# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 274ec2de-5674-5f9f-b8e8-5b51c2a1a86f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2019 E-3732/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3732-2019_2019-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3732/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Somalia,  

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 21. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

E-3732/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 14. August 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 26. August 2016 wurde eine Handknochenanalyse durchgeführt. 

Anlässlich der Befragung zur Person vom 2. September 2016 und der An-

hörung vom 10. Juli 2018 machte er geltend, er sei volljährig, somalischer 

Staatsangehöriger des Clans B._______, aus C._______, wo er von Ge-

burt bis zur Ausreise – mit einem Jahr Unterbruch im Nachbardorf – bei 

seinem Vater aufgewachsen sei, gelebt, die Abendschule besucht und ge-

arbeitet habe. Seine Eltern hätten sich scheiden lassen, als er noch jung 

gewesen sei und seine Mutter sei damals mit seinen Geschwistern wegge-

zogen. Im Jahr 2013 sei sein Vater erkrankt, habe den Verstand verloren, 

ihn geschlagen, gebissen und ihn bedroht. Aufgrund der Krankheit seines 

Vaters sei er diskriminiert worden. Deshalb sei er ins Nachbardorf gegan-

gen, wo er fast ein Jahr lang gearbeitet habe, bis er auch dort diskriminiert 

worden sei, weshalb er schliesslich das Land – neben Gründen wirtschaft-

licher Natur – verlassen habe. 

B.  

Mit Verfügung vom 21. Juni 2018 (recte: 21. Juni 2019) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauf-

tragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung.  

C.  

Mit Eingabe vom 22. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei die angefoch-

tene Verfügung des SEM aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzu-

stellen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er als Flüchtling vorläufig 

aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur hinreichenden Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

prozessualer Hinsicht sei eine Nachfrist für die Begründung der vorliegen-

den Beschwerde zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten und die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. Juli 2019 stellte der Instruktionsrichter fest, 

der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten und gab ihm Gelegenheit zur Beschwerdeverbesserung.  

E-3732/2019 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 25. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer unter Beilage 

dreier Fotos beim Bundesverwaltungsgericht seine Beschwerdeverbesse-

rung ein und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 

er vorläufig aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache zwecks vollständiger 

Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen.  

F.  

Mit Schreiben vom 30. Juli 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerdeverbesserung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-

gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-

stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden 

Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG 

ins AIG übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue 

Gesetzesbezeichnung verwendet.  

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

E-3732/2019 

Seite 4 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

in Asylsachen auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zu-

dem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 

VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weite-

rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 

und 2 AsylG).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die 

Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-

dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-

blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 

(Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3).  

5.  

Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers würden keine Asylrelevanz entfalten. 

Zudem bestünden an den Angaben zu seinem familiären Beziehungsnetz 

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Seite 5 

erhebliche Zweifel. Namentlich sei schwer nachvollziehbar, dass er nach 

Beginn der angeblichen Probleme mit seinem Vater keinen Kontakt zu den 

anderen Familienmitgliedern gesucht habe, seine Mutter trotzdem wegen 

der Erkrankung seines Vaters diskriminiert worden sei und sie den Be-

schwerdeführer nach all den Jahren plötzlich kontaktiert habe. 

6.  

Die angefochtene Verfügung ist – trotz ihrer Kürze – ausreichend begrün-

det, zumal sich die Vorinstanz nicht mit jedem Argument auseinanderzu-

setzen braucht. Dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war, zeigt die 

Beschwerde selbst. Der Sachverhalt ist ausreichend abgeklärt. Die ent-

sprechenden Rügen sind unbegründet. Der Rechtsmitteleingabe gelingt es 

ferner nicht aufzuzeigen, inwiefern die vorinstanzliche Verfügung Bundes-

recht verletzen oder zu einer rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfeststellung 

führen soll. Solches ist auch nicht ersichtlich.  

Die geltend gemachten wirtschaftlichen Probleme sind nicht asylrelevant 

und die anderen Vorbringen sind zudem unglaubhaft. Namentlich wusste 

der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung nicht, woran sein Vater 

erkrankt war (SEM-Akten, A15, S. 7). Umso mehr verwundert die Sicher-

heit, mit der er in der Zweitbefragung und insbesondere auf Beschwerde-

ebene die (...)-Erkrankung hervorhob (z. B. SEM-Akten, A28, S. 9). Vor 

dem Hintergrund, dass er bereits in der Erstbefragung mündlich und schrift-

lich die Kenntnisnahme der Vertraulichkeit sowie seiner Wahrheits- und 

Vollständigkeitspflicht bestätigte, vermag sein Erklärungsversuch – er habe 

erst später herausgefunden, dass seine Aussagen vertraulich behandelt 

würden – nicht zu überzeugen (SEM-Akten, A15, S. 1 f. und A28, S. 12). 

Einer Befragung zur Person kommt zwar nicht dieselbe Gewichtung wie 

einer Anhörung zu. Klare asylrelevante Aussagen, die in der Erstbefragung 

von den späteren Aussagen indessen diametral abweichen, sind Wider-

sprüche, die im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sind (so 

bereits Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 1993 Nr. 3 E. 3 S. 13). Neben weiteren Widersprü-

chen zwischen den Befragungen, ist es dem Beschwerdeführer nach der 

angeblichen Erkrankung seines Vaters im Jahr 2013 dennoch gelungen, 

ungefähr zwei weitere Jahre in seiner Heimatregion zu bleiben und im nahe 

gelegenen Nachbardorf eine fast einjährige Arbeitsstelle in einem Restau-

rant anzutreten. Wäre er im somalischen Kontext – wie behauptet – diskri-

miniert und ausgeschlossen worden, hätte er keine Stelle im Nachbardorf 

erhalten. Dass ihn sein Vater gebissen haben soll, um ihn mit (...) zu infi-

zieren, scheint weit hergeholt. Die auf Beschwerdeebene eingereichten 

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Seite 6 

Fotos sind nicht geeignet, diesen Sachverhalt zu belegen. Gegen eine 

ernsthafte Diskriminierung oder gar einen Ausschluss aus dem Clan spricht 

auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer offensichtlich guten Kon-

takt zu seinem ehemaligen Nachbarn hat und über «zahlreiche Facebook 

Kontakte» verfügt (Beschwerde, S. 3 f.). Hinzu kommt, dass er im Verlauf 

des vorinstanzlichen Verfahrens verschiedene Geburtsdaten angegeben 

hat, was zusätzliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Angaben zu-

lässt. Die Beschwerdeausführungen sind nicht geeignet, zu einer von der 

Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu gelangen, zumal den vo-

rinstanzlichen Erwägungen nichts Substanzielles entgegengehalten und 

lediglich am Wahrheitsgehalt der im vorinstanzlichen Verfahren geltend ge-

machten Vorbringen festgehalten wird und die Ausführungen insbesondere 

auf die (...)-Erkrankung des Vaters gestützt werden, von welcher der Be-

schwerdeführer in der Erstbefragung nichts wusste. Daher ist auch auf die 

Beschwerdeausführungen zu Nachteilen, die Kinder von (…)-Kranken in 

Somalia erleiden können, nicht weiter einzugehen. Medizinische Abklärun-

gen den Beschwerdeführer betreffend sind nicht geeignet, am Beweiser-

gebnis etwas zu ändern. Mithin kann in antizipierter Beweiswürdigung auf 

medizinische Abklärungen verzichtet werden. Der entsprechende Eventu-

alantrag ist abzuweisen. Die Vorinstanz hat im Ergebnis zu Recht das Asyl-

gesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegwei-

sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-

richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei-

genschaft; das heisst, sie sind wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht-

liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-

stehen.  

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

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Seite 7 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach So-

malia ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus Akten noch aus der Beschwerde Anhalts-

punkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung 

nach Somalia dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, § 124 ff. m.w.H.). 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Somalia lässt den Weg-

weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass der 

Vollzug der Wegweisung in den zentralen und südlichen Teil von Somalia 

grundsätzlich unzumutbar ist, ein solcher in die nördliche Landesteile (So-

maliland und Puntland) jedoch erfolgen kann (vgl. Urteil des BVGer  

D-4321/2018 vom 6. September 2018 u.H.a. BVGE 2014/27 E. 6.5; wobei 

sich die Rechtsprechung von BVGE 2014/27 nur bedingt auf die vorlie-

gende Konstellation übertragen lässt, zumal es sich in casu nicht um frau-

enspezifische Fluchtgründe oder um die Zumutbarkeit einer innerstaatli-

chen Fluchtalternative handelt, sondern um die Zumutbarkeit einer Rück-

kehr in die ursprüngliche Herkunftsregion). 

Es liegen auch keine individuellen Vollzugshindernisse vor. Der junge und 

gesunde Beschwerdeführer – der bereits in jungen Jahren einen hohen 

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Seite 8 

Grad an Selbstständigkeit aufwies – verfügt in Somalia über Schulbildung 

(fünf Jahre Abendschule), Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen, 

Bekannte (bei denen er übernachten konnte, z. B. SEM-Akten, A15, S. 7) 

und Verwandte (auf deren Hilfe er in Not bereits zurückgreifen konnte, z. B. 

SEM-Akten, A28, S. 11). Seinen Erklärungen, weshalb ihn sein Onkel – der 

7'000 Dollar für seine Reise zahlte – jetzt plötzlich nicht mehr unterstützen 

würde, überzeugen nicht (z. B. Beschwerde, S. 5). Zudem hat er offensicht-

lich «zahlreiche Facebook Kontakte» und Kontakt zu seinem früheren 

Nachbarn (Beschwerde, S. 3 f.). Ob er tatsächlich Probleme mit seinem 

Vater hatte oder nicht, kann dahingestellt bleiben, konnte er doch nach de-

ren angeblichem Beginn im Jahr 2013 noch bis 2015 vor Ort sowie im 

Nachbardorf leben und arbeiten. Von der damaligen Arbeit im Restaurant 

konnte er sogar etwas ansparen (SEM-Akten, A25, S. 11). Dass er zwi-

schenzeitlich auf der Strasse geschlafen haben soll, ist bedauerlich, ändert 

– vor dem Hintergrund der hilfsbereiten Bekannten und Verwandten – je-

doch nichts. Zudem gehört der Beschwerdeführer zu einem in seiner Re-

gion etablierten Clan und haben sich seine Vorbringen zur Diskriminierung 

als unglaubhaft herausgestellt. Was die auf Beschwerdeebene geltend ge-

machten medizinischen Vorbringen anbelangt, erschöpfen sich diese in rei-

nen Vermutungen. Gesundheitsprobleme sind weder aktenkundig, noch 

wurden entsprechende Arztberichte auf Beschwerdeebene eingereicht. 

Schliesslich ist auf die Möglichkeit hinzuweisen, individuelle Rückkehrhilfe 

zu beantragen, was ihm die wirtschaftliche Wiedereingliederung vor Ort 

weiter erleichtern dürfte (vgl. auch Art. 73 ff. AsylG). Der Vollzug der Weg-

weisung ist sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). Der 

entsprechende Beschwerdeantrag ist abzuweisen.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

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Seite 9 

(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Nach 

dem Gesagten besteht auch kein Grund zur Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz. Der entsprechende Beschwerdeantrag ist abzuweisen.  

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten 

haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus demselben 

Grund kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

nicht stattgegeben werden.  

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Mit vorliegendem Urteil ist der An-

trag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos 

geworden.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Michal Koebel 

 

 

Versand: