# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e071d037-3672-5de6-b594-bf3aacb0d2aa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.08.2019 110 2019 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2019-32_2019-08-08.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2019/32 Bern, 8. August 2019

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Herrn C.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimiswil, Gemeindeverwaltung, Oberdorf 1, 
3412 Heimiswil

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimiswil vom 
25. Januar 2019 (2018/02; Anbau an Betriebsgebäude, Überdachung Lagerplatz für 
Brennholz und Leergut)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner reichte am 19. Januar 2018 bei der Gemeinde Heimiswil ein 

Baugesuch ein für eine Gebäudeerweiterung (Anbau an das bestehende Betriebsgebäude) 

sowie die Überdachung eines Lagerplatzes für Brennholz und Leergut auf Parzelle 

RA Nr. 110/2019/32 2

Heimiswil Grundbuchblatt Nr. F.________.1 Die Parzelle liegt in der Dorfzone D2. Im 

Verlauf des Baubewilligungsverfahrens wurde das Bauvorhaben mit einer Projektänderung 

angepasst, weil die Gemeinde Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Grenzabstands 

geäussert hatte. Für den Anbau an das Betriebsgebäude wurde die Bewilligung einer 

Ausnahme von den Vorschriften betreffend die Dachneigung beantragt. Gegen das 

Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache.

Mit Entscheid vom 25. Januar 2019 erteilte die Gemeinde Heimiswil die Baubewilligung. 

Die Einsprache wies sie ab.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 21. Februar 2019 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragten die 

Aufhebung des Entscheids vom 25. Januar 2019 und die Erteilung des Bauabschlags. Sie 

machten insbesondere geltend, bei der Erweiterung des Betriebsgebäudes werde der 

vorgeschriebene Grenzabstand nicht eingehalten. Die Voraussetzungen einer 

Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung der minimalen Dachneigung seien nicht 

erfüllt. Auch beim gedeckten Lagerplatz für Brennholz werde der minimale Grenzabstand 

unterschritten.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die Vorakten 

ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde beantragte mit Stellungnahme 

vom 26. März 2019 die Abweisung der Beschwerde. Auch der Beschwerdegegner 

beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. März 2019 die Abweisung der Beschwerde.

4. Mit Verfügung vom 30. April 2019 teilte das Rechtsamt den Verfahrensbeteiligten mit, 

dass aufgrund einer summarischen Prüfung fraglich erscheine, ob der Grenzabstand beim 

Anbau an das Betriebsgebäude und beim gedeckten Lagerplatz eingehalten sei. Es lud die 

Beteiligten zur Stellungnahme ein und gab dem Beschwerdegegner Gelegenheit zur 

Einreichung einer Projektänderung. Die Gemeinde Heimiswil hielt mit Schreiben vom 

1 Vgl. angefochtener Entscheid, Ziff. 1.1
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2019/32 3

17. Mai 2019 an ihrer Auffassung fest, wonach das Bauvorhaben bewilligungsfähig und die 

Beschwerde abzuweisen sei. Die Beschwerdeführenden teilten mit Stellungnahme vom 

17. Mai 2019 mit, dass sie an ihrer Beschwerde festhielten. Der Beschwerdegegner reichte 

am 20. Mai 2019 eine Projektänderung ein.

Das Rechtsamt gewährte den Beteiligten zu der Projektänderung das rechtliche Gehör. Die 

Beschwerdeführenden teilten mit Eingabe vom 11. Juni 2019 mit, ihres Erachtens seien die 

Bauabstände nun eingehalten. Die Gemeinde erachtete das geänderte Projekt mit 

Stellungnahme vom 12. Juni 2019 als bewilligungsfähig.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Dies gilt auch, soweit sich die Beschwerde gegen die 

Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung der Dachneigung wendet. Werden neben der 

Baubewilligung weitere Bewilligungen angefochten, werden die Verfahren im 

Baubeschwerdeverfahren vereinigt und mit einem Gesamtentscheid erledigt (Art. 2a Abs. 2 

Bst. d BauG).

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 

BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, sind durch den 

vorinstanzlichen Entscheid formell und als Nachbarn auch materiell beschwert und daher 

zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten.

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

RA Nr. 110/2019/32 4

2. Projektänderung

Der Beschwerdegegner hat am 20. Mai 2019 eine Projektänderung eingereicht. Die 

Gebäudeerweiterung (Anbau an das Betriebsgebäude) wurde verkleinert, so dass der 

Grenzabstand gegen Süden nun 5,6 m (statt vorher 4 m) beträgt. Zudem wurde die Fläche 

des gedeckten Lagerplatzes verkleinert mit dem Ziel, dass die reduzierten 

Grenzabstandsvorschriften für Nebenbauten zur Anwendung gelangen. Damit will der 

Beschwerdegegner den vom Rechtsamt in seiner Verfügung vom 30. April 2019 

geäusserten Bedenken betreffend Einhaltung des Grenzabstands Rechnung tragen.

Nach Art. 43 Abs. 3 BewD4 kann eine Projektänderung im Baubeschwerdeverfahren 

erfolgen. Vorausgesetzt ist, dass das Bauvorhaben in seinen Grundzügen gleich bleibt (Art. 

43 Abs. 1 BewD). Dies ist hier der Fall, da lediglich die Dimensionen der 

Gebäudeerweiterung (Anbau an das Betriebsgebäude) und des gedeckten Lagerplatzes 

leicht geändert werden.

Das geänderte Projekt tritt an die Stelle des ursprünglichen Bauprojekts; mit der Vorlage 

der Projektänderung gilt das ursprüngliche Gesuch im Umfang der Änderung als 

zurückgezogen. Die BVE beurteilt demnach im Beschwerdeverfahren das geänderte 

Projekt. Sie kann die Sache zur Weiterbehandlung an die Vorinstanz zurückweisen; 

vorliegend drängt sich dies jedoch nicht auf. Zur Projektänderung sind die Gemeinde, die 

Gegenpartei und die von der Projektänderung berührten Dritten anzuhören. Diese 

Anhörung ist im Beschwerdeverfahren erfolgt.

3. Grenzabstand bei der Gebäudeerweiterung (Anbau an das Betriebsgebäude)

a) In ihrer Beschwerde machten die Beschwerdeführenden geltend, aus dem 

angefochtenen Entscheid gehe nicht hervor, wie die Gemeinde den Grenzabstand bei der 

Gebäudeerweiterung berechne und wie sie zum Schluss komme, dass dieser eingehalten 

sei. Damit werde der Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör verletzt. 

Ihres Erachtens sei auch unter Berücksichtigung der Bestimmungen über den Winkelbau 

der Grenzabstand nicht eingehalten.

4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

RA Nr. 110/2019/32 5

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der 

Betroffenen sorgfältig prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die 

Pflicht der Behörde, ihre Verfügung zu begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG5). Die 

Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht 

anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde 

muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit 

den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.6

Die Ausführungen im angefochtenen Entscheid zur Einhaltung des Grenzabstands bei der 

Gebäudeerweiterung am Betriebsgebäude sind sehr knapp. Die Gemeinde erwog, dass die 

Einsprechenden (heutige Beschwerdeführende) geltend machten, es sei zweifelhaft, ob 

das Gemeindebaureglement die Berechnungsweise des Grenzabstands bei Winkelbauten 

auch für bestehende Bauten zulasse. Die Baukommission habe beschlossen, dass dies 

bejaht werden könne. Aus dem Zusammenhang, insbesondere mit der Einsprache der 

Beschwerdeführenden vom 24. Mai 20187 und den Plänen wird klar, dass die Gemeinde 

die Anwendung auf eine bestehende Baute meint, die durch das zu beurteilende 

Bauvorhaben erst zur Winkelbaute wird. 

Der angefochtene Entscheid nennt die Rechtsgrundlage für die Berechnung des 

Grenzabstands bei Winkelbauten nicht. Die Gemeinde durfte jedoch, insbesondere bei 

Berücksichtigung der Einsprache der Beschwerdeführenden, davon ausgehen, dass 

diesen die Regelung in Art. 14 GBR8 bekannt war. Diese Bestimmung regelt den 

Grenzabstand gegenüber nachbarlichem Grund. Sie enthält u.a. zwei mit Legenden 

kommentierte Grafiken betreffend die Berechnung des Grenzabstands bei Winkelbauten. 

Unter der zweiten Grafik erläutert die Legende, dass der grosse Grenzabstand von der 

mittleren Abstandslinie aus und rechtwinklig zur Fassade gemessen wird, und dass er sich 

aus der Gesamtlänge des Gebäudes errechnet. Obwohl die Darstellung, zumal für Laien, 

nicht leicht verständlich ist, kann die Berechnung des Grenzabstands bei Winkelbauten 

5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
6 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5
7 Vorakten, pag. 27 f.
8 Baureglement der Gemeinde Heimiswil vom 15. Dezember 2002, genehmigt vom Amt für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) am 18. März 2003

RA Nr. 110/2019/32 6

dem Gemeindebaureglement bei sorgfältigem Lesen entnommen werden. Daher wurde die 

Begründungspflicht bzw. der Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör 

mit der sehr knappen Begründung – unabhängig von deren inhaltlicher Richtigkeit – nicht 

verletzt.

c) Das Rechtsamt hat den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 30. April 2019 

mitgeteilt, dass bei summarischer Prüfung fraglich erscheine, ob der Grenzabstand bei der 

Gebäudeerweiterung (Anbau an das Betriebsgebäude) eingehalten sei. Nach Art. 14 GBR, 

Legende zur Grafik "Winkelbau", werde der grosse Grenzabstand von der mittleren 

Abstandslinie aus gemessen. Einzelne Gebäudeteile könnten dabei bis zum kleinen 

Grenzabstand an die Grundstücksgrenze reichen, wobei ein allfälliger Mehrlängen- oder 

Mehrbreitenzuschlag zu berücksichtigen sei. Gemäss Art. 32 Abs. 1 GBR gelte in der Zone 

D2 ein kleiner Grenzabstand von 4 m. Nach Art. 32 Abs. 2 GBR erhöhten sich die 

Grenzabstände für Gebäude, die über 20 m lang seien, auf den betreffenden Längsseiten 

um 1/5 der Mehrlänge. Beim vorliegenden Projekt sei das Gebäude über 20 m lang. Der 

Grenzabstand erhöhe sich entsprechend. Die Projektpläne sähen vor, dass der Anbau bis 

zu 4 m an die südöstliche Parzellengrenze reiche. Bei Berücksichtigung des 

Mehrlängenzuschlags würde damit der kleine Grenzabstand unterschritten.

Mit der Projektänderung vom 20. Mai 2019 wurde die Gebäudeerweiterung so 

redimensioniert, dass der Grenzabstand zur südseitigen Parzellengrenze neu 5,60 m 

beträgt. 

Damit wird den Bedenken des Rechtsamtes Rechnung getragen und der Grenzabstand bei 

der Gebäudeerweiterung am Betriebsgebäude ist nunmehr eingehalten. Die Anwendung 

der kommunalen Vorschrift über die Berechnung des Grenzabstands bei Winkelbauten auf 

Bauvorhaben, die ein bestehendes Gebäude erst zu einem Winkelbau machen, ist in 

Anbetracht der Gemeindeautonomie nicht zu beanstanden. Nach Art. 14 Abs. 3 GBR gilt 

der grosse Grenzabstand für die besonnte Längsseite des Gebäudes, also vorliegend für 

die Südseite mit der projektierten Gebäudeerweiterung. In der Zone D2 beträgt der grosse 

Grenzabstand 6 m (Art. 32 Abs. 1 GBR). Hinzu kommt bei über 20 m langen Gebäuden ein 

Mehrlängenzuschlag von 1/5 der Mehrlänge (Art. 32 Abs. 2 GBR). Beim vorliegenden 28 m 

langen Gebäude9 beträgt die Mehrlänge 8 m und der Mehrlängenzuschlag folglich 1,6 m. 

9 Vgl. Situationsplan vom 16. Mai 2019, von der BVE gestempelt am 21. Mai 2019

RA Nr. 110/2019/32 7

Demnach muss das Bauvorhaben gegenüber der südlichen Parzellengrenze einen 

Abstand von 7,6 m einhalten, wobei von der mittleren Abstandslinie aus und rechtwinklig 

zur Fassade gemessen wird. Diese Voraussetzung war bereits beim Ursprungsprojekt 

erfüllt.10 Zudem ist aber zu beachten, dass bei dieser Berechnungsweise zwar einzelne 

Gebäudeteile einen geringeren Abstand zur Parzellengrenze aufweisen können, dieser 

aber den kleinen Grenzabstand einschliesslich eines allfälligen Zuschlags nicht 

unterschreiten darf.11 In der Zone D2 beträgt der kleine Grenzabstand 4 m (Art. 32 Abs. 1 

GBR). Bei Hinzurechnung des Mehrlängenzuschlags von 1,6 m muss also jeder 

Gebäudeteil einen Abstand von 5,6 m zur Parzellengrenze wahren. Wie der 

Beschwerdegegner mit Eingabe vom 20. Mai 2019 zutreffend ausführt, ist mit dem 

geänderten Projekt auch diese Voraussetzung erfüllt. Die Beschwerdeführenden 

anerkennen dies mit Stellungnahme vom 11. Juni 2019.

4. Grenzabstand gedeckter Lagerplatz

a) Die Beschwerdeführenden kritisierten in ihrer Beschwerde, dass der geplante 

gedeckte Lagerplatz die Grenzabstandsvorschriften nicht einhalte. Es sei vorgesehen, 

dass eine grosse, bis 0,5 m an die Parzellengrenze reichende Überdachung von schmalen 

Stützen getragen werde. Entgegen der Ansicht der Gemeinde sei der Grenzabstand nicht 

von den Stützen aus zu messen. Vielmehr sei zu berücksichtigen, dass nicht nur die 

Fläche zwischen den Stützen, sondern die gesamte überdachte Fläche als Lagerplatz 

genutzt werden solle. Damit werde die Grundfläche einer Nebenbaute, für die gemäss Art. 

15 GBR ein reduzierter Grenzabstand gilt, überschritten.

b) Das Rechtsamt hat den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 30. April 2019 

mitgeteilt, dass gemäss summarischer Prüfung als fraglich erscheine, ob beim gedeckten 

Lagerplatz der Grenzabstand eingehalten werde. Bei freistehenden Dachkonstruktionen 

werde die Fläche nach der Praxis anhand einer am Dachrand verlaufenden fiktiven 

Fassadenlinie ermittelt, allenfalls unter Annahme eines Vordaches. Vorliegend seien wohl 

Fassadenlinien entsprechend dem Umriss des unter der Dachkonstruktion gestapelten 

Holzes anzunehmen. Gestützt auf die Angaben des Beschwerdegegners sei davon 

auszugehen, dass Holz auf einer Fläche von 48 m2 gestapelt werden solle, so dass allseitig 

10 Vgl. Vorakten, pag. 49
11 Vgl. KPG-Bulletin 6/1989, S. 10 f.

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ein Dachvorsprung von 0,50 m bestünde. Damit wäre die Grundfläche einer Nebenbaute 

nach Art. 15 GBR überstiegen und der Grenzabstand wäre weder für Neben- noch für 

Hauptbauten eingehalten.

c) Mit der Projektänderung vom 20. Mai 2019 wurde der Lagerplatz etwas verschoben 

und so redimensioniert, dass eine Grundfläche von 40 m2 resultiert und der Abstand zur 

Parzellengrenze 2 m beträgt, wenn allseitig ein Dachvorsprung von 0,50 m angenommen 

wird.12 Damit wird den Bedenken des Rechtsamtes Rechnung getragen. Aufgrund der 

plausiblen Ausführungen des Beschwerdegegners ist davon auszugehen, dass unter der 

Überdachung Holz so gestapelt wird, dass allseitig ein Dachvorsprung von 0,50 m besteht. 

Im Zuge der Projektänderung wurden die Stützen der Überdachung verbreitert, so dass 

das Dach nur noch um 0,50 m über diese hinausragt. Die mit den Stützen begrenzte 

Fläche stimmt also nun mit der für den Holzstapel anzunehmenden Grundfläche überein. 

Diese Fläche ist für die Bestimmung des Grenzabstands massgebend.13

Nach Art. 15 Abs. 1 GBR genügt im Baugebiet für Nebenbauten, die nicht für den 

dauernden Aufenthalt von Menschen oder Tieren bestimmt sind, allseitig ein Grenzabstand 

von 2 m, sofern die Gebäudehöhe 3 m und die Grundfläche 40 m2 nicht übersteigen. Beim 

gedeckten Lagerplatz gemäss der Projektänderung handelt es sich um eine solche 

Nebenbaute, da ihre Grundfläche 40 m2 beträgt und die Höhe 3 m.14 Demnach ist ein 

Grenzabstand von 2 m einzuhalten. Zu messen ist gemäss dem Gesagten von der 

angenommenen Grundfläche des Holzstapels bzw. von den verbreiterten Dachstützen aus. 

Der vorgeschriebene Grenzabstand von 2 m ist eingehalten. Dies anerkennen auch die 

Beschwerdeführenden in ihrer Stellungnahme vom 11. Juni 2019.

5. Ergebnis

a) Mit der Projektänderung vom 20. Mai 2019 wurde das Bauvorhaben so angepasst, 

dass die Grenzabstandsvorschriften nunmehr eingehalten sind. Die Beschwerde wird damit 

gegenstandslos. 

12 Plan "Holzlager, Projektänderung" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019, von der BVE gestempelt am 21. Mai 
2019
13 Vgl. VGE 2014/183 vom 30. März 2015, E. 4
14 Plan "Holzlager, Projektänderung" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019, von der BVE gestempelt am 21. Mai 
2019

RA Nr. 110/2019/32 9

Die Beschwerdeführenden vertraten in ihrer Beschwerde zwar auch die Ansicht, dass die 

Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung der minimalen Dachneigung bei der 

Gebäudeerweiterung (Anbau an das Betriebsgebäude) zu Unrecht erteilt worden sei. Sie 

führten dazu jedoch aus, es könne nicht sein, dass nur mit dieser Ausnahmebewilligung die 

Gebäudehöhe im Zusammenhang mit dem Grenzabstand eingehalten werde. Die Rüge 

betreffend die Dachneigung wurde demnach nicht als eigenständige Rüge, sondern nur im 

Zusammenhang mit der geforderten Einhaltung der Grenzabstandsvorschriften 

vorgebracht. Die Befürchtung der Beschwerdeführenden, dass die Ausnahmebewilligung 

für die Dachgestaltung sich auf die Bemessung des Grenzabstands auswirkt, ist jedoch 

unbegründet. Dieser Zusammenhang besteht nicht. Die Beschwerdeführenden haben denn 

auch mit Stellungnahme vom 11. Juni 2019 erklärt, dass mit der Projektänderung ihre 

Anliegen hinsichtlich der Wahrung der Grenzabstände erfüllt seien.

b) Im Übrigen wäre die Bewilligung der Unterschreitung der vorgeschriebenen 

Dachneigung auch dann nicht zu beanstanden, wenn die Rüge betreffend die Dachneigung 

eigenständige Bedeutung hätte. Bei der Gebäudeerweiterung am Betriebsgebäude 

müssen die Vorschriften des Gemeindebaureglements über die Dachgestaltung bei 

Hauptdächern eingehalten werden, da diese die Dimensionen einer An- oder Nebenbaute 

gemäss Art. 15 GBR überschreitet. In der Zone D2 sind als Dachformen für Hauptbauten 

Satteldächer (eventuell mit Gehrschild, Bruch, und/oder Kreuzfirst) sowie Mansard-, Walm- 

und Zeltdächer erlaubt (Art. 23 Abs. 1 GBR). Ein Pultdach auf einem Hauptbau ist in der 

Zone D2 nicht erlaubt. Die Dachneigung der Hauptdachflächen darf in der Regel 25° nicht 

unter- und 45° nicht überschreiten und soll allseitig gleich sein (Art. 23 Abs. 3 GBR). 

Gemäss dem Plan "Grundriss / Schnitt A – A"15 beträgt die Dachneigung bei der 

Gebäudeerweiterung 15°. Damit ist die Dachneigung bei der Gebäudeerweiterung geringer 

als beim bestehenden Betriebsgebäude, d.h. es resultiert ein Bruch in der Dachneigung.16 

Ob diesfalls die vorgeschriebene Neigung unterhalb des Bruchs unterschritten werden darf, 

wird im Gemeindebaureglement nicht explizit geregelt. Angesichts der Formulierung der 

Dachneigungsvorschriften, wonach die Dachneigung der Hauptdachflächen "in der Regel" 

25° nicht unterschreiten und 45° nicht überschreiten darf und allseitig gleich sein "soll", 

15 Plan im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019, von der BVE gestempelt am 21. Mai 2019
16 Vgl. auch die Pläne "Ostfassade" sowie "Westfassade", beide im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019, von der BVE 
gestempelt am 21. Mai 2019

RA Nr. 110/2019/32 10

erscheint es jedenfalls vertretbar, dass die Gemeinde zugunsten einer besseren 

Wohnhygiene eine Abweichung von den Dachgestaltungsvorschriften erlaubt hat. Der 

Beschwerdegegner macht ausserdem darauf aufmerksam, dass mit der vorgesehenen 

Gestaltung das Dach der Gebäudeerweiterung auf der selben Linie an das bestehende 

Dach des Betriebsgebäudes ansetzt, auf der dieses links davon aufhört, so dass die 

Südfassade optisch ansprechend aussieht.17 Dank der geringen Dachneigung könne die 

Gebäudeerweiterung auch mit dieser Linienführung eine nützliche Grösse aufweisen.18 

Unter gestalterischen Gesichtspunkten erscheint es als sinnvoll, dass für die 

Gebäudeerweiterung eine Gestaltungsweise gewählt wurde, die das 

Gemeindebaureglement für Pultdächer bei Anbauten vorsieht (Dachneigung 10°-18°, Art. 

23 Abs. 3 GBR). Für die Bewilligung der geringen Dachneigung bestehen demnach gute 

Gründe, während keine wesentlichen entgegenstehenden Interessen erkennbar sind.

c) Andere Gründe, die gegen die Erteilung der Baubewilligung für das geänderte Projekt 

sprechen, werden nicht vorgebracht und sind nicht ersichtlich. Das Bauvorhaben gemäss 

Projektänderung vom 20. Mai 2019 kann daher bewilligt und das Beschwerdeverfahren im 

Übrigen als gegenstandslos abgeschrieben werden.

6. Kosten

a) Der Beschwerdegegner sorgt mit der Projektänderung für die Gegenstandslosigkeit 

der Beschwerde. Er gilt als unterliegende Partei im Sinne von Art. 108 Abs. 1 VRPG. 

Demnach hat er die Verfahrenskosten zu tragen. Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV19).

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

17 Vgl. Plan "Südfassade" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019, von der BVE gestempelt am 21. Mai 2019
18 Beschwerdeantwort, S. 5
19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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III. Entscheid

1. Die Projektänderung vom 20. Mai 2019 wird bewilligt gemäss folgenden Plänen:

- Situationsplan im Mst. 1:500 vom 16. Mai 2019

- Plan "Ostfassade" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019

- Plan "Westfassade" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019

- Plan "Südfassade" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019

- Plan "Grundriss / Schnitt A - A" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019

- Plan "Holzlager, Projektänderung" im Mst. 1:100 vom 16. Mai 2019

alle vom Rechtsamt der BVE gestempelt am 21. Mai 2019.

Im Übrigen wird das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos abgeschrieben.

Der Beschwerdegegner erhält je ein Exemplar der gestempelten Pläne.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdegegner zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

RA Nr. 110/2019/32 12

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt D.________, mit Beilagen gemäss Ziffer 1, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Heimiswil, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 

allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 4 Exemplaren einzureichen ist, muss 

einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 

Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 

beizulegen.