# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0bb01fde-5886-58f7-932b-3e1ed1fd2c6e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 11.12.2012 R 2011 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-137_2012-12-11.pdf

## Full Text

R 11 137
5. Kammer 

URTEIL
vom 11. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Weiderecht

1. a) Im Jahre 1997 wurde in … eine Weide- und Alpgenossenschaft (societed 

pasculs ed alps da … e …) gegründet. An diese wandten sich … und …, 

Züchter von Engadienerschafen in der Gemeinde …, um die 

Sömmerungssituation für ihre Schafe zu regeln, weil diese in den Jahren 2009 

und 2010 nicht zufriedenstellend war. Da Verhandlungen mit der 

Genossenschaft nicht erfolgreich waren, wandten sich …und … mit Schreiben 

vom 27. Dezember 2010 an die Gemeinde … und baten sie um baldige Lösung 

des Problems. An einer Versammlung vom 24. Januar 2011 lehnten die 

Genossenschafter einen seitens von … und … unterbreiteten Vorschlag um 

Zulassung ihrer Engadinerschafe zur Frühjahrs- und Sommerweide ab und 

unterbreiteten diesen mit Schreiben vom 25. Januar 2011 zwei davon 

abweichende Vorschläge. Diesen Entscheid fochten … und … mit Schreiben 

vom 26.Januar 2011 beim Gemeindevorstand an. Mit Entscheid vom 24. Mai 

2011, mitgeteilt am 27. Mai 2011, regelte dieser das Weiderecht für die 

Engadinerschafe provisorisch für die Dauer des Verfahrens gemäss dem 

zweiten von der Genossenschaft mit Entscheid vom 24. Januar 2011 

formulierten Vorschlag.

b) Am 16. August 2011 fand eine gemeinsame Sitzung mit Vertretern der 

Genossenschaft und des Gemeindevorstands, dem Landwirtschaftsberater … 

und … sowie … statt. Anlässlich derselben waren sich die Anwesenden einig, 

dass …, … und die Genossenschaft bis zum 15. Oktober 2011 nach einer 

einvernehmlichen Lösung suchen müssten, andernfalls der Gemeindevorstand 

bis zum 15.November 2011 eine Entscheidung fälle. Mit Schreiben vom 

16.Oktober 2011 teilten … und … der Gemeinde mit, dass … und … (Präsident 

der Genossenschaft) am 29. August 2011 zwar einen Vorschlag für die künftige 

Weidemöglichkeit der Engadinerschafe ausgearbeitet hätten, dass sich der 

Vorstand der Genossenschaft mit diesem indes nicht einverstanden erklärt 

habe. Sie ersuchten den Gemeindevorstand um einen Entscheid in der Sache 

und beantragten, ihnen seien übereinstimmend mit dem erarbeiteten Vorschlag 

Weiden (Frühjahrsweide „…, Val … [… – … – …/Val …], Sommerweide „… – 

… – Südwestlicher Teil …“) für 80 Auen mit Lämmern (20 Normalstösse für die 

Sömmerungsdauer von 150 Tagen mit einem Entwicklungsspielraum von 

zusätzlichen 8 Normalstössen) zur Verfügung zu stellen.

2. Mit Entscheid vom 16. November 2011, mitgeteilt am 18. November 2011, 

verfügte der Gemeindevorstand über die Zuteilung von Weideflächen an … und 

… für deren Engadinerschafe unter folgenden Bedingungen: Frühlings- und 

Herbstweide in „…, … – val …“, und Sommerweide in „… – … – …“. Die Lage 

der Weiden sei, eingezeichnet mit blauer und roter Farbe, auf dem beigelegten 

Plan (Bestandteil der Verfügung) ersichtlich. Die Weiden dürften mit maximal 28 

Normalstössen belegt werden. Die kantonalen Subventionen für die eigenen 

Schafe würden zugunsten von … und … gehen. Der jährlich zu leistende 

Pachtzins werde auf 10.47 % dieser Subventionen festgelegt. Die Kosten für 

Material und Arbeit würden zu Lasten von … und … gehen. Die Gemeinde 

auferlegte die Verfahrenskosten je zur Hälfte der Genossenschaft sowie …/... 

Zur Begründung wurde dargelegt, dass die Genossenschaft nach Art. 2 der 

Statuten den Mitgliedern die Möglichkeit geben müsse, das Alp- und 

Weiderecht mit ihrem Vieh auszuüben. Nach Art. 3 der kommunalen Alp- und 

Weideverordnung, an welche die Genossenschaft gebunden sei, habe jeder 

Einwohner das Recht, sein Vieh gemäss Art. 31 Gemeindegesetz zu sömmern.

3. Am 18. Dezember 2011, der Post übergeben am 20. Dezember 2011, erhob die 

Genossenschaft beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

Beschwerde gegen die Verfügung der Gemeinde vom 16./18. November 2011 

mit dem Begehren, diese sei aufzuheben bzw. zu annullieren. Sollte die 

angefochtene Verfügung wider Erwarten rechtens sein, müsse die Gemeinde 

den verursachten Verlust angemessen entschädigen. Die Gemeinde habe den 

Beschwerdegegnern die von diesen verlangten Weiden zugeteilt, obwohl die 

gemeindeeigenen Weiden seit dem Jahre 2000 durch die Genossenschaft 

bewirtschaftet würden. In den 28 „Normstössen“ sei weiter fast ein Drittel 

„Fremdviehstösse“ enthalten, was weder gesetzlich vorgesehen noch 

vorgeschrieben sei. Gemäss Gemeindegesetz bestehe ein Weiderecht nur für 

in der Gemeinde überwinterndes Vieh. Die Genossenschaft habe den 

Beschwerdegegnern genügend Weiden zur Verfügung gestellt. Ein derartiger 

Eingriff durch die Gemeinde in die Verwaltungskompetenz der Genossenschaft 

sei nicht rechtens. Die Gemeinde stelle die Privatpersonen zu Unrecht auf 

dieselbe Stufe wie die Genossenschaft. Die vorgenommene Weideeinteilung 

auf der Heimweide der Kühe zeuge weiter von wenig Sachverstand. Zudem 

habe die Gemeinde vergessen, eine Zaunpflicht vorzuschreiben. Schliesslich 

sei es nicht richtig, der Genossenschaft die Hälfte der Verfahrenskosten zu 

überbinden, zumal sich diese gesetzmässig verhalten und Hand für eine 

einvernehmliche Lösung geboten habe.

4. Mit Vernehmlassung vom 18. Januar 2012 führten die Beschwerdegegner aus, 

sie seien beide in der Gemeinde wohnhaft und hielten gemeinsam 150 

Engadinerschafe, die im Ort und mit in der Gemeinde geerntetem Futter 

überwintert würden. Sie hätten sich an die Gemeinde gewandt, weil die 

Genossenschaft ihnen im Jahre 2009 keine und im Jahre 2010 zu wenig 

Weideflächen zur Verfügung gestellt habe. Eine Zusammenarbeit mit der 

Genossenschaft hätten sie ausgeschlagen, weil sie von dieser nicht gleich 

behandelt worden seien wie die übrigen Mitglieder (höhere Alptaxen, tiefere 

Behirtungsentschädigung, keine Abgeltung des Zaunmaterials). Im Übrigen 

habe der Genossenschaftspräsident selbst vorgeschlagen, den Schafen einen 

Teil der Heimweide der Milchkühe als Frühjahrsweide zuzuweisen.

5. In der Vernehmlassung vom 14. Februar 2012 beantragte die Gemeinde, auf 

die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. Es sei zu 

prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden sei. Die 

Beschwerdeführerin sei eine öffentlich-rechtliche Genossenschaft. Die 

Gemeinde weise ihr die nicht im Privateigentum von Dritten stehenden Alpen 

und Weiden als Nutzungsvermögen zur Bewirtschaftung zu. Als öffentlich-

rechtliche Genossenschaft stehe sie unter der Aufsicht der Gemeinde und habe 

zwingend die kommunalen und kantonalen Vorschriften zu beachten, womit ihre 

Entscheidungsfreiheit durchaus eingeschränkt sei. Als Aufsichtsbehörde sei die 

Gemeinde verpflichtet, bei rechtswidrigen Beschlüssen der Genossenschaft auf 

Anzeige hin sowie von Amtes wegen einzuschreiten. Nichtmitglieder der 

Genossenschaft könnten sich bei Verletzungen der kommunalen Alp- und 

Weideverordnung direkt an die Gemeinde wenden und eine beschwerdefähige 

Verfügung verlangen. Vorliegend hätten Einheimische, die teilweise nicht 

Mitglieder der Genossenschaft seien, vom Recht nach Art. 30 Gemeindegesetz 

und Art.3 der kommunalen Alp- und Weideverordnung Gebrauch gemacht, um 

die Zuteilung einer Frühjahrs- und Sommerweide für ihre Schafe zu erwirken. 

Die Genossenschaft habe dem Gesuch teilweise entsprochen, dies gestützt auf 

einen Lösungsvorschlag, der von den Parteien zusammen mit dem kantonalen 

Fachmann im Herbst 2011 erarbeitet worden sei. Dazu sei die Genossenschaft 

nach Art. 7 der kommunalen Alp- und Weideverordnung berechtigt und 

verpflichtet gewesen. Ort und Lage der seitens der Gemeinde zugeteilten 

Frühjahrsweide seien an der erwähnten Sitzung vom 

Genossenschaftspräsidenten selbst vorgeschlagen worden. Die Zaunpflicht der 

Beschwerdegegner sei von denselben anerkannt worden und liege in deren 

eigenem Interesse. Weiter sei die Kostenverteilung rechtens, weil keine der 

Parteien mit ihren Anliegen vollumfänglich durchgedrungen sei. Auf das 

Begehren um angemessene Entschädigung könne nicht eingetreten werden, 

weil ein solcher Antrag der Gemeinde nicht gestellt und darüber nicht verfügt 

worden sei. Zudem sei er weder begründet noch ausgewiesen. Schliesslich sei 

der Genossenschaft vorliegend keine Parteientschädigung zuzusprechen.

6. Gemäss Replik vom 2. April 2012 hält die Beschwerdeführerin an ihren 

Rechtsbegehren fest. Es sei zwar gemäss Art. 2 der Statuten (recte: der 

kommunalen Alp- und Weideverordnung) richtig, dass die Gemeinde die 

Aufsicht über die Weiden und Alpen habe. Art. 3 der Statuten regle jedoch, 

dass die Genossenschaft die Organisation und Aufsicht über alle Weiden und 

Alpen übernehme, welche die Gemeinde ihr zur Verfügung stelle. Entsprechend 

bezahle die Genossenschaft der Gemeinde einen jährlichen Pachtzins für die 

Alpen und Allmenden von Fr. 20‘900.00. Einzig mit Bezug auf Bussen sei 

vorgesehen, dass Entscheide der Genossenschaft an die Gemeinde 

weitergezogen werden könnten (Art. 22 Statuten). Im Kanton Graubünden seien 

die Gemeinden im Bereich der Verwaltung und Organisation ihrer Alpweiden 

autonom. Gemäss Art. 63 Gemeindegesetz seien sie indes zur Übertragung der 

Erfüllung bestimmter Aufgaben auf öffentlich- oder privatrechtliche 

Körperschaften ermächtigt. Nach Art. 65 Gemeindegesetz stehe die 

ausgelagerte Trägerschaft zwar unter der Aufsicht der Gemeinde. Aus der 

Entstehungsgeschichte der Genossenschaft und Art. 3 der Statuten ergebe sich 

jedoch klar, dass derselben weitgehende Autonomie eingeräumt worden sei. 

Die Auslagerung sei erfolgt, weil die Genossenschafter besser als die 

Gemeinde in der Lage seien, die Alpen und Allmenden zu verwalten und 

insbesondere darüber zu entscheiden, welche Weiden wann und in welchem 

Umfang an die verschiedenen Tierhalter zugeteilt werden sollen. Als 

Aufsichtsbehörde könne die Gemeinde die Entscheide der Genossenschaft nur 

umstossen, wenn diese ihr Ermessen überschritten oder missbraucht und klar 

gegen kommunales sowie kantonales Recht oder verfassungsmässige Rechte 

(wie das Gleichbehandlungsgebot) verstossen habe, was vorliegend nicht der 

Fall sei. Andernfalls greife die Gemeinde in unzulässiger Weise in die 

Selbstverwaltungsbefugnis der Genossenschaft ein. Wäre die Genossenschaft 

eine reine Verwaltungseinheit der Gemeinde, deren Entscheide (auch 

betreffend die Zuweisung von Weideflächen) in jedem Fall angefochten werden 

könnten, hätte die Gründung der Genossenschaft als selbstständige 

Körperschaft keinen Sinn gemacht und wäre die Funktionsfähigkeit derselben 

ernsthaft in Frage gestellt. Die Genossenschaft habe den Beschwerdegegnern 

genügend Weideflächen mit ausreichendem Futterangebot zugeteilt. Ihr 

Vorschlag sei rechtmässig und berücksichtige deren Interessen in Abwägung 

aller relevanten Kriterien angemessen. Weiter sei die vorgenommene 

Weidezuteilung sachgerecht. Die seitens der Gemeinde zugeteilten Flächen 

seien demgegenüber zu gross und würden die Beschwerdegegner in 

unzulässiger Weise bevorzugen. Die Gemeinde habe die Autonomie der 

Genossenschaft verletzt.

7. In ihrer Duplik vom 18. April 2012 wiesen die Beschwerdegegner darauf hin, 

dass sie das durch die Beschwerdeführerin eingelegte Schreiben vom 6. 

November 2011 noch nie gesehen hätten. Weil sie nicht gleich behandelt 

worden seien wie die übrigen Alpbestösser bzw. Genossenschaftsmitglieder, 

sei die Gemeinde legitimiert gewesen, ihr Aufsichtsrecht auszuüben.

8. Mit Duplik vom 10. Mai 2012 bestätigte die Gemeinde, das Schreiben vom 6. 

November 2011 ebenfalls nicht erhalten zu haben. Es sei weiter nicht 

rechtsgenüglich unterzeichnet. Nichtmitglieder der Genossenschaft hätten an 

deren Entscheidfindung nicht teilhaben können und hätten keine andere Wahl, 

als sich an die Gemeinde zu wenden. Daher verletze der Entscheid der 

Gemeinde keine Autonomierechte. Die Genossenschaft habe genügend Zeit 

gehabt, die berechtigten Anliegen der Beschwerdegegner zu behandeln. Der 

angebliche Vorschlag sei der Gemeinde nicht bekannt gewesen und es werde 

bestritten, dass er ernst gemeint und korporationsintern gültig gefasst worden 

sei. Die Gemeinde sei lediglich ihrer Aufsichtsfunktion nachgekommen und 

habe auch Nichtmitglieder gegenüber der Genossenschaft in ihren berechtigten 

Anliegen geschützt.

9. Gemäss Schreiben vom 26. September 2012 beantragte die Gemeinde den 

Erlass von vorsorglichen Massnahmen zum Schutz der Beschwerdegegner. Die 

Beschwerdeführerin nahm am 8. Oktober 2012 dazu Stellung, die 

Beschwerdegegner am 20. Oktober 2012, während die Gemeinde am 22. 

Oktober 2012 auf eine Stellungnahme verzichtete. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Entscheid der Gemeinde vom 16. November 2011, 

mitgeteilt am 18. November 2011. Gegen diesen kann verwaltungsgerichtliche 

Beschwerde geführt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a kantonales Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Diese ist schriftlich innert 30 

Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht 

einzureichen (Art. 52 Abs. 1 VRG). Fristen, die durch eine Mitteilung ausgelöst 

werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 7 Abs. 1 VRG), d.h. 

vorliegend frühestens am 19. November 2011. Damit fiel der 19. Dezember 

2011 als letzter Tag der Frist in die Gerichtsferien (Art. 39 Abs. 1 lit. c VRG). 

Die Beschwerdeführerin hat ihre Eingabe daher während des stillstehenden 

Fristenlaufs der Post übergeben und die Frist damit gewahrt.

2. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die 

Gemeinde mit ihrem Entscheid zu Unrecht in die Autonomie der 

Genossenschaft eingegriffen habe.

b) Gemäss Art. 27 Gemeindegesetz des Kantons Graubünden (GG; BR 175.050) 

besteht das Vermögen der Gemeinde unter anderem aus dem 

Nutzungsvermögen (lit. c). Dazu gehören unter anderem die in ihrem Eigentum 

stehenden Alpen und Weiden (Urteil Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden V 05 4 und 5 vom 4. April 2006 E. 6.a). Auf den 1. Januar 2003 

trat die Alp- und Weideverordnung der Gemeinde … (uorden da pasculs ed alps 

[UPA], vschinauncha da …) in Kraft, welche die Nutzung der im Eigentum der 

Gemeinde stehenden Alpen und Weiden regelt. Gemäss Art. 6 UPA stellt die 

Gemeinde der Alp- und Weidegenossenschaft der Gemeinde … (societed 

pasculs ed alps da … e filielas) Alpen und Weiden zur Verfügung. Gemäss Art. 

3 der Statuten der Genossenschaft (tschantamaints da la societed da pasculs 

ed alps) übernimmt diese die Organisation und Aufsicht über alle Alpen und 

Weiden, welche die Gemeinde ihr zur Verfügung stellt. Es ist unbestritten, dass 

die Verwaltung der vorliegend in Frage stehenden Weideflächen von der 

Gemeinde an die Genossenschaft übertragen wurde. Der Gemeinde ist es in 

Anwendung von Art. 63 Abs. 1 GG freigestellt, die Erfüllung bestimmter 

Aufgaben auf öffentlich- oder privatrechtliche Körperschaften, Anstalten, 

Stiftungen oder Private zu übertragen. Vorliegend geht die Gemeinde davon 

aus, dass es sich bei der Genossenschaft um eine solche öffentlich-rechtlicher 

Natur handelt. Davon ist aufgrund der Umstände im konkreten Einzelfall 

auszugehen (vgl. zum Ganzen BGE132 I 270 vom 21. November 2006; 

Musterstatuten für öffentlich-rechtliche Alpgenossenschaften, Fachstelle für 

Alpwirtschaft am Plantahof/Alpwirtschaftskommission Bündner Bauernverband, 

S. 1 ff.). Der Kanton Graubünden kennt für Alp- und Weidegenossenschaften 

die öffentlich- (Art. 63 ff. GG) und privatrechtliche (Art. 26 ff. kantonales 

Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EGzZGB, 

BR210.100]) Rechtsform. Für die öffentlich-rechtliche Rechtsform spricht 

vorliegend, dass die im Gemeindeeigentum stehenden Alpen und Weiden im 

öffentlichen Interesse zu verwenden sind (Art. 30 ff. GG). Gemäss Art.2 der 

Statuten der Genossenschaft besteht ihr Zweck in der Zusammenarbeit der 

Mitglieder und dass diesen die Möglichkeit gegeben werden soll, das Alp- und 

Weiderecht mit ihrem Vieh auszuüben. Diese Offenhaltung der gemeindlichen 

Weiden und Alpen für die gemäss Statuten nutzungsberechtigten Personen 

liegt im öffentlichen Interesse. Zudem müssen sowohl die Statuten selbst auch 

eine Änderung derselben durch den Gemeindevorstand (cussagl cumünel, Art. 

17 ff. Verfassung der Gemeinde … [tschantamaints da la vschinauncha da …]) 

genehmigt werden (Art. 9 Statuten), womit der Gründung der Genossenschaft 

ein hoheitlicher Akt zugrunde liegt. Ein weiteres Indiz für die Annahme des 

öffentlich-rechtlichen Charakters der Korporation stellt die Aufsicht seitens der 

Gemeinde dar (Art.65 GG, auch Art. 35 EGzZGB). Gemäss Art. 2 UPA obliegt 

die Aufsicht über die Alpen und Weiden dem Gemeindevorstand. Weiter 

untersteht die Genossenschaft gemäss Art. 3 der Statuten ausdrücklich der 

kommunalen Alp- und Weideverordnung, womit die Gemeinde die Grundsätze 

für die Bewirtschaftung der der Genossenschaft überlassenen Weiden und 

Alpen vorgibt, an welche die Genossenschaft gebunden ist. Schliesslich 

entsteht die Mitgliedschaft für die in der Gemeinde wohnhaften Viehbesitzer 

unter den in Art. 4 der Statuten beschriebenen Voraussetzungen automatisch, 

womit auch ein Anspruch darauf besteht. In diesem Sinne handelt es sich 

vorliegend um die Auslagerung einer Gemeindeaufgabe an eine öffentlich-

rechtliche Körperschaft.

b) Hätte die Gemeinde die ihrem Autonomiebereich zufallende Regelung der 

Nutzung der gemeindeeigenen Alpen und Weiden nicht an eine öffentlich-

rechtliche Körperschaft ausgelagert, hätte sie sich direkt mit dem Anliegen der 

Beschwerdegegner auseinandersetzen und einen Entscheid fällen müssen. 

Gegen diesen hätte den Beschwerdegegnern der Weg ans Verwaltungsgericht 

offen gestanden. Die Auslagerung kann nicht zur Folge haben, dass Entscheide 

über die Alp- und Weidenutzung nicht mehr anfechtbar sind. Dies gilt umso 

mehr, als auch Entscheide von kantonalen privatrechtlichen Genossenschaften, 

die gerade keiner staatlichen Aufsicht unterstehen, anfechtbar sind (vgl. Art. 30 

EGzZGB: Klagerecht jedes Genossenschafters gegen Beschlüsse der 

Genossenschaft, durch die er sich in seinen wohlerworbenen Rechten verletzt 

glaubt). Das Selbstbestimmungsrecht besteht bei öffentlich-rechtlichen 

Körperschaften nur im Rahmen des öffentlichen Rechts (BGE 132 I 270 

E.5.5.4). So wird die Autonomie der öffentlich-rechtlichen Korporationen durch 

die zwingenden Zweck- und Nutzungsbestimmungen der Art. 30 ff. GG 

weitgehend eingeschränkt. Aufgrund dieser öffentlich-rechtlichen Regelung der 

Verwendung des Nutzungsvermögens kommt dem Gemeinwesen die Pflicht zu, 

die Umsetzung des Gesetzes zu kontrollieren und zu beaufsichtigen (Art.65 

GG). Aus dieser Aufsichtspflicht der Gemeinde fliesst auch deren Kompetenz, 

nötigenfalls einzuschreiten. Dies gilt unabhängig davon, ob die Frage der 

Anfechtbarkeit der Genossenschaftsbeschlüsse in den Statuten derselben 

geregelt wird oder nicht. Die Statuten der Genossenschaft sehen vorliegend 

einzig vor, dass gegen Bussenverfügungen innert 30 Tagen an den 

Gemeindevorstand rekurriert werden könne (Art. 22). Zur Anfechtbarkeit von 

Beschlüssen (z.B. solchen zur Alp- und Weidezuteilung) enthalten die Statuten 

indes keine Regelung, womit eine echte Lücke vorliegt (u.a. BGE 135 V 279 E. 

5.1). Dass Beschlüsse und Verfügungen der Genossenschaft an den 

Gemeindevorstand weiterziehbar sein müssen, ergibt sich wie erwähnt bereits 

daraus, dass diesem das Aufsichtsrecht zukommt. Weiter regelt Art.19 UPA, 

dass Widerhandlungen gegen diese Verordnung ebenfalls durch den 

Gemeindevorstand geahndet werden. Überdies lässt sich diese Regelung dem 

Grundsatze nach auch in anderen Gemeinden finden, so z.B. in der Gemeinde 

…, in welcher das gemeindeeigene Weidegebiet einer Alpgenossenschaft zur 

Bewirtschaftung überlassen wird, dem Gemeindevorstand die Oberaufsicht 

zukommt und dieser in Streitfällen entscheidet (Art. 1, 3 und 18 Alp- und 

Weidegesetz der Gemeinde …). Damit übereinstimmend sehen auch die 

bereits erwähnten Musterstatuten in Art. 35 vor, dass Verfügungen und 

Entscheide des Genossenschaftsvorstandes und der 

Genossenschaftsversammlung vom Betroffenen mittels Beschwerde beim 

Gemeindevorstand angefochten werden können. Im Sinne dieser Ausführungen 

war der Beschluss der Genossenschaftsversammlung vom 24. Januar 2011, 

mitgeteilt am 25.Januar 2011, mit welchem die beantragte Weidezuteilung der 

Beschwerdegegner abgelehnt wurde, an den Gemeindevorstand weiterziehbar. 

Der Gemeindevorstand hat demzufolge nicht in die Autonomie der 

Genossenschaft eingegriffen, indem er auf das von den Beschwerdegegnern 

erhobene Rechtsmittel eingetreten ist und in der Sache einen Entscheid gefällt 

hat. Zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin am Entscheid der 

Gemeinde geübte Kritik gerechtfertigt ist.

3. a) Wie bereits dargelegt, fällt die Verwaltung der im Eigentum der Gemeinde … 

stehenden Alpen und Weiden in deren Autonomiebereich. Die 

Gemeindeautonomie bezieht sich dabei jeweils auf die Rechtsetzung, 

Rechtsanwendung und –auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbstständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder in 

besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den Gemeinden 

steht in solchen Fällen gemäss konstanter Rechtsprechung ein geschützter 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht 

nur eingreifen kann, sofern die Gemeinde diesen Spielraum missbraucht oder 

überschritten hat, so wenn sich der Entscheid als sachlich unvertretbar erweist 

oder gegen allgemeine Rechtsgrundsätze verstösst (vgl. u.a. Urteil 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden R 12 46 vom 13. November 2012 

E. 2).

b) Gemäss Art. 30 Abs. 1 GG dient das Nutzungsvermögen der Gemeinde nach 

Massgabe der örtlichen Verhältnisse der Sicherstellung der Holzversorgung der 

Einwohner und der Weidebewirtschaftung durch die landwirtschaftlichen 

Betriebe. Nach Art. 30 Abs. 2 GG sind die in der Gemeinde wohnhaften 

Gemeindebürger und niedergelassenen Schweizerbürger in gleicher Weise 

nutzungsberechtigt. Art. 31 Abs. 1 GG bestimmt, dass für die Nutzung von 

Weiderechten die Zahl der Tiere massgebend ist, welche der 

Nutzungsberechtigte mit dem auf Gemeindegebiet geernteten Futter 

durchgewintert hat. Können mehr Tiere zugelassen werden, so trifft die 

Gemeinde eine ihren Verhältnissen angepasste Regelung der 

Nutzungsberechtigung (Art. 31 Abs. 2 GG). Gemäss Art. 3 UPA hat jeder 

Einwohner der Gemeinde das Recht, sein Vieh gemäss Art. 31 GG auf den 

Gemeindeweiden zu sömmern. Vorausgesetzt ist unter anderem, dass das Vieh 

im Ort überwintert und mit Futter von ortsansässigen Betrieben gefüttert wurde. 

Die Beschwerdegegner führen aus, sie seien beide in der Gemeinde … 

wohnhaft und hielten gemeinsam 150 Engadinerschafe, die im Ort und mit in 

der Gemeinde geerntetem Futter überwintert würden. Ihnen kommt damit ein 

Anspruch auf Ausübung des Alp- und Weiderechts zu. Der Entscheid über die 

Zuteilung von Weiden erfordert eine besondere Kenntnis der örtlichen 

Verhältnisse und spezifisches landwirtschaftliches Wissen. Aufgrund der 

Aufsichtsfunktion der Gemeinde und der Tatsache, dass die Verwaltung der 

Alpen und Weiden grundsätzlich in deren Aufgabenbereich fällt, ist davon 

auszugehen, dass beides der Gemeinde gleichermassen zukommt wie der 

Genossenschaft. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, dass die 

Gemeinde ihren Entscheid ohne genügenden Sachverstand gefällt hat, ist 

daher nicht stichhaltig. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass die 

Gemeinde ihrem Entscheid jenen Vorschlag für die Weidezuteilung zugrunde 

gelegt hat, welcher zwischen … und dem Präsidenten der Genossenschaft, …, 

ausgearbeitet worden war. Der Gemeinde kann daher weder Missbrauch noch 

Überschreitung des ihr zukommenden Ermessensspielraums vorgeworfen 

werden. Der Entscheid erweist sich vielmehr als sachlich vertretbar und ein 

Verstoss gegen allgemeine Rechtsgrundsätze ist nicht auszumachen. Ebenfalls 

nicht zu beanstanden ist die im angefochtenen Entscheid vorgenommene 

Verteilung der Verfahrenskosten. Soweit die Beschwerdeführerin geltend 

macht, ihr hätten keine Kosten überbunden werden dürfen, ist dem 

entgegenzuhalten, dass sie im Verfahren vor der Gemeinde teilweise 

unterlegen ist. Die Beschwerde wird daher abgewiesen.

4. Mit Schreiben vom 26. September 2012 beantragte die Gemeinde den Erlass 

vorsorglicher Massnahmen zum Schutz der Beschwerdegegner. Diese stellten 

selbst keinen entsprechenden Antrag. Ungeachtet dessen gilt gemäss Art. 53 

Abs. 1 VRG, dass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat, weshalb 

der angefochtene Entscheid trotz des eingeleiteten Rechtsmittelverfahrens 

vollstreckbar ist und sich vorsorgliche Massnahmen der beantragten Art 

erübrigten.

5. Die Beschwerdeführerin stellt weiter den Antrag, dass falls die angefochtene 

Verfügung rechtens sein sollte, die Gemeinde den ihr entstandenen Verlust 

angemessen zu entschädigen habe. Gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG können 

Parteien die Rechtsbegehren, die sie im vorinstanzlichen Verfahren gestellt 

haben, nicht ausdehnen. Der Antrag auf Entschädigung wurde im Verfahren vor 

der Gemeinde noch nicht gestellt und ist somit im Verfahren vor 

Verwaltungsgericht neu, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann und 

sich weitere Ausführungen erübrigen.

6. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten der 

Beschwerdeführerin als unterliegende Partei (Art. 73 Abs. 1 VRG). Den 

obsiegenden Parteien werden unter den gegebenen Umständen keine 

Parteientschädigungen zugesprochen. Die Beschwerdegegnerin hat als 

Gemeinde grundsätzlich keinen Anspruch auf Ausrichtung einer solchen, wenn 

sie – wie vorliegend – in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 Abs. 2 

VRG). Die Beschwerdegegner haben keinen Entschädigungsantrag gestellt. Da 

sie im Beschwerdeverfahren nicht anwaltlich vertreten sind, ist davon 

auszugehen, dass ihnen keine zu ersetzenden Kosten entstanden sind (Art. 78 

Abs. 1 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 384.--

zusammen Fr. 1‘884.--

gehen zulasten der societed da pasculs ed alps und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.