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**Case Identifier:** 944a9432-06b6-51ae-987e-5e435b36cb6b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.03.2025 IV 2024/150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-150_2025-03-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/150

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2025

Entscheiddatum: 06.03.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 06.03.2025
Art. 6, 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG: Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gemäss medizinischer Aktenlage nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. März 2025, IV 
2024/150).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 6. März 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),  
Karin Huber-Studerus und Tanja Petrik-Haltiner;  
a.o. Gerichtsschreiberin Yasmina Hugentobler  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/150 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/150 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 28. Juli 2023 bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie sei seit dem 1. Januar 2023 zu 30 % arbeitsunfähig. Sie 

leide seit der Sekundarschule 1996 an unregelmässiger Migräne und Kopfschmerzen sowie 

Erschöpfung. Seit dem 1. Dezember 2022 arbeitet sie zu 50 % als Leiterin Qualitätsmanagement für 

die B.___ AG St. Gallen (IV-act. 4).  

A.b Dr. med. C.___, Facharzt für allgemeine Innere Medizin, Gruppenpraxis D.___, gab im Arztbericht 

vom 24. August 2023 an, die Versicherte am 17. September 2021 selbst gesehen zu haben. Die letzte 

Konsultation durch andere Ärzte der Sanacare sei am 27. März 2023 erfolgt. Eine Krankschreibung sei 

zuletzt für den 14. Juni 2013 erfolgt. Als Beilage reichte er der IV-Stelle verschiedene Arztberichte ein. 

Zur aktuellen medizinischen Symptomatik und Situation sowie Medikation sowie auch zu Diagnosen 

und zur beruflichen Tätigkeit und Arbeitsfähigkeit machte er keine Angaben (IV-act. 12).  

A.c Die B.___ AG gab im Fragebogen für Arbeitgebende vom 22. September 2023 an, dass die 

Versicherte seit 2012 bei ihr angestellt sei, seit dem 1. Dezember 2022 in einem 50%-Pensum, wobei 

der aktuelle AHV-pflichtige Lohn und der Arbeitslohn ohne Gesundheitsschaden gleich hoch seien. 

Angaben zu krankheits- oder unfallbedingten Absenzen machte sie keine und legte auch keine 

entsprechende Absenzenliste oder ähnliches bei (IV-act. 14). 

A.d Die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. E.___, Fachärztin für Neurologie und 

Anästhesiologie, beurteilte in der Stellungnahme vom 27. September 2023 die eingereichten 

Arztberichte aus versicherungsmedizinischer Sicht. Es lägen keine ärztlichen Befunde in Bezug auf 

Migräne und Kopfschmerzen vor. Die Versicherte habe sich bezüglich Kopfschmerzen auch nicht 

hausärztlich vorgestellt. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass die Versicherte ihre angestammte 

Arbeit nicht durchführen könne. Die Reduzierung in der angestammten Tätigkeit von 90 % auf aktuell 

50 % aus gesundheitlichen Gründen könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollzogen 

und bestätigt werden (IV-act. 15). 

A.e Mit Mitteilung vom 27. Februar 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen mit, da die Versicherte gemäss ihrer Anmeldung 

einzig eine finanzielle Entschädigung wünsche. Aus diesem Grund seien berufliche Massnahmen nicht 

angezeigt (IV-act. 17). 

A.f Mit Vorbescheid vom 27. April 2024 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Anspruchs auf eine Invalidenrente an. Zur Begründung hielt sie fest, dass nach 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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versicherungsmedizinischer Beurteilung kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei 

und deshalb kein Anspruch auf eine Rentenleistung bestehe (IV-act. 19).  

A.g Mit Schreiben vom 12. Mai 2024 (Posteingang 17. Mai 2024) erhob die Versicherte Einwand 

gegen den Vorbescheid. Entgegen der Ausführung der IV-Stelle bestünden die gesundheitlichen 

Einschränkungen bereits seit 1998 und nicht wie von der IV-Stelle festgehalten erst seit dem 1. Januar 

2023. Das Migränetagebuch halte zudem fest, dass sie weit über 30 Tage pro Jahr unter Migräne oder 

migräneartigen Kopfschmerzen litt bzw. leide. Seit die Versicherte in einem reduzierten Pensum arbeite, 

seien die Schmerztage auf unter 20 Tage pro Jahr gesunken. Es habe zudem nie eine abschliessende 

versicherungsmedizinische Untersuchung stattgefunden, weil der Grund für die Migräne noch nicht 

gefunden worden sei. Die Versicherte sei jedoch dazu bereit, für weitere medizinische Abklärungen 

einen auf Migräne spezialisierten Arzt aufzusuchen, welcher von der IV-Stelle vorgegeben werde. Die 

Versicherte macht geltend, dass für sie klar ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege und ein 

Rentenanspruch von 40 % gegeben sei. In einem Anhang zum Einwand listete sie die von ihr 

getroffenen Massnahmen zur Reduktion der körperlichen Einschränkungen auf (IV-act. 20). 

A.h Mit Verfügung vom 13. Juni 2024 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren aus den im 

Vorbescheid angegebenen Gründen ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass die Versicherte keine neuen 

medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen der Befunde oder Symptome mitgeteilt habe, 

die nicht schon zum Zeitpunkt des Vorbescheides bekannt gewesen seien (IV-act. 21). 

B.   

B.a Gegen diese Verfügung erhebt die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 10. Juli 

2024 (Datum Postaufgabe) Beschwerde. Da sie nach wie vor berufstätig sei, seien keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen nötig. Aktuell arbeite sie im gewünschten Pensum von 50 %. Dies nahezu 

beschwerdefrei, dank der getroffenen Massnahmen. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkung 

sehe sie sich leider nicht in der Lage, mehr als ein 60%-Pensum zu erfüllen ohne markante 

gesundheitliche Einbussen. Daher beantrage sie eine Rentenleistung von 40 %. Mit dem Antrag von 

August 2023 hätte sie ursprünglich angegeben, dass sie maximal ein 70%-Pensum arbeiten könne und 

um eine finanzielle Entlastung im Umfang eines 20%-Pensums angefragt. In den weiteren neun 

Monaten habe sie jedoch mehr Erkenntnisse zu ihrem Gesundheitszustand gewonnen und deshalb den 

Antrag auf 40 % erhöht. Die Beschwerdeführerin bringt vor, nach 25 Jahren Leidensgeschichte den 

Hauptgrund für ihre Migräne gefunden zu haben. Nach ihrer Coronaerkrankung habe vieles nicht mehr 

im gleichen Tempo funktioniert wie zuvor. Sie benötige seither für alles mehr Zeit und ihre Denk- und 

Leistungsfähigkeit habe ziemlich gelitten. Trotz Reduktion des Arbeitspensums habe sie nicht mehr 

Freizeit. Sie nehme diverse alternativmedizinische Dienstleistungen in Anspruch, welche sie bereits im 

Einwand detailliert aufgeführt habe. Zudem habe sie erkannt, dass sie mit mehr Schlaf ihre 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Kopfschmerzen reduzieren könne. Seither schlafe sie mehrheitlich neun Stunden pro Nacht und habe 

dadurch die Ausfalltage aufgrund von Migräne reduzieren können. Sie macht geltend, dass aufgrund 

des Zeitaufwandes für die Präventivmassnahmen eine wesentliche Einschränkung bestehe. Zudem 

seien die gesundheitserhaltenden Kosten gestiegen und das Einkommen reduziert worden, weshalb 

sie einen Rentenanspruch von 40 % als gegeben erachte (act. G 1). 

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt mit Beschwerdeantwort vom 2. 

September 2024 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie zusammengefasst aus, 

dass die Beschwerdeführerin keine durch Ärzte festgestellte medizinischen Befunde in Bezug auf 

Migräne oder Kopfschmerzen vorweisen könne. Auch habe sie gegenüber ihren Ärzten nie über 

Kopfschmerzen geklagt. Auch seitens der Arbeitgeberin ergäben sich keine Hinweise für eine relevante 

gesundheitliche Beeinträchtigung. Die Beschwerdeführerin gebe an, seit 1998 resp. 1996 bis heute an 

Migräne und/oder migräneartigen Kopfschmerzen zu leiden. Dennoch habe sie erfolgreich die Lehre 

als Chemielaborantin und ein Studium in Biotechnologie abschliessen können. Zudem sei sie seit vielen 

Jahren erwerbstätig. Sie halte in ihrem Migränekalender fest, dass vor 2019 mehrere Migränetage pro 

Woche üblich gewesen seien und danach diese Zahl auf ein bis zwei Tage alle zwei Wochen habe 

gesenkt werden können. Zum Zeitpunkt der Pensumsreduktion im Jahr 2022 sei der 

Gesundheitszustand folglich bereits besser gewesen als früher. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, 

warum die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wie von 2012 bis Ende März 

2022 einem Arbeitspensum von 90 % nachgehen können solle. Des Weiteren stehe aufgrund der 

nachvollziehbaren Stellungnahme der Ärztin des RAD fest, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer 

abklärungsbedürftigen Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide. Es fehle vorliegend an 

einem medizinischen Befund und somit auch an einer ärztlichen Diagnose und an einer 

nachvollziehbaren (fachärztlich) attestierten (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit (act. G 4). 

B.c In ihrer Stellungnahme zur Beschwerdeantwort bzw. Replik vom 17. Oktober 2024 (Datum 

Postaufgabe) macht die Beschwerdeführerin ergänzend geltend, dass die Beschwerden bereits seit 

über 20 Jahren bestünden, sie jedoch erst seit dem 1. Januar 2023 resp. der Pensumreduktion wisse, 

dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in einem höheren Pensum als 60 bis 70 % arbeiten könne. 

Bezüglich fehlender medizinischer Befunde und fehlender ärztlicher Diagnosen macht die 

Beschwerdeführerin geltend, dass sie weiterhin bereit sei, sich von einem Fachspezialisten 

untersuchen zu lassen. Sie erwähne zudem die Migräne bei ihren Arztbesuchen nicht mehr, da diese 

bereits seit mehreren Jahren zu ihrem «Normalzustand» gehöre. Wenn die Migräne akut werde, wisse 

sie, was zu tun sei resp. welche Medikamente sie einnehmen müsse. Sie habe sehr wohl Behandlungen 

in Anspruch genommen, wenn auch nicht beim Hausarzt. Sie habe eine Bestätigung von Herrn Dr. med. 

F.___, Facharzt in G.___, eingeholt, in welcher ersichtlich sei, dass sie zwischen 2018 und 2021 

insgesamt 14-mal aufgrund der Kopfschmerzen bei ihm in Behandlung gewesen sei. Gestoppt habe sie 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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diese Behandlung anschliessend, weil Dr. F.___ ihr bei der letzten Konsultation Antidepressiva habe 

verschreiben wollen, wozu sie nicht bereit gewesen sei. Zudem habe die für sie schmerzhafte 

Behandlung zu starken körperlichen und psychischen Reaktionen geführt. Des Weiteren sei sie bereits 

in der Schul-, Lehr- und Studienzeit teilweise mehrere Tage pro Woche ausgefallen. Schulstoff könne 

jedoch gut vor- oder nachgeholt werden. Seit sie das Pensum reduziert habe, könne sie nahezu 

beschwerdefrei leben und ein normales und positives Leben führen und habe sogar Freizeit. Es wäre 

ihr ziemlich sicher möglich, in einem höheren Pensum zu arbeiten. Sie wäre dann aber wieder 

regelmässig mit Migräne geplagt und könnte weder Hobbies nachgehen noch ihre Freizeit geniessen. 

Zudem würden durch die Ausfälle die Ausführung und auch das Behalten des Jobs gefährdet werden. 

Müsse eine Entscheidung rein aufgrund von ärztlichen Bescheinigungen und schriftlichen Beweisen 

gefällt werden, wäre ihr Begehren sicherlich abzulehnen. Es sollten jedoch nicht nur Zahlen und 

Statistiken beigezogen werden, sondern gemäss Beschwerdeführerin sollte ein Mensch die Wahl 

haben, ein beschwerdefreies, schmerzfreies Leben zu führen, wenn er die Möglichkeit dazu habe (act. 

G 6). 

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8). 

Erwägungen 

1.  

Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 13. Juni 2024, mit welcher der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Rentenleistung der Invalidenversicherung verneint wurde. 

Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet daher die Frage, ob die Beschwerdeführerin einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat. Ein allfälliger Anspruch auf berufliche 

Massnahmen wurde mit Mitteilung vom 27. Februar 2024 abgewiesen, da die Beschwerdeführerin 

solche gemäss ihren Angaben im Anmeldeformular nicht wünschte (IV-act. 17). In ihrer Beschwerde 

erklärt sie zudem, dass sie nach wie vor berufstätig sei und aktuell keine beruflichen Massnahmen nötig 

seien (act. G 1). 

2.  

2.1 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 

zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder 

Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die 

gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).  

2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invaliditätsversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich 

im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und die 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).  

2.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung 

und Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen 

es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen 

haben Verwaltungsbehörden und – bei Beschwerdeerhebung – das Versicherungsgericht zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen 

oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107). 

2.6 Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (vgl. auch Art. 61 lit. c ATSG). Im 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/14 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

3.   

3.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Rentenleistungen der IV hat. Ein 

Rentenanspruch kann frühestens sechs Monate nach der Anmeldung (Karenzfrist; Art. 29 Abs. 1 IVG) 

und nur dann entstehen, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid ist (Wartejahr; Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Aufgrund der Anmeldung vom 28. 

Juli 2023 mit von der Beschwerdeführerin angegebenem Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 1. Januar 

2023 hat die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt in Anwendung der genannten 

Bestimmungen grundsätzlich nicht weit rückwirkend näher zu prüfen und ist ein allfälliger 

Rentenanspruch frühestens ab 1. Januar 2024 gegeben. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ergeben 

sich auch keine Anhaltspunkte für eine allfällig verspätete Anmeldung mit bereits seit längerem 

zurückliegenden Eintritt des Versicherungsfalles, welcher Zeitpunkt allenfalls noch zu bestimmen wäre 

(Art. 4 Abs. 2 IVG; vgl. E. 4.4 nachstehend). 

3.2 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass gemäss den vorliegenden Akten bei der 

Beschwerdeführerin gar kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, während die 

Beschwerdeführerin geltend macht, sie leide schon seit Jahren an gesundheitlichen Einschränkungen, 

sei in ihrer Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und habe deshalb Anspruch auf eine 

IV-Rente.  

3.3 Zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und deren funktionellen Auswirkungen auf die 

Leistungsfähigkeit wie auch zur erfolgten bzw. geplanten medizinischen Behandlung nimmt in der Regel 

als erstes die behandelnde Arztperson Stellung. Die medizinische Beurteilung, ob von einer 

invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung auszugehen ist, ist Sache des RAD, der zu 

Handen der IV-Stelle unter Berücksichtigung der bisher erfolgten sowie auch geplanten medizinischen 

Behandlung die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs prüft (Art. 54 Abs. 3 IVG, Art. 

49 Abs. 1bis IVV; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 

(KSIR), gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1108 f.).  

3.4 Vom Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit wird erst ausgegangen, nachdem die versicherte Person 

sowohl die angezeigten beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV als auch die ihr zumutbaren 

medizinischen Eingliederungsmassnahmen durchlaufen hat und die Möglichkeiten zur Eingliederung 

ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1bis IVG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 

2 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit ist zudem nur zu berücksichtigen, soweit sie für die versicherte 

Person aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Das subjektive Empfinden der 

versicherten Person (z.B. Schmerzen) ist dabei nicht ausschlaggebend. Die gesundheitliche 

Beeinträchtigung gibt nur dann Anspruch auf Leistungen der IV, wenn sie eine voraussichtlich längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit zur Folge hat. Die Erwerbsunfähigkeit unterscheidet sich auch von 

der Arbeitsunfähigkeit, d.h. von der medizinisch begründeten Unfähigkeit, eine bestimmte Tätigkeit in 

einem bestimmten Umfang ausführen zu können (Art. 6 ATSG). 

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für ihre abweisende Verfügung vornehmlich auf die 

Einschätzung der RAD-Ärztin, welche als Fachärztin für Neurologie sowie unter anderem spezielle 

Schmerztherapie fachlich bestens dazu qualifiziert ist, versicherungsmedizinische Fragen im 

Zusammenhang mit der geltend gemachten Migräne zu beurteilen. Die RAD-Ärztin hat ihre 

Einschätzung anhand des eingereichten Arztberichtes von Dr. C.___, Facharzt für innere Medizin, 

Gruppenpraxis D.___, sowie der diesem beigelegten Arztberichte erstellt. Die fraglichen Arztberichte 

beziehen sich allesamt auf eine Zeit ausserhalb des hier interessierenden Zeitraums (16. Mai 2011 bis 

zum 21. September 2021; IV-act. 12). Zudem hatte Dr. C.___ nur eine Krankschreibung für einen Tag 

vor über zehn Jahren sowie als Zeitpunkt für die letzte Konsultation in der Praxis den 27. März 2023 

angegeben. Die RAD-Ärztin kommt zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Tätigkeit mit 

hohen geistigen Anforderungen und in leitender Position selbst eine Migräne und Kopfschmerzen 

angebe, diesbezüglich jedoch keine ärztlichen Befunde vorliegen würden. Die Beschwerdeführerin 

habe sich bezüglich Kopfschmerzen noch nicht einmal hausärztlich vorgestellt. Es gebe keinen 

medizinischen Grund anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit nicht 

durchführen könne und auch die angegebene Pensumsreduktion von ursprünglich 90 % auf aktuell 

50 % aus gesundheitlichen Gründen könne nicht nachvollzogen werden. Migräne sei eine von vielen 

möglichen Ursachen von Kopfschmerzen und eine neurologisch gestellte Diagnose, wobei 

verschiedene diagnostische Kriterien erfüllt sein müssten. Kopfschmerzen – so die Ärztin weiter – 

könnten im Rahmen einer individuell hohen Anspannung (aus Beruf, Freizeit und Alltag) auftreten. Der 

nächste sinnvolle Schritt bei solchen wäre eine durch Fachpersonal durchgeführte Analyse der 

individuellen Situation. Anschliessend könnten Betroffene unterstützt werden, ihr Leben auf vielen 

Ebenen adäquat zu gestalten. Eine alleinige Reduktion der Arbeitszeit ändere an den diesen 

Kopfschmerzen zugrunde liegenden, relevanten Faktoren in aller Regel nichts (vgl. RAD-

Stellungnahme vom 27. September 2023, IV-act. 15; vgl. zum ablehnenden Rentenentscheid auch 

Protokoll rechtliche Grundlagen vom 27. Februar 2024, IV-act. 16; Feststellungsblatt Rente vom 27. 

April 2024, IV-act 18). 

4.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.1 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereits seit ca. 

1998 bestehen würden. Das von ihr über viele Jahre detailliert geführte Migränetagebuch zeige auf, 

dass sie weit über 30 Tage pro Jahr unter Migräne oder migräneartigen Kopfschmerzen litt bzw. leide, 

wenn sie nicht die nötigen Massnahmen bzw. Vorkehrungen treffe. Es habe nie eine abschliessende 

versicherungsmedizinische Beurteilung stattgefunden und trotz diverser Untersuchungen sei nie ein 

eindeutiger Grund für ihre Migräne gefunden worden. Die Beschwerdeführerin habe diverse alter-

nativmedizinische Dienstleistungen in Anspruch genommen. Eine nicht abschliessende Aufzählung 

habe sie im Anhang ihres Einwandes gegen den Vorbescheid vom 12. Mai 2024 angefügt (act. G 1). 

Diese beinhalten die Verschreibung einer Brille sowie korrigierte Sonnengläser, medizinische Massage, 

chiropraktische Therapien, medizinische Einlagen für Schuhe, Kinesiologie und Homöopathie, 

Einnahme von Magnesium und Vitaminpräparaten vor/während der Menstruationszeit, traditionelle 

thailändische Massage, Pensumreduktion und nächtliche Schlafzeit an natürlichen Rhythmus anpassen 

inkl. Mittagsruhe und Tiefenentspannungsübungen am Nachmittag (IV-act. 20). Vor 2019 seien mehrere 

Migränetage pro Woche üblich gewesen. Ab 2019 habe die Beschwerdeführerin dank der ersten 

wirklich greifenden Massnahmen die Schmerztage auf ca. 30 bis 40 Tage pro Jahr, bzw. ein bis zwei 

Tage alle zwei Wochen senken können. Erst seit sie in einem reduzierten Pensum arbeite und zudem 

ihren natürlichen Schlafrhythmus und Schlafbedarf von über neun Stunden berücksichtigen könne und 

auch Zeit habe für alltägliche Entspannungsübungen und weitere Präventivmassnahmen, seien die 

Schmerzen signifikant auf ein bis zwei Tage pro Monat gesunken. Die Beschwerdeführerin gibt an, den 

Hauptgrund für ihre Migräne gefunden zu haben. Sie habe herausgefunden, dass durch mehr Schlaf 

die Kopfschmerzen weniger würden. Nach anfänglich teils über zehn Stunden Schlaf pro Nacht habe 

sich ihr Schlafrhythmus nun mehrheitlich bei neun Stunden eingependelt. Sie habe trotz 

Pensumreduktion keine Minute mehr Freizeit, dafür jedoch signifikant weniger Kopfschmerzen. Die neu 

gewonnene Freizeit verschlafe sie jeweils. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, mehr als 60 % 

arbeiten zu können, ohne markante gesundheitliche Einbussen zu erleiden (act. G 1). 

4.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich betreffend Häufigkeit der Kopfschmerzen auf das von ihr 

erstellte Migränetagebuch. Dieses führe alle Migränetage von 2018 bis 2024 auf. Es sei ersichtlich, 

dass die Migränetage im Jahr 2023 noch 1,6 Tage pro Monat und im Jahr 2024 im Durchschnitt noch 

1,2 Tage pro Monat betragen hätten (act. G 1.1). Aus dem Migränetagebuch ist nicht ersichtlich, 

welchen Schweregrad die Kopfschmerzen hatten und wie lange diese jeweils andauerten. Zudem ist 

aus den Akten nicht ersichtlich, dass sie dieses Migränetagebuch mit einer Fachperson besprochen 

hätte und weitere Abklärungen bezüglich Ursache der Kopfschmerzen vorgenommen worden wären. 

Es gilt festzuhalten, dass ihre rein subjektive Einschätzung betreffend Arbeitsfähigkeit nicht 

massgebend ist. Dasselbe gilt für die von ihr selbst durchgeführte und gemäss ihren Angaben 

erfolgreiche Therapie in Form von Reduktion der Arbeits- und Ausdehnung der Schlafenszeit. Es ist 

primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2014, 

8C_101/2014, E. 5.1).  

4.3 Wie auch in E. 2.4 ausgeführt, ist es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin wie 

auch ihr behandelnder Arzt haben keine medizinischen Berichte eingereicht, welche die Migränevorfälle 

der vergangenen Jahre festhalten. Den Kopfschmerzen könnten, wie die RAD-Ärztin ausführt, auch 

andere Ursachen zu Grunde liegen. Zudem liegen keine Krankschreibungen und keine echtzeitlichen 

Arztberichte vor. Die Reduktion in der angestammten Tätigkeit von ursprünglich 90 % auf aktuell 50 % 

kann gemäss RAD-Ärztin aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollzogen und nicht bestätigt 

werden (vgl. E. 3.1 vorstehend). Die RAD-Ärztin rät zu einer Analyse der individuellen Situation durch 

fachlich entsprechend ausgebildete Medizinalpersonen.  

4.4 Der von der Beschwerdeführerin mit der Replik vom 17. Oktober 2024 eingereichte Arztbericht 

von Herr Dr. F.___ wurde erst am 25. September 2024 ausgestellt, betrifft jedoch Konsultationen vom 

9. Juli 2018 bis zum 3. Januar 2021, welche vor dem hier zu prüfenden Zeitraum stattfanden. Diese 

erfolgten hauptsächlich wegen nackenbedingter Kopfschmerzen. Die Beschwerdeführerin habe recht 

gut auf die manuelle Behandlung angesprochen, sodass die Behandlungsintervalle sukzessive hätten 

vergrössert werden können. Die Beschwerdeführerin habe dem Arzt erklärt, dass zwar immer wieder 

Kopfschmerzen vorkämen, der Zustand aber wesentlich besser sei im Vergleich zu vor der Behandlung. 

Sie habe jedoch die Weiterführung der manualtherapeutischen Behandlung nicht mehr 

wahrgenommen. Der Arzt gab an, den Grund für die Beendigung nicht zu kennen (act. G 6.1). Die 

Beschwerdeführerin gibt an, die Behandlung gestoppt zu haben, weil der Arzt ihr bei den letzten 

Konsultationen Antidepressiva habe verschreiben wollen. Sie sei nicht dazu bereit gewesen, diese 

einzunehmen. Zudem seien die Behandlungen für sie sehr schmerzhaft gewesen und hätten jeweils zu 

starken körperlichen und psychischen Reaktionen geführt. Die Behandlungen hätten zudem kurz- bis 

mittelfristige Linderung gebracht, hätten aber mehrmals pro Jahr wiederholt werden müssen. Die 

Ursache der Kopfschmerzen sei jedoch nicht gefunden worden (act. G 6). 

4.5 Gemäss den vorliegenden medizinischen Akten liegt keine neurologisch gestellte ärztliche 

Diagnose vor, welche die geltend gemachte Migräne mit den einhergehenden Einschränkungen 

bestätigen würde. Somit liegen keinerlei medizinische Berichte vor, welche die Anforderungen gemäss 

E. 2.4 hinsichtlich des Beweiswertes erfüllen und eine Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Selbstredend 

existieren auch keine Arbeitsunfähigkeitsatteste, die eine Auswirkung des angegebenen 

Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausreichend dokumentieren 

würden. Alleine das geführte Kopfschmerztagebuch ersetzt eine ärztliche medizinische Einschätzung 

nicht, da diesem die IV-rechtlich geforderte objektive Natur als Beleg für eine wie auch immer geartete 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fehlt. Auch der Arbeitgeberbericht enthält keinerlei Hinweise auf 

eine gesundheitliche Einschränkung. Die Arbeitgeberin gibt vielmehr an, dass der aktuelle Lohn gleich 

hoch sei wie der Arbeitslohn ohne Gesundheitsschaden. Es liegen dem Bericht weder Beilagen wie 

Auszüge aus der Lohnbuchhaltung vor, die Absenzen oder Versicherungsleistungen im 

Zusammenhang mit einer Arbeitsunfähigkeit aufweisen würden, noch wurden entsprechende 

Bemerkungen gemacht (IV-act. 14). 

4.6 Vor diesem Hintergrund sind weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin ab Juli 2022 sowie auch für die Zeit davor nicht angezeigt. Solche wären denn 

auch nicht zielführend, da die Beschwerdeführerin im hier interessierenden Zeitraum keine weiteren 

relevanten (fach-)ärztlichen Behandlungen in Anspruch genommen hat und sich dementsprechend 

keine echtzeitlichen Arztberichte und Krankschreibungen in den Akten finden und solche auch nicht 

mehr beigebracht werden können. Auf weitere Abklärungen wäre deshalb zu verzichten, da in 

antizipierter Beweiswürdigung davon auszugehen wäre, dass durch eine Rückweisung zur 

Durchführung medizinischer Abklärungen keine besseren Erkenntnisse gewonnen werden könnten. 

Notabene würde auch eine RAD-Untersuchung zu keinen anderen Ergebnissen führen, denn (nicht 

einmal) der Hausarzt konnte einen Gesundheitsschaden mit einhergehender länger dauernder 

Arbeitsunfähigkeit feststellen und bestätigen. Sind von zusätzlichen Abklärungen keine 

entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten, darf das Gericht darauf verzichten. Dies verstösst weder 

gegen den Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Grundsatz der Waffengleichheit oder den 

Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. Beweisabnahme (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 

229 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts vom 10. Januar 2022, 8C_657/2021, E. 5.4, und vom 14. Mai 

2019, 8C_102/2019, E. 5.6).  

5.  

Es lassen sich auch keine Anhaltspunkte für eine drohende Invalidität ausmachen. Eine solche liegt 

gemäss Art. 1novies der Verordnung über die Invalidenversicherung (SR 831.201; IVV) vor, wenn der 

Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Aus dem Bericht von Dr. F.___ geht 

hervor, dass die manualtherapeutische Behandlung eine Verbesserung der Situation bewirkte. Zudem 

ist auch aus dem Migränetagebuch ersichtlich, dass die Anzahl der Kopfschmerztage in den letzten 

Jahren zurückgegangen ist. Es kann nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit oder drohende Invalidität 

geschlossen werden (act. G 6.1). Auch sonst ergeben sich keine objektiven, medizinisch belegten 

Anhaltspunkte dafür, dass sich die angegebenen Beschwerden bei Weiterarbeit in der bisherigen 

Tätigkeit in einem höheren Pensum verschlimmern würden. Dies insbesondere nachdem eine 

medizinische Indikation für eine Reduktion des Pensums nirgends bestätigt wurde, obschon die 

Reduktion gemäss Beschwerdeführerin ihre Behandlungsmethode der Wahl darstellt. Auch ist keinem 

Bericht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin (je) ein Berufswechsel oder eine Reduktion des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Pensums empfohlen wurde und es erfolgte auch nie eine Überweisung der Beschwerdeführerin an eine 

spezialärztliche Fachperson. Üblicherweise wären zunächst die Befunde sowie die Diagnosen zu 

erheben und anschliessend eine adäquate Behandlung zu etablieren gewesen. Dies in Nachachtung 

der in Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG statuierten «medizinischen Eingliederungspflicht». Das müsste alles 

passieren, bevor klar wird, dass das Pensum aus medizinischen Gründen zu reduzieren wäre. Aus 

diesem Grund kann nicht von einer drohenden Invalidität ausgegangen werden. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass es aufgrund der Kopfschmerzen in den letzten Jahren 

wiederholt zu Arbeitsunterbrüchen gekommen sei. Es ist jedoch zu beachten, dass die 

Beschwerdeführerin erfolgreich eine Lehre als Chemielaborantin absolvieren und ein Studium in 

Biotechnologie abschliessen konnte. Auch ist sie seit vielen Jahren erwerbstätig. Die 

Beschwerdeführerin argumentiert, dass Migräne und Kopfschmerzen eine fundierte Ausbildung nicht 

ausschliessen würden. Sie sei in der Lehr- und Studienzeit teilweise sogar mehrere Tage pro Woche 

ausgefallen. Jedoch könne Schulstoff gut vor- oder nachgeholt werden. Die Beschwerdeführerin bringt 

zudem vor, ihr Pensum freiwillig auf 50 % reduziert zu haben. Des Weiteren merkt sie an, dass es ihr 

ziemlich sicher möglich wäre, in einem höheren Pensum zu arbeiten. Sie wäre jedoch in diesem Fall 

wieder regelmässig mit Migräne geplagt und könnte weder Hobbies nachgehen noch hätte sie Freizeit, 

die sie geniessen könnte. Würde sie die Arbeitsausfälle ihrem Arbeitgeber anlasten, hätte sie einen 

schweren Stand, den Job richtig auszuführen und halten zu können. Die Beschwerdeführerin 

anerkennt, dass ihr Begehren sicherlich abzulehnen wäre, wenn eine Entscheidung rein aufgrund von 

ärztlichen Bescheinigungen und schriftlichen Beweisen gefällt werden müsste. Es sollten jedoch nicht 

nur Zahlen und Statistiken betrachtet werden, sondern auch und vor allem die von ihr selbst angeführten 

Argumente und Gründe (act. G 6). Im Sinne der im Sozialversicherungsrecht allgemein gültigen 

Schadenminderungspflicht hat die Beschwerdeführerin aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare zur 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bzw. der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 

vorzukehren (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Art. 7 IVG; vgl. auch Rz. 2400 KSIR). Im Rahmen der 

Schadenminderungspflicht muss die Versicherte insbesondere medizinische Behandlungen verfolgen 

und muss sich so verhalten, als ob es keine Sozialversicherungen geben würde.  

6.2 Bei allem Verständnis für die belastende Einschränkung der Gesundheit der Beschwerdeführerin 

durch die geschilderten jahrelangen Beschwerden ist dennoch festzuhalten, dass IV-rechtlich ein 

Gesundheitsschaden nur anerkennbar ist, wenn beweiskräftige medizinische Akten vorliegen und der 

medizinische Sachverhalt somit als Basis für die Beurteilung eines Rentenanspruchs geklärt ist. 

Gemäss vorstehenden Ausführungen steht nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass überhaupt eine IV-rechtlich relevante und mit medizinischen Belegen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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verifizierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt, die eine Erwerbsunfähigkeit nach sich ziehen 

würde.  

6.3 Dadurch, dass keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestätigt 

wurde, hat auch das genannte Wartejahr gemäss Art. 28 IVG gar nie zu laufen begonnen und fehlt es 

an der Grundvoraussetzung für eine Rente. Selbst wenn eine Einschränkung der Beschwerdeführerin 

in ihrer angestammten Tätigkeit dargetan wäre, würde eine solche im Übrigen noch nicht zu einem 

Rentenanspruch berechtigen. Ein solcher könnte erst nach Durchführung aller zumutbaren 

medizinischen sowie auch beruflichen Massnahmen entstehen, wenn es der Beschwerdeführerin selbst 

in einer dem Leiden (besser) angepassten Tätigkeit nicht mehr möglich wäre, ein 

rentenausschliessendes Einkommen von wenigstens 60 % ihres vorherigen Einkommens zu erzielen 

(vgl. zum Einkommensvergleich Art. 16 ATSG). 

7.  

7.1 Die Würdigung der vorhandenen Akten ergibt, dass ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegt. Es liegt demnach keine 

Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG vor. Folglich besteht rein definitionsgemäss auch keine 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) oder gar eine Invalidität (Art. 8 ATSG) bzw. drohende Invalidität (Art. 

1novies IVV). Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. 

7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten vollumfänglich 

aufzuerlegen. Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete 

Gerichtsgebühr getilgt. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese sind mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe getilgt. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 06.03.2025
	Art. 6, 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG: Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gemäss medizinischer Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. März 2025, IV 2024/150).

		2026-01-28T04:38:41+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen