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**Case Identifier:** e98399db-0b80-5861-985b-468e1c5b4ec8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.11.2017 U 2017 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-80_2017-11-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 80

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser

Aktuar Gross

URTEIL

vom 14. November 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin

und

B._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Reto Crameri,

Beigeladene

betreffend Submission

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1. Die Gemeinde X._____ schrieb am 30. Juni 2017 in Kooperation mit dem 

Kantonalen Amt für Wald- und Naturgefahren im Kantonsamtsblatt und 

auf dem Ausschreibungsportal www.simap.ch im offenen Verfahren die 

Baumeisterarbeiten für den Weg Nr. __ aus. 

2. Für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots legte die Ver-

gabebehörde als Zuschlagskriterien den Preis/die Preiswahrheit mit einer 

Gewichtung von 50 % fest, die Kriterien Bauablauf/Termine sowie Qualität 

(Referenzen, Qualitätsstandard, Arbeitssicherheit, Baustellenkader, Bau-

methode) mit einer Gewichtung von je 25 %. 

3. Innert Eingabefrist reichten fünf Anbieter ihre Offerten ein. Bei der Offert-

öffnung am 25. Juli 2017 bot sich folgendes Bild:

1. A._____ AG, Fr. 1'242'362.12
2. C._____ SA, Fr. 1'254'742.50
3. B._____ AG, Fr. 1'256'957.20
4. D._____ AG, Fr. 1'284'763.30
5. E._____ AG, Fr. 1'434'342.20

4. Das Amt für Wald- und Naturgefahren stellte der Gemeinde mit Schreiben 

vom 7. August 2017 den Antrag, den Auftrag an die A._____ AG zu ver-

geben; dies mit der Begründung, dass die Zuschlagskriterien Bauablauf/ 

Termine und Qualität bei allen Anbietern gleich bewertet würden und da-

her der tiefste Angebotspreis ausschlaggebend sei. Die Gemeinde 

X._____ bewertete indes das Zuschlagskriterium Qualität bei der B._____ 

AG mit einem zusätzlichen halben Punkt (2.5 anstatt 2), was dazu führte, 

dass dieses Angebot mehr Punkte erhielt (262.5) als dasjenige der 

A._____ AG (250); die Gemeinde begründete die bessere Bewertung des 

Zuschlagskriteriums Qualität mit dem Umstand, dass die B._____ AG in 

der jüngsten Vergangenheit für die Gemeinde mehrere gleichartige Refe-

renzobjekte mit demselben Personal zur vollsten Zufriedenheit derselben 

ausgeführt habe.

http://www.simap.ch

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5. Entsprechend vergab der Vorstand der Gemeinde X._____ anlässlich 

seiner Sitzung vom 11. August 2017 den Auftrag an die B._____ AG zum 

Angebotspreis von Fr. 1'256'957'20. Diese Vergabe wurde den Anbietern 

am 24. August 2017 mitgeteilt mit der Kurzbegründung, dass sich das 

Angebot der B._____ AG nach der Offertbeurteilung als das wirtschaftlich 

günstigste Angebot herausgestellt habe.

6. Die A._____ AG (hiernach Beschwerdeführerin) erhob am 1. September 

2017 gegen den Vergabeentscheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden. Sie beantragte kostenfällig die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids und die Vergabe an sich selber, eventualiter 

die Rückweisung der Angelegenheit an die Vergabebehörde zur Neuver-

gabe. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung. Sie begründete ihre Beschwerde im 

Wesentlichen damit, dass die Zuschlagsverfügung ungenügend begrün-

det sei; zudem habe die Gemeinde die B._____ AG beim Zuschlagskrite-

rium Qualität unzulässig bevorzugt. 

7. Die Vergabebehörde (hiernach Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 15. September 2017 die Abweisung der Beschwer-

de und Bestätigung des Vergabeentscheids. Sie verteidigt ihren Vergabe-

entscheid mit den Argumenten, dass die Kurzbegründung der Praxis ent-

spreche; eine ausführlichere Begründung ergebe sich aus den internen 

Akten, welche eingereicht wurden; eine allfällige Gehörsverletzung müsse 

deshalb als geheilt angesehen werden. Der Punktezuschlag für die Zu-

schlagsempfängerin beim Unterkriterium 'Referenzen' sei zudem sachlich 

begründet und damit gerechtfertigt; dieser stehe auch im Einklang mit der 

Bündner Gerichtspraxis.

8. Mit Eingabe ebenfalls vom 15. September 2017 lässt auch die beigelade-

ne Zuschlagsempfängerin kostenfällig die Abweisung der Beschwerde 

beantragen. Die erfolgte summarische Begründung genüge bei der Ver-

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gabemitteilung. Ausserdem sei es zulässig, unter dem Zuschlagskriterium 

Qualität u.a. auf bereits früher für die Beschwerdegegnerin geleisteten 

Arbeiten abzustellen.

9. Mit Replik vom 28. September 2017 liess die Beschwerdeführerin die 

Rüge der ungenügenden Begründung der Vergabeverfügung fallen. Dafür 

brachte sie neu vor, bei der Zuschlagsempfängerin müsse noch eine Auf-

rechnung im Umfang von Fr. 14'000.-- erfolgen, allenfalls sei deren Ange-

bot sogar vom Wettbewerb auszuschliessen. 

10. Die Beschwerdegegnerin und die Zuschlagsempfängerin halten in ihren 

Dupliken vom 23. Oktober 2017 (Poststempel) auch die beiden neuen 

Vorbringen betreffend Aufrechnung und Ausschluss für unbegründet.

11. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2017 reichte der Anwalt der Beigeladenen 

aufforderungsgemäss seine Honorarnote vom 30. Oktober 2017 über total 

Fr. 3'795.30 (exkl. 8 % MWST) beim Gericht ein.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Vergabeentscheid vom 24. August 2017, worin 

die Beschwerdegegnerin den Arbeitszuschlag betreffend Walderschlies-

sung X._____ Weg für Fr. 1'256'957.20 an die Zuschlagsempfängerin 

(Beigeladene) mit der Begründung wirtschaftlich günstigstes Angebot er-

teilte. Damit konnte sich die von sämtlichen Wettbewerbsteilnehmern mit        

Fr. 1'242'362.12 am preisgünstigsten offerierende Beschwerdeführerin 

nicht einverstanden erklären, weshalb sie dagegen am 1. September 

2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden er-

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hob mit den Begehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und 

Direktvergabe des Auftrags an sie oder eventualiter um Rückweisung der 

Sache an und Neuvergabe durch die Beschwerdegegnerin. Strittig und 

Beschwerdethema ist die Rechtmässigkeit des angefochtenen Vergabe-

entscheids, speziell unter Berücksichtigung und Prüfung der von der Be-

schwerdeführerin als verletzt gerügten Prinzipien einer ungenügenden 

Begründungsdichte des angefochtenen Entscheids, einer falschen Beno-

tung des Zuschlagskriteriums 'Referenzen', einer fehlerhaften Aufrech-

nung unter der Position 111.262 sowie (angeblich) unvollständigen Anga-

ben unter der Position 211 R690.711 und 712 in den Ausschreibungsun-

terlagen. Diese Rügen gilt es hiernach zu entscheiden.

2. a) Auf den konkreten Fall finden unbestritten das kantonale Submissionsge-

setz (SubG; BR 803.300) einschliesslich zugehöriger Submissionsverord-

nung (SubV; BR 803.310) sowie allenfalls ergänzend die Bestimmungen 

der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswe-

sen (IVöB; SR 172.056 [BR 803.510]) Anwendung. In Art. 50 des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) wird die Legi-

timation zur Erhebung einer Beschwerde vor Verwaltungsgericht wie folgt 

umschrieben: Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochte-

nen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Auf-

hebung oder Änderung hat […]. Nach Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen 

Verfügungen (Vergabeentscheide) des Auftraggebers (Vergabebehörde) 

beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Als durch Be-

schwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gelten die Ausschreibung 

des Auftrags (Art. 25 Abs. 2 lit. a SubG) als auch der Zuschlag und der 

Ausschluss vom Verfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). Beschwerden sind 

schriftlich und begründet innert 10 Tagen seit Eröffnung der Verfügung 

einzureichen (Art. 26 Abs. 1 SubG). Vorliegend ist die Beschwerdeführe-

rin durch die Nichtberücksichtigung ihres preislich günstigsten Angebots 

bzw. die Berücksichtigung der teurer offerierenden Zuschlagsempfängerin 

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(Beigeladene) in ihren wirtschaftlichen Interessen berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des für sie nachteiligen Zu-

schlagsentscheids auf. Die Beschwerdeschrift ist zudem frist- und formge-

recht beim zuständigen Gericht eingereicht worden, weshalb auf die Be-

schwerde – unter Vorbehalt der nachfolgenden E.2b – einzutreten ist.

b) In der Replik (im Sachverhalt Ziff. 9, hiervor) liess die Beschwerdeführerin 

die in ihrer Beschwerde (im Sachverhalt Ziff. 6) noch vorgetragene Rüge 

der ungenügenden Begründung offenbar fallen, indem sie die Ausführun-

gen der Beschwerdegegnerin zur Begründung in Lit. B.1 der Replik aus-

drücklich anerkannte. Die Rüge ist diesbezüglich gegenstandslos gewor-

den, weshalb insofern auf sie nicht einzutreten ist.

c) Selbst wenn man dazu aber noch anderer Meinung wäre und diese Rüge 

inhaltlich beurteilen würde, könnte die Beschwerdeführerin daraus nichts 

zu ihren Gunsten herleiten. Im konkreten Fall war der strittige Entscheid 

nämlich durchaus bereits hinreichend begründet, weil mit dem angefoch-

tenen Zuschlag und der darin enthaltenen Kurzbegründung "wirtschaftlich 

günstigstes Angebot" zugleich auch noch die Bewertungsmatrix versandt 

wurde, die ihrerseits zusätzlich eine knappe, aber ausreichende Begrün-

dung enthielt. Die wichtigsten Motive für die erfolgte Auftragsvergabe wa-

ren der Beschwerdeführerin damit bekannt, um entsprechend gezielt Be-

schwerde erheben zu können und den Entscheid gerichtlich überprüfen 

zu lassen. Falls also auch auf diese Rüge eingetreten und die Beschwer-

de nicht bereits infolge Anerkennung in der Replik als gegenstandslos be-

trachtet würde, wäre die Beschwerde somit abzuweisen gewesen. 

3. In materieller Hinsicht schreibt Art. 22 lit. c SubG vor, dass ein Angebot 

insbesondere dann von der Berücksichtigung ausgeschlossen wird, wenn 

der Anbieter ein Angebot einreicht, dass unvollständig ist oder den Anfor-

derungen der Ausschreibung nicht entspricht (PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ 

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ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-

rechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 444 S. 200 und N. 466 S. 207/8). Nach 

gefestigter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts wird ein strenger 

Massstab an das Erfordernis der Übereinstimmung zwischen den Grund-

lagen der Ausschreibung und den tatsächlich dargebotenen Offerten ge-

legt. Erwähnte Bestimmung will namentlich sicherstellen, dass nur 

vollständige und den Ausschreibungsunterlagen genügende Angebote 

berücksichtigt werden (PVG 2005 Nr. 33, 1999 Nr. 61 und 1997 Nr. 60). 

Den Anbietern soll damit gewährleistet werden, dass keiner der Wettbe-

werbsteilnehmer bevorteilt wird bzw. alle mit gleich langen Spiessen 

kämpfen, während für die Vergabebehörde anderseits damit eine klare, 

übersichtliche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangsla-

ge geschaffen wird (PVG 1998 Nr. 55, 1997 Nr. 60, 1991 Nr. 9). Gerade 

mit Blick auf die Ziele des neuen öffentlichen Beschaffungsrechtes, näm-

lich die Förderung des wirksamen Wettbewerbes unter den Anbietern, die 

Gewährleistung der Gleichbehandlung aller Anbieter, die Sicherstellung 

der Transparenz der Vergabeverfahren sowie die wirtschaftliche Verwen-

dung öffentlicher Mittel, wäre es aber unverhältnismässig, Angebote nur 

wegen untergeordneter Mängel von der Konkurrenz auszuschliessen. 

Dadurch würde Anbietern mit an sich tauglichen Angeboten der Marktzu-

gang verweigert, also die gravierendste Sanktion des Beschaffungsrech-

tes ergriffen, was nicht nur eine ungeeignete, nicht notwendige und über 

die erwähnten Ziele hinausgehende Massnahme wäre, sondern diesen 

Zielen geradezu zuwiderliefe. Denn durch den Ausschluss an sich wirt-

schaftlich günstiger, aber mit kleineren Mängeln behafteter Angebote 

würde der Wettbewerb verzerrt und wäre die wirtschaftliche Verwendung 

öffentlicher Mittel nicht mehr gewährleistet. Die Formvorschriften des 

Submissionsrechtes sind nicht Selbstzweck (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O. N. 446 S. 201). Sie stehen im Dienste der Verwirklichung des ma-

teriellen Vergaberechts und sollen insbesondere zur Umsetzung der Ziele 

und Grundsätze des öffentlichen Beschaffungsrechtes beitragen. Die 

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Frage, ob ein mit Mängeln behaftetes Angebot vom Wettbewerb auszu-

schliessen ist oder nicht, kann dabei nicht in generell-abstrakter Weise 

beantwortet werden, sondern ist aufgrund der konkreten Umstände des 

Einzelfalles nach Massgabe der übergeordneten Grundsätze zu prüfen 

(vgl. PVG 2001 Nr. 41; VGU U 17 7 vom 22. März 2017 E. 3b und U 10 

85 vom 14. September 2010 E.1b).

4. a) Im konkreten Fall rügt die Beschwerdeführerin zunächst die 'Benotung der 

Referenzen' durch die Beschwerdegegnerin. Letztere habe sich dabei zu 

Unrecht auf ihre Erfahrungen mit der Zuschlagsempfängerin abgestützt. 

Die Beschwerdegegnerin habe damit ein neues, unzulässiges Zuschlags-

kriterium eingeführt. Beim Kriterium 'Referenzen' sei nur die Art der Tätig-

keit zu bewerten, nicht aber der Ort, wo diese erbracht worden seien. 

Die Beschwerdegegnerin und die Zuschlagsempfängerin weisen demge-

genüber darauf hin, dass diese Bewertung im Rahmen des vorgängig de-

finierten Zuschlagskriteriums 'Qualität' bzw. im Rahmen des ebenfalls be-

reits vorher bekannt gegebenen Unterkriteriums 'Referenzen' erfolgt sei. 

Ein Bewertungsbonus aufgrund eigener positiver Erfahrungen der Be-

schwerdegegnerin sei gemäss Praxis des Verwaltungsgerichts zulässig.

b) Das streitberufene Gericht hält dazu fest, dass zur Benotung 'Referenzen' 

bereits im Urteil des Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (VGU) 

U 13 26 vom 11. Juni 2013 E.3c wegleitend was folgt bestimmt wurde: 

Ferner ist es vorliegend auch nicht zu beanstanden, dass die Vergabebehörde auf be-
reits von Offerenten geleistete Arbeiten, d.h. auf eigens gewonnene Erfahrungen, ab-
stellt. Dass ein Anbieter in der Vergangenheit bereits für eine Vergabebehörde gearbei-
tet hat, bedeutet nicht automatisch einen Vorteil. Je nachdem, ob ein Offerent die Arbei-
ten den Erwartungen bzw. Vorgaben entsprechend ausgeführt hat oder nicht, kommt ihm 
dies mehr oder weniger zu Gute. Positive oder negative Erfahrungen der Vergabebehör-
de mit einem Anbieter dürfen beim Zuschlag gemäss kantonaler Rechtsprechung durch-
aus berücksichtigt werden, insbesondere wenn ein daraus resultierender Vor- bzw. 
Nachteil begründet werden kann oder auch Referenzen von Drittpersonen bei der Ent-
scheidung berücksichtigt werden (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Zürich VB.2005.00136 vom 22. Juli 2005 E.4.3 und VB.1999.00217 vom 17. Februar 
2000 E.4b/aa und 4b/cc; weitere Hinweise bei MATTHIAS HAUSER, Zuschlagskriterien im 
Submissionsrecht, in AJP 12 [2001] 1405, 1415; ferner PETER GALLI/ANDRÉ MO-
SER/ELISA-BETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. 

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Aufl., Zürich 2013, N. 923). Unzulässig wäre wohl die automatisch verbesserte Bewer-
tung allein gestützt auf die Tatsache, dass ein Anbieter bereits früher für die Vergabe-
behörde Aufträge ausgeführt hat, unbesehen der abgelieferten Qualität dieser Arbeiten.

Vorliegend wurden positive Referenzen berücksichtigt. Es ist nämlich ak-

tenkundig und damit ausgewiesen, dass der Bauführer und der Polier der 

Zuschlagsempfängerin (Beigeladenen) im Jahre 2015/16 den Waldweg 

F._____ und schon in den Jahren 2013/14 Güterwege ausführten. Die 

Projekte selber und die personelle Besetzung erfolgten zur vollsten Zu-

friedenheit der damaligen Gemeinden, die heute zur Gemeinde der Be-

schwerdegegnerin zusammengefasst sind. Eine leicht höhere Bewertung 

bzw. Benotung der Referenzen ist mit Blick auf die erwähnte Rechtspre-

chung des streitberufenen Gerichts somit zulässig.

5. a) Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass ihr eine Leistungsposition 

zu Unrecht aufgerechnet worden sei und damit das Resultat der Vergabe 

verfälscht bzw. wettbewerbsrelevant verzerrt worden sei. Mit dieser Rüge 

machte sie konkret geltend, dass ihr die Beschwerdegegnerin bei der Po-

sition 111.262 'Weiterverrechnung von Sub- und Nebenunternehmerrech-

nungen mit Koordinationsaufwand für den Hauptunternehmer' fälschli-

cherweise einen Betrag von Fr. 4'000.-- aufgerechnet habe. Die Be-

schwerdeführerin habe einen Abschlag (Rabatt) von 20 % gewähren wol-

len, was die Beschwerdegegnerin korrigiert und daraus gerade gegentei-

lig einen Zuschlag von 20 % gemacht habe. Im betreffenden Eingabefeld 

'Zuschlagssatz' könne nur eine positive Zahl eingegeben werden, nicht 

aber eine negative.

Die Beschwerdegegnerin führt dazu aus, dass sie einen offensichtlichen 

Rechnungsfehler korrigiert habe: So habe die Beschwerdeführerin beim 

Zuschlag '20 %' angegeben und sodann bei der anschliessenden Faktor-

berechnung 0.8 anstatt 1.2 eingegeben. Ein Abschlag bei der Weiterver-

rechnung von Leistungen beigezogener Subunternehmer ergebe zudem 

keinen Sinn. Auch die Zuschlagsempfängerin hält die vorgenommene 

Aufrechnung in der Höhe von Fr. 4'000.-- zulasten der Beschwerdeführe-

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rin für korrekt. Die Beschwerdegegnerin dürfe (wie jede Vergabeinstanz) 

offensichtliche Rechnungsfehler korrigieren. Ein Abschlag auf Rechnun-

gen von Subunternehmern ergebe wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn.

b) Aus der Sicht des streitberufenen Verwaltungsgerichts verhält es sich da-

zu wie folgt: Die Beschwerdeführerin hat bei der Position 111.262 selbst 

eine unklare Situation geschaffen, indem sie beim Zuschlagssatz 20 % 

angegeben hat und beim Umrechnungsfaktor dann mit 0.8 gerechnet hat. 

Sie gibt im Beschwerdeverfahren nun an, man habe beim Zuschlagssatz 

nur positive Zahlen eingeben können, nicht aber negative. Diese Argu-

mentation ist unbehelflich. Abgesehen davon, dass ein Abschlag bzw. 

Rabatt wirtschaftlich tatsächlich unsinnig wäre, verkennt die Beschwerde-

führerin mit ihrer Argumentation den Aufbau der Position 111.262: Hier 

wird immer von einem Auftragszuschlag ausgegangen; so lautet die Posi-

tion 111.262.100 'Zuschlag des Hauptunternehmers. Berechnung Faktor' 

und die Position 111.262.11001 'Faktor = (100 + Zuschlagssatz) Faktor ='. 

Wenn man also wie die Beschwerdeführerin die Subunternehmerpreise 

mit einem Abschlag offerieren wollte, so wäre dies der Beschwerdegeg-

nerin begleitend in klarer und unmissverständlicher Art und Weise aufzu-

zeigen gewesen, was die Beschwerdeführerin jedoch unterlassen hat. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher korrekterweise eine Aufrechnung vorge-

nommen. Im Übrigen würde sich eine Korrektur dieser Position nicht ent-

scheidend auf die Bewertung und somit auf die Auftragsvergabe auswir-

ken. Ohne diese Aufrechnung bei der Beschwerdeführerin müsste die Zu-

schlagsempfängerin neu mit 2.875 Punkten anstatt mit 3 Punkten bewer-

tet werden; nach Gewichtung würde dies 6.25 Punkte weniger als bisher 

ergeben, d.h. insgesamt neu 256.25 Punkte anstatt vorher 262.5 Punkte 

gegenüber gleichbleibenden 250 Punkten der Beschwerdeführerin. Eine 

Resultatveränderung würde also selbst bei einer entsprechenden Korrek-

tur dieser Leistungsposition 111.262 im Gesamtergebnis ausbleiben.

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6. a) In Bezug auf die Positionen 211.R690.711 und 712 weist die Beschwer-

deführerin in der Replik neu noch darauf hin, dass die Zuschlagsempfän-

gerin in ihrem Angebot entgegen den per E-Mail erfolgten Anweisungen 

der Beschwerdegegnerin in den soeben genannten Positionen m2 anstatt 

m3 offeriert habe. Damit sei deren Angebot nicht korrekt bzw. nicht 

vollständig, was zum Ausschluss hätte führen müssen. Zudem sei ver-

dächtig, dass im Original des Angebots der Zuschlagsempfängerin gera-

de diese Seite fehle, auf welcher sich die Position 211.R690.711 befinde. 

Wenn man diesen 'konstruierten' Preisvorteil der Zuschlagsempfängerin 

von ca. Fr. 14'000.-- aufrechne, sei sie im Zuschlagskriterium Preis neu 

nur mehr mit 2.75 Punkten anstatt mit 2.85 Punkten zu bewerten. 

Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass sie das Fehlen eines 

Blattes der Originalofferte nicht überprüfen könne, da sie keine Kopie der 

eingereichten Originalunterlagen angefertigt habe. Die Offerte sei aber bei 

ihrer Prüfung durch die Bauleitung sicherlich vollständig gewesen, da dies 

sonst vermerkt worden wäre. Im Übrigen habe die Bauleitung die Offeren-

ten frühzeitig darauf hingewiesen, dass bei diesen beiden Positionen im 

Devis/Leistungsverzeichnis irrtümlich m2 stehe anstatt m3. Die zu offerie-

renden Preise hätten sich demnach korrekt auf m3 zu beziehen. Die Zu-

schlagsempfängerin reicht der Vollständigkeit halber noch die im von der 

Beschwerdegegnerin eingereichten Dossier fehlende Seite des Devis zu 

den Akten. Sie weist darauf hin, dass sich der von ihr offerierte Preis auf 

m3 und nicht auf m2 beziehe. Dies ergebe sich eindeutig aus Ziff. 1.2 der 

Unternehmerbeilagen; sie habe die Änderung auf diese Weise umgesetzt, 

weil es ihr nicht möglich war, Änderungen direkt im Devis vorzunehmen.

b) In Würdigung der gegensätzlichen Vorbringen und Argumente der Partei-

en ist das streitberufene Gericht zur Auffassung gelangt, dass auf die 

Chronologie der Ereignisse abzustellen ist. Am 19. Juli 2017 hat die Be-

schwerdegegnerin nachweislich per E-Mail bekanntgegeben, dass die 

beiden Positionen 211.R690.711 und 211.R690.712 anstatt in m2 in m3 zu 

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offerieren seien. Es fällt weiter auf, dass die Zuschlagsempfängerin diese 

Positionen deutlich günstiger offeriert hat als die anderen Offerenten. So 

betragen die Unterschiede in der zuerst genannten Position 22.70 pro m3 

(bei der Zuschlagsempfängerin) gegenüber 59-75 m3 (bei den Mitofferen-

ten) sowie unter der zweiten Position 17.55 m3 gegenüber 39.50-55 m3. In 

Ziff. 2.1 der Unternehmerbeilagen hat die Zuschlagsempfängerin zudem 

klar deklariert, dass sich ihre Offerte ausdrücklich auf m3 beziehe. Damit 

sind die Zahlen in ihrer Offerte hinreichend deutlich bezeichnet. Darüber 

hinaus erscheint es dem streitberufenen Gericht auch plausibel, dass sich 

die Messeinheiten im Leistungsverzeichnis selbst nicht abändern lassen, 

worauf es im vorliegenden Fall aufgrund der klaren Selbstdeklaration aber 

gar nicht ankommen kann. Die Zuschlagsempfängerin hat die beiden Po-

sitionen (211.R690.711 und 211.R690.712) somit korrekt ausgefüllt und 

es gibt keinen Grund, bei der Zuschlagsempfängerin etwas aufzurechnen.

7. a) Zusammengefasst ergibt sich demnach das Folgende: Die Rüge betref-

fend mangelhafte Begründung ist (infolge stillschweigender Anerkennung) 

gegenstandslos geworden und auf die Beschwerde diesbezüglich somit 

nicht einzutreten. Mit den weiteren Rügen betreffend unvollständige sowie 

irreführende Selbstangaben der Zuschlagsempfängerin, was deren Aus-

schluss vom Wettbewerb zur Konsequenz hätte haben müssen, vermag 

die Beschwerdeführerin allerdings materiell nicht durchzudringen, was die 

Abweisung der Beschwerde vom 1. September 2017 bedeutet bzw. um-

gekehrt die Bestätigung des angefochtenen Zuschlagsentscheids vom 24. 

August 2017 zu Gunsten der vorliegend Beigeladenen zur Folge hat.

b) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der materiell unterliegen-

den Beschwerdeführerin aufzuerlegen. In Anbetracht der Komplexität des 

Falles und des beachtlichen Streitwerts von rund Fr. 1.25 Mio. rechtfertigt 

sich hier eine Staatsgebühr von Fr. 5'000.--. Die Beschwerdeführerin hat 

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die anwaltlich vertretene Zuschlagsempfängerin (Beigeladene) laut Art. 78 

Abs. 1 VRG zudem aussergerichtlich für die 'notwendig verursachten Kos-

ten' zu entschädigen. Laut Honorarnote des Anwalts der Beigeladenen 

vom 30. Oktober 2017 wurde eine Parteientschädigung von Fr. 3'795.30 

(gegliedert in: Zeitaufwand 5.33 Std. + 7.83 Std. [zusammen 13.16 Std.] à 

Fr. 280.-- /Std. [Fr. 3'6'84.80 [= Fr. 1'492.40 + Fr. 2'192.40]] plus Spesen 3 

% [Fr. 44.75 + Fr. 65.75]; ohne Mehrwertsteuer) geltend gemacht. Diese 

Honorarnote kann praxisgemäss in reduzierter Form (Stundenansatz bei 

Honorarvereinbarung maximal Fr. 270.--; vgl. dazu auch Mitteilung des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 6. September 2017 

an den Präsidenten des Bündner Anwaltsverbandes) übernommen wer-

den, womit die Beschwerdeführerin der Zuschlagsempfängerin eine Ent-

schädigung von Fr. 3'553.20 [= Fr. 1'439.10 + 2'114.10] plus Spesen 3 % 

[Fr. 43.20 + Fr. 63.40], insgesamt somit Fr. 3'659.80 (exkl. MWST) zu be-

zahlen hat. Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine 

Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegte, soweit auf die Beschwerde überhaupt eingetreten wurde.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 5'314.--

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

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3. Aussergerichtlich hat die A._____ AG die B._____ AG mit insgesamt     

Fr. 3'659.80 (exkl. MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]