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**Case Identifier:** c9b8439c-01f7-5fe3-9e81-0965e7104336
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-02
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 02.09.2021 25160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_25160_2021-09-02.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

SV 20 29  BGer 8C_590/2021 vom 1. Dezember 2021/Abweisung 

 

 

Entscheid vom 14. Juni 2021 

Sozialversicherungsabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichterin Dr. med. Carole Bodenmüller, 

 Verwaltungsrichter Stephan Zimmerli, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

Z.__, 

Beschwerdeführer, 

 

 

 

gegen 

 

 

 

IV-Stelle Nidwalden, 

Postfach, Stansstaderstrasse 88, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Leistungen Invalidenversicherung 

 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Nidwalden 

vom 24. September 2020. 

 

 

 

 

 

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2 

 

Sachverhalt: 

A.   

a.  

Der 1967 geborene A.__ («Beschwerdeführer»/«Versicherter») meldete sich erstmals am 

5. September 2014 wegen eines chronischen Zahninfekts des Zahn Nr. 26 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die IV-Stelle tätigte in der Folge 

entsprechende Abklärungen (IV-act. 4 ff.). Am 15. April 2015 wurde dem Versicherten 

mitgeteilt, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und die 

Rentenprüfung eingeleitet werde (IV-act. 34). Es wurde eine polydisziplinäre medizinische 

Untersuchung angeordnet (IV-act. 46). Dem Aufgebot des B.__ vom 9. September 2015 (IV-

act. 67) leistete der Versicherte keine Folge (IV-act. 72). Mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2015 

wurde dem Beschwerdeführer zufolge der Verletzung der Mitwirkungspflicht die Ablehnung 

des Anspruchs auf berufliche Massnahmen bzw. auf eine Invalidenrente in Aussicht gestellt 

(IV-act. 74). Mit Verfügung vom 10. November 2015 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid 

(IV-act. 77). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  

 

b.  

Am 8. Dezember 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen bei der 

IV-Stelle Nidwalden an (IV-act. 86). Wiederum nahm die IV-Stelle entsprechende Abklärungen 

vor (IV-act. 93 ff.). Der Regionale ärztliche Dienst (RAD) erwog, dass sich seit dem ersten 

Verfahren nichts an der komplexen medizinischen Gesamtlage mit Krankheitsfixierung 

geändert habe und die theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht bestimmt werden könne. 

Es sei weiterhin eine polydisziplinäre Abklärung erforderlich (IV-act. 118). Dem Versicherten 

wurde in der Folge mitgeteilt, dass zur Klärung seiner Leistungsansprüche ein 

polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben werde und er erhielt Gelegenheit Zusatzfragen 

einzureichen (IV-act. 120). Mit Eingaben vom 24. April bzw. 7. Mai 2019 (verbesserte Eingabe) 

beantragte er insgesamt 21 ausformulierte Zusatzfragen samt weiteren Ausführungen ein (IV-

act. 122, 125). Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2019 wurden die beantragten 

Zusatzfragen abgewiesen (IV-act. 131). Am 28. Januar 2020 erstattete C.__ das Gutachten 

(IV-act. 156). Mit Vorbescheid vom 28. Februar 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen oder Rente habe (IV-act. 160). 

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 29. Mai 2020 begründet Einwand (IV-act. 168). 

3 

 

Am 24. September 2020 verfügte die IV-Stelle die definitive Abweisung des 

Leistungsbegehrens (IV-act. 179). 

 

B.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 23. Oktober 2020 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht Nidwalden und stellte die folgenden Anträge (amtl. Bel. 1):  

«1. Es sei die angefochtene Verfügung vom 24. September 2020 der IV-Stelle Nidwalden 

gesamthaft aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen für weitere 

Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuverweisen. 

 2. Es sei das Verfahren an einen anderen Sachbearbeiter bei der IV-Stelle Nidwalden 

zuzuteilen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge - » 

Der eingeforderte Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 800.– (amtl. Bel. 2) wurde fristgerecht 

einbezahlt (amtl. Bel. 3).  

 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 21. Dezember 2020 beantragte die IV-Stelle Nidwalden die 

vollumfängliche Beschwerdeabweisung unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers 

(amtl. Bel. 7).  

 

D.  

Am 4. Januar 2021 wurde den Parteien angezeigt, dass kein zweiter Schriftenwechsel 

angeordnet wird und der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass er sein Replikrecht 

innert 10 Tagen auszuüben hätte (amtl. Bel. 8). Innert erstreckter Frist replizierte der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Februar 2021 (amtl. Bel. 10). Die IV-Stelle duplizierte 

am 24. Februar 2021 (amtl. Bel. 12), woraufhin der Beschwerdeführer um neuerliche 

Ansetzung einer Replikfrist ersuchte. Eine solche wurde ihm angesetzt und auf dessen 

Gesuch hin bis zum 29. März 2021 verlängert (amtl. Bel. 16). Seine Triplik vom 29. März 2021 

trug den Poststempel vom 30. März 2021 (amtl. Bel. 18). Die nach Datum ablaufende Frist 

verlängerte sich nicht durch Fristenstillstand gemäss Art. 38 Abs. 4 ATSG (SR 830.1) i.V.m. 

Art. 4 Abs. 1 SRG ([NG 264.1]; vgl. hierzu: Urteil 9C_122/2016 vom 6. Juni 2016 E. 4.1). Die 

verspätete Eingabe wurde entsprechend aus dem Recht gewiesen (amtl. Bel. 19). Mit Eingabe 

vom 8. April 2021 legte der Beschwerdeführerin nachträglich einen Nachweis betreffend die 

rechtzeitige Postaufgabe auf und ersuchte um deren Berücksichtigung (amtl. Bel. 21). Die 

Verfahrensleitung revozierte daraufhin die frühere Verfügung am 9. April 2021 und stellte der 

4 

 

IV-Stelle die Triplik sowie die Eingabe vom 8. April 2021 zur Kenntnisnahme zu (amtl. Bel. 22). 

Mit Verfügung vom 28. April 2021 wurde der Rechtsschriftenwechsel für geschlossen erklärt 

(amtl. Bel. 23). Am 10. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer seine Kostennote ein (amtl. 

Bel. 24). 

 

E.  

Die Sozialversicherungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die Streitsache 

anlässlich der Sitzung vom 14. Juni 2021 in Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten 

und beurteilt. Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in den Akten wird 

– soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen: 

1.  

Die Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 24. September 2020 der IV-Stelle 

Nidwalden. Zuständig für deren Beurteilung ist die Sozialversicherungsabteilung des 

Verwaltungsgerichts Nidwalden (Art. 69 IVG [SR 831.20] i.V.m. Art. 57 ATSG und Art. 39 GerG 

[NG 261.1]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 

ATSG). Die örtliche Zuständigkeit (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG) ist gegeben und die 

Voraussetzungen über Frist und Form (Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingehalten, sodass auf die 

Beschwerde grundsätzlich einzutreten.  

Insoweit der Beschwerdeführer mit seinen Rügen jedoch auf die erste Anmeldung vom 

17. September 2014 bzw. das erste Verfahren vor der IV-Stelle in den Jahren 2014/2015 

Bezug nimmt (unzumutbare Gutachter [Replik Ziff. 3 S. 2]), ist er nicht zu hören. Das erste 

Verfahren wurde bereits 2015 mit rechtskräftiger Verfügung abgeschlossen und bildet 

vorliegend nicht mehr Streitgegenstand. Selbiges gilt für das Administrativverfahren 

2017_15474 beim Verkehrssicherheitszentrum Ob-/Nidwalden (Replik Ziff. 15 S. 5). 

Diesbezüglich ist nicht materiell zu befinden bzw. auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

 

5 

 

2.  

Zunächst ist auf die formellen Rügen einzugehen (BGE 132 V 387 E. 5.1). 

 

2.1  

2.1.1  

Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle habe zahlreiche Arztberichte nicht 

angefordert und bei der Beurteilung unberücksichtigt gelassen. Auch seien die Akten des 

Strassenverkehrsamtes Nidwalden wegen des Entzugs seines Führerausweises nicht 

eingeholt worden. 

 

2.1.2  

Der Versicherungsträger ist im Sozialversicherungsverfahren verpflichtet, die Begehren zu 

prüfen, notwendige Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen 

Auskünfte einzuholen (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Das Verwaltungsverfahren ist m.a.W. vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht; die Abklärungs- bzw. Feststellungspflicht erstreckt sich 

auf den rechtserheblichen Sachverhalt (Urteil des Bundesgerichts 9C_393/2014 vom 

18. September 2014 E. 3.1.3). Es liegt im Ermessen des Versicherungsträgers, darüber zu 

befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt 

ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit 

von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und 

Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, 

dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom 5. 

Juli 2011 E. 3.2). 

 

2.1.3  

Beweisthema dieses Verfahrens ist der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers (vgl. hierfür Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach der zweiten Anmeldung durch den 

Versicherten am 8. Dezember 2018 (IV-act. 86) traf die IV-Stelle Abklärungen und ersuchte 

namentlich die vom Versicherten angegebenen Ärzte um (aktualisierte) Berichte (IV-

act. 101 ff.). Auf entsprechende Anfrage hin erwog der RAD am 1. April 2019, dass aufgrund 

der komplexen medizinischen Gesamtlage mit Krankheitsfixierung bereits in der 

Vergangenheit (erstes IV-Verfahren) eine polydisziplinäre Begutachtung empfohlen worden 

sei. Daran sei festzuhalten, da sich die zumutbare Arbeitsfähigkeit aufgrund der 

6 

 

(aktualisierten) Aktenlage nach wie vor nicht zuverlässig beurteilen lasse (IV-act. 118). 

Daraufhin veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten vom 28. Januar 2020 (IV-

act. 156). Dieses äussert sich einlässlich zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers, lässt mithin die Beurteilung der erheblichen Sach- und Rechtslage 

ohne Weiteres zu. Auf Einwand hin wurden wiederum ärztliche Berichte angefordert, die 

jedoch keine neuen Erkenntnisse beinhalteten. Sind vom Versicherten bezeichnete Ärzte nicht 

in der Lage (oder gewillt), eine aktuelle Einschätzung des Gesundheitszustands abzugeben, 

liegt keine Verletzung der Abklärungspflicht vor. Die IV-Stelle hat mit den gegenständlich 

erfolgten Abklärungen ihrer Untersuchungspflicht Genüge getan.  

Gänzlich unbegründet ist der Vorwurf des fehlenden Beizugs der Akten des (laufenden) 

Administrativverfahrens. Die IV-Stelle hat am 26. September 2019 Kopien der entsprechenden 

medizinischen Unterlagen einverlangt (IV-act. 145), ins Versichertendossier eingebunden und 

standen den Gutachtern zur Verfügung (IV-act. 156 S. 21 f. [«fächerübergreifende 

Aktenauflistung zusätzlicher Akten]). 

 

2.2  

2.2.1  

Der Beschwerdeführer rügt, die angefochtene Verfügung sei ihm ohne vorgängige 

Kenntnisgabe der nachträglich eingeforderten Arztberichte bzw. erneuter Gelegenheit zur 

Stellungnahme eröffnet worden. Dies betreffe die vier nach dem Vorbescheid bei den Dres. 

D.__, E.__, F.__ sowie G.__ eingeholten Arztberichte. Ebenso rügt er eine ungenügende 

Begründung der angefochtenen Verfügung; eine sachgerechte Anfechtung sei nicht möglich. 

 

2.2.2  

Die versicherte Person hat im Rahmen des Sozialversicherungs- bzw. des 

Versicherungsgerichtsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 57a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 42 ATSG; Art. 1 Abs. 2 SRG i.V.m. Art. 39 ff. VRG; Art. 29 Abs. 2 BV). Teilgehalt hiervon 

ist das Äusserungsrecht (sog. Replikrecht). Dieses manifestiert sich darin, dass sich der 

Betroffene vor Ergehen eines Entscheids zur Sache, namentlich auch zu allen Eingaben, 

welche materiell geeignet sind den Entscheid zu beeinflussen, äussern kann (GIOVANNI 

BIAGGINI, BV-Kommentar, 2. A., 2017, N 20 zu Art. 29 BV).  

7 

 

Weiterer Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet die Begründungspflicht. Die in 

Art. 49 Abs. 3 ATSG statuierte Begründungspflicht bildet einen Teilgehalt des rechtlichen 

Gehörs. Demgemäss müssen Verfügungen der Versicherungsträger, wenn sie den Begehren 

der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung 

des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen 

Erwägungen. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene 

Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als 

auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. 

In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich 

der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet 

indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung 

und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für 

den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit 

Hinweis, 118 V 56 E. 5b). Die erforderliche Begründungsdichte (Inhalt und Umfang) wird denn 

u.a. auch massgeblich von der Komplexität des zu beurteilenden Sachverhaltes beeinflusst. 

Je schwieriger die Sach- und Rechtslage (einschliesslich Beweislage) ist, desto höheren 

Anforderungen hat die Begründung zu genügen. Demgegenüber kann eine Begründung bei 

liquiden Verhältnissen kurz sein (Urteil des Bundesgerichts [EVG] I 3/05 vom 17. Juni 2005 

E. 3.2.4). 

Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die 

fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheidenden Behörde zum Rechtsmittel 

enthalten ist oder den beschwerdeführenden Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht 

wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition 

zukommt (Urteil des Bundesgerichts 2C_762/2011 vom 15. Juni 2012 E. 4.1 m.w.H.). Von der 

Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach 

dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem 

formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer 

möglichst beförderlichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 

357 E. 2b, 116 V 182 E. 2d). 

 

8 

 

2.2.3  

Auf Einwand hin ersuchte die IV-Stelle Dr. med. G.__, Dr. Dr. PhD-UCN D.__, Dr. med. F.__ 

(Spitalzentrum Y.__) sowie Dr. med. E.__ (H.__ Klinik) um Zustellung aktueller Arztberichte. 

Dres. med. G.__, D.__ und F.__ meldeten jeweils zurück, keine Angaben machen bzw. die 

Fragen nicht beantworten zu können (IV-act. 170; 173; 177). Die H.__ Klinik (Dres. E.__ und 

I.__) reichte einen mit dem bereits vom Beschwerdeführer selbst eingereichten identischen 

Bericht ein, einzig ergänzt mit den Verlaufseinträgen (IV-act. 178; vorheriger Bericht: IV-act. 

133 S. 2 [Dr. med. E.__]) und verwies auf einen bereits übermittelten, bei den Akten liegenden 

Bericht (IV-act. 178; vorheriger Bericht: IV-act. 116 [Dr. med. I.__]). Neue Erkenntnisse 

enthielten diese Eingaben indessen nicht, weshalb sie dem Beschwerdeführer auch nicht zur 

Stellungnahme haben unterbreitet werden müssen. Der Beschwerdeführer hat sich im 

Rahmen des Vorbescheidverfahrens umfassend zur Angelegenheit äussern können. Sein 

Anspruch auf rechtliches Gehör wurde in dieser Hinsicht nicht verletzt. 

Selbiges gilt hinsichtlich der Rüge der Verletzung der Begründungspflicht. Die IV-Stelle 

begründete die angefochtene Verfügung (wie bereits den Vorbescheid [IV-act. 160]) zwar 

relativ knapp. Immerhin wird aber kurz auf die in der Einwendung vorgebrachten Punkte 

eingegangen. So ist ersichtlich, dass das Leistungsbegehren in Ermangelung eines 

Gesundheitsschadens mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgewiesen wurde 

und auf welchen gesetzlichen Grundlagen dies beruht. Nicht zu beanstanden ist, dass die auf 

Einwand hin eingeholten Arztberichte von der IV-Stelle inhaltlich nicht weiter gewürdigt 

wurden, enthielten sie doch keine neuen, echtzeitlichen Erkenntnisse. Dass sich die IV-Stelle 

für ihre Verfügung im Wesentlichen auf die (medizinischen) Erwägungen bzw. 

Schlussfolgerungen der C.__-Gutachter abgestützt hat, war auch für den (offenbar anwaltlich 

beratenen) Beschwerdeführer aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Akten erkennbar. 

Trotz der unzweideutigen Aktenlage bzw. Gutachten unterliess er es aber, im Rahmen des 

Vorbescheidverfahrens konkrete Einwände gegen die gutachterlichen Schlussfolgerungen zu 

erheben bzw. diese mittels widersprechenden Arztberichten in Zweifel zu ziehen. Bei dieser 

Ausgangslage hat sich die IV-Stelle ausnahmsweise mit einer eher rudimentären Begründung 

begnügen dürfen. Der Begründungspflicht wurde indes Genüge getan. Selbst wenn von einer 

Verletzung der Begründungspflicht auszugehen wäre, würde dieser Mangel durch 

gegenständliches Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren und der damit verbundenen 

Möglichkeit, zu den begründeten Eingaben der IV-Stelle Stellung zu nehmen, geheilt. 

 

9 

 

2.3  

2.3.1  

Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer, dass das Verfahren einem anderen 

Sachbearbeiter zuzuteilen sei. Er (der Beschwerdeführer) habe beantragt, dass gegen J.__ 

ein Disziplinarverfahren einzuleiten sei. Dieser sei nicht gewillt, sein Gesuch neutral zu 

bearbeiten. 

 

2.3.2  

Das Verwaltungsgericht ist weder Disziplinaraufsicht der IV-Stelle noch kann sie dieser 

Weisungen betreffend die interne Arbeitsorganisation – und damit der Fallzuteilung – erteilen 

(vgl. etwa Art. 54 Abs. 1 und 2, Art. 59 Abs. 1, Art. 64 ff. IVG, §§ 1 und 3 ff. der 

Einführungsverordnung zur Bundesgesetzgebung über die Invalidenversicherung [NG 741.2]). 

Auf den Antrag um Einleitung eines Disziplinarverfahrens bzw. um Zuteilung des Falles an 

einen anderen Sachbearbeiter ist mangels Zuständigkeit nicht einzutreten.  

Insoweit dieses Gesuch als Ausstandsbegehren gegen den zuständigen Sachbearbeiter 

gemeint sein sollte, wäre das Verwaltungsgericht auch dafür nicht zuständig (Art. 36 Abs. 2 

ATSG) und hätte ein Nichteintreten zur Folge. Ohnehin verwirkt der Anspruch auf Anrufung 

von Ausstands- und Befangenheitsgründen im Sinne von Art. 36 Abs. 1 ATSG, wenn diese 

nicht umgehend, d.h. binnen maximal sechs bis sieben Tagen, geltend gemacht werden (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_41/2019 vom 9. Mai 2019 E. 4.2 m.w.H.). 

 

2.4  

2.4.1  

Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, dass sich die IV-Stelle betreffend die Ablehnung 

seiner Beweisanträge (Zusatzfragen an die Gutachter) zu Unrecht auf die Rechtskräftigkeit 

des Zwischenentscheids vom 29. Mai 2019 (IV-act. 131) berufe. 

 

2.4.2  

Bei der Anordnung eines medizinischen Gutachtens (Art. 44 ATSG) handelt es sich um eine 

Beweisvorkehr, die der Abklärung des massgebenden Sachverhalts (Art. 43 ATSG), 

insbesondere der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person, dient. Durch den Fragenkatalog 

wird das Beweisthema festgelegt. Mit Hilfe von Zusatzfragen soll dieses erweitert oder 

präzisiert werden. Prozessual handelt es sich demnach bei den Zusatzfragen um 

Beweisanträge der versicherten Person. Damit wird die Abänderung bzw. Ergänzung der von 

10 

 

der Verwaltung vorgesehenen Beweismassnahme verlangt. Solche Anträge sind – in der 

Regel kurz – zu begründen. Der Verwaltung kommt die Aufgabe zu, darüber verfahrensleitend 

zu befinden. Ihr Entscheid hat demnach in Form eines Rechtsaktes zu ergehen, welcher dem 

Verfügungsbegriff von Art. 5 VwVG (SR 172.021) i.V.m. Art. 55 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 

ATSG) entspricht (BGE 141 V 330 E. 4.1 und 4.2 S. 335 ff.). Als Zwischenentscheide (im Sinne 

von Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 VwVG) sind sie grundsätzlich nur 

unter der Voraussetzung anfechtbar, dass den Betroffenen ein nicht wieder gutzumachender 

Nachteil entsteht. Selbstständig eröffnete Zwischenverfügungen, welche nicht die 

Zuständigkeit oder Ausstandsbegehren betreffen und gegen die nicht Beschwerde bei deren 

Eröffnung erhoben wurde, können zusammen mit der Endverfügung angefochten werden, 

soweit sie sich auf den Inhalt der Endverfügung auswirken (Art. 45 f. VwVG, insbesondere Art. 

46 Abs. 2 VwVG). 

 

2.4.3  

Dem Beschwerdeführer steht es grundsätzlich offen, die selbstständig eröffnete 

Zwischenverfügung vom 29. Mai 2019 betreffend die Ablehnung seiner Zusatzfragen (IV-act. 

131) im Rahmen der Endverfügung mitanzufechten, soweit sich dies auf deren Inhalt auswirkt. 

Der beschwerdeführerische Fragekatalog umfasste 21 Fragen (IV-act. 125), wobei diese 

entweder medizinisch-theoretischer Natur waren oder die Beurteilung seines 

Gesundheitszustands betrafen. Diese Themen waren – mindestens soweit dies aus 

versicherungsmedizinischer Sicht für die fallgegenständliche Beurteilung relevant war – 

bereits durch den Fragekatalog der IV-Stelle bzw. den Gutachtensauftrag selbst abgedeckt 

(IV-act. 121). Es ist denn auch weder ersichtlich noch wird vom Beschwerdeführer dargetan, 

inwiefern eine Beantwortung der Zusatzfragen überhaupt etwas am Ergebnis der 

polydisziplinären Begutachtung geändert hätte und inwiefern sich die Ablehnung der 

Zusatzfragen auf die Endverfügung ausgewirkt hat.   

 

2.5  

Die formellen Rügen sind demnach gänzlich unbegründet, womit die Streitsache nachfolgend 

materiell zu beurteilen ist. 

 

11 

 

3.  

3.1  

Die IV-Stelle erwog im Wesentlichen die umfassenden medizinischen Abklärungen, 

namentlich die polydisziplinäre medizinische Untersuchung vom 28. Januar 2020, habe keinen 

Gesundheitsschaden mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Eine 

Erwerbsunfähigkeit besteht nicht, weshalb kein Leistungsanspruch bestehe (IV-act. 179). 

 

3.2  

Der Beschwerdeführer beanstandet im Wesentlichen die polydisziplinäre Begutachtung bzw. 

die darauf abgestützte Beurteilung der IV-Stelle als unzutreffend und beantragt die Einholung 

eines Gerichtsgutachtens.  

 

3.3  

Strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht auf der Grundlage der polydisziplinären 

Begutachtung einen Gesundheitsschaden mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

und damit einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneinte.  

 

4.  

4.1  

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, 

Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 

4.2  

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: (a) ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; 

12 

 

(b) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und (c) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40% invalid (Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

 

4.3  

Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle 

Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu 

entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches 

gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer 

Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Vor diesem Hintergrund ist hinsichtlich des Beweiswertes 

eines ärztlichen Gutachtens entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen 

umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten 

Person auseinander setzt ‒ was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist ‒, in 

Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden 

ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob 

die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die 

rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin 

nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen 

erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 

V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt. Eine von 

anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die 

Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines 

Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige 

Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzungen letztlich abgestellt werden kann, ist eine 

im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung 

(BGE 132 V 93 E. 7.2.2).  

 

13 

 

4.4  

Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss 

möglich ist; hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten 

Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur Überzeugung gelangt ist, dass 

er der wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden Geschehensabläufe ist und zudem 

begründeterweise angenommen werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem 

feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern (u.a. Urteil des Bundesgerichtes 9C_717/2009 

vom 20. Oktober 2009 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 

 

4.5  

Für die gerichtliche Beurteilung ist grundsätzlich auf den Sachverhalt abzustellen, der bis zum 

Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 24. September 2020 eingetreten ist (BGE 

132 V 215 E. 3.1.1 m.w.H.). Unterlagen, die nach dem Verfügungszeitpunkt datieren, sind zu 

berücksichtigen, wenn und soweit sie sich auf den Zeitraum vor Verfügungserlass beziehen 

resp. Rückschlüsse darauf zulassen (BGE 130 V 242 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 

9C_175/2018 vom 16. April 2018 E. 3.3.2). 

 

5.  

Die medizinisch relevante Aktenlage präsentiert sich wie folgt. 

 

5.1  

Laut Austrittsbericht des K.__ vom 13. Februar 2009 war der Versicherte vom  

3.-13. Februar 2009 wegen des Verdachts auf Meningokokken-Meningitis hospitalisiert.  

Danebst werden die Diagnosen Herpes labialis und Herpes-Keratitis rechts sowie St. n.  

Fräsenverletzung Dig II-IV Hand links 10/2008 festgehalten (IV-act. 9 S. 16 f.).  

 

5.2  

Aufgrund einer Schulterproblematik nach einem Sturz im Februar 2013 erhielt der Versicherte 

Leistungen der Unfallversicherung. Diese veranlasste eine Begutachtung beim Neurologen 

Prof. Dr. med. L.__. Dieser konnte in seinem Gutachten vom 4. November 2014 keine konkrete 

neurologische Diagnose stellen. Es bestehe kein ausreichender Anhalt für eine die 

Arbeitsfähigkeit mindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem 

(Differentialdiagnose: Zwanghaft-paranoide Somatisierungsstörung). Der Versicherte habe 

14 

 

multiple somatische Beeinträchtigung mit vielfältigen Beschwerden vorgetragen. Er führe 

diese auf zahnärztliche Fehlbehandlung zurück und stehe nunmehr deshalb unter ständigem 

Einfluss von Giften, welche ihm zu Kopf zu steigen drohten. Bestätigt werde ihm dies durch 

einen Heilpraktiker in Deutschland und seine Partnerin. Der erhobene neurologische Befund 

habe jedoch weder Anhalt für eine Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem 

ergeben (insbesondere keine Anzeichen für zerebelläre oder ataktische Symptomatik) noch 

bestünden Hinweise für eine motorische oder kognitive Störung. Die gesamte 

Beschwerdepräsentation sowie das gebotene Verhalten würden für eine nicht-somatische 

Genese sprechen; differenzialdiagnostisch sei eine Somatisierungsstörung und auch eine 

Psychose zu erwägen, wobei es diesbezüglich einer psychiatrischen Mitbehandlung bedürfe. 

Die Arbeitsfähigkeit sei in keiner Weise eingeschränkt (IV-act. 22 S. 4 ff.). 

 

5.3  

Die M.__ hielt in ihrem an den Hausarzt gerichteten Sprechstundenbericht vom 16. Januar 

2015 fest, dass die vom Patienten beschriebenen Beschwerden (unklare Gesichtsschmerzen 

Stirn und Wange seit Extraktion Zahn 26, Schwindel bei Lageveränderung des Kopfes) bei 

fehlender Pathologie aus kieferchirurgischer Sicht nicht erklärt werden könnten. Der Schwindel 

sei durch einen Spezialisten abzuklären. Aufgrund von Müdigkeit und Schnarchens mit 

gelegentlichen Aussetzern bestehe der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom. Zur 

Arbeitsfähigkeit äussert sich der Bericht nicht (IV-act. 27; vgl. auch: IV-act. 41 S. 26 f.). 

 

5.4  

Die vom Versicherten im Vorbescheidverfahren genannten Ärzte Dr. med. N.__ (IV-act. 102), 

Dr. med. O.__ (IV-act. 104), Dr. med. P.__ (IV-act. 108), Dr. med. Q.__ (IV-act. 109) meldeten 

der IV-Stelle, dass sie keine Aussagen zum Gesundheitszustand des Versicherten machen 

können. 

 

5.5  

Med. pract. R.__, Facharzt für allgemeine innere Medizin, hielt im IV-Arztbericht vom 18. 

Januar 2019 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronic Fatigue Syndrom 

(ES 2013), brennende perinasale Gesichtsschmerzen unklarer Genese (ES 2013) fest. Ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien St. n. chronischer Ostitis bzw. Osteonekrose 

Oberkiefer links (ED 2013) und St. n. bakterieller Meningitis 2009. Der Patient habe ihn 

letztmals im November 2018 für eine hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) bei Osteonekrose 

15 

 

Oberkiefer links konsultiert. Eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit attestierte der Arzt nicht (IV-act. 

107).  

Beigefügt waren zwei Sprechstundenberichte des Universitätsspitals X.__. Zum einen jener 

der Infektiologie und Spitalhygiene vom 17. Dezember 2018, in dem die Infektiologen weder 

die Fatigue noch die chronische Schmerzsymptomatik als durch eine Neuroborreliose 

verursacht erachteten (IV-act. 107, S. 7 ff.). Zum anderen jener der Neurologischen Klinik, die 

den geklagten Gesichtsschmerz basierend auf den anamnestischen Angaben des Patienten 

neuroanatomisch nicht zuordnen konnte (IV-act. 107, S. 12 ff.).  

 

5.6  

Der ebenfalls kontaktierte Neurologe S.__ übermittelte der IV-Stelle am 13. Februar 2019 

Untersuchungsberichte vom 4. und 21. Oktober 2016 sowie vom 25. Januar 2017 sowie einen 

neuropsychologischen Bericht vom 6. Januar 2017. In seinem letzten Bericht vom 25. Januar 

2017 betreffend Abschlussgespräch bei durchgeführter neuropsychologischer Testung hielt 

der Neurologe fest, dass beim Patienten ein komplexes Geschehen multimodaler Natur 

vorliege. Eine Beeinträchtigung der Kognition, des Affektes und auch des Antriebes könne 

teilweise durch die anamnestisch gesicherte Meningitis bedingt sein. In der alltäglichen 

Mobilität bestehe hier keine starke Einschränkung. Allerdings erfolge keine Beurteilung 

bezüglich des Berufs als Dachdecker. Die Angabe des Patienten, wonach die Erkrankung als 

Berufserkrankung gesehen werde, sei mit den vorliegenden Unterlagen nicht nachvollziehbar. 

Hinzu komme eine depressive Symptomatik, differentialdiagnostisch auch ein möglicher 

Erschöpfungszustand, der den Patienten beeinträchtigt. Möglicherweise seien hier auch die 

im Vorgutachten festgestellten Symptome zu sehen, möglicherweise auch teilweise als 

Akzentuierung der primären Persönlichkeit. Eine abschliessende Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit sei allein neurologisch nicht möglich 

 

5.7  

Am 28. Januar 2020 erstattete C.__, das polydisziplinäre Gutachten (IV-act. 156) basierend 

auf den Untersuchungen von Dr. med. T.__ (Allgemeine Innere Medizin), Prof. Dr. med. Dr. 

med. dent. U.__ (Mund-/Kiefer- und Gesichtschirurgie), Dr. med. V.__ (Orthopädie), Dr. med. 

W.__ (Neurologie), Dr. sc. hum. Dipl. psych. Za.__ (Neuropsychologie) und Dr. med. univ. 

Zb.__ (Psychiatrie). 

Im Rahmen der Konsensbeurteilung fassten die Gutachter ihre medizinische Beurteilung 

einlässlich zusammen (Ziff. 4.1 S. 4 ff.). Sie stellten folgende relevante Diagnosen mit und 

16 

 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 

1. Hyperlipidämie 

2. Senk-Spreizfuss beidseits 

3. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) 

4. Anamnestische Ferritinerhöhung mit/bei Aderlass-Therapie (ED 2018),  

5. St. n. Extraktion des Zahnes 26 und Zystektomie 2013  

6. St. n. bakterieller Meningitis mit Sepsis 2009.  

Die Befunde bzw. Diagnosen würden sich in den einzelnen untersuchten Fachdisziplinen 

funktionell (d.h. die Arbeitsfähigkeit betreffend) wie folgt auswirken: Internistisch ergäben sich 

– bis auf den Ruhe-EKG-Befund, dem bei fehlenden Rechts-Hypertrophie-Zeichen keine 

weitere Bedeutung zuzumessen sei – keine Funktionseinschränkungen. Dasselbe gelte in den 

Fachgebieten Orthopädie-Traumatologie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und 

Psychiatrie. Aus neurologischer Hinsicht seien rein subjektiv Beschwerden aber von der 

körperlichen Seite her keine funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

auszumachen. Neuropsychologisch habe der Versicherte über ein schlechtes Gedächtnis und 

Konzentrationsschwierigkeiten berichtet. In einigen Bereichen hätten sich 

unterdurchschnittliche Ergebnisse ergeben. Da die Ergebnisse des Symptomvalidierungstests 

jedoch auf ein aggravierendes Verhalten hinwiesen, könne nicht beurteilt werden, ob 

tatsächlich funktionelle Einschränkungen vorlägen. Die Gutachter betonen im Rahmen der 

Konsistenzprüfung diverse Widersprüchlichkeiten. Namentlich sei unklar, welcher Arzt das 

chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) diagnostiziert habe. Dessen Hauptsymptome seien 

beim Begutachteten nicht gegeben, weshalb die Vermutungsdiagnose nicht habe bestätigt 

werden können. Ebenso wenig seien die subjektiv beklagten Beschwerden und die 

Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Der Versicherte äussere sich 

widersprüchlich (Schlafverhalten, körperliches Betätigungslevel, Schmerzen), dessen 

Angaben widersprächen den Laborbefunden (Alkoholkonsum) oder hätten in durchgeführten 

Tests nicht validiert werden können (Lese-, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, 

Hörstörung). Die Gutachter vermerkten eine deutliche Diskrepanz zwischen den berichteten 

Beschwerden des Versicherten, welche während den verschiedenen Begutachtungen nicht 

hätten bestätigt werden können. 

Die Gutachter erachten den Versicherten in der bisherigen Tätigkeit als Zimmermann als 

vollständig arbeitsfähig ohne Leistungseinschränkungen. Zum in den Akten erwähnten CFS 

könne aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Aussage gemacht werden. 

17 

 

6.  

6.1  

In seinen insgesamt drei Eingaben beanstandet der Beschwerdeführer die 

Schlussfolgerungen der IV-Stelle sinngemäss als unvollständig, nicht nachvollziehbar und 

fehlerhaft, mithin nicht beweistauglich. Im Einzelnen begründet dies der Beschwerdeführer 

etwa mit einer mangelhaften Untersuchungsmethodik der Gutachter. So sei er von den 

Gutachtern (je) nur einmal persönlich untersucht worden. Das Gutachten sei hauptsächlich 

aufgrund der Akten erstellt worden und die Untersuchungstermine seien explizit in einer ihn 

schonenden Weise angesetzt worden, damit der Befund der Erschöpfung vermieden werden 

könne. 

Die Gutachter sind in der Festlegung der Untersuchungsmethodik grundsätzlich frei bzw. 

verfügen über ein grosses Ermessen sofern die Begutachtung lege artis erfolgt (jeweils 

exemplarisch die Urteile des Bundesgerichts 8C_780/2014 vom 25. März 2015 E. 5.1 [im 

Allgemeinen: grosses Ermessen der Gutachter bei der Wahl der Untersuchungsmethoden]; 

8C_354/2018 vom 20. Dezember 2018 E. 4.2, 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E. 5.2 

[Festlegung der Untersuchungsdauer]; 9C_285/2014 vom 30. Mai 2014 E. 2 [medizinische 

Zumutbarkeit der Durchführung der Begutachtung]; 8C_738/2011 vom 3. Februar 2013 E. 

5.3.1 [Gutachter verzichtet auf ein persönliches Gespräch mit dem Versicherten], 

8C_738/2011 vom 3. Februar 2013 E. 5.3.2 [Verzicht auf den Beizug weiterer medizinischer 

Akten]; 9C_762/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3.1 [Verzicht auf die Einholung einer 

Fremdanamnese]; 8C_595/2012 vom 18. Februar 2013 E. 4.2 [Entscheid darüber, ob sich der 

Versicherte bei der Exploration begleiten lassen darf]; 8C_1056/2010 vom 29. Juni 2011 E. 

4.3 [Festlegung des Begutachtungszeitraums]; 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2 

[Festlegung des Begutachtungsortes]). Inwiefern dies hier nicht der Fall gewesen sein sollte, 

erschliesst sich weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch aus den Akten. 

Versicherungsmedizinische Gutachten werden grundsätzlich nach einmaliger persönlicher 

Untersuchung, in Berücksichtigung der Aktenlage und der geklagten Beschwerden erstellt. Ob 

ergänzende Untersuchungen notwendig sind hat der medizinische Sachverständige zu 

entscheiden. Ebenso zu keiner Beanstandung Anlass gibt die Festlegung des 

Begutachtungszeitraums. Der Vorwurf, die Gutachter hätten die Termine zu schonend 

angesetzt, um eine Erschöpfung des Exploranden zu verhindern, ist sinnwidrig. Eine 

Rücksichtnahme auf den Versicherten ist vielmehr geboten. 

 

18 

 

6.2  

Der Beschwerdeführer bemängelt das Gutachten auch in formeller Hinsicht. So habe die 

psychiatrische Untersuchung nicht wie angegeben am 10. Januar 2019, sondern am 10. 

Oktober 2019 stattgefunden. Am gleichen Tag seien auch die neurologische Untersuchung 

sowie der zweite Teil der neuropsychologischen Untersuchung durchgeführt worden. Letztere 

habe am 25. September 2019 nicht beendet werden können, weil er bereits mehr als 9 

Stunden aktiv und nicht mehr zur Hochkonzentration in der Lage gewesen sei. Dieser 

Umstand, d.h. der Abbruch und die Fortsetzung der neuropsychologischen Untersuchung an 

einem anderen Tag, sei nirgends vermerkt. Der Abbruch wegen Erschöpfung/Müdigkeit belege 

dieses Symptom. 

Das Gutachten leidet tatsächlich an den monierten redaktionellen Mängeln (Datum, Abbruch 

und Weiterführung der neuropsychologischen Untersuchung an einem anderen Tag). 

Allerdings vermögen sie den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern. Der tatsächliche 

Untersuchungsablauf, mithin die Testung an zwei unterschiedlichen Tagen, lässt sich ohne 

Weiteres dem Teilgutachten Neuropsychologie entnehmen (IV-act. 156, S. 99 f.). Dass die 

neuropsychologische Untersuchung am 25. September 2019 abgebrochen und anderntags zu 

Ende geführt wurde, stellt im Übrigen weder einen «Beleg» für ein Krankheitssymptom dar, 

noch ist darin eine untersuchungsmethodische Unzulänglichkeit zu erkennen. Vielmehr war es 

zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Explorationsergebnisse gar geboten, dass der letzte 

Teil der neuropsychologischen Untersuchung (T.O.V.A.-Test) an einem anderen Tag 

nachgeholt wurde, nachdem der Beschwerdeführer – wie er selbst festhält – sich aufgrund der 

Untersuchungsdauer nicht mehr richtig hat konzentrieren können. Eine sich nach 

neunstündiger «Aktivität» herausbildende Erschöpfung ist mitunter ohne Krankheitswert.  

 

6.3  

Der Beschwerdeführer moniert, bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit werde einmal Schreiner 

und einmal Zimmermann angegeben. Er sei zwar gelernter Zimmermann, was aber aufgrund 

von «nunmehr 35 Jahren aufgrund des technischen Fortschritts nicht mehr ohne Weiteres so 

[fortbestehe]».  

Die erwähnten Berufe sind hinsichtlich der Anforderungen vergleichbar. Im Rahmen der 

Konsensbeurteilung gingen die Gutachter von der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Zimmermann aus (IV-act. 156 Ziff. 3.4 S. 4), wobei sich weder aus den Eingaben des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten ergibt, weshalb dies unzutreffend sein sollte. 

19 

 

Namentlich ist auch nicht ersichtlich, inwieweit die Gutachter sich nicht an einem zeitgemässen 

Anforderungsprofil orientiert hätten. 

 

6.4  

Der Beschwerdeführer erblickt in der Tatsache, dass ihn der Internist als übergewichtig und 

die Neuropsychologin als schlank bezeichnet einen relevanten Widerspruch. Die Gutachter 

attestierten dem Beschwerdeführer im Rahmen der Konsensbeurteilung mithin kein 

krankheitsrelevantes Körperübergewicht. Die monierte Dissonanz vermag den Beweiswert 

des Gutachtens nicht zu schmälern. 

 

6.5  

Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide an einem Chronic Fatigue Syndrome (CFS) Die 

Krankheit sei zwar umfassend durch Arztberichte belegt, aber gutachterlich weder 

diagnostiziert noch abgeklärt worden. Dies obwohl die von den Gutachtern vorgeschlagenen 

medizinischen Massnahmen und Therapien (regelmässige Kontrolle der anamnestisch 

leichten Ferritinerhöhung sowie Behandlung der Hyperlipidämie gemäss ESC-Guidelines) ein 

CFS indizieren würden und sich im Rahmen der Untersuchung mehrmals typische 

Erschöpfungssignale gezeigt hätten. 

Die Gutachter bezeichneten die vier Hauptsymptome für eine CFS Institute of Medicine (IOM) 

und hielten fest, dass während der Begutachtung bloss eines dieser Hauptsymptome 

(erhebliche Minderung oder Beeinträchtigung der Fähigkeit, eine Aktivität mit gleichem 

Leistungsniveau auszuüben wie vor der Erkrankung) vorgelegen haben, nicht jedoch die 

Hauptsymptome 2 (Post-exertoniale Malaise), 3 (nicht erholsamer Schlaf oder Vielzahl von 

Schlafstörungen) und 4 (kognitive Beeinträchtigung und/oder orthostatische Intoleranz). 

Deshalb habe die Vermutungsdiagnose einer CFS nicht bestätigt werden können. Die 

Gutachter hielten weiter fest, dass das CFS in früheren Arztberichten zwar verschiedentlich 

erwähnt werde, sich aber nicht nachvollziehen lasse, wer das CFS tatsächlich diagnostiziert 

habe (IV-act. 156 S. 12 f.). Ähnlich verhält es sich mit den vom Beschwerdeführer im Rahmen 

des Beschwerdeverfahrens aufgelegten Arztberichten (BF-Bel. 3, 8, 9, 11, 12, 14, 15, 16). In 

den – sich mehrheitlich bereits bei den IV-Akten befindlichen und damit auch bereits durch die 

Gutachter berücksichtigten – Berichten wird zwar verschiedentlich die Diagnose des CFS 

erwähnt. Soweit die Berichte nicht ohnehin bereits mangels Aktualität ausser Betracht fallen, 

basieren sie betreffend das CFS aber weder auf einer nachvollziehbaren Befunderhebung 

noch Begründung der erwähnten Diagnose. Die im Gutachten genannten Hauptsymptome 

20 

 

IOC fehlen jeweils zur Gänze. Die Gutachter haben sich somit einlässlich mit dem CFS 

befasst. Inwiefern deren Beurteilung unzutreffend ist, vermag der Beschwerdeführer nicht 

konkret aufzuzeigen, noch ergeben sich entsprechende Hinweise aus den Akten. Der 

(unmerklich) erhöhte Ferritinwert oder eine Hyperlipidämie sind keine für eine CFS-Diagnose 

ausschlaggebenden Parameter. 

Selbst wenn ein CFS oder Folgen einer fehlerhaften Zahnbehandlung diagnostisch (näher) 

bestimmt werden könnte(n), führte dies noch zu keiner versicherungsrelevanten 

Arbeitsunfähigkeit. Zwischen ärztlicher Diagnose und Arbeitsunfähigkeit besteht nämlich – 

sowohl bei somatisch als auch psychisch dominierten Leiden – grundsätzlich keine Korrelation 

(BGE 140 V 193 E. 3.1). Vielmehr ergibt sich die Arbeitsunfähigkeit aus den vorhandenen – 

objektivierten oder plausibilisierten – Funktionseinschränkungen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1). An 

solchen fehlt es beim Beschwerdeführer gänzlich. Nichts daran zu ändern vermögen subjektiv 

empfundene, jedoch nicht objektivierbare Funktionseinschränkungen.  

 

6.6  

Das Gutachten basiert auf umfassenden Untersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis 

der Vorakten erstellt. Der Beschwerdeführer konnte den Sachverständigen seine aktuellen 

Beschwerden schildern und er wurde jeweils – soweit fach- und fallspezifisch erforderlich – 

eingehend befragt. Die Befunderhebung sowie die erkannten, potentiell relevanten 

Problematiken wurden akribisch dokumentiert. Die geklagten und/oder aktenkundigen Leiden 

fanden sodann im Rahmen der Diagnostik Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die 

aus medizinischer Sicht resultierenden (hier mitunter fehlenden) Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit dargelegt und nachvollziehbar erläutert wurden. Die Gutachter nahmen – wo 

dies nötig war – ausserdem Stellung zu vorangegangen ärztlichen Beurteilungen. Gesamthaft 

erfüllt das Gutachten des C.__ somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien 

für eine beweiswerte medizinische Expertise und ist demnach voll beweistauglich (vgl. dazu 

vorstehende E. 4.3). 

Die vom Beschwerdeführer zur Untermauerung seines Standpunkts aufgelegten 16 Belege 

sind, soweit sie überhaupt medizinisch Relevantes enthalten, allesamt älteren Datums und 

grossmehrheitlich bereits aktenkundig. Sie enthalten weder unbekannte noch 

unberücksichtigte neue Aspekte. Eine einlässlichere Auseinandersetzung mit diesen erübrigt 

sich damit (vgl. vorstehende E. 4.5). Angesichts der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage 

besteht entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers weder Anlass für die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens noch für weitere Abklärungen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. u.a. 

21 

 

BGE 124 V 90 E. 4b). 

 

7.  

Zusammenfassend hat die IV-Stelle den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht 

verneint. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und vollumfänglich abzuweisen, soweit 

überhaupt darauf einzutreten ist.  

 

8.  

Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.‒ bis Fr. 1'000.‒ 

festgelegt.  

Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 800.– festgesetzt. und 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden dem Kostenvorschuss des 

Beschwerdeführers in gleicher Höhe entnommen und sind bezahlt. 

Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 

lit. g ATSG e contrario). 

22 

 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 800.– festgesetzt. und 

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden dem Kostenvorschuss 

des Beschwerdeführers in gleicher Höhe entnommen und sind bezahlt. 

 

3. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.  

 

4. [Zustellung]. 

 

 

Stans, 14. Juni 2021 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Sozialversicherungsabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig Versand:     

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht 

werden (Art. 82 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu 

enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind 

beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gilt Art. 44 ff. BGG.