# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 427787cb-d4c1-5aa7-b410-b6af3948298f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 E-2553/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2553-2008_2011-08-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­2553/2008

U r t e i l   v om   1 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

Parteien A._______,
B._______,
C._______,
D._______,
E._______,
F._______,
alle aus Irak, 
alle vertreten durch lic. iur. Anita Biedermann, Bündner 
Beratungsstelle für Asylsuchende, (…), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. März 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss  eigenen  Angaben  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 13. September 2006 legal mit Visum auf dem Luftweg via 
Amman  und  G._______  nach  H._______.  Am  20.  September  2006 
suchte  er  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  I.  _______  um 
Asyl nach und am 28. September 2006 mandatierte er im Hinblick auf das 
Asylverfahren  eine  Rechtsvertretung.  Am  2.  Oktober  2006  wurde  er  im 
EVZ  summarisch  befragt,  am  27.  November  2006  fand  die  kantonale 
Anhörung  zu  seinen Asylgründen  statt  und am 1. Mai  2007 erfolgte die 
ergänzende Anhörung durch die Bundesbehörde. 

B. 
Zur Begründung seines Asylgesuch machte der Beschwerdeführer  ­  ein 
Sunnite  arabischer  Ethnie  ­  im  Wesentlichen  geltend,  er  stamme  aus 
Bagdad, wo er bis zur Ausreise gewohnt habe, und gehöre der J._______ 
Familie an. Er sei (…) und habe beim (…) im Support für (…) gearbeitet. 
Nebenbei  habe  er  (…)  montiert.  Ein  Verwandter  von  ihm  sei  der 
Vorsitzende  des  (…).  Sein  Vater  und  sein  Bruder  seien  Mitglieder  der 
(…).  Er  selbst  sei  auch  Mitglied,  habe  aber  keine  politische 
Vergangenheit.  Im  August  2006  habe  man  an  seinem  Arbeitsort  einen 
Drohbrief für ihn hinterlegt, in welchem er aufgefordert worden sei, seine 
Stelle zu verlassen, ansonsten man  ihn umbringen würde. Auch andere 
hätten Drohbriefe erhalten. Er habe gelebt und gearbeitet im Gebiet, das 
durch  schitische Milizen  kontrolliert  werde,  weshalb  er  befürchtet  habe, 
umgebracht  zu  werden.  Als  ein  Verwandter,  der  im  Büro  nebenan 
gearbeitet  habe,  auf  seinem  Fahrrad  von  Unbekannten  getötet  worden 
sei,  dies  sei  20  bis  25  Tage  bevor  er  das  Visum  erhalten  habe,  sei  er 
nicht mehr zur Arbeit gegangen. Er habe angenommen, dass dieser aus 
Versehen getötet worden sei, und man ihn habe töten wollen. Die Familie 
habe  auch  zu  Hause  einen  Drohbrief  erhalten.  Sie  seien  darin 
aufgefordert  worden,  das  Areal  zu  verlassen,  ansonsten  man  sie  töten 
würde.  Die  Sippe  J._______  sei  auch  deswegen  in  Gefahr,  weil  sie 
seinerzeit  (…)  sei.  Einige  Verwandte  würden  innerhalb  der  Sippe  noch 
am  gleichen  Ort  leben,  viele  seien  entführt  und  auch  getötet  worden. 
Seine Familie habe Angst, das Haus zu verlassen, und lebe nun in einem 
anderen  Quartier.  Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der 
Beschwerdeführer  eine  Bestätigung  der  Iraqi  Youth  League  von  11. 
September 2009, mit welcher er habe belegen wollen, dass seine Sippe 
verfolgt werde, ins Recht.

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C. 
Am  19.  Dezember  2006  stellten  die  Ehefrau  und  die  vier  Kinder  des 
Beschwerdeführers  im Schweizerischen Verbindungsbüro  in Bagdad ein 
Asylgesuch.  Im Auftrag des BFM wurde dort die Ehefrau am 5. Februar 
2007 angehört. Dabei machte sie geltend, dass die Lage  in Bagdad  für 
sie schwierig sei, sie sei jedoch selbst nie bedroht worden. Dennoch habe 
sie Angst um sich und ihre Kinder. Sie gehöre der Sippe der K._______ 
an  und  wohne  nun  mit  den  Kindern  in  einer  Residence,  die  einem 
K._______ gehöre. 

D. 
Mit Schreiben vom 16. März 2007 meldete der Beschwerdeführer durch 
seine Rechtsvertreterin, dass am 27. Februar 2007 bewaffnete schiitische 
Polizei  ins  Gebiet,  wo  seine  Familie  gewohnt  habe,  eingedrungen  sei, 
worauf  sie  das  Haus  umgehend  habe  verlassen  und  in  einen  anderen 
Stadtteil  flüchten  müssen.  In  der  Folge  hätten  die  Polizei­  und 
Militärtruppen  ihr  Haus  zerstört,  so  dass  sie  nicht  mehr  dorthin  hätten 
zurückkehren können. Er mache sich Sorgen um seine Frau und Kinder 
und  ihm  würden  die  finanziellen  Mittel  fehlen,  um  sie  ins  Ausland, 
zumindest nach N._______, zu bringen.

E. 
Anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung  durch  die  Bundesbehörde  vom 
1. Mai  2007  teilte  der  Beschwerdeführer  mit,  dass  das  Haus  in 
L._______,  in  dem  nun  seine  Frau  wohne,  mehrmals  angegriffen  und 
durchsucht  worden  sei.  Zudem  habe  die  irakische  Militärbehörde  nach 
ihm gefragt. 

F. 
In  einem  weiteren  Schreiben  vom  20.  August  2008  ersuchte  der 
Beschwerdeführer erneut um Hilfe für seine Frau und Kinder.

G. 
In der Folge wurde am 29. August 2007 die Einreise für die Ehefrau und 
die vier gemeinsamen Kinder in die Schweiz bewilligt.

H. 
Am 2. November 2007 reiste die Ehefrau mit den Kindern in die Schweiz 
ein,  wo  sie  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Am  15.  November  2007 
wurde  sie  im EVZ  I._______ befragt. Am 19. Februar  2008 erfolgte  die 
Anhörung  durch  das  Bundesamt.  Als  neue  Gründe  nach  der 

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Botschaftsbefragung  machte  sie  geltend,  dass  in  ihrem  Haus  in 
L._______  die  Nationalgarde  (Haras  Al­Watani)  eingebrochen  sei, 
während sie mit den Kindern bei ihrem Onkel gewesen sei. Insgesamt sei 
das Haus zwei Mal durchsucht worden, wobei sie beide Male abwesend 
gewesen  seien.  Ferner  habe  sie  nach  der  Ausreise  ihres  Ehemannes 
noch  zwei  weitere  Drohbriefe  erhalten.  Auf  die  weiteren  Ausführungen 
wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

I. 
Mit Verfügung vom 18. März 2008 – eröffnet am 27. März 2008 – lehnte 
das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführer  ab und ordnete deren 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  an.  Das  Bundesamt  verzichtete  jedoch 
infolge Unzumutbarkeit  auf  den Vollzug  der Wegweisung  und  gewährte 
den  Beschwerdeführern  die  vorläufige  Aufnahme.  Die  Vorinstanz 
begründete  den  ablehnenden  Asylentscheid  damit,  dass  die 
Verfolgungsvorbringen  der  Beschwerdeführer  den  Anforderungen  von 
Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
flüchtlingsrechtliche  Beachtlichkeit  nicht  genügten  und  sie  daher  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllten.  Zudem  würden  bezüglich  der 
Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  gewisse  Zweifel 
bestehen. 

J. 
Mit  Beschwerde  vom  18.  April  2008  (Poststempel:  21.  April  2008) 
beantragten  die  Beschwerdeführer  durch  ihre  Rechtsvertreterin  die 
Aufhebung  der  Verfügung  vom  18. März  2008  und  die Gewährung  von 
Asyl. Eventualiter sei die Verfügung des BFM aufzuheben und es sei die 
Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  In 
prozessualer  Hinsicht  ersuchten  sie  –  unter  Einreichung  einer 
Fürsorgebestätigung – um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
inklusive  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Für  die 
Begründung wird, soweit wesentlich, auf die Erwägungen verwiesen.

K. 
Mit einer in französischer Sprache verfassten Eingabe vom 21. April 2008 
beschrieb der Beschwerdeführer die Lage in Irak und beklagte sich über 
die anderen Asylbewerber im Flüchtlingszentrum M._______. 

L. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  25.  April  2008  hiess  die  damalige 
Instruktionsrichterin  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 

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Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das 
Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021) – 
unter  Vorbehalt  einer  nachträglichen  Veränderung  der  finanziellen 
Verhältnisse  der  Beschwerdeführer  –  gut  und  verzichtete  entsprechend 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  wurde  die 
Vorinstanz zur Vernehmlassung bis zum 13. Mai 2008 eingeladen, unter 
der  Androhung,  dass  nach  unbenütztem  Fristablauf  ohne  weitere 
Prozesshandlungen Verzicht angenommen werde.

M. 
Mit  Vernehmlassung  vom  29.  April  2008  hielt  die  Vorinstanz  an  ihren 
Erwägungen  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die 
Vernehmlassung  wurde  den  Beschwerdeführern  zur  Kenntnisnahme 
zugestellt.

N. 
Mit  Schreiben  vom  8.  Mai  2008  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  das 
BFM  um  Rückgabe  ihres  Passes,  um  ein  Natel­Abonnement 
abschliessen zu können. 

O. 
Mit  Schreiben  vom  6.  Juni  2008  teilte  ihr  das  Bundesamt  mit,  dass 
während  des  hängigen  Asylverfahrens  keine  Original­Dokumente 
ausgehändigt würden und übermittelte ihr eine Kopie ihres Reisepasses. 

P. 
Mit Schreiben vom 29. Oktober 2009 teilte die Rechtsvertreterin mit, dass 
nun  der  grössere  Teil  der  Familie,  insbesondere  auch  die  Eltern  des 
Beschwerdeführers nach N._______ geflüchtet seien. Er würde sie gerne 
besuchen und sie wären deshalb froh, wenn man über  ihre Beschwerde 
möglichst bald entscheiden würde.

Q. 
Mit  in  englischer  Sprache  verfassten  Eingabe  vom  21.  Februar  2011 
ersuchte der Beschwerdeführer nochmals um Gewährung des Asyls und 
beschwerte  sich  über  seine  missliche  Lage,  wonach  er  arbeitslos 
geworden  sei  und  nun  der  Familie  eine  Rückplatzierung  ins  Zentrum 
O._______ drohe.

R. 
Mit Schreiben vom 30.  Juni 2011 ersuchte die Rechtsvertreterin erneut, 
über  den  Fall  möglichst  bald  zu  entscheiden  und  bestätigte  die 

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Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 21. Februar 
2011. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die Beschwerde 
führende Person Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1, Art. 50 Abs. 1 VwVG 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 

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zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  ihrer  politischen 
Anschauungen  wegen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder 
begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  von  Leib,  Leben 
oder Freiheit  sowie Massnahmen,  die  einen unerträglichen psychischen 
Druck bewirken; den  frauenspezifischen Fluchtgründen  ist Rechnung zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids 
im Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  –  ausser  dem Erhalt 
eines Drohbriefs am Arbeitsort – keinerlei asylrelevante Nachteile erlitten. 
Es  hätten  seine  ganze  Sippe  und  andere  Sunniten  in  seinem  Quartier 
Drohbriefe erhalten, weshalb dies als Situation allgemeiner Gewalt, die im 
Irak  –  insbesondere  in Bagdad  herrsche  –  zu  sehen  sei. Weiter müsse 
festgehalten  werden,  dass  etliche  nahe  Verwandte  nach  wie  vor  in 
Bagdad  leben  würden,  weshalb  davon  auszugehen  sei,  dass  diese 
Verwandten keine Nachteile erlitten hätten. 

Weiter  entstehe  aufgrund  der  Aktenlage  der  Eindruck,  dass  der 
Beschwerdeführer  den  Irak  wegen  der  allgemeinen  schlechten 
Sicherheitslage  verlassen  habe  und  nicht  wegen  der  angeblichen 
Drohbriefe. Dies werde einerseits durch seine entsprechende Antwort auf 
die  Frage  im  Zusammenhang  mit  der  Visumserteilung  bestätigt, 
andererseits  durch  die  Aussage,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Einreise in die Schweiz nicht gleich vorgehabt habe, Asyl zu beantragen, 
sondern dies erst getan habe, als die Lage noch schlimmer geworden sei 
(A 23, S. 12). 

Bezüglich der Beschwerdeführerin müsse  festgehalten werden, dass sie 
selbst  angegeben  habe,  es  habe  sich  bei  den  Plünderungen  und 
Durchsuchungen  sowie  Fragen  nach  dem  Aufenthaltsort  ihres 

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Ehemannes  um  quartierübliche  Hausdurchsuchungen  gehandelt.  Diese 
von  der Beschwerdeführerin  genannten Vorfälle  seien  deshalb  vor  dem 
Hintergrund der allgemeinen Gewaltsituation im Irak zu sehen. 

Schliesslich erwog die Vorinstanz, dass bezüglich der Glaubhaftigkeit der 
Aussagen  der  Beschwerdeführerin  gewisse  Zweifel  bestünden,  da  es 
auffalle, dass sie erst nach der Anhörung vom 5. Februar 2007 auf dem 
Verbindungsbüro  in Bagdad Nachteile geltend gemacht habe. Dort habe 
sie noch angegeben, persönlich keinerlei Nachteile erlitten zu haben. Erst 
mit  einer  Eingabe  vom  16. März  2007  habe  sie  geltend  gemacht,  dass 
schiitische Polizei­  und Militärtruppen  ins Haus eingedrungen  seien und 
Teile des Hauses zerstört hätten, so dass sie mit den Kindern nicht mehr 
ins Haus habe zurückkehren können. Dies widerspreche den Angaben an 
der Bundesanhörung, an welcher sie angegeben habe, nach dem Vorfall 
Ende  Februar  2007  das  Haus  teilweise  repariert  zu  haben  und  wieder 
dorthin zurückgekehrt zu sein (vgl. A 38, S. 11). Ferner habe sie bei der 
Befragung  in der Empfangsstelle  (recte: EVZ) angegeben, das Haus sei 
insgesamt  zwei  Mal  durchsucht  worden.  Beide  Male  sei  sie  allerdings 
nicht  zu  Hause  gewesen.  Bei  der  Bundesanhörung  habe  sie  hingegen 
angegeben,  beim  zweiten Vorfall  sehr wohl  zu Hause gewesen  zu  sein 
und  mit  den  Soldaten  gesprochen  zu  haben.  Zudem  habe  sie  zwei 
weitere Vorfälle vom Juli 2007 vorgebracht, die sie an der Empfangsstelle 
(recte: EVZ) mit keinem Wort erwähnt habe.

4.2  In  ihrer  Rechtsmitteleingabe  verwiesen  die  Beschwerdeführer 
zunächst  auf  ihre  Befragungen  und  fassten  nochmals  den  geltend 
gemachten Sachverhalt wie folgt zusammen: Der Beschwerdeführer und 
seine Familie hätten im Quartier P._______ gelebt. Bis zum Sturz Sadats 
(recte: Saddam Husseins)  seien die Chefposten  im  (…) durch Sunniten 
besetzt  worden.  Nach  seinem  Sturz  hätten  die  Schiiten  Oberhand 
erhalten,  weshalb  der  Beschwerdeführer  am  Arbeitsplatz  verheimlicht 
habe,  ein  Sunnite  zu  sein.  Im  August  2006  habe  er  an  seinem 
Arbeitsplatz  einen  Drohbrief  erhalten,  der  an  ihn  persönlich  gerichtet 
gewesen  sei.  Im Brief  sei  gestanden,  dass er  den Arbeitsplatz  und das 
Quartier P._______ verlassen solle, ansonsten er umgebracht würde. Ein 
weiterer Brief sei bei  ihm zu Hause eingeworfen worden.  Im September 
2006 habe er ein Visum für die Schweiz erhalten, um an einem Kurs über 
(…)  teilzunehmen.  Er  habe  den  Kurs  besucht  und  anschliessend  ein 
Asylgesuch  gestellt.  Die Beschwerdeführerin  sei  nach  seiner Abreise  in 
Bagdad  geblieben,  habe  jedoch  das  Quartier,  in  dem  sie  sich  bedroht 
gefühlt habe, verlassen und sei mit den Kindern ins Haus eines Freundes 

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ihres  Bruders  im Quartier  L._______  gegangen.  Anfangs  Februar  2007 
sei  sie  auf  dem  Schweizer  Verbindungsbüro  in  Bagdad  zu  ihren 
Asylgründen befragt worden. Ende Februar 2007 seien – während  ihrer 
Abwesenheit  – Milizen  ins  Haus  eingedrungen  und  hätten  das Mobiliar 
zerstört.  Eine  Woche  später,  sei  sie  zu  Hause  gewesen,  als  erneut 
Milizen  gekommen  seien  und  sie  nach  dem  Aufenthalt  ihres  Mannes 
gefragt hätten. Im Juli 2007 sei sie bei sich zu Hause in L._______ nach 
dem  Aufenthalt  ihres  Mannes  befragt  und  mit  Waffen  bedroht  worden. 
Daraufhin  habe  sie  das  Haus  verlassen  und  bis  zur  Ausreise  am  2. 
November 2007 bei ihren Schwiegereltern im Quartier Q._______ gelebt. 

Das BFM gehe zu Unrecht davon aus, dass die Beschwerdeführer wegen 
fehlender  Intensität  keine  asylrelevanten  Nachteile  erlitten  hätten. 
Entgegen  den  Ausführungen  der  Vorinstanz  könnten  die  an  die 
Beschwerdeführer  persönlich  gerichteten  Drohbriefe  nicht  lediglich  als 
Ausdruck  allgemeinen Gewaltsituation  in  Bagdad  gewertet  werden.  Der 
Beschwerdeführer  habe  überzeugend  darlegen  können,  dass  er  als 
Mitglied  der  sunnitischen  J._______  Sippe  und  Mitarbeiter  des  (…) 
persönlich  gefährdet  gewesen  sei.  Vom  Stadtteil  P._______  sei  er 
vertrieben  worden.  Mittlerweile  hätten  auch  alle  anderen 
Familienmitglieder P._______ verlassen und seien  teilweise  ins Ausland 
(N._______)  geflüchtet  oder  hätten  sich,  wie  seine  Eltern,  in  einem 
anderen  Stadtteil  niedergelassen.  Aus  der  Tatsache,  dass  von  der 
grossen Familie noch einige in Bagdad leben würden, könne nicht darauf 
geschlossen  werden,  dass  die  Beschwerdeführer  keine  asylrelevanten 
Nachteile  erlitten  beziehungsweise  begründete  Frucht  hätten,  solche 
Nachteile  zu  erleiden.  Immerhin  sei  ein  Verwandter  des 
Beschwerdeführers und ebenfalls Mitarbeiter  des  (…) ermordet worden. 
Die Vorinstanz habe auch die Tatsache nicht gewertet, dass sich das (…) 
und der (…) in eine (…) verwandelt habe (vgl. (…)). Von den Milizen Sadr 
al  Mahdi's,  die  auch  Gebäudeschutzaufgaben  innegehabt  hätten,  habe 
sich  der  Beschwerdeführer  als  Sunnite  zu  Recht  bedroht  gefühlt.  Die 
Vorinstanz habe sich gar nicht mit der begründeten Furcht vor künftigen 
ernsthaften Nachteilen auseinandergesetzt.

Zu  Unrecht  ziehe  die  Vorinstanz  die  Aussagen  der  Beschwerdeführer 
zum Teil  in Zweifel und erachte deshalb die Voraussetzungen von Art. 7 
AsylG  als  nur  teilweise  als  gegeben.  Vorauszuschicken  sei,  dass  die 
Beschwerdeführer mehr als ein Jahr getrennt voneinander gelebt und  in 
dieser  Zeit  sporadisch  telefonischen  Kontakt  gehabt  hätten.  Sie  seien 
dreimal  getrennt  und  in  beträchtlichen  Zeitabständen  sehr  ausführlich 

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zum Asylgesuch befragt worden. Schon aus diesen Gründen sei es wenig 
erstaunlich, dass es teilweise zu unterschiedlichen Aussagen gekommen 
sei. Bei der Durchsicht der Befragungsprotokolle falle auch auf, dass die 
Beschwerdeführerin den Befragungsstil des BFM nicht gewohnt gewesen 
sei  und  sich  durch  Zurechtweisungen  verunsichert  gefühlt  habe  (vgl. 
S.13­15). 

5.
5.1  Richtigerweise  sah  sich  die  Vorinstanz  dazu  veranlasst,  gewisse 
Vorbehalte  gegenüber  der  Glaubhaftigkeit  der  Angaben  der 
Beschwerdeführerin  anzubringen.  Insbesondere  erscheint  ihre  Aussage 
bei der Bundesanhörung, dass sie erneut im Juli 2007 bei sich zu Hause 
in L._______ nach dem Aufenthalt  ihres Mannes befragt und mit Waffen 
bedroht worden sei, als eindeutig nachgeschoben, da sie anlässlich ihrer 
Befragung  im  Empfangszentrum  diesen  Vorfall  mit  keinem  Wort 
erwähnte,  was  sie  sicherlich  getan  hätte,  wenn  sie  sich  an  Leib  und 
Leben  bedroht  gefühlt  hätte  und  dies  das  ausreiseauslösende  Ereignis 
gewesen  wäre.  Vielmehr  erzählte  sie  im  EVZ,  dass  es  nach  dem 
Einbruch  in  ihr  Haus  ca.  einen  Monat  nach  der  Befragung  in  der  CH­
Botschaft  keine weiteren  Probleme mehr  gegeben  habe.  Da  sie  alleine 
mit den Kindern in L._______ gelebt habe, habe sie sich entschlossen, im 
September  2007  zu  ihrem  Onkel  zu  gehen.  Auch  gab  sie  auf 
entsprechende  Fragen  gegen  Schluss  der  genannten  Befragung  an, 
keine  weiteren  persönlichen  Konflikte  gehabt  zu  haben,  sich  jedoch  zu 
fürchten,  an  Stelle  ihres  Mannes  umgebracht  zu  werden.  Hingegen 
handelt es sich bei den anderen, vom BFM aufgeführten Widersprüchen 
um  nicht  exakte  Wiedergaben  beziehungsweise  Wiederholungen  des 
bereits  Erzählten.  So  kann  das  Bundesverwaltungsgericht  keinen 
Widerspruch  zwischen  den  Angaben  der  Beschwerdeführerin  im 
Verbindungsbüro  und  den  Ausführungen  im  Brief  der  Rechtsvertreterin 
vom  16.  März  2007  erblicken,  wonach  sie  nicht  mehr  ins  Haus  habe 
zurückkehren  können,  nachdem  das  Mobiliar  zerstört  worden  sei, 
während  sie  bei  der  Anhörung  schilderte,  teilweise  die  Hauseinrichtung 
repariert  und  dort  noch  etwa  bis  August  2007  gelebt  zu  haben.  Es 
erscheint nachvollziehbar, dass sie ihren Ehemann, der sich bereits in der 
Schweiz  aufhielt,  über  den  Vorfall  informierte,  dieser  diese  Information 
umgehend  über  die Rechtsvertreterin  an  das Bundesverwaltungsgericht 
weitergab  und  die  Beschwerdeführerin  anschliessend  doch  nicht 
wegging,  sondern  das  Haus  behelfsmässig  reparierte.  Die  Akten 
erwecken  zudem den Eindruck,  dass  es  zwischen  der  Interviewerin  bei 
der  Bundesanhörung  und  der  Beschwerdeführerin  häufig  zu 

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Missverständnissen  gekommen  ist.  Die  Beschwerdeführerin  wurde  in 
ihren  Ausführungen mehrmals  unterbrochen  und  zurechtgewiesen,  was 
sie  offensichtlich  irritierte  (vgl.  A  38  S.  5,  13,  15).  Somit  sieht  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  trotz  des  zuvor  erwähnten  nachgeschobenen 
Ereignisses  vom  Juli  2007  nicht  veranlasst,  an  der  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen der Beschwerdeführerin generell zu zweifeln. Hinsichtlich des 
Beschwerdeführers  ist  festzuhalten,  dass  seine  Aussagen  insgesamt 
plausibel erscheinen. Dass er sein Asylgesuch erst sechs Tage nach der 
Einreise  eingereicht  hat,  kann  ihm  nicht  zum Vorwurf  gemacht  werden, 
zumal  er  mit  einem  Visum  in  die  Schweiz  einreiste,  um  eine 
Weiterbildung zu absolvieren, womit er sich hier legal aufhielt.

5.2 Somit ist bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde vom unter 
Ziffer  4.2  (mit  Ausnahme  des  Ereignisses  vom  Juli  2007)  als  glaubhaft 
erscheinenden Sachverhalt auszugehen. 

5.3  Die Vorinstanz  erachtete  die  Fluchtgründe  aufgrund  ihrer  fehlenden 
Intensität als asylrechtlich nicht relevant. Nachfolgend ist daher zu prüfen, 
ob die Drohbriefe und die von den Beschwerdeführern geltend gemachte 
Bedrohung  seitens  der  schiitischen  Mahdi  Miliz  sowie  die  von  ihnen 
dargelegte Furcht vor Nachteilen als asylrechtlich relevante Nachteile  im 
Sinne des Asylgesetzes gelten und sie auch im heutigen Zeitpunkt noch 
diesbezügliche Beeinträchtigungen zu befürchten haben. Dabei  sind die 
Erkenntnisse  über  die  aktuelle  Situation  im  Zentralirak  zu 
berücksichtigen.

5.3.1  Gemäss  BVGE  2008/12  umfasst  der  Begriff  "Zentralirak"  die 
Provinzen  Anbar,  Bagdad,  Diyala,  Ninive  (einschliesslich  der  Stadt 
Mosul),  Salah  al­Din  und  Tameem  (einschliesslich  der  Stadt  Kirkuk). 
Indessen  gehören  zum  Zentralirak  auch  Gebietsteile  im  Irak,  die  nach 
Massgabe von Art. 53  (A) des Gesetzes über die Übergangsverwaltung 
(Transitional Administratin Law), welches gemäss Art. 143 der irakischen 
Verfassung  weiterhin  Gültigkeit  hat,  unter  Verwaltung  der  kurdischen 
Reionalregierung  stehen  (United  Nations  High  Commissioner  for 
Refugees [UNHCR] 's Eligibility Guidelines for Assessing the International 
Protection Needs of Iraqi Asylum Seekers, August 2007). Bagdad, wo die 
Beschwerdeführer  gelebt  haben,  gehört  gemäss  der  oben  erwähnten 
Definition  zum  Zentralirak.  Im  erwähnten  Urteil  befasste  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht mit  der aktuellen Situation  im Zentralirak und 
gelangte zum Schluss, dass angesichts der aktuellen Lage im Zentralirak 
vom Fehlen  eines  staatlichen Gewaltmonopols  auszugehen  ist, weil  die 

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Sicherheitskräfte  oft  nicht  in  der  Lage  sind,  effektiven  Schutz  zu 
gewähren.  Vielmehr  sind  sie  –  insbesondere  von  schiitischen  Milizen – 
infiltriert,  weshalb  sie  in  ihrer  Funktions­  und  Einsatzfähigkeit  erheblich 
eingeschränkt sind sowie für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich 
gemacht  werden  müssen.  Zwischen  staatlicher  und  nichtstaatlicher 
Verfolgung kann praktisch nicht unterschieden werden. Zwar hat sich die 
Sicherheitslage  im  Zentralirak  seit  dem  Jahr  2006  verbessert;  indessen 
ist  sie  nach  wie  vor  durch  allgegenwärtige  Gewalt  und  Instabilität 
gekennzeichnet.  Eine  funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur 
ist  trotz  der  Präsenz  von  internationalen  Truppen  nicht  vorhanden. Das 
Bundesverwaltungsgericht  stellte  zudem  fest,  dass ehemalige Mitglieder 
der  Baath­Partei  keiner  staatlichen  oder  nichtstaatlichen 
Kollektivverfolgung  ausgesetzt  sind  und  die  einfache  Mitgliedschaft  bei 
der Baath­Partei  nicht automatisch zu Bedrohungen oder Belästigungen 
im  Ausmass  einer  Verfolgung  führt;  indessen  gehörten  ehemalige 
Baathisten  im  Zentralirak  zu  einem  Personenkreis  mit  erhöhtem 
Gefährdungspotential.  Unter  den  möglichen,  gegen  sie  gerichteten 
Akteuren  erwähnte  es  auch  die  ehemals Unterdrückten  oder Opfer  des 
Baath­Regimes.  Ferner  stellte  es  fest,  dass  Übergriffe  auf  frühere 
Baathisten  seit  den Parlamentswahlen Ende 2005 zugenommen haben, 
jedoch  eine  allgemeine  Aussage  über  die  konkrete  Gefährdung  der 
betroffenen  Personen weder  nach  ihrem Rang  noch  nach  der  Funktion 
oder  Zugehörigkeit  und  auch  nicht  nach  der  religiösen  Zugehörigkeit 
vorgenommen  werden  kann.  Kriterien  zur  Beurteilung  einer  konkreten 
Gefahr  vor  Verfolgung  sind  beispielsweise  der  Bekanntheitsgrad,  der 
ehemalige Tatbeitrag und das aktuelle Wohnumfeld (a.a.O. E. 7.2.1 f.).

5.3.2  Die  Beschwerdeführer  müssen  darlegen  können,  dass  sie  im 
Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  persönlich  von  einer  konkreten,  gegen  sie 
gerichteten Verfolgungshandlung betroffen waren oder begründete Furcht 
hatten,  Opfer  einer  solchen  zu  werden.  Individuell  gezielte,  von 
asylrechtlich  relevanter  Verfolgungsmotivation  getragene  Nachteile  sind 
dann anzuerkennen, wenn die Beschwerdeführer nicht nur den gleichen 
Risiken  und  Einschränkungen  wie  die  gesamte  Bevölkerung  ihres 
Heimatstaates  ausgesetzt  waren  respektive  sind  und  somit  von  den 
Ereignissen  nicht  lediglich  „reflexartig“  im  Sinne  ungezielter 
„Nebenfolgen“ von Krieg oder kriegsähnlichen Situationen betroffen sind, 
sondern als Individuen wegen ihrer politischen Anschauung, ihrer Rasse, 
Religion,  Nationalität  oder  eines  anderen  relevanten  Grundes  in 
asylrechtlich  relevanter  Intensität  belangt  werden  (vgl.  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 

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1998  Nr.  17  S.  153  E.  4c  und  bb).  Die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  setzt  zudem  voraus,  dass  die  betroffene  Person 
einer  landesweiten  Verfolgung  ausgesetzt  ist  und  sich  nicht  in  einem 
anderen Teil  ihres Heimatstaates  in Schutz bringen kann (EMARK 2006 
Nr. 18).

5.3.2 Eine Verfolgungshandlung im Sinne von Art. 3 AsylG kann auch von 
nichtstaatlichen  Akteuren  ausgehen  (vgl.  den  Grundsatzentscheid 
EMARK  2006  Nr.  18).  Damit  hat  sich  die  Schweiz  der  überwiegenden 
Staatenpraxis  angeschlossen,  wonach  nichtstaatliche  Verfolgung  als 
Verfolgung  im Sinne  des  Asylgesetzes  zu  erachten  ist,  wenn  der  Staat 
unfähig oder nicht willens  ist, Schutz vor besagter Verfolgung zu bieten. 
Politische Verfolgung durch Dritte kann somit auch dann vorliegen, wenn 
der  Staat  trotz  prinzipieller  Schutzbereitschaft  Personen  oder  Gruppen 
vor der Verfolgung durch Dritte nicht effektiv schützen kann.

5.3.3  Der  Beschwerdeführer  wurde  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  aus  dem 
Irak einerseits wegen seiner Zugehörigkeit zur Sippe J._______, die (…), 
andererseits  weil  er  als  Sunnite  im  (…),  also  in  einer  staatlichen 
Organisation  arbeitete  und  in  einem  Viertel  wohnte,  das  nun  durch  die 
schiitischen  Milizen  kontrolliert  wurde,  bedroht.  Zusätzlich  dürfte  sich 
auch  für  beide  Beschwerdeführer  als  Nachteil  auswirken,  dass  ihre 
Sippen­Mitglieder  im  (…)  und  entsprechend  Feinde  haben.  Die 
schiitischen  Milizen  stellen  eines  der  grössten  Sicherheitsprobleme  in 
Zentralirak  dar  und  sind  verantwortlich  für  schwere 
Menschenrechtsverletzungen  an  Sunniten.  Der  Beschwerdeführer 
vermochte glaubhaft darzulegen, dass er von schiitischen Milizen mit dem 
Tod  bedroht  worden  war.  Damit  war  er  zum  Zeitpunkt  der  Ausreise 
konkreten  individuellen  Nachteilen  aufgrund  asylrechtlich  relevanter 
Motive  ausgesetzt.  Die  Nachteile  waren  auch  als  ernsthaft  zu 
bezeichnen,  hatte  er  doch  angesichts  der  Ermordung  eines 
Sippenmitglieds, der einer seiner Arbeitskollegen war, und der allgemein 
instabilen Lage gute Gründe davon auszugehen, die schiitischen Milizen 
würden  die  Drohung  wahrmachen.  Der  Umstand,  dass  sich  zum 
Zeitpunkt  seiner  Ausreise  noch  andere  Sippenmitglieder  in  Bagdad 
aufhielten, vermag an diesen Erwägungen nicht zu ändern. 

5.3.4  Wie  zuvor  festgestellt  wurde,  ist  im  Zentralirak  nicht  von  einer 
adäquaten  Schutzinfrastruktur  auszugehen,  weshalb  der 
Beschwerdeführer  in Bagdad den Schutz  des Heimatstaates  nicht  hätte 
beanspruchen  können.  Dementsprechend  kann  an  dieser  Stelle  offen 

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bleiben, ob die schiitischen Milizen im Auftrag oder im Einverständnis der 
irakischen  Sicherheitskräfte  handeln,  zumal  sich  eine  entsprechende 
Differenzierung  angesichts  der  aktuellen  politischen  Gegebenheiten 
ohnehin als äusserst schwierig erweist. 

5.3.5  Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist 
zudem die Situation  im Zeitpunkt des Asylentscheides, wobei die Frage 
nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Furcht  vor  einer 
absehbaren  Verfolgung  im  Heimatstaat  Ausgangspunkt  der  Prüfung 
bildet. Veränderungen der objektiven Situation  im Heimatstaat  zwischen 
Ausreise  und  Asylentscheid  sind  zugunsten  und  zulasten  der  das 
Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen  (vgl. BVGE 2008/4 E. 
5.4  S.  38  f.  und  dort  zitierte  Praxis).  Da  inzwischen  etliche 
Familienmitglieder  des  Beschwerdeführers  anderswo  in  Irak  oder  ins 
Ausland geflüchtet sind, ist davon auszugehen, dass die Bedrohungslage 
andauert.  Demzufolge  ist  im  vorliegenden  Fall  auch  aktuell  noch  von 
einer  begründeten  Frucht  vor  asylrechtlich  relevanten  Nachteilen  in 
Bagdad  auszugehen.  Die  Beschwerdeführerin  wurde  im  Zeitpunkt  ihrer 
Ausreise  nicht  unmittelbar  bedroht  und  somit  keinen  asylrechtlich 
relevanten  Nachteilen  ausgesetzt.  Ob  auch  sie  begründete  Frucht  vor 
zukünftiger  Verfolgung  haben  müsste,  kann  aufgrund  nachfolgender 
Erwägungen offen gelassen werden.

6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist an die Begründung der Vorinstanz 
nicht  gebunden  (vgl.  Art.  62  Abs.  4  VwVG),  weshalb  es  die 
Entscheidbegründung  des  BFM  durch  eine  andere  ersetzen  und  eine 
Beschwerde  aus  andern  Überlegungen  als  jenen  des  BFM  abweisen 
kann  (sog.  Motivsubstitution;  vgl.  MADELEINE  CAMPRUBI  in: 
AUER/MÜLLER/SCHINDLER  [HRSG.],  VwVG,  Kommentar  zum 
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 
15 zu Art. 62 VwVG; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 240, 
Rz. 677). 

6.2  Im  Zusammenhang  mit  privater  Verfolgung  –  wie  sie  vorliegt  –  ist 
indessen  stets  auch  die  Frage  nach  einer  bestehenden  landesweiten 
Gefährdung  vertieft  zu  prüfen.  Dabei  ist  nebst  den  Beweggründen  der 
Verfolgung zu klären, inwiefern die Verfolger in der Lage sein werden, die 
Beschwerdeführer  beziehungsweise  den  Beschwerdeführer  in  einem 
andern Gebiet  zu  finden  und  dort  zu  verfolgen.  Schiitische Milizen  sind 

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zwar  gut  organisiert  und  landesweit  vernetzt.  Das 
Bundesverwaltungsgericht kommt in einem Grundsatzentscheid in Bezug 
auf  die  Sicherheitslage  im  Nordirak  zum  Schluss,  dass  die  staatlichen 
Behörden  in  diesem  Teilgebiet  des  Staates  grundsätzlich  in  der  Lage 
sind, adäquaten Schutz vor Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4). 
Unter  Bezugnahme  auf  die  Schutztheorie  wird  festgehalten,  dass  die 
nordirakischen  Sicherheitsbehörden  grundsätzlich  in  der  Lage  sind, 
Hinweisen  auf  Übergriffe  nachzugehen  und  nötigenfalls  eine 
Strafverfolgung  einzuleiten.  Die  Sicherheits­  und  Polizeikräfte  sind  gut 
dotiert  und  gelten  als  gut  und  straff  organisiert.  Das  Rechts­  und 
Justizsystem  ist  zwar  parallel  strukturiert  und  wird  teilweise  durch  die 
traditionelle  Stammesjustiz  konkurrenziert;  trotzdem  kann  davon 
ausgegangen  werden,  dass  Streitigkeiten  im  Regelfall  gerichtlich 
beigelegt  werden  können.  In  Bezug  auf  die  drei  kurdischen 
Nordprovinzen  kann  entsprechend  von  einer  funktionierenden 
Schutzinfrastruktur  gesprochen  werden.  Die  kurdischen  Behörden 
vermögen  damit  den  Anforderungen  an  einen  stabile  und  dauerhafte 
Schutzgewährung  zu  genügen.  Ehemalige  Baathisten  sind  seitens  der 
kurdischen  Behörden  offenbar  nicht  einer  generellen  Gefährdung 
ausgesetzt  (vgl.  a.a.O.  E.  6.6.4.  S.  49  f.),  weshalb  sich  ehemalige 
Regimeangehörige  den  antibaathistischen Tendenzen  anderswo  im  Irak 
durch einen Wegzug nach Kurdistan entzogen haben, auch wenn dieser 
Zustrom von Arabern bei den Kurden unterschiedliche Gefühle auslöste 
(vgl.  a.a.O.  E.  6.6.1  S.  47  f.).  Es  sind  viele  Fälle  bekannt,  in  denen 
arabischen  ehemaligen  Baath­Mitgliedern  in  den  kurdischen  Gebieten 
Zuflucht  gewährt  wurde.  Aus  Furcht  vor  terroristischen  Aktivitäten  wird 
der Zugang von Nicht­Kurden in die Nordprovinzen in Bezug auf Einreise 
und  Niederlassung  zwar  streng  kontrolliert.  Indessen  ist  aufgrund  des 
Profils der Beschwerdeführer davon auszugehen, dass ihnen die Einreise 
in  den  Norden  des  Iraks  gewährt  werden  wird.  Für  die  drei  Provinzen 
bestehen hinsichtlich der Einreise unterschiedliche Regelungen: Während 
die  Einreise  in  die  Provinz  Suleimaniya  ohne  Restriktionen möglich  ist, 
bedarf  es  in  Erbil  einer  Gewährsperson.  Diese  gibt  ihre  Identität  und 
Adresse  an  und  informiert  die  kurdischen  Behörden  im  Rahmen  einer 
Befragung  über  allfällige  sicherheitsrelevante  Umstände.  Die 
Gewährsperson kann eine natürliche oder  juristische Person sein,  sollte 
ihrerseits  in  der  entsprechenden Provinz  registriert  sein  und  über  einen 
guten  Leumund  verfügen.  In  Dohuk  schliesslich  wird  nur  bei 
alleinstehenden Männern  eine Gewährsperson  im  beschriebenen  Sinne 
verlangt.  In  allen  drei  Provinzen  –  in  Dohuk  allerdings  nur  bei 
alleinstehenden Männern  –  braucht  es  für  eine  definitive Niederlassung 

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ebenfalls  grundsätzlich  eine  Gewährsperson.  Die  Behörden  prüfen  im 
Rahmen der Registrierung allfällige Sicherheitsrisiken, die von der  intern 
vertriebenen Person ausgehen und den Grund der Vertreibung. Personen 
ohne  Gewährsperson  wird  die  Niederlassung  in  der  Regel  verweigert. 
Insbesondere in Suleimaniya sind gewisse Berufsgruppen allerdings von 
dieser Pflicht ausgenommen.  In der Praxis wurde sodann auch auf eine 
Gewährsperson  verzichtet,  wenn  Abklärungen  ergaben,  dass  die  intern 
vertriebene  Person  kein  Sicherheitsrisiko  darstellt  und  an  ihrem 
Herkunftsort  gefährdet  war.  In  diesem  Zusammenhang  ist  bei  jeder 
Einzelfallprüfung  beachtlich,  dass  eine  abwehrende  Haltung  der 
kurdischen  Behörden  insbesondere  gegenüber  kritischen 
Medienschaffenden  und  oppositionellen  Politikern  besteht.  Auch 
gegenüber Personen, die das ehemalige Regime aktiv unterstützt haben 
oder  für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich zu machen sind,  ist 
der Schutzwille der kurdischen Behörden zu bezweifeln.

6.3  Vor  diesem  Hintergrund  ist  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerdeführer 
aufgrund  ihrer  konkreten  Situation  auch  effektiven  Schutz  erlangen 
können. Bei  ihnen handelt es sich um keine politisch aktiven Personen, 
auch wenn Mitglieder  ihrer Sippe  im  (…)  tätig sind. Selbst wenn sie als 
Sunniten  teilweise  zum  Machtapparat  des  Saddam­Regimes  gehörten, 
können  sie  nicht  mit  begangenen  Verletzungen  der  Menschenrechte  in 
der Vergangenheit oder mit terroristischen Aktivitäten in Zusammenhang 
gebracht  werden.  Auch  im  Übrigen  zeigen  die  Beschwerdeführer  kein 
Profil,  das  sie  in  den  Augen  der  kurdischen  Behörden  als  potenzielle 
politische  Gegner  erscheinen  lassen  könnte.  Es  kann  deshalb  offen 
gelassen werden, ob sie  im Norden über eine Gewährsperson verfügen. 
Immerhin  soll  erwähnt  werden,  dass  gut  qualifizierte  Leute,  wie 
vorliegend  der  Beschwerdeführer,  vom  Erfordernis  einer  Gewährperson 
ausgenommen  werden.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt 
seiner Ausreise  in Bagdad einer  politischen Verfolgung  ausgesetzt war, 
begründete Furcht vor weiteren asylerheblichen Nachteilen hat und keine 
Hinweise auf ein möglicherweise bestehendes Sicherheitsrisiko vorliegen, 
ist davon auszugehen, dass die Einreise  in den Norden und die dortige 
Niederlassung  möglich  sind.  Aufgrund  der  Angaben  der 
Beschwerdeführer  ist  im  Übrigen  nicht  von  der  Gefahr  einer 
Diskriminierung  aus  anderen  Gründen  auszugehen.  Die 
Beschwerdeführer könnten demnach in einer der drei Nordprovinzen des 
Irak effektiven Schutz vor Verfolgung erlangen.

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6.4  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  im  heutigen  Zeitpunkt  nicht  erfüllen,  weil  sie  den 
befürchteten  Bedrohungen  in  Bagdad  durch  einen Wohnortswechsel  in 
den  kurdisch  kontrollierten  Teil  des  Irak  ausweichen  und  dort  um 
effektiven  Schutz  nachsuchen  können.  Ihre  Asylgesuche  sind  somit 
abzuweisen. 

6.5 Bezüglich der Frage der Zumutbarkeit des Verbleibs am Zufluchtsort 
im  Nordirak,  insbesondere  in  Bezug  auf  die  Möglichkeit,  sich  dort  eine 
Existenzgrundlage  aufzubauen  ist  gemäss  geltender  Praxis  nicht  im 
Rahmen  des  Bestehens  der  Flüchtlingseigenschaft,  sondern  unter  dem 
Aspekt des Vorliegens von Wegweisungsvollgzugshindernissen zu prüfen 
(vgl.  EMARK  1996  Nr.  1;  kritisch  dazu:  UNHCR­Richtlinien  zum 
internationalen  Schutz  Nr.  4  „Interne  Flucht­  und 
Neuansiedlungsalternative“,  23.  Juli  2003,  S.  7  ff.;  anders  auch 
EUQualifikationsrichtlinie  2004/83/EG  über  Mindestnormen  für  die 
Anerkennung  und  den  Status  von  Drittstaatsangehörigen  oder 
Staatenlosen  als  Flüchtlinge  in  Art.  8  Abs.  1:  „....und  von  dem 
Antragsteller  vernünftigerweise  erwartet  werden  kann,  dass  er  sich  in 
diesem Landesteil  aufhält“). An dieser Stelle  ist  aber der Vollständigkeit 
halber  zu  bemerken,  dass  gemäss  herrschender  Praxis  der 
Wegweisungsvollzug  in die Nordprovinzen grundsätzlich als unzumutbar 
angesehen  wird,  wenn  die  betreffende  Person  nicht  ursprünglich  aus 
dieser Region stammt oder eine längere Zeit dort gelebt hat und über ein 
soziales Netz verfügt (vgl. BVGE 2008/5).

8.
Lehnt  das  BFM  das  Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG).  Nachdem  die  Beschwerde  im  Asylpunkt 
abzuweisen  ist  und  die  Beschwerdeführer  ­  abgesehen  vom  bisherigen 
Asylbewerberstatus  ­  über  keinen  Aufenthaltstitel  für  die  Schweiz 
verfügen,  erfolgte  die  Anordnung  der  Wegweisung  (vgl.  Ziffer  3  des 
Dispositivs  der  vorinstanzlichen  Verfügung)  zu  Recht  und  ist  zu 
bestätigen. 

9.
Da  die  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  des  BFM  vom  18.  März  2008 
wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  der  Schweiz 
vorläufig aufgenommen wurden, erübrigen sich ­ wie bereits festgestellt ­ 

E­2553/2008

Seite 18

Ausführungen  zur  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

11.
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  (Art.  16  Abs.  1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  den 
Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem ihnen 
mit  Instruktionsverfügung  vom  25.  April  2008  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  gewährt wurde  und  gemäss Mitteilung  vom 30.  Juni  2011 
der  Beschwerdeführer  arbeitslos  geworden  ist,  womit  von  einer 
Bedürftigkeit auszugehen  ist, sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 65 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

E­2553/2008

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

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