# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffea8819-89fb-5794-a0ac-13a5c0371c43
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.08.2019 725 17 163/209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-163-209_2019-08-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. August 2019 (725 17 163 / 209)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Fehlender Kausalzusammenhang; Die Kostenübernahme für das ärztlich angeordnete 

Hilfsmittel in Form einer Rumpforthese wurde zu Recht verneint.  

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 
106, Postfach 109, 4018 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Der 1960 geborene A.____ war über die Öffentliche Arbeitslosenkasse Basel-Land-
schaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle 
versichert, als er am 4. August 2009 zuhause ausrutschte und sich an der rechten Schulter ver-
letzte. Am 21. Juli 2014 erlitt er einen weiteren Unfall. Am Flughafen in X.____ brach er zusam-
men und stürzte, wobei er sich eine Fraktur des Lendenwirbelkörpers (LWK) 1 zuzog. Einen drit-
ten bei der Suva versicherten Unfall erlitt er am 27. August 2014. Bei einem Treppensturz zu-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

hause zog er sich eine Rippenserienfraktur links 4-8 (Impressionsfraktur) mit Hämato- und Coa-
gulothorax sowie eine Schulterverletzung links mit Abriss des ventralen Labrums zu. Mit Verfü-
gung vom 6. Juli 2016 sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung gestützt 
auf eine Integritätseinbusse von 50% (25% für die Folgen des ersten, 15% für die Folgen des 
zweiten und 10% für die Folgen des dritten Unfalles) zu, lehnte aber gleichzeitig die Ausrichtung 
einer Invalidenrente ab. Der Versicherte erhob hiergegen Beschwerde beim Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), welches die Beschwerde 
mit Urteil vom 18. Januar 2018 (Verfahren-Nr. 725 16 410) abwies. Der Versicherte zog dieses 
Urteil weiter vor das Bundesgericht. 
 
Bereits am 10. Januar 2017 ersuchte der Versicherte bei der Suva um Kostenübernahme für eine 
Rumpforthese. Nach Abklärung der massgebenden Verhältnisse verneinte die Suva mit Verfü-
gung vom 7. März 2017 den Anspruch auf eine solche Rumpforthese. Zur Begründung führte sie 
an, gestützt auf die medizinische Beurteilung ihres beratenden Arztes ergebe sich, dass die Indi-
kation der Rumpforthese aus unfallfremden Gründen erfolgt sei, weshalb es an der erforderlichen 
Kausalität mangle. An dieser Auffassung hielt sie auch auf Einsprache des Versicherten hin mit 
Einspracheentscheid vom 26. April 2017 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, vertreten durch Markus 
Schmid, Advokat, mit Eingabe vom 29. Mai 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin bean-
tragte er, der Einspracheentscheid vom 26. April 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin sei zu verpflichten, die Kosten für die anbegehrte Rumpforthese zu übernehmen; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, gestützt auf die massgebende 
medizinische Aktenlage sei erstellt, dass die Verordnung der Prothese infolge unfallkausaler 
Gründe erfolgt sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Juli 2017 schloss die Suva, vertreten durch Andrea 
Tarnutzer-Muench, Advokat, auf Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Oktober 2018 sistierte die instruierende Präsi-
dentin des Kantonsgerichts das vorliegende Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid im Ver-
fahren Nr. 725 16 410.  
 
E. Mit Verfügung vom 26. November 2018 hob das Kantonsgericht die Sistierung auf, nach-
dem das Bundesgericht mit Urteil vom 14. November 2018 den Entscheid des Kantonsgerichts 
vom 18. Januar 2018 bestätigt und einen Rentenanspruch verneint hatte. Gleichzeitig wurde den 
Parteien Gelegenheit eingeräumt, zur Sachlage nach Abschluss des Verfahrens Nr. 725 16 410 
Stellung zu nehmen. Die Beschwerdegegnerin machte mit Eingabe vom 28. Januar 2019 hiervon 
Gebrauch. Der Beschwerdeführer liess sich am 26. Februar 2019 hierzu vernehmen.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-
scheide der Versicherungsträger gemäss Art 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene – Beschwerde vom 29. Mai 2017 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO in der ab 1. Januar 2019 geltenden Fassung entscheidet die 
präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten 
bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorlie-
genden Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für die angeordnete 
Rumpforthese zu übernehmen hat. Dem sich in den Akten befindlichen Kostenvoranschlag vom 
6. Januar 2017 zufolge belaufen sich die Kosten für eine solche Rumpforthese auf Fr. 2‘110.--. 
Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt deshalb in die Kompetenz der präsidierenden 
Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts.  
 
2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 
 
2.2 Gemäss Art. 11 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die Hilfsmittel, die 
körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen. In Art. 21 der Verordnung über 
die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 hat der Bundesrat die ihm in Art 11 Abs. 
1 IVG übertragene Kompetenz zur Regelung der Voraussetzungen für die Abgabe von Hilfsmit-
teln dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) überlassen. Dieses hat gestützt auf 
diese Subdelegation die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Unfallversiche-
rung (HVUV) vom 18. Oktober 1984 mit der im Anhang aufgeführten Hilfsmittelliste erlassen. 
Gemäss Art. 1 Abs. 1 HVUV besteht Anspruch auf die in der Liste im Anhang der HVUV aufge-
führten Hilfsmittel. Die Hilfsmittelbedürftigkeit im Unfallversicherungsrecht knüpft nicht an die Not-
wendigkeit des Hilfsmittels für die Erwerbstätigkeit an. Mangels anderslautender gesetzlicher Be-
stimmung und Praxis besteht auch Anspruch auf Hilfsmittel für Einschränkungen im Aufgaben-
bereich Haushalt und/oder im privaten Leben. Nach Ziffer 3.01 HVUV zählen Stützkorsetts zu 
den von der Unfallversicherung zu gewährenden Hilfsmitteln. 
 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.3 Die Hilfsmittel müssen einfach und zweckmässig sein und werden zu Eigentum oder 
leihweise abgegeben (Art. 11 Abs. 2 UVG und Art. 1 Abs. 2 HVUV). Das Kriterium der Zweck-
mässigkeit verlangt insbesondere, dass das Hilfsmittel bestimmt und geeignet ist, der gesund-
heitlich beeinträchtigten versicherten Person in wesentlichem Umfang zur Erreichung eines der 
gesetzlich anerkannten Ziele zu verhelfen (BGE 122 V 214 E. 2c mit Hinweis). Mit der Beschrän-
kung auf Hilfsmittel in einfacher Ausführung wird dem allgemeinen Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit Rechnung getragen. Danach ist die Eingliederung nur soweit sicherzustellen, als sie im 
Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Die versicherte Person hat dementsprechend in 
der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendi-
gen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. 
Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen 
Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 124 V 110 E. 2a, 122 V 214 E. 2c). 
 
3.1 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden ferner nur insoweit, als die-
ser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 
(BGE 129 V 177 E. 3). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in 
der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend 
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder-
lich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche o-
der geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten 
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung ent-
fiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E 
3.1 mit Hinweisen). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 125 V 195 E. 2, 
121 V 47 E. 2a und 208 E. 6b). 
 
3.2 Bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang ursprünglich gegeben ist, ist die versicherte 
Person beweisbelastet. Die Unfallversicherung trägt dagegen die Beweislast für einen behaupte-
ten Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Zustandes, wie er vor dem Unfall bestand 
oder sich ohne diesen ergeben hätte (Status quo sine vel ante). Allerdings tragen die Parteien im 
Sozialversicherungsprozess in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweis-
losigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des im Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen Sozialversiche-
rungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6, Urteil des Bundesgerichts vom 4. April 2017, 8C_17/2017, 
E. 2.2 mit Hinweisen).  
 
4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewie-
sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b 
mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem 
für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 
lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungs-
gericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der 
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach al-
leine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berich-
ten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-
geholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 
 
5. Unter den Parteien ist unbestritten, dass es sich bei der beantragten Rumpforthese um 
ein geeignetes und notwendiges Hilfsmittel im Sinne der allgemeinen Anspruchsvoraussetzun-
gen handelt. Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin einzig mit 
Blick auf die Frage, ob es sich bei den durch die Rumpforthese auszugleichenden gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen um unfallkausale Folgen handelt. Im Zentrum der Beurteilung steht da-
bei das Ereignis vom 21. Juli 2014. Da eine anspruchsbegründende Tatfrage zu beurteilen ist, 
liegt die entsprechende Beweislast bei der versicherten Person bzw. sie trägt die Folgen der Be-
weislosigkeit.  

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
6. Für die Beurteilung der strittigen Frage sind im Wesentlichen folgende medizinische Un-
terlagen von Relevanz: 
 
6.1 Im Bericht des Medical Center B.____ in X.____ vom 29. Juli 2014, wo der Versicherte 
unmittelbar im Anschluss an das Unfallereignis behandelt worden war, wurden eine Fraktur des 
LWK 1 sowie auf mögliche frühere Ereignisse zurückzuführende Frakturen der LWK 2 und 4 und 
eine thorakale Kyphose bei einem auswellenden Keilwirbel des Brustwirbelkörpers (BWK) 12 di-
agnostiziert. Hierzu wurde festgehalten, der Versicherte sei am Flughafen zweimal kollabiert und 
habe sich hierbei eine lumbale Fraktur des LWK 1 zugezogen.  
 
6.2 Anlässlich einer Kreisarztbeurteilung vom 28. November 2014 infolge eines weiteren 
Unfallereignisses wurden eine auf das frühere Ereignis vom 21. Juli 2014 zurückzuführende fri-
sche Fraktur des LWK 1, nur wenig disloziert, und ferner multiple Veränderungen im Bereich der 
Wirbelsäule festgestellt. Es wurde ein stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik G.____ empfohlen. 
In dessen Rahmen wurden am 30. Januar 2015 die folgenden in unfallversicherungsrechtlicher 
Hinsicht relevanten Diagnosen festgehalten: Unfall vom 21. Juli 2014 Sturz auf dem Flughafen 
X.____ mit frischer Fraktur LWK 1 und ältere Frakturen LWK 2 und 4. 
 
6.3 Im Rahmen einer Verlaufskontrolle hielt Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass der Patient in X.____ auf dem Flughafen 
gestürzt sei und sich dabei eine LWK 1-Fraktur zugezogen habe. Eine Verlaufsröntgenkontrolle 
zeige nun eine im konventionellen Bild stehende Hinterkante, jedoch Einsinken der Vorderkante 
um 50%. Dementsprechend habe der Patient lokale Beschwerden mit entsprechendem musku-
lärem Hartspann.  
 
6.4 Am 12. August 2015 berichtete Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, dass der Patient über anhaltende Rückenbe-
schwerden klage. Er gebe insbesondere belastungsabhängige Beschwerden im unteren LWS-
Bereich an. Radiologisch sei eine Keilwirbelbildung LWK 1 mit nachgeheilter Deckplattenimpres-
sion auszumachen. Weiter zeige sich eine leichte Keilwirbelbildung BWK 12 als auch LWK 2 
möglicherweise im Rahmen eines Morbus Scheuermann.  
 
6.5 Infolge einer weiteren kreisärztlichen Beurteilung vom 30. März 2016 im Zusammenhang 
mit dem Fallabschluss im Verfahren Nr. 725 16 410 erachtete Dr. med. E.____, FMH Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hinsichtlich der verbleibenden Un-
fallfolgen im Bereich der Wirbelsäule in Form einer Nachsinterung der LWK 1-Fraktur mit deutli-
cher Keilwirbelbildung und Kyphosewinkel eine Integritätsentschädigung als angezeigt.  
 
6.6 Am 14. Dezember 2016 stellte Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine 
Innere Medizin, die Diagnose einer posttraumatischen thorakolumbalen Skoliose bei einem Sta-
tus nach traumatischer Deckplattenimpression BWK 12 und LWK 1. Infolge der Schmerzen im 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Bereich der Schultern seien physiotherapeutische Massnahmen zur Stabilisierung der Wirbel-
säule sowie Detonisation der paravertebralen Muskelgruppen zu verordnen. Ergänzend empfehle 
er bei Skoliose im thorakolumbalen Übergang das Tragen einer Orthese.  
 
6.7 Mit Kurzbericht vom 27. Januar 2017 führte Dr. E.____ zur Frage, ob der Versicherte mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit infolge der unfallbedingten Verletzungen eine Rumpforthese 
benötige aus, dass es nach einer konservativ behandelten Wirbelkörperfraktur praktisch keine 
Indikation für ein Korsett gebe. Überdies sei die Indikation für das Korsett eine Skoliose. Dies sei 
eine krankhafte Veränderung der Wirbelsäule und keine Unfallfolge.  
 
6.8 Aufgrund der Einsprache des Versicherten vom 20. Februar 2017 ersuchte die Suva den 
Kreisarzt Dr. E.____ auf Vorlage der Akten zur Frage Stellung zu nehmen, ob er an seiner Auf-
fassung festhalte, wonach die verordnete Rumpforthese nicht in einem kausalen Zusammenhang 
mit dem Unfallereignis des Versicherten stehe. Diesbezüglich hielt er fest, die angeführten Stürze 
und Verletzungen seien unstrittig und würden nicht ignoriert. Es sei allerdings zu beachten, dass 
nach dem Ereignis vom Juli 2014 ausschliesslich eine LWK 1-Fraktur im Sinne eines Deckplat-
teneinbruches nachgewiesen worden sei, sämtliche anderen Veränderungen an der Wirbelsäule 
seien älter. Die Formveränderung des BWK 12 sei bereits im Juli 2014 alt gewesen und nicht bei 
diesem Ereignis entstanden. Die Ursachen hierfür seien vielfältig, dieses Trauma sei jedoch nicht 
dafür verantwortlich. Eine Deckplattenimpression könne zweifellos zu einer gewissen Kyphosie-
rung führen. Da die Wirbelsäule sich aus vielen Wirbelkörpern zusammensetze, würde eine ge-
wisse Keilform eines Wirbelkörpers normalerweise keine erhebliche Kyphosierung insgesamt 
ausmachen. Das Vorliegen einer Kyphosierung sei mit Beurteilung vom 30. März 2016 bereits 
festgestellt und bei der Schätzung des Integritätsschadens gewürdigt worden. Die Orthese sei 
jedoch ausschliesslich aufgrund einer Skoliose im thorakolumbalen Bereich ordiniert worden. Da-
bei handle es sich um eine völlig andere Verformung der Wirbelsäule. Eine stabile Deckplatten-
impressionsfraktur könne mit Sicherheit nicht die beschriebene Skoliose herbeiführen. Dies sei 
nicht erklärbar. Nach derartigen Frakturen sei es wichtig, die Muskulatur zu stärken, damit sie die 
übrigen Stützstrukturen des Rückens unterstützen könne. Durch eine Orthese werde die Musku-
latur ruhig gestellt und somit sogar eher geschwächt, was für Langzeitfolgen einer Lendenwirbel-
körperfraktur vielmehr kontraproduktiv sei. Die Indikation der Orthese würde somit eindeutig nicht 
aus unfallkausalen Gründen gestellt.  
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin ist unter Berücksichtigung der Ausführungen ihres Vertrauens-
arztes der Auffassung, dass die Anordnung der Rumpforthese ausschliesslich aufgrund einer 
nicht unfallbedingten Skoliose erfolgte und somit keine Leistungspflicht der Unfallversicherung 
bestehe. Wie sich aus dem in Erwägung 4.2 Ausgeführten ergibt, sind die Berichte von Dr. E.____ 
insoweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit der darin 
vorgenommenen Schlussfolgerungen bestehen. Vorliegend besteht kein Anlass an der Richtig-
keit der Feststellungen von Dr. E.____ zu zweifeln. Er setzt sich mit den wesentlichen medizini-
schen Unterlagen auseinander und vermittelt insgesamt ein vollständiges Bild des Beschwerde-
führers. Alsdann kommt er gestützt auf die medizinischen Akten einleuchtend und überzeugend 
zum Schluss, dass die Deckplattenimpressionsfraktur eines Lendenwirbels bei ansonsten stabi-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

len Wirbelkörpern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht die beschriebene Skoliose im tho-
rakolumbalen Bereich verursacht hat, weil es sich hierbei um eine völlig andere Verformung der 
Wirbelsäule handle. Überdies legt er nachvollziehbar dar, weshalb die angeordnete 
Rumpforthese ausschliesslich zur Behandlung der diagnostizierten Skoliose und nicht für die von 
der Beschwerdegegnerin bereits anerkannten und mit einer Integritätsentschädigung gewürdig-
ten Unfallfolgen angeordnet worden sei. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer-
degegnerin dem Bericht vom 20. Februar 2017 vollen Beweiswert zuerkannte.  
 
7.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen zu keiner anderen Beurteilung der 
Kausalitätsfrage zu führen. Er macht zunächst geltend, die Ausführungen von Dr. E.____ stünden 
im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. F.____ vom 14. Dezember 2016, worin sich die Diagnose 
einer posttraumatischen Skoliose bei einem Status nach traumatischer Deckplattenimpression 
des BWK 12 und des LWK 1 fände. Diesbezüglich ist unter Hinweis auf das eben Dargelegte 
festzuhalten, dass sich Dr. E.____ ausführlich mit den Ausführungen von Dr. F.____ auseinan-
dersetzte und die von ihm diagnostizierte Deckplattenimpression des BWK 12 nachvollziehbar 
als falsch bezeichnete. Seine diesbezüglichen Aussagen stehen im Einklang mit der medizini-
schen Aktenlage, in deren Rahmen jeweils ausschliesslich eine Fraktur des LWK 1 mit daraus 
resultierender Keilwirbelbildung und Kyphosierung als Unfallursache ausgemacht werden konnte. 
So insbesondere im MRI-Befund vom 21. Juli 2014 unmittelbar im Anschluss an das Unfallereig-
nis. Alsdann finden sich auch in den weiteren zeitnah zum Unfallgeschehen erstellten Berichten 
weder Hinweise, die auf eine Fraktur im Bereich des BWK 12 hindeuten noch solche die in diesem 
Bereich dokumentierte Formveränderungen auf das Unfallereignis zurückführen würden. Dr. 
F.____ stellt die Diagnose einer posttraumatischen thorakolumbalen Skoliose in den Raum, ohne 
sich dabei näher zu den möglichen Ursachen dieser bisher nicht erhobenen Deformation der 
Wirbelsäule zu äussern. Seine Ausführungen sind daher nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel 
an der kreisärztlichen Beurteilung zu wecken. Gleichermassen verhält es sich für den weiteren 
vom Beschwerdeführer angerufenen Bericht von Dr. D.____ vom 12. August 2015. Entgegen 
dem Vorbringen des Beschwerdeführers trifft es dabei gerade nicht zu, dass dieser ausschliess-
lich unfallkausale Folgen ausweist, namentlich nicht solche in Form einer Skoliose. Vielmehr un-
terscheidet Dr. D.____ zwischen den bekannten Unfallfolgen einer Keilwirbelbildung der LWS mit 
nachgeheilter Deckplattenimpression des LWK 1 und einer Keilwirbelbildung im Bereich des BWK 
12, wobei er selbst anmerkt, dass die letztere möglicherweise im Rahmen eines Morbus Scheu-
ermann zu sehen sei. Nicht durchzudringen vermag der Beschwerdeführer auch mit seinem Ein-
wand, wonach aufgrund der Tatsache, dass Dr. D.____ die Formveränderung nicht zweifelsfrei 
krankheitsbedingten Ursachen zuordnet, im Umkehrschluss unfallkausale Folgen damit auch 
nicht ausgeschlossen werden könnten. Dies umso weniger, als Dr. D.____ nicht diskutiert, inwie-
fern allenfalls eine Unfallkausalität in Frage käme. Hinzu tritt, dass Dr. D.____ dem Versicherten 
im selben Bericht zur Behandlung seiner gesundheitlichen Beschwerden Physiotherapie in Form 
eines Trainings der Rückenmuskulatur verordnet. Damit untermauert er schliesslich die Aussa-
gen von Dr. E.____, denen zufolge dies die adäquate Methode zur Behandlung einer Lendenwir-
belkörperfraktur darstelle, das Tragen einer Rumpforthese hierfür hingegen eher kontraproduktiv 
sei.  
 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.3 Nach dem Gesagten liegen demnach keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die thorako-
lumbale Skoliose – für welche die Rumpforthese angeordnet wurde – in einem natürlichen Kau-
salzusammenhang zum Unfallereignis vom 21. Juli 2014 steht. Auch die im Sinne eines Eventu-
albegehrens beantragte amtliche Erkundigung bei Dr. F.____ würde zu keinen neuen Erkennt-
nissen führen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf zusätzliche medizinische Abklärun-
gen verzichtet werden kann (vgl. zur Zulässigkeit einer antizipierten Beweiswürdigung: BGE 131 
I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinwei-
sen). 
 
8. Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht ablehnte. Bei diesem Ergebnis ist die gegen den Einspracheentscheid vom 26. April 
2017 erhobene Beschwerde abzuweisen.  
 
9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zugesprochen. 
  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht