# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5be763e-8af4-5135-a9a0-a9a67bbf845b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.03.2024 720 22 280 / 64 (720 2022 280 / 64)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-280---64_2024-03-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 14. März 2024 (720 22 280 / 64) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Einholung eines psychiatrisch-neuropsychologischen Gerichtsgutachtens nach Rück-
weisung durch das Bundesgericht, Zusprache einer ganzen Invalidenrente 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Ad-
vokat, Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente / Rückweisung BGer  

 
 
 
 
A. Der 1972 geborene A.____ arbeitete vom 1. Februar 2002 bis 31. Dezember 2018 bei 
den B.____, zuletzt als Sachbearbeiter Systeme Verkauf Innendienst. Am 22. Januar 2012 mel-
dete er sich erstmals unter Hinweis auf eine mittelschwere Depression und ein «Burn-Out» bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug. Die zuständige IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) führte in der Folge ein Coaching durch, verneinte indes mit Verfü-
gung vom 2. Oktober 2014 den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente, da dieser seit 

 

 
 
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dem 1. November 2013 wieder in einem Pensum von 80% beim ursprünglichen Arbeitgeber tätig 
sei. Mit Formular vom 8. Juni 2017 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine depressive Er-
krankung erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und 
erwerblichen Verhältnisse, namentlich der Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Dr. 
med. univ. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Durchführung eines Vorbe-
scheidverfahrens sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 6. Oktober 2020 für 
die Zeit vom 1. März 2018 bis 31. August 2018 eine ganze Rente, für die Zeit vom 1. Februar 
2019 bis 31. März 2019 eine Dreiviertelsrente sowie für die Zeit vom 1. April 2019 bis 30. Sep-
tember 2019 erneut eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu. Während der Zeit vom 6. 
August 2018 bis 31. Januar 2019 habe der Versicherte eine berufliche Massnahme absolviert 
und ein Taggeld der IV erhalten. Für die Zeit ab 1. Oktober 2019 wurde ein Rentenanspruch 
verneint. Die hiergegen erhobene Beschwerde vom 6. November 2020, mit der A.____, vertreten 
durch Advokat Dr. Matthias Aeberli, beantragen liess, es sei ihm ab 1. März 2018 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen, wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht) mit Urteil vom 20. Mai 2021 ab. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, weiter-
hin vertreten durch Advokat Aeberli, Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, wobei er 
das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren wiederholte. In seinem Urteil vom 26. September 
2022 (Verfahren 9C_494/2021) gelangte das Bundesgericht zusammengefasst zum Ergebnis, 
dass der im angefochtenen Entscheid des Kantongerichts festgestellte medizinische Sachverhalt 
auf einer unvollständigen Beweisgrundlage beruhe. Die Angelegenheit werde zur Einholung er-
gänzender medizinischer Auskünfte an die Vorinstanz zurückgewiesen. Diese habe ein neu-
ropsychologisch-psychiatrisches Gerichtsgutachten einzuholen, welches den Krankheitsverlauf 
im Längsschnitt zu beachten habe und sich unter Berücksichtigung der Standardindikatoren ge-
mäss BGE 141 V 281 über das funktionelle Leistungsvermögen und die Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers ausspreche. 
 
B. In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils beschloss das Kantonsgericht, bei 
Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in 
Auftrag zu geben, wobei im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung eine neuropsychologi-
sche Untersuchung des Beschwerdeführers vorzunehmen sei.  
 
C. Am 10. Juli 2023 erstattete Dr. D.____ das in Auftrag gegebene Gerichtsgutachten. Mit 
Verfügung vom 20. Juli 2023 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zum Gutachten so-
wie zu den allfälligen Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch 
zu äussern. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 2. August 2023 auf eine Stel-
lungnahme. Der Beschwerdeführer führte seinerseits mit Stellungnahme vom 8. August 2023 
aus, dass sich die festgestellte Arbeitsfähigkeit mit seiner Selbsteinschätzung decke. Er werde 
seine Behandlung gemäss den gutachterlichen Empfehlungen anpassen, bitte indes darum, dass 
eine nächste Begutachtung nicht allzu früh angeordnet werde, damit er sich auf seine Genesung 
konzentrieren könne.  
 
D. Mit Verfügung vom 11. August 2023 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Beur-
teilung überwiesen.   
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Die Sachurteilsvoraussetzungen sind weiterhin erfüllt, weshalb auf die Beschwerde 
einzutreten ist. 
 

1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
datiert vom 6. Oktober 2020 und damit vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grunds-
ätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 
144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in 
dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten 
Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 
2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit 

 

 
 
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ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein-
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag-
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt 
sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, 
ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 
Abs. 2 ATSG).  
 
2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (vgl. 
BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (vgl. BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (vgl. BGE 128 V 29). 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

 

 
 
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nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen 
Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut-
achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Be-
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
3.4 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
– unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (vgl. BGE 141 V 281 
E. 3.6). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob 
es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
4.1 Nachdem das Bundesgericht mit Urteil vom 26. September 2022 (9C_494/2021) die vor-
liegend zur Beurteilung stehende Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sach-
verhalts an das Kantonsgericht zurückgewiesen hatte, gab dieses bei Dr. med. D.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gerichtsgutachten zur Frage der dem Beschwerdeführers 
verbleibenden Restarbeitsfähigkeit und des dabei zu beachtenden Leistungsprofils in Auftrag. Im 
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung wurde der Gutachter gebeten, eine neuropsychologi-
sche Untersuchung zu veranlassen und deren Ergebnisse im Gutachten zu würdigen.  
 

 

 
 
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4.2 Dr. D.____ erstattete das in Auftrag gegebene psychiatrische-neuropsychologische Ge-
richtsgutachten am 12. Juli 2023 (Eingang). Darin diagnostizierte er mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelschwerer 
Episode (anamnestisch mittelschwer und zeitweilig remittiert, ICD-10 F33.0 / F33.1), eine Neu-
rasthenie (ICD-10 F48.0) mit im Vordergrund stehender geistiger Erschöpfung (analog der funk-
tionellen kognitiven Störung nach ICD-11 gemäss neuropsychologischem Gutachten); eine 
zwanghafte, selbstunsichere (ängstlich-vermeidende) und schizoide Persönlichkeitsakzentuie-
rung (ICD-10 Z73.1) sowie eine rezidivierende Entstehung der klinischen Symptomatik jeweils im 
Kontext zunehmender Erschöpfung im beruflichen Kontext, sogenanntes «Burn-Out»  
(ICD-10 Z73). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Schlafapnoe-Syndrom, laut An-
gaben des Versicherten mild ausgeprägt und ohne wesentliche Auswirkungen auf seinen Ge-
sundheitszustand.  
 
4.3 Die gestellten Diagnosen leitete der Gerichtsexperte nach Darlegung der Akten, Durch-
führung von zwei Explorationsgesprächen sowie mehrerer Testverfahren, einer neuropsycholo-
gischen Untersuchung und der Einholung von fremdanamnestischen Angaben beim behandeln-
den Psychiater folgendermassen her: Ausgangspunkt der Krankheitsentwicklung sei ein berufs-
bezogener Prozess gewesen, der als Ausbrennen oder «Burn-Out» bezeichnet werde und durch 
zunehmende Erschöpfung gekennzeichnet sei. Der Explorand zeige mehrere der inneren Fakto-
ren, die ein solches Ausbrennen begünstigen würden. Neben dem «Burn-Out» und der Erschöp-
fung sei es zu rezidivierenden depressiven Episoden gekommen. Während bei der Exploration 
im Rahmen des eingeholten Verwaltungsgutachtens der psychopathologische Befund plausibel 
und konsistent depressive Symptome verneint habe, seien solche aktuell wieder feststellbar. Bei 
der Einordnung mit anderen Instrumenten und aufgrund des klinischen Eindrucks sei die Schwere 
der depressiven Episode als knapp mittelgradig einzustufen, zumal der Faktor der Erschöpfung 
auch noch anderweitig diagnostisch zu diskutieren sei. Die Müdigkeit und Erschöpfung würden 
vom Exploranden als Hauptproblematik bezeichnet. Dabei nehme er sich als viel schwerwiegen-
der eingeschränkt wahr, als es die eher leichtgradigen objektiven Befunde nahelegen würden. Es 
handle sich um eine für somatoforme Störungen typische Wahrnehmungsweise. Die stringente 
Fokussierung des Versicherten auf die erhöhte Erschöpfbarkeit bei nicht entsprechenden objek-
tiven Befunden – die indes nicht als Aggravation oder Nebensymptom der Depression erklärbar 
sei und ganz entscheidend zum Leidensdruck beitrage – lasse diagnostisch auf das Vorliegen 
einer Neurasthenie schliessen. Diese Diagnose gehöre nach heutiger Lehrmeinung klar zum so-
matoformen Störungskomplex. Die im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung nach 
ICD-11 diagnostizierte funktionelle kognitive Störung decke sich im Wesentlichen mit der moder-
nen Begriffsbestimmung der Neurasthenie. Dem wiederholt beschriebenen «Burn-Out» und der 
chronischen kognitiven Erschöpfung würden kognitiv-emotionale Prozesse zugrunde liegen, die 
auf langfristigen Lernerfahrungen beruhten und dabei vor allem von prägenden Erfahrungen in 
der Kindheit und Jugend sowie angeborenen Dispositionen abhängig seien. Beim Exploranden 
seien deshalb insbesondere drei Kategorien von Persönlichkeitsstörungen zu diskutieren: eine 
selbstunsichere (ängstlich-vermeidende), eine schizoide sowie eine zwanghafte Persönlichkeits-
störung. Letztlich liesse sich keine Persönlichkeitsstörung bestätigen. Indessen zeigten sich vor 
allem im Interaktionsstil, aber auch in Mustern von erlernter Hilflosigkeit sowie im mangelnden 

 

 
 
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Selbstwirksamkeitserleben selbstunsichere und alexythyme Züge, weshalb akzentuierte Persön-
lichkeitszüge diagnostiziert würden. Akzentuierte Persönlichkeitszüge seien nicht per se eine Di-
agnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Meist hätten sie zwar für das Krankheitsge-
schehen keine Bedeutung, im vorliegenden Fall sei dies anders, da die Konstellation am Zustan-
dekommen der chronifizierten und verfestigten Störung von genau jenen Persönlichkeitseigen-
schaften abhänge, die beim Versicherten am wenigsten eine unverstellte Wahrnehmung und Be-
urteilungsfähigkeit sowie flexibles und situationsadäquates Handeln zuliessen.  
 
4.4 Die neuropsychologische Untersuchung bei der Klinik E.____ habe ein durchschnittli-
ches allgemeines kognitives Leistungsniveau ergeben. Dazu diskrepant seien Minderleistungen 
bei der Prüfung von Aufmerksamkeitsfunktionen und des Arbeitsgedächtnisses zu verzeichnen 
gewesen. Dabei hätten sich vor allem schwankende und teils defizitäre Reaktions- und Verarbei-
tungsgeschwindigkeiten sowie instabile Leistungen bei der Aufnahme von Informationen ins Ar-
beitsgedächtnis gezeigt. Daraus hätten sich etwas knappe Erinnerungsleistungen ergeben. Be-
sondere Schwierigkeiten habe der Explorand bei hohen Anforderungen an die selektive Aufmerk-
samkeit sowie bei der Aufmerksamkeitsteilung gehabt. Die Sorgfalt und Arbeitsgenauigkeit seien 
demgegenüber durchwegs gut gewesen. Grundsätzlich könne von intakten Gedächtnisfunktio-
nen ausgegangen werden. Als unbeeinträchtigt liessen sich weiter die exekutiven Funktionen der 
Konzeptfindung, der Handlungsplanung, der Impuls- und Handlungskontrolle, der Umstellfähig-
keit und die Sprache und Schriftsprache sowie die visuell-räumlichen und konstruktiven Leistun-
gen bewerten. Der Explorand zeige ein überdurchschnittliches wahrnehmungsgebundenes logi-
sches Denken mit guten bis überdurchschnittlichen Leistungen in der visuellen Konzeptfindung, 
im analytischen Schlussfolgern und im räumlichen Denken. Sehr auffällig sei das Verhalten des 
Exploranden gewesen, welches am zweiten Untersuchungstag bei subjektiv schlechterem Befin-
den noch ausgeprägter gewesen sei. Er habe sich schnell aus dem Konzept bringen lassen und 
mit Blockaden und Überforderungsgefühlen reagiert. Oftmals habe er bereits zu Beginn einer 
Aufgabe angegeben, dass zu viele Informationen auf ihn eindringen würden und sein Gehirn 
überlastet sei, abschalte oder in einen Leerlauf gehe, so dass einige Aufgaben unterbrochen oder 
abgebrochen werden mussten. Der Explorand habe eine sehr enge Begleitung und Unterstützung 
mit steter Ermutigung und Pausenangeboten benötigt. Zur Prüfung der Anstrengungsbereitschaft 
und Leistungsmotivation seien drei Leistungsvalidierungsverfahren durchgeführt worden, bei de-
nen der Explorand stets unauffällige Leistungen erbracht habe. Auch die Verhaltensbeobachtung 
habe keine Hinweise dafür ergeben, dass er vortäusche oder aggraviere. Überdies seien keine 
Inkonsistenzen zwischen den Testbefunden und dem Verhalten feststellbar gewesen. Die teil-
weise erheblichen Schwankungen in der Verarbeitungsgeschwindigkeit seien auf unwillkürliche 
psychoreaktive Fehlanpassungen des Leistungsverhaltens zurückzuführen und letztlich diagno-
sebestätigend. Die Befunde seien als funktionelle kognitive Störung zu interpretieren und könnten 
im Kontext der psychiatrischen Diagnosen erklärt werden. Bei funktionellen kognitiven Störungen 
seien Inkonsistenzen in der Leistungserbringung typisch. So habe sich auch aktenanamnestisch 
eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung gezeigt. Aufgrund der dysfunktiona-
len Metakognition würden die sich grundsätzlich leichten kognitiven Störungen relevant auf die 
Leistungsfähigkeit auswirken. Die Verlässlichkeit der Leistungserbringung, wie sie eine Anstel-
lung im ersten Arbeitsmarkt erfordern würde, sei im gegenwärtigen Zustand nicht gegeben, so 
dass eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der bisherigen sowie in jeder angepassten Tätigkeit 

 

 
 
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resultiere. Auch langfristig sei in der Kombination von zeitlichen und leistungsmässigen Ein-
schränkungen von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen. Die funktionelle kognitive Störung 
bedürfe einer multimodalen psychotherapeutischen Intervention mit Fokus auf die Metakognition. 
Die Wiederaufnahme eines Arbeitstrainings beim motivierten Versicherten sei erst nach einer 
solchen intensiven therapeutischen Intervention sinnvoll. Danach müsse er weiterhin eng thera-
peutisch begleitet werden, damit die dysfunktionalen Bewertungen und Überzeugungen jeweils 
zeitnah abgefangen werden könnten.  
 
4.5 Dr. D.____ kam nach Prüfung der Standardindikatoren, der Konsistenz und Plausibilität 
sowie nach Durchführung des Mini ICF-APP zum Schluss, dass der Explorand in der angestamm-
ten Tätigkeit als Sachbearbeiter mit Führungsaufgaben oder einer vergleichbaren Tätigkeit seit 
2018 vollständig arbeitsunfähig sei. Eine administrative oder kaufmännische Tätigkeit, ohne er-
höhten Leistungsdruck an einem Einzelarbeitsplatz oder in einem kleinen Team, in wohlwollender 
Umgebung, bei der sich der Explorand nicht verausgabe und ein möglichst gleichmässiges Ar-
beitstempo und -volumen einhalten könne, sollte gegenwärtig in einem Pensum von 20% – oder 
40% mit halben Rendement – möglich sein. Eine Steigerung des Pensums auf mindestens 50% 
oder mehr bei vollem Rendement sei mittelfristig (zwei Jahre +/- ein Jahr) möglich, vorausgesetzt, 
in der Therapie würden die entsprechenden Fortschritte erzielt werden. Eine nochmalige gut-
achterliche Überprüfung in eineinhalb bis zwei Jahren werde empfohlen. Rückblickend sei seit 
2018 von einer namhaften Arbeitsunfähigkeit zwischen 80% und 100% auszugehen, wobei diese 
vor allem von depressiven Rezidiven abhänge. Sollte die Depression dauerhaft stabil behandelt 
werden können, wäre von einer derzeitigen Arbeitsunfähigkeit von dauerhaft 80% auszugehen 
während eines Zeitraums von zwei bis drei Jahren.   
 
5. Wie in Erwägung 3.3 hiervor ausgeführt, weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten oder Expertinnen ab, 
deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die 
Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gerichtsgutachten von Dr. D.____ vom 12. Juli 2023 
in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass die Expertise 
die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in 
jeder Hinsicht erfüllt. So weist sie weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies 
vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, be-
ruht auf einem eingehenden Aktenstudium und umfassenden Untersuchungen mit zwei Explora-
tionsgesprächen, testpsychologischen Verfahren sowie der Einholung einer Fremdanamnese, sie 
berücksichtigt sämtliche geklagten Beschwerden, setzt sich mit den abweichenden ärztlichen Ein-
schätzungen auseinander, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. 
der Beurteilung der medizinischen Situation ein und vermittelt so ein umfassendes Bild über den 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Die gestellten Diagnosen sind begründet und 
nachvollziehbar gemäss den Kriterien der ICD-10 hergleitet. Die neuropsychologische Untersu-
chung ist fachgerecht durchgeführt worden und deren Ergebnisse wurden von Dr. D.____ korrekt 
gewürdigt und eingeordnet. Der Gutachter hat namentlich auch eingehend und nachvollziehbar 
dargelegt, welche Wechselwirkungen die verschiedenen Diagnosen haben und wie sie sich auf-
einander auswirken. Er hat eine detaillierte und eingehende Konsistenzprüfung vorgenommen 

 

 
 
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und die Ressourcen und Einschränkungen des Beschwerdeführers umfassend dargelegt. So-
dann ergeben sich aus dem Gutachten keinerlei Widersprüche. Insgesamt sind sowohl die Beur-
teilung als auch die Schlussfolgerungen im Gutachten überzeugend. Es wird deutlich, dass der 
Beschwerdeführer aufgrund der gestellten Diagnosen, die sich gegenseitig ungünstig beeinflus-
sen, wesentlich in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Darüber hinaus hat der Gerichts-
experte sowohl den Verlauf der Krankheit als auch indizierte Therapieoptionen sowie eine Prog-
nose detailliert und begründet dargelegt. Vor diesem Hintergrund vermag auch die Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit zu überzeugen. Es ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer seit 2018 in der angestammten Tätigkeit zu 100% und in einer angepassten Tätigkeit grund-
sätzlich zu 80%, zeitweise zu 100%, arbeitsunfähig war und ist. Da im Übrigen auch die Parteien 
keine Kritik an der eingeholten Gerichtsexpertise äussern, ist auf deren Ergebnisse ohne Weite-
res abzustellen. 
 
6.1 Die Invalidität ist bei erwerbstätigen Versicherten mittels eines Einkommensvergleichs 
zu bestimmen (vgl. E. 2.5 hiervor). Dabei ist in zeitlicher Hinsicht auf die Gegebenheiten im Zeit-
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174), wel-
cher unbestritten auf den 1. März 2018 zu liegen kommt.  
 
6.2 In der angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2020 hat die Beschwerdegegnerin 
beim Einkommensvergleich für das Valideneinkommen auf das vom Beschwerdeführer zuletzt 
erzielte Einkommen als Sachbearbeiter abgestellt, wobei sie richtigerweise eine Hochrechnung 
des Einkommens auf ein 100%-Pensum vorgenommen hat, da der Beschwerdeführer sein Ar-
beitspensum nach seinem «Burn-Out» im Jahr 2012 krankheitsbedingt auf 80% reduziert hat. 
Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin anhand der Tabelle T17 der Schweizeri-
schen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2016, Bürokräfte und ver-
wandte Berufe, Spalte Männer, ermittelt. Der Beschwerdeführer beanstandet – zu Recht – weder 
das ermittelte Valideneinkommen noch den ermittelten Grundwert für das Invalideneinkommen. 
In seiner Beschwerde vom 6. November 2020 brachte der Beschwerdeführer noch vor, dass ihm 
beim Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 25% zu gewähren sei. Zu diesem Vor-
bringen äusserte sich der Beschwerdeführer nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens vom 12. Juli 
2203 nicht weiter. Indessen ist davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
bereits im von Dr. D.____ definierten leidensangepassten Tätigkeitsprofil und der stark reduzier-
ten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt sind. Weitere Gegebenheiten, die zu einem Abzug vom Tabel-
lenlohn berechtigen würden, sind vorliegend nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer 
auch nicht substantiiert vorgebracht. Ohnehin würde sich die Gewährung eines Abzugs nicht in 
relevanter Weise auf den Invaliditätsgrad auswirken, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.  
 
6.3 Setzt man dem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 96'850.-- das so ermittelte Inva-
lideneinkommen von Fr. 14'537.-- (20% von Fr. 72'685.--) gegenüber, so resultiert ein Invalidi-
tätsgrad von gerundet 85%. Demzufolge hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze 
Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 2.4 hiervor). Bei diesem Ergebnis kann die Frage, in 
welchen Zeiträumen in der Vergangenheit eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestand wie auch die 
Frage nach einem leidensbedingten Abzug, letztlich offenbleiben, da sich am Rentenanspruch 
auch bei einem höheren Invaliditätsgrad nichts ändert.  

 

 
 
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7. Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rer seit 1. März 2018 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Ausgenom-
men ist lediglich der Zeitraum vom 6. August 2018 bis 31. Januar 2019, in dem der Versicherte 
während einer beruflichen Massnahme ein Taggeld der IV erhielt. Die Beschwerde ist somit gut-
zuheissen. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfah-
renskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 
so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rück-
weisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness 
entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 
Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das 
Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten 
eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es 
erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens 
der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich 
in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie-
denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen 
durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me-
dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper-
tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht 
erfülle (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz 
respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse 
einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz-
lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er-
folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; 
zum Ganzen: BGE 139 V 496 E. 4.4 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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8.2.2 Vorliegend ist das Bundesgericht mit Urteil vom 26. September 2022 zum Ergebnis ge-
langt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. 
Es führte namentlich aus, dass das im Verwaltungsverfahren bei Dr. med. univ. C.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholte Gutachten vom 15. November 2019 keine ausschlag-
gebende Beweiskraft zukam. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Be-
richte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus 
dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsver-
fahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des 
psychiatrischen-neuropsychologischen Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss den eingereich-
ten Honorarnoten vom 10. Juli 2023 und 23. August 2023 auf insgesamt Fr. 11'509.80 belaufen, 
sind unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine 
Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers hat in seiner Honorarnote vom 15. August 2023 für das vorliegende Verfahren einen 
Aufwand von 5 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung enthält 
indessen drei Aufwendungen im Umfang von insgesamt 37 Minuten, die auf den Kontakt des 
Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers zurückzuführen ist. 
Diese Bemühungen würden im Falle einer nicht rechtsschutzversicherten Person nicht anfallen 
und ist daher praxisgemäss nicht zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht, vom 16. Dezember 2021 [720 20 127] E. 10.4, vom 20. März 2018 
[720 2018 28] E. 6.3 und vom 9. November 2017 [720 17 283] E. 9.3 sowie Beschluss der Präsi-
dentin vom 23. September 2016 [720 16 51] E. 3.2). Ferner enthält die Abrechnung eine Aufwen-
dung von 30 Minuten betreffend einen Kontakt mit der Pensionskasse, die im vorliegenden Ver-
fahren nicht entgolten werden kann. Unter Berücksichtigung dieser Korrekturen ergibt sich ein 
Aufwand von 4 Stunden und 42 Minuten, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellen-
den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann 
die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 264.30. Für die Bemühungen des 
Rechtsvertreters ist dem Beschwerdeführer deshalb eine Entschädigung in der Höhe von 
Fr 1'552.80 (4.71 Stunden à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 264.30 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
6. Oktober 2020 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Be-
schwerdeführer ab 1. März 2018 Anspruch auf eine ganze Rente der 
Invalidenversicherung hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.00 werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt.  

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 11'509.80 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.  

 4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von 1'552.80 (inklusive Auslagen und 7,7% 
Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

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