# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42d65130-5831-5ce8-87d7-ca0cc2c13e45
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 30.08.2016 A 2015 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2015-5_2016-08-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 15 5

4. Kammer 

Vorsitz Stecher
Richter Meisser, Audétat 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 30. August 2016

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Andri Vital,

Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend abgaberechtliche Sicherstellungsverfügung

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1. A._____ ist zusammen mit seinem Geschäftspartner zu je 50 % an der 

B._____ AG beteiligt, wobei er in der Funktion als Präsident des Verwal-

tungsrates tätig ist. Die beiden Geschäftspartner sind seit einiger Zeit zer-

stritten und A._____ hat gemäss seinen Angaben deswegen nicht mehr 

Zugriff auf alle Geschäftsunterlagen. A._____ ist im Besitze von 25 Aktien 

der B._____ AG, diese hat er in den Steuererklärungen, welche von sei-

nem Treuhänder ausgefüllt wurden, über Jahre nicht deklariert. Dieser 

Sachverhalt ist unbestritten.

2. Am 3. Oktober 2014 leitete die Steuerverwaltung des Kantons Graubün-

den ein Nachsteuerverfahren für die Jahre 2004 bis 2010 aufgrund der 

nicht deklarierten 25 Aktien im Besitze von A._____ ein. Sie ging dabei 

von folgenden Steuerwerten für das Nachsteuerverfahren aus: 

Für 2004 Fr. 1‘427‘000.--; 2005 Fr. 3‘038‘000.--; 2006 Fr. 1‘351‘000.--; 

2007 Fr. 203‘000.--; 2008 Fr. 600‘000.--; 2009 Fr. 616‘000.-- sowie 2010 

Fr. 616‘000.--.

3. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2014 teilte die Steuerverwaltung 

A._____ mit, dass sie eine Sicherstellung von Fr. 135‘000.-- für Nach- 

sowie Strafsteuern auf Stufe Kanton und Bund anordne. Gleichentags 

wurde von der Steuerverwaltung noch separat ein Arrestauftrag an ein 

Betreibungsamt erteilt. Als Arrestgegenstände wurden diverse Liegen-

schaften, sämtliche Namenaktien der B._____ AG, alle Guthaben und 

Wertschriften bei verschiedenen Banken und Lebensversicherungen auf-

geführt. Tags darauf, am 16. Dezember 2014, erfolgte die Ausstellung der 

Arresturkunde. Am 23. Dezember 2014 zog die Steuerverwaltung ihren 

Arrestbefehl wieder zurück, womit die sofortige Freigabe der Arrestge-

genstände bewirkt wurde, weil A._____ den Sicherstellungsbetrag von Fr. 

135‘000.-- bereits an die kantonale Steuerverwaltung überwiesen hatte. 

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4. Mit Beschwerde vom 2. Februar 2015 beantragte A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) die Aufhebung der angefochtenen Sicherstellungsver-

fügung. Er habe seine Vermögensverhältnisse nicht verschleiert. Es sei 

kein aktives Tun seinerseits erfolgt. Er habe lediglich seine 25 Aktien nicht 

deklariert, aber keine Täuschungshandlungen vorgenommen. Dass er an 

der B._____ AG beteiligt sei, sei nicht verschwiegen worden. Es sei ihm 

über Jahre nicht aufgefallen, dass seine Aktien vom Treuhänder nicht im 

Wertschriftenverzeichnis aufgeführt worden seien. Die betreffende Immo-

bilienfirma habe in seiner Geschäftstätigkeit nur eine untergeordnete Stel-

lung eingenommen, was sein Vergessen erkläre. Es sei klar, dass Nach- 

und Strafsteuern zu zahlen seien. Eine Gefährdung der Ansprüche sei 

damit insgesamt nicht ersichtlich, weshalb das Vorgehen der Steuerver-

waltung (bezüglich Sicherstellungsverfügung) nicht korrekt gewesen sei. 

Sein gesamtes Vermögen sei verarrestiert worden, u.a. sogar das ge-

meinsame Haushaltskonto von ihm und seiner Partnerin. Dieses Vorge-

hen kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, die für sein Geschäft – Verkauf 

und Vermietung von Zweit- und Ferienwohnungen – von enormer Bedeu-

tung seien, habe einen grossen finanziellen Schaden angerichtet. Das 

private Interesse des Beschwerdeführers am Zugriff auf seine Vermö-

genswerte wäre höher zu gewichten gewesen als das öffentliche Interes-

se an der Sicherstellung einer Steuerforderung mittels Arrestbefehls. Die 

Anordnung der Sicherstellung sei weder notwendig noch angemessen 

gewesen. Der Beschwerdeführer habe seine Steuern immer beglichen, 

zumal genügend Substrat vorhanden sei und keine Anhaltspunkte für ei-

nen geplanten Steuerentzug vorgelegen hätten. Es sei unverhältnismäs-

sig für Fr. 135‘000.-- sein gesamtes Vermögen zu verarrestieren. Die 

Steuerverwaltung habe damit Art. 5 Abs. 2 BV verletzt.

5. Mit Vernehmlassung vom 17. März 2015 beantragte die Steuerverwaltung 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der 

Sicherstellungsbetrag von Fr. 135‘000.-- sei korrekt erhoben und vom Be-

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schwerdeführer auch nicht beanstandet worden. Eine objektive Gefähr-

dung der Steuerforderung sei zumindest glaubhaft gewesen, was als Si-

cherstellungsgrund ausreichend sei. Der Beschwerdeführer habe seine 

Vermögensverhältnisse systematisch verschleiert. Seine 25 Aktien hätten 

einen beträchtlichen Wert von bis zu Fr. 3 Mio. im Jahre 2005 gehabt. Der 

Beschwerdeführer habe damit einen grossen Teil seines Vermögens nicht 

deklariert. Angesichts dessen sei ein schlichtes „Vergessen“ nicht glaub-

haft und eine Steuergefährdung damit gegeben gewesen. Die Sicherstel-

lungsverfügung falle mit der Leistung der verlangten Kaution nicht einfach 

dahin. Ein öffentliches Interesse habe bestanden und die gesetzlichen 

Vorgaben seien erfüllt worden, weshalb das Vorgehen der Beschwerde-

gegnerin auch nicht als unverhältnismässig taxiert werden könne.

6. In seiner Replik vom 4. Mai 2015 brachte der Beschwerdeführer noch vor, 

die B._____ AG habe lediglich als Finanzierungsgesellschaft gedient und 

es seien von ihr keine operativen Tätigkeiten mehr ausgegangen. Seit 

Mitte 2005 sei sie aufgrund des Streits zwischen ihm und seinem Ge-

schäftspartner überhaupt nicht mehr aktiv. Der Beschwerdeführer habe 

über Jahre hinweg keine Kenntnis mehr bezüglich des Geschäftsgangs 

erhalten. Der Beschwerdeführer stelle zudem die Bewertung der 25 Akti-

en in Frage. Die Sicherstellung diene als Sofortmassnahme ohne vorheri-

ge Ankündigung. Vorliegend sei der Beschwerdeführer aber bereits am 2. 

Oktober 2014 damit konfrontiert worden, dass er die Aktien nicht dekla-

riert habe. Die Sicherstellung sei dann aber erst Mitte Dezember 2014 

verfügt worden, womit auch keine Gefährdung vorgelegen haben könne. 

Die Beschwerdegegnerin hätte dieses Versehen selbst feststellen kön-

nen.

7. Mit Duplik vom 12. Juni 2015 hielt die Beschwerdegegnerin fest, eine 

Sicherheit für Steuerforderungen könne jederzeit verlangt werden und 

müsse nicht unmittelbar erfolgen. Die Beschwerdegegnerin dürfe 

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grundsätzlich von der Richtigkeit einer Steuererklärung ausgehen und 

müsse keine Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichtiger vorneh-

men. Die Beschwerdegegnerin habe hier auf die letzten bekannten Daten 

– sprich auf die rechtskräftige Veranlagung 2013 – abstellen müssen und 

habe damit bei Erlass der angefochtenen Verfügung und des zugehörigen 

Arrestbefehls keine gesicherten Kenntnisse über die aktuellen Vermö-

genswerte gehabt. Sodann sei für sie ebenfalls nicht ersichtlich gewesen, 

ob noch andere Personen an den deklarierten Bankkonten berechtigt sei-

en. Den diversen Liegenschaften stünden schliesslich beträchtliche Hypo-

theken gegenüber. Die Verhältnismässigkeit ihres Vorgehens sei damit 

laut Art. 5 Abs. 2 BV ebenfalls gewahrt worden und nicht weiter zu bean-

standen. 

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Sicherstellungsver-

fügung vom 15. Dezember 2014, worin die Beschwerdegegnerin den Be-

schwerdeführer mit einer Sicherstellung von Fr. 135‘000.-- für Nach- so-

wie Strafsteuern auf Stufe Kanton und Bund belegte. Eine solche Verfü-

gung kann nach Art. 158 Abs. 3 des Steuergesetzes für den Kanton Grau-

bünden (StG; BR 720.000) bzw. Art. 169 Abs. 3 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) mit Beschwerde an das 

jeweils zuständige Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Infolge-

dessen fällt die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde in die Zustän-

digkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden. Der Be-

schwerdeführer ist als Adressat der Verfügung beschwert und damit zur 

Beschwerdeerhebung ohne weiteres befugt. Auf die im Übrigen frist- und 

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formgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. Strittig 

und zu prüfen ist durch das streitberufene Verwaltungsgericht die Frage, 

ob die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass der Sicherstellungs-

verfügung erfüllt wurden, die angefochtene Verfügung somit rechtmässig 

erging. Hingegen werden Mängel, die den Vollzug der Sicherstellungsver-

fügung bzw. die Arrestlegung oder den Arrestbefehl betreffen, nicht im 

Rechtsmittelverfahren gegen die Sicherstellungsverfügung geprüft (so be-

reits: Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] A 13 57 vom 27. März 2014 

E.1 und VGU A 02 85 vom 17. November 2003 E. 1; Urteile des Bundes-

gerichts 2C_235/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.3, 2A.237/2006 vom 9. 

Januar 2007 E.3.4 sowie 2A.508/1995 vom 15. April 1996 E.3d und E.5d).

2. a) Im konkreten Fall stellt sich die Frage, ob die in Art. 158 Abs. 1 StG bzw. 

in Art. 169 Abs. 1 DBG genannten Voraussetzungen für den Erlass der 

angefochtenen Sicherstellungsverfügung korrekt eingehalten wurden. Hat 

der Steuerpflichtige keinen Wohnsitz in der Schweiz oder erscheint die 

Bezahlung der von ihm geschuldeten Steuer oder Busse als gefährdet, 

kann die kantonale Steuerverwaltung nach Art. 158 Abs. 1 StG auch vor 

rechtskräftiger Feststellung des Betrags jederzeit Sicherstellung verlan-

gen. Die genannte Bestimmung verlangt das Vorliegen eines Sicherheits-

grundes sowie die provisorische und vorfrageweise Prüfung, ob eine 

Steuerschuld besteht. Die materielle Abklärung der Steuerpflicht und die 

Festsetzung der Abgabe bleiben jedoch einem (separaten) Hauptverfah-

ren in der Steuersache überlassen (Urteile des Bundesgerichts 2C_235/ 

2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.4; PVG 2003 Nr. 14 E.1, VGU A 13 11 

und 12 vom 28. Mai 2013 E.3a, A 09 60 und 61 vom 12. Januar 2010 

E.2.2a). Sicherstellungsgründe im Sinne von Art. 158 Abs. 1 StG bzw. 

des beinahe identischen Art. 169 Abs. 1 Satz 1 (Satz 2 entspricht Art. 158 

Abs. 2 StG) sind z.B. ein die Bezahlung der Steuerforderung gefährden-

des Verhalten des Steuerpflichtigen. Als solches gilt ein Verhalten, das 

sich auf die Bezahlung der Steuerforderung nachteilig auswirken könnte, 

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so z.B. etwa die Vorbereitung zur Abreise ins Ausland, Fluchtgefahr, die 

Verminderung des Vermögens durch verschwenderische Lebensführung 

oder umfassende Schenkungen wie auch das Beiseiteschaffen oder Ver-

heimlichen von Vermögenswerten (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, 

Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 169 N 10 ff.; FREY, 

in: ZWEIFEL/ATHANAS [Hrsg.] Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Bd. I/2b, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 83-222, 

2. Aufl., Basel 2008 [zitiert: Kommentar DBG], Art. 169 N 16 ff.). Die Ge-

fährdung der Steuerforderung wird auf der Grundlage der steuerrechtli-

chen Deklarationspflichten des Steuerschuldners beurteilt. Anlass zur 

Steuersicherung gibt dabei die systematische Verschleierung der Ein-

kommens- und Vermögensverhältnisse im Veranlagungsverfahren, indem 

der Steuerpflichtige den Fiskus systematisch über seine finanziellen Ver-

hältnisse in die Irre führt oder insbesondere sein Einkommen und Vermö-

gen nicht deklariert (Urteil des Bundesgerichts 2A.234/2006 vom 23. Ja-

nuar 2007 E.2.2; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 169 N 26; 

FREY, Sicherstellungsverfügung und Arrestbefehl, a.a.O. S. 115 ff.; FREY, 

Kommentar DBG, a.a.O., Art. 169 N 28). Ob die Steuerschuld besteht, für 

die Sicherstellung begehrt wird, prüft das Verwaltungsgericht im Sicher-

stellungsverfahren nur provisorisch und vorfrageweise. Dasselbe gilt für 

die Höhe des sicherzustellenden Betrags, der bloss glaubhaft zu machen 

ist. Die nähere Abklärung der Steuerpflicht und einer allfälligen (Mit-) Haf-

tung der Lebenspartnerin sowie die Festsetzung der Höhe der Abgabe 

bleiben dem Hauptverfahren in der Steuersache selbst vorbehalten. Das 

Verwaltungsgericht beschränkt sich auf eine Prima-facie-Würdigung der 

tatsächlichen Verhältnisse (Urteile des Bundesgerichts 2C_235/2013 vom 

26. Oktober 2013 E.2.4, 2A.237/2006 vom 9. Januar 2007 E.2.3, 2A.205/ 

2005 vom 22. Dezember 2005 E.2.2.1, 2A.746/2004 vom 16. Juni 2005 

E.2.2; statt vieler auch: FREY, Kommentar DBG, a.a.O., Art. 169 N 49). 

Dieselbe Einschränkung gilt mit Blick auf das Vorliegen der Gefährdung 

der Steuerforderung; denn auch diese muss nach dem Gesetzeswortlaut 

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– wonach die Bezahlung der Steuerschuld als gefährdet erscheinen muss 

– lediglich glaubhaft gemacht werden (vgl. VGU A 13 11 und 12 vom 28. 

Mai 2013 E.3a sowie A 09 60 und 61 vom 12. Januar 2010 E.2.2a). Im 

Lichte dieser Vorgaben ist auch der konkrete Fall zu entscheiden.

b) Vorliegend ist unbestritten und allseits akzeptiert, dass der Beschwerde-

führer seine 25 Aktien der Firma B._____ AG – deren Verwaltungs-

ratspräsident er ist - über Jahre nicht deklariert hatte und deshalb zu 

Nach- und Strafsteuern verpflichtet wurde. Strittig ist im konkreten Fall 

besonders, ob von einer Gefährdung der geschuldeten Steuern ausge-

gangen werden musste, zumal der Beschwerdeführer seinen steuerrecht-

lichen Wohnsitz nachweislich in der Schweiz hat. Eine Steuergefährdung 

ist gemäss Lehre und Praxis (s. dazu E.2a, hiervor) namentlich auch dann 

anzunehmen, wenn ein Steuerpflichtiger systematisch und konsequent 

über eine längere Zeitdauer seine effektive Einkommens- und Vermö-

genssituation verschleiert. Es muss dabei nicht ein subjektives steuerge-

fährdendes Verhalten, sondern lediglich noch eine objektive Gefährdung 

des Steuerbezugs nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht wer-

den. Massgebend für die Glaubhaftmachung sind sämtliche Umstände 

des Einzelfalles. Von Bedeutung für die Beurteilung der Gefährdung sind 

somit etwa die allgemeinen Lebensumstände des Schuldners und sein 

persönliches Verhalten in der betreffenden Steuerangelegenheit. Syste-

matische Verschleierung liegt vor, sofern planmässig vorgegangen wird. 

Planmässig geht jemand vor, der gezielt, konsequent, überlegt, durch-

dacht oder folgerichtig handelt. Hier ist dazu hinreichend erstellt, dass der 

Beschwerdeführer über Jahre hinweg seine 25 Aktien - der von ihm als 

Verwaltungsratspräsident sowohl strategisch als auch aufsichtsrechtlich 

mitbetreuten Firma – nicht deklariert hat. Er hat die Steuererklärung zwar 

von einer Treuhandfirma ausfüllen lassen, dennoch muss er sich die Fra-

ge gefallen lassen, wie es möglich sein kann, dass ihm dieses Versäum-

nis über Jahre hinweg nicht aufgefallen ist. Die Aktien hatten und haben 

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einen doch erheblichen Wert und machten mit über 3.0 Mio. Franken im 

Spitzenjahr 2005 (vgl. im Sachverhalt Ziff. 2) nachweislich auch einen be-

trächtlichen Teil des Gesamtvermögens des Beschwerdeführers aus (vgl. 

Beilagen 3 und 13 des Beschwerdeführers [Bf-act. 3 und 13], worin in den 

Veranlagungsverfügungen für das Jahr 2011 auf ein Gesamteinkommen 

von Fr. 528‘900.-- auf Bundesebene bzw. ein Gesamteinkommen von   

Fr. 355‘400.-- und ein Gesamtvermögen von Fr. 810‘900.-- auf Kantons-

ebene abgestellt wurde; vgl. zudem Beilage 1 der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act. 1], worin die Wertschriftenverzeichnisse von 2004 bis 2010 im 

Detail in der Grössenordnung von rund Fr. 194‘000.-- bis Fr. 460‘000.-- 

aufgeführt sind). Es erscheint dem Gericht unter diesem Gesichtspunkt 

nicht nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer die Nichtdeklaration 

seiner 25 Aktien über Jahre nicht aufgefallen sein könnte. Ein Versäumnis 

oder Versehen muss aufgrund der genannten Umstände als Schutzbe-

hauptung gewertet werden. Auch die Unstimmigkeiten mit seinem ehema-

ligen Geschäftspartner vermögen dies nicht zu erklären. Selbst wenn ihm 

als Verwaltungsratspräsident wirklich nicht mehr Einsicht in alle Akten und 

Geschäftsvorgänge gewährt worden wäre, müssten ihm dennoch die feh-

lenden Angaben im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung ohne 

Zweifel aufgefallen sein. Damit ergibt sich aber, dass der Beschwerdefüh-

rer einen beachtlichen Teil seines Vermögens über einen langen Zeitraum 

hinweg bewusst und planmässig nicht deklarierte. Selbst wenn es sich zu 

Beginn lediglich um einen Fehler des Treuhänders gehandelt haben soll-

te, hat der Beschwerdeführer diese Unachtsamkeit bzw. dieses Versäum-

nis zumindest grobfahrlässig und konsequent so belassen, und somit die 

fehlerhafte Steuerdeklaration eigenverantwortlich nicht aufdeckt bzw. sie 

nicht selbst korrigiert. Daran ändert auch nichts, dass die weiteren Le-

bensumstände nicht unbedingt den Schluss zulassen, der Beschwerde-

führer könnte seine Vermögenswerte allfällig ins Ausland verschieben 

wollen. Anhand der genannten Voraussetzungen und den konkreten Um-

ständen ist hier trotzdem von einer Gefährdungslage auszugehen, da ei-

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ne solche von der Beschwerdegegnerin zumindest glaubhaft dargelegt 

werden konnte. Dass die Sicherstellungsverfügung erst am 15. Dezember 

2014 erfolgte – obwohl in dieser Sache bereits am 2. Oktober 2014 eine 

Besprechung zwischen den Parteien darüber stattgefunden hatte und der 

Beschwerdeführer schon damals über die Nichtdeklaration der 25 Aktien 

informiert worden war -, spricht ebenfalls nicht gegen eine Gefährdungssi-

tuation. Diese Vorinformation stellt nämlich keine Vorwarnung des Be-

schwerdeführers bzw. keine vorgängige Aufklärung über die sich daraus 

allenfalls ergebenden Konsequenzen oder Rechtsfolgen dar, was zeigt, 

dass der Beschwerdeführer überhaupt nicht mit einer späteren Sicherstel-

lungsverfügung wegen seines Steuerversäumnisses rechnete.

c) Es bleibt damit noch die Wahrung des Prinzips der Verhältnismässigkeit 

im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BV zu prüfen. Der Sicherstellungsbetrag von 

Fr. 135‘000.--, der aufgrund einer provisorischen Berechnung der Be-

schwerdegegnerin erfolgte, wurde vom Beschwerdeführer in seiner Höhe 

zwar nicht beanstandet. Bemängelt wurde jedoch, dass hierfür das ge-

samte Vermögen des Beschwerdeführers blockiert worden sei; darunter 

insbesondere auch das gemeinsame Haushaltskonto mit seiner Lebens-

partnerin. In diesem Punkt kann der Beschwerdegegnerin aber kein Vor-

wurf gemacht werden. Wie diese zutreffend ausführen lässt, musste 

mangels aktueller Kenntnisse auf die deklarierten Vermögensverhältnis-

se, welche ein Jahr alt waren, abgestellt werden. Die Beschwerdegegne-

rin konnte mit anderen Worten nicht wissen, wie hoch die verarrestierten 

Werte waren. Zudem hatte die Beschwerdegegnerin aufgrund der steuer-

rechtlichen Selbstdeklaration keine Kenntnis davon, auf wen die Bankkon-

ten lauteten. Sie konnte daher ohne weiteres davon ausgehen, dass der 

Beschwerdeführer der allein Berechtigte daran war. Bezüglich des Wertes 

der verarrestierten Liegenschaften gibt es ferner anzumerken, dass dem 

betreffenden Arrestwert noch beträchtliche Hypotheken gegenübergestellt 

werden müssen. Unter Einbezug dieser Begleitumstände ist darum nicht 

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zu beanstanden und damit auch nicht unverhältnismässig, dass die Be-

schwerdegegnerin sämtliche Vermögenswerte – die ihr dannzumal be-

kannt waren und anhand der Steuererklärung dem Beschwerdeführer zu-

geordnet werden konnten - zur Sicherung der noch ausstehenden Nach- 

und Strafsteuern blockieren liess. Der Arrest wurde sodann unverzüglich 

nach der Leistung der Sicherheitszahlung wieder aufgehoben, was eben-

falls dafür spricht, dass die Beschwerdegegnerin angemessen, korrekt 

und zeitnah auf die sich jeweils rasch ändernden Verhältnisse reagierte.

d) Im Übrigen sei nur noch erwähnt, dass die inzwischen erfolgte Bezahlung 

des sicherzustellenden Betrages über Fr. 135‘000.-- für den Bestand der 

angefochtenen Sicherstellungsverfügung nicht von rechtlicher Bedeutung 

ist. Die Sicherstellungsverfügung stellt für die Beschwerdegegnerin näm-

lich überhaupt erst den notwendigen Rechtstitel dar, um die erbrachte Si-

cherstellungsleistung bis zur rechtskräftigen Abrechnung im ordentlichen 

Verfahren einzubehalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.59/2003 vom 

25. September 2003 E.3.1).

3. a) Die angefochtene Sicherstellungsverfügung vom 15. Dezember 2014 ist 

demnach in jeder Beziehung rechtens und verhältnismässig, was zur Ab-

weisung der dagegen erhobenen Beschwerde vom 2. Februar 2015 führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

sodann keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegte.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 248.--

zusammen Fr. 1'748.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]