# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c5a310b-8fff-5f2b-b4af-1dd714b73bcf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 24.10.2017 ZK1 2014 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-152_2017-10-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 24. Oktober 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 152 27. Oktober 2017
ZK1 15 70
ZK1 15 79

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Pedrotti und Schnyder
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

In den zivilrechtlichen Berufungen

der X._____, Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alte Landstrasse 105 A, 8707 Uetikon am 
See,

gegen

den Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Albula vom 12. 
November 2014, mitgeteilt am 10. Dezember 2014, in Sachen der Y.1_____, Ge-
suchstellerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia 
Däppen-Müller, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, gegen die Gesuchsgegnerin und 
Berufungsklägerin sowie gegen Y.2_____, Gesuchsgegner und Berufungsbeklag-
ter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel, Advocatur am Nicolai, 
Kornplatz 2, Postfach 21, 7001 Chur (ZK1 14 152),

und gegen

den Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Albula vom 28. 
Januar 2015, mitgeteilt am 7. Mai 2015, in Sachen der Y.3_____, Gesuchstellerin, 
gegen die Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin sowie gegen Y.2_____, Ge-

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suchsgegner und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wil-
fried Caviezel, Advocatur am Nicolai, Kornplatz 2, Postfach 21, 7001 Chur (ZK1 
15 70),

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren,

sowie in der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, ver-
treten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alte Landstrasse 105 A, 
8707 Uetikon am See,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Albula vom 28. Januar 2015, mitgeteilt am 7. Mai 
2015, in Sachen des Y.2_____, Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberu-
fungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel, Advocatur am 
Nicolai, Kornplatz 2, Postfach 21, 7001 Chur, gegen die Beklagte, Berufungsklä-
gerin und Anschlussberufungsbeklagte (ZK1 15 79),

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____ 1965, und Y.2_____, geboren am _____ 
1973, schlossen am _____ 1998 auf dem Zivilstandsamt O.1_____ die Ehe. Sie 
sind Eltern von Y.3_____, geboren am _____ 1998, und Y.1_____, geboren am 
_____ 2000. Bis zur Trennung der Ehegatten, die anfangs 2008 erfolgte, lebte die 
Familie in der Liegenschaft der Ehefrau in O.2_____. Ende Februar 2011 verlegte 
Y.2_____ seinen Wohnsitz nach L.1_____. Am 19. Februar 2016 schloss er mit 
A._____, geboren am _____ 1979, in O.3_____ die Ehe. Aus dieser Beziehung 
gingen die Kinder B._____, geboren am _____ 2011, und C._____, geboren am 
_____ 2013, sowie ein weiteres Kind, geboren Ende 2016, hervor. Y.3_____ war 
Ende Juni 2012 und Y.1_____ anfangs 2014 zum Vater nach O.4_____ gezogen.

B/1. Am 25. Dezember 2007/6. Januar 2008 unterzeichneten die Ehegatten 
X._____/Y.2_____ eine Trennungsvereinbarung, in welcher sie sich über die 
Trennung, die Zuteilung der Obhut über die Kinder an die Mutter, das Besuchs- 
und Ferienrecht des Vaters sowie über den Familienunterhalt einigten. Was Letz-
teren betrifft, so verpflichtete sich Y.2_____, an den Unterhalt der Familie monatli-
che, pränumerando zahlbare Beiträge in der  Höhe von Fr. 3’000.-- zuzüglich ver-
tragliche und gesetzliche Kinderzulagen zu leisten, wobei je Fr. 900.-- zuzüglich 
Kinderzulagen auf die beiden Töchter sowie Fr. 1’200.-- auf die Ehefrau entfielen. 
Am 11. August 2008 reichte Y.2_____ beim Bezirksgerichtspräsidenten Albula 
sinngemäss ein Gesuch auf Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen ein. Darin 
beantragte er im Wesentlichen, den Unterhaltsbeitrag an die Ehefrau und die Kin-
der abweichend von der Trennungsvereinbarung festzulegen. Mit Verfügung vom 
11. März 2009, mitgeteilt am 13. März 2009, genehmigte der Bezirksgerichtspräsi-
dent Albula die Trennungsvereinbarung bezüglich der Trennung, der Obhutszutei-
lung und der Regelung des persönlichen Verkehrs. Die in der Vereinbarung getrof-
fene Unterhaltsregelung wurde mit Wirkung bis Ende August 2008 genehmigt. Ab 
1. September 2008 wurde der Ehemann verpflichtet, seiner Ehefrau monatlich Fr. 
327.-- und seinen Kindern monatlich je Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen an Un-
terhalt zu leisten. Diese Unterhaltsbeiträge wurden auf Rekurs von X._____ hin 
mit Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen des Kantonsgerichts Graubünden 
vom 7. Mai 2009 (ERZ 09 65) auf Fr. 830.-- für die Ehefrau und je Fr. 700.-- für 
Y.3_____ und Y.1_____ erhöht.

B/2. In der Folge kam Y.2_____ seinen Unterhaltsverpflichtungen nur teilweise 
nach, weshalb der Kindesunterhalt wiederholt durch die Gemeinde O.2_____ be-
vorschusst werden musste. Eine von der Ehefrau im November 2009 angehobene 

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Betreibung für die bis dahin ausstehend gebliebenen Unterhaltsbeiträge endete 
am 12. August 2011 mit der Ausstellung eines Verlustscheins für die gesamte 
Forderung. Mit Urteil vom 7. Mai 2014 wurde Y.2_____ vom Bezirksgericht Albula 
des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 
StGB und der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 
StGB schuldig gesprochen.

C/1. Am 24. August 2010 reichte Y.2_____ beim Bezirksgerichtspräsidium Albu-
la ein Gesuch auf Abänderung der Eheschutzmassnahmen ein. Anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 12. November 2010 zog er sein Gesuch zurück, worauf 
das Verfahren mit Verfügung vom 20. Mai 2011 infolge Rückzugs als erledigt ab-
geschrieben wurde. Die Ehegatten stellten an der erwähnten Verhandlung aber 
ein gemeinsames Scheidungsbegehren und unterzeichneten eine Teil-
Ehescheidungskonvention, in der sie sich über die Zuteilung der elterlichen Obhut 
und Sorge über Y.3_____ und Y.1_____ an die Mutter, über ein flexibles Besuchs-
recht des Vaters sowie über Unterhaltsbeiträge des Vaters an die Töchter von 
monatlich je Fr. 950.-- zuzüglich Kinderzulagen einigten. Darüber hinaus erklärten 
sie gegenseitig den Verzicht auf nachehelichen Unterhalt und beantragten die 
hälftige Aufteilung der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen der beruf-
lichen Vorsorge. Keine Einigung konnten die Ehegatten bezüglich des Güterrechts 
erzielen, doch erhielten sie Gelegenheit, bis Ende 2010 eine Lösung zu finden. Da 
entsprechende Einigungsbemühungen in der Folge erfolglos blieben, wurde 
Y.2_____ mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Albula vom 7. April 2011 
aufgefordert, im Rahmen eines kontradiktorischen Verfahrens seine Anträge zu 
den noch streitigen Nebenfolgen der Scheidung mit der entsprechenden Begrün-
dung und den Beweisunterlagen einzureichen.

In der Folge stellte Y.2_____ in seiner Eingabe an das Bezirksgericht Albula vom 
28. April 2011 folgende Rechtbegehren:

„A. Materielle Anträge

1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.

2. Es sei die Teil-Ehescheidungskonvention vom 12.11.2010 richterlich 
zu genehmigen.

3.a. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gemäss Gesetz vorzu-
nehmen.

b. Es seien die im Miteigentum der Ehegatten befindlichen Original-
gemälde mit den Titeln "Der göttliche Kuss" und "Abendsonne" der 
Ehefrau zuzuweisen und es sei diese zu verpflichten, dem Ehemann 
eine diesbezügliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 11’750.00 zu 
bezahlen.

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4.a. In Genehmigung der Teil-Ehescheidungskonvention vom 12.11.2010 
seien die im Zusammenhang mit der Teil-Ehescheidungskonvention 
entstandenen amtlichen Kosten unter den Parteien hälftig aufzuteilen 
und es seien die ebenfalls in diesem Zusammenhang entstandenen 
ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen.

b. Im Übrigen unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.

B. Formelle Anträge

1. Nach Vorliegen der zur Edition beantragten Akten sei vom Instruktions-
richter ein zweiter Rechtsschriftenwechsel zwecks exakter Formulie-
rung des Güterrechtsanspruchs des Ehemannes anzuordnen.”

X._____ bestätigte in ihrer Eingabe vom 23. Mai 2011 ihren Scheidungswillen, 
stellte jedoch Antrag auf Nichtgenehmigung sowie Überarbeitung der Teil-
Ehescheidungskonvention. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten 
beide Parteien unverändert an den bisher gestellten Rechtsbegehren fest.

C/2. Mit Schreiben vom 29. August 2011 wandte sich Y.3_____ an das Ge-
richtspräsidium Albula mit der Bitte, bei ihrem Vater in L.1_____ leben zu dürfen. 
Überdies sprach sie am 2. September 2011 persönlich beim Bezirksgerichtspräsi-
denten vor. Am 5. Oktober 2011 wurden Y.3_____ und Y.1_____ durch eine 
Fachperson angehört. Dabei äusserte Y.3_____ den Wunsch, bei ihrem Vater und 
dessen neuer Familie in O.4_____ zu wohnen. Ihre Mutter und ihre Schwester 
Y.1_____ wolle sie regelmässig in O.2_____ besuchen. Y.1_____ führte aus, vor-
läufig noch bei ihrer Mutter bleiben zu wollen. Daraufhin reichte Y.2_____ am 2. 
November 2011 eine Eingabe mit folgenden neuen Anträgen ein:

„1. Elterliche Sorge

a. Es sei die Tochter Y.3_____, geb. _____.1998, unter die alleinige 
elterliche Sorge und Obhut von Herrn Y.2_____ zu stellen.

b. Es sei die Tochter Y.1_____, geb. _____ 2000, unter die alleinige 
elterliche Sorge und Obhut von Frau X._____ zu stellen.

2. Besuchs- und Ferienrecht

a. Es sei Frau X._____ das Recht einzuräumen, Y.3_____ 2 Wo-
chenenden pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen sowie die 
Hälfte der Schulferien mit ihr zu verbringen.

b. Es sei Herrn Y.2_____ das Recht einzuräumen, Y.1_____ einen 
Tag pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen.

3. Kinderunterhalt

Es sei auf die gegenseitige Zusprechung eines Kinderunterhaltsbei-
trags zu verzichten.

4. Kosten- und Entschädigungsfolge

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Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Frau 
X._____ zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer.”

X._____ stellte mit Eingabe vom 16. Januar 2012 folgende neue Rechtsbegehren:

„1. Die zwischen den Parteien am 06.03.1998 vor dem Zivilstandsamt 
O.1_____ geschlossene Ehe sei zu scheiden.

2. Die beiden aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder 
Y.3_____ (geboren am _____ 1998) und Y.1_____ (geboren am 
_____ 2000) seien unter die elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu 
stellen.

3. a. Dem Vater sei gegenüber seinen Kindern Y.3_____ und Y.1_____ 
ein minimales Besuchsrecht einzuräumen, wonach er die Kinder je-
weils an jedem zweiten Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonn-
tag 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch 
nehmen darf.

b. Weiter sei der Vater zu berechtigen, die Kinder Y.3_____ und 
Y.1_____ auf eigene Kosten für insgesamt vier Wochen pro Jahr zu 
sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei Ferien der Kinder mit 
dem Vater grundsätzlich mindestens drei Monate im Voraus bekannt 
zu geben sind.

4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der beiden Kinder 
Y.3_____ (geboren am _____ 1998) und Y.1_____ (geboren am 
_____ 2000) monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeträge zuzüg-
lich vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen von je Fr. 
950.00 zu bezahlen, welche ordentlich zu indexieren seien.

5. Die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sei nach 
Gesetz zu vollziehen.

6. Die güterrechtliche Auseinandersetzung habe nach Gesetz zu erfol-
gen.

7. Im Übrigen seien die Anträge der Gegenpartei vollumfänglich abzuwei-
sen.

8. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegen-
partei.”

Anlässlich einer Referentenaudienz am 14. Februar 2012 konnten sich die Eheleu-
te bezüglich des Güterrechts einigen. Ausserdem anerkannte der Ehemann, der 
Ehefrau per Ende Februar 2012 Fr. 31’000.-- an Unterhalt zu schulden. Keine Ei-
nigung konnte bezogen auf die Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut erzielt 
werden.

Nachdem sich Y.3_____ am 29. März 2012 erneut an den Bezirksgerichtspräsi-
denten Albula gewandt hatte, mit der dringlichen Bitte, bei ihrem Vater leben zu 
dürfen, wurde ihr am 18. April 2012 Filip Dosch als Prozessbeistand bestellt. Der 
Genannte wurde zu einer Stellungnahme zur Obhuts- bzw. Sorgerechtsregelung 
aufgefordert. In seinem Schreiben vom 4. Mai 2012 ersuchte er das Gericht, be-

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züglich der elterlichen Sorge und Obhut über Y.3_____ den Rechtsbegehren von 
Y.2_____ stattzugeben. Zu dem von Y.3_____ in der Folge eingeleiteten Mass-
nahmeverfahren vgl. lit. D nachstehend.

C/3. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Albula vom 15. November 
2012 wurde das Scheidungsverfahren hinsichtlich der streitig gebliebenen Schei-
dungsfolgen an die Zivilkammer des Bezirksgerichts Albula überwiesen.

C/4. Am 18. Oktober 2013 stellte X._____ ein Gesuch um Auskunft gemäss Art. 
170 ZGB (Proz. Nr. 135-2013-182), in dem sie beantragte, dass Y.2_____ 
vollständige Auskunft über seine finanziellen Verhältnisse zu erteilen sowie dies-
bezüglich dem Bezirksgericht verschiedene Urkunden einzureichen habe, und 
dass das Gericht die entsprechenden Ämter in der Schweiz und in L.1_____ zu 
verpflichten habe, ihm Steuererklärungen von Y.2_____ einzureichen. In seiner 
Stellungnahme vom 4. Dezember 2013 beantragte Y.2_____ die Abweisung des 
Gesuchs, soweit es nicht anerkannt werde, und verlangte im Sinne einer Wider-
klage die Verpflichtung von X._____, vollständige Auskunft über ihre finanziellen 
Verhältnisse zu erteilen und verschiedene Unterlagen zu edieren. X._____ liess in 
der Stellungnahme vom 23. Januar 2014 den Antrag auf Edition weiterer Unterla-
gen aus Händen von Y.2_____ stellen und beantragte, auf die Widerklage nicht 
einzutreten, eventuell diese abzuweisen. Beide Ehegatten reichten in der Folge 
verschiedene Urkunden zu den Akten. Eine formelle Erledigung des Auskunftsver-
fahrens erfolgte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht.

C/5. Anfangs Januar 2014 kehrte Y.1_____ aus ihren Ferien beim Vater nicht zu 
ihrer Mutter nach O.2_____ zurück und äusserte gegenüber dem Bezirksgerichts-
präsidenten Albula den Wunsch, ebenfalls zum Vater nach L.1_____ zu ziehen. 
Auf ein seitens von X._____ am 14. Januar 2014 beim Bezirksgericht Albula ein-
gereichtes Vollstreckungsgesuch mit dem Begehren, dass Y.2_____ unter Andro-
hung der Bestrafung gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten sei, Y.1_____ umge-
hend zu ihrer Mutter nach O.2_____ zurückzubringen, wurde mit in Rechtskraft 
erwachsenem Entscheid vom 12. November 2014, mitgeteilt am 13. November 
2014, mangels Zuständigkeit nicht eingetreten.

Mit Schreiben vom 24. Januar 2014 wurde Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen 
als Prozessbeiständin für Y.1_____ eingesetzt. Zum von Letzterer in der Folge 
eingeleiteten Massnahmeverfahren vgl. lit. E nachstehend.

Am 19. Juni 2014 reichte Y.2_____ folgende Klageänderung ein:

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„1. Kinderbelange betreffend Y.1_____

1.1. Die Obhut über die der Ehe entsprossene Tochter Y.1_____ sei dem 
Kläger zuzuweisen.

1.2. Die elterliche Sorge über die der Ehe entsprossene Tochter Y.1_____ 
sei dem Kläger zuzuweisen.

1.3. Der Beklagten sei das Recht einzuräumen, Y.1_____ auf eigene Kos-
ten für zwei Wochenenden pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen 
sowie die Hälfte der Schulferien mit ihr zu verbringen.

1.4. Die Beklagte sei zu verpflichten, an die Tochter Y.1_____ einen mo-
natlichen pränumerando je auf den ersten eines jeden Monats zu leis-
tenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.00 zuzüglich gesetz-
licher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen.

2. Kinderbelange betreffend Y.3_____

2.1. Die Beklagte sei zu verpflichten, an die Tochter Y.3_____ einen mo-
natlichen pränumerando je auf den ersten eines jeden Monats zu leis-
tenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.00 zuzüglich gesetz-
licher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen.

3. Kosten- und Entschädigungsfolge

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten 
zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer.”

In ihrer Stellungnahme vom 15. September 2014 beantragte X._____, was folgt:

„1. Das klägerische Rechtsbegehren sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Das beklagtische Rechtsbegehren gemäss Prozessantwort vom 16. 
Januar 2012 sei gutzuheissen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.”

Y.1_____ stellte in ihrer Stellungnahme vom 15. September 2014 folgende Anträ-
ge:

„1. Es seien die Rechtsbegehren Ziff. 1.1 bis 1.3 gutzuheissen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Eltern, eventua-
liter zu Lasten des Kantons Graubünden.”

C/6. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula fand am 28. Januar 
2015 statt. Bei dieser Gelegenheit stellten die Parteien folgende Rechtsbegehren:

Rechtsbegehren Y.2_____:

„1. Scheidungspunkt

Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Kinderbelange

2.1. Die Töchter Y.3_____ und Y.1_____ seien unter die alleinige elter-
liche Sorge und Obhut des Klägers zu stellen.

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2.2. Der Beklagten sei das Recht einzuräumen, ihre Töchter Y.3_____ 
und Y.1_____ für zwei Wochenenden pro Monat zu sich auf Be-
such zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihnen zu ver-
bringen.

2.3. Die Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Töchter 
Y.3_____ und Y.1_____ einen monatlichen pränumerando je auf 
den ersten eines jeden Monats zu leistenden Beitrag von je Fr. 
800.00 zuzüglich vertraglicher und gesetzlicher Kinderzulagen zu 
bezahlen.

3. Nachehelicher Unterhalt

Die in der Teilehescheidungskonvention vom 12.11.2010 vereinbarte 
Regelung hinsichtlich nachehelicher Unterhalt sei zu genehmigen und 
ins Dispositiv des Scheidungsurteils aufzunehmen.

4. Güterrecht

Die in der Teilehescheidungskonvention vom 14.02.2012 vereinbarte 
Regelung hinsichtlich Güterrecht sei zu genehmigen und ins Dispositiv 
des Scheidungsurteils aufzunehmen.

5. BVG-Guthaben

Die in der Teilehescheidungskonvention vom 12.11.2010 vereinbarte 
Regelung hinsichtlich BVG-Guthaben sei zu genehmigen und ins Dis-
positiv des Scheidungsurteils aufzunehmen.

6. Kostenfolge

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwert-
steuer zu Lasten der Beklagten.”

Rechtsbegehren X._____:

„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Das Sorgerecht für die Kinder Y.3_____, geboren am _____ 1998, und 
Y.1_____, geboren am _____ 2000, sei den Parteien gemeinsam zu 
übertragen.

3. Die Obhut über die Kinder Y.3_____ und Y.1_____ sei dem Kläger zu-
zuweisen.

4. Der Beklagten sei das Recht zuzusprechen, die Kinder Y.3_____ und 
Y.1_____ jedes zweite Wochenende von Freitag 19.00 Uhr bis Sonn-
tag 19.00 Uhr sowie jährlich für drei Wochen Ferien zu sich auf Besuch 
zu nehmen.

5. Das Begehren des Klägers auf Verpflichtung der Beklagten zur Leis-
tung von Kindesunterhaltsbeiträgen sei abzuweisen.

6. Die güterrechtliche Auseinandersetzung habe nach Gesetz zu erfol-
gen, wobei die Teil-Konvention betreffend Güterrecht vom 14. Februar 
2012 gerichtlich zu genehmigen und der Kläger zu verpflichten sei, der 
Beklagten ausstehende Unterhaltsschulden für sie und das Kind 
Y.1_____ von total CHF 68’789.40 nebst 5 % Verzugszins seit dem 1. 
Januar 2013 zu bezahlen.

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7. Die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sei nach 
Gesetz zu vollziehen.

8. Im Übrigen seien die Anträge der Gegenpartei vollumfänglich abzuwei-
sen.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.”

Rechtsbegehren Y.3_____:

„1. Y.3_____, geb. _____ 1998, sei unter die elterliche Obhut des Kinds-
vaters zu stellen;

2. Die elterliche Sorge sei alleine dem Kindsvater zu übertragen;

3. Das Recht auf persönlichen Verkehr (Besuchsrecht) sei gemäss den 
übereinstimmenden Parteianträgen festzusetzen;

4. Dem Kind Y.3_____ seien keine Kosten aufzuerlegen.”

Rechtsbegehren Y.1_____:

„1. Es sei die elterliche Sorge für Y.1_____ dem Vater alleine zuzuweisen.

2. Es sei Y.1_____ unter die Obhut des Vaters zu stellen.

3. Es sei festzustellen, dass Y.1_____ und die Mutter das Recht auf an-
gemessenen persönlichen Verkehr haben, jedoch angesichts des Al-
ters von Y.1_____ auf die Anordnung eines Besuchs- und Ferienrechts 
zu verzichten.

4. Es seien die Kosten der Kindsvertretung den Eltern, eventualiter dem 
Kanton Graubünden, aufzuerlegen.”

C/7. Mit Urteil vom 28. Januar 2015, mitgeteilt am 7. Mai 2015, erkannte das 
Bezirksgericht Albula wie folgt:

„1. Die zwischen Y.2_____ und X._____ am _____ 1988 vor dem Zivil-
standsamt O.1_____ GR geschlossene Ehe wird geschieden.

2. Die gemeinsamen Töchter Y.3_____, geboren am _____ 1998, und 
Y.1_____, geboren am _____ 2000, werden unter die Obhut und die 
alleinige elterliche Sorge von Y.2_____ gestellt.

3.a) X._____ und Y.3_____ sowie Y.1_____ haben gegenseitig Anspruch 
auf angemessenen persönlichen Verkehr. Die Ausübung des Besuchs- 
und Ferienrechts soll in erster Linie in gegenseitiger Absprache mög-
lichst flexibel und unter gebührender Berücksichtigung der Interessen, 
Bedürfnisse und Wünsche aller Familienmitglieder ‒ insbesondere von 
Y.3_____ und Y.1_____ ‒ ausgeübt werden.

b) Im Konfliktfall gilt folgende Minimalregelung: X._____ hat das Recht, 
ihre Töchter Y.3_____ und Y.1_____ an jedem zweiten Wochenende 
von Freitag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, auf eigene Kosten zu 
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen und drei Wochen Ferien pro 
Jahr mit ihnen zu verbringen.

4.a) X._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y.3_____ und 
Y.1_____ einen monatlich im Voraus auf den ersten des Monats zu 
leistenden Unterhaltsbeitrag von je CHF 500.00 (zuzüglich allfälliger 

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gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinder- sowie Ausbildungszulagen) 
zu bezahlen, dies bis zur Mündigkeit. Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt vor-
behalten.

b) Die Unterhaltsbeiträge nach Ziffer 5.a) basieren auf dem Landesindex 
der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende Ja-
nuar 2015 von 98.2 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). 
Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2016, 
nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres anzu-
passen. Die Anpassung des Unterhaltsbeitrags (UB) erfolgt nach fol-
gender Formel:

neuer UB = 500.00 x neuer Index

98.2

Bei negativer Teuerung erfolgt keine Anpassung.

5. Die Vereinbarung, wonach Y.2_____ und X._____ gegenseitig auf 
nachehelichen Unterhalt verzichten, wird gerichtlich genehmigt.

6. Folgende bezüglich der güterrechtlichen Auseinandersetzung zustan-
de gekommene Vereinbarung wird gerichtlich genehmigt:

„Güterrecht:

a) Die Ehefrau anerkennt, dem Ehemann aus Güterrecht CHF 
20’000.00 zu schulden. 

b) Die Ehefrau verkauft im Auftrag beider Parteien die beiden Bilder, 
„Der göttliche Kuss” und „Die Abendsonne”. Sie nimmt Rückspra-
che mit Herrn Y.2_____, sobald die Offerten für die Bilder vorlie-
gen. Der Erlös der beiden im Miteigentum stehenden Bilder steht 
den Parteien je zur Hälfte zu.

c) Darüber hinaus behält jede Partei diejenigen Sachen zu Alleinei-
gentum, welche diese heute besitzen.

d) Allfällige Schulden werden von jener Partei übernommen, welche 
sie verursacht hat.

e) Mit Vollzug der Vereinbarung erklären sich die Parteien güterrecht-
lich als auseinandergesetzt.

Ausstehende Unterhaltszahlungen:

Der Ehemann anerkennt, der Ehefrau per Ende Februar 2012 CHF 
31’000.00 zu schulden.”

7.a) Die Vereinbarung der Parteien bezüglich der beruflichen Vorsorge wird 
gerichtlich genehmigt und die D._____ für Personalvorsorge, _____, 
O.5_____, wird angewiesen, nach Eintritt der Rechtskraft des Schei-
dungsurteils zu Lasten von Y.2_____ (Personalvorsorge-Vertrag 
_____, Police Nr. 5, Y.2_____, geb. _____ 1973) CHF 7’086.85 zu 
Gunsten von X._____ (geb. _____.1965) auf ein von X._____ zu be-
zeichnendes Konto (Freizügigkeitseinrichtung, Bank-/Postkonto) zu 
überweisen.

b) X._____ hat der D._____ für Personalvorsorge mitzuteilen, wohin 
(Freizügigkeitseinrichtung, Bank-/Postkonto) diese den Betrag zu 
überweisen hat.

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8. Im Übrigen werden die Anträge abgewiesen.

9. Die Kosten des Bezirksgerichtes Albula bestehend aus:

Gerichtsgebühren CHF 10’500.00

Kosten Kindesvertreter CHF 4’208.05

insgesamt CHF 14’708.05

gehen je zur Hälfte (CHF 7’354.00) zulasten von Y.2_____ und von 
X._____.

Da Y.2_____ und X._____ je mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen 
Rechtspflege prozessieren, werden die Kosten nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils vorläufig der Gemeinde O.8_____ in Rechnung 
gestellt.

10. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

Die Kosten der Rechtsvertretung werden nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils vorläufig für Y.2_____ und X._____ der Gemeinde 
O.8_____ in Rechnung gestellt.

11. Den Parteivertretern wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des 
vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote betref-
fend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen und ihre 
diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nichteinhaltung der Frist 
wird der Vorsitzende den Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen 
festsetzen.

12. (Rechtsmittelbelehrungen) 

13. (Mitteilung).”

C/8. Gegen diesen Entscheid erklärte X._____ mit Eingabe vom 10. Juni 2015 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK1 15 79). Sie stellt 
folgende Rechtsbegehren:

„1. a)

aa) Die Ziffer 4.a) des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei 
aufzuheben.

bb) Die Ziffer 4.b) des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei 
im Falle der Auferlegung von Unterhaltsbeiträgen aufzuheben und es 
sei eine Anpassung der Unterhaltsbeiträge an die Teuerung prozentual 
und nur soweit vorzusehen, wie das Einkommen der Berufungsklägerin 
prozentual steigt.

b) Eventuell sei die Sache betreffend Kinderunterhalt zu neuem Ent-
scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. a)

aa) Die Ziffer 7. des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei 
aufzuheben, soweit sie der Berufungsklägerin nicht einen höheren 
Vorsorgebeitrag als CHF 7’086.85 zuspricht.

bb) Die vom Berufungsbeklagten seit dem 1. Januar 2011 geäufnete 
Altersvorsorge in der zweiten Säule, basierend auf Einkommen in der 

Seite  13 — 78

Schweiz, und in der L.1_____schen Altersvorsorge, basierend auf Ein-
kommen im Ausland, sei hälftig der Berufungsklägerin zuzusprechen 
und es seien die entsprechenden Altersvorsorgeeinrichtungen anzu-
weisen, die entsprechenden Beträge an die Berufungsklägerin auszu-
richten.

b) Eventuell sei die Sache betreffend Vorsorgeausgleich zu neuem 
Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsbe-
klagten.”

Am 9. Juni 2015 hatte die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren vor Kan-
tonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Be-
stellung eines Rechtsbeistands eingereicht. Diesem Gesuch wurde mit Verfügung 
der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ZK1 15 77) entspro-
chen.

C/9. Am 17. Juli 2015 reichte Y.2_____ seine Berufungsantwort ein. Gleichzeit 
erhob er gegen das vorinstanzliche Urteil Anschlussberufung. Er beantragt, was 
folgt:

„1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Ziffer 4.a) des Entscheids des Bezirksgerichts Albula vom 
28.01./07.05.2015 (Proz. Nr. 115-2012-21) sei aufzuheben und es sei 
die Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte zu verpflich-
ten, an den Unterhalt von Y.3_____ und Y.1_____ einen monatlichen 
pränumerando je auf den Ersten eines jeden Monats zu leistenden Un-
terhaltsbeitrag von je Fr. 680.00 (zuzüglich allfälliger gesetzlicher 
und/oder vertraglicher Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen.

3. Alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% 
Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsklägerin und der Anschluss-
berufungsbeklagten.”

Bereits am 7. Juli 2015 hatte der Berufungsbeklagte für das Verfahren vor Kan-
tonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Be-
stellung eines Rechtsbeistands gestellt. Diesem Gesuch wurde mit Verfügung der 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ZK1 15 90) entspro-
chen.

C/10. Am 21. August 2015 reichte X._____ ihre Anschlussberufungsantwort ein, 
mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Die Anschlussberufung sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % MWSt. auf der 
Anwaltskostenentschädigung zu Lasten des Berufungsbeklagten.

3. An der Berufung mit ihren Rechtsbegehren wird vollumfänglich festge-
halten.”

Seite  14 — 78

C/11. Mit Schreiben vom 5. Januar 2016 erklärte X._____ den Rückzug der Beru-
fung, soweit sich diese gegen die Regelung des Vorsorgeausgleichs richtet. In der 
Folge wurde die Berufung ZK1 15 79 mit Verfügung vom 4. April 2016 insoweit, 
als damit die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 7 des angefochtenen Urteils des Be-
zirksgerichts Albula vom 28. Januar 2015 beantragt wurde, zufolge Rückzugs ab-
geschrieben.

D/1. Am 11. Juni 2012 reichte Y.3_____ dem Bezirksgericht Albula ein Gesuch 
auf Abänderung der vorsorglichen Massnahmen (recte auf Abänderung der Ehe-
schutzmassnahmen) mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

„1. Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Albula vom 11. März 2009, 
mitgeteilt am 13. März 2009 hinsichtlich der Obhut wie folgt abzuän-
dern: Y.3_____, geb. _____ 1998, wird unter die alleinige Obhut des 
Vaters Y.2_____ gestellt.

2. Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Albula vom 11. März 2009, 
mitgeteilt am 13. März 2009 hinsichtlich des persönlichen Verkehrs wie 
folgt abzuändern: Der Mutter X._____ wird das Recht eingeräumt, 
Tochter Y.3_____, geb. _____ 1998, jedes zweite Wochenende von 
Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 19.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich 
auf Besuch zu nehmen. Sie hat ferner das Recht, 2 Wochen Ferien pro 
Jahr mit Tochter Y.3_____ auf eigene Kosten zu verbringen.

3. Es sei die Verfügung des Kantonsgerichts Graubünden vom 07. Mai 
2009, mitgeteilt am 12. Mai 2009 hinsichtlich des Unterhalts aufzuhe-
ben und durch den Präsidenten des Bezirksgerichts Albula nach rich-
terlichem Ermessen anzupassen.

4. Alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ge-
suchsgegner.”

D/2. Y.2_____ beantragte in seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2012, was folgt:

„1. Obhut über die Tochter Y.3_____

Es sei Ziffer 1 des Rechtsbegehrens der Prozesseingabe von 
Y.3_____ vom 11.06.2012 gutzuheissen.

2. Besuchs- und Ferienrecht

a. Es sei das mit Eheschutzverfügung des Bezirksgerichts Albula vom 
11./13.03.2009 in Ziff. 1.II. des Dispositivs zu Gunsten von Y.2_____ 
eingeräumte Besuchs- und Ferienrecht gegenüber Y.3_____ aufzuhe-
ben.

b. Es sei Frau X._____ das Recht einzuräumen, Y.3_____ jedes zweite 
Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, zu sich 
auf Besuch zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihr zu ver-
bringen.

c. Eventualiter sei Frau X._____ das Recht einzuräumen, Y.3_____ jedes 
zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, 
zu sich auf Besuch zu nehmen sowie zwei Wochen Ferien pro Jahr mit 
ihr zu verbringen.

Seite  15 — 78

3. Kinderunterhalt

a. In Abänderung von Ziff. 2. des Dispositivs der Verfügung des Kantons-
gerichts von Graubünden vom 07./12.05.2009 sei die Unterhaltspflicht 
von Y.2_____ betreffend seiner Tochter Y.3_____ in der Höhe von Fr. 
700.00 zuzüglich Kinderzulagen aufzuheben.

b. Im Übrigen sei Ziff. 3 des Rechtsbegehrens der Prozesseingabe von 
Y.3_____ vom 11.06.2012 gutzuheissen.

4. Kosten- und Entschädigungsfolge

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Frau 
X._____ zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer.”

D/3. X._____ liess in ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2012 ausführen, dass im 
vorliegenden Fall die Frage zentral sei, ob der Wunsch von Y.3_____ objektiv be-
trachtet in ihrem Wohl stehe. Sie beantragte, im Hinblick auf die bevorstehende 
Verhandlung einen schriftlichen Bericht des Schulpsychologen einzuholen. Am 27. 
Juni 2012 führte der Bezirksgerichtspräsident Albula mit Jakob Müller, Schul- und 
Erziehungsberatung Thusis, ein Telefongespräch, worüber er eine Aktennotiz an-
fertigte.

D/4. Die Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksge-
richt Albula fand am 29. Juni 2012 statt. Die Mutter beantragte bei dieser Gele-
genheit, das Gesuch von Y.3_____ kostenfällig abzuweisen. Mit Entscheid vom 
29. Juni 2012, mitgeteilt am 21. Februar 2013, erkannte der Einzelrichter wie folgt:

„1. Das Gesuch von Y.3_____ vom 11. Juni 2012 wird gutgeheissen und 
Y.3_____, geboren am _____ 1998, wird in Abänderung von Ziffer 1 II 
in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung vom 11. März 
2009 des Bezirksgerichts Albula (Proz. Nr. 130-2008-30) ab 1. Juli 
2012 und für die Dauer der Trennung unter die Obhut des Vaters ge-
stellt. 

2. In Abänderung von Ziffer 1 II in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs 
der Verfügung (Proz. Nr. 130-2008-30) wird das darin verankerte Be-
suchs- und Ferienrecht zu Gunsten von Y.2_____ gegenüber 
Y.3_____ aufgehoben. 

3. In Abänderung von Ziffer 1 II in Verbindung mit Ziff. 4 des Dispositivs 
der Verfügung (Proz. Nr. 130-2008-30) erhält X._____ im Sinne einer 
Minimalregelung das Recht, Y.3_____ jedes zweite Wochenende von 
Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, auf ihre eigenen Kosten zu 
sich auf Besuch zu nehmen und mit Y.3_____ vier Wochen Ferien pro 
Jahr zu verbringen, solange Y.3_____ noch zur Volksschule geht. 

4. Y.2_____ hat ab dem 1. Juli 2012 – Zeitpunkt des Übergangs der Ob-
hut über Y.3_____ – keine Unterhaltsbeiträge für Y.3_____ an 
X._____ mehr zu bezahlen. X._____ hat ab dem 1. Juli 2012 für die 
Dauer der Trennung für die Tochter Y.3_____ einen monatlichen, mo-
natlich im Voraus zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von CHF 600.00 

Seite  16 — 78

zuzüglich allenfalls von ihr bezogene Kinderzulagen an Y.2_____ zu 
bezahlen.

5. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2’500.00 gehen zu Lasten 
von X._____ und sind innert 30 Tagen mit beigelegtem Einzahlungs-
schein dem Bezirksgericht Albula zu bezahlen. 

6. X._____ hat Y.3_____ für ihre Vertretung in diesem Verfahren mit ei-
ner Umtriebsentschädigung von CHF 400.00 zu entschädigen. Sie hat 
zudem ihrem Ehemann, Y.2_____, eine reduzierte Parteientschädi-
gung von CHF 2’000.00 inkl. MWSt und Spesen zu bezahlen. 

7. (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid) 

8. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid) 

9. (Mitteilung).”

Seit Ende Juni 2012 lebt Y.3_____ beim Vater in O.4_____.

D/5. Gegen diesen Entscheid liess X._____ am 4. März 2013 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erheben. Mit Urteil vom 26. August 2013, mitge-
teilt am 2. September 2013 (ZK1 13 29), bestätigte das Kantonsgericht den ange-
fochtenen Entscheid hinsichtlich der Regelung der Obhutszuteilung sowie des Be-
suchs- und Ferienrechts. Was den Unterhalt angeht, erachtete das Gericht den 
Sachverhalt als nicht ausreichend abgeklärt, was die finanziellen Verhältnisse bei-
der Ehegatten betrifft. Es wies die Sache daher zwecks Einholung der erforderli-
chen Unterlagen und anschliessender neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurück.

D/6. Mit Entscheid vom 28. Januar 2015, mitgeteilt am 7. Mai 2015, erkannte der 
Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Albula wie folgt:

„1. X._____ wird verpflichtet, mit Wirkung ab dem 1. Juli 2012 und für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens an den Unterhalt von Y.3_____, ge-
boren am _____ 1998, einen monatlich im Voraus je auf den ersten 
des Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag von CHF 500.00 (zuzüg-
lich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinder- sowie Ausbil-
dungszulagen) zu bezahlen. Allfällige bereits geleistete Unterhaltsbei-
träge sind anzurechnen.

2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 3’900.00 (Entscheidgebühr CHF 
3’500.00, Kosten der Vertretung des Kindes CHF 400.00) gehen im 
Umfang von je CHF 1’950.00 zu Lasten von Y.2_____ und von 
X._____.

b) Einen Anteil der Gerichtskosten in Höhe von CHF 1’450.00 hat 
X._____ dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungs-
schein zu bezahlen. Im Umfang von CHF 500.00 gehen die von ihr zu 
tragenden Gerichtskosten ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu 
Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse 
genommen.

Seite  17 — 78

c) Da Y.2_____ mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege 
prozessiert, werden die ihm überbundenen Gerichtskosten nach Eintritt 
der Rechtskraft des Urteils vorläufig der Gemeinde O.8_____ in Rech-
nung gestellt.

3. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen. Der unentgelt-
liche Rechtsbeistand von Y.2_____, Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto 
Bühler, wird ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten des Kan-
tons Graubünden mit CHF 2’000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

4. (Rechtsmittelbelehrungen)

5. (Mitteilung)”

D/7. Gegen diesen Entscheid erklärte X._____ mit Eingabe vom 21. Mai 2015 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK1 15 70). Sie stellt 
folgende Rechtsbegehren:

„1. Ziffer 1. des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei aufzuhe-
ben, eventuell zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der beiden Beru-
fungsbeklagten.

3. Verfahrensantrag: Der Berufung sei bis zum Vorliegen eines rechts-
kräftigen Entscheids über die Unterhaltspflicht der Berufungsklägerin 
gegenüber der Tochter Y.3_____ aufschiebende Wirkung zuzuerken-
nen.”

Ebenfalls am 21. Mai 2015 reichte die Berufungsklägerin für das Berufungsverfah-
ren vor Kantonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und Bestellung eines Rechtsbeistands ein. Diesem Gesuch wurde mit Ver-
fügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ZK1 15 71) 
entsprochen.

D/8. Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Mai 2015 wurde der Berufung 
einstweilen die aufschiebende Wirkung erteilt.

D/9. Y.2_____ beantragt in seiner Berufungsantwort vom 8. Juni 2015, was folgt:

„1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beru-
fungsklägerin für das Berufungsverfahren.”

Bereits am 4. Juni 2015 hatte der Berufungsbeklagte für das Berufungsverfahren 
vor Kantonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
und Bestellung eines Rechtsbeistands gestellt. Diesem Gesuch wurde mit Verfü-
gung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ZK1 15 73) 
entsprochen.

Seite  18 — 78

E/1. Am 30. Januar 2014 stellte Y.1_____ dem Bezirksgericht Albula das fol-
gende Gesuch auf Abänderung der Eheschutzverfügung vom 11. März 2009: 

„1. Es sei Ziff. 2 der Eheschutzverfügung aufzuheben und Y.1_____, geb. 
_____2000, für die Dauer des Verfahrens unter die Obhut des Vaters 
zu stellen.

2. Es sei der Mutter ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen.

3. Die Mutter sei unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB 
zu verpflichten, Y.1_____ nach Ausübung des Besuchsrechts an den 
Wohn-ort des Vaters in L.1_____ zurückzubringen.

4. Die Mutter sei zu verpflichten, Y.1_____ oder einer von ihr bezeichne-
ten Drittperson die persönlichen Gegenstände von Y.1_____, insbe-
sondere Kleider, Sportutensilien, Erinnerungen, etc. auszuhändigen.

5. Es sei die Obhutsumteilung gemäss Ziff. 1 und die Herausgabepflicht 
gemäss Ziff. 4 superprovisorisch, d.h. ohne vorherige Anhörung der El-
tern anzuordnen.

6. Es seien die Kosten der Kindsvertretung den Eltern, eventualiter dem 
Kanton Graubünden, aufzuerlegen.”

E/2. Mit Entscheid vom 4. Februar 2014 hiess der Einzelrichter in Zivilsachen 
am Bezirksgericht Albula das Gesuch auf Erlass einer superprovisorischen Mass-
nahme gut, stellte Y.1_____ für die Dauer des Scheidungsverfahrens mit soforti-
ger Wirkung unter die Obhut des Vaters und verpflichtete die Mutter, Y.1_____ 
oder einer von ihr bezeichneten Drittperson die persönlichen Gegenstände aus-
zuhändigen. Am 12. Februar 2014 wurde Y.1_____ durch eine Fachperson an-
gehört, wobei sie ihren Wunsch, beim Vater und dessen Familie in L.1_____ zu 
leben, bestätigte.

E/3. X._____ stellte in ihrer Stellungnahme vom 17. März 2014 folgende Anträ-
ge:

„1. Das Gesuch von Y.1_____ vom 30. Januar 2014 sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Verfahrensantrag:

3. Es sei eine erneute Kindesanhörung von Y.1_____ unter Beizug eines 
Kinderpsychologen/Kinderpsychologin durchzuführen.

4. Die Parteien seien zu einem Mediationsversuch aufzufordern.”

E/4. Y.2_____ beantragte in seiner Stellungnahme vom 17. März 2014, was 
folgt:

„1. Obhut über die Tochter Y.1_____

In Abänderung von Ziffer 1./II. des Dispositivs der Eheschutzverfügung 
des Bezirksgerichts Albula vom 11.03.2009 sei die Tochter Y.1_____ 

Seite  19 — 78

für die Dauer der Trennung unter die Obhut des Gesuchsgegners zu 
stellen.

2. Besuchs- und Ferienrecht

2.1. In Abänderung von Ziffer 1./II. des Dispositivs der Eheschutzverfü-
gung des Bezirksgerichts Albula vom 11.03.2009 sei das zu Guns-
ten des Gesuchsgegners eingeräumte Besuchs- und Ferienrecht 
gegenüber Y.1_____ aufzuheben.

2.2. In Abänderung von Ziffer 1./II. des Dispositivs der Eheschutzverfü-
gung des Bezirksgerichts Albula vom 11.03.2009 sei der Ge-
suchsgegnerin das Recht einzuräumen, die Tochter Y.1_____ je-
des zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 
19.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen und 
vier Wochen Ferien pro Jahr mit ihr zu verbringen.

2.3. Die Gesuchsgegnerin sei unter der Strafandrohung von Art. 292 
StGB zu verpflichten, die Tochter Y.1_____ nach Ausübung des 
Besuchsrechts wieder zum Gesuchsgegner nach L.1_____ zu 
bringen.

3. Kinderunterhalt

3.1. In Abänderung von Ziff. 2. des Dispositivs der Verfügung des Kan-
tonsgerichts von Graubünden vom 07./12.05.2009 sei die Unter-
haltspflicht von Y.2_____ betreffend die Tochter Y.1_____ in der 
Höhe von monatlich Fr. 700.00 zuzüglich Kinderzulagen aufzuhe-
ben.

3.2. In Abänderung von Ziff. 2. des Dispositivs der Verfügung des Kan-
tonsgerichts von Graubünden vom 07./12.05.2009 sei die Ge-
suchsgegnerin zu verpflichten, an den Unterhalt von Y.1_____ ei-
nen monatlichen pränumerando je auf den Ersten eines Monats zu 
leistenden Beitrag von Fr. 1’000.00 zu bezahlen.

4. Kosten- und Entschädigungsfolge

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8.0% Mehr-
wertsteuer zu Lasten der Gesuchsgegnerin.”

E/5. In ihren Stellungnahmen vom 31. März 2014 liessen sowohl Y.2_____ als 
auch Y.1_____ die Abweisung der von X._____ gestellten Verfahrensanträge be-
antragen. Ausserdem beantragte Letztgenannte am 30. April 2014 die Abweisung 
der von Y.2_____ am 17. März 2014 gestellten Anträge. Auf die Durchführung 
einer Hauptverhandlung wurde verzichtet.

E/6. Mit Entscheid vom 12. November 2014, mitgeteilt am 10. Dezember 2014, 
erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Albula, wie folgt:

„1. Y.1_____, geboren am _____ 2000, wird in Abänderung von Ziffer 1.II. 
in Verbindung mit Ziffer 4. des Dispositivs der Verfügung des Bezirks-
gerichtspräsidenten Albula vom 11. März 2009 (Proz. Nr. 130-2008-30) 
mit Wirkung ab dem 4. Februar 2014 und für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens unter die Obhut des Vaters Y.2_____ gestellt.

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2.a) In Abänderung von Ziffer 1.II. in Verbindung mit Ziffer 4. des Disposi-
tivs der Verfügung vom 11. März 2009 (Proz. Nr. 130-2008-30) wird 
das Y.2_____ zugunsten von Y.1_____ eingeräumte Besuchs- und Fe-
rienrecht aufgehoben.

b) X._____ wird im Sinne einer Minimalregelung das Recht eingeräumt, 
ihre Tochter Y.1_____ jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 
Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, auf ihre eigenen Kosten zu sich auf Be-
such zu nehmen und mit Y.1_____ vier Wochen Ferien pro Jahr zu 
verbringen, solange diese noch zur Volksschule geht.

c) X._____ wird unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB, wo-
nach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde 
oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung 
dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, dazu 
verpflichtet, Y.1_____ jeweils am Wohnort des Vaters in L.1_____ ab-
zuholen und nach Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts an den-
selben zurückzubringen.

3.a) In Abänderung von Ziffer 2. des Dispositivs der Verfügung des Einzel-
richters am Kantonsgericht von Graubünden vom 7. Mai 2009 hat 
Y.2_____ ab Februar 2014 keine Unterhaltsbeiträge für Y.1_____ 
mehr zu bezahlen.

b) X._____ wird verpflichtet, ab dem Monat Februar 2014 und für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens für die Tochter Y.1_____ einen mo-
natlichen und monatlich auf den Monatsersten zu entrichtenden Unter-
haltsbeitrag von CHF 600.00 (zuzüglich allenfalls von ihr bezogener 
Kinderzulagen) an Y.2_____ zu bezahlen.

4. Bezüglich des Begehrens auf Herausgabe der persönlichen Ge-
genstände von Y.1_____ wird das Verfahren als erledigt abgeschrie-
ben.

5.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 6’059.70 (Entscheidgebühr CHF 
2’500.00, Kosten der Vertretung des Kindes CHF 3’559.70) werden je 
zur Hälfte (CHF 3’029.85) X._____ und Y.2_____ auferlegt, gehen ‒ 
unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten des Kantons Graubün-
den und werden auf die Gerichtskasse genommen.

b) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von X._____, Rechtsanwalt Dr. iur. 
Hans-Martin Allemann, wird ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu 
Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 3’294.00 (inkl. Barauslagen 
und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskas-
se bezahlt.

c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von Y.2_____, Rechtsanwalt lic. iur. 
Gian Reto Bühler, wird ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten 
des Kantons Graubünden mit CHF 3’572.50 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse 
bezahlt.

6. (Rechtsmittelbelehrungen)

7. (Mitteilung)”

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E/7. Gegen diesen Entscheid erklärte X._____ mit Eingabe vom 22. Dezember 
2014 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK1 14 152). 
Sie stellt folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Ziffern 2.c) und 3.b) des Dispositivs des angefochtenen Entscheids 
seien aufzuheben, eventuell zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der beiden Beru-
fungsbeklagten.

3. Verfahrensanträge:

a) Der Berufung sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, und es sei 
die Vollstreckung der in den Ziffern 2.c) und 3.b) des Dispositivs des 
angefochtenen Entscheids angefochtenen vorsorglichen Massnahmen 
aufzuschieben.

b) Sollte das vorliegende Rechtsmittel nicht als Berufung zugelassen 
werden, sei es als Beschwerde gemäss Art. 319 lit. a. ZPO entgegen-
zunehmen und zu behandeln.”

Ebenfalls am 22. Dezember 2014 reichte die Berufungsklägerin für das Beru-
fungsverfahren vor Kantonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Bestellung eines Rechtsbeistands ein. Diesem Gesuch wurde 
mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ERZ 
14 428) entsprochen.

E/8. Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Januar 2015 wurde der Berufung 
einstweilen aufschiebende Wirkung zuerkannt. 

E/9. Die Kindsvertreterin von Y.1_____ nahm mit Eingabe vom 15. Januar 2015 
zur Berufung Stellung. Dabei beschränkte sie ihre Eingabe unter Hinweis auf Art. 
300 ZPO auf die Frage der seitens der Vorinstanz mit der Ausübung des Besuchs- 
und Ferienrechts verbundenen Strafandrohung. Sie verzichtete darauf, die Abwei-
sung der Berufung zu beantragen.

E/10. Y.2_____ beantragt in seiner Berufungsantwort vom 16. Januar 2015, was 
folgt:

„1. Die Berufung vom 22.12.2014 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beru-
fungsklägerin für das Berufungsverfahren.”

Ebenfalls am 16. Januar 2015 stellte der Berufungsbeklagte für das Berufungsver-
fahren vor Kantonsgericht ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und Bestellung eines Rechtsbeistands. Diesem Gesuch wurde mit Verfü-

Seite  22 — 78

gung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 7. September 2015 (ERZ 15 16) 
entsprochen.

E/11. Die Vorsitzende der I. Zivilkammer wies die Parteien mit Schreiben vom 20. 
Januar 2015 darauf hin, dass weder ein weiterer Schriftenwechsel noch eine 
mündliche Verhandlung vorgesehen sei. Sie räumte ihnen jedoch Gelegenheit ein, 
zu den mit der Berufungsantwort von Y.2_____ eingereichten Noven Stellung zu 
nehmen, wovon X._____ am 2. Februar 2015 Gebrauch machte. 

F/1. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. September 2015 vereinigte die Vor-
sitzende der I. Zivilkammer die Verfahren ZK1 14 152, ZK1 15 70 und ZK1 15 79 
und ordnete die Durchführung einer Instruktionsverhandlung an. Sodann verfügte 
sie, dass die in den Verfahren ZK1 14 152 und ZK1 15 70 einstweilen gewährte 
aufschiebende Wirkung vorläufig bestehen bleibe. Mit Verfügung vom 10. Sep-
tember 2015 wurde die Instruktionsverhandlung auf den 4. November 2015 ange-
setzt. Ausserdem wurden die Parteien zur Edition verschiedener Unterlagen auf-
gefordert.

F/2. An der Instruktionsverhandlung vom 4. November 2015 nahmen beide Par-
teien sowie ihre Rechtsvertreter teil. Letztere erhielten zunächst Gelegenheit, zu 
den zuvor eingereichten Unterlagen Stellung zu nehmen. Danach wurden die Par-
teien im Sinne von Art. 56 ZPO richterlich befragt. Schliesslich stand im Rahmen 
des letzten Teils der Versuch einer Einigung zwischen den Parteien im Zentrum. 
Eine solche konnte in der Folge nicht erzielt werden, doch führten die Parteien im 
Nachgang zur Instruktionsverhandlung weitere Vergleichsverhandlungen. Am 2. 
Dezember 2015 erklärte Y.2_____, dass er an einem Vergleichsabschluss nicht 
mehr interessiert sei und den vorgeschlagenen gerichtlichen Vergleich nicht unter-
zeichnen werde.

F/3. In ihrer Verfügung vom 4. April 2016 hielt die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
unter anderem fest, dass in den drei Berufungen in Anbetracht dessen, dass die 
Parteien bereits an der Instruktionsverhandlung zu ihren finanziellen Verhältnissen 
persönlich befragt worden seien, keine mündliche Verhandlung mehr erforderlich 
scheine und somit ein Entscheid aufgrund der Akten ‒ unter Einschluss der Akten 
der Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege ‒ ergehen werde. 

Auf die Begründung der Parteianträge in den Rechtsschriften, die Erwägungen in 
den angefochtenen Entscheiden sowie die anlässlich der Instruktionsverhandlung 
vorgebrachten Äusserungen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.

Seite  23 — 78

II. Erwägungen

1a/aa. Im Verfahren ZK1 15 79 ficht X._____ den Entscheid des Bezirksgerichts 
Albula (ab 1. Januar 2017 Regionalgericht Albula) betreffend Ehescheidung und 
Nebenfolgen an. Es handelt sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, gegen 
welchen nach Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO 
erhoben werden kann.

a/bb. Nach Art. 311 ZPO ist die Berufung innert 30 Tagen seit Zustellung des be-
gründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der 
Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene 
Entscheid ist beizulegen. Das angefochtene Urteil des Bezirksgericht Albula vom 
28. Januar 2015 wurde den Parteien am 7. Mai 2015 mitgeteilt und ging der Beru-
fungsklägerin am 11. Mai 2015 zu. Die dagegen am 10. Juni 2015 erhobene Beru-
fung erfolgte fristgerecht und erweist sich überdies den an sie gestellten Former-
fordernissen entsprechend.

a/cc. Das Ehescheidungsurteil des Bezirksgerichts Albula vom 28. Januar 2015 
blieb hinsichtlich des Scheidungspunkts, der Zuteilung der elterlichen Sorge und 
des Besuchsrechts unangefochten. Ebenfalls nicht angefochten wurde das Urteil 
bezüglich der gerichtlichen Genehmigung des durch Teilkonvention vom 12. No-
vember 2010 vereinbarten gegenseitigen Verzichts auf nachehelichen Unterhalt 
und der an der Referentenaudienz vom 14. Februar 2012 getroffenen Vereinba-
rung über die güterrechtliche Auseinandersetzung. Insoweit ist das Scheidungsur-
teil in Rechtskraft erwachsen. Nachdem X._____ am 5. Januar 2016 überdies die 
Berufung hinsichtlich des Vorsorgeausgleichs zurückgezogen hat, ist im Beru-
fungsverfahren ZK1 15 79 lediglich noch die Unterhaltspflicht der Berufungskläge-
rin gegenüber ihren beiden Töchtern streitig. Damit liegt eine rein vermögensrecht-
liche Angelegenheit vor (vgl. BGE 116 II 493). In vermögensrechtlichen Angele-
genheiten ist eine Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht-
erhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10’000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 
ZPO). Massgebend ist dabei nicht der Streitwert, welcher sich anhand der Beru-
fungsanträge der Parteien und dem vorinstanzlichen Entscheid errechnet. Abzu-
stellen ist vielmehr auf den Betrag, welcher nach den Begehren der Parteien bei 
Erlass des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war (Urteil des Kantonsgerichts 
ZK1 11 18 vom 12. August 2011 E. 1; Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Ba-
sel 2017, N 9 zu Art. 308 ZPO; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

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prozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 39 f. zu Art. 308 ZPO). Bei un-
gewisser oder unbeschränkter Dauer einer Leistung ist zur Ermittlung des Streit-
werts auf den zwanzigfachen Betrag der einjährigen Leistung abzustellen (Art. 92 
Abs. 2 ZPO).

Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula am 28. Januar 
2015 verlangte Y.2_____, dass X._____ an den Unterhalt der Töchter einen mo-
natlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 800.-- zuzüglich Kinderzulagen zu leisten 
habe. Die Mutter beantragte die Abweisung des Unterhaltsbegehrens. Zu dem 
nach Art. 308 Abs. 2 ZPO massgeblichen Zeitpunkt lag somit eine monatlich wie-
derkehrende Summe in Höhe von Fr. 1’600.-- bis zur Mündigkeit von Y.3_____ am 
_____ 2016 und danach von Fr. 800.-- bis zur Mündigkeit von Y.1_____ am _____ 
2018 im Streit. Damit ist im Verfahren ZK1 15 79 ohne weiteres von einem Streit-
wert von über Fr. 10’000.-- auszugehen und die Streitwertgrenze nach Art. 308 
Abs. 2 ZPO erreicht. Auf die wie erwähnt frist- und formgerecht eingereichte Beru-
fung vom 10. Juni 2015 ist somit einzutreten.

a/dd. Die Rechtsmittelinstanz stellt die Berufung der Gegenpartei zur schriftlichen 
Stellungnahme zu (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Gemäss Art. 313 Abs. 1 ZPO kann die 
Gegenpartei in der Berufungsantwort Anschlussberufung erheben. Die perempto-
rische Frist für die Berufungsantwort und die Anschlussberufung beträgt 30 Tage 
(Art. 312 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 313 Abs. 1 ZPO). Vorliegend wurde 
dem Berufungsbeklagten die Aufforderung des Kantonsgerichts von Graubünden 
zur Berufungsantwort am 17. Juni 2015 zugestellt. Sie ging ihm am 18. Juni 2015 
zu. Mit Eingabe der Berufungsantwort und Anschlussberufung am 17. Juli 2015 
wurde die erwähnte 30-tägige Frist mithin gewahrt, weshalb auf die im Übrigen 
formgerechte Anschlussberufung ebenfalls einzutreten ist.

a/ee. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Berufung sowie der Anschlussberufung ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 
320.100). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer 
(Art. 6 lit. a der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 
173.100]).

b/aa. Gegen Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen im Eheschei-
dungsverfahren, die vom Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht (ab 1. Ja-
nuar 2017 vom Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht) im summarischen 

Seite  25 — 78

Verfahren getroffen werden (vgl. Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO und 
Art. 4 Abs. 1 lit. a EGzZPO), kann ebenfalls Berufung im Sinne von Art. 308 ff. 
ZPO an das Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden (Art. 308 Abs. 1 lit. 
b ZPO, Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). Die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen 
auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches liegt gestützt auf Art. 6 lit. a KGV wie 
bereits dargelegt bei der I. Zivilkammer. Die Berufung ist innert zehn Tagen seit 
Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung 
der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen, wobei der ange-
fochtene Entscheid beizulegen ist (Art. 311 ZPO i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO).

Der im Verfahren ZK1 14 152 angefochtene Entscheid des Einzelrichters in Zivil-
sachen am Bezirksgericht Albula vom 12. November 2014 wurde den Parteien am 
10. Dezember 2014 mitgeteilt und ging der Berufungsklägerin am 16. Dezember 
2014 zu. Die dagegen am 22. Dezember 2014 erhobene Berufung erfolgte fristge-
recht und erweist sich überdies den an sie gestellten Formerfordernissen entspre-
chend. Der im Verfahren ZK1 15 70 angefochtene Entscheid des Einzelrichters in 
Zivilsachen am Bezirksgericht Albula vom 28. Januar 2015 wurde den Parteien am 
7. Mai 2015 mitgeteilt und ging der Berufungsklägerin am 11. Mai 2015 zu. Die 
dagegen am 21. Mai 2015 erhobene Berufung ist ebenfalls als fristgerecht und als 
den an sie gestellten Formerfordernissen entsprechend zu qualifizieren.

b/bb. In Bezug auf den Gegenstand des Verfahrens ZK1 14 152 ist zu beachten, 
dass im Scheidungsurteil davon abgesehen wurde, die Ausübung des Besuchs-
rechts der Mutter für Y.1_____ mit der Androhung der Straffolgen von Art. 292 
StGB zu verbinden. Das Gericht hielt fest, dass eine derartige Anordnung nach 
erfolgter Zuteilung des Sorgerechts und der Obhut an den Vater nicht mehr not-
wendig sei (E. 3c/bb, S. 23 f., des Urteils vom 28. Januar 2015). Durch das in die-
sem Punkt rechtskräftige Scheidungsurteil wurde die vorsorgliche Regelung des 
Besuchsrechts einschliesslich der damit verbundenen Strafandrohung von Art. 
292 StGB abgelöst und konnte ab diesem Zeitpunkt keine Wirkung mehr entfalten. 
Die Strafandrohung konnte überdies als Folge davon, dass der Berufung auf-
schiebende Wirkung zuerkannt worden war, auch bis zur Rechtskraft des Schei-
dungsurteils nicht zum Tragen kommen. In diesem Sinn ist die Berufung ZK1 14 
152, soweit sie sich gegen die Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB rich-
tet, gegenstandslos geworden und infolgedessen abzuschreiben. 

Dies ändert allerdings nicht daran, dass die Berufung im Zeitpunkt ihrer Erhebung 
auch einen nicht vermögensrechtlichen Punkt betraf, so dass das Streitwerterfor-
dernis von Art. 308 Abs. 2 ZPO entfiel. Letzteres wäre im Übrigen ohne weiteres 

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erfüllt, da Art. 92 Abs. 2 ZPO, wonach bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer 
einer Leistung zur Ermittlung des Streitwerts auf den zwanzigfachen Betrag der 
einjährigen Leistung abzustellen ist, auch bei vorsorglichen Massnahmen für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens Anwendung findet, wenngleich ein Scheidungs-
verfahren praktisch so gut wie nie derart lange dauern dürfte (Urteil des Kantons-
gerichts ZK1 13 104 vom 2. September 2014 E. 1b m.w.H.; Urteil des Bundesge-
richts 5A_790/2008 vom 16. Januar 2009 E.1.1, wo die praktisch identische Rege-
lung von Art. 51 Abs. 4 BGG bei vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des 
Scheidungsverfahrens für anwendbar erklärt wurde; vgl. auch Marcel Leuenber-
ger, in: Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Auflage, 
Bern 2017, N 22 Anh. ZPO Art. 276). Im Verfahren ZK1 14 152 verlangte der Va-
ter in seiner Stellungnahme vom 17. März 2014, dass die Mutter an die Tochter 
Y.1_____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1’000.-- zu leisten habe. 
Die Ehefrau beantragte am 30. April 2014 die Abweisung dieser Anträge. Zu dem 
nach Art. 308 Abs. 2 ZPO massgeblichen Zeitpunkt lag somit eine monatlich wie-
derkehrende Summe in Höhe von Fr. 1’000.-- im Streit, und zwar für die Dauer 
von anfangs Februar 2014 ‒ dem Zeitpunkt des Obhutswechsels von Y.1_____ ‒ 
bis zum rechtskräftigen Entscheid über den nach der Scheidung geschuldeten 
Kindesunterhalt. Mit Blick auf die unbestimmte Dauer des Hauptverfahrens war 
der erforderliche Streitwert von Fr. 10'000.-- daher offensichtlich erfüllt. Auf die wie 
erwähnt frist- und formgerecht eingereichte Berufung vom 22. Dezember 2014 ist 
folglich einzutreten, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. 

Im Verfahren ZK1 15 70 verzichteten die Parteien vor der Vorinstanz darauf, bezif-
ferten Anträge zum vorsorglichen Unterhalt für Y.3_____ zu stellen. Allerdings hat-
te X._____ bereits mit ihrer Berufung gegen den ersten Massnahmeentscheid 
(ZK1 13 29) die ersatzlose Aufhebung ihrer Verpflichtung zu Unterhaltsbeiträgen 
für Y.3_____, die damals auf Fr. 600.-- pro Monat festgelegt worden waren, bean-
tragt und in der Folge auch im Hauptverfahren Antrag auf Abweisung des nun-
mehr auf Fr. 800.-- bezifferten Unterhaltsbegehrens von Y.2_____ gestellt. Im an-
gefochtenen Entscheid, der am selben Tag wie das Scheidungsurteil gefällt wur-
de, ging sodann auch der Vorderrichter davon aus, dass X._____ eine Verpflich-
tung zur Leistung vorsorglicher Unterhaltsbeiträge ablehnte. Angesichts des Um-
stands, dass das Verfahren bereits im Juni 2012 eingeleitet und mit dem ange-
fochtenen Entscheid schliesslich ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 500.-- 
festgelegt wurde, war die Streitwertgrenze von Fr. 10'000.-- folglich auch in die-
sem Verfahren erreicht, so dass auf die wie dargelegt frist- und formgerecht einge-
reichte Berufung vom 21. Mai 2015 ebenfalls einzutreten ist. 

Seite  27 — 78

b/cc. Was das Beweismass betrifft, so genügt in Massnahmeverfahren hinsicht-
lich der behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftmachen (Urteil des Bundes-
gerichts 5A_1003/2014 vom 26. Mai 2015 E. 3; Thomas Sutter-Somm/Yannick 
Sean Hostettler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 12 zu 
Art. 271 ZPO; Marcel Leuenberger, a.a.O., N 21 Anh. ZPO Art. 276). Es braucht 
somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein dieser Tatsa-
chen herbeigeführt zu werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahr-
scheinlichkeit dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rech-
net, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnten. Demnach darf das Gericht we-
der blosse Behauptungen genügen lassen noch einen stichhaltigen Beweis ver-
langen (BGE 130 III 321 E. 3.3, BGE 120 II 393 E. 4c).

c. Sind in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange strittig, gilt der 
Untersuchungs- und Offizialgrundsatz: Das Gericht erforscht den Sachverhalt von 
Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Art. 296 Abs. 1 
und 3 ZPO). Die Untersuchungsmaxime verpflichtet das Gericht, von sich aus alle 
Elemente in Betracht zu ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig 
von den Anträgen der Parteien Beweise zu erheben. Diese Pflicht ist indes nicht 
ohne Grenzen und entbindet die Parteien nicht von einer aktiven Mitwirkung im 
Verfahren, indem sie Hinweise zum Sachverhalt machen oder Beweise bezeich-
nen (BGE 128 III 411 E. 3.2; Rolf Vetterli, in: Schwenzer [Hrsg.], FamKomm 
Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Auflage, Bern 2017, N 4 f. Anh. ZPO Art. 272). 
Die Untersuchungs- und Offizialmaxime gelangt in allen familienrechtlichen Ver-
fahren, in allen Verfahrensstadien und vor allen kantonalen Instanzen, mithin auch 
im kantonalen Rechtsmittelverfahren, als allgemeiner Grundsatz zur Anwendung 
(BGE 137 III 617 E. 4.5.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_152/2013 vom 16. Okto-
ber 2013 E. 3.2.1; Jonas Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. 
Auflage, Zürich 2013, N 3 u. N 5 zu Art. 296 ZPO; Beatrice van de Graaf, in: 
Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Auflage, Basel 2014, 
N 1 zu Art. 296 ZPO).

d/aa. Noven werden im Berufungsverfahren unter den Voraussetzungen von Art. 
317 Abs. 1 ZPO zugelassen (BGE 138 III 625 = Pra 2013 Nr. 26). Nach dieser 
Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur 
noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 
lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorge-
bracht werden konnten (317 Abs. 1 lit. b ZPO). Praxisgemäss ist zwischen echten 

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und unechten Noven zu unterscheiden (vgl. hierzu die Legaldefinition in Art. 229 
Abs. 1 ZPO). Echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die (erst) nach dem 
Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden oder 
gefunden worden sind. Sie sind im Berufungsverfahren grundsätzlich immer 
zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht werden. Un-
echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei Ende der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung vorhanden waren. Ihre Zulassung wird im Beru-
fungsverfahren weitergehend insofern eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, 
wenn sie bei Beachtung zumutbarer Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfah-
ren hätten vorgebracht werden können. Die Voraussetzungen der Berücksichti-
gung jedes neuen Vorbringens und jedes neuen Beweismittels hat diejenige Partei 
zu beweisen, welche sich auf das betreffende Novum beruft (vgl. das Urteil des 
Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 5.1; Martin H. Sterchi in: 
Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Band II, Art. 150–352 ZPO, Art. 400–406 ZPO, Bern 2012, N 4 ff. zu Art. 
317 ZPO; Karl Spühler, a.a.O., N 10 zu Art. 317 ZPO).

d/bb. Die Berufungsklägerin reichte im Verfahren ZK1 15 79 am 13. Juli 2015 
(Steuererklärung 2014 vom 6. Juli 2015 [act. B.4]), am 22. Oktober 2015 (Bilanz 
und Erfolgsrechnung sowie Kontoauszüge per Ende September 2015, Schreiben 
an den Berufungsbeklagten vom 22. Juli 2014 [act. B.7‒11]), am 27. Oktober 2015 
(Steuerveranlagungen 2013 vom 26. Januar 2015 [act. B.12]) und am 25. April 
2016 bzw. 3. Mai 2016 (Steuererklärung 2015 vom 18. April 2016 [act. B.13 u. 14]) 
verschiedene Dokumente zu den Akten. Mit Ausnahme des Schreibens der Beru-
fungsklägerin an den Berufungsbeklagten vom 22. Juli 2014, das indes nicht ent-
scheidrelevant ist, handelt sich um echte Noven, sind die fraglichen Dokumente 
doch erst nach dem Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens 
entstanden. Das Vorbringen der Urkunden ist sodann jeweils als unverzüglich zu 
qualifizieren, mit Ausnahme der Steuerveranlagungen 2013, doch kam die Beru-
fungsklägerin damit einer Editionsverpflichtung nach. Die entsprechenden Noven 
erweisen sich nach Art. 317 Abs. 1 ZPO somit als zulässig. Dasselbe gilt, soweit 
die erwähnten Dokumente in den anderen Berufungsverfahren eingereicht wur-
den. Bei den zeitlich früheren Urkundeneinlagen der Berufungsklägerin im Verfah-
ren ZK1 14 152 (act. B.4‒8) handelt es sich ebenfalls um zulässige echte Noven, 
mit Ausnahme der Klageänderung des Berufungsklägers vom 19. Juni 2014 mit 
Beilage (act. B.7), die allerdings bereits einen Bestandteil der Vorakten bildet.

Der Berufungsbeklagte reichte im Verfahren ZK1 15 79 einerseits mit seiner Beru-
fungsantwort bzw. Anschlussberufung vom 17. Juli 2015 (Lohnabrechnungen 

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April/Mai 2015, Exekutionsverfügung vom 9. März 2015 [act. C.4. u. C.5]) und an-
dererseits mit Schreiben vom 1. März 2016 (Heiratsurkunde vom 19. Februar 2016 
[act. C.14]) echte Noven ein, die ebenfalls zuzulassen sind. Dasselbe gilt, soweit 
er die erwähnten Urkunden im Verfahren ZK1 15 70 eingereicht hat. Die im Ver-
fahren ZK1 14 152 eingereichten Urkunden (act. C.4‒6) sind Bestandteile der 
Vorakten im Verfahren ZK1 15 79 und können daher bereits aus diesem Grund 
berücksichtigt werden.

e/aa. Nach Art. 125 lit. c ZPO kann das Gericht zur Vereinfachung des Prozesses 
selbständig eingereichte Klagen vereinigen. Eine Verfahrensvereinigung ist auch 
für Rechtsmittelverfahren möglich. Demnach können von einem Rechtsmittelklä-
ger gegen mehrere Entscheide ergriffene Rechtsmittel in demselben Verfahren 
behandelt werden (Reto M. Jenny/Daniel Jenny, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach 
[Hrsg.], ZPO, Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2015, N 12 zu Art. 125 ZPO; Adrian 
Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 5 zu Art. 
125 ZPO m.w.H.). Die Vereinigung selbständig eingereichter Klagen ‒ bzw. in ca-
su selbständig eingereichter Rechtsmittel ‒ erfolgt im Interesse der Prozessöko-
nomie und der Vermeidung sich widersprechender Urteile. Vorausgesetzt ist ein 
sachlicher Zusammenhang, wovon auszugehen ist, wenn zwischen den einzelnen 
Klagen eine so enge Beziehung gegeben ist, dass eine gemeinsame Entschei-
dung geboten erscheint, um zu vermeiden, dass in getrennten Verfahren wider-
sprechende Entscheidungen ergehen. Die verschiedenen Ansprüche haben auf 
gleichartigen tatsächlichen bzw. rechtlichen Gründen zu beruhen. Überdies muss 
das Gericht für alle Ansprüche sachlich zuständig sein (Reto M. Jenny/Daniel 
Jenny, a.a.O., N 10 zu Art. 125 ZPO; Julia Gschwend, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Auflage, Basel 2017, N 14 f. zu Art. 125 ZPO; Adrian Staehelin, a.a.O., N 
5 zu Art. 125 ZPO).

e/bb. Die Berufungen von X._____ richten sich gegen das Urteil des Bezirksge-
richts Albula betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen sowie gegen zwei Ent-
scheide betreffend vorsorgliche Massnahmen, die der Einzelrichter in Zivilsachen 
am Bezirksgericht Albula im besagten Ehescheidungsverfahren gefällt hat. Die 
Berufungen stehen in engem sachlichem Zusammenhang, ist doch in allen drei 
Verfahren über die Unterhaltspflicht der Berufungsklägerin gegenüber ihren bei-
den Töchtern zu entscheiden und stellt sich folglich in allen Verfahren die Frage 
nach dem Bedarf und der Leistungsfähigkeit von Eltern und Kindern. Unabdingbar 
ist ferner, die an die beiden Töchter zu leistenden Beiträge zu koordinieren. Hinzu 

Seite  30 — 78

tritt der Umstand, dass die Berufungsinstanz die Unterhaltspflicht der Mutter ge-
genüber ihren Töchtern vorliegend ohnehin im Rahmen des Hauptverfahrens mit 
Wirkung ab dem jeweiligen Obhutswechsel regeln darf, liegt doch ‒ nachdem im 
Eheschutzverfahren lediglich die Unterhaltspflicht des Vaters geregelt wurde und 
die Mutter nicht nur das Scheidungsurteil, sondern auch beide Massnahmeent-
scheide angefochten hat ‒ keine rechtskräftige vorsorgliche Regelung der Unter-
haltspflicht der Mutter vor (vgl. BGE 142 III 193 E. 5.3 = Pra 2017 Nr. 18). 
Schliesslich unterliegen wie dargelegt alle drei Berufungen der Beurteilung durch 
die erste Zivilkammer des Kantonsgerichts. Es erscheint daher zweckmässig und 
geboten, die Berufungsverfahren ZK1 14 152, ZK1 15 70 und ZK1 15 79 zu verei-
nigen, was den Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 7. September 2015 
denn auch bereits mitgeteilt worden und in der Folge unbestritten geblieben ist.

f. In Anwendung von Art. 316 Abs. 1 ZPO werden die vorliegenden Berufun-
gen aufgrund der Akten entschieden. Aktenverweise beziehen sich, sofern nicht 
anders vermerkt, auf die Akten des Hauptverfahrens bzw. des Berufungsverfah-
rens ZK1 15 79. Die Berufungsklägerin X._____ wird im Folgenden als Mutter und 
der Berufungsbeklagte Y.2_____ als Vater bezeichnet.

2a. Da vorliegend aufgrund des Wohnsitzes der Töchter in L.1_____ ein inter-
nationaler Sachverhalt vorliegt, ist einleitend zu klären, welches Recht auf die Un-
terhaltsverpflichtung der Mutter Anwendung findet. Die Genannte rügt in der Beru-
fung ZK1 14 152 (Massnahmeverfahren betreffend Unterhalt für Y.1_____), dass 
die Vorinstanz bezüglich des Kindesunterhalts das anwendbare L.1_____sche 
Recht nicht abgeklärt sowie nicht angewendet und damit Art. 16 und Art. 82 f. 
IPRG sowie Art. 4 des Haager Übereinkommens über das auf Unterhaltspflichten 
anwendbare Recht verletzt habe. In ihrem Entscheid vom 12. November 2014 be-
treffend vorsorglichen Unterhalt für Y.1_____ habe die Vorinstanz unter Berufung 
auf Art. 15 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 des Haager Kindesschutzübereinkommens 
(HKsÜ) fälschlicherweise angenommen, dass schweizerisches Recht anwendbar 
sei. Sie habe übersehen, dass Art. 4 lit. e HKsÜ Unterhaltssachen vom Anwen-
dungsbereich ausnehme. Auf die Frage des Kindesunterhalts sei nach Art. 4 des 
Haager Übereinkommens über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht 
das Recht am gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes, mithin L.1_____sches Recht, 
anwendbar. In Anbetracht dessen sei die Vorinstanz ihrer Pflicht zur Feststellung 
und Anwendung des massgeblichen ausländischen Rechts nicht nachgekommen. 
Der Vater führt in seiner Berufungsantwort aus, gestützt auf den Vorbehalt in Art. 
15 des Haager Übereinkommens über das auf Unterhaltssachen anwendbare 

Seite  31 — 78

Recht habe der Vorderrichter bei der Festsetzung des Unterhalts von Y.1_____ zu 
Recht schweizerisches Recht angewendet.

b. Soweit die Rüge der Mutter das auf die Regelung des persönlichen Ver-
kehrs anzuwendende Recht betrifft, braucht darauf infolge Gegenstandslosigkeit 
des entsprechenden Teils der Berufung (vgl. E. 1b/bb) nicht eingegangen zu wer-
den. Was die Unterhaltspflicht anbelangt, hat sich die Vorinstanz zur Bestimmung 
des anwendbaren Rechts gestützt auf den Verweis in Art. 83 Abs. 1 IPRG auf das 
Haager Übereinkommen vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten 
anzuwendende Recht (HUsÜ; SR 0.211.213.01) berufen (vgl. E. 1c, S. 7 f., des 
angefochtenen Entscheids). Allerdings ist L.1_____ kein Vertragsstaat dieses Ab-
kommens. Im Verhältnis zu L.1_____ ist das Haager Übereinkommen vom 24. 
Oktober 1956 über das auf Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern anzu-
wendende Recht (SR 0.211.221.431) anzuwenden (Roland Fankhauser, Der con-
flit mobile im Kinderunterhaltsrecht oder zur (Un-)Beständigkeit von Kinderunter-
haltsregelungen, in: Büchler/Müller-Chen [Hrsg.], Private Law, Festschrift für Inge-
borg Schwenzer zum 60. Geburtstag, Bern 2011, S. 485 Fn. 33). Nach dessen Art. 
1 Abs. 1 u. 2 bestimmt das Recht des Staates, in welchem das Kind seinen ge-
wöhnlichen Aufenthalt hat, ob, in welchem Ausmass und von wem das Kind Un-
terhalt verlangen kann. Wechselt das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist 
vom Zeitpunkt des Aufenthaltswechsels an das Recht des Staates anwendbar, in 
welchem das Kind seinen neuen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Allerdings kann 
nach Art. 2 des Übereinkommens davon abweichend jeder Vertragsstaat sein ei-
genes Recht für anwendbar erklären, wenn der Unterhaltsanspruch vor einer 
Behörde dieses Staats erhoben wird, wenn die Person, von welcher Unterhalt ver-
langt wird, und das Kind die Staatsangehörigkeit dieses Staates besitzen, und 
wenn die Person, von welcher Unterhalt verlangt wird, ihren gewöhnlichen Aufent-
halt in diesem Staat hat. Die Schweiz hat in diesem Sinn erklärt, dass das schwei-
zerische Recht anwendbar ist, wenn der Unterhaltsanspruch vor einer schweizeri-
schen Behörde erhoben wird, der Unterhaltspflichtige und das Kind Schweizer 
Bürger sind und der Unterhaltspflichtige seinen gewöhnlichen Aufenthalt in der 
Schweiz hat. Da diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, hat die Vorinstanz 
im Ergebnis zu Recht das schweizerische Recht angewendet.

3a. Als Nächstes ist die Rüge der Mutter betreffend Verletzung des rechtlichen 
Gehörs zu prüfen.

a/aa. Im Verfahren ZK1 15 70 (Massnahmeverfahren betreffend Unterhalt für 
Y.3_____) wendet die Mutter ein, die Vorinstanz habe den Parteien seit dem Urteil 

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des Kantonsgerichts vom 26. August 2013 keine Gelegenheit eingeräumt, Tatsa-
chen vorzutragen und Beweismittel zu offerieren. Damit sei ihr Anspruch auf recht-
liches Gehör verletzt worden. Der angefochtene Entscheid stelle explizit auf die im 
Hauptverfahren und im Verfahren betreffend Auskunftserteilung erlangten Informa-
tionen und Unterlagen ab. Dementsprechend müsse es ihr erlaubt sein, sich auf 
die dem angefochtenen Entscheid zu Grunde gelegten Beweismittel zu berufen, 
andernfalls ihr Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 
53 ZPO und Art. 29 BV verletzt sei. Die Alternative bestände darin, die Sache an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung, den Parteien Ge-
legenheit zu bieten, sich zu den tatsächlichen Verhältnissen nochmals zu äussern, 
diesbezüglich den Sachverhalt darzulegen und Beweismittel zu offerieren.

a/bb. Der Vater hält dem entgegen, dass die anwaltlich vertretene Mutter ange-
sichts der nach Art. 296 Abs. 1 ZPO anwendbaren Untersuchungsmaxime ohne 
weiteres die Möglichkeit gehabt hätte, dem Bezirksgericht Albula seit dem Erlass 
des Urteils des Kantonsgerichts vom 26. August 2013 neue Tatsachen vorzutra-
gen und Beweismittel zu offerieren. Habe sie hiervor freiwillig keinen Gebrauch 
gemacht, gehe der Vorwurf einer Gehörsverletzung ins Leere. Ungeachtet dessen 
sei nicht einzusehen, weshalb sich die Vorinstanz nicht auf die im Hauptverfahren 
und im Verfahren betreffend Auskunftserteilung eingereichten Beweisurkunden 
hätte berufen sollen, sei sie gestützt auf Art. 296 ZPO doch sogar verpflichtet ge-
wesen, alle nötigen Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen und auf die in den 
erwähnten Verfahren produzierten Beweisurkunden abzustellen.

b/aa. Nach Art. 29 Abs. 2 BV, für den Zivilprozess konkretisiert in Art. 53 ZPO, 
besteht ein Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits 
als Mittel der Sachverhaltsaufklärung und damit der Wahrheitsfindung im Prozess. 
Andererseits stellt es für die Parteien ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht beim Erlass eines Entscheids dar. Der Betroffene hat nach dem Grundsatz 
des rechtlichen Gehörs das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung 
eingreifenden Entscheids gebührend zur Sache zu äussern, Einsicht in die Akten 
zu nehmen, erhebliche Beweise beizubringen, mit erheblichen Beweisanträgen 
gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwir-
ken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn es geeignet ist, 
den Entscheid zu beeinflussen (BGE 133 I 270 E. 3.1, BGE 127 I 54 E. 2b, BGE 
124 V 372 E. 3b; Myriam A. Gehri, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, N 3, N 
6 u. N 22 zu Art. 53 ZPO, mit Hinweis auf Art. 155 Abs. 3 ZPO).

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b/bb. Mit Entscheid vom 26. August 2013, mitgeteilt am 2. September 2013 (ZK1 
13 29), wies das Kantonsgericht das Y.3_____ betreffende Massnahmeverfahren 
zwecks Einholung der erforderlichen Unterlagen zur Beurteilung der Leistungs-
fähigkeit der Eltern und zur neuen Entscheidung über den Unterhaltsbeitrag an die 
Vorinstanz zurück. Diese verzichtete in der Folge sowohl auf weitere Abklärungen 
als auch auf die Durchführung der Hauptverhandlung. In ihrem am 28. Januar 
2015 gefällten Entscheid stützte sie sich auf die Akten des Verfahrens betreffend 
Auskunftserteilung nach Art. 170 ZGB sowie auf diejenigen des Hauptverfahrens 
ab (vgl. auch E. 3a, S. 12, des Entscheids vom 28. Januar 2015 [Verfahren ZK1 
15 70]). Dieses Vorgehen ist im Grundsatz zulässig, doch hätte es der Grundsatz 
des rechtlichen Gehörs geboten, die Parteien in einer prozessleitenden Verfügung 
darüber zu informieren, die Akten der erwähnten Verfahren als für das Massnah-
meverfahren relevant zu erklären und Akteneinsicht zu gewähren. Darüber hinaus 
wäre den Parteien im Rahmen einer Hauptverhandlung oder schriftlicher Schluss-
vorträge die Gelegenheit einzuräumen gewesen, sich zu den beigezogenen Akten 
bzw. den daraus hervorgehenden Tatsachen zu äussern. Indem die Vorinstanz 
dies nicht tat, hat sie das rechtliche Gehör der Parteien verletzt. 

c/aa. Das verfassungsmässige Recht, gehört zu werden, ist formeller Natur. Es 
stellt einen fundamentalen Verfahrensgrundsatz dar, dessen Verletzung ungeach-
tet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids führt (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 126 V 130 E. 2b; 
Tarkan Göksu, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro-
zessordnung [ZPO], Kommentar, Art. 1‒196 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 42 
zu Art. 53 ZPO). Indessen kann eine Gehörsverletzung nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die 
sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, mithin über 
dieselbe Kognition verfügt wie die Vorinstanz, und wenn den Betroffenen daraus 
kein Nachteil erwächst. Eine Heilung soll aber die Ausnahme bleiben und ist ferner 
ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung 
der Parteirechte handelt (BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1; Tarkan 
Göksu, a.a.O., N 44 zu Art. 53 ZPO; Myriam A. Gehri, a.a.O., N 34 zu Art. 53 
ZPO). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
ist im Sinne einer Heilung des Mangels indes selbst bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rück-
weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerun-
gen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der be-

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troffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinba-
ren wären (BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1).

c/bb. Vorliegend hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Parteien missachtet, 
doch rechtfertigt es sich unter den gegebenen Umständen nicht, die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. So ist zu beachten, dass der I. 
Zivilkammer des Kantonsgerichts im Berufungsverfahren dieselbe Kognitionsbe-
fugnis wie der Vorinstanz zukommt. Namentlich gelangt – nachdem ein Unter-
haltsbeitrag für unmündige Kinder in Frage steht – die Untersuchungsmaxime zur 
Anwendung (vgl. E. 1c). Den Parteien erwächst sodann durch die Reformation des 
Entscheids insofern kein Nachteil, als sie Gelegenheit hatten, in sämtliche Verfah-
rensakten ‒ beigezogen wurden übrigens auch die Akten des Auskunftsverfahrens 
‒ Einsicht zu nehmen und sich darauf zu berufen. Ferner konnten sie sich in den 
verschiedenen Berufungsverfahren umfassend zur Unterhaltspflicht der Mutter, zu 
den diesbezüglich gewonnenen Erkenntnissen der Vorinstanz sowie zu den 
Standpunkten der Gegenpartei äussern. Eine Rückweisung an die Vorinstanz 
würde daher letztlich nur zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöti-
gen Verzögerungen führen. In diesem Sinn verlangt denn auch die Mutter primär 
die Beurteilung des vorsorglichen Unterhaltsbegehrens von Y.3_____ und ledig-
lich eventualiter eine Rückweisung an die Vorinstanz. Ist demnach eine Heilung 
der Gehörsverletzung im Berufungsverfahren möglich, kann auf eine ohnehin nur 
mit Zurückhaltung vorzunehmende Rückweisung (vgl. Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO; 
Martin H. Sterchi, a.a.O., N 10 u. N 13d zu Art. 318 ZPO) verzichtet werden.

4a. Nach Art. 276 Abs. 1 ZPO sind beim Erlass vorsorglicher Massnahmen 
während des Scheidungsverfahrens die Bestimmungen über die Massnahmen 
zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar. Im Eheschutz-
verfahren trifft das Gericht, haben die Eltern minderjährige Kinder, die nötigen 
Massnahmen nach den Bestimmungen über die Wirkung des Kindesverhältnisses 
(Art. 176 Abs. 3 ZGB). Auch im Rahmen der Scheidung selbst regelt das Gericht 
die Unterhaltspflicht gegenüber Kindern nach den Bestimmungen über die Wir-
kungen des Kindesverhältnisses (Art. 133 Abs. 1 ZGB).

b. Gemäss Art. 276 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt eines Kindes auf-
zukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutz-
massnahmen (Abs. 1). Der Unterhalt wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn 
das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlungen geleistet 
(Abs. 2). Die Eltern sind von der Unterhaltspflicht in dem Mass befreit, als dem 
Kind zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder an-

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dern Mitteln zu bestreiten (Abs. 3). Der Kindesunterhaltsbeitrag soll den Bedürf-
nissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern 
entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie den Bei-
trag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes berück-
sichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Kinderzulagen, Sozialversicherungsrenten und 
ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte Leistungen, die dem Unterhalts-
pflichtigen zustehen, sind zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit das 
Gericht es nicht anders bestimmt (Art. 285 Abs. 2 ZGB). Art. 285 Abs. 1 ZGB be-
zweckt, einem Kind langfristig die situationsbezogene Deckung seiner effektiven 
Bedürfnisse zu ermöglichen (Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], 
Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 5. Auflage, Basel 2014, N 4 zu Art. 
285 ZGB). In Anbetracht der Vielfalt der Fälle umschrieb der Gesetzgeber in Art. 
285 Abs. 1 ZGB den Umfang der Unterhaltspflicht mit der Aufzählung der ver-
schiedenen massgeblichen Kriterien. Dabei ist zu beachten, dass sich diese zum 
Teil gegenseitig beeinflussen. Insbesondere lässt sich nur im Zusammenhang mit 
den andern drei genannten Elementen bestimmen, was unter die Bedürfnisse des 
Kindes fällt (BGE 116 II 110 E. 3a). Die Festsetzung des Kindesunterhaltsbeitra-
ges nach Art. 285 Abs. 1 ZGB schliesst ein erhebliches Ermessen ein, welches 
zwar objektiv und pflichtgemäss ausgeübt werden muss, jedoch nicht bis ins Letz-
te begründbar ist (Cyril Hegnauer, in: Hausheer [Hrsg.], Berner Kommentar, Bd. 
II/2/2/1, Art. 270‒295 ZGB, Bern 1997, N 13 zu Art. 285 ZGB). Eine gewisse Pau-
schalierung aufgrund von Vergleichs- und Erfahrungswerten ist unumgänglich (Pe-
ter Breitschmid, a.a.O., N 4 zu Art. 285 ZGB).

c. Die Leistungsfähigkeit eines Elternteils ergibt sich aus der Gegenüberstel-
lung von Eigenbedarf, ermittelt auf Basis des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums, und Nettoeinkommen (Peter Breitschmid, a.a.O., N 12 zu Art. 285 ZGB; 
Jonas Schweighauser, in: FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 
2017, N 126 zu Art. 285 ZGB). An die Leistungspflicht des Unterhaltspflichtigen 
werden hohe Anforderungen gestellt, was persönlichen Einsatz und die Ausschöp-
fung aller finanziellen, intellektuellen sowie körperlichen Ressourcen verlangt; es 
besteht eine Erwerbspflicht (Peter Breitschmid, a.a.O., N 25 zu Art. 276 ZGB). 
Grundsätzlich ist bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit eines Unterhalts-
pflichtigen von dessen tatsächlich erzieltem Einkommen auszugehen (BGE 137 III 
118 E. 2.3; Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, Bern 
2014, Rz. 2.128; Heinz Hausheer/Annette Spycher, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], 
Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage, Bern 2010, Rz. 01.49). Allerdings darf 
bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen vom tatsächlichen Leistungsvermö-

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gen eines Ehegatten abgewichen und stattdessen von einem hypothetischen Ein-
kommen ausgegangen werden, wenn dessen Erzielung zumutbar und tatsächlich 
möglich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt 
sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres Einkommen als 
das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es daher nicht, dass 
dem betroffenen Ehegatten unter Berücksichtigung seines Alters, seiner Gesund-
heit und seiner Ausbildung weitere Anstrengungen zugemutet werden können. 
Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres 
Einkommen zu erzielen. Wo die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung 
fehlt, muss eine solche ausser Betracht bleiben. Mit Bezug auf das hypothetische 
Einkommen ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen oder auszudehnen als 
zumutbar erscheint. Ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das an-
genommene Einkommen effektiv erzielbar ist, bildet hingegen eine Tatfrage (BGE 
137 III 118 E. 2.3, BGE 128 III 4 E. 4a, je m.w.H.). Bejaht das Gericht die Pflicht 
zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit und verlangt es vom Unter-
haltspflichtigen durch die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens eine 
Umstellung seiner Lebensverhältnisse, so hat es ihm grundsätzlich auch hinrei-
chend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen (BGE 114 II 
13 E. 5; Urteil des Bundesgerichts 5A_309/2012 vom 19. Oktober 2012 E. 3.2). 
Besteht trotz ausreichender Wahrnehmung der Erwerbspflicht keine Leistungs-
fähigkeit, kann ein Elternteil nicht zu einem Unterhaltsbeitrag verpflichtet werden. 
Die Schranke der finanziellen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners gilt nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für alle familienrechtlichen Unterhalts-
pflichten und damit auch für den Kindesunterhalt (BGE 135 III 66; Jann Six, a.a.O., 
Rz. 2.45a). 

d. Das Kind hat auf eine den Verhältnissen seiner Eltern entsprechende Er-
ziehung und Lebensstellung Anspruch. Leben die Eltern – wie im vorliegenden 
Fall – getrennt, so hat das Kind grundsätzlich gegenüber jedem Elternteil einen 
Anspruch darauf, an dessen Lebensstellung teilzuhaben. Von daher rechtfertigt es 
sich, für die von Vater und Mutter zu erbringenden Unterhaltsbeiträge auf ihre je-
weils unterschiedliche Lebensstellung abzustellen (BGE 116 II 110 E. 3; BGE 120 
II 285 E. 3a/cc u. 3b/bb). Die Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern ist 
sodann massgebend für die Verteilung der Beitragspflicht. Als Folge davon, dass 
der Unterhalt des Kindes grundsätzlich von beiden Eltern zu leisten ist, sind bei 
der Festsetzung des Unterhaltsbeitrages des nicht obhutsberechtigten Elternteils 
auch die finanziellen Verhältnisse des Obhutsinhabers zu berücksichtigen. Letzte-
rer erbringt seinen Beitrag zwar in erster Linie durch Leistung von Pflege und Er-

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ziehung in natura, weshalb es in Verhältnissen, in welchen die Leistungsfähigkeit 
des unterhaltspflichtigen Elternteils jene des obhutsgewährenden Elternteils deut-
lich übertrifft, gerechtfertigt sein kann, dass der wirtschaftlich leistungsfähigere 
Elternteil für den gesamten materiellen Unterhaltbedarf des Kindes aufzukommen 
hat. Ansonsten bleibt es aber beim Grundsatz, dass die Anteile der Eltern propor-
tional zu ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit zu verlegen sind. Dies gilt namentlich 
bei der Unterhaltsfestsetzung für ein älteres Kind, dessen Bedürfnis nach persön-
licher Pflege und Erziehung regelmässig nicht mehr derart intensiv ist, dass eine 
zusätzliche Beteiligung am materiellen Unterhaltsbedarf des Kindes als unange-
messen erscheint. Es ist demnach nicht ausgeschlossen, dass ein Elternteil je 
nach den konkreten Umständen sowohl Natural- als auch Geldunterhalt schuldet 
(BGE 120 II 285 E. 3a/cc; Urteile des Kantonsgerichts ZK1 13 127 vom 29. Sep-
tember 2016 E. 3cb sowie ZK1 09 37/38 vom 22. Juni 2010 E. 6a in fine; Peter 
Breitschmid, a.a.O., N 15 f. zu Art. 285 ZGB; Jonas Schweighauser, a.a.O., N 42 
ff. zu Art. 285 ZGB m.w.H.).

5a. In der Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 7. Mai 2009 (ERZ 09 65) wurde der Vater verpflichtet, der Ehe-
frau Fr. 830.-- und seinen bei der Ehefrau in O.2_____ lebenden Töchtern je Fr. 
700.-- monatlich an Unterhalt zu bezahlen. Eine Unterhaltspflicht der Mutter stand 
erstmals zur Diskussion, nachdem Y.3_____ am 11. Juni 2012 ein Massnahme-
verfahren zwecks Zuteilung der Obhut an den Vater, Regelung eines Besuchs-
rechts der Mutter sowie Neuregelung des Unterhalts eingeleitet hatte (Sachver-
halt, lit. D). In seinem Entscheid vom 29. Juni 2012 teilte der Einzelrichter in Zivil-
sachen am Bezirksgericht Albula in der Folge die Obhut über Y.3_____ ab 1. Juli 
2012 für die Dauer der Trennung dem Vater zu und räumte der Mutter ein Be-
suchsrecht ein. Die Unterhaltspflicht des Vaters gegenüber Y.3_____ wurde auf-
gehoben. Ausserdem verpflichtete der Vorderrichter die Mutter im vorliegend an-
gefochtenen Entscheid vom 28. Januar 2015 (Berufungsverfahren ZK1 15 70), an 
den Unterhalt von Y.3_____ mit Wirkung ab 1. Juli 2012 und für die Dauer des 
Scheidungsverfahrens einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 500.-- zuzüg-
lich Kinder- sowie Ausbildungszulagen zu leisten. Er ging bei Anwendung der be-
treibungsrechtlichen Richtlinien von einem Grundbedarf von Y.3_____ von Fr. 
755.-- pro Monat bis Ende Januar 2014 und von Fr. 680.-- pro Monat ab anfangs 
Februar 2014 aus (kaufkraftbereinigter Grundbetrag Fr. 420.--, Anteil Wohnkosten 
Fr. 290.-- [bis Ende Januar 2014] bzw. Fr. 215.-- [ab anfangs Februar 2014], kauf-
kraftbereinigte Krankenkassenprämie Fr. 45.--). Unter Heranziehung der sog. Zür-
cher Richtlinien bezifferte der Vorderrichter den Bedarf von Y.3_____ mit rund Fr. 

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1’045.-- pro Monat. Für die Mutter ermittelte die erste Instanz bis im Januar 2014 
einen monatlichen Grundbedarf in Höhe von rund Fr. 3’750.--, ausgehend von ei-
nem Grundbetrag als Alleinerziehende von Fr. 1’350.--, einem Liegenschaftsauf-
wand von Fr. 1’469.-- (Hypothekarzinsen Fr. 804.--, öffentlich-rechtliche Abgaben 
Fr. 105.--, Unterhaltskosten Fr. 330.--, Heizkosten Fr. 230.--), Krankenkassenprä-
mien (KVG) von Fr. 272.-- sowie einem Grundbedarf von Y.1_____ von Fr. 663.-- 
(Grundbetrag Fr. 600.--, Krankenkassenprämie Fr. 63.--). Auf der Einkommenssei-
te berücksichtigte die Vorinstanz bei der Mutter Einnahmen aus ihrer selbständi-
gen Erwerbstätigkeit als Coiffeuse von netto Fr. 1’784.--, Mieteinnahmen von Fr. 
850.--, Einnahmen aus der Tätigkeit für die Kirchgemeinde O.2_____ von Fr. 110.-
- sowie Unterhaltsbeiträge des Vaters von Fr. 830.-- an sie und von Fr. 700.-- an 
Y.1_____. Der Mutter hätten damit finanzielle Mittel von durchschnittlich Fr. 
4’270.-- pro Monat zur Verfügung gestanden, so dass ihr nach Deckung des Be-
darfs von Fr. 3’750.-- jeweils Fr. 520.-- monatlich verblieben seien. Auf Seiten des 
Vaters ermittelte die Vorinstanz bis März 2013 ein monatliches Nettoeinkommen 
von Fr. 3’820.--, von April bis Dezember 2013 ein solches von Fr. 5’600.-- und ‒ 
nach einer halbjährigen Arbeitslosigkeit ‒ von Juni bis Dezember 2014 ein solches 
von Fr. 3’120.--. Sie führte aus, bei einem Grundbedarf für ihn, seine Lebenspart-
nerin und die beiden mit ihr gemeinsamen Kinder von insgesamt mindestens Fr. 
2’860.-- (kaufkraftbereinigte Grundbeträge Fr. 1’190.-- [Paar] + Fr. 560.-- [zwei 
Kinder], Wohnkostenanteil Fr. 860.-- [bis Ende Januar 2014] bzw. Fr. 935.-- [ab 
Februar 2014], Krankenkasse Fr. 250.--) sowie in Anbetracht der an den Unterhalt 
der Mutter sowie der Tochter Y.1_____ zu leistenden Beiträge von Fr. 830.-- und 
Fr. 700.-- sei beim Vater bis anfangs Februar 2014 kein genügend grosser Spiel-
raum vorhanden, um die Mutter von ihrer Unterhaltspflicht gegenüber Y.3_____ zu 
befreien, zumal er jener seit Juni 2012 Unterhalt durch die Gewährung einer ihrem 
Alter entsprechenden persönlichen Pflege und Erziehung leiste. Aus diesen Über-
legungen heraus werde die Mutter verpflichtet, an den Unterhalt von Y.3_____ ab 
Juli 2012 Fr. 500.-- pro Monat zu bezahlen. Nachdem auch Y.1_____ zu ihrem 
Vater nach L.1_____ gezogen sei, hätten sich die tatsächlichen Verhältnisse ver-
ändert. Einerseits habe sich der der Mutter anzurechnende Bedarf verringert, an-
derseits sei auf der Einkommensseite der vom Vater für Y.1_____ zu leistende 
Unterhaltsbeitrag weggefallen. Nachdem sich die weiteren Positionen auf der Be-
darfs- und Einkommensseite weiterhin in derselben Grössenordnung bewegt hät-
ten, rechtfertige sich keine Anpassung des Unterhaltsbeitrags ab Februar 2014 (E. 
2, S. 8 ff., des angefochtenen Entscheids [ZK1 15 70]).

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b/aa. Die Mutter rügt in der Berufung ZK1 15 70, die Vorinstanz habe ihre Leis-
tungsfähigkeit falsch beurteilt und ihren Grundbedarf wesentlich zu tief bzw. ihr 
Einkommen deutlich zu hoch angesetzt. Ihren betreibungsrechtlichen Grundbedarf 
habe die erste Instanz um Fr. 707.-- unter dem tatsächlichen Grundbedarf festge-
legt. Bis 31. Januar 2014 belaufe sich dieser nämlich auf monatlich Fr. 4’457.-- 
und nicht auf Fr. 3’750.-- und danach auf Fr. 3’794.-- und nicht auf Fr. 3’087.--. 
Unter anderem habe die Vorinstanz mit Fr. 330.-- zu tiefe Unterhaltskosten für ihr 
Haus angenommen. Ausserdem sei es im Rahmen einer vorsorglichen Massnah-
me nicht gerechtfertigt, die effektive Krankenversicherungsprämie von monatlich 
Fr. 366.-- auf Fr. 272.-- zu kürzen. Eine kurzfristige Reduktion bzw. ein Wiederauf-
stocken bei einer allfälligen erneuten Abänderung der Massnahme oder bei einem 
anderslautenden Scheidungsurteil sei nicht oder nur unter unverhältnismässigen 
finanziellen Einbussen möglich. Hinzu komme, dass sie mit vorsorglichem Mass-
nahmeentscheid vom 12. November 2014 verpflichtet worden sei, für die Tochter 
Y.1_____ vom 1. Februar 2014 an monatliche Unterhaltszahlungen von Fr. 600.-- 
zu leisten. Diesen Betrag hätte die Vorinstanz konsequenterweise ihrem Grund-
bedarf hinzurechnen müssen. Indem sie dies unterlassen und auf eine Koordinati-
on der Unterhaltsleistungen verzichtet habe, habe sie den Sachverhalt auf qualifi-
ziert falsche Weise ermittelt. In Berücksichtigung der Unterhaltspflicht für 
Y.1_____ belaufe sich der Grundbedarf der Mutter seit dem 1. Februar 2014 auf 
Fr. 4’394.-- und liege damit um Fr. 1’307.-- höher als von der Vorinstanz ange-
nommen. Auch die Annahme eines monatlichen Einkommens der Mutter von Fr. 
4’270.-- sei qualifiziert falsch und damit willkürlich. Im Jahr 2012 habe sie aus 
selbständiger Erwerbstätigkeit ein Einkommen von monatlich Fr. 1’489.50 und 
2013 ein solches von monatlich Fr. 1’734.-- erzielt. Im Jahr 2014 habe sich ihr 
Einkommen inklusive Vermietung auf Fr. 2’847.-- belaufen. Der Ertrag aus der 
Vermietung der Einliegerwohnung betrage seit anfangs 2014 monatlich netto Fr. 
450.-- und nicht wie von der Vorinstanz angenommen Fr. 850.--. Das Einkommen 
aus der Tätigkeit für die Kirchgemeinde O.2_____ von durchschnittlich Fr. 110.-- 
pro Monat sei Mitte 2013 mit Aufgabe des entsprechenden Amts weggefallen und 
dürfe daher nicht darüber hinaus angerechnet werden. Schliesslich sei der Ehe-
mann seiner Unterhaltspflicht ihr und den Kindern gegenüber nur unzureichend 
nachgekommen, so dass heute Unterhaltszahlungen von netto rund Fr. 65’000.-- 
ausstehend seien. Angesichts des nahezu völligen Ausfalls der Unterhaltszahlun-
gen sei es falsch und willkürlich, diese Zahlungen zum Einkommen der Mutter hin-
zuzurechnen. Sie habe diese nicht erhalten und werde sie angesichts der Zah-
lungsmoral und des ausländischen Wohnsitzes des Vaters aller Voraussicht nach 
auch in Zukunft nicht erhalten können. Mit einem Einkommen von Fr. 2’847.-- so-

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wie einem Grundbedarf von Fr. 4’457.-- bis Januar 2014 und Fr. 3’794.-- bzw. un-
ter Einbezug der Unterhaltbeiträge für Y.1_____ von Fr. 600.-- sogar von Fr. 
4’394.-- für die Zeit danach weise sie ein Manko auf, weshalb das Auferlegen ei-
nes Unterhaltsbeitrags an Y.3_____ von Fr. 500.-- in ihr Existenzminimum eingrei-
fe und folglich nicht zulässig sei.

b/bb. Der Vater macht in seiner Berufungsantwort geltend, der Existenzbedarf der 
Mutter habe sich zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 31. Januar 2014 auf ledig-
lich Fr. 3’722.-- belaufen. Hinzu komme, dass die Mutter den ab anfangs Februar 
2014 für Y.1_____ geschuldeten Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 600.-- nie 
beglichen habe, weshalb dieser zu Recht nicht in ihr Existenzminimum eingerech-
net worden sei. Unter Berücksichtigung, dass sich der Grundbetrag der Mutter ab 
dem 1. Februar 2014 von monatlich Fr. 1’350.-- auf Fr. 1’200.-- r