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**Case Identifier:** b3bfbb36-42f9-529e-853c-1775dc87b49f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.03.2024 200 2023 744
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-744_2024-03-28.pdf

## Full Text

200 23 744 IV
JAP/BRO/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. März 2024

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2020 – unter Hinweis auf sehr starke Schmer-
zen an den oberen rechten Extremitäten, dem Kopf sowie der rechten Na-
ckenpartie, Sensibilitätsstörungen sowie Taubheitsgefühle, Kraftlosigkeit 
am rechten Arm, Kribbeln an beiden Händen und starke Schmerzen unter-
halb der Knie bis zu den Füssen beim Laufen respektive Kribbeln an den 
Füssen beim Stillstehen sowie Sitzen – bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin; act. II und act. IIA] act. II 1). Die IVB tätigte di-
verse medizinische und erwerbliche Abklärungen und verneinte mit Mittei-
lung vom 11. August 2021 (act. II 64) einen Anspruch auf Eingliederungs-
massnahmen. Sodann zog sie mit Blick auf die Rentenprüfung weitere Un-
terlagen bei und holte auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 122 S. 5 f.) ein polydisziplinäres Gutachten bei der 
C.________ (...; MEDAS C.________ bzw. MEDAS) ein (act. II 140.1 ff.). 
Gestützt darauf stellte die IVB mit Vorbescheid vom 9. August 2023 
(act. IIA 143) der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0 % die Ver-
neinung des Rentenanspruchs in Aussicht. Nach dagegen erhobenem 
Einwand (act. IIA 145) verfügte die IVB am 4. Oktober 2023 wie angekün-
digt (act. IIA 148). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 25. Oktober 2023 Beschwerde mit den fol-
genden Anträgen: 

1. Der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Ansprüche zuzuspre-
chen.

2. Es sei ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten gerichtlich in Auf-
trag zu geben. 

- unter Kosten und Entschädigungsfolgen -

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Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtli-
cher Anwalt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin – unter Beilage einer RAD-Stellungnahme vom 11. Dezember 
2023 (act. IIA 154) – auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. Oktober 2023 
(act. IIA 148). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenren-
te. Soweit sich das Rechtsbegehren auf weitere gesetzliche Ansprüche 

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bezieht, stehen diese ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes (BGE 
131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2), womit inso-
weit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 
148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene 
Verfügung datiert vom 4. Oktober 2023 (act. IIA 148), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt 
der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs mit Blick auf die Anmeldung vom Dezember 2020 (act. II 1) – unter 
der Prämisse der erfüllten Wartezeit i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. 
hierzu E. 5 hiernach) – vor dem 1. Januar 2022 (Art. 29 Abs. 1 IVG), wes-
halb grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verord-
nung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung massgebend 
sind (Rz. 9100 f. des Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversiche-
rungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 148 V 385 
E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228), wobei 
sich an der vorliegend entscheidwesentlichen Anspruchsvoraussetzung 
einer mindestens 40%igen Invalidität nach Ablauf des Wartejahres (vgl. 
E. 2.4 hiernach) nichts geändert hat. 

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-

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begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 
141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1).

2.3.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 

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arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen: 

3.1.1 Aufgrund von Beschwerden nuchal rechts sowie über der rechten 
Schulter wurde bei der Beschwerdeführerin vom 11. bis 17. März 2020 eine 
multimodale muskuloskelettale Komplextherapie durchgeführt. Im Austritts-
bericht der Klinik D.________ des Spitals E.________ vom 19. März 2020 
(act. II 140.7 S. 19 ff.) wird darüber informiert, dass sich bei der Durchsicht 
der bisherigen Bildgebung eine schwere, aktivierte Arthrose des Facetten-
gelenks C3/4 rechtsseitig, am ehesten sekundär bedingt bei Diskushernie 
auf dem gleichen Niveau (ohne Neurokompression), gezeigt habe. Gege-
benenfalls komme es auch durch die berufliche Tätigkeit zu einer chroni-
schen Belastung des entsprechenden Gelenks. Prädisponierend wirke eine 
axiale Hypermobilität. Die Beschwerden mit Kribbelparästhesien könnten 
gut mit einer sekundären myofaszialen Problematik erklärt werden. Eine 

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Infiltration des Gelenks mit Glukokortikoiden habe innert zwei Tagen zu 
einer vollständigen Regredienz der Beschwerden mit konsekutiv normaler 
Funktion der HWS geführt. Die Facettengelenksarthrose als Schmerzursa-
che sei hiermit hinreichend belegt (S. 19 f.). 

Zur Abklärung eines zervikospondylogenen Schmerzsyndroms rechts er-
folgte vom 16. bis 18. Dezember 2020 eine weitere Hospitalisation im Spital 
E.________. Im Austrittsbericht vom 5. Januar 2021 (act. II 140.7 S. 40 ff.) 
wurde aufgezeigt, dass laboranalytisch keine Hinweise auf eine humorale 
Entzündungsreaktion gefunden worden sei. Mit Ausnahme eines Vitamin 
D3-Mangels hätten sich kein Vitaminmangel und kein Hinweis für eine en-
dokrinologische/metabolische Ursache oder Hinweise auf eine neoplasti-
sche Genese gezeigt. Bildmorphologisch sei in der Verlaufsbildgebung 
mittels MRI die bekannte aktivierte Facettengelenksarthrose im Bereich der 
C3/4 rechts nachgewiesen worden. Im Verlauf habe sich jedoch eher ein 
regredienter Befund bezüglich der Aktivierung und eine unveränderte fora-
minale Stenose C3/4 rechts mit möglicher Kompression C4 gezeigt. Die zur 
weiteren Abklärung einer Radikulopathie erfolgte Elektromyographie habe 
keine Hinweise für einen axonalen Schaden oder einen neurogenen Um-
bauprozess in den untersuchten Muskeln gezeigt (S. 41). 

3.1.2 Zur Abklärung einer vaskulären Genese der Schmerzen bzw. zur 
Objektivierung der Durchblutungssituation der rechten oberen Extremität 
wurde die Beschwerdeführerin an die Klinik F.________ des Spitals 
E.________ überwiesen. Im Bericht vom 11. Februar 2021 (act. II 140.7 
S. 44 ff.) legten die Ärzte der Klinik dar, für eine vaskuläre Genese gebe es 
anamnestisch, klinisch, messtechnisch bei unauffälliger arterieller Ausmes-
sung der oberen Extremitäten beidseits und auch duplexsonographisch 
keinen Hinweis (S. 46). 

3.1.3 Die Beschwerdeführerin stellte sich am 9. März 2021 zur ambulan-
ten Schmerzsprechstunde im Spital in der Klinik G.________ des Spitals 
E.________ vor. Im Bericht vom 16. März 2021 (act. II 140.7 S. 59 ff.) er-
klärte Dr. med. H.________, Facharzt für Anästhesiologie, grundsätzlich 
wäre rein aufgrund der klinischen Befunde ein CRPS (Komplexes regiona-
les Schmerzsyndrom) denkbar, müsste jedoch allenfalls als leicht bezeich-
net werden bei sehr tiefem CRPS Severity Score. Jedoch fehle das Trauma 

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in der Anamnese. Spontane Fälle würden in der Literatur zwar beschrie-
ben, seien aber wenn überhaupt als selten zu betrachten. Die allermeisten 
Fälle träten nach einem Unfall oder einer Verletzung der Extremitäten auf 
und fänden sich distal von Ellbogen und Knie. Bei der Beschwerdeführerin 
sei hingegen der ganze Arm inklusive Schulter und Nacken betroffen. Zu-
dem seien die Beschwerden initial vom Nacken und Kopf ausgehend ge-
wesen. Diese seien nun beide nicht mehr beschwerdeführend. Das inter-
mittierende komplette Verschwinden der Schmerzen nach multimodaler 
Komplextherapie sowie Steroidinjektion und das Wiederauftreten der Sym-
ptome nach Arbeitsbeginn sprächen ebenfalls gegen ein CRPS. Aus die-
sen Gründen sei die Diagnose sorgfältig zu prüfen. Erfahrungsgemäss be-
stehe eine grosse Überlappung mit funktionellen neurologischen Störun-
gen, die infolge von vermindertem Gebrauch von Extremitäten ein ähnli-
ches Bild zeigten und ein CRPS imitieren könnten. Wahrscheinlich liege 
hier ein solcher Fall vor. Differentialdiagnostisch sei an eine chronische 
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen zu denken. 
Insgesamt seien schon viele Differentialdiagnosen ausgeschlossen wor-
den. Insbesondere hätten sich keine Hinweise auf eine Spinalkanalstenose, 
eine höhergradige Wurzelkompression oder einen Plexusschaden gezeigt. 
Auch das Schultergelenk, die Befunde der Elektroneuromyographie und die 
Durchblutungsmessung zeigten sich unauffällig. Das Beschwerdeausmass 
übersteige die bisherigen somatischen Befunde klar. In der klinischen Un-
tersuchung habe die aktivierte Facettengelenksarthrose im Hintergrund 
gestanden, weswegen keine Thermoablation der Medial Branches bespro-
chen worden sei. Das ausgesprochen gute Ansprechen auf die multimoda-
le Komplextherapie und die Steroidapplikation sei vermutlich auf die physi-
kalische Behandlung sowie einen unspezifischen Steroideffekt und eventu-
ell auch auf die Pause von der Arbeit zurückzuführen. Auffallend sei der 
klare Zusammenhang zwischen Arbeit und Schmerzentstehung. In der ar-
beitsfreien Zeit nach der Rehabilitation sei die Patientin beschwerdefrei 
gewesen. Ausserdem hätten in der Untersuchung die beschriebenen Be-
schwerden exakt durch eine Triggerpunktmanipulation über dem Trapez-
muskel ausgelöst werden können. Es zeige sich zudem eine ausgeprägte 
vegetative Aktivierung mit intermittierenden Panikattacken, Palpitationen, 
Kribbelparästhesien, Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Schlafstörungen. 
Dies passe in das Bild der bereits differentialdiagnostisch vermuteten funk-

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tionellen Sensibilitätsstörung der rechten Gesichtshälfte und der ausge-
prägten Stressassoziation der Beschwerden. Letztlich bestehe der Ver-
dacht auf eine funktionelle neurologische Störung mit zusätzlichen myofas-
zialen Triggerpunkten (S. 60). 

3.1.4 Im Bericht vom 12. April 2021 (act. II 140.7 S. 62 ff.) zur kardiologi-
schen Sprechstunde im Spital I.________ erklärte Dr. med. J.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie Kardiologie, die Patientin 
weise wohl keine kardiale Ätiologie der Beschwerden auf. So sei die Ana-
mnese hierfür nicht typisch, das Risikoprofil äusserst gering und die Patien-
tin sei mit 44 Jahren eigentlich noch zu jung für eine allfällige kardiale Pa-
thologie im Sinne einer koronaren Herzkrankheit. Zudem bestünden keine 
Hinweise auf eine pulmonale Hypertonie, wobei ohnehin keine Angabe 
einer Pathologie aus dem rheumatischen Formenkreis habe gefunden wer-
den können (S. 63). 

3.1.5 Im Bericht vom 29. April 2021 (act. II 140.7 S. 82 ff.) führten die Ärz-
te der Klinik K.________ des Spitals E.________ aus, im Vordergrund ste-
he ein chronisches zervikoscapuläres Schmerzsyndrom rechts bei schwe-
rer, aktivierter Facettengelenksarthrose C3/4 rechts mit Foraminal-stenose 
C3/4 rechts und möglicher Kompression C4 foraminal. Anamnestisch be-
stehe eine Schmerzlinderung nach lokaler C3/4-Infiltration, so dass eine 
zumindest partielle radikuläre Schmerzkomponente durchaus möglich sei 
und gegebenenfalls auch eine neurochirurgische Mitbeurteilung sinnvoll 
sein könnte. Zudem fänden sich Zeichen einer neurofunktionellen Sym-
ptomausweitung in Form einer über das Schmerzausmass herausreichen-
den sakkadierten Kraftentfaltung, vor allem distal, sowie eine fleckförmige 
Hyposensibilität, keinem klaren Dermatom oder peripheren Nervengebiet 
entsprechend (S. 84). 

3.1.6 Vom 4. bis 25. Mai 2021 war die Beschwerdeführerin in der Klinik 
K.________, des Spitals E.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 
11. Juni 2021 (act. II 140.7 S. 90 ff.) informierten die Ärzte des Spitals 
E.________, dass aus psychosomatischer Sicht die Diagnose einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen zu stel-
len sei. Als somatische Komponente seien die degenerativen Veränderun-
gen der HWS zu nennen. Darüber hinausgehend fänden sich Hinweise auf 

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eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung. Für eine relevante zentral ner-
vös vermittelte Komponente sprächen die Hyperalgesie, die Phonophobie 
sowie die emotionale Reizbarkeit mit sozialer Rückzugstendenz bzw. dem 
Meiden von Menschenmassen (S. 91). 

Vom 15. Juni bis 6. Juli 2021 erfolgte ein weiterer stationärer (act. II 140.7 
S. 103 ff.) und vom 13. Oktober bis 17. Dezember 2021 ein teilstationärer 
Aufenthalt im selben Spital (act. II 140.7 S. 116 ff.). 

3.1.7 Sodann erfolgte vom 27. März bis 28. Mai 2022 ein stationärer Auf-
enthalt in der Rehaklinik L.________. Im Austrittsbericht vom 30. Mai 2022 
(act. II 140.7 S. 120 ff.) erläuterten die Ärzte der Klinik, dass formell die 
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Anteilen zu stellen sei, wobei klinisch-phänomenologisch eine an 
Intensität stark fluktuierende Schmerzdysregulationsstörung der rechten 
oberen Extremität mit zervikoscapulärer Betonung sowie Schmerzen des 
rechten Knies im Vordergrund stünden. Auf somatisch-struktureller Ebene 
sei eine aktivierte Facettengelenksarthrose C3/4 rechts mit Foraminalste-
nose und möglicher Kompression C4 beschrieben. Darüber hinausgehend 
fänden sich jedoch klare Hinweise auf das Vorliegen einer Störung der zen-
tralen Schmerzverarbeitung. Klinisch fänden sich zahlreiche an ein kom-
plexes regionales Schmerzsyndrom erinnernde Symptome (S. 123). Auffäl-
lig sei weiter die Stressmodulation der Beschwerden, die geringe Wirksam-
keit herkömmlicher (auch adjuvanter) Analgetika sowie die Tatsache, dass 
der Hauptschmerzpunkt zervikoscapulär von der Patientin als anders, „wie 
fremd“ wahrgenommen werde, was klassische Symptome zentraler 
Schmerzdysregulationsstörungen seien. Zusätzlich fänden sich Hinweise 
auf generalisierte Reizamplifikationsprozesse, wobei klammeralgometrisch 
eine unilateral (hier rechtsseitig) verstärkte Schmerzwahrnehmung impo-
niere. Zudem zeige sich eine Phonophobie, eine erhöhte emotionale Reiz-
barkeit sowie das Bild einer vegetativen Dysregulation. In diesem Kontext 
wäre auch bei den rezidivierend auftretenden, die Patientin deutlich ein-
schränkenden rechtsseitigen Knieschmerzen eine relevante perzeptive 
Schmerzkomponente – unabhängig von degenerativen Veränderungen – 
denkbar (S. 124). 

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3.1.8 Im MEDAS-Gutachten vom 20. Juli 2023 (act. II 140.1 ff.) stellten 
die Experten in interdisziplinärer Gesamtbeurteilung die folgenden Diagno-
sen (act. II 140.1 S. 11 Ziff. 4.3): 

• Präadipositas
• Lokale Varikosis am Oberschenkel rechts
• DD Spannungskopfschmerz, Migräne
• Bildmorphologische multisegmentale degenerative Veränderung zervi-

kal und lumbal, ohne aktuell assoziierten orthopädisch-neurologischen 
Störungsbefund

• Bildmorphologische Degeneration in den Akromioklavikulargelenken 
(AC-Gelenken) beidseits

• Mittelgradige depressive Episode, bei rezidivierender depressiver 
Störung (ICD-10 F33.1)

In Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit führten sie sodann aus, die 
psychiatrischen und orthopädischen Einschränkungen wirkten jeweils ei-
genständig und seien somit entsprechend eigenständig zu berücksichtigen 
(S. 12 Ziff. 4.5). Die bisherige Tätigkeit könne während 4.5 Stunden am 
Tag ausgeübt werden. Orthopädisch bedingt sei das Rendement auf 75 % 
reduziert. Insgesamt bestehe folglich eine Arbeitsfähigkeit von 37.5 %. Die 
psychiatrische Bewertung (50 % reduzierte Arbeitsfähigkeit) gelte seit Mai 
2022 und die orthopädische Bewertung (Arbeitsfähigkeit von 37.5 %) ab 
dem Begutachtungszeitpunkt (S. 12 f. Ziff. 4.6). Optimal angepasst seien 
körperlich überwiegend leichte, wechselbelastende oder überwiegend sit-
zend ausgeübte Tätigkeiten. Seit Mai 2022 bestehe aus psychiatrischer 
Sicht auch in einer solchen Tätigkeit eine auf 50 % reduzierte Arbeitsfähig-
keit. Mittels einer intensivierten psychiatrischen Behandlung sei per Ende 
des ersten Quartals 2024 eine Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit 
zu erwarten (S. 13 f. Ziff. 4.7). 

Aus allgemeininternistischer Sicht konnten keine Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (act. II 140.2 S. 36 Ziff. 7.1 
und S. 37 f. Ziff. 8.1 f.). 

Der neurologische Gutachter führte sodann aus, die angegebenen Na-
ckenschmerzen und Schmerzen am rechten Arm sowie die angegebenen 
Sensibilitätsstörungen fänden keine hinreichend wahrscheinliche organneu-
rologische Erklärung (act. II 140.3 S. 34 Ziff. 6.2). Die angegebenen Kopf-
schmerzen könnten hingegen als Spannungskopfschmerzen oder Migräne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 13

klassifiziert werden. Der Laborbefund (teils fehlender wirksamer Spiegel 
der geprüften Medikamente) spreche jedoch gegen eine erhebliche Beein-
trächtigung. Zudem seien sowohl Spannungskopfschmerzen als auch Mi-
gräne gut behandelbar und führten folglich nicht zu einer dauerhaften Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 33 Ziff. 6.1).

Im orthopädischen Teilgutachten (act. II 140.4) wurde unter anderem dar-
gelegt, aufgrund der bildmorphologisch nachgewiesenen multisegmentalen 
degenerativen Veränderungen, aktuell ohne assoziierten namhaften or-
thopädisch-neurologischen Störungsbefund, sollten aus orthopädischer 
Sicht dauerhaft körperlich mittelschwere und schwere Arbeiten sowie Arbei-
ten mit häufigen Überkopftätigkeitsanteilen vermieden werden (S. 38 Ziff. 
7.2). Da die bisherige Tätigkeit als ... im ... auch Teile körperlich schwerer 
Arbeiten und repetitiven Überkopfarbeiten beinhalten könne, bestehe in der 
bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Diese Einschätzung 
sollte mit der im Rahmen der Begutachtung diagnostizierten multilokulären 
degenerativen Veränderung am Stütz- und Bewegungsapparat gelten 
(S. 39 f. Ziff. 8.1). Zumindest in überwiegend leichten, wechselbelastend 
oder überwiegend sitzend ausgeübten Arbeiten lasse sich eine dauerhafte 
Limitation der Belastbarkeit aus orthopädischer Sicht nicht begründen (S. 
38 Ziff. 7.2). In einer solchen Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin ohne 
Leistungseinschränkungen neun Stunden am Tag arbeiten. Auch retro-
spektiv ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine dauerhafte Limitation der 
Belastbarkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit (S. 40 Ziff. 8.2). 

Der psychiatrische Gutachter stellte die Diagnose einer mittelgradigen de-
pressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.1; 
act. II 140.5 S. 25 Ziff. 6.3). In Zusammenhang mit den beklagten Schmer-
zen erläuterte er sodann, eine somatoforme Störung oder Somatisierungs-
störung liege nicht vor. So sei ein den berichteten Schmerzen zugrundelie-
gender erheblicher und unbewältigter seelischer oder psychosozialer Kon-
flikt anamnestisch nicht herauszuarbeiten, sodass das definierende Dia-
gnosekriterium der ICD-10 fehle. Zudem sei eine Diagnosestellung neben 
einer affektiven Störung nach der Codierungsrichtlinien der ICD-10 nicht 
zulässig (S. 24 Ziff. 6.1). Vor dem Hintergrund der affektiven und vegetati-
ven Beeinträchtigungen sowie der Antriebsstörung im Rahmen der affekti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 14

ven Störung sei derzeit eine erhebliche funktionelle Beeinträchtigung 
schlüssig belegt und nachzuvollziehen. Es sei eine etwa hälftig geminderte 
Arbeitsfähigkeit zu attestieren (S. 26 Ziff. 7.1). Demnach bestehe eine 
50%ige Arbeitsfähigkeit seit spätestens Mai 2022 (S. 28 Ziff. 8.1). Eine An-
passung der Tätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht notwendig und 
nicht geeignet, den Heilungsverlauf zu beschleunigen, da sich die Beein-
trächtigungen in jeder Arbeitstätigkeit zumindest gleichrangig negativ aus-
wirken müssten (S. 29 Ziff. 8.2). 

3.1.9 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin Dr. med. M.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, legte im Bericht vom 22. August 2023 
(act. IIA 145 S. 11 f.) dar, die Patientin habe Schmerzen im Nacken/Kopf 
mit Ausstrahlung in den rechten Arm, welchen sie aufgrund der Schmerzen 
kaum noch einsetzen könne. Zudem habe sie immer wieder Knieschmer-
zen. Die Beurteilung der IV-Gutachter mit der Schlussfolgerung einer 
vollständigen Arbeitsfähigkeit für Büroarbeiten entspreche nicht seinen Be-
obachtungen über die letzten Jahre. An eine Arbeit im Büro sei aufgrund 
der Schmerzsituation nicht zu denken. Von einer Heilung in sechs Monaten 
sei nicht auszugehen. Bei der Patientin habe nie ein Verdacht auf simulie-
rendes Verhalten bestanden. Viele der in den Konsilien gezogenen Schlüs-
se fussten auf nicht haltbaren Indizien. So sei zum Beispiel übersehen 
worden, dass die Rasur der Achselhöhle durch ... erfolge. Die Patientin 
werde im Haushalt und der Körperpflege massgeblich unterstützt. Es be-
stehe keine Selbstständigkeit bei alltäglichen Aktivitäten. Bereits ein kurzer 
Blick nach unten führe zu einer Schmerzprovokation. Bei genauerem Ak-
tenstudium hätte den Gutachtern ausserdem auffallen müssen, dass be-
reits mehrere Therapieversuche erfolgt seien, insbesondere auch mit trizy-
klischen Antidepressiva. Die erwartete Beschwerdefreiheit nach sechs Mo-
naten sei völlig aus der Luft gegriffen. Die depressive Symptomatik sei nur 
ein kleiner Teil der gesundheitlichen Beeinträchtigung und somit seien die 
vorgelegten Studien zum weiteren Verlauf nicht aussagekräftig. In Bezug 
auf den genannten zu geringen Medikamentenspiegel von Duloxetin sei 
darauf hinzuweisen, dass das Medikament als Therapieversuch bei einer 
Schmerzverarbeitungsstörung eingesetzt werde. Eine langsame Steigerung 
der Dosis scheine sinnvoll, da die Nebenwirkungen zusätzliche Einschrän-
kungen im Alltag der Patientin brächten. Zudem seien die therapeutischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 15

Grenzwerte in der Blutanalyse auf eine klassische Depression bezogen. 
Bei der Patientin erfolge die Therapie aber zur Schmerzreduktion. Es wer-
de nicht nur eine mittelschwere Depression behandelt, sondern auch eine 
Schmerzstörung, weshalb die Prognose aus dem psychiatrischen Konsil 
nicht stimme. Zudem werde im Gutachten auf den Austrittsbericht der Re-
haklinik L.________ verwiesen, wonach eine Verbesserung der Beschwer-
den erreicht worden sei. Dabei würden jedoch Tatsachen ausser Acht ge-
lassen. So habe die Patientin den rechten Arm weiterhin kaum bewegen 
können und mit Pregabalin, NSAR, Schmerzpflaster und Temesta eine 
ausgebaute Schmerztherapie mit deutlichen Nebenwirkungen gehabt. So-
weit eine Schmerzstörung mit einem fehlenden psychischen Trauma be-
gründet werde, sei zudem übersehen worden, dass die Patientin bereits im 
Kindesalter ... habe arbeiten müssen, kaum Freiraum gehabt habe und mit 
zehn Jahren die Schule habe verlassen müssen, um zusätzlich ... zu arbei-
ten, wobei sie das erzielte Einkommen bis zur Heirat den Eltern habe ab-
geben müssen. Danach sei sie mit einem alkoholabhängigen Mann liiert 
gewesen, welcher sie regelmässig bedroht und immer wieder psychisch 
misshandelt habe. Zudem seien auch die Untersuchungen passend zu ei-
ner Schmerzstörung. 

3.1.10 Im Bericht vom 13. September 2023 (act. IIA 145 S. 7 ff.) stellten 
Dr. med. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
O.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, die Diagnosen 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi-
sode (ICD-10 F33.1), einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1), 
einen Verdacht auf körperlichen Missbrauch in der Kindheit und Jugend 
durch massive Arbeit (ICD-10 Z62.8) sowie einen Verdacht auf ein chroni-
sches Schmerzsyndrom bei inoperablen läsionalen Ursachen (ICD-10 
F45.1). Ausserdem führten sie aus, das IV-Gutachten erscheine in der 
Anamnese und der Auswertung der Aktenlage sowie den phänomenolo-
gisch objektivierbaren Befunden in sich schlüssig. Allerdings müssten die 
Diagnose und die Prognose um nicht wesentliche Teilaspekte ergänzt wer-
den (S. 7 Ziff. 1 f.). Die Arbeitsunfähigkeit sollte aktuell auf 100 % angesetzt 
werden, damit die Patientin unter der laufenden Somato- und Psychothera-
pie lerne, mit ihren Kräften zu haushalten, sich abzugrenzen, innere Pro-
zesse und selbstzerstörerisches Verhalten zu erkennen, einzuordnen sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 16

beginne, diese teils zu verändern und abzulegen. Im späteren Verlauf 
(nach zwei Jahren spezifischer verhaltenstherapeutischer Psychotherapie) 
könne mit einem Schritt in die Arbeitswelt begonnen werden. In erster Linie 
sollten jedoch Arbeiten, welche im Vordergrund keine Verantwortung bein-
halteten, die keine Selbstständigkeit verlangten, die klar strukturiert mit 
wenig emotionalem Stress verbunden und überschaubar seien, berücksich-
tigt werden (S. 9 Ziff. 6). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei jedoch mittel- 
bis langfristig von einer ungünstigen Prognose auszugehen. Es handle sich 
um eine Patientin mit einer komplexen, komorbiden Störung. Aufgrund der 
vielschichtigen Symptomatik sei die Patientin in ihrer Leistungsfähigkeit 
dauerhaft reduziert und benötige genügend Erholungs- und Rückzugsmög-
lichkeiten. Die Patientin sei für die kommenden zwei Jahre nur beschränkt 
belastbar und insofern zu 100 % arbeitsunfähig. In einem späteren Thera-
pieverlauf und bei genügend engmaschiger Psychotherapie und mit dem 
damit verbundenen Behandlungsfortschritt hinsichtlich der starken somati-
schen Schmerzen könnte maximal eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit erreicht werden (S. 10 Ziff. 7). 

3.1.11 Im Ergebnis zur Qualitätskontrolle durch den RAD vom 11. Dezem-
ber 2023 (act. IIA 154 S. 2) informierte Dr. med. P.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, darüber, dass die interdisziplinäre versi-
cherungsmedizinische Prüfung des MEDAS-Gutachtens anhand des 
Prüfrasters der Eidgenössischen Kommission für Qualitätssicherung in der 
medizinischen Begutachtung (EKQMB) zum Thema Gutachten der MEDAS 
C.________ sowie der in Rz. 3134 des vom BSV herausgegebenen Kreis-
schreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) ausge-
führten inhaltlichen Kriterien keine gravierenden Mängel gezeigt habe. Auf 
die versicherungsmedizinischen Schlussfolgerungen im Gutachten zur Ein-
schätzung der Leistungsfähigkeit könne insofern abgestellt werden. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 17

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung – grundsätzlich (vgl. jedoch E. 3.2.3 hiernach) – volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 
135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV Nr. 71 
S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Person befassten 
Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht 
in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, 
sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine ei-
genständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich 
abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsver-
fahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 
S. 110).

3.2.3 Im Rahmen einer Qualitätsüberprüfung der Sachverständigenbeur-
teilungen der MEDAS C.________ durch die EKQMB (vgl. Art. 7p der Ver-
ordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]) wurden 32 zufällig ausgewählte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 18

poly- und bidisziplinäre Gutachten aus den Jahren 2022 und 2023 analy-
siert. Angesichts der zahlreichen festgestellten Mängel und Defizite in den 
analysierten Gutachten sowie der Nichteinhaltung der Vorgaben des BSV 
und anderer relevanter Standards (Überprüfungsbericht der EKQMB vom 
7. November 2023 [fortan Überprüfungsbericht; abrufbar unter 
<www.ekqmb.admin.ch>, Rubrik: ...]) empfahl die Kommission dem BSV, 
die Auftragsvergabe an die Gutachterstelle MEDAS C.________ zu been-
den (Empfehlung der EKQMB vom 4. Oktober 2023 [fortan Empfehlung; 
abrufbar unter <www.ekqmb.admin.ch>, Rubrik: ...]). Mit Medienmitteilung 
vom 4. Oktober 2023 (fortan Medienmitteilung; abrufbar unter 
<www.bsv.admin.ch>, Rubrik: ...) informierte das BSV darüber, dass die IV 
keine medizinischen Gutachten mehr an die MEDAS C.________ vergebe. 
In Bezug auf bereits vorliegende Gutachten wurden die IV-Stellen seitens 
des BSV angewiesen, diese einer (erneuten) Qualitätskontrolle zu unter-
ziehen, wenn im konkreten Fall noch kein rechtskräftiger Leistungsent-
scheid vorliegt (Medienmitteilung). Ausserdem ist bei den MEDAS 
C.________-Gutachten an die Beweiswürdigung strengere Anforderungen 
zu stellen und die beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit 
derjenigen bei versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrund-
lagen zu vergleichen. In solchen Fällen genügen bereits relativ geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun-
gen, um eine neue Begutachtung anzuordnen bzw. ein Gerichtsgutachten 
einzuholen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Februar 2024, 
8C_122/2023, E. 2.3). 

3.3 Entsprechend der Anweisung des BSV (vgl. E. 3.2.3 hiervor) hat der 
RAD die Expertise vom 20. Juli 2023 (act. II 140.1 ff.) während des hängi-
gen Beschwerdeverfahrens anhand der Kriterien von Rz. 3134 KSVI sowie 
des von der EKQMB empfohlenen Prüfungsrasters (Anhang 3 des Über-
prüfungsberichts) interdisziplinär evaluiert. Dr. med. P.________ hielt am 
11. Dezember 2023 das Ergebnis der Qualitätskontrolle fest und erklärte, 
es hätten sich keine gravierenden Mängel gezeigt. Auf die versicherungs-
medizinischen Schlussfolgerungen des Gutachtens zur Einschätzung der 
Leistungsfähigkeit könne insofern abgestellt werden (act. IIA 154 S. 2). 
Dieses Prüfungsergebnis befreit das Gericht indes nicht von einer sorgfälti-
gen und umfassenden medizinischen Beweiswürdigung, zumal sich die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 19

negative Feststellung lediglich auf „gravierende“ Mängel bezieht und die 
kurze Stellungnahme – entsprechend der Vorgabe von Rz. 3136 KSVI – 
keine näheren Erläuterungen enthält. 

3.3.1 Das MEDAS-Gutachten vom 20. Juli 2023 (act. II 140.1 ff.) erfüllt 
nicht nur die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen an 
eine versicherungsexterne medizinische Expertise, sondern wie vom BGer 
gefordert (vgl. E. 3.2.3 in fine hiervor) auch jene an eine versicherungsin-
terne medizinische Entscheidgrundlage, und erbringt – auch unter Berück-
sichtigung des von der EKQMB empfohlenen Prüfungsrasters im Anhang 3 
des Überprüfungsberichts – vollen Beweis (vgl. E. 3.2.1 f. hiervor). Insbe-
sondere erfolgte die Anamneseerhebung nicht nur mittels schriftlicher 
Selbstauskunft, sondern – unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers – auch 
im Rahmen der Untersuchungen, was schriftlich dokumentiert wurde (zur 
Kritik der EKQMB in Zusammenhang mit der Anamneseerhebung vgl. 
Überprüfungsbericht S. 12 ff. Ziff. 3.3). Die gutachterlichen Feststellungen 
und Ausführungen beruhen auf umfassenden fachärztlichen Abklärungen 
inklusive zahlreicher laborchemischer (Urin, Drogenscreening, Medikamen-
tenspiegel [act. II 140.2 S. 32 Ziff. 4.3.2, 140.6 S. 1 f. und S. 4]), apparati-
ver (EKG, Spirometrie [act. II 140.2 S. 32 Ziff. 4.3.2, 140.6 S. 3 und S. 5 ff.]) 
und bildgebender (MRI Schulter/Knie beidseits, HWS/BWS/LWS und Ge-
hirn [act. II 140.4 S. 33 f. Ziff. 4.3.2, 140.7 S. 1 ff.]) Zusatzuntersuchungen 
und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten (zur Kritik der EKQMB 
in Zusammenhang mit den Vorakten vgl. Überprüfungsbericht S. 11 f. 
Ziff. 3.2) sowie der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar und einlässlich begründet. Sodann flossen 
die Ergebnisse der Teilgutachten – soweit erforderlich – angemessen in die 
Gesamtbewertung ein. 

Dass Dr. med. Q.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin – so-
weit ersichtlich (<www.swiss-insurance-medicine.ch>, Rubrik: zertifizierte 
Fachpersonen > Suche zertifizierte Fachpersonen; <www....
.ch>, Rubrik: Team) – weder über ein Zertifikat des Vereins Versiche-
rungsmedizin Schweiz (Swiss Insurance Medicine, SIM) verfügt noch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 20

Chefarzt oder leitender Arzt einer Uniklinik ist (vgl. zur diesbezüglichen 
Voraussetzung Art. 7m Abs. 2 ATSV), ändert nichts am Beweiswert des 
internistischen Teilgutachtens (act. II 140.2), da das SIM-Zertifikat gemäss 
den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 3. November 2021 
(AS 2021 706) innerhalb von fünf Jahren nach dem Inkrafttreten der Ände-
rung erworben werden muss. Seine Darlegungen, wonach die Beschwer-
deführerin aus allgemein-internistischer Sicht voll arbeitsfähig sei, überzeu-
gen sowohl angesichts der erhobenen Befunde (act. II 140.2 S. 31 ff. 
Ziff. 4.3.1 f.) als auch der Tatsache, dass sich in den Akten keine internisti-
sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit findet. 

In Bezug auf die vom neurologischen Gutachter als Spannungskopf-
schmerzen oder Migräne klassifizierten Kopfschmerzen ist angesichts des 
Laborbefundes (teils fehlender wirksamer Spiegel der geprüften Medika-
mente; vgl. act. II 140.6 S. 1) und der guten Behandelbarkeit der Kopf-
schmerzen überzeugend und schlüssig, dass diesen kein massgebender 
dauerhafter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde 
(act. II 140.3 S. 33 Ziff. 6.1). Überdies liegt keine dem neurologischen Teil-
gutachten widersprechende neurologische Beurteilung in den Akten.

Namentlich mit Blick auf die in den bildgebenden Zusatzuntersuchungen 
festgestellte multisegmentale Degeneration mit Diskusbulging C3/4 sowie 
L4/5, L5/S1 mit konsekutiv neuroforaminalen sowie rezessalen Engen und 
Verdacht auf Affektion der Nervenwurzel C4 rechts sowie S2 beidseits 
(act. II 140.7 S. 3 f.) sowie der mässig bis deutlichen Degeneration in den 
AC-Gelenken (act. II 140.7 S. 1) und den im Übrigen weitgehend unauffälli-
gen Befunden (act. II 140.4 S. 28 ff. Ziff. 4.3) überzeugen auch die im or-
thopädischen Teilgutachten gestellten Diagnosen. Insbesondere wurde die 
in den Akten genannte (act. II 140.7 S. 19, S. 40 und S. 82) schwere hyper-
trophe aktivierte Facettengelenksarthrose C3/4 rechts mit hochgradiger 
discoligamentärer präforaminaler Stenose im aktuellen MRI-Befund nicht 
beschrieben (act. II 140.4 S. 36 Ziff. 6.1, 140.7 S. 3 f.) und an der diskutier-
ten Diagnose eines CRPS wurden bereits im Bericht des Spitals 
E.________ vom 16. März 2021 (act. II 140.7 S. 59 ff.) Zweifel geäussert 
(kein für das CRPS typisches Trauma, eher atypische Schmerzlokalisation, 
die initialen Schmerzen seien nicht mehr beschwerdeführend, atypisches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 21

Verschwinden der Schmerzen nach multimodaler Komplextherapie sowie 
Steroidinjektion und Wiederauftreten der Symptome nach Arbeitsbeginn [S. 
60]). Bei den erhobenen Befunden überzeugt zudem, dass die Beschwer-
deführerin in körperlich schweren und repetitiven Überkopfarbeiten – und 
demnach auch in ihrer bisherigen Tätigkeit als ... – eingeschränkt ist, und 
ihr aus orthopädischer Sicht körperlich überwiegend leichte, wechselbelas-
tend bzw. überwiegend sitzend auszuübende Tätigkeiten uneingeschränkt 
zumutbar sind (act. II 140.4 S. 39 f. Ziff. 8.1 f.). Eine dieser Leistungsfähig-
keit widersprechende orthopädische Beurteilung ist in den Akten nicht do-
kumentiert. 

Angesichts des erhobenen psychopathologischen Untersuchungsbefundes 
(generelle Ängstlichkeit mit assoziiertem Vermeidungsverhalten im Sinne 
eines sozialen Rückzuges, eine zum depressiven Pol verschobene Stim-
mung, eine eingeschränkte affektive Schwingungs- und Modulationsfähig-
keit, ein Insuffizienzerleben, ein vermindert und gehemmt wirkender Antrieb 
sowie eine zurückgenommene Psychomotorik [act. II 140.5 S. 20 ff. 
Ziff. 4.3.1]), welcher von der behandelnden Psychiaterin als schlüssig be-
zeichnet worden ist (act. IIA 145 S. 7 Ziff. 2), überzeugt zudem die vom 
psychiatrischen Gutachter gestellte Diagnose einer mittelgradigen depres-
siven Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-F33.1; 
act. II 140.5 S. 25 Ziff. 6.3). Ebenfalls ist nachvollziehbar, dass der Gutach-
ter keine somatoforme Störung diagnostizierte. So ist ein den geklagten 
Schmerzen zugrundeliegender erheblicher und unbewältigter seelischer 
oder psychosozialer Konflikt nicht aktenkundig (S. 24 Ziff. 6.1; vgl. hierzu 
auch Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1682; DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 224).

3.3.2 Was die Beschwerdeführerin gegen das Gutachten vorbringt, ver-
mag an dessen Beweiswert nichts zu ändern: 

Zwar ist richtig (zur diesbezüglichen Rüge vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. III/3 
Lemma 4), dass die Gutachter die Frage zu den Schadenminderungs-
massnahmen wohl tatsächlich nicht korrekt erfassten (act. II 140.1 S. 15 
Ziff. 4.9, 140.3 S. 37 f. Ziff. 8.4, 140.4 S. 41 f. Ziff. 8.4, 140.5 S. 32 Ziff. 8.4), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 22

ging es doch allein darum, aus ärztlicher Perspektive aufzuzeigen, welche 
medizinischen Massnahmen indiziert und zumutbar wären, um die Arbeits-
fähigkeit zu verbessern, wobei die Kompetenz zur Anordnung solcher 
Massnahmen selbstredend bei der Beschwerdegegnerin gelegen hätte 
(vgl. Art. 7 Abs. 2 IVG; Rz. 5034 ff. KSVI). Eine Rückfrage an die Sachver-
ständigen erübrigt sich indes, da als Ergebnis des strukturierten Beweisver-
fahrens aus rein rechtlicher Optik keine Arbeitsunfähigkeit resultiert, welche 
einen rentenbegründenden IV-Grad zu begründen vermöchte (vgl. E. 5 
hiernach), und damit eine Aufforderung zur Schadenminderung obsolet ist.

Soweit die Beschwerdeführerin zudem die fehlende Fremdanamnese 
(Nachfrage bei den Behandlern) bemängelt (Beschwerde S. 4 Ziff. III/4), 
verkennt sie, dass im Rahmen einer (psychiatrischen) Begutachtung 
grundsätzlich nicht eine Fremdanamnese entscheidend ist, sondern die 
klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese. Die Notwendigkeit der 
Einholung einer Fremdanamnese ist in erster Linie eine Frage des medizi-
nischen Ermessens. Auch aus den Qualitätsleitlinien für versicherungs-
psychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie 
und Psychotherapie ergibt sich in dieser Hinsicht nichts Anderes (SVR 
2019 IV Nr. 41 S. 134 E. 5.2.2.1). Vorliegend ist auch mit Blick darauf, dass 
den Gutachtern zahlreiche Berichte der Behandler vorlagen (act. II 140.7 
S. 10 ff.) und sich die Gutachter mit diesen auseinandersetzten 
(act. II 140.2 S. 36 Ziff. 7.2, 140.3 S. 32 Ziff. 6.1, 140.4 S. 35 f. Ziff. 6.1, 
140.5 S. 25 Ziff. 6.1 und S. 26 Ziff. 7.1), nicht zu beanstanden, dass sie 
keine zusätzlichen fremdanamnestischen Auskünfte einholten.

Sodann schadet der Austausch der ursprünglich vorgesehenen rheumato-
logischen durch die orthopädische Fachdisziplin (act. II 130) seitens der 
(hierfür zuständigen [Art. 44 Abs. 5 i.V.m. Abs. 1 lit. c ATSG]) Gutachter-
stelle nicht – dies entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (zur ent-
sprechenden Rüge vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. III/3 Lemma 8) –. Nach der 
Rechtsprechung kommt den Gutachtern, was die Wahl der Untersu-
chungsmethoden betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zu. Das beinhaltet 
auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen (Ent-
scheid des BGer vom 30. Januar 2015, 8C_277/2014, E. 5.2). Gegenstand 
der Rheumatologie – als Teildisziplin der Inneren Medizin – sind chronische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 23

Schmerzen des Bewegungsapparates, was unter anderem auch auf die 
Orthopädie zutrifft (Entscheid des BGer vom 10. April 2019, 9C_93/2019, 
E. 4.1.2 mit Hinweis). Die Feststellung myofaszialer Schmerzen im Rah-
men der (klinischen) Befunderhebung bzw. die Beurteilung der Auswirkun-
gen auf das funktionelle Leistungsvermögen ist vor diesem Hintergrund 
nicht der Rheumatologie vorbehalten, zumal diesen Schmerzen definitions-
gemäss gerade keine rheumatische bzw. entzündliche Ursache zugrunde 
liegt (PETER REILICH, in: REILICH/GRÖBLI/DOMMERHOLT [Hrsg.], Myofasziale 
Schmerzen und Triggerpunkte, 2. Aufl. 2018, S. 16; <https://flexikon.doc
check.com/de/Myofasziales_Schmerzsyndrom>). 

Ferner verkennt die Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 4 Ziff. III/3 Lem-
ma 7; act. IIA 145 S. 4), dass sich der orthopädische Gutachter sehr wohl 
mit der in den Vorakten erwähnten schweren hypertrophen Facettenge-
lenksarthrose C3/4 rechts mit hochgradiger diskoligamentärer präforamina-
ler Stenose auseinandersetzte (act. II 140.4 S. 36 Ziff. 6.1). Diese wurde im 
Verlaufs-MRI vom 23. März 2023 (act. II 140.7 S. 3 f.) jedoch nicht mehr 
beschrieben (vgl. auch E. 3.3.1 hiervor) und die im aktuellen Befundbericht 
genannte Degeneration der Facettengelenke auf Stufe C3/4 ist von der 
vom orthopädischen Sachverständigen gestellten Diagnose mitumfasst. 

Bezüglich der Kritik, der orthopädische Gutachter habe übersehen, dass 
sie bei der Körperpflege auf Hilfe ihrer ... angewiesen sei (Beschwerde S. 4 
Ziff. III/3 Lemma 6; act. IIA 145 S. 3 f.), ist festzustellen, dass die Be-
schwerdeführerin die entsprechende Frage mit „Rücken- und Haarwa-
schen“ beantwortete (act. II 140.4 S. 18; vgl. auch act. II 140.4 S. 7). Es 
erscheint deshalb nachvollziehbar, dass der orthopädische Gutachter an-
gab, die komplett rasierte Achselhöhle spreche gegen eine dauerhaft nam-
haft eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Arms. Selbst wenn die Ach-
selhöhle jedoch tatsächlich durch ... rasiert würde, ändert dies nichts am 
Beweiswert des Gutachtens. Denn der Gutachter begründete die festge-
stellte Diskrepanz nicht allein mit der rasierten Achselhöhle, sondern auch 
mit dem fehlenden Muskelschwund am rechten Arm, was gegen eine daue-
rhafte Schonung desselben spreche (act. II 140.4 S. 36 f. Ziff. 6.1 f.). Aus-
serdem wurden weitere Inkonsistenzen festgestellt, welche ein ähnliches 
Bild zeichnen. So hielt der orthopädische Experte eine demonstrativ anmu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 24

tende Schmerzdarbietung mit inkonstanter Schonhaltung des rechten Arms 
fest (insbesondere wurde dieser beim An- und Ausziehen der Strümpfe, 
beim Öffnen des Ärmelknopfes und beim Binden des Hosenbundes weit-
gehend normal eingesetzt [act. II 140.4 S. 28 Ziff. 4.3.1] und auch anläss-
lich der neurologischen Untersuchung gelang das An- und Auskleiden 
selbstständig und geschickt [act. II 140.3 S. 27 Ziff. 4.3.1]) und in der klini-
schen Exploration war die passive Untersuchung im Schulterbereich auf-
grund von Schmerzangabe und aktivem Gegenspann nicht adäquat mög-
lich (act. II 140.4 S. 30 Ziff. 4.3.1 sowie S. 35 Ziff. 6.1). Im Übrigen zeigten 
sich Hinweise auf eine Malcompliance bezüglich der Einnahme von Medi-
kamenten (act. II 140.1 S. 11 Ziff. 4.2, 140.5 S. 25 Ziff. 6.2, S. 26 Ziff. 7.1 
und S. 32 Ziff. 8.4, 140.6 S. 1). 

Soweit die Beschwerdeführerin überdies die vom psychiatrischen Experten 
prognostizierte Besserung der affektiven Störung mit Wiedererlangen der 
vollständigen Arbeitsfähigkeit bis Ende des ersten Quartals 2024 kritisiert 
(Beschwerde S. 3 f. Ziff. III/3 Lemma 2 f.; act. IIA 145 S. 2 Ziff. 4), ist her-
vorzuheben, dass sich der Gutachter dabei auf empirische medizinwissen-
schaftliche Erkenntnisse stützte, was er auch mittels Hinweis auf entspre-
chende Quellen offenlegte (act. II 140.5 S. 34 ff. Anhang). Ob diese natur-
gemäss mit einer gewissen Unsicherheit behaftete Prognose tatsächlich 
zutrifft, ist nicht entscheidwesentlich, werden daraus doch keine Rechtsfol-
gen abgeleitet. So ging die Beschwerdegegnerin nicht gestützt auf die gut-
achterliche Prognose von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensadaptierten Tätigkeit aus, sondern basierend auf einer Indikatoren-
prüfung (vgl. hierzu E. 4 hiernach). 

Sofern eine isolierte Betrachtung der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
(act. II 140.1 S. 12 ff. Ziff. 4.6 f.) die Zusammensetzung der attestierten 
Gesamtarbeitsunfähigkeit tatsächlich nicht restlos klären sollte (zur diesbe-
züglichen Rüge vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. III/3 Lemma 5; act. IIA 145 S. 3), 
ergibt sich dies jedenfalls ohne Weiteres aus den integrierenden Bestand-
teil bildenden Teilgutachten (act. II 140.2 ff.). Da weder auf dem internisti-
schen noch dem neurologischen Fachgebiet eine Arbeitsunfähigkeit be-
scheinigt wurde (act. II 140.2 S. 37 f. Ziff. 8.1 f., 140.3 S. 35 f. Ziff. 8.1 f.), 
sind die orthopädischen und psychiatrischen Teilgutachten (act. II 140.4 f.) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 25

massgebend, wobei zur Begründung der Gesamtarbeitsunfähigkeit erklärt 
wurde, die psychischen und orthopädischen Einschränkungen wirkten je-
weils eigenständig und seien somit eigenständig zu berücksichtigen 
(act. II 140.1 S. 12 Ziff. 4.5). Die Restarbeitsfähigkeit von 37.5 % in der 
angestammten Tätigkeit (act. II 140.1 S. 12 Ziff. 4.6) setzt sich aus der or-
thopädisch begründeten 25%igen Einschränkung des Rendements 
(act. II 140.4 S. 39 Ziff. 8.1) sowie der psychiatrisch begründeten 50%igen 
Arbeitsunfähigkeit ohne zusätzliche Leistungseinschränkung (act. II 140.5 
S. 28 Ziff. 8.1) zusammen. Die Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einer lei-
densadaptierten Tätigkeit (act. II 140.1 S. 13 Ziff. 4.7) basiert dagegen al-
lein auf der psychiatrisch begründeten 50%igen Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 140.5 S. 28 Ziff. 8.1), da sich orthopädisch unter Einhaltung des 
Zumutbarkeitsprofils keine Leistungseinschränkung ergibt (act. II 140.4 
S. 40 Ziff. 8.2). 

3.3.3 Sodann vermögen auch die mit Einwand vom 14. September 2023 
(act. IIA 145) gegen den Vorbescheid vom 9. August 2023 (act. IIA 143) ins 
Recht gelegten Berichte der behandelnden Psychiaterin vom 13. Septem-
ber 2023 (act. IIA 145 S. 7 ff.) sowie von Dr. med. M.________ vom 22. 
August 2023 (act. IIA 145 S. 11 f.) keine auch nur geringen Zweifel am 
Gutachten zu wecken. Soweit die behandelnde Psychiaterin eine Zu-
standsverschlechterung „während der IV-Abklärung“ postuliert (act. IIA 145 
S. 8 Ziff. 3), ist festzustellen, dass diese nicht durch objektive Befunde un-
termauert wird. Sodann findet sich in ihrem Bericht keine Begründung für 
die angebliche generalisierte Angststörung (act. IIA 145 S. 7 Ziff. 1) respek-
tive spricht der von ihr erhobene psychiatrische Befund (act. IIA 145 S. 9 
Ziff. 4) gegen eine Angststörung. Im Übrigen ist eine Angststörung neben 
einer depressiven Störung nicht zu diagnostizieren (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 198 f.). Weiter nahm der psychiatrische 
Gutachter zu einer möglichen somatoformen Störung in nachvollziehbarer 
Weise Stellung und begründete – wie dargelegt (vgl. E. 3.3.1 in fine hier-
vor) – schlüssig, weshalb eine solche Diagnose nicht bestätigt werden kön-
ne. Dabei würdigte er unter anderem auch die frühe Arbeitstätigkeit der 
Beschwerdeführerin in ihrem Herkunftsland sowie die Konflikte mit dem 
alkoholabhängigen Ex-Ehemann (act. II 140.5 S. 18 f. Ziff. 3.2). Abgesehen 
davon fällt die Verdachtsdiagnose eines körperlichen Missbrauchs in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 26

Kindheit und Jugend durch massive Arbeit (ICD-10 Z62.8; act. IIA 145 S. 7 
Ziff. 1) als sogenannte Z-Diagnose ohnehin nicht unter den Begriff der inva-
lidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung (vgl. 
Entscheid des BGer vom 1. Juni 2022, 8C_804/2021, E. 4.1.3 mit Hinweis). 
Zu beachten ist zudem, dass die psychiatrische Exploration von der Natur 
der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut-
achtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, 
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen 
möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte – wie vorlie-
gend – lege artis vorgegangen ist (SVR 2020 IV Nr. 69 S. 241 E. 4.1, 2018 
IV Nr. 77 S. 255 E. 6.3). Die behandelnde Psychiaterin benennt denn auch 
keine Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben sind (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 
S. 117 E. 3), sondern befindet das Gutachten bezüglich Anamnese, Aus-
wertung der Aktenlage und der phänomenologisch objektivierbaren Befun-
de als schlüssig. Soweit die behandelnde Psychiaterin sodann einräumt, 
die körperlichen Schmerzen stünden im Vordergrund (act. IIA 145 S. 8 Ziff. 
3), ist festzuhalten, dass die Beurteilung der somatischen Beschwerden 
und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht in ihren Fachbereich 
fallen (zur fachärztlichen Qualifikation vgl. Entscheid des BGer vom 15. 
November 2021, 9C_458/2021, E. 3.3 mit Hinweisen). Demnach stellt die 
behandelnde Psychiaterin bei der postulierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit 
(act. IIA 145 S. 9 Ziff. 6) unbesehen auf die subjektiven Angaben der Be-
schwerdeführerin ab, ohne dies mit objektiven Befunden nachvollziehbar zu 
untermauern. 

Der Bericht des Hausarztes Dr. med. M.________ vom 22. August 2023 
(act. IIA 145 S. 11 f.) vermag den Beweiswert des Gutachtens zudem 
schon deshalb nicht zu erschüttern, weil er die Leistungseinschränkungen 
fachfremd mit einer Schmerzstörung begründet. Eine internistische Dia-
gnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wird nicht genannt. Anzu-
merken bleibt, dass seine Erklärung in Bezug auf den zu geringen Medi-
kamentenspiegel von Duloxetin (act. IIA 145 S. 11 f.) schon deshalb fehl-
geht, weil im Gutachten ein zu geringer Medikamentenspiegel von Mirtaza-
pin und nicht von Duloxetin bemängelt wird (act. II 140.5 S. 25 Ziff. 6.2). 
Zudem ändern auch seine Rügen in Bezug auf die Kindheit und Ehe der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 27

Beschwerdeführerin, die Prognose, die Hilfe bei der Körperpflege und die 
fehlende Rückfrage bei den Behandlern – wie bereits dargelegt – nichts am 
Beweiswert des Gutachtens. Im Übrigen ist bezüglich dessen Bericht auch 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Hinzu kommt vorliegend, dass er mit 
dem als „Wiedererwägung IV Entscheid vom 23. August 2023“ betitelten 
Schreiben und der Forderung, der „Einsprache gegen den IV Entscheid […] 
sollte unbedingt statt gegeben werden“, für die Beschwerdeführerin Partei 
ergriff und damit einen eigentlichen Rollenwechsel weg von der ärztlichen 
Tätigkeit zum Parteivertreter vollzog. Damit kommt seinen Ausführungen 
von vornherein allein begrenzter Beweiswert zu (vgl. Entscheid des BGer 
vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 4.2). 

3.4 Nach dem Dargelegten erfüllt das MEDAS-Gutachten vom 20. Juli 
2023 (act. II 140.1 ff.) selbst die Anforderungen an eine versicherungsinter-
ne medizinische Entscheidgrundlage und damit die hier rechtsprechungs-
gemäss anwendbaren strengeren Vorgaben (vgl. E. 3.2.3 hiervor), so dass 
darauf abzustellen ist. Der medizinische Sachverhalt ist vor diesem Hinter-
grund hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkehrungen – 
wie in der Beschwerde beantragt – in antizipierter Beweiswürdigung ver-
zichtet werden kann (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Gestützt auf die 
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen leiteten die Gutachter ab, 
dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit aus orthopädi-
scher Sicht um 25 % und aus psychiatrischer Sicht seit Mai 2022 um 50 % 
eingeschränkt sei. Demnach bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 37.5 %. 
In einer angepassten körperlich überwiegend leichten, wechselbelastenden 
oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit bestehe seit Mai 2022 eine 
psychiatrisch bedingte Einschränkung von 50 % (act. II 140.1 S. 12 ff. 
Ziff. 4.6 f.).

Es ist nachfolgend (vgl. E. 4 hiernach) unter besonderer Berücksichtigung 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu depressiven Erkrankungen (vgl. 
BGE 148 V 49) zu prüfen, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 28

nach BGE 141 V 281 der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
50 % (act. II 140.5 S. 28 Ziff. 8.1) aus rechtlicher Sicht gefolgt werden 
kann, wobei die Beschwerdeführerin die materielle Beweislast trägt (vgl. 
E. 2.3.1 ff. hiervor).

4.

4.1 Obwohl für das verordnete Medikament Mirtazapin kein wirksamer 
Serumspiegel vorlag, führte der psychiatrische Gutachter aus, es lägen 
keine erheblichen Inkonsistenzen vor (act. II 140.5 S. 25 Ziff. 6.2). Demge-
genüber wurden im orthopädischen Gutachten diverse Diskrepanzen bzw. 
Inkonsistenzen erwähnt (act. II 140.4 S. 36 f. Ziff. 6.1 f.; vgl. auch E. 3.3.2 
hiervor). Diese stellen jedoch keine Ausschlussgründe im Sinne von BGE 
131 V 49 (vgl. E. 2.3.2 hiervor) dar. Es ist daher nachfolgend auf der zwei-
ten Ebene anhand der Standardindikatoren eine ergebnisoffene symmetri-
sche Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens vorzu-
nehmen (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Im 
Rahmen der Untersuchung konstatierte der psychiatrische Sachverständi-
ge – nebst unauffälligen Befunden – eine generelle Ängstlichkeit mit asso-
ziiertem Vermeidungsverhalten im Sinne eines sozialen Rückzuges, wobei 
phobisches Verhalten und Panikattacken verneint wurden, zudem eine zum 
depressiven Pol verschobene Stimmung, eine eingeschränkte affektive 
Schwingungs- und Modulationsfähigkeit, ein Insuffizienzerleben, ein ver-
mindert und gehemmt wirkender Antrieb sowie eine zurückgenommene 
Psychomotorik (act. II 140.5 S. 20 ff. Ziff. 4.3.1). Es ergeben sich daher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 29

keine Anhaltspunkte, die eine schwerere Ausprägung der diagnoserelevan-
ten Befunde nahelegen, als der gestellten Diagnose bereits inhärent ist 
(vgl. Entscheid des BGer vom 9. Mai 2019, 9C_755/2018, E. 4.2.1 mit Hin-
weis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 S. 425) und es kann nicht auf erhebliche 
Einschränkungen geschlossen werden.

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenzen als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Die Beschwerdeführerin 
war vom 4. bis 25. Mai 2021 und vom 15. Juni bis 6. Juli 2021 in stationärer 
und vom 13. Oktober bis 17. Dezember 2021 in teilstationärer Behandlung 
im Spital E.________, Klinik K.________ (act. II 140.7 S. 90 ff., S. 103 ff. 
und S. 116 ff.), sowie vom 27. März bis 28. Mai 2022 in stationärer Behand-
lung in der Rehaklinik L.________ (act. II 140.7 S. 120 ff.). Dabei standen 
jedoch die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen im Vorder-
grund. Seit Oktober 2022 steht sie in ambulanter psychotherapeutischer 
Behandlung (act. IIA 145 S. 7). Der psychiatrische Gutachter führte sodann 
aus, laut Medikamentenplan nehme sie ein Psychopharmakon ein, was von 
ihr jedoch nicht angegeben werde. Für das verordnete Präparat liege denn 
auch kein wirksamer Serumspiegel vor. Es sei eine Therapieintensivierung 
zu empfehlen. Dabei sollte zunächst eine wirksame medikamentöse anti-
depressive Behandlung unter einem „Therapeutic drug monitoring“ ange-
strebt werden. Weiter sollte eine Intensivierung der psychotherapeutischen 
Behandlung mit Fokus auf wirksame antidepressive psychotherapeutische 
Interventionen, inklusive eines gestuften Belastungsaufbaues, erfolgen. 
Das Wiedererlangen einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit sei etwa per En-
de des ersten Quartals 2024 zu erwarten (act. II 140.5 S. 26 f. Ziff. 7.1). 
Mithin wurden die therapeutischen Optionen bisher nicht ausgeschöpft und 
es liegt keine ausgewiesene Behandlungsresistenz vor.

Was den Indikator Komorbiditäten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) 
anbelangt, ist festzuhalten, dass die behandelnde Psychiaterin eine „Kom-
plexität des Falles mit hoher Komorbidität“ umschreibt (act. IIA 145 S. 8 
Ziff. 3). Die von ihr neben der rezidivierenden depressiven Störung genann-
ten psychiatrischen Diagnosen (act. IIA 145 S. 7 Ziff. 1) konnten im Rah-
men der Begutachtung jedoch nicht bestätigt werden (vgl. auch E. 3.3.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 30

hiervor). Die Beschwerdeführerin leidet jedoch zusätzlich an verschiedenen 
somatischen Diagnosen (act. II 140.1 S. 11 Ziff. 4.3), die zum Teil Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit haben (act. II 140.4 S. 39 f. Ziff. 8.1 f.). Eine 
Wechselwirkung zwischen den psychischen und somatischen Diagnosen 
wird allerdings nicht postuliert. Da in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus 
somatischer Sicht keine Leistungseinschränkungen bestehen, kann – wenn 
überhaupt – ohnehin höchstens von einer leichten Komorbidität ausgegan-
gen werden. Hinweise für eine wesentliche ressourcenhemmende Komor-
bidität bestehen demgegenüber nicht.

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist festzustellen, dass der psychiatrische Gutachter eine Persön-
lichkeitsstörung verneinte (act. II 140.5 S. 23 f. Ziff. 6.1).

4.2.3 In Bezug auf den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) ist festzuhalten, dass in den medizinischen Akten Rück-
zugstendenzen beschrieben werden (act. II 140.5 S. 21 Ziff. 4.3.1, 140.7 
S. 91). Ein genereller bzw. alle Lebensbereiche betreffender sozialer Rück-
zug liegt jedoch nicht vor. So lebt die Beschwerdeführerin mit ihren beiden 
... sowie ... zusammen und hat (aufgrund der räumlichen Distanz über Vi-
deocall) Kontakt zu ihren Eltern. Ausserdem hat sie zwei etwas weiter weg 
wohnende Freundinnen und unterhält sich ab und an mit einer Nachbarin. 
Überdies vermag sie neue Kontakte zu knüpfen. So lebte sie im Zeitpunkt 
der Begutachtung zwar in keiner Beziehung, hatte jedoch kurz davor je-
manden kennengelernt, bei dem sie noch nicht sicher war, wie es weiter 
geht (act. II 140.5 S. 18 f. Ziff. 3.2). Entsprechend weist denn auch der 
psychiatrische Gutachter auf eine zumindest teilweise erhaltene Ressource 
in Form von familiärer und sozialer Einbindung hin (act. II 140.5 S. 26 Ziff. 
7.1). Insgesamt hält die soziale Einbettung durchaus mobilisierende Res-
sourcen bereit.

4.3 Im Rahmen der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) 
ist mit Blick auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Ak-
tivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4.1 S. 303) Folgendes festzuhalten: Die Beschwerdeführerin schilderte 
gegenüber den Gutachtern ein bescheidenes Aktivitätenniveau im Alltag. 
Sie helfe beim Putzen der Wohnung sowie beim Waschen der Wäsche, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 31

gehe manchmal nach Draussen auf die Terrasse und gehe in die Physio- 
und Psychotherapie (act. II 140.5 S. 11 Ziff. 3.2). Ausserdem ... sie mit ... 
(act. II 140.5 S. 15 Ziff. 3.2), ... gerne, ..., wobei sie beides jeweils nicht 
lange aushalte, und pflege ihre ..., wobei sie selbst hierbei schmerzbedingt 
eingeschränkt sei. Interessen und Hobbys gehe sie kaum nach und sie 
habe „zu nichts Lust“ (act. II 140.5 S. 19 Ziff. 3.2). Der psychiatrische Gut-
achter weist neben der zumindest teilweisen sozialen Einbindung auch auf 
eine Alltagsselbstständigkeit und die Fähigkeit zur Selbstversorgung inklu-
sive des Nutzens der öffentlichen Verkehrsmittel hin (act. II 140.5 S. 26 
Ziff. 7.1). Insgesamt scheint das Aktivitätenniveau im Alltag nicht im Wider-
spruch zur gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu stehen, 
ist doch gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung auch bei einer 
50%igen Arbeitsunfähigkeit ein bestimmtes Mass an (Freizeit-) Aktivität 
zulässig (Entscheid des BGer vom 11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.4.3 
mit Hinweis). Allerdings ist in diesem Zusammenhang zu betonen, dass 
insbesondere im orthopädischen Teilgutachten zahlreiche Inkonsistenzen 
festgestellt wurden (fehlender Muskelschwund am rechten Arm, demons-
trativ anmutende Schmerzdarbietung mit inkonstanter Schonhaltung des 
rechten Arms, passive Untersuchung im Schulterbereich war aufgrund von 
Schmerzangabe und aktivem Gegenspann nicht adäquat möglich [act. II 
140.4 S. 27 f. Ziff. 4.1 und Ziff. 4.3.1 sowie S. 35 ff. Ziff. 6.1 f.]).

In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge-
wiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inanspruch-
nahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) ist 
sodann zu wiederholen (vgl. E. 4.2.1 hiervor), dass die (teil-)stationären 
Behandlungen in Zusammenhang mit den beklagten Schmerzen erfolgten. 
Eine Behandlung der depressiven Symptomatik erfolgt erst seit Oktober 
2022 (2x pro Monat psychotherapeutische Gespräche und begleitende 
psychiatrische Konsultationen [act. IIA 145 S. 7 Ziff. 1]), wobei für das ver-
ordnete Psychopharmakon kein wirksamer Serumspiegel nachgewiesen 
werden konnte (act. II 140.5 S. 22 Ziff. 4.3.2 und S. 26 Ziff. 7.1, 140.6 S. 1), 
was gegen einen hohen Leidensdruck spricht. 

4.4 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 32

gen anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich 
erstellt. Dies korreliert denn auch mit den höchstrichterlichen Grundsätzen 
zu depressiven Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (vgl. BGE 
148 V 49), die nennenswerte Interferenzen durch psychische Komorbi-
ditäten verlangen, die wie gezeigt jedoch gerade nicht vorliegen. Vor die-
sem Hintergrund ist in der ärztlicherseits diagnostizierten depressiven 
Störung aus rechtlicher Optik kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
zu erblicken. Mithin ist nicht entscheidend, ob die depressive Störung 
– wie vom psychiatrischen Gutachter angenommen (act. II 140.5 S. 26 
Ziff. 7.1) – seit Mai 2022 oder – wie von der behandelnden Psychiaterin 
postuliert (act. IIA 145 S. 8 Ziff. 3) – seit vielen Jahren besteht. 

4.5 Aufgrund des Dargelegten sind somit einzig die somatischen Be-
schwerden bzw. Leistungseinschränkungen massgebend. Demnach ist 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im März 2023 
(act. II 140.4 S. 2) in ihrer bisherigen Tätigkeit als ... 75 % und in einer an-
gepassten körperlich überwiegend leichten, wechselbelastenden oder 
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist, wobei 
sich jedenfalls hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit auch retrospektiv 
keine höheren Leistungseinschränkungen ergeben (act. II 140.4 S. 39 f. 
Ziff. 8.1 f.). 

5.

Weiter zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits-
schadens. 

Retrospektiv äusserte sich der orthopädische Gutachter explizit einzig da-
zu, dass in einer angepassten Tätigkeit nie eine höhere Arbeitsunfähigkeit 
bestand (act. II 140.4 S. 40 Ziff. 8.2). Ob in der angestammten Tätigkeit je 
eine höhere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte Arbeitsun-
fähigkeit bestand, kann jedoch offen bleiben, denn selbst wenn das Warte-
jahr (vgl. hierzu E. 2.4 hiervor) erfüllt wäre, bestünde – wie darzulegen sein 
wird – zu keinem Zeitpunkt ein rentenbegründender Invaliditätsgrad. So-
dann ist nicht ausschlaggeben, ob die Beschwerdeführerin ihre frühere 
Stelle pandemie- oder krankheitsbedingt verlor (vgl. zur diesbezüglichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 33

Rüge act. IIA 145 S. 2), denn mit Blick auf den dort erzielten Lohn von mo-
natlich Fr. 4'008.-- (inkl. 13. Monatslohn; act. II 15 S. 4 Ziff. 2.11) respektive 
jährlich Fr. 48'096.-- (12 x Fr. 4'008.--) wirkt sich der von der Beschwerde-
gegnerin als Valideneinkommen herangezogene höhere Tabellenlohn 
(Fr. 54'240.-- [act. IIA 148 S. 2]; vgl. zum Tabellenlohn beim Validenein-
kommen BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2) 
zugunsten der Beschwerdeführerin aus. Sie nahm im Übrigen keine ihr 
zumutbare Tätigkeit auf, sodass auch das Invalideneinkommen anhand des 
gleichen Tabellenlohnes zu berechnen ist (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 
143 V 295 E. 2.2 S. 297), sodass der Invaliditätsgrad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit von 0 % entspricht (vgl. in BGE 148 V 321 nicht publizierte 
E. 6.2 des Entscheides vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021). Demnach würde 
selbst ein – hier klar nicht gerechtfertigter – maximaler Abzug von 25 % 
(BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3) zu keinem rentenbegründenden 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % führen (vgl. E. 2.4 hiervor), weshalb 
sich Ausführungen zur intertemporalrechtlichen Anwendung des Pauschal-
abzuges von 10 % gemäss dem am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Art. 
26bis Abs. 3 IVV (AS 2023 635; IV-Rundschreiben Nr. 432; vgl. hierzu Be-
schwerde S. 5 Ziff. III/5) erübrigen. 

6.

Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 4. Oktober 2023 
(act. IIA 148) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwer-
de ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 34

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin – vorbehält-
lich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 7.3 hier-
nach) – zur Bezahlung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

7.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

7.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der Akten ausgewie-
sen (vgl. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 25. Oktober 2023 [in 
den Gerichtsakten] und Akten der Beschwerdeführerin zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege [act. IA]). Zudem kann das Verfahren nicht als 
von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit ei-
ner Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Mithin sind die Voraussetzungen 
für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das 
entsprechende Gesuch der Beschwerdeführerin ist gutzuheissen und es ist 
ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 35

7.3.2 Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 8. Januar 2024 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 2'110.-- (was unter Annahme eines Honoraransatzes von 
Fr. 250.-- einem Zeitaufwand von 8.44 Stunden entspricht) sowie Auslagen 
von Fr. 38.-- und die Mehrwertsteuer von Fr. 166.60 (Fr. 142.30 [7.7 % auf 
Fr. 1'848.--] zuzüglich Fr. 24.30 [8.1 % auf Fr. 300.--]), insgesamt ausma-
chend Fr. 2'314.60, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Das Honorar 
des amtlichen Anwalts ist auf Fr. 1’688.-- (8.44 h x Fr. 200.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 38.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 133.85 (Fr. 114.30 
[7.7 % auf Fr. 1'484.35] + Fr. 19.55 [8.1 % auf Fr. 241.65]), insgesamt 
ausmachend Fr. 1'859.85, festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessord-
nung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 36

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'314.60 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'859.85 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/744, Seite 37

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.