# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d28a255-2acc-5913-a007-f460941cbdbc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.06.2010 S 2009 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-201_2010-06-01.pdf

## Full Text

S 09 201

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. Juni 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 66-jährige … (Jahrgang 1944) war Geschäftsinhaber der … GmbH 

und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert. Am 26.09.2003 stürzte er in Tschechien bei 

einer Probefahrt mit dem Bike. Laut Bericht des Krankenhauses Prachatice 

vom 09.10.2003, wo der Versicherte nach dem Unfall während 6 Tagen 

(26.09.-01.10.2003) hospitalisiert war, erlitt er trotz Tragens des Velohelms 

eine 30-minütige Bewusstlosigkeit mit anschliessender retrograder Amnesie 

(Gedächtnisverlust). Diagnostiziert wurde damals eine schwere 

Gehirnerschütterung zweiten Grades, eine Erschütterung des 

Halsrückenmarks und eine Distorsion (Stauchung) der Halswirbelsäule 

(HWS) mit Empfindlichkeitsstörungen im Bereich des nervus ulnaris. Laut 

neurologischem Abklärungsbericht vom 30.09.2003 wurde beim Versicherten 

ein wiederholtes Erbrechen ohne Veränderungen beim Seh- oder 

Hörvermögen und bei unveränderter Beweglichkeit der Extremitäten 

festgestellt. Gemäss Austrittsbericht von Dr. … vom 01.10.2003 konnte der 

Versicherte in insgesamt gutem Zustand, bei vollem Bewusstsein und ohne 

Beschwerden entlassen werden. Nach der Rückkehr in die Schweiz liess sich 

der Versicherte am 13.10.2003 beim Hausarzt Dr. … untersuchen, weil er 

über konstante Kopfschmerzen, Müdigkeit, unscharfes Sehen, 

Lärmempfindlichkeit, Schlafstörungen und weitere Beschwerden klagte. Laut 

Arztzeugnis UVG vom 24.11.2003 wurde die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten auf 30% seit dem 28.10.2003 geschätzt und weiter eine 

neurologische Kontrolle bei Dr. … empfohlen.

b) Es folgten zahlreiche ärztliche Abklärungen und Untersuchungen über den 

aktuellen Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten (vgl. 

Röntgenuntersuchung der Halswirbelsäule [HWS] in vier Ebenen und 

Funktionen samt Tomogramm Transaxial vom 18.11.2003; HWS-MRI vom 

26.11.2003 und craniocerebrales MRI vom 26.11.2003; Abklärungsbericht 

des Neurologen Dr. … vom 11.12.2003; Abklärungsbericht Dr. …, FMH 

Ohren-, Nasen- und Halsspezialist, vom 29.12.2003; Abklärungsbericht Dr. 

…, FMH ONH- und Spezialist für Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin der 

SUVA, vom 07.04.2004; Neuropsychologischer Abklärungsbericht 

Kantonsspital St. Gallen vom 27.01.2004; Austrittsbericht Reha-Klinik in … 

vom 08.06.2004 [nach stationärem Klinikaufenthalt vom 05.05.-01.06.2004]; 

zweiter Abklärungsbericht Dr. … vom 19.07.2004; Verlaufsbericht 

Kantonsspital SG vom 24.11.2005; Facharztbericht Dr. …, Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 31.03.2006; Beurteilung durch den 

Versicherungspsychologischen Dienst der SUVA, Dr. …, vom 25.04.2006; 

zweiter Abklärungsbericht Dr. … vom 24.08.2006; Nachkontrollbericht Dr. … 

vom 08.11.2006; MRI Kopf/HWS-Bericht … SG vom 04.01.2007; erneute 

Beurteilung durch Dr. … vom 22.08.2007; neurologische Beurteilung durch 

Dr. …, Versicherungsmediziner der SUVA, vom 20.12.2007; zweite 

psychiatrische Beurteilung durch Dr. … vom 25.03.2008; dritter 

Abklärungsbericht Dr. … vom 05.09.2008 sowie Verkehrsmedizinisches 

Gutachten des Kantonsspitals Graubünden vom 03.02.2009 betreffend 

Fahreignung.

c) Gestützt auf die ihr bis Herbst 2007 bekannten Medizinalakten sprach die 

Invalidenversicherung dem Versicherten mit Verfügungen vom 05.09.2007 

eine halbe IV-Rente (bei IV-Grad 50%) ab dem 01.06.2005 und eine ganze 

IV-Rente (bei IV-Grad 80%) ab dem 01.11.2005 zu.

d) Mit Verfügung vom 17.04.2009 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass 

sie die Versicherungsleistungen (Taggelder und Heilungskosten) per 

01.05.2009 mangels noch vorhandener Unfallfolgen einstellen werde. Infolge 

Fehlens der Adäquanz (rechtlich relevanter Kausalzusammenhang) zwischen 

Unfallereignis und heute noch geklagten Gesundheitsleiden bestehe auch 

kein Anspruch auf eine Rente und/oder eine Integritätsentschädigung. Mit 

Brief vom 17.06.2009 ergänzte die SUVA noch, dass auch keine zwingende 

Indikation für die Versorgung mit Hörapparaten bestehe. Mit 

Einspracheentscheid vom 03.12.2009 bestätigte sie noch einmal ihre 

angefochtene Einstellungsverfügung vom April 2009.

2. Dagegen liess der Versicherte am 22.12.2009 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben, mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen (Rente, 

Heilungskosten und Hilfsmittel) sowie Zusprechung einer angemessenen 

Integritätsentschädigung aus UVG. Zur Begründung brachte er vor, dass er 

vor dem Velounfall im Jahre 2003 an keinen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen gelitten habe. Die heute bestehenden 

Gesundheitsprobleme seien daher auf jenen Sturzunfall vom 26.09.2003 

zurückzuführen. Zur Aufgabe des Bikegeschäftes Mitte 2007 sei er aus 

gesundheitlichen Gründen gezwungen worden. Wegen des Unfalls sei er aus 

der gewohnten Bahn geworfen worden, was der Psychiater Dr. … am 

31.03.2006 noch bestätige. Laut dem Neurologen Dr. … seien alle 

organischen Beeinträchtigungen – mit Ausnahme der Polyneuropathie – 

unfallkausal und die Arbeitsunfähigkeit auf 70% zu schätzen. Gemäss 

Gutachten von Dr. … vom 31.03.2006 bestehe eine schwere Belastungs- und 

Anpassungsstörung. Dieser Zustand sei unfallkausal, habe sich im Laufe der 

Jahre chronifiziert und sei in eine mittelschwere depressive Störung 

übergegangen. Laut Einschätzung von Dr. … betrage die Arbeitsunfähigkeit 

des Beschwerdeführers aus psychischen Gründen 50%. Es sei 

unverständlich, wieso die Vorinstanz auf das verkehrsmedizinische 

Gutachten vom 03.02.2009 abstelle, zumal dieses auf falschen 

Tatsachenfeststellungen beruhe. In diesem Gutachten sei eine Hörschwäche 

verneint worden. Aufgrund des Abklärungsberichts von Dr. …, welcher eine 

erhebliche Beeinträchtigung der Hörwahrnehmung festgehalten habe, sei 

diese Beurteilung später wieder korrigiert worden. In Anbetracht des 

Unfallhergangs, der über 30-minütigen Bewusstlosigkeit, der Art der erlittenen 

Verletzungen, der jahrelangen medizinischen Behandlungen, der noch immer 

bestehenden erheblichen Beschwerden und des schwierigen 

Heilungsverlaufs sowie der massiven Arbeitsunfähigkeit liege nicht (bloss) ein 

mittelschwerer, sondern bereits ein schwerer Unfall vor. Die Verneinung der 

Adäquanz sei ihm deshalb ein Rätsel. Nebst einer Rente (wiederkehrende 

Leistung) stehe ihm wegen der erlittenen und noch immer andauernden 

Beeinträchtigungen auch noch eine angemessene Integritätsentschädigung 

(einmalige Leistung für verbleibende Lebensqualitätseinbusse) zu. Sofern 

dafür notwendig werde noch die Herausgabe der ganzen Krankengeschichte 

durch Dr. …, eine Auskunft desselben sowie eine umfassende medizinische 

Begutachtung – sowohl organisch wie psychiatrisch – beantragt.

3. In ihrer Vernehmlassung (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Das Schreiben von Dr. … vom 

07.12.2009 könne als mögliche Bestätigung eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs gewertet werden, auch wenn diesem Schreiben 

inhaltlich jede Begründung fehle. Mit der beliebten Spruchformel „post hoc, 

ergo propter hoc“ könne noch kein natürlicher Kausalzusammenhang 

nachgewiesen werden. Bei Verneinung der Adäquanz könne indes sogar 

offen gelassen werden, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang überhaupt 

vorgelegen habe. Völlig irrelevant sei dazu, ob der Psychiater (Dr. …) die 

Einstellungsverfügung als „nichtig“ betrachte. Laut verkehrsmedizinischem 

Gutachten sei beim Beschwerdeführer keine Hörschwäche festgestellt 

worden. Weil jedoch Dr. …, der Spezialarzt für Ohren-, Nasen- und 

Halsheilkunde, zu einem anderen Resultat gelangt sei, seien die Akten auch 

noch dem Arbeitsmediziner Dr. … zur Stellungnahme unterbreitet worden. 

Dieser sei zur Ansicht gelangt, dass im otologischen Hörbereich keine 

erheblichen Unfallfolgen mehr vorhanden seien und daher auch keine 

zwingende Indikation für eine Versorgung mit Hörapparaten bestehe. Auf 

dessen Empfehlung hin habe die SUVA aber dennoch eine entsprechende 

Kostengutsprache geleistet. Dieses Entgegenkommen ändere aber nichts 

daran, dass die geklagte Hörschwäche nicht erheblich sei und keinen Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers habe. Alle beteiligten Ärzte 

seien sich einig, dass keine organisch objektivierbaren Unfallfolgen 

feststellbar gewesen seien; so namentlich auch Dr. ... Die im MRI vom 

04.01.2007 festgestellte Marklagerischämie stelle keinen unfallkausalen 

Befund dar, sondern sei Folge einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck). 

Auf die erforderlichen und von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur 

Adäquanz sei der Beschwerdeführer gar nicht eingegangen. Aus 

medizinischer Sicht sei er umfassend und vertieft (somatisch und 

psychiatrisch) abgeklärt worden.

4. In seiner Replik betonte der Beschwerdeführer noch, dass das 

verkehrsmedizinische Gutachten vom 03.02.2009 für die Zusprechung von 

Versicherungsleistungen aus UVG nicht tauglich bzw. unzweckmässig sei. 

Jenem Gutachten liege keine gründliche klinische Untersuchung zugrunde. 

Es enthalte auch Unklarheiten. Die schwerwiegenden unfallkausalen 

organischen Probleme würden in der Beschwerdeantwort einfach ignoriert. 

So besonders die geklagten Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, die 

eingeschränkte Beweglichkeit der HWS, die Überempfindlichkeit der 

Kopfhaut, der Tinnitus (Ohrensausen), die Schlafstörungen sowie die 

Magenprobleme wegen Medikamentenaufnahme. Er könne seit dem 

Velounfall weder einen Helm noch eine Mütze tragen, sodass er seit über 

sechs Jahren auch weder Ski noch Motorrad gefahren sei. Das Gutachten 

vom 31.03.2006 und das Zeugnis von Dr. … vom 07.12.2009 würden nicht 

beachtet. Im Übrigen habe er sich bereits zur Adäquanzfrage geäussert.

5. Am 26.02.2010 erklärte die Vorinstanz ihren Verzicht auf die Einreichung 

einer Duplik.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) vorab voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne 

des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden 

kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119 

V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-

Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 

S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65). 

b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg  von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 

V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003 

UV Nr. 11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhanges kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31). Zu ergänzen bleibt hier einzig 

noch, dass für die Fortsetzung der beantragten Versicherungsleistungen über 

das angefochtene Einstelldatum (per 01.05.2009) hinaus beide Erfordernisse 

eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt 

sein müssen. Scheitert der geltend gemachte Anspruch auch nur an einer 

dieser zwei Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht aus UVG schon 

ohne die Prüfung des anderen Kriteriums.

c) Eine Besonderheit der Überprüfung besteht bei natürlich unfallkausalen, aber 

organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der 

Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf 

auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien 

einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6). Bei psychischen Fehlentwicklungen 

nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer 

Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa), während bei Schleudertraumen 

und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen auf eine 

Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten 

verzichtet wird (vgl. dazu BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb).

2. a) Im konkreten Fall hält der Beschwerdeführer speziell das 

verkehrsmedizinische Gutachten vom 03.02.2009 betreffend Fahreignung für 

völlig unzutreffend und unvollständig und er weist auf verschiedene Details 

und Widersprüche zu den anderen Arzt- und Klinikberichten (Dres. Lenoir, 

Flückiger, Kozak und Matéfi) hin. Die zentrale Frage ist aber vorerst nicht, ob 

diese oder jene medizinische Beurteilung korrekt oder mangelhaft ist, sondern 

ob im vorliegenden Falle organische Befunde objektivierbar sind. Diese Frage 

ist aufgrund der vorhandenen Akten zu verneinen. Aus der  neurologischen 

Beurteilung von Dr. … vom 20.12.2007 geht hervor, dass keine Anhaltspunkte 

auf unfallkausale, relevante strukturelle oder organische Schäden im Bereich 

des zentralen oder peripheren Nervensystems gefunden werden konnten. 

Ebenso wenig wurden Indizien auf bleibende oder objektivierbare 

neurologische Ausfälle festgestellt, die eine Integritätsentschädigung auf 

neurologischem Gebiet zu rechtfertigen vermocht hätten. Da keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund organisch neurologischer 

Unfallfolgen bestehe, seien aus neurologischer Sicht auch keine weiteren 

Abklärungen indiziert. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, Belege für eine 

gegenteilige Annahme zu liefern. Selbst die von ihm zitierten Berichte des 

Psychiaters Dr. … vom 31.03.2006 und des Hausarztes Dr. … vom 

13.10.2003 können daran nichts ändern, da sie sich nur über das seelische 

Befinden und den Allgemeinzustand des Versicherten äusserten. Ihre 

Erkenntnisse lassen daher auch keine organischen Unfallbefunde erkennen. 

Aufgrund der Feststellungen des Neurologen Dr. … im Abklärungsbericht vom 

05.09.2008 und des Psychologen Dr. … in den beiden Berichten vom 

25.04.2006 und 25.03.2008 steht überdies fest, dass von weiteren 

medizinischen Behandlungen des Beschwerdeführers keine namhafte 

Verbesserung der Wiedererlangung seiner Arbeits- und Erwerbstätigkeit mehr 

erwartet werden kann und daher der Fallabschluss laut Art. 19 UVG durch die 

Vorinstanz rechtens und vertretbar war (BGE 134 V 114 E. 4.1 und 115 E. 

4.3). Den medizinischen Untersuchungsakten sind dazu jedenfalls keine 

gegenteiligen Stellungnahmen oder Fachatteste zu entnehmen. Bei dieser 

Sach- und Beweislage besteht somit aber auch keine Notwendigkeit, die 

ganze Sache nochmals – somatisch und psychiatrisch – umfassend abklären 

zu lassen (Bundesgerichtsurteil 8C_825/2008 vom 09.04.2009 E. 4.1 am 

Ende). Im Übrigen darf nach dem Prinzip der antizipierten Beweiswürdigung 

auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet werden, sofern ein bestimmter 

Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden kann und 

anzunehmen ist, dass weitere Beweisabnahmen an diesem Ergebnis nichts 

mehr ändern können (BGE 122 II 469 E. 4a; auch Bundesgerichtsurteil 

8C_42/2007 vom 14.04.2008 E. 2.4.4). Dies trifft hier namentlich auch auf die 

zusätzlich beantragte Herausgabe der Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers durch seinen Hausarzt Dr. … zu, da von dessen 

Auskünften vorab keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.

b) Zu prüfen bleibt, ob ein Leistungsanspruch - trotz organisch nicht 

ausgewiesener Gesundheitsbeschwerden – dennoch anhand der 

Adäquanzkriterien bei Schleudertraumen oder äquivalenten HWS-

Verletzungen (inkl. Schädel-Hirntraumen) über das Einstelldatum per 

01.05.2009 zu bejahen gewesen wäre. Die Vorinstanz hat hier folglich zu 

Recht die vom Bundesgericht eigens für solche Fälle entwickelte und für die 

Versicherten grundsätzlich günstigere „Schleudertraumapraxis“ 

(Leitentscheid: BGE 117 V 359 ff.; mit Fortentwicklung in BGE 134 V S. 115 

E. 5, S. 118 E. 7 und vor allem S. 130 E. 10.3) zur Anwendung gebracht.

c) Wie die Vorinstanz dazu mit Grund festhielt, ist beim erlittenen Bikesturz vom 

Herbst 2003 anhand der ärztlichen Erstbeurteilungen von einem 

„mittelschweren Unfall“ und nicht - wie vom Beschwerdeführer gefordert – von 

einem schweren Unfall auszugehen. Für die graduelle Qualifikation des 

Unfallereignisses kann ohne weiteres auf die vergleichbaren Unfälle laut 

Rechtsprechung verwiesen werden (vgl. Bundesgerichtsurteile 8C_825/ 2008 

vom 09.04.2009 E. 4.2 [Sturz Baugerüst]; 8C_1056/2009 vom 08.02.2010 E. 

3.2 [Snowboardsturz], 8C_963/2009 E. 4.1-4.2 [Autoauffahrunfall]; 

8C_525/2007 E. 2.2.2 [Fahrradunfall]; RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 

[Reifenplatzer bei Auto]), worin bei ähnlicher Sachlage jeweils ebenso auf 

einen mittelschweren Unfall (meist im Grenzbereich zu einem „leichten 

Unfall“) erkannt wurde. Vorliegend kann mit der Vorinstanz auf einen 

mittelschweren Unfall im mittleren Bereich erkannt werden. Die Adäquanz 

eines versicherungsrelevanten Kausalzusammenhangs ist bei derartigen 

Unfällen nach gefestigter Praxis aber höchstens dann zu bejahen, wenn ein 

einziges der für die Beurteilung bei gesundheitlichen Fehlentwicklungen nach 

einem Unfall mit einem HWS-Distorsionstrauma (inkl. Schädelhirntrauma) 

aufgestellten Kriterien in ganz besonders ausgeprägter Weise erfüllt worden 

wäre oder die dazu massgebenden Kriterien in gehäufter und auffallender 

Weise vorgelegen hätten. Dies gilt es nun gerichtlich zu klären:

• Das erste Kriterium (von insgesamt 7) der besonders dramatischen 
Begleitumstände oder ausserordentlichen Eindrücklichkeit des Bikeunfalls 
ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens 
oder Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, 
U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25.01.2008 E. 6.1). Zu beachten ist 
dabei, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse 
Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung dieses 
Kriteriums ausreichen kann. Gemäss Unfallmeldung UVG vom 27.10.2003 
ereignete sich der Bikeunfall am 26.09.2003, morgens um ca. 10.00 Uhr 
im Ausland (Tschechien), bei einer Probefahrt des damals in der Schweiz 
selbst über einen Bikeshop verfügenden Beschwerdeführers. 
Letztgenannter war somit geschäftlich unterwegs und von Berufs wegen 
mit dem betreffenden Sportgerät vertraut. Mangels entsprechender 
Hinweise auf besondere Vorkommnisse am betreffenden Morgen in der 
Unfallmeldung kann bei diesem Sachverhalt aber sicherlich noch nicht von 
besonders dramatischen Umständen oder einem ungewöhnlichen 
Ereignis gesprochen werden. Dass die Probefahrt mit einem fremden Bike 
in unbekanntem Gelände gewisse - wenn auch in der Regel kalkulierbare 
- Risiken birgt, liegt in der Natur dieser Sportausübung.

• Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers waren die erlittenen 
Verletzungen (keine Knochenbrüche; keine inneren Blutungen oder dgl.) 
auch nicht besonders schwer, konnte der Beschwerdeführer das Spital in 
Prachatice doch schon nach 6 Tagen in gutem Zustand wieder verlassen. 
Da die erlittenen Verletzungen (HWS-Stauchung; Kopfweh; zeitweilige 
Kognitionsdefizite) auch nicht von solch besonderer Art waren, dass sie 
speziell geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist 
auch dieses zweite Kriterium nicht erfüllt.

• Das Kriterium einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 
Behandlung kann ebenso nicht als erfüllt angesehen werden, da allein die 
Anzahl der ab Herbst 2003 effektiv durchgeführten Arztbehandlungen 
noch nichts über deren medizinische Notwendigkeit oder Qualität aussagt. 
Vielmehr lässt sich daraus ableiten, dass der Beschwerdeführer 
periodisch immer wieder auf verschiedenen Fachgebieten gründlich 
(neurologisch/otologisch/psychologisch/arbeitstechnisch) auf seinen 
aktuellen Gesundheitszustand untersucht und sachgerecht behandelt 
wurde. Eine besondere Belastung für den Beschwerdeführer ist bei dieser 
Krankengeschichte und der umfassenden Abklärung und Überwachung 
durch die konsultierten Fachärzte und Spezialisten nicht ersichtlich und in 
den Unfallakten auch nirgends erwähnt oder sonst wie dokumentiert. Die 
Kernfrage, ob nach dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die versicherte 
Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig 
war, muss deshalb verneint werden. Dem kann hier umso mehr gefolgt 
werden, als das Schreiben der Vorinstanz vom 17.06.2009, wonach selbst 
im otologischen Fachbereich (seit Unfall geklagter Hörverlust und Tinnitus) 
keine erheblichen Unfallfolgen mehr vorlägen und deshalb auch keine 
zwingende Indikation für die Versorgung mit Hörapparaten bestehe, 
unwiderlegt geblieben ist. 

• Das Vorliegen erheblicher Beschwerden ist nicht hinreichend 
nachgewiesen, schwankte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
doch immer wieder zwischen 30%, 50% und mehr Prozenten und ist daher 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in gewissen Zeiträumen 
der letzten 5½ Jahre ohne grössere Schmerzen war und somit nicht 
andauernd an erheblichen Körperbeschwerden litt. Für die Beurteilung der 
Adäquanz können dabei nach Art. 19 Abs. 1 UVG nur die in der Zeit 
zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen 
Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden fallrelevant sein. Die 
Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der 
Beeinträchtigung, die die verunfallte Person durch die Beschwerden im 
Lebensalltag erfährt. Vorliegend kann dazu aufgrund der Arztberichte 
festgehalten werden, dass zumindest ein wesentlicher und schmerzfreier 
Behandlungsunterbruch während dieser Zeitspanne nachgewiesen ist, 
nämlich während rund 15 Monaten vom 19.07.2004 (Dr. …) bis zum 
24.11.2005 (Verlaufsbericht Kantonsspital SG).     

• Weiter sind auch keine ärztlichen Fehlbehandlungen erkennbar, welche 
die Unfallfolgen beträchtlich verschlimmert haben könnten.

• Von einem besonders schwierigen Heilungsverlauf (Genesungsprozess) 
und erheblichen Komplikationen kann ebenfalls nicht die Rede sein, da 
sich beim Beschwerdeführer nach den einzelnen Arztkonsultationen und 
anschliessenden Behandlungstherapien jeweils eine Verbesserung des 
Allgemeinzustands und Steigerung der Arbeitsfähigkeit einstellte. Im 
Übrigen bedarf es dafür nach der höchstrichterlicher Praxis besonderer 
Gründe, welche die Heilung tatsächlich beeinträchtigt haben könnten 
(Bundesgerichtsurteil 8C_698/2008 vom 27.01.2009 E. 4.6 mit 

Hinweisen). Da vorliegend keine solchen Indizien erkennbar sind, ist 
dieses Kriterium zu verneinen.

• Das Kriterium einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 
Anstrengungen kann hingegen mit der Vorinstanz als erfüllt betrachtet 
werden, da der Beschwerdeführer nach dem Bikeunfall im Herbst 2003 
über einen längeren Zeitraum von verschiedenen Fachärzten immer 
wieder lediglich zu 30% arbeitsfähig eingestuft wurde. So hielt selbst der 
Neurologe Dr. … im dritten Abklärungsbericht vom 05.09.2008 noch fest, 
dass in den letzten zwei Jahren keine wesentliche Besserung eingetreten 
sei und er den Versicherten weiterhin als zu 30% arbeitsfähig taxiere. 
Demgegenüber war der Versicherungsmediziner und Neurologe Dr. … in 
seinem Bericht vom 20.12.2007 zum Schluss gelangt, es könnten 
unfallbedingt keine Hinweise auf bleibende oder objektivierbare 
neurologische Ausfälle festgestellt werden, weshalb unter diesem Aspekt 
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden, welche eine Rente 
oder Integritätsentschädigung rechtfertigen könnten.

d) Daraus ergibt sich, dass im konkreten Fall höchstens ein einziges Kriterium 

(erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ernsthafter Arbeitsbemühungen) erfüllt 

wurde. Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei 

mittelschweren Unfällen (im mittleren Bereich) reicht dies nicht aus, da das 

Merkmal nicht in ausgeprägtem Masse erfüllt wurde, was zur Verneinung der 

Adäquanz (mangels Einzigartigkeit bzw. Häufigkeit der von der Gerichtspraxis 

geforderten Leistungsvoraussetzungen) führt. Infolge fehlender Kausalität 

zwischen dem Unfall vom 26.09.2003 und den 5½ Jahre später (ab 

01.05.2009) immer noch beklagten Beeinträchtigungen hat die Vorinstanz 

daher zu Recht jede weitere Leistungspflicht aus UVG ab Mai 2009 verneint. 

Dasselbe gilt auch für die Ablehnung auf die Ausrichtung einer 

Integritätsentschädigung, da keine neurologischen Funktionsausfälle 

auszumachen waren, die einen Verlust an Lebensqualität bewirkt und somit 

Grundlage für eine solche Entschädigung hätten sein können.

e) Nachdem die Adäquanz für eine allfällige Leistungspflicht verneint worden ist, 

kann die Vorfrage nach der natürlichen Kausalität der noch geklagten 

Beschwerden (inkl. psychischer Auswirkungen auf die Restarbeitsfähigkeit) 

aber letztlich offen bleiben, da die Erfüllung beider Elemente für eine 

fortgesetzte Leistungspflicht der Vorinstanz notwendig gewesen wäre. Es 

kann deshalb praxisgemäss auch auf weitere Beweisvorkehren zur 

natürlichen Kausalität verzichtet werden (so bereits: 

Bundesgerichtsentscheide 8C_42/2007 vom 14.04.2008 E. 2 sowie 

8C_135/2007 vom 25.04.2008). Die Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens als auch die Edition der beantragten Krankheitsgeschichte haben 

sich damit ebenfalls erübrigt.   

3. a) Der angefochtene Entscheid vom 03.12.2009 erweist sich demzufolge als 

rechtmässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG – ausser hier nicht zutreffender 

Ausnahmen – grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung steht der Vorinstanz nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g 

ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.