# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92da3b5f-92c5-53be-8da6-f79b16aa4bcd
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-28
**Language:** de
**Title:** Beiträge für selbständige Erwerbstätigkeit der Jahre 2013 und 2014. Die Beiträge sind insgesamt herabzusetzen aufgrund der neuen Meldung des kantonalen Steueramts.
**Docket/Reference:** AB.2018.00045
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2018.00045.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2018.00045
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
28. Juni 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Finanzfabrik am See GmbH
Y.___
Boulevard Lilienthal 5, 8152 Glattbrugg
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit
Akontoverfügungen
vom
28. Januar 2013 beziehungsweise 27. Januar 2014 setzte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
, die Beiträge für
Selbständigerwerbende
von
X.___
für die Beitragsjahre 2013 (Urk. 14/58) und 2014 (Urk. 14/85) jeweils auf Fr. 0.-- fest.
Nach der Steuermeldung
vom
24. Januar 2018 betreffend das Beitragsjahr 2013 (Urk. 14/103) meldete das kantonale Steueramt Zürich m
it Rektifikat vom 31. Januar 2018
für das Steuerjahr 2013
ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
von
X.___
von Fr. 170'785.
--
sowie ein im Betrieb inves
tiertes Eigenkapital von Fr. 0.--.
Es wurde vermerkt, weder der Vorjahresverlust von Fr. 198'134
.-- noch
AHV-Beiträge seien vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit abgezogen
worden
(Urk. 14/104).
Nach der Steuermeldung vom 20. September 2017 betreffend das Beitragsjahr 2014 (Urk. 14/100)
meldete das kantonale Steueramt m
it
Rektifikat vom 31. Januar 2018
für das Steuerjahr 2014
sodann
ein Einkommen aus selbständi
ger Erwerbstätigkeit
von
X.___
von Fr. 294'473.-- sowie ein im Betrieb investiertes Eigenkapital von Fr. 0.--. Es wurde
ebenfalls
ver
merkt, weder der Vorjahresver
lust von Fr. 476'453.-- noch
AHV-Beiträge seien vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit abgezogen
worden
(Urk. 14/105). Für die Steu
erjahre 2013 und 2014 legte der
Steuerkommissär
zudem eine Übersicht bei (Urk. 14/108).
Mit Nachtragsverfügung
vom 27. April 2018 setzte die Ausgleichskasse die Bei
träge für das Beitragsjahr 2013
(inklusive Verwaltungskosten)
auf Fr. 16'850.40 fest (Urk. 14/111), ausgehend von einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 153'900.-- (reines Einkommen aus selbständiger Er
werbstätigkeit von Fr. 170'785.--
abzüglich Freibetrag für Personen im AHV-Alter im Betrag von Fr. 16'800.--).
Für das Beitragsjahr 2014 setzte die Ausgleichskasse
die Beiträge (inklusive Verwaltungskosten)
mit Nachtragsverfügung vom 27. April 2018
auf Fr. 28'977.60 fest (Urk. 14/112), ausgehend von einem beitragspflichtigen Ein
kommen von Fr.
277'600.--
(reines Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätig
keit von Fr.
294'473.-- abzüglich Freibetrag für Personen im AHV-Alter im Betrag von Fr. 16'800.--). Gegen die Nachtragsverfügungen vom 27. April 2018 erhob
X.___
am 13. Mai 2018 Einsprache (Urk. 14/117),
welche die Aus
gleichskasse mit Entscheid vom 31. Mai 2018
betreffend beide Beitragsjahre (2013 und 2014)
abwies (Urk. 2 [= Urk. 14/123]).
2.
Dagegen erhob
X.___
mit Eingabe vom 7. Juni 2018 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien keine Bei
träge aus selbständ
iger Erwerbstätigkeit festzusetzen
.
B
ei der Berechnung des Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit
seien
die Vorjahresverluste und das im Betrieb investierte Eigenkapital zu berücksichtigen (Urk. 1)
. Mit Beschwer
deantwort vom 15. August 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 13).
Sie legte ihrer Eingabe eine Stellungnahme des kantonalen Steueramts
vom 30. Juli 2018
bei (Urk. 15).
Replicando
änderte
der Beschwerdeführer
seinen Antrag
wie folgt
ab
: Für das Jahr 2013 sei das beitrags
pflichtige Einkommen auf Fr. 0.-- und für das Jahr 2014 auf Fr. 273'300.-
- fest
zusetzen (Urk. 19). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 18. Sep
tember 2018 auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 21), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. September 2018 angezeigt wurde (Urk. 22).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenka
pitals.
1.2
Gemäss Art. 17 AHVV gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHVG) alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, ein
schliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bun
desgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Ver
äusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteili
gungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG.
1.3
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende Erwerbsein
kommen aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkanto
nalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit ent
spreche. Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechts
kräftigen Steu
ertaxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewie
sene Irrtümer ent
halten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich be
lang
los, sozialversi
cherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Richtigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche Einkommensermittlung obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das Sozialversicherungsge
richt nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzu
greifen hat. Die
selbstän
digerwerbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im Steuerjustizverfahren zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
1.4
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die Aus
gleichs
kassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des Sozialver
siche
rungsge
richts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des mass
gebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation des Ein
kommens beziehungsweise Einkommensbezügers und beschlägt daher die Frage nicht, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selb
stän
diger oder aus unselbständiger Tätigkeit vorliegt und ob der Einkommens
bezüger beitrags
pflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermel
dung aufgrund des AHV-Rechts zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80
E. 2c, 114 V 72 E. 2, 110 V 83 E. 4 und 370 E. 2a, 102 V 27 E. 3b mit Hinwei
sen
).
1.5
1.5.1
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wird ermittelt, indem vom hierdurch erzielten rohen Einkommen
die in Art. 9 Abs. 2 AHVG genannten
Abzüge getätigt werden. Als Abzüge werden
die eingetretenen und verbuchten Geschäftsverluste
berücksichtigt (Art. 9 Abs. 2
lit
. c AHVG).
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und das im Betrieb eingesetzte eigene Kapital wer
den von den kantonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet
(Art. 9 Abs. 3 AHVG)
.
1.5.2
Für die Ausscheidung und das A
usmass der nach Art. 9 Abs.
2
lit
.
a-e AHVG zulässigen Abzüge sind die Vorschriften über die direkte Bundessteuer massge
bend
(Art. 18 Abs. 1 AHVV)
.
Art. 18 Abs. 1
bis
AHVV
besagt
indes
, dass d
i
e Geschäftsverluste nach Art.
9 Abs
.
2
lit
.
c AHVG abgezogen werden
können
, wenn sie im jeweiligen und dem unmittelbar vorangegangenen Beitragsjahr ein
getreten und verbucht worden sind.
1.5.3
Gemäss
Wegleitung über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und Nichter
werbstätigen in der AHV, IV und EO (WSN
; Stand am 1. Januar 2013, seither unverändert
)
dürf
en d
ie geltend gemachten Verluste
nicht Vermögens
werte betreffen, die n
icht zum Geschäftsvermögen gehören (
Rz
. 1109)
.
Abgezogen wer
den können nur die im jeweiligen Beitragsjahr und dem unmittelbar vor
angegan
genen Beitragsjahr einge
tretenen und ver
buchten Geschäftsverluste (Art. 18 Abs.
1
bis
AHVV). Eine weiter gehende Ver
lustverrechnung ist ausge
schlossen
(
Rz
. 1110).
Die Steuerbehörde meldet
der Ausgleichskasse das Einkom
men aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ohne Verrechnung mit Vorjahresverlusten. Erlei
det die oder der Beitragspflich
tige im Beitragsjahr einen Verlust, wird ein Minus
einkommen gemeldet. Die Ausgleichskasse hat diesen Verlust mit dem im nach
folgenden Beitragsjahr erzielten Erwerbseinkommen zu verrechnen
(
Rz
. 1110.1)
.
1.5.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 31. Mai 2018 erwog die Beschwer
degegnerin,
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers im
Einspracheverfahren
sei für die Beitragserhebung nicht das steuerbare Einkommen massgebend, son
dern das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Gemäss Rückmeldung des kantonalen Steueramts sei der Beschwerdeführer seit vielen Jahren gewerbs
mässiger
Liegenschaftenhändler
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom 7. Juni 2018 vor (Urk. 1), es seien seit Jahren keine Liegenschaften mehr verkauf
t
worden.
Sollte er dennoch als gewerbsmässiger
Liegenschaftenhändler
qualifiz
i
e
rt werden, sei das massgebende Einkommen zu korrigieren. Bei
der Berechnung des Einkom
mens aus selbständiger Erwerbstätigkeit
seien
sowohl das i
nvestierte Eigenkapital von Fr.
1'925'000.-- betreffend das Beitragsja
hr 2013 beziehungsweise von Fr.
1'950'000.-- betreffend das Beitragsjahr 2014 als auch der Vorjahresve
rlust von Fr.
1'146'237.-- betreffend das Beitragsja
hr 2013 beziehungsweise von Fr.
995'491.-- betreffend das Beitragsjah
r 2014 zu berücksichtigen (Urk.
1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort vom 15. August 2018 dafür,
gestützt auf die Stellungnahme des kantonalen Steueramts vom 30. Juli 2018 sei der Beschwerdeführer weiterhin als gewerbsmässiger
Liegenschaften
händler
zu qualifizieren. Die Beschwerde sei daher abzuweisen (Urk. 13).
2.4
Das kantonale Steueramt hielt in der Stellungnahme vom 30. Juli 2018 unter Bezug auf die Steuerunterlagen fest, der Beschwerdeführer sei als gewerbsmässi
ger
Liegenschaftenhändler
zu qualifizieren. Er sei steuerrechtlich bereits seit dem Jahr 1996 als gewerbsmässiger
Liegenschaftenhändler
qualifiziert und besteuert worden. Demgemäss seien auch die Steuerausscheidungen
entsprechend
der für
Liegenschaftenhändler
geltende
n
Praxis vorgenommen worden, was der Beschwerdeführer mindestens für die Jahre 2001 bis 2014 akzeptiert habe.
Seine Liegenschaften seien
dem
Privat- oder
dem
Geschäftsvermögen zugewiesen wor
den. Eine Überführung der Liegenschaften
aus dem
Geschäftsvermögen ins Pri
vatvermögen habe in den Jahren 2012 bis 2014 nicht stattgefunden. Dass der Beschwerdeführer seit Jahren keine Liegenschaften mehr verkauft habe, treffe nicht zu.
Er
sei
zudem
an mehreren Baukonsortien beteiligt
.
D
ie Einschätzungs
vorschläge respektive die Veranlagungsvorschläge 2012 (Verlustvortrag), 2013 und 2014
habe er
jeweils
unterzeichnet. Es seien einerseits Kapitalverluste aus Liegenschaftsverkäufen sowie steuerliche Vorjahresverlust
e
in Abzug gebracht worden, was steuerrechtlich nur ein gewerbsmässiger
Liegenschaftenhändler
könne
respektive nur bei Liegenschaften im Geschäftsvermögen zulässig
sei. Der Beschwerdeführer verhalte sich somit widersprüchlich, wenn er im Rahmen des sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens bestreite, gewerbsmässiger
Liegen
schaftenhändler
zu sein. Die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit betrü
gen für das Jahr 2012 –
Fr. 128'657.
--
(Verlust), für das Jahr 2013 Fr. 123'682.
--
(Gewinn) und für das Jahr 2014 Fr. 390'674.
--
(Gewinn).
Das im Betrieb inves
tierte Eigenkapital betrage für das Jahr 2013 Fr. 571'991.-- und für das Jahr 2014 Fr. 428'742.--. Der Vorjahresverlust sei jeweils zu berücksichtigen, weshalb auch der Verlust aus dem
Jahr 2012 aufgeführt werde
. Woraus sich die in der Beschwerdeschrift geltend gemachten Vorjahresverluste zusammensetzten, erschliesse sich nicht. Sofern es sich dabei um steuerrechtliche Verlustvorträge (über eine siebenjährige Verlustverrechnungsperiode) handeln sollte, wären diese sozialversicherungsrechtlich nicht relevant. Beim vom Beschwerdeführer in der Beschwerde genannten im Betrieb investierten Eigenkapital handle es sich um das steuerbare Vermögen. Dieses sei nicht zu berücksichtigen. Daraus, dass in den Veranlagungsvorschlägen in der Ziffer 2.1 der Wert mit Null veranlagt worden sei, könne der Beschwerdeführer nichts ableiten. Es gehe
im Veranlagungsvor
schlag
einzig darum, das steuerbare Einkommen (und nicht das AHV-bei
-
tragspflichtige
Einkommen) korrekt festzulegen. Gerade bei Liegenschaften im interkantonalen/internationalen Verhältnis würden die zuständigen Mitarbeiten
den des kantonalen Steueramtes auch
Liegenschaftenerträge
im Geschäftsvermö
gen in der Position «
Liegenschaftenertrag
»
,
Ziff.
6.4 des Einschätzungs- res
pek
tive Veranlagungsvorschlages,
erfassen
, weil dadurch die Steuerausscheidung automatisch durch das System berechnet werden könne (Urk. 15).
2.5
In der Replik vom 1. September 2018 führte der Beschwerdeführer aus, es sei in der Beschwerde vom 7. Juni 2018 nicht behauptet worden, er sei kein gewerbs
mässiger
Liegenschaftenhändler
.
Er beantrage im Sinne der Stellungnahme des kantonalen Steueramtes, e
s seien die Zinsen auf dem investierten Eigenkapital und der Vorjahresverlust zu berücksichtigen.
Für das Jahr 2013 ergebe sich ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr
. 0.-- und für das Jahr 2014 ein
solches von
Fr. 273'300.-- (Urk. 19).
3.
3.1
Zunächst ist festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 1. Sep
tember 2018 explizit darauf hinwies, er habe in seiner Beschwerde
schrift
nicht behauptet, kein gewerbsmässiger
Liegenschaftenhändler
zu sein (Urk. 19).
Da aufgrund
d
er Aktenlage ausgewiesen ist, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen gewerbsmässigen
Liegenschaftenhändler
h
andelt (vgl. die Steuerakten [
Urk. 16
]
sowie die ausführliche
und nachvollziehbare
Stellungnahme des kanto
nalen Steueramtes vom 30. Juli 2018 [Urk. 15]),
erübrigen sich
daher Weiterun
gen
zum Beitragsstatut.
3.2
Für die umstrittenen Be
itragsjahre 2013 und 2014 sind demzufolge
die Grundla
gen für die Festsetzung der Beiträge aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu bestim
men.
Das kantonale Steueramt meldete mit der Stellungnahme vom 30. Juli 2018 (Urk. 15) neue
Einkommensz
ahlen
und ein neues im Betrieb investiertes Eigen
kapital (vgl. E. 2.4). Diese Beträge weichen
von den in den Rektifikaten vom 31. Januar 2018 gemeldeten
Beträgen
(Urk. 14/104-105) ab, sind aber dennoch verbindlich (E. 1.4), zumal weder d
ie Beschwerdegegnerin
noch der Beschwerde
führer einwandten,
dem
kantonalen Steueramt
sei ein Rechenfehler unterlaufen
(Urk. 13
und Urk. 19
).
3.3
Für das Jahr 2013 wurde ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 123'682.-- sowie ein im Betrieb investiertes Eigenkapital von Fr. 571'991.-- und für das Jahr 2012 ein Verlust von Fr. 128'657.--
gemeldet
(Urk. 15 S. 4).
Eine Aufrechnung der persönlichen Beiträge ist nicht vorzunehmen, da die kantonale Steuerbehörde keinen AHV-B
eitragsabzug getätigt hat (Urk.
42.1) und somit kein Nettoeinkommen gemeldet
wurde (vgl. WSN
Rz
.
1169 ff.).
Da bereits der Vorjah
resverlust aus dem Jahr 2012 das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit des Jahres 2013 übersteigt
(
Geschäftsverluste dürfen vom rohen Einkommen abgezogen werden [vgl. E. 1.5]), versteht sich von selbst, dass d
as beitragspflich
tige Einkommen des Jahres 2013 Fr. 0.
-- nicht übersteigen kann
.
Eine detaillier
tere Berechnung erübrigt sich. D
er Beschwerdeführer hat
für das Beitragsjahr 201
3
somit keine Beiträge zu entrichten;
im Jahr 2013 ist
für Personen im
AHV-Alter
ein Einkommen
bis Fr. 16'800.-- beitragsfrei
.
3.4
Für das Jahr 2014 wurde ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 390'674.-- sowie ein im Betrieb investierte
s Eigenkapital von Fr. 428'742.--
gemeldet (Urk. 15 S. 4).
Eine Aufrechnung der persönlichen Beiträge ist nicht vorzunehmen, da die kantonale Steuerbehörde keinen AHV-Beitragsabzug getä
tigt hat (Urk. 42.1) und somit kein Nettoeinkommen gemeldet wurde (vgl. WSN
Rz
. 1169 ff.).
Vom reinen Einkommen von Fr. 390'674.-- ist
daher
ein Zins von Fr.
4’
290
.
-- (1 %) auf dem investierten Eigenkapital
von
gerundet
Fr. 42
9'000.-- (
vgl. Art.
18
Abs. 2 AHVV und WSN
Rz
. 1173
)
abzuziehen.
Abzuziehen ist sodann der Freibetrag
von Fr. 16'800.
--
für Personen im AHV-Alter.
Es ergibt sich somit ein beitragspflichtiges Einkommen (auf Fr. 100.
—
abgerundet
; WSN
Rz
. 1177
) von Fr. 369’500.--. Darauf sind AHV-IV-EO-Beiträge von Fr.
35
’
841.5
0
(9.7 %) und FAK-Beiträge von Fr.
4
'
434
.--
(1.2 %) zu erheben. Es fallen sodann Verwaltungskosten im Umfang von Fr.
1
’792.10
an
(5 % der
AHV/IV/EO-Beiträge
; die Voraussetzungen für reduzierte Verwaltungskostenbeiträge sind nicht gegeben [vgl. das Merkblatt
der SVA Zürich: Verwaltungskostenbeiträge ab 2011
]
)
. Insgesamt hat der Beschwerdeführer für das Beitragsjahr
somit
Beiträge (inklusive Verwaltungskosten) von Fr.
42
’
067.6
0
zu entrichten.
3.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde des Beschwerdeführers
teilweise
gutzu
heissen
und die Beiträge für die Beitragsjahre 2013 und 2014 sind von total Fr.
45
'
828
.-- (Fr. 16'850.40 für das Jahr 2013 und Fr. 28'977.60 für das Jahr 2014) auf total Fr.
42
’
067.6
0 herabzusetzen. D
ie Bei
träge für das Beitragsjahr 2013
sind neu
auf Fr. 0.-- und
die Beiträge für das
Beitragsjahr 2014
auf
neu
Fr. 42'067.60
festzusetzen
.
Das Gericht erkennt:
1.
D
ie Beschwerde des Beschwerdeführers
wird
teilweise gut
ge
heissen und die Beiträge für die Beitragsjahre 2013 und 2014
werden von total Fr. 45'828.-- auf total Fr.
42’067.60 herab
gesetzt
. Die Beiträge für das Beitragsjahr 2013
werden
neu auf Fr
.
0.-- und die Beiträge für da
s Beitragsjahr 2014 auf neu Fr.
42'067.60 fest
gesetzt
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Finanzfabrik am See GmbH
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro