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**Case Identifier:** b5ee7b01-a601-540c-b6ce-3def53c3902a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.02.2012 B 2011/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2011-99_2012-02-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2011/99

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 14.02.2012

Entscheiddatum: 14.02.2012

Urteil Verwaltungsgericht, 14.02.2012
Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG (SR 
142.20) sowie Art. 8 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 BV (SR 
101).Bei einem Ausländer, der zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren 
verurteilt wurde und nach dieser Verurteilung weiter delinquierte, besteht ein 
öffentliches Interesse an seiner Wegweisung, welches private Interesse 
(Familie in der Schweiz, langer Aufenthalt in der Schweiz) an einem weiteren 
Verbleib in der Schweiz überwiegt. Dem Wohlverhalten im Straf- bzw. 
Massnahmenvollzug kommt angesichts der Schwere seines Verschuldens 
nur untergeordnete Bedeutung zu. Über den Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung ist vor der Entlassung des Ausländers aus dem 
Straf- bzw. Massnahmenvollzug zu entscheiden, damit dieser Zeit hat, sich 
auf die Rückkehr in sein Heimatland vorzubereiten (Verwaltungsgericht, B 
2011/99).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer,

lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. M. Looser

_______________

 

In Sachen

I. S.,

Beschwerdeführer,

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St.Galler Gerichte

vertreten durch Fürsprecher S. A.,

gegen

 

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Moosbruggstrasse 11,

9001 St. Gallen,

 

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ I. S., geboren am 27. September 1986, ist Staatsangehöriger von Mazedonien und 

war vor seinem vorzeitig angetretenen Strafvollzug im Massnahmenzentrum für junge 

Erwachsene K. (abgekürzt MZE K.) wohnhaft in der politischen Gemeinde K. Er reiste 

am 11. November 1990 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und 

erhielt eine Aufenthaltsbewilligung, gültig bis zum 25. Juli 1991. Kurz nach seiner 

Einreise verliess er zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern die Schweiz 

wieder. Am 4. Februar 2000 reiste er erneut in die Schweiz ein und erhielt eine 

Niederlassungsbewilligung.

B./ Seit seiner Volljährigkeit gab das Verhalten von I. S. nicht nur in finanzieller Hinsicht 

Anlass zu Klagen (gemäss Akten: offene Verlustscheine in der Höhe von rund 

Fr. 44'800.-- und offene Betreibungen von Fr. 4'343.60 und Sozialhilfeunterstützung 

durch Übernahme von Krankenkassenprämien in der Höhe von Fr. 5'154.05), sondern 

er delinquierte auch mehrmals. Dadurch kam es zu folgenden rechtskräftigen 

Verurteilungen:

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1.     Mit Strafverfügung des Bezirksamtes Münchwilen vom 14. November 2006 wegen 

Überschreitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn, begangen 

am 21. April 2006, zu einer Busse von Fr. 120.--;

2.     Mit Verfügung des Statthalteramtes Zürich vom 21. Februar 2007 wegen 

geringfügigem Vermögensdelikt (Sachbeschädigung) zu einer Busse von Fr. 400.--, mit 

Verfügung vom 9. März 2009 umgewandelt in vier Tage Ersatzfreiheitsstrafe;

3.     Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 5. April 2007 

wegen Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 420.--, mit Verfügung vom 

2. Juni 2008 umgewandelt in fünf Tage Ersatzfreiheitsstrafe;

4.     Mit Verfügung des Statthalteramtes des Bezirks Bülach vom 21. Januar 2008 

wegen Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges zu einer Busse von Fr. 750.--, 

mit Verfügung vom 6. Juli 2009 umgewandelt in acht Tage Ersatzfreiheitsstrafe;

5.     Mit Strafverfügung des Bezirksamtes Frauenfeld vom 5. Februar 2008 wegen 

Führens eines Personenwagens in nicht vorschriftsgemässem Zustand und 

Nichttragens der Sicherheitsgurte, begangen am 22. Dezember 2007, zu einer Busse 

von Fr. 300.--;

6.     Mit Verfügung des Polizeirichteramtes Winterthur vom 10. März 2008 wegen 

Überschreitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts zu einer Busse von 

Fr. 330.--, mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 umgewandelt in vier Tage 

Ersatzfreiheitsstrafe;

7.     Mit Verfügung des Stadtrichteramtes Zürich vom 7. Mai 2008 wegen Verletzung 

der Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 350.--, mit Verfügung vom 28. August 2008 

umgewandelt in vier Tage Ersatzfreiheitsstrafe;

8.     Mit Bussenverfügung des Bussenzentrums St. Gallen vom 23. September 2008 

wegen Widerhandlung gegen das damals geltende Transportgesetz (AS 1986, 1974), 

begangen am 7. April 2008, zu einer Busse von Fr. 60.--;

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9.     Mit Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 11. Juni 2008 wegen mehrfachen 

Raubs, Betrugs, mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen 

Hausfriedensbruchs, Urkundenfälschung, Nichtanzeigens eines Fundes, 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (SR 514.54), mehrfacher grober Verletzung 

der Verkehrsregeln, mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, 

mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug, Fahrens ohne 

Fahrzeugausweis, mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern sowie der 

Widerhandlungen gegen Art. 99 Ziff. 3 des Strassenverkehrsgesetz (SR 741.01, 

abgekürzt SVG), begangen im Zeitraum Mai sowie September bis November 2006, zu 

einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren (unter Anrechnung von 228 Tagen Haft) 

sowie einer Busse von Fr. 500.--;

Dieses Urteil wurde mit Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 27. April 

2009 mit Ausnahme des Vorwurfs des Fahrens ohne Fahrausweis im Sinne von Art. 96 

Ziff. 2 SVG bestätigt und zwar ohne Änderungen am Strafmass.

Am 22. Juli 2008 wurde I. S. erneut verhaftet und in Untersuchungshaft genommen, 

bevor er am 28. Juli 2009 gemäss der Erklärung des Bezirksamtes Münchwilen vom 7. 

Mai 2009 und gestützt auf Art. 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, 

abgekürzt StGB) vorzeitig in das MZE K. eingewiesen wurde. Mit Anklageschrift der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau vom 30. April 2010 wurde gegen ihn Anklage 

erhoben wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, bandenmässigen 

Raubversuchs, mehrfacher und qualifizierter Sachbeschädigung und des Versuchs 

dazu, Betrugs, Hehlerei plus allenfalls geringfügiger Hehlerei, mehrfachen 

Hausfriedensbruchs und des Versuchs dazu, Brandstiftung, mehrfacher strafbarer 

Vorbereitungshandlungen zu Raub, einfacher und grober Verletzung von 

Verkehrsregeln, mehrfacher Entwendung von Personenwagen zum Gebrauch, 

mehrfachen Fahrens trotz Entzugs des Führerausweises, mehrfachen Missbrauchs von 

Ausweisen und Kontrollschildern sowie wegen mehrfacher Gewässerverschmutzung. 

Beantragt wurde unter anderem eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten (unter Anrechnung 

von 373 Tagen Untersuchungs- und Polizeiverhaft) und eine Busse von Fr. 1'000.-- 

sowie der Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zur Fortsetzung des laufenden 

Vollzugs einer stationären Massnahme für junge Erwachsene (Art. 61 StGB).

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Mit Zusatz-Anklageschrift vom 21. Februar 2011 erhob die Staatsanwaltschaft des 

Kantons Thurgau gegen I. S. zusätzlich Anklage wegen Diebstahls und beantragte neu 

eine Freiheitsstrafe von 38 Monaten (unter Anrechnung von 406 Tagen Untersuchungs- 

und Polizeiverhaft) sowie Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zur Fortsetzung des 

laufenden Vollzugs einer stationären Massnahme gemäss Art. 61 StGB (unter 

Anrechnung des vom 28. Juli 2009 bis zum 5. November 2010 absolvierten und ab 

24. Januar 2011 vorzeitig angetretenen Strafvollzugs). Das Bezirksgericht Münchwilen 

fällte am 5. Juli 2011 hinsichtlich der angeklagten Sachverhalte gemäss den 

Anklageschriften vom 30. April 2010 und 21. Februar 2011 einen Entscheid gegen I. S. 

Eine gegen dieses Urteil eingereichte Berufung beim Obergericht des Kantons Thurgau 

zog I. S. kurz vor der Verhandlung am 6. Januar 2012 wieder zurück.

C./ Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt (früher 

Ausländeramt) mit Verfügung vom 9. August 2010 die Niederlassungsbewilligung von I. 

S. und wies ihn an, die Schweiz am Tag der Entlassung aus dem Straf- bzw. 

Massnahmenvollzug zu verlassen. Der Widerruf wurde unter anderem damit begründet, 

dass I. S. wiederholt in schwerwiegender Weise das Gastrecht in der Schweiz 

missbraucht habe. Daher liege der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) 

vor.

D./ Gegen diese Verfügung des Migrationsamtes erhob I. S. mit Eingabe seines 

Rechtsvertreters vom 24. August 2010 Rekurs beim Sicherheits- und 

Justizdepartement. Er beantragte dabei unter anderem, die angefochtene Verfügung 

sei kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben und ihm sei die 

Niederlassungsbewilligung zu belassen; eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen und Beweismassnahmen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Rekurs 

wurde im Wesentlichen damit begründet, dass zu beachten sei, dass sich der Widerruf 

der Niederlassungsbewilligung angesichts der Rechte aus Art. 8 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und 

Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, 

abgekürzt BV), seines langen Aufenthalts in der Schweiz sowie seiner Bewährung im 

Massnahmenvollzug unverhältnismässig sei.

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Während des laufenden Rekursverfahrens entwich I. S. am 5. November 2010 aus dem 

MZE K. und konnte erst am 22. Dezember 2010 wieder verhaftet werden. In der Folge 

sass er bis zum 23. Januar 2011 in Untersuchungshaft und trat anschliessend wieder in 

das MZE K. ein.

Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 14. April 

2011 ab. Der Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, dass der Widerruf 

der Niederlassungsbewilligung angesichts der Schwere des Verschuldens und der 

Unbelehrbarkeit und Unverbesserlichkeit von I. S. verhältnismässig sei, da ein 

erhebliches öffentliches Interesse an seiner Wegweisung bestehe. Soweit es aufgrund 

der Straftaten und des damit verbundenen Verschuldens überhaupt noch auf eine 

Rückfallgefahr ankomme, könne selbst ein geringes Risiko nicht hingenommen werden. 

Aus Art. 8 EMRK könne I. S. sodann keine Ansprüche herleiten, da er 

vierundzwanzigeinhalb Jahre alt sei und keine besondere Abhängigkeit zu 

Familienangehörigen bestehe.

E./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2. Mai 2011 erhebt I. S. Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht und beantragt unter anderem, dass der Rekursentscheid 

aufzuheben sei und dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung zu belassen 

sei. Eventualiter sei der angefochtene Rekursentscheid aufzuheben und die Streitsache 

sei zu weiteren Abklärungen und Beweisaufnahmen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Als Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass sich die Eltern, Geschwister 

und weitere Verwandte des Beschwerdeführers in der Schweiz befinden würden und er 

keine Beziehungen zu seinem Heimatland habe. Der Widerruf seiner 

Niederlassungsbewilligung verstosse daher gegen den Schutz des Familien- und 

Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV, da kein hinreichendes 

aktuelles öffentliches Interesse vorliege. Sodann sei die Rückfallgefahr lediglich 

aufgrund der vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten angenommen worden und 

nicht effektiv abgeklärt worden.

Mit Eingabe vom 2. Mai 2011 stellte I. S. auch ein Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung und beantragte, es sei ihm zu gestatten, den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. Mit Verfügung vom 4. Mai 2011 

wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche 

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Prozessführung infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab und verlangte einen 

Kostenvorschuss für die Beschwerde von Fr. 2'500.--. Auf sein Begehren um 

superprovisorische Anweisung an die Vorinstanz, jegliche Vollzugsmassnahmen bis 

zum Entscheid des Verwaltungsgerichts zu unterlassen, wurde angesichts der von 

Gesetzes wegen bestehenden aufschiebenden Wirkung (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 51 VRP) nicht eingetreten. Nach Einreichung eines Gesuchs um Erstreckung 

der Frist zur Leistung des Kostenvorschusses erhob I. S. mit Eingabe seines 

Rechtsvertreters vom 6. Juni 2011 gegen die Verfügung des Präsidenten des 

Verwaltungsgerichts Beschwerde an das Bundesgericht. Nach dem Verzicht des 

Verwaltungsgerichts wie auch des Sicherheits- und Justizdepartements auf eine 

Vernehmlassung und der Gewährung der aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 

5. Juli 2011 wies das Bundesgericht mit Entscheid vom 23. August 2011 die 

Beschwerde betreffend unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung ab. Zur 

Begründung führte das Bundesgericht im Wesentlichen an, dass das 

Verwaltungsgericht angesichts des Aufenthalts des Beschwerdeführers von vierzehn 

Jahren in seinem Heimatland, des Verkehrs mit seinen Landsleuten, der 

Nichtabhängigkeit von seinen in der Schweiz wohnhaften Eltern sowie angesichts der 

massiven Bedrohung seiner Opfer und der physischen Gewalt gegen diese davon 

ausgehen durfte, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des 

Beschwerdeführers sein privates Interesse an einem Verbleib eindeutig überwiege und 

sein Rechtsmittel daher aussichtslos sei.

Am 15. September 2011 setzte das Verwaltungsgericht I. S. eine neue Frist zur Zahlung 

des Kostenvorschusses von Fr. 2'500.-- an, der nach nochmaliger Fristerstreckung 

bezahlt wurde. Mit Schreiben vom 3. November 2011 beantragt das Sicherheits- und 

Justizdepartement die Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf 

den angefochtenen Entscheid und die Akten. Der Rechtsvertreter von I. S. erhielt diese 

Vernehmlassung zur Kenntnisnahme. Am 13. resp. 27. Dezember 2011 reichte der 

Rechtsvertreter ein Diplom von I. S. als Reinigungsfachperson sowie die 

Arbeitsqualifikation Dezember 2011 ein. Er teilt im Schreiben sodann mit, dass I. S. 

einen unbefristeten Arbeitsvertrag habe abschliessen können und per 3. Januar 2012 

extern arbeiten werde. Mit Schreiben vom 13. Januar 2012 wurden dem 

Rechtsvertreter Kopien des zwischenzeitlich beim Verwaltungsgericht eingegangenen 

Schreibens der Generalstaatsanwaltschaft Thurgau vom 9. Januar 2012 und des 

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Vollzugsauftrags vom 20. Januar 2011 zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 18. Januar 

teilte der Rechtsvertreter von I. S. dem Verwaltungsgericht telefonisch mit, dass sein 

Mandant höchstwahrscheinlich Ende März 2012 bedingt entlassen werde.

Auf die weiteren Vorbringen der Beschwerdebeteiligten wird – soweit erforderlich – in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Das Verwaltungsgericht hat das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen von Amtes 

wegen zu prüfen.

1.1. (…).

1.2. Zu den inhaltlichen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift gehören nicht nur 

Antrag und Darstellung des Sachverhalts, sondern auch eine Begründung der 

Vorbringen des Beschwerdeführers (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). 

Dabei ist ein pauschaler Verweis auf die Ausführungen in der Rekursschrift in ständiger 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts als Begründung ungenügend, da daraus 

nicht hervorgeht, in welchen Punkten und aus welchen Gründen der Entscheid der 

Vorinstanz angefochten wird. Es kann nach konstanter Rechtsprechung nicht die 

Aufgabe der Rechtsmittelinstanz sein, in den vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen 

zu suchen, weshalb der Entscheid der Vorinstanz unrichtig sein könnte (vgl. anstatt 

vieler VwerGE B 2011/186 vom 15. Dezember 2011 E. 2, abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch; U. P. Cavelti/Th. Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. 

Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen). Diese Praxis gilt auch dann, wenn der 

Rechtsvertreter nicht nur auf die Ausführungen in der Rekursschrift verweist, sondern 

sie zusätzlich in kleiner Schrift in der Beschwerdeschrift wiedergibt. Nur durch die 

wortwörtliche Wiedergabe der Ausführungen aus der Rekursschrift kommt der 

Beschwerdeführer seiner Begründungspflicht nicht nach. Soweit die Beschwerdeschrift 

neben der wortwörtlichen Wiedergabe von Ausführungen vor der Vorinstanz nicht 

begründet darlegt, in welchen Punkten und aus welchen Gründen der vorinstanzliche 

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Entscheid angefochten wird, ist mangels begründeter Vorbringen darauf nicht 

einzutreten.

1.3. Auf die Beschwerde ist einzutreten, soweit sie begründete Vorbringen enthält.

2. Streitgegenstand ist vorliegend der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers.

Die Niederlassungsbewilligung kann unter anderem widerrufen werden, wenn der 

Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder wenn gegen ihn eine 

strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde 

(Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG) oder wenn er in 

schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat 

oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG).

2.1. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt der Widerrufsgrund nach Art. 63 

Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG vor, wenn gegen eine ausländische 

Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 

379 ff. E. 4.2; 137 II 301 f. E. 2.3.4). Aufgrund der rechtskräftigen Verurteilung des 

Beschwerdeführers durch das Obergericht Zürich vom 11: Mai 2008 wegen 

mehrfachen Raubs und zahlreichen weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von 

dreieinhalb Jahren liegt unbestrittenermassen der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 

Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG vor. Dies anerkannte auch das 

Bundesgericht (BGE 2C_484/2011 vom 23. August 2011 E. 3.2). Hinzu kommt, dass 

der Beschwerdeführer am 5. Juli 2011 durch das Bezirksgericht Münchwilen aufgrund 

der erwähnten Anklageschriften der Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau vom 

30. April 2010 und 21. Februar 2011 verurteilt wurde.

2.2. Auch ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

oder deren schwerwiegende Gefährdung kann einen Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung rechtfertigen (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG; Weisungen und 

Kreisschreiben des Bundesamtes für Migration, I. Ausländerbereich, Version 

30.09.2011, Ziff. 8.3.2c, abrufbar unter www.bfm.admin.ch). Ein solcher Verstoss liegt 

unter anderem vor bei Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen 

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Verfügungen oder bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder 

privatrechtlichen Verpflichtungen (Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201]). Dabei kann ein Widerruf 

auch dann geboten sein, wenn ihn die einzelnen Handlungen für sich allein noch nicht 

rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass die betreffende 

Person nicht gewillt ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3; 

VerwGE B 2011/150 vom 15. Dezember 2011 E. 2.3, abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch). Dies zeigt sich beim Beschwerdeführer neben den zahlreichen 

Übertretungen der schweizerischen Rechtsordnung insbesondere darin, dass ihn 

selbst laufende Strafverfahren und die erstinstanzliche Verurteilung durch das 

Bezirksgericht Horgen nicht davon abhielten, weitere Delikte gemäss den genannten 

Anklageschriften vom 30. April 2010 und 21. Februar 2011 zu begehen.

Zudem kann auch eine Verschuldung insofern gegen die öffentliche Ordnung 

verstossen, als öffentlich- oder privatrechtliche Pflichten mutwillig nicht erfüllt werden 

(VerwGE B 2011/150 vom 15. Dezember 2011 E. 2.2, abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch). Angesichts der Verlustscheine von rund Fr. 44'800.--, der offenen 

Betreibungen von Fr. 4'343.60 und der Schulden gemäss den Strafurteilen sowie der 

erheblichen und wiederholten Delinquenz erscheint die Bejahung des Widerrufsgrunds 

nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG durch die Vorinstanz vordergründig als nachvollziehbar. 

Ob das Verhalten des Beschwerdeführers aber letztlich als schwerwiegender Verstoss 

im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, braucht nicht abschliessend 

entschieden zu werden, da dieser Widerrufsgrund subsidiär gegenüber Art. 63 Abs. 1 

lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG ist (BGE 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 

E. 2.1 mit Hinweis).

3. Beim Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist der Grad der 

Integration zu beachten (Art. 96 Abs. 1 AuG), und die Massnahme muss aufgrund der 

jeweils im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig 

erscheinen (Art. 5 Abs. 2 BV). Der Widerruf setzt daher voraus, dass das öffentliche 

Interesse an der Wegweisung die privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in 

der Schweiz übersteigt. Zu berücksichtigen sind namentlich die Schwere des 

Verschuldens, die Dauer der bisherigen Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem 

Ausländer und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE 135 II 381 E. 4.3; BGE 

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2C_832/2009 vom 29. Juni 2010, E. 4.1; VerwGE B 2009/143 vom 3. Dezember 2009 

E. 3.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).

3.1. Nach der Rechtsprechung sind Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des 

Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabwägung die vom Strafrichter 

verhängten Strafen, d.h. das im Strafurteil zum Ausdruck kommende Verschulden (BGE 

129 II 216 E. 3.1; VerwGE B 2011/118 vom 11. August 2011 E. 2.3.2 mit Hinweisen, 

abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).

3.1.1. Wie bereits erwähnt, wurde der Beschwerdeführer wegen zahlreichen 

Übertretungen des Strassenverkehrsrechts gebüsst, wobei die Bussen teilweise in 

Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt wurden. Dies fällt indessen aufgrund der Intensität 

der Strafmasse nicht entscheidend ins Gewicht. In strafrechtlicher Hinsicht ist 

vorwiegend zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer unter anderem wegen 

mehrfachen Raubs, Betrugs, mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung 

etc. im Jahr 2009 vom Obergericht Zürich rechtskräftig zu dreieinhalb Jahren 

Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Das Obergericht zog bei der Würdigung des 

Verschuldens des Beschwerdeführers – wie bereits die Vorinstanz zu Recht ausführt - 

unter anderem in Betracht, dass der Beschwerdeführer insgesamt bei seinen Delikten 

sowohl gegenüber anderen Personen, deren körperliche Integrität und deren Eigentum 

als auch gegenüber der Rechtsordnung als Ganzes ein ignorantes und rücksichtsloses 

Verhalten gezeigt habe. Er habe getan, ohne sich um die Rechte anderer zu kümmern 

und ohne sein Verhalten zu reflektieren, was sich eben so ergeben habe und sei auch 

bereit gewesen, für seine rein egoistischen Vorhaben wesentliche Rechtsgüter von 

Dritten, insbesondere deren körperliche Integrität, zu verletzen und zu gefährden. Zu 

Gunsten des Beschwerdeführers sei immerhin davon auszugehen, dass er bedingt 

durch sein jugendliches Alter bei den Taten die ganze Tragweite seiner Handlungen 

noch nicht überblickt habe. Die Tatmehrheit sowie die teilweise mehrfache 

Tatbegehung im Bereich der mittelschweren Kriminalität seien als straferhöhend in 

ganz erheblichem Masse zu berücksichtigen. Nur leicht strafmindernd sei die teilweise 

versuchte Tatbegehung zu veranschlagen, da die Täter jeweils durch Drittumstände an 

der Vollendung des Delikts gehindert worden seien. Ebenfalls nur leicht sei die 

Vorstrafenlosigkeit zu würdigen. Beim Nachtatverhalten sei zu Gunsten des 

Beschwerdeführers berücksichtigt worden, dass er trotz anfänglichen 

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Nichtkooperierens letztlich vollumfänglich geständig gewesen sei und sich bei einem 

Geschädigten schriftlich entschuldigt habe. Andererseits habe der Beschwerdeführer 

trotz laufendem Strafverfahren weiter delinquiert. Von Einsicht könne daher nicht 

gesprochen werden. Insgesamt könne somit das Nachtatverhalten des 

Beschwerdeführers trotz des Geständnisses nicht strafmindernd berücksichtigt 

werden.

Beim Nachtatverhalten ist aufgrund der polizeilichen Befragungsprotokolle zudem zu 

berücksichtigen, dass zumindest das Geständnis primär nicht vom Beschwerdeführer 

ausging, sondern von seinen Mittätern. Zudem hält der Schlussbericht der 

Kantonspolizei Zürich vom 15. Juni 2007 (S. 7) fest, dass die Befragungen mit dem 

Beschwerdeführer als bemühend bezeichnet werden müssten, weil er sich sehr 

arrogant verhalte und von sich aus überhaupt nichts dazu beigetragen habe, was die 

Ermittlungen in irgendeiner Art und Weise beschleunigt hätte.

3.1.2. Fremdenpolizeilich fällt zudem erschwerend ins Gewicht, dass laufende 

Strafverfahren oder Aufenthalte im Untersuchungsgefängnis den Beschwerdeführer 

nicht davon abhielten, neue Straftaten zu begehen. So hat er sich gemäss der 

Anklageschrift vom 30. April 2010 nach seiner Entlassung aus der 228-tägigen 

Untersuchungshaft am 27. Juni 2007 an Einbruchdiebstählen am 3./4. September 2007 

in G. AR und in A. sowie am 13. September 2007 in H. beteiligt. Weiter hat er sich 

gemäss Anklageschrift im Zeitraum November 2007 bis Juni 2008 neben zahlreichen 

Verstössen gegen das SVG und der geringfügigen Hehlerei der Beteiligung an rund 

dreissig Einbruchdiebstählen resp. Kassen- und Geldwechselautomatenaufbrüchen, 

meistens im Raum Ostschweiz, schuldig gemacht. Selbst nach der Eröffnung des 

Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 11. Juni 2008 war der Beschwerdeführer am 

21. Juli 2008 an einem versuchten Raub auf die Servicefachangestellte des 

Restaurants "xxx" in K. beteiligt und hat im Juli 2008 mehrere 

Vorbereitungshandlungen zu einem Raub gemacht. Einen grossen Teil dieser Vorwürfe 

gestand der Beschwerdeführer im Verlaufe des polizeilichen Ermittlungsverfahrens ein. 

Damit ist eindeutig erwiesen, dass sich der Beschwerdeführer trotz laufendem 

Strafverfahren und erster Verurteilung nicht an die Rechtsordnung hielt, sondern sich 

gewissenlos über sie hinwegsetzte. Dieses Verhalten zeigt seine Unbelehrbarkeit und 

dass er die hiesige Rechtsordnung mit Füssen tritt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

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3.1.3. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind solche zahlreichen, wiederholt 

begangenen und teilweise gewalttätigen Delikte und die damit verbundene 

Geringschätzung der hiesigen Rechtsordnung als gravierend einzustufen. Bei 

Gewaltdelikten, Drogendelikten sowie bei wiederholter Straffälligkeit oder Verurteilung 

zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und mehr ist von einem schweren 

Rechtsverstoss und einem überwiegenden öffentlichen Interesse an der Fernhaltung 

des Ausländers auszugehen (BGE 125 II 526 ff. E. 4a; 122 II 436 E. 2c). Angesichts der 

Freiheitsstrafen von dreieinhalb Jahren und der jahrelangen Delinquenz gelangte die 

Vorinstanz zu Recht zur Auffassung, dass das Verschulden des Beschwerdeführers in 

ausländerrechtlicher Hinsicht sowie hinsichtlich der Art der begangenen Delikte als 

auch der Tatumstände und der ausgefällten Strafe als schwerwiegend zu betrachten 

ist. Hinzu kommt die Verurteilung durch das Bezirksgericht Münchwilen vom 5. Juli 

2011 die damit verbundene Delinquenz seit dem ersten Strafverfahren. Daraus wird 

eine erhebliche kriminelle Energie des Beschwerdeführers ersichtlich. Angesichts 

dieser Fakten kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer auch 

inskünftig gegen die Rechtsordnung verstossen wird.

3.1.4. Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass er die Delikte als knapp 

Volljähriger begangen habe. Wie die Vorinstanz ausführte, wurde dieser Aspekt bereits 

vom Strafgericht bei der Strafzumessung gewürdigt. Zudem ist zu berücksichtigen, 

dass er jeweils trotz laufendem Strafverfahren weiter delinquierte und dabei bereits 22 

Jahre alt oder älter war.

3.1.5. Der Beschwerdeführer macht zudem gegen den Entscheid der Vorinstanz 

geltend, dass er einen überdurchschnittlichen Massnahmenvollzug aufweise und den 

Massnahmenfortschritt im zeitlichen Rahmen rasch und stetig vorantreibe. Er sei 

zudem seit Frühjahr 2008 nicht mehr straffällig geworden. Zudem rügt er als Verletzung 

seiner Verfahrensgarantien, dass die Rückfallgefahr nicht effektiv abgeklärt worden sei.

Auch wenn der Beschwerdeführer heute angeblich einsichtig ist und er sich - mit 

Ausnahme seiner Entweichung aus der MZE K. im November 2010 - grösstenteils im 

Massnahmenvollzug bewährt hat, vermag dies nicht die Schwere seines Verschuldens 

bei seinen zahlreichen erheblichen Delikten lindern. Im ausländerrechtlichen Verfahren 

steht das allgemeine Interesse an der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

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Vordergrund und weniger der bei der strafrechtlichen Beurteilung wichtige 

Resozialisierungsgedanke und die Prognose über das künftige Wohlverhalten (BGE 

2C_282/2008 vom 11. Juli 2008 E. 3.1; 2A.253/2004 vom 27. August 2004 E. 3.3; 125 II 

110 E. 2c). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist allein aus der Tatsache, dass 

der Beschwerdeführer sich im Strafvollzug meistens gut verhalten hat, noch nicht ohne 

weiteres der Schluss zu ziehen, es bestehe bei ihm keinerlei Rückfallgefahr mehr bzw. 

es gehe von ihm keine konkrete Gefährdung der öffentlichen Ordnung mehr aus 

(2C_28/2010 vom 25. März 2011 E. 2.3). Abgesehen davon kommt dem Gesichtspunkt 

der Rückfallgefahr ausserhalb des Geltungsbereichs des Freizügigkeitsabkommens 

keine vorrangige Bedeutung zu. Eine günstige Prognose hinsichtlich der 

Resozialisierungschancen schliesst deshalb eine Wegweisung noch nicht aus; 

insbesondere muss bei Gewaltdelikten selbst ein geringes Restrisiko nicht 

hingenommen werden, und es darf auch generalpräventiven Gesichtspunkten 

Rechnung getragen werden (BGE 2C_282/2008 vom 11. Juli 2008 E. 3.2; 2C_28/2010 

vom 25. März 2011 E. 2.3). Erschwerend fällt im vorliegenden Sachverhalt schliesslich 

noch ins Gewicht, dass sich der Beschwerdeführer selbst nach seiner ersten 

Verurteilung nicht durchwegs wohlverhalten und weitere Straftaten begangen hat. Sein 

Verhalten zeigt eindeutige Züge einer Unbelehrbarkeit.

Damit ist zugleich ausgesagt, dass sich die Abklärung der effektiven Rückfallgefahr im 

vorliegenden Sachverhalt erübrigt. In diesem Sinne erachtete auch das Bundesgericht 

die Annahme der Aussichtlosigkeit der Beschwerde als zulässig, und zwar unabhängig 

davon, ob und in welchem Masse eine Rückfallgefahr besteht (BGE 2C_484/2011 vom 

23. August 2011 E. 3.2).

Soweit sich der Beschwerdeführer sodann auf einen angeblichen europäischen 

"accord commune" beruft, der sich in der klaren und unbedingten Berücksichtigung 

der Rückfallgefahr durch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte zeige, ist darauf nicht weiter einzugehen. Der Beschwerdeführer führt 

nämlich weder diesen angeblichen "accord commune" weiter aus, noch legt er dessen 

Grundzüge und Rechtsquellen dar. Zudem ist zu berücksichtigen, dass das 

Bundesgericht im Zusammenhang mit Straftaten, die die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung gefährden, in Übereinstimmung mit der in Europa herrschenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

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Rechtsüberzeugung ausländerrechtlich eine strenge Praxis verfolgt (BGE 2C_28/2010 

vom 25. März 2011 E. 2.3).

3.1.6. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass der angefochtene Entscheid 

der Vorinstanz auf einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung und auf einer Verletzung 

des rechtlichen Gehörs beruhe.

Eine Verletzung dieser Verfahrensgarantien liege darin, dass der Entscheid über den 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung angesichts der laufenden Massnahmen 

verfrüht sei. Wie bereits die Vorinstanz zu Recht ausführt, fallen die 

Arbeitsqualifikationen der Vollzugsinstanz über den Beschwerdeführer zwar 

grundsätzlich positiv aus, auch wenn Schwankungen im Arbeitsbereich feststellbar 

sind (Qualifikation August 2010 57 Punkte, Qualifikation April 2011 54 Punkte, 

Qualifikation Mai 2011 55 Punkte, Qualifikation Dezember 2011 58 Punkte). Dieses 

Wohlverhalten wird aber grundsätzlich von jeder Person vorausgesetzt und stellt im 

"geschützten" Rahmen des Straf- bzw. Massnahmenvollzugs keine besondere 

Leistung dar, zumal verschiedene Erleichterungen oder der Entscheid über die 

bedingte Entlassung davon abhängen. Dem Wohlverhalten kommt daher eine 

untergeordnete Bedeutung zu (BGE 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3 mit 

Hinweis). Zudem fiel der Beschwerdeführer auch im "geschützten" Rahmen der 

Vollzugsanstalt negativ auf, indem er aus dem MZE K. am 5. November 2010 entwich 

und erst wieder am 22. Dezember 2010 verhaftet werden konnte. Weiter hat er bei der 

Arbeitsqualifikation "April 2011" seine Unterschrift verweigert und ist gemäss dem 

Bericht des MZE K. vom 5. Juli 2010 bei wenigen Vorkommnissen aufgefallen. Der 

Beschwerdeführer stand zudem aufgrund von Aussagen von anderen Insassen des 

MZE K. im Verdacht, am 1. Februar 2011 beim Einbruchdiebstahl in das Büro der 

Wohngruppe 2 des MZE K. dabei gewesen zu sein, als Bargeld in der Höhe von 

insgesamt Fr. 790.--, zwei Mobiltelefone sowie 80 Tabletten Ritalin entwendet worden 

seien. Sodann ist für die Beurteilung aus ausländerrechtlicher Sicht das 

Nachtatverhalten des Beschwerdeführers ausserhalb eines solchen "geschützten" 

Rahmens zu beachten und dieses fällt angesichts wiederholter Delinquenz trotz 

laufenden Strafverfahren nicht positiv aus.

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Zum Zeitpunkt des Entscheids über den Widerruf ist zu bemerken, dass nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht vorgeschrieben ist, wann über die 

Wegweisung zu befinden ist, wenn der Täter eine längere Freiheitsstrafe zu verbüssen 

hat. Die Regelung sollte einfach vor der Entlassung getroffen werden, damit das 

weitere Schicksal des Ausländers vor seiner Entlassung durch einen vollstreckbaren 

Entscheid geregelt ist (BGE 131 II 329 E. 2.4). Hierzu führt die Vorinstanz in 

Übereinstimmung mit der Praxis des Verwaltungsgerichts richtig aus, dass eine 

frühzeitige Entscheidung wünschenswert ist, wenn das Wohlverhalten während des 

Vollzugs angesichts der Schwere des Verschuldens nicht mehr ins Gewicht fallen 

würde, sodass der Ausländer Zeit hat, sich auf die Rückkehr in sein Heimatland 

vorzubereiten (VerwGE B 2009/195 vom 16. September 2010 E. 6.1 mit Hinweis; vgl. 

ferner B 2009/198 vom 24. Februar 2010 E. 2.2 f., beide abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch). Vorliegend ist – wie bereits vorhin ausgeführt - von einer geringen 

Bedeutung des Wohlverhaltens in Unfreiheit auszugehen. Zudem besteht gemäss 

Aussagen seines Rechtsvertreters die Aussicht, dass der Beschwerdeführer Ende März 

2012 bedingt entlassen wird. Aus diesen Gründen rechtfertigt sich zum jetzigen 

Zeitpunkt ein Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers.

Als nicht beachtlich erweist sich sodann der Einwand des Beschwerdeführers, dass ein 

Entscheid während des Massnahmenvollzugs den Massnahmenzweck, also die 

Resozialisierung torpediere. Wie bereits ausgeführt, kommt nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung aus fremdenpolizeilicher Sicht dem Resozialisierungsgedanken 

angesichts des schweren Verschuldens des Beschwerdeführers und seiner 

Unbelehrbarkeit nur geringe Bedeutung zu.

3.1.7. Es besteht somit aufgrund seines schweren Verschuldens an zahlreichen 

erheblichen Delikten mit zahlreichen Geschädigten ein erhebliches öffentliches 

Interesse, dass die Behörden die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 

widerrufen und ihn aus der Schweiz wegweisen.

3.2. Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, dass ein erhebliches privates Interesse an 

einem weiteren Verbleib in der Schweiz bestehe. Der Beschwerdeführer lebt seit 12 

Jahren in der Schweiz. An sich trifft es zu, dass an den Widerruf einer 

http://www.gerichte.sg.ch/

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Niederlassungsbewilligung umso strengere Anforderungen zu stellen sind, je länger ein 

Ausländer in der Schweiz anwesend war. Zu berücksichtigen ist zudem, in welchem 

Alter der Ausländer in die Schweiz eingereist ist. Es ist aber auch in Betracht zu ziehen, 

dass bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ein Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung selbst dann nicht ausgeschlossen ist, wenn ein Ausländer 

hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (BGE 

2C_318/2010 vom 16. September 2010 E. 3.3.1.; BGE 130 II 190 E. 4.4.2 mit 

Hinweisen; VerwGE B 2009/195 vom 16. September 2010 E. 5.4 mit Hinweis, abrufbar 

unter www.gerichte.sg.ch). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist eine Wegweisung 

im Übrigen umso eher zulässig, wenn sich der Ausländer selbst nach längerer 

Anwesenheit in der Schweiz nicht oder nur wenig integriert hat (vgl. BGE 2A.540/2001 

vom 4. März 2002).

3.2.1. Von einer gelungenen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz kann 

angesichts seiner strafrechtlichen Verurteilungen und seiner wiederholten Delinquenz 

während laufenden Strafverfahren keine Rede sein, obwohl er seit dem 14. Lebensjahr 

und somit seit über 12 Jahren in der Schweiz lebt. Auch andere Fakten sprechen 

gegen eine gelungene Integration: Der Beschwerdeführer ist zwar in günstigen 

familiären Verhältnissen aufgewachsen, aber auch dies konnte ihn nicht von der 

Begehung zahlreicher erheblicher Delikte abhalten. Er hat in der Schweiz den Rest 

seiner Schulzeit sowie Anlehren als Plattenleger und im MZE K. als 

Reinigungsfachperson absolviert. Die Anlehre als Reinigungsfachperson begann der 

Beschwerdeführer jedoch nur aufgrund erhöhten Druckes des MZE K. und der 

zuständigen Behörden, da er andernfalls in den Strafvollzug hätte zurückkehren 

müssen (Bericht des MZE K. vom 5. Juli 2010, S. 2). Nach seiner Anlehre zum 

Plattenleger wurden die einzelnen Arbeitsverhältnisse jeweils nach kurzer Zeit wieder 

aufgelöst. Eine gefestigte berufliche Integration ausserhalb einer geschützten 

Umgebung besteht daher nach wie vor nicht, auch wenn er anfangs Januar eine 

externe Arbeitsstelle ausserhalb des MZE K. antreten konnte. Hinzu kommt, dass sich 

der Beschwerdeführer während des laufenden Strafverfahrens und nach der 

Entlassung aus der ersten Untersuchungshaft Gruppen resp. Clans von Bürgern aus 

Ex-Jugoslawien anschloss. Diese Gruppen und Clans verübten zahlreiche 

Einbruchdiebstähle und andere Delikte und wiesen gemäss Schlussbericht der 

Kantonspolizei St. Gallen vom 26. Juni 2009 teilweise mafiöse Strukturen auf. Auch aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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der Anklageschrift an das Bezirksgericht Münchwilen vom 30. April 2010 ergibt sich, 

dass der Beschwerdeführer teilweise in einem Treffpunkt von Männern aus dem Balkan 

in W. arbeitete resp. dort häufig verkehrte. Damit fehlt dem Beschwerdeführer auch der 

Wille zur gesellschaftlichen Integration.

3.2.2. Der Beschwerdeführer macht sodann noch die Verletzung seines Privat- und 

Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK und Art. 13 BV geltend, da seine Eltern, 

Geschwister, Onkel und Tanten in der Schweiz leben würden und er den grössten Teil 

seines Lebens in der Schweiz verbracht habe. Er sei sozial, aber auch finanziell von 

seiner Kernfamilie abhängig.

Das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV verankerte Recht auf Achtung des 

Familienlebens beschränkt sich grundsätzlich auf die Kernfamilie, d.h. die 

Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 129 II 11 E. 2 

S. 14). Zwar hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in verschiedenen 

Entscheiden festgehalten, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch die 

Beziehung von jungen Erwachsenen zu ihren Eltern vom Begriff des Familienlebens im 

Sinne der Konvention erfasst sein kann (vgl. Urteil des EGMR in Sachen Maslov gegen 

Österreich vom 23. Juni 2008, Rz. 62 mit Hinweisen). Vorliegend ist aber zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits 25 Jahre alt ist und daher nicht 

mehr auf den Schutz und Beistand der Ursprungsfamilie angewiesen ist. Von ihm als 

gesundem Menschen mit zwei abgeschlossenen Anlehren kann erwartet werden, dass 

er selbst für seinen Lebensunterhalt sorgt. Eine Abhängigkeit von Eltern oder 

Geschwistern im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK ist daher nicht ersichtlich. 

Zudem ergibt sich aus den Akten, dass er vor der Massnahme die meiste Zeit mit 

Leuten aus Ex-Jugoslawien, die nicht Familienangehörige sind, verbrachte. Seit dem 

Vollzug der Massnahme lebt der Beschwerdeführer sodann nicht mehr bei seinen 

Eltern. Deshalb kann er keine Ansprüche aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV 

ableiten. Auch das Bundesgericht anerkannte, dass der Beschwerdeführer angesichts 

seines Alters und Gesundheitszustands nicht auf seine in der Schweiz wohnhaften 

Eltern angewiesen ist. Es verneinte ebenfalls einen familiären Anspruch des ledigen und 

kinderlosen Beschwerdeführers auf Aufenthalt (BGE 2C_484/2011 vom 23. August 

2011 E. 3.2).

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Auch auf die Achtung seines Privatlebens kann sich der Beschwerdeführer nicht 

berufen, da dazu besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende 

private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechende 

vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären resp. ausserhäuslichen Bereich 

erforderlich sind (BGE 130 II 286 E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 2C_832/2009 vom 

29. Juni 2010 E. 5). Solche qualifizierten Bindungen des Beschwerdeführers zur 

Schweiz sind aus den Akten nicht zu entnehmen und werden von ihm auch nicht 

genügend fundiert dargelegt. Zudem hat der Beschwerdeführer - entgegen der 

Darstellung in der Beschwerdeschrift - den grössten Teil seines bisherigen Lebens 

nicht in der Schweiz verbracht, da er abgesehen von einem Kurzaufenthalt erst im Jahr 

2000 in die Schweiz einreiste und vorher vierzehn Jahre in Mazedonien lebte. Sodann 

ist zu bemerken, dass selbst wenn der Beschwerdeführer Rechte gemäss Art. 8 EMRK 

und Art. 13 BV geltend machen könnte, die Wegweisung angesichts des 

überwiegenden öffentlichen Interesses daran als konventionskonform zu betrachten ist.

Der Einwand des Beschwerdeführers, dass die Platzierung in Mazedonien nach dem 

Kurzaufenthalt in der Schweiz nur provisorisch gedacht war, ist nicht erheblich, da 

einzig der Bezug zur Schweiz seit seiner Einreise im Rahmen des Familiennachzugs im 

Jahr 2000 massgebend ist. Hinzu kommt, dass er nach seinem Kurzaufenthalt in der 

Schweiz noch zehn Jahre in Mazedonien lebte.

3.2.3. Bei einer Gesamtbetrachtung des bisherigen Verhaltens des Beschwerdeführers 

und seiner persönlichen Umstände muss somit davon ausgegangen werden, dass 

seine weitere ständige Anwesenheit in der Schweiz eine unzumutbare Beeinträchtigung 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellen würde. Deshalb verstösst es nicht 

gegen das Bundesrecht und die EMRK, wenn die Verhältnismässigkeit des Widerrufs 

der Niederlassungsbewilligung bejaht wird. Dabei darf insbesondere berücksichtigt 

werden, dass der Beschwerdeführer in ein Land zurückkehren wird, wo er mit 

Ausnahme des Kurzaufenthalts in der Schweiz die ersten vierzehn Jahre seines Lebens 

verbracht hat. Zudem ist er der Landessprache seines Heimatlandes mächtig und hat 

bis zur 7. Klasse die Schule in Mazedonien absolviert. Zudem verkehrte er gemäss 

Feststellung der Vorinstanz auch in der Schweiz mit Landsleuten. Dies zeigt, dass er 

die Kultur und Sprache seines Heimatlandes kennt. Kein Kriterium sind sodann die im 

Vergleich zur Schweiz allenfalls verminderten Resozialisierungschancen (BGE 2A.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

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688/2005 vom 4. April 2006, E. 3.1.3). Aufgrund seiner abgeschlossenen Anlehren und 

Schulausbildung in der Schweiz sollte er in seinem Heimatland eine weiterführende 

Lehre oder Arbeit finden können.

Selbst wenn er sich in Mazedonien ein neues Beziehungsnetz aufbauen müsste und 

die Rückkehr zweifellos mit wirtschaftlichen und persönlichen Schwierigkeiten 

verbunden ist, kann ihm die Rückkehr zugemutet werden. Die entsprechenden 

Nachteile hat er selbst zu verantworten. Der Kontakt zu Familienangehörigen in der 

Schweiz kann er mittels Briefen, Internet oder Telefongesprächen und im Rahmen von 

Besuchsaufenthalten von der Heimat aus pflegen.

3.3. Als gänzlich unbehelflich erweist sich schliesslich der Einwand des 

Beschwerdeführers, dass mit der Wegweisung gestützt auf die strafrechtlichen 

Verurteilungen gegen den Grundsatz der Doppelbestrafung (ne bis in idem) verstossen 

werde. Der Dualismus von Strafverfahren und fremdenpolizeilichen Verfahren 

entspricht klarer gesetzlicher Grundlage und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.

3.4. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Eingabe vom 2. Mai 2011 

gestellten Beweisanträge (Befragungen des Beschwerdeführers, seines Vaters und 

weiterer Familienmitglieder sowie der forensisch-therapeutischen Betreuungspersonen 

des MZE K.) sind nicht geeignet, neue erhebliche Tatsachen hervorzubringen, die zu 

einem anderen Schluss führen würden. Auf weitere Abklärungen kann daher verzichtet 

werden. Auch auf die Einforderung von neueren Strafvollzugsberichten als denjenigen 

in den Akten kann angesichts der erwähnten geringen Bedeutung des Wohlverhaltens 

im Massnahmenvollzug verzichtet werden.

4. Gesamthaft ergibt sich, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des 

Beschwerdeführers dessen privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der 

Schweiz überwiegt. Die Schwere seines Verschulden, die nicht erfolgreiche Integration 

sowie die wiederholte und erhebliche Delinquenz sowie die erwähnten Praxen des 

Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts lassen einen Widerruf der Niederlassung 

trotz des relativ langen Aufenthalts in der Schweiz als verhältnismässig erscheinen. Der 

angefochtene Entscheid verletzt somit Bundes- und Völkerrecht nicht.

5. (…).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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Demnach hat das Verwaltungsgericht

 

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2./ Der Beschwerdeführer hat die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

Fr. 2'500.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe zu 

bezahlen.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

V.          R.           W.

 

Der Präsident:              Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Fürsprecher S. A.)

-   die Vorinstanz

-   das Migrationsamt

 

am:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil Verwaltungsgericht, 14.02.2012
	Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG (SR 142.20) sowie Art. 8 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 BV (SR 101).Bei einem Ausländer, der zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt wurde und nach dieser Verurteilung weiter delinquierte, besteht ein öffentliches Interesse an seiner Wegweisung, welches private Interesse (Familie in der Schweiz, langer Aufenthalt in der Schweiz) an einem weiteren Verbleib in der Schweiz überwiegt. Dem Wohlverhalten im Straf- bzw. Massnahmenvollzug kommt angesichts der Schwere seines Verschuldens nur untergeordnete Bedeutung zu. Über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist vor der Entlassung des Ausländers aus dem Straf- bzw. Massnahmenvollzug zu entscheiden, damit dieser Zeit hat, sich auf die Rückkehr in sein Heimatland vorzubereiten (Verwaltungsgericht, B 2011/99).

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