# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94892877-fa17-5f91-8315-b2f50abdde0a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-29
**Language:** de
**Title:** Medizinischer Sachverhalt wurde von Vorinstanz ungenügend abgeklärt; Rückweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00487
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00487.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00487
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
29. August 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
Rämistrasse
5, Postfach 462, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1957, ist
seit 1994 als Mechaniker
bei der
Y.___
SA in
Z.___
angestellt (
Urk.
9/3/5 Ziff. 1
-3
). Am 4. September 2015 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ver
neinte n
ach am
2.
Februar 2016 ergangenem Vorbescheid (
Urk.
9/13) mit Ver
fügung vom 14. März 2016 (
Urk.
9/15 =
Urk.
2) einen Anspruch auf IV-Leistun
gen.
2.
Gegen die Verfügung vom 14. März 2016 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 27. April 2016
(
Datum des
Poststempel
s
)
Beschwerde und beantragte, diese sei auf
zuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell seien weitere Abklärungen zu tätigen. Subeventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur weite
ren Abklärung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 Ziff. 1-4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2016 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 7. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Anspruch auf IV-Leistungen mit der Begründung,
der Beschwerdeführer
sei
aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden seit Mai 2015
erheblich
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Vom 28. Mai bis 1
2.
Juni 2015 habe er sich wegen einer
Niereninsuf
fizienz
in stationärer Behandlung befunden.
In dieser Zeit
hätten sich die Beschwerden
jedoch
wesentlich verbessert (
Urk.
2
S. 1). Es sei keine Diagnose ausgewiesen, die eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit h
ervorrufe
. Da ledig
lich eine kurzzeitige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, bestehe weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2
S.
2).
2.2
Der B
eschwerdeführer brachte vor, von
ärztlicher Seite
sei festgestellt
worden, dass er das Heben von schweren Lasten künftig generell vermeiden solle.
Zudem sei festgestellt worden,
dass es sich um eine chron
ische Niereninsuffizienz handle. Die
Diagnose
sei
jenen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit zuge
ordnet worden.
I
m angestammten Beruf als Automechaniker werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert
(
Urk.
1 S. 4). Es sei von einem
dauer
haften Gesundheitsschaden und einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen (
Urk.
1 S. 5 Ziff. 1).
2.3
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen
der Invalidenver
sicherung hat. Zu prüfen ist
zunächst
, ob
gestützt auf die vorliegenden Akten
ein Entscheid in der Sache möglich ist oder ob weitere medizinische Abklärun
gen erforderlich sind.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war vom 28. Mai bis 3. Juni 2015 im
A.___
in stationärer Behandlung (
Urk.
9/3/3).
Dr.
med.
B.___
, Assistenzarzt, med.
pract
.
C.___
,
Ober
ärztin
Vertretung,
und
Dr.
med.
D.___
, Chefarzt
A.___
,
stellten im Austrittsbericht vom 3. Juni 2015 (
Urk.
9/
3
/3-4) folgende
, hier gekürzt angeführten
Diagnosen (S. 1):
1.
unklare Tendinitis
achillea
beidseits, links mehr als rechts
2.
Zystennieren mit chronischer Niereninsuffizienz Grad III
mit/bei:
-
Sonograf
ie Niere und ableitende Harnwege
vom
2.
Juni 2015:
ortho
tope
deutlich vergrösserte Niere beidseits, durchsetzt mit multiplen unterschiedlich grossen Zysten, keine Harnabflussstörung
3.
Verdacht auf gestörte Glukosetoleranz
4.
a
rterielle Hypertonie, Differentialdiagnose: sekundär im Rahmen von
Diagnose 2
Die Ärzte des
A.___
führten weiter aus, anamnestisch bestünden seit rund zehn Jahren rezidivierende Schulter- und Knieschmerzen sowie Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Zudem
bestehe
seit längerer Zeit eine Kortison-Dauertherapi
e
. In der klinischen Untersuchung imponierten mechani
sche belastungsabhängige Beschwerden im Bereich der Achillessehnenansätze sowie
plantarseitig
im
Bereich der
Plantarfaszie
(S. 1). Im MRI der
Lendenwir
belsäule
hätten sich
keine Hinweise für eine Entzünd
ung im
Ileosakralgelenk
ergeben
.
Ansonsten
hätten sich keine
SpA
typischen entzündlichen Verände
rungen gezeigt. Primär hätten degenerative Veränderungen mit
multisegmenta
len
Osteochondrosen
und
breitbasiger
Diskusprotrusion
in den Segmenten L1 bis und mit L3/4 imponiert, ohne relevante lokale
Spina
lkanalstenosierung
. Im stationären Verlauf sei unter physiotherapeutischen Bemühungen, analgetischer Therapie sowie nach einer einmaligen
epiduralen
Infiltration auf Höhe 3/4 eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erzielt worden
. L
aboranalytisch impo
niere eine
mä
ssiggradig
eingeschränkte Nierenfunktion.
Sonografisch
impo
nierten beidseitige Zystennieren m
it einem nicht mehr abgrenzbaren
Nieren
parenchym
und einer deutlichen Nierenvergrösserung beidseits
(S. 2 oben).
Vom 28. Mai bis 1
2.
Juni 2015 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestan
den.
Das
Heben von schweren Lasten sei zu vermeiden (S. 2).
3.2
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte
im
Bericht vom 5. September 2015
(
Urk.
9/3/1-2)
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1):
-
seronegative
Oligoarthritiden
-
Tendinitis
achillei
beidseits unklarer
Aetiologie
-
schwere Niereninsuffizienz bei familiären Zystennieren
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
E.___
eine
Hyperuricämie
und eine arterielle Hypertonie (Ziff. 2.2).
Anamnestisch bestehe eine zunehmende Immobilisation durch eine hartnäckige Tendinitis
achillei
(Ziff. 4.1).
Als
klinischen Befund
nannte
Dr.
E.___
Schwellun
gen im Bereich beider Achillessehnen, Kniegelenksergüsse beidseits und einen Status nach mehrmaligen Punktionen
(Ziff. 5.2).
Der Patient arbeite im Tunnelbau. Diese Tätigkeit sei
ihm
bei massiv einge
schränkter Gehfähigkeit nicht möglich (Ziff. 5.2). Der Beschwerdeführer sei seit dem 18. Mai 2015 in der gegenwärtigen Tätigkeit eingeschränkt (Ziff. 6.1).
Ins
gesamt bestehe eine ungünstige Prognose (Ziff. 6.3).
3.3
Dr.
E.___
bestätigte in einem Bericht vom 1
2.
Dezember 2015 (
Urk.
9/10/1-5) für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser im Tunnelbau seit dem 18. Mai 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Der Hausarzt erklärte dazu, d
urch
die Polyarthritiden
bestehe
eine starke körperliche Behinderung.
Er
sehe zurzeit keine Möglichkeit für eine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.6-1.7). Bei Zunahme der Niereninsuffizienz werde der Beschwerdeführer eine Dialyse benötigen (Ziff. 1.5).
3.4
Der Beschwerdeführer ist seit dem 13. August 2015 bei
Dr.
med.
F.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie,
Ober
ärztin
, Institut für Nephrologie und Dialyse,
G.___
, in Behandlung (
Urk.
9/11/1 Ziff. 1.2).
Dr.
F.___
stellte in einem nicht datierten Bericht
(
Urk.
9/11/1-6)
folge
nde
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronische Niereninsuffizienz
G
4
A2
bei autosomal dominanter
polyzys
tischer
Nierenerkrankung (angeboren, Erstdiagnose zirka 2003)
-
rezidivierende Gichtschübe seit zirka 2015
-
unklare symmetrische Arthralgien
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
F.___
eine gestörte
Glucosetoleranz
.
Dr.
F.___
führte aus,
anamnestisch
bestehe
seit zirka 2003 eine polyzystische Nierenerkrankung mit
hypertensivem
Notfall. Es sei eine
supportive
Therapie erfolgt. Seit zirka 2015 bestünden Gelenkbeschwerden. Der Verlauf sei progre
dient. In drei bis fünf Jahren sei eine Dialysebedürftigkeit zu erwarten (Ziff.
1.4).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Automechaniker und
Baustellenfahrzeug
fahrer
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Der Beginn der Arbeitsun
fähigkeit sei durch den Hausarzt festzulegen (Ziff. 1.6). Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit durch eine
Dekonditionierung
, ein
Fatigue
-Syn
drom sowie durch unkontrollierte, immob
ilisierende Arthralgi
en, insbesondere in den Knien und in den Hand- und Fingergelenken
,
eingeschränkt. Die Fein- und Grobmotorik sei massiv gestört. Zudem bestehe eine Konzentrationsstörung (Ziff. 1.7). Klinisch führend sei aktuell die massive Gelenkproblematik. Die
nephrologische
Erkrankung sei weiter progredient, erweise sich aber als gering einschränkend (Ziff. 1.11).
3.5
Dr.
med.
H.___
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Regional
ärztlicher
Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
führte in einer Stel
lungnahme vom 27. Januar 2016 (
Urk.
9/12 S. 3) aus, gemäss dem Bericht von
Dr.
E.___
vom 15. Dezember 2015 bestehe eine
seronegative
Polyart
hritis, eine Tendinitis
achillei
beidseits unklarer Genese sowie eine schwere
Niereninsuffizi
enz
auf dem Boden von Zystennieren. Wahrscheinlich bestehe in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Dialysepflicht. Seit dem 18. Mai 2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Gemäss dem Bericht des
A.___
vom 3. Juni 2015 sei im stationären Verlauf eine Besserung der Beschwerden erzielt worden. Vom 28. Mai bis 1
2.
Juni 2015 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden.
Es bestünden keine Diagnosen mit
dauerhafter Auswirkung
auf die Arbeits
fähigkeit. Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine
seronegative
Polyarthritis, eine
Tendinitis
achillei
beidseits sowie eine sch
were Niereninsuffizienz. Zeiten,
in denen
eine anhaltende Arbeitsun
fähigkeit bestanden habe,
seien nicht nachvollziehbar (fehlendes pathologisch-anatomisches Korrelat).
Einzig während der
Hospitalisation
im
A.___
vom
28. Mai bis 1
2.
Juni 2015
habe eine Arbeitsunfähigkeit bestanden.
4.
4.1
Beim Beschwerdeführer wurde
n
im Wesentlichen
eine
seronegative
Poly
arthritis
, eine Tendinitis
achillei
beidseits und eine
chronische
Nie
reninsuffizi
enz
diagnostiziert (E. 3.2 hiervor
,
Urk.
9/10/1 Ziff. 1.1
).
Dr.
E.___
und
Dr.
F.___
attestierten
für die
angestammte Tätigkeit im Tunnelbau
seit dem 18. Mai 2015 ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
% (E.
3.2-3.4).
Dr.
H.___
kam demgegenüber
zur Einschätzung
, dass ausser in der Zeit der stationären Behandlung im
A.___
keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit vorgele
gen habe beziehungsweise eine so
lche nicht nachvollziehbar sei (E. 3.5).
Gemäss
Dr.
F.___
wirken sich die diagnostizierte chronische
Niereninsuffi
zienz
und
die
Arthralgien
auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
aus
.
Dr.
F.___
nannte
zudem
a
ls die Arbeitsfähigkeit einschränkende Faktoren eine
Dekonditionierung
, ein
Fatigue
-Syndrom, immobilisierende Arthralgien und eine
gestörte Fein- und Grobmotorik
(E. 3.4 hiervor).
Gemäss
Dr.
H.___
wirken sich die Diagnosen
dagegen
nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
.
Der RAD-Arzt
begründete seine Einschätzung mit dem Hinweis, dass es
für eine anhal
tende
Arbeitsunfähigkeit an einem
pathogenetisch
-anatomischen Korrelat fehle. Weitere Angaben hierzu machte er nicht
(E. 3.5).
4.2
Zwar trifft es zu,
dass die Ärzte des
A.___
im Austrittsbericht vom 3. Juni 2015 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
im Verlauf
der stati
onären Behandlung
des Beschwerdeführers
festgestellt
hatten
. Die Berichte von
Dr.
E.___
und
Dr.
F.___
lassen jedoch darauf schliessen, dass eine allfälli
ge
gesundheitliche
Verbesserung nicht
von Dauer
war
,
da
dem Beschwerdeführer
nach der Entlassung aus dem
A.___
wieder eine Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden ist.
Die Ärzte des
A.___
äusserten sich
natur
gemäss
nur zur Arbeitsfähigkeit während der
Hospit
alisation
.
Für die Folgezeit konnten si
e
keine Angaben machen.
Die
Einschätzung
der behandelnden Ärzte
des Beschwerdeführers
erweist sich als plausibel. So
gab
Dr.
E.___
an, dass dem Beschwerdeführer
die körperlich
e
Arbeit im Tunnelbau
aufgrund
einer massiv eingeschränkten Geh
fähigkeit nicht mehr möglich
ist
(E. 3.2
-hiervor
).
In diesem Sinne lassen die
B
erichte von
Dr.
E.___
und
Dr.
F.___
darauf schliessen,
dass der Beschwerdeführer zumin
dest in der angestammten Tätigkeit massgeblich in seiner Ar
beitsfähigkeit ein
geschränkt sein könnte
.
Indessen kann
auch nicht unbesehen
und allein
auf die Angaben der behandelnden Ärzte abgestellt werden.
Insofern ist die Erfah
rungstatsache zu beachten, dass Hausärzte wie auch behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen wird (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Der medizinische Sachverhalt erweist sich
demzufolge
als ungenügend abge
klärt.
In Anbetracht der seit dem 18. Mai 2015 attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ist zwischenzeitlich auch das Wartejahr nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG als erfüllt zu betrachten.
4.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.4
Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und in einer Ver
weistätigkeit
eingehend
abzuklären.
Zur
Stellungnahme
von
Dr.
H.___
vom 27. Januar 2016
ist
zu sagen
, dass diese
keine
Grundlage in d
en übrigen medi
zinischen Akten
findet
. Der
knappe Hinweis
auf ein fehlendes pathologisches-anatomisch
es Korrelat
vermag
die abweichende Einschätzung
von
Dr.
H.___
sodann
nicht
auszureichend
zu erklären. Die Beschwerdegegnerin hat es sodann unterlassen, die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer
Verweistätig
keit
abzuklären.
Die Sache ist daher
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
zur Abklärung
der Auswirkungen der chronischen Niereninsuffizienz und der
festgestellten
Arthralgien auf die Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführers
in der angestamm
ten und
in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
. Anschliessend hat
die Beschwerdegegnerin
über einen allfälligen Leistungsanspruch
des Beschwerde
führers
neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
Vorliegend sind die Kos
ten auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Parteikosten werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Vorliegend ist der Beschwerdeführer mit
Fr.
1‘800.-- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.3
Bei diesem Ausgang des Verfahren
s
erweist sich das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
der unentgeltlichen
Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
5) als gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die
Verfügung vom 1
4.
März 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger