# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a35255ef-2fd9-514c-bc26-beccfc53817d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-29
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 29.04.2025 100 2023 473
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2023-473_2025-04-29.pdf

## Full Text

100 23 473
Gemeinde: B.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 1.5.2025 JCU/PWE/cbi

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 29. April 2025

Es wirken mit: die hauptamtliche Richterin Cuccarède, die Fachrichter Fankhauser und Antenen 
sowie Wermuth als Gerichtsschreiber

In der Rekurssache 

von

A.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend die amtliche Bewertung ab 2020

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. Auf dem Grundstück B.________ Gbbl. Nr. ________ (nachfolgend: Liegenschaft) befin-
det sich ein Wohnhaus mit Umschwung (127 m²), übriger befestigter Fläche (72 m²), Parkplatz 

sowie "Acker, Wiese und Weide" (535 m²). Die Eigentümerin der Liegenschaft ist A.________ 

(Rekurrentin).

B. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Abteilung Amtliche Bewertung (Steuerverwal-
tung), bestimmte den amtlichen Wert der Liegenschaft ab dem Steuerjahr 2020 im Rahmen der 

allgemeinen Neubewertung 2020 auf insgesamt CHF 1'442'770.-- (vgl. Verfügung vom 

22.9.2020; Akten der Steuerverwaltung, pag. 8). Dagegen erhob die Rekurrentin am 9. Oktober 

2020 Einsprache (pag. 6). Sie führte aus, dass das Grundstück seit 2007 bereits vier Mal neu 

bewertet worden sei, sich in der Landwirtschaftszone befinde und landwirtschaftlich genutzt 

werde. Mithin sei der Eigenmietwert unrealistisch hoch. Vor diesem Hintergrund verlangte die 

Rekurrentin, die amtliche Bewertung neu zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Die von 

der Rekurrentin erhobene Einsprache wurde von der Steuerverwaltung mit Einspracheent-

scheid vom 18. Oktober 2023 teilweise gutgeheissen. Die Steuerverwaltung hielt zunächst fest, 

dass die Bewertung (auch angesichts der geltend gemachten, landwirtschaftlichen Nutzung) 

grundsätzlich korrekt erfolgt sei. Mit Blick auf die Akten seien allerdings noch Detailflächen zu 

aktualisieren sowie eine Korrektur an den Raumeinheiten (im Zusammenhang mit der 

Solaranlage) vorzunehmen, womit sich der amtliche Wert geringfügig auf insgesamt 

CHF 1'411'750.-- reduziere (im Einzelnen: Wohnhaus CHF 1'385'700.--, Platz Umschwung 

CHF Null, Acker/Wiese/Weide CHF 150.--, übrige befestigte Fläche CHF Null, Parkplatz 

CHF 25'900.--; pag. 11) 

C. Gegen den Einspracheentscheid hat die Rekurrentin mit Eingabe vom 15. November 
2023 Rekurs bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) 

erhoben. Die Rekurrentin beantragt sinngemäss, dass der amtliche Wert zu reduzieren sei. Die 

Liegenschaft werde landwirtschaftlich genutzt und unterliege landwirtschaftlichen Vorschriften 

und Gesetzen, weshalb der amtliche Wert gemäss Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2023 

zu hoch angesetzt sei.

D. Die Steuerverwaltung hat sich am 16. Januar 2024 vernehmen lassen. Sie beantragt, den 
Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Die Steuerverwaltung hält fest, dass der Rekurs unbe-

gründet sei. Sie verweist für die rechtliche und schätzungstechnische Würdigung auf ihre Ver-

fügung vom 22. September 2020 sowie auf den Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2023.

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E. Die Rekurrentin hat von ihrer Möglichkeit zur Stellungnahme Gebrauch gemacht. Sie be-
tont weiterhin den Umstand, dass sich die Liegenschaft in der Landwirtschaftszone befinde und 

in ihrer Nutzung eingeschränkt sei. Weiter bringt sie mit Eingabe datiert vom 24. Januar 2024 

vor, dass es sich bei der Liegenschaft um ein einfaches, unsaniertes Holzhaus aus den 

50er Jahren handle, welches nicht vergleichbar mit den "________" in der Umgebung sei. 

F. In der Folge hat die Steuerrekurskommission die Steuerverwaltung aufgefordert zu klären, 
ob sich die Liegenschaft in der Landwirtschaftszone befinde bzw. ob die Liegenschaft zu einem 

landwirtschaftlichen Gewerbe gehöre. Die Steuerverwaltung hat die aufgeworfenen Fragen mit 

Schreiben vom 27. August 2024 beantwortet. Die Steuerverwaltung bestätigt, dass sich die Lie-

genschaft in der Landwirtschaftszone befinde, wobei dieser Umstand keine eigenständigen 

Auswirkungen auf den amtlichen Wert habe. Entscheidend sei, dass das Grundstück von einer 

Drittperson bewirtschaftet werde. Deshalb seien die Voraussetzungen für eine landwirtschaftli-

che Bewertung für die Rekurrentin nicht gegeben und der amtliche Wert gemäss Einspra-

cheentscheid vom 18. Oktober 2023 nach den nichtlandwirtschaftlichen Bewertungsnormen 

korrekt festgelegt worden. 

G. Mit Eingabe vom 22. September 2024 nahm die Rekurrentin dazu Stellung. Sie hat an 
ihrer bisherigen Begründung und damit sinngemäss am ursprünglichen Rechtsbegehren fest-

gehalten.

Auf die detaillierten Äusserungen der Parteien wird, soweit für den Entscheid von Bedeutung, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die amtliche Bewertung können 
bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 

21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich 

zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchge-

drungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 86 

und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 

BSG 155.21]). Auf den form- und fristgerecht eingereichten Rekurs ist deshalb einzutreten.

Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt, 

da der Streitwert nicht bestimmt werden kann (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes 

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vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 

[GSOG; BSG 161.1]).

2. Strittig ist vorliegend der amtliche Wert des Grundstücks Saanen Gbbl. Nr. ________, 
gültig ab dem Steuerjahr 2020.

3. Gemäss Art. 46 Abs. 1 i.V.m. Art. 48 StG ist das Vermögen grundsätzlich zum Verkehrs-
wert zu versteuern. Grundstücke und andere unbewegliche Vermögensgegenstände werden für 

die Ermittlung des massgebenden Vermögenssteuerwerts durch die kantonale Steuerver-

waltung amtlich bewertet (Art. 52 StG). Der einmal festgesetzte amtliche Wert ist rechtsbe-

ständig und gilt bis zu einer nächsten allgemeinen oder ausserordentlichen Neubewertung 

(Art. 181 Abs. 3 StG).

3.1 Für die amtliche Bewertung wird insbesondere unterschieden zwischen landwirtschaftli-
chen Grundstücken und übrigen Grundstücken (mithin als "nichtlandwirtschaftlich" bezeichnet, 

vgl. Art. 55 Abs. 3 StG bzw. Art. 56 Abs. 1 Bst. a und Bst. d StG). Die Bewertung der nichtland-

wirtschaftlichen Grundstücke erfolgt aufgrund des Verkehrswerts unter Berücksichtigung von 

Ertrags- und Realwert (Art. 56 Abs. 1 Bst. d StG). Landwirtschaftliche Grundstücke und Gewer-

be werden demgegenüber gemäss Art. 56 Abs. 1 Bst. a StG "zum Ertragswert nach Massgabe 

des bäuerlichen Bodenrechts von Bund und Kanton" bewertet. Weil das kantonale Gesetz vom 

21. Juni 1995 über das bäuerliche Boden- und Pachtrecht (BPG; BSG 215.124.1) keine materi-

ellen Bestimmungen zum landwirtschaftlichen Ertragswert enthält, ist in diesem Zusammenhang 

ausschliesslich der Verweis auf das Bundesgesetz vom 14. Oktober 1991 über das bäuerliche 

Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) und dessen Nebenerlasse relevant (vgl. Kästli/Bärtschi in: 

Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 2 zu Art. 56 

StG).

3.2 Auf Bundesebene regelt Art. 14 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die 
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (Steuerharmonisierungs-

gesetz, StHG; SR 642.14) die Bewertung des Vermögens. Das Steuerharmonisierungsgesetz 

normiert, dass das Vermögen zum Verkehrswert bewertet wird (Abs. 1; wobei der Ertragswert 

angemessen berücksichtigt werden kann) und dass land- und forstwirtschaftliche Grundstücke 

grundsätzlich zum Ertragswert bewertet werden (Abs. 2). Diese geringe bundesrechtliche Har-

monisierungsdichte belässt den Kantonen erhebliche Freiheiten (Teuscher/Lobsiger in: Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten 

Steuern der Kantone und Gemeinden, 4. Aufl., 2022, N. 1 und N. 27 zu Art. 14 StHG). Insbe-

sondere wird der Begriff des land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücks im harmonisierten 

Recht nicht definiert. 

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3.3 Das kantonale Steuergesetz normiert in Art. 55 Abs. 1 StG, dass diejenigen Grundstücke 
als landwirtschaftlich gelten, die vorwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung dienen und deren 

Verkehrswert im Wesentlichen durch diese Nutzung bestimmt wird (vgl. auch S. 4 der von der 

kantonalen Schatzungskommission erstellten Nichtlandwirtschaftlichen Bewertungsnormen vom 

10.10.2018 [abrufbar unter: <https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken "Themen > Steuersituationen 

> Wohneigentum / Liegenschaften > Amtlicher Wert > Links und Downloads > Normen zur 

nichtlandwirtschaftlichen Bewertung AN20", besucht am 5.2.2025, fortan: Bewertungsnormen 

AN20]; Kästli/Bärtschi, a.a.O., N. 7 zu Art. 55 StG). Die Steuer- und Steuerjustizbehörden ent-

scheiden dabei gestützt auf die effektiven Nutzungs- und Bewirtschaftungsverhältnisse des be-

troffenen Grundstücks (Kästli/Bärtschi, a.a.O., N. 4 zu Art. 55 StG). Nach Art. 56 Abs. 1 Bst. a 

Satz 2 StG sind Gebäude, die auf landwirtschaftlichen Grundstücken liegen, aber nicht zu 

einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehören, ebenfalls nach den Grundsätzen für nicht-

landwirtschaftliche Grundstücke zu bewerten (vgl. dazu S. 9 der Erläuterungen zum 

steuerlichen Bewertungssystem von Grundstücken und Liegenschaften [abrufbar unter: <htt-

ps://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken "Themen > Steuersituationen > Wohneigentum / Liegenschaf-

ten > Amtlicher Wert > Links und Downloads > Erläuterungen zum steuerlichen Bewertungssys-

tem von Grundstücken und Liegenschaften", besucht am 5.2.2025, fortan: Erläuterungen]).

4. Im vorliegenden Fall bringt die Rekurrentin vor, dass die fragliche Liegenschaft in der 
Landwirtschaftszone liege und landwirtschaftlich genutzt werde (Bst. C). Sinngemäss macht die 

Rekurrentin damit geltend, dass die Liegenschaft fälschlicherweise gestützt auf die nichtland-

wirtschaftlichen Bewertungsnormen amtlich bewertet worden sei. Die Steuerverwaltung räumt 

ein, dass mithin eine landwirtschaftliche Nutzung durch eine Drittperson vorliege. Die Rekurren-

tin selbst betreibe hingegen kein landwirtschaftliches Gewerbe, weshalb ihre Liegenschaft kor-

rekterweise "nichtlandwirtschlich" bewertet worden sei. Ob das zutrifft, bleibt nachfolgend zu 

klären.

4.1 Die von der Steuerverwaltung eingereichten, (vertraulichen) Betriebsdaten (Auszug von 
Daten aus dem Agrarinformationssystem der Kantone Bern, Fribourg und Solothurn, vgl. <htt-

ps://www.gelan.ch>, Menu "über uns") belegen zunächst, dass die Drittperson einen landwirt-

schaftlichen Betrieb in der Gemeinde B.________ führt. Mit Blick in das Grundstückdaten-

Informationssystem des Kantons Bern ("GRUDIS", vgl. <https://www.agi.dij.be.ch>) kann die 

Steuerrekurskommission ausserdem erkennen, dass die Rekurrentin die Liegenschaft (d.h. das 

Grundstück B.________ Gbbl. Nr. ________ mit dem sich darauf befindlichen Gebäude 

Nr. 503, der Gartenanlage und dem Hofraum) ursprünglich mit Kaufvertrag vom 10. November 

2006 von C.________ für CHF 1'400'000.-- erworben hat. Die Liegenschaft der Rekurrentin 

wurde dabei von C.________ vom heutigen "Nachbargrundstück" abparzelliert (vgl. dem Situa-

https://www.sv.fin.be.ch
https://www.sv.fin.be.ch
https://www.sv.fin.be.ch
https://www.gelan.ch
https://www.gelan.ch
https://www.agi.dij.be.ch

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tionsplan in der Beilage 1 zur Stellungnahme der Steuerverwaltung vom 27.8.2024). Der zu-

ständige Regierungsstatthalter hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass die Liegen-

schaft der Rekurrentin im Sinn einer Ausnahme vom Realteilungs- und Zerstückelungsverbot 

nach Art. 60 Abs. 1 BGBB vom Grundstück B.________ Gbbl. Nr. ________ abgetrennt werden 

darf und fortan dem BGBB nicht mehr unterstellt ist (vgl. den Entscheid des Regierungsstatthal-

ters vom 18.10.2006 in der Beilage 1 zur Stellungnahme der Steuerverwaltung vom 27.8.2024). 

Daraus folgt, dass das "Nachbargrundstück" ein landwirtschaftliches Grundstück ist, nicht aber 

das Grundstück bzw. die Liegenschaft der Rekurrentin. Andernfalls wäre keine Ausnahme vom 

Realteilungs- und Zerstückelungsverbot verfügt worden.

4.2 Für die Steuerrekurskommission steht deshalb fest (vgl. E. 4.1), dass die Rekurrentin da-
mals kein landwirtschaftliches Gewerbe führte und auch aktuell keines führt. Die Rekurrentin hat 

dies dann auch nie behauptet. Sie hat lediglich ausgeführt, die Liegenschaft werde "landwirt-

schaftlich genutzt" (Bst. C und E). Die Liegenschaft wird allerdings nicht mehrheitlich landwirt-

schaflich genutzt. Einerseits steht fest, dass die Liegenschaft bzw. das sich auf dem Grundstück 

befindliche Gebäude ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt wird (vgl. das Aufnahmeprotokoll 

der Liegenschaft, worin kein landwirtschaftlich nutzbarer Ökonomieteil ausgewiesen wird; 

pag. 15 ff.). Andererseits bestehen keine Anhaltspunkte, dass das Gebäude von einem Land-

wirt bewohnt würde. Die Liegenschaft (bzw. der Bereich Acker/Wiese/Weide im Halte von 

535 m²) wird allenfalls im Zuge der Bewirtschaftung der Nachbarparzelle weit untergeordnet 

landwirtschaftlich mitgenutzt (vgl. E. 4.1). Mit Blick darauf wird die Liegenschaft damit insgesamt 

zweifellos nicht mehrheitlich landwirtschaftlich genutzt. Demzufolge ist der amtliche Wert der 

Liegenschaft der Rekurrentin zu Recht gemäss den nichtlandwirtschaftlichen Bewertungsnor-

men festgelegt worden (E. 3.3). Alleine die Tatsache, dass sich eine Liegenschaft in der Land-

wirtschaftszone befindet, führt auch nicht zu einer Bewertung nach den Kriterien für landwirt-

schaftliche Grundstücke (vgl. Kästli/Bärtschi, a.a.O., N. 7 zu Art. 55 StG; VGE 2008 22885 vom 

27.3.2008, E. 2.2).

5. Insofern bleibt festzuhalten, dass das vorliegende Verfahren durch die allgemeine Neu-
bewertung der nichtlandwirtschaftlichen Grundstücke im Kanton Bern ausgelöst worden ist, die 

vom Grossen Rat mit Wirkung ab Steuerjahr 2020 beschlossen worden ist (Art. 182 Abs. 1 StG 

i.V.m. Art. 2 Abs. 1 des Dekrets vom 21. März 2017 über die allgemeine Neubewertung der 

nichtlandwirtschaftlichen Grundstücke und Wasserkräfte [AND; BSG 661.543]). Die allgemeine 

Neubewertung 2020 basiert auf Preiserhebungen in den Jahren 2013 bis 2016 (Art. 2 Abs. 2 

AND). Zuvor wurde letztmals per Steuerjahr 1999 eine allgemeine Neubewertung anhand von 

Daten der Bemessungsperiode 1993 bis 1996 durchgeführt. In den 21 Jahren seit der letzten 

allgemeinen Neubewertung sind die Verkehrswerte der Grundstücke im Kanton Bern insgesamt 

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erheblich angestiegen und immer stärker von den amtlichen Werten abgewichen. Mit der allge-

meinen Neubewertung 2020, die alle nichtlandwirtschaftlichen Grundstücke im Kanton Bern 

betrifft, werden die amtlichen Werte den tatsächlichen Verkehrswerten angenähert (sie liegen 

im Durchschnitt jedoch immer noch erheblich darunter) und die regionalen Unterschiede redu-

ziert. Dass der Grossteil der Grundstücke nach der allgemeinen Neubewertung 2020 einen 

höheren amtlichen Wert aufweist, ist demnach auf die Entwicklung des Immobilienmarkts 

zurückzuführen und vom Gesetzgeber beabsichtigt.

5.1 Eigentliche Grundlage für die amtliche Bewertung sind die von der kantonalen Schat-
zungskommission erstellten Bewertungsnormen AN20. Im Rahmen einer amtlichen Bewertung 

werden zunächst für jedes auf dem Grundstück vorhandene Objekt die Räumlichkeiten und 

Einrichtungen auf einem Aufnahmeprotokoll festgehalten. Dabei werden Wohnräume mit soge-

nannten Raumeinheiten (RE, siehe Tabelle 3.1 der Bewertungsnormen AN20) und alle übrigen 

Flächen mit der Anzahl Quadratmeter erfasst. Danach werden die Objekte nach Gebäudeart, 

Bauqualität, Komfortstufe, Wohn- oder Geschäftslage sowie Verkehrslage benotet. Zudem wer-

den das wirtschaftliche Alter und der Mietwertcode der einzelnen Objekte bestimmt, der vom 

Nutzungszweck abhängt (Wohnung, Garage, Ladenlokal usw.). Als weitere Einflussgrösse ist 

das generelle Mietzinsniveau der Standortgemeinde zu berücksichtigen, welches mit der Miet-

wertkategorie wiedergegeben wird. Aus der Anzahl Einheiten (RE oder m2), dem Total der No-

ten, dem wirtschaftlichen Alter, dem Mietwertcode und der Mietwertkategorie wird für jedes Ob-

jekt der Protokollmietwert errechnet (Tabelle 3.2 der Bewertungsnormen AN20), d.h. der im 

Jahr erzielbare Mietertrag (der Protokollmietwert dient zugleich als Ausgangspunkt für die Be-

stimmung des Eigenmietwerts). Der Protokollmietwert wird durch den Kapitalisierungssatz divi-

diert, woraus sich der Ertragswert ergibt. Nach Addition des Realwertzuschlags resultiert 

schliesslich der amtliche Wert. Kapitalisierungssatz und Realwertzuschlag sind abhängig von 

der Note für die Gebäudeart sowie vom wirtschaftlichen Alter (Tabelle 3.3 der Bewertungs-

normen AN20). Ergänzende Informationen können den von der Steuerverwaltung veröffentlich-

ten Erläuterungen (namentlich S. 7 f.) entnommen werden. Die Steuerverwaltung hat die allge-

meine Neubewertung 2020 weitgehend automatisiert umgesetzt.

5.2 Zur allgemeinen Neubewertung 2020 der fraglichen Liegenschaft gemäss den anwendba-
ren Bewertungsnormen kann festgehalten werden, dass die Rekurrentin die Berechnungsweise 

der Steuerverwaltung an sich nicht in Frage stellt und keine (Berechnungs-)Fehler geltend 

macht. Die Steuerverwaltung hat ihrerseits bereits im Einspracheverfahren die Daten zu 

den Detailflächen und weiteres mit Blick auf die vorhandenen Akten aktualisiert und die 

amtliche Bewertung insgesamt (geringfügig) zu Gunsten der Rekurrentin angepasst (Bst. B). 

Der Steuerrekurskommission ist bei Durchsicht der vorhandenen Akten nichts mehr aufgefallen, 

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was für eine weitere Reduktion der amtlichen Bewertung zu Gunsten der Rekurrentin sprechen 

könnte. Dass es sich bei der Liegenschaft der Rekurrentin (wie sie selbst vorbringt, vgl. Bst. E) 

nicht um ein "________", wie es sie sonst in der Gemeinde B.________ gibt, handelt, ist aus 

dem Aufnahmeprotokoll bzw. aus dem Zusatzprotokoll zur Beschreibung der baulichen Entwick-

lung ebenfalls ersichtlich und insofern korrekt abgebildet (pag. 15 ff.). Schliesslich bleibt darauf 

hinzuweisen, dass der Kaufpreis für die Liegenschaft bereits im Jahr 2006 CHF 1'400'000.-- 

betragen hat (pag. 18 sowie E. 4.1). Nachdem Liegenschaften generell (und insbesondere auch 

in der Gemeinde B.________) seither erhebliche Wertsteigerungen erfahren haben (E. 5), wird 

der für die fraglich Liegenschaft nun festgesetzte amtliche Wert von CHF 1'411'750.-- ab 2020 

jedenfalls auch nicht über dem aktuellen Verkehrswert liegen.

5.3 Letztlich kann die Rekurrentin auch nichts zu ihren Gunsten ableiten, soweit sie vorbringt, 
ihre Liegenschaft sei seit 2007 bereits vier Mal neu bewertet worden (Bst. B). Die vorliegend zu 

beurteilende Liegenschaft wurde letztmals im Jahr 2018, nach Abschluss von Renovations- und 

Umbauarbeiten (wegen der Bauvollendung Anbau ________, Überdachung ________, Anbau 

________ sowie diverser Veränderungen in der Wohnung ________), in Augenschein genom-

men (pag. 19) und letztmals ausserordentlich neu bewertet (pag. 41). Eine ausserordentliche 

Neubewertung wird nach Art. 183 StG hauptsächlich dann durchgeführt, wenn an einem be-

stimmten Grundstück bauliche Veränderungen vorgenommen worden sind (Art. 183 Abs. 1 

Bst. a StG). Von einer ausserordentlichen Neubewertung ist die allgemeine Neubewertung ab-

zugrenzen, welche vom Grossen Rat des Kantons Bern angeordnet wird. Die hier strittige, all-

gemeine Neubewertung ist gestützt auf Art. 182 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 AND jedenfalls 

zu Recht erfolgt.

6. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Rekurrentin keine konkreten (Be-
rechnungs-)Fehler der Steuerverwaltung bei der Festsetzung des amtlichen Werts im Rahmen 

der allgemeinen Neubewertung vorgebracht hat und solche sind seitens der Steuerrekurskom-

mission ebenfalls nicht festgestellt worden (E. 5.2). Wie aufgezeigt, wurden betreffend die Lie-

genschaft der Rekurrentin ausserdem die nichtlandwirtschaftlichen Bewertungsnormen zu 

Recht angewendet (E. 4.2). Mithin widerspiegelt der im Rahmen der allgemeinen Neubewertung 

2020 festgesetzte amtliche Wert auch die Entwicklung des Immobilienmarkts der letzten rund 

20 Jahre zutreffend wieder (E. 5.2). Der Rekurs erweist sich demnach als unbegründet und ist 

abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Rekurrentin kostenpflichtig. Sie hat die ge-
samten Verfahrenskosten zu tragen, einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder an-

dere externe Kosten (Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 

24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Gerichts-

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behörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Vorliegend 

sind die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'000.-- damit der unterlegenen Rekurrentin 

aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

Da die Rekurrentin im vorliegenden Fall unterliegt, werden keine Parteikosten gesprochen 

(Art. 200 Abs. 4 StG).

Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs betreffend den amtlichen Wert des Grundstücks B.________ Gbbl. 

Nr. ________ ab dem Steuerjahr 2020 wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pau-

schalgebühr von CHF 1'000.--, werden der Rekurrentin zur Bezahlung auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerde erhoben 
werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer 
schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Aus-
fertigung einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von 
einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und un-

terzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechts-
begehren und die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

5. Zu eröffnen an:

▪ A.________

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Einwohnergemeinde B.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Der Gerichtsschreiber

Cuccarède Wermuth