# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4aacda0a-52b1-5584-a4da-1e7205ad5897
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.03.2010 C-2838/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2838-2009_2010-03-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2838/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

S._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
P._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2838/2009

Sachverhalt:

A.
Der  aus  Sri  Lanka  stammende  P._______  (geb. 1940,  nachfolgend: 
Gesuchsteller bzw. Eingeladener) beantragte am 19. Januar 2009 bei 
der  Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  die  Erteilung  eines  Ein-
reisevisums für die Dauer von 90 Tagen. Als Zweck der beabsichtigten 
Reise gab er an, seine im Kanton Bern wohnhafte Tochter und deren 
Familie besuchen zu wollen. Nach Verweigerung der Visumserteilung 
in eigener Kompetenz übermittelte die Schweizerische Vertretung das 
Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
In  ihrer  (negativen)  Stellungnahme  vom  4.  März  2009  hielt  die 
Migrationsbehörde des Kantons Bern gegenüber der Vorinstanz unter 
anderem fest, der Gesuchsteller habe sich bereits in den Jahren 2005 
und  2007  mit  einem  dreimonatigen  Touristenvisum  in  der  Schweiz 
aufgehalten; beide Male sei eine Verlängerung um weitere drei Monate 
beantragt worden.

C.
Mit  Verfügung  vom  2.  April  2009  wies  die  Vorinstanz  das  Einreise-
gesuch  mit  der  Begründung  ab,  die  anstandslose  und  fristgerechte 
Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  könne  nicht  als  ge-
sichert betrachtet werden. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus 
der als  Folge der dort  herrschenden wirtschaftlichen und politischen 
Verhältnisse  ein  anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen 
sei. Laut Asylstatistik bildeten Staatsangehörige aus Sri Lanka heute 
eine der  Hauptgruppen von neu einreisenden Antragstellern. Zudem 
sei  der  Eingeladene  anlässlich  seiner  letzten  Besuchsaufenthalte  in 
der Schweiz nicht rechtzeitig ausgereist, sondern habe jeweils um eine 
Visumsverlängerung ersucht.

D.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 1. Mai 2009 beantragt der Gastgeber und 
Schwiegersohn  des  Gesuchstellers,  S._______  (nachfolgend:  Be-
schwerdeführer), sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung  und  die  Erteilung  eines  Besuchervisums  zugunsten  seines 
Schwiegervaters.  Zur  Begründung  bringt  er  im  Wesentlichen  vor,  in 
Vavuniya, dem Wohnort  des Eingeladenen, sei  es bis jetzt  ruhig ge-
blieben.  Der  Gesuchsteller  beziehe  eine  monatliche  Rente  von  um-

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gerechnet  Fr.  500.-,  was  ausreiche,  um  in  Sri  Lanka  ein  würdiges 
Leben führen zu können. Entgegen der Behauptung der Vorinstanz sei 
der Eingeladene anlässlich seiner früheren Besuchsaufenthalte immer 
rechtzeitig  ausgereist,  sei  ihm  doch  jeweils  die  beantragte 
Visumsverlängerung von den zuständigen Behörden gewährt worden. 
Der  Beschwerdeführer  betont  im  Weitern,  dass  er  und  seine  An-
gehörigen inzwischen in der Schweiz eingebürgert seien und über ein 
namhaftes Erwerbseinkommen verfügten.

Der  Eingabe waren unter  anderem verschiedene Lohnabrechnungen 
der  Gastgeber  sowie  Kopien  der  Identitätskarten  und  Ausweise  der 
Familienangehörigen beigelegt.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. Juni  2009 spricht sich die Vorinstanz 
für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, auch 
nach Beendigung des Bürgerkrieges in Sri  Lanka bleibe die Lage in 
den ehemaligen Konfliktzonen unübersichtlich und das politische Klima 
angespannt. Auch in der Schweiz müsse daher mit einer Zunahme der 
Asylströme und -gesuche gerechnet werden. Überdies habe der Ein-
geladene  in  den  Jahren  2005  und  2007  bei  der  zuständigen 
kantonalen  Migrationsbehörde  um Verlängerung  des  Besuchsaufent-
haltes ersucht.

F.
In seiner Replik vom 9. Juli 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen 
Anträgen  und  deren  Begründung  vollumfänglich  fest  und  stellt  ent-
schieden in Abrede, dass der Gesuchsteller sein Heimatland dauerhaft 
verlassen  möchte.  Dieser  lebe  in  Sri  Lanka  zusammen  mit  seinem 
Bruder  und  seiner  Schwester,  die  beide  auch  pensioniert  seien,  im 
gleichen Haus. Er liebe das dortige Klima und sei mit seinem Heimat-
land verbunden. Ein Familiennachzug zu seiner seit bald zwei Jahren 
in der Schweiz lebenden Ehefrau komme schon deshalb nicht in Be-
tracht,  da  es  zwischen  den  Ehegatten  massive  Differenzen  und 
Probleme gebe.

G.
In einer weiteren Eingabe vom 9. Januar 2010 bringt der Beschwerde-
führer unter Hinweis auf das nachgereichte ärztliche Zeugnis vor, dass 
der  Geburtstermin  für  sein  (viertes)  Kind  am  24.  Februar  2010  zu 
erwarten sei.

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H.
Am 4. bzw. 10. Februar 2010 zog das Bundesverwaltungsgericht die 
den Gesuchsteller und dessen Ehefrau betreffenden kantonalen Akten 
bei.

I.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerechte eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 

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gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten  auch  –  grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-
länder  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3774;  BGE  133  I  185  E.  2.3 
S. 189).

4.
4.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 
Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a 
und  b  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parla-
ments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschafts-
kodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nach-
folgend:  Schengener  Grenzkodex  bzw.  SGK,  ABl.  L  105  vom 
13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG). Im Weiteren 
müssen sie  den Zweck und die  Umstände ihres  beabsichtigten Auf-
enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel ver-
fügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG). 
Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). 

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4.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche, lediglich im nationalen Recht  verankerte Einreisevoraus-
setzung aufgestellt. Vielmehr handelt es sich dabei um dieselbe Frage-
stellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen Über-
prüfung  des  Aufenthaltszwecks.  Die  Angabe  des  vorübergehenden 
Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung dar, 
nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. So verlangt 
insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo-
matischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die  von 
Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/27 E. 5).

5.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L 81  vom  21.03.2001,  S. 1–7)  sind  diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im  Besitze  eines  Vi-
sums sein müssen. Sri  Lanka ist in diesem Anhang aufgeführt,  wes-
halb der Gesuchsteller der Visumspflicht unterliegt.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  der  Be-
sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw.  Regionen  mit  politisch 
oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Ein-
reisebewilligung in Einklang steht. 

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6.3 Die  Wirtschaft  Sri  Lankas  ist  im  Jahr  2008  real  um  6,0%  ge-
wachsen.  Das  Pro-Kopf-Einkommen  betrug  2'014  USD,  das 
Bruttoinlandprodukt  (BIP)  40,7  Mrd.  USD.  Die  Werte  des  ersten 
Quartals  2009  (+1,5%)  lassen  für  das  Gesamtjahr  jedoch  eine 
geringere  Rate  erwarten. Ein  Problem für  die  weitere  wirtschaftliche 
Entwicklung des Landes ist  die  Inflation,  die  2008  eine Rekordhöhe 
von  durchschnittlich  22,6%  erreichte.  Zurzeit  schwächt  die  Preis-
steigerung aber ab: im Juni 2009 lag die 12-Monats-Rate bei 12,5%. 
Die  wirtschaftliche  Entwicklung  Sri  Lankas  weist  allerdings  grosse 
regionale  Unterschiede  auf.  Wirtschaftliches  Zentrum  ist  die  Region 
rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung 
erbringt. Demgegenüber sind der Norden und Osten des Landes durch 
den –  mit  Unterbrechungen –  26 Jahre  währenden und erst  im Mai 

2009 beendeten Bürgerkrieg in ihrer Entwicklung zurückgeworfen und 

beim  wirtschaftlichen  Wiederaufbau  sowohl  auf  erhebliche  Hilfe  der 

eigenen  Regierung  als  auch  auf  internationale  Unterstützung  an-

gewiesen (Quelle: Auswärtiges Amt, <http://www.auswaertiges-amt.de>, 

Länder,  Reisen  und  Sicherheit  > Sri  Lanka  > Wirtschaft,  Stand:  Juli 

2009, besucht im Februar 2010). In diesem Zusammenhang gehört die 

Fürsorge  für  die  rund  272'000  in  Lagern  untergebrachten  Bürger-

kriegsvertriebenen und deren Wiederansiedlung in ihre Heimatorte zu 

den vordringlichsten innenpolitischen Aufgaben. Zudem hat  das Ende 

des Bürgerkriegs,  der  nach  letzten Schätzungen  100'000 Todesopfer 

forderte, die Diskussion um eine politische Lösung für den ethnischen 

Konflikt  zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit  und der 

sich  diskriminiert  fühlenden  tamilischen  Minderheit  wieder  entfacht. 

Derzeit  scheint  eine  solche  Lösung  jedoch  noch  in  weiter  Ferne  zu 

liegen  (Quelle:  Auswärtiges  Amt,  a.a.O.,  Innenpolitik,  Stand:  August 

2009, besucht im Februar 2010; vgl. auch JUDITH MACCHI, RAINER MATTERN, 

Schweizerische Flüchtlingshilfe,  Sri  Lanka:  Aktuelle  Situation,  Update 

vom 7. Juli 2009).

6.4 Vor  diesem  Hintergrund  besteht  erfahrungsgemäss  häufig  der 

Wunsch zur  Auswanderung,  welcher  sich vor  allem bei  jüngeren und 

ungebundenen Menschen manifestiert. Aber auch sozial eingebundene 

Menschen und solche reiferen Alters fassen oft diesen Weg ins Auge. 

Ein  bestehendes soziales  Beziehungsnetz  (Freunde oder  Verwandte) 

im Ausland  ist  ein  wichtiges  Element,  das  den Auswanderungswillen 

noch akzentuieren kann. Es gilt  nach Möglichkeit zu verhindern, dass 

Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der  Schweiz  –  entgegen  der  ur-

sprünglichen Absichtserklärung – dazu nutzen, ein Asylgesuch einzu-

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reichen  oder  die  fristgerechte  Wiederausreise  auf  andere  Weise  zu 

umgehen. Die schwierige Lage des Landes spiegelt sich im Übrigen in 

der schweizerischen Asylstatistik wider, in der Personen aus Sri Lanka 

im Jahre 2009 mit  1'415 Gesuchen (+12,1% gegenüber dem Vorjahr) 

die drittgrösste Gruppe von Asylsuchenden stellten (vgl. kommentierte 

Asylstatistik  2009  des  BFM,  S.  3  und  10,  im  Internet  unter: 

<http://www.bfm.admin.ch>, Themen > Statistiken).

6.5 Angesichts des erst vor kurzem beendeten Bürgerkriegs, der viel-

fältigen  Probleme der  tamilischen  Bevölkerung  in  Sri  Lanka  und  der 

grossen Anzahl Asylsuchender aus diesem Staat ist die Beurteilung der 

Vorinstanz, die das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise als 

hoch einschätzte,  grundsätzlich nicht  zu beanstanden.  Nun entbindet 

die  Einschätzung  der  allgemeinen  Situation  zwar  nicht  von  einer 

einzelfallbezogenen Beurteilung der persönlichen Verhältnisse. Es ver-

steht sich aber von selbst, dass vergleichsweise hohe Anforderungen 

zu  setzen  sind,  wenn  es  darum  geht,  eine  besondere  persönliche, 

familiäre oder  berufliche Verwurzelung darzutun,  welche das generell 

anzunehmende Risiko entscheidend zu relativieren vermag. 

7.
7.1 Der  Eingeladene  ist  mittlerweile  70-jährig  und  soll  gemäss  den 
Angaben des Beschwerdeführers zusammen mit seiner Schwester und 
seinem  Bruder,  beide  auch  im  Rentenalter,  im  eigenen  Haus  in  Sri 
Lanka  leben.  Irgendwelche  Indizien  für  das  Bestehen  eines  be-
sonderen Betreuungsbedarfs,  der nur durch den ebenfalls schon be-
tagten Gesuchsteller  selbst  abgedeckt  werden könnte,  sind aus  den 
Akten nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht 
geltend  gemacht.  Gegen  ein  eigentliches  Abhängigkeitsverhältnis 
spricht  nur  schon  der  Umstand,  dass  sich  der  Eingeladene  ohne 
zwingenden Grund gleich für volle drei  Monate ins Ausland begeben 
möchte. Tritt  hinzu, dass in Situationen angespannter wirtschaftlicher 
und/oder  politischer  Verhältnisse  selbst  zurückbleibende  nahe  An-
gehörige  regelmässig  nicht  verlässlich  davon  abhalten  können,  den 
Entscheid für eine Emigration zu fällen. 

Als pensionierter Lehrer, welcher angeblich eine Altersrente von um-
gerechnet  rund  Fr. 500.-  bezieht,  hat  der  Gesuchsteller  ausserdem 
keine  beruflichen  Verpflichtungen  mehr  wahrzunehmen,  die  ge-
gebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr nach Sri  Lanka 
bieten könnten. Zudem ist die Sicherheitslage im Norden Sri Lankas, 

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wie bereits erwähnt, prekär, weshalb in Bezug auf das Herkunftsgebiet 
des Eingeladenen – entgegen der Ansicht  des Beschwerdeführers – 
sehr  wohl  von einem Krisengebiet  gesprochen  werden  kann. So rät 
auch  das  Eidgenössische  Departement  für  auswärtige  Angelegen-
heiten (EDA) von Reisen ins gesamte Gebiet nördlich der Strasse A12 
(Puttalam  –  Anuradhapura  –  Trincomalee)  ab,  wozu  auch  Vavuniya 
gehört  (Quelle:  Reisehinweise  auf  der  Webseite  des  EDA, 
<http://www.eda.admin.ch>, Stand: 11. Februar 2010; vgl. auch Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  C-5277/2008  vom  30.  April  2009 
E. 8.3 und C-2102/2008 vom 9. März 2009 E.  8.2 und 8.3). 

7.2 Andererseits  verfügt  der  Eingeladene  mit  seiner  hierzulande 
lebenden  Ehefrau,  seiner  Tochter,  dem  Schwiegersohn  sowie  den 
Enkelkindern bereits über engste Bezugspersonen in der Schweiz. In 
diesem Zusammenhang gilt es insbesondere dem Umstand Rechnung 
zu tragen, dass mit Ausnahme einer Tochter, zu deren Lebenssituation 
von  den  Betroffenen  allerdings  keine  näheren  Angaben  gemacht 
werden, offenbar sämtliche Familienangehörige des Gesuchstellers ihr 
Heimatland definitiv verlassen haben und nach Westeuropa (Schweiz, 
Frankreich,  Grossbritannien)  übersiedelt  sind,  woraus  auf  einen 
konkreten Migrationswillen im nächsten Umfeld des Eingeladenen ge-
schlossen  werden  kann.  Vor  diesem  Hintergrund  müssen  die  Be-
teuerungen  auf  Beschwerdeebene,  der  Gesuchsteller  werde  die 
Schweiz  nach  seinem  Besuchsaufenthalt  fristgerecht  wieder  ver-
lassen, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden.

7.3 Nicht  zuletzt  altersbedingte  gesundheitliche  Probleme,  fehlende 
familiäre  Beziehungen  sowie  die  misslichen  Verhältnisse  im Heimat-
land bergen ein erhöhtes Risiko in sich, der Gesuchsteller könnte nach 
einem  mehrmonatigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  geneigt  sein,  den 
Lebensabend – wie seine Ehefrau – im Umfeld seiner in der Schweiz 
lebenden nächsten Angehörigen zu verbringen oder sich über die be-
antragte  Visumsdauer  hinaus  hierzulande  aufzuhalten.  Insofern  be-
stehen  gewisse  Festsetzungstendenzen  und  demzufolge  begründete 
Zweifel am deklarierten Aufenthaltszweck (Besuchsaufenthalt; vgl. Art. 
15 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 16 und Art. 12 Abs. 2 Bst. c in fine VEV). 
Das  in  diesem  Zusammenhang  vorgebrachte  Argument  des  Be-
schwerdeführers, die (nicht näher bezeichneten) massiven Differenzen 
zwischen  dem  Gesuchsteller  und  seiner  (bei  der  Gastgeberfamilie 
lebenden)  Ehefrau  stünden  einem  längerfristigen  Aufenthalt  in  der 

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Schweiz entgegen,  vermag angesichts des beantragten Besuchsauf-
enthalts von drei Monaten nicht zu überzeugen.

8.
8.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen und den bisher mit dem 
Gesuchsteller gemachten Erfahrungen durfte die Vorinstanz zu Recht 
davon  ausgehen,  die  fristgerechte  Wiederausreise  sei  nicht  hin-
reichend gewährleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer 
gesicherten  Feststellung  verdichten;  sie  genügt  jedoch,  um  die  Er-
teilung  einer  Einreisebewilligung,  auf  welche  ohnehin  kein  Rechts-
anspruch besteht, abzulehnen. Ein solcher Anspruch lässt sich ebenso 
wenig  aus  früher  erteilten  Einreisebewilligungen  ableiten,  hat  sich 
doch mit  der  veränderten allgemeinen  Sicherheitslage,  die  sich  ins-
besondere im Norden Sri Lankas seither verschlechterte (vgl. Ziff. 6.3 
und 7.1 hievor) sowie dem erfolgten Familiennachzug der Ehefrau die 
Sachlage  seit  dem  letzten  Besuchsaufenthalt  des  Gesuchstellers 
wesentlich verändert.

An der obgenannten Risikoeinschätzung vermag auch der Hinweis auf 
das Schweizerbürgerrecht und die Höhe des Erwerbseinkommens der 
Gastgeber nichts zu ändern. Die Integrität des Beschwerdeführers und 
seiner Ehefrau in ihrer Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht 
in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer 
nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und 
die  Absichten  der  Gastgeber,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche 
Verhalten des Gastes selbst  von Bedeutung. Nur Letzterer  ist  in der 
Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte  und  anstandslose 
Wiederausreise zu bieten. Die Gastgeber können – wie dies in casu 
mit der Unterzeichnung des Formulars "Unterhaltsgarantie" geschehen 
ist  –  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  (Lebensunterhaltskosten 
während  des  Besuchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und 
Krankheit  sowie  Rückreisekosten)  Garantie  leisten,  nicht  aber  – 
mangels  rechtlicher  und  faktischer  Durchsetzbarkeit  –  für  ein  be-
stimmtes  Verhalten  des  Gastes  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-204/2008 vom 5. März 2009 E. 8.4 und 
C-2618/2008 vom 26. Februar 2009 E.11, mit weiteren Hinweisen).

9.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden  Bestimmungen  entsprechend  gewichtete  und  dem  Gesuch-

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steller die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit 
im  Ergebnis  rechtmässig  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 13. Mai 2009 geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS [...] zurück)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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