# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f88f3c0-ebad-5ec8-aeb2-1c33a47bda2a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.06.2018 SST.2017.50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2017-50_2018-06-06.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

 

SST.2017.50 
(ST.2012.32; STA.2009.1524) 

Art. 60 

 

 

Urteil vom 6. Juni 2018 
 
 

Besetzung  Oberrichter Bürgi, Präsident  

Oberrichter Six  

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiber Andres 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG 

 

 

Zivil- und 

Strafklägerin 1 

 A., 

[…] 

 

Zivil- und 

Strafklägerin 2 

 B., 

[…] 

 

Zivil- und 

Strafklägerin 3 

 C.,  

[…] 

 

Zivil- und 

Strafklägerin 4 

 D.,  

[…] 

 

1, 2, 3 und 4 vertreten durch Dr. iur. Yvonne Meier, Rechtsanwältin, 

[…] 

 

Zivil- und 

Strafklägerin 5 

 E.,  

[…] 

vertreten durch lic. iur. Bibiane Egg, Rechtsanwältin, 

[…] 

 

  

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Beschuldigter   F.,  

geboren am [tt.mm.1952], von Bassersdorf, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Alain Joset, Rechtsanwalt, 

[…] 

 

 
 

Gegenstand  mehrfache (qualifizierte) sexuelle Nötigung, Nötigung, Anstiftung zu fal-

schem Zeugnis; Verwahrung 
 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 10. Oktober 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach folgen-

de Anklage gegen den Beschuldigten: 

 
"I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 

1. Ausnützung einer Notlage (Art. 193 Abs. 1 StGB) zum Nachteil von 
A., geb. […], begangen in der Zeit vom 1. November 2008 bis zum 
15. März 2009 in Q. 

Der Beschuldigte hat unter Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnis-
ses eine Person veranlasst, sexuelle Handlungen vorzunehmen und zu 
dulden, in dem er Folgendes getan hat: 
 
F. hat als selbsternannter Zen-Meditationslehrer und "spiritueller Meis-
ter" das von A. entgegengebrachte Vertrauen und ihren blinden Glau-
ben in seine Lehre, seine Autorität und seine Macht sukzessive zu 
einem intensiven persönlichen Vertrauensverhältnis ausgebaut, wel-
ches in einer regelrechten Hörigkeit gipfelte. Dieses Verhältnis ging so 
weit, dass A. ihren "Meister" in jeder erdenklichen Lebenslage um seine 
Meinung fragte und ihre Entscheidungen ausschliesslich danach richte-
te (Act. 391 f./ 410). Durch die ständigen Ermahnungen von F., sie wür-
de ihre Erleuchtung niemals ohne seine Hilfe erreichen können und 
müsse gar "unzählige weitere Leben leiden" (Act. 253 / 394) geriet sie 
letztlich in seine Abhängigkeit. 
 
Unter Ausnützung dieser Abhängigkeit hat F. A., welche sich zu diesem 
Zeitpunkt aufgrund einer von F. angeordneten Trennung (Act. 390) zu-
sätzlich in einem emotionalen Tief und damit in einer psychisch labilen 
Verfassung befand, zu seiner "Auserwählten" erkoren und in der Folge 
im Zeitraum zwischen dem 1. November 2008 und dem 15. März 2009 
wiederholt sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen bzw. solche 
durch sie an sich vornehmen lassen. Aus "pure[r] Angst vor der Hölle" 
folgte sie seinen Anweisungen und wehrte sich nicht gegen die Über-
griffe (Act. 440 / 394). 
 
Konkret hat er anlässlich einer ersten Übernachtung an seinem Wohn-
ort in Q., […]-Strasse, mitte November, mutmasslich am Freitag, 
14. November 2008, der Zivilklägerin sowohl am Geschlechtsteil als 

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auch an den Brüsten herumgerissen. In den folgenden beiden Nächten 
verlangte er von ihr dann die orale Befriedigung. Die von Ängsten be-
herrschte und dem Beschuldigten hörige Zivilklägerin duldete die ma-
nuellen Übergriffe und nahm auch die verlangte orale Befriedigung vor, 
obschon sie grundsätzlich auch hätte fliehen können und sich bei einer 
Drittperson auch entschieden dagegen gewehrt hätte. Der Beschuldig-
te indes war sich der labilen psychischen Verfassung der Privatklägerin 
und seiner eigenen Rolle als ihr "spiritueller Meister" sehr wohl be-
wusst. Nach der gleichgelagerten Verurteilung durch das Amtsgericht 
Solothurn-Lebern rund zwei Jahre davor und dem im Tatzeitpunkt in 
selber Sache sogar noch hängigen Verfahren vor dem Solothurner 
Obergericht musste dem Beschuldigten darüber hinaus auch völlig klar 
sein, dass ein solches Verhalten strafrechtlich relevant ist.  
 
Nach dem genannten Wochenende Mitte November verlangte der 
Beschuldigte während rund 4 Monaten, d.h. bis Mitte März 2009 weitere 
insgesamt etwa zehn Mal die orale Befriedigung durch die Privatkläge-
rin. Sämtliche Übergriffe fanden im Zimmer des Beschuldigten an der 
[…]-Strasse in Q. statt, wobei sich das Muster stets wiederholte 
(Act. 426). Ebenso riss der Beschuldigte der Zivilklägerin wiederholt am 
Geschlechtsteil und an den Brüsten und verlangte von ihr, dass sie ihm 
sagte, wie sehr sie seinen Penis brauche. 
 
Der Beschuldigte bestreitet vollumfänglich, jemals mit der Zivilklägerin 
sexuellen Kontakt in irgendeiner Form gehabt zu haben. 

 
2. Ausnützung einer Notlage (Art. 193 Abs. 1 StGB) zum Nachteil von 

B., geb. […], begangen in der Zeit vom 1. Januar 2007 bis zum 
13. April 2008 in Q. 

Der Beschuldigte hat unter Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnis-
ses eine Person veranlasst, sexuelle Handlungen vorzunehmen und zu 
dulden, in dem er Folgendes getan hat: 
 
F. hat als selbsternannter Zen-Meditationslehrer und "spiritueller Meis-
ter" während rund 9 Jahren ein Vertrauensverhältnis zu seiner "Schüle-
rin" B. aufgebaut. Ende 2006 eröffnete er ihr dann, dass er sie zu seiner 
"geistigen Frau" haben wolle und stellte ihr "die Erleuchtung" in Aus-
sicht. B. fühlte sich durch diese Auswahl geehrt und geschmeichelt. Am 
1. Januar 2007 kam es auf Initiative von F. zu einem ersten Treffen auf 
dem Parkplatz des Mc Donald's Restaurants in Lenzburg. Anlässlich 
dieses Treffens kam es zu Küssen sowie zum gegenseitigen Massieren 
von Brust und Geschlechtsteilen, jedoch noch über den Kleidern 
(Act. 633). Im Anschluss daran kam es bis zum 13. April 2008 zu diver-
sen Treffen zwischen F. und B.. Die Treffen fanden sowohl am Wohnort 
von F. in Q., […]-Strasse (ca. 50-mal), als auch am Wohnort von B. in 
R., […]-Strasse (ca. 10-mal) sowie auf öffentlichen Parkplätzen im 
Raum Q. (ca. 5 mal) statt. B., die sich von F. die Erleuchtung erhoffte 
und bei Ablehnung des "Meisters" unter anderem sogar den Tod fürch-
tete, wehrte sich nicht dagegen (Act. 639 f.). Sie war F. zwischenzeitlich 
vollständig hörig und traute sich nicht mehr, Handlungen ohne seinen 
Rat vorzunehmen (Art. 637). 
 
Die Übergriffe spielten sich stets nach einem ähnlichen Muster ab. So 
musste die Privatklägerin den Beschuldigten stets oral bis zur Ejakula-
tion befriedigen und das Ejakulat vollständig schlucken. Ein eigentlicher 
Geschlechtsverkehr fand nie statt. Der Beschuldigte führte jedoch re-
gelmässig seine Finger in die Scheide der Privatklägerin ein und riss 

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daran; dasselbe tat er auch mit ihren Brüsten. Im Weiteren verlangte er 
stets, dass sie ihm sagen musste, wie sehr sie seinen Penis brauchte. 
Weigerte sich die Privatklägerin, zog er sie an den Haaren zu seinem 
Penis und forderte sie auf, ihn zu "waschen" (Act. 632). Der Beschul-
digte hielt dieses Verhältnis unter anderem auch durch Aussagen, die 
bei der Privatklägerin Angst und Verunsicherung auslösten (z.B. die 
Drohung einer "karmischen Verfolgung", Act. 635, oder der Zerstörung 
der Energiezentren mit Todesfolge, Act. 639), bis im April 2008 auf-
recht. Im April 2008 verbot der Beschuldigte der Privatklägerin dann 
jede weitere Teilnahme an seinen Veranstaltungen mit der Begrün-
dung, sie würde ihn bzw. Drittpersonen "geistig angreifen" 
(Act. 641/636). 
 
In Anbetracht der Tatsache, dass die sexuellen Handlungen mit einer 
seiner "Schülerinnen" nur gerade 2 Monate nach seiner Verurteilung 
durch das Amtsgericht Solothurn-Lebern erfolgt sind, ist erstellt, dass 
sich der Beschuldigte der Grundproblematik bewusst gewesen sein 
musste. Aufgrund seines Verhaltens und seiner Wortwahl (z.B. dem 
Umstand, dass sein Samen nicht "verschwendet" werden durfte 
(Act. 632 / 670), musste ihm zudem auch klar sein, dass sich B. nur 
aufgrund des Meister-Schüler-Verhältnisses mit ihm einliess bzw. sich 
nicht zur Wehr setzte. 
 
Abgesehen von den sexuellen Handlungen auf Parkplätzen bestreitet 
der Beschuldigte die sexuellen Kontakte mit B. nicht. Er behauptet je-
doch eine grundsätzlich normale Liebesbeziehung mit einer "stürmi-
schen Sexualität" (Act. 648). 
 

 
II. Anträge 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

2. Er sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
 

 
III. Untersuchungskosten 

Die Untersuchungskosten belaufen sich auf CHF 8'457.40." 

 

1.2. 

Mit Schreiben vom 19. November 2012 teilte die Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach dem Bezirksgericht Zurzach mit, gegen den Beschuldigten sei eine 

weitere Untersuchung eröffnet und der Beschuldigte am 14. November 

2012 vorläufig festgenommen worden. Gleichzeitig ersuchte sie um eine 

Sistierung des vorliegenden Verfahrens. Mit Verfügung vom 21. November 

2012 wurde das Verfahren sistiert.  

 

1.3. 

Mit Schreiben vom 5. Februar 2013 ersuchte die Anklägerin um eine Rück-

überweisung des Verfahrens. Am 25. Juni 2013 wurde der Antrag um Rück-

überweisung an den amtlichen Verteidiger des Beschuldigten sowie die 

Rechtsvertreterin der Zivil- und Strafklägerschaft 1 und 2 zur allfälligen Stel-

lungnahme zugestellt. Die Vertreterin der Zivil- und Strafklägerschaft 1 und 

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2 teilte mit Schreiben vom 27. Juni 2013 mit, sie unterstütze den Antrag um 

Rücküberweisung vollumfänglich. Der Beschuldigte beantragte mit Einga-

be vom 4. Juli 2013, das Gesuch der Anklägerin um Rücküberweisung des 

Verfahrens sei abzuweisen. Mit Zwischenentscheid vom 6. November 2013 

hat das Bezirksgericht Zurzach das Gesuch um Rücküberweisung abge-

wiesen. 

 

1.4. 

Daraufhin reichte die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach am 6. März 2015 

folgende Zusatzanklage ein: 

 
" I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen 

1. Ausgangslage 

Die nachfolgend im Einzelnen aufgeführten strafbaren Handlungen ha-
ben allesamt im Kontext der Meditationsschule des Beschuldigten F. 
stattgefunden und sind dementsprechend in diesem Milieu zu begreifen. 

 
Die G., wie die Meditationsschule sowohl vom Beschuldigten wie 
auch von den "Schülern" genannt wurde, wies im Deliktszeitraum eine 
Vielzahl von Merkmalen auf, welche die Fachstelle Infosekta (eine 
konfessionell und politisch unabhängige Konsumentenschutzorgani-
sation von Stadt und Kanton Zürich) als Hinweis auf eine Sekte ver-
steht: So wurde die "Schule" in der Person des Beschuldigten durch 
einen autoritären Anführer geleitet, welcher sich selbst als den 
höchsterleuchteten Mann auf Erden bezeichnete und von seinen 
"Schülern" auch als solchen wahrgenommen wurde. Er bestimmte die 
Regeln zur Lebensführung, definierte was gut oder schlecht, wahr 
oder falsch, "Licht" oder "Dunkelheit" war. Die "Schüler" hatten ihn mit 
"Meister […]" anzusprechen und ihm bei der Begrüssung Respekt zu 
zollen. Er war für sämtliche Fragen zuständig und kompetent und ent-
schied, zusammen mit dem "Allumfassenden", über das Schicksal 
des Einzelnen und der Gemeinschaft. Zugleich wurde die "Schule" 
gegen aussen in aller Deutlichkeit abgegrenzt. Der Beschuldigte be-
zeichnete die Welt ausserhalb der Meditationsschule als "Dunkelheit", 
welche dem Licht der "Schule" und deren Mitglieder gefährlich werden 
konnte. Die "Schule" selbst bezeichnete er als die "höchste Schule 
auf Erden", deren "Schüler" als Elite. Vor diesem Hintergrund drängte 
er seine "Schüler" regelmässig zur Trennung von Partnern, die nicht 
in seiner "Schule" aktiv waren. Ebenso war er darauf bedacht, dass 
die "Schüler" sowohl untereinander als auch mit Drittpersonen nicht 
über die "Schule" und deren Mitglieder sprachen. 
 
Kritik wertete der Beschuldigte als "Dunkelheit", als Gefahr für das 
"Licht", als "Angriff von dunkeln Mächten" auf ihn, den höchsterleuch-
teten Mann auf Erden. Bei Fragen oder Widerstand reagierte er mit 
Tadel, verbaler Erniedrigung und Blossstellung vor der versammelten 
"Schule" und ging bei einzelnen Personen so weit, die (orale) sexuelle 
Befriedigung des Meisters und das Schlucken seines "heiligen Sa-
mens" als einzige Lösung zur Befreiung von der "Dunkelheit" zu prä-
sentieren. 
 
Den eigenen Willen und Verstand sollten die "Schüler" hinter sich 
lassen und stattdessen durch exzessives Meditieren dem Rat des 
Buddhas bzw. des Allumfassenden folgen. Durch das ständige und 

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gezielte Ermahnen, den Willen des Buddhas richtig zu erkennen, er-
reichte er bei den "Schülern" ein Klima des schlechten Gewissens, 
welches bei einzelnen "Schülern" bis hin zu massiven Angstzustän-
den reichte. Da er zugleich als "höchsterleuchteter Mann" den Willen 
des Buddhas zu kennen vorgab, war es ihm problemlos möglich, die-
se "Schüler" auszunutzen und zu manipulieren. Er kontrollierte in die-
ser Rolle sämtliche Lebensbereiche dieser "Schüler" und erreichte, 
dass sie ihn letztlich bei den banalsten Fragen wie beispielsweise 
dem Kauf von Schuhen um Rat ersuchten und er so auf ihren Willen 
Einfluss nahm. 
 
Als Lohn für ihre Bemühungen winkte den "Schülern" die Erlösung, 
welche der Beschuldigte in der Form der "Erleuchtung" propagierte, 
aber auch individuelle Hilfe in allen möglichen Lebensfragen, je nach 
den Bedürfnissen des Einzelnen. 
 
Die "Schüler" der G., insbesondere die "Schülerinnen", welche später 
zu Opfern des Beschuldigten wurden, zeichneten sich ihrerseits eben-
falls durch spezielle Eigenheiten aus. So wiesen alle, namentlich die 
Privatklägerinnen, ein weit über dem Durchschnitt liegendes Interes-
se an Übersinnlichem auf, was Grundvoraussetzung dafür war, über-
haupt jemandem Folge zu leisten, der eine spirituelle Führerrolle für 
sich in Anspruch nimmt. Je stärker ausgeprägt diese esoterischen 
Tendenzen zudem vorhanden sind, desto stärker ist eine Person auch 
in einem Abhängigkeitsverhältnis gefangen; so wirkte bei einer Los-
lösung der Beziehung nicht nur der Verlust des Kontakts zum Be-
schuldigten als Autoritätsperson bedrohlich, sondern auch die Konse-
quenzen, die von den übersinnlichen Kräften – im vorliegenden Fall 
dem Allumfassenden – zu erwarten gewesen wären. Weiter haben 
die späteren Opfer den Kontakt zum Beschuldigten stets auf der Su-
che nach Hilfe gefunden, wobei die Probleme vielfältiger Natur waren. 
Während dem die einen lediglich aufgrund von medizinischen Pro-
blemen auf der Suche nach einem Naturarzt waren, hatten andere 
tiefgreifende psychische Probleme und standen am Rand des Sui-
zids. In allen Fällen dieser persönlichen Schwächen und Verletzlich-
keiten der Opfer anerbot sich der Beschuldigte als Helfer, teilweise 
gar als letzte Rettung. Die Opfer wiederum, welche allesamt nicht nur 
in der Situation für zweifelhafte Hilfe empfänglich waren, sondern – in 
unterschiedlich starker Ausprägung – auch über einen Hang zur Ent-
wicklung eines Abhängigkeitsverhältnisses verfügten und zum Teil 
bewusst auf der Suche nach einer Autoritätsperson waren, waren 
dem Beschuldigten für seine Lösungsansätze geradezu dankbar, was 
vom Beschuldigten auch so erkannt wurde. 
 
Diese Ausgangslage nutzte der Beschuldigte sodann systematisch 
und berechnend aus. In einer ersten Phase gab er sich als jenen 
Helfer und Heiler aus, den die "Schülerinnen" (bzw. häufig auch noch 
"Patientinnen") in ihm sehen wollten. Er anerbot in einer scheinbar 
absoluten Selbstlosigkeit seine Hilfe, versprach Linderung und "Licht" 
und war Ansprechperson zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit. 
Zugleich begann er jedoch, für seine Opfer kaum erkennbar, Schwä-
chen auszuloten und Grenzen zu testen. In einem nächsten Schritt, 
zu einem Zeitpunkt in welchem seine spirituellen Fähigkeiten und sein 
Status als Heiler für die Betroffenen längst unbestritten waren, offen-
barte er seinen Opfern nicht nur seine Besonderheit, sondern auch 
die Tatsache, dass sie selber von einer höheren Macht als seine Frau 

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auserwählt worden und dementsprechend etwas Besonderes, Vor-
hergesehenes seien. Dadurch gelang es ihm, seine Opfer nicht nur 
aus dem früheren sozialen Umfeld, sondern zusätzlich auch noch aus 
der Meditationsgruppe herauszulösen und abzuschirmen. Er selbst 
verblieb als einzige Bezugsperson. Die Opfer fühlten sich – nun an 
der Seite des höchsterleuchteten Mannes auf Erden – anfänglich 
ausserordentlich geehrt, sehr rasch aber auch verängstigt. Schliess-
lich lag es in der Natur der Sache, dass sie selber nicht in der Lage 
waren, den Willen des "Allumfassenden", des "Buddhas", des "Rates 
der Weisen" oder wie auch immer der Beschuldigte die übergeordnete 
Instanz gerade nannte, zu erkennen. Und so verblieb ihnen nichts an-
deres, als sich nach der Interpretation des Beschuldigten zu richten 
und diesen um Rat zu fragen. Dieser wiederum neigte jedoch ver-
mehrt dazu, von den Opfern zu verlangen, den Willen des "Allum-
fassenden" selber zu erkennen und tadelte stattdessen nur, wenn sie 
nach seiner Auslegung falsch lagen. Mittels Tadel, Verachtung und 
verbaler Erniedrigung erreichte er in kürzester Zeit ein Klima der Ver-
unsicherung, welches bis zu existenziellen Ängsten gehen konnte. 
Die Opfer befürchteten stets, falsch zu liegen. So konnte er letztlich – 
ohne überhaupt zu Wissen, mit was seine Opfer gerade beschäftigt 
waren – eine simple SMS an seine "Frau" schicken und sie fragen, 
wo sie wieder ihre Gedanken hätten, und diese fühlten sich sogleich 
"ertappt" und plagten sich mit einem schlechten Gewissen und Angst-
zuständen. 
 
In diesem Milieu war es dem Beschuldigten nicht nur möglich, den 
Alltag seiner Opfer zu kontrollieren und zu lenken, sondern auch die 
nachstehend unter Ziffer 2 – 4 einzeln aufgeführten sexuellen Hand-
lungen einzufordern. Schmerz war im System des Beschuldigten 
ebenso zu überwinden wie Ekel, und war das Opfer dazu nicht in der 
Lage, so lag der Fehler alleine beim Opfer, welches die notwenige 
geistige Reife noch nicht aufwies und entsprechend weiter daran ar-
beiten musste. Einen Ausweg aus der Situation gab es für die Opfer 
entsprechen auch nur dann, wenn sich der Beschuldigte dafür ent-
schied, dieses aus der Schule oder zumindest aus der Gruppe auszu-
schliessen. Selbst das tat er jedoch mit der Begründung, dass das 
Opfer einen "zu schlechten Geist" habe und damit ihm, der Schule 
oder Drittpersonen schade, was wiederum dazu führte, dass sich 
selbst Ausgeschlossene nicht von ihm abwandten, sondern beim 
nächsten Hilfsangebot erneut darauf hofften, ihren "Geist" wieder ver-
bessern zu können. 

 
2. Strafbare Handlungen zum Nachteil von C. 

2.1. Sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nachteil von C., 
geb. […], begangen im April 2001 in Zäziwil 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt hat, zur Duldung einer sexuellen Handlung genötigt, indem er Fol-
gendes getan hat: 
 

Nachdem sich die Privatklägerin C. im Alter von 17 Jahren an den als 
Naturarzt und Meditationslehrer praktizierenden Beschuldigten ge-
wendet hatte, weil sie selber aufgrund des Suizids ihres Vaters mit 
massiven psychischen Problemen bis hin zu Selbstmordgedanken zu 
kämpfen hatte, nutzte dieser die psychische Labilität und Verletzlich-
keit der Privatklägerin systematisch aus, um sie mit gezielter Anwen-
dung von Autorität, Hilfsbereitschaft und spirituellem Gedankengut in 

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eine vollumfängliche psychische und physische Abhängigkeit zu 
drängen. 

Anlässlich einer Meditationswoche auf dem Appenberg in 3532 Zäzi-
wil/BE im April 2001 griff der Beschuldigte F. der Privatklägerin C. auf 
einem gemeinsamen Spaziergang mit seiner Hand überraschend und 
gegen ihren Willen in ihre Hose, packte sie an der Scheide und riss 
sie daran hoch, sodass es schmerzte. Er begründete seine Handlung 
ihr gegenüber damit, dass sie sich wieder spüren müsse. Die Privat-
klägerin, welche zu diesem Zeitpunkt infolge des Suizides ihres Va-
ters massive psychische Probleme hatte, wehrte sich nicht gegen die-
sen Übergriff. Der Beschuldigte konnte sowohl sie als auch ihre Mut-
ter sogar davon überzeugen, dass es aufgrund der akuten Suizidge-
fahr, welcher sie wohl tatsächlich ausgesetzt war, notwendig sei, dass 
sie zu ihm an die […]-Strasse nach S. ziehe. 

 
2.2. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nach-

teil von C., geb. […], begangen zwischen April 2001 und April 
2005 in S., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, ihr Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen 
Handlungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 

 
Nachdem der Beschuldigte die Privatklägerin C. mit der Begründung, 
man müsse sie aufgrund ihrer akuten Suizidalität intensiv betreuen, 
im April 2001 zu sich an die […]-Strasse in S. geholt hatte und sie 
fortan bei ihm wohnte, verlangte der Beschuldigte in Ausnutzung der 
von ihm zwischenzeitlich geschaffenen Hörigkeit im April und Mai 
2001 während ungefähr einem Monat praktisch täglich die orale Be-
friedigung durch die Privatklägerin. In Vermischung mit der von ihm 
gelehrten spirituellen Theorie verlangte er dabei von der Privatkläge-
rin, dass sie ihn zur Entwicklung ihrer geistigen Reife und zur Erlan-
gung der persönlichen Erleuchtung als spirituellen Meister sexuell be-
friedige und seinen heiligen Samen (d.h. sein Ejakulat) bis auf den 
letzten Tropfen schlucke. Dabei erniedrigte er die Privatklägerin zu-
gleich verbal und fügte ihr Schmerzen und teilweise sogar Blutungen 
zu, indem er mit seinen Händen an ihren Brüsten und im Intimbereich 
herumriss.  

Auch nach dem ersten Monat in S. hatte die Privatklägerin den Be-
schuldigten in der gleichen Form ungefähr zwei Mal pro Woche oral 
zu befriedigen, während Wochenkursen sogar weiterhin täglich. Die 
Übergriffe waren stets begleitet von verbaler Erniedrigung und phy-
sischer Gewalt und führten neben einer permanenten massiven psy-
chischen Belastung zu Hämatomen an Brüsten und Intimbereich, ge-
legentlich gar zu offenen Blutungen und zu Schluckbeschwerden in-
folge der tiefen oralen Penetration, welche bei der Privatklägerin re-
gelmässig Brechreiz auslöste. 

Nachdem die sexuellen Übergriffe aufgrund einer Verhaftung des Be-
schuldigten durch die […]-Strafverfolgungsbehörden zwischen dem 
25. Oktober 2004 und dem 16. November 2004 kurzzeitig aufgehört 
hatten, gingen sie unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Unter-
suchungshaft mit einer noch grösseren Intensität weiter. In der ersten 
Woche nach der Haftentlassung musste die Privatklägerin den Be-
schuldigten jede Nacht gegen ihren Willen oral befriedigen bzw. wäh-
rend der ganzen Nacht seinen Penis im Mund behalten um ihn "vom 

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ganzen Dreck der Haft" und um sie selber vom "Gift der Unwahrheit" 
zu reinigen. 

 
2.3. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nach-

teil von C., geb. […], begangen zwischen April 2005 und Dezem-
ber 2006 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, ihr Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen 
Handlungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Nach dem Umzug nach Q. im April 2005 fanden die sexuellen Über-
griffe auf C. in der Form von oraler Befriedigung wieder täglich statt 
und die damit einhergehende Gewalt nahm an Intensität weiter zu. 
Als sich die Privatklägerin einige Male verbal und physisch zu wehren 
versuchte, packte der Beschuldigte sie jeweils an den Haaren und 
drückte ihren Kopf mit den Händen zwischen seine Beine, bis sie den 
Widerstand aufgab und die einverlangte orale Befriedigung vornahm. 

Die sexuellen Übergriffe, gemäss Privatklägerin über die Jahre in S. 
und Q. gerechnet hunderte von Einzelhandlungen, endeten Anfangs 
2007, als der Beschuldigte sie mit einem Mitglied der G. verkuppelte 
und sich seinerseits einem neuen Opfer – B. – zuwandte. 

 
2.4. Qualifizierte sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 3 StGB) zum Nach-

teil von C., geb. […], begangen Ende 2006 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt hat, in grausamer Art und Weise zu einer sexuellen Handlung 
genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Gegen Ende des unter Ziff. 1.1. bis 1.3. angeklagten sexuellen Miss-
brauchs zum Nachteil von C. d.h. gegen Ende des Jahres 2006 for-
derte der Beschuldigte F. die ihm aufgrund einer Mischung von Autori-
tät, Gewalt und spirituellem Gedankengut vollständig hörige und ein-
geschüchterte Privatklägerin in ihrem Zimmer am gemeinsamen 
Wohnort in Q., […]-Strasse, auf, sich hinzulegen und ihn oral zu be-
friedigen. Als sich die Privatklägerin jedoch weigerte, zog der Be-
schuldigte seine Hose runter und legte sich unter Einsatz seines vol-
len Körpergewichts auf ihr Gesicht. Er drang sodann mit seinem Penis 
tief in ihren Hals ein und drückte ihr zugleich mit seinem Bauch die 
Nase zu. Die Privatklägerin, welche sich nicht wehren und auch nicht 
schreien konnte, litt dabei unter massivsten Todesängsten. Sie gab 
an, sie sei in diesem Moment emotional gestorben und habe gedacht, 
es wäre schöner zu sterben, als dass er dies noch einmal mit ihr ma-
che. 

 
2.5. Nötigung (Art. 181 StGB) zum Nachteil von C., […], begangen am 

13. bzw. 14. Dezember 2011 in Q., […]-Strasse bzw. 5200 Brugg, 
Wildischachenstrasse 14 

Der Beschuldigte hat jemanden durch Gewalt und durch die Beschrän-
kung der Handlungsfähigkeit genötigt, etwas zu tun, indem er Folgendes 
getan hat: 
 

Der Beschuldigte hat die Privatklägerin C. im Rahmen der Strafunter-
suchung gegen den Beschuldigten wegen sexueller Übergriffe auf B. 
(ST05B.2009.1524) in Ausnützung des Abhängigkeitsverhältnisses 
und unter Anwendung von massivem psychischen Druck genötigt, in 
der Zeugeneinvernahme der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 

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14. Dezember 2014 bei Staatsanwalt G. zu Gunsten des Beschuldig-
ten falsche Aussagen zu machen, was diese in der Folge auch tat. 

 
2.6. Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) zum Nachteil von C., geb. […], 

begangen am 8. November 2012 in 5116 Schinznach Bad, Park-
platz Badstübli 

Der Beschuldigte hat jemanden durch schwere Drohung in Angst ver-
setzt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Der Beschuldigte hat Herrn H., dem damaligen Lebenspartner der Pri-
vatklägerin C., über seine damalige Partnerin I. anlässlich eines Tref-
fens am 8. November 2012 um 11.00 Uhr auf dem Parkplatz des Re-
staurants Badstübli in Schinznach Bad ausrichten lassen, dass die 
"Dunkelheit" bzw. Boshaftigkeit der Privatklägerin C. derart gross sei, 
dass er (H.) sie ohne Schaden aus geistiger Sicht zu Tode schlagen 
könne. Dies würde darüber hinaus auch noch ein gutes Karma geben. 
Herr H. solle zudem sofort das gemeinsame Kind nehmen und in ein 
Hotel ziehen. Die Äusserungen, welche H. zuhause seiner Lebens-
partnerin schilderte, lösten bei dieser eine grosse Angst aus. Sie 
schloss sich, in der Angst, der Beschuldigte könnte jemanden davon 
überzeugen, sie tatsächlich zu töten, in ihr Haus ein und gelangte so-
dann einen Tag später an die Polizei. 

 
3. Strafbare Handlungen zum Nachteil von D. 

3.1. Mehrfache Ausnützung einer Notlage (Art. 193 Abs. 1 StGB) zum 
Nachteil von D., geb. […], begangen von Ende April bis Ende 
September 2008 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat unter Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnisses 
eine Person veranlasst, sexuelle Handlungen vorzunehmen bzw. zu dul-
den, indem er Folgendes getan hat: 
 

Der Beschuldigte hat als selbsternannter Zen-Meditationslehrer und 
"spiritueller Meister" ein intensives Abhängigkeitsverhältnis mit der 
Privatklägerin D. aufgebaut, welche ab September 2005 als "Schüle-
rin" an seinen Meditationskursen teilnahm. Als sich die Privatklägerin 
Anfangs 2008 in einer sowohl privaten als auch beruflichen Hinsicht 
schwierigen Zeit befand, offenbarte ihr der Beschuldigte, dass sie 
vom "Grossen Rat" zu seiner Frau auserkoren worden sei. Durch die-
se Offenbarung, welcher im Kontext dieser "Meditationsschule" eine 
ausserordentlich grosse Bedeutung zukam, fühlte sich die Privatklä-
gerin gleichermassen geehrt wie auch verängstigt.  

Unter Ausnützung dieser Abhängigkeit hat der Beschuldigte sodann 
im Zeitraum von April bis Ende September 2008 an seinem Wohnort 
in Q., […]-Strasse, zwei bis drei Mal pro Woche die orale Befriedigung 
durch die Privatklägerin verlangt. Mit der Begründung, er sei ein hei-
liger Mann und sein "heiliger Samen" dürfe nicht verschwendet wer-
den, verlangte er von der Privatklägerin, dass sie sein Ejakulat stets 
bis auf den letzten Tropfen schluckte. Auch führte er aus, sein Samen 
sei Licht, welches sie trinken müsse, um in ihrer geistigen Entwicklung 
auf dem Weg zur Erleuchtung weiterzukommen. Die in der "Lehre" 
des Beschuldigten völlig gefangene Privatklägerin kam diesen Auffor-
derungen in einer Mischung aus Angst und Unterwürfigkeit nach, oh-
ne zu Hinterfragen oder aktive Gegenwehr zu leisten. 

Nachdem es der Privatklägerin infolge des psychischen Drucks immer 
schlechter ging, stellte der Beschuldigte sie Ende September 2008 

 - 11 - 

 

 

 

vor die Tür und untersagte ihr mit der Begründung, ihr Geist sei 
schlecht, die weitere Teilnahme an den "Meditationskursen". In Tat 
und Wahrheit wechselte der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt das 
Opfer und wandte sich der Privatklägerin (ST05B.2009.1524) A. zu. 

 
3.2. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nachteil 

von D., geb. […], begangen von Mitte 2009 bis Ende Mai 2010 in 
Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat einer Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen Hand-
lungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Nachdem der Beschuldigte die Privatklägerin D. im September 2008 
aufgrund ihres "schlechten Geistes" aus der "Meditationsgruppe" aus-
geschlossen hatte, kontaktierte er sie Mitte 2009 – unter dem Vor-
wand ihr helfen zu wollen und ihren Geist zu heilen – erneut. Er be-
orderte sie nach Sursee und fragte sie dort, ob sie denn nicht wisse 
wo sie hingehöre und wozu sie da sei, wobei er klarerweise auf die 
orale Befriedigung anspielte. Er verlangte in der drauffolgenden Zeit 
wiederholt, dass sie ihm per SMS mitteilte, wie sehr sie seinen 
"Schwanz im Mund" haben wolle. Er wiederholte stets, dass seine 
orale Befriedigung ein zentrales Element auf dem Weg zu ihrer Er-
leuchtung sei und es, wenn sie zur Erleuchtung gelangen wolle, auch 
leiden müsse. In der Folge bestellte der Beschuldigte die Privatkläge-
rin wieder regelmässig – hauptsächlich an den "Meditationswochen-
enden" – nach Q., wo er die orale Befriedigung von ihr einforderte. Im 
Gegensatz zu früher verlieh er seinen Forderungen nun jedoch mehr 
Nachdruck, indem er sie mit den Händen an den Haaren riss und ihren 
Kopf so zu seinem Penis führte, ihr seinen Penis gewaltsam bis tief in 
den Rachen stiess oder ihr gleichzeitig auch noch an den Brüsten und 
am Geschlechtsteil herumriss. Weiter verlangte er von ihr nun auch, 
dass sie seine "Eier" in den Mund nahm oder in einzelnen Fällen so-
gar, dass sie seinen "Schwanz" die ganze Nacht hindurch im Mund 
behalten musste. Er verband dies zugleich mit der Drohung, dass er 
– sollte sie sich weigern – halt "andere Massnahmen" ergreifen müs-
se, wobei er ihr explizit in Aussicht stellte, ihr in den Mund zu urinieren. 

 
3.3. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nach-

teil von D., geb. […], begangen von Juni bis August 2010 in Z., 
[…]-Strasse 

Der Beschuldigte hat einer Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen Hand-
lungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Da der Beschuldigte auf Anordnung der Strafvollzugsbehörden seine 
vom Obergericht des Kantons Solothurn verhängte Freiheitsstrafe in 
der Form von Electronic Monitoring im Kanton Solothurn zu vollziehen 
hatte, wechselte der Tatort der unter Ziffer. 2.2 beschriebenen Tat-
handlungen von Juni bis August 2010 an den […]-Strasse in Z.. Die 
Übergriffe intensivierten sich in zeitlicher Hinsicht, da die Privatkläge-
rin nun aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit des Be-
schuldigten praktisch täglich in seiner Wohnung war und die alltägli-
chen Besorgungen für ihn erledigte.  

Der Beschuldigte hat dementsprechend im Zeitraum zwischen Juni 
und August 2010 praktisch täglich die orale Befriedigung durch die 
Privatklägerin D. einverlangt und auch erhalten. 

 - 12 - 

 

 

 

 
3.4. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nach-

teil von D., geb. […], begangen von September 2010 bis Januar 
2011 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, ihr Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen 
Handlungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Nachdem die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Solothurns das 
Einverständnis zum Vollzug des Electronic Monitoring im Kanton 
Aargau gaben, änderte sich entsprechend im September 2010 auch 
der Tatort wieder an die […]-Strasse in Q.. Es folgten weitere sexuelle 
Übergriffe zum Nachteil der Privatklägerin D., wobei sich die Intensität 
der Gewalttätigkeit neben der erzwungenen oralen Befriedigung in 
der Form von Reissen mit den Händen an den Brüsten und Scham-
lippen sowie vor allem verbaler Erniedrigung weiter steigerte. Die Pri-
vatklägerin, welche zunehmend unter Angstzuständen litt, jedoch wie-
der "offiziell" an den "Meditationsveranstaltungen" teilnehmen durfte, 
liess die sexuellen Handlungen infolge des psychischen Drucks ge-
schehen. Im Januar 2011 teilte der Beschuldigte der Privatklägerin D. 
– wohl aus Überdruss über die psychischen Probleme seines Opfers 
– ein zweites Mal mit, dass die Beziehung beendet werde. Sie schade 
mit ihrem negativen Geist der Privatklägerin C. und ihrem Kind. In 
Wahrheit wechselte der Beschuldigte lediglich ein weiteres Mal sein 
Opfer. 

 
4. Strafbare Handlungen zum Nachteil von E. 

4.1. Mehrfache sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB) zum Nach-
teil von E., geb. […], begangen von Februar 2011 bis Oktober 
2012 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat eine Person, welche er unter psychischen Druck 
gesetzt, ihr Gewalt angedroht und z.T. auch angetan hat, zu sexuellen 
Handlungen genötigt, indem er Folgendes getan hat: 
 

Nachdem der Beschuldigte im Januar 2011 das Verhältnis zur Privat-
klägerin D. abgebrochen hatte und zugleich auch die Privatklägerin 
C. zusammen mit ihrer Mutter aus dem gemeinsamen Haus an der 
[…]-Strasse ausgezogen waren, zog die Privatklägerin E., welche 
bislang ebenfalls als "Schülerin" an der "Meditationsgruppe des 
Beschuldigten teilnahm, ins Obergeschoss an besagter Adresse ein.  
 
Auch im Falle der Privatklägerin E. begann der Beschuldigte unver-
züglich, ein intensives Abhängigkeitsverhältnis aufzubauen und so 
sein Opfer mit einer Mischung aus spirituellem Gedankengut und Au-
torität aber vor allem auch verbaler Erniedrigung unter Druck zu setz-
en. Auch ihren Geist bezeichnete der Beschuldigte als schlecht oder 
dunkel. In Ausschöpfung seiner ganzen Autorität als "spiritueller Meis-
ter" schüchterte er sein ihm vollends höriges Opfer ein, übte perma-
nente Kritik und machte sie für das Leiden anderer Menschen un-
mittelbar verantwortlich. Zugleich zeigte er ihr als einzigen Ausweg 
die orale Befriedigung des Meisters auf, was zu einer "Verbesserung 
ihres Geistes" führen würde. Diese Praxis trieb er derart weit, dass 
die Privatklägerin in Ihrer Panik, für das Leiden und Sterben anderer 
Menschen verantwortlich zu sein, zum Teil sogar von sich aus darum 
bat, ihren Meister oral zu befriedigen, um "geistig wieder besser dazu-
stehen". 

 - 13 - 

 

 

 

 
Die orale Penetration vollzog der Beschuldigte sodann derart tief und 
heftig, dass die Privatklägerin regelmässig keine Luft mehr bekam 
und gelegentlich auch erbrechen musste. Begleitend dazu riss er 
auch ihr an Brüsten und im Intimbereich.  
Im Zeitraum zwischen Februar 2011 und Oktober 2012 kam es somit 
auch gegenüber der Privatklägerin E. zu einer Vielzahl von sexuellen 
Nötigungen in der genannten Form, wobei die Privatklägerin selbst 
nicht beziffern kann oder will, um wie viele Handlungen es sich ge-
handelt hat. 

 
5. Strafbare Handlungen gegen die Rechtspflege 

 Anstiftung zu falschem Zeugnis (Art. 24 StGB i.V.m. Art. 307 
Abs. 1 StGB), begangen zwischen dem 7. und dem 14. Dezember 
2011 in Q., […]-Strasse 

Der Beschuldigte hat jemanden vorsätzlich dazu bestimmt, als Zeuge bei 
der Staatsanwaltschaft falsch auszusagen: 
 

Der Beschuldigte hat im Zeitraum zwischen dem 7. Dezember 2011 
(Datum Vorladung) und dem 14. Dezember 2011 (Datum Einvernah-
me) mit der damals als Zeugin von der Staatsanwaltschaft Brugg-Zur-
zach vorgeladenen C. die Einvernahme vorbesprochen und sie somit 
angestiftet bzw. unter dem Eindruck der vorgängig formulierten psy-
chischen Abhängigkeit genötigt, zu seinen Gunsten als Beschuldigter 
im Verfahren ST05B.2009.1524 falsche Aussagen zu machen bzw. 
Aussagen zu seinen Gunsten gar nicht zu machen.  

C. erschien in der Folge am 14. Dezember 2011 um 09.15 Uhr bei der 
Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, Herrn Staatsanwalt G., und 
machte falsche Aussagen, welche den Beschuldigten entlasteten 
bzw. zumindest geeignet waren, den Tatverdacht gegen ihn zu ent-
härten. 

Konkret bezeichnete sie die Privatklägerin B. als "Psycho", welche die 
Gruppe psychisch geschädigt habe. Auch sei die eigenwillige Spra-
che bzw. Satzstellung nicht vom Beschuldigten F. gekommen, son-
dern erst mit B. "ins Haus gekommen". Ihrer Ansicht nach sei B. kein 
Opfer, die Dinge, die sie ausgesagt habe, seien falsch. 

C. gab in ihrer Einvernahme vom 23. November 2012 in der Eigen-
schaft als Privatklägerin gegen den Beschuldigten gegenüber der 
Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, Frau Assistenzstaatsanwältin J. 
zu, auf Instruktion und unter dem Druck des Beschuldigten falsche 
Aussagen, insbesondere über die Privatklägerin B., gemacht zu ha-
ben. 

 
II. Anträge 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

2. Die Anträge werden vor Schranken bekannt gegeben. 
 
III. Weitere Angaben 

1. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 14. November 2012 in Unter-
suchungshaft. 

  

 - 14 - 

 

 

 

2. Folgende Gegenstände wurden zur Beweissicherung beschlag-
nahmt: 
- Schwarzer Ordner Akten E. 

- Diktiergerät Sony inkl. Kassette 

- Kassette Sony 

- 2 DVD Sony 

- Diverse handschriftliche Notizen 

- Buchhaltungsunterlagen G. 

- Bestätigung Auszahlung Kinderzulagen C. 

- Box grün mit Aufschrift "Altar Meister […]" inkl. 3 Gegenstände und 
2 Batterien 

- Laptop "Asus" inkl. Ladekabel  

- Externe Harddisk Verbatim mit Datenkabel 

- Externe Harddisk Clickfree mit Datenkabel 

- Mobiltelefon Sony Ericsson inkl. Ladekabel 

- 6 Handschriftliche Zettel 

- Karte "Rose" (Eigentum I.) 

- Handschriftliche Notizen (Eigentum I.) 

3. Die Untersuchungskosten belaufen sich auf CHF 60'859.60 (Rech-
nungsstellung separat) 

4. Die Polizeikosten belaufen sich auf CHF 50.00. 

5. Die Anklagegebühr beträgt CHF 8'000.00. 

6. Die Privatklagen werden, soweit der Staatsanwaltschaft bekannt, an-
lässlich der Hauptverhandlung formuliert." 

 

2. 

2.1. 

Das Bezirksgericht Zurzach ordnete mit Verfügung vom 22. Juni 2015 Be-

weiserhebungen an und räumte eine nicht erstreckbare Frist bis zum 

5. August 2015 für schriftlich begründete Anträge auf Ergänzung der Be-

weismittel ein. 

 

2.2. 

Die Vertreterin der Zivil- und Strafklägerinnen 1 - 4 sowie die Vertreterin der 

Zivil- und Strafklägerin 5 beantragten mit Eingaben vom 3. August 2015 die 

Dispensierung der Privatklägerinnen von der Hauptverhandlung und den 

Verzicht auf ihre Befragung als Auskunftspersonen.  

 

2.3. 

Der Beschuldigte stellte mit Schreiben vom 14. August 2015 folgende Be-

weisanträge: 

 
" 1. 

Es sei beim Zentralgefängnis Lenzburg, […] zeitnah zur erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung ein Führungsbericht über den Angeklagten einzuholen. 

  

 - 15 - 

 

 

 

2. 
Es seien anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vor Bezirks-
gericht Zurzach folgende Personen als Zeugen resp. Auskunftspersonen 
zu laden und zu vernehmen: 
 
[…] 
 
3. 
Unter o/e-Kostenfolge." 

 

2.4. 

In Gutheissung der entsprechenden Anträge wurden die Zivil- und Strafklä-

gerinnen 1 - 5 mit Verfügung vom 4. September 2015 von der persönlichen 

Teilnahme an der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Zurzach dispen-

siert und es wurde auf eine Einvernahme als Auskunftspersonen verzichtet. 

 

2.5. 

In teilweiser Gutheissung der Beweisergänzungsanträge der Verteidigung 

wurde zudem verfügt, es sei ein aktueller Führungsbericht über den Be-

schuldigten beim Zentralgefängnis Lenzburg einzuholen. Der Beweiser-

gänzungsantrag betreffend Zeugenbefragung wurde hingegen abgewie-

sen. 

 

2.6. 

Am 17. November 2015 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 

Zurzach mit Befragung des Beschuldigten statt. Mit Urteil vom 23. Novem-

ber 2015 sprach das Bezirksgericht Zurzach den Beschuldigten der qualifi-

zierten sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 3 StGB zum Nachteil von C., 

der mehrfachen sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB zum Nach-

teil von C., E. und D., der Ausnützung der Notlage i.S.v. Art. 193 Abs. 1 

StGB zum Nachteil von P., der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB und der Anstif-

tung zum falschen Zeugnis i.S.v. Art. 307 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB 

schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 9 ¾ Jahren, die 

teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichtes des Kantons Solo-

thurn vom 22. April 2008 ausgesprochen wurde. Das Urteil wurde den Par-

teien am 24. November 2015 im Dispositiv schriftlich eröffnet. 

 

3. 

3.1. 

Die Staatsanwaltschaft, die Zivil- und Strafklägerinnen 1 - 4 wie auch der 

Beschuldigte meldeten Berufung gegen das Urteil an und reichten nach 

Erhalt des schriftlich begründeten Urteils am 1. Februar 2016 ihre Beru-

fungserklärungen beim Obergericht des Kantons Aargau ein. Der Beschul-

digte beantragte insbesondere, das erstinstanzliche Urteil vom 23. Novem-

ber 2015 sei vollumfänglich aufzuheben und die Strafsache zur Durchfüh-

rung eines StPO- und EMRK-konformen gerichtlichen Verfahrens sowie zur 

entsprechenden Neubeurteilung an das Bezirksgericht Zurzach zurückzu-

weisen.  

 - 16 - 

 

 

 

3.2. 

Das Obergericht hiess die Berufung des Beschuldigten insofern gut, als es 

das Urteil des Bezirksgerichts vom 23. November 2015 mit Beschluss vom 

14. April 2016 aufhob und die Sache im Sinne der Erwägungen zur erneu-

ten Durchführung des Hauptverfahrens und neuen Entscheidung zurück-

wies. Überdies wurde festgehalten, dass im Hinblick auf die beantragte 

Verwahrung ein Ergänzungsgutachten einzuholen sei. 

 

4. 

4.1. 

Das Bezirksgericht Zurzach teilte den Parteien mit Schreiben vom 11. Mai 

2016 mit, dass dem Gutachter AA. mit Blick auf die Prüfung einer Verwah-

rung nach Art. 64 Abs. 1 StGB eine Ergänzungsfrage gestellt werde. Den 

Parteien wurde eine Frist zur Stellungnahme von 10 Tagen eingeräumt.  

 

4.2. 

Innert erstreckter Frist beantragte der Beschuldigte mit Eingabe vom 

10. Juni 2016, es sei auf die Formulierung von weiteren Fragen an AA. zu 

verzichten. Dieser Antrag wurde abgelehnt und am 30. Juni 2016 wurde die 

ergänzende Begutachtung des Beschuldigten durch med. pract. AA., Fach-

arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, verfügt.  

 

4.3. 

Am 1. September 2016 (Eingang: 5. September 2016) reichte med. pract. 

AA. das Ergänzungsgutachten über den Beschuldigten zu den Akten. Mit 

Verfügung vom 13. Oktober 2016 wurde das Gutachten an die Parteien zur 

allfälligen Stellungnahme innert 20 Tagen zugestellt. Gleichzeitig wurden 

Beweiserhebungen angeordnet (Einvernahme der Zivil- und Strafklägerin-

nen 1, 3, 4 und 5 als Auskunftspersonen) sowie Beweisergänzungsanträge 

abgewiesen (Einvernahme von K., L., M., N. und O. als Auskunftsperso-

nen). Mit Schreiben vom 24. November 2016 wurde beim Zentralgefängnis 

Lenzburg ein aktueller Führungsbericht über den Beschuldigten einver-

langt. 

 

4.4. 

Am 6. Dezember 2016 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 

Zurzach statt, anlässlich welcher die Zivil- und Strafklägerinnen 1, 3, 4 und 

5 befragt wurden. Der Beschuldigte wurde von der Teilnahme an der 

Hauptverhandlung auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin und unter Ver-

zicht auf das Konfrontationsrecht mit den Auskunftspersonen dispensiert. 

 

Die Schlussanträge lauten: 
 

- Staatsanwaltschaft (Vertreter): 

  

 - 17 - 

 

 

 

" 1. 
Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen 
- der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von A. 
- der mehrfachen Ausnützung einer Notlage sowie der mehrfachen sexu-

ellen Nötigung zum Nachteil von B. 
- der qualifizierten sexuellen Nötigung sowie der mehrfachen sexuellen 

Nötigung zum Nachteil von C. 
- der Nötigung zum Nachteil von C. 
- der Drohung zum Nachteil von C. 
- der mehrfachen Ausnützung einer Notlage sowie der mehrfachen sexu-

ellen Nötigung zum Nachteil von D. 
- der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von E. 
 
2. 
Der Beschuldigte sei hierfür mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren zu be-
strafen, unter Anrechnung der bislang ausgestandenen Untersuchungs-
haft. 
 
3. 
Beim Beschuldigten sei die anschliessende Verwahrung gemäss Art. 64 
Abs. 1 StGB anzuordnen. 
 
4. 
Der dem Beschuldigten gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons Solo-
thurn gewährte bedingte Strafvollzug von 21 Monaten sei zu widerrufen 
und für vollstreckbar zu erklären. 
 
5. 
Die beschlagnahmten Gegenstände seien gestützt auf Art. 69 StGB einzu-
ziehen und zu archivieren.  
 
6. 
Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen. 
 
7. 
Die dem amtlichen Verteidiger auszurichtende Entschädigung sei vom Be-
schuldigten zurückzufordern." 

 

- Zivil- und Strafklägerschaft 1-4 (Vertreterin): 

 
" Abgesehen von den bereinigten Schadenersatzforderungen und den ak-

tualisierten Kostennoten wird vollumfänglich an den bisher gestellten An-
trägen festgehalten." 

 

- Zivil- und Strafklägerschaft 5 (Vertreterin): 

 
" 1. 

Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen im Sinne der Anklage und an-
gemessen zu bestrafen. 
 
2. 
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, Schadenersatz wie folgt zu bezahlen: 
- CHF 1‘422.00 an die Privatklägerin persönlich 
- CHF 7‘918.35 an das Departement Gesundheit und Soziales, Fachbe-

reich Opferhilfe, Kanton Aargau 
  

 - 18 - 

 

 

 

3. 
Der Beschuldigte sei dem Grundsatz nach zu verpflichten, zukünftige The-
rapie- und Fahrtkosten der Privatklägerin E., welche im Zusammenhang 
mit den vorliegend zu beurteilenden Straftaten stehen, zu bezahlen. 
 
4. 
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin E. eine Genugtu-
ung von CHF 37'000.00 zuzüglich 5 % Zins seit November 2012 zu bezah-
len. 
 
5. 
Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten inkl. unentgeltliche 
Rechtsvertretung der Privatklägerin aufzuerlegen." 

 

- Beschuldigter (amtlicher Verteidiger): 

 
" 1. 

Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen. 
 
2. 
Die Adhäsionsklagen seien abzuweisen bzw. allenfalls auf den Zivilweg zu 
verweisen. 
 
3. 
Der Beschuldigte sei sofort aus der Haft zu entlassen." 

 

4.5. 

Das Bezirksgericht Zurzach erkannte am 6. Dezember 2016: 

 
" 1. 

Das Verfahren wird infolge Verjährung eingestellt in Bezug auf den Vorwurf  
 
- der Ausnützung der Notlage i.S.v. Art. 193 Abs. 1 StGB zum Nachteil 

von A. (Anklageziffer 1), 
- der Ausnützung der Notlage i.S.v. Art. 193 Abs. 1 StGB zum Nachteil 

von B. (Anklageziffer 2), 
- der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 

C., begangen im April 2001 (Zusatzanklageziffer 2.1) sowie zwischen 
April 2001 und 06.12.2001 (Zusatzanklageziffer 2.2), 

- der mehrfachen Ausnützung der Notlage i.S.v. Art. 193 Abs. 1 StGB 
zum Nachteil von D. (Zusatzanklageziffer 3.1). 

 
2. 
Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Drohung i.S.v. Art. 180 StGB (Zu-
satzanklageziffer 2.6) freigesprochen. 
 
3. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
 
- der qualifizierten sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 3 StGB zum 

Nachteil von C. (Zusatzanklageziffer 2.4),  
- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB zum 

Nachteil von C., D. und E. (Zusatzanklageziffern 2.2, 2.3, 3.2-3.4, 4.1), 
- der Nötigung gemäss Art. 181 StGB (Zusatzanklageziffer 2.5), 
- der Anstiftung zu falschem Zeugnis i.S.v. Art. 307 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 

Abs. 1 StGB (Zusatzanklageziffer 5).  

 - 19 - 

 

 

 

4. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 3 erwähnten Bestimmun-
gen sowie gestützt auf Art. 40, Art. 47, Art. 49 Abs. 1 und 2 StGB bestraft 
 
- mit einer Freiheitsstrafe von 3 ¾ Jahren als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Obergerichts des Kantons Solothurn vom 22.04.2009 für die bis zu die-
sem Zeitpunkt angeklagten Handlungen sowie 

 
- mit einer Freiheitsstrafe von 5 ½ Jahren für die nach dem 22.04.2009 

angeklagten Handlungen,  
 
d.h. insgesamt mit einer Freiheitsstrafe von 9 ¼ Jahren. 
 
5. 
Die ausgestandene Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft von 1'484 Tagen 
(14.11.2012 bis und mit 06.12.2016) wird dem Beschuldigten gemäss 
Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
6. 
Gestützt auf Art. 64 Abs. 1 StGB wird gegenüber dem Beschuldigten die 
Verwahrung angeordnet. 
 
7. 
Der dem Beschuldigten mit Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn 
vom 22.04.2009 gewährte bedingte Strafvollzug für die Freiheitsstrafe von 
21 Monaten wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen. Die Strafe 
ist zu vollziehen.  
 
8. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft des 
Entscheides zurückgegeben: 
 
- Schwarzer Ordner mit den Akten E. 
- Diktiergerät Sony inkl. Kassette 
- Kassette Sony 
- 2 DVD Sony 
- Diverse handschriftliche Notizen 
- Buchhaltungsunterlagen G. 
- Bestätigung Auszahlung Kinderzulagen C. 
- Box grün mit Aufschrift "Altar Meister […]" inkl. 3 Gegenstände und 2 

Batterien 
- Laptop "Asus" inkl. Ladekabel 
- Externe Harddisk Verbatim mit Datenkabel 
- Externe Harddisk Clickfree mit Datenkabel 
- Mobiltelefon Sony Ericsson inkl. Ladekabel 
- 6 Handschriftliche Zettel 
 
9. 
Die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche der Zivil- und Strafkläge-
rin 1, A., werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
10. 
Die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche der Zivil- und Strafkläge-
rin 2, B., werden auf den Zivilweg verwiesen. 

  

 - 20 - 

 

 

 

11. 
11.1. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 3, C., eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 25'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
01.01.2007 zu bezahlen. 
 
11.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 3, C., Scha-
denersatz in der Höhe von CHF 1‘072.70 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
06.12.2016 zu bezahlen.  
 
11.3. 
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Zivil- und Straf-
klägerin 3 aus dem eingeklagten Ereignis für zukünftige Forderungen im 
Zusammenhang mit den beurteilten Straftaten dem Grundsatze nach 
schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des 
Schadenersatzanspruches wird die Zivil- und Strafklägerin auf den Zivil-
weg verwiesen. 
 
11.4. 
Der Zivil- und Strafklägerin 3, C., wird die unentgeltliche Rechtspflege be-
willigt und Frau Dr. iur. Yvonne Meier, Rechtsanwältin, Baden als ihre un-
entgeltliche Rechtsvertreterin eingesetzt. 
 
11.5. 
Im Übrigen werden die Anträge der Zivil- und Strafklägerin 3 abgewiesen, 
soweit darauf einzutreten ist.  
 
12. 
12.1. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 4, D., eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 15'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
01.03.2011 zu bezahlen. 
 
12.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 4, D., Scha-
denersatz in der Höhe von CHF 2'381.13 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
06.12.2016 zu bezahlen.  
 
12.3. 
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Zivil- und Straf-
klägerin 4 aus dem eingeklagten Ereignis für zukünftige Forderungen im 
Zusammenhang mit den beurteilten Straftaten dem Grundsatze nach 
schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des 
Schadenersatzanspruches wird die Zivil- und Strafklägerin auf den Zivil-
weg verwiesen. 
 
12.4. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 4, D., eine 
Entschädigung von CHF 8‘185.15 (Honorar inkl. Auslagen und MWST von 
Rechtsanwältin Dr. iur. Yvonne Meier) zu leisten. 
 
12.5. 
Im Übrigen werden die Anträge der Zivil- und Strafklägerin 4 abgewiesen, 
soweit darauf einzutreten ist.  

  

 - 21 - 

 

 

 

13. 
13.1. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 5, E., eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 15'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
01.11.2012 zu bezahlen. 
 
13.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 5, E., Scha-
denersatz in der Höhe von CHF 1‘422.00 sowie eine Umtriebsentschädi-
gung in der Höhe von CHF 371.40, je zuzüglich Zins zu 5 % seit 
06.12.2016 zu bezahlen.  
 
13.3. 
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Zivil- und Straf-
klägerin 5 aus dem eingeklagten Ereignis für zukünftige Forderungen im 
Zusammenhang mit den beurteilten Straftaten dem Grundsatze nach 
schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des 
Schadenersatzanspruches wird die Zivil- und Strafklägerin auf den Zivil-
weg verwiesen. 
 
13.4. 
Der Zivil- und Strafklägerin 5, E., wird die unentgeltliche Rechtspflege be-
willligt und Frau lic. iur. Bibiane Egg, Rechtsanwältin, Zürich als ihre unent-
geltliche Rechtsvertreterin eingesetzt. 
 
13.5. 
Im Übrigen werden die Anträge der Zivil- und Strafklägerin 5 abgewiesen, 
soweit darauf einzutreten ist.  
 
14. 
14.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von CHF 5'000.00 
b) der Anklagegebühr von CHF 8'000.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von CHF 92‘771.20 
d) den Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung   
 der Zivil- und Strafklägerin 3 CHF 14‘348.80 
e) den Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung  
 der Zivil- und Strafklägerin 5 CHF 11‘081.45 
f) den Kosten für Gutachten von CHF 60‘141.00 
g) den Spesen von CHF  1‘056.10 
h) andere Auslagen CHF  1'717.90 
Total CHF 194‘116.45 
 
14.2. 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren gemäss lit. a und b sowie die 
Kosten gemäss lit. f bis h im Gesamtbetrag von CHF 75‘915.00 zu drei 
Vierteln, d.h. mit CHF 56‘936.30, auferlegt. 
 
14.3. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Be-
schuldigten dessen richterlich genehmigtes Honorar von CHF 92‘771.20 
(inkl. MWST und Auslagen) zu entrichten (Kosten gemäss lit. c). 
 
Auf eine Rückforderung dieser Entschädigung gestützt auf Art. 135 Abs. 4 
lit. a StPO wird im Umfang von einem Viertel verzichtet. Im Umfang von 

 - 22 - 

 

 

 

drei Vierteln der Kosten (CHF 69‘578.40) wird die Entschädigung einstwei-
len auf der Gerichtskasse Zurzach vorgemerkt, unter dem Vorbehalt der 
späteren Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 
StPO. 
 
14.4. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 
der Zivil- und Strafklägerin 3, Dr. iur. Yvonne Meier, Rechtsanwältin, Ba-
den, die richterlich auf CHF 14‘348.80 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzte Entschädigung zu entrichten (Kosten gemäss lit. d). 
 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin zurückzuzahlen, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 
 
14.5. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 
der Zivil- und Strafklägerin 5, lic. iur. Bibiane Egg, Rechtsanwältin, Zürich, 
die richterlich auf CHF 11‘081.45 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzte 
Entschädigung zu entrichten (Kosten gemäss lit. e).  
 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin zurückzuzahlen, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 
 
15. 
Über die Tragung der Vollzugskosten, unter Einschluss der Kosten der er-
standenen und auf die Strafe angerechneten Untersuchungs-/Sicherheits-
haft, entscheidet die Vollzugsbehörde." 

 

4.6.  

Mit dem Urteil erging ebenfalls der Beschluss: 

 

"Der Beschuldigte geht zur Sicherung des Strafvollzuges zurück in Sicher-
heitshaft." 

 

4.7. 

Das Urteil wurde schriftlich eröffnet und den Parteien am 13. Dezem-

ber 2016 im Dispositiv zugestellt.  

 

4.8. 

Mit Eingabe vom 20. Dezember 2016 meldete die Zivil- und Strafklägerin 1 

Berufung gegen das Urteil an. 

 

4.9. 

Mit Eingabe vom 21. Dezember 2016 meldete der Beschuldigte Berufung 

gegen das Urteil an.  

 

4.10. 

Das begründete Urteil wurde den Parteien am 7. Februar 2017 zugestellt.  

  

 - 23 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Am 22. Februar 2017 teilte die Zivil- und Strafklägerin 1 den Rückzug ihrer 

Berufungsanmeldung mit.  

 

5.2. 

Der Beschuldigte erklärte mit Eingabe vom 24. Februar 2017 die Berufung 

und beantragte die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils und die Rück-

weisung der vorliegenden Strafsache zur Durchführung eines StPO- und 

EMRK-konformen gerichtlichen Verfahrens sowie zur Neubeurteilung. 

Eventualiter stellte er den Antrag, es sei das Urteil vom 6. Dezember 2016 

insofern abzuändern, als F. von der Anklage der qualifizierten sexuellen 

Nötigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung, der Nötigung sowie der An-

stiftung zu falschem Zeugnis vollumfänglich freizusprechen sei. Weiter rich-

tete er sich auch gegen die Anordnung der Verwahrung und das Urteil der 

Vorinstanz im Zusammenhang mit seiner Verurteilung zur Leistung von Ge-

nugtuungs- und Schadenersatz- sowie Entschädigungszahlungen an die 

Zivil- und Strafklägerinnen 3 - 5.  

 

Mit gleicher Eingabe stellte der Beschuldigte folgende Beweisanträge: 

 
" 1.  Es sei K., whf. […]-Strasse, Stallikon, im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge resp. als Auskunftsperson zur Hauptverhandlung vorzuladen. 
 
2. Es sei L., whf. […]-Strasse, Menziken, im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge resp. als Auskunftsperson zur Hauptverhandlung vorzuladen. 
 
3.  Es sei M., whf. […]-Strasse, Meggen, im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge resp. als Auskunftsperson zur Hauptverhandlung vorzuladen. 
 
4.  Es sei N., whf. […]-Strasse, Bülach, im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge resp. als Auskunftsperson zur Hauptverhandlung vorzuladen. 
 
5.  Es sei O., whf. […]-Strasse, Klingnau, im vorliegenden Verfahren als 

Zeuge resp. als Auskunftsperson zur Hauptverhandlung vorzuladen. 
 
6.  Unter o/e-Kostenfolge." 

 

5.3. 

Mit Eingabe vom 2. März 2017 verzichtete die Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach auf einen Antrag auf Nichteintreten auf die Berufung bzw. auf eine 

Anschlussberufung. Sie beantragte ausserdem die Abweisung der Anträge 

des Beschuldigten, insbesondere des Rückweisungsantrages.  

 

5.4. 

Am 18. April 2017 verfügte der Verfahrensleiter mit Einverständnis der Par-

teien die Durchführung des schriftlichen Verfahrens und setzte dem Be-

schuldigten eine Frist von 20 Tagen an, um seine Berufungsanträge ab-

schliessend zu stellen und zu begründen.  

 - 24 - 

 

 

 

5.5. 

Innert erstreckter Frist reichte der Beschuldigte am 10. Juli 2017 seine Be-

rufungsbegründung ein. Er stellte darin folgende Anträge: 

 

" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zurzach vom 6. Dezember 2016 sei 
vollumfänglich aufzuheben und die vorliegende Strafsache sei zur er-
neuten Durchführung eines StPO- und EMRK-konformen gerichtli-
chen Verfahrens und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. 

 
2.  Eventualiter sei Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zurzach vom 

6. Dezember 2016 insofern abzuändern, als F. vom Vorwurf der 
mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von AB., begangen in 
Z. (vgl. Ziff. 3.3 der Zusatzanklageschrift vom 6. März 2015) sowie 
vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von E. 
(vgl. Ziff. 4.1. der Zusatzanklageschrift vom 6. März 2015) vollumfäng-
lich freizusprechen sei. Demgemäss seien auch die Ziff. 12.1 (Genug-
tuung an AB.), die Ziff. 12.2 (Schadenersatz an AB.) und Ziff. 12.4 
(Parteientschädigung) des Urteils des Bezirksgerichts Zurzach vom 
6. Dezember 2016 aufzuheben. Zudem seien in Bezug auf E. die Zif-
fern 13.1, 13.2, 13.3 und 14.5 Absatz 2 des Urteils des Bezirksge-
richts Zurzach vom 6. Dezember 2016 aufzuheben. 

 
3.  F. sei – eventualiter – in Abänderung von Ziff. 3 und 4 des Urteils des 

Bezirksgerichts Zurzach der qualifiziert sexuellen Nötigung zum 
Nachteil von C., der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von 
C. und AB., der Nötigung sowie der Anstiftung zu falschem Zeugnis 
schuldig zu sprechen und zu einer angemessenen Zusatzfreiheits-
strafe resp. Freiheitsstrafe zu verurteilen.  

 
4.  Es sei Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zurzach aufzuheben und 

es sei von der Anordnung der Verwahrung gegenüber F. abzusehen. 
 
5.  Die gegen F. am 22. April 2009 vom Obergericht des Kantons Solo-

thurn bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 21 Monaten sei 
nicht für vollziehbar zu erklären und Ziff. 7 des Urteils des Bezirksge-
richts Zurzach vom 6. Dezember 2016 entsprechend aufzuheben. 

 
6.  Unter o/e-Kostenfolge zulasten des Staates. 
 

Es sei F. (auch) im vorliegenden Berufungsverfahren die amtliche 
Verteidigung mit dem Unterzeichneten zu bewilligen." 

 

Gleichzeitig stellte er folgende Verfahrensanträge: 

 
"1.  Es sei F. insofern ein Replikrecht zu gewähren, als ihm Gelegenheit 

zu geben ist, auf eine Vernehmlassung oder Berufungsantwort der 
Gegenparteien zur vorliegenden Berufungsbegründung zu replizie-
ren. 

 
2.  Es sei der Verteidigung nach Beendigung des Schriftenwechsels im 

vorliegenden Verfahren Gelegenheit zu geben, ihre Honorarnote zur 
Substantiierung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
(Art. 135 StPO) einzureichen." 

  

 - 25 - 

 

 

 

5.6. 

Mit Eingabe vom 9. August 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft die Ab-

weisung der Berufung unter Kostenfolge. Zur Begründung verwies sie auf 

die Anklageschrift, die Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung so-

wie insbesondere auf die daraus gefolgten zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz. 

 

5.7. 

Mit Eingabe vom 10. August 2017 beantragte die Zivil- und Strafklägerin 5 

ebenfalls die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zulasten des Beschuldigten. Die gleichen Anträge stellten die Zivil- 

und Strafklägerinnen 3 und 4 mit Eingabe vom 28. August 2017. 

 

5.8. 

Mit Eingabe vom 11. September 2017 teilte der Beschuldigte mit, auf eine 

Replik zu den Eingaben der Staatsanwaltschaft und der Zivil- und Strafklä-

gerinnen zu verzichten. 

 

5.9. 

Mit Verfügung vom 28. Februar 2018 hielt der Verfahrensleiter fest, dass 

sich nach einem genaueren Studium der Akten die Notwendigkeit einer Be-

rufungsverhandlung mit persönlicher Befragung des Beschuldigten und 

des Experten ergeben habe. Entsprechend werde zur Berufungsverhand-

lung vorgeladen. Den Privatklägerinnen werde die Teilnahme an der Beru-

fungsverhandlung freigestellt. 

 

5.10. 

Die Berufungsverhandlung mit persönlicher Befragung des Beschuldigten 

und des Experten AA. fand am 6. Juni 2018 statt. Sowohl der Beschuldigte 

wie auch die Staatsanwaltschaft hielten an ihren bereits in der schriftlichen 

Berufungsbegründung (oben E. 5.5.) bzw. Berufungsantwort (oben E. 5.6.) 

gestellten Anträgen fest. Der Beschuldigte stellte darüber hinaus den An-

trag, er sei umgehend aus der Haft zu entlassen (Protokoll S. 23). 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. Rückweisungsantrag 

Der Beschuldigte macht im Hauptstandpunkt schwerwiegende Verfahrens-

fehler im vorinstanzlichen Verfahren geltend und beantragt die Aufhebung 

des vorinstanzlichen Urteils und die Rückweisung der Strafsache zur 

Durchführung eines neuen Verfahrens und zur Neubeurteilung an die Vor-

instanz. 

 

Der Beschuldigte begründet seinen Antrag damit, dass die Vorinstanz die 

Befragung der seitens der Verteidigung beantragten Entlastungszeugen 

 - 26 - 

 

 

 

mit der Begründung, die Einvernahme der Entlastungszeugen sei in antizi-

pierter Beweiswürdigung für das Verfahren nicht notwendig, abgewiesen 

habe. Damit seien die Grundsätze des fairen Verfahrens verletzt und we-

sentliche Verteidigungsrechte des Beschuldigten missachtet worden. Die 

Einvernahme der Entlastungszeugen sei insbesondere deshalb notwendig, 

weil diese Aussagen zum Verhältnis zwischen den Meditationsschülern 

und dem Beschuldigten machen könnten, was sich auf das Vorhandensein 

des nötigenden Tatbestandselements auswirke. Ausserdem sei es für ein 

faires Verfahren notwendig, dass die Entlastungszeugen unter denselben 

Bedingungen wie die Belastungszeugen, also auch im Rahmen einer ge-

richtlichen Hauptverhandlung, einvernommen würden (Berufungsbegrün-

dung, S. 5 f.; Gerichtsakten [GA] act. 160, 635). 

 

1.1.  

1.1.1. Rechtslage 

Gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO ist eine Aufhebung des vorinstanzlichen Ur-

teils und eine Rückweisung der Sache an das erstinstanzliche Gericht zur 

Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen 

Urteils nur dann vorgesehen, wenn das erstinstanzliche Verfahren schwere 

Mängel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können. 

Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine gehörige Verteidigung 

fehlt, wenn Teilnahmerechte verweigert wurden, wenn der Sachverhalt im 

grossen Stil ungenügend abgeklärt wurde oder wenn sich zeigt, dass die 

Feststellung des Sachverhalts offensichtlich unrichtig ist oder auf einer 

Rechtsverletzung beruht (RIKLIN, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 

A., 2014, Art. 409 N 2). 

 

Bei einem Mangel bezüglich des Grundsatzes des fairen Verfahrens kann 

es sich um einen schweren Mangel im Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO 

handeln. Der Grundsatz des fairen Verfahrens ist in Art. 6 EMRK verankert, 

wobei es die Konvention grundsätzlich dem nationalen Recht überlässt, 

welche Beweismittel zuzulassen und wie die Beweiserhebung und Beweis-

würdigung zu regeln sind, d.h. auf welche Weise der Schuldnachweis zu 

führen ist. Das nationale Recht kann somit die Gründe festlegen, in denen 

die Beweiserhebung im Einzelfall abgelehnt werden darf oder muss. Es 

muss nur insgesamt ein faires Verfahren gewahrt sein. Allerdings gewähr-

leistet die Konvention auch das Recht, Entlastungszeugen zu laden und 

vernehmen zu lassen, so dass die Ablehnung einer von der Verteidigung 

beantragten Zeugeneinvernahme gegen Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ver-

stossen kann, wenn die Verfahrenserheblichkeit für das Gericht ersichtlich 

war. Eine Beweiserhebung darf demnach nicht willkürlich abgelehnt wer-

den (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_62/2008 vom 17. Juni 2008 

E. 3.2.). 

 

Nichts anderes folgt aus Art. 29 Abs. 2 BV, der verlangt, dass die Behörde 

die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen 

 - 27 - 

 

 

 

auch tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt 

(BGE 124 I 49 E. 3a mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs liegt jedoch vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Be-

weismittel verzichtet, weil es auf Grund der bereits abgenommenen Bewei-

se seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenomme-

ner Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch 

weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (Urteil des Bundesge-

richtes 6B_233/2010 vom 6. Mai 2010 E. 1.1; BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 

153 E. 3). Lehnt die Strafbehörde einen Beweisantrag ab, hat sie jedoch 

nicht nur darzulegen, weshalb sie aufgrund der bereits abgenommenen Be-

weise eine bestimmte Überzeugung gewonnen hat, sondern auch, weshalb 

die beantragte Beweisabnahme aus ihrer Sicht nichts an ihrer Überzeu-

gung zu ändern vermag (Urteil des Bundesgerichtes 6B_764/2013 vom 

26. Mai 2014 E. 4.3.). 

 

1.1.2. Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz begründet die Ablehnung des Beweisantrages damit, dass 

bereits im Untersuchungsverfahren verschiedene Entlastungszeugen ein-

vernommen worden seien. Dazu gehöre insbesondere auch O., die erneut 

als Entlastungszeugin vom Beschuldigten aufgeführt werde. Die Entlas-

tungszeugen konnten bzw. könnten keine Auskünfte zu den zwischen den 

Privatklägerinnen und dem Beschuldigten angeblich vorgefallenen sexuel-

len Handlungen machen. Daran habe sich zwischenzeitlich nichts geändert 

und dies gelte auch für die zusätzlich beantragten Entlastungszeugen, was 

zwischenzeitlich auch der Beschuldigte anerkenne (GA act. 597). Überdies 

sei anzumerken, dass nicht geltend gemacht werde, es hätte zu sämtlichen 

Teilnehmern der G. ein Abhängigkeitsverhältnis bestanden. Der Sachver-

halt sei durch die sich aus den Akten ergebenden Beweise bereits hinläng-

lich abgeklärt. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Einvernahme 

der vom Beschuldigten beantragten Zeugen am Beweisergebnis nichts 

mehr ändern könnte (vorinstanzliches Urteil E. 3.1.3.). 

 

1.1.3. Beurteilung  

Tatsächlich sind im Untersuchungsverfahren neben den Privatklägerinnen 

eine Auskunftsperson und zehn Zeugen einvernommen worden, wobei 

mehrere dieser Zeugen dem Beschuldigten gegenüber neutral bzw. positiv 

eingestellt waren. Entscheidend ist jedoch, dass die Vorinstanz für die Fra-

ge, ob die Privatklägerinnen vom Beschuldigten abhängig waren bzw. ob 

der Beschuldigte ihnen gegenüber Nötigungsmittel eingesetzt hat, nicht auf 

ein in der Meditationsschule herrschendes sektenähnliches Klima abge-

stellt hat, sondern auf die Aussagen der Privatklägerinnen zu ihrem spezi-

fischen Verhältnis zum Beschuldigten sowie teilweise auf die Gemeinsam-

keiten, welche in den verschiedenen Opferaussagen zum Ausdruck kom-

men. Die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen Nötigung bauen mithin 

nicht auf einem sektiererischen Milieu in der Meditationsschule bzw. auf 

https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/50c55f08-a490-429d-9acc-83c180819aef?citationId=4030bc1d-3787-47a2-b6d8-e1c510f99e20&source=document-link&SP=16|d4fxbc
https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/a950f8c3-fef0-487b-9d64-ceab8f6a14de?citationId=3392cd98-9288-49b5-a0ff-e40872340996&source=document-link&SP=16|d4fxbc
https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/a950f8c3-fef0-487b-9d64-ceab8f6a14de?citationId=3392cd98-9288-49b5-a0ff-e40872340996&source=document-link&SP=16|d4fxbc

 - 28 - 

 

 

 

einer generellen, institutionell-geprägten Abhängigkeit sämtlicher Kursteil-

nehmer/Schüler auf, vielmehr begründet die Vorinstanz die Abhängigkeiten 

der Privatklägerinnen ad personam. An einer Stelle erwähnt zwar die Vor-

instanz, dass neben den konkreten Umständen, die auf eine Nötigung 

schliessen lassen, auch die Atmosphäre innerhalb der Gruppe sowie das 

Lehrer/Guru/Heiler-Schüler-Verhältnis zu berücksichtigen seien (E. 8.4.1.2. 

in fine). Solche Überlegungen zu generellen Abhängigkeiten innerhalb der 

Meditationsschule haben jedoch in der Folge effektiv keinen Eingang in die 

vorinstanzlichen Erwägungen gefunden. Vielmehr hielt die Vorinstanz aus-

drücklich fest, dass nicht zu sämtlichen Teilnehmern der Schule ein Ab-

hängigkeitsverhältnis bestanden habe. Die Vorinstanz liess zudem die Fra-

ge ausdrücklich offen, ob es sich bei der Meditationsschule um eine sek-

tenähnliche Gruppierung gehandelt hat oder nicht. Da die Vorinstanz somit 

nicht von einer generellen Abhängigkeit sämtlicher Meditationsschüler aus-

gegangen ist, die sich in gleicher Weise auch bei den Opfern der Sexual-

straftaten zeigte, konnte sie auf die Befragung von weiteren Kursteilneh-

mern verzichten, die sich zum Unterrichtsstil des Beschuldigten oder zum 

Milieu innerhalb des Kurses hätten äussern können. Eine solche Beweis-

abnahme hätte höchstens die von der Vorinstanz bereits als erwiesen be-

trachtete, letztlich aber irrelevante Tatsache untermauern können, dass der 

Beschuldigte auf die verschiedenen Kursteilnehmer durchaus eine unter-

schiedliche (teilweise auch positive) Wirkung gehabt hat. Selbst wenn wei-

tere Zeugen ein neutrales Bild von der Schule oder vom Beschuldigten 

zeichnen würden, schlösse dies Nötigungshandlungen zum Nachteil der 

Privatklägerinnen in keiner Weise aus. Der Beschuldigte macht im Übrigen 

auch nicht geltend, die beantragten Zeugen könnten sich in spezifischer 

Weise zum Verhältnis der Privatklägerinnen zum Beschuldigten äussern. 

Die Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt somit genügend ab-

geklärt. Der Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren wurde 

nicht verletzt. Es besteht unter diesen Umständen kein Anlass, das Verfah-

ren an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

1.2. Schlussfolgerung 

Der Beschuldigte rügt zudem eine Verletzung des Unmittelbarkeitsprinzips. 

Da jedoch die Abnahme der vom Beschuldigten offerierten Beweise für den 

Ausgang des Verfahrens nicht von Bedeutung ist, kann der Vorinstanz 

auch keine Verletzung des Unmittelbarkeitsprinzips vorgeworfen werden. 

 

Ins Leere sticht schliesslich auch der Einwand, die Vorinstanz habe ihre 

Begründungspflicht verletzt, legte diese doch in E. 3.1.3. ausdrücklich dar, 

weshalb sie die Beweisanträge abwies. Dem Beschuldigten war es somit 

ohne weiteres möglich, den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht anzu-

fechten.  

 - 29 - 

 

 

 

2. Beweisantrag im Berufungsverfahren 

Für den Fall, dass das vorliegende Verfahren nicht an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen werden sollte, stellte der Beschuldigte mit Eingabe vom 

24. Februar 2017 den Antrag auf Einvernahme folgender Zeugen: K., L., 

M., N. und O.. Dieser Beweisantrag ist in antizipierter Beweiswürdigung 

abzuweisen. Die Einvernahme der zusätzlichen Zeugen könnte nur bestä-

tigen, was schon als erstellt zu gelten hat, nämlich, dass nicht alle Kursteil-

nehmer in gleicher Weise abhängig waren vom Beschuldigten und dass 

nicht allein aus der Zugehörigkeit zur Meditationsschule oder aufgrund des 

Unterrichtsstils des Beschuldigten auf eine besondere Abhängigkeit der 

einzelnen Teilnehmer geschlossen werden kann.  

 

3. Gegenstand des Berufungsverfahrens  

Nachdem der Hauptantrag des Beschuldigten auf Rückweisung des Ver-

fahrens abzuweisen ist, sind dessen Eventualanträge zu behandeln. Der 

Beschuldigte beantragt für diesen Fall die Anpassung des vorinstanzlichen 

Urteils in folgenden Punkten: 

 

- Schuldspruch der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von D., 

begangen in Z., gemäss Ziff. 3.3 der Zusatzanklageschrift vom 6. März 

2015;  

- Schuldspruch der mehrfachen sexuellen Nötigung zum Nachteil von E. 

gemäss Ziff. 4.1 der Zusatzanklageschrift vom 6. März 2015; 

- Verurteilung des Beschuldigten zur Leistung von Genugtuungs-, Scha-

denersatz- sowie Entschädigungszahlungen an die Privatklägerinnen 

AB. und E. in den angefochtenen Anklagepunkten; 

- Strafzumessung; 

- Anordnung der Verwahrung; 

- Widerruf der Vorstrafe. 

 

4. Sexuelle Nötigungen z.N. D. in Z. 

4.1. Anklage / vorinstanzlicher Entscheid 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Ziffer 3.3 der Zusatzan-

klage vor, er habe D. unter psychischen Druck gesetzt, ihr Gewalt ange-

droht, z.T. auch angetan und sie zu sexuellen Handlungen genötigt, indem 

er von ihr zwischen Juni und August 2010 in Z. praktisch täglich die orale 

Befriedigung einverlangt und auch erhalten habe. Die Vorinstanz erkannte 

insofern auf einen Schuldspruch. 

 

4.2. Einwand der fehlenden örtlichen Zuständigkeit 

4.2.1. 

Der Beschuldigte begründet seine Berufung insofern mit der fehlenden ört-

lichen Zuständigkeit der Vorinstanz. Weil sich der Sachverhalt im Kanton 

Solothurn ereignet habe und erst angeklagt worden sei, nachdem die An-

klage vom 10. Oktober 2012 bereits hängig gewesen sei, seien die Straf-

verfahren getrennt zu führen. Eine Vereinigung der Verfahren sei in solchen 

 - 30 - 

 

 

 

Fällen nicht mehr möglich. Die Vorinstanz hätte daher auf diesen Anklage-

punkt nicht eintreten dürfen bzw. das entsprechende Strafverfahren einstel-

len oder an die Behörden im Kanton Solothurn überweisen müssen. Zudem 

sei auch die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Rüge der örtlichen 

Unzuständigkeit des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung vom 

17. November 2015 verspätet erfolgt sei, unzutreffend, hätte die Vorinstanz 

doch die Frage der örtlichen Zuständigkeit bei Eingang der Anklage von 

Amtes wegen prüfen müssen (schriftliche Berufungsbegründung des Be-

schuldigten vom 10. Juni 2017, nachfolgend "Berufungsbegründung", 

Rz. 15 ff.; Protokoll zur Berufungsverhandlung vom 6. Juni 2018, nachfol-

gend "Protokoll", S. 24). 

 

4.2.2. 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 StPO hat eine Partei, welche die Zuständigkeit der 

mit dem Strafverfahren befassten Behörde anfechten will, dieser unverzüg-

lich die Überweisung des Falles an die zuständige Strafbehörde zu bean-

tragen. Als letztmöglicher Zeitpunkt, den Antrag auf Überprüfung der örtli-

chen Zuständigkeit zu stellen, muss die Anzeige des Abschlusses der 

Untersuchung gemäss Art. 318 StPO gelten (vgl. KUHN, Basler Kommentar 

StPO, N. 5 zu Art. 41 StPO).  

 

Vorliegend wurde die entsprechende Mitteilung über den bevorstehenden 

Abschluss der Strafuntersuchung vom 29. Januar 2015 im Hinblick auf die 

erweiterte Anklage, welche auch die in Z. zum Nachteil der Privatklägerin 

4 D. begangenen Delikte umfasste, vom Beschuldigten mit seinem Schrei-

ben vom 12. Januar 2015 an die ermittelnde Staatsanwaltschaft Brugg-Zur-

zach quittiert. Die örtliche Zuständigkeit hat der Beschuldigte im Rahmen 

dieser – im Sinne der obigen Erwägungen letzten – Gelegenheit jedoch 

nicht in Frage gestellt (Schreiben des Beschuldigten vom 12. Januar 2015, 

Ordner 6 Griff 1 in fine). Vielmehr erhob er die Rüge der fehlenden örtlichen 

Zuständigkeit erst im Rahmen der Hauptverhandlung vom 17. November 

2015 (GA act. 175). Nachdem er seinen Antrag somit erst im erstinstanzli-

chen Hauptverfahren stellte, erfolgte dieser – wie die Vorinstanz zutreffend 

erwogen hat – offensichtlich verspätet (Entscheid der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts BG.2013.24 vom 19. November 2013). Im Übri-

gen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (vorinstanzliches Urteil E. 2.3.1.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

4.2.3. 

Fehl geht auch das Vorbringen des Beschuldigten, die Vorinstanz sei des-

halb nicht zuständig gewesen, weil die Verfahren gar nicht mehr hätten ver-

einigt werden dürfen und sie entsprechend auf diesen Anklagepunkt nicht 

hätte eintreten dürfen bzw. das entsprechende Strafverfahren einstellen 

oder an die Behörden im Kanton Solothurn hätte überweisen müssen:  

 - 31 - 

 

 

 

Art. 29 Abs. 1 StPO verankert den Grundsatz der Verfahrenseinheit. Art. 34 

Abs. 1 StPO erlaubt entsprechend eine Vereinigung von Strafverfahren, 

wenn die beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschiedenen Orten 

verübt hat. Gemäss Art. 34 Abs. 2 StPO werden die Verfahren getrennt 

geführt, wenn in einem beteiligten Kanton im Zeitpunkt des Gerichtsstands-

verfahrens nach den Art. 39 - 42 StPO wegen einer anderen Straftat schon 

Anklage erhoben wurde. Mithin ist eine Vereinigung von Verfahren mit ver-

schiedenen interkantonalen Zuständigkeiten nur bis zum Eingang der An-

klage beim erstinstanzlichen Gericht möglich (Urteil BG.2012.24 des 

Bundesstrafgerichts vom 18. Oktober 2012 E. 3.1 mit Hinweisen; 

MOSER/SCHLAPBACH, Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 34 StPO [nachfolgend zitiert: 

BEARBEITER, Basler Kommentar StPO]; KUHN, Basler Kommentar StPO, 

N. 5 zu Art. 39 StPO).  

 

Der Gerichtsstand ist nicht pro Straftat, sondern pro Strafverfahren zu be-

stimmen. Sofern eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschie-

denen Orten verübt hat, schreibt das Gesetz für das (gesamte) Strafver-

fahren einen einheitlichen Gerichtsstand vor (Art. 34 Abs. 1 StPO). Hätte 

man vorliegend die Verfahren, die in der Anklage vom 10. Oktober 2012 

und in der Zusatzanklage vom 6. März 2015 mündeten, getrennt geführt, 

hätte dies entgegen der Auffassung des Beschuldigten zu keiner Abspal-

tung der Zuständigkeit bezüglich der Tathandlungen geführt, die der Be-

schuldigte laut Anklage in Z. zum Nachteil von D. begangen hat. Vielmehr 

wäre diesfalls für sämtliche Delikte, die zur Zusatzanklage geführt haben, 

ein einheitlicher Gerichtsstand festzulegen gewesen. Dieser befindet sich 

im Bezirk […], nachdem der grösste Teil der Tathandlungen zum Nachteil 

von D., C. und E. in Q. stattgefunden haben soll, die Strafanzeige bei der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach (Aargau) eingereicht und die ersten 

Strafverfolgungshandlungen ebenfalls im betreffenden Aargauer Bezirk 

vorgenommen worden sind. Da für die Delikte gemäss Anklage vom 

10. Oktober 2012 derselbe Gerichtsstand gilt, liegen zwei Strafverfahren 

mit demselben inter- und innerkantonalen Gerichtsstand vor. Art. 34 Abs. 2 

StPO, der sich ausschliesslich auf das interkantonale Verhältnis bezieht 

(vgl. Urteil des Bundesstrafgerichtes SK.2013.39 vom 22. April 2014 

E. 1.2.4.), gelangt deshalb nicht zur Anwendung. Die beiden Strafverfahren 

konnten somit auch nach Erhebung der Anklage noch vereinigt werden. 

Der Einwand der Verteidigung betreffend die angeblich fehlende Zustän-

digkeit erweist sich somit auch unter diesem Gesichtspunkt als unbegrün-

det. 

 

4.3. Materielle Beurteilung  

Da der Beschuldigte einen Freispruch betreffend die Tathandlungen zwi-

schen Juni und August 2010 in Z. zum Nachteil von D. beantragt, ist der 

vorinstanzliche Schuldspruch zu überprüfen.  

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/7bd9569e-67a8-4150-8b3d-56b0404a2647?source=document-link&SP=13|zredkm
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=13|zredkm

 - 32 - 

 

 

 

4.3.1. Tatbestand und rechtliche Ausführungen 

Gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB begeht eine sexuelle Nötigung, wer eine 

Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuel-

len Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, 

sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. 

Eine qualifizierte sexuelle Nötigung nach Art. 189 Abs. 3 StGB liegt vor, 

wenn der Täter grausam handelt, namentlich eine gefährliche Waffe oder 

einen anderen gefährlichen Gegenstand verwendet.  

 

Die sexuellen Nötigungstatbestände verbieten den Angriff auf die sexuelle 

Freiheit. Sie gelten als Gewaltdelikte und sind damit prinzipiell als Akte 

physischer Aggression zu verstehen. Dabei stellt aber die Tatbestandsvari-

ante des Unter-psychischen-Druck-Setzens klar, dass sich die tatbestands-

mässige Ausweglosigkeit der Situation für das Opfer auch ergeben kann, 

ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet; es kann vielmehr genü-

gen, dass dem Opfer eine Widersetzung unter solchen Umständen aus an-

deren Gründen nicht zuzumuten ist. Eine Situation kann somit für das Opfer 

bereits auf Grund der sozialen Dominanz des Täters aussichtslos im Sinne 

der genannten Tatbestände sein. Diese Dominanz muss nicht notwendig-

erweise mit der Furcht des Opfers vor körperlicher Gewalt verknüpft sein; 

vielmehr kann für eine tatbestandsmässige Nötigung schon genügen, wenn 

das Opfer Angst vor der Unnachgiebigkeit oder Strenge des Täters hat, den 

Verlust seiner Zuneigung fürchtet, unter dem Eindruck eines Schweigege-

bots in einen unentrinnbaren, lähmenden Gewissenskonflikt gerät oder 

wenn der Täter das Opfer psychisch und physisch so erschöpft, dass es 

sich dem ungewollten Sexualakt oder anderen sexuellen Handlungen nicht 

mehr widersetzt. Bei Erwachsenen kommt ein psychischer Druck nur bei 

ungewöhnlich grosser kognitiver Unterlegenheit oder emotionaler wie 

sozialer Abhängigkeit in Betracht. Das Ausnützen allgemeiner Abhängig-

keits- oder Freundschaftsverhältnisse für sich genommen genügt nicht, um 

einen relevanten psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB zu 

begründen (BGE 128 IV 106 E. 3 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesge-

richt verwendet den Begriff der strukturellen Gewalt zur Beschreibung einer 

der möglichen Tatvarianten der psychischen Nötigung mittels Instrumenta-

lisierung sozialer Verhältnisse durch den Täter. Dabei setzt dieser die struk-

turellen (auch funktionellen oder institutionellen) Verhältnisse als Nöti-

gungsmittel für seine sexuellen Ziele ein. Vorausgesetzt wird dabei eine 

"Instrumentalisierung" struktureller Gewalt, das heisst, dass die vorgefun-

dene oder vom Täter geschaffene soziale Situation als Druckmittel einge-

setzt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Täter - ohne physische 

Gewalt anzuwenden oder zu drohen - in seiner Funktion als Erzieher mit 

den ihm zur Verfügung stehenden Erziehungsmitteln und Machtbefugnis-

sen das Opfer in die Enge treibt, so dass es kapitulieren muss. Das Opfer 

hat Angst vor der Unnachgiebigkeit oder Strenge des Erziehers oder fürch-

tet um den Verlust seiner Zuneigung, es sieht sich ohne dessen Hilfe für 

verloren oder fürchtet sich vor den Konsequenzen einer Verweigerung oder 

 - 33 - 

 

 

 

ist physisch und psychisch so erschöpft, dass es sich nicht widersetzen 

kann. Hier wird das Erziehungsverhältnis als Mittel zum Zwecke der Er-

zwingung sexuellen Verhaltens gebraucht. Es wird daher nicht aus dem 

Bestand eines soziologischen Sachverhalts der strukturellen Gewalt auf die 

tatbestandserfüllende psychische Nötigung geschlossen bzw. diese in der 

blossen Ausnützung dieses Sachverhalts erblickt. Vielmehr müssen die 

mittels instrumentalisierter struktureller Gewalt geschaffenen tatsächlichen 

Verhältnisse die tatbestandlichen Anforderungen eines Nötigungsmittels 

erfüllen. Ob dies zutrifft, lässt sich nur aufgrund der konkreten Umstände 

entscheiden. Die Erwägung, dass auch kognitive Unterlegenheit und 

emotionale wie soziale Abhängigkeit einen ausserordentlichen psychi-

schen Druck erzeugen können, ist in diesem Zusammenhang und unter 

dem Blickwinkel des mutmasslichen Sexualstraftäters zu sehen, der diesen 

Druck in ein Nötigungsmittel für seine sexuelle Zielsetzung umfunktioniert. 

Es ist aber wie bei der physischen Gewalt und Drohung immer eine erheb-

liche Einwirkung auf die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung erforder-

lich. Der Begriff der Instrumentalisierung struktureller Gewalt darf somit 

nicht als Ausnützung vorbestehender gesellschaftlicher oder privater 

Machtverhältnisse missverstanden werden. Es muss für die Erfüllung des 

Tatbestands durch den Täter eine "tatsituative Zwangssituation" nachge-

wiesen sein. Das bedeutet nicht, dass der Täter diese jedes Mal wieder auf 

die gleiche Weise neu entstehen lassen muss. Es genügt, wenn das Opfer 

zunächst in dem ihm möglichen Rahmen Widerstand leistet und der Täter 

in der Folge den Zwang aktualisiert, so dass jede weitere sexuelle Ausbeu-

tung nur aufgrund der strukturellen und aktualisierten Gewalterfahrung er-

folgt (BGE 131 IV 107 E. 2.4 m. weiteren Hinweisen). 

 

4.3.2. Aussagen D. 

Die Anklage basiert im Wesentlichen auf den Aussagen von D. anlässlich 

ihrer Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft vom 13. Dezember 2012 

und vom 14. März 2013.  

 

In ihrer ersten Einvernahme sagte D. aus, sie habe zwischen September 

2005 bis April 2008 die G. des Beschuldigten besucht, wobei der Beschul-

digte diese als die höchste auf Erden bezeichnet habe. Seine Schüler seien 

auserwählt und es gäbe nichts Besseres als das. Als D. anfangs 2008 eine 

schwierige Zeit gehabt habe, habe der Beschuldigte ihr am Ende einer Me-

ditationswoche gesagt, sie solle sich von ihrem Partner trennen. Kurz da-

rauf habe sie auch SMS vom Beschuldigten erhalten, welche darauf hin-

ausliefen, dass sie vom Grossen Rat der geistigen Welt dazu ausgesucht 

worden sei, um die Frau an seiner Seite zu sein. Darüber sei sie sehr glück-

lich gewesen, da ihr das Spirituelle und die spirituelle Entwicklung hin zur 

Erleuchtung sehr wichtig gewesen seien (UA Ordner 3 act. 63 f.). Am Wo-

chenende, nachdem ihr der Beschuldigte eröffnet habe, dass sie auser-

wählt worden sei, habe sie Samstagnacht das erste Mal bei ihm übernach-

 - 34 - 

 

 

 

tet. In dieser Nacht sei es dann auch das erste Mal zu Oralverkehr gekom-

men, wobei ihr der Beschuldigte klar gemacht habe, dass dies für ihre spiri-

tuelle Entwicklung wichtig sei. Am Sonntag sei sie dann über das Gesche-

hene schockiert gewesen, da sie sich davor nicht habe vorstellen können, 

das Glied eines Mannes in den Mund zu nehmen. In der nachfolgenden 

Zeit sei sie häufig beim Beschuldigten gewesen und es sei häufig zu Oral-

verkehr gekommen. D. berichtet auch davon, dass der Beschuldigte die 

ersten Male versucht habe, mit einem Finger vaginal in sie einzudringen, 

um sie dort fest anzupacken. Nachdem sie ihm aber gesagt habe, dass sie 

in der Pubertät von einem Familienmitglied missbraucht worden sei, habe 

er es sein lassen. Er habe jedoch begonnen, an ihren Schamlippen und an 

ihren Brüsten zu reissen. Wenn sie jeweils gesagt habe, sie habe Schmer-

zen, habe er ihr gesagt, sie müsse lernen, mit Schmerzen umzugehen. Als 

es ihr daraufhin immer schlechter gegangen sei, habe er sich dann im Sep-

tember 2008 von ihr getrennt und sie auch von den Meditationskursen aus-

geschlossen. Er habe ihr dann vorgeworfen, sie sei schlecht, ihr Geist sei 

schlecht. Dadurch sei für sie eine Welt zusammengebrochen, da ihr Leben 

nur Sinn gemacht habe, wenn sie auf dem Weg zur spirituellen Erleuchtung 

gegangen sei. Sie habe deshalb zurück gewollt. Auch habe sie kaum Kon-

takte gehabt, da sie viele Freunde im Umfeld des Beschuldigten gehabt 

habe, zu denen ihr der Zugang vom Beschuldigten verwehrt worden sei 

(UA Ordner 3 act. 64). 

 

Der Beschuldigte habe dann im Jahr 2009 wieder Kontakt zu ihr aufgenom-

men, wobei es Mitte 2009 zu einem Treffen gekommen sei (UA Ordner 3 

act. 64). Anlässlich dieses Treffens, habe der Beschuldigte bereits wieder 

die orale Befriedigung verlangt. Es sei dann immer wieder zu Treffen ge-

kommen, anlässlich welchen sie ihn oral habe befriedigen müssen. Er habe 

sie dann auch nach Z. bestellt, wo sie jeweils geputzt, eingekauft, gekocht 

und alles eingerichtet habe. Sie sei jeweils jeden Abend oder jeden zweiten 

Abend dort gewesen. Sie habe gewusst, dass er die Wohnung nicht ver-

lassen könne, da er dort seine Strafe habe absitzen müssen. Zu dieser 

Strafe sei es nach seinen Aussagen gekommen, weil er die Füsschen eines 

Kindes nicht richtig angefasst habe. Er habe das Ganze damit begründet, 

dass die Dunkelheit ihn als grösstes Licht angreife. Das habe sie ihm ge-

glaubt. Die erneute Beziehung zwischen ihr und dem Beschuldigten sei 

geheim gewesen. Am 6. August 2010 habe er ihr dann gesagt, dass sie 

wieder meditieren dürfe. Das sei für sie das Grösste gewesen, wieder zur 

Gruppe zu gehören (UA Ordner 3 act. 65). Die sexuellen Kontakte hätten 

weiterhin stattgefunden, bis er ihr im Januar oder Februar 2011 zum zwei-

ten Mal gesagt habe, dass es mit ihr keinen Sinn mache (UA Ordner 3 

act. 66). 

 

In der zweiten Einvernahme vom 14. März 2013 hat D. diese Aussagen 

bestätigt. Von einzelnen Erlebnissen berichtete sie in der ersten und zwei-

ten Einvernahme mit weitgehender Übereinstimmung. So schilderte sie den 

 - 35 - 

 

 

 

Ablauf kongruent und wiederholte zum Beispiel ihre Aussage, dass der Be-

schuldigte sie anlässlich des Treffens Mitte 2009 gefragt habe, ob sie nicht 

wisse, wo sie hingehöre und wozu sie hier sei, worauf es zu erneutem Oral-

verkehr gekommen sei (UA Ordner 3 act. 64, 82 f.). Auch bestätigte sie, 

dass der Beschuldigte mit der Zeit immer gewalttätiger geworden sei (UA 

Ordner 3 act. 83). Was konkret den Zeitraum zwischen Juni 2010 und Au-

gust 2010 betrifft, wiederholte D. ihre Aussage, wonach der Beschuldigte 

ihr erzählt habe, er sei als Licht von der Dunkelheit angegriffen worden, da 

das Dunkle das Licht zerstören wolle. Er habe ihr erzählt, dass er die Strafe 

absitzen müsse, habe dies jedoch damit begründet, dass er ein Füsschen 

eines Kindes falsch angefasst habe und die Mutter ihn angeklagt habe. Das 

habe sie geglaubt (UA Ordner 3 act. 84 f.). Sie sei dann, wenn sie nicht 

habe arbeiten müssen, jeweils in Z. gewesen und habe für ihn gekocht oder 

Hausarbeit gemacht. Dabei sei es auch wieder zu Oralverkehr gekommen, 

wobei er im Vergleich zu früher grober geworden sei (UA Ordner 3 act. 85). 

 

D. verwies an der Verhandlung vor der Vorinstanz auf ihre Aussagen, wur-

de jedoch nicht mehr detailliert dazu befragt.  

 

4.3.3. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte räumt grundsätzlich sexuelle Handlungen ein, indes be-

streitet er, dass er D. dabei sexuell genötigt haben soll. Die sexuellen Hand-

lungen seien nicht einseitig gewesen (UA Ordner 3 act. 177). 

 

4.3.4. Theoretisches zur Aussageanalyse 

Da es sich vorliegend um ein typisches Vieraugendelikt handelt, sind die 

Aussagen von D. und des Beschuldigten auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu 

untersuchen. 

 

Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Aussagen hat sich in der Pra-

xis die so genannte Aussageanalyse weitgehend durchgesetzt. Dieser Me-

thode liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wahre und falsche Schilderungen 

unterschiedliche geistige Leistungen erfordern (BGE 129 I 49 E. 5; 128 I 81 

E. 2). Während die Wiedergabe eines tatsächlich erlebten Ereignisses ko-

gnitiv relativ leicht fällt, ist es intellektuell schwieriger, eine Aussage über 

ein komplexes Handlungsgeschehen ohne Erlebnishintergrund zu reprodu-

zieren und über einen längeren Zeitraum hinweg konstant zu schildern (vgl. 

etwa FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsychologie, plädoyer 4/09, 

S. 36; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, Wie können aussagepsychologische Er-

kenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen, AJP 11/2011, 

S. 1423). Wahre und erfundene Darstellungen unterscheiden sich deshalb 

regelmässig in ihrer inhaltlichen Qualität. Ein Lügner verfolgt zudem das 

Ziel, beim Empfänger den Eindruck der Glaubwürdigkeit zu erwecken. Er 

versucht im Allgemeinen Selbstkorrekturen, Erinnerungslücken und Selbst-

belastungen zu vermeiden (LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, a.a.O., S. 1423 f.; 

 - 36 - 

 

 

 

FERRARI, a.a.O., S. 36). Auch dieser Umstand kann sich in seinen Aussa-

gen niederschlagen. 

 

Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person 

unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähig-

keit und ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnis-

hintergrund machen könnte. Als Analysemittel dienen vorab die so genann-

te Realkennzeichen. Dabei handelt es sich um wissenschaftlich definierte 

Qualitätsmerkmale für die Bewertung der Glaubhaftigkeit von Aussagen. 

Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto glaubhafter erscheint die Aussage (vgl. 

etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2; Urteile des Bundes-

gerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 und 6B_793/2010 vom 

14. April 2011 E. 1.3.1.). Zu diesen Realkennzeichen gehören beispielswei-

se die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum oder die Schil-

derung von Komplikationen im Handlungsablauf (vgl. zu den Realkennzei-

chen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussa-

gen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, a.a.O., S. 35 f.; LUDEWIG/TA-

VOR/BAUMER, a.a.O., S. 1425). Bei der Prüfung der Realkennzeichen bzw. 

der Realitätskriterien ist gleichzeitig auch Phantasie- oder Lügensignalen 

Beachtung zu schenken. Weiter kann es hilfreich und geboten sein, die 

Entwicklungsgeschichte der Aussage zu untersuchen sowie die Aussagen 

einem Strukturvergleich zu unterziehen. Im Rahmen des Strukturvergleichs 

wird die Qualität der Aussage zum Kerngeschehen der Qualität der Schil-

derungen zu nicht tatbezogenen Inhalten gegenüber gestellt (LUDEWIG/TA-

VOR/BAUMER, a.a.O., S. 1428 ff.). Weiter ist nach möglichen Fehlerquellen 

zu forschen, die etwa darin bestehen können, dass die aussagende Person 

über ein Motiv zur Falschaussage verfügt oder Umstände vorhanden sind, 

welche die Aussage beeinflusst haben könnten. Schliesslich ist zu untersu-

chen, ob es Übereinstimmungen oder Widersprüche zu anderen Beweisen 

gibt. 

 

Bei der Glaubhaftigkeitsbeurteilung ist immer davon auszugehen, dass die 

Aussage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass 

diese Unwahr- bzw. Nullhypothese mit den erhobenen Fakten nicht mehr 

in Übereinstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. Es gilt dann die 

Alternativhypothese, dass die Aussage wahr ist (vgl. etwa BGE 133 I 33 

E. 4.3; BGE 129 I 49 E. 5). 

 

4.3.5. Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

4.3.5.1. Aussagekompetenz 

Vorab ist festzuhalten, dass bei D. keine Hinweise auf eine psychische Er-

krankung oder auf kognitive Defizite vorhanden sind, welche ihre Aussage-

kompetenz einschränken würden.  

 - 37 - 

 

 

 

4.3.5.2. Entstehungsgeschichte 

Was die Entstehungsgeschichte der Aussage anbelangt, fällt zwar auf, 

dass D. im August 2010 gegenüber der Kantonspolizei Aargau noch keine 

Auskunft geben wollte. Dies lässt sich jedoch damit erklären, dass sie da-

mals noch unter dem Einfluss des Beschuldigten stand (UA Ordner 3 

act. 67). Nach eigenen Angaben hatte sie erstmals im August 2010 die 

Kraft, das Wort gegen den Beschuldigten zu erheben (UA Ordner 3 

act. 68). Richtig begonnen aufzuwachen habe sie jedoch erst an Ostern 

2012, als sie vom Artikel in der Aargauer Zeitung erfahren habe (UA Ord-

ner 3 act. 66 und 85). Es ist somit ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb 

D. im August 2010 noch keine Vorwürfe gegen den Beschuldigten erhoben 

hat. Vergleicht man ihre Aussagen vom 13. Dezember 2012 und diejenigen 

vom 14. März 2013, so fällt auf, dass D. gewisse Details erst in der zweiten 

Einvernahme erwähnt hat (wie z.B., dass sie auch die Eier des Beschuldig-

ten habe in den Mund nehmen müssen: UA Ordner 3 act. 86). Insgesamt 

ist zwischen den beiden Befragungen jedoch keine auffällige Aggravation 

der Vorwürfe auszumachen, die gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

von D. sprechen würde. Die Entstehungsgeschichte der Aussage ist somit 

unauffällig.  

 

4.3.5.3. Inhaltsanalyse 

Analysiert man den Inhalt der Aussagen von D., so ergibt sich im Einzelnen 

Folgendes: 

 

Die Aussagen sind in sich stimmig und ausserordentlich homogen, ohne 

dass der Eindruck entsteht, D. habe eine auswendig gelernte Geschichte 

mehrfach reproduziert. Sie schildert einen äussert komplexen Sachverhalt 

in freier Form und mit unterschiedlichen Worten, ohne sich dabei in irgend-

welche Widersprüche zu verstricken. Diese logische Konsistenz ist ein Kri-

terium für die Glaubhaftigkeit der Aussage. Auch wenn sich D. bemüht, sich 

bei ihren Aussagen an den zeitlichen Ablauf zu halten, fügt sie auch chro-

nologisch nicht passende Ergänzungen ein (z.B. UA Ordner 3 act. 65, 83, 

84). Eine solche ungeordnete sprunghafte Darstellung ist ebenfalls als Indiz 

für die Glaubhaftigkeit der Aussage zu werten.  

 

Die Schilderungen enthalten sodann zahlreiche Einzelheiten. Insbesonde-

re schildert D. die sexuellen Handlungen relativ genau, indem sie be-

schreibt, dass der Beschuldigte von ihr nur Oralverkehr verlangt habe und 

ihr klar zu verstehen gegeben habe, dass es dabei wichtig sei, dass sie 

seinen Samen trinke (UA Ordner 3 act. 64). Auch beschreibt sie, wie der 

Beschuldigte die ersten 2 oder 3-mal versucht habe, mit dem Finger i