# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 368c172b-1ea9-55a0-b56d-670e28118c38
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 26.11.2004 PZ 2004 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2004-123_2004-11-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 25. November 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 04 123
PZ 04 124

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Vizepräsident Schlenker 
Aktuarin ad hoc Thöny

——————

In den Rekursen

des X., C.-Strasse, B., Gesuchsgegner, Rekurrent und Rekursgegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Postfach 26, Quaderstrasse 5, 
7002 Chur,

und

der Y., B., Gesuchstellerin, Rekurrentin und Rekursgegnerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Rathgeb, Postfach 101, Bahnhofstrasse 7, 7001 
Chur, 

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Surselva vom 22. Juli 2004, mitgeteilt 
am 27. Juli 2004, 

betreffend Erlass von Eheschutzmassnahmen,

hat sich ergeben:

2

A. Y. und X. heirateten im Jahre 1999. Aus dieser Ehe ging das Kind A., 
geboren am 26. Januar 2001, hervor. Die Familie wohnte bis zur Trennung des Ehe-
paares in einer Wohnung in B.. Mitte Juni 2004 bezog Y. zusammen mit dem Kind 
eine Wohnung in B., während X. weiterhin in der ehelichen Wohnung in B. wohnt. 

B. Am 8. Juni 2004 liess Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten Surselva ein 
Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen einreichen, wobei folgende 
Anträge gestellt wurden. 

„1. Der Gesuchstellerin sei die eheliche Wohnung an der C.-Strasse, B., 
zur alleinigen Nutzung zuzuweisen.

2. Der Gesuchsgegner sei superprovisorisch zu verpflichten, die Wohnung 
per sofort zu verlassen.

3. Das noch unmündige gemeinsame Kind A., geb. 26. Januar 2001, sei 
unter die elterliche Sorge von Y. zu stellen.

4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, allfällig gesetzliche und/oder 
vertragliche Kinderzulagen an Y. zu bezahlen. Die Kinderzulagen seien 
jeweils zahlbar am ersten eines jeden Monats für den nächsten Monat 
an Y..

5. Es sei auf den Zeitpunkt der Einreichung dieses Gesuches zwischen 
den Ehegatten die Gütertrennung anzuordnen. 

6. Die Steuern für die Steuerperiode 2003 und 2004 seien je hälftig zu tei-
len.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Gesuchsgeg-
ners.“

C. Am 9. Juni 2004 erliess das Bezirksgerichtspräsidium Surselva fol-
gende superprovisorische Verfügung:

„1. Die eheliche Wohnung an der C.-Strasse in B. wird der Gesuchstellerin 
zur alleinigen Benutzung zugewiesen und der Gesuchsgegner verpflich-
tet, die eheliche Wohnung per sofort zu verlassen, unter Mitnahme sei-
ner persönlichen Effekten. Der Gesuchsgegner ist verpflichtet, sämtli-
che Schlüssel zur ehelichen Wohnung seiner Ehefrau herauszugeben. 

2. Dem Gesuchsgegner wird ein Exemplar des Gesuches vom 8. Juni 
2004 zugestellt und ihm die Möglichkeit eingeräumt, sich hiezu bis zum 
21. Juni 2004 schriftlich vernehmen zu lassen.

3. Die Kosten dieser Verfügung bleiben bei der Prozedur. 

4. (Mitteilung).“

D. In seiner Vernehmlassung vom 5. Juli 2004 liess X. folgende Anträge 
stellen:

„1. Es sei festzustellen, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt 
sind. 

3

2. Die eheliche Wohnung an der C.-Strasse, B. sei dem Gesuchsgegner 
zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.

3. Der gemeinsame Sohn A., geb. 26.1.2001, sei unter die elterliche Obhut 
des Vaters zu stellen. 

4. Der Gesuchstellerin sei das Recht einzuräumen, ihren Sohn alle 14 
Tage von Samstag 9.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr zu sich auf Besuch 
sowie 3 Wochen pro Jahr zu sich in die Ferien zu nehmen.

5. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, für den Unterhalt ihres Eheman-
nes und ihres Sohnes einen im Voraus zahlbaren Betrag von Fr. 2'030.-- 
zuzüglich Kinderzulagen pro Monat zu leisten. 

6. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Ehemann einen Betrag von 
Fr. 3'000.-- an dessen Gerichts- und Anwaltskosten zu leisten.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% Mehrwert-
steuer. 

E. Anlässlich der vom Bezirksgerichtspräsidium Surselva am 16. Juli 
2004 durchgeführten mündlichen Verhandlung erklärte die Gesuchstellerin, dass 
sie aus der ehelichen Wohnung an der C.-Strasse ausgezogen sei und eine Miet-
wohnung gefunden habe. Die eheliche Wohnung könne somit dem Gesuchsgegner 
zur alleinigen Benützung zugewiesen werden. Im Weiteren einigten sich die Par-
teien darauf, eine einvernehmliche Regelung bezüglich der Zuteilung der elterlichen 
Obhut zu suchen. Am 22. Juli 2004 wurde dem Bezirksgerichtspräsidium jedoch 
mitgeteilt, dass betreffend die Zuteilung der Obhut keine Einigung gefunden werden 
konnte. 

F. Mit Verfügung vom 22. Juli 2004, mitgeteilt am 27. Juli 2004, erkannte 
das Bezirksgerichtspräsidium Surselva:

„1. Es wird festgestellt, dass die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts 
gerechtfertigt ist und die Parteien berechtigt sind, auf unbestimmte Zeit 
getrennt zu leben. 

2. Die eheliche Wohnung an der C.-Strasse in B. wird dem Ehemann zur 
alleinigen Benützung zugewiesen.

3. Der Sohn A., geboren am 26. Januar 2001, wird während der Dauer der 
Trennung unter die Obhut und Pflege der Mutter gestellt. 

4. Dem Vater wird das Recht eingeräumt, seinen Sohn A. jeweils am ers-
ten und dritten Samstag im Monat jeweils von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr 
zu sich auf Besuch zu nehmen. Eine flexiblere und grosszügigere Re-
gelung des persönlichen Verkehrs mit dem Sohn bleibt den Parteien 
vorbehalten.

5. Y. wird verpflichtet, an den Unterhalt ihres Ehemannes einen monatli-
chen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 350.-- zu bezah-
len. Dieser Unterhaltsbeitrag ist ab 1. Juni 2004 geschuldet. 

6. Es wird die Gütertrennung per 8. Juni 2004 angeordnet. 

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7. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Ehemann einen Beitrag von 
Fr. 3'000.-- zur Deckung dessen Gerichts- und Anwaltskosten zu bezah-
len.

8. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden, Ottostrasse 24, 7001 Chur, wird 
angewiesen, die ordentliche Kinderrente für A. direkt Y. auszuzahlen.

Die D.-Versicherung, wird angewiesen, die Invaliden-Kinderrente für A. 
direkt Y. auszuzahlen.

9. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 1'000.-- gehen je zur Hälfte zulasten 
der Parteien und sind mit beiliegendem Einzahlungsschein innert 30 Ta-
gen dem Bezirksgericht Surselva zu überweisen. Die ausseramtlichen 
Kosten werden wettgeschlagen.

10. (Mitteilung).“

G. Gegen diese Verfügung vom 22. Juli 2004, mitgeteilt am 27. Juli 2004, 
liess X. am 9. August 2004 Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium Graubünden 
erheben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

„1. Ziff. 3 der Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Sur-
selva vom 22.7.2004 sei aufzuheben und die elterliche Obhut über den 
gemeinsamen Sohn A., geb. 26.1.2001, sei dem Rekurrenten zu über-
tragen.

2. Der Rekursgegnerin sei das Recht einzuräumen, ihren Sohn am ersten 
und dritten Wochenende eines Monats von Samstag 09.00 Uhr bis 
Sonntag 19.00 Uhr zu sich auf Besuch sowie 3 Wochen pro Jahr zu sich 
in die Ferien zu nehmen.

3. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, an den Unterhalt ihres Eheman-
nes und ihres Sohnes einen im Voraus zahlbaren Betrag von Fr. 2'030.-- 
zuzüglich Kinderzulagen pro Monat zu bezahlen.

4. Im Falle der Belassung der elterlichen Obhut über A. bei der Rekurs-
gegnerin sei dem Rekurrenten ein Besuchsrecht am ersten und dritten 
Wochenende eines Monats, von Samstag 9.00 Uhr bis Sonntag 19.00 
Uhr sowie ein dreiwöchiges Ferienrecht einzuräumen. 

5. Im Falle der Belassung der elterlichen Obhut über A. bei der Rekurs-
gegnerin sei Ziff. 5 der Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsi-
denten Surselva vom 22.7.2004 insofern abzuändern, als die Rekurs-
gegnerin zu verpflichten sei, dem Rekurrenten ab dem 1.6.2004 einen 
monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 648.-- zu be-
zahlen. 

6. Ziff. 6 der Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Sur-
selva vom 22.7.2004 sei aufzuheben und es sei von der Anordnung ei-
ner Gütertrennung abzusehen. 

7. Dem vorliegenden Rekurs sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

8. Die Rekursgegnerin sei zu verpflichten, dem Ehemann einen Betrag von 
Fr. 3'000.-- an dessen Gerichts- und Anwaltskosten für das Rekursver-
fahren zu leisten.

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9. Eventualiter sei dem Rekurrenten für das Rekursverfahren die unent-
geltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als Rechtsvertreter zu 
gewähren.

10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% Mehrwert-
steuer.“

Am 16. August 2004 liess alsdann auch Y. gegen die Verfügung des Bezirks-
gerichtspräsidiums Surselva vom 22. Juli 2004, mitgeteilt am 27. Juli 2004, Rekurs 
beim Kantonsgerichtspräsidium Graubünden erheben, wobei folgende Anträge ge-
stellt wurden:

„1. Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben.

2. Ziff. 7 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben.

3. Betreffend Ziff. 5 und 7 der angefochtenen Verfügung sei die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen.

4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

Bezüglich des Rekurses von X. beantragte Y. die Abweisung des Rekurses 
unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 

In seiner Vernehmlassung vom 17. September 2004 beantragte X. die voll-
umfängliche Abweisung des Rekurses sowie die Abweisung des Gesuches um auf-
schiebende Wirkung unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Rekurrentin sei 
zudem zu verpflichten, ihm einen Betrag von Fr. 3'000.-- an seine Gerichts- und 
Anwaltskosten für das Rekursverfahren zu leisten. Eventualiter sei ihm für das Re-
kursverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

Der Bezirksgerichtspräsident Surselva verzichtete mit Schreiben 
vom  11. und 19. August 2004 auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

H. Mit Schreiben vom 1. November 2004 stellte X. beim Kantonsgerichts-
präsidium Graubünden den Antrag um Befragung des Sohnes A. durch eine Fach-
person. Zur Begründung führte er aus, dass A. den Vorwurf erhoben habe, vom 
Freund seiner Ehefrau geschlagen worden zu sein. In ihrer Stellungnahme vom 3. 
November 2004 führte Y. aus, dass keinerlei Hinweise bestünden, welche auf eine 
Gewalteinwirkung schliessen lassen würden. Der Vorwurf würde zurückgewiesen 
und der Antrag sei abzulehnen.

I. Anlässlich der vom Kantonsgerichtspräsidium am 25. November 2004 
durchgeführten Einigungsverhandlung, an der beide Parteien mit ihren Rechtsver-

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tretern teilnahmen, konnte in der Sache keine einvernehmliche Lösung gefunden 
werden. An der Verhandlung nahm ebenfalls der von X. selbst organisierte Dolmet-
scher teil, welcher X. den wesentlichen Inhalt der Verhandlungsgespräche über-
setzte. Es konnte allerdings festgestellt werden, dass X. der deutschen Sprache, 
welche er selbst recht gut spricht, auch recht gut folgen konnte. X. erklärte bei dieser 
Gelegenheit, dass er mit der vom Bezirksgerichtspräsidium Surselva angeordneten 
Obhuts- und Besuchsregelung nicht einverstanden sei. Das gemeinsame Kind sei 
unter seine Obhut zu stellen. Zudem machte er geltend, dass sich die finanziellen 
Verhältnisse seit der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Surselva vom 22. 
Juli 2004 massgeblich geändert hätten, weshalb die Unterhaltsbeiträge entspre-
chend anzupassen seien. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen.

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1. Eheschutzverfügungen des Bezirksgerichtspräsidenten können 
gemäss Art. 8 Ziff. 11 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des Einführungsgesetzes 
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB, BR 210.100) innert zwanzig Ta-
gen durch Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidenten angefochten werden. Auf die 
beiden frist- und formgerecht eingereichten Rekurse vom 9. August 2004 respektive 
vom 16. August 2004 ist demnach einzutreten. 

2. Das Bezirksgerichtspräsidium Surselva hat mit Verfügung vom 22. Juli 
2004, mitgeteilt am 27. Juli 2004, die Obhut über das gemeinsame Kind A. der Mut-
ter zugesprochen und dem Vater ein Besuchsrecht eingeräumt. Demgemäss hat X. 
das Recht, seinen Sohn jeweils am ersten und dritten Samstag im Monat von 14.00 
Uhr bis 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. 

X. macht geltend, diese Regelungen entsprächen nicht dem Kindeswohl. Die 
Übertragung der elterlichen Obhut auf Y. sei aus mehreren Gründen schon 
grundsätzlich falsch. Zunächst müsse berücksichtigt werden, dass Y. einer Er-
werbstätigkeit im Umfange von 80% nachgehe und somit nicht in der Lage sei, dem 
dreijährigen Sohn die erforderliche Pflege und Erziehung zukommen zu lassen. A. 
werde während der Arbeitszeit bei einer Tagesmutter untergebracht, was jedoch in 
der letzten Zeit bereits häufiger zu Problemen geführt habe, zumal er sich dort nicht 

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wohl fühle. Auch sei die Tagesmutter in den letzten sechs Monaten bereits mehrfach 
gewechselt worden, was dem Wohl des Kindes nicht gerade förderlich sei. X. hin-
gegen sei aufgrund seiner persönlichen Situation in der Lage, sich selbst um sein 
Kind zu kümmern, ohne auf Fremdbetreuung angewiesen zu sein. Ein weiterer 
Grund für die Übertragung der elterlichen Obhut auf den Vater sei darin zu sehen, 
dass ihm A. telefonisch mitgeteilt habe, vom Freund der Mutter, welcher seit August 
2004 mit ihr zusammenwohne, geschlagen worden zu sein. Es handle sich bereits 
um den zweiten Vorwurf an die Adresse des Freundes. Dieser Zustand könne nicht 
weiter hingenommen werden, weshalb sofort die entsprechenden Massnahmen zu 
ergreifen seien. Ausserdem habe A. von weiteren Situationen erzählt, welche darauf 
hindeuten würden, dass Y. sich nicht ausreichend um ihren Sohn kümmere. 

Y. hält diesen Ausführungen entgegen, dass die Zuteilung der elterlichen Ob-
hut durch das Bezirksgerichtspräsidium gestützt auf einen Arztbericht der Psychia-
trischen Dienste Graubünden vom 28. Juni 2004 erfolgt sei. Aufgrund dieses Be-
richtes müsse ernsthaft bezweifelt werden, ob X. in der Lage sei, sich um A. zu 
kümmern. Er habe vor Einreichung des Eheschutzgesuches absolut keine Bezie-
hung zu seinem Sohn gepflegt und sich in keiner Hinsicht um dessen Pflege und 
Erziehung gekümmert. Auch an den Besuchstagen unternehme er nichts mit dem 
Kind, sondern verbringe die vier Stunden zusammen mit A. in einem Restaurant. 
Bezüglich des Vorhaltes, dass sie aufgrund ihrer Berufstätigkeit keine Zeit habe, 
sich um A. zu kümmern, führt Y. aus, dass sie ihr Arbeitspensum reduziert und neu-
erdings jeweils am Montag und am Donnerstag frei habe. Dienstags, mittwochs und 
freitags müsse sie jeweils von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr arbeiten, samstags von 08.00 
Uhr bis 12.00 Uhr. Während dieser Zeit werde A. durch eine Tagesmutter, die eben-
falls in B. wohnhaft sei, betreut. Es sei zutreffend, dass es zunächst Probleme ge-
geben habe, weil die erste Tagesmutter das Kind nicht mehr zu sich nehmen konnte 
und sich A. bei der zweiten Tagesmutter nicht wohl gefühlt habe. Das Verhältnis zur 
jetzigen Tagesmutter sei jedoch sehr gut und A. gehe sehr gerne zu ihr. Den Vor-
wurf, dass ihr Freund A. geschlagen habe, weist Y. von sich. Es bestünden absolut 
keine Hinweise, welche auf eine Gewalteinwirkung schliessen liessen. Es sei daher 
auch nicht notwendig, das Kind einer Begutachtung durch eine Fachperson zu un-
terziehen. 

3.a) Im Rahmen der Regelungen des Getrenntlebens im Eheschutzverfah-
ren hat der Richter nach den Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhält-
nisses die nötigen Massnahmen zu treffen, wenn die Parteien unmündige Kinder 
haben (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Dazu gehört unter anderem die Zuteilung der elterli-

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chen Sorge (Art. 297 Abs. 2 ZGB). In der Praxis genügt es in aller Regel, einem 
Elternteil lediglich die Obhut zu übertragen. Der nicht obhutsberechtigte Teil bleibt 
damit weiterhin sorgeberechtigt. Es steht ihm nach wie vor ein Mitsprache- und Mit-
entscheidungsrecht in allen die Kinder betreffenden wichtigen Fragen zu (V. Bräm, 
Zürcher Kommentar zum ZGB, Teilband II 1c, 1997, N. 87 zu Art. 176 ZGB). Be-
züglich der Obhutszuteilung und dem Kontakt zwischen den Kindern und dem nicht 
obhutsberechtigten Elternteil sind die von der Rechtsprechung und der Lehre für die 
Scheidung entwickelten Grundsätze sinngemäss auch im Eheschutzverfahren an-
zuwenden. Vorrang bei der Zuteilung der Obhut besitzt demgemäss jener Elternteil, 
welcher nach den gesamten Umständen besser Gewähr dafür bietet, dass sich die 
Kinder in geistig-psychischer, körperlicher und sozialer Hinsicht altersgerecht opti-
mal entfalten können. Sind diese Voraussetzungen bei beiden Elternteilen gegeben, 
soll das Kind eher dem Elterteil zugewiesen werden, der es selbst persönlich be-
treuen kann (BGE 114 II 200). Da - anders als im Scheidungsverfahren - keine de-
finitiven Regelungen zu treffen sind, ist bei der Zuteilung auch vermehrt das soziale 
Umfeld des Kindes zu gewichten. Die bisherigen Lebensumstände sollten nicht 
ohne Not verändert werden. Die eheschutzrichterliche Instanz hat insofern diejeni-
gen Anordnungen zu treffen, die zurzeit am ehesten stabile, von elterlicher Verant-
wortung geprägte Verhältnisse garantieren und das Kind vor Krisen schützen (vgl. 
zum Ganzen V. Bräm, a.a.O., N. 90 zu Art. 176 ZGB mit Hinweisen). Von nicht 
unwesentlicher Bedeutung ist schliesslich auch die Frage, welcher Elternteil eher 
die Bereitschaft zeigt, die Beziehung zwischen dem Kind und dem anderen Teil zu 
fördern und für die Kontaktpflege positiv vorzubereiten. Er hat alles nach den Um-
ständen Nötige und Zumutbare vorzukehren, damit der persönliche Verkehr auch 
tatsächlich ausgeübt werden kann (PKG 1994 Nr. 18). Der Elternteil, der die Bezie-
hungen der Kinder zum anderen Elternteil grundlos behindert oder gar vereitelt, ver-
letzt seine elterlichen Pflichten. Seine Erziehungsfähigkeit ist deshalb zu verneinen 
oder zumindest als schlechter zu beurteilen als diejenige des andern Elternteils, 
welcher die Kinder nicht negativ beeinflusst (BGE 115 II 206 ff.; BGE 130 III E. 2.2.1 
S. 589). 

b) Ergeben sich nach Abwägung dieser Kriterien eine etwa gleiche Eig-
nung der Ehegatten, so ist gemäss Art. 133 Abs. 2 ZGB für die Zuteilung der elter-
lichen Sorge „soweit tunlich“ auf die Meinung des Kindes Rücksicht zu nehmen. Zu 
diesem Zweck hat das Gericht das Kind grundsätzlich persönlich anzuhören (vgl. 
Art. 12 Abs. 2 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 
Kindes; SR 0.107 und BGE 124 III 90). Die Anhörung der Kinder ist immer durch 
das Gericht oder eine geeignete Drittperson durchzuführen, wenn nicht das Alter 

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oder andere wichtige Gründe dagegen sprechen (Art. 144 Abs. 2 ZGB). Wenn ein 
Kind von einem gewissen Alter (d.h. wenn die Urteilsfähigkeit zu bejahen ist) eine 
feste Meinung hinsichtlich seiner Anhörung oder bezüglich seiner Belange ganz all-
gemein äussert, muss das Gericht begründen, weshalb es gegenteilig entschieden 
hat. Die Bedeutung, die den Wünschen der Kinder beizumessen ist, ist demnach 
einerseits davon abhängig, ob die betroffenen Kinder altersmässig und von ihrer 
Entwicklung her in der Lage sind, stabile Absichtserklärungen abzugeben; anderer-
seits gilt es auch zu prüfen, ob die geäusserten Wünsche tatsächlich eine beson-
dere Verbundenheit zu einem Elternteil zum Ausdruck bringen (BGE 122 III 401 ff. 
mit zahlreichen Hinweisen). Das Kind ist grundsätzlich unabhängig von seinem Al-
ter, aber unter Berücksichtigung seines Verständnisses anzuhören. Ob sich bei vor-
schulpflichtigen Kleinkindern aus dem blossen Inhalt des Gesprächs massgebliche 
Anhaltspunkte ergeben, mag zweifelhaft sein, und es wird in diesen Fällen in der 
Regel das Alter als wichtiger Grund gegen die Anhörung angeführt werden können, 
was allerdings bedeutet, dass die dennoch gebotene Sachverhaltsabklärung umso 
sorgfältiger zu erfolgen hat (Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, 
Zivilgesetzbuch I, 2. Auflage, Basel 2002, Art. N. 4 zu Art. 144). 

Im vorliegenden Fall stellte X. den Antrag, es sei eine Befragung des gemein-
samen Kindes A. durch eine Fachperson durchzuführen. Nach dem Gesagten ist 
eine Anhörung des Kindes dann geboten, soweit nicht sein Alter oder andere wich-
tige Gründe dagegen sprechen. Aus den Akten geht hervor, dass der gemeinsame 
Sohn von Y. und X., A., am 26. Januar 2001 geboren wurde und damit heute knapp 
vier Jahre alt ist. Über das Alter, ab welchem ein Kind anzuhören ist, gehen die 
Meinungen stark auseinander. Einerseits wird postuliert, dass eine Anhörung des 
Kindes vor dem siebten Altersjahr - unter Vorbehalt aussergewöhnlicher Verhält-
nisse - meistens nicht sinnvoll sei. Die deutsche Lehre und Praxis erachtet eine 
Anhörung des Kindes aber bereits vom dritten Lebensjahr an als gerechtfertigt. In 
der Schweiz wird mitunter darauf hingewiesen, dass eine Anhörung ab einem Alter 
von vier bis fünf Jahren, mit anderen Worten dem Kindergartenalter, möglich sei 
(vgl. Sutter /Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht 1999, N 32 ff. 
zu Art. 144 ZGB; SJZ 100 (2004) Nr. 11 S. 262 f.; BGE 124 III 90). Zieht man diese 
Hinweise in Betracht, so darf mit Fug angenommen werden, dass A. noch nicht die 
erforderliche Reife besitzt, um hinsichtlich der Frage der Obhut eine stabile Ab-
sichtserklärung abgeben zu können, ist er doch derzeit noch nicht einmal vier Jahre 
alt. In diesem Alter kann ein Kind die Tragweite der Obhutsregelung für die eigene 
künftige Befindlichkeit noch nicht abschätzen. Ausserdem ist bei so kleinen Kindern 
grosse Vorsicht geboten, weil ihre Wünsche schwanken können und häufig von mo-

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mentanen Stimmungen abhängen (BGE 122 III 402). Aus diesem Grund ist davon 
auszugehen, dass sich aus einer Befragung A.s durch eine Fachperson zurzeit 
keine Anhaltspunkte ergeben werden, welche für die Zuteilung der Obhut berück-
sichtigt werden können. Das entsprechende Gesuch ist deshalb aufgrund des Alters 
als wichtiger Grund im Sinne von Art. 144 Abs. 2 ZGB zurzeit abzuweisen. Davon 
abgesehen verliert indessen die Frage der derzeitigen Anhörung insofern an Aktu-
alität, als die Sache - wie nachstehend noch dargelegt wird - an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird. Im Rahmen der noch zu tätigenden Abklärungen wird auch 
zu prüfen sein, ob dannzumal eine - allenfalls auch nur konsultative - Anhörung von 
A. zu seinem Umfeld möglich und angezeigt ist. 

c) Des Weiteren gilt es zu prüfen, ob die Erziehungsfähigkeit als solche, 
das heisst die Fähigkeit auf das Kind einzugehen, es zu betreuen und grosszuzie-
hen, bei beiden Parteien bejaht werden kann. Die Vorinstanz führte diesbezüglich 
aus, dass aufgrund des eingereichten Arztberichtes der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden vom 28. Juni 2004 ernsthaft bezweifelt werden müsse, ob X. in der 
Lage sei, sich um den 3 ½-jährigen Sohn zu kümmern. Entgegen der Auffassung 
der Vorinstanz geht jedoch aus diesem Bericht nicht eindeutig hervor, dass die Er-
ziehungsfähigkeit bei X. verneint werden müsse. Vielmehr wird dargelegt, dass es 
bei ihm in den vergangenen Jahren in der Folge von Unfall und Krankheit zu multi-
plen Verlusterlebnissen (Verlust der körperlichen und psychischen Integrität, Verlust 
von Arbeit und Arbeitsfähigkeit, Verlust von sozialer Stellung und vormaliger Zu-
kunftsperspektive und anderes) gekommen sei, die sich letztendlich verstärkend 
und chronifizierend auf das komplexe Krankheitsbild ausgewirkt hätten. Bedauerli-
cherweise drohe nun zusätzlich noch das Auseinanderbrechen der bisher doch halt-
gebenden Familie und das Herauslösen aus dem bisherigen Sicherheit vermitteln-
den Wohnumfeld. Mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand sollte aus medizini-
scher Sicht, wenn immer möglich, eine weitere destabilisierende Änderung der Le-
benssituation vermieden werden. Der Arztbericht äussert sich jedoch nicht darüber, 
ob X. aufgrund seiner Krankheit die Fähigkeit, auf das Kind einzugehen, es zu be-
treuen und grosszuziehen, abzusprechen sei. Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern 
die angesprochenen Verlusterlebnisse sich auf die Erziehungsfähigkeit auswirken 
könnten. In seinem Rekurs sowie anlässlich der Einigungsverhandlung vom 25. No-
vember 2004 betonte X., dass bei ihm im Umgang mit seiner Krankheit ein Umden-
ken stattgefunden habe. Er könne seine Situation jetzt besser akzeptieren und sei 
nun gewillt, sich voll und ganz seinem Sohn zu widmen. Da sich aus dem Arztbericht 
vom 28. Juni 2004 - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - eine fehlende Erzie-
hungsfähigkeit von X. nicht einfach so ableiten lässt, da er nun offenbar - aufgrund 

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eines Umdenkens und selbst, wenn es in der Vergangenheit anders gewesen sein 
sollte - gewillt zu sein scheint, sich um seinen Sohn zu kümmern, und da er - im 
Gegensatz zu Y., welche mindestens teilweise einer Arbeit nachgeht und A. 
während der Arbeit bei einer Tagesmutter unterbringt - zufolge seiner fehlenden 
Erwerbstätigkeit hinreichend Zeit für die Betreuung hätte, erscheint es, um auch die 
künftige Erziehungsfähigkeit von X. sowie das geeignete Umfeld von A. abschlies-
send würdigen zu können, unerlässlich, ein Gutachten als Entscheidungsgrundlage 
einzuholen. Dabei sollten insbesondere der Umgang des Vaters mit seinem Kind 
beobachtet und die erzieherischen, wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen 
überprüft werden. 

Auch hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit von Y. drängt sich eine Begutach-
tung auf. Wie bereits ausgeführt, ist Y. berufstätig und daher an dreieinhalb Tagen 
pro Woche auf eine Fremdbetreuung des Kindes angewiesen. Wie sie anlässlich 
der Einigungsverhandlung vor dem Kantonsgerichtspräsidium ausgeführt hat, 
musste in den letzten sechs Monaten aufgrund von Problemen bereits zweimal die 
Tagesmutter gewechselt werden. Inwieweit dem Kind dadurch ein stabiles Umfeld 
gewährleistet werden kann, muss mittels eines Gutachtens überprüft werden. Auch 
ist das Verhältnis zwischen dem Kind und seiner Mutter respektive auch zwischen 
dem Kind und dem neuen Lebenspartner der Mutter zu beobachten. Auch hier gilt 
es die erzieherischen, wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen zu überprü-
fen.

d) Das Kantonsgerichtspräsidium kann zwar von Amtes wegen weitere 
sachrelevante Erhebungen vornehmen (Art. 12 Abs. 2 EGzZGB). Die Rückweisung 
der Sache an die Vorinstanz soll also eher die Ausnahme bilden, insbesondere 
auch, um dem verfahrensökonomischen Aspekt Rechnung tragen zu können. Dort, 
wo indessen vor der Vorinstanz eine Anhörung oder eine umfassende Abklärung 
nicht erfolgte oder nicht erfolgen konnte oder das Verfahren konventions-, verfas-
sungs- und verfahrensrechtlichen Anforderungen nicht genügte oder nicht genügen 
konnte, ist die Sache in analoger Anwendung von Art. 235 Abs. 3 ZPO in Verbin-
dung mit Art. 12 Abs. 3 EGzZGB an die Vorinstanz zurückzuweisen. Aus den vor-
erwähnten Gründen ist daher die Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidi-
ums Surselva vom 22. Juli 2004, mitgeteilt am 27. Juli 2004 aufzuheben und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gestützt auf ein von 
der Vorinstanz einzuholendes Gutachten betreffend die Erziehungsfähigkeit der bei-
den Rekurrenten ist sodann erneut über die Zuteilung der elterlichen Obhut zu ent-
scheiden. Dabei wird insbesondere zu berücksichtigen sein, dass gemäss Praxis 

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des Bundesgerichts bei gleichen Voraussetzungen das Kind eher dem Elternteil zu-
gewiesen werden soll, der es selbst persönlich betreuen kann (BGE 114 II 200). 
Von relativ geringer Bedeutung für die Zuteilung der Obhut sind im vorliegenden 
Fall die Veränderungen, die sich durch eine Zuteilung der Obhut an den Vater im 
sozialen Umfeld des Kindes ergeben würden. Y. hat ebenfalls eine Wohnung in B. 
in unmittelbarer Nähe der Wohnung, in welcher X. wohnt, gemietet. Auch die Ta-
gesmutter, welche momentan die Betreuung von A. in der Zeit, in welcher die Mutter 
arbeitet, übernimmt, wohnt am gleichen Ort. Aufgrund aller genannter Umstände ist 
zu entscheiden, welcher Elternteil die besseren Voraussetzungen für die Erziehung 
und Entwicklung des Kindes bieten kann. Dem nicht obhutsberechtigten Elternteil 
wird entsprechend den Schlussfolgerungen aus dem Gutachten ein Besuchs- und 
Ferienrecht einzuräumen sein.

Das Bezirksgerichtspräsidium Surselva wird – da die Sache zurückgewiesen 
wird – allenfalls das Besuchsrecht für die Dauer des Verfahrens festzulegen haben.

4. Beide Parteien machten sowohl in ihren Rekursen als auch anlässlich 
der Einigungsverhandlung vom 25. November 2004 eine Änderung der Unterhalts-
beiträge geltend. Y. führt aus, dass das Bezirksgerichtspräsidium Surselva bei der 
Berechnung der monatlichen Unterhaltsbeiträge den Aufwand für die Tagesmutter 
auf Fr. 300.-- festgelegt und diesen zu Recht bei der Berechnung des monatlichen 
Minimalbedarfs berücksichtigt habe. Der Aufwand für die Tagesmutter betrage je-
doch gemäss der Tarifliste der Beratungsstelle für familienergänzende Kinderbe-
treuung Chur bei einem Stundenansatz von Fr. 5.40 für die Betreuung während vier 
Tagen monatlich Fr. 592.-- und nicht lediglich - wie von der Vorinstanz angenommen 
- Fr. 300.--. Ihr monatlicher Minimalbedarf sei deshalb entsprechend zu korrigieren. 
Demgegenüber macht X. geltend, das Bezirksgerichtspräsidium Surselva sei von 
einer falschen monatlichen Unterhaltsrechnung ausgegangen. So habe er die von 
seinem Renteneinkommen abgezogenen Kinderrenten von Fr. 346.-- bei seiner 
Ehefrau nicht als Einkommen hinzugerechnet. Bei entsprechender Korrektur resul-
tiere ein Unterhaltsanspruch seinerseits von Fr. 640.-- pro Monat. Des Weiteren sei 
zu berücksichtigen, dass Y. seit längerer Zeit mit ihrem neuen Lebenspartner zu-
sammenwohne und deshalb nicht die gesamten Mietkosten geltend machen könne. 
Auch die ordentliche Zusatzrente für den Ehegatten in der Höhe von Fr. 169.-- 
werde mit Wirkung vom 1. Oktober 2004 direkt an Y. überwiesen und dürfe daher 
nicht mehr seinem Einkommen angerechnet werden. 

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a) Bei der Ermittlung des Unterhaltsbeitrages im Eheschutzverfahren ist 
eine sogenannte Bedarfsrechnung vorzunehmen. Dabei wird das Einkommen der 
Parteien dem Grundbedarf gegenübergestellt und ein allfälliger Einkommensüber-
schuss bedarfsgerecht auf die Parteien aufgeteilt (BGE 126 III 9). Abzustellen ist 
grundsätzlich auf das tatsächlich erzielte Einkommen. Davon kann abgewichen wer-
den und statt dessen von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen werden, 
falls und soweit der Pflichtige bei gutem Willen beziehungsweise bei ihm zuzumu-
tender Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte, als er effektiv verdient (BGE 117 
II 16; BGE 110 II 117 mit Hinweisen). Die Berechnung des Grundbedarfes richtet 
sich praxisgemäss nach den Empfehlungen der Konferenz der Betreibungs- und 
Konkursbeamten der Schweiz zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums nach Art. 93 SchKG. Massgebend für die Höhe der Unterhaltsbei-
träge ist der Bedarf der berechtigten Person. Begrenzt wird die Unterhaltsverpflich-
tung durch das Existenzminimum des Pflichtigen. Dieses ist in Fällen knapper finan-
zieller Mittel auch dann zu schützen, wenn Kinderalimente nach Art. 285 Abs. 1 ZGB 
zuzusprechen sind. Auch diesfalls darf sich der Richter nicht über die Schranke der 
Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils hinwegsetzen (BGE 127 III 
70; BGE 126 III 356). 

b) Im vorliegenden Fall gilt es zu beachten, dass die Höhe der Unter-
haltspflicht massgeblich von der Zuteilung der elterlichen Obhut über das gemein-
same Kind A. abhängt. Allerdings weilt A. während des für den Unterhalt massge-
benden Zeitraums ab 1. Juni 2004 bei der Mutter. Seit zwei bis drei Monaten lebt 
sodann ihr Lebenspartner in ihrer Wohnung. Es ist somit eine Unterhaltsberechnung 
für den Zeitraum vom 1. Juni 2004 bis 30. September 2004 und sodann eine solche 
ab 1. Oktober 2004 vorzunehmen. Die letztere Berechnung gilt bis auf weiteres. 
Sollte sich in der Obhutsfrage eine Änderung ergeben, so wird das Bezirksgerichts-
präsidium Surselva auch die Unterhaltsberechnung für den Zeitraum ab der Ände-
rung vornehmen müssen. Es haben sich folgende Abweichungen von den Berech-
nungsgrundlagen zum Zeitpunkt der vorinstanzlichen Verfügung ergeben. Bei der 
Berechnung des Einkommens von X. ging die Vorinstanz von einem Rentengesamt-
betrag von Fr. 1'438.-- aus. Darin enthalten sind die ordentliche IV-Rente von mo-
natlich Fr. 564.--, die ordentliche Zusatzrente für den Ehegatten von monatlich Fr. 
169.--, die ordentliche Kinderrente von monatlich Fr. 226.-- sowie die Invalidenrente 
der D.-Versicherung (BVG) von monatlich Fr. 399.-- und die Invaliden-Kinderrente 
der D.-Versicherung von Fr. 80.--. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Invaliden-
rente der D.-Versicherung - wie sich aus act. III/5 ergibt - jeweils vierteljährlich, somit 
alle drei Monate ausbezahlt wird und nicht alle vier Monate, wie die Vorinstanz an-

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genommen hat. Die Invalidenrente beträgt daher monatlich Fr. 533.-- (vierteljährlich 
Fr. 1'599.50) und die Invaliden-Kinderrente monatlich Fr. 106.-- (vierteljährlich Fr. 
320.--). Dies ergibt einen Rentengesamtbetrag von Fr. 1'598.--. Nach Abzug der 
BVG-Kinderrente und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die ordentliche IV-
Zusatzrente für den Ehegatten sowie die ordentliche IV-Kinderrente seit 1. Oktober 
2004 direkt an Y. ausbezahlt werden, ergibt dies bei X. ein monatliches Nettoein-
kommen von Fr. 1'097.-- (Fr. 1'598.-- Rentengesamtbetrag abzüglich Fr. 226.-- IV-
Kinderrente abzüglich Fr. 169.-- IV-Zusatzrente für den Ehegatten abzüglich 
Fr. 106.-- BVG-Kinderrente). Die ordentliche IV-Zusatzrente für den Ehegatten ist 
dem Einkommen von Y. anzurechnen. 

Bezüglich der geltend gemachten Kosten für die Tagesmutter gilt es zu 
berücksichtigen, dass Y. anlässlich der Einigungsverhandlung vom 25. November 
2004 ausführte, jeweils montags, dienstags und freitags von 09.00 Uhr bis 16.00 
Uhr und samstags von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr arbeiten zu müssen. A. wird somit 
wöchentlich während 25 Stunden, auf den Monat gerechnet während 100 Stunden, 
von der Tagesmutter betreut. Gemäss Tarifliste der Beratungsstelle für familiener-
gänzende Kinderbetreuung Chur liegt der Stundenansatz für eine Tagesmutter bei 
Fr. 5.40. Der Aufwand für die Tagesmutter beträgt damit Fr. 540.-- pro Monat.

Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass Y. seit ungefähr zwei bis drei Mo-
naten die Wohnung mit ihrem neuen Lebenspartner teilt. Anlässlich der Einigungs-
verhandlung vom 25. November 2004 gab sie diesbezüglich an, dass er sich zwar 
nicht an den Mietkosten beteilige, jedoch monatlich rund Fr. 500.-- ans Essen be-
zahle. Auch dieser Umstand ist in der Bedarfsberechnung zu berücksichtigen. Aus-
serdem macht Y. geltend, dass sie ihr Arbeitspensum von rund 80% aufgrund der 
Kinderbetreuung auf rund 50-60% reduziert habe und daher im Vergleich zum Zeit-
punkt der Eheschutzverfügung ein tieferes Einkommen habe. Zudem habe sie auf-
grund des Wohnungswechsels eine neue Einrichtung anschaffen müssen und ver-
schiedentlich Investitionen in ihr Geschäft gemacht, weshalb ihr liquides Vermögen 
auf rund Fr. 15'000.-- geschrumpft sei. X. machte geltend, dass der Geldbetrag in 
Höhe von rund Fr. 33'000.--, welcher sich auf einem auf seinen Namen lautenden 
Konto befunden habe, seiner in Deutschland lebenden Mutter gehöre und bereits 
an sie zurückbezahlt worden sei. Er habe daher kein liquides Vermögen mehr. 

Daneben gilt es zu beachten, dass nach ständiger Praxis des Bundesgerichts 
bei engen finanziellen Möglichkeiten die Steuerlast unberücksichtigt zu bleiben hat, 
macht es doch wenig Sinn, die Steuerlast zum Existenzminimum des Unterhalts-

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pflichtigen hinzuzurechnen und im gleichen Umfang seinen Unterhaltsbeitrag zu 
senken. Denn diesfalls bekäme das Kind von der Fürsorge häufig bloss (ungefähr) 
das (zusätzlich), was das Gemeinwesen beim Unterhaltspflichtigen an Steuern ein-
ziehen könnte. Auch muss der Unterhaltspflichtige nicht fürchten, seine Existenz 
würde durch Steuerforderungen gefährdet, weil ihm für deren Bezahlung nach der 
Begleichung seiner Unterhaltsschulden und der Deckung des Grundbedarfes seiner 
Familie nichts bleibt. Denn sein Recht auf Existenzsicherung darf durch staatliche 
Abgabeforderungen nicht beeinträchtigt werden (vgl. BGE 126 III 353 mit zahlrei-
chen Hinweisen). 

c) Für die Unterhaltsberechnung für den Zeitraum von 1. Juni 2004 bis 
30. September 2004 ergibt sich unter Berücksichtigung der vorstehenden Aus-
führungen bei Y. ein Existenzminimum von Fr. 3'765.--, welches sich wie folgt zu-
sammensetzt: Der Grundbedarf beträgt nach den Richtlinien für die Berechnung 
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums Fr. 1'250.--. Hinzu kommen Fr. 250.-
- für den Unterhalt des knapp vierjährigen Sohnes A.. Die Wohnungsmiete ist 
gemäss Mietvertrag mit Fr. 1'425.-- zu veranschlagen. Bei der Krankenkasse sind 
die obligatorischen Beiträge gemäss KVG zu berücksichtigen, welche vorliegend Fr. 
300.-- betragen. Die Kosten für die Tagesmutter sind auf Fr. 540.-- festzulegen. Die 
Steuerlast ist - wie bereits ausgeführt - bei knappen finanziellen Mitteln ausser Be-
tracht zu lassen. Bei X. beläuft sich das Existenzminimum für die genannte Zeit-
spanne auf Fr. 2'461.-- und setzt sich wie folgt zusammen: Der Grundbedarf beträgt 
Fr. 1'100.--. Die Kosten für die Wohnungsmiete belaufen sich - unter Berücksichti-
gung der Miete für den Autoeinstellplatz - auf Fr. 1'125.--. Der Betrag für die obliga-
torische Krankenversicherung ist mit Fr. 236.-- zu veranschlagen. Für beide Ehe-
gatten zusammen ergibt sich daraus ein Existenzminimum von Fr. 6'226.--. Das Ein-
kommen belief sich bei Y. auf Fr. 4'666.--. Davon erzielte sie Fr. 4'165.-- aus ihrer 
Erwerbstätigkeit (Jahreseinkommen Fr. 49'979.--) und bezog Fr. 169.-- ordentliche 
Zusatzrente für den Ehegatten, Fr. 226.-- ordentliche Kinderrente und Fr. 106.-- In-
validen-Kinderrente. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese ihr zustehenden Ren-
ten bis September 2004 an X. überwiesen wurden. Sollte die Weiterleitung nicht 
oder nur teilweise erfolgt sein, so wäre X. verpflichtet, diese Beträge rückwirkend 
auf die Zeitspanne vom 1. Juni 2004 bis 30. September 2004 an Y. zu überweisen. 
Bei X. betrug das Einkommen insgesamt Fr. 1’097.-- (Fr. 564.-- und Fr. 533.--), wo-
mit sich ein Gesamteinkommen von Fr. 5'763.-- ergibt. Die Gegenüberstellung von 
Existenzminimum (Fr. 6'226.--) und Gesamteinkommen (Fr. 5'763.--) ergibt damit 
einen Fehlbetrag von Fr. 463.--, der zu Lasten des Unterhaltsberechtigten, im vor-
liegenden Fall somit zu Lasten von X. geht, da bei knappen finanziellen Mitteln zu-

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mindest das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Rentenschuldners zu 
schützen ist (BGE 126 III 356). Damit würde es sich rechtfertigen, Y. zu einer mo-
natlichen Unterhaltszahlung an X. von Fr. 901.-- (Einkommen abzüglich Existenz-
minimum) zu verpflichten. Da X. jedoch nur eine monatliche Unterhaltszahlung von 
Fr. 640.-- geltend macht, ist ihm eine solche lediglich in der geforderten Höhe zuzu-
sprechen (vgl. Ziffer 5 und Text des Rekurses). 

Für die Zeitspanne ab dem 1. Oktober 2004 ist bei Y. aufgrund der neuen 
Wohnsituation (Einzug des Lebenspartners) sowohl von einem geringeren Grund-
bedarf, als auch von tieferen Mietkosten auszugehen, da sie von ihrem Lebenspart-
ner finanziell unterstützt wird. Das Existenzminimum beläuft sich daher ab dem 1. 
Oktober 2004 nurmehr auf Fr. 3'115.--. Der betreibungsrechtliche Grundbedarf be-
trägt Fr. 775.-- zuzüglich Fr. 250.-- für den Unterhalt des Sohnes A.. Des Weiteren 
sind Fr. 1’000.-- für die Miete, Fr. 300.-- für Krankenkassenprämien, Fr. 540.-- für 
den Aufwand der Tagesmutter sowie Fr. 250.-- für die Steuern zu veranschlagen. 
Bei X. können bei der Unterhaltsberechnung ab dem 1. Oktober 2004 ebenfalls die 
Steuerschulden von Fr. 150.-- berücksichtigt werden. Daraus lässt sich für beide 
Ehegatten zusammen ein Existenzminimum von Fr. 5'726.-- errechnen. Die Ge-
genüberstellung zum errechneten Gesamteinkommen von Fr. 5'763.--, welches im 
Vergleich zur vorgängigen Berechnung unverändert geblieben ist, ergibt somit ei-
nen Überschuss von Fr. 37.--, welcher anteilsmässig auf beide Seiten anzurechnen 
ist. Bei einem Existenzminimum von Fr. 3'115.-- zuzüglich Fr. 24.-- als Anteils des 
Überschusses und abzüglich des Erwerbseinkommens von Fr. 4'666.-- ergibt sich 
ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'527.--. Da X. jedoch nur einen monatlichen Unterhalt 
in der Höhe von Fr. 640.-- gefordert hat, ist Y. bis auf weiters zu verpflichten, ihm 
monatlich Fr. 640.-- zu bezahlen (vgl. Ziffer 5 und Text des Rekurses). 

5. X. beantragt in seinem Rekurs, Ziffer 6 der Eheschutzverfügung des 
Bezirksgerichtspräsidiums Surselva sei aufzuheben und es sei von der Anordnung 
der Gütertrennung abzusehen. Die in Art. 176 ZGB vorgesehene Gütertrennung sei 
insbesondere dann auszusprechen, wenn finanzielle Interessen gefährdet seien. 
Dies treffe im vorliegenden Fall nachweislich nicht zu. Ausserdem sei bis anhin eine 
Scheidung noch nicht zur Diskussion gestanden.

Die Gütertrennung als ausserordentlicher Güterstand ist für Sachlagen be-
stimmt, in welchen das einträchtige Zusammenwirken der Ehegatten im wirtschaft-
lichen Bereich gestört oder bei einem Ehegatten ein Vermögensverfall eingetreten 
ist. Bezweckt wird damit die Trennung der vermögensrechtlichen Interessen der 

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Ehegatten. Als Eheschutzmassnahme im Zusammenhang mit dem Getrenntleben 
rechtfertigt sich die Anordnung der Gütertrennung bloss bei begründeter Aufhebung 
des gemeinsamen Haushaltes (Art. 175 ZGB), und nur, wenn es gemäss Art. 176 
Abs. 1 Ziff. 3 ZGB die Umstände rechtfertigen (vgl. Hausheer/Geiser/Kobel, Das 
Eherecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 2. Auflage, Bern 2002, S. 165 
ff.). Die Auflösung des gemeinsamen Haushaltes nach Art. 175 ZGB zieht im Un-
terschied zur richterlichen Ehetrennung nach Art. 117 f. ZGB nicht von Gesetzes 
wegen die Gütertrennung nach sich. Andererseits bedarf es zur Anordnung der 
Gütertrennung nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB im Unterschied zu Art. 185 ZGB 
auch nicht eines „besonders wichtigen Grundes“. Es genügt, wenn die Umstände 
dies rechtfertigen. Im Vordergrund steht dabei die Gefährdung wirtschaftlicher In-
teressen. Nach Auffassung des Bundesgerichts gibt allerdings der Umstand, dass 
eine Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushalts unwahrscheinlich ist, allenfalls 
Grund zur Klage auf Scheidung oder Trennung der Ehe, für sich allein stellt er aber 
noch keinen hinreichenden Grund zur Anordnung der Gütertrennung dar. Nach In-
krafttreten des neuen Scheidungsrechts hat sich die Situation jedoch geändert. 
Heute liegt der Zweck von Eheschutzmassnahmen weniger in der Aussöhnung der 
Ehegatten und der Vermeidung künftiger oder der Behebung bestehender Schwie-
rigkeiten, sondern bildet vielmehr eine massgebliche Vorbereitungsphase zur beab-
sichtigten Scheidung. Ein Teil der kantonalen Rechtsprechung hat sich deshalb von 
der strengen bundesgerichtlichen Praxis gelöst und geht bei einem Eheschutzver-
fahren, das der Scheidungsvorbereitung dient, davon aus, dass die Gütertrennung 
auf Antrag eines Ehegatten ohne weiteres anzuordnen ist. Der subjektive Schei-
dungswille genügt aber nicht. Vielmehr müssen objektive Anhaltspunkte hinzukom-
men, welche die Trennung als Dauerzustand erscheinen lassen (vgl. zum Ganzen 
AJP 6/2003 S. 666 ff. mit zahlreichen Hinweisen). Dieser neuen Praxis ist insbeson-
dere auch unter dem Aspekt zu folgen, dass es keinen Grund mehr gibt, am Güter-
stand der Errungenschaftsbeteiligung festzuhalten, wenn die Ehepartner keine ehe-
liche Gemeinschaft mehr führen und damit ein berechtigtes Interesse eines Ehegat-
ten besteht, seine künftige Errungenschaft nicht mehr mit dem Partner zu teilen.

Im vorliegenden Fall hat Y. in ihrem Rekurs vom 16. August 2004 ausgeführt, 
dass aus heutiger Sicht und nach dem bisher Vorgefallenen keine andere Perspek-
tive mehr realistisch sei, als dass eine Wiedervereinigung absolut ausgeschlossen 
sei und nach Ablauf der Trennungszeit die Scheidung erfolgen werde. Sie sei fest 
entschlossen, an ihrem Scheidungswillen festzuhalten. Damit sind die subjektiven 
Voraussetzungen zweifellos erfüllt. Objektiv gilt festzuhalten, dass nicht nur eine 
Aufgabe des gemeinsamen Haushalts, sondern vielmehr auch eine Trennung be-

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züglich der wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgte. Y. finanziert ihren Lebensunterhalt 
durch die Führung ihres Coiffeurgeschäfts, X. bezieht - wie bereits ausgeführt - eine 
IV-Rente. Die ordentliche Zusatzrente für den Ehegatten sowie die Kinderrente wird 
seit dem 1. Oktober 2004 direkt an Y. ausbezahlt.  Zudem lebt Y. seit einiger Zeit 
mit einem neuen Lebenspartner zusammen. Daraus ergibt sich, dass auch in ob-
jektiver Hinsicht von einer dauerhaften Trennung der beiden Ehegatten auszugehen 
ist. Damit hat die Vorinstanz zu Recht die Gütertrennung angeordnet. 

6. Des Weiteren beantragt X., die Rekursgegnerin sei zu verpflichten, 
ihm einen Betrag von Fr. 3'000.-- an seine Gerichts- und Anwaltskosten für das 
Rekursverfahren zu leisten. Y. machte in ihrer Rekursantwort geltend, dass X. 
gemäss Kontoauszug seines privaten Postkontos über ein Vermögen in der Höhe 
von rund Fr. 33'000.-- verfüge und daher sehr wohl in der Lage sei, seinen finanzi-
ellen Verpflichtungen gegenüber dem Gericht sowie seinem Rechtsvertreter nach-
zukommen, weshalb sich die Verpflichtung zur Bezahlung eines Kostenvorschus-
ses nicht rechtfertigte.

a) Gestützt auf Art. 163 ZGB ist ein Ehegatte verpflichtet, dem anderen 
Ehegatten die in einem Gerichtsverfahren anwachsenden Kosten vorzuschiessen, 
sofern dieser nicht in der Lage ist, sie aus eigenen Kräften zu bezahlen. Gemäss 
bundesgerichtlicher Praxis gilt diese Bestimmung auch für das Scheidungs- und 
Eheschutzverfahren (BGE 117 II 131 mit Hinweisen). 

b) Im vorliegenden Fall ist X. aufgrund seiner gesundheitlichen Situation 
nicht erwerbstätig und auf die ihm zustehende Invalidenrente angewiesen. Bezüg-
lich des Vermögens, das seine Ehefrau in ihrer Rekursantwort angesprochen hatte, 
führte er aus, dass dieses Geld seiner in Deutschland wohnenden Mutter gehöre 
und er ihr den gesamten Betrag in der Zwischenzeit zurückbezahlt habe. Er verfüge 
über keinerlei Vermögen. Im Gegensatz dazu lauten verschiedene Konten bei der 
E.-Bank im Gesamtbetrag von ca. Fr. 50'000.-- auf Y.. Anlässlich der Einigungsver-
handlung vom 25. November 2004 führte sie zwar aus, dass sie davon rund Fr. 
35'000.-- für den Kauf einer neuen Wohnungseinrichtung, die Begleichung der Steu-
erschulden sowie als Investition in ihr Coiffeurgeschäft verbraucht hätte. Sie 
bestätigte jedoch auch, dass noch rund Fr. 15'000.-- Vermögen vorhanden seien. 
Da Y. durch ihre Erwerbstätigkeit ein regelmässiges Einkommen hat und daher zur 
Bestreitung ihres Lebensunterhaltes nicht auf dieses Vermögen zurückgreifen 
muss, kann dem Gesuch um Bevorschussung der Gerichtskosten grundsätzlich ent-
sprochen werden. Dabei erscheint jedoch ein Kostenvorschuss für das Rekursver-

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fahren vor dem Kantonsgerichtspräsidium in der Höhe von Fr. 2'000.-- als ange-
messen. Die Parteien konnten sich denn auch anlässlich der Einigungsverhandlung 
vom 25. November 2004 auf diesen Betrag einigen. Gleichzeitig zog X. sein Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück; es wird daher als durch 
Rückzug erledigt abgeschrieben.

c) Die Vorinstanz verpflichtete Y., X. für das Eheschutzverfahren vor dem 
Bezirksgerichtspräsidium Surselva Fr. 3'000.-- zur Deckung seiner Gerichts- und 
Anwaltskosten zu bezahlen. Aus den obstehenden Ausführungen zum Kostenvor-
schuss für das Rekursverfahren ergibt sich, dass die Voraussetzungen für eine Be-
vorschussung der Gerichtskosten - welche auch bereits im vorinstanzlichen Verfah-
ren vorlagen - erfüllt sind. Aus diesem Grund wird der Rekurs von Y. in diesem 
Punkt abgewiesen. 

7. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO können die Kosten, wenn keine Partei 
vollständig obsiegt hat, verhältnismässig verteilt werden. Der Rekurs von Y. wurde 
zwar abgewiesen, jedoch ist auch X. mit seinen Hauptbegehren nicht vollumfänglich 
durchgedrungen (Obhut, Gütertrennung). Im vorliegenden Fall rechtfertigt sich da-
her eine Kostenverteilung im Verhältnis von ¾ zu Lasten von Y. und von ¼ zu Las-
ten von X.. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen. Die Rekurrenten 
haben die vorinstanzliche Kostenverteilung nicht gerügt, weshalb darüber nicht wei-
ter zu befinden ist.

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Demnach erkennt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Der Rekurs von Y. wird abgewiesen.

2. Der Rekurs von X. wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 3, 4 und 5 der 
angefochtenen Verfügung werden aufgehoben.

3. Hinsichtlich der Regelung der Obhut sowie des Besuchs- und Ferienrechts 
wird die Sache im Sinne der Erwägungen zur neuen Entscheidung an das 
Bezirksgerichtspräsidium Surselva zurückgewiesen.

4. Y. wird verpflichtet, rückwirkend ab dem 1. Juni 2004, monatlich im voraus 
Fr. 640.-- an den Unterhalt von X. zu bezahlen

5. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Re-
kursverfahren wird als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. Y. wird ver-
pflichtet, dem Ehemann einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2000.-- 
zur Deckung der Gerichts- und Anwaltskosten zu leisten.

6. Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'000.-- gehen zu 1/4 zu Lasten 
von X. und zu 3/4 zu Lasten von Y. Shabani. Die ausseramtlichen Kosten für 
das Rekursverfahren werden wettgeschlagen.

7. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: