# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ff09f7d-368e-5ca2-ac05-6b3bea995f2f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.11.2025 D-8878/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8878-2025_2025-11-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8878/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli;   

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Senay Ekinci, Rechtsbüro, 

Effingerstrasse 8, 3011 Bern,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 7. November 2025 / N (…). 

 

 

 

D-8878/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A. 

Die Beschwerdeführerin – eine türkisch-kosovarische Staatsangehörige – 

suchte am 15. September 2025 gemeinsam mit ihrem Ehemann und Kind 

(D-8875/2025) in der Schweiz um Asyl nach.  

B. 

Sie wurde am 29. Oktober 2025 vertieft zu ihren Asylgründen und denjeni-

gen des Kindes angehört.  

Zu ihrem persönlichen Hintergrund und zur Begründung ihres Asylgesuchs 

führte sie im Wesentlichen aus, im Kosovo aufgewachsen und im Alter von 

ungefähr zwanzig Jahren in Kroatien Opfer einer (…) durch kosovarische 

Schlepper geworden zu sein. Dies habe zu einem Zerwürfnis mit ihrer Fa-

milie geführt, weshalb sie in die Türkei gereist sei, wo sie ihren zukünftigen 

Ehemann kennengelernt und geheiratet habe. Ihr gemeinsames Kind sei 

in der Schule wegen des christlichen Glaubens der Beschwerdeführerin 

ausgegrenzt worden. Beim Zusammenleben mit den Schwiegereltern sei 

es wegen ihres Glaubens zu Streitereien gekommen, jedoch habe ihr Ehe-

mann zu ihr gestanden. Als dieser aufgrund seiner Verbindungen zur Hiz-

met Bewegung Probleme mit den türkischen Behörden bekommen habe, 

seien sie am 9. September 2025 gemeinsam aus der Türkei ausgereist. 

Bei einer Rückkehr in die Türkei befürchte sie, ihr Ehemann würde ins Ge-

fängnis kommen. Sie werde nicht arbeiten können und ihr Leben wäre 

ohne ihn nicht zu bewältigen.  

Zu ihrer gesundheitlichen Situation befragt gab sie an, sie habe in der Tür-

kei eine Chemotherapie wegen (…)krebs nach drei Behandlungen infolge 

negativer Nebenwirkungen vorzeitig abbrechen müssen. Es seien in der 

Schweiz diverse Arzttermine geplant.  

Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin ihre Identi-

tätskarte im Original und zur Stützung ihrer Vorbringen Kopien ärztlicher 

Unterlagen (Beweismittel [BM] 4 bis 8) aus der Türkei und der Schweiz ein.  

C. 

Die damalige Rechtsvertretung nahm mit Eingabe vom 6. November 2025 

zum Entscheidentwurf vom 5. November 2025 Stellung.  

D-8878/2025 

Seite 3 

D. 

Antragsgemäss führte das SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 

in einem separaten Verfahren (Geheimhaltung (…) vor dem Ehemann).  

E. 

Mit gleichentags eröffnetem Entscheid vom 7. November 2025 lehnte das 

SEM unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug an. Gleichzeitig beauftragte es den zuständigen Kanton mit 

dem Wegweisungsvollzug. 

F. 

Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 18. November 2025 (Da-

tum Postaufgabe) gegen den Entscheid des SEM vom 7. November 2025 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Es wurde die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

die Gewährung von Asyl, eventualiter unter Feststellung der Unzulässig-

keit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges die 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme und subeventualiter die Rückwei-

sung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragt. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin unter Verzicht 

auf das Erheben eines Kostenvorschusses um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung und um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertre-

terin als amtlichen Rechtsbeistand. 

G. 

Mit Schreiben vom 19. November 2025 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

D-8878/2025 

Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs wird das vorliegende 

Verfahren mit dem ebenfalls am Bundesverwaltungsgericht anhängig ge-

machten Verfahren des Ehemannes und gemeinsamen Kindes der Be-

schwerdeführerin (D-8875/2025) zeitlich koordiniert und vom gleichen 

Spruchkörper behandelt. 

4.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne einen Schriftenwechsel und 

mit summarischer Begründung, zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 

AsylG). 

5.  

5.1 In der Beschwerde (S. 7 und 11) werden die formellen Rügen einer 

ungenügenden Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und von 

Ermessensfehlern erhoben. Sie sind vorab zu beurteilen, da sie gegebe-

nenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu 

bewirken. 

5.2 Die Rüge der Beschwerdeführerin, die medizinische sowie familiäre 

Gesamtbelastung sei nicht gewürdigt worden, trifft angesichts der sehr de-

taillierten Würdigung dieser Punkte im angefochtenen Entscheid nicht zu 

(vgl. Ziff. I/5, Ziff. II und Ziff. III/1, 3). Gleiches gilt für die Rüge einer fehlen-

den Würdigung des Kindeswohls, da sich die Vorinstanz im separaten Ent-

scheid des Kindes sowohl mit der Flüchtlingseigenschaft als auch beim 

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Seite 5 

Wegweisungsvollzug mit dem Kindeswohl rechtsgenüglich auseinanderge-

setzt hat (N (…); vi-Entscheid vom 7. November 2025, Ziff. II/1 und Ziff. 

III/3). Angesichts des Antrages der Beschwerdeführerin auf ein separates 

Verfahren (A36/16, F124) konnte die Vorinstanz vorliegend auf eine Wür-

digung des Kindeswohls verzichten. Rechtliche Fehler bei der Ermessens-

betätigung sind nicht zu erblicken, zumal es keine Verletzung einer formel-

len Obliegenheit ist, wenn die Beschwerdeführerin die Einschätzung der 

Vorinstanz nicht teilt.  

5.3 Aufgrund des Gesagten sind die formellen Rügen unbegründet, wes-

halb der entsprechende Subeventualantrag abzuweisen ist. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

6.2 Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG liegt 

dann vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine solche 

hätte sich – im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit verwirklicht und/oder werde sich auch aus heutiger 

Sicht mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirkli-

chen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete 

Bedrohung vorhanden sein, die bei einem durchschnittlichen Menschen in 

vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. 

 

6.3 Wer die Flüchtlingseigenschaft geltend macht, muss sie nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).  

 

7.  

7.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid mit der feh-

lenden Asylrelevanz der Vorbringen.  

 

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Seite 6 

Die Ereignisse, die sich mutmasslich vor fünfzehn Jahren in Kroatien und 

im Kosovo zugetragen hätten, seien nicht geeignet, die Flüchtlingseigen-

schaft zu begründen. Die Beschwerdeführerin, die damals bereits die (…) 

bei den kosovarischen Behörden angezeigt habe, sei auch betreffend die 

erlebten und befürchteten Nachteile durch ihren Vater an die schutzwilligen 

und schutzfähigen kosovarischen Behörden zu verweisen (sicherer Her-

kunfts- und Heimatstaat, Art. 6a Abs. 2 Buchstabe a AsylG). Die Probleme 

aufgrund ihres Glaubens mit der Familie ihres Ehemannes würden man-

gels Intensität keine flüchtlingsrechtliche Relevanz entfalten, zumal ihr 

Ehemann gemäss ihren Angaben zu ihr halte. Im Übrigen sei eine Kollek-

tivverfolgung von Christen in der Türkei zu verneinen. Weder aus den An-

gaben der Beschwerdeführerin noch den Akten seien konkrete Hinweise 

darauf zu entnehmen, sie stehe persönlich im Fokus der türkischen Behör-

den oder habe bisher diesbezüglich irgendwelche konkreten Nachteile er-

litten. Eigenständige Verbindungen zur Hizmet Bewegung habe sie ver-

neint. Vielmehr habe sie die Türkei wegen der Probleme des Ehemannes 

verlassen. Selbst bei Annahme einer Inhaftierung des Ehemannes wäre 

eine solche mangels Gezieltheit gegen die Beschwerdeführerin nicht ge-

eignet, ihre Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Betreffend die Stellung-

nahme der damaligen Rechtsvertretung zur gesundheitlichen Situation sei 

auf die Erwägungen zum Wegweisungsvollzug zu verweisen. Angesichts 

der mangelnden asylrechtlichen Relevanz der Vorbringen erübrige sich 

eine Glaubhaftigkeitsprüfung.  

 

7.2 In der Beschwerde wurde demgegenüber in hauptsächlicher Wieder-

holung der bisherigen Vorbringen im Wesentlichen entgegnet, die Vorin-

stanz habe die Lebensumstände der Beschwerdeführerin selektiv betrach-

tet und die geschilderten Risiken verharmlost. Die Beschwerdeführerin 

habe wegen ihres Glaubens wiederholt Ablehnung, Ausgrenzung und fa-

miliäre Konflikte erlebt. Auch wenn die religiösen Differenzen nicht der 

Hauptfluchtgrund gewesen seien, habe sie deswegen und aufgrund ihrer 

gesundheitlichen Vulnerabilität kein stabiles soziales Umfeld aufrecht er-

halten können. Die Vorinstanz verkenne das zentrale Risiko, dass die Be-

schwerdeführerin als Familienangehörige des Ehemannes, der im Fokus 

der türkischen Behörden stehe, gemäss öffentlichen Berichten ebenfalls 

befragt, überwacht und unter Druck gesetzt werden könne. Das sekundäre 

Risiko sei ihre untragbare Situation bei einer Inhaftierung ihres Eheman-

nes. 

 

D-8878/2025 

Seite 7 

8.  

8.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. In der Be-

schwerde wird nichts vorgetragen, was eine andere Einschätzung rechtfer-

tigen könnte. Um Wiederholungen zu vermeiden kann vorab auf die zutref-

fenden Erwägungen (E.) der angefochtenen Verfügung sowie auf vorste-

hend E. 7.1 verwiesen werden. 

 

8.2 Entgegen der Behauptung in der Beschwerde hat die Vorinstanz die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Recht individuell und gesamthaft 

als nicht asylrechtlich relevant eingestuft. Aus den dargelegten Ereignissen 

vor fünfzehn Jahren (Opfer eines Delikts, Kontaktabbruch der Familie) in 

ihrem Heimatstaat Kosovo ist kein adäquater Kausalzusammenhang zur 

Ausreise aus der Türkei ersichtlich. Das Asylrecht dient ferner nicht dazu, 

erlittenes Unrecht wieder gut zu machen. Aus einer feindseligen sozialen 

Umgebung und familiären Streitigkeiten aufgrund des christlichen Glau-

bens ist mangels Intensität nicht auf eine asylrechtlich relevante Verfolgung 

zu schliessen. In Bezug auf eine Gefährdung als Familienangehörige des 

türkischen Ehemannes ist mit Hinweis auf dessen Asylentscheid  

(D-8875/2025), in welchem seine Flüchtlingseigenschaft verneint wird, 

festzustellen, dass damit der behaupteten indirekten Gefährdung der Be-

schwerdeführerin die Grundlage entzogen wird, weshalb sich weiterge-

hende Erwägungen dazu erübrigen (Beschwerde, S. 7 f.: indirekte Risiken 

einer eigenen Verhaftung, Folter, Misshandlung und Verletzung von Art. 3 

EMRK). Die Hinweise auf öffentliche Berichte sind mangels persönlicher 

Betroffenheit unbehelflich. Es gehen weder aus den Akten noch den Anga-

ben der Beschwerdeführerin Anhaltspunkte dafür hervor, sie habe auf-

grund der türkischen Behörden direkte, ernsthafte Nachteile erlitten, was 

auch nicht geltend gemacht wird. Es ist nicht von einer die Beschwerde-

führerin in absehbarer Zukunft mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohen-

den gezielten asylrechtlich relevanten Verfolgung auszugehen. Aus der 

Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin lässt sich keine Flüchtlings-

eigenschaft ableiten. Darauf ist in den nachstehenden Erwägungen zum 

Wegweisungsvollzug näher einzugehen.  

8.3 Aufgrund des Gesagten hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin zu Recht verneint und ihr Asylgesuch folgerichtig 

abgelehnt. 

 

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Seite 8 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

 

9.2 Die Beschwerdeführenrin verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

 

Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Hei-

mat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

 

10.2 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er-

hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung (Non-Re-

foulement) im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden kann. Eine 

Rückkehr der Beschwerdeführerin in die Türkei ist demnach unter dem As-

pekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

 

Sodann ergeben sich – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin 

– weder aus ihren Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür 

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Seite 9 

hervor, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in die Türkei dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver-

botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil des BVGer  

E-6369/2025 vom 11. September 2025 E. 9.2.3). Nach dem Gesagten ist 

der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der landes- als auch der völ-

kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

10.3  

10.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

 

10.3.2 Auch unter Berücksichtigung des Wiederaufflammens des türkisch-

kurdischen Konfliktes sowie der bewaffneten Auseinandersetzungen zwi-

schen der PKK und den staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 in ver-

schiedenen Provinzen im Südosten des Landes (Batman, Diyarbakir, Mar-

din, Siirt, Urfa und Van, Hakkari und Sirnak) sowie der Entwicklungen nach 

dem Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs im Juli 2016 ist ge-

mäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht von einer Si-

tuation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in 

der Türkei auszugehen. Folglich ist nicht von der generellen Unzumutbar-

keit des Vollzugs von Wegweisungen auszugehen (vgl. Referenzurteil  

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2; statt vieler Urteil des BVGer 

E-6369/2025 vom 11. September 2025 E. 9.3.2 m.w.H.). 

 

10.3.3 Die Beschwerdeführerin lebte bisher mit ihrer Familie in Bursa und 

kann gemeinsam mit dem Ehemann und ihrem Kind in die Türkei zurück-

kehren. Es ist anzunehmen, dass eine Rückkehr der Beschwerdeführerin 

in die Türkei keine Probleme birgt, zumal sie 2014 ihren Ehemann dort hei-

ratete, die türkische Staatsbürgerschaft erlangte und die letzten ungefähr 

fünfzehn Jahre dort verbrachte (A36/16, F17 ff., F33 f., F39). Vor diesem 

Hintergrund ist nicht davon auszugehen, sie würde bei einer Rückkehr in 

eine wirtschaftliche oder finanzielle Notlage geraten. Zudem verfügt sie 

über eine gute Ausbildung (zwölf Schuljahre, Maturaabschluss) und Be-

rufserfahrung als Floristin, weshalb es ihr – unter Berücksichtigung ihres 

Gesundheitszustandes (vgl. nachstehende Erwägung 10.3.4) – zuzumuten 

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Seite 10 

sein dürfte, einer eigenen Arbeitstätigkeit nachzugehen. Im Übrigen verfügt 

sie zusätzlich über die kosovarische Staatsangehörigkeit, weshalb es ihr 

im Sinne der zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (vi-Entscheid,  

Ziff. III/1) offensteht, anstelle in die Türkei (mit ihrer Familie) in den Kosovo 

zurückzukehren.  

 

10.3.4 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann nur dann aus 

medizinischen Gründen auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

geschlossen werden, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland 

nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffe-

nen Person führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizi-

nische Behandlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer 

menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist (vgl. etwa BVGE 

2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2 je mit weiteren Hinweisen, bestätigt in 

Urteil des BVGer D-340/2025 vom 11. November 2025, E.6.3.1). Aufgrund 

der Akten ist nicht von derart gravierenden gesundheitlichen Beschwerden 

der Beschwerdeführerin auszugehen, die zu einer raschen und lebensge-

fährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes führen würden 

(A29/3, A30/2: depressive Episode ohne psychotische Symptome, Ver-

dacht auf Posttraumatische Belastungsstörung; A31/1: (…)krebs). Die me-

dizinische Behandlung der bereits in der Türkei bestandenen und jahrelang 

therapierten psychiatrischen Störungen sowie der Krebserkrankung der 

Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 9 ff; BM 4 bis 8.) kann bei einer Rück-

kehr wiederum in Anspruch genommen werden, womit – entgegen der Be-

schwerde – keine medizinischen Wegweisungsvollzugshindernisse vorlie-

gen. Allfälligen suizidalen Tendenzen wird bei der Beurteilung der Reisefä-

higkeit Rechnung getragen und es ist auf die Möglichkeit, bei der Vo-

rinstanz bei Bedarf einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen 

(vgl. Art. 93 Abs.1 Bst. d AsylG), hinzuweisen. 

 

10.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar.  

 

10.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, die im Besitz ihrer gül-

tigen Identitätskarte ist, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimat-

staates die für eine Rückkehr allfällig notwendigen weiteren Reisedoku-

mente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), wes-

halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  

(Art. 83 Abs. 2 AIG). 

D-8878/2025 

Seite 11 

10.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – 

angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

12.1 Die Beschwerde hat sich als von vornherein aussichtslos erwiesen, 

weshalb die gestellten Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG und um amtliche Rechtsverbeistän-

dung nach Art. 102m AsylG – unabhängig von einer allfälligen Bedürftigkeit 

– abzuweisen sind.  

 

12.2 Mit vorliegendem Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

 

12.3 Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Ver-

fahrens somit der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG) und auf Fr. 1’000.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a 

VGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-8878/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: