# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92b383e1-7825-5030-9338-01de7ca207f1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-11-06
**Language:** de
**Title:** Fallabschluss bei rezidivierendem entzündlichem Geschehen zufolge einer Beckenfraktur. Rentenhöhe, Einkommensvergleich. Unentgeltliche Rechtsvertretung. Kürzung der Honorarnote. (BGE 8C_44/2021)
**Docket/Reference:** UV.2019.00182
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00182.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00182
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
6.
November 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1971 geborene
X.___
war bei der
Y.___
AG
temporär als Schaler angestellt und damit bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
11/1)
. Am 1
9.
Oktober 2004
verletzte
er
sich
,
als ein
600 Kilogramm schweres
Schalungselement
kippte und auf ihn
f
iel
(
Urk.
11/7,
vgl. dazu Sach
verhalt im Polizeirapport
[
Urk.
11/265 S
. 6
]
)
. Dabei zog er sich
e
in
schweres
Polytrauma
mit
Commotio cerebri,
eine
Schulterluxation rechts mit Hill-Sachs-Läsion,
ein
Thoraxtrauma
,
ein s
tumpfes
Abdominaltrauma
, Fraktur
en
der Lenden
wirbelkörper
LWS 1 -
4 und
eine
Beckenfraktur
zu
,
was
die
Hospitalisation vom 1
9.
Oktober 2004
bis 1
1.
Februar 2005
im
Universitätsspital
Z.___
mit
verschiedenen
operativen Eingriffen
zur Folge hatte
(
Urk.
11/41).
Vom 1
8.
Mai bis
2
6.
Juli 2005
fand eine stationäre
Rehabilitation
in der Reh
a
klinik
A.___
statt
(
Urk.
11/129). A
m
3.
Februar 2006
wurde
aufgrund einer Bauch
wandhernie
eine Laparotomie mit
Dünn
darmadhäsiolyse
sowie eine
Narben
hernienplastik
durchgeführt
(
Urk.
11/177)
.
Vom
30.
Oktober bis 21.
November 2007
erfolgte eine stationäre Abklärung in der Rehaklinik
A.___
,
in
deren
Rahmen der Versicherte neurologisch und neuropsychologisch
abgeklärt
wurde (
Urk.
11/232
f
f.).
Nach einer kreisärztlichen Untersuchung am
20.
Oktober 2009 (
Urk.
11/240)
teilte
die
Suva
am 1
9.
Juli 2010
die E
instellung
der Taggeldleistun
gen per 3
1.
Juli 2010
mit
und
verneinte einen
Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
11/254).
Sodann sprach sie m
it Verfügung vom 20.
Juli 2010
basierend auf einer Integritätseinbusse von 5
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
5’340
.-- zu
(
Urk.
11/253).
A
m 2.
August 2010
erhob der Versicherte mit Bezug
auf das Schreiben der Suva vom 1
9.
Juli 2010
Einwand
(
Urk.
11/255)
und verlangte
eine
einsprachefähige
Verfüg
ung
,
worauf
die Suva die
Einstellung der
Taggeldleistung
per
31. Juli 2010
verfügte
und
eine
n
Anspruch
auf eine Invalidenrente
verneinte
(
Verfügung vom 5. August 2010 [
Urk.
11/25
8
]
).
Die
SVA Zürich,
IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom
2
8.
September 2010
einen Anspruch
auf eine Invalidenrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung
(
Urk.
11/264)
.
1.2
Mit Schadenmeldung vom 2
3.
Dezember 2014 wurde der Suva angezeigt, dass der Versicherte, welcher seit 1
7.
November 2014 bei der
B.___
GmbH angestellt war, am 2
6.
November 201
4 von einem Gerüst gestürzt sei und sich
eine Prellung an der
rechten
Schulter zugezogen habe (
Urk.
12/1).
Die Erst
behandlung erfolgte im Spital
C.___
(vgl. Austrittsber
icht über die Hospitalisation vo
m 2
6.
November bis
1.
Dezember 2014 [
Urk.
12/11]). Die Suva erbrachte wiederum Versicherungsleistungen
in Form von
Taggeld und Heilbe
handlung (
Urk.
12/6
und
Urk.
12/18
).
Im weiteren Verlauf trat ein Rezidiv der
S
akroiliitis
(
tiefer
lumbosakraler
Infekt) nach
verti
cal
Shear
-Beckenfraktur
links
auf, welcher bereits im Zusammenhang mit dem Polytrauma im Oktober 2004 behandelt
worden war
(
Urk.
12/120
). I
m
Juni 2016
erfolgte eine
Infektsanierung
(
Urk.
12/160)
und im Februar 2017
ein
Nach
débridement
(
Urk.
12/209)
.
Nach einer kreisärztlichen Untersuchung vom
2
1.
Dezember 2017
(
Urk.
12/28
4
) teilte
die Suva die Einstellung
der Heilkostenleistungen per
5.
Januar 2018 und
der Taggeldleistungen per 3
1.
März 2018 mit (
Urk.
12/291).
Mit Verfügung vom 2
3.
August 2018 (
Urk.
12/325) sprach sie dem
Versicherten basierend a
uf einem Invaliditätsgrad von 13
%
ab
1.
April 2018
eine Rente
von
Fr.
310.--
zu
und
legte
entsprechend
einer Integritätseinbusse von 12.5
%
eine Int
egritätsentschädigung von
Fr.
15’75
0.-- fest
.
Auf Ein
sprache des Versicherten hin (
Urk.
12/338, 12/344,
12/353
)
hob
die Suva am
3
0.
Januar 2019
die Verfügungen vom
5.
August 2010 und vom 2
3.
August 2018
mit der Begründung
auf
, dass das erste
Unfallereignis in die Beurteilung
miteinzubeziehen sei,
erliess
eine weitere Verfügung
und legte den Rentenanspruch
ab
1.
April 2018
bei
einem Invaliditätsgrad von 13
%
fest
(
Urk.
12/367)
.
Am
8.
April 2019
sprach
die
SVA
Zürich, IV-Stelle
,
dem Versicher
ten
für die Ze
it vom
1.
November 2015 bis 30.
September 2017
e
ine befristete ganze Rente der E
idgenössischen Invalidenversicherung
zu
und verneinte
einen darüber
hinaus
gehenden
Rentenanspruch
(
Urk.
12/383). Die Suva
bestätigte
mit
E
inspracheentscheid vom 1
9.
Juni 2019
einen
Rentenanspruch
bei einem Invali
ditätsgrad von 13
%
(
Urk.
2).
2.
Hierg
egen erhob der
Versicherte am 2
9.
Juli
2019 (
Urk.
1) Beschwerde mit folgenden Anträgen (S. 2):
1.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1
9.
Juni 2019 sei aufzuheben
und die Streitsache sei an die SUVA zurückzuweisen, um den Sachverhalt
in medizinischer und erwerblicher Hinsicht zu überprüfen, bevor neu
entschieden werde
.
2.
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und
dem Beschwerdeführer sei mindestens eine 30%ige SUVA-Rente zu
gewähren.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
.
Am 1
2.
August 2019 äusserte sich der Beschwerdeführer erneut zur Sache und reichte weitere Unterlagen ein (
Urk.
7 und
Urk.
9/1-4).
Die Suva
schloss i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 2
7.
August 2019 (
Urk.
10 vgl. auch
Urk.
15)
auf Abweisung
der Beschwerde. Am 1
1.
November 2019 (
Urk.
21
) reichte
der Beschwerdeführer
unaufgefordert eine Replik ein, die der Beschwerdegeg
nerin am
1
2.
November 2019
(
Urk.
23
) zu Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n Unfälle haben
sich am
1
9.
Oktober 2004
und am
26
.
November 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewese
nen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozial
versicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid damit (
Urk.
2
S.
8 f.),
gemäss der kreisärztlichen
Untersuchung vom 2
1.
Dezember 2017
sei
hin
sichtlich der
traumatischen Schulterluxation beim zweiten Unfallereignis vom
2
6.
November 2014 von einem Endzustand auszugehen.
Ebenso sei
bezüglich
des
Unfallereignis
ses
vom 1
9.
Oktober
2004
,
bei dem
es zu
eine
r
Veränderung der
biomechanischen Beanspruchungen von Hüftgelenken,
Iliosakralgelenken
, der Symphyse sowie der Wirbelsäule
gekommen sei
,
von einem Endzustand auszu
gehen
, allerdings könnten in den kommenden Jahren posttraumatische degene
rative Veränderungen auftreten
.
Auch
in Bezug auf
Infektgeschehen
im rechten Becken
liege
nach
der Sanierung
im Juni 2016
ein
gutes
Ergebnis
vor
und im
September 2017
habe
kein Infekt mehr
nachgewiesen werden können
.
Auch
zeig
e die
klinische
Untersuchung
ein
physiologisch
es
Gangbild
und damit sei
auch im
Bereich des Beckens
von
einem Endzustand
auszugehen.
Gestützt auf das kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil
könne der Beschwerdeführer
in
angepasste
r Erwerbstätigkeit g
emäss den
Tabellen der
LSE 2016
und unter Berücksicht
ig
ung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
, ein Invalidenein
kommen
von
Fr.
60'665.40
erzielen
. Vergleiche
man
das ebenfalls aufgrund der LSE-Tabellenlöhne 2016 ermittelt
e
Validenein
kommen für das Jahr 2018 von
Fr.
69'526.60
,
resultiere
ein Invaliditätsgrad von gerundet 13
%
(S. 10
f.
)
.
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte sie (
Urk.
10 S. 7 f.),
an der Zulässigkeit de
s Fallabschlusses per
5.
Januar
bzw. 3
1.
März 2018 ändere auch die im November 2018 rückfallweise gemeldete, erneute Fistelbild
ung, deren Behandlungskosten
die Beschwerdegegnerin
übernehme
n werde
,
nichts. D
enn ob
eine namhafte
Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes zu erwarten
gewesen sei,
sei
prospektiv
per 2
1.
Dezember 2017 bzw. 3
1.
März 2018 zu beantworten und
in diesem Zeitpunkt
hätten die
medizinische Akten
einen
stabilen Gesund
heitszustand
gezeigt. Die Frage, ob der
Beschwerdeführer
im Zusammenhang mit der erneuten Fistelbildung ab November 2018 Anspruch auf Taggelder habe, sei auch nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens, da die Ableh
nung vom Beschwerdeführer nicht angefochten
und weder in den Verfügungen noch im Einspracheentscheid behandelt worden sei.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
2
),
der Sachverhalt sei falsch interpretiert respektive ungenügend abgeklärt worden. Er habe drei und nicht zwei
Operationen im Universitätsspital
Z.___
gehabt und gemäss dem Bericht
vom 2
2.
März 2019
sei er
bis 3
0.
April 2019 arbeitsunfähig geschrieben worden
. Auch
Dr.
D.___
habe am 1
2.
Juni 2019 noch geschrieben, dass
er sich
noch sechs Monate in Antibiotika-Therapie befinde. Trotz dieser Belege sei für die Arbeitsunfähigkeit kein Taggeld ausge
richtet worden. Er habe seit 2010 kein Taggeld mehr erhalten, was falsch sei, da die medizinischen Behandlung
en
noch an
ge
dauert
hätten
und über die Rente
solange nicht befunden werden
könne
,
als
kein definitiver Zustand vorliege. Er sei auch bei der
IV angemeldet
,
und die
se
hab
e
noch keinen Entscheid gefällt und
keine
berufliche
n
Massnahmen
durchgeführt
. Er könne bis auf Weiteres kein Ein
kommen verdienen, weshalb das Taggeld solange bezahlt werden müsse, bis der medizinisch
e Zustand definitiv geworden sei
. Erst dann könne der Fall erneut beurteilt werden. Es sei auch erst dann
über
die Integritä
tsentschädigung
zu befinden
und es
könne auch nicht von einem Rückfall die Rede sein
, d
a die medizinische Behandlung immer noch im Grundfall andau
re. D
ie Sache
sei
an die Vorinstanz zurückzuweisen
und nach den medizinischen Abklärungen sei die erwerbliche Situation neu zu beurteilen.
Mit ergänzender Stellungnahme
führte er aus (
Urk.
21), das
Z.___
habe bestätigt, dass das Fistelrezidiv ständig dagewesen sei und er selbst im letzten Sommer täglich über
eine Kanüle
im
Oberarm
die Antibiotika erhalten habe.
Damit sei bewiesen, dass
die
Unfallfolgen persistiert hätten
und nachdem die Infektion unfallbedingt entstanden sei, habe er ein
en
Anspruch
auf das versicherte Taggeld
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeg
egnerin den Fallabschluss per 31
.
März 2018
zu Recht vorgenommen hat und ob
diesfalls
der Invaliditätsgrad von 13
%
und die Integritätsentschädigung
korrekt bemessen wurde
n
.
Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend macht, es seien Taggelder rück
wirkend seit 2010 auszurichten (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4), ist festzuhalten, dass in Bezug auf den ersten Unfall (2004) unter Einstellung der Taggelder per 3
1.
Juli 2010 ein Rentenanspruch verneint (Verfügung vom
5.
August 2010;
Urk.
11/258) und eine Integritätsentschädigung zugesprochen worden war (Verfügung vom 2
0.
Juli 2010;
Urk.
11/253). Diesbezüglich ist von einem rechtskräftig beurteilten Rechts
verhältnis auszugehen, sodass im Zusammenhang mit dem ersten Unfall vorlie
gend weder der Fallabschluss noch der Rentenanspruch zu beurteilen ist. Dies gilt selbst dann, wenn der an die IV-Stelle gerichtete Einwand vom
9.
August 2010 (
Urk.
11/259) gegen den Vorbescheid vom
5.
August 2010 auch als Einsprache gegen die Verfügung gleichen Datums der Suva entgegenzunehmen gewesen wäre. Davon ging die Suva in ihrer Verfügung vom 3
0.
Januar 2019 (
Urk.
12/367) aus und zog unter anderem auch die Verfügung vom
5.
August 2010 zurück (S.
1), wobei sie unter Hinweis auf die bis 3
1.
Juli 2010 ausgerichteten Taggelder wiederum festhielt, dass ein Rentenanspruch ab dem
1.
August 2010 zu verneinen sei (S. 3). Ob
der Hinweis auf den Invaliditätsgrad von 5.84
%
im Zeitpunkt des Fallabschlusses nach dem ersten Unfall (1.8.2010) dabei lediglich der Verdeut
lichung diente, dass auch rückwirkend auf diesen Zeitpunkt hin kein Rentenan
spruch bestanden hatte (vgl.
Urk.
2
S. 12 E. 5.d)
,
oder ob es sich um eine erneute materielle Beurteilung des Rentenanspruchs handelte, kann vorliegend
offenbleiben. Denn
e
inspracheweise
blieben der Fallabschluss, die daraus resul
tierende Einstellung der Taggelder und der Rentenanspruch aus dem ersten Unfall jedenfalls unangefochten (
Urk.
12/338, 12/344, 12/353
) und bildeten infolge
dessen nicht Gegenstand des nunmehr angefochtenen Einspracheentscheides.
Über die Rechtmässigkeit des damaligen
Fallabschluss
es
mit
Einstellung der Taggeld
leistungen
per 3
1.
Juli 2010
und die
Verneinung eines
Anspruch
s
auf eine Invalidenrente
aus dem ersten Unfall
ist damit im vorliegenden
Verfahren
nicht mehr zu befinden
.
3.
3.1
3.1.1
Im Bericht des Spital
s
C.___
über die Reposition vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
12/37)
führten die Ärzte aus,
der Bes
chwerdeführer sei notfallmässig
zuge
wiesen worden, nachdem er von einem Baugerüst zwei bis drei Meter gestürzt sei. Es liege klinisch und auch radiologisch eine vordere untere Schulterluxation rechts vor, daneben Rippenfrakturen l
inks sowie diverse Kontusionen.
Die Schulterreposition sei nicht auf Anhieb
gelungen
, weil der kräftige Beschwerde
führer sehr Schmerzen gehabt und trotz intravenöser zusätzlicher Schmerz
mittelgabe seine Muskulatur massiv verspannt habe. In Kurznarkose
sei
die Reposition dann aber gelungen.
3.1.2
Im Austrittsbericht vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
12/38)
hielten
die Ärzte
folgende
Diagnosen
fest
:
Anteriore Schulterluxation rechts mit
-
kleiner Abrissfraktur aus dem
Tuberculum
maius
und Verdacht auf zusätzliche
a
nschliessende
Supraspinatussehnenläsion
-
i
nkomplette
r
Plexusl
äsion
rechts
Fraktur
der
9.
und 1
1.
Rippe links
Die stationäre Aufnahme sei zur Analgesie und ergo-physiotherapeutischen Mobilisation erfolgt. Darunter sei es zu einer nur langsamen Besserung der Schmerzen und der neurologischen Symptomatik, aber nicht zur vollständigen
Regredienz
der
Plexusläsion
gekommen. Bei radiologisch kleinem disloziertem Abrissfragment aus dem
Tuberculum
maius
sei zur genaueren Abklärung der Sehne die MR-Tomographie geplant. Der Beschwerdeführer sei in verbessertem Allgemeinzustand und mit suffizienter Analgesie bei noch deutlichen Schmerzen entlassen worden. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit vom 2
6.
November
bis 7.
Dezember 2014 attestiert.
3.1.3
Im Sprechstundenbericht des Spital
s
C.___
vom 1
1.
Mai 2015
(
Urk.
12/76)
führte der zuständige Arzt aus,
es bestehe eine Schultersteife bei Status nach
anteriorer
Schulterluxat
ion rechts mit kleinerem
ossärem
Einriss aus dem
Tuberculum
majus
und
inkompletter Lä
sion des Nervus
axillaris
und Läsion der unteren Anteile des Plexus
zervikobrachialis
rechts. Als Nebendiagnose bestehe ein erneut aufflackernder, lokaler Wundinfekt im Bereich einer alten Narbe nach wiederholten
Débridements
dorsal-sakral nach
vertical
Sh
ear
-Beckenfraktur (Polytrauma), die
im
Z.___
vom
Oktober 2004 bis Februar 2005
behandelt worden sei
. Der Beschwerdeführer hinke
leicht
(Beinlängendifferenz bei posttraumatischem Beckenschiefstand). Er wirke eher etwas depressiv und an der rechten Schulter zeige sich keine markante Verbesserung der Beweglichkeit, sondern weiterhin eine deutlich ausgeprägte Schultersteife.
3.2
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Neurologie FMH, berichtete anlässlich einer Verlaufs
kontrolle am 2
6.
Juni 2015
(
Urk.
12/94), sieben Monate nach
anteriorer
Schulterluxation rechts präsentiert
e
sich der Beschwerdeführer weiterhin mit einer erheblichen Schwäche des
Musculus
deltoideus
rechts bei
Axillarisläsion
sowie einer Schädigung der unteren Anteile des Plexus
cervikobrachialis
. Sowohl klinisch als auch elektrodiagnostisch zeige sich durchwegs eine leichte Besserung, so dass aus neurologischer Sicht grundsätzlich der weitere Spontanverlauf abge
wartet werden könne. Wichtig
sei
weiterhin ein gezieltes Training der betroffenen Muskeln, speziell auch
periscapulär
. Es könne mit einer weiteren schrittweisen Besserung gerechnet werden, es sei aber zumindest für die Hand mit einer Rekonvaleszenz-Zeit von sicher zwei Jahren zu rechnen (proximal ein Jahr).
3.3
3.3.1
Anlässlich einer Konsultation vom
2.
Mä
rz 2016 in der Unfallchirurgie am
Uni
ver
sitätsspital
Z.___
(
Urk.
12/133
) berichteten die zuständigen Ärzte, der Beschwerdeführer gebe an, dass er bereits seit Ende 2014 im Bereich der
lumbosakral
en
Narbe einen sezernierenden
Po
rus
habe. Dieser sezerniere dauer
haft Flüssigkeit, welche klar, blutig-tingiert, gelblichtingiert in Variationen auftrete.
Dolenzen
seien allseits verneint worden. Das Integument im Bereich der
lumbosakralen
Narbe perifokal zeige sich gerötet, im mittleren Drittel der Narbe entleere es sich auf Druck mit gelblich-klarem
Sekret. Es best
ünden
kein
Pus
, kein
paravertebraler Hartspann
und allseits
keine
Druckdolenzen
.
Der
ROM
sei
frei und indolent. Der
Beschwerdeführer trage keinerlei Pflaster oder Verbandmaterial auf dem
Porus
, das
Gangbild
zeige sich
durch
die
Beinlängendifferenz (links ca. 2cm kürzer rechts) humpelnd, jedoch frei
und indolent. Er trage auch
keine Einlagen zur Beinlängenkorrektur, da er
ohne diese besser zu Recht
komme
.
Bildgebend zeigten sich verglichen mit der Voruntersuchung vom 2
4.
Oktober 2006
stationäre Stellungsverhältnisse bei Status nach
Vertical
Shear
Verletzung des Beckens links mit Dislokation nach kranial und dorsal und soweit beurteilbar eine vollständige Konsolidierung. Es ergebe sich kein Nachweis einer frischen Fraktur.
3.3.2
Im Bericht der Unfallchirurgi
e vom
8.
April 2016 (
Urk.
12/140
)
führten die Ärzte zum weiteren Procedere aus (S. 3), in der klinischen Untersuchung i
mponiere ein persistierend sezern
ierender
Porus
über der
lumbosakralen
Inzisionsnarbe bei
afebrilem
Beschwerdeführer und laborchemisch unauffälligen Entzündungs
parametern. In der jüngsten MRI-Untersuchung zeige sich eine randständig kontrastmittelaufnehmende Flüssigkeitskollektion im Bereich des linken ISG bzw. der ehemaligen
Sakrumlängsfraktur
mit kutaner Fistelung. Die Befunde seien zusammenfassend im Sinne eines fistulierenden Low-Grade Infekts zu interpre
tieren. Eine definitive
Infektsanierung
sei auf chirurgischem Wege nur mittels radikalem
Débridement
zu erreichen. Bei dem bereits sei
t Jahren relativ beschwer
dearmen
Beschwerdeführer
komme
als Alternative auch ein beobachtendes Vorgehen im Sinne einer "kontrollierten Fistel" in Frage. Der Beschwerdeführer habe sich für eine operative
Infektsanierung
entschieden.
3.3.3
Laut Austrittsbericht der Unfallchirurgie vom
8.
Juli 2016 über die Hospitalisa
tion vom 1
3.
Juni bis
8.
Juli 2016 (
Urk.
12/158) wurde am
1
4.
Juni eine Fistelexzision
mit
Dé
bridement
ISG
links und a
m 2
3.
Juni 2016 ein
Revision
s
dé
bridement
vorgenommen
. Die zweite Revision am 2
3.
Juni 2016 sei bei weit
er sekretierender Wunde erfolgt
und
im
Verlauf habe sich die Wunde trocken
und
postoperativ in
den intraoperativ gewonnenen Proben
eine Kolonisation mit einem multiresistenten MRSA-Keim gezeigt, worauf resistenzgerecht mit der antibiotischen Therapie mit
Vancomycin
begonnen worden sei
.
In Abstimmung mit den Kollegen der
Infektiologie
sei
eine Umstellung
der antibiotischen Thera
pie ab
dem Entlassungszeitpunkt mi
ttels
Daptomycin
für insgesamt zwölf
Monate geplant
worden und zur Realisierung der
ambulanten
i.v.
-Antibiose
sei
ein
PICC
-Line-Katheter eingelegt und die Spitex zur Medi
kamenteng
abe organisiert
worden
. Die
Erstgabe
von 850 mg
Daptomycin
se
i
am
7.
Juli
2016
erfolgt
.
A
m
8.
Juli
2016
sei der Beschwerdeführer
in regelrechtem Allgemeinzustand und reizlosen und trockenen
Wundverhältnissen in hau
särztliche Behandlung entlas
sen worden.
3.3.4
In einem weiteren Bericht vom 1
4.
September 2016 (
Urk.
12/175) wiesen die Ärzte
beim Beschwerdeführer
auf einen guten Allgemeinzustand,
Afebril
,
PICC
-Line
cubital
links in situ und ohne
Infektzeichen
sowie auf ein flüssige
s
Gangbild ohne Gehhilfe hin.
Insgesamt seien sie mit Verlauf zufrieden. Der Beschwerde
führer sei subjektiv weitgehend beschwerdefrei, bei der klinischen Untersuchung
zeigten sich reizlose Wundverhältnisse ohne Anhaltspunkte für ein
Infektgesche
hen
. Laborchemisch liessen sich annähernd normwertige Entzündungsparameter nachweisen und es sei
observatives
Vorgehen zu empfehlen. Dabei solle die antibiotische Therapie zunächst nicht weitergeführt werden und die PICC-Line sei in der Konsultation entfernt worden. Es wurde eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
7.
September bis 1
9.
Oktober 2016 attestiert.
3.3.5
Im Austrittsbericht
vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
12/212)
über die Hospitalisation vom
6.
bis 2
0.
Februar 2017
führten
die Ärzte
aus
(S. 2)
, im Juni 2016 sei in der Hoffnung der endgültigen Sanierung des chron
ischen Infektes ein radikales
Dé
bridement
sowie eine Schraubenosteosynthese mit Fixateur Interne durchge
führt worden. Der Beschwerdeführer berichte
,
seit zwei Monaten seien erneut eine Schwellung und Schmerzen im Bereich des ISG vorhanden. Die Aufnahme sei zur Entfer
nung
des Fixateur
interne mit
Dé
bridement
bei bekanntem Rezidiv eines Low Grade Infekt des ISG links erfolgt. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet und in den intraoperativen Biopsien hab
e
man erneut
Staphylococcus
aureus
(
MRSA
) isolieren können.
Es
sei eine
Antibioti
kum
t
herapie
mit
Vancomycin
begonnen worden
,
worauf sich die Entzündungs
parameter und die Wunde
stets
reiz-und
infektlos
präsentiert
und sich während des gesamten stationären Aufenthalts ein unauffälliger neurologischer Verlauf mit guter Schmerzkompensation gezeigt habe.
3.3.6
Im Bericht über
die
ambulante Konsultation vom
5.
April 2017 (
Urk.
12/220)
hielten
die Ärzte zur
k
linisch
-radiologische
n
Verlaufskontrolle
fest
, es sei beim Low-Grade-
I
nfekt im Bereich des linken ISG zu einer erfreulichen Ausheilung mit aktuell vollständig verschlossenen und trockenen Wundverhältnissen gekommen. Auch klinisch berichte der Beschwerdeführer von einem deutlichen Rückgang der initialen Schmerzen und in der Laboruntersuchung
habe
sich das
CRP
weiter
regredient
bei geringer Leukozytose
gezeigt
. Die intravenöse Gabe von
Dampto
mycin
sei bei vollständig verheilten Wundverhältnissen nicht mehr indiziert.
3.4
3.4.1
Anlässlich einer Konsultation in der
Klinik F.___
vom 2
6.
September 2017 (
Urk.
12/259)
erläuterte der zuständige Orthopäde
(S. 3),
die Bildgebung zeige multiple Ursachen bezüglich eingeschränkter Schulterfunktion und Schmerz
symptomatik. Klinisch stehe die doch deutlich eingeschränkte Schulter
gelenksbeweglichkeit vor allem
bezüglich
Aussenrotation im Vordergrund
und anhand der Vorberichte zeige
sich hier nur eine sehr langsame Besserungstendenz mit weiterhin noch deutlicher Funktionseinschränkung, sodass diesbezüglich eine entsprechende arthroskopische Arthrolyse angeboten werden könn
t
e. Die
Schmerzsymptomatik scheine
aber
zumindest in der klinischen Untersuchung nicht im Vordergrund zu stehen, der Beschwerdeführer beschreibe jedoch
,
durch eine entsprechende Schmerzsymptomatik im Alltag
deutlich
eingeschränkt zu se
in. Die Prognose zu einem operativen
Ergebnis sei äusserst vorsichtig zu stellen und mit Restbeschwerden sei zu rechnen. Ziel einer
arthroskopischen
Arthrolyse wäre einzig
,
eine Besserung der eigeschränkten
glenohumera
len
Beweglichkeit zu erzielen. I
nwiefern hierdurch auch eine Schmerzsituation verbessert werden könn
t
e,
bleibe unklar. Auch bezüglich
Schulterfunktion werde aufgrund der begleit
enden Befunde keine wesentliche
Besserungstendenz z
u erwarten sein. Somit erscheine
fraglich
,
inwiefern der
Beschwerdeführer
von einer Besserung der aktiven wie passiv
en Schultergelenksbeweglichkeit profitieren könne, zumal sich
im Vergleich zu den
Vorabklärungen
eine langsame Bess
erungstendenz der ROM abzeichne.
3.4.2
Im
Bericht der
Klinik F.___
vom 1
4.
November 2017 (
Urk.
12/273) über die
neurologisch
e Sprechstunde vom selben Tag rekapitulierte
der zuständige Arzt
(S.
1), anamnestisch berichte
der Beschwerdeführer über eine (nur wenig schmerz
haft) eingeschränkte Beweglichkeit für das Anh
e
ben des rechten Armes. Klinisch zeige sich als Hauptbefund eine eingeschränkte ROM der Armabduktion, der Armelevation und der Aussenrotation. Bei vordiagnostizierter inkompletter
Axillarisneuropathie
bestehe keine umschriebene Atrophie des
Musculus
del
toideus
und der Muskel tonisiere
beim Versuch
,
den Arm zu heben in
etwa seitengleich. Das EMG zeige
vorbehaltlich der schmerzhaft eingeschränkten Will
küraktivität kein klares chronisch neurogenes Muster im
Musculus
deltoideus
. Letztlich sei die eingeschränkte Schulterfunktion wahrscheinlich überwiegend mechanisch bedingt
(S. 3 f.)
.
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
,
nannte
im Untersuchungsbericht vom 2
1.
Dezember 2017 (
Urk.
12/2
8
4
)
folgende Diagnosen (S. 8
)
:
-
Status nach Polytrauma 2004 mit Schulterluxation rechts
-
Fistulierender Low-Grade-Infekt ISG links nach
Polytrauma 1
9.
Oktober
2004
-
Status septischer
Sakroiliitis
20
04-2005 nach Polytrauma vom 19.
Okto
ber 2004
-
Inst
abile
Vertical
-
Shear
-Verletzung
-
Obere und un
tere Schambeinastfraktur rechts
-
Sakrumlängsfraktur
rechts (Denis I)
-
ISG-Subluxation rechts
-
Symphysensprengung
-
Nachweis von
MRSA
(
Methicillin
-resistenter
Staphylococcus
aureus
)
-
Status nach
traumatischer
Schulter-Reluxation 2014 rechts
-
P
osttraumatische Schultersteifheit rechts mit beginnender
Omarthrose
nach partiellem
ossärem
Ausriss SSP-/ISP-Sehne
-
Status
nach
inkomplette
r Läsion des Nervus
axillaris
rechts
-
Status nach
traumatische
r
Schädigung
cervikaler
Plexus rechts
Der Beschwerdeführer gebe an
,
als Schaler gearbeitet zu haben, wobei der letzte Arbeitstag jener im 2014 gewesen sei, an dem der Unfall mit der Schulterluxation
stattgefunden habe
.
M
omentan
gehe der Beschwerdeführer
wegen starker Schulterschmerzen zweimal in der
Woche zur Physiotherapie und
nehme Noval
gin bei starken und
Dafalgan
b
ei weniger starken Schmerzen
rein
(S. 5).
Der Kreisarzt führte aus, nach zweimaliger traumatischer Schulterluxation sei es beim letzten Ereignis vom 2
6.
November 2014 zu einer Reluxation der rechten Schulter mit Verletzung des Nervus
axillaris
rechts sowie zu einer Teilläsion des unteren
cervikalen
Plexus gekommen. Eine operative Therapie sei im Verlauf nicht erforderlich gewesen und die neurologischen Defizite des Nervus
axillaris
und des
cervikalen
Plexus hätten sich im Verlauf fast vollständig reversibel gezeigt. Die verbleibende Einschränkung der Schultergelenkbeweglichkeit sei überwiegend wahrscheinlich
auf
das Vor
liegen einer verbleibenden Schul
tergelenksteife zurückzuführen und damit nicht neurologisch,
sondern biomecha
nisch begründet.
Diese sogenannte «
frozen
shoulder
» sei ein Krankheitsbild, welches häufig langandauernd und häufig reversibel sei. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass es über die nächsten Jahre zu einer langsamen Verbesserung der Beweglichkeit der rechten Schulter komme
n könne, aber nicht müsse,
und
auch in diesem Fa
ll
sei
von einem Endzustand auszugeh
en
(S. 8 f.).
Im
Beckenbereich
sei
es aufgrund des Ereignisses vom 1
9.
Oktober 2004 zu den genannten Verletzungen, insbesondere zu einer
Symphysensprengung
und zu einer Subluxation des rechten
Iliosacralgelenkes
,
sowie
durch den komplexen Verletzungsmechanismus bedingt
,
zu
eine
r
Änd
erung der Beckenstellung
gekom
men
. Die damit verbundenen veränderten biomecha
nischen Beanspruchungen von Hüftgelenken,
Iliosacralgelenken
, der Symphyse sowie der Wirbelsäule könnten nicht genau abgeschätzt werden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass bedingt durch die veränderten biomechanischen Verhältnisse
es
in den kommen
den Jahren
zu
posttraumati
sche
n
degenerative
n
Veränderungen
der Wirbel
säule, der
Iliosacralgelenke
, der Symphyse und auch der unteren Extremität
en
kommen
könn
te
. Das
Inf
ektgeschehen
im rechten
Becken/
Il
iosacralbereich
sei als Komplikation nach operativer Versorgung zu sehen und damit unfallkausal. Nach
der
Infektsanierung
im Juni 2016 sei es zu einem guten postoperativen Ergebnis im Beckenbereich gekommen und im September 2017 hätten keine Zeichen eines persistierenden Infektes mehr nachgewiesen werden können. Bei der klinischen Untersuchung zeige sich ein physiologisches Gangbild auf ebener Erde und beim Treppensteigen. Die Narben im Beckenbereich zeigten sich stabil und Anzeichen für einen Infekt hätten s
ich keine gefunden. Es zeige sich
eine Volumenreduktion der linksseitigen parave
rtebralen Rückenstrecker
, welche momentan jedoch keine klinischen Konsequenzen habe. Insbesondere habe eine
skoliotische
F
ehlhaltung ausgeschlossen
,
aber e
ine leichte unbedenkliche Reduktion der LWS Lordose diagnostiziert werden können
. Ü
berwiegend
wahrscheinlich
sei es im Bereich des Beckens nach
Infektsanierung
vom 1
4.
Juni 2016
damit
zu einem Endzustand geko
mmen und von weiteren ärztlichen Behandlungen und Therapien seien keine Besserungen zu erwarten.
Zum
Zumutbarkeitsprofil hielt der Kreisarzt fest
(S. 9 f.)
, leichte Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten seien zumutbar. Leichte Gewichte könnten mit der rechten Hand nur bis Beckenhöhe am Rumpf geführt werden. Das Besteige
n von Leitern, Gerüsten, b
alancierende Tätigkeiten sowie Zwangshaltungen der Wirbelsäule und des Beckens
,
zum Beispiel Arbeiten in dauernder Rotation
,
seien nicht zulässig. Treppengehen sei möglich, die Wegstrecke nicht begrenzt.
Das Arbeiten mit Werkzeugen sei links uneingeschränkt und rechts nur mit mittlerer Kraft möglich. Arbeiten in jedweder Zwangshaltung,
vornübergeneigtes
Sitzen und S
tehen, kniende Tätigkeiten etc.
seien untersagt und Tätigkeiten
,
welche Vibrationen, Stösse oder Schläge auf den Rumpf oder die rechte obere Extremität auslös
t
en
,
seien
nicht durchzuführen. Eine zeitliche Einschränkung ergebe sich hinsichtlich obigem Zumutbarkeitsprofil nicht.
3.6
3.6.1
Im Austrittsbericht des Univers
itätsspitals
Z.___
vom 2
5.
März
201
9 (Urk.
9
/4) über die Hospitalisation vom 1
8.
bis 2
5.
Februar 2019 wiesen die Ärzte
auf ein erneutes Fistelrezidiv bei Low Grade-
I
nfekt ISG links mit
MRSA
und
Propionibacterium
acnes
nach Polytrauma 2004 hin. Es handle sich um eine lang
jährige Vorgeschichte mit rez
i
divierenden Fistelbildungen im Bereich des linken ISG bei Status nach Polytrauma im Jahr 200
4.
Bei steigendem Leidensdruck und nach erneutem Auftreten der Fistel ca.
im November 2018 sei
aufgrund des Wunschs nach Sanierung seitens des Beschwerdeführers die Indikation zur kompletten
Infektsanierung
gegeben gewesen (S. 2)
. Bei Eintritt
habe
sich insge
samt eine
regrediente
Induration, Rötung,
Druckdolenz
und eitrige Sekretion aus
der bekannten chronischen Fistel im kaudalen Bereich der alten OP-Narbe lumbal/ISG links
gezeigt
. Es
bestehe
eine lokale
Druckdolenz
am
linken
ISG
aktuell ohne
Pusentleerung
auf Druck.
Der restliche
Beckenring
sei
bland
, die globale Beweglichkeit
nicht
nennenswert eingeschränkt. D
er Beschwerdeführer habe kein Fieber und die
Mobilität
sei
unverändert adäquat
. Der erste operative Eingriff habe
am
Folgetag komplikationslos durchgeführt werden können. Bei schliesslich sauberen Wundverhältnissen habe am 1
4.
März 2019 die Defekt
deckung mittels SGPA-Lappen erfolgen können und der postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen.
Am 2
5.
März 2019 habe der Beschwerdeführer mit Spitex-Unterstützung mit reizlosen Wunden in die Häuslichkeit entlassen werden können
(S. 3)
.
3.6.2
Anlässlich der Verlaufskontrolle im
Z.___
vom 1
5.
Mai 2019 (
Urk.
9/3) berichteten die Ärzte, es zeige sich ein r
eizloser vitaler Lappen ohne
Dehiszenzen
oder Sekretion
. M
it dem Heilungsverlauf
seien sie äusserst zufrieden und d
ie Antibiose (
Cubicin
) soll
e
fortgeführt
werden.
4.
4.1
Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren durch den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt (RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 3b). Für eine nachfolgende richterliche Beurtei
lung sind damit grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Einspracheentscheids massgebend (BGE 131 V 412 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen).
Anspruch auf vorübergehende Leistungen (Taggeld/Heilbehandlung) hat die verunfallte Person
,
solange als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in
Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur - zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der
versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_285/2016 vom 2
2.
Juli 2016 E. 7.1 und 8C_970/2012 vom 3
1.
Juli 2013 E. 2.3).
4.2
Zum Ablauf im Verwaltungsverfahren geht aus den Akten hervor, dass der
Be
schwerdeführer, welcher bereits
im Einspracheverfahren
rechtkundig vertreten war,
den Fallabschluss
per
3
1.
März 2018 z
u keinem Zeitpunkt thematisiert hat
und insbesondere nicht geltend machte, dieser sei
zu
früh erfolgt
. Viel mehr monierte er in sämtlichen Eingaben die
Bemessung
des Invaliditätsgrades
respek
tive
des versicherten Verdienstes
und damit die Höhe der Rentenleistungen
(vgl.
Urk.
12/338, 12/344, 12/353).
Gemäss den medizinischen Akten
stimmen
der
Kreisarzt
Dr.
G.___
(vgl. E. 3.
5
)
sowie die voruntersuchenden Ärzte der
Klinik F.___
(vgl. E. 3.4
) darin überein, dass
die Einschränkungen an der
rechten
Schulter
,
die
bereits beim
Ereignis
vom 1
9.
Oktober 2004
verletzt wurde,
nach dem
Zweite
reignis vom 26.
November 2014 nur
noch
eine langsame Besserung
stendenz
erfahren hat
.
Dabei
ist nachvollziehbar dargelegt, dass
bezüglich der
eingeschränkten Schulterbeweglichkeit zwar eine
arthroskopische
Arthrolyse
zur
Verbesserung der Beweglichkeit
noch
möglich wäre,
aber
dadurch
die Schmerzsituation nicht verändert
wird und der Eingriff entsprechend nicht empfohlen werde
n
konnte und
dieser
letztlich auch nicht durchgeführt wurde.  Dies
überzeugt
insofern
,
als sich
ohnehin
eine
Besserungstendenz
der Beweglichkeit abzeichnet
e
un
d auch aus neurologis
cher Sicht festgehalten wurde,
dass der weitere Spontanverlauf abgewartet werden
soll
(E. 3.2)
. D
ass
der
Kreisarzt
unter Berücksichtigung der Akten und
aufgrund seiner eigenen Befunde in der Untersuchung
bezüglich der Schulterproblematik von eine
m Endzustand ausgegangen ist
, ist
damit
begründet. Z
u Gunsten des Beschwerdeführers
wurde dabei insbesondere auch
das Belas
tungsprofil
entsprechend
den aktuellen Einschränkungen
angepasst,
ohne Berücksichtigung, dass beim grundsätzlich reversiblen
Krankheitsbild
und dem bisherigen Verlauf
eine weitere Besserung erwarte
t werden kann.
Auch h
insichtlich der Verletzungen im Beckenbereich
,
die auf das Ereignis vom 19.
Oktober 2004
zurückzuführen sind,
steht der
kreisärztliche
n
Einschätzung
keine andere medizinische Einschätzung gegenüber.
Der Kreisarzt
legte in diesem Zusammenhang plausibel dar, dass zufolge des
k
omplexen Verletzungsmechanis
mus, welcher
zu einer Änd
erung der Beckenstellung und
zu einer
veränderten biomechanischen Beanspruchung
von Hüftg
elenken,
Iliosacralgelenken
, Symphyse und
Wirbelsäule
geführt hat, sich in Zukunft
degenerative Verände
rungen
abzeichnen
könn
t
en.
D
ass mittels zusätzlicher
Heilbehandlung
en eine
namhafte Besserung
der Situation im Becken
bere
ich erreicht werden könnte,
kann
der medizinischen Aktenlage nicht
entnommen werden. Dafür ergeben sich auch sonst keine Hinweise
und
letztlich
brachte
au
ch der Beschwerdeführer
dazu
nichts vor.
Im Weiteren
ist
d
ie kreisärztliche Einschätzung
auch hinsichtlich des
chronische
n
Infektgeschehen
s
im rechten Becken/
Iliosacralbereich
(f
istulierender Low-Grade-Infekt
)
schlüssig
.
Denn
dass dieses Geschehen als
Komplikation nach operativer Versorgung
zufolge des Ereignisses
vom
19.
Oktober 2004
zu sehen
ist, ist unbestritten
.
Ebenso, dass die Fistelbildungen verschiedentlich zu S
anierung
en
(Fistelexzisionen)
mit
stationäre
n
Spitalaufenthalten geführt hatte
n
,
so
vom 1
3.
Juni bis
8.
Juli 2016, vom
6.
bis 2
0.
Februar 2017 und letztmals vom 1
8.
bis 2
5.
Februar 2019 (E. 3.3.3, E. 3.3.5, E.
3.6.1). A
ls Alternative
wurde dabei
auch
schon
ein beobachtendes Vorgehen im Sinne einer kontrollierten Fistel diskutiert (vgl. E. 3.3.2)
. Sodann kam es i
m
Nachgang der operativen
Entfernung
en
jeweils zu
guten postoperativen Ergebnis
sen
ohne Zeichen persistierender
Infekte
(E.
3.3.4, E. 3.3.6, E. 3.6.2)
.
Das
im Rahmen der Unfallbehandlung während der
Hospitalisation von
Oktober 2004 bis
Februar 2005
Oktober
erstmals und in der Folge rezidivierend aufgetretene
entzündliche Geschehen vermag
damit
lediglich während den
stationären Behandlung
en
und der Rehabilit
ation
befristete Arbeits
unfähigkeit
en
au
ch in einer angepassten Tätigkeit
zu begründen
. Eine durch
gehende Arbeitsunfähigkeit lässt sich hingegen
weder
den Akten
entnehmen noch kann darauf geschlossen werden, nachdem
der rezidivierende Infekt
den Beschwerdeführer
nicht daran
hinderte
,
selbst
seine angestammte
Tätigkeit auf dem Bau als Schaler
bis zum Zeitpunkt des Zweitereignisses im November 2014 wieder auszuüben.
Damit überzeugt auch, dass der
Kreisarzt
bezüglich der
Infekt
problematik
von
einem Endzustand
in dem Sinne ausgegangen war, dass
von weiteren ärztlichen Behandlungen und Therapien
keine
Steigerung oder Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit
mehr zu erwarten war.
Damit ist nachvollziehbar, dass nachdem
zahlreiche Eingriffe und Therapien
vorgenommen
worden waren
und das Er
e
ig
nis im Zeitpunkt des Einspracheentscheids mehr als viereinhalb Jahre zurücklag, vom Erreichen des Endzustandes ausgegangen wurde. Denn prognostisch konnten im Zeit
punkt, als die Taggeldl
eistu
ngen
per 3
1.
März 2018
eingestellt wurden, keine Therapieoptionen mehr aufgezeigt werden, die in Bezug auf die unfallbedingte Restarbeitsfähigkeit eine wesentliche Besserung, Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit hätten erwarten lassen. Daran ändert nichts, dass im
Februar 2019
-
nachdem ein erneutes Fistelrezidiv aufgetreten war
-
auf Wunsch des Beschwerdeführers ein
e
weitere
Infektsanie
rung
erfolgte
(E. 3.6
.
1).
Denn wie vorerwähnt
,
führte das
Infektgeschehen
bloss
während den stationären Behandlungen und der Rehabilitation
zu vorübergehen
den und nicht zu dauernden
Arbeitsunfähigkeiten in einer angepassten Tätigkeit.
Anderseits
wurde
dieser
unfallbedingte
n
Problematik
auch mit der Beschränkung auf
leichte Tätigkeiten
im
Zumutbarkeitsprofil
Rechnung getragen
(vgl. E. 3.5).
Etwas A
nderes ist
auc
h der Berichterstattung des
Z.___
über die Verlaufskontrolle vom 1
5.
Mai 2019
nicht
zu entnehmen
(E. 3.6
.
2), äusser
te
n
sich doch
die Ärzte
gar nicht zum Belastungsprofil und zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Auch der
h
andschriftliche
Hinweis betreffend Low-Grade Infekt
sei «ständig da
gewesen» (
Urk.
9/3, vgl.
Urk.
7) ändert nichts, denn dass der Infekt
als Rezidiv
latent immer vorhanden war
, ist unbestritten, begründet aber wie gesagt keine dauernde Arbeitsunfähigkeit.
Andere medizinisch
e
Berichte liegen nicht vor und es ergeben sich auch sonst keine Anhaltspunkte,
die an der kreis
ärztlichen Beurteilung zwei
feln lassen könnten.
Der Fallabschluss mit Einstellung der vorüber
gehenden Taggeldleistungen
und die attestierte Restarbeitsfähigkeit, wie sie die Beschwerdegegnerin festgehalten hat, ist damit begründet und nicht zu beanstanden.
4.3
4.3.1
Zu prüfen ist weiter, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen in erwerblicher Hinsicht auswirken. Wie dargelegt, sind gestützt auf die Einschätzung des Kreis
arztes dem Beschwerdeführer körperlich leicht
e wechselbelastende Tätigkeiten ohne
Überkopfarbeiten
zeitlich
ohne
Einschränkung
en möglich. Da
bei
sollten
l
eichte Gewichte mit der rechten Hand nur bis Beckenhöhe am Rumpf
geführt
werden
und Tätigkeiten mit
Besteigen von Leitern, Gerüsten, balancierende Tätigkeiten sowie Zwangshaltungen d
er Wirbelsäule und des Beckens sind
nicht zulässig
.
Treppengehen
ist möglich,
die Wegstrecke nicht begrenzt, d
as Arbeiten mit Werkzeugen links uneingeschränkt und rechts nur mit mittlerer Kraft möglich
. Sodann sind
Arbeiten in jedweder Zwangshaltung,
vornübergeneigtes
Sitzen und Stehen, kniende Tätigkeiten und Tätigkeiten, welche Vibrationen, Stösse oder Schläge auf den Rumpf oder die rechte o
bere Extremität auslös
en nicht durchzuführen
(vgl. E. 3.6 und
Urk.
12/288
)
.
4.3.2
Unter Hinweis auf den Konkurs der ehemaligen Arbeitgeberin sowie darauf, dass der Beschwerdeführer seit mehreren Jahren nie ein längeres Arbeitsverhältnis ein
gegangen war (
Urk.
12/323 S. 3), ermittelte die Beschwerdegegnerin das Validen
einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne und bezifferte dieses, angepasst an die Nominallohnentwicklung und die wöchentliche Arbeitszeit, per 2018 mit
Fr.
69'734.-- (
Urk.
2 S. 10 E. 5.a).
Mit Blick auf die IK-Auszüge (
Urk.
12/110), wonach ein Einkommen in dieser Höhe auch vor dem Unfallereignis im Jahr
2004
nicht annähernd erzielt wurde
, ist diese Vorgehensweise jedenfalls
aus Sicht des Beschwerdeführers
nicht zu beanstanden.
Massgebend
ist
der
im Zeitpunkt des Einspracheentscheides aktuell
st
e
Tabellenwert
(BGE 143 V 295
E. 4.1.3
)
, vorliegend TA 1 LSE 2016
,
welche
r
im
Baugewerbe
Kompetenzniveau 1 Männer ein monatliches Einkommen von
Fr.
5'508.
--
festhält.
Angepasst an die Nominal
loh
nentwicklung von Indexstand 2239 (2016) auf Indexstand 2260 (2018
; v
gl. Tabelle 39, Männer 201
0
-2018
) sowie an die betriebsübliche Arbeits
ze
it von 41.7
Stunden im Jahr 2018
(vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) resultiert in angepasster Tätigkeit ein Einkom
men von
Fr.
69´
551.35
(
Fr.
5'508.-- x 12 / 2239 x 2260 / 40 x 41.7
).
4.3.3
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin
ebenfalls
gestützt auf
die
Tabellenwerte der
S
chwe
izerischen Lohnstrukturerhebung
TA 1 LSE Zentralwert, Kompetenzniveau 1 Männer.
Da d
e
r
Beschwerdeführer
seit dem Unfallereignis vom 1
7.
November 2014
keiner Erwerbs
tätigkeit mehr nachgeht und
sich das zumutbarerweise erzielbare Einkommen anrechnen lassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3)
,
ist diese Vorgehensweise nicht zu beanstanden.
I
m Weiteren berücksichtigte
die Beschwerdegegnerin
einen Abzug von 10
%
(leidensbedingter Abzug)
aufgrund der Schwere der erwerblichen un
d medi
zinischen Einschränkungen. M
it Blick auf das medizinische Belastungsprofil
(E. 4.3.1) erscheint ein entsprechender Abzug von 10
%
als angemessen
. Nach
dem hiervor Gesagten sind die im Zeitpunkt des massgebenden Entscheides (Einspracheentscheid vom 1
9.
Juni 2019) publizierten Tabellenwerte
der LSE Ausgabe 2016
zu berücksichtigen. Das Invalideneinkom
men beträgt demnach
Fr.
60´686.95 (
Fr.
5'340
.-- x 12 / 2239 x 2260 / 40 x 41.7
x
0.9)
.
Dem Valideneinkommen von
Fr.
69´551.35
steht damit ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr.
60´686.95
gegenüber. Damit bleibt es beim von der Beschwerdegegnerin ermittelten Invaliditätsgrad von gerundet 13
%
(12.7
%
)
.
Ferner wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass der ermittelte Rentengrad von 13
%
sowohl die Folgen des ersten Unfalls aus dem Jahre 2004 als auch des zweiten Unfalls aus dem Jahre 2014 abdeckt (
Urk.
2 S. 12 E. 5.d).
In Anbetracht dessen, dass
die kreisärztliche Abschlussbeurteilung sämtliche körperliche Folgen beider Unfälle bei der Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigte,
erweist sich dies als zutreffend
.
4.4
4.4.1
In Bezug auf das Begehren um Zusprechung einer
höheren
Integritätsentschädi
gung ist festzuhalten, dass im Verhältnis zwischen Verfügung und Einsprache
entscheid nach
Art.
52 ATSG grundsätzlich von einer Parallelität der Gegen
stände auszugehen ist. Anders verhält es sich, wenn eine Teilrechtskraft der Verfügung eintritt: Da das Einspracheverfahren, obgleich dem Verwaltungsver
fahren zugehörig, Elemente der streitigen Verwaltungsrechtspflege aufweist, gilt hier das Rügeprinzip (BGE 131 V 407 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Die Verfügung des Versicherungsträgers tritt deshalb in Teilrechtskraft, soweit sie unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen überprüft wird. Dementsprechend ist eine Verfügung, mit der gleichzeitig über den Anspruch auf Invalidenrente und auf Integritätsentschädigung entschieden wird, bezüglich der Integritätsentschädi
gung beschwerdeweise nicht mehr anfechtbar, wenn sich die Einsprache lediglich auf den Rentenanspruch bezog und hinsichtlich der Integritätsentschädigung keine R
echtsbegehren gestellt wurden (z
um
G
anzen
:
Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2007
vom 2
2.
August 2008
E. 3.2 mit
weiteren Hinweisen
; ferner auch Bundesgerichtsurteil 8C_592/2012 vom 2
3.
November 2012,
E. 3.1 und 3.2).
4.4.2
Gemäss Einsprache vom
7.
September 2018 (
Urk.
12/338, 12/344, 12/353)
steht mit Blick auf das entsprechende Rechtsbegehren fest, dass der bereits damals anwaltlich vertretene Beschwerdeführer die Verfügu
ng
en
der Beschwerdegeg
nerin vom 2
3.
August 2018 (
Urk.
12/325
)
beziehungsweise vom 3
0.
Januar 2019 (
Urk.
12/367)
einzig im Rentenpunkt angefochten
hat
.
Anhaltspunkte dafür, dass
er
auch die Bemessung des Integritätsschadens anfechten wollte, ergeben sich auch aus der
Einsprachebegründung
nicht. Im Einspracheentscheid wies die Beschwerdegegnerin denn auch a
uf diesen Punkt
hin (
Urk.
2
S. 5)
. Es muss folglich bei der Feststellung bleiben, dass die eben genannte Verfügung insoweit unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, als die Beschwerdegegnerin damit
eine
Integritätsentschädigung
entsprechend
einer Integritätseinbusse von 12.5
%
festgesetzt hat
. Damit ist in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.5
Zusammenfassen
d
ist damit der angefochtene Einspracheentscheid vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
2) nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
,
soweit auf diese einzutreten ist.
5
.
5
.1
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) erfüllt
sind
(vgl. insbesondere
Urk.
8 und
Urk.
9/1)
, ist dem Beschwerdeführer antrags
gemäss (
Urk.
1 S. 2) Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
als unentgeltlicher Rechts
vertreter zu bestellen
, welcher
bei diesem Ausgang des Verfahrens aus der Gerichtskasse zu entschädigen
ist
.
5
.2
Nach
§
34
Abs.
3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung – namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz ge
währt.
5
.3
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
machte mit Honorarnote vom 1
1.
November 2019 (
Urk.
22) einen Aufwand von 13.05
Stunden zu
Fr.
22
0.-- ents
prechend einem Honorar von
Fr.
2‘871
.-- zuzüglich Spesenpauschale von 3
%
und Mehrwert
steuer geltend. Dies ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen. Namentlich
sind
etwa
Aufwendungen wie das Erstellen der Kostennote
an die Suva (vgl.
Urk.
12/404) betreffend die unentgelt
liche Rechtsvertretung nicht im Beschwerdeverfahren
in Rechnung
zu stellen.
Auch sind
die diversen
Aufwendungen
bezüglich Einholen des IK-Auszuges bei der SVA nicht plausibel
,
da
diese Unterlagen bei der Suva aktenkundig sind (
Urk.
12/110
)
. Aufgrund der Vertretung im Verwaltungsverfahren waren auch die Akten bekannt. In diesem Zusammenhang wurden den
n
auch bereits anwaltliche Aufwendungen bi
s zum Einspracheentscheid vom 2
9.
Juni 2019 (
Urk.
2) im Umfang von 7.7 Stunden vergütet (
Urk.
12/406
). Aus den Akten erschliesst sich auch nicht, inwiefern die
diversen
Telefonate und die Mail-Korrespondenz mit
Klient, Suva, SVA, PK, die zum Teil auch in Sa
m
melpositionen zusammengefasst wurden (vgl.
Buchungen vom
27.07
.
, 29.07
.
, 07.08
.
, 08.08
.
, 10.08
.
, 21.08
.
, 24.08
.
, 29.08
.
, 30.08
.
, 03.09
.
, 23.1
0.
und 28.10.2019)
für das vorliegen
de Verfahren erforderlich waren
. Schliesslich genügt auch die geltend gemachte Spesen
pauschale der in
§
7
Abs.
2 GebV SVGer verlangten Substantiierung nicht (
vgl. auch
§
22
Abs.
1
AnwGebV
).
Angesichts der notwendigen Rekapitulation der bekannten und des geringen Umfangs der seit dem Einspracheentscheid neu hinzu gekommenen Akten, der knappen Rechtsschrift
en
, der Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung sowie der in ähnlichen Fällen zugesproche
nen Beträge ist die Entschädigung bei Anwendung des gerichtsüblichen Stunden
ansatzes von
Fr.
220.--
(
zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1‘6
00.-- (inklusive Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) festzusetzen
.
5
.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 29. Juli 2019 wird dem Beschwerdeführer Rechts
anwalt
Dr.
Kreso
Glavas
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorlie
gende Verfahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Dr.
Kreso Glavas
, Zürich,
wird mit Fr. 1‘6
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef