# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 997513ad-1e13-520f-9360-98cf760b2be3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.12.2010 KV 2010/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2010-5_2010-12-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2010/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 24.03.2020

Entscheiddatum: 30.12.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 30.12.2010
ATSG Art. 4 und 43, KVG Art. 1a Abs. 2 lit.b und Art 28: Periapikaler Abszess 
am Zahn 11, der 4½ Jahre nach einem Sturz festgestellt und behandelt 
wurde, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall 
verursacht worden. Tatsache, dass Sozialversicherer die Unfallmeldung 
nach Eingang nicht weiter bearbeitet und keinen förmlichen Fallabschluss 
gemacht hat, wirkt sich konkret nicht zugunsten des Beschwerdeführers, 
der sich keiner Unfallbehandlung unterzogen hat, aus (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Dezember 2010, KV 
2010/5).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 30. Dezember 2010

in Sachen

SS.___

TS.___

RS.___

Beschwerdeführende,

Erben des S.___ sel., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, 

Rosenbergstrasse 42, 9000 St. Gallen,

gegen

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avanex Versicherungen AG, Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

S.___, geboren 1948, gab am 27. Mai 2004 gegenüber der zur Helsana-Gruppe 

gehörenden Krankenkasse Progrès eine Unfallmeldung ab. Er habe sich am 20. März 

2004 beim Verlassen eines Restaurants den Fuss vertreten und sei gestürzt. Dabei 

habe er sich unter anderem eine Zahnverletzung zugezogen. Die Krankenkasse versah 

die Meldung mit einem vom 3. Juni 2004 datierenden Eingangsstempel. Darauf visierte 

eine Sachbearbeiterin oder ein Sachbearbeiter und kreuzte das Kästchen "Unfall z.L. 

Helsana" an (act. G 10.1/1). Mit Schreiben vom 29. September 2008 wandte sich S.___ 

an die ebenfalls zur Helsana-Gruppe gehörende Krankenkasse Avanex (avanex 

Versicherungen AG), bei welcher er mittlerweile die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung unterhielt. Er bezog sich gegenüber einer Mitarbeiterin auf 

ein "heutiges Gespräch", gemäss welchem er "die Unterlagen der Zahnschäden" 

einreiche, wobei er einen ersten Zahnschaden vom 20. April (richtig wohl: März) 2004 

und einen zweiten vom 6. September 2008 erwähnte und angab, dass er am Mittwoch 

den 1. Oktober 2008 den ersten Zahnarzttermin habe. Er ersuchte um Zusendung der 

Kostengutsprache (act. G 10.1/2). Ein von Dr. med. dent. A.___ ausgefüllter Kosten­

voranschlag vom 24. September 2008 erwähnt einen Folgeschaden Zahn 11 mit der 

Diagnose periapikaler Abszess als Folge von Trauma 11. Zum Unfallhergang wird 

angegeben "Patient abgestürzt und auf Zahn 11 geschlagen". Die Schadensbehebung 

werde Fr. 2'152.70 kosten (act. G 10.1/3). Auf Nachfrage der Krankenkasse hin gab 

S.___ an, er sei nach dem Unfall vom 20. März 2004 nie bei einem Zahnarzt gewesen, 

da ihn der Zahn nie gestört habe. Zudem hätte er Probleme mit dem Herzen und 

deswegen Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung gehabt. Röntgenbilder über den 

Vorzustand existierten nicht (act. G 10.1/5 und G 6). Mit Schreiben vom 15. Oktober 

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2008 lehnte die Avanex eine Kostenübernahme aus der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung ab. Der unfallbedingte Befund könne aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen nicht mehr beurteilt werden. Ein Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfallereignis vom 20. März 2004 und der (im Herbst 2008) nötig 

gewordenen Behandlung sei nicht gegeben (act. G 10.1/7). Auf Intervention des 

Versicherten hin unterbreitete die Avanex die Angelegenheit ihrem Vertrauenszahnarzt 

Dr. med. dent. B.___. Dieser beantwortete die Frage, ob der Sturz vom 20. März 2008 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Teilursache des beschriebenen periapikalen 

Abszesses (Eiteransammlung um die Wurzelspitze des ersten oder inneren rechten 

oberen Front- oder Schneidezahns herum) darstelle, mit nein. Zur sicheren Diagnose 

wollte er aber noch die Röntgenbilder sehen (Stellungnahme vom 7. November 2008; 

act. G 10.1/11). Nachdem Dr. A.___ noch ein Foto vom akuten Abszess nachgereicht 

hatte - auf den aktuellen Röntgenbildern seien keine apikalen Aufhellungen zu 

erkennen -, hielt Dr. B.___ am 30. Januar 2009 an seiner Beurteilung fest. Er führte aus, 

dass nach einer Kontusion ca. 5 bis 7 % der Zähne innerhalb des ersten Jahres devital 

würden mit einer apikalen radiologischen Veränderung. Nach Ablauf des ersten Jahres 

fände keine Veränderung mehr statt bezüglich Vitalität. Da seit dem Unfall schon vier 

Jahre vergangen seien, müsste radiologisch eine apikale Veränderung sichtbar sein, 

wenn die Nervenentzündung unfallbedingt wäre. Viel wahrscheinlicher sei, dass sich 

der periapikale Abszess durch die Präparation, das Zementieren der Krone oder den 

radiologisch ersichtlichen undichten Randschluss und die damit verbundenen Noxen 

(Reize) auf die Pulpa ergeben und das Absterben des Nervs verursacht habe (act. G 

10.1/19). Mit Schreiben vom 8. Februar 2009 lehnte die Avanex die Kostenübernahme 

im Zusammenhang mit dem Zahnschaden vom 20. März 2004 erneut ab. Die 

zahnärztlichen Massnahmen im Zusammenhang mit dem ebenfalls gemeldeten Unfall 

vom 6. September 2008 (Porzellanabsplitterung bei der Brücke von Zahn 24 zu Zahn 

26 übernahm sie dagegen [act. G 10.1/20]). An der Verweigerung der 

Kostenübernahme bezüglich des Schadens an Zahn 11 hielt die Krankenkasse mit 

Verfügung vom 18. Februar 2009 (act. G 10.1/23) und nach Einsprache (act. G 10.1/24) 

und weiteren Abklärungen zum geltend gemachten Sturz vom 20. März 2004 mit 

Einspracheentscheid vom 22. Mai 2009 (act. G 10.1/33) fest.

B.       

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Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Daniel Bachmann, 

St. Gallen, eingereichte Beschwerde vom 24. Juni 2009 sowie die 

Beschwerdeergänzung vom 3. September 2009 mit dem Antrag, es sei die 

Leistungspflicht grundsätzlich festzustellen und die Beschwerdegegnerin insbesondere 

zur Übernahme der Krankenpflegeversicherungskosten, also der Kosten der 

zahnärztlichen Behandlung von u.a. Fr. 2'152.70 zu verpflichten. Zur Begründung wird 

im Wesentlichen angeführt, die Vorversicherung Progrès habe es in sträflicher Weise 

unterlassen, die Unfallmeldung weiterzubearbeiten und den Beschwerdeführer zu 

weiteren Handlungen aufzufordern, etwa zu einer eingehenden Untersuchung durch 

einen Zahnarzt. Unter diesen Umständen mute der Vorwurf, der Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und dem von Dr. A.___ diagnostizierten und behandelten 

Zahnschaden sei nicht nachgewiesen, grotesk an (act. G 1 und G 6). Mit 

Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2009 lässt die Avanex auf Abweisung der 

Beschwerde antragen (act. G 10). Von der Durchführung eines weiteren 

Schriftenwechsels wurde abgesehen (act. G 11 und G 12).

C.       

S.___ verstarb am 8. Mai 2010. Das anhängig gemachte Gerichtsverfahren wurde in der 

Folge am 18. Mai 2010 sistiert. Mit Schreiben vom 6. September 2010 teilte 

Rechtsanwalt Bachmann mit, dass die Erben in den Prozess eingetreten seien. Er 

reichte die Eröffnungsverfügung des Amtsnotariats vom 15. Juni 2010 sowie die 

Erbenbescheinigung vom 12. August 2010 ein. Das Verfahren ist deshalb mit den 

Erben fortzusetzen. S.___ sel. wird im Folgenden weiterhin als Beschwerdeführer 

bezeichnet.

Erwägungen:

1.        

Nach Lage der Akten hat der Vorversicherer Progrès die Unfallmeldung vom 27. Mai 

2004 entgegengenommen und das geltend gemachte Ereignis wurde, so ist aus der 

Ankreuzung "Unfall z.L. Helsana" im Eingangsstempel zu schliessen, von der 

bearbeitenden Person auf den ersten Blick als Pflichtleistung taxiert. Damit wurde das 

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Verwaltungsverfahren im Sinn von Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) korrekt eröffnet. 

Entgegen Art. 111 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 

832.102) hat der Beschwerdeführer in der Unfallmeldung jedoch keinen 

Leistungserbringer für den geltend gemachten Zahnschaden bezeichnet. Vielmehr füllte 

er die entsprechende Postition mit der Frage, "Welcher Arzt/welches Spital führt die 

Behandlung weiter", mit "Zahnarzt?" aus. Den Facharzt für Allgemeinmedizin FMH 

Dr. med. C.___, welchen er in der Unfallmeldung als erstbehandelnden Arzt aufführte, 

hatte der Beschwerdeführer gemäss den Abklärungen der Krankenkasse (act. 

G 10.1/30) am 29. März 2004, also neun Tage nach dem Unfall, krankheitshalber 

aufgesucht. Dabei habe er den Sturz zwar erwähnt, eine diesbezügliche Behandlung 

habe jedoch nicht stattgefunden, und Verletzungen seien in der Krankengeschichte 

keine vermerkt. Somit wurden auch von Dr. C.___ keine Leistungen im Zusammenhang 

mit dem fraglichen Unfall erbracht. Eine Rechnungsstellung im Sinn von Art. 42 des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) erfolgte nicht. Bei 

dieser Ausgangslage hatte die Krankenkasse keinen Anlass, die Unfallmeldung aktiv 

weiter zu bearbeiten. Namentlich ergibt sich aus dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG 

verbrieften Grundsatz der Abklärung von Amtes wegen - anders als Rechtsanwalt 

Bachmann anzunehmen scheint - keine Verpflichtung des Krankenversicherers, eine 

versicherte Person nach Eingang der Unfallmeldung zu einer (zahn-)ärztlichen 

Untersuchung oder Behandlung aufzufordern oder sie gar einer solchen zuzuführen. 

Was einzig bemängelt werden kann ist, dass der Fall nie abgeschlossen wurde. Die 

Krankenkasse hätte, nachdem im Anschluss an die Unfallmeldung über Monate hinweg 

weder von Seiten des Versicherten noch von möglichen Leistungserbringern 

Forderungen eingingen, dem Beschwerdeführer mitteilen müssen, dass sie 

beabsichtige, den gemeldeten Unfall abzuschliessen. Das hat sie aus nicht bekannten 

und auch nicht mehr in Erfahrung zu bringenden Gründen nicht getan. Indessen kann 

nicht angenommen werden, dass sich diese Unterlassung nachteilig auf den 

Beschwerdeführer ausgewirkt hätte. Nichts deutet darauf hin, dass dieser, wenn ihm 

die Versicherung denn mitgeteilt hätte, sie beabsichtige, das eröffnete 

Verwaltungsverfahren, ohne Leistungen auszurichten, abzuschliessen, viele Monate 

nach dem Unfallereignis zur Klärung der zahnmedizinisch relevanten Ausgangslage 

doch noch einen Zahnarzt aufgesucht hätte. Doch selbst wenn der Beschwerdeführer 

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das wider Erwarten doch noch gemacht hätte, ist zu beachten, dass eine zahnärztliche 

Notfallbehandlung nach dem Sturz ja offensichtlich nicht notwendig war. Daraus ist zu 

schliessen, dass es sich bei der zugezogenen Verletzung höchstens um eine 

Frontzahnkontusion (Anschlagen) gehandelt haben konnte. Wäre der betroffene Zahn 

11 subluxiert (gelockert) gewesen, was Dr. A.___ ebenfalls als möglich erachtet (vgl. 

Zahnschadenformular act. G 10.1/3), hätte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt, den 

er ja - wie erwähnt - wenige Tage nach dem Sturz krankheitsbedingt aufsuchte und 

dem er vom Sturz berichtete (vgl. act. G 10.1/30), dazu konsultiert, schon weil bei einer 

solchen Verletzung erfahrungsgemäss ein erheblicher Bewegungsschmerz bei der 

Nahrungsaufnahme und der Mundhygiene resultiert. Oder er hätte deswegen gleich 

einen Zahnarzt aufgesucht. Zu beachten ist überdies, dass der Beschwerdeführer die 

Unfallmeldung erst am 27. Mai 2004, also mehr als zwei Monate nach dem Sturz 

einreichte. Eine bei Zahnkontusionen in den ersten Tagen und Wochen häufig 

vorkommende negative Vitalitätsreaktion hätte daher - nachdem bis zu einem 

ordentlichen Fallabschluss mit Sicherheit nochmals mehrere Monate hätten vergehen 

müssen - ohnehin nicht mehr als Befund erhoben werden können. Dafür wäre es 

bereits zu spät gewesen. Es hätte deshalb keine sichere Devitalität der Pulpa 

festgestellt werden können und eine zahnärztliche Therapie wäre mithin nicht 

erforderlich geworden (vgl. Hartmut Schulz, Traumatisch bedingte dentogene 

Verletzungen der ersten und zweiten Dentition [Düsseldorfer Studie], Diss. Düsseldorf 

2006, S. 13 und 22; vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Frontzahntrauma → Kapitel 

2.1 "Stauchung [Kontusion]", Abfrage vom 16. Dezember 2010). Unter diesen 

Umständen ist auszuschliessen, dass es bei korrekter Weiterbearbeitung der 

Unfallmeldung durch den damaligen Krankenversicherungsträger Progrès, nämlich der 

Mitteilung über den bevorstehenden Fallabschluss, zu einer (engmaschigen) 

Nachbehandlung des Versicherten gekommen wäre, welche zu einem besseren 

Beweisergebnis bezüglich einer unfallbedingten Schädigung des betroffenen Zahns 

geführt hätte, als es bei der erneuten Vorsprache bei der Krankenkasse Avanex im 

Herbst 2008 vorlag.

2.         

Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob der geltend gemachte Gesundheitsschaden 

(periapikaler Abszess am Zahn 11) mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

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geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall 

zurückzuführen ist, hier auf den Sturz vom 20. März 2004. Das bedeutet mit anderen 

Worten, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem 

Gesundheitsschaden ist zu untersuchen.

2.1    Ursachen im Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind nach der 

Rechtsprechung alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 

nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 

geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 

Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine 

Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der 

ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und 

dem Auftreten der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen 

sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 

stellen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c und RKUV 1994 

Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen).

2.2    Der Beschwerdeführer fiel beim Sturz am 20. März 2004 laut seiner 

Unfallmeldung vom 27. Mai 2004 auf den Bauch und zog sich Verletzungen an Zahn, 

Mund und Hand zu (act. G 10.1/1). Genauere Angaben, welcher Zahn und in welcher 

Weise dieser geschädigt sei, machte er nicht. Er suchte auch keinen Zahnarzt auf. 

Gemäss seinen telefonischen Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin vom 

7. und 20. Oktober 2008 hatte ihn die Zahnverletzung nicht gestört bzw. hatte er bis im 

Herbst 2008 keine Beschwerden (vgl. act. G 10.1/6 und G 10.1/8]. Bei seinem 

Hausarzt, Dr. C.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, hatte er anlässlich der 

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krankheitsbedingten Konsultation vom 29. März 2004, neun Tage nach dem Sturz, 

zwar von diesem berichtet. Eine Behandlung der Unfallverletzungen hatte Dr. C.___ 

nicht dokumentiert (vgl. act. G 10.1/30). Der Beschwerdeführer hatte somit eine 

(behandlungsbedürftige) Zahnschädigung anlässlich des Sturzes am 20. März 2004 

nicht genügend belegt, weshalb es bezüglich Zahnschädigung an der 

Leistungsvoraussetzung der Glaubhaftmachung eines Gesundheitsschadens fehlt, was 

sich zu seinen Lasten auswirkt (vgl. A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. 2003, S. 20 f.; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50 E. 2).

2.3    Selbst wenn jedoch Sturz und Gesundheitsschaden ausreichend glaubhaft 

gemacht wären, gälte für die Beurteilung der natürlichen Kausalität folgendes: 

Entstehungsursache von Abszessen sind nach der Literatur entzündliche Prozesse. 

Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch 2011, 262. Aufl. 2010) führt zu den Ursachen 

wörtlich aus: "vorwiegend Weichteilentzündung von Haut und Unterhaut, 

Durchwanderung von Eitererregern durch Hohlorgane oder bei Perforation, 

postoperativ, postentzündlich, posttraumatisch", wobei Bakterien Hauptverursacher 

sind (a.a.O. S. 10). Eine im Internet publizierte Abhandlung zu Abszessen in der 

Mundhöhle stellt diese als Eiteransammlungen in neu gebildeten Körperhöhlen dar, die 

am ganzen Körper auftreten können. Im Bereich der Mundhöhle seien Abszesse 

danach meist odontogenen Ursprungs, d.h. der Abszess gehe von einem oder 

mehreren Zähnen aus. Als mögliche Hauptursachen von Abszessen nennt die genannte 

Abhandlung in dieser Reihenfolge apikale Parodontitis (Entzündungsprozesse am 

Zahnbett bzw. Zahnfleischtaschen), Schmutznischen an Weisheitszähnen, Infektionen 

durch einen Eingriff, Infektionen von Wurzelresten nach Zahnextraktionen sowie 

Implantate (http://www.zahnlabor.de/artikel-445.htm ["Abszess"] Abfrage vom 

16. Dezember 2010). - Ein Unfall als Ursache eines Abszesses wird in diesen 

Aufzählungen nicht (Abhandlung "Abszess") oder höchstens indirekt an letzter Stelle 

("posttraumatisch", Pschyrembel, a.a.O.) genannt und ist somit eine weit weniger 

wahrscheinliche Ursache als eine Entzündung krankhaften Ursprungs. Auch die 

Gesetzgebung zur Krankenversicherung nennt Abszesse einzig im Zusammenhang mit 

einem Krankheitsgeschehen an den Zähnen (Art. 17 lit. a Ziff. 2 der Verordnung des 

Eidgenössischen Departements des Innern über Leistungen in der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung [Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV; SR 

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832.112.31]). Diese Tatsachen lassen darauf schliessen, dass ein Abszess weit 

wahrscheinlicher durch Krankheit als durch Unfall entsteht.

2.4    Wie in Erwägung 2.1 angeführt, sind die Anforderungen an den Beweis, dass 

mögliche Spätfolgen eines Unfalls, für den die Leistungspflicht grundsätzlich anerkannt 

wurde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf diesen zurückzuführen 

sind, umso strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem 

Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts 

8C_169/2007 vom 5. Februar 2008 E. 2.3 mit Hinweis). In der Zeitspanne von über 4½ 

Jahren zwischen dem Sturz am 20. März 2004 und dem ersten Zahnarztbesuch des 

Beschwerdeführers am 1. Oktober 2008 hat vorliegend die Wahrscheinlichkeit, dass 

der Abszess am Zahn 11 durch Krankheit verursacht wurde, diejenige dass er als Folge 

des Unfalls entstanden ist, bei weitem überholt. Wäre der Eitererreger nach dem Sturz 

am 20. März 2004 in die Mundhöhle eingedrungen, wäre der Abszess um Jahre früher 

entstanden und hätte dem Beschwerdeführer ebenfalls um Jahre früher Schmerzen 

bereitet und seine Beiss- und Kaufunktion beeinträchtigt (http://www.zahnlabor.de/

artikel-445.htm). Hätte die Abszessbildung zeitnah zum Sturz stattgefunden, hätte 

dieser auch weit erheblichere Auswirkungen gehabt und während der 4½ Jahre bis zur 

zahnärztlichen Erstbehandlung auch den Kieferknochen angegriffen (vgl. Aufsatz 

"Infekte im Kiefer- / Gesichtsbereich" auf der Internetseite der Fachärzte FMH für 

Kiefer- und Gesichtschirurgie Dres. med. et med. dent. M. Baltensperger, R. Lebeda 

und T. Bottler, Winterthur, http://www.kiefergesichtschirurgie.ch/kgcs.php?id=41).

2.5    Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Feststellungen der behandelnden 

Zahnärztin, Dr. A.___, wonach der periapikale Abszess am Zahn 11 die Folge eines 

Traumas sei, bei dem der Patient abgestürzt und auf Zahn 11 geschlagen sei. Als 

unfallbedingte Befunde vermutete sie im Zahnschaden-Fragebogen (mit Fragezeichen 

versehen), dass Zahn 11 subluxiert (gelockert) oder kontusioniert (angeschlagen) sei. 

Eindeutig festgestellt hatte sie lediglich eine Schwellung Regio 11 B (act. G 10.1/3). 

Damit führte die Zahnärztin keinerlei Begründung an, weshalb der Abszess an der 

Zahnwurzel 11 durch den Sturz am 20. März 2004 entstanden sei. Sie vermerkte nicht 

einmal ein Unfalldatum. Der einzige klare Befund "Schwellung Regio 11 B" erklärt sich 

durch den Abszess, der unbestritten anlässlich der zahnärztlichen Untersuchung vom 

24. September 2008 festgestellt wurde, jedoch nichts über die Abszessursache 

http://www.kiefergesichtschirurgie.ch/kgcs.php?id=41

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aussagt. Aufgrund der Angaben der Zahnärztin kann der Abszess somit nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz am 20. März 2004 zurückgeführt 

werden. - Mit dieser Feststellung werden keine Aussagen über die Art und 

Angemessenheit der zahnärztlichen Behandlung gemacht, zu der der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers Beweisanträge stellt. Solche Aussagen erübrigen sich an 

dieser Stelle, da die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Behandlung des 

Abszesses vollumfänglich zu verneinen ist.

2.6    Der Beschwerdeführer lässt durch seinen Rechtsvertreter beantragen, die 

Stellungnahmen von Dr. B.___ seien aus dem Recht zu weisen, da sie unerheblich 

seien. Eine nähere Begründung dafür, wieso dem so sein sollte, gibt er nicht. Der 

beratende Zahnarzt nahm am 7. November 2008 und 30. Januar 2009 zu den Fragen 

der Beschwerdegegnerin unterschriftlich Stellung (act. G 10.1/11 und G 10.1/19). Dabei 

lagen ihm alle vorhandenen Dokumente vor, besonders die 3 Röntgenbilder und das 

Foto des Abszesses vom 24. September 2009 sowie das am 24. September 2009 

ausgefüllte Formular für Zahnschäden gemäss KVG und der Kostenvoranschlag 

gleichen Datums (act. G 10.1/3). Dr. B.___ nahm begründet Stellung und führte 

nachvollziehbar aus, dass unfallbedingte Veränderungen am Zahn 11 innerhalb des 

ersten Jahres nach dem Sturz aufgetreten und radiologisch sichtbar wären, wenn die 

Nervenentzündung unfallbedingt wäre. Radiologisch war Zahn 11 jedoch mehr oder 

weniger unauffällig. Die Stellungnahmen des beratenden Zahnarztes erscheinen 

schlüssig, sind nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei. Da auch 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen, kommt ihnen nach der 

Rechtsprechung Beweiswert zu (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 354) und es kann 

vorliegend auf sie abgestellt werden.

2.7    Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehend angeführten Aspekte klar, dass 

der periapikale Abszess am Zahn 11, der am 24. September 2008 festgestellt wurde, 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz des Beschwerdeführers am 

20. März 2004 zurückzuführen ist und es damit am natürlichen Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und dieser Zahnschädigung fehlt.

3.         

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist damit ein Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin für die Behandlung des 

periapikalen Abszesses am Zahn 11 zu verneinen und die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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