# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 962e7700-74a7-5ef8-8066-47953eff31a5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.11.2011 S 2011 128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2011-128_2011-11-17.pdf

## Full Text

S 11 128

URTEIL
vom 17. November 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. a) …, geboren am … 1953 und gelernte Postbeamtin sowie Coiffeuse, arbeitete 

zuletzt als Pflegehelferin. Am 4. November 2010 meldete die Versicherte 

einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100% 

ab dem 8. November 2010 an. 

b) Mit Schreiben vom 7. Juni 2011 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) die Versicherte unter Hinweis auf die 

gesetzlichen Grundlagen zu einer Stellungnahme auf, nachdem sie während 

der Kontrollperiode Mai 2011 lediglich eine Arbeitsbemühung vorgenommen 

hatte. 

c) In ihrer Stellungnahme vom 20. Juni 2011 führte die Versicherte aus, sie habe 

seit dem 4. April 2011 bis am 26. Mai 2011 drei Computerkurse in … besucht. 

Zusätzlich habe sie während dieser Zeit einen Zwischenverdienst erzielt. 

Sodann wies die Versicherte auf diverse weitere Termine hin, welche sie in 

den Monaten April und Mai 2011 wahrgenommen hatte. 

2. a) Mit Verfügung vom 23. Juni 2011 stellte das KIGA aufgrund ungenügender 

Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode Mai 2011 die 

Anspruchsberechtigung für sieben Tage ein. 

b) Dagegen erhob die Versicherte am 5. Juli 2011 Einsprache. Darin führte sie 

aus, bei der Beurteilung ihrer vorgenommenen Arbeitsbemühungen während 

der Kontrollperiode Mai 2011 müsse ihr Zwischenverdienst sowie die 

zeitintensive Teilnahme an arbeitsmarktlichen Massnahmen berücksichtigt 

werden. 

c) Mit Verfügung vom 8. Juli 2011 reduzierte das KIGA die Anzahl Einstelltage 

von sieben auf vier, nachdem der Versicherten fälschlicherweise zur Last 

gelegt worden war, dass sie schon früher wegen ungenügender 

Arbeitsbemühungen habe sanktioniert werden müssen. Auf entsprechende 

Nachfrage des KIGA hielt die Versicherte mit Eingabe vom 29. Juli 2011 an 

ihrer Einsprache vom 5. Juli 2011 fest. 

3. Mit Entscheid vom 22. August 2011 wies das KIGA die Einsprache ab. Dabei 

führte es aus, die EDV-Kurse hätten jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr 

stattgefunden. Selbst bei Berücksichtigung der Reisezeit wäre es der 

Versicherten möglich gewesen, jeweils am Vormittag oder am Wochenende 

Arbeit zu suchen. Die Versicherte habe sich in den Vormonaten jeweils 

telefonisch beworben, was nicht viel Zeit in Anspruch nehme. Aus dem 

Formular „Angaben der versicherten Person“ sei ersichtlich, dass die 

Versicherte in der Lage gewesen sei, trotz des EDV-Kurses jeweils vormittags 

2.5 bis 3.5 Stunden zu arbeiten. Demnach hätte sie an den übrigen 

Vormittagen auch jeweils zwischen 2.5 und 3.5 Stunden Arbeit suchen 

können. Auch die Zwischenverdiensttätigkeit am 30. und 31. Mai 2011 bei der 

Familie … in … sei den persönlichen Arbeitsbemühungen während der 

Kontrollperiode Mai 2011 nicht im Wege gestanden. 

4. Gegen den Einspracheentscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 21. 

September 2011 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 

Begründend führte sie aus, sie habe im Mai 2011 bei zwei Arbeitgebern 

Zwischenverdienste erzielt. Zudem habe sie zwischen April und Juni 2011 als 

Beitrag zur Schadensminderung an drei anspruchsvollen und zeitintensiven 

EDV-Kursen in … teilgenommen, nachdem sie das KIGA mittels Verfügung 

dazu aufgefordert habe. Im Rahmen ihrer Zwischenverdiensttätigkeiten habe 

sie Arbeitszeiten einzuhalten gehabt, welche es ihr nicht erlaubt hätten, mit 

öffentlichen Verkehrsmitteln von … nach … zu reisen, weshalb sie auf das 

Auto angewiesen gewesen sei. Es sei sehr anstrengend gewesen, werktags 

täglich während mehr als sechs Wochen je zwei Stunden nach … an den 

EDV-Kurs und zurück zu pendeln und nebenbei noch zu arbeiten. Zudem sei 

die Computerwelt für sie eine völlig neue Welt. Im April und Mai 2011 habe 

sie wegen der EDV-Kurse und ihres Zwischenverdienstes rund 5'200 

Kilometer mit ihrem Auto zurückgelegt. Dieser Einsatz sei vom KIGA 

entsprechend zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin unternehme alles 

ihr Mögliche, um die Auflagen des KIGA zu erfüllen und eine Arbeit zu finden. 

Mit der Teilnahme an den drei EDV-Kursen habe sie ihre Vermittlungsfähigkeit 

verbessern können. Weiter sei zu berücksichtigen, dass im Engadin im Mai 

tiefste Nebensaison sei und demnach keine Arbeitstellen ausgeschrieben 

seien. Weil die Betriebe geschlossen hätten und die Leute in den Ferien seien, 

seien auch keine persönlichen Bewerbungsgespräche möglich. Sie wäre 

auch bereit, die von ihrem persönlichen Berater zugewiesene Arbeit 

anzunehmen. Bislang habe sie indes noch keine solchen zugewiesen 

erhalten. Ausserdem habe sie ihre Pflicht zur Stellensuche erfüllt, könne sie 

doch einen, zwei bzw. drei Zwischenverdienste nachweisen. Sie arbeite seit 

längerem als Kinderbetreuerin und zudem ab dem 1. Juni 2011 als 

Raumpflegerin. Mittlerweile habe sie weitere Zwischenverdiensttätigkeiten bei 

der Spitex und der Pro Senectute (als Pflegerin) gefunden. Zudem sei zu 

berücksichtigen, dass sie weder italienisch noch englisch spreche. Im 

Engadin würden viele italienisch sprechende Kinderbetreuer gesucht. Es 

dürfe ihr nicht zum Nachteil ausgelegt werden, wenn sie sich auf 

entsprechende Stellen nicht bewerbe, da ihr die sprachliche Qualifikation für 

diese Arbeiten fehle. Sie bemühe sich seriös um Arbeit, was sich auch darin 

zeige, dass sie nicht nur Arbeitsstellen als Pflegerin und Kinderbetreuerin 

suche, sondern so breitgefächert, wie ihre Berufs- und Sprachkenntnisse dies 

zuliessen. An Wochenenden könne sie nicht verpflichtet werden, 

Arbeitsbemühungen anzustellen, da pro Monat auch lediglich 22 Kontrolltage 

berücksichtigt würden. Zähle man die investierte Zeit für Arbeit und 

arbeitsmarktliche Massnahmen im Monat Mai 2011 zusammen, ergebe dies 

mindestens so viele Stunden wie jene eines Vollzeitangestellten, mit 

Bestimmtheit aber mehr, als wenn sie sich einzig auf die vorgeschrieben acht 

bis zehn Arbeitsbemühungen pro Kontrollperiode konzentriert hätte. Es seien 

die gesamten Einzelfallumstände inklusive der Arbeitsmarktsituation, die 

aufwendigen Kursbesuche sowie ihre beiden Zwischenverdiensttätigkeiten 

als Rechtfertigungsgründe zu berücksichtigen. Daher sei sie für den Monat 

Mai 2011 nicht mit Einstelltagen zu sanktionieren. 

5. In seiner Vernehmlassung vom 30. September 2011 beantragte das KIGA die 

Abweisung der Beschwerde. Die EDV-Kurse hätten vorliegend nur halbtags 

stattgefunden. Für Tage, an welchen die Beschwerdeführerin gleichzeitig 

einen Zwischenverdienst erzielt habe, habe sie Spesenentschädigungen für 

Autofahrten erhalten, womit sie zeitlich weniger absorbiert gewesen sei, als 

wenn sie auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen gewesen wäre. Die 

Beschwerdeführerin habe offenbar während ihren 

Zwischenverdiensttätigkeiten unregelmässig auf Abruf Einsätze als 

Kinderbetreuerin geleistet. Daneben hätte sie offensichtlich noch viel Zeit 

gehabt, sich um Arbeit zu bemühen. Betrachte man zum Vergleich den 

Vormonat April 2011 so stelle man fest, dass die Beschwerdeführerin durch 

Kurse und Zwischenverdiensttätigkeiten ähnlich absorbiert gewesen sei wie 

im Mai 2011. Trotzdem habe sie im April 2011 vier Arbeitsbemühungen 

vornehmen können. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie im 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Laut Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher 

Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine 

Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der versicherte Verdienst der 

Beschwerdeführerin beträgt Fr. 5'052.-- und wird ihr im Umfang von 70% 

entschädigt. Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(AVIG; SR 837.0) und Art. 40a der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) 

einem Taggeld von Fr. 163.-- (Fr. 5'052.-- x 0.7 : 21.7 Tage). Mit der Verfügung 

vom 8. Juli 2011 wurde die Beschwerdeführerin für insgesamt vier Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt, was einem Streitwert von Fr. 652.-- 

entspricht (Fr. 163.-- x 4 Tage). Da der Streitwert damit unter Fr. 5'000.-- liegt 

und die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, 

ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich gegeben. 

2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid des KIGA vom 22. August 2011. Zu beurteilen ist die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen ungenügender 

Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode Mai 2011 für vier Tage in 

der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 

3. a) Die Versicherte ist gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht 

genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat die 

Versicherte, welche Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit 

Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. 

Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 

ausserhalb ihres bisherigen Berufes (Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG). Sie muss 

ihre Arbeitsbemühungen nachweisen können, wobei der Nachweis der 

Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des 

folgenden Monats oder am ersten auf diesen folgenden Werktag einzureichen 

ist. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV). Die 

Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte 

Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend 

macht (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Versicherte, welche einer Tätigkeit zum Erwerb 

eines Zwischenverdienstes nachgehen, gelten weiterhin als arbeitslos, weil 

sie im Rahmen von Art. 24 AVIG Anspruch auf Ausgleich der Differenz 

zwischen dem versicherten Verdienst und dem Zwischenverdienst haben. 

Aus diesem Grund haben sie auch weiterhin die ihnen in Art. 17 AVIG 

auferlegte Pflichten zu erfüllen. Sie sind damit weiterhin verpflichtet, sich in 

genügendem Mass um Arbeitsstellen zu bemühen (Bundesgerichtsentscheid 

C 98/02 vom 26. Mai 2003 E. 2.1, Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden 

S 00 308 vom 26. Januar 2001 E. 3). Als Zwischenverdienst gilt jedes 

Einkommen, das der Arbeitslose innerhalb einer Kontrollperiode erzielt. 

b) Bei Art. 17 Abs. 1 AVIG handelt es sich um eine gesetzliche Umschreibung 

der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadensminderungspflicht. 

Daraus schliesst die Praxis, dass die Versicherte alle Anstrengungen zu 

unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um eine 

bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden oder zu verkürzen. Dabei ist 

prinzipiell zu beachten, dass die Arbeitsbemühungen umso intensiver sein 

müssen, je weniger Aussicht jemand hat, eine Stelle zu finden. Lehre und 

Rechtsprechung haben sowohl qualitative wie auch quantitative Kriterien 

entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob die Betroffene genügend 

persönliche Arbeitsbemühungen erbringen kann, erleichtern. So fordert das 

Verwaltungsgericht in konstanter Praxis, dass mindestens acht bis zehn 

persönliche Arbeitsbemühungen pro Monat nachzuweisen sind, damit sie als 

in quantitativer Hinsicht genügend gelten (PVG 1996 Nr. 96, 1985 Nr. 78). Bei 

den eingereichten Bewerbungen ist sodann nicht nur die Quantität von 

Bedeutung, sondern auch deren Qualität (BGE 112 V 215 E. 1b). Es sind 

dabei die objektiven und die subjektiven Umstände des Einzelfalls zu 

berücksichtigen, wie lange die Arbeitslosigkeit dauert und wie die Chancen für 

die betreffende Person auf dem Arbeitsmarkt stehen. Dabei ist auch dem 

Alter, der Mobilität sowie allfälligen Sprachschwierigkeiten oder 

Behinderungen der versicherten Person Rechnung zu tragen 

(Bundesgerichtsentscheid 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 5.1 mit 

Hinweisen). Bei der Beurteilung der Frage, ob die Bemühungen in 

quantitativer und qualitativer Hinsicht genügend sind, steht der verfügenden 

Behörde ein gewisser Ermessensspielraum zu (vgl. Kreisschreiben über die 

Arbeitslosenentschädigung [KS ALE] des Staatssekretariates für Wirtschaft 

[seco] vom 1. Januar 2007, B 316). Die persönlichen Arbeitsbemühungen 

werden jedoch recht streng beurteilt. 

4. a) In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in der 

Kontrollperiode Mai 2011 lediglich eine Arbeitsbemühung getätigt hat. 

Unbestritten ist, dass sie im Rahmen von arbeitsmarktlichen Massnahmen 

vom 4. April 2011 bis am 31. Mai 2011 von … aus drei EDV-Kurse in … 

absolvierte. Fest steht zudem, dass sie während der vorliegend relevanten 

Kontrollperiode (Mai 2011) bei zwei Arbeitgebern Zwischenverdienste 

erzielte. 

b) Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen wäre, 

trotz Besuch der EDV-Kurse sowie ihrer Zwischenverdiensttätigkeiten 

vermehrte Arbeitsbemühungen zu unternehmen. Bei starrer Anwendung der 

Praxis, dass auch bei Zwischenverdiensten acht bis zehn Bewerbungen pro 

Monat notwendig bleiben, müsste diese Frage bejaht werden. Demgegenüber 

betonen sowohl das Bundesgericht wie auch das Verwaltungsgericht, dass 

die Zahl der notwendigen Bewerbungen nicht in allgemein gültiger Weise 

festgelegt werden kann. Es ist vielmehr auf die konkreten Umstände des 

Einzelfalls Rücksicht zu nehmen (Bundesgerichtsentscheid 8C_583/2009 

vom 22. Dezember 2009 E. 5.1, Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden 

S 03 158 vom 23. Januar 2004 E. 2). Nach der bundesgerichtlichen Praxis ist 

die Erzielung eines Zwischenverdienstes sodann bei der Festlegung des 

Verschuldens zu berücksichtigen, sofern die Zwischenverdiensttätigkeit die 

Möglichkeit zur Stellensuche einschränkte (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts C 98/02 vom 26. Mai 2003 E. 2.1). 

c) Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung aus, bei einem Vergleich der 

Monate April und Mai 2011 sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

durch Kurse und Zwischenverdiensttätigkeiten in beiden Monaten in 

ähnlichem Umfang absorbiert gewesen sei. Trotzdem habe die 

Beschwerdeführerin im April 2011 vier Arbeitsbemühungen vornehmen 

können. Also hätte ihr dies auch im Monat Mai 2011 möglich sein müssen. 

Dieser Aussage der Vorinstanz kann entnommen werden, dass sie die im 

April 2011 getätigten vier Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin 

offensichtlich als genügend erachtete, wurden im April 2011 doch keine 

Sanktionen in Form einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung aufgrund 

zu geringer Arbeitsbemühungen ausgesprochen. Betrachtet man aber die 

Zwischenverdiensttätigkeiten der Beschwerdeführerin sowie die Zeiten, an 

denen sie die EDV-Kurse in … absolvierte, etwas genauer, ergibt sich 

folgendes Bild:

April 2011

Vom 4. bis 14. April 2011 besuchte die Beschwerdeführerin an 8 Halbtagen jeweils 

von 13:00 - 17:00 Uhr den Kurs „Erste Schritte mit dem PC“ (total 32 Stunden). Vom 

26. bis 30. April 2011 absolvierte sie an vier Halbtagen jeweils von 13:00 - 17:00 Uhr 

den ersten Teil des „EDV-Anwenderkurses“ (total 16 Stunden). Daneben arbeitete 

sie im Rahmen eines Zwischenverdienstes an acht Tagen gesamthaft 24 Stunden 

als Kinderbetreuerin. 

Mai 2011

Vom 1. bis 20. Mai 2011 besuchte die Beschwerdeführerin an 15 Halbtagen jeweils 

von 13:00 - 17:00 Uhr in … den „EDV-Anwenderkurs“ (total 60 Stunden). Vom 23. 

bis am 31. Mai 2011 absolvierte sie an sechs Halbtagen jeweils von 8:00 - 12:00 Uhr 

einen „Wordkurs“, ebenfalls in … (total 24 Stunden). Ausserdem war sie im Mai 2011 

im Rahmen ihrer Zwischenverdiensttätigkeiten an neun Tagen insgesamt 27 

Stunden wiederum als Kinderbetreuerin im Einsatz. 

Demnach war die Beschwerdeführerin im April 2011 insgesamt während 72 

Stunden durch die besuchten EDV-Kurse sowie ihre 

Zwischenverdiensttätigkeiten absorbiert (32h + 16h + 24h), während dem die 

EDV-Kurse und die Zwischenverdiensttätigkeiten im Mai 2011 gesamthaft 111 

Stunden (60h + 24h + 27h) beanspruchten. Die Aussage der Vorinstanz, dass 

ihre Absorption durch die Kurse und die Zwischenverdiensttätigkeiten in den 

Monaten April und Mai 2011 vergleichbar sei, ist daher zu relativieren, 

beanspruchten die erwähnten Tätigkeiten im Mai 2011 doch fast 55 Prozent 

mehr Zeit als noch im April 2011. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin 

im Mai 2011 gesamthaft auch an mehr Tagen im Einsatz war als noch im April 

2011. Des Weiteren ist vorliegend der Tatsache Rechnung zu tragen, dass 

jeweils im Mai im Engadin - wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt - 

Nebensaison ist. Die geringe Anzahl der öffentlich ausgeschriebenen 

Arbeitsstellen, die vielen geschlossenen Betriebe sowie die aufgrund der 

Ferien bedingte Abwesenheit vieler Arbeitgeber erschweren die Arbeitssuche 

zweifelsfrei zusätzlich. Aufgrund der erwähnten konkreten Umstände wäre ein 

starres Festhalten am Erfordernis von acht bis zehn Bewerbungen pro Monat 

im vorliegenden Fall unbillig. Die absolvierten EDV-Kurse in … mitsamt dem 

dabei zurückgelegten Weg von … nach … und retour, die geleisteten 

Zwischenverdiensttätigkeiten als Kinderbetreuerin sowie die Tatsache, dass 

im Mai im Engadin Nebensaison ist, sprechen dafür, dass der 

Beschwerdeführerin im Mai 2011 vermehrte Arbeitsbemühungen nicht 

zuzumuten waren. Unter diesen Umständen ist die eine Arbeitsbemühung, 

welche die Beschwerdeführerin für den Monat Mai 2011 nachwies, als 

ausreichend zu betrachten. Dieses Resultat erscheint denn auch vor dem 

Hintergrund, dass die Vorinstanz die getätigten vier Arbeitsbemühungen im 

April 2011 als genügend erachtete, als gerechtfertigt, wurde die 

Beschwerdeführerin im Mai 2011 durch die EDV-Kurse sowie ihre 

Zwischenverdiensttätigkeiten doch, wie aufgezeigt, erheblich mehr 

beansprucht als dies noch im April 2011 der Fall war. 

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei dieser Ausgangslage im 

Rahmen der für die Verschuldensbeurteilung erforderlichen 

Gesamtwürdigung nicht gesagt werden kann, die Beschwerdeführerin habe 

sich während der Kontrollperiode Mai 2011 nicht genügend um eine 

zumutbare Arbeit bemüht. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

aufgrund von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG erfolgte mithin zu Unrecht. Die 

Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 22. August 2011 aufzuheben. Gerichtskosten 

werden keine erhoben, weil das kantonale Beschwerdeverfahren gemäss Art. 

61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) - von hier nicht zutreffenden 

Ausnahmen abgesehen - grundsätzlich kostenlos ist. Nach Art. 61 lit. g ATSG 

hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, wobei die am 13. Oktober 2011 eingereichte Honorarnote von 

total Fr. 550.-- (2.25 h à Fr. 240.-- zuzüglich Spesen) übernommen werden 

kann. Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin somit mit Fr. 550.-

- aussergerichtlich zu entschädigen. 

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 22. August 2011 aufgehoben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Der Kanton Graubünden (Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit) hat die 

Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit Fr. 550.-- (inkl. MWST) zu 

entschädigen.