# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67d00f90-d4cc-5499-ae3f-5dc54b24c9e8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.11.2011 UH110264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH110264_2011-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UH110264-O/U/mp 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, Dr. iur. P. Martin und 

lic. iur. W. Meyer sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur. S. Christen 

 

Beschluss vom 3. November 2011 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

1. Stadtpolizei E._____, 
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Beschwerdegegnerinnen 

 

betreffend Hausdurchsuchung 
 
Beschwerde gegen das Verhalten der Polizei beim Vollzug des Hausdurch-
suchungs- und Durchsuchungsbefehls der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl 
vom 25. August 2011, S-1/2011 in der Untersuchung E-6/2011/4785 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl führt eine Strafuntersuchung gegen 

B._____ wegen des Verdachts des Betäubungsmittelhandels und Betäubungsmit-

telkonsums. 

Am 24. August 2011 führte die Stadtpolizei E._____ eine Personen- und Effek-

tenkontrolle bei B._____ durch. Sie fand 10,8 Gramm Heroin, welches B._____ in 

seiner Unterhose versteckt hatte. In seinen Effekten befand sich ein Schlüssel 

"Kaba Star" mit der Nummer RA… (Unt.-Akten Urk. 1). Die Polizei ordnete den 

Schlüssel der Liegenschaft …strasse … in C._____ zu. 

Am 25. August 2011 erliess die Staatsanwaltschaft einen Haus- und Durchsu-

chungsbefehl betreffend die vorerwähnte Liegenschaft (Unt.-Akten Urk. 17/1). 

Gleichentags vollzogen Funktionäre der Stadt- und Kantonspolizei Zürich diesen 

Befehl. Dazu drangen sie in der Liegenschaft im ... . Obergeschoss rechts in die 

4,5 Zimmerwohnung ein (Unt.-Akten Urk. 17/2-3). Die Mieterin dieser Wohnung, 

A._____, war im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung nicht anwesend. 

2. Gegen den Haus- und Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft vom 

25. August 2011 erhebt A._____ Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zü-

rich (Urk. 2). 

Die Stadtpolizei E._____ hat sich vernehmen lassen. Sie beantragt die Abwei-

sung der Beschwerde (Urk. 9). Die Staatsanwaltschaft hat keine Stellungnahme 

eingereicht (Urk. 6-7). 

II. 

1. 

1.1 Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die 

Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und 

- 3 - 

Übertretungsstrafbehörden. Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, kann ein Rechtsmittel er-

greifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

Die Beschwerdeführerin ist Mieterin der von der Hausdurchsuchung betroffenen 

Wohnung. Sie ist im Strafverfahren nicht Partei (vgl. Art. 104 StPO). Als "andere 

Verfahrensbeteiligte" im Sinne von Art. 105 Abs. 1 StPO stehen ihr die zur Wah-

rung ihrer Interessen erforderlichen Verfahrensrechte einer Partei zu, wenn sie in 

ihren Rechten unmittelbar betroffen ist (Abs. 2). 

1.2 Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Verhalten der Polizei 

bezüglich der in den Räumlichkeiten der durchsuchten Wohnung angetroffenen 

Freundin eines Mitbewohners ist nicht einzutreten. Die Beschwerdeführerin ist 

durch dieses Verhalten der Polizei nicht unmittelbar in ihren Rechten betroffen. 

Ebenso verhält es sich mit dem Vorbringen, die Polizisten hätten einen ge-

schmacklosen Witz über das gefundene Bargeld gemacht. 

1.3 Soweit es der Beschwerdeführerin um die Reparaturkosten der Zimmertür 

eines Mitbewohners geht, welche die Polizei ohne Vorwarnung eingetreten habe, 

ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

kann das Obergericht nicht über allfällige Schadenersatzbegehren gegen die 

Stadt E._____ oder den Kanton Zürich entscheiden. 

1.4 Im Übrigen ist fraglich, ob die Beschwerdeführerin über ein aktuelles Inte-

resse zur Erhebung der Beschwerde verfügt. Die Zwangsmassnahme (Haus-

durchsuchung) ist bereits erfolgt und kann naturgemäss nachträglich nicht mehr 

aufgehoben oder abgeändert werden. Die Frage kann hier offen gelassen wer-

den, da die Beschwerde ohnehin unbegründet ist. 

2. 

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, in ihrem Zimmer seien Ordner mit 

vertraulichen Bankdaten durchsucht worden, ohne dass dies durch den Durchsu-

chungsbefehl gerechtfertigt gewesen sei. Die Polizei habe zudem auf dem Balkon 

einen Blumentopf umgeleert. 

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2.2 Gemäss Art. 244 StPO dürfen Häuser, Wohnungen und andere nicht allge-

mein zugängliche Räume nur mit Einwilligung der berechtigten Person durchsucht 

werden (Abs. 1). Die Einwilligung der berechtigten Person ist nicht nötig, wenn zu 

vermuten ist, dass in diesen Räumen: a) gesuchte Personen anwesend sind; b) 

Tatspuren oder zu beschlagnahmende Gegenstände oder Vermögenswerte vor-

handen sind; c) Straftaten begangen werden (Abs. 2). 

2.3 Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ordnete die Staatsan-

waltschaft im Hausdurchsuchungsbefehl ausdrücklich die Hausdurchsuchung, die 

Durchsuchung von Aufzeichnungen und eine Durchsuchung von Personen und 

Gegenständen an (vgl. Unt.-Akten Urk. 17/1). Die Polizei war befugt, die in den 

Wohnräumen befindlichen Gegenstände zu durchsuchen. Dazu zählt auch der 

Blumentopf auf dem Balkon. Zumal in jenem offenbar Streckmittel gefunden wur-

de. Aufgrund der bei B._____ gefundenen Drogen und des bei ihm gefundenen 

Schlüssels zur Wohnung der Beschwerdeführerin bestand der dringende Ver-

dacht, dass sich in den Räumlichkeiten weitere Tatspuren und zu beschlagnah-

mende Gegenstände befinden. Eine Einwilligung der Beschwerdeführerin war 

deshalb nicht notwendig. Der Verdacht hat sich erhärtet, da in der Wohnung der 

Beschwerdeführerin Drogen gefunden wurden. Aufgrund der Menge der gefunde-

nen Drogen bestand der Verdacht des Betäubungsmittelhandels. Wenn die Poli-

zei bei dieser Verdachtslage die Ordner der Beschwerdeführerin und weitere Ge-

genstände durchsuchte, ist dies nicht zu beanstanden und liegt ihm Rahmen des 

von der Staatsanwaltschaft erlassenen Durchsuchungsbefehls. Dass die Haus-

durchsuchung und die Untersuchung von Gegenständen Spuren hinterlassen ha-

ben, wie beispielsweise ein abgezogenes Bett oder einen durchsuchten Grill, er-

scheint angesichts des Tatvorwurfs und der in der Wohnung gefundenen Gegen-

stände als verhältnismässiges Vorgehen der Polizei. Die Beschwerde ist insofern 

unbegründet. 

3. 

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Polizei habe Gegenstände 

(2 Laptops, 2 Natels etc.) mitgenommen, ohne eine Beschlagnahmeverfügung zu 

hinterlassen oder dies schriftlich festzuhalten (Urk. 2 S. 2). 

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3.2 Ist Gefahr in Verzug, so können gemäss Art. 263 Abs. 3 StPO die Polizei 

oder Private Gegenstände und Vermögenswerte zuhanden der Staatsanwalt-

schaft oder der Gerichte vorläufig sicherstellen. 

3.3 Die Polizei darf Gegenstände, die für das Strafverfahren relevant sind, zu-

handen der Staatsanwaltschaft sicherstellen (vgl. dazu Art. 263 Abs. 1 lit. a-d 

StPO). Sie hat die von ihr sichergestellten Gegenstände im Durchsuchungsproto-

koll festgehalten (Unt.-Akten Urk. 17/2-3). Eine Beschlagnahmeverfügung musste 

die Polizei nicht hinterlassen. Die Staatsanwaltschaft erlässt eine Beschlagnah-

meverfügung, wenn sie nach Sichtung der sichergestellten Gegenstände zum 

Schluss gelangt, dass diese dem Strafverfahren zur Verfügung zu stellen sind. 

Die Beschwerde erweist auch insofern als unbegründet. 

4. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Infolge Unter-

liegens hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tra-

gen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts der Bedeutung des Falls und des damit 

verbundenen (geringen) Zeitaufwandes ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- fest-

zusetzen (§ 17 GebV OG). Eine Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 436 

StPO). 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 400.-- festgesetzt und der Beschwerdeführe-

rin auferlegt. 

3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Beschwerdeführerin, gegen Gerichtsurkunde, 

− die Stadtpolizei E._____, gegen Empfangsschein, 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Rücksendung der Untersu-

chungsakten (Urk. 8), gegen Empfangsschein. 

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5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen er-
hoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an ge-
rechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes 

(1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorge-

schriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und 

die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgebli-

chen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Zürich, 3. November 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. S. Christen 
 

	Beschluss vom 3. November 2011
	
	Erwägungen:
	I.
	II.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 400.-- festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Beschwerdeführerin, gegen Gerichtsurkunde,
	 die Stadtpolizei E._____, gegen Empfangsschein,
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Rücksendung der Untersuchungsakten (Urk. 8), gegen Empfangsschein.

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffent...