# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dc375d4-f73a-5941-8977-eee98bf84c92
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-07
**Language:** de
**Title:** Rechtsschutz. Zustellung baurechtlicher Entscheide direkt an vertretene Partei statt an den Vertreter. Fristauslösung.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0205/2022
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2023-5.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0205/2022 vom 7. Dezember 2022 in BEZ 2023 Nr. 5 

der 

nicht 

obwohl 

Baubehörde 

zugestellt  worden, 

5.1  In  Bezug  auf  den  Wiedererwägungsentscheid  vom  2.  Februar  2022 
(…) monieren die Rekurrierenden sodann einen Eröffnungsfehler, welcher dazu 
geführt habe, dass die  Rekursfrist nicht  habe  eingehalten  werden können.  Sie 
führen  hierzu  aus,  sie  hätten  den  unterzeichnenden  Rechtsvertreter 
bevollmächtigt  und  die  Vollmacht  sei  nicht  widerrufen  worden.  (…)  Dem 
unterzeichnenden  Rechtsvertreter,  der  das  Wiedererwägungsgesuch  namens 
und  mit  Vollmacht  der  Rekurrierenden  eingereicht  habe,  seien  die  Entscheide 
indes 
das 
Vertretungsverhältnis aufgrund mehrerer Rechtsschriften bekannt gewesen sei. 
Die  Eröffnung  erweise  sich  daher  als  mangelhaft.  Daraus  dürfe  den 
Rekurrierenden  kein  Nachteil  erwachsen.  (…)  Die  am  21. Juni  2022  an  die 
Rekurrierenden gerichtete E-Mail der Baudirektion betreffend die nicht bezahlte 
Rechnung  für  den  Wiedererwägungsentscheid,  welche  der  Rechtsvertreter  im 
CC erhalten habe, habe diesen stutzig gemacht, weshalb er sich am Sonntag, 
den  26. Juni  2022,  per  E-Mail  beim  Bauamt  gemeldet  habe,  welches  ihm  die 
Entscheide am darauffolgenden Montag, den 27. Juni 2022, zugestellt habe. Mit 
der  Eingabe  vom  12. Juli  2022  würden  die  Anordnungen  innert  vernünftiger 
Frist in Frage gestellt. Somit habe der Unterzeichnende die gebotenen Schritte 
unternommen, um die Situation zu klären. Mit Dispositivziffer I.1. der Verfügung 
der Baudirektion vom 2. Februar 2022 sei deren Verfügung vom 5. Januar 2021 
materiell  aufgehoben  worden.  Sodann  enthalte  die  Verfügung  [vom  2. Februar 
2022]  in  Dispositivziffer III.  weitere  Argumente  für  die  Verweigerung  der 
nachträglichen Bewilligung (im Bereich der überkommunalen Schutzanordnung 
und dem überkommunalen Landschaftsschutzinventar). Daraus folge, dass den 
Rekurrierenden wesentliche Nachteile entstehen würden, wenn auf den Rekurs 
infolge  Verspätung  nicht  eingetreten  werde.  Als 
für  den  Fristenlauf 
massgebliche  Zustellung  gelte  somit  jene  vom  27. Juni 2022.  Nach  Massgabe 
dieser  Zustellung  sei  die  Rekursfrist  gewahrt,  sodass  auf  den  Rekurs  gegen 
den Wiedererwägungsentscheid der Baudirektion und die Vollzugsanordnungen 
der Baubehörde einzutreten sei. (…) 

5.3.1  Die  Wahrung 

objektive 
Prozessvoraussetzung des Rekurses. Die angerufene Behörde prüft von Amtes 
wegen, ob die Prozessvoraussetzungen gegeben sind; es gilt hier demnach der 
Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  (Martin  Bertschi,  in: 
Kommentar VRG, 3. A., 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 52 f.). 

der  Rekursfrist 

bildet 

eine 

Gemäss  § 22  Abs. 1  VRG  ist  der  Rekurs  innert  30 Tagen  bei  der 
Rekursinstanz schriftlich einzureichen. Die Rekursfrist beginnt grundsätzlich am 
Tag  nach  der Mitteilung  des  angefochtenen Entscheids  zu  laufen  (§ 22 Abs. 2 
VRG).  Der  Tag  der  Mitteilung  eines  Entscheids  wird  bei  der  Fristberechnung 
nicht mitgezählt. Ist der letzte Tag einer Frist ein Samstag oder ein öffentlicher 
Ruhetag,  so  endet  sie  am  nächsten  Werktag.  Samstage  und  öffentliche 
Ruhetage  im  Laufe  der Frist  werden  mitgezählt.  Schriftliche  Eingaben müssen 
spätestens  am  letzten  Tag  der  Frist  bei  der  Behörde  eintreffen  oder  zu  deren 
Handen der schweizerischen Post übergeben sein (§ 11 VRG). Die Rekursfrist 
ist  eine  gesetzliche  Verwirkungsfrist.  Ein  verspäteter  Rekurs  ist  unwirksam. 

 
 
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fällt  deren  Erstreckung  oder 
Wird  die  Frist  nicht  eingehalten  und 
Wiederherstellung ausser Betracht, so ist ein Nichteintretensentscheid zu fällen 
(Alain Griffel, in: Kommentar VRG, 3. A., 2014, § 22 Rz. 13). 

Schriftliche Anordnungen werden den Verfahrensbeteiligten mitgeteilt (§ 10 
Abs. 3 lit. a VRG). Die fehlende oder fehlerhafte Zustellung einer individuell zu 
eröffnenden  Anordnung  stellt  einen  Eröffnungsmangel  dar.  Sie  darf  für  die 
Betroffenen keinen Nachteil bewirken. Wenn eine mitteilungsberechtigte Person 
vertreten  wird,  erfolgt  die  Mitteilung  an  die  Vertretung.  Die  Zustellung  einer 
Verfügung an die Partei selber statt an ihren Vertreter ist zwar mangelhaft, lässt 
die  Verfügung  aber  nicht  nichtig  werden.  Allfällige  Fristen  beginnen  diesfalls 
grundsätzlich  erst  zu  laufen,  wenn  die  Anordnung  in  den  Machtbereich  des 
Vertreters gelangt. Selbst wenn die Behörde die Verfügung dem Vertreter nicht 
(nachträglich)  eröffnet,  kann  der  Fristenlauf  nicht  beliebig  hinausgezögert 
werden.  Vielmehr  muss  eine  solche  Verfügung  innerhalb  einer  vernünftigen 
Frist in Frage gestellt werden. Dabei ist eine Abwägung von Rechtsschutz- und 
Rechtssicherheitsinteressen  vorzunehmen.  Wenn  die  vertretene  Person  aber 
davon ausgehen muss, dass nur sie, nicht aber ihre Vertretung bedient worden 
ist, würde es gegen Treu und Glauben verstossen, wenn sie die Eröffnung als 
rechtsunwirksam  betrachten  wollte  bzw.  wenn  sie  nichts  unternähme,  um  zur 
Klärung  der  Situation  beizutragen.  In  praktischer  Hinsicht  dürften  allerdings 
nicht  selten  erhebliche  Beweisschwierigkeiten  bestehen,  wenn 
für  die 
Fristberechnung auf den Zeitpunkt abgestellt werden soll, in dem der Mandant 
die  ihm  zugestellte  Sendung  seinem  Anwalt  übergibt  (Kaspar  Plüss,  in: 
Kommentar VRG, 3. A., 2014, § 10 Rz. 66 f., 108 m.w.V.). 

an 

die 

gesetzlich 

Anknüpfend 

verankerten  Grundsätze 

im 
Sozialversicherungsrecht  des  Bundes,  dass  der  Versicherungsträger  seine 
Mitteilungen  an  den  Vertreter  einer  Partei  zu  richten  hat,  solange  diese  ihre 
Vollmacht  nicht  widerrufen  hat,  und  dass  der  betroffenen  Person  aus  der 
mangelhaften Eröffnung einer Verfügung kein Nachteil erwachsen darf, hat sich 
die  folgende  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  herausgebildet:  Nicht  jede 
mangelhafte  Eröffnung  ist  schlechthin  nichtig  mit  der  Konsequenz,  dass  die 
Rechtsmittelfrist  nicht  zu  laufen  beginnen  könnte.  Aus  dem  Grundsatz,  dass 
den  Parteien  aus  mangelhafter  Eröffnung  keine  Nachteile  erwachsen  dürfen, 
folgt  vielmehr,  dass  dem  beabsichtigten  Rechtsschutz  schon  dann  Genüge 
getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren 
Zweck  erreicht.  Das  bedeutet  nichts  anderes,  als  dass  nach  den  konkreten 
Umständen  des  Einzelfalls  zu  prüfen  ist,  ob  die  betroffene  Partei  durch  den 
gerügten  Eröffnungsmangel  tatsächlich  irregeführt  und  dadurch  benachteiligt 
worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der auch in diesem 
prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem 
die  Berufung  auf  Formmängel  in  jedem  Fall  ihre  Grenze  findet  (s. namentlich 
BGr, 10. November  2010,  9C_791/2010,  E. 2.2).  Mit  Blick  auf  den  Grundsatz 
von  Treu  und  Glauben  kann  auch  eine  fehlerhaft  eröffnete  Verfügung 
rechtsbeständig  werden,  wenn  sie  nicht  innert  vernünftiger  Frist  seit  Kenntnis 
von deren Inhalt in Frage gestellt wird. Die Dauer der vernünftigen Frist bemisst 
sich praxisgemäss nach den besonderen Umständen des Einzelfalls. Wird eine 
Verfügung 
bekannten 
Vertretungsverhältnisses  nicht  dem  Rechtsvertreter,  sondern  nur  der 

der  Verwaltung 

bestehenden, 

eines 

trotz 

 
 
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versicherten  Person  selbst  zugestellt,  ist  diese  aufgrund  der  sie  treffenden 
Sorgfaltspflicht  in  der  Regel  gehalten,  spätestens  am  letzten  Tag  der  in  der 
Verfügung genannten Rechtsmittelfrist an ihren Vertreter zu gelangen bzw. sich 
bei  diesem  nach  dem  weiteren  Vorgehen  zu  erkundigen.  Am  folgenden  Tag 
beginnt die Rechtsmittelfrist zu laufen. Ein anschliessendes Rechtsmittel gilt als 
rechtzeitig  eingereicht,  wenn  es  innerhalb  der  Rechtsmittelfrist  erhoben  wird. 
Diese  Rechtsprechung  wurde  vom  Bundesgericht  als  konventions-  und 
verfassungsmässig bestätigt (s. BGr, 24. November 2020, 9C_266/2020, E. 2.3; 
BGr, 6. Mai  2003,  I 565/02,  E. 3.1;  BGr, 12. Dezember  2012,  9C_741/2012, 
E. 2 und 3;  SVGer,  3. September  2021,  IV.2021.00348,  E. 1.2,  1.3  und  2.4; 
s. auch VGr, 10. Februar 2010, VB.2009.00526, E. 6.2.2, 6.2.3). 

5.3.2  (…)  Gemäss  Sendungsverfolgung  der  Post  wurden  diese  [hier 
streitgegenständlichen]  Entscheide  am  Freitag,  den  18. Februar  2022,  um 
11:50 Uhr,  an  die  private  Adresse  der  Rekurrierenden  zugestellt.  Dies  ist 
unbestritten geblieben. 

Der  Poststempel  auf  dem  Versandcouvert  der  Rekurseingabe  (…)  lautet 
auf  den  12. Juli  2022.  Der  Rekurs  wurde  damit  beinahe  fünf  Monate  nach 
Zustellung der angefochtenen Entscheide an die Rekurrierenden erhoben. 

Die  Rekurrierenden  wurden  (…)  vor  der  Baubehörde  bzw.  Baudirektion 
unbestrittenermassen stets durch denselben Rechtsbeistand vertreten. Mangels 
gegenteiliger  Anhaltspunkte  ist  davon  auszugehen,  dass  die  an  diesen  am 
2. März  2016  erteilte  Vollmacht  im  Zusammenhang  mit  dem  streitbetroffenen 
Bauvorhaben im Zeitpunkt der Zustellung der angefochtenen Entscheide an die 
Rekurrentschaft am 18. Februar 2022 nicht widerrufen war. 

Gemäss  der  Verfügung  der  Baudirektion  vom  2. Februar  2022  war  diese 
an  die  kommunale  Baubehörde,  «für  sich  und  zur  Weiterleitung/Eröffnung» 
unter  anderem  an  den  Rechtsvertreter  der  Rekurrierenden,  unter  Beilage  der 
Rechnung  für  die  Letzteren,  mitzuteilen  (Mitteilungssatz  in  Dispositivziffer VII. 
der Verfügung vom 2. Februar 2022). Im Gegensatz dazu wurde der Beschluss 
der  Baubehörde  vom  14. Februar  2022  (…)  an  die  private  Adresse  der 
Rekurrierenden, nicht jedoch an ihren Vertreter gesendet. (…)  

Mit  E-Mail  vom  21.  Juni  2022  an  die  Rekurrentschaft,  in  welcher  deren 
Vertreter im CC aufgeführt war, teilte die Baudirektion mit, dass das Gesuch um 
Wiedererwägung  betreffend  das  streitbetroffene  Bauvorhaben  in  Rechtskraft 
erwachsen  sei,  dass  die  Rekurrierenden  diesbezüglich  bereits  eine 
Zahlungserinnerung und eine Mahnung zum fälligen Rechnungsbetrag erhalten 
hätten, und drohte die Betreibung an. 

Den  Angaben  im  Rekurs  vom  12. Juli  2022  zufolge  hat  der  Vertreter  der 
Rekurrierenden erstmals durch die E-Mail der Baudirektion vom 21. Juni 2022 – 
und damit durch Zufall – vom Ergehen der angefochtenen Entscheide erfahren 
und alsdann nach Zustellung der Entscheide mit E-Mail der Baubehörde X vom 
27. Juni 2022 davon Kenntnis erlangt. Daraus wie auch aus den Ausführungen 
in  der  Rekursschrift  ist  zu  schliessen,  dass  sich  die  Rekurrierenden  seit  dem 
Erhalt  der  angefochtenen  Entscheide  am  18. Februar  2022  bis  zum  21. Juni 

 
 
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2022  diesbezüglich  zu  keinem  Zeitpunkt  mit  ihrem  Vertreter  in  Verbindung 
gesetzt haben. Darauf ist für die nachfolgenden Erwägungen abzustellen. 

gelten, 

nämlich, 

Verwaltungsrechtspflegegesetz 

5.3.3 Die vorstehend wiedergegebene bundesgerichtliche Rechtsprechung 
zur  Frage  nach  dem  Beginn  des  Laufs  einer  Rechtsmittelfrist  im  Fall  einer 
lediglich  an die  vertretene  Partei selbst  und nicht an  ihren Vertreter eröffneten 
Verfügung  knüpft  an  dieselben  Grundsätze  an,  wie  sie  auch  nach  dem 
dass 
zürcherischen 
Mitteilungen  an  den  Vertreter  einer  Partei  zu  erfolgen  haben,  solange  das 
Vertretungsverhältnis  besteht,  sowie  ferner,  dass  die  mangelhafte  Eröffnung 
einer Verfügung für die Betroffenen keinen Nachteil bewirken darf. Demzufolge 
erscheint  es  als  gerechtfertigt,  diese  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zur 
genannten Frage analog im vorliegenden Fall anzuwenden. Es sind vorliegend 
keine  Gründe  ersichtlich,  die  der  Anwendung  der  genannten  Rechtsprechung 
entgegenstehen  würden;  die  konkreten  Umstände  sprechen  vielmehr  für  eine 
im  Rahmen  der 
solche  Anwendung 
(s. sogleich  Ziff. 5.3.4).  Ob  die 
bundesgerichtlichen 
als 
Grundsätze 
Mindestanforderungen  zu  betrachten  sind  oder  ob  bei  der  Anwendung  des 
Anforderungen 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes 
hinsichtlich  der  Einhaltung  des  Grundsatzes  von  Treu  und  Glauben  gelten 
würden  bzw.  für  den  Beginn  der  Rechtsmittelfrist  auch  auf  einen  früheren 
Zeitpunkt als jenen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung abgestellt 
werden  könnte  (s. dazu  namentlich  VB.2009.00526  vom  10. Februar  2010, 
E. 6.2.2,  6.2.3),  braucht  nicht  abschliessend  beantwortet  zu  werden,  da  die 
Rekursfrist  vorliegend  bereits  bei  Anwendung  der  bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung abgelaufen ist. 

Rechtsprechung 

etablierten 

strengere 

allenfalls 

in 

ist 

der 

Frist 

entsprechend 

In  analoger  Anwendung  der  genannten  Rechtsprechung  hätten  sich  die 
Rekurrierenden  nach  dem  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  aufgrund  der  sie 
treffenden  Sorgfaltspflicht  innert  einer  vernünftigen  Frist  an  ihren  Vertreter 
wenden  müssen.  Diese 
den 
Rechtsmittelbelehrungen der angefochtenen Entscheide genannten Rekursfrist 
auf  dreissig  Tage  festzusetzen.  Angesichts  der  konkreten  Umstände  erscheint 
dies auch als angemessen, da es den Rekurrierenden ohne Weiteres zumutbar 
war,  sich  spätestens  innert  dreissig  Tagen  nach  der  erfolgten  Zustellung  der 
baurechtlichen  Entscheide  bei  ihrem  Vertreter  danach  zu  erkundigen,  ob  die 
Entscheide  auch  ihm  zugestellt  worden  sind  (s. sogleich  Ziff. 5.3.4.).  Die 
Rekursfrist  hätte  alsdann  –  bei  Weiterleitung  der  zugestellten  Entscheide  an 
den  Rechtsvertreter  innert  dreissig  Tagen  seit  Zustellung  –  am  Tag  nach  der 
effektiven  Kenntnisnahme  der  Entscheide  durch  den  Vertreter  zu  laufen 
begonnen bzw., im Fall, dass der Vertreter wie vorliegend innert dreissig Tagen 
seit  Zustellung  der  Entscheide  an  die  Rekurrierenden  keine  Kenntnis  davon 
erlangte,  am  Tag  nach  Ablauf  der  seit  Zustellung  an  die  Rekurrierenden 
laufenden dreissigtägigen Frist. 

5.3.4 (…) Es stellt sich damit die Frage, ob die Entscheide vorliegend mit 
der Rekurseingabe vom 12. Juli 2022 noch innerhalb einer vernünftigen Frist in 
Frage gestellt wurden. 

 
 
- 5-  

der 

klar 

sein, 

gewesen 

Zustellung 

dass  mit 

innert  einer 

Die  angefochtenen  Entscheide  wurden  auf  Veranlassung  der 
Rekurrierenden  erlassen,  die  am  27. April  2021  ein  Wiedererwägungsgesuch 
betreffend  die  streitbetroffene  Projektänderung  gestellt  haben,  nachdem  die 
entsprechende  Baubewilligung  mit  Verfügung  der  Baudirektion  vom  5. Januar 
teilweise  verweigert  worden  war.  Mit  Eingabe  vom 
2021  nachträglich 
1. Dezember  2021 
letzten 
reichten  die  Rekurrierenden 
Fristansetzung  noch  Unterlagen  zum Wiedererwägungsgesuch  nach.  Es  sollte 
des 
ihnen 
Wiedererwägungsentscheids,  der  mit  Datum  vom  2. bzw.  14. Februar  2022 
erging, jederzeit zu rechnen war. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, 
dass  die  Rekurrierenden  nach  Erhalt  der  eingeschriebenen  Sendung  der 
Baubehörde  –  mit  den  die  Baubewilligung  wiederum  teilweise  verweigernden 
Entscheiden – am 18. Februar 2022 diesbezüglich während mehreren Monaten 
gar nichts unternommen haben und sich insbesondere nicht bei ihrem Vertreter 
insofern erkundigt haben. Dies ist umso weniger nachzuvollziehen, als sich die 
Bewilligungsverweigerung  auf  eine  bereits  ausgeführte  Projektänderung 
bezieht, für welche die Rekurrierenden Auslagen getätigt haben. Auch leuchtet 
nicht  ein,  weshalb  die  Rekurrierenden,  nachdem  sie  die  Zahlungserinnerung 
und  Mahnung  zur  Rechnung  der  Baudirektion  vom  2. Februar  2022  zu  den 
Gebühren  für  die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Wiedererwägung  erhalten 
hatten,  weiterhin  untätig  blieben,  bis  ihnen  mit  E-Mail  der  Baudirektion  vom 
die 
21. Juni  2022  die  Betreibung  angedroht  wurde.  Dass 
Zahlungserinnerung  und  Mahnung  zur  fraglichen  Rechnung  nicht  erhalten 
haben sollen, machen sie im vorliegenden Verfahren im Übrigen nicht geltend; 
Äusserungen dazu sind gänzlich unterblieben. 

sie 

Nachdem  die  Rekurrierenden  nach  Erhalt  der  angefochtenen  Entscheide 
auch  noch  gegen  Ende  der  Rekursfrist  von  dreissig  Tagen,  auf  die  in  den 
Rechtsmittelbelehrungen  hingewiesen  worden  war,  nichts  von  ihrem  Vertreter 
gehört  hatten,  hätten  ihnen  Zweifel  darüber  aufkommen  müssen,  ob  die 
Entscheide  auch  diesem  zugestellt  wurden. 
(…)  Selbst  wenn  die 
Rekurrierenden  angenommen  hätten,  dass  ihr  Vertreter  die  angefochtenen 
Entscheide  ebenfalls  erhalten  hat,  hätten  sie  erwarten  müssen,  dass  dieser 
innert  der  Rechtsmittelfrist  bei  ihnen  Instruktionen  zum  Erheben  des  Rekurses 
einholt bzw. das weitere Vorgehen bespricht und alsdann gegebenenfalls innert 
dieser  Frist  auch  die  Rekursschrift  verfasst.  Eine  solche  Rückmeldung  seitens 
ihres  Vertreters  unterblieb  jedoch  ganz.  Aufgrund  der  ihnen  obliegenden 
zumutbaren  Sorgfalt  wären  die  Rekurrierenden  damit  vorliegend  gehalten 
gewesen,  sich  jedenfalls  spätestens  innert  der  in  der  Rechtsmittelbelehrung 
angegebenen  Frist  von  dreissig  Tagen  ab  Zustellung  der  Entscheide 
diesbezüglich  bei  ihrem Vertreter  zu  melden. Weshalb dies nicht möglich  oder 
nicht  zumutbar  gewesen  sein  soll,  vermochten  die  Rekurrierenden  nicht 
darzulegen.  Da  sie  folglich  ihrer  Sorgfaltspflicht  aus  nicht  nachvollziehbaren 
Gründen  nicht  nachgekommen  sind,  erscheint  eine  Berufung  auf  den 
Eröffnungsmangel angesichts des Geschilderten als treuwidrig. 

(…) Im vorliegenden Fall gegenteilig zu entscheiden und die Rekursfrist mit 
dem Einreichen der Rekursschrift vom 12. Juli 2022 beinahe fünf Monate nach 
Zustellung  der  Entscheide  an  die  Rekurrierenden  als  eingehalten  anzusehen, 
würde  dem  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  und  der  Rechtsgleichheit 

 
 
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zuwiderlaufen.  Auch  hat  das  Rechtsschutzinteresse  der 
diametral 
Rekurrierenden  in  Anbetracht  aller  Umstände  im  vorliegenden  Fall  gegenüber 
dem  Interesse  an  Rechtssicherheit  in  den  Hintergrund  zu  treten.  Wenn  den 
Rekurrierenden  am  Erhalt  ihrer  Anfechtungsmöglichkeiten  wirklich  gelegen 
wäre,  hätten  sie  so  rasch  wie  möglich  und  spätestens  innert  dreissig  Tagen 
reagieren und sich über den Lauf der Rechtsmittelfrist informieren müssen, statt 
mehrere Monate zuzuwarten und dabei das Risiko in Kauf zu nehmen, dass die 
Rechtsmittelfrist  längst  verpasst  sein  könnte.  Hätten  sie  ihren  Vertreter  innert 
dreissig  Tagen  informiert,  wäre  alsdann  immer  noch  die  volle  Dauer  der 
Rechtsmittelfrist  zur  Verfügung  gestanden,  um  die  Rekursschrift  einzureichen. 
Angesichts  des  Gesagten  verstiesse  es  unter  den  gegebenen  Umständen 
gegen  Treu  und  Glauben,  die  Eröffnung  der  angefochtenen Entscheide  an die 
Rekurrierenden als rechtsunwirksam zu betrachten.