# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 603d1eb9-474a-582c-898c-cffec2f3a470
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.05.2024 WP240003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_WP240003_2024-05-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: WP240003-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichterin Dr. S. Janssen und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke

Urteil vom 28. Mai 2024

in Sachen

Kanton Zürich, 
Gesuchsteller und Beschwerdeführer

vertreten durch Zentrale Inkassostelle der Gerichte,

gegen

A._____, 
Gesuchsgegner und Beschwerdegegner

betreffend Feststellung der Nachzahlungspflicht

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 25. März 2024 (BD230022-C)

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Erwägungen:

1. a) Am 9. November 2023 stellte der Gesuchsteller beim Bezirksge-

richt Bülach (Vorinstanz) das Gesuch um Feststellung der Nachzahlungspflicht des 

Gesuchsgegners gemäss Art. 123 ZPO für Fr. 6'962.25 (Urk. 1). Mit Urteil vom 

25. März 2024 hiess die Vorinstanz das Gesuch im Betrag von Fr. 3'000.-- gut und 

wies es im darüberhinausgehenden Umfang ab (Urk. 7 = Urk. 12).

b) Gegen dieses (ihm am 3. April 2024 zugestellte; Urk. 8) Urteil erhob der 

Gesuchsteller am 12. April 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte die folgenden 

Beschwerdeanträge (Urk. 11 S. 1 f.):

"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 25. März 2024 (Geschäfts-Nr. 
BD230022-C) sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Be-
schwerdegegner zur vollständigen Nachzahlung der ihm im Verfahren 
FE170296-C auferlegten Kosten im Betrag von insgesamt Fr. 6'962.25 
verpflichtet ist.

 2. Eventualiter: Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 25. März 2024 
(Geschäfts-Nr. BD230022·C) sei aufzuheben und die Sache zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

 3. Unter Kostenfolgen zulasten des Beschwerdegegners."

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-10). Mit Verfü-

gung vom 23. April 2024 wurde dem Gesuchsgegner Frist zur Beantwortung der 

Beschwerde angesetzt (Urk. 14; gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO zugestellt am 

3. Mai 2024, Urk. 15). Der Gesuchsgegner hat sich nicht vernehmen lassen.

2. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und of-

fensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde darge-

legt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. Das 

Beschwerdeverfahren ist nicht einfach eine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens, sondern es dient der Überprüfung des angefochtenen Entscheids anhand 

von konkret dagegen vorgebrachten Beanstandungen. Die Beschwerde muss sich 

daher mit den entsprechenden Entscheidgründen der Vorinstanz konkret und im 

Einzelnen auseinandersetzen; eine blosse Darstellung der Sach- und/oder Rechts-

lage aus eigener Sicht genügt nicht. Was nicht rechtsgenügend beanstandet wird, 

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braucht vom Obergericht nicht überprüft zu werden und hat insofern grundsätzlich 

Bestand. Sodann sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue Tatsachenbe-

hauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO); was im 

erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen wurde, kann im Beschwerdeverfah-

ren grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden.

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Gesuchsgegner habe trotz 

Fristansetzung keine Stellungnahme eingereicht. Gemäss den Darlegungen des 

Gesuchstellers habe er ein Nettoeinkommen (nach Abzug der Quellensteuer) von 

Fr. 5'355.-- zuzüglich Kinderzulage von Fr. 250.-- für das bei ihm lebende Kind, für 

welches er gemäss seinen Angaben keinen Unterhalt erhalte, mithin Fr. 5'605.-- 

pro Monat. Für den Bedarf könne grundsätzlich auf die Berechnung des Gesuch-

stellers abgestellt werden. Zusätzlich zu berücksichtigen seien für den Arbeitsweg 

Fr. 207.--, für die auswärtige Verpflegung Fr. 220.--, für die Krankenkassenprämie 

des Kindes geschätzt Fr. 120.-- und für einen Anteil Telekommunikationskosten 

des Kindes Fr. 50.--, mithin insgesamt Fr. 3'015.-- [zuzüglich Grundbeträge von ins-

gesamt Fr. 2'340.--, was einen Bedarf des Gesuchsgegners samt Kind von total 

Fr. 5'355.-- pro Monat ergibt]. Demnach würden dem Gesuchsgegner für eine Ra-

tenzahlung Fr. 250.-- pro Monat zur Verfügung stehen. Diese sei auf ein Jahr zu 

begrenzen. Daher sei die Nachzahlungspflicht des Gesuchsgegners im Umfang 

von Fr. 3'000.-- festzustellen (Urk. 12 S. 2-3).

c) Der Gesuchsteller macht in seiner Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, indem die Vorinstanz das Gesuch gestützt auf unbelegte und geschätzte Be-

rechnungen unter Ausblendung der Vermögensverhältnisse teilweise abgewiesen 

habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Den Gesuchsgegner treffe 

im Nachzahlungsverfahren eine Mitwirkungspflicht. Dass er diese nicht ansatz-

weise erfüllt habe, führe schon allein zur Nachzahlungspflicht. Zum Vermögen des 

Gesuchsgegners würden sämtliche Angaben und Belege fehlen und auch die Ein-

kommensverhältnisse seien unklar sowie nur teilweise belegt; es könne überhaupt 

nicht überprüft werden, ob er nicht zusätzliche Einnahmen erziele. Es sei auch nicht 

so, dass der Gesuchsgegner "gemäss seinen Angaben" keinen Unterhalt für das 

Kind erhalte; vielmehr habe er sich dazu schlichtweg nicht geäussert. Gemäss dem 

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Scheidungsurteil sei sogar davon auszugehen, dass er Unterhaltsbeiträge von 

Fr. 400.-- monatlich erhalte. Auch der von der Vorinstanz berücksichtigte Bedarf sei 

unbelegt und teilweise nicht einmal behauptet; er sei um mindestens Fr. 383.-- tie-

fer als von der Vorinstanz angenommen. Sogar unter Ausblendung seiner Mitwir-

kungspflichtverletzung verbleibe dem Gesuchsgegner damit ein monatlicher Frei-

betrag von rund Fr. 1'000.-- (bei Annahme von Unterhaltsbeiträgen von Fr. 400.-- 

für das Kind) bzw. rund Fr. 600.-- (ohne Unterhaltsbeiträge). Auch diesfalls sei die 

Nachzahlungspflicht von Fr. 6'962.25 vollumfänglich zu bejahen (Urk. 11 S. 3-7).

d) Der Gesuchsgegner hat sich, wie erwähnt (oben Erwägung 1.c), nicht 

vernehmen lassen.

e1) Das Nachzahlungsverfahren nach Art. 123 ZPO steht, gleich wie schon 

das Verfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 117 ff. 

ZPO, unter der Untersuchungsmaxime. Die um unentgeltliche Rechtspflege ersu-

chende bzw. hier die nachzahlungspflichtige Partei trifft jedoch eine Mitwirkungs-

pflicht; sie hat ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie ihre Verpflich-

tungen umfassend darzulegen und – soweit möglich – mit Urkunden zu belegen 

(vgl. Art. 119 Abs. 2 ZPO). Eine Verletzung dieser Mitwirkungspflicht im Nachzah-

lungsverfahren führt zur Bejahung der Nachzahlungsfähigkeit und der Nachzah-

lungspflicht (OGer ZH WP220003-O vom 26. August 2022, Erw. 2.a; OGer ZH 

WP200002-O vom 17. April 2020, Erw. 3.1 m.Hinw.).

e2) Der Gesuchsgegner hat auf die vorinstanzliche Fristansetzung für eine 

Stellungnahme zum Nachzahlungsgesuch nicht reagiert (vgl. Urk. 3, 5 und 6). Er 

ist damit seiner prozessualen Obliegenheit, seine finanziellen Verhältnisse vollstän-

dig offenzulegen, nicht nachgekommen und hat somit seine Mitwirkungspflicht ver-

letzt. Demgemäss ist die Nachzahlungsfähigkeit und -pflicht des Gesuchsgegners 

schon aus diesem Grund zu bejahen. 

f) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet. Sie ist 

gutzuheissen und die Nachzahlungspflicht des Gesuchsgegners ist im beantragten 

Umfang festzustellen.

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3. a) Das Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege ist grund-

sätzlich kostenlos (Art. 119 Abs. 6 ZPO) und dies ist für das Nachzahlungsverfah-

ren analog anwendbar (BK ZPO-Bühler, Art. 123 N 46). Die Kostenfreiheit gilt je-

doch nur für das erstinstanzliche Verfahren, dagegen nicht für ein Rechtsmittelver-

fahren darüber (BGE 137 III 470), weshalb für das vorliegende Beschwerdeverfah-

ren Gerichtskosten zu erheben und dem Gesuchsgegner aufzuerlegen wären 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Jedoch wurde das Beschwerdeverfahren nicht durch den 

Gesuchsgegner veranlasst und dieser hat sich nicht mit dem angefochtenen Ent-

scheid identifiziert. Daher ist auf eine Kostenerhebung zu verzichten.

b) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, dem Gesuchsgegner zufolge seines Unterliegens, dem Gesuchsteller 

schon mangels Antrag (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird erkannt:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Ein-

zelgerichts am Bezirksgericht Bülach vom 25. März 2024 (BD2300022-C) auf-

gehoben und durch folgende Fassung ersetzt:

"1. Es wird die Nachzahlungspflicht des Gesuchsgegners gegenüber dem 
Kanton Zürich / Zentrale Inkassostelle der Gerichte im Betrag von 
Fr. 6'962.25 im Verfahren FE170296-C des Bezirksgerichts Bülach fest-
gestellt."

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein.

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittel-

frist an die Vorinstanz zurück.

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5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 3'962.25.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 28. Mai 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am:
jo