# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44820bad-b4e8-5d1c-b704-6286af6ddb98
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 07.08.2023 810 23 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-23-103_2023-08-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 7. August 2023 (810 23 103)  
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 
 
 
Vorsorgliche Ausdehnung des Besuchsrechts im Rahmen der Prüfung der Obhutsrege-
lung 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin Stephanie 

Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet,  
Advokat 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Oliver Borer, Advokat  
 

  
  
Betreff Prüfung von Kindesschutzmassnahmen / vorsorgliche Massnahmen 

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
28. April 2023) 

 
 
 
 

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A. A.____ und C.____ sind die unverheirateten, seit 2016 bzw. nach der Wiedervereini-
gung seit August 2017 getrenntlebenden Eltern von D.____ (geb. 2015). Sie verfügen über die 
gemeinsame elterliche Sorge und D.____ steht in der Obhut der Mutter. 
B. Das Familiengericht E.____ als Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Familienge-
richt) errichtete mit Entscheid vom 27. November 2017 eine Beistandschaft, welche unter ande-
rem folgenden Auftrag umfasste: a) als Anlaufstelle bei Problemen bei der Ausübung des Be-
suchs- oder Ferienrechts sowie des Kontaktes zwischen dem Vater und dem Sohn generell zu 
dienen; b) den kontinuierlichen Aufbau des Besuchsrechts vom Erstkontakt bis zum behördlich 
festgelegten Besuchs- und Ferienrecht zu unterstützen; c) [...]. C.____ wurde als berechtigt 
erklärt, D.____ jeden Freitag für drei Stunden sowie an jedem zweiten und vierten Samstag 
eines jeden Monats von 9 Uhr bis 17 Uhr zu sich zu nehmen. Die dagegen von A.____ ergriffe-
nen Rechtsmittel wurden abgewiesen (Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Kam-
mer für Kindes- und Erwachsenenschutz, vom 9. Mai 2018 [XBE.2018.13]; Urteil des Bundes-
gerichts 5A_514/2018 vom 20. Februar 2019). 
 
C. Am 4. Februar 2020 wurde von einer Delegation des Familiengerichts eine Verhand-
lung durchgeführt, anlässlich welcher A.____ und C.____ eine Vereinbarung betreffend die 
Aufhebung der Beistandschaft und Regelung des persönlichen Verkehrs mit Widerrufsvorbehalt 
unterzeichnet haben. A.____ machte von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch und reichte einen 
neuen Vereinbarungsvorschlag ein, welcher C.____ mit Eingabe vom 2. Juni 2020 ablehnte.  
 
D.  Am 4. Juni 2020 machte das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) eine Ge-
fährdungsmeldung bei der KESB. Darin wurde ausgeführt, dass die Mutter am 28. Mai 2020 mit 
D.____ auf der Notfallstation vorstellig geworden sei und von D.____s sexualisiertem Verhalten 
berichtet habe. Darauf angesprochen habe D.____ gegenüber der Mutter erwidert, er dürfe 
nicht darüber sprechen. Es sei ein Geheimnis und man komme dafür ins Gefängnis. Die klini-
schen Untersuchungen hätten keinerlei körperliche Befunde gezeigt, ein kinderpsychiatrisches 
Gutachten werde jedoch dringend empfohlen. Nachdem A.____ gleichentags Strafanzeige bei 
der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (Staatsanwaltschaft) gegen C.____erhoben hatte, 
leitete diese ein Verfahren gegen ihn wegen sexuellen Handlungen mit Kindern ein.  
 
E. Mit Entscheid des Familiengerichts vom 9. Juni 2020 wurde C.____ berechtigt erklärt, 
D.____ jedes zweite Wochenende von 9 Uhr bis 17 Uhr (Samstag oder Sonntag), ab dem voll-
endeten 7. Altersjahr jedes zweite Wochenende von Freitag um 18 Uhr bis Sonntag um 18 Uhr 
zu sich auf Besuch zu nehmen und zwei Wochen Ferien mit ihm zu verbringen. Das so verfügte 
Besuchsrechts wurde aufgrund des laufenden Strafverfahrens sogleich ausgesetzt und es wur-
de festgehalten, dass dieses erst wieder ausgeübt werden könne, wenn keine Gefährdung des 
Kindeswohls mehr bestehe. Bis zu diesem Zeitpunkt werde der Vater berechtigt erklärt, D.____ 
einen halben Tag jede zweite Woche zu besuchen, wobei die Besuchskontakte begleitet statt-
zufinden hätten. Das Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft erliess mit Entscheid vom 
11. Juni 2020 eine Ersatzmassnahme vorläufig befristet bis 30. Juni 2020 und ordnete an, dass 
C.____ lediglich in Gegenwart von Drittpersonen Kontakt mit D.____ aufnehmen dürfe ("Kon-
taktverbot mit einem begleiteten Besuchsrecht").  
 

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F. Am 25. Juni 2020 eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ 
(KESB) von Amtes wegen ein Verfahren zur Prüfung von Kindesschutzmassnahmen und beauf-
tragte ihren Sozialarbeiter F.____ mit der unterstützungsorientierten Abklärung.  
G. Das strafrechtliche Verfahren wurde am 7. Oktober 2020 eingestellt. Der Verdacht ei-
nes sexuellen Übergriffs auf D.____ konnte nicht erhärtet werden.  
 
H. Am 19. Januar 2021 reichte der eingesetzte Sozialarbeiter seinen Bericht ein. Der bei 
der Therapeutin G.____, FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, einge-
holte Abklärungsbericht datiert vom 31. Mai 2021. Mit Entscheid der KESB vom 30. August 
2021 wurden die Kontakte zwischen D.____ und seinem Vater vorsorglich wie folgt festgelegt: 
a. Nach sechs Wochenenden mit einer Übernachtung von Freitag 12 Uhr bis Sonntag 18 Uhr; 
b. Am 17./18. September 2021 finde das erste Wochenende statt; c. Ab dem 10. Dezember 
2021 würden die Wochenenden mit zwei Übernachtungen stattfinden. Des Weiteren wurden die 
Eltern angewiesen, D.____ weiterhin zur Kinderpsychologin zu bringen und die Familienthera-
pie bei ihr wahrzunehmen. Das Verfahren betreffend Prüfung von Kindesschutzmassnahmen 
sowie Regelung der Kinderbelange wurde weitergeführt.  
 
I. Da sich die Eltern am 29. April 2022 bezüglich der persönlichen Kontakte auf ein Be-
suchsrecht alle zwei Wochen jeweils von Freitag bis Sonntag sowie drei Wochen Ferien pro 
Jahr einigten, konnte von einer autoritativen Regelung abgesehen werden (vgl. Entscheid der 
KESB vom 18. Juli 2022).  
 
J. Am 17. August 2022 ordnete die KESB eine psychologische Abklärung von D.____ an 
und beauftragte das Zentrum für Begutachtung und Therapie (zebt) mit der Erstellung des Gut-
achtens. Das Gutachten des zebt datiert vom 1. Februar 2023 und wurde den Eltern vorab am 
17. Januar 2023 mündlich eröffnet. Mit Eingaben vom 15. März 2023 haben sie dazu Stellung 
genommen. Gleichentags stellte C.____ einen Antrag auf Umteilung der Obhut.  
 
K. Mit Entscheid der KESB vom 28. April 2023 erliess die KESB eine Reihe von vorsorgli-
chen Anordnungen und Kindesschutzmassnahmen. In Bezug auf den persönlichen Verkehr 
wurde unter anderem verfügt, dass über die Regelung der Obhut nach einer Auswertung der 
Umsetzung und Wirkung der nachstehenden Anordnungen und der Situation des Kindes und 
der Eltern voraussichtlich im Herbst 2023 abschliessend entschieden werde. Die Behörde wer-
de von Amtes wegen vorgängig Berichte bei den involvierten Fachpersonen einholen. Sofortige 
Massnahmen oder ein vorzeitiger Endentscheid würden bei entsprechender Entwicklung vorbe-
halten (Ziffer 1). Der persönliche Verkehr wurde vorsorglich wie folgt festgesetzt: Mit Beginn ab 
dem ersten Wochenende im Juni 2023 werde D.____ monatlich neu an drei Wochenenden (am 
ersten, zweiten und vierten Wochenende im Monat) von Freitag bis Sonntag vom Vater betreut 
(Ziffer 2.1). [...] Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Zif-
fer 8). Zur Begründung führte die Vorinstanz zusammengefasst aus, dass mit Blick auf die ge-
ringstmögliche Belastung von D.____ und dem Umstand, dass sich die Mutter einverstanden 
erklärt habe, mit einer Fachperson im Rahmen einer sozialpädagogischen Familienbegleitung 
zur Verbesserung ihrer Erziehungsfähigkeit zusammenzuarbeiten und D.____ an einer ausser-

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schulischen Tagesstruktur teilnehmen zu lassen, die Obhut vorerst bei der Mutter zu belassen 
sei. 
 
L. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat in Basel, mit Ein-
gabe vom 9. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht (Kantonsgericht). Sie stellt folgende Rechtsbegehren: 1. Es sei der Entscheid der 
Vorinstanz vom 28. April 2023 teilweise aufzuheben. 2. Dementsprechend sei in Abänderung 
von Ziffer 2.1 festzuhalten, dass D.____ weiterhin an zwei Wochenenden pro Monat von sei-
nem Vater betreut werde; konkret solle der Vater D.____ am ersten und am dritten Wochenen-
de im Monat betreuen, eventualiter sei festzuhalten, dass D.____ an zwei von drei Wochenen-
den seitens des Kindsvaters und an einem von denselben drei Wochenenden seitens der 
Kindsmutter betreut werden solle, subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neuregelung des 
vorsorglich festgelegten Umfangs des Kontaktsrechts D.____s zu seinem Vater an die  
Vorinstanz zurückzuweisen. Unter o/e-Kostenfolge, eventualiter sei ihr die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt sie, es sei der Be-
schwerde in Bezug auf Ziffer 2.1 des angefochtenen Entscheids die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen.  
 
M. Mit Verfügung vom 12. Mai 2023 wurde der Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin 
auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung superprovisorisch abgewiesen.  
 
N. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Mai 2023 beantragt die Vorinstanz die vollumfängli-
che Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge.  
 
O. Am 1. Juni 2023 reichte die Beschwerdeführerin das Formular "Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege" inklusive der erforderlichen Beilagen ein.  
 
P. Mit Eingabe vom 16. Juni 2023 liess sich C.____, vertreten durch Oliver Borer, Advokat 
in Basel, vernehmen und beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde sowie die Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege. Unter Verweis auf die Vorakten sowie insbesondere 
den angefochtenen Entscheid verzichtete er auf eine weitergehende Stellungnahme.   
 

Q. Mit Verfügung vom 17. Juli 2023 wurde festgehalten, dass das Urteil schriftlich eröffnet 
werde.  
 
K. Mit Eingabe vom 18. Juli 2023 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sei-
ne Honorarnote ein.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 445 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom  
10. Dezember 1907 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde über vorsorgliche Massnahmen Beschwerde beim zuständi-

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gen Gericht erhoben werden. Nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilge-
setzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen 
Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, zuständig. Über Beschwerden gegen Zwischenverfügungen be-
treffend vorsorgliche Massnahmen entscheidet die präsidierende Person (§ 1 Abs. 3 lit. f in 
Verbindung mit § 43 Abs. 2bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Da sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt 
sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten.  
 
2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un-
angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3. Vorliegend ist einzig Ziffer 2.1 des angefochtenen Entscheids und damit die Regelung 
betreffend den persönlichen Verkehr strittig. In Ziffer 2.1 wurde festgelegt, dass D.____ monat-
lich an drei Wochenenden (konkret am ersten, zweiten und vierten Wochenende im Monat) von 
Freitag bis Sonntag vom Vater betreut werde. Das verfügte Besuchsrecht ist unter der Prämisse 
erfolgt, dass die Obhut vorläufig bei der Mutter bleibt, und stellt lediglich eine von einer Vielzahl 
von Anordnungen dar, welche im angefochtenen Entscheid vorsorglich getroffen worden sind. 
Über die Obhut wird erst noch entschieden.  
 
4. Auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen regelt die Kindes-
schutzbehörde die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies wegen wesentlicher Ände-
rung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298d Abs. 1 ZGB). Sie kann 
sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile be-
schränken (Art. 298d Abs. 2 ZGB).  
 
5.1 Die Beschwerdeführerin lässt zunächst ausführen, dass im Rahmen des persönlichen 
Gesprächs von der Gutachtensperson von einem zufriedenen Exploranden gesprochen werde. 
So sei ausgeführt worden, dass sich D.____ bei der Mutter und beim Vater gut aufgehoben füh-
le und auch eine Beziehung zur neuen Lebenspartnerin des Vaters aufzubauen scheine. Auch 
werde über vielfältige Kontakte zu Gleichaltrigen in der Schule in H.____ berichtet. Diesbezüg-
lich lasse sich keine akute Kindswohlgefährdung durch die bestehende Kontaktrechtsregelung 
erkennen. Da auch bei der vorsorglichen Anordnung von Kindesschutzmassnahmen dem Wohl 
des betroffenen Kindes eine entscheidende Rolle zukomme, spreche aufgrund der derzeitigen 
Entwicklung von D.____ nichts zwingend für eine Anpassung des Umfangs des Kontaktrechts 
zum Vater. Im Gutachten werde festgehalten, dass die aktuelle Lebenssituation von D.____ gut 
sei und grundsätzlich beide Elternteile D.____ eine kindsgerechte und geeignete Betreuungs-, 
Wohn- und Lebenssituation bieten könnten. Die Verschiebung der Wochenendaktivitäten zu 
Gunsten des Kindsvaters hätte wohl zur Folge, dass D.____s Fussballaktivitäten am Wochen-
ende kaum mehr möglich seien, was für ihn zum jetzigen Zeitpunkt wieder eine erhebliche Ver-
änderung mit sich bringe. D.____ spiele auch nach dem Umzug nach H.____ weiterhin im 
Fussballverein in I.____, weil er dort Freunde gefunden habe. Ein Vereinswechsel sei aus die-

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sem Grund nicht in Frage gekommen. Am Wohnort des Vaters seien keine über die Lebens-
partnerin hinausgehenden sozialen Kontakte D.____s bekannt. Die Ursprungsfamilie des Va-
ters werde in die Freizeitgestaltung nicht miteingebunden. Dass der Vater dies fördern wolle, sei 
lediglich eine Absichtserklärung. Im Gutachten werde weiter festgehalten, dass es für alle er-
strebenswert sei, wenn sie ihre berufliche Tätigkeit wiederaufnehmen bzw. zeitlich ausbauen 
könnte, weshalb als flankierende Massnahmen auch die Einrichtung von ausserfamiliären Ta-
gesstrukturen an zwei ganzen Tagen pro Woche empfohlen werde. Dies habe aber offensicht-
lich eine Abnahme der Kontakte zu ihr zur Folge, sodass unter der Woche zumeist keine Pflege 
der sozialen Kontakte möglich sein werde, sondern diese auf die Wochenenden beschränkt sei. 
Bei einer Ausdehnung des Kontaktrechts an den Wochenenden würde die Pflege der Sozial-
kontakte weitgehend dahinfallen, was für das Wohl von D.____ nicht als förderlich bezeichnet 
werden könne. Die seitens des Gutachtens zur Ausdehnung des Umfangs des Kontaktrechts 
gemachten Ausführungen würden deshalb nicht zu überzeugen vermögen, insbesondere nicht 
mit Blick auf das darin als besonders schwerwiegend bezeichnete Kontinuitäts- und Stabilitäts-
prinzip. Eine Ausweitung des Besuchsrechts entspreche deshalb nicht dem Kindswohl und er-
weise sich als unangemessen. Im Sinne des gestellten Eventualantrags sei das Kontaktrecht 
weniger weitreichend zu regeln, statt drei von vier Wochenenden sei dem Vater das Recht ein-
zuräumen, D.____ an zwei von drei Wochenenden zu betreuen. 
 
5.2 Die Vorinstanz weist zunächst darauf hin, dass die von der Beschwerdeführerin bean-
standete Betreuungsregel integraler Bestandteil eines ganzen Kinderschutzmassnahmenpakets 
sei, welches aus den Empfehlungen des Gutachtens hervorgehe. Die Umsetzung all dieser 
Massnahmen sei die Grundlage dafür, dass die Obhut bei der Mutter bleiben könne. Aus dem 
Gutachten gehe hervor, dass die Obhut grundsätzlich von beiden Eltern ausgeübt werden kön-
ne und dass die Erziehungsfähigkeit des Vaters im Gegensatz zu jener der Mutter keinen An-
lass zur Sorge gebe. Es werde mehr als deutlich ausgeführt, dass das Wohl des Kindes in der 
Obhut der Mutter nur dann gewährleistet sei, wenn sämtliche flankierenden Massnahmen um-
gesetzt würden, wozu auch die angefochtene Besuchsrechtsregelung gehöre. Es gelinge der 
Mutter seit Jahren nicht, die Kindesinteressen in entscheidenden Bereichen zu berücksichtigen. 
Dies manifestiere sich beispielsweise darin, dass sie die Kontakte von D.____ zum Vater erst 
nach Jahren und nur unter massivem behördlichem Druck zugelassen habe und diesen noch 
immer nicht so zulasse, dass D.____ eine unbelastete Beziehung zum Vater leben könne. Wei-
ter treffe die Mutter Entscheide, welche sie aufgrund des gemeinsamen Sorgerechts nicht allei-
ne treffen dürfte (z.B. einen Beschneidungstermin ohne medizinische Indikation). Die Mutter sei 
im Gutachten als in entscheidenden Bereichen mangelhaft erziehungsfähig bezeichnet worden. 
Die Vorbringen hinsichtlich der Freizeitaktivitäten und Verwandtenkontakte von D.____ seien 
angesichts der bekannten Erziehungsdefizite weniger zu gewichten. Überdies spreche es für 
den Vater, dass er sich angesichts der noch nicht lange und unter Druck etablierten Kontakte 
zuerst auf einen Beziehungsaufbau zu D.____ konzentriert habe. Im Gutachten werde empfoh-
len, den Einflussbereich der Mutter zu reduzieren, indem dem Vater mehr Wochenenden zuge-
teilt würden. 
 
6.1 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ist gemäss Art. 445 Abs. 1 ZGB zustän-
dig, die für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Massnahmen zu treffen. Sie 

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kann insbesondere eine Massnahme des Kindesschutzes vorsorglich anordnen. Vorsorgliche 
Massnahmen müssen unumgänglich, d.h. so dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Ent-
scheid nicht abgewartet werden kann, ohne einen erheblichen Nachteil für die betroffene Per-
son in Kauf zu nehmen (vgl. CHRISTOPH HÄFELI, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 3. Aufla-
ge, Bern 2021, Rz. 826). Sie ergehen gestützt auf eine bloss summarische Prüfung der Sach- 
und Rechtslage, wobei für deren Anordnung das Beweismass der Glaubhaftmachung genügt 
(vgl. LUCA MARANTA, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 
7. Auflage, Basel 2022, N 11 zu Art. 445 ZGB). 
 
6.2 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minderjährige 
Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 
ZGB). Persönlicher Verkehr ist ein Recht der Eltern und des Kindes (sog. Pflichtrecht). Zweck 
des Besuchsrechts ist vor allem die Aufrechterhaltung regelmässiger Kontakte des Kindes zu 
seinen Eltern (vgl. PETER BREITSCHMID, in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar 
zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, 
N 3 zu Art. 273 ZGB). Verpflichtet, den persönlichen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dul-
den bzw. zu ermöglichen, ist die die elterliche Sorge oder Obhut innehabende Person, d.h. in 
der Regel der andere Elternteil. So haben auch der Vater und die Mutter alles zu unterlassen, 
was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Aufgabe der er-
ziehenden Person erschwert (Art. 274 Abs. 1 ZGB; vgl. INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE 
COTTIER, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 7. Auflage, 
Basel 2022, N 5 zu Art. 273 ZGB). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchs-
rechts gilt immer das Kindeswohl, das anhand der gegebenen Umstände zu beurteilen ist. All-
fällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen. Welche Ordnung des persönlichen Ver-
kehrs zwischen Eltern und Kindern angemessen ist, entscheidet sich im konkreten Einzelfall 
nach gerichtlichem Ermessen. Es ist allgemein anerkannt, dass die Beziehungspflege zu bei-
den Elternteilen für die gedeihliche Entwicklung des Kindes sehr wichtig ist und bei dessen 
Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.2.2; Urteil 
des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 10. Mai 
2017 [810 17 12] E. 7.4). 
 
6.3 Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kann gestützt auf Art. 274 Abs. 2 
ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes durch den persönlichen 
Verkehr gefährdet wird, wenn ihn der betreffende Elternteil pflichtwidrig ausgeübt hat, wenn sich 
dieser nicht ernsthaft um das Kind gekümmert hat oder wenn andere wichtige Gründe vorlie-
gen. Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Verhältnismäs-
sigkeit zu beachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.4). 
 
7.1 Dem Gutachten kann entnommen werden, dass ein weiterer Verbleib der Obhut bei 
der Mutter zwar denkbar sei, jedoch flankierende Massnahmen voraussetze. Es wurde die Er-
richtung einer Beistandschaft, die Aufgleisung einer teilweisen schulergänzenden Tagesbetreu-
ung von D.____ sowie einer sozialpädagogischen Familienbegleitung empfohlen mit dem Ziel, 
die Kindsmutter in ihren Erziehungsfähigkeiten zu unterstützen und zu stärken. Als weitere Vo-
raussetzung müsse der Kontakt zwischen dem Kindsvater und D.____ bestehen bleiben bzw. 

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ausgebaut werden, da die Beziehung zum Kindsvater eine grosse Ressource für D.____ be-
deute und ihm autonomiefördernde Erfahrungen ermögliche. Im Falle der weiteren Obhut bei 
der Kindsmutter sollten Fortschritte und Veränderungen betreffend die Autonomieförderung und 
Bindungstoleranz erwartet werden, indem die Mutter anzuweisen sei, D.____ an zwei Tagen 
ganztags eine schulergänzende Tagesstruktur besuchen zu lassen, eine sozialpädagogische 
Familienbegleitung zu installieren und das Kontaktrecht des Kindsvaters auf drei von vier Wo-
chenenden sowie drei Ferienwochen festzulegen. Weiter wurde ausgeführt, dass auch eine 
Obhutsumteilung zum Vater denkbar wäre, da dieser über genügende Erziehungsfähigkeiten 
verfüge und ihm die Hauptbetreuung von D.____ zugetraut werden könnte. Eine Obhutsumtei-
lung würde für D.____ jedoch in verschiedenen Bereichen einen grossen Einschnitt in sein bis-
heriges Leben, eine erneute Entwurzelung, viel Stress und Anpassungsleistung bedeuten. Vo-
raussetzungen für diese Variante wären ebenfalls die Errichtung einer Beistandschaft sowie ein 
sehr grosszügiges Kontaktrecht der Kindsmutter (drei von vier Wochenenden plus drei Wochen 
Ferien im Jahr). Zudem wurde für diesen Fall empfohlen, den Vater anzuweisen, sein Arbeits-
pensum auf 80 % zu reduzieren. Als Schlussfolgerung wurde festgehalten, dass beide Varian-
ten für D.____ Chancen und Risiken enthalten würden. Es wurde unabhängig von der weiteren 
Obhutsfrage empfohlen, eine Beistandschaft zu errichten und die Eltern anzuweisen, D.____ 
weiterhin in eine regelmässige kinderpsychiatrische Therapie mit Einbezug und Beratung beider 
Eltern zu bringen. Der persönliche Kontakt zwischen den Eltern sollte überdies minimal gehal-
ten werden und die Kindsübergaben sollten mittelfristig so geplant werden, dass D.____ den 
Wechsel ohne direkten Kontakt zwischen den Eltern bewältigen könne.  
 
7.2 Im vorliegenden Fall vereinbarten die Kindseltern am 29. April 2022 ein Besuchsrecht 
des Beschwerdegegners für jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag. Wie sich aus 
der geschilderten Vorgeschichte ergibt, konnte der regelmässige Kontakt zwischen dem Kinds-
vater und D.____ erst auf behördliche Anordnungen hin und nach zahlreichen Verfahren umge-
setzt werden. Den Akten kann entnommen werden, dass das Wichtigste für D.____ ist, dass die 
bestehenden Spannungen zwischen den Kindseltern abgebaut werden. Die fehlende Bin-
dungstoleranz der Kindsmutter und die fehlende Einsicht in ihre eigenen Anteile an der elterli-
chen Hochkonflikthaftigkeit bergen jedoch seit jeher ein grosses Risiko. Die Situation wurde 
schon in der Vergangenheit als prekär beschrieben und festgehalten, dass sie rasch kippen 
könne und die Gefahr einer erneuten Blockade der Kommunikation der Eltern bestehe. Die wei-
tere Unterstützung der Behörden, insbesondere in Bezug auf die Besuchsrechtsregelung, wur-
de deutlich empfohlen (vgl. Abklärungsbericht G.____ vom 31. Mai 2021). Die damalige Ein-
schätzung deckt sich mit der aktuellen gutachterlichen Beurteilung. Die Gutachterin ist sogar 
zum Schluss gekommen, dass die Kindsmutter aufgrund der fehlenden Kooperationsfähigkeit 
und Bindungstoleranz Defizite in der Erziehungsfähigkeit aufweise sowie teilweise in der Kom-
munikationsfähigkeit und Beziehungsfähigkeit eingeschränkt sei. Ohne weitere flankierende 
Massnahmen wäre die Gefahr gross, dass die Mutter den Kontakt zwischen dem Vater und 
D.____ nicht mehr zulassen würde, was für die Entwicklung von D.____ eine Gefährdung dar-
stellen würde (vgl. Gutachten S. 75). Die Beziehung zum Kindsvater wird als grosse Ressource 
für D.____ betrachtet, welche ihm autonomiefördernde Erfahrungen ermögliche. Aus diesem 
Grund solle das Besuchsrecht auf drei von vier Wochenenden ausgebaut werden (vgl. Gutach-
ten S. 75). Dem Gutachten ist weiter zu entnehmen, dass der Kindsvater über viele gute Erzie-

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hungsfähigkeiten verfüge und keine Einschränkungen bei der Erziehungsfähigkeit des Kindsva-
ters bestehen würden. Aus diesem Grund sei zu gewährleisten, dass er möglichst viel Betreu-
ung und Erziehung von D.____ übernehmen könne. Mit der Ausweitung des Besuchsrechts 
wird die Einflussnahme des Kindsvaters auf D.____ und dessen Entwicklung verstärkt, was 
wiederum die Beziehung zwischen dem Beschwerdegegner und seinem Sohn stärkt und zum 
Wohl von D.____ geboten ist. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass die entspre-
chenden Erkenntnisse unzutreffend seien. Soweit sie ausführt, bei einer Ausweitung des Be-
suchsrechts werde D.____ seine Fussballaktivitäten abbrechen müssen, so steht das (noch) 
nicht fest, und selbst wenn D.____ den Fussballclub künftig nicht mehr besuchen könnte, stellt 
dies keine Kindswohlgefährdung und somit keinen Grund dar, das Besuchsrecht bis zum defini-
tiven Entscheid über die Obhut nicht auszudehnen. Die Beschwerdeführerin argumentiert fer-
ner, dass durch die Verschiebung der Wochenendaktivitäten zum Vater die Pflege der weiteren 
Sozialkontakte von D.____ weitgehend dahinfallen würde. Es mag zutreffen, dass die Ausdeh-
nung des Besuchsrechts gewisse Einschränkungen der bisherigen Sozialkontakte mit sich brin-
gen könnte. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Obhut vorläufig bei der Mutter bleibt und 
D.____ somit in seinem sozialen Umfeld verbleibt. Dieser Umstand sollte es ihm ermöglichen, 
einen Grossteil seines Soziallebens weiterführen zu können wie bisher. Gegebenenfalls wird er 
die Kontakte zu Gleichaltrigen vermehrt unter der Woche pflegen müssen. Was den Kontakt zur 
Ursprungsfamilie des Vaters anbelangt, so hat sich der Vater bereiterklärt, diese Beziehungen 
grösstenteils zu pflegen. Angesichts seiner gutachterlich festgestellten Beziehungstoleranz ist 
davon auszugehen, dass er dies umsetzen wird und es sich dabei entgegen der Behauptung 
der Beschwerdeführerin um mehr als eine Absichtserklärung handelt. Zudem hat er bereits in 
der Vergangenheit gezeigt, dass er durchaus in der Lage ist, zum Wohl von D.____ dessen 
Interessen über seine eigenen zu stellen. Bei der gegebenen Ausgangslage verbleibt der Mutter 
– unabhängig eines Wiedereinstiegs in die Arbeitswelt in einem Teilzeitpensum – genügend 
Zeit, um die sozialen Kontakte mit D.____ in der Zeit bei ihr zu pflegen. Wie die Vorinstanz zu-
treffend ausgeführt hat, wird im Gutachten empfohlen, dem Vater möglichst viel Betreuungs- 
und Erziehungszeit mit D.____ einzuräumen. Mit Blick darauf, dass die strittige vorsorgliche 
Besuchsrechtsregelung auf der Prämisse beruht, dass die Obhut vorläufig bei der Mutter ver-
bleibt und somit dem Stabilitäts- und Kontinuitätsprinzips besonders Rechnung getragen wurde, 
erweist sich die diesbezügliche Argumentation der Beschwerdeführerin als nicht überzeugend 
und ihr kann nicht gefolgt werden. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass vorlie-
gend keine Gründe ersichtlich sind, welche gegen eine Ausdehnung des Besuchsrechts beim 
Beschwerdegegner sprechen würden. Vielmehr geht aus den Akten hervor, dass D.____s Wohl 
bei der Mutter gefährdet ist (vgl. Gutachten S. 78) und eine Erweiterung des Besuchsrechts des 
Kindsvaters geboten ist. Aufgrund der gutachterlich festgestellten Gefährdungssituation und 
damit wesentlichen Änderung bestand Handlungsbedarf. Gestützt auf die vorstehenden Erwä-
gungen ist der Entscheid der Vorinstanz daher nicht zu beanstanden und die Beschwerde ab-
zuweisen. Bei diesem Ausgang erübrigen sich weitere Ausführungen zum Eventualantrag. 
Überdies wird mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache das Gesuch um Erteilung der 
aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 
 

8. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten 

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werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- erhoben. Mit Eingabe vom 9. Mai 
2023 ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. 
Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrens-
kosten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und 
ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos erscheint. Die Bedürftigkeit der Beschwerde-
führerin ist gestützt auf das mit Eingabe vom 1. Juni 2023 eingereichte Formular "Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege" einschliesslich der erforderlichen Belege ausgewiesen. Kumulativ 
zur Bedürftigkeit wird die Nichtaussichtslosigkeit der Sache vorausgesetzt. Als aussichtslos sind 
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen 
gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren un-
gefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 
Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu ei-
nem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung 
und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (KGE 
VV vom 18. Juni 2020 [810 19 218] E. 9.2; BGE 142 III 138 E. 5.1; BGE 139 III 475 E. 2.2). Vor 
dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen konnten die Gewinnaussichten für die vorlie-
gende Beschwerde kaum als ernsthaft bezeichnet werden, zumal die von der Vorinstanz ge-
troffenen Anordnungen und Massnahmen vom Gutachten empfohlen wurden, plausibel er-
scheinen und die Beschwerdeführerin keine stichhaltigen Argumente vorzubringen vermag, 
weshalb die vorsorgliche Intensivierung des Besuchsrechts aufgrund des Kindswohls nicht ge-
boten sein sollte. Nach dem Gesagten kann somit nicht von intakten Prozesschancen ausge-
gangen werden. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist daher zu-
folge Aussichtslosigkeit abzuweisen. Demzufolge werden die Verfahrenskosten in der Höhe von 
insgesamt Fr. 800.-- ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin auferlegt. Gestützt auf § 21 
Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin 
eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. 
Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner als 
obsiegende Partei antragsgemäss eine Parteientschädigung auszurichten. Da der Rechtsver-
treter des Beschwerdegegners keine Honorarnote eingereicht hat, ist ihm für das Aktenstudium, 
die Klienteninstruktion und das Verfassen der Vernehmlassung ermessensweise eine pauscha-
le Entschädigung in der Höhe von Fr. 700.-- zuzusprechen (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die 
Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Die Beschwerdeführerin hat dem Be-
schwerdegegner für das vorliegende Verfahren demzufolge eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 700.-- zu bezahlen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch des 
Beschwerdegegners um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos. Die übrigen Parteikosten 
sind wettzuschlagen (§ 21 VPO). 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessfüh-

rung wird abgewiesen. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt. 
   
 4. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner eine Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 700.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % 
MWST) auszurichten. Im Übrigen werden die Parteikosten wettge-
schlagen. 

 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 

Gerichtsschreiberin