# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f55c665b-31f8-5a40-98d6-4123b549abd9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240090-O1
**Docket/Reference:** SB240090-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240090-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240090-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. V. Seiler sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin 

Urteil vom 24. September 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte Entführung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Einzelgericht, 

vom 20. Dezember 2023 (GG230025)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 30. März 2023 

(Urk. 1/17/8) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 52 S. 50 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig der Handlungen zum Eigenkonsum har-

ter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen im Sinne 

von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB.

2.

Der  Beschuldigte  A._____  ist  schuldig  der  versuchten  Entführung  im  Sinne  von 

Art. 183 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3.

Der  Beschuldigte  wird  bestraft  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  8 Monaten,  wovon  bis 

und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden ist.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre fest-

gesetzt.

5.

Dem Beschuldigten wird für die Dauer der Probezeit im Sinne von Art. 94 StGB die 

Weisung erteilt, sich einer psychiatrisch-psychotherapeutischen bzw. fachtherapeu-

tischen Behandlung bei einer durch die Bewährungs- und Vollzugsdienste zu bestim-

menden  Fachperson  zu  unterziehen,  solange  dies  durch  die  Fachperson  bzw.  die 

Bewährungs- und Vollzugsdienste für sinnvoll und notwendig erachtet wird, längs-

tens bis zum Ablauf der Probezeit. Mit der Überwachung dieser Weisung werden die 

Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliede-

rung des Kantons Zürich beauftragt. 

6.

Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB für die Dauer der 

Probezeit verboten, mit der Privatklägerin in irgendeiner Weise (persönlich, telefo-

nisch, schriftlich, WhatsApp, Snapchat, SMS, Mail etc.) Kontakt aufzunehmen oder 

durch Drittpersonen aufnehmen zu lassen.

7.

Der Beschuldigte wird für den Fall der Missachtung des Verbots gemäss Ziff. 6 auf 

die Strafandrohung von Art. 292 StGB (Busse wegen Ungehorsam gegen amtliche 

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Verfügungen) hingewiesen, wonach mit Busse bis Fr. 10'000.– bestraft wird, wer der 

von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten an ihn erlassenen 

Verfügung keine Folge leistet.

8.

Es  wird  festgestellt,  dass  der  Beschuldigte  gegenüber  der  Privatklägerin  aus  dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Zivilanspruchs wird die Privatklägerin auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Der  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  der  Privatklägerin  eine  Genugtuung  von 

Fr. 6'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit 15. März 2019 zu bezahlen. 

10. Der mit Verfügung vom 9. Februar 2022 als Beweismittel beschlagnahmte Computer 

Acer Aspire Z3-601 (A014'733'336) wird nach Eintritt der Rechtskraft freigegeben.

Dem Beschuldigten bzw. seiner amtlichen Verteidigung wird eine Frist von 30 Tagen 

ab Eintritt der Rechtskraft angesetzt, um den herauszugebenden Gegenstand selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieser Verfügung und eines 

amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der zuständigen Lager-

behörde abzuholen, soweit diese Abholung nicht bereits erfolgt ist. Wird der heraus-

zugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er vernichtet. Die Lagerbe-

hörde  wird  angewiesen,  diese  Anordnung  innert  30  Tagen  zu  vollziehen  und  zu 

dokumentieren.

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. Fe-

bruar 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft de-

finitiv eingezogen und vernichtet:





Festplatte Western Digital (A014'749'792)

Notizzettel (act. 7/4)

12. Die Entschädigung von Rechtsanwalt MLaw X1._____ für die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten wird auf pauschal Fr. 12'752.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwert-

steuer) festgesetzt. Es wird vorgemerkt, dass der Vorgänger des aktuellen amtlichen 

Verteidigers, Rechtsanwalt MLaw X2._____, von der Staatsanwaltschaft mit insge-

samt Fr. 6'294.10 entschädigt worden ist (bereits rechtskräftig).

-   4   -

13. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die unentgeltliche Rechts-

vertretung der Privatklägerin wird auf pauschal Fr. 8'952.90 (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festgesetzt.

14. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren

50.00   Auslagen 

11'472.50   Gutachten

8'952.90   Entschädigung unentgeltliche Rechtsb. Privatklägerin

6'294.10   Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X2._____)

12'752.45   Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X1._____)

45'121.95   Total

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 3'000.–.

15. Die  Kosten  und  Gebühren  des  Vorverfahrens  und  des  gerichtlichen  Verfahrens 

werden dem Beschuldigten zu vier Fünftel auferlegt und im übrigen Umfang auf die 

Gerichtskasse  genommen  bzw.  der  Staatsanwaltschaft  zur  Abschreibung  über-

lassen. Davon ausgenommen sind die Kosten für die Erstellung des psychiatrischen 

Gutachtens;  jene  Kosten  werden  definitiv  auf  die  Staatskasse  genommen.  Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der 

Privatklägerin  werden  einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  genommen.  Vorbehalten 

bleibt die Verpflichtung des Beschuldigten, dem Kanton diese Entschädigungen im 

Umfang von vier Fünfteln zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

16.

(Mitteilungen)

17.

(Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge

a)

Der Verteidigung (Urk. 53 S. 2 f.):

1.

In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffern  2,  3  und  4  sei  der 

Beschuldigte  vom  Vorwurf  der  versuchten  Entführung  i.S.v.  Art. 183  i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen.

2.

In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer 5 sei von einer Weisung 

i.S.v. Art. 94 StGB abzusehen.

3.

In  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Dispositiv-Ziffern  6  und  7  sei  von  einem 

Kontaktverbot i.S.v. Art. 67b Abs. 1 lit. a StGB abzusehen.

4.

In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffern 8 und 9 seien die Scha-

denersatz-  und  Genugtuungsforderungen  der  Privatklägerin  vollumfänglich 

abzuweisen,  eventualiter  auf  den  Zivilweg  zu  verweisen,  soweit  überhaupt 

darauf einzutreten ist.

b)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 58 S. 1):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerschaft (Urk. 84 S. 2):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefoch-

tenen Entscheid (Urk. 52 S. 4 ff. E. I.). Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz 

am 20. Dezember 2023 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv teilweise 

schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 50 ff.). Innert Frist liess er Berufung 

anmelden und erklären (Urk. 48 und 53; vgl. dazu auch Urk. 51/3). Mit Verfügung 

vom 4. März 2024 ging die Berufungserklärung an die Privatklägerin und die Staats-

anwaltschaft und wurde diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberu-

fung  erhoben  wird,  oder  um  begründet  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu 

beantragen  (Urk. 56).  Mit  Eingabe  vom  8.  März  2024  verzichtete  die  Staatsan-

waltschaft  auf  Anschlussberufung  (Urk. 58).  Die  Privatklägerin  liess  sich  innert 

angesetzter  und  erstreckter  (Urk. 65)  Frist  nicht  vernehmen.  Mit  Eingabe  vom 

8. Oktober 2024 liess der Beschuldigte die Durchführung des schriftlichen Verfah-

rens beantragen (Urk. 61). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2024 wurde der Staats-

anwaltschaft  und  der  Privatklägerin  Frist  zur  freigestellten  Vernehmlassung  zu 

dieser Frage angesetzt, unter Hinweis, dass bei Säumnis Verzicht auf Vernehm-

lassung angenommen werde (Urk. 63). Nachdem die Staatsanwaltschaft und die 

Privatklägerin innert Frist nicht dagegen opponiert hatten (Urk. 63 ff.), wurde am 

14. November 2024 die Durchführung des schriftlichen Verfahrens angeordnet und 

dem Beschuldigten Frist angesetzt, um schriftlich im Doppel die Berufungsanträge 

zu stellen und zu begründen sowie letztmals Beweisanträge zu stellen (Urk. 67). 

Nach erstreckter Frist (Urk. 71 ff.) liess der Beschuldigte am 20. Januar 2025 seine 

schriftliche Berufungsbegründung samt Beilagen einreichen (Urk. 75 f.). Mit Verfü-

gung vom 22. Januar 2025 wurde der Privatklägerin sowie der Staatsanwaltschaft 

Frist  angesetzt,  um  die  Berufungsantwort  einzureichen,  zu  den  prozessualen 

Anträgen des Beschuldigten Stellung zu nehmen sowie letztmals eigene Beweisan-

träge zu stellen (Urk. 77). Mit Eingabe vom 7. Februar 2025 liess die Privatklägerin 

die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung sowie eine Fristerstre-

ckung zur Einreichung der Berufungsantwort beantragen (Urk. 80). Mit Verfügung 

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vom 13. Februar 2025 wurde das Berufungsverfahren einstweilen schriftlich weiter-

geführt  und  wurde  der  Privatklägerin  die  beantragte  Fristerstreckung  gewährt 

(Urk. 81).  Nach  einer  weiteren  Fristerstreckung  (Urk.  83)  liess  die  Privatklägerin 

ihre Berufungsantwort einreichen, wobei sie an ihrem Antrag auf Durchführung ei-

ner  mündlichen  Berufungsverhandlung  festhielt  (Urk.  84).  Mit  Verfügung  vom 

31. März 2025 wurde die Berufungsantwort der Privatklägerin, dem Beschuldigten 

und der Staatsanwaltschaft zur freigestellten Stellungnahme übermittelt (Urk. 85). 

Nach erstreckter Frist (Urk. 87 ff.) nahm der Beschuldigte mit Eingabe vom 2. Juni 

2025  dazu  Stellung  und  beantragte  die  Abweisung  der  Anträge  der  Privatkläge-

rin (Urk. 91). Das Verfahren ist spruchreif. 

2.

Umfang der Berufung

Unangefochten  blieben  die  Dispositiv-Ziffern  1  und  10-14  des  vorinstanzlichen 

Urteils (vgl. Urk. 75 S. 2), in welchem Umfang dieses in Rechtskraft erwuchs, was 

mit Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der Entscheid zur Disposi-

tion. Es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3.

Prozessuales

3.1. Allgemeines

Soweit  für  die  tatsächliche  und  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten  Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit  Erwähnung 

findet.  Stimmt  die  Rechtsmittelinstanz  grundsätzlich  zu  und  hat  sie  bloss  neben-

sächliche Vorbehalte, kann sie punktuelle Korrekturen formulieren und im Übrigen 

auf die vorinstanzliche Begründung verweisen (Urteil 6B_1164/2023 vom 7. Okto-

ber 2024 E. 3.2 mit Hinweis). Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu 

begründen.  Die  Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen, 

von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. 

Es darf sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich 

nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatsächlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen 

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Einwand auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für 

den  Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken.  Ein  unverhältnismässiger 

Motivationsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 

Ziff.  1  EMRK in  der  Weise  auslegen,  dass  eine  detaillierte  Antwort  auf  jedes 

Argument gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 

E. 1.3.1;  BGer  6B_689/2019  vom  25.  Oktober  2019  E.  1.5.2.,  mit  Hinweisen;  in 

diesem  Sinne  gegen  eine  "überbordende  Begründungspflicht"  [namentlich  in 

Strafsachen] auch FRANÇOIS CHAIX, Bundesgerichtspräsident, in: Plädoyer 3/2025, 

S. 20 f.).

3.2. Schriftliches Verfahren

Mit Verfügung vom 14. November 2024 wurde in Anwendung von Art. 406 StPO 

die  Durchführung  des  schriftlichen  Verfahrens  angeordnet.  Nachdem  sie  zuvor 

nicht dagegen opponiert hatte, liess die Privatklägerin erstmals mit Eingabe vom 

7. Februar 2025 die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung bean-

tragen  (vgl.  vorne  unter  E.  I.1.).  Weder  in  dieser  noch  in  ihrer  späteren  Eingabe 

vom 24. März 2025 bringt sie indes Stichhaltiges vor, das gegen die Durchführung 

eines  schriftlichen  Verfahrens  spräche.  Insbesondere  ergibt  sich  entgegen  ihrer 

Ansicht (Urk. 80 S. 2 f. und Urk. 84 S. 4 und 9) nicht, dass gestützt auf die Ausfüh-

rungen der Verteidigung davon auszugehen wäre, es seien nicht nur Rechtsfragen 

zu klären. Entgegen ihrer Ansicht stellen sich auch keine Fragen, die einen persön-

lichen Eindruck des Gerichts vom Beschuldigten zwingend notwendig erscheinen 

liessen. Die Voraussetzungen für die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens 

im Sinne von Art. 406 StPO sind damit nach wie vor erfüllt.

3.3. Anklageprinzip

3.3.1. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des  Gerichtsverfahrens  (Umgrenzungsfunktion; Art.  9  und Art.  325  StPO; Art.  29 

Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Gericht 

ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitäts-

prinzip),  nicht  aber  an  dessen  rechtliche  Würdigung  durch  die  Anklagebehörde 

(vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last geleg-

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ten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in 

objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Das Akkusations-

prinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten 

Person  und  dient  dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Informationsfunktion; 

BGE 141  IV  132  E.  3.4.1;  BGE  140  IV  188  E.  1.3; BGE  133  IV  235  E.  6.2  f.; 

BGE 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss unter dem 

Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen 

sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entschei-

dend  ist,  dass  der  Betroffene  genau  weiss,  welcher  konkreter  Handlungen  er 

beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner 

Verteidigung  richtig  vorbereiten  kann.  Er  darf  nicht  Gefahr  laufen,  erst  an  der 

Gerichtsverhandlung  mit  neuen  Anschuldigungen  konfrontiert  zu  werden  (vgl. 

BGE 103 Ia 6 E. 1b; Urteile 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2, nicht publ. 

in: BGE 141 IV 437 ; 6B_1073/2014 vom 7. Mai 2015 E. 1.2; 6B_344/2011 vom 

16. September  2011  E. 3;  je  mit  Hinweisen;  vgl.  zum  Ganzen  statt  Weiterer 

BGE 143 IV 63 S. 65).

3.3.2. Die Verteidigung moniert – erstmals im Berufungsverfahren (vgl. dazu Prot. I 

S. 12 ff. und Urk. 43 2 ff.) – eine Verletzung des Anklageprinzips. Dabei bringt sie 

im  Wesentlichen  vor,  das  für  die  Entführung  entscheidende  Tatbestandselement 

der tatsächlichen Beschränkung der Fortbewegungsfreiheit durch das Verbringen 

werde in der Anklage nicht umschrieben (Urk. 75 S. 6). Eine Verletzung des Ankla-

geprinzips ist vorliegend nicht auszumachen. Unter dem Gesichtspunkt der Infor-

mationsfunktion  des  Anklageprinzips  ist  massgebend,  dass  die  beschuldigte 

Person genau weiss, was ihr angelastet wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte 

angemessen ausüben kann. Vorliegend bestehen keine Zweifel darüber, welches 

Verhalten dem Beschuldigten zur Last gelegt wird (vgl. dazu sogleich nachfolgend 

unter  E.  II.1.).  Inwiefern  eine  wirksame  Verteidigung  erschwert  oder  gar  verun-

möglicht worden sein soll, ist weder ersichtlich noch dargelegt. Das zeigt sich nicht 

zuletzt  darin,  dass  die  Verteidigung  sowohl  in  ihrem  vor  Vorinstanz  gehaltenen 

Plädoyer  als  auch  im  Berufungsverfahren  zum  Vorwurf  substantiiert  Stellung 

nehmen konnte. Der Einwand der Verteidigung verfängt damit nicht.

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3.4. Beschränkung der Öffentlichkeit

Der  Beschuldigte  lässt  diverse  Massnahmen  zum  Schutz  der  Persönlichkeit  und 

der Anonymität der Beteiligten beantragen, wobei er in erster Linie befürchtet, durch 

eine  mediale  Berichterstattung  würden  Rückschlüsse  auf  seine  Person  möglich 

(Urk. 75 S. 3 und dazu S. 24). Da das Verfahren schriftlich geführt wird, Medien-

schaffende kein Akteneinsichtsrecht haben und eine Publikation des Urteils ohne-

hin nur in anonymisierter Form erfolgt, erübrigen sich diesbezügliche Weiterungen. 

Ein genereller Verzicht auf eine anonymisierte Publikation des Urteils rechtfertigt 

sich nicht.

II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf, Sachverhalt und Ausgangslage

Der Vorwurf ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift (Urk. 52 S. 2), darauf 

kann  verwiesen  werden.  Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  er 

habe am 15. März 2019, ca. 08.05 Uhr, auf dem B._____ [Strasse] wenige Meter 

vor der Einmündung zur C._____-strasse (neben Liegenschaft C._____-strasse …) 

in D._____ die damals neun Jahre alte Privatklägerin E._____ auf deren Schulweg 

von hinten mit einem Arm gepackt und ihr mit der anderen Hand ein feuchtes, mit 

Zwetschgenschnaps getränktes Tuch auf den Mund und die Nase gedrückt, um sie 

zum Widerstand unfähig zu machen und sie mit in seine Wohnung zu entführen, 

worauf sich die Privatklägerin heftig mit Schlägen und Tritten gewehrt habe, so dass 

er  sie  nach  kurzer  Zeit  losgelassen  und  auf  dem  B._____  zurück  in  Richtung 

F._____-strasse weggerannt sei. Damit habe er sich der versuchten Freiheitsbe-

raubung oder Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 

22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Im Wesentlichen gestützt auf die Zugaben des 

Beschuldigten ist der Sachverhalt im Sinne der Anklage mit der Vorinstanz (Urk. 52 

S. 13-16 E. III.3.) erstellt und steht im Berufungsverfahren nicht mehr zur Diskus-

sion. Auf die rechtlichen Einwände der Verteidigung (Urk. 75 S. 7 ff.) ist nachfol-

gend einzugehen.

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2.

Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung bringt im Berufungsverfahren – grob zusammengefasst – vor, es 

liege  in  rechtlicher  Hinsicht  tatbeständlich  weder  eine  Entführung  noch  eine 

Freiheitsberaubung  vor  (Urk.  75  S.  7  f.)  und  auch  keine  Versuchsstrafbarkeit 

(a.a.O.,  S.  9  ff.).  Soweit  erforderlich,  ist  auf  ihre  Vorbringen  nachfolgend  einzu-

gehen.

3. Würdigung

3.1. Die Vorinstanz hat unter Abhandlung der Vorbringen der Verteidigung, die im 

Berufungsverfahren über weite Strecken wiederholt werden, und unter Hinweis auf 

die relevanten rechtlichen Grundlagen eine sorgfältige und zutreffende rechtliche 

Würdigung  vorgenommen  (Urk. 52  S.  22  ff.  E.  IV.2.),  auf  die  vorab  verwiesen 

werden kann. Die nachfolgenden Erwägungen sind als teilweise rekapitulierende, 

präzisierende und ergänzende zu verstehen.

3.2. An  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  11. Februar 2021  gab  der  Beschul-

digte zu Protokoll, er habe die Privatklägerin, in die er ein bisschen verliebt gewe-

sen  sei  (Urk. 1/2/1  F/A 48  f.),  mitnehmen  wollen,  um  mit  ihr  Memory  zu  spielen 

(a.a.O. F/A 19). Etwas später erklärte er, er habe sie am Rücken massieren wollen 

(a.a.O.  F/A 41  ff.).  Er  sei  sich  bewusst  gewesen,  dass  die  Privatklägerin  nicht 

freiwillig  mit  ihm  mitkommen  würde  (a.a.O.  F/A 46).  Deshalb  habe  er  an  jenem 

Morgen  ein  mit  Zwetschgenschnaps  befeuchtetes  Tuch  dabeigehabt,  um  die 

Privatklägerin damit zu betäuben (a.a.O. F/A 37 ff. und 54). An der gleichentags 

durchgeführten Hafteinvernahme bestätigte er erneut, dass er mit der Privatkläge-

rin habe Memory spielen und sie habe massieren wollen (Urk. 1/2/3 F/A 6 f.). Die 

Vorinstanz  erwog  in  diesem  Zusammenhang  unter  Hinweis  auf  die  einschlägige 

Literatur richtig, bei der Freiheitsberaubung werde das Opfer unrechtmässig fest-

gesetzt; es werde ihm die Möglichkeit entzogen, sich von einem bestimmten Ort 

fortzubewegen.  Bei  der  Entführung  hingegen  werde  gerade  umgekehrt  eine 

unrechtmässige Verschiebung des Opfers von einem an einen anderen Ort bewirkt 

(Urk. 52  S.  22  E.  IV.2.2.1.).  Entsprechend  ist  –  wie  eingeklagt  und  erstellt  –  die 

Tatbestandsvariante Entführung zu prüfen. Die in eine andere Richtung zielenden 

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Argumente der Verteidigung (Urk. 75 S. 7 f.) gehen an der Sache vorbei und ver-

fangen nicht, wobei dazu nur angemerkt sei, dass es vorliegend um eine versuchte 

– und eben gerade nicht vollendete – Entführung geht (vgl. dazu sogleich).

3.3. Entführen  setzt  voraus,  dass  der  Täter  das  Opfer  an  einen  anderen  Ort 

verbringt  und  als  Folge  davon  eine  gewisse  Machtposition  über  dieses  erlangt. 

Dabei  muss  die  Ortsveränderung  zwar  für  eine  gewisse  Dauer  vorgesehen,  das 

Opfer aber dort in seiner persönlichen Freiheit nur soweit beschränkt werden, dass 

es nicht die Möglichkeit hat, unabhängig vom Willen des Täters an seinen gewohn-

ten  Aufenthaltsort  zurückzukehren.  Weder  das  Wegbringen  des  Opfers  noch  die 

Beschränkung  seiner  Freiheit  am  neuen  Aufenthaltsort  brauchen  daher  eine 

Freiheitsberaubung oder überhaupt eine Nötigung darzustellen. Eine persönliche 

Beziehung zwischen Täter und Opfer ist nicht erforderlich (vgl. zum Ganzen statt 

Weiterer OFK/StGB, DONATSCH, N 12 zu Art. 183, mit Verweisen).

3.4. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte die damals neunjährige 

Privatklägerin  am  Morgen  des  19.  März 2019  auf  deren  Schulweg  von  hinten 

gepackt und ihr ein mit Zwetschgenschnaps getränktes Tuch auf den Mund und die 

Nase gedrückt, um sie zum Widerstand unfähig zu machen und in seine Wohnung 

zu entführen. Dabei war ihm bewusst, dass sie freiwillig nicht mit ihm mitkommen 

würde. In der Wohnung hätte er mit ihr Memory spielen oder sie massieren wollen. 

Da  sich  die  Privatklägerin  heftig  wehrte,  kam  es  letztlich  nicht  zur  geplanten 

Verbringung in die Wohnung des Beschuldigten. Die Entführung wurde also nicht 

vollendet, da es dem Beschuldigten nicht gelang, sein Opfer an einen anderen Ort 

zu  verbringen  und  als  Folge  davon  eine  gewisse  Machtposition  über  dieses  zu 

erlangen. Entsprechend kann es nur um eine versuchte Tatbegehung gehen. Im 

Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass das verwendete Tatmittel vor-

liegend keine Rolle spielt, da sich nach Art. 183 Ziff. 2 StGB ohne Rücksicht auf die 

von  ihm  angewendeten  Mittel  strafbar  macht,  wer  jemanden  entführt,  der 

urteilsunfähig, widerstandsunfähig oder noch nicht 16 Jahre alt ist (vgl. dazu statt 

Weiterer OFK/StGB, DONATSCH, N 17 zu Art. 183). 

3.5. Der  Beschuldigte  wollte  die  Privatklägerin  eingestandenermassen  in  seine 

Wohnung verbringen, um dort mit ihr Memory zu spielen oder sie zu massieren. 

-   13   -

Mithin  wollte  er  sie  im  Sinne  der  Doktrin  an  einen  Ort  verbringen  und  als  Folge 

davon eine gewisse Machtposition über sie erlangen, um dort mit ihr tun zu können, 

was  er  vorhatte.  Dabei  war  ihm  von  Anfang  an  bewusst,  dass  die  Privatklägerin 

nicht  freiwillig  mit  ihm  mitkommen  würde,  was  sich  letztlich  in  ihrer  Gegenwehr 

manifestierte,  die  ihn  daran  hinderte,  seinen  Plan  umzusetzen.  Entgegen  der 

Verteidigung (Urk. 75 S. 7 f.) liegt auf der Hand, dass der Beschuldigte die Privat-

klägerin im Falle einer tatsächlich erfolgten Verbringung auch in seiner Wohnung 

hätte festhalten wollen bzw. müssen und diese nicht mehr unabhängig von seinem 

Willen  an  ihren  gewohnten  Aufenthaltsort  hätte  zurückkehren  können.  Darauf 

richtete sich sein Vorsatz. Mit anderen Worten erfüllte der Beschuldigte sämtliche 

subjektiven  Tatbestandsmerkmale  und  manifestierte  seine  Tatentschlossenheit, 

ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wurden. Damit hat er 

alle nötigen Tatbestandsmerkmale für die Bejahung einer versuchten Entführung 

im Sinne von Art. 183 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt.

3.6. Die Verteidigung macht weiter im Wesentlichen geltend, das Verhalten des 

Beschuldigten sei als untauglicher Versuch aus grobem Unverstand und bzw. oder 

als ungefährlicher untauglicher Versuch zu qualifizieren und deshalb nicht strafbar. 

Der  Beschuldigte  sei  geistig  stark  beeinträchtigt  und  habe  eine  eigene  Vorstel-

lungswelt.  So  habe  er  verkannt,  dass  die  Dämpfe  von  Zwetschgenschnaps  gar 

keine betäubende Wirkung entfalten können. Alkohol sei kein Chloroform und kein 

Narkotikum. Sein Vorgehen sei auch nicht geeignet gewesen, die Gesundheit der 

Privatklägerin abstrakt zu gefährden (Urk. 75 S. 9 ff.). 

3.7. Ein untauglicher Versuch liegt vor, wenn die Tat entgegen der Vorstellung des 

Täters  überhaupt  nicht  zur  Vollendung  der  Tat  führen  kann.  Der  Sache  nach 

handelt es sich beim untauglichen Versuch um einen Sachverhaltsirrtum zuunguns-

ten des Täters. Nach seiner Vorstellung erfüllt er einen Tatbestand, in Wirklichkeit 

ist sein Verhalten aber harmlos (vgl. dazu statt Weiterer BGE 124 IV 97 E.2a). Auch 

der untaugliche Versuch ist grundsätzlich strafbar. Nur für den Fall, dass der Täter 

grob unverständig handelt, sein Versuch mithin besonders dumm oder geradezu 

lächerlich ist, statuiert das Gesetz in Art. 22 Abs. 2 StGB Straflosigkeit. Gemäss 

bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  bleibt  ein  Täter  indes  ebenfalls  gemäss 

-   14   -

Art. 22 Abs. 2 StGB straflos, wenn es seinem Verhalten bei Kenntnis aller nach-

träglich bekannten Umstände im Zeitpunkt der Tat objektiv an einem ernsthaften 

Stör- und Gefährdungspotenzial und somit an einer objektiv minimalen Gefährlich-

keit gemangelt hat (vgl. dazu statt Weiterer BGE 140 IV 150 E. 3.5. f.). 

3.8. Es liegt kein untauglicher Versuch vor. Das Vorgehen des Beschuldigten war 

weder harmlos noch geradezu lächerlich und auch nicht objektiv minimal gefährlich. 

Selbst wenn Zwetschgenschnaps nicht das tauglichste Mittel sein mag, um damit 

eine  Person  olfaktorisch  zu  betäuben,  kann  doch  nicht  ausgeschlossen  werden, 

dass Alkoholdämpfe gerade bei einem kindlichen Opfer eine gewisse Benommen-

heit hervorrufen, welche die Widerstandsfähigkeit einschränkt. Das ist indes vor-

liegend  ohnehin  nicht  entscheidend,  da  wie  ausgeführt  das  Tatmittel  bei  der 

Entführung eines neunjährigen Kindes bzw. in einem Falle von Art. 183 Ziff. 2 StGB 

gar keine Rolle spielt. Im Übrigen stand und fiel die versuchte Entführung nicht mit 

der gescheiterten Betäubung: Allein das Packen der körperlich deutlich unterlege-

nen Privatklägerin, gegebenenfalls auch das Zudrücken von Mund und Nase mit 

einem Tuch – auch ohne Substanz – waren absolut taugliche Mittel, um die Ent-

führung  zu  vollziehen  und  stellen  tatbestandsmässige  Gewalthandlungen  dar. 

Mithin kann keineswegs gesagt werden, dass der Entführungsversuch in jedem Fall 

fehlschlagen musste. Die Ausführungen der Verteidigung dazu überzeugen nicht 

und führen jedenfalls nicht zu einem anderen Schluss. 

4.

Ergebnis

Es  sind  weder  Rechtfertigungs-  noch  Schuldausschlussgründe  ersichtlich.  Der 

Beschuldigte  handelte  rechtswidrig  und  schuldhaft,  weshalb  er  der  versuchten 

Entführung  im  Sinne  von  Art. 183  StGB  in  Verbindung  mit  Art. 22  Abs. 1  StGB 

schuldig zu sprechen und dafür angemessen zu bestrafen ist.

-   15   -

III. Strafpunkt

1.

Strafzumessung

1.1. Vorbemerkungen

Die  Vorinstanz  ist  bei  der  Strafzumessung  richtig  vorgegangen  und  hat  ebenso 

richtige Ausführungen zu den Strafzumessungsregeln, zum Strafrahmen und zur 

Sanktionsart gemacht (Urk. 52 S. 30 ff. E. V.), darauf kann grundsätzlich verwiesen 

werden.  Hervorzuheben  ist  der  Hinweis,  dass  der  ordentliche  Strafrahmen  von 

einer Geldstrafe von drei Tagessätzen bis zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren 

reicht (ebd. m.H. auf Art. 183 StGB i.V.m. Art. 34 Abs. 1 StGB). Korrigierend ist im 

Zusammenhang  mit  der  gewählten  Sanktionsart  lediglich  anzumerken,  dass 

der Vorinstanz nicht gefolgt werden kann, wenn sie ausführt, da der Beschuldigte 

IV-Bezüger sei und gemäss Gutachten über keinen Begriff vom Wert des Geldes 

verfüge,  erscheine  eine  Geldstrafe  weder  zweckmässig  noch  präventivwirkend 

(Urk. 52 S. 37 E. V.5.). Dies ist – mit der Verteidigung (Urk. 75 S. 16) – nicht aus-

schlaggebend, ändert jedoch nichts daran, dass wie zu zeigen sein wird vorliegend 

vor dem Hintergrund des Tatverschuldens des Beschuldigten gar keine Geldstrafe 

mehr in Frage kommt.

1.2. Tatkomponente

Beim  objektiven  Tatverschulden  ist  primär  der  "Erfolg"  der  Tat,  das  heisst  die 

Auswirkungen der Tat auf das Opfer, relevant. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass 

die Privatklägerin dem Beschuldigten körperlich, altersmässig und bezüglich Reife-

grad völlig unterlegen war. Es handelt sich vorliegend um einen überraschenden 

Angriff  eines  kräftigen  erwachsenen  Mannes  gegenüber  einem  vollkommen 

ahnungslosen und fast wehrlosen neunjährigen Mädchen, einem Kind und damit 

einem  besonders  vulnerablen  Menschen.  Übergriffe  dieser  Art  sind  potentiell 

extrem  und  langandauernd  traumatisierend.  Dass  die  Privatklägerin  von  hinten 

gepackt  und  versucht  wurde  ihre  Atmung  mit  einem  mit  Alkohol  bzw.  Schnaps 

getränkten  Lappen  zu  blockieren,  musste  für  sie  enorm  beängstigend  gewesen 

sein, zumal sie auch nicht wusste, ob sie sexuell missbraucht und gar umgebracht 

-   16   -

würde. Die Auswirkungen auf die Psyche waren denn auch gravierend. Gemäss 

ihrer Rechtsbeiständin habe die Privatklägerin infolge des Angriffs Angstzustände 

entwickelt  und  könne  sich  nicht  mehr  frei  und  unbeschwert  in  ihrer  Umgebung 

bewegen, zumal der Beschuldigte in der Nachbarschaft wohne (Urk. 41 S. 6 f.). Die 

Tat  machte  eine  Psychotherapie  notwendig.  Gemäss  Therapiebericht  habe  die 

Privatklägerin  sehr  stark  unter  dem  Vorfall  gelitten.  Sie  habe  jeden  Tag  daran 

gedacht,  was  wohl  im  schlimmsten  Fall  hätte  passieren  können.  Sie  habe  die 

Freude am Leben verloren und zeitweise nicht mehr gesehen, warum sie weiter-

leben solle (Urk. 42/2). Auch für die Eltern der Privatklägerin stellt der Vorfall eine 

starke psychische Belastung dar. Hinsichtlich der Auswirkungen der Tat wiegt das 

Verschulden somit relativ schwer. Wenn die Vorinstanz festhielt, dass der Beschul-

digte geplant vorgegangen sei, habe er sich doch die Privatklägerin gezielt ausge-

sucht, am Tag des Entführungsversuchs frei genommen und vorgängig ein Tuch 

mit Zwetschgenschnaps getränkt, in der Absicht, die Privatklägerin damit zu betäu-

ben  (Urk.  52  S.  31  E.  2.2.1.),  ist  dies  zu  übernehmen.  Zudem  erachtete  die 

Vorinstanz den Umstand, dass sich die Tat auf dem Schulweg, einem sensiblen 

und grundsätzlich geschützten Raum für Kinder, abspielte, als gravierend (ebd.). 

Dem ist ebenfalls beizupflichten, insbesondere angesichts des Umstands, dass die 

Privatklägerin  diesen  Weg  zur  Schule  weiterhin  gehen  musste  und  damit  immer 

wieder von Neuem an den Vorfall erinnert wurde. Mit der Vorinstanz ist weiter fest-

zuhalten,  dass  die  Gewaltanwendung  im  unteren  Bereich  lag,  die  Privatklägerin 

sich  aus  eigener  Kraft  befreien  und  davonrennen  konnte  und  äusserlich  keine 

relevanten Blessuren davontrug (Urk. 52 S. 32). 

In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte vorsätzlich handelte 

und zwar im Bewusstsein, dass die Privatklägerin nicht freiwillig mit ihm mitkommen 

würde.  Wenn  die  Vorinstanz  die  Strafe  reduzierte  mit  dem  Argument,  es  sei  zu 

Gunsten des Beschuldigten und mit der Verteidigung davon auszugehen, dass er 

mit  der  Privatklägerin  "nur"  soziale  (und  nicht  etwa  sexuelle)  Bedürfnisse  habe 

stillen wollen, etwa durch ein gemeinsames Memoryspiel (Urk. 52 S. 32 E. 2.2.2.), 

kann dem nicht gefolgt werden. Das Motiv des Beschuldigten lässt sich zwar nicht 

mit  Sicherheit  erstellen.  Aufgrund  der  gefundenen  kinderpornografischen  Bilder 

und angesichts der Aussagen, er sei etwas verliebt in die Privatklägerin gewesen 

-   17   -

und habe sie massieren wollen, bestehen doch immerhin Anhaltspunkte für unred-

liches  Verhalten,  weshalb  diesbezüglich  verschuldenstechnisch  nichts  zu  seinen 

Gunsten berücksichtigt werden kann. 

Die  subjektive  Tatschwere  relativiert  die  objektive  entgegen  der  Ansicht  der 

Vorinstanz (Urk. 52 S. 32 E. 2.2.2.) damit in keiner Weise. Wenn die Vorinstanz die 

Einsatzstrafe betreffend Tatkomponente auf 20 Monate festsetzte (Urk. 52 S. 31 f. 

E. V.2.3.), ist dies zu milde. Angesichts des Verschlechterungsverbots ist jedoch 

von 20 Monaten auszugehen. 

1.3. Verminderte Schuldfähigkeit

1.3.1. Die  Vorinstanz  hat  unter  diesem  Titel  zunächst  zutreffend  die  relevanten 

theoretischen Grundlagen dargelegt (Urk. 52 S. 33 f. E. V.3.), was übernommen 

werden kann. Aus dem psychiatrischen Gutachten vom 21. April 2022 ergibt sich, 

was folgt: Die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten sei zu bejahen. Er habe zum 

Tatzeitpunkt  über  einen  grundsätzlichen  Realitätsbezug  verfügt.  Er  habe  diverse 

vorbereitende Handlungen getroffen und sei bei der Gegenwehr der Privatklägerin 

denn auch weggelaufen. In Bezug auf die Steuerungsfähigkeit sei zu berücksich-

tigen, dass beim Beschuldigten seit Geburt eine Epilepsie bestehe, die mit einer 

deutlichen  Entwicklungsstörung  einhergegangen  sei.  Über  die  Jahre  seien  beim 

Beschuldigten  wiederholt  neuropsychologische  Untersuchungen  durchgeführt 

worden, die Gesamt-IQ-Werte von <44 (1989), 51 (2010) oder <60 (1993) aufge-

zeigt  hätten,  was  einer  leichten  Intelligenzminderung  sowie  einer  mittelgradigen 

geistigen  Behinderung  entspreche.  Letztere  entstehe  durch  das  Wechselspiel 

zwischen  intellektuellen,  kommunikativen,  motorischen  und  sozioemotionalen 

Funktionseinschränkungen und den spezifischen Umweltanforderungen. Erforder-

lich  sei  für  den  Beschuldigten  ein  hoher  Betreuungsaufwand,  der  aus  gutachter-

licher  Sicht  kaum  bzw.  nicht  in  einer  eigenen  Wohnung  des  Beschuldigten  zu 

leisten  sei.  Die  mittelgradige  Behinderung  gehe  einher  mit  verminderter  Span-

nungstoleranz,  ungenügender  Fähigkeit  zum  Perspektivenwechsel,  Defiziten  im 

folgerichtigen  Denken,  mangelnder  Fähigkeit,  sich  von  eigenen  Interessen  und 

Wünschen zu lösen (Ich-Bezogenheit) und unzureichender Fähigkeit zur Einschät-

zung  von  Handlungsfolgen  sowie  geringer  sozialmoralischer  Reife.  Daraus 

-   18   -

resultiere ein forensisch relevant eingeschränktes Hemmungsvermögen, das eine 

mittelgradige  Verminderung  der  Steuerungsfähigkeit  des  Beschuldigten  zum 

Tatzeitpunkt begründen könne. Mithin werde die Schuldfähigkeit des Beschuldigten 

sowohl für die versuchte Entführung als auch für den (strafrechtlich vorliegend nicht 

relevanten)  Besitz  illegaler  Pornografie  als  mittelgradig  vermindert  eingeschätzt 

(vgl.  zum  Ganzen  Urk. 1/10/19  S. 32  ff.).  Die  diesbezüglichen  gutachterlichen 

Ausführungen sind schlüssig und werden auch von der Verteidigung nicht in Zweifel 

gezogen  (Urk. 75  S.  4  ff.).  Folglich  ist  die  Schuldfähigkeit  des  Beschuldigten  als 

mittelgradig vermindert einzustufen. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Ursache 

dieser verminderten Schuldfähigkeit letztlich in einer seit Geburt des Beschuldigten 

angelegten mittelgradigen geistigen Behinderung liegt, für die er nichts kann. 

1.3.2. Die  Vorinstanz  reduzierte  die  für  die  Tatkomponente  festgelegte  Einsatz-

strafe  aufgrund  der  mittelgradig  verminderten  Schuldfähigkeit  um  10  Monate 

(Urk. 52 S. 35 E.V.3.4.). Diese Beurteilung ist ebenfalls zu wohlwollend, bedenkt 

man,  dass  dem  Beschuldigten  doch  bewusst  war,  was  er  tat.  Entsprechend 

erscheint lediglich eine Strafreduktion von 6 Monaten angemessen.

1.4. Täterkomponente

Auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  zur  Täterkomponente  kann 

verwiesen  werden  (Urk. 52  S.  35  f.  E.  V.4.1.).  Vorleben  und  persönliche  Ver-

hältnisse  des  Beschuldigten  sind  mit  der  Vorinstanz  strafzumessungsneutral  zu 

werten. Was Letzteres betrifft, so wurde dem schon bei der Berücksichtigung der 

verminderten Schuldfähigkeit Rechnung getragen. Der Beschuldigte war geständig 

und  kooperativ,  was  die  Vorinstanz  mit  einer  Strafreduktion  von  lediglich  einem 

Monat berücksichtigte, zwei Monate erscheinen angemessen. Mit der Vorinstanz 

ist keine besondere Strafempfindlichkeit erkennbar (Urk. 52 S. 37 E. V.4.4.).

1.5. Versuch

Zum Versuch erwog die Vorinstanz, dieser sei vollendet und der Beschuldigte habe 

erst aufgrund der heftigen Gegenwehr der damals neunjährigen Privatklägerin von 

dieser abgelassen. Wäre sie in eine Art Schockstarre geraten, hätte die Entführung 

-   19   -

durchaus vollendet werden können. Immerhin sei zu Gunsten des Beschuldigten 

zu  berücksichtigen,  dass  er  der  Privatklägerin  nach  deren  Befreiung  nicht  noch 

nachgesetzt habe. Unter diesen Umständen sei eine Reduktion der Strafe um einen 

Monat angezeigt (Urk. 52 S. 36 f. E. V.4.3.). Entgegen der Vorinstanz ist für den 

Versuch  eine  Strafreduktion  von  zwei  Monaten  angemessen,  zumal  die  Privat-

klägerin im Unterschied zu einer vollendeten Entführung mit dem Gefühl verbleibt, 

dass sie sich gegen den Übergriff des Beschuldigten wehren konnte. 

1.6. Ergebnis

In Würdigung aller für die Strafzumessung relevanten Umstände erweist sich die 

von der Vorinstanz festgelegte Freiheitsstrafe von 8 Monaten als zu mild. Aufgrund 

des Verschlechterungsverbots (vgl. dazu vorne unter E. I.2.) hat es aber bei der 

vorinstanzlich festgelegten Freiheitsstrafe von 8 Monaten sein Bewenden. Ein Tag 

erstandene Haft ist anzurechnen (vgl. zu Letzterem Urk. 52 S. 37 E. V.5.2.).

2.

Vollzug

Hinsichtlich  des  Vollzugs  der  auszufällenden  Strafe  kann  auf  die  zutreffenden 

vorinstanzlichen  Ausführungen  verwiesen  werden  (Urk.  52  S.  38  E.V.6.).  Dem 

Beschuldigten ist demgemäss der bedingte Strafvollzug zu gewähren unter Aufer-

legung  einer  über  das  gesetzliche  Mindestmass  hinausgehenden  Probezeit  von 

vier Jahren (vgl. Urk. 52 S. 38 E. 6.2. f.). 

IV. Weisung und Kontaktverbot

1.

Ausgangslage

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten für die Dauer der Probezeit im Sinne von 

Art. 94 StGB  die  Weisung  erteilt,  sich  einer  psychiatrisch-psychotherapeutischen 

bzw. fachtherapeutischen Behandlung bei einer durch die Bewährungs- und Voll-

zugsdienste zu bestimmenden Fachperson zu unterziehen, solange dies durch die 

Fachperson bzw. die Bewährungs- und Vollzugsdienste für sinnvoll und notwendig 

erachtet wird, längstens bis zum Ablauf der Probezeit. Mit der Überwachung dieser 

Weisung wurden die Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug 

-   20   -

und Wiedereingliederung des Kantons Zürich beauftragt. Weiter hat die Vorinstanz 

dem  Beschuldigen  im  Sinne  von  Art. 67b Abs. 2  lit. a StGB  für  die  Dauer  der 

Probezeit verboten, mit der Privatklägerin in irgendeiner Weise (persönlich, telefo-

nisch, schriftlich, WhatsApp, Snapchat, SMS, Mail etc.) Kontakt aufzunehmen oder 

durch Drittpersonen aufnehmen zu lassen. Die Berufung richtet sich sowohl gegen 

die Weisung als auch gegen das Kontaktverbot.

2. Würdigung

2.1. Die  Vorinstanz  hat  die  notwendigen  theoretischen  Ausführungen  gemacht 

und die angeordnete Weisung wie auch das verhängte Kontaktverbot überzeugend 

und  unter  Berücksichtigung  der  Einwände  der  Verteidigung  begründet  (Urk. 52 

S. 38 ff. E. VI.), darauf kann vorab verwiesen werden. Die nachfolgenden Ausfüh-

rungen  sind  entsprechend 

teilweise  rekapitulierender,  ergänzender  sowie 

präzisierender Natur.

2.2. Das  Gericht  kann  für  die  Dauer  der  Probezeit  Weisungen  erteilen  (Art.  44 

Abs. 2 StGB). Die Weisungen, die das Gericht oder die Strafvollzugsbehörde dem 

Verurteilten  für  die  Probezeit  erteilen  kann,  betreffen  insbesondere  die  Berufs-

ausübung, den Aufenthalt, das Führen eines Motorfahrzeuges, den Schadenersatz 

sowie die ärztliche und psychologische Betreuung (Art. 94 StGB). Die Weisungen 

sind  im  Urteil  festzuhalten  und  zu  begründen.  Ihr  Inhalt  steht  im  Ermessen  des 

Gerichts,  wobei  es  stets  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  zu  wahren  gilt.  Dieses 

soll sich bei der Wahl der Weisungen von fürsorgerischen, kriminalpädagogischen 

und medizinisch-therapeutischen Bedürfnissen leiten lassen (vgl. dazu statt Weite-

rer  BGE 107  IV  88  E.  3.a.).  Die  Befolgung  der  einzelnen  Weisungen  können 

massgebend für eine günstige Prognose sein, was sich wiederum auf die Dauer 

der Probezeit und den generellen bedingten Vollzug auswirken kann (vgl. dazu satt 

Weiterer BSK StGB-SCHNEIDER/GARRÉ N 85 zu Art. 42). Weisungen nach Art. 94 

StGB müssen spezialpräventiv ausgerichtet sein, in erster Linie im Interesse des 

Verurteilten  liegen,  voraussichtlich  erfüllbar,  möglichst  klar  und  bestimmt  sein,  in 

einem sinnvollen Zusammenhang zur verübten Tat stehen und überdies verhältnis-

mässig  sein  (vgl.  dazu  statt  Weiterer  WOHLERS,  in:  WOHLERS/GODENZI/SCHLEGEL 

-   21   -

[Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch -  Handkommentar, 4. Aufl.  Bern 2020, 

N 1 f. zu Art. 94 m.w.Verw.). 

2.3. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass das psychiatrische Gutachten nach-

vollziehbar  und  überzeugend  für  den  Beschuldigten  zur  Minderung  der  Risiko-

faktoren einen erhöhten Betreuungsbedarf erkannt hat. Weisungen zur ärztlichen 

oder  psychologischen  Betreuung  stehen  (bei  bedingten  Verurteilungen)  nicht 

notwendigerweise in Konkurrenz zur ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB, 

weil  sie  auch  erteilt  werden  können,  wenn  die  für  eine  ambulante  Behandlung 

erforderlichen  Voraussetzungen  nicht  vorliegen  (vgl.  dazu  statt  Weiterer 

BSK StGB-IMPERATORI N 17 zu Art. 94). Um den Bedenken des Gutachtens Rech-

nung zu tragen, ist es mit der Vorinstanz verhältnismässig, dem Beschuldigten für 

die Dauer der Probezeit die Weisung zu erteilen, sich einer psychiatrisch-psycho-

therapeutischen bzw. fachtherapeutischen Behandlung bei einer durch die Bewäh-

rungs- und Vollzugsdienste zu bestimmenden Fachperson zu unterziehen, solange 

dies durch die Fachperson bzw. die Bewährungs- und Vollzugsdienste für sinnvoll 

und notwendig erachtet wird, längstens jedoch bis zum Ablauf der Probezeit. Dies 

erscheint  das  mildeste  wirksame  Mittel,  um  der  gemäss  Gutachten  doch  mittel-

gradige Rückfallwahrscheinlichkeit Rechnung zu tragen. Mit der Überwachung der 

Weisung sind die Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug und 

Wiedereingliederung des Kantons Zürich zu beauftragen (vgl. in diesem Sinne auch 

Urk. 52 S. 41 E. VI.4.). 

2.4. Die Vorbringen der Verteidigung zu diesem Punkt (Urk. 75 S. 17 ff.) dringen 

nicht durch. So ist nicht ersichtlich und wird auch nicht näher dargetan, inwiefern 

dem Beschuldigten in diesem Punkt das rechtliche Gehör versagt worden sein soll. 

Dass die Anordnung einer Weisung im Sinne von Art. 94 StGB im Raum steht, war 

bereits anlässlich der Befragung des Beschuldigten an der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung Thema (Urk. 40 S. 12). Sodann ist die erteilte Weisung weder zu un-

bestimmt noch widersprüchlich. Weiter kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, 

wenn  sie  ausführt,  das  Gutachten  äussere  sich  ungenügend  zur  Rückfallwahr-

scheinlichkeit, dem ist nicht so (vgl. dazu u.a. Urk. 1/10/19 S. 49). Wenn in der von 

der Verteidigung im Berufungsverfahren vorgelegten Behandlungsbestätigung der 

-   22   -

Integrierten Psychiatrie Winterthur - Zürcher Unterland vom 13. Juni 2024, wonach 

der Beschuldigte regelmässig an den angebotenen therapeutischen Einzelgesprä-

chen teilnimmt, "keine deliktsrelevanten Verhaltensweisen zu beobachten waren" 

(Urk. 76/1), widerlegt dies die schlüssigen Ausführungen im Gutachten zur Rück-

fallwahrscheinlichkeit selbstredend nicht. Ebenso wenig überzeugt das Vorbringen 

der  Verteidigung,  die  verhängte  Weisung  sei  weder  erforderlich  noch  geeignet, 

zeigt  doch  gerade  die  vorliegende  Bestätigung,  dass  der  Beschuldigte  offenbar 

bereits  selbstständig  und  freiwillig  entsprechende  Hilfe  in  Anspruch  nahm. 

Schliesslich erfolgt die Erteilung der Weisung entgegen der Verteidigung auch nicht 

gegen das Gutachten, wo sie in der letztlich ausgestalteten und angeordneten Form 

freilich so nicht Erwähnung findet, was aber in der Natur der Sache liegt und auch 

nicht erforderlich ist. Jedenfalls spricht sich das Gutachten sicher nicht gegen eine 

solche Weisung aus (vgl. dazu u.a. Urk. 1/10/19 S. 50 f.). 

2.5.

Im Zusammenhang mit dem verhängten Kontaktverbot erwog die Vorinstanz, 

dass die Privatklägerin nachvollziehbarerweise unter der nach wie vor bestehenden 

[räumlichen] Nähe zum Beschuldigten leide und sich gewünscht hätte, dass er in 

eine Institution komme und aus D._____ wegziehen würde. Dieser Belastung der 

Privatklägerin sei Rechnung zu tragen. In diesem Licht sowie der gemäss Gutach-

ten  doch  mittelgradigen  Rückfallwahrscheinlichkeit  sei  die  Anordnung  eines 

Kontaktverbotes im Sinne von Art. 67b StGB zu prüfen. Ein solches setze einerseits 

voraus,  dass  ein  Verbrechen  oder  Vergehen  (Art. 10  StGB)  gegen  eine  oder 

mehrere bestimmte Personen begangen worden sei (Anlasstat) und andererseits 

werde ein Konnex der Straftat zum Opfer vorausgesetzt, d.h. dass sich der Täter 

sein Opfer nicht wahllos, sondern aufgrund bestimmter Eigenschaften ausgesucht 

hat. Schliesslich rechtfertige sich die Anordnung eines Kontaktverbots nur, wenn 

vom  Täter  weiterhin  eine  konkrete  Gefahr  für  dieselbe  Person  oder  Personen-

gruppe  ausgehe.  Diese  Voraussetzungen  –  so  die  Vorinstanz  weiter  –  seien 

allesamt  erfüllt:  Der  Entführungsversuch  stelle  ein  Verbrechen  dar,  das  gemäss 

erstelltem  Sachverhalt  gezielt  gegen  die  Privatklägerin  gerichtet  gewesen  sei,  in 

die der Beschuldigte verliebt gewesen sei. Die weiterhin bestehende Gefahr ergebe 

sich sodann aus dem Gutachten, das dem Beschuldigten eine mittelgradige Rück-

fallwahrscheinlichkeit diagnostizierte. Überdies sei die Anordnung eines Kontakt-

-   23   -

verbots verhältnismässig, zumal für den Beschuldigten daraus (anders als gegebe-

nenfalls bei einem Rayonverbot) in keiner Weise eine nicht zumutbare Einschrän-

kung entstehe, während die Massnahme für die Privatklägerin eine nicht unerheb-

liche Erleichterung bedeuten dürfte. In zeitlicher Hinsicht sei das Kontaktverbot auf 

die Dauer der Probezeit zu beschränken (Urk. 52 S. 41 ff. E. VI.5., unter Hinweis 

auf die Akten).

2.6. Diese Ausführungen überzeugen und können ebenfalls übernommen werden. 

Der  Verteidigung  ist  beizupflichten,  dass  ein  Kontaktverbot,  wie  es  von  der 

Vorinstanz angeordnet wurde, vor Vorinstanz weder beantragt worden war noch an 

der  Hauptverhandlung  thematisiert  wurde  (Urk. 75  S.  19).  Darin  ist  indes  keine 

schwerwiegende  Gehörsverletzung  erkennbar,  die  nicht  im  Rahmen  des  Beru-

fungsverfahrens,  wo  sich  der  Beschuldigte  ausführlich  zu  diesem  Punkt  äussern 

konnte, heilbar wäre (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2 S. 204 f. mit Hinweis). Im Übrigen 

bestand ein Kontaktverbot bereits während der Untersuchung (Urk. 15/14 ff.), kam 

also nicht völlig "aus dem Nichts". Die weiteren, inhaltlichen Einwände der Vertei-

digung  (Urk.  75  S.  19  f.),  verfangen  nicht,  namentlich  ist  das  Kontaktverbot  auf-

grund der gutachterlich dargelegten Rückfallwahrscheinlichkeit und den Interessen 

der Privatklägerin verhältnismässig.

3.

Ergebnis

Die vorinstanzlich angeordnete Weisung und das vorinstanzlich verhängte Kontakt-

verbot sind zu bestätigen. Der Beschuldigte ist für den Fall der Missachtung des 

Kontaktverbots auf die Strafandrohung von Art. 292 StGB (Busse wegen Ungehor-

sam gegen amtliche Verfügungen) hinzuweisen, wonach mit Busse bis Fr. 10'000.– 

bestraft  wird,  wer  der  von  einer  zuständigen  Behörde  oder  einem  zuständigen 

Beamten an ihn erlassenen Verfügung keine Folge leistet.

-   24   -

V. Zivilansprüche

1.

Allgemeines

Die Vorinstanz hat richtige allgemeine Ausführungen zu den Zivilansprüchen und 

zu  den  Voraussetzungen  der  Zusprechung  von  Schadenersatz  und  Genugtuung 

gemacht (Urk. 52 S. 43 ff. E. VII.), darauf ist zu verweisen.

2.

Schadenersatz

Das vorinstanzliche Urteil ist in Bezug auf den Schuldpunkt zu bestätigen, weshalb 

es unter Hinweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen (Urk. 52 S. 44 

E. VII.2.) auch in Bezug auf die grundsätzliche Schadenersatzpflicht des Beschul-

digten zu bestätigen ist. Entgegen der Verteidigung (Urk. 75 S. 21) sind die Vor-

aussetzungen für eine Zusprechung von Schadenersatz im Sinne von Art. 126 Abs. 

3  StPO  erfüllt  und  wurden  eventuelle  künftige  Kosten  von  der  Privatklägerschaft 

genügend substantiiert behauptet. Es war bzw. ist auch nicht notwendig, die grund-

sätzliche  Schadenersatzpflicht  ausdrücklich  auf  "künftige  Therapiekosten"  bzw. 

"Selbstbehalt" zu beschränken.

3. Genugtuung

Das vorinstanzliche Urteil ist unter Hinweis auf die zutreffende Begründung (Urk. 52 

S. 44 ff. E. VII.3.) auch in Bezug auf die zugesprochene Genugtuung zu bestätigen. 

Entgegen  der  Verteidigung  (Urk. 75  S.  21  ff.)  hat  die  Vorinstanz  zurecht  auf  die 

überzeugenden und belegten Ausführungen der Privatklägerschaft abgestellt und 

die  erlittene  Unbill  adäquat  gewürdigt,  was  sich  im  Rahmen  der  angemessenen 

Genugtuungssumme niederschlug. Art und Schwere der Rechtsgutverletzung wie 

auch der Grad des Verschuldens des Beschuldigten rechtfertigen keine Reduktion.

VI. Kostenfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

erweist sich ausgangsgemäss nach wie vor als angemessen. Entgegen der Vertei-

-   25   -

digung  (Urk.  75  S.  25)  ist  der  angebrachte  Rückforderungsvorbehalt,  der  im 

Umfang  von  4/5  auch  betreffend  die  Kosten  für  die  unentgeltliche  Rechtsver-

beiständung der Privatklägerin gemacht wurde, nicht zu beanstanden, selbst wenn 

der  Beschuldigte  im  Urteilszeitpunkt  nicht  in  günstigen  Verhältnissen  leben  mag 

(vgl. dazu statt Weiterer BSK-StPO, DOMEISEN, N 19 zu Art. 426, mit Verweis auf 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

2.

Berufungsverfahren

2.1. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  beträgt  Fr. 3'600.–.  Die 

Kosten  des  Rechtsmittelverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe  ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfah-

rens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft, aufzuerlegen sind. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung des Beschuldigten und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft  sind  einstweilen  und  unter  Vorbehalt  der  Nachzahlungspflicht  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen.

2.2. Der amtliche Verteidiger reichte im Zusammenhang mit seinen Aufwendun-

gen im Berufungsverfahren seine Honorarnoten über ein Total von Fr. 10'547.30 

ein (Fr. 421.10 [gemäss Urk. 76/4; vgl. dazu auch Urk. 75 S. 25 f.] + Fr. 10'126.20 

[gemäss Urk. 92]). Das geforderte Honorar ist unangemessen. Gemäss § 18 Abs. 1 

AnwGebV OG in Verbindung mit § 17 AnwGebV OG reicht der anwendbare Ta-

rifrahmen  für  das  Verteidigerhonorar  im  Berufungsprozess  von  Fr. 1'000.–  bis 

Fr. 28'000.–,  wobei  in  Einzelrichterstrafsachen  die  Grundgebühr  grundsätzlich 

maximal  Fr.  8'000.--  beträgt.  Bei  einer  Festsetzung  der  Entschädigungssumme 

nach Pauschalgebühr sind alle prozessualen Bemühungen zusammen als einheit-

liches Ganzes aufzufassen, wohingegen der tatsächlich geleistete Zeitaufwand nur 

bedingt berücksichtigt wird. Entsprechend ist das Gericht bei der rein pauschalen 

Entschädigungsbemessung auch nicht gehalten, sich mit den in der Honorarnote 

der  Verteidigung  enthaltenen  Aufwandspositionen  im  Einzelnen  auseinanderzu-

setzen (vgl. dazu statt Weiterer BGE 143 IV 453 E. 2.5). Nach Massgabe von § 2 

Abs. 1 AnwGebV OG bemisst sich die Gebühr vielmehr vor allem nach der Bedeu-

-   26   -

tung der Strafsache, der Verantwortung der Verteidigung und der Schwierigkeit des 

Falls. 

2.3. Vorliegend handelt es sich um eine wenig komplexe Einzelrichterstrafsache, 

sowohl in Bezug auf den Sachverhalt als auch auf die Rechtslage. Der vorinstanz-

liche  Entscheid  stand  nur  teilweise  zur  Diskussion.  Der  Aktenumfang  ist  absolut 

überschaubar. Es geht im Wesentlichen um die Beurteilung einer bedingt ausge-

fällten Freiheitsstrafe von acht Monaten. Im Berufungsverfahren, das im Übrigen 

schriftlich geführt wurde und in dem es nur noch um nicht besonders schwierige 

Rechtsfragen und Nebenpunkte ging, haben sich keine wesentlichen Änderungen 

ergeben und die Argumentation der Verteidigung deckt sich zu weiten Teilen mit 

derjenigen  vor  Erstinstanz.  Vor  diesem  Hintergrund  erweist  sich  eine  pauschale 

Entschädigung von Fr. 4'000.-- (inkl. MwSt. und Auslagen) als angemessen.

2.4. Die  unentgeltliche  Rechtsbeiständin  der  Privatklägerin  (Urk. 79)  reichte  für 

ihre  Aufwendungen  im  Berufungsverfahren  ihre  Honorarnote  über  ein  Total  von 

Fr. 3'672.81 ein (Urk. 94), was – vor dem Hintergrund, dass die Aufwendungen im 

Wesentlichen  durch  die  aufwändig  begründeten  Anträge  der  Verteidigung  verur-

sacht wurden – angemessen ist.

-   27   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 

20. Dezember 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig der Handlungen zum Eigenkonsum har-

ter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen im Sinne 

von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB.

2.-9.

[…]

10. Der mit Verfügung vom 9. Februar 2022 als Beweismittel beschlagnahmte Computer 

Acer Aspire Z3-601 (A014'733'336) wird nach Eintritt der Rechtskraft freigegeben. 

Dem Beschuldigten bzw. seiner amtlichen Verteidigung wird eine Frist von 30 Tagen 

ab Eintritt der Rechtskraft angesetzt, um den herauszugebenden Gegenstand selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieser Verfügung und eines 

amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der zuständigen Lager-

behörde abzuholen, soweit diese Abholung nicht bereits erfolgt ist. Wird der heraus-

zugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er vernichtet. Die Lagerbe-

hörde wird angewiesen, diese Anordnung innert 30 Tagen zu vollziehen und zu doku-

mentieren.

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. Fe-

bruar 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft defi-

nitiv eingezogen und vernichtet:





Festplatte Western Digital (A014'749'792)

Notizzettel (act. 7/4)

12. Die Entschädigung von Rechtsanwalt MLaw X1._____ für die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten wird auf pauschal Fr. 12'752.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwert-

steuer) festgesetzt. Es wird vorgemerkt, dass der Vorgänger des aktuellen amtlichen 

Verteidigers, Rechtsanwalt MLaw X2._____, von der Staatsanwaltschaft mit insge-

samt Fr. 6'294.10 entschädigt worden ist (bereits rechtskräftig).

13. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die unentgeltliche Rechts-

vertretung der Privatklägerin wird auf pauschal Fr. 8'952.90 (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festgesetzt.

-   28   -

14. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.00; die weiteren Kosten betragen:

1'100.00  Gebühr für das Vorverfahren

50.00  Auslagen 

11'472.50  Gutachten

8'952.90  Entschädigung unentgeltliche Rechtsb. Privatklägerin

6'294.10  Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X2._____)

12'752.45  Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X1._____)

45'121.95  Total

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 3'000.–.

15.

[…]

16.

(Mitteilung)

17.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten 

Entführung im Sinne von Art. 183 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten, 

wovon bis und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden ist.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt.

4.

Dem Beschuldigten wird für die Dauer der Probezeit im Sinne von 

Art. 94 StGB die Weisung erteilt, sich einer psychiatrisch-psychotherapeuti-

schen bzw. fachtherapeutischen Behandlung bei einer durch die Bewäh-

rungs- und Vollzugsdienste zu bestimmenden Fachperson zu unterziehen, 

-   29   -

solange dies durch die Fachperson bzw. die Bewährungs- und Vollzugs-

dienste für sinnvoll und notwendig erachtet wird, längstens bis zum Ablauf 

der Probezeit. Mit der Überwachung dieser Weisung werden die Bewäh-

rungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliede-

rung des Kantons Zürich beauftragt. 

5.

Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB für die 

Dauer der Probezeit verboten, mit der Privatklägerin in irgendeiner Weise 

(persönlich, telefonisch, schriftlich, WhatsApp, Snapchat, SMS, Mail etc.) 

Kontakt aufzunehmen oder durch Drittpersonen aufnehmen zu lassen.

Der Beschuldigte wird für den Fall der Missachtung des Verbots auf die 

Strafandrohung von Art. 292 StGB (Busse wegen Ungehorsam gegen amtli-

che Verfügungen) hingewiesen, wonach mit Busse bis Fr. 10'000.– bestraft 

wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Be-

amten an ihn erlassenen Verfügung keine Folge leistet.

6.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Zivilanspruchs wird die Privat-

klägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von 

Fr. 6'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit 15. März 2019 zu bezahlen. 

8.

9.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 15) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.--

; die weiteren Kosten betragen:

4'000.--

  amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

3'672.81   unentgeltliche Verbeiständung PKin (inkl. 8,1% MWSt)

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

-   30   -

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft wer-

den einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht 

des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

11. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   31   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 24. September 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

lic. iur. S. Kümin

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.