# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12173fc0-0f8f-51bb-9e5c-bad2b898a4ed
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2023 F-1133/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1133-2022_2023-12-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1133/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiber Julius Longauer. 
 

 
 

Parteien 
 S._______,  

vertreten durch Oliver Köhli, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot; Verfügung des SEM vom 8. Februar 2022. 

 

 

 

F-1133/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein 1961 geborener Staatsangehöriger Nord-

mazedoniens, am 7. Februar 2022 von Mitarbeitern der Arbeitsmarktkon-

trolle Bern (AMKBE) auf einer Baustelle angetroffen wurde, als er in Ar-

beitskleidung einen Lieferwagen belud, 

dass der Beschwerdeführer gegenüber den Mitarbeitern des AMKBE er-

klärte, er sei der Vater des Firmeninhabers und helfe heute bei den Ab-

brucharbeiten (Akten der Migrationsbehörde des Kantons Bern 

[BE-act.] 6), 

dass der Beschwerdeführer am 8. Februar 2022 wegen des Verdachts der 

Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung von der Kantonspolizei Bern einvernom-

men wurde und er bei dieser Gelegenheit bestritt, einer Erwerbstätigkeit 

nachgegangen zu sein (Akten des SEM [SEM-act.] 2/24), 

dass die Migrationsbehörde des Kantons Bern am 8. Februar 2022 die 

Wegweisung des Beschwerdeführers verfügte und ihm Frist zur Ausreise 

bis zum 13. Februar 2022 setzte (SEM-act. 2/35), 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. Februar 2022, eröffnet am glei-

chen Tag, gegen den Beschwerdeführer wegen illegaler Erwerbstätigkeit 

ein 2-jähriges Einreiseverbot erliess, dessen Ausschreibung zur Einreise-

verweigerung im Schengener Informationssystem (SIS II) anordnete und 

einer allfälligen Beschwerde vorsorglich die aufschiebende Wirkung entzog 

(SEM-act. 3/38, 4/39), 

dass der Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am 

10. März 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und be-

antragte, das Einreiseverbot sei aufzuheben, eventualiter sei es auf sechs 

Monate zu befristen (Akten des BVGer [Rek-act.] 1), 

dass der Beschwerdeführer am 19. März 2022 im Kanton Aargau wegen 

des Verdachts auf Missachtung eines Einreiseverbots angehalten und am 

20. März 2022 von der Kantonspolizei Aargau einvernommen wurde, 

dass er bei dieser Gelegenheit zur Protokoll gab, er sei nach der Wegwei-

sung durch die Migrationsbehörde des Kantons Bern nach Nordmazedo-

nien zurückgekehrt, habe sich dort einen auf einen anderen Namen lauten-

den Reisepass ausstellen lassen und sei anschliessend in die Schweiz zu-

rückgekehrt, 

F-1133/2022 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer bestritt, von der Rechtswirksamkeit des gegen 

ihn verfügten Einreiseverbots Kenntnis gehabt zu haben, 

dass der Beschwerdeführer am 21. März 2022 von der Migrationsbehörde 

des Kantons Aargau unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 26. März 

2022 weggewiesen wurde (Beilagen zu Rek-act. 5), 

dass der Beschwerdeführer mit in Rechtskraft erwachsenem Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, vom 

29. April 2022 wegen illegalem Aufenthalt und illegaler Erwerbstätigkeit zu 

einer Geldstrafe von 24 Tagessätzen bei einer Probezeit von 2 Jahren und 

zu einer Busse von Fr. 180.– verurteilt wurde (nicht paginiert bei den elekt-

ronischen Akten des SEM), 

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 15. Juni 2022 auf Abweisung 

der Beschwerde gegen ihre Verfügung vom 8. Februar 2022 schloss 

(Rek-act. 13), 

dass der Beschwerdeführer mit Replik vom 13. Juli 2022 an seinem 

Rechtsmittel festhielt (Rek-act. 15), 

dass auf den weiteren Akteninhalt, soweit erheblich, in den Erwägungen 

eigegangen wird, 

und zieht in Erwägung, 

dass Einreiseverbote des SEM nach Art. 67 AIG (SR 142.20) der Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliegen (Art. 31, 32 und 

33 Bst. d VGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG), 

dass der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG) und auf sein frist- und formgerecht eingereichtes Rechtsmittel ein-

zutreten ist (Art. 50. Abs.1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass mit Beschwerde vorliegend die Verletzung von Bundesrecht ein-

schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 49 VwVG), 

F-1133/2022 

Seite 4 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die 

Begründung der Begehren nicht gebunden ist und die Beschwerde aus an-

deren als von den Parteien beziehungsweise der Vorinstanz genannten 

Gründen gutheissen oder abweisen kann (vgl. BVGE 2009/61 E. 6.1 m.H.), 

dass eine ausländische Person, die gegen die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung verstossen hat oder diese gefährdet, mit einem Einreiseverbot 

belegt werden kann (Art. 67 Abs. 2 aBst. a AIG in der hier anwendbaren, 

bis zum 21. November 2022 gültigen Fassung vom 18. Juni 2010 

[AS 2010 5925]), 

dass gemäss Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 

über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit in der seit 1. Januar 2019 

geltenden Fassung (VZAE, SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung insbesondere bei einer Missachtung gesetzlicher 

Vorschriften gegeben ist,  

dass gemäss Art. 77a Abs. 2 VZAE von einer Gefährdung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung auszugehen ist, wenn konkrete Anhaltspunkte da-

für bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einer Nichtbeachtung der öffentli-

chen Sicherheit und Ordnung führt, 

dass die Einreise und der darauffolgende Aufenthalt rechtswidrig sind, 

wenn der Einreise ein (wirksames) Einreiseverbot entgegensteht (Art. 5 

Abs. 1 Bst. d AIG, Art. 10 AIG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 VZAE), 

dass ausländische Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit aus-

üben wollen, unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine Bewilligung benö-

tigen (Art. 11 Abs. 1 AIG), 

dass als Erwerbstätigkeit im Sinne des Gesetzes jede üblicherweise gegen 

Entgelt ausgeübte unselbständige oder selbständige Tätigkeit zu verste-

hen ist, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt (Art. 11 Abs. 2 AIG), 

dass für die Qualifizierung einer Aktivität als Erwerbstätigkeit im Sinne des 

Gesetzes unerheblich ist, ob sie nur stunden- oder tageweise oder vorüber-

gehend ausgeübt wird (Art. 1a Abs. 1 VZAE), 

dass der Beschwerdeführer mit in Rechtskraft erwachsenem Strafbefehl 

vom 29. April 2022 des illegalen Aufenthalts und der illegalen Erwerbstä-

tigkeit schuldig gesprochen wurde, 

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Seite 5 

dass die Administrativbehörde zwar grundsätzlich unabhängig von den Er-

kenntnissen des Strafrichters entscheidet, jedoch im Interesse der Rechts-

sicherheit und Rechtseinheit von seinen Feststellungen nicht ohne Not ab-

weicht (BVGE 2018 VII/2 E. 6.4 m.H.), 

dass in der vorliegenden Streitsache ein solcher Anlass nicht besteht, da 

die Umstände, unter denen der Beschwerdeführer am 7. Februar 2022 von 

Mitarbeitern der AMKBE angetroffen wurden, eindeutig eine bewilligungs-

pflichte Erwerbstätigkeit im Sinne des Gesetzes anzeigen, 

dass dem Beschwerdeführer, der sich in Nordmazedonien für die umge-

hende Wiedereinreise in die Schweiz einen auf anderen Namen lautenden 

Reisepass ausstellen liess, nicht geglaubt werden kann, wenn er behaup-

tet, er habe von der (sofortigen) Wirksamkeit des gegen ihn verfügten Ein-

reiseverbots keine Kenntnis gehabt, 

dass der Beschwerdeführer somit mit der Widerhandlung gegen auslän-

derrechtliche Bestimmungen den Fernhaltegrund der Verletzung der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 aBst. a ers-

ter Halbsatz AIG gesetzt hat, 

dass angesichts des Verhaltens des Beschwerdeführers darüber hinaus 

von der Gefahr weiterer Störungen der Rechtsordnung auszugehen war 

beziehungsweise ist, mithin auch der Fernhaltegrund der Gefährdung der 

öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 aBst. a 

zweiter Halbsatz AIG erfüllt ist, 

dass damit schon aus generalpräventiven Erwägungen ein erhebliches öf-

fentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers besteht, 

das durch spezialpräventive Erwägungen noch gesteigert wird, 

dass der Beschwerdeführer mit einem erwachsenen Sohn, dessen Ehefrau 

und deren Kindern Familienangehörige in der Schweiz hat, ihm somit ein 

Interesse an ungehinderten Einreisen in der Schweiz nicht abgesprochen 

werden kann, 

dass jedoch das Einreiseverbot die Pflege persönlicher Beziehungen in der 

Schweiz nicht gänzlich verunmöglicht, besteht doch die Möglichkeit, die 

Massnahme aus wichtigen Gründen vorübergehend auszusetzen (vgl. zum 

Ganzen Urteil des BVGer F-1551/2022 vom 5. Oktober 2023), 

F-1133/2022 

Seite 6 

dass das Einreiseverbot sodann der Pflege der familiären Beziehungen 

ausserhalb des Schengen-Raums oder mittels moderner Kommunikations-

mittel (z.B. WhatsApp, SMS, Skype, Facebook, usw.) nicht entgegensteht, 

dass unter den gegebenen Umständen das private Interesse des Be-

schwerdeführers an ungehinderten Einreisen in die Schweiz das öffentliche 

Interesse an seiner Fernhaltung nicht aufzuwiegen vermag,  

dass dem privaten Interesse des Beschwerdeführers durch die Befristung 

der Massnahme auf zwei Jahre ausreichend Rechnung getragen wurde, 

dass somit das auf zwei Jahre befristete Einreiseverbot eine verhältnis-

mässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen Si-

cherheit und Ordnung darstellt, 

dass die Wirkungen des Einreiseverbots mit der Ausschreibung des Be-

schwerdeführers zur Einreiseverweigerung im SIS II auf den gesamten 

Schengen-Raum ausgedehnt wurden (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. d und Art. 14 

Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das 

Überschreiten der Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schenge-

ner Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]), 

dass die Ausschreibung in Übereinstimmung steht mit Art. 24 Ziff. 3 der 

(hier noch anwendbaren) Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Ein-

richtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssys-

tems der zweiten Generation (SIS-II-VO, Abl. L 381/4 vom 28.12.2006) (per 

7. März 2023 abgelöst die Verordnung [EU] 2018/1861 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 28. November 2018 über die Einrichtung, 

den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems [SIS] 

im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des Übereinkommens zur 

Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur Änderung und 

Aufhebung der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 [SIS-VO-Grenze, ABl. 

L 312/14 vom 7.12.2018]), 

dass weder Gründe vorgebracht werden, noch solche ersichtlich sind, wel-

che die Ausschreibung als eine unverhältnismässige Massnahme erschei-

nen liessen, 

F-1133/2022 

Seite 7 

dass daher die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht 

zu beanstanden und die Beschwerde demzufolge vollumfänglich abzuwei-

sen ist, 

dass im Übrigen, wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, der 

rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend klar und folglich in antizipierter 

Beweiswürdigung auf die beantragte Parteibefragung zu verzichten ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten des Verfahrens dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass die Höhe der Verfahrenskosten unter Berücksichtigung der mit Blick 

auf den baldigen Ablauf des angefochtenen Einreiseverbots langen Ver-

fahrensdauer auf Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass eine Parteientschädigung ausgangsgemäss nicht auszurichten ist 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG), 

dass dieses Urteil endgültig ist (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

F-1133/2022 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt und von dem geleisteten Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 1'200.– 

in Abzug gebracht. Der Restbetrag von Fr. 600.– wird dem Beschwerde-

führer zurückerstattet. 

3.  

Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die Mig-

rationsbehörde des Kantons Bern. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Julius Longauer 

 

 

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