# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16614582-03ec-5d93-aee4-84b4b8af3451
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.03.2013 IV 2012/169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-169_2013-03-25.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/169

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.03.2013

Entscheiddatum: 25.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2013
Art. 8 Abs. 1 ATSG. Art. 28 Abs. 2 IVG. Art. 43 i.V.m. Art. 28 ATSG. Art. 59 Abs. 
5 IVG. Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung unabhängig von 
Observationsergebnissen. Verwertbarkeit der Observationsergebnisse 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 
2013, IV 2012/169).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Della Batliner

 

Entscheid vom 25. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stephanie Schwarz, Sigg Schwarz Advokatur, 

Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 18. März 2009 zur Früherfassung 

bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen teilte 

der Versicherten am 19. März 2009 mit, dass sie eine IV-Anmeldung für nötig erachte 

(IV-act. 5). Daraufhin meldete sich die Versicherte am 25. März 2009 zum Bezug von 

Leistungen an (IV-act. 6).

A.b  Für die medizinischen Unterlagen holte die IV-Stelle das Dossier der 

Unfallversicherung ein (act. G 9.2). Gemäss Aktennotiz des Regionalen Aerztlichen 

Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) vom 26. März 2009 (IV-act. 10) sei die 

Versicherte bisher in der Produktion tätig gewesen und psychosozial belastet. Sie sei 

am 15. Januar 2009 (richtig: 2008) bei einem Sturz mit der Ulnarseite des linken 

Handgelenks auf ein Treppengeländer geprallt. Nach dieser ulnarseitigen Kontusion der 

dominanten linken Hand habe sie erhebliche Schmerzen gehabt, die zu einer 

Eskalation der ärztlichen Massnahmen geführt habe. Nach einer konsiliarischen 

handchirurgischen Beurteilung in B.___, in der keine Erklärung für die Schmerzen 

gefunden werden konnte, sei im September 2008 der Fallabschluss durch die Suva 

erfolgt. Aus versicherungsmedizinischer Sicht verfüge die Versicherte in einer 

adaptierten Tätigkeit ab sofort über eine volle Arbeitsfähigkeit (vgl. auch IV-act. 18). 

Daher wurden Abklärungen bezüglich der Möglichkeiten einer beruflichen 

Eingliederung geprüft und eine Anmeldung bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) 

geplant (IV-act. 27, 31). Am 26. August 2009 (IV-act. 35) reichte die 

Rechtschutzversicherung einen neuen ärztlichen Bericht ein und teilte mit, dass die 

Versicherte aufgrund der immer vorhandenen Schmerzen massive weitergehende 

gesundheitliche Probleme entwickelt habe. Sie magere stark ab und hätte Mitte Juli nur 

noch ein Gewicht von 47kg gehabt. Aus diesem Grund werde um Beschleunigung des 

Verfahrens und umgehende Veranlassung einer Schmerztherapie gebeten. Nach 

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Anmeldung beim RAV am 20. Mai 2009 liess die Versicherte den ersten Termin 

verschieben und nahm den zweiten Termin nicht wahr, weshalb das Begehren um 

Arbeitsvermittlung abgewiesen wurde (IV-act. 39, 40). Mit Schreiben vom 2. September 

2009 teilte die IV-Stelle mit, dass eine Schmerztherapie nicht in den 

Zuständigkeitsbereich der Invalidenversicherung gehöre (IV-act. 38). Nach Schreiben 

von Rechtsanwältin lic.iur. Stephanie Schwarz, Winterthur, vom 28. September 2009 

(IV-act. 44) nahm die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung wieder auf (IV-act. 45).

A.c  Mit Bericht vom 16. Oktober 2009 (IV-act. 48-1/30 ff.) diagnostizierte pract. med. 

C.___ chronische durch Belastung verstärkte Schmerzen im linken ulnarseitigen 

Handgelenks-/Handbereich bei Status nach Kontusion des linken Handgelenks, 

Linkshänderin und depressive Verstimmung. In einer angepassten Tätigkeit sei eine 

50%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Am 17. November 2009 berichtete Prof. Dr. med. 

D.___, Neurologie FMH, dass er als Ursache der angegebenen Schmerzen der linken 

Hand eine noch leichte Form eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms vermute, 

auf neurologischem Fachgebiet jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestehe (IV-act. 54). Am 29. Dezember 2009 wurde die Arbeitsvermittlung 

vorübergehend abgeschlossen, da aufgrund der Operation vom 3. Dezember 2009 

(Stellatumblockade; vgl. act. G 9.2/3-177/279) ein instabiler Gesundheitszustand vorlag 

(IV-act. 61, 55). Das Einsatzprogramm bei der E.___ wurde gleichentags vorzeitig 

beendet, da keine Arbeiten möglich seien die nur mit einer Hand ausgeübt werden 

könnten (IV-act. 74). Gemäss Gutachten von Dr. med. F.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie und Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 31. Juli 2010 (IV-act. 83) 

konnte keine psychiatrische Diagnose gestellt werden. Aus orthopädischer Sicht sei die 

linke, dominante obere Extremität deutlich vermindert belastbar und könne nur sehr 

begrenzt eingesetzt werden. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. 

In einer leidensangepassten Tätigkeit müsse von einer Arbeitsfähigkeit von 50% 

ausgegangen werden. Die Tätigkeit sollte nur mit der rechten, adominanten Hand 

ausgeführt werden müssen. Keine feinmotorischen Tätigkeiten. Die ehemals dominante 

linke Hand könne nur im Sinn einer Zudien- und Hilfshand benutzt werden. 

Diesbezüglich kein Heben und Tragen von Lasten über 5kg. Keine Tätigkeiten, die 

linksseitig Positionen des Armes über die Horizontalebene erfordern. Der RAD 

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bestätigte die Nachvollziehbarkeit des bidisziplinären Gutachtens vom 31. Juli 2010 

und qualifizierte die Versicherte ohne Behinderung als Vollerwerbstätige (IV-act. 85, 88).

A.d  Dr. med. H.___ erstellte am 7. Februar 2011 ein Leistungsprofil (IV-act. 90) und 

äusserte darin aufgrund der Vorgeschichte und der geringen objektiven Befunde 

Zweifel an den ärztlich monierten funktionellen Auswirkungen (praktische Einarmigkeit). 

Der Fall eigne sich gut für eine Observation, eine solche dränge sich auf. Als nicht zu 

erwartendes Verhalten hielt er dabei den unauffälligen Einsatz der linken oberen 

Extremität, das Ergreifen von schwereren Gegenständen (> 15 kg) mit der linken Hand, 

Drehbewegungen, Beugen und Strecken des (linken) Handgelenks, das Nichttragen der 

Schiene insbesondere beim Gebrauch der linken Hand sowie unauffällige Bewegungen 

im linken Schultergelenk, Möglichkeit von Überkopfarbeiten, fest. Nach der 

Observation am 8. März 2011 stellte Dr. H.___ am 12. März 2011 (IV-act. 95) auf den 

Videosequenzen fest, dass die Versicherte bei der Reinigung des Autos mit dem 

Hochdruckreiniger den linken Arm überhaupt nicht eingesetzt habe, aber die 

ununterbrochene und ohne Ermüdung durchgeführte Prozedur nur mit der rechten 

(angeblich adominanten) oberen Extremität auch bei Rechtsdominanz eine erhebliche 

Leistung sei. Die Bilder sprächen zwar einerseits für eine konsequente Schonung der 

linken oberen Extremität aus welchen Gründen auch immer. Sie liessen andererseits 

gewisse Zweifel an der monierten Linkshändigkeit aufkommen. Die Versicherte könne 

mit der linken Hand den Kofferraumdeckel erfassen und herunterziehen und die 

Autotüre zuziehen. Sie könne mit der linken Hand einen Bodenteppich des Autos halten 

und diverse andere Dinge ergreifen oder halten. Sie könne mit der linken Hand einen 

leichten Gegenstand halten, während dieser mit der rechten Hand gereinigt werde. Die 

Versicherte könne Auto fahren. Sie habe eine gut viertelstündige Innen- und 

Aussenreinigung eines Autos mit der gleichen Effizienz wie eine Gesunde durchgeführt. 

Eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in adaptierten Tätigkeiten stehe in sehr deutlichem 

Gegensatz zu den Ermittlungsergebnissen. Die Versicherte sei also nicht funktionell 

einarmig. Weitere Ermittlungen seien nicht nötig, da das bisherige Material genügend 

Zweifel an der Einschätzung des Gutachters begründe. Es entstünden ausserdem 

gewisse Zweifel an einer dominanten Linkshändigkeit. Mit Abklärungsbericht Haushalt 

vom 26. Mai 2011 wurde festgehalten, dass die geltend gemachten Einschränkungen 

in diesem Ausmass wenig glaubhaft seien und eine erneute Begutachtung dringend 

angezeigt sei (IV-act. 113). Mit Bericht vom 6. Juli 2011 erachtete Dr. H.___ die 

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Versicherte aufgrund der Sachverhaltsabklärungen als angepasst bimanuell 

vollschichtig einsetzbar, wobei im Fall tatsächlicher Linkshändigkeit bereits nach kurzer 

Rekonditionierungszeit (Weglassen der Schiene wie ärztlich gefordert und 

Ingebrauchnahme der Hand!), im Fall von tatsächlicher Rechtshändigkeit ab sofort eine 

volle Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 116). Mit Vorbescheid vom 7. Dezember 2011 

wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab (IV-act. 123).

B.    

Der Einwand vom 20. Januar 2012 (IV-act. 125) wurde mit Verfügung vom 27. März 

2012 (act. G 1.2) abgelehnt.

C.    

C.a  Mit Beschwerde vom 9. Mai 2012 (act. G 1) liess die Versicherte durch 

Rechtsanwältin lic.iur. Stephanie Schwarz, Winterthur, die Aufhebung der Verfügung 

vom 27. März 2012 und die Zusprache einer Rente unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin beantragen. Zudem 

beantragte die Rechtsvertreterin die persönliche Sichtung der Videoaufzeichnungen 

durch die beurteilenden Mitglieder des Gerichts. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, die medizinische Situation sei insbesondere aufgrund des 

bidisziplinären Gutachtens von Dr. G.___ und Dr. F.___ erstellt gewesen, was auch vom 

RAD-Arzt Dr. med. I.___ mit Stellungnahme vom 19. August 2010 bestätigt worden sei. 

Die von RAD-Arzt Dr. med. H.___ beantragte Observierung der Beschwerdeführerin sei 

nicht notwendig und im vorliegenden Fall wegen mangelnder gesetzlicher Grundlage, 

fehlenden Anfangsverdachts und Unverhältnismässigkeit nicht zulässig gewesen. Die 

bei der Observierung erwähnten Hilfstätigkeiten entsprächen den im Gutachten 

erwähnten Zudienfunktionen der linken Hand, was Dr. H.___ zu Unrecht nicht 

berücksichtigt habe. Es werde klar bestritten, dass die Beschwerdeführerin gegenüber 

einem Arbeitsvermittlungsunternehmen festgehalten habe, sie "mache auf IV". Dass die 

Observation Grundrechte Dritter verletze, lasse an der Eignung und Professionalität der 

Überwachungsfirma zweifeln. Die observierende Person habe subjektive 

Wahrnehmungen festgehalten. Die Observation sei betreffend Gesundheitszustand und 

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Arbeitsfähigkeit nicht aussagekräftig. Sämtliche Beobachtungen sprächen für das 

Vorliegen einer Beeinträchtigung der linken dominanten Hand der Beschwerdeführerin.

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2012 (act. G 8) schloss die 

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie 

insbesondere an, die Suva habe ihre Leistungspflicht mit überzeugender Begründung 

verneint. Da neben den Unfallfolgen kein Leiden anzunehmen sei, bestehe kein Anlass, 

von dieser Beurteilung abzuweichen. Durch die Observation habe gezeigt werden 

können, dass die Beschwerdeführerin nicht funktionell einarmig sei. Sie leide zwar an 

diagnostizierten, aber nicht an objektivierbaren Beschwerden. In Anwendung der 

Foerster'schen Kriterien sei eine volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Die Anordnung der 

Observation sei nicht zu beanstanden. Das Rentengesuch müsste auch unter 

Ausklammerung des Observationsergebnisses abgewiesen werden.

C.c  Mit Replik vom 2. November 2012 (act. G 13) und Duplik vom 5. Dezember 2012 

(act. G 15) hielten die Parteien an ihren jeweiligen Standpunkten fest.

 

Erwägungen:

1.     

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf Rentenleistungen.

2.     

2.1   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2   Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

2.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

3.     

3.1   Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Während die 

Beschwerdeführerin der Ansicht ist, dass sich die Beschwerdegegnerin bei der 

Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in rechtswidriger Weise nicht auf das Gutachten von 

Dr. F.___ und Dr. G.___ vom 31. Juli 2010 (IV-act. 83) gestützt habe, vertritt die 

Beschwerdegegnerin die Auffassung, dass die Observationsergebnisse von den 

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Observationen am 7. und 8. März 2011 (IV-act. 105) und deren medizinische Prüfung 

durch Dr. H.___ (IV-act. 90, 95, 116) zeigten, dass es sich bei der Diagnose eines CRPS 

um eine ärztliche Fehleinschätzung handle und der Schluss nahe liege, dass die 

Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig sei.

3.2   Anlässlich der orthopädischen Untersuchung vom 25. Juni 2010 (IV-act. 83) 

beschrieb die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. G.___ eine im Vordergrund stehende 

Schmerzproblematik, die mit der aktuellen Medikation erträglich sei. Sie trage die 

immobilisierende Schiene praktisch ständig (auch nachts), um schmerzprovozierende 

Bewegungen zu verhindern. Tagsüber habe sie den Eindruck, dass die linke Hand kalt 

sei, nachts erscheine sie heiss. Neben dem im Handgelenk lokalisierten und in die 

Finger sowie nach proximal bis in den Nacken ausstrahlenden Schmerzen gab die 

Beschwerdeführerin als Begleitsymptome an, dass der Ring- und der Kleinfinger kein 

Gefühl besässen und "taub" seien. Die Finger seien vor allem am Morgen stark 

geschwollen. Weiter sei die Beweglichkeit aller Gelenke an der linken oberen Extremität 

eingeschränkt. Bei der orthopädischen Untersuchung der linken Hand stellte Dr. G.___ 

Bewegungseinschränkungen des Schulter-, Ellbogen- und Handgelenks fest. Zudem 

beständen eine diffus teigige Schwellung und eine leicht bläulich livide Verfärbung des 

linken Handrückens und der Finger. Eine vermehrte Schweisssekretion oder eine 

Hypertrichosis könnten nicht festgestellt werden. Das linke Handgelenk weise eine 

ausgeprägte Druckdolenz ulnarseits auf. Es bestehe eine leichte Atrophie von Thenar 

und Hypothenar, auch die kleinen Handmuskeln würden etwas verschmächtigt 

erscheinen. Die Langfinger könnten nicht vollständig gestreckt werden und der 

Faustschluss sei knapp möglich, wobei allerdings ein deutlich proximaleres 

Einschlagen der Finger IV und V zu beobachten sei. Beim neurologischen Status wurde 

insbesondere eine Hyposensibilität im Ring- und Kleinfinger sowie an der ulnaren Seite 

des Mittelfingers festgestellt. Dr. G.___ stellte die orthopädischen Diagnosen eines 

Schulter-Arm-Syndroms links sowie eines CRPS Typ I (früher Morbus Sudeck) Stadium 

2 der linken oberen Extremität. Die Beschwerdeführerin klage über Schmerzen und 

Verlust von Beweglichkeit, Kraft und Sensibilität in der dominanten linken oberen 

Extremität. Das CRPS Typ I habe dazu geführt, dass die dominante obere Extremität in 

ihrer Einsetzbarkeit deutlich eingeschränkt sei. Reaktiv sei es zu einem Schulter-Arm-

Syndrom gekommen; die linke Schulter sei in ihrer aktiven und passiven Beweglichkeit 

deutlich eingeschränkt und könne ebenfalls nur begrenzt eingesetzt werden. Unter 

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diesen Umständen sei es gerechtfertigt, davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin funktionell praktisch einarmig sei. Betroffen sei die dominante 

obere Extremität, das heisse, die Beschwerdeführerin müsse alle Tätigkeiten mit der 

ursprünglich adominanten Hand ausüben und könne die grundsätzlich dominante linke 

obere Extremität nur im Sinn einer Hilfs- und Zudienhand einsetzen. Daraus resultiere 

erfahrungsgemäss eine schwere Einschränkung in allen Tätigkeiten. Es müsse 

einerseits berücksichtigt werden, dass die adominante Hand feinmotorisch deutlich 

weniger geschickt sei. Andererseits könne die Beschwerdeführerin auch gut 

leidensangepasste, also rein einarmige Tätigkeiten nicht mit der gleichen 

Geschwindigkeit erledigen, wie es eine Person mit zwei funktionsfähigen Armen könne. 

Die Reaktionsfähigkeit sei ebenfalls vermindert, da der linke dominante Arm nicht 

kompensatorisch eingesetzt werden könne. Auch Arbeiten, die mit bestimmten, auch 

wenn unbelasteten, Stellungen des linken Arms verbunden seien, könnten nur begrenzt 

ausgeübt werden. Die Ausübung der angestammten, als mittelschwer 

einzuschätzenden Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, weshalb hier eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bestehe. In einer leidensadaptierten Tätigkeit müsse auch von einer 

Einschränkung ausgegangen werden. Unter Berücksichtigung aller Einschränkungen 

erscheine eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Arbeit zumutbar. Die 

Beschwerdeführerin sollte einerseits die Möglichkeit zu vermehrten und 

betriebsunüblichen Pausen haben und andererseits sollte ihrem verminderten 

Arbeitstempo Rücksicht getragen werden. Sinnvollerweise würde ein konkreter 

Arbeitsversuch die genaue Belastbarkeit testen.

3.3   Dr. G.___ stellte als orthopädische Diagnosen – wie oben erwähnt – ein Schulter-

Arm-Syndrom links (M 54.12) sowie ein CRPS Typ I (früher Morbus Sudeck) Stadium 2 

der linken oberen Extremität (M 89.09).

3.3.1         Als Schulter-Arm-Syndrom werden Schmerzen im Bereich des Halses, des 

Schultergürtels und der oberen Extremitäten (eventuell mit sensiblen und motorischen 

Ausfällen und vegetativ-trophischen Störungen) infolge Irritation oder Kompression von 

Wurzeln zervikaler Spinalnerven bezeichnet. Ursache bilden ein zervikaler 

Bandscheibenvorfall und/oder knöcherne degenerative Veränderungen der 

Halswirbelsäule (HWS). Dieses Syndrom kann aber auch posttraumatisch z.B. nach 

einem Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule auftauchen (Pschyrembel, 

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Klinisches Wörterbuch 2011, 262. neu bearbeitete und erweiterte Auflage Berlin/New 

York 2010, S. 2265 unter "Zervikobrachialsyndrom"). Gemäss Dr. G.___ hat sich 

zunächst ein CRPS Typ I an der linken Hand entwickelt. Erst anschliessend sei es 

reaktiv zu einem Schulter-Arm-Syndrom gekommen. Das Schulter-Arm-Syndrom findet 

jedoch seinen Ursprung üblicherweise nicht in einer Handproblematik, sondern 

offenbar in Irritationen oder Kompressionen im Bereich der HWS. Ob sich im zervikalen 

Bereich ein organisch-strukturelles Korrelat für das Schulter-Arm-Syndrom finden lässt, 

wurde bis anhin nicht untersucht (auch nicht von Dr. J.___, Facharzt FMH Innere 

Medizin und Facharzt FMH Rheumatologie, Klinik Valens, der in seinem Bericht vom 

10. Juni 2008 ein Schulter-Arm-Syndrom diagnostiziert hat; vgl. act. G 9.2 bzw. UV-

act. 27) und ist daher noch durch bildgebende Verfahren zu eruieren.

3.3.2         Zur Diagnose eines CRPS Typ I werden die Budapest-Kriterien 

herangezogen, die sich mittlerweile etabliert haben (vgl. <http://

rheumatologie.universimed.com/artikel/komplexes-regionales-schmerzsyndrom-typ-1-

crps-1>, abgerufen am 25. Februar 2013): als Erstes steht ein zum auslösenden 

Ereignis disproportionaler Dauerschmerz. Die betroffene Person berichtet zudem über 

mindestens ein Syndrom in drei von vier der folgenden Kriterien:

-        Sensibel: Hyperästhesie und/oder Allodynie

-        Vasomotorisch: Temperaturdifferenz und/oder Hautverfärbungen und/oder 

asymmetrische Hautfarbe

-        Sudomotorisch/Ödem: Ödem und/oder veränderte Sudomotorik und/oder 

asymmetrische Sudomotorik

-        Motorisch/trophisch: Bewegungseinschränkung und/oder motorische 

Dysfunktion (Schwäche, Tremor, Dystonie) und/oder trophische Veränderungen (Nägel, 

Haare, Haut).

Des Weiteren ist anlässlich der Untersuchung mindestens ein Befund in zwei oder mehr 

der folgenden Kategorien vorhanden:

-        Sensibel: Hyperalgesie und/oder Allodynie

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-        Vasomotorisch: Temperaturdifferenz und/oder Hautverfärbungen und/oder 

asymmetrische Hautfarbe

-        Sudomotorisch/Ödem: Ödem und/oder veränderte Sudomotorik und/oder 

asymmetrische Sudomotorik

-        Motorisch/trophisch: Bewegungseinschränkung und/oder motorische 

Dysfunktion (Schwäche, Tremor, Dystonie) und/oder trophische Veränderungen (Nägel, 

Haare, Haut).

Zu guter Letzt darf es keine andere Diagnose geben, welche die Symptome und 

Befunde besser erklärt. Beim CRPS Typ I handelt es sich nämlich um eine 

Ausschlussdiagnose, die Liste der Differentialdiagnosen ist entsprechend dem breiten 

Manifestationsspektrum lang (<http://rheumatologie.universimed.com/ artikel/

komplexes-regionales-schmerzsyndrom-typ-1-crps-1>, abgerufen am 25. Februar 

2013). Dr. G.___ hat bei seiner Diagnosestellung weder diese noch andere Kriterien 

(Kriterien der International Association for the Study of Pain [IASP]; Veldman-Kriterien; 

Kriterien von Bruehl) beigezogen. Wie er sonst zur Schlussfolgerung gelangt, es habe 

sich bei der Beschwerdeführerin ein CRPS Typ I entwickelt, ist aus dem Gutachten 

nicht ersichtlich und erscheint unklar. In den vorangegangenen, von der Suva 

eingeholten medizinischen Berichten wurde ein CRPS Typ I lediglich vermutet und 

keine sichere Diagnose gestellt (act. G 9.2; Suva-act. 27, 28, 37, 52, 58, 68, 93). 

Prof. D.___ vermutete in seinem Bericht vom 17. November 2009 zwar eine noch 

leichte Form eines CRPS als Ursache der angegebenen Schmerzen der linken Hand. 

Dies lasse sich neurographisch nicht eindeutig beweisen. Die Nerven seien 

neurographisch an sich intakt und es liege kein objektivierbares neurologisches Defizit 

vor. Auf dem neurologischen Fachgebiet bestünde keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 54). Zudem lässt sich im Gutachten von Dr. G.___ keine 

Erklärung für die beim neurologischen Status erhobene Hyposensibilität im Ring- und 

Kleinfinger sowie an der ulnaren Seite des Mittelfingers finden. Dass die 

Hyposensibilität in einem allfälligen CRPS I begründet liegt, ist zu bezweifeln, da ein 

CRPS I sich gerade durch eine allfällige Hyperästhesie/Hyperalgesie 

(Überempfindlichkeit für Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreize [im engeren Sinn 

nur für Berührungsreize]/gesteigerte Schmerzempfindlichkeit; Pschyrembel, a.a.O., 

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S. 921) auszeichnet. Ob Dr. G.___ als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates überhaupt in der Lage war, neurologische 

Befunde (CRPS Typ I, Hyposensibilität im Ring- und Kleinfinger, sowie ulnare Seite des 

Mittelfingers) zu erheben und sich in kompetenter Weise zu neurologischen Defiziten zu 

äussern, ist ebenfalls fraglich. Zu guter Letzt widerspricht die von Dr. G.___ 

beschriebene funktionelle praktische Einarmigkeit seinen eigenen Erhebungen (vgl. 

insbesondere IV-act. 83/11/25 f., orthopädischer Status/Messprotokoll der oberen 

Extremitäten) und seiner Feststellung, die grundsätzlich dominante linke obere 

Extremität lasse sich "nur" im Sinne einer Hilfs- und Zudienhand einsetzen.

3.3.3         Dr. F.___ hat aus rein psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit 

Krankheitswert erhoben. Hinweise auf eine Simulation oder Aggravation hätten sich zu 

keinem Zeitpunkt der Untersuchung gegeben und auch die psychosoziale Situation 

werde als angemessen und harmonisch geschildert.

3.3.4         Aufgrund der in den vorstehenden Erwägungen (vgl. E. 3.3.1 ff.) erwähnten 

Zweifel kann die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht gestützt 

auf das Gutachten vom 31. Juli 2010 von Dr. G.___ und Dr. F.___ erfolgen. Einerseits 

erscheinen weitere Abklärungen zum Schulter-Arm-Syndrom – insbesondere durch 

bildgebende Untersuchungen der HWS – angezeigt, andererseits ergibt sich auch 

hinsichtlich der von Dr. G.___ doch festgestellten Hyposensibilität im Ring- und 

Kleinfinger, sowie an der ulnaren Seite des Mittelfingers weiterer Abklärungsbedarf, 

vorzugsweise bei einem unabhängigen Neurologen. Unter Umständen ist auch eine 

erneute psychiatrische Begutachtung notwendig, da Dr. F.___ die Diagnose einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung lediglich deshalb nicht stellte, weil sie 

gestützt auf die Befunde von Dr. G.___ davon ausging, dass die Beschwerden aus 

somatischer Sicht nachvollziehbar seien.

3.4   Eine weitere Abklärung drängt sich somit unabhängig von den Ergebnissen der 

Observationen vom 7. und 8. März 2011 (IV-act. 105) und deren medizinischer Prüfung 

durch Dr. H.___ (IV-act. 90, 95, 116) auf. Dennoch ist von Amtes wegen zu prüfen, ob 

die Observation zulässig war; dies insbesondere deshalb, da sich bei Rückweisung der 

Sache zu weiteren Abklärungen auch die Frage stellt, ob bei erneuter Begutachtung 

und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch die 

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Observationsergebnisse zu berücksichtigen seien. Da eine Observation den 

grundrechtlichen Schutz der Privatsphäre (Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) tangiert, bedarf sie einer 

gesetzlichen Grundlage, muss im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig 

sein (Art. 36 Abs. 1-3 BV). Des Weiteren darf der Kerngehalt des Grundrechts durch 

eine Observation nicht angetastet werden (Art. 36 Abs. 4 BV).

3.4.1         Gemäss BGE 137 I 327 ergibt sich die hinreichende gesetzliche Grundlage 

für eine Observation aus Art. 43 i.V.m. Art. 28 Abs. 2 ATSG sowie aus Art. 59 Abs. 5 

IVG (E. 5.1 und 5.2).

3.4.2         Das öffentliche Interesse an einer wirksamen Missbrauchsbekämpfung und 

der Aufdeckung bzw. Verhinderung von Versicherungsbetrug rechtfertigt die mit der 

Observation verbundene Einschränkung des Schutzes der Privatsphäre (BGE 137 I 327 

E. 5.3). Vorliegend ist dieses Erfordernis zu bejahen, da bei dieser eher jungen Ver­

sicherten Leistungen der Invalidenversicherung (Invalidenrente und zwei Kinderrenten) 

gründend auf eine Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50% im 

Raum stehen.

3.4.3         Die Verhältnismässigkeitsprüfung hat unter den Gesichtspunkten der der 

Eignung, Erforderlichkeit und Zumutbarkeit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinn) 

stattzufinden. Dass es sich bei der Observation um ein geeignetes Mittel handelt, um 

die versicherte Person bei der Ausübung alltäglicher Verrichtungen zu sehen, ist 

vorliegend unbestritten. Das Element der objektiven Gebotenheit der Observation 

verlangt, dass konkrete Anhaltspunkte vorliegen müssen, die Zweifel an den 

geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend gemachten 

Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können beispielsweise 

gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person, oder wenn 

Zweifel an der Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben und 

Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen 

Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung u.Ä. (BGE 137 I 327 

E. 136 III 410 E. 4.2.1 mit Hinweis). Nach Einholung des bidisziplinären Gutachtens 

vom 31. Juli 2010 von Dr. G.___ und Dr. F.___ bestätigte der RAD-Arzt Dr. I.___ die 

Nachvollziehbarkeit der Schlussfolgerungen und bezeichnete das Gutachten als 

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umfassend, weshalb er die Einschränkung von 50% in einer adaptierten Tätigkeit 

übernahm (IV-act. 85). Gemäss Aktennotiz vom 22. September 2010 war die 

Versicherte als Vollerwerbstätige zu qualifizieren, da keine genügenden 

Gegenargumente bestünden (IV-act. 88). Im Leistungsprofil vom 7. Februar 2011 

begründet Dr. H.___ die objektive Gebotenheit mit der auffälligen Vorgeschichte (IV-

act. 90): eine banale Kontusion der linken Hand habe in einer psychosozial belastenden 

Situation eine Eskalation ärztlicher Massnahmen ausgelöst. Die Versicherte werde nach 

gut zwei Jahren vom Gutachter Dr. G.___ faktisch als funktionell einarmig bezeichnet. 

Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bzw. ein psychiatrisches Leiden 

überhaupt werde fachärztlich ausgeschlossen. Ohne eigentlichen strukturellen 

Schaden werde von den Ärzten mittlerweile übereinstimmend ein gewisser (leichter) 

somatischer Schaden im Sinn eines somatisch abstützbaren Schmerzsyndroms 

(CRPS, neuropathischer Schmerz) angenommen. Die Versicherte erscheine motiviert 

für eine Arbeit. Zum Lokalbefund von Dr. G.___ sei festzustellen, dass es auch durch 

Nichtgebrauch und durch das (zu enge) Tragen einer Schiene zu einer Schwellung des 

Handrückens, muskulärer Rückbildung und gelenkiger Versteifung am Arm kommen 

könne. Aufgrund der Vorgeschichte und der geringen objektiven Befunde seien Zweifel 

an den ärztlich monierten funktionellen Auswirkungen (praktische Einarmigkeit) 

vorhanden. Weitere medizinische Untersuchungen könnten hier aber keine Klärung 

bringen und eine Observation, für die sich der Fall gut eigne, dränge sich auf.

3.4.4         Die Vorgeschichte und insbesondere die Tatsache, dass ein bagatelläres 

Ereignis (Kontusion der linken Hand bei Sturz von einer Treppe) ohne eigentliches 

objektiv-strukturelles Korrelat bei Ausschluss eines psychischen Leidens zwei Jahre 

später zu einer funktionellen Einarmigkeit geführt haben soll, boten hinreichende 

Anhaltspunkte für eine Observation. Insofern sind auch die Observationsergebnisse bei 

einer erneuten Begutachtung zu evaluieren, wobei festzuhalten ist, dass die 

Beschwerdeführerin in den Videosequenzen aus der Sicht eines medizinischen Laien 

nicht mehr als das von Dr. H.___ als zu erwartend beschriebene Verhalten an den Tag 

gelegt hat (braucht den linken dominanten Arm nur eingeschränkt, wodurch der 

Eindruck einer deutlichen Behinderung im Alltag entsteht; vermeidet kraftvollen Einsatz 

der linken Hand; Steifhaltung des linken Handgelenks; trägt Handschiene; mittelgradige 

Einschränkungen der Beweglichkeit im linken Schultergelenk) und Dr. H.___ als 

Hauptargument Zweifel an der behaupteten Linksdominanz vorbrachte (vgl. IV-act. 95). 

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Aufgrund der von Dr. H.___ vorgebrachten Zweifel könnte im Rahmen der noch 

vorzunehmenden Abklärungen auch die ursprüngliche Händigkeit der Versicherten ein 

für allemal geklärt werden.

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 27. März 2012 

(act. G 1.2) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur 

weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss 

zwar als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2), allerdings erscheint im vorliegenden 

Fall - wo die Beschwerdeführerin eine Rente gestützt auf das Gutachten vom 31. Juli 

2010 beantragte - eine Verteilung der Kosten auf beide Parteien sachgerechter. Die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- haben die Beschwerdegegnerin im Umfang von 

Fr. 300.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 300.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin daran 

angerechnet und im Umfang von Fr. 300.-- zurückerstattet.

4.3   Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

anteilige Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen. Bei Berücksichtigung der Bedeutung der 

Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses erscheint eine Entschädigung von 

Fr. 1'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

27. März 2012 aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägungen zur Durchführung 

ergänzender Abklärung und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- haben die Beschwerdegegnerin im Umfang von 

Fr. 300.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 300.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin daran 

angerechnet und im Umfang von Fr. 300.-- zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 1800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2013
	Art. 8 Abs. 1 ATSG. Art. 28 Abs. 2 IVG. Art. 43 i.V.m. Art. 28 ATSG. Art. 59 Abs. 5 IVG. Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung unabhängig von Observationsergebnissen. Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 2012/169).

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