# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 382cd9a0-f524-5514-ac8b-ee85ef786684
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2025 D-832/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-832-2024_2025-02-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-832/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richterin Giulia Marelli,    

Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Uganda,   

vertreten durch MLaw Meret Bühlmann,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. Januar 2024. 

 

 

 

D-832/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 15. Mai 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Das SEM befragte die Beschwerdeführerin am 26. August 2022 vertieft zu 

ihren Asylgründen. 

C.  

Mit Schreiben vom 2. September 2022 wurde die Beschwerdeführerin dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt. 

D.  

Am (…) kam das Kind der Beschwerdeführerin, B._______, in der Schweiz 

zur Welt. 

E.  

Am 10. Mai 2023 wurde eine ergänzende Anhörung im erweiterten Verfah-

ren durchgeführt. Am 12. September 2023 hörte das SEM die Beschwer-

deführerin im Rahmen einer Anhörung Menschenhandel (MH) erneut an. 

F.  

Zu ihrem persönlichen Hintergrund gab die Beschwerdeführerin an, sie sei 

ugandische Staatsangehörige. Ihre Eltern seien verstorben, als sie sieben 

Jahre alt gewesen sei, woraufhin sie bis zum Abschluss der Abiturschule 

zu ihrer Grossmutter gezogen sei. Sie sei lesbisch und habe in Uganda 

mehrere lesbische Beziehungen geführt, unter anderem mit C._______ 

und mit D._______. Von C._______ habe sie sich im Jahr 2017 getrennt, 

weil deren Vater die Beziehung verboten habe. Mit D._______ sei die Be-

schwerdeführerin von 2019 bis 2022 in einer Beziehung gewesen. 

Zur Begründung des Asylgesuchs machte sie im Wesentlichen geltend, sie 

habe ihr Heimatland aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verlassen müs-

sen. Homosexualität sei in Uganda nicht akzeptiert und sie habe deswegen 

auch ihre Arbeitsstelle verloren. Auch sei ihre Familie deswegen wütend 

auf sie und würde sie nicht mehr sehen wollen. Im Oktober 2021 sei sie mit 

ihrer damaligen Freundin D._______ bei der Arbeit beim Küssen erwischt 

worden. Sie sei daraufhin von Polizisten zur Polizeistation mitgenommen 

worden und habe fünf Tage in Haft verbracht, während welcher sie schlecht 

behandelt worden sei und Gewalt erfahren habe. Schliesslich sei sie gegen 

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Kaution freigekommen, welche ihr Freund E._______ bezahlt habe. Nach 

der Entlassung hätte sie sich alle zwei Wochen auf der Polizeistation mel-

den müssen, was sie jedoch nur zwei Mal getan habe. Nach dem letzten 

Besuch auf dem Polizeiposten im Dezember 2021 sei sie zunächst bei ei-

nem Freund untergekommen, bevor sie sich für gut einen Monat bei einem 

Familienfreund des Vaters versteckt habe. Dieser habe die Situation der 

Beschwerdeführerin ausgenutzt und habe sie mehrmals vergewaltigt und 

geschlagen. Eines Tages habe sie sich gewehrt, ihn mit einem Hammer 

geschlagen und sei weggerannt. Er sei der Vater ihres Kindes. Mit der Hilfe 

ihres Freundes E._______ und einer weiteren, unbekannten Person habe 

sie Uganda am (…) Februar 2022 verlassen können und sei zunächst in 

die Ukraine gereist, wo sie von einer Dame abgeholt worden sei. Bei ihr sei 

sie untergebracht worden, habe sich aber für zwei bis drei Wochen – bis 

der Krieg ausgebrochen sei – zwangsprostituieren müssen. Nachdem der 

Krieg ausgebrochen sei, sei sie über Polen in die Schweiz gereist. In der 

Zwischenzeit habe der Vater von C._______ in Uganda ein Strafverfahren 

gegen die Beschwerdeführerin eingeleitet. 

G.  

Mit Verfügung vom 9. Januar 2024 – eröffnet am 10. Januar 2024 – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden, 

wies ihre Asylgesuche vom 15. Mai 2022 ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. 

H.  

Mit Eingabe vom 7. Februar 2024 erhoben die Beschwerdeführenden ge-

gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführerin und ihres Kindes festzustellen 

und ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft 

festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei 

die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subsubeventualiter die angefoch-

tene Verfügung aufzuheben und zur weiteren Sachverhaltsabklärung und 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchten sie um die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege einschliesslich der Bestellung einer amtlichen Rechtsbei-

ständin sowie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. 

I.  

Mit Schreiben vom 8. Februar 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde.  

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Seite 4 

J.  

Mit Eingaben vom 20. Februar 2024, vom 28. Februar 2024 und vom  

16. April 2024 reichten die Beschwerdeführenden weitere Unterlagen ins 

Recht. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. September 2024 verzichtete der Instrukti-

onsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, hiess die Gesuche 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung gut und setzte MLaw Lea Fritsche als amtliche Rechtsbeiständin ein. 

Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung 

eingeladen. 

L.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2024 liess sich die Vorinstanz innert erstreck-

ter Frist vernehmen und hielt vollumfänglich an ihren Erwägungen fest.  

M.  

Die Beschwerdeführenden ersuchten mit Eingabe vom 28. Oktober 2024 

um Fristerstreckung zur Replik. Weiter erklärte die rubrizierte Rechtsver-

treterin, dass die bisherige amtliche Rechtsvertretung ihre berufliche Tätig-

keit bei der Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende beendet habe. Des-

halb ersuchte sie, jene sei von ihrem amtlichen Mandat zu entbinden und 

die rubrizierte Rechtsvertreterin sei neu als amtlich zu bestellen. Die Replik 

ging am 12. November 2024 innert erstreckter Frist ein.  

N.  

Mit Eingabe vom 13. November 2024 ersuchte die rubrizierte Rechtsver-

treterin erneut um den Wechsel der amtlichen Vertretung und um Einset-

zung ihrer Person sowie um die Ausrichtung des bisher angefallenen Ho-

norars und reichte dazu eine Kostennote ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal-

tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 5 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde wurden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu 

beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der 

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Die Beschwerdeführenden rügen 

insbesondere die Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begrün-

dungspflicht.  

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist 

dagegen, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einläss-

lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die Begründungspflicht als Teilgehalt des 

rechtlichen Gehörs soll es der betroffenen Person ermöglichen, die Verfü-

gung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten (vgl. BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1 und BVGE 2008/47 E. 3.2, je m.w.H.). Die Begründung einer Ver-

fügung muss die wesentlichen Überlegungen wiedergeben, von denen sich 

die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid gestützt hat. 

Es ist allerdings nicht erforderlich, dass sich die Begründung mit allen Par-

teistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbrin-

gen ausdrücklich widerlegt. 

3.3 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe ihren Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die eingereichten Beweismittel 

nicht gewürdigt und im Asylentscheid zentrale Beweismittel, unter anderem 

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den Bericht des ugandischen Anwalts vom 30. Mai 2023 sowie den Haft-

befehl vom 5. Juli 2022, nicht aufgelistet habe. Die Begründungspflicht 

habe das SEM verletzt, indem es im Entscheid nicht darauf eingegangen 

sei, dass die Beschwerdeführerin Opfer von Menschenhandel geworden 

sei, und das Kindeswohl unberücksichtigt gelassen habe.  

3.4 In der Vernehmlassung führte die Vorinstanz dazu aus, die von den 

Beschwerdeführenden genannten Beweismittel seien zwar im Asylent-

scheid nicht einzeln aufgeführt worden, jedoch seien sie im Aktenverzeich-

nis aufgelistet und entsprechend auch berücksichtigt worden. Ugandische 

Dokumente würden aber nur einen geringen Beweiswert aufweisen, wes-

halb die eingereichten Beweismittel nicht geeignet gewesen seien, die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden glaubhaft zu machen. Zum Thema 

Menschenhandel führte das SEM aus, dass Vorbringen in Bezug auf Men-

schenhandel nur dann in den Asylentscheid einfliessen würden, wenn An-

lass zur Annahme bestehe, dass der betroffenen Person aufgrund des Vor-

gebrachten im Heimatland Gefahr drohe. Vorliegend würden Zweifel an der 

angeblichen Person E._______ und der weiteren Person, welche der Be-

schwerdeführerin zur Ausreise verholfen habe, bestehen, da ihre Aussa-

gen in dieser Hinsicht äusserst unsubstantiiert ausgefallen seien. Zudem 

sei nicht davon auszugehen, dass die der Beschwerdeführerin unbekannte 

Person, welche sie lediglich einmal gesehen habe, bei Rückkehr der Be-

schwerdeführerin ein Interesse an ihr hätte oder sie überhaupt wiederer-

kennen würde. Weiter sei die Beschwerdeführerin gemäss ihren Aussagen 

nicht im Heimatland rekrutiert worden. Sie habe auf eigene Initiative aus 

Uganda ausreisen wollen und sei erst in der Ukraine Opfer von Menschen-

handel geworden. Zum Kindeswohl äusserte sich die Vorinstanz in der Ver-

nehmlassung dahingehend, dass bei einem (…) Kleinkind davon auszuge-

hen sei, dass in erster Linie noch dessen Bindung an seine primäre Be-

zugsperson, vorliegend seine Mutter, massgeblich sei für die Reintegration 

im Heimatland und es keine Hinweise dafür gebe, dass das Kind unter der 

Obhut der Beschwerdeführerin in irgendeiner Art gefährdet wäre. 

3.5 Diesen Ausführungen hielten die Beschwerdeführenden in der Replik 

entgegen, der Haftbefehl sei von der Vorinstanz klar nicht gewürdigt wor-

den, habe diese in der Verfügung doch festgehalten, dass die Beschwer-

deführenden «keine Beweismittel, namentlich den Haftbefehl» habe einrei-

chen können. Es sei daher schlicht falsch, dass die Vorinstanz den einge-

reichten Haftbefehl entsprechend gewürdigt habe. Dass Beweismittel ohne 

die Feststellung eines formellen Mangels, der die Fälschung der Doku-

mente explizit belege, nicht berücksichtigt worden seien, verletze nicht nur 

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den Anspruch auf rechtliches Gehör, sondern auch Art. 8 ZGB. Weiter hiel-

ten die Beschwerdeführenden fest, dass Beweismittel nicht in einer be-

stimmten Reihenfolge eingereicht werden müssten und dass aus einer sol-

chen Reihenfolge auch nicht auf die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ge-

schlossen werden dürfe. Bei der Einreichung sei keine Reihenfolge zu be-

achten, sondern die Beweismittel müssten sich lediglich logisch und zeit-

lich in die Vorbringen der Beschwerdeführerin einbetten lassen. In Bezug 

auf den Menschenhandel wird in der Replik ausgeführt, es sei nicht nach-

vollziehbar, weshalb die Vorinstanz an der Existenz von E._______ zweifle, 

habe sie diesen mehrmals und an verschiedenen Stellen während ihrer 

Anhörungen erwähnt. Es erstaune, dass die Vorinstanz nicht auf den Ein-

schätzungsbericht der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) 

eingegangen sei, welcher die Vorbringen der Beschwerdeführerin in allen 

Punkten bestätige und sie klar als Opfer von Menschenhandel identifiziere. 

Zudem werde ausgeführt, dass der unbekannte Mann, welcher die Reise 

der Beschwerdeführerin organisiert habe, sich noch immer in Uganda auf-

halte. Alles in allem gelinge der Beschwerdeführerin der Beweis, dass sie 

im Falle einer Rückkehr einem unmittelbaren Risiko von Vergeltungsmass-

nahmen oder sogar einer erneuten Zwangsrekrutierung in die Prostitution 

ausgesetzt sei. Es sei zudem nicht verständlich, wie die Vorinstanz zur Auf-

fassung gelange, die Beschwerdeführerin sei auf eigene Initiative ausge-

reist und erst in der Ukraine Opfer von Menschenhandel geworden. 

Dadurch, dass die Vorinstanz den ins Recht gelegten Einschätzungsbe-

richt nicht gewürdigt habe, habe sie das rechtliche Gehör verletzt. Zum 

Kindeswohl wird in der Replik geltend gemacht, das SEM habe nur einige 

wenige Kriterien berücksichtigt und die Argumentation erfülle die Anforde-

rungen der Rechtsprechung deshalb nicht. Es sei nicht nachvollziehbar, 

wie die Vorinstanz zum Schluss komme, dass der Wegweisungsvollzug 

vorliegend zulässig sei. 

3.6 Das SEM hat in einer Gesamtwürdigung der Vorbringen und Beweis-

mittel nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, von wel-

chen Überlegungen es sich leiten liess. Zwar hat es in seiner Verfügung 

fälschlicherweise geschrieben, die Beschwerdeführerin habe keinen Haft-

befehl eingereicht. Jedoch hielt das SEM sowohl in der Verfügung wie auch 

in der Vernehmlassung fest, dass ugandische Dokumente aufgrund ihres 

geringen Beweiswerts nicht geeignet seien, die Vorbringen der Beschwer-

deführerin – auch in Anbetracht der zahlreichen Widersprüche – glaubhaft 

zu machen. Es kann daher offengelassen werden, ob das SEM den Haft-

befehl in seiner Verfügung tatsächlich noch nicht berücksichtigt hatte, da 

es dies, sollte es sich um eine Gehörsverletzung handeln, in der 

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Vernehmlassung nachgeholt hat. Gleiches gilt für die Berücksichtigung des 

Einschätzungsberichts der FIZ. Der blosse Umstand, dass die Beschwer-

deführenden die vom SEM gezogenen Schlüsse und die Auffassung, ugan-

dische Beweismittel hätten einen geringen Beweiswert, nicht teilen, stellt 

weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch der Begründungs-

pflicht dar, sondern betrifft eine Frage der rechtlichen Würdigung, auf wel-

che nachfolgend im Rahmen der materiellen Prüfung einzugehen ist.  

3.7 Mit den Beschwerdeführenden ist festzustellen, dass sich die Vorin-

stanz in der angefochtenen Verfügung weder zur Thematik des Menschen-

handels geäussert hat noch näher auf das Kindswohl eingegangen ist. Da-

mit hat sie die ihr obliegende Begründungspflicht verletzt. Indem die Vor-

instanz in der Vernehmlassung jedoch zu diesen Punkten hinreichend Stel-

lung genommen hat und den Beschwerdeführenden anschliessend im 

Rahmen der Replik diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt wurde, 

wurde das Versäumte nachgeholt. Es liegt keine schwerwiegende Verlet-

zung vor. Namentlich auch deshalb nicht, weil vorliegend die fehlende Ent-

scheidreife mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann und dem 

Bundesverwaltungsgericht, da die Frage den Vollzugspunkt beschlägt, 

freie Überprüfungsbefugnis zukommt. Damit hat die festgestellte Verlet-

zung als geheilt zu gelten (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1, BVGE 2014/22  

E. 5.3 m.w.H.).  

3.8 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det beziehungsweise der gerügte Rechtsmangel als geheilt. Es besteht 

keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung derentwegen aufzuhe-

ben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende 

Rechtsbegehren ist abzuweisen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 9 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In ihrer abweisenden Verfügung kam die Vorinstanz zum Schluss, die 

Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den Anforderungen an die 

Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass deren 

Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Die Vorbringen seien nicht nach-

vollziehbar und unzureichend substanziiert. Die Schilderungen seien un-

konkret, undetailliert und undifferenziert ausgefallen. So habe die Be-

schwerdeführerin beispielsweise keine klaren Angaben zu ihren Aufent-

haltsorten vor der Ausreise machen können und ihre Schilderungen zur 

angeblichen Verfolgung und Diskriminierung aufgrund ihrer Homosexuali-

tät seien oberflächlich und wenig konkret ausgefallen. Sie behaupte zwar, 

wegen homosexueller Handlungen inhaftiert worden zu sein, könne aber 

weder den Zeitpunkt der Inhaftierung genau benennen noch plausibel er-

klären, warum kein Strafverfahren eingeleitet worden sei. Die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Homosexualität sei in Zweifel zu ziehen. Ihre Angaben hierzu 

hätten weder eine persönliche Perspektive noch den inneren Prozess des 

Bewusstwerdens enthalten, der bei einer solchen Lebenssituation zu er-

warten gewesen wäre. Stattdessen habe sie sich auf oberflächliche Aus-

sagen wie «Das war mein Wunsch aus tiefstem Herzen, das wollte ich» 

(A 24 F105) beschränkt und auch auf Nachfrage keine weiteren Details lie-

fern können.  

Auch ihre Angaben zur Beziehung mit D._______ weise Ungereimtheiten 

auf. Sie habe angegeben, D._______ in einer Bar kennengelernt zu haben, 

in der sie zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht gearbeitet habe. Darauf 

angesprochen, habe sie den Beginn der Beziehung nicht mehr genau ein-

ordnen können. Das Ende der Beziehung bleibe ebenfalls unklar und es 

wirke wenig nachvollziehbar, dass sie nach der Inhaftierung keinerlei Inte-

resse an ihrem Verbleib gezeigt habe. Ferner habe die Beschwerdeführerin 

auch widersprüchliche Aussagen in Bezug auf ihre zweite Freundin 

C._______ gemacht. Diese habe sie in der ersten Anhörung gar nicht und 

in der zweiten Befragung erst auf Nachfragen der Befragerin erwähnt. Auf 

die Frage habe sie überrascht gewirkt, habe stockend gesprochen und 

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Seite 10 

überlegen müssen. Weiter habe sie an mehreren Stellen C._______ und 

D._______ durcheinandergebracht, was den Eindruck erwecke, die Anga-

ben zu C._______ seien nachgeschoben. Es sei zudem nicht logisch, dass 

sie nach der Trennung im Jahr 2017 keinen Kontakt mehr gehabt hätten, 

C._______ sie mehrere Jahre später aber plötzlich vor Gericht belastet ha-

ben solle. Auf Nachfrage habe die Beschwerdeführerin keine überzeu-

gende Antwort geben können.  

Darüber hinaus seien die Schilderungen zur gesellschaftlichen und famili-

ären Ablehnung sowie zur Kündigung durch ihren Arbeitgeber oberflächlich 

und wenig aussagekräftig geblieben. Auch die Vorfälle beim Freund des 

Vaters habe sie diffus und ohne die Substanz, die von einer tatsächlich 

betroffenen Person zu erwarten gewesen wäre, geschildert. Eine zeitliche 

oder örtliche Einordnung der Ereignisse sei ihr auch hier nicht gelungen. In 

ihren Angaben würden sich auch weitere Unstimmigkeiten, wie Beispiels-

weise die Behauptung, sie habe ihre E-Mail-Adresse erst im Jahr 2020 ein-

gerichtet. Beweismittel würden jedoch zeigen, dass die besagte E-Mail-Ad-

resse bereits im Jahr 2016 existiert habe. Auch ihre Angaben zur Ausreise 

in Bezug auf den Pass seien widersprüchlich. Während sie zunächst von 

einem gefälschten Pass gesprochen habe, habe sie später erklärt, sie habe 

Geld in den Pass gelegt, um die Ausreise zu ermöglichen.  

Die eingereichten Beweismittel hätten sodann weitere Zweifel aufgewor-

fen. Einerseits sei der Beweiswert von ugandischen Dokumenten gering, 

da diese leicht käuflich zu erwerben seien. Andererseits habe sie zuerst 

angegeben, keine Beweismittel zu besitzen, dann aber doch Unterlagen 

eingereicht, welche jedoch nicht im Zusammenhang mit ihrer Haftstrafe 

stünden, sondern auf Oktober und November 2022 datierte Strafunterla-

gen seien, welche zeitlich nicht in die Schilderungen passen würden. Dies 

habe bei der Vorinstanz den Eindruck erweckt, die Beweismittel seien 

nachträglich konstruiert worden. Dieser Eindruck werde erhärtet durch die 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin von ihrem Bruder am 8. November 

2022 eine E-Mail erhalten habe, in welcher eine «Invitation to police to as-

sist investigations» mit Ausstellungsdatum vom 15. November 2022 ent-

halten habe. Aufgrund der Daten könne es sich unmöglich um ein echtes 

Dokument handeln. Auch die zeitliche Reihenfolge der Eingaben der Be-

weismittel erhärte den Verdacht, dass das Thema der Freundin C._______ 

sowie die diesbezüglichen Beweismittel von der Beschwerdeführerin kon-

struiert worden seien. 

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Seite 11 

Insgesamt würden die Vorbringen deshalb der Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht standhalten. 

5.2 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe den herabge-

setzten Beweisanforderungen gemäss Art. 7 AsylG vorliegend nicht hinrei-

chend Rechnung getragen und es fehle insgesamt an einer objektiven 

Sichtweise. Dies zeige sich an den vielen verwendeten Textbausteinen und 

dem Abstellen auf behauptete Widersprüche, welche aber gar keine seien. 

Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin stark 

traumatisiert sei, weshalb es ihr nicht möglich sei, das Erlebte in dem De-

tailgrad zu schildern, den die Vorinstanz verlange. In Bezug auf ihre sexu-

elle Orientierung sei nicht gewürdigt worden, dass sie in einem «stark ho-

mophoben» Land aufgewachsen sei, weshalb sie sich nicht in gleicher 

Weise mit ihrer Homosexualität habe auseinandersetzen können, wie dies 

vielleicht in der Schweiz der Fall gewesen wäre.  

Es sei weiter nicht nachvollziehbar, wieso die Vorinstanz die Vorbringen zur 

Homosexualität und der erlebten Haftstrafe als zu allgemein qualifiziert 

habe, habe sie doch sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Anhörung 

emotionsvoll und detailliert, in sich schlüssig und ohne Widersprüche über 

die traumatische Inhaftierung aufgrund ihrer Homosexualität berichtet. 

Auch die Vorbringen zu ihrer Freundin D._______ seien entgegen der Auf-

fassung der Vorinstanz weder vage noch oberflächlich gewesen. Der ein-

zige Widerspruch liege in den Angaben des Beginns der Beziehung, wel-

cher einmal auf 2019 und ein anderes Mal auf das Jahr 2020, in welchem 

sie die Arbeitsstelle in der Bar angetreten habe, gelegt worden sei. Hier 

hätte es der Vorinstanz oblegen, noch einmal nachzufragen. So sei es bei-

spielsweise denkbar, dass die Beschwerdeführerin bereits in der Bar ver-

kehrt sei, bevor sie begonnen habe, dort zu arbeiten. In Bezug auf das 

Ende der Beziehung wird festgehalten, die Beschwerdeführerin habe 

D._______ zuletzt auf dem Polizeiposten gesehen, als sie zum zweiten 

Mal der Meldepflicht nachgekommen sei. Anschliessend hätten beide sich 

versteckt. Sie habe im Dezember 2021 mit ihr zuletzt per Telefon gespro-

chen.  

In Bezug auf das Vorbringen zur Verfolgung durch den Freund des Vaters, 

rügen die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe die traumatisieren-

den Vergewaltigungen beim Asylentscheid beziehungsweise bei der Sub-

stantiierung des Vorbringens nicht gewürdigt. Opfer einer Traumatisierung 

hätten oft Schwierigkeiten, die gemachten Erlebnisse zur Sprache zu brin-

gen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz keine 

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Seite 12 

eingehende medizinische und insbesondere psychiatrische bzw. traumas-

pezifische Statuserhebung durchgeführt habe. Die Beschwerdeführerin 

habe zudem die Fragen zu diesem Punkt ausführlich und zeitlich korrekt 

beantwortet. 

Was ihre sexuelle Orientierung angehe, sei die Einschätzung der Vorin-

stanz in Unkenntnis der Verhältnisse erfolgt und sie würdige die Lebens-

umstände der Beschwerdeführerin bis zu ihrer Ankunft in der Schweiz 

nicht. In Uganda würden homosexuelle Menschen verfolgt und jahrelang 

ins Gefängnis gesteckt. Seit der Verabschiedung des Anti-Homosexuality 

Acts im Mai 2023 würden Homosexuelle sogar getötet und auch deren 

Hilfspersonen ins Gefängnis gesteckt. Zudem sei die medizinische Be-

handlung für homosexuelle Menschen eingeschränkt. Die Beschwerdefüh-

rerin habe Aussagen zu ihrer Sexualität gemacht, insbesondere Angaben 

dazu, wann sie realisiert habe, dass sie lesbisch sei und auch über den 

Umstand, dass es in Uganda keine Quellen gegeben habe, um sich über 

Homosexualität informieren zu können. Seitdem sie in der Schweiz sei, 

nehme sie aber regelmässig an so genannten Queer Events teil und könne 

sich dort mit gleichgesinnten Menschen in der Schweiz austauschen. Mit 

Beschwerdeergänzung vom 20. Februar 2024 reichte die Beschwerdefüh-

rerin zudem einen Einschätzungsbericht der FIZ ein. Dieser untermauere 

die Homosexualität der Beschwerdeführerin und zeige zudem, dass sich 

der Mann, der die Ausreise der Beschwerdeführerin organisiert habe, noch 

in Uganda aufhalte. Aus diesem Bericht gehe zudem hervor, dass die Be-

schwerdeführerin während der fünftägigen Haft ebenfalls vergewaltigt wor-

den sei. Dies wird im Rahmen der Beschwerdeergänzung geltend ge-

macht. 

Die Beschwerdeführerin habe ihre Freundin C._______ in der ersten An-

hörung lediglich nicht erwähnt, weil sie keine Notwendigkeit dafür gesehen 

habe und sie nicht explizit nach Freundinnen vor D._______ gefragt wor-

den sei. Auf Nachfragen, wer C._______ sei, habe sie detailliert ausgesagt. 

Von dem vom Vater von C._______ eröffneten Strafverfahren habe sie so-

dann zufällig erfahren. Auf Nachfrage zum Strafverfahren habe sie ange-

geben, sie vermute, dass C._______ wegen ihrer Homosexualität mit den 

Behörden Probleme gehabt habe und sich als Ausweg durch die Anzeige 

weiterer homosexueller Menschen, namentlich der Beschwerdeführerin, 

die Freiheit erkauft habe. Auch in dieser Hinsicht seien die Ausführungen 

der Beschwerdeführerin detailliert, chronologisch, logisch und wider-

spruchsfrei. 

D-832/2024 

Seite 13 

Die von der Vorinstanz angeführten Widersprüche könnten zudem über-

wiegend aufgelöst werden. Beispielsweise seien die Aussagen zu ihrem 

Pass nicht widersprüchlich: Nur weil sie bei der ersten Anhörung nicht er-

wähnt habe, dass der Reisepass, in welchen sie das Geld bei ihrer Aus-

reise hineingelegt habe, gefälscht sei, stelle dies keinen Widerspruch dar. 

Es hätte der Vorinstanz oblegen, hier nochmals genauer nachzufragen. 

Auch die weiteren angeblichen Widersprüche wären bei pflichtgemässem 

Nachfragen der Vorinstanz ausgeräumt worden, was die Vorinstanz aber 

unterlassen habe, weshalb sie der Beschwerdeführerin nicht angelastet 

werden dürften. Die Vorinstanz habe es unterlassen, die traumatischen Er-

lebnisse bei der Beurteilung zu würdigen. Alles in allem seien die Aussagen 

der Beschwerdeführerin in sich konsistent, detailliert und überwiegend 

glaubhaft. 

Da die Vorbringen glaubhaft seien, machten die Beschwerdeführenden in 

der Beschwerde auch Ausführungen zu Art. 3 AsylG. Sie bringen im We-

sentlichen vor, die Beschwerdeführerin würde bei einer Rückkehr direkt in-

haftiert oder gar ums Leben gebracht, würden doch in Uganda zwei Ver-

fahren aufgrund Homosexualität gegen sie laufen. Nicht zu vergessen sei, 

dass ihr Kind fremdplatziert werden würde. Sofern sie einer Inhaftierung 

entkommen könne, werde sie ihr ganzes Leben versteckt leben müssen 

und könne keiner legalen Arbeit nachgehen. Die Flüchtlingseigenschaft 

nach Art. 3 AsylG sei zu bejahen. 

Weiter brachten die Beschwerdeführenden objektive Nachfluchtgründe 

vor. Durch die Verabschiedung des Anti-Homosexuality Acts im Mai 2023 

sei es zu einer drastischen Verschärfung der rechtlichen Stellung von les-

bischen Personen gekommen und es drohe die Todesstrafe. 

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

ner asylsuchenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchenden Person spre-

chen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise 

abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung ei-

nes Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, 

substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilde-

rung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung 

einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch 

D-832/2024 

Seite 14 

Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstim-

mung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere 

bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 

Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine 

Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des we-

sentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, 

persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die asylsuchende 

Person sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen.  

6.3 Insbesondere die Vorbringen zur Homosexualität fallen oberflächlich 

und weitgehend detailarm aus. Es ist zwar zu berücksichtigen, dass es sich 

bei der sexuellen Orientierung um einen inneren Vorgang und eine persön-

liche Angelegenheit handelt, wobei ein sehr intimer Bereich der Pri-

vatsphäre betroffen ist und es – gerade für Personen aus einem Kultur-

kreis, welcher Homosexualität pönalisiert und gesellschaftlich ächtet – 

schwerfallen kann, sich offen darüber zu äussern und detailliert zu be-

schreiben, wie sich die sexuelle Identität entwickelt hat (vgl. zu den Her-

ausforderungen bei der Glaubhaftigkeitsprüfung von Vorbringen, welche 

innere Vorgänge betreffen, das Referenzurteil des BVGer D-4952/2014 

vom 23. August 2017 E. 6.2). Jedoch würde sich ein Prozess des «inneren 

Ringens» zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Konventionen und 

der Erkenntnis der eigenen sexuellen Veranlagung in solchen Konstellati-

onen aufdrängen. Die Angaben der Beschwerdeführerin hinterlassen je-

doch nicht den Eindruck, sie habe den komplexen Prozess der Selbstfin-

dung und Selbstwahrnehmung in einer Gesellschaft, in welcher Angehö-

rige sexueller Minderheiten Diskriminierungen ausgesetzt sind und mit 

strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben, persönlich durchlebt. 

So gab sie in den Anhörungen nur an, sie habe in der 13. Klasse realisiert, 

dass sie homosexuell sei (vgl. A24 F101). Es sei ein längerer Prozess ge-

wesen (vgl. A24 F132). Sie habe es realisiert, weil sie keine Beziehung mit 

Männern gewollt habe, dies unter anderem, weil Männer nicht gut mit ihrer 

Mutter umgegangen seien (vgl. A24 F102). Auf die Bitte, den Prozess ge-

nauer zu beschreiben, gab die Beschwerdeführerin lediglich an, sie habe 

sich «einfach wohler mit Mädchen gefühlt» (vgl. A24 F133). Auch wenn in 

einem jungen Alter die Auseinandersetzung mit der Problematik der Homo-

sexualität in einem Land, in dem gleichgeschlechtliche sexuelle Handlun-

gen strafbar sind und einen Verstoss gegen die gesellschaftlichen Normen 

D-832/2024 

Seite 15 

darstellen, noch nicht sehr ausgeprägt sein dürfte, ist zumindest ein Erken-

nen und in Betracht ziehen der Problematik zu erwarten. Dies ist aber nicht 

der Fall und die Angaben zur sexuellen Orientierung wirken sehr knapp und 

oberflächlich. In der Beschwerde wurde an der Homosexualität der Be-

schwerdeführerin festgehalten. Ausser der Angabe, die Beschwerdeführe-

rin besuche in der Schweiz so genannte Queer Events und werde dabei 

von ihrer Mentorin und Psychologin F._______ unterstützt, lieferte die Be-

schwerdeführerin diesbezüglich keine neuen Ausführungen, welche die 

Glaubhaftigkeit des Vorbringens stützen würden. Auch der Bericht von 

F._______ vermag an der Einschätzung nichts zu ändern, zumal dieser im 

Wesentlichen darauf hinweist, dass die Beschwerdeführerin einsam sei 

und sich den sozialen Austausch wünsche. Auch der Umstand, dass sich 

die Beschwerdeführerin einer Organisation für homosexuelle Menschen 

angeschlossen hat, kann die Beschwerdeführerin nicht davon befreien, 

ihre lesbische Veranlagung glaubhaft vorzutragen. Insgesamt scheint das 

Vorbringen der Homosexualität der Beschwerdeführerin unglaubhaft. 

Unterstrichen wird der Eindruck der Unglaubhaftigkeit dadurch, dass die 

Beschwerdeführerin C._______ erst bei der zweiten Anhörung erwähnte. 

Dies erstaunt insbesondere in Anbetracht dessen, dass der Beschwerde-

führerin bei der ersten Anhörung Fragen zu ihrer Homosexualität gestellt 

worden sind. Dass sie die Notwendigkeit nicht sah, Ausführungen zu ihren 

zwei geführten Beziehungen zu machen, erweckt den Eindruck, dass die 

Beziehung zu C._______ konstruiert worden ist. Weiter scheint es auch 

gegen die allgemeine Lebenserfahrung zu sein, dass ebendiese Freundin, 

beziehungsweise deren Vater, nach mehreren Jahren ohne Kontakt plötz-

lich ein Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin anhängig machen 

soll. Die eingereichten Beweismittel zu diesem Strafverfahren erhärten den 

Eindruck, dass dieses sowie auch die Freundin C._______ nachträglich 

konstruiert wurden. So kann es sich beim Beweismittel «Invitation to police 

to assist investigations» unmöglich um ein echtes Dokument handeln. Die 

Beschwerdeführerin hat dieses per E-Mail am 8. November 2022 erhalten, 

jedoch ist das Dokument datiert auf den 15. November 2022.  

Die Vorbringen zu ihrer Freundin D._______ wirken ebenfalls in vielerlei 

Hinsicht unglaubhaft. Die Beschwerdeführerin konnte den Beginn der Be-

ziehung nicht mehr genau einordnen und auch beim Ende der Beziehung 

blieb sie bei ihren Ausführungen vage und erklärte lediglich, sie hätten sich 

nicht mehr gesehen, nachdem sie zum zweiten Mal zur Ausübung der Mel-

depflicht auf dem Polizeiposten gewesen seien, und hätten anschliessend 

nur noch einmal telefoniert. Eine zweijährige Partnerschaft sollte in der 

D-832/2024 

Seite 16 

Regel deutliche Spuren im Leben einer Person hinterlassen, insbesondere 

wenn diese aufgrund einer Inhaftierung endet. Doch das Ende der Bezie-

hung scheint für die Beschwerdeführerin keine prägnante Erinnerung dar-

zustellen. Noch bemerkenswerter ist, dass die Beschwerdeführerin nicht in 

der Lage war, den Zeitpunkt ihrer Inhaftierung zu benennen, obwohl diese 

angeblich einen erheblichen Einfluss auf ihr Leben hatte. Eine solch ein-

schneidende Erfahrung, die angeblich weitreichende Folgen wie die Ableh-

nung durch ihre Familie und den Verlust der Arbeitsstelle mit sich brachte, 

sollte in der Erinnerung präsent sein. Besonders unplausibel scheint auch 

die Erklärung, dass nach der Inhaftierung kein Strafverfahren eingeleitet 

worden sei, weil zunächst Beweise hätten gesammelt werden müssen. Die 

Beschwerdeführerin wurde aber von einer Person bei homosexuellen 

Handlungen erwischt und von mehreren Personen denunziert, was angeb-

lich letztlich zu ihrer Inhaftierung führte. Diese Vorwürfe sollten in einem 

solchen Kontext ausreichen, um ein Verfahren einzuleiten. Die weiteren, 

durchaus schwerwiegenden Konsequenzen, die sie vorträgt, wie den Ver-

lust ihres Arbeitsplatzes und die Ablehnung durch ihre Familie, bleiben 

ebenfalls vage und wenig detailliert. Es fehlt an konkreten Schilderungen 

und Beschreibungen, welche das Vorbringen untermauern und glaubhaft 

machen würden.  

6.4 Hinsichtlich der vorgebrachten Vergewaltigungen durch den Freund 

des Vaters und der angeblichen Drohungen, die nach ihrem Weglaufen er-

folgt sein sollen, ist der Einschätzung der Vorinstanz zuzustimmen, dass 

auch diese Schilderungen nicht die Substanz aufweisen, die von einer Per-

son zu erwarten wäre, die derartige Erlebnisse tatsächlich erlebt hat. Auch 

die ausdrückliche Aufforderung, die Vorfälle detaillierter zu schildern, blieb 

erfolglos. Die Aussagen blieben vage und es fehlte an erlebnisorientierten 

Details, die den geschilderten Ereignissen mehr Glaubwürdigkeit verliehen 

hätten. 

6.5 Insgesamt halten die Vorbringen der Beschwerdeführenden den Anfor-

derungen an die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht Stand. 

Mangels Glaubhaftigkeit erübrigt sich eine materielle Würdigung der Vor-

bringen. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

D-832/2024 

Seite 17 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

D-832/2024 

Seite 18 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der 

Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 

von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 

für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-

Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete 

Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall 

einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausfüh-

rungen gelingt ihnen das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssitua-

tion im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen.  

8.2.6 Hinsichtlich des Risikos der Beschwerdeführerin, in Uganda erneut 

Menschenhandel ausgesetzt zu werden, ist der Vorinstanz dahingehend 

zuzustimmen, dass ein solches Risiko nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit 

angenommen werden kann. Die Beschwerdeführenden bringen vor, im Be-

richt der FIZ werde klar festgestellt, dass die Beschwerdeführerin Opfer 

von Menschenhandel geworden sei und es werde zudem festgehalten, 

dass die verantwortliche Person sich noch immer in Uganda aufhalte. Bei 

einer Rückkehr bestehe deshalb durchaus die Gefahr, Vergeltungsmass-

nahmen aufgrund noch bestehender Schulden durch die Ausreise sowie 

sogar einer erneuten Rekrutierung ausgesetzt zu sein. Deshalb sei von ei-

ner Wegweisung abzusehen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Der 

Vorinstanz ist jedoch darin zuzustimmen, dass die Ausführungen der Be-

schwerdeführerin zu E._______ Widersprüche enthalten sowie vage und 

wenig nachvollziehbar sind, weshalb an dessen Existenz gewisse Zweifel 

bestehen. Selbst bei Wahrunterstellung der Existenz von E._______ er-

scheint es aber unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei einer 

Rückkehr nach Uganda Vergeltungshandlungen oder einem ernsthaften 

Risiko ausgesetzt wäre, (erneut) Opfer von Menschenhandel zu werden. 

Hinweise auf eine entsprechende Gefährdung ergeben sich aus den Akten 

jedenfalls nicht, zumal nicht klar wird, ob die Fluchthelfer selber überhaupt 

in die Prostitution involviert waren und einen Schaden erlitten haben. Die 

Beschwerdeführerin vermutete nämlich vielmehr, dass die Frau, welche sie 

D-832/2024 

Seite 19 

in der Ukraine getroffen habe, die Kosten für den Pass und die Reise in die 

Ukraine bezahlt habe (A 50 F 36 f.). Ein nachhaltiges Interesse dieser Per-

son an der Beschwerdeführerin ist indes nicht anzunehmen. Es ist nur 

schon fraglich, ob sie die Beschwerdeführerin überhaupt wiedererkennen 

würde, zumal sie sie gemäss ihren Aussagen nur einmal vor knapp drei 

Jahren gesehen habe. Alles in allem ist daher nicht davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Uganda erneut Op-

fer von Menschenhandel wird oder Vergeltungshandlungen zu befürchten 

hätte.  

8.2.7 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 In Uganda herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation 

allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumutbar 

wäre (vgl. Urteil des BVGer E-3189/2020 vom 28. März 2023 E. 12.3.1).  

8.3.3 In individueller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass 

ihr bei einer Rückführung ein unmittelbares Risiko einer erneuten Rekru-

tierung in die Prostitution oder Vergeltungsmassnahmen drohen würden. 

Sie habe keine Familienmitglieder, welche ihr bei einer Reintegration be-

hilflich sein würden, zumal sie aufgrund ihrer Homosexualität verstossen 

worden sei. Auch seien ihre Eltern bereits verstorben. Sie wäre also völlig 

auf sich alleine gestellt. Weiter verfüge sie zwar über Arbeitserfahrung, je-

doch könne sie als alleinerziehende Mutter von einem Kleinkind und ohne 

familiäre Unterstützung nicht einer Vollzeitstelle nachgehen. Aus diesen 

Gründen und aufgrund ihres Traumas sei sie nicht in der Lage, für sich und 

ihr Kind eine Existenzgrundlage zu schaffen. Alle diese Punkte würden zu-

dem für eine Gefährdung des Kindswohls sprechen. Der Vollzug der Weg-

weisung sei deshalb als unzumutbar zu erachten. 

8.3.4 Hinsichtlich der geltend gemachten Unzumutbarkeit der Wegweisung 

wegen Menschenhandels, ist auf die Ausführungen in E. 8.2.6 zu 

D-832/2024 

Seite 20 

verweisen, wo festgehalten wird, dass eine drohende Gefahr nicht wahr-

scheinlich erscheint. Dieses Vorbringen führt folglich nicht zur Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs. Weiter handelt es sich bei der Be-

schwerdeführerin um eine junge Frau mit einer guten Schulbildung. Sie 

konnte bereits Berufserfahrung sammeln und es war ihr vor der Ausreise 

möglich, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Die Beschwerdeführe-

rin verfügt über Familie in Uganda, darunter über einen Halbbruder. Entge-

gen der Ausführung in der Replik ist aufgrund von eingereichten E-Mails 

davon auszugehen, dass sie mit diesem zwischenzeitlich in Kontakt stand. 

Zudem hat sie mehrere Freunde, welche sie in der Vergangenheit bereits 

unterstützt haben. Es besteht daher ein soziales Beziehungsnetz, welches 

ihr und ihrem Kind bei der Re-Integration behilflich sein kann. Es ist daher 

nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Kind bei 

einer Rückkehr nach Uganda aufgrund der allgemeinen Situation oder aus 

individuellen Gründen wirtschaftlicher oder sozialer Natur in eine existen-

zielle Notlage geraten würden. 

8.3.5  In Bezug auf den gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin 

kann festgehalten werden, dass es sich bei ihr zwar um eine gesundheit-

lich, insbesondere psychisch, belastete Frau handelt. So zeigen diverse 

Arztberichte auf, dass sie verschiedene psychische Probleme, darunter 

Depressionen und eine Posttraumatische Belastungsstörung aufweise, 

und es wird geltend gemacht, dass eine Wegweisung eine Retraumatisie-

rung hervorrufen würde. Gleichwohl kann in ihrem Fall nicht von einer der-

gestalt gearteten psychischen Erkrankung ausgegangen werden, welche 

einem Wegweisungsvollzug nach Uganda entgegenstehen würde. Insbe-

sondere ist nicht davon auszugehen, sie wäre auf eine Behandlung ange-

wiesen, die zwingend nur in der Schweiz gewährleistet werden könnte. 

Selbst wenn eine Rückkehr nach Uganda mit einer (vorübergehenden) 

Verschlechterung des psychischen Zustands der Beschwerdeführerin ein-

hergehen sollte, ergibt sich weder aus den eingereichten ärztlichen Berich-

ten noch sonst aus den Akten eine schwerwiegende Erkrankung, die zur 

Annahme führen würde, bei einer Rückkehr in ihr Heimatland käme es zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Bedrohung ihrer Gesundheit. Me-

dizinische Gründe stehen dem Wegweisungsvollzug somit nicht entgegen.  

8.3.6 Sodann ist der Wegweisungsvollzug auch unter Berücksichtigung 

des Kindeswohls nicht unzumutbar. Nach geltender Rechtsprechung sind 

bei der Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AlG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 des 

Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 

(KRK, SR 0.107) unter dem Aspekt des Wohls des Kindes namentlich 

D-832/2024 

Seite 21 

folgende Kriterien im Rahmen einer gesamtheitlichen Beurteilung von Be-

deutung: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) 

seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen, Stand und 

Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbildung sowie der Grad der erfolgten 

Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. BVGE 

2015/30 E. 7.2 m.w.H.). Vorliegend ist offensichtlich die Mutter die Haupt-

bezugsperson des knapp zwei Jahre alten Kindes. Auch eine eigenstän-

dige Integration in das hiesige Umfeld dürfte angesichts des noch sehr jun-

gen Alters nicht in einem derartigen Umfang stattgefunden haben, dass 

eine Rückkehr nach Uganda zu einer massgeblichen Entwurzelung führen 

würde. Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 3 Abs. 1 KRK sind damit nicht 

ersichtlich (vgl. die zu beachtenden Kriterien in BVGE 2009/51 E. 5.6 und 

2009/28 E. 9.3.2). 

8.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen 

wurde mit Zwischenverfügung vom 11. September 2024 das Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen, 

weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind.  

10.2 Praxisgemäss ist eine anteilsmässige Parteientschädigung zuzuspre-

chen, wenn, wie vorliegend, eine Verfahrensverletzung auf 

D-832/2024 

Seite 22 

Beschwerdeebene geheilt wird. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist die von der Vorinstanz auszu-

richtende Parteientschädigung auf Fr. 400.– festzusetzen.  

10.3 Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 11. September 2024 wurde das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutge-

heissen und MLaw Lea Fritsche als amtliche Rechtsvertreterin beigeord-

net. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2024 wurde von der rubrizierten 

Rechtsvertreterin um Entlassung von MLaw Lea Fritsche aus dem amtli-

chen Mandat und um Einsetzung ihrer Person als neue amtliche Rechts-

vertreterin ersucht. Diesem Gesuch ist stattzugeben.  

Über die Entschädigung der amtlichen Rechtsvertreterin ist im vorliegen-

den Endentscheid zu befinden. Mit Eingabe vom 13. November 2024 

reichte sie eine Kostennote ein, in welcher ein Arbeitsaufwand von insge-

samt 24 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 200.– sowie pauschale 

Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 40.– ausgewiesen werden. Das 

Gericht geht bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenan-

satz von Fr 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Ver-

treter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), wobei nur der notwendige Aufwand 

zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der ausgewiesene zeitliche 

Aufwand ist als angemessen zu bezeichnen. Hingegen ist der Stundenan-

satz von Fr. 200.– auf Fr. 150.– zu kürzen. Unter Berücksichtigung des her-

abgesetzten Stundenansatzes ist das Honorar auf Fr. 3'640.– (inklusive 

Auslagen) festzusetzen, wobei die von der Vorinstanz auszurichtende Ent-

schädigung von Fr. 400.– davon in Abzug zu bringen ist. Damit ist der rubri-

zierten Rechtsvertreterin – aufgrund der mit Eingabe vom 28. Oktober 2024 

eingereichten Abtretungserklärung – eine Entschädigung von Fr. 3'240.– 

zu Lasten der Gerichtskasse auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-832/2024 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 

Fr. 400.– auszurichten. 

4.  

Der rubrizierten Rechtsvertreterin, MLaw Meret Bühlmann, wird zulasten 

der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 3’240.– zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Michèle Fierz 

 

 

 

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