# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 768b536c-b1be-5e2b-b65f-9e9ea6cc28a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.02.2012 D-3111/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3111-2011_2012-02-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3111/2011

U r t e i l   v om   2 0 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
Kongo (Kinshasa),
vertreten durch Samuel Häberli, Freiplatzaktion Zürich, 
Rechtshilfe Asyl und Migration, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 21. April 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger von Kongo (Kinshasa) 
mit  letztem Wohnsitz  in B._______, verliess seinen Heimatstaat eigenen 
Angaben  zufolge  am  17.  August  2007  und  gelangte  zunächst  auf  dem 
Luftweg  nach  Äthiopien  und  anschliessend  weiter  nach  Italien.  Am 
24. August 2007 reiste er von dort herkommend illegal mit dem Zug in die 
Schweiz  ein,  stellte  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
C._______  ein  Asylgesuch  und  wurde  dort  am  7.  September  2007 
summarisch  befragt.  Das  BFM  hörte  den  Beschwerdeführer  am  26. 
September  2007  gestützt  auf  Art.  29  Abs.  4  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an 
und  wies  ihn  in  der  Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton 
D._______ zu.

A.b. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen vor, er sei im Jahr 1992 zwecks Abbaus von Diamanten 
für  den  damaligen  kongolesischen  Präsidenten Mobutu  nach  Angola  in 
die  Provinz  Luanda  Norte  gegangen.  Als  er  und  seine  Kollegen  dort 
angekommen  seien,  habe  man  ihnen  mitgeteilt,  sie  müssten  sich  als 
Informanten für die União Nacional para a Independência Total de Angola 
(UNITA)  betätigen  und  Leute  bespitzeln.  Daneben  habe  er  die 
Diamantenschürfer beaufsichtigt und so Geld verdient. Nachdem er (nach 
Brauch) geheiratet habe, sei er im Jahr 2000 nach Luanda gegangen und 
habe für die UNITA Renovada als Informant weitergearbeitet. Er habe zu 
diesem  Zweck  unter  einem  fiktiven  Namen  an  Anlässen  einer 
Jugendorganisation  des  Movimento  Popular  de  Libertação  de  Angola 
(MPLA) namens JIOTA teilgenommen. Am 7. Januar 2002 hätten sie  im 
Rahmen einer Versammlung über politische Werte gesprochen. Aufgrund 
seiner  Äusserungen  hätten  die  JIOTA­Anhänger  bemerkt,  dass  er  und 
seine  Kollegen UNITA­Informanten  gewesen  seien.  In  der  Folge  hätten 
Soldaten der MPLA auf sie geschossen. Dabei sei einer seiner Kollegen 
getötet  und  er  sowie  weitere  Personen  verwundet  worden.  Er  sei 
daraufhin  zunächst  untergetaucht.  Nachdem  er  gehört  habe,  dass  sein 
Haus verwüstet worden und seine Frau mutmasslich tot sei, sei er am 17. 
Januar 2002 in sein Heimatland zurückgekehrt. Nach dem Grenzübertritt 
sei  er  umgehend  vom  Geheimdienst  festgenommen  worden,  da  er 
aufgrund  seiner  Informantentätigkeit  als  Soldat  des  ehemaligen 
Machthabers Mobutu gegolten und inzwischen bereits Joseph Kabila die 
Macht  übernommen  habe.  Zunächst  habe  man  ihn  im  Gefängnis  von 

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Kayemba  festgehalten,  anschliessend  sei  er  ins  Gefängnis  Kikwit 
verbracht und erst  im April 2006 mit Hilfe des  ihm von früher bekannten 
Kommandanten  S.  wegen  schwerer  Erkrankung  freigelassen  worden. 
Nach  seiner  Entlassung  aus  dem  Gefängnis  sei  er  nach  B._______ 
gegangen.  Dort  habe  er  sich  jedoch  nicht  sicher  gefühlt.  Aus 
Sicherheitsüberlegungen  sowie  weil  er  Jean­Pierre  Bemba  schon  seit 
dem Jahr 1990 gekannt habe, sei er ungefähr im Juni 2006 dessen Partei 
Mouvement de Libération du Congo (MLC) beigetreten und sei für diese 
Partei  als Wahlhelfer  tätig  gewesen.  Nach  den  Unruhen  vom  22.  März 
2007 habe er  jedoch erneut Drohungen erhalten, weil man ihn als einen 
für  Bemba  tätigen  Informanten  betrachtet  habe.  Daraufhin  sei  er  drei 
Monate  lang  in  einem  Vorort  von  B._______  untergetaucht.  Als  er  an 
seinen Wohnsitz  in B._______  zurückgekehrt  sei,  sei  er wieder bedroht 
worden. Der Sicherheitsdienst sowie Soldaten hätten nach  ihm gesucht. 
Ein  Polizeikommandant,  welcher  auch  für  den  Sicherheitsdienst 
gearbeitet habe und ein Bruder eines Freundes gewesen sei, habe  ihm 
mitgeteilt,  er  sowie  alle  anderen  ehemaligen  Soldaten Mobutus  würden 
gesucht.  Falls  man  ihn  fände,  würde  er  umgebracht.  Er  werde 
verdächtigt,  Informationen  über  die  Parti  du  Peuple  pour  la 
Reconstruction et  la Démocratie  (PPRD) an die MLC weitergegeben zu 
haben.  In  der  Folge  habe  die  Bedrohung  zugenommen.  Es  sei 
vorgekommen,  dass  seine  Verfolger  dreimal  täglich  bei  ihm  zuhause 
nach ihm gesucht hätten. Deshalb habe er sich vorübergehend bei einem 
Senator der MLC versteckt. Da sich die Situation nicht verbessert habe, 
habe  er  sich  entschieden,  sein  Heimatland  zu  verlassen.  Eine 
Flughafenangestellte  habe  ihm  einen  europäischen  Pass  einer 
unbekannten  Person  beschafft,  mit  welchem  er  am  17. August  2007 
ausgereist sei. Während seines Transitaufenthalts in Italien habe er einen 
Diamantenhändler getroffen, welchen er aus seiner Zeit in Angola kenne. 
Dieser  habe  ihm  gesagt,  dass  seine  Frau  nicht  tot  sei,  sondern  in  der 
Schweiz  lebe.  Er  gehe  daher  davon  aus,  dass  sich  seine  Frau 
(E._______;  vgl.  N  _______)  und  das  gemeinsame  Kind  F._______  in 
der Schweiz befänden. 

A.c. Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen der Befragungen lediglich 
seinen Führerschein zu den Akten.

B. 
Das BFM trat mit Verfügung vom 11. März 2008  in Anwendung von Art. 
32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
ein  und  verfügte  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug. 

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Die  dagegen  erhobene  Beschwerde  vom  20.  März  2008  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  28.  Juli  2008  gut;  es  hob  die 
vorinstanzliche Verfügung vom 11. März 2008 auf und wies die Sache zur 
Vornahme  von  weiteren  Abklärungen  sowie  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz zurück (vgl. das Verfahren D­1910/2008). 

C. 
C.a. In der Folge forderte das BFM den Beschwerdeführer mit Verfügung 
vom 26. September 2008 auf, einen Vaterschaftsnachweis zu erbringen 
und Auskunft  über  seine  familiäre Situation  zu geben. Mit Eingabe vom 
30. Oktober 2008 liess der Beschwerdeführer  im Wesentlichen mitteilen, 
der  Vaterschaftsnachweis  habe  aufgrund  finanzieller  Umstände  (noch) 
nicht  erbracht  werden  können.  Die  Beziehung  zwischen  dem 
Beschwerdeführer,  seiner  Frau  (E._______)  und  seinen  Kindern 
(F._______  und  G._______)  könne  indessen  als  gelebt  bezeichnet 
werden, weshalb vom faktischen Bestehen einer Familie auszugehen sei. 

C.b.  Mit  Verfügung  vom  3.  Dezember  2010  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer mit,  es übernehme die Kosten des Vaterschaftstests, 
und forderte ihn auf, den Vaterschaftsnachweis innert Frist zu erbringen.

C.c.  Der  Beschwerdeführer  liess  daraufhin  mit  Eingabe  vom  21.  März 
2010  erklären,  die  Mutter  der  Kinder,  Frau  E._______,  verweigere  die 
Zustimmung zur Durchführung des Vaterschaftstests. 

D. 
Das BFM stellte mit Verfügung vom 21. April 2011 – eröffnet am 28. April 
2011  –  fest,  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  seien 
unglaubhaft.  Demzufolge  verneinte  es  die  Flüchtlingseigenschaft  und 
lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus 
der Schweiz und ordnete den Vollzug an.

E. 
Mit  Beschwerde  vom  30.  Mai  2011  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  beantragen,  die 
angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  ihm  die 
Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren, eventuell sei 
er infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
vorläufig  aufzunehmen.  In  prozessualer  Hinsicht  wurde  um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 

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Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht.  Zudem  wurde  beantragt, 
dem  Beschwerdeführer  sei  eine  angemessene  Parteientschädigung 
zuzusprechen.

F. 
Der  Instruktionsrichter  verzichtete  mit  Verfügung  vom  8. Juni  2011 
antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  teilte 
dem Beschwerdeführer gleichzeitig mit, über das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege werde  im Endentscheid befunden. Der 
Beschwerdeführer  wurde  zudem  aufgefordert,  umgehend  einen  Beleg 
betreffend  die  geltend  gemachte  prozessuale  Bedürftigkeit 
nachzureichen.

G. 
Mit  Eingabe  vom  16.  Juni  2011  wurden  eine  Bestätigung  der 
Erwerbslosigkeit der Gemeinde H._______, Abteilung Asyl, vom 10. Juni 
2011 sowie eine Bestätigung der Sozialhilfebehörde H._______ vom 16. 
Juni 2011 (beides in Kopie) zu den Akten gereicht. 

H. 
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  21.  Juni  2011 
vollumfänglich  an  seiner  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung 
der  Beschwerde.  Die  vorinstanzliche  Vernehmlassung  wurde  dem 
Beschwerdeführer am 24. Juni 2011 zur Kenntnis gebracht.

I. 
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2011 forderte der Instruktionsrichter den 
Beschwerdeführer  auf,  das  Gericht  innert  Frist  unter  Beilage  von 
geeigneten Beweismitteln über seine aktuelle rechtliche und tatsächliche 
Beziehung  zu  den  beiden  Kindern  F._______  und  G._______  sowie 
allenfalls  seiner  Beziehung  zur  Kindsmutter  zu  orientieren.  Der 
Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  beantwortete  die  in  der 
Verfügung  gestellten  Fragen  teilweise  mit  Eingabe  vom  14.  Dezember 
2011  und  bat  im  Übrigen  um  eine  Fristverlängerung,  welche  am  19. 
Dezember  2011  durch  den  Instruktionsrichter  bewilligt  wurde.  Der 
Eingabe des Rechtsvertreters  lag eine zwischen dem Beschwerdeführer 
und  seiner  Tochter  G._______Vereinbarung  vom  12.  Dezember  2011 
betreffend Vaterschaft und Unterhalt bei (in Kopie). 

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Mit  Eingabe  vom  18.  Januar  2012  wurde  ein  Bericht  des 
Jugendsekretariats  I._______  vom  12.  Januar  2012  zu  den  Akten 
gereicht. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gestützt  auf  Art. 31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32) 
Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von 
einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine 
das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG 
vorliegt.  Demnach  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  zuständig  für  die 
Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Entscheide  des  BFM,  welche  in 
Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 

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oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
ihrer politischen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids 
im Wesentlichen  aus,  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  seien 
unglaubhaft,  da  seine  Aussagen  widersprüchlich,  unplausibel  und 
unsubstanziiert ausgefallen seien. So habe er betreffend die Frage, wo er 
festgenommen  worden  sei,  unterschiedliche  Angaben  gemacht.  Im 
Weiteren  habe  er  keinen  nachvollziehbaren  Grund  für  die  angebliche 
Verhaftung nennen können. Die von  ihm geschilderten Umstände seiner 
Entlassung aus dem Gefängnis mit Hilfe eines Kommandanten müssten 
ebenfalls als realitätsfremd bezeichnet werden. Der Beschwerdeführer sei 
ferner  nicht  in  der  Lage  gewesen,  präzise  anzugeben,  ob  es  in  seiner 
Angelegenheit  eine  Gerichtsverhandlung  und/oder  ein  Urteil  gegeben 
habe und habe diesbezüglich ausweichende Antworten gegeben. Er habe 
zudem nicht gewusst, welche konkrete Straftat  ihm vorgeworfen worden 
sei und habe auf die entsprechende Frage hin nur pauschale Aussagen 
gemacht. Da er jedoch angeblich vier Jahre in Haft verbracht habe, könne 
von  ihm  erwartet  werden,  dass  er  zu  dem  ihm  vorgeworfenen 
Straftatbestand  genaue  Angaben  machen  könne.  Den  Alltag  im 
Gefängnis  habe  der Beschwerdeführer  ebenfalls  nicht  in  substanziierter 
Weise schildern können. Stattdessen habe er die  ihm gestellten Fragen 
vage  und  ausweichend  beantwortet.  Die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers seien daher als konstruiert und somit unglaubhaft zu 
erachten.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  durchführbar.  Bezüglich  der 
Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  führte  das  BFM  im 

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Wesentlichen  aus,  es  sei  aufgrund  der  Aktenlage  zweifelhaft,  ob  der 
Beschwerdeführer  Frau  E._______  tatsächlich  in  Angola  kennengelernt 
habe und ob die beiden tatsächlich bereits dort eine Lebensgemeinschaft 
gebildet hätten. Ausserdem habe die vom BFM veranlasste DNA­Analyse 
betreffend  die  beiden Kinder mangels Einwilligung  von Frau E._______ 
nicht  durchgeführt  werden  können.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachte  Vaterschaft  sei  daher  nicht  erwiesen.  Bezeichnenderweise 
habe  es  der  Beschwerdeführer  bisher  unterlassen,  das  zweite,  in  der 
Schweiz geborene Kind von Frau E._______ anzuerkennen.

4.2.  In  der  Beschwerde  wird  entgegnet,  die  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers  seien  durchaus  plausibel  und  zudem  genügend 
substanziiert  ausgefallen.  Es  sei  aktenkundig,  dass  der 
Beschwerdeführer  Jean­Pierre  Bemba  bereits  im  Jahr  1990  kennen 
gelernt  habe. Es  sei  allgemein bekannt,  dass Bemba ein  enger Berater 
von  Mobutu  gewesen  sei  und  seine  Familienangehörigen  zu  den 
einflussreichsten  Unternehmern  in  der  Demokratischen Republik  Kongo 
(DRK) gehört hätten. Im persönlichen Gespräch mit der Rechtsvertretung 
habe  der  Beschwerdeführer  erklärt,  er  habe  Bemba  in  Gomé 
kennengelernt, und zwar in einer Firma, welche von einem Sohn Mobutus 
geleitet worden sei. Diese Firma besitze auch Maschinen zum Abbau von 
Diamanten. Der Beschwerdeführer habe ausgesagt, dass er dann im Jahr 
1992  zusammen  mit  anderen  Personen  nach  Angola  gegangen  sei, 
wobei sie derartige Maschinen dabei gehabt hätten. Er habe jedoch nicht 
gewusst,  dass  er  dort  als  Informant  für  die  UNITA  würde  arbeiten 
müssen.  Es  sei  daher  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer 
primär aus ökonomischen Gründen nach Angola gegangen sei. Aufgrund 
der damaligen politischen Konstellation  sei  es  jedoch plausibel,  dass er 
als  Kongolese  von  der  UNITA  aufgefordert  worden  sei,  für  sie  als 
Informant  zu  arbeiten,  da  die  UNITA  damals  sehr  eng  mit  Mobutu 
zusammengearbeitet  habe.  Unter  diesem  Blickwinkel  sei  die  Aussage 
des  Beschwerdeführers  zu  werten,  wonach  er  als  Soldat  Mobutus 
betrachtet  worden  sei.  Es  sei  sodann  einleuchtend,  dass  der 
kongolesische Geheimdienst Kenntnis von Kongolesen gehabt habe, die 
in  Angola  im  Diamantenabbau  tätig  gewesen  seien  und  gleichzeitig  für 
die  UNITA  gearbeitet  hätten.  Im  vorliegenden  Fall  habe  sich  der 
Beschwerdeführer zudem zehn Jahre lang in Angola aufgehalten und sei 
in  den  Diamantenhandel  involviert  gewesen.  Seine  an  die  UNITA 
weitergegebenen  Informationen  seien  bestimmt  auch  für  das  Mobutu­
Regime  von  Interesse  gewesen.  In  diesem  Licht  sei  die  Aussage  des 
Beschwerdeführers zu verstehen, wonach es in der DRK wohl nur wenige 

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Personen  gebe,  welche  in  wichtiger  Funktion  bei  der  UNITA  tätig 
gewesen  seien.  Als  der  Beschwerdeführer  wieder  in  die  DRK 
zurückgekehrt  sei,  habe  er  komplett  veränderte  politische  Verhältnisse 
vorgefunden.  Was  ihm  unter  der  Herrschaft  von  Mobutu  noch  als 
Verdienst  angerechnet  worden  sei,  sei  ihm  nun  zum  Nachteil  gereicht. 
Die geltend gemachte Verhaftung und vierjährige Inhaftierung erschienen 
somit  als  plausibel.  Ebenso  nachvollziehbar  sei,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer nach seiner Entlassung unter den Schutz des ihm von 
früher bekannten Bemba und dessen MLC habe begeben wollen, zumal 
er überzeugt gewesen sei, diese Partei werde die Wahlen gewinnen. Es 
sei  im  Weiteren  einleuchtend,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  der 
Wahlniederlage der MLC vom Sicherheitsdienst verfolgt worden sei; zwar 
sei er nur ein einfaches Mitglied des MLC gewesen, aber er verfüge über 
einen  spezifischen  Hintergrund,  welcher  ihn  in  den  Augen  der  neuen 
Regierung  von  Kabila  als  ernstzunehmenden  politischen  Gegner  habe 
erscheinen  lassen.  Der  Beschwerdeführer  habe  ausführlich  und 
sachkundig über seine Tätigkeit in Angola berichtet und auch die weiteren 
Ereignisse, darunter den Gefängnisaufenthalt, detailreich geschildert. Das 
BFM habe dem Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe unterschiedliche 
Angaben  zum  Ort  seiner  Festnahme  im  Jahr  2002  gemacht.  Dieser 
Widerspruch  könne  zwar  mit  Blick  auf  die  Protokolle  kaum  aufgelöst 
werden,  allerdings  sei  festzustellen,  dass  die  Version,  wonach  der 
Beschwerdeführer  unterwegs  nach  Kayemba  im  Rahmen  einer 
Strassenkontrolle verhaftet worden sei, die richtige sei. Im Übrigen sei die 
Erklärung des Beschwerdeführers, wonach der Widerspruch wohl  durch 
einen  Übersetzungsfehler  zustande  gekommen  sei,  angesichts  seiner 
ansonsten  widerspruchsfreien  Aussagen  nachvollziehbar.  Mit  Blick  auf 
die  vorstehenden  Ausführungen  sei  es  entgegen  der  vom  BFM 
vertretenen  Auffassung  durchaus  plausibel,  dass  der  Beschwerdeführer 
bei  seiner  Rückkehr  in  die  DRK  von  den  Chefs  auf  dem  Polizeiposten 
erkannt  worden  sei.  Der  Beschwerdeführer  habe  im Übrigen mit  seiner 
Aussage,  wonach  der  Sicherheitsdienst  alle  Kongolesen  kenne,  zum 
Ausdruck bringen wollen, dass der Sicherheitsdienst alle Kongolesen mit 
"spezifischer"  Funktion  kenne.  Die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte 
Entlassung  aus  dem  Gefängnis  könne  ebenfalls  nicht  als  unplausibel 
bezeichnet  werden.  Der  Beschwerdeführer  habe  erklärt,  er  sei  damals 
ernsthaft krank gewesen, und den fraglichen Kommandanten habe er aus 
seiner Zeit in Angola gut gekannt. Es sei daher nachvollziehbar, dass der 
Kommandant  zumindest  eine  minimale  Sympathie  für  den 
Beschwerdeführer  gehegt  habe.  Bedeutsam  sei  auch  der  Hinweis  des 
Beschwerdeführers, wonach der Kommandant aus Katanga stamme und 

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über viele Beziehungen verfüge, da nämlich auch die Kabila­Familie von 
dort stamme. Bezüglich der Frage, ob es ein Gerichtsverfahren gegeben 
habe,  sei  festzustellen,  dass  während  der  Kongo­Kriege  bekanntlich 
Personen  ohne  Gerichtsverfahren  inhaftiert  worden  seien.  Daher 
erstaune es nicht, dass der Beschwerdeführer keinem Gericht zugeführt 
und nicht verurteilt worden sei. Der Beschwerdeführer habe denn auch in 
der  Anhörung  zunächst  ausgesagt,  es  habe  kein  Gerichtsverfahren 
gegeben. Die darauffolgenden widersprüchlichen Aussagen seien darauf 
zurückzuführen,  dass  der  Beschwerdeführer  betreffend  die  Bedeutung 
des  Begriffs  "Gerichtsverfahren"  verunsichert  gewesen  sei  und  den 
Begriff zunächst mittels Rückfrage an den Befrager habe klären müssen. 
Nach erfolgter Klärung habe er eindeutig zu Protokoll gegeben, dass es 
kein  Gerichtsverfahren  gegeben  habe,  sondern  er  nur  zweimal  einem 
Offizier  vorgeführt  worden  sei.  Dort  habe  er  wohl  auch  sein  "Dossier" 
entdeckt.  Demnach  sei  auch  nachvollziehbar,  dass  kein  Gerichtsurteil 
gegen den Beschwerdeführer vorliege und er auch über keine schriftliche 
Anklage  verfüge.  Immerhin  habe  er  anhand  seines  Dossiers  erkennen 
können,  dass  er  als  "Ex­Mobutu­Soldat"  betrachtet  worden  sei. 
Dementsprechend  sei  er  beschuldigt  worden,  im  Dienste Mobutus  tätig 
gewesen  zu  sein  und  Savimbi  unterstützt  zu  haben.  In  Bezug  auf  die 
Aussagen des Beschwerdeführers betreffend seinen Gefängnisaufenthalt 
sei schliesslich festzustellen, dass diese entgegen den Ausführungen des 
BFM nicht  ausweichend ausgefallen  seien. Vielmehr handle es  sich um 
wirklichkeitsnahe  Assoziationen  des  Beschwerdeführers  zum  Thema 
Gefängnisaufenthalt.  Überdies  habe  der  Beschwerdeführer  keineswegs 
vage,  sondern mit  vielen  Details  über  seinen  Gefängnisalltag  berichtet. 
Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  nach  dem  Gesagten  als 
überwiegend glaubhaft zu erachten. Folglich sei davon auszugehen, dass 
sich der Beschwerdeführer während  rund zehn Jahren als  Informant  für 
die UNITA in Angola aufgehalten habe, anlässlich seiner Rückkehr in die 
DRK verhaftet worden sei und vier Jahre im Gefängnis zugebracht habe, 
sich  sodann  für  die  MLC  engagiert  habe,  später  im  Rahmen  der 
Wahlniederlage  von  Bemba  von  staatlichen  Sicherheitskräften  gesucht 
worden  sei  und  deshalb  schliesslich  das  Land  habe  verlassen müssen. 
Der  Beschwerdeführer  weise  damit  das  Profil  eines  Oppositionellen 
("Mobutu­Soldat"  und  Unterstützer  von  Bemba)  auf,  sei  bei  den 
Sicherheitsdiensten  entsprechend  registriert  und  folglich  bei  der 
gegenwärtigen  Regierung  von  Kabila  eine  persona  non  grata.  Es  sei 
daher  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Falle  einer 
Rückkehr in sein Heimatland mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer 
asylrelevanten  Verfolgung  ausgesetzt  wäre.  Bezüglich  der  Frage  des 

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Wegweisungsvollzugs  wird  in  der  Beschwerde  vorgebracht,  der 
Beschwerdeführer  verfüge  über  Familienangehörige  in  der  Schweiz 
(seine  Partnerin  sowie  die  beiden  gemeinsamen  Kinder).  Aufgrund  von 
Spannungen zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Partnerin habe 
bisher die Vaterschaft des Beschwerdeführers nicht mittels DNA­Analyse 
festgestellt  werden  können.  Er  sehe  seine  Kinder  aber  regelmässig. 
Gegenwärtig  werde  eine  Vaterschaftsklage  vorbereitet,  womit  die 
Vaterschaft  definitiv  festgestellt  und  es  wohl  auch  zur  Unterzeichnung 
eines Unterhaltsvertrages kommen werde. 

5. 
Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  das  BFM  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 

5.1. Zunächst  ist mit Blick auf die Äusserungen des Beschwerdeführers 
festzustellen,  dass  die  geltend  gemachte  Inhaftierung  zwischen  Januar 
2002  und  Juni  2006  nicht  der  Grund  für  seine  Ausreise  aus  dem 
Heimatland  Mitte  August  2007  war.  Vielmehr  hat  er  sich  nach  seiner 
Haftentlassung erneut in B._______ niedergelassen. Erst im August 2007 
sah  er  sich  eigenen  Angaben  zufolge  zu  Ausreise  gezwungen,  weil  er 
angeblich  im  Zusammenhang  mit  seiner  Tätigkeit  für  das  MLC  sowie 
seiner  früheren  Aktivitäten  in  Angola  vom  Sicherheitsdienst  gesucht 
worden sei. Damit steht fest, dass zwischen der Ausreise im August 2007 
und  der  genannte  Inhaftierung  weder  in  zeitlicher  noch  in  sachlicher 
Hinsicht  ein  genügend  enger  Zusammenhang  besteht,  weshalb  die 
Asylrelevanz dieses Ereignisses zu verneinen ist. 

5.2.  Zur  Begründung  seiner  Ausreise  im  August  2007  brachte  der 
Beschwerdeführer vor, er sei ab Juni 2007 im Zusammenhang mit seiner 
Tätigkeit  für  das  MLC  sowie  seiner  früheren  Aktivitäten  in  Angola  vom 
Sicherheitsdienst  gesucht  worden  und  habe  damit  rechnen  müssen, 
umgebracht  zu  werden.  Dieses  Vorbringen  erscheint  indessen  aus 
nachfolgenden  Gründen  als  unglaubhaft:  So  ist  es  namentlich  nicht 
plausibel,  dass  der  Beschwerdeführer  noch  im  Frühjahr  2007  vom 
Sicherheitsdienst  des Kabila­Regimes  gesucht wurde,  weil  er  angeblich 
zwischen  den  Jahren  1992  und  2002  in  Angola  im  Diamantenabbau 
gearbeitet  und  sich  in  dieser  Zeit  als  Informant  für  die  dortige 
Oppositionspartei  UNITA,  welche  von  dem  mit  Mobutu  befreundeten 
Jonas  Savimbi  geführt  wurde,  betätigt  hat.  Falls  es  nämlich  überhaupt 
glaubhaft  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  als  Informant  für  die  UNITA 
gearbeitet  hat,  so  ist  aufgrund  seiner  vagen  und  ausweichenden 

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diesbezüglichen  Angaben  (vgl.  dazu  A8  S.  15  ff.)  davon  auszugehen, 
dass er dies unfreiwillig und relativ unmotiviert tat und dabei zudem nicht 
Mobutu,  sondern  in  erster  Linie  Savimbi  unterstützte.  Daher  ist  es 
realitätsfremd,  dass  der  Beschwerdeführer  wegen  seiner  angeblichen 
niederschwelligen  Informantentätigkeit  für  die  UNITA  als 
verfolgungswürdiger Gegner des Regimes von Joseph Kabila betrachtet 
wurde,  zumal  gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers  gleichzeitig 
ehemalige  Mobutu­Sicherheitskräfte  unter  Kabila  offenbar  weiterhin 
unbehelligt  tätig  waren  (vgl.  A8  S.  22).  Ebenfalls  unplausibel  ist  die 
Aussage  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  von  einem 
Polizeikommandanten, dem Bruder eines Freundes, gewarnt worden sei 
und  dieser  ihm  gesagt  habe,  er  würde  von  den  Sicherheitskräften 
umgebracht, falls sie ihn fänden, weil er ein Soldat Mobutus gewesen sei. 
Hätte  der  Polizeikommandant  den  Beschwerdeführer  tatsächlich 
persönlich und vor Ort gewarnt, anstatt ihn zu verhaften, so hätte er sich 
damit  erhebliche  Schwierigkeiten  eingehandelt,  weshalb  dieses 
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geglaubt werden kann. Es wird 
vom  Beschwerdeführer  zudem  auch  nicht  in  nachvollziehbarer  Weise 
dargelegt,  warum  der  Sicherheitsdienst  ihn  nun  plötzlich  umbringen 
wollte.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  schon 
längst,  beispielsweise  während  seines  Gefängnisaufenthaltes,  getötet 
worden  wäre,  wenn  dies  im  Sinne  des  Kabila­Regimes  gewesen  wäre. 
Der  Beschwerdeführer  machte  geltend,  der  Sicherheitsdienst  habe  ihn 
nicht  nur  wegen  seiner  Vergangenheit  als  "Soldat  Mobutus"  verfolgt, 
sondern auch, weil er sich im MLC engagiert habe. Allerdings ist aufgrund 
der Aktenlage bereits zweifelhaft, dass der Beschwerdeführer tatsächlich 
Mitglied  des  MLC  war.  Er  hat  keinerlei  diesbezügliche  Beweismittel 
eingereicht.  Zudem  erscheint  es  nicht  plausibel,  dass  er  im  damaligen 
Zeitpunkt  (Ende Juni 2006) angeblich aus Sicherheitsüberlegungen dem 
MLC  vom Bemba  (welcher Mobutu  politisch  nahestand)  beigetreten  ist. 
Auf  die  Frage,  weshalb  er  sich  nicht  sicher  gefühlt  habe,  gab  er  keine 
substanziierte  Antwort  (vgl.  A8  S.  32)  und  machte  namentlich  nicht 
geltend, er sei konkret behelligt worden. Die angebliche Bedrohungslage 
ist daher nicht nachvollziehbar. Hätte er sich tatsächlich unsicher gefühlt, 
wäre  es  zudem  naheliegender  gewesen,  sich  entweder  der 
Regierungspartei anzuschliessen oder sich zunächst bis zum Abschluss 
der  Wahlen  stillzuhalten  und  danach  der  Siegerpartei  beizutreten.  Im 
Weiteren  ist  auch  nicht  nachvollziehbar, weshalb  der Beschwerdeführer 
mit  seinem  angeblichen  Engagement  für  das  MLC  das  Interesse  des 
Sicherheitsdienstes  auf  sich  gezogen  haben  soll.  Eigenen  Angaben 
zufolge war er bloss ein gewöhnliches Mitglied ohne besondere Funktion 

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oder  Spezialwissen;  er  machte  angeblich  lediglich  ein  bisschen 
Wahlpropaganda  für  Bemba.  Es  ist  völlig  realitätsfremd,  dass  er 
deswegen  sogar  noch  nach  den  Wahlen  derart  intensiv  von  den 
Sicherheitskräften  bedroht  und  gesucht wurde.  Im Übrigen  hat  er  keine 
konkreten Drohungen  erwähnt  und  die  angebliche  Suche  nach  ihm  nur 
äusserst  vage  beschrieben  (vgl.  A8  S.  37).  Das  nachgeschobene  und 
völlig haltlose Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach man ihn auch 
verdächtigt  habe,  dem  MLC  Informationen  der  PPRD  zukommen  zu 
lassen  (vgl.  A8  S.  38),  überzeugt  zudem  ebenfalls  nicht.  Angeblich 
suchten  Soldaten  zuhause manchmal mehrmals  täglich  nach  ihm;  trotz 
dieses  beträchtlichen  Aufwandes  wurde  er  nicht  gefunden.  Auch  das 
erscheint  realitätsfremd: Wenn die Behörden  ihn  tatsächlich so dringend 
hätten verhaften wollen, hätten sie mit Sicherheit sein Haus überwachen 
lassen und hätten ihn anlässlich seiner gelegentlichen Kurzbesuche (vgl. 
A8 S. 4) ohne Weiteres verhaften können.

5.3. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sind die Asylgründe des 
Beschwerdeführers insgesamt als überwiegend unglaubhaft zu erachten. 
Somit  hat  die  Vorinstanz  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht  abgelehnt.  Die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  vermögen  an 
dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern,  weshalb  darauf  an  dieser  Stelle 
nicht mehr näher einzugehen ist. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung noch hat er Anspruch auf Erteilung einer solchen. 
Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs. 1 
AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 

7. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

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In  Bezug  auf  die  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  im 
Bereich  des  Asylrechts  vormals  zuständigen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG). So darf  keine Person  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in 
ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder in dem sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 
Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.1.1.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  nach  Kongo  (Kinshasa)  ist  demnach  unter  dem 
Aspekt  von  Art.  5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich weder  aus 
den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten 
Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Kongo 
(Kinshasa)  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3 
EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt 
wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 

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Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 
müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen). Mit Blick auf die Akten sowie die vorstehenden Erwägungen 
ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  dem  Beschwerdeführer  bei  einer 
Rückkehr in sein Heimatland eine derartige Gefahr droht. Die allgemeine 
Menschenrechtssituation  in  Kongo  (Kinshasa)  lässt  den 
Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig 
erscheinen.

7.1.2.  An  dieser  Stelle  ist  im  Weiteren  zu  prüfen,  ob  der 
Beschwerdeführer  allenfalls  gestützt  auf  Art.  44  Abs.  1  AsylG  ein 
Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  für  sich  ableiten  kann.  Art.  44  Abs.  1 
AsylG hält  fest, dass beim Vollzug einer angeordneten Wegweisung der 
"Grundsatz  der  Einheit  der  Familie"  zu  berücksichtigen  sei.  Unter  dem 
Begriff  "Einheit  der  Familie"  ist  zu  verstehen,  dass  Familienmitglieder 
nicht  voneinander  getrennt  werden,  sondern  faktisch  zusammenleben 
können,  und  dass  der  Familie  nach  Möglichkeit  ein  einheitlicher 
Rechtsstatus  eingeräumt  wird  (vgl.  dazu  PETER  ZIMMERMANN,  Der 
Grundsatz  der  Familieneinheit  im  Asylrecht  der  Bundesrepublik 
Deutschland  und  der Schweiz,  Berlin  1991, S.  94;  SAMUEL WERENFELS, 
Der Begriff des Flüchtlings im schweizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, 
S. 141, 377). In personeller Hinsicht umfasst der Begriff der Familie dabei 
den Ehepartner und die minderjährigen Kinder, wobei der  in dauerhafter 
eheähnlicher  Gemeinschaft  lebende  Partner  dem  Ehepartner 
gleichzustellen  ist  (vgl.  Art.  1a  der  Asylverordnung  1  über 
Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Der 
Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  führt  dazu,  dass  die  vorläufige 
Aufnahme des einen Familienmitglieds in der Regel auch zur vorläufigen 
Aufnahme der anderen Familienmitglieder führt. 

Für den vorliegenden Fall ist im Wesentlichen Folgendes festzustellen: In 
der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer verfüge in 
der  Schweiz  über  Familienangehörige.  Er  verweist  dabei  auf 
E._______sowie die beiden Kinder F._______ und G._______welche  in 
der  Schweiz  vorläufig  aufgenommen  sind  (vgl.  N _______).  Der 
Beschwerdeführer  war  mit  E._______  eigenen  Angaben  zufolge  nicht 
rechtsgültig, sondern lediglich nach Brauch verheiratet. Diese Heirat nach 

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Brauch  erfolgte  gemäss Aussage  des Beschwerdeführers  im  Jahr  1998 
oder  1999  in Angola.  Anfang  des  Jahres  2002  habe  er E._______  den 
Augen verloren, weil er damals Angola habe verlassen müssen. Er habe 
sie  dann  erst  in  der  Schweiz  wieder  getroffen.  Aus  den  Akten  geht  im 
Weiteren  hervor,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  ungefähr  bis  Ende 
2010 sehr häufig bei Frau E._______ und den Kindern aufgehalten und 
faktisch bei der Kinderbetreuung mitgewirkt hat. Ab Ende 2010 hat  sich 
das  Verhältnis  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  Frau  E._______ 
jedoch offensichtlich abgekühlt  (vgl. dazu N _______, Eingabe von Frau 
E._______  vom  17.  Dezember  2010).  Jedenfalls  ist  mit  Blick  auf  den 
Bericht  des  Jugendsekretariats  I._______  vom  12.  Januar  2012 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht mit Frau E._______ und 
den  Kindern  zusammenlebt  und  auch  keine  konkrete  Aussicht  auf  ein 
zukünftiges  Zusammenleben  besteht.  In  Bezug  auf  das  Verhältnis  des 
Beschwerdeführers zu den beiden Kindern ist vorab darauf hinzuweisen, 
dass gemäss der offenbar Ende 2011 durchgeführten DNA­Analyse der 
Beschwerdeführer  lediglich  der  biologische  Vater  von  G._______  ist, 
nicht  jedoch von F._______ (vgl. dazu die Eingabe des Rechtsvertreters 
vom  14.  Dezember  2011).  Eine  Vaterschaftsanerkennung  durch  den 
Beschwerdeführer hinsichtlich von F._______ ist nicht aktenkundig. Unter 
Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer wie erwähnt 
nicht mit Frau E._______ und den beiden Kindern zusammenlebt sowie 
mangels anderweitiger Hinweise ist im Weiteren davon auszugehen, dass 
die  elterliche  Sorge  über  die  beiden  Kinder  allein  der  Mutter,  Frau 
E._______  zukommt  (vgl.  Art.  298  und  298a  des  Schweizerischen 
Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) und dass eine 
gemeinsame  elterliche  Sorge  über  das  gemeinsame  Kind  G._______ 
wohl  auch  in  absehbarer  Zukunft  keine  valable  Option  ist.  Damit  steht 
fest, dass das Verhältnis des Beschwerdeführers zu Frau E._______ und 
den  beiden  Kindern,  namentlich  seiner  leiblichen  Tochter  G._______, 
nicht dem Familienbegriff von Art. 1a AsylV 1 entspricht und dass somit 
im  heutigen  Zeitpunkt  keine  schützenswerte  familiäre 
Lebensgemeinschaft im Sinne von Art. 44 Abs. 1 AsylG besteht. Als nicht 
sorgeberechtigter  Elternteil  kann  der  Beschwerdeführer  zudem  die 
Beziehung  zu  seinem Kind  zum Vornherein  nur  in  einem  beschränkten 
Rahmen, nämlich durch Ausübung des Besuchsrechts, pflegen. Hierzu ist 
nicht  unabdingbar,  dass  er  dauernd  im  selben  Land  lebt  wie  sein  Kind 
(BGE  120  Ib  22  E.  4a  S.  25);  vielmehr  kann  das  Besuchsrecht 
grundsätzlich  auch  im  Rahmen  von  Kurzaufenthalten  vom  Ausland  her 
ausgeübt  werden.  Nach  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  könnte 
die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  gestützt  auf  Art.  44  Abs.  1 

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AsylG  allerdings  immerhin  dann  in Betracht  fallen, wenn  zwischen  dem 
Ausländer und seinem Kind in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine 
besonders enge Beziehung besteht,  die  sich  zudem wegen der Distanz 
zwischen  der  Schweiz  und  dem  Land,  in  dem  der  Ausländer  leben 
müsste,  praktisch  nicht  aufrechterhalten  liesse,  und  das  bisherige 
Verhalten  des  Ausländers  in  der  Schweiz  zu  keinerlei  Klagen  Anlass 
gegeben  hat  (vgl.  dazu  beispielsweise  die  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts D­7279/2006 vom 2. Juni 2008 E. 4.4.5 und 
D­6483/2006  vom  1.  November  2007  E.  6.2.4  [analog  der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 8 EMRK; vgl. BGE 120 Ib 1 
E.  3c  S.  5;  120  Ib  22  E.  4a/b  S.  25  f.;  Urteil  2D_30/2007  vom  17.  Juli 
2007,  E.  4.2]).  Für  den  vorliegenden  Fall  ist  diesbezüglich  Folgendes 
festzustellen: Obwohl aufgrund der Aktenlage nicht bezweifelt wird, dass 
der  Beschwerdeführer  sein  leibliches  (und  übrigens  auch  das  andere) 
Kind  liebt  und  ihm  sehr  an  dessen  Wohlergehen  gelegen  ist,  so  ist 
vorliegend  dennoch  keine  in  wirtschaftlicher  und  affektiver  Hinsicht 
besonders enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinem 
Kind  ersichtlich.  Zwar  wurde  am  12. Dezember  2011  eine  (noch  vom 
zuständigen Zivilgericht  zu genehmigende) Vereinbarung  zwischen dem 
Beschwerdeführer und seiner auf Unterhalt klagenden, leiblichen Tochter 
G._______, geboren am _______, abgeschlossen. Daraus geht indessen 
hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  zurzeit  nicht  in  der  Lage  ist, 
Unterhaltszahlungen  zu  leisten.  Somit  beteiligt  er  sich  zurzeit  nicht  am 
Unterhalt seiner Tochter. Den Akten kann auch nicht entnommen werden, 
dass der Beschwerdeführer  für G._______  in  der Vergangenheit  jemals 
regelmässige  und  substanzielle  Unterhaltszahlungen  geleistet  oder  sich 
anderweitig konkret (finanziell oder mittels Naturalien) an ihrem Unterhalt 
beteiligt  hat.  Aufgrund  der  Aktenlage  erscheint  es  auch  nicht  als 
wahrscheinlich,  dass  sich  an  dieser  Situation  in  absehbarer  Zukunft 
etwas  ändern  wird,  zumal  der  Beschwerdeführer  nach  wie  vor  nicht 
erwerbstätig  ist.  Somit  fehlt  es  an  einer  in  wirtschaftlicher  Hinsicht 
besonders  engen  Beziehung  zwischen  ihm  und  seiner  Tochter.  Im 
Weiteren  wurde  bisher  offensichtlich  keine  Vereinbarung  über  ein 
allfälliges  Besuchsrecht  des  Beschwerdeführers  getroffen.  Auch  in  der 
am  12.  Dezember  2011  abgeschlossenen  Vereinbarung  fehlt  eine 
diesbezügliche  Regelung.  Die  seit  November  2010  eingesetzte 
Beiständin  im  Sinne  von  Art.  308  Abs.  1  und  2  des  Schweizerischen 
Zivilgesetzbuchs  vom  10. Dezember  1907  (ZGB,  SR  210)  hat  keine 
Beziehungspflege  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  den  beiden 
Kindern  feststellen  können.  Ihren  Angaben  zufolge  besteht  kein 
geregeltes  Besuchsrecht,  und  die  Kindsmutter  erlaube  im  Moment 

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generell keine Begegnungen mit dem Beschwerdeführer (vgl. den Bericht 
des Jugendsekretariats I._______ vom 12. Januar 2012). Mit Blick auf die 
vorstehenden  Erwägungen  ist  demnach  davon  auszugehen,  dass  seit 
einiger  Zeit  (ungefähr  seit  Ende  2010)  kein  regelmässiger  Kontakt 
zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seiner  leiblichen  Tochter  mehr 
stattfand. Aufgrund dessen  ist  auch das Kriterium der besonders engen 
affektiven  Beziehung  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seiner 
Tochter zu verneinen. Im Übrigen wäre wie erwähnt die Ausübung eines 
allenfalls  in Zukunft  zu vereinbarenden Besuchsrechts – wenngleich mit 
Einschränkungen  –  auch  von  Kongo  (Kinshasa)  aus  möglich.  Dem 
Beschwerdeführer  ist  es  durchaus  zuzumuten,  die Beziehung  zu  seiner 
Tochter  gegebenenfalls  mittels  Briefen,  SMS,  E­Mails,  Telefon  oder 
Videotelefonie aufrecht zu erhalten und den persönlichen Kontakt mit  ihr 
im Rahmen von Kurzaufenthalten  in der Schweiz oder unter Umständen 
in einem Drittland zu pflegen. 

Nach  dem  Gesagten  stellt  es  insgesamt  keine  Verletzung  des 
Grundsatzes  der  Einheit  der  Familie  dar,  wenn  bezüglich  des 
Beschwerdeführers  ein  Wegweisungsvollzug  nach  Kongo  (Kinishasa) 
verfügt wird, während seine Tochter zusammen mit der Kindsmutter und 
deren anderer Tochter  in der Schweiz vorläufig aufgenommen sind. Der 
von  der  Vorinstanz  angeordnete  Vollzug  der  Wegweisung  erweist  sich 
damit auch unter dem Aspekt von Art. 44 Abs.1 AsylG als rechtmässig.

7.2.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.2.1. Hinsichtlich  der  allgemeinen  Lage  in  Kongo  (Kinshasa)  ist  vorab 
auf die detaillierte, noch von der ARK in EMARK 2004 Nr. 33 publizierte 
Lageanalyse zu verweisen, welche das Bundesverwaltungsgericht als im 
Wesentlichen  weiterhin  zutreffend  erachtet.  Ergänzend  ist  anzufügen, 
dass es Ende März 2007 im Westen des Landes sowie in der Hauptstadt 
Kinshasa zwischen der  regulären kongolesischen Armee und der Garde 
von  Ex­Rebellenchef  Jean­Pierre  Bemba  zu  blutigen 
Auseinandersetzungen  gekommen  ist.  Der  unterliegende  Bemba  begab 
sich  sich  in  der  Folge  ins  Exil  nach  Portugal.  Später  wurde  er  jedoch 
verhaftet  und  dem  internationalen  Strafgerichtshof  in  Den  Haag 

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zugeführt.  Anfang  2008  schlossen  die  Parteien  ein 
Waffenstillstandsabkommen,  worauf  sich  die  allgemeine  Lage  vorab  im 
Grossraum Kinshasa wieder beruhigte. In Kinshasa – der Herkunftsregion 
des Beschwerdeführers – sowie allgemein  im Westen des Landes  ist es 
seither  zu  keinen  grösseren  Gewaltausbrüchen  mehr  gekommen.  Im 
Zusammenhang mit den Wahlen vom 28. November 2011 wurden zwar 
aus  Kinshasa  sowie  einigen  weiteren  Landesteilen  Ausschreitungen 
gemeldet, die befürchteten grossen Unruhen blieben indessen aus. Somit 
ist  weiterhin  festzustellen,  dass  in  Kongo  (Kinshasa)  keine  landesweite 
Bürgerkriegssituation oder Situation allgemeiner Gewalt herrscht.

7.2.2.  Die  Rückkehr  von  Personen  aus  Kongo  (Kinshasa)  kann  indes 
gemäss den Ausführungen in EMARK 2004 Nr. 33 nur unter bestimmten, 
eingeschränkten Umständen als zumutbar bezeichnet werden: So muss 
die betroffene Person ihren letzten Wohnsitz  in der Hauptstadt Kinshasa 
oder  in  einer  anderen,  über  einen  Flughafen  verfügenden  Stadt  im 
Westen des Landes gehabt haben oder zumindest in einer dieser Städte 
über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügen. 

7.2.3. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 39­jährigen, aus 
B._______  stammenden  Mann  ohne  aktenkundige  gesundheitliche 
Probleme, welcher vor der Einreise in die Schweiz im Diamantengeschäft 
(Abbau  und  Handel)  tätig  war.  Neben  seiner  Muttersprache  Lingala 
spricht  er  eigenen  Angaben  zufolge  auch  Kikongo,  Französisch  und 
Portugiesisch.  Aufgrund  seiner  langjährigen  Erfahrung  im 
Diamantengeschäft  sowie  seinen  Sprachkenntnissen  ist  davon 
auszugehen,  dass  es  ihm  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  innert 
nützlicher  Frist  gelingen  wird,  sich  dort  wiederum  eine  wirtschaftliche 
Existenz  aufzubauen.  Der  Beschwerdeführer  hat  ausgesagt,  er  verfüge 
im Heimatland  nur  noch  über  seine Mutter  sowie  einen  Bruder,  welche 
jedoch  beide  unbekannten  Aufenthalts  seien.  Diese  Aussagen  sind 
indessen mit Blick auf die für unglaubhaft befundenen Asylvorbringen zu 
bezweifeln.  Im  Übrigen  ist  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  an  seinem  Herkunftsort  abgesehen  von  seinen 
engsten  Verwandten  auch  noch  über  weitere  Bezugspersonen  verfügt, 
welche  ihm  bei  Bedarf  bei  der  Reintegration  behilflich  sein  könnten. 
Insgesamt bestehen daher keine konkreten Anzeichen dafür, dass er bei 
einer  Rückkehr  ins  Heimatland  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten 
würde, weshalb  der Vollzug  der Wegweisung als  zumutbar  zu  erachten 
ist. 

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7.3.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG; 
BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 – 515),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  den 
Wegweisungsvollzug  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser 
Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Nachdem  aber 
aufgrund  der  Aktenlage  nach  wie  vor  von  seiner  prozessualen 
Bedürftigkeit auszugehen ist (vgl. dazu vorstehend Abschnitt G.) und die 
Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden  konnte,  ist  in 
Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

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