# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfc6c644-ac12-5f98-91d8-759981ab96a9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 30.09.2014 U 2014 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2014-14_2014-09-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 14 14

3. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, Verwaltungsrichte-

rin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, Aktuarin Krättli-Keller

URTEIL
vom 30. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martino Luminati, 

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde O.1._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alexander Blöchlinger, 

Beschwerdegegnerin
und

Gemeinde O.2._____,
Beigeladene

betreffend Sozialhilfe

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1. A._____, geboren 1940, war mit B._____ verheiratet und ist Mutter vierer 

Kinder. Die Familie wohnte von 1968 bis 1977 in O.1._____. Nach einem 

zehnjährigen Aufenthalt in O.3._____, O.4._____ (Italien), kehrte die Fa-

milie im Jahr 1986 − mit Ausnahme des erstgeborenen C._____− nach 

O.1._____ zurück. Infolge psychischer Belastungsstörungen lebte 

A._____ seit Februar 1999 getrennt von ihrem Ehemann im Altersheim 

X._____in O.2._____ und wurde ihr eine ganze Invalidenrente zugespro-

chen. Am 31. August 2001 wurde sie von ihrem Ehemann bei der Ge-

meinde O.1._____ polizeilich abgemeldet, nicht zuletzt weil damit gerin-

gere Tagestaxen in der X._____ O.2._____ anfielen. Per 1. September 

2001 wurde sie in O.2._____ angemeldet. Im Jahr 2001 kehrte B._____ 

definitiv nach Italien (O.3._____) zurück, wo er im Jahr 2009 verstarb. 

Auch die Tochter D._____ und der Sohn E._____ meldeten sich am 1. 

Januar 2000, respektive am 30. November 2001 bei der Gemeinde 

O.1._____ ab. Der Sohn F._____ war bereits am 6. August 1996 nach 

O.3._____ zurückgekehrt.

2. Neben ihrer jetzigen AHV-Altersrente bezog A._____ Ergänzungsleistun-

gen. Am 4. Oktober 2012 wurden Letztere eingestellt, weil die Versicherte 

ihre Auskunft- und Informationsplicht verletzt habe, indem sie den Tod ih-

res Ehemannes und die entsprechenden finanziellen Folgen der Aus-

gleichskasse verschwiegen habe. Das entsprechende Verfahren ist noch 

beim Bundesgericht hängig, nachdem das Verwaltungsgericht am 

11. Dezember 2013 die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung 

bestätigte. Dank eigener Ersparnisse und der Hilfe ihrer Kinder wurden 

die anfallenden Rechnungen des Heims von Mai 2012 bis März 2013 be-

zahlt. Seiter ist A._____ nicht mehr in der Lage, die Tagessätze zu be-

gleichen. 

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3. Am 20. September 2013 beantragte A._____ bei der Gemeinde 

O.2._____ Sozialhilfeleistungen. Diese trat mangels Zuständigkeit mit 

Entscheid vom 13. November 2013 nicht auf das Gesuch ein, da der Auf-

enthalt in einem Heim keinen Unterstützungswohnsitz begründen könne. 

4. Mit Gesuch vom 6. Dezember 2013 gelangte A._____ an die Gemeinde 

O.1._____ und beantragte öffentliche Unterstützung in der Höhe von mo-

natlich Fr. 3‘609.55, rückwirkend auf den 1. September 2013. 

5. Mit Entscheid vom 19. Dezember 2013 trat die Gemeinde O.1._____ auf 

das Gesuch nicht ein, mit der Begründung, A._____ habe in O.2._____ 

einen neuen Unterstützungswohnsitz begründet. Für die gebürtige Italie-

nerin sei die Wahl des Altersheimes in O.2._____ sehr wahrscheinlich 

sprachbedingt erfolgt. Mit dem Wegzug ihrer Familienangehörigen von 

O.1._____ habe sie überhaupt keinen Bezug mehr zu dieser Gemeinde. 

In O.2._____ hingegen sei sie jahrelang in der Nähe ihres Ehemanns und 

ihres Sohnes gewesen, welche im O.4._____ gewohnt hätten. Aus den 

gesamten Umständen ergebe sich, dass die Gesuchstellerin sämtliche 

objektiven und subjektiven Beziehungen zu O.1._____ abgebrochen und 

ihre Absicht dauernden Verbleibens in O.2._____ begründet habe. Da-

durch sei dort ein neuer Unterstützungswohnsitz begründet worden. 

6. Dagegen reichte A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 10. Fe-

bruar 2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Be-

schwerde ein mit den Anträgen auf Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und Verpflichtung der Gemeinde O.1._____ zur materiellen Behand-

lung des Gesuches, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Ferner sei 

der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

Grund für die damalige Zuweisung in eine überwachte Struktur wie die 

X._____ in O.2._____ sei die psychische Belastung der Beschwerdefüh-

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rerin gewesen, welche auch die Ausrichtung einer vollen Invalidenrente 

begründet habe. Da der Aufenthalt in einem Heim keinen Unterstüt-

zungswohnsitz begründe, sei auch kein neuer Unterstützungswohnsitz in 

O.2._____ begründet worden. 

7. Mit Vernehmlassung vom 6. März 2014 beantragte die Gemeinde 

O.1._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf die Be-

gründung in der angefochtenen Verfügung die Abweisung der Beschwer-

de. Die Wahl des Alters- und Pflegeheims sei freiwillig erfolgt und die Tat-

sache, dass die Beschwerdeführerin ihr erstes Unterstützungsgesuch an 

die Gemeinde O.2._____ gerichtet habe, sei ein Nachweis, dass auch die 

direkt Betroffene von einer Zuständigkeit am Wohnsitz ausgegangen sei. 

Jedenfalls stelle die Gemeinde O.1._____ seit dem Jahr 1999 nicht mehr 

den Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin dar.

8. Am 18. Februar 2014 verzichtete die Gemeinde O.2._____ (nachfolgend 

Beigeladene) unter Verweis auf ihre Ausführungen in der Verfügung vom 

13. November 2013 auf eine Stellungnahme.

9. Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Replik noch geltend, die Heimun-

terbringung sei damals aus rein gesundheitlichen Gründen geschehen; 

nur das sei massgebend. Damals hätten der Ehemann und zwei ihrer 

Kinder noch in O.1._____ gelebt, weswegen ihr Lebensmittelpunkt in 

O.1._____ gewesen sei. Was Jahre nach der Einweisung in die X._____ 

mit der Familie geschehen sei, könne für die Beurteilung der hier strittigen 

Frage keine Rolle spielen. 

10 Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Replik vom 26. März 2014 an ihren 

Ausführungen in der Vernehmlassung sowie in der angefochtenen Verfü-

gung fest, ohne wesentlich Neues vorzubringen. 

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Frage nach dem Unterstützungs-

wohnsitz der Beschwerdeführerin. 

2. a) Gemäss Art. 5 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürf-

tiger (KUG; BR 546.250) obliegt die Unterstützungspflicht der politischen 

Gemeinde, in welcher die Bedürftige ihren Wohnsitz hat. Die Bedürftige 

hat ihren Wohnsitz in der Gemeinde, in welcher sie sich mit der Absicht 

dauernden Verbleibens aufhält. Für den Begriff des Wohnsitzes verweist 

Art. 6 Abs. 1 KUG auf die Grundsätze, welche gemäss Bundesgesetz 

über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (ZUG; SR 851.1) 

im interkantonalen Verhältnis gelten. Dank dieses Verweises im kantona-

len Recht gelten die Bestimmungen des ZUG grundsätzlich auch im Ver-

hältnis von Gemeinde zu Gemeinde (WERNER THOMET, Kommentar zum 

Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger 

[ZUG], 2. Aufl. 1994, S.63 f., Rz. 93). Gemäss den bundesrechtlichen Be-

stimmungen hat die Bedürftige ihren Unterstützungswohnsitz in dem Kan-

ton, in dem sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Dieser 

Kanton wird als Wohnkanton bezeichnet (Art. 4 Abs. 1 ZUG). Dabei ent-

spricht der Unterstützungswohnsitz nicht zwingend dem zivilrechtlichen 

Wohnsitz, er knüpft aber wie dieser am Ort an, wo sich eine Person mit 

der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Mangels anderer Anhalts-

punkte gilt die polizeiliche Anmeldung als Wohnsitzbegründung (Art. 4 

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Abs. 2 ZUG). Weniger stark als im Zivilrecht kommt es dabei allerdings 

auf den Willen der Betroffenen als auf die gesamten Lebensverhältnisse 

an. Art. 5 ZUG sieht vor, dass der Aufenthalt in einem Heim keinen Unter-

stützungswohnsitz begründet (siehe mit dem genauen gleichen Wortlaut 

Art. 6 KUG). Der Eintritt eines solchen Sachverhalts vermag einen beste-

henden Unterstützungswohnsitz denn auch nicht zu beenden (Art. 9 

Abs. 3 ZUG). Diese Regelung dient unter anderem dem Schutz der 

Standortkantone und soll den Anreiz nach kantonsexterner Unterbringung 

unterstützungsbedürftiger Personen verringern (Urteile des Bundesgerich-

tes 8C_79/2010 vom 24. September 2010 E.7.2, nicht publ. in: BGE 136 

V 346 und 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007 E.3.2). Der Gesetzgeber nahm 

dabei bewusst in Kauf, dass eine freiwillig in ein Heim eintretende und am 

Ort des Heims zivilrechtlichen Wohnsitz begründende Person ihren Un-

terstützungswohnsitz weiterhin dort hat, wo sie vor dem Heimeintritt ihren 

Lebensmittelpunkt hatte (THOMET, a.a.O., Rz. 109 zu Art. 5 und Rz. 153 

zu Art. 9 Abs. 3 ZUG). Die gleiche Auffassung wurde auch in der Bot-

schaft zum ZUG vertreten: „Art. 5 ZUG schliesst somit die Begründung 

oder den Wechsel des Unterstützungswohnsitzes durch einen Heim- oder 

Anstaltseintritt aus, gleich ob dieser freiwillig oder unfreiwillig erfolgt ist“ 

(BBl 1976 III 1203 f.). Gemäss bundesrechtlicher Rechtsprechung geht 

die Regelung von Art. 5 und 9 ZUG derjenigen von Art. 4 Abs. 2 ZUG (die 

polizeiliche Anmeldung gilt als Wohnsitzbegründung) grundsätzlich vor 

(BGE 138 V 23 E.3.1.3). Der Unterstützungswohnsitz kann sich damit 

insbesondere bei Heiminsassen ohne Weiteres vom Ort der tatsächlichen 

Anwesenheit unterscheiden (THOMET, a.a.O., Rz. 109 zu Art. 5 ZUG). 

b) Eine ähnliche Bestimmung findet sich auch in Art. 23 Abs. 1 des Schwei-

zerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210), wonach der Aufenthalt zum 

Zweck der Ausbildung oder die Unterbringung einer Person in einer Er-

ziehungs- oder Pflegeeinrichtung, einem Spital oder einer Strafanstalt für 

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sich allein keinen Wohnsitz begründet. Rechtsprechungsgemäss wird je-

doch in der letztgenannten Bestimmung lediglich die Vermutung aufge-

stellt, wonach der Aufenthalt in einer Anstalt nicht bedeutet, dass auch 

der Lebensmittelpunkt an den fraglichen Ort verlegt worden ist. Diese 

Vermutung ist widerlegbar, insbesondere wenn eine urteilsfähige, mündi-

ge Person freiwillig und selbstbestimmt, allenfalls vom "Zwang der Um-

stände" (etwa Angewiesen sein auf Betreuung, finanzielle Gründe) dik-

tiert, sich zu einem Anstaltsaufenthalt unbeschränkter Dauer entschlos-

sen und überdies die Anstalt und den Aufenthaltsort frei gewählt hat (BGE 

137 III 593 E.4.1, 134 V 236 E.2.1, 133 V 309 E.3.1, 127 V 237 E.2b und 

c). In Anlehnung an diese Praxis argumentiert die Beschwerdegegnerin 

wenn sie behauptet, die Wahl des Alters- und Pflegeheims sei freiwillig er-

folgt, wohne die Beschwerdeführerin doch schon seit 15 Jahren in 

O.2._____ und damit in der Nähe ihrer Familienmitglieder. Folglich befin-

de sich auch hier ihr Lebensmittelpunkt. Zudem bestünden keine Verbin-

dungen mehr zu O.1._____. Auch die Tatsache, dass die Beschwerdefüh-

rerin ihr erstes Unterstützungsgesuch an die Gemeinde O.2._____ gerich-

tet habe, unterstütze diese These. 

c) In Gegensatz zur Art. 23 Abs. 1 ZGB wurde gemäss Gesetzgeber in Art. 5 

ZUG eine vom zivilrechtlichen Wohnsitz abweichende Regelung verankert 

(BGE 138 V 23 E.3.1.3), indem der Unterstützungswohnsitz weiterhin dort 

bleibt, wo die unterstützungsbedürftige Person vor dem Heimeintritt ihren 

Lebensmittelpunkt hatte. Im Gegensatz zur neueren Lehre und Praxis zu 

Art. 23 Abs. 1 ZGB schliesst auch der freiwilligen Eintritt in ein Heim, na-

mentliche der Eintritt in ein Altersheim mit dem Zweck, dort auf unbe-

stimmte Zeit zu wohnen, nach dem ZUG die Wohnsitzbegründung aus 

(THOMET, a.a.O., Rz.109 zu Art. 5 ZUG). Gemäss Botschaft zum ZUG wä-

re sogar eine Wohnsitzbegründung nach den Art. 5 bis 8 ZUG ausge-

schlossen (BBl 1976 III 1203) gewesen. Für das Bundesgericht hingegen 

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führt die Unterbringung in einem Heim nicht zwingend dazu, dass sich der 

Unterstützungswohnsitz praktisch nicht mehr ändern kann. Ist davon aus-

zugehen, dass die unterstützungsbedürftige Person ihre Beziehungen 

zum bisherigen Kanton abbricht und in subjektiver sowie objektiver Hin-

sicht ein neues Verhältnis zu einem anderen Kanton begründet hat, kann 

der Unterstützungswohnsitz trotz ununterbrochenem Aufenthalt in einem 

Heim wechseln. Dies kann etwa dann zutreffen, wenn die wichtigsten Be-

zugspersonen in einen neuen Kanton zügeln und die unterstützungsbe-

dürftige Person ihnen durch eine Heimverlegung folgt, sofern diese Heim-

verlegung hauptsächlich nicht durch medizinische, sondern durch andere 

− wie insbesondere familiäre − Gegebenheiten begründet ist. Auch hier 

kommt es wesentlich auf die Gesamtheit der Umstände im Einzelfall an 

(Urteil des Bundesgerichts 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007, E.3.3). In An-

betracht dieser Ausführungen − insbesondere wenn man sich vor Augen 

führt, dass der Gesetzgeber mit den Bestimmungen des ZUG eine abwei-

chende Regelung vom zivilrechtlichen Wohnsitz treffen wollte − liegt es 

auf der Hand, dass die Rechtsprechung zu Art. 23 Abs. 1 ZGB nicht un-

besehen auch auf Art. 5 resp. Art. 9 Abs. 3 ZUG anwendbar ist, was auch 

aus der Argumentation der Beschwerdegegnerin hervorgeht. In Abwei-

chung zu dem, was Art. 5 und 9 Abs. 3 ZUG klar festlegen, ist eine Ände-

rung des Unterstützungswohnsitzes dementsprechend nur unter restrikti-

ven Voraussetzungen anzunehmen, nämlich etwa dann, wenn die unter-

stützungsbedürftige Person durch eine Heimverlegung ihren Bezugsper-

sonen folgt und keine medizinische Indikation hauptverantwortlich ist für 

den Wechsel, sondern familiäre Gegebenheiten. 

d) Mit den Bestimmungen von Art. 5 und 9 Abs. 3 ZUG wollte der Gesetzge-

ber somit vermeiden, dass Gemeinden sich gewissen Heimprojekten (wie 

zum Beispiel Altersheimen) aus Angst vor künftiger Unterstützungszu-

ständigkeit entgegenstellen könnten. Diese Regelung ist nicht unbillig: 

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Heiminsassen, welche freiwillig in ein Heim eingetreten sind und dort nicht 

nur ihren zivilrechtlichen, sondern auch ihren politischen und steuerrecht-

lichen Wohnsitz begründet haben und zudem auch Steuern bezahlen, 

werden in der Regel auch nicht unterstützungsbedürftig, so dass ihre 

frühere Wohnsitzgemeinde, in der sie gemäss Art. 9 Abs. 3 ZUG ihren 

Unterstützungswohnsitz behalten haben, gar nicht oder höchstens in 

Ausnahmefälle belastet wird (THOMET, a.a.O., Rz. 109 zu Art. 5 ZUG). Im 

Unterstützungsfall hingegen werden mit dieser Regelung grundsätzlich 

die früheren Wohnsitzgemeinden belastet, in denen die Heiminsassen im 

aktiven Berufsleben auch ihre Steuern bezahlt haben. 

3. a) Vorliegend ist unbestritten, dass die X._____ in O.2._____ als Heim im 

Sinne von Art. 5 und 9 Abs. 3 ZUG gilt. Unbestritten ist des Weiteren, 

dass die Beschwerdeführerin vor dem Heimeintritt mit ihrer Familie in 

O.1._____ lebte und dort auch ihren Lebensmittelpunkt und ihren zivil-

rechtlichen Wohnsitz hatte. Als sie im Jahr 1999 ins Alters- und Pflege-

heim nach O.2._____ zog, blieb der Rest ihrer Familie in O.1._____ 

zurück (Ehemann und zwei Kinder). Dannzumal zog somit kein Familien-

mitglied mit nach O.2._____ und es gibt keine Hinweise, dass eines der 

Familienmitglieder dies zu tun beabsichtigte. Insbesondere liegt aber 

auch nicht der vom Bundesgericht erwähnte Fall vor, dass die unterstüt-

zungsbedürftige Person der Familie durch den Heimeintritt gefolgt ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007). Deswegen 

konnte die Beschwerdeführerin damals im Sinne der vorstehend erwähn-

ten Rechtsprechung in O.2._____ auch keinen neuen Unterstützungs-

wohnsitz begründen, unabhängig davon, ob der Heimeintritt gesundheits-

bedingt oder freiwillig erfolgt ist. Gemäss der zitierten Rechtsprechung 

(Urteil des Bundesgerichts 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007, E.3.3) und 

entgegen den beschwerdegegnerischen Behauptungen konnte unter die-

sen Umständen die Wahl eines, vermutlich wegen der Sprache bestimm-

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ten Heims − anstatt einem Pflege- bzw. Altersheim in der unmittelbaren 

Nähe des Ortes, wo die unterstützungsbedürftige Person vor dem Hei-

meintritt ihren Lebensmittelpunkt hatte − nicht als Ausdruck eines Ab-

bruchs der Beziehungen zur ihrer Familie zugunsten der Absicht, in einem 

Heim einer anderen Gemeinde neue Beziehungen aufzubauen, gewertet 

werden. Vielmehr befanden sich dannzumal sowohl der Kern der Familie 

als auch die familiären Beziehungen der Beschwerdeführerin und damit 

auch ihr Lebensmittelpunkt offenkundig noch in O.1._____. Der Wegzug 

der Beschwerdeführerin ins Heim im Jahre 1999 änderte demnach nichts 

am Unterstützungswohnsitz in O.1._____. In der Tatsache, dass die Kin-

der ein Jahr und der Ehemann zwei Jahre später von O.1._____ wegzo-

gen, sieht die Beschwerdegegnerin einen geplanten Entscheid. Sie geht 

davon aus, dass der Wegzug der übrigen Familie schon vor Heimeintritt 

bewusst gewesen sei und gerade deswegen absichtlich O.2._____ als 

neuer Heimstandort gewählt worden sei. Es ist aber durchaus auch vor-

stellbar, dass gerade das Gegenteil der Fall war: die beiden Kinder der 

Beschwerdeführerin, die noch in O.1._____ Wohnsitz hatten, haben mög-

licherweise erst aufgrund des Wegzugs der Mutter beschlossen weg zu 

ziehen. Ähnliche Gründe könnten auch für die Entscheidung des Ehe-

mannes nach Italien zurückzukehren und dort ein Haus zu bauen mass-

gebend gewesen sein, da er nach der Pensionierung nunmehr als einzi-

ges Familienmitglied Wohnsitz in O.1._____ hatte.

b) Aber auch nachträglich kann vorliegend kein Wechsel des Unterstüt-

zungswohnsitzes stattgefunden haben. Per 1. September 2001 wurde die 

Beschwerdeführerin in O.2._____ polizeilich angemeldet, während ihr 

Ehemann im selben Jahr nach O.3._____ in Italien zurückkehrte. Wie 

schon erwähnt, geht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die 

Regelung von Art. 5 und 9 ZUG derjenigen von Art. 4 Abs. 2 ZUG 

grundsätzlich vor (BGE 138 V 23 E.3.1.3). Ab 2001 konnte die Beschwer-

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deführerin am Ort des Heims wohl einen zivilrechtlichen Wohnsitz, nicht 

aber einen neuen Unterstützungswohnsitz begründen. Die Tatsache, 

dass die Beschwerdeführerin ihr erstes Unterstützungsgesuch an die 

Gemeinde O.2._____ gerichtet hat, ist dabei wenig aussagekräftig. 

Schliesslich ist es auch für die involvierten Sozialbehörden nicht immer 

sofort eruierbar, in welcher Gemeinde der massgebende Unterstützungs-

wohnsitz liegt. Auch die Nähe (20 km) zum dannzumal in Italien lebenden 

Ehemann sowie zu einem der vier Kinder genügt nicht, um ab dem Jahr 

2001 einen neuen Unterstützungswohnsitz in O.2._____ zu begründen. 

Sodann lebten die Eheleute voneinander getrennt und es gibt auch keine 

spezielle Nähe zum in Italien lebenden Sohn im Vergleich zu den in der 

Schweiz lebenden anderen Geschwister (vgl. Urteil des Verwaltungsge-

richts des Kantons Graubünden S 13 97 vom 11. Dezember 2013). 

c) Schlussendlich kann auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin mit 

dem Wegzug ihrer Familienangehörigen von der Gemeinde O.1._____ 

überhaupt keinen Bezug mehr zu dieser Gemeinde hat, nicht von Bedeu-

tung sein. Denn der Eintritt in ein Altersheim ausserhalb der Wohnsitzge-

meinde ist oft mit der Aufgabe einer Wohnung und damit mit dem Verlust 

des Hauptbezugs zur Gemeinde, wo die unterstützungsbedürftige Person 

vor dem Heimantritt ihren Lebensmittelpunkt hatte, verbunden. Ähnliches 

gilt für die Dauer des Aufenthalts, welche als solche kein taugliches Mittel 

darstellt, um auf die Begründung eines neuen Unterstützungswohnsitzes 

schliessen zu können. Denn bei einem Eintritt in ein Altersheim kann die 

betagte Person nicht wissen, wie lange der Aufenthalt dauern wird, ob-

wohl ab dem Zeitpunkt des Heimeintritts in den meisten Fällen kein 

Wechsel der Wohnbedingungen mehr erfolgt. Würde man die Dauer des 

Heimaufenthalts als Indiz für einen Wechsel des Unterstützungswohnsit-

zes zulassen, wäre gerade für Standortgemeinden mit Altersheimen der 

Schutz, welchen der Gesetzgeber vorgesehen hat, aufgehoben. Deswe-

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gen kann weder die Absicht, definitiv in einem (Alters-)Heim bleiben zu 

wollen, noch die Dauer des Aufenthalts eine massgebende Rolle spielen 

hinsichtlich der Begründung bzw. des Wechsels eines Unterstützungs-

wohnsitzes. Vor diesem Hintergrund kann man vorliegend aber nicht da-

von ausgehen, dass bezüglich des beschwerdeführerischen Unterstüt-

zungswohnsitzes ein Wechsel erfolgt wäre. Folglich kann aber die unter-

stützungspflichtige Gemeinde keine andere sein, als jene, wo die Be-

schwerdeführerin vor ihrem Heimeintritt ihren Lebensmittelpunkt hatte. 

4. Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass sich der beschwerde-

führerische Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde O.1._____ befindet, 

welche verpflichtet ist, das Gesuch um Sozialhilfeleistungen materiell zu 

behandeln. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskos-

ten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrecht-

pflege (VRG; BR 370.100) zulasten der Gemeinde O.1._____, welche 

überdies verpflichtet wird, der obsiegenden Beschwerdeführerin die durch 

den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 

Abs. 1 VRG). Von der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin liegt die 

Honorarnote des Vertreters vom 2. April 2014 bei den Akten. Geltend 

gemacht wird ein Aufwand von insgesamt Fr. 3'819.95, (inkl. Spesen in 

der Höhe von Fr. 57.-- und 8 % MWST) zu einem Stundenansatz von 

Fr. 240.--. Der geltend gemachte Zeitaufwand von 14 Stunden und 30 Mi-

nuten ist angemessen und wird nicht beanstandet. Der Antrag auf Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist bei diesem Aus-

gang des Verfahrens gegenstandslos geworden, da die Beschwerdefüh-

rerin obsiegt und ihr demzufolge keine Kosten auferlegt werden und sie 

zudem Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung hat. 

Demnach erkennt das Gericht:

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1. a) Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung auf-

gehoben. 

b) Es wird festgestellt, dass der Unterstützungswohnsitz der Beschwerde-

führerin O.1._____ ist. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 1'114.--

gehen zulasten der Gemeinde O.1._____ und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde O.1._____ entschädigt die Beschwerdeführerin ausserge-

richtlich mit Fr. 3'819.95 (inkl. MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]