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**Case Identifier:** 750d256c-c44e-5e8f-ba1c-8af906a2210f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2014 200 2013 485
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-485_2014-08-14.pdf

## Full Text

200 13 485 IV
KNB/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. August 2014

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2014, IV/13/485, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit Mitte Mai 2010 bei der J.________ GmbH als ... angestellt und meldete 
sich am 3. Mai 2012 unter Hinweis auf eine Depression und einen Verdacht 
auf Asperger-Syndrom zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin; act. II] 2). Die IVB holte in der Folge medizinische 
und erwerbliche Unterlagen ein und erteilte mit Mitteilung vom 30. April 
2013 Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 3. Juni bis zum 
2. September 2013 (act. II 28) und sprach für dessen Dauer dem Versi-
cherten Taggelder auf der Basis des „grossen Taggeldes“ zu (act. II 27). 

Mit Verfügung vom 8. Mai 2013 gewährte die IVB dem Versicherten für die 
Dauer des Belastbarkeitstrainings ein Taggeld (Grundentschädigung) von 
Fr. 29.60 (act. II 30), welches sie auf einem durchschnittlichen Tagesein-
kommen von Fr. 37.– bzw. auf einem durchschnittlichen Jahreseinkommen 
von Fr. 13‘430.– im Jahr 2011 (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto 
[IK-Auszug, act. II 8 S. 3]) berechnet hatte.

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – vertreten durch 
B.________, Fürsprecher C.________ – am 6. Juni 2013 Beschwerde 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Er beantragt die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Beschwerdegegnerin sei zu ver-
pflichten, ihm für die Dauer des zugesprochenen Belastbarkeitstrainings ein 
Taggeld auf der Basis des Lohnes als ... zu entrichten. 

In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Taggeldverfügung vom 8. Mai 2013 
(act. II 30). Streitig und zu prüfen ist die Höhe des für die Dauer der Inte-
grationsmassnahme zugesprochenen Taggeldes und dabei namentlich die 
Höhe des Jahresverdienstes, auf welchen sich die Berechnung des Tag-
geldes stützt.

1.3 Beantragt wird die Ausrichtung eines höheren Taggeldes für die 
rund dreimonatige Integrationsmassnahme. Die Differenz zwischen dem 
verfügten und dem beantragen Taggeld liegt für diese drei Monate unter 
Fr. 20'000.–, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen laut Art. 8 Abs. 3 IVG in medizinischen Mass-
nahmen (lit. a), in Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruf-
liche Eingliederung (lit. abis), in Massnahmen beruflicher Art (lit. b) und in 
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).

2.2 Gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG haben Versicherte während der Durch-
führung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch 
auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen 
wegen der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in 
ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 %arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
sind. Das Taggeld besteht aus einer Grundentschädigung, auf die alle Ver-
sicherten Anspruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kin-
dern (Art. 22 Abs. 2 IVG). Die Grundentschädigung beträgt 80 % des letz-
ten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, 
jedoch nicht mehr als 80 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach 
Art. 24 Abs. 1 IVG (Art. 23 Abs. 1 IVG).

Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Art. 23 Abs. 1 
IVG bildet das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem 
Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 
20. Dezember 1946 (AHVG; SR 831.10) erhoben werden (massgebendes 
Erwerbseinkommen; Art. 23 Abs. 3 IVG).

2.3 Liegt die von der versicherten Person zuletzt voll ausgeübte Tätig-
keit mehr als zwei Jahre zurück, so ist auf das Erwerbseinkommen abzu-
stellen, das die versicherte Person durch die gleiche Tätigkeit unmittelbar 
vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 21 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Ja-
nuar 1961 [IVV; SR 831.201]). 

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2.4 Gemäss konstanter höchstrichterlicher Rechtsprechung entspricht 
das der Bemessung des Taggeldes zu Grunde zu legende Erwerbsein-
kommen nach Art. 23 Abs. 3 IVG und Art. 21 Abs. 3 IVV – abgesehen vom 
Festsetzungszeitpunkt – dem Valideneinkommen bei der Invaliditätsbe-
messung nach der Einkommensvergleichsmethode, d.h. massgebend ist 
jenes Einkommen, das die versicherte Person als Gesunde tatsächlich er-
zielen würde, mithin, was sie auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und 
persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite-
rentwicklung zu erwarten gehabt hätte. Immerhin ist mit Blick auf den 
Zweck des Taggeldes, welches im Unterschied zur Rente keine Dauerleis-
tung ist, bei der Beurteilung der beruflichen Weiterentwicklung kein allzu 
strenger Massstab anzulegen, weshalb die Feststellung des Validenein-
kommens für das Taggeld diejenige für die Rente nicht zwingend präjudi-
ziert (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 2. Mai 2007, I 732/06, 
E. 2.1). 

2.5 Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung 
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Fak-
toren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidg. 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

3.

3.1 Zu Recht unbestritten ist vorliegend die Durchführung des Belast-
barkeitstrainings im Rahmen einer Integrationsmassnahme im Zentrum 
H.________ in … vom 3. Juni bis zum 2. September 2013 (act. II 28) und 
damit der grundsätzliche Anspruch des Beschwerdeführers auf ein Taggeld 
für diesen Zeitraum (act. II 27). Zu prüfen ist einzig die Frage, basierend 
auf welchem Einkommen diese Taggeld zu berechnen ist. Während die 

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Beschwerdegegnerin als Grundlage das tatsächlich zuletzt erzielte Ein-
kommen des Beschwerdeführers von durchschnittlich Fr. 37.– pro Tag bzw. 
auf einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 13‘430.– im Jahr 
2011 bei der J.________ GmbH (IK-Auszug [act. II 8 S. 3]) heranzog, 
macht dieser geltend, es sei auf ein hypothetisches Einkommen in seinem 
erlernten Beruf als ... abzustellen.

3.2 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist den Akten 
Folgendes zu entnehmen:

3.2.1 Die behandelnden Fachpersonen des Spitals I.________, Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und der 
Psychologe lic. phil. E.________, hielten in ihrem Bericht vom 29. Mai 2012 
(act. II 10) als Diagnosen den Verdacht auf ein Asperger-Syndrom (ICD-10: 
F84.5) und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) fest 
(S. 2 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer leide im Rahmen seines Asperger-
Syndroms unter Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, man-
gelnder Empathiefähigkeit, Kompetenzdefiziten bei sozialen Interaktionen, 
mangelnder Stress- und Konfliktbewältigungsstrategien, habe eine rigide, 
perfektionistische Denk- und Handlungsweise und eine starke Angst vor 
unbekannten und unstrukturierten Situationen (S. 4 Ziff. 1.7). Aus diesen 
Gründen sei seine Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt und es sei 
sehr unwahrscheinlich, dass er ohne besondere, auf seine Einschränkun-
gen zugeschnittene Massnahmen am primären Arbeitsmarkt teilnehmen 
könne. Grundsätzlich seien jedoch manche Asperger-Syndrombetroffene 
unter besonderen Bedingungen arbeitsfähig, was im spezifischen Falle des 
Beschwerdeführers zurzeit noch unklar sei (Ziff. 1.8). Der Beschwerdefüh-
rer weise eine für Asperger-Syndrombetroffene typische Rigidität im Den-
ken und Handeln auf, die für viele Arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt 
behindernd wirke und mit einer langsamen Arbeitsverrichtung, mangelnder 
Kritikfähigkeit und regelmässigen zwischenmenschlichen Konflikten mit 
Wutausbrüchen einhergehe (S. 3). Die Einschränkungen in Konzentrati-
onsvermögen, Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbar-
keit beständen alle seit Geburt (S. 6).

3.2.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie FMH, kam in seinem Bericht vom 14. August 2012 

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(act. II 15) zum Schluss, dass alle gesammelten Mosaiksteine gut zur Dia-
gnose des Asperger-Syndroms passten. Typische Muster liessen sich bis 
in die frühe Kindheit zurückverfolgen und anhand des MBAS auch überra-
schend deutlich durch eine Fremdbeurteilung erhärten.

3.2.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 26. Juni 2014 (Antwortbeilage 
der Beschwerdegegnerin [act. IIA] 1) von Dr. med. G.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte dieser ein Asper-
ger-Syndrom (ICD-10: F84.5) mit/bei Status nach mittelgradiger depressi-
ver Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11 [S. 32]). Auch 
wenn es schwierig sei, abschliessend und verbindlich Stellung zu beziehen 
zur Arbeitsfähigkeit bzw. zur Arbeitsunfähigkeit, könne im Rückgriff auf die 
verflossenen Jahre angesichts eines seit der Kindheit vorliegenden 
Störungsbildes davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer 
seit der Lehrzeit wohl eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aufgewiesen 
haben dürfte (S. 34). Wenn er den Lehrabschluss als ... erst im zweiten 
Anlauf habe schaffen können, müsse dies rückblickend wohl als störungs-
bedingt verstanden werden. Wenn der Beschwerdeführer über fünf Jahre 
und zu 100 % in der gleichen Stelle in einer ... angeblich zur Zufriedenheit 
des Betriebes habe arbeiten können, dürfe dies damit zusammenhängen, 
dass er dort repetitive Arbeiten habe verrichten können, was offenbar ge-
gangen sei. An den letzten beiden Arbeitsstellen dürfe er – wiederum 
störungsbedingt – immer wieder limitiert und überfordert gewesen, gegen 
Schluss hin denn auch depressiv geworden sein, weil dort nicht nur repeti-
tive Arbeiten verlangt worden seien. Die gelernte Tätigkeit als ... und auch 
die letzten Arbeitstätigkeiten als ... oder ... dürften nicht mehr möglich sein, 
da diese zu viel Flexibilität, Umstellfähigkeit, Planung usw. verlangten 
(S. 37 Ziff. 2). Angemerkt sei, dass der Beschwerdeführer den erlernten 
Beruf möglicherweise aus Gründen der Störung von sich aus seit Lehrab-
schluss nie mehr ausgeübt habe. Seit spätesten Ende 2011 bestehe eine 
medizinische begründete Arbeitsunfähigkeit von mindestens 100 %, vorher 
dürfe eine tiefere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen sein (S. 37 Ziff. 6). In einer 
angepassten Tätigkeit (ausschliesslich serielle und repetitive Arbeiten in 
[praktisch] interaktionsfreiem Rahmen bzw. in kleinem Team unter vorwie-
gendem Ausschluss von Unvorhergesehenem und mit einem Vorgesetzten, 
der über die Problematik informiert sei, damit er das nötige Verständnis 

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aufbringen könne [S. 35]) betrage der zeitlich zumutbare Rahmen 70 % 
bzw. 5,8 Stunden (S. 38 Ziff. 13), wobei eine verminderte Leistungsfähig-
keit von 30 % bestehe (Ziff. 14).

Dieser – im Beschwerdeverfahren eingereichte – Bericht ist, soweit den 
zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 
8. Mai 2013 (act. II 30) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichtigen (vgl. 
BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.4 Vorliegend kann offen bleiben, ob das Gutachten des Psychiaters 
Dr. med. G.________ vom 26. Juni 2014 (act. IIA 1) insgesamt (unter an-
derem auch hinsichtlich der attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit) 
überzeugend und schlüssig ist, geht es doch hier einzig um den Gesund-
heitszustand als Grundlage für die Taggeldberechnung. Dr. med. 
G.________ hat den Beschwerdeführer selber untersucht und gestützt dar-

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auf und auf die vorliegenden medizinischen Akten einleuchtend und nach-
vollziehbar begründet, dass beim Beschwerdeführer neben einem Status 
nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischen Symptomen 
(ICD-10: F32.11) die Diagnose eines Asperger-Syndroms (ICD-10: F84.5) 
vorliegt (act. IIA 1 S. 32) und dass dieses Störungsbild schon seit der Kind-
heit besteht (S. 34). Weiter legt der psychiatrische Gutachter nachvollzieh-
bar und verständlich dar, dass der Beschwerdeführer störungsbedingt sei-
ne Ausbildung erst im zweiten Anlauf abschliessen konnte und dann diesen 
erlernten Beruf möglicherweise ebenfalls aus Gründen der Diagnose 
Asperger-Syndrom von sich aus seit Lehrabschluss nie mehr ausgeübt 
habe, da diese gelernte Tätigkeit als ... zu viel Flexibilität, Umstellfähigkeit, 
Planung usw. verlangte (S. 37 Ziff. 2). Auf die diesbezüglich schlüssige und 
überzeugende Einschätzung ist vorliegend abzustellen.

In Übereinstimmung mit den Ausführungen des psychiatrischen Gutach-
ters, wonach die Einschränkungen aufgrund des Asperger-Syndroms 
schon während der Ausbildung vorgelegen haben, steht auch die Einschät-
zung von Dr. med. F.________, welcher in seinem Bericht vom 14. August 
2012 (act. II 15) ebenfalls ausführt, dass die typischen Muster des Asper-
ger-Syndroms bis in die frühe Kindheit zurückverfolgt werden könnten. Und 
auch die behandelnden Fachpersonen des Spitals I.________ halten in 
ihrem Bericht vom 29. Mai 2012 (act. II 10) fest, dass die Einschränkungen 
in Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit 
und Belastbarkeit alle seit Geburt bestehen (S. 6). 

3.5 Zusammenfassend ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer 
zwar in der Lage war, seine Ausbildung zum ... abzuschliessen, was ihm 
störungsbedingt jedoch erst im zweiten Anlauf gelungen ist und dass er 
danach störungsbedingt nie in diesem Beruf gearbeitet hat, da diese Tätig-
keit Elemente beinhaltet, die mit seiner Gesundheitseinschränkung nicht 
vereinbar sind. 

4.

4.1 Unter dem letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten 
Erwerbseinkommen ist dasjenige Einkommen zu verstehen, welches die 

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versicherte Person zuletzt ohne Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit erzielt hat. Unerheblich ist, ob dieses 
Erwerbseinkommen dabei durch eine den Fähigkeiten und der Ausbildung 
der versicherten Person entsprechende Tätigkeit erzielt wurde (Rz. 3009 
des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über die Taggelder der Invalidenversicherung [KSTI], gültig ab 1. Januar 
2012; abrufbar unter www.bsv.admin.ch). Musste eine versicherte Person 
infolge zunehmender Erkrankung ihren erlernten Beruf aufgeben und eine 
schlechter entlöhnte Erwerbstätigkeit aufnehmen, so ist das Taggeld auf-
grund des Einkommens im erlernten Beruf zu bemessen (Rz. 3010 KSTI).

4.2 Der Beschwerdeführer hat zwar eine Ausbildung zum ... gemacht. 
Bei der Lehrabschlussprüfung erreichte er in der Folge jedoch im prakti-
schen Teil die nötigen Fertigkeiten nicht, um die Prüfung erfolgreich abzu-
schliessen (vgl. act. II 20 S. 2). Dabei war es ihm – wie vorstehend darge-
legt (vgl. E. 3, insbesondere E. 3.5) – aufgrund der Diagnose eines Asper-
ger-Syndroms nicht möglich, den Lehrabschluss als ... im ersten Anlauf zu 
machen. Nach einer Zwischentätigkeit in einer ... hat er zwei Jahre später 
seine Lehrabschlussprüfung als ... in einem zweiten Versuch erfolgreich 
bestanden. In der Folge hat der Beschwerdeführer nie in dieser erlernten 
Tätigkeit gearbeitet, sondern vielmehr die repetitive – und damit seinen 
Gesundheitseinschränkungen angepassten – Tätigkeit in der ... während 
fünf weiteren Jahren ausgeübt. Wie der Psychiater Dr. med. G.________ in 
seinem Gutachten vom 26. Juni 2014 (act. IIA 1) darlegt, ist der Beschwer-
deführer seinem erlernten Beruf als ... aufgrund des Asperger-Syndroms 
nicht mehr nachgegangen (vgl. E. 3.4 und E. 3.5 vorstehend). Er hat damit 
infolge seiner Erkrankung den erlernten Beruf aufgegeben und eine 
schlechter entlöhnte Erwerbstätigkeit aufgenommen. Deshalb ist sein Tag-
geld aufgrund des Einkommens im erlernten Beruf zu bemessen (Rz. 3010 
KSTI).

4.3 Nach dem Dargelegten kann deshalb zur Berechnung des Taggel-
des nicht auf das zuletzt erzielte und tiefere Einkommen als ... bei der 
J.________ GmbH abgestellt werden, wie die Beschwerdegegnerin dies 
getan hat. Vielmehr ist zur Festlegung des massgebenden Einkommens 
auf die Werte im erlernten Beruf eines … abzustellen. Da der Beschwerde-

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führer nie in diesem Beruf gearbeitet und deshalb auch nie ein entspre-
chendes Einkommen erzielt hat, sind die Lohntabellen der Lohnstrukturer-
hebung des BFS heranzuziehen (vgl. E. 2.5 vorstehend). Die Beschwerde-
gegnerin wird ausgehend vom Beruf eines ... das massgebliche Erwerbs-
einkommen aufgrund der LSE-Lohntabellen – indexiert auf die Zeit unmit-
telbar vor Beginn der Integrationsmassnahme – zu ermitteln und auf dieser 
Basis das Taggeld (Grundentschädigung) neu zu verfügen haben. 

4.4 Festzuhalten bleibt, dass mit den vorstehenden Ausführungen kein 
Präjudiz für das der Rentenberechnung zu Grunde zu legende Validenein-
kommen geschaffen wird (vgl. E. 2.4 hiervor). 

5.

Die angefochtene Verfügung vom 8. Mai 2013 (act. II 30) ist nach dem 
Dargelegten in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie das massgebliche Ein-
kommen ausgehend vom Beruf eines ... aufgrund der LSE-Lohntabellen für 
das Jahr 2013 ermittle und hierauf das Taggeld (Grundentschädigung) für 
die Dauer der Integrationsmassnahme neu verfüge.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 400.–, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 400.– ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

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6.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikos-
ten zu ersetzen. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

In der Kostennote vom 29. Juli 2014 hat Fürsprecher C.________ ein Ho-
norar von Fr. 942.50 sowie Auslagen von Fr. 49.– und die Mehrwertsteuer 
von Fr. 79.30 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu beanstanden 
und geben zu keinen Korrekturen Anlass. Der gesamte Parteikostenersatz 
wird somit auf Fr. 1‘070.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festge-
setzt.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 8. Mai 2013 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägun-
gen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 400.– wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘070.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

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4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.