# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b61840a8-9cdf-5615-aefc-ff2f2b060036
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.05.2021 UE200077
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE200077_2021-05-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE200077-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, die Oberrichterinnen 

lic. iur. A. Meier und lic. iur. C. Gerwig sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. D. Tagmann 

 

Beschluss vom 31. Mai 2021 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Einstellung 
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Sihl vom 3. März 2020, F-3/2017/10002712 (Dossier 1)  

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Erwägungen: 

I. 

1. Mit Eingaben vom 1. resp. 8. Juli 2016 liess Rechtsanwalt B._____ 

Strafanzeige gegen Rechtsanwalt A._____ wegen Betrugs etc. erstatten (Urk. 

28/2-3; Verfahrens-Nr. F-3/2016/10022635). A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) liess am 18. Januar 2017 Strafanzeige gegen B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) wegen Veruntreuung etc. erstatten (Urk. 

14/D1/1; Verfahrens-Nr. F-3/2017/10002712 [Dossier 1]). Am 3. März 2020 

verfügte die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) die 

Einstellung einer Strafuntersuchung gegenüber dem Beschwerdegegner 

betreffend Veruntreuung etc. (Dossier 1; Urk. 6). 

2. Mit Eingabe vom 13. März 2020 liess der Beschwerdeführer fristgerecht  

Beschwerde hiergegen erheben und folgende Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

"1. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl im 
Strafverfahren F-3/2017/10002712 vom 3. März 2020 sei 
aufzuheben. 

 2. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sei anzuweisen, die 
Strafuntersuchung im Strafverfahren F-3/2017/10002712 gegen 
B._____ fortzuführen. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Staatskasse." 

3. Innert Frist ging die Prozesskaution in Höhe von Fr. 2'500.00 ein (Urk. 7, 

Urk. 10). Daraufhin wurde mit Verfügung vom 9. Juni 2020 der Staatsanwaltschaft 

und dem Beschwerdegegner Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 11). Die 

Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 17. Juni 2020 die Abweisung der 

Beschwerde, unter Kostenfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers (Urk. 13). Der 

Beschwerdegegner verzichtete am 2. Juli 2020 auf eine Stellungnahme (Urk. 17). 

Mit Eingabe vom 22. Juli 2020 replizierte der Beschwerdeführer (Urk. 20). Die 

Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Duplik (Urk. 24), ebenso der 

Beschwerdegegner (Urk. 25). Antragsgemäss (Urk. 2 S. 3 N 1) wurden sowohl die 

Untersuchungsakten betreffend das Verfahren F-3/2017/10002712 aus dem 

Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nr. UE200078 (Urk. 14) als auch die 

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Untersuchungsakten betreffend das Verfahren F-3/2016/10022635 aus den 

Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nr. UH200042 (Urk. 28) und Geschäfts-Nr. 

UV200020 (Urk. 29) beigezogen. 

II. 

1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles 

Wesentliches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle 

erdenklichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des 

Untersuchungsverfahrens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl 

zu erlassen, Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 

StPO). Eine vollständige oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 

lit. a StPO, wenn sich kein Tatverdacht erhärten lässt, der eine Anklage 

rechtfertigt. Eine Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend 

Anhaltspunkte vorliegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, 

und die Staatsanwaltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme 

im Zeitpunkt der Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu 

erheben, wenn mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem 

Freispruch zu rechnen ist. Sinn und Zweck von Art. 319 StPO ist es, die 

beschuldigte Person vor Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu 

Freisprüchen führen müssten. Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu berufen ist, 

über Recht und Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, gestützt auf 

eigene Bedenken, zu einer Einstellung schreiten (vgl. zum Ganzen: BGE 137 IV 

219 E. 7; Schmid/Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. 

Aufl., Zürich/St. Gallen 2017, N 1247 ff.; Schmid/Jositsch, StPO 

Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 319 N 1 ff., insbes. N 5; 

Landshut/Bosshard, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar 

zur schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2020, Art. 308 N 1 f., Art. 319 N 1 ff., insbes. N 15). 

- 4 - 

2. Der Strafanzeige liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: 

Am 17. März 2014 schlossen der Beschwerdegegner als "Arbeitgeber" und der 

Beschwerdeführer als "Arbeitnehmer" einen Arbeitsvertrag, wonach der 

Beschwerdeführer per 1. April 2014 als juristischer Mitarbeiter resp. Rechtsanwalt 

in der Anwaltskanzlei B._____ Rechtsanwälte eingestellt wurde. Als Lohn wurde 

ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 12'000.00 zuzüglich 13. Monatslohn vereinbart. 

Zusätzlich schlossen die Parteien eine Eintritts-Vereinbarung ab, welche gemäss 

Ziffer 22 des Arbeitsvertrags jenem vorging (Urk. 3/4). Gemäss Eintritts-

Vereinbarung vom selben Tag zwischen dem Beschwerdeführer und B._____ 

Rechtsanwälte galt folgende Regelung: B._____ Rechtsanwälte nimmt den 

Beschwerdeführer als Tax-Partner ins Team auf. Der Beschwerdeführer geniesst 

für die ersten zwei Jahre einen Sonderstatus, indem seine Gesamtbezüge pro 

Jahr (sog. Fixlohn gemäss Arbeitsvertrag und Zusatzvergütung) nicht von 

B._____ Rechtsanwälte abhängt (Non-Equity-Partner). Deckt der Gesamtumsatz 

seine eigenen Kosten, so erhält er auf dem überschiessenden Teil des Umsatzes 

60%. Ab einem Gesamtumsatz von Fr. 800'000.00 erhält er auf dem Umsatz, 

welcher Fr. 800'000.00 übersteigt, 50%. Aus Gründen der Liquiditätssicherung 

erfolgt die Auszahlung mit Ausnahme des Fixlohnes gemäss Arbeitsvertrag 

gesamthaft unter der Bedingung, dass sämtliche seiner Honorare der 

Abrechnungsperiode eingegangen sind. Die Abrechnung erfolgt jährlich bis 

spätestens Ende Juni (Urk. 3/2). 

Mit E-Mail vom 29. November 2015 teilte der Beschwerdeführer dem 

Beschwerdegegner mit, dass die Abrechnungen für das Jahr 2014 sowie das 

erste Halbjahr 2015 bis zum 4. Dezember 2015 vorliegen müssten (Urk. 3/5). 

Daraufhin erging am 30. November 2015 eine Abrechnung für den Zeitraum von 

April 2014 bis März 2015, wonach dem Beschwerdeführer nach Eingang offener 

Debitoren Fr. 372'904.35 auszubezahlen seien. Per sofort seien Fr. 88'287.00 

auszubezahlen (Urk. 3/6). Mit Schreiben vom 6. Dezember 2015 monierte der 

Beschwerdeführer die Abrechnung (Urk. 3/7). Am 22. Dezember 2015 erklärte der 

Beschwerdegegner, dass aufgrund des vom Beschwerdeführer geäusserten 

grossen Unmutes anfangs des neuen Jahres eine neue Vertragsgrundlage 

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besprochen werde. Der Form halber sei der jetzige Vertrag per 30. Juni 2016 

hiermit gekündigt (Urk. 3/8). Am 6. März 2016 erklärte der Beschwerdeführer 

gegenüber dem Beschwerdegegner, nunmehr die erforderlichen rechtlichen 

Massnahmen einzuleiten (Urk. 3/9), und mandatierte die vorliegende 

Rechtsvertreterin (Urk. 3/10). Der Beschwerdegegner äusserte am 23. März 2016 

sein Bedauern über diese Entwicklung und hielt fest, er hoffe, möglichst bald eine 

abschliessende Lösung zu finden (Urk. 3/12). Am 24. März 2020 schrieb der 

Beschwerdegegner der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers und erklärte, 

sie wären dankbar, wenn sie helfen könne, die Unklarheiten bezüglich der 

Abrechnung zu beseitigen (Urk. 3/13). 

Mit Schreiben vom 31. März 2016 zu Handen sämtlicher Partner von B._____ 

Rechtsanwälte forderte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in dessen 

Namen ein Gehalt von Fr. 474'842.30 für den Zeitraum vom 1. April 2014 bis 

31. März 2015. Ausserdem erhob sie namens des Beschwerdeführers Einsprache 

gegen die Kündigung und forderte eine Entschädigung für die missbräuchliche 

Kündigung in Höhe von mindestens Fr. 300'000.00. Überdies forderte sie namens 

des Beschwerdeführers einen Ersatz für Steuerschaden in Höhe von mindestens 

Fr. 45'000.00. Weiter wurde den Partnern eine Frist bis zum 11. April 2016 

angesetzt, um Details der Abrechnung vorzulegen und die Zahlung zu 

veranlassen. Weiter wurden die Partner darauf hingewiesen, dass die 

Abrechnung für den Zeitraum vom 1. April 2015 bis 31. März 2016 spätestens am 

30. Juni 2016 fällig sei (Urk. 3/16). 

Am 1. April 2016 setzte der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer Frist an 

zur Erfassung aller billable hours im … [Computerprogramm], zur Erstellung eines 

längst fälligen steuerrechtlichen Memorandums, zur vollständigen 

Rechnungsstellung bis und mit Ende März 2016 in allen von ihm betreuten 

Mandaten, zur Erstellung einer Pendenzenliste mit den aktiven, von ihm betreuten 

Mandaten sowie zur Erstellung einer Liste jener Mandate, die er nach 

Ausscheiden weiter zu betreuen gedenke. Für den Fall neuer Vorkommnisse 

behielt er sich eine fristlose Entlassung vor (Urk. 3/17). 

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Mit Schreiben vom 4. April 2016 nahm die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers Stellung zu den Schreiben vom 23. März und 1. April 2016 

(Urk. 3/14). Am 8. April 2016 wurde eine neue Abrechnung für April 2014 bis März 

2015 erstellt, wonach Fr. 369'580.25 nach Eingang offener Debitoren 

auszuzahlen seien (Urk. 3/19). Gleichentags (Freitagabend) teilte der 

Beschwerdeführer per E-Mail mit, seine Arbeit niederzulegen (Urk. 3/18). Der 

Beschwerdegegner erklärte per E-Mail am Sonntag, 10. April 2016, die 

"Arbeitsniederlegung" sei grundlos und unhaltbar, er erwarte ihn montags wieder 

am Arbeitsplatz (Urk. 28/7/1, Beilage 34). Am 13. April 2016 erfolgte eine weitere 

korrigierte Abrechnung für April 2014 bis März 2015 mit einem auszuzahlenden 

Betrag nach Eingang offener Debitoren in Höhe von Fr. 380'731.05, wobei 

angeboten wurde, Fr. 228'773.60 sofort auszuzahlen (Urk. 3/19). Am 14. April 

2016 kündigte die Rechtsvertreterin namens des Beschwerdeführers das 

Arbeitsverhältnis (Arbeitsvertrag und Eintrittsvereinbarung) fristlos (Urk. 28/7/1, 

Beilage 40). 

Am 5. Juli 2016 liess der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner bei der 

Aufsichtskommission für Anwältinnen und Anwälte im Kanton Zürich wegen 

Verletzung von Berufspflichten verzeigen (Urk. 28/7/1, Beilage 66). 

Am 1. resp. 8. Juli 2016 erstattete der Beschwerdegegner, mittlerweile ebenfalls 

anwaltlich vertreten, Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer. Dem 

Beschwerdeführer wird im Rahmen jener Strafuntersuchung grob 

zusammengefasst – nebst Nötigung, unrechtmässiger Aneignung und 

Ehrverletzung resp. unlauterem Verhalten – vorgeworfen, vor seinem Weggang 

aus der Kanzlei B._____ Rechtsanwälte Honorarrechnungen für Leistungen in 

den von ihm betreuten Mandaten im Gesamtbetrag von Fr. 774'464.60 lediglich 

zum Schein erstellt zu haben. Er soll die Rechnungen nicht versandt haben, um 

die Aufwände nach dem Weggang von B._____ Rechtsanwälte unter eigenem 

Namen in Rechnung zu stellen (Urk. 28/2, Urk. 3/20). 

Am 6. Dezember 2016 erhob die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in 

dessen Namen Klage gegen den Beschwerdegegner beim Arbeitsgericht Zürich 

und beantragte unter Vorbehalt der Nachklage die Verpflichtung des 

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Beschwerdegegners zur Bezahlung von Fr. 528'773.60 netto zuzüglich 5% Zins 

auf Fr. 228'773.60 netto seit dem 30. November 2015 und 5% Zins auf Fr. 

300'000.00 seit 15. April 2016 (Urk. 28/6/7/1). 

Am 18. Januar 2017 erstattete schliesslich die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers in dessen Namen Strafanzeige gegen den 

Beschwerdegegner wegen Veruntreuung etc. Es bestehe der Verdacht, der 

Beschwerdegegner sei illiquid und habe die ihm, dem Beschwerdeführer, 

zustehenden Gelder verbraucht. Da die Honorarforderungen aus den von ihm 

geführten Mandaten direkt ihm zustehen würden, seien diese dem 

Beschwerdegegner nur anvertraut gewesen. Weiter legt der Beschwerdeführer 

dem Beschwerdegegner versuchten Betrug zur Last, da zu vermuten sei, dass 

der Beschwerdegegner die Mangelhaftigkeit der Abrechnung bewusst 

herbeigeführt habe. Ferner wirft der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner 

Sachentziehung bzw. unrechtmässige Aneignung vor, da ihm nach dem Weggang 

nicht sämtliche Post weitergeleitet worden sei (Urk. 6 S. 1 f., Urk 14/D1/1). 

Mit Entscheid vom 7. September 2017 stellte die Aufsichtskommission über die 

Anwältinnen und Anwälte das Disziplinarverfahren gegenüber dem 

Beschwerdegegner ein (Urk. 28/6/8, Beilage). 

Mit Beschluss vom 15. Oktober 2018 schrieb das Arbeitsgericht Zürich das 

Verfahren als durch Vergleich erledigt ab. Die Parteien hielten darin fest, dass der 

Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer per 16. März 2016 [recte: 2017] 

Fr. 215'164.10 netto (entspricht Fr. 228'773.60 brutto) nebst Zins bezahlt habe. 

Weiter verpflichtete sich der Beschwerdegegner, dem Beschwerdeführer 

Fr. 50'000.00 netto (Lohn) zu bezahlen. Die Parteien erklärten durch besagten 

Vergleich betreffend die Frage der Missbräuchlichkeit der Kündigung 

auseinandergesetzt zu sein. Nicht auseinandersetzt seien die Parteien in Bezug 

auf die Berechnung und Zahlung des variablen Teils des Lohns des 

Beschwerdeführers während der Anstellung beim Beschwerdegegner (Urk. 

28/7/17, Beilage). 

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3.1. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung der Strafuntersuchung 

gegenüber dem Beschwerdegegner betreffend Veruntreuung etc. im 

Wesentlichen damit, dass keine Hinweise dafür bestünden, dass sich der 

Beschwerdegegner strafbar gemacht haben könnte. Bei den Ausführungen in der 

Strafanzeige, der Beschwerdegegner habe bewusst eine mangelhafte 

Abrechnung vorgelegt sowie nicht alle Post weitergeleitet, handle es sich 

entweder um reine Mutmassungen oder um Behauptungen, welche durch 

keinerlei Dokumente belegt worden seien. Der Behauptung des 

Beschwerdeführers, die Honorarforderungen hätten direkt ihm zugestanden und 

seien dem Beschwerdegegner nur anvertraut gewesen, könne nicht gefolgt 

werden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft habe klarerweise ein Arbeitgeber-

/Arbeitnehmerverhältnis zwischen dem Beschwerdegegner bzw. der Kanzlei 

B._____ Rechtsanwälte und dem Beschwerdeführer bestanden. Doch selbst 

wenn dem so wäre, dass dem Beschwerdeführer die Honorarforderungen direkt 

zugestanden hätten und der Beschwerdegegner auf keine Art und Weise über 

diese hätte verfügen dürfen, würden keine Hinweise dafür vorliegen, dass die 

Honorare "unrechtmässig verwendet" worden seien. Mit dem Eingang von 

Honoraren auf dem Konto der Kanzlei B._____ Rechtsanwälte habe eine 

Vermischung des Geldes stattgefunden, womit gar nicht festgestellt werden 

könnte, welche Honorare allenfalls für laufende Kosten der Kanzlei verwendet 

worden seien und welche nicht (Urk. 6 S. 3). 

3.2. Der Beschwerdeführer liess in seiner Beschwerdeschrift im Wesentlichen 

vorbringen, dass der Beschwerdegegner gemäss der Eintritts-Vereinbarung 

verpflichtet gewesen sei, die von ihm – dem Beschwerdeführer – generierten 

Honorare in bestimmter Weise zu verwenden. Der Beschwerdegegner wäre zur 

Zahlung der Umsatzbeteiligung spätestens per 30. Juni 2015 verpflichtet 

gewesen. Es bestünden objektive, dokumentierte Anhaltspunkte dafür, dass der 

Beschwerdegegner nicht in der Lage gewesen sei, die von ihm geschuldete 

Umsatzbeteiligung zu bezahlen, der Beschwerdegegner somit seiner 

Werterhaltungspflicht nicht nachgekommen sei. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sei 

einschlägig. Dennoch habe die Staatsanwaltschaft die Beweisanträge (Beweis 

über die Liquiditätssituation der Kanzlei, Einvernahme des Beschwerdegegners) 

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abgelehnt. Weiter bestünden objektive, dokumentierte Anhaltspunkte für einen 

versuchten Betrug. Der Beschwerdegegner habe die Abrechnung bewusst 

verzögert und ihm eine inhaltlich falsche, viel zu tiefe Abrechnung vom 30. 

November 2015 vorgelegt. Der Beschwerdegegner habe darauf vertraut, dass er 

diese Abrechnung nicht überprüfe, und versucht, ihn von der Prüfung der 

Abrechnung abzuhalten. Betreffend den Vorwurf der Sachentziehung resp. der 

unrechtmässigen Aneignung liege eine Verletzung der Begründungspflicht vor 

(Urk. 2 S. 7 ff.). 

3.3. Die Staatsanwaltschaft brachte in ihrer Stellungnahme ergänzend vor, dass 

sich aus der Eintritts-Vereinbarung lediglich eine Verpflichtung zur Bezahlung 

eines Prozentsatzes des Gesamtumsatzes, jedoch keine Treuepflicht im Sinne 

von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ergebe, womit eine Veruntreuung ausser Betracht 

falle. Doch selbst wenn von anvertrauen Vermögenswerten auszugehen wäre, 

könne nicht gesagt werden, es lägen alleine aufgrund der in der 

Beschwerdeschrift erwähnten Umstände konkrete und objektive Tatsachen vor, 

welche den Schluss zulassen würden, dass wahrscheinlich strafrechtlich 

relevante Handlungen begangen worden seien (Urk. 13 S. 1 f.). 

3.4. Der Beschwerdeführer hielt replicando an seinem Standpunkt fest. Er liess 

im Wesentlichen ausführen, es bestünden klare, objektive Anhaltspunkte dafür, 

dass der Beschwerdegegner die vereinnahmten Honorare für eigene Zwecke 

verwendet habe und nicht in der Lage gewesen sei, diese anvertrauten Gelder für 

die Bezahlung der Umsatzbeteiligung zu verwenden. Auch bestünden objektive 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner versucht habe, ihn mit einer 

ungenügenden Abrechnung um den grösseren Teil der Umsatzbeteiligung zu 

bringen und ihn dergestalt zu schädigen (Urk. 20 S. 2 ff.). 

3.5. Lediglich soweit erforderlich, d.h. für die Entscheidfindung notwendig, ist 

nachfolgend auf die Ausführungen des Beschwerdeführers sowie die Begründung 

der Staatsanwaltschaft näher einzugehen. 

4.1. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich wegen Veruntreuung 

strafbar, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder 

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eines anderen Nutzen verwendet. Als anvertraut gilt, was jemand mit der 

Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu 

verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen 

abzuliefern. Der Tatbestand erfasst Fälle, in denen zivilrechtlich die Fremdheit der 

anvertrauten Werte nicht gegeben oder zumindest zweifelhaft ist. Der Treuhänder 

erlangt über die erhaltenen Werte nicht nur tatsächliche, sondern auch rechtliche 

Verfügungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders übergegangenen Werte 

sind jedoch bestimmt, später wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In 

diesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der Treuhänder ist deshalb 

verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten (sog. 

Werterhaltungspflicht). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der 

Veruntreuung von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter 

eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers 

zu vereiteln (Urteil des Bundesgerichts 6B_936/2019 vom 20. Mai 2020 E. 4.3, mit 

weiteren Hinweisen). 

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger 

Bereicherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich bei der 

Veruntreuung von Vermögenswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, 

die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen 

verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_940/2019 vom 6. Mai 2020 E. 1.1.2, mit weiteren 

Hinweisen). 

4.2. Die Staatsanwaltschaft hielt zutreffend fest (Urk. 13 S. 2), dass sich – 

entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 7 N 22 und S. 8 f. N 24, 

Urk. 20 S. 8 N 24) – aus der zwischen dem Beschwerdeführer und dem 

Beschwerdegegner abgeschlossenen Eintritts-Vereinbarung (Urk. 3/2) keine 

Verpflichtung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ergibt, die vom 

Beschwerdeführer generierten Honorare in bestimmter Weise zu verwenden. Es 

handelt sich lediglich um die Fixierung der Höhe der Umsatzbeteiligung, die nach 

erfolgter Abrechnung dem Beschwerdeführer auszubezahlen ist. Die für eine 

Veruntreuung erforderliche Werterhaltungspflicht ergibt sich hieraus nicht. Doch 

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auch wenn dem so wäre, ergäben die vom Beschwerdeführer aufgelisteten 

Anhaltspunkte (Urk. 2 S. 8 N 23) – entgegen dessen Ansicht (Urk. 2 S. 9 N 25) –

nicht, dass der Beschwerdegegner nicht in der Lage gewesen wäre, die 

Auszahlung vorzunehmen. Aus der unsubstantiierten Auflistung von 

Vorkommnissen (Urk. 2 S. 8 N 23) geht lediglich eine zivilrechtliche Streitigkeit 

über die Höhe der Umsatzbeteiligung hervor, aus welcher sich keinerlei Hinweise 

für ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Beschwerdegegners ableiten 

lassen. Der Beschwerdeführer selbst führte in seiner Beschwerdeschrift unter 

dem Punkt "Sachverhalt" denn auch aus, dass der Beschwerdegegner die 

Auszahlung mit verschiedenen Bedingungen habe verknüpfen wollen, die er, der 

Beschwerdeführer, nicht akzeptiert habe (Urk. 2 S. 7 N 18; vgl. Urk. 28/5/3 S. 13 

F/A 45). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 8 N 23) ist 

im Übrigen in der Strafanzeige des Beschwerdegegners vom 8. Juli 2016 nicht 

(generell) die Rede von einer "schlechten Liquiditätslage" der Kanzlei B._____ 

Rechtsanwälte. Es wird einzig im Rahmen der Schilderung des geltend 

gemachten Vermögensschadens eine Schmälerung der Liquidität als Folge des 

dem Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner vorgeworfenen Verhaltens 

erwähnt (Urk. 3/20 S. 7 N 15). Was ferner das Argument der schlechten 

Auslastung der Anwälte der Kanzlei B._____ Rechtsanwälte anbelangt (Urk. 20 S. 

8 N 28), so ist das Nachschieben von Argumenten in der Replik, die bereits mit 

der Beschwerdeschrift hätten dargelegt werden können, unzulässig (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_629/2018 vom 16. April 2019 E. 3.1), zumal es sich ohnehin 

um einen unbeachtlichen, pauschalen Verweis auf eine frühere Rechtsschrift im 

Rahmen des Strafverfahrens handelt (Urteil des Bundesgerichts 1B_288/2019 

vom 27. Juni 2019 E. 1.2). Mangels konkreter Anhaltspunkte für ein strafbares 

Verhalten des Beschwerdegegners bestand im Übrigen auch kein Anlass für die 

Staatsanwaltschaft, die Liquiditätssituation der Kanzlei B._____ Rechtsanwälte im 

fraglichen Zeitraum zu erheben (Urk. 2 S. 9 N 25). Ebenso wenig war eine weitere 

Befragung des Beschwerdegegners, welcher bereits am 29. August 2017 

einvernommen worden war (Urk. 14/D1/6/1), angezeigt (Urk. 2 S. 9 N 25). Die 

Staatsanwaltschaft verfügte somit zu Recht die Einstellung der Strafuntersuchung 

betreffend Veruntreuung. 

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5.1. Wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, 

jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig 

irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen 

schädigt, macht sich wegen Betrugs strafbar (Art. 146 Abs. 1 StGB). Das 

Erfordernis der Arglist ist erfüllt, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude 

errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache 

falsche Angaben gelten als arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit 

besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, wenn der Täter das Opfer von 

der möglichen Überprüfung abhält oder wenn er nach den Umständen 

voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines 

besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1081/2019 vom 15. Mai 2020 E. 1.2.2). 

5.2. Gemäss Eintritts-Vereinbarung hätte die Abrechnung betreffend die 

Umsatzbeteiligung spätestens Ende Juni 2015 erfolgen sollen (Urk. 3/2 S. 4 Ziff. 

19). Nach schriftlicher Mahnung des Beschwerdeführers vom 29. November 2015 

(Urk. 3/5) erging die Abrechnung am 30. November 2015 (Urk. 3/6). Aus dieser 

zeitlichen Abweichung von der Eintritts-Vereinbarung geht – entgegen der Ansicht 

des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 10 N 30) – kein Hinweis für ein betrügerisches 

Verhalten des Beschwerdegegners hervor. 

Gemäss der Abrechnung vom 30. November 2015 waren total Fr. 372'904.35 

nach Eingang offener Debitoren resp. Fr. 88'287.00 per sofort auszuzahlen 

(Urk. 3/6). Gemäss korrigierter Version vom 8. April 2016 waren total 

Fr. 369'580.25 nach Eingang offener Debitoren auszubezahlen, wobei angeboten 

wurde Fr. 217'622.80 sofort auszubezahlen (Urk. 3/19 S. 2). Gemäss nochmals 

korrigierter Version vom 13. April 2016 betrug das Angebot zur sofortigen 

Auszahlung Fr. 228'773.60 resp. das Total Fr. 380'731.05 nach Eingang offener 

Debitoren (Urk. 3/19 S. 1). Die erste Abrechnung war somit nicht "nachweislich" 

Fr. 140'486.60 zu tief (Urk. 2 S. 9 N 28 und Urk. 20 S. 5 N 10); die Differenz 

zwischen Fr. 372'904.35 und Fr. 380'731.05 ist nicht derart hoch. Die vom 

Beschwerdeführer angeführte Differenz betrifft "einzig" die Höhe des sofort 

- 13 - 

auszuschüttenden Betrages. Allein aus dieser Diskrepanz ergibt sich jedoch kein 

Hinweis für ein strafrechtlich relevantes Verhalten, zumal sich der 

Beschwerdegegner – entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (Urk. 2 

S. 10 N 28) – im Rahmen des arbeitsrechtlichen Prozesses hierzu durchaus 

äusserte (Urk. 28/7/8, Beilage S. 99 f. N 130 f., wonach die Diskrepanz 

hauptsächlich auf den am 30. November 2015 angebrachten Abzug für 

angefangene und noch nicht verrechnete Leistungen zurückzuführen sei). Auch 

dass schlussendlich im März 2017 Fr. 228'773.60 ausbezahlt worden sind 

(Urk. 28/7/17, Beilage), stellt keinen Hinweis für ein strafrechtlich relevantes 

Verhalten seitens des Beschwerdegegners bezüglich der ersten Abrechnung von 

November 2015 resp. für eine vorsätzlich, mit der Absicht unrechtmässiger 

Bereicherung erstellte falsche erste Abrechnung dar. Ebenso wenig ergeben sich 

Anhaltspunkte hierfür aus der weiteren, unsubstantiierten Auflistung von 

Begebenheiten in der Beschwerdeschrift (Urk. 2 S. 9 f. N 28 und N 30). Diese 

zeigen – soweit es sich nicht ohnehin nur um Behauptungen handelt – lediglich 

auf, dass zwischen den Parteien eine zivilrechtliche Streitigkeit betreffend die 

Abrechnung resp. die Höhe der Umsatzbeteiligung bestand resp. besteht, wie sie 

sich bereits aus der geschilderten Vorgeschichte (vgl. E. II. 2.) ergibt. 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass im Übrigen auch keinerlei 

Hinweise für Arglist vorliegen. Wie der Beschwerdeführer selbst vorbrachte (Urk. 

20 S. 10 N 35), war es ihm nach Zustellung der Abrechnung vom 30. November 

2015 innert weniger Tage möglich, zu dieser mit Eingabe vom 6. Dezember 2015 

auf sieben Seiten Stellung zu nehmen, wobei er auf diverse, seines Erachtens 

bestehende Unklarheiten hinwies (Urk. 3/7). Von einer Nichtüberprüfbarkeit resp. 

Unzumutbarkeit der Überprüfung der Abrechnung kann somit keine Rede sein. 

Weshalb der Beschwerdegegner davon hätte ausgehen sollen, der 

Beschwerdeführer, ein Rechtsanwalt, werde die Abrechnung unter den 

gegebenen Umständen nicht überprüfen, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Auch kann 

aus der Kündigung des Beschwerdegegners Ende Dezember 2015 (Urk. 3/8) 

nicht abgeleitet werden, diese habe den Beschwerdeführer von der Überprüfung 

der Abrechnung abhalten sollen (Urk. 2 S. 10 N 30). Selbiges gilt für das 

Argument der Nichtlieferung von "Details" (Urk. 2 S. 9 N 28), zumal es sich um 

- 14 - 

eine unsubstantiierte Behauptung handelt und solche unstrittig mit der neuen 

Abrechnung von April 2016 vorgelegt wurden (Urk. 20 S. 5 N 10 und S. 11 N 37).  

5.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft korrekt fest 

hielt (Urk. 6 S. 3), dass zum Vorwurf des Betrugs lediglich Mutmassungen resp. 

Behauptungen des Beschwerdeführers vorliegen. Die Ausführungen des 

Beschwerdeführers im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vermögen hieran 

nichts zu ändern. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 9 N 28, 

Urk. 20 S. 11 N 39) liegen keinerlei Hinweise dafür  vor, dass der 

Beschwerdegegner die Abrechnung bewusst verzögert und dem 

Beschwerdeführer eine falsche Abrechnung vorgelegt habe im Vertrauen darauf, 

dass der Beschwerdeführer diese nicht überprüfe, resp. er sogar versucht haben 

soll, ihn von der Prüfung abzuhalten, um ihn um den grösseren Teil der 

Umsatzbeteiligung zu bringen und ihn so zu schädigen. Auch in diesem Punkt 

erweist sich die angefochtene Einstellungsverfügung somit als korrekt. 

6.1. Wer sich eine fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen 

andern damit unrechtmässig zu bereichern, macht sich, wenn nicht die 

besonderen Voraussetzungen der Art. 138-140 StGB zutreffen, wegen 

unrechtmässiger Aneignung im Sinne von Art. 137 Ziff. 1 StGB strafbar. Hat der 

Täter die Sache gefunden oder ist sie ihm ohne seinen Willen zugekommen oder 

handelt er ohne Bereicherungsabsicht, erfüllt dieser den Tatbestand der 

unrechtmässigen Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 2 StGB. Gemäss Art. 141 

StGB macht sich wegen Sachentziehung strafbar, wer dem Berechtigten ohne 

Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht und ihm dadurch einen 

erheblichen Nachteil zufügt. 

6.2.1. Betreffend die Einstellung des Verfahrens wegen Sachentziehung resp. 

unrechtmässiger Aneignung durch Nichtweiterleitung von Post macht der 

Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht seitens der 

Staatsanwaltschaft geltend (Urk. 2 S. 11 N 32, Urk. 20 S. 11 N 41). 

6.2.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert dem Betroffenen nicht 

nur die Möglichkeit, sich vor dem Entscheid zur Sache zu äussern, sondern 

- 15 - 

verlangt auch, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der 

Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren 

Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die wesentlichen Punkte 

beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene 

über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis 

der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 

hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2; 

Urteile des Bundesgerichts 1B_277/2013 vom 15. April 2014 E. 3, 6B_1053/2015 

vom 25. November 2016 E. 5.2 und 6B_405/2019 vom 7. Juni 2019 E. 1.3.2). 

6.2.3. Die Staatsanwaltschaft hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass 

es sich bei den Ausführungen zum Vorwurf der Nichtweiterleitung von Post 

entweder um reine Mutmassungen oder aber um mit keinerlei Dokumenten 

belegte Behauptungen handle (Urk. 6 S. 3). Aus der Begründung gehen somit 

zumindest die wesentlichen Überlegungen der Staatsanwaltschaft hervor, 

weshalb sie den Vorwurf der Sachentziehung resp. unrechtmässigen Aneignung 

einstellte. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor. 

6.3.1. Soweit der Beschwerdeführer zu diesen Vorwürfen in seiner 

Beschwerdeschrift auf seine Strafanzeige sowie die entsprechenden Dokumente 

verweist, mit welchen sich die Staatsanwaltschaft nicht auseinandergesetzt habe 

(Urk. 2 S. 11 N 32), erweist sich die Feststellung der Staatsanwaltschaft, es 

handle sich um blosse Mutmassungen resp. unbelegte Behauptungen, nach 

Sichtung besagter Dokumente – wie nachfolgend aufzuzeigen ist (E. II. 6.3.2) – 

als zutreffend. Die Frage, ob ein derartiger Verweis in der Beschwerdeschrift auf 

eine frühere Rechtsschrift überhaupt zulässig ist, kann daher offen gelassen 

werden. 

6.3.2. Der Beschwerdeführer äusserte in der Strafanzeige den Verdacht, 

dass der Beschwerdegegner ihm an B._____ Rechtsanwälte zugestellte 

- 16 - 

Bankunterlagen eines Klienten vorenthalten habe und dementsprechend wohl 

auch weitere Post (Urk. 14/D1/1 S. 28-31). Aus den Akten ergibt sich das 

Folgende: Nachdem der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner am 

28. Dezember 2016 zur Herausgabe sämtlicher Korrespondenz, die seit seinem 

letzten Arbeitstag am 14.  April 2016 eingegangen sei, aufgefordert hatte 

(Urk. 14/D1/2/16), teilte der Beschwerdegegner diesem am 3. Januar 2017 mit, 

dass er selbstverständlich alle mandatskritische Post nach bestem Wissen und 

Gewissen weitergeleitet habe (Urk. 14/D1/2/17 S. 1). Auch anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. August 2017 bestritt der 

Beschwerdegegner, an den Beschwerdeführer gerichtete Post nicht weitergeleitet 

zu haben (Urk. 14/D1/6/1 S. 17F/A 75). Dass die Kontoauszüge von April bis 

August 2016 die Anschrift "Dr. A._____ B._____ Rechtsanwälte" (Urk. 

14/D1/2/14b-f) tragen, ist kein Nachweis für die effektive Zustellung der Belege 

durch die C._____ an die Kanzlei B._____ Rechtsanwälte, zumal die C._____ am 

8. Juni 2016 über den Adresswechsel informiert worden war (Urk. 14/D1/2/13 S. 

3). Entscheidend ist jedoch, dass sich selbst bei Zustellung besagter Unterlagen 

an B._____ Rechtsanwälte hieraus noch kein Anhaltspunkt für ein vorsätzliches 

Zurückbehalten derselben durch den Beschwerdegegner ergibt. Irgendwelche 

konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdegegner für den Beschwerdeführer 

eingegangene Post vorsätzlich nicht an diesen weitergeleitet hätte, liegen nicht 

vor, zumal nicht einmal der Beschwerdeführer selbst geltend machte, explizit 

monatlich nach den ausbleibenden Bankunterlagen bei B._____ Rechtsanwälte 

nachgefragt zu haben. Darüber hinaus liegen bezüglich der Bankunterlagen auch 

keine Anhaltspunkte für eine Aneignungsabsicht des Beschwerdegegners im 

Sinne von Art. 137 StGB vor. Bezüglich der angeblich weiteren nicht 

weitergeleiteten Post erübrigen sich weitergehende Ausführungen, handelt es 

sich doch bei besagtem Vorwurf um eine reine Mutmassung (Urk. 14/D1/1 S. 30 

N 121). 

6.3.3. Im Übrigen hielt bereits die Aufsichtskommission über die Anwältinnen 

und Anwälte, bei welcher der Beschwerdeführer weitestgehend dieselbe 

Argumentation wie in seiner Strafanzeige vorbrachte (Urk. 28/7/5, Beilage, S. 2-

4), mit Beschluss vom 7. September 2017 im Zusammenhang mit der vom 

- 17 - 

Beschwerdeführer gegen den Beschwerdegegner erstatteten Verzeigung 

unmissverständlich Folgendes fest (Urk. 28/6/8, Beilage S. 13 f.): 

"Auch bezüglich physischer Post traf grundsätzlich den Verzeiger 
[Beschwerdeführer] die Pflicht, sofort nach seinem tatsächlichen 
Ausscheiden aus der Kanzlei des Beschuldigten [Beschwerdegegner] 
(am 8. April 2016) beim betreffenden Postamt für die Umleitung der an 
ihn adressierten Zustellungen zu sorgen. […] 
Der Verzeiger macht nicht geltend, der Beschuldigte habe 
offensichtlich für den Verzeiger bestimmte, namentlich kurz nach dem 
8. April 2016 noch bei ihm eingetroffene Anwaltspost bzw. Schreiben 
von Klienten oder Behörden in pendenten Verfahren zurückbehalten, 
zumal mit Absicht. Entsprechendes lässt sich auch den vom Verzeiger 
produzierten Beilagen nicht entnehmen. Zu Recht bringt der 
Beschuldigte vor, dass es jedenfalls nicht zu seinen anwaltlichen 
Pflichten gehörte, die in seiner Kanzlei eingehende Post nach an den 
Verzeiger gerichteter Post zu durchsuchen bzw. durchsuchen zu 
lassen und für die entsprechende Weiterleitung besorgt zu sein, zumal 
noch Monate nach dessen Weggang. Er durfte davon ausgehen, dass 
der Verzeiger selbst namentlich bei Banken, mit denen dieser in 
Geschäftsbeziehung stand, selber für die korrekte Zustellung 
benötigter Gutschrifts- und Belastungsanzeigen sowie entsprechender 
Kontoauszüge besorgt sein und dort bei entsprechendem Ausbleiben 
direkt intervenieren würde." 

6.4. Auch die Einstellung der Strafuntersuchung betreffend Sachentziehung resp. 

unrechtmässige Aneignung erweist sich somit als korrekt. 

7. Zusammenfassend verfügte die Staatsanwaltschaft zu Recht die Einstellung 

der Strafuntersuchung. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. 

III. 

1. Angesichts der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie des Aufwands 

des Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 2'500.00 

festzusetzen (§ 17 Abs. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 lit. b - d GebV OG). Die Kosten sind 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) 

und aus der von ihm geleisteten Prozesskaution von Fr. 2'500.00 zu beziehen 

(Urk. 10). 

- 18 - 

2. Dem Beschwerdegegner ist mangels Antrags und wesentlicher Umtriebe, er 

verzichtete auf eine Stellungnahme im Beschwerdeverfahren (Urk. 17, Urk. 25), 

keine Entschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'500.00 festgesetzt, dem Beschwerdeführer 

auferlegt und aus der geleisteten Prozesskaution bezogen. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwältin Dr. iur. X._____, zweifach für sich sowie zu Handen 
des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde) 

− Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, zweifach für sich sowie zu Handen 
des Beschwerdegegners 1 (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, mit dem Hinweis, dass die 
Untersuchungsakten in den Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nrn. 
UE200078, UH200042 und UV200020 retourniert werden (gegen 
Empfangsbestätigung) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben 
werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

- 19 - 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
 
Zürich, 31. Mai 2021 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. D. Tagmann 
 
 

	Beschluss vom 31. Mai 2021
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'500.00 festgesetzt, dem Beschwerdeführer auferlegt und aus der geleisteten Prozesskaution bezogen.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwältin Dr. iur. X._____, zweifach für sich sowie zu Handen des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)
	 Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, zweifach für sich sowie zu Handen des Beschwerdegegners 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, mit dem Hinweis, dass die Untersuchungsakten in den Beschwerdeverfahren Geschäfts-Nrn. UE200078, UH200042 und UV200020 retourniert werden (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...