# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9827c939-f592-5a10-b830-d97afd32971c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2008 D-6485/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6485-2008_2008-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6485/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, (...), 
8036 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung 
des BFM vom 10. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6485/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  verliess  Sri  Lanka  eigenen  Angaben  zufolge 
am  31.  August  2008  gelangte  nach  einem  rund  zwanzigtägigen 
Aufenthalt  in  (Land 1)  via  (...)  und (...)  am 21. September  2008 auf 
dem Luftweg in den Transitbereich des Flughafens Zürich, wo er am 
folgenden  Tag  (Telefax  Flughafenpolizei)  um  Asyl  nachsuchte.  Mit 
Zwischenverfügung  vom  22.  September  2008  verweigerte  das  BFM 
dem Beschwerdeführer vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies 
ihm für die Dauer von maximal sechzig Tagen den Transitbereich des 
Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu.

B.
Am 25. September 2008 erfolgte die Kurzbefragung durch die Flugha-
fenpolizei  Zürich  und  am  6.  Oktober  2008  die  Anhörung  zu  den 
Asylgründen  durch  das  BFM.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs 
machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei tamili-
scher  Ethnie  und stamme aus (Ort  1),  Jaffna  District.  Von 2000 bis 
2004 habe er eine Manager-Diplomarbeit in (Ort 2) gemacht. Während 
seiner  Studienzeit  sei  er  auch  Mitglied  der  Studentenvereinigung 
gewesen,  welche  die  LTTE unterstützt  habe. Ohne  die  Diplomarbeit 
abzuschliessen, sei er nach (Ort 1) zurückgekehrt und habe dort bei 
einem Cousin als  Schreiner gearbeitet. Im November  2006 sei  er  in 
der Nähe seines Elternhauses von Unbekannten in einem Van entführt 
worden.  Auf  der  Fahrt  sei  er  von  den  Entführern  befragt  und 
geschlagen  worden,  ehe  er  nach  drei  bis  vier  Stunden  freigelassen 
worden sei. Ende Juni 2007 sei er zu Hause erneut von Unbekannten 
festgenommen,  in  einem  Van  verschleppt  und  an  einem  ihm 
unbekannten  Ort  gebracht  worden.  Man  habe  ihn  befragt  und 
geschlagen. Nach einem Tag sei  er  von den Entführern  in die Nähe 
seines  Wohnorts  zurückgebracht  worden. Im Juli  2007  habe er  sich 
nach Colombo begeben und sei von dort weiter auf dem Luftweg nach 
(Land  1)  gereist,  wo  er  sich  ungefähr  neun  bis  zehn  Monate 
aufgehalten  habe.  Am  25.  Juni  2008  sei  er  nach  Sri  Lanka 
zurückgekehrt,  um seine kranke Mutter zu besuchen. Am 10. August 
2008  sei  er  zu  Hause  wiederum  entführt  worden.  Er  sei  von  den 
Entführern  an  einen  ihm  unbekannten  Ort  gebracht,  befragt 
geschlagen  und  nach  drei  Tagen  in  der  Nähe  seines  Elternhauses 
freigelassen  worden.  Vor  diesem  Hintergrund  habe  er  sich 
entschlossen,  sein  Heimatland  verlassen.  Über  den  Flughafen  von 

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(nationaler Flughafen 1) sei  er am 21. August 2008 nach (nationaler 
Flughafen 2) gelangt und von dort mit dem Bus weiter bis nach (Ort 3), 
einem  Vorort  von  Colombo,  gereist.  In  (Ort  3)  habe  er  sich  bis  zur 
Ausreise  rund  10 bis  12  Tage  bei  Verwandten  aufgehalten.  Für  den 
Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen

Der  Beschwerdeführer  reichte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  keine 
Original-Identitätsausweise zu den Akten. Am 1. Oktober 2008 leitete 
die  Flughafenpolizei  ihr  übergebene  Faxkopien  eines  Auszugs  aus 
dem Geburtsregister und einer Geburtsurkunde ans BFM weiter. 

C.
Mit  Verfügung  vom  10.  Oktober  2008  -  eröffnet  am  gleichen  Tag  - 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft  nicht,  lehnte  sein  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich sowie den 
Vollzug  an. Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  genügten  den  Anforderungen  an 
die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR  142.31)  nicht,  weshalb  die  Asylrelevanz  seiner 
Darlegungen  nicht  geprüft  werden  müsse.  Er  habe  die  geltend 
gemachten  Ereignisse  nicht  überzeugend  darstellen  können.  Seine 
Aussagen seien unsubstanziiert und stereotyp ausgefallen (pauschale 
Angaben  zur  angeblichen  Unterstützung  der  LTTE  während  der 
Studienzeit;  geringer  Informationsgehalt  hinsichtlich  der 
Entführungen). Nicht nachvollziehbar seien seine Angaben hinsichtlich 
des Zeitpunkts der ersten Entführung im Zusammenhang mit seinem 
bescheidenen Engagement zugunsten der LTTE. Nicht plausibel seien 
seine  Ausführungen  hinsichtlich  der  Häufigkeit  der  Verschleppungen 
und  Befragungen  durch  Unbekannte  und  nicht  durch  reguläre 
Sicherheitsorgane in  Verbindung mit  deren Versuch,  ihn als  Agenten 
einstellen zu  wollen.  Schliesslich  sprächen  die  ihm  gewährte 
Bewegungsfreiheit  beziehungsweise  die  nationalen  und 
internationalen  Flugreisen  gegen  eine  drohende  Verfolgung.  Der 
Vollzug der  Wegweisung sei  durchführbar  und zumutbar. Namentlich 
habe der Beschwerdeführer während mehreren Wochen im Haus einer 
Verwandten  in  einem  Vorort  von  Colombo  gelebt.  Aufgrund 
mangelnder  Glaubhaftigkeit  seiner  Asylvorbringen  müssten  seine 
Aussagen  bezüglich  des  Familiennetzes  im  Grossraum  Colombo, 
insbesondere  im  Zusammenhang  mit  seiner  Unkenntnis  hinsichtlich 
des Verwandtschaftsgrads zu diesen Leuten, stark bezweifelt werden. 

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Ferner  sei  der  Beschwerdeführer  ein  gut  ausgebildeter,  junger  und 
gesunder  Mann.  Mithin  verfüge  er  über  ein  tragbares  familiäres 
Beziehungsnetz und reelle Berufschancen in Colombo. Zudem könne 
er  seine  sich  in  (Land  2)  niedergelassene  Schwester  um 
Unterstützung  bitten.  Sodann  verfüge  er  über  die  nötigen 
Ausweispapiere,  um  sich  gegenüber  den  srilankischen  Behörden 
auszuweisen. 

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  14.  Oktober  2008  (vorab  per  Telefax) 
beantragt  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  die 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und unter Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  die  Gewährung  von  Asyl.  Eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung festzustellen und die vorläufigen Aufnahme anzuordnen. 
In prozessualer  Hinsicht  beantragt  er  den Verzicht  auf  die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  und  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Auf  die  Begründung  der  Beschwerde wird,  soweit  für  den 
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 

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ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 Abs. 2 und 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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5.  
5.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung unter Angabe 
der jeweiligen Fundstellen im Protokoll der Bundesanhörung ausführ-
lich die diversen Unglaubhaftigkeitselemente in den Aussagen des Be-
schwerdeführers  dargelegt  und  vor  diesem  Hintergrund  festgestellt, 
dessen Vorbringen genügten den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG 
nicht.  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  nach  Überprüfung 
der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu beanstan-
den. Um Wiederholungen zu vermeiden,  kann daher auf  die diesbe-
züglich zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen in der angefochte-
nen Verfügung verwiesen werden (vgl. auch Bst. C).

5.2 Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  sind  nicht  geeignet, 
eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der vom 
BFM festgestellte Sachverhalt wird als im Wesentlichen korrekt wieder-
gegeben bezeichnet. Der Argumentation des BFM werden keine stich-
haltigen Gründe entgegen gesetzt. Eine Auseinandersetzung mit den 
dem  Beschwerdeführer  vorgeworfenen  Unglaubhaftigkeitselementen 
unterbleibt  grundsätzlich.  Unter  anderem  wird  ausgeführt,  dass  der 
Beschwerdeführer die genauen Absichten der Entführer nicht gekannt 
und die ihm vom BFM gestellten Fragen nicht habe beantworten kön-
nen. Es sei klar, dass das Handeln der Entführer und ihre Methoden 
nicht  nachvollzogen  werden  könne.  Der  stereotype  Charakter  der 
Darlegungen des Beschwerdeführers bezüglich der ersten und zweiten 
Entführung sei zwar nicht von der Hand zu weisen, indes seien diese 
Schilderungen  aber  sehr  glaubwürdig,  was  aus  dem  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Lage  in  Sri  Lanka  (BVGE  2008/2) 
hervorgehe,  wobei  explizit  die  Erwägung 7.2.4  des  besagten Urteils 
zitiert  wird. Allein  mit  dem blossen Verweis auf  diese Erwägung des 
Urteils  wird  aber  die  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  des 
Beschwerdeführers zu den von ihm in diesem Zusammenhang geltend 
gemachten  Vorkommnissen  (Entführungen  in  einem  weissen  Van) 
nicht belegt. Alsdann ist festzuhalten, dass in der Rechtsmitteleingabe 
kein  Wort  darüber  verloren  wird,  dass  der  Beschwerdeführer  ohne 
Schwierigkeiten  seine  Reisen  über  nationale  Flughäfen  oder 
wiederholt über den internationalen Flughafen von Colombo abwickeln 
konnte.  Es  ist  schlichtweg  nicht  nachvollziehbar  respektive  spricht 
gegen  die  behauptete  Flüchtlingseigenschaft,  dass  der 
Beschwerdeführer,  welcher  wegen  seiner  tamilischen  Herkunft  und 
des Verdachts der Zugehörigkeit zur LTTE wiederholt bedroht, entführt 
und gefoltert worden sein soll, ausgerechnet an Orte begibt, wo sich 

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das Risiko einer Festnahme aufgrund der dort herrschenden rigorosen 
Sicherheitsvorkehrungen als klar erhöht darstellt. Nicht unerwähnt blei-
ben darf  in  diesem Zusammenhang  letztlich  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer nach seiner Rückkehr am 25. Juni 2008 von (Land 
1) ins Heimatland am 11. Juli 2008 in Colombo durch Vorweisen ent-
sprechender  Dokumente  (Polizeibericht;  Laisser  Passer,  mit  dem  er 
von (Land 1)  zurückgekehrt  ist; Geburtsschein; Fotokopie der Identi-
tätskarte)  einen  10  Jahre  gültigen  Reisepass  hat  ausstellen  lassen 
(Befragungsprotokoll  Flughafen  S.  5  und  6).  Nach  dem  Gesagten 
braucht  auf  die  übrigen  Vorbringen  in  der  Rechtsmiteleingabe  nicht 
eingegangen zu werden. 

5.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen aus-
gesetzt  werden zu können. Er  kann daher  nicht  als  Flüchtling aner-
kannt werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers demnach zu Recht abgelehnt. 

6.
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so  verfügt  es  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.1 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-

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ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1  FoK ver-botenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 

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2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  nicht als unzulässig erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4
7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren (vgl. Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  kürzlich  im  Urteil  BVGE 
2008/2  zur  Frage der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  abge-
wiesener Asylsuchender tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vor. Ge-
mäss der diesbezüglich neu festgelegten Praxis setzt die Anerkennung 
einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und 
damit  die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs in  den Grossraum 
Colombo für srilankische Asylsuchende tamilischer Ethnie, welche aus 
der Nord- oder Ostprovinz stammen, das Vorliegen besonders begüns-
tigender Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen familiären oder 
sozialen  Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte 
Einkommens- und Wohnsituation voraus (a.a.O. E. 7.6.2). Für srilanki-
sche  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  dem  Grossraum 
Colombo oder dessen Umgebung stammen und dort über ein tragfähi-
ges Familien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer konkreten 
Unterkunftsmöglichkeit rechnen können, ist grundsätzlich von der Zu-
mutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen, 
wobei  die Dauer der Landesabwesenheit  mitzuberücksichtigen ist; je 
kürzer der Aufenthalt in Colombo dauerte und je weiter er zeitlich zu-
rückliegt, desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen eines tat-
sächlichen  familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes  zu  stellen 
(a.a.O. E.7.6.1).

7.4.3 Der Beschwerdeführer lebte von wenigen Ausnahmen abgese-
hen bis zum August 2008 in (Ort 1), Jaffna District und ist deshalb im 
Sinne der zitierten Rechtsprechung als Tamile anzusehen, der aus der 

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Nord- oder der Ostprovinz stammt. Sofern der Beschwerdeführer auf 
ein tragfähiges familiäres oder soziales Beziehungsnetz zurückgreifen 
kann  und  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte  Einkommens-  und 
Wohnsituation  besteht,  kommt  der  Süden  des  Landes,  mithin  der 
Grossraum  Colombo,  als  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  in 
Frage  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  seine  Heimat  ist  für  ihn 
zumutbar.

Der Beschwerdeführer hielt sich eigenen Angaben zufolge vor seiner 
Ausreise aus Sri Lanka (Ende August 2008) wiederholt und insgesamt 
mehrere  Wochen  in  (Ort  3),  einem  Vorort  von  Colombo,  bei  "Ver-
wandten/Bekannten" auf. Er war gemäss Akten im Besitz einer natio-
nalen Identitätskarte und eines authentischen Reisepasses (vgl. auch 
E. 5.2). Die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers wird in der Be-
schwerde nicht in Frage gestellt,  indes wird argumentiert,  dass er in 
dieser kurzen Zeit kein Beziehungsnetz habe aufbauen können. Entge-
gen der vertretenen Ansicht in der Rechtsmitteleingabe ist vorliegend 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Aus-
sagen anlässlich der Befragungen sehr wohl auf ein Beziehungsnetz 
im Falle einer Rückkehr in sein Heimatland zurückgreifen kann. Um-
stände wie das Zurücklassen der Identitätskarte bei den "Verwandten/
Bekannten" und  die erste Kontaktaufnahme mit dem Heimatland über 
diese Leute von der Schweiz aus sowie Angaben zu deren persönli-
chen  respektive  gesellschaftlichen  Hintergrund  vermitteln  nicht  den 
Eindruck von fehlender Verbundenheit und Vertrautheit zu diesen Leu-
ten,  mithin nicht  einen solchen einer bloss flüchtigen Bekanntschaft. 
Ausserdem gab der Beschwerdeführer bei der Befragung am Flugha-
fen zu Protokoll, dass er nach seiner Ankunft in (Ort 3) noch zu einem 
Verwandten gegangen sei (Befragungsprotokoll Flughafen S. 2 und 6; 
Protokoll BFM Fragen 57 ff., 88 und 100, S. 5, 6, 8 und 9). Mithin sind 
die  von  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  in  diesem 
Zusammenhang  geäusserten  Zweifel  (fehlendes  Familiennetz  des 
Beschwerdeführers  im  Grossraum Colombo)  nicht  von der  Hand  zu 
weisen. Es ist  dem jungen,  soweit  aktenkundig gesunden, über eine 
ausgezeichnete  Schulbildung  verfügenden  Beschwerdeführer,  der 
darüber hinaus auch Erfahrungen im Erwerbsleben besitzt (Schreiner, 
Kellner),  daher  zuzumuten,  in  den  Grossraum  Colombo  (Ort  3) 
zurückzukehren,  wo  er  über  ein  ausreichend  tragfähiges  soziales 
Beziehungsnetz verfügt. Mit der finanziellen Hilfe seiner Verwandten im 
Ausland  (Schwager,  Schwester,  Cousine),  die  ihm  unter  anderem 
seine  Ausreise  ermöglichten,  dürfte  ihm  eine  Reintegration  im 

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Heimatland  sowie  ein  wirtschaftliches  Fortkommen  zusätzlich 
erleichtert werden. 

7.4.4 Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar und eine Auseinandersetzung mit den diesbezügli-
chen Ausführungen in der Beschwerde erübrigt sich.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Mit  dem  vorliegenden  Entscheid  in  der  Hauptsache  wird  der 
prozessuale Antrag (Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses) gegenstandslos.

11.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 
Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die Beschwerde aufgrund vor-
stehender  Erwägungen  als  von  vornherein  aussichtslos  erweist.  Die 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG 
i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2])  sind demnach  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 
63 Abs. 1 VwVG).

Seite 11

D-6485/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  vorab 
per Telefax)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren,  zu den  Akten  N  (...)  (per 
Kurier; in Kopie; vorab per Telefax)

- die Flughafenpolizei Zürich-Kloten, Grenzpolizeiliche Massnahmen / 
Asyl (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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