# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1807fed9-7776-5230-bb55-d4d14aaec684
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2010 E-8384/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8384-2010_2010-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8384/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______,
Nigeria,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 25. November 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8384/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  nigerianischer  Staatsbürger  und 
ethnischer Igbo aus (A._______) – sein Heimatland eigenen Angaben 
zufolge  am  7.  Oktober  2010  verliess,  per  Schiff  nach  B._______ 
(Äquatorial-Guinea) und von dort per Flugzeug am 25. Oktober 2010 
unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz gelangte, wo er 
am  26.  Oktober  2010  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
C._______ um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ  C._______  vom 
4. November 2010 sowie der Anhörung vom 10. November 2010 zur 
Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er 
habe eine Beziehung mit  einem muslimischen Mädchen unterhalten, 
womit sein Vater nicht einverstanden gewesen sei, 

dass er im Juli  2010 von unbekannten Personen verschleppt worden 
sei und sich seine Mutter – entgegen dem Willen seines Vaters – habe 
durchringen können, das geforderte Lösegeld zu bezahlen, worauf er 
von seinen Entführern freigelassen worden sei,

dass  er  später  in  Erfahrung  habe  bringen  können,  dass  auch  sein  
Vater in die Verschleppung von Personen involviert gewesen sei,

dass  er  ihn  aufgefordert  habe,  die  Leute  freizulassen,  er  hingegen 
habe  versprechen  müssen,  dass  er  sich  mit  diesem Mädchen  nicht 
mehr treffen würde, 

dass  er  im  September  2010  seinem  Vater  mitgeteilt  habe,  seine 
Freundin  sei  schwanger  und  er  wolle  die  Beziehung  zu  ihr  weiter -
führen,

dass seine Freundin drei Tage später – am 8. September 2010 – er-
schossen  worden  sei,  woraufhin  er,  sein  Bruder  sowie  der  Bruder 
seiner Freundin am 29. September 2010 den Vater (des Beschwerde-
führers) aufgesucht hätten,

dass es dabei zu einer Auseinandersetzung gekommen sei, während 
der der Bruder seiner Freundin den Vater, seine Mutter sowie seinen 
Bruder erschossen habe,

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dass er daraufhin den Bruder  seiner  Freundin angegriffen habe und 
dieser in diesem Handgemenge tödlich vom Balkon gestürzt sei, 

dass er zu einem bekannten Bürgermeister nach D._______ geflohen 
sei, wo er erfahren habe, dass die Polizei zu Hause nach ihm gesucht 
habe,

dass  er  vor  diesem  Hintergrund  mit  Hilfe  dieses  Bekannten  am 
7. Oktober 2010 Nigeria im Beisein einer ihm unbekannten Frau ver-
lassen habe,

dass das BFM den Beschwerdeführer anlässlich der Einreichung sei -
nes Asylgesuchs am 26. Oktober 2010 und im Rahmen der Kurzbefra-
gung vom 4. November 2010 sowie der Anhörung vom 10. November 
2010  aufforderte,  rechtsgenügliche  Papiere  einzureichen  und  der 
Beschwerdeführer dieser Aufforderung bis heute nicht nachgekommen 
ist,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. November 2010 – eröffnet am 
30. November  2010  – in  Anwendung von  Art. 32  Abs. 2  Bst.  a und 
Abs. 3  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf 
das  Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass es zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch zu-
sammenfassend festhielt, der Beschwerdeführer habe innert 48 Stun-
den nach Gesuchseinreichung ohne entschuldbare Gründe keine Rei-
se- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, und zudem seien zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses in seinem Fall aufgrund der Akten-
lage nicht erforderlich,

dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers,  er  habe  nie  irgendein 
Ausweisdokument  besessen,  nicht  nachvollziehbar  und  stereotyp, 
seine Schilderung des Reisewegs unglaubhaft  und vage ausgefallen 
seien,

dass  aufgrund  der  Akten  bezeichnenderweise  auch  keine  Hinweise 
vorlägen, welche Anstrengungen zur Papierbeschaffung seinerseits er-
kennen lassen würden, 

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dass deshalb davon auszugehen sei,  dass er über  heimatliche Aus-
weisdokumente  verfüge,  welche  er  den  Asylbehörden  zwecks  Er-
langung eines zweifelhaften Vorteils vorenthalte, 

dass  er  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  Art.  7 
AsylG nicht  erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführer  zu  seinem  Fluchtmotiv 
insgesamt  zahlreiche  Ungereimtheiten  enthalten  und  ein  reines 
Konstrukt darstellen würden,

dass seine gesamten Darlegungen zu seiner eigenen Verschleppung, 
den Umständen der Tötung seiner Freundin und zu den Vorfällen vom 
29. September 2010 zu vage, einsilbig und oberflächlich ausgefallen 
seien, als dass sie von tatsächlich Erlebtem herrühren könnten, 

dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat zulässig, zumutbar 
und praktisch durchführbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  6. Dezember  2010 
(Datum  Poststempel)  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  es  sei  die  Ver-
fügung des BFM vom 25. November  2010 aufzuheben und das Ver-
fahren zwecks materieller Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, ihm sei die unentgeltliche 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  zu 
gewähren, und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu ver-
zichten, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  8.  Dezember  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  -  33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.119]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist  (Art.  108 Abs. 2  AsylG; Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der  
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf  
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht  des Bundesverwaltungsgerichts  – 

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überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei -
se-  oder  Identitätspapieren  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen, 
wobei vorab auf  die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  ferner  unbegründet  liess,  wie  der  Be-
kannte von D._______ respektive die unbekannte Begleiterin als seine 
Fluchthelferin  seine  Reise  von  Nigeria  über  diverse  Länder  ohne 
bereits  vorhandene  Reisepapiere  innert  kürzester  Zeit  organisiert, 
finanziert  und  durchgeführt  hätten,  was die  Unglaubhaftigkeit  seiner 
Angaben über das Fehlen der Identitätspapiere untermauert,

dass  die  Reiseschilderung  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der 
Erstbefragung, wonach er nie irgendwelche Papiere besessen und das 
Reisedokument nie habe einsehen können, er die Personalien, unter 
denen  er  ausgereist  sei,  nicht  gekannt  habe,  angesichts  der  dar-
gelegten Ausreise (auf  dem Meeresweg aus Nigeria ausgereist)  und 
der  bei  Luftreisen  allgemein  bestehenden  strengen  Sicherheits-
kontrollen in internationalen Flughäfen als äusserst realitätsfremd und 
daher als unglaubhaft zu qualifizieren ist,

dass  es  hinsichtlich  der  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  zu  den 
Reiseumständen  deshalb  als  überwiegend  unwahrscheinlich  zu  er-
achten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  den  im  Pass  aufgeführten 
Namen nicht gekannt haben soll,  zumal er dadurch bei der Ausreise 
ein  erhebliches  Risiko  der  Entdeckung  eingegangen  wäre,  hätte  er 
doch keine Auskunft geben können, falls ihn einer der kontrollierenden 
Beamten  bei  der  Ausreise  nur  schon  nach  seinem  Namen  gefragt 
hätte,

dass die insgesamt substanzlosen und realitätsfremden Angaben des 
Beschwerdeführers über den fehlenden Besitz von Identitätspapieren 
die Haltlosigkeit seiner diesbezüglichen Aussagen ebenso bestätigen 
wie die widersprüchlichen,  unrealistischen und detailarmen Angaben 
über die Reise in die Schweiz,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  unsubstanziierten 
und realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdeführers sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 
er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetz-

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lichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweize-
rischen Behörden nicht aushändigte, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und zusätzliche Abklärungen 
zu deren Feststellung beziehungsweise derjenigen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, 

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der Befragung im EVZ C._______ vom 4. November 2010 sowie 
der Anhörung vom 10. November 2010 darstellt, unter Verzicht auf zu-
sätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen ei-
ner bloss summarischen Prüfung der eindeutige Schluss gezogen wer-
den kann, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die Flüchtlingsei-
genschaft  nicht  erfüllt,  und  einem Vollzug  seiner  Wegweisung  keine 
Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),

dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, 

dass insbesondere mit dem BFM festzustellen ist, dass die Darstellung 
der  angeblichen  Verfolgung  durch  die  örtliche  Polizei äusserst  vage 
und unsubstanziiert  ausgefallen  ist,  zumal  der  Beschwerdeführer  für 
die  angebliche  polizeiliche  Suche  nach  ihm  keinerlei  konkrete 
Anhaltspunkte  und  Gründe  darzulegen  vermochte,  weshalb  er 
polizeilich gesucht werde oder Behelligungen ausgesetzt sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom 
6. Dezember  2010  lediglich  ausführt,  die  von ihm geltend gemachte 
Verfolgung sei grundsätzlich privater Natur und der nigerianische Staat 
sei  weder fähig noch willens, ihn vor dieser Form von Verfolgung zu 
schützen,

dass  auch  der  pauschale  Einwand,  wonach  der  Beschwerdeführer 
aufgrund der grassierenden Korruption von der Polizei keine Hilfe und 
kein faires Verfahren erhalten würde, weshalb er auf eine Anzeige bei 
der Polizei verzichtet habe, als unbehelflich zu qualifizieren ist, zumal 
der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  direkten  Anhörung  keine 
Begründung  für  seinen  Verzicht  anführte  und  auch  sonst  nirgends 
erwähnte, dass er oder andere Personen in seinem Umfeld schlechte 
Erfahrungen mit den Polizeibehörden seines Landes gemacht hätten, 

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welche  den  angeführten  vollständigen  Verzicht  auf  die  Einschaltung 
der Polizei nachvollziehbar erscheinen lassen könnten,

dass nach der  Schutztheorie die flüchtlingsrechtliche Relevanz einer 
nichtstaatlichen  Verfolgung  vom  Vorhandensein  eines  adäquaten 
Schutzes  durch  den  Heimatstaat  oder  unter  gewissen  Umständen 
durch einen sogenannten Quasi-Staat abhängt,  und in diesem Sinne 
auch der Unterscheidung zwischen Schutzunwilligkeit und -unfähigkeit 
des  Heimatstaats  (beziehungsweise  allenfalls  eines  Quasi-Staats) 
grundsätzlich keine entscheidende Bedeutung mehr zukommt (EMARK 
2006 Nr. 18 E. 10.2, S. 202),

dass damit Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat als 
ausreichend zu qualifizieren ist, wenn die betroffene Person effektiven 
Zugang zu einer funktionierenden und effizienten Infrastruktur hat und 
ihr  die  Inanspruchnahme  eines  solchen  innerstaatlichen  Schutzsys-
tems individuell  zumutbar ist,  wobei es der entscheidenden Behörde 
obliegt, die konkrete Effektivität des Schutzes im Heimatland abzuklä-
ren und zu begründen (a.a.O. E. 10.3, S. 203),

dass sich die politische Lage in Nigeria seit der demokratischen Wahl 
von  Olusegun  Obasanjio  zum ersten  Präsidenten  (1999) wesentlich 
verbessert, der Staat eine durchgehende Stabilität erlangt und der am-
tierende Präsident Umaru Yar'Adua (seit 2007) diesen Prozess fortge-
setzt  hat,  womit  angenommen  werden  kann,  der  Beschwerdeführer 
habe auch weiterhin effektiven Zugang zu einer funktionierenden und 
effizienten Schutzinfrastruktur,

dass  vor  diesem Hintergrund nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  sich 
der Beschwerdeführer nie an die Behörden gewendet habe, zumal die 
nigerianischen Behörden –  entgegen der  Meinung des Beschwerde-
führers – fähig und willens sind, ihren Bürgern den nötigen Schutz zu 
gewähren,

dass sich die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornah-
me  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses noch gar zur di-
rekten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b 
und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),

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http://de.wikipedia.org/wiki/Umaru_Yar'Adua
http://de.wikipedia.org/wiki/Umaru_Yar'Adua

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dass das BFM nach dem Gesagten in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli -
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) er-
sichtlich sind, die ihm in Nigeria droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf  eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer 
Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vor-
liegend zumutbar ist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Heimat-  bzw. Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist  (Art.  83  Abs. 2 
AuG), da keine Vollzugshindernisse bestehen, und es ihm obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde als 
aussichtslos darstellte, 

dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils der Antrag auf Verzicht auf  
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 2 und 3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.   600.– werden  dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand:

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