# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83b9b553-badb-51ab-9422-aa5277e70a78
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.09.2021 LZ200033
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ200033_2021-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ200033-O/U 

damit vereinigt Geschäfts-Nr.: LZ200034-O 
 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin  

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie 

Gerichtsschreiber MLaw M. Wild 

Beschluss und Urteil vom 7. September 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte 
 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X1._____,  

substituiert durch Rechtsanwältin MLaw X2._____,  
 

gegen 
 

B._____,  
Beklagter, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger 
 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____,  
 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)  
 
Berufungen gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Ver-
fahren am Bezirksgericht Hinwil vom 10. September 2020 (FK190022-E)  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Anträge des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers be-
treffend vorsorgliche Massnahmen (Urk. 11/123 i.V.m. Urk. 11/8 S. 2 und 
Urk. 11/62 S. 2 f., sinngemäss): 
 

 1. Es sei der Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, unter die alleinige 
Obhut des Beklagten zu stellen. 

 2. Es sei der Klägerin bezüglich des Sohnes C._____, geb. 
tt.mm.2018, ein gerichtsübliches Besuchsrecht einzuräumen.  

 3. Eventualiter sei der Beklagte für berechtigt und verpflichtet zu er-
klären, den Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, zu folgenden Zeiten 
zu sich zu nehmen: 
- aktuell an jedem zweiten Wochenende, jeweils von Freitag, 

18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, 
- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten 

(26. Dezember) und Neujahr (2. Januar), 
- in den Jahren mit gerader Jahreszahl an Ostern, ab Grün-

donnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, in den 
Jahren mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten, ab Freitag, 
18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, 

- während 2 Wochen Ferien pro Jahr. 
Es sei für den Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, eine Besuchs-
rechtsbeistandschaft zu errichten. 

 4. Subeventualiter sei ein begleitetes Besuchsrecht anzuordnen. 
 5. Es sei mangels finanzieller Leistungsfähigkeit des Beklagten für 

den Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, für die Dauer des Verfah-
rens kein Unterhaltsbeitrag zuzusprechen (Barunterhalt und Be-
treuungsunterhalt). 

 6. Es sei dem Beklagten vollumfängliche Akteneinsicht zu gewäh-
ren. Diese sei ihm mittels Zustellung des vollständigen Dossiers 
mit sämtlichen, ungeschwärzten Akten zu gewähren. 

 
Anträge der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten betref-
fend vorsorgliche Massnahmen (Urk. 11/120 S. 1 ff. i.V.m. Urk. 11/18 sinnge-
mäss): 
 

 1. Die Anträge des Beklagten betreffend Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen seien abzuweisen, sofern sie nicht mit denjenigen der 
Klägerin übereinstimmen.  

 2. Es sei der Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, unter die alleinige 
Obhut der Klägerin zu stellen. 

 2. Es sei auf die Regelung eines Besuchs- und Ferienrechts des 
Beklagten einstweilen zu verzichten. 

- 3 - 

 3. Es sei der Beklagte zu verpflichten, für die Dauer des Verfahrens 
an den Kinderunterhalt (Bar- und Betreuungsunterhalt) des ge-
meinsamen Sohnes der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2018, an-
gemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich vertragliche 
und / oder gesetzliche Kinder- und / oder Familienzulagen) zu be-
zahlen, mindestens wie folgt: 

 Mind. CHF 3'485.05 (davon CHF 2'400.00 Betreuungsunterhalt) 
rückwirkend seit 25.10.2018 
Die Unterhaltsbeiträge seien monatlich im Voraus auf den Ersten 
eines Monats an die gesetzliche Vertreterin zu bezahlen.  

 4. Der Beklagte sei zu verpflichten, bei ausserordentlichen Kosten 
über CHF 300.00 pro Ereignis (Nachhilfe, Zahnspange etc.) bei 
gegenseitigem Einverständnis zwischen den Parteien die Hälfte 
der entsprechenden Kosten zu bezahlen.  

 5. Es sei die Adresse der Klägerin mit einer Sperre zu belegen und 
dem Beklagten nicht bekannt resp. herauszugeben. 

 6. Der Antrag des Beklagten auf vollumfängliche Akteneinsicht sei 
abzuweisen. 

Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren  
am Bezirksgericht Hinwil vom 10. September 2020: 

(Urk. 11/131 S. 55 ff. = Urk. 2 S. 55 ff.) 

1. Die Adresse der Klägerin (und des Sohnes C._____) wird mit einer Sperre 

belegt und dem Beklagten nicht bekannt gegeben. Der Antrag des Beklag-

ten auf vollumfängliche Akteneinsicht wird abgewiesen. 

2. Der Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, wird für die Dauer des Verfahrens un-

ter die alleinige Obhut der Klägerin gestellt.  

3. Der Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, den Sohn C._____, 

geb. tt.mm.2018, für die Dauer des Verfahrens einmal pro Monat nach Ab-

sprache mit der einzusetzenden Beistandsperson und in Begleitung einer 

geeigneten Fachperson während drei Stunden zu betreuen.  

4. Für den Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, wird eine Beistandschaft im Sinne 

von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet. Die KESB Basel Stadt wird er-

sucht, für C._____ umgehend eine geeignete Beistandsperson zu bestellen. 

- 4 - 

Die Beistandsperson soll insbesondere mit folgenden Aufgaben betraut wer-

den:  

− Organisation und Festlegung der genauen Modalitäten der mit vorlie-

gendem Entscheid geregelten begleiteten Besuche; namentlich durch 

Beizug einer Fachperson, welche das Kind von der Klägerin über-

nimmt, die Besuche des Beklagten begleitet und das Kind wieder zur 

Klägerin zurückbringt, ohne dass sich die Eltern begegnen müssen 

(Kontaktverbot), sowie Sicherstellung der Finanzierung derselben, 

− Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie regelmässig 

bei der Fachperson und den Parteien die Einhaltung und die Durchfüh-

rung der Besuche in Erfahrung bringt, 

− falls notwendig, bei der zuständigen Behörde eine Anpassung der Be-

suchsrechtsregelung zu beantragen, 

− bei allfälligen Konflikten zu vermitteln, 

− Berichterstattung über die ersten drei Besuche zuhanden der KESB 

und des Bezirksgerichts Hinwil. 

5. Der Beklagte wird verpflichtet, an den Unterhalt und die Erziehung des Soh-

nes C._____ die folgenden monatlichen Barunterhaltsbeiträge zuzüglich 

Kinderzulagen zu bezahlen: 

- Fr. 548.– rückwirkend ab Mitte August 2019 bis 30. September 2020 

- Fr. 883.– ab 1. Oktober 2020 für die weitere Dauer des Verfahrens. 

Die Unterhaltsbeiträge sowie die Kinderzulagen sind an die Klägerin zahlbar 

und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

Mit den obgenannten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt von 

C._____ nicht gedeckt. In der Zeit von Mitte August 2019 bis 30. September 

2020 fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 362.– als Barunterhalt und von 

Fr. 2'815.– als Betreuungsunterhalt. Ab 1. Oktober 2020 und für die weitere 

Dauer des Verfahrens fehlt ein Betrag von Fr. 27.– als Barunterhalt und von 

- 5 - 

Fr. 2'815.– als Betreuungsunterhalt. Mangels Leistungsfähigkeit sind keine 

weiteren Unterhaltsbeiträge festzusetzen. 

Der Beklagte wird verpflichtet, die Kinderzulagen für den Sohn C._____, 

geb. tt.mm.2018, rückwirkend bei seinen jeweiligen Arbeitgebern einzufor-

dern und der Klägerin zusätzlich zu den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen 

umgehend nach Erhalt zu überweisen.  

6. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 vorstehend basiert 

auf folgenden Grundlagen:  

Einkommen (netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn) 

− Klägerin: Fr. 0.– 
− Beklagter: Fr. 3'190.– (seit Mitte August 2019 bis 30. September 

2020)  
Fr. 4'000.– (ab 1. Oktober 2020, hypothetisch) 

− Sohn C._____: Fr. 200.– (Familienzulagen) 

Vermögen 

− Klägerin: Fr. 0.– 
− Beklagter: Fr. 0.– 
− Sohn C._____: Fr. 0.– 

7. Der Antrag der Klägerin auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses 

durch den Beklagten wird abgewiesen. 

8. Über die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen der vorsorglichen 

Massnahmen wird mit dem Endentscheid befunden.  

9. [Mitteilungssatz] 

10. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 10 Tage] 

- 6 - 

Berufungsanträge: 

der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten in der Erstberu-
fungsschrift (Urk. 1 S. 2 ff.): 
 

Materielle Anträge: 
 

"1. Die Dispositivziffern 3 und 4 der Verfügung des Bezirksgerichts 
Hinwil (Geschäfts-Nr. FK190022) vom 10.09.2020 seien vollum-
fänglich aufzuheben und wie folgt neu zu entscheiden: 
 
"3. Für die Dauer des Verfahrens ist auf ein Betreuungsrecht des 
Beklagten zu verzichten." 

 
Eventualiter seien die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 der Verfügung des 
Bezirksgerichts Hinwil (Geschäfts-Nr. FK190022) vom 10.09.2020 
vollumfänglich aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung zurückzuweisen. 

 
2. Die Dispositivziffern 5 und 6 der Verfügung des Bezirksgerichts 

Hinwil (Geschäfts-Nr. FK190022) vom 10.09.2020 seien vollum-
fänglich aufzuheben und wie folgt neu zu entscheiden: 

 
"5. Der Beklagte wird verpflichtet, an den Unterhalt und die Erzie-
hung des Sohnes C._____ die folgenden monatlichen Barunter-
haltsbeiträge zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen: 

 
Fr. 3'105.– (davon Fr. 2'195.– Betreuungsunterhalt) rückwirkend 
ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Verfahrens. 
 
Eventualiter: Fr. 2'559.– (davon Fr. 1'649.– Betreuungsunterhalt) 
rückwirkend ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Verfah-
rens. 
 
Die Unterhaltsbeiträge sowie die Kinderzulagen sind an die Kläge-
rin zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Mo-
nats. Mit den obgenannten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende 
Unterhalt von C._____ nicht gedeckt. Es fehlt monatlich ein Betrag 
von Fr. 620.–, eventualiter Fr. 1'166.– als Betreuungsunterhalt. 
Mangels Leistungsfähigkeit sind keine weiteren Unterhaltsbeiträge 
festzusetzen.  

 
6. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 vorste-
hend basiert auf folgenden Grundlagen: 

 

- 7 - 

  Einkommen (netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn) 
  - Klägerin: Fr. 0.– 
  - Beklagter: Fr. 4'800.– (ab 1. August 2019, hypothetisch) 
  - Sohn C._____: Fr. 200.– (Familienzulagen) 
 
  Vermögen: 
  - Klägerin: Fr. 0.– 
  - Beklagter: Fr. 0.– 
  - Sohn C._____: Fr. 0.– 
 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher 
MwSt.) zu Lasten des Berufungsbeklagten bzw. Beklagten." 

 
Prozessuale Anträge: 

 
"1. Es sei die Adresse der Berufungsklägerin bzw. Klägerin mit einer 

Sperre zu belegen und dem Berufungsbeklagten bzw. Beklagten 
nicht bekannt resp. herauszugeben. In den Akten, aus welchen 
auf den Aufenthaltsort der Berufungsklägerin bzw. Klägerin ge-
schlossen werden kann, sei dem Berufungsbeklagten bzw. Be-
klagten keine vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren. 

 
2. Es seien die vorinstanzlichen Akten beim Bezirksgericht Hinwil be-

treffend Unterhalt etc. (Geschäfts-Nr. FK190022) beizuziehen. 
 

3. Der Berufungsbeklagte bzw. Beklagte sei zu verpflichten, der Be-
rufungsklägerin bzw. Klägerin für das zweitinstanzliche Verfahren 
einen Prozesskostenvorschuss von einstweilen mind. 
CHF 5'000.00 zu bezahlen. 

 
4. Eventualiter sei der Berufungsklägerin bzw. der Klägerin für das 

zweitinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen und ihr in der Person von Rechtsanwältin MLaw 
X1._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen." 

 
des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers in der Erstbe-
rufungsantwort (Urk. 17 S. 2): 
 

"1. Es sei Ziff. 1 der prozessualen Anträge abzuweisen. 
 
 2. Es sei Ziff. 2 als gegenstandslos abzuschreiben. 
 
3. Es sei auf Ziff. 3 der prozessualen [Anträge] nicht einzutreten; 

 
EVENTUALITER sei Ziff. 3 der prozessualen [Anträge] abzuwei-
sen. 

 

- 8 - 

4. Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und 
Dispositivziff. 3 und 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Hinwil 
vom 10. September 2020 seien zu bestätigen, soweit sie im Ver-
fahren LZ200034-O nicht abgeändert werden. 

 
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulas-

ten der Klägerin und Berufungsklägerin." 
 
des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers in der Zweit-
berufungsschrift (Urk. 23/1 S. 2 f.): 
 

"1. Es seien Ziff. 1, 3 und 5 der Verfügung des Bezirksgerichts Hinwil 
aufzuheben. 

 
2. Es sei dem Beklagten und Berufungskläger vollumfängliche Ak-

teneinsicht mittels Zustellung des vollständigen Dossiers mit sämt-
lichen, ungeschwärzten Akten zu gewähren.  

 
3. Es sei der Beklagte und Berufungskläger für berechtigt und ver-

pflichtet zu erklären, den Sohn C._____, geb. tt.mm.2018, einmal 
pro Woche während drei Stunden in Begleitung einer geeigneten 
Fachperson zu sich zu nehmen. 

 
4. Es sei der Beklagte und Berufungskläger zu verpflichten, an den 

Unterhalt und die Erziehung des Sohnes C._____, geb. 
tt.mm.2018, die folgenden Unterhaltsbeiträge zzgl. Kinderzulagen 
zu bezahlen: 

 
  - Rückwirkend ab 15. August 2019 bis 31. August 2020: 
   CHF 348.00 pro Monat (Barunterhalt) 
 
  - Ab 1. September 2020 für die weitere Dauer des Verfahrens: 
   CHF 0.00 (Barunterhalt und Betreuungsunterhalt). 
 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulas-
ten der Klägerin und Berufungsbeklagten." 

 
der Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten in der Zweitbe-
rufungsantwort (Urk. 23/11 S. 2 f.): 
 
 Materielle Anträge: 
 

"1. Die Anträge des Beklagten und Berufungsklägers seien vollum-
fänglich abzuweisen. 

 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher 

MwSt.) zu Lasten des Beklagten und Berufungsklägers." 
 

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Prozessuale Anträge: 
 
"3. Die Verfahren beim Obergericht des Kantons Zürich, Geschäfts-

Nr. LZ200033 und Geschäfts-Nr. LZ200034 seien zu vereinigen.  
 
 4. Eventualiter seien die Akten des Verfahrens beim Obergericht des 

Kantons Zürich, Geschäfts-Nr. LZ200033 beizuziehen. 
 
 5. Es sei die Adresse der Berufungsbeklagten bzw. Klägerin mit ei-

ner Sperre zu belegen und dem Berufungskläger bzw. Beklagten 
nicht bekannt resp. herauszugeben. In Akten, aus welchen auf 
den Aufenthaltsort der Berufungsbeklagten bzw. Klägerin ge-
schlossen werden kann, sei dem Berufungskläger bzw. Beklagten 
keine vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren. 

 
 6. Der Beklagte und Berufungskläger sei zu verpflichten, der Klägerin 

und Berufungsbeklagten einen Prozesskostenvorschuss in der 
Höhe von CHF 5'000.00 zu bezahlen. 

 
 7. Eventualiter sei für den Fall, dass der Beklagte und Berufungsklä-

ger als nicht leistungsfähig erachtet wird, der Klägerin und Beru-
fungsbeklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und ihr in der Person von Rechtsan-
wältin MLaw X1._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu 
gewähren." 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte (fortan 

Klägerin) und der Beklagte, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungskläger 

(fortan Beklagter) sind die unverheirateten Eltern von C._____, geboren am 

tt.mm.2018. Mit Erklärung vom 2. Oktober 2018 anerkannte der Beklagte die Va-

terschaft (Beilage 4 zu Urk. 11/4/2) und die Parteien vereinbarten die gemeinsa-

me elterliche Sorge (Beilage 5 zu Urk. 11/4/2). Nachdem sich die Klägerin bereits 

vom 27. Januar bis 2. Februar 2019 in einem Frauenhaus aufgehalten hatte, zog 

sie am 12. Februar 2019 zusammen mit dem Sohn aus der gemeinsamen Woh-

nung in Winterthur aus und begab sich abermals in ein Frauenhaus. Seither be-

steht kein Kontakt mehr zwischen den Parteien sowie zwischen dem Beklagten 

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und dem gemeinsamen Sohn C._____ (vgl. Urk. 11/2 S. 7, Urk. 11/8 S. 4, 

Urk. 11/62 S. 10 ff.). Nach dem Auszug erstattete die Klägerin Strafanzeige gegen 

den Beklagten wegen häuslicher Gewalt (vgl. Urk. 11/15) und es wurde ein Ver-

fahren bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bezirke Win-

terthur und Andelfingen eingeleitet (vgl. Urk. 11/13/1-77). 

2. Mit Eingabe vom 4. September 2019 machte die Klägerin das vorliegende 

Verfahren bei der Vorinstanz hängig, nachdem die Parteien beim Friedensrichter-

amt D._____ keine Einigung erzielen konnten (Urk. 11/1). In der Folge beendete 

die KESB Bezirke Winterthur und Andelfingen mit Entscheid vom 24. September 

2019 infolge nachträglicher sachlicher Unzuständigkeit durch Nichteintreten das 

bei ihr vom Beklagten anhängig gemachte Verfahren (act. 11/12). Der weitere, 

vollständige Prozessverlauf kann der angefochtenen erstinstanzlichen Verfügung 

entnommen werden (Urk. 11/131 S. 4 ff. = Urk. 2 S. 4 ff.). Am 10. September 

2020 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid betreffend 

vorsorgliche Massnahmen (Urk. 2 S. 55 ff.). 

3. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhoben beide Parteien – die Kläge-

rin mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 (Urk. 1), der Beklagte mit Eingabe vom 

9. Oktober 2020 (Urk. 23/1) – innert Frist (vgl. Urk. 11/132) Berufung mit den oben 

zitierten Anträgen. Das vom Beklagten zusammen mit der Zweitberufungsschrift 

gestellte Gesuch um Anordnung der aufschiebenden Wirkung (Urk. 23/1 S. 3) 

wurde mit Verfügung vom 6. November 2020 teilweise gutgeheissen und es wur-

de in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Entscheids für rückwir-

kende Barunterhaltsbeiträge vom 15. August 2019 bis 31. August 2020 im 

Fr. 348.– übersteigenden Betrag und für Barunterhaltsbeiträge ab September 

2020 die aufschiebende Wirkung erteilt (Urk. 23/9). Das am 21. Oktober 2020 von 

der Klägerin separat gestellte Gesuch um Anordnung der aufschiebenden Wir-

kung (Urk. 7) wurde mit Verfügung vom 30. November 2020 gutgeheissen und es 

wurde in Bezug auf die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 (Besuchsrecht und Beistand-

schaft) des vorinstanzlichen Entscheids die aufschiebende Wirkung erteilt 

(Urk. 15).  

- 11 - 

4. Mit Eingaben vom 21. Dezember 2020 erstattete der Beklagte seine Erstbe-

rufungsantwort (Urk. 17) und die Klägerin ihre Zweitberufungsantwort 

(Urk. 23/11). Mit Beschluss vom 11. Januar 2021 wurde die Zweitberufung des 

Beklagten (LZ200034-O) mit dem vorliegenden Berufungsverfahren (LZ200033-

O) vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrieben (Urk. 21 und Urk. 22 = 

Urk. 23/15). Ebenfalls mit Beschluss vom 11. Januar 2021 wurde den Parteien die 

jeweilige Berufungsantwort der Gegenseite zur Kenntnisnahme zugestellt und 

dem Beklagten eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um die Abrechnungen der 

E._____ Arbeitslosenkasse für die Monate November und Dezember 2020 sowie 

die vollständigen Kontoauszüge des Kontos mit der IBAN-Nr. ... der letzten sechs 

Monate ins Recht zu reichen (Urk. 21). Die in der Folge eingegangen Stellung-

nahmen vom 27. Januar 2021 (Urk. 25), 29. Januar 2021 (Urk. 26), 12. Februar 

2021 (Urk. 33), 17. Februar 2021 (Urk. 34), 8. März 2021 (Urk. 38), 16. April 2021 

(Urk. 40) und 4. Mai 2021 (Urk. 44) wurden den Parteien jeweils erneut zur 

Kenntnisnahme zugestellt.  

5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 11/1-137). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. 

II. 

1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; 5A_751/2014 vom 

28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begrün-

dungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der 

Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von of-

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fensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen 

zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erst-

instanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.H.; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und 

E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-

fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; 

Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). 

2. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-

heiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizial-

grundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes 

wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfah-

ren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die 

Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbe-

schränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach im Beru-

fungsverfahren neue Vorbringen und Beweismittel nur dann zulässig sind, wenn 

sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden 

konnten und ohne Verzug vorgebracht werden, gilt somit nicht für Verfahren, in 

welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Sämtliche 

von den Parteien im Berufungsverfahren eingereichten Urkunden und die daraus 

abgeleiteten Vorbringen sind somit grundsätzlich zu berücksichtigen. 

3. Das Verfahren zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Kindesunter-

haltsprozess ist summarischer Natur (Art. 248 lit. d, Art. 303 Abs. 1 und Art. 252 

ff. ZPO). Das Gericht muss somit nicht von der Richtigkeit einer Behauptung 

überzeugt sein, es reicht aus, dass aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewis-

se Wahrscheinlichkeit für das Bestehen der fraglichen Tatsachen spricht. Dabei 

ist analog zu Art. 8 ZGB eine "Glaubhaftmachungslast" derjenigen Partei zu be-

achten, welche aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet (vgl. BGer 

5A_117/2010 vom 5. März 2010, E. 3.3). 

4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im 

Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Dispositiv-Ziffer 2 der vorinstanz-

- 13 - 

lichen Verfügung betreffend Zuteilung der Obhut über den Sohn C._____ an die 

Klägerin blieb unangefochten. In diesem Umfang ist die vorinstanzliche Verfügung 

am 10. Oktober 2020 in (formelle) Rechtskraft erwachsen (vgl. Urk. 11/132; 

BGE 141 III 376 E. 3.3.4). Dies ist vorzumerken. 

III. 

A.  Vorbemerkungen 

 Wie bereits vor Vorinstanz halten die Parteien auch im Berufungsverfahren 

mit gegenseitigen persönlichen Anschuldigungen nicht zurück. Offensichtlich be-

steht ein grosser ungelöster Konflikt zwischen ihnen, der regelmässig in den Vor-

dergrund drängt und sachlichen Argumenten vorgezogen wird. Daneben läuft 

auch weiterhin das von der Klägerin gegen den Beklagten eingeleitete Strafver-

fahren, welches Straftaten gegenüber ihr (und nicht dem gemeinsamen Sohn 

C._____) zum Thema hat (vgl. Urk. 11/15 und Urk. 42/1-4). Da im vorliegenden 

Berufungsverfahren jedoch nicht über die Frage der Zuteilung der Obhut zu ent-

scheiden ist (vgl. E. II.4), sondern insbesondere der persönliche Verkehr des Be-

klagten mit C._____ im Zentrum steht, ist sogleich festzuhalten, dass in der Folge 

auf Ausführungen, welche nur der Diffamierung der Gegenseite dienen, sich nicht 

mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinandersetzen und für die Beurteilung 

der streitrelevanten Punkte nicht von Bedeutung sind, nicht weiter eingegangen 

wird (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 m.w.H.). Hierzu zählen insbesondere die Ausfüh-

rungen der Parteien zur angeblichen Tätigkeit der Klägerin als "Sugar-Babe" (vgl. 

Urk. 23/1 S. 8, Urk. 26 S. 3 f., Urk. 34 S. 2 und 7 f.), zu den auf blossen Behaup-

tungen beruhenden Geschehnissen vom 10., 11. , 23. November 2020 und vom 

22. Januar 2021 und der damit zusammenhängenden Gefährdungsmeldung an 

die KESB Basel-Stadt (vgl. Urk. 23/11 S. 7 ff., Urk. 26 S. 4, Urk. 29, Urk. 32, 

Urk. 34 S. 2 ff.) sowie zu den Instagram-Posts der Klägerin (Urk. 38 S. 5). Diese 

Ausführungen der Parteien enthalten nichts Entscheidrelevantes. Entsprechend 

kann auch darauf verzichtet werden, die Akten der Stadtpolizei Basel und die Ak-

ten der KESB Basel-Stadt beizuziehen, wie dies von der Klägerin im Zusammen-

hang mit der Gefährdungsmeldung beantragt wurde (Urk. 34 S. 5). 

- 14 - 

B. Adresssperre 

1.1. Auf Antrag der Klägerin verfügte die Vorinstanz, dass die Adresse der Klä-

gerin (und des Sohnes C._____) dem Beklagten nicht bekannt gegeben werde, 

und wies den Antrag des Beklagten auf vollständige Akteneinsicht ab (Urk. 2 

S. 55 Dispositiv-Ziffer 1). Sie begründete dies damit, dass die Klägerin mit ihren 

Ausführungen zu den Drohungen ihren Anspruch auf Schutzmassnahmen und 

damit ihr schutzwürdiges Interesse genügend substantiiert habe. Auch wenn für 

den Beklagten in den anhängigen Strafverfahren betreffend häusliche Gewalt die 

Unschuldsvermutung gelte, erscheine es glaubhaft, dass es zwischen den Partei-

en zumindest zu solchen Vorfällen gekommen sei. So spreche auch der Umstand, 

dass die Klägerin mehrfach Schutz in einem Frauenhaus gesucht habe und in ei-

nen anderen Kanton gezogen sei, für die Plausibilität der Ausführungen der Klä-

gerin (Urk. 2 S. 13). Da für die Ausübung eines begleiteten Besuchsrechts die 

Wohnadresse der Klägerin nicht zwingend erforderlich sei, sei es im Sinne einer 

Interessenabwägung in casu verhältnismässig, das Informationsrecht des Beklag-

ten einstweilen einzuschränken. Ebenfalls erscheine die vorgenommene Schwär-

zung der Unterlagen durch die Klägerin noch gerechtfertigt, da eine Aufstellung 

der Bedarfszahlen auch mit den geschwärzten Unterlagen möglich sei. Insgesamt 

seien die schutzwürdigen privaten Interessen der Klägerin höher zu gewichten als 

das volle Akteneinsichtsrecht des Beklagten, weshalb der Antrag der Klägerin 

gutzuheissen sei (Urk. 2 S. 13 ff.). 

1.2. Mit Verweis auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 53 Abs. 1 

ZPO rügt der Beklagte, dass die Verweigerung der praktisch vollständigen Akten-

einsicht und die weitgehende Schwärzung der wesentlichen Akten im Hinblick auf 

die Grundsätze des fairen Verfahrens und des rechtlichen Gehörs nicht gerecht-

fertigt sei. Ohne vollständige Akteneinsicht sei es ihm gänzlich unmöglich, die von 

der Klägerin geltend gemachten Bedarfspositionen, insbesondere die Fremdbe-

treuungskosten, auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Die Vorinstanz habe die Un-

schuldsvermutung des Beklagten in krasser Weise missachtet, als sie die Akten-

einsicht aufgrund des Vorwurfs der häuslichen Gewalt eingeschränkt habe. Die 

Strafakten seien im Zivilverfahren ausser Acht zu lassen. Die Einschränkung des 

- 15 - 

Akteneinsichtsrechts sei nicht gerechtfertigt und verletze das konventions- und 

verfassungsmässige Recht auf ein faires Verfahren und auf Akteneinsicht 

(Urk. 23/1 S. 10 ff.).  

1.3. Den Ausführungen des Beklagten kann nicht gefolgt werden, setzt er sich 

doch insbesondere nicht mit der zentralen Frage der Interessenabwägung ausei-

nander. So sieht Art. 53 Abs. 2 ZPO eine klare Schranke des im Zivilprozess gel-

tenden Akteneinsichtsrechts vor: Der Anspruch geht nur so weit, als keine über-

wiegenden öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen. Dies ergibt sich 

aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 2 BV, wonach das 

Einsichtsinteresse gegen entgegenstehende öffentliche oder private Geheimhal-

tungsinteressen abzuwägen ist (BGE 130 III 42 E. 3.2.1; BGE 129 I 249 E. 3; 

BGE 122 I 153 E. 6a). Im vorliegenden Fall begründete die Vorinstanz ausführ-

lich, weshalb sie die privaten Geheimhaltungsinteressen der Klägerin höher ge-

wichtet als das Akteneinsichtsrecht des Beklagten. Ihren Erwägungen legte sie 

die vorhandenen Unterlagen, unter anderem die beigezogenen Strafakten betref-

fend häusliche Gewalt (vgl. Urk. 11/15), zugrunde, ohne jedoch zu den darin ent-

haltenen Vorwürfen Stellung zu beziehen oder diese strafrechtlich zu würdigen. 

Insbesondere verstiess sie nicht gegen die Unschuldsvermutung, wenn sie von 

massgeblichen Streitigkeiten zwischen den Parteien ausging, führte doch auch 

der Beklagte bereits in seiner ersten Stellungnahme vor Vorinstanz aus, dass die 

Klägerin wegen dem persönlichen Konflikt mehrfach in ein Frauenhaus geflüchtet 

sei (Urk. 11/8 S. 4). Auf der anderen Seite und entgegen seinen Ausführungen 

wiegt die Einschränkung der Akteneinsicht für den Beklagten nicht allzu schwer, 

betrifft die Schwärzung der Akten doch lediglich Angaben, welche einen Rück-

schluss auf den Wohnort der Klägerin und des Sohnes zulassen könnten. Es war 

dem Beklagten auch ohne diese Angabe ohne weiteres möglich, sich zu den rele-

vanten Streitpunkten, wie beispielsweise den einzelnen Bedarfspositionen, zu 

äussern. Insgesamt ist die von der Vorinstanz angeordnete Adresssperre und die 

Abweisung des Antrags des Beklagten auf vollumfängliche Akteneinsicht nicht zu 

beanstanden. Die entsprechenden Rügen des Beklagten erweisen sich als unbe-

gründet. 

- 16 - 

2. Die Klägerin beantragt berufungsweise, dass die vorinstanzlich angeordnete 

Adresssperre sowie die entsprechende Schwärzung der Akten aufgrund der wei-

ter bestehenden Geheimhaltungsinteressen für die Dauer des Berufungsverfah-

rens aufrecht zu erhalten sei (Urk. 1 S. 7 ff.). Der Beklagte wiederholt in seiner 

Erstberufungsantwort seine vorgenannten Ausführungen zu seinem Recht auf 

vollständige Akteneinsicht (Urk. 17 S. 3 ff., vgl. E. III.B.1.2). Bei Einleitung des Be-

rufungsverfahrens war das Strafverfahren gegen den Beklagten noch pendent, 

und das im Rahmen von Ersatzmassnahmen erlassene Kontaktverbot des Be-

klagten zur Klägerin wurde mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Zü-

rich vom 3. Oktober 2020 um drei Monate verlängert (vgl. Urk. 5/4 und 5/5). Mit 

Verweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. Urk. 2 S. 10 ff.) 

ist deshalb festzuhalten, dass das Geheimhaltungsinteresse der Klägerin bei Stel-

lung des prozessualen Antrags weiterhin gerechtfertigt war. Daneben vermag, wie 

bereits ausgeführt, die Argumentation des Beklagten, ohne vollständige Aktenein-

sicht sei es ihm gänzlich unmöglich, zu den von der Klägerin geltend gemachten 

Bedarfspositionen Stellung zu nehmen, nicht zu überzeugen (vgl. E. III.B.1.3). Da 

der Beklagte im Verlaufe des Berufungsprozesses zudem nicht geltend machte, 

dass eine neue Situation eingetreten sei, welche die Interessenabwägung zwi-

schen dem Geheimhaltungsinteresse der Klägerin und seinem Recht auf voll-

ständige Akteneinsicht zu seinen Gunsten beeinflussen würde, ist die (leichte) 

Einschränkung des Akteneinsichtsrechts in Form der Adresssperre und der 

Schwärzung der Angaben, welche einen Rückschluss auf den Wohnort der Kläge-

rin und des Sohnes zulassen, weiterhin verhältnismässig. So sind von der 

Schwärzung denn auch einzig Urk. 9/1 (Adresse der Psychotherapeutin) und 

Urk. 23/14/2 (Name des Betreuers) betroffen. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, 

dass der Beklagte mit Hilfe dieser Angaben den Kontakt zur Klägerin hätte auf-

nehmen können. Es rechtfertigt sich daher, die vorinstanzlich angeordneten pro-

zessualen Massnahmen auch im Berufungsverfahren anzuordnen. 

3. Zusammenfassend ergibt sich, dass Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen 

Entscheids zu bestätigen und die Adresssperre sowie die Schwärzung der Akten 

im vorgenannten Umfang auch im Berufungsverfahren anzuordnen respektive das 

Gesuch des Beklagen auf vollständige Akteneinsicht abzuweisen ist. 

- 17 - 

C. Persönlicher Verkehr / Besuchsrecht 

1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 

Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf per-

sönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei 

es in erster Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richtschnur für sei-

ne Ausgestaltung das Kindeswohl ist, welches anhand der konkreten Umstände 

des Einzelfalls zu beurteilen ist (BGE 131 III 209 E. 5 S. 212; BGE 130 III 585 

E. 2.1 S. 587 f.; BGer 5A_200/2015 vom 22. September 2015, E. 7.2.3, in: Fam-

Pra.ch 2016 S. 302). Das Recht auf persönlichen Verkehr kann verweigert wer-

den, wenn das Wohl des Kindes dadurch gefährdet wird, wenn die Eltern diesen 

pflichtwidrig ausüben, wenn sie sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert ha-

ben oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Hinsicht-

lich der weiteren rechtlichen Prämissen in Bezug auf den persönlichen Verkehr 

zwischen dem nichtobhutsberechtigten Elternteil und dem minderjährigen Kind 

kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen und die dort aufgeführ-

ten Zitate aus Lehre und Praxis verwiesen werden (Urk. 2 S. 26 ff.). 

2. Die Vorinstanz hielt fest, dass aufgrund des konfliktbehafteten Verhältnisses 

zwischen den Parteien und des daraus erfolgten Kontaktabbruchs das Faktum 

geschaffen worden sei, dass der Beklagte seinen Sohn seit rund eineinhalb Jah-

ren nicht mehr gesehen habe. Dies habe zur Folge, dass nicht per sofort ein ge-

richtsübliches Besuchsrecht eingerichtet werden könne und die Beziehung zwi-

schen Vater und Sohn behutsam wiederaufgebaut werden müsse (Urk. 2 S. 28 f.). 

Auch wenn das Verhältnis der Parteien konfliktbehaftet und die Abneigung und 

das Misstrauen gegenseitig sehr gross seien, sei eine weitere, gänzliche Unter-

bindung des Kontaktrechts nicht verhältnismässig. Es sei trotz der Vorwürfe der 

Klägerin, bei welchen hauptsächlich gewaltsame Aggressionen des Beklagten 

gegenüber der Klägerin im Vordergrund stünden, nur mit grösster Zurückhaltung 

davon auszugehen, dass der Elternkonflikt zu einer Traumatisierung von C._____ 

geführt habe. Ein Wiederaufbau des Kontakts zwischen dem Sohn und dem Be-

klagten müsse aber professionell begleitet werden (Urk. 2 S. 29 f.). Des Weiteren 

sei der Abklärungsbericht vom 24. Januar 2020 (vgl. Urk. 11/40) vor allem auf Ba-

- 18 - 

sis der Ausführungen der Klägerin entstanden, ohne dass der Beklagte einbezo-

gen worden sei, weshalb er nur mit Vorbehalt als tauglich erscheine. Es erscheine 

nicht verhältnismässig, weitere zwei Jahre oder bis zum Abschluss des Strafver-

fahrens mit der Prüfung eines (begleiteten) Besuchsrechts zu warten. Da die Klä-

gerin keine konkreten und aktuellen Vorfälle vorbringe, aus denen geschblossen 

werden müsse, dass der Beklagte eine konkrete Gefahr für C._____ darstelle, 

und ein gänzlicher Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen Verkehr nur als 

ultimatio ratio in Frage komme, sei dem Beklagten ein Besuchsrecht, wenn auch 

ein eingeschränktes und begleitetes, zuzugestehen (Urk. 2 S. 31). Auch wenn von 

Lehre und Rechtsprechung normalerweise ein 14-tägiges Besuchsrecht empfoh-

len werde, erscheine es unter den vorliegenden Umständen als angemessen, ein 

begleitetes Besuchsrecht für jeweils 3 Stunden pro Monat anzuordnen (Urk. 2 

S. 31 f.). 

3.1. Die Klägerin beantragt berufungsweise, dass für die Dauer des Verfahrens 

auf ein Betreuungsrecht des Beklagten zu verzichten sei, eventualiter dass die 

entsprechende vorinstanzliche Dispositivziffer 3 vollumfänglich aufzuheben und 

die Sache insoweit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen sei 

(Urk. 1 S. 2 f.). Hierzu führt sie zusammengefasst aus, dass es für das Wohl und 

die Entwicklung von C._____ unweigerlich notwendig sei, dass sie und der Sohn 

endlich zur Ruhe kommen könnten. Mit Verweis auf das Urteil des Zwangsmass-

nahmengerichts Zürich vom 15. März 2019 sowie das Urteil des Verwaltungsge-

richts Zürich vom 12. Juli 2019 macht sie geltend, es bestehe weiterhin eine 

Schutzbedürftigkeit ihr gegenüber (Urk. 1 S. 9 ff.). Gemäss dem aktuellen Bericht 

ihrer Therapeutin vom 15. Oktober 2020 (vgl. Urk. 9) befinde sie sich immer noch 

in einem Trauerprozess und habe mit Todesängsten zu kämpfen (Urk. 7 S. 3, 

Urk. 23/11 S. 16 f.). Sie habe vor Vorinstanz dargelegt, dass sie grosse Angst vor 

der Umsetzung eines Besuchsrechts habe, da der Beklagte sich nicht um den 

Sohn kümmere und mit Drogen zu tun habe. Der Beklagte könne seine Aggressi-

onen gegenüber der Klägerin nicht "differenzieren" und übe diese gegenüber 

C._____ aus (Urk. 1 S. 11 f.). Die KESB Winterthur-Andelfingen sei in ihrem Be-

richt vom 24. September 2019 (vgl. Urk. 11/11) zum Schluss gekommen, dass die 

Festlegung von Besuchskontakten nicht im Interesse von C._____ stehe bzw. so-

- 19 - 

gar zu einer Kindswohlgefährdung führen würde. Nichts anderes sei dem Abklä-

rungsbericht vom 24. Januar 2020 (vgl. Urk. 11/40) zu entnehmen (Urk. 1 S. 12 f., 

Urk. 23/11 S. 10 f. und S. 17). Des Weiteren rate die Psychotherapeutin von 

C._____ und der Klägerin in ihren Berichten vom 18. Februar 2020 und insbeson-

dere vom 30. Juni 2020 (vgl. Urk. 11/61/3 = 70/3 und 11/106/2), dass im Interesse 

des Kindes und dessen Wohlbefinden der Kontakt zum Kindsvater sorgfältig 

überprüft werden und vor diesem Kontakt eine kinderkonzentrierte Mediation der 

Eltern stattfinden müsse. Diese Berichte seien von der Vorinstanz ignoriert wor-

den. Es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz festhalte, dass von einer Traumatisie-

rung des Sohnes gegenüber dem Beklagten nur mit grosser Zurückhaltung aus-

zugehen sei, zumal die Psychotherapeutin das Gegenteil bestätige (Urk. 1 S. 14 

ff.). Die Vorinstanz hätte unter diesen Umständen den Sachverhalt mit Blick auf 

das Kindeswohl weiter abklären müssen (Urk. 1 S. 17 f., Urk. 23/11 S. 18). Ge-

mäss der aktuellen Aktenlage stelle auch ein begleitetes Besuchsrecht von drei 

Stunden im Monat eine Kindswohlgefährdung dar, weshalb von einem Besuchs-

recht ganz abzusehen sei (Urk. 1 S. 18).  

3.2. Der Beklagte beantragt berufungsweise, dass er für berechtigt und verpflich-

tet zu erklären sei, den Sohn C._____ einmal pro Woche während drei Stunden in 

Begleitung einer geeigneten Fachperson zu sich zu nehmen (Urk. 23/1 S. 2). 

Diesbezüglich macht er zusammengefasst geltend, dass die Vorinstanz nicht 

überzeugend darlege, weshalb der Kontakt zwischen ihm und C._____ nur einmal 

pro Monat stattfinden solle. Bei Kleinkindern seien grundsätzlich häufige und kur-

ze Besuchsintervalle ideal. Ein einmaliges Treffen pro Monat widerspreche dem 

Kindeswohl, da keine Vertrauensbasis und emotionale Bindung entstehen könne 

(Urk. 23/1 S. 14 f.). Mit der individuellen Einzelbegleitung durch eine Fachperson 

und der Übergabe durch eine Drittperson an einem neutralen Ort habe die Vorin-

stanz die notwendigen Massnahmen getroffen, um eine direkte Begegnung zwi-

schen den Parteien zu vermeiden. Angesichts des lang andauernden Kontaktab-

bruchs erscheine es ohne weiteres als gerechtfertigt, ein wöchentliches Besuchs-

recht im Umfang von drei Stunden anzuordnen (Urk. 23/1 S. 15 f.). Für das Wohl 

des gemeinsamen Sohnes sei es nicht notwendig, dass die Klägerin zur Ruhe 

komme, sondern dass dieser eine Beziehung zu beiden Eltern aufbauen und pfle-

- 20 - 

gen könne. Es gehe der Klägerin nur um sich selbst und nicht um C._____. Durch 

den Entzug des Kontakts zum Vater habe die Klägerin erhebliche psychische 

Schäden von C._____ in Kauf genommen. Ein weitere absolute Beschränkung 

jeglichen Kontakts zwischen dem Beklagten und C._____ könne nicht im Kinds-

wohl liegen. Der Beklagte nehme keine Drogen und die von der Klägerin zitierten 

Berichte beruhten auf deren einseitigen Schilderungen und seien irrelevant und 

überholt. Die Klägerin führe nicht rechtsgenügend aus, weshalb angesichts der 

vorliegenden Ausgangslage gänzlich auf ein Besuchsrecht verzichtet werden solle 

(Urk. 17 S. 8 ff., Urk. 26 S. 4 ff.).  

4.1. Den Einwendungen der Klägerin kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist 

festzuhalten, dass der Konflikt zwischen den Eltern und deren Interessen in Be-

zug auf die Anordnung des persönlichen Verkehrs von untergeordneter Bedeu-

tung sind. Beide Elternteile haben die sich aus dem Besuchsrecht ergebenden 

Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, zumal es bei der Festsetzung des Be-

suchsrechts nicht darum geht, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den 

Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interes-

se zu organisieren. In der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu 

beiden Elternteilen wichtig, da sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende 

Rolle spielen können (BGer 5A_530/2018 vom 20. Februar 2019, E. 4.1. m.w.H.). 

Die Ausführungen der Klägerin, dass sie Ruhe vom Beklagten benötige, dass sie 

durch die vom Beklagten erlebte Gewalt weiterhin stark belastet sei und dass ihr 

im Gewaltschutzverfahren eine Schutzbedürftigkeit zugesprochen worden sei, 

sind dementsprechend keine Argumente, von der Anordnung eines Besuchs-

rechts abzusehen. Diese Unannehmlichkeiten haben hinter dem vorrangig mass-

gebenden Kindswohl zurückzustehen. C._____ hat ein Recht darauf, Kontakt zu 

seinem Vater zu haben. Zudem kann dem erheblichen Elternkonflikt und dem ge-

genseitigen Misstrauen mit entsprechenden Massnahmen nach Art. 274 Abs. 2 

ZGB bei der konkreten Besuchsrechtsregelung Rechnung getragen werden. So 

bezweckt das begleitete Besuchsrecht gerade, einer allfälligen Gefährdung des 

Kindes wirksam zu begegnen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste ab-

zubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind 

und unter den Eltern zu vermitteln (BGer 5A_728/2015 vom 25. August 2016, E. 

- 21 - 

2.2. m.w.H.). Was die Anschuldigungen der Klägerin anbelangt, der Beklagte übe 

seine Aggressionen auch gegenüber C._____ aus, weshalb von ihm eine Gefahr 

für den Sohn ausgehe, ist dies weder aus den Akten ersichtlich noch nennt die 

Klägerin konkrete Vorfälle, welche diese Behauptung stützen würden. Diese Aus-

führungen erscheinen daher als nicht glaubhaft. So ist denn auch bei den von ihr 

im Strafverfahren geschilderten Übergriffen des Beklagten nicht C._____ das Op-

fer, sondern sie persönlich. Die Prüfung und Aufarbeitung dieser Vorwürfe ist Auf-

gabe der Strafuntersuchungsbehörde (vgl. Urk. 11/15). In Bezug auf die von der 

Klägerin zitierten Berichte ist zunächst festzuhalten, dass diese allesamt ohne 

Anhörung des Beklagten erstellt wurden (vgl. Urk. 11/11, 11/40, 11/61/3, 11/106/2 

und Urk. 9). Der für die Beurteilung zugrunde liegende Sachverhalt beruhte dabei 

grundsätzlich einzig auf den Aussagen der Klägerin, was die Aussagekraft der 

Berichte in Bezug auf den persönlichen Verkehr zwischen dem Beklagten und 

C._____ massgeblich einschränkt. Aufgrund der einseitigen Schilderung des 

Sachverhalts setzt sich denn auch keiner der Berichte konkret mit der Vater-

Sohn-Beziehung auseinander. Insbesondere in den Berichten der KESB Bezirke 

Winterthur und Andelfingen (Urk. 11/11) und Basel-Stadt (Urk. 11/40) steht die 

Klägerin, deren erhebliche Vorwürfe gegenüber dem Beklagten und ihr persönli-

ches Befinden nach der Trennung im Fokus. So begründet die KESB Bezirke 

Winterthur und Andelfingen im Bericht vom 24. September 2019 ihre Schlussfol-

gerung, dass aktuell von einem Besuchsrechts abzusehen sei, insbesondere da-

mit, dass eine Durchsetzung der Besuchskontakte die Klägerin psychisch stark 

destabilisieren würde (vgl. Urk. 11/40 S. 2). Auch das Fazit der KESB Basel-Stadt 

vom 24. Januar 2020, die Ausübung eines Besuchsrechts würde zu einer Kinds-

wohlgefährdung führen, beruht massgeblich auf der Feststellung, dass "das Risi-

ko vor erneuter Gewalt seitens des Kindsvaters gegenüber Frau A._____" verrin-

gert werden müsse (Urk. 11/40 S. 6). Beide KESB-Berichte gehen somit davon 

aus, dass ein Besuchsrecht auch einen Kontakt zwischen den Parteien zur Folge 

hat. Dass mit entsprechenden Massnahmen genau dies verhindert werden kann, 

wird nicht berücksichtigt. Daneben setzen sich die Berichte der Psychotherapeutin 

vornehmlich mit dem Gesundheitszustand der Klägerin und C._____s auseinan-

der (vgl. Urk. 11/61/3, 11/106/2 und Urk. 9). Zur Frage, ob vom Beklagten eine 

- 22 - 

konkrete Gefahr für den Sohn ausgeht, und zur Ausgestaltung eines Besuchs-

rechts in Kombination mit entsprechenden Massnahmen, äussern sie sich nicht. 

Entsprechend kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, dass sie sich in ih-

rem Entscheid nicht mit jedem einzelnen dieser Berichte im Detail auseinander-

setzte. Diese vermögen keine derart schwere Kindswohlgefährdung glaubhaft zu 

machen, welcher nicht mit einem von einer Fachperson organisierten und streng 

überwachten Besuchsrecht begegnet werden könnte. Was schliesslich die Vor-

würfe der Klägerin anbelangt, der Beklagte nehme Drogen, es seien weitere 

Strafverfahren gegen ihn am Laufen und es sei davon auszugehen, dass er aus-

geschafft werde, ist entgegenzuhalten, dass die abstrakte Gefährdung einer ne-

gativen Beeinflussung gemäss Rechtsprechung nicht einmal ausreicht, um ein 

begleitetes Besuchsrecht zu begründen (vgl. BGer 5A_102/2017 vom 13. Sep-

tember 2017, E. 4). Entsprechend kann auch darauf verzichtet werden, die weite-

ren Strafuntersuchungsakten bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sowie die Ak-

ten des Migrationsamts des Kantons Zürich beizuziehen, wie dies von der Kläge-

rin beantragt wurde (vgl. Urk. 40). Denn auch wenn die persönlichen Probleme 

des Beklagten als zahlreich erscheinen, rechtfertigen diese Verfahren nicht, ihm 

deswegen jeglichen persönlichen Verkehr zu seinem Sohn zu verweigern. Dies 

wäre umso unverhältnismässiger, als damit zusammenhängenden Befürchtungen 

durch die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts ausreichend begegnet 

werden kann. So werden die Kontakte zwischen dem Beklagten und C._____ 

durch die anwesenden Fachperson überprüft und es kann, wenn es das Kinds-

wohl erfordert, jederzeit eingegriffen werden. Insgesamt erweisen sich die Rügen 

der Klägerin gegen die vorinstanzliche Betreuungsregelung als unbegründet.  

4.2. Zu den Ausführungen des Beklagten ist vorab festzuhalten, dass er sich –

 zu Recht – nicht gegen die vorinstanzliche Anordnung eines begleiteten Be-

suchsrechts wehrt. Ein solches erscheint aufgrund des erheblichen Elternkonflikts 

sowie dem langen Kontaktabbruch in Verbindung mit dem jungen Alter von 

C._____ als angebracht. Was die gerügte Regelmässigkeit der Kontakte anbe-

langt, so setzt sich der Beklagte in seiner Zweitberufungsschrift hingegen nicht mit 

den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. Insbesondere macht er keine 

Ausführungen zur Notwendigkeit eines langsamen aber stetigen Aufbaus des Ver-

- 23 - 

trauensverhältnisses zwischen ihm und seinem Sohn. So erscheint es im vorlie-

genden Fall als zwingend, dass dem Kind genügend Zeit zwischen den Treffen für 

die Verarbeitung des Kontakts zum Beklagten eingeräumt wird. C._____ war erst 

wenige Monate alt, als es zum Bruch zwischen den Parteien und dem Auszug der 

Klägerin aus der Familienwohnung gekommen war. In diesem Alter konnte er sei-

nen Vater noch gar nicht bewusst wahrnehmen, geschweige denn eine feste Ver-

bindung zu diesem aufbauen. Aufgrund des langen Kontaktabbruchs besteht 

deshalb zurzeit überhaupt keine Vater-Sohn-Beziehung. Diese muss nun behut-

sam und mit entsprechenden flankierenden Massnahmen erst aufgebaut werden. 

C._____ wird diesen Herbst drei Jahre alt und sollte damit entwicklungsmässig in 

der Lage sein, mit der entsprechenden Unterstützung durch eine Fachperson sei-

nen Vater kennen zu lernen und mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis zu diesem 

aufzubauen. Zur Vorbeugung einer Überforderung von C._____ ist die Dauer der 

einzelnen Kontakte zu Beginn kurz zu halten und die Häufigkeit der Treffen zu 

beschränken. Erst wenn zwischen den beiden eine erste Vertrauensbasis aufge-

baut werden konnte, kann ein ausgedehnteres Besuchsrecht in Frage kommen. 

Die Rügen des Klägers zur Ausdehnung des begleiteten Besuchsrecht erweisen 

sich damit als unbegründet. 

5. Zusammenfassend erweisen sich sowohl die Einwendungen der Klägerin als 

auch diejenigen des Beklagten am vorinstanzlichen Entscheid als unbegründet. 

Das Kindswohl wird durch die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts ge-

wahrt, weshalb der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen ist. Entsprechend ist 

der Beklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._____ für die Dauer des 

Verfahrens einmal pro Monat in Begleitung einer geeigneten Fachperson während 

drei Stunden zu betreuen. Die Details der Kontakte hat die Beiständin zu regeln 

(vgl. E. III.D.). Da das begleitete Besuchsrecht grundsätzlich eine Übergangslö-

sung darstellt (vgl. BGer 5A_68/2020 vom 2. September 2020, E. 3.2 m.w.H.), 

wird die Vorinstanz dessen Entwicklung nach Abschluss des Verfahrens betref-

fend vorsorgliche Massnahmen zu überwachen und wenn nötig anzupassen ha-

ben. 

- 24 - 

6. Bei der Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts ist über die Kostentra-

gung zu entscheiden (vgl. FamKomm Scheidung, Büchler/Clausen, Art. 274 N 19; 

BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 273 N 28). Gestützt auf die vorstehenden Er-

wägungen ist der Kontaktabbruch zwischen Vater und Sohn und die damit ein-

hergehende Distanzierung auf das Verhalten beider Elternteile zurückzuführen. 

Es erscheint daher sachgerecht, dass die Kosten für die zur Wiederaufnahme der 

Kontakte notwendige Begleitung von beiden Elternteilen je zur Hälfte getragen 

werden. Die Finanzierung hat die Beiständin zu regeln (vgl. E. III.D.). 

D. Beistandschaft 

 Die Vorinstanz ordnete aufgrund des erheblichen Konflikts zwischen den 

Parteien und des begleiteten Besuchsrechts eine Besuchsbeistandschaft mit den 

entsprechenden Aufgaben an (Urk. 2 S. 32 f. und S. 55 f.). Die Klägerin stellte in 

ihrer Berufung neben dem Antrag auf Aufhebung des Betreuungsrechts auch den 

Antrag auf Aufhebung der Besuchsbeistandschaft (vgl. Urk. 1 S. 2 f.), ohne diesen 

zweiten Antrag in der Folge separat zu begründen. Da den vorinstanzlichen Aus-

führungen zum persönlichen Verkehr zu folgen und ein begleitetes Besuchsrecht 

anzuordnen ist, ist nur schon zu dessen Umsetzung die Besuchsbeistandschaft 

beizubehalten. Eine Beistandschaft ist im vorliegenden Fall aber auch aufgrund 

des massgeblichen Elternkonflikts und zur Wahrung des Kindswohls unumgäng-

lich. Dementsprechend ist der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen und es ist 

eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB zu errichten. 

Die KESB Basel-Stadt ist anzuweisen, einen Beistand oder eine Beiständin mit 

den entsprechenden Aufgaben zu bestellen. 

E. Kinderunterhalt 

1. Vorinstanzlicher Entscheid und Rügen im Berufungsverfahren 

1.1. Zur Berechnung der Kinderunterhaltsbeiträge wandte die Vorinstanz die 

zweistufige Berechnungsmethode an (Existenzminimumberechnung mit allfälliger 

Überschussverteilung; vgl. Urk. 2 S. 35 f. und 51 f.). Sie erwog im Wesentlichen, 

die Klägerin erziele keinen Lohn und werde von der Sozialhilfe unterstützt. Da ihr 

- 25 - 

für die Dauer des Verfahrens die Obhut über den zweijährigen Sohn zuzuspre-

chen sei, könne sie auch zu keiner (hypothetischen) Arbeitsleistung verpflichtet 

werden (Urk. 2 S. 36). Von Mitte August 2019 bis Mitte Juni 2020 rechnete die 

Vorinstanz dem Beklagten aufgrund diverser im Recht liegenden Lohnabrechnun-

gen einen durchschnittlichen Monatslohn von rund Fr. 3'200.– an. Sie hielt fest, 

dass in Berücksichtigung seiner fehlenden Ausbildung, seiner bisherigen berufli-

chen Erfahrungen und der früheren Anstellungen in der Schweiz es auch bei zu-

mutbaren Anstrengungen nicht realistisch erscheine, dass es für den Beklagten in 

der Vergangenheit möglich gewesen wäre, ein höheres Einkommen zu erwirt-

schaften (Urk. 2 S. 43). Per 15. August 2020 sei dem Beklagten die Arbeitsstelle 

gekündigt worden. Für die Zeit von Mitte August 2019 bis Ende September 2020 

erscheine es zumutbar und möglich, dass er ein monatliches Einkommen von 

Fr. 3'200.– erziele. Ab Oktober 2020 sei ihm sodann ein von ihm geschätztes mo-

natliches Einkommen von Fr. 4'000.– netto anzurechnen (Urk. 2 S. 44). Die Ge-

genüberstellung der Einkommen und Bedarfe ergebe folgendes Bild: 

Ab Mitte August 2019 bis 30. September 2020: 

 Klägerin C._____ Beklagter 

Einkommen Fr.  0.– Fr. 200.– Fr.  3'200.– 

Bedarf Fr.  2'815.– Fr. 1'110.– Fr.  2'652.– 

 Fr.  – 2'815.– Fr. – 910.– Fr.  548.– 

Ab 1. Oktober 2020: 

 Klägerin C._____ Beklagter 

Einkommen Fr.  0.– Fr. 200.– Fr.  4'000.– 

Bedarf Fr.  2'815.– Fr. 1'110.– Fr.  3'117.– 

 Fr.  – 2'815.– Fr. – 910.– Fr.  883.– 

 Unter Berücksichtigung seiner Leistungsfähigkeit sei – so die Vorinstanz 

weiter – der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin für den Sohn C._____ monatli-

che Barunterhaltsbeiträge rückwirkend ab 15. August 2019 bis 30. September 

2020 von Fr. 548.– sowie ab 1. Oktober 2020 und für die weitere Dauer des Ver-

fahrens von Fr. 883.–, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen (Urk. 2 S. 51 f.). 

1.2. Beide Parteien beanstanden im Berufungsverfahren die Grundlagen der vor-

instanzlichen Berechnung des Kinderunterhalts und dabei insbesondere das Ein-

- 26 - 

kommen und den Bedarf des Beklagten, weshalb in der Folge auf diese Positio-

nen im Detail einzugehen ist. Sodann sind aufgrund der neuen Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zur Methodik der Unterhaltsberechnung (BGer 5A_311/2019 

vom 11. November 2020 und BGer 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021) im Rah-

men der Untersuchungs- und Offizialmaxime auch die Bedarfspositionen der Klä-

gerin und von C._____ auf offensichtliche Mängel hin zu überprüfen. Das von der 

Vorinstanz ermittelte Einkommen der vom Sozialamt unterstützten Klägerin 

(Fr. 0.–; Urk. 2 S. 36) und von C._____ (Fr. 200.–; Urk. 2 S. 44) wurde weder an-

gefochten noch gibt es Anlass für Ergänzungen oder Anpassungen, weshalb für 

die Unterhaltsberechnung im Berufungsverfahren von diesen Beträgen ausge-

gangen werden kann. Sodann verfügen die Parteien über kein Vermögen (vgl. 

Urk 28/6 und Urk. 11/43/8). 

2. Einkommen des Beklagten 

2.1. Die Klägerin rügt in ihrer Erstberufungsschrift, dass das Einkommen des Be-

klagten ungenügend geklärt sei, was zu seinen Lasten auszulegen sei. Es sei da-

von auszugehen, dass er weitere Einkünfte habe (Urk. 1 S. 18). So habe er im 

2015 ein monatliches Einkommen von rund Fr. 4'500.– erzielt und auch in den 

strafrechtlichen und migrationsrechtlichen Verfahren ausgeführt, dass er 

Fr. 3'000.– bis Fr. 4'000.– pro Monat verdiene. Weiter gehe aus seinem Konto-

auszug per 31. Juli 2019 hervor, dass in diesem Monat rund Fr. 2'500.– auf sein 

Konto einbezahlt worden seien (Urk. 1 S. 19 f.). Sodann müsse dem Beklagten 

seit Februar 2019 bewusst gewesen sein, dass er seine wirtschaftliche Leistungs-

fähigkeit zur Zahlung von Kinderunterhaltsbeiträgen auszunützen haben werde. 

Es sei von ihm nicht glaubhaft gemacht worden, dass er die ihm zumutbaren An-

strengungen unternommen habe, eine 100%-Anstellung zu finden. Aus diesen 

Gründen sei ihm rückwirkend spätestens ab 1. August 2019 ein hypothetisches 

Nettoeinkommen von mindestens Fr. 4'800.– pro Monat anzurechnen. Dieser 

Lohn sei gemäss dem Online-Lohnrechner realistisch. Die von der Vorinstanz 

festgelegten Einkommensbeträge seien willkürlich (Urk. 1 S. 20 ff.). In der Zweit-

berufungsantwort führt die Klägerin sodann aus, dass der Beklagte weiterhin nicht 

aufzeige, dass er auf Stellensuche sei. Der Kinderunterhalt gehe zudem sämtli-

- 27 - 

chen anderen Verpflichtungen wie allfälligen Gerichtskosten oder anderen betrie-

benen Forderungen vor. Der Beklagte müsse 100% arbeiten, weshalb ihm ein hy-

pothetisches Einkommen von Fr. 4'800.– anzurechnen sei (Urk. 23/11 S. 12 

und 19).  

2.2. Der Beklagte macht in seiner Zweitberufungsschrift geltend, dass die Aus-

führungen der Vorinstanz zu seinem Einkommen ab dem 1. Oktober 2020 eine 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts darstellen würden, da er gemäss neu 

eingereichten Unterlagen nicht über ein Monatseinkommen von Fr. 4'000.– verfü-

ge (Urk. 23/1 S. 17 f.). Zudem habe die Vorinstanz nicht dargelegt, wie es dem 

Beklagten aufgrund der arbeitgeberseitigen, pandemiebedingten Kündigung wei-

terhin möglich sein solle, denselben Lohn zu erzielen. Ein hypothetisches Ein-

kommen könne ihm frühestens in einem Jahr angerechnet werden (Urk. 23/1 S. 

18). Gemäss Lohnabrechnung der F._____ AG für den Monat September 2020 

(vgl. Urk. 23/4/2) betrage sein Nettolohn lediglich Fr. 1'682.50 pro Monat. Des 

Weiteren unterliege er einer Lohnpfändung (vgl. Urk. 23/4/4) und müsse Gerichts-

kosten aus einem deutschen Verfahren in der Höhe von EUR 1'000.– (vgl. 

Urk. 23/4/3) bezahlen. Seine Leistungsfähigkeit liege daher deutlich unter Fr. 0.–, 

weshalb ihm ab September 2020 keine Unterhaltszahlungen aufzuerlegen seien 

(Urk. 23/1 S. 9 und 18). In seiner Erstberufungsantwort führt der Beklagte mit 

Verweis auf die Leistungsabrechnungen der E._____ Arbeitslosenkasse für Au-

gust, September und Oktober 2020 (vgl. Urk. 19/3/1-3) aus, dass er nunmehr ar-

beitslos sei und Arbeitslosentaggelder erhalte (Urk. 17 S. 11 f.). Was die Vergan-

genheit betreffe, so habe er aufgrund des von der Klägerin eingeleiteten Strafver-

fahrens und der damit zusammenhängenden Untersuchungshaft seinen berufli-

chen Halt verloren. Die vor Vorinstanz eingereichten Lohnabrechnungen seien 

vollständig und zeigten seine Beschäftigungen bei den Temporärarbeitsstellen lü-

ckenlos. Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 4'800.– ent-

behre jeder Grundlage (Urk. 17 S. 12 f.). Zusammen mit seiner Stellungnahme 

vom 29. Januar 2021 reichte der Beklagte die mit Beschluss vom 11. Januar 2021 

(vgl. Urk. 21, Dispositiv-Ziffer 4) eingeforderten Leistungsabrechnungen der 

E._____ Arbeitslosenkasse für November und Dezember 2020 (vgl. Urk. 28/5) 

- 28 - 

sowie die Kontoauszüge der G._____ von Juli bis Dezember 2020 (vgl. Urk. 28/6) 

ins Recht. 

2.3. Bestehen familiäre Unterhaltsverpflichtungen, muss der Unterhaltsverpflich-

tete das ihm Zumutbare unternehmen, um seinen Unterhaltspflichten nachzu-

kommen (BGE 137 III 118 E. 3.1). Kann ein Unterhaltsverpflichteter aufgrund ei-

nes zu tiefen Einkommens seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkom-

men, gilt es in sämtlichen Familiensachen zu prüfen, ob dem Verpflichteten ein 

hypothetisches Einkommen anzurechnen ist (BGE 128 III 4 E. 4a). Dem Verpflich-

teten wird dabei auferlegt, dasjenige Einkommen zu erzielen, welches mit zumut-

barem Aufwand und gutem Willen tatsächlich erzielt werden kann. Mit der An-

rechnung eines hypothetischen Einkommens wird kein Strafzweck verfolgt, viel-

mehr geht es darum, die wirtschaftliche Existenz der Unterhaltsberechtigten si-

cherzustellen und die Lasten des Familienunterhalts gerecht zu verteilen. Dazu ist 

die Rechtsfrage zu beantworten, ob dem Unterhaltspflichtigen zuzumuten ist, ein 

höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen zu erwirtschaften. Tatfrage ist, ob 

die als zumutbar erkannte Tätigkeit (aufgrund von Ausbildung, Arbeitsmarktlage, 

Alter, Gesundheit etc.) möglich und welches Einkommen dabei effektiv erzielbar 

ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 m.w.H.). Im Verhältnis zu einem minderjährigen Kind 

sind besonders hohe Anforderungen an die Ausschöpfung der Erwerbskraft zu 

stellen, insbesondere dann, wenn – wie hier – enge wirtschaftliche Verhältnisse 

vorliegen (BGE 137 III 118 E. 3.1; BSK ZGB I-Fountoulakis/Breitschmid, Art. 276 

N 25; Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, 

N. 09.43). Der Pflichtige hat sich daher ausreichend (intensiv und ernsthaft) um 

eine Erwerbstätigkeit zu bemühen. In originären Verfahren, in welchen Unter-

haltsbeiträge erstmals festgelegt werden, ist die Anrechnung eines hypotheti-

schen Einkommens grundsätzlich nur für die Zukunft und nicht rückwirkend mög-

lich (OGer ZH LE170065 vom 16. April 2018, E. IV.B.4.2.4; LE180003 vom 2. Juli 

2018, E. III.B.4.5; LE190054 vom 27. Januar 2020, E. III.2.2.1). Ein von diesem 

Grundsatz abweichender Entscheid, mit dem ein hypothetisches Einkommen oh-

ne Umstellungsfrist oder gar rückwirkend angerechnet wird – wie dies die Klägerin 

vorliegend fordert –, rechtfertigt sich bloss bei Vorliegen von besonderen Um-

ständen, so wenn der betroffenen Partei ein unredliches Verhalten vorgeworfen 

- 29 - 

werden muss oder wenn die geforderte Umstellung und das Erfordernis eines 

vermehrten beruflichen Einsatzes für sie klar vorhersehbar waren (BGer 

5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.2; 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014, 

E. 5.1; siehe auch BGE 129 III 417 E. 2.2). Diese Voraussehbarkeit kann grund-

sätzlich frühestens mit der Zustellung des erstinstanzlichen Entscheids bejaht 

werden (OGer ZH LY170039 vom 16.05.2018, E. III.B.3.1.7; LE170065 vom 

16.04.2018, E. IV.B.4.2.4; LE150010 vom 09.07.2015, E. III.C.3.3). Mit anderen 

Worten beginnt die Anpassungsfrist erst mit der erstmaligen richterlichen Eröff-

nung der Umstellungsfrist – und nicht bereits ab dem Trennungszeitpunkt – zu 

laufen. 

2.4. Was die erste Unterhaltsphase vom 15. August 2019 bis zum 30. September 

2020 gemäss vorinstanzlicher Berechnung anbelangt, sind die Rügen der Kläge-

rin unbegründet. Sie macht keine konkreten Gründe geltend, weshalb dem Be-

klagten entgegen der üblichen Rechtsprechung bereits ab 1. August 2019 rück-

wirkend ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist. Es finden sich keine 

Hinweise in den Akten, dass dem Beklagten in Bezug auf seine Erwerbstätigkeit 

unredliches Verhalten vorgeworfen werden müsste oder dass das Erfordernis ei-

nes vermehrten beruflichen Einsatzes klar voraussehbar gewesen wäre. So blieb 

unbestritten und erscheint glaubhaft, dass die Parteien während des Zusammen-

lebens gemeinsam für den Unterhalt der Familie besorgt waren. Des Weiteren 

sind auch die Ausführungen des Beklagten, dass er aufgrund des gegen ihn ein-

geleiteten Strafverfahrens und der angeordneten Untersuchungshaft seinen beruf-

lichen Halt verloren und deshalb erst ab August 2019 wieder gearbeitet habe, 

nachvollziehbar und soweit glaubhaft. Etwas anderes lässt sich den Verfahrens-

akten nicht entnehmen. Von Mitte August 2019 bis Mitte Juni 2020 ist sodann das 

effektive Einkommen des Beklagten als Temoprärarbeiter aufgrund der zahlrei-

chen Lohnabrechnungen (vgl. Urk. 11/46/8, 11/46/9, 11/46/10, 11/94/32) und 

Kontoauszüge (Urk. 11/125/35) belegt. Der korrekten Aufstellung der Vorinstanz 

folgend (vgl. Urk. 2 S. 41 ff.), ist beim Beklagten für diese zehn Monate von einem 

Gesamtnettoeinkommen von total Fr. 31'906.80 auszugehen. Des Weiteren ist 

den im Berufungsverfahren eingereichten Kontoauszügen zu entnehmen, dass 

der Beklagte im Juli 2020 ein Nettoeinkommen von Fr. 3'361.25 und im August 

- 30 - 

2020 ein Nettoeinkommen Fr. 3'627.80 erzielte (Urk. 28/6). Zusätzlich zum Lohn 

wurde dem Beklagten rückwirkend für August 2020 Arbeitslosentaggeld von netto 

Fr. 381.70 ausbezahlt (Urk. 19/3/1). Schliesslich ist in Bezug auf sein Einkommen 

im Juni 2020 festzuhalten, dass aufgrund des ausgewiesenen Einkommens in 

den Monaten zuvor und danach sowie mangels anderslautenden Ausführungen 

davon auszugehen ist, dass er in diesem Monat mehr verdiente, als aus den bei-

den von ihm eingereichten Lohnabrechnungen (vgl. Urk. 11/94/32, total 

Fr. 874.20) ersichtlich ist. Es rechtfertigt sich daher, ihm für die Phase vom 

15. August 2019 bis zum 31. August 2020 ein Durchschnittseinkommen von 

Fr. 3'200.– netto anzurechnen. Die Höhe dieses Durchschnittseinkommen wurde 

vom Beklagten im Berufungsverfahren denn auch nicht in Abrede gestellt. Auf-

grund der Kündigung durch den Arbeitgeber per 15. August 2020 und der nach-

folgenden Unterstützung durch die E._____ Arbeitslosenkasse (vgl. 

Urk. 11/125/36, Urk. 19/3, Urk. 28/5) ist ab 1. September 2020 sodann von ande-

ren Verhältnissen auszugehen.  

2.5. Dass der Beklagte seit Mitte August 2020 von der Arbeitslosenkasse unter-

stützt wird (vgl. Urk. 11/125/36, Urk. 19/3, Urk. 28/5), ändert nichts daran, dass 

ihm seit Zustellung des vorinstanzlichen Entscheids am 29. September 2020 

(vgl. Urk. 11/132) bewusst gewesen sein muss, dass er zur finanziellen Unterstüt-

zung von C._____ seine Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen und eine Arbeits-

stelle mit einem 100%-Arbeitspensum anzutreten haben wird. Er wird für die Dau-

er des Verfahrens keine Pflege- oder Erziehungsaufgaben zu übernehmen haben, 

weshalb ihn die Pflicht trifft, Kinderunterhaltszahlungen zu leisten (vgl. Art. 276 

ZGB). Da der Beklagte dieser Verpflichtung mit seinem bisherigen Lohn aus 

Temporärarbeit nicht vollständig nachkommen kann und ein Manko auf Seiten der 

Beklagten und C._____ resultiert (vgl. E. III.E.6), ist die Anrechnung eines hypo-

thetischen Einkommens zu prüfen. Es ist dabei von dem Einkommen auszuge-

hen, welches der Beklagte aufgrund seiner Ausbildung und seiner Arbeitserfah-

rung tatsächlich erzielen könnte. Hierzu ist festzuhalten, dass dem Lebenslauf 

des Beklagten zu entnehmen ist, dass er keine Berufsausbildung abgeschblossen 

hat und in der Vergangenheit überwiegend als Hilfskraft in verschiedenen Betrie-

ben und nur für kurze Zeitabschnitte arbeitete (Urk. 11/61/6). Für die Einkom-

- 31 - 

menseinschätzung kann daher nicht auf einen bestimmten vergangenen Lohn 

abgestellt werden. Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz führte der Beklagte 

nun aber aus, dass er zuletzt als Gerüstbauer gearbeitet habe und dies auch in 

Zukunft tun möchte. Er erwarte, dass er mit einem entsprechenden Job in Zürich 

"in Kürze" ein Einkommen von "über Fr. 4'000.–" netto pro Monat verdienen wer-

de (vgl. Prot. I S. 111 ff. und S. 125). Auf diesen Aussagen ist der Beklagte trotz 

seiner anderslautenden Ausführungen im Berufungsverfahren zu behaften, bringt 

er doch nicht vor, weshalb es ihm nunmehr nicht mehr möglich sein sollte, bei 

100%iger Arbeitstätigkeit ein Einkommen in dieser Höhe zu erzielen. Insbesonde-

re das neu vorgebrachte "Corona"-Argument (vgl. Urk. 23/1 S. 18) kann nicht be-

rücksichtigt werden, fand die Verhandlung, anlässlich welcher die klare Einkom-

mensprognose gemacht wurde, am 20. Juli 2020 und damit bereits während der 

Covid-19-Krise statt. Auf der anderen Seite ist es aufgrund seiner fehlenden Aus-

bildung, seiner bisherigen Arbeitserfahrung in der Schweiz und seines Aufent-

haltsstatus auch nicht realistisch, ihm ein höheres hypothetisches Einkommen 

anzurechnen. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass der Beklagte jemals in der 

Vergangenheit über einen längeren Zeitraum ein festes Einkommen in dieser Hö-

he erzielt hatte. Den Einwendungen der Klägerin und deren Verweis auf Online-

Lohnrechner, die ein höheres Medianeinkommen für Gerüstbauer suggerieren 

(vgl. Urk. 11/61/7), ist nicht zu folgen, ist aufgrund der vorgenannten Umstände 

doch zu erwarten, dass der Beklagte zunächst mit Stellen im untersten Lohnrah-

men vorliebnehmen muss. So sieht beispielsweise auch der aktuelle Gesamtar-

beitsvertrag der Gerüstbauer als Minimallohn Fr. 4'325.– brutto pro Monat für Mit-

arbeiter der tiefsten Lohnklasse vor (Art. 13 Abs. 1 GAV für den Gerüstbau 2020-

2023, https://sguv.ch). Insgesamt erscheint es als gerechtfertigt, den Beklagten 

auf seiner eigenen Einschätzung zu behaften und ihm ein hypothetisches Mo-

natseinkommen von Fr. 4'000.– netto anzurechnen.  

2.6. Gemäss der vorgenannten Rechtsprechung ist dem Beklagten vor der An-

rechnung des hypothetischen Einkommens eine entsprechende Übergangsfrist 

seit Voraussehbarkeit einzuräumen. Aufgrund der von August bis Dezember 2020 

belegten Arbeitslosigkeit (vgl. Urk. 19/3, Urk. 28/5) sowie dem Umstand, dass er 

sich während dieser Zeit zum Erhalt von Arbeitslosentaggeldern regelmässig be-

- 32 - 

werben musste und vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum auch entspre-

chende Unterstützung erhielt, ist die Übergangsfrist auf vier Monate zu beschrän-

ken. Dem Beklagten wurde der vorinstanzliche Entscheid am 29. September 2020 

zugestellt. Somit ist dem Beklagten ab 1. Februar 2021 das vorgenannte hypothe-

tische Einkommen anzurechnen.  

2.7. Was die Phase zwischen dem 1. September 2020 und dem 31. Januar 2021 

anbelangt, ist aufgrund der Leistungsabrechnungen der E._____-

Arbeitslosenkasse festzuhalten (vgl. Urk. 19/3, Urk. 28/5), dass dem Beklagten, 

ausgehend von 78.37 % des versicherten Bruttoverdienstes von Fr. 3'876.– und 

nach Abzug der Sozialabgaben und der Quellensteuer, bei durchschnittlich 21.7 

Arbeitstagen ein Arbeitslosentaggeld von netto gerundet Fr. 2'720.– pro Monat 

zusteht. Der Zwischenverdienst, welcher der Beklagte im September 2020 erzie-

len konnte (vgl. Urk. 23/4/2), wird nicht zusätzlich berücksichtigt, da sich das Ar-

beitslosentaggeld im entsprechenden Umfang verringerte (vgl. Urk. 19/3/2). Die 

vom Beklagten im Berufungsverfahren neu geltend gemachten Schulden und die 

Einkommenspfändung sind nachfolgend bei der Berechnung des Bedarfs zu be-

rücksichtigen. Entsprechend ist für die Phase vom 1. September 2020 und dem 

31. Januar 2021 beim Beklagten von einem monatlichen Nettoeinkommen von 

Fr. 2'720.– auszugehen. 

2.8. Zusammenfassend ist für die Unterhaltsberechnung von einem monatlichen 

Nettoeinkommen des Beklagten in der ersten Phase vom 15. August 2019 bis 

31. August 2020 von Fr. 3'200.–, in der zweiten Phase vom 1. September 2020 

bis 31. Januar 2021 von Fr. 2'720.– und in der dritten Phase ab 1. Februar 2021 

für die Dauer des Verfahrens von Fr. 4'000.– (hypothetisch) auszugehen. 

3. Rechtliche Grundlagen der Bedarfsberechnung 

 Nach neuer Rechtsprechung bilden Ausgangspunkt der Bedarfsermittlung 

(nunmehr auch für den Kanton Zürich) die Richtlinien für die Berechnung des be-

treibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG der Kon-

ferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (fort-

an: Richtlinien; BlSchK 2009, S. 192 ff.; BGer 5A_311/2019 vom 11. November 

- 33 - 

2020, E. 7.2). Zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum gehören gemäss 

diesen Richtlinien der Grundbetrag, Wohnkosten, Sozialbeiträge (soweit nicht 

vom Lohn bereits abgezogen), unumgängliche Berufsauslagen (soweit der Ar-

beitgeber nicht dafür aufkommt), rechtlich geschuldete Unterhaltsbeiträge, Schul- 

und Fremdbetreuungskosten der Kinder, Kosten für die Abzahlung oder Mie-

te/Leasing von Kompetenzstücken sowie ausserordentliche, in billiger Weise zu 

berücksichtigende Einmalauslagen. Ein Mankofall liegt vor, wenn dieses Exis-

tenzminimum für den Bar- und / oder Betreuungsunterhalt nicht vollständig ge-

deckt werden kann. Nur soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist der gebüh-

rende Unterhalt auf das familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern. Hierzu 

gehören bei den Elternteilen typischerweise die Steuern, eine Kommunikations- 

und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbildungskosten, den finanzi-

ellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen Existenzmini-

mum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts und allen-

falls angemessene Schuldentilgung; bei gehobeneren Verhältnissen können na-

mentlich auch über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Kran-

kenkassenprämien berücksichtigt werden. Letztere gehören bei Kindern generell 

zum familienrechtlichen Existenzminimum (BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 7.2). Da – wie sich zeigen wird – in sämtlichen Phasen ein 

Mankofall vorliegt (E. III.E.6), sind lediglich die Bedarfspositionen gemäss Richtli-

nien zu berücksichtigen. 

4. Bedarf des Beklagten 

4.1. Bei der Bedarfsberechnung des Beklagten ging die Vorinstanz von den fol-

genden Beträgen aus (Urk. 2 S. 47 ff., S. 52): 

  bis 30.09.2020 ab 01.10.2020 

a) Grundbetrag Fr. 1'100.– Fr. 1'200.– 

b) Wohnkosten Fr. 750.– Fr. 1'100.– 

c) Krankenkasse KVG Fr. 247.– Fr. 247.– 

d) zusätzliche Gesundheitskosten  Fr. 50.– Fr. 50.– 

e) Versicherungen Fr. 15.– Fr. 30.– 

- 34 - 

f) Kommunikation inkl. Serafe Fr. 100.– Fr. 100.– 

g) Arbeitsweg (öV-Kosten) Fr. 340.– Fr. 340.– 

h) auswärtige Verpflegung Fr. 0.– Fr. 0.– 

i) Berufskleider Fr. 50.– Fr. 50.– 

j) Steuern Fr. 0.– Fr. 0.– 

 Total Fr. 2'652.– Fr. 3'117.– 

a) Seit der Entlassung aus der Untersuchungshaft bewohnt der Beklagte in 

der von seinem Kollegen H._____ gemieteten 2.5-Zimmerwohnung ein 

Zimmer, wobei zunächst ein Mietzins von Fr. 500.– und ab 1. August 2019 

ein Mietzins von Fr. 750.– vereinbart wurde (Urk. 2 S. 48, Urk. 11/9/5, 

Urk. 11/65/12). Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten bis 30. September 

2020 den Grundbetrag für einen Schuldner in Haushaltsgemeinschaft mit ei-

ner erwachsenen Person und ab 1. Oktober 2020 – zufolge Generierung ei-

nes höheren Einkommens und Anrechts auf eine eigene Wohnung (Urk. 2 

S. 48 und S. 52) – den Grundbetrag für einen Schuldner ohne solche Haus-

haltsgemeinschaft und Wohnkosten von Fr. 1'100.– an.  

Die Klägerin rügt, es sei nicht einzusehen, weshalb sich der Bedarf des Klä-

gers ab 1. Oktober 2020 erhöhen sollte. Er lebe bis heute in einer Wohnge-

meinschaft und habe das bisher auch getan. Er zeige keinerlei Suchbemü-

hungen für eine eigene Wohnung und seine diesbezüglichen Aussagen sei-

en als reine Behauptungen zu werten (Urk. 1 S. 27). Der Beklagte bestritt 

diese Vorbringen und hielt daran fest, er plane in eine eigene Wohnung zu 

ziehen, weshalb ihm die entsprechenden Kosten anzurechnen seien 

(Urk. 17 S. 14).  

Die nunmehr anzuwendenden Richtlinien sehen – im Gegensatz zum zür-

cherischen Kreisschreiben (ZR 108 [2009] Nr. 62) – für einen alleinstehen-

den Schuldner in Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Personen keinen 

reduzierten Ansatz vor. Es ist dem Beklagten daher für sämtliche Phasen 

der Grundbetrag für einen alleinstehenden Schuldner von Fr. 1'200.– zuzu-

gestehen (zu den Wohnkosten E. III.E.4.1.b). 

- 35 - 

b) Die Klägerin moniert, dass dem Beklagten keine Wohnkosten anzurech-

nen seien, da es sich bei den vorinstanzlich eingereichten Untermietverträ-

gen (vgl. Urk. 11/9/5 und 11/65/1) um Gefälligkeitsverträge handle. Der Be-

klagte habe in den Eingaben an die KESB und das Verwaltungsgericht vom 

11. April 2019 ausgeführt, dass ihm keine Mietkosten anfallen würden. Zu-

dem habe er keine Belege eingereicht, welche die Zahlungen bestätigen 

würden. Wenn überhaupt, dann seien ihm eventualiter Fr. 500.– anzurech-

nen, da er in einer Wohngemeinschaft lebe und es unglaubhaft sei, dass er 

eine Wohnung für sich alleine suchen würde. Den Strafakten sei zu entneh-

men, dass er 2016 in einer Wohngemeinschaft in I._____ gewohnt habe und 

lediglich Fr. 500.– bezahlt habe (Urk. 1 S. 23 f.). Der Beklagte hält dagegen, 

dass nicht ansatzweise ersichtlich sei, weshalb es sich beim aktuellen Un-

termietvertrag um einen Gefälligkeitsvertrag handeln sollte, und dass er den 

Mietzins bar bezahle. Er plane zudem, in eine eigene Wohnung zu ziehen, 

weshalb die höheren Kosten gerechtfertigt seien (Urk. 17 S. 13 f.). Zunächst 

ist festzuhalten, dass die ehemalige Wohnsituation des Beklagten vor dem 

für den Unterhalt relevanten Zeitraum (vor dem 15. August 2019) für die Un-

terhaltsberechnung nicht von Bedeutung ist, weshalb nicht weiter auf die 

Rügen der Klägerin zu den Eingaben an die KESB und das Verwaltungsge-

richt vom 11. April 2019 sowie die Strafakten zur Situation im Jahr 2016 ein-

zugehen ist. Was die Frage anbelangt, ob es sich bei den Untermietverträ-

gen um Gefälligkeitsverträge handelt, finden sich keine Hinweise in den Ver-

fahrensakten, dass der Beklagte seit Einleitung des Verfahrens in einer an-

deren Wohnung als der von ihm angegebenen wohnt. Da es realitätsfremd 

erscheint, dass der Beklagte seit über zwei Jahren gratis in der Wohnung 

seines Bekannten wohnen darf, ist es trotz fehlender Zahlungsbelege an-

gemessen, ihm einen Betrag als Wohnkosten im Bedarf zu berücksichtigen. 

Aufgrund des im Recht liegenden Untermietvertrags vom 1. August 2019 er-

scheint der vom Beklagten geltend gemachte Wohnkostenanteil von 

Fr. 750.– pro Monat für die Mitbenützung der 2.5-Zimmerwohnung 

(vgl. Urk. 11/65/1) als glaubhaft, zumal diese Wohnkosten vom Betreibungs-

amt D._____ bei der Einkommenspfändung berücksichtigt wurden (vgl. 

- 36 - 

Urk. 14/1 S. 4 = Urk. 23/4/4 S. 4) und es sich auch aus objektiver Sicht um 

einen tiefen Wohnkostenbetrag handelt. Entgegen den Behauptungen des 

Beklagten sind diese Wohnkosten über sämtliche Phasen zu berücksichti-

gen, da sich keine Hinweise in den Akten finden, dass er sich seit Beginn 

des erstinstanzlichen Verfahrens um eine eigene Wohnung bemüht. Sodann 

kann er auch aus dem Besuchsrecht keinen Anspruch auf eine eigene Woh-

nung ableiten, da dieses begleitet und ohne Übernachtung stattzufinden ha-

ben wird (vgl. E. III.C.5). Entsprechend rechtfertigt es sich, dem Beklagten 

Fr. 750.– als monatliche Wohnkosten anzurechnen.  

c) Die vorinstanzlich belegten Krankenkassenkosten von Fr. 247.– (vgl. 

Urk. 2 S. 49) wurden weder gerügt noch wurden im Berufungsverfahren an-

derslautende Belege eingereicht, weshalb der Betrag zu übernehmen ist. 

d) Die Klägerin rügt, die vom Beklagten geltend gemachten und von der Vor-

instanz berücksichtigten Gesundheitskosten von Fr. 50.– seien nicht wieder-

kehrend und daher nicht zu berücksichtigen. So habe der Beklagte anläss-

lich der Verhandlung vom 20. Juli 2020 ausgeführt, dass er im laufenden 

Jahr keine ungedeckten Gesundheitskosten gehabt habe und gesund sei. 

Was die Gesundheitskosten für das Jahr 2019 betreffe, so habe der Beklag-

te ausgeführt, dass er wegen Schlafstörungen die medizinischen Dienste im 

Gefängnis genutzt habe (Urk. 1 S. 24 f.). Der Beklagte wendet ein, dass wei-

terhin wiederkehrende Gesundheitskosten anfallen würden, da er immer 

noch Schlafstörungen habe und sich in ärztliche Behandlung begeben habe 

(Urk. 17 S. 13 f.). Wie die Vorinstanz korrekt ausführte, belegt der Auszug 

der Krankenkasse, dass dem Beklagten im Jahr 2019 Fr. 1'808.05 für von 

der Krankenkasse nicht übernommene Gesundheitskosten angefallen sind. 

Dabei ist ein Grossteil der Kosten im ersten Halbjahr und damit vor dem für 

die Unterhaltsberechnung relevanten Zeitraum entstanden (vgl. 

Urk. 11/46/13). Aufgrund der von der Klägerin korrekt zitierten Antworten 

des Beklagten bei der vorinstanzlichen Befragung anlässlich der Verhand-

lung vom 20. August 2020 (vgl. Prot. I S. 116 ff.) können diese Gesundheits-

kosten nicht als wiederkehrend bezeichnet werden. Der Beklagte reichte im 

- 37 - 

Berufungsverfahren denn auch keine weiteren Unterlagen ins Recht, welche 

solche wiederkehrenden Gesundheitskosten belegen. Es handelt sich somit 

nicht um ausserordentliche Auslagen, welche gemäss Richtlinien bei der Be-

rechnung des Existenzminimums zu berücksichtigen sind. Die Rüge ist be-

gründet und es sind dem Beklagten über alle Phasen keine zusätzlichen 

Gesundheitskosten anzurechnen.  

e/f) Gemäss Richtlinien sind die Kosten für private Versicherungen sowie 

Kommunikationskosten nicht Teil des betreibungsrechtlichen Existenzmini-

mums und können, da ein Mankofall vorliegt, nicht berücksichtigt werden 

(vgl. BGer 5A_311/2019 vom 11.11.2020, E. 7.2). Die beiden Positionen 

sind aus der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung zu streichen. 

g) Die Klägerin führt aus, dass die Anrechnung der Kosten für ein General- 

abonnement willkürlich sei. Der Beklagte habe nur eine einzige Monatsrech-

nung eingereicht. Die Strecke D._____ - J._____ koste im Monat maximal 

Fr. 324.–. Da der Beklagte nicht zu 100 % arbeite, seien ihm maximal 

Fr. 288.– anzurechnen (Urk. 1 S. 26). Der Beklagte hält dagegen, dass er 

auf Stellensuche im Raum Zürich sei und auf das Generalabonnement an-

gewiesen sei (Urk. 17 S. 14). Wird für eine Person ein hypothetisches Ein-

kommen festgesetzt, so sind die zu erwartenden Mobilitätskosten in den Be-

darf aufzunehmen. Dies gilt auch für Auslagen zwecks Stellensuche (siehe 

OGer ZH LY140053 vom 08.05.2015, E. III.2.4.d). Der Beklagte hat demzu-

folge über sämtliche Phasen Anspruch auf Berücksichtigung seiner berufs-

bedingten Mobilitätskosten. Da er jedoch nicht in der gesamten Schweiz ar-

beiten muss und es für die von ihm benötigten Strecken kostengünstigere 

Abonnemente gibt, sind die Kosten für ein Generalabonnement nicht ge-

rechtfertigt. Für die erste Phase sind ihm für die Strecke D._____ - J._____ 

monatliche Mobilitätskosten von Fr. 247.50 (Jahresabo ZVV-OSTWIND alle 

Zonen: Fr. 2'970.– / 12, www.z-pass.ch) anzurechnen. Weshalb der Beklag-

te ab seiner Arbeitslosigkeit per Mitte August 2020 noch auf ein überkanto-

nales Abonnement angewiesen sein soll, ist nicht nachvollziehbar, führte er 

im Berufungsverfahren doch selber aus, dass er im Raum Zürich eine Stelle 

- 38 - 

suche (Urk. 17 S. 14). Entsprechend sind ihm ab der zweiten Phase monat-

liche Mobilitätskosten von Fr. 185.50 (ZVV-Abo alle Zonen: Fr. 2'226.– / 12; 

www.zvv.ch) anzurechnen.  

h) Der Beklagte macht in seiner Zweitberufungsschrift geltend, es seien ihm 

in Abweichung des vorinstanzlichen Entscheids Fr. 200.– pro Monat für 

auswärtige Verpflegung anzurechnen. Es treffe zwar zu, dass er zwischen-

durch für lediglich Fr. 5.– bis Fr. 6.– in Lebensmittelläden zu Mittag einkaufe, 

doch sei dies auf Baustellen nicht immer möglich. Es sei gerichtsnotorisch, 

dass sich Bauarbeiter teilweise in Restaurants oder Kantinen verpflegen 

müssten (Urk. 23/1 S. 16). Die Klägerin wendet ein, dass der Beklagte auf 

seinen Aussagen vor Vorinstanz zu behaften sei und dass er keine Urkun-

den eingereicht habe, welche seine Kosten für auswärtige Verpflegung be-

legen würden (Urk. 23/1 S. 18). Die üblichen Kosten für Nahrung sind be-

reits im Grundbetrag enthalten, weshalb für die auswärtige Verpflegung nur 

Mehrkosten berücksichtigt werden können (Richtlinien, Ziffer II). Dabei sind 

50 % des Grundbetrags für die Nahrungskosten vorgesehen (Richtlinien, Zif-

fer V), vorliegend Fr. 550.–. Davon sind etwa 55 %, mithin monatlich 

Fr. 302.50  

oder pro Kalendertag ungefähr Fr. 10.–, für das Mittagessen zu verwenden 

(OGer ZH LE160027 vom 09.11.2016, E. C.5.; OGer ZH LE170068 vom 

05.06.2018, E. III.A.5.3.5.; siehe OGer ZH, 19.04.1985, ZR 84 Nr. 68 

[S. 164]). Der Beklagte gab anlässlich der Verhandlung vom 28. Februar 

2020 vor Vorinstanz auf direkte Frage zu Protokoll, dass er jeweils für Fr. 5.– 

bis Fr. 6.– zu Mittag esse und das Essen im Coop einkaufe (Prot. I S. 64). 

An diesen Tagen braucht der Beklagte deshalb nur rund die Hälfte des ihm 

für das Mittagessen zur Verfügung stehenden Teils des Grundbetrages. 

Auch wenn er im Berufungsverfahren nun geltend macht, über Mittag ab und 

zu ins Restaurant oder in eine Kantine zu gehen, reicht dies nicht aus, um 

regelmässige zusätzliche Mehrauslagen glaubhaft zu machen. Es finden 

sich keine Unterlagen in den Akten, welche diese Behauptung untermauern 

würden. Und selbst wenn sich der Beklagte während seiner Arbeit ab und zu 

im Restaurant verpflegen würde, wären die an diesem Tag entstehenden 

- 39 - 

zusätzlichen Verpflegungskosten weiterhin von dem an den anderen Tagen 

nicht verwendeten Teil des Grundbetrags abgedeckt. Sodann sieht der ak-

tuelle Gesamtarbeitsvertrag der Gerüstbauer eine Verpflegungsentschädi-

gung von pauschal Fr. 16.– pro Mittagessen vor (Art. 15 Abs. 1 GAV für den 

Gerüstbau 2020-2023, https://sguv.ch). Der Beklagte wird weiterhin in die-

sem Beruf arbeiten (vgl. E.III.E.2.5). Er kann somit keine Mehrauslagen 

glaubhaft machen, weshalb es sich rechtfertigt, ihm in allen Phasen keine 

zusätzlichen Kosten für auswärtige Verpflegung anzurechnen. 

i) Die Klägerin rügt, dass der Beklagte nicht belegt habe, dass er monatliche 

Kosten für Berufskleidung habe. Der Aussteller der von ihm eingereichten 

Liste sei ungewiss. Die Vorinstanz habe diese Kosten zu Unrecht berück-

sichtigt. Die Aussage des Beklagten, dass er jeden Monat Fr. 600.– für Be-

rufskleidung ausgeben würde, sei vollkommen unglaubwürdig (Urk. 1 S. 26 

f.). Der Beklagte hält fest, dass er vor Vorinstanz ein Liste für die Ausgaben 

seiner Berufskleider eingereicht habe, welche Aufschluss über die Kosten 

gebe. Der Verschleiss an Kleider in der Baubranche sei ungleich grösser als 

in anderen Berufen (Urk. 17 S. 14). Gemäss Richtlinien gehören zu den un-

umgänglichen Berufsauslagen auch Kosten für überdurchschnittlichen Klei-

der- und Wäscheverbrauch (Richtlinien, Ziffer II). Der Klägerin ist zuzustim-

men, dass der Beklagte vor Vorinstanz keinerlei Belege einreichte, welche 

entsprechende Kosten ausweisen würden. Entgegen dessen Ausführungen 

im Berufungsverfahren handelt es sich bei der von ihm als "Liste für die 

Ausgaben seiner Berufskleider" bezeichneten Urkunde einzig um ein nicht 

ausgefülltes Bestellformular der K._____ AG, aus welchem nicht abgeleitet 

werden kann, ob und in welcher Höhe ihm Kosten für Arbeitskleidung ent-

standen sein sollen. Vielmehr ist aus diesem Formular sogar ersichtlich, 

dass sich der Arbeitgeber mit bis zu Fr. 300.– pro Jahr und damit monatlich 

Fr. 25.– an allfälligen Kleiderkosten beteiligt (vgl. Urk. 11/94/37). Auch wenn 

es zutreffend sein mag, dass der Verschleiss an Arbeitskleidern in der Bau-

branche höher als in anderen Branchen ist, wurde vom Beklagten nicht 

nachvollziehbar dargelegt, dass ihm auch effektiv höhere Kosten als die vom 

Arbeitgeber übernommenen Fr. 25.– pro Monat entstehen. Ein überdurch-

- 40 - 

schnittlicher Kleiderverbrauch, wie dies die Richtlinien für eine Berücksichti-

gung im Existenzminimum verlangen, ist damit nicht glaubhaft gemacht. 

Entsprechend sind dem Beklagten im Bedarf keine Kosten für Berufsklei-

dung anzurechnen.  

j) Die Steuern können gehören gemäss Richtlinien nicht zum Existenzmini-

mum und sind daher bei den vorliegend knappen finanziellen Verhältnissen 

nicht zu berücksichtigen.  

4.2. Der Beklagte macht im Berufungsverfahren neu geltend, er habe Schulden 

aus einem Gerichtsverfahren in Deutschland in der Höhe von monatlich 

EUR 100.–, total EUR 1'000.–, zurückzubezahlen und unterliege einer Lohnpfän-

dung, was bei seiner Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen sei (Urk. 23/1 S. 18). 

Dabei verweist er auf eine Zahlungserinnerung vom 10. September 2020 

(Urk. 23/4/3) sowie eine Pfändungsurkunde vom 24. September 2020 (Urk. 14/1 = 

Urk. 23/4/4). Die Klägerin entgegnet, dass der Kinderunterhalt anderen Verpflich-

tungen vorgehe (Urk. 23/11 S. 12). Die vom Beklagten geltend gemachten Dritt-

schulden können bei seiner Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt werden. So 

gehen gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts persönliche Schul-

den gegenüber Dritten der familienrechtlichen Unterhaltspflicht und insbesondere 

der Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen Kindern nach und gehören nicht 

zum Existenzminimum (BGE 127 III 289 E. 2a/bb m.w.H.; BSK-ZGB I-

Fountoulakis, Art. 285 N 19; Richtlinien). Sodann macht der Beklagte auch nicht 

geltend, dass es sich bei diesen Schulden um Auslagen handelt, welche gemäss 

Richtlinien zu berücksichtigen wären. Da der Beklagte zum Zeitpunkt des Pfän-

dungsvollzugs am 25. August 2020 (vgl. Urk. 23/4/4 S. 5) aufgrund des fortge-

schrittenen erstinstanzlichen Verfahrens bereits davon ausgehen musste, dass er 

zu Kinderunterhaltszahlungen verpflichtet werden könnte, hätte er dies im Pfän-

dungsverfahren einbringen müssen. So sehen die Zürcher Richtlinien für die Be-

rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 

2009 vor, dass rechtlich oder moralisch geschuldete Unterstützungs- und/oder 

Unterhaltsbeiträge, welche der Schuldner an nicht in seinem Haushalt wohnende 

Personen in der letzten Zeit vor der Pfändung nachweisbar geleistet hat und vo-

- 41 - 

raussichtlich während der Dauer der Pfändung leisten wird, zu berücksichtigen 

sind. Der vorinstanzliche Entscheid erreichte den Beklagten am 29. September 

2020 (vgl. Urk. 11/132) und damit sogar noch innerhalb der Rechtsmittelfrist ge-

mäss Pfändungsurkunde vom 24. September 2020 (vgl. Urk. 23/4/4). Daneben 

besteht gemäss Art. 93 Abs. 3 SchKG auch noch während laufender Pfändung 

die Möglichkeit, die Pfändung mittels Revisionsbegehren an neue Verhältnisse 

anpassen zu lassen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass bei rechtzeitiger 

Meldung die Pfändung hätte verhindert werden können oder dass zumindest die 

Kinderunterhaltsbeiträge mitberücksichtigt worden wären. Dieses Versäumnis des 

Beklagten kann sich nicht zu Lasten des unterhaltsberechtigten Kindes auswir-

ken. Entsprechend sind die beiden vom Beklagten geltend gemachten Drittschul-

den nicht in seinem Bedarf zu berücksichtigen.  

4.3. Zusammenfassend ergibt sich die folgende Bedarfsberechnung:  

  Beklagter 

a) Grundbetrag Fr. 1'200.– 

b) Wohnkosten Fr. 750.– 

c) Krankenkasse KVG Fr. 247.– 

d) zusätzliche Gesundheitskosten  Fr. 0.– 

e) Versicherungen Fr. 0.– 

f) Kommunikation inkl. Serafe Fr. 0.– 

g) Arbeitsweg (öV-Kosten) 

Phase 2 + 3: 

Fr. 247.50 

Fr. 185.50 

h) auswärtige Verpflegung Fr. 0.– 

i) Berufskleider Fr. 0.– 

j) Steuern Fr. 0.– 

 Total Phase 1 (gerundet) Fr. 2'445.– 
 Total Phase 2 +3 (gerundet) Fr. 2'383.– 

5. Bedarf der Klägerin und C._____s 

5.1. Bei der Bedarfsberechnung der Klägerin und C._____ ging die Vorinstanz 

von den folgenden Beträgen aus (Urk. 2 S. 45 ff.): 

- 42 - 

 Klägerin C._____ 

Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 400.– 

Wohnkosten Fr. 880.– Fr. 440.– 

Krankenkasse KVG Fr. 415.– Fr. 120.– 

zusätzliche Gesundheitskosten  Fr. 0.–  

Versicherungen Fr. 20.–  

Kommunikation inkl. Serafe Fr. 150.–  

Fremdbetreuungskosten  Fr. 150.– 

ÖV-Kosten Fr. 0.–  

Steuern Fr. 0.–  

Total Fr. 2'815.– Fr. 1'110.– 

5.2. Gemäss Richtlinien sind die Kosten für private Versicherungen sowie Kom-

munikationskosten nicht Teil des betreibungsrechtlichen Existenzminimums und 

können, da ein Mankofall vorliegt, wie beim Beklagten (vgl. E. III.E.4.1) nicht be-

rücksichtigt werden (vgl. BGer 5A_311/2019 vom 11.11.2020, E. 7.2). Entspre-

chend sind die beiden Positionen aus dem Bedarf der Klägerin zu streichen. Die 

übrigen Bedarfspositionen der Klägerin sowie die Bedarfsberechnung von 

C._____ geben zu keiner Bemerkung Anlass, weshalb die von der Vorinstanz er-

mittelten Beträge übernommen werden können.  

5.3. Die Bedarfsberechnung der Klägerin und C._____s stellt sich damit wie folgt 

dar: 

 Klägerin C._____ 

Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 400.– 

Wohnkosten Fr. 880.– Fr. 440.– 

Krankenkasse KVG Fr. 415.– Fr. 120.– 

Fremdbetreuungskosten  Fr. 150.– 

Total Fr. 2'645.– Fr. 1'110.– 

- 43 - 

6. Unterhaltsberechnung 

6.1. Da das vorinstanzliche Vorgehen der zweistufigen Berechnungsmethode 

unbeanstandet blieb und auch zu keiner Kritik Anlass gibt, ist für die Unterhaltsbe-

rechnung im Berufungsverfahren nach denselben Grundsätzen vorzugehen (vgl. 

Urk. 2 S. 35 f. und S. 51 f.). Gemäss den vorstehenden Erwägungen sind für die 

Berechnung das Einkommen und der Bedarf des Beklagten sowie der Bedarf der 

Klägerin anzupassen; im Übrigen bleibt es bei den vorinstanzlich ermittelten 

Grundlagen der Berechnung. 

  

- 44 - 

6.2. Für die erste Phase vom 15. August 2019 bis zum 31. August 2020 ergibt 

eine Gegenüberstellung der Einkommen sowie der Bedarfe das Folgende: 

 Klägerin C._____ Beklagter 

Einkommen Fr.  0.– Fr. 200.– Fr.  3'200.– 

Bedarf Fr.  2'645.– Fr. 1'110.– Fr.  2'445.– 

 Fr.  – 2'645.– Fr. – 910.– Fr.  755.– 

 Der Beklagte kann mit seinem Überschuss den Barbedarf von C._____ im 

Umfang von (gerundet) Fr. 750.– decken. Dieser Betrag hat der Beklagte als Bar-

unterhalt zu leisten. Der Differenzbetrag von Fr. 160.– ist als Manko im Dispositiv 

festzuhalten (Art. 301a ZPO). Da die Klägerin ihre eigenen Lebenshaltungskosten 

nicht zu decken vermag, was unzweifelhaft auf die Kindsbetreuung zurückzufüh-

ren ist, wäre zudem ein Betreuungsunterhalt geschuldet (vgl. BGE 144 III 377 

E. 7.1.2.2). Auch dieses Manko von Fr. 2'645.– ist festzuhalten. 

6.3. Für die zweite Phase vom 1. September 2020 bis zum 31. Januar 2021 

ergibt eine Gegenüberstellung der Einkommen und der Bedarfe das Folgende: 

 Klägerin C._____ Beklagter 

Einkommen Fr.  0.– Fr. 200.– Fr.  2'720.– 

Bedarf Fr.  2'645.– Fr. 1'110.– Fr.  2'383.– 

 Fr.  – 2'645.– Fr. – 910.– Fr.  337.– 

 Der Beklagte kann mit seinem Überschuss den Barbedarf von C._____ im 

Umfang von (gerundet) Fr. 330.– decken. Diesen Betrag hat der Beklagte als 

Barunterhalt zu leisten. Es ist festzuhalten, dass damit der Barunterhalt im Um-

fang von Fr. 580.– und der Betreuungsunterhalt im Umfang von Fr. 2'645.– nicht 

gedeckt sind.  

6.4. Für die dritte Phase ab dem 1. Februar 2021 und für die restliche Dauer des 

Verfahrens ergibt eine Gegenüberstellung der Einkommen und der Bedarfe das 

Folgende: 

- 45 - 

 Klägerin C._____ Beklagter 

Einkommen Fr.  0.– Fr. 200.– Fr.  4'000.– 

Bedarf Fr.  2'645.– Fr. 1'110.– Fr.  2'383.– 

 Fr.  – 2'645.– Fr. – 910.– Fr.  1'617.– 

 Der Beklagte kann mit seinem Überschuss den Barbedarf von C._____ von 

Fr. 910.– vollständig decken. Dieser Betrag hat der Beklagte als Barunterhalt zu 

leisten. Sodann hat der Beklagte mit dem ihm verbleibenden Überschuss einen 

Betreuungsunterhalt im Umfang von (gerundet) Fr. 700.– zu bezahlen. Da damit 

die Lebenshaltungskosten der Klägerin nicht vollständig gedeckt werden, ist der 

Differenzbetrag von Fr. 1'945.– festzuhalten. 

6.5. Die vorgenannten Kinderunterhaltsbeiträge hat der Beklagte monatlich an 

die Klägerin zu leisten. Hinzu kommen allfällige Kinderzulagen für C._____, wel-

che der Beklagte auch rückwirkend schuldet, sofern diese für den entsprechen-

den Zeitraum nicht bereits von der Klägerin selber beantragt wurden (vgl. Urk. 2 

S. 44). Die Berechnungsgrundlagen sind im Dispositiv festzuhalten (vgl. Art. 301a 

ZPO). 

IV. 

1. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 Bezüglich der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen ergibt 

sich nach erfolgter Korrektur keine Änderung, da die Vorinstanz die Regelung 

dem Endentscheid vorbehalten hat (vgl. Urk. 2 S. 57 Dispositiv-Ziffer 8). 

2. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

2.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren richtet sich nach 

§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 der Gebühren-

verordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter Berück-

sichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts, der 

Vereinigung zweier Berufungsverfahren und der Schwierigkeit des Falles er-

scheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.– als angemessen. 

- 46 - 

2.2. Praxisgemäss sind bei nicht vermögensrechtlichen Kinderbelangen (persön-

licher Verkehr) die Kosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteient-

schädigungen wettzuschlagen, sofern diese unter dem Gesichtspunkt des Kinds-

interesses gute Gründe für ihre Prozessstandpunkte hatten (Art. 107 Abs. 1 lit. c 

ZPO; ZR 84/1985 Nr. 41). Davon ist vorliegend auszugehen. Auch hinsichtlich der 

weiteren strittigen Belange (Unterhalt und Akteneinsicht) halten sich Obsiegen 

und Unterliegen in etwa die Waage, weshalb die Kosten des Berufungsverfahrens 

den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen sind. 

2.3. Die Klägerin stellt sowohl im vorliegenden wie auch im damit vereinigten 

Verfahren ein Gesuch um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses von 

Fr. 5'000.–. Sodann stellen beide Parteien (die Klägerin eventualiter) in beiden 

Verfahren ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung (Urk. 1 S. 4 f.; Urk. 23/1 S. 3, 

Urk. 23/11 S. 2 f.; Urk. 17 S. 15). Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege 

kommt subsidiär zu allfälligen Unterhaltspflichten zum Zug; die Bedürftigkeit ist zu 

verneinen, wenn der Gesuchsteller auf der Grundlage solcher Verpflichtungen fi-

nanzielle Mittel erhältlich machen kann (Huber, DIKE-Komm-ZPO, Art. 117 N 30 

m.H.). Die Parteien sind nicht verheiratet. Es ist nicht ersichtlich, auf der Grundla-

ge welcher Verpflichtungen der Klägerin ein Unterhaltsanspruch zustehen sollte. 

Schon deshalb ist ihr Gesuch um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages ab-

zuweisen. Ein solcher wäre aber auch sonst nicht geschuldet. Unter Berücksichti-

gung des Einkommens und des Bedarfs sowie nach Leistung der vereinbarten 

Unterhaltsbeiträge verbleibt sowohl auf Seite der Klägerin als auch auf Seite des 

Beklagten kein monatlicher Überschuss, um die mutmasslichen Prozesskosten zu 

bezahlen. Daneben verfügen die Parteien über kein Vermögen. Sie haben beide 

als mittellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu gelten, weshalb kein Anspruch auf 

Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses besteht. Da die Standpunkte der 

Parteien im Berufungsverfahren auch nicht aussichtslos im Sinne von Art. 117 

lit. b ZPO waren, ist ihnen je die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die 

Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren sind unter Nachforderungs-

vorbehalt (Art. 123 ZPO) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

- 47 - 

2.4. Als rechtsunkundige Parteien waren sowohl die Klägerin als auch der Be-

klagte im Berufungsverfahren auf anwaltliche Vertretung angewiesen. In Anwen-

dung von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO ist der Klägerin Rechtsanwältin MLaw 

X1._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin und dem Beklagten Rechtsanwalt 

MLaw Y._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten 

Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 10. September 2020 hinsichtlich der 

Dispositiv-Ziffer 2 (betreffend Zuteilung der Obhut über den Sohn C._____ 

an die Klägerin) am 10. Oktober 2020 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Die Adresse der Klägerin (und des Sohnes C._____) wird dem Beklagten im 

Berufungsverfahren nicht bekannt gegeben. Akten, welche einen Rück-

schluss zum Wohnort der Klägerin zulassen (Urk. 9/1 und 23/14/2), bleiben 

geschwärzt und die Originale verbleiben verschlossen bei den Akten. Der 

Antrag des Beklagten auf vollumfängliche Akteneinsicht wird abgewiesen. 

3. Beiden Parteien wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege gewährt.  

4. Der Klägerin wird in der Person von Rechtsanwältin MLaw X1._____ und 

dem Beklagten wird in der Person von Rechtsanwalt MLaw Y._____ eine 

unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt. 

5. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis.  

Es wird erkannt: 

1. Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfah-

ren am Bezirksgericht Hinwil vom 10. September 2020 wird bestätigt. 

- 48 - 

2. Der Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, den Sohn C._____, 

geboren am tt.mm.2018, für die Dauer des Verfahrens einmal pro Monat 

nach Absprache mit der einzusetzenden Beistandsperson und in Begleitung 

einer geeigneten Fachperson während drei Stunden zu betreuen. Die Kos-

ten für das begleitete Besuchsrecht sind von den Parteien je zur Hälfte zu 

tragen. 

3. Für den Sohn C._____, geboren am tt.mm.2018, wird eine Beistandschaft 

im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet. Die KESB Basel-

Stadt wird ersucht, für C._____ umgehend eine geeignete Beistandsperson 

zu bestellen. Die B