanton  Zürich  diesbezüglich  be-

schränkt  steuerpflichtig.  In  der  Steuererklärung  2006  deklarierte  sie  einen  anteiligen 

Liegenschaftenertrag  von  netto  Fr.  170'331.-  sowie  an  die  F  bezahlte  und  mit  Bank-

auszügen  belegte  Hypothekarzinsen  von  Fr.  78'934.-.  Daneben  machte  sie  weitere 

Schuldzinsen  von  Fr.  43'092.-  auf  einem  Darlehen  von  Fr. 615'600.-  geltend.  Unter 

Einbezug der übrigen Einkünfte und Abzüge gab sie ein steuerbares Einkommen von 

Fr. 0.- (- Fr. 4'895.-) an. 

Im  Einschätzungsverfahren  für  die  Steuerperiode  2006  verlangte  die  Steuer-

kommissärin mit Auflage und Mahnung vom 7. Dezember 2007 bzw. 29. Januar 2008 

u.a. den Nachweis der deklarierten Schuldzinsen. Die Pflichtige liess darauf am 6. Feb-

ruar  2008  durch  ihren  Treuhänder  u.a.  ein  in  einer  Fremdsprache  gehaltenes  Doku-

ment  vom  8.  Januar  2008  einreichen,  welches  jedoch  nicht  die  Schuldzinszahlungen 

betraf.  Die  Steuerkommissärin  erachtete  daher  die  Darlehenszinsen  von  Fr.  43'092.- 

nicht  als  nachgewiesen und liess  nur  die  an  die F  entrichteten  Hypothekarzinsen von 

Fr. 78'934.- zum Abzug zu. Nach Vornahme von weiteren, im vorliegenden Verfahren 

nicht  mehr  streitigen  Korrekturen  schätzte  sie  die  Pflichtige  am  19.  Februar  2008  mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  68'200.-  (satzbestimmend  Fr.  92'000.-)  und 

einem  um  das  fragliche  Darlehen  von  Fr.  615'600.-  erhöhten  steuerbaren  Vermögen 

von Fr. 756'000.- (satzbestimmend Fr. 772'000.-) ein. In die Einschätzung zog sie da-

bei auch den Ehemann der Pflichtigen A mit ein. 

B.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  3.  März  2008  durch  ihren  Treuhänder 

Einsprache  erheben  u.a.  mit  dem  Antrag,  die  Darlehenszinsen  von  Fr.  43'092.-  zum 

Abzug  zuzulassen.  Der  Einsprache  legte  sie  eine  undatierte  Darlehensvereinbarung 

mit H über ein Darlehen von Fr. 615'600.- mit einer Verzinsung von 7% bei. 

Mit Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren vom 4. September 2008 

hielt  die  Steuerkommissärin  an  der  Aufrechnung  von  Darlehen  samt  Zinsen  fest  mit 

dem Hinweis, weder sei die eingereichte Darlehensvereinbarung datiert noch sei nach-

gewiesen,  dass  der  Darlehensgeber  und  die  Darlehensnehmerin  den  Vertrag  erfüllt 

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hätten.  Daraufhin  liess  die  Pflichtige  am  28.  Oktober  2008  eine  weitere  Version  der 

Darlehensvereinbarung vorlegen, die datiert war und die Bemerkung enthielt, das Dar-

lehen sei für den Kauf von Miteigentumsanteilen an den zwei Liegenschaften in D be-

stimmt.  Die  Steuerkommissärin  antwortete,  diese  Version  trage  das  Datum  vom 

22. September  2008  und  habe  deshalb  für  die  Steuerperiode  2006  keine  Gültigkeit. 

Dem widersprach die Pflichtige. 

Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 6. Januar 2009 bezüglich 

eines  vorliegend nicht  mehr  streitigen  Punkts gut  und wies sie hinsichtlich des  Darle-

hens  und  der  Darlehenszinsen  ab.  Es  erwog,  zwar  seien  Zahlungen  im  behaupteten 

Umfang von Fr. 43'092.- nachgewiesen, jedoch gehe aus den Bankbelegen nicht her-

vor,  dass  es  sich  dabei  um  Zinszahlungen  handle.  Zudem  sei  nicht  belegt,  dass  die 

behauptete Darlehenssumme von Fr. 615'600.- tatsächlich geflossen sei, und entfalte 

der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 keine rückwirkende Gültigkeit. 

C.  Mit  Rekurs  vom  2.  Februar  2009  liessen  die  Pflichtige  und  ihr  Ehemann 

durch den neu zugezogenen Anwalt M. Czitron beantragen, Darlehensschuld und Zin-

sen zum Abzug zuzulassen. Zur Begründung liessen sie vorbringen, das Darlehen sei 

schon  am  1.  Juli  2005  aufgenommen  worden  und  zwar  im  Hinblick  auf  den  Kauf  der 

Miteigentumsanteile  an  den  fraglichen  Liegenschaften  in  D  vom  23.  Juli  2005.  Mithin 

handle  es  sich  bei  der  nachgereichten  Version  des  Darlehensvertrags  vom 

22. September 2008 nicht um einen neuen Vertrag, da an letzterem Datum nur deren 

Unterzeichnung  erfolgt  sei  und  die  Vertragsparteien  nicht  den  Anschein  hätten  erwe-

cken  wollen,  als  ob  sie die  Version  schon vor  Jahren  unterzeichnet  hätten.  Demnach 

stelle sich die Frage der Rückwirkung gar nicht. Das Darlehen habe sie, die Pflichtige, 

zusammen  mit  einem  andern  Miteigentümer  von  G  aufgenommen,  weshalb  das  von 

diesem  insgesamt  gewährte  Darlehen  Fr.  1'134'200.-  ausmache.  Die  zusammen  mit 

dem andern Eigentümer geleisteten Zinszahlungen seien durch Bankauszüge belegt. 

Das kantonale Steueramt schloss am 1. April 2009 auf Abweisung des Rekur-

ses. Die Pflichtige habe weder die Auszahlung des Darlehensbetrags durch Bankkon-

toauszüge noch die Zinszahlungen nachgewiesen. Zwar seien mit den Auszügen der F 

gewisse  Geldleistungen  belegt,  jedoch  gehe  daraus  ihr  Zahlungsgrund  nicht  hervor. 

Zudem handle es sich bei diesem Bankkonto um ein Gemeinschaftskonto dreier Per-

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sonen  und werde eine  Person nur  mit  "A"  angegeben,  sodass  unklar  sei,  ob  dies die 

Pflichtige sei. Letztere habe das Konto zudem auch gar nicht deklariert. 

Auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hin hielten die Pflichtige und 

ihr Ehemann mit Replik vom 25. Mai 2009 am Rekursantrag fest. Um jeden Zweifel am 

Bestand des Darlehens auszuräumen, habe der Darlehensgeber das Darlehen und die 

Zinszahlungen am 10. Mai 2009 nochmals bekräftigt. Zudem bestätige die F in einem 

weiteren Schreiben, dass es sich bei der Kontoinhaberin "A" um die Pflichtige handle. 

Das kantonale Steueramt verzichtete auf eine Duplik. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts können der 

Steuerpflichtige  und  die  Gemeinde  gemäss  §  147  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  

8. Juni 1997 (StG) innert 30 Tagen nach Zustellung schriftlich Rekurs bei der Rekurs-

kommission erheben. Das Rekursrecht steht demnach regelmässig dem Steuerpflichti-

gen zu, auf dessen Steuerrechtsverhältnis sich der Einspracheentscheid bezieht (Pat-

rick Oesch, Rekurs und Beschwerde gegen zürcherische Staatssteuereinschätzungen, 

1990, S. 14 f.). Dritte sind nur insoweit rekurslegitimiert als sie beschwert sind, mithin 

ein  steuerrechtliches  bzw.  schutzwürdiges  Interesse  an  einem  Rekurs  haben  (Rich- 

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2. 

A.,  2006,  §  147  N  10).  Fehlt  die  Legitimation  des  Rekurrenten,  mangelt  es  an  einer 

Gültigkeitsvoraussetzung  des  Rechtsmittels  und  darf  die  Rekurskommission  auf  den 

Rekurs nicht eintreten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 147 N 5 u. § 149 N 4).  

Obwohl  in  ungetrennter  Ehe  lebende  Ehegatten  gemeinsam  besteuert  wer-

den,  indem  ihre  Einkommen  und  Vermögen  ohne  Rücksicht  auf  den  Güterstand  zu-

sammengerechnet werden (§ 7 Abs. 1 StG), ist jeder Ehegatte ein eigenes Steuersub-

jekt  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  7  N  7,  auch  zum  Folgenden).  Beide  sind 

selbstständige  und  gleichberechtigte  Steuerpflichtige.  Deshalb  fällt  die  gemeinsame 

Veranlagung  nur  bei  unbeschränkter  Steuerpflicht  beider  Ehegatten,  d.h.  bei  deren 

persönlicher  Zugehörigkeit  zum  Kanton,  ausnahmslos  in  Betracht  (vgl.  Regula  Lanz, 

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Grenzen  der  gemeinsamen  Steuerpflicht,  StR  1990,  56,  auch  zum  Folgenden).  Bei 

bloss wirtschaftlicher  Zugehörigkeit,  d.h.  bei  beschränkter  Steuerpflicht,  ist jeder  Ehe-

gatte selbstständig steuerpflichtig. Diesfalls setzt die gemeinsame Veranlagung voraus, 

dass auch beide hier (beschränkt) steuerpflichtig sind. Wer also beispielsweise Eigen-

tümer einer Liegenschaft oder Teilhaber bzw. Inhaber einer Unternehmung im Kanton 

ist,  unterliegt  kraft  dieser  wirtschaftlichen  Zugehörigkeit  der  hiesigen  Besteuerung  für 

die  entsprechenden  Vermögenswerte  und  Erträge  daraus.  Der  Ehepartner  dagegen, 

dem  eine  entsprechende  Beziehung  fehlt,  ist  der  Steuerhoheit  des  Kantons  nicht  un-

terworfen und mithin hier nicht  steuerpflichtig. Demnach fällt eine gemeinsame Veran-

lagung ausser Betracht. 

b) Vorliegend hat die Pflichtige ihren Wohnsitz mit ihrem Ehemann im Ausland 

(C). In E ist lediglich sie Miteigentümerin von Liegenschaften; daher ist hier nur sie be-

schränkt  steuerpflichtig.  Hinsichtlich  ihres  Gatten  fehlt  demgegenüber  ein  entspre-

chender Anknüpfungspunkt, sodass er der Steuerhoheit des Kantons Zürich nicht un-

tersteht. Ist der Ehemann der Pflichtigen somit im Kanton nicht steuerpflichtig, wurden 

im Einspracheentscheid zu Unrecht beide Ehegatten erfasst. Eine gemeinsame Veran-

lagung verbietet sich. Damit steht aber zugleich fest, dass der Ehemann der Pflichtigen 

vorliegend zum Rekurs nicht berechtigt ist: Weder ist er im Kanton Zürich steuerpflich-

tig,  noch  ist  er  als  Dritter  durch  den  Einspracheentscheid  in  seinen  eigenen  steuer-

rechtlichen Interessen tangiert. Auf den Rekurs des Ehemanns der Pflichtigen ist daher 

mangels Legitimation nicht einzutreten.  

Immerhin  sei  angemerkt,  dass  nicht  nur  der  Einspracheentscheid  sondern 

auch der Einschätzungsentscheid 2006 unrichtigerweise beide Gatten aufführt. Da es 

hier  um  einen  –  offenbar  systematischen  –  Fehler  geht  (vgl.  die  diesbezügliche  Aus-

kunft  der  Steuerkommissärin),  ist  das  kantonale  Steueramt  gehalten,  diesen  Mangel 

inskünftig  zu beheben und  lediglich  die  im  Kanton  beschränkt  steuerpflichtige Person 

ins Recht zu fassen. 

2.  a)  Gemäss  § 31  Abs. 1  lit. a  StG  werden  von  den  Einkünften  die  privaten 

Schuldzinsen  im  Umfang  der  nach  §§ 20  f.  StG  steuerbaren  Vermögenserträge  und 

weiterer  Fr. 50'000.-  abgezogen.  Schuldzinsen  sind  alle  Vergütungen,  welche  der 

Steuerpflichtige einer Drittperson für das ihm zur Verfügung gestellte Kapital zu leisten 

hat, sofern dieses  Entgelt  nach  der  Zeit  und  als Quote  des  Kapitals  in Prozenten  be-

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rechnet  wird.  Das  Vorhandensein  einer  Kapitalschuld  (als  Geldschuld)  ist  Vorausset-

zung  für  die  Abzugsfähigkeit  von  Schuldzinsen  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

§ 31 N 7 f.). Voraussetzung für einen Abzug ist demgemäss, dass der Steuerpflichtige 

Schulden hat und dass er dafür Schuldzinsen bezahlt.  

b) Schulden und Schuldzinsen stellen steuermindernde Umstände dar. Daher 

sind sie vom Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum 

Folgenden). Der Nachweis ist spätestens vor Rekurskommission durch eine substanzi-

ierte Sachdarstellung in der Rekursschrift anzutreten und im Verfahren zu leisten. Sub-

stanziiert ist eine Sachdarstellung dann, wenn aus ihr die tatsächlichen Behauptungen 

in  der  Weise  detailliert  hervorgehen,  dass  bereits  gestützt  auf  diese  Vorbringen  eine 

zweifelsfreie rechtliche Beurteilung des behaupteten Sachverhalts möglich ist. Fehlt es 

an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, die gemäss Rechtsprechung im 

Beweisverfahren nicht nachgeholt werden kann, hat die Rekurskommission keine wei-

tere  Untersuchung  zu  führen,  um  sich  die  erforderlichen  Grundlagen  zu  beschaffen. 

Ein Beweisverfahren hat mithin unter solchen Umständen zu unterbleiben. Für die von 

ihr verfochtene, hinreichend substanziierte Sachverhaltsschilderung hat die beweisbe-

lastete  Partei  sodann  von  sich  aus  zum  Beweis  geeignete  Unterlagen  einzureichen 

oder  diese  wenigstens  unter  genauer  Bezeichnung  anzubieten.  Ihre  Ausführungen 

bzw.  die  angerufenen  Beweismittel  müssen  sich  schliesslich  nach  vorgenommener 

freier Beweiswürdigung als beweiskräftig erweisen. Mit andern Worten müssen sie den 

Richter davon überzeugen, dass der vorgetragene Sachverhalt zutrifft.  

Um eine Schuld von den Aktiven und Schuldzinsen von den Einkünften abzie-

hen zu können, hat der Steuerpflichtige somit nachzuweisen, dass er Schulden hat und 

dafür Schuldzinsen bezahlt. Kann er keinen solchen Beweis erbringen, trägt er die Fol-

ge der Beweislosigkeit, d.h. der Abzug vom Einkommen wird nicht vorgenommen. Wie 

ein solcher Beweis zu erbringen ist, hat ihm die Steuerverwaltung mitzuteilen.  

3.  a)  Die  Pflichtige  führte  im  Schuldenverzeichnis  zur  Steuererklärung  2006 

zunächst  zwei  Schuldbetreffnisse  gegenüber  F  samt  entsprechenden  Schuldzinsen 

auf. Den beigehefteten Belegen war zu entnehmen, dass es sich dabei um Hypotheken 

(Flex-Rollover-Hypothek  und  variable  Hypothek)  auf  den  zwei  Liegenschaften  an  der 

strasse 7 - 13 und der strasse 6a - c in D mit den diesbezüglichen Sollzinsen handelt 

(vgl.  Zins-  und  Kapitalbescheinigungen  der  F).  Der  Zusammenhang  zu  dem  auf  zwei 

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Objekte verteilten hiesigen Grundeigentum der Pflichtigen und zu den darauf lastenden 

Hypothekarschulden war damit offensichtlich.  

b) Als weiteres Schuldbetreffnis deklarierte die Pflichtige sodann ein Darlehen 

von  Fr.  615'600.-  samt  diesbezüglichen  Schuldzinsen  von  Fr. 43'092.-.  Belege  hierzu 

fehlten jedoch im Gegensatz zu den andern Schulden. Insbesondere konnte dem mit-

gelieferten Auszug der F über ein Privatkonto, welches auf drei Personen lautete und 

neben  den  Zahlungen  der  Hypothekarzinsen  an  die  F  weitere  Belastungen  auswies, 

nicht entnommen werden, dass sich unter diesen weiteren Belastungen die deklarier-

ten Zinszahlungen von Fr. 43'092.- befanden. Demnach schritt die Steuerkommissärin 

folgerichtig  zu  einer  entsprechenden  Untersuchung  und  verlangte  mit  Auflage  vom 

7. Dezember  2007  bzw.  Mahnung  vom  29. Januar  2008  den  Nachweis  der  geltend 

gemachten Schuldzinsen. 

Die  Pflichtige  liess  zwar  Auflage  und  Mahnung  beantworten  und  erwähnte  

in der Eingabe vom 6. Februar 2008 als Beilage u.a. einen "Zinsnachweis". Eine ent-

sprechende Beilage reichte sie jedoch nicht ein und gesteht sie denn auch im Rekurs 

selber  ein,  Auflage  und  Mahnung  seien  in  dieser  Hinsicht  unerfüllt  geblieben.  Damit 

musste die steuermindernde Berücksichtigung der fraglichen Darlehenszinsen im Ein-

schätzungsverfahren ohne weiteres am fehlenden Nachweis scheitern.  

Die  Steuerkommissärin  hatte  den  Nachweis  der  Schuld  selber  nicht  verlangt 

und  rechnete  beim  Vermögen  gleichwohl  das  Schuldbetreffnis  von  Fr.  615'600.-  auf. 

Dies war insofern vertretbar, als bei nicht nachgewiesenen Schuldzinsen auch der Be-

stand  der  Schuld  als  wenig  glaubhaft  erscheint,  selbst  wenn  kein  entsprechender 

Nachweis eingefordert wurde. 

c) aa) Mit der Einsprache reichte die Pflichtige sodann ein als Loan Contract 

bezeichnetes undatiertes Dokument in englischer Sprache ein, worin sie und H unter-

schriftlich bestätigen, dass ihr Letzterer die Summe von Fr. 615'600.- geborgt und sie 

sich verpflichtet  hat,  diesen Betrag mit  Zins von  7%  zurück  zu zahlen.  Angaben über 

den Zeitpunkt  der  Darlehensgewährung fehlten  jedoch  ebenso  wie  Angaben  über  die 

Rückzahlung des Darlehens und die Fälligkeit der Zinsen. Mit Einschätzungsvorschlag 

vom 4. September 2008 bemerkte die Steuerkommissärin daher zu Recht, dieser Dar-

lehensvertrag  sei  wenig  aussagekräftig,  weil  damit  der  Bestand  des  fraglichen  Darle-

hens per Ende 2006 in keiner Art und Weise nachgewiesen war. 

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Zusätzlich wies die Steuerkommissärin im Einschätzungsvorschlag darauf hin, 

dass  die  Erfüllung  des  Vertrags  durch  den  Darlehensgeber  bzw.  Darlehensnehmer 

nicht belegt sei. Der Darlehensgeber erfüllt den Darlehensvertrag durch Hingabe bzw. 

Auszahlung  der  Darlehenssumme  (vg.  Art.  312  und  315  OR).  Demnach  wusste  die 

durch  eine  Treuhandfirma  vertretene  Pflichtige  spätestens  ab  diesem  Zeitpunkt,  dass 

die Steuerkommissärin den Nachweis der Darlehensauszahlung als erforderlich erach-

tete. 

bb) Daraufhin legte die Pflichtige einen weiteren, ebenfalls in englischer Spra-

che gehaltenen Darlehensvertrag (Loan Agreement) vor, der das Datum vom 22. Sep-

tember  2008  trägt  und  erstmals  Abmachungen  über  die  Rückzahlung  der  Darlehens-

summe  und  die  Fälligkeiten  der  Zinsen  enthält.  Zudem  wird  als  Verwendungszweck 

der Darlehenssumme der Kauf der Liegenschaften in D erwähnt. Die Pflichtige fügte im 

Begleitschreiben  an,  dieser  Darlehensvertrag  sei  im  Nachhinein  erstellt  worden,  weil 

der  Loan  Contract  als  zu  wenig  aussagekräftig  betrachtet  werde.  Ausführungen  über 

die Auszahlung der Darlehenssumme machte sie indessen nicht. Auf Entgegnung der 

Steuerkommissärin,  dieser  Vertrag sei  per  22. September  2008  unterzeichnet  worden 

und daher für die Steuerperiode 2006 nicht gültig, antwortete die Pflichtige am 25. No-

vember 2008, der neue Vertrag beruhe auf dem bereits existierenden Vertrag und sei 

nur deshalb erstellt worden, weil der erste offenbar nicht genüge. 

Das neu produzierte Loan Agreement überzeugt indessen ebenfalls nicht. Es 

trägt das Datum vom 22. September 2008 und enthält nirgends den Hinweis, dass der 

tatsächliche  Abschluss  des  Darlehensvertrags  schon  früher  erfolgt  ist.  Insbesondere 

nimmt es nicht einmal Bezug auf den früher vereinbarten Loan Contract, den die Pflich-

tige mit der Einsprache eingereicht hatte. Zwar behauptete die Pflichtige in den folgen-

den  Eingaben  des  Einspracheverfahrens,  dass  es  sich  um  eine  nachträgliche  Verur-

kundung der früher geschlossenen Vereinbarung (Loan Contract) handle, jedoch hatte 

sie  diese  Behauptung  in  keiner  Art  und Weise  belegt.  Zudem  hatte  sie  es  überhaupt 

unterlassen, den Zeitpunkt der Darlehensgewährung zu nennen. Demnach musste die 

Einleitung im Loan Agreement "Whereby it was agreed today that the lender will lend 

the borrower as follows…" so verstanden werden, dass das Darlehen von Fr. 615'600.- 

erst  am  Tag  der  Unterzeichnung,  dem  22.  September  2008,  vereinbart  worden  war. 

Für den Abzug von Darlehen und Darlehenszinsen in der Steuerperiode 2006 fehlte es 

daher weiterhin an einer verlässlichen Grundlage, sodass das kantonale Steueramt im 

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Einspracheentscheid  vom  6.  Januar  2009  zu  Recht  an  den  diesbezüglichen  Aufrech-

nungen festhielt. 

d) aa) Mit dem Rekurs liess die Pflichtige keine neuen Dokumente einreichen, 

sondern lediglich bekräftigen, dass der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 als 

Datum  den  Zeitpunkt  der  Unterschrift  dieser  Vereinbarung durch die  Vertragsparteien 

wiedergebe.  Erstmals  nannte  sie  aber  immerhin  das  effektive  Datum  der  Darle-

hensaufnahme,  nämlich  den  1.  Juli  2005.  Da  sie  dieses  Datum  jedoch  nicht  belegte, 

blieb auch diese Behauptung unbewiesen. In der Rekursantwort zweifelte das kantona-

le Steueramt daher den Bestand der Darlehensschuld weiter zu Recht an. Gleichzeitig 

hielt es der Pflichtigen vor, dass sie den Fluss bzw. die Überweisung des Darlehensbe-

trags an sie nicht nachgewiesen habe. Es lägen keine diesbezüglichen Bankkontoaus-

züge  vor.  Auch  fehle  der  Nachweis  dafür,  dass  die  Pflichtige  Mitinhaberin  des  Bank-

kontos sei, über das die streitigen Zinszahlungen bezahlt worden seien. 

Mit der Replik liess die Pflichtige ein Schreiben von H vom 10. Mai 2009 vor-

legen, worin dieser die Gewährung eines Darlehens an die Pflichtige von Fr. 615'600.- 

am 1. Juli 2005 und die Bezahlung von entsprechenden Schuldzinsen von Fr. 43'092.- 

durch  die  Pflichtige  im  Jahr  2006  erstmals  bestätigte.  In  einem  weiter  eingereichten 

Schreiben der F vom 20. Mai 2009 wurden sodann die Inhaber des Bankkontos aufge-

führt,  welchem  die  fraglichen  Zinszahlungen  von  Fr.  43'092.-  belastet  wurden.  Dabei 

handelt  es  sich  um  die  Pflichtige  und  drei  weitere  Personen.  Zum  Vorwurf  des  man-

gelnden Zahlungsnachweises der Darlehenssumme äusserte sich die Pflichtige dage-

gen wiederum nicht. 

bb)  Zur  Diskussion  steht  eine  Schuld  der  im  Ausland  wohnhaften  Pflichtigen 

gegenüber  einer  Person,  welche  ebenfalls  im  Ausland  (I)  wohnt.  Zudem  handelt  es 

sich bei dieser Person um H, mit der ein weiterer Miteigentümer oder eine weitere Mit-

eigentümerin der Liegenschaften namens J möglicherweise verwandt ist. Gemäss den 

Ausführungen  der  Pflichtigen  im  Rekurs  soll  diese  weitere  Person  sodann  von  H  für 

den  Liegenschaftenerwerb  ebenfalls  ein  Darlehen  erhalten  haben.  Damit  geht  es  um 

Rechtsbeziehungen eines hierorts Steuerpflichtigen zu einer Person im Ausland und ist 

in diese Beziehungen eine weitere Person involviert, die mit der ersteren Person allen-

falls in einem verwandtschaftlichen Verhältnis steht. Daher sind an den Nachweis von 

steuermindernden  Umständen,  welche  in  diesem  Zusammenhang  geltend  gemacht 

werden, strengere Anforderungen zu stellen, fehlen doch den hiesigen Steuerbehörden 

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in  solchen  Fällen  regelmässig  entsprechende  Überprüfungsmöglichkeiten  (vgl. 

StE 1987 B 92.3 Nr. 2 und 1999 B 92.3 Nr. 9). 

cc)  In  diesem  Licht  betrachtet,  erweist  sich  das  streitige  Darlehen  trotz  der 

neuesten Bestätigung durch H als nicht nachgewiesen: 

Ein  gültig  abgeschlossener  Darlehensvertrag  wird  seitens  des  Darlehensge-

bers  –  wie erwähnt  –  durch Auszahlung  der  Darlehenssumme an  den  Darlehensneh-

mer  erfüllt. Wird  dann  das  Darlehen  nicht  ausbezahlt,  schuldet  der  Darlehensnehmer 

keine Darlehenszinsen und muss er auch die Darlehenssumme nicht zurück erstatten. 

Vorliegend bestätigt  nun  zwar  der  Darlehensgeber  erstmals  die  Hingabe  eines  Darle-

hens von Fr. 615'600.- an die Pflichtige per 1. Juli 2005, jedoch weist Letztere weder 

die  Auszahlung  dieser  Summe  noch  deren  Zeitpunkt  nach.  Das  Beharren  auf  dem 

Nachweis  der  Darlehensauszahlung  durch  die  Steuerbehörden  ist  angesichts  der 

mangelnden  Überprüfungsmöglichkeiten  bei  dem  im  Ausland  wohnhaften,  hier  nicht 

steuerpflichtigen Darlehensgeber gerechtfertigt.  

Die  Steuerkommissärin  hat  der  Pflichtigen  erstmals  im  Einspracheverfahren 

den fehlenden Nachweis der Vertragserfüllung durch den Darlehensgeber (= Auszah-

lung  der  Darlehenssumme)  vorgehalten.  Im  Einspracheentscheid  und  in  der  Rekurs-

antwort hat das kantonale Steueramt diesen Vorhalt wiederholt, indem es in Letzterer 

das Fehlen des Nachweises für die Auszahlung einer Darlehenssumme an die Pflichti-

ge zu einem bestimmten Zeitpunkt bemängelte und auf diesbezüglich fehlende Bank-

auszüge hinwies. Trotz Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hat die im Rekurs-

verfahren  anwaltlich  vertretene  Pflichtige  in  der  Replik  diesen  Vorwurf  weder 

kommentiert noch durch Leistung eines entsprechenden Zahlungsnachweises entkräf-

tet.  Demnach  ist  aber  die  Darlehenshingabe  nicht  bewiesen.  Nach  dem  Gesagten  ist 

Voraussetzung für den Abzug von Schuldzinsen, dass überhaupt eine Schuld besteht 

und dass diese nachgewiesen wird. Die Auszahlung der streitigen Darlehenssumme ist 

nicht nachgewiesen, sodass auch die geltend gemachten Schuldzinsen nicht als nach-

gewiesen gelten.  

Der  Darlehensvertrag  zwischen  der  Pflichtigen  und  H  kann  zwar  durchaus 

gültig zustande gekommen sein, verlangt das Obligationenrecht doch keine bestimmte 

Form  des  Vertrags,  wenn  nicht  ausdrücklich  bestimmte  Formvorschriften  wie  Schrift-

lichkeit  oder  öffentliche  Beurkundung  vorgesehen  sind.  Will  dieser  Vertrag  jedoch  im 

1 ST.2009.26 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Fall  von  Streitigkeiten  gegenüber  einem  Vertragspartner  oder  gegenüber  Dritten  gel-

tend gemacht werden, ist sowohl der Vertrag selber wie unter Umständen auch dessen 

Erfüllung zu beweisen. Im Fall der Pflichtigen kann der Darlehensvertrag aufgrund der 

letzten  Bestätigung  von  H  als  Darlehensgeber  zwar  nun als  nachgewiesen betrachtet 

werden, nicht jedoch, dass das Darlehen tatsächlich ausbezahlt und der Darlehensver-

trags  seitens  des  Darlehensgebers  damit  erfüllt  worden  ist.  Dieser  Nachweis  ist  auf-

grund  der  beschränkten  Überprüfungsmöglichkeiten  der  Steuerbehörden  beim  Darle-

hensgeber erforderlich. Somit ist es der Pflichtigen nicht gelungen, den Beweis für das 

Bestehen  einer  Schuld  zu  erbringen.  Es  fehlt  damit  auch  an  einem  Beweis,  dass  die 

von  ihr  und  anderen  Mitbeteiligten  über  das  Konto  der  F  geleisteten  Zahlungen 

Schuldzinsen darstellen. Die Voraussetzungen für den Abzug von Schuld und Schuld-

zinsen sind deshalb nicht erfüllt.  

4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss verfügt der Einzelrichter: 

Auf den Rekurs des Rekurrenten Nr. 1 wird nicht eingetreten; 

und erkennt: 

1.  Der Rekurs der Rekurrentin Nr. 2 wird abgewiesen. 

[…] 

1 ST.2009.26