# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d25d7d9a-9ecf-5a99-a7e7-3bfd28f3c2c5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 20.04.2016 HG150263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG150263_2016-04-20.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG150263-O U/ei 

(vorher: HG120065-O) 

 

 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Roland 

Schmid, die Handelsrichter Dr. Alexander Müller, Patrick Lerch und 

Hans-Ruedi Müller sowie Gerichtsschreiberin Claudia Iunco-Feier 

 

Urteil vom 20. April 2016 

 

in Sachen 

 

1. A._____ Company,  

2. B._____, …,  

Klägerinnen und Widerbeklagte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X1._____ 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 
C._____ Ltd,  

Beklagte und Widerklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y3._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

Rechtsbegehren der Klage: .......................................................................................... 4 
 
Rechtsbegehren der Widerklage: ................................................................................ 4 
 
Sachverhalt und Verfahren ........................................................................................... 5 
 
A. Sachverhaltsübersicht ........................................................................................... 5 
a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................................ 5 
b. Hintergrund und Prozessgegenstand ..................................................................... 6 
 
B. Prozessverlauf .......................................................................................................... 8 
 
1. Formelles .................................................................................................................10 
1.1. Tragweite der Rückweisung ...............................................................................10 
1.2. Zuständigkeit.........................................................................................................11 
1.2.1. Örtliche Zuständigkeit...........................................................................................11 
1.2.2. Sachliche Zuständigkeit .......................................................................................11 
1.3. Unaufgeforderte Eingaben .................................................................................11 
 
2. Inhalt und Qualifikation der Policen .................................................................12 
2.1. Rechtliche Grundlagen........................................................................................12 
2.1.1. Technische Versicherungen................................................................................12 
2.1.2. Montageversicherung ...........................................................................................13 
2.1.3. Bauwesenversicherung........................................................................................14 
2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko ...........................................................................14 
2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung ..........................................................................15 
2.1.6. Mitversicherung .....................................................................................................15 
2.2. C._____-Police .....................................................................................................15 
2.3. A._____ CAR-Police............................................................................................17 
2.4. B._____ CAR-Police............................................................................................19 
 
3. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung..................................................20 
3.1. Parteistandpunkte ................................................................................................20 
3.2. Rechtliche Grundlagen........................................................................................21 
3.3. Würdigung .............................................................................................................22 
3.4. Fazit........................................................................................................................25 
 
4. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police ............................25 
4.1. Parteistandpunkte ................................................................................................25 
4.2. Würdigung .............................................................................................................25 
4.3. Fazit........................................................................................................................26 
 
5. Verletzung von Mitwirkungspflichten...............................................................27 
5.1. Parteistandpunkte ................................................................................................27 
5.2. Unbestrittener Sachverhalt .............................................................................27 
5.3. Rechtliche Grundlagen........................................................................................29 

- 3 - 

5.4. Würdigung .............................................................................................................31 
5.5. Fazit........................................................................................................................34 
 
6. Deckungsausschluss ...........................................................................................34 
6.1. Parteistandpunkte ................................................................................................34 
6.2. Rechtliche Grundlagen........................................................................................35 
6.3. Würdigung .............................................................................................................35 
6.4. Fazit........................................................................................................................36 
 
7. Doppelversicherung..............................................................................................36 
7.1. Anwendbares Recht ............................................................................................36 
7.2. Rechtliche Grundlagen........................................................................................37 
7.3. Würdigung .............................................................................................................38 
7.4. Fazit........................................................................................................................41 
 
8. Ansprüche der Klägerin 1 aus Doppelversicherung ....................................41 
8.1. Anwendbares Recht ............................................................................................41 
8.2. Rechtliche Grundlagen........................................................................................41 
8.3. Würdigung .............................................................................................................43 
8.3.1. Sach- oder Vermögensversicherung .................................................................43 
8.3.2. Berechnung der Leistungspflichten....................................................................44 
8.3.3. Bestimmung der Teilversicherungssumme.......................................................47 
8.4. Fazit........................................................................................................................50 
 
9. Ansprüche der Klägerin 1 aus Subrogation bzw. Regressrecht...............50 
9.1. Parteistandpunkte ................................................................................................50 
9.2. Anwendbares Recht ............................................................................................51 
9.3. Rechtliche Grundlagen........................................................................................51 
9.4. Würdigung .............................................................................................................53 
9.5. Fazit........................................................................................................................54 
 
10. Zusammenfassung ............................................................................................54 
 
11. Kosten- und Entschädigungsfolgen .............................................................54 
11.1. Gerichtskosten..................................................................................................55 
11.2. Parteientschädigung ........................................................................................55 
 
Urteilsdispositiv .............................................................................................................56 

 

- 4 - 

Rechtsbegehren der Klage: 

(act. 1 S. 2) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, 

 - der Klägerin 1 CHF 3'216'715.63 und 
 - den Klägern 2 CHF 1'072'238.20, 

 insgesamt CHF 4'288'953.83 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit 8. 
Juni 2005. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 
Rechtsbegehren der Widerklage: 

(act. 11 S. 2 sinngemäss) 

1. Die Klägerinnen seien solidarisch zu verpflichten, der Beklagten 
USD 174'045.40 nebst Zinsen von 5% 
auf USD 14'093.18 seit 22. März 2006, 

auf USD 14'432.81 seit 19. April 2006, 
auf USD 12'023.48 seit 18. Mai 2006, 

auf USD 398.00 seit 17. Juni 2006, 
auf USD 4'169.10 seit 15. Juli 2006, 
auf USD 6'171.07 seit 19. August 2006, 

auf USD 3'358.00 seit 17. September 2006, 
auf USD 1'899.03 seit 21. Oktober 2006, 
auf USD 1'943.80 seit 17. November 2006, 

auf USD 294.28 seit 7. Dezember 2006, 
auf USD 5'289.82 seit 3. Januar 2007, 

auf USD 226.70 seit 18. Februar 2007, 
auf USD 3'312.04 seit 17. März 2007, 
auf USD 613.50 seit 15. April 2007, 

auf USD 3'308.68 seit 16. Mai 2007, 
auf USD 18'766.24 seit 11. Juli 2007, 

auf USD 1'650.00 seit 10. August 2007, 
auf USD 20'538.11 seit 12. September 2007, 
auf USD 2'066.86 seit 12. Oktober 2007, 

auf USD 4'003.14 seit 1. November 2007, 

- 5 - 

auf USD 4'657.89 seit 14. Dezember 2007, 

auf USD 210.09 seit 4. Januar 2008, 
auf USD 967.81 seit 14. Februar 2008, 

auf USD 2'451.36 seit 13. März 2008, 
auf USD 4'951.00 seit 11. April 2008, 
auf USD 14'739.70 seit 14. Mai 2008, 

auf USD 10'120.15 seit 11. Juni 2008, 
auf USD 8'685.00 seit 11. Juli 2008, 

auf USD 95.03 seit 17. Oktober 2008, 
auf USD 695.03 seit 2. Januar 2009, 
auf USD 262.50 seit 9. Mai 2009, 

auf USD 262.50 seit 5. November 2009, 
auf USD 337.50 seit 3. Dezember 2009, 

auf USD 3'482.00 seit 8. April 2010, 
auf USD 2'230.00 seit 13. Mai 2010, 
auf USD 225.00 seit 6. Juni 2010, 

auf USD 412.50 seit 9. Juli 2010, 
auf USD 232.50 seit 1. September 2010 und 

auf USD 470.00 seit 7. Oktober 2010 zu zahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. Mehrwertsteuerzusatz 

von 8 %, zulasten der Klägerinnen. 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin 1 ist ein sogenannter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, ge-

gründet unter dem Recht von Rhode Island mit Sitz in Johnston, Rhode Island 

(USA) (act. 1 Rz. 13). Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind dem 

schweizerischen Recht nicht bekannt, aber vergleichbar mit der hiesigen Genos-

senschaft. Es handelt sich um mit Mitgliedschaftsrechten gekoppelte Versiche-

rungsverhältnisse, in welchen der Versicherungsnehmer zwingend auch Vereins-

- 6 - 

mitglied wird (SCHAER, Modernes Versicherungsrecht, Das Privatversicherungs-

recht und seine Schnittstellen zum Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht, 

2007, S. 138). 

Bei der Klägerin 2 handelt es sich um einen dem englischen Recht unterstehen-

den internationalen Versicherungsmarkt mit Hauptsitz in London, also kein eigent-

liches Versicherungsunternehmen. Sie ist als Sonderfall in der Schweiz zum Ver-

sicherungsgeschäft zugelassen und wird hier durch eine Niederlassung mit einem 

Generalbevollmächtigten vertreten (LANG, BSK VAG, 2013, N. 9 zu Art. 15).  

Die Beklagte ist eine schweizerische Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Zürich, 

welche Risikoversicherungen für Strom-, Energie- und weitere Projekte und Instal-

lationen anbietet. Sie verfügt in der Schweiz über eine Bewilligung für die Betrei-

bung des Versicherungsgeschäfts (act. 1 Rz. 17, act. 4/6). Die Rechtsvorgänge-

rinnen der Beklagten waren die D._____ mit Sitz in St. Peter Port, Guernsey und 

die E._____ Ltd. mit Sitz in Baden (act. 1 Rz. 15 f.). Die Beklagte bzw. deren 

Rechtsvorgängerinnen werden nachfolgend ohne Unterscheidung als Beklagte 

bezeichnet.  

b. Hintergrund und Prozessgegenstand 

Die E1._____ (Schweiz) AG bzw. deren Rechtsvorgängerin D1._____ AG, … 

[Ort] (nachfolgend ohne Unterscheidung als E1._____ Schweiz bezeichnet), hat 

am 28. Juni 1999 mit der F._____ (nachfolgend als F._____ bezeichnet), einer 

Tochtergesellschaft der G._____ (nachfolgend als G._____ bezeichnet), mit Sitz 

in Houston, Texas, einen "Construction Contract" über den Bau eines Kraftwerks 

abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltete hauptsächlich die Lieferung und Montage 

von vier grossen Einheiten von Kombi-Turbogeneratoren. Die in … [Bundesstaat 

in den USA] domizilierte Tochtergesellschaft der E1._____ Schweiz, die E1._____ 

… Inc. bzw. deren Rechtsvorgängerin D1._____ Inc. (nachfolgend ohne Unter-

scheidung als E1._____ USA bezeichnet), trat als Generalunternehmerin für das 

ganze Projekt auf. Die Turbinen für die Generatoren, sog. GT24-Gasturbinen, 

wurden von der E1._____ Schweiz hergestellt (act. 1 Rz. 9 und Rz. 24 ff., act. 4/9 

und act. 4/10). Nach Beendigung der Arbeiten wurde das Werk von F._____ ab-

- 7 - 

genommen und am 16. August 2002 kommerziell in Betrieb genommen. Nach der 

Inbetriebnahme gab es jedoch Probleme, den Leistungsstand zu erreichen, was 

zu übermässiger Abnützung der LP1-Niederdruckturbinenschaufeln führte. Um 

dieses Problem zu beheben, stimmte E1._____ (wo die Unterscheidung zwischen 

E1._____ Schweiz und USA keine Rolle spielt, wird der Einfachheit halber von 

"E1._____" gesprochen) zu, Garantiearbeiten an den Generatoreneinheiten 

durchzuführen, indem sie die Turbinenschaufeln entfernte und mit einer technisch 

verbesserten Version ersetzte. Am 23. März 2003 wurden die Garantiearbeiten an 

der Einheit 3 abgeschlossen. Als die Installation beendet und die Maschine ge-

schlossen war, wurde ein Testlauf durchgeführt. Während dieses Testlaufs wurde 

die GT24-Gasturbine der Einheit 3 durch einen in der Maschine liegengebliebe-

nen Gegenstand beschädigt, was nach der Öffnung der Maschine am 24. März 

2003 festgestellt wurde. Es entstand dabei ein Schaden von USD 6'968'095.–. 

Geschädigte war die E1._____ Schweiz (act. 1 Rz. 9 und Rz. 27 ff.). Der Schaden 

bestand schwergewichtig aus den Materialkosten für den Ersatz der Turbinen-

schaufeln, Leitschaufeln und Hitzeschilder. Hinzu kamen unter anderem Kosten 

aus geleisteten Arbeitsstunden, aus dem Beizug von technischen Arbeitern und 

aus Werkzeugleihe (act. 1 Rz. 87 ff.).  

Die Arbeiten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Kraftwerk bildeten Ge-

genstand mehrerer Versicherungen. Auf der einen Seite bestehen die Versiche-

rungen der Klägerinnen 1 und 2, welche als Mitversicherer unter zwei Program-

men auftreten (act. 1 Rz. 10). Nachfolgend wird die Police der Klägerin 1 als 

A._____ CAR-Police, die Police der Klägerin 2 als B._____ CAR-Police oder – wo 

die Unterscheidung keine Rolle spielt – die beiden Policen zusammen als CAR-

Policen bezeichnet. Auf der anderen Seite besteht die Police der Beklagten 

(nachfolgend als C._____-Police bezeichnet). Die Muttergesellschaft der F._____, 

G._____, hatte noch eine weitere Versicherung mit der Klägerin 1 abgeschlossen, 

nämlich die Industrial All Risk Insurance-Police (nachfolgend als G._____-Police 

bezeichnet), welche gemäss unbestrittenen Ausführungen der Klägerinnen vorlie-

gend aber nicht zur Anwendung gelangt (act. 1 Rz. 120, act. 11 Rz. 37).  

- 8 - 

Der Schaden fiel unter die Deckung der CAR-Policen. Die Klägerinnen leisteten 

der E1._____ Schweiz zusammen eine Zahlung von USD 4'968'095. – (act. 1 

Rz. 118 f.). Die Beklagte leistete keine Zahlung. Mit Abtretungsvertrag vom 

21. Dezember 2005 trat E1._____ sämtliche Rechte, Forderungen, Vorteile und 

Ansprüche, welche ihr gegen die Beklagte aus der C._____-Police aus dem 

Schadenfall vom 23. März 2003 zustanden, an die Klägerinnen ab. Der Abtre-

tungsvertrag enthielt die Bedingung, dass die Klägerinnen entweder Klage gegen 

die Beklagte zu erheben oder die Angelegenheit anderweitig bis zum 6. Oktober 

2006 zu regeln haben, andernfalls die Abtretung hinfällig würde (act. 1 Rz. 124 

ff.). Indem die Klägerinnen am 27. Dezember 2005 beim F._____ County District 

Court (erstinstanzliches Gericht des Staates Texas) Klage einreichten, erfüllten 

sie diese Bedingung (act. 1 Rz. 127). Am 3. Oktober 2007 entschied der Hays 

County District Court, mangels Zuständigkeit auf die Klage nicht einzutreten. Der 

Entscheid wurde von den Klägerinnen weitergezogen. Der Court of Appeals 

(zweitinstanzliches Gericht) hat den erstinstanzlichen Entscheid am 12. Februar 

2010 bestätigt (act. 20 Rz. 3 ff.). 

Mit der vorliegenden Klage verlangen die Klägerinnen von der Beklagten die Be-

zahlung eines Teils der Schadenssumme. Sie stützen sich einerseits auf Ansprü-

che aus der C._____-Police. Andererseits machen sie ein Rückgriffsrecht gegen 

die Beklagte gestützt auf Art. 51 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 50 Abs. 2 OR und Art. 71 

Abs. 1 VVG geltend.  

Die Beklagte bestreitet die Forderung aus verschiedenen Gründen (act. 11 Rz. 5). 

B. Prozessverlauf  

Die Klägerinnen machten die Klage mit vorgenanntem Rechtsbegehren am 

23. März 2012 (Datum Poststempel) beim Handelsgericht des Kantons Zürich 

rechtshängig (act. 1). Die ihnen auferlegten Gerichtskostenvorschüsse leisteten 

sie fristgerecht (Prot. S. 2 f., act. 8/1). Die Klageantwort datiert vom 20. August 

2012 und enthält eine Widerklage (act. 11). Der Beklagten wurde daher ebenfalls 

Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses angesetzt, welchen sie frist-

gerecht leistete (Prot. S. 5, act. 14). Mit Eingabe vom 21. November 2012 reichten 

- 9 - 

die Klägerinnen innert angesetzter Frist die Widerklageantwort ein (act. 20). Vor 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung liessen die Klägerinnen dem Gericht 

mit Eingabe vom 30. Januar 2012 unaufgefordert diverse Beweismittel zukommen 

(act. 24, act. 25/51-53). Die Beklagte opponierte gegen dieses Vorgehen (act. 28). 

Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 erwog der Instruktionsrichter, dass die 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung unter diesen Umständen nicht sinnvoll 

erscheine und ordnete einen weiteren Schriftenwechsel an (Prot. S. 11 f.). Die 

Replik datiert vom 13. Juni 2013 und die Duplik vom 23. Oktober 2013 (act. 32, 

act. 37). Die Duplik wurde den Klägerinnen mit Verfügung vom 29. Oktober 2013 

zugestellt, worauf sie (die Klägerinnen) am 14. November 2013 eine Stellung-

nahme zu Noven und Verfahrensanträgen in der Duplik in Aussicht stellten (Prot. 

S. 14, act. 41). Mit Eingabe vom 20. November 2013 reichten die Klägerinnen un-

aufgefordert die genannte Stellungnahme ein (act. 42). Die Klägerinnen hielten 

darin auch fest, dass sie das Abhalten einer Referentenaudienz (Vergleichsver-

handlung) nicht mehr befürworten. Diese wurde der Beklagten zugestellt. Mit Ver-

fügung vom 3. Oktober 2014 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu erklären 

ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichten, unter 

Hinweis darauf, dass bei Stillschweigen ein Verzicht angenommen würde 

(act. 45). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2014 verzichteten die Klägerinnen auf die 

Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung (act. 47). Die Beklagte liess 

sich innert Frist nicht vernehmen, weshalb androhungsgemäss davon auszuge-

hen ist, dass auch sie auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzichtete.  

Mit Urteil vom 12. Januar 2015 (HG120065) trat das Handelsgericht auf die Klage 

der Klägerin 2 nicht ein und hiess die Klage der Klägerin 1 im Betrag von 

CHF 2'103'300.– nebst Zins gut. Im darüber hinausgehenden Betrag wies es die 

Klage ab. Die Widerklage wies es vollumfänglich ab (act. 48).  

Gegen das Urteil erhoben die Parteien Beschwerde ans Bundesgericht. Das Bun-

desgericht wies die Beschwerde der Klägerinnen mit Urteil vom 9. November 

2015 ab (4A_116/2015 │4A_118/2015). Die Beschwerde der Beklagten hiess es 

aber teilweise gut, hob die Dispositiv-Ziffern 1, 4, 6 und 7 des Urteils des Han-

- 10 - 

delsgerichts auf und wies die Sache zur Ergänzung des Sachverhalts und neuer 

Entscheidung ans Handelsgericht zurück (act. 56).  

1. Formelles 

 Tragweite der Rückweisung 1.1.

Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache zur neuen 

Beurteilung an die kantonale Instanz zurück, so wird der Streit in jenes Stadium 

vor der kantonalen Instanz zurückversetzt, in dem er sich vor Erlass des ange-

fochtenen Entscheids befand. Die kantonale Behörde hat ihre neue Entscheidung 

auf die rechtlichen Erwägungen des bundesgerichtlichen Entscheids zu stützen. 

Wie weit die Gerichte und Parteien an die erste Entscheidung gebunden sind, 

ergibt sich aus der Begründung des Rückweisungsentscheides, der sowohl den 

Rahmen für die neuen Tatsachenfeststellungen als auch jenen für die neue recht-

liche Begründung vorgibt. Soweit das Bundesgericht sich nicht ausgesprochen 

hat, fällt die kantonale Instanz ihre neue Entscheidung frei, ohne an ihren ersten 

Entscheid gebunden zu sein (BGE 135 III 334 E. 2 und 2.1). 

Vorliegend hat das Bundesgericht nur einen Teil des handelsgerichtlichen Ent-

scheides aufgehoben. Damit sind Teile des handelsgerichtlichen Entscheides, 

namentlich das Nichteintreten auf die Klage der Klägerin 2 und die Abweisung der 

Widerklage rechtskräftig geworden. Die damit zusammenhängenden Fragen sind 

daher im vorliegenden Urteil nicht mehr zu thematisieren bzw. zu entscheiden. 

Die Teile des "alten" Urteils, die sich nur damit befassen, sind deshalb nachfol-

gend nicht erneut wiederzugeben. 

Aufgehoben hat das Bundesgericht jenen Teil des handelsgerichtlichen Urteils, 

welcher sich mit der Leistungspflicht der Beklagten aus der C._____-Police und 

den damit zusammenhängenden Fragen befasst. Diesbezüglich ist Folgendes vo-

rauszuschicken: Wie das Handelsgericht ging auch das Bundesgericht vom Vor-

liegen einer Doppelversicherung aus, qualifizierte die CAR-Policen jedoch als 

Sachversicherungen. Zur Berechnung der Ersatzpflicht der Beklagten nach 

Art. 71 Abs. 1 VVG sei daher auf das Verhältnis abzustellen, in dem die Versiche-

- 11 - 

rungssumme der Beklagten zum Gesamtbetrag der Versicherungssummen stehe. 

Hierzu sei jedoch nicht die gesamte Versicherungssumme der Sektionen 1-3 der 

A._____ CAR-Police heranzuziehen, sondern nur jene (Teil-)Versicherungs-

summe, welche auf die Gasturbine der Einheit 3 entfalle. Hierzu fehlten die erfor-

derlichen tatsächlichen Feststellungen, was vom Handelsgericht nachzuholen sei 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, 

E. 5.9).  

Das neu zu fällende Urteil ist daher auf die Frage der Leistungspflicht der Beklag-

ten und die damit zusammenhängenden Probleme zu beschränken. Diese Frage 

beeinflusst auch die Kosten- und Entschädigungsfolgen, welche ebenfalls neu zu 

beurteilen sind. Jene Erwägungen des "alten" Urteils, die unbeanstandet blieben, 

sind in den vorliegenden Entscheid aufzunehmen. 

 Zuständigkeit 1.2.

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit 

Die Klägerinnen stützen die örtliche Zuständigkeit der Gerichte in Zürich für die 

Hauptklage bezüglich der Ansprüche aus der C._____-Police auf eine Gerichts-

standsvereinbarung in Ziffer 5 der Police und bezüglich der Regressansprüche 

auf Art. 5 Abs. 1 IPRG (act. 1 Rz. 3 f.). Die Beklagte anerkennt die so hergeleitete 

örtliche Zuständigkeit der zürcherischen Gerichte (act. 11 Rz. 15). Die zürcheri-

schen Gerichte sind demnach örtlich zuständig. 

1.2.2. Sachliche Zuständigkeit 

Da der Streitwert CHF 30'000.– übersteigt, die geschäftliche Tätigkeit der Partei-

en betroffen ist und die Beklagte im schweizerischen Handelsregister eingetragen 

ist, erweist sich das Handelsgericht des Kantons Zürich für die Hauptklage ge-

mäss Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG auch als sachlich zuständig.  

 Unaufgeforderte Eingaben 1.3.

Nach Durchführung des ersten Schriftenwechsels haben die Klägerinnen mit Ein-

gabe vom 30. Januar 2013 im Hinblick auf eine Vergleichsverhandlung unaufge-

- 12 - 

fordert weitere Beweismittel, insbesondere zwei Rechtsgutachten, eingereicht 

(act. 24, act. 25/51-53). Gegen dieses Vorgehen protestierte die Beklagte mit Ein-

gabe vom 21. Februar 2013, da damit ausserhalb des ordentlichen Schriften-

wechsels neue Argumente in den Prozess eingebracht würden. Sie ersuchte da-

rum, dass die beiden Rechtsgutachten aus dem Recht zu weisen seien, eventuali-

ter, dass der Beklagten im Sinne der Wahrung der Waffengleichheit mit Blick auf 

eine Vergleichsverhandlung Frist zur schriftlichen Stellungnahme angesetzt werde 

(act. 28). In der Folge wurde – wie erwähnt – keine Vergleichsverhandlung durch-

geführt. Stattdessen erfolgte ein zweiter Schriftenwechsel. Dennoch hat die Be-

klagte ihr Ersuchen, dass die klägerischen Rechtsgutachten aus dem Recht zu 

weisen seien, mit der Duplik erneuert (act. 37 Rz. 12). 

Vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Vergleichsverhandlung mag der Ein-

wand der Beklagten nachvollziehbar erscheinen. Es hat jedoch keine Vergleichs-

verhandlung stattgefunden, welche von den unaufgeforderten Eingaben der Klä-

gerinnen hätte beeinflusst werden können. Überdies wurde das rechtliche Gehör 

der Beklagten gewahrt, indem sie sich im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels 

zu den Gutachten eingehend äussern und entsprechende Gegengutachten ein-

reichen konnte (act. 38/23, act. 38/24). Vor diesem Hintergrund besteht kein An-

lass, die entsprechende Eingabe der Klägerinnen aus dem Recht zu weisen. Im 

Übrigen kommt den eingereichten Gutachten ohnehin keine entscheidende Be-

deutung zu, da es sich lediglich um Rechtsgutachten handelt und das Gericht das 

Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. 

2. Inhalt und Qualifikation der Policen 

 Rechtliche Grundlagen 2.1.

2.1.1. Technische Versicherungen 

Gemeinsames Merkmal der Technischen Versicherungen ist die Eigenart der ver-

sicherten Sachen, bei welchen es sich regelmässig um Maschinen oder Gebäude 

handelt. Die Technischen Versicherungen sind in der Regel sogenannte "All 

Risks"-Versicherungen. Diese kennzeichnen sich dadurch, dass in der Regel nicht 

- 13 - 

die versicherten, sondern die ausgeschlossenen Risiken abschliessend aufge-

zählt sind. Es wird unterschieden zwischen Versicherungen für Bestandesrisiken 

und Versicherungen für Objekte mit vorgegebener Erstellungszeit. Bei der ersten 

Kategorie werden Maschinen, Geräte und Anlagen versichert, die beim Versiche-

rungsnehmer bereits im Einsatz stehen. Zur zweiten Kategorie gehören die Bau-

wesen- und die Montageversicherungen. Umfang und Dauer dieser Versicherun-

gen schliessen in der Regel das ganze Werk von Baubeginn bis zur Fertigstellung 

ein (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 29 f.).  

2.1.2. Montageversicherung 

Die Montageversicherung versichert einzelne Maschinen oder ganze Anlagen. 

Zweck der Montageversicherung ist es, den Unternehmen, die an der Montage 

von Maschinen oder Anlagen beteiligt sind, einen möglichst umfassenden und 

sachgerechten Versicherungsschutz gegen bestimmte Risiken zu bieten, die wäh-

rend der Montagezeit und Inbetriebsetzung bis zur Übergabe auftreten können. 

Die Montageversicherung ist eine "All Risks"-Versicherung. Sie übernimmt grund-

sätzlich alle Schäden, die unvorhergesehen und plötzlich während der Versiche-

rungsdauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlos-

sen sind. Der Versicherer ersetzt regelmässig die Kosten für die Wiederherstel-

lung einer versicherten Sache in den Zustand vor dem Schaden. Die Montagever-

sicherung beginnt in der Regel nach Abladen der versicherten Sachen auf den 

Montageplatz und endet an dem in der Police vereinbarten Tag, spätestens je-

doch nach Abschluss der Montagearbeiten inkl. Probebetrieb oder sobald der Be-

steller die provisorische Abnahme genehmigt hat oder Betriebsbereitschaft erklärt 

wurde. Montageversicherungen erscheinen bisweilen in der Form des Rahmen-

vertrages. Dieser eignet sich für Versicherungsnehmer, die regelmässig Monta-

gen aus einer vordefinierten Produktpalette ausführen. In der Regel hat der Versi-

cherungsnehmer dabei jedes Montageobjekt dem Versicherer anzumelden. Die 

"Erection All Risks"-Versicherung (EAR-Versicherung) ist eine international ge-

bräuchliche Montageversicherung für Grossprojekte mit maschinellen Einrichtun-

gen (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 193 ff.).  

- 14 - 

2.1.3. Bauwesenversicherung 

Die Bauwesenversicherung ist eine Sachversicherung für Hoch- und Tiefbauten, 

die für die Dauer der Bauphase eines Bauvorhabens abgeschlossen wird. Sie soll 

alle an einem Bauwerk Beteiligten während der Bauzeit vor finanziellen Verlusten 

infolge von Bauunfällen schützen. Versichert sind die in der Police bezeichneten 

Bauleistungen einschliesslich aller zugehörigen Baustoffe und Bauteile. In der 

Regel ist die schlüsselfertige Ausführung versichert. Auch die Bauwesenversiche-

rung ist eine "All Risks"-Versicherung. Versichert sind Schäden an versicherten 

Sachen, die durch unvorhergesehene Bauunfälle während der Versicherungs-

dauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlossen 

sind. Der Versicherer ersetzt bei Beschädigung oder Zerstörung von versicherten 

Bauleistungen die Kosten, die entstehen, um den Zustand unmittelbar vor dem 

Schadenereignis wieder herzustellen. Die Versicherung beginnt an dem in der Po-

lice vereinbarten Zeitpunkt und endet, wenn sämtliche versicherten Bauleistungen 

abgenommen sind. Auch die Bauwesenversicherung kann in der Form eines Ein-

zelvertrages oder eines Rahmenvertrages abgeschlossen werden. Eine besonde-

re Art der Bauwesenversicherung ist die "Contractors All Risks"-Versicherung 

(CAR-Versicherung). Es handelt sich dabei um eine international gebräuchliche 

Bauwesenversicherung für Risiken im Ausland im Zusammenhang mit Grosspro-

jekten (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 229 ff.). 

2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko 

Ist der Versicherer unterversichert, so ist der Schaden gemäss Art. 69 Abs. 2 

VVG vom Versicherer in dem Verhältnis zu ersetzen, in dem die Versicherungs-

summe zum Ersatzwert steht (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 zu Art. 69). Diese Be-

stimmung kann durch Vereinbarung einer Versicherung auf erstes Risiko abgeän-

dert werden. Bei einer Versicherung auf erstes Risiko wird der Schaden auch bei 

Vorhandensein einer Unterversicherung bis zur Höhe der Versicherungssumme 

voll vergütet. Deckt die Versicherungssumme den Teil- oder Totalschaden nicht 

voll, trägt der Versicherungsnehmer den die Versicherungssumme übersteigen-

den Schaden. Diese Versicherung eignet sich namentlich dort, wo ein Versiche-

- 15 - 

rungswert nicht bestimmbar oder wo von vornherein nur mit einem Teilschaden zu 

rechnen ist (BOLL, BSK VVG, 2001, N 11 zu Art. 69). 

2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung 

Versichert der Versicherungsnehmer seine Sache, sein Vermögen oder seine ei-

gene Person, liegt eine Eigenversicherung vor. Versichert er dagegen eine frem-

de Sache, ein fremdes Vermögen oder eine fremde Person, handelt es sich um 

eine Fremdversicherung (BOLL, BSK VVG, 2001, N 19 zu Art. 48). Die Frage, ob 

ein fremdes Objekt versichert ist, richtet sich gemäss HASENBÖHLER nach der in 

der schweizerischen Lehre und Rechtsprechung verbreiteten Gegenstandslehre 

(HASENBÖHLER, BSK VVG, 2001, N 3 zu Art. 16). 

2.1.6. Mitversicherung 

Bei der Mitversicherung transferiert der Versicherungsnehmer sein Risiko mittels 

mehrerer Versicherungsverträge auf die beteiligten Mitversicherer. Dabei hat je-

der Versicherer einen prozentualen oder betragsmässig definierten Anteil der 

Versicherungssumme zu übernehmen. Es handelt sich um mehrere rechtlich 

selbständige Verträge. Die Beteiligung mehrerer Versicherer an einem Risiko ist 

einvernehmlich. Dadurch lässt sich die Mitversicherung auch von der Mehrfach-

versicherung abgrenzen, bei welcher keine vereinbarte Beteiligung vorliegt. Eine 

zentrale Stellung kommt dem führenden Versicherer zu, der das Scharnier zwi-

schen den beteiligten Versicherern und dem Versicherungsnehmer bildet. Zwi-

schen dem führenden und den beteiligten Versicherern besteht ein Auftragsver-

hältnis. Dessen Inhalt und die zusammenhängende Vollmacht können frei be-

stimmt werden. Mitversicherer haften nicht solidarisch, sondern jeder nur für die 

von ihm gezeichnete Quote (FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 

2011, N 18.12 ff.). 

 C._____-Police 2.2.

Versicherungsnehmerin der C._____-Police ist die D2._____ Schweiz, Versicher-

te sind die D2._____ Schweiz sowie deren Konzerngesellschaften (act. 4/3 S. 3). 

Mit Bezug auf die D2._____ Schweiz liegt eine Eigenversicherung, mit Bezug auf 

- 16 - 

die Konzerngesellschaften eine Fremdversicherung vor. Es handelt sich um eine 

Rahmenversicherung für Schäden an bestimmten Maschinen, namentlich ver-

schiedenen Typen von Gasturbinen. Die Konkretisierung dieses Rahmens erfolg-

te vorliegend mit "Declaration Form" vom 6. Januar 2003 bzw. 24. Januar 2003. 

Darin werden das Projekt, für welches Versicherungsschutz bestehen soll, und 

die versicherten Maschinen näher bezeichnet. Versichert sind namentlich die 

GT24-Gasturbinen der Einheiten 3 und 4 (act. 4/19). Dieses "Declaration Form" 

wurde am 24. Januar 2003 von der E1._____ Schweiz und am 6. Januar 2003 

von der Beklagten unterzeichnet und ist somit Teil der C._____-Police geworden. 

Die Versicherungsperiode für die Einheit 3 begann gemäss "Declaration Form" 

am 17. Februar 2003 und endete am 6. April 2003. Versichert waren folgende, für 

die Erfüllung von vertraglichen Verpflichtungen notwendigen Arbeiten: Wechsel 

der Schaufeln an der LP-Turbine 1 und der Auslaufleitschaufeln, Wieder-

Inbetriebnahme der Gasturbine, Reparaturarbeiten an Generatoren (ohne Entfer-

nung des Rotors) und deren Wieder-Inbetriebnahme sowie weitere allenfalls not-

wendige auf dem Baugelände auszuführende geringfügige Arbeiten (act. 4/19). 

Das "Declaration Form" vom 24. Januar 2003 bzw. 6. Januar 2003 betraf dem-

nach nur jene Arbeiten, welche vorzunehmen waren um die Probleme, die zu 

übermässiger Abnützung der LP1-Niederdruckturbinenschaufeln führten, zu be-

heben. Es ging also nicht um die ursprüngliche Erstellung der Maschine, sondern 

nur noch um die Garantiearbeiten an einem bestimmten Maschinenteil. Die Versi-

cherungssumme wurde pro Gasturbine auf CHF 6'000'000.– festgelegt. Der 

Selbstbehalt für die Wieder-Inbetriebnahme und die Tests der Gasturbinen be-

trägt CHF 500'000.– pro Einheit (act. 4/19). Für die übrigen Konditionen verweist 

das "Declaration Form" auf den Rahmenvertrag. Darin wird unter anderem festge-

legt, dass die Versicherungssumme im Sinne einer Erstrisikoversicherung zu ver-

stehen ist. Dies ergibt sich aus der Formulierung "(…) on first loss basis (…)" in Ziff. 1 

des "Schedule" der C._____-Police (act. 4/3 S. 9). Weiter wird festgelegt, dass 

während der Versicherungsperiode für alle Schäden Deckung besteht, die Repa-

ratur oder Ersatz erforderlich machen, sofern die Haftung nicht ausdrücklich aus-

geschlossen wurde (act. 4/3 S. 7). Bei der C._____-Police handelt es sich mithin 

um eine "All Risks"-Versicherung. Falls eine Deckung besteht, werden von der 

- 17 - 

Beklagten im Falle eines Schadens, der repariert werden kann, die Reparaturkos-

ten soweit ersetzt, als sie nötig sind, um die Sache wieder in den Zustand vor 

dem Schadensereignis zu versetzen. Im Falle eines Totalschadens wird der aktu-

elle Wert der Sachen unmittelbar vor dem Schadensereignis ersetzt (act. 4/3 

S. 8). Vor diesem Hintergrund weist die C._____-Police alle Merkmale einer Mon-

tageversicherung auf. Sie bezeichnet sich denn auch selber als "Erection Insu-

rance", was mit Montageversicherung übersetzt werden kann. 

 A._____ CAR-Police  2.3.

Versicherungsnehmerin der A._____ CAR-Police ist F._____. Versichert sind 

nebst F._____ weitere beteiligte Unternehmer, insbesondere auch die Auftrag-

nehmerin D2._____ Schweiz und deren Konzerngesellschaften, Verkäufer, Liefe-

ranten, technische Berater und Finanzinstitute. Versichert wird ein Bauprojekt auf 

dem Grundstück der F._____, namentlich der Bau eines 1050 Megawatt-

Kraftwerks und dessen angegliederte Nebenbetriebe (act. 4/15 S. 3). Versichert 

werden demnach Hochbauten. Die umfangreiche Police ist in folgende Sektionen 

unterteilt (act. 4/15 S. 2): 

" Section 1 - Construction All Risks 
 Section 2 - Operational All Risks 

 Section 3 - Operational Machinery Breakdown 

 Section 4 - Delay in Start-Up 
 Section 5 - Business Interruption" 

Die Sektionen entsprechen verschiedenen Versicherungstypen. Teilweise handelt 

es sich um Sachversicherungen und teilweise um Vermögensversicherungen. 

Soweit dabei nicht Schäden der F._____ an ihren Sachen oder an ihrem Vermö-

gen gedeckt werden, handelt es sich um Fremdversicherungen. 

Die Beklagte macht geltend, die Klägerin 1 hätte ihre Versicherungsleistung allein 

gestützt auf Sektion 1 der Police erbracht (act. 37 Rz. 272). Die Klägerinnen wen-

den dagegen ein, es seien auch Leistungen aus den Sektionen 2 und 3 erbracht 

worden und verweisen dazu auf Rz. 90 ff. der Klageschrift (act. 42 Rz. 33). Aus 

diesen Ausführungen ergibt sich indessen nicht, dass die strittige Versicherungs-

- 18 - 

leistung auch gestützt auf andere Sektionen erbracht wurde. Vielmehr stützen 

sich die Klägerinnen zur Begründung ihrer Klage nur auf die Sektion 1 (act. 1 Rz. 

40). Von anderen Sektionen ist darin nicht die Rede. Es ist daher davon auszuge-

hen, dass die streitgegenständliche Versicherungsleistung in Anwendung der 

Sektion 1 der A._____ CAR-Police erbracht wurde. Es ist daher vorliegend nur die 

Sektion 1 zu qualifizieren. Die anderen Sektionen sind ausser Acht zu lassen. 

In der Sektion 1 wird festgehalten, dass die Klägerin 1 die Versicherten gegen alle 

Gefahren von Verlust und Beschädigung des versicherten Besitzes versichert, un-

ter Vorbehalt definierter Haftungsausschlüsse, was sie zu einer "All Risks"-

Versicherung macht (act. 4/15 S. 9). Versichert sind die Arbeiten am Kraftwerk 

sowie alle Materialien oder Sachen der Versicherten, die zum Bau notwendig 

sind. In zeitlicher Hinsicht haftet die Klägerin 1 a) für alle Schäden am versicher-

ten Besitz, die bis zum Datum der gewerblichen Inbetriebnahme auftreten und b) 

unter bestimmten Voraussetzungen für Schäden, die während der Garantiefrist 

auftreten (act. 4/15 S. 6). Unter dem Titel Versicherungsperiode wird für die Sek-

tionen 1 und 4 konkretisiert, dass der Versicherungsschutz für die Bauperiode am 

19. Juli 1999 beginnt und bis zur vertraglich vorgesehenen gewerblichen Inbe-

triebnahme fortdauert, welche für die verschiedenen Einheiten auf unterschiedli-

che Zeitpunkte festgelegt wurde. Für die Einheit 3 wurde diesbezüglich der 1. Juni 

2003 vorgesehen. Für die in der Sektion 1 versicherte Garantiefrist wird festgehal-

ten, dass diese mit der gewerblichen Inbetriebnahme der jeweiligen Einheit be-

ginnt und nicht länger dauert als 36 Monate (act. 4/15 S. 4). Die Versicherungs-

summe für die Sektionen 1 bis 3 beträgt USD 479'000'000.– (act. 4/15 S. 5). Der 

Selbstbehalt wurde mit "Endorsement Nr. 5" vom 17. Mai 2002 für unter Sektion 1 

versicherte Schäden an Gasturbinen-Generatoren auf USD 2'000'000.– festgelegt 

(act. 25/51). Wie bereits die C._____-Police versichert die A._____ CAR-Police 

die Reparatur- bzw. Ersatzkosten. Sektion 1 der A._____ CAR-Police weist somit 

alle Merkmale einer Bauwesenversicherung auf. Auch ihre Bezeichnung als 

"Construction Insurance" deutet darauf hin. Es handelt sich um die besondere 

Form der international gebräuchlichen CAR-Versicherung. 

- 19 - 

 B._____ CAR-Police 2.4.

Es ist unbestritten, dass sich die Klägerin 1 und die Klägerin 2 als Mitversicherer 

zusammengetan haben. Es wurde dabei vereinbart, dass die Klägerin 1 75 % des 

Risikos und die Klägerin 2 25 % des Risikos versichert (act. 1 Rz. 36 f). Die 

A._____ CAR-Police und die B._____ CAR-Police entsprechen sich hinsichtlich 

der Vertragsbedingungen (act. 1 Rz. 36). Ein einziger Unterschied ergibt sich mit 

Bezug auf die Selbstbehalte. Ursprünglich betrugen die Selbstbehalte sowohl der 

A._____ CAR-Police als auch der B._____ CAR-Police USD 500'000.–. Für die 

A._____ CAR-Police konnten die Klägerinnen die Erhöhung des Selbstbehaltes 

auf USD 2'000'000.– mit Einreichung des unterzeichneten "Endorsements Nr. 5" 

nachweisen (act. 25/51). Für die B._____ CAR-Police bestreitet die Beklagte eine 

Erhöhung (act. 37 Rz. 344)  

Bezüglich der B._____ CAR-Police haben die Klägerinnen kein Endorsement ein-

gereicht, welches eine Erhöhung des Selbstbehaltes belegen würde. Sie leiten ei-

ne entsprechende Erhöhung aber daraus ab, dass die Klägerin 2 Mitversichererin 

sei und der Selbstbehaltserhöhung stillschweigend bzw. konkludent zugestimmt 

habe, weshalb der erhöhte Selbstbehalt automatisch auch für sie gelte (act. 42 

S. 15). Dem kann nicht zugestimmt werden. Abgesehen davon, dass die Kläge-

rinnen nicht hinreichend darlegen, woraus sich eine konkludente Zustimmung zur 

Selbstbehaltserhöhung durch die Klägerin 2 ergeben sollte, würde eine solche – 

selbst wenn sie vorliegen würde – nicht genügen. Vielmehr wäre erforderlich, 

dass die F._____ als Versicherungsnehmerin einer solchen zugestimmt hat. Eine 

solche Zustimmung wird von den Klägerinnen nicht behauptet. Es ist daher für die 

Klägerin 1 von einem Selbstbehalt von USD 2'000'000.– und für die Klägerin 2 

von einem solchen von USD 500'000.– auszugehen. 

Abgesehen vom tieferen Selbstbehalt in der B._____ CAR-Police sind die 

A._____ CAR Police und die B._____ CAR-Police als identisch zu betrachten. 

Bezüglich der Qualifikation der B._____ CAR-Police kann daher auf die Ausfüh-

rungen zur A._____ CAR-Police verwiesen werden.  

- 20 - 

3. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung 

 Parteistandpunkte 3.1.

Die Beklagte macht geltend, die C._____-Police enthalte eine stillschweigend 

vereinbarte Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 100). Dies könne insbesondere aus der 

Entstehungsgeschichte der C._____-Police geschlossen werden sowie aus den 

Umständen im Zeitpunkt des Abschlusses der Police, dem Verhalten der Parteien 

bei Vertragsabschluss und dem nachträglichen Parteiverhalten. Zudem spielten 

auch der Zweck der C._____-Police und die Interessenlage der Parteien eine Rol-

le sowie die Sachgerechtigkeit einer Lösung (act. 37 Rz. 101). Von einer still-

schweigend vereinbarten Subsidiärklausel sei insbesondere deshalb auszugehen, 

weil die Beklagte das Eigenversicherungsunternehmen bzw. die "Captive Insu-

rance Company" der D2._____ Gruppe und seit 2002 der E1._____ Gruppe ge-

wesen sei. Die C._____-Police sei demnach eine konzerninterne Versicherung. 

Daher sei für die unterzeichnenden H._____ (handelnd für die Beklagte) und 

I._____ (handelnd für E1._____) klar gewesen, dass die Leistungspflicht unter der 

C._____-Police entfalle, wenn ein anderer Versicherer für den gleichen Versiche-

rungsfall leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 107 ff.). Lediglich aufgrund geringerer 

Massstäbe an die Vollständigkeit der Vertragsgestaltung im Konzernverhältnis 

enthalte die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 110). Der 

Umstand, dass E1._____ zunächst nicht Deckung von ihrer eigenen Versiche-

rungsgesellschaft gesucht habe, spreche ebenfalls für die implizite Vereinbarung 

einer Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 113). Auch die Interessenlage der Vertragspar-

teien spreche dafür, dass ein gemeinsames Verständnis bestanden habe, dass 

aus der C._____-Police nur Leistungen zu erbringen seien, wenn kein anderer 

(konzernexterner) Versicherer leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 118). Da die Klä-

gerinnen vorliegend geleistet hätten, fehle es aufgrund der stillschweigend ver-

einbarten Subsidiärklausel an einer Leistungspflicht der Beklagten (act. 37 

Rz. 124). 

Die Klägerinnen bestreiten, dass die C._____-Police eine ihre Versicherungsleis-

tungen einschränkende Klausel enthalte. Die Beklagte sei keine "Captive Insu-

rance". Dieser Beweis sei nicht erbracht worden. Im Übrigen würde auch die Qua-

- 21 - 

lifikation der Beklagten als "Captive Insurance" nichts an der Leistungspflicht der 

Beklagten ändern. Die C._____-Police enthalte keinerlei Restriktionen (act. 32 

Rz. 29 f., Rz. 41 und Rz. 227). 

 Rechtliche Grundlagen 3.2.

Mit einer Subsidiärklausel kann vereinbart werden, dass die Leistungspflicht des 

Versicherers entfällt, wenn ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, 

BSK VVG, 2001, N 26 zu Art. 53). Solche Subsidiärklauseln sollen (u.a.) verhin-

dern, dass der Versicherte aus einem Versicherungsfall überentschädigt wird, d.h. 

mehr als die volle Schadensdeckung erhält. Die Subsidiärklausel befreit den Ver-

sicherer von seiner Leistungspflicht, da ein Dritter grundsätzlich für den gleichen 

Schaden leistungspflichtig ist (MAURER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 3. Auflage, 1995, S. 373 ff.). 

Zum Abschluss eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Wil-

lensäusserung der Parteien erforderlich. Sie kann eine ausdrückliche oder still-

schweigende sein (Art. 1 OR). Eine abschliessend-umfassende Typologie der 

Umstände, welche den Schluss auf den massgeblichen Vertragswillen erlaubt, ist 

nicht möglich. Immerhin sind hier zu nennen Rechtshandlungen oder  

-erklärungen, welche die Einnahme eines bestimmten Rechtsstandpunktes impli-

zieren. Wichtig sind auch Handlungen, welche den intendierten Vertrag bereits in 

Vollzug setzen. Auch im Falle konkludenter Äusserungen dürfen nur Fakten be-

rücksichtigt werden, die vom Erklärenden selber gesetzt sind und daher ihm zuge-

rechnet werden dürfen (BUCHER, BSK OR I, 5. Auflage, N. 18 f.). 

Captive-Versicherungen oder Captives sind konzerneigene Versicherungsgesell-

schaften, welche die gesamten Konzernrisiken oder einen Teil derselben decken. 

Es handelt sich zumeist um Tochtergesellschaften grosser Industrie- oder Dienst-

leistungsunternehmen. Captives werden ausschliesslich im Grossrisikobereich 

eingesetzt, oft in Ergänzung zu internationalen Versicherungsprogrammen. Ver-

breitet sind Lösungen, bei denen die Captive als Rückversicherer fungiert. In ihrer 

wirtschaftlichen Funktion gleichen Captives ausgelagerten, juristisch selbständi-

gen Selbstbehalts- oder Rücklagefonds. Der Risikotransfer findet innerhalb des-

- 22 - 

selben wirtschaftlichen Interessenbereiches statt, so dass man auch von einer ex-

ternen Selbstversicherung sprechen kann (NEBEL, BSK VVG, 2001, N 63 zu Art. 

101). Der Einbezug von Captives in das Risiko-Management-Konzept eines Kon-

zerns ist auf vielseitige Weise möglich: Sie können zum Beispiel als Erstversiche-

rungscaptive das Risiko zeichnen und auf dem Rückversicherungsmarkt platzie-

ren. Als Versicherungsgesellschaft haben sie einen direkten Zugang zum Rück-

versicherungsmarkt. Oftmals tragen die Captives einen Teil des Risikos selbst, in 

Ausnahmefällen sogar das gesamte Risiko (FUHRER, Schweizerisches Privatver-

sicherungsrecht, 2011, N 18.38). 

 Würdigung 3.3.

Unbestrittenermassen enthält die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel 

und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. Ungeachtet 

dessen macht die Beklagte einen stillschweigenden übereinstimmenden tatsächli-

chen Parteiwillen hinsichtlich einer Subsidiärklausel geltend. Die Umstände, auf 

welche sie sich dabei stützt, sind nachfolgend näher zu prüfen. 

Nachdem die Klägerinnen bestritten hatten, dass es sich bei der Beklagten um ei-

ne Captive handelt, reichte die Beklagte zwei Beweismittel dazu ein. Dabei han-

delt es sich einerseits um einen Auszug aus der Internetseite der Beklagten, worin 

unter dem Titel "About us" die wichtigsten "Meilensteine" in der Geschichte der 

Beklagten aufgeführt sind. Insbesondere wird darin geschrieben, dass die 

D._____ 1996 als "… Company" gegründet wurde, um Versicherungen für Gas-

turbinen und kombinierte Kraftwerke zur Verfügung zu stellen (act. 38/27). Ande-

rerseits reichte die Beklagte einen Handelsregisterauszug ein, worin die Entwick-

lung von der E._____ AG zur C._____ AG inklusive deren Sitzverlegung von 

Guernsey (GB) nach … [Ort in der Schweiz] nachvollzogen werden kann 

(act. 38/28). Entgegen der Meinung der Beklagten belegen beide Beweismittel 

nicht rechtsgenügend, dass es sich bei der D._____, welche die C._____-Police 

abgeschlossen hat, um eine Captive-Versicherung handelte. Welche Inhalte die 

Beklagte auf ihrer Internetseite publiziert, steht ihr völlig frei, weshalb die genann-

ten "Meilensteine" nicht mehr als blosse Parteibehauptungen sind. Inwiefern aus 

dem eingereichten Handelsregisterauszug eine konzernmässige Verbindung her-

- 23 - 

vorgehen sollte, legt die Beklagte nicht näher dar. Eine konzernmässige Verbin-

dung kann sich durch verschiedene tatsächliche Umstände ergeben. Woraus sie 

sich im vorliegenden Fall ergeben sollte, ist den beklagtischen Ausführungen nicht 

zu entnehmen. Der Handelsregisterauszug alleine gibt hierüber jedenfalls keinen 

Aufschluss. Der eingereichte Handelsregisterauszug beleuchtet sodann auch 

nicht den hier interessierenden Zeitpunkt des Abschlusses der C._____-Police im 

Jahr 1999, sondern erst den Zeitraum ab 25. März 2002 (act. 38/28). 

Wenn es auch durchaus als möglich erscheint, dass die D._____ bei Abschluss 

der C._____-Police eine konzerneigene Captive-Versicherung der D1._____ AG 

war, so gelang es der Beklagten nicht, dies rechtsgenügend darzutun. Selbst 

wenn man davon ausgehen würde, dass es sich um eine Captive-Versicherung 

handelt, so kann weder daraus allein noch in Verbindung mit den anderen – noch 

zu behandelnden – Umständen geschlossen werden, dass die C._____-Police ei-

ne stillschweigende Subsidiärklausel enthält. Wie ausgeführt, gibt es verschiede-

ne Gründe, die zum Einsatz einer Captive-Versicherung führen können. Wie FUH-

RER hierzu festhielt, kann es dabei durchaus auch vorkommen, dass eine Captive-

Versicherung ein Risiko teilweise oder ganz allein trägt.  

Die Beklagte sieht im Umstand, dass sich E1._____ zunächst an die Klägerinnen 

gewandt habe, um Deckung zu erhalten, ein auf eine Subsidiärklausel hindeuten-

des nachträgliches Parteiverhalten. Mit E-Mail vom 8. Juni 2005 habe die Beklag-

te auch festgehalten, dass ihre Entschädigungspflicht nicht unabhängig sei von 

anderen Deckungen (act. 37 Rz. 113 ff., act. 4/35). Beides reicht jedoch nicht, um 

auf eine stillschweigende Subsidiärklausel zu schliessen. Dass sich E1._____ an 

die Klägerinnen gehalten hat, kann beliebige Gründe haben, impliziert aber keine 

Subsidiärklausel. Es wäre durchaus denkbar, dass dieses Vorgehen mit den Ver-

sicherungsbedingungen zusammenhing, z.B. der erheblich höheren Versiche-

rungssumme in den CAR-Policen. Auch aus der Feststellung, dass die Entschä-

digungspflicht der Beklagten nicht unabhängig von anderen Deckungen sei, muss 

nicht auf eine Subsidiärklausel geschlossen werden. Ebenso könnte eine solche 

Bemerkung auf die anteilsmässige Haftung bei Doppelversicherungen im Sinne 

von Art. 71 VVG anspielen (vgl. dazu Erw. 7 und 8).  

- 24 - 

Zur Interessenlage macht die Beklagte geltend, aus der konzernmässigen Ver-

bundenheit der Beklagten und der E1._____ müsse geschlossen werden, dass 

beabsichtigt gewesen sei, dass die C._____-Police lediglich Deckung für den Fall 

bieten sollte, in welchem "alle Stricke reissen". Anderes mache keinen Sinn 

(act. 37 Rz. 119). Abgesehen davon, dass auch hier festzuhalten ist, dass die 

konzernmässige Verbundenheit zwischen der Beklagten und der E1._____ von 

der Beklagten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, kann der Abschluss 

einer konzerneigenen Versicherung auch ohne Subsidiärklausel seine Gründe 

haben. Zu nennen sind etwa die steuerlichen Vorteile, die sich daraus für den 

Konzern ergeben (vgl. dazu z.B. LEHMANN/ARZETHAUSER, Bausteine einer steuer-

effektiven internationalen Konzernstruktur Teil 2, in: StR 58/2003, S. 729), die 

Möglichkeit auf den Rückversicherungsmarkt zuzugreifen und der Anreiz zur Risi-

koreduktion, da sowohl Versicherungsprämien als auch Schadenleistungen im 

Konzern verbleiben. 

Die von der Beklagten geltend gemachten Umstände und offerierten Beweismittel 

genügen nicht, um die stillschweigende Vereinbarung einer Subsidiärklausel 

nachzuweisen. Mangels einer entsprechenden tatsächlichen Vereinbarung ist ei-

ne normative Auslegung vorzunehmen. Bei der normativen Auslegung ist in erster 

Linie auf den klaren Wortlaut abzustellen. Die C._____-Police enthält keine Sub-

sidiärklausel und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. 

Aus dem Wortlaut lässt sich demnach keine Subsidiärklausel ableiten. Auch die 

Umstände des Vertragsschlusses und die Interessenlage drängen keinen ande-

ren Schluss auf. Angesichts dessen, dass es sich bei den Parteien der C._____-

Police um geschäftsgewandte Personen handelt und es sich bei der Subsidiär-

klausel um eine Klausel von grosser Tragweite handelt, die über die Leistungs-

pflicht der Versicherung entscheiden kann, erscheint es als sehr unwahrschein-

lich, dass die Parteien – wenn sie eine solche Klausel hätten vereinbaren wollen – 

dies nicht in der schriftlichen Police getan hätten. Bei dieser Sachlage muss ver-

nünftigerweise davon ausgegangen werden, dass keine Subsidiärklausel verein-

bart wurde; auch nicht stillschweigend. 

 

- 25 - 

 Fazit 3.4.

Zwischen der E1._____ und der Beklagten wurde weder explizit noch stillschwei-

gend eine Subsidiärklausel vereinbart. 

4. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police 

 Parteistandpunkte 4.1.

Die Beklagte macht geltend, der E1._____ sei es aufgrund nachfolgender Klausel 

in der A._____ CAR-Police nur gestattet gewesen, eine Exzedentenversicherung 

über der Limite der A._____ CAR-Police abzuschliessen: 

" 19. Excess Insurance 

 Permission is granted for the Insured to have excess insurance over the limit of liability set forth in 

this Policy without prejudice to this Policy and the existence of such insurance, if any, shall not re-

duce any liability under this Policy." (act. 4/15 S. 36) 

Die C._____-Police stelle eine solche Exzedentenversicherung dar. Da die Versi-

cherungssumme der A._____ CAR-Police nicht ausgeschöpft worden sei, treffe 

die Beklagte keine Leistungspflicht (act. 11 Rz. 105 ff.). 

Die Klägerinnen entgegnen dem, dass mit der "Excess Insurance"-Klausel der 

Versicherten der Abschluss weiterer Versicherungen zwar erlaubt werde, eine Be-

reicherung jedoch vermieden werden sollte. Wesentlich sei, dass die C._____-

Police keine Exzedenten-Versicherung sei (act. 32 Rz. 70 ff.).  

 Würdigung 4.2.

Die Parteien verstehen unter einer Exzedentenversicherung eine zusätzlich zu ei-

ner anderen Versicherung abgeschlossene Versicherung, die nur in dem Umfang 

Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme der anderen Versi-

cherung überschreitet. Die Parteien sind sich einig, dass die "Excess Insurance"-

Klausel der E1._____ gestattet, weitere Versicherungen für den die Versiche-

rungssumme der CAR-Policen übersteigenden Bereich abzuschliessen und dass 

eine allfällige derartige Versicherung die Haftung unter den CAR-Policen nicht 

- 26 - 

beeinflusst. Dies ergibt sich auch aus dem klaren Wortlaut der Klausel. Hingegen 

ergibt sich aus dem Wortlaut nicht, dass es der E1._____ untersagt ist, weitere 

Versicherungen abzuschliessen, die keine Exzedentenversicherungen sind. Dies 

stünde auch im Widerspruch zur nachfolgenden Klausel mit dem Titel "Other Insu-

rance", welche vorsieht, dass die Klägerinnen aus den CAR-Policen im Verhältnis 

zu jeglicher anderer vom Versicherten abgeschlossenen Versicherung prioritär 

leistungspflichtig sind ("[…] this Policy shall be primary to and take precedence over any other 

insurance arranged by or on behalf of the Insured"; act. 4/15 S. 36). Unabhängig davon ist 

nicht ersichtlich, wie sich die zwischen E1._____ und den Klägerinnen vereinbarte 

"Excess Insurance"-Klausel auf das Verhältnis zwischen der E1._____ und der 

Beklagten auswirken könnte, da die beiden Vertragsverhältnisse auseinanderzu-

halten sind. Die C._____-Police enthält keine Bestimmung, wonach sie nur in dem 

Umfang Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme allfälliger 

anderer Versicherungen übersteigt. Dies wird auch nicht behauptet. Mithin han-

delt es sich bei der C._____-Police nicht um eine Exzedentenversicherung. Selbst 

wenn die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen der E1._____ vor-

schreiben würde, dass sie weitere Versicherungen nur in der Form von Exzeden-

tenversicherungen abschliessen darf, so ändert dies nichts daran, dass die       

C._____-Police keine solche darstellt. In diesem Fall hätte sich die E1._____ zwar 

über die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hinweggesetzt; dies 

kann sich aber nicht auf die Leistungspflicht der Beklagten aus der C._____-

Police auswirken. 

 Fazit 4.3.

Die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hat keinen Einfluss auf eine 

allfällige Leistungspflicht der Beklagten. 

- 27 - 

5. Verletzung von Mitwirkungspflichten  

 Parteistandpunkte 5.1.

Die Beklagte macht als Eventualstandpunkt geltend, E1._____ habe ihre Mitwir-

kungspflichten verletzt, insbesondere indem sie trotz mehrmaligen Hinweisen sei-

tens der Beklagten dieser nie zeitnah von sich aus Informationen bekannt gege-

ben habe, ab Juni 2005 überhaupt keine Informationen mehr geliefert habe und 

der Beklagten insbesondere die endgültige Schadensregulierung mit den Kläge-

rinnen nicht angezeigt habe (act. 37 Rz. 131). Dadurch habe sie sowohl Ziff. 5 

lit. d und Ziff. 6 der "General Conditions" als auch die unter Ziff. 6 der unter dem 

Titel "Claims Procedure" erwähnte Mitwirkungspflicht verletzt. Da diese Bestim-

mungen gemäss Ziff. 1 der "General Conditions" ausdrücklich eine "condition pre-

cedent to any liability of the company" darstellten, entfalle eine Leistungspflicht 

der Beklagten gegenüber E1._____ (act. 37 Rz. 132). 

Die Klägerinnen bestreiten eine Verletzung von Mitwirkungspflichten und stellen 

sich auf den Standpunkt, dass berücksichtigt werden müsse, dass gegenüber der 

Beklagten erst zu einem späteren Zeitpunkt Ansprüche erhoben worden seien. In 

diesem Zusammenhang seien mit dem Bericht von E1._____ (act. 4/38) und dem 

Brief vom 12. Oktober 2004 (act. 4/37) alle notwendigen Unterlagen eingereicht 

worden (act. 32 Rz. 101). Überdies hätte eine allfällige Verletzung von Mitwir-

kungspflichten lediglich bewirkt, dass der Versicherungsanspruch noch nicht fällig 

geworden wäre (act. 32 Rz. 102). Die von der Beklagten vermisste definitive 

Schadenregulierung zwischen E1._____ und den Klägerinnen habe nichts mit der 

Ersatz- bzw. Deckungspflicht der Beklagten aus der C._____-Police zu tun 

(act. 32 Rz. 106). 

 Unbestrittener Sachverhalt 5.2.

Es ist unbestritten, dass E1._____ mit E-Mail vom 24. März 2003 der Beklagten 

den Schaden an der Turbine meldete (act. 11 Rz. 62). In der Folge führten 

E1._____ und die Beklagte einen E-Mail-Austausch bezüglich des Reparatur- und 

Ersatzverfahrens (act. 11 Rz. 64, act. 4/22). Am 26. März 2003 informierte die 

- 28 - 

Beklagte die E1._____, dass sie beabsichtige, die beschädigte Maschine am 

31. März 2003 zu besichtigen (act. 4/29). Mit E-Mails vom 28. August 2003, 

4. Februar 2004 und 8. März 2004 erkundigte sich die Beklagte bei E1._____ 

über den Stand der Verhandlungen mit den Klägerinnen und die Wahrscheinlich-

keit einer Anspruchserhebung gegen die Beklagte (act. 12/4-6). Am 17. Juni 2004 

teilte E1._____ der Beklagten – unter Beilage der entsprechenden Stellungnahme 

der Klägerinnen – mit, dass die Klägerinnen eine Haftung ablehnten und die 

E1._____ Anspruch gegen die Beklagte erheben würde (act. 12/7). Mit E-Mail 

vom 21. Juni 2004 hielt die Beklagte fest, dass sie weitere Informationen, nament-

lich technische Berichte, Analysen des Schadensereignisses, Schadensschät-

zungen und tatsächliche Rechnungen/Bestellungen, welche die Forderungsbeträ-

ge konkretisieren würden, im Zusammenhang mit dem Schadensereignis benöti-

gen würde (act. 4/34). Mit Schreiben vom 12. Oktober 2004 unterbreitete 

E1._____ der Beklagten ihre Forderung (act. 1 Rz. 87, act. 4/37, act. 4/38). Unter 

anderem teilte E1._____ der Beklagten mit, dass sie über keine Kopie der 

A._____ Global Industrial All Risks Police verfüge und diese daher der Beklagten 

auch nicht zustellen könne. Ausserdem führte sie aus, dass die C._____-Police 

ihrer Meinung nach unabhängig von anderen Policen sei und ersuchte die Beklag-

te um Ausstellung einer Verjährungsverzichtserklärung. In der Beilage stellte sie 

der Beklagten das Dokument mit dem Titel "G._____ F._____ Unit 3 High Impact Event 
Insurance Claim, Cost Summary and Supporting Documents" zu. Dieses Dokument umfasst 

gemäss seinem Inhaltsverzeichnis folgende Bestandteile (act. 4/38): 

" - Cost Summary 

 - Reports 

 - Item 1 - Hot Gas Parts Cost Detail 
 - Item 2 - PIC Craft Labor 

 - Item 3 - Technial Labor (Scheduler) 
 - Item 4 - Miscellaneous Costs 

 - Item 5 - E1._____ Site Supervision 
 - Item 6 - Freight 

 - Item 7 - … Project Management"  

- 29 - 

Anfangs November 2004 erhob E1._____ gegenüber den Klägerinnen eine in 

quantitativer und qualitativer Hinsicht gleiche Forderung, wobei nicht behauptet 

wurde, dass dies der Beklagten mitgeteilt wurde (act. 4/39). 

Am 27. Januar 2005 wies die Beklagte E1._____ erneut auf fehlende Unterlagen 

hin, namentlich einen Bericht über ihre Anstrengungen gegenüber der G._____ 

und der Klägerin 1 (act. 12/8). Mit E-Mail vom 4. Mai 2005 verlangte die Beklagte 

erneut ein Update über die Situation (act. 12/9). Am 7. Juni 2005 mahnte die Be-

klagte per E-Mail, dass die fortdauernde Unterlassung von Informationspflichten 

den Anspruch beeinträchtigen würde (act. 4/36). Am 8. Juni 2005 verlangte die 

Beklagte von E1._____ Informationen über den Stand des Verfahrens und der 

Verhandlungen mit anderen Versicherern (act. 4/34). 

Mit der Klageeinleitung am Handelsgericht Zürich am 23. März 2012 erfuhr die 

Beklagte, dass die Klägerin 1 am 17. Mai 2005 ihren Entscheid vom 8. Juni 2004 

revidiert, den Schaden akzeptiert und eine endgültige Schadensabklärung und fi-

nale Schadensregulierung vorgenommen hatte (act. 11 Rz. 79, act. 4/31). Zudem 

erfuhr die Beklagte anlässlich der Klageeinleitung vom Schlussbericht des Exper-

ten J._____ vom 12. Oktober 2003 (act. 11 Rz. 80, act. 4/27), vom Memorandum 

und der Dokumentation der Klägerin 1 vom 8. Juli 2005 zum Schadensereignis 

(act. 4/28), von der Schlussvereinbarung betreffend den Versicherungsanspruch 

zwischen den Klägerinnen und E1._____ vom 23. Dezember 2005 (act. 4/40), 

vom Brief der Klägerin 1 an E1._____ vom 23. Dezember 2005, in welchem sie 

die Schadenszahlung von USD 6'968'095.– abzüglich eines Selbstbehalts von 

USD 2'000'000.– anerkennt (act. 4/42), von der Zahlung der Klägerin 2 am 

27. Dezember 2005 an E1._____ im Umfang von USD 1'242'042.– (act. 4/44) und 

von der Zahlung der Klägerin 1 am 3. Januar 2006 an E1._____ im Umfang von 

USD 3'726'071.– (act. 4/43).  

 Rechtliche Grundlagen 5.3.

Der Versicherungsvertrag kann nach Art. 39 Abs. 2 VVG vorsehen, dass der An-

spruchsberechtigte bestimmte Belege beizubringen hat. Die Vertragsklausel muss 

diese Belege bestimmen, die Auskunft also klar präzisieren. Ihr Inhalt kann über 

- 30 - 

jenen der gesetzlich geforderten Auskünfte hinausgehen, aber die verlangten Be-

lege müssen der Begründung des Versicherungsanspruches dienen (NEF, BSK 

VVG, 2001, N 10 zu Art. 39). Sodann ist es üblich, dass die Versicherer den An-

spruchsberechtigten in den AVB mit zahlreichen Bestimmungen zur Mitwirkung 

bei der Abklärung des Versicherungsfalles verpflichten. Diese Obliegenheiten sind 

im Rahmen von Art. 45 VVG frei vereinbar (NEF, BSK VVG, 2001, N 13 zu 

Art. 39). Wenn der Vertrag bezüglich der Frist schweigt, welche bei der Erfüllung 

einer vereinbarten Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht einzuhalten ist, ist die Aus-

kunft innert angemessener Frist seit dem Zeitpunkt, in welchem der Versicherer 

das Auskunftsbegehren gestellt hat, zu erteilen. Dieses kann auch in den Ver-

tragsbedingungen formuliert worden sein (NEF, BSK VVG, 2001, N 9 und 14 zu 

Art. 39). Der Versicherungsvertrag kann nach Art. 39 Abs. 2 Ziff. 2 VVG Sanktio-

nen vorsehen, falls der Anspruchsberechtigte die Erteilung von Auskünften oder 

die Beibringung von Belegen versäumt. Das Gesetz erlaubt es, vertraglich als 

Rechtsnachteil den Verlust des Versicherungsanspruchs zu vereinbaren. Diese 

sogenannte Verwirkungsklausel knüpft das VVG aber an bestimmte Vorausset-

zungen: Sie ist nur zulässig, wenn der Versicherer im Vertrag (nicht erst mit der 

schriftlichen Mahnung) eine angemessene Frist zur Erfüllung der Auskunfts- und 

Mitwirkungspflichten eingeräumt hat, die bestimmt, d.h. genau (nach Tagen, Wo-

chen o.ä.) bemessen sein muss. Zudem ist eine besondere Erfüllungsaufforde-

rung erforderlich; die Vertragsabrede bzw. Vereinbarung in den AVB allein genügt 

nicht. Der Anspruchsberechtigte ist also nach Eintritt des Versicherungsfalls 

nochmals schriftlich und ausdrücklich zur Erfüllung seiner Pflichten innert der ver-

einbarten Frist anzuhalten und auf die Säumnisfolgen aufmerksam zu machen 

(NEF, BSK VVG, 2001, N 17 zu Art. 39). Sieht der Vertrag als Sanktion für die 

Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten die Verwirkung des Versiche-

rungsanspruchs vor, sind die strengen Formalien von Art. 39 Abs. 2 VVG einzu-

halten. Dazu gehört die Statuierung einer bestimmten Frist in den AVB (NEF, BSK 

VVG, 2001, N 14 zu Art. 39). 

Die C._____-Police äussert sich an verschiedenen Stellen zu Auskunfts- und Mit-

wirkungspflichten: Ziffer 5 lit. d der "General Conditions" sieht vor, dass der Versi-

cherte bei Eintreten eines Falles, welcher einen Anspruch aus der Police begrün-

- 31 - 

den könnte, die Versicherung mit allen Informationen und Urkundenmaterial aus-

zustatten hat, welche diese benötigen könnte. Ziffer 6 der "General Conditions" 

hält sodann Folgendes fest:  

"Der Versicherte soll alle Handlungen und Dinge vornehmen oder ihrer Vornahme zustimmen und 

sie erlauben, welche nötig sind oder von der Gesellschaft verlangt werden im Interesse irgendwel-
cher Rechte oder Rechtsmittel, oder um Abhilfe oder eine Entschädigung von Parteien (andere als 

jene, die unter dieser Police versichert sind), zu denen die Gesellschaft berechtigt ist oder berech-
tigt werden könnte, oder welche auf sie aufgrund einer Ersatzzahlung für jeglichen Verlust oder 

Schaden unter dieser Police durch Subrogation übergehen könnten, erhältlich zu machen, ob dies 
vor oder nach der Entschädigung des Versicherten durch die Gesellschaft notwendig oder erforder-

lich wird." (act. 4/3, gemäss der unbestrittenen Übersetzung in act. 11 Rz. 52) 

Ziffer 1 der "General Conditions" der C._____-Police sieht sodann vor, dass die 

Einhaltung und die Erfüllung der Policen-Bestimmungen, welche vom Versicher-

ten eine Mitwirkung verlangen, und die Wahrheit der vom Versicherten in Frage-

bogen und Antrag gemachten Angaben unabdingbare Haftungsvoraussetzungen 

sind (act. 4/3 S. 5).  

 Würdigung 5.4.

Ziff. 1 der "General Conditions " könnte – wie von der Beklagten geltend gemacht 

– als Verwirkungsklausel verstanden werden. Allerdings werden die Mitwirkungs-

pflichten in Ziff. 5 und Ziff. 6 der "General Conditions" nur grob umschrieben und 

es wird keine Frist bestimmt, innert welcher der Versicherte diesen Pflichten 

nachzukommen hat. Die in Art. 39 Abs. 2 VVG statuierten strengen Formalien 

werden demnach in der C._____-Police nicht eingehalten, weshalb eine Verwir-

kung der Leistungspflicht der Beklagten allein gestützt auf die Verletzung von 

Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten ausgeschlossen ist. 

Darüber hinaus liegt auch keine Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflich-

ten vor. Die in der C._____-Police in Ziff. 5 und 6 der "General Conditions" um-

schriebenen Mitwirkungspflichten dienen dazu, sicherzustellen, dass die Beklagte 

über alle zur Anspruchsprüfung notwendigen Informationen verfügt. Ebenfalls ih-

rem Zweck entsprechend ist, dass die Mitwirkungspflichten der E1._____ be-

- 32 - 

schränkt sind, und zwar auf die Bereitstellung jener Informationen, welche die Be-

klagte benötigt, um ihre Rechte im Zusammenhang mit einem Entschädigungsan-

spruch der E1._____ wahrnehmen zu können. Dies bringt es mit sich, dass Infor-

mationen nicht "auf Vorrat" geliefert werden müssen, sondern nur soweit, als ge-

gen die Beklagte Ansprüche erhoben werden. Die Beklagte impliziert ver-

schiedentlich, E1._____ hätte sie "zeitnah" informieren müssen (vgl. act. 11 Rz. 

68 und 119, act. 37 Rz. 131, 186 und 199). Eine Pflicht, die Beklagte stetig auf 

dem neuesten Stand der Ereignisse zu halten, ergibt sich aber aus der C._____-

Police nicht. Die C._____-Police enthält keine Klausel im Sinne von Art. 39 Abs. 2 

Ziff. 2 VVG, worin verlangt wird, dass die Informationen innert bestimmter Frist 

geleistet werden müssen. Dies entspräche auch nicht dem vorstehend umschrie-

benen Zweck der Informationspflicht. Daher reicht es, wenn die Beklagte in dem 

Moment über die notwendigen Informationen verfügt, in welchem sie den gegen 

sie erhobenen Anspruch ernsthaft prüfen muss. In dieser Hinsicht als notwendig 

zu betrachten sind einerseits detaillierte Angaben zum Schadensereignis und der 

Schadenshöhe, da die Beklagte überprüfen können muss, ob und wie weit der 

Schaden von ihrer Police gedeckt wird. Andererseits – da mehrere Versicherer in-

volviert sind – müssen Angaben zu anderen möglichen Versicherungsdeckungen 

und zur Haltung anderer Versicherer zu Entschädigungsleistungen vorhanden 

sein, weil sich eine von anderen Versicherungen erhältliche Ersatzleistung auf die 

Leistungspflicht der Beklagten auswirken kann (vgl. dazu Erw. 8).  

Vorliegend wurde die Beklagte unmittelbar nach dem Schadensereignis über des-

sen Eintritt informiert, noch bevor E1._____ einen Anspruch gegen die Beklagte 

erhob. Danach bemühte sich E1._____ offenbar darum, Ersatzleistungen nicht 

von der Beklagten, sondern von den Klägerinnen zu erhalten, welche eine Haf-

tung mit Schreiben vom 8. Juni 2004 zunächst ablehnten. Da sich bis dahin ein 

Anspruch gegen die Beklagte noch nicht aktualisiert hatte, war es auch nicht not-

wendig, die Beklagte mit weiteren Informationen zu versorgen. Die Ablehnung der 

Haftung durch die Klägerinnen wurde der Beklagten umgehend (am 17. Juni 

2004) mitgeteilt, und zwar mit dem Hinweis, dass nun ein Anspruch gegen die 

Beklagte erhoben werden würde. Knapp vier Monate später konkretisierte die 

E1._____ ihre Ansprüche gegenüber der Beklagten, indem sie ihr das Dokument 

- 33 - 

mit dem Titel "G._____ F._____, Unit 3 High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and 

Supporting Documents" zustellte, welches nebst verschiedenen, teilweise technischen 

Berichten insbesondere auch eine Aufstellung der ausgeführten Arbeiten und de-

ren Kosten enthielt, welche mit Rechnungen und Rapporten untermauert sind 

(act. 4/38). Bis zur Klageeinleitung am Handelsgericht Zürich am 23. März 2012 

behaupten die Klägerinnen keinen weiteren Informationsaustausch. Insbesondere 

behaupten sie nicht, dass die Beklagte darüber informiert worden sei, dass ein 

dem "G._____ F._____ – Unit 3 High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and Support-
ing Documents" qualitativ und quantitativ gleichwertiges Dokument den Klägerinnen 

zugestellt wurde und darüber, dass die Klägerinnen am 17. Mai 2005 entschie-

den, der E1._____ doch eine Entschädigung zu leisten. Allerdings machte 

E1._____ in diesem langen Zeitraum auch keine Anstalten, ihren Anspruch ge-

genüber der Beklagten weiter zu verfolgen. Mit dem Dokument "G._____ F._____ – 
Unit 3 High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and Supporting Documents" verfügte 

die Beklagte zwar bereits über wichtige und zur Beurteilung des Anspruchs not-

wendige Unterlagen, insbesondere in Bezug auf die Schadensursache und die 

Schadenshöhe. Bis zur Klageeinleitung befand sie sich aber dennoch in einem In-

formationsrückstand, da ihr insbesondere Informationen zur erfolgten Schadens-

deckung durch die Klägerinnen fehlten. Da E1._____ ihren Anspruch in dieser 

Zeit nicht weiter verfolgte, waren weitere Informationen in diesem Zeitpunkt aber 

auch nicht notwendig. Der Anspruch aktualisierte sich erst wieder mit der Klage-

einleitung am 23. März 2012. Anlässlich dieser erfolgte eine umfangreiche Infor-

mation der Beklagten, welche sie in den Stand versetzte, ihre Leistungspflicht 

bzw. deren Umfang zu beurteilen und entsprechende Rechte wahrzunehmen. 

Dass sie im Zeitpunkt der Klageeinleitung noch nicht über alle notwendigen In-

formationen verfügt habe, macht die Beklagte nicht geltend. In jenem Zeitpunkt, in 

welchem sich die Anspruchserhebung aktualisierte, verfügte die Beklagte dem-

nach über alle notwendigen Informationen, weshalb keine Verletzung von Mitwir-

kungspflichten auszumachen ist, welche in Anwendung von Ziff. 1 der "General 

Conditions" der C._____-Police eine Haftungsablehnung rechtfertigen würde. Da-

ran ändert auch der Umstand nichts, dass diese letztgenannte Information nicht 

durch die E1._____, sondern durch die Klägerinnen erfolgte, welche sich alle An-

- 34 - 

sprüche aus der C._____-Police am 21. Dezember 2005 haben abtreten lassen. 

Diese Abtretung war zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 

│4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.8). Die Erfüllung der Mitwirkungs-

pflichten ist als Bedingung zu betrachten, mithin wurde eine bedingte Forderung 

abgetreten, was zulässig ist. Da der Eintritt der Bedingung vom Verhalten der 

E1._____ abhing, handelt es sich um eine Potestativbedingung. Wird eine mit ei-

ner solchen Potestativbedingung versehene Forderung zediert, so muss es in 

analoger Anwendung von Art. 170 Abs. 1 OR dem Zessionar gestattet sein, die 

Bedingung zu erfüllen. Indem die Klägerinnen mit Klageeinleitung der Beklagten 

die noch ausstehenden Informationen haben zukommen lassen, sind sie den in 

der C._____-Police festgehaltenen Informationspflichten nachgekommen.  

 Fazit 5.5.

Eine allfällige Verletzung der in der C._____-Police statuierten Mitwirkungs- und 

Informationspflichten vermag keine Verwirkung des Anspruches auf Versiche-

rungsleistung zu bewirken. Überdies wurden die genannten Mitwirkungs- und In-

formationspflichten nicht verletzt, da die Beklagte bei der Klageeinleitung über alle 

notwendigen Informationen verfügt hat. 

6. Deckungsausschluss 

 Parteistandpunkte 6.1.

Als weiteren Eventualstandpunkt macht die Beklagte geltend, dass die Argumen-

tation der Klägerinnen, womit sie die G._____-Police als nicht anwendbar be-

trachteten, auch für die C._____-Police gelten müsse. Namentlich stellten sich die 

Klägerinnen auf den Standpunkt, die G._____ Police sei nicht relevant, da sie feh-

lerhafte Arbeit ("faulty workmanship") von der Deckung ausschliesse. Auch die 

C._____-Police enthalte mit der nachfolgenden Klausel in lit. d der "Special 

Exclusions to Material Damage" einen Ausschluss für "bad workmanship": 

" The Company shall not, however, be liable for […]  
 d) loss or damage due to […] bad workmanship other than faults in erection, […]" (act. 4/3 S. 7) 

- 35 - 

Zumindest sinngemäss behauptet die Beklagte, der Schaden sei nicht auf "faults 

in erection" zurückzuführen (act. 11 Rz. 100 f., act. 37 Rz. 214 ff.). 

Die Klägerinnen bestreiten dies unter Hinweis auf die genauen Wortlaute der Po-

licen. Danach bestehe in der G._____-Police ein Deckungsausschluss für "fehler-

hafte Arbeit, Material, Bau oder Design aus jeglichen Gründen". Der Ausschluss 

in der C._____ Police sei demgegenüber begrenzt auf Schäden, die nicht auf 

"faults in erection" zurückzuführen seien. Vorliegend lägen gerade "faults in erec-

tion" vor, die nicht ausgeschlossen seien (act. 32 Rz. 65 ff.). 

 Rechtliche Grundlagen 6.2.

Der Versicherer haftet grundsätzlich für alle Ereignisse, welche die Merkmale der 

Gefahr, gegen deren Folgen Versicherung genommen wurde, an sich tragen, es 

sei denn, dass der Vertrag einzelne Ereignisse in bestimmter, unzweideutiger 

Fassung von der Versicherung ausschliesst (Art. 33 VVG). Behauptet der Versi-

cherer eine die Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, 

muss er sie behaupten und beweisen (Art. 8 ZGB). 

 Würdigung 6.3.

Die C._____-Police schliesst eine Haftung für "bad workmanship other than faults 

in erection" aus. Da umstritten ist, ob der Schaden auf solche Umstände zurück-

zuführen ist, trifft die Beklagte die diesbezügliche Behauptungs- und Beweislast. 

Die Beklagte hat jedoch keine konkreten bzw. substantiierten Behauptungen dazu 

aufgestellt, worauf der Schaden zurückzuführen ist, geschweige denn dazu, in-

wiefern er durch mangelhafte Arbeitsausführung verursacht wurde, die nicht im 

Zusammenhang mit Errichtungsarbeiten stand. Auch Beweismittel wurden von 

der Beklagten diesbezüglich keine genannt. Es fehlt demnach an den erforderli-

chen Behauptungen und Beweisen zum Vorliegen des in lit. d der "Special Exclu-

sions to Material Damage" der C._____-Police vorgesehenen Ausschlussgrundes.  

 

 

- 36 - 

 Fazit 6.4.

Das vorliegende Schadensereignis fällt nicht unter die Ausschlussklausel gemäss 

lit. d der "Special Exclusions to Material Damage" der C._____-Police. 

7. Doppelversicherung 

 Anwendbares Recht 7.1.

Das IPRG regelt nicht, welches Recht auf die Frage anzuwenden ist, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt. Diese Frage ist vor allem deshalb relevant, weil das 

schweizerische Recht bei Vorliegen einer Doppelversicherung von einer anteils-

mässigen Haftung der Versicherer ausgeht und nicht etwa von einer Solidarhaf-

tung (vgl. nachstehend Erw. 8). Da es dabei im Grunde um die Frage des Aus-

senverhältnisses geht, rechtfertigt es sich, für die Frage des anwendbaren Rechts 

auf Art. 143 IPRG zurückzugreifen. Art. 143 IPRG beruht auf dem stillschweigend 

vorausgesetzten Grundsatz der unabhängigen Anknüpfung mehrerer Schuldver-

hältnisse. Die Bestimmung selbst normiert aber nicht diesen Grundsatz, sondern 

bloss die Frage der Folgen solcher selbständiger Anknüpfungen auf das gegen-

seitige Verhältnis mehrerer Forderungen gegenüber mehreren Schuldnern. Zu 

diesen möglichen Rechtsfolgen gehören insbesondere die Fragen, ob der in An-

spruch genommene Schuldner primär oder subsidiär, solidarisch oder anteils-

mässig haftet. Diese Rechtsfolgen werden für jeden einzelnen in Anspruch ge-

nommenen Schuldner akzessorisch an das jeweilige Schuldstatut angeknüpft. 

Damit werden die Erwartungen des Schuldners geschützt, der sich auf das eigene 

Schuldstatut verlassen kann, ohne wissen zu müssen, nach welchem Recht allfäl-

lige Mitschuldner haften (DASSER, BSK IPRG; 2013, N 3 f. zu Art. 143). Zum glei-

chen Ergebnis gelangt JÄGER, indem er ausführt: "Auf ein dem ausländischen Recht un-
terliegendes Versicherungsverhältnis kann der Grundsatz des Art. 71 nicht zur Anwendung kom-

men. Das hindert aber nicht, dass für die Reduktion der Leistungspflicht aus dem vom schweizeri-

schen Recht beherrschten Versicherungsvertrag auf die Tatsache der Doppelversicherung Rück-
sicht genommen wird (JÄGER, Kommentar zum Schweizerischen Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag, 1932, N 4 zu Art. 71). 

- 37 - 

Demnach ist auf die Frage, ob die Beklagte gegenüber der Klägerin 1 solidarisch 

haftet oder ob es sich um eine anteilsmässige Haftung handelt, schweizerisches 

Recht anzuwenden, vor allem auch, da die C._____-Police schweizerischem 

Recht unterstellt wurde. Es rechtfertigt sich daher, auch auf die Frage, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt sowie auf die Frage, welche Folgen dies für die Leis-

tungspflicht der Beklagten hat, schweizerisches Recht anzuwenden. 

 Rechtliche Grundlagen 7.2.

Eine Doppelversicherung liegt vor, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Ge-

fahr und für dieselbe Zeit bei mehr als einem Versicherer dergestalt versichert ist, 

dass die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert übersteigen 

(Art. 53 Abs. 1 VVG). Zur Ermittlung des versicherten Interesses stellt BOLL auf 

die sachenrechtliche Lehre ab, wonach das versicherte Interesse dem versicher-

ten Objekt gleichzusetzen sei, wobei in der Sachversicherung die versicherte Sa-

che und in der Vermögensversicherung das versicherte Vermögen Gegenstand 

der Versicherung sei. Zeitlich liegt eine Doppelversicherung nur vor, wenn mehre-

re Versicherungen gleichzeitig bestehen und in diesem Zeitraum nebeneinander 

Deckung gewähren. Nicht vorausgesetzt ist dagegen, dass die Verträge zur glei-

chen Zeit abgeschlossen werden oder für einen identischen Zeitraum Geltung ha-

ben (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 und 8 zu Art. 53). 

Das Vermögen als abstrakte Grösse hat keinen bestimmten Wert. Daher ist der 

Begriff des Versicherungswerts der Vermögensversicherung fremd. Im Tatbe-

stand der Doppelversicherung kann auf ihn somit nicht abgestellt werden. Das 

Übersteigen des Versicherungswerts als Voraussetzung einer Doppelversiche-

rung muss bei der Vermögensversicherung daher modifiziert werden, und zwar 

dahingehend, dass der Begriff Versicherungswert durch den Begriff Schaden zu 

ersetzen ist. Eine Doppelversicherung liegt bei Vermögensversicherungen dem-

nach vor, wenn die Versicherungssummen den entstandenen Vermögensschaden 

übersteigen (BOLL, BSK VVG, 2001, N 11 zu Art. 53, m.w.H.). 

Art. 53 VVG ist eine zwingende Vorschrift. Sie darf weder zugunsten des Versi-

cherungsnehmers noch zugunsten des Versicherers abgeändert werden. Zulässig 

- 38 - 

sind hingegen Klauseln, welche die Entstehung einer Doppelversicherung ver-

meiden sollen. Dies kann mit der bereits in Erw. 3 behandelten Subsidiärklausel 

erreicht werden, womit vereinbart wird, dass die Leistungspflicht des Versicherers 

entfällt, wenn ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, BSK VVG, 2001, 

N 26 zu Art. 53). 

 Würdigung 7.3.

Zur Bejahung einer Doppelversicherung ist nicht erforderlich, dass die 

Versicherungen gesamthaft deckungsgleich sind. Vielmehr genügt es, wenn in 

einem Schnittbereich, welchem der eingetretene Versicherungsfall zuzuordnen 

ist, doppelte Deckung besteht. Die Klägerinnen haben ihre Zahlung der E1._____ 

allein gestützt auf Sektion 1 der A._____ CAR-Police geleistet. Daraus ergibt sich, 

dass nur die Sektion 1 der A._____ CAR-Police mit der C._____-Police zu 

vergleichen ist und zwar nur soweit sie sich auf die mitversicherte Unternehmerin 

E1._____ bezieht. Dass die A._____ CAR-Police daneben weitere Sektionen 

enthält und weiteren Versicherten Schutz gewährt, spielt für die Frage der 

Doppelversicherung keine Rolle. Vorliegend ist daher einzig von Bedeutung, ob 

das Risiko, das sich für die E1._____ verwirklicht hat und für welches die 

Klägerinnen bereits eine Versicherungsleistung erbracht haben, auch durch die 

C._____-Police gedeckt war. 

Gegenstand der Sektion 1 der CAR-Policen sind die Arbeiten am Bau des Kraft-

werks inklusive die Garantiearbeiten. Versichert ist unter anderem die E1._____. 

Gegenstand der C._____-Police sind nur bestimmte Garantiearbeiten an den 

GT24-Turbinen der Einheiten 3 und 4 dieses Kraftwerks. Versichert ist auch hier 

die E1._____. Die Versicherungen überschneiden sich demnach. Die Schnitt-

menge enthält eine Versicherung für Schäden zulasten der E1._____, die durch 

Beschädigung der GT24-Turbinen der Einheiten 3 und 4 im Rahmen der Durch-

führung der Garantiearbeiten entstehen. Beide Policen versichern sodann die Re-

paratur- bzw. Ersatzkosten. Sodann handelt es sich bei beiden Versicherungen 

um sog. All-Risks-Versicherungen, d.h. sie übernehmen grundsätzlich alle Schä-

den, die sich während der Versicherungsdauer ereignen, soweit diese nicht aus-

drücklich ausgeschlossen sind. Wie es für solche Versicherungen üblich ist, versi-

- 39 - 

chern beide Policen ein breites Gefahrenspektrum mit Ausnahme einiger ausge-

schlossener Gefahren, wobei sich die Ausschlusskataloge sehr ähnlich sind 

(act. 4/3 S. 5 und 7, act. 4/15 S. 9 und 37 f.). Beide Versicherungen decken das 

Risiko von Bauunfällen in der Art des Vorliegenden. Dass derartige Bauunfälle in 

einen Ausschlusskatalog fallen, wird zumindest nicht substantiiert geltend ge-

macht (vgl. dazu Erw. 6). 

In zeitlicher Hinsicht überschneiden sich die Versicherungen ebenfalls. Die De-

ckung der C._____-Police für die Garantiearbeiten an der Einheit 3 begann am 

17. Februar 2003 und dauerte bis zur Beendigung dieser Arbeiten, längstens aber 

bis am 6. April 2003 (act. 4/19, act. 4/3 S. 3). Die Deckung der CAR-Policen be-

gann für die in Sektion 1 versicherten Garantiearbeiten im Zeitpunkt der kommer-

ziellen Inbetriebsetzung und dauerte 36 Monate (act. 25/51). Der Zeitpunkt der 

kommerziellen Inbetriebsetzung für die Einheit 3 war unbestrittenermassen der 

16. August 2002 (act. 1 Rz. 43). Die Zeitperiode ab 17. Februar 2003 bis zum 

Schadenereignis, in welcher Garantiearbeiten vorgenommen wurden, war dem-

nach durch beide Versicherungen gedeckt. 

Demnach bestand ab dem 17. Februar 2003 für die in der C._____-Police defi-

nierten Garantiearbeiten an den GT24-Turbinen der Einheit 3 Versicherungs-

schutz für die E1._____ sowohl durch die CAR-Policen als auch durch die 

C._____-Police. Es ist daher von einer Doppelversicherung im Sinne von Art. 53 

VVG auszugehen. Dies entspricht auch der Auffassung des Bundesgerichts (Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 

5). 

Die Klägerinnen bestreiten das Vorliegen einer Doppelversicherung zu Unrecht 

unter anderem gestützt auf folgende Klausel der A._____ CAR-Police, welche sie 

einer Subsidiärklausel gleichsetzen: 

" Other Insurance 

 Notwithstanding anything contained herein to the contrary, this Policy shall be primary to and take 

precedence over any other insurance arranged by or on behalf of the Insured, and de Insurers 

- 40 - 

shall indemnify the Insured subject to the terms of this policy as if such other insurances did not 

exist." (act. 4/15 S. 36) 

Es ist zutreffend, dass mit der Verwendung einer Subsidiärklausel die Entstehung 

einer Doppelversicherung ausgeschlossen werden kann. Die geltend gemachte 

Klausel ist aber gerade das Gegenteil einer Subsidiärklausel. Vielmehr handelt es 

sich um eine Art "Prioritärklausel". Sie legt fest, dass die A._____ CAR-Police ge-

rade nicht subsidiär haftet, sondern so, als ob keine andere Versicherung existie-

ren würde. Dadurch verzichteten die Klägerinnen auf eine allfällige Begrenzung 

ihrer Ersatzpflicht im Falle des Vorliegens einer Doppelversicherung. Sie waren 

E1._____ gegenüber ungeachtet der bestehenden C._____-Police voll ersatz-

pflichtig und haben dementsprechend auch vollen Ersatz geleistet. Anders als ei-

ne Subsidiärklausel schliesst diese Klausel das Vorliegen einer Doppelversiche-

rung nicht aus. Da ihr Wortlaut klar ist, besteht kein Auslegungspielraum. Es stellt 

sich daher auch nicht die Frage, wie die Klausel nach New Yorker Recht auszule-

gen wäre. Die "Other Insurance"-Klausel beeinflusst auch die Leistungspflicht der 

Beklagten aus der C._____-Police nicht, da sich die Beklagte nicht auf diese 

Klausel hätte berufen können, zumal sie nicht Partei dieser Abrede ist. Somit ma-

chen die Klägerinnen zu Unrecht geltend, im Zeitpunkt des Schadensereignisses 

sei die E1._____ aufgrund der "Other Insurance"-Klausel in den CAR-Policen ge-

genüber der Beklagten nicht anspruchsberechtigt gewesen, was eine Doppelver-

sicherung ausschliesse.  

Die Beklagte macht geltend, die "Excess Insurance"-Klausel in Ziff. 19 der 

A._____ CAR-Police würde das Vorliegen einer Doppelversicherung 

ausschliessen, da sie eine Leistungspflicht der Beklagten ausschliesse, solange 

die Versicherungssumme der A._____ CAR-Police noch nicht ausgeschöpft sei 

(act. 11 Rz. 109). Wie bereits dargelegt wurde, beeinflusst die "Excess 

Insurance"-Klausel die Leistungspflicht der Beklagten nicht. Aus den gleichen 

Gründen verhindert sie auch nicht das Vorliegen einer Doppelversicherung. Es 

kann auf die Ausführungen in Erw. 4 verwiesen werden. 

 

- 41 - 

 Fazit 7.4.

Es liegt eine Doppelversicherung im Sinne von Art. 53 VVG vor. 

8. Ansprüche der Klägerin 1 aus Doppelversicherung 

 Anwendbares Recht 8.1.

Wie bereits ausgeführt, ist die Frage, welche Folgen das Vorliegen einer Doppel-

versicherung auf die Leistungspflicht der Beklagten hat, nach schweizerischem 

Recht zu beurteilen. Dies gilt auch für die Frage, ob die involvierten Policen als 

Sach- oder Vermögensversicherungen zu qualifizieren sind, da diese Frage mit 

jener der Doppelversicherung eng verknüpft ist. 

 Rechtliche Grundlagen 8.2.

Liegt eine Doppelversicherung vor, so hat dies nach schweizerischem Recht 

Auswirkungen auf die Leistungspflicht der Versicherer. Das in der Schadensversi-

cherung geltende Entschädigungsprinzip verbietet eine Überentschädigung. Zur 

Vermeidung einer Überentschädigung hat bei Doppelversicherung daher jeder 

Versicherer nur für einen Teil des Ersatzwerts Leistungen zu erbringen. Dieser 

Teil berechnet sich nach dem Verhältnis in dem die jeweilige Versicherungssum-

me zum Gesamtbetrag der Versicherungssumme steht. Dabei handelt es sich 

nach Intention des Gesetzgebers um eine anteilsmässige Ersatzpflicht und nicht 

um eine Solidarhaftung (BOLL, BSK VVG, 2001, N 1 und N 7 zu Art. 71). Sowohl 

Art. 53 VVG als auch Art. 71 VVG sind auf die Sachversicherung zugeschnitten. 

Die Vorschriften gelangen indes auch bei der Vermögensversicherung zur An-

wendung. Denn diese beruht ebenso auf dem Entschädigungsprinzip (BOLL, BSK 

VVG, 2001, N 6 zu Art. 71). Für die Vermögensversicherung wird in der Lehre 

aber die Ansicht vertreten, dass es an einem Konnex zwischen der Versiche-

rungssumme und dem Versicherungswert fehle, weshalb die Höhe der Versiche-

rungssumme oft von Zufälligkeiten abhänge. Bei der Ermittlung der Entschädi-

gung könne daher nicht auf die Versicherungssumme abgestellt werden. Vielmehr 

sei die Höhe der Entschädigung, die jeder Versicherer zu erbringen hätte, wenn 

neben ihm kein weiterer Versicherer leistungspflichtig wäre, massgeblich. Der 

- 42 - 

einzelne Versicherer habe in dem Umfang zu leisten, in dem seine Leistung zur 

Gesamtsumme der Leistungen sämtlicher Vermögensversicherer stehe (BOLL, 

BSK VVG, 2001, N 10 zu Art. 71; MAURER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 3. Auflage, 1995, S. 408; FISCHER, Die mehrfache Versicherung in der 

Schadenversicherung nach Schweizerischem Privatversicherungsrecht, Diss., 

1963, S. 123 ff.). 

Die Frage der Unterscheidung von Sach- und Vermögensversicherungen ist eine 

Frage nach dem Gegenstand der Versicherung. Gegenstand der Schadensversi-

cherung kann gemäss Art. 48 VVG jedes wirtschaftliche Interesse sein, das je-

mand am Ausbleiben eines befürchteten Ereignisses hat. Darüber, wie dieses In-

teresse zu definieren ist, bestehen zwei Lehrmeinungen. Die Gegenstandslehre 

oder sachenrechtliche Lehre knüpft am sachenrechtlichen Eigentum am zu versi-

chernden Gegenstand an. Im Gegensatz dazu versteht die Interessenlehre als 

jeweils vertragsrelevantes Interesse die Beziehung einer Person zu einem Objekt, 

kraft welcher die Person durch Tatsachen, welche dieses Objekt betreffen, einen 

Schaden erleiden kann. Die schweizerische Lehre folgt überwiegend der Gegen-

standslehre, obwohl Art. 48 VVG dem Wortlaut nach auf dem Boden der Interes-

senlehre steht (so insb. KÖNIG, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 1967, 

S. 200 ff.; KELLER/TÄNNLER, Kommentar zum Schweizerischen Bundesgesetz 

über den Versicherungsvertrag, Band I, 1968, S. 11 f. und S. 282; BOLL, BSK 

VVG, 2001, N 3 zu Art. 48; BOLL/STÖCKLI, BSK VVG Nachführungsband, 2012, ad 

N 4 zu Art. 48; a.M. FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 2011, 

N 4.9 ff.). 

Die sachenrechtliche Lehre folgt der natürlichen Verkehrsanschauung. Als Ge-

genstand der Versicherung bezeichnet sie die Objekte, welche der versicherten 

Gefahr ausgesetzt sind. Bei diesen Objekten handelt es sich um Personen, Sa-

chen oder Vermögen. Gegenstand der Schadensversicherung sind demzufolge 

Sachen und Vermögen. Eine Sachversicherung liegt vor, wenn eine Sache den 

Gegenstand des Versicherungsvertrags bildet. Die Sachversicherung deckt Sach-

schäden, die durch Beschädigung, Zerstörung oder Verlust eines Gegenstands 

entstehen. Die Leistungspflicht des Sachversicherers bestimmt sich nach der Hö-

- 43 - 

he des an den versicherten Sachen entstandenen Sachschadens. Der versicherte 

Sachwert bildet dabei die Grenze der Leistungspflicht des Versicherers. Über den 

Sachwert hinausgehende Vermögensschäden wie z.B. Ertragsausfälle bleiben 

ungedeckt. Sie können mittels Vermögensversicherung versichert werden (BOLL, 

BSK VVG, 2001, N 5 ff. zu Art. 48).  

Gegenstand der Vermögensversicherung ist ein Vermögen, das einer versicher-

ten Gefahr ausgesetzt ist. Geschützt wird das Vermögen gegen belastende For-

derungen oder entgangene Gewinne. Im Gegensatz zur Sachversicherung ist die 

Höhe der im Schadenfall eintretenden Belastung des Vermögens nicht durch ei-

nen bestimmten Sachwert beschränkt. Vermögensversicherungen sind insbeson-

dere die Betriebsunterbrechungs-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung 

(BOLL, BSK VVG, 2001, N 12 ff.). 

BOLL/STÖCKLI vertreten die Meinung, dass wenn ein Dritter die vermögenswerten 

Folgen aus der Beschädigung einer Sache zu tragen hat, von welcher der Dritte 

nicht selbst Eigentümer ist, nach der sachenrechtlichen Lehre keine Sach-, son-

dern eine Vermögensversicherung vorliege, da nicht schon die Vernichtung oder 

Schädigung dieser Sache den Versicherungsfall auslöst, sondern erst die Schädi-

gung des Vermögens des versicherten Dritten (BOLL/STÖCKLI, BSK VVG, Nach-

führungsband, 2012, ad N 4 zu Art. 48, S. 179 ff.). 

 Würdigung 8.3.

8.3.1. Sach- oder Vermögensversicherung 

Da eine Doppelversicherung vorliegt, haften die Parteien anteilsmässig. Zur Beur-

teilung der Grösse des Anteils der Beklagten stellt sich zunächst die Frage, ob es 

sich um Sach- oder Vermögensversicherungen handelt. 

Die CAR-Policen sind umfassende Vertragswerke, die nicht einheitlich einem 

Versicherungstypus zugeordnet werden können. Einzelne Bereiche haben klaren 

Sachversicherungscharakter, während andere Bereiche den Vermögensversiche-

rungen zuzuordnen sind. Vorliegend interessiert indessen nur die Zuordnung des 

Versicherungsschutzes der E1._____ aus der Sektion 1 der A._____ CAR-Police. 

- 44 - 

In diesem Bereich wird die E1._____ insbesondere vor Schäden geschützt, die 

durch Beschädigung des Kraftwerks entstehen. 

Es kann indessen offenbleiben, nach welchen Grundsätzen die Abgrenzung zwi-

schen Sach- und Vermögensversicherungen im Einzelnen zu erfolgen hat (sa-

chenrechtliche Lehre/Gegenstandslehre oder Interessenlehre) und ob tatsächlich 

bloss deshalb eine Sachversicherung verneint werden muss, weil die Beklagte 

nicht sachenrechtlich als Eigentümerin betroffen ist, obwohl sie die Gefahr einer 

Beschädigung und damit das wirtschaftliche Risiko trägt. Gemäss Bundesgericht 

ist allein entscheidend, dass in Bezug auf die Eigentümerin F._____ eine Sach-

versicherung vorliegt und der Gegenstand der Versicherung in Bezug auf die 

F._____ und die Rechtsvorgängerin der E1._____ identisch definiert ist. Daraus 

ergibt sich notwendigerweise, dass bei den CAR-Policen eine Beziehung zwi-

schen der vereinbarten Versicherungssumme und einem die Schadenhöhe be-

grenzenden Sachwert vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 

│4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.6). Es handelt sich bei der Sektion 1 

der CAR-Policen in Bezug auf die E1._____ demnach um Sachversicherungen. 

Auch bei der C._____-Police liegt eine Beziehung zwischen der vereinbarten Ver-

sicherungssumme und einem Sachwert vor: Bei dieser Versicherung handelt es 

sich um eine Rahmenversicherung für Schäden an bestimmten Maschinen. Versi-

chert sind namentlich die Gasturbinen der Einheiten 3 und 4. Die Versicherungs-

summen sind in der C._____-Police denn auch pro Gasturbine festgelegt worden. 

Auch daraus darf geschlossen werden, dass die Versicherungssumme im Zu-

sammenhang steht mit dem Wert der Turbinen (Urteil des Bundesgerichts 

4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.6). Es ist daher auch 

bei der C._____-Police von einer Sachversicherung auszugehen. 

8.3.2. Berechnung der Leistungspflichten 

Liegt – wie hier – eine Beziehung zwischen der Versicherungssumme und dem 

Sachwert vor, besteht kein Raum, vom klaren Wortlaut von Art. 71 Abs. 1 VVG 

abzuweichen. Für die Berechnung der Ersatzpflicht der Beklagten nach Art. 71 

Abs. 1 VVG ist daher auf das Verhältnis abzustellen, in dem die Versicherungs-

- 45 - 

summe der Beklagten zum Gesamtbetrag der Versicherungssummen steht (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_116/2015 │4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.6). 

Für die Berechnung ihrer Leistungspflicht setzt die Beklagte die Versicherungs-

summe der CAR-Policen von insgesamt USD 479 Mio. in ein Verhältnis mit der 

Versicherungssumme der C._____-Police von Fr. 6 Mio. pro Gasturbine. Nach 

Ansicht der Beklagten beträgt ihre so berechnete anteilsmässige Leistungspflicht 

null. Die Klägerin 1 macht demgegenüber geltend, es könne keinesfalls auf das 

Verhältnis der (gesamten) Versicherungssummen abgestellt werden; während die 

C._____-Police nur Versicherungsschutz für Schäden im Zusammenhang mit den 

zwei Gasturbinen der Unit 4 inkl. den zwei Generatoren biete, sei der in den CAR-

Policen vorgesehene Versicherungsschutz viel umfassender und die Versiche-

rungssumme daher viel höher. Bringe man in einem solchen Fall sklavisch die 

Versicherungssummen miteinander in Relation, führe dies zu einem völlig ver-

fälschten und unrealistischen Resultat (Urteil des Bundesgerichts 4A_116/2015 

│4A_118/2015 vom 9. November 2015, E. 5.6 und 5.7). 

Art. 71 Abs. 1 VVG regelt die Ersatzpflicht bei Doppelversicherung. Eine Doppel-

versicherung liegt nach Art. 53 Abs. 1 VVG (nur) vor, wenn dasselbe Interesse 

gegen dieselbe Gefahr und für dieselbe Zeit bei mehr als einem Versicherer der-

gestalt versichert wird, dass die Versicherungssummen zusammen den Vers