# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3bf8a65-a206-5443-935a-ae7bf18fa809
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2008 D-4084/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4084-2008_2008-08-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4084/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richter Bendicht Tellenbach,
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren _______, Türkei,
vertreten durch Ali Tüm, _______,
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern.

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
9. Juni 2008 / D-6527/2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4084/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Gesuchsteller am 6. September 2001 in der Schweiz um Asyl 
ersuchte, wobei er zur Begründung seines Gesuches zur Hauptsache 
Verfolgung wegen Sympathien und Aktivitäten für die HADEP und die 
PKK geltend machte,

dass das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) mit Verfügung 
vom  11. Juni 2003  das  Asylgesuch  des  Gesuchstellers  abwies  und 
dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass in diesem Entscheid die Vorbringen des Gesuchstellers als un-
glaubhaft und nicht asylrelevant bezeichnet wurden (Art. 3 und 7  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

dass der Gesuchsteller am 17. Juli 2003 bei der damals zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde einreichte,

dass  das  Beschwerdeverfahren  per  1. Januar 2007  vom Bundesver-
waltungsgericht  übernommen wurde (Art. 53 Abs. 2 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]),

dass  die  Beschwerde  vom Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 
9. Juni 2008 abgewiesen wurde,

dass dem Gesuchsteller am 12. Juni 2008 vom BFM eine neue Ausrei-
sefrist per 10. Juli 2008 gesetzt wurde,

dass der Gesuchsteller – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – mit 
Eingabe vom 17. Juni 2008 um Revision des Urteils  des Bundesver-
waltungsgerichts vom 9. Juni 2008 ersuchte,

dass er  dabei  die  Aufhebung des Urteils  des Bundesverwaltungsge-
richts – eventualiter die Rückweisung zur Neubeurteilung an die untere 
Instanz  –  und  Asylgewährung,  eventualiter  die  vorläufige  Aufnahme 
beantragte,

dass in formeller Hinsicht um die Aussetzung des Wegweisungsvollzu-
ges, impliziterweise um die Gewährung einer Frist zwecks zusätzlicher 
Abklärungen in der Türkei, um eine externe Analyse der im Beschwer-
deverfahren eingereichten Dokumente sowie  um die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2  des 

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Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) und  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung am 
19. Juni 2008  provisorisch aussetzte,  das  Gesuch um ein  definitives 
Aussetzen des Wegweisungsvollzuges jedoch mit Zwischenverfügung 
vom 24. Juni 2008 zufolge Aussichtslosigkeit der Begehren abwies,

dass gleichzeitig das Gesuch um Ansetzung einer Frist zwecks zusätz-
licher Abklärungen in der Türkei abgewiesen wurde,

dass ferner das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Begeh-
ren abgelehnt und der Gesuchsteller – unter Androhung des Nichtein-
tretens im Unterlassungsfall – aufgefordert wurde, bis zum 7. Juli 2008 
einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'200.--  einzuzahlen  (Art. 63  Abs. 4 
i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG),

dass  der  einverlangte  Kostenvorschuss  am  5. Juli 2008  eingezahlt 
wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 105 AsylG endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des 
Asyls entscheidet,

dass es ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es 
in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. dazu BVGE 
2007/21 E. 2.1 S. 242),

dass gemäss  Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts  die  Art. 121-128  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) sinngemäss gelten,

dass  auf  Inhalt,  Form  und  Ergänzung  des  Revisionsgesuches  die 
Art. 52  und  53  VwVG  Anwendung  finden,  wobei  in  der  Begründung 
insbesondere  der  angerufene  Revisionsgrund  anzugeben  und  die 

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Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens (im Sinne von Art. 124 BGG) 
darzutun ist (Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG),

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft 
beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2005, S. 269),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile  aus 
den in  Art. 121-123 BGG aufgeführten Gründen in  Revision  (Art. 45 
VGG) zieht, wobei  Gründe, welche die Partei, die um Revision nach-
sucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte geltend ma-
chen können nicht als Revisionsgründe gelten (Art. 46 VGG),

dass der Gesuchsteller sinngemäss den Revisionsgrund  der aus Ver-
sehen nicht erfolgten Berücksichtigung von in den Akten liegenden er-
heblichen Tatsachen gemäss Art. 121 Bst. d BGG geltend macht  und 
ausserdem die Rechtzeitigkeit  des Revisionsbegehrens aufzeigt,  wo-
mit auf das im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Revisions-
gesuch einzutreten ist,

dass der Gesuchsteller zur Begründung seines Gesuches im Wesentli-
chen geltend macht,  die  Asylbegründung im kantonalen Anhörungs-
protokoll (A5 S. 7) sei ungenügend berücksichtigt worden und die Vor-
instanz  sowie  das  Bundesverwaltungsgericht  hätten  sich  bei  ihrem 
Entscheid fast nur auf die Frage der Echtheit der eingereichten Doku-
mente gestützt,

dass im angefochtenen Entscheid jedoch keine Vorbringen versehent-
lich übersehen wurden, zumal einlässlich auf die Glaubhaftigkeit und 
die Asylrelevanz der Gesuchsvorbringen eingegangen wurde, 

dass  sodann  auch  das  Vorbringen,  wonach  der  Analyse  der  Fäl-
schungsmerkmale  der  im  Beschwerdeverfahren  eingereichten  Doku-
mente sowohl in der Verfügung als auch im Urteil zu viel Platz einge-
räumt wurde, als blosse Urteilskritik zu beurteilen ist,

dass die nach zusätzliche Abklärungen in der Türkei in Aussicht ge-
stellten Beweismittel in keiner Weise näher substanziiert werden konn-

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ten  und  bis  zum heutigen  Zeitpunkt  auch  keine  solchen  eingereicht 
wurden,

dass schliesslich auch die Forderung einer erneuten Überprüfung von 
im Beschwerdeverfahren eingereichten und abschliessend beurteilten 
Dokumenten durch eine externe Dokumentenanalyse im Revisionsver-
fahren keinen Platz hat,

dass zusammenfassend festzuhalten ist, dass keine revisionsrechtlich 
relevanten Gründe  dargetan sind  und das Gesuch um Revision  des 
Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Juni 2008  demzufolge 
abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1200.-- 
dem Gesuchsteller  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 
VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) und mit dem vom Gesuchsteller am 5. Juli 2008 in gleicher 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.-- werden dem Gesuchsteller aufer-
legt. Dieser Betrag wird mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Gesuchstellers (Einschreiben; Beilage: Ori-
ginalurteil vom 9. Juni 2008)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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