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**Case Identifier:** 3ac81f16-ec21-56d4-b3d8-dfbd4d21107c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 16.06.2021 460 2020 198 (460 20 198)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2020-198_2021-06-16.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
16. Juni 2021 (460 20 198)  
____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht  
 
 
Fahrlässige schwere Körperverletzung, fahrlässige Gefährdung durch Verletzung der 
Regeln der Baukunde  
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.),  

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  
Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Berufungsklägerin 
 
 
A.____,   
vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, Greifengasse 1,  
Postfach 1644, 4001 Basel,  
Privatkläger und Berufungskläger 

  
 
gegen 
 
 

 B.____,  
vertreten durch Advokatin Jessica Baltzer,  
Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel, 
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 
C.____,  
vertreten durch Advokat Gabriel Giess,  
Oberwilerstrasse 3, 4123 Allschwil,  
Beschuldigter und Anschlussberufungskläger 

 
 
 

 
 
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D.____,  
vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg,  
Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen,  
Beschuldigter  
 
 

Gegenstand Fahrlässige schwere Körperverletzung etc. 
(Berufungen und Anschlussberufung gegen das Urteil des  
Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 5. Juni 2020)  
 

 
 

 
A.a Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 5. Juni 2020 wurde B.____ 

der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der 

Regeln der Baukunde sowie des Führens eines Motorfahrzeuges in qualifiziert fahrunfähigem 

Zustand schuldig erklärt und ‒ als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vom 13. Februar 2015 ‒ zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

65 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse 

von CHF 500.-- (bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen im Falle schuldhafter Nicht-

bezahlung der Busse) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 125 Abs. 2 StGB, Art. 229 Abs. 2 

StGB, Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG (in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG, 

Art. 2 Abs. 1 VRV sowie Art. 2 lit. b der Verordnung der Bundesversammlung über Alkohol-

grenzwerte im Strassenverkehr), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 

StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB. Demgegenüber wurde B.____ von der Anklage 

der versuchten Begünstigung freigesprochen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass ein allfäl-

liger Widerruf des bedingten Vollzugs der am 29. Oktober 2013 von der Staatsanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, ausgesprochenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu je CHF 60.--, bei einer Probezeit von drei Jahren, zufolge Fristablaufs gemäss Art. 46 Abs. 5 

StGB ausgeschlossen ist. Die B.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kos-

ten des Vorverfahrens von CHF 2'446.65 und der Gerichtsgebühr von CHF 1'200.--, gingen in 

Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO im Umfang von 9/10 zu Lasten des Beschuldigten und im 

Umfang von 1/10 zu Lasten des Staates. Das Honorar der amtlichen Verteidigung in der Höhe 

von CHF 10'937.75 wurde ‒ unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung gemäss Art. 135 

 
 
 

 
 
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Abs. 4 StPO im Umfang von 9/10 ‒ aus der Gerichtskasse entrichtet. Auf die Begründung die-

ses Urteils ‒ sowohl in Bezug auf den Beschuldigten B.____ wie auch hinsichtlich den weiteren 

zwei Beschuldigten und des Privatklägers ‒ wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägun-

gen eingegangen; gleiches gilt für die nachfolgenden Rechtsschriften der Parteien.  

 

A.b Mit gleichem Urteil vom 5. Juni 2020 wurde der Beschuldigte C.____ von der Anklage der 

fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung 

der Regeln der Baukunde freigesprochen. Infolgedessen wurden die C.____ betreffenden Ver-

fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 2'196.65 und der Ge-

richtsgebühr von CHF 1'000.--, zu Lasten des Staates genommen. Von den Kosten der Wahl-

verteidigung ging in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO ein Betrag in der Höhe von 

CHF 17'160.75 zu Lasten des Staates. Der Antrag des Beschuldigten auf eine darüber hinaus-

gehende Parteientschädigung wurde abgewiesen.  

 

A.c Ebenfalls mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 5. Juni 2020 wurde sodann der Be-

schuldigte D.____ von der Anklage der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie der fahr-

lässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde freigesprochen. Die ihn betref-

fenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 2'196.65 und 

der Gerichtsgebühr von CHF 1'000.--, wurden ebenfalls zu Lasten des Staates genommen. Von 

den Kosten der Wahlverteidigung von D.____ ging in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO ein Betrag in der Höhe von CHF 16'327.05 zu Lasten des Staates. Der Antrag des Be-

schuldigten auf eine darüber hinausgehende Parteientschädigung wurde ebenso abgewiesen.  

 

A.d Schliesslich wurde mit nämlichem Urteil erkannt, dass die Zivilforderung des Privatklägers 

A.____ gegen den Beschuldigten B.____ auf den Zivilweg verwiesen und diejenige gegen die 

beiden Beschuldigten C.____ und D.____ abgewiesen wird. Zudem wurde dem Privatkläger per 

6. Januar 2020 die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Daniel Tschopp bewilligt und 

Letzterem ein Honorar in der Höhe von CHF 2'752.05 aus der Gerichtskasse entrichtet; dies 

unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten B.____ nach Art. 426 Abs. 4 

StPO im Umfang von CHF 1'376.05. Ausserdem wurde B.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO 

zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 5'242.10 (entsprechend der Hälfte der bis 

zum 6. Januar 2020 angefallenen Kosten von CHF 10'484.15) an den Privatkläger A.____ ver-

urteilt.  

 
 
 

 
 
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B. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 5. Juni 2020 meldete der Beschuldigte 

B.____ mit Datum vom 9. Juni 2020 die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 3. Sep-

tember 2020 begehrte B.____ was folgt: Er sei in teilweiser Abänderung des angefochtenen 

Urteils von der Anklage der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie der fahrlässigen 

Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde freizusprechen (Ziff. 1). Demnach sei 

die Zivilforderung des Privatklägers abzuweisen, eventualiter sei diese auf den Zivilweg zu ver-

weisen (Ziff. 2). Dies unter o/e Kostenfolge nach Massgabe des Durchdringens der gestellten 

Anträge, wobei dem Berufungskläger aufgrund der bewilligten amtlichen Verteidigung eine Par-

teientschädigung gemäss Aufstellung zuzusprechen sei (Ziff. 3). In seiner Berufungsbegrün-

dung vom 17. November 2020 beantragte der Beschuldigte B.____ Folgendes: Er sei in teilwei-

ser Abänderung des angefochtenen Urteils von der Anklage der fahrlässigen schweren Körper-

verletzung sowie der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde frei-

zusprechen und lediglich wegen Fahrens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand zu 

verurteilen (Ziff. 1). Es sei eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bedingt voll-

ziehbar, bei einer Probezeit von zwei Jahren, auszusprechen (Ziff. 2), und es sei die Zivilforde-

rung des Privatklägers abzuweisen (Ziff. 3). Dies unter o/e Kostenfolge nach Massgabe des 

Durchdringens der gestellten Anträge, wobei dem Berufungskläger aufgrund der bewilligten 

amtlichen Verteidigung eine Parteientschädigung gemäss Aufstellung zuzusprechen sei 

(Ziff. 4).  

 

C. Desgleichen meldete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabtei-

lung, mit Schreiben vom 10. Juni 2020 die Berufung an. In ihrer Berufungserklärung vom 

3. September 2020 brachte die Staatsanwaltschaft folgende Rechtsbegehren vor: Es sei 

B.____ unter teilweiser Abänderung bzw. Ergänzung von Ziffer I.1.a und 1.b des angefochtenen 

Urteils der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der fahrlässigen Gefährdung durch Verlet-

zung der Regeln der Baukunde, des Führens eines Motorfahrzeugs in qualifiziert fahrunfähigem 

Zustand sowie zusätzlich der versuchten Begünstigung schuldig zu sprechen und zu einer be-

dingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu jeweils CHF 100.-- sowie zu einer Bus-

se von CHF 800.-- zu verurteilen (Ziff. I). Ferner sei C.____ unter Aufhebung von Ziffer II. des 

angefochtenen Urteils der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie der fahrlässigen Ge-

fährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde schuldig zu sprechen und zu einer bedingt 

vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu jeweils CHF 150.-- sowie zu einer Busse von 

 
 
 

 
 
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CHF 3'000.-- zu verurteilen (Ziff. II). Ebenso sei der Beschuldigte D.____ unter Aufhebung von 

Ziffer III. des angefochtenen Urteils der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie der fahr-

lässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde schuldig zu sprechen und zu 

einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu jeweils CHF 280.-- sowie zu 

einer Busse von CHF 5'000.-- zu verurteilen (Ziff. III). In ihrer Berufungsbegründung vom 5. No-

vember 2020 hielt die Staatsanwaltschaft an ihren vorgebrachten Begehren fest.  

 

D. Gleichermassen meldete der Privatkläger A.____ mit Schreiben vom 12. Juni 2020 die 

Berufung an und stellte sodann in seiner Berufungserklärung vom 10. September 2020 folgen-

de Anträge: Es sei der Beschuldigte B.____ in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils wegen 

fahrlässiger schwerer Körperverletzung sowie wegen fahrlässiger Gefährdung der Regeln der 

Baukunde [recte: fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde] zu ver-

urteilen (Ziff. 1). Des Weiteren sei der Beschuldigte C.____ in Abänderung des erstinstanzli-

chen Urteils wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung sowie wegen fahrlässiger Gefähr-

dung der Regeln der Baukunde [recte: fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln 

der Baukunde] zu verurteilen (Ziff. 2). Sodann seien die beiden Beschuldigten B.____ und 

C.____ in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils in solidarischer Verbindung hinsichtlich des 

dem Privatkläger aufgrund des Unfallereignisses vom 13. Mai 2014 entstandenen Schadens 

und Genugtuungsanspruchs dem Grundsatz nach als haftpflichtig mit einer Haftungsquote von 

100 % zu verurteilen. Bezüglich der Höhe der Zivilforderung (Schadenersatz und Genugtuung) 

sei diese auf den Zivilweg zu verweisen (Ziff. 3). Dies alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der 

Beschuldigten (Ziff. 4), wobei dem Privatkläger die unentgeltliche Rechtspflege für das Beru-

fungsverfahren zu gewähren sei (Ziff. 5). In seiner (ergänzenden) Berufungsbegründung vom 

9. Dezember 2020 hielt auch der Privatkläger an seinen bereits gestellten Anträgen fest.   

 

E. Der Beschuldigte C.____ erklärte mit Eingabe vom 1. Oktober 2020 die Anschlussberu-

fung mit folgenden Anträgen: Es sei das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 5. Juni 2020 im 

Grundsatz zu bestätigen und insofern zu ändern, als ihm eine Entschädigung zufolge Geringfü-

gigkeit verweigert worden sei. Demzufolge sei ihm eine Entschädigung von CHF 110.60 für das 

erstinstanzliche Verfahren zuzusprechen. Dazu kämen die Auslagen für das Berufungsverfah-

ren, welche noch nicht beziffert werden könnten. Zudem sei ihm eine angemessene Genugtu-

ung in der Höhe von CHF 1'000.-- (zuzüglich Zins von 5 % seit dem 1. Februar 2018) zuzuspre-

chen (Ziff. 1). Demgegenüber seien die Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Privatklä-

 
 
 

 
 
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gerschaft vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 2); dies alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des 

Staates bzw. der Privatklägerschaft (Ziff. 3). Mit Datum vom 8. Dezember 2020 reichte der Be-

schuldigte C.____ seine Anschlussberufungsbegründung ein, in welcher ebenfalls er an seinen 

Begehren festhielt.   

 

F. In ihrer Berufungsantwort und Anschlussberufungsantwort vom 21. Dezember 2020 be-

gehrte die Staatsanwaltschaft unter Aufrechterhaltung ihrer eigenen Anträge die vollumfängli-

che Abweisung der Berufung des Beschuldigten B.____ wie auch die vollumfängliche Abwei-

sung der Anschlussberufung des Beschuldigten C.____.  

 

G. Der Beschuldigte B.____ beantragte in seiner Berufungsantwort vom 4. Januar 2021, es 

sei die Berufung der Staatsanwaltschaft, soweit sie ihn betreffe, unter o/e Kostenfolge vollum-

fänglich abzuweisen (Ziff. 1 und 3); entsprechend sei der Freispruch der Vorinstanz in Bezug 

auf die Anklage der versuchten Begünstigung zu bestätigen (Ziff. 2).  

 

H. Mit Eingabe vom 10. Februar 2021 reichte der Privatkläger seine Berufungsantwort zur 

Berufung des Beschuldigten B.____ ein, ohne dabei explizite Rechtsbegehren zu stellen.   

 

I. Der Beschuldigte D.____ beantragte in seiner Berufungsantwort vom 10. Februar 2021 

die Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft unter o/e Kostenfolge.  

 

J. Der Beschuldigte C.____ begehrte in seiner Berufungsantwort vom 11. Februar 2021 die 

vollumfängliche Abweisung der gegen ihn gerichteten Berufungen unter Kosten- und Entschä-

digungsfolge zu Lasten des Staates bzw. zu Lasten des Privatklägers.   

 

K. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

8. Oktober 2020 wurde festgestellt, dass der Beschuldigte D.____ weder Berufung noch An-

schlussberufung erhoben hat. Des Weiteren wurde mit nämlicher Verfügung dem Beschuldigten 

B.____ die amtliche Verteidigung mit Advokatin Jessica Baltzer für das zweitinstanzliche Ver-

fahren bewilligt. Gleichermassen wurde dem Privatkläger A.____ die unentgeltliche Rechtspfle-

ge mit Advokat Daniel Tschopp als unentgeltlichem Rechtsbeistand für das zweitinstanzliche 

Verfahren bewilligt.  

 

 
 
 

 
 
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L. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 14. Juni 2021 sind Sandra Altherr als Vertreterin 

der Staatsanwaltschaft, Advokat Daniel Tschopp als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privat-

klägers A.____, der Beschuldigte B.____ mit seiner amtlichen Verteidigerin Advokatin Jessica 

Baltzer, der Beschuldigte C.____ mit seinem Wahlverteidiger Advokat Gabriel Giess sowie der 

Beschuldigte D.____ mitsamt seiner Rechtsvertreterin MLaw Hanna Bay als Substitutin seines 

Wahlverteidigers Advokat Dr. Christian von Wartburg anwesend. Auf die von den Anwesenden 

getätigten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

 

Erwägungen  

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1  Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru-

fungsinstanz zur Beurteilung der vorliegenden drei Berufungen und der Anschlussberufung 

ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 

Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das 

Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO 

können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung 

und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die un-

vollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit 

(lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über-

prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be-

rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 

oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustel-

lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschluss-

berufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Beru-

fungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung 

des Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO und diejenige der beiden Beschuldigten sowie 

des Privatklägers in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil 

ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden 

 
 
 

 
 
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Beschuldigten und der Privatkläger berufungs- bzw. anschlussberufungslegitimiert sind, zuläs-

sige Rügen erheben und die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht 

nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf alle vier Rechtsmittel (Berufung der 

Staatsanwaltschaft, des Privatklägers und des Beschuldigten B.____ sowie Anschlussberufung 

des Beschuldigten C.____) einzutreten.  

 

1.2  

a) Gegen das erstinstanzliche Urteil haben sowohl die beiden Beschuldigten B.____ und 

C.____ als auch die Staatsanwaltschaft und der Privatkläger ein Rechtsmittel ergriffen. Dabei 

begehrt die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufung bezüglich des Beschuldigten B.____ eine zu-

sätzliche Verurteilung wegen versuchter Begünstigung und eine Erhöhung des Strafmasses, 

betreffend den Beschuldigten C.____ eine Verurteilung wegen fahrlässiger schwerer Körperver-

letzung und wegen fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde sowie 

hinsichtlich des Beschuldigten D.____ ebenfalls eine Verurteilung wegen fahrlässiger schwerer 

Körperverletzung und wegen fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Bau-

kunde. Der Privatkläger beantragt in seiner Berufung eine Verurteilung des Beschuldigten 

C.____ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und wegen fahrlässiger Gefährdung 

durch Verletzung der Regeln der Baukunde sowie eine Verurteilung der beiden Beschuldigten 

B.____ und C.____ dem Grundsatz nach zur Leistung von Entschädigung und Genugtuung in 

solidarischer Verbindung mit einer Haftungsquote von 100 %. Demgegenüber strebt der Be-

schuldigte B.____ in seiner Berufung einen Freispruch von der Anklage der fahrlässigen schwe-

ren Körperverletzung und der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Bau-

kunde sowie in deren Folge die Abweisung der Zivilforderungen des Privatklägers bzw. deren 

Verweisung auf den Zivilweg an. Der Beschuldigte C.____ schliesslich begehrt mit seiner An-

schlussberufung die Zusprechung einer zusätzlichen Entschädigung sowie von Genugtuung. 

Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vor-

gängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 

StPO).  

 

b) Namentlich nicht mehr zu prüfen sind damit: der Schuldspruch gegen den Beschuldigten 

B.____ wegen Führens eines Motorfahrzeuges in qualifiziert fahrunfähigem Zustand (Dispositiv-

Ziffer I.1.a); die Feststellung, dass ein allfälliger Widerruf des bedingten Vollzugs der am 

29. Oktober 2013 von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gegen den Beschuldigten 

 
 
 

 
 
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B.____ ausgesprochenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 60.--, bei einer Probezeit 

von drei Jahren, zufolge Fristablaufs gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB ausgeschlossen ist (Disposi-

tiv-Ziffer I.2); die Festsetzung der Entschädigung an die amtliche Verteidigerin des Beschuldig-

ten B.____, Advokatin Jessica Baltzer, im Betrag von CHF 10'937.75 (gemäss Dispositiv-Ziffer 

I.3.b); die Abweisung des Antrags des Beschuldigten D.____ auf eine über den Betrag von 

CHF 16'327.05 hinausgehende Parteientschädigung (gemäss Dispositiv-Ziffer III.2.b); die Ab-

weisung der Zivilforderung des Privatklägers A.____, soweit sie sich gegen den Beschuldigten 

D.____ richtet (Dispositiv-Ziffer IV.1); sowie die Festlegung der Entschädigung an den unent-

geltlichen Rechtsbeistand des Privatklägers A.____, Advokat Daniel Tschopp, im Betrag von 

CHF 2'752.05 (gemäss Dispositiv-Ziffer IV.2.a).  

 

 

2. Ausführungen der Parteien  

 

2.1.1 Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung ihrer Berufung im Wesentlichen Folgendes 

aus:  

 

(...)  

 

2.1.2 In ihrer Berufungsantwort legt die Staatsanwaltschaft dar:  

  

(...)  

 

2.2.1 Der Privatkläger begründet seine Berufung im Wesentlichen folgendermassen:  

  

(...) 

 

2.2.2 In seiner Berufungsantwort legt der Privatkläger dar: 

 

(...)  

 

2.3.1 Der Beschuldigte B.____ erörtert zur Begründung seiner Berufung Folgendes:   

 

 
 
 

 
 
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(...)   

 

2.3.2 In seiner Berufungsantwort tut der Beschuldigte B.____ dar:  

  

(...)  

 

2.4.1 Der Beschuldigte C.____ führt zur Begründung seiner Anschlussberufung aus:   

 

(...)  

 

2.4.2 In seiner Berufungsantwort legt der Beschuldigte C.____ dieses dar:  

  

(...)    

 

2.5 Der Beschuldigte D.____ schliesslich begründet seine Berufungsantwort so:  

  

(...)   

 

 

3.  Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachverhalt 

 

3.1  

a) Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen-

de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund ge-

wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge-

richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat-

sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (ROBERT HAUSER / 

ERHARD SCHWERI / KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 

2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Beweise frei zu würdigen heisst, Beweismittel gewissenhaft 

und unvoreingenommen auf ihre spezifische Glaubwürdigkeit und ihren individuellen Beweis-

wert hin zu beurteilen, um daraus Schlüsse auf das tatsächlich Geschehene zu ziehen. Das 

Gebot der freien Beweiswürdigung verweist damit auf die zentrale Aufgabe der Strafbehörden, 

die historischen Fakten zu ermitteln. Das Gericht darf die Beurteilung dessen, was tatsächlich 

 
 
 

 
 
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vorgefallen ist, nicht nach generell-abstrakten Vorgaben, sondern nur frei, in Berücksichtigung 

der konkreten Umstände des Einzelfalls und nach pflichtgemässem Ermessen vornehmen. Es 

gibt keinen "numerus clausus" der Beweismittel. Alle zulässigen und verwertbaren Beweismittel 

sind formell gleichrangig; Überzeugungskraft entfalten sie einzig im Umfang ihrer inneren Auto-

rität (THOMAS HOFER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, 

Basel 2014, N 47 ff. zu Art. 10 StPO, mit Hinweisen).  

 

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV 

(bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" 

bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdigungsregel besagt 

die Maxime ausserdem, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschul-

digten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Be-

weiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte 

zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil 

solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich 

um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der 

objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Der 

"In-dubio"-Grundsatz findet auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie 

gegebenenfalls zu würdigen sind, keine Anwendung. So stellt das Gericht bei sich widerspre-

chenden Beweismitteln nicht unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis ab. 

Der fragliche Grundsatz wird erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts 

notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdi-

gung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f., mit Hinweisen; 

BGer 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.2.2; 6B_910/2019 vom 15. Juni 2020 E. 2.3.3; 

6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1; je mit Hinweisen).  

 

c) Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die 

Behörden die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-

lich hören, prüfen und in der Entscheidfindung berücksichtigen. Die Behörde darf sich auf die 

wesentlichen Gesichtspunkte und Leitlinien beschränken und braucht sich nicht mit jedem 

sachverhaltsdienlichen oder rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen (BGE 137 II 266 E. 3.2, 

 
 
 

 
 
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mit Hinweisen; BGer 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.5). Mit Blick auf die Prozessökonomie 

erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche 

Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verwei-

sen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche 

Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (DANIELA 

BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, in: Zürcher Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, N 10 zu Art. 82 StPO).  

 

3.2   

a) Bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts sind insbesondere folgende Be-

weise und Indizien zu würdigen: Die Aussagen des Beschuldigten B.____ anlässlich der Ein-

vernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2016 (act. 753 ff.), anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme mit den beiden Mitbeschuldigten durch die Staatsanwaltschaft vom 

5. Februar 2019 (act. 859 ff.), anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem Privatkläger 

durch die Staatsanwaltschaft vom 6. Mai 2019 (act. 889 ff.), anlässlich der Einvernahme durch 

die Staatsanwaltschaft vom 28. Mai 2019 (act. 943 ff.), anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-

verhandlung vom 4. und 5. Juni 2020 (act. S 327 ff.) und anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Protokoll KG), diejenigen des Beschuldigten C.____ anlässlich der Einvernahme durch die 

Staatsanwaltschaft vom 14. Mai 2018 (act. 809 ff.), anlässlich der Konfrontationseinvernahme 

mit den beiden Mitbeschuldigten durch die Staatsanwaltschaft vom 5. Februar 2019 

(act. 859 ff.), anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 4. und 5. Juni 2020 

(act. S 327 ff.) sowie anlässlich der Berufungsverhandlung (Protokoll KG), die Depositionen des 

Beschuldigten D.____ anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 18. Mai 

2018 (act. 839 ff.), anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit den beiden Mitbeschuldigten 

durch die Staatsanwaltschaft vom 5. Februar 2019 (act. 859 ff.), anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung vom 4. und 5. Juni 2020 (act. S 327 ff.) sowie anlässlich der Berufungsver-

handlung (Protokoll KG), die Depositionen des Privatklägers als Auskunftsperson anlässlich der 

Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 2. Februar 2018 (act. 773 ff.) und anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten B.____ durch die Staatsanwaltschaft vom 

6. Mai 2019 (act. 889 ff.), das Schreiben von C.____ an den Rechtsvertreter des Privatklägers 

vom 13. Februar 2015 (act. 837), der Unfallrapport der SUVA vom 2. Juli 2014 (act. 421 f.), 

Stellungnahmen der SUVA vom 19. Juli 2018 (act. 495 ff.) und vom 14. März 2019 (act. 517 f.) 

sowie schliesslich zahlreiche medizinische Berichte des Universitätsspitals Basel, Traumatolo-

 
 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gie (act. S 113 ff.). Nicht vorhanden ist insbesondere ein Polizeibericht zum Unfallgeschehen, 

da diese nicht beigezogen worden ist.   

 

b) Im Hinblick auf die tatsächliche Ermittlung des massgeblichen Sachverhalts wird ‒ unter 

Beachtung der vorgängig dargelegten Maxime "in dubio pro reo" ‒ gestützt auf die Anklage-

schrift der Staatsanwaltschaft vom 2. September 2019 und grundsätzlich dem systematischen 

Aufbau des angefochtenen Urteils und den Erwägungen des Strafgerichts folgend bei der spezi-

fischen Prüfung der konkreten Anklagepunkte unter Würdigung der diesbezüglichen Darlegun-

gen der Parteien im Einzelnen auf die rechtserheblichen Beweise und Indizien eingegangen.  

  

 

4. Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung 

 

4.1  

a) Nach Art. 125 StGB wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt (Abs. 1). 

Ist die Schädigung schwer, so wird der Täter von Amtes wegen verfolgt (Abs. 2). Schwer ist die 

Körperverletzung, wenn sie dem objektiven Tatbestand von Art. 122 StGB entspricht (STEFAN 

TRECHSEL / CHRISTOPHER GETH, in: Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / St. Gallen 2021, N 3 zu Art. 125 StGB, mit Hinweisen). 

Eine schwere Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB begeht, wer einen Menschen lebensge-

fährlich verletzt, wer den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt 

oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsun-

fähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend ent-

stellt, oder wer eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geisti-

gen Gesundheit eines Menschen verursacht. Bei der lebensgefährlichen Verletzung muss die 

Lebensgefahr eine unmittelbare sein. Es muss ein Zustand herbeigeführt worden sein, in dem 

sich die Möglichkeit des Todes dermassen verdichtet, dass sie zur ernstlichen und dringlichen 

Wahrscheinlichkeit geworden ist. Die Lebensgefahr muss die Folge der Verletzung selbst, nicht 

der Verletzungsmethode sein (ANDREAS ROTH / ANNE BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, Straf-

recht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 5 ff. zu Art. 122 StGB, mit Hinweisen).   

 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

b) Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 

nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der 

Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen 

Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Gestützt auf Art. 11 Abs. 1 StGB kann ein 

Verbrechen oder Vergehen auch durch pflichtwidriges Untätigbleiben begangen werden. Nach 

Abs. 2 von Art. 11 StGB bleibt pflichtwidrig untätig, wer die Gefährdung oder Verletzung eines 

strafrechtlich geschützten Rechtsgutes nicht verhindert, obwohl er aufgrund seiner Rechtstel-

lung dazu verpflichtet ist, namentlich auf Grund: des Gesetzes (lit. a); eines Vertrages (lit. b); 

einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemeinschaft (lit. c); oder der Schaffung einer Gefahr 

(lit. d). Ein Schuldspruch wegen Fahrlässigkeit (vgl. zum Ganzen BGer 6B_280/2018 vom 

24. Oktober 2018 E. 3.4 sowie 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 3.1) setzt voraus, dass 

der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Ein Verhalten ist 

sorgfaltswidrig, wenn der Täter im Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner 

Kenntnisse und Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen kön-

nen und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. 

Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der Unfallverhü-

tung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, in erster Linie 

nach diesen Vorschriften (BGE 143 IV 138 E. 2.1). Fehlen solche, kann auf Regeln privater o-

der halbprivater Vereinigungen oder auf allgemeine Rechtsgrundsätze, wie etwa den allgemei-

nen Gefahrensatz, abgestellt werden (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 193 E. 7.2; 130 IV 7 E. 3.3; 

127 IV 62 E. 2d; 118 IV 130 E. 3a; je mit Hinweisen). Die zum Erfolg führenden Geschehensab-

läufe müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar 

sein. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das 

Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Le-

bens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die 

Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschul-

den des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mit-

ursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht hat gerechnet werden müssen und die derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erschei-

nen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten der beschul-

digten Person – in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 131 IV 145 E. 5.1; 130 IV 7 

E. 3.2; 127 IV 62 E. 2d; je mit Hinweisen). Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige 

Verhalten des Täters zurückzuführen ist, wird weiter vorausgesetzt, dass der Erfolg vermeidbar 

 
 
 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gewesen ist. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg 

bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs 

genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlich-

keit die Ursache des Erfolgs gebildet hat (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 130 IV 7 E. 3.2; je mit Hinwei-

sen). Bei einem Unterlassungsdelikt (Art. 11 StGB) ist der hypothetische Kausalzusammenhang 

zwischen Unterlassung und Erfolg anzunehmen, wenn bei Vornahme der gebotenen Handlung 

der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre. Die blosse Mög-

lichkeit des Nichteintritts des Erfolgs bei Vornahme der gebotenen Handlung reicht zur Beja-

hung dieses hypothetischen Zusammenhangs nicht aus (BGE 117 IV 130 E. 2a; 116 IV 182 

E. 4a; 115 IV 189 E. 2; BGer 6B_800/2010 vom 24. Februar 2011 E. 6; je mit Hinweisen). Ob 

ein hypothetischer Kausalzusammenhang gegeben ist, betrifft eine Tatfrage, sofern die ent-

sprechende Schlussfolgerung auf dem Weg der Beweiswürdigung aus konkreten Anhaltspunk-

ten getroffen worden ist und nicht ausschliesslich auf allgemeiner Lebenserfahrung beruht (vgl. 

BGE 132 V 393 E. 3.3; 127 III 453 E. 5d mit Hinweisen; BGer 6B_342/2012 vom 8. Januar 2013 

E. 6.3 und 6B_779/2009 vom 12. April 2010 E. 3.3.2).  

 

c) Gestützt auf Art. 328 Abs. 2 OR (wonach der Arbeitgeber zum Schutz von Leben, Ge-

sundheit und persönlicher Integrität der Arbeitnehmenden die Massnahmen zu treffen hat, die 

nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen 

des Betriebes angemessen sind, soweit es ihm billigerweise zugemutet werden kann) sowie 

Art. 82 Abs. 1 UVG (wonach der Arbeitgeber zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufs-

krankheiten alle Massnahmen zu treffen hat, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem 

Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind) ist der Ar-

beitgeber verpflichtet, Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen zu ergreifen. Diese 

Pflicht begründet eine grundsätzliche Garantenstellung des Arbeitgebers. Ferner sind Perso-

nen, welche im Rahmen der Leitung oder Ausführung von Bauwerken Gefahren schaffen, an-

gehalten, für ihren Verantwortungsbereich die Sicherheitsregeln einzuhalten (sogenannte Ga-

rantenstellung aus Ingerenz). Für die auf dem Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften sind 

insbesondere die Verordnung vom 29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Gesundheits-

schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV) und die Verordnung 

vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) mass-

gebend. Zu den Aufgaben der Bauleitung zählen die Koordination und Überwachung der ge-

samten Bauarbeiten. Sie muss die durch die Umstände gebotenen Sicherheitsvorkehrungen 

 
 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

anordnen und generell für die Einhaltung der anerkannten Regeln der Baukunde sorgen. Die 

Bauleitung muss die Bauarbeiter sorgfältig auswählen, ihnen die notwendigen Anleitungen er-

teilen und sie überwachen. Wesentliche Entscheide hat sie selber zu treffen. Eine Pflicht zur 

permanenten Überwachung erfahrener Mitarbeiter besteht hingegen nicht (BGer 1C_4/2012 

vom 19. April 2012 E. 5.3; 6B_566/2011 vom 13. März 2012 E. 2.3.3; 6B_1016/2009 vom 

11. Februar 2010 E. 5.2; je mit Hinweisen).  

 

d) Nach Art. 3 Abs. 1 VUV muss der Arbeitgeber zur Wahrung und Verbesserung der Ar-

beitssicherheit alle Anordnungen erteilen und alle Schutzmassnahmen treffen, die den Vor-

schriften dieser Verordnung und den für seinen Betrieb zusätzlich geltenden Vorschriften über 

die Arbeitssicherheit sowie im Übrigen den anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsme-

dizinischen Regeln entsprechen. Können Unfall- und Gesundheitsgefahren durch technische 

oder organisatorische Massnahmen nicht oder nicht vollständig ausgeschlossen werden, so 

muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmern zumutbare und wirksame persönliche Schutzausrüs-

tungen wie Schutzhelme, Haarnetze, Schutzbrillen, Schutzschilde, Gehörschutzmittel, Atem-

schutzgeräte, Schutzschuhe, Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Schutzgeräte gegen Absturz 

und Ertrinken, Hautschutzmittel sowie nötigenfalls auch besondere Wäschestücke zur Verfü-

gung stellen. Er muss dafür sorgen, dass diese jederzeit bestimmungsgemäss verwendet wer-

den können (Art. 5 Abs. 1 VUV). Gemäss Art. 6 Abs. 1 VUV sorgt der Arbeitgeber dafür, dass 

alle in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der dort tätigen Arbeitnehmer 

eines anderen Betriebes, ausreichend und angemessen informiert und angeleitet werden über 

die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die Massnahmen der Arbeitssicher-

heit. Gestützt auf Art. 6 Abs. 3 VUV sorgt der Arbeitgeber dafür, dass die Arbeitnehmer die 

Massnahmen der Arbeitssicherheit einhalten. Die Norm von Art. 7 VUV beinhaltet, dass der 

Arbeitgeber, welcher einen Arbeitnehmer mit bestimmten Aufgaben der Arbeitssicherheit be-

traut hat, diesen in zweckmässiger Weise aus- und weiterbilden sowie ihm klare Weisungen 

und Kompetenzen erteilen muss (Abs. 1). Ausserdem entbindet die Übertragung solcher Auf-

gaben an einen Arbeitnehmer den Arbeitgeber nicht von seinen Verpflichtungen zur Gewähr-

leistung der Arbeitssicherheit (Abs. 2). Nach Art. 17 VUV sind Dächer, die aus betrieblichen 

Gründen oft betreten werden müssen, so zu gestalten, dass sie von den Arbeitnehmern sicher 

begangen werden können (Abs. 1). Bevor andere Dächer betreten werden, sind Massnahmen 

zu treffen, die den Absturz von Arbeitnehmern verhindern (Abs. 2). Art. 8 Abs. 1 BauAV legt 

fest, dass die Arbeitsplätze sicher und über sichere Verkehrswege zu erreichen sein müssen. 

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Nach Art. 8 Abs. 2 BauAV gehören zur Gewährleistung der Sicherheit der Arbeitsplätze und 

Verkehrswege insbesondere folgende Massnahmen gemäss lit. a-h: unter anderem sind Ab-

sturzsicherungen im Sinne der Artikel 15-19 anzubringen (lit. a). Ferner sind bei nicht durch-

bruchsicheren Flächen, Bauteilen und Abdeckungen Abschrankungen anzubringen oder andere 

Massnahmen zu treffen, damit sie nicht versehentlich begangen werden; nötigenfalls sind sie 

mit tragfähigen Abdeckungen oder Laufstegen zu überbrücken (lit. b). Ausserdem sind be-

schränkt durchbruchsichere Flächen als solche zu kennzeichnen (lit. c). Gemäss Art. 19 Abs. 1    

BauAV gilt, dass dort, wo das Anbringen eines Seitenschutzes nach Artikel 16 oder eines Ge-

rüstes nach Artikel 18 technisch nicht möglich oder zu gefährlich ist, Fanggerüste, Auffangnetze 

oder Seilsicherungen zu verwenden oder gleichwertige Schutzmassnahmen zu treffen sind. Bei 

Arbeiten, die gesamthaft pro Dach weniger als zwei Personenarbeitstage dauern und bei denen 

die Absturzhöhe mehr als drei Meter beträgt, genügen bei Dachneigungen bis 40° Massnahmen 

nach Artikel 19 (Art. 32 Abs. 1 lit. a BauAV). Des Weiteren bestimmt Art. 33 BauAV, dass vor 

Beginn der Arbeiten abzuklären ist, ob die Dachflächen durchbruchsicher sind (Abs. 1). Kann 

nicht nachgewiesen werden, dass die Dachflächen durchbruchsicher oder beschränkt durch-

bruchsicher sind, so müssen die entsprechenden Massnahmen nach Art. 35 BauAV getroffen 

werden (Abs. 2). Gemäss Art. 35 Abs. 1 BauAV ist das Arbeiten auf nicht durchbruchsicheren 

Dachflächen nur von Laufstegen aus gestattet, und soweit das Anbringen von Laufstegen tech-

nisch nicht möglich oder unverhältnismässig ist, sind ab einer Absturzhöhe von drei Metern Auf-

fangnetze oder Fanggerüste zu montieren. Sind Arbeiten in der Nähe von nicht durchbruchsi-

cheren Dachflächen auszuführen, so sind diese gegenüber den Arbeitsbereichen abzuschran-

ken oder durchbruchsicher abzudecken (Art. 35 Abs. 2 BauAV).  

 

4.2   

a) Die Vorinstanz hat den Beschuldigten B.____ der fahrlässigen schweren Körperverlet-

zung schuldig gesprochen und dies hauptsächlich damit begründet, dass dieser im Umgang mit 

der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz geschult gewesen sei und ihm die erforderli-

che Ausrüstung zur Verfügung gestanden habe, welche er jedoch nicht verwendet habe. Er 

habe ferner gewusst, dass A.____ am Boden hätte bleiben sollen. Dennoch habe er es 

schliesslich zugelassen, dass A.____ auf das Gerüst gestiegen sei und oberhalb des nicht 

duchbruchsicheren Glasdachs in einer Höhe von viereinhalb Metern auf Schaltafeln, welche auf 

den Trägern des Glasdachs aufgelegen hätten, ungesichert Arbeiten verrichtet habe. Die Funk-

tion von B.____ habe am 13. Mai 2014 darin bestanden, dass er im Zweierteam, welches aus 

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ihm und A.____ bestanden habe, Gruppenchef mit Weisungsbefugnis gewesen sei. Sein im 

Vergleich zu A.____ offenbar höherer Lohn sei Ausdruck seiner erhöhten Verantwortung. In 

seiner Funktion habe er zumindest für die Umsetzung der Instruktionen des Bauführers zu sor-

gen gehabt, insbesondere bezüglich der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen. Wenn zu 

Gunsten von B.____ angenommen werde, dass ihn C.____ nicht hinreichend instruiert habe, 

ändere dies nichts daran, dass B.____ um die Sicherungspflicht im Bereich oberhalb des Glas-

dachs gewusst habe. Dennoch habe er die Seilsicherung nicht verwendet und das Gerüst in 

einer Weise abgebaut, welche eine Seilsicherung im Bereich oberhalb des Glasdachs nicht zu-

gelassen habe. Als A.____ aus eigenem Antrieb auf das Gerüst in den Bereich oberhalb des 

Glasdachs hochgekommen sei, habe dies B.____ zugelassen, obschon er gewusst habe, dass 

A.____ gemäss Weisung des Bauführers das Gerüst nicht hätte betreten dürfen. Spätestens ab 

diesem Zeitpunkt habe der Entscheid über den Verzicht der Sicherheitsmassnahmen nicht nur 

B.____ selbst, sondern auch A.____ betroffen. Die pflichtwidrig erfolgte Einwilligung von 

B.____, dass A.____ Arbeiten oberhalb des Glasdachs verrichtet habe, und dies zudem ohne 

die erforderliche Seilsicherung, habe kausal zum Unfall und zu den entsprechenden Verlet-

zungsfolgen geführt. Dass sich ein solcher Unfall mit derartigen Verletzungsfolgen ereignen 

könne, sei nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

aus Sicht von B.____ voraussehbar gewesen, insbesondere angesichts der fehlenden Absturz-

sicherung. Eine plötzliche Unaufmerksamkeit oder Ablenkung, welche zu einem Fehltritt und 

einem Absturz führen könne, habe er nicht ausschliessen können. Je nach Art der Ablenkung 

könne zwar in Betracht fallen, dass die abgelenkte Person eine Mitursache für den Absturz bei-

getragen habe, jedoch sei darin nicht ein Unterbruch des Kausalverlaufs zu sehen. Der Absturz 

und die dadurch entstandenen Verletzungsfolgen seien vermeidbar gewesen. B.____ hätte 

hierfür an der Weisung festhalten müssen, dass A.____ nicht auf das Gerüst habe steigen und 

oberhalb des Glasdachs arbeiten dürfen. Somit seien die Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt 

und B.____ sei, wie eingangs erwähnt, der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig zu 

erklären.  

 

b) Demgegenüber vertritt der Beschuldigte B.____, wie bereits vorgängig dargelegt (vgl. 

oben E. 2.3.1), zusammengefasst die Auffassung, es sei festzuhalten, dass er zum Unfallzeit-

punkt weder über eine besondere Schulung verfügt habe noch vor Ort von C.____ entspre-

chend instruiert worden sei. Die Schlussfolgerung, er hätte auch ohne besondere Ausbildung 

oder Schulung und ohne Instruktion durch den Sicherheitsverantwortlichen aus eigener Kennt-

 
 
 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nis wissen müssen, dass aufgrund der konkreten Absturzhöhe eine Seilsicherung erforderlich 

gewesen wäre, sei nicht nachvollziehbar. Zweifelhaft sei ferner, welche konkrete Funktion er 

tatsächlich ausgeübt habe bzw. ob er überhaupt weisungsbefugt gegenüber dem Privatkläger 

gewesen sei. Vielmehr habe es in der Verantwortung des Sicherheitsbeauftragten gelegen, die 

Arbeiter genügend zu instruieren, um derartige Unfälle zu vermeiden, was aber vorliegend nicht 

geschehen sei.  

 

c) Die Staatsanwaltschaft wiederum ist der Ansicht, es sei erstellt, dass B.____ am Unfalltag 

als Gruppenführer zum Einsatz gekommen und gegenüber dem Privatkläger weisungsbefugt 

gewesen sei. Auch habe B.____ angegeben, gewusst zu haben, dass man sich ab einer Höhe 

von drei bis vier Metern gegen Absturz sichern müsse. Entsprechend habe er es verstanden, 

dass das Betreten des Laufstegs ohne Schutz gegen einen seitlichen Absturz vorschriftswidrig 

gewesen sei. Da eine solche Sicherung offensichtlich nicht vorhanden gewesen sei, hätte er 

den Privatkläger nicht auffordern dürfen, den Laufsteg zu betreten, bzw. hätte er dies nicht zu-

lassen dürfen. Hierin liege der strafrechtlich relevante Vorwurf an den Beschuldigten B.____ 

(vgl. oben E. 2.1.2).  

 

d)  Der Privatkläger legt im Wesentlichen dar, es sei unbestritten und erstellt, dass die Be-

schuldigten B.____ (als Vorgesetzter und Gruppenchef von A.____) sowie C.____ (als Sicher-

heitschef der Firma D.____ AG) am Unfalltag keinerlei Sicherheitsvorkehrungen gegen einen 

Absturz angeordnet bzw. sogar bewusst darauf verzichtet hätten, obwohl Arbeiten in über vier 

Metern Höhe ausgeführt worden seien. Dass dieses Verhalten im vorliegenden Fall zu einem 

Sturz mit schweren Verletzungen während der Verrichtung von Arbeiten geführt habe, sei eben-

falls ausgewiesen. Wie genau sich der Sturz letztendlich zugetragen habe, erscheine unter die-

sen Umständen zweitrangig. Bezüglich der Sicherungsmassnahmen gegen einen Absturz habe 

sich die SUVA in der Zwischenzeit wiederholt mehr als deutlich geäussert und dargelegt, dass 

die geltenden Sicherheitsvorschriften verletzt worden seien (vgl. oben E. 2.2.2).   

 

e) In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten B.____ zur Last gelegt, er habe als gegen-

über A.____ weisungsbefugter Gruppenführer gewusst, dass die Normen der Arbeitssicherheit 

auf der Baustelle an der E.____strasse in X.____ nicht eingehalten worden seien und ungeach-

tet des nicht durchbruchsicheren Glasdachs keinerlei Absturzsicherung vorhanden gewesen 

sei, und dennoch den unerfahrenen A.____ unter Nichtbeachtung der vorstehend beschriebe-

 
 
 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nen Sorgfaltspflichten aufgefordert, die als Laufsteg und Gerüstabstellbasis dienenden und ge-

genüber dem Glasdach nicht abgeschrankten Schaltafeln ungesichert zu betreten bzw. er habe 

es zugelassen, dass dieser den Laufsteg ungesichert betreten habe. A.____ sei in der Folge 

aufgrund eines Fehltritts durch das nicht durchbruchsichere Glasdach aus einer Höhe von ca. 

4,50 Metern auf den Boden gestürzt. Infolge seiner Arbeitserfahrung als Gerüstbauer seien für 

B.____ die Gefahr eines Fehltritts sowie eines Sturzes durch das nicht durchbruchsichere 

Glasdach bei ungenügender Sicherung gegen Absturz und das dadurch herbeigeführte Risiko 

von schweren Verletzungen eines Menschen individuell vorhersehbar und aufgrund seines 

Weisungsrechts gegenüber A.____ auch vermeidbar gewesen.  

 

Die Sorgfaltspflichten des Beschuldigten B.____ werden in der Anklageschrift folgendermassen 

geschildert: Der auf der Baustelle an der E.____strasse in X.____ am Unfalltag als Gruppenfüh-

rer eingesetzte Beschuldigte sei aufgrund seiner Stellung als gegenüber A.____ weisungsbe-

fugter und erfahrener Vorgesetzter für die Einhaltung der aufgrund der konkreten Situation gel-

tenden Vorschriften der BauAV und die Gewährleistung der Arbeitssicherheit zuständig gewe-

sen.  

 

f)  

aa) Bei der konkreten Würdigung des inkriminierten Tatbestandes in Bezug auf den Beschul-

digten B.____ ist zu erwägen, dass die von ihm vorgebrachten Rügen nicht geeignet sind, die 

ihn betreffenden Erwägungen der Vorinstanz und insbesondere deren Schlussfolgerungen um-

zustossen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Privatkläger führen zutreffend aus, dass 

B.____ am Unfalltag als Gruppenführer zum Einsatz gekommen und als solcher gegenüber 

dem Privatkläger weisungsbefugt gewesen ist. Auch hat B.____ gewusst, dass man sich ab 

einer Höhe von drei bis vier Metern gegen Absturz sichern muss, womit er es auch verstanden 

hat, dass das Betreten des Laufstegs ohne Schutz gegen einen Absturz vorschriftswidrig gewe-

sen ist. Da eine solche Sicherung offensichtlich nicht vorhanden gewesen ist, hätte er folglich 

den Privatkläger nicht auffordern dürfen, den Laufsteg zu betreten, bzw. hätte er dies nicht zu-

lassen dürfen. Hierzu im Einzelnen was folgt:  

 

bb) In Bezug auf die hierarchische Stellung von B.____ am 13. Mai 2014 am Arbeitsort an der 

E.____strasse in X.____ ist gestützt auf die Aussagen des Bauführers C.____ davon auszuge-

hen, dass dieser am Unfallort zum massgeblichen Zeitpunkt der direkte Vorgesetzte des Privat-

 
 
 

 
 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

klägers gewesen ist. So hat C.____ anlässlich der Einvernahme vom 14. Mai 2018 auf die Fra-

ge, "welche Ausbildung benötigt man als Vorarbeiter?" ausgeführt: "Das kennen wir bei uns in 

der Firma nicht. Wir haben Chefmonteur, das war er aber nicht. Dazu benötigt man eine Ausbil-

dung. B.____ war aber nicht Chefmonteur. Er war Gruppenchef. Als Gruppenchef braucht er 

keine Ausbildung. Er hat sich die Ausbildung durch 4 Jahre Erfahrung angeeignet. Er machte 

stets eine richtig gute Arbeit." Weiter hat C.____ auf die Frage, "welche Anweisungen und In-

struktionen haben Sie A.____ gegeben?" ausgesagt: "Gar keine. Das macht der B.____, denn 

er ist auf der Baustelle sein Vorgesetzter. Ich habe ihm lediglich gesagt, dass er nicht auf das 

Gerüst darf, da er zu wenig Erfahrung auf dem Bau habe. Andernfalls müsse er den Anweisun-

gen von B.____ folgen, welcher auf der Baustelle Gruppenchef war." Der Beschuldigte selbst 

hat trotz anfänglichen Bestreitens diese Einschätzung ausdrücklich anerkannt. So hat er anläss-

lich der Einvernahme vom 16. Dezember 2016 die Frage, "durften Sie A.____ Weisungen ge-

ben, ihm sagen, was er tun muss?" mit: "Ja.", und diejenige, "wer war auf der Baustelle derjeni-

ge, welcher die Weisungen geben durfte?" mit: "Ja, das war schon ich. Das ist so." beantwortet. 

Ferner hat B.____ in der Konfrontationseinvernahme vom 5. Februar 2019 bezüglich der Frage, 

"sind Sie Chefmonteur?" zu Protokoll gegeben: "Ja, also ich war dort Gruppenführer. Ob Chef-

monteur oder Gruppenchef ist genau das Gleiche. Sobald man auf der Baustelle Weisungen 

geben kann, ist man Gruppenführer." Schliesslich hat B.____ auch anlässlich der Verhandlung 

vor dem Kantonsgericht ohne Vorbehalte eingeräumt, der Gruppenchef gewesen zu sein (Pro-

tokoll KG S. 6).  

 

cc) Bezüglich der Frage, ob der Privatkläger aus eigenem Antrieb auf das Gerüst und das 

Dach gestiegen, oder ob er von B.____ hierzu geheissen worden ist, existieren zwischen dem 

Beschuldigten und A.____ divergierende Aussagen. Darüber hinaus sind die Depositionen des 

Beschuldigten im Generellen sehr widersprüchlich. In der Einvernahme von B.____ vom 

16. Dezember 2016 hat der Beschuldigte folgende Unfallschilderung vorgetragen: "(…) Ich war 

oben auf dem Glasdach und A.____ war beim LKW, um das Material, welches ich runter gab, 

zu nehmen und in den LKW zu versorgen. Danach kam A.____ zu mir hoch auf das Glasdach. 

Er musste mir auf dem Glasdach helfen. (…) Ich habe ihm gesagt, dass er aufpassen muss, wo 

er seinen Fuss aufsetzt, ich habe ihm das mehrfach gesagt, weil es ja wirklich ein wenig gefähr-

lich ist. Und dann war er zwei oder drei Mal am Telefon und ich habe ihm gesagt, dass er das 

Telefon weglegen solle. (…) Unsere Aufgabe war es, diese zwei Reihen der Schaltafeln sorgfäl-

tig abzutragen. A.____ trug die einzelnen Schaltafeln ab und übergab sie mir, ich stapelte diese 

 
 
 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf dem Glasdach auf der Seite wo der LKW stand aufeinander." Hinsichtlich der Frage, "für 

welche Art Arbeit darf ein Gerüstbaumitarbeiter ohne spezifische Fachkenntnisse eingesetzt 

werden?" hat der Beschuldigte demgegenüber ausgeführt: "(…) Ich habe gesehen, dass er 

nicht so versiert war. Aus diesem Grund habe ich ihm gesagt, er solle unten bleiben und von 

unten arbeiten. Aber er wollte mir auf dem Glasdach helfen, um dann einmal Feierabend zu 

machen." Zum Vorhalt, "mit einer der gesetzlich vorgeschriebenen absturzsichernden Mass-

nahme hätten der Unfall und die Gefährdung von A.____ verhindert werden können." hat der 

Beschuldigte dargelegt: "Wäre er nicht oben gewesen, dann wäre er nicht runter gefallen. Es ist 

schon so, hätte man das alles gemacht, wäre der Unfall verhindert worden. Das ist richtig. Wir 

hätten auch zwei Tage auf dieser Baustelle verbringen können, um das Gerüst zu demontieren 

und die sichernden Massnahmen zu errichten, aber diese Zeit hatten wir einfach nicht. Ich habe 

A.____ mehrfach gesagt, er solle unten bleiben, er ist von sich aus auf das Glasdach. Ich habe 

keine Anweisung gegeben, dass er hoch soll. Das habe ich nicht, im Gegenteil, ich habe ihm 

gesagt, dass er unten bleiben soll." Demgegenüber hat B.____ anlässlich der Konfrontations-

einvernahme vom 5. Februar 2019 auf den Vorhalt, "Sie werden beschuldigt, den Unfall von 

A.____ (grob) fahrlässig verantwortet zu haben, indem Sie die Ihnen als Chefmonteur obliegen-

den Sorgfaltsplichten verletzt und die gebotenen Schutzmassnahmen nicht angebracht haben. 

(…)." deponiert:  "(…) Bis zu dem Zeitpunkt habe ich ihm sicher 10 oder 15 Male gesagt, dass 

er das Natel in den Sack stecken oder im Auto lassen soll. Er war immer wieder am Natel, die 

ganze Zeit. Ich habe auf dem Dach dann Hilfe gebraucht und ihn gebeten, auf das Dach zu 

kommen. Oben war meiner Meinung nach alles gesichert. (…)." Gleichermassen hat er auf die 

Frage, "haben Sie eine Weisung eines Vorgesetzten erhalten, dass A.____ nicht auf das Glas-

dach steigen dürfe?" geantwortet: "Das hat mir niemand gesagt. Ich habe ihm gesagt, er solle 

hoch kommen. Wir wollten beide früher Feierabend machen." Anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme mit dem Privatkläger vom 6. Mai 2019 hat B.____ dann wiederum auf den Vorhalt, 

"A.____ bestreitet, Sie darum gebeten zu haben, ihn bei Gericht zu unterstützen. (…)." darge-

legt: "Ich habe ihn mehrfach gebeten, nicht rauf zu kommen. Er sagte, er komme rauf, um zu 

helfen, damit wir früher Feierabend machen können. Er war mit dem Natel zwischen dem Kopf 

und der Schulter. Ohne das Natel wäre der Unfall nicht passiert." Weiter hat B.____ auf die 

Frage, "wieso haben Sie es zugelassen, dass A.____ entgegen den angeblichen Weisungen 

von C.____ dennoch auf das Glasdach steigt, um beim Abbau des Laufsteges/Abstellbasis zu 

helfen? Sie waren weisungsbefugt und hätten ihm das doch untersagen müssen." ausgesagt: 

"Ich sage, er hat mich gezwungen. Er hat gesagt, er komme rauf und ich wollte das nicht. Er 

 
 
 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wollte aber schnell Feierabend machen. Er kam dann aber dennoch hoch. Am Schluss drängte 

er so und ich sagte, ok, dann komme." Vor dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte in ähnli-

cher Weise zu Protokoll gegeben, dass der Privatkläger um ca. 15:00 Uhr oder 15:30 Uhr habe 

schneller arbeiten wollen und deshalb nach oben gekommen sei, obwohl er ihm gesagt habe, er 

solle unten bleiben. Er habe ihm zehnmal gesagt, dass er sich weder auf das Gerüst noch auf 

das Glasdach habe begeben dürfen. A.____ sei hinaufgekommen, weil er schneller habe fertig 

sein wollen. Er sei gegen seine Anweisung nach oben gekommen. Er habe nie ausgesagt, dass 

er hinaufkommen solle (Protokoll KG S. 6 f.).  

    

Der Privatkläger hat seinerseits anlässlich der Einvernahme als Auskunftsperson vom 

2. Februar 2018 wiederholt ausgeführt, B.____ habe ihm gesagt, dass er nach oben gehen soll, 

um ihm zu helfen. B.____ habe ihn nach oben gerufen, und er sei aus diesem Grund hinaufge-

gangen, damit er seine Arbeit nicht verliere. C.____ habe ihn auf die Baustelle geschickt, und 

B.____ habe ihm gesagt, er solle auf das Dach, um die Demontage zu machen. Anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme mit B.____ vom 6. Mai 2019 hat A.____ ausgesagt, B.____ habe 

ihn aufgefordert, hinauf zu kommen. Er habe gesagt, dass er dies nicht dürfe. Danach habe 

dieser zu ihm gesagt, wenn er nicht sofort hinaufkomme, könne er sofort nach Hause. Er habe 

seine Stelle nicht verlieren wollen und sei deshalb hinaufgegangen. Er [B.____] habe zu ihm 

gesagt, komme hinauf oder gehe heim.  

 

In Anbetracht dieser höchst unterschiedlichen Aussagen ist zu konstatieren, dass sich bezüg-

lich der aufgeworfenen Frage, ob der Privatkläger aus eigenem Antrieb auf das Gerüst und das 

Dach gestiegen, oder ob er von B.____ hierzu geheissen worden ist, kein eindeutiger Sachver-

halt eruieren lässt. Festzustellen ist aber immerhin, dass die Sachverhaltsannahme der Vo-

rinstanz, wonach A.____ aus eigenem Antrieb auf das Gerüst in den Bereich oberhalb des 

Glasdachs hochgekommen sei, nicht zweifelsfrei erstellt ist. Unbestritten und im vorliegenden 

Fall entscheidend ist hingegen, dass B.____ den Privatkläger nicht vom Betreten des Gerüstes 

und des Daches abgehalten hat sowie dass er keine ernsthaften Bemühungen an den Tag ge-

legt hat, diesen davon abzuhalten, sollte er tatsächlich der Meinung gewesen sein, A.____ hätte 

sich nicht in die Höhe begeben dürfen.  

 

dd) Hinsichtlich der Frage, ob C.____ gegenüber B.____ eine Weisung dergestalt erlassen 

hat, dass der Privatkläger weder das Gerüst noch das Dach hätte betreten dürfen, sind den 

 
 
 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Akten ebenfalls keine einheitlichen Aussagen zu entnehmen. C.____ hat diesbezüglich (vgl. 

nachfolgend E. 4.3.f/hh) unter anderem in der Einvernahme vom 14. Mai 2018 auf die Frage, 

"welche Anweisungen und Instruktionen haben [Sie] B.____ gegeben?" geantwortet: "Ich habe 

ihm gesagt, dass er der einzige ist, welcher auf das Gerüst darf. Und dass A.____ unten blei-

ben muss. Ich habe A.____ auch persönlich mitgeteilt, dass er unten bleiben muss. (…)." Aus-

serdem hat er auf die Frage, "welche Anweisungen und Instruktionen haben Sie A.____ gege-

ben?" ausgeführt: "Gar keine. Das macht der B.____, denn er ist auf der Baustelle sein Vorge-

setzter. Ich habe ihm lediglich gesagt, dass er nicht auf das Gerüst darf, da er zu wenig Erfah-

rung auf dem Bau habe. (…)." Demgegenüber hat er in der Konfrontationseinvernahme vom 

5. Februar 2019 auf die Frage, "haben Sie eine Weisung erteilt, dass A.____ nicht auf das 

Glasdach steigen darf?" zu Protokoll gegeben: "Das weiss ich nicht mehr." Auf den Vorhalt, er 

habe widersprechende Aussagen zur Frage getätigt, ob A.____ auf dem Gerüst habe arbeiten 

dürfen, hat der Beschuldigte vorgebracht: "(…) Ich habe es klar gesagt, dass er auf das Gerüst 

darf, aber nicht auf das Glasdach. Ich habe es vielleicht zu wenig präzisiert. Wenn ich richtig 

gehört habe, hat B.____ selber gesagt, dass er A.____ aufgefordert habe, auf das Dach zu 

steigen, obwohl er das nicht durfte." Vor dem Kantonsgericht schliesslich hat C.____ ausge-

sagt, auf der vorliegenden Baustelle hätte sich A.____ weder auf das Gerüst noch auf das Dach 

begeben dürfen (Protokoll KG S. 9). 

 

B.____ hat zur Frage, "haben Sie eine Weisung eines Vorgesetzten erhalten, dass A.____ nicht 

auf das Glasdach steigen dürfe?" in der Konfrontationseinvernahme vom 5. Februar 2019 aus-

geführt: "Das hat mir niemand gesagt. Ich habe ihm gesagt, er solle hoch kommen. Wir wollten 

beide früher Feierabend machen." Demgegenüber hat der Beschuldigte in der Konfronations-

einvernahme mit dem Privatkläger vom 6. Mai 2019 auf den Vorhalt, "C.____ hat anlässlich der 

Einvernahme vom 14. Mai 2018 gesagt, dass nur Sie auf das Gerüst dürfen, nicht jedoch 

A.____." vorgebracht: "Ja. Das hat er mir am Morgen gesagt. Er hat Instruktionen gegeben, wie 

wir was zu tun haben. Das macht er bei allen Baustellen."  

 

Der Privatkläger hat in diesem Zusammenhang anlässlich der Einvernahme als Auskunftsper-

son vom 2. Februar 2018 erklärt, er sei nur Hilfsarbeiter und tue, was man ihm sage. Er erhalte 

keine direkten Weisungen, es sei immer der Chefmonteur, welcher ihm dann sage, wohin sie 

gingen und was sie tun würden. Er sei durch niemanden instruiert worden, mit ihm werde ohne-

hin nicht geredet. Es werde nur mit den Vorgesetzten oder dem Chefmonteur gesprochen. Es 

 
 
 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sei ihm nicht verboten worden, Arbeit auf Dächern zu tätigen. Er habe keine Weisungen betref-

fend Arbeiten auf Dächern erhalten. Weiter hat A.____ anlässlich der Konfrontationseinvernah-

me mit dem Beschuldigten vom 6. Mai 2019 zu Protokoll gegeben, C.____ habe ihm zu keinem 

Zeitpunkt Anweisungen zur Sicherung auf dem Glasdach erteilt. Ausserdem hätten ihm weder 

C.____ noch B.____ verboten, über dem Glasdach Arbeiten zu verrichten. C.____ habe ihm 

nichts gesagt, ob er hinaufgehen dürfe oder nicht.  

 

Im Resultat ist festzustellen, dass sich auch zu dieser Frage kein eindeutiger Sachverhalt eruie-

ren lässt, was in der Konsequenz bedeutet, dass es entgegen den Erwägungen der Vorinstanz 

wiederum nicht zweifelsfrei erstellt ist, dass A.____ gemäss Weisung des Bauführers das Ge-

rüst sowie das Dach nicht hätte betreten dürfen.  

 

ee) In Bezug auf die Frage, ob der Privatkläger während der Arbeit und insbesondere zum 

Zeitpunkt des Unfalls auf dem Dach telefoniert hat, wie dies der Beschuldigte B.____ wiederholt 

geltend macht, ergibt sich aus den Akten wiederum kein einheitliches Bild. In der Einvernahme 

vom 16. Dezember 2016 legt B.____ zur Unfallschilderung dar: "(…) Ich war oben auf dem 

Glasdach und A.____ war beim LKW um das Material, welches ich runter gab, zu nehmen und 

in den LKW zu versorgen. Danach kam A.____ zu mir hoch auf das Glasdach. Er musste mir 

auf dem Glasdach helfen. (…) Ich habe ihm gesagt, dass er aufpassen muss, wo er seinen 

Fuss aufsetzt, ich habe ihm das mehrfach gesagt, weil es ja wirklich ein wenig gefährlich ist. 

Und dann war er zwei oder drei Mal am Telefon und ich habe ihm gesagt, dass er das Telefon 

weglegen solle. (…)." Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 5. Februar 2019 hat der 

Beschuldigte ferner auf den Vorhalt, "Sie werden beschuldigt, den Unfall von A.____ (grob) 

fahrlässig verantwortet zu haben, indem Sie die Ihnen als Chefmonteur obliegenden Sorgfalts-

plichten verletzt und die gebotenen Schutzmassnahmen nicht angebracht haben. (…)." zu Pro-

tokoll gegeben: "(…) Bis zu dem Zeitpunkt habe ich ihm sicher 10 oder 15 Male gesagt, dass er 

das Natel in den Sack stecken oder im Auto lassen soll. Er war immer wieder am Natel, die 

ganze Zeit. Ich habe auf dem Dach dann Hilfe gebraucht und ihn gebeten, auf das Dach zu 

kommen. Oben war meiner Meinung nach alles gesichert. (…) Wenn er nicht am Natel gewe-

sen wäre, wäre das nicht passiert (…)." Zudem hat B.____ anlässlich der Konfrontationseinver-

nahme mit dem Privatkläger vom 6. Mai 2019 auf den Vorhalt, "obschon A.____ Sie darum ge-

beten haben soll, nichts vom Telefon zu sagen, haben Sie bereits bei Ihrer ersten Einvernahme 

erwähnt, dass er das Telefon in der Hand gehalten habe und Sie ihn aufgefordert hätten, dieses 

 
 
 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wegzulegen." vorgebracht: "(…) Es war so, ohne Natel wäre der Unfall zugetragen [sic!]. Mir tut 

es auch leid, was passiert ist. Er war 2-3 Mal mit dem Natel in der Hand. Er hat immer wieder 

telefoniert. Er hatte das Natel immer zwischen Schulter und dem Ohr eingeklemmt." Schliess-

lich hat der Beschuldigte auch vor Kantonsgericht behauptet, dass der Privatkläger den ganzen 

Nachmittag am Telefon gewesen sei. Als er hinuntergefallen sei, habe er das Natel in der Hand 

gehabt. Das Natel sei kaputt gegangen, als er hinuntergefallen sei. Im Moment als er gefallen 

sei, habe er das Handy in der Hand gehabt. A.____ sei am Unfall selber schuld, weil er nicht 

auf seine Weisung gehört habe, ständig am Telefon gewesen sei und gehastet habe. Aus sei-

ner Sicht sei nur der Privatkläger am Unfall schuld und sonst niemand (Protokoll KG S. 7 f.).  

 

Demgegenüber hat der Privatkläger anlässlich der Einvernahme als Auskunftsperson vom 

2. Februar 2018 ausgeführt, er habe kein Telefon bei sich gehabt. Anlässlich der Konfrontati-

onseinvernahme mit B.____ vom 6. Mai 2019 hat A.____ zudem ausgesagt, er habe nicht tele-

foniert.  

 

Gestützt auf die unterschiedlichen Depositionen und die Tatsache, dass weder die Ausführun-

gen des Beschuldigten noch diejenigen des Privatklägers zu vorliegender Frage als glaubhafter 

eingestuft werden können, ist wiederum zu konstatieren, dass der Sachverhalt zu diesem Punkt 

nicht zweifelsfrei erstellt ist. Dies gilt umso mehr, als keine aktenmässigen Hinweise bestehen, 

dass am Unfallort ein Mobiltelefon (bzw. Teile davon) aufgefunden worden sein soll, welches 

aufgrund der Fallhöhe von rund viereinhalb Metern sicherlich auf dem Betonboden zerbrochen 

wäre. Ganz abgesehen davon erscheint es aus arbeitstechnischer Sicht schwer vorstellbar, wie 

es möglich gewesen sein soll, einerseits das Gerüst zu demontieren und die Schaltafeln abzu-

bauen und andererseits gleichzeitig ein Mobiltelefon zu halten. Anzumerken bleibt zudem, dass 

der Privatkläger nach der Behauptung von B.____ angeblich deshalb auf das Dach gestiegen 

sein soll, damit die Arbeit schneller erledigt wird und er früher in den Feierabend hätte gehen 

können. Im Hinblick auf diesen Zweck macht es allerdings von vornherein wenig Sinn, den an-

gestrebten schnelleren Arbeitsprozess durch häufige Telefonate wieder künstlich zu verlang-

samen.  

 

ff) Bezüglich der Ausbildung und Schulung von B.____ sowie dessen Kenntnisse von Si-

cherheitsmassnahmen ist Folgendes festzuhalten: Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der 

Privatkläger weisen zutreffend darauf hin, dass entgegen den Schlussfolgerungen der Vo-

 
 
 

 
 
Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rinstanz kein einziger konkreter Nachweis hat erbracht werden können, dass B.____ tatsächlich 

jemals eine Sicherheitsschulung absolviert hat, bei welcher das Arbeiten auf nicht durchbruch-

sicheren Dächern bzw. der Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung thematisiert wor-

den ist. Korrekt ist des Weiteren der Hinweis auf die EKAS-Richtlinie 6512 "Arbeitsmittel" vom 

19. Oktober 2001, wonach gemäss Ziff. 5.5 "Instruktion und Ausbildung" gestützt auf Art. 6 VUV 

und Art. 8 VUV die durchgeführte Instruktion zu dokumentieren ist, und aus dieser Dokumenta-

tion mindestens ersichtlich sein muss, wer von wem, wann und worüber instruiert worden ist. 

Eine solche Dokumentation fehlt in casu. Aus den im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung vom Beschuldigten C.____ eingereichten Unterlagen (act. S. 411 ff.) lässt sich zwar 

ableiten, dass im Februar und März 2014 Schulungen im Umgang mit der PSAgA durchgeführt 

worden sind. Unklar ist aber mangels entsprechender Teilnehmerliste, welche Mitarbeiter effek-

tiv diese Schulung absolviert haben, zumal B.____ unbestrittenermassen zu jenem Zeitpunkt 

gar nicht bei der D.____ AG im Einsatz gestanden hat.  

 

Der Beschuldigte selbst hat zu diesem Punkt einmal mehr sehr widersprüchliche Aussagen ge-

tätigt. In der Einvernahme vom 16. Dezember 2016 hat er auf die Frage, "wurden Sie durch 

C.____ nicht informiert oder angewiesen, Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle zu treffen 

bzw. die entsprechende Ausrüstung mitzunehmen?" geantwortet: "Das ist alles im LKW drin. 

Also Gürtel und Helm. Das hatten wir dabei. Der Gürtel ist zum sich befestigen, wobei wir dort 

keine Möglichkeit hatten, uns zu befestigen. Wir konnten uns nirgends befestigen, es gab keine 

Möglichkeit. Auf allen Baustellen sieht man das, nirgends werden die SUVA-Vorschriften einge-

halten. Wissen Sie, ich wurde nicht geschult für solche Sachen. Ich bin auch dafür, dass man 

das Personal besser auf Sicherheit schult. Das passiert aber nicht. (…)." Die Frage, "wurden 

Sie oder A.____ an diesem Tag instruiert, wie Sie auf der Baustelle vorgehen müssen bzw. 

welche Sicherheitsvorkehrungen beim Arbeiten auf dem Glasdach zu befolgen sind?" hat er so 

beantwortet: "Ich wurde nicht instruiert. Ich habe auch noch nie einen Kurs oder eine Schule 

dafür gemacht. Es heisst einfach, Gerüst abbauen, aber wie es zu erfolgen hat, das habe ich 

nie gelernt. Nur die Erfahrung hilft. So läuft alles bei D.____, so läuft es bei jeder Firma auf dem 

Bau. (…)." Bezüglich der Frage, "wurden Sie von der D.____ eingearbeitet und instruiert?" hat 

er zu Protokoll gegeben: "Nein. Früher war es so, wie es heute ist, weiss ich nicht." Weiter hat 

er zur Frage, "wer sorgt für das Einhalten der Sicherheitsregeln?" ausgeführt: "(…) Allgemein 

werden die Regeln und die Überwachungsmassnahmen nicht eingehalten. C.____ kennt die 

Regeln, aber es kostet viel Zeit, um zusammen zu sitzen und die Arbeiten zu besprechen. Ich 

 
 
 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

konkret wurde von der Firma D.____ nie instruiert, wie ich was zu tun habe. Ich habe auch nie 

etwas Schriftliches erhalten." Im Gegensatz hierzu hat B.____ anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme vom 5. Februar 2019 auf die Frage, "haben Sie je eine Schulung im Umgang mit 

PSagA erhalten? Wann und wo war das?" ausgeführt: "Das habe ich schon. Das war vielleicht 

2013, 2014. Wenn auf der Baustelle etwas kompliziert ist, gibt Herr C.____ zusätzliche Anwei-

sungen. Das war bei D.____ in Y.____ im Lager." In der Einvernahme vom 28. Mai 2019 hat 

der Beschuldigte dann wiederum auf den Vorhalt, "wieso haben Sie anlässlich der Einvernahme 

vom 16. Dezember 2016 behauptet, dass Sie nie eine Schulung, Schule oder Kurs gemacht 

haben und auch nicht eingearbeitet wurden und widersprechen sich am 5. Februar 2019 dia-

metral, indem Sie behaupteten, dass Sie im Jahre 2013 oder 2014 eine Schulung im Umgang 

mit PSAgA gemacht haben?" geantwortet: "PSAgA habe ich nicht gemacht, dafür muss man 

zwei Tage in einen Kurs. Das habe ich nicht. Ich habe nur im Lager in Y.____ eine Schulung 

gemacht. Diese wurde durch Herr C.____ gemacht. Jeder Monteur, jede Gruppe musste gehen. 

Das ging ca. eine halbe Stunde oder eine Stunde. (…)."  

 

Im Zusammenhang mit seinem Wissen um die Sicherheitsbestimmungen trotz allenfalls fehlen-

der Schulung hat B.____ in der Einvernahme vom 16. Dezember 2016 auf die Frage, "was 

muss gemäss Bauarbeiterverordnung beachtet werden, wenn Arbeiten auf einer Absturzhöhe 

von mehr als 3 Metern verrichtet werden?" dargelegt: "(…) Ich habe nie einen Sicherheitsgurt 

getragen, auch nicht auf Baustellen auf einer Höhe von über 40 Metern. Ich kenne das Gesetz 

nicht, ich habe nie reingeschaut. Ich weiss aber, dass wenn man auf einer Höhe von mehr als 3 

oder 4 Metern arbeitet, man sich sichern muss. Das weiss ich schon, aber das geht zu lange. 

(…). Wir stehen unter Zeitdruck, da halten wir halt die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr ein, 

da wir keine Zeit dafür haben, die Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Das braucht zu lange." 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 5. Februar 2019 hat der Beschuldigte auf den 

Vorhalt, "Sie werden beschuldigt, den Unfall von A.____ (grob) fahrlässig verantwortet zu ha-

ben, indem Sie die Ihnen als Chefmonteur obliegenden Sorgfaltsplichten verletzt und die gebo-

tenen Schutzmassnahmen nicht angebracht haben. (…)." deponiert: "(…) Mit der Sicherheit war 

alles ok. Wir hatten alles im Auto, was man braucht. Gürtel, Helm und so zum Sichern. Wir sind 

beide schuld. Es war sicher dort oben. Wir hatten das Sicherheitsseil. Aber ich habe entschie-

den, dass wir das hier nicht brauchten, da die Baustelle sicher war. Das nimmt man nur, wenn 

es nicht sicher ist, z.B. auf der Höhe von 10 Metern oder so. (…)." Anlässlich der Konfrontati-

onseinvernahme vom 5. Februar 2019 hat B.____ auf die Frage, "wurden Sie durch jemanden 

 
 
 

 
 
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aufgefordert, die Seilsicherung zu nutzen?" geantwortet: "Das muss man selber entscheiden. 

Als Chefmonteur muss man das selber entscheiden." Weiter hat er auf den Vorhalt, "bei nicht 

dauerhaft durchbruchsicheren Teilen von Dächern müssen permanente Schutzeinrichtungen 

das Hindurchstürzen verhindern. Vorliegend haben B.____ und A.____ auf nicht dauerhaft 

durchbruchsicheren Teilen gearbeitet, wobei die Schutzeinrichtung, wie eine Lifeline, die das 

Hindurchstürzen durch das Dach verhindert hätte, nicht angebracht wurde." ausgeführt: "Was 

soll ich sagen. Wir sind beide selber schuld. Es hätte nicht so weit kommen sollen. Herr C.____ 

hat das mit mir und Herrn A.____ besprochen. Aber wir wollten etwas schnell machen." Ferner 

hat der Beschuldigte in der Konfrontationseinvernahme mit dem Privatkläger vom 6. Mai 2019 

die Frage, "welche Sicherung hat er [C.____] vorgeschlagen?" so beantwortet: "Er hat mich 

nicht gezwungen, etwas Spezielles zu machen. Ich war nicht von gestern. Ich habe Erfahrung. 

Gürtel, Helm und Handschuhe waren im Auto. Ich habe am Unfalltag keinen Gürtel [getragen]. 

Die Sicherheit oben war gegeben." Ausserdem hat er auf die Frage, "C.____ hat in der Einver-

nahme vom 5. Februar 2019 ausgesagt, dass er mit Ihnen besprochen habe, dass Sie eine 

PSAgA anbringen sollen. Wieso haben Sie das nicht gemacht?" ausgeführt: "Nein, das wurde 

nicht abgemacht. Ich habe mich besser gefühlt ohne. Ich war oben geschützt, es war gut." Vor 

dem Kantonsgericht hat B.____ schliesslich vorgebracht, er wisse nicht mehr, ob C.____ ihm 

gesagt habe, dass er mit der persönlichen Schutzausrüstung hätte arbeiten sollen, aber er den-

ke schon. Allerdings müsse man dies automatisch wissen. Er würde heute nichts anders ma-

chen. Er sei auch ohne Sicherung absolut sicher da oben gewesen, weil es gerade gewesen sei 

und 1,20 Meter breit. Man müsse halt immer selbst schauen. Er habe gewusst, wie man die 

persönliche Schutzausrüstung anzuwenden habe; das habe er bei anderen Baustellen schon 

mehrfach gemacht. Er sei seit 20 Jahren im Gerüstbau tätig. Vor dem Unfall habe er u.a. bei 

M.____, bei N.____ und bei O.____ gearbeitet. Vor dem Unfall habe er ca. 13 Jahre Berufser-

fahrung gehabt (Protokoll KG S. 6 ff.).  

 

In Würdigung dieser Fakten und Aussagen steht für das Kantonsgericht fest, dass es entgegen 

den Erwägungen der Vorinstanz nicht nachgewiesen ist, dass B.____ zum Zeitpunkt des Ereig-

nisses im Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz geschult gewesen ist. 

Ungeachtet dessen ist es aber erstellt, dass die erforderliche Schutzausrüstung am Unfalltag 

vor Ort zur Verfügung gestanden hat sowie dass B.____ um die Notwendigkeit von Siche-

rungsmassnahmen im konkreten Fall gewusst, jedoch aus Gründen der Bequemlichkeit bzw. 

 
 
 

 
 
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aufgrund einer falschen Risikoeinschätzung im Sinne einer bewussten Entscheidung darauf 

verzichtet hat.  

  

gg) Gestützt auf die dargelegten Erwägungen ist der inkriminierte Sachverhalt in dem Sinne 

zusammengefasst erstellt, als der Beschuldigte B.____ als gegenüber dem Privatkläger A.____ 

weisungsbefugter Gruppenführer gewusst hat, dass die Normen der Arbeitssicherheit auf der 

Baustelle an der E.____strasse in X.____ nicht eingehalten worden und ungeachtet des nicht 

durchbruchsicheren Glasdachs keinerlei Absturzsicherungen vorhanden gewesen sind, und er 

dennoch mindestens zugelassen hat, dass der unerfahrene A.____ die als Laufsteg und Ge-

rüstabstellbasis dienenden und gegenüber dem Glasdach nicht abgeschrankten Schaltafeln 

ungesichert betreten hat.  

 

hh) Gemäss dem Austrittsbericht des Universitätsspitals Basel, Traumatologie, vom 4. Juni 

2014 (act. S 113) hat der Privatkläger anlässlich seines Unfalls vom 13. Mai 2014 folgende Ver-

letzungen erfahren: eine dislozierte Beckenfraktur rechts mit Acetabulumbeteiligung, eine Radi-

usköpfchenfraktur rechts mit Schnittverletzung palmar rechts sowie multiple Kontusionen. In 

den medizinischen Berichten des Universitätsspitals Basel vom 27. März 2015 (act. S 129 f.) 

und 20. Mai 2015 (act. S 133 f.) wird der Privatkläger als zu 100 % arbeitsunfähig beschrieben. 

In seiner medizinischen Stellungnahme vom 4. August 2015 (act. 465 f.) hat das Universitäts-

spital Basel festgehalten, der Beckenringbruch liege nahe an der Vena femoralis cumunis sowie 

an multiplen Gefässen im kleinen Becken, wobei eine Ruptur dieser Gefässe lebensbedrohlich 

sei. Der Betroffene habe sich nicht in unmittelbarer Lebensgefahr befunden, allerdings hätte 

eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden, wenn keine sofortige ärztliche Versorgung stattge-

funden hätte. Aufgrund der Verletzungen seien bleibende Schäden zu erwarten, erfahrungsge-

mäss würden nur 40 % der Patienten mit schweren Beckenverletzungen wieder berufstätig. Es 

sei nicht absehbar, wie lange die andauernde Arbeitsunfähigkeit andauere. Ferner hat die 

SUVA mit Schreiben vom 26. Juni 2018 an die Öffentliche Arbeitslosenkasse (act. 615) mitge-

teilt, dass der Privatkläger seit seinem Unfall vom 13. Mai 2014 durchgehend bis zum 31. Mai 

2018 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei. In Anbetracht dieser medizinischen Einschät-

zungen steht fraglos fest, dass der Privatkläger aufgrund des Unfalles vom 13. Mai 2014 eine 

schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB erlitten hat.  

 

 

 
 
 

 
 
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g)   

aa) Im Zusammenhang mit der rechtlichen Subsumption ergibt sich aufgrund des erstellten 

Sachverhaltes in einem ersten Schritt, dass B.____ am Arbeitsort an der E.____strasse in 

X.____ zum Unfallzeitpunkt am 13. Mai 2014 Gruppenchef des Zweimannteams und folglich 

der direkte Vorgesetzte des Privatklägers gewesen ist. Damit hat der Beschuldigte B.____ ge-

genüber dem Privatkläger A.____ zweifellos eine Garantenstellung innegehabt.  

 

bb) In einem nächsten Schritt ist sodann gemäss dem erstellten Sachverhalt klar, dass 

B.____ es entgegen den einschlägigen Bestimmungen von Art. 8 Abs. 2 lit. a BauAV, Art. 19 

Abs. 1 BauAV, Art. 32 Abs. 1 lit. a BauAV und Art. 35 Abs. 1 BauAV sowie der augenscheinli-

chen örtlichen Notwendigkeit zumindest zugelassen hat, dass der Privatkläger ungesichert Ar-

beiten auf einem nicht durchbruchsicheren Glasdach mit einer Absturzhöhe von mehr als drei 

Metern (konkret rund viereinhalb Metern) getätigt hat, obwohl er gewusst hat, dass zur Gewähr-

leistung der Sicherheit die hierfür erforderliche Absturzsicherung in Form eines Anseilschutzes 

zu verwenden gewesen wäre. Damit steht ohne Weiteres fest, dass B.____ gegen seine Sorg-

faltspflichten als in casu verantwortlicher Gruppenchef verstossen hat. 

 

cc) Im Hinblick auf die Voraussehbarkeit ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte ‒ soweit 

dies nicht bereits der gesunde Menschenverstand bzw. die allgemeine Lebenserfahrung vorgibt 

‒ aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung bei diversen Gerüstbauunternehmen nach der 

Adäquanztheorie damit hat rechnen müssen, dass der Privatkläger im Rahmen seiner ungesi-

cherten Demontagearbeiten auf einem nicht durchbruchsicheren Glasdach mit einer Absturzhö-

he von mehr als drei Metern (konkret rund viereinhalb Metern) den Halt verlieren und abstürzen 

bzw. einen Fehltritt machen und durch das Glasdach hindurch stürzen könnte. Selbst wenn der 

Privatkläger allenfalls eine Weisung dergestalt, dass er nur Arbeiten am Boden hätte verrichten 

sollen bzw. dass er in der Höhe nicht hätte telefonieren dürfen, missachtet haben sollte, was 

aber beides ‒ wie vorgängig dargelegt ‒ nicht zweifelsfrei erwiesen ist, ist in casu massgebend, 

dass der Beschuldigte den Privatkläger Arbeiten in einer Höhe von rund viereinhalb Metern hat 

verrichten lassen, obwohl er gewusst hat, dass dieser entgegen den gesetzlichen Vorgaben 

nicht gegen Absturz gesichert gewesen ist. Das Verhalten des Beschuldigten ist damit nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den allgemeinen Erfahrungen des Lebens zweifellos 

geeignet gewesen, einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu be-

günstigen, womit die Adäquanz ohne Frage zu bejahen ist. Der Einwand von B.____, den Ge-

 
 
 

 
 
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schädigten treffe ein Mitverschulden bzw. sogar das alleinige Verschulden, weil er am Arbeitsort 

in einer Höhe von rund viereinhalb Metern telefoniert habe, vermag ihn nicht zu entlasten. 

Selbst wenn diese Behauptung zutreffend sein sollte, was aber wie mehrfach ausgeführt nicht 

ohne Zweifel erstellt ist, ist darauf hinzuweisen, dass das Strafrecht keine Verschuldenskom-

pensation kennt. Dieses allfällige ‒ bestrittene und aktenmässig nicht zweifelsfrei erstellte ‒ 

Mitverschulden bildet keinen "ganz aussergewöhnlichen Umstand" im Sinne der Unterbrechung 

des Kausalzusammenhangs, mit dem schlechthin nicht hat gerechnet werden müssen und der 

derart schwer wiegt, dass er alle anderen Ursachen, namentlich das Verhalten des Beschuldig-

ten, in den Hintergrund drängt (vgl. BGer 6B_280/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 3.7; BGE 135 

IV 56 E. 2.1). Wer eine spezifische Kontrollverantwortung innehat, muss mit Fehlern rechnen 

(vgl. BGer 6B_174/2013 vom 20. Juni 2013 E. 3.4.2). Wie vorgängig dargelegt (vgl. oben 

E. 4.1.b), wird der adäquate Kausalzusammenhang dann unterbrochen, wenn zu einer an sich 

adäquaten Ursache eine andere Ursache hinzutritt, die einen derart hohen Wirkungsgrad auf-

weist, dass erstere nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich er-

scheint; entscheidend ist die Intensität der beiden Ursachen (BGE 130 III 182 E. 5.4). Das Ver-

halten eines Dritten vermag den Kausalzusammenhang nur zu unterbrechen, wenn diese Zu-

satzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit 

nicht zu rechnen gewesen ist (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2; BGer 6B_1388/2017 vom 4. April 2018 

E. 4.5.2 f.). In concreto liegt das Verhalten des Geschädigten ‒ soweit es überhaupt zutreffend 

sein sollte, dass dieser am Arbeitsort in einer Höhe von rund viereinhalb Metern telefoniert hat ‒ 

nicht derart ausserhalb des normalen Geschehens, ist nicht derart unsinnig, dass damit nicht zu 

rechnen gewesen ist. In casu hat es B.____ entgegen eindeutigen gesetzlichen Vorschriften 

unterlassen, den Privatkläger davon abzuhalten, in einer nach aller Erfahrung augenscheinlich 

gefährlichen Situation Arbeiten zu verrichten. Mit einer blossen ‒ bestrittenen ‒ Anweisung an 

den Geschädigten, nicht auf dem Dach zu telefonieren, hat er den allgemein einleuchtenden 

Vorschriften offensichtlich nicht genügt. Anderweitige, unterbrechenskausal zu wertende Um-

stände werden nicht vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich.  

 

dd) In Hinsicht auf die Vermeidbarkeit des Erfolges, d.h. die Frage, ob der Erfolg bei pflicht-

gemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre ‒ wobei es für die Zurechnung des Erfolgs 

genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlich-

keit die Ursache des Erfolgs gebildet hat ‒ steht ohne Weiteres fest, dass das unterlassene 

Abhalten von der Arbeitsausführung in einer Höhe von rund viereinhalb Metern auf einem nicht 

 
 
 

 
 
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durchbruchsicheren Glasdach bei gleichzeitig fehlender Absturzsicherung mit einem hohen 

Grad an Wahrscheinlichkeit ursächlich für den Unfall und die damit verbundene Verletzungsfol-

ge gewesen ist. Dass es sich im Übrigen bei den vom Privatkläger beim Unfall zugezogenen 

Verletzungen um eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB handelt, steht 

ohne Frage fest. Damit ist die Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts zweifellos zu bejahen. Keine 

Probleme stellen sich schliesslich bei der Gleichwertigkeit von Unterlassung und aktivem Tun. 

Bei pflichtgemässem Alternativverhalten von B.____, d.h. bei Absicherung des Gefahrenbe-

reichs nach den einschlägigen gesetzlichen Normen bzw. beim Abhalten vom Tätigwerden im 

Gefahrenbereich ohne Verwendung von Schutzmassnahmen, wäre es höchstwahrscheinlich 

nicht zum Unfall des Privatklägers gekommen.  

 

Gestützt auf diese Darlegungen ist der Beschuldigte B.____ in Abweisung seiner diesbezügli-

chen Berufung und in Bestätigung des angefochtenen Urteils der fahrlässigen schweren Kör-

perverletzung durch Unterlassung nach Art. 125 Abs. 2 StGB (in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 

lit. a BauAV, Art. 19 Abs. 1 BauAV, Art. 32 Abs. 1 lit. a BauAV und Art. 35 Abs. 1 BauAV) 

schuldig zu erklären.  

 

4.3  

a) Den Beschuldigten C.____ hat die Vorinstanz mangels einer Sorgfaltspflichtverletzung 

von der Anklage der fahrlässigen schweren Körperverletzung freigesprochen und diesbezüglich 

im Wesentlichen dargelegt, C.____ habe B.____ und A.____ dieser Baustelle zugeteilt und 

B.____ in dessen Funktion als Gruppenchef darüber instruiert, wie das Gerüst abzubauen sei, 

nämlich abschnittweise in einer Rückwärtsbewegung unter Verwendung einer Seilsicherung, 

die am jeweils rückwärtigen Rahmen anzubringen gewesen wäre, damit er nie ungesichert an 

einer potentiellen Absturzstelle arbeiten würde. Er habe ihn zudem darüber instruiert, dass 

A.____ nicht auf das Gerüst hochsteigen dürfe, sondern die am Boden anfallende Arbeit zu 

erledigen habe. Wenn schliesslich anders vorgegangen worden sei, sei dies entgegen der aus-

drücklichen Anweisung von C.____ geschehen. C.____ habe als Bauführer die bauleitende 

Funktion innegehabt und somit die ausführenden Gerüstmonteure einer Arbeit zuzuteilen ge-

habt, welche diese nach ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung hätten leisten können; zudem 

habe er ihnen die notwendigen Anleitungen zu erteilen und die Arbeiten in angemessener Form 

zu überwachen gehabt. Dabei habe er die anerkannten Regeln der Baukunde durchzusetzen 

gehabt. Bei der Auswahl der eingesetzten Gerüstmonteure sei keine Pflichtverletzung zu er-

 
 
 

 
 
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kennen. Gemäss erstelltem Sachverhalt, wie er zu Gunsten von C.____ anzunehmen sei, habe 

er B.____ darüber instruiert, wie dieser das Gerüst abzubauen habe. Dass er primär den Grup-

penchef B.____ angewiesen habe, sei nicht zu beanstanden, denn dieser habe die Weisungs-

befugnis innegehabt, um die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gegebenenfalls gegenüber 

A.____ durchzusetzen. Dass C.____ im Verlauf dieses Tages die Ausführung nicht mehr weiter 

beaufsichtigt habe, sei unter den konkreten Umständen nicht als pflichtwidrig zu beurteilen. 

Wenn von einem Bauführer im Allgemeinen zu verlangen sei, dass er sich regelmässig persön-

lich ein Bild über den Zustand der Baustelle und den Fortschritt der Arbeiten zu machen habe, 

so sei dies insbesondere bei mehrtägigen Bauarbeiten mit verschiedenen Arbeitsschritten von 

Bedeutung. Vorliegend handle es sich indes um Arbeiten, die von zwei Monteuren in weniger 

als einem Tag hätten erledigt werden können. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sei 

nicht komplex gewesen. Es sei im Wesentlichen darum gegangen, die Arbeiten so durchzufüh-

ren, dass stets eine Seilsicherung verwendet worden sei, solange man sich nicht mehr im ge-

schützten Bereich innerhalb der noch bestehenden Bestandteile des Gerüstes und in einer Ab-

sturzhöhe von über drei Metern befunden habe. Dies sei im Gerüstbau ein Routinevorgang. 

C.____ habe nicht voraussehen müssen, dass die Arbeiten entgegen seinen Instruktionen ohne 

Verwendung der Seilsicherung und zudem in einer Weise ausgeführt würden, mit welcher eine 

solche gar nicht mehr habe angebracht werden können, und dass sich A.____ auf das Gerüst 

begeben würde. Die in der Anklageschrift konkret vorgebrachten Tatvorwürfe, wonach C.____ 

pflichtwidrig nicht für eine genügende Sicherung der Baustelle gesorgt und nicht die erforderli-

chen Schutzmassnahmen ergriffen habe, er nicht eine genügende Instruktion über das korrekte 

Vorgehen beim Abbau vor Arbeitsbeginn erteilt habe und er ungenügend ausgebildete Perso-

nen eingesetzt habe, deren vorgängige Schulung er nicht veranlasst habe, hätten sich demzu-

folge nicht bestätigt.  

 

b) Demgegenüber vertritt die Staatsanwaltschaft, wie bereits vorgängig dargelegt (vgl. oben 

E. 2.1.1), die Auffassung, C.____ habe keine Angaben zur Ausbildung von B.____ machen 

können; insbesondere habe er nicht abgeklärt, ob dieser Kenntnisse im Umgang mit individuel-

len Absturzsicherungen habe vorweisen können. Soweit es den Tatsachen entsprechen sollte, 

dass alle eingesetzten Personen im Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung gegen 

Absturz geschult worden seien, sei nicht nachvollziehbar, weshalb wiederholt die Auffassung 

vertreten worden sei, der als Gerüstbaumitarbeiter beschäftigte Privatkläger habe das Gerüst 

von vornherein nicht betreten dürfen. Für die Beschuldigten C.____ (und D.____) sei nicht klar 

 
 
 

 
 
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gewesen, welche Personen für eine bestimmte Aufgabe qualifiziert gewesen seien, bzw. diese 

hätten sich nur ungenügend um deren Schulung und Instruktion bemüht. C.____ habe zudem 

als Sicherheitsbeauftragter und Bauführer keine bzw. unzutreffende Instruktionen zum Abbau 

des Gerüstes erteilt, da er offensichtlich die Meinung vertreten habe, dass ein Schutz gegen 

seitliche Fehltritte nicht notwendig gewesen sei. Hätten C.____ (und D.____) die ihnen oblie-

genden Pflichten genügend beachtet, wäre es nicht zum Unfallereignis am 13. Mai 2014 ge-

kommen.  

 

c) Der Privatkläger legt im Wesentlichen dar (vgl. oben E. 2.2.1), eine umfassende Würdi-

gung der gesamten Beweismittel zeige auf, dass C.____ ein ganz erhebliches Verschulden am 

Unfallereignis trage, nachdem er als von der Firma D.____ AG eingesetzter Sicherheitschef 

massgebliche Sicherheitsbestimmungen missachtet habe. Entgegen den gesetzlichen Bestim-

mungen sei C.____ der Meinung gewesen, dass bei der Demontage des Laufstegs am 13. Mai 

2014 keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen zur Sicherung vor einem Absturz hätten ge-

troffen werden müssen. Diese Annahme sei zweifellos falsch gewesen. Insofern sei der Eintritt 

des Unfallereignisses auf das pflichtwidrige Verhalten des Sicherheitschefs zurückzuführen und 

wäre durch geeignete Massnahmen auch vermeidbar gewesen.  

 

d) Der Beschuldigte wiederum vertritt die Meinung (vgl. oben E. 2.4.2), er habe nicht vor-

aussehen müssen, dass die Arbeiten entgegen seinen Instruktionen ohne Verwendung der 

Seilsicherung ausgeführt würden und dass sich der Privatkläger entgegen seiner klaren Wei-

sung auf das Gerüst begeben würde. Hinzu komme, dass der Privatkläger offenbar auch noch 

telefoniert habe, was ein krass fehlbares Verhalten seinerseits darstelle. Bestritten werde 

schliesslich, dass der Taterfolg vermeidbar gewesen wäre. Vorliegend stehe das Verhalten des 

Privatklägers und dasjenige von B.____ im Vordergrund, welcher unumwunden zugegeben ha-

be, um die Schutzausrüstung gewusst, jedoch aus eigenem Antrieb darauf verzichtet zu haben. 

Insgesamt habe er seine Sorgfaltspflichten wahrgenommen und auf korrekte Weise gewisse 

Pflichten an B.____ delegiert.   

 

e) In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten C.____ zur Last gelegt, er habe unter 

Nichtbeachtung der vorstehend beschriebenen Sorgfaltspflichten fahrlässig die schweren Ver-

letzungen von A.____ verursacht, indem er nicht für eine genügende Sicherung der Baustelle 

an der E.____strasse in X.____ besorgt gewesen sei. Obwohl er aufgrund seiner Stellung als 

 
 
 

 
 
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Sicherheitsbeauftragter der D.____ AG und für die Baustelle zuständiger Bauführer gewusst 

habe, dass das am 13. Mai 2014 abzubauende Fassadengerüst auf einem nicht durchbruchsi-

cheren Glasdach platziert gewesen sei und beim Abbau schliesslich auch der gegenüber dem 

Glasdach nicht abgeschrankte Laufsteg bzw. die Gerüstabstellbasis auf der nicht durchbruchsi-

cheren Glasfläche habe entfernt werden müssen, habe er es unterlassen, den Beschuldigten 

B.____ sowie A.____ über das korrekte Vorgehen beim Abbau vor Arbeitsbeginn genügend zu 

instruieren. C.____ habe es weiter pflichtwidrig unterlassen, bei den Arbeiten auf dem nicht 

durchbruchsicheren Glasdach für kollektive Schutzmassnahmen oder den Einsatz einer Hebe-

bühne zu sorgen. Sofern dies nicht möglich oder zweckmässig gewesen sein sollte, hätte er 

den Einsatz individueller Schutzmassnahmen ‒ namentlich der PSAgA (Seilsicherung) ‒ anord-

nen müssen und auf der Baustelle lediglich Arbeiter einsetzen dürfen, welche im Umgang mit 

individuellen Schutzmassnahmen geschult und geübt gewesen seien bzw. hätte er eine vor-

gängige Schulung des Beschuldigten B.____ sowie von A.____ veranlassen müssen. C.____ 

habe indessen auf der entsprechenden Baustelle am 13. Mai 2014 für die hohen Anforderungen 

an die Tätigkeit auf nicht durchbruchsicheren Glasdächern ungenügend ausgebildete Personen 

eingesetzt. Dabei seien für C.____ ein Fehltritt eines Arbeiters sowie ein Sturz durch das nicht 

durchbruchsichere Glasdach und dadurch herbeigeführte schwere Verletzungen eines Men-

schen aufgrund seiner Ausbildung und seiner Arbeitserfahrung individuell vorhersehbar und mit 

Blick auf seine Weisungsbefugnis als verantwortlicher Bauführer und seine Kompetenzen als 

Sicherheitsbeauftragter auch vermeidbar gewesen.  

 

Die Sorgfaltspflichten des Beschuldigten C.____ werden in der Anklageschrift folgendermassen 

geschildert: C.____ sei als für die Baustelle zuständiger Bauführer und Sicherheitsbeauftragter 

der D.____ AG für die Einhaltung der Arbeitssicherheit gemäss gesetzlicher Regelung und 

SUVA-Standard bei der Baustelle und innerhalb des gesamten Betriebs zuständig gewesen. 

Auf der Baustelle seien namentlich die Vorschriften der BauAV zu beachten gewesen. Als Bau-

führer der Baustelle hätten dem Beschuldigten die korrekte Auswahl der dort eingesetzten Per-

sonen sowie deren genügende Instruktion und Überwachung, namentlich betreffend die einzu-

haltenden Normen der Arbeitssicherheit und die Verwendung von Absturzsicherungen, oblegen. 

Weiter sei er für die Organisation und Bereitstellung der benötigten Arbeitsmaterialien verant-

wortlich gewesen, insbesondere im Hinblick auf die Gewährleistung der Arbeitssicherheit (Helm, 

persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz, Hebebühnen etc.). Zusätzlich hätten ihm die 

Organisation und die Durchführung von risikogerechten Schulungen der bei der D.____ AG 

 
 
 

 
 
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eingesetzten Personen (neu eintretend und bestehend, temporär und festangestellt) u.a. betref-

fend Arbeitssicherheit und die Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz 

(Seilsicherung) sowie die Kontrolle der Einhaltung der entsprechenden Vorschriften durch diese 

oblegen. Sofern nötig, habe der Beschuldigte für Schulungen externe Fachpersonen beizuzie-

hen gehabt.  

 

f)  

aa) Bei der konkreten Würdigung des inkriminierten Tatbestandes in Bezug auf den Beschul-

digten C.____ ist zu erkennen, dass die Ausführungen der Vorinstanz das Kantonsgericht nicht 

zu überzeugen vermögen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Privatkläger legen zu-

treffend dar, dass das Strafgericht die Beweiswürdigung einseitig zu Gunsten des Beschuldig-

ten C.____ vorgenommen hat. Namentlich hat es dessen Erstaussagen anlässlich der Einver-

nahme als beschuldigte Person vom 14. Mai 2018 in einer Weise interpretiert, welche gestützt 

auf die konkreten Umstände als nicht nachvollziehbar erscheint.  

 

bb) In der genannten Einvernahme hat C.____ unter anderem folgende Depositionen getätigt: 

Zur Frage, "was können Sie zu diesem Unfall erzählen?" hat C.____ geantwortet: "(…) Wenn 

das Dach nicht durchbruchsicher ist, dann müssen entsprechende Massnahmen gemäss 

Art. 35 BauAV ergriffen werden. Dort steht das Arbeiten auf nicht durchbruchsicheren Dachflä-

chen ist nur auf Laufstegen gestattet. Und so ein Laufsteg war vorhanden." Zur Frage, "wie geht 

man konkret vor, wenn das Gerüst abmontiert wird; wann und wie werden die Laufstege ab-

montiert?" hat er ausgeführt: "Genau in der umgekehrten Reihenfolge wie bei der Gerüstmonta-

ge. Konkret wird zuerst das Gerüst abgebaut und dann am Schluss wird auch der Laufsteg von 

links nach rechts abgebaut." Dem Vorhalt, "als Vorgesetzter von B.____ und A.____ und Si-

cherheitsverantwortlicher der Firma D.____ AG hatten Sie die Pflicht, sich zu vergewissern, 

dass die Dachflächen, im vorliegenden Fall das Glasdach, durchbruchsicher ist [sind]. Bei Fest-

stellung, dass das Glasdach nicht durchbruchsicher ist, hätten Sie wirksame Schutzmassnah-

men treffen müssen." hat C.____ entgegnet: "Das ist alles richtig. Man muss gemäss Art. 35 

BauAV die erforderlichen Massnahmen treffen, wenn das Glasdach nicht durchbruchsicher ist. 

Das Glasdach war nicht durchbruchsicher und aus diesem Grund haben wir den Laufsteg mon-

tiert." Die Frage, "Herr C.____, welche Sicherungsmassnahmen sind gegen den Durchbruch 

einer Dachfläche möglich?" hat der Beschuldigte so beantwortet: "Diverse. Für mich stand in 

diesem vorliegenden Fall nur ein Laufsteg im Vordergrund." Zur Frage, "wieso stand für die 

 
 
 

 
 
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[Sie] der Laufsteg im Vordergrund?" hat C.____ dargelegt: "Weil man diesen auch als Abstell-

basis für das Gerüst brauchen kann sowie zum Schutz des Glases und darunter laufenden Per-

sonen." Die Frage, "wären auch andere Sicherungsmassnahmen gegen den Durchbruch des 

Glasdaches an der E.____strasse in X.____ geeignet und angezeigt gewesen?" hat der Be-

schuldigte so beantwortet: "Nein, sonst wäre d