# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2609d461-ef0a-5a4d-9da2-52b1df09cfd1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.04.2012 A-4777/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4777-2011_2012-04-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-4777/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  5 .  A p r i l  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Christoph 

Bandli,    

Gerichtsschreiberin Christa Baumann. 
 

 
 

Parteien 

 
Genossenschaft Zeit-Fragen/Horizons et débats, Post-

fach 729, 8044 Zürich,   

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter A. Sträuli, Wein-

bergstrasse 18, 8001 Zürich, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Die Schweizerische Post, PostMail, Viktoriastrasse 21, 

Postfach, 3030 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Vorzugspreise. 

 

 

A-4777/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Genossenschaft Zeit-Fragen mit Sitz in Ehrendingen ist Herausgebe-

rin der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats", die wöchentlich mit 

einer Auflage von 2'117 Exemplaren erscheint.  

B.  

Im Hinblick auf die am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Gesetzesände-

rung des Postgesetzes forderte die Schweizerische Post (nachfolgend: 

Post) die Genossenschaft Zeit-Fragen am 14. September 2007 auf, ihr 

anhand des Formulars "Selbstdeklaration Regional- und Lokalpresse" 

bzw. "Selbstdeklaration Mitgliedschaftspresse" die nötigen Auskünfte zu 

erteilen, um über die Fortführung der indirekten Presseförderung ent-

scheiden zu können. Auf der Grundlage der von der Genossenschaft Zeit-

Fragen in der Folge eingereichten Selbstdeklaration anerkannte die Post 

den Titel "Zeit-Fragen/Horizons et débats" am 29. November 2007 als an-

spruchsberechtigt gemäss neuem Recht und gewährte diesem mit Wir-

kung ab dem 1. Januar 2008 die Beförderung zu Vorzugstarifen.  

C.  

Anlässlich der Überprüfung dieses Anspruches forderte die Post die Ge-

nossenschaft Zeit-Fragen am 30. September 2009 auf, das von ihr aus-

gearbeitete Gesuch um Presseförderung "Regional- und Lokalpresse" 

einzureichen. Dieser Aufforderung kam die Genossenschaft Zeit-Fragen 

am 18. Dezember 2009 nach. 

D.  

Mit Verfügung vom 28. Juni 2011 ordnete die Post an, dem Titel "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" ab dem 1. Juni 2011 die Ermässigung für die 

Beförderung von abonnierten Tages- und Wochenzeitungen nicht mehr zu 

gewähren. Die Post begründete ihren Entscheid hauptsächlich damit, der 

Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" fehle es einerseits an der er-

forderlichen lokalen bzw. regionalen Ausrichtung, andererseits falle diese 

aufgrund ihres beschränkten Leserkreises, der sich für spezifische Inhalte 

interessiere (Wochenzeitung für freie Meinungsbildung, Ethik, Verantwor-

tung für die Bekräftigung und Einhaltung des Völkerrechts, der Men-

schenrechte und des humanitären Völkerrechts), in die Rubrik "Spezial-

presse". Damit erfülle die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" 

nicht sämtliche Voraussetzungen für die indirekte Presseförderung ge-

mäss Art. 15 Abs. 2 des Postgesetzes vom 30. April 1997 (SR 783.0), 

weshalb sie darauf keinen Anspruch habe. 

A-4777/2011 

Seite 3 

E.  

Dagegen gelangt die Genossenschaft Zeit-Fragen (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) am 30. August 2011 an das Bundesverwaltungsgericht 

mit dem Antrag, die Verfügung vom 28. Juni 2011 aufzuheben und ihr die 

bisherigen Ermässigungen sowie jene nach neuer Rechtslage zu gewäh-

ren; jedenfalls sei eine allfällige Tariferhöhung auf Grund der aufschie-

benden Wirkung der vorliegenden Beschwerde aufzuschieben.  

F.  

Die Post (nachfolgend: Vorinstanz) schliesst in ihrer Stellungnahme vom 

24. Oktober 2011 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

G.  

Mit Eingabe vom 17. November 2011 beantragt die Beschwerdeführerin, 

das Beschwerdeverfahren bis zum Inkrafttreten des neuen Postgesetzes 

bzw. allfälliger Verordnungen zu sistieren, der Beschwerdeführerin die 

laufenden Fristen abzunehmen und nach Aufhebung der Sistierung neu 

anzusetzen. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2011 weist die zuständige 

Instruktionsrichterin dieses Gesuch ab und fordert die Beschwerdeführe-

rin auf, bis zum 9. Januar 2012 ihre Replik einzureichen.  

H.  

In der Replik vom 5. Januar 2012 erneuert die Beschwerdeführerin ihre 

Anträge. 

I.  

Die Vorinstanz hält in ihrer Duplik vom 10. Januar 2012 an den gestellten 

Anträgen fest. 

J.  

In ihren Schlussbemerkungen vom 9. Februar 2012 bekräftigt die Be-

schwerdeführerin ihren Standpunkt. 

K.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die sich in den Akten be-

findlichen Schriftstücke wird, sofern entscheidrelevant, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

  

A-4777/2011 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 18 PG (PG, SR 783.0) kann gegen Verfügungen der 

Post über die Gewährung von Vorzugspreisen für die Beförderung von 

Zeitungen und Zeitschriften beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

geführt werden. Mit Verfügung vom 28. Juni 2011 hat die Post angeord-

net, dem Titel "Zeit-Fragen/Horizons et débats" ab dem 1. Juni 2011 die 

Ermässigung für die Beförderung von abonnierten Tages- und Wochen-

zeitungen gemäss Art. 15 Abs. 2 PG nicht mehr zu gewähren. Soweit die 

Beschwerdeführerin verlangt, diese Anordnung aufzuheben und die Post 

zu verpflichten, die fragliche Zeitschrift weiterhin zu Vorzugstarifen zu be-

fördern, richtet sich ihre Beschwerde gegen eine beim Bundesverwal-

tungsgericht anfechtbare Verfügung. Die Beurteilung dieses Antrages fällt 

folglich in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts. 

1.2. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-

nommen, ist Adressatin der angefochtenen Verfügung und hat als He-

rausgeberin der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung. Sie ist folglich zur Beschwerde-

führung berechtigt (Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 48 des Verwaltungsverfahrensgeset-

zes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 

1.3.  

Fraglich ist, ob ebenfalls der Antrag der Beschwerdeführerin, "eine allfälli-

ge Tariferhöhung aufgrund der aufschiebenden Wirkung der vorliegenden 

Beschwerde aufzuschieben", inhaltlich zu beurteilen ist.  

1.3.1. Der Beschwerde im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht 

kommt, unter Vorbehalt vorliegend ausser Betracht fallender Ausnahmen, 

aufschiebende Wirkung zu (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Die 

aufschiebende Wirkung schützt die betroffene Person vor belastenden 

Verfügungen bis zum rechtswirksamen Abschluss des Beschwerdever-

fahrens, indem der Eintritt der formellen Rechtskraft und damit die Voll-

streckbarkeit der angefochtenen Verfügung, mitunter deren Wirksamkeit 

aufgeschoben wird (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜH-

LER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, 

Rz. 3.19, HANSJÖRG SEILER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Pra-

xiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [nach-

folgend: Praxiskommentar], Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 55 N. 8, REGINA 

A-4777/2011 

Seite 5 

KIENER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren, VwVG, [nachfolgend: VwVG-

Kommentar], Zürich/St. Gallen 2008, Art. 55 N. 3, XAVER BAUMBERGER, 

Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel, in: Zürcher Stu-

dien zum Verfahrensrecht, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 3, S. 106). Richtet 

sich die Beschwerde gegen die Aufhebung einer finanziellen Dauerleis-

tung, sind die vormals zugesprochenen Leistungen während des Be-

schwerdeverfahrens demnach weiterhin auszurichten (SEILER, Praxis-

kommentar, Art. 55 Rz. 109). Die Post hat diese Rechtslage im Schreiben 

vom 28. November 2011 ausdrücklich anerkannt und die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" während des Beschwerdeverfahrens zu Vor-

zugstarifen befördert. Sollte der Antrag der Beschwerdeführerin dahinge-

hend zu verstehen sein, dass die Verfügung vom 28. Juni 2011 bis zum 

Abschluss des Beschwerdeverfahrens keine Wirkung entfaltet, so kann 

darauf mangels Rechtsschutzinteresse nicht eingetreten werden. 

1.3.2. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde-

schrift vom 30. August 2011 (S. 3 und S. 5) sowie in ihren Schlussbemer-

kungen vom 9. Februar 2012 (S. 2) lassen allerdings ebenfalls den 

Schluss zu, dass sie das Bundesverwaltungsgericht für den Fall ihres Un-

terliegens ersucht, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die zu-

gesprochene Presseförderung erst mit dem rechtswirksamen Abschluss 

des Beschwerdeverfahrens zu entziehen. Die aufschiebende Wirkung der 

Beschwerde fällt mit dem Abschluss des Beschwerdeverfahrens dahin. 

Weist das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde ab, so stellt sich 

die Frage, ob diese Rechtsfolge auf den Zeitpunkt des Erlasses der ange-

fochtenen Verfügung zurückbezogen wird (ex tunc) oder mit dem Wirk-

samwerden des Beschwerdeentscheides (ex nunc) eintritt. Ob das eine 

oder andere zutrifft, lässt sich nicht einheitlich beantworten, sondern 

hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Dementsprechend ist von 

Fall zu Fall zu entscheiden, welche Tragweite dem Suspensiveffekt der 

Beschwerde zukommt (BGE 112 V 76 E. 2, BGE 106 Ia 159, Urteil des 

Bundesgerichts 8C_983/2010 vom 9. November 2011 E. 5.5 ff.; KIENER, 

VwVG-Kommentar, Art. 55 N. 11, BAUMBERGER, a.a.O., S. 64 f.). Die Post 

hat diese Frage in der angefochtenen Verfügung nicht entschieden und 

war aufgrund der Rechtslage hierzu auch nicht verpflichtet. Falls die Be-

schwerdeführerin in ihrem Eventualantrag begehrt, über die Wirkung des 

Suspensiveffekts ihrer Beschwerde im Falle ihres Unterliegens zu ent-

scheiden, so liegt dies ausserhalb des Streitgegenstand, weshalb darauf 

mangels Vorliegen eines tauglichen Anfechtungsobjektes nicht eingetre-

ten werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_983/2010 vom 

A-4777/2011 

Seite 6 

9. November 2011 E. 6; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.7). 

Der Antrag der Beschwerdeführerin, eine allfällige Tariferhöhung aufgrund 

der aufschiebenden Wirkung der vorliegenden Beschwerde aufzuschie-

ben, ist folglich inhaltlich nicht zu beurteilen. 

1.4. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 37 i.V.m. Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist damit insoweit einzutreten, als 

die Beschwerdeführerin darin verlangt, die angefochtene Verfügung auf-

zuheben und ihr für die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" wei-

terhin die Beförderung zu Vorzugstarifen zu gewähren. 

2.  

Mit der Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts und die Angemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht verfügt somit über volle Kogniti-

on. 

3.  

Die Vorinstanz anerkannte die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizions et débat" 

am 29. November 2007 als anspruchsberechtigt gemäss neuem Recht 

und gewährte der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. Januar 

2008 deren Beförderung zu Vorzugstarifen. Sollte es sich hierbei um eine 

Verfügung handeln, so stellt sich die Frage, ob die Vorinstanz berechtigt 

war, in der angefochtenen Verfügung auf diese zurückzukommen und der 

Beschwerdeführerin die indirekte Presseförderung mit Wirkung ab dem 

1. Juni 2011 zu entziehen. Wie es sich diesbezüglich verhält, stellt eine 

Rechtsfrage dar, die das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen 

prüft. Dabei ist es an die Begründung der Parteibegehren nicht gebunden 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG), weshalb es eine Beschwerde aus anderen Grün-

den als den von der beschwerdeführenden Partei angerufenen gutheis-

sen oder aber die angefochtene Verfügung mit einer vollkommen anderen 

Begründung schützen kann (sog. Motivsubstitution; BVGE 2009/61 E. 6.1 

S. 856, BVGE 2007/41 E. 2 S. 529; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommen-

tar zum VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009 [nachfol-

gend: Praxiskommentar], Art. 62 N. 40, MADELEINE CAMPRUBI, in: Au-

er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG] [nachfolgend: Verwaltungsverfahren], Zü-

rich/St. Gallen 2008, Art. 62 N. 15).  

A-4777/2011 

Seite 7 

4.  

4.1.  

Das vorinstanzliche Schreiben vom 29. November 2007 stellt eine Verfü-

gung dar, wenn es die inhaltlichen Strukturelemente von Art. 5 Abs. 1 

VwVG erfüllt. Danach gelten als Verfügungen insbesondere Anordnungen 

einer Behörde im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Bundes 

stützen und die Begründung, Änderung oder Aufhebung von Rechten und 

Pflichten zum Gegenstand haben. Erforderlich ist mithin ein individueller, 

an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwal-

tungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in 

verbindlicher Weise geregelt wird (BGE 135 II 44 f. E. 4.3; ULRICH HÄFE-

LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. 

Aufl., Zürich 2010, N. 854 f., MARKUS MÜLLER, VwVG-Kommentar, Art. 5 

N. 7, FELIX UHLMANN, Praxiskommentar, Art. 5 N. 19 f., MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.3, PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/ MAR-

KUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 29 

Rz. 3). Eine solche Anordnung erwächst mit Ablauf der Rechtsmittelfrist in 

formelle Rechtskraft und wird damit vollstreckbar, es sei denn, sie weise 

derart gravierende Mängel auf, dass sie als nichtig einzustufen ist 

(BGE 137 I 275 E. 3.1; BVGE 2008/8 E. 6.2 S. 108; HÄFELIN/MÜLLER/ 

UHLMANN, a.a.O., Rz. 956, je m.w.H.). 

4.2. Mit Schreiben vom 29. November 2007 anerkannte die Vorinstanz 

den Titel "Zeit-Fragen/Horizons et débats" als anspruchsberechtigt ge-

mäss neuem Recht und gewährte diesem mit Wirkung ab dem 1. Januar 

2008 die Beförderung zu Vorzugstarifen. Dadurch traf sie in Ausübung 

der ihr vom Postgesetz zugebilligten Hoheitsgewalt (Art. 18 PG) bezüg-

lich der von der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" eine einseiti-

ge Anordnung, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützt und der 

Beschwerdeführerin ein Recht einräumt. Damit erfüllt das Schreiben vom 

29. November 2007 die Strukturelemente des Verfügungsbegriffes ge-

mäss Art. 5 VwVG. Dass diese Verfügung nichtig ist, kann ausgeschlos-

sen werden. Freilich hat die Vorinstanz das Schreiben vom 29. November 

2007 nicht als Verfügung bezeichnet und auf ein Dispositiv, eine Begrün-

dung sowie eine Rechtsmittelbelehrung verzichtet. Die beiden letztge-

nannten Punkte sind indes unproblematisch, da eine Behörde gemäss 

Art. 35 Abs. 3 VwVG auf eine Begründung und eine Rechtsmittelbeleh-

rung verzichten kann, wenn sie den Begehren der Parteien – wie vorlie-

gend dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Beförderung zu Vorzugs-

tarifen – voll entspricht und die betroffene Partei keine Begründung ver-

A-4777/2011 

Seite 8 

langt. Hingegen hätte die Post das Schreiben vom 29. November 2007 

ausdrücklich als Verfügung benennen und mit einem Dispositiv versehen 

müssen (vgl. statt vieler: TSCHANNEN/ ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 29 

Rz. 10 ff.). Diese Eröffnungsmängel sind allerdings nicht derart gravie-

rend, dass die vorinstanzliche Verfügung vom 29. November 2007 des-

halb als nichtig anzusehen wäre. Dies bedeutet, dass die Vorinstanz der 

Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 29. November 2007 für die 

Zeitschrift "Zeit-Fragen/ Horizons et débats" die indirekte Presseförde-

rung ab dem 1. Januar 2008 zugesprochen hat.  

5.  

Bei diesem Ergebnis bleibt zu untersuchen, ob die Vorinstanz berechtigt 

war, diese Verfügung mit Wirkung ab dem 1. Juni 2011 zu widerrufen.  

5.1. Unter welchem Voraussetzungen die Post eine formell rechtskräftige 

Verfügung einer Überprüfung unterziehen und diese rückwirkend auf ih-

ren Erlasszeitpunkt oder mit Wirkung für die Zukunft widerrufen darf, be-

stimmt das Postgesetz einzig in Bezug auf den Widerruf von Konzessio-

nen (Art. 8 PG), während die Postverordnung vom 26. November 2003 

(VPG, SR 783.01) dazu keine Regelung enthält. Das Verwaltungsverfah-

rensgesetz als die für die Post massgebende Verfahrensordnung regelt 

die Abänderung formell rechtskräftiger Beschwerdeentscheide (Art. 66 

VwVG, vgl. dazu: KARIN SCHERRER, Praxiskommentar, Art. 66 N. 13 f., 

ANDREA PFLEIDERER, Praxiskommentar, Art. 58 N. 11, TSCHAN-

NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 Rz. 25), nicht jedoch jene formell 

rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen (ANNETTE GUGELBERGER, Der 

Widerruf von Verfügungen im schweizerischen Verwaltungsrecht, in: ZBl 

2007, S. 297, ULRICH MEYER-BLASER, Die Abänderung formell rechtskräf-

tiger Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung, in: ZBl 1994, 

S. 341, PLFEIDERER, Praxiskommentar, Art. 58 N. 17). Bei dieser Aus-

gangslage beurteilt sich die Frage, ob die Vorinstanz berechtigt war, auf 

die Verfügung vom 29. November 2007 zurückzukommen und der Be-

schwerdeführerin die darin gewährte indirekte Presseförderung mit Wir-

kung ab dem 1. Juni 2011 zu entziehen, nach den allgemeinen von Lehre 

und Rechtsprechung zum Widerruf formell rechtskräftiger Dauerverfü-

gungen entwickelten Grundsätzen (BGE 137 I 71 E. 2.3, BGE 127 II 314 

E. 7a).  

5.2. Nach der Praxis der öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesge-

richts können formell rechtskräftige Verfügungen über Dauerrechtsver-

hältnisse wegen ursprünglich unrichtiger Sachverhaltsfeststellung, ur-

A-4777/2011 

Seite 9 

sprünglich fehlerhafter Rechtsanwendung oder nachträglicher Änderung 

der Sach- sowie Rechtslage widerrufen werden (BGE 137 I 71 E. 2.3, 

BGE 135 V 208 E. 6.2, BGE 121 II 313 E. 7a; Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-1175/2011 vom 28. März 2012 E. 4.2). Ob sich ein sol-

ches Vorgehen im Einzelfall als zulässig erweist, ist aufgrund einer Inte-

ressenabwägung zu entscheiden. Danach sind das Interesse an der Ver-

wirklichung des objektiven Rechts und dasjenige an der Wahrung der 

Rechtssicherheit sowie des Vertrauensschutzes gegeneinander abzuwä-

gen; Letzteres freilich nur, wenn dessen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei 

dieser Interessenabwägung geht in der Regel das Postulat der Rechtssi-

cherheit dem Interesse an der Durchsetzung des objektiven Rechts vor. 

Eine Verfügung kann daher grundsätzlich nicht widerrufen werden, wenn 

sie ein wohlerworbenes Recht begründet hat, die behördliche Anordnung 

in einem Verfahren ergangen ist, indem die sich gegenüberstehenden In-

teressen einer Gesamtwürdigung unterzogen wurden, oder wenn die be-

troffene Person von einer ihr durch die Verfügung eingeräumten Befugnis 

bereits Gebrauch gemacht hat. Diese Regeln gelten indes nicht absolut. 

Selbst in den Fällen, in denen ein Widerruf grundsätzlich als unzulässig 

betrachtet wird, kann eine Verfügung widerrufen werden, wenn besonders 

gewichtige öffentliche Interessen ein solches Vorgehen verlangen (BGE 

137 I 71 E. 2.3, BGE 121 II 276 E. 1 a/aa, BGE 121 II 273 E. 1a/aa; 

BVGE 2007/29 E. 4.2 S. 350; AUGUST MÄCHLER, VwVG-Kommentar, 

Art. 58 N. 10, HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 997a f., TSCHAN-

NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 Rz. 19 und Rz. 40, GUCKELBERGER, 

a.a.O., S. 303). Mangels schutzwürdigem Vertrauen stets zu widerrufen 

sind Verfügungen, die durch arglistige Täuschung, Drohung oder Beste-

chung erwirkt wurden. Gleiches gilt, wenn der fehlerhafte Verfügungsin-

halt auf unrichtigen oder unvollständigen Angaben des Verfügungsadres-

saten beruht. Denn unter diesen Umständen liegt die Ursache für die 

Fehlerhaftigkeit der Verfügung nicht in der Verantwortungssphäre der 

Verwaltung, sondern des Bürgers (GUCKELBERGER, a.a.O., S. 303). Eine 

geänderte Praxis bildet hingegen grundsätzlich keinen Grund auf eine 

formell rechtskräftige Dauerverfügung zurückzukommen (BGE 127 II 313 

E. 7a; vgl. zum Sozialversicherungsrecht statt vieler: BGE 135 V 205 ff. 

E.  5 ff.; RUDOLF RÜEDI, Die Revision von Dauerleistungen in der Sozial-

versicherung, in: Schaffhausen/Schlauri [Hrsg.], Veröffentlichungen des 

Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Universität 

St. Gallen, St. Gallen 1999, S. 11 ff.).  

5.3. Im Lichte dieser Ausführungen ist nachfolgend vorderhand zu prüfen, 

ob sich die Verfügung der Vorinstanz vom 29. November 2007 (nachfol-

A-4777/2011 

Seite 10 

gend bisweilen: ursprüngliche Verfügung) als rechtlich oder tatsächlich 

mangelhaft erweist. Ist dies zu bejahen, so wird in einem weiteren Schritt 

zu untersuchen sein, ob die Vorinstanz berechtigt war, diese zu widerru-

fen und der Beschwerdeführerin die indirekte Presseförderung ab dem 

1. Juni 2011 zu entziehen.  

6.  

6.1. Die Beförderung von Zeitungen und Zeitschriften durch die Post ist in 

Art. 15 PG geregelt. Die aktuelle Fassung dieser Bestimmung, ausgear-

beitet durch die Staatspolitische Kommission des Nationalrates, wurde 

vom Parlament am 27. Januar 2007 angenommen und ist am 1. Januar 

2008 in Kraft getreten (BBl 2007 1598). Darin wird die Post verpflichtet, 

Zeitungen und Zeitschriften zu Vorzugstarifen zu befördern, wenn die 

Voraussetzungen von Art. 15 Abs. 2 PG oder jene von Art. 15 Abs. 3 PG 

(Mitgliedschaftspresse) erfüllt sind. Um zu ermitteln, ob die Zeitschrift 

"Zeit-Fragen/Horizons et débats" aufgrund dieser Regelungen förde-

rungsberechtigt ist, gelangte die Post am 14. September 2007 mit einem 

Formular zur Selbstdeklaration an die Beschwerdeführerin, das von die-

ser ausgefüllt und fristgerecht zurückgesandt wurde. Auf der Grundlage 

dieses Formulars stellte die Post in der ursprünglichen Verfügung die An-

spruchsberechtigung der Beschwerdeführerin gemäss Art. 15 Abs. 2 PG 

fest und verpflichtete sich, die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" 

ab dem 1. Januar 2008 zu Vorzugstarifen zu befördern. Dass sich die 

Sachlage in Bezug auf die anspruchsbegründenden Tatsachen seither 

verändert hat, macht die Vorinstanz nicht geltend. Ebenso wenig behaup-

tet sie, die seinerzeitigen Angaben der Beschwerdeführerin seien unrich-

tig oder unvollständig gewesen oder die Beschwerdeführerin habe sie 

anderweitig über den rechtserheblichen Sachverhalt getäuscht. Für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist somit von einem in tatsäch-

licher Hinsicht ursprünglich korrekt erfassten und im Wesentlichen unver-

ändert gebliebenen Sachverhalt auszugehen.  

6.2. Die Vorinstanz begründet denn auch den Entzug der Presseförde-

rung nicht mit einer Änderung des massgeblichen Sachverhalts, sondern 

unter Hinweis auf ein jüngst ergangenes bundesgerichtliches Urteil 

(2C_568/2009 vom 21. April 2010) sowie den diesem zugrundeliegenden 

Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts (A-5427/2008 vom 30. Juni 

2009). Nach der in den fraglichen Urteilen entwickelten Definition sei die 

Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" der Spezialpresse zuzuord-

nen. Freilich enthalte diese Artikel zu unterschiedlichen Themenkreisen, 

A-4777/2011 

Seite 11 

wie z.B. der freien Meinungsbildung, Ethik und Menschenrechte. Sie sei 

jedoch vom Inhalt her nicht so breit und aktuell wie eine typische Regio-

nal- bzw. Lokalzeitung, da sie sich mit spezifischen Themen an einen be-

stimmten Leserkreis wende. Deshalb gehöre die Zeitschrift "Zeit-Fragen/ 

Horizons et débats" der Spezialpresse an, dies umso mehr, als diese Ein-

schätzung, mit der im Katalog der Schweizer Presse vorgenommenen 

übereinstimme. Hinzu komme, dass die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons 

et débats" nicht zur Lokal- und Regionalpresse im Sinne von Art. 15 

Abs. 2 PG gehöre. Dass Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, 

dass es sich hierbei nicht "nur" um eine Zweckbestimmung handle, son-

dern um eine Grundeigenschaft, die sämtliche von der indirekten Presse-

förderung profitierenden Zeitungen erfüllen müssten. Die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" greife zwar in jeder Ausgabe regionale The-

men auf, die jedoch nicht immer dieselbe Region betreffen würden. Dem-

zufolge gehöre sie nicht zur Regional- und Lokalpresse im Sinne von 

Art. 15 Abs. 2 PG. Die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" habe 

deshalb keinen Anspruch auf eine Beförderung zu Vorzugspreisen.  

6.3. Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin entgegen, die 

Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débat" sei nach den Gräueltaten des 

zweiten Weltkriegs gegründet worden, um aktuelle Probleme unter dem 

Aspekt der freien Meinungsäusserung, der Ethik und der Menschenrechte 

unabhängig von parteipolitischen Überlegungen aufzugreifen und zu ana-

lysieren. Diese Zielsetzung führe – wie der eingereichten Übersicht ent-

nommen werden könne – zur Behandlung vielfältiger Themen aus unter-

schiedlichsten Lebensbereichen. Die Auffassung der Vorinstanz, die Zeit-

schrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" gehöre der Spezialpresse an, er-

weise sich vor diesem Hintergrund als unhaltbar. Soweit die Vorinstanz im 

Weiteren geltend mache, die interessierende Zeitschrift zähle nicht zur 

Regional- und Lokalpresse sei zunächst darauf hinzuweisen, dass dieses 

Erfordernis nicht in den Art. 15 Abs. 2 Bst. a-j PG genannt sei, der die 

konkreten Voraussetzungen nenne, welche eine Zeitschrift erfüllen müs-

se, um eine Beförderung zu Vorzugstarifen beanspruchen zu können. Der 

in der Einleitung von Art. 15 Abs. 2 PG enthaltene Verweis auf die Regio-

nal- und Lokalpresse sei lediglich als exemplarische Zielbestimmung zu 

verstehen, die durch die in den Art. 15 Abs. 2 Bst. a-j PG genannten Vor-

aussetzungen verwirklicht werde. Die gegenteilige Auffassung der Vorin-

stanz gehe zurück auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches 

jedoch nicht zu überzeugen vermöge und daher zu überdenken sei. 

Selbst wenn jedoch entgegen der vertretenen Auffassung die Zugehörig-

keit zur Regional- und Lokalpresse eine selbständige Anspruchsvoraus-

A-4777/2011 

Seite 12 

setzung darstelle, so erfülle die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et 

débats" diese Voraussetzung, thematisiere sie doch Ereignisse aus allen 

Regionen der Schweiz. Die Auffassung der Vorinstanz, die Zeitschrift 

"Zeit-Fragen/Horizons et débats" genüge den Anforderungen von Art. 15 

Abs. 2 PG nicht, treffe folglich nicht zu. 

6.4. Gemäss Art. 15 Abs. 2 PG gewährt die Post zur Erhaltung einer viel-

fältigen Regional- und Lokalpresse Ermässigungen für abonnierte Tages- 

und Wochenzeitungen, die ihr zur Tageszustellung übergeben und die 

vorwiegend in der Schweiz verbreitet werden (Bst. a); mindestens einmal 

wöchentlich erscheinen (Bst. b); nicht überwiegend Geschäftszwecken 

oder der Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen dienen (Bst. c); 

einen redaktionellen Anteil von durchschnittlich mindestens 50 Prozent 

aufweisen (Bst. d); nicht zur Mitgliedschafts-, Fach- oder Spezialpresse 

gehören (Bst. e); weder in öffentlichem Eigentum stehen noch von einer 

staatlichen Behörde herausgegeben werden (Bst. f); keine Gratispublika-

tionen sind (Bst. g); eine durch eine unabhängige, anerkannte Prüfstelle 

beglaubigte Auflage von mindestens 1'000 und höchstens 40'000 Exemp-

laren pro Ausgabe aufweisen (Bst. h); sich weder direkt noch indirekt ka-

pital- oder stimmenmässig mehrheitlich im Eigentum des Herausgebers 

der Hauptzeitung befinden, sofern sie als Kopfblatt erscheinen (Bst. i) und 

mit den Beilagen nicht mehr als 1 kg wiegen (Bst. j). Dass die Zeitschrift 

"Zeit-Fragen/Horizons et débat" diese Voraussetzungen erfüllt, ist zwi-

schen den Parteien hinsichtlich deren Zugehörigkeit zur Spezialpresse 

einerseits sowie zur Lokal- und Regionalpresse andererseits umstritten. 

Die übrigen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 15 Abs. 2 liegen nicht im 

Streit und es finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte, die deren 

Vorhandensein in Frage stellen. Für die Prüfung der Rechtmässigkeit der 

ursprünglichen Verfügung ist demnach als Erstes zu untersuchen, ob die 

interessierende Zeitschrift der Spezialpresse angehört, anschliessend ob 

sie der Erhaltung einer vielfältigen Lokal- und Regionalpressepresse 

dient.  

7.  

Weder das Postgesetz noch die Postverordnung definieren, was unter 

der Spezialpresse im Sinne von Art. 15 Abs. 2 Bst. e PG zu verstehen ist. 

Erläuterungen zum Inhalt und zur Bedeutung dieser Anspruchsvorausset-

zung finden sich ebenso wenig in den Gesetzesmaterialien zur Revision 

des Postgesetzes vom 22. Juni 2007. Welche Bedeutung dem fraglichen 

Begriff unter diesen Umständen beizumessen ist, hat die Rechtsprechung 

bereits in mehreren Urteilen beschäftigt. 

A-4777/2011 

Seite 13 

7.1. Das Bundesgericht hat sich im Urteil 2C_568/2009 vom 21. April 

2010 eingehend mit dem Begriff der Spezialpresse im Sinne von Art. 15 

Abs. 2 Bst. e PG auseinandergesetzt und aus dem Katalog derjenigen 

Zeitungen, die von den Parlamentariern im Rahmen der Revision von 

Art. 15 Abs. 2 PG im Jahr 2007 als Beispiele für den medienpolitischen 

Förderungsbedarf angeführt wurden ("Le Temps", "Le Nouvelliste", "La 

Liberté", "La Gruyère" und die "Freiburger Nachrichten"), eine Definition 

des Begriffs Spezial- bzw. des Gegenbegriffs der Publikumspresse her-

ausgearbeitet. Danach handelt es sich hierbei um Zeitschriften, die sich 

an ein breites Publikum richten, um dieses in Form von Kommentaren 

und Analysen über die internationalen, schweizerischen, kantonalen und 

regionalen Aktualitäten in den verschiedensten Bereichen, wie z.B. Poli-

tik, Wirtschaft, Finanzen, Kultur, Soziologie, Erziehung, Natur, Technik, 

Umwelt sowie Sport, zu informieren und dadurch mehr als andere Publi-

kationen zu der für eine demokratische Auseinandersetzung unerlässli-

chen Wissensgrundlage beitragen. Im Umkehrschluss definiert das Bun-

desgericht die "Spezialpresse" als eine Presse, die sich an einen durch 

gleichartige Interessen miteinander verbundenen Leserkreis richtet, dem 

sie bestimmte Informationen, Kenntnisse und vertiefte Meinungen über 

ein bestimmtes Untersuchungsobjekt vermittelt. Ob eine Zeitschrift nach 

diesen Kriterien der Spezial- oder Publikumspresse angehört, ist nach 

dem Bundesgericht aufgrund der Umstände des Einzelfalles unter Einbe-

zug des allgemeinen Eindrucks, der bei der Betrachtung und Lektüre der 

in Frage stehenden Zeitung gewonnen wird, zu entscheiden (E. 2.2). 

Ausgehend von dieser Begriffsdefinition ordnete das Bundesgericht die 

Zeitschrift "AGEFI" der Spezialpresse zu (E. 2.3) und bestätigte damit die 

vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-5427/2008 vom 30. Juni 2009 

vertretene Auffassung (vgl. E. 7.2-7.4). 

7.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich seit diesem bundesgerichtli-

chen Urteil in drei Fällen mit dem Begriff der Spezialpresse im Sinne von 

Art. 15 Abs. 2 PG auseinandergesetzt:  

7.2.1. In seinem Urteil A-3216/2011 vom 8. März 2012 ging es um die 

Wochenzeitschrift "echo magazine". Diesbezüglich erwog das Bundes-

verwaltungsgericht, die fragliche Zeitung weise eine markante christliche 

Ausrichtung auf. In dieser Beziehung unterscheide sie sich klar von den 

in den parlamentarischen Debatten als typische Titel der Publikumspres-

se angeführten Zeitungen und Zeitschriften. Entscheidend sei jedoch der 

Gesamteindruck, den die fragliche Zeitschrift vermittle. Im Unterschied 

zum Titel "AGEFI" oder anderer, auf ein spezifisches Thema fokussierter 

A-4777/2011 

Seite 14 

Zeitschriften befasse sich das "echo magazine" nicht nur vereinzelt, son-

dern regelmässig mit anderen als religiösen Themen. Die Zeitschrift 

"echo magazine" weise insofern ein breites Themenspektrum auf und 

leiste dadurch einen Beitrag zur politischen Meinungsbildung. Zwar be-

diene sie vorwiegend ein christlich interessiertes Publikum, doch vermöge 

die Zeitschrift angesichts ihres breiten Themenspektrums auch Leserin-

nen und Leser ausserhalb dieses Kreises anzusprechen. Damit weise sie 

sämtliche Merkmale auf, die das Bundesgericht für die Publikumspresse 

festgelegt habe, weshalb sie trotz der im Vordergrund stehenden religiö-

sen Ausrichtung der Publikumspresse zuzuordnen sei (E. 5.3.).  

7.2.2. In dem gleichentags ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts A-3049/2011 stellte sich die Frage, ob die wöchentlich erscheinen-

de Zeitschrift "Sonntag" zur Spezialpresse zu zählen ist. Diesbezüglich 

führte das Bundesverwaltungsgericht aus, die fragliche Zeitschrift würde 

Themen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen behan-

deln, wobei religiösen Inhalten ein zentraler Stellenwert zukomme. Auch 

wenn eine Mehrheit der schweizerischen Bevölkerung der katholischen 

bzw. protestantischen Glaubensrichtung angehöre, sei der Titel "Sonntag" 

deshalb im Vergleich zu einer klassischen Tageszeitung stärker auf ein 

bestimmtes, im vorliegenden Fall auf ein religiös interessiertes Zielpubli-

kum fokussiert. Dennoch würde es zu weit führen, die fragliche Zeitschrift 

allein aufgrund ihrer religiösen Prägung der Spezialpresse zuzuordnen, 

weise sie doch eine reiche Themenvielfalt, namentlich in den Bereichen 

Politik, Kultur und Gesellschaft, auf. Von einer Beschränkung auf rein 

kirchliche oder religiöse Themen, was eine Spezialpresse auszeichnen 

würde, könne daher nicht gesprochen werden. Mit der Auseinanderset-

zung mit verschiedensten Themen leiste die Zeitschrift "Sonntag" ausser-

dem einen Beitrag zur politischen Meinungsbildung und trage zum Erhalt 

einer vielfältigen Presselandschaft bei. Damit weise sie sämtliche Merk-

male auf, die das Bundesgericht für die Publikumspresse festgelegt habe 

(E. 5.4. f.). Dieselben Überlegungen veranlassten das Bundesverwal-

tungsgericht im Urteil A-3051/2011 vom 8. März 2012 die Wochenzeitung 

"Glauben und Leben" ebenfalls der Publikumspresse zuzuordnen (E. 5.4. 

f.).  

7.3. Ausgehend von dieser Rechtsprechung ist zu prüfen, ob die Zeit-

schrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" als Titel der Publikumspresse un-

ter Art. 15 Abs. 2 Bst. e PG fällt oder aber der Spezialpresse angehört. 

A-4777/2011 

Seite 15 

7.3.1. Die Zeitschrift "Zeit-Fragen" und deren in Französisch publizierte 

Fassung "Horizons et débats" erscheinen wöchentlich im Format einer 

Tageszeitung. Im Zeitraum von Oktober 2011 bis Dezember 2011 befass-

ten sich diese in Kommentaren und Analysen in einigen wenigen bis zahl-

reichen Artikeln mit der Bedeutung der Menschenrechte sowie der Wahl- 

und Abstimmungsfreiheit in der Schweiz, im Ausland sowie in regionalen 

Organisationen (bspw.: Philosophische Überlegungen über die Men-

schenrechte in der Schweiz [20.12.2011], Was ist Naturrecht [3.10.2011], 

Die wachsende ökonomische Ungleichheit in den USA zerstört die Grund-

lage der Gesellschaft: Fairness und Gemeinsinn [20.12.2011]), der finan-

ziellen Situation in Europa und anderen Staaten (bspw.: Ist die Armut 

messbar? [20.12.2011], Euro-Krise. Die Währungsunion selbst ist das 

Problem [12.12.2011]), mit verschiedenen die Schweiz oder das Ausland 

betreffenden umweltpolitischen Fragen (bspw.: Kanada verabschiedet 

sich vom Kyoto-Protokoll [20.12.2011], Biodiversität: Kein Platz für den 

Menschen? [20.12.2011]), mit der Bildung sowie Erziehung in der 

Schweiz (Nur ein guter Unterricht bringt Forscher und Entwicklungshelfer 

für morgen hervor [12.12.2011], Bessere Bildung braucht das Land! 

[7.11.2011]) und mit weiteren politischen Themen im In- und Ausland 

(bspw.: Libyen – wie weiter? [20.12.2011], Weitsicht und innere Ent-

schlossenheit, Westschweizer wählen General Henri Guisan zum 

Schweizer des 20. Jahrhunderts [12.12.2011]; weitere Artikel abrufbar un-

ter: http://www.zeit-fragen.ch, besucht am: 13. März 2012). Diese Aus-

wahl an konsultierten Artikeln zeigt, dass sich die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" schwerpunktmässig mit den einer Person in 

der Gesellschaft zustehenden Abwehr- und Partizipationsrechten befasst, 

darüber hinausgehend jedoch ebenfalls andere im In- und Ausland aktu-

elle Themen aus verschiedenen Lebensbereichen aufgreift. Insofern ver-

mittelt sie der Leserschaft nicht nur Informationen über ein beschränktes 

Untersuchungsobjekt. 

7.3.2. Die Themenpalette der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" 

ist dennoch weniger breit als diejenige der Zeitungen, die der Gesetzge-

ber bei der Schaffung von Art. 15 Abs. 2 PG vor Augen hatte. Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin ist dies nicht allein darauf zu-

rückzuführen, dass die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" eine 

Wochenzeitung ist. Freilich behandeln Wochenzeitungen Themen im 

Vergleich zur Tagespresse typischerweise ausführlicher und erläutern 

diese im Gesamtzusammenhang. Sie befassen sich jedoch grundsätzlich 

mit denselben Sachbereichen wie die Tagespresse und weisen den glei-

chen Aufbau auf, so dass bei der Berichterstattung tagespolitische Ereig-

http://www.zeit-fragen.ch/

A-4777/2011 

Seite 16 

nisse im Zentrum stehen und neben der Politik sportliche sowie kulturelle 

Veranstaltungen breiten Raum einnehmen (http://de.wiki-pedia.org/wiki > 

Wochenzeitung, besucht am 8. März 2012). Mit der Ausrichtung auf die 

Menschenrechte und die dem Einzelnen in der Gesellschaft zustehenden 

Partizipationsrechte ist das Themenspektrum der Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" im Vergleich dazu enger gefasst. Sie deswe-

gen von der indirekten Presseförderung auszuschliessen, ginge indes zu 

weit. Hinter der Beschränkung der indirekten Pressehilfe auf die Publi-

kumspresse steht die Idee, dass die Spezialpresse zwar auch zur Mei-

nungsbildung beiträgt, die Publikumspresse jedoch umfassender und 

stärker, weshalb nach dem Willen des Gesetzgebers nur Letztere von der 

indirekten Presseförderung profitieren (Urteil des Bundesgerichts 

2C_568/2009 vom 21. April 2010 E. 2.2; DENIS BARRELET/STÉPHANE 

WERLY, Droit de la communication, 2. Aufl., Bern 2011, Rz. 657). Wird die 

Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" an dieser Zielsetzung gemes-

sen, so erscheint sie förderungswürdig, bietet sie doch eine fundierte 

Auseinandersetzung mit zentralen gesellschaftlichen Problemen und trägt 

in dieser Weise zur politischen Meinungsbildung bei.  

7.3.3. Was die Vorinstanz gegen diese Auffassung einwendet, vermag 

nicht zu überzeugen. Soweit sie geltend macht, die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" richte sich mit spezifischen Themen an einen 

bestimmten Leserkreis, ist einzuräumen, dass sie primär ein an Men-

schenrechten interessiertes Publikum bedient, jedoch aufgrund der Art 

und Weise, in der sie dieses Thema im aktuellen politischen Kontext be-

leuchtet, zudem eine politisch interessierte Leserschaft zu erreichen ver-

mag. Die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" allein wegen ihrer 

Ausrichtung der Spezialpresse zuzuordnen, erscheint deshalb nicht ge-

rechtfertigt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die interessie-

rende Zeitschrift nach der Klassifikation der Schweizerischen Presse of-

fenbar der Spezialpresse zuzuordnen ist. Zwar kann das Bundesverwal-

tungsgericht eine solche Einteilung eines privaten Vereins bei der Ausle-

gung einer gesetzlichen Regelung als Richtlinie heranziehen. Ein solches 

Vorgehen erscheint im vorliegend Fall indes nicht angezeigt, sollen doch 

danach sämtliche Titel mit einer Auflage von weniger als 50'000 Exempla-

ren der Spezialpresse angehören (Stellungnahme der Beschwerdeführe-

rin vom 23. Januar 2012, S. 2). Würde das Bundesverwaltungsgericht 

dieser Umschreibung der Spezialpresse folgen, so könnte keine Zeitung 

mehr von der indirekten Presseförderung profitieren, da eine solche ge-

mäss Art. 15 Abs. 2 Bst. h PG nur von Zeitungen und Zeitschriften mit ei-

ner Auflage von weniger als 40'000 Exemplaren pro Ausgabe bean-

http://de.wiki-pedia.org/wiki

A-4777/2011 

Seite 17 

sprucht werden kann. Die vom Schweizerischen Presseverband entwi-

ckelten Kriterien erweisen sich für die Auslegung von Art. 15 Abs. 2 PG 

folglich nicht als sachgerecht (so bereits: Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts A-3217/2011 vom 8. März 2012 E. 5.3.3., A-3049/2011 vom 

8. März 2012 E. 5.5 und A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 5.5).  

7.3.4. Aus den vorgenannten Überlegungen ist die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et debats" als Publikumspresse zu betrachten, womit sie 

unter Art. 15 Abs. 2 Bst. e PG fällt.   

8.  

Es bleibt zu untersuchen, ob die in Frage stehende Zeitschrift im Sinne 

des Ingress von Art. 15 Abs. 2 PG zur Erhaltung einer vielfältigen Regio-

nal- und Lokalpresse beiträgt. 

8.1. Das Bundesgericht hatte bis anhin keine Gelegenheit, sich zur Be-

deutung dieser Regelung zu äussern. Dagegen hat sich das Bundesver-

waltungsgericht hiermit bereits mehrmals auseinandergesetzt. Im Urteil  

A-5427/2008 vom 30. Juni 2009 hat es festgehalten, aus dem Wortlaut 

von Art. 15 Abs. 2 PG gehe nicht eindeutig hervor, ob der Formulierung 

"regionale und lokale Presse" im Verhältnis zu den in Art. 15 Abs. 2 

Bst. a-g PG aufgeführten Kriterien eigenständige Bedeutung beizumes-

sen sei. Den Gesetzesmaterialen könne indes entnommen werden, dass 

der Gesetzgeber mit der Revision der fraglichen Bestimmung die monier-

ten Schwächen des vormaligen Systems der indirekten Presseförderung 

(Stichwort: Giesskannenprinzip) habe mindern wollen, indem er durch die 

Schaffung neuer Anspruchsvoraussetzungen sichergestellt habe, die indi-

rekte Presseförderung auf diejenigen Zeitschriften zu fokussieren, die – 

wie kleine Zeitungen – aus wirtschaftlichen Gründen auf diese Unterstüt-

zung angewiesen seien, mit dem Ziel eine vielfältige Presse auf regiona-

ler und lokaler Ebene zu fördern. Eine solch einschränkende Auslegung 

von Art. 15 Abs. 2 PG sei umso mehr geboten, als die für die indirekte 

Presseförderung bereitgestellten Mittel im Zuge der Revision drastisch 

gekürzt worden seien (E. 6.1-6.3). Aus der systematischen Auslegung 

gehe ausserdem hervor, dass die Erhaltung der vielfältigen Regional- und 

Lokalpresse ein Ziel darstelle, zu dessen Erhaltung die in Art. 15 Abs. 2 

Bst. a-j PG genannten Kriterien beitragen würden, mithin dienten Letztere 

der Umschreibung dieser Zielsetzung. Aus den genannten Gründen sei 

davon auszugehen, dass dem Begriff der Lokal- und Regionalpresse im 

Kontext von Art. 15 Abs. 2 PG selbständige Bedeutung zukomme (E. 6.4). 

Dieses Praxis hat das Bundesverwaltungsgericht jüngst in drei Urteilen 

A-4777/2011 

Seite 18 

mit eingehender Begründung bestätigt (Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts A-3216/2011 vom 8. März 2012 E. 6.1 f., A-3049/2011 vom 

8. März 2012 E. 6.4 und A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 6.4). 

8.2. Die Beschwerdeführerin ersucht das Bundesverwaltungsgericht, auf 

diese Praxis zurückzukommen und sie dahingehend abzuändern, den 

Begriff der Regional- und Lokalpresse als exemplarische Zielsetzung zu 

verstehen. Zur Begründung dieses Standpunktes führt sie in erster Linie 

aus, die systematische Auslegung zeige, dass die Erhaltung einer vielfäl-

tigen Regional- und Lokalpresse kein eigenständiges Kriterium darstelle, 

sondern es sich hierbei nur um den Ausdruck eines gesetzgeberischen 

Willens handle, der mit der Implementierung der in Art. 15 Abs. 2 Bst. a-j 

PG genannten Kriterien umgesetzt worden sei. Nichts anderes ergebe 

sich aus den Materialien. Deren anderslautende Interpretation des Bun-

desverwaltungsgerichts sei unzutreffend. Demzufolge sei der im Ingress 

von Art. 15 Abs. 2 PG enthaltene Begriff der Regional- und Lokalpresse 

nicht als eine eigene Anspruchsvoraussetzung, sondern lediglich als eine 

exemplarische Zielsetzung zu verstehen.    

8.3. Seit der Begründung der kritisierten Praxis im Jahr 2009 und deren 

Bestätigung vor wenigen Wochen hat sich weder die äussere Situation 

noch die allgemeine Rechtsprechung verändert. Die von der Beschwer-

deführerin begehrte Praxisänderung liesse sich somit nur mit einem bes-

seren Verständnis der ratio legis begründen (vgl. dazu BGE 135 I 82 E. 3; 

BVGE 2009/34 E. 2.4.1 S. 464, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

Rz. 2.199).  

8.3.1. Diesbezüglich beruft sich die Beschwerdeführerin hauptsächlich 

auf die systematische Auslegung. Dieses Argument vermag indes nicht 

zu überzeugen. Art. 15 Abs. 2 PG weist dieselbe Struktur wie der unmit-

telbar nachfolgende Art. 15 Abs. 3 PG auf. Das Bundesgericht hat den im 

Ingress der letztgenannten Bestimmung genannten Voraussetzungen, der 

sog. Mitgliedschaftspresse, selbständige Bedeutung zuerkannt (vgl. Urtei-

le des Bundesgerichts 2C_546/2009 vom 21. April 2010 E. 5 f. und 

2C_385/2009 vom 8. Juni 2010 E. 2.3-2.5). Die systematische Auslegung 

spricht dafür, mit dem konzeptionell gleich aufgebauten Art. 15 Abs. 2 PG 

ebenso zu verfahren. Der gegenteiligen Auffassung der Beschwerdefüh-

rerin ist nicht zu folgen. Die systematische Auslegung steht somit in Ein-

klang mit der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts. 

A-4777/2011 

Seite 19 

8.3.2. Ebenso wenig vermag die Kritik der Beschwerdeführerin an der In-

terpretation der Gesetzesmaterialien zu überzeugen. Der Gesetzgeber 

hat bei der Revision von Art. 15 Abs. PG im Jahr 2007 einen vielfältigen 

Pressemarkt vor allem auf lokaler und regionaler Ebene als gefährdet be-

trachtet. Nach früherem Recht waren selbst überregional tätige Verlags-

häuser mit auflagenstarken Titeln in das System der indirekten Presse-

förderung einbezogen, da diese nicht von einer bestimmten Auflagen-

höchstzahl abhing (vgl. Art. 38 Bst. c der alten Fassung der Postverord-

nung vom 26. November 2003 [VPG, SR 783.01; AS 2003 4762], aufge-

hoben mit Wirkung seit 1. Januar 2008 [AS 2006 5648]). Eine Mehrheit 

der Parlamentarier hat sich entschieden, sich von dieser verschiedentlich 

als "Giesskannenprinzip" kritisierten Regelung zu verabschieden und die 

für die Presseförderung bereitgestellten Mittel ausschliesslich auf die 

Förderung von kleinauflagigen Titeln der Regional- und Lokalpresse zu 

konzentrieren (BBl 2007 1589; ausführlich dazu: Urteile des Bundesver-

waltungsgerichtes A-5427/2008 vom 8. März 2012 E. 6.1-6.3, A-

3049/2011 vom 8. März 2012 E. 6.3, A-3051/2011 vom 8. März 2012 

E. 6.3; PETER NOBEL/ROLF H. WEBER, Medienrecht, 3. Aufl., Bern 2007, 

Rz. 79 ff. m.w.H.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

sprechen die Materialien demnach dafür, die Beförderung zu Vorzugs-

preisen auf die Lokal- und Regionalpresse zu beschränken. 

8.3.3. Weitere Gründe für die begehrte Praxisänderung führt die Be-

schwerdeführerin nicht an und sind nicht ersichtlich. Es besteht somit für 

das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung, auf seine Praxis zu 

Art. 15 Abs. 2 PG zurückzukommen. Infolgedessen kann eine Zeitung 

oder Zeitschrift nur von der indirekten Presseförderung profitieren, wenn 

sie der Erhaltung der Lokal- und Regionalpresse dient. 

8.4. Ob ein Presseerzeugnis diese Voraussetzung erfüllt, hängt davon ab, 

welche Bedeutung dem Begriff der Lokal- und Regionalpresse im Kontext 

von Art. 15 Abs. 2 PG beizumessen ist. Nach der Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts gelten die einzelnen Sprachgebiete der Schweiz in die-

sem Zusammenhang nicht als Regionen, da eine andere Auslegung eine 

Rückkehr zum früheren "Giesskannenprinzip" bedeuten und damit der mit 

der Neufassung von Art. 15 Abs. 2 PG verfolgten Zielsetzung, eine geziel-

te Förderung regionaler und lokaler Presseerzeugnisse zu ermöglichen, 

widersprechen würde. Damit eine Zeitung oder Zeitschrift der Lokal- oder 

Regionalpresse zugeordnet werden kann, muss sich deren Verteilungs-

gebiet und/oder deren inhaltliche Ausrichtung demzufolge auf ein Gebiet 

beziehen, das jedenfalls kleiner ist als die Deutsch-, Westschweiz oder 

A-4777/2011 

Seite 20 

das Tessin. Der Auflagenstärke kommt dabei keine entscheidende Bedeu-

tung zu (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3051/2011 vom 

8. März 2012 E. 6.5, A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 6.5). 

8.5. Die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débat" ist in der gesamten 

Schweiz sowie im Ausland verbreitet. Eine Konzentration des Vertei-

lungsgebiets auf eine bestimmte Region wird weder behauptet noch er-

gibt sich eine solche aus den Akten. Wird zudem die inhaltliche Ausrich-

tung der interessierenden Zeitschrift berücksichtigt, so wird offensichtlich, 

dass die Berichterstattung auf landesweite und internationale Themen 

ausgerichtet ist. Zwar werden in der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et 

débats" immer wieder lokale und regionale Ereignisse aufgegriffen (vgl. 

Beilage 3 der Beschwerdeführerin), jedoch ohne dass ein regionaler 

Schwerpunkt erkennbar wäre. Dies wäre nach dem vorangehend Ausge-

führten aber erforderlich, um die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizions et 

débats" der Regional- oder Lokalpresse im Sinne von Art. 15 Abs. 2 PG 

zuordnen zu können.  

8.6. Die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horzions et débats" erfüllt dementspre-

chend die Voraussetzung von Art. 15 Abs. 2 Ingress PG nicht, weshalb 

die Beschwerdeführerin deren Beförderung zu Vorzugstarifen nicht bean-

spruchen kann. Dass die Vorinstanz die fragliche Zeitschrift in der Verfü-

gung vom 29. November 2007 dennoch als anspruchsberechtigt aner-

kannt und sich verpflichtet hat, diese ab dem 1. Januar 2008 zu Vorzugs-

tarifen zu befördern, ist entweder darauf zurückzuführen, dass sie seiner-

zeit angenommen hat, das Erfordernis der Regional- und Spezialpresse 

stelle keine selbständige Anspruchsvoraussetzung dar, oder die interes-

sierende Zeitschrift aufgrund eines unrichtigen Begriffsverständnisses der 

Regional- bzw. Lokalpresse zugewiesen hat. Auf diese Einschätzung ist 

sie im Nachgang an das Urteil 2C_568/2009 des Bundesgerichts vom 

21. April 2010 und das Urteil A-5427/2008 des Bundesverwaltungsge-

richts vom 30. Juni 2009 zurückgekommen und hat neue Anforderungen 

für die Zugehörigkeit zur Regional- und Lokalpresse im Sinne von Art. 15 

Abs. 2 PG formuliert. In diesem Zusammenhang von einer eigentlichen 

Praxisänderung zu sprechen, ginge jedoch zu weit, weil die Vorinstanz ih-

re ursprüngliche Vorgehensweise vor Inkrafttreten des Art. 15 Abs. 2 PG 

allein aufgrund der Materialien formuliert und in Bezug auf den Begriff der 

Lokal- und Regionalpresse nie eine allgemein gültige Umschreibung aus-

gearbeitet hat. Unter diesen Umständen ist vielmehr von einer Konkreti-

sierung der Praxis durch die ersten, in diesem Bereich ergangenen und 

von der Vorinstanz aufgegriffenen Gerichtsurteile auszugehen. Infolge-

A-4777/2011 

Seite 21 

dessen ist die Verfügung der Vorinstanz vom 29. November 2007 als ur-

sprünglich rechtlich mangelhaft einzustufen. 

9.  

Auf diese Verfügung darf die Vorinstanz zurückkommen und der Be-

schwerdeführerin die indirekte Presseförderung mit Wirkung ab dem 

1. Juni 2011 entziehen, wenn die Interessen an der objektiven Rechts-

verwirklichung die einem solchen Vorgehen entgegenstehenden Interes-

sen überwiegen (vgl. dazu E. 5.2). 

9.1. Der Bund bezahlt der Post für die indirekte Presseförderung jährlich 

Fr. 20'000'000. Verpflichtet sich die Post zu Unrecht, ein Presseerzeugnis 

zu Vorzugspreisen zu befördern, so profitiert nicht nur ein Herausgeber 

von einer ihm nicht gebührenden Leistung, sondern es besteht die Ge-

fahr, dass die Post förderungswürdige Titel nicht oder nurmehr in be-

schränktem Umfang zu Vorzugstarifen befördern kann. Jede zu Unrecht 

gewährte indirekte Presseförderung stellt somit die Verwirklichung des mit 

Art. 15 Abs. 2 PG angestrebten Ziels in Frage, mit der indirekten Presse-

förderung zur Erhaltung der kleinauflagigen Regional- und Lokalpresse 

beizutragen. Deshalb besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am 

Widerruf der vorinstanzlichen Verfügung vom 29. November 2007; dies 

umso mehr, als diese als Dauerverfügung ausgestaltet ist, weshalb der 

ihr anhaftende Mangel auf unbestimmte Zeit fortzudauern droht (TSCHAN-

NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 Rz. 40, Ueli KIESER, Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht [ATSG], in: Mey-

er [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 

Band XIV, 2. Aufl., Basel 2008, S. 277 m.w.H.).   

9.1.1. Fraglich ist, ob dieses Interesse durch die am 17. Dezember 2011 

von den Räten verabschiedete Revision des Postgesetzes relativiert wird. 

Danach ist die indirekte Presseförderung nicht mehr im Postgesetz (nach-

folgend: nPG), sondern in der zu erlassenden Postverordnung (nachfol-

gend: nPVG) geregelt (BBl 2009 5222 ff.). Nach deren zurzeit vorliegen-

den Entwurf haben Zeitungen nach Art. 16 Abs. 4 Bst. a nPG Anspruch 

auf Zustellermässigung. Als Regional- und Lokalpresse im Sinne dieser 

Regelung gelten Zeitungen, welche die in Art. 36 Bst. a-m nPVG genann-

ten Kriterien erfüllen. Diese Förderungskriterien stimmen laut dem Erläu-

terungsbericht zur neuen Postverordnung des Eidgenössischen Depar-

tements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vom 

18. Januar 2012 grundsätzlich mit den bisherigen überein. Im Bereich der 

Lokal- und Regionalpresse würden zusätzliche Kriterien eingeführt, ohne 

A-4777/2011 

Seite 22 

den Kreis der förderungsberechtigten Zeitschriften indes wesentlich ein-

zuschränken (S. 18). Im Widerspruch zu dieser Stellungnahme hält das 

UVEK weiter unten fest, dem Element der Regional- und Lokalpresse 

komme neben den in Bst. a-m genannten keine eigenständige Bedeutung 

zu (S. 18). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Erläute-

rungsbericht und/oder der ihm zugrunde liegende Art. 36 nPVG nach der 

Auswertung der im Vernehmlassungsverfahren eingegangenen Stellung-

nahmen verändert werden. Selbst wenn er jedoch in der aktuellen Fas-

sung bestehen bleiben wird, ist es durchaus denkbar, dass die zum Beg-

riff der Lokal- und Regionalpresse entwickelte Praxis unter der Herrschaft 

des neuen Rechts fortgeführt werden würde. Bei dieser Ausgangslage ist 

es nicht angezeigt, im Hinblick auf das neu in Kraft tretende Recht auf 

den Widerruf und damit die Verwirklichung des objektiven Rechts zu ver-

zichten.   

9.1.2. Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin sinngemäss 

entgegen, die Vorinstanz habe den Zeitschriften "WOZ/Wochenzeitung", 

"Le Courrier" sowie "Gauchhebdo" im Hinblick auf das neu in Kraft treten-

de Recht eine Übergangslösung gewährt, indem sie mit der Überprüfung 

der ihnen zugesprochenen indirekten Presseförderung bis zum Inkrafttre-

ten des neuen Rechts zu warte. Weshalb hinsichtlich der Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" anders verfahren werde, sei nicht nachvoll-

ziehbar und stehe im Widerspruch zu dem Art. 8 Abs. 1 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, 

SR 101) verankerte Rechtsgleichheitsgebot, bestünden doch keine sach-

lichen Gründe für eine solche Ungleichbehandlung. Dagegen wendet die 

Vorinstanz ein, die Zeitschriften "WOZ/Wochenzeitung", "Le Courrier" so-

wie "Gauchhebdo" würden sich von der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons 

et débats" dadurch unterscheiden, dass sie nicht zur Spezialpresse gehö-

ren würden. Ihre Berechtigung zur Beförderung zu Vorzugspreise sei da-

her nur insofern streitig, als ihre Zugehörigkeit zur Regional- und Lokal-

presse zweifelhaft sei. Deshalb habe sich die Vorinstanz entschieden, ih-

re Anspruchsberechtigung erst nach dem Inkrafttreten des neuen Rechts 

zu überprüfen.  

9.1.3. Ob es zulässig ist, mit der Überprüfung der Anspruchsberechtigung 

gewisser Titel bis zum Inkrafttreten des neuen Rechts zuzuwarten, er-

scheint – wie das Bundesverwaltungsgericht bereits festgehalten hat (Ur-

teile A-3216/2011 vom 8. März 2012 E. 7.1, A-3049/2011 vom 8. März 

2012 E. 7.3. und A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 7.3) – fraglich, kann 

indessen vorliegend offengelassen werden. Selbst wenn die entspre-

A-4777/2011 

Seite 23 

chende Praxis der Vorinstanz nämlich gegen das Rechtsgleichheitsgebot 

verstossen sollte, kann die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, da ein Recht auf gesetzwidrige Gleichbehandlung nur 

besteht, wenn die Behörde in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und 

zu erkennen gibt, auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden zu 

wollen (BGE 136 I 65 E. 5.6, BGE 132 II 485 E. 8.6, BGE 127 II 113 E. 9; 

A-3216/2011 vom 8. März 2012 E. 7.2, A-3049/2011 vom 8. März 2012 

E. 7.3 und A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 7.3). Die Vorinstanz hat klar 

zum Ausdruck gebracht, dass sie gewillt ist, Art. 15 Abs. 2 PG gesetzes-

konform und in Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung anzu-

wenden, indem sie neben der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizon et débats" 

auch den Titeln "echo Magazine", "Sonntag" sowie "Glauben und Leben" 

die Beförderung zu Vorzugspreisen entzogen hat. Eine gesetzeswidrige 

Praxis, die Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht geben könnte, 

liegt daher zumindest zurzeit nicht vor. Die den Zeitschriften 

"WOZ/Wochenzeitung", "Le Courrier" sowie "Gauchhebdo" im Hinblick 

auf das in Kraft treten des neuen Rechts gewährte Übergangslösung bie-

tet somit keinen Anlass, das erhebliche Interesse an der objektiv richtigen 

Rechtsanwendung von Art. 15 Abs. 2 PG im vorliegenden Fall zu relati-

vieren. 

9.1.4. Schliesslich hat die Öffentlichkeit ein erhebliches finanzielles Inte-

resse am Widerruf der ursprünglich fehlerhaften Verfügung. Laut den gel-

tenden Tarifen der Post (http://www.post.ch > Tarife für abonnierte Zeitun-

gen mit/ohne Presseförderung, besucht am: 13. März 2012) kostet die 

wöchentliche Beförderung einer Zeitschrift unter 100 g ohne Presseförde-

rung pro Exemplar 29 Rappen, jene mit Presseförderung 7.8 Rappen. Bei 

2'117 Exemplaren entspricht dies einer Differenz von Fr. 23'337.80 (21.2 

[29 - 7.8] x 52 x 2'117) pro Jahr. Die Beschwerdeführerin beziffert die ent-

sprechenden Mehrkosten in ihrer Beschwerdeschrift vom 30. August 2011 

sogar mit rund Fr. 30'000.-. Es besteht somit ein erhebliches finanzielles 

Interesse an der Berichtigung der ursprünglich fehlerhaften Verfügung 

vom 29. November 2007. 

9.2. Gegen diese Interessen sind jene an der Wahrung der Rechtssicher-

heit sowie des Vertrauensschutzes abzuwägen.  

9.2.1. Ersteres wiegt im vorliegenden Fall nicht allzu schwer. Einerseits 

war die Frage der Zugehörigkeit der Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et 

débats" zur Regional- und Lokalpresse bei Erlass der ursprünglichen Ver-

fügung nicht Gegenstand besonderer Ermittlungen, sondern die Vorin-

http://www.post.ch/

A-4777/2011 

Seite 24 

stanz begnügte sich damit, auf die entsprechenden Angaben der Be-

schwerdeführerin abzustellen (vgl. dazu E. 7.1.). Andererseits hat die Vor-

instanz nach Inkrafttreten von Art. 15 Abs. 2 PG ihre vormalige Praxis 

fortgesetzt, die Anspruchsberechtigung für die Beförderung zu Vorzugsta-

rifen in raschen Intervallen einer Überprüfung zu unterziehen. Der Be-

schwerdeführerin musste damit klar sein, dass mit der Verfügung vom 

29. November 2007 nur ein bedingt rechtsbeständiger Zustand geschaf-

fen und ihr sicherlich kein wohlerworbenes Recht eingeräumt worden ist. 

Dem Rechtssicherheitspostulat kommt im vorliegenden Fall daher keine 

massgebliche Bedeutung zu. 

9.2.2. Hinsichtlich des aus Art. 9 BV abgeleiteten Vertrauensschutzes ist 

im Weiteren zu beachten (vgl. zum Begriff statt vieler: BGE 131 II 627 

E. 6.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 627, TSCHANNEN/ZIMMERLI/ 

MÜLLER, a.a.O., § 22 Rz. 10 ff.), dass die Vorinstanz der Beschwerdefüh-

rerin bereits mit Schreiben vom 13. August 2010 unter Berufung auf das 

Urteil des Bundesgerichts 2C_586/2011 vom 21. April 2010 mitgeteilt hat, 

die Zeitschrift "Zeit-Fragen/Horizons et débats" würde die Voraussetzun-

gen für eine Beförderung zu Vorzugstarifen nicht mehr erfüllen, weshalb 

für diese ab dem 1. Oktober 2010 die Preise ohne Presseförderung zur 

Anwendung kämen. Wenngleich zu diesem Zeitpunkt nicht feststand, ob 

die Vorinstanz den in diesem Schreiben in Aussicht gestellten Widerruf 

tatsächlich aussprechen würde, musste die Beschwerdeführerin ab Okto-

ber 2010 mit einem Widerruf der zugesprochenen Presseförderung rech-

nen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die der Beschwerdeführerin durch 

die ursprüngliche Verfügung vermittelte Vertrauensgrundlage damit brü-

chig geworden. Die Vorinstanz ist den Widerruf in der angefochtenen Ver-

fügung allerdings nicht auf den 1. Oktober 2010 zurückbezogen, sondern 

rückwirkend auf den 1. Juni 2011 ausgesprochen.  

9.2.3. Ursprünglich fehlerhafte Dauerverfügungen können nach Lehre 

und Rechtsprechung rückwirkend auf den Zeitpunkt ihres Erlasses (ex 

tunc) oder mit dem Wirksamwerden der neuen Verfügung (ex nunc) ab-

geändert werden. Welche dieser beiden Lösungen angemessen ist, wird 

in der Lehre kontrovers beurteilt. Nach einem Teil der Lehre ist eine ur-

sprünglich mangelhafte Verfügung im Normalfall mit Wirkung ex tunc zu 

widerrufen, wobei fallweise Abweichungen denkbar sind. Eine Milderung 

dieses Grundsatzes sei namentlich angezeigt, wenn nicht der Verfü-

gungsadressat, sondern die verfügende Behörde die Fehlerhaftigkeit der 

zu widerrufenden Verfügung zu verantworten habe (HÄFELIN/MÜLLER/ 

UHLMANN, a.a.O., Rz. 1049, TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., 

A-4777/2011 

Seite 25 

Rz. 62). Ein anderer Teil der Lehre vertritt dagegen die Auffassung, Dau-

erverfügungen seien ungeachtet des ihnen anhaftenden Mangels grund-

sätzlich mit Wirkung ex nunc abzuändern. Anders sei nur zu entscheiden, 

wenn der Grund für die Fehlerhaftigkeit der zu widerrufenden Verfügung 

im Vertrauensbereich des Verfügungsadressaten liege, wie etwa wenn 

eine begünstigende Verfügung mit täuschenden Angaben erschlichen 

worden sei (GUCKELBERGER, a.a.O., S. 307, GYGI, a.a.O., S. 159, PIERRE 

MOOR, Droit administrativ, Bd. II, S. 339, MEYER-BLASER, a.a.O., S. 354).  

9.2.4. Die Beschwerdeführerin ist ihrer Melde- sowie ihren anderweitigen 

Mitwirkungspflichten stets nachgekommen. Sie hat folglich die Fehlerhaf-

tigkeit der ursprünglichen Verfügung nicht zu vertreten. Diese ist vielmehr 

auf eine unrichtige Auslegung von Art. 15 Abs. 2 PG zurückzuführen (vgl. 

E. 9.6) und damit von der Vorinstanz zu verantworten. Bei dieser Aus-

gangslage ist eine rückwirkende Aufhebung der ursprüngliche Verfügung 

auf den Zeitpunkt ihres Erlasses nach der insoweit einhelligen Lehre nicht 

angezeigt. Stattdessen ist diese mit Wirkung ex nunc, d.h. ab dem 1. Juli 

2011, zu widerrufen. Einem solchen Vorgehen steht der Vertrauensschutz 

nicht entgegen, weil hierdurch die als Vertrauensgrundlage dienende Ver-

fügung vom 29. November 2007 nur für die Zukunft aufgehoben wird und 

die Vorinstanz der Beschwerdeführerin diesen Schritt bereits vor neun 

Monaten angekündigt hat.  

9.3. In Würdigung der auf dem Spiel stehenden Interessen kommt das 

Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass im vorliegenden Fall die In-

teressen an der Verwirklichung des objektiven Rechts den einem Wider-

ruf der vorinstanzlichen Verfügung vom 29. November 2007 entgegen-

stehenden Interessen vorgehen. Die Vorinstanz war also berechtigt, auf 

ihre Verfügung vom 29. November 2007 zurückzukommen und der Be-

schwerdeführerin den darin zugesprochenen Anspruch auf Beförderung 

zu Vorzugstarifen zu entziehen. Allerdings darf sie eine solche Anordnung 

nur mit Wirkung ex nunc treffen, mithin der Beschwerdeführerin die ge-

währte Beförderung zu Vorzugstarifen per 1. Juli 2011 absprechen. In 

diesem Sinne ist die gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 28. Juni 

2011 erhobene Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und festzustellen, dass die Vorinstanz ab dem 

1. Juli 2011 nicht mehr verpflichtet ist, die Zeitschrift "Zeit-

Fragen/Horizons et débats" zu Vorzugstarifen zu befördern. 

  

A-4777/2011 

Seite 26 

10.  

11.1. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in 

der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Unterliegt ei-

ne Partei nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen und Unterliegen im Prozess ist nach 

den Rechtsbegehren der beschwerdeführenden Partei, gemessen am 

Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids, zu beurteilen 

(BGE 123 V 156 E. 3c und BGE 123 V 159 E. 4b). Die Beschwerdeführe-

rin ist mit ihrer Beschwerde lediglich in einem Nebenpunkt durchgedrun-

gen. Sie ist daher als Grossteils unterliegend einzustufen, weshalb ihr re-

duzierte Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- aufzuerlegen sind. Diese Kos-

ten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Rest-

betrag im Umfang von Fr. 2'000.- wird der Beschwerdeführerin nach Ein-

tritt der formellen Rechtskraft des vorliegenden Urteils erstattet. 

11.2. Obsiegt eine Partei ganz oder teilweise, so ist ihr von Amtes wegen 

eine Parteientschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis-

mässig hohen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei 

nur teilweisem Obsiegen ist die Entschädigung entsprechend zu kürzen 

(Art. 7 Abs. 2 VGKE). Das Gericht setzt die Parteientschädigung aufgrund 

der Akten fest, wenn keine Kostennote eingereicht wird (Art. 14 Abs. 2 

VGKE). Ausgehend von diesen Grundsätzen wird die Parteientschädi-

gung im vorliegenden Fall auf Fr. 500.-, inkl. MwSt. und Barauslagen, 

festgesetzt und der Vorinstanz zur Bezahlung auferlegt.  

A-4777/2011 

Seite 27 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, 

soweit darauf eingetreten wird. Die Beschwerdeführerin hat ab dem 

1. Juli 2011 keinen Anspruch mehr darauf, dass die Vorinstanz die Zeit-

schrift  "Zeit-Fragen/Horizons et débats" zu Vorzugspreisen befördert. 

2. 

Die Kosten des Verfahrens im Betrag von Fr. 1'500.- gehen zulasten der 

Beschwerdeführerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. Der Restbetrag im Umfang von Fr. 2'000.- wird der Be-

schwerdeführerin nach Eintritt der formellen Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils erstattet. Zu diesem Zweck hat sie dem Bundesverwaltungsgericht 

einen Einzahlungsschein einzureichen. 

3. 

Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin ausseramtlich mit Fr. 500.-, 

inkl. MwSt. und Barauslagen, zu entschädigen. 

4. 

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. Postzeitungsnummer 50708; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marianne Ryter Sauvant Christa Baumann 

  

A-4777/2011 

Seite 28 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist steht still 

vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern 

(Art. 46 Abs. 1 Bst. a BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache 

abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 

Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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