# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52593171-eab0-5238-a529-9c682546cfd2
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-14
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 14.05.2025 BS 2025 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2025-7_2025-05-14.pdf

## Full Text

20250404_172300_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2025 7

Oberrichterin F. Wiget, Abteilungspräsidentin
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber C. Schwegler

Beschluss vom 14. Mai 2025 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
verbeiständet gestützt auf Art. 306 Abs. 2 ZGB durch Rechtsanwältin B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin D.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Teilnahmerecht bei Einvernahme

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, führt aufgrund einer Anzeige von 
E.________ (nachfolgend: Kindsmutter) vom 24. Juni 2022 sowie der Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde C.________ eine Strafuntersuchung gegen F.________ (nachfolgend: 
Beschuldigter) wegen sexuellen Handlungen mit Kindern etc. zum Nachteil von A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführerin; Verfahren 1A 2024 1669). 

2. Mit Verfügung vom 30. Januar 2024 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Die 
I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts hob diese Verfügung auf Beschwerde der Kinds-
mutter hin mit Beschluss vom 29. August 2024 mit der Begründung auf, der Kindsmutter sei 
als Privatklägerin zu Unrecht die Teilnahme an der polizeilichen Einvernahme der Beschwer-
deführerin vom 23. November 2022 verweigert worden. Sie wies die Staatsanwaltschaft an, 
unter Wahrung der Parteirechte der Kindsmutter eine erneute Befragung der Beschwerdefüh-
rerin durchzuführen bzw. in Auftrag zu geben (Verfahren BS 2024 14).

3. Die Staatsanwaltschaft beauftragte in der Folge die Zuger Polizei, eine Befragung der Be-
schwerdeführerin durchzuführen. Diese Kindesbefragung wurde auf den 29. Januar 2025 
terminiert. Im Hinblick auf diese Befragung beantragten die Kindsmutter mit Eingabe vom 
8. Januar 2025 und die Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 9. Ja-
nuar 2025 den vollständigen Ausschluss des Beschuldigten von der Einvernahme der Be-
schwerdeführerin. Darüber hinaus teilte die Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin mit, 
dass die Kindsmutter sowie G.________ die Beschwerdeführerin als Vertrauensperson be-
gleiten werden und im Anhörungsraum Platz nehmen möchten.

4. Mit Verfügung vom 14. Januar 2025 schloss die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten ge-
stützt auf Art. 154 Abs. 5 StPO von der Teilnahme an der Einvernahme der Beschwerdefüh-
rerin vom 29. Januar 2025 vollständig aus und gewährte der Verteidigung das Teilnahme-
recht an der Einvernahme im Übertragungsraum (Dispositiv-Ziff. 1). Die Teilnahme der 
Kindsmutter als Vertrauensperson der Beschwerdeführerin an der Einvernahme vom 29. Ja-
nuar 2025 schränkte die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 154 Abs. 3 StPO insoweit ein, 
als dieser die Teilnahme einzig im Übertragungsraum gestattet werde (Dispositiv-Ziff. 2). 
G.________ wurde als Vertrauensperson der Beschwerdeführerin von der Einvernahme vom 
29. Januar 2025 gestützt auf Art. 154 Abs. 3 StPO vollständig ausgeschlossen (Dispositiv-
Ziff. 3).

5. Gegen diese Verfügung erhob die Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin mit Eingabe 
vom 27. Januar 2025 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit fol-
genden Anträgen:

1. Ziff. 3 der Verfügung vom 14. Januar 2025 der Beschwerdegegnerin (Verfahren 1A 2024 1669) sei 
aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die Anwesenheit von G.________ 
als Vertrauensperson der Beschwerdeführerin in demselben Raum zuzulassen, in welchem die 
Beschwerdeführerin zur Sache befragt wird.

2. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

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3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zulas-
ten der Staatskasse.

6. Mit Verfügung vom 28. Januar 2025 wies der Abteilungspräsident i.V. das Gesuch um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung ab. 

7. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 31. Januar 2025 auf eine Stellungnahme. 

8. Am 10. März 2025 teilte die Abteilungspräsidentin den Parteien mit, dass das vorliegende 
Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden sein dürfte, nachdem das Gesuch um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung bzw. um Anordnung vorsorglicher Massnahmen mit Präsi-
dialverfügung vom 28. Januar 2025 abgewiesen und die Einvernahme der Beschwerdeführe-
rin im Verfahren 1A 2024 1669 zwischenzeitlich stattgefunden habe. Die Parteien wurden 
eingeladen, sich zur Frage der Gegenstandslosigkeit und den daraus resultierenden Kosten-
folgen zu äussern. 

9. Die Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 11. März 2025 an der 
Beschwerde fest. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 11. März 2025 auf eine Stellung-
nahme.

Erwägungen

1. Das Beschwerdeverfahren erweist sich insoweit als gegenstandslos, als der von der Pro-
zessbeiständin der Beschwerdeführerin gestellte Antrag um aufschiebende Wirkung mit Prä-
sidialverfügung vom 28. Januar 2025 abgewiesen und in der Folge die Kindesbefragung am 
29. Januar 2025 durchgeführt wurde. Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin 
aufgrund ihrer Stellung im Verfahren Anspruch auf eine grundsätzliche Beurteilung der Frage 
hat, ob die Staatsanwaltschaft G.________ zu Recht von der Befragung ausgeschlossen hat.

1.1 Die Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin führte in Bezug auf ihre Beschwerdelegitima-
tion aus, zwar sei mit Präsidialverfügung vom 28. Januar 2025 ihr Gesuch um aufschiebende 
Wirkung abgewiesen worden, und es habe in der Zwischenzeit die Befragung der Beschwer-
deführerin stattgefunden. Beides sage aber nichts darüber aus, ob das der Beschwerdefüh-
rerin zustehende Recht, sich an der Befragung von einer Vertrauensperson begleiten zu las-
sen, habe beschnitten werden dürfen. Im Übrigen lasse sich eine Verletzung des fraglichen 
Rechts nicht durch die Durchführung der Befragung heilen. Die Beschwerdeführerin habe ein 
berechtigtes Interesse daran, dass darüber entschieden werde, ob die beantragte Begleitung 
bzw. Anwesenheit von G.________ (nachfolgend: Vertrauensperson) von der Staatsanwalt-
schaft zu Recht abgewiesen worden sei oder nicht (act. 5).

1.2 Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO hat jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Ein rechtlich ge-
schütztes Interesse liegt vor, wenn die beschwerdeführende Partei direkt und unmittelbar in 
seinen eigenen Rechten tangiert ist, was nicht der Fall ist, wenn er lediglich durch eine Re-
flexwirkung betroffen ist. Das rechtlich geschützte Interesse unterscheidet sich vom schutz-
würdigen Interesse, das nicht notwendigerweise ein rechtliches Interesse ist, sondern auch 

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ein tatsächliches Interesse sein kann. Im Rahmen der von der StPO eingerichteten Rechts-
mittel reicht ein blosses faktisches Interesse nicht aus, um die Beschwerdelegitimation zu 
begründen (BGE 145 IV 161 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 7B_12/2021 vom 11. Septem-
ber 2023 E. 2.2.3 m.H.). Der Beschwerdeführer muss somit nachweisen, dass der angefoch-
tene Entscheid eine Rechtsnorm verletzt, die den Schutz seiner Interessen bezweckt, und 
dass er daraus ein subjektives Recht ableiten kann (BGE 145 IV 161 E. 3.1; Urteil des Bun-
desgerichts 7B_51/2024 vom 25. April 2024 E. 2.2.1 m.H.).  

2. Bei der Anordnung oder Verweigerung von Massnahmen zum Schutze von Kindern als Opfer 
gemäss Art. 154 StPO handelt es sich zwar grundsätzlich um eine anfechtbare Verfügung 
(vgl. Keller, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 393 StPO N 16). Nachdem die Befragung des Opfers 
indes bereits stattgefunden hat und – soweit ersichtlich und von der Beschwerdeführerin 
auch nicht anders dargelegt – im Vorverfahren mit keiner weiteren Einvernahme des Opfers 
zu rechnen ist, ist vorliegend ein rechtlich geschütztes Interesse an der Beschwerde indes 
nicht zu erkennen. An einer blossen Feststellung eines Verfahrensverstosses besteht 
grundsätzlich kein rechtlich geschütztes Interesse (Lieber, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], a.a.O., Art. 382 StPO N 13d). Die Beschwerdefüh-
rerin spricht denn auch selbst lediglich von einem "berechtigte[n] Interesse" und legt nicht 
dar, worin ihr rechtlich geschütztes Interesse an der Beurteilung der Frage, ob die Staatsan-
waltschaft die Vertrauensperson zu Recht von der Befragung der Beschwerdeführerin aus-
geschlossen hat, zu sehen ist. Auf die Beschwerde ist folglich mangels eines rechtlich ge-
schützten Interesses nicht einzutreten.   

3. Damit bleibt über die Kosten zu befinden.

3.1 Vorliegend ist das Rechtsschutzinteresse erst im Verlauf des Beschwerdeverfahrens wegge-
fallen. Damit präsentiert sich die Sachlage hinsichtlich der Kosten vergleichbar wie im Falle 
der Abschreibung des Verfahrens bei Gegenstandslosigkeit. Vorliegend rechtfertigt es sich 
mithin für die Verteilung der Prozesskosten (ebenfalls) auf den mutmasslichen Prozessaus-
gang abzustellen, wobei dieser bloss summarisch zu prüfen ist (vgl. zur Kostenverteilung bei 
Gegenstandslosigkeit Urteil des Bundesgerichts 6B_870/2022 vom 28. Juni 2024 E. 1.2.3; 
1B_115/2017 vom 12. Juni 2017 E. 2.3.1; vgl. auch Domeisen, Basler Kommentar, 3. A. 
2023, Art. 428 StPO N 14).

3.2 Gemäss Art. 154 Abs. 3 StPO kann die Behörde die Vertrauensperson vom Verfahren aus-
schliessen, wenn diese einen bestimmenden Einfluss auf das Kind ausüben könnte. Die An-
wesenheit einer Vertrauensperson soll das Opfer psychisch unterstützen. Es besteht aber 
das Risiko, dass die Anwesenheit einer solchen Vertrauensperson das Kind und dessen 
Aussagen beeinflusst. Das befürchtete Risiko einer Einflussnahme genügt für einen Aus-
schluss. Eine solche Beeinflussungsproblematik kann nicht nur bei Eltern vorliegen, sondern 
auch bei anderen nahen Angehörigen oder Bezugspersonen des Kindes. Während das Kind 
sich vermutlich durch eine ihm nahestehende Person begleiten lassen möchte, würde es aus 
Sicht der Verfahrensleitung ideal erscheinen, wenn das Kind durch eine Person begleitet 
würde, auf die das Kind bei seinen Aussagen keine Rücksicht zu nehmen braucht und die 
auch nicht mit dem Inhalt der Aussage in irgendeinem Zusammenhang steht. Zudem ist dar-
auf hinzuweisen, dass ein Ausschluss der Vertrauensperson nicht kurz vor oder sogar 

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während der Einvernahme erfolgen sollte, damit das Kind nicht gerade durch diese Mass-
nahme belastet wird. Weiter muss dem Kind in einer solchen Situation die Möglichkeit gebo-
ten werden, eine andere Vertrauensperson beizuziehen (Wehrenberg, Basler Kommentar, 3. 
A. 2023, Art. 154 StPO N 5 m.H.).

3.3 Das Untersuchungsverfahren gegen den Beschuldigten wegen sexuellen Handlungen mit 
Kindern zum Nachteil der Beschwerdeführerin wurde aufgrund einer Anzeige der Kindsmut-
ter vom 24. Juni 2022 in Gang gesetzt. Darüber hinaus ist das Besuchsrecht zwischen der 
Kindsmutter und dem Beschuldigten strittig. Das Privatgutachten, welches die dem Beschul-
digten gegenüber erhobenen Vorwürfe zum Gegenstand hat, erstattete die Vertrauensperson 
im Auftrag der Kindsmutter. Allein schon aufgrund dieser Konstellation bestand ein begrün-
detes Risiko dafür, dass die Vertrauensperson im Rahmen der Befragung der Beschwerde-
führerin durch die Untersuchungsbehörde einen bestimmenden Einfluss auf die Beschwerde-
führerin nehmen könnte, wenn sie im Einvernahmeraum an der Seite der Beschwerdeführe-
rin anwesend gewesen wäre.

Darüber hinaus lassen sich der Transkription des Gesprächs zwischen der Vertrauensperson 
und der Beschwerdeführerin (act. 3/5; Vi act. 3/31 ff.) Aussagen der Vertrauensperson ent-
nehmen, die zur Suggestion geeignet sein könnten. Dies betrifft etwa die Aufforderung an die 
Beschwerdeführerin, weiterzuerzählen, wenn sie vom "bösen Papa, der mich berührt, wo ich 
nicht will" spricht, wobei die Vertrauensperson die Beschwerdeführerin für ihre Aussagen 
lobt. Dazu kommen Passagen, aus welchen der Eindruck entstehen könnte, dass ein be-
stimmtes Zusammenwirken zwischen der Kindsmutter und der Vertrauensperson vorliegen 
könnte ("ich werde dir versuchen zu helfen, auch die Mama" oder "wir versuchen, dir dabei 
zu helfen,…, und erzähle der Mama immer alles, was passiert"). Auch aufgrund dieser Pas-
sagen im Gespräch zwischen der Vertrauensperson und der Beschwerdeführerin, verbunden 
mit der gesamten Prozessgeschichte, war das Risiko einer Einflussnahme der Vertrauens-
person auf die Beschwerdeführerin zumindest zu befürchten. 

Die Staatsanwaltschaft hat der Prozessbeiständin der Beschwerdeführerin den angefochte-
nen Entscheid rund zwei Wochen vor der Kindesbefragung zur Kenntnis gebracht. Die Pro-
zessbeiständin hatte folglich ausreichend Zeit, um für die Kindesbefragung eine andere Ver-
trauensperson beizuziehen. 

3.4 Zusammenfassend ergibt eine summarische Prüfung der Akten, dass die Beschwerde 
voraussichtlich abzuweisen gewesen wäre. Damit sind die Kosten des Beschwerdeverfah-
rens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.

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Beschluss

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 40.00 Auslagen
CHF 840.00 Total

und werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. und 90 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) erhoben werden. Die Beschwerdegründe richten sich nach 
Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schrift-
lich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

4. Mitteilung an:
- Parteien
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

F. Wiget C. Schwegler
Abteilungspräsidentin Gerichtsschreiber

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