# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6677ae6e-b229-5e14-89b7-997e38983102
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.09.2017 100 2016 359
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-359_2017-09-20.pdf

## Full Text

100.2016.359U
MUT/BLO/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. September 2017

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Blum

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern
Beschwerdegegner

sowie

Einwohnergemeinde Thun
Abteilung Sicherheit, Migrationsdienst, Hofstettenstrasse 14, Postfach 145, 
3602 Thun

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 9. November 2016; 2016.POM.441)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
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Sachverhalt:

A.

Der kosovarische Staatsangehörige A.________ (geb. ….1974) reiste am 
1. Mai 1993 in die Schweiz ein und ersuchte am 3. Mai 1993 erstmals um 
Asyl. Am 20. August 1993 wurde sein Asylgesuch abgelehnt und er aus der 
Schweiz weggewiesen. Nach erneuter Einreise in die Schweiz stellte er am 
20. April 1994 ein weiteres Asylgesuch, auf welches wegen Verletzung der 
Mitwirkungspflicht am 1. Juni 1994 nicht eingetreten wurde. Eine dagegen 
erhobene Beschwerde war erfolglos. Am 19. Februar 1996 heiratete 
A.________ seine heutige Ehefrau B.________, die seit dem Jahr 1990 in 
der Schweiz lebt und im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung war. In der 
Folge wurde A.________ im Rahmen des Familiennachzugs ebenfalls eine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt. Das Ehepaar hat drei gemeinsame Kinder 
(C.________ geb. 1996; D.________ geb. 1997; E.________ geb. 2003). 
Im Jahr 2001 erhielt A.________ die Niederlassungsbewilligung. Das 
Amtsgericht Freiburg im Breisgau (DE) verurteilte ihn am 19. März 2014 
wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer 
Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit 
Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von 
zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Mit Verfügung vom 
21. Juli 2016 widerrief die Einwohnergemeinde (EG) Thun, Abteilung 
Sicherheit, Migrationsdienst, die Niederlassungsbewilligung von 
A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 18. August 2016 Be-
schwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). 
Diese wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 9. November 2016 ab und 
setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 31. Dezember 2016 an.

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C.

Hiergegen hat A.________ am 12. Dezember 2016 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben mit den Anträgen, der Entscheid der POM 
sowie die Verfügung der EG Thun seien aufzuheben. Zudem sei festzu-
stellen, dass die Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 
geniesse.

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 13. Dezember 2016 wies der Ab-
teilungspräsident darauf hin, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von 
Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat.

Die POM und die EG Thun beantragen mit Vernehmlassung vom 
28. Dezember 2016 bzw. mit Stellungnahme vom 9. Januar 2017 je die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.2 hiernach einzutreten.

1.2 Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde insoweit, als der Be-
schwerdeführer auch die Aufhebung der Verfügung der EG Thun vom 
21. Juli 2016 beantragt. Er übersieht, dass der Entscheid der POM an die 
Stelle dieser Verfügung getreten ist (sog. Devolutiveffekt der Beschwerde). 
Anfechtungsobjekt im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ist somit aus-

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schliesslich der vorinstanzliche Entscheid vom 9. November 2016 (statt 
vieler BVR 2010 S. 411 E. 1.4 mit Hinweisen).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwer-
deführers und seine Wegweisung aus der Schweiz.

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingun-
gen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann wider-
rufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer länger-
fristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, 
verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AuG; 
BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft 
erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1). Es muss sich 
dabei nicht um ein Schweizer Strafurteil handeln. Auch eine Verurteilung im 
Ausland kann nach der Rechtsprechung den Bewilligungswiderruf nach 
sich ziehen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn es sich bei den dem Urteil zu-
grunde liegenden Delikten nach der schweizerischen Rechtsordnung um 
Verbrechen oder Vergehen handelt und der Schuldspruch in einem Staat 
erfolgt ist, in dem die Einhaltung der rechtsstaatlichen Verfahrens-
grundsätze und Verteidigungsrechte als gesichert gelten kann (vgl. 
BGE 134 II 25 E. 4.3.1 [Pra 97/2008 Nr. 101]; BGer 2C_662/2016 vom 
8.12.2016 E. 2.1, 2C_194/2014 vom 25.11.2014 E. 3.2). Der Bewilligungs-
widerruf ist in solchen Fällen auch zulässig, wenn sich die ausländische 
Person länger als 15 Jahre in der Schweiz aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 
AuG).

2.2 Das Amtsgericht Freiburg im Breisgau, Deutschland, verurteilte den 
Beschwerdeführer am 19. März 2014 rechtskräftig wegen unerlaubten Be-
sitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Bei-
hilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht gerin-

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ger Menge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren (Akten EG Thun 
pag. 109 f.). Damit hat der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund der län-
gerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt, was er anerkennt (Beschwerde S. 3). 
Hingegen rügt er, die Entfernungsmassnahme sei unverhältnismässig und 
führe zu einer vom Gesetzgeber nicht vorgesehenen Härte (Beschwerde 
S. 6).

2.3 Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist nur zulässig, wenn 
er aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als 
verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101] und Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Prüfung sind das öffentliche 
Interesse an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung gegen die privaten Interessen der betroffenen Per-
son am weiteren Verbleib in der Schweiz abzuwägen. Zu berücksichtigen 
ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, nament-
lich die Schwere des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der öffentli-
chen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die 
Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die Integration sowie die der be-
troffenen Person und ihrer Familie oder anderen Angehörigen drohenden 
Nachteile (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.5; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, 
2011 S. 289 E. 5.1). Wird durch die Entfernungsmassnahme die weitere 
Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. des inhaltlich de-
ckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt – hier die Beziehung zur 
Ehefrau und zum noch minderjährigen Sohn –, bilden Grundlage dieser 
Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. BVR 2013 
S. 543 E. 4.1; VGE 2015/307 vom 12.8.2016 E. 2.2 [bestätigt durch 
BGer 2C_861/2016 vom 21.12.2016]; zu den Kriterien der Abwägung 
BGE 142 II 35 E. 6.1, 139 I 145 E. 2.2 und 2.4, 139 I 31 E. 2.3.3, 139 I 16 
E. 2.2.2 je mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 
Menschenrechte [EGMR]). In diese Beurteilung sind ausserdem die nach 
dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 
(Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV zu berücksichti-
genden Interessen des Sohnes des Beschwerdeführers einzubeziehen 
(BGE 135 I 153 E. 2.2.2 mit Hinweisen; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

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3.

Zum öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz ergibt sich 
was folgt:

3.1 Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen Interesses ist das 
Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristigen Frei-
heitsstrafe auf sich geladen hat. Die Schwere des Verschuldens bemisst 
sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe 
(BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87], 129 II 215 E. 3.1). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Mona-
ten für ein schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend 
eingestuft werden, dass der vollständige Aufschub der Strafe nicht mehr in 
Frage kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. 
Auch aus fremdenpolizeilicher Sicht bedeutet die Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mehr als 24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwer-
wiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. 
BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, zur vorliegend infolge 
langer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in 
Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die Erwägungen dennoch 
massgeblich).

3.2 Der Beschwerdeführer wurde am 19. März 2014 in Deutschland 
wegen eines Betäubungsmitteldelikts zu einer Freiheitsstrafe von zwei 
Jahren verurteilt. Am 12. Oktober 2013 hatten deutsche Zollbeamte anläss-
lich einer Kontrolle auf einem Rastplatz an der deutschen Autobahn A 5 in 
Fahrtrichtung Süden beim Beschwerdeführer ca. 100 g Kokaingemisch mit 
einem Wirkstoffgehalt an Kokainhydrochlorid von knapp 37 g gefunden 
(Akten EG Thun pag. 108 ff.). Bereits das Strafmass spricht für ein 
schweres Verschulden, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. 
Die ausgesprochene Freiheitsstrafe von zwei Jahren entspricht der gemäss 
Reneja-Praxis massgeblichen Grenze, ab welcher – unabhängig vom je-
weiligen Delikt – von einem sehr schweren Verstoss gegen die Rechts-
ordnung auszugehen ist (E. 3.1 hiervor). Beim Beschwerdeführer liegt zu-

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dem kein leichter Fall von Drogendelinquenz vor. Die von ihm transportierte 
Menge übersteigt – wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt (E. 4a/bb) – den 
massgeblichen Grenzwert für einen mengenmässig qualifizierten Fall nach 
Art. 19 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über die 
Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, 
BetmG; SR 812.121) um mehr als das Doppelte (vgl. BGE 138 IV 100 
E. 3.2). Damit hat er in Kauf genommen, eine unbestimmte Anzahl von 
Personen abstrakt zu gefährden (vgl. BGer 2C_403/2016 vom 22.2.2017 
E. 3.2.1). Ohnehin verfolgt die Rechtsprechung bei Drogendelikten, insbe-
sondere aus rein finanziellen Motiven, ausländerrechtlich eine strenge 
Praxis (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2.2). Darüber hinaus gehören qualifizierte 
Drogendelikte gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (StGB; SR 311.0) zu den Anlasstaten, die zwingend zu einer 
Landesverweisung führen (Umsetzung von Art. 121 Abs. 3-4 BV). Auch 
wenn diese Bestimmung hier nicht direkt anwendbar ist, unterstreicht sie 
die Schwere der Gesetzesverletzung und ist den darin enthaltenen verfas-
sungsrechtlichen Wertungen (Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV) im Rahmen der 
ausländerrechtlichen Interessenabwägung insoweit Rechnung zu tragen, 
als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt 
(BGE 139 I 31 E. 3.2.3; jüngst statt vieler etwa BGer 2C_1003/2016 vom 
10.3.2017 E. 4.4). Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz von einem 
schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen.

3.3 Sodann ist das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der 
öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen zu berücksichtigen. 
Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert haben, 
besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizei-
liches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar 
notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende 
Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum 
Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechts-
ordnung zu halten (BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinweisen). In diesem 
Zusammenhang wird namentlich geprüft, ob die Person, deren Aufenthalt 
beendet werden soll, abgesehen von der Straftat, welche Anlass für die 
fremdenpolizeiliche Massnahme gegeben hat, weitere Verfehlungen 
gegenüber der öffentliche Ordnung und Sicherheit begangen hat (vgl. etwa 

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BGE 139 I 145 E. 3.8; BGer 2C_685/2014 vom 13.2.2015 E. 6.1). – Dem 
Beschwerdeführer kann zwar nicht geradezu notorische Delinquenz unter-
stellt werden; allerdings ist er über einen Zeitraum von mehr als einem 
Jahrzehnt (2002-2013) immer wieder strafrechtlich in Erscheinung getreten:

 Urteil vom 3. September 2003 wegen Diebstahls (mehrfache Be-
gehung), Diebstahls (unvollendeter Versuch), Angriff, Sachbeschädi-
gung (mehrfache Begehung), Hehlerei und Hausfriedensbruch (be-
gangen in der Zeit von Februar 2002 bis Januar 2003): Gefängnisstrafe 
von zwölf Monaten (Akten EG Thun pag. 113);

 Urteil vom 2. November 2011 wegen Irreführung der Rechtspflege (be-
gangen am 25.4.2004): Gemeinnützige Arbeit von 160 Stunden (teil-
bedingt vollziehbar, Probezeit vier Jahre; Akten EG Thun pag. 2 und 69);

 Strafbefehl vom 11. März 2013 wegen Diebstahls (Versuch), Sachbe-
schädigung und Hausfriedensbruch (begangen am 3.12.2012): Geld-
strafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (bedingt vollziehbar; Probezeit 
drei Jahre) und Busse von Fr. 600.-- (Akten EG Thun pag. 69 und 112);

 Strafbefehl vom 24.3.2014 wegen Überschreitens allgemeiner, fahrzeug-
bedingter oder signalisierter Höchstgeschwindigkeit ausserorts (began-
gen am 5.7.2013): Busse von Fr. 40.-- (Akten EG Thun pag. 57);

 Urteil vom 27. Mai 2015 wegen gewerbsmässigen Betrugs (Versuch) 
zum Nachteil der Eidgenössischen Invalidenversicherung (nachfolgend: 
IV; begangen vom 25.11.2008 bis 4.8.2010; Deliktsbetrag ca. 
Fr. 1ʹ136ʹ020.--): Freiheitsstrafe von vier Monaten (Zusatzstrafe zum 
Urteil des Amtsgerichts Freiburg im Breisgau; Akten EG Thun pag. 98 ff. 
und 112).

Selbst wenn diese Delikte teilweise bereits längere Zeit zurückliegen und 
für sich allein nicht besonders schwer wiegen, liegt eine Mehrfachdelin-
quenz vor, was der Beschwerdeführer nicht in Frage stellt (Beschwerde 
S. 3). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält (E. 4b/bb), hat er sich von 
diesen Verurteilungen nicht beeindrucken lassen; vielmehr beging er das 
verfahrensauslösende Betäubungsmitteldelikt während der damals noch 
laufenden 4-jährigen Probezeit für die teilbedingt ausgesprochene Strafe 
wegen Irreführung der Rechtspflege. Damit hat es der Beschwerdeführer 
mehrfach am notwendigen Respekt gegenüber der öffentlichen Ordnung 

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und Sicherheit fehlen lassen, was auf Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit 
schliessen lässt. Überdies gehört der versuchte gewerbsmässige Sozial-
versicherungsbetrug ebenfalls zu den Anlasstaten, die nach Art. 66a Abs. 1 
Bst. e StGB zwingend zu einer Landesverweisung führen (vgl. E. 3.2 
hiervor). Das Verwaltungsgericht teilt demnach die Einschätzung der Vor-
instanz (E. 4b/cc), dass das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber 
der hiesigen Rechtsordnung dem sicherheitspolizeilichen Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung zusätzliches Gewicht verleiht.

3.4 Die Rückfallgefahr ist wie folgt zu beurteilen:

3.4.1 Wie die POM zutreffend ausführt (angefochtener Entscheid 
E. 4c/aa), ist aus fremdenpolizeilicher Sicht das Risiko eines Rückfalls 
umso weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die auslän-
dische Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss, angesichts der 
von diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, 
ausländerrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hinge-
nommen werden (BGE 139 I 145 E. 2.5; BVR 2015 S. 391 E. 5.3). Da 
Art. 5 Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, bildet zudem das Vor-
liegen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung der Wegweisungs-
massnahme; vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen mit-
berücksichtigt werden (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinweisen; 
BGer 2C_431/2016 vom 9.1.2017 E. 2.1, 2C_260/2016 vom 6.6.2016 
E. 2.2). Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten (und somit der 
Rückfallgefahr) sowie dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist 
zwar im Rahmen der umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwä-
gung ebenfalls Rechnung zu tragen; die beiden Umstände geben aber 
nicht den Ausschlag (vgl. zuletzt BGE 136 II 5 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 
E. 4.4.1).

3.4.2 Die Vorinstanz geht von einer gewissen, nicht zu unterschätzenden 
Rückfallgefahr aus. Sie hält fest, der Beschwerdeführer habe über Jahre 
wiederholt in erheblicher Weise delinquiert und, statt aus den gegen ihn 
verhängten Sanktionen zu lernen, seine kriminelle Tätigkeit zuletzt gar 

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ausgebaut, was als erschwerender Faktor zu berücksichtigen sei (ange-
fochtener Entscheid E. 4c/bb). Diese Feststellungen werden vom Be-
schwerdeführer nicht bestritten (Beschwerde S. 3). Wohl sind die übrigen 
Verurteilungen des Beschwerdeführers nicht alle gleich schwer zu gewich-
ten. Indes zeugt die mutmassliche Deliktssumme von über einer Million 
Franken bei der Verurteilung des Beschwerdeführers wegen gewerbs-
mässigen Betrugs (Versuch) von einer beachtlichen kriminellen Energie, 
die von erheblichem Gewicht ist. Soweit er vorbringt, mit Ausnahme einer 
unbedeutenden Geschwindigkeitsbusse sei er letztmals im Mai 2015 für 
Verfehlungen in den Jahren 2008 bis 2010 verurteilt worden (Beschwerde 
S. 3 und 5), hilft ihm dies nicht. Wie die POM richtig darlegt (E. 4c/bb), be-
fand sich der Beschwerdeführer zeitweise in Untersuchungshaft; die 2-jäh-
rige Bewährungszeit für die in Deutschland ausgesprochene Freiheitsstrafe 
und die 3-jährige Probezeit für die bedingt vollziehbare Geldstrafe wegen 
Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch dauerten bis März 
2016. Klagloses Verhalten darf in solchen Situationen ohne weiteres er-
wartet werden (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 
S. 543 E. 4.4.3). Zudem haben ihn Bewährungsfristen nicht immer von 
weiteren Straftaten abgehalten, beging er doch das verfahrensauslösende 
Delikt während laufender Probezeit (vgl. vorne E. 3.3). Schliesslich hält die 
Vorinstanz zu Recht fest, das jetzige Wohlverhalten könne nur bedingt als 
Indiz für eine eingetretene Besserung dienen, lebe der Beschwerdeführer 
doch seit Einleitung des Widerrufsverfahrens im Februar 2016 mit der Per-
spektive, nicht länger in der Schweiz verbleiben zu können (E. 4c/bb). Mit 
Blick auf die Schwere des verübten Delikts und auf die wiederholte Straf-
fälligkeit über einen langen Zeitraum hinweg kann nicht davon gesprochen 
werden, der Beschwerdeführer habe sich inzwischen bewährt und es be-
stehe keine Rückfallgefahr mehr. Ausserdem dürfen wie erwähnt auch ge-
neralpräventive Überlegungen berücksichtigt werden. Im Übrigen kann auf 
die zutreffenden Erwägungen (E. 4c/bb) der POM verwiesen werden.

3.5 Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vor-
instanz angesichts des schweren Verschuldens, der Mehrfachdelinquenz 
sowie der nicht auszuschliessenden Rückfallgefahr ein erhebliches öffentli-
ches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit 

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verbundenen Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz ange-
nommen hat.

4.

Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen am Verbleib des 
Beschwerdeführers in der Schweiz gegenüberzustellen, wobei die Dauer 
der Anwesenheit und die Integration in der Schweiz sowie die dem Be-
schwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen 
sind.

4.1 Je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war, 
desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung eines 
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu berücksichtigen ist 
unter anderem, in welchem Alter die ausländische Person in die Schweiz 
eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen Person, die bereits hier ge-
boren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat 
(Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung nach der Rechtsprechung nicht ausge-
schlossen. Erst recht gilt dies für ausländische Personen, die – wie der Be-
schwerdeführer – erst als Erwachsene in die Schweiz gelangt sind. Der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist auch nach längerem Aufenthalt 
in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische Person in der 
Schweiz nicht integriert ist (BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; 
BVR 2015 S. 487 nicht publ. E. 4.1 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestä-
tigt durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015]; zum Gan-
zen BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Der heute 42-jährige Beschwerdeführer 
reiste im Alter von 20 Jahren in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, 
welches abgewiesen wurde (vgl. vorne Bst. A). Ordnungsgemäss ist sein 
Aufenthalt allerdings erst seit Februar 1996, als ihm gestützt auf die Ehe 
ein Aufenthaltstitel erteilt wurde. Er hält sich folglich mit etwas mehr als 
20 Jahren vergleichsweise lang in der Schweiz auf. Wie die POM aber kor-
rekt ausgeführt hat (E. 5b), ist seine Aufenthaltsdauer insofern zu relativie-
ren, als die Jahre, welche er in Illegalität, im Strafvollzug oder bloss auf-
grund einer vorläufigen Duldung (z.B. aufschiebende Wirkung der Rechts-

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mittel) hier verbracht hat, für die Interessenabwägung nicht ausschlagge-
bend sein können (BGE 137 II 1 E. 4.3 mit Hinweisen; BVR 2013 S. 543 
E. 5.1), selbst wenn diese Relativierungen nicht signifikant ins Gewicht fal-
len. Nach ständiger Praxis gilt dies auch für die Anwesenheit während des 
Asylverfahrens bis zur rechtskräftigen Abweisung des Gesuchs (vgl. 
BGE 137 II 10 E. 4.6). Die prägenden Abschnitte seiner Kindheit und Ju-
gend hat der Beschwerdeführer zudem in seiner Heimat verbracht, wo er 
sozialisiert wurde. Dennoch ist mit der Vorinstanz von einem gewichtigen 
Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz auszugehen.

4.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die Vor-
instanz eine gelungene Integration in die hiesigen Verhältnisse zu Recht 
verneint (angefochtener Entscheid E. 5b):

4.2.1 Wie die POM zutreffend ausführt, hat der Beschwerdeführer durch 
seine wiederholte Straffälligkeit einen zentralen Aspekt der Integration, 
nämlich die Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung, verfehlt (vgl. 
Art. 4 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von 
Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; SR 142.205]). Daher kann bereits 
aus diesem Grund nicht von einer erfolgreichen Integration gesprochen 
werden.

4.2.2 Der Beschwerdeführer rügt, es könne nicht gesagt werden, seine 
beruflich-wirtschaftliche Integration sei im Wesentlichen misslungen. Mit 
seiner Festanstellung bei … habe er sich definitiv im ersten Arbeitsmarkt 
integrieren und die Basis für die wirtschaftliche Selbständigkeit sowie den 
Start zur Bereinigung der angehäuften Schulden legen können (Be-
schwerde S. 5 f.). – Der Beschwerdeführer ist seit dem 1. Juni 2016 zu 
100 % im ersten Arbeitsmarkt angestellt (Akten EG Thun pag. 155) und 
konnte sich nach eigenen Angaben inzwischen von der Sozialhilfe lösen 
(Beschwerde S. 4). Dies hat ihm die Vorinstanz zu Gute gehalten (ange-
fochtener Entscheid E. 5b S. 14). Dennoch kann er daraus nichts Wesentli-
ches zu seinen Gunsten ableiten. In den rund 1,5 Jahren vor seiner Fest-
anstellung absolvierte er einzig ein paar Teilzeiteinsätze im zweiten 
Arbeitsmarkt. Davor war er jahrelang auf wirtschaftliche Unterstützung an-
gewiesen (Akten EG Thun pag. 17, 68, 149 und 155). Trotz mehreren Auf-
forderungen seitens der EG Thun, seine finanziellen Verhältnisse zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
Seite 13

verbessern, ansonsten ausländerrechtliche Konsequenzen drohten (Akten 
EG Thun pag. 1, 68 und 88 f.), bemüht sich der Beschwerdeführer erst seit 
wenigen Jahren ernsthaft um seine wirtschaftliche Integration. Der Be-
schwerdeführer und seine Familie waren erstmals von 1996 bis 1999 un-
terstützungsbedürftig. Von August 2002 bis 24. Mai 2016 haben sie Sozial-
hilfe in der Höhe von Fr. 880ʹ482.80 bezogen. Netto beträgt die Sozialhilfe-
schuld Fr. 620ʹ507.20 (Akten EG Thun pag. 68, 149 und 155). Diese Tat-
sachen liegen dem angefochtenen Entscheid zugrunde (E. 5b S. 13); in-
wiefern sie unzutreffend sein sollen (Beschwerde S. 4), ist nicht ersichtlich. 
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe durch das bisher er-
zielte Einkommen den Betrag von Fr. 233ʹ748.75 zurückzahlen können und 
eine kontinuierliche Rückzahlung der bezogenen Leistungen sei absehbar 
(Beschwerde S. 5). Allerdings belegt er seine Behauptungen weder mit 
Zahlungsnachweisen noch mit einer Rückzahlungsvereinbarung noch fin-
den sich andere Nachweise dazu in den Akten. Hinsichtlich seiner wirt-
schaftlichen Integration durfte die Vorinstanz überdies auch die hohen 
Schulden des Beschwerdeführers berücksichtigen (E. 5b S. 14): Gemäss 
Registerauszug vom 30. Juni 2016 liegen offene Forderungen in der Höhe 
von über Fr. 100ʹ000.-- vor (Akten EG Thun pag. 169).

4.2.3 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich einwendet, seine Schul-
den und der Sozialhilfebezug seien primär auf das langjährige IV-Verfahren 
zurückzuführen (Beschwerde S. 6), kann ihm nicht gefolgt werden. Die Vor-
instanz hat richtig dargelegt, dass ein erstes IV-Gesuch abgelehnt worden 
ist, weil sich die Darstellung seiner Leiden nach verschiedenen Observatio-
nen als tatsachenwidrig herausgestellt hatte. Auf ein neues Leistungs-
begehren trat die IV-Stelle Bern im Jahr 2014 mangels Änderung der tat-
sächlichen Verhältnisse nicht ein (vgl. angefochtener Entscheid E. 5b; 
Akten EG Thun pag. 19 ff. und 84). Wenn die POM in diesem Zusammen-
hang zudem den versuchten Sozialversicherungsbetrug berücksichtigt und 
folgert, die langjährige Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers 
könne nicht plausibel erklärt werden, ist dies nicht zu beanstanden.

4.2.4 In sozialer Hinsicht weist der Beschwerdeführer einzig auf seine 
Familie hin (Beschwerde S. 6). Die Feststellung der Vorinstanz, wonach 
keine vertieften Bindungen im ausserfamiliären Bereich belegt seien, deren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
Seite 14

Abbruch ihn besonders hart treffen würden (E. 5b S. 14), stellt er nicht in 
Abrede. Demnach ist mit der POM eine gelungene soziale Integration zu 
verneinen. Was seine Sprachkenntnisse anbelangt, hat die Vorinstanz kor-
rekt geschlossen, diese gingen nicht über das hinaus, was nach einem 
Aufenthalt von über 20 Jahren im deutschen Sprachraum zu erwarten sei. 
Auch dies wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten.

4.2.5 Nach dem Gesagten ist nicht rechtsfehlerhaft, wenn die POM trotz 
einzelner positiven Entwicklungen dem Beschwerdeführer insgesamt eine 
mangelhafte Integration attestiert.

4.3 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

4.3.1 Hinsichtlich seiner Rückkehr nach Kosovo geht die POM von intak-
ten Rückkehr- und Integrationsmöglichkeiten aus. Zwar stelle der Aufbau 
einer neuen Existenz nach über 20-jähriger Landesabwesenheit eine 
grosse Herausforderung dar, der Beschwerdeführer dürfte aber neben dem 
Albanischen auch mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogen-
heiten seines Heimatlandes vertraut geblieben sein. Zudem könne von be-
stehenden sozialen Kontakten namentlich zu Verwandten in Kosovo aus-
gegangen werden (E. 5c). Diesen Ausführungen widerspricht der Be-
schwerdeführer nicht, sondern verweist einzig auf seinen Lebensmittel-
punkt in der Schweiz (Beschwerde S. 6). Vom Beschwerdeführer ebenfalls 
unbestritten blieb die Einschätzung der POM, wonach ihm als 42-jährigen 
Mann, dessen gesundheitliche Beeinträchtigungen jedenfalls einer Vollzeit-
anstellung als Lagermitarbeiter nicht im Weg stünden, es mit der nötigen 
Anstrengung möglich sei, in seinem Heimatland sozial und wirtschaftlich 
wieder Fuss zu fassen, zumal ihm seine Sprachkenntnisse sowie die zu-
letzt hier gesammelten Berufserfahrungen beim Wiedereinstieg helfen kön-
nen. Dabei ist unbedeutend, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen weniger vorteilhaft präsentieren als in der Schweiz, weil die koso-
varische Bevölkerung gleichermassen betroffen ist (E. 5c). Dem Beschwer-
deführer ist beizupflichten, dass neben seinem privaten Interesse auch ein 
gewisses finanzielles Interesse der Öffentlichkeit gegen seine Wegweisung 
spricht, da wahrscheinlich mit erneuter Sozialhilfeabhängigkeit seiner Fa-
milie zu rechnen ist und er seine Schulden sowie die bereits bezogenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
Seite 15

Unterstützungsleistungen nicht wird zurückzahlen können (Beschwerde 
S. 6 f.). Diesem Interesse ist freilich mit Blick auf die schwere Straffälligkeit 
des Beschwerdeführers kein erhebliches Gewicht beizumessen (vgl. etwa 
VGE 2015/307 vom 12.8.2016 E. 4.3.1 [bestätigt durch BGer 2C_861/2016 
vom 21.12.2016]). Folglich stellt die Rückkehr nach Kosovo den Beschwer-
deführer nicht vor unüberwindbare Hindernisse.

4.3.2 In familiärer Hinsicht stehen die Beziehungen des Beschwerde-
führers zu seiner hier ebenfalls niederlassungsberechtigten Ehefrau sowie 
zum minderjährigen Sohn, der das Schweizer Bürgerrecht besitzt, zur Dis-
kussion. Nicht mehr von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV erfasst ist 
indes die Beziehung zu den zwei volljährigen Kindern (vgl. BGE 137 I 154 
E. 3.4.2). Vorab hält die POM fest, die Entfernungsmassnahme hätte ein-
schneidende Konsequenzen für das Familienleben. Sie geht dabei zutref-
fend davon aus, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers voraus-
sichtlich die Trennung der Familie zur Folge hätte. Zwar stammt die seit 
1990 hier lebende Ehefrau ursprünglich ebenfalls aus Kosovo, die drei Kin-
der sind hingegen in der Schweiz geboren und inzwischen eingebürgert 
(Akten EG Thun pag. 179). Die Vorinstanz führt diesbezüglich zu Recht 
aus, diese für ihn womöglich schmerzhafte Situation habe der Beschwer-
deführer selbst herbeigeführt, habe ihn doch die Verantwortung als Ehe-
mann und dreifacher Vater nicht davon abgehalten, immer wieder gegen 
das Gesetz zu verstossen (E. 5c). Sein Interesse am Verbleib in der 
Schweiz fällt somit nicht entscheidend ins Gewicht (BVR 2013 S. 543 
E. 5.3.1). Dies stellt der Beschwerdeführer zwar nicht in Abrede. Er bringt 
aber vor, seiner Ehefrau und dem minderjährigen Sohn sei es angesichts 
der Lebensumstände in Kosovo nicht zumutbar, ihn in sein Heimatland zu 
begleiten (Beschwerde S. 6).

4.3.3 Wie die POM richtig erkannt hat, würde die Entfernungsmassnahme 
die Beziehung zur Ehefrau und zum minderjährigen Sohn stark beeinträch-
tigen (E. 5c). Der Ehefrau (und dem Sohn) steht es jedoch grundsätzlich 
frei, ob sie in der Schweiz verbleiben oder zusammen mit dem Beschwer-
deführer nach Kosovo ausreisen wollen. Die Ehefrau stammt ursprünglich 
auch aus Kosovo, sodass es für sie nicht unzumutbar erscheint, ihrem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
Seite 16

Ehemann ins Heimatland zu folgen, sollte sie sich zu einer freiwilligen Aus-
reise entscheiden.

4.3.4 Hinsichtlich des minderjährigen Sohnes hat die POM zutreffend 
festgestellt, er habe ein bedeutendes Interesse am Weiterbestand des 
Aufenthaltsrechts seines Vaters (E. 5c S. 16). Als inzwischen 14-jähriger ist 
er allerdings nicht mehr in gleichem Ausmass auf die Betreuung und Unter-
stützung durch seinen Vater angewiesen. Zudem kann er, wie die Vor-
instanz zu Recht erwogen hat, in seinem vertrauten Umfeld bleiben und in 
den hiesigen Lebensbedingungen aufwachsen, sollte die Mutter nicht mit 
dem Beschwerdeführer nach Kosovo ausreisen (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 5c S. 16). Darüber hinaus werden die familiären Beziehungen 
durch die strittige Massnahme nicht vollständig verunmöglicht. Sie können 
mittels der üblichen Kommunikationsmittel sowie gegenseitiger Besuche 
gepflegt werden (BVR 2013 S. 543 E. 5.4). Zwar beabsichtigt die EG Thun, 
beim zuständigen Bundesamt die Verhängung eines Einreiseverbots gegen 
den Beschwerdeführer zu beantragen (Akten EG Thun pag. 173). Ein sol-
ches könnte aber praxisgemäss zwecks Ermöglichung der Pflege des Fa-
milienlebens temporär aufgehoben werden (vgl. Art. 67 Abs. 5 AuG; 
BVR 2015 S. 394 E. 7.2; BGer 2C_270/2015 vom 6.8.2015 E. 5 und 8.3, 
2C_1140/2012 vom 27.11.2012 E. 2.2). Im Übrigen schliesst die Verurtei-
lung des Beschwerdeführers einen neuen Aufenthaltstitel nicht ein für alle 
Mal aus. Besteht ein Bewilligungsanspruch fort und wird dannzumal anzu-
nehmen sein, dass der Beschwerdeführer sich in seiner Heimat bewährt 
und keine Gefahr mehr für die hiesige Sicherheit und Ordnung darstellt, 
kann um Neuerteilung einer Bewilligung ersucht werden (vgl. BVR 2015 
S. 391 E. 4 und 7.4; BGer 2C_860/2016 vom 2.12.2016 E. 3.3.3 [betreffend 
FZA-Anspruch], 2C_300/2016 vom 19.8.2016 E. 4.4.2, je mit Hinweisen). 
Schliesslich spielt keine wesentliche Rolle, dass die Ehefrau und der min-
derjährige Sohn angesichts der Rückkehr des Beschwerdeführers in sein 
Heimatland gegebenenfalls wieder sozialhilfeabhängig werden könnten 
(Beschwerde S. 6); einem solchen rein finanziellen Interesse kommt in der 
Gesamtbetrachtung nur eine untergeordnete Bedeutung zu (vgl. auch 
vorne E. 4.3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
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4.4 Auf privater Seite fallen damit die Ehe des Beschwerdeführers so-
wie die Beziehung zum minderjährigen Sohn als nicht unerhebliches Inte-
resse ins Gewicht. Seine vergleichsweise lange Aufenthaltsdauer ist jedoch 
insbesondere mit Blick auf die misslungene Integration zu relativieren; zu-
dem stehen seiner Rückkehr und Wiedereingliederung im Heimatland keine 
massgeblichen Hindernisse entgegen.

5.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen 
ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde wegen eines Betäubungs-
mitteldelikts (Überschreiten des bundesgerichtlichen Grenzwerts für ein 
qualifiziertes Drogendelikt um mehr als das Doppelte; vgl. vorne E. 3.2) zu 
einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Damit hat er ein schweres 
Verschulden auf sich geladen. Im Verbund mit dem fehlenden Respekt ge-
genüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit (vgl. vorne E. 3.3) und der 
nicht gänzlich auszuschliessenden Rückfallgefahr (vgl. vorne E. 3.4) be-
steht insgesamt ein sehr gewichtiges Interesse an der strittigen Mass-
nahme. Die Interessen an einem Verbleib des Beschwerdeführers in der 
Schweiz haben dagegen zurückzustehen: Zwar fällt seine Aufenthaltsdauer 
relativ lang aus; gleichwohl hat er sich nur mangelhaft in die hiesigen Ver-
hältnisse integrieren können (vgl. vorne E. 4.2). Die Rückkehr nach Kosovo 
ist ihm zumutbar. Er ist in seinem Heimatland aufgewachsen und mit der 
Sprache und Kultur nach wie vor vertraut. In familiärer Hinsicht werden 
zwar die Beziehungen zur Ehefrau und insbesondere zum minderjährigen 
Sohn eingeschränkt (vgl. vorne E. 4.3). Dieser ist indes kein Kleinkind mehr 
und wird auch nicht aus den hiesigen Strukturen herausgerissen, sondern 
kann weiterhin von den Ausbildungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen 
in der Schweiz profitieren, sollte die Mutter den Beschwerdeführer nicht 
nach Kosovo begleiten, wozu sie nicht verpflichtet ist. Des Weiteren kön-
nen sämtliche in Frage stehenden Beziehungen in einem gewissen Rah-
men weiterhin gepflegt werden. Der Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erwei-
sen sich demnach auch im Licht von Art. 8 EMRK, Art. 13 Abs. 1 BV und 
der KRK als verhältnismässig. Damit ist die Rüge unbegründet, die Vor-

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Seite 18

instanz hätte «das Gebot der willkürfreien Ermessensausübung durch den 
Rechtsanwender verletzt» (Beschwerde S. 6).

6.

Schliesslich verstösst der Widerruf der Niederlassungsbewilligung, ent-
gegen der Meinung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 4), auch nicht 
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 9 BV. Die blosse 
Verlängerung der Kontrollfrist einer Niederlassungsbewilligung begründet 
für sich allein kein schutzwürdiges Vertrauen (vgl. VGE 2013/72 vom 
22.1.2014 E. 6.2 [bestätigt durch BGer 2C_213/2014 vom 5.11.2014] mit 
Hinweisen). Dispositionen, die der Beschwerdeführer getroffen haben 
könnte, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Anders als er meint (Beschwerde 
S. 4), hatte die EG Thun im Zeitpunkt der Verlängerung der Kontrollfrist 
(15.9.2015) noch keine Kenntnis von seiner Verurteilung wegen versuchten 
gewerbsmässigen Betrugs (vgl. vorne E. 3.3; Akten EG Thun pag. 100). 
Ohnehin ist zwischen der Niederlassungsbewilligung, die unbefristet und 
ohne Bedingungen erteilt wird (Art. 34 Abs. 1 AuG), und dem Ausweis für 
Personen mit Niederlassungsbewilligung, der nach Art. 41 Abs. 3 AuG zur 
Kontrolle für fünf Jahre ausgestellt wird, zu unterscheiden. Dieser Ausweis 
stellt selbst keine Bewilligung dar, weshalb mit seiner Verlängerung nicht 
zwingend die Prüfung der materiellen Bewilligungsvoraussetzungen ver-
bunden ist. Unabhängig von der Gültigkeit des Ausweises kann die Nie-
derlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn einer der in Art. 63 Abs. 1 
AuG genannten Widerrufsgründe erfüllt ist (vgl. BGer 2C_881/2015 vom 
26.1.2016 E. 2.3, 2C_733/2012 vom 24.1.2013 E. 4.2 je mit Hinweisen).

7.

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Da die 
gesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist (vgl. vorne Bst. A und B), ist dem Be-
schwerdeführer praxisgemäss eine neue Ausreisefrist anzusetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2017, Nr. 100.2016.359U, 
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Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig; Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. 
Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Dem 
Beschwerdeführer wird eine neue Ausreisefrist angesetzt auf den 3. No-
vember 2017.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2ʹ500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Thun
- dem Staatssekretariat für Migration

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.