# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3e057ce-b919-54d7-86a2-76dd8f4d68a1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.02.2022 B-1183/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1183-2020_2022-02-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-1183/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  F e b r u a r  2 0 2 2   

Besetzung 
 Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), 

Richter Francesco Brentani, Richter Pascal Richard;    

Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

vertreten durch  

Dr. iur. Ioannis Athanasopoulos, Rechtsanwalt,  

_______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Bildung,  

Forschung und Innovation SBFI,  

Einsteinstrasse 2, 3003 Bern,    

Vorinstanz, 

  

Trägerorganisation für die höhere  

Fachprüfung Steuerexperten,  

c/o EXPERTsuisse AG,   

Stauffacherstrasse 1, 8050 Zürich,   

Erstinstanz.  

 

Gegenstand 
 Höhere Fachprüfung für Steuerexperten 2018. 

B-1183/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Im Sommer/Herbst 2018 legte X._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) die höhere Fachprüfung für Steuerexperten ab. Mit Verfügung vom 

26. September 2018 teilte ihm die Trägerorganisation für die höhere Fach-

prüfung Steuerexperten (im Folgenden: Erstinstanz) als zuständige Prü-

fungskommission mit, er habe die Prüfung nicht bestanden. Seine Prü-

fungsleistungen wurden laut dieser Verfügung wie folgt bewertet: 

Diplomarbeit mit Kolloquium   5 

Steuern schriftlich     3 

Betriebswirtschaft     3.5 

Recht      4.5 

Steuern mündlich     5.5 

Kurzreferat mündlich    5 

Notenpunkte:     43 

Minuspunkte:     3.5 

B.  

B.a Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 26. Oktober 2018 Beschwerde beim Staatssekretariat für Bildung, For-

schung und Innovation SBFI (im Folgenden: Vorinstanz). Er stellte fol-

gende Rechtsbegehren (Hauptbegehren): 

"1) Es sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, eine rechtsgültige Zustell -

adresse für die Korrespondenz in diesem Verfahren zu bezeichnen. 

 2) Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin sich mit ihrem Verhal-

ten des Nichterlasses der vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. Ok-

tober 2018 verlangten einlässlich begründeten, anfechtbaren Verfügung 

eine Rechtsverweigerung begangen hat, rechtsmissbräuchlich gehandelt 

hat und damit den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt hat. 

 3) Es sei festzustellen, dass die Prüfungsverfügung der Beschwerdegegnerin 

vom 26. September 2018 über Bestehen oder Nichtbestehen der eidgenös-

sischen höheren Fachprüfung den Anspruch des rechtlichen Gehörs ver-

letzt und willkürlich ist. 

 4) Es sei die Prüfungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Septem-

ber 2018 über Bestehen oder Nichtbestehen der eidgenössischen höheren 

Fachprüfung aufzuheben, zum Neuentscheid mit einlässlicher und detail-

lierter Begründung an die Beschwerdegegnerin beziehungsweise Vorin-

stanz zurückzuweisen und diese im Rahmen der Neubeurteilung zu ver-

pflichten, die folgenden Unterlagen zur Diplomprüfung 2018 mit dem neuen 

Entscheid zu edieren: 

a. Korrekturschemen inklusive Punkteverteilung für die einzelnen (Teil-) 

Aufgaben; 

B-1183/2020 

Seite 3 

b. Musterlösungen inklusive Punkteschema für die einzelnen (Teil-)Auf-

gaben; 

c. Notenskala; sowie 

d. Übersicht der von sämtlichen KandidatInnen erzielten Resultate bezie-

hungsweise Statistik der Prüfung Steuern schriftlich, woraus ersichtlich 

ist, wie viele KandidatInnen welche Noten erzielt haben, der Jahre 

2018, 2017, 2016, 2015 und 2014. 

5) Dem Beschwerdeführer sei die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 

zur Stellungnahme zuzustellen. 

 6) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

Anstelle von Ziffer 4 des Hauptbegehrens beantragte er eventualiter, die in 

Bst. a-d jener Ziffer genannten Unterlagen seien zu edieren und als Ver-

fahrensakten in das Beschwerdeverfahren aufzunehmen. Im Anschluss an 

die Edition sei ihm eine Frist zur Beschwerdeergänzung anzusetzen. 

B.b Nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer am 4. März 2019 um 

Mitteilung ersucht hatte, ob er seine Beschwerde zurückziehen oder an ihr 

festhalten wolle, hielt der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 

4. März 2019 an den Ziffern 2 f. und 6 seines Hauptbegehrens (neu Ziffer 

1 f. und 6) fest. Dessen Ziffern 1 und 4 f. ersetzte er durch die von ihm neu 

formulierten Ziffern 3 bis 5 wie folgt: 

"3) Es sei der Entscheid der Trägerorganisation für die höhere Fachprüfung für 

Steuerexperten vom 26. September 2018 betreffend Nichtbestehen der hö-

heren Fachprüfung für Steuerexperten aufzuheben. 

 4) Es sei die schriftliche Prüfung des Beschwerdeführers "Diplomprüfung 

Steuern schriftlich" mit der Note 4 zu bewerten. 

 5) Die höhere Fachprüfung für Steuerexperten sei unter Berücksichtigung der 

Ziffer 2 des Begehrens zusammen mit den übrigen erzielten Ergebnissen 

des Beschwerdeführers als insgesamt bestanden zu werten." 

Eventualiter hielt er an den Ziffern 1 bis 4 und 6 f. seines ursprünglichen 

Hauptbegehrens fest, begehrte in Ziffer 5 neu aber, die Beschwerdegeg-

nerin sei zu verpflichten, den Neuentscheid im Sinne von Ziffer 4 des frühe-

ren Hauptbegehrens dahingehend zu fällen, dass seine Teilprüfung "Steu-

ern schriftlich" mit der Note 4.0 bewertet werde und die höhere Fachprü-

fung für Steuerexperten als insgesamt bestanden gelte. 

Subeventualiter hielt er an den Ziffern 1 bis 4 und 6 f. seines vormaligen 

Eventualbegehrens fest, ersuchte in Ziffer 5 nun aber darum, dass die 

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Seite 4 

Grenzfallklausel bezüglich seiner Teilprüfung "Steuern schriftlich" anzu-

wenden sei und diese Prüfung mit der Note 3.5 bewertet werde und damit 

die höhere Fachprüfung für Steuerexperten als insgesamt bestanden gelte. 

C.  

Mit Entscheid vom 27. Januar 2020 wies die Vorinstanz die Beschwerde 

ab, soweit sie auf diese eintrat. Die Verfahrenskosten wurden dem Be-

schwerdeführer auferlegt. Sie führte zur Begründung im Wesentlichen an, 

mangels eines schutzwürdigen Interesses sei auf die Feststellungsbegeh-

ren und auf den Antrag der Angabe einer Zustelladresse nicht einzutreten. 

Der Prüfungsentscheid sei nicht mangelhaft begründet, da er die vom Be-

schwerdeführer erzielten Noten angebe. Letzterer habe die Prüfungsauf-

gaben, seine Lösungen, die Bewertungsraster und die Notenskala erhal-

ten. Allfällige Korrekturschemen und Musterlösungen seien als verwal-

tungsinterne Akten zu qualifizieren, in die keine Einsicht gewährt werden 

müsse. Welches Interesse er an der Herausgabe von Notenstatistiken ha-

ben könnte, sei nicht nachvollziehbar, könne er doch aus ihnen nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. Er bringe keinerlei Gründe vor, die für eine feh-

lerhafte Bewertung im Prüfungsteil "Steuern schriftlich" sprächen, obwohl 

er eine substantiierte Beschwerde hätte einreichen können. Dem Be-

schwerdeführer sei in diesem Prüfungsteil zu Recht die Note 3.0 erteilt wor-

den. Die Beschwerde erweise sich deshalb, auch unter Berücksichtigung 

der Grenzfallregelung, als unbegründet.  

D.  

Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 26. Februar 2020 Beschwerde 

vor dem Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Rechtsbegehren: 

"1. Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 27. Januar 2020 sei auf-

zuheben; 

 2. die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer unter 

Möglichkeit der Erstellung von Kopien Einsicht in alle Akten zu gewähren, 

die der Prüfungskommission als Grundlage für die Beurteilung der Prüfun-

gen und die Verfügung vom 26. September 2018 dienten, insbesondere, 

aber nicht nur, in: 

 Begutachtung durch die jeweiligen Referenten; 

 Begutachtung durch die restlichen Prüfungskorrektoren; 

 allfällige schriftliche Anträge der Referenten an die Prüfungskommis-

sion; 

 die Bewertungskriterien beziehungsweise die Korrekturschemen inklu-

sive Punkteverteilung, welche zur Bewertung der Arbeiten / der einzel-

nen (Teil-)Aufgaben dienten; 

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Seite 5 

 die Musterlösungen inklusive Punkteschema für die einzelnen (Teil-) 

Aufgaben, welche zur Korrektur der Arbeiten / der einzelnen (Teil-)Auf-

gaben dienten; 

 die Anweisungen der Prüfungsreferenten der einzelnen Prüfungsteile 

an die restlichen Prüfungskorrektoren; 

 das Sitzungsprotokoll der Sitzung der Prüfungskommission vom 

26. September 2018; 

 Übersicht der von sämtlichen Kandidatinnen und Kandidaten erzielten 

Resultate beziehungsweise Statistik der Prüfung Steuern Schriftlich, 

woraus ersichtlich ist, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten jeweils 

welche Note in den Jahren 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 erzielt 

haben. 

 3. Nach erteilter Akteneinsicht sei dem Beschwerdeführer eine Frist zur Er-

gänzung / Erweiterung / Anpassung seiner Beschwerde an die Vorinstanz 

betreffend Rechtsbegehren und Begründung anzusetzen. 

 4. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 27. Ja-

nuar 2020 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen; 

 5. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin." 

Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass er während der Rechtsmit-

telfrist nur einen Teil der Akten erhalten habe. Aus den erhaltenen Prü-

fungsakten in den Fächern "Steuern" und "Recht" gehe nicht hervor, wie 

seine Lösungsantworten bewertet worden seien. Er könne keine weiteren 

Punkte pro Aufgabe geltend machen, weil er keine Anhaltspunkte habe, zu 

welchem Grad und weshalb seine Antworten als korrekt oder als falsch be-

urteilt worden seien. Anhand der beantragten Akten wäre es ihm allenfalls 

möglich zu prüfen, ob die Bewertungen objektiv vertretbar seien. Indem 

sich die Vorinstanz nicht mit Ziffer 2.5 seiner erstinstanzlichen Beschwerde 

auseinandersetze und lapidar darauf hinweise, dass er ja die Prüfungsak-

ten unter Einschluss der Notenskala erhalten habe, verletze die Vorinstanz 

sein rechtliches Gehör grob. Er habe durchaus ein Interesse an einer Ein-

sicht in die Notenstatistik der genannten fünf Jahre. Nach erfolgter Einsicht 

in alle entscheidrelevanten Akten werde er allenfalls eine inhaltliche Rüge 

vorbringen. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 18. Mai 2020 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Zur Begründung führt sie 

aus, dass die Einsicht in verwaltungsinterne Akten verweigert werden 

dürfe. Die Notenstatistiken seien nicht entscheiderheblich. Sie habe sich 

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Seite 6 

mit allen wesentlichen Vorbringen auseinandergesetzt und deren Beurtei-

lung klar begründet. Warum der Beschwerdeführer seine Beschwerde mit 

den vorhandenen Akten nicht habe substantiieren können, sei nicht nach-

vollziehbar. Im Übrigen verweist die Vorinstanz auf den angefochtenen Ent-

scheid. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 28. Mai 2020 (Poststempel) beantragt auch 

die Erstinstanz die Beschwerdeabweisung. Der Beschwerdeführer habe 

bislang nicht vorgebracht, inwiefern und bei welchen Aufgaben ihm zusätz-

liche Punkte hätten zugeteilt werden sollen. Es sei zu jeder Zeit möglich 

gewesen, die Beschwerde zu begründen. Ein Punkteraster sei nicht vor-

handen. Unterlagen und Informationen, welche andere Kandidierende be-

träfen, könnten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht herausgegeben 

werden. Aus dem verlangten statistischen Material vermöge der Beschwer-

deführer in Bezug auf seine Beschwerde nichts abzuleiten. Auch was den 

Korrekturvorgang anbelange, sei letztere unbegründet. 

G.  

G.a Mit Zwischenverfügung vom 16. Juni 2020 forderte das Bundesverwal-

tungsgericht die Erstinstanz auf, einen schriftlichen Prüfungsbericht einzu-

reichen, anhand dessen der Beschwerdeführer und das Gericht eine in-

haltliche Überprüfung der Bewertung der Prüfung des Beschwerdeführers 

vornehmen könnten. 

G.b Mit Eingabe vom 17. August 2020 reichte die Erstinstanz aufforde-

rungsgemäss einen gleichentags datierten schriftlichen Bericht des Leiters 

der Fachprüfung "Steuern schriftlich", A._______ (im Folgenden: Prüfungs-

leiter), zur Teilprüfung "Steuern schriftlich" des Beschwerdeführers (im Fol-

genden: Prüfungsbericht) nach. 

G.c Mit Schreiben vom 27. August 2020 verzichtet der Beschwerdeführer 

auf eine Stellungnahme zum Begleitschreiben der Erstinstanz vom 17. Au-

gust 2020, hält aber an seinen Beschwerdebegehren fest. 

G.d In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 zum Prüfungsbericht 

der Erstinstanz ersetzt der Beschwerdeführer die bisherigen Beschwerde-

begehren 2 und 3 durch folgende neuen Anträge:  

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Seite 7 

"2. die Beschwerdegegnerin, respektive A._______, sei anzuweisen, dem Be-

schwerdeführer schriftlich darzulegen, worauf sich A._______ bei der Aus-

arbeitung des Prüfungsberichts gestützt hat und schriftlich darzulegen, 

dass der Prüfungsbericht sämtlichen rechtsstaatlichen Prinzipien genügt; 

 3. es sei dem Beschwerdeführer nach Zustellung der schriftlichen Ausführun-

gen der Erstinstanz eine Frist zur Ergänzung / Erweiterung / Anpassung 

seiner Beschwerde betreffend Rechtsbegehren und Begründung anzuset-

zen." 

Zudem ergänzt der Beschwerdeführer sein Beschwerdebegehren um ei-

nen neuen Antrag 3.a: 

"eventualiter seien dem Beschwerdeführer gestützt auf die Ausführungen zum 

Prüfungsbericht mindestens 12 zusätzliche Punkte und damit neu die Note 3,5 

zu erteilen und die Prüfung diplomierter Steuerexperte insgesamt als bestan-

den zu bewerten und der Titel «Dipl. Steuerexperte» zu erteilen." 

Der Beschwerdeführer begründet diese neuen Begehren im Wesentlichen 

damit, dass der Prüfungsleiter keinen Prüfungsbericht habe verfassen kön-

nen, welcher rechtsstaatlichen Grundsätzen genüge. Denn der Prüfungs-

leiter sei nicht Autor aller Prüfungsteile. Eine Musterlösung, ein Punkte-

schema oder Anweisungen der Prüfungsautoren an die Korrigierenden lä-

gen nicht vor. Zudem könne sich der Prüfungsleiter nach rund zwei Jahren 

seit der Prüfung hinsichtlich des selbst verfassten Prüfungsteils kaum mehr 

an alle Details der von ihm verlangten Antworten erinnern. Der Beschwer-

deführer rügt weiter, dass ihm im Fach "Steuern schriftlich" bei diversen 

Teilaufgaben keine Punkte erteilt worden seien, obwohl er nachweislich die 

erwartete Antwort auf den jeweiligen Prüfungsblättern niedergeschrieben 

habe. Nur schon deshalb seien ihm mindestens 12 Punkte zusätzlich zu 

erteilen. 

H.  

In ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 zur Stellungnahme des Be-

schwerdeführers vom 30. Oktober 2020 bringt die Erstinstanz im Wesent-

lichen vor, dass es ihre Sache sei, die jeweils fachlich und sachlich geeig-

netste Person mit der Erstellung des Prüfungsberichts zu betrauen. Der 

Prüfungsleiter habe zwar nicht auf eine Musterlösung, aber auf sämtliche, 

anlässlich der Ausarbeitung der Fragen hinzugezogenen Quellen wie Ge-

setze, Verordnungen, Praxispublikationen, Kommentare und Lehrmittel so-

wie auf interne Aufzeichnungen zurückgreifen können. Der Beschwerde-

führer sei mit dem Prüfungsbericht umso mehr in der Lage, die Beurteilung 

nachzuvollziehen; zusätzliche Punkte hätte er schon lange geltend ma-

chen können. Bei den Prüfungsfragen, bei welchen mehrere richtige Ant-

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Seite 8 

worten zuträfen, seien durch die Korrekturexperten auch für mehrere rich-

tige (Alternativ-)Antworten Punkte zugeteilt worden. Was daran rechts-

staatlich unrichtig oder unzureichend sein solle, erschliesse sich ihr nicht. 

Die Vorhalte zur Willkür seien unzutreffend und ungerechtfertigt. 

I.  

Mit Stellungnahme vom 15. Januar 2021 zu den Vernehmlassungen der 

Vor- und der Erstinstanz vom 18. Mai 2020 und 28. Mai 2020 legt der Be-

schwerdeführer ergänzend dar, dass das Unverständnis der Vorinstanz 

über die fehlende Substantiierung seinerseits geradezu willkürlich sei. Mit 

den erhaltenen Unterlagen könne er die Prüfungsbewertung nicht überprü-

fen. Das prozessorientierte Korrigieren, welches die Erstinstanz bei der 

Prüfungskorrektur angewendet habe, genüge rechtsstaatlichen Grundsät-

zen nicht. 

J.  

In ihrer Stellungnahme vom 12. März 2021 zur Stellungnahme des Be-

schwerdeführers vom 15. Januar 2021 hält die Erstinstanz an ihren bishe-

rigen Vorbringen fest. Sie beantragt neu, die Beschwerde sei zurück- oder 

abzuweisen. 

K.  

K.a In seiner Stellungnahme vom 31. März 2021 zur Stellungnahme der 

Erstinstanz vom 12. März 2021 hält der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen an seinen bisherigen Ausführungen fest. 

K.b In seiner Stellungnahme vom 31. März 2021 zur Stellungnahme der 

Erstinstanz vom 15. Januar 2021 ergänzt der Beschwerdeführer im We-

sentlichen, dass der Prüfungsbericht des Prüfungsleiters die Punkteertei-

lung nicht klar nachvollziehbar begründe. Ein Abgleich der Lösung und Kor-

rektur mit Quellen wie Gesetzen, Verordnungen, Praxispublikationen, 

Kommentaren und Lehrmitteln sei für den Nachvollzug der Punktevertei-

lung nicht hilfreich, da damit die Beweggründe der korrigierenden Experten 

für die Punkteverteilung nicht nachvollzogen werden könnten. Die Begrün-

dung des Prüfungsberichts genüge den rechtsstaatlichen Grundsätzen und 

verfassungsmässig garantierten Grundrechten nicht. Es sei weiterhin un-

klar, für welche Antworten im Detail wie viele Punkte vergeben worden 

seien und ob dem Gleichbehandlungsgebot Genüge getan worden sei. Die 

Abstrafung eines angeblichen Grundsatzfehlers mit 12 Punkten sei an sich 

schon willkürlich. 

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Seite 9 

L.  

In ihrer Stellungnahme vom 10. Juni 2021 hält die Erstinstanz an ihrem 

Antrag auf Zurück- oder Abweisung der Beschwerde fest. Sie begründet 

dies damit, nicht beweisen zu müssen, dass sämtliche Rechtsnormen und 

verfassungsmässig garantierten Grundrechte eingehalten worden seien. 

Die Beurteilung der Prüfung sei hinreichend und nachvollziehbar begrün-

det. Die Korrekturexperten sowie die Autoren der Prüfungen stützten sich 

bei der Beurteilung auf Gesetze, Verordnungen, Praxispublikationen, Kom-

mentare, Lehrmittel und Gerichtsentscheide. Da die Prüfungen sämtlicher 

Kandidierenden durch dieselbe Gruppe von Korrektoren in enger Abspra-

che zwischen den Korrektoren, am gleichen Ort, im gleichen Zeitraum von 

zwei Tagen und in demselben Prozess korrigiert würden, sei eine Gleich-

behandlung sichergestellt. Sie habe ihren Entscheid zwischenzeitlich um-

fassend und nachvollziehbar begründet. Mangels Begründung sei eine 

Rückweisung vorzunehmen. Andernfalls sei die Beschwerde als unbegrün-

det abzuweisen.  

M.  

In seiner Stellungnahme vom 13. Juli 2021 hält der Beschwerdeführer sinn-

gemäss an seinen Anträgen und seiner Begründung fest. 

N.  

Auf die Eingaben und Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidwe-

sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Der angefochtene Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 27. Ja-

nuar 2020 ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das 

Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 

13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfü-

gung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert 

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Seite 10 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er hat die Beschwerde innerhalb der gesetzlichen 

Frist eingereicht (Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die Anforderungen an Form und 

Inhalt der Rechtsschrift sind erfüllt, und der Kostenvorschuss wurde recht-

zeitig geleistet (Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

1.3 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

2.  

Das eidgenössische Diplom als Steuerexperte erhält, wer die höhere Fach-

prüfung für Steuerexperten, das heisst die Diplomprüfung, mit Erfolg be-

standen hat (Art. 43 Abs. 1 zweiter Satz BBG i.V.m. Ziffer 6.43 zweiter Satz 

der Prüfungsordnung für die höhere Fachprüfung für Steuerexpertinnen 

und Steuerexperten vom 25. November 2009, genehmigt und in Kraft ge-

treten am 20. Juni 2011 [hiernach: Prüfungsordnung; abrufbar unter: 

<https://www.expertsuisse.ch> > Ausbildung > Prüfungssekretariat > Prü-

fungen dipl. Steuerexperte > Reglemente und Downloads, abgerufen am 

3. November 2021]). Die Leistungen werden nach Ziffer 6.3 der Prüfungs-

ordnung in jedem Prüfungsfach mit je einer Note von 1.0 bis 6.0 benotet, 

wobei die Note 6.0 für die höchst mögliche und die Note 1.0 für die tiefst 

mögliche Bewertung stehen. Noten von 4.0 und höher bezeichnen genü-

gende Leistungen und Noten von weniger als 4.0 stehen für ungenügende 

Leistungen. Andere als halbe Zwischennoten sind unzulässig (Ziffer 6.3 der 

Prüfungsordnung). Gemäss Ziffer 5.11 der Prüfungsordnung umfasst die 

Prüfung folgende modulübergreifende (gewichtete) Prüfungsteile:  

Prüfungsteil Art der Prüfung Zeit Gewichtung 

Steuern schriftlich 5h dreifach 

Betriebswirtschaft schriftlich 1.5h einfach 

Recht schriftlich 1.5h einfach 

Diplomarbeit  

mit Kolloquium 

Hausarbeit 

mündlich  

10 Tage 

30min 

zweifach 

Steuern mündlich 1h zweifach 

Kurzreferat mündlich 15min einfach 

Nach Ziffer 6.41 der Prüfungsordnung ist die höhere Fachprüfung für Steu-

erexperten bestanden, wenn kumulativ die folgenden Voraussetzungen ge-

geben sind: Die Gesamtnote muss mindestens 4.0 betragen (Bst. a) und 

es dürfen insgesamt nicht mehr als zwei Notenpunkte unter 4.0 zur Anrech-

nung kommen, wobei für die Ermittlung der Notenpunkte unter 4.0 die Prü-

fungsteile gemäss Ziffer 5.11 der Prüfungsordnung gewichtet werden 

(Bst. b). 

B-1183/2020 

Seite 11 

Die vom Beschwerdeführer erzielte Gesamtnote beträgt gemäss Noten-

blatt 4.3, wobei der Beschwerdeführer in den Fächern "Steuern schriftlich" 

(3.0) und "Betriebswirtschaft" (3.5) je eine ungenügende Note erzielt hat. 

Zwar wäre eine (genügende) Gesamtnote von 4.3 gegeben. Hingegen lie-

gen mit den beiden Noten 3.5 (einfach gewichtet = 0.5 Punkte) und 3.0 

(dreifach gewichtet = 3 Punkte) insgesamt mehr als 2 Notenpunkte unter 

der genügenden Note 4.0 vor. Folglich ist die Voraussetzung nach Zif-

fer 6.41 Bst. b der Prüfungsordnung nicht erfüllt, weshalb die Erstinstanz 

die höhere Fachprüfung für Steuerexperten als nicht bestanden qualifi-

zierte. 

3.  

3.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht unter Einschluss der Überschreitung oder des Miss-

brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der an-

gefochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG).  

Im vorliegenden Verfahren ist streitig, ob die Erstinstanz und die Vorinstanz 

Bundesverfahrensrecht verletzten und ob die Erstinstanz die Teilprüfung 

im Fach "Steuern schriftlich" angemessen beurteilte.  

3.2 Bei der Bewertung von Prüfungsleistungen, die seitens der Gerichte 

nur schwer überprüfbar sind, auferlegen sich das Bundesverwaltungsge-

richt und das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung eine gewisse Zu-

rückhaltung (vgl. BGE 136 I 229 E. 6.2 und 131 I 467 E. 3.1 mit Hinweisen; 

Urteile des BVGer B-160/2021 vom 4. August 2021 E. 2.2, B-2588/2020 

vom 7. Juli 2021 E. 4.1 und B-5185/2019 vom 6. März 2020 E. 5.2). Ohne 

Not wird dabei nicht von der Beurteilung der Experten abgewichen. Vo-

raussetzung für diese Zurückhaltung ist aber, dass die Experten zu den 

Parteivorbringen Stellung genommen haben und ihre Auffassung, insbe-

sondere soweit sie von derjenigen der Beschwerdepartei abweicht, objek-

tiv nachvollziehbar, schlüssig und einleuchtend ist (vgl. BVGE 

2010/11 E. 4.2, 2010/10 E. 4.1 und 2008/14 E. 3.1 f. und 4.3.2; PATRICIA 

EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklun-

gen, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht 

[ZBl] 10/2011, S. 556). Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung 

von Prüfungsleistungen ist deshalb nur dann detailliert einzugehen, wenn 

die beschwerdeführende Partei selbst substantiierte Anhaltspunkte mit den 

entsprechenden Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis materiell 

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Seite 12 

nicht vertretbar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prü-

fungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden (vgl. Urteil des BGer 

2D_6/2013 vom 19. Juni 2013 E. 2.3; BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3 

und 2010/10 E. 4.1; EGLI, a.a.O., S. 553 ff., insb. 555 f. mit weiteren Hin-

weisen).  

Diese Zurückhaltung gilt aber nur für die materielle Bewertung der Prü-

fungsleistungen. Ist die Auslegung oder Anwendung von Rechtsvorschrif-

ten, insbesondere bei verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien, streitig 

oder werden formelle Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, so hat 

das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der verfassungs- und konventi-

onsrechtlichen Rechtsweggarantie von Art. 29a BV und Art. 6 EMRK die 

erhobenen Einwendungen mit umfassender Kognition zu prüfen (vgl. 

BGE 106 Ia 1 E. 3c; Urteil des BGer 2P.83/2004 vom 9. August 2004 E. 5.1; 

BVGE 2010/11 E. 4.2, 2010/10 E. 4.1 und 2008/14 E. 3.3; Urteil des BVGer 

B-6114/2020 vom 27. Mai 2021 E. 4.4, B-3872/2020 vom 29. März 2021 

E. 5.2 und B-3674/2020 vom 27. Oktober 2020 E. 2.4). Als Verfahrensfra-

gen sind all jene Einwände und Vorbringen eines Beschwerdeführers zu 

qualifizieren, die den äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung 

oder das Vorgehen bei der Bewertung betreffen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; 

Urteile des BGer 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.2 und 2P.83/2004 vom 

9. August 2004 E. 5.1; Urteile des BVGer B-6114/2020 vom 27. Mai 2021 

E. 4.4 und B-2585/2017 vom 21. Dezember 2018 E. 4.4). Die Beweislast 

für allfällige Verfahrensfehler obliegt dem Beschwerdeführer (vgl. Urteile 

des BVGer B-671/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 2.5, B-832/2019 vom 

20. Februar 2020 E. 2.5, B-1364/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.5, 

B-5621/2018 vom 19. Juni 2019 E. 2.5 und B-5284/2018 vom 14. Januar 

2019 E. 3.3). Nicht jede Unstimmigkeit im Prüfungsverfahren kann freilich 

zum Anlass genommen werden, das Prüfungsergebnis in Frage zu stellen: 

Mängel im Prüfungsverfahren sind nur dann rechtserheblich, wenn sie das 

Prüfungsergebnis entscheidend beeinflussen können oder effektiv beein-

flusst haben (vgl. BGE 147 I 73 E. 6.7; Urteile des BGer 2D_6/2010 vom 

24. Juni 2010 E. 5.2 und 1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b). 

4.  

Im vorliegenden Verfahren rügt der Beschwerdeführer formellrechtlich 

vorab eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs. Als erste Rüge bringt er 

vor, dass ihm die Erstinstanz und die Vorinstanz keine umfassende Akten-

einsicht gewährt hätten.  

B-1183/2020 

Seite 13 

4.1 Der Beschwerdeführer verlangt zunächst die Edition aller Akten, wel-

che als Grundlage der Prüfungsbeurteilung und der Verfügung vom 

26. September 2018 gedient hätten. Er nennt dabei namentlich die folgen-

den Dokumente: a) die Begutachtungen durch die jeweiligen Referenten 

und die restlichen Korrektoren, b) allfällige schriftliche Anträge der Refe-

renten an die Erstinstanz, c) die Bewertungskriterien und die Korrektur-

schemen unter Einschluss der Punkteverteilung, welche zur Bewertung der 

Arbeiten und der einzelnen (Teil-)Aufgaben gedient hätten, d) die Muster-

lösungen unter Einschluss des Punkteschemas für die einzelnen (Teil-)Auf-

gaben, e) die Anweisungen der Prüfungsreferenten der einzelnen Prü-

fungsteile an die restlichen Korrektoren, f) das Protokoll der Sitzung der 

Erstinstanz vom 26. September 2018, g) die Übersicht der von sämtlichen 

Kandidierenden im Fach "Steuern schriftlich" erzielten Resultate und 

h) eine Statistik der Prüfung in diesem Fach, woraus ersichtlich sei, wie 

viele Kandidierende jeweils welche Note in den Jahren 2014 bis 2018 er-

zielt hätten. 

Unstrittig ist, dass die Erstinstanz dem Beschwerdeführer auf dessen Be-

gehren vom 1. Oktober 2018 hin bereits am 6. Oktober 2018 je eine Kopie 

der Korrekturen seiner schriftlichen Prüfungen in den Fächern "Recht", 

"Steuern" und "Betriebswirtschaftslehre (BWL)" ausgehändigt hatte. Dem 

Beschwerdeführer war es dabei möglich, aus diesen Dokumenten jeweils 

zu ersehen, wie viele Punkte er insgesamt, je Teilaufgabe und je Unterauf-

gabe dieser Teilaufgaben, maximal hätte erzielen können und wie viele 

Punkte er aus Sicht der beiden Experten erreichte. Weiter liess die Erstin-

stanz dem Beschwerdeführer am 6. Oktober 2018 eine Kopie der undatier-

ten Bewertungsblätter "Kurzreferat (mündliche Prüfung)", "Steuern (münd-

liche Prüfung)" und des Bewertungsblatts "Diplomarbeit" vom 13. Septem-

ber 2018 zukommen. Ferner hat der Leiter der Teilprüfung "Steuern schrift-

lich" im vorliegenden Verfahren auf Aufforderung des Bundesverwaltungs-

gerichts hin den Prüfungsbericht "Steuern schriftlich" vom 17. August 2020 

erstellt, welchen das Gericht dem Beschwerdeführer am 1. September 

2020 zukommen liess. In diesem Bericht erläutert der eben erwähnte Leiter 

die jeweils erwarteten Aufgabenlösungen und die Bewertung der jeweiligen 

Antworten des Beschwerdeführers. Weitergehende Anträge des Beschwer-

deführers haben die Vorinstanz und die Erstinstanz abgelehnt. 

Der Beschwerdeführer fordert in seiner Beschwerde auch Einsicht in die 

von den jeweiligen Referenten und übrigen Prüfungskorrektoren erstellten 

Begutachtungen, in allfällige schriftliche Anträge der Referenten an die 

B-1183/2020 

Seite 14 

Erstinstanz und in die Anweisungen der Referenten an die übrigen Prü-

fungskorrektoren. Seiner Meinung nach dehnt sich das Einsichtsrecht auf 

all jene Unterlagen aus, die erforderlich seien, um die Bewertung nachvoll-

ziehen zu können. Die Vorinstanz ist demgegenüber der Ansicht, dass die 

Unterlagen der Experten als verwaltungsintern gälten, weshalb die Einsicht 

in deren Akten verweigert werden dürfe. 

In den vorliegenden Akten finden sich die eben genannten Begutachtun-

gen, Anträge und Anweisungen nicht. Ob es sie gibt, ist ungewiss. Der Be-

schwerdeführer beruft sich zwar darauf, dass vorgesehen sei, diese Doku-

mente zur Verfügung zu stellen, nennt aber keine Regelung, welche die 

Erstellung und Edition dieser Dokumente regelt. Weder das BBG, noch die 

Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, SR 412.101), 

noch die Prüfungsordnung, noch die Wegleitung vom 4. Juni 2010 zu die-

ser Prüfungsordnung (im Folgenden: Wegleitung; abrufbar unter: 

<https://www.expertsuisse.ch> > Ausbildung > Prüfungssekretariat > Prü-

fungen dipl. Steuerexperte > Reglemente und Downloads, abgerufen am 

3. November 2021) erwähnen diese Dokumente. Eine normative Grund-

lage für deren Erstellung und/oder Edition ist in diesen rechtlichen Grund-

lagen, welche die höhere Fachprüfung für Steuerexperten regeln, nicht er-

sichtlich. 

4.2 Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) beinhaltet 

auch das in Art. 26 VwVG statuierte Recht auf Akteneinsicht. Dieses um-

fasst den Anspruch, am Sitz der aktenführenden Behörde Einsicht zu neh-

men, sich Notizen zu machen und – wenn dies der Behörde keine über-

mässigen Umstände verursacht – Fotokopien zu erstellen (vgl. BGE 131 V 

35 E. 4.2; Urteil des BVGer B-832/2019 vom 20. Februar 2020 E. 5.1; 

WALDMANN/OESCHGER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskom-

mentar VwVG, 2. Aufl. 2016 [im Folgenden: Praxiskommentar VwVG], 

Art. 26 N 80 ff.).  

Einem Prüfungskandidaten dient die Einsicht in die Akten seines Examens 

dazu, die Beurteilung seiner Prüfung nachzuvollziehen und allenfalls ein 

Rechtsmittel gegen den Prüfungsentscheid begründen zu können (vgl. 

BGE 121 I 225 E. 2b mit Hinweis; Urteil des BGer 2D_7/2017 vom 6. Juni 

2017 E. 3.1). Damit liegt auf der Hand, dass einem an der Prüfung geschei-

terten Examenskandidaten auf Verlangen Einsicht in sein Prüfungsdossier 

gegeben werden muss, wird ihm doch sonst verunmöglicht, seine Be-

B-1183/2020 

Seite 15 

schwerde zu begründen und zuvor darüber zu entscheiden, ob er über-

haupt eine solche erheben will (vgl. Urteil des BGer 2P.83/2004 vom 9. Au-

gust 2004 E. 2.3.2). Die Behörde darf die Einsichtnahme unter Wahrung 

des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit jedoch verweigern, wenn we-

sentliche öffentliche oder private Interessen die Geheimhaltung erfordern 

(Art. 27 Abs. 1 und 2 VwVG; vgl. Urteil des BVGer B-832/2019 vom 

20. Februar 2020 E. 5.1) oder wenn es sich um interne Akten handelt (vgl. 

BGE 129 V 472 E. 4.2.2, 125 II 473 E. 4a und 115 V 297 E. 2g/aa; Urteile 

des BVGer B-832/2019 vom 20. Februar 2020 E. 5.2 und B-352/2018 vom 

17. Januar 2019 E. 4.2). 

4.3 Was schriftliche Prüfungen anbelangt, besteht nach der ständigen 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kein Anspruch auf Ein-

sicht in Musterlösungen, da es sich dabei um sog. verwaltungsinterne Ak-

ten handelt, also um Akten, denen für die Behandlung des Falles kein Be-

weischarakter zukommt, weil sie ausschliesslich der verwaltungsinternen 

Willensbildung dienen und insofern lediglich für den verwaltungsinternen 

Eigengebrauch bestimmt sind (zu den verwaltungsinternen Akten und ihrer 

Ausnahme vom Akteneinsichtsrecht vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.2, 125 II 

473 E. 4a und 115 V 297 E. 2g/aa; Urteile des BVGer B-832/2019 vom 

20. Februar 2020 E. 5.2 und B-352/2018 vom 17. Januar 2019 E. 4.2 mit 

Hinweis). Ausnahmsweise anders verhält es sich lediglich dann, wenn in 

der Musterlösung gleichzeitig die Bewertung festgelegt ist und neben der 

Musterlösung kein selbständiges Bewertungsraster vorliegt (vgl. BVGE 

2010/10 E. 3.2; Urteile des BVGer B-6834/2014 vom 24. September 2015 

E. 4.4.2, B-5547/2013 vom 24. April 2014 E. 3.2 und B-6604/2010 vom 

29. Juni 2011 E. 5.2.1; EGLI, a.a.O., 551 f.). Demnach darf die Einsicht in 

die Musterlösung nicht einfach mit dem Hinweis verweigert werden, es 

handle sich um ein "verwaltungsinternes" Dokument, ohne ihre Massge-

blichkeit im konkreten Fall zu prüfen (vgl. EGLI, a.a.O., S. 555).  

Auch handschriftliche Korrekturvermerke, welche allein der verwaltungsin-

ternen Meinungsbildung dienen, sind praxisgemäss als rein verwaltungs-

intern zu qualifizieren, welche nicht der Akteneinsicht unterliegen (vgl. Ur-

teil des BVGer B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 5.2). Sie unterstehen 

aber ebenfalls ausnahmsweise der Einsicht, wenn sie für den Prüfungsent-

scheid ausschlaggebend waren bzw. sind. Die Akteneinsicht kann daher 

nur in jene Akten schriftlicher Prüfungen verweigert werden, die aus-

schliesslich für die interne Meinungsbildung der Prüfungsexperten be-

stimmt sind und denen weder ein besonderer Beweischarakter noch sonst 

eine massgebliche Entscheidrelevanz zukommt (vgl. Urteil des BGer 

B-1183/2020 

Seite 16 

1C_159/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 4.3; vgl. ferner BGE 139 II 489 

E. 3.3; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; Urteile des BGer 1C_88/2011 vom 15. Juni 

2011 E. 3.4, 1B_229/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 2.3, 1P.55/2007 vom 

15. März 2007 E. 2.3.2 und 1P.604/2006 vom 29. Januar 2007 E. 3.3; Urteil 

des BVGer A-3627/2007 vom 9. Januar 2008 E. 3.1). 

Protokolle über Prüfungskommissionssitzungen, in denen über die Noten-

gebung entschieden wird, können nur insoweit eingesehen werden, als sie 

für den betreffenden Kandidaten aus objektiver Sicht ein Beweismittel dar-

stellen. Im Übrigen sind diese Sitzungsprotokolle verwaltungsinterne Do-

kumente, auf deren Einsicht gemäss dem VwVG kein Anspruch besteht 

(vgl. BGE 113 Ia 286 E. 2d; Urteil des BGer 2P.23/2004 vom 13. August 

2004 E. 2.5 mit Hinweis; HERBERT PLOTKE, Schweizerisches Schulrecht, 

2. Aufl. 2003, S. 693). Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei Eignungs-

prüfungen – wie die Höhere Fachprüfung für Steuerexperten – jeweils al-

lein die Examensakten des einzelnen Kandidaten Gegenstand des Ver-

fahrens bilden (vgl. WALDMANN/OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, 

Art. 26 N 59 mit Hinweisen). Denn bei Examen, welche die Beurteilung der 

fachlichen Eignung der jeweiligen Kandidaten für einen bestimmten Beruf 

bezwecken, ist allein massgeblich, ob der einzelne Kandidat die entspre-

chende Eignung besitzt. Einsicht in Prüfungsakten anderer Kandidaten ist 

bei solchen Examen nur dann zu gewähren, wenn konkrete Anhalts- oder 

Verdachtspunkte vorgebracht worden sind, die auf eine rechtsungleiche 

Behandlung der Kandidaten schliessen lassen (vgl. BGE 121 I 227 E. 2c).  

4.4 Zunächst ist zu prüfen, ob die Erstinstanz und die Vorinstanz das Ak-

teneinsichtsrecht des Beschwerdeführers verletzt haben. 

4.4.1 Der Beschwerdeführer ersucht erstens um Einsicht in die Begutach-

tungen der jeweiligen Referenten und der restlichen Prüfungskorrektoren, 

in allfällige schriftliche Anträge der Referenten an die Erstinstanz und in die 

Anweisungen der Prüfungsreferenten der einzelnen Prüfungsteile an die 

restlichen Prüfungskorrektoren.  

Im vorliegenden Fall geht der entscheidrelevante Inhalt der Begutachtung, 

das heisst die Punkteerteilung und die daraus folgende Benotung, auch 

aus den Punktetabellen, die den korrigierten Prüfungen beigefügt sind, und 

der Notenskala hervor, in deren Besitz der Beschwerdeführer unstrittig ist. 

Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Referenten den üb-

rigen Korrektoren schriftliche Anweisungen gaben und/oder Anträge an die 

B-1183/2020 

Seite 17 

Erstinstanz stellten, die inhaltlich über diese Tabellen und Skala hinausge-

hen. Der am 26. September 2018 getroffene Prüfungsentscheid stützte 

sich indes soweit ersichtlich auf die eben erwähnten Tabellen und die No-

tenskala. Aus den Akten geht nicht hervor, dass solche Anweisungen oder 

Anträge entscheidrelevant waren. Abgesehen davon wären sie blosse 

Folge des obgenannten entscheidrelevanten Begutachtungsinhalts.  

Aus diesen Gründen sind die eben erwähnten Dokumente praxisgemäss 

als rein verwaltungsintern zu qualifizieren, weshalb sie von vornherein nicht 

der Akteneinsicht unterliegen. 

4.4.2 Der Beschwerdeführer verlangt zweitens Einsicht in die Bewertungs-

kriterien, die Korrekturschemen und die Musterlösungen für die einzelnen 

(Teil-)Aufgaben, jeweils unter Einschluss des Punkteschemas. 

Die Erstinstanz weist demgegenüber darauf hin, dass sie weder ein Kor-

rektur-/Punkteraster noch eine Musterlösung erstellt habe. Sie führt dazu 

aus, dass ein ca. achtköpfiges Korrekturteam ausgewiesener Fachspezia-

listen gestützt auf ca. 20 Vorkorrekturen, was ca. 10 % der zu korrigieren-

den Prüfungen entspreche, die exakte Punktevergabe pro Unteraufgabe 

bespreche. Für die anschliessende Korrektur gelte die von diesen Spezia-

listen festgelegte exakte Punktevergabe. Sämtliche Prüfungen würden 

durch die Fachexperten nach demselben System der exakten Punkte-

vergabe an zwei Korrekturtagen erst- und teilweise zweitkorrigiert. Durch 

dieses prozessorientierte Vorgehen sei die Richtigkeit der Korrekturen bes-

ser umgesetzt als durch die Korrektur anhand eines Punkterasters, bei 

dem die Qualität und Richtigkeit der Korrektur weniger gut sichergestellt 

sei. Überdies bestehe ein Punkteraster im vorliegenden Fall nicht. 

Vorliegend kann den Akten weder ein selbständiges Bewertungsraster mit 

einzelnen Kriterien noch ein Korrekturschema entnommen werden. Auch 

sind Musterlösungen oder ein Punkteschema nicht vorhanden. Die Darle-

gung der Erstinstanz zum Fehlen solcher Dokumente ist jedoch schlüssig 

und objektiv nachvollziehbar und es sind keinerlei Anhaltspunkte ersicht-

lich, dass sie unzutreffend wäre. Denn Korrekturschemen, Punkteschemen 

oder Musterlösungen werden weder vom BBG noch von der BBV, der Prü-

fungsordnung oder der Wegleitung für die Teilprüfungen "Steuern schrift-

lich", "Betriebswirtschaftslehre" und "Recht" vorgesehen. Die Rechtspre-

chung erachtet diese Dokumente ebenfalls nicht als zwingend (vgl. Urteile 

des BGer 2P.83/2004 vom 9. August 2004 E. 3.1.2 und 2P.203/2001 vom 

B-1183/2020 

Seite 18 

12. Oktober 2001 E. 7b; BVGE 2008/14 E. 4.3.2). Demnach ist die Erstin-

stanz auch nicht zu deren Erstellung verpflichtet. Existieren aber weder ein 

Bewertungsdokument der vom Beschwerdeführer dargestellten Art noch 

eine Musterlösung noch ein solches Schema, und gibt es auch keine Ver-

pflichtung, für die eben erwähnten Teilprüfungen solche Dokumente zu er-

stellen, so ist auf die Rüge, die Einsicht in diese Dokumente sei zu Unrecht 

verweigert worden, nicht weiter einzugehen. 

4.4.3 Drittens begehrt der Beschwerdeführer Einsicht in das Protokoll der 

Sitzung der Erstinstanz vom 26. September 2018. Diese Einsicht würde 

ihm allenfalls ermöglichen, die Prüfungsbewertung nachzuvollziehen und 

deren objektive Vertretbarkeit zu überprüfen. Die Vorinstanz erachtet die-

ses Protokoll demgegenüber als verwaltungsintern, weshalb die Einsicht in 

dieses verweigert werden könne. 

Im vorliegenden Fall diente die Sitzung vom 26. September 2018 unstrittig 

der internen Vorbereitung des Diplomierungsentscheids. Das Sitzungspro-

tokoll befindet sich jedoch nicht in den Akten des vorliegenden Verfahrens. 

Die Würdigung der Prüfungsleistung des Beschwerdeführers im Prüfungs-

teil "Steuern schriftlich" ergibt sich indes auch aus der Punkteerteilung, 

der Notenskala und der Prüfungsverfügung vom 26. September 2018, die 

dem Beschwerdeführer unbestritten vorliegen. Das erwähnte Protokoll 

kann von vornherein keine weitergehende wesentliche Entscheidgrund-

lage bilden oder beinhalten. Damit ist dem Beschwerdeführer der ihn be-

treffende wesentliche Inhalt dieses Protokolls trotz fehlender weiterer Ak-

teneinsicht bekannt. Der Beschwerdeführer hat ferner keinen Anspruch auf 

Einsicht in die Würdigung der Prüfungsleistungen der anderen Kandidie-

renden (vgl. E. 4.3). Damit stellt das Protokoll in casu auch im Hinblick auf 

einen allfälligen Vergleich mit den anderen Kandidierenden kein Beweis-

mittel dar. Überdies legen das BBG, die BBV, die Prüfungsverordnung und 

die Wegleitung eine Protokollierung der Notensitzung nicht fest, so dass 

auch insofern kein Akteneinsichtsrecht begründet werden kann. Somit ist 

auch das eingeforderte Sitzungsprotokoll als verwaltungsinternes Doku-

ment zu betrachten, in welches der Beschwerdeführer kein Einsichtsrecht 

hat. 

4.4.4 Viertens begehrt der Beschwerdeführer im Fach "Steuern schriftlich" 

Einsicht in eine Übersicht und Statistik, aus welcher ersichtlich sei, wie 

viele Kandidatinnen und Kandidaten jeweils welche Note in den Jahren 

2014 bis 2018 erzielt hätten. Er begründet dies einerseits mit einem allge-

meinen Interesse aller Kandidierenden an Einsicht in dieses Dokument und 

B-1183/2020 

Seite 19 

andererseits mit seinem eigenen Interesse an einer Überprüfung, ob eine 

sog. Kamelkurve anstelle der bei Prüfungen üblichen Gauß'schen Glo-

ckenkurve vorliege. Der Erstinstanz erwachse aus einer Einsicht in die ent-

sprechende Statistik kein Nachteil und es würden keine Drittrechte tangiert.  

Für die Vorinstanz ist das behauptete Interesse des Beschwerdeführers 

weder nachvollziehbar noch begründet. Er könne aus den Notenstatistiken 

nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diese stellten deshalb auch keine "er-

heblichen Akten" des Prüfungsentscheids dar. Die offensichtliche Neugier 

des Beschwerdeführers bezüglich der Statistiken begründe kein Einsichts-

recht.  

Die Vorinstanz schrieb im angefochtenen Beschwerdeentscheid, dass für 

sie nicht nachvollziehbar sei, welches Interesse der Beschwerdeführer an 

der Herausgabe von Notenstatistiken haben könnte, könne er doch aus 

ihnen nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dabei verwies die Vorinstanz in 

einer Fussnote auf das Bundesverwaltungsgerichtsurteil B-3564/2013 vom 

7. August 2014 E. 5.3, das Bundesgerichtsurteil 2D_2/2014 vom 16. Juni 

2014 E. 2.2 und die Beschwerdeentscheide der Rekurskommission des 

Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (REKO/EVD) HB/2002-40 

vom 4. Dezember 2003 E. 4.5.2 und 95/4K-042 vom 7. Oktober 1996 

E. 5.1. Der Beschwerdeführer ist der Meinung, dass eine Kamelkurve vor-

liegen könnte, um Rechtsmittelverfahren zu vermeiden oder Berufszulas-

sungen zu regulieren. Selbst wenn dies so wäre, wofür aber keinerlei An-

haltspunkte bestehen, würde aus solchen Statistiken jedoch nicht hervor-

gehen, weshalb der Beschwerdeführer in seiner Prüfung insgesamt ledig-

lich 112 von maximal möglichen 300 Punkten erzielte. Weder behauptet 

der Beschwerdeführer noch ist aus den Akten ersichtlich, dass die anbe-

gehrten Statistiken Grundlagen des Prüfungsentscheids vom 26. Septem-

ber 2018 gewesen seien. Diese Statistiken sind deshalb – sofern sie tat-

sächlich auch existieren – nicht entscheidwesentlich. Folglich steht dem 

Beschwerdeführer auch kein Recht zu, diese Statistiken einzusehen, so-

fern sie vorhanden wären.  

4.4.5 Schliesslich ersucht der Beschwerdeführer um Einsicht in sämtliche 

übrigen Akten, welche Grundlage der Prüfungsbeurteilung und der Verfü-

gung vom 26. September 2018 gewesen seien. Eine substantiierte Begrün-

dung seines Begehrens bringt er jedoch nicht vor. Vorliegend ist denn auch 

nicht ersichtlich, dass solche weiteren Akten existieren. Demzufolge ist in 

Bezug auf solche Akten, sofern es sie überhaupt gäbe, ebenfalls keine Ver-

letzung des Akteneinsichtsrechts erkennbar. 

B-1183/2020 

Seite 20 

4.5 Zusammenfassend hat die Erstinstanz das Akteneinsichtsrecht und da-

mit den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers durch die Nichtheraus-

gabe der von ihm zusätzlich herausverlangten Akten nicht verletzt. Die 

Erstinstanz durfte sich auf die Edition der Korrekturen seiner schriftlichen 

Prüfungen in den Fächern "Recht", "Steuern" und "Betriebswirtschafts-

lehre", der Bewertungsblätter "Kurzreferat (mündliche Prüfung)", "Steuern 

(mündliche Prüfung)", des Bewertungsblatts "Diplomarbeit" und des Prü-

fungsberichts "Steuern schriftlich" (E. 4.1) beschränken. Entsprechend 

kann sich der Beschwerdeführer nicht auf eine Verletzung des Aktenein-

sichtsrechts durch die Vorinstanz berufen. Seine diesbezüglichen Anträge 

im laufenden Beschwerdeverfahren sind abzuweisen. 

4.6 Der Beschwerdeführer konnte sowohl am 30. Oktober 2020 als auch 

am 31. März 2021 Stellung zum Prüfungsbericht "Steuern schriftlich" neh-

men (vgl. Sachverhalt Bst. G.d und K.b). Damit erweist sich die vom Be-

schwerdeführer im vorliegenden Verfahren beantragte Ansetzung einer 

Frist zur Beschwerdeergänzung nach erteilter Akteneinsicht als gegen-

standslos. 

5.  

Des Weiteren ist strittig und näher zu prüfen, ob es dem Beschwerdeführer 

mit den ihm zugestellten Akten möglich war, die vorliegend zu beurteilende 

Beschwerde hinsichtlich der Bewertung des Prüfungsteils "Steuern schrift-

lich" hinreichend zu begründen und zu substantiieren. 

5.1 Der durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör stellt auch gewisse Ansprüche an die Begründung von Entscheiden. 

Diese muss in einer Weise abgefasst werden, dass der Betroffene erken-

nen kann, weshalb die Behörde so entschieden hat und dass er diesen 

Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1, 133 III 439 E. 3.3 und 129 I 232 E. 3.2; Urteil des BGer 

2C_13/2020 vom 8. Mai 2020 E. 4.2; Urteile des BVGer A-7129/2018 vom 

23. April 2021 E. 3.6 und B-3872/2020 vom 29. März 2021 E. 5.2). Bei Prü-

fungsentscheiden kommt die Behörde dieser Verpflichtung nach, wenn sie 

dem Betroffenen – allenfalls auch nur mündlich – kurz darlegt, welche Lö-

sungen und Problemanalysen von ihm erwartet wurden und inwiefern 

seine Antworten den Anforderungen nicht zu genügen vermochten (vgl. Ur-

teile des BGer 2D_10/2019 vom 6. August 2019 E. 4.2, 2D_29/2015 vom 

27. November 2015 E. 2.2, 2D_54/2014 vom 23. Januar 2015 E. 5.3, 

2D_34/2012 vom 26. Oktober 2012 E. 2.1, 2P.23/2004 vom 13. August 

B-1183/2020 

Seite 21 

2004 E. 2.2 und 2P.81/2001 vom 12. Juni 2001 E. 3b/bb). Die Begrün-

dungspflicht ist bei Prüfungsentscheiden jedoch nicht schon dann verletzt, 

wenn die zuständige Instanz sich vorerst darauf beschränkt, die Notenbe-

wertung bekannt zu geben. Es genügt, wenn sie nach einer kurzen münd-

lichen Erläuterung die schriftliche Begründung im Rechtsmittelverfahren 

(nach-)liefert und der Betroffene dadurch Gelegenheit erhält, in einem 

zweiten Schriftenwechsel umfassend dazu Stellung zu nehmen (vgl. Ur-

teile des BGer 2C_1004/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1, 2D_29/2015 vom 

27. November 2015 E. 2.2, 2D_54/2014 vom 23. Januar 2015 E. 5.3, je mit 

weiteren Hinweisen; Urteile des BVGer B-623/2019 vom 6. August 2019 

E. 3.1 und B-3020/2018 vom 12. Februar 2019 E. 4.3). 

5.2  

5.2.1 Der Beschwerdeführer bemängelt, dass es ihm bisher unmöglich ge-

wesen sei zu begründen, weshalb er mit der Bewertung im Fach "Steuern 

schriftlich" nicht einverstanden sei, da er diese inhaltlich nicht überprüfen 

könne. Der Prüfungsentscheid vom 26. September 2018 und der ange-

fochtene Beschwerdeentscheid vom 27. Januar 2020 seien ungenügend 

begründet. Auch der Prüfungsbericht vom 17. August 2020 ermögliche ihm 

die Begründung nicht. Er könne die Anzahl der zusätzlich zu erteilenden 

Punkte nicht nennen. Da ihm die eingeforderten Prüfungsdokumente nicht 

vorlägen und weder die Noten noch die jeweils vergebenen Punkte begrün-

det seien, könne er seine Beschwerde nicht substantiieren. Er könne unter 

anderem nicht nachvollziehen, warum ihm die Punkte nicht erteilt worden 

seien. Die Vorinstanz und die Erstinstanz sind hingegen der Ansicht, dass 

der Beschwerdeführer seine Beschwerde anhand der ihm vorliegenden Ak-

ten hätte substantiieren können. 

5.2.2 Dem Beschwerdeführer ist die Benotung seit dem Erhalt des Prü-

fungsentscheids vom 26. September 2018 bekannt. Obgleich die Erstin-

stanz die bekannt gegebene Notenbewertung auf eine substantiierte Be-

schwerde hin begründen müsste (vgl. E. 5.1), brachte der Beschwerdefüh-

rer im vorinstanzlichen Verfahren keine inhaltlichen Einwände gegen die 

Bewertung der Teilprüfung "Steuern schriftlich" vor, sondern beschränkte 

sich auf das Vorbringen rein formeller Rügen. Somit konnte sich die Vor-

instanz in jenem Verfahren insoweit auf den Hinweis auf die Rechtspre-

chung bezüglich der Begründung der Notenbewertung (vgl. E. 5.1) und die 

Feststellung, dass der erstinstanzliche Prüfungsentscheid die vom Be-

schwerdeführer erzielten Noten angebe, beschränken. 

B-1183/2020 

Seite 22 

Seit dem vorinstanzlichen Verfahren liegen dem Beschwerdeführer eine 

Kopie seiner Teilprüfung "Steuern schriftlich", die Notenskala dieses Prü-

fungsteils und die exakte Punkteverteilung in diesem Teil vor. Diese Doku-

mente ermöglichen dem Beschwerdeführer, sich zu der dort pro Teilauf-

gabe erreichten Punktzahl und der jeweils erreichbaren Maximalpunktzahl 

zu äussern. Bei diesen Punktangaben handelt es sich um ein Bewertungs-

raster. Dieses gibt zwar bloss Auskunft darüber, wie viele Punkte der Be-

schwerdeführer insgesamt sowie bei den verschiedenen einzelnen Teilauf-

gaben – aufgeschlüsselt auf die jeweiligen Unteraufgaben – erzielt hat und 

wie viele Punkte jeweils maximal möglich gewesen wären. Aus diesem 

Raster wird aber auch klar, nach welchem Punkteschlüssel die Experten 

bei diesen Aufgaben die vom Beschwerdeführer erzielten Punkte errech-

neten. Zudem kann der eben erwähnten Prüfung entnommen werden, wel-

che Antworten der Beschwerdeführer jeweils auf die gestellten Prüfungs-

fragen gab und wie letztere lauteten. Demnach kann der Beschwerdeführer 

die erhaltenen Punkte seinen Prüfungsantworten pro Unteraufgabe zuord-

nen. Welche Mängel die Examinatoren an diesen Antworten im Einzelnen 

festgestellt haben und wie sie die Antworten im Detail punktemässig beur-

teilten, geht zwar aus den eben erwähnten Dokumenten nicht hervor. Das 

Bewertungsraster muss jedoch nicht detailliertere Regelungen enthalten 

als die Anzahl möglicher Punkte pro Aufgabe sowie die Punkte- und No-

tenskala (vgl. Urteil des BVGer B-2579/2016 vom 1. Juni 2018 E. 4.2).  

Im vorliegenden Verfahren hat der Beschwerdeführer überdies den Prü-

fungsbericht "Steuern schriftlich" vom 17. August 2020 des Leiters dieses 

Prüfungsfachs erhalten, welcher hier die jeweils erwarteten Aufgabenlö-

sungen und die Bewertung der jeweiligen Antworten des Beschwerdefüh-

rers ausführlich erläutert und so die in diesem Fach erteilte Note eingehend 

begründet. Die Vorinstanz hat zwar keine Stellung zu diesem Prüfungsbe-

richt genommen. Da dieser Bericht eingehend begründet ist und sich die 

Erstinstanz mehrmals einlässlich zu ihm geäussert hat, hat die Vorinstanz 

mit Blick auf dieses Teilfach indessen von einer weiteren Auseinanderset-

zung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich dieses Teil-

fachs absehen können.  

Der Beschwerdeführer hätte somit den ihm bislang ausgehändigten Akten 

in hinreichendem Mass entnehmen können, weshalb seine Leistung im 

Fach "Steuern schriftlich" nicht genügte. Mittels dieser Akten wäre es dem 

Beschwerdeführer möglich gewesen darzulegen, warum ihm bei einer oder 

mehreren Unteraufgaben zusätzliche Punkte hätten erteilt werden müssen, 

und in einer sachdienlichen Weise die Punktebewertungen zu rügen. Dies 

B-1183/2020 

Seite 23 

zeigen auch seine in E. 9 hiernach wiedergegebenen Darlegungen. Daher 

ist die Erstinstanz im vorliegenden Verfahren nicht dazu verpflichtet, eine 

weitergehende schriftliche Begründung ihrer Prüfungsbewertung nachzu-

liefern. 

5.2.3 Nicht ganz von der Hand zu weisen ist jedoch die Auffassung des 

Beschwerdeführers, wonach noch detailliertere Angaben zur Punkteverga-

be dazu beigetragen hätten, das Zustandekommen der Prüfungsnote noch 

besser nachvollziehen zu können. Denn die Erstinstanz hat sich bei der 

Bewertung auf die Angabe der je nach Unteraufgabe erreichten Punktezahl 

beschränkt, ohne den einzelnen Prüfungsantworten des Beschwerdefüh-

rers im Detail die erreichten Teilpunkte zuzuordnen. Dadurch konnte der 

Beschwerdeführer nicht nachvollziehen, für welche Stichworte, Satzteile, 

Sätze etc. die Erstinstanz wie viele Teilpunkte erteilte. Nach der Einsicht in 

den Prüfungsentscheid vom 26. September 2018, seine Teilprüfung "Steu-

ern schriftlich", die Notenskala dieses Prüfungsteils, die exakte Punktever-

teilung in diesem Teil und den Prüfungsbericht "Steuern schriftlich" vom 

17. August 2020 war dem Beschwerdeführer aber trotzdem eine sachge-

rechte und begründete Beschwerde gegen den Beschwerdeentscheid vom 

27. Januar 2020 möglich (vgl. E. 5.2.2). In dieser Beschwerde hätte er aus-

führen können, bei welchen Aufgaben er die Punktevergabe nicht nachvoll-

ziehen kann. Solche Ausführungen unterliess er indes, obwohl sie ihm auf-

grund seiner Akteneinsicht möglich gewesen wären. Eine weitergehende, 

nachvollziehbare Begründung der Leistungsbeurteilung durch die Erstin-

stanz kann von einem Beschwerdeführer aber nur erwartet werden, wenn 

er seine Beschwerde zuvor entsprechend begründete. Damit erweist sich 

in casu die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht als unbegründet.  

5.3 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die bisherige Akteneinsicht dem Be-

schwerdeführer hinreichend ermöglicht hätte, den Beschwerdeentscheid 

vom 27. Januar 2020 nicht nur in formeller, sondern auch in materieller 

Hinsicht in umfassender und sachdienlicher Weise anzufechten. Nach An-

sicht des Gerichts haben deshalb die Akten, in welche der Beschwerdefüh-

rer Einsicht nehmen konnte, diesen in die Lage versetzt, eine rechtsgenüg-

liche Einsicht und Beschwerdebegründung vornehmen zu können. Aus al-

len diesen Gründen war deshalb auch für das Bundesverwaltungsgericht 

die Bewertung der Leistung des Beschwerdeführers anlässlich der Teilprü-

fung "Steuern schriftlich" ausreichend begründet und objektiv nachvollzieh-

bar. Und auch eine offensichtliche Unterbewertung liegt nicht vor, wie die 

nachfolgende Erwägung 9 zeigt. Die Mindestanforderungen von Art. 29 

Abs. 2 BV sind daher nicht verletzt. 

B-1183/2020 

Seite 24 

6.  

Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde überdies vor, die Vor-

instanz habe sein rechtliches Gehör dadurch grob verletzt, dass sie sich im 

angefochtenen Beschwerdeentscheid vom 27. Januar 2020 mit seinen 

Vorbringen ungenügend auseinandergesetzt habe. 

6.1 Die in Art. 32 Abs. 1 VwVG geregelte Pflicht zur Würdigung der Partei-

vorbringen bildet einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 ff. VwVG). Die Behörde hat bei der Feststel-

lung des Sachverhalts nach Massgabe von Art. 12 VwVG die Vorbringen 

nicht nur tatsächlich zu hören (Art. 30 und 31 VwVG), sondern diese auch 

sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berück-

sichtigen. Art. 32 Abs. 1 VwVG hängt naturgemäss sehr eng mit dem Be-

gründungserfordernis (Art. 35 Abs. 1 VwVG) zusammen. Denn ob sich die 

Behörde tatsächlich mit allen erheblichen Vorbringen der Parteien befasst 

und auseinandergesetzt hat, lässt sich erst aufgrund der Begründung er-

kennen. Die Behörde darf sich zwar auf die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken, dabei aber nur diejenigen Argumente still-

schweigend übergehen, die für den Entscheid erkennbar unbehelflich sind 

(vgl. Urteile des BVGer B-6641/2019 vom 25. August 2020 E. 5.2 und 

C-4155/2011 vom 17. Dezember 2013 E. 6.3.9.1 mit weiteren Hinweisen; 

PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 32 

N 1 f. mit Hinweisen). 

6.2 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz zum einen vor, ihre Ent-

scheidung bezüglich der Herausgabe der Notenstatistiken nicht begründet 

zu haben.  

Die Vorinstanz nahm im angefochtenen Beschwerdeentscheid ausdrück-

lich zur ihrer Entscheidung Stellung, dem Beschwerdeführer die Edition der 

Notenstatistiken zu verweigern (vgl. E. 4.4.4). In dieser Stellungnahme 

hätte der Beschwerdeführer den Grund der vorinstanzlichen Entscheidung 

bezüglich der Herausgabe der Notenstatistiken – kein entscheidrelevanter 

Nutzen des Beschwerdeführers von einer Statistikedition – erkennen kön-

nen und müssen. Der Gehörsanspruch des Beschwerdeführers ist in die-

sem Punkt offensichtlich nicht verletzt. 

  

B-1183/2020 

Seite 25 

6.3  

6.3.1 Der Beschwerdeführer rügt überdies, dass die Vorinstanz in ihrem 

Beschwerdeentscheid vom 27. Januar 2020 unzureichend mitgeteilt habe, 

weshalb sie seinen Anträgen nicht folgen könne. 

6.3.2 Demgegenüber ist die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung der An-

sicht, sich mit allen wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers aus-

einandergesetzt und diese mit Verweis auf die einschlägige Rechtspre-

chung beurteilt zu haben. Dass die Vorbringen als unbegründet qualifiziert 

worden seien, ändere daran nichts. 

6.3.3 Die Vorinstanz führte in ihrem Beschwerdeentscheid vorab aus, wes-

halb sie auf die Feststellungsbegehren der Beschwerdeführerin und des-

sen Antrag auf Angabe einer Zustelladresse nicht eintrat, nämlich mangels 

eines schutzwürdigen Interesses. Sodann ging die Vorinstanz einlässlich 

auf die Rüge des Beschwerdeführers ein, den Prüfungsentscheid mangel-

haft begründet zu haben. Ferner befasste sie sich eingehend mit dessen 

Begehren, dass die Korrekturschemen, Musterlösungen, Notenskala und 

Notenstatistiken der Jahre 2014-2018 im Prüfungsteil "Steuern schriftlich" 

zu edieren seien. Schliesslich ging sie detailliert auf seine Vorbringen ein, 

dass die Erteilung der Note 4.0 in diesem Prüfungsteil gerechtfertigt wäre. 

Dabei kam sie jedoch zum Schluss, dass ihm diesbezüglich zurecht die 

Note 3.0 erteilt worden sei, so dass sich seine Beschwerde auch unter Be-

rücksichtigung einer allfälligen Grenzfallregelung – deren tatsächliche 

Existenz aus den Akten aber nicht hervorgeht – als unbegründet erweise. 

Damit befasste sich die Vorinstanz insgesamt mit allen Anträgen, welche 

der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren vorbrachte (vgl. Sach-

verhalt Bst. B). Dabei zog sie bei allen Erwägungen die Rechtsprechung 

bei. Somit setzte sich die Vorinstanz in ihrem Entscheid vom 27. Januar 

2020 mit den Rügen des Beschwerdeführers genügend einlässlich ausei-

nander.   

6.4 Die Rüge des Beschwerdeführers, sein Anspruch auf rechtliches Gehör 

sei mangels ausreichender Begründung des angefochtenen Beschwerde-

entscheids vom 27. Januar 2020 verletzt, erweist sich somit als unbegrün-

det. Eine Verletzung der Mindestanforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV liegt 

auch hier nicht vor. 

7.  

7.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer schliesslich, dass der 

Prüfungsbericht nicht den rechtsstaatlichen Grundsätzen gemäss verfasst 

B-1183/2020 

Seite 26 

worden sei. Der Prüfungsleiter, welcher diesen Bericht geschrieben habe, 

sei nicht Autor aller Prüfungsteile, und nach der Erstinstanz lägen weder 

eine Musterlösung noch ein Punkteschema noch Anweisungen der Prü-

fungsautoren an die Korrigierenden vor. Auch seien seit der Prüfung rund 

zwei Jahre vergangen. Die Grundlage des Berichts sei deshalb absolut un-

klar.  

7.2 Die Erstinstanz wendet hiergegen ein, es sei Sache der Prüfungskom-

mission, die jeweils fachlich und sachlich geeignetste Person mit der Er-

stellung des Prüfungsberichts zu betrauen. Der Prüfungsleiter habe auf 

sämtliche anlässlich der Ausarbeitung der Fragen hinzugezogenen Quel-

len wie Gesetze, Verordnungen, Praxispublikationen, Kommentare, Lehr-

mittel und interne Aufzeichnungen ebenso wie auf die Prüfungsautoren und 

Korrekturexperten zurückgreifen können. Letztere hätten sich bei der Prü-

fungsbewertung auf dieselben Quellen, zu denen auch Entscheide von Ge-

richtsbehörden gehörten, gestützt. 

7.3 Es fällt ins Ermessen der Erstinstanz, innerhalb ihrer internen Organi-

sation zu bestimmen, wer den Prüfungsbericht für sie redigiert. Die Erstin-

stanz durfte somit ohne Weiteres den Prüfungsleiter mit der Erstellung des 

Prüfungsberichts betrauen. Die Erstinstanz hat dem Beschwerdeführer of-

fengelegt, auf was und wen sich der Prüfungsleiter bei der Erstellung die-

ses Berichts abgestützt habe. Der Beschwerdeführer hat demgegenüber 

nicht vorgebracht, welchen rechtsstaatlichen Grundsatz der Prüfungsleiter 

bei der Erstellung des Berichts konkret verletzt haben soll und keine solche 

Verletzung näher substantiiert. Ein Akteneinsichtsrecht des Beschwerde-

führers in die genannten Grundlagen besteht – wie erwähnt (vgl. E. 5.3) – 

nicht. Zudem sind sowohl die Ausführungen der Erstinstanz zu diesen 

Grundlagen des Berichts als auch der Bericht selbst (vgl. E. 9) objektiv 

nachvollziehbar, schlüssig und einleuchtend. Die Art und Weise der Erstel-

lung des Prüfungsberichts erscheint nicht als fehlerhaft oder offensichtlich 

unangemessen. Zweck dieses Berichts ist, dass die Erstinstanz nach einer 

Beschwerde über eine Benotung zur Frage Stellung nimmt, welches die 

Gründe für diese Benotung sind. Der Entscheid, ob letztere offensichtlich 

unangemessen und/oder rechtsfehlerhaft ist, obliegt jedoch allein dem Ge-

richt (vgl. E. 3). An dieser Stelle sei daran erinnert, dass im Verwaltungs-

verfahren der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (iura 

novit curia) gilt, wonach die zuständige Behörde die Rechtslage frei zu prü-

fen, das von ihr als massgebend erachtete Recht anzuwenden und ihm die 

Auslegung zu geben hat, von der sie überzeugt ist (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG; BGE 110 V 48 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des BVGer B-4370/2020 

B-1183/2020 

Seite 27 

vom 4. Februar 2021 E. 2.4; THOMAS HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenber-

ger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 62 N 42 f.). Dem-

zufolge ist auf die Rüge des Beschwerdeführers bezüglich der Berichtser-

stellung nicht weiter einzugehen.  

8.  

Sodann stellt sich die Frage, ob die Erstinstanz mit ihrer Bewertungsme-

thode die Kandidierenden rechtsungleich behandelt hat. Der Beschwerde-

führer ist nämlich der Meinung, dass die prozessorientierte Prüfungskor-

rektur durch mehrere Korrektoren ohne Korrekturschema nicht zu einer 

rechtsgleichen Behandlung der Kandidaten führe oder führen könne. 

8.1 Wenn ein Beschwerdeführer der Ansicht ist, das Gebot der Rechts-

gleichheit erfordere es, dass alle Examinatoren eines Expertenteams die 

gleiche Arbeit nach einem identischen Bewertungsschema beurteilen 

müssten, verkennt er das Erfordernis einheitlicher Bewertungsschemata 

(vgl. Urteil des BGer 2P.83/2004 vom 9. August 2004 E. 3.1.2). Denn aus 

dem Gleichbehandlungsgrundsatz ergibt sich kein unabdingbares Erfor-

dernis eines solchen Schemas (vgl. Urteil des BGer 2P.203/2001 vom 

12. Oktober 2001 E. 7b). Ein verbindliches Bewertungsraster, aus dem die 

genaue Punkteverteilung pro Teilantwort hervorgeht, ist nicht zwingend 

(vgl. BVGE 2008/14 E. 4.3.2; Urteile des BVGer B-671/2020 vom 6. Okto-

ber 2020 E. 7.2.1 und B-1561/2019 vom 7. November 2019 E. 5.4). Ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung objektiviert vielmehr die Bewer-

tung durch mehrere fachlich kompetente Examinatoren die Leistungsbeur-

teilung (vgl. Urteile des BGer 2C_505/209 vom 13. September 2019 

E. 4.1.1, 2D_10/2019 vom 6. August 2019 E. 4.3 und 2D_29/2015 vom 

27. November 2015 E. 2.3). Zudem ist zu berücksichtigen, dass bei Eig-

nungsprüfungen – wie der Höheren Fachprüfung für Steuerexperten – 

nicht Gegenstand der Beurteilung ist, ob andere Kandidaten die Examens-

aufgabe besser oder schlechter erledigen. Unvermeidlicherweise fliesst in 

eine Prüfungsbewertung zwar auch eine vergleichende Beurteilung aller 

Kandidaten. Daraus kann aber nicht gefolgert werden, dass ein Querver-

gleich in Form eines schriftlichen und verbindlichen Bewertungsrasters un-

abdingbare Voraussetzung für den Entscheid über die einzelnen Arbeiten 

sei (vgl. BGE 121 I 227 E. 2c). 

8.2 Zwar kann bei Prüfungen generell nicht ausgeschlossen werden, dass 

von mehreren Korrektorenteams, welche eine schriftliche Arbeit zu bewer-

ten haben, die einen "milder" und die anderen "strenger" sind. Solche po-

B-1183/2020 

Seite 28 

tentiellen Unterschiede sind aber in einem gewissen Rahmen systemim-

manent und als unvermeidlich hinzunehmen, kann doch von den Organi-

satoren einer Prüfung mit zahlreichen Kandidaten nicht verlangt werden, 

sämtliche schriftlichen Arbeiten in einem Fach von demselben Experten-

team korrigieren zu lassen (vgl. Urteil des BGer 2P.83/2004 vom 9. August 

2004 E. 2.4.4). Konkrete Indizien für rechtserhebliche Unterschiede durch 

diese Korrekturmethode substantiiert der Beschwerdeführer in casu aber 

nicht und sind auch nicht ersichtlich. Eine Verletzung der Rechtsgleichheit 

ist nicht erkennbar. Die Rüge des Beschwerdeführers, dass diese verletzt 

sei, ist demnach nicht weiter zu würdigen. 

9.  

Materiellrechtlich ist zunächst zu prüfen, ob die Experten die Teilprüfung 

"Steuern schriftlich" fehlerhaft oder offensichtlich unangemessen bewertet 

haben und ob sie sich dabei von sachfremden Kriterien haben leiten las-

sen.   

9.1 Die Aufgabe 1.1 der eben erwähnten Teilprüfung war dem Thema "Um-

strukturierung" gewidmet. 

9.1.1 Bei der Aufgabe 1.1.1 erhielt der Beschwerdeführer null von vier 

Punkten. Nach dem Prüfungsbericht hätte er für den Erhalt der Maximal-

punktzahl unter anderem erkennen müssen, dass eine Verrechnungs-

steuer auf Gratisnennwert von CHF 1 Mio. geschuldet gewesen sei. Dies 

habe der Beschwerdeführer verkannt. An der Bewertung mit null Punkten 

sei festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 rügt der Beschwerdeführer, 

er habe in seiner Lösung "VSt-Pflicht 4 I b StG auf CHF 1 Mio." geschrie-

ben. Es sei unklar und nicht ersichtlich, warum er trotzdem keine Punkte 

erhalten habe. Aufgrund seiner richtigen Antwort seien ihm zusätzliche 

Punkte zu erteilen. 

Die Erstinstanz ergänzt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021, dass 

sich bei Nichterkennen der gewinnsteuerneutralen zweistufigen Spaltung 

andere Verrechnungssteuerfolgen ergeben hätten. Alleinstehend sei die 

Prüfungsantwort des Beschwerdeführers unbegründet und falsch. Es 

könne ihm deshalb kein Punkt zuerkannt werden. 

Der Beschwerdeführer erwähnte in seiner Prüfungsantwort zur Aufgabe 

1.1.1 weder eine gewinnsteuerneutrale zweistufige Spaltung noch sprach 

er von einem Gratisnennwert von CHF 1 Mio. Die Experten begründen die 

B-1183/2020 

Seite 29 

Mängel der Prüfungsantwort und deren Bewertung daher schlüssig und 

objektiv nachvollziehbar. 

9.1.2 Bei der Aufgabe 1.1.2 erzielte der Beschwerdeführer einen von vier 

Punkten. Laut Prüfungsbericht hätte für den Erhalt von vier Punkten er-

kannt werden müssen, dass es sich um eine grundsätzlich einkommens-

steuerneutrale zweistufige Spaltung handle, aber Einkommenssteuer im 

Umfang des Gratisnennwerts von CHF 1 Mio. geschuldet sei, wobei die 

Teilbesteuerung anwendbar sei. Dies habe der Beschwerdeführer gröss-

tenteils verkannt. An der Bewertung mit einem Punkt sei festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bemängelt der Beschwer-

deführer, er führe in seiner Lösung aus, dass Steuerfolgen im Umfang von 

CHF 1 Mio. beim Aktionär aufträten und er verweise dabei auf Art. 20 Abs. 1 

Bst. c DBG. Der Beschwerdeführer ist sinngemäss der Ansicht, dass mehr 

als ein Punkt zu erteilen gewesen wären. 

Die Erstinstanz hält in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 fest, der 

Beschwerdeführer habe in seiner Antwort ausschliesslich die Steuerfolgen 

erwähnt und auf einen Artikel verwiesen. Eine Begründung gehe aus seiner 

Antwort weder direkt noch indirekt hervor. Dem "Hinweis zur genauen Be-

achtung" in den Prüfungsanweisungen auf Seite 2 der Prüfung sei zu ent-

nehmen, dass Antworten, welche nicht oder falsch begründet seien, mit 

null Punkten bewertet würden. Dem Beschwerdeführer sei ein Punkt erteilt 

worden, weil der Verweis auf den Gesetzesartikel als teilweise, wenn auch 

ungenügende Begründung bewertet worden sei. Für mehr Punkte hätte 

seine Antwort eine hinreichende Begründung enthalten müssen. 

Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers spricht weder von einer Spal-

tung noch von einem Gratisnennwert oder einer Teilbesteuerung. Die Aus-

führungen des Prüfungsleiters und die Begründung seiner Bewertung sind 

daher objektiv nachvollziehbar und schlüssig. 

9.1.3 Bei der Aufgabe 1.1.3 erhielt der Beschwerdeführer null von vier 

Punkten. Gemäss dem Prüfungsbericht hätte er zur Erreichung der Maxi-

malpunktzahl insbesondere erkennen müssen, dass der Befreiungstatbe-

stand der Emissionsabgabe erfüllt gewesen sei. Dies habe der Beschwer-

deführer verkannt. An der Bewertung mit null Punkten sei festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 moniert der Beschwerde-

führer, er führe in seiner Antwort richtigerweise aus, dass die Freigrenze 

der Emissionsabgabe (EA) anwendbar sei. Es sei für ihn nicht ersichtlich, 

B-1183/2020 

Seite 30 

warum er hierfür keine Punkte erhalten habe. Für diese Antwort seien ihm 

zusätzliche Punkte zuzusprechen. 

Die Erstinstanz führt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 aus, 

dass die Antwort des Beschwerdeführers einen unzutreffenden Befrei-

ungstatbestand bei der Emissionsabgabe anbringe. Diese werde wegen 

des Vorliegens eines Umstrukturierungstatbestands ausgenommen (Art. 6 

Abs. 1 Bst. abis StG). Der von ihm vorgebrachte Befreiungstatbestand der 

Freigrenze von CHF 1 Mio. gelte gemäss ausdrücklicher Gesetzesbestim-

mung nur bei Begründung und Nennwerterhöhung von Beteiligungsrech-

ten (Art. 6 Abs. 1 Bst. b StG). Weil die Freigrenze bei Zuschüssen eben 

gerade nicht zur Anwendung gelange, sei die Antwort des Beschwerdefüh-

rers falsch. Die Zuteilung von null Punkten sei vorliegend nicht nur gerecht-

fertigt, sondern zwingend erforderlich, da die Antwort klar falsch sei. 

Aus der Prüfungsantwort des Beschwerdeführers geht der gesuchte Be-

freiungstatbestand der Emissionsabgabe nicht hervor. Damit erscheint die 

Bewertung dieser Antwort durch die Experten nicht als fehlerhaft oder of-

fensichtlich unangemessen. 

9.1.4 Bei der Aufgabe 1.1.6 erzielte der Beschwerdeführer vier von sechs 

Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte er zur Erreichung von sechs 

Punkten insbesondere erkennen müssen, dass eine Liquidationsbesteue-

rung gemäss Art. 4 Abs. 2 VStG auf CHF 8 Mio. (VW 10 Mio. ./. AK 2 Mio.) 

erfolge und Herr Verdi gemäss Art. 10 DBA-Italien bis zum Residualsatz 

von 15 % eine Rückforderung stellen könne. Der Beschwerdeführer habe 

das, was er zur Erlangung der Maximalpunktzahl hätte erkennen müssen, 

nur teilweise erkannt. An der Bewertung mit vier Punkten sei festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bringt der Beschwerdefüh-

rer vor, bezüglich der Gewinnsteuer und der Verrechnungssteuer des Un-

ternehmens sämtliche im Prüfungsbericht genannten Punkte ausgeführt zu 

haben (Verlust der Ansässigkeit, Verlust der Möglichkeit, Verrechnungs-

steuer zu erheben, Liquidationsbesteuerung für die Zwecke der Verrech-

nungssteuer sowie keine gewinnsteuerliche Realisation wegen Betriebs-

stätte). Es sei für ihn nicht ersichtlich, was in der Antwort zur Erreichung 

der vollen Punktzahl fehle. 

Die Erstinstanz legt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 dar, es 

fehle die Liquidationsbesteuerung auf CHF 8 Mio. und die Rückforderung 

durch Herrn Verdi bis zum Residualsatz von 15 %. Vor dem Hintergrund, 

B-1183/2020 

Seite 31 

dass weder die Steuerbasis noch die Steuer noch deren Rückforderbarkeit 

bis zum Residualsatz erwähnt worden seien, seien vier Punkte berechtigt. 

Der Beschwerdeführer erwähnte in seiner Prüfungsantwort die Steuerba-

sis, die Liquidationssteuer und die Rückforderung nicht. Der Prüfungsbe-

richt und die erstinstanzliche Stellungnahme haben demnach schlüssig 

und objektiv nachvollziehbar begründet, weshalb ihm für seine Antwort nur 

vier statt sechs Punkte erteilt worden sind. 

9.1.5 Bei der Aufgabe 1.1.7 erhielt der Beschwerdeführer einen von drei 

Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte er zur Erlangung der maximalen 

Punktzahl erkennen müssen, dass nunmehr die Gewinnsteuer auf den stil-

len Reserven von CHF 7 Mio. abzurechnen sei. Dies habe er nur teilweise 

erkannt. An der Bewertung mit einem Punkt sei festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 legt der Beschwerdeführer 

dar, in Bezug auf die Gewinnsteuer sämtliche im Prüfungsbericht genann-

ten Punkte aufzuführen. Es sei für ihn nicht ersichtlich, was in der Antwort 

zur Erreichung der vollen Punktzahl fehle. 

Die Erstinstanz weist in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 darauf 

hin, dass in der Aufgabe 1.1.7 auf die Aufgabe 1.1.6 verwiesen worden sei. 

Somit fehle es auch hier an der Feststellung der konkreten steuerlichen 

Konsequenzen (Steuerbasis von CHF 7 Mio.). Zudem sei die Antwort hin-

sichtlich der Gewinnsteuer falsch. Offene Reserven würden aus bereits 

versteuertem Gewinn gebildet. Auf diesen offenen Reserven werde anläss-

lich der Liquidation keine Gewinnsteuer mehr erhoben. Aufgrund der Feh-

lerhaftigkeit der Antwort und des Fehlens der Antwort zu den Steuerfolgen 

(Steuerbasis) sei die Bewertung mit einem Punkt begründet. 

Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers spricht nur von Gewinnzwe-

cken und nennt den Steuerbetrag von CHF 7 Mio. nicht. Entsprechend ist 

die Verweigerung von zwei Punkten schlüssig und objektiv nachvollziehbar 

begründet. 

9.2  

9.2.1 Bei der Aufgabe 1.2.1 erhielt der Beschwerdeführer zwei von maxi-

mal sechs Punkten. Er beanstandet in seiner Stellungnahme vom 30. Ok-

tober 2020 lediglich, es sei für ihn nicht ersichtlich, was in seiner Antwort 

zur Erreichung der vollen Punktzahl fehle. Aus welchem Grund er zusätzli-

B-1183/2020 

Seite 32 

che Punkte erhalten sollte, legt er nicht dar. Somit ist diese Rüge unsub-

stantiiert. Der Prüfungsbericht und die Stellungnahme der Erstinstanz vom 

15. Januar 2021 begründen hingegen detailliert, weshalb die Prüfungsant-

wort des Beschwerdeführers nur mit zwei Punkten bewertet wurde. So 

spricht dessen Antwort im Vergleich zur erwarteten Antwort weder von ei-

nem AA-Rating noch von einem Reverse Convertible noch von steuerba-

ren Zinskomponenten in Höhe von USD 2 noch von der Unbeachtlichkeit 

des Kapitalgewinns. Der Abzug von vier Punkten ist demzufolge nicht 

rechtsfehlerhaft erfolgt. 

9.2.2 Bei der Aufgabe 1.2.2 erreichte der Beschwerdeführer drei von maxi-

mal fünf Punkten. Auch hier moniert der Beschwerdeführer in seiner Stel-

lungnahme vom 30. Oktober 2020 bloss, es sei für ihn nicht ersichtlich, was 

in der Antwort zur Erreichung der vollen Punktzahl fehle. Weshalb ihm zwei 

Punkte mehr zu erteilen gewesen wären, begründet er nicht. Somit ist 

diese Rüge ebenfalls unsubstantiiert. Der Prüfungsbericht und die Stel-

lungnahme der Erstinstanz vom 15. Januar 2021 begründen hingegen im 

Detail, aus welchen Gründen nicht mehr Punkte erteilt werden können. So 

weist die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers beispielsweise weder 

darauf hin, dass es sich nun um ein reines Derivat handle, noch darauf, 

dass sämtliche Zahlungen steuerfreier Kapitalgewinn seien. Die erstin-

stanzliche Bewertung ist deshalb objektiv nachvollziehbar und schlüssig. 

9.2.3 Bei der Aufgabe 1.2.4 erzielte der Beschwerdeführer einen Punkt von 

maximal sechs Punkten. Hier bringt er in seiner Stellungnahme vom 

30. Oktober 2020 ebenfalls nur vor, für ihn sei nicht ersichtlich, was in der 

Antwort zur Erreichung der vollen Punktzahl fehle. Warum ihm fünf Punkte 

mehr hätten erteilt werden müssen, substantiiert er nicht. Der Prüfungsbe-

richt und die Stellungnahme der Erstinstanz vom 15. Januar 2021 begrün-

den demgegenüber detailliert, weshalb lediglich ein Punkt erteilt wurde. 

Der Beschwerdeführer hat in seiner Prüfungsantwort insbesondere weder 

ein IUP noch die Anwendbarkeit der modifizierten Differenzbesteuerung 

noch die Verrechnungssteuer von USD 36 noch die Höhe der Umsatzab-

gabe von 0.5 % erwähnt. Die Nichterteilung von fünf Punkten ist schlüssig 

und objektiv nachvollziehbar begründet. 

9.3 Aufgabe 2.1.1 bestand aus zwei Teilfragen. Insgesamt erhielt der Be-

schwerdeführer elf von 16 Punkten. 

9.3.1 Gemäss dem Prüfungsbericht hätte der Beschwerdeführer für die 

volle Punktzahl bei der ersten Teilfrage für die Jahre 2015 bis 2017 jeweils 

B-1183/2020 

Seite 33 

den steuerbaren Reingewinn, den Beteiligungsabzug und die Gewinn-

steuer vollständig nennen müssen. Er habe jedoch nur Vorsteuergewinn 

und Gewinnsteuer, nicht aber den steuerbaren Reingewinn angegeben. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bemängelt der Beschwer-

deführer, es sei nicht ersichtlich, warum er nur elf Punkte erhalten habe. Er 

führe in seiner Antwort zur ersten Teilfrage für jedes der Jahre 2015 bis 

2017 den steuerbaren Reingewinn unter Einschluss der Begründung und 

Herleitung auf und habe auch die Gewinnsteuer berechnet.  

Die Erstinstanz wiederholt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021, 

dass der Beschwerdeführer den steuerbaren Gewinn nicht angegeben 

habe. Er habe die Frage nicht vollständig beantwortet. 

Die jeweilige Höhe des steuerbaren Reingewinns der Jahre 2015 bis 2017 

geht aus der Prüfungsantwort des Beschwerdeführers nicht hervor. Damit 

erweisen sich der Prüfungsbericht und die erstinstanzliche Stellungnahme 

als objektiv nachvollziehbar und schlüssig.  

9.3.2 Bei der zweiten Teilfrage hätte der Beschwerdeführer laut dem Prü-

fungsbericht die Problematik des überschiessenden Beteiligungsertrags 

aufgrund der Verlustübernahme der ausländischen Betriebsstätte erläutern 

müssen. Zudem hätte er erkennen müssen, dass auf die Geltendmachung 

der Verluste aus der ausländischen Betriebsstätte hätte verzichtet werden 

können, da Art. 52 Abs. 3 DBG eine "kann-Vorschrift" sei. Alternativ hätte 

er eine Verrechnung des Beteiligungsüberschusses mit der Nachbesteue-

rung im Jahr 2016 andenken können. Der Beschwerdeführer habe zwar 

die Problematik erkannt, aber als Lösung nur einen gestaffelten Verkauf im 

Jahr 2015 vorgesehen. Letzteres sei gemäss der Fragestellung nicht mög-

lich gewesen, da der Sachverhalt nach Abschluss des Jahres 2017 statt-

gefunden habe und nicht rückwirkend habe abgewandelt werden können. 

An der Bewertung mit elf Punkten von 16 möglichen Punkten sei daher 

festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 rügt der Beschwerdeführer, 

dass wenn sich der Sachverhalt im Jahr 2018 zum Zeitpunkt der Prüfung 

bereits verwirklicht habe, auch die im Prüfungsbericht primär vorgeschla-

gene Lösung nicht mehr in Frage komme. Im Jahr 2018 hätte nämlich die 

Steuererklärung für das Jahr 2016 bereits eingereicht worden sein müssen. 

Ein Verzicht auf die Geltendmachung der Verlustvorträge der Betriebs-

B-1183/2020 

Seite 34 

stätte aus dem Geschäftsjahr 2015 hätte präventiv in Unkenntnis der Er-

gebnisse der Geschäftsjahre 2016 und 2017 erfolgen müssen. Damit 

schlage der Prüfungsbericht ebenfalls eine Optimierungsvariante vor, die 

nur nach Verwirklichung des Sachverhalts und Kenntnis der aus damaliger 

Sicht zukünftigen Ergebnisse Sinn mache. Eine rückwirkende theoretische 

Lösung nicht anzuerkennen und selbst ebenfalls eine solche zu behaup-

ten, sei willkürlich. Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass seine Lö-

sung die Optimierungshandlung im Jahr 2015 vorsehe, während die im 

Prüfungsbericht vorgeschlagene Lösung ein Handeln spätestens in der 

Steuerperiode 2016 erfordert hätte. Im Jahr 2016 kenne man das Ge-

schäftsergebnis der Geschäftsjahre 2016 und 2017 noch nicht. Für ihn sei 

nicht ersichtlich, aus welchem Grund er gewisse Punkte nicht erhalten 

habe. 

Die Erstinstanz äussert in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021, der 

Beschwerdeführer habe die Problematik des überschiessenden Beteili-

gungsertrags nicht erkannt und die Frage falsch beantwortet. Die Zuteilung 

von elf Punkten in der Aufgabe 2.1.1 sei gerechtfertigt. 

Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers sieht in der Tat einen gestaf-

felten Verkauf im Jahr 2015 und damit eine unzulässige Sachverhaltsän-

derung vor. Die Ausführungen des Prüfungsberichts zeigen daher schlüs-

sig und objektiv nachvollziehbar auf, aus welchen Gründen dem Beschwer-

deführer keine weiteren Punkte erteilt wurden. 

9.4  

9.4.1 Bei der Aufgabe 2.2.1 erreichte der Beschwerdeführer neun von ma-

ximal 17 Punkten. Er legt in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 

sinngemäss bloss dar, es sei unmöglich nachzuvollziehen, welche Lösun-

gen er in seiner Antwort nicht genannt habe. Inwieweit seine Prüfungsant-

wort richtig sein soll, legt er nicht dar. Seine Rüge ist unsubstantiiert. Der 

Prüfungsbericht und die Stellungnahme der Erstinstanz vom 15. Januar 

2021 begründen hingegen detailliert, weshalb ihm nur neun Punkte zuge-

sprochen wurden. So führt dieser Bericht im Einzelnen aus, welche Nor-

mangabe falsch war und welche Bestimmung der Beschwerdeführer statt-

dessen richtigerweise hätte erwähnen sollen und was er bei der Aufgaben-

beantwortung zusätzlich hätte erkennen, erläutern und nennen müssen, 

um die Maximalpunktzahl zu erreichen. Die Ausführungen der Erstinstanz 

sind objektiv nachvollziehbar und schlüssig.  

B-1183/2020 

Seite 35 

9.4.2 Bei der Aufgabe 2.2.2 erreichte der Beschwerdeführer fünf von elf 

Punkten. Er rügt in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 sinnge-

mäss lediglich, es sei unmöglich nachzuvollziehen, welche Lösungen er in 

seiner Antwort nicht genannt habe. Er begründet nicht, weshalb er mehr 

Punkte zugeteilt erhalten sollte, womit seine Rüge unsubstantiiert ist. Der 

Prüfungsbericht und die Stellungnahme der Erstinstanz vom 15. Januar 

2021 begründen hingegen im Detail, aus welchen Gründen der Beschwer-

deführer bloss fünf Punkte zugesprochen erhielt. Die Erstinstanz legt in 

diesen Dokumenten dar, welche Annahme des Beschwerdeführers falsch 

war, von was er stattdessen hätte ausgehen müssen und was er bei der 

Aufgabenbeantwortung zusätzlich hätte erkennen, diskutieren und erwäh-

nen müssen, um die maximale Punktezahl zu erhalten. Diese Darlegungen 

sind objektiv nachvollziehbar und schlüssig. 

9.4.3 Bei der Aufgabe 2.2.3 erhielt der Beschwerdeführer vier von sechs 

Punkten. Gemäss dem Prüfungsbericht hätte er für den Erhalt der Maxi-

malpunktzahl die Sperrfristverletzung nach Art. 19 Abs. 2 DBG erwähnen 

und erläutern müssen, dass die stillen Reserven von CHF 20 Mio. im Zeit-

punkt der Spaltung rückwirkend mit den Verlustvorträgen verrechnet wer-

den können. Für A und B falle daher ein steuerbares Einkommen von 

CHF 14 Mio. an und es bestünden keine Verluste mehr für den Übergang 

auf die Bild AG. Der Beschwerdeführer habe weder die Verrechnung bezif-

fert noch angegeben, dass diese rückwirkend erfolge und keine Verluste 

mehr auf die Bild AG übergehen könnten. An der Bewertung mit vier Punk-

ten sei daher festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 äussert der Beschwerde-

führer, aus der Aufgabenstellung sei nicht ersichtlich, dass eine Bezifferung 

der Verlustvorträge verlangt werde. Der Einwand sei unbegründet. Es sei 

für ihn nicht ersichtlich, was in der Antwort im Detail zum Abzug von zwei 

Punkten geführt habe. 

In der Prüfungsantwort des Beschwerdeführers fehlt unter anderem eine 

Bezifferung der Höhe der Verrechnung mit den Verlustvorträgen. Da die 

Aufgabenstellung den Verkaufspreis nennt, wurde eine solche Bezifferung 

erwartet. Die Begründung der Erstinstanz ist somit objektiv nachvollziehbar 

und schlüssig. 

  

B-1183/2020 

Seite 36 

9.5  

9.5.1 Bei der Aufgabe 3.1.1 erreichte der Beschwerdeführer sechs von 

14 Punkten, und zwar im Theorieteil drei von sechs und bei der Berech-

nung drei von acht Punkten. Er hätte nach dem Prüfungsbericht für die 

volle Punktzahl für den Theorieteil zusätzlich noch die Bestimmungen von 

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) nennen sowie Ausführungen zu 

Verfahren und zur Ermittlung des Anrechnungsbetrags machen müssen. In 

der Berechnung habe er den Pauschalabzug für Unkosten und Schuldzin-

sen unterlassen und den Maximalbetrag bei Bund und Kanton nicht korrekt 

ermittelt. An der Bewertung mit sechs Punkten sei daher festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 moniert der Beschwerde-

führer, die Ausführungen des Prüfungsberichts zur Nennung der DBA-Arti-

kel liefen ins Leere, da die Doppelbesteuerungsabkommen mit Italien und 

Mexiko im Rahmen der Prüfung abgegeben worden seien. Für die Ein-

künfte aus den USA sei ihm das entsprechende DBA im Rahmen der Prü-

fung nicht zugänglich gewesen, da es nicht abgegeben worden sei, und 

mit Brasilien bestehe betreffend Einkommens- und Vermögenssteuern 

– was als notorisch gelten könne – kein einschlägiges Doppelbesteue-

rungsabkommen. Entsprechend seien für die Einkünfte aus diesen beiden 

Staaten mangels Vorliegens der entsprechenden Doppelbesteuerungsab-

kommen keine DBA-spezifischen Angaben möglich. Weiter habe er die 

Möglichkeit der Inanspruchnahme von Doppelbesteuerungsabkommen 

betreffend pauschaler Steueranrechnung in genereller Form erwähnt. Der 

Prüfungsbericht setze sich offensichtlich nicht mit seinen Ausführungen 

zum Verfahren auseinander. Er habe den Anrechnungsbetrag ermittelt. Die 

Bewertung mit nur sechs Punkten sei nicht nachvollziehbar. 

Die Erstinstanz äussert in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021, in der 

Antwort des Beschwerdeführers fehlten die Rechtsgrundlagen, die Ausfüh-

rungen zum Verfahren (Praxis) sowie Ausführungen, wie der Anrechnungs-

betrag vom Grundsatz her (theoretisch) ermittelt werde. Für die mangel-

hafte Antwort seien drei von sechs Punkten begründet. Bei den ebenfalls 

geforderten Berechnungen habe der Beschwerdeführer Unkosten, Schuld-

zinsen und Maximalbetrag bei Bund und Kanton nicht korrekt ermittelt. Da-

mit erweise sich das Gesamtresultat als falsch, weshalb die Zuteilung von 

drei von acht Punkten begründet sei. 

Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers nennt weder DBA-Bestim-

mungen noch den Pauschalabzug für Unkosten und Schuldzinsen. Die Ab-

B-1183/2020 

Seite 37 

gabe des Textes von DBAs während der Prüfung befreite den Beschwer-

deführer entgegen dessen Meinung nicht von der Angabe der einschlägi-

gen DBA-Bestimmungen, sondern war vielmehr ein Hinweis, dass diese 

Normen ausdrücklich zu nennen waren. Zudem sind in der Prüfungsant-

wort keine Ausführungen zum Verfahren ersichtlich und wird auch nicht ex-

plizit dargelegt, wie der Anrechnungsbetrag zu ermitteln ist. Demnach ist 

die erstinstanzliche Bewertung dieser Antwort objektiv nachvollziehbar und 

begründet. 

9.5.2 Bei der Aufgabe 3.1.2 erreichte der Beschwerdeführer drei von fünf 

möglichen Punkten. Nach dem Prüfungsbericht unterliess er es unter an-

derem, alternativ auf eine jährliche Gewinnaufrechnung im Umfang des 

Zinsverzichts hinzuweisen. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 brachte der Beschwerde-

führer vor, dass dieser Hinweis des Prüfungsberichts sachfremd erscheine, 

da in der Fragestellung nur die Nennung der Steuerfolgen und nicht auch 

die Nennung möglicher Alternativen verlangt gewesen sei. Die Erteilung 

von nur drei Punkten sei nicht nachvollziehbar. 

Die Erstinstanz führt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 aus, die 

im Prüfungsbericht enthaltene Bewertung sei richtig. 

Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers enthält keinen Hinweis auf 

die jährliche Gewinnaufrechnung im Umfang des Zinsverzichts. Da die Auf-

gabe 3.1.2 mögliche Gewinnsteuerfolgen im Zusammenhang mit einem 

zinslosen Darlehen zum Gegenstand hat, ist ein Hinweis auf eine Gewinn-

aufrechnung im Umfang des Zinsverzichts nicht als sachfremd zu qualifi-

zieren. Die Darlegungen des Prüfungsberichts sind daher objektiv nach-

vollziehbar und schlüssig. 

9.5.3 Bei der Aufgabe 3.1.4 erreichte der Beschwerdeführer zwei von sie-

ben möglichen Punkten. Er äussert in seiner Stellungnahme vom 30. Ok-

tober 2020 lediglich, es bleibe unklar, für was er fünf Punkte nicht erhalten 

habe. Insbesondere kläre die erstinstanzliche Wortwahl "für die volle 

Punktzahl von sieben Punkten hätte mitunter auch…" nicht, ob seine Aus-

führungen alle für die Erzielung der vollen Punktzahl zu nennenden Lö-

sungselemente umfasse oder nicht. Er legt jedoch nicht näher dar, aus wel-

chem Grund ihm fünf Punkte mehr zugesprochen werden sollten, womit 

seine Rüge unsubstantiiert ist. Der Prüfungsbericht und die Stellungnahme 

B-1183/2020 

Seite 38 

vom 15. Januar 2021 hingegen listen im Einzelnen auf, was der Beschwer-

deführer nicht erkannte und was er unterliess, und sie begründen damit im 

Detail, weshalb er nur zwei Punkte erhielt. Die Wortwahl "mitunter auch" 

der obgenannten Textstelle zeigt dabei, dass es sich um eine nicht ab-

schliessende Liste handelt. Die Ausführungen und Begründungen der Erst-

instanz sind ohne Weiteres objektiv nachvollziehbar und schlüssig. 

9.5.4 Bei der Aufgabe 3.1.5 erlangte der Beschwerdeführer zwei von vier 

Punkten. Gemäss dem Prüfungsbericht hätte er für vier Punkte erkennen 

müssen, dass beim Kanton ein Verlustvortrag nur im Umfang der steuer-

baren Quote (und nicht des "bisher noch nicht berücksichtigten Auslandan-

teils") möglich sei und Verluste aus der Beteiligungssparte generell nicht 

vortragbar seien (unter dem Vorbehalt, dass eine Reduktion der Geste-

hungskosten auf den tieferen VW vorgenommen werden könne). Auch sei 

die Berechnung des Verlustvortrags im Kanton des Beschwerdeführers 

falsch. An der Bewertung mit zwei Punkten sei daher festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 rügt der Beschwerdeführer, 

es bleibe insbesondere im Lichte der unbegründet bleibenden Bemänge-

lung der Berechnung des Verlustvortrags unklar, für was er zwei Punkte 

nicht erhalten habe. 

Die Erstinstanz geht in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 davon 

aus, dass die im Prüfungsbericht erfolgte Bewertung richtig sei. 

Der Prüfungsbericht legt mit seiner Ausführung zum Umfang des Verlust-

vortrags die Mängel der Berechnung des Beschwerdeführers objektiv 

nachvollziehbar dar und erläutert diese Mängel schlüssig. Damit erscheint 

die Expertenbewertung dieser Antwort nicht als fehlerhaft oder offensicht-

lich unangemessen.  

9.6  

9.6.1 Bei der Aufgabe 3.2.1 erzielte der Beschwerdeführer fünf von acht 

möglichen Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte er den Steueraufwand 

und den effektiven Steuersatz für den Erhalt von acht Punkten korrekt er-

mitteln müssen. Er hätte erkennen müssen, dass der für die Berechnung 

des Steueraufwands massgebende Steuersatz 20 % (und nicht 25 %) sei. 

Die Berechnung dieses Aufwands sei teilweise gänzlich unterblieben (per-

manente Differenzen) oder sei fehlerhaft gewesen (Verwendung von steu-

B-1183/2020 

Seite 39 

erlichen Verlustvorträgen). Folgefehler infolge der Verwendung eines fal-

schen Steuersatzes seien allgemein unberücksichtigt geblieben. An der 

Bewertung mit fünf Punkten sei daher festzuhalten.  

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bemängelt der Beschwer-

deführer, es bleibe unklar, für was er drei Punkte nicht erhalten habe, und 

zwar insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihm vorgeworfen werde, den 

Steueraufwand nicht berechnet zu haben. Er habe alle entsprechenden 

Felder in der Tabelle ausgefüllt. 

Die Erstinstanz legt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 dar, dass 

der Forderung eines zusätzlichen Punkts für einen falsch ermittelten Steu-

eraufwand nicht entgegengekommen werden könne. Die Begründung sei 

damit gerechtfertigt und nachvollziehbar. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers bemängelt der Prüfungsbe-

richt nicht eine gänzlich fehlende Berechnung des Steueraufwands, son-

dern die Korrektheit und Vollständigkeit der Berechnung. Die Erstinstanz 

zeigt die Mängel der Antwort des Beschwerdeführers objektiv nachvollzieh-

bar und schlüssig auf. 

9.6.2 Bei der Aufgabe 3.2.2 erhielt der Beschwerdeführer zwei von acht 

Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte die Tabelle für die Erreichung von 

acht Punkten korrekt vervollständigt werden sollen. Der Beschwerdeführer 

habe zwei Punkte erzielt, namentlich für den Buchungssatz von Szenario 

B sowie für die Feststellung, dass bei Szenario A keine latenten Steuern 

vorlägen. Die übrigen Tabelleneinträge seien nicht korrekt. An der Bewer-

tung mit zwei Punkten sei daher festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bringt der Beschwerdefüh-

rer vor, es bleibe unklar, warum er bei zwei korrekten Antworten nur 25 % 

der Punkte erhalten habe. Ihm seien weitere Punkte zu erteilen. 

Die Erstinstanz hält in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 fest, dass 

der Beschwerdeführer nur Szenario A richtig ermittelt habe. Bei Szenario 

B sei nur das fehlende Kreuz bei "keine latenten Steuern" richtig gewesen. 

Zwei von acht Punkten seien angesichts der Tatsache, dass die Tabelle zu 

nur einem Viertel ausgefüllt worden sei, korrekt und begründet. 

B-1183/2020 

Seite 40 

Die Begründung des Prüfungsberichts und der erstinstanzlichen Stellung-

nahme, weshalb dem Beschwerdeführer lediglich zwei Punkte erteilt wor-

den sind, ist objektiv nachvollziehbar und schlüssig. Es ist keine offensicht-

liche Unterbewertung erkennbar. 

9.6.3 Bei der Aufgabe 3.2.3 erzielte der Beschwerdeführer null von vier 

Punkten. Er bringt in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 bloss 

vor, es bleibe unklar, warum er keine Punkte erhalten habe. Inwieweit seine 

Prüfungsantwort richtig sein soll, legt er aber nicht näher dar, womit sein 

Vorbringen unsubstantiiert ist. Der Prüfungsbericht und die Stellungnahme 

der Erstinstanz vom 15. Januar 2021 zeigen hingegen die Mängel seiner 

Antwort auf und begründen detailliert, weshalb diese keine Punkte erhielt. 

Die erstinstanzlichen Ausführungen sind objektiv nachvollziehbar und 

schlüssig. Eine offensichtliche Unterbewertung ist nicht ersichtlich. 

9.7  

9.7.1 Bei der Aufgabe 4.1.1 war danach gefragt, welche Grundstückge-

winnsteuerfolgen sich aus dem Verkauf des Doppeleinfamilienhauses am 

30. Juni 2016 ergäben. Die Antwort sei inkl. StHG-Bestimmungen zu be-

gründen. Der Beschwerdeführer erlangte mit seiner Antwort fünf von sechs 

Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte er für sechs Punkte erkennen 

müssen, dass vorliegend der Tatbestand einer Ersatzbeschaffung gemäss 

Art. 12 Abs. 3 Bst. e StHG geltend gemacht werden könne. Er hätte die 

Voraussetzungen für eine Ersatzbeschaffung aufzählen und die Steuerfol-

gen erläutern müssen. Der Beschwerdeführer habe zu wenig genau erklärt, 

was eine Ersatzbeschaffung sei und welche Voraussetzungen nötig seien, 

eine solche geltend machen zu können. Eine Person, die den Begriff der 

Ersatzbeschaffung nicht kenne (z.B. ein Kunde), würde aus der Antwort 

des Beschwerdeführers nicht verstehen, was dies nun für sie bedeute. Da-

her sei an der Bewertung mit fünf Punkten festzuhalten. 

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2020 hält der Beschwerdeführer 

fest, aus der Aufgabenstellung gehe nicht hervor, dass die Voraussetzun-

gen für eine Ersatzbeschaffung zu nennen seien. Er habe diese Voraus-

setzungen mittels seiner Ausführungen und Nennung der entsprechenden 

Gesetzesartikel begründet und benannt. Der Vorwurf, dass er die Ersatz-

beschaffung zu wenig genau erkläre, könne durch seine Ausführungen in 

seiner Prüfung und der nicht expliziten Enthaltung in der Fragestellung als 

widerlegt gelten. Die Ausführungen zur Bedeutung des Begriffs der Ersatz-

beschaffung fänden in der Fragestellung keine Grundlage. Es sei nicht 

B-1183/2020 

Seite 41 

nach einer Erklärung für einen nicht mit der Thematik der Ersatzbeschaf-

fung vertrauten Kunden gefragt worden. Die Nichterteilung von einem 

Punkt könne nicht nachvollzogen werden. 

Die Erstinstanz führt in ihrer Stellungnahme vom 15. Januar 2021 aus, ge-

mäss Fragestellung sei eine begründete Antwort verlangt worden. Die Er-

wähnung eines Fachbegriffs stelle keine Begründung dar. Um die volle 

Punktzahl zu erhalten, hätte die Frage begründet werden müssen, insbe-

sondere was dieser Fachbegriff bedeute und unter welchen Voraussetzun-

gen dieser zur Anwendung gelange, welches steuerliche Konzept hinter 

dem Fachbegriff stehe und was für steuerliche Auswirkungen sich ergäben. 

Die Nichtgewährung der vollen Punktzahl sei vor dem Hintergrund der in 

der Antwort nicht vorhandenen Begründung gerechtfertigt. An fünf Punkten 

sei festzuhalten. 

Die Aufgabenstellung war offen formuliert, so dass der Beschwerdeführer 

damit rechnen musste, dass auch die Voraussetzungen für eine Ersatzbe-

schaffung zu nennen sind. Aus seiner Prüfungsantwort ist jedoch nicht er-

sichtlich, welches diese Voraussetzungen sind. Die Bedeutung des Begriffs 

der Ersatzbeschaffung geht aus dieser Antwort ebenfalls nicht hervor. Da-

mit ist die erstinstanzliche Bewertung, die schlüssig begründet ist, objektiv 

nachvollziehbar. 

9.7.2 Bei der Aufgabe 4.1.2 erlangte der Beschwerdeführer zwei von zehn 

Punkten. Laut dem Prüfungsbericht hätte er sich für zehn Punkte zur ab-

soluten Methode äussern und den Unterschied zwischen vollständiger, teil-

weiser und fehlender Reinvestition erläutern müssen. Er hätte jeweils dar-

legen müssen, wie