# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c80c0811-118d-53e5-8cc5-62228e3cde73
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 29.08.2023 R 2023 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2023-63_2023-08-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 23 63

5. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Pedretti und von Salis

Aktuarin ad hoc Fuchs

URTEIL

vom 29. August 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

B._____,

beide vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Luca Curdin Conrad,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde C._____,

Beschwerdegegnerin 1

und

D._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Karel Kohlik,

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Beschwerdegegnerin 2

betreffend Baueinsprache (Prozessbeschwerde)

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I. Sachverhalt:

1. D._____, Eigentümerin der Parzellen Nr. E._____ und F._____, G._____, 

C._____, reichte am 11. November 2022 ein Baugesuch betreffend 

Abbruch und Wiederaufbau der sich auf den beiden Parzellen befindenden 

Liegenschaft ein. Das geplante Vorhaben befindet sich in der 

"Gefahrenzone 2 H._____." 

2. Während der öffentlichen Auflage erhoben A._____ und B._____, 

Eigentümer des benachbarten Grundstücks der Parzelle Nr. I._____, 

fristgerecht Einsprache. Die Einsprechenden beanstanden, dass die 

Sicherheit ihres Grundstücks durch das geplante Bauvorhaben in 

Anbetracht des H._____-Rutschhanges nicht gewährleistet sei. Sie 

befürchten, dass durch den Abbruch der Baute der Hang ins Rutschen 

komme und Schäden an ihrer Liegenschaft entstehen könnten, wie dies 

bereits beim Bau der Liegenschaft auf der Nachbarparzelle Nr. J._____ 

der Fall gewesen sei. Die dem Baugesuch beigelegten Berichte (Bericht 

des Bauingenieurs zum Baueingabeprojekt vom 2. November 2022 und 

geotechnischer Bericht des Büros für K._____ AG [L._____ AG] vom 20. 

Dezember 2022) enthielten denn auch keine Angaben betreffend allfällige 

Auswirkungen auf die Nachbarparzellen und würden sich widersprechen, 

weshalb diese in ihrer Beweiskraft beeinträchtigt seien.

3. Aufgrund der erheblichen Einsturzgefahr der Liegenschaft auf den 

Parzellen Nr. E._____ und F._____ hatte die Gemeinde C._____ bereits 

am 25. November 2021 gestützt auf das von der M._____ AG in Auftrag 

gegebene Gutachten der N._____ AG vom 15. November 2021 

vorsorglich ein Befahrungs- und Betretungsverbot verfügt und die 

M._____ AG angewiesen, bis spätestens Februar 2022 die nötigen 

Sicherungsmassnahmen in der einsturzgefährdeten Baute vorzunehmen. 

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In der Folge wurden im Februar 2022 entsprechende Stützpfeiler im Haus 

durch die N._____ AG angebracht. 

4. Die Gemeinde C._____ wies mit Bau- und Einspracheentscheid vom 

1. Mai 2023 die Einsprache ab und erklärte die Stellungnahme der 

L._____ AG als integrierenden Bestandteil der Baubewilligung. Alle darin 

enthaltenen Empfehlungen, Handlungsanweisungen und Auflagen seien 

einzuhalten und umzusetzen. Weiter hob sie das einst verfügte 

Betretungs- und Befahrungsverbot per Baubeginn auf. 

5. Gegen den Bau- und Einspracheentscheid erhoben A._____ und B._____ 

(nachfolgend: die Beschwerdeführer) am 5. Juni 2023 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Begehren, es sei 

die Baubewilligung zu verweigern und der Beschwerde für die Dauer des 

Verfahrens vorsorglich die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die 

Beschwerdeführer befürchten, dass mit einem Abbruch des Hauses 

Tatsachen geschaffen würden, die sich nur mit unverhältnismässigem 

Aufwand rückgängig machen liessen. Die veranschlagten Massnahmen 

zur Sicherung des Rutschhanges seien ungenügend und könnten von den 

Beschwerdeführern unmöglich akzeptiert werden. Als direkt hinter dem 

Bauvorhaben liegendes Grundstück, sei das Grundstück der 

Beschwerdeführer akut gefährdet. Die Beschwerdeführer beantragen die 

Bestellung eines unabhängigen Gutachters zur Beurteilung der 

Hangsicherheit mit anschliessender Überprüfung durch die ETH Zürich. 

6. Sowohl die Gemeinde C._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) als 

auch D._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) beantragen in ihrer 

Vernehmlassung vom 19. Juni 2023, dass der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu verweigern sei. Beide führen an, dass der 

aktuelle Zustand der Baute auf den Parzellen Nr. E._____ und F._____ 

prekär sei. Wie im Gutachten dargelegt, drohe das Gebäude jederzeit 

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einzustürzen und Trümmer könnten auf die Via H._____ gelangen. Es 

bestehe ein grosses Sicherheitsrisiko für die Öffentlichkeit. Ein Abbruch 

sei daher unabdingbar und käme überdies der Hangstabilität zugute. Die 

Beschwerdegegnerin 2 führt weiter aus, dass sie keinerlei Kosten und 

Mühe scheue für die Realisierung des Projekts. Sie verwende die 

modernste Technologie und gehe über den baurechtlich erforderlichen 

Umsetzungsstandard hinaus. Für das etappenweise und sorgfältige 

Bauen sind aus diesem Grunde auch rund 2 Jahre veranschlagt. Überdies 

sei die Beschwerde bloss ein Druckmittel, um die Beschwerdegegnerin 2 

zu einem Verkauf ihrer Liegenschaft an die Beschwerdeführer zu 

bewegen. 

7. Der Vorderrichter des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

erkannte in seiner Verfügung vom 22. Juni 2023 (R 23 52a) der 

Beschwerde die beantragte aufschiebende Wirkung in den Punkten Ziffer 

3 (Baubewilligung), Ziffer 4 (Betretungs- und Befahrungsverbot) und Ziffer 

11 (Stellungnahme L._____ AG vom 20. Dezember 2022) nicht zu. Zwar 

sei in der Regel das Interesse der Beschwerdeführer an der Beibehaltung 

des status quo höher zu gewichten als das Interesse der Bauherrschaft an 

einem sofortigen Baubeginn, jedoch sei in der vorliegenden Konstellation 

von dieser Grundregel zugunsten des Schutzes der Öffentlichkeit 

abzuweichen. Von der baufälligen Baute gehe eine unmittelbare Gefahr 

für Menschen und Tiere aus, sodass die Beschwerdegegnerin 2 dazu 

angehalten sei, die notwendigen Massnahmen – in diesem Falle den 

Abbruch der Baute – zu ergreifen. Im Übrigen bedeute der Abbruch des 

Gebäudes nicht, dass damit auch mit dem Wiederaufbau bzw. Neubau 

begonnen werden könne. 

8. Gegen die Verfügung des Vorderrichters erhoben die Beschwerdeführer 

am 5. Juli 2023 Prozessbeschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Sie halten an ihrem Antrag fest, der Beschwerde 

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sei die aufschiebende Wirkung in allen Punkten zu erteilen. Die 

Begründung deckt sich im Wesentlichen mit den Ausführungen in ihrer 

Beschwerde vom 5. Juni 2023. 

9. Die Beschwerdegegnerin 1 verweist in ihrer Vernehmlassung vom 19. Juli 

2023 auf ihre Ausführungen in der Vernehmlassung im Hauptverfahren 

vom 19. Juni 2023. Die Beschwerdegegnerin 2 verzichtete auf eine 

Vernehmlassung. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Für die Beurteilung der angefochtenen prozessleitenden Verfügung (R 23 

52a) des Vorderrichters vom 22. Juni 2023 ist das Verwaltungsgericht 

zuständig (Art. 49 Abs. 4 lit. b des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Beschwerdeführer sind 

als direkt angrenzende Nachbarn der Parzelle Nr. I._____ an das 

Bauprojekt der Beschwerdegegnerin 2 und als Verfügungsadressatin zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden [VGU] R 16 32 vom 13. September 2016 E. 3b). Die 

10-tägige Frist für die Anfechtung verfahrensleitender Anordnungen und 

vorsorglicher Massnahme wurde mit Eingabe der Beschwerde am 5. Juli 

2023 gewahrt, weshalb darauf einzutreten ist (Art. 42 Abs. 1 i.V.m. 52 Abs. 

2 VRG). 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Vorderrichter der Beschwerde 

zu Recht die beantragte aufschiebende Wirkung betreffend Ziffer 3, 4 und 

11 nicht zuerkannt hat. 

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3.1 Gemäss Art. 53 VRG kommt einer Beschwerde grundsätzlich keine 

aufschiebende Wirkung zu (Abs. 1). Der Instruktionsrichter kann aber der 

Beschwerde im Einzelfall von Amtes wegen oder auf Antrag 

aufschiebende Wirkung erteilen (Abs. 2). Die aufschiebende Wirkung dient 

in der Regel dazu, den status quo in einem Rechtsstreit zu erhalten und 

zu verhindern, dass durch einen vorzeitigen Vollzug der angefochtenen 

Verfügung vollendete Tatsachen geschaffen werden, die nur noch 

erschwert oder gar nicht mehr rückgängig gemacht werden können (VGU 

R 20 86 vom 8. Dezember 2020 E. 2). 

3.2. Bei der Frage der Erteilung der aufschiebenden Wirkung einer 

Beschwerde hat der Instruktionsrichter – wie bei den anderen 

vorsorglichen Massnahmen – die Hauptsachenprognose, das Bestehen 

eines Anordnungsgrundes sowie die Verhältnismässigkeit zu prüfen (VGU 

R 17 57 vom 16. Januar 2018 E. 3b). Der prozessleitende Entscheid über 

die Rechtmässigkeit und den Umfang der aufschiebenden Wirkung beruht 

auf einer bloss summarischen Prüfung der aktuellen Sach- und 

Rechtslage. Der zuständige Instruktionsrichter stützt sich auf den 

Sachverhalt, wie er aus den vorhandenen Akten hervorgeht und trifft keine 

weiteren Beweiserhebungen. Ausserdem genügt es, wenn die 

entscheidungserheblichen Tatsachen glaubhaft gemacht werden (VGU R 

21 104 vom 8. Februar 2022 E. 3.2).

3.2.1. Als Erstes ist die Entscheidprognose zu prüfen. Deren Einbezug soll 

verhindern, dass eine dem Endergebnis entgegengesetzte 

Zwischenlösung getroffen wird. Der potentielle Ausgang des 

Hauptverfahrens ist aber nur zu berücksichtigen, wenn er eindeutig ist. Bei 

tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich hingegen 

Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall die erforderlichen 

Entscheidungsgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden 

müssen. Je zweifelhafter der Ausgang des Hauptverfahrens erscheint, 

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desto höhere Anforderungen sind an die aufschiebende Wirkung einer 

Beschwerde zu stellen (VGU R 17 57 vom 16. Januar 2018 E. 4a). 

3.2.2 Die Beschwerdeführer rügen im Hauptverfahren neben den mangelnden 

Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf die Hangstabilität, die 

unterlassene Profilierung, die falsche Anwendung des Hofstattrechts, 

einen Verstoss gegen die Zweitwohnungsgesetzgebung und die 

Verletzung der Grenzabstände und Gebäudehöhe. Wie der Vorderrichter 

zu Recht festgehalten hat, ist die Beschwerde im Hauptverfahren prima 

facie nicht geradezu aussichtslos. 

3.2.3. In einem nächsten Schritt ist zu klären, ob für die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung überzeugende Gründe, mithin ein 

Anordnungsgrund besteht. Ein solcher ist zu bejahen, wenn bei 

Nichtanordnung der Massnahmen ein nicht leicht wiedergutzumachender 

Nachteil für das öffentliche oder private Interesse droht (vgl. VGU R 16 48 

vom 18. August 2016 E. 4a). Die Beschwerdeführer haben zumindest 

glaubhaft zu machen, dass ihnen aus der Nichtgewährung oder bloss 

teilweisen Gewährung der aufschiebenden Wirkung ein nicht leicht 

wiedergutzumachender Rechtsnachteil droht oder eine weitreichende 

Verletzung ihrer Abwehransprüche zum Schutze ihres Grundeigentums 

befürchtet werden muss (VGU R 17 57 vom 16. Januar 2018 E. 4a).

3.2.4 Dem ist hinzuzufügen, dass bauliche Massnahmen zwar grundsätzlich 

rückgängig gemacht werden können; indessen sind erfahrungsgemäss die 

Anordnung und insbesondere die Durchsetzung der Rückgängigmachung 

bereits getroffener baulicher Massnahmen – insbesondere von 

Abbrucharbeiten, wo eine Rückgängigmachung fast immer praktisch 

ausgeschlossen ist – mit erheblichen Schwierigkeiten und Aufwand für die 

Beteiligten verbunden. Bei einem Abbruch und Wiederaufbau, wie hier die 

Beschwerdegegnerin 2 beabsichtigt, ist der nicht wiedergutzumachende 

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Nachteil deshalb bereits in der irreversiblen Zustandsveränderung, die ein 

Abbruch und die darauffolgenden Arbeiten für die Erstellung des Neubaus 

bewirken, zu erblicken (vgl. VGU R 21 104 vom 8. Februar 2022 E. 5.3.2). 

Hinzu kommt, dass ein Abbruch der Baute die Hangstabilität 

beeinträchtigen könnte und die bestehende Deformation beschleunigen 

kann. Es besteht somit das Risiko, dass den Beschwerdeführern ohne 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ein nicht leicht 

wiedergutzumachender Nachteil droht. 

3.2.5 Aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip ergibt sich schliesslich das 

Erfordernis einer Interessenabwägung. Dabei ist der festgestellte und 

bewertete potentielle Nachteil den entgegenstehenden öffentlichen und 

privaten Interessen gegenüberzustellen und abzuwägen (vgl. VGU R 2016 

48 vom 18. August 2016 E. 5a). Dabei wird in Konstellationen wie der 

vorliegenden in der Regel das Interesse der Beschwerdeführer an der 

Beibehaltung des status quo höher gewichtet als das Interesse einer 

Bauherrschaft an einem sofortigen Baubeginn (VGU R 21 104 vom 8. 

Februar 2022 E. 5.4.2). Von dieser Grundregel kann indes abgewichen 

werden. 

3.2.6 Wie vorstehend erwähnt, soll die aufschiebende Wirkung die Schaffung 

von Tatsachen verhindern. Dies bedeutet aber auch, dass faktische 

Zustände bevorzugt werden. Der Entscheid über die aufschiebende 

Wirkung kann also sowohl bei deren Anordnung als auch bei deren 

Nichtanordnung die Gefahr vollendeter Tatsachen in sich bergen. 

Insbesondere bei Massnahmen im Umweltschutz kann die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung zu irreparablen Nachteilen führen (XAVIER 

BAUMBERGER, Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel im 

öffentlichen Recht, Zürcher Studien zum Verfahrensrecht 146, 

Zürich 2006, 7). 

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3.2.7 Würde man der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zugestehen, 

laufe dies darauf hinaus, dass die Baute vorerst nicht abgebrochen 

werden könnte, obgleich dies dringend angezeigt ist. Das Gutachten der 

L._____ AG weist auf die Dringlichkeit eines Abbruches aufgrund der 

hohen Einsturzgefahr deutlich hin. Auch die Fotodokumentation vom 

Frühjahr 2023 (datiert auf den 14. Juni 2023; Akten der 

Beschwerdegegnerin 2 [Bg 2]-act. 38 R 23 52) zeigt, dass sich die Baute 

trotz angebrachter Sicherungsmassnahmen wie Stahl- und 

Holzstützpfeiler weiterbewegt und ein Einstürzen nur noch eine Frage der 

Zeit ist. Risse durchziehen sämtliche Wände, der Putz bröckelt von den 

Wänden, Fliesen fallen ab, Türen und Garagentor liessen sich für die 

Begutachtung aufgrund des auf ihnen lastenden Gewichts und des 

verschobenen Untergrundes nicht mehr öffnen, der Boden wölbt sich 

stellenweise und es finden sich an diversen Stellen Wasserschäden. Der 

Zustand der Baute ist äusserst prekär. Die Befürchtung der 

Beschwerdegegnerin 1 und 2, dass das Haus jederzeit einstürzen und 

Trümmer auf die Strasse gelangen können und damit andere Menschen 

gefährden, besteht zu Recht. 

3.3 Art. 79 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

[KRG; BR 801.100] hält fest, dass Bauten und Anlagen weder bei ihrer 

Erstellung noch durch ihren Bestand und ihre Nutzung Personen, Tiere 

und Sachen gefährden dürfen. Tritt eine unmittelbare Gefährdungslage 

ein, ist die Eigentümerin oder der Eigentümer der Baute verpflichtet, die 

notwendigen Massnahmen zu ergreifen (Art. 79 Abs. 4 KRG). Nach dem 

Gesagten stellt die Baute ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, weshalb 

ein Abbruch angezeigt ist. Die im Februar 2022 ergriffenen 

Sicherungsmassnahmen – Anbringen von Stützpfeilern – vermochten nur 

für den Moment zu genügen, reichen aktuell aber nicht mehr aus. 

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4. Im Rahmen der Interessenabwägung ergibt sich folgendes: Die Gefahr, 

dass die Baute einstürzt und andere Personen gefährden könnte, ist höher 

zu gewichten als die Gefahr eines Hangrutsches. Wie von der 

Beschwerdegegnerin 2 ausgeführt, dürfe die blosse Tatsache, dass es 

sich bei dem H._____-Hang um einen Rutschhang handelt, nicht dazu 

führen, dass überhaupt nicht mehr gebaut werden dürfe. Entsprechend 

liegt das Gebiet auch in der Bauzone und nicht etwa ausserhalb von 

dieser. So sieht Art. 101 Abs. 4 des Baugesetzes der Gemeinde C._____ 

[BauG] auch vor, dass Bauvorhaben, die in der Gefahrenzone II des 

Brattas-Hanges realisiert werden sollen, vorab einer unabhängigen 

Prüfinstanz zur Prüfung unterbreitet werden müssen. In der 

"Gefahrenzone II H._____" kann folglich auf eigene Verantwortung 

aufgrund eines neutralen Gutachtens gebaut werden (BGE 114 Ia 245 E. 

6a). 

4.1 Im Recht liegen verschiedene Berichte und Gutachten. Da die 

Beschwerdeführer die Beweis- und Aussagekraft der Expertenberichte in 

Frage stellt, ist auf diese im Nachfolgenden näher einzugehen. 

4.1.1 Als die Beschwerdegegnerin 1 vom Zustand der Liegenschaft vernahm, 

wies sie die M._____ AG mit Schreiben vom 19. August 2021 (Akten der 

Beschwerdegegnerin 1 [Bg 1]-act. 2 R 23 52) an, ein entsprechendes 

Gutachten durch einen anerkannten Bauingenieur zur Beurteilung des 

Zustandes des Gebäudes erstellen zu lassen. In diesem Zuge sollte weiter 

abgeklärt werden, ob von der Baute eine Gefahr für Mensch und Tier 

ausgehe und falls ja, welche Massnahmen zu ergreifen seien. 

4.1.2 Die M._____ beauftragte zu diesem Zwecke die N._____ AG mit der 

Erstellung des Gutachtens. Der Gutachter O._____ stellte in seinem 

Bericht vom 15. November 2021 (Bg 1-act. 3 R 23 53) fest, dass die 

Tragstruktur massiv beschädigt und in einem labilen Zustand sei. Die 

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Häuser wiesen massive Schäden und Wassereintritte auf. Die 

festgestellten Schäden seien typisch für den H._____-Rutschhang. Die 

Konstruktionsweise der Häuser – aus Stahlbeton – sei jedoch nicht auf die 

Hangverschiebungen ausgelegt gewesen, weshalb ihr Lebensende nun 

erreicht sei. Die Liegenschaft könne plötzlich einstürzen, weshalb aus 

Sicherheitsgründen ein Abbruch im Jahr 2022 angezeigt sei. Überdies 

seien die Inklinometer im Frühling des nächsten Jahres (Anmerkung des 

Gerichts: 2022) nachzumessen. 

4.1.3 Zur Qualität des Gutachtens lässt sich sagen, dass sich dieses auf die 

gemachten Beobachtungen (Fotos) stützt. Messungen oder derlei wurden 

nicht gemacht bzw. gehen aus dem Bericht nicht hervor. Zu den von der 

Beschwerdegegnerin 1 gemachten Fragen betreffend 1) 

Bestandesaufnahme, 2) Beurteilung allfälliger struktureller Schäden, 3) 

Beurteilung der Gebäudesicherheit und 4) allenfalls zu ergreifender 

unmittelbarer, mittel- und langfristiger Massnahmen äussert sich der 

Gutachter zwar nur sehr knapp, jedoch vollständig. Im Vergleich zum 

späteren Gutachten der P._____ AG, vom 2. November 2022 (Bg 2-act. 

30 R 23 52), erscheint das Gutachten der N._____ AG hingegen nicht sehr 

detailliert. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass der Begutachtung vom 15. 

November 2021 noch kein Bauprojekt zugrunde lag, sodass sich dieses 

zu Recht nicht mit allfälligen Auswirkungen auf die Nachbarparzelle 

beschäftigen musste. Demzufolge ist das Gutachten der P._____ AG 

(siehe sogleich) für das hier zu beurteilende Bauprojekt von vorrangiger 

Bedeutung. Das Gutachten der N._____ AG ist in der Hinsicht von Belang, 

als dass sich die P._____ AG betreffend die Beurteilung des Zustands der 

Liegenschaft auf die Feststellungen der N._____ AG stützt. Folglich sind 

die von der N._____ AG gemachten Feststellungen dennoch relevant. 

4.2.1 Das Gutachten der P._____ AG wurde von der heutigen 

Beschwerdegegnerin 2 in Auftrag gegeben. Aus diesem Umstand wollen 

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die Beschwerdeführer ableiten, dass es dem Gutachten an der nötigen 

Objektivität mangle, da der Gutachter der P._____ AG, O._____, im 

Interesse des Auftraggebers entscheiden würde. Es liege der objektive 

Anschein der Befangenheit vor. 

4.2.2 Inwiefern die blosse Beauftragung der P._____ AG den Anschein der 

Befangenheit erwecke, ergibt sich dem Gericht nicht. Die P._____ AG ist 

eine von der Baubehörde und Beschwerdegegnerin 2 losgelöste, 

unabhängige Organisation, die mit diesen in keinerlei Verbindung steht. 

Dem ist hinzuzufügen, dass es sogar von Vorteil ist, wenn derselbe 

Gutachter, der mit der Situation bereits bestens vertraut ist, sich nun 

eingehender mit dem Projekt beschäftigt. Insofern kann die P._____ AG 

als unabhängige Prüfinstanz angesehen werden und der Einwand der 

Befangenheit ist nicht zu hören. 

4.2.3 Der Bericht der P._____ AG enthält die zu ergreifenden Massnahmen, 

unter deren Einhaltung das geplante Vorhaben realisiert werden könne. 

Es verlangt vor Baubeginn die Durchführung einer "Sicherstellung eines 

gefährdeten Beweises" der Nachbarliegenschaften, einen etappenweisen 

Abbruch/Aushub und Neubau des Gebäudes unter strikter Einhaltung des 

Massenausgleichs, die Einhaltung des Kontrollplans, die Anwendung der 

Beobachtungsmethode gemäss SIA Norm Nr. 267, die Vermeidung der 

Durchnässung des Bodens und Sicherstellung der Finanzierung vor 

Baubeginn. Den Abbruch erachtet der zuständige Sachbearbeiter 

O._____ als sehr dringend. 

4.2.4 Gestützt auf den geologisch-geotechnischen Bericht vom 19. Oktober 

2012 kommt der Bauingenieur anhand der Bodenanalyse zum Schluss, 

dass die Rutschmasse für das Neubauprojekt gut geeignet sei. Er hält 

überdies fest, dass der zukünftige Neubau vollständig in der Rutschmasse 

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und damit in der Gleitzone liege und sich in Zukunft mit dieser mitbewegen 

werde. 

4.2.5 Das Gutachten der P._____ AG legt genau dar, wie der Massenausgleich 

während des Baus und im Endzustand erfolgen soll. Vertikale Anker in den 

Betonpfählen, das Deponieren des Aushubmaterials auf der Parzelle, das 

Wiegen des wegtransportierten Materials, das Auf- und Hinterfüllen mit 

Findlingen, der Einsatz von Schwerbeton usw. sollen den 

Massenausgleich gewährleisten. Dabei sollen die Vorgänge zugunsten 

der Hangsicherung etappenweise erfolgen. 

4.2.6 Für die Baugrubensicherung kommen gebohrte Betonpfähle, 

vorgespannte Erdanker, vorgespannte Stahlträger und eine Ausfachung 

in Ortbeton (Pilgerschrittverfahren) zum Einsatz. Fachwerkträger und 

vorgespannte Stahlspriesse sind überdies projektiert. An weitere 

Sicherungsmassnahmen, sollte es zu erhöhten Deformationen kommen, 

wurde ebenfalls gedacht. Die vorgesehenen Massnahmen sorgen für eine 

steife Baugrubensicherung, die sich schon bei ähnlich gelagerten 

Baugruben sehr gut und schadenfrei bewährt habe. Sie minimiere die 

Deformation und vermeide auch während der Bauphase eine Aktivierung 

des Hanges. Mit dem geplanten Vorgehen werde die Stabilitätssicherheit 

des Geländes nur minimal gestört. 

4.2.7 Die aufgeführten Massnahmen sind zahlreich und vermögen aus Sicht des 

Gerichts eine genügende Stabilisierung und Sicherung des Hanges zu 

gewährleisten. Die vorgesehenen Überwachungs- und 

Kontrollmassnahmen gewährleisten eine frühzeitige 

Reaktionsmöglichkeit, sollten unvorhergesehene Probleme eintreten. Der 

Bericht erweist sich als vollständig und umfassend, weshalb auf das von 

den Beschwerdeführern beantrage weitere Gutachten verzichtet werden 

kann. 

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4.3.1 Gemäss Art. 101 Abs. 4 BauG ist die Baubehörde der Gemeinde C._____ 

verpflichtet, Bauvorhaben in der "Gefahrenzone II H._____" einer 

vorgängigen Prüfung durch eine unabhängige Prüfinstanz zu unterziehen. 

Die Beschwerdegegnerin 1 beauftragte zu diesem Zweck die L._____ AG 

mit der Begutachtung des Bauprojekts. 

4.3.2 Die L._____ AG weist in ihrem geotechnischen Bericht darauf hin, dass es 

ihre Aufgabe sei, potenzielle Gefahren aufzuzeigen und den Ingenieur zur 

Vermeidung dieser Gefahren zu unterstützen. Es werde der Bericht des 

Ingenieurs geprüft. Die Planung und Durchführung der konkreten 

Massnahmen obliege indes dem Ingenieur. 

4.3.3 Die L._____ AG kommt in ihrem Bericht zum Schluss, dass nicht von einer 

Verschiebung von 2 mm/Jahr auszugehen ist, wovon der Bauingenieur 

ausgeht, sondern von 1.5–4 cm pro Jahr. Die veranschlagte Sicherung der 

Baugrube mittels vertikaler Anker sei in Ordnung. Das 

Baugrubensicherungssystem sei in der Tat steif und verformungsarm. Zur 

Verstärkung sollen die Stahlträger vorgehalten werden, dass bei Bedarf 

eine rasche Intervention möglich sei. Würde das Vorhaben wie vom 

Bauingenieur veranschlagt und unter Einhaltung der zusätzlichen 

Empfehlungen der L._____ AG so ausgeführt, bestünde für 

aussergewöhnliche Probleme bzw. die Beeinträchtigung der 

Hangstabilität lediglich ein kleines Restrisiko. Ein solches sei 

hinzunehmen, da ansonsten im H._____ Gebiet überhaupt nicht mehr 

gebaut werden könne. 

4.3.4 Die Beschwerdeführer rügen, dass die Berichte zur Gefahreneinschätzung 

betreffend ihre Liegenschaft nicht ausreichen würden. Auswirkungen des 

Projekts auf die Nachbarparzellen seien nur ungenügend untersucht 

worden. Die Expertenberichte seien unvollständig und ungenügend. Die 

Stellungnahme der L._____ AG vom 24. Januar 2023 zum Gutachten sei 

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überdies wenig plausibel und eher als Korrektur zum ursprünglichen 

Bericht zu werten als eine tatsächliche Ergänzung. Es fehle an der 

Schlüssigkeit, weshalb die Beweiskraft massiv beeinträchtigt sei. 

4.3.5 Hierzu ist folgendes zu sagen: Gemäss Angaben der L._____ AG erfassen 

die geodätischen Messungen nicht nur die beschwerdegegnerischen 

Parzellen, sondern auch die Nachbarparzellen. Somit werden diese 

ebenfalls in die Überlegungen zur Hangsicherung miteinbezogen. In der 

Tat vermag die abschliessende Bemerkung der L._____ AG, dass 

Bohrerschütterungen, zu grosse Etappierungen oder unsachgemässe 

Bauvorgänge zu Schäden in der Nachbarschaft führen könnten, auf diese 

aber im Bericht nicht im Detail eingegangen worden sei, bei den 

Beschwerdeführern ein gewisses Gefühl der Unsicherheit betreffend das 

Bauprojekt zu vermitteln. Diese Zweifel lassen sich jedoch ausräumen, da 

die Beschwerdegegnerin 1 sämtliche Handlungsanweisungen, Auflagen 

und Empfehlungen zum integrierenden Bestandteil der Baubewilligung 

erklärt hat (Art. 101 Abs. 4 BauG). Nur unter Einhaltung dieser darf der 

Abbruch erfolgen. Werden die Bauvorgänge sachgemäss vorgenommen, 

sind grundsätzlich keine Schäden zu erwarten. Überdies betont die 

L._____ AG in ihrer Stellungnahme vom 24. Januar 2023 (Bg 1-act. 6 R 

23 52), dass sie das Vorgehen des Ingenieurs überprüft und damit die 

lokalen Hangverhältnisse berücksichtigt habe. Die vom Bauingenieur und 

von der L._____ AG vorgesehenen Massnahmen würden für ein bloss 

kleines Restrisiko für Schäden an den Nachbargebäuden sorgen. Dabei 

sei darauf hinzuweisen, dass für ein Bauen am H._____-Hang immer ein 

kleines Restrisiko bestünde. Dem ist zuzustimmen. 

4.3.6 Die Ausführungen in der Stellungnahme stimmen mit dem geotechnischen 

Bericht überein und sind keinesfalls widersprüchlich oder nicht schlüssig. 

Auch ist die Stellungnahme nicht als Korrektur, sondern als Ergänzung zu 

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werten. Die Ausführungen der Beschwerdeführer sind in diesem Punkt 

nicht zu hören. 

5. Wesentlich ist, dass die Stabilität des Hanges unter Berücksichtigung des 

gegebenen Untergrunds als genügend gewährleistet erscheint und die 

verbleibende Unsicherheit durch Auflagen und 

Überwachungsmassnahmen kompensiert werden kann (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_282/2021 vom 10. Juni 2022 E. 5.3). Die 

Beschwerdegegnerin 2 und die Expertenberichte vermögen entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführer glaubhaft darzulegen, dass mit Vornahme 

der entsprechenden Sicherungsmassnahmen, wie Anker, Stahlträger, 

Stahlspriesse etc. die Baute vorsichtig und etappenweise abgebrochen 

werden kann, ohne, dass der Hang ins Rutschen kommt. Überdies ist 

darauf hinzuweisen, dass sich ein plötzlicher Einsturz des Gebäudes 

negativ auf die Hangstabilität auswirken kann (siehe Stellungnahme der 

L._____ AG vom 24. Januar 2023, Bg 1-act. 6 R 23 52), was nicht im 

Interesse der Beschwerdeführer liegen dürfte. Im Gegenteil, ein Abbruch 

käme den Beschwerdeführern bzw. der Stabilisierung ihrer Liegenschaft 

sogar zugute. 

6. Wie bereits vom Vorderrichter zu Recht nochmals betont, bedeutet ein 

Abbruch der Baute nicht, dass auch sofort mit dem Neubau bzw. 

Wiederaufbau begonnen werden kann. Letzteres ist Gegenstand des noch 

hängigen Hauptverfahrens (R 23 52) und ist dementsprechend auch in 

diesem zu beurteilen. Bis dahin ist die Baute abzubrechen und 

anschliessend genügend zu sichern. Insbesondere sind die genannten 

technischen Überwachungsmassnahmen und die vorstehenden 

Stahlträger zur Sicherung und Überwachung der Baugrube anzubringen. 

Allfällige Geländebewegungen sind genau zu beobachten, sodass bei 

kleinsten Veränderungen frühzeitig reagiert werden kann. 

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7. Die Beschwerdeführer befürchten weiter, dass wenn mit dem Abbruch 

begonnen wurde, die Frist von 2 Jahren gemäss Art. 22 Abs. 1 und 

Art. 147 Abs. 3 BauG nicht gewahrt werden könne und mit dem Abbruch 

Tatsachen geschaffen würden, um so den Bau voranzutreiben. Die 

Beschwerdegegnerin 1 hält dem entgegen, dass in dem vorliegenden Fall 

von der Einhaltung der Frist abgesehen werde (Art. 147 Abs. 5 BauG, 

Art. 91 Abs. 2 KRG). Dem ist zu folgen. 

8. Auf den beantragten Augenschein ist aufgrund der anschaulichen 

Fotodokumentation und den ausführlichen Expertenberichten zu 

verzichten. 

9. Nach dem Gesagten überwiegt das Interesse an einem Abbruch der 

einsturzgefährdeten und damit Mensch und Tier bedrohenden Baute und 

damit das Interesse an der öffentlichen Sicherheit dasjenige der 

Beschwerdeführer an der Beibehaltung des status quo. Die 

Expertenberichte haben rechtsgenügend dargelegt, dass ein Abbruch der 

Hangstabilität zugutekommt bzw. eine Verschlechterung dieser unter 

Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen nicht zu erwarten ist. Im 

Gegenteil: Ein unkontrollierbarer Einsturz wäre eher schädlich und ist zu 

vermeiden. Ein kontrollierter Abbruch, Rückbau und Stabilisierung des 

Hanges liegt somit nicht nur im Interesse der Beschwerdegegnerin 1 und 

2, sondern auch der Beschwerdeführer. Ein kleines Restrisiko wird indes 

immer für Bauvorhaben am H._____-Hang bestehen. Dies liegt in der 

Natur der Sache und ist unvermeidbar. Aus den genannten Gründen ist 

das Urteil des Vorderrichters zu bestätigen. Der Beschwerde bleibt 

betreffend Ziffer 3 (Baubewilligung) die aufschiebende Wirkung entzogen. 

10. Wie von den Beschwerdeführern zutreffend ausgeführt, hängen die Ziffern 

4 (Betretungs- und Befahrungsverbot) und Ziffer 11 (Stellungnahme Büro 

für K._____ AG L._____ vom 20. Dezember 2022 betreffend Bauvorhaben 

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in der Gefahrenzone II des H._____-Hanges) mit Ziffer 3 unweigerlich 

zusammen, weshalb jenen ebenfalls die aufschiebende Wirkung nicht 

zuerkannt werden kann. 

11. Insgesamt erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie 

abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die 

Gerichtskosten, darunter eine Staatsgebühr von CHF 3'000.-- hälftig und 

unter solidarischer Haftung zulasten der Beschwerdeführer (Art. 73 Abs. 1 

VRG). Die Beschwerdegegnerin 1 erhält keine Entschädigung, da sie in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig wurde (Art. 78 Abs. 2 VRG). Der 

Beschwerdegegnerin 2 wird keine Parteientschädigung zugesprochen, da 

sie auf eine Teilnahme am vorliegenden Verfahren verzichtete. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Prozessbeschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 409.--

zusammen CHF 3'409.--

gehen hälftig und unter solidarischer Haftung zulasten von A._____ und 

B._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]