# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ee41ef4-a9db-52db-bf84-33a3ee6993fd
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 13.03.2024 BS 2023 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-77_2024-03-13.pdf

## Full Text

20240216_140749_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 77

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher 
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber I. Cathry

Beschluss vom 13. März 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin C.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Nichtanhandnahme

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Sachverhalt

1. Am 12. September 2022 reichte A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) bei der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Zug Strafanzeige ein. Darin äusserte er den Verdacht, 
dass ihn D.________ (nachfolgend: Beschuldigter 1) sowie E.________, F.________, 
G.________, H.________ und I.________ (nachfolgend: Beschuldigte 2-6) im Sinne von 
Art. 181 StGB genötigt hätten (act. 4/1). Zur Begründung führte er Folgendes aus:

1.1 Er sei Gründungsaktionär der J.________ AG. Seine Familie besitze einen Anteil von 23,4 % 
der Aktien. Seit der Gründung im Juni 2006 sei er Mitglied des Verwaltungsrates gewesen, 
ab Oktober 2020 Präsident des Verwaltungsrates. Bis Herbst 2021 sei die Zusammenarbeit 
im Verwaltungsrat kollegial und konstruktiv gewesen. Danach habe es zunehmend Spannun-
gen zwischen ihm und dem damaligen Verwaltungsrat und Aktionär D.________ gegeben. 
D.________ und die gleichgesinnten Aktionäre G.________, E.________, F.________, 
H.________ und I.________ (nachfolgend: Aktionärsgruppe d.________), die zusammen 
über rund 10 % der Aktien der J.________ AG verfügt hätten, hätten sich daran gemacht, 
den Beschwerdeführer aus dem Verwaltungsrat zu drängen. Nachdem ihr Vorhaben, an ei-
ner ausserordentlichen Generalversammlung vom 23. Februar 2022 den Beschwerdeführer 
abwählen zu lassen und den Verwaltungsrat unter die Kontrolle von D.________ zu bringen, 
gescheitert sei, habe am 4. März 2022 eine Besprechung zwischen dem Beschwerdeführer, 
D.________ und K.________, der damals noch Mitglied der Geschäftsleitung der 
J.________ AG gewesen sei, stattgefunden. An dieser Besprechung habe D.________ den 
Beschwerdeführer erneut aufgefordert, aus dem Verwaltungsrat zurückzutreten oder ihn 
(D.________) zumindest bei allen wichtigen Entscheidungen der J.________ AG miteinzu-
beziehen. Dabei habe D.________ den Beschwerdeführer massiv unter Druck gesetzt, na-
mentlich indem er damit gedroht habe, Massnahmen zu ergreifen, um die J.________ AG zu 
blockieren und in den Ruin zu treiben, falls der Beschwerdeführer seiner Forderung nicht 
nachkomme. Er habe dem Beschwerdeführer gesagt, er würde es in Kauf nehmen, die 
J.________ AG sowie den Beschwerdeführer "kaputt zu machen".

1.2 Die Aktionärsgruppe d.________ habe diverse Aktionen unternommen, um der an dieser Be-
sprechung geäusserten Drohung Nachdruck zu verleihen: E.________ habe der J.________ 
AG von März 2016 bis Oktober 2019 mehrere Darlehen im Betrag von total CHF 312'843.00 
gewährt. Diese noch offenen Darlehen seien am 24. bzw. 28. Oktober 2019 in einem neuen 
Darlehensvertrag zusammengefasst worden. Die J.________ AG habe sich entschieden, das 
Darlehen weiterlaufen zu lassen. Am 2. März 2022 habe E.________ aber den Darlehensver-
trag gekündigt. Die J.________ AG sei aufgrund der angespannten finanziellen Situation 
nicht in der Lage gewesen, den gekündigten Darlehensbetrag zurückzuzahlen. Dieser Um-
stand sei E.________ und den anderen Mitgliedern der Aktionärsgruppe d.________ be-
wusst gewesen. Am 14. März 2022 habe D.________ ein Memorandum of Understanding 
verfasst, mit dem sich der Beschwerdeführer hätte verpflichten sollen, D.________ und an-
dere Mitglieder der Aktionärsgruppe d.________ an der Führung der J.________ AG teilha-
ben zu lassen. Mit Schreiben vom 5. April 2022 habe die Aktionärsgruppe d.________ die 
Einberufung einer neuen ausserordentlichen Generalversammlung beantragt, an der über die 
Abwahl des Beschwerdeführers hätte abgestimmt werden sollen. Anfang April 2022 habe die 
Aktionärsgruppe d.________ beim Friedensrichteramt ________ (Gemeinde) ein Schlich-
tungsgesuch betreffend Anfechtung der Beschlüsse der ausserordentlichen Generalver-

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sammlung vom 23. Februar 2022 gestellt. Anfang Mai 2022 sei ein Mahnschreiben erfolgt, 
mit dem erneut die Rückzahlung des von E.________ gewährten Darlehens gefordert wor-
den sei. Mit Schreiben vom 16. Mai 2022 habe sich die Aktionärsgruppe d.________ an die 
Aktionäre der J.________ AG gewandt. In diesem Schreiben sei sie über den Beschwerde-
führer hergezogen ("Der unprofessionellen Geschäftsführung von A.________ muss ein En-
de gesetzt werden"). Etwa zeitgleich habe die Aktionärsgruppe d.________ beim Kantonsge-
richt Zug den Antrag auf Einsetzung eines Sachwalters bei der J.________ AG gestellt. 
Nachdem es dem Beschwerdeführer gelungen sei, bei anderen Darlehensgebern in genü-
gendem Umfang Rangrücktritte einzuholen, und die Revisionsstelle daraufhin bestätigt habe, 
den Prüfungsbericht auszustellen unter der Bedingung, dass keine Betreibungen eingeleitet 
würden, habe die Aktionärsgruppe d.________ in der ersten Hälfte des Juni 2022 eine Be-
treibung gegen die J.________ AG eingeleitet. Dies habe zur Folge gehabt, dass die Revisi-
onsstelle die Ausstellung des Prüfungsberichts verweigert und den Beschwerdeführer aufge-
fordert habe, für die J.________ AG Konkurs anzumelden oder Nachlassstundung zu bean-
tragen. 

1.3 Der Beschwerdeführer habe diesem Druck nicht mehr standgehalten. Daher – sowie in der 
Hoffnung, damit einen Konkurs der J.________ AG abwenden zu können – habe er sich ent-
schieden, der Forderung der Aktionärsgruppe d.________ nachzugeben. Er habe per 29. Ju-
ni 2022 seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat eingereicht.

2. Mit Verfügung vom 30. August 2023 nahm die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug die Straf-
untersuchung gegen D.________, E.________, F.________, G.________, H.________ und 
I.________ betreffend Nötigung nicht an die Hand (act. 1/2; nachfolgend: Nichtanhandnah-
meverfügung).

3.1 Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 12. September 2023 Beschwerde 
beim Obergericht des Kantons Zug mit folgendem Rechtsbegehren ein (act. 1):

1. Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 30. August 2023 (Aktenzeichen 2A 2022 143-148 
________) sei aufzuheben.

2. Es sei der Fall an die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zurückzuweisen und sie anzuwei-
sen, die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigten 1-6 sowie wegen Verdachts auf Nötigung 
(Art. 181 StGB) sowie allfälliger anderer Delikte zu eröffnen und durchzuführen.

3. Es seien die Kosten für dieses Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen und 
dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zuzusprechen.

3.2 Sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Beschuldigten 1-6 verzichteten darauf, eine Ver-
nehmlassung zur Beschwerdeschrift einzureichen (act. 2 und 4).

Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung, wenn sich etwa aus einer Strafanzeige 
ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die zur Eröffnung einer 
Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müs-
sen erheblich und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. 

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Der Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die konkre-
te Möglichkeit ergibt, dass eine Straftat begangen worden ist. Dagegen verfügt die Staatsan-
waltschaft die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirap-
ports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-
deutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Ob die Behörde ein Strafverfahren durch 
Nichtanhandnahme erledigen kann, beurteilt sich nach dem aus dem strafprozessualen Le-
galitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in dubio pro duriore". Danach darf die Nichtanhand-
nahme nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Die Strafverfolgungs-
behörde und die Beschwerdeinstanz verfügen in diesem Rahmen über einen gewissen Er-
messensspielraum (Urteil 6B_700/2020 des Bundesgerichts vom 17. August 2021 E. 3.3 mit 
Hinweisen).

2. Der Nötigung gemäss Art. 181 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch Gewalt oder 
Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit 
nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. 

Der Tatbestand der Nötigung schützt die Freiheit der Willensbildung, Willensentschliessung 
und Willensbetätigung des einzelnen Menschen. Die Tathandlung zielt darauf ab, diese ge-
schützte Freiheit einzuschränken, um gegen den Willen des Opfers von diesem ein bestimm-
tes Tun, Unterlassen oder Dulden zu bewirken (Delnon/Rüdy, Basler Kommentar, 4. A. 2019, 
Art. 181 StGB N 7 und 13). Eine Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach der 
Darstellung des Täters der Eintritt des in Aussicht gestellten Nachteils als von seinem Willen 
abhängig erscheint. Die Androhung muss geeignet sein, den Betroffenen in seiner Entschei-
dungsfreiheit einzuschränken (Delnon/Rüdy, a.a.O., Art. 181 StGB N 25). Dabei ist irrelevant, 
ob der Täter die Drohung wirklich wahrmachen will. Sie muss nur als ernst gemeint erschei-
nen (Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. A. 2010, 
S. 125; Delnon/Rüdy, a.a.O., Art. 181 StGB N 30). Gegenstand der Drohung können nament-
lich auch Anzeigen und Bekanntmachungen sein (Trechsel/Mona, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 3. A. 2018, Art. 181 StGB N 4). Ob der Nachteil ernstlich, 
mithin erheblich genug ist, um die Willensfreiheit des Genötigten zu beeinträchtigen, be-
stimmt sich nach einem objektiven Massstab. Entscheidend ist, ob die Drohung als geeignet 
erscheint, auch eine besonnene bzw. verständige Person in der Lage des Opfers gefügig zu 
machen. Die Lage des Betroffenen beurteilt sich dabei auch nach seiner Fähigkeit, die Dro-
hung angemessen einzuschätzen und sich ihr zu widersetzen (Stratenwerth/Jenny/Bommer, 
a.a.O., S. 126; Donatsch, Strafrecht III, 11. A. 2018, S. 448 f.; Trechsel/Mona, a.a.O., 
Art. 181 StGB N 5). Art. 181 StGB setzt nicht voraus, dass der angedrohte Nachteil so 
schwer ist, dass der Betroffene ob der Androhung in Schrecken oder Angst geraten könnte; 
es genügt, wenn der Nachteil ernstlich genug ist, um den Betroffenen in seiner Handlungs-
freiheit wesentlich beeinträchtigen zu können. Die Ernstlichkeit des Nachteils hängt sodann 
nicht vom tatsächlichen Erfolg der Androhung ab, sondern vom objektiven Ausmass des an-
gedrohten Eingriffs. Die Nötigung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck uner-
laubt ist, wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn 
die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck nach 
den Umständen rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist, was vor allem dann gegeben ist, 
wenn zwischen dem Gegenstand der Androhung und der beabsichtigten Forderung kein Zu-
sammenhang besteht (Donatsch, a.a.O., S. 454 ff.). Die Nötigung ist erst vollendet, wenn 
sich das Opfer gemäss dem Willen des Täters verhält (Delnon/Rüdy, a.a.O., Art. 181 StGB 

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N 54). In subjektiver Hinsicht gelten die allgemeinen Regeln, d.h. der Täter muss vorsätzlich 
oder eventualvorsätzlich handeln. Der Vorsatz muss sich dabei auf die Einflussnahme und 
das abzunötigende Verhalten beziehen (Delnon/Rüdy, a.a.O., Art. 181 StGB N 55; Urteil des 
Kantonsgerichts Schwyz STK 2018 44 vom 10. November 2020 E. 2b m.w.H.).

3. Die Staatsanwaltschaft fasste in der Nichtanhandnahmeverfügung den zur Anzeige gebrach-
ten Sachverhalt zusammen und begründete hernach die Nichtanhandnahme des Strafverfah-
rens gegen die Beschuldigten wie folgt: Unter Berücksichtigung der Aktenlage sowie der 
Ausführungen im Sachverhalt lasse sich der Nötigungsvorwurf des Anzeigeerstatters [Be-
schwerdeführers] gegen die Beschuldigten im Zusammenhang mit all den Nachteilen, die der 
J.________ AG widerfahren würden, sollte der Beschwerdeführer nicht bereit sein, als Ver-
waltungsrat der J.________ AG zurückzutreten bzw. die Gruppe um D.________ an der 
Führung der Gesellschaft zu beteiligen, nicht halten. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern es sich 
bei der Kündigung eines Darlehens, der Anrufung des Friedensrichters oder auch dem An-
trag um Einsetzung eines Sachwalters, der Weigerung, sich für einen Rangrücktritt bereit zu 
erklären, um eine Nötigung handeln solle, zumal dies alles im Zusammenhang mit einer im 
2022 laufenden Auseinandersetzung zwischen zwei Aktionärsgruppen einer Gesellschaft 
(J.________ AG) gestanden sei. Ob es der Aktionärsgruppe rund um D.________ zugestan-
den habe, all diese zivilrechtlichen Rechtsbehelfe einzusetzen, Forderungen zu stellen etc., 
seien Fragen, die im Rahmen von zivilrechtlichen Verfahren zu klären seien. Strafrechtlich 
relevant sei das Verhalten der Beschuldigten jedoch in keiner Art und Weise. Es handle sich 
vorliegend um rein zivilrechtliche Angelegenheiten zwischen den verschiedenen Protagonis-
ten (act. 1/2 E. 3.1).

4. Der Beschwerdeführer wendet dagegen zusammengefasst Folgendes ein: 

4.1 Die Staatsanwaltschaft fasse in ihrer Nichtanhandnahmeverfügung den Sachverhalt inso-
fern unvollständig zusammen, als sie nur davon ausgehe, dass die vom Beschuldigten 1 am 
4. März 2022 gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Drohung lediglich dahingehend 
gelautet habe, dass die J.________ AG ruiniert werde. Richtigerweise sei die Drohung wei-
tergegangen und habe auch beinhaltet, dass man den Beschwerdeführer "kaputt machen" 
würde, was in Bezug auf den Tatbestand der Nötigung rechtserheblich sei. Dieser Drohung 
sei schrittweise Nachachtung verschafft worden. 

4.2 Sodann fehle in der Sachverhaltsfeststellung die in der Strafanzeige erwähnte Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer schlussendlich dem durch die Beschuldigten 1-6 auf ihn aus-
geübten Druck nicht mehr standgehalten habe. Er habe nachgegeben, indem er seinen 
Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der J.________ AG per 29. Juni 2022 eingereicht habe, 
womit eine vollendete Nötigung vorliegen würde. Stattdessen ende die Sachverhaltsfeststel-
lung der Staatsanwaltschaft bereits an dem Punkt, an dem der Beschuldigte 2 um eine Ran-
grücktrittserklärung gebeten worden sei. Die Staatsanwaltschaft übergehe, dass das vorlie-
gend strafrechtlich relevante Verhalten vor allem darin liege, dass dem Beschwerdeführer 
gedroht worden sei, ihn "kaputt zu machen" sowie das Unternehmen in den Ruin zu treiben, 
wenn er nicht von seinem Verwaltungsratsmandat zurücktrete oder zumindest den Beschul-
digten 1 bei allen wichtigen Entscheidungen miteinbeziehe. Mit "Kaputtmachen" sei nach 
dem Verständnis des Beschwerdeführers gemeint gewesen, dass er finanziell wie auch repu-
tationsmässig ruiniert und das Unternehmen in den Konkurs getrieben werden solle. Jeman-

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dem damit zu drohen, ihn zu ruinieren – sei es finanziell oder im Sinne einer Rufschädigung 
–, stelle eine Androhung eines rechtswidrigen Nachteils im Sinne von Art. 181 StGB dar. 

4.3 Zudem sei auch die zu Lasten der J.________ AG gerichtete Androhung geeignet gewesen, 
Zwang auf den Beschwerdeführer auszuüben und somit als Nötigungsmittel zu dienen. Dies 
liege im Umstand begründet, dass der Beschwerdeführer als Gründer, Verwaltungsratspräsi-
dent und Aktionär mit einem Anteil von 23,4 % sowohl wirtschaftlich als auch beruflich und 
emotional eng mit der J.________ AG verbunden gewesen sei. Er habe sich für sie verant-
wortlich gefühlt und habe um jeden Preis verhindern wollen, dass das Unternehmen ruiniert 
werde. Keiner der Beschuldigten 1-6 habe einen Rechtsanspruch darauf gehabt, dass der 
Beschwerdeführer von seinem Verwaltungsratsmandat zurücktrete oder den Beschuldigten 1 
bei wichtigen Entscheidungen miteinbeziehe.

4.4 Wie die von der Staatsanwaltschaft in ihrer Begründung erwähnten zivilrechtlichen Rechts-
behelfe in einem zivilrechtlichen Verfahren zu beurteilen seien, sei vorliegend nicht relevant. 
Erstens, weil jene Rechtsbehelfe erst im Nachgang zur Nachteilsandrohung ergriffen worden 
seien und dazu gedient hätten, der Nachteilsandrohung Nachdruck zu verleihen. Zweitens, 
da der Tatbestand der Nötigung auch mit an sich zulässigen Handlungen erfüllt werden kön-
ne. 

4.5 Ebenso wenig komme es darauf an, ob die strafrechtlich relevante Nachteilsandrohung in 
Zusammenhang mit einer seit 2022 laufenden Auseinandersetzung zwischen zwei Aktio-
närsgruppen stattgefunden habe, da dieser Umstand weder den objektiven Tatbestand noch 
die Rechtswidrigkeit entfallen lasse. Gesamthaft betrachtet sei nicht von einer rein zivilrecht-
lichen Angelegenheit auszugehen, sondern es liege ein hinreichender Verdacht auf eine 
strafbare Handlung vor.

5. Die Einwände des Beschwerdeführers sind insoweit zutreffend, als die Staatsanwaltschaft in 
der Nichtanhandnahmeverfügung die Aussage von D.________, wonach nebst der 
J.________ AG auch der Beschwerdeführer (persönlich) kaputtgemacht würde, nicht er-
wähnte. Damit ist dem Beschwerdeführer jedoch nicht geholfen. Selbst wenn von dem von 
ihm in seiner Strafanzeige und der Beschwerdeschrift geschilderten Sachverhalt ausgegan-
gen würde, wäre der Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB offensichtlich nicht er-
füllt:

5.1 Es ist aktenkundig, dass sich die J.________ AG Anfang 2022 in einer finanziellen Schiefla-
ge befand und dringend Sanierungsmassnahmen ergriffen werden mussten. Dass solche 
Massnahmen ergriffen wurden, ergibt sich aus den Akten nicht. Aktenkundig ist immerhin, 
dass der Beschwerdeführer bei Darlehensgebern Rangrücktritte eingeholt hatte, damit die 
Revisionsstelle einen (positiven) Prüfungsbericht hätte ausstellen können. Eine Sanierungs-
massnahme stellt dies indes nicht dar, zumal sich durch einen Rangrücktritt das Fremdkapi-
tal nicht verringert. Bereits in den Jahren zuvor musste die J.________ AG offenbar Über-
brückungsdarlehen aufnehmen. Allein der Beschuldigte 2 (E.________) gewährte der 
J.________ AG in den Jahren 2018 und 2019 Überbrückungsdarlehen über insgesamt rund 
CHF 250'000.00 (act. 4/1/1). Der Beschwerdeführer war seit der Gründung der J.________ 
AG (vormals firmierend als L.________ AG) im Jahr 2006 deren Verwaltungsrat und von Ok-
tober 2020 bis März 2022 Präsident des Verwaltungsrates.

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5.2 Angesichts dieser Ausgangslage ist es verständlich, wenn gewisse Aktionäre den Willen 
äussern, in Entscheidungen des Verwaltungsrates miteinbezogen zu werden. Ebenso ist es 
verständlich, wenn sie einen Wechsel an der Spitze fordern oder zu zivilrechtlichen Rechts-
behelfen greifen. Die Äusserung von D.________, er sei bereit, "weiterhin Massnahmen" zu 
ergreifen, welche "die Firma und Dich [den Beschwerdeführer] kaputt machen" könnten, ist 
vor diesem Hintergrund zu betrachten und bei dieser (objektiven) Betrachtungsweise ent-
sprechend zu relativieren. Weiter ist zu beachten, dass eine solche Wendung (solche Mass-
nahmen könnten dich "kaputtmachen") bezüglich des angedrohten Übels zu unbestimmt ge-
halten ist, um als ernstlicher Nachteil im Sinne einer Nötigung aufgefasst zu werden (s. etwa 
Urteil des Obergerichts Zürich SB220578 vom 21. Juli 2023 E. II.2.2 betreffend den schriftli-
chen "Vorschlag" gegenüber einer Arbeitgeberin, sie solle sofort CHF 10'000.00 bezahlen, 
"um viel Ärger zu vermeiden" [mit "viel Ärger" war eine zu veranlassende "Betriebsprüfung" 
gemeint]).

5.3 Sodann ist zu beachten, dass D.________ an der Besprechung vom 4. März 2022 keine wi-
derrechtlichen Massnahmen androhte, sondern – mangels anderer Anhaltspunkte im Sach-
verhalt – darunter einzig zivilrechtliche Massnahmen verstanden werden durften. Die ab dem 
4. März 2022 ergriffenen Massnahmen waren denn auch ausschliesslich solcher Art: Kündi-
gung eines Darlehens, Nichtgewähren von Rangrücktritten, Begehren um Einberufung einer 
(weiteren) ausserordentlichen Generalversammlung, gerichtliche Anfechtung von General-
versammlungsbeschlüssen, Gesuch um Einsetzung eines Sachwalters, Schreiben an andere 
Aktionäre oder Einleitung einer Betreibung. Solche Massnahmen stellen keine unerlaubten 
Mittel dar. Auch der verfolgte Zweck (Einbindung von D.________ in wichtige Entscheide der 
J.________ AG bzw. Rücktritt des Beschwerdeführers aus dem Verwaltungsrat der 
J.________ AG) war nicht unerlaubt. Schliesslich war auch die Zweck-Mittel-Relation weder 
rechtsmissbräuchlich noch sittenwidrig. Wenn es nämlich einem Verwaltungsrat über längere 
Zeit nicht gelingt, die finanzielle Schieflage der Gesellschaft abzuwenden, und eine Konkurs-
anmeldung oder Nachlassstundung unmittelbar bevorstehen, dann muss der betreffende 
Verwaltungsrat damit rechnen, dass Aktionäre oder Gläubiger die erwähnten Mittel einset-
zen. Denn gerade für eine solche Situation stehen jene Rechtsbehelfe diesen Personen zur 
Verfügung. Dass solche Mittel geeignet sind, einen Verwaltungsrat zum Rücktritt zu bewe-
gen, trifft zwar zu, ist aber als Begleiterscheinung hinzunehmen. Es ist jedenfalls nicht er-
sichtlich, dass diese Mittel (missbräuchlich) eingesetzt wurden, einzig um den Beschwerde-
führer zum Rücktritt zu zwingen. So ist beispielsweise auch nicht aktenkundig, dass 
E.________ die von ihm eingeleitete Betreibung nach dem Rücktritt des Beschwerdeführers 
wieder zurückgezogen hatte. Aus dem Handelsregister ergibt sich vielmehr, dass die 
J.________ AG letztlich um Nachlassstundung ersucht und schliesslich das Gericht einen 
Nachlassvertrag (Dividendenvergleich) bestätigt hat. Offenbar ist es der Aktionärsgruppe 
d.________ gelungen, den Konkurs von der J.________ AG abzuwenden.

5.4 Das in der Besprechung vom 4. März 2022 von D.________ erwähnte "Kaputtmachen" kann 
in diesem Kontext nur so verstanden werden, als dass solche Massnahmen ein allfälliges 
Versagen des Beschwerdeführers als Verwaltungsrat oder Verwaltungsratspräsident hätten 
an den Tag bringen können. Soweit der Beschwerdeführer weitere Nachteile, die ihm wider-
fahren wären, in D.________s Aussage hineininterpretiert, entbehrt dies einer (objektiven) 
Grundlage. Aus der vom Beschwerdeführer verfassten Aktennotiz geht zudem hervor, dass 

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nicht D.________ ihn kaputtmachen wollte, sondern D.________ bloss in Kauf nahm, dass 
die zu ergreifenden Massnahmen die Firma ruinieren würden, was wiederum den Beschwer-
deführer kaputtmachen würde (vgl. act. 4/1/2). Selbst wenn sich die "gegenüber" der 
J.________ AG angedrohten bzw. ergriffenen Massnahmen als einschneidend erwiesen, ist 
dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass er in der damaligen Situation auch ohne Zu-
tun der Aktionärsgruppe d.________ mit unliebsamen Konsequenzen rechnen musste. Wenn 
nämlich ein Unternehmen einzig dank Rangrücktritten bestehen bleiben kann und Ideen für 
Sanierungsmassnahmen indes fehlen (zumindest sind keine aktenkundig), führt dies früher 
oder später zu einer für den Verwaltungsrat des Unternehmens unangenehmen Situation, die 
sich auf seinen Ruf oder seine Finanzen negativ auswirken kann. Hinzu kommt, dass der 
Beschwerdeführer aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Verwaltungsrat trotz der Äus-
serungen oder Aktionen aus den Reihen der Aktionärsgruppe d.________ in der Lage war 
oder sein musste, die "Drohung" angemessen einzuschätzen und sich ihr zu widersetzen, 
umso mehr, als er die Mehrheit der Aktionäre hinter sich wusste. Nicht jeder noch so gering-
fügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines anderen führt zu einer Bestrafung nach 
Art. 181 StGB (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_28/2021 vom 29. April 2021 E. 2.1).

5.5 Ob die von Mitgliedern der Aktionärsgruppe d.________ gemachten Äusserungen oder Akti-
onen zivilrechtlich verboten oder moralisch verpönt waren, braucht nicht im Strafverfahren 
geklärt zu werden. Der Nötigungstatbestand jedenfalls ist nach dem Gesagten eindeutig nicht 
erfüllt. 

6. Folglich nahm die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigten 1-6 zu 
Recht nicht an die Hand. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzu-
weisen.

7. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen. Den Beschuldigten 1-6 ist keine Parteientschädigung zuzusprechen, da sie 
eine solche nicht geltend machen und ihnen im Zusammenhang mit dem Beschwerdever-
fahren ohnehin keine nennenswerten Umtriebe entstanden sind.

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 940.00 Gebühren
CHF 60.00 Auslagen
CHF 1'000.00Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvor-
schuss in dieser Höhe verrechnet.

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die 

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Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit 
bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 
BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

4. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Beschuldigte D.________, E.________, F.________, G.________, H.________ und 

I.________
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer I. Cathry
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: