# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f36892ea-87e6-587d-b75e-d6dc8f8fbb14
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 12.09.2023 U 2022 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2022-75_2023-09-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 22 75

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Paganini und von Salis

Aktuarin ad hoc Fuchs

URTEIL

vom 12. September 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ SA, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michele Micheli, 

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____,

Beschwerdegegnerin 1

und

C._____, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Jürg Zinsli, 

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Zugang zu amtlichen Dokumenten (Baugesuch)

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I. Sachverhalt:

1. Die A._____ AG, ist Eigentümerin der Parzelle Nr. D._____,. Auf der Par-

zelle befindet sich ein Einfamilienhaus, welches umgebaut und unterir-

disch erweitert werden soll. Zu diesem Zwecke reichte die A._____ AG am 

24. Dezember 2020 ein entsprechendes Baugesuch ein. Nach ordnungs-

gemäss erfolgter öffentlicher Auflage, amtlicher Publikation und nach Ab-

lauf der Einsprachefrist wurde die Bewilligung für das Vorhaben am 8. 

März 2021 erteilt. 

2. Rund drei Monate später, am 15. Juni 2021, reichte die A._____ AG ein 

Projektänderungsgesuch ein. Die Bewilligung hierfür wurde wiederum 

nach erfolgter amtlicher Publikation, öffentlicher Auflage und verstrichener 

Einsprachefrist, am 26. Juni 2021 erteilt. 

3. Als Eigentümer der angrenzenden Nachbarparzelle Nr. E._____ ersucht 

C._____, wohnhaft in F._____, am 15. Februar 2022 um nachträgliche 

Einsicht in die Baugesuchsunterlagen zum Bauprojekt der Parzelle Nr. 

D._____. Zur Begründung führt er an, dass er sich aufgrund der 20 Meter 

tiefen Bohrungen und Aushebungen Sorgen um die Hangstabilität mache, 

zumal die Zufahrtsstrasse vor ein paar Jahren bereits abgerutscht sei. 

Überdies sei er von Frühsommer 2021 bis Oktober 2021 im Zuge der 

Bautätigkeit monatelang extremen Lärmimmissionen und Erschütterun-

gen ausgesetzt gewesen. Er würde daher gerne wissen, was gebaut 

werde und ob das, was gebaut werde, denn auch konform sei. Er habe 

Grund zur Annahme, dass von der Bewilligung abgewichen werde, zumal 

das Gesuch unter der Beschreibung "Umbau Einfamilienhaus mit unterir-

discher Erweiterung" geführt werde, in Tat und Wahrheit aber ein halber 

Wohnblock entstehe. Von dem Bau- und späteren Projektänderungsge-

such habe er keine Kenntnis gehabt, da er in F._____ lebe. 

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4. In ihrer Vernehmlassung zum Einsichtsgesuch vom 20. Mai 2022 bean-

tragte die A._____ AG dessen Abweisung. C._____ habe sich während 

der Einsprachefrist um Akteneinsicht bemühen müssen und könne dies im 

Nachhinein nicht mehr tun. Er hätte sich trotz des Wohnens im Ausland 

über die aktuellen Bauvorhaben in der Gemeinde B._____ auf dem Lau-

fenden halten können und müssen. Überdies widerspreche C._____ sich 

selbst, wenn er behaupte, er habe sich zum Zeitpunkt der fraglichen Bau-

gesuche in F._____ aufgehalten, dann aber von Frühsommer bis Oktober 

2021 durch den Baulärm beeinträchtigt gefühlt. Ausserdem seien die Bau-

arbeiten im August 2021 abgeschlossen gewesen. Die Bauakten vermö-

gen im Weiteren keinerlei Informationen betreffend Lärm und Erschütte-

rungen zu enthalten, weshalb ein schutzwürdiges Interesse an einer Ein-

sichtnahme nicht ersichtlich sei. Für die Überprüfung des regelkonformen 

Bauens sei nicht der Nachbar, sondern die Baupolizei zuständig. Betref-

fend die Grösse der Baute hält die A._____ AG fest, dass sich das Bau-

vorhaben in der Villenzone befinde, sodass Villen, die die Grösse eines 

Wohnblockes annehmen, normal seien. 

5. C._____ weist in seiner Stellungnahme vom 7. Juni 2022 darauf hin, dass 

die A._____ AG sich nichts vergebe, wenn Einsicht in die Akten genom-

men werde. Die starke Abwehr deute vielmehr darauf hin, dass es etwas 

zu verheimlichen gäbe. 

6. In der Zwischenzeit reichte die A._____ AG am 29. April 2022 ein zweites 

Projektänderungsgesuch ein, das sie noch vor Publikation durch ein drittes 

Projektänderungsgesuch am 23. Mai 2022 ersetzte. Das Änderungsge-

such wurde ordnungsgemäss öffentlich aufgelegt und publiziert. Mangels 

Einsprachen wurde die Bewilligung am 27. Juni 2022 erteilt. 

7. Mit Verfügung vom 11. Juli 2022 hiess die Gemeinde B._____ das Gesuch 

um Akteneinsicht teilweise gut. Nach Vornahme einer Interessenabwä-

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gung erteilte es die Akteneinsicht hinsichtlich der Baupläne, nicht aber hin-

sichtlich der Bewilligung. 

8. Mit Eingabe vom 17. August 2022 unter dem Titel "Beschwerde / Gesuch 

um Wiedererwägung" – adressiert an den Gemeindevorstand der Ge-

meinde B._____ – rügt die A._____ AG die unrichtige Rechtsanwendung 

des Öffentlichkeitsgesetzes seitens der Gemeinde B._____. Überdies sei 

die Interessenabwägung dahingehend fehlerhaft erfolgt, als dass das Ge-

heimhaltungsinteresse der A._____ AG die unverhohlene Neugier von 

C._____ zu überwiegen hätte. Die Pläne des Projektänderungsgesuchs 

würden einen vollständigen Überblick über das gesamte Bauprojekt ge-

währen, einschliesslich der Anordnung und Beschaffenheit der Innen-

räume. Inwiefern diese Informationen C._____ betreffend Lärmimmissio-

nen und Erschütterungen helfen sollten, ergebe sich nicht. 

9. Auf die erhobene Beschwerde trat die Gemeinde B._____ mit Verfügung 

vom 5. September 2022 nicht ein. Zur Begründung führte sie an, dass ge-

gen Entscheide des Gemeindevorstandes kein innerkommunales Rechts-

mittel zur Verfügung stünde – auch nicht gestützt auf das Öffentlichkeits-

gesetz. Ferner lägen auch die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung 

mangels geänderter Sach- und Rechtslage nicht vor. 

10. Am 14. September 2022 (Datum Poststempel) gelangte die A._____ AG 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Beschwerde – verfasst in italieni-

scher Sprache – an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. 

Um den Schutz ihrer Privatsphäre sicherzustellen, sei die Akteneinsicht zu 

verwehren. Sie ergänzt ihre bisherigen Vorbringen um die Rüge, dass das 

Gesuch um Akteneinsicht gegen Treu und Glauben verstosse, wenn damit 

versucht werde nachträglich die Bewilligung und die Projektänderung an-

zufechten. Überdies beantragt sie die aufschiebende Wirkung, da ihr 

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durch die Einsichtnahme ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 

entstehe. 

11. Mit prozessleitender Verfügung (U 22 75a) vom 27. Oktober 2022 ge-

währte der Instruktionsrichter die aufschiebende Wirkung, da die Be-

schwerdeführerin genügend dargetan habe, inwiefern ihr ein nicht leicht 

wiedergutzumachender Nachteil drohe. Die Beschwerde in italienischer 

Sprache sei überdies zulässig, dennoch wurde eine Übersetzung dieser in 

die deutsche Sprache auf Kosten des Gerichts angeordnet. 

12. In seiner Vernehmlassung vom 7. Oktober 2022 beantragte C._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner 2), es sei auf das Rechtsmittel nicht ein-

zutreten, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen, alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Er bringt vor, 

dass es der Beschwerdeführerin an einem Rechtschutzinteresse fehle – 

"wer korrekt baue, habe nichts zu befürchten" – und dass das für die In-

teressenabwägung betätigte Ermessen der Gemeinde zu schützen sei. 

Überdies stellt er in Abrede, dass er den Bau verhindern oder irgendwel-

che Massnahmen einleiten wolle. Ihm ginge es bloss um die Einsicht in 

bestimmte Akten. Falls es der Wahrheitsfindung diene, solle das Gericht 

einen Augenschein durchführen. 

13. Die Gemeinde B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) hielt in ihrer 

Vernehmlassung vom 7. Dezember 2022 an ihren bisherigen Ausführun-

gen fest. 

14. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Replik vom 15. Februar 2023 gel-

tend, dass sich im vorliegenden Fall eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stelle. Diese laute wie folgt: "Ist gegen den Entscheid des Ge-

meindevorstands in Anwendung des kommunalen Öffentlichkeitsgesetzes 

Beschwerde beim Gemeindevorstand gestützt auf dasselbe Gesetz zu 

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führen?" Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin die Zweckdienlichkeit 

eines allfälligen Augenscheins. In der Zwischenzeit sei ohnehin am 11. Ja-

nuar 2023 durch die Beschwerdegegnerin 1 eine Baukontrolle vor Ort 

durchgeführt worden. Die Baupolizei, vertreten durch Herrn G._____, 

habe die Besichtigung mit den Worten "es sieht gut aus" beendet. 

15. Die Beschwerdegegnerin 1 bestreitet in ihrer Duplik vom 28. Februar 

2023, dass eine solche Äusserung von der Baukontrolle gemacht worden 

sei. Zum einen lasse sich die behauptete Äusserung nicht dem Bauproto-

koll entnehmen, zum anderen sei G._____ gar nicht zuständig, im vorlie-

genden Verfahren zu entscheiden. Hinzu käme, dass die Beschwerdefüh-

rerin nun zum ersten Mal ihre schützenwerten Interessen vorbringe. Dies 

hätte sie aber schon viel früher tun müssen. Die Beschwerdeführerin sei 

mit diesem Vorbringen verspätet.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen Ak-

ten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einge-

gangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Ob für die Beurteilung der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2022 

bzw. des Nichteintretensentscheids vom 5. September 2022 das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden zuständig ist, bedarf einer näheren 

Abklärung, da die Beschwerdeführerin unter Zuhilfenahme des Öffentlich-

keitsgesetzes der Gemeinde B._____ (ÖffG) den Gemeindevorstand für 

die Beurteilung der Beschwerde und Wiedererwägung für zuständig er-

achtet. Dabei zieht die Beschwerdeführerin Art. 7 ÖffG heran, wonach die 

Beschwerde gegen Akteneinsichtsentscheide beim Gemeindevorstand zu 

erheben ist. Dieser Ansicht folgend, würde dies bedeuten, dass über das 

Akteneinsichtsgesuch betreffend das 2./3. Projektänderungsgesuch 

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(1024/22) vom 23. Mai 2022 nicht der Gemeindevorstand, sondern die Ge-

meindekanzlei vorgängig zu entscheiden hätte, mit der Konsequenz, dass 

der Gemeindevorstand im vorliegenden Fall unzuständig gewesen wäre 

(Art. 5 ÖffG). Welche Rechtsgrundlagen dem Akteneinsichtsgesuch zu-

grunde zu legen sind, ist somit entscheidend und bedarf daher einer ein-

gehenden Prüfung. 

1.1.1 Geht es um den Zugang zu amtlichen Dokumenten, wie etwa Bauplänen 

und Baubewilligungen, findet auf Bundesbehörden das Bundesgesetz 

über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, 

BGÖ; SR 152.3), für kantonale Behörden das Gesetz über das Öffentlich-

keitsprinzip (Öffentlichkeitsgesetz; BR 171.00) und – soweit eingeführt – 

auf kommunaler Ebene das Öffentlichkeitsgesetz der jeweiligen Ge-

meinde, vorliegend das ÖffG der Gemeinde B._____, Anwendung. Über-

dies verankert die Gemeindeverfassung von B._____ den Grundsatz, 

dass amtliche Akten öffentlich zugänglich sind (Art. 28 Abs. 2 Verfassung 

der Gemeinde B._____). Das Gesetz (hier: ÖffG) regelt die Ausnahmen 

und weiteren Einzelheiten (Art. 28 Abs. 3 Verfassung der Gemeinde 

B._____). In diesem Zuge ist darauf hinzuweisen, dass das kommunale 

ÖffG in der Gemeinde B._____ erst per 1. Januar 2022 in Kraft getreten 

ist. Anwendung findet dieses sodann auch nur auf amtliche Dokumente, 

die nach seinem Inkrafttreten, also nach dem 1. Januar 2022, erstellt oder 

empfangen worden sind (Art. 8 ÖffG). 

Das Gesuch um Akteneinsicht wurde am 15. Februar 2022 gestellt und 

bezieht sich auf die Baubewilligung vom 24. Dezember 2020 (1024/20) 

und das erste (bewilligte) Projektänderungsgesuch vom 15. Juni 2021 

(1024/21). Beide Gesuche und die in der Folge ergangenen Bewilligungen 

inkl. zugehöriger Akten (wie Baupläne) wurden somit vor Inkrafttreten des 

ÖffG der Gemeinde B._____ erstellt. Das ÖffG findet folglich keine An-

wendung auf die genannten Schriftstücke. Anders verhält es sich mit dem 

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zweiten bzw. dritten Projektänderungsgesuch vom 23. Mai 2022 

(1024/22). Dieses wurde erst nach Inkrafttreten des ÖffG erzeugt, weshalb 

das ÖffG auf dieses einschliesslich der zugehörigen Unterlagen (wie Bau-

pläne) grundsätzlich Anwendung findet. 

1.1.2 Nach dem Gesagten bedeutet das betreffend Zuständigkeit für die Beur-

teilung des Akteneinsichtsgesuchs das Folgende: Für die Beurteilung des 

Einsichtsrechts in die Dokumente 1024/20 und 1024/21 war der Gemein-

devorstand als Baubehörde zuständig (Art. 4 Abs. 1 und 2, Art. 145 des 

Baugesetzes der Gemeinde B._____ [BauG]). Für die Beurteilung des 

Projektänderungsgesuchs (1024/22) wäre gemäss Art. 5 ÖffG hingegen 

die Gemeindekanzlei zuständig gewesen und nicht der Gemeindevor-

stand. Dass die Beschwerdegegnerin 1 die Projektänderung vom 23. Mai 

2022 (1024/22) in ihrem Entscheid über das Einsichtsgesuch mitbeurteilt 

hat, schliesst auf eine grammatikalische, teleologische und verfahrensöko-

nomisch sinnvolle Auslegung des Einsichtsgesuchs: Ersucht wurde um 

Einsicht "in alle sich beim Gemeindebauamt befindlichen Baugesuchs- 

und anderen Unterlagen zum Bauprojekt A._____ SA auf der Liegenschaft 

B._____ Parzelle Nr. D._____, Via H._____". Gemäss Wortlaut des Ge-

suchs wird um Einsicht in alle Unterlagen bezgl. des Projektes ersucht, 

womit alle weiteren und damit auch zeitlich später erfolgten Projektände-

rungsgesuche vom Gesuch miterfasst sind. Hinzu kommt, dass es verfah-

renstechnisch wenig Sinn gemacht hätte, wenn der Gemeindevorstand 

betreffend 1024/20 und 1024/21 und die Kanzlei betreffend 1024/22 ent-

schieden hätten, obgleich es sich um ein und dasselbe Bauprojekt handelt. 

Im Übrigen sind die Baubewilligungen zwar bereits rechtskräftig, jedoch 

gilt das Bauverfahren bis zur Schlusskontrolle als hängig (FRITZSCHE CHRI-

STOPH/BÖSCH PETER/WIPF THOMAS/KUNZ DANIEL, Zürcher Planungs- und 

Baurecht, Band 1, Planungsrecht, Verfahren und Rechtsschutz, 

Zürich 2019, 500). Aufgrund des immer noch laufenden Bauverfahrens ist 

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folglich die Baubehörde – der Gemeindevorstand – gesamthaft zuständig 

und nicht etwa die Gemeindekanzlei gemäss Art. 5 ÖffG. Im Sinne einer 

Verfahrensattraktion durfte der Gemeindevorstand das Einsichtsgesuch 

über alle Dokumente betreffend das Projekt der Parzelle Nr. D._____, Via 

H._____ beurteilen.

1.1.3 In einem Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der Gemeindevorstand 

für die Beurteilung des Akteneinsichtsgesuchs zuständig war. Gegen den 

Entscheid steht, wie die Beschwerdegegnerin 1 zutreffend ausführt, die 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht offen und nicht, wie die Beschwer-

deführerin glaubhaft machen will, nochmals an den Gemeindevorstand. 

Der Gemeindevorstand wäre gestützt auf das ÖffG nur zuständig, wenn 

die Gemeindekanzlei über das Gesuch entschieden hätte, was vorliegend 

aber nicht der Fall ist. Der Nichteintretensentscheid der Gemeinde vom 5. 

September 2022 ist folglich mangels Zuständigkeit zu bestätigen und das 

Verwaltungsgericht ist für die Beurteilung der Beschwerde gegen die Ver-

fügung vom 11. Juli 2022 zuständig (Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]).

1.1.4 Aus dem Gesagten ergibt sich weiter, dass das Gericht als Dreierbeset-

zung zu urteilen hat (Art. 43 Abs. 1 VRG) und nicht etwa als Fünferbeset-

zung i.S.v. Art. 43 Abs. 2 lit. c VRG. Die von der Beschwerdeführerin vor-

gebrachte Frage, "Ist gegen den Entscheid des Gemeindevorstands in An-

wendung des kommunalen Öffentlichkeitsgesetzes Beschwerde beim Ge-

meindevorstand gestützt auf dasselbe Gesetz zu führen?", ist entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin keine von grundsätzlicher Bedeu-

tung, die eine Fünferbesetzung rechtfertigen würde. Bei genauer Lektüre 

des ÖffG ergibt sich, dass eine Beschwerde beim Gemeindevorstand nur 

angezeigt ist, wenn die Gemeindekanzlei Vorinstanz war und nicht etwa 

der Gemeindevorstand. Gegen Verfügungen des Gemeindevorstandes 

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steht die Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den offen (siehe vorstehende Ausführungen unter E. 1.1.1 ff.). 

1.2 Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid 

besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhe-

bung oder Änderung hat (Art. 50 Abs. 1 VRG). Dabei gelten die Anforde-

rungen von Art. 89 Abs. 1 lit. b und c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht (BGG; SR 173.110) hinsichtlich der Beschwerdelegitimation 

auch für das kantonale Verfahren (BGE 137 II 30 E. 2.3). Ein besonderes 

Berührtsein setzt eine spezifische Bezugsnähe zum Streitgegenstand vor-

aus. Ein schutzwürdiges Interesse liegt dann vor, wenn dem Beschwerde-

führer im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht (BGE 137 

II 30 E. 2.2.3). Der Beschwerdeführer muss mit anderen Worten durch den 

angefochtenen Akt einen Nachteil erlitten haben. Dieser kann rechtlicher 

oder tatsächlicher Natur sein (KISTLER HANSJÖRG, Die Verwaltungsrechts-

pflege im Kanton Graubünden, Zürich 1979, 184 f.). Das Urteil muss ge-

eignet sein, die rechtliche und tatsächliche Stellung des Beschwerdefüh-

rers zu beeinflussen (KISTLER HANSJÖRG, a.a.O., 179). Ein schutzwürdiges 

Interesse liegt hingegen nicht vor, wenn das Sachurteil gar keinen prakti-

schen Nutzen zu erzielen vermag, weil es bspw. die Rechtslage für den 

Beschwerdeführer gar nicht beeinflussen kann. Das Rechtsschutzinter-

esse muss überdies aktuell und gegenwärtig sein (KISTLER HANSJÖRG, 

a.a.O., 189 f.). 

1.2.1 Die Beschwerdelegitimation ist durch den Beschwerdeführer genau dar-

zulegen, wenn diese nicht ohne weiteres ersichtlich ist. Es ist nicht Sache 

der Rechtsmittelinstanz anhand der Akten oder weiterer Unterlagen nach-

zuforschen, ob und inwiefern der Beschwerdeführer zur Beschwerde zu-

zulassen ist (BGE 133 II 249 E. 1.1). Die blosse Behauptung einer angeb-

lichen Rechtsverletzung genügt somit nicht. Vielmehr muss in derart sub-

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stantiierter Form dargelegt werden, dass die Richtigkeit der Rechtsschutz-

behauptung unterstellt werden kann (KISTLER HANSJÖRG, a.a.O., 186). 

1.2.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht geltend, dass die herauszugebenden Baupläne die A._____ AG 

beträfen und diese durch die Einsichtnahme in ihrer Privatsphäre nach Art. 

13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; 

SR 101) verletzt sei. Zur Begründung führt sie an, dass Art. 13 BV auch 

den Schutz der Wohnung miteinschliesse. Bei dem fraglichen Bauprojekt 

handle es sich um ein Einfamilienhaus, welches zu Wohnzwecken genutzt 

werde und damit überwiegend in der Privatsphäre der natürlichen Person 

liege. Die herauszugebenden Baupläne würden sensible Informationen 

sowohl über das Bauwerk selbst als auch über die mit der Zeit vorgenom-

menen Änderungen und Nutzung der einzelnen Räume enthalten. Aus 

diesem Grunde sei die Beschwerdeführerin vor einer missbräuchlichen – 

gegen Treu und Glauben verstossende – Akteneinsicht zu schützen.

1.2.3 Betreffend das geltend gemachte Recht auf Privatsphäre im Sinne von 

Art. 13 BV ist festzuhalten, dass dieses in Abs. 1 als eines seiner Teilge-

halte den Schutz der Wohnung gewährleistet. Vom sachlichen Schutzbe-

reich erfasst, ist der Schutz des physischen Rückzugs in einen unbeob-

achteten Raum, in dem das Privat- und Familienleben stattfindet. Primäres 

Schutzobjekt ist die Wohnung, d.h. Räume, die zu Wohnzwecken dienen 

inkl. Balkone (KIENER REGINA/KÄLIN WALTER/WYTTENBACH JUDITH, Grund-

rechte, 3. Aufl., Bern 2018, 180). Geschäftsräumlichkeiten sind überdies 

auch vom Schutzbereich erfasst, weshalb sich nicht nur natürliche, son-

dern auch juristische Personen auf Art. 13 BV berufen können (DIGGEL-

MANN OLIVER, in: Waldmann Bernhard/Belser Eva Maria/Epiney Astrid 

(Hrsg.), Basler Kommentar – Bundesverfassung, 1. Aufl., Basel 2015, Art. 

13 N 25). 

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Die Beschwerdeführerin durfte sich somit auf Art. 13 Abs. 1 BV berufen, 

jedoch gewährleistet das angerufene Grundrecht den Schutz der Räum-

lichkeiten vor Durchsuchung, Überwachung oder unrechtmässigem physi-

schem Eindringen durch staatliche Aufgabenträger (KIENER REGINA/KÄLIN 

WALTER/WYTTENBACH JUDITH, a.a.O., 180). Im vorliegenden Fall geht es 

um die Einsichtnahme in die Baupläne und nicht um das physische Ein-

dringen in das Einfamilienhaus. Insofern erweist sich die Anrufung des 

Schutzes der Wohnung als unbehilflich. 

1.2.4 Einschlägig wäre vielmehr das Recht auf informationelle Selbstbestim-

mung gemäss Art. 13 Abs. 2 BV. Geschützt wird nicht nur der Datenmiss-

brauch, sondern jegliche staatliche Bearbeitung inkl. Weitergabe von per-

sönlichen Daten (BIAGGINI GIOVANNI, BV Kommentar – Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 1. Aufl., Zürich 2007, Art. 13 

N 11). Unter den Begriff der persönlichen Daten fallen Angaben, die einen 

hinreichend engen Bezug zu einer natürlichen oder juristischen Person 

aufweisen. Anders als beim Datenschutzgesetz (DSG; SR 235.1) be-

schränkt sich der Schutz bei Art. 13 Abs. 2 BV nicht nur auf besonders 

schützenswerte Daten. Geschützt sind mit anderen Worten alle Daten 

(BIAGGINI GIOVANNI, a.a.O., Art. 13 N 12). Die zur Einsicht stehenden Bau-

pläne sind folglich sachlich von Art. 13 Abs. 2 BV erfasst.

1.2.5 Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass die Beschwerdeführerin gestützt 

auf Art. 13 Abs. 2 BV an dem Schutz der Baupläne ein schutzwürdiges 

Interesse hat. Es kann ein Geheimhaltungsinteresse angenommen wer-

den. Die Beschwerdeführerin ist durch die Gewährung der Einsicht in die 

Baupläne in ihrer Privatsphäre betroffen. Insofern ist sie von der Verfü-

gung unmittelbar berührt. Als Verfügungsadressatin ist die Beschwerde-

führerin zur Beschwerde legitimiert.

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1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht (siehe Urteil des Verwal-

tungsgerichts [VGU] U 22 75a vom 27. Oktober 2022) eingereicht, wes-

halb darauf einzutreten ist (Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG). 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 dem Be-

schwerdegegner 2 zu Recht die nachträgliche Einsicht in die baurechtli-

chen Unterlagen eingeräumt hat oder nicht. Dieser Frage zugrunde liegt 

insbesondere eine sorgfältige Interessenabwägung zwischen dem Akten-

einsichtsrecht des Beschwerdegegners 2 und den Geheimhaltungsinter-

essen der Beschwerdeführerin. Ob eine solche pflichtgemäss erfolgt ist, 

ist im Nachfolgenden zu prüfen.

3.1 Wie vorstehend ausgeführt, erweist sich die beschwerdeführerische Rüge, 

dass ihre Privatsphäre durch die Einsichtnahme verletzt werde, da sie dem 

Beschwerdegegner 2 einen vollständigen Einblick in die Konstellation und 

die Bestimmung der Räume des Hauses verschaffen würde, als untaug-

lich. Der in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Schutz der Wohnung beschränkt 

sich auf das physische Eindringen in die Räumlichkeiten und schützt damit 

eine Störung des Privat- und Familienlebens bzw. des Geschäftsbetriebs. 

Beides ist hier nicht der Fall, zumal durch die Einsichtnahme in die Bau-

pläne weder physisch in das Gebäude eingedrungen noch dieses über-

wacht noch das Privat-/ Familienleben in irgendeiner Weise beeinträchtigt 

wird.

3.2 Hingegen kann die Beschwerdeführerin den Schutz ihrer Privatsphäre im 

Sinne von Art. 13 Abs. 2 BV geltend machen. Als Ausfluss des informati-

onellen Selbstbestimmungsrechts sind die personenbezogenen Daten vor 

jeglicher Art der Bearbeitung geschützt, unabhängig davon, ob es sich um 

sensible Daten handelt oder nicht. Dabei gelten Daten als personenbezo-

gen, wenn sie sich auf eine bestimmte resp. bestimmbare Person bezie-

hen und ihr zugeordnet werden können (SCHWEIZER RAINER J./STRIEGEL 

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LEA S., in: Ehrenzeller Bernhard/Egli Patricia/Hettich Peter/Hongler Pe-

ter/Schindler Benjamin/Schmid Stefan G./Schweizer Rainer J. (Hrsg.), Die 

schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich 2023, Art. 13 N 87). Nach dem Gesagten handelt es sich bei den 

Bauplänen um personenbezogene Daten, die grundsätzlich vor jeglicher 

Datenbearbeitung und damit auch vor der Weitergabe an Dritte oder die 

Öffentlichkeit zu schützen sind. 

3.3 Ein Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist nur 

zulässig, wenn der Betroffene einwilligt oder private oder öffentliche Inter-

essen überwiegen. Es gelten die allgemeinen Eingriffsvoraussetzungen 

von Art. 36 BV. Hierbei ist als verfassungsmässig geschütztes Grundrecht 

der Schutz der Privatsphäre grundsätzlich höher zu gewichten, als das 

Recht auf Zugang zu amtlichen Informationen (Botschaft der Regierung 

an den Grossen Rat zu KGÖ, Heft Nr. 11/2015-2016, 31). In diesem Zuge 

ist festzuhalten, dass dieser Grundsatz zwar so gelten mag, jedoch lagen 

die Pläne schon einmal öffentlich auf, weshalb nicht klar ersichtlich ist, in-

wiefern an diesen nun ein Geheimhaltungsinteresse bestehen soll. 

3.4 Eine genaue Interessenabwägung zwischen dem Geheimhaltungsinter-

esse (Art. 13 Abs. 2 BV) der Beschwerdeführerin und dem Recht auf Ak-

teneinsicht (Art. 29 Abs. 2 BV) wird im Nachfolgenden vorzunehmen sein 

(siehe E. 5.3.1 ff.). 

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt im Weiteren vor, dass die Gewährung der 

Akteneinsicht gegen Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) verstosse. Das 

Gebot von Treu und Glauben verbietet ein missbräuchliches bzw. wider-

sprüchliches Verhalten im Rechtsverkehr (EPINEY ASTRID, in: Waldmann 

Bernhard/Belser Eva Maria/Epiney Astrid (Hrsg.), Basler Kommentar – 

Bundesverfassung, 1. Aufl., Basel 2015, Art. 5 N 73). Grundrechtsver-

pflichtete sind sowohl alle staatlichen Organe als auch Private (BIAGGINI 

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GIOVANNI, a.a.O., Art. 5 N 24). Bei diesem Grundsatz handelt es sich um 

eine Handlungsmaxime und nicht um ein Individualrecht; der Grundsatz 

von Treu und Glauben als selbständiges und justiziables Recht ist in Art. 9 

BV verankert. Dieser verpflichtet indes nur staatliche Behörden sich nach 

Treu und Glauben zu verhalten (KIENER REGINA/KÄLIN WALTER/WYTTEN-

BACH JUDITH, a.a.O., 417 f., 421).

4.2 Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, dass der Beschwerdegegner 2 

als natürliche Person gegen Treu und Glauben im Sinne von Art. 5 Abs. 3 

BV verstosse, geht dies mangels Justiziabilität der Bestimmung fehl. Im 

Übrigen ist ein Gesuch um Akteneinsicht ausserhalb eines Verfahrens 

durchaus zulässig. Das Recht auf Akteneinsicht – auch ausserhalb eines 

Verfahrens – ist Ausfluss aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV garantierten Recht 

auf rechtliches Gehör und damit zulässig (STEINMANN GEROLD/SCHINDLER 

BENJAMIN/WYSS DAMIAN, in: Ehrenzeller Bernhard/Egli Patricia/Hettich Pe-

ter/Hongler Peter/Schindler Benjamin/Schmid Stefan G./Schweizer Rainer 

J. (Hrsg.), Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 

4. Aufl., Zürich 2023, Art. 29 N 70). D.h. Dritte, die nicht Parteistellung inne 

haben bzw. Parteien nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens sind, 

sind berechtigt, Akteneinsicht auch ausserhalb eines Verfahrens geltend 

zu machen (Urteil des Bundesgerichts 1C_241/2021 vom 17. März 2022 

E. 2.3.2). Vorausgesetzt ist die Geltendmachung eines schutzwürdigen In-

teresses. Dieses kann sich aus der besonderen Sachnähe ergeben (HÄ-

FELIN ULRICH/MÜLLER GEORG/UHLMANN FELIX, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz.1032). An den Interessensnachweis sind 

indes keine allzu hohen Anforderungen zu stellen (WALDMANN BERNHARD, 

in: Waldmann Bernhard/Belser Eva Maria/Epiney Astrid (Hrsg.), Basler 

Kommentar – Bundesverfassung, 1. Aufl., Basel 2015, Art. 29 N 54). 

4.3 Im vorliegenden Fall ersucht der Beschwerdegegner 2 um Akteneinsicht 

aufgrund des Lärms und der Erschütterungen. Gemäss Akteneinsichtsge-

- 16 -

such vom 15. Februar 2022 möchte er wissen, was gebaut werde und die 

Pläne mithilfe eines Architekten überprüfen lassen, um sich allenfalls da-

gegen zur Wehr zu setzen. Als direkt an die Parzelle der Beschwerdefüh-

rerin angrenzender Nachbar weist der Beschwerdegegner 2 eine hinrei-

chend enge Sachnähe auf (HÄNNI PETER, Planungs-, Bau- und besonderes 

Umweltschutzrecht, 7. Aufl., Bern 2022, 611). Überdies ist er vom Baulärm 

und den Erschütterungen direkt betroffen. Der Beschwerdegegner 2 weist 

damit auf den ersten Blick ein schutzwürdiges Interesse auf und ist somit 

grundsätzlich legitimiert gewesen, die Einsicht in die Bauunterlagen zu be-

antragen. Ob die Akteneinsicht diesem dann auch tatsächlich zu ge-

währen ist, ist Gegenstand einer materiell-rechtlichen Prüfung (siehe 

E. 5.3.1 ff.). Festzuhalten ist, dass das Gesuch um Akteneinsicht nicht 

rechtsmissbräuchlich war und damit auch nicht gegen Treu und Glauben 

verstiess. 

4.4 Gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 wäre nicht Art. 5 Abs. 3 BV, son-

dern Art. 9 BV anzurufen gewesen. Nichts desto trotz hat die Gemeinde 

zu Recht eine Interessenabwägung vorgenommen. Sie verstiess damit 

nicht, wie von der Beschwerdeführerin behauptet, gegen den Grundsatz 

von Treu und Glauben, sondern handelte im Rahmen ihrer Befugnisse und 

verfassungsmässig. 

Der Vorwurf des Verstosses gegen Treu und Glauben erweist sich als un-

begründet. 

5.1 Im Weiteren entgegnet die Beschwerdeführerin dem Einsichtsgesuch, 

dass der Beschwerdegegner 2 kein schutzwürdiges Interesse aufweise, 

das eine Einsichtnahme ausserhalb der Einsprachefrist rechtfertige. Statt-

dessen lägen ihrerseits private Interessen vor, die höher zu gewichten 

seien und daher der Einsichtnahme entgegenstünden. Die Beschwerde-

führerin legt hierbei nicht dar, inwiefern ein privates Interesse an der Ge-

- 17 -

heimhaltung bestehe noch substantiiert sie dieses in irgendeiner Form. Es 

werden einzig Ausführungen zur verpassten Einsprache gemacht und 

dass eine Einsichtnahme aus diesem Grunde grundsätzlich nicht mehr zu 

ermöglichen sei. 

5.2 Dem ist entgegenzuhalten, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör und 

damit auch das Recht auf Akteneinsicht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV auch 

nach Ablauf einer Einsprachefrist noch besteht (Urteil des Bundesgerichts 

1C_241/2021 vom 17. März 2022 E. 2.3.2). Wie die Beschwerdeführerin 

zu Recht einräumt, ist eine solche Einsichtnahme von einer Interessenab-

wägung abhängig. 

5.2.1 An dieser Stelle sei darauf hinzuweisen, dass für die Einsichtnahme der 

zur Diskussion stehenden Akten bisher nur das Akteneinsichtsrecht aus-

serhalb des Verfahrens vorgebracht wurde. Es ist daher richtig zu stellen 

und zu präzisieren, dass das Akteneinsichtsgesuch zwar ausserhalb des 

Bewilligungsverfahrens erfolgte – schliesslich wurde keine Einsprache er-

hoben, sodass die Bewilligungen rechtskräftig wurden – jedoch innerhalb 

des Bauverfahrens. Im Rahmen der Ausführung eines Bauvorhabens 

bleibt ein Verfahren nämlich so lange hängig, bis die Schlusskontrolle 

(Bauabnahme) stattgefunden hat und allfällige Anordnungen zur Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustandes rechtskräftig geworden sind 

(FRITZSCHE CHRISTOPH/BÖSCH PETER/WIPF THOMAS/KUNZ DANIEL, Zürcher 

Planungs- und Baurecht, Band 1, Planungsrecht, Verfahren und Rechts-

schutz, Zürich 2019, 500). Die Akteneinsicht ausserhalb des Verfahrens 

ist von einem besonders schützenswerten Interesse des Gesuchstellers 

und einer Interessenabwägung abhängig, während im laufenden Verfah-

ren Dritten (also nicht nur den Verfahrensbeteiligten) ebenfalls Aktenein-

sicht gewährt werden kann, wenn gestützt auf die Umstände des Einzel-

falls ein schutzwürdiges Interesse an der Einsichtnahme besteht (FRITZ-

SCHE CHRISTOPH/BÖSCH PETER/WIPF THOMAS/KUNZ DANIEL, a.a.O., 500). 

- 18 -

Mit anderen Worten hat der Gesuchsteller, der sich bisher nicht am Ver-

fahren beteiligt hat, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Verfahrens 

ein schutzwürdiges Interesse nachzuweisen und die Behörde hat eine In-

teressenabwägung vorzunehmen. 

5.2.2 Im vorliegenden Fall ist eine Interessenabwägung zwischen dem Interesse 

an der Sichtung der Akten und dem Geheimhaltungsinteresse der Be-

schwerdeführerin vorzunehmen. Zu beachten sind hierbei allfällige An-

sprüche auf Information gestützt auf Öffentlichkeitsgesetz (Urteil des Bun-

desgerichts 1C_241/2021 vom 17. März 2022 E. 2.3.2). 

5.2.2.1 Wie vorstehend bereits festgehalten, ist auf die ersten beiden Dossiers 

1024/20 und 1024/21 das ÖffG der Gemeinde nicht anwendbar, hingegen 

auf das 2. Projektänderungsgesuch 1024/22 schon. Dementsprechend 

beurteilt sich Letzteres nach den Zugangsvoraussetzungen des ÖffG. 

Art. 2 ÖffG statuiert den Grundsatz, dass jede Person das Recht auf Zu-

gang zu amtlichen Dokumenten hat, die sich im Besitz der Gemeinde be-

finden bzw. von dieser erstellt wurden. Der Zugang kann indes einge-

schränkt, aufgeschoben oder verweigert werden, wenn überwiegende öf-

fentliche oder private Interessen entgegenstehen (Art. 3 lit. a ÖffG) oder 

wenn das übergeordnete Recht oder ein anderer Gemeindeerlass abwei-

chende Zugangsvoraussetzungen vorsehen (lit. b). So gehen die Schwei-

gepflichtnormen der Sozialversicherungsgesetzgebung oder das Daten-

schutzgesetz vor (Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zu KGÖ, 

Heft Nr. 11/2015-2016, 25 f.). 

5.2.2.2 Bezüglich des letzteren Punktes (Art. 3 lit. b ÖffG) erblickt die Beschwer-

deführerin in Art. 92 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) eine spezialgesetzliche Zugangsrege-

lung, die dem ÖffG vorgehe. Dieser Auffassung ist nicht zu folgen. Das im 

kantonalen Raumplanungsgesetz geregelte Baubewilligungsverfahren 

- 19 -

sieht in Art. 92 Abs. 2 KRG die Modalitäten des Auflage- und Einsprache-

verfahrens vor. Das Einspracheverfahren dient dazu, dass jeder Einsicht 

in die öffentlich aufgelegten Unterlagen nehmen kann, um so allenfalls 

sein späteres Beschwerderecht zu sichern. Nur wer Einsprache erhoben 

hat, ist für eine spätere Beschwerde auch beschwerdelegitimiert. Das Ein-

spracheverfahren dient insofern dem (abwehrrechtlichen) Rechtsschutz. 

Ein Akteneinsichtsrecht wird hingegen nicht geregelt. 

5.2.2.3 Eine Interessenabwägung ist im Ergebnis somit für alle Dossiers (1024/20, 

1024/21, 1024/22) erforderlich, wie sie denn auch von der Beschwerde-

gegnerin 1 vorgenommen wurde. 

5.3.1 Die urteilende Behörde hat die Interessenabwägung sorgfältig vorzuneh-

men und ihr Ermessen pflichtgemäss auszuüben. Sie hat ihren Entscheid 

zu begründen, wobei die Dichte der Begründungspflicht zum Schutze der 

Geheimhaltungsinteressen eine gewisse Zurückhaltung erfordern kann 

(GRIFFEL ALAIN, in: Griffel Alain (Hrsg.), VRG – Kommentar zum Verwal-

tungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, § 9 

N 14). Es ist nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten 

minuziös auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Über-

legungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 

und auf die sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 

1C_128/2022 vom 19. Januar 2023 E. 3.3). In jedem Fall hat die Behörde 

ihr Ermessen pflichtgemäss auszuüben, d.h. sie hat das Willkürverbot, das 

Rechtsgleichheitsgebot und das Verhältnismässigkeitsprinzip zu wahren 

(TSCHANNEN PIERRE/ZIMMERLI ULRICH/MÜLLER MARKUS, Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, 216). Um eine Interessenabwägung 

vornehmen zu können, muss der Sachverhalt ausreichend erstellt sein. 

Dabei sind die involvierten Interessen zu nennen und anschliessend ge-

- 20 -

geneinander abzuwägen (Urteil des Bundesgerichts 1 C_485/2022 vom 

21. April 2023 E. 4.3.3). Art. 3 der Raumplanungsverordnung (RPV; 

SR 700.1) beansprucht somit nicht nur im Planungsrecht, sondern auch in 

Grundrechtsfällen Geltung (TSCHANNEN PIERRE/ZIMMERLI ULRICH/MÜLLER 

MARKUS, a.a.O., 227). Insbesondere bei der Auslegung unbestimmter 

Rechtsbegriffe kommt der Behörde ein erheblicher Ermessensspielraum 

zu. Dieses Ermessen wird von der Gemeindeautonomie (Art. 50 Abs. 1 

BV) geschützt. Das von der Gemeindeautonomie geschützte Ermessen 

wird überschritten, wenn die Gemeinde grundlos von Grundsätzen ab-

weicht, welche Rechtsprechung und Lehre zur Auslegung dieser Begriffe 

entwickelt haben. In einem solchen Fall darf die Rechtsmittelinstanz ohne 

Verletzung der Gemeindeautonomie den Entscheid aufheben (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_572/2020, 1C_573/2020 vom 2. Juni 2020 E. 6.4 und 

E. 6.6.6). Mit anderen Worten darf der Ermessensentscheid weder sach-

lich nicht vertretbar noch willkürlich sein (BGE 145 I 52 E. 3.6). Ein Abwei-

chen vom vorinstanzlichen Entscheid ist nur aus triftigen Gründen zulässig 

(Urteil des Bundesgerichts 1C_567/2020, 1C_568/2020 vom 1. Mai 2023 

E. 5.1). 

5.3.2 In diesem Zuge rügt die Beschwerdeführerin, dass die Beschwerdegegne-

rin 1 mit ihrer Interessenabwägung gegen das Verhältnismässigkeitsprin-

zip (Art. 36 Abs. 3 BV) verstossen habe. Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a VRG 

prüft das Verwaltungsgericht Rechtsfragen mit voller Kognition einsch-

liesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens. Folglich ist zu 

prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 1 mit ihrem Entscheid vom 11. Juli 

2022 im Rahmen ihres Beurteilungsspielraums gehandelt hat.

5.3.3 Die Beschwerdegegnerin 1 erwog in ihrem Entscheid vom 11. Juli 2022, 

dass das Interesse des Beschwerdegegners 2 durchaus als schutzwürdig 

angesehen werden kann, wenn dieser vorbringt, dass er sich als direkter 

Nachbar der Parzelle Nr. D._____ Sorgen um die Hangstabilität, Erschüt-

- 21 -

terungen und den Lärm mache. Dem ist zuzustimmen. Als direkt angren-

zender Nachbar dürfte die Sicherung der Baugrube und damit des Hanges 

durchaus in dessen Interesse liegen und dadurch schutzwürdig sein. Die 

Beschwerdegegnerin 1 relativiert dieses Interesse schliesslich dahinge-

hend, dass der Beschwerdegegner 2 insgesamt dreimal die Möglichkeit 

hatte, fristgerecht Einsprache zu erheben und dies jedes Mal unterlassen 

habe. Dies lasse den Eindruck entstehen, dass das Interesse an der bau-

lichen Tätigkeit und die Gefahrenlage gar nicht so gross sei, wie der Be-

schwerdegegner 2 glauben machen will. Auch diesen Ausführungen ist 

zuzustimmen. 

5.3.4 Dem Interesse des Beschwerdegegners 2 stellt die Beschwerdegegnerin1 

anschliessend das Geheimhaltungsinteresse der Beschwerdeführerin ge-

genüber. Sie stellt fest, dass das Geheimhaltungsinteresse einzig damit 

begründet werde, dass ausserhalb der Einsprachefrist keine Möglichkeit 

zur Akteneinsichtnahme bestünde und dass temporäre Lärmimmissionen 

und Erschütterungen hinzunehmen seien. Genaue Ausführungen zum ei-

gentlichen Geheimhaltungsinteresse erfolgten weder in der Stellung-

nahme vom 20. Mai 2022 noch wurden solche während der öffentlichen 

Auflage der jeweiligen Bauprojekte geltend gemacht. Auch das spätere 

Vorbringen in der Beschwerde, dass die Baugesuchsunterlagen, während 

der öffentlichen Auflage mit hoher Wahrscheinlichkeit nur von der Be-

schwerdegegnerin 1 und sonst niemandem gesichtet wurden, weshalb die 

Akteneinsicht zu verweigern sei, ist unbehilflich. Sobald Baugesuchspläne 

zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt werden, sind diese zweifellos ei-

nem unbestimmten Personenkreis zugänglich, so dass dieser vom Urhe-

ber nicht mehr kontrolliert, also nicht mehr individuell bestimmt werden 

kann. Aus diesem Grunde haben auch Einsprecher das Recht veröffent-

lichte Baugesuchspläne zum Eigengebrauch zu verwenden, zu vervielfäl-

tigen, abzuzeichnen, zu fotokopieren, zu kopieren oder weiterzuleiten 

- 22 -

(PVG 2003 38). Es ist daher davon auszugehen, dass die öffentlich auf-

gelegten Bauunterlagen somit von mehr Personen als nur der Beschwer-

degegnerin 1 eingesehen wurden. Der Einwand der Beschwerdeführerin 

ist in diesem Punkt nicht zu hören.

5.3.5 Im Übrigen stehen dem Einsichtsbegehren in der Regel keine erheblichen 

Geheimhaltungsinteressen entgegen, wenn die Baugesuchsunterlagen 

während des Baubewilligungsverfahrens öffentlich auflagen und Einspra-

che hätte erhoben werden können. Der Schutz der Persönlichkeit und da-

mit das Geheimhaltungsinteresse sind im baurechtlichen Verfahren nur 

selten gegeben (FRITZSCHE CHRISTOPH/BÖSCH PETER/WIPF THOMAS/KUNZ 

DANIEL, a.a.O., 399 mit Hinweis auf HADORN ROBERT, Akteneinsicht nach 

Abschluss des Baubewilligungsverfahrens, in: PBG aktuell 4/1996, S. 36 

ff.). Anders verhält es sich mit Baugesuchsakten, die regelmässig Hin-

weise über die Verhältnisse der Eigentümer (Personendaten) enthalten. 

Der betroffenen Person ist aus diesem Grunde die Möglichkeit zur Stel-

lungnahme einzuräumen. Dem Akteneinsichtsgesuch kann in der Folge 

durch direkte Einsichtnahme vor Ort, durch Zustellung von Kopien oder 

Auskunftserteilung entsprochen werden (FRITZSCHE CHRISTOPH/BÖSCH PE-

TER/WIPF THOMAS/KUNZ DANIEL, a.a.O., 400). 

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Zugang zu amtlichen Doku-

menten unter Geltung des Öffentlichkeitsprinzips nur als ultima ratio abso-

lut und vollständig verweigert werden darf (Botschaft der Regierung an 

den Grossen Rat zu KGÖ, Heft Nr. 11/2015-2016, 29). Als mildere Mass-

nahme im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips ist die Akteneinsicht 

insofern einzuschränken, als dass der wesentliche Inhalt eines Ak-

tenstückes insoweit mitgeteilt wird, als dies ohne Verletzung der schüt-

zenswerten Interessen möglich ist. Insbesondere die Anonymisierung 

bzw. das Schwärzen von bestimmten Passagen ist zu prüfen (GRIFFEL 

ALAIN, a.a.O., § 9 N 12). 

- 23 -

5.3.6 Nach Feststellung und Gewichtung der Interessen nahm die Beschwerde-

gegnerin 1 die eigentliche Interessenabwägung vor. Sie gelangt zum 

Schluss, dass der Beschwerdegegner 2 ein schutzwürdiges Interesse auf-

weise und dass seitens der Beschwerdeführerin teilweise ein besonderes 

Geheimhaltungsinteresse vorliege. Aus diesem Grunde gewährte die Be-

schwerdegegnerin 1 die Akteneinsicht nur bezgl. der bewilligten Baupläne, 

nicht aber hinsichtlich der Baubewilligung. Die Baubewilligung zähle zu 

den Bauakten, die nicht publiziert würden und nur parteiöffentlich seien. 

Dem ist gemäss den vorstehend gemachten Ausführungen zuzustimmen. 

5.3.7 Gemäss bundesgerichtlicher Praxis ist ein Entscheid willkürlich, wenn er 

offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Wider-

spruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass 

verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider-

läuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht 

bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine 

andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, 

genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts 1C_470/2021 vom 24. April 2023 

E. 4.4). 

5.4 Die Beschwerdegegnerin 1 nahm die Interessenabwägung pflichtgemäss 

vor. Sie ermittelte die massgebenden Interessen, berücksichtigte alle ent-

scheidrelevanten Sachverhaltselemente und wog die Interessen sorgfältig 

gegeneinander ab. Sie handelte folglich im Rahmen ihres in der Gemein-

deautonomie liegenden Ermessens. Der Entscheid vom 11. Juli 2022 be-

treffend teilweise Gewährung der Akteneinsicht ist zu bestätigen und die 

Beschwerde abzuweisen.

6. Im Rechtsmittelverfahren wird die unterliegende Partei in der Regel ver-

pflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Bund, Kanton und 

- 24 -

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisa-

tionen wird in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn 

sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (Art. 78 Abs. 2 VRG).

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten, darunter 

eine Staatsgebühr von CHF 3'000.-- zu Lasten der Beschwerdeführerin 

(Art. 73 Abs. 1 VRG).

6.2 Gestützt auf die Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV; 

BR 310.250]) wird bei Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend 

gemachte Stundensatz übernommen, sofern dieser den Ansatz von 

CHF 270.-- nicht überschreitet. Ist Letzteres der Fall, wird er auf CHF 270.-

- herabgesetzt. Wird keine Honorarvereinbarung eingereicht, beträgt der 

Stundenansatz höchstens CHF 240.-- (vgl. VGU R 18 17 vom 18. Septem-

ber 2019 E.9.2.1, VGU U 16 92 vom 25. Oktober 2017 E.13b, VGU S 17 

15 vom 27. September 2017 E.7b). Angesichts dieser Praxis ist die Hono-

rarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners 2 mangels Honora-

rvereinbarung anzupassen, indem nicht ein Stundenansatz von CHF 300.-

-, sondern ein solcher von CHF 240.-- zur Anwendung gelangt und das 

Honorar entsprechend zu kürzen ist. Es wird im Weiteren ein Zeitaufwand 

von 15 Stunden geltend gemacht. Im Lichte des von der Beschwerdefüh-

rerin geltend gemachten Zeitaufwandes von 37.75 Stunden erscheinen die 

15 Stunden angemessen. Die so korrigierte Honorarnote des Anwalts des 

Beschwerdegegners 2 beläuft sich danach auf total CHF 4'000.20 (beste-

hend aus: 15 h à CHF 240.-- [CHF 3'600.--] zzgl. Spesen [CHF 114.20] 

und 7.7% MWST auf CHF 3'714.20 [CHF 285.99]). 

Dem Beschwerdegegner 2 wird damit eine Parteientschädigung von 

CHF 4'000.20 zugesprochen. Der Beschwerdegegnerin 1 steht gemäss 

- 25 -

Art. 78 Abs. 2 VRG hingegen keine Parteientschädigung zu, da diese in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig wurde.

6.3 Was die Kosten der Übersetzung betrifft, kann auf die prozessleitende 

Verfügung vom 27. Oktober 2022 verwiesen werden. Demgemäss ist an 

die Regelung von Art. 7 Abs. 4 des Sprachengesetzes des Kantons 

Graubünden (SpG/GR; BR 492.100) anzuknüpfen, welche eine von der 

oder dem Vorsitzenden des Gerichts angeordnete unentgeltliche Überset-

zung vorsieht. Zwar beschränkt sich diese Bestimmung vom reinen Wort-

laut her auf die (gemeint wohl: mündliche) Verhandlung und auf das Urteil 

des Gerichts, doch muss Entsprechendes zumindest in der vorliegenden 

Konstellation bei überschaubarem Umfang auch für schriftliche Eingaben 

gelten. In der Botschaft wird denn auch generischer festgehalten, dass das 

Gericht auf Gesuch hin eine unentgeltliche Übersetzung in eine andere 

Amtssprache anordnet (Botschaft der Regierung zum Sprachengesetz, 

Heft Nr. 2/2006-2007, S. 89), ohne eine Einschränkung vorzunehmen. 

Weiter wird ausgeführt, dass ein Abweichen von diesen Grundsätzen im 

Einvernehmen mit den Parteien zulässig bleibt.

Der Wille des Gesetzgebers war hier nach Auffassung des Gerichts, vor 

dem verfassungsrechtlichen Hintergrund möglichst unkompliziert und für 

die Parteien kostenneutral Hand dafür zu bieten, dass sie sich in ihrer 

Amtssprache frei am Verfahren beteiligen können und die gemachten Äus-

serungen der Gegenparteien – seien diese nun schriftlich oder mündlich 

ergangen – zumindest im Kern zu verstehen, um darauf im Sinne der Aus-

übung des rechtlichen Gehörs angemessen reagieren zu können. In der 

vorliegenden Konstellation erscheint es deshalb angezeigt, dass die Kos-

ten, welche durch die vom Instruktionsrichter angeordnete Übersetzung 

der Beschwerdeschrift auf Deutsch entstanden sind, aus der Gerichts-

kasse bezahlt werden.

- 26 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 580.--

zusammen CHF 3'580.--

gehen zulasten der A._____ AG.

3. Die A._____ AG hat C._____ mit insgesamt CHF 4'000.20 (inkl. MWST) 

aussergerichtlich zu entschädigen. 

4. Die Kosten für die Übersetzung in Höhe von CHF 2'070.42 gehen zulasten 

der Gerichtskasse. 

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilung]

[Mit Urteil 1C_568/2023 vom 13. Mai 2025 hat das Bundesgericht die gegen dieses 
Urteil erhobene Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben.]