# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32bb4116-5d44-5b49-8324-fc448eb34b05
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-12-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 16.12.2003 SF 2003 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-32_2003-12-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 16. Dezember 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 32 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Lazzarini und Rehli
Aktuar ad hoc L. Duff

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In der Strafsache

des Z., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Kunz, Ot-
toplatz 19, 7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. November 2003, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. Z. wurde am 17. Juli 1978 in B./S. geboren und wuchs bei seiner Mut-
ter auf. Er besuchte keine Schule. Das Schreiben wurde ihm von einem Priester 
beigebracht. Z. arbeitete als Landwirt in B., bevor er am 18. März 2002 in die 
Schweiz einreiste. Sein Asylgesuch wurde mit Entscheid vom 11. Juni 2003 abge-
wiesen. In der Schweiz wohnte der Angeklagte vorerst in U. und ab dem 25. März 
2003 in A.. Er hat weder Schulden noch Vermögen. Im Durchgangszentrum erhielt 
Z. CHF 77.-- pro Woche Taschengeld. Für seine Arbeitstätigkeit im Heim, welche er 
hin und wieder ausführte, erzielte er ein Einkommen von ca. CHF 120.-- pro Woche.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist der Angeklagte nicht verzeichnet. 
Im Leumundsbericht der Stadtpolizei A. vom 17. Oktober 2003 ist über Z. nichts 
Nachteiliges vermerkt.

B. Z. wird der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG angeklagt. 
Dieser Anklage liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
5. November 2003 der folgende Sachverhalt zugrunde:

„Am Mittwoch, 2. Juli 2003, wurde Z. in A. durch die Kantonspolizei Graubünden 
einer Personenkontrolle unterzogen. Bei der anschliessenden Röntgenuntersuchung im 
Kantonsspital A. wurden mehrere Fremdkörper in seinem Unterleib resp. im Darm festge-
stellt. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um 10 Bodypackers mit insgesamt 86 
Gramm Kokain handelte. Gemäss Laborbericht des IRM St. Gallen vom 15. Juli 2003 wies 
die Cocain-Base einen mittleren Reinheitsgrad von 56.9% auf, was bezogen auf die sicher-
gestellten 86 Gramm Kokain ca. 48.9 Gramm reinen Stoff ergibt. Eigenen Angaben zufolge 
nahm der Angeklagte das Kokain am 1. Juli 2003 in D. von einem ihm unbekannten Schwa-
rzafrikaner names „C.“ in Empfang. Anschliessend fuhr er nach E. zu seiner Freundin, wo 
er übernachtete. Am Morgen des 2. Juli 2003 transportierte der Angeklagte das Kokain 
nach A., wo die Übergabe an einen ihm unbekannten Marokkaner hätte stattfinden sollen. 
Der Angeklagte erwartete von „C.“ als Gegenleistung für diesen Kurierdienst einige hundert 
Franken.

Der angeblich Mitbeteiligte „C.“ sowie der unbekannte Marokkaner konnten nicht 
ermittelt werden.

Am 2. Juli 2003 stellte die Kantonspolizei Graubünden 86 Gramm Kokain sowie ein 
Mobiltelefon, Nokia 3330, sicher. Das Betäubungsmittel sowie das Mobiltelefon wurden mit 
Verfügung vom 29. Oktober 2003 vom Untersuchungsrichter beschlagnahmt.

Dem Angeklagten wurde am 19. Juni 2003 ein Depositum in Höhe von CHF 600.-- 
abgenommen (Empfangsschein Nr. 47695 A).“

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C. Z. wurde am 2. Juli 2003 festgenommen und in Untersuchungshaft 
versetzt.

D. Mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden vom 6. 
November 2003 wurde Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Kunz gestützt auf Art. 102  Abs. 
1 StPO zum amtlichen Verteidiger des Angeklagten ernannt. Anlässlich der Haupt-
verhandlung vom 16. Dezember 2003 vor der Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden waren der Angeklagte, dessen amtlicher Verteidiger und Staats-
anwalt X. anwesend. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Ge-
richtes wurden keine Einwände erhoben. Während der richterlichen Befragung 
führte der Angeklagte zu seiner Person aus, von seinem Heimatland über den K. 
nach I. gereist und von dort in die Schweiz gelangt zu sein. Die Frage, ob er in N. 
jemanden kenne - die Auswertung des von Z. verwendeten Mobiltelefons ergab für 
die Zeit vom 8. April bis zum 17. Juli 2003 insgesamt 74 Anrufe in dieses Land - 
verneinte er und machte geltend, dieses von jemandem bekommen zu haben. Eine 
ungefähre Anzahl der mit seinem Natel getätigten Telefonate konnte der Angeklagte 
nicht angeben. 

Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete Staatsanwalt 
X. folgende Anträge:

"1. Z. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

 2. Dafür sei er mit 2 Jahren Gefängnis, unter Abzug der erstandenen Untersu-
chungshaft, zu bestrafen.

3. Der Angeklagte sei für eine vom Gericht zu bestimmende Dauer des Landes 
zu verweisen. Dieses habe auch darüber zu befinden, ob der Vollzug der Landesverwei-
sung bedingt zu erfolgen hat.

4. Die am 2. Juli 2003 sichergestellten 86 g Kokain und die am 1. April 2003 
sichergestellten 7.1 g Kokain seien richterlich einzuziehen und der Vernichtung zuzuführen. 

Das sichergestellte und beschlagnahmte Mobiltelefon sowie die am 1. April 
2003 sichergestellten Fr. 550.-- seien richterlich einzuziehen.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Ein Kokainverkauf während seiner Anwesenheit in der Schweiz habe dem 
Angeklagten nicht nachgewiesen werden können. Aufgrund der transportierten 
Menge von 86 Gramm beziehungsweise 48.9 Gramm reinem Kokain sei der Tatbe-

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stand des Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ohne weiteres erfüllt. Einem erstmaligen Kurier 
wäre eine derartige Menge nicht anvertraut worden; die Umstände sprächen ein-
deutig dafür, dass solche Dienste wiederholt getätigt worden seien. 

Der amtliche Verteidiger anerkannte den in der Anklageschrift relevierten 
Sachverhalt sowie die vom Untersuchungsrichter vorgenommene rechtliche Sub-
sumtion grundsätzlich. Mit dem Transport von insgesamt 86 Gramm eines Kokain-
gemischs in sogenannten Bodypackers habe er in objektiver Hinsicht gegen Art. 19 
Ziff. 2 lit. a BetmG verstossen. In subjektiver Hinsicht sei jedoch zu bedenken, dass 
Z. der festen Überzeugung gewesen sei, lediglich 50 g (entsprechend 10 Bodypa-
ckers zu je 5 g) zu transportieren, was 28.45 g reinem Stoff entspreche. Dieser 
Tatbestandsirrtum ändere zwar nichts an der rechtlichen Subsumtion, doch wirke er 
sich bei der Strafzumessung im Rahmen der Täterkomponente strafmindernd aus. 
Der Angeklagte sei kein abgebrühter Drogenkurier, sondern ein Asylbewerber, der 
sich auf naive Art und Weise zur begangenen Tat habe hinreissen lassen. Dies 
werde insbesondere durch die Tatsache belegt, dass er während der Einvernahme 
durch den Untersuchungsrichter am 3. Juli 2003 mehrmals geweint habe. Diese 
Reaktion stehe völlig im Gegensatz zum arroganten und überheblichen Verhalten 
anderer dealender Schwarzafrikaner. Bei der Strafzumessung seien zugunsten von 
Z. weiter sein kooperatives Verhalten während der Strafuntersuchung und das voll-
umfängliche Geständnis zu werten. Da der Angeklagte eine einmalige Verfehlung 
begangen und mehr aus Naivität als aus krimineller Neigung gehandelt habe, könne 
ihm auch ohne weiteres eine günstige Prognose in Bezug auf sein künftiges Ver-
halten gestellt werden. Der amtliche Verteidiger stellte deshalb folgende Anträge:

"1. Z. sei im Sinne der Anklage wegen Verstosses gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG 
schuldig zu sprechen.

 2. Dafür sei er mit einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten zu bestrafen.

3. Der Strafvollzug sei im Sinne einer bedingten Strafe aufzuschieben unter An-
setzung einer Probezeit von 2 Jahren.“

In seinem Schlusswort machte der Angeklagte geltend, er bereue die Tat und 
werde nie wieder in dieser Art deliniquieren. Das Gericht möge ihm eine zweite 
Chance geben.

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 Auf die weitere Begründung der Anträge des Anklagevertreters und des amt-
lichen Verteidigers wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
näher eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungsmit-
teln unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich 
betrachtet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen 
Handlungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass Betäu-
bungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugänglich ge-
macht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 
BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Mor-
phin, Kokain und Cannabis. Unter anderem macht sich strafbar, wer unbefugt 
Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), unbefugt lagert (Abs. 3), unbefugt anbietet, ver-
teilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 
4), wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie erlangt (Abs. 5) oder 
wer hierzu Anstalten trifft. Für die einfache Tatbegehung droht das Gesetz Gefäng-
nis bis zu drei Jahren (Art. 36 StGB) oder Busse bis zu Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB) an, wobei Gefängnis und Busse gemäss Art. 50 Abs. 2 StGB mitein-
ander verbunden werden können. In schweren Fällen reicht die Strafandrohung von 
mindestens einem Jahr Gefängnis bis zu zwanzig Jahren Zuchthaus (Art. 35 StGB), 
womit eine Busse bis zu 1 Million Franken verbunden werden kann.

a) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 BemG insbesondere vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 
334), während eine Gesundheitsgefährdung - angesichts der erheblichen Verschär-
fung der Strafdrohung für einen schweren Fall ist Ziff. 2 lit. a von Art. 19 BetmG 
restriktiv auszulegen - nicht schon zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer Droge 
psychisch abhängig machen kann. Vielmehr ist dies erst dann der Fall, wenn der 
Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, wobei 
die Gefahr für die Gesundheit ausserdem eine nahe liegende und ernstliche sein 
muss (BGE 121 IV 333; BGE 125 IV 93). Massgebend ist dabei allein, wie viele 
Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet 

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worden sind, ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch als abstraktes Gefährdungsdelikt 
ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Abnehmerkreise 
erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 118 IV 205 f.; 
BGE 120 IV 338).

 Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm und 
bei Kokain auf 18 Gramm festgelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die 
Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmen-
gen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der 
Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter 
für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die 
Subsumtion unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 
122 IV 363). Handelt ein Täter mit verschiedenenen Betäubungsmittelarten, ist eine 
Verurteilung nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG nicht nur zulässig, wenn in Bezug auf 
je eine dieser Arten der Grenzwert erreicht wird; abzustellen ist stets auf die Ge-
samtmenge. So liegt ein schwerer Fall insbesondere auch dann vor, wenn der Täter 
beispielsweise 6 Gramm Heroin (50% von 12 Gramm) und 9 Gramm Kokain (50% 
von 18 Gramm) verkauft, weil mit dieser Menge von Drogen die Gesundheit vieler 
Menschen in Gefahr gebracht werden kann (BGE 112 IV 112 f.).

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, dass der 
Täter weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler 
Menschen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotential des um-
gesetzten Rauschgiftes dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hin-
blick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogen-missbrauch 
in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrungen 
mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge 
genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzuset-
zen, ist demnach nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). Entscheidend ist folglich, ob 
der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge 
eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2.a) Der Angeklagte ist überführt und geständig, am 1. Juli 2003 in D. von 
einem ihm bis dahin unbekannten Schwarzafrikaner namens C. insgesamt 86 
Gramm Kokain in Form von 10 Bodypackers erhalten zu haben. Nachdem er bei 
seiner Freundin R. in E. übernachtet hatte, begab er sich am Morgen des 2. Juli 
2003 mit dem Zug nach A., wo er den Stoff eigenen Angaben zufolge an einen 

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Marokkaner hätte aushändigen sollen (act. 3.3, 4.15 und 4.16). Zunächst hatte Z. in 
der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juli 2003 (act. 4.8) jedoch geltend gemacht, 
das Kokain gratis für den Eigenkonsum erhalten zu haben. Auf die Unglaubwürdig-
keit dieses Vorbringens hingewiesen, hielt er dennoch an seiner Sachverhaltsdar-
stellung fest. Auch anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 3. 
Juli 2003 (act. 3.3) äusserte sich  Z. zunächst in gleicher Richtung; nach entspre-
chendem Hinweis durch den Untersuchungsrichter bestätigte er schliesslich den 
Kurierdienst mit der geplanten Abgabe des Kokains an einen Marokkaner in A.. 
Demgegenüber gab der Angeklagte von Anfang an wiederholt zu Protokoll, er sei 
aufgrund der Angaben von C. der Meinung gewesen, lediglich 50 Gramm Kokain zu 
transportieren, habe ihm dieser doch erzählt, ein Bodypacker enthalte 5 Gramm 
(vgl. act. 3.3, 4.8, 4.9, 4.10 und 4.15). Mehr als 10 Bodypackers hätte er jedoch 
nicht in seinen Körper einführen können - von Bedeutung war für den Angeklagten 
demnach nicht in erster Linie die Menge, sondern das Volumen. Sofern Z. damit zu 
seinen Gunsten einen Tabestandsirrtum geltend machen will, kann ihm nicht gefolgt 
werden. Zum einen hat der Angeklagte den Schwarzafrikaner C. erst am 1. Juli 2003 
im Hauptbahnhof Zürich kennengelernt. (act. 3.3). Es sind somit keinerlei Gründe 
ersichtlich, weshalb der Angeklagte einem ihm bis dahin Unbekannten Vertrauen 
schenken und dessen Angaben über das Gewicht eines Bodypackers als zutreffend 
erachten sollte. Zum andern nahm Z. das vorverpackte Kokain in C.s Haus oder 
Wohnung in D. in Empfang, wo er ohne weiteres auf einer Wägung des Stoffes hätte 
bestehen können. Dass für den Täter in erster Linie das Volumen des transportier-
ten Kokains massgebend war und nicht etwa moralische Bedenken oder ein 
schlechtes Gewissen ihn von der Beförderung einer Menge von über 50 g zurück-
hielten, lässt sein Verhalten auch nicht in einem besseren Licht erscheinen. Selbst 
wenn man einen Tatbestandsirrtum als erwiesen erachten würde, änderte dies 
nichts an der rechtlichen Qualifikation der Tat als schwerer Fall im Sinne von Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG. Dies aus folgenden Gründen: Für die Annahme eines schwe-
ren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist auf die Menge reinen Stoffes 
abzustellen. Das Kantonsgericht hat sich daher über die Reinheit des vom Täter 
transportierten Kokains auszusprechen. Gemäss Laborbericht des Instituts für 
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen wies das Kokain einen Reinheitsgehalt 
von 56.9% auf (act. 4.5). Nach den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. 
SJZ 95 [1999] Nr. 21, S. 511) hat Kokain bei Kleinmengen und bei guter Qualität 
einen Reinheitsgrad von durchschnittlich 71% und bei mittlerer Qualität einen sol-
chen von 38%. Der Reinheitsgrad des an Z. abgegebenen Stoffes liegt demzufolge 
im Schnitt von mittlerer und guter Qualität. Nach dem Ausgeführten entspricht die 
vom Angeklagten transportierte Gesamtmenge von 86 g umgerechnet 48.9 g rei-

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nem Stoff. Auch wenn man vorliegend zugunsten des Täters von einer Menge von 
50 g ausginge, ergäbe dies immer noch 28.45 reines Kokain - deutlich mehr als die 
für die Annahme eines schweren Falles vorausgesetzten 18 g.

b) Eine weitere Kuriertätigkeit oder ein Verkauf von Kokain an 
Drogenkonsumenten ist nicht erstellt. Zwar ergab eine von Untersuchungsrichter lic. 
iur. Y. beantragte und vom Kantonsgerichtspräsidium am 18. Juli 2003 genehmigte 
Überwachung des Telefonverkehrs des Angeklagten vom 8. April bis zum 17. Juli 
2003 1’402 Gesprächsverbindungen und 1'244 Kurzmitteilungen mit insgesamt 85 
Teilnehmern, darunter zahlreiche Anrufe auf Prepaid-Nummern (act. 5.6). Es konnte 
jedoch nicht nachgewiesen werden, dass Z. für eine oder mehrere dieser Personen 
Kokain transportiert oder an sie verkauft hat. Der von Staatsanwalt X. geäusserte 
Verdacht, beim Angeklagten handle es sich angesichts der transportierten Menge 
nicht um einen Ersttäter, liess sich im vorliegenden Verfahren nicht rechtsgenüglich 
erhärten. 

3. Mit dem Transport von 48.9 g reinem Kokain hat der Angeklagte den 
objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG zweifellos erfüllt, hat er doch 
die für die Annahme eines schweren Falles festgesetzte Menge von 18 g deutlich 
überschritten. In subjektiver Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 
lit. a BetmG Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB, 
wer ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz 
gehört nur das auf die objektiven Merkmale des Tatbestandes bezogene Wissen 
und Wollen, nicht hingegen das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar 
dasjenige der Strafbarkeit (BGE 107 IV 207). Der Täter muss wissen, dass der 
verkaufte Stoff Heroin, Kokain oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Albrecht, C.: 
Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittel-
strafrecht, Art. 19-28 BetmG, Bern 1995, N 85 f. zu Art. 19). Vorliegend besteht kein 
Zweifel, dass Z. vorsätzlich Kokain transportiert hat. Zudem war beim Angeklagten 
das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit des Handels mit diesem Betäubungsmittel 
klar vorhanden. Er wusste oder musste annehmen, dass sich die Widerhandlung 
auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler 
Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 112 IV 113). 

4. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des 
Verschuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 

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konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren - beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit - umfasst 
(BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken 
strafmindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters 
nachvollziehbar sein müssen; das Strafmass muss mit anderen Worten plausibel 
erscheinen (BGE 121 IV 56 f.). Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen der 
Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem Sachrichter ein 
erheblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 121 IV 4). 

a) Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 
19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorgesehene Strafrahmen, 
der von einem Jahr Gefängnis bis zu Zuchthaus in der Höhe von 20 Jahren reicht. 
Damit kann zusätzlich eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden. 

Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als ernstzunehmendes Delikt zu qualifizieren ist. 
Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber 
insbesondere aufgrund des Ausmasses des deliktischen Erfolgs sowie der Art und 
Weise der Ausführung der Tat. Diese erlauben dem Gericht eine Verfeinerung der 
Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge der umgesetzten 
Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, 
sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen 
Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348). Auch der 
Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem quantitativen 
Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; denn wer eine grosse Menge Rauschgift 
in Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt 
eine besonders skrupellose und menschenverachtende Haltung ein, die 
grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart.

b) Z. hat insgesamt 48.9 g reines Kokain transportiert. Wie bereits 
erwähnt, ist das Ausmass des vom Täter verursachten Erfolges ein Kriterium, 
welches ihm Rahmen der Tatkomponente zu beachten und für die Bemessung des 
Verschuldens von Bedeutung ist. Der Angeklagte hat den für die Annahme eines 
schweren Falles massgeblichen Grenzwert von 18 g reinem Kokain erheblich 
überschritten. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Z. selbst nicht rauschgiftsüchtig 

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ist und sein Verhalten daher nicht durch einen suchtbedingten Beschaffungsdruck 
motiviert war. Er handelte vorliegend aus geldwerten Motiven, nämlich zur 
Verbesserung seines Lebensstandards. Es bestand mit anderen Worten keine 
irgendwie geartete Notlage, die sein Verhalten in einem milderen Licht erscheinen 
liesse. Das Verschulden ist daher als erheblich einzustufen.  Straferhöhungs- und 
Strafschärfungsgründe sind im vorliegenden Fall nicht vorhanden. Strafmindernd 
sind der gute Leumund des Angeklagten, seine Vorstrafenlosigkeit und die im 
Untersuchungsverfahren sowie anlässlich der Hautpverhandlung gezeigte Reue 
und Einsicht zu werten. Sein Geständnis ist dem Angeklagten ebenfalls 
strafmindernd zugute zu halten, mag er auch unter dem Druck der Beweislage keine 
andere Wahl gehabt haben. Strafmilderungsgründe liegen nicht vor.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als 
angemessen und gerechtfertigt, Z. eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten 
aufzuerlegen. 

c) Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Unter-
suchungshaft auf die Freiheitsstrafe an, sofern der Täter diese nicht durch sein 
Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Von der Anrechnung darf 
nach der neueren Praxis des Bundesgerichts nur abgesehen werden, wenn der 
Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen Grundsätzen objektiv vor-
werfbares Verhalten, welches ihm zum Verschulden gereicht, die Untersuchungs-
haft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert habe, den Strafvollzug zu ver-
kürzen oder zu umgehen (BGE 117 IV 406). Als solches Verhalten gilt weder die 
blosse Verweigerung von Aussagen noch das blosse Leugnen der Tat, denn der 
Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von Straftaten verpflichtet. Die Anrechnung 
hat indessen zu unterbleiben, wenn der Beschuldigte die Behörden durch unwahre 
Behauptungen und Einwendungen zu weiteren und unnötigen Erhebungen 
veranlasste oder wenn er seine Verteidigungsrechte zur Erreichung sachfremder     
Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 105 IV 241). Ablehnungsgründe im 
Sinne der aufgeführten Rechtsprechung bestehen in Bezug auf Z. nicht, so dass 
einer Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 168 
Tagen an die ausgefällte Strafe nichts entgegensteht.

5.a) Bei diesem Strafmass ist im Weiteren zu prüfen, ob dem Verurteilten 
die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges gewährt werden kann. Die 
diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich nach Art. 41 Ziff. 1 StGB. Die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist an bestimmte Voraussetzungen 

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geknüpft, bei deren Vorliegen der Verurteilte einen Rechtsanspruch darauf hat (vgl. 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 
1997, N 5 zu Art. 41 StGB). In objektiver Hinsicht ist zunächst erforderlich, dass die 
Freiheitsstrafe 18 Monate nicht übersteigt. Gemäss Abs. 2 der genannten 
Bestimmung ist der Aufschub einer Freiheitssrafe von Gesetzes wegen nicht 
zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen 
eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder 
Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. In subjektiver Hinsicht ist 
der Aufschub der Freiheitsstrafe zulässig, wenn Vorleben und Charakter des Verur-
teilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen 
abgehalten; es muss ihm mit anderen Worten eine günstige Prognose gestellt wer-
den können. Verlangt wird eine innere und infolgedessen dauernde Besserung; 
durch die Warnungsstrafe muss der Verurteilte von Verbrechen und Vergehen 
schlechthin abgehalten werden, nicht nur in Bezug auf Strafhandlungen von der Art, 
welche zur Beurteilung stehen (Schneider, Roland M.: Basler Kommentar, 
Strafgesetzbuch I, Art. 1-110 StGB, Basel 2003, N 69 f. zu Art. 41). Bei der günsti-
gen Prognose sind alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte des Vorlebens, 
des Charakters, des Leumunds, der konkreten Tatumstände wie auch alle weiteren 
Tatsachen, die gültige Rückschlüsse auf die Bewährungsaussichten zulassen, ab-
wägend in die Beurteilung mit einzubeziehen, um aufgrund einer Gesamtwürdigung 
darüber zu entscheiden, ob beim Verurteilten berechtigtes Vertrauen auf dauerndes 
Wohlverhalten besteht. Dabei ist es unzulässig, einzelnen dieser Beurteilungskrite-
rien eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder 
überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 124 IV 107 ff.; PKG 1993 Nr. 24). Der Rich-
ter soll sich dergestalt ein möglichst vollständiges Bild der Täterpersönlichkeit ma-
chen. Nur eine bestimmte Aussicht auf wirkliche und dauernde Besserung rechtfer-
tigt es, den Strafvollzug zurücktreten zu lassen (PKG 1969 Nr. 32). Der Richter muss 
begründetes Vertrauen haben, dass der Verurteilte in Zukunft dauernd - und nicht 
nur während der Probezeit - einen klaglosen Lebenswandel führen werde. Man darf 
indes ruhig eingestehen, dass die Zukunft naturgemäss mit zahlreichen Unsicher-
heiten behaftet ist und selbst eine umfassende und sehr intensive Auseinanderset-
zung mit der Täterpersönlichkeit eine absolut verlässliche Voraussage nicht ermög-
licht. Es steht somit die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Voraussetzungen ei-
nem Verurteilten trotz unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden 
darf (PKG 1993 Nr. 24). Wo zwischen vager Hoffnung und Bedenken geschwankt 
wird, verbietet sich die Gewährung des bedingten Strafvollzuges.

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b) Da Z. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe verbüssen 
musste und beim hier zu behandelnden Fall eine Strafe von nicht mehr als 18 Mo-
naten verhängt wird, sind die objektiven Voraussetzungen für den bedingten Straf-
vollzug erfüllt. Auch in subjektiver Hinsicht erachtet das Gericht die Voraussetzun-
gen als gegeben. Zum einen ist Z., was sein Vorleben anbelangt, strafrechtlich nicht 
vorbelastet. Das vorliegende Verfahren - insbesondere die mehrmonatige Untersu-
chungshaft - haben bei ihm - wie auch sein Verhalten anlässlich der Hauptverhand-
lung zeigte - einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Zum andern zeigte er sich 
während des Strafverfahrens kooperativ, bereute seine Tat und zeigte Einsicht, ei-
nen schlimmen Fehler und eine grosse Dummheit begangen zu haben. Gerade 
Einsicht und Reue als Zeichen der kritischen Hinterfragung des eigenen Verhaltens 
bilden die wichtigsten Voraussetzungen für eine günstige Prognose. Es kann 
demnach mit guten Gründen davon ausgegangen werden, dass Z. die notwendigen 
Lehren für seinen weiteren Weg hat ziehen können und er sich inskünftig 
wohlverhalten wird. Somit kann dem Angeklagten der bedingte Strafvollzug gewährt 
werden. Die Dauer der Probezeit ist nach den Umständen des Einzelfalls, 
insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter des Verurteilten sowie 
der Gefahr seiner Rückfälligkeit zu bemessen. Je grösser diese Gefahr, desto 
länger muss die Bewährungsprobe mit ihrem Zwang zum Wohlverhalten sein (BGE 
95 IV 122). Sie kann zwischen zwei und fünf Jahren festgesetzt werden (Art. 41 Ziff. 
1 Abs. 3 StGB). Vorliegend erscheint - vor allem unter Berücksichtigung der 
besonderen Tatumstände - die Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren als 
angemessen und gerechtfertigt.

6.a) Gemäss Art. 55 Abs. 1 StGB kann der Richter den Ausländer, der zu 
Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für drei bis fünfzehn Jahre aus dem 
Gebiet der Schweiz verweisen. Bei Rückfall kann die Verweisung auf Lebenszeit 
erfolgen. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Sicherungsmassnahme 
zugleich (BGE 114 Ib 3 f.). Auch wenn der zweite Gesichtspunkt im Vordergrund 
steht, verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, dass sie in Anwendung von Art. 63 
StGB nach dem Verschulden des Täters festgesetzt wird, unter Berücksichtigung 
der Beweggründe, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des 
Schuldigen. Damit ist der Sicherungszweck jedoch nicht ausgeschaltet; das 
Sicherungsbedürfnis wird in der Regel umso höher sein, je grösser das im Einzelfall 
zu berücksichtigende Verschulden des Täters ist. Es ist Sache des Richters, im 
Einzelfall dem Straf- und Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung zu 
tragen (BGE 123 IV 108 f.). Lebt der Ausländer bereits seit langem in der Schweiz, 
ist er hier verwurzelt und bestehen kaum mehr Beziehungen zum Ausland, darf 

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diese nur mit Zurückhaltung ausgesprochen werden (BGE 123 IV 109). Bezüglich 
der Länge des Landesverweises ist anzumerken, dass zwischen der Dauer der 
Hauptstrafe und jener der Nebenstrafe eine gewisse Übereinstimmung bestehen 
sollte. Dies deshalb, weil, wie bereits erwähnt, bei einem schweren Verschulden in 
der Regel ein erhöhtes Sicherungsbedürfnis gegeben ist, welches bei leichtem 
Verschulden entsprechend geringer einzustufen ist. Das schliesst nicht aus, dass 
bei einer verhältnismässig tiefen Hauptstrafe eine lange Landesverweisung (und 
umgekehrt) ausgesprochen werden kann, doch hat der Richter diesfalls seinen 
Entscheid hinreichend und in einer für den Betroffenen nachvollziehbaren Weise zu 
begründen (BGE 123 IV 110 f.). 

b) Z. hat nach dem Beweisergebnis insgesamt 48.9 g reines Kokain 
transportiert und damit in erheblichem Masse gegen die geltende Rechtsordnung 
verstossen. Die Anordnung eines Landesverweises ist somit grundsätzlich zulässig 
und erscheint sowohl unter Berücksichtigung des Straf- als auch des 
Sicherungszwecks als angezeigt. Das Verschulden des Angeklagten ist angesichts 
der Drogenmenge, welche er in seinem Körper mitführte, sowie der Tatsache, dass 
er vorwiegend aus egoistischen Motiven - nämlich zur Verbesserung seines 
Lebensstandards - handelte, als erheblich zu bezeichnen. Es ist davon auszugehen, 
dass Z. bei einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz ein gewisses Risiko für die 
öffentliche Sicherheit darstellen würde. Im Hinblick auf die persönliche Bindung zur 
Schweiz ist festzuhalten, dass er hier nicht speziell verwurzelt ist, verfügt er doch 
weder über familiäre noch über sonstige Bindungen, deren Abbruch für ihn eine 
unverhältnismässige Härte zur Folge hätte. Angesichts der Tatsache, dass er in 
erheblichem Umfang Betäubungsmittel transportiert hat, drängt sich keine 
besondere Zurückhaltung bei der Aussprechung einer Landesverweisung auf. Im 
Lichte des Straf- und Sicherungszwecks besteht daher ein grosses Interesse daran, 
Z. von der Schweiz fernzuhalten. Unter Berücksichtigung der Schwere der in der 
Schweiz begangenen Straftaten, der Beweggründe für die Tatbegehung sowie des 
berechtigten öffentlichen Interesses, ausländische Drogendealer von der Schweiz 
fernzuhalten, erscheint es im vorliegenden Fall als angemessen, den Angeklagten 
für die Dauer von sieben Jahren des Landes zu verweisen.

c) Unabhängig vom Entscheid über die Hauptstrafe ist zu prüfen, ob für 
die ausgesprochene Landesverweisung der bedingte Vollzug gewährt werden kann. 
Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter deren Vollzug aufschieben, 
wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch 
von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Ob die Landesverweisung 

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bedingt aufgeschoben oder vollzogen werden soll, hängt einzig von der Prognose 
über das zukünftige Verhalten des Verurteilten in der Schweiz ab. Es ist aufgrund 
einer Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob bei Z. begründete Aussicht auf 
zukünftiges Wohlverhalten besteht. Dies ist vorliegend zu bejahen, ist der 
Angeklagte doch erstmals straffällig geworden und nicht unmittelbar nach seiner 
Einreise in die Schweiz - bei der ersten sich bietenden Gelegenheit - in den 
Drogenhandel eingestiegen. Er bereut seine Tat und zeigte sich während des 
Untersuchungsverfahrens sowie anlässlich der Hauptverhandlung einsichtig. 
Schliesslich hat gerade die nicht nur kurzfristige Untersuchungshaft bei Z. einen 
prägenden Eindruck hinterlassen und ihm die Gelegenheit gegeben, über sein 
Verhalten nachzudenken. Dies wird insbesondere dadurch verdeutlicht, dass er 
während der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 3. Juli 2003 (act. 3.3) 
weinte und am 7. Juli 2003 (act. 3.8) und auch danach sein Bedauern äusserte. Das 
Gericht hat deshalb begründetes Vertrauen, dass Z. in Zukunft die schweizerischen 
Gesetze respektieren und sich entsprechend wohlverhalten wird. Der Vollzug der 
Nebenstrafe ist daher aufzuschieben, wobei die Probezeit nach der Höhe der 
Rückfallgefahr zu bemessen ist (BGE 95 IV 121). In Anbetracht dessen erscheint 
eine Probezeit von drei Jahren angemessen.

7. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf 
die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder 
die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, sofern diese 
Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden.

Gemäss Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verfügt der Richter sodann die Einziehung 
von Vermögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder 
dazu bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen.

Anlässlich der polizeilichen Kontrolle vom 2. Juli 2003 wurden bei Z. insge-
samt 86 g Kokain in Form von 10 Bodypackers sowie ein Mobiltelefon der Marke 
Nokia (Modell 3330, ID-Nr. 350767804104537) sichergestellt. Mit Verfügung des 
Untersuchungsrichteramtes Chur vom 29. Oktober 2003 (act. 1.11) wurden diese 
Gegenstände beschlagnahmt; sie werden gestützt auf Art. 58 StGB (Betäubungs-
mittel) und Art. 59 StGB (Mobiltelefon) gerichtlich eingezogen. Die sichergestellten 
Betäubungsmittel sind überdies der Vernichtung zuzuführen (Art. 58 Abs. 2 StGB). 
Was die von der Staatsanwalt beantragte Einziehung der am 1. April 2003 im Zim-

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mer 309 des Durchgangszentrums an der F.-Strasse in A. sichergestellten 7.1 g 
Kokain und Fr. 550.-- betrifft, so kann diesem Antrag nicht entsprochen werden. 
Einerseits konnten diese Gegenstände keinem der vier Zimmerbewohner und somit 
auch nicht Z. zugeordnet werden (vgl. act. 4.1, S. 5) und andererseits fehlt in der 
Anklageschrift ein entsprechender Hinweis gänzlich. 

8. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Unter-
suchungshaft und des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 
StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. Z. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG.

2. Dafür wird er bestraft mit 18 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen 
Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 168 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 3 Jahren.

4. Z. wird gestützt auf Art. 55 Abs. 1 StGB für die Dauer von 7 Jahren des Lan-
des verwiesen.

Der Vollzug der Landesverweisung wird aufgeschoben unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von 3 Jahren.

5. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 29. Oktober 2003 sichergestellten 86 
Gramm Kokain werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezo-
gen; die Betäubungsmittel sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernich-
ten.

b) Das mit Beschlagnahmeverfügung vom 29. Oktober 2003 sichergestellte Mo-
biltelefon Nokia 3330, ID-Nr. 350767804104537 wird gestützt auf Art. 59 Zif-
fer 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezo-
gen. 

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft

Graubünden

- Barauslagen Fr. 3'807.00

- Untersuchungsgebühr Fr. 2'200.00

- der Gerichtsgebühr Fr. 2'000.00

- dem Honorar der amtlichen Verteidigung Fr. 4'570.65

total somit Fr. 12'577.65

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gehen unter Anrechnung des geleisteten Depositums von Fr. 600.00 zu Las-
ten von Z.. Die Kosten der angerechneten Untersuchungs- und Sicherheits-
haft sowie die Kosten des allfälligen Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kan-
tons Graubünden.

7. Z. wird aus der Sicherheitshaft entlassen.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen Bundes-
gerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der gemäss Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstraf-
rechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Be-
schwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen gelten die Art. 268 
ff. BStP.

9. Mitteilung an:

__________ 

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident  Der Aktuar ad hoc