# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19c48f5d-7a63-5cc9-9767-95e6df98f92f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2008 D-6252/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6252-2008_2008-11-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6252/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A._______, geboren (...), Kamerun,
alias B._______, 
geboren (...), Kamerun,
alias C._______, geboren (...), Kamerun,
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 28. August 2008 / (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6252/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin, welche sich bereits im August/Septem-
ber  2004 unter  dem Namen ihrer  angeblichen Cousine (B._______) 
während eineinhalb Monaten in der Schweiz aufgehalten hatte, dann 
aber  nach Ablauf  des  Besuchervisums am 23. September  2004 aus 
der  Schweiz  ausgeschafft  worden  war,  am  5. September  2006  am 
Flughafen Zürich-Kloten unter der Identität A._______ um Asyl nach-
suchte,

dass die Beschwerdeführerin dabei einen am 6. Juli 2004 in Marseille 
(Frankreich) ausgestellten, ihr eigenes Bild enthaltenden, aber auf den 
Namen C._______ lautenden kamerunischen Reisepass auf sich trug,

dass die Beschwerdeführerin am Flughafen Zürich-Kloten am 6. Sep-
tember 2006 und am 8. September 2006 befragt wurde,

dass das BFM der  Beschwerdeführerin  am 12. September  2006 die 
Einreise in die Schweiz bewilligte,

dass  die  Beschwerdeführerin  nach  der  Überführung  ins  Empfangs- 
und Verfahrenszentrum D._______ dort am 27. September 2006 zu ih-
ren  Personalien,  zu  ihrem  Reiseweg  und  – summarisch  – zu  ihren 
Asylgründen befragt wurde,

dass sie  – nach erfolgter Zuweisung in den Kanton E._______  – von 
der  zuständigen kantonalen Behörde am 14. November  2006 einge-
hend zu ihren Asylgründen angehört wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Befragungen  geltend 
machte, sie stamme aus der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé und 
habe dort die Schulen besucht,

dass sie von ihrem Ehemann, mit dem sie seit dem Jahre 2000 nach 
Brauch verheiratet sei, seit der ersten Schwangerschaft im Jahre 2001 
wiederholt geschlagen und vergewaltigt worden sei,

dass sie nach ihrem ersten Aufenthalt in der Schweiz im Jahre 2004 
jedoch  wieder  zu  ihrem Ehemann zurückgekehrt  sei,  ihn  dann  aber 
Ende 2004 endgültig  verlassen habe und in  ihr  Elternhaus gezogen 
sei,

Seite 2

D-6252/2008

dass sie ihre beiden Kinder beim Ehemann habe zurücklassen müssen 
und jene im Dezember 2005 dank der Vermittlung des Lehrers ihres 
Sohnes letztmals habe treffen können,

dass  ihr  Ehemann  ihr  auch  in  ihrem  Elternhaus  nachgestellt  habe, 
weshalb sie dort  ausgezogen sei und in der Folge an verschiedenen 
Orten im Quartier F._______ in Yaoundé und im Quartier G._______ in 
Douala, und zuletzt auch wieder in Yaoundé gelebt habe, 

dass anfangs des Jahres 2006 der Beschwerdeführerin in ihr Eltern-
haus  ein  von  einem  Gerichtsvollstrecker  unterzeichnetes  Dokument 
zugestellt  worden sei,  wonach sie verrückt  sei  und ihre Kinder  nicht 
mehr sehen dürfe, 

dass die Beschwerdeführerin sich mit ihren Problemen nie an die Poli-
zei gewandt habe, 

dass sie am 2. September 2006 Kamerun mit einem gefälschten Pass 
verlassen habe und auf dem Luftweg via Malabo (Äquatorial-Guinea) 
nach Zürich gereist sei, 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der kantonalen Befragung drei 
Bilder zu den Akten reichte und dabei behauptete, auf zwei der Fotos 
sei der Lehrer ihres Sohnes zu sehen,

dass die Beschwerdeführer am 3. April 2008 durch eine Mitarbeiterin 
des BFM in Bern-Wabern ergänzend angehört wurde, 

dass das BFM am 25. April 2008 das schweizerische Generalkonsulat 
in Yaoundé um Vornahme von Abklärungen gemäss Art. 41 Abs. 1 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ersuchte,

dass der Beschwerdeführerin beziehungsweise ihrem Rechtsvertreter 
am 6. August 2008 das rechtliche Gehör zur Antwort der schweizeri-
schen Vertretung in Yaoundé vom 11. Juli 2008 (die Beschwerdeführe-
rin heisse in Wirklichkeit  B._______ und der Nachname ihrer beiden 
Kinder  sei  -  wie  derjenige  ihres  Vaters  -  nicht  H._______,  sondern 
I._______; sodann handle es sich bei dem auf den zwei Fotos abgebil-
deten Mann nicht  um den Lehrer  des Sohnes,  sondern  um den Le-
benspartner  der  Beschwerdeführerin  beziehungsweise um den Vater 
der Kinder; im Übrigen wäre es nicht möglich, einer Mutter die Kinder 
mit richterlichem Beschluss wegzunehmen, es sei denn, die Mutter sei 

Seite 3

D-6252/2008

dem  Verfahren  ferngeblieben)  gewährt  wurde  und  sich  die 
Beschwerdeführerin  in  der  Folge  durch  ihren  Rechtsvertreter  mit 
Eingabe vom 13. August 2008 vernehmen liess,

dass das BFM das Asylgesuch mit Verfügung vom 28. August 2008 – 
eröffnet am 1. September 2008 – ablehnte und die Wegweisung sowie 
den Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin aus der Schweiz an-
ordnete, 

dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom 30. September 2008 gegen die Verfügung des BFM vom 28. Au-
gust  2008  Beschwerde  einreichte  und  – unter  Aufhebung  der  vor-
instanzlichen Verfügung  – um Gewährung  von Asyl,  eventualiter  um 
Verzicht auf die Wegweisung und um Durchführung einer persönlichen 
Befragung durch das Bundesverwaltungsgericht ersuchte, 

dass gleichzeitig um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung inklusive der  unentgeltlichen Rechtsverbeiständung sowie  sinn-
gemäss auch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ersucht wurde, 

dass zur Untermauerung der gestellten Anträge  – auf deren Begrün-
dung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen wird – eine am 25. September 2008 vom kan-
tonalen  Sozialdienst  E._______  ausgestellte  Fürsorgeabhängigkeits-
bestätigung zu den Akten gegeben wurde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
13. Oktober 2008  – für deren ausführliche Begründung auf die Akten 
und die nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird – die Gesuche um 
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive der un-
entgeltlichen Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) abwies und der Beschwerdeführe-
rin  gleichzeitig  zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in  der  Höhe 
von Fr. 600.– eine Frist bis zum 28. Oktober 2008 ansetzte, verbunden 
mit  der  Androhung,  bei  ungenutzter  Frist  werde auf  die Beschwerde 
nicht eingetreten,

dass der verlangte Kostenvorschuss am 27. Oktober 2008 bezahlt wur-
de,

Seite 4

D-6252/2008

dass die Beschwerdeführerin ebenfalls am 27. Oktober 2008 verschie-
dene Unterlagen betreffend in der Schweiz erworbene Fähigkeiten im 
Gastgewerbe einreichte und im Weiteren darlegte, sie habe aus Angst 
vor dem Vater ihrer Kinder anlässlich der Befragungen in der Schweiz 
nicht immer die Wahrheit gesagt,

dass sich auch ein Bekannter der Beschwerdeführerin,  P. F., an das 
Bundesverwaltungsgericht wandte und im Schreiben vom 28. Oktober 
2008 (Poststempel: 29. Oktober 2008) festhielt, er habe die Beschwer-
deführerin  in  den  letzten  zwei  Jahren  als  "sehr  aufrichtige,  ehrliche 
und charakterfeste Person" kennengelernt und hoffe sehr, dass ihr in 
der Schweiz eine "fortwährende Aufenthaltsbewilligung" erteilt werden 
könne, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM auf  dem Gebiet des Asyls 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  34  des  Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-
nommen  hat,  durch  die  angefochtenen  Verfügung  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

Seite 5

D-6252/2008

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG), wobei den frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu tra-
gen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend und mit 
hinreichender Begründung ausgeführt hat, weshalb die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhielten,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechenden, die 
zahlreichen Unstimmigkeiten detailliert aufführenden und auf die durch 
das Schweizer Generalkonsulat getätigten Abklärungen (zu deren Re-
sultaten der Beschwerdeführerin beziehungsweise ihrem Rechtsvertre-
ter  – wie  vorstehend ausgeführt  – vor  Erlass  der  Verfügung seitens 

Seite 6

D-6252/2008

des BFM das rechtliche Gehör gewährt worden war) Bezug nehmen-
den  Darlegungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  28. August 
2008 sowie auf die Ausführungen in der Zwischenverfügung des Bun-
desverwaltungsgerichts  vom  13. Oktober  2008  verwiesen  werden 
kann, 

dass das BFM in seiner angefochtenen Verfügung vorab zu Recht fest-
stellte, die Beschwerdeführerin habe bereits durch die Angabe eines 
falschen Namens an Glaubwürdigkeit eingebüsst, wobei der Einwand, 
bei B._______ und A._______ handle es sich um ein und denselben 
Namen, schon daher nicht überzeuge, weil die Beschwerdeführerin in 
diesem Zusammenhang dargelegt habe, nicht sie selber, sondern ihre 
Cousine trage den Namen B._______ (vgl. A16 S. 11 A46 S. 3 A50 
S. 11),

dass sodann auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden kann, 
die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe sich seit Ende 2004 
vor ihrem Lebenspartner verstecken und beim Gehen stets nach hin-
ten schauen müssen (vgl. A50 S. 12), kontrastiere mit der durch eine 
Foto (welche die Beschwerdeführerin  – entgegen ihrer Behauptung  – 
nicht mit dem Lehrer ihres Sohnes, sondern mit ihrem Lebenspartner 
zeige) belegten Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin noch im 
Dezember 2005 mit ihrem Lebenspartner getroffen habe,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin auch in anderen wesentli-
chen Punkten (etwa hinsichtlich der geltend gemachten Flucht durch 
Douala  oder  die  Vergewaltigungen  durch  Bekannte  ihres  Lebensge-
fährten) widersprüchlich ausgefallen sind, 

dass die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen dadurch erhär-
tet werden, dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihres ersten Auf-
enthaltes in der Schweiz im August/September 2004 noch kein Asylge-
such eingereicht hatte, obwohl sie bereits seit dem Jahre 2001 von ih-
rem Lebenspartner misshandelt worden sein soll, 

dass schliesslich auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden 
kann, selbst wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat tatsächlich 
gewissen Formen häuslicher Gewalt ausgesetzt gewesen sei, so kön-
ne den Akten doch entnommen werden, dass sie ihren Lebensunter-
halt als Händlerin habe bestreiten und auch auf die Unterstützung ih-
rer Familie habe zählen können und sie somit über eine innerstaatliche 
Flucht- beziehungsweise Aufenthaltsalternative verfüge,

Seite 7

D-6252/2008

dass an dieser Stelle auch darauf hinzuweisen ist, dass sich die Be-
schwerdeführerin gemäss ihren Aussagen mit ihren Problemen weder 
an die Polizei noch an eine der auch in Kamerun existierenden Organi-
sationen zum Schutz misshandelter Frauen wandte,

dass  weder  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
30. September 2008 (im Wesentlichen die Behauptung, die Angaben 
der  Beschwerdeführerin  seien  trotz  der  "eingestandenermassen  fal-
schen Angaben" und trotz der tatsächlich bestehenden Unstimmigkei-
ten "im Kern übereinstimmend") noch die Darlegungen in den beiden 
Schreiben der Beschwerdeführerin und ihres Bekannten P. F. (in denen 
im Wesentlichen auf die Anstrengungen der Beschwerdeführerin, sich 
in der Schweiz zu integrieren, verwiesen wird) geeignet sind, zu einer 
anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen,

dass  schliesslich  der  in  der  Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 2  f.)  ange-
brachten Rüge, den frauenspezifischen Gründen sei nicht ausreichend 
Rechnung getragen worden, wobei das Problem darin liege, dass die 
Personen,  die  beim BFM die  negativen  Entscheide  schrieben,  nicht 
identisch seien mit denjenigen, welche die Befragungen durchführten, 
entgegenzuhalten ist, dass anlässlich der ergänzenden Bundesanhö-
rung die Beschwerdeführerin von der an der  Verfügung vom 28. Au-
gust 2008 beteiligten Sachbearbeiterin befragt worden war, 

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass der massgebliche Sachverhalt  ausreichend erstellt  ist,  weshalb 
keine Veranlassung besteht,  die Beschwerdeführerin  durch das Bun-
desverwaltungsgericht nochmals zu befragen und der entsprechende 
Antrag abzuweisen ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend der  Kanton,  welchem die  Be-
schwerdeführerin für den Aufenthalt während der Dauer des Asylver-
fahrens zugewiesen wurde (E._______), keine Aufenthaltsbewilligung 
erteilt  hat (Art. 32 Bst. a  der Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) und die Beschwerdefüh-
rerin zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-

Seite 8

D-6252/2008

mission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen 
ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin  – wie vorstehend dargelegt  – nicht 
gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen 
oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte 
Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im vorliegenden 
Verfahren keine Anwendung findet, und auch keine Anhaltspunkte für 
eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die der Be-
schwerdeführerin im Heimat- oder Herkunftsstaat drohen könnte,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass zwar das Vorhaben der Regierung von Präsident Paul Biya, mit 
einer  Verfassungsänderung  die  bisherige  Amtszeitbeschränkung  für 
Staatschefs abzuschaffen, gegen Ende des Jahres 2007 in ganz Ka-

Seite 9

D-6252/2008

merun zu massiven innenpolitischen Spannungen führte, welche sich 
durch die stark angestiegenen Lebenshaltungskosten verstärkten und 
Ende Februar  2008 in  blutigen Auseinandersetzungen zwischen De-
monstranten und Sicherheitskräften eskalierten,

dass sich indes die Lage nach Zugeständnissen seitens der Regierung 
wieder beruhigte und im jetzigen Zeitpunkt bezüglich Kamerun  – und 
insbesondere bezüglich der Städte Yaoundé und Douala  – nicht  von 
Krieg,  Bürgerkrieg  oder  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  ge-
sprochen werden kann,  welche für  die  Beschwerdeführerin  bei  ihrer 
Rückkehr in die Heimat eine konkrete Gefährdung darstellen würde,

dass  sodann auch keine anderen,  individuellen  Merkmale  bestehen, 
welche den Vollzug der Wegweisung der jungen,  soweit  aktenkundig 
gesunden, über eine gute Schulbildung und Berufserfahrung als Händ-
lerin und in der Gastronomie (in der Schweiz erworben), über vielfälti-
ge  Sprachkenntnisse  (nebst  der  Muttersprache  Ewondo  fliessend 
Französisch und auch etwas Englisch) sowie über ein soziales und fa-
miliäres Beziehungsnetz (Eltern,  Geschwister, Freundin) verfügenden 
Beschwerdeführerin als unzumutbar erscheinen lassen könnten,

dass auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz 
angeblich gut integriert ist und Freude an ihrer Arbeit hat, den Vollzug 
der Wegweisung nicht als unzumutbar erscheinen lässt, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Kamerun  schliesslich  auch 
möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine praktischen Hindernisse er-
kennbar  sind,  die  einer  Rückkehr  entgegenstehen  könnten,  und  die 
Beschwerdeführerin  verpflichtet  ist,  sich bei  der  heimatlichen Vertre-
tung  allenfalls  benötigte  Reisepapiere  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten somit keine Wegweisungshindernisse vorlie-
gen und der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

Seite 10

D-6252/2008

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuer-
legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 27. Oktober 2008 geleis-
teten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

D-6252/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 600.–, werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.  

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beila-
ge: angefochtene Verfügung im Original; über eine allfällige Rückga-
be  der  bei  der  Vorinstanz  eingereichten  Dokumente  befindet  das 
BFM auf entsprechende Anfrage)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

Versand:

Seite 12