# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eed94320-ee12-541c-ae8d-dc99df339c16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2012 C-4399/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4399-2011_2012-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4399/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 

Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Blaise Vuille,    

Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,    

vertreten durch Rechtsanwalt Pascal Rusterholz, 

 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Zustimmung zur kantonalen Aufenthaltsbewilligung sowie 

Wegweisung. 

 

 

C-4399/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______, geboren 1980 in Sousse/Tunesien, reiste im Dezember 2002 

in die Schweiz ein und heiratete am 17. Januar 2003 eine Schweizer 

Bürgerin. Der Kanton Zürich erteilte ihm daraufhin eine Aufenthaltsbewil-

ligung, welche letztmalig bis zum 16. Januar 2006 verlängert wurde. 

Nachdem sich das Ehepaar im Oktober 2005 getrennt hatte, folgte im Ap-

ril 2007 die Scheidung.  

B.  

Am 21. Juni 2007 heiratete A._______ erneut eine Schweizerin. Er erhielt 

aufgrund dieser Eheschliessung zuerst im Kanton Zürich, dann im Kanton 

Schwyz eine Aufenthaltsbewilligung. Im März 2010 zog er aus der ge-

meinsamen ehelichen Wohnung aus; am 6. August 2010 wurde die Ehe 

rechtskräftig geschieden. Am 13. April 2011 ersuchte A._______ um wei-

tere Verlängerung der ihm zuletzt vom Kanton Schwyz bis zum 20. Juni 

2011 erteilten Aufenthaltsbewilligung. Hierzu beantragte die dortige Migra-

tionsbehörde am 5. Mai 2011 die Zustimmung des Bundesamtes für Mig-

ration.   

C.  

Da das Bundesamt die Verweigerung der Zustimmung ins Auge fasste, 

gewährte es A._______ hierzu mit Schreiben vom 10. Mai 2011 das 

rechtliche Gehör. In diesem Rahmen nahm A._______ mit Schreiben vom 

3. Juni 2011 schriftlich Stellung.  

D.  

Mit Verfügung vom 6. Juli 2011 verweigerte das Bundesamt die Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies A._______ 

aus der Schweiz weg. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, der ur-

sprünglich aufgrund der ehelichen Gemeinschaft bestehende Anspruch 

auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei dahingefallen. Ein sol-

cher Anspruch ergebe sich auch nicht aus Art. 50 Abs. 1 Bst. a des Aus-

ländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG SR 142.20), da hierfür – 

neben einer erfolgreichen Integration – die eheliche Gemeinschaft min-

destens drei Jahre hätte Bestand haben müssen. Für die Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung bedürfe es mithin wichtiger persönlicher Grün-

de im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG. Diese lägen aber ebenso we-

nig vor. Der Gesuchsteller sei vor achteinhalb Jahren, 22-jährig, in die 

Schweiz gekommen, seine beiden Ehen seien kinderlos geblieben, und 

er habe nun in der Schweiz keine nahen Angehörigen mehr, deren Inte-

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ressen möglicherweise mit zu berücksichtigen wären. Da er die prägen-

den Kindheits- und Jugendjahre in seinem Heimatland verbracht habe, 

sei er mit den dortigen soziokulturellen Verhältnissen vertraut. Zudem ver-

füge er über eine Schulbildung, verschiedene Berufserfahrungen und 

Sprachkenntnisse und habe damit in seiner Heimat intakte berufliche und 

soziale Lebensperspektiven. Der Vollzug seiner Wegweisung sei auch 

möglich, zulässig und zumutbar. Im gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Lage 

in Tunesien nicht so, dass sich hieraus für ihn bei seiner Rückkehr eine 

konkrete Gefährdung ergeben könnte. 

E.  

Mit dem Antrag, diese Verfügung aufzuheben, erhob A._______ mit Ein-

gabe vom 8. August 2011 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Im 

weiteren beantragt er, ihm sei die Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in 

der Schweiz zu erteilen. Er macht geltend, er lebe nun seit beinahe neun 

Jahren in der Schweiz, spreche fliessend Schweizerdeutsch und könne 

auch einwandfrei Deutsch lesen und schreiben. Er habe sich nach seiner 

Einreise in die Schweiz sofort um Arbeit bemüht und sei im August 2004 

in einem Gärtnereibetrieb angestellt worden. Seit dem 18. Januar 2011 

arbeite er als Robot Operateur bei einem Kanalsanierungsunternehmen; 

für diese Stelle sei er speziell angelernt worden. Durch seine Arbeit habe 

er sich eine gesicherte wirtschaftliche Existenz aufgebaut; Schulden habe 

er nicht. Auch in strafrechtlicher Hinsicht besitze er einen einwandfreien 

Leumund. Alle seine Freunde und Bekannten befänden sich hier in der 

Schweiz. Demgegenüber seien die Kontakte in Tunesien über die Jahre 

hinweg verloren gegangen. Für ihn sei die Rückkehr in sein Herkunfts-

land auch deshalb nicht zumutbar, weil er am Verlust des an die Ehe ge-

knüpften Aufenthaltsrechts unschuldig sei, habe ihn doch seine zweite 

Ehefrau aufgrund einer ausserehelichen Beziehung und einer daraus re-

sultierenden Schwangerschaft verlassen. Seine Rückkehr nach Tunesien, 

insbesondere in die Stadt Sousse, brächte zudem unverhältnismässig 

hohe Risiken mit sich, sei dort doch die Sicherheitslage kritisch und be-

finde sich das Land an der Grenze zu einem Bürgerkrieg. Er stünde dort 

vor dem Nichts und könnte auch nicht davon ausgehen, vor Ort eine Ar-

beitsstelle zu finden. Abgesehen davon werde in den Reisehinweisen des 

Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten – ange-

sichts des grossen Risikos von Terroranschlägen – von Reisen nach Tu-

nesien abgeraten. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 2. September 2011 beantragt die Vorin-

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stanz die Abweisung der Beschwerde. Die Integration des Beschwerde-

führers werde nicht bezweifelt, sie liege im Rahmen des Üblichen. Des-

sen besonders enge Beziehung zur Schweiz im Sinne kultureller und so-

zialer Betätigungen werde demgegenüber nur behauptet, aber nicht wei-

ter offen gelegt. Was die politische Situation in Tunesien angehe, so sei 

diese – gesicherten Kenntnissen des BFM zufolge – zwar immer noch in-

stabil; die Sicherheitslage habe sich jedoch, ohne dass von einer voll-

ständigen Stabilisierung gesprochen werden könne, merklich verbessert. 

Eine konkrete Gefährdung für sich selbst habe der Beschwerdeführer al-

lerdings nicht substantiiert aufzeigen können. Sie, die Vorinstanz, gehe 

davon aus, dass der Beschwerdeführer in Tunesien ein familiäres, sozia-

les und berufliches Umfeld zurückgelassen habe. Dieser habe zwar den 

Verlust aller sozialen Kontakte im Heimatland behauptet, hierzu aber kei-

ne weiteren Erklärungen abgegeben und sich nicht einmal zur Existenz 

von dort lebenden Familienmitgliedern geäussert. Zumindest könne aber 

angenommen werden, dass die verloren gegangenen Kontakte wieder 

reaktivierbar wären. 

G.  

In seiner Replik vom 10. November 2011 führt der Beschwerdeführer aus, 

die Vorinstanz sei auch in ihrer Vernehmlassung nicht auf die Umstände 

eingegangen, die zur Beendigung seiner zweiten Ehe geführt hätten und 

damit ebenfalls als wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 

1 Bst. b AuG zu beachten seien. Die Vorinstanz gehe auch zu Unrecht 

davon aus, dass er zur Schweiz keine enge Beziehung entwickelt habe. 

Er pflege eine Freundschaft zu einem Trainingskollegen, mit dem er 

mehrmals die Woche ein Fitnesscenter in Lachen besuche. Ebenso un-

terhalte er Freundschaften zu einem früheren Arbeitskollegen und seinem 

früheren Arbeitgeber, dies trotz der räumlichen Distanz zum damaligen 

Arbeitsort. Auch an seinem neuen Arbeitsort habe er drei Kollegen gefun-

den, mit denen ihn heute eine enge Freundschaft verbinde. Schliesslich 

zeige sich seine enge Beziehung zur Schweiz am ausgezeichneten Zeug-

nis seiner derzeitigen Arbeitgeber, für die er unentbehrlich geworden sei. 

Dies sei ihm mehrfach, so auch in deren neuestem Schreiben, bestätigt 

worden. Ebenfalls unzutreffend seien die weiteren Schlussfolgerungen 

der Vorinstanz, und zwar sowohl in Bezug auf die allgemeine als auch in 

Bezug auf die persönliche Situation, die er in seinem Heimatland vorfin-

den würde. Er habe die Verbindungen zu seiner Familie abbrechen müs-

sen, weil sich seine Eltern wegen der Heirat mit einer Europäerin von ihm 

abgewendet hätten. Seine Freunde aus der Schulzeit seien in alle Winde 

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zerstreut. Es sei daher unrealistisch anzunehmen, dass er bei seiner 

Rückkehr nach Tunesien noch ein Beziehungsnetz vorfinden würde.   

H.  

Der weitere Akteninhalt wird – soweit entscheidungserheblich – in den 

Erwägungen Berücksichtigung finden. 

 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe-

halt der in Art. 32 genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33 aufge-

führten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des 

BFM, welche sowohl die Zustimmung zur Erteilung bzw. Verlängerung ei-

ner Aufenthaltsbewilligung als auch die Wegweisung betreffen. Das Bun-

desverwaltungsgericht entscheidet endgültig, soweit nicht die Beschwer-

de in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen 

steht (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. 

1.3 Als Adressat der Verfügung ist der Beschwerdeführer zu deren An-

fechtung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf seine frist- und form-

gerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG), soweit er 

damit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt, nicht aber, 

soweit er damit die  – in die kantonale Zuständigkeit fallende – Erteilung 

bzw. Verlängerung seiner Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung erreichen 

möchte. 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

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messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2). 

3.  

Am 1. Januar 2008 traten die neuen gesetzlichen Bestimmungen des 

Ausländergesetzes und seine Ausführungsbestimmungen in Kraft – unter 

anderem die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufent-

halt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201). In Verfahren, die vor die-

sem Zeitpunkt anhängig gemacht wurden, bleibt nach der übergangs-

rechtlichen Ordnung des Ausländergesetzes das alte materielle Recht 

anwendbar, wobei es ohne Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – 

so explizit Art. 126 Abs. 1 AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde 

(vgl. BVGE 2008/1 E. 2). 

3.1 Dem Beschwerdeführer sind zwar noch unter dem Geltungsbereich 

des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nieder-

lassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) Aufenthaltsbewilligungen auf-

grund seiner beiden Eheschliessungen mit einer Schweizerin erteilt wor-

den; da es jedoch im vorliegenden Fall um die Verlängerung der ihm 

letztmals bis zum 20. Juni 2011 erteilen Bewilligung geht, ist neues Recht 

anwendbar. 

3.2 Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und 

Verlängerung von Bewilligungen. Vorbehalten bleibt jedoch die Zustim-

mung durch das BFM sowie dessen Zuständigkeit betreffend Abweichun-

gen von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 30 AuG. Das Zu-

stimmungserfordernis ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG 

i.V.m. Art. 85 Abs. 1 Bst. a VZAE. Letztgenannte Bestimmung wird präzi-

siert durch die Weisungen des BFM im Ausländerbereich in der Fassung 

vom 16. Juli 2012 (www.bfm.ch > Dokumentation > Rechtliche Grundla-

gen > Weisungen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 1. Verfah-

ren und Zuständigkeiten). Sie sehen in Ziffer 1.3.1.4 Bst. e vor, dass die 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach der Auflösung der eheli-

chen Gemeinschaft mit dem schweizerischen oder ausländischen Ehe-

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gatten oder nach dessen Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten 

ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat 

der EFTA oder der EG stammt. 

3.3 Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von 

Schweizerinnen und Schweizern, wenn sie mit diesen zusammenwoh-

nen, Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

und – nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt 

von fünf Jahren – Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung 

(Art. 42 Abs. 3 AuG). Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft 

– mit gemeint ist auch die eheliche Gemeinschaft – besteht der Anspruch 

auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn 

die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine er-

folgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG). Massgeblicher 

Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Ge-

meinschaft ist in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft. Eine 

Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens besteht gemäss 

Art. 49 AuG dann, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend 

gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (vgl. BGE 

138 II 229 E. 2 mit Hinweis). 

3.4 Sind im Falle der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft die Voraus-

setzungen von Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG nicht gegeben, so bleibt gemäss 

Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG zu prüfen, ob wichtige persönliche Gründe ei-

nen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. 

4.  

Die erste, unmittelbar nach seiner Einreise in Schweiz geschlossene Ehe 

des Beschwerdeführers fällt bei der Prüfung der Voraussetzungen ge-

mäss Art. 50 Absatz 1 Bst. a AuG ausser Betracht. Mit seiner zweiten 

Ehefrau lebte der Beschwerdeführer zwei Jahre und acht Monate lang im 

selben Haushalt. Dass die eheliche Gemeinschaft länger gedauert habe, 

wird von ihm nicht behauptet. Dementsprechend fällt ein auf Art. 50 

Abs. 1 Bst. a AuG gestützter Anspruch auf Verlängerung seiner Aufent-

haltsbewilligung nicht in Betracht. Der Beschwerdeführer hat sich denn 

auch nur auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG berufen und den Standpunkt ver-

treten, in seinem Fall müsse die Aufenthaltsbewilligung aus wichtigen 

persönlichen Gründen verlängert werden. 

4.1 Wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG 

können – so explizit Art. 50 Abs. 2 AuG – dann vorliegen, wenn der betref-

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fende Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und seine soziale Wieder-

eingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint; beide Bedin-

gungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 136 II 1 E. 5). Weitere 

wichtige, im Zusammenhang mit der Ehe stehenden Gründe können sich 

auch daraus ergeben, dass der in der Schweiz lebende Ehepartner ge-

storben ist oder gemeinsame Kinder vorhanden sind (vgl. BGE 138 II 229 

E. 3.1; MARC SPESCHA in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrati-

onsrecht, 3. Aufl., Zürich 2012, Art. 50 AuG N 7 ff. sowie MARTINA CARONI 

in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 50 N 23 f.). 

4.2 Vergleichbare Umstände bestehen im vorliegenden Fall nicht. Insbe-

sondere ist nicht ersichtlich, dass gerade die Trennung und Scheidung 

von der zweiten Ehefrau die Wiedereingliederung des Beschwerdeführers 

in seinem Heimatland erheblich gefährden könnte. Dieser hat zwar be-

hauptet, seine Eltern hätten sich wegen der Heirat mit einer Europäerin 

von ihm abgewendet; dieser Umstand kann für sich allein betrachtet je-

doch nicht dazu führen, dass ihm die Rückkehr nach Tunesien nicht zu-

zumuten wäre. Gleiches gilt für den Grund, sprich Fremdbeziehung der 

zweiten Ehefrau, der angeblich zur Trennung des Ehepaares geführt hat. 

Auf beide Aspekte wird allerdings noch in einem weiter gefassten Zu-

sammenhang eingegangen werden (siehe E. 5.3 und 5.4).  

4.3 Demzufolge gibt es keine spezifischen, auf seiner Ehe bzw. deren 

Auflösung beruhenden Gründe, die dem Beschwerdeführer einen An-

spruch auf weiteren Verbleib in der Schweiz verschaffen könnten: Seine 

eheliche Beziehung war kurz und blieb kinderlos; allein hieraus lässt sich 

keine besondere Bindung zur Schweiz oder aber eine Beeinträchtigung 

der Wiedereingliederungschancen im Heimatland ableiten. 

5.  

Anspruchsbegründend können aber auch sonstige wichtige persönliche 

Gründe sein, da Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG bewusst auf eine abschlies-

sende Aufzählung der Gründe verzichtet. Auch die in Art. 31 Abs. 1 VZAE 

genannten, aber nicht erschöpfenden Kriterien können für die Beurteilung 

eines Härtefalls herangezogen werden (BGE 137 II 345 E. 3.2.3 mit wei-

teren Hinweisen). Ausdrücklich werden dort aufgeführt: die Integration 

(Bst. a), die Respektierung der Rechtsordnung (Bst. b), die Familienver-

hältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille zur Teilha-

be am Wirtschaftleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), die Dauer 

der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und die Mög-

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lichkeiten der Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g). Entschei-

dend für die Bejahung eines Härtefalls ist, ob die persönliche, berufliche 

und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person 

stark gefährdet erscheint, und nicht, ob diese ein Leben in der Schweiz – 

aus welchen Gründen auch immer – vorziehen würde (vgl. BGE 137 II 

345 E. 3.2.3 und Urteil des Bundesgerichts 2C_775/2012 vom 23. August 

2012 E. 2.2). 

5.1 Zweifelsohne hat sich der Beschwerdeführer in privater und berufli-

cher Hinsicht in der Schweiz integrieren können. Seine Sprachkenntnisse 

und Kommunikationsmöglichkeiten sind offensichtlich gut, er hat einen 

einwandfreien strafrechtlichen Leumund, keine Schulden und bestreitet 

seinen Lebensunterhalt selbst. Dass er auf einen Kreis namentlich be-

zeichneter Freunde verweist, spricht dafür, dass er sich während seines 

bisherigen Aufenthalts ein der Dauer entsprechendes Beziehungsnetz hat 

aufbauen können. In beruflicher Hinsicht hat sich der Beschwerdeführer 

ebenfalls integrieren können.  

5.2 Demgegenüber sieht sich der Beschwerdeführer selbst als über-

durchschnittlich integriert und beruflich qualifiziert, woraus er eine enge 

Verbundenheit mit der Schweiz ableitet. Für eine solche Annahme rei-

chen die von ihm beschriebenen sozialen Kontakte – hierzu gehören ein 

Sport- sowie frühere und derzeitige Arbeitskollegen – jedoch auch unter 

Berücksichtigung der ihm entgegengebrachten beruflichen Wertschät-

zung nicht aus. Dass seine Arbeitgeberfirma in ihm einen unentbehrlich 

gewordenen Mitarbeiter sähe, geht zudem aus den von ihm eingereichten 

Schriftstücken, mit denen der Beschwerdeführer diese Behauptung un-

termauern möchte (vgl. Beilagen 5 und 11), gar nicht hervor. Obwohl 

durchaus wohlwollend, können diese Bescheinigungen nicht darüber hin-

wegtäuschen, dass der Beschwerdeführer bisher lediglich angelernte und 

durch learning by doing weiter zu entwickelnde Tätigkeiten ausübt, die 

schon von daher nicht über das übliche Mass beruflicher Integration hin-

ausgehen. 

5.3 Da der Beschwerdeführer erst knapp 32 Jahre alt ist und keine ge-

sundheitlichen Probleme hat, kann von ihm schon aufgrund dessen er-

wartet werden, dass er sich in seinem Herkunftsland reintegriert. Mittler-

weile hält er sich zwar fast zehn Jahre in der Schweiz auf; die blosse Auf-

enthaltsdauer ist jedoch kein Kriterium, das für sich allein genommen ei-

nen nachehelichen Härtefall begründen könnte, kann diese doch – ohne 

dass hierdurch zwangsläufig ein Aufenthaltsrecht entsteht – durch das 

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Seite 10 

Verhalten des Betroffenen beeinflusst werden (vgl. zitiertes Urteil des 

Bundesgerichts 2C_406/2012 E. 3.3). Im Falle des Beschwerdeführers ist 

festzustellen, dass schon dessen an seine erste Ehe geknüpfte Aufent-

haltsbewilligung aufgrund der damaligen Trennung nicht mehr über den 

16. Januar 2006 hinaus verlängert wurde, dass er aber trotzdem rund 

weitere anderthalb Jahre in der Schweiz blieb, bevor er aufgrund seiner 

zweiten Eheschliessung einen erneuten Aufenthaltsanspruch erwarb. 

Nach der Trennung von seiner zweiten Ehefrau war ihm daher zwangs-

läufig bewusst, dass sein Anspruch auf weiteren Verbleib in der Schweiz 

fraglich war. Soweit sich der Beschwerdeführer auf die aus seiner Sicht 

unverschuldete Beendigung seiner zweiten Ehe und die hierdurch zunich-

te gewordenen Hoffnungen auf ein an diese Ehe geknüpftes Aufenthalts-

recht beruft, können diese Umstände nicht als wichtige persönliche Grün-

de für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz betrachtet werden. Viel-

mehr ist die Konstellation einer – auf welche Weise auch immer – aufge-

lösten Ehe Voraussetzung für die Anwendung der Bestimmungen von 

Art. 50 Abs. 1 Bst. a und Bst. b AuG.  

5.4 Schliesslich hat der Beschwerdeführer geltend gemacht, dass ihm die 

Rückkehr in sein Heimatland nicht zumutbar sei, weil er dort kein Bezie-

hungsnetz mehr vorfände. Hierzu hat er sich allerdings zuerst, in seiner 

Rechtsmitteleingabe, nur allgemein geäussert. Erst nachdem die vor-

instanzliche Vernehmlassung seine fehlenden Angaben zu etwaigen Fa-

milienangehörigen beanstandet hatte, führte der Beschwerdeführer zum 

einen aus, er habe die Kontakte zu seine Familie abbrechen müssen, 

zum anderen, seine Eltern hätten sich wegen der Heirat mit einer Euro-

päerin von ihm abgewendet. Ob letztere Behauptung geglaubt werden 

kann, sei dahingestellt. Zumindest lassen die auch in seiner Replik wenig 

konkreten Ausführungen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer 

in seinem Heimatland über ein familiäres Umfeld verfügt, welches über 

die Beziehung zu seinen Eltern hinausgeht. Warum er diese weiteren fa-

miliären Kontakte nicht mehr sollte in Anspruch nehmen können, ist nicht 

ersichtlich. Schliesslich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer vor 

seiner Einreise in die Schweiz als animateur touristique beschäftigt war 

(vgl. sein Visumgesuch um 29. Oktober 2002). Von daher kann ohne Wei-

teres davon ausgegangen werden, dass er, nicht zuletzt aufgrund der hier 

erworbenen Deutschkenntnisse, nochmals im Tourismussektor beruflich 

Fuss fassen kann. Dass der Beschwerdeführer demgegenüber ein Leben 

in der Schweiz vorziehen würde, ist nicht entscheidend.  

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Seite 11 

5.5 Vor dem dargelegten Hintergrund ist eine Härtefallsituation des Be-

schwerdeführers nicht erkennbar. Vielmehr kann entgegen dessen eige-

ner Darstellung davon ausgegangen werden, dass ihm die persönliche, 

berufliche und familiäre Wiedereingliederung in seiner Heimat gelingen 

wird. Wichtige Gründe, die gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG die Verlän-

gerung seines Aufenthalts erfordern würden, liegen daher nicht vor. 

6.  

Der Beschwerdeführer besitzt somit weder gestützt auf Art. 50 Abs. 1 

Bst. a AuG (dreijährige Ehegemeinschaft und erfolgreiche Integration) 

noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe) 

einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass 

die Vorinstanz innerhalb des Beurteilungsspielraums der Art. 18 – 30 AuG 

einen fehlerhaften Ermessensentscheid getroffen haben könnte, beste-

hen keine Anhaltspunkte; insbesondere wäre in diesem Rahmen auch 

keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht ge-

kommen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6133/2008 vom 

15. Juli 2011 E. 8). Dass die Vorinstanz die Zustimmung zur Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, kann daher nicht beanstandet 

werden. 

7.  

Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung 

hat der Beschwerdeführer die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c 

AuG). Es bleibt aber zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der 

Wegweisung anzunehmen sind (Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG) und das BFM ge-

stützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. 

7.1 Die Möglichkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stehen im 

vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls relevant, ob 

die zwangsweise Rückkehr für den Beschwerdeführer eine konkrete Ge-

fährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre. 

7.2 Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar 

sein, wenn sie in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat Situationen wie 

Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 

ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die ansäs-

sige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, vermögen jedoch keine kon-

krete Gefährdung zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegwei-

sung nicht zumutbar, wenn dieser für die ausländische Person höchst-

wahrscheinlich zu einer existenziellen Bedrohung führen würde, bei-

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Seite 12 

spielsweise dann, wenn sie sich nach ihrer Rückkehr mit völliger Armut, 

Hunger, Invalidität oder Tod konfrontiert sähe. 

7.3 Die Sicherheitslage in Tunesien hat sich weitestgehend stabilisiert. In 

Reisehinweisen für dieses Land wird dazu geraten, Menschenansamm-

lungen und Demonstrationen, insbesondere auch solche im zeitlichen 

Umfeld zum Freitagsgebet zu meiden. Touristen werden ebenfalls auf die 

Gefahren bei Reisen in die Sahara im Grenzgebiet zwischen Tunesien, 

Algerien und Libyen und vor allem auf das dort bestehende Risiko von 

Entführungen hingewiesen (Quellen: http://www.eda > Reisehinweise > 

Reisehinweise Tunesien  [Stand: 25. November 2011] sowie http://www. 

auswärtiges amt.de > Reise & Sicherheit > Übersicht > Tunesien > Reise- 

und Sicherheitshinweise [Stand: 25. November 2011]). Hieraus ergibt sich 

nicht, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in sein Herkunfts-

land einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt wäre. Eine Situation all-

gemeiner Gewalt, der nicht ausgewichen werden könnte, besteht nicht. 

Aus welchen Gründen die Wegweisung für den Beschwerdeführer  zu ei-

ner existenzbedrohenden Situation führen könnte, ist auch ansonsten 

nicht erkennbar. Der Vollzug seiner Wegweisung ist damit als zumutbar 

zu erachten. 

8.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-

gebnis als rechtmässig zu bestätigen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde 

ist demzufolge abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 

die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

  

http://www.eda/
http://www/

C-4399/2011 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz  

– das Amt für Migration des Kantons Schwyz 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Ruth Beutler Barbara Giemsa-Haake 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be-

gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).  

 

 

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