# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b9d4960-567b-56e6-bf1a-eb60744f57e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.12.2018 D-6950/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6950-2018_2018-12-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6950/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;   

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 16. November 2018 / N_______. 

 

 

 

D-6950/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Juli 2016 in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein. Am (...) wurde sie zwecks Bestimmung des Knochenalters 

radiologisch untersucht, wobei als Befund ein angegebenes Alter von (...) 

Jahren und ein Knochenalter von 18 Jahren oder älter vermerkt wurde. 

Dazu gewährte ihr das SEM am 25. Juli 2016 das rechtliche Gehör. Glei-

chentags wurde sie zur Person befragt (BzP) und durch das SEM für die 

Fortsetzung des Asylverfahrens als volljährig erachtet, wobei ihr Geburts-

datum auf den (...) festgelegt wurde. 

A.b Am 15. September 2016 legte die Beschwerdeführerin einen Tauf-

schein in Kopie ins Recht, dessen Original sie am 6. Oktober 2016 nach-

reichte. 

A.c Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 ersuchte sie das SEM um Rich-

tigstellung ihres Geburtsdatums auf den X._______. 

A.d Am 20. November 2017 wurde die Beschwerdeführerin durch das 

SEM angehört. 

Sie machte dabei zur Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen gel-

tend, sie stamme aus B._______, wo sich ihre Familienangehörigen nach 

wie vor aufhalten würden. Sie habe die Schule bis zur zehnten Klasse be-

sucht und manchmal ihrem Vater auf den Feldern geholfen. Da sie befürch-

tet habe, in (...) Jahren in den Militärdienst eingezogen und zu einer Solda-

tin gemacht zu werden, habe sie entschieden, ihre Heimat zu verlassen. 

Sie habe am (...) die Schule abgebrochen. Zwei Tage vor ihrer Ausreise sei 

ihr Vater festgenommen und (Nennung Dauer) festgehalten worden. Man 

habe ihm vorgeworfen, keinen Wachdienst geleistet zu haben. Sie sei dann 

am (...) in Begleitung von (...) Schulkameradinnen zu Fuss von B._______ 

aufgebrochen und nach einem (...)-stündigen Fussmarsch im C._______ 

angekommen. (Nennung Zeitpunkt) nach ihrer illegalen Ausreise sei ihr Va-

ter ihretwegen von der Polizei während (Nennung Dauer) festgehalten und 

gegen Bezahlung einer Kaution wieder frei gelassen worden. Weitere Kon-

sequenzen habe ihre Ausreise für die Familie nicht gehabt. 

B.  

Mit Verfügung vom 16. November 2018 – eröffnet am 20. November 2018 – 

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Seite 3 

stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie bean-

tragte, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl, even-

tuell die vorläufige Aufnahme aus humanitären Gründen zu gewähren. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Der Beschwerde lagen (Auflistung Beweismittel) bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-

führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerde richtet sich sowohl in ihren Anträgen als auch in ihrer Be-

gründung lediglich gegen die Dispositivziffern 3 (Verneinung der Flücht-

lingseigenschaft), 4 (Ablehnung des Asylgesuchs) und 5 bis 7 (Anordnung 

der Wegweisung und deren Vollzug) der angefochtenen Verfügung. Die 

Dispositivziffern 1 und 2 der Verfügung des SEM vom 16. November 2018 

(Ablehnung Gesuch um Berichtigung der Personendaten; Personendaten 

gemäss ZEMIS [Zentrales Migrationsinformationssystem] lautend wie bis-

her erfasst auf: A._______, ZEMIS-Nr. [...], geb. [...], Eritrea) sind folglich 

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in Rechtskraft erwachsen und bilden nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die 

Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermöchten den Anforderungen an 

die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu genügen. 

Die Beschwerdeführerin sei vor ihrer Ausreise nicht offiziell zum Militär-

dienst aufgeboten worden. Da kein konkreter behördlicher Kontakt bestan-

den habe, aus dem erkennbar geworden wäre, dass sie hätte rekrutiert 

werden sollen, bestehe auch kein konkreter Anlass zur Annahme, dass sie 

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mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit asylrelevante 

Massnahmen zu befürchten hätte. Die blosse Furcht, für den Militärdienst 

aufgeboten zu werden, weise für sich genommen zudem nicht die nach Art. 

3 AsylG erforderliche Intensität auf. Ferner sei alleine die Angst, bei einer 

Rückkehr nach Eritrea in den Nationaldienst rekrutiert zu werden, nicht 

asylrelevant. Weitere Anknüpfungspunkte, weswegen sie in den Augen des 

eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen könnte, seien 

ebenfalls nicht ersichtlich. Daher sei auch die illegale Ausreise aus Eritrea 

nicht geeignet, Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung zu 

begründen.  

6.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, sie werde bei einer Rück-

kehr nach Eritrea inhaftiert, da sie das Land illegal verlassen habe. Zudem 

müsse sie danach Militärdienst leisten. Sodann lebe ihr Bruder als Flücht-

ling in der Schweiz und sie wohne seit kurzem mit ihm zusammen. Sie 

würde wegen seiner Flucht in ihrer Heimat weitere Probleme bekommen. 

In Eritrea habe sie ferner keine Möglichkeit, die Schule zu beenden und 

etwas zu lernen. Wenn sie in ihrer Heimat inhaftiert werde, würden sich 

ihre Eltern – die mittlerweile alt seien und nicht mehr arbeiten und Geld 

verdienen könnten – grosse Sorgen um sie machen, sie wolle ihnen ein 

solches Leid ersparen. Schliesslich wolle sie zusammen mit ihrem Bruder 

in der Schweiz bleiben, da sie sich gegenseitig unterstützen könnten und 

einander brauchen würden. 

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zur Auffassung, dass 

die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Vorfluchtgründe den 

Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht zu genügen vermögen. 

7.2 Die Beschwerdeführerin macht keinen Kontakt zu den Militärbehörden 

geltend. Die blosse Möglichkeit einer künftigen Rekrutierung für den Nati-

onaldienst ist asylrechtlich jedoch nicht relevant (vgl. Urteil des BVGer  

D-211/2017 vom 5. Februar 2018 E. 8.3.3, mit Hinweis auf das Referenz-

urteil des BVGer D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 E. 5.1). Entsprechend 

fällt die Beschwerdeführerin nicht in die Kategorie von Deserteuren und 

Dienstverweigerern, welche nach der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts den Flüchtlingsstatus zugesprochen erhalten (vgl. u.a. Urteil 

des BVGer E-3179/2017 vom 26. September 2018 E. 6.2, m.w.H.). 

7.3 Das in der Rechtsmitteleingabe geäusserte Vorbringen, wonach sie in 

ihrer Heimat keine Möglichkeit habe, die Schule zu beenden, stellt keinen 

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asylrelevanten Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG dar und bleibt daher vor-

liegend unbeachtlich. 

7.4 Gemäss aktueller Praxis des Gerichts kann allein aufgrund einer ille-

galen Ausreise keine begründete Furcht vor asylrechtlich beachtlicher Ver-

folgung angenommen werden (vgl. Referenzurteil D-7898/2015 E. 4.6–

E. 5.1). Für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen 

Kontext bedürfe es neben der illegalen Ausreise zusätzlicher Anknüpfungs-

punkte, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Be-

hörden als missliebige Person erscheinen lasse und dadurch zu einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. 

a.a.O., E. 5.1).  

7.5 Nachdem oben dargelegt worden ist, dass die Beschwerdeführerin 

nicht in Kontakt mit der eritreischen Militärverwaltung gekommen ist, be-

stehen keine Hinweise darauf, dass – neben der geltend gemachten ille-

galen Ausreise – zusätzliche Anknüpfungspunkte existieren, welche sie in 

den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen 

lassen würden. Daran vermag auch der nicht näher konkretisierte Hinweis, 

wonach sie wegen der Flucht ihres Bruders, mit welchem sie in der 

Schweiz nun zusammen wohne, Probleme in ihrer Heimat bekomme, 

nichts zu ändern. So führte sie in der Anhörung an, die damalige Flucht von 

des betreffenden Bruders habe keine Folgen für ihre Familie gezeitigt (vgl. 

act. A29/19 S. 5). Ausserdem sind den Akten keine Anhaltspunkte zu ent-

nehmen, dass die eritreischen Behörden vom Aufenthaltsort des Bruders 

in der Schweiz oder dem Umstand, dass sie mittlerweile mit diesem in Kon-

takt stehe respektive zusammen wohne, erfahren haben könnten. Im 

Lichte der neueren Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts erfüllt 

sie die Flüchtlingseigenschaft deshalb auch unter diesem Aspekt nicht. 

7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten 

Asylgründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich 

relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise eine 

entsprechende Verfolgungsfurcht nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. An dieser Einschätzung vermag auch der nachvollziehbare 

Wunsch der Beschwerdeführerin, bei ihrem Bruder in der Schweiz bleiben 

zu dürfen, um sich gegenseitig zu unterstützen, nichts zu ändern. Die 

Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin abgelehnt. 

 

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Seite 7 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Vorliegend erfüllt die Beschwerdeführerin die Flüchtlingsei-

genschaft nicht. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-

bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 

BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

9.2.1 Aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin erscheint ihre Befürch-

tung, bei einer Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, als 

plausibel (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das Referenzurteil 

D-2311/2016 vom 17. August 2017, E. 13.2–13.4). 

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Seite 8 

9.2.2 Die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei anstehen-

der Einziehung in den eritreischen Nationaldienst ist vom Bundesverwal-

tungsgericht in einem jüngst ergangenen Grundsatzurteil geklärt worden 

(vgl. Urteil des BVGer E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 [zur Publikation vor-

gesehen]). 

9.2.3 Das Gericht hat die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im ge-

nannten Urteil sowohl unter dem Gesichtspunkt des Zwangsarbeitsverbots 

(Art. 4 Abs. 2 EMRK) als auch unter jenem des Verbots der Folter und der 

unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK) geprüft 

und bejaht (vgl. Urteil E-5022/2017 E. 6.1). Es kann auf die Ausführungen 

im genannten Urteil verwiesen werden. 

9.2.4 Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die Annahme 

der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Wegweisungsvollzug 

ist folglich als zulässig zu betrachten. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Die drohende Einziehung in den eritreischen Nationaldienst führt 

mangels einer hinreichend konkreten Gefährdung auch nicht generell zur 

Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss 

Art. 83 Abs. 4 AuG (vgl. Urteil E-5022/2017 E. 6.2).  

9.3.2 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea zudem nicht von 

einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt bezie-

hungsweise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

ausgegangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen 

in einigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie 

vor schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssitua-

tion, der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. 

Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse 

Konflikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch 

die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil 

der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage 

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Seite 9 

des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz-

bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. 

Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende 

individuelle Faktoren indes nicht mehr zwingende Voraussetzung für die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil D-2311/2016 

E. 16 f.). 

9.3.3 Den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zur Zumutbarkeit 

ist vorliegend beizupflichten, zumal keine Hinweise ersichtlich sind, wo-

nach die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in eine existenzielle Not-

lage geraten könnte. Es handelt sich bei ihr um eine junge, gesunde Frau 

mit Schulbildung bis zur zehnten Klasse. Zudem kann sie in ihrer Heimat 

auf ein familiäres Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation zu-

rückgreifen. Es ist davon auszugehen, dass sie ihre Familie, die sich wirt-

schaftlich selbstständig unterhalten könne und „immer über die Runden 

gekommen“ sei (vgl. act. A29/19 S. 4), bei ihrer Rückkehr unterstützen 

wird.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

9.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-

rung nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen 

Rückkehr steht aber praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG entgegen. Es ob-

liegt daher der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 

(Art. 83 Abs. 2 AuG).  

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG).  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

D-6950/2018 

Seite 10 

11.  

11.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Begehren um Erlass des 

Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

11.2 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ungeachtet ei-

ner allfälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 

VwVG). 

11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer- 

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

Versand: