# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e29e5ad-cd87-5a66-964c-c0d0865b81de
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.02.2015 IV 2013/431
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-431_2015-02-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/431

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.05.2020

Entscheiddatum: 23.02.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 23.02.2015
Art. 8 und 17 IVG: Grundsätzlich ist eine medizinisch attestierte 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu 
verwerten. Vorliegend ist aufgrund der langjährigen Absenz des 
Beschwerdeführers vom Arbeitsmarkt ausnahmsweise die Notwendigkeit 
vorgängiger befähigender beruflicher Massnahmen in Form einer 
Wiedereinschulung in den angestammten Beruf trotz der wiedergewonnenen 
100%igen Arbeitsfähigkeit zu bejahen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 23. Februar 2015, IV 2013/431).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 23. Februar 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

berufliche Massnahmen

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Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ meldete sich am 30. August 2004 wegen schwerer Depressionen zum 

Leistungsbezug bei der IV-Stelle des Kantons Zürich an (IV-act. 3). Der Versicherte 

hatte im Oktober 1991 eine Lehre als Elektromonteur abgeschlossen (IV-act. 4). Die 

ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten, die B.___ AG, berichtete am 16. September 

2004, dass der Versicherte vom 1. Dezember 1997 bis 29. Februar 2004 als 

technischer Mitarbeiter mit einem Pensum von 60% angestellt gewesen sei. Der letzte 

effektive Arbeitstag sei der 30. Juni 2003 gewesen. Dem Versicherten sei wegen 

Unzuverlässigkeit gekündigt worden (IV-act. 10). In einem Bericht vom 4. Oktober 2004 

gaben die Ärzte der Klinik C.___, Psychiatrisch-Psychologischer Dienst, als Diagnosen 

eine rezidivierende depressive Störung mit zeitweise psychotischem Erleben auf dem 

Hintergrund einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung sowie eine Störung 

durch Kokain an. Die Ärzte hielten fest, dass die Diagnosen seit Juli 2003 vorlägen und 

der Versicherte seitdem in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. 

Erforderlich seien berufliche Massnahmen (IV-act. 11). Gemäss einem Verlaufsprotokoll 

betreffend Berufsberatung vom 19. Juli 2005 wurden berufliche Massnahmen 

gesundheitsbedingt und aufgrund des neuen Wohnortes des Versicherten in D.___ 

(Kanton E.___) als nicht möglich erachtet (IV-act. 25). In einem Verlaufsbericht vom 

23. August 2005 gaben die Ärzte der Klinik C.___ einen stationären 

Gesundheitszustand mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit an (IV-act. 27). Am 1. 

September 2005 verfügte die IV-Stelle Zürich, dass aufgrund des 

Gesundheitszustandes des Versicherten zurzeit keine beruflichen Massnahmen 

möglich seien (IV-act. 31). Gleichentags erging eine Mitteilung an die zuständige 

Ausgleichskasse, wonach diese die Rentenbeträge gestützt auf einen seit dem 1. Juli 

2004 bestehenden Invaliditätsgrad von 100% zu berechnen habe (IV-act. 33). Mit einer 

Verfügung vom 15. Juli 2006 wurde dem Versicherten eine ganze Rente mit Wirkung ab 

1. Juli 2004 zugesprochen (IV-act. 36).

A.b  Die neu zuständige IV-Stelle des Kantons St. Gallen eröffnete im Februar 2007 ein 

Rentenrevisionsverfahren. Der Versicherte gab am 7. März 2007 im entsprechenden 

Fragebogen an, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 45). Auch die 

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behandelnde Ärztin der Klinik C.___, Dr. med. F.___, Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, berichtete am 28. März 2007 von einem stationären Gesundheitszustand des 

Versicherten. Als Diagnose gab sie nach wie vor eine rezidivierende depressive Störung 

mit zeitweise psychotischem Erleben auf dem Hintergrund einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung an. Sie führte aus, dass aufgrund des Schweregrads der 

Störung im Bereich der Persönlichkeit nicht von einer Besserung der Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden könne. Zudem bestünden beim Versicherten zeitweise 

ausgeprägte Schwierigkeiten in der Konzentration sowie seit der Kindheit 

Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, welche den  Versicherten bei der 

Erledigung schriftlich administrativer Belange erheblich beeinträchtigten. Deswegen sei 

der Versicherte bereits seit langem oft auf Hilfe Dritter angewiesen. In der bisherigen 

Tätigkeit bestehe seit Juli 2003 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leidensadaptierte 

Tätigkeit sei dem Versicherten gegenwärtig auch nicht zumutbar (IV-act. 48). Am 21. 

Mai 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass weiterhin ein Anspruch auf die 

bisherige ganze Invalidenrente bestehe (IV-act. 51).

A.c  Im Mai 2010 wurde ein weiteres Rentenrevisionsverfahren eröffnet. Der Versicherte 

teilte am 7. Juli 2010 mit, dass sich sein Gesundheitszustand seit Februar 2008 

verbessert habe. Es sei neu die Diagnose ADHS gestellt worden. Daraufhin seien eine 

Behandlung mit Ritalin sowie eine Ergotherapie durchgeführt worden, wodurch es zu 

einer langsamen, schrittweisen Verbesserung gekommen sei (IV-act. 57). Der Hausarzt 

des Versicherten, Dr. med. G.___, Allgemeinmedizin FMH, gab in seinem 

Verlaufsbericht vom 21. Juni 2010 ebenfalls eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten an. Als Diagnosen nannte er ADHS im 

Erwachsenenalter sowie anamnestisch eine invalidisierende Depression 

(wahrscheinlich sekundär). Er hielt fest, rückblickend sei die ADHS, die sich bis in die 

Jugend des Versicherten zurückverfolgen liesse, nicht erkannt worden. Seit Februar 

2008 werde eine Behandlung mit Ritalin durchgeführt, die zu einer schlagartigen 

Verbesserung der Befindlichkeit des Versicherten geführt habe. Neu seien berufliche 

Massnahmen angezeigt. Es wäre wünschenswert, wenn der Versicherte aus seinem 

selbsterarbeiteten Erfahrungsbereich der Computertechnik und seiner Beschäftigung 

mit der Neurofeedback-Methode einen beruflichen Nutzen ziehen könnte. In 

medizinischer Hinsicht sei allenfalls noch eine neuropsychologische Testung des 

Versicherten durchzuführen (IV-act. 60). Dr. med. H.___, Psychiatrie und 

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Psychotherapie FMH, nannte in seinem Bericht vom 2. August 2010 die Diagnose einer 

ADHS mit anhaltender Symptomatik im Erwachsenenalter, unter Medikation teilweise 

remittiert. Er hielt fest, dass er den Versicherten einmalig im Herbst 2008 zu einer 

Zweitmeinung betreffend die Optimierung der medikamentösen Therapie gesehen 

habe. Aus den anamnestischen Daten könne geschlossen werden, dass eine 

Anpassung der Diagnose und Therapie durch Dr. G.___ im Vergleich zur 

Arbeitshypothese von Dr. F.___ wahrscheinlich zu einer entscheidenden Verbesserung 

des Gesundheitszustandes geführt habe. Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei 

aber auf Grundlage dieser Untersuchung nicht möglich (IV-act. 62). Der Regionale 

Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) hielt zu den Arztberichten am 1. Februar 2011 fest, 

dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden könne, ob die 

Verbesserung des Gesundheitszustandes zu einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf 

dem ersten Arbeitsmarkt führe. Erforderlich sei in jedem Fall eine psychiatrische 

Begutachtung (IV-act. 66).

A.d  Am 5. Oktober 2011 wurde der Versicherte von Dr. med. I.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, untersucht. Im entsprechenden Gutachten vom 14. Dezember 

2011 nannte Dr. I.___ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ein­

fache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab er den Verdacht auf psychische und 

Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch (Cannabis, Alkohol), 

Abhängigkeitssyndrom, an. Er hielt fest, der Versicherte sei im Zeitpunkt der 

Untersuchung psychopathologisch mehrheitlich unauffällig gewesen. Die früher 

diagnostizierte rezidivierende depressive Störung sei gegenwärtig remittiert. Die frühere 

Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne er nicht nachvollziehen. Es habe bereits 

damals eine ADHS bestanden, welche aber nicht erkannt worden sei. Die 

Auffälligkeiten seien fälschlicherweise als Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung 

interpretiert worden. Auf eine eingehende neuropsychologische Abklärung sei 

verzichtet worden, weil davon ausgegangen werden müsse, dass die 

neuropsychologischen Funktionen nicht nur durch die ADHS, sondern auch durch den 

Substanzkonsum (Cannabis und Alkohol) negativ beeinflusst würden. Die konkreten 

Auswirkungen der ADHS könnten erst nach einer gewissen abstinenten Phase 

untersucht werden. Es sei anzunehmen, dass die bisherige Tätigkeit des Versicherten 

weiterhin möglich sei. Vorübergehend sei der Versicherte durch die schwere 

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depressive Episode in dieser Tätigkeit sicher nicht mehr arbeitsfähig gewesen. Weil die 

rezidivierende depressive Störung nun aber remittiert sei, wirke sich die Depression 

nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der Versicherte sei früher in der Lage gewesen, 

mit der ADHS zu arbeiten, obwohl diese nicht erkannt und auch nicht behandelt 

worden sei. Nun werde durch die laufende Behandlung sowohl vom Versicherten als 

auch von den Ärzten eine Verbesserung beschrieben. Hinzu komme, dass eine ADHS 

im Laufe des Lebens nicht zu-, sondern allenfalls eher abnehme. In einer adaptierten 

Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ebenfalls nicht eingeschränkt. Diese 

Aussage lasse sich auch bei der aktuellen Unsicherheit bezüglich der 

neuropsychologischen Einschränkungen machen. Angaben, wie eine ideal adaptierte 

Tätigkeit genau aussehen müsste (Belastungsprofil), könnten zum jetzigen Zeitpunkt 

aber nicht gemacht werden. Um diese Frage abschliessend zu klären, müsste der 

Versicherte zuerst ein halbes Jahr eine Abstinenz von psychotropen Substanzen 

nachweisen und dann müsste eine neuropsychologische Abklärung durchgeführt 

werden (IV-act. 84). Der RAD hielt am 23. Dezember 2011 fest, dass gemäss den 

gutachterlichen Angaben nach einer 6-monatigen Abstinenz eine neuropsychologische 

Verlaufstestung durchzuführen sei. Anschliessend könne aus medizinischer Sicht über 

berufliche Massnahmen entschieden werden (IV-act. 85). Mit einem Schreiben vom 16. 

Januar 2012 forderte die IV-Stelle den Versicherten mit Bezug auf seine Mitwirkungs- 

und Schadenminderungspflicht auf, eine dauerhafte Alkohol- und Cannabisabstinenz 

einzuhalten und die notwendigen Nachweise während mindestens 6 Monaten 

einzureichen (IV-act. 89). Am 18. Januar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, da die 

Suchtmittelbehandlung im Vordergrund stehe (IV-act. 91). Der RAD hielt am 17. Januar 

2013 fest, der Versicherte habe 2012 anfänglich die Abstinenz nicht wirklich 

konsequent eingehalten. Erst in der 2. Jahreshälfte habe sich nun eine Stabilität 

hinsichtlich der Laborbefunde eingestellt. Der aktuelle Zeitpunkt sei günstig, um die 

abschliessende gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit vornehmen zu lassen. Es sei ein Verlaufsgutachten bei Dr. I.___ einzuholen 

(IV-act. 144).

A.e  Dr. I.___ begutachtete den Versicherten am 15. März 2013 erneut. In seinem 

Verlaufsgutachten vom 17. Mai 2013 gab er keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit mehr an. Die Diagnose einfache ADHS im Erwachsenenalter erachtete 

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er als nicht arbeitsfähigkeitsrelevant. In der Beurteilung hielt er fest, dass der bei der 

letzten Begutachtung geäusserte Verdacht auf psychische und Verhaltensstörungen 

durch multiplen Substanzgebrauch sicher nicht mehr gerechtfertigt sei, nachdem der 

Versicherte über eine längere Zeit die Abstinenzauflage eingehalten habe. Im Zeitpunkt 

der Untersuchung sei der Versicherte psychopathologisch unauffällig gewesen. Die 

Symptomatik der ADHS habe im Laufe der Behandlung seit der letzten Begutachtung 

deutlich abgenommen, wie sich anhand der durchgeführten Untersuchung nachweisen 

lasse. Auch dieses Mal sei auf eine eingehende neuropsychologische Abklärung 

verzichtet worden, weil die Motivation des Versicherten eingeschränkt gewesen sei. In 

sämtlichen der drei durchgeführten Testverfahren zur Beschwerdevalidierung mittels 

"TBFN" habe die Fehlerzahl über dem Cut-off-Wert gelegen. In beiden durchgeführten 

Tests zur Prüfung der Konzentrationsleistungsfähigkeit und zur Prüfung der kognitiven 

Anpassungsfähigkeit habe der Versicherte ein unauffälliges Ergebnis erzielt. Aufgrund 

der doch eindeutigen Hinweise auf eine eingeschränkte Abklärungsmotivation müsse 

angenommen werden, dass die effektive Leistungsfähigkeit des Versicherten auch 

noch besser sein könnte. Aus diesem Grund seien sichere Angaben nicht möglich. 

Sicher sei jedoch, dass sich die Symptomatik deutlich gebessert habe und dass sich 

nun keine Hinweise auf eine eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit 

mehr finden liessen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte weder in der 

bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 

Auch bezüglich der beruflichen Eingliederung gebe es keine Einschränkungen mehr. 

Der Versicherte gehe auch selbst nicht mehr davon aus, aufgrund eines psychischen 

Leidens in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein (IV-act. 156). Am 12. Juni 2013 

teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe und der Anspruch auf die bisherige Rente nicht mehr 

gegeben sei. Bevor die Rente aufgehoben werde, seien berufliche 

Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (IV-act. 159). Gemäss dem 

Verlaufsprotokoll des Eingliederungsverantwortlichen wurde der Versicherte anlässlich 

eines Gesprächs vom 17. Juli 2013 darüber informiert, dass für die Stellensuche das 

Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig sei und er sich dort anmelden 

solle. Seitens der Eingliederungsberatung könne keine Unterstützung angeboten 

werden, da gemäss dem Gutachten keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 163). In einer Mitteilung an den Versicherten vom 19. 

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Juli 2013 hielt die IV-Stelle fest, der Anspruch auf berufliche Massnahmen werde 

abgewiesen. Zur Begründung führte sie an, dass beim Versicherten keine 

gesundheitsbedingten Einschränkungen, welche ihn bei der Stellensuche 

beeinträchtigten, vorlägen (IV-act. 165). Am 26. Juli 2013 beantragte der Versicherte 

diesbezüglich den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 166). Mit einer 

Verfügung vom 6. August 2013 wies die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 167).

B.

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde des Versicherten 

vom 3. September 2013. Darin beantragt der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen 

Hausarzt Dr. G.___, sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 6. August 2013 und 

die Gewährung von beruflichen Massnahmen. Der Vertreter hält zur Begründung fest, 

dass der Beschwerdeführer trotz erfreulicher Fortschritte bezüglich seines psychischen 

Gesundheitszustandes noch immer auf Unterstützung angewiesen sei. Der verlangte 

Schritt einer selbständigen beruflichen Eingliederung sei viel zu gross. Der 

Beschwerdeführer sei dazu nicht in der Lage und habe auch mit einer psychischen 

Verschlechterung reagiert (act. G 1). 

B.b  Am 29. Januar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass für einen Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung zwar keine Invalidität mehr vorausgesetzt sei, jedoch sei das 

Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit erforderlich, welche die versicherte Person bei der 

Arbeitssuche erheblich behindere. Wenn die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne 

der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht auf gesundheitlich bedingte 

Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen sei, so falle die Arbeitsvermittlung 

auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der Invalidenversicherung, sondern 

gegebenenfalls in den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Der Beschwerdeführer sei 

gelernter Elektromonteur und sei als technischer Mitarbeiter angestellt gewesen. Laut 

dem psychiatrischen Gutachten vom 17. Mai 2013 sei der Beschwerdeführer sowohl 

angestammt als auch adaptiert voll arbeitsfähig. Für die Stellensuche sei das RAV 

zuständig (act. G 13).

B.c  Der Beschwerdeführer verzichtet auf die Einreichung einer Replik (act. G 15).

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Erwägungen:

1. 

1.1 Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist die Ablehnung des Anspruchs auf 

berufliche Massnahmen.

1.2 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art: 

Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung 

sowie Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die 

dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht 

aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 

102 E. 2). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als 

diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit 

Hinweisen).

1.3 Für die Beurteilung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen sind in erster Linie 

die Arbeitsunfähigkeit bzw. die Invalidität einer versicherten Person entscheidend. Um 

den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen 

zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

1.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die 

beiden Gutachten von Dr. I.___ gestützt. Im Gutachten vom 14. Dezember 2010 hat Dr. 

I.___ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ADHS im 

Erwachsenenalter angegeben. Er hat festgehalten, dass die früher diagnostizierte 

rezidivierende depressive Störung gegenwärtig vollständig remittiert sei und keinen 

Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die konkreten Auswirkungen der ADHS 

könnten erst nach einer abstinenten Phase von 6 Monaten bestimmt werden, da davon 

ausgegangen werden müsse, dass die neuropsychologischen Funktionen nicht nur 

durch die ADHS sondern auch durch den Substanzkonsum von Cannabis und Alkohol 

negativ beeinflusst würden (vgl. IV-act. 84-36 f.). Vorläufig hat Dr. I.___ eine 

medizinisch-theoretische 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in 

der bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Zur Begründung hat er 

angeführt, dass der Beschwerdeführer auch früher in der Lage gewesen sei, mit der 

ADHS zu arbeiten, obwohl diese nicht erkannt und auch nicht behandelt worden sei. 

Nun werde durch die laufende Behandlung sowohl vom Beschwerdeführer selbst als 

auch von den Ärzten eine Verbesserung beschrieben. Hinzu komme, dass eine ADHS 

im Laufe des Lebens eher ab- als zunehme (vgl. IV-act. 84-38). Betreffend die 

berufliche Eingliederung hat Dr. I.___ darauf hingewiesen, dass sich gegenwärtig keine 

genauen Angaben zu einer adaptierten Tätigkeiten machen liessen (vgl. IV-act. 84-39). 

Nachdem der Beschwerdeführer die 6-monatige Abstinenzphase eingehalten hatte, ist 

im März 2013 eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. I.___ erfolgt. Im entsprechenden 

Gutachten vom 17. Mai 2013 hat Dr. I.___ angegeben, dass keine Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Die Symptomatik der ADHS habe im 

Laufe der Behandlung seit der letzten Begutachtung deutlich abgenommen. Zwar habe 

auch dieses Mal keine eingehende neuropsychologische Abklärung vorgenommen 

werden können, da die Motivation des Beschwerdeführers eingeschränkt gewesen sei. 

Jedoch sei sicher, dass sich die Symptomatik deutlich gebessert habe und dass sich 

nun keine Hinweise auf eine eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit 

mehr fänden. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte weder in der bisherigen 

noch in einer adaptierten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Auch 

bezüglich der beruflichen Eingliederung gebe es keine Einschränkungen mehr (vgl. IV-

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act. 156-16 ff.). Die Beurteilungen von Dr. I.___ beruhen auf einer jeweils eingehend 

erhobenen Befundlage und Anamnese. Dr. I.___ hat die medizinische Aktenlage 

berücksichtigt und davon abweichende Beurteilungen begründet. Seine medizinischen 

Ausführungen sind nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen betreffend die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers überzeugend. Dass anlässlich der 

Verlaufsbegutachtung nicht wie vorgesehen eine neuropsychologische Abklärung des 

Beschwerdeführers durchgeführt werden konnte, vermindert den Beweiswert des 

Gutachtens nicht. Gemäss den Angaben von Dr. I.___ hat sich die ADHS-Symptomatik 

seit der ersten Begutachtung derart verbessert, dass keine Hinweise auf eine 

eingeschränkte neuropsychologische Leistungsfähigkeit mehr gegeben sind. Aus 

diesem Grund ist auch ohne eingehende neuropsychologische Abklärung eine 

gesicherte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit möglich gewesen. Auf die Einschätzung von 

Dr. I.___, wonach der Beschwerdeführer sowohl in seiner bisherigen als auch in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist, kann folglich abgestellt werden.

2. 

2.1 Fraglich ist in beruflicher Hinsicht, ob der Beschwerdeführer die ihm medizinisch 

attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Selbsteingliederung direkt ver­

werten kann oder ob zunächst die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen er­

forderlich ist. 

2.2 Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt im Regelfall, dass eine 

medizinisch attestierte Verbesserung grundsätzlich auf dem Weg der 

Selbsteingliederung verwertbar ist. Gleichzeitig bestehen jedoch 

rechtsprechungsgemäss auch Fälle, bei welchen nach langjährigem Rentenbezug 

ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch 

vorhandenen Leistungsfähigkeit entgegenstehen können und die Verwertung eines 

bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender 

beruflicher Massnahmen allein mittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht 

möglich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1.2 

und E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass sich die Verwaltung vor 

der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern muss, ob sich ein 

medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in 

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einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – 

ausnahmsweise – im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, 

Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen 

vorausgesetzt ist (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_768/2009, 

E. 4.1.2).

2.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer auf den Weg der 

Selbsteingliederung verwiesen, ohne die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen 

Arbeitsfähigkeit konkret zu prüfen und allenfalls berufliche Eingliederungsmassnahmen 

zu veranlassen. Gemäss dem Verlaufsprotokoll des Eingliederungsverantwortlichen ist 

anlässlich des Strategiegesprächs vom 17. Juni 2013 entschieden worden, dass dem 

Beschwerdeführer keine Eingliederungsmassnahmen gewährt werden könnten. Der 

Beschwerdeführer sei zu 100% arbeitsfähig und auch nicht bei der Stellensuche 

eingeschränkt. Für die Arbeitsvermittlung sei daher das RAV zuständig (vgl. IV-act. 

163-4). Aus den Ausführungen geht hervor, dass lediglich ein möglicher Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 IVG in Betracht gezogen 

worden ist. Andere berufliche Massnahmen sind nicht geprüft worden. Da dem 

Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im 

angestammten Beruf attestiert worden ist, wäre in erster Linie ein Anspruch auf 

Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gemäss Art. 17 Abs. 2 IVG zu prüfen 

gewesen. Dieser ist nach dem Gesetzeswortlaut der Umschulung auf eine neue 

Erwerbstätigkeit gleichgestellt und besteht, wenn die Wiedereinschulung infolge 

Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 

verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Rechtsprechungsgemäss ist ein Anspruch 

auf Umschulung bzw. Wiedereinschulung insbesondere gegeben, wenn der 

massgebende Gesundheitsschaden längerdauernd einen Minderverdienst von ca. 20% 

verursacht oder dieses Ereignis droht (ZAK 1984 S. 91 und AHI 2000 S. 61).

2.4 Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Ver­

fügung vom 6. August 2013 bereits seit über 9 Jahren eine ganze Rente bezogen (vgl. 

IV-act. 36). Er war mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2003 (vgl. IV-act. 10-1) 

aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und hat seitdem keine Erwerbstätigkeit mehr 

aufgenommen. Eine erhebliche invaliditätsbedingte arbeitsmarktliche Desintegration ist 

insoweit offensichtlich. Auswirkungen einer langjährigen invaliditätsbedingten Absenz 

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von jeglicher Erwerbstätigkeit sind indessen nur dann über eine 

Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung aufzufangen, soweit die 

versicherte Person das Eingliederungsziel nicht auch eigenverantwortlich erreichen 

kann. Da der Gutachter dem Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als 

technischer Mitarbeiter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat, ist zu prüfen, ob 

der Beschwerdeführer sich in diesen erlernten Beruf selbstständig wieder eingliedern 

kann. Es ist davon auszugehen, dass sich die Anforderungen im Beruf des 

Elektromonteurs bzw. technischen Mitarbeiters zwischenzeitlich als Folge des 

technologischen Fortschritts erhöht bzw. geändert haben und dass der 

Beschwerdeführer diesen Anforderungen – nachdem er den Beruf invaliditätsbedingt 

rund 10 Jahre nicht mehr ausgeübt hat – überwiegend wahrscheinlich nicht mehr 

genügen kann. Aus diesem Grund ist vorliegend ein Ausnahmetatbestand dahingehend 

gegeben, dass trotz der wiedergewonnenen 100%igen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers vorgängig befähigende berufliche Massnahmen zur 

Wiedereingliederung notwendig sind. Als Massnahme bietet sich insbesondere die 

Wiedereinschulung an, um die Kenntnisse des Beschwerdeführers zum einen 

aufzufrischenund zum andern mit geeigneten Qualifizierungsmassnahmen an die 

veränderten Anforderungen anzupassen (vgl. Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der 

Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 121). Da der Beschwerdeführer aufgrund der 

aktuell mangelnden Berufskenntnisse zudem nicht mehr an seinen zuletzt erzielten 

Verdienst als technischer Mitarbeiter anknüpfen kann, ist auch die 

rechtsprechungsgemäss für eine Wiedereinschulung geforderte 

Anspruchsvoraussetzung eines durch den Gesundheitsschaden bedingten 

längerdauernden Minderverdienstes von ca. 20% als erfüllt zu betrachten.

2.5 Die vom Bundesgericht im Entscheid 9C_228/2010 vom 26. April 2011 vorge­

nommene Präzisierung der Rechtsprechung, wonach der Ausnahmetatbestand der 

Notwendigkeit vorgängiger befähigender beruflicher Massnahmen trotz 

wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit im Sinne der Rechtssicherheit auf Sachverhalte zu 

beschränken sei, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung 

oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betreffe, die das 55. 

Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen habe (vgl. E. 

3.3), ist im Falle des Beschwerdeführers nicht anwendbar. Der dortige Sachverhalt 

betraf eine Versicherte, die als ungelernte Hilfsarbeiterin tätig gewesen war und 

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welcher bei der beruflichen Wiedereingliederung somit der gesamte, 

branchenübergreifende Arbeitsmarkt für Hilfstätigkeiten offen stand. Demgegenüber 

hatte der Beschwerdeführer eine Lehre als Elektromonteur absolviert und war in der 

Folge bis zum Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit in diesem Berufsfeld tätig. Der 

Beschwerdeführer darf daher nicht auf Hilfstätigkeiten verwiesen werden, bei welchen 

er sich selbständig wieder eingliedern könnte. Vielmehr hat er einen Anspruch auf 

Wiedereingliederung in seinen erlernten Beruf, selbst wenn eine solche vorgängige 

befähigende berufliche Massnahmen erfordert.

2.6 Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer vorliegend einen Anspruch auf 

Wiedereinschulung in seine bisherige Tätigkeit als Elektromonteur bzw. technischer 

Mitarbeiter gemäss Art. 17 Abs. 2 IVG hat.

3. 

3.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. August 2013 in 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Durchführung von 

beruflichen Massnahmen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Das bereits bewilligte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem 

Verfahrensausgang gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

6. August 2013 aufgehoben.

bis  

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2.  Die Sache wird zur Durchführung von beruflichen Massnahmen im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.02.2015
	Art. 8 und 17 IVG: Grundsätzlich ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Vorliegend ist aufgrund der langjährigen Absenz des Beschwerdeführers vom Arbeitsmarkt ausnahmsweise die Notwendigkeit vorgängiger befähigender beruflicher Massnahmen in Form einer Wiedereinschulung in den angestammten Beruf trotz der wiedergewonnenen 100%igen Arbeitsfähigkeit zu bejahen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Februar 2015, IV 2013/431).

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