# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7bdd2e4-2909-5e66-b40a-48b3fb979d23
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.09.2017 SK 2016 377
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-377_2017-09-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 16 377

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. September 2017 

Besetzung Oberrichter Kiener (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

und

C.________,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 3.8.2016 (PEN 2016 135)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland erkannte mit Urteil vom 3.8.2016 Folgendes 
(pag. 255 ff.):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der sexuellen Nötigung, begangen am 20.10.2013 in E.________ zum Nachteil von C.________

und in Anwendung der Art. 34, 42, 44, 47, 189 Abs. 1 StGB; Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 9‘900.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 6‘250.00 und Aus-
lagen von CHF 205.00, insgesamt bestimmt auf CHF 6‘455.00.

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 5‘655.00.

II.

[amtliche Entschädigungen]

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

Zur Bezahlung von CHF 3‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 20.10.2013 an die Pri-
vatklägerin C.________. Weitergehend wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

IV.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. In Anbetracht der unzureichenden Begründung wird die Schadenersatzklage der Privatklägerin 
C.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

[Verfügungen]

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2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 3.8.2016 meldete A.________ (nachfolgend 
der Beschuldigte), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, am 
14.8.2016 frist- und formgerecht die Berufung an (pag. 297).

Mit Berufungserklärung vom 9.11.2016 bestätigte Rechtsanwalt B.________ die 
vollumfängliche Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils. Er beantragte, den Be-
schuldigten vom Vorwurf der sexuellen Nötigung, angeblich begangen am 
20.10.2013 in E.________ z.N. von C.________ freizusprechen und die Zivilklage 
abzuweisen. Die Verfahrenskosten seien durch den Kanton Bern zu tragen und die 
amtliche Entschädigung sei für das erst- und oberinstanzliche Verfahren gemäss 
eingereichter bzw. noch einzureichender Honorarnote festzusetzen (pag. 309 f.).

C.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt D.________, verzichtete mit 
Schreiben vom 16.11.2016 auf die Einreichung einer Anschlussberufung. Im Übri-
gen seien die formellen Voraussetzungen für die Berufung von Amtes wegen zu 
überprüfen (pag. 319).

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 30.11.2016 die An-
schlussberufung beschränkt auf die Sanktion. Sie beantragte, den Beschuldigten 
zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten, mit Probezeit von zwei Jahren 
zu verurteilen. Ein Grund, nicht auf die Berufung des Beschuldigten einzutreten, 
bestehe aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft nicht (pag. 321 f.).

Am 9.11.2016 teilte Rechtsanwalt B.________ mit, aus seiner Sicht bestünden kei-
ne Gründe für ein Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Generalstaatsan-
waltschaft (pag. 325).

Mit Verfügung vom 12.6.2017 gab die Verfahrensleitung den Parteien bekannt, am 
oberinstanzlichen Hauptverhandlungstermin vom 5.9.2017 werde festgehalten. Die 
Urteilseröffnung werde allerdings aufgrund der geplanten Einvernahmen von 
C.________ und dem Beschuldigten am 6.9.2017 stattfinden (pag. 384 f.). 

Rechtsanwalt D.________ teilte daraufhin mit Schreiben vom 14.6.2017 mit, das 
Miteinverständnis der Generalstaatsanwaltschaft und der Verteidigung vorausge-
setzt, verzichte er auf eine öffentliche Urteilsbegründung und er bitte diesfalls um 
eine zeitnahe Mitteilung (pag. 386).

Die Verfahrensleitung informierte Rechtsanwalt D.________ am 3.7.2017, bis dato 
liege ihr keine Nachricht der anderen Parteien vor, sie würden auf eine öffentliche 
Urteilseröffnung verzichten. Die Verfahrensleitung wies zudem darauf hin, die Par-
teien seien nicht zu einer solchen Mitteilung verpflichtet und könnten sich vorbehal-
ten, situativ am Schluss der Plädoyers zu entscheiden (pag. 388).

3. Oberinstanzliche Beweisanträge und –massnahmen

Mit Eingabe vom 14.2.2017 bat Rechtsanwalt D.________, hinsichtlich der für den 
5.9.2017 angesetzten Berufungsverhandlung zu berücksichtigen, dass C.________ 
nicht mit dem Beschuldigten konfrontiert werden wolle. Im Weiteren werde 
C.________ anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung von ihrer Mutter 
als Vertrauensperson begleitet. Rechtsanwalt D.________ beantragte, die Öffent-

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lichkeit von der Verhandlung auszuschliessen. Er führte zudem aus, C.________ 
beabsichtige nach (wohl geplanter) erfolgter Einvernahme nicht mehr persönlich an 
der Verhandlung teilzunehmen (pag. 356).

Am 21.3.2017 verfügte die Verfahrensleitung, dass C.________ und der Beschul-
digte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5.9.2017 zur Person 
und Sache befragt würden. Sie hiess die Anträge von C.________ um Begeg-
nungsvermeidung mit dem Beschuldigten, Begleitung durch ihre Mutter als Ver-
trauensperson und Dispensation von der Verhandlung mit Ausnahme ihrer eigenen 
Einvernahme gut. Der Antrag um Ausschluss der Öffentlichkeit von der Verhand-
lung wurde insofern gutgeheissen, als die Öffentlichkeit nur während der Einver-
nahme von C.________ ausgeschlossen wurde. Soweit weitergehend wurde das 
Gesuch abgewiesen. C.________ wurde ferner aufgefordert, innert Frist eine Er-
klärung zur Entbindung vom Arztgeheimnis für die Ärzte der Klinik für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie Neuhaus einzureichen (pag. 361 f.).

C.________ entband die Ärzte der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neu-
haus am 30.3.2017 von der Wahrung des Arztgeheimnisses und ermächtigte diese, 
dem Gericht auf entsprechende Anfrage hin, einen Behandlungsbericht für die Zeit 
ihrer Hospitalisation in der Klinik vom 11.11.2013 bis 13.11.2013 abzugeben 
(pag. 369 f.). 

Die Verfahrensleitung forderte die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neu-
haus am 3.4.2017 auf, acht Fragen zum Klinikaufenthalt zwecks Krisenintervention 
von C.________ zu beantworten (pag. 372 f.).

Dr. med. F.________ reichte am 28.4.2017 die entsprechenden Antworten sowie 
den Austrittsbericht vom 11.12.2013 zu den Akten (pag. 375 ff.). 

Von Amtes wegen wurden ferner der aktuelle Leumundsbericht vom 27.7.2017 
(pag. 395 ff.) sowie der Strafregisterauszug vom 18.8.2017 über den Beschuldigten 
(pag. 404) eingeholt.

Die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern edierte am 7.8.2017 im 
Hinblick auf die Hauptverhandlung vom 10.8.2017 betreffend G.________ (Verfah-
ren SK 16 432) aus den Strafakten im vorliegenden Verfahren die angeforderten 
Unterlagen der Klinik Neuhaus (Beantwortungsschreiben vom 28.4.2017 und Aus-
trittsbericht vom 11.12.2013; pag. 391 f.). Mit Verfügung vom 17.8.2017 nahm und 
gab die Kammer von der Verfügung der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kan-
tons Bern Kenntnis und edierte bei dieser die Strafakten im Verfahren SK 16 432 
gegen G.________ (pag. 393 f.).

Rechtsanwalt D.________ reichte an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
5.9.2017 das aktuelle ärztliche Zeugnis betreffend C.________ von 
Dr. med. E. H.________, psychiatrische Dienste Interlaken fmi, datierend vom 
13.8.2017 ein (pag. 432). Das ärztliche Zeugnis wurde mit Beschluss der Kammer 
zu den Akten erkannt (pag. 423).

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 5.9.2017 wurden C.________ (pag. 412 ff.) 
und der Beschuldigte (pag. 418 ff.) einvernommen.

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4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 5.9.2017 die folgenden Anträge (pag. 423):

1. A.________ sei vollumfänglich freizusprechen vom Vorwurf der sexuellen Nötigung, angeblich 
begangen am 20.10.2013 in E.________, zum Nachteil von C.________.

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien durch den Kanton Bern zu tragen.

3. Die Zivilklage sei abzuweisen.

4. Die amtliche Entschädigung der Verteidigung von A.________ sei

a. für das erstinstanzliche Verfahren gemäss Urteil vom 03.08.2016 auf CHF 9'314.55; und

b. für das oberinstanzliche Verfahren im Rahmen der eingereichten Honorarnote festzusetzen.

5. Die Löschung der erkennungsdienstlich erfassten Daten sowie die Löschung des erhobenen 
DNAProfils sei nach Rechtskraft des Entscheids anzuordnen.

6. Weiter sei zu verfügen, was rechtens

Staatsanwältin I.________ stellte für die Generalstaatsanwaltschaft die folgenden 
Anträge (pag. 426):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären wegen sexueller Nötigung, begangen am 20.10.2013 in 
E.________ zum Nachteil von C.________

II.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 42, 44, 47, 50, 189 Abs. 1 StGB,
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNAProfils (PCN-
Nr. ________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von APIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ertei-
len (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

Rechtsanwalt D.________ stellte für die Straf- und Zivilklägerin C.________ die 
folgenden Anträge (pag. 428):

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1.
Der Beschuldigte sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils schuldig zu sprechen der sexuellen 
Nötigung, begangen am 20. Oktober 2013 in E.________ zum Nachteil von C.________, und er sei 
dafür angemessen zu bestrafen.

2.
Der Beschuldigte sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu verurteilen, der Privatklägerin eine 
Genugtuung von CHF 3'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit 20. Oktober 2013 zu leisten.

3.
Der Beschuldigte sei zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten gemäss Urteil der Vorinstanz zu ver-
urteilen. Weiter sei er gemäss vorinstanzlichem Urteil zu verurteilen, der Privatklägerin den durch die 
amtliche Entschädigung nicht gedeckten Teil ihrer Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren, 
ausmachend CHF 2'333.90, zu ersetzen.

4.
Die Verfahrenskosten für das oberinstanzliche Verfahren seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 
Ferner sei er zu verurteilen, der Privatklägerin die durch die amtliche Entschädigung nicht gedeckten 
Parteikosten für das Berufungsverfahren gemäss einzureichender Honorarnote zu ersetzen.

5.
Das Honorar des amtlichen Vertreters der Privatklägerin sei gestützt auf das gewährte prozessuale 
Armenrecht und unter Berücksichtigung von Art. 30 Abs. 3 OHG gemäss erstinstanzlichem Urteil zu 
bestätigen und für das oberinstanzliche Verfahren gemäss einzureichender Honorarnote gerichtlich zu 
bestimmen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland wurde durch den Beschuldigten 
vollumfänglich angefochten. Die Generalstaatsanwaltschaft erhob Anschlussberu-
fung und beschränkte diese auf die Sanktion. Die Kammer hat das erstinstanzliche 
Urteil entsprechend vollumfänglich zu überprüfen und verfügt dabei über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Aufgrund der Anschlussberufung durch die Generalstaatsanwaltschaft 
ist die Kammer dabei nicht an das Verschlechterungsverbot (auch «Verbot der re-
formatio in peius» genannt) nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Sie kann das Ur-
teil im Strafpunkt auch zuungunsten des Beschuldigten abändern. Dies ist ihr im 
Zivilpunkt mangels eigener Berufung oder einer Anschlussberufung der Straf- und 
Zivilklägerin C.________ verwehrt. 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 3.8.2016 behielt sich die 
Vorinstanz in Anwendung von Art. 344 i.V.m. Art. 5 StPO vor, den als vollendete 
sexuelle Nötigung angeklagten Sachverhalt auch unter dem Tatbestand der ver-
suchten sexuellen Nötigung zu würdigen (pag. 235). Aufgrund des Devolutiveffekts 
der Berufung gilt der Würdigungsvorbehalt auch für das oberinstanzliche Verfah-
ren.

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Zur Anklageschrift und zur vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung

Dem Beschuldigten wurde mit Anklageschrift vom 1.3.2016 vorgeworfen, sich der 
sexuellen Nötigung, begangen am 20.10.2013 (evtl. kurze Zeit zuvor oder nachfol-
gend), nachmittags, ca. 14.30 Uhr, in E.________, zum Nachteil von C.________ 
schuldig gemacht zu haben. Als Sachverhalt wurde Folgendes umschrieben 
(pag. 152 f.):

C.________ stattete dem ihr bekannten A.________ einen Besuch ab. A.________ begann dann 
C.________ auf den Mund zu küssen. Sie forderte ihn auf, damit aufzuhören und stiess ihn von sich. 
A.________ sagte, sie solle nicht so tun, sich nicht so anstellen. A.________ fragte C.________ an-
schliessend mehrfach, ob sie ihm „einen blasen würde", was diese immer wieder verneinte und auch 
ausführte, sie habe keine Lust dazu. Sie begaben sich dann aufs Bett. A.________ sicherte 
C.________ zu, dass nichts gegen ihren Willen geschehen werde. A.________ stiess dann plötzlich 
C.________ um und kniete sich über sie. Sie wehrte sich und konnte auf das Sofa zurückkehren. 
A.________ kehrte dann mit entblösstem Unterkörper zum Sofa zurück. Er packte C.________ am 
Handgelenk und zerrte sie auf das Bett zurück. A.________ kniete sich im Bereich des Kopfes erneut 
über C.________, welche auf dem Rücken auf dem Bett lag. Er legte seine Knie auf die Oberarme 
von C.________ und fixierte diese. A.________ versuchte nun mehrfach sein erigiertes Geschlechts-
teil C.________ in den Mund zu stossen. Diese schloss den Mund und drehte sich ab. Sie versuchte 
sich von ihm zu lösen, zu entwinden und ihn mit den Beinen wegzustossen. A.________ nahm dann 
die Hand von C.________ und führte diese an sein Geschlechtsteil. Mit seiner Hand darüber machte 
er Reibbewegungen, um sich sexuell zu befriedigen. Zum Samenerguss kam es nicht. Nach einer 
gewissen Zeit hat A.________ von C.________ abgelassen. Diese konnte dann die Wohnung verlas-
sen.

C.________ hat verbal mehrfach sexuelle Kontakte mit A.________ abgelehnt. Dieser hat sich ein-
fach darüber hinweggesetzt und hat seine grössere Kraft eingesetzt, damit ihn C.________ oral oder 
mit der Hand befriedigt.

Die Vorinstanz teilte den vorliegenden Sachverhalt in vier Phasen auf. Die erste 
Phase, während welcher der Beschuldigte mit C.________ auf dem Sofa gesessen 
sei, er sie zu küssen begonnen habe und sie mit ihm ins Schlafzimmer gegangen 
sei, erachtete sie als erstellt. Der Beschuldigte habe in dieser Phase aber noch 
«wähnen» dürfen, dass C.________ noch nicht völlig abgeneigt gewesen sei, zu-
mal sie sich freiwillig («ja easy, ich komme mal rüber, aber zwinge mich zu nichts», 
pag. 18, Z. 51 ff.) ins Schlafzimmer begeben habe. C.________ habe noch keine 
klare und nach aussen eindeutig erkennbare ablehnende Haltung gezeigt 
(pag. 286, S. 26 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

In der zweiten Phase seien C.________ und der Beschuldigte auf dem Bett geses-
sen. Plötzlich habe der Beschuldigte C.________ umgeworfen und sich über sie 
gekniet. Er habe das eine Bein auf der einen und das andere auf der anderen Seite 
von ihr gehabt. C.________ habe sich sofort gewehrt, mit dem Ellbogen geschla-
gen, sei aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen. Die Vorinstanz erachtete 
auch diesen Sachverhalt als erstellt, ging aber von einem «wilderen Herumma-
chen» bzw. von einem aus Sicht des Beschuldigten «etwas intensiveren Erobe-

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rungsgeschehen» aus, dem C.________ nicht völlig abgeneigt gewesen sei 
(pag. 286, S. 26 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

In Phase 3 sei C.________ auf das Sofa zurückgekehrt. Der Beschuldigte sei ihr, 
unten bereits nackt, gefolgt und habe sie ins Schlafzimmer zurückgezerrt, wobei 
sich C.________ an der Wand festgehalten habe. Der Beschuldigte habe sich wie-
der über sie gekniet und versucht, seinen Penis in ihren Mund zu stopfen. Sie habe 
ihren Mund verschlossen gehalten und den Kopf weggedreht. Die Vorinstanz er-
achtete diesen Sachverhalt als erstellt. C.________ habe in dieser Phase in aller 
Form Widerstand geleistet. Der Beschuldigte habe erheblich Gewalt ausgeübt und 
es sei für ihn erkennbar gewesen, dass er gegen den Willen von C.________ ge-
handelt habe (pag. 286 f., S. 26 f. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

Die vierte Phase betreffe den Vorwurf, der Beschuldigte habe die Hand von 
C.________ genommen, diesen an sein Geschlechtsteil geführt und mit seiner 
Hand darüber Reibbewegungen gemacht, um sich sexuell zu befriedigen. Die Vor-
instanz kam zum Ergebnis, der fragliche Vorwurf lasse sich zeitlich nicht mehr in 
das Geschehen einordnen. Der Handlungsablauf sei nicht erstellt, zumal Phase 4 
ohne zeitliche Einbettung keine Abwehrhaltung von C.________ entnommen wer-
den könne (pag. 287, S. 27 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

7. Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestätigte, zur angegebenen Zeit am 20.10.2013 von 
C.________ in seiner Wohnung in E.________ besucht worden zu sein. Er bestrei-
tet indessen, C.________ zu den beschriebenen sexuellen Handlungen genötigt zu 
haben. Es sei nur zu einvernehmlichen Zärtlichkeiten zwischen ihnen beiden in 
Form von Küssen und Streicheln über den Kleidern gekommen, ohne dass diese 
überhaupt ausgezogen worden seien. Nachdem sich C.________ dem Versuch, ih-
re Hose zu öffnen, mit den Worten «jetzt nid» widersetzt und ihm die Hand auf ihr 
Gesäss gelegt habe, will der Beschuldigte dies ohne weiteres akzeptiert und nicht 
weiter auf sexuelle Handlungen gedrängt haben. Danach seien sie gemeinsam 
zurück zum Sofa gegangen, hätten ein Gespräch geführt, und C.________ habe 
daraufhin die Wohnung des Beschuldigten verlassen.

8. Beweismittel

Dem Beschuldigten wird ein sogenanntes «Vier-Augen-Delikt» vorgeworfen. Natur-
gemäss bilden in solchen Fällen die Aussagen der beiden Direktbeteiligten, des 
Beschuldigten (pag. 59 ff.; pag. 68 ff.; pag. 230 ff.) und von C.________ (pag. 16 
ff.; pag. 23 ff.; pag. 224 ff.), die wichtigsten Beweismittel. In Anwendung von 
Art. 343 Abs. 2 i.V.m. Art. 405 Abs. 2 StPO wurden daher sowohl C.________ wie 
auch der Beschuldigte oberinstanzlich nochmals befragt (der Beschuldigte 
pag. 418 ff.; C.________ pag. 412 ff.). Der Kammer liegen zudem die Aussagen 
von J.________ (pag. 34 ff.), K.________ (pag. 41 ff.) und L.________ (pag. 50 ff.) 
– allesamt Zeugen vom Hörensagen – sowie drei Berichte von 
Dr. med. M.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psycho-
therapie, die C.________ in der fraglichen Zeit behandelt hatte, vor (Bericht vom 
19.9.2014 pag. 82 ff.; Bericht vom 8.1.2015 pag. 95 f.; Bericht vom 20.7.2016 

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pag. 217 f.). Oberinstanzlich wurde zudem der Bericht vom 28.4.2017 von 
Dr. med. F.________, universitäre psychiatrische Dienste (UPD), Universitätsklinik 
für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie, Klinik Neuhaus, inkl. Aus-
trittsbericht vom 11.12.2013, eingeholt (pag. 375 ff.). Der Kammer stehen ferner die 
Strafakten SK 16 432 in Sachen G.________ zur Verfügung. Diese wurden bei der 
1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern ediert, nachdem G.________ 
am 10.8.2017 wegen sexueller Nötigung, begangen am 21.9.2013 zum Nachteil 
von C.________ verurteilt worden war. 

9. Würdigung durch die Kammer

9.1 Zu den objektiven Beweismitteln

9.1.1 Arztberichte betreffend C.________

Die Vorinstanz fasste die Berichte von Dr. M.________ vom 19.9.2014, 8.1.2015 
und 20.7.2016 umfassend zusammen. Darauf kann verwiesen werden (pag. 267 ff., 
S. 7 ff. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

Aus dem oberinstanzlich eingeholten Bericht von Dr. F.________ der Universitäts-
klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie vom 28.4.2017 geht 
hervor, dass C.________ sich vom 11.11.2013 bis zum 13.11.2013 in der Klinik 
Neuhaus in einer stationären Behandlung befand. C.________ sei von den psych-
iatrischen Dienstärztinnen des universitären Notfallzentrums des Inselspitals Bern 
wegen eines emotionalen Ausnahmezustandes und fraglicher Suizidalität einge-
wiesen worden. Die Ärztinnen der UPD stellten darauf die Diagnose einer Anpas-
sungsstörung (ICD-10 F:43.2), wobei therapeutisch die Wiederaufnahme der am-
bulanten Psychotherapie und der Klärung allfälliger stationärer Behandlungsoptio-
nen empfohlen wurde. In den Krankenakten seien keine Hinweise vorhanden, dass 
C.________ während des Aufenthalts gegenüber Mitarbeitern sexuelle Übergriffe 
erwähnt habe. Auch sonst würden die Patientenakten keine Hinweise enthalten, 
dass solche Vorfälle stattgefunden hätten. Die von C.________ gezeigten Sym-
ptome würden zwar differentialdiagnostisch zu solchen, die Menschen nach einer 
Traumatisierung zeigen könnten, passen, ein direkter Rückschluss auf eine Trau-
matisierung und/oder auf eine bestimmte Art des Traumas sei dagegen nicht mög-
lich. Häufig dauere es Monate, bis Betroffene eines Traumas explizit über die 
Traumatisierung sprechen könnten (pag. 375 f.). 

Gemäss dem beiliegenden Austrittsbericht vom 11.12.2013 habe C.________ den 
Ärztinnen berichtet, dass es ihr seit mehreren Wochen wieder schlechter gegangen 
sei, sie gefühlsmässig sehr labil sei, sich jeweils in ausgeprägten Agitationszustän-
den befinde, in denen sie sich nicht mehr spüre, sowie Suizidgedanken und –pläne 
entwickle. Aktuelle Auslöser für die Krise mit Stimmungsschwankungen seien 
C.________ nicht bekannt gewesen (pag. 377 ff.).

Würdigung der Arztberichte:

Aus den vier vorliegenden Arztberichten geht hervor, dass sich C.________ bis 
zum Sommer 2012 angepasst entwickelte. Im Herbst 2012 suchte sie nach Verhal-
tensauffälligkeiten erstmals eine Psychiaterin in Meiringen auf, die ein ADHS und 
eine Borderline-Typ Persönlichkeitsstörung diagnostizierte. In der Folge wurde eine 

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medikamentöse Therapie installiert, die von C.________ indessen mangels Über-
zeugung selbständig wieder abgesetzt wurde (pag. 378). Ab Frühling 2013 suchte 
C.________ vorerst keine Psychiaterin mehr auf, bis sie sich Mitte Oktober 2013 
einer neuen Therapeutin in Bern, Frau Dr. M.________, vorstellte. Bei durchschnitt-
lichem Intelligenzniveau stellte Dr. M.________ bei C.________ weder einen Ent-
wicklungsrückstand noch eine psychische Störung fest (pag. 83). Drei Wochen 
nach dem hier zu beurteilenden Vorfall vom 20.10.2013 kam es aufgrund eines 
emotionalen Ausnahmezustands mit Erregungszuständen und Weinkrämpfen am 
Praktikumsplatz auf dem Pferdehof zu einer notfallmässigen Einweisung in die Kli-
nik Neuhaus, wo C.________ drei Tage stationär verblieb (11.11.2013 bis 
13.11.2013). Damals diagnostizierte Dr. F.________ eine Anpassungsstörung mit 
emotional instabilen Zügen und Verhaltensauffälligkeiten mit dissozialen Zügen 
(pag. 379). Auch aus Sicht von Dr. M.________ bestanden damals und bis zum 
20.7.2016 keine Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung von C.________ 
(pag. 84; pag. 217 f.). Sie diagnostizierte ebenfalls eine Anpassungsstörung mit 
längerer depressiver Reaktion (pag. 83). 

Obwohl die Konsultation bei Frau Dr. M.________ vom 15.10.2013 und die Krisen-
intervention vom 11.11.2013 den angeblichen Tattag umrahmen – und zudem bei-
de nach dem Vorfall vom 21.9.2013, der Gegenstand des Strafverfahrens wegen 
sexueller Nötigung gegen G.________ bildet, stattfanden – thematisierte 
C.________ weder am 15.10.2013 bei Dr. M.________ noch am Wochenende vom 
11.11.2013 bis 13.11.2013 in der Klinik Neuhaus die nachträglich vorgebrachten 
strafrechtlich relevanten Vorwürfe. Während in der Klinik Neuhaus in den Patien-
tenakten dazu überhaupt kein Eintrag zu finden ist (pag. 376), schrieb 
Dr. M.________, dass die beiden Vorfälle in der Therapie im Erstgespräch nicht 
und später nur am Rande erwähnt worden seien. Dr. M.________ erklärte, die The-
rapieziele würden massgeblich in Zusammenarbeit mit der Patientin festgelegt. 
Weil es bei einer Traumatherapie zu einer Konfrontation mit erlebten negativen 
Emotionen komme, sei es wichtig, dass diese zu einem von der Patientin selbst 
bestimmten Zeitpunkt stattfinde. Eine wesentliche Voraussetzung sei ferner, dass 
eine Stabilisierung des Allgemeinzustandes, insbesondere der Stimmungslage er-
folgt sei. Im Vordergrund der Therapie sei daher die Stabilisierung von C.________ 
gestanden, damit sie ihren Alltag habe bewältigen können (pag. 96). Diese Ein-
schätzung änderte Dr. M.________ auch bis zum letzten Bericht vom 20.7.2016 
nicht. Sie erklärte nachvollziehbar, es sei aus therapeutischer Sicht zum Zeitpunkt 
der erneuten Krisensituation nicht sinnvoll gewesen, die Vorfälle tiefgehender zu 
thematisieren, weil erneut die Bewältigung akuter, neu aufgetretener Belastungs-
faktoren (Verlust Ausbildungssituation, Anforderungen Schulsituation, psychosozia-
le Belastungsfaktoren im häuslichen Umfeld) im Vordergrund gestanden seien 
(pag. 218). Dass C.________ den angeblichen Vorfall mit dem Beschuldigten bei 
ihrer Psychiaterin nicht erwähnte, erstaunt nach dem Gesagten folglich nicht. Dem 
aktuellen ärztlichen Zeugnis vom 31.8.2017 kann indessen entnommen werden, 
dass sich C.________, die seit 2015 eine ambulante integrierte psychiatrisch psy-
chotherapeutische Behandlung bei den psychiatrischen Diensten Interlaken voll-
zieht, nach wie vor in einem instabilen psychischen Zustand befindet. Deshalb 
wurde eine teilstationäre Behandlung in der psychiatrischen Tagesklinik Interlaken 

11

zur psychischen Stabilisierung sowie Intensivierung der Therapie zur Verbesserung 
der Emotionsregulation und Bearbeitung von prägenden traumatischen Ereignissen 
in der Vergangenheit (u.a. sexuelle Nötigung, Gewalt und Aggressionen) mittels 
zusätzlichen/ergänzenden Therapieformen geplant (pag. 432). Nach Angaben von 
C.________ kann sie diese stationäre Therapie nun am 2.10.2017 beginnen und 
befindet sich aktuell noch in der ambulanten Therapie (pag. 412, Z. 30 ff.). Der se-
xuelle Vorfall mit dem Beschuldigten sei für ihren geplanten Aufenthalt in der Klinik 
ein Hauptgrund unter anderen (pag. 413, Z. 2 f.).

Sowohl Dr. M.________ wie auch die Klinik Neuhaus wiesen darauf hin, dass die 
von C.________ geäusserten Symptome (diffuse Ängste, selbstverletzendes Ver-
halten, niedriges Selbstbild, gestörtes Körperbild) mit den strafrechtlich thematisier-
ten Vorfällen in Zusammenhang stehen könnten, dies aber andererseits nicht so 
sein müsse, weil von diesen Symptomen nicht auf eine bestimmte Art der Trauma-
tisierung geschlossen werden könne (pag. 84; pag. 218; pag. 376). Aufgrund ihrer 
Symptome sind folglich keine eindeutigen Rückschlüsse auf die angeklagte Tat 
möglich. 

In den vorliegenden Krankenakten von C.________ finden sich im Übrigen keine 
Hinweise dafür, dass sie nicht in der Lage gewesen wäre, Erlebtes glaubhaft zu 
schildern oder Schwierigkeiten mit falscher Realitätswahrnehmung gehabt hätte. 
Zwar habe C.________ nach eigenen Angaben Anfang Oktober einmal LSD kon-
sumiert und einen «Paranoia-Horrortrip» erlitten (pag. 379). Dr. M.________ erklär-
te jedoch, sie habe C.________ in der Therapie (seit dem 15.10.2013) als zuver-
lässig und glaubhaft erlebt. Beeinträchtigung der Glaubhaftigkeit oder Urteilsfähig-
keit durch einen möglichen Drogenkonsum seien während der Therapie nicht zum 
Ausdruck gekommen (pag. 96). 

Insgesamt kann aus den Arztberichten betreffend C.________ einzig abgeleitet 
werden, dass sie seit einigen Jahren psychisch instabil ist und an einer Anpas-
sungsstörung leidet. Eine Persönlichkeitsstörung wurde weder von Dr. M.________ 
noch von Dr. F.________ diagnostiziert. Zwar ist in der Therapie von 
Dr. M.________ keine Aufarbeitung der angeblichen Vorfälle erfolgt. Dies ist auf-
grund des beschriebenen instabilen Zustands von C.________ allerdings nachvoll-
ziehbar. Aktuell befindet sich C.________ ferner in einer Therapie, in welcher auch 
die sexuellen Vorfälle thematisiert würden. Hinweise auf Einschränkungen der Rea-
litätswahrnehmung und dadurch auf unzuverlässiges Aussageverhalten bestehen 
nicht.

9.1.2 Strafakten in Sachen G.________ (SK 16 432)

G.________ wurde vorgeworfen, C.________ am 21.9.2013 sexuell genötigt zu 
haben. Das Strafverfahren wurde zu Beginn mit demjenigen gegen den Beschul-
digten zusammengeführt (pag. 2 f.), mit Verfügung vom 11.6.2014 jedoch vonein-
ander getrennt (pag. 4).

G.________ wurde in der Anklageschrift vom 24.5.2016 vorgeworfen, sich der se-
xuellen Nötigung, begangen vermutlich am 21.9.2013 in N.________ schuldig ge-
macht zu haben. Als Sachverhalt wurde in der Anklageschrift Folgendes umschrie-
ben (Akten SK 16 432 pag. 280 f.):

12

C.________ besuchte zusammen mit ihrem Kollegen J.________ den ihr ebenfalls bekannte 
G.________ in dessen Wohnung. J.________ schlief dann auf dem Sofa ein. G.________ fragte 
C.________, ob er sie in seinem Zimmer massieren dürfe bzw. eventuell, ob man sich dort 
gegenseitig massieren wolle. C.________ äusserte sich dahingehend, dass sie darauf keine Lust 
habe. G.________ insistierte und C.________ wollte weiterhin nicht. G.________ wurde nun 
hässig und packte C.________. Er legte seine Hände um ihre Taille, umschlang sie, hob sie 
hoch und transportierte sie in sein Zimmer. C.________ zappelte, versuchte sich wegzustossen 
und wehrte sich gegen den Transport. G.________ war ihr aber körperlich bei weitem überlegen. 
Nach dem Betreten des Zimmers schloss G.________ die Türe mit dem Schlüssel ab, liess 
diesen aber stecken. Er drückte C.________ mit Kraft auf das Bett. Sie lag mit dem Rücken auf 
dem Bett. Er hielt ihre Arme oberhalb des Körpers mit den Händen fest und drückte auch ihre 
Beine auf das Bett. C.________ war damit zum Widerstand unfähig. Sie versuchte sich 
körperlich von ihm zu lösen, hatte aber seiner Kraft nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. 
Nun begann G.________ C.________ überall zu küssen. Zuerst auf den Mund und dann immer 
tiefer. Er berührte sie mit den Händen am ganzen Körper und auch an den Brüsten. Er zog ihr 
gewaltsam die Leggins, die Unterhose und das Top aus. C.________ trug dann nur noch ein 
Unterleibchen und den BH. C.________ hat mehrfach entschieden gesagt, dass er aufhören 
solle. 

Er fasste mit den Händen auch zwischen die Beine von C.________. Er berührte sie mit der 
Zunge und den Fingern zwischen den Beinen am Geschlechtsteil und versuchte sie zu 
befriedigen. Als G.________ eine Hand von C.________ losliess, konnte sich diese entwinden, 
befreien und dann aufstehen. Sie versuchte die Türe zu öffnen. Er zerrte sie dort weg und sagte, 
dass sie sich nicht so anstellen solle und „es" ja auch wolle, sie sei auch spitz auf ihn. Er drückte 
sie nun mit Kraft an die Wand. C.________ konnte ihn dann wegdrücken und das Zimmer 
verlassen. 

G.________ drohte C.________ gegen Ende des Vorfalls an, dass er J.________ erzählen werde, 
dass sie etwas in sexueller Hinsicht mit ihm gehabt habe, falls sie nicht mit ihm „figgen" wolle“.

Das Regionalgericht Bern-Mittelland sprach G.________ deswegen (und wegen 
anderer Delikte) für schuldig und verurteile ihn zu einer Freiheitsstrafe von 14 Mo-
naten sowie wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu 180 
Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 60.00, beides mit bedingtem Strafvollzug und 
einer Probezeit von zwei Jahren. Ferner wurde G.________ zu einer Busse von to-
tal CHF 2‘250.00 und zur Bezahlung einer Genugtuung an C.________ in der Höhe 
von CHF 5‘000.00 verurteilt (Akten SK 432 pag. 382 ff.). 

Für das Regionalgericht entscheidend waren dabei die aus seiner Sicht glaubhaf-
ten und erlebnisbasierten Aussagen von C.________, die stimmig, reich an Details, 
ohne Strukturbrüche und ohne Aggravierungen gewesen seien. Es sei kein Grund 
für eine Falschbeschuldigung ersichtlich (Akten SK 16 432 pag. 423). Die Aussa-
gen von C.________ würden zudem durch die Angaben der seinerzeitigen Kolle-
gin/Freundin von G.________, O.________, gestützt (Akten SK 16 432 pag. 424). 
Demgegenüber seien die Aussagen von G.________ nicht geeignet, die Aussagen 
von C.________ zu entkräften (Akten SK 16 432 pag. 428). Übereinstimmend hät-
ten die sichergestellten WhatsApp-Kommunikationen zwischen den Beteiligten ins 
Bild der Aussagen gepasst (Akten SK 16 432 pag. 401 f.). Das Gericht zog 
schliesslich die auch in diesem Verfahren aktenkundigen Arztberichte von 

13

Dr. M.________ bei, die die Persönlichkeit von C.________ gut abgebildet hätten, 
insgesamt aber im Beweisergebnis neutral beurteilt wurden (Akten SK 16 432 
pag. 400 f.).

Auf Berufung von G.________ hin bestätigte die 1. Strafkammer des Obergerichts 
des Kantons Bern mit Entscheid vom 10.8.2017 nach nochmaliger Befragung des 
Beschuldigten und C.________ das Urteil des Regionalgerichts. 

9.2 Zu den subjektiven Beweismitteln

9.2.1 Aussagen Dritter 

Die drei befragten Drittpersonen konnten nichts Selbsterlebtes zum konkreten Vor-
fall zwischen C.________ und dem Beschuldigten schildern. Sie erhielten die In-
formationen zum fraglichen Geschehen lediglich vom Hörensagen. 

J.________ wurde am 13.2.2014 von der Polizei befragt (pag. 34 ff.). Auf die kor-
rekte vorinstanzliche Zusammenfassung dieser Aussagen kann verwiesen werden 
(pag. 279, S. 19 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung).

Bei J.________ handelt es sich um einen damaligen «Kollegen» von C.________ 
(Aussagen von J.________: «Eine gute Kollegin mit gewissen Vorzügen», pag. 35, 
Z. 11; «Wir gingen essen, wir haben viel gekifft, wir hatten Sex», pag. 35, Z. 20; 
«Wir hatten nicht die Beziehung Freund/Freundin. Sie durfte machen was sie woll-
te. Sie hatte dasselbe Interesse an mir wie ich an ihr, Sex. Gar nichts anderes», 
pag. 35, Z. 43 f.). Von dieser Beziehungsart wusste auch der Beschuldigte 
(pag. 62, Z. 130 ff.). J.________ bezeichnete den Beschuldigten als recht intelli-
gent, Informatiker, man sage, dass er ein «hure linker Siech», falsch und ein Lüg-
ner sei, aber er habe es gut mit ihm gehabt (pag. 37, Z. 120 ff.). J.________ war es 
denn auch, der den Kontakt zwischen dem Beschuldigten und C.________ herge-
stellt hatte (pag. 37, Z. 106 f.; Aussagen des Beschuldigten pag. 62, Z. 147 f.). Der 
Beschuldigte habe ihm einmal gesagt, er möchte mit C.________ «ficken» und ihn 
gefragt, ob er etwas dagegen habe. Ihm sei das egal gewesen. Er sei sich aller-
dings nicht mehr ganz sicher (pag. 37, Z. 126 ff.). C.________ habe ihm gegenüber 
glaublich einmal erzählt, der Beschuldigte habe «den Schwanz rausgeholt» und 
gewollt, dass sie ihm einen blase. Er wisse dies aber auch nicht mehr so genau 
(pag. 37, Z. 139 ff.; pag. 39, Z. 202). Er sei der Meinung, C.________ hätte sich 
wehren können (pag. 39, Z. 222) und er habe gedacht, sie sei selber schuld, wenn 
sie zu ihm nach Hause gegangen sei (pag. 39, Z. 209 f.). Die ganze Sache interes-
siere ihn nicht. Er glaube weder dem Beschuldigten noch C.________. Beide wür-
den gerne lügen (pag. 39, Z. 232 f.). 

Gemäss Aussagen von J.________ war C.________ folglich sexuell nicht unerfah-
ren, ihre Beziehung war primär sexueller Natur. J.________ bestätigte mit seinen 
Aussagen allerdings nicht mehr, als dass er von C.________ erfahren habe, dass 
der Beschuldigte sie aufgefordert habe, ihm einen zu blasen und er dafür seinen 
Penis «rausgenommen» habe. Zudem habe der Beschuldigte ihm gegenüber die 
sexuellen Absichten bei C.________ kundgetan. Es sind keine Hinweise vorhan-
den, dass J.________ diesbezüglich nicht die Wahrheit sagte, zumal er offenkun-
dig sein Desinteresse an der Sache preisgab und C.________ gar bezichtigte, 
selbst schuld zu sein. 

14

L.________ ist eine gute Freundin von C.________. Ihre Aussagen bei der Staats-
anwaltschaft vom 16.6.2015 wurden von der Vorinstanz zusammengefasst. Darauf 
kann verwiesen werden (pag. 280, S. 20 der erstinstanzlichen Entscheidbegrün-
dung). 

Auch sie konnte lediglich als Zeugin vom Hörensagen berichten, dass C.________ 
ihr gegenüber erwähnt habe, sie habe zwei Männer kennengelernt und sei von die-
sen sexuell genötigt worden. Was die beiden Männer genau gemacht hätten, habe 
C.________ nicht erzählt (pag. 51, Z. 38 ff.). L.________ erklärte, C.________ sei 
es zur fraglichen Zeit psychisch schlecht gegangen, sie sei nicht stabil gewesen 
(pag. 52, Z. 73; pag. 52, Z. 81 ff.).

Auch L.________ war folglich nur oberflächlich über zwei verschiedene Vorfälle in-
formiert. Weder die Wohnung in E.________ noch der Name des Beschuldigten 
sagten ihr etwas (pag. 53, Z. 104 ff.; pag. 51, Z. 53 f.). Allerdings erklärte sie 
glaubhaft, wie der Kontakt zu C.________ in der fraglichen Zeit etwas zurückge-
gangen sei, weil sich C.________ mehr mit anderen Leuten getroffen habe. Sie 
hätten in dieser Zeit daher wenig Kontakt gehabt – dieser habe sich mittlerweile 
wieder intensiviert (pag. 51, Z. 26 ff.; pag. 52, Z. 67 ff.). Sie beschrieb den psychi-
schen Zustand von C.________ als instabil, was mit den in den Arztberichten ge-
schilderten Umständen übereinstimmt. 

K.________, die Mutter von C.________, wurde am 22.9.2015 von der Staatsan-
waltschaft als Zeugin befragt. Auch auf die Zusammenfassung ihrer Aussagen 
durch die Vorinstanz kann verwiesen werden (pag. 279 f., S. 19 f. der erstinstanzli-
chen Entscheidbegründung).

K.________ schilderte differenziert ihr Verhältnis zu ihrer Tochter. Sie habe einen 
sehr nahen Kontakt zu ihr gehabt, aber nicht immer einen sehr einfachen (pag. 42, 
Z. 29). Die Reaktionen am Abend nach dem hier streitigen Vorfall beschrieb 
K.________ eindrücklich und ausführlich: «An diesem Sonntag kam sie ganz ko-
misch nach Hause. […] Sie kam hinein und sie war mega komisch, man hat gese-
hen, dass sie geweint hatte, sie war hoch aggressiv, aber gleichzeitig auch weiner-
lich. Ich stand auf und wollte sie stoppen und fragte sie, was los ist. Sie hat mich 
beiseite geschoben, gesagt, wir sollen sie in Ruhe lassen, ging nach oben in ihr 
Zimmer und hat abgeschlossen. […] Ich habe gemerkt, dass es C.________ sehr 
sehr schlecht geht. Sie hat mir die Türe nicht geöffnet. Von vorherigen Vorkomm-
nissen hatte ich Angst und habe versucht, die Türe aufzubrechen. Als sie gemerkt 
hat, dass ich nicht aufgebe, hat sie die Türe aufgemacht. Sie war verweint und hat-
te sich geritzt. Ich ging mit ihr in die Küche, um die Wunden zu versorgen, wie 
schon des Öfteren. Ich habe ihr gesagt, dass wenn sie wolle, könne sie mit mir 
darüber reden. […] Sie wollte aber nicht reden» (pag. 43, Z. 60 ff.). Nach diesem 
Tag habe C.________ auch bei der Arbeit Mühe gehabt, sei verstört und aggressiv 
gewesen. Sie habe sich oft verspätet und habe während der Arbeit geweint. Erst 
gegen Ende Oktober habe C.________ gesagt, sie werde es ihr dann einmal er-
zählen, zurzeit würde sie sich aber noch schämen. Zwischen Oktober und Novem-
ber habe ihr C.________ dann von den beiden Vorfällen erzählt (pag. 43, Z. 74 ff.). 
Der Beschuldigte habe ihre Tochter an sich gezogen und versucht, sie zu zwingen, 
sein Glied in den Mund zu nehmen (pag. 44, Z. 96 f.). 

15

Die Aussagen von K.________ zeichnen das Bild einer sich sorgenden Mutter und 
einer unsicheren, instabilen und pubertierenden Tochter, was weitestgehend mit 
den Arztberichten in Übereinstimmung steht. K.________ schilderte die Gescheh-
nisse vom 20.10.2013 eindrücklich und äusserte sich auch kritisch gegenüber ihrer 
Tochter. So habe sie nicht verstanden, warum sie immer noch mit dem Beschuldig-
ten geschrieben habe (pag. 44, Z. 114 f.), ihre Tochter sei sehr labil und naiv ge-
wesen in dieser Zeit. Kaum seien die Leute nett zu ihr gewesen, sei auch sie nett 
gewesen (pag. 44, Z. 101 f.). Sie verschwieg das schwierige Verhältnis zu ihrer 
Tochter nicht und erzählte offen über die Probleme mit/von ihr (pag. 45, Z. 42, 
Z. 29 ff.; pag. 45, Z. 160 ff.; pag. 46, Z. 170 ff.). K.________ führte ferner aus, 
C.________ sei ab dem 10.10.2012 mehrmals in solchen Zuständen nach Hause 
gekommen («zwischen 1-10x in den letzten 3 Jahren»; pag. 45, Z. 140 ff.). Die 
Aussagen von K.________ wirken glaubhaft. Sie sind allerdings einzig hinsichtlich 
des Zustands von C.________ nach dem angeblichen Vorfall vom 20.10.2013 von 
besonderer Relevanz. Angaben zum angeklagten Sachverhalt hatte auch 
K.________ nur vom Hörensagen. Sie bestätigte aber wie schon J.________ und 
L.________, vom Vorfall mit dem Beschuldigten erfahren zu haben. Was 
K.________ vom Vorfall erfuhr, entspricht denn auch (oberflächlich) den Schilde-
rungen von C.________ im vorliegenden Verfahren. 

9.2.2 Aussagen von C.________

C.________ wurde im Laufe des Verfahrens insgesamt vier Mal befragt. Die Vorin-
stanz fasste ihre Aussagen vom 5.12.2013 (pag. 16 ff.), 19.8.2014 (pag. 23 ff.) und 
3.8.2016 (pag. 224 ff.) ausführlich zusammen. Darauf kann verwiesen werden 
(pag. 270 ff., S. 10 ff. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

Vor der Kammer bestätigte C.________ am 5.9.2017 ihre Aussagen. Sie führte 
aus, sie habe ihrer Mutter nicht von Anfang an über den Vorfall informiert, weil es 
ihr peinlich gewesen sei. Sie könne sich nicht genau erinnern, aber ihre Mutter ha-
be sie gefragt, was los sei und sie sei nicht gross darauf eingegangen (pag. 413, 
Z. 34 ff.). Auf mehrmalige Nachfrage, ob sie gegenüber dem Beschuldigten gesagt 
habe, sie habe ihre «Mens», bestätigte C.________ schliesslich, das gesagt zu 
haben (pag. 413, Z. 41 ff.; pag. 414, Z. 1 ff.). Während der Beschuldigte versucht 
habe, seinen Penis in ihren Mund zu stossen, sei dessen Penis unmittelbar vor ih-
rem Gesicht gewesen. Sie wisse aber nicht, ob er sie mit dem Penis berührt habe 
(pag. 414, Z. 12 ff.). Während der Beschuldigte auf ihr gekniet sei und sie fixiert 
habe, habe sie nur die Möglichkeit gehabt, zu versuchen, ihre Arme auf die Seite 
zu lösen, um ihn von sich runter zu hieven (pag. 414, Z. 24 ff.). Sie wisse nicht 
mehr, in welcher Position sie gewesen sei, als der Beschuldigte ihre Hand an sei-
nen Penis geführt und Reibebewegungen gemacht habe. Sie nehme an, er sei 
nackt gewesen, weil es sonst nicht möglich gewesen sei. Zeitlich konnte 
C.________ den Vorfall jedoch nicht mehr einordnen (pag. 414, Z. 32 ff.; pag. 415, 
Z. 1 ff.), vermutete nach mehrmaligem Nachfragen, sie wisse es nicht, es sei wohl 
vor dem Vorfall gewesen, als der Beschuldigte versucht habe, den Penis in ihren 
Mund zu stossen (pag. 415, Z. 19 ff.). Sie habe auch bei diesem Vorfall gesagt, 
dass sie es nicht wolle. Der Beschuldigte habe das einfach ignoriert und weiterge-
macht (pag. 415, Z. 11 ff.).

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Würdigung der Aussagen:

Bei der Würdigung von Zeugenaussagen hat sich die Methode der Aussagepsy-
chologie durchgesetzt. Diese untersucht primär den Inhalt der von einer Person 
gemachten Aussagen und geht davon aus, dass selbsterlebte Ereignisse in einer 
wesentlich anderen (lebendigeren, detaillierteren) Qualität erzählt werden als er-
fundene. Eine grosse Anzahl von Realkennzeichen in Form von detaillierten Schil-
derungen der Geschehnisse spricht deshalb dafür, dass eine Aussageperson über 
Selbsterlebtes berichtet; denn es ist wesentlich schwieriger, eine nicht erlebte Ge-
schichte so mit lebhaften Elementen zu schmücken, dass sie als selbst erlebt er-
scheint (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht. 4. Aufl. 2014, 
N. 370 f. bzw. 317).

Die Aussagen von C.________ sind deshalb vorab nach inhaltlichen und motivati-
onsbezogenen Realkennzeichen zu überprüfen. Weiter sind die Aussagen nach 
Konstanz, Strukturgleichheit, logischer Konsistenz, Homogenität und Folgerichtig-
keit zu überprüfen. Schliesslich ist die Entstehungsgeschichte der Aussagen (die 
«Geburtsstunde» der Aussagen) zu hinterfragen und ebenso, ob allenfalls Sugges-
tion oder Irrtum die Aussagen hätten verfälschen können oder ob sich irgendwel-
che Hinweise auf eine Falschbeschuldigung erkennen lassen. Ausgangspunkt ist 
die sogenannte Nullhypothese, die zu widerlegen ist. Hauptfrage ist dabei, ob die 
befragte Person mit ihren Fähigkeiten die zu untersuchende Aussage hätte ma-
chen können, ohne dass diese auf einem selbst erlebten Hintergrund beruht (BEN-
DER/NACK/TREUER, a.a.O., N. 313 ff.). Ist die Frage zu verneinen, erscheint eine 
Aussage aufgrund inhaltlicher Realkriterien als glaubhaft. Weiter ist zu prüfen, in-
wiefern sich die Aussagen mit anderen Beweismitteln in Übereinstimmung bringen 
bzw. durch sie widerlegen lassen. 

Wichtige inhaltliche Realkennzeichen sind vorab im bestrittenen Kerngeschehen 
zu suchen. Deshalb sind die von der Vorinstanz als Realkennzeichen dargestellte 
detaillierte Beschreibung der Wohnung des Beschuldigten und die Herleitung des 
Tatdatums durch eine Zeit-Raum-Verknüpfung (vgl. pag. 281, S. 21 der erstin-
stanzlichen Entscheidbegründung) nicht massgebend, weil sie sich nicht auf das 
bestrittene Kerngeschehen beziehen. Die Wohnung des Beschuldigten war 
C.________ ferner bereits von früher her bekannt und dass sie sich am 20.10.2013 
in dieser befand, ist unbestritten.

Von Bedeutung ist dagegen, dass C.________ in ihrer Erstbefragung (pag. 17 f., 
Z. 43 ff.) einen derart komplexen Handlungsablauf schilderte, der nicht zu erwarten 
gewesen wäre, wenn er nicht auf einer selbsterlebten Handlung basieren würde:

C.________ schilderte vorerst den Annäherungsversuch des Beschuldigten, indem 
er sie habe küssen wollen, sie aber sofort gesagt habe, er solle aufhören. Sie sei 
dann auf ein anderes Sofa gesessen. Daraufhin hätten sie sich einige Minuten an-
geschwiegen. Der Beschuldigte habe sie danach gebeten, zu ihr zu kommen. Er 
wolle sie zu nichts zwingen, habe sie aber gefragt, ob sie ihm einen blase, was sie 
mit «ob er eigentlich spinne» beantwortet habe. Es sei dann gleich abgelaufen wie 
in N.________ mit G.________. Der Beschuldigte habe immer wieder gefragt, 
weshalb und warum sie nicht mitmache. Sie habe geantwortet, weil sie keine Lust 

17

habe (pag. 17 f., Z. 43 ff.). Als nächstes reflektierte C.________ ihr eigenes Verhal-
ten kritisch: «Ich hätte ja eigentlich gehen können. Ich hätte nämlich vermuten kön-
nen, dass so etwas passieren würde. Ich war aber naiv und blieb» (pag. 18, Z. 49 
f.). Er habe ihr Nein überhaupt nicht akzeptiert und habe sie einfach so genommen 
und wieder begonnen, sie zu küssen. Sie habe gedacht: «Hör uf», habe aber nichts 
gesagt, sondern ihn von sich weggestossen (pag. 18, Z. 50). Dann habe der Be-
schuldigte sie gefragt, ob sie mit ihm auf sein Bett kommen wolle. Sie habe wirklich 
Angst gehabt und gesagt «ja easy, ich komme mal rüber, aber zwinge mich zu 
nichts» (pag. 18, Z. 52 ff.). Er habe gesagt, nein, er zwinge sie doch nicht, er zwin-
ge keine Frau zu etwas. Auch hier reflektierte C.________ ihr eigenes Verhalten, 
indem sie ausführte, sie sei so naiv gewesen und habe ihm geglaubt. Daraufhin 
seien sie auf seinem Bett gesessen. Plötzlich habe der Beschuldigte C.________ 
umgeworfen und sich über sie gekniet. Er habe das eine Bein auf der einen und 
das andere Bein auf der anderen Seite von ihr gehabt. Sie habe sich sofort gewehrt 
und sei aufgestanden. Er habe sie wieder genommen und festhalten wollen, worauf 
sie mit dem Ellbogen geschlagen habe. Dann habe sie sich aus dem Zimmer ent-
fernt und sich im Wohnzimmer aufs Sofa gesetzt. Der Beschuldigte sei daraufhin – 
unten bereits nackt – ins Wohnzimmer gekommen und habe sie am Handgelenk 
gepackt. Er habe sie ins Schlafzimmer gezerrt. Vergeblich habe sie versucht, sich 
an der Wand festzuhalten. Aber er habe einfach gerissen. Er habe sie wieder aufs 
Bett «geschmissen» und sei rittlings auf sie gekniet – diesmal aber auf Höhe ihres 
Kopfes. Er habe versucht, seinen Penis in ihren Mund «zu stopfen». Er habe ange-
fangen zu «stürmen», weil er es nicht geschafft habe. Sie habe ihren Mund ver-
schlossen gehalten und den Kopf weggedreht. Dann habe er sie wieder gefragt, 
warum und weshalb sie nicht wolle. Sie habe ihn gefragt, warum er ihr vorher ge-
sagt habe, dass er keine Frau zu etwas zwinge und das nun trotzdem mache. Dar-
aufhin habe er gesagt, dass er das ja gar nicht mache. Sie habe dann nichts mehr 
gesagt und er habe aufgehört. Dann habe sich der Beschuldigte wieder angezogen 
und sich aufs Sofa gesetzt. Sie sei die letzten 15 Minuten neben ihm beim Fenster 
gestanden. Er habe Tränen in den Augen gehabt, weil sie nicht gewollt habe. Dann 
habe er begonnen sie zu beleidigen (bezüglich ihrem Kleiderstil: «ich solle mir mal 
meine Pennerkleider anschauen, ich solle neue Kleider kaufen», Aussehen: «Er 
fragte, wer macht schon rote Haare, das würden nur Opfer machen») und gesagt, 
sie solle sich nicht so kindisch benehmen – damit habe er die Vergewaltigung ge-
meint. Schimpfwörter habe er ihr aber keine gesagt. Danach habe sie auf den Zug 
gehen müssen und sei gegangen. Sie habe sich zusammennehmen müssen, damit 
sie in der Wohnung nicht ausgerastet sei (pag. 18, Z. 54 ff.).

Diese Schilderung imponiert mit einem mehrfachen Hin- und Hergeschehen, Kom-
plikationen, Neuanfängen, Zusicherungen, Erklärungsversuchen, durchsetzt mit 
Momenten des Schweigens, Gedanken der kritischen Reflexion des eigenen Ge-
schehens und eigener Mitschuldzuweisung. C.________ schilderte mehrfach ihre 
Gefühle und innere Gedankengänge. Ihre Aussagen sind ineinander verwoben, in-
dem C.________, als sie schilderte, unter dem Beschuldigten gelegen zu sein, die 
vorherige Zusicherung des Beschuldigten wieder aufnahm, wonach er gesagt ha-
be, keine Frau zu etwas zu zwingen und nun gerade dies bei ihr mache. Die For-

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mulierung «keine Frau» stellt dabei wiederum eine unerwartete Abstraktion in einer 
solchen Phase dar. 

Als unerwartete Bemerkung erscheint zudem, die von C.________ geschilderte 
Stimmung des Beschuldigten, wonach dieser nach dem Vorfall Tränen in den Au-
gen gehabt habe. Nicht nur beschreibt sie damit etwas in diesem Moment Unerwar-
tetes, sondern sie stellt den Beschuldigten differenziert auch als emotionalen Ty-
pen – und nicht nur als böses Monster – dar. Zudem konnte sie sogleich eine Be-
gründung für das Verhalten des Beschuldigten nennen – er war nicht zum Ziel ge-
langt. Passend zu dieser emotionalen Stimmung ist dann die (vom Beschuldigten 
ebenfalls bestätigte) Schilderung von C.________, wie das Gespräch nach dem 
Vorfall abgelaufen sei, in welchem sie vom Beschuldigten persönlich und äusser-
lich kritisiert worden sei. 

C.________ wies innerhalb dieser freien Erzählung noch auf einen weiteren Hand-
lungsablauf hin, der zeitlich – weil spontan dazwischen erzählt – nicht klar einge-
ordnet werden kann, zumal C.________ bis zur oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung auch nie danach gefragt wurde. Sie führte anlässlich ihrer ersten Einvernahme 
aus, sie wolle noch sagen, der Beschuldigte habe ihre Hand genommen und an 
sein Geschlechtsteil gelegt. Dabei habe er seine Hand über der ihren gehabt und 
Bewegungen gemacht, um sich einen runter zu holen. Sie habe von sich aus nichts 
gemacht (pag. 18, Z. 71 ff.). Sie habe ihn dabei einfach ignoriert, weshalb er dann 
aufgegeben habe. Es sei aber nicht zum Samenerguss gekommen (pag. 20, Z. 176 
f.). C.________ bestätigte diesen Vorfall in den kommenden Einvernahmen und 
führte oberinstanzlich auf Frage aus, dem Beschuldigten auch in dieser Phase ge-
sagt zu haben, sie wolle nicht (pag. 415, Z. 11 f.).

Generell sind auch die übrigen Aussagen von C.________ voller Realitätskennzei-
chen. Entgegen den Behauptungen der Verteidigung wies sie immer wieder auf ih-
re Gefühle hin (pag. 28, Z. 174 ff.; pag. 31, Z. 307 f.) und würdigte ihr eigenes Ver-
halten (warum sie nicht sofort weggegangen sei; sie sei zu naiv gewesen) kritisch 
(pag. 30, Z. 247 f.; pag. 228, Z. 22 f.). Sie machte sich implizit selbst Vorwürfe, als 
sie angab, sie habe sich zu wenig energisch entgegengesetzt (pag. 228, Z. 32 ff.). 
Ferner sind ihre Darstellungen des sexuellen Übergriffs nicht übertrieben und sie 
belastete den Beschuldigten nicht übermässig, indem sie ihn als emotionalen Men-
schen beschrieb, bestätigte, er habe ihr keine Schimpfwörter gesagt und zugab, 
dass er irgendwann von alleine aufgehört habe. Sie bezichtigte ihn weder unnötig 
des Drogenkonsums (pag. 21, Z. 198 f.) noch am fraglichen Tag unter Alkoholein-
fluss gestanden zu sein (pag. 21, Z. 194 f.; pag. 28, Z. 171). C.________ gab obe-
rinstanzlich (nach mehrmaligem Nachfragen) ferner zu, gegenüber dem Beschul-
digten effektiv erwähnt zu haben, sie habe ihre «Mens» (pag. 413, Z. 43 f.; 
pag. 414, Z. 4 f.). 

Betreffend Konstanz ihrer Aussagen fällt auf, dass C.________ in ihrer ersten Ein-
vernahme die ausführlichsten und detailliertesten Aussagen machte. Die nachfol-
genden Befragungen befassten sich vorwiegend mit der Ausleuchtung einzelner 
Details, ohne dass C.________ das Geschehene nochmals ausführlich in freier 
Rede zu erzählen hatte. 

19

C.________ bestätigte die Ausführungen, wonach der Beschuldigte ihre Hand an 
seinen Penis gelegt habe, bei ihrer staatsanwaltschaftlichen (pag. 31, Z. 281 ff.), 
vorinstanzlichen (pag. 227, Z. 21 ff.) und oberinstanzlichen Einvernahme (pag. 414, 
Z. 32 ff.; pag. 415, Z. 1 ff.) zwar effektiv erst auf jeweilige konkrete Frage bzw. auf 
Vorhalt ihrer ersten Aussagen. Allerdings gab C.________ auch offen zu, nicht 
mehr zu wissen, wann genau das geschehen sei (pag. 227, Z. 25; pag. 414, Z. 41; 
pag. 415, Z. 1 f.). Sie konnte sich aber daran erinnern, dass der Vorfall geschah 
und sie dem Beschuldigten gesagt habe, sie wolle nicht. Er habe aber einfach wei-
tergemacht, es sei ihm egal gewesen (pag. 415, Z. 11 ff.). Nachdem sie oberin-
stanzlich ausführte, sich nicht mehr zu erinnern, wann genau es geschehen sei 
(pag. 415, Z. 25 f.), sie aber wohl nicht auf dem Bett habe fixiert sein können 
(pag. 415, Z. 4 ff.), erklärte sie schliesslich, ihr Gefühl sage ihr, dass es vor dem 
Vorfall gewesen sei, bei dem der Beschuldigte versucht habe, seinen Penis in ihren 
Mund zu stossen. Sie könne sich einfach noch erinnern, dass er auf ihr gekniet und 
es für sie sehr schlimm gewesen sei. Sie habe einfach gehen wollen (pag. 415, 
Z. 32 ff.). Sie konnte diesen Vorfall folglich mit Schilderungen ihrer Gefühle unter-
mauern. Ferner gab sie mehrmals offen zu, sich nicht mehr daran zu erinnern, 
wann es genau geschehen sei, was zusätzlich als Realkennzeichen zu werten ist. 
Zwar führte C.________ aus, den Beschuldigten in dieser Phase einfach ignoriert 
zu haben (pag. 20, Z. 176 f.), sie gab allerdings auf konkrete Frage an, sich verbal 
geäussert zu haben, dass sie nicht wolle (pag. 415, Z. 11 f.).

Insgesamt fällt bei den Befragungen von C.________ auf, dass sie nach ihrer ers-
ten Einvernahme weniger detailliert aussagte. Dies ist jedoch auf die Befragungssi-
tuation zurückzuführen, zumal C.________ bei der staatsanwaltschaftlichen, vorin-
stanzlichen und oberinstanzlichen Einvernahme primär auf konkrete Fragen ant-
wortete und den Vorfall nicht mehr ausführlich in freier Rede schilderte. In Überein-
stimmung mit den Ausführungen der Verteidigung sprach C.________ nur bei ihrer 
ersten Einvernahme von vier verschiedenen Phasen. Bei der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme vermischte sie insbesondere die zweite und dritte Phase. Auf 
Frage konnte sie sich allerdings erinnern, dass sie vom Bett einmal habe aufstehen 
können und der Beschuldigte sie gepackt habe. Sie gab jedoch an, sich nicht mehr 
zu erinnern, zurück zum Sofa gegangen zu sein (pag. 30, Z. 256 ff.) bzw. sie glau-
be, sie habe sich einmal losreissen können, worauf er sie wieder gepackt habe 
(pag. 227, Z. 18 f.). Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Erinnerungen natur-
gemäss mit dem Zeitablauf verblassen – C.________ wurde staatsanwaltschaftlich 
denn auch erst rund ein Jahr bzw. erstinstanzlich nahezu drei Jahre nach dem Vor-
fall befragt. Eine exakte Wiedergabe des Ablaufs ist nach so vielen Jahren kaum 
mehr möglich. Dennoch blieben die Aussagen von C.________ im Kerngeschehen 
konstant. Sie gab das ihr Widerfahrene nicht anders, sondern nur weniger detailliert 
wieder. So schilderte sie auch bei der staatsanwaltschaftlichen und erstinstanzli-
chen Einvernahme das anfängliche Küssen, die Diskussion darüber, das sie nicht 
gewollt habe und die Frage des Beschuldigten, ob sie ihm einen blase (pag. 27, 
Z. 143 ff.; pag. 226, Z. 34 f.). Sie erklärte gleichbleibend, wie der Beschuldigte sie 
gepackt und auf das Bett geworfen habe (pag. 27, Z. 148 ff.; pag. 226, Z. 35 ff.). 
Nachdem er unten nackt gewesen sei, habe er versucht, seinen Penis in ihren 
Mund zu stossen (pag. 27, Z. 153 ff.; pag. 226, Z. 37 f.). Sie schilderte wiederholt, 

20

wie der Beschuldigte sie auf dem Bett fixiert habe (pag. 27, Z. 155 ff.; pag. 226, 
Z. 36 f.; pag. 227, Z. 30 ff.). Zudem wies sie mehrfach und gleichbleibend darauf 
hin, dem Beschuldigten immer wieder gesagt zu haben, dass sie nicht wolle 
(pag. 27, Z. 144 f., Z. 151 f.; pag. 28, Z. 200 ff.; pag. 226, Z. 38; pag. 227, Z. 1; 
pag. 229, Z. 9 f.; pag. 415, Z. 12). Sie habe sich auch physisch zur Wehr gesetzt, 
indem sie sich an der Wand (bzw. beim Durchgang) zum Schlafzimmer festgehal-
ten habe, als er sie ins Bett gezerrt habe (pag. 27, Z. 149; pag. 29, Z. 215 ff.; 
pag. 30, Z. 274 f.; pag. 226, Z. 36 f.; pag. 227, Z. 18 f.) und immer wieder versucht 
habe, ihn wegzustossen bzw. sich zu befreien (pag. 28, Z. 184 ff.; pag. 228, Z. 14; 
pag. 414, Z. 24 ff.). Ferner habe sie, während der Beschuldigte versucht habe, sei-
nen Penis in ihren Mund zu stossen, ihren Mund verschlossen und den Kopf weg-
gedreht (pag. 228, Z. 4 ff.). Passend dazu ist ihre Aussage, sie habe den Mund 
nicht öffnen wollen, weil sie Angst gehabt habe, der Beschuldigte könne sonst mit 
seinem Penis eindringen (pag. 228, Z. 4 ff.). C.________ beschrieb im Übrigen 
auch das Gespräch zwischen ihr und dem Beschuldigten sowie dessen emotionale 
Reaktion nach dem Vorfall gleichbleibend (pag. 27, Z. 158 ff.; pag. 226, Z. 26 ff.; 
pag. 227, Z. 1 ff.). 

Das von C.________ geschilderte Geschehen erweist sich des Weiteren als 
durchaus logisch konsistent sowie plausibel. Sie schilderte nichts, was nicht 
nachvollziehbar wäre. So ergibt sich aus den Aussagen von C.________ entgegen 
den Ausführungen der Verteidigung selbst, warum sie auf dem Bett unter dem Be-
schuldigten gelegen sei. Sie sei ihm ins Zimmer gefolgt bzw. er habe sie in einer 
weiteren Phase ins Zimmer gezerrt. Damit betrat sie das Schlafzimmer zwar nach 
dem Beschuldigten. C.________ erklärte jedoch anschaulich, wie der Beschuldigte 
sie umgeworfen bzw. in der nächsten Phase auf das Bett gestossen habe, weshalb 
es durchaus logisch ist, dass sich C.________ unter dem Beschuldigten befand. 

Anatomisch ist es ferner ohne weiteres möglich, dass der Beschuldigte seinen eri-
gierten Penis in den Mund von C.________ zu stossen versuchte, ohne dass er 
hierfür nach vorne hätte liegen oder seine Hände hätte einsetzen müssen. 

In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Verteidigung führte C.________ 
zwar anfänglich effektiv aus, der Beschuldigte sei auf ihren Oberarmen gekniet 
(pag. 27, Z. 155 f.). Rund drei Jahre nach dem Vorfall erklärte sie, er sei auf der 
Höhe ihrer Unterarme bis Ellbogengegend gewesen. Auch darin vermag die Kam-
mer keinen relevanten Widerspruch zu erkennen, zumal C.________ gleichblei-
bend die Position des Beschuldigten und ihre eigene schilderte, nachvollziehbar 
vorzeigen konnte, wie sie sich aus dieser Fixierung zu lösen versucht habe 
(pag. 228, Z. 14; pag. 414, Z. 27 ff.) und der Unterschied zwischen den beiden ge-
nannten Positionen nur marginal ist.

Seitens der Verteidigung wurde zudem das ihrer Auffassung nach unverständliche 
Nachtatverhalten hervorgehoben, indem C.________ die Wohnung nicht sofort ver-
lassen und den Vorfall nicht umgehend bei der Polizei gemeldet habe. C.________ 
konnte Ersteres für die Kammer hinreichend damit erklären, dass sie einfach zu 
naiv gewesen sei. Sie machte sich diesbezüglich auch verschiedentliche Vorwürfe. 
Geradezu opfertypisch ist ferner der Umstand, dass C.________ erst rund einen 
Monat nach dem fraglichen Vorfall (am 29.11.2013; pag. 6) mit ihrer Mutter zur Po-

21

lizei ging. Dabei erstaunt auch nicht, dass C.________ gegenüber der Polizei an-
fänglich von einer Sachentziehung sprach und erst im Laufe des Gesprächs Anga-
ben zu den sexuellen Übergriffen machte. 

C.________ bezeichnete den Vorfall zwar mehrmals als «Spiel» (pag. 18, Z. 69; 
pag. 27, Z. 153, Z. 157). Auf Frage, ob es für sie ein Spiel gewesen sei, erklärte sie 
jedoch: «[…] Ich weiss ja nicht, was der [der Beschuldigte] grundsätzlich für ein 
Gedanke hatte, aber für mich war es mehr ein Spiel, dass er mich zu etwas zwin-
gen wollte, was ich gar nicht wollte […]» (pag. 28, Z. 169 ff.). Damit gab sie gerade 
selbst zu Protokoll, kein lustiges oder harmloses Spielchen gemeint zu haben. 

Einen scheinbaren Widerspruch erblickt die Verteidigung ferner darin, dass 
C.________ ihrer Mutter bereits am Tattag vom Vorfall erzählt haben will (pag. 21, 
Z. 202 f.), K.________ aber eine andere Schilderung zu Protokoll gab. Sie habe 
C.________ vielmehr schon am Tattag nach dem Heimkommen gefragt, was los 
sei, sei dann aber von dieser abgewiesen worden. K.________ erzählte ausführ-
lich, in welcher Situation sich C.________ zu diesem Zeitpunkt aus ihrer Sicht be-
fand, wie sie darauf reagiert habe und sie schliesslich erst später Auskunft über die 
beiden Vorfälle erhalten habe (pag. 43, Z. 60 ff.). C.________ bestätigte oberin-
stanzlich denn auch, ihre Mutter habe sie zwar am 20.10.2013 darauf angespro-
chen, es sei ihr aber peinlich gewesen, darüber zu sprechen. Sie habe es einfach 
nicht sagen wollen. Sie könne sich nicht mehr genau erinnern. Ihre Mutter habe sie 
gefragt, was los sei. Aber sie sei nicht gross darauf eingegangen (pag. 413, Z. 34 
ff.). C.________ gelang es folglich auch hier, den scheinbaren Widerspruch zu 
klären. Offensichtlich bemerkte ihre Mutter effektiv bereits am 20.10.2013, das et-
was geschehen war. Über den Vorfall im Detail aufgeklärt, wurde sie allerdings erst 
später. 

Ebenfalls kein Widerspruch ist darin zu sehen, dass C.________ in einer Befra-
gung zum Vorfall mit G.________ angab, L.________ über den Vorfall mit dem Be-
schuldigten informiert zu haben (Akten SK 16 432 pag. 54, Z. 241 ff.). Denn 
L.________ wusste effektiv über den Vorfall Bescheid. Sie wusste von zwei ver-
schiedenen Männern, welche C.________ sexuell genötigt hätten. Was genau ge-
schehen sei, habe C.________ jedoch nicht erzählt (pag. 51, Z. 43 ff.). Gegenteili-
ges, insbesondere eine detaillierte Information, behauptete denn auch C.________ 
nie. 

Im Übrigen vermag auch die Argumentation der Verteidigung, die Aussagen von 
C.________ seien unglaubhaft, weil sie ihren Drogenkonsum abzustreiten versucht 
und sich betreffend Beziehung zum Beschuldigten widersprochen habe, nicht zu 
überzeugen. Denn C.________ sagte hinsichtlich ihres Drogenkonsums sehr offen 
aus. Zwar gab sie erst bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zu, am 
20.10.2013 ein paar Züge gekifft zu haben (pag. 32, Z. 340 ff.), obwohl sie anfäng-
lich angab, nichts konsumiert zu haben (pag. 21, Z. 198 – die Frage war nur auf 
den Tattag bezogen). Es ist allerdings nachvollziehbar, dass C.________ anfäng-
lich nicht zugegeben hatte, Marihuana konsumiert zu haben, zumal sie ansonsten 
eine Strafverfolgung riskiert hätte. Zudem schilderte sie sehr offen, generell schon 
viele Drogen versucht zu haben und gab dabei mehr als notwendig bekannt: Sie 

22

habe alles einmal ausprobiert – Amphetamine, LSD, MDMA und Kokain (pag. 32, 
Z. 348 f.). 

In den Aussagen von C.________ bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 
sie habe nie mit dem Beschuldigten telefoniert (pag. 25, Z. 70) bzw. auf Vorhalt, sie 
habe vielleicht zwei bis drei Mal mit ihm telefoniert, aber eigentlich nie mit ihm ge-
schrieben (pag. 25, Z. 79 ff.) – obwohl sie anfänglich bei der Polizei aussagte, mit 
dem Beschuldigten jeden Tag geschrieben und auch täglich fast eine Stunde tele-
foniert zu haben (pag. 18, Z. 91 f.), erachtet die Kammer keinen relevanten Wider-
spruch. Es ist nachvollziehbar, dass sie den Kontakt mit dem Beschuldigten im 
Laufe des Strafverfahrens (allenfalls aufgrund der kritischen Fragen) nicht als be-
sonders intensiv schildern wollte. Ohnehin bestritt sie den Kontakt mit dem Be-
schuldigten nicht und gab zu, sich bereits vor dem 20.10.2013 mehrmals mit dem 
Beschuldigten getroffen zu haben (pag. 25, Z. 65 ff.). 

In Bezug auf die Strukturgleichheit bleibt festzuhalten, dass die Aussagen von 
C.________ sowohl in der Vorgeschichte als auch im Kerngeschehen ähnlich de-
tailliert sind. Auffällige Unterschiede sind nicht auszumachen.

Die Verteidigung rügt die Entstehungsgeschichte der Aussagen von C.________, 
weil sie sich erst am 29.11.2013 an die Polizei gewendet habe. C.________ melde-
te sich auf dem Polizeiposten Interlaken wegen einer Sachentziehung. Erst im Ge-
spräch mit dem Polizisten kam sie auf die Vorfälle mit dem Beschuldigten und 
G.________ zu sprechen. Daraus kann grundsätzlich nichts gegen die Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen abgeleitet werden. Vielmehr ist es gerichtsnotorisch, dass 
sich Opfer sexueller Delikte oftmals erst nach reiflicher Überlegung an die Polizei 
wenden. Gerade aus diesem Grund wurde seinerzeit das sogenannte «Berner Mo-
dell» ins Leben gerufen, wonach eine durch ein Sexualdelikt betroffene Frau eine 
Spurensicherung verlangen kann, ohne sich gleichzeitig zu einer Anzeige ent-
scheiden zu müssen. Dem entsprechen auch die bereits erwähnten Angaben im 
Bericht von Dr. F.________ vom 28.4.2017, wonach es häufig Monate dauere, bis 
Betroffene eines Traumas explizit darüber sprechen könnten (pag. 376). Im Übri-
gen schilderte K.________ eindrücklich, wie sich C.________ zuerst nicht habe 
öffnen können und erst nach Tagen voller Schwierigkeiten gewagt habe, den Vor-
fall zu erzählen. Die Entstehungsgeschichte der Aussagen von C.________ ist mit-
hin unauffällig.

Im Falle von Irrtum oder Suggestion versagt die Aussageanalyse (BEN-
DER/NACK/TREUER, a.a.O. N. 321). In den Aussagen von C.________ lassen sich 
jedoch keine Hinweise für einen Irrtum finden. Der Beschuldigte war C.________ 
bereits seit einiger Zeit bekannt. Ferner konnte sie seine Handynummer angeben, 
die Wohnung korrekt beschreiben und der Beschuldigte selbst bestritt nie, am 
20.10.2013 mit C.________ in seiner Wohnung gewesen zu sein. Für eine Ver-
wechslung mit dem Vorfall vom 21.9.2013 mit G.________ sind keine Hinweise 
vorhanden. C.________ konnte ihre diesbezüglichen Aussagen jeweils gut diffe-
renzieren und schilderte bei G.________ einen gänzlich andersartigen Ablauf der 
sexuellen Nötigung. 

23

Für eine suggestive Beeinflussung könnte zwar theoretisch die unmittelbar vorher 
begonnene psychotherapeutische Behandlung bei Dr. M.________ sprechen. Die-
se führte jedoch in ihren Berichten aus, dass das Thema der beiden angeblichen 
sexuellen Übergriffe nur am Rande und nicht am Erstgespräch vom 15.10.2013 
angesprochen worden sei. Es sei keine Traumatherapie durchgeführt worden. Erst 
bei der nunmehr aktuellen Therapie von C.________ scheint die Aufarbeitung der 
Vorfälle eine massgebliche Rolle zu spielen (vgl. pag. 432). Für eine suggestive 
Beeinflussung bestehen daher keine Anhaltspunkte. 

Es stellt sich im Weiteren die Frage einer möglichen Falschbezichtigung. Diese 
Möglichkeit steht zumindest theoretisch immer im Raum. Stets ist allerdings nach 
der Motivation dafür zu fragen. Das mögliche Vorliegen eines Motivs beweist noch 
nicht, dass tatsächlich falsch ausgesagt worden ist. Dies entscheidet sich erst an-
hand einer Motivanalyse (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O., N. 251 ff.). Vorliegend 
fehlt es an konkreten Hinweisen auf ein Motiv von C.________ für eine Falschbe-
schuldigung. Es ist nicht erkennbar, worin der Gewinn für C.________ liegen könn-
te, abgesehen vom pekuniären Motiv (Genugtuungssumme). Dass dies alleine 
C.________ dazu bringen könnte, sich einem solch langandauernden, immer wie-
der erinnernden Verfahren zu stellen, kann vorliegend mit Blick auf die inhaltlichen 
Realkriterien ausgeschlossen werden. Auch der Beschuldigte konnte keine plausi-
ble Erklärung für eine falsche Anschuldigung vorbringen. Die Vermutung, 
C.________ sei sauer auf ihn gewesen, weil er für sie und J.________ keine Dro-
gen organisiert und sie mit J.________ aus der Wohnung geworfen habe, als sie 
auf Drogen gewesen seien (pag. 75, Z. 247 ff.), entbehrt jeglicher Grundlage und 
ist generell als Motiv unglaubhaft. Gleiches gilt für das vom Beschuldigten geschil-
derte Gespräch nach den Geschehnissen auf dem Bett. Ein allfälliger Kommentar 
über den Kleiderstil von C.________ würde eine Falschbezichtigung in diesem Um-
fang noch nicht zu erklären vermögen.

Letztlich stellt sich die Frage, ob die betreffende Aussageperson diese Aussagen 
hätte machen können, ohne dass ihr Inhalt erlebnisbasiert wäre (sog. Kompetenz-
analyse; BENDER/NACK/TREUER, a.a.O., N. 288 ff.). Die Verteidigung wies auf den 
Drogenkonsum von C.________ hin. Dieser vermag an der Beurteilung der ober-
wähnten Kriterien nichts zu ändern. Insbesondere machte auch der Beschuldigte 
nie geltend, C.________ sei am 20.10.2013 in irgendwelcher Hinsicht nicht ihrer 
Sinne mächtig gewesen. Im Übrigen konnten während der langjährigen Therapie 
von C.________ nie Hinweise auf eine Bewusstseinstrübung oder Wahrneh-
mungsschwierigkeiten gefunden werden. Mit Blick auf die Vielfalt inhaltlicher De-
tails in den Aussagen von C.________ ist der Kammer nicht ersichtlich, dass ihre 
Zeugentüchtigkeit zum Tatzeitpunkt eingeschränkt gewesen wäre. 

Zusammenfassend sind die Aussagen von C.________ inhaltlich derart ausführ-
lich, konstant und nachvollziehbar, dass sie erlebnisbasiert erscheinen. Relevante 
Widersprüche sind keine vorhanden und die Ungenauigkeiten bzw. Vermischung 
der einzelnen geschilderten Phasen sind erklärbar. Die Aussagen von C.________ 
erscheinen glaubhaft, weshalb auf sie abgestellt werden kann. 

24

9.2.3 Aussagen des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ wies oberinstanzlich darauf hin, dass der Beschuldigte 
bei seiner ersten Einvernahme vom 20.1.2014 nicht anwaltlich vertreten gewesen 
sei (pag. 59 ff.). Daher stelle sich die Frage der Verwertbarkeit dieser Aussage. 

Mit Verweis auf die Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 
Bern-Mittelland vom 11.6.2014 (pag. 108 f.) erachtet die Kammer die fragliche Ein-
vernahme als verwertbar, zumal sie für das vorliegende Beweisergebnis ohnehin 
nicht von erheblicher Relevanz ist. Im Übrigen bestätigte der Beschuldigte die in 
seiner ersten Einvernahme gemachten Aussagen im Verlauf des Verfahrens. An-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19.8.2014 erhielt er zudem 
die Möglichkeit, Korrekturen anzubringen, was er auch tat. Die vom Beschuldigten 
vorgebrachten Korrekturen betrafen nur kleinere Details in Nebenpunkten und ge-
nerelle Kritik an der Protokollführung eines Lehrlings (pag. 69).

Die Vorinstanz fasste die Einvernahmen des Beschuldigten vom 20.1.2014 
(pag. 59 ff.), 19.8.2014 (pag. 68 ff.) und vom 3.8.2016 (pag. 230 ff.) ausführlich zu-
sammen. Darauf kann verwiesen werden (pag. 276 ff., S. 16 ff. der erstinstanzli-
chen Entscheidbegründung).

Oberinstanzlich wurde der Beschuldigte am 5.9.2017 erneut befragt (pag. 418 ff.). 
Er führte aus, nicht enttäuscht gewesen zu sein, weil mit C.________ nicht mehr 
gelaufen sei. Sie hätten sexuellen Kontakt gehabt, indem sie auf ihm gelegen sei, 
man rumgemacht, sich berührt und geküsst habe. Nachdem C.________ gesagt 
habe, sie habe ihre Tage, hätten sie noch etwas weiter rumgemacht. Sie seien 
nicht direkt zurück zum Sofa. Danach seien sie aber gemeinsam vor den Fernseher 
und hätten noch eine geraucht (pag. 421, Z. 22 ff.). Es seien ganz normale Zärt-
lichkeiten gewesen. Als sie wegen ihrer «Mens» nicht gewollt habe, habe sie seine 
Hand auf ihr Gesäss und Taille gelegt. Dort habe er sie berührt und sie habe auch 
ihn am Oberkörper berührt (pag. 420, Z. 22 ff.; pag. 421, Z. 18 ff.). Er sei erregt 
gewesen, als er die Hose von C.________ habe öffnen wollen und auch danach. 
Nachdem sie gesagt habe, sie habe ihre «Mens», habe er nichts mehr «in diese 
Richtung» gewollt. Sie hätten noch etwas weiter rumgemacht. Er sei immer noch 
erregt gewesen (pag. 421, Z. 6 ff.). Er habe keine Tränen in den Augen gehabt – 
dafür habe es keinen Grund gegeben. Es habe nur die Zurückweisung gegeben, 
weil sie ihre «Mens» gehabt habe und daher sei er auch nicht enttäuscht gewesen 
(pag. 420, Z. 5 ff.). Er habe sich von Anfang an Sorgen um C.________ gemacht 
und habe ihr helfen wollen. Daher habe er ihr im Gespräch gesagt, es mache auf 
Leute schnell einen schlechten Eindruck, wenn sie mit Springerstiefel daher kom-
me. Allenfalls habe sie so auch Probleme im Berufsleben. Sonst wisse er aber 
nicht mehr, um was es in diesem Gespräch gegangen sei (pag. 420, Z. 10 ff.). Er 
habe das aber nicht böse gemeint. Er habe nur nicht gewollt, dass jemand anderes 
schlecht über sie spreche (pag. 421, Z. 38 ff.). Ob sie über Glaubensfragen ge-
sprochen hätten, wisse er nicht mehr (pag. 422, Z. 2).

Würdigung durch die Kammer:

Der Beschuldigte wies die ihm zur Last gelegten Vorwürfe grundsätzlich gleichblei-
bend und konsequent von sich. Seine Ausführungen zum Geschehen in der Woh-

25

nung waren jedoch sehr karg und nicht detailliert. Er gab an, man habe sich auf 
dem Sofa geküsst und sei dann zusammen auf das Bett gegangen. Dort sei 
C.________ auf ihm gelegen und sie hätten weitergeküsst. Als er versucht habe, 
ihre Hosen zu öffnen, habe sie gesagt, nicht jetzt, sie habe ihre Tage und habe 
seine Hand auf ihr Gesäss gelegt. Dann hätten sie weiter rumgemacht und seien 
zusammen zurück auf das Sofa gegangen. 

Die konkreten Zärtlichkeiten zwischen den Beiden konnte oder wollte der Beschul-
digte kaum schildern. Auf Frage was er unter Rummachen verstehe, führte der Be-
schuldigte anfänglich aus: «Sie hat mich geküsst. Normal, Mund auf Mund mit 
Zunge. Sie hat mich umarmt, ich sie auch, so in dieser Art» (pag. 64, Z. 212 f.). 
Später erklärte er, C.________ habe ihn auch «betoucht». Sie habe ihn am Ober-
schenkel berührt und ihm zwischen die Beine gefasst und seinen Penis durch die 
Kleider gespürt (pag. 66, Z. 316 ff.). Bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
sprach er davon, C.________ nur an der Taille berührt zu haben (pag. 72, Z. 147). 
Während der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte aus, mit 
«Rummachen» meine er, Zungenküsse und Berührungen (pag. 230, Z. 34). 
C.________ habe ihn auf dem Sofa am Oberschenkel und er habe sie noch an den 
Schultern berührt (pag. 230, Z. 35; pag. 231, Z. 1). Oberinstanzlich sprach der Be-
schuldigte dann von Berührungen an Gesäss und Taille sowie gemeinsamen Küs-
sen. Sie habe ihn am Oberkörper berührt (pag. 420, Z. 22 ff.). Die Schilderungen 
des Beschuldigten waren folglich eher oberflächlich, nicht gleichbleibend und aus-
weichend. 

Nicht nachvollziehbar ist zudem das abrupte Ende der Zärtlichkeiten. Der Beschul-
digte will sich mit C.________ auf dem Bett aufgehalten haben. C.________ sei auf 
ihm gelegen, er habe versucht, ihre Hose zu öffnen. Sie habe ihm gesagt, sie kön-
ne nicht, sie habe ihre Tage. Danach habe sie seine Hand genommen und auf ihr 
Gesäss gelegt. Sie hätten weiter rumgemacht. Während der ganzen Zeit sei er er-
regt gewesen. Aus dem Nichts hätten sie dann aufgehört und sich zurück zum Sofa 
begeben. Dies obwohl C.________ gemäss Aussagen des Beschuldigten nicht ge-
nerell nein zu sexuellen Handlungen gesagt habe, sondern einfach nur gesagt ha-
be «nicht jetzt» – für später sei es aber noch offen gewesen (pag. 232, Z. 27 ff.) 
bzw.: «Sie hat nicht gesagt, sie wolle nicht, sondern es gehe wegen ihren Tagen 
nicht» (pag. 77, Z. 344 f.). Zwar bestätigte C.________ oberinstanzlich, dem Be-
schuldigten gesagt zu haben, sie habe ihre «Mens». Offensichtlich war 
C.________ in der Version des Beschuldigten allerdings nicht grundsätzlich an se-
xuellen Handlungen abgeneigt. Unklar bleibt folglich, weshalb die Zärtlichkeiten 
zwischen den Beiden aufhörten und keine anderweitigen sexuellen Praktiken the-
matisiert wurden, zumal mit der «Mens» von C.________ einzig der Vaginalverkehr 
ausgeschlossen worden war.

Unlogisch ist sodann das weitere behauptete Geschehen nach dem angeblich 
harmlosen, einvernehmlichen Vorfall auf dem Bett. Der vom Beschuldigten geschil-
derte Inhalt des Gesprächs mit C.________ sowie der Ausgang des Treffens sind 
schlecht miteinander vereinbar. Zu Beginn erklärte er, es sei möglich, dass sie über 
die roten Haare von C.________ gesprochen hätten (pag. 66, Z. 329 f.). Er habe 
C.________ allenfalls beleidigt, weil er Differenzen mit J.________ gehabt habe. Er 

26

habe vor C.________ schlecht über ihn gesprochen (pag. 66, Z. 333 ff.). Bei der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme schilderte der Beschuldigte indessen ein 
Gespräch über den Kleiderstil von C.________. Er habe ihr gesagt, dass ihm ihre 
Schuhe nicht gefallen würden und er nicht verstehe, warum sie Sachen anziehe, 
die für Männer seien. Das habe sie nicht gemocht. Deshalb sei der Abschied nega-
tiv gewesen (pag. 74, Z. 220 ff.). Nach diesem Ereignis sei es komisch gewesen 
sei und er habe dann eine Freundin bekommen (pag. 71, Z. 107 f.).

Die Angaben des Beschuldigten über das Gespräch vermögen nicht zu überzeu-
gen. Das angebliche Gespräch über Banalitäten wie die Schuhe von C.________ 
erklärt nicht, weshalb das Treffen vom 20.10.2013 derart negativ ausging. Denn 
der Beschuldigte selbst gab an, sich vor dem Treffen eine Beziehung mit 
C.________ vorgestellt zu haben (pag. 78, Z. 353 ff.; pag. 232, Z. 10 ff.). Das Ge-
spräch vom 20.10.2013 sei dafür ausschlaggebend gewesen, dass er keine Bezie-
hung mit C.________ gewollt habe (pag. 78, Z. 354 ff.). Dies bestätigte er auch in 
seiner erstinstanzlichen Einvernahme. Er habe beim Gespräch herausgefunden, 
dass sie nicht kompatibel seien. Sie habe eine andere Meinung in verschiedenen 
Sachen gehabt, so dass sie danach keinen Kontakt mehr gehabt hätten (pag. 232, 
Z. 17 ff.). Sie hätten sicherlich über etwas Wichtiges gesprochen. Eine gläubige 
Frau sei ihm beispielsweise wichtig. Aber er wisse nicht mehr genau, was der Aus-
löser im Gespräch gewesen sei (pag. 232, Z. 36 ff.). Oberinstanzlich gab er sodann 
an, er wisse nicht, ob man über Glaubensfragen gesprochen habe (pag. 422, Z. 2). 
Es gelang dem Beschuldigten folglich nicht, diese diversen unterschiedlichen Mei-
nungen oder die wichtige Eigenschaft von C.________ zu nennen, die gezeigt ha-
be, dass sie nicht zu ihm passe. C.________ war ihm nach eigenen Angaben vor 
dem 20.10.2013 keine Unbekannte. Sie hätten zuvor bei nächtelangen Telefonge-
sprächen «über Gott und die Welt» gesprochen (pag. 63, Z. 168 f.). Er habe viel mit 
ihr geschrieben und sie hätten während gut zwei bis drei Wochen am Abend ge-
meinsam telefoniert (pag. 70, Z. 63 f.). Sie hatten damit bereits vor dem 20.10.2013 
verschiedene Gespräche und auch gerade der Kleiderstil von C.________ und de-
ren psychische Probleme waren dem Beschuldigten schon vor dem Treffen vom 
20.10.2013 bekannt. Dennoch habe er sich eine Beziehung mit ihr vorstellen kön-
nen. Hätte ein wie vom Beschuldigten geschildertes Gespräch stattgefunden, 
müssten ihm die konkreten Gründe für die Auseinandersetzung sicherlich noch be-
kannt sein. Es kann damit ausgeschlossen werden, dass einzig deshalb der Kon-
takt zwischen den beiden wieder abbrach. 

Im Weiteren bezichtigte der Beschuldigte C.________ mehrmals, ein Drogenpro-
blem zu haben (pag. 62, Z. 138; pag. 66, Z. 333 ff.; pag. 70, Z. 57 ff.; pag. 71, 
Z. 116 ff.). Er habe mit den Drogen aber nichts zu tun haben wollen (pag. 71, 
Z. 124). Als mögliches Motiv für eine Falschbezichtigung nannte er, sie sei viel-
leicht «verruckt» auf ihn gewesen, weil er J.________ keine Drogen habe organi-
sieren wollen und er sie rausgeworfen habe, als sie auf Droge war (pag. 75, Z. 247 
ff.). Auch diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Einerseits sprach we-
der C.________ noch J.________ davon, jemals vom Beschuldigten aus der Woh-
nung geworfen zu sein. Auch der Beschuldigte selbst thematisierte diesen angebli-
chen Vorfall erst am Rande, was wenig überzeugend ist, sollte es sich wirklich so 
zugetragen und um ein mögliches Motiv gehandelt haben. Zudem wäre diesfalls 

27

erstaunlich, dass sich der Beschuldigte dennoch eine Beziehung mit C.________ 
wünschte. Im Übrigen ist seine vehemente Abneigung gegen Drogen nicht über-
zeugend, zumal er mehrfach betonte, zu kiffen bzw. am fraglichen 20.10.2013 mit 
C.________ gekifft zu haben (pag. 65, Z. 287 f.; pag. 71, Z. 101; pag. 72, Z. 134 f.; 
pag. 230, Z. 24 f.; pag. 234, Z. 6) und zwischenzeitlich sogar wegen Fahrens unter 
Drogeneinfluss verurteilt wurde (pag. 404).

Zusammenfassend lässt sich das flache, nicht detaillierte und ausweichende Aus-
sageverhalten nicht mit der erst einige Monate nach der Tat erfolgten ersten Ein-
vernahme erklären. Zwar gab der Beschuldigte effektiv von sich aus an, den sexu-
ellen Kontakt gewollt zu haben und erregt gewesen zu sein. Dies vermag jedoch 
nichts an den vorhandenen Unstimmigkeiten zu ändern. Im Vergleich zu 
C.________ sind die Aussagen des Beschuldigten im bestrittenen Punkt wesentlich 
weniger glaubhaft. Darauf kann nicht abgestellt werden. 

9.3 Schlussfolgerungen und erstellter Sachverhalt

Nach Gegenüberstellung sämtlicher Beweismittel geht die Kammer davon aus, 
dass sich die Ereignisse am fraglichen 20.10.2013 in der Wohnung des Beschul-
digten so abgespielt haben, wie dies C.________ schilderte. 

Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, der Vorwurf, der Beschuldigte habe die 
Hand von C.________ an seinen Penis geführt und damit Reibbewegungen ge-
macht, sei nicht erstellt, weil er zeitlich nicht eingeordnet werden könne. Daher sei-
en keine Hinweise auf durch den Beschuldigten ausgeübte Gewalt oder eine klare 
Abwehrhaltung von C.________ vorhanden (pag. 287, S. 27 der erstinstanzlichen 
Entscheidbegründung). Dem kann nicht gefolgt werden. C.________ gelang es 
zwar nicht, den Vorwurf, der Beschuldigte habe ihre Hand genommen, an seinen 
Penis geführt und Reibbewegungen gemacht, um sich sexuell zu befriedigen (Pha-
se 4), zeitlich genau in die Geschehnisse einzugliedern. Aus den Aussagen von 
C.________ ergibt sich jedoch immerhin, dass der Beschuldigte bereits unten ent-
blösst war, als er ihre Hand an seinen Penis führte. Folglich musste der Vorfall 
stattgefunden haben, nachdem sie den Beschuldigten von sich gestossen hatte, als 
er sie geküsst hatte (erste Phase) und nachdem sie vom Beschuldigten auf dem 
Bett umgestossen wurde, er über ihr kniete, sie sich massiv wehrte, indem sie mit 
dem Ellbogen schlug und zurück ins Wohnzimmer gelangte. Bereits während die-
ser Geschehnisse sagte C.________ immer wieder, sie wolle nicht, mithin keine 
sexuellen Kontakte (zweite Phase). Erst danach ging der Beschuldigte – unten be-
reits entblösst – zu C.________ zum Sofa. Ob der Beschuldigte die Hand von 
C.________ bereits beim Sofa oder erst auf dem Bett an seinen Penis führte und 
ob dies zuvor oder nachdem geschah, als er versucht hatte, seinen Penis in den 
Mund von C.________ zu stossen, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen. 
Nach Ansicht der Kammer kann die zeitlich genaue Einordnung des Geschehens 
allerdings offen gelassen werden, zumal dem Beschuldigten, als er nackt zurück zu 
C.________ ging, bereits vorher mehrfach verbal und körperlich deutlich gezeigt 
worden war, dass er gegen den Willen von C.________ handelte und sie ihm zu-
dem während er ihre Hand an seinen Penis führte erneut mitteilte, dass sie dies 
nicht wolle.

28

Die Kammer geht deshalb davon aus, dass sich der Sachverhalt im Wesentlichen 
wie angeklagt zugetragen hat und diesbezüglich auf die Aussagen von C.________ 
abgestellt werden kann. Es ist konkret von folgendem Sachverhalt auszugehen: 

Der Beschuldigte begann C.________ am 20.10.2013 zu küssen. Sie forderte ihn 
auf, aufzuhören und stiess ihn von sich. Der Beschuldigte fragte sie, ob sie ihm ei-
nen blasen würde, was sie verneinte (erste Phase). Nachdem sich C.________ 
nach Versicherung des Beschuldigten, sie zu nichts zu zwingen, zu diesem auf das 
Bett begeben hatte, stiess der Beschuldigte C.________ um und kniete sich über 
sie. Er hatte das eine Bein auf der einen und das andere Bein auf der anderen Sei-
te. C.________ wehrte sich umgehend, konnte aufstehen, schlug mit dem Ellbogen 
nach dem Beschuldigten, als er sie zurückhalten wollte, und verliess das Schlaf-
zimmer (zweite Phase). Der Beschuldigte ging mit entblösstem Unterkörper zum 
Sofa, packte C.________ am Handgelenk und zerrte sie trotz ihrer körperlichen 
Gegenwehr auf das Bett zurück. Er kniete sich erneut rittlings über sie, diesmal im 
Bereich des Kopfes. Während er C.________ mit seinen Beinen fixierte, versuchte 
er seinen erigierten Penis in deren Mund zu stossen. C.________ schloss den 
Mund und drehte ihren Kopf ab. Sie versuchte, sich vom Beschuldigten zu lösen. 
Nach einer gewissen Zeit liess der Beschuldigte von ihr ab (dritte Phase). Während 
der Beschuldigte unten entblösst war, griff er nach der Hand von C.________, führ-
te diese an seinen Penis und machte damit Reibbewegungen, wobei C.________ 
ihm sagte, dies nicht zu wollen, körperliche jedoch keinen Widerstand leistete, son-
dern passiv blieb (vierte Phase; möglich auch zeitlich in Phase drei, nachdem sich 
der Beschuldigte ausgezogen hatte und bevor er sich rittlings auf C.________ setz-
te). 

Zu einem Samenerguss kam es nicht. Während dem Vorfall gab C.________ im-
mer wieder zu verstehen, dies nicht zu wollen und setzte sich wiederholt körperlich 
zur Wehr, indem sie den Beschuldigten wegstiess und diesen – als sie unter ihm 
lag – mit den Armen wegzuhieven versuchte. 

III. Rechtliche Würdigung

10. Theoretische Ausführungen

Dem Beschuldigten wird eine sexuelle Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) vorgeworfen. Anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung behielt sich die Vorinstanz vor, den angeklagten 
Sachverhalt eventualiter auch unter dem Gesichtspunkt der versuchten sexuellen 
Nötigung zu prüfen (pag. 235).

Nach Art. 189 Abs. 1 StGB begeht eine sexuelle Nötigung und wird mit Freiheits-
strafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer eine Person mit Gewalt, Dro-
hung oder psychischen Druck zur Duldung – oder zur Vornahme (vgl. BGE 127 IV 
198) – einer beischlafsähnlichen oder einer andern sexuellen Handlung nötigt. Ein 
Versuch liegt vor, wenn der Täter die begonnene strafbare Handlung nicht zu Ende 
führt (Art. 22 StGB). 

29

Als sexuelle Handlung gilt beispielsweise eine orale und anale Penetration (Ein-
führung des männlichen Glieds in Mund oder Anus); Einführung von Gegenständen 
in Vagina oder Anus; Reiben des Geschlechtsteils des Täters oder der Täterin an 
den Genitalien oder an der (weiblichen) Brust des Opfers; Berühren des nackten 
männlichen oder weiblichen Geschlechtsteils; Berührung der nackten Brust einer 
Frau (auch unter dem Büstenhalter oder unter den Kleidern); das längere oder in-
tensive Betasten des weiblichen oder männlichen Geschlechtsteils über der Klei-
dung; spürbare oder lang anhaltender Griff an die Brust einer Frau über den Klei-
dern; Zungenküsse, so dass die Zunge des Täters in den Mund des Opfers ein-
dringt oder das Opfer mit seiner Zunge in den Mund des Täters eindringen muss 
(MAIER, in: Basler Kommentar zum StGB, 3. Aufl. 2013, N. 48 zu Art. 189). Unter 
sexueller Handlung ist zunächst jede körperliche Betätigung zu verstehen, die nach 
ihrem äusseren Erscheinungsbild vom Standpunkt eines objektiven Beobachters 
aus betrachtet eindeutig sexualbezogen ist (BGE 125 IV 58 E. 3b). Die Handlung 
muss sich daher jedenfalls auf geschlechtsspezifische oder mindestens erogene 
Körperteile beziehen (WEDER, in: DONATSCH [Hrsg.], StGB Kommentar, 19. Aufl. 
2013, N. 5 zu Art. 187).

Als beischlafsähnliche Handlungen gelten Verhaltensweisen, bei denen das (primä-
re) Geschlechtsteil einer der beteiligten Personen mit dem Körper der anderen 
Person in enge Berührung kommt. Es handelt sich dabei konkret um das Einführen 
des männlichen Glieds in After oder Mund sowie das Stimulieren der Vagina oder 
des Glieds durch Zunge oder Lippen. Ebenfalls erfasst wird der sog. Schenkelver-
kehr, also das Reiben des männlichen Glieds an den Oberschenkeln direkt unter-
halb des Geschlechtsteils des Partners. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
sind Oral- und Analverkehr in ihrer sexuellen Intensität dem Beischlaf ähnlich, und 
die Nötigung zur Duldung eines derartigen Verkehrs ist in ihrem Unrechtsgehalt mit 
einer Vergewaltigung vergleichbar (BGE 132 IV 120; BGE 133 IV 120; MAIER, 
a.a.O., N. 50 f. zu Art. 189).

Nötigen kann der Täter durch Gewalt, Drohung oder psychischen Druck. Als Ge-
walt wird bereits das Niederdrücken, mit überlegener Körperkraft festhalten, brutal 
zu Boden stossen etc. definiert (MAIER, a.a.O., N. 22 zu Art. 189). Beim «Unter-
psychischen-Druck-Setzen» reicht die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Si-
tuation auch ohne dass der Täter eigentlich Gewalt anwendet. Es kann vielmehr 
genügen, dass dem Opfer eine Widersetzung unter solchen Umständen aus ande-
ren Gründen nicht zuzumuten ist. Diese Umstände müssen eine Qualität erreichen, 
die sie in ihrer Gesamtheit als instrumentalisierte, so genannte strukturelle Gewalt 
erscheinen lassen (BGE 131 IV 107 E. 2.2). Es muss für die Erfüllung des Tatbe-
stands durch den Täter folglich eine «tatsituative Zwangssituation» nachgewiesen 
werden (BGE 133 IV 49 E. 4; BGE 131 IV 107 E. 2.4).

Das Opfer muss die Tat dulden (TRECHSEL/BERTOSSA, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], 
Praxiskommentar StGB, 2. Aufl. 2013, N. 10 zu Art. 189). Zwischen der Nötigungs-
handlung und dem Dulden der sexuellen Handlung muss Kausalität bestehen; der 
Täter muss gerade durch die Nötigungshandlung die Duldung der sexuellen Hand-
lung erzwungen haben, ansonsten kommt nur Versuch in Betracht (TRECH-
SEL/BERTOSSA, a.a.O., N. 11 zu Art. 189).

30

Subjektiv verlangt der Tatbestand Vorsatz, bezüglich des Erkennens eines «Neins» 
des Opfers mindestens Eventualvorsatz. Der Täter muss um die Bedeutung des 
auf- und abgenötigten Verhaltens wissen. Dazu gehört auch, dass er zumindest in 
Kauf nimmt, sich über den entgegenstehenden Willen des Opfers hinwegzusetzen 
(MAIER, a.a.O., N. 54 zu Art. 189).

11. Subsumtion

Indem der Beschuldigte die Hand von C.________ an seinen Penis führte, diesen 
umschliessen liess und mit seiner eigenen Hand über derjenigen von C.________ 
Auf- und Abbewegungen ausführte, beging er zweifellos eine sexuelle Handlung. 
Auch wenn der Beschuldigte keinen Samenerguss hatte, ist diese Handlung voll-
endet. 

Für diesen Abschnitt ist keine physische Gewalt erstellt. Es ist unklar, in welcher 
Position sich C.________ währenddessen befand. Bevor der Beschuldigte die 
Hand von C.________ an seinen Penis führte, um die Reibbewegungen auszu-
führen, hatte sich C.________ allerdings bereits mehrfach verbal und körperlich zur 
Wehr gesetzt. Sie sagte dem Beschuldigten mehrfach, dass sie nicht wolle und 
konnte sich beim ersten Zwischenfall auf dem Bett vom Beschuldigten lösen und 
ins Wohnzimmer zurück gelangen. Obwohl sich C.________ während dieser Hand-
lung nicht körperlich zur Wehr setzte, sagte sie ihm erneut, sie wolle nicht. Für die 
Erfüllung des Tatbestands von Art. 189 StGB ist nicht erforderlich, dass sich das 
Opfer andauernd wehrt oder widerstandsunfähig wird. Das Erstere ist dem Opfer 
nicht zuzumuten und Letzteres stimmt oft nicht mit den Tatabläufen überein. Viele 
Opfer geben nach dem ersten Angriff des Täters den Widerstand auf, sammeln 
dann aber wieder ihre Kräfte und versuchen anschliessend erneut, sich zur Wehr 
zu setzen (MAIER, a.a.O. N. 22 zu Art. 189). Der fraglichen Handlung gingen min-
destens zwei vorherige Phasen voraus, bei welchem sich der Beschuldigte über 
den Willen von C.________ hinwegsetzte. Bereits einmal gelang es C.________, 
sich aus den Fängen des Beschuldigten zu lösen und zurück zum Sofa zu gelan-
gen. Dennoch ging der Beschuldigte weiter vor. C.________ äusserte während 
dem fraglichen Vorgehen des Beschuldigten ihre verbale Ablehnung. In Anbetracht 
der konkreten Umstände konnte folglich nicht der Eindruck entstehen, C.________ 
sei mit dem Vorgehen des Beschuldigten einverstanden. Zwischen der Nötigungs-
handlung des Beschuldigten und dem Dulden der sexuellen Handlung besteht fer-
ner zweifellos Kausalität. 

Aufgrund der vorgängigen körperlichen Abwehr und dem mehrfachen verbalen 
Hinweis von C.________ musste dem Beschuldigten im Übrigen bewusst sein, 
dass er gegen den Willen von C.________ handelte. Er wollte unbestrittenermas-
sen den sexuellen Kontakt mit C.________. Er setzte sich über den deutlich 
geäusserten Willen von C.________ hinweg und forderte C.________ immer wie-
der auf, doch mitzumachen und damit die sexuellen Handlungen zumindest zu dul-
den. Der Beschuldigte handelte damit direktvorsätzlich. Dass sich C.________ in 
diesem Moment nicht auch körperlich wehrte, ändert daran nichts (vgl. dazu auch 
Urteil des Bundesgerichts 6B_78/2017 E. 2.3. vom 6.9.2017). Damit ist der Tatbe-
stand der sexuellen Nötigung erfüllt. 

31

Der Beschuldigte versuchte des Weiteren, seinen erigierten Penis in den Mund von 
C.________ zu stossen und damit den Oralverkehr zu veranlassen. Während die-
ser Phase kniete der Beschuldigte über C.________ und fixierte diese mit ihren 
Beinen. Damit wirkte er mit körperlicher Gewalt nötigend auf C.________ ein. 
C.________ hielt ihren Mund verschlossen und drehte den Kopf zur Seite, weshalb 
der Beschuldigte nicht mit seinem Penis in deren Mund eindringen konnte. Diesbe-
züglich stellt sich die Frage, ob es sich aufgrund der Intensität der Handlung, der 
Position des Beschuldigten und der Nähe seines nackten Penis am Mund von 
C.________, um eine vollendete sexuelle Nötigung (vollendete sexuelle Handlung) 
handelt oder ob lediglich ein Versuch zu einer sexuellen Nötigung (versuchten bei-
schlafähnlichen Handlung) vorliegt. Die Vorinstanz qualifizierte das Vorgehen des 
Beschuldigten ohne weitere Begründung als vollendete sexuelle Nötigung 
(pag. 288, S. 28 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). Mit Blick auf den oh-
nehin zu erfolgenden Schuldspruch wegen der vollendeten sexuellen Nötigung 
kann vorliegend offen gelassen werden, ob der Beschuldigte mit seinem Vorgehen 
das Versuchsstadium zur beischlafähnlichen Handlung überschritt oder eine sexu-
elle Handlung vollendete. Denn die beiden strafbaren Handlungen stehen unterein-
ander angesichts des zeitlich und räumlich engen Konnexes, des gleichen verletz-
ten Rechtsguts und des gleichgerichteten Vorsatzes im Verhältnis der Handlungs-
einheit (vgl. ACKERMANN, in: Basler Kommentar zum StGB, 3. Aufl. 2013, N. 30 zu 
Art. 49), weshalb keine Tatmehrheit vorliegt. Damit wird dem Beschuldigten insge-
samt lediglich eine sexuelle Nötigung vorgeworfen. Der Umstand dass er dabei 
zwei verschiedene Handlungen beging, ist bei der Strafzumessung zu berücksich-
tigen. 

Zweifellos handelte der Beschuldigte auch hier gegen den klar ausgedrückten Wil-
len von C.________. Der Beschuldigte fixierte C.________ während dieser Hand-
lung mit seiner überlegenen Körperkraft auf dem Bett. C.________ manifestierte ih-
re Ablehnung erneut durch ihre deutliche Körperhaltung, indem sie den Mund ver-
schloss und den Kopf wegdrehte. Zudem verbalisierte sie während dem Vorfall 
mehrmals, dass sie keinen sexuellen Kontakt wünschte und sie versuchte, sich 
vom Beschuldigten zu lösen. Der Beschuldigte handelte auch hier direktvorsätzlich.

IV. Strafzumessung

12. Allgemeine Ausführungen

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung kann auf die korrekten theo-
retischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 289, S. 29 der 
erstinstanzlichen Entscheidbegründung). 

Der Strafrahmen für eine vollendete sexuelle Nötigung beträgt Freiheitsstrafe bis zu 
10 Jahren oder Geldstrafe (vgl. Art. 189 StGB). Die tat- und täterangemessene 
Strafe für eine einzelne Tat ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens festzusetzen. Dieser ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstän-
de vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu 
hart bzw. zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es liegt vorliegend kein 
Grund vor, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.

32

13. Konkrete Strafzumessung

13.1 Objektive Tatkomponenten (objektive Tatschwere)

Geschütztes Rechtsgut ist das Recht auf Selbstbestimmung in sexueller Hinsicht, 
sowie das Recht auf sexuelle Integrität (TRECHSEL/BERTOSSA a.a.O., N. 1 zu 
Art. 189).

Vorliegend war die Verletzung des geschützten Rechtsguts nicht unerheblich. Der 
Beschuldigte verletzte das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von C.________. Er 
handelte klar gegen ihren Willen und beging während einer nicht unerheblichen 
Zeitdauer verschiedene Handlungen, bei welchen er körperliche Gewalt anwandte. 
Die Kammer erachtet die Handlung des Beschuldigten, als er seinen nackten und 
erigierten Penis unmittelbar vor dem Mund von C.________ hielt und einzuführen 
versuchte, als schwerwiegender als jene Handlung, bei welcher er die Hand von 
C.________ an seinen Penis führte, um Reibbewegungen zu machen.

Unter dem Titel der Verwerflichkeit des Handelns (Art und Weise des Vorgehens) 
hält die Kammer fest, dass der Beschuldigte die Hand von C.________ nahm und 
an dessen Penis führte. Dabei machte er gegen ihren Willen Auf- und Abbewegun-
gen, indem er ihre Hand mit der seinen umschloss und bewegte. Dies wirkt sich im 
Rahmen der sexuellen Handlungen neutral aus.

Des Weiteren sass der Beschuldigte rittlings auf der Brust von C.________, setzte 
sich dabei in ihre Kopfnähe und provozierte damit bei der unter ihm auf dem Rü-
cken liegenden C.________ ein äusserst unangenehmes Ausgeliefertsein, wobei 
der Penis des Beschuldigten in unmittelbarer Mundnähe von C.________ war. Die 
Situation erschöpfte sich nicht in wenigen Sekunden, sondern nach Angaben von 
C.________ etwa über 30 Minuten, während sie immer wieder verbal ihre Ableh-
nung kundtat und sich körperlich zur Wehr setzte. Wenn auch bekannt ist, dass 
Opfer von Sexualdelikten solche Momente jeweils zeitlich überschätzen, so kann 
immerhin trotzdem von einigen Minuten ausgegangen werden, während denen der 
Beschuldigte C.________ davon zu überzeugen versuchte, ihren Widerstand auf-
zugeben. Erschwerend wirkt sich des Weiteren aus, dass der Beschuldigte von den 
psychischen Schwierigkeiten von C.________ wusste und dennoch nicht zögerte, 
ihr gegenüber Zwang zu entfalten. Dies wirkt sich erschwerend aus, da die Hand-
lung nahe einem Oralver