# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a9d8459-3241-5e5b-8301-8b2d066a24fe
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.04.2025 NP240007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP240007_2025-04-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: NP240007-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Achermann

Urteil vom 29. April 2025

in Sachen

Verein A._____, 
Kläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ GmbH, 
Beklagte, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Hinwil vom 29. Dezember 2023 (FV220031-E)

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Rechtsbegehren:
(Urk. 2 S. 2)

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger eine Konventional-
strafe von CHF 22'419.00 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit 
01. September 2021.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger die Kontrollkosten 
von CHF 2'231.85 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit 
01. September 2021."

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 
am Bezirksgericht Hinwil vom 29. Dezember 2023:

(Urk. 28 S. 24 f. = Urk. 31 S. 24 f.)

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 2'677.45 zu bezahlen.

Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'400.– festgesetzt. 

3. Die Kosten werden im Umfang von neun Zehnteln dem Kläger und im Übri-

gen der Beklagten auferlegt. Sie werden aus dem vom Kläger in der Höhe 

von Fr. 6'800.– geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Die Beklagte wird 

verpflichtet, dem Kläger einen Zehntel der Kosten zu ersetzen.

4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine reduzierte Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 3'530.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer (insge-

samt Fr. 3'801.80), zu bezahlen.

5. [Mitteilungen]

6. [Rechtsmittel: Berufung, Frist 30 Tage]

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Berufungsanträge:

des Klägers, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten 
(Urk. 30 S. 2; Urk. 41 S. 2):
" 1. In Gutheissung der Berufung sei Dispositiv-Ziff. 1 des angefochte-

nen Urteils dahingehend abzuändern, dass die Beklagte zu ver-
pflichten sei, dem Kläger CHF 24'650.85 zu bezahlen, zuzüglich 
Zins zu 5% seit 01. September 2021;

2. Es sei Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Urteils dahingehend 
abzuändern, dass die Kosten vollumfänglich der Beklagten aufer-
legt werden;

3. Es sei Dispositiv-Ziff. 4 des angefochtenen Urteils derart abzuän-
dern, dass die Beklagte zu verpflichten sei, dem Kläger eine volle 
Parteientschädigung zu bezahlen;

4. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. 7,7% MwSt.) zu 
Lasten der Beklagten."

" 1. Die Anschlussberufung vom 02. Mai 2024 sei vollumfänglich ab-
zuweisen;

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. 8.1% MwSt.) zu 
Losten der Beklagten."

der Beklagten, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerin 
(Urk. 35 S. 2):

" 1. Die Berufung vom 9. Februar 2024 sei vollumfänglich abzuwei-
sen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu 
Lasten des Klägers."

" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 29. Dezember 2023 
(FV220031-E) sei aufzuheben und die Klage vom 15. Dezember 
2022 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 29. De-
zember 2023 (FV220031-E) aufzuheben und die Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST für 
das vorinstanzliche und das vorliegende (AnschIussberufungs-) 
Verfahren zu Lasten des Klägers.

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Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Der Kläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagte ("Kläger") ist 

ein Verein, der unter anderem den Vollzug des Gesamtarbeitsvertrags Personal-

verleih ("GAVP") bezweckt (Urk. 5/2). Die Beklagte, Berufungsbeklagte und An-

schlussberufungsklägerin ("Beklagte") war im vorliegend interessierenden Zeit-

raum in der Personalvermittlung tätig (Urk. 5/1). Anfang Februar 2020 wurde bei 

der Beklagten eine Lohnbuchkontrolle für den Zeitraum von 1. Januar 2018 bis 

30. Juni 2019 durchgeführt. Daraufhin auferlegte die Regionale Paritätische Kom-

mission Personalverleih für die deutsche Schweiz (RPKD) der Beklagten am 

17. Juni 2020 eine Konventionalstrafe von Fr. 22'596.– sowie Kontrollgebühren von 

Fr. 2'231.85 (Urk. 5/14 S. 7). Im anschliessenden "Rekursverfahren" wurde die 

Konventionalstrafe auf Fr. 22'491.– reduziert (Urk. 5/17 S. 16). Diese Forderungen 

gaben Anlass zum vorliegenden Verfahren, in welchem der Kläger eine Konventi-

onalstrafe von Fr. 22'419.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. September 2021 sowie 

Kontrollkosten von Fr. 2'231.85 fordert (Urk. 30 Rz. 8.1, Rz. 10.1), während die Be-

klagte die Abweisung der Klage beantragt (Urk. 35 S. 2).

2. Mit Urteil vom 29. Dezember 2023 hiess die Vorinstanz die Klage im Umfang 

von Fr. 2'677.45 gut. Im Mehrumfang wurde die Klage abgewiesen (Urk. 28 S. 24 

f. = Urk. 31 S. 24 f.). Dagegen erhob der Kläger rechtzeitig Berufung und stellte die 

eingangs wiedergegebenen Anträge (Urk. 30). Nachdem der Kläger den ihm mit 

Verfügung vom 13. Februar 2024 auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 3'300.– ge-

leistet hatte (Urk. 32 f.), wurde der Beklagten am 19. März 2024 Frist angesetzt, um 

die Berufung zu beantworten (Urk. 34). Mit Eingabe vom 2. Mai 2024 erstattete die 

Beklagte rechtzeitig die Berufungsantwort und erhob Anschlussberufung (Urk. 35). 

Nachdem die Beklagte den für die Anschlussberufung auferlegten Kostenvor-

schuss von Fr. 590.– geleistet hatte (Urk. 36 f.), wurde dem Kläger mit Verfügung 

vom 23. Mai 2024 Frist zur Beantwortung der Anschlussberufung und zur Aus-

übung des Replikrechts mit Bezug auf die Berufungsantwort angesetzt (Urk. 38). 

Die Anschlussberufungsantwort ging mit Eingabe vom 26. Juni 2024 rechtzeitig ein 

(Urk. 41). Die Stellungnahme zur Berufungsantwort erfolgte mit Eingabe vom 8. Juli 

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2024 innert erstreckter Frist (Urk. 42; vgl. Urk. 40). Mit Verfügung vom 29. Juli 2024 

wurden der Beklagten die beiden Eingaben zugestellt und ihr Frist zur freigestellten 

Wahrnehmung des Replikrechts angesetzt (Urk. 43). Mit Eingabe vom 22. August 

2024 liess sich die Beklagte rechtzeitig vernehmen (Urk. 44). Diese Eingabe wurde 

dem Kläger am 10. September 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 45). Wei-

tere Eingaben erfolgten nicht.

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-29). Das Verfahren ist 

spruchreif.

II. Materielle Beurteilung

1. Prozessuale Vorbemerkungen

1.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungs-

instanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache und 

folglich über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einsch-

liesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 

5A_1049/2019 vom 25. August 2021 E. 3). In der schriftlichen Berufungsbegrün-

dung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erst-

instanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist, respektive an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 

III 374 E. 4.3.1). Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintre-
tensvoraussetzung) voraus, dass die Berufung erhebende Partei die vorinstanzli-

chen Erwägungen bezeichnet, die sie anficht, sich argumentativ mit diesen ausein-

andersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo 

die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden er-

hoben wurden, beziehungsweise aus welchen Aktenstellen sich der geltend ge-

machte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vor-

bringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1). Von der Berufungsinstanz 

kann nicht erwartet werden, dass sie von sich aus in den Vorakten die Argumente 

zusammensucht, die zur Berufungsbegründung geeignet sein könnten (OGer ZH 

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NP220014 vom 16 November 2022 E. II.1 S. 5; BGer 5A_438/2012 vom 27. August 

2012 E. 2.4). Das obere kantonale Gericht hat sich – abgesehen von offensichtli-

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben werden 

(BGE 142 III 413 E. 2.2.4). Auf die Parteivorbringen ist insoweit einzugehen, als 

dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1). Dabei ist 

die Rechtsmittelinstanz weder an die Argumente der Parteien noch an die Erwä-

gungen der Vorinstanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an 

(Art. 57 ZPO), weshalb sie die Berufung auch mit einer anderen Argumentation gut-

heissen oder diese auch mit einer von der Argumentation der ersten Instanz abwei-

chenden Begründung abweisen kann (sog. Motivsubstitution; BGE 147 III 176 

E. 4.2.1 S. 179).

1.2. In Berufungsverfahren wie dem vorliegenden werden neue Tatsachen und 

Beweismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorge-

bracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon 

vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Be-

rufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, 

nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Alles, 

was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren ein-

zubringen (vgl. ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10). Im Berufungsverfahren ist das 

Nachbringen von Behauptungen, welche im erstinstanzlichen Verfahren unsub-

stantiiert geblieben waren, ausgeschlossen (ZK ZPO-Reetz, Vorbemerkungen zu 

Art. 308-318 N 43).

1.3. Die Beklagte macht geltend, diverse vom Kläger im Berufungsverfahren vor-

getragene Argumente seien neu und nicht zu berücksichtigen (Urk. 35 Rz. 37 i.V.m. 

Rz. 41, Rz. 45 f., Rz. 49, Rz. 76, Rz. 83; Urk. 44 Rz. 11). Als Noven im Sinne von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO gelten neue Tatsachen und neue Beweismittel. Neue Tatsa-

chen sind neue Behauptungen tatsächlicher Natur oder neue Behauptungen zu 

Sachverhalten (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 31; BK ZPO-Sterchi, Art. 317 

N 3). Im nachstehend interessierenden Zusammenhang stellt der Inhalt des Regle-

ments A._____, insbesondere die darin genannten Bemessungskriterien, keine 

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Tatsachenbehauptung dar, sondern es handelt sich um Argumente, die bei der von 

Amtes wegen vorzunehmenden Auslegung der in Art. 38 GAVP definierten Bemes-

sungskriterien zu prüfen sind (im Detail hinten Erw. II.4). Weiter ist auch eine unzu-

lässige argumentative Ergänzung der im Berufungsverfahren gegen das vorin-

stanzliche Urteil vorgetragenen Rügen nicht auszumachen. Es handelt sich bei den 

monierten Passagen um in der Berufungsschrift vorgetragene Argumente, mit wel-

chen der Kläger seinen Rügeobliegenheiten im Rechtsmittelverfahren nachkommt, 

indem er sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzt. 

2. Ausgangslage

2.1. Der GAVP wurde vom Bundesrat erstmals 2012 allgemeinverbindlich erklärt. 

Die Allgemeinverbindlicherklärung wurde mehrmals verlängert, letztmals bis zum 

31. Dezember 2027 (vgl. Bundesratsbeschluss über die Allgemeinverbindlicherklä-

rung des Gesamtarbeitsvertrages für den Personalverleih, Verlängerung und Än-

derung vom 9. Februar 2024). Mit der Allgemeinverbindlicherklärung wird der Gel-

tungsbereich eines Gesamtarbeitsvertrags auf Antrag aller Vertragsparteien durch 

behördliche Anordnung auf alle Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden des betref-

fenden Wirtschaftszweiges oder Berufes ausgedehnt, die am Vertrag nicht schon 

direkt beteiligt sind. Die Beklagte ist nicht Mitglied des GAV. Für sie gelten die Be-

stimmungen des GAVP deshalb nur soweit sie für allgemeinverbindlich erklärt wur-

den.

2.2. Art. 38 Abs. 2, 4, 5 und 6 GAVP, welche die Konsequenzen bei festgestellten 

Verstössen regeln und die mit Ausnahme der kursiven Teile allgemeinverbindlich 

erklärt wurden, lauten wie folgt (Urk. 5/7 S. 24 f.):

"[...]

2 Sowohl die SPKP als auch die RPKP können der fehlbaren Un-
ternehmung neben einer Konventionalstrafe die angefallenen 
und ausgewiesenen Verfahrens- und Kontrollkosten für die in 
Art. 35 GAV und Art. 357b Abs. 1 OR erwähnten Gegenstände 
auferlegen. Dies gilt auch für die Aufwendungen von durch SPKP 
und RPKP beauftragten Dritten, die Details regelt das Regle-
ment.

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[...]

4 Die SPKP/RPKP können gegenüber Betrieben, die Bestimmun-
gen des GAV Personalverleih verletzen, Konventionalstrafen von 
bis zu CHF 50'000.– aussprechen. Für die Bemessung der Kon-
ventionalstrafen werden die Höhe der vorenthaltenen geldwerten 
Leistungen, die Kontrolldauer, die Anzahl kontrollierter Arbeit-
nehmer, strafmildernde Elemente wie rasche Nachzahlung der 
vorenthaltenen geldwerten Leistungen, strafverschärfende Ele-
mente wie Verletzung nicht geldwerter GAV-Bestimmungen so-
wie ein Zuschlag für besondere Schwere bei mehrfacher Verlet-
zung berücksichtigt, die Details regelt das Reglement.

5 Bei Rückfall oder mehrmaliger Verletzung des GAV Personalver-
leih kann der volle Rahmen der Konventionalstrafe ausgeschöpft 
werden. Dabei ist die Grösse der fehlbaren Unternehmung an-
gemessen zu berücksichtigen.

6 Eine verhängte Konventionalstrafe ist innert 30 Tagen der SPKP 
zu bezahlen. Die SPKP sorgt dafür, dass die Konventionalstrafe 
zur Deckung der Kontrollkosten eingesetzt wird und allfällige 
Überschüsse in angemessener Weise, vor allem zugunsten all-
gemeiner Zwecke des vorliegenden Vertrages, verwendet wer-
den. Einzelheiten dazu sind in den Statuten des Vereins A._____ 
geregelt.

[...]"

2.3. Die Aktivlegitimation des Klägers wird im Berufungsverfahren nicht mehr be-

stritten (Urk. 35 Rz. 6, Rz. 36). Weitere Ausführungen zur Frage der Aktivlegitima-

tion, bei welcher es sich um die Frage der materiell-rechtlichen Berechtigung zur 

Klage handelt und die der Verhandlungsmaxime untersteht, erübrigen sich damit 

(vgl. BGer 5A_561/2019 vom 5. Februar 2020 E. 3.3). Auch anerkennt die Be-

klagte, mit Bezug auf den 13. Monatslohn gegen den GAVP verstossen zu haben 

(Urk. 35 Rz. 6). Die vorinstanzliche Feststellung, wonach nicht von einem "gering-

fügigen Verstoss" gegen den GAVP auszugehen sei, ist zu bestätigen (Urk. 31 

S. 16 f.). Ob Grundlage dieser Feststellung Art. 37 und Art. 38 GAVP oder Art. 20 

Abs. 2 des Arbeitsvermittlungsgesetzes (AVG, SR 823.11) bildet, muss nicht ge-

klärt werden (vgl. für Art. 37 f. GAVP: Art. 3 Abs. 1 GAVP; Kommentar GAVP zu 

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Art. 3 Abs. 11; SHK Arbeitsvermittlungsgesetz-Krummenacher/Weibel, Art. 20 N 1; 

Appellationsgericht BS BEZ.2023.59 vom 23. April 2024 E. 4.2.1; für Art. 20 Abs. 2 

AVG: KG BL 410 23 121 vom 5. September 2023 E. 4.5).

3. (Keine) Grundlage für eine Konventionalstrafe

3.1. Die Beklagte rügt, die Vorinstanz habe ihr Argument übergangen, wonach die 

vertraglichen Grundlagen zur Konventionalstrafe im GAVP nichtexistent, ungenü-

gend und zu unbestimmt beziehungsweise zu vage seien, als dass eine Vertrags-

partei daraus Rechte ableiten könne. Die Berechnung einer Konventionalstrafe sei 

deshalb nicht möglich. Durch die Übergehung dieses Arguments sei ihr rechtliches 

Gehör verletzt worden. Für den Fall, dass die Vorinstanz ihren Einwand stillschwei-

gend verneint habe, liege eine falsche Sachverhaltsfeststellung vor (Urk. 35 Rz. 7-

21).

3.2. Der Kläger argumentiert zusammengefasst, die allgemeinverbindlich erklärte 

Bestimmung in Art. 38 Abs. 4 GAVP stelle die vertragliche Grundlage zur Konven-

tionalstrafe dar. Sie regle den betragsmässigen Rahmen und die grundlegend zu 

berücksichtigenden Bemessungskriterien (Urk. 41 Rz. 5-28).

3.3. Die Vorinstanz setzte sich mit dem Einwand der nichtexistenten beziehungs-

weise mangelhaften Grundlage zur Bestimmung der Konventionalstrafe nicht expli-

zit auseinander. Aufgrund des Urteilsaufbaus wird indessen klar, dass sie den dies-

bezüglichen Einwand als nicht stichhaltig beurteilte (vgl. Urk. 31 S. 8 ff.). Auch eine 

explizite Auseinandersetzung mit dem Einwand der Beklagten ändert nichts an der 

vorinstanzlich implizit bejahten genügenden Grundlage der Konventionalstrafe. Mit 

der Allgemeinverbindlicherklärung wurde die Wirkung (auch) von Art. 38 GAVP auf 

Aussenseiter wie die Beklagte ausgedehnt (BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 357 

N 21; zum Wortlaut vorne Erw. II.2.2; vgl. Urk. 41 Rz. 7-9, Rz. 26-28). Ein Verstoss 

gegen zwingendes Bundesrecht, der gemäss Art. 358 OR trotz Allgemeinverbind-

licherklärung zu beachten wäre, ist in Art. 38 GAVP nicht erkennbar (vgl. HGer ZH 

HG180205 vom 10. Dezember 2020 E. II.1.3 S. 13). Sowohl die bundesgerichtliche 

1 Abrufbar unter: https://www.swissstaffing.ch/docs/de/GAV_Personalverleih/Kommen-
tar_GAV_Personalverleih_2019_DE.pdf, zuletzt besucht am 10. April 2025.

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Rechtsprechung als auch ein bedeutender Teil der Lehre bejaht nämlich die Gül-

tigkeit einer Konventionalstrafe, deren Höhe bestimmbar ist (BGer 4A_110/2012 

vom 9. Oktober 2012 E. 3.3.3; Portmann/Wildhaber/Rudolph, Schweizerisches Ar-

beitsrecht, 5. Aufl. 2024, N 1188; vgl. weiter BGE 119 II 162 E. 2; Gauch et al., 

Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 11. Aufl. 2020, N 3788; Kol-

ler, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 2023, N 81.25; nur 

die Bestimmtheit erwähnend, aber auch auf die erwähnten Bundesgerichtsurteile 

verweisend OFK OR-Wuffli, Art. 163 N 1 und s.a. CHK OR-Roth Pellanda, Art. 163 

N 8 und BSK OR I-Widmer/Costantini/Ehrat, Art. 163 N 3; vgl. Urk. 35 Rz. 10-13 

und Rz. 16-18 i.V.m. Urk. 23 Rz. 25-32; Urk. 41 Rz. 14-16; Urk. 44 Rz. 3). Die Be-

stimmbarkeit ist vorliegend gegeben: Aus dem GAVP ergeben sich die Verstösse, 

die zu einer Konventionalstrafe führen, und aus der Formulierung von Art. 38 Abs. 4 

GAVP der monetäre Rahmen und die bei der Festsetzung zu berücksichtigenden 

Faktoren. Zur Auslegung von Art. 38 Abs. 4 GAVP mit Bezug auf die Höhe der Kon-

ventionalstrafe ist auf die nachstehenden Erwägungen zu verweisen (Erw. II.4; vgl. 

Urk. 35 Rz. 14; Urk. 41 Rz. 22-24).

3.4. Der Rüge der Beklagten zur mangelnden Grundlage der Konventionalstrafe 

kann damit nicht gefolgt werden. Es ist folglich davon auszugehen, dass der Kläger 

befugt war, gegen die Beklagte eine Konventionalstrafe gemäss Art. 38 Abs. 4 und 

5 GAVP auszusprechen (vgl. zur anerkannten GAVP-Verletzung, die nicht mehr 

geringfügig ist, Erw. II.2.3).

4. Höhe der Konventionalstrafe

4.1. Die Vorinstanz erwog, in Art. 38 Abs. 4 GAVP würden Kriterien für die Bemes-

sung der Konventionalstrafe erwähnt. Der Verweis auf das Reglement A._____, 

welches die Details dazu regle, sei nicht allgemeinverbindlich erklärt worden, wes-

halb dessen Anwendung auf Arbeitgeberinnen, welche nicht Mitglieder des GAVP 

seien, nicht vorgeschrieben sei. Könne die Beklagte jedoch nicht rechtsgenügend 

darlegen, weshalb das Reglement unangemessen sein soll, so sei dessen Anwen-

dung nicht ausgeschlossen. Art. 38 Abs. 5 GAVP statuiere, dass der volle Rahmen 

der Konventionalstrafe bei Rückfall oder mehrmaliger Verfehlung ausgeschöpft 

werden könne. Die Grösse der fehlbaren Unternehmung sei dabei angemessen zu 

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berücksichtigen. Die Maximalstrafe betrage gemäss Art. 38 Abs. 4 GAVP 

Fr. 50'000.–. Die geltend gemachte Konventionalstrafe erscheine aufgrund der Ma-

ximalstrafe von Fr. 50'000.– und der Höhe der geltend gemachten geldwerten Ver-

fehlungen von Fr. 10'709.80 massiv zu hoch. Das Kriterium zur Berechnung der 

Grundkonventionalstrafe im Reglement A._____ (Anhang 1 Ziff. 1.1) sei die Soll-

Lohnsumme beziehungsweise der prozentuale Anteil der geldwerten Verfehlungen 

zur Soll-Lohnsumme. Dieses Kriterium finde im GAVP keine genügende normative 

Grundlage. Auch die Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe der Wiedergut-

machung und des Verschuldens würden in Art. 38 Abs. 4 GAVP nicht explizit er-

wähnt. Zu beachten sei jedoch, dass der GAVP strafmildernde und strafschärfende 

Elemente nicht abschliessend aufzähle (Wortlaut: "wie"). Es falle aber auf, dass 

sich gemäss Reglement A._____ beziehungsweise dessen Anhang 1 das Ausblei-

ben einer Wiedergutmachung strafschärfend auswirke, während die vollständige 

Wiedergutmachung strafmindernd zu berücksichtigen sei, was dem Rechtsempfin-

den widerspreche. Zudem sei gemäss GAVP eine rasche Nachzahlung – was wohl 

mit einer Wiedergutmachung gleichgesetzt werden könne – bloss strafmildernd zu 

berücksichtigen, womit eine ausgebliebene Nachzahlung neutral und nicht straf-

schärfend zu werten sei. Die Unternehmensgrösse und die effektive Höhe der geld-

werten Verfehlungen würden im Reglement A._____ nicht für die Bemessung der 

Konventionalstrafe herbeigezogen, obwohl sie in Art. 38 Abs. 4 GAVP als Kriterien 

aufgelistet würden. Die Beklagte habe sich – so die Vorinstanz – mit den einzelnen 

Kriterien des Reglements A._____ und dessen Anhang 1 auseinandergesetzt und 

deren Unangemessenheit rechtsgenügend dargelegt. Sie mache zu Recht geltend, 

diese stützten sich nicht vollends auf den GAVP ab und führten zu unverhältnis-

mässigen Ergebnissen. Das Argument des Klägers, dass das Reglement automa-

tisch angemessen sein müsse, da es von einem paritätischen Vollzugsorgan erlas-

sen worden sei, sei nicht zu hören. Das Reglement A._____ sei – so die Vorinstanz 

abschliessend – im vorliegenden Fall für die Bemessung der Konventionalstrafe 

nicht anwendbar (Urk. 31 S. 14-16).

Weiter erwog die Vorinstanz, die Konventionalstrafe in der Höhe von 

Fr. 22'419.– sei unter Berücksichtigung aller Umstände unangemessen hoch und 

nicht mehr mit Recht und Billigkeit zu vereinbaren. Die Konventionalstrafe sei man-

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gels Verbindlichkeit der vom Kläger angewandten Kriterien neu festzusetzen. Als 

Indiz des Übermasses komme der höchstmögliche Schaden in Betracht. Deswegen 

und weil nichts Gegenteiliges aus dem GAVP hervorgehe, werde vom Betrag der 

geldwerten Verfehlungen ausgegangen. Die in Art. 38 Abs. 4 GAVP festgelegte 

Höchststrafe von Fr. 50'000.– diene als Referenz. Für die Berechnung einer ange-

messenen Konventionalstrafe würden die Kriterien in Art. 38 Abs. 4 GAVP und die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung beigezogen. Die absolute Höhe der vorenthal-

tenen geldwerten Leistungen beziehungsweise das Ausmass der Bereicherung der 

fehlbaren Arbeitgeberin und der Schädigung der Arbeitnehmerinnen halte sich vor-

liegend in Grenzen, da es sich bei der Beklagten um ein kleines Unternehmen mit 

wenigen Mitarbeiterinnen und überschaubaren Löhnen handle. Im Vergleich zu an-

deren möglichen fehlbaren Unternehmen mit geldwerten Verfehlungen, die sich im 

sechsstelligen Beträgen zeigen könnten, schienen Fr. 10'709.80 für drei Mitarbei-

terinnen tief. Allerdings müsse beachtet werden, dass jeder einzelnen Mitarbeiterin 

anteilsmässig ein ganzer Monatslohn vorenthalten geblieben sei. Für jede einzelne 

Mitarbeiterin stelle dies ein bedeutender Lohnbestandteil dar, weshalb sich die re-

lative Höhe im mittleren Teil bewege. Die Kontrolldauer habe 18 Monate, von Ja-

nuar 2018 bis Juni 2019 betragen, wobei unerfindlich sei, wie sich dieses Kriterium 

auf die Konventionalstrafe auswirken solle. Das Kriterium sei deshalb neutral zu 

werten. Die absolute Anzahl der kontrollierten Arbeitnehmerinnen sei tief, da nur 

vier Mitarbeiterinnen kontrolliert worden seien. Dies stelle allerdings 100 % der ver-

liehenen Arbeitnehmerinnen dar, weshalb es keine Dunkelziffer gebe, was zuguns-

ten der Beklagten zu werten sei. Die unterbliebene Nachzahlung sei neutral zu wer-

ten. Eine Verletzung von nicht geldwerten GAV-Bestimmungen habe gemäss Kon-

trollbericht zwar vorgelegen, da diese aber nicht Gegenstand des Verfahrens bilde-

ten, seien sie nicht zu berücksichtigen. Die besondere Schwere einer mehrfachen 

Verletzung sei nicht gegeben, was sich daher nicht strafschärfend auswirke. Zum 

Verschulden sei anzuführen, dass die Beklagte gegen eine entscheidende und un-

missverständliche Bestimmung des GAVP verstossen habe, die sie hätte kennen 

müssen. Allerdings handle es sich um eine erstmalige GAV-Verletzung, welche 

durch Nichtwissen erfolgt sei. Es sei bei der Beklagten keine Bereicherungs- oder 

Schädigungsabsicht ersichtlich. Vom Erfordernis des 13. Monatslohns habe die Be-

- 13 -

klagte erst an einem Seminar erfahren und habe daraufhin sofort Massnahmen ge-

troffen, um den GAV-Bestimmungen Folge zu leisten, und dies noch vor dem Kon-

trollbericht. Allerdings seien die getroffenen Massnahmen untauglich gewesen. 

Weiter seien bei der unterlassenen Auszahlung des 13. Monatslohns keine Min-

destlöhne verletzt worden, und es seien auch sonst keine systematischen Vernach-

lässigungen der Arbeitgeberpflichten ersichtlich. Das Verschulden sei als leicht bis 

mittel zu werten. Der Zweck der Konventionalstrafe, Vertragsverletzungen zu be-

strafen und künftige Verletzungen zu verhindern, könne vorliegend nur teilweise 

erfüllt werden. Es bedürfe keiner hohen Strafe, da der GAVP nicht vorsätzlich ver-

letzt worden sei. Zudem sei die Beklagte seit 14. April 2020 nicht mehr im Perso-

nalverleih tätig, womit nicht künftige Verletzungen zu verhindern seien. Das Straf-

bedürfnis sei gering. Das Verschulden sei als leicht bis mittel einzustufen. Straf-

schärfende Elemente seien keine ersichtlich. Aus diesen Gründen scheine eine Re-

duktion um 75 % angemessen, womit sich die Konventionalstrafe auf Fr. 2'677.45 

belaufe (Urk. 31 S. 17-21).

4.2. Der Kläger rügt zusammengefasst, die Vorinstanz sei zu Unrecht zum Schluss 

gelangt, das Reglement A._____ führe zu unangemessenen Ergebnissen und sei 

vorliegend nicht anwendbar. Die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite hätten das 

Reglement paritätisch ausgearbeitet und die Nicht-Geringfügigkeit gemäss Art. 20 

Abs. 2 AVG sowie die Bemessungsgrundlagen gemäss Art. 38 Abs. 4 GAVP kor-

rekt konkretisiert. Die einschlägige, auch für die Beklagte verbindliche Rechtspre-

chung und zulässige Praxis zu Art. 20 Abs. 2 AVG sowie Art. 38 Abs. 4 GAVP sei 

in paritätischer Besetzung in einem Reglement verbrieft worden. Dies sei auch im 

Fall einer Unverbindlichkeit des Reglements festzuhalten. Weiter rügt der Kläger 

die vorinstanzliche Würdigung zu allen Kriterien und macht geltend, sie habe eine 

völlig unangemessene Reduktion anstelle einer Erhöhung der "Einsatzstrafe" von 

Fr. 10'709.80 vorgenommen (Urk. 30 Rz. 8 f.).

4.3. Die Beklagte argumentiert zusammengefasst, den vorinstanzlichen Erwägun-

gen sei zu folgen. Auf das Reglement A._____ und den darin vorgesehenen 

Konventionalstrafenrechner könne nicht abgestellt werden (Urk. 35 Rz. 39-63). Die 

- 14 -

Beklagte setzt sich ebenfalls mit allen vom Kläger betreffend die Festsetzung der 

Konventionalstrafe gerügten Kriterien auseinander (Urk. 35 Rz. 54-87).

4.4.1. Das Reglement A._____, auf das der Kläger seine Argumentation stützt, 

wurde nicht allgemeinverbindlich erklärt und hat daher im Verhältnis zur Beklagten 

als Aussenseiterin keine Wirkung (vgl. vorne Erw. II.2.1). Dass das Reglement pa-

ritätisch ausgehandelt wurde, ändert daran nichts. Im Verhältnis zu Aussenseitern 

verkörpert es lediglich die mangels Allgemeinverbindlicherklärung nicht massgebli-

che gemeinsame Praxis der Vertragsparteien zur Bemessung der Konventional-

strafe gemäss Art. 38 GAVP. Die Beklagte übernahm das Reglement auch nicht 

schuldrechtlich. Mit der Vorinstanz ist damit festzuhalten, dass Art. 38 Abs. 4 und 

Abs. 5 GAVP die Grundlage für die Bemessung der Konventionalstrafe bildet 

(Urk. 31 S. 14; zum Wortlaut siehe vorne Erw. II.2.2). Die Bemessungskriterien 

werden in Art. 38 Abs. 4 GAVP genannt. Der Höchstbetrag der Konventionalstrafe 

beträgt Fr. 50'000.–, wobei gemäss Art. 38 Abs. 5 GAVP bei Rückfall oder mehr-

maliger Verletzung des GAVP der volle Rahmen der Konventionalstrafe ausge-

schöpft werden kann und dabei die Grösse der fehlbaren Unternehmung angemes-

sen zu berücksichtigen ist (vgl. Urk. 31 S. 14). Wie Art. 38 GAVP zu verstehen ist, 

ist, da es sich um eine indirekt-schuldrechtliche Bestimmung des Gesamtarbeits-

vertrages handelt (zur Abgrenzung von normativen, indirekt-schuldrechtlichen und 

schuldrechtlichen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrags vgl. Stöckli, Fach-

handbuch Arbeitsrecht, Kapitel 13 N 85-113), wie bei normativen Bestimmungen 

nach den bei Gesetzen geltenden Regeln zu bestimmen (Portmann/Wildhaber/Ru-

dolph, Schweizerisches Arbeitsrecht, 5. Aufl., N 1138, N 1159). In erster Linie ist 

der Wortlaut massgeblich. Abweichungen vom klaren Wortlaut sind zulässig, wenn 

triftige Gründe zur Annahme bestehen, dass er nicht dem wahren Sinn der Bestim-

mung entspricht. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte der 

Norm (historische Auslegung), ihrem Sinn und Zweck (teleologische Auslegung) 

oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften (systematische Ausle-

gung) ergeben (OGer ZH NP220003 vom 20. Februar 2023 E. 8.4 m.w.H.; OGer 

ZH NP210004 vom 11. Mai 2021 E. 4.2 i.V.m. E. 3.1; OGer ZH III. Zivilkammer 

25. Oktober 2007, in: ZR 107/2008 S. 239). Ein übereinstimmender Wille der am 

Abschluss des Gesamtarbeitsvertrags beteiligten Parteien betreffend Art. 38 GAVP 

- 15 -

wird (für den insoweit relevanten Zeitpunkt des Vertragsschlusses) auch vom Klä-

ger nicht geltend gemacht. Selbst wenn ein solcher geltend gemacht wäre und er-

mittelt werden könnte, müsste er allerdings im Verhältnis zu Aussenseitern einer 

objektiven Auslegung nach Wortlaut, Sinnzusammenhang und Zweck standhalten 

(BGE 133 III 213 E. 5.2; Portmann/Wildhaber/Rudolph, Schweizerisches Arbeits-

recht, 5. Aufl., N 1138 und 1159; ZK OR-Staehelin/Vischer, Art. 365 N 110 und 

Art. 356b N 144). Die vom Kläger aus dem Reglement A._____ – konkret Art. 31 

Abs. 1 und Abs. 1bis sowie Anhang 1 (Konventionalstrafenrechner, Urk. 5/9) – ab-

geleiteten Argumente sind bei der von Amtes wegen vorzunehmenden Auslegung 

der in Art. 38 GAVP definierten Bemessungskriterien lediglich in diesem Licht (und 

nicht im Sinne eines gemeinsamen Verständnisses der Vertragsparteien betreffend 

die Auslegung von Art. 38 GAVP) zu prüfen, soweit eine solche für die Beurteilung 

der Übermässigkeit der Konventionalstrafe notwendig ist. Dabei handelt es sich um 

Rechts- und nicht um Sachverhaltsfragen (insofern anders argumentierend die Vor-

instanz in Urk. 31 S. 14 unter Bezugnahme auf OGer ZH NP210004 vom 11. Mai 

2021 E. 5.1.2; vgl. Urk. 30 Rz. 7, Rz. 8.18; Urk. 35 Rz. 37). Abgesehen davon kann 

auf die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 31 

S. 17 f.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend ist festzuhalten, dass die 

Konventionalstrafe sich nach Art. 38 GAVP unter Mitberücksichtigung der zu 

Art. 160 OR entwickelten Bemessungsgrundsätze richtet. Bei der Bemessung der 

gesamtarbeitsvertraglichen Konventionalstrafe ist namentlich die Schwere der Ver-

tragsverletzung, das Verschulden, der Zweck, Vertragsverletzungen zu bestrafen 

und künftige Verletzungen zu verhindern, sowie das Ausmass der Bereicherung 

der fehlbaren Arbeitgeberin und der Schädigung der Arbeitnehmerinnen zu berück-

sichtigen (BGE 116 II 302 E. 3). Übermässige Konventionalstrafen sind herabzu-

setzen (Art. 163 Abs. 3 OR). Dies gilt erst recht, wenn das Gericht wie im vorlie-

genden Fall, in welchem die Höhe der Konventionalstrafe von einer Partei einseitig 

bestimmt und nicht im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt wurde, nicht in die 

Vertragsfreiheit der Parteien eingreift (BGE 116 II 302 E. 4 m.H.a. Art. 163 Abs. 3 

OR; OGer ZH NP220003 vom 20. Februar 2023 E. 9.4 S. 37). Ob eine Konventio-

nalstrafe als übermässig hoch zu qualifizieren ist, ist aufgrund einer Gesamtbeur-

teilung der Umstände des Einzelfalls zu entscheiden, die der Schwere der Vertrags-

- 16 -

verletzung, dem Verschulden sowie dem Zweck Rechnung zu tragen hat, Vertrags-

verletzungen zu bestrafen und künftige Verletzungen zu verhindern (BGE 116 II 

302 E. 3; ZK OR-Staehelin/Vischer, Art. 357a N 72 ff.). Erweist sich eine Konventi-

onalstrafe unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls als übermässig, 

ist diese vom Gericht nicht neu in der ihm angemessenen erscheinenden Höhe 

fest-, sondern lediglich auf das noch zulässige Mass herabzusetzen (BGE 133 III 

201 E. 5.2). Das gilt – entgegen der Vorinstanz – auch, wenn die Konventionalstrafe 

von einer Vertragspartei nach falschen Kriterien festgesetzt worden sein sollte. Ab-

schliessend ist darauf hinzuweisen, dass aus einem Vergleich zur bestätigten Kon-

ventionalstrafe in der Höhe von Fr. 21'728.– im Verfahren OGer ZH NP210004 vom 

11. Mai 2021 nur sehr eingeschränkt Erkenntnisse für das vorliegende Verfahren 

gewonnen werden können. In jenem Verfahren ging es um eine sogenannte "nicht-

geldwerte Verfehlung" gemäss Reglement A._____. Konkret waren mindestens 

39 Arbeitnehmende nicht ausreichend BVG-versichert und hätten im Invaliditätsfall 

keinen oder einen ungenügenden Versicherungsanspruch gehabt. Die Beitrags-

nachzahlungen beliefen sich auf rund Fr. 35'000.– (OGer ZH NP210004 vom 

11. Mai 2021 E. 3.2 und E. 5.1.2; vgl. Urk. 30 Rz. 8.2 f., Rz. 9.12; Urk. 35 Rz. 40-

42, Rz. 86; Urk. 42 Rz. 7-9; Urk. 44 Rz. 4). Vorliegend geht es darum, die Konven-

tionalstrafe unter Berücksichtigung der konkreten – vom erwähnten Verfahren eben 

abweichenden – Umstände des vorliegenden Einzelfalls zu überprüfen:

4.4.2. Art. 37 f. GAVP sieht für nicht mehr geringfügige Verstösse eine Konventio-

nalstrafe von bis zu maximal Fr. 50'000.– vor. Eine Erweiterung des Konventional-

strafenrahmens nach oben findet weder bei Rückfall noch bei mehrmaliger Verlet-

zung des GAVP statt, diesfalls kann aber gemäss Art. 38 Abs. 5 GAVP der volle 

Rahmen der Konventionalstrafe ausgeschöpft werden. Der Konventionalstrafen-

rahmen gilt zudem grundsätzlich unabhängig von der Grösse des fehlbaren Unter-

nehmens (vgl. dazu aber Art. 38 Abs. 5 GAVP). Der Konventionalstrafenrahmen 

deckt folglich theoretisch eine grosse Bandbreite von Sachverhalten ab, die vom 

gerade nicht mehr geringfügigen, fahrlässigen Verstoss durch eine kleine Arbeitge-

berin bis zum sehr schweren, mehrfachen vorsätzlichen Verstoss durch eine 

grosse Arbeitgeberin reicht. Sollten schwere Fälle in der Praxis der paritätischen 

Kommission tatsächlich kaum vorkommen (Urk. 30 Rz. 9.11), rechtfertigt das nicht, 

- 17 -

den Konventionalstrafenrahmen abweichend vom klaren Wortlaut von Art. 38 

GAVP ohne diese Fälle zu denken.

4.4.3. Zur Beurteilung der objektiven Schwere der Vertragsverletzung sind neben 

der eigentlichen Schwere der Vertragsverletzung das Ausmass der Bereicherung 

der fehlbaren Arbeitgeberin und der Schädigung der Arbeitnehmerinnen zu berück-

sichtigen (vgl. BGE 116 II 302 E. 3). In Art. 38 GAVP wird die objektive Schwere 

mit den Beurteilungselementen der Höhe der vorenthaltenen geldwerten Leistun-

gen, der Kontrolldauer und der Anzahl kontrollierter Arbeitnehmerinnen widergege-

ben. Mit Bezug auf die Schwere der Vertragsverletzung rügt der Kläger, die Vor-

instanz hätte für die Berechnung der Konventionalstrafe nicht vom absoluten Be-

trag der geldwerten Verfehlungen ausgehen dürfen (Urk. 30 Rz. 9.5; Urk. 35 

Rz. 67-71; Urk. 42 Rz. 37-39). Das im Reglement A._____ enthaltene Kriterium der 

Soll-Lohnsumme beziehungsweise des prozentualen Anteils der geldwerten Ver-

fehlung zur Soll-Lohnsumme zur Berechnung der Grundkonventionalstrafe finde im 

GAVP entgegen der vorinstanzlichen Ansicht eine genügende normative Grund-

lage (Urk. 30 Rz. 8.4-8.11; vgl. Art. 31 sowie Anhang 1 Ziff. 1.1 lit. a, b Reglement 

A._____ [Urk. 5/9]). Dem ist nicht zu folgen: In Art. 38 Abs. 4 GAVP wird die Höhe 

der vorenthaltenen geldwerten Leistung als Kriterium für die Bemessung der Kon-

ventionalstrafe aufgeführt. Darunter ist – worauf auch die Beklagte hinweist 

(Urk. 35 Rz. 47) – die absolute Höhe der vorenthaltenen Leistungen zu verstehen 

(zur Auslegung vorne Erw. II.4.4.1): Der Wortlaut der "Höhe der vorenthaltenen 

geldwerten Leistung" bezieht sich klar auf die absolute Höhe, denn Höhe bedeutet 

gemäss Duden2 unter anderem eine in Zahlen ausdrückbare Grösse, wie zum Bei-

spiel die Höhe des Einkommens oder die Höhe eines Preises. Das teleologische 

Argument des Klägers, wonach die vorenthaltenen Leistungen nur dann als Grad-

messer für die Bedeutung der Verfehlungen gelten könnten, wenn sie in Relation 

zu den korrekt erbrachten Leistungen gesetzt würden (Urk. 42 Rz. 11), ist abzuleh-

nen. Sowohl die absolute wie auch die prozentuale Verfehlung bilden valable Grad-

messer der Bedeutung einer Verfehlung. Dass sich aus dem weiteren Kriterium der 

"Anzahl kontrollierter Arbeitnehmer" aus systematischer Sicht die Ermittlung eines 

2 Siehe: https://www.duden.de/rechtschreibung/Hoehe, Ziff. 3.a, zuletzt besucht am 10. April 2025.

- 18 -

Verhältnisses ergeben soll (Urk. 30 Rz. 8.17), ist nicht evident. Auch aus dem im 

Reglement A._____ enthaltenen Verweis auf die Nichtgeringfügigkeit im Sinne von 

Art. 20 Abs. 2 AVG kann der Kläger nichts ableiten (Urk. 30 Rz. 8.7-11; Urk. 42 

Rz. 18 f.; vgl. Urk. 35 Rz. 49 f.). Die Erwähnung dieses Gesetzesartikels im Regle-

ment A._____ kann nichts zur Klärung der Frage beitragen, ob das Ins-Verhältnis-

Setzen von Ist- zu Soll-Lohnsumme in Art. 38 Abs. 4 GAVP, der vorliegend die 

Grundlage für die Konventionalstrafe bildet, eine Stütze findet. Und selbst wenn 

dies anders beurteilt würde, folgte aus der grundsätzlichen Zulässigkeit der Ermitt-

lung eines Verhältnisses nicht, dass die im Konventionalstrafenrechner vorgese-

hene Berechnung einer Grundkonventionalstrafe bei der Anwendung von Art. 38 

Abs. 4 GAVP heranzuziehen wäre. Hinsichtlich der vorinstanzlichen Beurteilung 

der Kontrolldauer rügt der Kläger, die relativ kurze Kontrolldauer von 18 Monaten 

sei straferhöhend zu berücksichtigen. Je länger nämlich die Kontrolldauer sei, 

desto grösser sei die Wahrscheinlichkeit, auf Verfehlungen zu stossen. Bei erheb-

lichen Verstössen innert kurzer Zeit erscheine das Verschulden folglich grösser. Je 

kürzer zudem die Kontrolldauer sei, desto ungenauer würden periodische GAV-

Verstösse erfasst. Verfehlungen aufgrund periodischer GAV-Verstösse innert einer 

kurzen Zeitspanne müssten erhöhend berücksichtigt werden (Urk. 30 Rz. 9.7). Es 

mag sein, dass eine Kontrolldauer von 18 Monaten im unteren Bereich des Übli-

chen liegt (vgl. OGer ZH NP220003 vom 20. Februar 2023 E. I.2 [Kontrollzeitraum 

12 Monate]; OGer ZH NP200016 vom 18. September 2020 E. 1.4 [Kontrollzeitraum 

4.5 Jahre]; OGer ZH NP240004 vom 11. Mai 2021 E. 1.2 [Kontrollzeitraum 24 Mo-

nate]). Dass dies aber vorliegend straferhöhend zu berücksichtigen wäre, ist abzu-

lehnen. Die Dauer der Kontrolle beeinflusst in der Regel massgeblich die Höhe der 

festgestellten vorenthaltenen Leistungen und damit die Konventionalstrafe (BGE 

116 II 302 E. 3). Lange Kontrollintervalle führen zu potentiell höheren Sanktionen, 

was über die (sanktionsmindernde) Berücksichtigung der Kontrolldauer korrigiert 

werden kann (vgl. BGE 116 II 302 E. 3). Ob umgekehrt eine kurze Kontrolldauer 

erhöhend zu berücksichtigen wäre, ist fraglich, würde aber jedenfalls im Betrag der 

geldwerten Verfehlungen und der Bereicherung der Arbeitgeberin beziehungs-

weise der Schädigung der Arbeitnehmerinnen nicht abgebildete erschwerende Um-

stände voraussetzen, die vorliegend weder dargetan noch ersichtlich sind. Die 

- 19 -

GAV-Verletzung betraf den 13. Monatslohn, was sich (lediglich) aufgrund des Ent-

löhnungsmodells jeden Monat in einer nicht korrekten Lohnauszahlung nieder-

schlug. Aufgrund der Prüfungsspanne über eineinhalb Jahre konnten zudem sämt-

liche Pflichten – auch solche, die bloss einmal pro Jahr zu erfüllen waren – kontrol-

liert werden, ohne dass sich weitere Verfehlungen zeigten. Es rechtfertigt sich vor 

diesem Hintergrund, der Vorinstanz zu folgen, die das Kriterium der Kontrolldauer 

neutral gewichtete. Mit Bezug auf die vorinstanzliche Würdigung der Anzahl der 

kontrollierten Arbeitnehmerinnen rügt der Kläger, die Kontrolle aller vier Mitarbeite-

rinnen und das Fehlen einer Dunkelziffer sei nicht zugunsten der Beklagten zu wer-

ten. Es sei bei drei von vier Arbeitnehmerinnen zu erheblichen Verfehlungen ge-

kommen, was zumindest nicht positiv ins Gewicht fallen dürfe (Urk. 30 Rz. 9.8). Die 

Beklagte argumentiert demgegenüber, das Fehlen einer Dunkelziffer sei zu ihren 

Gunsten zu werten (Urk. 35 Rz. 79, Rz. 60; Urk. 23 Rz. 52). Es ist nicht ersichtlich, 

inwiefern die Anzahl der kontrollierten Arbeitnehmerinnen vorliegend einen Einfluss 

auf die Schwere der Vertragsverletzung haben könnte. Weder die Tatsache, dass 

betreffend drei Vierteln der Arbeitnehmerinnen Verfehlungen festgestellt werden 

konnten, noch das Fehlen einer Dunkelziffer sind erschwerend oder relativierend 

zu werten. Mit Bezug auf das Ausmass der Bereicherung der fehlbaren Arbeitge-

berin und der Schädigung der Arbeitnehmerinnen rügt der Kläger, wer drei von vier 

Arbeitnehmerinnen einen Zwölftel des Jahressalärs vorenthalte, bereichere sich 

ganz erheblich. Mit einer Differenz von 6.49 % zur Soll-Lohnsumme bewege sich 

die relative Höhe der geldwerten Verfehlungen klarerweise nicht mehr im mittleren 

Bereich, sondern entspreche einem schweren Verschulden (Urk. 30 Rz. 9.6). Die 

Beklagte bestreitet, dass sie sich aufgrund der GAVP-Verletzungen bereichert 

habe und ihre Mitarbeiterinnen eine finanzielle Einbusse erlitten hätten. Sie habe 

im vorinstanzlichen Verfahren dargelegt, dass die Löhne der drei betroffenen Mit-

arbeiterinnen vom Einsatzbetrieb vordefiniert worden seien und sämtliche weiteren 

Lohnkomponenten, wie auch ein 13. Monatslohn, darin enthalten gewesen seien. 

Sie sei verpflichtet gewesen, die Löhne in der vorgegebenen Höhe in die Arbeits-

verträge zu übernehmen, weshalb ihr einziges Versehen gewesen sei, den 13. Mo-

natslohn nicht separat ausgewiesen zu haben (Urk. 35 Rz. 72). Der Kläger erwidert 

diesbezüglich zu Recht, dass die Beklagte in derselben Eingabe, in der sie die vor-

- 20 -

stehenden Ausführungen machte, zwei Mal ausführte, sie anerkenne, dass der 

13. Monatslohn nicht in der "all in rate" [Gesamtsatz, alles inklusive] enthalten ge-

wesen sei (Urk. 42 Rz. 40 m.H.a. Urk. 35 Rz. 6 und Rz. 36). Diese Ausführungen 

blieben unkommentiert (vgl. Urk. 44). Es ist folglich von der vorinstanzlich festge-

stellten geldwerten Verfehlung von Fr. 10'709.80 auszugehen. Der Argumentation 

des Klägers, dass die relative Höhe der geldwerten Verfehlungen dem hohen und 

nicht dem mittleren Bereich zuzuordnen sei, kann jedoch nicht gefolgt werden, sind 

doch betrags- und wertungsmässig weit gravierendere Verstösse, wie beispiels-

weise vorsätzlich fehlende Versicherungsdeckungen (Art. 29-31 GAVP) oder Ver-

letzungen von Mindestlöhnen (Art. 20 GAVP), denkbar. Dass jeder einzelnen Mit-

arbeiterin gleichwohl anteilsmässig ein ganzer Monatslohn, auf den sie Anspruch 

gehabt hätte, vorenthalten blieb, hat die Vorinstanz in ihre Wertung einbezogen. 

Nicht ausser Acht gelassen werden kann zudem der Aspekt, dass keine Mindest-

löhne verletzt wurden. Dieser relativiert zwar nicht die Schwere der Vertragsverlet-

zung an sich (vgl. Urk. 30 Rz. 9.10; Urk. 35 Rz. 83 sowie nachstehende Erw.), kann 

bei der Gesamtwürdigung, die auch die Einordnung der konkreten Vertragsverlet-

zung in den u.a. mehrfache Verletzungen abdeckenden Konventionalstrafenrah-

men erfordert, aber nicht unberücksichtigt bleiben. Insgesamt ist festzuhalten, dass 

die objektive Schwere der Vertragsverletzung im unteren Bereich liegt.

4.4.4. Bei der Bemessung einer im GAV vorgesehenen Konventionalstrafe sind die 

auf der Grundlage von Art. 160 OR entwickelten Bemessungsgrundsätze in ange-

passter Form zu berücksichtigen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist 

bei der Festsetzung gesamtarbeitsvertraglicher Konventionalstrafen namentlich 

auch das Verschulden im Sinn der Verschuldensform zu berücksichtigen (vorne 

II.4.4.1 m.H.a. BGE 116 II 302 E. 3); sie definiert die subjektive Schwere der Ver-

tragsverletzung. Diesbezüglich ist dem Kläger zu folgen (Urk. 42 Rz. 27). Dagegen 

bleibt im vorliegenden Zusammenhang kein Anwendungsspielraum für den ver-

schuldensabhängigen Multiplikator einer Grundkonventionalstrafe (vgl. Urk. 35 

Rz. 54-57; Urk. 42 Rz. 28 f.), der sich einerseits nur im zwischen den Prozesspar-

teien nicht anwendbaren Reglement A._____ findet und sich andererseits am pro-

zentualen Anteil der geldwerten Verfehlung an der kontrollierten Lohnsumme be-

misst, sich also an der objektiven Schwere der Vertragsverletzung orientiert (zu 

- 21 -

deren Bestimmung vgl. vorstehende Erw.). Dass vorliegend ein mehr als geringfü-

giger Verstoss zu beurteilen ist, wie auch die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat 

(vorne Erw. II.2.3), ändert daran nichts. Der Kläger rügt, in der Personalverleihbran-

che gehöre die Auseinandersetzung mit den aktuell geltenden arbeitsgesetzlichen 

und gesamtarbeitsvertraglichen Bestimmungen zu den elementaren Sorgfalts-

pflichten. Nichtwissen sei grundsätzlich nicht entschuldbar. Hätte die Beklagte sich 

nicht bereichern oder ihre Arbeitnehmerinnen nicht schädigen wollen, hätte sie die 

nicht bezahlten 13. Monatslöhne im Nachhinein ausbezahlt, was sie nicht getan 

habe. Die Einhaltung der Mindestlöhne könne sich nicht verschuldensmindernd 

auswirken. Andernfalls müssten sich auch die Einhaltung des Ferienlohns (Art. 13 

GAVP), die Einzahlung der Feiertagsentschädigung (Art. 14 GAVP), ja sämtliche 

von der Beklagten eingehaltenen zwingenden GAVP-Bestimmungen verschulden-

smindernd auswirken. Mit anderen Worten könne die Nicht-Verletzung anderer 

Normen das Verschulden weder relativeren noch mindern (Urk. 30 Rz. 9.10). Letz-

terem ist zuzustimmen: Die Nichtverletzung von Mindestlöhnen ist im Rahmen der 

Verschuldensbeurteilung nicht zugunsten der Beklagten zu werten, wären doch 

dann – worauf der Kläger hinweist – alle anderen eingehaltenen GAVP-Bestimmun-

gen auch zugunsten des Beklagten zu werten (vgl. indessen zur Berücksichtigung 

bei der objektiven Schwere vorstehende Erw.). Der entgegengesetzten Argumen-

tation der Beklagten ist nicht zu folgen (Urk. 35 Rz. 83). Weiter ist der vorinstanzli-

chen Argumentation, die GAV-Verletzung sei durch Nichtwissen erfolgt, zu folgen: 

Zwar handelt sich bei der Bestimmung zum 13. Monatslohn in Art. 18 Abs. 2 GAVP 

um eine unmissverständliche Regelung, welche die Beklagte hätte kennen müssen 

(vgl. Urk. 35 Rz. 82 m.H.a. Urk. 30 Rz. 9.11). Dass sie grobfahrlässig, aber nicht 

absichtlich dagegen verstiess, muss jedoch bei der Gewichtung des Verschuldens 

leicht relativierend mitgewürdigt werden. Die Umsetzung der Deklaration des 

13. Monatslohns, den die Beklagte nach Kenntnis der entsprechenden Bestim-

mung noch vor der Lohnkontrolle vornahm (Urk. 35 Rz. 82, Rz. 27; vgl. Urk. 44 

Rz. 6-10), kann demgegenüber nicht verschuldensvermindernd berücksichtigt wer-

den, weil das Verschulden des Nicht-Kennens der entsprechenden GAVP-Bestim-

mung dadurch nicht verkleinert wird. Insgesamt ist das (subjektive) Verschulden als 

im mittleren Bereich liegend zu werten. 

- 22 -

4.4.5. Weiter zu berücksichtigen ist der Zweck, Vertragsverletzungen zu bestrafen 

und künftige Verletzungen zu verhindern (vorne II.4.4.1 m.H.a. BGE 116 II 302 

E. 3). Damit eng zusammenhängend ist das Strafbedürfnis, das insbesondere die 

in Art. 38 Abs. 5 GAVP erwähnte Berücksichtigung strafmildernder Elemente wie 

die rasche Nachzahlung der vorenthaltenen geldwerten Leistungen umfasst. Dies-

bezüglich rügt der Kläger, die unterbliebene Nachzahlung sei straferhöhend zu wer-

ten (Urk. 30 Rz. 9.9, Rz. 8.14). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass es nicht ein-

leuchtet, dass die in Art. 38 Abs. 4 GAVP als strafmilderndes Element erwähnte 

"rasche Nachzahlung der vorenthaltenen geldwerten Leistungen" – mit anderen 

Worten die rasche Wiedergutmachung – im Reglement A._____ sowohl strafmil-

dernd wie strafverschärfend berücksichtigt wird. Das entspricht jedenfalls nicht dem 

klaren Wortlaut von Art. 38 Abs. 4 GAVP, der von einer Strafmilderung spricht und 

dementsprechend von einer Nachzahlung ausgeht, die dann relativierend zu be-

rücksichtigen ist, wenn sie rasch erfolgt. Wäre dies beim Erlass des GAVP anders 

gewesen, hätte Art. 38 Abs. 4 GAVP anders formuliert werden müssen, zumal an 

das Kriterium bei Erlass des GAVP offensichtlich gedacht worden war (vgl. Urk. 35 

Rz. 53). Der gegenteiligen Argumentation des Klägers ist nicht zu folgen (Urk. 42 

Rz. 24 f.). Wie sich die gemäss Reglement strafmildernd und strafschärfend zu be-

rücksichtigende Wiedergutmachung mit dem Rechtsempfinden vereinbaren lässt 

(vgl. Urk. 31 S. 15, Urk. 30 Rz. 8.13 f.), braucht mangels Relevanz nicht weiter er-

örtert zu werden. Die fehlende Nachzahlung ist davon ausgehend, wie die Vorin-

stanz festhielt (Urk. 31 S. 19), neutral zu werten. Mit Blick auf den Zweck der Kon-

ventionalstrafe, Vertragsverletzungen zu bestrafen und künftige Verletzungen zu 

verhindern, ging die Vorinstanz von einem geringen Strafbedürfnis aus, weil die 

Beklagte nicht mehr im Personalverleih tätig sei und künftige Verletzungen nicht 

mehr zu verhindern seien. Zudem bedürfe es keiner hohen Strafe, weil der GAVP 

nicht vorsätzlich verletzt worden sei (Urk. 31 S. 20). Der Kläger macht geltend, es 

sei unbestritten, dass die Beklagte nicht mehr im Personalverleih tätig sei und keine 

künftigen GAVP-Verletzungen abzuwehren seien. Falsch sei jedoch, es bedürfe 

keiner hohen Strafe, da der GAVP nicht vorsätzlich verletzt worden sei (Urk. 30 

Rz. 9.11). Die Beklagte entgegnet, sie sei seit 2020 nicht mehr im Personalverleih 

tätig, weshalb ein geringes Strafbedürfnis bestehe und was zu einer erheblichen 

- 23 -

Reduktion der Konventionalstrafe führen müsse (Urk. 35 Rz. 84). Ein GAV be-

zweckt nicht nur den Schutz der Arbeitnehmerinnen, sondern soll auch für gleiche 

Marktbedingungen sorgen. Es besteht vor allem bei allgemeinverbindlich erklärten 

GAV ein erhebliches Interesse daran, dass die in einem GAV festgehaltenen Mini-

malarbeitsbedingungen eingehalten werden (Geiser/Häfliger, Entwicklungen im Ar-

beitsrecht, in: SJZ 108/2012, S. 354). Die Konventionalstrafe hat damit einen über-

wiegenden Strafcharakter sowie general- und spezialpräventive Funktion. Sie soll 

künftige Verletzungen des GAV möglichst verhindern (BGer 4A_300/2007 vom 

6. Mai 2008 E. 2; Commentaire Stämpfli-Bruchez, Art. 357b N 36 m.H.a. BGE 116 

II 302; BK OR-Stöckli, Art. 357b N 11; Geiser/Müller/Pärli, Arbeitsrecht in der 

Schweiz, 5. Aufl. 2024, N 828 f.). Die spezialpräventive Funktion kann aufgrund der 

Aufgabe der Tätigkeit im Personalverleih nicht mehr erreicht werden. Ihre general-

präventive Funktion hat sie dadurch jedoch so wenig eingebüsst wie den Zweck, 

die Vertragsverletzung zu bestrafen. Insgesamt ist von einem mittleren Strafbedürf-

nis auszugehen. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass es sich bei der Beklagten 

um ein kleines Unternehmen handelt, bei dem auch ein geringerer Betrag Wirkung 

entfaltet (vgl. BGE 116 II 302 E. 4). 

4.4.6. Zusammenfassend ist von einer geldwerten Verfehlung von Fr. 10'709.80 

auszugehen. Dieser Betrag bildet den Ausgangspunkt zur Festsetzung der Kon-

ventionalstrafe, ist aber – entgegen der Ansicht der Beklagten (Urk. 35 Rz. 47; 

Urk. 23 Rz. 48) – nicht die maximal mögliche Konventionalstrafe. Aus BGE 116 II 

302 ergibt sich, dass die Höhe der geldwerten Verfehlungen weder den Mindest- 

noch den Höchstbetrag der gesamtarbeitsvertraglichen Konventionalstrafe, son-

dern nur ein Element in der Gesamtbeurteilung darstellt (BGE 116 II 302 E. 3). Et-

was anderes ergibt sich auch aus dem vorliegend anwendbaren GAVP nicht. Ob 

es sich bei den Fr. 10'709.80 vorliegend um den höchstmöglichen Schaden han-

delt, den das Bundesgericht bei vertraglichen Konventionalstrafen als ein Indiz für 

die Übermässigkeit berücksichtigt (vgl. BGE 133 III 201 E. 5.2; BGer 4A_107/2011 

vom 25. August 2011 E. 3.1), kann deshalb offenbleiben (vgl. Urk. 35 Rz. 47; 

Urk. 42 Rz. 12-17; Urk. 44 Rz. 6-10). Diese ist unter Berücksichtigung des Betrags 

der geldwerten Verfehlung in Höhe von Fr. 10'709.80 sowie den übrigen vorste-

hend ermittelten Faktoren und des Konventionalstrafenrahmens (dazu vorne 

- 24 -

Erw. II.4.4.1 f.) zu beurteilen. Insgesamt erscheint aufgrund der im unteren Bereich 

festzusetzenden objektiven Schwere der Vertragsverletzung (Erw. II.4.4.3), der im 

mittleren Bereich liegenden subjektiven Schwere (Erw. II.4.4.4), des ebenfalls im 

mittleren Bereich anzusiedelnden Strafbedürfnis und der Grösse des betroffenen 

Unternehmens (Erw. II.4.4.5) eine Konventionalstrafe, die mit Fr. 22'419.– bei etwa 

45 % der maximalen Konventionalstrafe liegt, als übermässig. Sie ist auf Fr. 7'500.– 

(entsprechend 15 %) herabzusetzen. 

4.5. Die Rügen des Klägers sind teilweise berechtigt. Die vorinstanzlich vorge-

nommene Reduktion der Konventionalstrafe auf Fr. 2'677.45 erweist sich als zu 

gross. Angemessen erscheint eine Reduktion der Konventionalstrafe auf 

Fr. 7'500.–.

5. Auferlegung Kontrollkosten

5.1. Die Vorinstanz erwog, gemäss Art. 38 Abs. 2 GAVP könnten den fehlbaren 

Unternehmen neben der Konventionalstrafe auch Kontrollkosten auferlegt werden. 

Art. 38 Abs. 6 GAVP statuiere hingegen, dass die SPKP dafür zu sorgen habe, 

dass "(...) die Konventionalstrafe zur Deckung der Kontrollkosten eingesetzt 

[werde] und allfällige Überschüsse in angemessener Weise, vor allem zugunsten 

allgemeiner Zwecke des vorliegenden Vertrags, verwendet [würden]". Aus diesen 

Bestimmungen gehe nicht klar hervor, unter welchen Umständen zusätzlich zur 

Konventionalstrafe den fehlbaren Unternehmen auch die Kontrollkosten aufzuerle-

gen seien und wann nicht. Die Interpretation des Beklagten, dass die Kontrollkosten 

nur dann gemäss Absatz 2 separat aufzuerlegen seien, wenn die Konventional-

strafe zur Deckung dieser Kosten nicht ausreiche, überzeuge. Nur so könnten beide 

Absätze ohne widersprüchliche Resultate angewendet und eine unrechtmässige 

Bereicherung des Klägers verhindert werden. Weiter handle sich bei Absatz 2 um 

eine "Kann-Vorschrift", gemäss welcher die Kontrollkosten im Einzelfall auch zu-

sätzlich zu einer Konventionalstrafe auferlegt werden könnten. Der Wortlaut von 

Absatz 6 hingegen lege nahe, dass die Deckung der Kontrollkosten primärer Ver-

wendungszweck der Konventionalstrafe darstelle und die Konventionalstrafe dafür 

eingesetzt werden müsse, da erst allfällige Überschüsse für Vertragszwecke ver-

- 25 -

wendet würden. Daher seien die Kontrollkosten primär durch die Konventional-

strafe zu decken und nicht zusätzlich aufzuerlegen (Urk. 31 S. 21).

5.2. Der Kläger rügt, die Vorinstanz interpretiere Art. 38 Abs. 2 i.V.m. Abs. 6 GAVP 

falsch. Die Paritätische Kommission entscheide autonom über die Verwendung der 

Konventionalstrafe. Aus Art. 38 Abs. 6 GAVP lasse sich keine zwingende Verpflich-

tung herleiten. Die Kontrollkosten des Klägers seien ausgewiesen, und diese könn-

ten gestützt auf Art. 38 Abs. 2 GAVP zusätzlich geltend gemacht werden (Urk. 30 

Rz. 10).

5.3. Die Beklagte argumentiert diesbezüglich zugunsten des vorinstanzlichen Ur-

teils (Urk. 35 Rz. 89).

5.4. Bei der Regelung der Kontrollkosten in Art. 38 GAVP handelt es sich um indi-

rekt-schuldrechtliche Bestimmungen, die wie normative Bestimmungen auszule-

gen sind (vorne Erw. II.4.4.1). Der Wortlaut von Art. 38 Abs. 2 und Abs. 6 (vorne 

Erw. II.2.2) spricht zusammen mit der Systematik und dem Zweck dafür, dass Ab-

satz 2 die Auferlegung von Verfahrens- und Kontrollkosten im konkreten Einzelfall 

regelt und in Absatz 6 nicht die spezifische Betriebsprüfung – wie sie vorliegend bei 

der Beklagten stattfand – geregelt wird, sondern es um eine allgemeine Zweckbin-

dung bezüglich der Verwendung eingeforderter Konventionalstrafen geht. Diese 

sollen nämlich gemäss Art. 38 Abs. 6 GAVP primär für die Finanzierung von Be-

triebsprüfungen verwendet werden, denn die Kontrollkosten sind nicht immer ab-

wälzbar (vgl. Art. 37 GAVP). Eine widerspruchsfreie Auslegung der beiden Absätze 

ist folglich möglich. Vorliegend wurde gestützt auf Art. 38 Abs. 2 GAVP eine Aufer-

legung der Kontrollkosten vorgenommen und diese sind kumulativ zur Konventio-

nalstrafe geschuldet.

5.5. Der Kläger dringt mit seiner diesbezüglichen Rüge durch.

6. Höhe der Kontrollkosten

6.1. Zur Höhe der Kontrollkosten erwog die Vorinstanz, insgesamt betrügen diese 

Fr. 2'975.80. Der Kläger habe aufgrund schweren Verschuldens 75 % der Beklag-

ten auferlegt. Dies stütze sich auf Art. 38 Abs. 2 und Abs. 4 GAVP i.V.m. Art. 31bis 

- 26 -

und Anhang 2 des Reglements A._____. Da der Beklagten ein leichtes bis mittleres 

Verschulden anzulasten sei und gemäss Kontrollbericht die Kooperationsbereit-

schaft gut gewesen sei, seien ihr gestützt auf das Reglement A._____ 5 % der Kon-

trollkosten, folglich Fr. 148.80 aufzuerlegen (Urk. 31 S. 21 f.).

6.2. Der Kläger rügt, der Beklagten seien 75 % der Kontrollkosten aufzuerlegen. 

Es sei von schwerem Verschulden auszugehen, was in Verbindung mit einer akti-

ven Kooperationsbereitschaft zu einer Übernahme von 75 % der Kontrollkosten 

(Fr. 2'231.85) führen müsse (Urk. 30 Rz. 10.1).

6.3. Die Beklagte geht im Rahmen ihrer Anschlussberufung von einem leichten 

Verschulden aus, weshalb ihr keine Kontrollkosten aufzuerlegen seien (Urk. 35 

Rz. 22-31). Im Eventualstandpunkt sei maximal leichtes bis mittleres Verschulden 

anzunehmen, was unter Berücksichtigung ihrer Kooperationsbereitschaft gestützt 

auf das Reglement A._____ zur Auferlegung von Kontrollkosten von maximal 5 % 

führe (Urk. 35 Rz. 88).

6.4. Die Beklagte lässt sich die Kontrollkosten basierend auf den im Reglement 

A._____ enthaltenen Kriterien zwar anrechnen, möchte aber das für die Auferle-

gung der Kontrollkosten gemäss Reglement A._____ massgebliche Verschulden 

anhand der gerichtlichen Würdigung und nicht anhand des Reglements A._____ 

bestimmt haben (vgl. Urk. 5/9 Anhang 2 Ziff. 2). Die Auferlegung der Kontrollkosten 

bestimmt sich mangels Allgemeinverbindlicherklärung des Reglements A._____ 

ausschliesslich aufgrund von Art. 38 Abs. 2 GAVP (vorne Erw. II.2.1 und 

Erw. II.4.4.1). Mit dem Kläger ist festzuhalten, dass ein teilweises Unterwerfen un-

ter das Reglement A._____, wie es die Beklagte möchte, widersprüchlich und damit 

nicht zulässig erscheint (Urk. 41 Rz. 18, Rz. 29-31). Gemäss Art. 38 Abs. 2 GAVP 

ist die Kostenauflage verschuldensunabhängig; es können die angefallenen und 

ausgewiesenen Kontrollkosten auferlegt werden. Dem Kläger sind unter diesem 

Titel die von ihm verlangten Kontrollkosten in der Höhe von Fr. 2'231.85 zuzuspre-

chen. Diese Kontrollkosten sind zusätzlich zur Konventionalstrafe zu bezahlen 

(vorne Erw. II.5).

- 27 -

7. Verzugszins

7.1. Die Vorinstanz erwog, aus dem Hinweis des Klägers auf Art. 38 Abs. 6 GAVP 

ergebe sich nicht, dass ein Verzugszins ab der Eröffnung des Beschlusses der Re-

kurskommission geschuldet sei. Im Umfang des geltend gemachten Verzugszinses 

sei die Klage mangels Substantiierung abzuweisen (Urk. 31 S. 23).

7.2. Der Kläger rügt, die vorinstanzlichen Erwägungen seien falsch. Sei die Zeit 

der Erfüllung weder durch Vertrag noch durch die Natur des Rechtsverhältnisses 

bestimmt, könne die Erfüllung gemäss Art. 75 OR sogleich geleistet und gefordert 

werden. Spätestens nachdem das Verfahren vor der Rekurskommission abge-

schlossen gewesen sei und die Beklagte mit Schreiben vom 1. September 2021 zu 

erkennen gegeben habe, dass sie die geltend gemachte Forderung nicht zahlen 

würde, sei der Verzug eingetreten (Urk. 30 Rz. 11.2). Der Zins sei seit 1. Septem-

ber 2021 zuzusprechen.

7.3. Die Beklagte schliesst sich dem vorinstanzlichen Urteil an und führt aus, es 

seien keine Ausführungen gemacht worden, ab welchem Datum die angebliche 

Forderung fällig geworden sei und ab wann sie sich in Verzug befunden habe, mit-

hin ob ein Verfalltag vorliege oder sie abgemahnt worden sei. Auch zur Höhe des 

Verzugszinses habe sich der Beklagte nicht geäussert (Urk. 35 Rz. 90).

7.4. Ist die Zeit der Erfüllung wie vorliegend weder durch Vertrag noch durch die 

Natur des Rechtsverhältnisses bestimmt, kann die Erfüllung sogleich geleistet und 

gefordert werden (Art. 75 OR). Ist eine Verbindlichkeit fällig, so wird die Schuldnerin 

durch Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt (Art. 102 Abs. 1 OR). Dem Be-

schluss der Rekurskommission vom 25. August 2021 (Urk. 5/17) kommt keine ho-

heitliche Wirkung zu (Senti, Die paritätische Kommission: Funktion, Kompetenzen 

und Verfahren, in: ARV 2021, S. 218). Da mit diesem Beschluss einzig die Höhe 

der Forderungen (zu hoch) festgesetzt und keine Zahlungsfrist angesetzt wurde, ist 

nicht davon auszugehen, dass es sich dabei um eine privatrechtliche Mahnung 

handelte (BSK OR-Widmer, Art. 102 N 6; vgl. Häberli, Verfahrensfragen im Zusam-

menhang mit Gesamtarbeitsverträgen, in: ArbR 2007 S. 50). Massgeblich wäre so-

mit die Zustellung des Schlichtungsbegehrens (BSK OR-Widmer, Art. 102 N 9). Da 

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dieses nicht bekannt ist, ist auf das Datum der Schlichtungsverhandlung vom 

15. September 2022 abzustellen (vgl. Urk. 1). Damit befindet sich die Beklagte seit 

dem 15. September 2022 in Verzug. Sie ist deshalb zu verpflichten, Verzugszins 

zu 5 % (Art. 104 OR) ab dem 15. September 2022 zu leisten. 

8. Fazit

Die Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils des Einzelgerichts im vereinfach-

ten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 29. Dezember 2023 ist damit aufzuhe-

ben und die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 9'731.85, zuzüglich 5 % Zins 

ab dem 15. September 2022, zu bezahlen. Im Mehrumfang ist die Klage abzuwei-

sen.

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

Die Prozesskosten beider Verfahren – des erstinstanzlichen Verfahrens und des 

Berufungsverfahrens – sind dabei grundsätzlich jener Partei, die gemäss Entscheid 

der Berufungsinstanz unterliegt, aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 

ZPO; ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 318 N 59). Kommt es in der Hauptberufung zu ei-

nem Endentscheid in der Sache und werden folglich auch die Anträge der An-

schlussberufungsklägerin prozessual oder materiell beurteilt, so sind die Prozess-

kosten so zu verteilen, wie wenn die Parteien je selbständig Berufung eingelegt 

hätten, mithin nach Massgabe des jeweiligen Obsiegens in der Hauptberufung ei-

nerseits und in der Anschlussberufung andererseits (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 313 

N 60). In der Regel werden also im Rahmen der Bemessung der Höhe der Pro-

zesskosten Berufung und Anschlussberufung je separat betrachtet (ZK ZPO-Reetz, 

Vorbemerkungen zu Art. 308-318 N 46).

2. Die in der Höhe unangefochten gebliebene und korrekt festgesetzte erst-

instanzliche Entscheidgebühr von Fr. 3'400.– (Urk. 22 S. 20) ist zu 70 % und damit 

im Betrag von Fr. 2'380.– dem Kläger und zu 30 % und damit Fr. 1'020.– der Be-

klagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtsgebühren sind mit dem 

- 29 -

vom Kläger geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen, und die Beklagte ist zu 

verpflichten, dem Kläger Fr. 1'020.– zu ersetzen (Art. 111 Abs. 1 aZPO; Art. 407f 

ZPO i.V.m. Art. 404 Abs. 1 ZPO; BSK ZPO-Willisegger, Art. 407f N 7 und 16). Auf-

grund der in der Höhe wiederum unangefochten gebliebenen Parteientschädigung 

von Fr. 4'410.– (Urk. 31 S. 23) resultiert eine vom Kläger an die Beklagte zu ent-

richtende auf 40 % reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'764.– zzgl. 7.7 % 

(Fr. 136.–), das heisst total Fr. 1'900.–. 

3. Der Kläger verlangt mit der Berufung, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm 

Fr. 24'650.85 (einschliesslich der ihm bereits zugesprochenen Fr. 2'677.45) zu be-

zahlen (Urk. 30 S. 2). Die Beklagte verlangt in ihrer Anschlussberufung die vollum-

fängliche Abweisung der Klage (Urk. 35 S. 2). Ausgehend von einem Streitwert von 

Fr. 21'973.85 in der Hauptberufung ist die Entscheidgebühr gestützt auf § 12 Abs. 1 

und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 3'300.– festzusetzen. Ausgehend von ei-

nem Streitwert der Anschlussberufung von Fr. 2'677.45 ist gestützt auf § 12 Abs. 1 

und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 590.– festzusetzen. In Anwendung von 

Art. 106 ZPO sind dem Kläger, welcher in der Hauptberufung zu rund 30 % obsiegt, 

Fr. 2'310.– und damit 70 % der auf die Hauptberufung entfallenden Entscheid-

gebühr aufzuerlegen. Die restlichen 30 % der auf die Hauptberufung entfallenden 

Entscheidgebühr, also Fr. 990.–, sowie die gesamte auf die Anschlussberufung 

entfallende Entscheidgebühr von Fr. 590.–, insgesamt somit Fr. 1'580.–, sind der 

Beklagten aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühren sind mit den von beiden Parteien 

geleisteten Kostenvorschüssen zu verrechnen, und die Beklagte ist zu verpflichten, 

dem Kläger Fr. 990.– zu ersetzen (Art. 106 Abs. 1 ZPO; Art. 111 Abs. 1 aZPO; 

Art. 407f ZPO i.V.m. Art. 404 Abs. 1 ZPO; BSK ZPO-Willisegger, Art. 407f N 7 und 

16).

4. Die Parteientschädigung in der Hauptberufung ist gestützt auf § 13 Abs. 1 und 

2 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 AnwGebV auf Fr. 3'000.– (inkl. 8.1 % MwSt.) fest-

zusetzen. Für die Anschlussberufung ist die Parteientschädigung gestützt auf § 13 

Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 AnwGebV auf Fr. 500.– (inkl. 8.1 % 

MwSt.) festzusetzen. Insgesamt ist der Kläger folglich gestützt auf Art. 106 ZPO zu 

verpflichten, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 700.– zu bezahlen 

- 30 -

(Anspruch einer auf 40 % reduzierten Parteientschädigung in der Hauptberufung 

der Beklagten gegen den Kläger von Fr. 1'200.–, verrechnet mit dem Anspruch des 

Klägers gegen die Beklagte aus der Anschlussberufung von Fr. 500.–). 

Es wird erkannt:

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung des Klägers wird die Dispositiv-Zif-

fer 1 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirks-

gericht Hinwil vom 29. Dezember 2023 aufgehoben und durch folgende Fas-

sung ersetzt:

" 1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 9'731.85, zuzüglich 5 % 

Zins ab dem 15. September 2022, zu bezahlen.

Im Mehrumfang wird die Klage abgewiesen."

2. Die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 3'400.– wer-

den im Umfang von 2'380.– dem Kläger und im Umfang von Fr. 1'020.– der 

Beklagten auferlegt. Die Gerichtskosten werden aus dem vom Kläger geleis-

teten Kostenvorschuss bezogen. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 

Fr. 1'020.– zu ersetzen.

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren 

eine Parteientschädigung von Fr. 1'900.– zu bezahlen.

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'890.– festgesetzt.

5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden im Umfang 

von Fr. 2'310.– dem Kläger und im Umfang von Fr. 1'580.– der Beklagten 

auferlegt. Die Gerichtskosten werden mit den von beiden Parteien geleiste-

ten Kostenvorschüssen verrechnet. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Klä-

ger Fr. 990.– zu ersetzen. 

6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das zweitinstanzliche Verfah-

ren eine Parteientschädigung von Fr. 700.– zu bezahlen.

- 31 -

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 24'650.85.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 29. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

lic. iur. A. Huizinga

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Achermann

versandt am:
jo