# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f0a60e6-3717-578d-9e6a-dddc6bae55fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2010 D-4492/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4492-2010_2010-06-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4492/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

A.___________, geboren (...),
Gambia,
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. Juni 2010 / N (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4492/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  gambischer  Staatsangehöriger  mit 
letztem Wohnsitz in B.__________, sein Heimatland eigenen Angaben 
zufolge am 3. Mai 2010 auf dem Luftweg in Richtung Spanien verliess 
und am 4. Mai 2010 von dort über ihm unbekannte Länder illegal in die 
Schweiz einreiste,

dass  er  am  6.  Mai  2010  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
C.__________  um  Asyl  nachsuchte  und  nach  dem  Transfer  ins 
Transitzentrum  D.__________  dort  am  20. Mai  2010  summarisch 
befragt wurde,

dass das  BFM den Beschwerdeführer  am 2. Juni  2010 gestützt  auf 
Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte,

dass ihm dabei auch das rechtliche Gehör zum Ergebnis der vorfrage-
weisen  Überprüfung  der  Altersangaben  (angebliche  Minderjährigkeit 
unglaubhaft) gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  seine  Eltern  seien  im Dezember  1995  bei 
einem Autounfall ums Leben gekommen, weshalb er in der Folge bei 
seinem Onkel (...) gelebt habe,

dass sein Onkel einen Militärputsch geplant habe, jedoch im Novem-
ber 2009 festgenommen worden sei, bevor er diesen habe ausführen 
können,

dass bei seinem Onkel eine Liste gefunden worden sei, worauf auch 
sein Name gestanden habe,

dass er deshalb zweimal (Im Dezember 2009 sowie im März 2010) von 
der Armee verhaftet  und verhört  worden sei,  ebenso wie die beiden 
Ziehsöhne seines Onkels,

dass er seinen Onkel vor dessen Festnahme häufig am Arbeitsplatz 
besucht  und viel  über  ihn  gewusst  habe,  weshalb die Regierung an 
ihm interessiert gewesen sei,

Seite 2

D-4492/2010

dass man ihn gefragt habe, wo sein Onkel die Waffen und Dokumente 
versteckt habe und was seine Pläne gewesen seien,

dass er während der Haft gefoltert und bedroht worden sei,

dass die Armee wenige Tage nach seiner zweiten Freilassung erneut 
zuhause nach ihm gesucht hätten, er jedoch nicht dort  gewesen sei,  
weshalb nur die beiden Ziehsöhne mitgenommen worden seien,

dass er befürchtet habe, erneut inhaftiert  und eventuell sogar umge-
bracht  zu  werden,  weshalb  er  sich  ab dem 21. März  2010  vorüber-
gehend in einem verlassenen Haus in Birkama versteckt habe,

dass die Frau seines Onkels seine Ausreise organisiert habe und die 
Verwandten in den USA dafür Geld geschickt hätten,

dass er mit Hilfe eines Schleppers am 3. Mai 2010 aus dem Heimat-
land ausgereist und in die Schweiz geflüchtet sei,

dass der Beschwerdeführer die Einschätzung des BFM, wonach er als 
volljährig erachtet werde, zur Kenntnis nahm,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten zu verweisen ist,

dass der  Beschwerdeführer  im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfah-
rens weder Identitäts-  oder Reisepapiere noch anderweitige Beweis-
mittel zu den Akten reichte,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfü-
gung vom 17. Juni 2010 – gleichentags eröffnet – in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  aufgrund der Aktenlage sei die geltend gemachte Minder-
jährigkeit  des Beschwerdeführers nicht  glaubhaft  (keine Abgabe von 
Identitätsdokumenten,  offensichtlich  unzutreffende  Angaben  zum 
Reiseweg, ungenaue Angaben zu den Familienverhältnissen und den 
Schulbesuchen, Aussehen),

Seite 3

D-4492/2010

dass  er  daher  als  volljährige  Person  behandelt  werde,  zumal  er  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs nichts vorgebracht habe, was die Ein -
schätzung des BFM umstossen könnte,

dass angesichts der unglaubhaften Minderjährigkeit auch das Vorbrin-
gen, wonach er infolge seiner Minderjährigkeit in Gambia keine Iden-
titätspapiere habe beantragen können, unglaubhaft sei,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem widersprüchliche  Gründe  für 
die angeblich unterlassene Beantragung heimatlicher Identitätspapiere 
vorgebracht habe,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge aus einer urba-
nen,  wohlhabenden  und  bekannten  Familie  stamme,  weshalb  auch 
seine Aussage, er sei nicht in der Lage, zwecks Papierbeschaffung mit 
Bezugspersonen im Heimatland in Kontakt zu treten, wenig plausibel 
sei,

dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Reiseweg ober-
flächlich, stereotyp und realitätsfremd seien und insgesamt davon aus-
zugehen sei, er habe dem BFM bewusst seine Reise- und Identitäts-
dokumente  vorenthalten,  um  seine  Identität  und  Herkunft  zu  ver-
schleiern,

dass daher keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von 
Identitäts- oder Reisepapieren vorlägen,

dass die Asylvorbringen unglaubhaft seien, da sie vage, widersprüch-
lich und tatsachenwidrig ausgefallen seien,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  wichtige  Ausreisegründe 
(Folterungen) erst in der Direktanhörung vorgebracht habe,

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers  insgesamt als  unglaub-
haftes Sachverhaltskonstrukt zu qualifizieren seien,

dass  der  Beschwerdeführer  daher  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfülle und auch keine zusätzlichen Abklärungen erforderlich seien,

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Ak-
ten zu verweisen ist,

Seite 4

D-4492/2010

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  vom 21.  Juni  2010  (Poststempel)  anfocht 
und dabei  sinngemäss beantragte,  die  vorinstanzliche Verfügung sei 
aufzuheben,

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit  entscheidwesentlich – 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 22. Juni 2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM 
auf  dem  Gebiet  des  Asylrechts  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 und 105 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-

Seite 5

D-4492/2010

hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretensent-
scheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, 
ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückgehen  zu  lassen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
dagegen  bereits  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwal-
tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  geltend 
machte, er sei minderjährig,

dass der Beschwerdeführer die Beweislast dafür trägt, dass die vorge-
brachte Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht wird, und dass 
er  gegebenenfalls  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  tragen  muss  (vgl. 
dazu EMARK 2001 Nr. 23, 2004 Nr. 30),

dass der Beschwerdeführer keine Identitätspapiere eingereicht hat, die 
eine zweifelsfreie Überprüfung seiner Altersangaben zulassen würden,

dass er auch keine anderen Dokumente beschaffte, welche zumindest 
als  Indiz  für  die  geltend  gemachte  Minderjährigkeit  gelten  könnten 
(beispielsweise  die  angeblich  im  Heimatland  verbliebene  Geburts-
urkunde oder Schulunterlagen; vgl. A9 S. 2),

dass der Beschwerdeführer ausserdem ungenaue Angaben zu seinen 
Schulbesuchen gemacht hat,

Seite 6

D-4492/2010

dass seine Altersangabe auch mit  Blick auf  die unglaubhaften Asyl -
gründe (vgl. dazu nachfolgend) zu bezweifeln ist,

dass die  Vorinstanz daher  im Ergebnis  zu Recht  von der   Unglaub-
haftigkeit  der  vom  Beschwerdeführer  behaupteten  Minderjährigkeit 
ausgegangen ist,

dass  somit  im  Folgenden  weiterhin  von  der  Volljährigkeit  des  Be-
schwerdeführers auszugehen ist, zumal er auch auf Beschwerdeebene 
nichts vorbringt, was die behauptete Minderjährigkeit nachträglich als 
glaubhaft erscheinen liesse,

dass  auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Bst. b), oder wenn sich auf 
Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll-
zugshindernisses ergibt (Bst. c),

dass der Beschwerdeführer bis heute keine rechtsgültigen Identitäts- 
oder Reisepapiere zu den Akten gereicht hat,

dass er geltend machte, er besitze weder einen Reisepass noch eine 
Identitätskarte,

dass er diesbezüglich in der Erstbefragung vorbrachte, er sei noch zu 
jung gewesen, um derartige Identitätspapiere zu erhalten,

dass  dieses  Vorbringen  indessen  tatsachenwidrig  ist,  können  doch 
sogar gambische Staatsangehörige unter 16 Jahren einen Pass bean-
tragen (mit schriftlichem Einverständnis der Eltern),

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem in  der  Direktanhörung einen 
anderen  Grund für  die  fehlenden Identitätspapiere  nannte,  indem er 
sagte, er habe nie derartige Dokumente beantragt, weil er nicht vorge-
habt habe, auszureisen,

Seite 7

D-4492/2010

dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  geltend  machte,  er  sei  mit 
einem fremden Pass im Flugzeug von Gambia nach Spanien  (Barce-
lona) geflogen und anschliessend mit dem Zug in die Schweiz weiter -
gereist,

dass er jedoch keine näheren Angaben zu diesem Pass machen und 
auch den Reiseweg nur äusserst vage schildern konnte,

dass es dem Beschwerdeführer  damit  nicht  gelungen ist,  entschuld-
bare  Gründe  für  die  Nichteinreichung  von  Identitäts-  oder  Reise-
papieren glaubhaft zu machen,

dass demnach zu prüfen bleibt,  ob das BFM zu Recht davon ausge-
gangen ist,  die  Flüchtlingseigenschaft  sei  nicht  gegeben und es  be-
stehe aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit zur Vornahme von 
weiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses,

dass der Beschwerdeführer geltend macht, er sei der Neffe des gam-
bischen  (...)  und  werde  im  Zusammenhang  mit  dessen  Inhaftierung 
wegen  eines  geplanten  Putsches  von  den  Behörden  seines 
Heimatlandes verfolgt,

dass das Vorbringen, er sei der Neffe von (...) und sei bei diesem auf -
gewachsen,  jedoch  unglaubhaft  ist,  da  der  Beschwerdeführer  tat -
sachenwidrige Angaben zu den Lebens- und Verwandtschaftsverhält-
nissen von (...) machte,

dass  sich  die  beiden  Wohnsitze  von  (...)  öffentlich  zugänglichen 
Presseberichten  zufolge  in  den  Ortsteilen  E.___________  und 
F.__________ befinden und nicht, wie vom Beschwerdeführer geltend 
gemacht, in G.___________ und H.__________ (vgl. A9 S. 3),

dass der Beschwerdeführer aussagte, (...)  habe nur eine Schwester, 
nämlich seine Mutter I.___________ (vgl. A1 S. 1, A9 S. 3),

dass  in  öffentlich  zugänglichen  Presseberichten  jedoch  die  Namen 
eines Bruders und einer Schwester von (...) genannt werden und der 
Name  der  Schwester  nicht  mit  dem  Namen  der  Mutter  des  Be-
schwerdeführers übereinstimmt,

Seite 8

D-4492/2010

dass der Beschwerdeführer im Weiteren nur über rudimentäre Kennt-
nisse von der Tätigkeit von (...) und dessen Gerichtsverfahren verfügt 
(vgl.  A1  S.  7;  A9  S.  4  ff.),  was  angesichts  der  geltend  gemachten, 
langjährigen  Wohngemeinschaft  mit  (...)  und  dem  angeblich  ver-
trauensvollen  Verhältnis  zu  diesem  (vgl.  A9  S.  13)  unplausibel 
erscheint,

dass der Beschwerdeführer schliesslich keinerlei Beweise für die an-
gebliche Verwandtschaft mit (...) vorlegt,

dass angesichts der unglaubhaften Beziehung des Beschwerdeführers 
zu (...)  auch die davon abgeleiteten Verhaftungen als unglaubhaft  zu 
qualifizieren sind,

dass  die  diesbezüglichen  Vorbringen  im  Übrigen  unplausibel  und 
widersprüchlich ausgefallen sind,

dass  beispielsweise  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  der  Be-
schwerdeführer  mehrmals  wegen  derselben  Sache  hätte  verhaftet 
werden sollen,

dass die  beiden Ehefrauen  von (...)  offenbar  nicht  behelligt  wurden, 
was ebenfalls realitätsfremd erscheint,

dass der Beschwerdeführer ausserdem widersprüchliche Angaben zur 
Dauer seiner zweiten Inhaftierung machte, indem er zunächst erklärte, 
er sei am 2. Dezember 2009 festgenommen und am 15. Januar 2010 
wieder freigelassen worden (vgl. A1 S. 4),  während er in der Direkt-
anhörung vorbrachte,  er  sei  am 5. Januar 2010 freigelassen worden 
(vgl. A9 S. 7),

dass er ein grundsätzlich zentrales Fluchtmotiv (er  sei  gefoltert  wor-
den) ohne nachvollziehbaren Grund erst in der Direktanhörung geltend 
machte,  obwohl  ihm  in  der  Erstbefragung  ausreichend  Gelegenheit 
geboten worden war, alle Fluchtgründe darzulegen,

dass  er  in  den  Anhörungen  aussagte,  die  Frau  seines  Onkels 
(J.___________) habe ihm bei seiner Rückkehr nach Hause mitgeteilt, 
die beiden Ziehsöhne seien erneut verhaftet worden (vgl. A9 S. 4, 9 
und 11),

Seite 9

D-4492/2010

dass er in der Beschwerde im Widerspruch dazu vorbrachte, er habe 
nach seiner  Freilassung  die  Frau seines  Onkels  angerufen,  und  bei 
dieser Gelegenheit habe diese ihm erzählt, das Militär sei erneut vor -
beigekommen (vgl. S. 2 der Beschwerde),

dass die geltend gemachte Verfolgung durch die heimatlichen Behör-
den nach dem Gesagten als offensichtlich haltlos zu bezeichnen ist,

dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
demnach ohne weiteres ausgeschlossen werden kann und auch keine 
zusätzlichen Abklärungen hinsichtlich der Frage des Wegweisungsvoll-
zugs notwendig erscheinen (vgl. dazu auch nachfolgend),

dass darauf verzichtet werden kann, näher auf die Vorbringen in der 
Beschwerde  einzugehen,  da  sie  an  der  vorstehenden  Einschätzung 
nichts zu ändern vermögen,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einge-
treten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu 
bestätigen ist,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zu-
mutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 
ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER 

Seite 10

D-4492/2010

STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- oder Herkunftsstaat noch 
individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rück-
kehr schliessen lassen,

dass in Gambia keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, weshalb 
der Wegweisungsvollzug dorthin als generell zumutbar zu erachten ist,

Seite 11

D-4492/2010

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen alleinstehenden jungen 
Mann handelt, welcher über eine solide schulische Ausbildung verfügt 
und an keinen aktenkundigen gesundheitlichen Problemen leidet, 

dass  es  ihm  bei  dieser  Sachlage  grundsätzlich  zuzumuten  ist,  im 
Heimatland einer Erwerbstätigkeit nachzugehen,

dass mangels anderweitiger, konkreter Hinweise zudem davon auszu-
gehen ist, der Beschwerdeführer verfüge im Heimatland über ein Be-
ziehungsnetz, welches ihn bei Bedarf unterstützen könnte,

dass  somit  nicht  zu  erwarten  ist,  der  Beschwerdeführer  würde  bei 
einer Rückkehr nach Gambia in eine existenzbedrohende Situation ge-
raten, weshalb der Vollzug der Wegweisung insgesamt zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung demnach zu be-
stätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen ist darzutun, in -
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder un-
angemessen ist  (Art. 106 AsylG),  weshalb die Beschwerde abzuwei-
sen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

D-4492/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  Transitzentrums 
D.__________ (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Transitzentrum D.__________ (per Telefax zu den Akten 
Ref.-Nr.  N  (...),  mit  der  Bitte  um  Eröffnung  des  Urteils  an  den 
Beschwerdeführer und um Zustellung der beiliegenden Empfangs-
bestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- (zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand:

Seite 13