# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30fad4b4-1110-5fa0-be28-118e9188ecfc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 17.03.2022 725 21 273/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-273-55_2022-03-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 17. März 2022 (725 21 273 / 55) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Unfallversicherung 
 
 
Integritätsentschädigung: Beurteilung aufgrund von versicherungsinternen medizini-
schen Unterlagen, voraussehbare Verschlimmerung der Arthrose, Kausalität 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A.1 Der 1958 geborene A.____ war seit dem 1. September 2000 bei der B.____ AG als 
Chauffeur angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen ver-
sichert. Am 29. Juli 2015 erlitt der Versicherte einen Unfall, als er auf einem Stuhl stehend auf die 
rechte Schulter stürzte und sich einen Riss am rechten Handgelenk und eine Rotatorenmanschet-
tenläsion zuzog. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Mit 
Verfügung vom 30. November 2015 stellte die Suva ihre Leistungen per 27. November 2015 ein. 

 

 
 
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Eine dagegen gerichtete Einsprache wurde mit Entscheid vom 29. Februar 2016 abgewiesen. Mit 
Urteil vom 30. Juni 2016 hat das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht, (Kantons-
gericht) die gegen diesen Einspracheentscheid gerichtete Beschwerde in dem Sinne gutgeheis-
sen, als es die Angelegenheit zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die Vo-
rinstanz zurückwies. Die Suva veranlasste in der Folge eine orthopädische Begutachtung des 
Versicherten bei Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates. Nach Vorlage des Gutachtens vom 5. September 2017 teilte die Suva dem Ver-
sicherten mit Schreiben vom 4. Dezember 2017 mit, dass sie die angefochtene Verfügung vom 
30. November 2015 zurücknehme und weiterhin auch über den 26. November 2015 hinaus die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen erbringen werde. Der Fall wurde nach Abschluss der Be-
handlungen und der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Februar 2018 
formlos abgeschlossen. Mit Schadenmeldung UVG vom 13. November 2019 meldete A.____ der 
Suva einen Rückfall betreffend die rechte Schulter. Der Unfallversicherer erbrachte in der Folge 
erneut die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung.  
 
A.2 Am 8. Mai 2017 erlitt A.____ einen weiteren suvaversicherten Unfall, als er als Fussgän-
ger von einem Personenwagen angefahren wurde. Dabei zog er sich nicht-dislozierte Frakturen 
des Arcus zygomaticum rechts sowie des Os temporale rechts, Frakturen der Rippen 1 bis 3 
rechts sowie eine Commotio cerebri zu. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld).  
 
A.3 Mit Verfügung vom 17. November 2020 verneinte die Suva mangels Vorliegen einer er-
heblichen Schädigung der körperlichen Integrität einen Anspruch des Versicherten auf eine In-
tegritätsentschädigung aus den Unfällen vom 29. Juli 2015 und 8. Mai 2017. Daran hielt Sie mit 
Einspracheentscheid vom 29. Juli 2021 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel 
Altermatt, am 14. September 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht und beantragte die Aufhe-
bung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Rückweisung der Angelegenheit an die 
Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen medizinischen Gutachtens. 
Zur Begründung wurde in Bezug auf die Beschwerden an der rechten Schulter ausgeführt, dass 
bereits im November 2019 eine aktivierte AC-Gelenksarthrose diagnostiziert worden sei. Es sei 
deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb in der letzten ärztlichen Beurteilung der Beschwerdegeg-
nerin behauptet werde, dass nicht bestimmt werden könne, ob sich im Langzeitverlauf nach dem 
Unfall eine Arthrose entwickeln werde. Zur Klärung, ob die bestehende Arthrose einen Anspruch 
auf eine Integritätsentschädigung begründe, sei ein Gutachten anzuordnen, wobei insbesondere 
auch zu klären sei, ob eine Verschlechterung des Zustandes voraussehbar sei und im Rahmen 
einer Integritätsentschädigung zu berücksichtigen sei. Betreffend die Beschwerden an der Hals-
wirbelsäule (HWS) werde eine degenerative Genese bestritten. Der Beschwerdeführer habe beim 
Unfallereignis vom 8. Mai 2017 eine schwere Gewalteinwirkung auf den Kopf erlitten. Die Unfall-
kausalität der HWS-Beschwerden sei von der Beschwerdegegnerin nicht umfassend beurteilt 
worden. Auch zur Klärung dieser Fragen sei ein versicherungsexternes Gutachten einzuholen.  
 

 

 
 
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C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf 
Abweisung der Beschwerde. Eine Verschlimmerung des Zustands der rechten Schulter sei nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit prognostiziert, weshalb im jetzigen Zeitpunkt kein Integri-
tätsschaden vorliege. Sollte sich der Zustand in Zukunft unfallbedingt erheblich und dauerhaft 
verschlimmern, könne eine Integritätsentschädigung gewährt werden. In Bezug auf die HWS-
Beschwerden sei festzustellen, dass der Unfall bildgebend keine organischen Folgen hinterlas-
sen habe. Es bestehe deshalb kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Aus weiteren 
Abklärungen seien keine weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, so dass auf 
solche zu verzichten sei.  
 
D. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2021 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Beur-
teilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie örtlich zuständigen Kantonsgericht er-
hobene Beschwerde vom 14. September 2021 ist einzutreten. 
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 so-
wie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmun-
gen ereignet haben, werden jedoch nach bisherigem Recht ausgerichtet (Übergangsbestimmung 
in Art. 118 Abs. 1 UVG). Vorliegend sind die Folgen zweier Unfälle in den Jahren 2015 und 2017 
umstritten. Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Integritätsschaden an der rechten 
Schulter wird als Folge des Unfalls vom 29. Juli 2015 konstatiert. Diesbezüglich sind die bis 31. 
Dezember 2016 massgebenden Bestimmungen und die dazu ergangene Rechtsprechung an-
wendbar. Betreffend den Unfall vom 8. Mai 2017 gelten die revidierten Bestimmungen. In Bezug 
auf die Integritätsentschädigung führte die Revision des UVG indessen nicht zu Änderungen, so 
dass identische Bestimmungen für beide Unfälle gelten. 
 
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfall-
versicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 
Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammen-
hang besteht.  
 
3.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde und erhebliche Schädigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Diese wird mit der Invalidenrente 

 

 
 
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festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behand-
lung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dau-
ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be-
steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen meh-
rere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen 
zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt 
(Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form 
einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge-
stuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes 
nicht übersteigen darf. Letzteres gilt auch, wenn eine Gesamtentschädigung für mehrere körper-
liche, geistige oder psychische Integritätsschäden zur Ausrichtung gelangt (Art. 36 Abs. 3 Satz 2 
UVV). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von 
dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten 
für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der 
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 
2a; Kranken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. 
U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewich-
tet.  
 
3.2 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädi-
gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Ver-
dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden 
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammen-
fallen mehrerer körperlicher, geistiger und psychischer Integritätsschäden (Ziff. 1 Abs. 2). In die-
sem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche 
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizi-
nischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und 
ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66 [nachfolgend: Suva-Tabellen]) sind, soweit sie le-
diglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet 
werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit 
Hinweis).  
 
3.3 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung han-
delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche 
Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der akten-
kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelas-
senen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem me-
dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der 
Integritätseinbusse obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 
6. März 2012, 8C_659/2011, E. 3.3 mit Hinweisen).  
 

 

 
 
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3.4 Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV werden voraussehbare Verschlimmerungen des Integritäts-
schadens angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die 
Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war. Eine voraussehbare 
Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsentschädigung eine 
Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann. Die 
blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese 
Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künf-
tige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wie die Beurteilung der einzelnen Integri-
tätsschäden an sich, eine Tatfrage, die der Arzt bzw. die Ärztin zu beurteilen hat (Urteile des 
Bundesgerichts 14. Januar 2013, 8C_244/2012, E 4.2 mit weiteren Hinweisen und vom 6. Sep-
tember 2010, 8C_32/2010, E. 2.6.2 mit Hinweisen).  
 
4. Das Gericht hat die Unterlagen, die von den medizinischen Fachpersonen zur Verfügung 
gestellt werden, nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, ob-
jektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einan-
der widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die 
andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist 
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder 
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit 
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsgericht demnach nicht ver-
wehrt, gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entschei-
den. Wie das Bundesgericht präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderungen 
an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 
8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen). 
 

5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2018, 9C_273/2017, 
E. 3.1). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 

 

 
 
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6. Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen 
wiedergegeben werden, die sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen.  
 
6.1 In Bezug auf die Beschwerden an der rechten Schulter sind folgende Berichte und Gut-
achten von massgeblicher Bedeutung: 
 
6.1.1 Anlässlich einer Röntgen- und Magnetresonanz (MR)-Arthrographie am 1. September 
2015 wurde eine transtendinöse Ruptur der Supraspinatussehne nahe am Ansatz am Tuber-
culum minus und eine Ruptur der Kapselstrukturen im vorderen Intervall; eine fortgeschrittene, 
subtotale Partialruptur der ventralen Supraspinatussehne mit nur noch dünnem Sehnenrest sowie 
eine Acromio-Clavicular (AC)-Gelenksarthrose ohne relevante subacromiale Osteophyten fest-
gestellt. Eine Muskelatropie liege nicht vor.  
 
6.1.2 Mit Operationsbericht der Klinik D.____ wurde eine traumatisch bedingte kraniale Subs-
capularisruptur, Supraspinatusruptur der Schulter rechts sowie ein Impingement-Syndrom diag-
nostiziert. Anlässlich des operativen Eingriffs wurde an der rechten Schulter eine Arthroskopie 
mit kranialer Subscapularisrefixation mit RC-Anker, eine Supraspinatusrefixation mit Helix- und 
Helix Advance-Ankern, eine Bursektomie sowie eine Acromioplastik vorgenommen.  
 
6.1.3 Die Suva gab am 4. Juli 2017 eine Begutachtung des Versicherten in Auftrag. Mit ortho-
pädischem Gutachten vom 5. September 2017 führte der beauftragte Facharzt Dr. C.____ aus, 
dass der Explorand angegeben habe, dass das Resultat der Operation perfekt sei. Er sei noch 
etwas wetterfühlig, fühle sich jedoch in keiner Weise eingeschränkt und sei seit dem 1. Mai 2016 
in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur wieder zu 100% arbeitsfähig. Im Rahmen der Anam-
nese habe der Explorand weiter ausgeführt, dass er im Mai 2017 einen weiteren Unfall als Fuss-
gänger erlitten habe. Er sei trotz der erlittenen und noch andauernden Verletzungen aber wieder 
arbeitsfähig und nicht wesentlich eingeschränkt. Dr. C.____ diagnostizierte in der Folge aus or-
thopädischer Sicht eine Rotatorenmanschettenruptur an der dominanten rechten Schulter, Sub-
scapularis cranial und Supraspinatus ventral perforierend, Intervallruptur und AC-Arthrose sowie 
eine AC-Luxation Tossy/Rockwood II. Die Instabilität des AC-Gelenks, wie sie im Rahmen der 
gutachterlichen Untersuchung klinisch habe festgestellt werden können, sei im Rahmen der Mag-
netresonanztomografie (MRT) vom 1. September 2015 nicht nachweisbar gewesen. Es sei des-
halb mit Sicherheit davon auszugehen, dass diese erst nach dem 27. November 2015 und mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit anlässlich des Unfalls vom Mai 2017 entstanden sei. In Bezug 
auf die Unfallkausalität der Rotatorenmanschettenruptur hielt Dr. C.____ fest, dass trotz der 
krankhaften Veränderungen an der Rotatorenmanschette im Alter des Exploranden anzunehmen 
sei, dass die Verletzung durch das Unfallereignis vom 29. Juli 2015 bewirkt worden sei.  
 
6.1.4 Der Kreisarzt Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, hielt in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 
14. Februar 2018 fest, dass gemäss ausführlicher Befunderhebung eine nahezu seitengleiche 
und kaum eingeschränkte Funktion der rechten Schulter gegeben sei. Im Abgleich mit den Ta-
bellen der Suva sei damit keine Integritätsentschädigung geschuldet. 

 

 
 
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6.1.5 Anlässlich einer Sonographie der rechten Schulter am 26. November 2019 wurde eine 
Ansatztendinose des Subscapularis und der Supraspinatussehne ohne Hinweis auf Reruptur und 
ohne Hinweis auf eine Pulley-Läsion festgestellt. Es liege eine aktivierte AC-Gelenksarthrose mit 
distanzierten Gelenkflächen und marginalen Osteophyten vor. Ausserdem sei eine nur gering 
flüssigkeitsvermehrte Bursitis subacromialis nachgewiesen worden.  
 
6.1.6 Mit versicherungsmedizinischer Stellungnahme vom 24. Januar 2020 hielt der Kreisarzt 
Dr. med. F.____, FMH Chirurgie, fest, dass eine AC-Gelenksarthrose bereits im Zeitpunkt des 
Unfallereignisses vom 29. Juli 2015 habe nachgewiesen werden können. Indessen liege mit der 
unfallkausalen Rotatorenmanschettenruptur ein struktureller Schaden und damit wohl eine rich-
tungsgebende Verschlimmerung der AC-Gelenksarthrose vor. Der gemeldete Rückfall sei daher 
als unfallkausal zu übernehmen.  
 
6.1.7 Dr. med. G.____, FMH Neurologie, berichtete am 14. Februar 2020 über die neurologi-
sche und elektrophysiologische Untersuchung des Versicherten. Er diagnostizierte einen Ver-
dacht auf ein Wurzelreizsyndrom C 6 rechts, ein Status nach Unfall mit Bandverletzungen im 
Bereich der rechten Schulter mit operativer Versorgung sowie ein Status nach ACG-Luxation 
Tossy III rechts. Als Residuum des Unfalls am 8. Mai 2017 seien ein leichtes Taubheitsgefühl 
über dem M. deltoideus rechts und erträgliche lokale Schmerzen verblieben. Seit eineinhalb Jah-
ren fahre der Patient in seinem Beruf als Chauffeur ein neues Modell, dessen Lenkung schwerer 
zu bedienen sei. Seither habe er nach einem Arbeitstag vermehrt Schmerzen in der rechten 
Schulter. Intermittierend trete auch ein Taubheitsgefühl auf, welches von der Schulter über den 
lateralen Oberarm und den dorsalen Unterarm bis in den Daumen und geringer in die Finger 
ausstrahle. Die rechtsseitigen Schulterschmerzen seien ein Residuum der beiden Unfälle. Die 
vor allem haltungsabhängigen intermittierenden Sensibilitätsstörungen seien nicht monoradikulär 
zu erklären. Insgesamt gehe er am ehesten von einem Wurzelreizsyndrom C 6 aus. Er empfehle 
die Durchführung eines MRI der Halswirbelsäule.  
 
6.1.8 Der Kreisarzt Dr. F.____ erstattete am 10. Juni 2020 eine versicherungsmedizinische 
Beurteilung des Falles. Darin hielt er in Bezug auf die Schulter fest, dass von einer weiteren 
Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr eine Besserung des unfallbeding-
ten Gesundheitszustandes erwartet werden könne. Es sei eine uneingeschränkte Funktion, keine 
Instabilität und keine namhafte Arthrose der rechten Schulter dokumentiert, weshalb auch keine 
Integritätsentschädigung geschuldet sei. 
 
6.2 Betreffend die Beschwerden an der HWS sind folgende Berichte zu berücksichtigen: 
 
6.2.1 Anlässlich einer Computertomographie (CT) des Schädels und der HWS am 8. Mai 2017 
wurde festgestellt, dass posttraumatisch nach dem Unfall vom selben Tag keine intrakranielle 
Blutung nachgewiesen werden könne, wobei die hintere Schädelgrube artefaktbedingt einge-
schränkt beurteilbar sei. Der Patient habe eine nicht-dislozierte Fraktur des Arcus zygomaticums 

 

 
 
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rechts, eine nicht-dislozierte Fraktur des Os temporale rechts sowie ein Galeahämatom rechts-
hemisphärisch erlitten. Es liege keine Fraktur der HWS vor. Die paravertebralen Weichteile seien 
schmal, es sei von mässigen degenerativen Veränderungen auszugehen.  
 
6.2.2 Gemäss Austrittsbericht der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Spitals 
H.____ vom 9. Mai 2017 erlitt der Versicherte zwei nicht-dislozierte Gesichtsfrakturen, Frakturen 
der Rippen 1 bis 3 (bildgebend festgestellt am 8. Mai 2017) sowie eine Commotio cerebri, als er 
am 8. Mai 2017 als Fussgänger von einem Personenwagen erfasst und auf die Kühlerhaube ge-
laden worden sei. Der stationäre Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Die Verletzungen 
würden konservativ und antibiotisch behandelt. 
 
6.2.3 Der Versicherte stellte sich am 26. Mai 2017 bei der Interdisziplinären Notfallstation des 
Spitals H.____ vor. Mit Austrittsbericht vom selben Tag diagnostizierte die involvierte Ärzteschaft 
einen Schwindel nach Unfall am 8. Mai 2017 bei den bekannten Unfalldiagnosen. Die Pupillen 
seien in der klinischen Untersuchung isokor gewesen und hätten eine prompte direkte und indi-
rekte Lichtreaktion gezeigt. Die Hirnnerven seien unauffällig, es gebe keine Druckdolenz über der 
Wirbelsäule und die HWS sei frei beweglich. Auch die weiteren klinischen Untersuchungen seien 
unauffällig ausgefallen. Der Patient sei für eine MRI-Angiographie angemeldet worden.  
 
6.2.4 Ein am 29. Mai 2017 durchgeführtes MRI des Neurokranium ergab einen hochgradigen 
Verdacht auf eine posttraumatische AV-Fistel am Bulbus venae jugularis bei Fraktur durch den 
Canalis caroticus und des Foramen jugulare rechts. Anlässlich der am 8. Juni 2017 vorgenom-
menen Arteriographien konnte ein unauffälliges zerebrales Angiogramm ohne Fistel festgestellt 
werden.  
 
6.2.5 Am 27. Februar 2020 wurde ein MRI der HWS durchgeführt, wobei foraminale Stenosen 
in den Halswirbelkörpern (HWK) 5/6 rechts mit foraminaler Wurzelkompression C 6 und in den 
HWK 6/7 mit foraminaler C 7-Wurzelkompression bei Osteochondrose, Unkovertebralarthrose, 
Spondylarthrose sowie Diskushernien; im HWK 4/5 eine mögliche bilaterale foraminale Wurzel-
reizung C 5 sowie eine Streckfehlhaltung im mittleren HWS-Drittel und eine flachbogig linkskon-
vexe skoliotische Fehlhaltung im mittleren und kaudalen HWS-Drittel festgestellt wurden. Weitere 
foraminale oder höhergradige spinale Stenosen, Neurokompressionen oder eine Myelopathie lä-
gen nicht vor.  
 
6.2.6 Der Kreisarzt Dr. F.____ stellte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 10. Juni 2020 (vgl. 
E. 6.1.8 hiervor) fest, dass die geltend gemachten Beschwerden an der HWS nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 29. Juli 2015 zurückzuführen seien. Beim Unfall 
sei es zu einer Direktkontusion der rechten Schulter gekommen. Beschwerden an der HWS seien 
zeitnah nicht geäussert worden. Belastungsabhängige Cervicobrachalgien mit Taubheitsgefühl 
seien erstmals in einer Konsultation am 20. Januar 2020 dokumentiert worden. Zudem sei bild-
gebend als Ursache eine Wurzelkompression aufgrund von Osteochondrosen, Unkovertebralar-
throsen, Spondylarthrosen und eine Diskushernie nachgewiesen. Diese Befunde seien bei erst 
fünf Jahre nach dem Ereignis beklagten Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich unfall-
kausal, sondern vorbestehend, degenerativ und somit krankheitsbedingt. 

 

 
 
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6.2.7 In seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 1. Juli 2020 hielt der Kreisarzt 
Dr. F.____ fest, dass bezüglich der im Austrittsbericht vom 23. Juni 2017 erwähnten Diagnosen 
keine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Der Versicherte könne mittlerweile wieder beruf-
lich fahren, so dass davon auszugehen sei, dass keine intrakraniellen Residuen mehr vorlägen. 
Weitere bildgebende Abklärungen seien nicht notwendig. Die Frakturen seien nach mittlerweile 
drei Jahren seit dem Unfallereignis verheilt.  
 
6.2.8 In einer weiteren ärztlichen Beurteilung Dr. F.____ vom 9. November 2020 wird ausge-
führt, dass die beim Unfall vom 8. Mai 2017 erlittenen Gesichtsschädel- und Rippenfrakturen kon-
servativ behandelt worden und aktuell dreieinhalb Jahre nach dem Unfall überwiegend wahr-
scheinlich geheilt seien. Nach Abschluss der Behandlungen seitens der Kiefer- und Thoraxchi-
rurgien im Jahr 2017 lägen keine weiteren ärztlichen Berichte mehr vor. Bereits im Jahr 2017 sei 
der Versicherte in Bezug auf sämtliche Frakturen beschwerdearm gewesen. Es sei deshalb keine 
Integritätsentschädigung geschuldet. 
 
6.3 Im Rahmen des Einspracheverfahrens erstattete Dr. F.____ am 7. Mai 2021 eine wei-
tere versicherungsmedizinische Stellungnahme. Darin stellte er fest, dass im Rahmen des MRI 
nach dem Unfall vom 29. Juli 2015 am 1. September 2015 neben den bekannten Rupturen der 
Subscapularissehne, der Kapselstrukturen und der Supraspinatussehne auch eine AC-
Gelenksarthrose ohne relevante subacromiale Osteophyten und ohne Muskelatrophie erkannt 
worden sei. Im Bereich des Schultergelenks selbst seien erosive Veränderungen der Tuberculum 
majus Kopfkontur bei erhaltenem Knorpelüberzug sichtbar geworden. Die Schulterverletzung sei 
am 27. November 2015 versorgt worden und das postoperative Ergebnis sei aufgrund des un-
auffälligen postoperativen Untersuchungsbefundes mit symmetrischer Schulterbeweglichkeit als 
gut anzusehen. Unter diesem Aspekt sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer 
sich rasch entwickelnden Arthrose im Schultergelenk zu rechnen. Inwiefern sich allfällig im Lang-
zeitverlauf infolge der erlittenen Verletzung eine Arthrose im Schultergelenk entwickeln könnte 
und insbesondere, in welchem Zeitpunkt und in welcher Intensität eine solche auftreten würde, 
liesse sich im jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehen. Bei entsprechender Beschwerdesymptomatik 
bzw. entsprechenden Befunden müsse zum gegebenen Zeitpunkt eine erneute Beurteilung hin-
sichtlich einer allfällig geschuldeten Integritätsentschädigung erfolgen. Weitere Anhaltspunkte 
wie eine Instabilität oder eine namhafte Funktionseinschränkung, welche im jetzigen Zeitpunkt 
eine Integritätsentschädigung bedingen würden, lägen nicht vor.  
 
In Bezug auf den Unfall vom 8. Mai 2017 wiederholte Dr. F.____, dass der Versicherte Gesichts-
schädel- und Rippenfrakturen erlitten habe, welche konservativ behandelt und entsprechend den 
Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit folgenlos abgeheilt seien. Demensprechend sei mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit diesbezüglich mit keinen Spätfolgen zu rechnen, welche eine 
Integritätsentschädigung zur Folge hätten. Es sei durchaus möglich, dass es im Rahmen des 
Unfalls zusätzlich zu einer HWS-Distorsion gekommen sei. Allerdings würden die echtzeitlichen 
Akten dokumentieren, dass nach Entfernung des Halskragens im Bereich der HWS keinerlei 
Druck- oder Klopfdolenzen bestanden hätten und die HWS frei beweglich gewesen sei. Dies sei 
am 26. Mai 2017 bestätigt worden. Bildgebend sei keine Fraktur der HWS festgestellt worden. 

 

 
 
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Gegen eine namhafte Verletzung würden auch die schmalen prävertebralen Weichteile sprechen. 
Es seien mässige degenerative Veränderungen an der HWS festgestellt worden. Die am Unfall-
tag und im zeitnahen Verlauf erhobenen, völlig unauffälligen klinischen Untersuchungen der HWS 
und auch das bis auf mässige Degenerationen unauffällige CT würden mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit dafür sprechen, dass es durch den Unfall vom 8. Mai 2017 nicht zu frischen, struk-
turellen Läsionen gekommen sei. Entsprechend sei davon auszugehen, dass die im MRI vom 
27. Februar 2020 erhobenen Befunde degenerativer Natur seien. Bei völlig unauffälligem Befund 
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht von einer relevanten HWS-Distorsion aus-
zugehen. Selbst wenn, wäre eine solche aus medizinischer Sicht spätestens nach vier bis sechs 
Monaten folgenlos abgeheilt. Aus diesen Gründen bestehe mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit keine Unfallkausalität bezüglich der im Bereich der HWS nachgewiesenen degenerativen und 
somit krankheitsbedingten Befunde. Folglich bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschä-
digung.  
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid bei der 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. F.____ 
vom 10. Juni 2020 und 10. November 2020 sowie auf die im Einspracheverfahren eingeholte 
kreisärztliche Stellungnahme vom 7. Mai 2021. Sie ging demzufolge davon aus, dass in Bezug 
auf die beim Unfall vom 29. Juli 2015 erlittenen Verletzungen kein Integritätsschaden vorliege 
und ein solcher auch nicht voraussehbar sei. In Bezug auf die Beschwerden an der HWS wurde 
eine Unfallkausalität verneint.  
 
7.2 Der Beschwerdeführer lässt dagegen in erster Linie vorbringen, dass die Beschwerde-
gegnerin den medizinischen Sachverhalt bloss ungenügend abgeklärt habe und zur Beurteilung 
der Frage, ob eine Integritätsentschädigung geschuldet sei, ein versicherungsexternes Gutach-
ten anzuordnen sei. Da bei der rechten Schulter eine aktivierte AC-Gelenksarthrose bereits diag-
nostiziert worden sei, sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine Verschlechterung nicht vorausseh-
bar sei. In Bezug auf die Beschwerden an der HWS habe keine umfassende Beurteilung der 
Unfallkausalität stattgefunden, namentlich fehle es an einer biomechanischen Beurteilung der 
Krafteinwirkung durch das Unfallereignis.  
 
7.3 Wie in Erwägung 4 hiervor ausgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden soll. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist jedoch auch eine 
reine Aktenbeurteilung nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutachten 
kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentli-
chen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr-
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu 
einer Diagnose oder das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fäl-
len kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen 
und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht wer-
den (Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Die 
beim Beschwerdeführer festgestellten Befunde und Diagnosen sind unbestritten. Die Beurteilung 

 

 
 
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eines allfälligen Integritätsschadens darf folglich im Rahmen eines Aktengutachtens beurteilt wer-
den. Wie auch bei anderen versicherungsinternen medizinischen Einschätzungen sind bei sol-
chen Aktengutachten allerdings bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel bestehen indessen vorliegend 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht. Der Kreisarzt hat unter Berücksichtigung 
sämtlicher Vorakten sowie der geklagten Beschwerden eine schlüssige, begründete und für die 
streitigen Belange umfassende Beurteilung abgegeben. 
 
7.3.1 In Bezug auf die AC-Gelenksarthrose der rechten Schulter wurde eine Unfallkausalität 
durch die Beschwerdegegnerin bejaht. Wie Dr. F.____ nachvollziehbar und in Übereinstimmung 
mit den anderen medizinischen Unterlagen ausführt, besteht im aktuellen Zeitpunkt keine Insta-
bilität oder Funktionseinschränkung der Schulter. Zu berücksichtigen ist überdies, dass gemäss 
Suva-Tabelle Nr. 5 erst eine schwere AC-Gelenksarthrose als Integritätsschaden gewertet wird. 
Dass eine solche schwere Arthrose vorliegt, geht aus den Akten nicht hervor und wird vom Be-
schwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Auch eine voraussehbare Verschlimmerung der AC-
Gelenksarthrose wird vom Kreisarzt überzeugend verneint. So finden sich in den Akten keinerlei 
Anhaltspunkte dafür, dass sich die mit Unfall vom 29. Juli 2015 und damit im Zeitpunkt des Ein-
spracheentscheids vor sechs Jahren aktivierte Arthrose in dieser Zeit massgeblich verstärkt 
hätte. Vielmehr ist festzustellen, dass die letzte aktenkundige Behandlung der Schulterbeschwer-
den im November 2019 dokumentiert ist. Somit ist mit dem Kreisarzt festzustellen, dass eine 
Verschlimmerung des Zustands des AC-Gelenks zwar grundsätzlich möglich, im aktuellen Zeit-
punkt indessen nicht als wahrscheinlich prognostizierbar oder schätzbar ist. Trotz den strengen 
Voraussetzungen für eine Revision der Integritätsentschädigung sind die Schlussfolgerungen des 
Kreisarztes schlüssig und nachvollziehbar und ein relevanter Integritätsschaden an der rechten 
Schulter ist zu verneinen. 
 
7.3.2 In seinen kreisärztlichen Beurteilungen vom 10. Juni 2020 und 7. Mai 2021 erläutert 
Dr. F.____ ferner überzeugend, dass die geklagten Beschwerden an der HWS mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit weder auf den Unfall vom 29. Juli 2015 noch auf das Unfallereignis vom 8. Mai 
2017 zurückzuführen sind. Zwar räumt der Kreisarzt die Möglichkeit ein, dass es beim Unfall als 
Fussgänger am 8. Mai 2017 zu einer HWS-Distorsion gekommen sein könnte. Jedoch ist mit dem 
Kreisarzt festzustellen, dass die echtzeitlichen und auch im näheren Verlauf ergangenen Arztbe-
richte keinerlei Beschwerden an der HWS dokumentieren. Auch bildgebend war keine Verletzung 
der betroffenen Stelle ersichtlich. Vielmehr sind bereits im Rahmen der Unfallbehandlung dege-
nerative Veränderungen an der HWS festgestellt worden. Im späteren Verlauf sind als Ursache 
der HWS-Beschwerden verschiedene degenerative HWS-Veränderungen (Osteochondrose, Un-
kovertebralarthrose, Spondylarthrose, Diskushernien und Fehlhaltungen) genannt worden. Letzt-
lich findet sich in den Akten keine medizinische Einschätzung, die eine traumatische Genese der 
Beschwerden an der HWS postulieren. Auf die Einschätzung des Kreisarztes kann folglich abge-
stellt werden. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass die HWS-Beschwerden nicht un-
fallkausal sind. Schliesslich ist mit dem Kreisarzt auf die medizinische Vermutung hinzuweisen, 
dass eine möglicherweise, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich beim Unfall erlittene HWS-
Distorsion innert vier bis sechs Monaten folgenlos abgeheilt wäre. 
 

 

 
 
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7.4 Nach dem soeben Ausgeführten ist zusammenfassend festzustellen, dass die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers nicht geeignet sind, auch nur geringe Zweifel an den beweistaugli-
chen Beurteilungen des Kreisarztes Dr. F.____ zu wecken. Lassen die die vorhandenen medizi-
nischen Unterlagen – wie vorliegend – eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes 
des Beschwerdeführers und der Integritätseinbussen zu, so kann auf die von ihm beantragte 
Rückweisung an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet 
werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 
V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Demzufolge ist im Ergebnis 
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine In-
tegritätsentschädigung zu Recht verneint hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine solche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine 
Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird dem Ausgang des Verfahrens entsprechend 
nicht ausgerichtet.  
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
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