# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49338943-fb66-5e8a-992c-c5327824dfec
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 14.02.2018 BRGE IV Nr. 0020/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0020-201_2018-02-14.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 20/2018 vom 14. Februar 2018 in BEZ 2018 Nr. 17 

Am 1. August 2017 wurde am streitbetroffenen Gebäude eine – von 
damals insgesamt vier ausgefahrenen – Sonnenstoren während eines am 
Abend aufgetretenen Gewitters beschädigt. Der Schadenabschätzungsbericht 
der Vorinstanz hielt diesbezüglich einen Hagelschaden fest. Im Einsprache-
entscheid lehnte die Gebäudeversicherung (GVZ) die Übernahme der Kosten 
ab. Es galt abzuklären, ob der Hagel voraussehbar bzw. der Schaden durch 
rechtzeitiges Eingreifen verhinderbar gewesen wäre  

Aus den Erwägungen: 

5.1 Im Gesetzesabschnitt «Versicherte Schäden» erklärt § 19 GebVG 
unter dem Randtitel «Elementarschäden» in Ziffer 2 die Gebäude als gegen 
Schäden versichert, die durch Hagel entstanden sind. Keine Elementarschäden 

sind nach § 20 GebVG Schäden, die nicht durch plötzliche Einwirkung von 
Naturgewalten entstanden sind, wie Feuchtigkeitseinwirkungen, Boden-
senkungen, Frostschäden (Ziffer 1), Schäden, die verursacht wurden durch 
Stauseen oder sonstige künstliche Wasseranlagen, wie Rückstau aus 
Kanalisationen (Ziffer 2), sowie solche Schäden, die voraussehbar waren und 
deren Entstehung durch zumutbare Massnahmen hätte verhindert werden 
können, wie Schäden zufolge schlechten Baugrundes, unfachgemässer oder 
unsolider Bauausführung oder Abdichtung oder mangelhaften Gebäude-
unterhalts (Ziffer 3).  

Gemäss Rechtsprechung sind Voraussehbarkeit und Verhinderbarkeit 
nach § 20 Ziff. 3 GebVG im Einklang mit dem Gesetzeswortlaut hauptsächlich 
auf den Schaden zu beziehen und als kumulative (nicht alternative), 
miteinander verknüpfte Voraussetzungen des Deckungsausschlusses aufzu-
fassen. § 20 Ziff. 3 GebVG sehe eine Vergütung vor, «wenn der Eigentümer 
bzw. Bauunternehmer im Hinblick auf ein Elementarereignis, mit dem zu 
rechnen war, die Vorsichtsmassregeln getroffen hat, die von einem sorgfältigen 
Eigentümer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten sind» (BGE 
100 Ia 32 ff., E. 3c). Mit anderen Worten schliesst § 20 Ziff. 3 GebVG die 
Ersatzpflicht aus, wenn ein Schaden zwar natürlich kausal auf ein 
Elementarereignis im Sinn von § 19 GebVG zurückzuführen ist, der adäquate 
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und dem eingetretenen 
Schaden aber durch das Unterlassen zumutbarer Massnahmen unterbrochen 
wurde. Voraussehbarkeit meine Voraussehbarkeit des schadenstiftenden 
Ereignisses und gegebenenfalls seines Ausmasses – insofern bestehe 
tatsächlich ein Bezug zu § 19 GebVG – als auch Voraussehbarkeit des 
eingetretenen Schadens als Folge dieses Ereignisses. Somit sei zu fragen, ob 
sowohl das Elementarereignis im konkreten Ausmass als auch der eingetretene 
Schaden als dessen Folge voraussehbar gewesen seien, woraus sich erst die 
Obliegenheit zum Ergreifen von Gegenmassnahmen habe ergeben können. 
Während die Versicherungsnehmenden die Beweislast für das Eintreten des 
Schadenereignisses und des Schadens trügen, liege die Beweislast für das 
Vorliegen der behaupteten Ausschlüsse (Voraussehbarkeit und Verhinder-
barkeit) bei der Gebäudeversicherung (VGr, 5. Februar 2014, VB.2013.00580, 
E. 4.1; VGr, 3. September 2003, VB.2003.00134, E. 6, www.vgrzh.ch). (…) 

http://www.vgrzh.ch/

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5.3 Entgegen der Auffassung der Rekurrierenden ist nicht zu beanstanden, 
wenn die Vorinstanz für die Frage der Voraussehbarkeit eines schaden-
stiftenden Ereignisses auf Wetterberichte abstellt. Gemäss Wettervorhersage 
von «SRF Meteo» vom 30. Juli 2017 wurde eine bleibende Gewitterneigung 
festgestellt. Die Wetterlage bot allerdings Raum für Überraschungen und es 
sollte sich meist erst kurzfristig zeigen, wo und wann die Gewitter genau 
aufziehen. Die Wettervorhersage vom 31. Juli 2017 meldete für den darauf 
folgenden Ereignistag alsdann, dass in der labil geschichteten Luft nur kleine 
Störungen kräftige Gewitter auslösen können. Für den Abend des Ereignistages 
wurden zum Teil heftig ausfallende Gewitter mit Hagel, Sturmböen und 
Starkregen vorausgesagt.  

Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht dieser doch klaren Vorhersagen 
insbesondere am Vortag des Ereignisses ist nicht nachvollziehbar, dass die 
Rekurrierenden vom herannahenden Gewitter mit starken Winden und Hagel 

überrascht worden sein sollen. Die Rekurrierenden hätten vielmehr damit 
rechnen müssen, dass das als heftig angekündigte Gewitter allenfalls auch 
durch intensive Hagelschauern begleitet würde. Von Hauseigentümern, die an 
heissen Sommertagen Storen ihrer Liegenschaft ausfahren, kann verlangt 
werden, dass diese die Wetterberichte zumindest in den Grundzügen zur 
Kenntnis nehmen. Es kann entgegen der – doch realitätsfremden – Auffassung 
der Rekurrierenden auch nicht davon ausgegangen werden, dass das Wetter 
praktisch von einer Sekunde auf die andere umgeschlagen hat; dies selbst 
dann nicht, wenn es sich um eine sog. «Superzelle» gehandelt hätte. Eine 
Annäherung einer Gewitterzelle macht sich, worauf auch die Vorinstanz 
hinweist, stets dadurch bemerkbar, dass die Sonne verdeckt wird und Wind 
aufkommt. Es war denn auch vorliegend so, dass die Gewitterlinie gemäss 
Aufnahmen des Niederschlagsradars mit Fünfminutenschritten aus Westen 
aufzog und sich das Gewitter nicht aus dem Nichts über der rekurrentischen 
Liegenschaft entlud. Die Rekurrierenden hätten – da sie auch den Wetterbericht 
hätten kennen müssen – bei den ersten Anzeichen des aufziehenden Gewitters 
die Storen einfahren müssen. Sie haben hingegen erst dann gehandelt und 
schadensverhindernde Massnahmen ergriffen, als – wie sie selber ausführen – 
bereits Sturmböen und starker Regen aufgetreten ist. Beim Auftreten solcher 
Wettererscheinungen ist ein Gewitter indes bereits im Gang und von einem 
rechtzeitigen Handeln, d.h. «vor» dem Gewitter, kann nicht gesprochen werden.  

An alledem ändert nichts, wenn die Rekurrierenden am Ereignistag 
insgesamt vier Storen, welche auf verschiedenen Seiten der rekurrentischen 
Liegenschaft verteilt sind, ausgefahren haben und sie diese aufgrund des 
Gewitters allesamt wieder haben einziehen müssen. Die Rekurrierenden hätten 
all diese Umstände bei ihrem Entscheid, wann die Storen aufgrund der konkret 

herrschenden bzw. vorausgesagten Wetterlage einzuziehen sind, miteinbe-
ziehen und hätten ihr Handeln danach ausrichten müssen. Gleiches gilt für den 
Umstand, dass die Storen speziell befestigt waren. In diesem Fall wäre der 
Entscheid, wann die Storen einzuziehen gewesen wären, unter Umständen 
noch früher zu fällen gewesen. Damit kann offenbleiben, ob die beschädigte 
Store aufgrund dieses Umstandes nicht rechtzeitig eingezogen werden konnte.  

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5.4 Zusammengefasst war für die Rekurrierenden unter diesen Umständen 
mithin sowohl das schadenstiftende Unwetter im konkreten Ausmass als auch 
der eingetretene Schaden als dessen Folge voraussehbar. Daraus hat sich die 
Obliegenheit der Rekurrierenden ergeben, bereits vor Beginn des Unwetters 
geeignete Gegenmassnahmen zu ergreifen. Ein Ausschlussgrund im Sinne von 
§ 20 Ziff. 3 GebVG ist damit gegeben und es liegt mit der Vorinstanz folglich 
kein versicherter Elementarschaden vor. Die Rüge ist unbegründet.