# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30272bb9-4ab0-5e09-a05d-718bfa6ad43d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2017 F-6457/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6457-2015_2017-10-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6457/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Martin Kayser (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richter Blaise Vuille,    

Gerichtsschreiberin Rahel Altmann. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,  

(…),  

Sri Lanka,   

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Visum aus humanitären Gründen (VrG). 

 

 

 

F-6457/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die schweizerische Botschaft in Colombo verweigerte den Beschwerde-

führenden, sri-lankische Staatsangehörige, mit Formularentscheid vom 

28. Juli 2015 die Ausstellung eines humanitären Visums (vgl. SEM 

act. 1/22-26). 

B.  

Mit Verfügung vom 4. September 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache 

der Beschwerdeführenden gegen den negativen Entscheid der Botschaft 

ab. Das SEM hielt im Wesentlichen fest, dass die von der Beschwerdefüh-

rerin geschilderten Bedrohungen und Übergriffe der Sicherheitskräfte auf-

grund ihrer ehemaligen Mitgliedschaft der Liberation Tigers of Tamil Eelam 

(nachfolgend: LTTE) keine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefähr-

dung an Leib und Leben darstelle. Diese Einschätzung ergebe sich auch 

für den Ehemann der Beschwerdeführerin, welcher seit dem Krieg quer-

schnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen sei. Im Übrigen seien 

ihre bei der schweizerischen Botschaft vorgebrachten Einwände teils 

schwierig nachvollziehbar.  

C.  

Die Beschwerdeführenden erhoben hiergegen mit Eingabe vom 2. Oktober 

2015 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Ihre Situation, so ihre 

Argumentation, habe sich inzwischen dramatisch geändert. Die Beschwer-

deführerin sei nach Anzeigeerhebung bei der Polizei und dem UNHCR er-

neut vergewaltigt worden. Ebenfalls werde ihr Ehemann nach wie vor von 

Sicherheitskräften bedroht. Die Beschwerdeführenden reichten mehrere 

Beilagen, unter anderem einen Arztbericht vom 16. bzw. 18. August 2015 

ein (vgl. BVGer act. 2 inklusive Beilagen).  

D.  

Mit Schreiben vom 30. Oktober 2015 und 9. Januar 2016 hielten die Be-

schwerdeführenden erneut fest, dass sie massiv durch Sicherheitskräfte 

bedroht würden und ständig ihren Aufenthaltsort wechseln müssten.  

E.  

Am 5. Oktober 2017 wurde das vorliegende Verfahren zuständigkeitshal-

ber der Abteilung VI des Bundesverwaltungsgerichts übertragen.  

F-6457/2015 

Seite 3 

F.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä-

gungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Entscheide bezüglich die Verweigerung 

zur Erteilung eines Visums sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht anfechtbar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). In dieser Mate-

rie entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c 

Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und Abs. 52 VwVG).  

1.4 Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 e contrario VwVG wurde vorliegend auf ei-

nen Schriftenwechsel oder andere Instruktionsmassnahmen verzichtet, da 

sich die Beschwerde angesichts der nachfolgenden Erwägungen als von 

vornherein unbegründet im Sinne dieser Bestimmung erweist (vgl. E. 6.3). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt 

seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.w.H.). 

3.  

Mit dem Schengen-Assoziierungsabkommen hat die Schweiz das Schen-

gen-Recht übernommen. Die im Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seinen Ausführungsbestimmungen enthaltenen Regelungen über das Vi-

sumverfahren und über die Ein- und Ausreise – insbesondere der Verord-

nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, 

F-6457/2015 

Seite 4 

SR 142.204) – gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-

Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten 

(vgl. Art. 2 Abs. 2–5 AuG).  

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der EU-Visa-Verordnung erforder-

lich ist ([EG] Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 [ABl. L 81 vom 

21. März 2001] zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsange-

hörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein 

müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von die-

ser Visumpflicht befreit sind; zum vollständigen Quellennachweis vgl. die 

Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV). Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige 

für den Erhalt eines Schengen-Visums den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schen-

gen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder 

verlassen beziehungsweise Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise 

bieten. Ferner dürfen sie nicht im Schengener Informationssystem (SIS) 

zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die 

öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder 

die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum 

Ganzen: Art. 5 Abs. 1 und 2 AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 

2 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das 

Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 

Grenzkodex bzw. SGK], ABl. L 77 vom 23. März 2016 [kodifizierter Text]; 

Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Vi-

sakodex der Gemeinschaft [nachfolgend: Visakodex]; Art. 4 VEV).  

 

4.2 Sind die vorerwähnten Voraussetzungen zur Ausstellung eines „ein-

heitlichen Visums“ nicht erfüllt, kann ein Mitgliedstaat aus humanitären 

Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internati-

onaler Verpflichtungen ausnahmsweise ein Visum erteilen. Dieses ist 

grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig 

(vgl. Art. 2 Abs. 4 und Art. 12 Abs. 4 VEV; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK und 

Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; vgl. zur Begriffsbestimmung Art. 2 Ziff. 3 

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Seite 5 

und 4 Visakodex). Auf nationaler Ebene ist die Erteilung eines Visums aus 

humanitären Gründen in Art. 2 Abs. 4 i.V.m. Art. 12 Abs. 4 VEV normiert. 

Entsprechend der genannten Bestimmung können das Eidgenössische 

Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und das SEM im Rah-

men ihrer Zuständigkeiten im Einzelfall eine Einreise aus humanitären 

Gründen für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen bewilligen. 

4.3 Die humanitären Visa zwecks Einreichung eines Asylgesuchs wurden 

nach der bisherigen, vom klaren gesetzgeberischen Willen gedeckten Pra-

xis in Form eines Schengenvisums mit beschränkter räumlicher Gültigkeit 

gemäss Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex erteilt. In einem neusten Urteil 

stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch fest, dass nach dem 

gegenwärtigen Stand des Gemeinschaftsrechts solche Visa allein dem na-

tionalen Recht unterstehen (Urteil des EuGH vom 7. März 2017, X und X 

gegen Belgien, C-638/16 PPU, EU:C:2017:173). Die sich daraus erge-

bende Lücke füllte das Bundesverwaltungsgericht in einem neusten Leitur-

teil dahingehend aus, dass es bis zu entsprechenden Massnahmen des 

Gesetzgebers zum gleichen Zweck und unter unveränderten inhaltlichen 

Voraussetzungen eine neue Kategorie humanitärer nationaler Visa schuf, 

die nur für das Territorium der Schweiz gelten (Urteil des BVGer 

F-7298/2016 vom 19. Juni 2017 E. 4 m.H.). 

4.4 Der Bundesrat hält in seiner Botschaft zur Änderung des Asylgesetzes 

vom 26. Mai 2010 fest, dass ein Visum aus humanitären Gründen aus-

nahmsweise erteilt werden könne, wenn bei einer Person aufgrund des 

konkreten Einzelfalls offensichtlich davon ausgegangen werden müsse, 

dass sie im Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret 

an Leib und Leben gefährdet sei. Die betroffene Person müsse sich in einer 

besonderen Notsituation befinden, welche ein behördliches Eingreifen 

zwingend erforderlich mache und es rechtfertige, ihr – im Gegensatz zu 

anderen Personen – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies könne etwa bei 

akuten kriegerischen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individu-

ellen Gefährdung gegeben sein. Das Visumsgesuch sei unter Berücksich-

tigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände der betroffe-

nen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig zu prü-

fen (vgl. BBl 2010 4455, 4468, 4472 und insbesondere 4490). Diese Aus-

führungen finden ihren Niederschlag auch in der vom SEM in Absprache 

mit dem EDA erlassenen Weisung Nr. 322.126 „Visumsantrag aus huma-

nitären Gründen“ (vgl. überarbeitete Version der Weisungen des damaligen 

Bundesamtes für Migration [BFM] vom 25. Februar 2014 [Stand 30. August 

2016]; nachfolgend: Weisungen humanitäres Visum). Insgesamt sind die 

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Einreisevoraussetzungen beim Visumsverfahren somit noch restriktiver als 

bei den im Rahmen der Revision aufgehobenen Auslandgesuchen, bei 

welchen Einreisebewilligungen bereits nur sehr zurückhaltend erteilt wur-

den (vgl. zur entsprechenden Praxis BVGE 2015/5 E. 4.1 und 2011/10 

E. 3.3).  

4.5 Aufgrund ihrer sri-lankischen Staatsangehörigkeit sind die Beschwer-

deführenden nach Massgabe des Anhangs I der EU-Visa-Verordnung Dritt-

staatsangehörige, die der Visumspflicht unterliegen. Dementsprechend ist 

zu prüfen, ob die Vorinstanz die Voraussetzungen zur Erteilung eines 

Schengen-Visums (vgl. nachfolgend E. 5) sowie eines Visums aus huma-

nitären Gründen (vgl. nachfolgend E. 6) zu Recht verneint hat. 

5.  

Die Beschwerdeführenden haben weder die Absicht eines langfristigen 

Aufenthalts in der Schweiz noch die damit einhergehenden fehlenden Vor-

aussetzungen zur Erteilung eines Schengen-Visums bestritten. In Anbe-

tracht der geltend gemachten humanitären Gründe hat die Vorinstanz zu 

Recht die Erteilung eines Visums für den gesamten Schengen-Raum ver-

weigert. Auf die einzelnen Einreisevoraussetzungen ist folglich nicht weiter 

einzugehen. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend, aufgrund 

ihrer ehemaligen Mitgliedschaft beziehungsweise Tätigkeit für die LTTE 

durch Sicherheitskräfte massiv bedroht und an Leib und Leben gefährdet 

zu sein. Die Beschwerdeführerin sei überdies zwei Mal vergewaltigt wor-

den. Die Vergewaltigung sei von ihren Peinigern als Vergeltung gegen die 

Anzeige bei der Polizei und beim UNHCR bezeichnet worden. Gleichzeitig 

hätten die Sicherheitsleute mit der Tat die Beschwerdeführenden ein-

schüchtern wollen, damit Letztere keine weiteren Schritte mehr unterneh-

men würden. Ihr Ehemann, der auf den Rollstuhl angewiesen sei, und sie 

müssten ihren Aufenthaltsort inzwischen ständig wechseln, um sich vor 

den Übergriffen durch Sicherheitskräfte in Sicherheit bringen zu können.  

6.2 Demgegenüber hält die Vorinstanz fest, dass angesichts des Vorbrin-

gens der Beschwerdeführenden keine unmittelbare, ernsthafte und kon-

krete Gefahr an Leib und Leben bestehe und die Ausstellung eines huma-

nitären Visums nicht gerechtfertigt sei. Insbesondere habe sich die Be-

schwerdeführerin anlässlich der Vorsprache bei der schweizerischen Bot-

schaft widersprüchlich geäussert und ihre Ausführungen seien schwer 

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nachvollziehbar gewesen. Die Erteilung eines humanitären Visums wäre 

selbst dann nicht gerechtfertigt, wenn die Beschwerdeführenden ernsthafte 

Nachteile in Bezug auf ihre Freiheit oder unerträgliche psychischen Druck 

erlitten hätten, da sie sich nicht in einer besonderen Notsituation befinden 

würden.  

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht erkennt aufgrund der Akten und der 

subjektiv empfundenen Bedrohungslage die schwierige Situation der Be-

schwerdeführerin und ihres querschnittsgelähmten Ehemannes. Die Aus-

führungen der Beschwerdeführerin betreffend eine Vergewaltigung, suizi-

dale Gedanken sowie die geschilderten Übergriffe durch Sicherheitskräfte 

lassen überdies auf psychisch belastende Lebensumstände der Beschwer-

deführenden schliessen. Die angeführten Drohungen und Taten, welche 

nur bedingt belegt und nicht klar in Zusammenhang mit ihrer Vergangen-

heit als Mitglieder der LTTE gebracht werden können, begründen jedoch 

insgesamt nicht die Intensität einer Gefährdung an Leib und Leben im 

Sinne der obigen Ausführungen zum humanitären Visum. Die widersprüch-

lichen Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich des persönlichen Ge-

sprächs bei der schweizerischen Botschaft erklärt sie mit fehlender Bildung 

und mangelnder Kenntnis der Sprache. Dies ist vorliegend aber nur höchst 

bedingt nachvollziehbar, zumal die Beschwerdeführenden auf Beschwer-

deebene die Möglichkeit gehabt hätten, ihre mündlichen Aussagen zu ver-

gangenen Ereignissen hinreichend zu belegen und zu präzisieren. Statt-

dessen stützen sie sich in der Begründung ihrer Beschwerdeschrift auf 

Übergriffe, welche nach dem Gespräch bei der Schweizer Botschaft statt-

gefunden haben sollen. Auch wenn die Beschwerdeführerin dem Bundes-

verwaltungsgericht einen Arztbericht und weitere Beweismittel eingereicht 

hat (vgl. BVGer act. 2 inklusive Beilagen, insbesondere „Diagnosis Ticket“), 

kann daraus keine besondere Notsituation abgeleitet werden, die ein be-

hördliches Eingreifen unausweichlich machen würde. Im Weiteren geht aus 

den Akten nicht hervor, ob die Beschwerdeführenden alternative Flucht-

möglichkeiten innerhalb Sri Lankas geprüft haben, um sich allfälligen Über-

griffen der Sicherheitskräfte zu entziehen. Der Ansicht der Beschwerdefüh-

renden, wonach einzig eine Flucht ins Ausland sie schützen könne, kann 

somit nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführenden haben seit ihrer letz-

ten Eingabe vom Januar 2016 zudem keine weitere substantiierte Gefähr-

dungslage vorgebracht, die das Gericht veranlassen könnte, die in der an-

gefochtenen Verfügung festgestellten Erkenntnisse als ungerechtfertigt zu 

erachten. Die hohen Anforderungen betreffend die Gefährdungslage im 

Falle der Erteilung eines humanitären Visums konnten die Beschwerdefüh-

renden insgesamt nicht hinreichend substantiiert darlegen. Insbesondere 

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wird nicht ersichtlich, inwiefern sich ihre Situation von anderen ehemaligen 

LTTE-Mitgliedern in Sri Lanka massgeblich unterscheidet. Demzufolge 

sind keine hinreichenden Gründe ersichtlich, die es rechtfertigen würden, 

den Beschwerdeführenden – im Gegensatz zu anderen Personen – ein 

Einreisevisum zu erteilen. Die Vorinstanz hat die Erteilung eines humani-

tären Visums dementsprechend zu Recht verweigert.  

6.4 Zusammenfassend ist nach Prüfung der Akten festzuhalten, dass vor-

liegend weder die Voraussetzungen für die Erteilung eines Schengen-Vi-

sums noch eines humanitären Visums erfüllt sind.  

7.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass sich die angefochtene Ver-

fügung im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig erweist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

unterliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Im vorliegenden Fall ist jedoch angesichts der langen Verfahrens-

dauer in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten zu verzichten.  

(Dispositiv nächste Seite)  

 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (durch Vermittlung der Schweizerischen 

Botschaft in Colombo [per EDA-Kurier]) 

– die Schweizer Botschaft in Colombo (mit der Bitte um Eröffnung des 

Urteils an die Beschwerdeführenden und um Zustellung der beiliegen-

den Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht [per 

EDA-Kurier]) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […] + […] zurück) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Martin Kayser Rahel Altmann 

 

 

 

Versand: