# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d44f9ef7-acd7-5dbe-8743-0d554d917378
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.08.2011 PF110031
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PF110031_2011-08-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PF110031-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter lic. iur.  

P. Hodel und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. K. Wili. 

Urteil vom 18. August 2011 

 

in Sachen 

 

Erben des A._____,  
a) B._____, 

b) C._____, 

Gesuchsteller und Beschwerdeführer, 

 

B._____ vertreten durch C._____ 

  

gegen 

 

1. D._____,  

2. E._____, 

  

Gesuchsgegner und Beschwerdegegner, 

 

betreffend Schutzschrift 
(Kosten) 

 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirkes Bülach vom 

6. Juli 2011 (EW110002) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Die Beschwerdeführer gelangten am 6. Juli 2011 an die Vorinstanz mit 

dem Begehren, es sei ihre Eingabe als Schutzschrift entgegen zu nehmen und 

während sechs Monaten gerichtlich aufzubewahren (act. 1). Gleichentags verfügte 

das Einzelgericht des Bezirkes Bülach die Entgegennahme der Schutzschrift, setz-

te die Gerichtsgebühr auf Fr. 2'000.-- fest und auferlegte diese den Beschwerde-

führern (act. 6 = act. 10). Mit Schreiben vom 12. Juli 2011 teilten die Beschwerde-

führer der Vorinstanz mit, dass sie die Schutzschrift zurückziehen würden (act. 8). 

2. Mit Eingabe vom 12. Juli 2011 erhoben die Beschwerdeführer gegen die 

vorinstanzliche Verfügung rechtzeitig Beschwerde, mit dem Antrag, es sei die fest-

gelegte Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- auf das gesetzliche Minimum, eventualiter 

auf Fr. 500.-- zu reduzieren (act. 11). Dies begründeten sie damit, dass sich die 

Sache bereits erledigt habe und der Vorinstanz bis auf den Erlass der Verfügung 

kein weiterer Aufwand entstanden sei, weshalb die festgesetzte Gerichtsgebühr 

unverhältnismässig und massiv übersetzt sei.  

3. Mit Präsidialverfügung vom 19. Juli 2011 wurde den Beschwerdeführern 

Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von Fr. 200.-- angesetzt 

(act. 15). Der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (act. 17).  

4. Die Beschwerdeführer rügen einzig die Höhe der vorinstanzlich festge-

setzten Entscheidgebühr. Der Kostenentscheid ist selbständig mit Beschwerde an-

fechtbar (Art. 110 ZPO). Die Entscheidgebühr als Teil der Gerichts- bzw. Prozess-

kosten richtet sich gemäss Art. 95 f. ZPO nach den kantonalen Bestimmungen. Die 

Kantone haben dabei das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip zu beachten. 

Mit Bezug auf das Kostendeckungsprinzip ist notorisch, dass die von den zürcheri-

schen Gerichten erhobenen Gebühren insgesamt – was für das Kostendeckungs-

prinzip einzig massgebend ist – bei weitem die Kosten nicht decken (ZK ZPO-

SUTER/VON HOLZEN, Art. 96 N 23). Das Äquivalenzprinzip verlangt weitergehend, 

dass die Höhe der Gebühr im Einzelfall in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert 

steht, den die staatliche Leistung für den Abgabepflichtigen hat. Nicht erforderlich 

ist dabei, dass jede Gebühr die im jeweiligen Einzelfall entstandenen Kosten nicht 

- 3 - 

übersteigt. Gerichte und Behörden haben dem Interesse des Abgabepflichtigen an 

der fraglichen Amtshandlung bei der Gebührenfestsetzung Rechnung zu tragen. 

Eine gewisse Schematisierung – welche durch das Kriterium des Streitwerts er-

reicht wird – ist zulässig. Insbesondere dürfen und müssen in gewichtigen Geschäf-

ten Gebühren erhoben werden, welche die entstandenen Kosten übersteigen, um 

die Verluste in kleineren Fällen auszugleichen (BGE 120 Ia 171 E. 2a; HUNGERBÜH-

LER, Grundsätze des Kausalabgabenrechts, ZBl 2003 S. 505 ff., S. 522 f.). Nach 

der Gebührenverordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

8. September 2010 (GebV OG) bilden einerseits der Streitwert bzw. das tatsächli-

che Streitinteresse und andererseits der Zeitaufwand des Gerichtes und die 

Schwierigkeit des Falles die Grundlage für die Festsetzung der Gebühren (§ 2 

Abs. 1 GebV OG). Für die Entgegennahme einer Schutzschrift beträgt die Gebühr 

Fr. 500.-- bis Fr. 2'000.-- (§ 8 Abs. 2 GebV OG). In diesem Rahmen legt das Ge-

richt die Entscheidgebühr nach Ermessen fest. Mit Beschwerde kann die unrichtige 

Rechtsanwendung oder die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

gerügt werden (Art. 320 ZPO). Umfasst wird davon auch die Überprüfung von blos-

ser Unangemessenheit (ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, Art. 320 N 3 i.V.m. ZK 

ZPO-REETZ/THEILER, Art. 310 N 36). 

5. Im Verfahren um Entgegennahme einer Schutzschrift obliegt es dem 

Gericht zu prüfen, ob die eingereichte Schutzschrift die Voraussetzungen von 

Art. 270 ZPO erfüllt. In der Folge ist darüber eine Verfügung zu erlassen und es 

trifft das Gericht eine Aufbewahrungs- und Beachtungspflicht. Die Beschwerdefüh-

rer stellen zutreffend fest, dass die Vorinstanz vorliegend eine Standard-Verfügung 

zu erlassen hatte. Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass diesem Erlass eine 

Prüfung der Voraussetzungen voranging bzw. eine Aufbewahrungs- und Beach-

tungspflicht nachging, wobei vom Inhalt der Schutzschrift zumindest kursorisch 

Kenntnis genommen werden musste (ZK ZPO-HUBER, Art. 270 N 15). Das stellt 

ebenfalls einen bei der Festlegung der Entscheidgebühr zu berücksichtigenden 

Aufwand dar. Vorliegend umfasste die Schutzschrift vier Seiten und beinhaltete – 

nebst den Vollmachten – zwei Beilagen (act. 1-3). Die Schutzschrift bewegte sich 

somit in Bezug auf ihren Umfang im durchschnittlichen Rahmen, weshalb es sich 

rechtfertigt, auch den benötigten zeitlichen Aufwand sowie die Schwierigkeit des 

- 4 - 

Falles als durchschnittlich zu betrachten. Als weiteres Kriterium ist für die Festset-

zung der Entscheidgebühr jedoch zusätzlich der Streitwert bzw. das tatsächliche 

Streitinteresse heranzuziehen. Der Schutzschrift lag eine Streitigkeit im Zusam-

menhang mit einem Kaufvertrag über ein Grundstück zu Grunde (act. 3/4). Die Be-

schwerdeführer als Verkäufer fochten im Vorfeld den mit den Beschwerdegegnern 

als Käufer abgeschlossenen Kaufvertrag mit der Begründung an, sie hätten diesen 

unter der Fehlvorstellung abgeschlossen, es werde in absehbarer Zeit keine Ein-

zonung des Grundstückes stattfinden. Der Kaufpreis für das Grundstück betrug 

Fr. 1.15 Mio. (act. 3/3). Die Schutzschrift diente dem Zweck, den Erlass einer su-

perprovisorischen Massnahme im Sinne einer Übertragung des Grundeigentums 

auf Begehren der Beschwerdegegner zu verhindern. Das Streitinteresse betrug 

somit mindestens Fr. 1.15 Mio. und lag demnach in beträchtlicher Höhe. Dies las-

sen die Beschwerdeführer ausser Acht. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr 

trotz eines durchschnittlichen Aufwandes auf Fr. 2'000.-- fest. Unter Berücksichti-

gung des hohen Streitinteresses erscheint das aber nicht unverhältnismässig. Fer-

ner liegt die Entscheidgebühr damit zwar an der oberen Grenze aber immer noch 

innerhalb des von der Gebührenverordnung zulässigen Rahmens. Es ist daher 

nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz unangemessen handelte, das Äquiva-

lenzprinzip oder kantonales Recht verletzte. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

6. Ausgangsgemäss sind die Kosten den Beschwerdeführern aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gebühr vor Obergericht bemisst sich nach Massgabe 

dessen, was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt (§ 12 Abs. 2 GebV 

OG). Die Beschwerdeführer beantragten im Rechtsmittelverfahren die Reduktion 

der vorinstanzlichen Gerichtsgebühr um Fr. 1'500.--, weshalb die Gerichtsgebühr in 

Anwendung von §§ 4 Abs. 1, 8 Abs. 1 und 12 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 200.-- fest-

zusetzen ist.  

- 5 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 200.-- festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Beschwerdefüh-

rern auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführer sowie an das Bezirksgericht 

Bülach, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittel-

frist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 1'500.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Wili 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 18. August 2011
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 200.-- festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Beschwerdeführern auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführer sowie an das Bezirksgericht Bülach, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...