# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02f53598-7c75-50f7-be92-bccdbe5fe415
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2020 E-7035/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7035-2018_2020-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7035/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

Mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo,  

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nepal,   

vertreten durch lic. iur. Daniel Ordas, advocenter GmbH,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. November 2018. 

 

 

 

E-7035/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge chinesischer Staatsan-

gehöriger tibetischer Ethnie, macht geltend, mit (…) Jahren seinen Heimat-

staat in Richtung Nepal verlassen zu haben. Im September 2017 sei er aus 

Nepal ausgereist und am 12. Dezember 2017 in die Schweiz eingereist, 

wo er gleichentags um Asyl nachsuchte.  

B.  

Im Rahmen der Befragung zur Person (BzP) wurde der Beschwerdeführer 

am 14. Dezember 2017 summarisch und am 10. Juli 2018 einlässlich zu 

seinen Asylgründen angehört. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, 

chinesischer Staatsangehöriger tibetischer Ethnie zu sein und aus dem 

Dorf B._______ im Gebiet C._______ zu stammen. Dort habe er bis zu 

seiner Ausreise zwei Jahre lang eine Klosterschule besucht und seine El-

tern im landwirtschaftlichen Betrieb unterstützt. Im Jahre 2008 habe sein 

Vater an einer Demonstration teilgenommen, bei der er von der chinesi-

schen Armee getötet worden sei. Drei Tage nach dieser Demonstration hät-

ten fünf Soldaten ihn und seine Mutter zuhause aufgesucht, sie über den 

Tod seines Vaters informiert und sie anschliessend gemeinsam mit drei 

weiteren Dorfbewohnern in einem Auto abgeführt und in ein Lager in 

C._______ verbracht. Zwei beziehungsweise drei Monate lang seien seine 

Mutter und er in diesem Lager inhaftiert gewesen, ehe ihnen schliesslich 

die Flucht gelungen sei. Das Lager sei in der Fluchtnacht lediglich spärlich 

bewacht gewesen, weshalb sie problemlos hätten entkommen können. An-

schliessend hätten sie zu Fuss die Grenze nach Nepal überquert, wo sie 

zwei Jahre lang in einem Flüchtlingslager in D._______ gelebt hätten. 

Seine Mutter habe nach zweijährigem Aufenthalt in Nepal einen Schlepper 

organisiert, um ihn nach Indien zum Dalai Lama zu schicken. Er sei aber 

vom Schlepper zu einer nepalesischen Familie gebracht worden, wo er 

fortan Hausarbeiten habe verrichten müssen. Nachdem die nepalesische 

Familie sich zur Ausreise entschieden hatte, habe er nach ungefähr sechs 

Jahren Trennung seine Mutter wiedergetroffen und mit ihr noch während 

zwei Jahren in E._______ gelebt. Im Jahre 2017 habe seine Mutter be-

schlossen, dass sie Nepal gemeinsam verlassen würden. Seine Mutter sei 

bei der Reise in die Schweiz ums Leben gekommen. 

C.  

Mit Verfügung vom 9. November 2018 – eröffnet am 12. November 2018 – 

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Seite 3 

stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei-

genschaft nicht, wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Sie verfügte ausserdem 

die Änderung der Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers im Zentra-

len Migrationsinformationssystem (ZEMIS), wonach dieser neu als nepale-

sischer Staatsangehöriger erfasst ist.  

D.  

Mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertreterin vom 11. Dezember 2018 

erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

gegen die vorinstanzliche Verfügung und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung sowie die Asylgewährung unter Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft; eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän-

din. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2018 wies die Instruktionsrich-

terin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung so-

wie um Beiordnung der damaligen Rechtsvertreterin als amtliche Rechts-

beiständin unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab und 

forderte den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses in-

nert Frist auf, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall.  

F.  

Der eingeforderte Kostenvorschuss wurde am 3. Januar 2019 fristgerecht 

bezahlt. 

G.  

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 informierte die Rechtsvertreterin 

das Bundesverwaltungsgericht über ihre Mandatsniederlegung und be-

zeichnete entsprechend die Nachfolge des rubrizierten Rechtsvertreters.  

  

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.3 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende 

Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG 

übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue 

Gesetzesbezeichnung verwenden wird. 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist 

auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

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ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz 

im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer seine Asylgründe nicht 

habe glaubhaft machen können. Er habe weder Identitätsdokumente oder 

Beweismittel eingereicht, noch habe er sich darum bemüht, solche zu be-

schaffen, was bereits zu ersten Zweifeln an den geltend gemachten Anga-

ben zu seiner Identität und Herkunft geführt habe. Zudem seien die Aus-

führungen zu seiner Ausreise und seinem Aufenthalt in Nepal, seiner Bio-

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grafie und seinen Kernvorbringen unsubstanziiert und unplausibel ausge-

fallen. Ausserdem fehle es insgesamt an Realkennzeichen. Seine Schilde-

rungen zur Ausreise aus Nepal Richtung Europa seien vage und oberfläch-

lich geblieben. Auch die Gründe für die Ausreise und wieso gerade die 

Schweiz sein Reiseziel gewesen sei, habe er nicht begründen können. Er 

habe keinerlei Angaben zu den Reisevorbereitungen, zum Reiseweg oder 

der Finanzierungsweise machen können, was insbesondere vor dem Hin-

tergrund, dass er nach dem Tod seiner Mutter auf sich selbst gestellt ge-

wesen sei, erstaunlich sei. Auch was das Wiedersehen mit seiner Mutter in 

Nepal nach sechs Jahren Trennung und den zweijährigen Aufenthalt in 

E._______ anbelange, seien seine Erzählungen nur vage geblieben und 

er habe kaum etwas über diese Zeit berichten können. Trotz mehrmaligen 

Nachfragens sei seine Darstellung zu seinem Aufenthalt bei der nepalesi-

schen Familie oberflächlich und unsubstanziiert geblieben. Auch in Bezug 

auf seine Kindheit, wonach er bis zu seinem siebten Lebensjahr in der 

Volksrepublik China gelebt habe, seien die Schilderungen, selbst unter Be-

rücksichtigung seines jungen Alters, realitätsfremd und widersprüchlich 

ausgefallen. Eine geografische Zuordnung seines Heimatdorfes habe er 

ausserdem nicht machen können. Seine Angaben seien insgesamt derart 

oberflächlich ausgefallen, dass sie auch von einer unbeteiligten Person 

stammen könnten und die Ereignisse sich an einem anderen Ort abgespielt 

haben könnten. In Bezug auf die Kernvorbringen, insbesondere die Teil-

nahme seines Vaters an Demonstrationen im Jahre 2008, habe er an der 

BzP und der Anhörung unterschiedliche Angaben gemacht. Insbesondere 

sei es widersprüchlich, dass er im Jahre 2006 aus der Volksrepublik China 

ausgereist sei, die Demonstration, an welcher sein Vater teilgenommen ha-

ben soll, aber erst im Jahre 2008 stattgefunden haben soll. Des Weiteren 

würden auch hinsichtlich der Inhaftierung und der illegalen Ausreise aus 

der Volksrepublik China Realkennzeichen fehlen. Insgesamt sei die Glaub-

haftigkeit seiner Ausführungen, sowohl was seine Herkunft als auch die 

Asylvorbringen anbelangt, stark in Zweifel zu ziehen. Seine Herkunft aus 

der Volksrepublik China und seine chinesische Staatsangehörigkeit könne 

ihm daher nicht geglaubt werden. Vielmehr sei davon auszugehen, dass 

es sich bei ihm um einen nepalesischen Staatsangehörigen handle. Diese 

Einschätzung werde auch dadurch gestützt, dass er im Rahmen des Asyl-

verfahrens eine Durchführung der Anhörungen auf Nepalesisch gewünscht 

habe, da er über unzureichende Tibetisch-Kenntnisse verfüge. 

Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung schliesst das SEM in seiner Ver-

fügung, dass eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht den Vollzug ei-

ner Wegweisung nicht verhindern könne, wenn Asylgesuchstellende, wie 

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auch vorliegend, eine sinnvolle Prüfung der wahren Herkunft verunmögli-

chen würden. Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Weg-

weisungsvollzuges sei zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. 

Diese Untersuchungspflicht finde aber nach Treu und Glauben ihre ver-

nünftige Grenze an der Mitwirkungsplicht des Gesuchstellenden, welcher 

im Übrigen auch die Substanziierungslast trage. Es sei nach ständiger 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht Sache der Asylbe-

hörden, bei fehlenden Hinweisen seitens des Gesuchstellers nach etwai-

gen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftslän-

dern zu forschen. Demzufolge habe der Beschwerdeführer die Folgen sei-

ner unglaubhaften Identitätsangaben und Sachverhaltsschilderungen zu 

tragen, indem vermutungsweise davon ausgegangen werde, es stünden 

einer Wegweisung in den bisherigen Aufenthaltsort keine Vollzugshinder-

nisse entgegen. Auch hinsichtlich der Möglichkeit eines Wegweisungsvoll-

zuges sei festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, 

sich bei der zuständigen Vertretung die allenfalls benötigten Reisepapiere 

zu beschaffen. 

5.2 Der Beschwerdeführer hält der vorinstanzlichen Einschätzung in der 

Beschwerdeschrift zunächst entgegen, dass es nicht nachvollziehbar sei, 

inwiefern er seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sein soll. Er 

habe sowohl seinen Vater als auch seine Mutter verloren und sei erst kurz 

vor Einreichung des Asylgesuchs volljährig geworden. Er verfüge über kei-

nen Freundes- oder Verwandtenkreis, der ihm bei der Beschaffung der er-

forderlichen Dokumente behilflich sein könnte, weswegen ihm nicht vorge-

worfen werden könne, dass er seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekom-

men sei. Aufgrund seiner Biographie weise er ein sehr tiefes Bildungsni-

veau auf, was sich auch auf die Beantwortung der ihm an den Anhörungen 

gestellten Fragen ausgewirkt habe. Nach seinen tibetischen Sprachkennt-

nissen gefragt, habe er jedoch immer konkret antworten können und sei in 

der Lage gewesen, seinen Wohnort in Nepal zu skizzieren. Was die von 

der Vorinstanz festgestellten Widersprüche in Bezug auf seinen Vater an-

belange, sei zu erwidern, dass er lediglich die Ereignisse geschildert habe, 

wie sie ihm von seiner Mutter geschildert worden seien. Zudem sei er durch 

die zahlreichen belastenden Vorfälle traumatisiert, was sich auf sein ge-

samtes Aussageverhalten ausgewirkt habe. Schliesslich sei es, mit Ver-

weis auf die Analysen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom De-

zember 2015 und vom 11. August 2018, durchaus möglich, dass ein Tibeter 

den chinesischen Namen der administrativen Einheit des eigenen Wohnor-

tes nicht kenne. Möglich sei auch, dass sich eine Person kaum ausserhalb 

des Gebietes der eigenen Gemeinde bewege. Viele Tibeter würden ihr 

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Dorf, ihre Region und weitere Orte oft nur mit den tibetischen Bezeichnun-

gen kennen. Diese Umstände seien zu berücksichtigen und der Beurtei-

lung seines Aussageverhaltens zugrunde zu legen. Insgesamt habe er 

glaubhafte und schützenswerte Asylgründe vorgebracht. Insbesondere sei 

durch die vorbestandenen Probleme des Beschwerdeführers mit den Si-

cherheitsbehörden an seinem Geburtsort B._______ von einer direkten 

Verfolgungsgefahr auszugehen. Eine Rückkehr in seinen Heimatstaat 

würde ernstliche Nachteile nach sich ziehen.  

Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs führte er aus, dass in seinem Fall 

von dessen Unzumutbarkeit auszugehen sei. Er wäre bei einer Rückkehr 

in sein Heimatland einer Lebensgefahr ausgesetzt. Auch eine Reintegra-

tion wäre unmöglich, zumal er über kein Beziehungsnetz verfüge und die 

Muttersprache verlernt habe.  

6.  

6.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel. Der 

Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze indessen an der Mitwir-

kungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG und Art. 13 VwVG). Dazu ge-

hört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzuge-

ben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhö-

rung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu be-

zeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der bio-

metrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 

6.2 Vorweg ist festzuhalten, dass die Identität des Beschwerdeführers 

nicht feststeht. Er hat im vorinstanzlichen Verfahren weder Ausweispapiere 

noch Beweismittel eingereicht, die geeignet wären, etwas zur Klärung 

seiner Identität und seines Herkunftslandes beizutragen. Insbesondere ist 

er, obwohl an der BzP dazu aufgefordert, bis zur Anhörung, die rund sieben 

Monate später stattgefunden hat, untätig geblieben. Auch auf 

Beschwerdeebene hat er keinerlei entsprechende Beweismittel 

eingereicht, die Aufschluss über seine Herkunft und seine Identität geben 

könnten.  

6.3 In ständiger Rechtsprechung geht das Bundesverwaltungsgericht da-

von aus, dass illegal aus China ausgereiste Asylsuchende tibetischer Eth-

nie bei einer Rückkehr unabhängig von der zeitlichen Dauer ihres Ausland-

aufenthaltes mit Verfolgung im flüchtlingsrelevanten Sinn (Art. 3 AsylG) zu 

rechnen haben (vgl. BVGE 2009/29 E. 6.5). Vor diesem Hintergrund war 

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das SEM bei der Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers auf-

grund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) 

gehalten, seine Herkunft und den Sozialisierungsraum festzustellen. Die-

ser Pflicht ist die Vorinstanz vorliegend dadurch nachgekommen, indem sie 

im Rahmen der Anhörung das Länder- und Alltagswissen des Beschwer-

deführers erhob (vgl. act. A16/25 F30 ff., F74 ff.). 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die vom Be-

schwerdeführer behauptete Herkunft aus B._______ (Volksrepublik China) 

nicht glaubhaft erscheint. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab 

auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden.  

Insbesondere wird auf Beschwerdeebene nichts vorgebracht, was an die-

ser Einschätzung etwas zu ändern vermag. Der pauschale Hinweis darauf, 

dass sich sein tiefes Bildungsniveau, sein damals junges Alter sowie seine 

Traumatisierung auf sein Aussageverhalten ausgewirkt haben, liefert keine 

plausible Erklärung für das mangelnde Wissen seinen Heimatstaat betref-

fend. Auch der allgemeine Verweis auf die Lageberichte der SFH, wonach 

viele Tibeter nicht die chinesischen Namen, sondern nur die tibetischen 

Bezeichnungen ihrer Gemeinde kennen würden, und es durchaus sein 

könne, dass sich Tibeter nur innerhalb ihrer Heimatgemeinde aufhalten 

würden, kann nicht als Begründung im konkreten Fall herangezogen wer-

den. Seine Ausführungen zu seiner Kindheit in B._______ sind insgesamt 

oberflächlich und unsubstantiiert ausgefallen (vgl. act. A16/25 F36 ff.). 

Auch auf mehrfaches Nachfragen des Sachbearbeiters hin war er nicht in 

der Lage, ein schlüssiges und realitätsnahes Bild seiner Heimatregion und 

seines Alltags dort zu schildern. Ausserdem sprechen seine Sprachkennt-

nisse nicht dafür, dass er in Tibet zumindest teilweise sozialisiert worden 

ist.  

Die Anhörung des Beschwerdeführers erfolgte in der Sprache Nepali, da 

der Beschwerdeführer die tibetische Sprache nicht beherrscht. Der Be-

schwerdeführer hat sich in tibetischer Sprache rudimentär vorstellen kön-

nen und konnte die tibetische Zahl zweiunddreissig auf Nachfrage hin nicht 

nennen, mit der Begründung, er könne nur bis 20 zählen (vgl. act. A16/25 

F49). Es ist jedoch festzuhalten, dass er eigenen Angaben gemäss mit (…) 

Jahren aus Tibet ausgereist sein will, wo er während zweier Jahre die Klos-

terschule besucht haben will. Nach der Ausreise hat er eigenen Angaben 

gemäss noch für zwei Jahre mit seiner Mutter in einem Camp gelebt (vgl. 

act. A16/25 F81). Aufgrund dieser biographischen Daten scheint es völlig 

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unplausibel, dass der Beschwerdeführer die tibetische Sprache nicht be-

herrscht, zumal er nach seinem sechsjährigen Aufenthalt bei der nepalesi-

schen Familie für weitere Jahre mit der Mutter zusammengelebt haben will 

(vgl. act. A16/25 F120, F129 f.). Auch sein Einwand, er habe in den sechs 

Jahren, in denen er in Nepal gelebt habe, Nepalesisch gelernt, sich später 

auch mit seiner Mutter nur in Nepali unterhalten und habe die tibetische 

Sprache verlernt, ist kaum plausibel, zumal die Mutter Nepalesisch nicht 

beherrscht habe (vgl. act. A16/25 F52 ff.). Insgesamt bestehen selbst unter 

Berücksichtigung von Alter, Bildungsstand und allfälliger Traumatisierung 

wesentliche Zweifel an der geltend gemachten Herkunft.  

7.2 Im Zusammenhang mit der Glaubhaftigkeitsprüfung sind nicht nur die 

Herkunftsangaben zu berücksichtigen, sondern auch die Schilderungen 

der Fluchtursache. Diesbezüglich hat die Vorinstanz zutreffend verschie-

dene gewichtige Ungereimtheiten festgestellt, denen der Beschwerdefüh-

rer auch im Beschwerdeverfahren nichts Substanziiertes entgegenhalten 

konnte.  

So lassen seine Ausführungen zu seiner Ausreise aus der Volksrepublik 

China und seinem Aufenthalt in Nepal, auch unter Berücksichtigung des 

damals jungen Alters, jegliche Realkennzeichen vermissen. Die Schilde-

rungen sind über weite Teile oberflächlich, stereotyp und auch wider-

sprüchlich ausgefallen. So widerspricht seine Angabe, bei der Ausreise aus 

seinem Heimatland (…) gewesen zu sein, der Aussage, dass die Demonst-

rationen und die Tötung seines Vaters im Jahre 2008 passiert seien (vgl. 

act. A6/12 F5.01), hat der Beschwerdeführer doch nach eigenen Angaben 

Jahrgang (…) und wäre somit entweder im Jahr 2006 ausgereist oder zum 

Zeitpunkt der Ausreise deutlich älter gewesen. Was den Gefängnisaufent-

halt in Tibet anbelangt, sind seine Erzählungen äusserst oberflächlich und 

unsubstantiiert geblieben (vgl. act. A16/25 F181 f.). Ebenso ist weder nach-

vollziehbar noch realistisch, dass er mit seiner Mutter aus dem chinesi-

schen Gefängnis auf die von ihm beschriebene Weise hätte fliehen können 

(vgl. act. A16/25 F183 ff.).  

Schliesslich fehlen auch den Ausführungen zu seinem sechsjährigen Auf-

enthalt in Nepal und der Ausreise in die Schweiz die notwendigen Glaub-

haftigkeitsmerkmale. Der Beschwerdeführer konnte keinerlei dezidierte An-

gaben zur besagten Familie machen, bei welcher er während sechs Jahren 

gelebt haben will, und auch nicht angeben, wo das Haus dieser Familie 

gelegen hat (vgl. act. A16/25 F101 ff.; F107, F147). Sein Vorbringen, er 

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habe sich bis auf Ausnahmen (Fussballspiel, Bäcker) lediglich im Haus auf-

gehalten, ist nicht plausibel.  

Der Beschwerdeführer konnte sodann auch keine genaueren Angaben zu 

seinem Wohnort machen, an welchem er mit seiner Mutter in E._______ 

gelebt haben will. Der Beantwortung der Frage, ob er in E._______ auch 

Kontakt mit anderen Tibetern gehabt habe, wich der Beschwerdeführer aus 

(vgl. act. A16/25 F119, F120). Ebenso führte der Beschwerdeführer aus, 

weder zur damaligen Familie, noch anderen Tibetern oder seinen Ver-

wandten Kontakte zu haben; seine Mutter soll seinen Angaben gemäss 

während der Überfahrt nach Europa ertrunken sein (vgl. act A16/25 F22 

ff.). Dass er über keinerlei soziale oder familiäre Kontakte verfügt, ist auch 

im interkulturellen Kontext, nicht glaubhaft. Demzufolge ist an der vorge-

brachten Herkunft und der Biografie des Beschwerdeführers stark zu zwei-

feln und davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Schweizeri-

schen Asylbehörden bewusst über seine Identität und Herkunft täuscht. 

Sämtliche Erzählungen lassen nicht den Schluss zu, dass sich die Ereig-

nisse tatsächlich wie geschildert zugetragen haben beziehungsweise dass 

er diese persönlich erlebt hat.  

7.3 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer weder seine tibetische Her-

kunft noch Asylgründe, welche im von ihm angegebenen Heimatstaat be-

gründet liegen, glaubhaft machen. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht 

seine Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

In Bezug auf den Vollzug der Wegweisung hält die Vorinstanz vorab fest, 

der Beschwerdeführer habe die geltend gemachte Herkunft nicht glaubhaft 

gemacht. Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem Punkt als auch 

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Seite 12 

hinsichtlich der weiteren diesbezüglichen Erwägungen (vgl. Verfügung 

S. 5). Er gilt daher als nepalesischer Staatsangehöriger. 

10.  

10.1 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglich-

keit des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen. Diese Unter-

suchungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der 

asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungs-

last trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, 

womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen, nach allfälligen Wegwei-

sungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu for-

schen. Vermutungsweise ist deshalb vorliegend davon auszugehen, einer 

Wegweisung stünden keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne 

entgegen. 

Bei dieser Sachlage kann das Gericht sich mit der Frage des Wegwei-

sungsvollzugs lediglich in grundsätzlicher Hinsicht beziehungsweise ge-

mäss den vorstehenden Ausführungen befassen. Der Beschwerdeführer 

entzieht mit seinem Verhalten die für genauere Abklärungen erforderliche 

Grundlage, und es ist nicht Sache des Gerichts, sich in Mutmassungen und 

Spekulationen zu ergehen. 

10.2 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allen-

falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme aus-

ser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

ist zur Deckung dieser Kosten zu verwenden. 

E-7035/2018 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in dieser Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

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